EAS Gb 506 3 UB GIESSEN 62 237 368 Nur zur Benutzung Im Lecccaal 62.237.368 **** 118: 00 hudguato Gb 5063 sijusidestro mbile le st Univer Yongf p10- indir? VI og mod de and not( ST 081- ETF maitse asidole musen Jladn2 wd bine mug pe fundies 390. not( 81 001: 001 Inhalt. dER(+1 no .TOR Ter 319 809 mesiz millisd sed nol2( GI Erste Abtheilung.no( 1 Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. nad prudepast and not( 81 1) Vom Worte Gottes, Num. 1 13.0d not( er mums 2) Von dem Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten, Num. 14:41. 3) Von der Schöpfung, Num. 42-48, modno( 09 005 4) Von der Vorsehung Gottes, Num. 49- 69. must mos naptons so noc( rs 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung, Num. 70-77. 6) Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen, und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens, Num. 78- 88. 1035 7) Von der Erlösung der Menschen, und dem Erlöser überhaupt, Nr. 89- 98. 8) Von der Geburt Jesu Christi, Num. 99- 119. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden, Num. 120-123.ge 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu, Num. 124-152. Von dem Begräbniß Jesu, Num. 153- 155. 11) Von der Auferstehung Jesu, Num. 156-172. L 1* IV Inhalt. 12) Von der Himmelfahrt Jesu, und seinem Sißen zur Rechten Gottes, Num. 173 189. 13) Von der Wiederkunft Jesu zum Gericht, Num. 190 196. 14) Von dem heiligen Geist und dessen Gaben, Num. 197- 207. 15) Von der christlichen Kirche, Num. 208-217. 16) Von der heiligen Taufe, Num. 218-221. 17) Von dem heiligen Abendmahl, Num. 222-2342 18) Von der Vergebung der Sünden, Num. 235-241. 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der unvollkommenheit dieses Lebens, Num. 242 259. 14+1 assisd SENIO 20) Von dem Tode der Gläubigen, und der Auferstehung der Todten, Num. 260 272. und hoff d moll( 21) Von dem ewigen Leben, Num. 273= 280. pumnii dau utol sonist silns and no12( 3 nochins bsd sdradio ands and tisipl Zweite Lieder, die zur christlichen Sittenlehre gehören. nd now das Bo moë( b Abtheilung. 22) Von der Buße und Bekehrung, Num. 281-302. Vom Glauben, Num. 303-322. 23) mot( 24) Von der Heiligung, oder dem christlichen Wandel überhaupt, Num. 323-352.8 med net 25) Von der Erkenntniß Gottes, Num. 353 356.1 : Inhalt. V 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott, Num. 357= 367. 2804 eid 27) Von der Furcht Gottes, Num. 368-371.( 88 28) Von dem Vertrauen auf Gott, und der Ergebung in seinen Willen, Num. 372-397. 29) Vom Gebet, Num. 398 405, 45 30) Gebetlieder: 1. Allgemeine, Num. 406-415. don 2. dair and mode( 14 PIEA Besondere, in geistlichen Anfechtungen, Num. 416 418. In allgemeinen Nöthen und Landdan plagen, Num. 419. Im Kriege, Num. 420 bis 421, In Theuerung, Num. 422. In Seuchen, Nr. 423. In Krankheiten, Num. 424. Auf der Reise, Num. 425. Bei Gewittern, Num. 426-428. Fürbitten für die Obrigkeit, Num. 429; für die Prediger, Num. 430; bei Einsegnung der Eheleute, Num. 431-432; der Weltern für ihre Kinder und der Kinder für ihre Weltern, 866.000 Num. 433 u. 434; einer Waise, Nr. 435. 31) Vom Lobe Gottes, Num. 436 u. 437. Loblieder: 1. Allgemeine, Num. 438-458. 2. Besondere, Num. 459- 463. 32) Gebet- und Loblieder beim Anfange des Jahres, Num. 464-469, 33) Morgenlieder, Num. 470= 479. 34) Abendlieder, Num. 480 489. 35) Vom öffentlichen Gottesdienste, Nr. 490-494. 36) Von der Selbstliebe, Num. 495. VI Inhalt. 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Num. 496 bis 498. 108 38) Von der Sorge für die Seele, Num. 499-507. 39) Von der Sorge für den Leib, Num. 508-511. 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geiz, Num. 512= 514.mob( 0) 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf, Num. 515-517. snismspl.1 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden, Th Num. 518 531. SUONONY -dro di man piln 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens und der Zubeureitung zum Tode, Num. 532-542. 44) Von der Liebe des Nächsten, Num. 543= 547. 45) Von der Gerechtigkeit, Num. 548. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Num. 549 bis 552. uspome = sid 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit, Num. 553- 555. dut. 3d dun sonia, sudi 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge, Num. 556-558. THOPE mail 80 sdo mo2( 18 : asdildo! Got Rom 80s due to ofisicono abilimd mos( 06 80002 mo Erster Theil. Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. D& 1) Vom Worte Gottes. Bitte um Segen zu Anhörung des göttlichen Wortes. 1. Komm heil'ger Geist, erfüll' die Herzen +++ 11 deiner Glaubigen, und entzünde in ihnen das Feu'r deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die $ Völker der ganzen Welt versammlet hast, in Einigkeit des Glaubens. Alleluja, std Alleluja, Alleluja.** Anmerkung. Bei dem ersten und zweiten Alleluja fingt nur das weibliche Geschlecht und die Jugend, bei dem dritten die ganze Gemeinde. Erster Theil. Vom Worte Gottes. Mel. O Gott, du unser Vater. 2. Gott, der du unser Vater bist, durch Jesum Christ, gieb daß dein Geist jetzt mit uns sey, und uns zur Wahrheit leite. Geheiligt sey dir diese Stund! Deffne den Mund des Lehrers, daß er rein und frei bei uns dein Wort verbreite. Hilfdu selbst unsrer Schwach5 heit fort, laß nichts die Andacht stören! Du lehrest uns in deinem Wort, wirk auch, daß wir's so hören, daß wir dich hier, und ewig dort in Heiligkeit verehren. i 8 Mel. Herr Jesu Christ! dich zu. 3. Herr Jeſu send uns deinen Geist, den Geist, der, wie dein Wort verheißt, mit Erster Theil. Vom Worte Gottes. - 4.8 09 seiner Gnade uns regiert, und auf den Weg E der Wahrheit führt. 2. Deffn' uns zu deinem Lob den Mund, und mach uns deinen Willen kund; rühr unser Herz, stårk den Verstand, so wird dein Nam' uns recht bekannt. 3. Bis wir einst deinen Engeln gleich, dich preisen, Herr, in deinem Reich, und schauen dich von Angesicht, in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 4. Dir Gott, den Erd und Himmel preißt, dir Vater, Sohn und heil'gem Geist, dir heilige Dreieinigkeit, sey Lob und Preis in Ewigkeit. 9 ambi 610 en iebster Jesu wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören: lenke Sinnen und Begier, zu des Himmels süßen Lehren, daß die Herzen von der Erden, ganz zu dir gezogen werden. 10 Erster Theil. Vom Worte Gottes. 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht deines Geistes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet. Glaubend lehr aufs Wort uns merken; laß es uns zum Leben stårken! 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht von Licht aus Gott geboren! Heiligster! von Ewigkeit, hast du dir uns auserkoren, lehre deines Himmels Erben, lehr uns leben, lehr uns sterben. -- Nach dem öffentlichen Gottesdienste. Nach der vorigen Melodie. 5. Höchster Gott! wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben! Hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben! Gieb dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sey im Werke. 2. Unser Gott und Vater! du, der du Lehrst uns, was wir sollen, schenk' uns deine Kraft dazu: gieb zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen, so wird alles wohlgelingen! Mel. Es ist das Heil uns kommen. $ 6. W ir Menschen sind von selbst, o Gott! zum Geistlichen untüchtig: dein Erster Theil. Vom Worte Gottes. - 11 göttlich Wesen, dein Gebot, sind viel zu ¥ hoch und wich- tig. Wir wissen's und verstehen's nicht, wo uns, Herr, deines Wortes Licht, den Weg zu dir nicht zei- get. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte: so wurden damals schon bekannt den Menschen deine Nechte. Zuletzt ist noch dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. Dvad 3. Mit Lob und Preis, o höchster Hort, muß Herz und Mund dich ehren; da wir in deinem theuern Wort dich zu uns reden hören. Mach uns durch deinen Geist bereit zu dem, was uns dies Wort gebeut; hier redest du, nicht Menschen. 4. Hilf, daß der frechen Spötter Schaar uns nicht vom Wort abwende! ihr Spott bringt tödtende Gefahr, und nimmt ein schrecklich Ende. O laß dagegen immer mehr dein Wort zu deines Namens Ehr' an uns sich kräftig zeigen. 12 Erster Theil. Vom Worte Gottes. 5. Herr, öffne du uns selbst das Herz, daß wir dein Wort recht fassen; gieb, daß wir es bei Freud' und Schmerz nie aus den Augen lassen. Laß uns nicht Hörer nur allein, nein Vater, laß uns Thâter seyn, und uns nicht ſelbst betrügen. 6. Der Saame wird am Weg' sofort vom Teufel weggenommen; in Fels und Steinen kann das Wort zu keiner Wurzel kommen. Der Saame, der in Dornen fällt, wird von der Sorg'und Lust der Welt verderbet und ersticket. 7. Mach uns durch deine Gnade gleich, Herr, einem guten Lande. Mach uns an guten Werken reich in unserm Amt und Stande. Daß mit beharrlicher Geduld, gerührt von deiner Lieb' und Huld, wir reichlich Früchte bringen. 8. Laß uns auf unsrer Pilgrimschaft den Weg der Sünder meiden. Gieb uns ein Herz, das an dir haft't auch in den schwersten Leiden. Herr! unser Herz ist vor dir blos; mach uns von eitlen Sorgen los, und allen bösen Lüsten. 9. Laß uns dein Wort beständig seyn ein Licht auf dunklen Wegen. Erhalt es bei uns hell und rein, und laß uns seinen Segen, Kraft, Rath und Trost in aller Noth, im Leben und noch mehr im Tod, mit frohem Herzen spüren. on 13 Erster Theil.-Vom Worte Gottes. 10. Laß dies dein Wort zu deiner Ehr, o Gott, sich weit verbreiten. O möchte deine Gnadenlehr', Herr Jesu, jeden leiten! heil'ger Geist, seg' durch dein Wort dein Werk bei uns beständig fort; stårk Hoffnung, Glaub' und Liebe. Mel. Wer nur den lieben Gott. A 7. Dein Wort, o Höchster! ist vollkommen. Es lehrt uns unsre ganze Pflicht! es giebt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig! wer es achtsam # hört, bewahrt, und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Irrthums Finsterniß! es füllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, was theu'r in deinen Augen ist. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben; lehrt, wie viel Guts du denen giebst, die freudig dein Gebot ausüben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr; du ligest nicht. 14 Erster Theil. Vom Worte Gottes. 4. Gott, deine Zeugnisse sind besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Gold. Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles, was die Erde zollt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit Luft betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehrt, und mit Gehorsam auf das achten, was es von mir zu thun begehrt: so fließen Trost und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. Du willst, Gott! daß mein Herz zur Heiligkeit genese. Drum gieb, daß ich dein Wort oft und mit Andacht lese; das Wort das deinen Rath von unserm Heil enthält, Dank sey dir für dies Wort, den größten i Schaß der Welt. 2. Erfülle mein Gemüth mit Ehrfurcht und Vertrauen, mit Lust und frommem Ernst dadurch mich zu erbauen. Du bist's, der in Erster Theil. Vom Worte Gottes. 15 der Schrift zu meiner Seele spricht; o segne doch an mir, Herr, deinen Unterricht. - 3. Mein Gott, vor welchem ich jetzt meine Hände falte, gieb, daß ich allezeit dein Wort für Wahrheit halte; und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Geset, am Wort vom Kreuze sehn! 14. Du, aller Wahrheit Gott, kannst mich nicht irren lassen. Untrüglich ist dein Wort; o, laß mich daraus fassen, so viel mein Heil verlangt. Du bist's, der Weisheit giebt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Gieb, daß dein kräftig Wort, o Gott, mein Herze rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor andern rührt. O stårke mich durch ihn mit Ernst und Munterkeit das Gute zu vollziehn. 6. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Wer deinem Wort gehorcht, den låßt du inne werden, die Lehre sey von dir, die uns die Bibel giebt: man lernt ihr Wort verstehn, wenn man es treulich übt. 7. Spricht sie geheimnißvoll, so laß mich dies nicht schrecken. Kein endlicher Verstand kann dich, Gott, ganz entdecken. Du bleibst unendlich hoch. Was mir dein Wort erklärt, nicht was mein Wiß verlangt, ist meines Glaubens werth. 16 Erster Theil. Vom Worte Gottes. ons. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise Demuth ist's, zu glauben, was Gott spricht.dsfase 9. Erinnre mich hieran, wenn mich die Zweifel krånken, und lehre mich dabei zu meinem Heil bedenken, dort sey die Zeit des Schau'ns, und hier des Glaubens Zeit; dort wachse, wie mein Glück, mein Licht in Ewigkeit.un dan Joh 10. Find ich in deinem Wort noch manche Dunkelheiten, so laß mich einen Freund, der mehr als ich sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein angefochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. 11. Stets sey dein Wort mir werth! Es ist mein Glück auf Erden, und wird es einst noch mehr in jenem Leben werden. Nie irre mein Gemüth der Bibelfeinde Spott! die Lehre, die sie schmåhn, bleibt doch dein Wort, o Gott! Mel. Nun danket alle Gott. thiet Bald 9. 6 elobt feyst du, o Gott! für deines Wortes Lehre! Gieb, Vater! daß ich sie mit 10, Erster Theil. Vom Worte Gottes. 17 Andacht fleißig hore. O, mache doch mein b Herz von Vorurtheilen rein, und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen seyn. 302. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen. OHöchster, leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie thöricht ist es doch, blos andern Menschen glauben! Das heißt, sich selbst den Grund zur ew'gen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Nichtschnur macht, dem giebt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre, und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre! Gieb deinen Geist ins Herz, der Lust und Kräfte giebt, daß man die Wahrheit lernt, prüft, glaubt, erfährt und übt. 30910 Mel. Ach Gott und Herr. 201 10. Gott ist mein Hort, und auf sein Wort foll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein 2 18 Erster Theil. - Vom Worte Gottes. Gott, vor dir, im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr, laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott! mich von dem Glauben schrecken. D 16h12 nism 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstånd' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 15. Dein ew'ger Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt' ich nicht, wår' mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. Jois 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeih'ft, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba! sagen. 7. Mich zu erneu'n, mich dir zu weih'n, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' vermag ich's nie! dein Wort giebt neue Kräfte. es Wort! 8. Herr unser Hort, laß uns dies Wort! denn du hast's uns gegeben. Es sey mein Theil; es sey mir Heil und Kraft zum ew'gen Leben. Erster Theil. Vom Worte Gottes. 19 God Mel. Nun habe Dank für deine Liebe. 234. esd 11. Der du das Daseyn mir gegeben, wie preis' ich dich, o Gott, dafür! Nie kann mein Dank dich g'nug erheben! durch Christum schenktest du es mir. Kein Licht, kein Trost erfreute mich, kennt ich nicht, Jesu Christe, dich.d this mi dalar, idimly 62. Auf ungewissen finstern Pfaden würd ich ein Raub des Irrthums seyn; mit Sündenschuld und Fluch beladen, müßt' ich des Richters Rache scheu'n: ich fånde keinen Trost in Noth, mich schreckte stündlich Grab und Tod. Imid shiny meds? spune niste func 3. Wozu hat mich mein Gott erschaffen? was ist auf Erden meine Pflicht? wird auch mein Geist im Tod entschlafen? und, hålt Gott künftig ein Gericht, wie werd' ich im Gericht bestehn? wie der verdienten Straf entgehn? 1100 119m9 10 S 4. Entscheidet die Vernunft die Fragen durch ihrer Einsicht schwaches Licht? Hebt sie die Zweifel, die mich plagen? und bleibt der Trost, den sie verspricht? Ach! ohne Christi Licht und Heil wår Finsterniß und Tod mein Theil! today is mos 119111900 148 5. Ja, du hast mich den Finsternissen des Irrthums und der Sünde Macht durch deine Lehre, Herr, entrissen; ihr Licht zerstreut 2* 11 20 Erster Theil. Vom Worte Gottes. des Zweifels Nacht. Du zeigest mir des Höchsten Rath, und führst mich auf der Wahrheit Pfad. ( hid 6. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht. Mein Geist wird nicht im Tod entschlafen; wer an dich glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland! wohl bestehn, und dann verklärt dich ſelber sehn.medi32 83d dan C - 7. O Jesu, laß mich deiner Lehre gehorchen mit stets größrer Lust, und keines Spotters Wahn zerstöre dein Heiligthum in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich! Dein Seil erfreu' im Tode mich! 11029 bup drink. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.- 4. 12. Herr, mein Licht! mein Licht! erleuchte mich, daß ich mich und dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Höchster, laß mich doch auf Erden, weise zu dem Himmel werden. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre ni madh channe mich es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Knecht, gebühret. 13. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen, laß mein Herz auch folgsam Erster Theil. Vom Worte Gottes. 21 seyn, den erkannten Weg zu gehen. Denn, sonst würd' ich bei dem Wissen, doppelt Streiche leiden müssen. 4. Gieb, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre; daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sey in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. Tommid, sid 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vermehren! Find'ich manche Dunkelheit bei geheimnisvollen Lehren; laß mich 3weifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen. 010 01 - 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet und die Lust der Welt verachtet. id astot b5fC 7. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir gewissenhaft, als dein treues Kind zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hell'res Licht umgeben. lifello) maderambl Mel. des 100. Psalms. 13. D er Spotter Strom reißt viele fort. Erhalt uns Herr bei deinem Wort! 22 Erster Theil. - Vom Worte Gottes. So können wir uns, Vater! dein im Leben und im Tode freu'n. 2. Ein Haufe Låst'rer wagt's, o Gott! mit wildem ausgelaß'nem Spott, den Heiland, deinen Sohn, zu schmähn, durch den die Himmel einst vergehn. 3. Ach! ihrer Lehre Pest, o Herr! schleicht jeho nicht im Finstern mehr; am Mittag, Herr, bricht sie hervor und hebt ihr tödtend Haupt empor. 4. Sie herrscht durch Große dieser Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Arm nicht hålt, so reißt sie uns zum Tod auch fort. Gieb Sieg und Leben durch dein Wort! biur 5. Beschüße uns, Herr Jesu Christ, der du zur Rechten Gottes bist. Sey unser Schild und starke Wehr! Staub ist vor dir der Spotter Heer. YOU OME TISD 6. Du hast von Ewigkeit gefehn, wie lange noch ihr Troh bestehn, und wider dich hier schnauben soll. Vielleicht ist nun ihr Maaß bald voll. 2001 and 12 7. Ach, wären sie dir, Herr, versöhnt! sie, deren Spott dich so verhöhnt! Ach gieb, daß vor der Todesnacht, zur ernsten Neu' ihr Geist erwacht. isd was en indus Erster Theil. Vom Wesen Gottes 2c. 23 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. Mel. O Gott, du frommer.- 8. 14. Anbetungswürd'ger Gott! mit Ehrfurcht stets zu nennen, du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. O flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein, und laß mich stets vor dir voll Ehrerbietung seyn. 2. Du bist das höchste Gut; du weißt von keinem Leide; stets ruhig in dir selbst schmeckst du vollkommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit. Auch ohne Creatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefst dem, das nicht war, um Lust und Seligkeiten aufs Mannigfaltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst; Verstand und Rath ist dein; und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kråft'gen Wort trågst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. tool noci dina 5. Du bist der Herren Herr. Der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub. Auch Geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 24 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besißet, der Leben giebt und nimmt! der unsern Odem schützet. Der Geist, der in uns lebt, den haben wir von dir. Willst du, so wird er nichts. Du bleibest für und für.m 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu den Lichtes- Höhen, wo du voll Majeståt auf deinem Stuhle thronst, und unterm frohen Lob der Himmelsheere wohnst. 116 8. Was wir, Unendlicher! von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott! deinen Namen kund. doit dous dans de 9. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen. Wird aber dermaleinst der Vorhang weggenommen, der jetzt das Heiligste noch unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 311 dun 10. Indeß sey auch schon jetzt dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im höhern Chor dich, großer Gott! erhöhn.isod 230 10 00009 110 und seinen Vollkommenheiten.. 25 Har dis Mel. Allein Gott in der Höh. di એ વ 15.0 er Herr ist Gott und keiner mehr. Frohlockt ihm alle From- men! Wer ist ihm gleich? wer ist wie Er, so herrlich, so vollkom- men? Der Herr ist groß! sein Nam' ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos in seinem ganzen We- sen. nisur 2. Ihn trifft kein Wechsel flücht'ger Zeit. Nie größer oder kleiner wird seines Wesens Herrlichkeit. Der Erst' ist er, sonst keiner! Wir Menschen sind von gestern her; eh' noch die Erde war, war Er; noch eher, als die Himmel. of jun 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Er bleibet ewig wie er war, verborgen und nur offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Was wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennet uns, und was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei 26 Erster Theil. Vom Wesen Gottes ihm ist Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke; seine Hand umspannet Erd' und Himmel. 39 5. Ist er auch jemals von uns fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht! Gedanken selbst entfliehn ihm nicht in ihrer ersten Bildung. Bris 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle! Du bist voll Freundlichkeit und Huld, barmherzig, gnådig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner.in 12 nio him nda 7. Unfträflich bist du, heilig, gut, und reiner, als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergiltst mit Bonne! du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig seyn, hast Freuden, Gott, die Fülle. nard 8. Du nur bist würdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie Er, so herrlich, so vollkommen. tdirden thin att spring 1925 and iffat 39 8por 27 Mel. des 8. Psalms.rpis nisste a und seinen Vollkommenheiten. 16. rhabner Gott! Was reicht an deine bas Größe? Denk ich an dich, so fühl' ich meine $ Blöße. Ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß umschränkt mein forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, dazu kein Mensch kann kommen. Was ist's, das wir von deinem Ruhm vernommen? Ach! nur ein Theil von jener Majestät, die über alles dich, o Gott, erhöht. flzoir 3. Dein ew'ges Seyn, dein ganz vollkommnes Wesen, das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand; von Engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 019 1901 4. Wie sollt' ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? O mache mich von solchem Dünkel frei, daß mir dein Wort des Glaubens Richtschnur sey.#mode 28 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr; es bleibet ewig stehen. Erforsch' ich gleich dein göttlich Wesen nicht; so gnüge mir davon dein Unterricht! 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge. Gieb, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif' ich's nicht, wie du die Welt regierst; so sey mir's g'nug, daß du mich selig führst. — 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren. Einst werd' ich mehr von deinem Rath erfahren; wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden sey, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd' ich dich in hellerm Lichte sehen, und froh in dir, dein ewig Lob erhöhen. Herr, du bist groß, und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath. 17. GF# vor deinen Thron zu treten, und deine große ott, mache du mich selbst bereit, es und seinen Vollkommenheiten. e 29 Herrlichkeit voll Ehrfurcht anzubeten. Laß Herr, vor deinem Angesicht mein Herz sich * F deiner freuen, und einen Strahl von deinem Licht die Finsterniß zerstreuen, die mich hier # ** noch umgiebet. Dinastnig 2. Du bist der Herr, und keiner mehr, nichts sind der Heiden Götter; nur dir gebühret Preis und Ehr'; kein Helfer, noch Erretter ist außer dir: laß mich allein auf dich, o Herr, vertrauen, mein ganzes Leben dir nur weih'n, mein Glück blos auf dich bauen, und dich niemals verläugnen. dyshuh) 3. Du bist der höchstvollkommne Geist, der Vater aller Geister, dich preiset, was vernünftig heist, als seinen Herrn und Meister! Laß meiner Seele hohen Werth mich reine Tugend lehren, und so, wie es dein Wort begehrt, dich ungeheuchelt ehren, im Geist und in der Wahrheit. 4. Du bist, o Gott! von Ewigkeit, und wirst allzeit bestehen: es bleibet deine Herrlichkeit, wenn Himmel selbst vergehen. Laß 30 Erster Theil. Vom Wesen Gottes von der Erde eitlem Tand mein Herz sich stets erheben zu meinem wahren Vaterland, und nur nach dem mich streben, was ewig mich erfreuet. ilk marted the 1962. 5. O Gott, was seyn wird, ist und war, und was wir thun und dichten, das ist dir alles offenbar; du wirst einst alles richten. Laß mich dein helles Auge scheu'n, aufrichtig vor dir wandeln, und, deines Beifalls mich zu freu'n, auch dann rechtschaffen handeln, wenn Finsterniß mich decket. WEW bon 36. Unendlich ist, Herr, deine Macht, zu retten, die dich lieben, und wenn der Frevler dich verlacht, auch Rach' an ihm zu üben. Gieb, daß mich deiner Allmacht Schuß stets als ein Schild bedecke, mich auch nicht Menschen Grimm und Truß, nur deine Strafe schrecke, du tödtest Leib und Seele. hid d $ 97. Voll höchster Weisheit bist du, Gott! kein Mensch kann sie ergründen. Umringt uns allenthalben Noth, du, Herr, weißt Rath zu finden. Gieb, daß ich dir stets traue zu, du werdest für mich sorgen, auch Uebels weder denk noch thu', denn dir ist nichts verborgen; du prüfest Herz und Nieren. di d 8. Gott, du bist heilig und gerecht, kannst keine Sünden dulden, wer sagen will, er sey dein Knecht, der meide Sündenschulden. Gieb, 31 daß ich mich der Heiligkeit mit rechtem Ernst befleiße, nachjage der Gerechtigkeit, und deine Wege preise, so wunderbar sie scheinen. 9. Du bist sehr gnådig, fromm und gut, vergiebst die Schuld dem Sünder; erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. Laß reichen Trost von deiner Gnad' auf meine Seele kommen. Von mir sey meine Missethat so fern hinweggenommen, als Morgen ist vom Abend. Pedig liptodi 1.10. Gott, dessen Wahrheit stets besteht! wohl denen, die dir glauben! Wenn Erd' und Himmel einst vergeht, wird dein Wort ewig bleiben. Gieb, daß ich fürchte dein Gericht, und alles, was du drauest: auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mir's gern verleihest; wer hofft, wird nicht zu Schanden. 11. Gott, wenn ich dich so kenn' und ehr', dein Wort zum Grunde sebe, erfreu' ich mich darüber mehr, als über alle Schäße, bis ich dort, o mein Heil und Licht! dich ohne Lallen nenne, von Angesicht zu Angesicht dich schaue, dich erkenne, und unaufhörlich lobe. Mel. des 27. Psalms. istian und seinen Vollkommenheiten. 18. Auf! auf! mein Geist, auf! auf! den Herrn zu loben, auf! auf! erwecke dich und Erster Theil. mo Vom Wesen Gottes faume nicht; was in dir ist, werd' still und sanft erhoben zu Gott, Jehovah, unserm Schild und Licht: Nur er ist würdig, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Erheb ihn dann mit frohem Jubelschall; und geh in sein erhab'nes Heiligthum. 2. Er ist das große Wesen aller Wesen, Gott von unendlicher Vollkommenheit; von ihm, zu ihm, durch ihn ist, was gewesen, und ist, und seyn wird bis in Ewigkeit. Ein Gott, wie Er, hat seines gleichen nicht; ein Gott, vor dessen höchsten Majestät der Engel selbst gebückt und zitternd steht! Sein Thron ist Licht, ein unzugänglich Licht. 32 3. Man sieht ihn nicht, und ist doch wohl zu sehen, man gebe nur auf seine Werke acht: da sehn wir ihn gleich als vor Augen stehen in seiner ew'gen Kraft und Gottheit Pracht; Die Himmel rühmen ihres Schöpfers Ehr': Luft, Erde, Meer, was lebt und sich bewegt, ist das, was ihn zu zeigen sich stets regt, und spricht: Er ist der Herr und keiner mehr. as und seinen Vollkommenheiten. 19 194. Was gut und fein nur kann genennet werden, was uns mit Lust und Lieblichkeit anlacht, was in sich faßt der Himmel sammt der Erden, der große Bau voll Schönheit und voll Pracht, und was dies Rund nur Köstlich's in sich schließt, das kommt aus diesem unerschöpften Meer und dessen unerforschten Fülle her: Er ist der Quell, der immer überfließt. 5. Von Ewigkeit ohn' Anfang und ohn' Ende ist Er, und wird auch stets derselbe seyn. Er ist zu spüren, wo man sich hinwende, das Heimlichste wird klar in seinem Schein. Sein Licht ist nicht vermischt mit Dunkelheit. Die Kraft, die in ihm wohnt, wird nimmer schwach. Höchstselig kennet er kein Ungemach: Er ist und bleibt, wie er war vor der Zeit. 33 6. Was er verspricht, dem kann man freudig trauen, die That stimmt mit den Worten überein. Auf Menschen kann man niemals sicher bauen; doch Gottes: Ja ist ja, sein: Nein ist nein. Voll Billigkeit ist sein Gericht allzeit, groß von Geduld ist er und Mitleids voll, nur langsam, wenn er Sünder strafen soll, und bleibt die Lieb' in alle Ewigkeit. 7. Wie selig ist doch, der ihn also kennet, und zu zu ihm: Lieber Vater! sagen kann; Er, er ist es, den Gott den Seinen nennet, Gott sieht ihn als sein Kind recht zärtlich an! Nichts 3 34 Erster Theil. Vom Wesen Gottes ist so hoch, nichts kann so herrlich seyn, der höchsten Fürsten hocherhab'ner Stand ist, gegen dies zu rechnen, lauter Tand; es ist zu schlecht, es bleibt ein leerer Schein.d 8. D Herrscher, wie soll ich dich g'nug erheben! Auch mich hast du den Deinen zugezählt, in Christo brachtest du mich schon zum Leben, in ihm hast du zur Kindschaft mich erwählt. Zwar seh ich dich jetzt nur bei schwachem Licht; jedoch es kommt, es kommt der frohe Tag, da ich dich ohne Decke schauen mag, vertraut von Angesicht zu Angesicht. - 9. Indeß, mein Geist, auf! auf! ihn stets zu loben: Auf! auf! erwecke dich und säume nicht! Was in dir ist, werd' sanft und still erhoben zu Gott, Jehovah unserm Schild und Licht! Herr! du bist würdig, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Lob ihn im Vorhof schon mit frohem Schall, einst öffnet sich dir selbst das Heiligthum. 19. Gott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam' und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. stund seinen Vollkommenheiten. 35 2. Er will und spricht's; so sind und leben Welten: Und er gebeut; so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. ne 819000 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl die beste; Er herrscht als Gott und seines Thrones Veste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 15. Was ist und war, im Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah', du sigest oder gehest: Ob du an's Meer, ob du gen Himmel flöhest: so ist er allenthalben da.( bort Gr 19m 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele, er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, und eilt, mir gnådig beizuſtehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang' ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 3 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn." 3* 36 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seyd sein Loblied und sein Psalm! nis, bisa bildrinil 13. Du trånkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. dru 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt' ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hålt?.bid Gnu tirg dun such 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden; so frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. 18 min tant 19 Von der Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Mel. Liebster Jefu Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. 60or 20. Gott, du bist von Ewigkeit! und dein @ herrlich großes Wesen åndert sich zu keiner Zeit; du bleibst stets, was du gewesen. Laß dies meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. nim ni dok niso 190 doll und seinen Vollkommenheiten. D 37 12. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen. Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen; laß mich ihn zum Leitſtern wählen. Inmid) monis 3. Herr, du bist kein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte. Immer bleibst du gleich gesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. O hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen!. 4 Immer bleibst du, Gott! ein Feind derer, die das Unrecht üben. Immer bleibst dup Gott! ein Freund derer, die das Gute lieben. Laß uns darum schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. Sndrimot 15. Deine Worte trügen nicht! Du bist ewig der Getreue, der das hålt, was er verspricht. O daß dies mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleiben, tod mul misd 6. Stets ist Wohlthun deine Lust; ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn auch ich mit Lust mich in deinem Willen übe! Dann, o Herr, wird's meiner Seelen nie an wahrem Wohlseyn fehlen.@ modat 7. Erd' und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur du bleibst mir ewig stehn, deine Hand wird 38 Erster Theil. Vom Wesen Gottes mich umfassen, wenn ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. mind 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden! diese deine Ewigkeit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen, und auf deinen Trost zu bauen. andits Duits( bid Aus dem 102. Pfalm. -300 julblodione mind end ud fjdbold 19 dem 102. P ou alom Mel. Erhabner Gott, was 2c.- 16. 48 34 21. Herr Gott, du bist die Zuflucht aller Zeiten; denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh' Erd' und Himmel ward, eh? noch dein Urm sich uns geoffenbart. 192. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell enteilt das Leben doch von mir! Du Höchster, du nur bleibest für und für. bim ssid and a birgine 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 14. Es werden noch die Himmel und die Erden wie ein Gewand von dir verwandelt werden. Du bleibest wie du bist; denn keine Zeit umgränzet doch je die Unendlichkeit. 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßest sie mit deiner starken 5st und seinen Vollkommenheiten. 39 Rechte, du läßt ihr Herz sich ewig deiner freu'n und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. DOI 6. Das sey mein Trost in allen trüben Stunden. Vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir! li mism thin i dan Mel. Gott sey Dank in aller, de 22. 11 nermeßlich ewig ist Gott der Höchste. Herr, du bist, wie du dich uns offenbarst, nun und ewig, der du warst. 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, weis' allein und gnadenreich, ewig mächtig und voll Kraft, heilig und untadelhaft. manes 3. Alle Werke deiner Hand waren dir, o Gott, bekannt, eh' die Welt, auf dein Geheiß, da stand, deiner Weisheit Preis. 4. Wie gegoßne Spiegel stehn deine Himmel; doch vergehn deine Himmel, und die Welt sinkt, wenn sie dein Arm nicht hålt. 5. Du nur bleibest, wie du bist, was dein weiser Rath beschließt, ist unwandelbar wie du, gut und heilig stets, wie du. 800 40 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 6. Du bist nicht ein Menschenkind, daß du lugest; nicht gesinnt, wie der Mensch, der wandelbar nimmer bleibet, was er war.is - 7. Was du zusagst, ist gewiß; zwischen Licht und Finsterniß tappt der Mensch hin, wählt, bereut plößlich wieder, was ihn freut. 8. Sollt' ich denn auf Fleisch vertrau'n? nicht, mein Heil, auf dich nur bau'n? ohne Weisheit und Verstand Brunnen graben in den Sand? 9. Nein, Unwandelbarer, dein soll sich meine Seele freu'n. Sey mein Fels, Gott, sey mein Licht, ewig meine Zuversicht! 10. Und in allgemeine Nacht sinke dann mit seiner Pracht jeder Himmel, und die Welt stürze hin, wenn Gott mich hält! isur, this id Hobald nim Von der Allwissenheit Gottes. drus nislin Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. Nov 23. Herr du erforschest mich; dir bin ich unverborgen. Du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand, hin - 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu, du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich en und seinen Vollkommenheiten. 41 auf dich. Wie groß ist dein Verstand, wie wunderbar für mich.a nem sid nar Jung 903. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ' ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ? ich zur Tief' hinab, auch hier bist du mir nah. du 111g misu im sloj .00 si4. Nåhm' ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand! denn du bist überall; und dein ist jedes Land. 15. Sprach' ich zur Finsterniß: Sey um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken. Denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht: die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. nison@ Libin 83 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe; ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh' ich war, schon väterlich gedacht.desid 7. Du kanntest mein Gebein, eh' ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich 42 Erster Theil. Vom Wesen Gottes schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. drukut 8. Was für Erkenntnisse! für köstliche Gedanken! unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken, mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott! und prüfe, wie ich's meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich's von aussen scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. d tud: 16mnd Mel. Gott, mache du mich 2c.—- 17. - 24. Auwissender, vollkomm'ner Geist! deß Ange alles siehet, was Nacht und Abgrund in sich schleußt, und unserm Blick entfliehet. Es kann vor deinem hellen Licht sich kein Geschöpf verstecken. Auch Finsterniß verbirgt es nicht. Du weißt sie aufzudecken, und Tag daraus zu machen. noch) 03: 0 2. Selbst die Gedanken sind dir kund, die unsre Seele beget, eh sie noch der verschloßne Mund durch Worte dargeleget. Dir sind die Herzen offenbar; du kannst ihr Dichten spüren. Den Rath der Seele siehst du klar; du prüfest Herz und Nieren, und Nichts bleibt dir verborgen. en pondries etio und seinen Vollkommenheiten. 43 3. Was deiner Freunde Herz begehrt, das weißt du, eh sie beten. Ihr Seufzen wird von dir gehört, eh sie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Herz beschließt, ist auch inde Herz beschließt dir unverborgen. Dir, der du ihren Anschlag siehst, so heiter als den Morgen, den Wolken 98 pound nicht verdunkeln. bsry& Jack 4. Was nach Verfließung vieler Zeit noch künftig wird geschehen, siehst du schon in Allwiſsenheit als gegenwärtig stehen. Du machſt es deinen Knechten kund, es weiter auszubreiten, und läss'st durch ihren schwachen Mund die größten Heimlichkeiten der ganzen Welt entdecken. stillo 330 1198 8 5. Bleibt gleich vor Menschen manches noch in dieser Welt verschwiegen, so wird vor ihrem Auge doch einst alles offen liegen. Herr, dein Gericht, dem nichts entflieht, wird alles offenbaren. Was noch so heimlich jetzt geschieht, wird alle Welt erfahren, und laut alsdann erzählen.no finusdig dusjunt 6. Laß mich, o höchste Majestät! dein helles Auge scheuen. Wo ist der, der dich hintergeht mit seinen Heucheleien? Laß mich auch in der Einsamkeit dich gegenwärtig denken! Laß Wahrheit und Rechtschaffenheit bei allem Thun mich lenken, und stets mein Herz behüten. člo Erster Theil. Vom Wesen Gottes dogs Von der Weisheit Gottes. E Mel. Nun habe Dank für deine. 234,973773 25. Du weiser Schöpfer aller Dinge, der alles ganz genau versteht, nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht; du schreibest der Geschöpft Chor Zweck, Maaß, Gewicht und Regeln vor. 2. Die wundervollen prächt'gen Werke die unserm Auge fern und nah, die stehn sowohl durch deine Stärke, als auch durch deine Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand: der ganze Weltbau macht's bekannt. 44 end di 3. Mit eben der allweisen Stärke, mit welcher du die Welt gemacht, regierst du alle deine Werke, die dein Verstand hervor gebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht! der Menschen Rath und Beistand nicht. 104. Was du zu thun dir vorgenommen, das kommt unfehlbar auch zur That. Wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Du kennst und wählst zu deinem Zweck beståndig, Gott, den besten Weg. 5. Dien Menge so verschiedner Willen, wo dieser hier, der darauf fällt, muß immer doch den Schluß erfüllen, den sich dein Wille vorbehålt, der aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. nedided asound seinen Vollkommenheiten. 19 45 16. Weisheit! decke meiner Seele, die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle in ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg des Friedens nicht; o gönne mir dein sich'res Lichtmll 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem klugen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du auf's beste mich regiert. Leit ferner mich durch Welt und Zeit bis zu der frohen Ewigkeit. mis du Von der Allmacht Gottes. 39 Mel. Mach's mit mir Gott nach. milig sc * 1501 # 26. Herr, deine Allmacht reicht so weit, als selbst dein Wesen reichet. Nichts ist, FES das deiner Herrlichkeit und deinen Chaten gleichet. Es ist kein Ding so groß und schwer, ddas dir zu thun unmöglich wär?. 102.1 Du ſprichst, und auf dein mächtig's Wort fällt alles dir zu Füßen. Du führest deinen Anschlag fort, bei allen Hindernissen. Du winkst, so stehet eilend da, was noch zuvor kein Auge sab. suot modisur 46 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 3. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die Welt, weil dein allmächtig Wort sie hält. sitnóp 4. Die Menge vieler Wunder zeigt, das, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Gefeße steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach weiser Willkühr auf.de don the 5. Wer deiner Gnade folgsam wird, sein Herz zum Guten neiget, und, wenn er sich von dir verirrt, vor dir sich innig beuget; o! dem vergiebst du Sünd' und Schuld, mit allmachtsvoller Gnad' und Huld. 6. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug' einst sehen, wenn nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wenn du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läßt. 7. Allmächt'ger, mein erstaunter Geist wirft sich vor dir darnieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgiebet meine Glieder. Mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. n) 330 8.D zund' in mir den Glauben an, der deine Macht ergreifet, der stark und machtig werden kann, wenn er auf dich sich steifet. stund seinen Vollkommenheiten.co 47 Gieb, daß ich traue deiner Kraft, die alles kann und alles schafft. 198 Von der Allgegenwart Gottes. ailis Mel. Erhabner Gott, was ic.- 16.2 2. 27. großer Gott, der alle Ding' erfüllet, vor dessen Blick kein Dunkel uns umhüllet, wohin soll ich vor deiner Allmacht gehn? und wohin flieh'n, vor dir, Herr, ungesehn? 2. Könnt' ich auch schnell mich zu den Wolken schwingen, und wieder schnell bis in die Tiefe dringen; so hielte mich doch deine Hand auch da: denn wo ich bin, da bist du, Herr, mir nah. 3. Dein Auge sieht, was Nacht und Abgrund decken, es kann sich nichts vor deinem Licht verstecken; du kennst genau das Inn're der Natur, der ganzen Welt und jeder Creatur. 4. Kein falscher Gott, aus falschem Wahn verehret, hat je sein Volk das Künstige gelehret! du aber weißt, was künftig wird geschehn, und läßt auch uns in deinem Wort es sehn. 5. Du weißt und hörst, was deine Kinder beten und siehst, wenn sie im Stillen vor dich treten: noch eh' ihr Mund dir ihren Willen sagt, vernimmst du schon, was dir ihr Seufzen klagt.( bid disgrijdal 6. Vor Menschen bleibt hier manche That verborgen, dir aber ist die Nacht ein heller Erster Theil. Vom Wesen Gottes Morgen, und was hier noch in Finsterniß geschieht, entdeckt einst dein Gericht, dem nichts entflicht. pink snd mos 7. Wohl dem, der hier vor deinem Antlig wandelt, und der vor dir und Menschen redlich handelt, der steht alsdann, als ein bewährter Freund, getrost vor dir, wenn nun dein Tag erscheint.' di nidoar drau 8. O prüfe selbst die innersten Gedanken, ob sie vielleicht von deiner Nichtschnur wanken. Bin ich, o Gott, noch auf verkehrtem Steg, so führe du mich auf der Wahrheit Weg. Mel. Mach's mit mir Gott. 26. G 28. Nie bist du, Höchster! von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; denn deine Rechte schüßet mich. chat nich 2. Was ich gedenke, weissest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu': du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug' entfliehn; und nichts mich deiner Hand entziehn. dou 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe; so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sey.toase sid di sdn aid o 48 - 89 und seinen Vollkommenheiten. 49 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet, und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet; so weißt du sie, und strafest mich zu meiner Beß'rung våterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; voll Mitleid, Vater, zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wågest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger! dies tief in meine Seele! daß, wo ich bin, nur dich, o Herr! mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu' und dir zu dienen eifrig sey. bindo solice 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stårke mich denn auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seyst, das tröst' und beß're meinen Geist. 10) CL Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele.-Pf. 42. Hlidar 29. G ott, vor dessen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt! Ew'ges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Klarheit quillt! Deines 4 50 Erster Theil. Vom Wesen Gottes Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig dringen, nach + der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, denn kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist unstråflich, recht und gut, und mit deines Armes Stårke wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder, deinem Bilde åähnlich seyn. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund, Uebelthätern bist du feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. us tod 4. O so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine Herzen, tödt' in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen. 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. Oso reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, an und seinen Vollkommenheiten. 51 wie du selbst verheißt, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und zu allem Guten führe. mind 6. Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht! Unsers Wandels größte Zierde sey rechtschaffne Heiligkeit. Mach uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. D 316 30. Gerechter Gott, vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen. Du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. O laß mich dein Gericht stets scheu'n, und hier mit Ernst beflissen seyn, vor dir einst zu bestehen, dass 308 nid moot 2. Du siehst von deinem festen Thron auf alle Menschenkinder; bestimmest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nie siehst du die Personen an, allein auf das, was wir gethan, siehst du als rechter Richter.d 4* 52 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 13. Viel Gutes und Barmherzigkeit giebst du schon hier den Frommen; du schüßest fie vor manchem Leid, darin die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. - 4. Ja, Herr, du liebst was recht und gut, und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz rein von allen Fehlern. 08 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Geseß und Recht entweiht, bist du ein strenger Racher. Ihn strafend, machst du offenbar, daß er dir nie gefällig war, der hier der Sünde dienet. 6. Der Untergang der ersten Welt, die aus der Art geschlagen; das Feuer, das auf Sodom fällt, Aegyptens lange Plagen, und andre Wunder deiner Macht, sind Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, wie du den Sündern lohnest. 7. Bleibt hier viel Böses unbestraft, viel Gutes unbelohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet; da stellst du, Herr, ins hellste Licht, wie around seinen Vollkommenheiten. 53 recht und billig dein Gericht: dann triumphirt der Fromme.bodsoug am 0912 snied 8. Gerechter Gott, laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben! Gieb selber mir die Kraft dazu! Wirk inniges Betrüben, wenn sich die Sünd' in mir noch regt! Dein Herz, das lauter Gutes hegt, sey meines Herzens Muster. agust ( 1 9. Und weil vor dir, Herr Zebaoth, nur die allein bestehen, die gläubig auf des MittIers Tod bei ihrer Reue sehen; so laß mich die Gerechtigkeit, die mich von Straf' und Schuld befreit, im Glauben eifrig suchen. IN NG Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. bij 190 31. Noch nie hast du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verletzt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd' und Himmel auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. ISUNDI 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mund verheißen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du das alles stets zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. dni 54 Erster Theil.. Vom Wesen Gottes 3. Und wie du das unfehlbar giebest, was deine Lieb' uns zugedacht; so wird, wenn du Vergeltung übest, dein Drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haßt, fühlt deiner Strafe schwere Last. - 4. O drücke dies tief in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut. Gieb, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Straf gerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. mislio sid i5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade trau'n. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen bau'n? Du bist ein Fels, dein Bund steht fest: Wohl dem, der sich auf dich verläßt!* 6. Wie stark sind unsers Glaubens Gründe! hier ist dein Wort, das niemals trügt. Und, daß dies allen Beifall finde, haft du den Eid hinzugefügt. Wahrhaft'ger! was dein Mund beschwört, ist völlig unsers Glaubens werth. 7. Laß, Seele, laß dich dies beschämen! O traue Gott, der treu es meint. Such' ihn zum Muster anzunehmen, und sey auch aller Lügen Feind. Beweise dich als Gottes Kind, bei dem man Treu und Wahrheit find't. tis& maiden suf 55 allo und seinen Vollkommenheiten. mis Mel. Gott des Himmels 2. Hello 32. Weicht ihr Berge! fallt ihr Hügel! Berg' und Felsen stürzet ein: Gottes Treu hat dieses Siegel, sie soll fest und ewig seyn. Laßt den Weltkreis untergehn, Gottes Gnade muß bestehn. innonag fido) di tod 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, seinen Bund mit mir gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, was er saget, das geschicht. cilpsorodnit 19 ( 1914 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt. Sie soll ihren Zweck erreichen, den sie ewig sich gestellt. Ist die Welt voll Heuchelei, Gott ist fromm, gut und getreu. 14. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie Krieg und Streit im Sinn: Gott hält immer sein Versprechen. Ihm vertraun ist stets Gewinn; denn er bleibet immerdar was er ist und was er war. 56 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 5. Laßt sein Antliß sich verstellen; ist sein Herz doch treu gesinnt, und bezeugt in allen Fällen, ich sey sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch alle Hoffnung weicht. din 6. Er will Friede mit mir halten, wenn sich schon die Welt emport. Ihre Liebe mag erkalten; ich bin seinem Herzen werth. Und wenn Höll' und Abgrund brüllt, bleibt doch er mir Sonn' Conn' und Schild! gyne 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; welch ein Trost, nun werd' ich Armer nimmermehr von ihm getrennt. Sein Erbarmen läßt nicht ihn sich mir jemals ganz entziehn. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen unbeweglich auf ihm ruh'n: Felsen will ich auf ihn bauen; was er sagt, das wird er thun. Erd' und Himmel kann vergehn, doch sein Bild bleibt ewig stehn! Von der Liebe und Güte Gottes. JEMORY JE MOG Mel. bes 98. Psalms. 33. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? Der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, und seinen Vollkommenheiten. 57 der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sey ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stårkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Gute sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig seyn. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren? Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben; sein Wort bestårkt ihn Erster Theil. Vom Wesen Gottes ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. 58 - 5. Dies ist mein Dank; dies ist sein Wille. Ich soll vollkommen seyn, wie Er. So lang ich dies Gebot erfülle, stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht, un mism 6. Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen seyn! sie stårk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmer zen; sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des ID 390, mal wist shin legten Augenblicks. dad como minismoare s 34. Gott, du bist die Liebe! Allein 4 zum Wohlthun hast du Lust. Der Qual5 sucht harte Triebe sind deinem Herzen unbewust. Ganz ohne alle Grenzen ist deine Gütigkeit. So weit die Himmel und seinen Vollkommenheiten.o 59 glanzen übst du Barmherzigkeit. Du, Herr, hast Wohlgefallen an dem, was du gemacht; 4-4 und hast uns Sündern allen noch Leben zugedacht. id odio sia lsid stor, nadbild stat 2. Als du uns hießest werden, da schufst du uns zum ew'gen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden ist alles deiner Güte voll; auch in dem Himmel droben hat deine Baterhand uns Güter aufgehoben; die noch kein Aug' erkannt. Dorthin uns zu erheben, ist, Gott! mit uns dein Sinn. Drum gab für uns sein Leben dein ew'ger Sohn dahin. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sundenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße; und wenn, zur New' bewegt, der Sünder sich zu Fuße vor dir in Demuth legt, so siehst du auf ihn Armen mit våterlicher Huld, und schenkst ihm aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. 4. Mit jedem neuen Morgen wird über uns dein Wohlthun neu; du kommest unsern Sorgen zuvor mit deiner Vatertreu. Du, Erster Theil. Vom Wesen Gottes Ursprung aller Gaben! Du weißt, was uns gebricht, und, was wir nöthig haben, ver fagst du, Gott, uns nicht. Vom Wohl thun, das du übest, sind unsre Tage voll; auch wenn du uns betrübest, geschieht's zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu ver blieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu segnen, ist ewig deine Lust Mit Dank dir zu begegnen sey, Herr, auch unsre Lust. Laß uns treu zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruhn. Wer sollte deinen Willen nicht gern, o Vater, thun? 1116. Wer hier auf deinen Wegen, sich willig deinem Dienste weiht, den setzest du zum Segen schon hier, noch mehr in Ewigkeit. Du krönest seine Leiden mit herrlichem Ge winn, und führest ihn zu Freuden, zu ew'gen Freuden hin. Wie theu'r ist deine Güte! Gott, laß mich ihrer freu'n, und stets mein ganz Gemüthe voll ihres Ruhmes seyn! ndi Mel. Wie schön leuchtet der. 60 35. D B - Gott, deß starke Hand die Welt erschaffen hat und noch erhält. Ich spüre as und seinen Vollkommenheiten. 61 deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. 卒 Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; * und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände du voll Erbarmen, und voll Wohlthun nach mir Armen.mdsprog 2. Seh' ich den weiten Himmel an, so viel ich davon sehen kann, so seh ich deine Güte. Der Himmelskörper Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mächtig, freudig dir zu singen, dir zu bringen Ehr' und Stärke: Groß sind deiner Hände Werke! 119000 310 midd 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl' ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, tåglich hier mich dein zu freuen, und von neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 62 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 4. Die Erd' ist deiner Güte voll! In allem, was mich nähren soll, schmeck ich, Gott, deine Güte. Ich seh' und hör' und fühle sie in Feld und Wald, an Thier und Vieh. Dies dringet mein Gemüthe, Herr, dich innig ohn' Aufhören zu verehren. Hoch zu loben sind ja deiner Güte Proben! - 5. Schau ich mich selber achtsam an, so viel ich mich beschauen kann, so seh' ich deine Güte. Die zeiget mir ein jedes Glied, ein jeder Sinn, ein jeder Tritt, mein Geist und ganz Gemüthe. Billig muß ich dir hinwieder meine Glieder ganz ergeben, und nur dir zu Ehren leben. 6. Herr! dazu, bitt' ich, hilf du mir! Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte. O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank hüte. Laß mich, was ich bitt', erlan gen; dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. TO OURO sijos snied 11 Der 36. Pfalm. din south Mel, des Psalms. 36. Gott, deine Huld und Gütigkeit erfüllet alles, reicht so weit, als deine und seinen Vollkommenheiten. 63 Himmel reichen! Und alles sagt: daß deine Treu wie du unendlich, ewig sey! Eh' werden Berge weichen, eh' uns des Herren Huld verläßt! Nein, nein! sein Wort steht ewig fest auf nie bewegten Gründen! Du, Gott, von dem nur Gutes fließt, du låsfest uns, so lang' du bist, Erbarmung vor dir finden. 2. Dein sind die Menschen, dein das Vieh! du, Gott, erhältst, ernährest sie, wer kann dich g'nug erheben! Du Gott voll Gnaden, voll Geduld, stets fühlen deine Vaterhuld, die hier auf Erden leben. Wer giebt dem Menschen sichre Ruh? Wer, wer kann sie, Gott, so wie du, mit voller Freud' erquicken? Wer kann der Deinen reine Brust mit Stromen nie gefühlter Lust, wer will sie so entzücken? 64 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 3. Fließt, fließt nicht alle Seligkeit, o Gott, aus deiner Gutigkeit, quillt nicht von dir das Leben? Auch kennten wir dich, Höchfter, nicht, hätt'st du uns des Verstandes Licht, dein Wort, Herr, nicht gegeben! Wer diesem Lichte folgt, der wird zum höhern Licht, zu dir geführt! Den wirst du nicht verlassen! Geuß deinen Segen über die, die dich ver ehren! schüße sie, die alle Falschheit hassen. Von der Geduld und Langmuth. 37. Getreuer Gott! Wie viel Geduld - beweisest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld; du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, und deinem Wink entgegen. Und gleichwohl, Vater! suchst ✰ du ihn langmüthig davon abzuziehn, zur Beßrung zu bewegen. und seinen Vollkommenheiten. D 65 2. Der Menschen Elend jammert dich. Wenn sie sich gleich verstocken, so suchst du sie doch väterlich durch Huld zu dir zu locken. Wie lange sah'st und riefest du nicht ehmals deinem Volke zu, daß sich ihr Herz bekehrte! wie trugst du nicht mit Gütigkeit die erste Welt so lange Zeit, eh' fie die Fluth verheerte! and isund bin 3. Noch immer giebst du Sündern Raum, der Strafe zu entgehen. Du låff'st den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schonest sein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gånzlich abzuhauen. Du wartest sein mit großer Treu', und hörst, damit er fruchtbar sey, nicht auf, an ihm zu bauen. 4. Langmüthigster! so große Huld bezeigst du frechen Sündern, und o! nicht weniger Geduld hast du mit deinen Kindern. Sie werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig Neße stellt, oft sicher, matt und tråge. Sie straucheln, sie vergeben sich, und fehlen oftmals wider dich auf falsch gewähltem Wege. 5. Du rufest ihnen in Gefahr, so oft sie irre gehen; reichst ihnen Hand und Stärke dar, von Sünden aufzustehen. Du trågest sie mit Vaterhuld, bist willig, ihre Sün5 66 Erster Theil. Vom Wesen Gottes denschuld durch Christum zu vergeben; giebst ihnen neue Glaubenskraft, und nach voll brachter Pilgrimschaft ein ewig Freudenleben. 6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Va terhuld zur Sicherheit uns führen! Trag uns erbarmend fernerhin; doch gieb, uns auch dabei den Sinn, daß wir die Sünde hassen, und uns noch in der Gnadenzeit den Reichthum deiner Gütigkeit zur Buße leiten lassen. Schin burim tist up dis Mel. Wunderbarer König. 38. 11 numſchränkte Liebe! Gönne blöden Augen, die zum Irdischen kaum taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmücken, und zugleich freudenreich, Bösen und den Deinen, wie die Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. sound seinen Vollkommenheiten. 67 Deiner Langmuth Ehre, wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit, streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 1910 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden, so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh' lieben die dich hassen: Herr! wer kann das fassen? Joë 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dråuet, und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. O 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Chránen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. Höchster! sey gepriesen, daß du so verschonest, und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sey Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben. 5* 68 Erster Theil. Vom Wesen Gottes som handlob der heiligen Dreieinigkeit.is Mel. Allein Gott in der Höh'.- 15. 15. do 39. Gott, unserm Gott, allein sey Ehr! Ihm Dank für seine Gnade! uns drücket nun sein Zorn nicht mehr; geheilt ist unser Schade. Er, der uns seinen Frieden gab, schaut auf die Erde nun herab mit Lieb und Wohlgefallen. Juff 2. Gott Vater! wir verehren dich mit Loben und mit Danken: denn du regierest ewiglich! dein Thron kann niemals wanken. Herr, alles, was du sprichst, geschieht, so wie dein Aug' auf alles sieht: Wohl uns, daß du regierest! si bon nd ISOT 3. O Christe, Gottes ein'ger Sohn! Für uns ins Fleisch geboren! Kamst du nicht von des Himmels Thron, so waren wir verloren. Sey uns mit deinem Heile nah'! Ach für uns alle starbst du ja! Erbarm dich unser aller! 4. O heil'ger Geist! du theures Pfand! Du Tröster der Erlösten! Erleucht' mit Weisheit den Verstand, und komm, das Herz zu trösten. Sey, wo wir wandeln, unser Licht! Verlaß uns auch im Tode nicht! Wir trau'n auf deine Treue. as und seinen Vollkommenheiten. 69 Mel. Mel. Gott, mache du mich. 17. - st 40. Herr, unser Gott, wer ist dir gleich? Du bist das höchste Wesen. Und doch haft du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Vater! an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Våter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz voll Güte und Geduld verleih' uns Trost und Leben, daß wir dich kindlich fürchten. 3. O Jesu, ew'ger Gottessohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns zu befrei'n von Sund' und Tod, kamst du zu uns auf Erden. O laß uns, unser Herr und Gott! froh deines Segens werden, und dir im Glauben dienen. 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott! Wehr' in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du giebst zum Guten Lust und Kraft: Laß uns deß auch genießen! damit 70 Erster Theil. Vom Wesen Gottes wir unsre Pilgrimschaft, im Glauben selig schließen. Wir wollen dir gern folgen. 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden schon, als unsers Gottes, freuen. Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit. Dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 41. Oheiligste Dreieinigkeit, nach Würden dich zu ehren bemüht sich deine Christenheit, dein Lob läßt sich stets hören. Wie hoch bist du, wie wundersam! Anbetungswürdig ist dein Nam', dein Wesen unerforschlich. - 2. Es zeigt die herrliche Natur, und zwar an jedem Orte, des Allerhöchsten Segensspur, doch Dank sey seinem Worte! Es zeigt uns ihn erst recht, er heißt: Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, der Gott des armen Sünders. 3. Nun weicht die Nacht, nun wird es hell, laßt Lobgesånge fließen! Du Vater, aller Besen Quell und Ursprung, sey gepriesen! Du Vater, hast von aller Zeit in grånzenloser Ewigkeit den Sohn, dein Bild, erzeuget.img( bu isdem 402: 100% und seinen Vollkommenheiten. 71 ni Du schufft den weiten Erdenkreis mit gnåd'gem Wohlgefallen. Du schufft den Menschen: Dank und Preis soll erst durch ihn erschallen. Du trågest durch dein mächtig Wort, was du erschaffen, immerfort, und herrsch'st mit weiser Güte. isdant cended 15. O bester Vater steh' uns bei, uns, deinen armen Kindern! wir fehlen oft noch, ach verzeih', verzeih uns armen Sündern. O unsre Noth ist mannigfalt, errett' uns Herr, und hilf uns bald, zeig dich an uns als 2 6. Herr Jesu Christ, des ew'gen Sohn, von Ewigkeit geboren. on Du herrsch'st auf deines Vaters Thron zu unserm Heil erkoren. Durch dich erschuf er diese Welt, du bist's, ch bich durch den er sie erhält, o Gott, aus Gott geboren! 7. Du bist des Höchsten Ebenbild, wer dich sieht, sieht den Vater; ein Mensch, nachdem die Zeit erfüllt, ein Helfer, ein Berather des Menschen. Du erwarbst ihm Huld, bezahltest seine schwere Schuld, durch 10193 dein unschuldig Leiden. 8. Nun sißest du zur rechten Hand des Vaters hoch erhoben, beherrsch'st allmächtig jedes Land, und dåmpfst der Feinde Toben. Hilf, unser Bruder, unser Gott, du bist's, 72 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 2c. auf den in Noth und Tod wir uns allein verlassen. Galiplopido2 og'ding 9. Von Ewigkeit warst du auch schon, o Geist! Quell aller Wahrheit, Gott mit dem Vater und dem Sohn, erfüllt mit höchster Klarheit. Vom Vater und vom Sohn gesandt, mach' uns die Gottheit recht bekannt, und ihr zu dienen willig. mni 10. O heil'ger Geist, du Geist des Herrn! durch den wir Abba schreien, nur du kannst uns, und thust es gern, zu seinem Bild erneuen. Durch dich wird unsre Hoffnung fest, und wenn uns alle Welt verläßt, ſo bleibt dein Trost noch kräftig.inions o 11. Geist des Gebetes steh' uns bei, daß wir in allen Nöthen voll Dankbarkeit, mit wahrer Reu', zu Gott im Glauben beten. Wenn unsre Stunde kommen ist, so hilf, daß wir auf Jesum Christ getrost und selig sterben. F190 12. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, wie groß ist deine Güte; sey ewiglich dafür gepreist mit freudigem Gemüthe! Wenn dich der Engel Chor besingt, wo heilig, heilig, heilig klingt, so hör' hier unser Lallen! 003 sorting 60 do ling med den ado 9 iuni 73 om Erster Theil. suisud( 3) Von der Schöpfung.); immot dhe Der 19. Pfalm. od mingiinitee 100004 42. Die Himmel rufen, jeder ehret die Größe Gottes, seine Pracht; die ausgeſpannte Veste lehret die Werke, die sein Arm gemacht; und aller Welten Harmonie verkündigt und besinget sie. 2. Es strömt von einem Tag zum andern, gleich Bächen, ihre Rede fort, und eine Nacht erzählt der andern laut ihr gedankenvolles Wort. Es sind nicht Sprachen, die sie spricht: doch wer hört ihre Stimme nicht? das und and 3. Die Ordnung kunsterfüllter Kreise verherrlicht Gott durch jedes Land, und macht, damit der Mensch ihn preise, sein Lob der fernsten Welt bekannt: denn wer sieht ihre Wunderbahn, und betet nicht den Schöpfer an? 4. Wer schuf, daß uns der Tag erwache, der Sonne, strahlend Zelt, als Er? Sie 74 Erster Theil. Von der Schöpfung. kommt; so geht vom Brautgemache der heitre Bräutigam daher. Sie eilet, wie ein Held zum Streit erwachet, und des Kampfs sich freut. 5. Ihr hoher Aufgang ist im Morgen, bis in den fernen West ihr Lauf. Nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen; sie gehet allen segnend auf. Ihr Glanz zerstreut das Graun der Nacht, beseelt die Welt und giebt ihr Pracht. 6. Das Recht, das uns der Herr gegeben, ist heilig und untadelhaft. Es stårkt die Seelen, daß sie leben, und giebt den kranken Herzen Kraft; sein Wort ist ohne Falsch und Trug, erhellt und macht die Oft spron Einfalt klug. 7. Aus seinen richtigen Gesetzen quillt Freude für die Traurigkeit. Sie heiligen, wenn sie ergößen. Wie lauter ist, was Gott gebeut! Herr, deines Wortes reines Licht erleuchtet jedes Angesicht. diod 8. Die Furcht des Herrn erhebt und schmücket ein folgsam Herz, und macht es rein, und ewig bleiben die beglücket, die sich dem Dienste Gottes weih'n. Denn alles, was der Herr gebeut, ist Wahrheit und Gerechtigkeit.d bin toted or do 9. Die Zeugnisse des Herrn sind besser und mehr der Sehnsucht werth, als Gold. Erster Theil. Von der Schöpfung. 75 Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles noch so feine Gold. Süß sind sie, wie der Honig ist, und mehr, als der vom Stocke fließt. - 10. Wie warnen sie nicht deine Knechte! Der hat viel Segen, der sie hålt! Doch oft vergißt man deine Rechte! Wer merkt, o Gott, wie oft er fällt? Vergieb, das bitt' ich, Gott, von dir, auch die verborg'nen Sünden mir! Hs2% ovinu Jan) ant 11. Enthalte mich von frechen Sünden, die ein vermeßner Stolz erzeugt, und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Joch sich beugt! Daß ich unschuldig, rein und frei von großer Uebertretung sey! 12. Vernimm, voll Huld, aus meinem Munde die Reden, die sich deiner freu'n, und laß, zur angenehmen Stunde, dir mein Gebet geseufzet seyn. Ich habe ja dein gnådig Wort, Herr, mein Erlöser! Gott, mein Hort! Steboude Mel. Die Himmel rufen, jeder.-42. 43. Gott! den alle Himmel ehren, von dir kommt aller Himmel Pracht. Was wir nur Schönes sehn und hören, hat deine Hand allein gemacht. An deine Weisheit, an dein Licht, reicht keines Menschen Denken nicht. Hodet Erster Theil.- - 76 Von der Schöpfung. 2. Du bist's, der die Geschöpfe weidet, der ihnen ihre Zierde schenkt. Du bist es, der die Erde kleidet, und sie mit grünem Schmuck behångt. Du bist es, der durch seine Kraft dem Frühling neue Anmuth schafft. 3. Daß Kraut und Pflanzen sich verjún gen, und alles neues Leben fühlt, daß alle Baume Blüthen bringen, das Feld mit tau send Farben spielt, das fließt allein aus dei ner Gnad', die unsre Welt gezieret hat. 4. Wie viel vermag dein mächtig: Werde! erhabenster Herr Zebaoth! Dein Lob ver kündigt zwar die Erde, doch herrlicher noch, reicher Gott! verkündiget der Himmel Pracht die Größe deiner Schöpfermacht. 5. Aus dir, du Quelle alles Lichtes, fließt auch der Sonne feurig Meer. Ja, großer Schöpfer des Gesichtes, von dir kommt auch das Wunder her, daß mir die Schönheit dieser Welt so strahlend in die Augen fällt. 6. Was zeugt das Heer von tausend Sternen, das selbst die Nächte reizend macht? Von ihnen soll ich hier schon lernen, wie groß, o Schöpfer, deine Pracht! Gott, du bist nichts als Heiterkeit; nur Licht und Strahlen sind dein Kleid. 7. Uch Schöpfer! heil'ge mein Gesichte! wenn ich so voll Verwund'rung steh', daß 77 Erster Theil. Von der Schöpfung. ich in deines Geistes Lichte allein auf dich, den Ursprung, seh'. Ach! reinige selbst meine Brust von jeder schnöden Erdenluſt.] d eisle du Mel. Allein Gott in der Höh. 15. mad 44. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bewund'rung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! od dro — 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prachtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestát? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoos der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott deine Güte reicht so weit, als nur die Wolken gehen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt meinem Schöpfer Ehre! 78 Erster Theil. Von der Schöpfung. 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wundervoll bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Gut und Größe. - 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist! erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sey ge preist, und alle Welt fag: Amen! und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff' auf ihn, und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 45. Gott des Himmels und der Erden, der du allgegenwärtig bist, und nimmer kannst begriffen werden, vor dem kein Ding ver borgen ist; ach ziehe mich, mein Gott, zu dir, und offenbare dich in mir! - 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find' ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Undacht überdenke die wundervolle Creatur, ſo ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du. 3. Es zeigen alle Elemente, wie weis' und gut der Schöpfer sey. O! wenn der Stumme reden könnte, so stimmt' es der Ermuntrung bei: Ihr Menschen! ehrt des Schöpfers Pracht, auch euch zu gut sind wir gemacht. Erster Theil. Von der Schöpfung. 79 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! die Erd' ist deiner Güte voll. O gieb mir deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann, und hab', und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, der, statt des Nußens, Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne seyn! Mein Schaß und Ziel sey du allein. S 6. Hier ist mein Leben eine Reise: hier geht mein Weg zur andern Welt. O mache du mich klug und weise, daß ich hier thu', was dir gefällt. Nimm endlich nach vollbrachtem Lauf mich, Gott, in deinen Himmel auf. 19140003 tot 21150 Sanden dru 46. Die Himmel rühmen Gottes Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Shn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort. 2. Wer trågt die unzählbaren Sterne? Wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie Mel. bes 146 Mel. des 140. Psalms. 80 Erster Theil. Von der Schöpfung. kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 103. Vernimms und sieh' die Wunderwerke, die die Natur dir aufgestellt. Verkündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? Jurge 4. Kannst du die unzählbaren Heere det Wesen fühllos wohl beschaun? Durch wen ist alles? gieb ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde an meinen Werken kennst du mich. Ich werd seyn, der ich seyn werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte ein Gott der Ordnung und dein Heil; ich bin's, mich liebe dein Gemüthe, und nehm an meiner Gnade Theil. 69110 BIROR ISHIMDY Von den Engeln. 902 370 Mel. Jesus meine Zuversicht 14 47. Herr, du hast in deinem Reich groß Schaaren heil'ger Engel. Ihnen bin id noch nicht gleich; denn ich bin noch volle Erster Theil. Von der Schöpfung. 81 Mångel. Ach! wann werd ich auch so rein, als die guten Geister seyn? I d 12. Mich beschwert noch Fleisch und Blutz stårke mich bei der Beschwerde! Stärke mich mit Kraft und Muth, daß ich hier schon auf der Erde, als dein Erbe und dein Kind, immer himmlisch sey gesinnt. 1953 3. Gieb mir Weisheit, gieb mir Fleiß, dich, o Gott! recht zu erkennen. Laß mich deines Namens Preis gern auch vor der Welt bekennen; daß ich darin auf der Erd' deinen Engeln ähnlich werd'. FE 4. Herr, dein Wille soll geschehn, wie im Himmel, so auf Erden. Laß uns doch stets darauf sehn, daß wir dir gehorsam werden, so in deinem Willen ruhn', wie die reinen Geister thun. ndodas 15. Unsere Welt ist voll Gefahr; voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schaar, daß sie schützend uns umgeben. Wo wir gehen aus und ein, laß sie unfre Wächter seyn. si snied sig 02 6. Mach' es, wie mit Lazaro, wenn ich künftig werde sterben. Laß mich dann auch eben so deines Himmels Freuden erben. 6 82 Erster Theil. Von der Schöpfung. Bringe durch der Engel Hand mich hin in mein Vaterland. 10 pite 7. Laß mich dann vor deinem Stuhl bei den Auserwählten stehen, wenn die Bösen in den Pfuhl der Verdammniß zitternd gehen. Mache mich in deinem Reich völlig deinen Engeln gleich. drin nimel. Nun ruhen alle Wälder. 48.0 u Herr der Seraphinen, dem tau fend Engel dienen und zu Gebote stehn: du herrlich großer Meister des ganzen Reichs der Geister! mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 3511150 2. Herr, deine Himmelsheere, die Zeugen deiner Ehre, giebst du zu meiner Wacht Sie sehn dein Angesichte im höchstvollkomm nen Lichte, und haben dennoch auf mich Acht 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüthe für diese Wunder- Schaar. Ich rühme deine Rechte für diese deine Knechte, durch deren Schuß ich sicher war. Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 83 4. Gieb, Geber aller Güter, gieb ferner diese Hüter zu meinem Schirm mir bei. Es sey mein ganzes Leben mit ihnen stets umgeben, so bleib' ich manches Fehltritts frei. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben, und wahre Demuth üben, so mach' auch mich dazu bereit. 6. Sie thun ja deinen Willen; laß mich den auch erfüllen. Sie leben völlig rein; laß mich, nach deinen Worten, o Herr! an allen Orten auch so, wie sie, die Sünde scheu'n. hromed jul? 7. Wenn ich dann endlich scheide, so führe mich zur Freude, auf ihren Händen ein. Bei dir, o Höchster, droben will ich dich ewig loben, wenn ich den Engeln gleich werd' seyn. Conradienis sodej - 19 4) Von der Vorsehung Gottes. * sup Der 33. Pfalm.IR Mel. des Psalms. 49.hr Frommen, auf! die ihr die Ehren des Gottes aller Ehren singt; dieweil sein Lob von Zions Chören noch eins so angeH 6* 84 Erster Theil. 1 Von der Vorsehung Gottes. nehm erklingt! Spielt ihm streng und schöne! Mischt der Orgeln Töne in den Jubelsang! Lobet ihn auf Saiten, last ihm sich bereiten eurer Flöten Klang. 22. Verherrlicht ihn mit neuen Weisen! Erhebt ihn durch ein ewig Lied! Und seyd ihn würdiglich zu preisen, mit allgemeinem Fleiß bemüht! Was sein Wort uns lehret was sein Mund uns schwöret, ist vollkommen wahr. Jedes seiner Werke leget, daß man's merke, seine Wahrheit dar. aid is 3. Gerecht und heilig ist sein Wille und jeder Ausspruch, den er fåll't. Der Ausfluß seiner Segensfülle ergeußt sich durch die ganze Welt. Die gewölbten Lüfte, und der Himmel Klüfte, hieß sein Machtwort seyn. Aller Sternen Kreise, Wechsel, Licht und Weise, schuf sein Hauch allein. 4. Er hält die Meer' und Wasserschäße in ihrem sichern Abgrund auf. Er schreibt der Ebb' und Fluth Gesehe, und ordnet aller Flüsse Lauf. Adams ganz Geschlechte fürchte Gottes Rechte, die dies wirken kann! Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 85 Betet, freche Geister! Gott, des Donners Meister, mit Erstaunung an! 5. Er spricht, um etwas zu vollbringen: so ist's im Augenblick geschchn. Er rufet unerschaffnen Dingen: so sind sie wirklich schon zu sehn. Allen Rath der Großen weiß er umzustoßen, wie es immer geh'. Alle List der Erden muß zu Schanden werden, daß sein Rath besteh'. 6. Er wechselt niemals in Gedanken. Kein Fall der Zeiten schwächt sein Reich. Er kann nicht, wie die Menschen, wanken, und ist sich selbsten ewig gleich. Wohl denn dem Geschlechte, welches sich mit Rechte zu den Seinen zählt! Wohl euch, Zions Kindern, die er aus den Sündern, als sein Erb', erwählt! 197. Er sieht von seiner Sterne Bühnen das Thun der Erdenkinder ein. Er unterscheidet, die ihm dienen, und die vor ihm nicht lauter seyn. Gott, der Weltberather, nimmt, als Herr und Vater, aller Menschen wahr; seiner Fürsicht Proben werden uns von oben stündlich offenbar. 8. Er hat das Herz in uns geleget; drum kennt er dessen Haß und Lust, und was sich da geheimes reget, ist eher ihm als uns bewußt. Nicht die vielen Machten siegen in den Schlachten, sondern Gottes Arm. Dieser - 86 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. ist bewährter, als der Helden Schwerdter, und der Riesen Schwarm. tim asli 9. Ein feurig Pferd, mit dem ein Sieger oft glücklich durch die Feinde riß, ist keinem Flüchtling, keinem Krieger mit aller seiner Kraft gewiß. Die sich Gott ergeben, deren Gut und Leben nimmt sein Aug' in Acht. Ihre Seele trauet, wenn dem Bösen grauet, seiner Huld und Macht. - 10. Der Flügel Gottes deckt die Seinen vor allen Todsgefahren zu. Wenn andre lang nach Brode weinen, so speis't er uns in milder Ruh. Darum, fromme Herzen, harrt in allen Schmerzen seiner Hülf' und Kraft, die euch fest umringet, alle Noth verdringet, und euch Heil verschafft.de 11. In dir, o Herr, in dir alleine erfreuen wir uns jederzeit. Der Trost für Israels Gemeine ist deine Treu' und Heiligkeit. Uebe dein Erbarmen ferner an uns Armen, du o höchstes Gut! Gieb uns einst zum Lohne unsers Glaubens Krone, der auf dich beruht. Der 65. Pfalm. Mel. des Psalms. da 1100 34 50. M an båtet, Herr! in Zions Stille zu deiner Macht und Huld. Da zahlt man Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 87 - dir der Opfer Fülle und der Gelübde Schuld: Da merkest du auf unsre Lieder und Bitten für und für, und sammelst deiner Kirche Glieder aus aller Welt zu dir. 2. Daß uns der Sünden Last nicht schade, wie schwer sie immer sey, so spricht uns Arme deine Gnade von Fluch und Schulden frei. Wohl denen, die sie aus den Sündern zu deinem Dienste wählt, und hier und dort zu deinen Kindern und Hausgenossen zählt. 3. Du gießest nach den bangen Zeiten den Trost auf Jacobs Haus, vom Site deiner Seligkeiten an allen Enden aus. Wir können deiner Liebe Proben in tausend Wundern sehn, und dich als unsern Heiland loben, sobald wir zu dir flehn. 4. Die Hoffnung aller Menschenschaaren ist nur auf dich gestellt: Denn du allein nur mußt bewahren, was See und Land enthält. Du bist es, dessen sichre Stärke die Berge gründen kann, und warest zu dem Schöpfungswerke mit Allmacht angethan. 12. 88 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 5. Dein Wink gebeut den wilden Meeren, und stillet Wind und Fluth. Wenn Welt und Hölle sich empören, so dåmpfst du ihre Wuth. So weit der Erde Theile reichen, erschrickt die Heidenschaft vor deiner wahren Gottheit Zeichen und deiner höchsten Kraft. INQUE 6. Du machest fröhlich, was da webet, so bald der Tag erwacht; und Abends danket, was da lebet, dem Schußze deiner Macht. Wenn du erquickst mit Thau und Regen der Erde heißen Schooß, so wird durch deinen milden Segen der Felder Reichthum groß. 7. Dein Brunn, der nimmermehr verseiget, erquickt sie früh und spåt, bis Keim und Aehre treibt und steiget, und alle Frucht geräth. Wenn Frucht und Fluren sich verneuen, o Herr, so tránkst du sie, und the thauest Wachs thum und Gedeihen auf unsre Saat und Müh'. 8. Du krónest alle Jahreszeiten mit segensvoller Hand, und träufelst eitel Fettigkeiten auf unser ganzes Land. Es triefen Wüsten, Haid' und Weiden von ihrem fruchtbar'n Guß. Die Hügel ſchmücken ſich mit Freuden und holdem en unt 15 9. Es wimmeln von dem Schaafgedrånge die Anger rings umher. Es stehen von des Kornes Menge die Auen dick und schwer. Da schallt der Dank von tausend Chören: Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 89 der frohe Landmann singt des Allerhalters Macht und Ehren, daß Berg und Thal hand ndodnosih ind erklingt. 13 90 si 19 Der 104. Pfalm.ng3, sid# 7022 Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen.- 33.9 51. Sen feurig, Seele! Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Sehr herrlich bist du, sehr erhoben, geschmückt mit Majestät, mein Gott! Licht, das auch Seraphinen schrecket, Licht ist dein strahlenvoll Gewand; den grenzenlosen Himmel strecket zum VorJadlo? asd hang aus, Herr, deine Hand. 1001 2. Du bau'st in unermeßne Höhen, Allgegenwärtiger, dein Haus! und wölbst mit dichten Wasserseen die glanzesvolle Wohnung aus. Du fährst auf Wolken, deinem Wagen, nah'st dich in Wettern fürchterlich, dein Wagen donnert; willig tragen die Fittige des Sturmes dich! 100 mi 17 3. Die Engel fliegen, gleich den Winden, vor dir voran, Herr Zebaoth; wie Flammen, die sich schnell entzünden, sind deiner Allmacht Diener, Gott! Du hast der Erde Grund bereitet, sie steht und wanket nimmermehr. Einst war sie mit der Tief' umkleidet, und 390lim tim über Berge floß ein Meer. 4. Du schalt'st die Wasser, und sie flohen vor deinem Schelten schnell vorbei. Sie - 90 Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. hörten deinen Donner drohen, enteilten, und das Land ward frei. Der Berge Gipfel, Herr, erschienen, erhoben durch dein mächtig Wort; die Thåler sanken unter ihnen an den für sie bestimmten Ort. 5. Du hast dem Meer ein Ziel gestecket, das es nicht überschreiten kann; die Erde wird nicht mehr bedecket, es findet nie der Rückkehr Bahn. Von dir wird aus der Berge Höhlen mit Quellen jedes Thal erfüllt, da trinkt, wenn Hig' und Durst sie quålen, der Felder Volk, des Waldes Wild. 6. Und an der Bäche Ufer steigen viel schattenvolle Bäum' empor; zufrieden wohnt auf ihren Zweigen und singt voll Lust der Vögel Chor. Aus deinen Höhen wird mit Thaue und Regen jeder Berg erquickt: dann grünen fröhlich Feld und Aue, mit deinen Früchten, Gott, geschmückt. 7. Du nåhrst mit Gras der Thiere Heerden, wie schon bekleidet es das Land! es wachsen Kräuter, und es werden die Saaten reif durch deine Hand. Brod giebst du für des Menschen Leben, und, unsre Herzen zu erfreu'n, schenkst du aus traubenvollen Reben mit milder Hand uns, Herr, den Wein. 8. Wie heiter glänzt von deinem Oele des Menschen frohes Angesicht! Du machst, daß Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 91 uns das Brod nie fehle, wen fåttiget, wen stårkt es nicht? Von deinem Saft ernähret zeugen die Bäume uns so manche Frucht, die Cedern Libanons, Herr, steigen empor, gepflanzt durch deine Zucht. 9. Die Vögel bau'n in ihre Wipfel, die Storch' in Tannen sich ihr Neft. Die Gemse liebt der Berge Gipfel, die sich auf steile Höh'n verläßt. In Klüften, in der Felsen Höhlen verbergen die Kaninchen sich. Die Zeit zu ordnen, sie zu zählen, theilt sie der Mond, o Gott, durch dich! 10. Die Sonn' eilt, ohne zu ermatten, zum Abzug, ihn versäumt sie nie; dann herrscht die Nacht, und finstre Schatten umzieh'n die Erde, decken sie. Dann geht das Wild aus seinen Wäldern, was in den Wüsten wohnet, wacht, und suchet auf bethauten Feldern sich seine Nahrung in der Nacht. 11. Der jungen Löwen laut Gebrülle, begehret seinen Raub von dir; du nåhrst sie, Gott, aus deiner Fülle, und såttigst jedes wilde Thier. Doch melden kaum die hell'ren Lüfte des neuen Tages Ankunft an, so fliehen sie in ihre Klüfte, die nie der Sonnen Strahlen sah'n. - 12. Der Mensch erwacht: mit neuen Kräften geht er zur Arbeit, baut das Feld; wirkt bis 92 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. zum Abend in Geschäften, zu denen ihn dein Ruf bestellt. Wie zahllos, Gott, sind deine Werke! die Welt ist deiner Güte voll. Du giebst sie, daß man deine Stärke und Huld und Weisheit preisen soll. haud tamoligig 13. Wie wimmelts in den weiten Meeren von Thieren, die du, Herr, nur zählst, von größern und von kleinern Heeren, die du ernährest und beseelst. Die Schiffe finden sichre Bahnen, du führest sie bewahret hin, hin auf den wilden Oceanen, dein Leviathan ſpielt darin. dnoke 1 14. Herr, alles wartet auf der Erde, im Meer und in der Luft auf dich, daß es von dir gesättigt werde; du segnest, sie erquicken sich. Du giebst, sie sammeln. Deine Hände eröffnest du, sie werden satt. Wie schrecket sie ihr nahes Ende, wenn sich dein Blick verborgen hat? ni pandose suis)( b) di 15. Du nimmst, Herr, deinen Odem wieder, so muß, was lebet, schnell vergehn; Staub werden der Geschöpfe Glieder; du sendest ihn, und sie entstehn. Wie oft erneu'rt dein Hauch der Erde Gestalt, und was auf ihr sich regt; daß ewig Gott verherrlicht werde, der Lust zu seinen Werken trägt. 16. Er schaut die Erd' an, sie erzittert. Er tastet an der Berge Höh'n; und Berg Erster Theil. Von der Vorschung Gottes. 93 und Fels, durch ihn zersplittert, sind Flammen, dampfen und vergehn. Gott, meinem Gott, will ich lobsingen; ihm, weil ich lebe, Lieder weih'n; ihm soll voll Ruhms die Harf' erklingen, sein Lob mein lettes Stammeln seyn. 17. Und süß ertönen meine Lieder dir, der du meine Freude bist! Bald reinigst du den Erdkreis wieder, der jetzt voll von Verbrechern ist. Sey feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Er werd' in aller Welt erhoben, und Hallelujah sing' sie Gott! dir llog Mel. Allein Gott in der in der Höh'.- $ 66². 15. 52. Dir, unser Gott! ist niemand gleich im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste, und dein Reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majestät, die über alle dich erhöht, die Kron' und Zepter tragen. 12. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh' ich deine Größe. Weit feb' ich über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit; du herrschest über alles. 3. Du herrschest weislich, recht und gut nach heiligen Gesetzen. Du pflegst nach deiner treuen Hut das Kleine werth zu schätzen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ist's dein liebstes Werk, zu segnen, zu beglücken. 94 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 4. Wie recht ist, Höchster, dein Gericht, der du die Wahrheit liebest! Wie richtig ist nicht dein Gewicht, wenn du Vergeltung übest. Du handelst stets nach Billigkeit in dieser und der künft'gen Zeit, beim Strafen und Belohnen. ism 5. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott! über alles führest. Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Ich, dein geringster Unterthan, Herr, bete dich in Demuth an; o! sieh auf mich in Gnaden. 6. Ich bin verderbt und schuldenvoll, und auf dem Zugendwege nicht stets so eifrig, als ich soll; bin oft zum Guten tråge! doch du bist gnädig, und voll Huld vergiebst du Reuenden die Schuld: drum hoff' ich auch Vergebung. 7. Ich hoff' es, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, welcher für mich litt, erwarb mir Recht und Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sey; auch mich hat er versöhnet. 18. Herr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthun, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Lust will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wandeln. Erster Theil. - Von der Vorsehung Gottes. 95 Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 53. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen! Dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen; du sorgtest, eh' die Welt noch war, für unser Wohl schon våterlich: dies sey genug zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen für unsre Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach' auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Güt'. Du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen sieht. Aus Finsterniß bringst du das Licht. Du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ångstliche Gedanken! Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Seele! in der Demuth Schranken; die Demuth wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt und deiner Führung sich ergiebt. 5. Drum will ich mich dir überlassen mit allem, was ich hab' und bin. Ich werfe, was ich nicht kann fassen, auf deine Macht und Weisheit hin. Der Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rath voll Güte war. 96 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 6. Gieb, daß dies mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud' und Leid. Schick' alles, Herr! zu deiner Ehre und meiner Seelen Seligkeit! So preis' ich einst voll kommen dich, so freu' ich dein auf ewig mich. but out for Mel. des 62. Psalms. 54. Wunder- Gott! der alles schafft: 1 Wie groß bist du von Rath und Kraft: b Den hohen Himmel sammt der Erden, und was man überall erblickt, hat deine Hand, # dein Rath beschickt, desgleichen was noch ELA erst soll werden als diale 2. Man spürt dich kräftig überall und groß ist deiner Werke Zahl; du ordnest Sonnen schein und Regen; du suchst uns heim durch dürre Zeit, und auch des Jahres Fruchtbar keit beruht auf deinem Wort und Segen. 13. Die Erde starrt auf dein Geheiß vor Frost, und Herr, zu deinem Preis belebt der Frühling unsre Fluren. Wenn uns ein Glücke wird gewährt, wenn uns ein Unglüc Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes, 97 wiederfährt, ſo sehn wir deiner Allmacht Spuren dni odni tol nodu modusot thid and 4. Laß denn, o Schöpfer! der die Welt so fest in ihrer Ordnung hålt, auch mich dein göttlich Auge leiten! Gieb, daß mein Herz geduldig trågt, was du mir, Herr, haft aufgelegt; bilf dankbar seyn in Segenszeiten. manog udadasat medades mol 5. Auch stårke meine Zuversicht, so quålet mich die Sorge nicht, wie mir's noch künftig möchte gehen. Du bist, du bleibst mein höchstes Gut. Was frag' ich nach der Feinde Wuth! Nichts kann ja ohne dich geschehen. jou nou din pidhin nigradmand, schim mm 300 3372 Der 145. Pfalm. ( MINO 55. S ch will, mein Gott, du König, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen, sen täglich, ewig sey von mir erhoben! dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß! Wer kann ihn ginug erheben? wer kann mit feinem feurigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und empfinden, wer Gott ergründen? 10 7 98 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 3. Von unsern Våtern wurdest du erho ben; dich werden unsrer Kinder Kinder loben, und deine Macht besingen, deiner Stärke preisvolle Werke. - 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig, wie groß in deinen Wundern, Herr, wie machtig! das preis' ich, daß dein Nam' erhoben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle; die Welt von deinen Thaten wider halle, und deine Wahrheit, deine Huld be singe, und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Ge müthe, barmherzig, gnådig, und von großer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an allen sein Wohlgefallen. 7. Jehovah, alle deine Werke sollen dit jauchzend danken. Deine Frommen wollen aus allen ihren Kräften sich bestreben, dich zu erheben! 8. Sie breiten aus den Ruhm von deinem Reiche, daß keine Macht, Jehovah, deiner gleiche, das rühmen sie, damit sie auf der Erde bewundert werde. 9. Dein Reich, o Gott, ist herrlich; ewig währen dein Reich und deine Macht, die wir verehren, und ewig wird von aller Völker Zungen dein Lob besungen. Erster Theil. 10. Der Herr bewahret alle, welche fallen: Jehovah hilft den Unterdrückten allen, und eilt, mit Heil die, die um Heil ihn bitten, zu überschütten. 11. Nach dir, Gott, schauen aller Wesen Blicke, daß deine Hand sie våterlich erquicke; du giebst auch einem jeden seine Speise, daß er dich preise. 12. Herr, du erhältst mit deinem Wohlgefallen, was lebt, thust deine Hand auf und giebst allen, was sie bedürfen: keiner sucht vergebens dich, Quell des Lebens! - - Von der Vorsehung Gottes. 99 13. In allen Wegen Gottes strahlet Gnade; untadelhaft sind alle seine Pfade, und was er thut, gereicht zu seinem Preise, ist gut und weise. 14. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten; die ernstlich ihn um seine Hülfe bitten; er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, von ihm begehren. prot 15. Der Herr behütet alle, die ihn lieben; die aber, die Gewalt und Frevel üben, verfolgt er, daß er sie zum Fluche mache mit seiner Rache. 16. Ja, ewig will ich seinen Namen loben! von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten! timu hid 100 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. mln sols Mel. Von Gott will ich nicht., 19.01 56. Gott! der an allen Enden viel große Wunder thut, in dessen treuen Hånden mein ganzes Leben ruht! Du zählst die Zahl mir zu von meinen Lebenstagen, mit ihrem Glück und Plagen, mit Unruh und ber dmit Ruh. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, da wachte schon dein Sorgen für mich; und wie vermag mein endlicher Verstand die Wohlthat zu erheben, die du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? - 3. Du fångst an uns zu lieben, noch eh' wir sind, und hast nie Lust, uns zu betrüben; doch nüßt uns eine Last, so bleibst du mitleidsvoll, bist sorgsam, deinen Kindern die Bürde sanft zu lindern, die sie nun treffen soll. 14. Läst du mich Noth empfinden; dein Wort, Herr! tröstet mich. Durch dich muß sie verschwinden! drum hoff' ich stets auf dich mit kindlich treuem Sinn. Drum werf' Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 101 ich, was zu tragen mir schwer deucht, ohne Bagen, noch täglich auf dich hin.the 5. Noch immer ist mein Hoffen, das sich auf dich verließ, so sicher eingetroffen, wie mir's dein Wort verhieß. Du hast mir wohlgethan; denn deine Gnad' ist größer, und macht's mit mir viel besser, als ich's The appe ersinnen kann. 6. Dein Name sey gepriesen, der sich so oft an mir so herrlich hat erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Netter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, und deiner Güte singen jetzt und auch immerdar. 7. Du hast mir wohlgerathen, und lauter Gut's gethan, daß deine Liebesthaten ich nicht g'nug rühmen kann. Hilf, daß ich ewig dort verklårt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen dich preise, Herr, mein Hort. 1100 plats us oportocall dan di dalaus dem 9. Pfalm. Mel. Valet will ich dir geben. Huil 500024 57. S 13. ELE bini ist ott! meine ganze Seele macht deinen Ruhm bekannt. Dir dank ich und erzähle die Wunder deiner Hand. Mein 102 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. Geist ist froh. Ich singe: Herr, meine Lust bist du. Dir, dem ich Lieder bringe, dir, Höchster, jauchz' ich zu. 2. Du sißest auf dem Throne als Richter aller Welt, der jeglichem zum Lohne das rechte Urtheil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen, dann ráchst du ihren Spott. Du schiltst, und sie vergehen vor deinem Zorn, o Gott. 3. Der Herr hat zum Gerichte sich seinen Thron erhöht. Vor seinem Angesichte bleibt nicht, wer widersteht. Ihr kühnen Sünder zittert! bereu't noch euern Spott! Sein Thron wird nie erschüttert; der Herr bleibt ewig Gott. 4. Der Herr regiert und liebet, was unge recht ist, nicht. Er wågt die Welt und übet partheilos sein Gericht. Die Waage sinkt und steiget, wie sein Geset gebeut, und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. 5. Gott ist ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Noth. Sie trau'n auf sein Erbar men, wenn ihnen Unfall droht. Die Thränen, die sie weinen, sind dir bekannt und werth, Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 103 du, Gott, versäumest keinen, der deinen Schuß begehrt. 6. Ihr Bürger Zions! preiset, verkündet in der Welt, wie groß sich Gott beweiset, der, was er zusagt, hålt. Er denkt daran, und fraget nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er klaget, und stillt der Wetter Wuth. 7. Herr! sey mir gnådig! Schaue voll Huld auf meine Noth! Du bist's, dem ich vertraue, du hilfft auch selbst vom Cod. Nach überwundnen Leiden geh' ich in's Heiligthum; und, über dich voll Freuden, erheb ich deinen Ruhm. Der 121. Pfalm. Mel. Der Spötter Strom reißt.- 13. 58. Mein Auge sieht, o Gott, zu dir! Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein Herz! dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht: in Finsterniß ist er dein Licht. 3. Kein Uebel sey dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüßzet dich. Durch seine treue Vaterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 104 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 4. Sein Schutz gewährt dit Sicherheit, sein Trost füllt dich mit Freudigkeit. Er leitet dich auf eb'ner Bahn, und nimmt dich einst mit Ehren an, o siothes and 5. Herr! segne und behüte mich. Du bist mein Heil, ich hoff' auf dich. Dein Segen folg' aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. Mel Mein Gott das Herz ich bringe. nod sund 59. Noch immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten abbiDein Regen, Gott, ergießet sich noch auf die Erd' herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, uns Menschen wohl zu thun, und läss'st noch immer jedes Land in deinem Segen ruhn. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeih'n und Fruchtbarkeit. Die Saat geht auf, und blüht und reift, und fåttigt und erfreut. 513 4. Von dir gesegnet, giebt der Baum den Schatten, den man sucht, und, unter feiner Zweige Raum, Erfrischung und auch Frucht. 5. Du nåhrest jede Creatur. O Herr, wer ist dir gleich? Dein Vorrathshaus, Gott, die Natur, ist unerschöpflich reich.kumpon Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 105 16. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Vergnügen zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? 7. Herr, ohne dich vergingen wir, tind wir verdienten's auch: Und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch nutz 8. Wer, Gott, erfährt nicht deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? spund ends end misme a 7 19.betet Gott, ihr Menschen, an! Erwägt's und dankt ihm nun! Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 10 to 10. Nicht blos für diese kurze Zeit, Herr, hießest du uns seyn. Du schufft uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freu'n. 11. Låff'st du uns deine Freundlichkeit schon hier so herrlich sehn: was wird in der Vollkommenheit der künftgen Welt geschehn? 12. Noch tiefer dringt alsdann mein Blick in deine Wunder ein. Herr, laß dies erhabne Glück mir stets vor Augen seyn! ANSHORE PIGG nie pholde stidnung Mel. Wer nur den lieben Gott. 7.ht 60. Herr und Schöpfer unsers Lebens, du hegst ein wahres Vaterherz Kein Mensch hofft je auf dich vergebens, du siehst und 106 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. linderst gern den Schmerz, wenn wir als Kinder auf dich sehn, und dich um deine Hülfe flehn. - 62. Dem Fluche, der die Welt noch drücket, die ganz im Argen sicher liegt, hast du zwar schon dein Volk entrůcket, das durch den Glauben an dich siegt. Es wird vom Heiligthum bedeckt, wenn dein Gericht die Sünder schreckt. 3. Allein des Lebens bange Sorgen be schweren hier noch oft ihr Herz. Oft håltst du, Retter! dich verborgen, als kenntest du nicht ihren Schmerz. Der Stolze wühlt im Ueberfluß, oft, wenn der Fromme darben muß. 4. Doch, Herr, der du der Menschen Seelen nicht blos für dieses Leben schufst, wo uns vollkommne Freuden fehlen, nein, sie zum bessern Erbtheil rufft: dein Sohn ging auf der Leidensbahn uns zum Erempel selbst voran. 5. Du zählst und segnest unsre Tage, und dieses Lebens Ungemach ist uns zum Heil gewählte Plage. Ein ewig Wohlseyn folgt ihr nach. Du führst die Deinen in der Zeit durch Leiden zu der Herrlichkeit. 6. Wenn dein Geschöpf, liebreicher Vater, zu dir um Hülf' und Nahrung schreit, so Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 107 bist du immer der Berather, der es zur rechten Zeit erfreut. Du, den der Engel froh erhebt, du sorgft für alles, was da lebt. - 7. Drum laß mich einzig auf dich sehen, und fern von aller eignen Wahl, nach deinem Rath die Welt durchgehen. Du bist bei mir im finstern Thal. Ja, Herr, mein Glaube traut auf dich. Du leitest mich recht väterlich. $ 123 2009das do? nisl di Jom Smodo? Neue Mel. oder Warum sollt' ich. 74 61. ey zufrieden, mein Gemüthe, do Gott ist gut, was er thut, ist voll Lieb' und Güte. Schaue seine großen Thaten, ħ was die Welt in sich hålt, ist ihm wohlgerathen. 2. Beides, Erd' und Himmel, preisen seine Macht, Tag und Nacht müssen es beweisen. Sonn' und Mond sind laute Zeugen; was sich regt und bewegt, kann es nicht verschweigen. 3. Schau die Werke seiner Hånde! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn' 108 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub, giebt ihn zu erkennen.ini figoj udidadas dos 14. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. him ftis!@bid fun tirot 5. Wie muß ich sein Lob erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben? Seel' und Leib ist sein Geschenke, bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dies bedenke? 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zum Dank verbindet. 7. Drückten mich des Kreuzes Plagen; wenn die Last kaum gefaßt, half Gott selber tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden; seine Kraft hat geschafft, daß ich's überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan, denke dran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen; es geschicht wahrlich nicht, er kann dich nicht haffen. bland 30pin 89 9. Drum ergieb dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wird's auch erfüllen; Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 109 denn er ist in allen Sachen groß von Rath, stark von That: er, er wird's wohl machen! Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. 03 62. In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der alles kann und hat! Er muß in allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, der Helfer seyn durch Nath und That. 2. Was nüßen uns vom Morgen bis Abend alle Sorgen, wenn sein Gedeih'n uns fehlt? Er hat uns Glück und Plage, und bös' und gute Tage, eh' wir noch waren, zugezählt. 3. Was Gott für mich ersehen, das soll und muß geschehen, ist mein beschieden Theil. Drum laß ich mir in allem, was er mir giebt, gefallen, und halt es für mein wahres Heil. 4. Jhm trau' ich in Gefahren: Er wird mich wohl bewahren, er, der da will und kann. Such' ich nur seinen Willen gehorsam zu erfüllen, so nimmt er selbst sich meiner an. 5. Er laffe meine Sünden vor ihm Vergebung finden, durchstreiche meine Schuld! Und wenn ich zu ihm schreie, so schenk er mir aufs neue in Christo seine Vaterhuld. 16. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines Lebens 110 Erster Theil. Pflicht: irr' ich auf finstern Wegen, eil' ich dem Kreuz entgegen, so sey sein Wort mein Trost und Licht. - - Von der Vorsehung Gottes. 7. Schein' ich von ihm verlassen, so will ich mich doch fassen, und seiner Hülfe trau'n: und wenn ich auf der Erde nicht groß und glücklich werde, voll Glauben in die Zu kunft schau'n. 8. Ihm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie und wann er gebeut: ich lebe oder sterbe, so bleibt mein Theil und Erbe des Himmels ganze Seligkeit. 9. So sey nun Seele stille, dein Ruhm sey dessen Wille, der dich erschaffen hat, es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. Der 93. Pfalm. Mel. Auf, auf, mein Geist.- 18. 63. Jehovah herrscht mit Majestät beklei det, er gürtete sich selbst mit Allmacht an, und hat sich in der Welt ein Reich bereitet, so fest, daß nichts es je erschüttern kann. Von dem an steht dein Thron in Ewigkeit, denn ewig bist du, schaust von deinen Höh'n, wie sich emporte Ströme schwellend blähn, siehst ihre Wuth, die weit Verderben dråut! Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 111 2. Das Weltmeer tobt; der starken Wogen Stimme braust donnernd aus den Tiefen fürchterlich! Du Stårkerer siehst ruhig ihrem Grimme vom Himmel zu; du winkst: die Wuth legt sich. Wahrhaftig ist, was, Herr! dein Wort uns lehrt, gewiß, was du versprichst. Zu jeder Zeit ist deines Hauses Zierde Heiligkeit, sie nur, die dir gefällt und ewig währt. Der 96. Pfalm. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte.- 33. 64. Erhebet Gott durch neue Lieder, voll nie gehörter Harmonie! Stimmt ein ihr Welten, schallt sie wieder, bis an die Himmel schallet sie! Besingt den Herrn und seine Werke, lobt seinen Namen! Tag auf Tag erzählet froh, was seine Stärke und Huld zu unserm Heil vermag. 2. Groß ist dies Heil! O sagt mit Freuden sein Lob der Erde Völkern an! Verkündigt unter allen Heiden die Wunder, die sein Arm gethan! Der Herr ist groß und hoch zu loben; erbebt vor seinem Angesicht! Bewährt ihm eurer Treue Proben; nur vor den Göttern zittert nicht! 3. Die Götter, die die Völker ehren, sind Gößen ohne Seyn und Kraft. Gott aber, 112 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. dem wir angehören, Gott ist es, der den Himmel schafft. Vor ihm ist Majestät und Ehre, voll Stärke glänzt sein Heiligthum. Bringt her, bringt, aller Völker Chöre, dem Herrn und seinem Namen Ruhm! 4. Bringt Opfer, welche Gott gefallen, im Schmucke, der ihm wohlgefällt; fall't hin in seines Tempels Hallen; ihn fürchte heilig alle Welt! Der Herr ist König! sagt der Erde: Sein Reich wird ewig fest bestehn! Sagt: über alle Völker werde sein billiges Gericht ergehn! and How 103.40 745. Es jauchze dir, Herr, Herr, dein Him mel! Die Erde dank und freue sich! des großen Weltmeers froh Getümmel und sein Bewohner preise dich! Laßt alle Felder, laßt die Heerden aufhüpfen; lasset jeden Hain und jeden Baum voll Jauchzens werden, sein Lob ertönen, sein sich freu'n!.se) 6. Vor unsers Gottes Angesichte geht Freude, Lob und Jubel her. Der Herr erscheinet, daß er richte, den ganzen Erdkreis richtet er. Er wågt dem menschlichen Geschlechte sein Urtheil, Fromme freuet euch! nach seiner Wahrheit, seinem Rechte, Verdienste und Vergeltung gleich! ondo nado Erster Theil. 1 Von der Vorsehung Gottes. 113 Der 97. Pfalm. Mel. des Psalms. 重 65. Der König aller Welt ist Gott, der sie erhält. Ihr Lånder sammt den Meeren frohlockt zu dessen Ehren, der in den Himmeln thront, und in dem Dunkeln wohnt, allwo sein Stuhl besteht, und sein Gericht ergeht, das keinen Sünder schont. 2. Um seinen Wolkensig erscheinet Blis auf Blitz, die Bösen zu verzehren, wenn sie sich nicht bekehren. Es brüllet Berg und Kluft; es glühet Erd' und Luft; und alles zagt und bebt, was immer lebt und webt, wenn er den Wettern ruft. 3. Wie Wachs bei'm Feuer rinnt, so schmelzen auch geschwind vor seiner Allmacht Flammen die Berge selbst zusammen. Verschweigt, ihr Himmel, nicht sein heiligstes Gericht; und zeugt der Heidenschaft von seiner Gottheit Kraft, die aus den Wolken bricht! 8 114 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 4. O schämet euch forthin; und brauchet Aug' und Sinn, die ihr mit Gößen prahlet, und ihnen Opfer zahlet! Verehrt den höchsten Geist, der sich als Gott erweis't, und welchen immerdar die demuthsvolle Schaar der Engel selbsten preist. 5. Bekehrt, bekehret euch, damit sich Zions Reich auch über eure Reue und eurem Heil erfreue! Wenn Gott, der uns regiert, auch eure Herzen rührt, so stimmet mit uns ein, daß ihm doch ganz allein der Gottheit Ruhm gebührt. 6. Jhr, die ihr ihn nur liebt, und ihn nicht gern betrübt, vermeidet alles Böse, damit er euch erlöse. Er nimmt der Seinen wahr, und schüßt sie wunderbar. Verfolgt sie Satans Macht, so hålt er treue Wacht, und zeucht sie aus Gefahr. 7. Erscheint sein Freudenlicht den Frommen heute nicht, so scheinet es doch morgen, und endigt ihre Sorgen. So stårke seinen Muth in Gott, dem höchsten Gut, so danke jederzeit dem Gott der Heiligkeit, wer seinen Willen thut. Aus dem 127. Pfalm. Mel. des 130. Psalms. 1 66. Nimmt Gott, dem wir vertrauen, 4 nicht unsers Werks sich an, will er das Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 115 Haus nicht bauen, vergebens bau'n wir f dann! Will er die Stadt nicht schützen, er, groß durch Rath und Macht, was wird der Wächter nußen? Umsonst ist's, daß er wacht. 2. Ihr wachet spåt und frühe, und est voll Traurigkeit das Brod der Sorg' und Mühe, und häuft euch Leid auf Leid. Was nüßt der bange Kummer, da Gott dem, den er liebt, was er bedarf, im Schlummer, und unerwartet giebt? Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. B efiehl du deine Wege, und was dein Herze krånkt, der treuen Vaterpflege deß, der den Weltkreis lenkt; Er zeichnet Stern und Winden die abgemeßne Bahn, sollt er nicht Wege finden, wo dein Fuß wandeln kann? 8* 116 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohlergehn, und dein Werk auf ihn bauen, soll es vor ihm besteh'n. Gott läßt durch Sorg' und Gråmen und durch selbst eigne Pein sich keine Wohlthat neh men, sie muß erbeten seyn. 3. Dein Aug', o Gott der Gnade! sieht immer ungeschwächt, was gut sey oder schade dem sterblichen Geschlecht. Und was du dann erlesen, dein Rath für's beste hålt, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt 4. Un wunderbaren Wegen fehlt dir's, Allweiser! nicht. Dein Thun ist Gnad' und Segen, dein Gang ist Recht und Licht, und wenn du deinen Kindern ein Glück haft zuge dacht, so kann dein Werk nichts hindern; du willst, es ist vollbracht. - 5. Hoff', o bedrångte Seele! hoff' und sey unverzagt! Gott weiß es, was dich quale; den Kummer, der dich nagt, er wird dich ihm entrücken; erwarte nur die Zeit, bis did mit holden Blicken sein Angesicht erfreut. 6. Auf, wehre deinem Schmerze, det Sorgen bange Nacht verfinstre nicht dein Herze! Auf! brich der Schwermuth Macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll! Gott sitzt im Regimente, und führet alles wohl. Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 117 7. Drum, Seele, laß ihn walten, er ist ein weiser Fürst, er wird dich aufrecht halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, nach seiner Weisheit Rath, das Werk hinausgeführet, das dich geångstet hat. - 8. Und blieb der Trost auch lange, den du von ihm begehrt, und würde dir oft bange, daß er dich nicht gehört: Er wird dir Hülfe senden, wenn du's am mind'sten glaubst, und all' dein Unglück wenden, so du ihm treu verbleibst. 9. Wohl endlich deiner Treue! du trägst den Sieg davon. Auf! daß dein Herz sich freue! schau' nur den reichen Lohn! Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 10. O! ende, Herr, o! ende, hier alle- unsre Noth, und reich uns deine Hände im Leben und im Tod. Stets laß uns deiner Pflege und Treu' empfohlen seyn; so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. ſlich an der Zeit.— 3 30. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 68. Lobt Gott, der uns den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmücket; der mit allmächtig reicher Kraft das, was er schafft, erquicket! Der Herr erschafft, der 118 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. Herr erhålt! er liebt und segnet seine Welt: Lobsinget ihm, Geschöpfe. 2. Das Land, das erst erstorben lag erwacht, und lebt nun wieder! es strome jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder: der Wurm, der in dem Staube webt, de Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlig ist verjüngt und heiter glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel, und gnådig schauet Gott herab, der allen Seyn und Leben gab, auf seiner Hånde Werke. 4. Doch fühllos nur und unbeseelt sind Auen und Gefilde: auch hast du nicht di Thier' erwählt zu deinem Ebenbilde. Det Mensch nur freuet deiner sich, kennt, fühlet und empfindet dich, und hofft ein ewig Leben 5. Lobsinget ihm! er ist uns nah! Sing alle seine Heere! Der Herr ist allenthalben da, im Himmel, Erd' und Meere. Ich lob o Gott, ich preise dich! Wo ich nur bin, bist du um mich, und bist mir Lieb' und Gnade 6. Du rufft die Wolken übers Land, und trånkest mild die Erde: daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesättigt werde Thau, Regen, Sonnenschein und Wind, die dei ner Allmacht Diener sind, erzählen deine Güte Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 119 7. Es stromen, wenn dein Donner dråut, wenn Berg und Thal erzittern, Gesundheit, Stårkung, Fruchtbarkeit selbst aus den Ungewittern! Dann bricht die Sonne neu hervor, und aller Creaturen Chor jauchzt und erfreut sich wieder. - 8. Von dir kömmt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben. Dein freu'n des Himmels Heere sich: auch wir, o Gott, wir loben dich, und sind, wie sie, unsterblich. 9. Doch schwach ist, Vater, unser Dank, den wir dir kindlich bringen. Wir wollen unsern Lobgesang einst würdiger dir singen. Dir weihn wir unsre Lebenszeit, und sehn das Heil der Ewigkeit im Geiste schon von ferne. Der 73. Pfalm. Mel. des 89. Psalms. 69.D urch so viel Schein gestärkt, kampft Zweifel, wie ihr wollt; Gott ist doch Israel, doch reinen Herzen hold! Allein wie hatte nicht mein Herz mit sich zu streiten! 120 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. - Mein Gang war ungewiß, mein Fuß fing an zu gleiten. Ich hörte Eifers voll das Jauchzen stolzer Thoren; sah' Frevler mit ✰ Verdruß zum Glück allein geboren. 2. Des Todes ernsten Blick, sein Schmerz erschreckt sie nie, in immer frischer Kraft des Wohlseyns blühen sie, von aller Mühe frei, worunter Menschen zagen, von Andrer Sor gen frei, und frei von ihren Plagen. Stok ist des Halfes Schmuck, den sie sich umge hangen, und Frevel ist das Kleid, darin sie festlich prangen.. thistor? 3. Der Körper nimmt an Fett, der Geist an Kühnheit zu, schweift in Entwürfen aus, kennt weder Maaß noch Ruh'; droht alles um sich her zu drücken, zu vernichten, und will auf And'rer Noth sich seine Höh' errichten: Und spricht von ihr herab, und will bewundert werden; dem Himmel troßt ihr Mund, die Zunge herrscht auf Erden. 4. Der Pöbel sieht ihr Glück; sucht Theil an ihrer Ruh'; drångt ihnen, gleich dem Strom, der überläuft, sich zu. Sie sprechen: Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 121 Sollte Gott herab auf Erden sehen? In seiner Höhe wohl er wissen, was geschehen? Seht diese Frevler an! Ihr Spott sind die Gesehe; doch blüh'n sie ruhig hier, und häufen Schat' auf Schätze. - 5. So hab' ich denn umsonst gesucht, im Herzen rein, im Wandel ohne Schuld, der Tugend treu zu seyn! So ist des Kampfes Lohn, daß ich hier meine Tage in Angst verseufzen muß, in mehr als einer Plage! Gezüchtigt werd' ich stets, mir bringet jeder Morgen statt Lichtes Finsterniß, statt Trostes neue Sorgen! 6. Schweig, schweig, emportes Herz! fall' nicht den Frevlern zu! Denn schlössest du wie sie, wie treulos würdest du an aller Heil'gen Schaar, an Gottes Kindern werden? Und gleichwohl sann ich nach, den Weg des Herrn auf Erden, und seiner Vorsicht Gang und ihren Grund zu wissen: Umsonst! Mein Aug' sah nichts in ihren Finsternissen. 7. Bis ich ins Heiligthum des höchsten Lehrers ging, und da mein blödes Aug' ein göttlich Licht empfing. Da ließest du mich, Gott, der Frevler Ende sehen: Ich sah im Schlüpfrigen den Fuß am Abgrund stehen, sah schnell sie hingestürzt, sie schnell von 122 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. dir gerichtet, und schreckenvoll ihr End', und all' ihr Glück zernichtet. - 8. Wie das Erwachen bald des Traums Betrug vertreibt, der Bettlern Schäße schenkt, so wird ihr Glück zerstäubt. Vom Pöbel kurz vorher verehrt, gleich einem Gotte, dient dann des Frevlers Bild, Herr, deiner Stadt zum Spotte. Den Abweg sah ich jetzt, worauf ich schier gerathen, als Schmerz und Eifersucht mein Herz bestürmet hatten. 9. Doch hatte der Verdruß fast die Ver nunft verdrångt; ich war ein Vieh vor dir, das nur am Anschein hångt! nun bleib' ich stets bei dir! Du fassest meine Hånde, führst mich nach deinem Rath zu der Verklärten Ende! Was würde ohne dich mir selbst der Himmel werden? Nichts, nichts gelüstet mich, Gott, außer dir, auf Erden! 10. Verschmachteten auch, Herr, mein Fleisch, mein Herz vor Leid; doch bleibst du hier mein Fels, mein Theil in Ewigkeit! Die treulos von dir flieh'n, nach andern Göttern sehen, den falschen Buhlern gleich, wie werden sie vergehen! Zu dir halt' ich mich, Gott, das soll mein Bestes heißen, nur dir will ich vertrau'n, und deinen Namen preisen! 123 Erster Theil. 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 70. Dein bin ich, Gott! dein ist mein Leben. Wie tröstlich ist mein Ursprung mir! Du hast den Odem mir gegeben, mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anschau'n deines Lichts. 02. Wie viel hab' ich dir zu verdanken, Herr, der du mich bereitet hast! Als mich die ersten finstern Schranken des ersten Daseyns noch umfaßt; da war dein Auge über mir, da lebt' ich, Höchster, nur in dir. and omis 3. Du gabst mir die vernünft'ge Seele, die nur so lang' im Fleische lebt, bis sie, daß ihr kein Wohlseyn fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du hast mir Sinnen und Verstand, Begierd' und Wollen zugewandt. 4. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunstvoll ausgebild't, so wird, o Bater in der Höhe! mein Herz mit Ehrfurcht ganz erfüllt. Ein jedes Glied, ein jeder Sinn reißt mich zu deinem Lobe hin. 5. Durch deiner Vorsicht gnädig's Walten, die mich von Kindheit an umfing, bin ich bis hierher noch erhalten, so daß der Tod vorüber ging. Ich stehe noch und preise dich. Herr, deine Rechte schüßet mich, im 124 Erster Theil. Von dem Menschen, 6. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan. Beschämt empfindet mein Gemüthe die Schuld, die ich nicht läugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, vielfältig Leib und Seel' befleckt. - 7. Ja, Herr, ich habe meine Glieder zu Sündengliedern oft gemacht. Vor dir fall' ich in Demuth nieder; vergieb, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, Vater, nicht von dir! Schaff' selbst ein reines Herz in mir. 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu', was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit; daß ich bis in den Tod dir treu, und stets ein Freund der Tugend sey. 9. Fällt dieses Leibes Hütte nieder; vollend' ich dieses Lebens Lauf, o Gott, so richte du mich wieder verherrlicht aus dem Staube auf. Dein ew'ges Leben sey mein Theil, so preis' ich ewig dich, mein Heil! Singine ame and Mel. Allein Gott in der Höh'.— 15. - 71. Dir, Gott, fey Preis und Dank gebracht! Dich rühme Harf' und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer, mein Erhalter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, sammt einem jeden Sinn an mir, beweiset deine Größe. seiner Natur und Bestimmung. 125 2. Haupt, Aug' und Ohr, und Mund und Hand, die ich zu dir erhebe; die Haut, so künstlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe und alle Glieder sagen mir, ich sey, o Gott, ein Werk von dir, ein Werk von deiner Weisheit. 3. Wie biegsam, wie gelenkvoll schließt, den Thoren zu verdammen, der's läugnet, daß ein Schöpfer ist, sich Glied an Glied zusammen! Wie willig, Herr, gehorchen sie, wenn meine Seele spåt und früh des Leibes Dienst verlanget. 4. Ach hättest du mein Auge nicht so meisterlich bereitet: was nützte mir der Sonnen Licht, ihr Glanz, vor mir verbreitet? Dann säh' ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht, was du erschaffen, schmückest. 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören, und empfinden, und reden. Beten will ich an, Gott sehen und empfinden. Mein Mund sey voll von deinem Dank! Mein Herz vernimm den Lobgesang der ganzen weiten Schöpfung. 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung' und schwellt sie auf, damit ich leben moge? Gott ist es, der dies alles thut. Erster Theil.- Von dem Menschen, Schlag', Herz! entflamme mich, o Blut! daß ich den Höchsten preise. 126 7. O pries' ich, Höchster, immer dich, wenn ich die Sinne brauche, geh', lieg' und aus ruh', oder mich bewege, athme, hauche. Gieb, daß ich ewig dein mich freu'! und daß mein Leib ein Tempel sey, worin dein Geist stets wohne. 72. Gott werde stets von dir erhoben, du, deines Schöpfers Bild, mein Geist! Sollt' ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Er schuf mich ja, sein Bild zu seyn, ihn einst zu schaun, mich sein zu freun. 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt: und mir, dem Thone seiner Hand, giebt er Empfindung und Verstand. spom seiner Natur und Bestimmung. 127 3. Anmuthig, prachtig zum Entzücken, ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sey, verstehn. 4. Für Geister nur und nur für Seelen, die zu den Geistern Gott erhob, sind sie so herrlich! Sie erzählen nur ihnen meines Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. 5. Gott, ich kann denken! Ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausendfacher Art; groß, mannigfaltig ist ihr Heer, und doch wird ihrer täglich mehr. 6. Ich kann sie sammeln und verbinden, und trennen, wie es mir gefällt; die Welt empfinden, mich empfinden, weit unterschieden von der Welt! Zu tausend Thaten hab' ich Kraft; wer giebt sie? Gott, der alles schafft. 7. Wie feurig dürstet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit? Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch, das ist, Vater, meine Schuld, vergieb sie mir nach deiner Huld. 8. Wie wundervoll ist das Vermögen, Gott, das du meinem Willen giebst! O möcht' ich es doch stets erwägen, mit welcher Güte du 128 Erster Theil. Von dem Menschen, mich liebst! Möcht' ich mit allen Kräften dein, dein mit Verstand und Willen seyn. - 9. Gott, meine Lust sey, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu brennen, das sey mir Ruhm und Seligkeit. Bin ich vereinigt, Herr, mit dir, was brauch' ich noch? was fehlet mir? Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 73. Was ist vor deinem Angesichte der Mensch, Gott, daß du sein gedenkst, und einen Strahl von deinem Lichte auf ihn, den Staub, hernieder senkst! Was ist er, wär' et noch so groß? Ein bald zerfallner Erdenklos. 2. Du sahest an den Menschenkindern den schweren Fall schon vor der Zeit; und dennoch hast du diesen Sündern aus göttlicher Barm herzigkeit unzählig viel zu gut gethan, ja mehr, als jemand fassen kann.de 3. Du hast den Leib, obschon aus Erde, doch wunderbar und schön gebaut, daß er det Seele würdig werde, ihm Sprach und Sinnen anvertraut. Du hast ihn selbst zum Herrn der Welt, dem alles dienen soll, bestellt. 4. Du hast ihm noch viel mehr geschenket, du gabest ihm zum bessern Theil, die Seele, welche will und denket, und ihr hast du ein ewig's Heil, noch ehe sie nach dir gefragt, in deinem Worte zugesagt. seiner Natur und Bestimmung. 5. Drum laß es mich stets wohl bedenken, was du, o Gott, an mir gethan; dir Leib und Seele wieder schenken, da ich dir sonst nichts schenken kann, damit sie beide nach der Zeit dich preisen in der Ewigkeit. 6. Und nimm indeß sie alle beide, Allmächtiger, in deinen Schuß; so bieten wir in allem Leide, mit dir auch Welt und Satan Truß. Wenn wir in deiner Gnade stehn, so muß es uns stets wohlergehn.. 7. Doch, wenn, erhöhet von der Erden, im Himmel, deiner ew'gen Stadt, dich Leib und Seele schauen werden, von deinem Licht stets froh und satt; so sollen sie auch beide dich vollkommner rühmen ewiglich. Der 8. Pfalm. 200. 129 Mel. Erhabner Gott, was sc.- 16. 74. O unser Gott, wie voll ist deiner Ehren, was lebt und webt in allen Land und Meeren. Es reichen selbst die Himmel nicht so weit und nicht so hoch, als deine Herrlichkeit. 2. Der Säugling muß schon deine Fürsicht preisen. Ein schwaches Kind kann deine Kraft erweisen. Sein zarter Mund bezähmt den frechsten Feind, der deine Macht noch trohet und verneint. 9 130 Erster Theil.-Von dem Menschen, 3. Ich seh' erstaunt die Größe deiner Werke, die ich zur Nacht am Himmelsbau bemerke, wo du des Mond's und aller Sterne Licht sammt ihrem Lauf so weislich eingericht't. 4. Was ist der Mensch, daß du noch sein gedenkest; daß du ihn suchst und als dein Kind beschenkest; daß er so theu'r in deinen Augen ist, und daß du selbst sein wahrer Vater bist. 5. Wie heilig ist der Schmuck, der ihn bekrönet! Wie hoch die Macht, womit du ihn belehnet! vermißt er gleich, für eine kurze Zeit, auf dieser Welt der Engel Herrlichkeit. 6. Du schaffest nichts, das ihm nicht dienst bar werde. Er ist dein Bild und König auf der Erde. Und was ihr Schoos nur immer zeugt und trågt, das hast du, Herr, ihm untern Fuß gelegt. 7. Das zahme Vich in Triften und in Feldern; das freie Wild, das in Gesträuch und Wäldern durch Thåler irrt, und auf Gebirgen klimmt, ist alles ihm zum Eigen. thum bestimmt. 8. Der Vögel Schaar, der Sånger Chor in Lüften, der Fische Heer in Fluß- und Wasserklüften, und was sich nur im Meert nåhren kann, ist insgesammt den Menschen unterthan. 131 seiner Natur und Bestimmung. 9. O unser Gott! Beherrscher aller Machten, wie herrlich ist dein Name doch zu achten! Wie heiliglich wird deine Majestät so weit verehrt, als Erd' und Himmel geht. 9. Mel. Nun danket alle Gott. 75. Aumächtig großer Gott! Wer kann dich g'nug erheben? Du gabst der ganzen Welt ihr Daseyn, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Himmel hegt, hat deine Hand gebaut, die jetzt noch alles trågt. 2. Du schufft, ich dank' es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wolltest, Gütigster! daß ich dein Bildniß wäre, drum hast du auch den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. out dr 3. O welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster! ähnlich seyn, ist unser größtes Glück. S wohl mir, wenn ich's bin! Hilf mir zu diesem Glück. - 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben. Mein allerstårkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinen Thun, sey dies, o Gott, allein, daß ich auch so, wie du, gefinnet möge seyn! indo 9* 132 Erster Theil. Von dem Menschen, 5. Du bist der Wahrheit Freund! laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets munterm Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und allem Beifall giebt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüste zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und dem, der's üben will, auch gern behülf lich seyn. - 7. Gieb, daß ich so wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart, dem Nächsten gern versüßt, und wo er helfen kann, zum Helfen willig ist. 8. Wie weit bin ich noch fern, o Gott, von diesem Ziele! Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir, und deinem Sinn. 39. Beglückt ist nur alsdann mein Lebens lauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt seyn, und mich ohn' Unterlaß, Gott, deiner Güte freun! seiner Natur und Bestimmung. Mel. Mein Gott, das Herz. 59. 76. Ich bin, o Gott, dein Eigenthum. Du schufft mich, dein zu seyn; mein ganzes Leben dir zum Ruhm, und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabst mir den vernünft'gen Geist, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr! deine Schöpfung preist; mit ihr dich zu erhöhn. 133 - 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit. Zu ihrem Preiſe reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühllos seyn? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu seyn, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sey stets deiner Ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hålt dein Gebot. Ihm ists nicht Last, nicht Pein. Drum gieb auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu seyn. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut. Du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 134 Erster Theil. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben seyn. Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. 77. Wie wichtig ist doch der Beruf, den uns der Herr gegeben; Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir, Gott, droben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. O laß mir doch dies große Ziel durch nichts verrücket werden! was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn, wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben? 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier. Laß mich dies nie vergessen! Wie viel an Zeit, Herr, hast du mir zur Wallfahrt zugemeſſen? Nur wenig Zeit. Ist die vollbracht, so wird der Erde Gut und Pracht auf ewig mir vergeben. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in Vom Fall und von der Verdorbenheit xc. 135 meiner Prüfungszeit um jene beff're Gaben, die mir im Tode nicht entflieh'n, am ersten und mit Ernst bemüh'n, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Vater! liebt, und deines Sohns sich freuet; das in dem Glauben Zugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz das wird allein sich ewig deiner Güte freu'n, und einst dein Antlit schauen. 7. Und solch ein Herz, das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich könne auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind; bis ich als dein bewährtes Kind zu deiner Freude gehe! 6) Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen, und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. Mel. Auf meinen lieben Gott. 4 78. Du, der kein Böses thut! Du schufft den Menschen gut. Du, Höchster! gabst # 4 ihm Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln. 136 Erster Theil. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden, vor dir, o Gott! zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster! sieht auf alle Menschenkinder, und sie sind alle Sünder. Da ist vor dir, Herr, keiner unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist aller Sinn. Die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu üben. 5. Fleisch sind wir von Natur. Uns rühren leider! nur die Güter dieser Erden, die nie vollkommen werden, mehr als die höhern Gaben, die uns auf ewig laben. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang. Des bösen Herzens Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe. Und können wir auch zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. O Herr! was uns gebricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Bess'rung nachzujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt. Gott, so verderbt wir sind, so willst du uns noch heilen, und Kräfte uns ertheilen, schon wie derum auf Erden dir gleichgesinnt zu werden. Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. 137 9. Herr! diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich verscherzen. Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. Mel. des 38. Psalms. 79. S $ esu, Arzt todtkranker Seelen! Will's uns fehlen an Erkenntniß eigner b Noth; so daß wir die Last der Sünden nicht empfinden, ruhig bei dem nahen Tod. 2. Ach, so gieb Gefühl von innen, mach' die Sinnen lebendig und aufgeweckt; bis die gråuelvolle Höhle unsrer Seele sich bei deinem Licht entdeckt. 3. Unsrer Sünden Meng' und Größe, unsre Blöße, zeiget dein Geset uns an; so daß wir nach dir uns sehnen, und mit Thrånen zu dir, Arzt der Seele, nah'n. 4. Dein Geset spricht: heil'ge Triebe, eine Liebe, welcher nichts an Stårke gleich, widmet Gott dem Allerhöchsten; euern Nächsten sollt ihr lieben, so wie euch. 5. Aber, ach! wer kann verhehlen? Hier wills fehlen, ach, das Herz ist Hasses voll, 138 Erster Theil. og mail und wie die Erfahrung zeiget, abgeneiget von dem, was es lieben soll. 6. Jesu, ach! ach trag' Erbarmen mit uns Armen, Seelen- Arzt, der heilen kann. Zünde bei uns allzusammen reine Flammen deiner Lieb' im Herzen an. In Mel. Jesu, Arzt todtkranker Seelen.- 79. 80. Ach! was bin ich, mein Erretter und Vertreter, bei dem unsichtbaren Licht! Sieh! ich lieg' in meinem Blute, ja das Gute, so ich will, das thu' ich nicht. 2. Ach! was bin ich, mein Erlöser! täglich böser find' ich meiner Seelen Stand! Drum, mein Helfer, nicht verweile, Jesu eile, komm und reiche mir die Hand. 3. Von Geburt bin ich ein Sünder, und nicht minder stråflich durch gehäufte Schuld. Doch ich kenne dein Erbarmen, hilf mir Armen, groß ist deine Gnad' und Huld. 4. Ach! wann wirst zu mich erheben dem Leben, das erst recht ein Leben ist? Demuth kann dich bald bewegen, daß dein Segen sich zu meinem Heil ergießt. 5. Zuflucht der betrübten Herzen! Angst und Schmerzen sehen meiner Seele zu. Sich', wie mich die Sünden quälen, Arzt der Seelen, schaffe meinem Herzen Ruh. Vom Fall und von der Verdorbenheit ze. 139 6. Herr, errette mich vom Fluche, sich, ich suche dich von nun an demuthsvoll. Sprich zu mir, daß ich im Sterben nicht verderben, sondern ewig leben soll. Mel. Zeuch mich, zeuch mich. * 81. Herr! du kennest mein Verderben. ** Ach! es regt in meiner Brust, wie bei allen Adamserben, sich noch immer böse Lust, die mein Herz, Herr, von dir neiget, und viel böse Thaten zeiget. 2. Wie verderbt sind meine Wege! Wie verkehrt mein eigner Sinn! Ich empfind' es, Gott! wie tråge ich dir zu gehorchen bin. Ach! wer wird vom Hang zum Bösen mich doch wiederum erlösen? 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden von der angeerbten Noth! Heile meiner Seele Schaden durch des Mittlers Kreuzestod! Tilge alle meine Sünden! Laß mich vor dir Gnade finden. 4. Deinen Willen hier auf Erden zu vollbringen, wird mir schwer. Soll ich dazu 140 Erster Theil. tüchtig werden, mußt du selbst von oben her, mir dazu die Kraft verleihen, und mein sündhaft Herz erneuen. 5. Schaffe denn ein reines Herze, Herr, durch deinen Geist in mir, daß ich nicht mein Heil verscherze. Laß der sündlichen Begier' mich mit Nachdruck widerstehen, und auf deine Hülfe sehen. 6. Unter Wachen, Beten, Ringen, hilf mir selbst mein Fleisch und Blut unter deinen Willen zwingen; denn dein Wille, Gott! ist gut. Was nicht kann dein Reich ererben, laß schon hier an mir ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Sünd' in mir sich regt. Hilf mir selber muthig kämpfen, alle böse Lüste dåmpfen. 8. Sollt' ich etwa unterliegen, o so hilf mir wieder auf! Laß in deiner Kraft mich siegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen treuen Händen gut und selig möge enden. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. Großer Gott! Erhabnes Wesen, das, voll segnender Begier, Menschen sich Vom Fall und von der Verdorbenheit 2c. 141 zum Dienst erlesen! ach! was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ' erwäge, und was ich bin überlege: O wie dürftig und ¥ wie klein muß ich mir nicht selber seyn? 2. Fluch und Elend, Tod und Sünde drücken leider! mein Gemüth; machen mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Tausend Mängel, tausend Flecken schånden mich zu meinem Schrecken, und in der verderbten Brust regt sich täglich böse Lust. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vaterhand. O wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trågt mich schonend deine Gnade. Nåhmest du zurück, was dein, ach! was würd' mir übrig seyn? $ 100 4. Doch die Menge deiner Gaben klagt nur meinen Undank an; weil ich sie oft ganz vergraben, oft damit nur groß gethan, oft voll Leichtsinn sie verschwendet, und zu Sünden angewendet. O wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 142 odmor Erster Theil. 5. Sieh, hier lieg' ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt; doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinen Hei land blickt, hofft auf deine Batergüte, und mein tief beschämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach! erhalte selbst die Triebe treuer Dankbarkeit in mir. Vater! laß das schwache Lallen meines Lobes dir gefallen. Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. mo 8 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit; Herr! ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und leiden, sey der Gipfel meiner Freuden. Gott und Herr der ganzen Welt! thu' mit mir, was dir gefällt. Mel. Auf meinen lieben Gott.- 78. 83. Mein Gott, dir ist bewußt, die innre böse Luft, die Quelle meiner Sünden, die Menschen nicht ergründen. O heile du aus Gnaden der Seele tiefen Schaden. 2. Des bösen Herzens Grund wird oft durch Thaten kund, die mich vor dir ver klagen, und mein Gewissen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, wer wird mir Rettung schaffen? Vom Fall und von der Verdorbenheit 2c. 143 3. Ich habe wider dich, den Nächsten und auch mich vielfältig, Herr, gehandelt; ich bin den Weg gewandelt, der Menschen von dir wendet, und sich mit Schrecken endet. 4. Ein jegliches Gebot zeugt wider mich und droht, weil ich, dies schlägt mich nieder, mur gar zu oft dawider gedacht, gethan, gesprochen, und deinen Bund gebrochen. 5. Verwirf mich nicht von dir. Hilf, Herr, erbarmend mir! Erneure meine Seele, daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bösen, als du, o Herr! erlösen? 6. Drückt mich der Sünde Joch gleich machtig, so bleibt doch weit macht'ger deine Gnade. Wie groß auch nur mein Schade, so kannst du ihn doch heilen, und Leben mir ertheilen. 7. Hat sonst des Fleisches Macht in mir ihr Werk vollbracht: so gieb mir Lust und Starke, daß ich nur gute Werke beschließe und vollbringe, und ewig dir lobsinge. Mel. des 51. Psalms. 84. D ie Quell, woraus der Mensch ursprünglich ist, der ew'gen Gottheit Kraft und heil'ger Wille, die Allgenug 144 at tindaadio Erster Theil. duo most samkeit und Gottesfülle, die immerfort mit reinen Strömen fließt, die anders $ nichts, als was sehr gut, gemacht, hat auch den Menschen gar nicht bös erschaffen; nein, ihn zu Gottes Bild hervorgebracht. Wie könnte sonst der Herr das Böse strafen? 2. Gerechtigkeit und wahre Heiligkeit, das war die Zier von Gottes Ebenbilde, der schöne Glanz, womit er gut und milde, die Seele schmückte, die er sich geweiht. G sollt' der Mensch im Licht den Schöpfer sehn, das ganze Herz in Liebe zu ihm neigen, mit ihm vereint in ew'ger Wonne stehn, und so an sich den Ruhm der Gottheit zeigen. 3. Ach! aber ach! ein unglücksel'ger Fall, durch Satans List und Bosheit angerichtet, hat gar zu bald dies große Gut zernichtet, und Sund' und Tod herrscht jetzt und überall. Es ist das Gift der Wurzel zugeflößt: Drum Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. 145 kann der Stamm mit allen seinen Zweigen, nun ganz verderbt, von inn'rer Kraft entblößt, auch weiter nichts, als bitt're Früchte zeigen. 4. Wo find' ich Heil? Hier ist kein Gutes mehr: Denn ich vermag mit allem meinen Dichten jetzt von Natur nur Böses auszurichten, bin unbequem zu meines Schöpfers Ehr. Ach hilf, mein Gott, und mach mich wieder neu, durch deinen Geist, durch Licht und Kraft von oben: daß ich mit deinem Bild gezieret sey, und dich, o Lebensquell, mog' ewig loben. pult ind me Josuj tiğin di ind.de 19092 mi Aus dem 90. Psalm. dmu dol to Mel. Der Spötter Strom reißt. 13. 85. Wie ein Geschwät des Tags, verfließt die Zeit, die mir geliehen ist. So rauscht vorbei ein schneller Bach, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durchlebter Zeit: ich, wenn sie er eit kömmt, sey was ich sey, ein Sünder, oder Gott getreu. 2 3. Da wall' ich hin, da wartet mein das Anschau'n Gottes, oder Pein. Ach Gott, mein Heil und mein Vertrau'n, laß mich dein selig Antlig schau'n. unile spiri 10 146 Erster Theil.om o mo 35 4. Wir sind nur wie ein Schlaf vor dir, wie Gras, so blüh'n und welken wir: das machet unsre Missethat, die deinen Zorn entzündet hat. 5. Ich zittre, Herr, und mein Gebein durchångstet dein gewaltig Drau'n! Denn denkst du ins Gericht zu gehn, wer kann, wer kann vor dir bestehn? du nid ston 6. Uch zurne nicht auf deinen Knecht, und Gnade, Gnad' ergeb für Recht! Ver söhner, Gottes Sohn, mein Heil, sey meine Zuflucht, sey mein Theil. isp_dild 7. Auf daß ich klug sey, lehre mich der Tod, daß ich nichts fürcht', als dich. Dann leb' und sterb' ich dir allein; im Leben, Gott, im Tode dein. 19102 400 Neue Mel. oder Ich hab' mein' Sach). 86, W 69 ie fleucht dahin der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit; wer denkt doch wohl an jene Stund' von Her zensgrund? Kaum spricht davon der tråge Mund. Vom Fall und von der Verdorbenheit 2c. 147 2. Das Leben ist ein eitler Traum; ſo nichtig als ein Wasserschaum, der wenn er sich jetzt stolz erhöht, gar nicht besteht, und, eh man es noch denkt, vergeht. Mur 193. Nur du, mein Gott! du bleibest mir das, was du bist, ich traue dir; und fallen Berg' und Hügel hin so bleibt mein Sinn getrost, wenn ich bei Jesu bin. tstana 80 4. Du kommst, Weltrichter, Gottes Sohn! Bald kommst du, und mit dir dein Lohn. Ach! gieb, daß ich mich jeden Tag bereiten mag auf jenen letzten Glockenschlag.mol 5. Was hilft die Welt in jener Noth, Lust, Ehre, Reichthum in dem Tod? D Mensch! das alles merkest du, sieh' dann wohl zu, sonst kommst du nicht zur wahren Ruh'. 16. Weg, Eitelkeit! der Thoren Spiel. Das höchste Gut sey stets mein Ziel! Was ewig bleibet, finden wir gewiß nicht hier, wir finden's, Jesu, nur bei dir. snim mj 7. Damit ich dich verklärt einst seh, und froh vor deinem Throne steh so lehre du) mein Heiland, mich, und gieb, daß ich nichts so begierig such, als dichod chun chim md mislin llai and Indum Mel. Wie fleucht dahin der M.- 86. Wie feucht dabin der 87. Gott hab' ich alles heimgestellt: Er thue, was ihm wohlgefällt, zum Tod und 10* 148 or disdasdred Erster Theil.dana mo Leben gleich bereit, wie er gebeut, vertrau ich seiner Gütigkeit. mis alo pita 2. Auch meine Zeit kommt, wenn Gott will, ich warte d'rauf und bleibe still. Gut ist mir, was sein Rath erwählt, der nimmer fehlt. Er hat auch meine Haar' gezählt. 3. Was ist die Welt? ein Jammerthal Es wartet auf uns überall in unsrer kurzen Lebenszeit manch Herzeleid. Der Mensch lebt immerdar im Streit. d fumo did 4. Zulegt ruft dann doch Gott dem Tod: Er kommt und endigt unsre Noth. Sink du, o müder Leib, hinab in's stille Grab, dort wischt mir Gott die Thränen ab. 15 Wenn mich die Sünde schon ansicht, o so verzag' ich dennoch nicht; es gab ja mein getreuer Gott, bei meiner Noth, den Sohn selbst für mich in den Tod. hod 64 Heil mir, daß mein Herr Jesus Christ für meine Schuld gestorben ist! Nun lebt und herrscht er mir zu gut; der Höllen Glut löscht sein vergoßnes theures Blut. d Demosterb' und leb' ich allezeit, von dem mich auch der Tod nicht scheid't. S ob nicht f sein bin ich, und er ist mein! das soll allein mein Trost im Tod und Leben seyn. 18. Der schon in dieser Prüfungszeit fo oft mein schmachtend Herz erfreut, gönnt Vom Fall und von der Verdorbenheit 2c. 149 meinem Leib auch einen Blick, und ruft zum Glück, zum Leben meinen Leib zurück. 9. Ich werde dann von Angesicht Gott schau'n in jenem sel'gen Licht. Welch' unaussprechlich große Freud' ist mir bereit'! Gott sey gedankt in Ewigkeit.766623 dollstenssum sid Mel. Nun ruhen alle Wälder.- 48. 88. Die Herrlichkeit der Erden muß Staub und Asche werden, und nichts bleibt ewig stehn: das, was uns hier ergößet, was man für ewig schäßet, wird als ein leichter Traum vergehn. doit 11utase dood om 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trobig machen, als Land und Eitelkeit? Was ist der Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben, währt es nur eine kurze Zeit. 3. Was hilft uns unser Wissen? Wird's, wenn wir sterben müssen, ein großer Vorzug seyn? Was hilft uns Macht und Ehre, so glänzend sie auch wåre? Kann sie uns wohl alsdann erfreu'n? am din nisonsé sond amu 4. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh gewinnen; was unser Fleiß erwirbt? Kann wohl, was wir besigen, uns vor dem Tode schüßen, und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? prind thin $ 150 tindrod Erster Theild og mod 5. Was sind die Lebensfreuden? Wie ball folgt Angst und Leiden, und Reu' auf den Genuß? Was ist's, womit wir prangen! Wo wirst du Ehr' erlangen, die nicht zulet verschwinden muß? lorg bildbergem. Hallo 6. Was sind selbst alle Thronen? Giebt es wohl ird'sche Kronen, die unverwelklich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken de Purpur dich bedecken? die Krone dich dem Tod entziehn? bin dudar sub di + 7, Wie, wenn die Sonn' aufgehet, die Rose blühend stehet in ihrer schönsten Zier und doch verwelkt sich beuget, eh' sich de Abend zeiget; so blühen und verwelken wit. 8. Froh wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Tagen, noch eh' wir Früchte tragen, bricht uns de Todes Sturm entzwei. And 19. Wir rechnen Jahr auf Jahre, inzwi schen wird die Bahre vor unser Haus gebracht Man scheidet von den Seinen, die hilflos uns beweinen, und uns bedeckt des Grabe Nacht.is; and driat dind sia? 10. Dies laßt uns wohl bedenken, und un zum Himmel lenken, weil er uns offen steht Wer dahin will gelangen, darf an der Wel nicht hangen, da sie mit ihrer Lust vergeht Jn usb ad gaujh) and wo 151 7) Von der Erlösung der Menschen und dem ads 91d Erlöser überhaupt. Mel. Jesu meine Freude. b 89. W diu ort aus Gottes Munde! Wort vom Friedensbunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, ließ dich Gott erschallen! du bist unser Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben schafft! gute Botsdschaft, uns zum Leben von Gott selbst ind gegeben. drilise nismo 2. Was dein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen, Gott! bestimmet hat; was sonst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Rath. Daß dein Eid dich nicht gereu't, zeigst du nun; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus, der sein Leben wollte für uns geben, stellt sich wirklich dar, 152 Erster Theil. ja er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht, und lebt in Ehre; ach erwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen drohten; was für frohe Boten! trostreich ist ihr Mund, lieb reich ihre Füße, ihre Lehren süße. Welch ein theurer Bund! Gottes Huld tilgt unsre Schuld, und wer ihn mit Glauben ehret, wird von ihm erhöret.. Mod 33082 5. Auf! und wehrt den Schmerzen! kommt, ihr, deren Herzen das Gesetz zerschlug: kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen, alle Schmerzen trug. Jesu Tod versöhnt euch Gott; Gott, der euch als Vater liebet, und die Schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen und in ihm mich freu'n. Ihm nur will ich leben, ihm mich ganz ergeben, ewig treu ihm seyn. So werd' ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel erben. fino Mel. Durch Adams Fall ist ganz 2c. 1 - Von der Erlösung der Menschen 國 90. Durch Adams Fall ist erst verderbt der Menschen Thun und Wesen. Dies Gift ist auf uns fortgeerbt. Wir wären nie und dem Erldser überhaupt. 153 genesen; wär' Jesu Heil nicht unser Theil. Denn wie so tiefe Wunden! Ach, jeder hat in ¥ Adams That des Satans Neid empfunden! 2. Seit Satan ist dahin gebracht, daß er frech abgefallen: so herrschet mit tyrann'scher Macht die Sünde in uns allen. Uns drückt der Tod. In solcher Noth beschloß Gott uns zu geben den eignen Sohn zum Gnadenthron, damit wir möchten leben. 3. Warf uns denn eine fremde Schuld in Adam alle nieder; so bringt uns eine fremde Huld in Christo alle wieder. Und wie wir all' in Adams Fall des ew'gen Todes starben, so rettet Gott durch Christi Tod, die sonder ihn verdarben. 4. Gott hat uns seinen Sohn geschenkt, da wir noch Feinde waren, der ist für uns ans Kreuz gehenkt, erstanden, aufgefahren. Tod und Gericht trifft uns nun nicht, so wir ihm nur vertrauen. Fest steht dies Wort! Wem mag hinfort noch vor dem Tode grauen? 1901 modt tph; ante e 15. Er ist das Licht, der Weg, die Pfort, die Wahrheit, und das Leben, des Vaters 154 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen Kraft, sein ew'ges Wort, zum Heiland uns gegeben. Dem Feind zum Truß umgiebt sein Schuß uns alle, die wir glauben. Er ist der Hirt; die Seinen wird aus seiner Hand nichts rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, und wird zuletzt zu Spotte, der solchen Trost bei Menschen sucht, und nicht bei seinem Gotte. Denn wer sich will ein andres Ziel ohn' diesen Troster stecken, den mag gar bald des Feind's Gewalt und arge List erschrecken. 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, kann nie zu Schanden werden. Wohl, wer auf diesen Felsen baut! trifft ihn schon hier auf Erden viel Angst und Müh'; hab' ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich nur fest auf Gott verläßt. Gott hilft den Seinen allen. Med d 8. Du wollest, Herr, von meinem Mund dein heilig's Wort nicht nehmen; so weiß ich, läßt dein theurer Bund mich, Sünder, nicht beschämen. Der Sünden Schuld deckt deine Huld; nur ihr will ich vertrauen. Wer ihr vertraut, auf sie fest baut, der wird den Tod nicht schauen. 23 11:02 9. Mir zeigt schon jetzt dein heilig's Wort den Himmel aus der Ferne, denn dies Licht führt zu Christo fort, dem hellen Morgen and und dem Erlöser überhaupt. 155 sterne. Bricht der nun an, so fasset man alsdann die hohen Gaben, die Gottes Geist auch uns verheißt, so wir nur Glauben haben. chut nd Mel. Freu' dich sehr, o meine.- 29.nlp thin 91. Ew'ge Liebe, mein Gemüthe waget einen kühnen Blick in den Abgrund deiner Güte; send' ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsterniß zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. dule and mad 2. Ich verehre dich, o Liebe! daß du dich erbarmet hast, und aus freiem edlen Triebe den allweisen Rath gefaßt, der verdammnißwerthen Welt durch ein theures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad' und Freiheit zu erwerben.duni Ond 3. O ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit! welcher uns hülflosen Armen Gnade, Trost und Hülfe beut. Liebe! die des Sohns nicht schont, der in ihrem Schooße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 4. Doch du hast, o weise Liebe! eine Ordnung auch bestimmt, daß sich jeder darin übe, der am Segen Antheil nimmt; wer nur an den Mittler glaubt, und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. mi eln 156 Erster Theil. Von der Erldsung der Menschen 5. Da du keinen zum Verderben ohne Grund verbannet hast, tragen Sünder, wenn sie sterben, ihrer eignen Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn; sein muthwillig Wider streben schließt ihn aus vom Heil und Leben. 16. Ewig sey mit Dank besungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen heil'gen Rath, den der Glaub' in Demuth ehrt, die Ver nunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu seyn. Richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugniß dienen möge: ich sey auf dem rechten Wege. 8. Laß mich hier schon mit Vertrauen meinem Heil entgegen sehn; alsdann werd' ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn; keine Creatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe trennen. - Mel. Wer nur den lieben Gott. 92. Ich habe nun den Grund gefunden, den meine Hoffnung ewig hålt: Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der 7.90 Zed dir schen und dem Erldser überhaupt. 157 Zeit der Welt: Ein Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd' und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt: Es sind die offnen Liebesarmen, deß, der sich zu dem Sünder neigt! er geht nicht mit uns ins Gericht, und will den Tod des Sünders nicht!) and 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen seyn! deswegen kam sein Sohn auf Erden, und nahm den Himmel siegreich ein. Nun ruft sein Wort und Geist uns zu: Kommt her zu mir, bei mir ist Rub. i di lor est1@@ 4. Abgrund, welcher unsre Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden, da findet kein Verdammen statt; weil Christi Blut beständig schrei't: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich glaubig senken, dem will ich mich getroft vertrau'n, und wenn mich meine Sünden krånken, nur bald nach Gottes Herzen schau'n; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre mir entrissen, was Leib und Seel' erquicken kann; muß ich des Lebens Freuden missen, und nimmt kein Freund sich meiner an; scheint die Errettung noch so weit, mir bleibet doch Barmherzigkeit. 158 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen 67. Ich kann in meinen besten Werken, wenn ich noch so behutsam bin, gar manchen, manchen Fehler merken; o! wie fällt aller Ruhm dahin; doch bleibt mir auch der Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 18. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist: Er wird gewiß sein Wort erfüllen: Er, der die Seinen nicht vergißt; sie währet ja in Ewigkeit, die gött liche Barmherzigkeit.jun domisi m 9. Auf diesen Grund will ich stets bauen, so lang' ich hier auf Erden bin, der Gnade Gottes will ich trauen, fällt alles andre gleich dahin, so sing' ich einst nach dieser Zeit: Abgrund der Barmherzigkeit! nidad, Ichat med Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 93. Nun, Christen, laßt uns fröhlich seyn, Gott Dank und Ehre bringen, von Herzen seines Heils uns freun, mit Lieb' und Luft ihm singen. Wer faßt die große Wunder that, was Gott an uns gewendet hat, wie theu'r er uns erworbendi ti enz. Vom Teufel hart verstrickt war ich todt, elend und verloren. Stets quàlte mein Sünde mich; verderbt war ich geboren. Ich sank auch immer tiefer drein, that niemals Gutes, war allein von Sünde ganz besessen. machines und dem Erlöser überhaupt. 159 3. Gott jammerte von Ewigkeit mein Elend ohne Maaßen. Er dachte der Barmherzigkeit, mir wollt' er helfen lassen; zu mir wandt er sein Vaterherz, zu helfen meiner Wunden Schmerz, ließ er's sein Bestes kosten. Indi2 mi sid and rodspald 4. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit kommt, zu erbarmen! Eil', meines Herzens werthe Kron'! sey du das Heil der Armen! Hilf ihnen aus der tiefen Noth! für sie entwaffne du den Lod, und laß sie mit dir leben.djusite sou did shird aufe 5. Der Sohn, der ihm gehorsam war, erschien nunmehr auf Erden, als eine Jungfrau ihn gebar. Mein Bruder wollt' er werden, hielt heimlich seines Arm's Gewalt, und ging einher in Knechtsgestalt, des Satans Reich zu stürzen. 4210 6. Er sprach zu mir: Halt' dich an mich! Es soll dir jetzt gelingen, mich selber gab ich ganz für dich; will mächtig für dich ringen. Denn ich bin dein und du bist mein. Auch du sollst, wo ich bleibe, seyn. Uns soll der Tod nicht scheidend dild sio ms 7. Vergießen wird man mir mein Blut, voll Grimms mein Leben rauben. Gern leid' ich alles dir zu gut. Das halt' mit festem Glauben. Dein Leben, Sterblicher, 160 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen ist mein, und mein Verdienst ist, Sünder, dein. So bist du selig worden. ondo dall 8. Den Himmel nehm' ich wieder ein, und scheid' aus diesem Leben. Da will ich stets dein Meister seyn, und meinen Geist dir geben, der dir in Trübsal Trost gewahrt, dich, wenn er mich in dir verklärt, in alle Wahrheit leitet, sodastime til 9. Was ich gethan, was ich gelehrt, daß follst du thun und lehren; daß Gottes Reich sich stets vermehrt zu seines Namens Ehren. Nur hûte dich vor Menschenwahn, der dir den Schatz leicht rauben kann, dies sey mein Abschiedssegen! ind om midis 19 llout Mel. Herr Christ der einig Gott) di Enr Christe, Eingeborner, von Ewigkeit gezeugt! Des Vaters Auserkorner, zu dem sein Herz sich neigt! Mit ihm von einem Wesen, bleibst du, der du geweſen, der Glanz der Herrlichkeit. emmire 2. Für uns ein Mensch geboren, der keuschen Jungfrau Sohn, wie Gottes Eid louis 94. und dem Erlöser überhaupt. 161 geschworen, erlittst du Qual und Hohn; starbst, daß wir leben möchten, erhubst uns zu Gerechten und Erben deines Reichs. 3. Gieb, stets in reichem Maaße, Erkenntniß deines Heils, daß keiner je verlasse die Wahl des besten Theils. Laß uns im Glauben bleiben, durch ihn zur Lieb' uns treiben, und zu der Lust an dir. 4. Der du trågst alle Dinge, des Vaters ew'ge Kraft! ohn' den ich nichts vollbringe! der alles Gute schafft! Hilf, daß mich nichts verblendet, mein Herz nichts von dir wendet, nichts meine Liebe schwächt. 5. Laß uns, mit dir begraben, mit dir auch auferstehn; mit dir zur Höh' erhaben, nicht auf das Eitle sehn; dich wissen und dich hören, nach dir allein begehren; dein todt und lebend seyn. m and 1 6. Dank, Lob und Preis und Ehre sey Gott in Ewigkeit für solche süße Lehre, mit der er uns erfreut. Sie tröst' uns, wenn wir leiden; sie stårk' uns, wenn wir scheiden; sie schüß' uns im Gericht. Mel. O Trostwort, das uns Leben giebt. High E 95. Gedanke, der uns Leben giebt, welch H Herz vermag dich auszudenken! Also hat 11 162 Erster Theil. - Von der Erlösung der Menschen Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu fchenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit heil'gen Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestät, und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Lauf und Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. 4. So kann mein Geist den hohen Rath des Opfers Jesu nicht ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Chrift am Kreuz nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn: so werd' ich ewig irren müssen, und wer Gott ist und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein frecher Spotter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum durch ihn des ew'gen Lebens Erbe, dies bin ich; und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. and und dem Erlöser überhaupt. 163 9. Er giebt mir seinen Geift, das Pfand, daran wir seine Liebe merken, und bildet uns durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang' ich seinen Willen gern mit einem reinen Herzen thue; so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried' und Ruhe. 139 m 20 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zu seinem Kreuze trete: so weiß ich, daß er mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, daß ich erwecket aus der Erde, wenn er sich zum Gericht erhebt, im Fleisch ihn schauen werde. 13. Kann unfre Lieb' im Glauben hier für den, der uns geliebt, erkalten? Dies ist die Lieb', o Gott, zu dir, dein Wort von Herzen halten. misd 14. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich deinen Namen nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 15. Sollt' ich dereinst noch würdig seyn, um deinetwillen Schmach zu leiden; so laß mich keine Schmach noch Pein von deiner Liebe scheiden. 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freudigkeit empfinden, so wirk' er doch sein Werk in mir, und rein'ge mich von Sünden. 11* 164 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, so laß mich noch im Tode denken: Wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken? - Mel. Allein Gott in der Höh'. 15. 96. Heil uns! Aus unsrer Sündennoth ist Rettung uns erworben. Der Herr will nicht des Sünders Tod. Was Adams Fall verdorben, hat er aus Gnaden uns ersetzt. Wie werth sind wir von ihm geschätzt! Wie groß ist sein Erbarmen.ndt $ 1901 02 2. Selbst seinen eingebornen Sohn fandt er zu uns auf Erden, von dem verdienten Sündenlohn ein Retter uns zu werden. Et kam und mit ihm unser Heil: er kam, am ew'gen Leben Theil uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o Tod, dein Stachel nun? Hier ist dein Ueberwinder. Für unsre Schuld genug zu thun, starb er, das Heil der Sunder. Wo ist nun, Sünde, deine Kraft? Hier ist der, der uns Kräfte schafft, dein Joch von uns zu werfen. - 4. Gelobt sey Gott! Gelobt sein Sohn, der Retter unsrer Seelen! nun kann uns auch auf Erden schon das wahre Glück nicht fehlen, getrost und froh in Gott zu seyn, wenn wir uns nur dem Heiland weih'n, den Gott für uns verordnet. und dem Erlöser überhaupt. 165 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Hånden. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 6. O, laßt uns ihm uns anvertrau'n, und niemals sein uns schämen! Auf seine Mittlershülfe bau'n und sein Joch auf sich nehmen, das ist der Weg zum ew'gen Wohl; der Weg, auf dem man friedenvoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, laß uns diese Seligkeit doch über alles schätzen. Nie können Güter dieser Zeit den Mangel uns ersetzen, wenn uns das größte Gut gebricht: ein reines Herz voll Zuversicht zu dir, Gott, unser Vater! are ta 8.O lenk auf dies erhab'ne Glück der Seele stårkste Triebe! Zeuch mächtig unser Herz zurück von schnöder Sündenliebe! An dem uns theu'r erworb'nen Heil laß uns im wahren Glauben Theil stets suchen und gewinnen. Mel. An Wasserflüssen Babylons. 97. Lob, Ehre, Preis und Dank ſey dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du 166 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen für und für. Wer kann dich g'nug erheben! Noch war die Welt ein Nichts, und schon war'st du groß, herrlich, Gottes Sohn! gekrönt mit Schmuck und Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherr schest weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie, denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: Werde! du bist es, dessen Allmachts ruf die ganze Welt aus nichts erschuf. Du bist's, der alles tråget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd' und Himmel in sich schließt, und was im Meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekommen; hast willig unser Fleisch und Blut, o Herr, an dich genommen. Aus der erschreck lichsten Gefahr zu retten, was verloren war, warst du ein Fluch auf Erden. D Huld, die sonst nichts gleiches hat! Du starbst für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden, und dem Erlöser überhaupt. 167 4. Du wardst es uns und bist es noch jetzt auf der Himmel Throne; suchst liebreich von der Sünde Joch und ihrem schnöden Lohne, die ihr noch dienen, zu befrei'n. Beschwerter Herzen Trost zu seyn, ist deines Herzens Freude. Du giebst den müden Seelen Ruh; und wer dich liebt, den stårkest du, daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet und endeft ihre Plage. Du bleibst bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Herr, dir sey ewig Dank und Ruhm für deinen Tod und Marterthum, für alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin! Gieb, daß ich mich, so lang' ich bin, in deinem Lobe übe. Mel. Allein Gott in der Höh'.— 15. 98. Liebesglut, wie kann ich dich nach Würdigkeit besingen! Wie wagt's ein schwacher Geist jetzt, sich so hoch hinauf zu schwingen! Es glänzet Gottes Herrlichkeit in lauter Lieb' von Ewigkeit; bleibt noch mein Herz erkaltet? 2. Gott, der in sich ganz selig war, das allerreinste Wesen, hat sich der schnöd'sten Sünder Schaar zu lieben auserlesen. Du staunst, Vernunft? gieb Gott die Ehr'! Gott wollt' unendlich lieben, mehr als du begreifen solltest. 168 und Erster Theil. 3. O Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schooß genommen! Er ist von seines Vaters Thron zu uns herabgekommen. Sein Mangel, Knechtsstand, Kreuz und Grab malt uns mit starken Farben ab, wie sehr Gott lieben könne. 4. Was ist die Welt, die arge Welt? was sind doch Adams Kinder, daß sie dein Sohn so theuer hålt? Er rettet diese Sünder: da du im Zorne Belial mit seinen Engeln allzu mal zum finstern Abgrund stießest. 5. O welche Tiefen seh' ich hier! nie werd' ich sie ergründen; doch seh' ich g'nug, um, Gott, mich dir auf's stårkste zu verbinden. Herr, dir sey ganz mein Herz gewährt, ein Herz, das dir allein gehört, als Schöpfer und Erbarmer. 6. O, liebster Vater, nimm es an, und rein'ge seine Triebe, daß ich, so gut ich immer kann, dich recht inbrünstig liebe. Die Welt nicht, Gott sey meine Lust; laß ewig nichts in meiner Brust als deine Liebe bleiben. 8) Von der Geburt Jesu Christi. Mel. Nun danket alle Gott. 9. 99. Es lag die ganze Welt mit Zorn und Fluch beladen; da öffnetest du, Gott! die Fülle deiner Gnaden. Dein Sohn erscheint; - Von der Geburt Jesu Christi. 169 du schickst den, dessen Dienst die Bahn dem Herrn bereiten soll, als seinen Knecht voran. 2. Gott, wer kann thun, wie du? Schon wohlbetagt an Jahren gebiert Elisabeth. Der Sohn der Unfruchtbaren, den jenes Engels Mund verheißen, soll't allein der keuschen Jungfrau Sohn, ein würd'ger Herold seyn. 3. Du willst durch ihn die Welt von deinem Heil belehren; und ihn auch ehrest du, um deinen Sohn zu ehren. Sein Vater wird erst stumm; der Stumme schnell beredt, und weissagt, da auf ihn der Geist des Herrn geråth. 4. Das Kind wird stark am Geist. Der Gnade treuer Lehrer, ein brennend, scheinend Licht, ein mächtiger Bekehrer, ein heil'ger Eiferer, der ohne Schonen straft. Auf seiner Seele ruht Elià Geist und Kraft. 5. O welch ein Gnadenwort! O welche süße Stimme, die in der Wüst' erschallt! Gott straft nun nicht im Grimme die sündenvolle Welt. Sein Himmelreich ist nah! denn der die Welt mit Gott versöhnen soll, ist da. 6. Euch ist solch Heil bereit't! Ihr Sünder, nehmts zu Ohren! Freut mit Johannes euch! wie er, noch ungeboren, des Heilands sich erfreut, so freut er sich auch nun, durch Tauf' und Predigten ihn allen kund zu thun. 170 Erster Theil. do 7. Allein zu Jesu hin verweis't er seine Jünger; allein auf Jesum zeigt sein aus gestreckter Finger. Seht, das ist Gottes Lamm, das mit dem Fluch belegt, für uns geschlachtet ward, und alle Sünden trågt. 8. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weiset, mit festem Glauben faßt, und auch im Leben preiset. Wer, seinem Taufbund treu, sich Jesu ganz ergiebt, der ist in ihm von Gott begnadigt und geliebt. 9. Das werd' auch unser Theil! Johannis Amt und Lehre verherrliche noch stets, Gott, deines Namens Ehre. Wer Buße thut und glaubt, hat Trost auf alle Zeit. Wer Buße thut und glaubt, der bleibt in Ewigkeit. Mel. Von Gott will ich nicht.- 56. 100. Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt! Damit das Heil der Sünder bei euch den Einzug hålt. O hemmt nicht seinen Lauf! Gott hat den Sohn ge geben, und mit ihm Heil und Leben; nehmt ihn mit Freuden auf. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; ihr Berge senket euch; senkt euch, und werdet eben, wenn Thale sich erheben; ihr Krümmen, werdet gleich. Von der Geburt Jesu Christi. 171 3. Ein Herz, das Demuth übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth liebet, mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das richtig ist, und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen zu dieser heil'gen Zeit, aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu! selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein; dies sey statt jener Krippen! so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar feyn. sodott mous GF 101. C rhebt den Herrn, ihr Frommen; er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zu unserm Leben, selbst seinen Sohn gegeben. Durch ihn sind wir erlöst. 172 Erster Theil. 12. Erlöst! O welche Gnade hat uns de Herr erzeigt! Der uns betroffne Schade, der uns so tief gebeugt, ist nun nicht unheilbar. Von Sünden und Verderben uns Rettung zu erwerben, gab Gottes Sohn sich dar. 3. Er kam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt. Voll Mühe und Beschwerden war hier sein Aufenthalt. Der ihm gegeb nen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durch Tod und Leiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht! O bringet Gott euern Lobgesang! Erlöste Menschen! singet dem Mittler ewig Dank. Wo niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt uns'rer Seelen Schaden. O nehmt ihn glau big an. 5. Du Freund der Menschenkinder! Ver wirf uns, Jesu! nicht. Dein Name, Heil der Sünder! ist unsre Zuversicht. Drum kommen wir zu dir. Hilf uns die Macht der Sünden noch glücklich überwinden! Denn dein, o Herr! sind wir. 6. Bei dir steht unser Leben. Zu unserm ew'gen Heil hast du dich hingegeben. Gieb uns am Himmel Theil! Laß uns dir folgsam seyn! Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freun. Von der Geburt Jesu Christi. 173 102. A Iso hat Gott die Welt geliebt, € daß er aus freiem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland giebt. Wie hat uns Gott € so lieb. 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der alle segnen kann, nimmt wie die Kinder Fleisch und Blut, doch ohne Sünden, an. 4. Ich freue mich, mein Gott, in dir. Du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? ist Gott mit mir? wer ist dann wider mich? Suo 5. Du Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst, so wie das Heil der Welt. 6. Was mir zum Seligseyn gebricht, das, Herr, erwarbst du mir. Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab' ich nun an dir. 7. Dein Mangel wird mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, gewinn ich Herrlichkeit. 174 Erster Theil. and no 8. Gelobt sey Gott! Gelobt sein Sohn! durch den er Gnad' erweißt! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb' ihn auch, mein Geist, er det mer enn 19 and Mel. Sey zufrieden, mein Gemüthe. 61. 103. Last uns unserm Gott lobsingen! Hoch erfreut laßt uns heut' ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stim met ein! Gott allein, unserm Gott sey Ehre! - 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich: Christus ist geboren! Er, der König aller Wesen, steigt herab, bis in'i Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rathschluß faſsen! Aber dies ist gewiß: Gott kann uns nicht haffen! Kommt der Sohn aus freien Trie ben zu uns her; wie sollt er nicht die Men schen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nåhm er dann Menschheit an? Er spricht: Sch errette. Deß soll sich der Erdkreis freuen! zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten, ſeht, was dort euer Hort schon für euch erlit ten. Er wird niedrig eurentwegen. Welch ein Freund! Er erweint feinen Feinden Segen. Von der Geburt Jesu Christi. 175 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen, gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann! betet an! opfert Freudenthrånen! Liebt ihn, der von Liebe brennet, traut dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sünden krånken, eilt herzu, suchet Ruh! Er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! Zittert nicht! denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Lage, euern Schmerz fühlt mein Herz! Kein Erlöster zage! Bringet ihm an seinem Feste Zutrau'n her, wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr als ihr litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 11. Gottmensch! du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg' ich nach, obwohl schwach, doch um so viel treuer. Keine Kreatur, kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 176 Erster Theil. nd no 13. Du kommst einst zum Weltgerichte! dann werd' ich, Richter, dich schau'n von Angesichte. Gott, wie wird dein Hasser beben! Dann werd' ich deiner mich freu'n und ewig leben. rindandi tinn@ 104.& #*** elobet seyst du, Jesus Christ, daß du Mensch geworden bist! Da eine Jungfrau dich gebar, frohlockte selbst der Engel Schaar. Hallelujah! grembo 2. Dich sah'n die Våter schon von fern, Davids Sohn und Davids Herrn; ihr Heil und ihre Zuversicht, und aller Völker Troft und Licht. Hallelujah! ein du 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie ihn sahn; auf die, so Finsterniß umgab, glänzt Gottes Wahrheit nun herab. Hallelujah! 4. Durch den die Welt einst worden ist, der einst richtet, Jesus Christ, der Schöpfung Herr, kommt in sein Reich, erniedrigt sich und wird uns gleich. Hallelujah! 5. Jauchzt Himmel, Erde freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich! Uns, Adams Von der Geburt Jesu Christi. 177 fündiges Geschlecht, entsündigt Er, macht uns gerecht. Hallelujah! 6. Gelobet seyst du, Jesus Christ, daß du Mensch geboren bist! Dir ist der Erdkreis unterthan! dich beten alle Himmel an. Hallelujah! Mel. Wie schön leuchtet der.- 35. 105. Friedensfürst aus Davids Stamm! o meiner Seelen Bräutigam! mein Trost! mein Heil, mein Leben! Dank sey dir, o Immanuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel' will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Weicht ihr Leiden, singt mit Freuden, Hosianna! seht er kommt jetzt: Hosianna! 2. Ich selbst bin nun von Freuden voll, und weiß nicht, was ich schenken soll dem auserwählten König! O theurer Jesu, nimm doch hin mich selbst und was ich hab' und bin, ach freilich ist es wenig. Schließ mich in dich. Nichts auf Erden, nicht Beschwerden, keine Leiden sollen mich je von dir scheiden. 3. Bleib, höchstes Gut, du Himmelszier! mein Leitstern stets, o bleib bei mir! Du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensquell' erquicke mich, du süßes Manna schenke dich zum Troste den Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden! Laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. 12 Erster Theil. Mel. Gott, mache du mich zc.- 17. 106. Gottessohn und Menschenkind! Mein Bruder, Gott und König! Mein Stam meln, meine Lieder sind vor deinem Glanz zu wenig. Wo Menschenweisheit sich kehrt um, wo Engelzungen lallen, da bliebe man wohl ewig stumm, wenn dir es würd' miß fallen, was Kinder stammlend bringen. 2. Was alles Denken übertrifft, was Wit unmöglich nennet, hat deine Wunderhand gestift't, die keine Schranken kennet: Gott wird ein Mensch, der Herr ein Knecht, und Menschenarme tragen den, der den ganzen Weltkreis trågt. Was kann ein Klügling sagen, dies Råthsel aufzulösen. 3. Du bautest aus Maria dir, o große Erdgesandte! die Hütte, da dein Herz z mir in Liebesflammen brannte. Du kamst ins Elend nackt und blos, zu kleiden mich mit Segen; verließest deines Vaters School, um mich darein zu legen, und ewig zu erquicken. 4. Was aller heil'gen Våter Schaar ver langte zu erblicken; was Adam schon ver heißen war; was Lamech konnt' erquicken; was Jakob sah; was er besang; was Hiobs Trost gewesen; und was durch Davids Harf' erklang, das alles ist zu lesen in meines Heilands Krippe. 178 Von der Geburt Jesu Christi. 5. Mein Blutsfreund, mein Smmanuel! was konnte dich bewegen, mein Goel, meine Lebensquell! den Zepter hinzulegen, und kommen in dies Jammerthal, um dich mir ſelbst zu schenken? Ich wende mich hin überall, ob etwas auszudenken, die Gabe zu vergelten. 6. Wår nicht der ganze Himmel dein, und könnt' ich ihn dir geben, so würd' es doch zu wenig seyn: Könnt' ich mein Blut und Leben zu tausend mal hingeben dir, so blieb ich doch in Schulden; weil, was du hast gethan an mir, und für mich wollen dulden, unendlich mehr verdienet. 7. Doch sieh, mein Herz, o welche Lieb'! der Herr will keine Gaben; komm nur, und dich ihm selbst ergieb, das ist's, was er will haben. Der sich dir schenket, will allein mit Glaub' und Liebesarmen in Dankbarkeit umfaſset seyn. Aus ewigem Erbarmen bist du von ihm erkaufet! 179 Mel. Jesus meine Zuversicht.- 47. 107. Gottes und Marien Sohn! Liebster Jesu! Sey willkommen! der du Armuth, Spott und Hohn mit der Menschheit angenommen. Nette mich aus aller Noth, welche meiner Seele droht! 2. Wir empfinden alle noch, was uns Adam einst verloren: und auch ich bin in 12* 180 Erster Theil. dem Joch seiner Missethat geboren. Doch ich hoffe jetzt auf dich. Andrer Adam, åndre mich! 3. Du bist worden, was ich bin: Laß mich auch, was du bist, werden; Nimm mein Sündenelend hin: Mache mich dir gleich auf Erden! und verleih' von deinem Heil mir, o Jesu, auch mein Theil! 4. Aus dem Himmel kamst du her, hilf mir Armen aus der Hölle: Nur ein Stall war dir noch leer; aber gieb mir eine Stelle unter denen, die bei dir wohnen wer den für und für. 5. Steckt mein Herz in böser Lust, lasse du es nicht so bleiben! Wohne selbst in meiner Brust, alles Böse zu vertreiben, bis ich, ganz mit dir erfüllt, habe Gottes Ebenbild. 6. Wurdest du ein Menschensohn: mache mich zu Gottes Kinde, daß ich stets vor seinem Thron einen Vater an ihm finde! Er ist ja nicht mehr mein Feind, denn ich bin dein wahrer Freund. 7. Wenn der Teufel sich erboßt auf uns schwache Menschenkinder, so hab' ich den großen Trost: daß du da bist, Heil der Sünder! Dir ergeb' ich Leib und Seel, hilf mir, mein Immanuel! Von der Geburt Jesu Christi. 108. D 181 er du uns das Heil errungen, Mensch geword'ner Gottes Sohn! ewig sey dir Lob gesungen, daß du von des Himmels Thron, uns zu gut, ins Fleisch gekommen. Der du voller Freundlichkeit, långstens schon vor meiner Zeit, dich auch meiner angenommen, und mein Bruder worden bist, sey gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sey gelobt! denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O wie hoch haft du geehret unser sterbliches Geschlecht; Herr, du hast es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zur Lust dir auserwählet. Ja, in dir, du Gottes Sohn, sitzt der Mensch auf Gottes Thron. 3. Du, du bist der Völker Segen, kamſt, vom Fluch uns zu befrei'n, und wir können 182 Erster Theil. no deinetwegen nun auch Kinder Gottes seyn. Hat die Sünd' uns gleich verdorben, o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung ver schafft, und die Züchtigkeit erworben, einst von Sünden völlig rein, deinem Bilde gleich zu seyn. 4. Du bist Mittler! Heil uns Sündern! huldreich gab der Vater ihn! Du hast armen Adamskindern nun sogar das Recht verliehn, in den Himmel einzugehen, und des Herren Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Nun hat meine Zuversicht einen Anker, der nicht bricht. 5. Sollte Gott mich nun wohl hassen? Hier ist ja Immanuel. Sollt' er mich wohl hülflos lassen? Hier ist ja der Hülfe Quell. Was vermag mich anzufechten? Er, det meinen Jammer kennt, und mich seinen Bruder nennt, sight als Herr zu Gottes Rechten. Durch ihn bin ich Gott vereint. Gott ist mein versöhnter Freund. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme seyn. Nimmer will ich dein vergessen, dir will ich mich ganz vertrau'n, freudig folgen, auf dich bau'n. Deine Huld ist unermessen. Gieb, daß ich für deine Treu' dir auf ewig dankbar sey. 183 Von der Geburt Jefu Chrifti. Mel. Vom Himmel hoch da komm. 109. Dies ist der Tag, den Gott gemacht. Sein werd' in aller Welt gedacht. Ihn preiſe, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt. Doch, als die Zeit erfüllet ward! da fandte Gott von seinem Thron dich, Heil der Welt! dich, seinen Sohn! 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geist voll Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion! kommt zu dir; er kommt voll brünstiger Begier, dich zu erfreun; er hilft dir gern. Gelobt sey, der da kommt vom Herrn! 184 Erster Theil. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst! Immanuel und Friedefürst! auf den die Völker hoffend sah'n; dich, Gott, mein Heiland, bet' ich an. 7. Du unser Trost und höchstes Gut! vereinigst dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majeståt! Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Selig keit! Du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt, ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zag' ich nun, wenn der mich schüßt, der in des Vaters Schooße sitt! 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 11. Herr, der du uns den Tag gemacht, der uns solch' großes Heil gebracht. Dich preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 110.6 ott! deine Gnade sey gepreis't! ** Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre Von der Geburt Jesu Christi. 185 dich, mein tråger Geist! ihr Wohlthun zu erheben. Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich eingestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! Erwünschte Nacht! von Engeln selbst besungen! Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der alles schuf und alles hålt, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kamest, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest! Sohn Gottes! o wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um meinem Heil zu dienen. 4. O lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich auf dieser Erd', dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod; und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 186 Erster Theil. 5. Noch stårker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. Du sahest unsre Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du stimmtest, unser Heil zu seyn, in deines Vaters Rathschluß ein; wardst Mensch, und kamst mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 6. Immanuel! dein freu' ich mich. Du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beff'rungskraft, und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund! für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab', und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin. Ich will dich ohn' Aufhören mit Leib und Seel' verehren. 8. 3war seh' ich dich im Fleisch noch nicht; doch du wirst wiederkommen; und dann schau'n dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd' ich auch, Herr Jesu Christ! dich schau'n so herrlich, als du bist. Dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. 187 Von der Geburt Jesu Christi. Mel. Valet will ich dir geben.- 57. 111. Shr, die ihr war't verloren! hört, was euch trösten kann! Der Heiland ist geboren, und nimmt sich eurer an. Deß freuet sich dort oben der Engel heil'ge Schaar, und ihre Chöre loben Gott darum immerdar. 2. Sie wissen nichts vom Neide, freu'n sich mit uns zugleich, und singen: große Freude verkündigen wir euch! Euch ist dies Kind gegeben! Euch solches Heil bereit't; bei Gott dereinst zu leben in steter Seligkeit. 3. Daß sich kein Mensch betrübe! dies Kind zerbricht das Joch, bringt euch des Vaters Liebe; was trauert ihr nun noch? Er schenkt ein himmlisch Erbe! Wohl dem, wer an ihn glaubt! daß jeder fröhlich sterbe, da solch ein Schat ihm bleibt! 4. Tod, Sünde, Teufel, Hölle, was wider euch gekämpft, hat er, an eurer Stelle bestritten und gedämpft. Dies Kind tritt sie darnieder. Nun seyd ihr wohl gerächt, und Gott erhöht nun wieder das sterbliche Geschlecht. 5. So rühmen sie; mit ihnen frohlocket jeder Christ, daß Gott im Fleisch erschienen, der Herr sein Bruder ist. Dein sind nun unsre Herzen. Herr, dir geloben wir: uns trennen weder Schmerzen, noch Freud' und Glück von dir. Min Erster Theil. and all 112. Herr! laß mich doch recht feierlich des Heilands Fest mit Lob und Dank begehen! Lieb' ist der Dank, der Lob gesang, durch den wir dich, du Gott der Lieb'! erhöhen! 2. Wie bin ich froh, daß du also, o Gott! die Welt in deinem Sohn geliebet! O! wer bin ich, daß du auch mich so herrlich hoch, noch eh' ich war, geliebet? 188 3. Er unser Freund, mit uns vereint, zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren; er wird uns gleich, um, Gott, dein Reich, und deine Lieb' im Fleisch zu offenbaren. 4. An seinem Heil gieb mir auch Theil! Hilf, daß ich redlich glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht, sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich Gottessohn! bekleiden, speisen, trånken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreu'n und dein dabei gedenken. Von der Geburt Jesu Christi. 189 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden! die Christenheit preist dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn, er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Hallelujah! Hallelujah! Freut euch des Herrn, und jauchzt ihm, ihr Erlös'ten! Mel. Herr, laß mich doch recht feierlich.- 112. 113. Christenheit! sey hoch erfreut! das Heil der Welt, der Mittler ist geboren, der uns erlös't und ewig tröst't. Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. 2. O große That! nach Gottes Rath hat sich sein ew'ger Sohn für uns gegeben. Ein Menschenkind, doch ohne Sünd', ward er für uns, und bracht uns Heil und Leben. 3. O Seligkeit! er hebt das Leid, das durch den Sündenfall auf uns gekommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth. O, jauchzt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank. Du wurdest Mensch, damit wir selig würden. Du machst uns groß, und völlig los vom Fluch der Sünd' und ihren schweren Bürden. 5. Gelobt sey Gott! Auf unsre Noth sah er als Vater mitleidsvoll hernieder. O Chri 190 Erster Theil. stenheit! preis' ihn erfreut. Denn Gottes Sohn bringt das Verlorne wieder. Mel. Herr, laß mich doch recht. - 112. 114. Wirf, blöder Sinn, den Kummer hin. Gott ist für dich, was will dich ferner kranken? Hallelujah! Sein Sohn ist da, wie sollt' er uns mit ihm nicht alles schenken? 2. Schlägt dir das Herz vor Angst und Schmerz, empfindest du, wie sehr die Sünden krånken? Dein Heil ist hier; wie? sollte dir nicht Gott mit ihm auch Gnad' und Friede schenken? 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, mußt du mit Schaam an deine Schwäche denken? er, der dir giebt das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn der Bosheit schlauen Nån ken? Erschrick nur nicht! Gott ist dein Licht. Er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. 5. Gebricht es dir bald da, bald hier, forgst du, wer dich noch speisen wird und trånken! O fasse Muth! das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins Meer der Traurigkeit versenken. Von der Geburt Jesu Christi. 191 Dein Heil ist da. Hallelujah! Wie sollt uns Gott mit ihm nicht alles schenken. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.- 67. 115. Wie soll ich dich empfangen, o Jesu, meine Zier, o aller Welt Verlangen, wie gerne will ich dir mein Herz zum Tempel weihen! Nur zeige du mir an: womit ich dich erfreuen, wie ich dir dienen kann. 2. Dort streut dir Zion Palmen; wird nicht mein Herz gerührt? Es zeigt durch frohe Psalmen, was es für Regung spürt. Dich, Herr, soll es erheben, denn dir gebühret Ruhm, dir soll es Ehre geben, dies Herz, dein Eigenthum. 3. Nichts hast du unterlassen zu unsrer Seligkeit, als wir im Staube saßen, gebeugt vom schwersten Leid. Da mir das Reich genommen, wo Fried' und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen, und hast mich froh gemacht. 4. Sch lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie ird'scher Reichthum thut. 5. Was hat dich, Herr, getrieben, dich, den kein Himmel hålt, als nur dein theures Lieben, womit du diese Welt bei ihren lauten 192 Erster Theil. Klagen, bei ihrer Jammerlast, bei ihren tausend Plagen so fest umfangen hast. 6. So jauchze nun von Herzen, du hochbe trübtes Heer! bei denen Gram und Schmerzen sich häufen immer mehr. Seyd unverzagt, erblicket die Hülfe vor der Thür; der euer Herz erquicket und tröstet, stehet hier. 7. Sollt' euch nun noch erschrecken der Sünde schwere Schuld? Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb' und Huld. Et kommt, er kommt den Sündern zu wahrem Trost und Heil; macht sie zu Gottes Kin dern, und Gott zu ihrem Theil. 8. Laßt eure Feinde drauen, weicht darum nicht zurück, der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, der große König! der Rächer eilt geschwind! stürzt, Feinde! die zu wenig zum Widerstande sind. 9. Du kommst zum Weltgerichte, verklärter Menschensohn! im majestät'schen Lichte, und mit dir kommt dein Lohn. Geh' auf, o wahre Sonne! und leucht' in vollem Glanz, erfüll mit ewger Wonne das Herz der Deinen ganz Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 116. Wie lang' soll ich traurig stehen, du Gesegneter des Herrn. Solltest du Von der Geburt Jesu Christi. 193 vorüber gehen? Tritt doch nicht von mir so fern. Helfer in der rechten Zeit, der mit ew'gem Trost erfreut! Hilf, o Jesu, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Schau auf meinen großen Jammer! stille des Gesetzes Drau'n! Denn dies Wort ist als ein Hammer, und zermalmt mir mein Gebein. Es verkündigt Fluch und Tod. Ach, wie schrecklich wird mir Gott! Komm, von des Allmächt'gen Pfeilen mein verwundet Herz zu heilen. 3. Sieh', wie Satan seine Lügen noch in diese Schrecken mischt; als mußt' ich, gleich ihm, nun liegen in der Glut, die nie verlischt. Weh' mir, zu noch größerm Schmerz wird mein schon zerriß'nes Herz durch das folternde Gewissen immer beftiger zerrissen. 4. Flieh' ich dann, die Angst zu lindern, da ich ſo beangstigt bin, zu der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends ganz dahin. Da ist Freude, die betrübt; Trost, der nicht 13 in Erster Theil. Erquickung giebt; Helfer, die mir Unlust machen; Freunde, die wohl meiner lachen. 5. Wo ist etwas, das nicht nichtig, dürftig und voll Mühe wår? Hab' ich Hoheit, die is flüchtig. Hab' ich Reichthum; was ist's mehr, als ein wenig schnöder Erd'? Hab' ich Lust; was ist sie werth? Was ist, das mich heut' erfreuet, und nicht morgen schon gereuet? 6. Aller wahrer Trost im Leide ruht in dir, o Jesu Christ; und auch du allein giebst Freude, die ganz rein und lauter ist. Ach wie sehn' ich mich nach dir! Eile, Jesu! komm zu mir, daß ich deine Hülfe sehe, eh' ich i der Angst vergehe. 194 7. Freu' dich, Herz, du bist erhöret. Jego zeucht er bei dir ein. Sein Gang ist zu dir gekehret. Auf! heiß' ihn willkommen seyn! Er verspricht dir Heil und Ruh. Auf! be reite dich ihm zu, daß er dich zur Wohnung wählet, und da klag' ihm, was dich quälet 8. Wohl dir, daß dich Jesus liebet! Wo ist, was dir schaden kann? Was du Böses selbst verübet, das sieht Gott nun nicht mehr an. Auch wird, was sich in der Welt Böses dir entgegen stellt, statt dich in den Staub zu legen, dir nur lauter Glück und Segen. 9. Dir dient selber das zum Heile, was die Sünder schreckt und quält; denn du haft 195 Von der Geburt Jesu Christi. zum besten Theile deinen Jesum dir erwählt. Sey ihm, wie er dir ist, treu, und es bleibet fest dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Von der Erscheinung der Weisen. Mel. Gott des Himmels und der.- 32. 117. Gott der Juden, Gott der Heiden! Aller Völker Heil und Licht! Saba sieht den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht: Sem und Japhet kommt von fern, dich zu sehn, du Jacobsstern! 2. Wir gesellen uns zu denen, die aus Morgenlande sind; unser Fragen, unser Sehnen ist nach dir, du großes Kind! Unsre Kniee beugen sich, unser Arm umfasset dich. 3. O, mit welchen ird'schen Schätzen mag ein armer Sterblicher dich erquicken und ergößen? Du bist über alles Herr. Ein Geschenk, das dich erfreut, ist ein Herz voll Dankbarkeit. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb' und Hoffnung an. Was wir sind, und was wir haben, sey dir gånzlich unterthan. Hier ist mehr, denn Salomon. Dein sind wir, o Gottes Sohn! 5. Nimm dies Opfer in Genaden von getreuen Herzen an. Sucht uns mancher 13* 196 Erster Theil. Feind zu schaden, der dich nicht vertragen kann! so nimm uns bei seiner Wuth, starker Gott! in deine Hut. 6. Heilig führest du die Deinen; sicher machst du ihre Bahn. Laß uns gleichen Trost erscheinen, nimm dich unser mächtig an. Führe du uns bei der Hand in das wahre Vaterland. Der 98. Pfalm. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte.- 33. 118. Ihr Volker, stimmet nun mit Freu den dem, der manch Wunderwerk gethan, dem Sieger über Feind und Leiden, dem Herrn ein neues Loblied an! Denn euch, die ihr im Finstern waret, erscheinet Licht und Heil jegund; sein starker Arm ist offenbaret; sein Recht wird allen Völkern kund. 2. Er denkt daran, was er vor Zeiten dem Hause Israel verhieß: die Huld, das Heil, die Seligkeiten, die seine Wahrheit hoffen ließ, die fallen jedem ins Gesichte, die zeigen sich jest offenbar: es wird sein Heil in vollem Lichte auch den entfernt'sten Låndern klar. 3. Drum jauchzet, singet, lobet alle, preist Gott mit Saiten und Gesang, der Harfen sanfter Ton erschalle, und der Posaunen heller Klang! Es lobe alles dessen Ehre, der als der größte König thront, die fisch Von der Geburt Jesu Christi. 197 und inselreichen Meere, der Erdkreis, und was drinnen wohnt. 4. Die an der Ströme Ufer pflügen, besingen ihn, und freuen sich, und die, so auf den Bergen liegen, frohlocken vor ihm inniglich! Es kommt, es eilt mit hoher Stårke der Richter aller Welt herbei. Er stürzet Satans Reich und Werke, und schaffet alle Dinge neu. Von dem Namen Jesus. Mel. Aus tiefer Noth schrei. 119. M ein Jesu, du hast unsre Schuld mit ihrer Strafe Pla- gen, o unerhörte Lieb' und Huld! freiwillig wollen tra- gen. Du, der Gerechte, ließest dich zur Sünde machen, daß ich mich in dir gerecht kann nen- nen. 2. So heissest du nicht Jesus nur; du bist auch, was du heissest; da du die menschliche Natur aus allem Jammer reisfest. Die That stimmt mit dem Namen ein; du wolltest, was du heissest, seyn, mein Heil, mein Seligmacher. 198 Erster Theil. 3. In keinem andern ist ja Heil; kein Nam' ist uns gegeben, darin wir könne nehmen Theil an Seligkeit und Leben; d bist's allein, der jedermann ein ewig's Leben geben kann. Gelobet sey dein Name? 4. O Name! werde doch in mir durc Gottes Geist verklåret: da, was verborgen ist in dir, kein fleischlich Herz erfähret. Denn die Vernunft begreift es nicht, ohn deines Geistes Gnadenlicht blieb' es unauf geschlossen. 5. Laß mich empfinden deine Kraft, von heißer Liebe brennen, und deines Namen Eigenschaft stets aus Erfahrung kennen So wird der Sündennoth gewehrt, in Hoff nung meine Furcht verkehrt, und Seligkeit mein Erbe. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden. Mel. Vater unser im Himmelreich. 120. Kein Lehrer ist dir, Jesu! gleich E£ An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort, als That, der schwachen Menschen sich'rer Rath. Es freut men Vom Wandel Jesu auf Erden. 199 Geist im Glauben sich; Herr Jesu, dein und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden deiner Huld. Auf ewig sey dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 3. Du sahest in der Gottheit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was, nach des Höchsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen kund. 4. Dies, und die Wunder deiner Hand, sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sey Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. 5. Du lehretest durch Wort und That. Man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heil'gen Wandel an. Gieb, Herr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu dir nachzufolgen eifrig sey. 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein 200 Erster Theil. Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nußen schafft! 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinen Siegen måchtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte giebt 8. Mein Heiland! send' ihn auch zu mir; daß Er mich zu der Wahrheit führ'; vom Eigendünkel mich befrei; damit ich dir ge horsam sey; bis mich bei dir in Ewigkeit ein hell'res Licht dereinst erfreut. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 121. H eiland! deine Menschenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret, und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen bist in Knechtsgestalt erschienen. O wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe. 201 Vom Wandel Jefu auf Erden. 2. Ueber seine Feinde weinen, jedermann mit Hülf' erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen, mehr als våterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in and'rer Dienst verzehren, das sind Proben wahrer Güte: und so, Herr, war dein Gemüthe! 3. O du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! und wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren; Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken; das war täglich dein Geschäfte; selbst mit Aufwand deiner Kräfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, dich von Sündern ließ'st verhöhnen und zum Schimpf mit Dornen krönen, ja, uns Leben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, Drohen, Klagen, andrer Schmach und Last 202 Erster Theil. mock zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, deine Feinde zu vertreten und für Mörder selbst zu beten. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, o wie wenig hast du je nach Ruhm getrachtet, und auf Menschenlob geachtet. Willig litt'st du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Er niedrigungen. Lob sey dir dafür gesungen! 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen, deinen Wandel oft erwägen! und bei des Gewissens Schmerze tröste mich dein huld reich Herze! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaff'ner Menschenliebe! Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! Mel. Mach's mit mir Gott. 26. 122. Du wesentliches Ebenbild der aller höchsten Liebe! Du warst, o Jesu, ganz erfüllt mit Gott geweih'tem Triebe. Gott war dein Zweck, dein höchstes Gut! ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, ein Herz Sein Wille war dein Wille. Du ehrtest ihn auch unter Schmerz stets mit zufried'ner Stille. Auch auf der allerrauh'sten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 3. Du suchtest nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwarfft Vom Wandel Jesu auf Erden. 203 dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein: ein Herold seines Ruhms zu seyn. 4. Du giengst verstummt zur Schlachtbank hin, Gehorsam zu bezeigen. Man sah dich mit gelaßnem Sinn zur Schädelstätte steigen. Du warst zur tiefsten Schmach gefaßt, und trugst die schwere Kreuzeslast. 5. O Heiland, der du mich versöhnt, laß dein Verdienst mich decken, wenn mich, der ich Gott oft verhöhnt, verdiente Strafen schrecken. Hilf mir, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu'! Mel. Gott werde stets von dir.-72. 123. Wie göttlich sind doch Jesu Lehren! Wie überzeuget seine Macht! Wenn wir nur von den Thaten hören, die er noch in dem Fleisch vollbracht: so stimmet ihm der Glaube bei, daß er der Welt Erlöser sey. 2. Die Herrlichkeit war voller Gnaden, die man aus seinen Zeichen sah. Er wirkte nie zu Jemands Schaden, wie von Propheten sonst geschah; und raffete die Sünder nicht durch Tod und Plagen vor's Gericht. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör; der Aussag mußte vor ihm schwinden; der Stumme sang ihm Dank und Ehr'. Sein Machtwort 204 Erster Theil. hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehn. 4. Er schalt des Satans Legionen; die Legionen scheu'ten ihn: so mußten sie die Menschen schonen, und plößlich in den Ab grund fliehn! Berief er seiner Engel Schaar, so stellten sie sich dienstbar dar. 5. Sein Segen speis'te ganze Heere, da, wo es doch an Brod gebrach: und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sahe man in allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn! 6. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke, als dein Gesandter, sich bewährt! Wir nehmen solchen gläubig an, und sind ihm willig unterthan. 7. Erfüll', o Herr, nur unsre Herzen mit seiner Lehr' und Göttlichkeit! damit wit nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht; und schaffe, daß ihm unsre Treu bis in den Tod beständig sey! 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu. Mel. Zeuch mich, zeuch mich. 81. 124, Gott! was muß dein Sohn ertra gen! welche Marter! welchen Tod! Allem Trost muß er entsagen! Konnt' ich denn in - Von dem Leiden und Sterben Jesu. 205 meiner Noth, bei dem Schreien meiner Sünden, sonst nicht Trost und Rettung finden? 2. Schöpfer! kâme denn uns Armen ohne sein Versöhnungsblut nicht dein väterlich Erbarmen, deine Gnade nicht zu gut; wenn wir gleich die Schuld bereuen, und um und um Gnade zu dir schreien? 3. Und mußt du versöhnet werden? muß bei dir ein Mittler seyn? war denn keiner hier auf Erden, war kein Engel selbst so rein, der uns, Gott, mit dir versöhnte, und mit Heil und Segen krönte? 4. Gnade willst du zwar erweisen, doch soll die Gerechtigkeit auch der Sünder zitternd preisen, wenn ihn seine Schuld bedraut. Keiner kann bei seinen Sünden ohne Mittler Gnade finden. 5. Niemand aus der Engel Orden, niemand aus der Menschen Schaar ist dazu ersehen worden, weil doch keiner tüchtig war; Gott nur konnte Gott versöhnen, mich mit Heil und Segen krönen. 6. Darum kam dein Sohn hernieder, nun zugleich ein Mensch, wie wir, und versöhnte seine Brüder, Herr, durch seinen Tod mit dir. Heilig bist du, und ein Rächer, und doch schonst du der Verbrecher. 206 ed Erster Theil. ndoft 7. O Geheimniß weiser Güte, das kein Engel ganz durchschaut; rühre kraftig mein Gemüthe; wie mein Herz auf dich vertraut, Gottmensch! so laß auch mein Leben dit Lob, Preis und Ehre geben! Vom Seelen- Leiden. Mel. Ihr Frommen, auf! 49. 125. Jesu, Brunnquell aller Freuden! wirst du mit Traurigkeit erfüllt? Mußt du in deiner Unschuld leiden, daß Schrecken aus dem Herzen quillt? So viel theure Streite sah man auf die Scheiter, und zur Feur gluth steigen, ohn' Entfårben in der Marte sterben, mit getrostem Muth. - 2. Wie kommt's, daß deine Glieder zittern? Unüberwindlich großer Held! daß Schmerzen deinen Leib erschüttern, daß dich ein Grauen überfällt? Kann der Tod ein Schrecken dit vielmehr erwecken, als er jenen thut, wenn sie ohn' zu beugen von der Wahrheit zeugen, selbst mit ihrem Blut? 3. Ach ja, der Tod, der dich umgiebet, ist gar von einer andern Art; der Grimm, den er an dir verübet, ist mit des Himmels Zorn gepaart: denn du fühlst die Pfeile, und des Fluches Keile; jene fühlen's nicht: weil du dich mußt quälen, hatten ihre Seelen deiner Freuden Licht. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 207 4. Du bist das Lamm, das Schuld und Strafe auf seinen Schultern willig trågt; der gute Hirt, der für die Schaafe sein theures Leben niederlegt. Du bezahltest Schulden, und willst das erdulden, was wir all' verdient: auf dir liegt's alleine, daß wir würden reine, und mit Gott versuhnt. 5. Dies ist die Ursach' deiner Klagen; das Herz fließt über durch den Mund, und macht sein schreckenvolles Zagen durch schreckenvolle Worte kund: da du selbst bezeuget, daß dein Geist gebeuget sey bis in den Tod. Dieses ist die Quelle, da die můde Seele sich erfreut in Gott. 6. Ich will für solche Liebesproben, dergleichen man noch nie gesehn, dich, mein Erlöser! ewig loben, werd' ich vor deinem Throne stehn. Laß dein traurig Ringen mir indessen bringen wahre Glaubensfrücht'; daß ich mich verschreibe, und dir treu verbleibe, o mein Lebenslicht! Mel. Getreuer Gott, wie viel.— 37. 126. So gehst du, Jesu, williglich dein Leiden anzutreten, mit heißen Thränen auch für mich zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen hast, gehst bin, um aller undenlast auf dich allein zu laden. Da schon das Schwerdt gezücket war, stellst 208 up Erster Theil. d 006 du dich seinen Streichen dar, damit sie uns nicht schaden. 2. Du Held, der andern Stårke giebt, was kann dich so erschüttern? Ach, seine Seele wird betrübt, des Helden Glieder zittern. Ach, hingesunken auf die Knie, arbeitet er in schwerer Müh, und kämpfet im Gebete. Er wünscht den bangen Kampf verkürzt. Wer sieht dies, und wird nicht bestürzt? O schauervolle Stätte. 3. Gott, wie bist du so wunderbar in allen deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel muß sogar den Herrn vom Himmel stårken. Er ringt. Von seinem Angesicht traufi Schweiß, ach wer entsetzt sich nicht? Für Schweiß trâuft Blut zur Erden. Der du in reiner Unschuld prangst, wie konntest d von solcher Angst, o Herr, bestürmet werden? 4. Ach, Herr, der Sündenknecht war ich Ich sollte Blutschweiß schwißen. Es sollt billig nur auf mich der Rache Wetter blißen Ich Armer, wie entrinn ich da! vor Gottes Zorne müßt ich ja ohn' allen Trost versin ken. Und da kömmst du, daß du ihn stillst Sohn Gottes du, du selber willst den gan zen Zornkelch trinken. 5. Heil mir! der Sohn des Höchsten ha für mich sich richten lassen. Gott, weld Von dem Leiden und Sterben Jesu. 209 ein wundervoller Rath! wer kann dein Thun noch fassen? Ach! da uns Fluch und Strafe droh'n, so trågt er sie für uns, der Sohn, den Gott uns selbst gegeben. Nun jauchze Seele! du kommst nicht in Gottes schreckliches Gericht; du dringst hindurch ins Leben. 6. Doch denk, um welchen theuern Preis dein Heiland dich erkaufet! für dich rang er im Todesschweiß, für dich mit Blut getaufet! ach Seele, sorge, daß dich nie die Sünd' in ihre Nege zieh', nichts deine Treu' erschüttre! Reizt dich das Fleisch, ach höre nicht! schau' hin in's furchtbare Gericht, das Jesum traf; und zittre! Von den Banden Jesu. Mel. Alle Menschen müssen. 82. 127. Gottes& amm, durch dessen Wunden unser Heil wird festgesetzt! Ach, wie hart wirst du gebunden, und dein heil'ger Leib verleßt! Deiner Feinde strenge Hände wissen ihrer Wuth kein Ende; und du giebst mit stillem Sinn dich in ihre Fesseln hin. 2. Mehr als zwölf der Legionen, welche dort um fenen Thron deines großen Vaters wohnen, stehn bereit, o Menschen Sohn! deine Ketten zu zerschlagen, deine Feinde zu verjagen; aber du verlangst es nicht, daß man deine Bande bricht. 11 14 210 Me mom Erster Theil. me note 3. Du bist selber reich an Stárke, die sic jetzt auch nicht verlor; aber hier in diesen Werke geht Geduld der Allmacht vor. Dem sonst müßten Band und Schlingen wie de Simsons Stricke springen; und der Feinde große Zahl stürzte deiner Gottheit Strahl 4. Starker Held, um meinetwillen stredfi du deine Hände dar, um die Schriften erfüllen, schonest du der frechen Schaar wehrst dem Schwerdte deines Freundes, heil die Wunden deines Feindes, und dein Arm nimmt Fesseln an, die er doch vermeiden fann.is 5. Alles, was du ausgestanden, ist meinem Heil geschehn; und die Schmach von deinen Banden macht, daß ich kann ledig gehn. Weil man dich gefangen führet, bleib ich frei und unberühret; weil du deiner Kette Last mir zu gut getragen hast. 6. Heiland, wie ist deine Güte für mig Sündenknecht so groß! mache dann aud mein Gemüthe immer mehr vom Eiteln los Lasse mich mit ihren Stricken Welt un Lüste nicht berücken, daß ich von der Sünd frei, dir nun ganz ergeben sey! 7. Laß in diesen Prüfungstagen den durd dich erlößten Geist keine andre Bande tragen als die du mich tragen heißt: Bande deine Furcht und Strick Von dem Leiden und Sterben Jesu. 211 Liebe. Lege meines Fleisches Triebe solche Strick' und Fesseln an, die es nicht zerreißen kann. add und 8. Soll ich einst die Ehr' erlangen, daß ich deines Geistes voll, auch in andern Fesseln prangen und für dich was leiden soll; ach so laß mich in den Banden, in Gefängniß, Schmach und Schanden, ja in aller Todespein dir, mein Heiland, ähnlich seyn. 901) N Mou Von der Geiselung Jesu. 9100 Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele.- 29. 128. Unser Heiland steht gebunden, voller Striemen, voller Blut, und fühlt so viel neue Wunden, als der Kriegsknecht Streiche thut. Seht, was seine Liebe kann! und wir denken kaum daran, daß er wegen unsrer Schulden, dieses alles muß erdulden. 12. Da die Welt in Seide pranget, steht ihr König nackt und blos, da er anders nichts verlanget, als uns in des Vaters Schoos dermaleinst zu führen ein, lassen wir von eitlem Schein, lieber, als von seinen Schlägen, unsern schnöden Sinn bewegen. 3. Lehre mich, o Heil der Armen! deiner Streiche hohen Werth, was dadurch für ein Erbarmen und für Trost mir wiederfährt; da dein Blut, das von dir fließt, ein bewährter 14* 212 Erster Theil. and no Balsam ist, von dem Gift der Sündenbeulen mich zu rein'gen und zu heilen. 4. Willst du, daß ich mit empfinde, wi dich deine Geisel schmerzt, wenn mein Her durch Schuld und Sünde, Jesu, deine Gunst verscherzt: ach, Herr, so verbirg nur nicht dein genådig Ungeficht, laß von deiner Strafe Ruthen nicht zu sehr die Wunden bluten. 5. Herr, du littest nicht vergebens. Wenn ich dann nach Gottes Schluß, an dem Ende meines Lebens, mit dem Tode ringen muß ach, so zeige dich nur bald in der tröstlichen Gestalt, da vom Scheitel bis zu'n Füßen des Versöhnbluts Ströme fließen. 6. Was mußt du, mein Heiland, leiden welche Schmach und welche Pein! doch d siehst auf jene Freuden, und erduldest Schmad. und Pein. Laß mich auch voll Zuversicht. wenn dereinst das Herz mir bricht, meine Leiden Ausgang schauen; fest will ich auf dich vertrauen. Mel. O Gott, du frommer. 8. 129.Seht, welch ein Mensch! ach seht! mit Schand' ist er bedecket, der Glanz der Herr lichkeit! Schaut Menschen, und erschrecket! Des Höchsten Sohn habt ihr so tief herab gebracht! so schwere Müh' hat ihm nur eut Schuld gemacht! and thi Von dem Leiden und Sterben Jesu. 213 2. Seht, welch ein Mensch! Weh' euch, wenn hier noch vor den Sünden nicht eurer Seele grâult! Sein Zorn wird sich entzünden! Dann fordert er die Schmach, die er für euch empfand, so ihr euch nicht bekehrt, im Zorn von eurer Hand. 3. Seht, welch ein Mensch! die ihr in Heiligkeit ihm dienet, schaut, wie er Sünden büßt! schaut, wie er uns verfühnet! Wohl euch, daß seine Schmach euch schmerzet und betrübt. Erfreuet euch des Heils, das diese Schmach euch giebt. 4. Seht, welch ein Mensch hier steht, Verbrechern gleich gebunden, an dem sein Richter selbst gar keine Schuld gefunden! Dies Zeugniß ist mir werth! Denn wär' er nicht ganz rein, wie könnt' er dann für uns ein gültig's Opfer seyn? 5. Seht, welch ein Mensch! ach seht! wie ist sein Leib zerrissen! Seht, was für Strôme Bluts aus seinen Wunden fließen. Heilsame theure Fluth! aus diesen Wunden quillt, was unsre Schaden heilt, und das Gewissen stillt. 6. Seht, welch ein Mensch! ach seht! schmerzhafte Dornen krönen sein majestätisch Haupt! doch mag die Welt dich höhnen! Mein Jesu mir bleibst du ein König auch 214 dus Erster Theil. amo no noch hier! Voll Ehrerbietigkeit beug' ich di Knie vor dir. 7. Seht, welch ein Mensch! Er muß vom Rohrstab frech zerschlagen, noch in de eignen Hand des Frevlers Werkzeug tragen! Ach wißt! daß diese Hand ein eisern Zepter trågt! Sorgt, Frevler, daß sie euch nicht einst im Zorn zerschlägt! 8. Seht, welch ein Mensch! schaut hin, o Sünder! und erschrecket, da so viel Speichel ihm sein Antlig überdecket. Gott, wie viel schnöde Schmach trifft deinen Sohn un mich! Mein Dank ergießt vor dir in heißen Thränen sich. midag 9. Seht, welch ein Mensch! mein Herz im Leibe will mir brechen! Ob diese Leiden schon mir ew'gen Trost versprechen; Herr, ich kann ihrer nie mich ohne Wehmuth freu'n! Herr, laß mich ja für dich nie Spott und Schande scheu'n! 4198/93 Mel. Die Quell', woraus.— 84. 130. Mein Lebensfürst! nun kann ich dich mein Theil, und meinen Trost, und meinen Retter nennen. Wie loderst du, wie werd ichs g'nug erkennen, von Eifer ganz entzun det, für mein Heil! Nichts scheuest du: nicht Marter! Schmach und Hohn, um aus de Noth mich ganz herauszuziehen, mich Sohn 215 Von dem Leiden und Sterben Jesu. des Staub's, o du, des Höchsten Sohn! wie kann ich g'nug vor Dankbegierde glühen! 2. Um Selberg wartet auf dich Angst und Qual, die Stund' ist da, nun willst du nicht verweilen, ich sehe dich aus Salems Pforten eilen. Du wallst dahin durch Kidrons schwarzes Thal und Todesschrecken folgen dir dahin. Nichts kann indeß den großen Vorsaß hindern; des Menschen Rettung lag dir långst im Sinn. Ganz weihst du dich verlornen Adamskindern. 3. Nunmehr kommst du in jenem Garten an, wo dich, o du mein einziger Berather! so oft mit Ernst zu deinem großen Vater für unser Heil die Engel beten sahn. Jetzt wurdest du in Traurigkeit versenkt, mit Todesangst und Schrecken ganz befangen, daß ich von allem, was mich nagt und kränkt, bei deiner Angst Befreiung möcht' erlangen. 4. Dein blut'ger Schweiß zeigt, wie dich Gott jetzt schreckt: wie beben dir, o Held, vor Furcht die Glieder! Du sinkst vom Zorn des höchsten Richters nieder, wirst als ein Wurm mit Blut und Staub bedeckt. Hör seine Stimm', o Sünder, höre sie! Dir ruft er zu, in diese Noth gerathen: mit deiner Schuld machst du mir diese Müh', und diese Qual mit deinen Missethaten.ipste 216 Erster Theil. and mo 5. Ganz sollst du nun ein Mann des Schmerzes seyn. Dich, Heiliger! Verbrechern gleich zu fangen, dringt jetzt auf dich mit Fackeln, Schwerdt und Stangen von Wuth beseelt, die Schaar der Sünder ein. Du stellst dich dar; doch ihren harten Sinn kann weder deine Macht noch Unschuld rühren; gefesselt führen dich die Frevler hin, die bei dir nichts als Willigkeit verspüren. 6. Mit größter Wuth greift dich der Feind nun an, als wärest du der größte Misse thåter. Was thut der Freund? Ach er wird ein Verräther! Mit Abscheu seh' ich seine Bosheit an. Doch Judas schmerzt dich jego nicht allein; bei deiner Noth siehst du die Jünger fliehen; jebßt bleibest du ganz hülflos und allein; du siehst sie all' und selbst auch Petrum fliehen. him enut 7. Der Richter seines Volks steht vor Gericht, vor Caiphas läßt er sich laut ver klagen, und schweigt, was auch die falschen Zeugen sagen; gescholten, schilt der heil'ge Gottmensch nicht. Er kommt noch einst und mit ihm kommt ſein Lohn, und alle Bosheit wird gewiß gerochen. Gleichwohl wird ihm des Allerhöchsten Sohn, als einem Lästeret der Stab gebrochen. nim ud fidem dius 8. Mein Jesu! bricht dir nicht die Schmach Von dem Leiden und Sterben Jesu. 217 das Herz? Verspei't wirst du, geschlagen und verhöhnet. Wie ist dir, da der Låst'rung Stimm' ertönet? Wie weit treibt man den pöbelhaften Scherz! Du, der Propheten Größter, wirst ein Spott. Wie darf dein eignes Volk dich so entehren! Ach, theuer sey du mir! von dir spricht Gott: Das ist mein lieber Sohn, den sollt ihr hören. 9. Hat Petrus dreimal dich aus Furchtsamkeit verläugnet, und damit dein Herz durchstochen, ach! wie viel öfters hab' ich Treu' gebrochen! Doch ist es mir, o Herr, wie Petro, leid. Und darum hast du den treulosen Knecht beständig noch zu lieben fortgefahren. Ach! bring' mich auch, wenn ich verirrt, zurecht, laß deinen Geist dies schwache Rohr bewahren. 10. Folg' ihm, mein Geist, bestürzt ins Richthaus nach: O welch ein Schauplat nie erhörter Leiden! wie duldet er von Juden und von Heiden, Er beider Heil, ganz unverdiente Schmach. Den Aufruhrstifter sieht Pilatus nicht; o, wie emporet sich jetzt mein Gewissen, da Jesu, die sein Mund das Urtheil spricht! bedroht, geschreckt, wird er dahin gerissen. 11. Dir durfte man den Mörder Barrabas, o Theuerster! gar an die Seite sehen, 218 ujs das Erster Theil. ad no und, was entseßlich ist! dich schlimmer schätzen. O Naserei! O mehr als Cains Haß! Doch warum zürn' ich mit der Juden Wuth? Ach, hier kann ich des Menschen Thorheit lesen; Tand wählet er, der Thor, fürs höchste Gut: wie oft bin ich ein solcher Thor gewesen. 12. Das Mordgeschrei, das an den Himmel stieß, schallt nicht so laut, als meine Sünden riefen. Die Strome, die aus so viel Wunden liefen, als, Jesu, dich Pilatus geiſeln ließ, entdeckten mir gar merklich meine Schuld; verdient hatt' ich des Satans Wuth und Morden: o, Dank sey dir! mich rettet deine Huld, heil bin ich nun durch deine Wunden worden. enisd 13. Welch Schauspiel stellt sich meinen Augen dar; mit Dornen krönet man dich, mein König! dem Frevler ist die Schmach noch allzuwenig, ein Rohr reicht man dit als ein Zepter dar! der Purpur höhnet dich, man beugt die Knie und spottet dich mit Worten und Gebehrden. Ach, meine Schuld! wie groß, wie groß ist sie! so tief mußt du für mich erniedrigt werden. 14. Ganz matt schleppst du dein Kreuz nach Golgatha, noch mehr vom Fluch, det auf dir lag, gedrücket. Was ist's, das nun mein schüchtern Aug' erblicket? Wie schauer Von dem Leiden und Sterben Jesu. 219 voll wirst du mir Golgatha! Da banget Er, ein Scheufal, nackt und blos; sollt' er dann nicht mein Mitleid ganz erwecken! Ach, ihn drückt unsre Schuld! ein Berg! wie groß! und er verlangt nicht Mitleid, sondern Schrecken. amigo adam 1012 15. Du bist, o schreckenvolles Golgatha, die Trauerbühne, da mein Heiland litte; der Kampfplaß, wo des Weibes Saame stritte: der Ort, wo man das höchste Wunder sah. Hier hånget Er, der Opfer Gegenbild, der Gottes Zorn in vollem Maaße fühlte! Hier trifft der Pfeil dich, meines Glaubens Schild, der längst auf mich, mich großen Sünder, zielte. 16. Mein Heiland hångt dort zwischen Mördern. Mich wollt' er der Schaar der Seel'gen zugesellen; hier will ich dann zu seinem Kreuz mich stellen: der Deinen Treu und Wehmuth rühret dich. Der Kriegsknecht nimmt zwar deine Kleider hin, doch mir verlåffest du den besten Segen. Dein bin ich ganz, und was ich hab' und bin, will ich auch gern zu deinen Füßen legen. 17. Das Bundesblut erwies die erste Kraft am Schächer, der noch in der letzten Stunde durch wahre Buß' und Glauben Gnade funde. Für alle Sunden war nun Rath geschafft. Doch ist aus tausend einem dies gescheh'n; 220 Erster Theil. med note so ist dem sichern Fleisch nichts eingeräumet; der and're Schächer mußt' zu Grunde gehn weil er die rechte Gnadenzeit versäumet. 18. Der Mittag kommt. Der Sonne Schein hört auf; dir, ihrem Schöpfer, will kein Licht mehr scheinen. Du, Helfer! must als ein Verlaßner weinen. Dein Angstge schrei stört jetzt der Schöpfung Lauf. Ber zittert nicht? der Lów' aus Juda brüllt, den Sohn der Liebe trifft des Vaters Ruthe: was Wunder! daß sich die Vernunft ver hüllt! O, du mein Trost! Was schmeckst du mir zu gute. 19. Nun weiß ich, daß die Nacht de Finsterniß zerstöret ist. Sollt' ich noch rath los stehen, und schmachtend hin durch dunkl Thåler gehen, so bleibt mir, Jesu, doch dein Trost gewiß. O, sollt' ich je von dir geschieden seyn. O, solltest du je meine nicht gedenken! Eh' wird die Sonne sich, von Licht und Schein beraubet, in des Ab grunds Kluft versenken. 20. Von heißem Durst wirst du zuleht gequält; und welch ein Labsal wird für dic gefunden! Ach, wie betrübt sind deine letzten Stunden! damit ja nichts an deinem Leiden fehlt. Es ist vollbracht! rufst du dann aus und stirbst, und übergiebst den Geist des Von dem Leiden und Sterben Jesu. 221 Vaters Hånden. Welch Heil! das du so sterbend mir erwirbst! getrost kann ich nun meinen Lauf vollenden. 21. Merk auf, o du in mir erschrockner Geist! Schau Jesu Seite noch zuletzt durchstochen; nachdem der Tod ihm schon das Herz gebrochen, schau, wie sein Blut vereint mit Wasser fleußt! Vergebung schafft mir sein vergoßnes Blut, sein Geist stärkt mich zu jedem guten Werke: ein offner Born, wie fließt er mir zu gut! ich bin im Herrn Gerechtigkeit und Stärke. 9:19 22. Kommst du mit Blut und Wasser nun zu mir, so will ich, Herr! dir mich zum Opfer bringen! beim offnen Vorhang wird es mir gelingen: freimüthig nah' ich mich nunmehr zu dir. Muth mache mir im letzten Kampf dein Blut, gestärkt durch deinen Geist laß mich dann scheiden, dein Blut lösch aus für mich der Höllen Gluth, dein Geist führ' mich zu deines Himmels Freuden. 23. So lang' ich aber noch ein Pilgrim bin, soll in mein Herz dein sterbend Bild sich schließen; mein Mund soll sich in Lob und Dank ergießen; ganz geb' ich mich zu deinem Opfer hin. Die Sünde, die dich mit so schwerer Last für mich gedrückt, will ich mit Ernst verfluchen; ich will, was du für 222 u2 adrs Erster Theil. med no mich geleistet haft, mit Lieb' und Treu' dir zu vergelten suchen. ditad Mel. Herzliebster Jesu, was hast. 199 b ombord 131. Unschuld'ger Jeſu, was hast du b verbrochen? Dein Todesurtheil haben sie gesprochen. Ein Fluch gemacht, sollst du $ 5 am Kreuze sterben, wie Sünder sterben! 2. Gegeisselt wirst du und zur Schmach gekrönet, ins Angesicht geschlagen und ver höhnet! mit Finsterniß des Todes schon um schattet, gehst du ermattet.mon 13. Du trågst dein Kreuz, du eilst auf blut'gen Wegen voll Zuversicht, voll Muth dem Tod entgegen! Ich sehe dich gekreuzigt, dich entfärbend, voll Wunden sterbend! 4. Was ist die Ursach' dieser deiner Plagen! Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Wir, großer Mittler, haben das verschuldet, was du erduldet! 5. Wie wunderbar ist, Richter, deine Strafe der gute Hirte leidet für die Schafe! die Schuld bezahlt der Mittler, der Gerechte, für seine Knechte! Von dem Leiden und Sterben Jesu. 223 6. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt! der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt! die Unschuld stirbt! der das Geset gebrochen, wird losgesprochen! 7. Ach, unsre Seele war entstellt von Sünden, an uns Verbrechern war nichts Gut's zu finden! das hatten wir, von Gott verworfen, müssen auf ewig büßen. dunt 8. O Liebe! Liebe niemals auszusprechen! du willst, an dir soll es der Nächer rächen! Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden, und du willst leiden! dorp niedonora. 9. Wer kann, o Herr, die großen Seligkeiten, die du uns gabst, mit vollem Dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? - ខ វ ករ វ ១៤១៥ 10. Doch du sagst selbst: Eins werde dir gefallen: wenn wir vor dir mit Buße niederfallen, und unser Herz von neuem nicht entzünden mit alten Sünden? üh öms 11. Es ist, Versöhner, nicht in unsern Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften! O send' uns deinen Geist, der uns regiere, zum Himmel führe! 12. Dann wollen wir mit vollem Dank betrachten, was du gethan hast, diese Welt nicht achten. Wir wollen wachen, beten, deinen Willen mit Freud' erfüllen. 224 Erster Theil. do 13. Dann wollen wir für dich, Herr, alles wagen; kein Kreuz nicht fürchten, kein Schmach noch Plagen; uns sollen Spott Verfolgung, Tod und Leiden nie von dit scheiden. 14. Dies alles ist zwar nur für schlecht zu achten, weil wir noch sterblich sind, in Staube schmachten! doch nimmst du's an du wirst uns dennoch geben ein ewig's Leben! 15. Dort werden wir, o Herr, vor deinem Throne, geschmücket mit der Ueberwinder Krone, dein großes Lob viel würdiger befin gen, stets Dank dir bringen! In alle Mel. Herzliebster Jesu, was.- 131. 132. Herr! stårke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe z versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 12. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns auf Erden; und bis zum Tod am Kre gehorsam werden; an unsrer Statt gemat tert und zerschlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte. Mein Herz erbebt; ich seh' und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht; ein Nächer alles Bösen. Gott ist die Lieb', und läßt die Welt erlösen. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 225 Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder! es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deiner Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken! allein sollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt' in Gott ist: Gnad' und Lieb' erweisen; uns kommt es zu, fie demuthsvoll zu preisen; zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sey denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich, ich will dich wieder lieben; und stets mit Freuden deinen Willen üben, o gieb zu diesem heiligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte. 15 das Erster Theil. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.- 67. 133. Der du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den größten Trost erwarbst, de du dein theures Leben, noch eh' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil! wie dank' ich dir? 2. Wie viel hast du erlitten, erhab'ner Menschensohn! als du den Tod bestritten, den Tod, der Sünde Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen, da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herze brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warst der Leute Spott! did höhnten deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? 226 4. O schreckliches Empfinden! du fühltest das Gewicht vom Fluche unsrer Sünden und Lind'rung ward dir nicht. Stets wuchsen deine Plagen; kein Helfer kam für dich. Man hörte dich selbst klagen: Gott! wie ver låff'st du mich! 5. Mein Heil, was du erduldet, das ist auch meine Laft. Ich habe mit verschuldet, was du getragen hast. Sieh gnädig auf Von dem Leiden und Sterben Jesu. 227 mich Armen, der Zorn verdienet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Miſsethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr! nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? 7. Du hast mir durch dein Leiden Vergebung, Beßrungskraft, in Trübsal, Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. D gieb an dieser Gnade auch mir im Glauben Theil; so wird mein Seelenschade durch dich, Erlöser! heil. das dore sono ali out 8. Ich danke dir von Herzen, o du, mein größter Freund! für deine Todesschmerzen. Wie gut hast du's gemeint! Ach! gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und bis ich einst erkalte, ganz nur der Deine sey! 9. Wenn ich denn einst soll scheiden; ach! dann verlaß mich nicht! sey auch in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbångsten wird um das Herze seyn, dann reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Pein. id mad 10. Erhebe dann mein Hoffen, zur bessern Welt zu gehn, und laß im Geist mich offen, Herr! deinen Himmel sehn. Dahin laß mit 15* Erster Theil. sd no Entzücken alsdann mich glaubensvoll nad dir, mein Heiland! blicken. Wer so stirbt der stirbt wohl! 228 Mel. Liebster Jesu, wir sind. 4. 134. Meine Seel'! ermuntre dich Seu Liebe zu bedenken. Auf sein Kreuz hin müsse sich jetzt dein Blick voll Undacht lenken, daß dein Herz der großen Treue deines Jes sich erfreue. - 2. Sieh'! der wahre Gottessohn ist für dich ans Holz geheftet! Hier hångt er voll Schmach und Hohn, blutig, schmerzenvoll, entkräftet! Ach, für dich mit Fluch beschwere wo ist größre Lieb' erhöret? 3. Du, du solltest große Pein ewig in de Hölle leiden, und von Gott verstoßen seyn, ewig fern von allen Freuden: da trågt Jesu deine Sünden, daß du könntest Gnade finden 4. Sein verdienstlich Leiden stillt deine Richters Zorn und Rache. Er hat das Gese erfüllt, gut gemacht die böse Sache; Sünde Teufel, Tod bezwungen, und das Leben errungen. 11658 5. Nun, was liegt dir ob, mein Herz dem dich dankbar zu beweisen, der fogg durch Blut und Schmerz seine Lieb' an will preisen. Kannst du wohl in schwachen Liedern ihm so große Lieb' erwiedern? dit Von dem Leiden und Sterben Jesu. 229 6. Ach, ich kann ja nimmermehr das Geringste nur vergelten! Er verbind't uns ihm zu sehr. Meine Trägheit muß ich schelten, daß ich ihn so lau geliebet, ja durch Sünden oft betrübet. 7. Was geschehen ist, das soll ferner nicht von mir geschehen. Fest entschlossen, eifersvoll, einen andern Weg zu gehen, will ich nun nur Jesum suchen, und, was ihn betrübt, verfluchen. 8. Weg ihr Sünden, fern von mir! euch kann ich an mir nicht leiden! Welch ein schnöder Greul seyd ihr! Ach, von dem wollt ihr mich scheiden, ohne welchen ist kein Leben, keine Gnade, kein Vergeben. 9. Dir, mein Jesu, dir mein Heil, will ich ganz mich übergeben; als dein Eigenthum und Theil, dir zu sterben, dir zu leben, dir zu reden, dir zu leiden, dir zu schweigen, dir zu meiden. 10. Du, mein Jesu, sollst es seyn, auf den stets mein Auge blicket. Wie du mein bist, bleib' ich dein, immer ganz und unverrůcket; was du liebst, will ich auch lieben; was dich kränkt, soll mich betrüben. 11. Drobten mir sogar um dich Tod und Martern, Schmach und Bande, mich schreckt nichts; von dir hab' ich deinen Geist zum 230 and Erster Theil.msdn theuren Pfande, daß ich soll den Himme erben: darauf kann ich fröhlich sterben. 12. Nun dann, nimm mich ganz dahin Jesu will ich seyn und bleiben, dem ich lebe deß ich bin. Nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen. Ewig will ich dich umfassen. ndodon viu 13. Ist schon jetzo, ist schon hier solche Freud' und Ruh' zu finden, wenn im Glauben wir mit dir, uns, mein Jesu, recht verbinden; schenkst du schon so viel auf Erden, e was will im Himmel werden! 14. Was für Wollust nach dem Leid! nac dem Elend was für Ehre! was für Ruh nach dem Streit! was für frohe Jubelchore! Ewig werd' ich Gott dort loben, wenn e mich zu sich erhoben. 15. Tåglich, täglich freu' ich mich auf die freudenvolle Leben! Heiland, dir sey Dant durch dich wird es mir dereinst gegeben! La im Glauben mich zu halten, deine Kraft in mir stets walten. 01900 suit Mel. Getreuer Gott, wie viel. 37. 135. Erfülle, Herr! doch selbst mein Her mit reinem Andachtstriebe. Ich denk a deines Leidens Schmerz, die Wirkung deine Liebe. Dein Kreuz sey mir gebenedeit; weld Wunder der Barmherzigkeit hast du der Well Von dem Leiden und Sterben Jesu. 231 erwiesen! Wenn hab' ich dies doch recht bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? 2. Rath, Kraft und Friedefürst, und Held, in Fleisch und Blut gekleidet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet? Du ringst mit Angst und Todesnoth und gehst doch willig in den Tod: O Liebe sonder Ende! du nimmst auf dich der Menschen Schuld, und giebst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. 3. Du trägst der Missethåter Lohn, und hattest nie gesündigt; du, der Gerechte, Gottes Sohn! so war's vorher verkündigt. Der Frechen Schaar begehrt dein Blut; du duldest göttlich groß die Wuth, um Seelen zu erretten. Dein Mörder, Jesu, war auch ich; denn Gott warf alle Sünd' auf dich, damit wir Friede hätten. 4. Erniedrigt bis zur Knechtsgestalt, und doch der Größt' im Herzen, ertrågst du Spott, Schmach und Gewalt, voll Krankheit und voll Schmerzen. Man sah dich, der Verheißung Ziel; doch an dir war nichts, das gefiel, und nicht Gestalt und Schöne. Vor dir, Herr, unsre Zuversicht, verbarg man selbst das Angesicht, dich schmähten Bundessöhne. 232 Erster Theil. and off 5. Ein Opfer nach dem ew'gen Rath belegt mit unsern Plagen; um deines Volkes Missethat gemartert und zerschlagen, gehi du den Weg zum Kreuzesstamm, in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zut Schlachtbank führet. Freiwillig als der Helden Held, trågst du aus Liebe für die Welt den Tod, der uns gebühret. 6. Du neigst dein Haupt. Es ist voll bracht. Du stirbst, die Erd' erschüttert. Die Arbeit hab' ich dir gemacht; Herr, meine Seele zittert. Was ist der Mensch, den du befreit? O wår' ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß mich Gnade finden; und deine Liebe dringe mich, daß ich dich wieder lieb und dich nie kreuzige mit Sünden. 7. Welch Warten einer ew'gen Pein, für die, die dich verachten, die, solcher Gnade werth zu seyn, nicht nach dem Glauben trachten; für die, die dein Verdienst gestehn, und dich durch ihre Laster schmähn, als wirkliche Verhöhner. Wer dich nicht liebt, kommt ins Gericht, wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm bist du kein Versöhner. 8. Du hast's gesagt; du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ist's, das mir Trost verschafft, wenn mich die Sünden kranken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß 233 Von dem Leiden und Sterben Jesu. mich in Lieb' und Demuth stets vor dir erfunden werden! dein Heil sey mir der Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein letzter Trost auf Erden. Mel. O Lamm Gottes, unschuldig. 136. S Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl du wurd'st verachtet; die Sund' hast du getra- gen, sonst müßten wir verza- gen. Erbarm' dich unser, 500 Jesu, Jesu. 2. O Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl du wurd'st verachtet! Die Sünd' hast du getragen; sonst müßt' auch ich verzagen. Lob sey dir ewig, o Jesu, Jesu! Mel. Ich will, mein Gott, du.- 55. 137. Gott, der du für uns deinen Sohn gegeben, wer kann doch g'nugsam deine Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erldfungswerke der Gnaden Stärke. 234 az Erster Theil. mod no 2. Dein ew'ger Sohn selbst stirbt für Menschenkinder. Der Heiligste tritt an die Statt der Sünder! Der Seligste begiebt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das aller Sünden tråget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget, daß du die Schuld an den vorlornen Schaafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest; und deinen Sohn ihm zum Verföhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesege, verdient Verschwendung unschäßbarer Schäße, verdient ein selbst gemachter böser Schade des Richters Gnade? 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thust noch mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Vater nennen, und zum Gehorsam dir man ganzes Leben willig ergeben. 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, aus deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir, zu meinem ew'gen Heile, nun auch zu Theile! Von dem Leiden und Sterben Jesu. 235 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen. Dein Geist sey mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. Mel. Christus, der uns selig macht. 138. M ein Erlöser! Gottes Sohn! 444 der du für mich littest! und auch auf der Himmel Thron, jetzt noch für mich bittest! welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden. D, wie preis' ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden! 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr! gegeben; und du konntest jederzeit voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unsre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Friede hätten. 236 Erster Theil. ad no 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich aufs Todesthal noch mit Freuden sehen; und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, hast aus aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen! Gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft, du hast sie in Hånden, was du mir zum Heil verschafft, glaubig anzuwenden. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sündenreiz hier zu widerstreben. Treib' mich mächtig dadurch an, Gottes Zorn zu scheuen; was ich Unrecht je gethan, innig zu bereuen. 8. Drückt mich meine Sündennoth, straft mich mein Gewissen: o! dann laß aus deinem Tod mich den Trost genießen, daß du auch für meine Schuld büßend bist gestorben, und Vergebung, Gnad' und Huld mir bei Gott erworben. Von dem Leiden und Sterben Jeſu. 237 9. Stårke mich durch deinen Tod auf die letten Stunden. Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden; o so bilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden! Herr! so dank' ich ewig dir für dein bittres Leiden. Mel. Nun ruhen alle Wälder.- 48. 139. Welt! sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße! mit Blut und Todesschweiße ist ganz sein Leib bedeckt: und unnennbare Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Zornes schmeckt. 3. Wer hat dich so geschlagen, und dieses Heer von Plagen, Herr, wider dich erregt? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir, und unsre Kinder: wie sind dir Strafen auferlegt? 4. Ich, ich und meine Sünden, der sich so viele finden, als Sandes an dem Meer, die haben dich geschlagen, die brachten diese Plagen auf dich und dieses Marterheer, nis 5. Ich bin's, ich sollte büßen in ew'gen Finsternissen, was nun dein Tod versühnt: die Geisel und die Banden, und was du ausgestanden, das alles, Herr, hab' ich verdient. 238 nemen Erster Theil. mo 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken, wie ein Gebirge schwer! du wirst ein Fluch; dagegen erwirbst du mir den Segen, und o wie gnadenreich ist er! 7. Du sehest dich zum Bürgen, ja läsfest dich selbst würgen für mich und meine Schuld; für mich låff't du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Für mich, ihn zu erlegen, eilst du dem Tod entgegen mit großem Heldenmuth. Du stirbst, daß ich nicht sterbe, noch ewiglich verderbe; o unerhörte Liebesgluth! 9. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil gefunden! ich bin dein Eigenthum. Mich dankbar zu erweisen, soll Seel' und Leib dich preisen, und dir gehorchen sey mein Ruhm! 10. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mich trösten und erfreun. Es soll von meinen Pflichten mich täglich unterrichten, und Kraft zur Tugend mir verleihn. 11. Wie strenge Gott Verbrechen an denen einst wirst rächen, die seine Huld verschmähn; wie schwer sie ihrer Sünden Vergeltung werden finden, will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren, und thun, was Von dem Leiden und Sterben Jesu. 239 er gebeut. Nicht meinen eignen Willen, nur seinen zu erfüllen, ist meine Pflicht und Seligkeit. bise 13. Nach dir will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, nach dir, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getrost und willig tragen; und thun, wie mein Erlöser that. 114. Nie will ich wieder schelten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leide, dråun; wie du gelassen dulden; dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzensgrund verzeih'n. 15. Ich will ans Kreuze schlagen mein Fleisch, und dem entsagen, was dir, Herr, nicht gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. Mel. Meine Liebe hängt am Kreuz. Hige sie 140. M ein Erlöser hångt am Kreuz und ist hier ein Ziel des Spottes, ach Sohn Gottes! Wo ist deines Arms Gewalt? Wo die göttliche Gestalt? 240 ed Erster Theil. 2. Mein Erlöser hångt am Kreuz. Größ und Hoheit sind verschwunden. Nichts, als Wunden! Nichts, als Blut, und Qual auf Qual! nichts als Leiden ohne Zaht. al 3. Mein Erlöser hångt am Kreuz; und hångt hier auch meinetwegen; mir zum Segen. In ihm wird, statt Fluches, Heil, jedem, der da glaubt, zu Theil. 4. Mein Erlöser hångt am Kreuz. Hier will ich ihn fest umfassen, ihn nicht lassen, ihn, der mich am Kreuz vertrat, bis er mich geſegnet hat.mod and star 5. Mein Erlöser hångt am Kreuz. Auch für mich hat er sein Leben hingegeben. Brenne, Herz, in heißer Glut gegen ihn, dein höch ftes Gut. 6. Mein Erlöser hångt am Kreuz; und ich sollte nun an Sünden Lust noch finden? Sie will ich voll Abscheu's fliehn; meine Sünden kreuz'gen ihn. 7. Mein Erlöser hångt am Kreuz; und ich wollt' in rohen Freuden mich noch weiden? Das sey fern! Die Welt sey mir nun ge kreuzigt, und ich ihr. 8. Mein Erlöser hångt am Kreuz; und ich sollte seinen Willen nicht erfüllen? Theuer hat er mich erkauft, und auf ihn bin ich getauft. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 241 9. Mein Erlöser hångt am Kreuz; sollt' ich nun in Hohn mich gråmen? sein mich schamen? Froh rühm' ich mich seiner Schmach; trage gern sein Kreuz ihm nach. 10. Mein Erlöser hångt am Kreuz; und ich wollt' in trüben Tagen trostlos zagen? Ach die schwerste Bürde deucht, gegen seine Last, mir leicht. 11. Mein Erlöser hångt am Kreuz. Herr, ich bleib' im Tod und Leben dir ergeben. Als du starbest, starbst du mir, wenn ich sterbe, sterb' ich dir. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 141, 11 m Gnade für die Sünderwelt * rufst du, mein Heil! am Kreuz gequält, von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei deinem herben Schmerz, die Bösewichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg, auf den zurück, den diese Schaar in 16 242 Erster Theil. dir entehrt; rufft, daß es Erd' und Himmel hört: vergieb, o Gott! und führe nicht sie ins Gericht, das, was sie thun, verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh' ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so ertråget! Shr, die ihr euren Heiland ehrt! fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget. Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns zu unsrer Ruh Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, ge lobt seyst du für deinen Tod! Gott ist durch dich noch unser Gott. 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh' nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sün der, nimmt Gott an! hast du durch deiner Fürsprach Kraft, mein treuer Heiland, mit verschafft. O Jesu Christ! mein Herr und Von dem Leiden und Sterben Jesu. 243 Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis in den Tod. 4. Wird wo mein Herz vom Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer auf's neue mich erschrecket: o dann versich're mich auf's neu, du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket. Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sey du mir mur nicht fürchterlich! und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stårke mich mit neuer Kraft. Herr Jesu Christ; der lebte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den sanften liebesvollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine Seele! Gieb, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach empfehle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des Zornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an: o so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ! wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad' erfleht. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod! es bilde mich dein Geist, mein Gott! daß ich dir ähnlich werde! O zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schußpanier. Zeuch dir uns nach, 16* 244 Erster Theil. so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein, und deiner Fürsprach ewig freun. Herr Jesu Christ! wie selig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. - 142. Schwing' dich auf gen Golgatha! schau' den Heiland hier am Kreuze; nimm zu Herzen, daß dich ja seine Pein zur Buße reize. Hårter bist zu noch als Stein, so du hier kannst fühllos seyn. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd' und Himmel hangen! wie das Blut in Strömen quillt! daß ihm alle Kraft ent gangen! schaue! ach erschrick du nicht, da sein sterbend Herze bricht? 3. O Lamm Gottes ohne Schuld! alles das hätt' ich verschuldet, und du haft aus freier Huld Pein und Schmach für mich erduldet. Aus des ew'gen Feuers Glut mich zu retten, fließt dein Blut. 4. Du für uns erwürgtes Lamm! groß, ja groß ist deine Liebe! schau von deines Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich be trübe! Ich bin schuldig! aller Schmerz, der dich trifft, durchbohrt mein Herz! 5. Herr, was kann ich dir dafür, daß du mich so liebest, geben? Nimm, was ich ver Von dem Leiden und Sterben Jesu. 245 mag, von mir! dir, nur dir gehört mein Leben! wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend seyn. 6. Nur bei dir allein such' ich Hülf' in meinen bångsten Stunden! schmachtend, lechzend sehn' ich mich nach dem Trost aus deinen Wunden, wie ein Hirsch nach Wasser schreit, bis er meine Seel' erfreut. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut! lehre mich die Welt verschmähen! laß auf dich, du höchstes Gut, immer unverwandt mich sehen, und im Kreuze führe mich selig, wenn schon wunderlich. 8. Endlich laß mich alle Noth freudig sterbend überwinden. Nirgends müsse mich der Tod, als bei dir, mein Heiland, finden. Wer nur dich zur Zuflucht macht, spricht getrost: Es ist vollbracht! Mel. Ich will, mein Gott, du König.- 55. 143. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? 246 Erster Theil. et 3. Da du dich selbst für uns dahin gege: ben, wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir ange höre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaff'nen Herzens werden; da du so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt' ich sie, sie meine Brüder hassen; und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiligster! Du Herr und Haupt der Glieder! schaltst auch nicht wieder. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott giebt uns die Kraft, in deinem Namen dich nachzuahmen. 8. Unendlich Glück! du littest uns zu gute. Ich bin versöhnt mit deinem theuern Blute. Du hast mir Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben? so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben? so werd ich dort von Herr lichkeit umgeben, einst ewig leben? Von dem Leiden und Sterben Jesu. 247 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kåmpf', im Glauben wach und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd' ich matt im Laufe guter Werke, so sey mir's Stårke! 12. Seh' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden; so sey's doch mir, troß alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 13. Gott! eile nicht, sie råchend zu zerschmettern! erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spåt bekehrt, und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. 14. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden krånken; so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken! dein Kreuz, dies sey, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude. Mel. Ich will, mein Gott, du König.- 55. 144. Sey hochgepriesen, Herr! für deine Liebe! sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünden Schmerzen. O welch ein Herz gleicht deinem 248 Erster Theil. edlen Herzen? du ließest unsre Schuld an dir bestrafen, uns Heil zu schaffen. 3. O laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! was hab' ich sonst für sichern Trost auf Erden? was giebt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wenn ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr! bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. 5. O stårke selbst mein Herz in diesem Glauben. Kein banger Zweifel müsse ihn mir rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beståndig stårken. 6. Soll ich mich nun noch frevelhaft er kühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen? so wär' ich ja, o Herr, nicht dein Erlößter; du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden; nur dir, mein Heiland! sey mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. Von dem Leiden und Sterben Jesu. Die letzten Worte Jesu. Neue Melodie. 249 and 145. Begleite mich, o Chrift! wir gehen zum schmerzensvollen Golgatha, auf dessen fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel faßt, geschah! Erwåg' an diesem ¥ heil'gen Orte des sterbenden Erlösers Worte, und rufe Gott um Glauben an! Sie können b dir den Trost im Leben, und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Schon zeigt der Blutberg sich von weitem! erschrick und zittre, frommes Herz! Sieh' deinen Retter, sieh' ihn streiten, und werde ganz Gefühl, ganz Schmerz. Hier hing, den Mördern übergeben, am Holze, Gottes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer 250 Erster Theil. Sünden Schuld; empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht uns wieder Gottes Huld. 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt Er sich seiner Feinde an; Er ruft mit sanftmuthsvollem Herzen: Sie wissen nicht, was sie gethan. Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Misse thåter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach! O Mensch, den Rach' und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach. 4. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Junger seiner Liebe die Mutter sterbend an befahl. Ach, wird mein Aug' einst um die Meinen in seiner letzten Stunde weinen, so soll dies Wort mir Trost verleih'n! der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schüßen strebte, wird auch der Meinen Pfleger seyn. 5. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese seyn. O Herr! laß an des Todes Pforte einst diese trostes 251 Von dem Leiden und Sterben Jesu. vollen Worte auch meiner Seele Trost verleih'n! 6. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief: Mein Gott, wie hast du mich verlassen? wie beuget ihn die Last so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! vor Angst und Pein müßt' er verschmachten, wår' Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! 7. Der Fürst des Himmels und der Erde, von allem, was erquickt, entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde! O Mensch, der dich so theu'r erlößt, der Heiland rufet dir noch heute aus tausend Armen dir zur Seite, die Hunger, Durst und Mangel drückt! O selig, wer den Ruf erfüllet! denn, wer den Durst des Armen stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 8. Nun enden sich die schweren Leiden; der Heiland spricht: es ist vollbracht! O Wort des Sieges! Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! Wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlös'ten, zu verklagen, da er für uns genug gethan? Gieb, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: vollbracht ist nun des Leidens Bahn. 252 Erster Theil. 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Versöhner Gottes, sey auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zu versicht verleihn! du rufest, Vater, ich be fehle in deine Hånde meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb! Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er sanft sein Haupt und starb. 10. Bewein' ihn fromm mit stillen Zäh ren, o Christ, du hast ihn sterben sehn. Bald wirst du ihn durch Freuden ehren, und jauchzend seinen Ruhm erhöhn! Den deine Seufzer jetzt beklagen, der wird als Held nach dreien Tagen vom Grabe sieg reich auferstehn! den freche Rotten hier ent ehrten, den wirst du dort bei den Verklärten zur Rechten seines Vaters sehn. Der Tod Jesu. Neue Melodie. GE 146. C eht den leidenden Gerechten, so entehrt von Lasterknechten! Er, der 五 b Herr, gekrönt, zum Hohne, tråget feine Dornenkrone, und büßet unsern Frevelmuth. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 253 2. Unser göttlicher Vertreter wird geführt, wie Uebelthåter. Wer kann seine Leiden zählen? Eine Welt verlorner Seelen, erkauft er sich um diesen Preis! 3. Seht den Schönsten unter allen bleich, entstellet und verfallen! Seiner Hoheit Glanz vergangen! Schmach entweihte seine Wangen, und seine Richterstimme schwieg. 4. Ja, mit sanftem Edelmuthe litt er alles uns zu gute! daß der Sünder leben möge, wandelt auf dem Todeswege der Gottversöhner willig fort. 5. Keine Lindrung stårkt den Müden, auf ihm liegt zu unserm Frieden, Fluch und Straf'! Er trågts gelassen! seine Kraft hat ihn verlassen; er sinket wieder in den Staub. 6. Seht ihn auf der Schädelståtte für uns ringen im Gebete. Schauet mit zerschlagnem Herzen hin auf ihn, den Mann der Schmerzen, am Kreuz! Er hat's vollbracht und stirbt. 7. Herr, dein Leiden zu bedenken, wollest du mir Weisheit schenken. Mich vom Laster abzuschrecken, mich zur Tugend zu erwecken, laß mir es stets vor Augen seyn! 8. Daß ich dir mich ganz ergebe, niemals deiner unwerth lebe, nicht vor dir zu schanden 254 Erster Theil. werde, wenn du kommst, den Kreis der Erde zu richten mit Gerechtigkeit. Mel. Werde munter, mein. 116. 147. Heute, sprach mein Heiland, heute an sein blutigs Kreuz erhöht, als ein Sunder, ihm zur Seite, sterbend noch um Gnade fleht, heute, so betheur' ich dir! heute noch sollst du mit mir in mein Paradies erhaben, Theil an meinem Reiche haben. 2. Theures Wort aus Jesu Munde! fest versiegelt durch sein Blut! In der finstern Todesstunde giebst du Freudigkeit und Muth. Wenn der Christ nun scheiden soll, bleibt er fester Hoffnung voll, sieht die Nacht in Licht verwandelt, weiß gewiß, wohin er wandelt. 3. Ohne Zagen kann er sterben. Seine Seel' erstirbt ja nie. Ihr droht nicht nur kein Verderben, auch kein Schlaf betäubet sie, wo sie erst aus langer Nacht, nach Jahrhunderten erwacht. Nein, sie soll zu neuem Leben scheidend noch empor sich heben. 4. Theures Wort des ew'gen Lebens! tröste du mein brechend Herz; und dann ångstet nur vergebens meinen Geist der Trennung Schmerz. Er sinkt nicht in Finsterniß! denn wahrhaftig und gewiß ist das Wort des treuen Zeugen. Hier muß jeder Zweifel schweigen. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 255 5. Herr! nun fühl' ich, abzuscheiden, eine heil'ge Lust in mir. Dort sind unbefleckte Freuden, aber Müh' und Sünden hier. Kein auch noch so frühes Grab kürzet je mein Leben ab. Es soll nur, los von Beschwerden, zeitiger veredelt werden. 6. Selig, fruchtlos, rein von Mängeln, ja von nun an selig ist, brüderlich begrüßt von Engeln, der im Herrn entschlafne Christ. Was sein Glaube je gethan, jedes gute Werk folgt dann seiner Seele von der Erden hin vor Gott, sein Lohn zu werden. 7. Nun, auch ich, o Herr, befehle, wenn ich kaum noch lallen kann, die durch dich erlös'te Seele deinen treuen Händen an. Und du, Heiland, stårkest mich; rufest mir auch zu, daß ich noch am Tage, da ich sterbe, deine Herrlichkeit ererbe. 8. Ja, noch an demselben Tage geh' ich in den Himmel ein, los von aller Furcht und Plage, Herr, bei dir daheim zu seyn. Hier genieß ich deines Lichts, bis der Tag des Weltgerichts auch dem Grab die Macht entwendet, ganz die Seligkeit vollendet. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. - 148. Es ist vollbracht! so ruft am Kreuze des sterbenden Erlösers Mund. O Wort 256 Erster Theil. voll Trost und Leben! reize zur Freude meines Herzens Grund. Das große Opfer ist ge schehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret sich; in Lodte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich; der Vorhang reißt, die Erde kracht! und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug gethan; Gott nimmt uns nun genådig an. 4. Dankvolle Thränen! neht die Wangen. Mein Glaube sieht nun offenbar die Handschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: es ist vollbracht! 5. O Herr! laß mich nun auch vollbrin gen, was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt. S stårke mich dazu mit Macht, bis meine Beff'rung ganz vollbracht. 6. Du littst so viel zu meinem Leben: drum laß mich stets voll Eifer seyn, mich deinem Dienste zu ergeben, und keine Schmach Von dem Leiden und Sterben Jesu. 257 dabei zu scheu'n. Dein Dienst, mein Heiland, sey mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. Tommi 7. Soll ich, bei dir ergebnem Herzen, auch hier durch manche Trübsal gehn! und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung ausersehn, so laß auch mich den Trost erfreun: es kommt das Ende meiner Pein. 000 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stårke mich in solcher Last. Laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn überwunden hast; so tret' auch ich in's Todes Nacht mit dem Triumph: es ist vollbracht! in tudi Mel. An Wasserflüssen. 97. dis? - 149. Erhebe vom Geräusch der Welt, o Seele, deine Flügel. Hin, wo die Wuth ihr Opfer hålt, zu jenem Leidenshügel! ihr Himmel! welch ein Mensch ist das! wie drückt ihn seiner Feinde Haß mit höllisch wilden Freuden! Er, der die Todten auferweckt, er muß, mit Wunden überdeckt, den Tod der Mörder leiden. eind) 2. Geduldig siehet er sein Blut in vollen Stromen fließen! fleht für die Haffer, die voll Wuth es im Triumph vergießen. Schau, jetzt umhüllt ihn finstre Nacht; Er ruft, er ruft: es ist vollbracht! Nun senkt sein Haupt 17 258 and Erster Theil. ad noth sich nieder. O, meine Seele! freue dich; dir gab, der hier am Kreuz verblich, das Recht zum Himmel wieder. 3. Er, er hat deine Missethat, den Fluch für dich getragen. O Seele, deine Sünde hat den Frommen so zerschlagen. Durch ihn nimmt dich der Vater an. Die Wunder seiner Gute kann kein sterblich Lied erheben. Doch hört er unsre Lieder gern. Drum bringet Preis und Ruhm dem Herrn, der uns sein Heil gegeben. 2 spletni Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. 109 150. Frohlocke mein Gemüthe und bete Gottes Güte in deinem Heiland an. Was selbst der Engel Schaaren zu thun nicht fähig waren, das hat des Menschen Sohn gethan. 2. Schau' hin, wie der Gerechte für uns, der Sünden Knechte, den bittern Zornkelch trinkt; wie er für Frevler bittet! wie Wasser ausgeschüttet, hängt er, da er in Tod hinsinkt. 3. Wir Sünder sollten sterben; Fluch lag auf Adams Erben; Fluch auf der sünd'gen Welt; doch er kam uns zu gute, und gab mit seinem Blute für uns ein ew'ges Lösegeld. 4. Kein Freund meint es mit Freunden ſo treu, als es mit Feinden Er, unser Mittler, meint. Preis ihm, dem Ueberwin- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 259 der! Nun sind wir Gottes Kinder, mit Gott versöhnt durch unsern Freund. Mel. Wie fleucht dahin der M.- 86. 151. Nun ist es alles wohlgemacht! Mein Jesus ruft: Es ist vollbracht! der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an Hoheit keiner gleicht, der Herr der Herrlichkeit erbleicht. Was Wunder, daß die Erde kracht! die Welt deckt Nacht; denn Gottes Sohn wird umgebracht. 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt! die Felsen bersten; alles schreckt. Die freudenvolle Kreatur klagt jetzo nur den Tod des Herrschers der Natur. 4. Weil denn die Kreatur sich regt, so werd' auch du, o Mensch, bewegt! Der Fels zerreißt, und du wirst nicht durch dies Gericht beweget, daß dein Herz dir bricht? 5. Du selbst, hast du es g'nug bedacht? Du hast den Herrn ans Kreuz gebracht. Ihm, der für dich sein Leben gab, folg' in sein Grab, und stirb dem Sündengrâuel ab. 6. Ach, Vater! ach, in Pein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn. Nun ist kein Zweifel; deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt forthin mit mir Geduld. 17* 260 Erster Theil. mad 7. Ich will mit ihm zum Grabe gehn, und, wo die Unschuld bleibet, sehn. Sein Tod soll meine Zuflucht seyn; auf ihn allein schlaf' ich einst sanft und selig ein. 8. Und nun dient ich der Sünde noch? Wie drücket mich ihr schweres Joch! auf, Seele! daß du dich erhebst, nur Jesu lebst, nur Jesu zu gefallen strebst! 9. Todt', Jesu, selbst in meiner Brust, was sich noch find't von böser Lust! dein Tod, der mir das Leben schafft, giebt mir auch Kraft und Muth auf meiner Pilgrim schaft. 10. Ja, Herr, mein Heiland, kräftiglich stårkst du in meinem Vorsatz mich! ich sehe freudig auf dein Wort den Kampf stets fort. Der reiche Lohn erfolget dort. 11. Wie dank' ich g'nug dir Jesu Chrift, daß du für mich gestorben bist! dich preif ich auch in Angst und Leid; schon in der Zeit, noch würd'ger in der Ewigkeit. Kraft und Trost des Leidens Jesu. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele.- 29. 152. Jesu, durch dein Blut und Bun den, deinen martervollen Tod, hab' ich Heil bei Gott gefunden, Kraft zur Tugend, Trost in Noth. Mich sollt' ich durch Sünd' ent 261 Von dem Leiden und Sterben Jeſu. weih'n? Nein, ich denk' an deine Pein. Ach! den ganzen Gråul der Sünden läßt mich die mit Graun empfinden. 12. Schmachtet nach der Wollust Freuden mein verderbtes Fleisch und Blut: o so blick ich auf dein Leiden! schnell verlischt die wilde Glut. Tracht' ich eitler Ehre nach, und ich blick auf deine Schmach; schnell schlägt die den Stolz darnieder, und giebt mich der Demuth wieder. 3. Scheint beim öden Weg zum Leben mir der Welt betret'ne Bahn lustig, breit, gemächlich, eben: Jesu, dich schau' ich dann an. Da warnt mich des Zornes Last, welche du getragen hast, nicht mit dem verblend'ten Haufen ins Verderben hinzulaufen. 4. Hålt mein schreckendes Gewissen mir der Sünde Menge vor: o! in meinen Kummernissen schau' ich nach dem Kreuz empor. Bald verschwindet alles Weh! In den Wunden, die ich seh', find' ich Sicherheit und Leben, und den Trost: Sie sind vergeben. 5. Hier such' ich in Unruh' Friede; in der Angst Beruhigung; neue Kraft, wenn ich ermüde; und in Qualen Linderung. Schwer sey dieses Lebens Müh'! durch dein Kreuz verschwindet sie; denn es führt durch kurze Leiden zum Genuß von ew'gen Freuden. 262 When Erster Theil. ad nol 6. Ueber alles, was zum Staube meine Seele niederdrückt, wird mit starker Kraft mein Glaube durch dein Leiden hingerückt. Deines Trostes Freudigkeit reißt mich fort zur Ewigkeit, die du, Herr, als du gestor ben, mir, auch mir, am Kreuz erworben. 7. Hab' ich dich in meinem Herzen, Ursprung aller Seligkeit! so besieg' ich alle Schmerzen, auch sogar im letzten Streit. Rufst du, und ich habe nun g'nug gekämpfet um zu ruh'n, Herr, so dank' ich's deinen Wunden, daß ich sieghaft überwunden. 8. Ja, auf dich steht mein Vertrauen; du bist meine Zuversicht. Du besiegst des Todes Grauen, rettest mich aus dem Ge richt. Durch dein mir erworb'nes Heil hab ich an dem Himmel Theil. Wahrlich, Herr, ein ewig's Leben wird dereinst dein Tod mit geben. Von dem Begräbniß Jesu. Mel. Der Tag ist hin, mein Geist. Fet 153. C o schlummerst du in stiller Ruh der du für uns gestorben, uns am Kreuz in schwerer Müh, ewig's Heil erworben. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 263 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hat dich nun ein Grab umgeben. 3. Doch Heil sey mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen, sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Shr, die die Welt gefesselt hålt, zagt nur vor der Verwesung! ich, ich hoff' in Christo einst meines Leib's Erlösung. 7. Nein, nichts verdirbt. Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, und zu Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. 8. So sink' ins Grab mein Leib hinab! ich will mich drum nicht krånken; theurer Heiland, mir zum Trost an dein Grab gedenken. Mel. Erhabner Gott, was. 16. 154. Freund, der meine Schuldenlaft getragen, und als ein Fluch ist an das Kreuz geschlagen! nun nimmt man noch vor Abends dich herab, und trägt dich hin in Josephs neues Grab. 1 264 ames Erster Theil. mo 2. O tröstlich Bild! o gnadenvolles Zeichen! das aber nur der Glaube kann erreichen: Nun ist vom Fluch die Erde frei und rein; zum Zeugniß deß mußt du begraben seyn. 3. Nun weiß und glaub' ich, daß du bist gestorben, daß du den Tod geschmeckt und mir erworben Gerechtigkeit, daß ich bestehen kann vor Gott und daß die Schuld ist ab gethan. 4. Des Höchsten Wort kann nicht gebrochen werden; drum muß dein Leib auch ruhen in der Erden. Was Jonas Beispiel liebreich vor gebild't, seh' ich hierin, mein Heil, an dir erfüllt. 5. Du bist das Waizenkorn, das man verscharret; doch wenn man nur des dritten Tages harret, wird man dich aus dem Grabe auferstehn, und tausendfache Früchte brin gen sehn. 6. Indeß ist dein Begräbniß selbst ein Siegel der Unschuld, und der ganzen Welt ein Spiegel, in welchem mit Verwund'rung jedermann ein Vorspiel der Erhöhung sehen kann. 7. Ich darf nun nicht vor meiner Gruft erschrecken, da du, mein Heil, ein Grab dich Läſfest decken. Dein Grab macht meins zum stillen Schlafgemach; da ruh' ich einst bis an den letzten Tag. 265 Von dem Leiden und Sterben Jesu. Mel. Der Tag ist hin, mein.- 153. 155. Am Kreuz erblaßt, der Marterlaft, der Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schüßest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hast's gethan. Dich bet' ich an, du König der Erlößten! dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht. Du zeigst, daß du dein Leben, mein Verföhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheil'ge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren. Der Erfinder meines Heils wird mir's einst erklären. 7. Allmächtig rief Er, der entschlief, den Todten: sie erstanden! Leicht entriß der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ist's mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich! Erforsche mich, und siehe, wie ich's meine: ja, du siehest, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10 tim 266 be Erster Theil. ug noch 10. Vergess' ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb' ermessen. 11) Von der Auferstehung Jesu. Mel. Dennoch bleib' ich stets an. 156.A uf mein Herz! ein froher Tag * hat die Nacht der Furcht vertrieben. Chri stus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. O wie hoch sind wir getröst't! 플 Jesus hat die Welt erlößt. 2. Er ist Gottes ew'ger Sohn. Ewig sey er auch gepriesen! seiner Feinde Schaar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unsre Schulden sind zwar groß, doch wir dürfen nicht verzagen: Gott läßt unsern Bürgen los, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gekrönt, und wir sind mit Gott versöhnt. Von der Auferstehung Jesu. 267 4. Sterben war der Sünden Sold; nun ist Christus unser Leben, der für unsre Schuld nicht Gold, nein, sich selber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hülfe schafft, hier ist Jesus, der kann retten, wenn gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt seyn. 10: 0 $ 16. Herr, dies glaub' ich dir zum Ruhm, und mein Trost ist nicht vergebens, denn ich bin dein Eigenthum, du die Quelle meines Lebens. Hoch erfreuet sing' ich dir jetzt und ewig Dank dafür. Al Mel. Christ lag in Todesbanden. FE er Herr lag in das Grab gestreckt; für uns dahingegeben. Nun, da ihn Gott hat auferweckt, bringt er uns Sieg und E 157.0 Leben. Lasset drum uns fröhlich seyn, vor b Gott von Herzen uns erfreu'n, Halleluja ihm sin- gen. Halleluja. 268 e Erster Theil. no 2. Der Tod, da nichts ihm Einhalt that, würgt' alle Menschenkinder. Hier wußte niemand Trost und Rath, denn alle waren Sünder. Drum fället uns der Tod so bald. Von seiner furchtbaren Gewalt sind wir doch nun errettet. Halleluja! 3. Der einige Sohn Gottes ist zu uns ins Fleisch gekommen, hat unsre Sündenschuld gebüßt, dem Tod die Macht genommen. Jesus macht uns frei und los. Vom Tode blieb ein Schatten blos; sein Stachel liegt zerbrochen. Halleluja! 4. Es war ein wunderbarer Krieg, als Tod und Leben rungen. Dem Leben blieb zuleßt der Sieg; es hat den Tod verschlungen. Långst verkündigt es die Schrift. Ein Tod war hier des andern Gift. Nun kann kein Tod uns schaden. Halleluja! 5. Hier ist das rechte Osterlamm, das unsre Schuld getragen. Am martervollen Kreuzesstamm ward er für uns zerschlagen. Nun bezeichnet uns sein Blut. Dies giebt dem Glauben Stark und Muth. Der Wür ger geht vorüber. Halleluja! 6. So feiern wir das große Fest in großer Freud' und Wonne, das uns der Herr er scheinen läßt. Er selber ist die Sonne! Mächtig strahlt sein Glanz daher! Das Von der Auferstehung Jesu. 269 finstre Herz erleuchtet er! Es flieht die Nacht der Sünden. Halleluja! 7. Wir heiligen uns ganz dem Herrn, der uns zum Heil geladen. Der alte Sauerteig sey fern vom theuern Wort der Gnaden! Christus selber will allein der Seele Speis' und Nahrung seyn! der Glaube lebt blos seiner. Halleluja! Mel. Herr Christ, der einig Gottes S. 94. 158. Der Held hat überwunden der Höllen ganzes Heer; der Drache liegt gebunden; die Sünde kann nicht mehr mich durchs Geset verdammen, denn alle Zornesflammen hat Jesus ausgelöscht. 2. Auf dann, mein Herz, und bringe dem Heiland Dank davor, vertreib' die Furcht, und schwinge im Glauben dich empor! wirf des Gewissens Nagen, dein Sorgen und dein Zagen in Christi leeres Grab. 3. Ist Christus auferstanden, mit Herrlichkeit geschmückt, so bist du ja den Banden des Todes mit entrückt. Ist er dem Tod entrissen; so låsset Gott dich wissen, daß er versöhnet ist. - 4. Gieb meinem Glauben Klarheit, zu sehn, Herr Jesu Christ! daß du Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir alles bist. Laß nicht 270 Erster Theil. mehr die Gedanken in bangen Zweifeln wanken, und mache mich gewiß. 5. Hast du den Tod bezwungen, bezwing' ihn auch in mir; du bist hindurch gedrungen; zeuch mich, ich folge dir; laß Teufel, Höll' und Sünden mich auch nun überwinden, wie du für mich gethan. VER 6. Welch' Aussicht giebt dein Leben, dein neues Leben mir! Ich sollt' am Eiteln kleben? o, neige mich zu dir! daß ich die Welt verachte, und nach dem Himmel trachte, wo du, mein Heiland, bist. d 159. Mel. Es ist gewißlich an der. 30. Tod, wo ist dein Stachel nun? dein Sieg, o Grab! verschwindet; was kann forthin uns Satan thun, da Jesus überwindet! Geendigt ist der schwere Krieg! Gott sey gedankt, daß er den Sieg durch Christum uns gegeben. - 2. Wie sträubte sich die alte Schlang', als Christus mit ihr kämpfte, und, wie ergrimmt sie auf ihn drang, doch ihren Grimm bald dampfte? ob sie ihn in die Fersen sticht, so siegt sie darum dennoch nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig geht der Herr hervor; und nimmt den Feind gefangen; zerbricht der Hölle Schloß und Thor; trågt weg den Von der Auferstehung Jesu. 271 Raub mit Prangen. Nichts hålt in seinem Siegeslauf den starken Held aus Juda auf. Er überwindet alles. 4. Des Herrn streitbarer Arm behålt den Sieg, und ist erhöhet. Des Herrn erhab'ne Rechte fällt, was stolz ihr widerstehet. Besiegt ist alles, was uns droht! besiegt ist Teufel, Höll' und Tod, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es ward getödtet Jesus Christ, und sieh', er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, steh'n wir auch auf, die Glieder. Wir wissen, daß, wer Christo glaubt, nicht in der Nacht des Todes bleibt: er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Neu mit durch wa Christo auferstehet, ist dort vom andern Code frei, dem keiner sonst entgehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht, und unvergänglich Wesen. 7. Dies ist die große Seligkeit, der wir theilhaftig werden, Fried', Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und hoffnungsvoll, daß unser Leib dort gleichen soll des Herrn verklártem Leibe. 8. O Tod! wo ist dein Stachel nun; dein Sieg, o Grab, verschwindet! was kann fort 272 Erster Theil. ne hin uns Schaden thun, da Jesus überwindet? Gott sey gedankt, der schwere Krieg ist nun geendigt, und der Sieg durch Chri stum uns gegeben. 160.B ringt Preis und Ruhm dem Heiland dar, frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist dem Gericht entnommen. Sey gelobt! Herr Jesu Christ! daß du für uns gestorben bist, und siegreich auferstanden. Halleluja! 12. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, uns nun den Trostgrund rau ben, daß du für uns genug gethan, uns Sündern eine neue Bahn zum ew'gen Heil eröffnet? Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab' entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt, und dich als Sohn geeh ret. Deines Opfers hohen Werth hat e Von der Auferstehung Jesu. 273 auf's Herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. Halleluja! 4. Erstand'ner! ich frohlocke dir, daß du nun ewig lebest. Du lebst und siegst, daß du auch mir das ew'ge Leben gebest; daß du mein Erretter seyst, und neue Kräfte mir verleih'st, mit Freuden Gott zu dienen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Gott! hilf mir dazu! Befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Rub' im Frieden mit Gott finden! pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlös'ter wandle. Halleluja! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gråber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ! durch dich einst auferstehen. Halleluja! 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen seyn und handeln! daß ich, wenn ich aufersteh', und dich, des Todes Sieger, seh', vor dir dann nicht erschrecke. Halleluja! 8. Da wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du 18 274 Erster Theil.d nun erscheinst, zu deiner Freud' erheben. Laß dies auch mein Erbtheil seyn; so werd' ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden. Halleluja! and Mel. des 32. Psalms. 112. 161.3 110 ch weiß gewiß, daß mein Erlöser lebet, Sund', Teufel, Tod und was ihm widerstrebet, hat er erlegt; er stehet auf dem Staub der allerleßte und F vertheilt den Raub. Die Erde bebt, da er den Fuß aufsetzet, troß, daß ihn mehr ein Fersenstich verleßet, es blitzt um ihn, wenn er vom Grab auffährt: er ist der To Herr, dem alle Macht gehört. 2. Er hatte zwar vom Bach am Weg getrunken, doch ist sein Muth ihm keines wegs gesunken; er hebt das Haupt nun ma Von der Auferstehung Jesu. 275 fieghaft in die Höh', kein Feind ist mehr, der gegen ihn besteh'. Dein Ehr' und Ruhm, da es dir so gelungen, sey ewiglich, o Siegesfürst, besungen: die Schlüssel sind bei dir zu Höll' und Tod, es trifft dein Volk nun ewig keine Noth. 3. Herr, laß auch uns vom Tod ins Leben dringen, hilf, wenn es kommt zum Todeskampf, vollbringen, dem zweiten Tod laß an uns keinen Theil, erweck uns hier, reiß ab die starke Seil', die Leib und Seel' an diese Erde heften. Erfüll' uns jetzt mit neuen Lebenskräften, und ruf' einmal die Leiber aus dem Grab, daß Leib und Seel in dir das Leben hab'. Mel. Vom Himmel hoch, da.- 109. 162. Dich bet' ich an, erstandner Held! Erretter einer Sündenwelt, du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät! ich nahe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfft mich nicht. $ 13. Herr, meine Seele preiset dich. Erlds't auf ewig hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 18* 276 Erster Theil. 4. Wer ist's, der mich verdammen kann? ich glaub an dich, und sage dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segenreicher Weg zu dir. So lang' ich hier bin, Herr mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. ou am 6. Holdselig sprachst du: Erde, sey der Schauplaß meiner Huld und Treu! wir sehen deine Huld und Treu auf deiner Erde täglich neu. 7. Zwar trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Erbarmer! sterben wir! doch du regierst! und wir sind dein! und ewig werden wir es seyn! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! du Trost, der meinen Geist erhebt, ich seh', durch dich gestärkt, auf's Grab mit unerschrocknem Aug' hinab. 9. Welch' neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! da findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 10. Der du für unsre Seele wachst, fie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit freudigem Vertrau'n im Tod auf dich, Vollender, schau'n! Anduar 277 - Von der Auferstehung Jesu. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 163. Kaum steigt zu ihrem frohsten Lauf die Sonn' in voller Pracht herauf; seht! so verläßt der Herr sein Grab, der erst für uns sein Leben gab. 2. Vertrieben ist der Sünde Nacht; Licht, Heil und Leben wiederbracht. Er, der uns Ehr' und Sieg erstritt, er bringt uns seinen Frieden mit. 3. Zwar hier ist nicht ganz kund gemacht, was er uns aus dem Grab gebracht; der edle Schat, die reiche Beut', der sich sein Volk vor ihm erfreut. 4. Uns lehrt es einst sein großer Tag, wie viel sein starker Arm vermag, und was er da für Thaten that, als er der Schlange Kopf zertrat. 5. O edler Sieg, o starker Held! wo ist ein Feind, den er nicht fåll't! wo eine Plage so ergrimmt, der Christi Sieg die Macht nicht nimmt. 6. Und daß der Herr erstanden sey, das ist von allem Zweifel frei. Ja, es ist je gewißlich wahr, das leere Grab macht's offenbar. 7. Die Erd' erbebt, es wälzt vom Grab den Stein ein Engel Gottes ab, und kündiget den Siegsheld an, den bald auch ſeine Junger sahn. 278 Erster Theil. 8. Sie sehen, hören, fühlen ihn! und die Verzagten sind nun kühn. In vieler Schmach mit ihrem Blut versiegelt es ihr Heldenmuth. 9. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, wie herrlich er mich liebt! und stürb auch alle Welt mir ab; g'nug, daß ich Christi Liebe hab'! 10. Er nåhrt, er schüßt, er tröstet mich. Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm' ich auch hin! weil ich sein Theil und Gliedmaß bin. 11. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt; durch ihn mit Gnad' und Heil gekrönt. Mein banges Herz ermanne sich! Gott und die Engel lieben mich. 12. Durch seiner Auferstehung Kraft voll end' ich meine Pilgerschaft; freu seiner mich in seinem Reich, und bin dort seinen En geln gleich. 13. Für solchen Trost, du starker Held, mein Jesu, dankt dir alle Welt. Wenn wir dereinst dein Antlitz sehn, soll dich ein würd'ges Lied erhöhn. 164. Sesus Christus, unser Hei- land, der den Tod überwand, ist auferstanden, Von der Auferstehung Sesu. 279 die Sünd' führt er gefangen. Erbarm' dich un- ser. 2. Der ohne Sünde war gebor'n, trug für uns Gottes Zorn; hat uns versöhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Erbarm' dich unser! 3. Tod, Sünd', Teufel, Leben und Gnad', alles in Hånden er hat; er kann erretten alle, die zu ihm treten. Erbarm' dich unser! Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele.- 29.) 1: 0 1 165. Preiset Gott in allen Landen, jauchze, du erlößte Schaar! denn der Herr ist auferstanden, der für uns gestorben war. Seht, wie Gott sein Leiden krönt: nun sind wir mit ihm versöhnt; er heilt, aller Noth entrissen, unser schüchternes Gewissen.d 1161 2. Jesus ruht den Sabbat über; nach dem Sabbat steht er auf. Einst komm ich zu ihm hinüber; ruhe nach vollbrachtem Lauf. Tod, du bist mir keine Straf'; einst erwach' ich von dem Schlaf; dann werd' ich mit seinen Theuern jenen ew'gen Sabbat feiern. sminio 3. Muß ich dann von hinnen fahren, so schreckt mich doch kaum der Tod. Mächtig 280 Erster Theil. not wirst du mich bewahren, Heiland, in der letzten Noth. Meinen Geist, welch ein Ge winn! bringet er ja zu dir hin. Ruht indeß, entseelte Glieder, einst belebt euch Jesus wieder. 4. Laß schon jetzt an mir erscheinen, daß du auferstanden bist. Neige du mich zu dem Einen, das des Lebens Endzweck ist; daß zu jener sel'gen Rub' einzugeh'n, ich alles thu', daß ich diese Welt verachte, und nach deinem Himmel trachte. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet. Heil mir! daß ich dieses weiß! nun denn, ihr Erlös'ten, gebet seinem Namen Dank und Preis! kommt zu seiner leeren Gruft, hört die Stimme, welche ruft: Jesus, euer Haupt, lebt wie der, durch ihn leben seine Glieder. Mel. O Gott, du bist die.- 34. 166. Lobsinge, meine Seele, dem Welterlöser! bet' ihn an! Lobsing' ihm, und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen. Durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, geſtürzt der Höllen Heer. Nun liegt ihr Troß darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns kronet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner auf. Von der Auferstehung Jesu. 281 Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedanke, der im Leiden mit reichem Trost belebt! Des höhern Lebens Quelle! mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Des Felsen Grund erbebet, die Wächter flieh'n, das Grab ist leer. Der todt war, sieh', er lebet! er lebt! und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wanken, er stårkt die Wankenden. Sie seh'n ihn, freu'n sich, danken dem Auferstandenen. Sie seh'n empor ihn steigen, und geh'n, wie er gebot, mit Freuden hin, und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist gelehrt. Die Gößentempel liegen; der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Ihn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen: er starb für mich und lebt. Mel. Hosianna, Davids Sohn. 167. S esus, meine Liebe, lebt, dem AHL $ es ist so wohl gelungen, daß der Feind 282 Erster Theil. mo nun vor ihm bebt, und der Tod im Sieg verschlungen: Er, mein Heil, ist wieder Licht, der im Grabe lag, erbleichet, aber jetzt der Sonnen gleichet, mit verklärtem Angesicht. 2. Einen hoffnungsvollen Blick, und ein unvergånglich Wesen bringt mir diese Sonn' zurück, und giebt mir im Wort zu lesen: daß die Glieder ihrem Haupt gleich im Leben, gleich im Sterben, gleiches Leben sollen er ben, dessen sie zuvor beraubt. 3. Liebe, stårker als der Tod, du giebst klare Siegeszeichen, machst den Feind zum Friedensbot', låff'st den Tod zum Heil gereichen: denn wie sollt' zur Sterbenszeit mich die Botschaft können schrecken, die mir sagt von Auferwecken, nichts von Todes Bitterkeit? 4. Sehet nicht auf die Gestalt: dieser Tod ist nur ein Schlafen: Nunmehr hat kein Feind Gewalt an den wiederfundnen Schafen, denn der auferstandne Hirt, der sich selbst Von der Auferstehung Jesu. 283 für sie gegeben, führt sie durch den Cod zum Leben, wo er ewig triumphirt. 5. Bringt man mich dem Grabe zu, das du, Lebenssonn'! durchscheinest; so komm' ich zur füßen Ruh, da du mich mit dir vereinest; wenn du einst die Stimm' erhebst, so wird dies mein Fleisch erwachen, denn du wirst es lebend machen, und mich bringen, wo du lebst. 6. Komm, mein Hirte! führe mich! Liebe! gieb, daß ich dich schmecke; Sonne! laß mich sehen dich, daß der Tod mich nicht erschrecke! führst du mich zum Leben hin: gieb, daß ich dir folgen möge durch die dir beliebten Wege, bis ich ewig bei dir bin. Mel. Allein Gott in der Höh'.- 15. 168. Wach' auf, mein Herz; auf, tråger Sinn! die Sonn' ist aufgegangen; wirf dich zu Jesu Füßen hin, den Heiland zu umfangen. Siegreich hebt er sein Haupt empor: er geht aus seinem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. E 2. Steh' von dem Tod der Sünden auf, beginn ein neues Leben! Vollführe deines Glaubens Lauf, nun mußt du dich erheben gen Himmel, wo dein Jesus ist, such' nun, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 284 Erster Theil. 3. Vergiß nun, was dahinten ist! mit unverwandten Blicken, schau, weil du noch auf Erden bist, auf Jesum, soll dirs glücken. Verlaß die Welt und ihren Schein! bei Jesu kannst du nur allein Ruh' und Erquickung finden. 4. Bald reizt dich freilich noch die Welt, bald sucht sie dich zu schrecken. Doch wer sich fest an Jesum hålt, dem kann nichts Furcht erwecken. Wirf deine Sorgen auf den Herrn; er sorgt für dich, und thut es gern, d'rum ist er auferstanden. 5. Der Löw' aus Juda hat nunmehr vollkommen überwunden. Auch gegen aller Feinde Heer wird bei ihm Schuß gefunden. Durch ihn gestärkt, durch ihn belebt, wirst du, was dir noch widerstrebt, auch siegreich über winden. 6. Du warest todt, Herr Jesu Christ! mun bist du auferstanden. Du kennst des Satans Macht und List, o mache sie zu Schanden! daß wir in dieser Prüfungszeit, mit ihm und mit der Welt im Streit, zu letzt das Feld behalten. 7. Kommt dann der Tod, der letzte Feind, so stårk' uns, Herr! im Glauben. Erzeige dich als unsern Freund, und was wird et uns rauben? Dort wisch'st du uns die Thränen Von der Auferstehung Jesu. 285 ab: auf Hoffnung ruht der Leib im Grab, einst wird er herrlich glänzen. Mel. Vom Himmel hoch.- 109. 169. Erinnre dich, mein Geist, erfreut, des hohen Tags der Herrlichkeit; halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sey mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau' über dich, und bet' ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist, und der da war! sein Name sey gebenedeit, von nun an, bis in Ewigkeit. 5. O Glaube, der das Herz erhöht! was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn; Herr, welche Herrlichkeit ist mein. 286 Erster Theil. d no 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb' und Verwund'rung kampft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall' ich, Gott, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertraun, in meinem Flei sche dich zu schaun. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Nechten stehn. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit, soll ich mich freun in Ewigkeit. pino? 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'. 13. Er ist's, der alles in uns schafft: sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist. Von der Auferstehung Jesu. drom Mel. Es ist gewißlich an der.- 30. 170. Freiwillig hast du dargebracht für uns, o Herr, dein Leben. Du hattest, es zu lassen, Macht; Macht, wieder dir's zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du, gehorsam bis zum Tod, dich hast für uns erniedrigt. Ademijus 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlassen. Er krönte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht fassen. Dein Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majestät, denn du giengst aus dem Grabe. 287 3. Gehaßt in deiner Niedrigkeit, warst du ein Ziel des Spottes, und zeigtest doch zu gleicher Zeit an dir die Hoheit Gottes. Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Graul; doch sterben für der Feinde Heil, dies ist die höchste Tugend. 4. Dein Reich war nicht von dieser Welt, dein Ruhm nicht Menschenehre. An Demuth groß, an Lieb' ein Held, und göttlich in der Lehre! geduldig und von Sünden rein, gehorsam bis zum Kreuze seyn; dies war, Herr, deine Größe. 8 5. Du starbst am Kreuz, doch war dir ja die Kraft des Herrn gegeben. Du schafftest, daß der Blinde sah; du gabst den Todten 288 Erster Theil. noff Leben. Du sprachst: es schwiegen Wind und Meer! und selbst der bösen Geister Heer gehorchte deiner Stimme. 6. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott! denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dessen mächtig Wort auch ich einst ewig lebe. 7. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung deines Knechts, in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod' erstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Chrift! durch dich einst auferstehen. Neue Mel. oder Wachet auf, ruft. #E 171. Halleluja! Jeſus lebet. Erlößte Menschen, o erhebet, des Gottversöhners Majestät! Horts, betrübte Sünder! gebet der Freude Raum! denn Jesus lebet: Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. Von der Auferstehung Jesu. 289 O Seele! dein Gesang erschalle ihm zum 拜 Dank! Halleluja! dich großer Held, erheb' die Welt! weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! lobsinget ihm, und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er errung. Seht, der Tod ist überwunden! die ganze Hölle ist gebunden; für eure Schuld that er genung. Laßt eure Feinde dråun! ihr könnt getrost euch freu'n! Jesus lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, derselbe gestern und auch heut'. e 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun kein strenger Rächer, wenn ihr die Schuld vor ihm bereut. Durch des Codes Ueberwinder ist er versöhnt, und gegen Sünder ein Vater der Barmherzigkeit. Er ruft sein Volk hinauf: schließt seinen Himmel auf, sie zu segnen. Der Himmel tönt: Gott ist versöhnt! weil Jesus lebt, ist Gott verföhnt. 4. Tod! wo sind nun deine Schrecken? nicht ewig wird das Grab uns decken, verwes't 19 290 Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird das todte Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, so wie verneut, zur Frühlingszeit, das Pflanzenreich die Erde kleid't. - 5. Erstandner! welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat. Unnennbare Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald sind sie unser Theil. Bald kronet uns das Heil deines Lebens. Halleluja! der Herr ist nah. Bald ist der Tag des Sieges da. Mel. Dennoch bleib' ich stets. 156. 172. Sesus lebt, mit ihm auch ich. Tod! wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von den Todten aufer wecken. Er verklärt mich in sein Licht! dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, låstert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt er Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jefu 2c. 291 daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. - 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein; sein sey auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich seyn, und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie glaubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht. 01-3 12) Von der Himmelfahrt Jesu, und seinem Siben zur Rechten Gottes. Mel. Auf diesen Tag gedenk'. 173.2 n diesem Tag frohlocken wir! Herr! du bist aufgefah- ren! Des Himmels Chöre jauchzen dir: o laß auch uns 19* 292 Erster Theil. - Von der Himmelfahrt Jesu, b4 erfah- ren: daß wie voll Müh das Leben ist, doch da du hingegangen bist, Hoffnung es versu- ßet. Alleluja, Alle Alleluja! 2. Gottlob! der Weg ist nun bereitt: uns steht der Himmel offen. Der Chrift kann seine Herrlichkeit aus starken Gründen hoffen, wenn er im Glauben freudenvoll sich emsig rüstet, wie er soll, dem Herren nach zufahren. Alleluja! Alle- Alleluja! 3. Wer nicht nach seinem Willen thut, ver langt nicht nach dem Herren. Er wird dem trågen Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Ist unser Glaube rechter Art, so läßt uns Christi Himmelfahrt nicht an der Erde kleben. Alleluja! Alle- Alleluja! 4. Zeuch uns dir nach, Herr Jesu Chrift, daß wir, so lang wir leben, zu dir, der du nun droben bist, uns immermehr erheben. Wir sehn hinauf, du siehst herab, an Treu und Lieb' geht uns nichts ab, bis wir zu ſammen kommen. Alleluja! Alle Alleluja! und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 293 5. O großer Tag! an Freuden reich, wann wir mit allen Frommen nun unserm großen Heiland gleich zum sel'gen Schauen kommen. Wie wohl, wie wohl ist uns zu Muth in Ewigkeit beim höchsten Gut! mehr können wir nichts wünschen. Alleluja! AlleAlleluja! Mel. Erhebt den Herrn. erm.- 101. 174. Der Herr fährt auf gen Himmel mit hellem Jubelschall, mit jauchzendem Getümmel, und mit Posaunenhall. Lobsingt, lobsinget Gott! lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth! 2. Der Herr wird aufgenommen in königlicher Pracht. Deß freu'n sich alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein des Himmels laute Heere, die seiner Pracht und Ehre sich, gleich als wir, erfreun. 3. Mit freudigem Gebete wird er von uns erhöht! wir wissen nun die Stätte, die uns bereitet steht. Der Heiland geht voran, läßt uns nicht von ihm trennen, macht, daß wir folgen können, uns freie sichre Bahn. 4. Wir Pilgrimme der Erden, die hier das Elend bau'n; wir sollen himmlisch werden, und Jesum ewig schau'n. Auf, Kinder Gottes, auf! wo Jesus hingegangen, dahin steh' eu'r Verlangen! dahin kehrt euren Lauf! 294 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu, 5. Gen Himmel laßt uns dringen mit herzlicher Begier! mit Inbrunst laßt uns singen: dich, Jesu, suchen wir! zu dir, o Gottes Sohn, soll sich der Geist erheben. Du bist uns Licht und Leben, und unser großer Lohn. - 6. Hinweg mit deinen Schäßen, du gleiß nerische Welt! sollt' uns dein Nichts ergößen? dort ist, was uns gefällt: er, unser Fleisch und Blut, prangt auf der Gottheit Throne, giebt uns sich selbst zum Lohne, ist unser höchstes Gut. 7. Wann wird es doch geschehen; wann kommt die frohe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit? du Tag, wann wirst du seyn, da wir ihn mit Entzücken zum erstenmal erblicken? O Tag, brich bald herein! Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 175. Schau, großer Herr der Herrlich keit, herab vom Thron der Majestät, um den, auf deinen Wink bereit, die Schaat der starken Helden steht. - 2. Denn als du ganz dein Werk voll bracht, beschlossest du den edlen Lauf; und fuhrst in königlicher Pracht zu deinem Vater wieder auf. und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 295 3. Ein ewig's Heil hast du geschafft, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Nun sigest du in großer Kraft, als unser Haupt, auf Gottes Thron. 4. Dein Arm, du Gottmensch, herrscht und siegt, du bist uns allenthalben nah! und selber das Verborg'ne liegt vor deinen Augen offen da. In'097 8m 5. Schau', Herr, aus deiner heil'gen Höh' auf uns, die Deinen, die du kennst, daß alle Welt erkenn' und seh', daß du uns deine Brüder nennst. del Imdi isprijdo2 sidg 6. Du bist in deine Herrlichkeit schon eingegangen; aber wir, wir sind noch immerdar im Streit, und seufzen noch im Elend hier.indojad 1100 m 11:22 sid 7. Doch darum fürchten wir uns nicht, da deine Hand uns hålt und schüßt. Du, unsre Kraft und unser Licht, bist mitten unter uns auch itzt. $ 10097 8. Von deinen Brüdern sey gelobt, Held, der du uns den Sieg erstrittst! daß du den Satan, wenn er tobt, auch unter unsre Füße trittst. 108 9. So setzen wir denn unverzagt, und freudig unsre Wallfahrt fort. Den Lohn, den du uns zugesagt, erwartet unser Geist erst dort. indi isgnijdof land boomin 296 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu, 10. Sa, aufgefahrner Jesu Christ, auf dich nur schau'n und hoffen wir. Wir suchen nur, was droben ist, und unser Herz ist schon bei dir. HOT2 1011. Vollenden wir dann unsern Lauf; so eil', uns mächtig beizusteh'n! nimm unste Seelen zu dir auf laß deine Herrlichkeit uns seh'n! and sofia mus Jad Mel: Vom Himmel hoch, da. 109. 176. Auf! Sefu Simger! freuet euch, da Herr fährt auf zu seinem Reich. Er trium phirt. Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm'lad sniad ni Rio 10 10 A 12. Sein Wert auf Erden ist vollbracht Zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! $ 94. Sein sind die Völker aller Welt. Et herrscht als sieggewohnter Held! er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer fich beugen muß. nodalot 5. Er schüßet seine Christenheit, erhält sit bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lob finget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 297 6. Ja, Heiland, wir erheben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott erhöht. bis msd a notthon, noth) nog 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht; und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an, was ist, das uns gebrechen kann? 18. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst. for 19. Du hast die Ståtte uns bereit't, bei dir zu seyn in Ewigkeit. Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf, nimmst du uns in den Himmel auf.modinile MIG 89d 10. O zeuch uns immer mehr zu dir. Hilf uns mit eifriger Begier nach dem nur trachten, was da ist, wo du, verklärter Heiland, bist. und silne sniedliwio 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit, stårk uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu trau'n, bis wir dereinst dein Untlig schau'n. 12. Dann wird sich völlig unsre Seel' in dir erfreun, Immanuel! dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. oped wi 298 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu, Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 177. Großer Mittler! der zur Rechten seines großen Vaters sitzt, und die Schaar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt, dem auch selbst die Seraphinen mit verhülltem Antlig dienen! dessen Reich und Majestät über alle Dinge geht. 2. Dein Geschäft auf dieser Erden ist aufs Herrlichste vollbracht. Der Verlornen Heil zu werden, gingst du in die Todes nacht. Aus dem Tod tratst du ins Leben. Welch ein Trost ist uns gegeben! ewig unser Haupt zu seyn, gingst du in den Himmel ein. 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte in des Himmels Heiligthum, die erworbnen Lebenskräfte durch dein Evangelium den Erlös'ten mitzutheilen, und von Sünden sie zu heilen. O wohl allen, die dir traun, und auf deine Hülfe bau'n. 4. Herr, du schauest voll Erbarmen stets auf diese Welt herab. Liebreich suchst du jeden Armen, der sein Herz der Welt ergab, von der Thorheit abzuschrecken, und zur Buße zu erwecken. Selig, wer, o guter Hirt! deiner Stimme folgsam wird. 5. Keiner, keiner wird zu Schanden, der, o Heiland! dein begehrt. Rettung aus der und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. 299 Sunde Banden wird dem stets von dir gewährt, der von dir die Rettung suchet und den Sündendienst verfluchet. Seiner Seele schenkest du Leben und Gewissensruh'. 6. Du vertrittst, die an dich glauben; du bewahrst und stårkest sie, daß sie dir vereinigt bleiben; daß sie dieses Lebens Müh' standhaft durch dich überwinden, ihres Glaubens Ende finden, und einst ewig bei dir seyn, ewig deiner sich zu freun. 7. O, was sind wir Menschenkinder, daß du unser so gedenkst, und so hülfreich auf uns Sünder immer noch dein Auge lenkst? Hilf, daß wir dich glaubig ehren, und auf deine Stimme hören; nur bei dir steht unser Heil. Gieb uns ewig daran Theil. 8. Wenn wir zu dem Vater beten, und uns unsre Sünde schreckt; laß uns dein Verdienst vertreten, welches unsre Schuld bedeckt. Laß zum Fleiß in guten Werken deines Geistes Kraft uns stårken. Hilf uns durch die Prüfungszeit, Herr, zu deiner Herrlichkeit. Mel. Erhebt den Herrn.- 101. 178. Mein Jesus triumphiret, und nimmt den Himmel ein. Er hat sein Werk vollführet, vom Fluch uns zu befrei'n. Die hohen Seraphim empfangen ihn mit Freuden nach überstandnen Leiden. Lobsingt, lobsinget ihm! 300 Erster Theil.- Von der Himmelfahrt Jesu, 2. Wohl uns, die wir noch hoffen, nun Jesus triumphirt, steht uns der Weg auch offen, der zu dem Himmel führt. Er selbst, er macht uns Bahn. Wer hier nur an ihn glaubet, ihm folgt und treu ihm bleibet, der wandelt himmelan. 3. Nur dort, nicht auf der Erden, ist unser bestes Theil. Um himmlisch einst zu werden, erwarb der Herr uns Heil. Erlös'te! macht euch auf! wo Jesus hingegangen, dahin schickt das Verlangen! dahin geh' euer Lauf! 4. Herr! hilf uns darnach ringen mit eifrigster Begier. Laß unsern Fleiß gelingen; den Himmel suchen wir. Laß uns in dieser Welt im Glauben an dich wandeln, so denken und so handeln, wie es dir wohlgefällt. 5. Was sind der Erde Freuden? wie bald sind sie dahin! o hilf uns alles meiden, was hier noch unsern Sinn vereitelt und uns stört, das beste Theil zu achten, und nur nach dem zu trachten, was ewig Heil gewährt. 6. Sey du selbst unser Leiter in unsrer Prüfungszeit, und bring' uns immer weiter zu deiner Herrlichkeit! bis diese Zeit vor bei, bis wir dich, Heiland! sehen, und freudig vor dir stehen, bis Erd' und Him mel neu. und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 301 Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 179. Wir freuen uns, Herr Jesu Christ, daß du zur Rechten Gottes bist. Du starker Herr, Immanuel! o stårk im Glauben unsre Seel'. 2. Du sigest auf des Himmels Thron als unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht; drum bleibst du unsre Zuversicht. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestat dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, du Herrscher der Natur! 4. Umſonst, umsonst empöret sich der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht fest, der seine liegt, durch deine Macht ist er besiegt. 5. Du, unser triumphirend Haupt! wie selig ist, wer an dich glaubt! du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, sein starker Schuß, sein ew'ges Heil. 6. Herr, unsre Herzen trau'n auf dich. Dein freuet unsre Seele sich. Du Held von unserm Fleisch und Blut, bist unser Trost und höchstes Gut. 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt. Der Segen ist in deiner Hand. Von keiner Seele 302 Erster Theil.- Von der Himmelfahrt Jesu, bist du fern; du siehst auf sie, und hilfst ihr gern. 8. Sieh' auf uns gnådig allezeit vom Throne deiner Herrlichkeit! hilf unserm schwachen Glauben auf, und segne unsern Lebenslauf. 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als Herr und Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis sehn. Laß uns dann freudig vor dir stehn. 10. Dann triumphirt der Glaub' an dich. Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ! der du zur Rechten Gottes bist. Mel. Allein Gott in der Höh'.- 109. 180. Mein Jesus sißt zur rechten Hand des Vaters in der Höhe; er herrscht in met nem Vaterland, das ich von ferne sehe, und wo ich mit dem Herzen bin, wo alle Engel Gottes ihn als ihren König ehren. 2. Denn über jedes Fürstenthum hat er sich nun erhoben, und über aller Engel Ruhm ist er sehr hoch zu loben. Ihm jauchzt der Seraphinen Stimm', die Cherubinen singen ihm das: Heilig! ohne Ende. 3. Shm dient in seiner Herrlichkeit der Himmel sammt der Erden, und was sowohl in dieser Zeit, als dort genannt mag werden; was Kraft und Macht nur heißen kann, und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 303 das ist ihm alles unterthan: er herrschet über alles. 4. Du mußtest Hoherpriester seyn: dein Opferblut, dein Beten, dein Segen konnte ganz allein uns helfen und vertreten. Und dir gebührt auch nur der Ruhm, daß dies dein Hohespriesterthum in Ewigkeiten währet. 5. Nun hörst du unser Flehen gern; wir find dir unterthänig; nun waltest du als Herr der Herrn und der Monarchen König. Herr über Ewigkeit und Zeit, du Herrscher in Gerechtigkeit, Herr über Tod und Leben! 6. Immanuel! du bist bei uns bis an der Zeiten Ende; und die Besorgung unsers Thuns gab Gott in deine Hände. Du stehst uns bei in aller Noth; du streit'st, und siegst, und hilfft im Tod, durch Glauben überwinden. 200 mla 7. Du sprichst: dem, welcher überwind't, will ich zu sißen geben, auf meinem Stuhl, als Gottes Kind, und er soll ewig leben, wie ich gesiegt, als Gottes Sohn, und bin auf meines Vaters Thron voll Herrlichkeit gesessen! Mel. O Gott, du bist die Liebe. 34. 181. Mein Heiland, deine Größe geht über alle Himmel weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von Ewigkeit. 304 Erster Theil..- Von der Himmelfahrt Jesu, Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur; kamst zwar für uns Verlorne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Orden trafst du erst in der Zeit. Eh' noch die Welt ge worden, hatt'st du schon Herrlichkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräftigs Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand so, wie das Heer der Geister, das dich noch eh'r erkannt. Ein Erbe über Alles! das ist dein ew'get Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum.id d d mib 13. Du trågest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort; das Große und Ge ringe geht blos durch deinen Willen fort. Sohn Gottes! du regierest den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben. Drum wird einst jede Gruft die Todten wiedergeben, wenn deine Stimme ruft. 4. Gott låßt dir Ehr' erzeigen, die keinem andern wiederfährt. Dir soll sich alles beugen! denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden. und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 305 Wer aber dich verehrt, dem hilfft du vom Verderben; schaffst ihm Zufriedenheit, und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt. Dich preis't der Frommen Saame, der glaubig dir zu Füßen fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Chron. Wer sollte dein sich schämen? werth bist du Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 6. Sohn Gottes! ich verehre und bete dich in Demuth an. Beschäme und bekehre die, die dir noch nicht zugethan; die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für uns litt, die schuld'ge Ehre rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich glaubig zu erkennen. Laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll' jedes Land! i Mel. Uus tiefer Noth schrei. 119. - #loid 182. Herr Jesu, deiner Glieder Ruhm, du starkes Haupt der Schwachen! du hast ein ewig's Priesterthum, kannst allzeit selig machen; du bist, der das Gebet erhört vid der des Glaubens Wunsch gewährt, o bald wir zu dir kommen, d istpils 20 306 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu, 2. Uns muß durch deine Himmelfahrt der Himmel offen stehen. Du hast den Weg geoffenbart, wie wir zum Vater gehen. Der Glaube weiß und ist gewiß, du habest uns im Paradies die Ståtte zubereitet. 393. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch die Glieder gewiß nicht aus geschlossen seyn. Du bringst sie alle wieder: sie werden da seyn, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Christ, dir ähnlich, ewig schauen.se und hid dissor Sma 1 4. Zeuch uns dir nach, so laufen wir; laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jetzund an erlesen! zeuch unser Herz dem Himmel zu; daß unser Wandel, Schaß und Ruh' nur sey bei dir dort oben! madisolg 5. Was droben ist laß künftighin uns unablässig suchen; was eitel ist, das la uns flieh'n; was sündlich ist, verfluchen! weg Welt! dein Lust- und Freudenschein ist viel zu elend, viel zu klein für himmliſche Gemüther. 107922 419( G. 16. We Kleinod, das im Himmel strahlt! ich will nach dir nur laufen! o Perle, die die ' t nicht zahlt, dich will ich an mich kaufen! o Erbthil voll Zufriedenheit, o Himmel voller Seligkeit, fey mein, aus Jefu Gnaden! und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 307 7. Wann fahr' ich auf aus dieser Noth? wann komm' ich, Heilserstatter, zu deinem und zu meinem Gott, zu dein und meinem Vater? wann komm' ich zu dir, höchstes Licht? wann seh ich einst dein Angesicht? komm bald, o Jesu! Amen! Mel. Hosianna, Davids S. 167. 183. Hosianna, Davids Sohn! der in seines Vaters Namen sich erhebet auf den Thron über Jacobs Haus und Saamen, welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden endlich müssen dienstbar werden, und das selbst kein Ende nimmt. 2. Sey gesegnet, theures Reich! das ein solcher Herr besitzet, dem kein Herr auf Erden gleich, der das Recht mit Nachdruck schüßet. Schwinge dich in stetem Flor, groß durch Frieden, reich an Freuden, unter Juden, unter Heiden mit vermehrtem Glanz empor! 3. Deines Königs Majestät müsse jedes Volk verehren, und so weit die Sonne geht, müsse sich sein Ruhm vermehren! selbst der kleinen Kinder Mund mache, zum Verdruß der Feinde, und zur Freude deiner Freunde, deinen großen Namen kund! 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deine Unterthanen! ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz die Wege bahnen. Ich 20* 308 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu, geselle mich im Geist froh zu jenen großen Reihen, die dein Hosianna schreien, wo man dich willkommen heißt.100 5. Jauchzt, ihr Kräfte! freuet euch; seyd ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich wird bei euch auch Raum ge winnen. Kommt, und schwört den Huld gungseid! kommt und küßt den Sohn der Liebe! Ach, daß niemand außen bliebe! Hier, ach hier ist Seligkeit. - Aus dem 47. Pfalm. bem 47. Pfal ( 1 Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. andirisid me 184. Ihr Völker in der ganzen Welt, frohlockt mit Herz und Händen! jauchzt unserm Gott! erhebt den Held, der sich an allen Enden stets als den größten König zeigt, an Hoheit alles übersteigt, und Fein den schrecklich bleibet! tr 2. Shr, die ihr seinen Zepter ehrt, ihr werdet einst regieren; ihr werdet diese Welt zerstört zu euren Füßen spüren. Zu seinem Erbtheil wählt er euch; euch ist ein ewig Königreich: ein ewig's Heil beschieden. 3. Den Himmel nahm er jauchzend ein: ihm sangen Cherubinen. Wie? wollt ihr långer tråge seyn, lobsingend ihm zu dienen? Nein, auf, lobsingt, lobsingt dem Herrn; und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 309 denn er ist Gott und Jacobs Stern, ein König aller Menschen. 4. Mit klugem Leib erhöhet ihn, den König aller Heiden! für ihn laßt euren Eifer glühn, und dienet ihm mit Freuden! der Abgrund bebt vor seinem Thron; der Höllen Heere sehn den Sohn, und fliehn vor seinem Schelten. 5. Es werden selbst die Herrn der Welt zu seiner Fahne schwören, und sich, besiegt durch diesen Held, zu ihm als Gott bekehren. Es beugen sich mit Jacobs Stamm dir, Herrscher, Gott von Abraham, die Machtigen der Erde. Aus dem 72. Pfalm. Mel. Gott, du frommer Gott.- 8. 185. Gott! gieb dein Gericht dem Könige der Erden, laß die Gerechtigkeit durch ihn verschaffet werden! durch ihn, den Königssohn, sey, Herr, dein Volk befreit, und wer die Sünde fühlt zu deinem Bild erneu't. 2. Von nun an müssen sich auf Zions Berg' und Hügeln Fried' und Gerechtigkeit in vollem Glanze spiegeln; der Held aus Juda nimmt des armen Volks sich an, er, dessen strengen Zorn kein Frevler tragen kann. 3. Dir, Heil der ganzen Welt! wird man mit Ehrfurcht dienen, so lange Sonn' und 310 Erster Theil.- Von der Himmelfahrt Jesu, Mond an den gewölbten Bühnen in altem Prachte stehn. Von Kind und Kindeskind erschallt, wie groß und schön, Herr, deine Werke sind. ne til at si 4. So sehr ein sanfter Guß das dürre Land erquicket, so mild und stårkend wird auch Zions Gott erblicket: er kommt, und seht, durch ihn wird der Gerechte blüh'n, mit ihm wird Fried' und Ruh' in alle Grânzen ziehn. faid that 5. Als König herrschet er von einem Meet zum andern, ihm unterwerfen sich die in der Wüste wandern: er wirft mit macht'ger Hand die Feinde in den Staub, und macht, des Siegs gewohnt, aus ihnen einen Raub. 6. Bis an das fernste Meer wird sich sein Zepter schwingen, ihm werden Könige Ge schenk und Gaben bringen, ihm dient, was in der Welt nur groß und mächtig heißt, von Heiden selbst wird auch sein hoher Ruhm gepreis't. 7. Warum? sein starker Arm wird die Elenden retten, sein mild und hilfreich Herz bricht ihre schweren Ketten: von Trug und Frevel macht sie sein Erbarmen frei, und zeigt, wie werth vor ihm ihr Blut geachtet sey. 8. Er lebt und seine Macht weiß nicht von Ziel und Gränzen. Sein unermess'nes und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 311 Reich wird jetzt und ewig glänzen. Ihm bringt man alle Zeit Gebet und Opfer dar, und drången sich mit Lust zu seinem Lobaltar.no ondouise mus ( 1501 9. Wie, wenn ein gutes Land die reichsten Saaten decken, so reichlich wird sich auch der Segen einst erstrecken, der auf die Sterblichen aus seiner Fülle fleußt; und ewig wird dafür sein Nam' und Thron gepreis't. 10. So lange Sonn' und Mond im alten Glanze blißen, wird sich der Nachwelt Trost auf seinen Namen stüßen: durch ihn gesegnet, kniet der Heiden große Schaar mit Ehrfurcht, Dank und Ruhm vor seinem Söhnaltar. 11. Gelobet sey der Herr, den Israel verehret, der einzig Wunder thut und Feind und List zerstöret! gelobet sey sein Nam'! bis in das fernste Land werd' seine Herrlichkeit je mehr und mehr bekannt. #dop load di Aus dem 24. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch. 109. 19 186. Die Erd' und was darinnen ist, das Meer, so weit es schäumend fließt, die Welt mit Sonne, Mond und Stern, dies Alles, alles ist des Herrn. 2. Des Herrn, der seine heil'ge Stadt, so felsenfest gegründet hat, daß sie, wenn 312 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu, alles untergeht, gleichwohl wie Berge Gottes steht. On - 3. Wer darf sich dieser Ståtte nah'n? wen nimmt er zum Bewohner an? nur den, der durch's Versöhnungsblut die schweren Sünden von sich thut. 4. Nur dem, der reines Herzens bleibt und keine falsche Lehre treibt, des Meineids sich nicht schuldig macht, nur dem ist Segen zugedacht. 15. Ja, Segen und Gerechtigkeit theilt Gott, die Quell' der Seligkeit, dem, welcher vor sein Untlig tritt, recht überschwenglich gnådig mit. 6. Verlorne Sünder, machet doch die Thore weit, die Thüren hoch! und soll euch recht geholfen seyn, so nehmt den Ehrenkönig ein. 7. Ihr fragt: wer dieser König sey? Nichts, nichts kommt seiner Größe bei. Er ist der Herr von ew'ger Kraft, der statt des Streits, bald Frieden schafft. 1:10 dri 8. Eröffnet fröhlich Thür und Thor! geht aus der Finsterniß hervor! er kommt, det Herrscher Zebaoth! vor ihm fleucht Sünde Hill' und Tod! 209 Nachahmung des 21. Psalms. Mel. Wie schön leuchtet der.- 35. 187. Herr, der du deinen theuren Sohn mit Hülf' und Kraft vor deinem Chron und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 313 zum Mittleramte schmücktest! Gott, der du auch, da Höll' und Tod ihn schon mit Untergang bedroht, doch gnädig nach ihm blicktest! Siehe! Mühe, Schmerz und Wunden sind verschwunden. Nach dem Leiden lebt er nun in ew'gen Freuden. 2. In jenen Wohnungen des Lichts, im Glanze deines Angesichts erhebt er deine Güte. Da rühmt die Wunder deiner Huld, nach unsrer ausgeföhnten Schuld, sein göttliches Gemüthe. Nun preis't sein Geist deiner Liebe starke Triebe, die ihn hielten, als die Wetter auf ihn zielten. to Lind 3. Ja, Herr, was nur sein Herz begehrt, wornach sich nur sein Wunsch gekehrt, das hast du ihm geschenket. Denn nur auf unsre Seligkeit, auf deinen Ruhm und Herrlichkeit war stets sein Sinn gelenket. Kronen, Thronen und ein Regen deiner Segen muß ihm werden. Sel'ger Wechsel der Beschwerden. 4. Ums Leben bat er, Vater, dich, da Trost und Vater von ihm wich: Du gabst ihm langes Leben. Wer mißt jetzt seiner Tage Lauf? das Lob, den Schmuck, den du ihm drauf in deinem Schoos gegeben? Freunde, Feinde, alle müssen zu den Füßen Jesu fallen, durch sie muß dein Ruhm erschallen.n 314 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Sesu, 5. Du, den! mein Glaube zärtlich spürt, du hast es glücklich ausgeführt, was ich zum Leben brauchte. Des Vaters Rechte hielt dich fest, als von des årgsten Grimmes Pest der Feinde Rache rauchte. Schnöde, spröde und mit Spotte sucht die Rotte dich zu töd ten: Gott sieht drein; und sie erröthen. 6. Sein Zorn, gleich einem Feuer, frißt das Volk, das seinen Bund vergißt, die mörderische Bande. Noch trågt ihr Saame diesen Fluch, und ist( welch harter Richterspruch) ein Scheusal aller Lande. Erde, 199 werde, bei der Sache dieser Rache, die noch brüllet, werde doch mit Furcht erfüllet! 7. Man dachte Böses dir zu thun, Lamm Gottes! und dann erst zu ruh'n, wenn du vertilget wärest. O Weisheit, die du Macht und List, wie groß und fein sie immer ist, zu ihrem Schaden kehrest. Freunde! Feinde! hört: es flogen von dem Bogen seines Köchers Pfeile des erzürnten Råchers. - 8. Erhebe dich in deiner Kraft, und dampfe, was uns schaden schafft, und die dein Zion stören! so soll auch unser Herz und Mund dich, Herr, und deinen Gnadenbund in lauten Liedern ehren. Rühre, führe selbst die Heiden zu den Freuden, zu den Kränzen, die fo schön in Zion glänzen. mid at und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 315 Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele.- 29. bir 188. Herr! du fährst mit Glanz und Freuden auf zu deiner Herrlichkeit: doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit! Gieb mir, Jesu! Muth und Kraft, daß ich meine Pilgrimschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen Geist zurücke, aber zeuch mein Herz nach dir: wenn ich nach dem Himmel blicke, o, so öffn' ihn gnädig mir! neige meinem Flehn dein Ohr, trag' es deinem Vater vor, daß er mir die Schuld vergebe, daß ich mich bekehr' und lebe! 3. Lehre mich, die Welt verachten, und was in ihr Eitles ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist. Wollust, Ehrsucht und Gewinn, soll mich dies zur Erde zieh'n, da ich jenseits überm Grabe eine größ're Hoffnung habe? 4. Diese müssen mir nichts rauben: du erwarbst sie theuer mir; jegund seh' ich sie im Glauben, dorten find ich sie bei dir. Dort belohnst du das Vertrau'n deiner Glaubigen durch Schau'n, und verwandelft ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit' auch mir die Ståtte in des Vaters Hause zu. Rufst du frühe oder spåte mich zu meines Grabes Rub'; leucht 316 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu x. auch mir in dieser Nacht, durch die Stärke deiner Macht, die des Todes Macht bezwungen und für uns den Sieg errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende dieser Zeit, o so sammle meine Glieder, die Verwesung jetzt zerstreut: heilge und verklår' sie ganz, daß der Leib im Himmels glanz, dann nicht mehr von Staub und Erde, ähnlich deinem Leibe werde. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 121. 189. König, dem kein König gleichet! dessen Ruhm kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt offenbaren, als das Bild des Unsichtbaren! dir gehört das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne. - 2. Himmel, Erde, Luft und Meere müssen stets zu deiner Ehre dir, Herr, zu Gebote stehen, und dein Wille muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, alles ist dir übergeben, und vor deinem macht'gen Schel ten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Gränzen sieht man deine Wunder glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen: die nach deiner Vorschrift leben, dir nur zu Erster Theil. Von der Wiederkunft Jesu Christi zc. 317 gefallen streben, alles gern für dich verlassen und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren hört man stets dein Lob vermehren von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklårtes Antlit schauen: die dich unermüdet preisen, und dir Ehr' und Dienst erweisen. 5. Herr, in allen diesen Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schäße, an der Ordnung der Gesetze, an der Unterthanen Menge, an des Regimentes Långe, an Begnadigung der Freunde, und an Siegen über Feinde. 6. Nun herrsch' auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schuß genießen, auf mich deine Gnade fließen: dich stets fürchten, ehren, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, kämpfen, streiten, dort mit herrschen, dir zur Seiten. - 19 13) Von der Wiederkunft Jesu Christi zum Gericht. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. rhöh'ter Jesu Gottes Sohn! der du schon längst der Himmel Thron 190. 318 Erster Theil. Von der Wiederkunft als Herrscher eingenommen. Du wirst dereinst zu rechter Zeit, in großer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder kommen. Gieb! daß dann froh und mit E Vertrau'n, dich, Herr, auch meine Augen F du schau'n. no m 2. Wer faßt, o Heiland, jetzt die Pracht die deinen Tag einst herrlich macht? wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die jetzt schon dir sich beugen. Dann sieht die Welt die Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und Meer das unzählbare große Heer der Todten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neubeseelt, nun alle auf, und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den verdienten Bohn nach seiner That Haus Jesu Christi zum Gericht. se 319 zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer läugnet dann noch, Jesu Christ! daß du der Erden Richter bist? rund quince d 5. O gieb, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wieder finde; daß ich mit Freuden vor dir steh', und mit dir in den Himmel geh', ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker seyn, und auch die kleinste Sünde scheu'n. dus nnd doug 6. Dein Name sey mir ewig werth! und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preis't, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Seligkeit. bid ogurl? di un or modsig dat Mell Aus tieser Noth schrei'. 119.90 9 i 191. Er kommt, er kommt zum Weltgericht, der Heiland, den wir ehren. O weigert euch, Erlös'te! nicht, jetzt auf sein Wort zu hören. Wer hier nicht seine Stimme hört, und sie nicht mit Gehorsam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen. 2. Herr, laß mich deiner Majestät mit wahrer Freude dienen! wie herrlich dich dein 320 Erster Theil. Von der Wiederkunft Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen. Doch was uns hier verborgen war, das wird dereinst uns offenbar, wann du wirst wie derkommen. ad ud and indus? bo 3. Wenn vor dir die Natur dann bebt, und unter deinen Füßen sich alles, was dir widerstrebt, wird völlig beugen müssen, wenn alle Engel vor dir stehn: dann werden aller Augen sehn, wie hoch dich Gott erhoben. 4. Wenn dann, o Herr, auf dein Geheiß die Todten wieder leben; dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis sich aus dem Grab' erheben; wer wird dann noch, Herr Jesu Christ! daß du die Auferstehung bist, mit Frechheit läugnen können? hlusst di 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, wann du, die hier dich fliehen, für ihre Schuld zur Rechenschaft mit Majestät wirst ziehen? wenn nun ihr Auge dich erblickt, und sie dein Strafgerichte drückt, dann werden sie verstummen. 910 6. Und wenn du dann die Deinen nun mit Preis und Ehre zierest: und ihnen ewig wohlzuthun, sie zu dem Himmel führeſst, dann, Herr, wird völlig offenbar, daß dein die Macht und Gnade war, die Deinen zu beglücken. 7. O laß mich dann, Herr Jesu Christ, mit Freuden vor dir stehen; und dir, so herrlich 1 Hunt Jesu Christi zum Gericht. D 321 du auch bist, getroft entgegen sehen. Wenn deiner Feinde Rotte zagt, von Reu' und Angst und Furcht geplagt, dann jauchze meine Seele. todo momento ad dis 8. Daß ich dies Glück erleben mag; so laß in diesem Leben, o Heiland! deinen großen Tag mir stets vor Augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weih'n, in deinem Dienste treu zu seyn, und nie dich zu verläugnen. Mel. Ewigkeit, bu Donnerw.- 190. 192. Der unsre Menschheit an sich nahm, als er, uns zu versöhnen, kam, kommt zum Gerichte wieder, nicht fern ist seiner Zukunft Zeit, in aller seiner Herrlichkeit steigt Jesus dann hernieder. O sich'rer Erdkreis bess're dich! der Tag des Schreckens nahet sich. 2. Warum verzeucht der Richter, Gott? wo bleibt der Rächer? fragt der Spott. Hort, Sünder! hört's mit Beben! euch, die ihr frevelnd widerstrebt, und in der Bosheit ficher lebt, zur Beff'rung Frist zu geben. Doch bald ist euer Maaß erfüllt: bald kommt der Richter, und vergilt. oris ple 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird, wenn Gottes Fluch euch droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem Zorn euch decken. 21 322 Erster Theil. Von der Wiederkunft Denn nun nicht mehr erbarmt er sich; und sein Gericht ist fürchterlich! adris 4. Wenn furchtbar seiner Donner Schall, und der Posaunen Wiederhall der Erde Grund erschüttern; und plößlich nun der Bau der Welt mit Krachen stürzt, in Trümmer fällt! wenn alle Menschen zittern, und vor den Richter hingerückt, der Spotter glaubet und erschrickt. og bid sin duur( nas 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit: wo werdet ihr Barmherzigkeit, und Gnad und Rettung finden? die ihr der Sünde Maaß noch häuft, fühlt, eh' euch dieser Tag ergreift, die Lasten eurer Sünden! daß ihr euch einst nicht selbst verflucht, und ohne Hoffnung Lind'rung sucht. 6. Mein Herz erschrickt, es bebt in mit mein Innerstes, o Gott, vor dir! ich bin ein Missethåter. Begnadige, wann dein Ge richt auch mir mein ewig's Urtheil spricht, Herr, mich, den Uebertreter! du, der die Sünder nicht verstößt, du hast auch, Jesu, mich erlös't. bu 7. Tag Gottes! Zag der Ewigkeit! du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme. Neizt, Christen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht bald ergrimme un Jesu Christi zum Gericht. re 323 Denn ewig wird der Sünder Pein, so wie der Frommen Wonne seyn. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.- 67. 193. Bedenke, Mensch! das Ende: bedenke deinen Tod. Der Tod kommt oft behende; der heute frisch und roth, kann morgen, und geschwinder, hinweggestorben seyn. Drum bilde dir, o Sünder! ein tåglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch! das Ende: bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen; es wird dort jedermann den Lohn von ihm bekommen, nachdem er hier gethan. 3. Bedenke, Mensch! das Ende: der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzensschreien; ach, Sünder, hute dich! 4. Bedenke, Mensch! das Ende: bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne ein müder Streiter prangt, der nach dem Kampf die Krone in Gottes Reich erlangt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten lebte Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sey bereit. Laß mich den Tod 21* 324 Erster Theil. Von der Wiederkunft betrachten und deinen Richterstuhl: laß mich auch nicht verachten der Höllen Feuerpfuhl 6. Hilf, Gott! daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag: im Tod und vor Gerichte, steh' mir, o Jesu! bei; daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sey! - Mel. Ach Herr, mich armen. 67. 194. Ich denk an dein Gerichte, du Richter aller Welt, der Thor nennt's ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht, und mein Gewissen lehren: du haltest ein Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron; um den die heilge Menge erhab'ner Engel steht. Welch herrliches Geprånge, welch hohe Majeſtät! 3. Umsonst sucht nur der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft und sie erscheinen vor deinem Richterthron. Den Sündern und den Deinen giebst du gerechten Lohn. sid Jemnic 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht. Schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun Haud Jefu Christi zum Gericht. D 325 triumphirt ihr Hoffen! erlös't von aller Müh', seh'n sie den Himmel offen, und du, Herr, segnest sie. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du giebst der Sünde Knechten ihr Theil in ew'ger Pein; und führest die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu! dein Gerichte mir stets vor Augen seyn, und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! laß fromm vor dir mich wandeln, und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergeh'n, so werd' ich nicht mit Schanden vor deinem Chron bestehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befrei't, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. Joce ding Photop JUS Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 30. 30 195. Schon ist der Tag von Gott bestimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Hånden nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn, er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erden Kreis zu richten. 326 Erster Theil. Von der Wiederkunft 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, hie stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar wie am Meer der Sand; hier stehn sie vor dem Richter. - 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Waage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher Zeuge. ADANA 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt. Kommt, erbt das Reich de Ehren! so spricht er zu der Frommen Schaat, doch die, die widerspenstig war, heißt e nun von sich weichen. 5. O Herr! mit welcher Majestät wirf du dies Urtheil fällen! die Sünder, die dig hier verschmåht, geh'n dann gewiß zur Höllen. Hier trifft sie unerforschte Pein. Wer wird dann noch ihr Netter seyn? ihr Warten if verloren. 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann ſo wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmſt sie zu Ehren an. O welch ein froh Ge tümmel! nun sehn sie mit erstauntem Blid, 327 si Jesu Christi zum Gericht. mire daß Glaub' und Lieb' das höchste Glück, aus Gottes Gnad', erworben. Ent quin fidhj 7. Sie geh'n nun in das sel'ge Reich, das Gott für sie bereitet, und seh'n auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlseyn ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit! kein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre ew'ge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stårke meine Zuversicht, wenn mich die Leiden krånken. Es reize mich gewissenhaft, und, eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. Mel. Wachet auf! ruft uns. 171. 196. Wachet aufvom Schlaf, ihr Sünder! erwacht! denn euch, o Menschenkinder, erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben, hat Gott in eure Hand gegeben: erwacht! noch ist zur Buße Zeit! gerecht, gerecht ist Gott, er hört der Frevler Spott! Frevler zittert! wißt, was er spricht, gereut ihn nicht, er kommt gewiß und hält Gericht. - 2. Schrecklich wird sein Zorn entbrennen! dann wird der Spotter ihn erkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet, jauchzt, ihr seine Frommen! er wird zu eurem Heile kommen: bald kommt er und mit ihm sein 328 Erster Theit, Von dem heiligen Geiste Lohn! euch richtet Jesus Christus nicht! Er selbst ging ins Gericht für die Sünder: Gott ist versöhnt! mit uns versöhnt! wer über windet, wird gekrönt! 3. Seyd bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen: denn plötzlich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen, sein Reich, die Erde, ganz erlösen, von Sünd und Tode sie befrein. Heil, Wonne, Seligkeit ist ewig uns bereift! Amen! Amen! die Zeit ist nah! bald ist sie da! gelobt sey Gott! Halleluja! nisonder Unbar we kuele manied copil mu juu andad k 14) Von dem heiligen Geiste und dessen Gaben. = 39 390 197. K omm, o Gott, Schöpfer, heil'ger Geist, kehr' in das Herz der Menschen ein, und bilde sie so wie du weißt, daß dein Geschöpf vor dir muß seyn. 2. Mach' du als Tröster dich bekannt, Gott ist für uns nun nichts zu theu'r; a hat uns seinen Sohn gesandt, und gönnt uns auch dein göttlich Feu'r. offis aspilis und dessen Gaben. 19 329 3. Verstand und Herz erfülle ganz mit deinem Licht, mit deiner Kraft. Es spiegle sich in uns der Glanz, o Geist! der alles Gute schafft, nduit rodod ១៥ ប់ 14. In Wundergaben zeigst du dort den Finger Gottes, und wie schnell verbreitet sich darauf das Wort! du sprachst: auch bei uns ward es hell.dnu sid 118 alla is 5. O mach es kräftig: Treibe fern des Feindes List Dein Friede sey mit uns, daß wir dir folgen gern, und steh' uns in Versuchung bei. 16. Stårk' uns im Glauben an den Sohn und Vater, bis das Schau'n ihn krönt und dann durch uns vor jenem Chron dein und ihr hohes Lob ertont! ju du Mel. Wie groß ist des Alm. 33.790 di រ 198. Shr Christen rühmt, erhebt und preiset, erhebet froh mit Herz und Mund die Gnade, die uns Gott erweiset: mit uns macht er den neuen Bund. Er segnet reichlich und wir nehmen den Geist der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Stromen: er schreibt sein Wort in unsern Sinn. 2. Gesalbet mit dem Del der Freuden, vollendet Jesus seinen Lauf. Nun herrschet er nach seinem Leiden, und thut uns seine Schäße auf. Sein Geist, in den Aposteln kräftig, schmückt ihm ein Volk zu seinem 330 Erster Theil. Von dem heiligen Geiste Ruhm, das nun, in seinem Dienst geschäftig, ihm danket als sein Eigenthum. dig $ 93. Auf! auf ihr Herzen! auf ihr Zungen! verkündigt Gottes hohen Ruhm, sein Name werde stets besungen von seinem heil'gen Eigenthum: no, daß ein Geist des Lebens wehe, und was nur Odem hat, erfüll', daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Christo schaffen will! nal do conm diem 0.0 4. So laßt uns denn die Pfingsten halten im Geist und nicht im Fleischessinn. Ver bleiben wir allzeit im Alten, so ist dies Fest uns kein Gewinn. Wir müssen neu geboren werden, so daß sein Geist auch in uns lebt, und unser Geist schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. dr5. Ach, Jesu! schenk uns armen Sündern durch deinen Geist Genad' und Kraft. Mach uns zu Gottes åchten Kindern, theilhaftig deiner Eigenschaft! ach, zünde deine reine Liebe in unsrer aller Seelen an; und schaffe daß mit heil'gem Triebe, was lebt, dich ewig loben kann. Mel. Vater aller Gnade. 199.6 ott, groß von Erbarmen, weije nicht mich Armen, nicht mein Flehen ab. se mogilis und dessen Gaben. 331 Schau' von deinem Throne, schau' in deinem Sohne auf mich Wurm herab. Ich bin ein unwürd'ger Beter, doch dein Sohn ist mein Vertreter. 2. Nicht die Lust zu Schätzen, Würden und Ergößen, treibt mich, Herr! zu dir; deines Geistes Gaben wünsch' ich nur zu haben, so genüget mir; und die willst du gern verleihen, wenn wir brünstig zu dir schreien. min chun tule sind sijal 1902 3. Mußt' dein Sohn nicht sterben, um mir zu erwerben diesen guten Geist? Sollte meiner Seelen dieser Beistand fehlen, den dein Wort verheißt? Soll ich Lob und Preis dir geben, so muß mich dein Geist beleben. 4. Arge Våter haben Kindern gute Gaben immer noch gewährt; thâtest du wohl minder? werden deine Kinder von dir nicht erhört, wenn um deinen Geist sie flehen? das wird ewig nicht geschehen. ODUL 5. Zwar ich hab' in Sünden sicher, ohn' Empfinden! lange fortgelebt; deines Geistes Regung selbst mit Ueberlegung gar oft wider 332 Erster Theil. Von dem heiligen Geiste strebt, ja, ich bin ein Kind der Höllen, doch verzeihest du Rebellen. 6. Komm dann, mein Berather! Komm, du Geist vom Vater! Komm, du Geist des Herrn! du kannst Herzen zwingen, du kannst Ruhe bringen, und du thust es gern. Fördre du durch macht'ge Triebe in mir Glauben, Hoffnung, Liebe! - 7. Deffne mein Verständniß! Weisheit und Erkenntniß stammt von dir allein. Laß bei meiner Blöße mir der Gottheit Größe stets vor Augen seyn, und dann zeige du mir Armen Jesu göttliches Erbarmen. 8. Quelle brünst'ger Triebe, Feuer keuscher Liebe! lasse deine Glut auch mein Herz durchdringen, und in 1 Flammen bringen, Gott, mein höchstes Gut! lasse mich gleich Seraphi nen dir mit Lieb' und Eifer dienen. 9. Ist bei schweren Plagen ganz mein Geist zerschlagen, so bilf gnädiglich. Macht die Prüfungshitze, daß ich schmachtend size, so erquicke mich. Laß des Trostes Ströme fließen, und sich in mein Herz ergießen. 10. Ich kann alles tragen: ich darf alles wagen; du bist mir ein Pfand, das im tiefsten Leide mir des Himmels Freude und mein Vaterland auf das Tröstlichste gewähret, und mich seufzend danken lehret. meil und dessen Gaben.G WID Mel. Werde munter, mein Gemüthe. - 116. 200. Der du uns als Vater liebest, treuer. Gott! und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja, um ihn uns bitten heiß'st. Demuthsvoll fleh' ich vor dir; Vater! send' ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. 333 10 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweih't, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu! noch mit achter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Ew'ge Quelle heil'ger Güter, hochgelobter Gottesgeist! der du menschliche Gemüther besserst, und mit Trost erfreu'st! nach dir, Herr! verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich, zu Gottes Preise, heilig, und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth 334 Erster Theil. Von dem heiligen Geiste seiner Vaterhuld mich freu', und mit wahrer Kindestreu' stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk' und handle. 1 6. Geist des Friedens und der Liebe! bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, und mir's rechne zum Ge winn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleichtrung der Beschwerden, kann dem Nächsten nüß171119 310 1010 lich werden. 7. Gieb mir wahre Selbsterkenntniß, daß ich meine Fehler seh', und durch demuthsvoll Bekenntniß Gott um die Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte gieb mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug' in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o, dann laß es meiner Seelen nicht an Troft und Stårkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb haft du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so seße durch dein Wort deine Gna siis magill und dessen Gaben.ind sing 335 denwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende, lowong 808 A Mel. Mel. bes des 77. Psalms. 77. bin dann 201. Heil'ger Geist, du Himmelslehrer! starker Tröster und Bekehrer! kehre bei mir Sünder ein, laß mich deine Wohnung seyn. Gieb, daß stets durch heil'ges Denken sich mein Herz zu Gott mag lenken: klopf' an * meinem Herzen an, wenn ich geh' auf falscher Bahn. 2. Treibe, leite und regiere, mich zum Guten stetig führe, gieb selbst Lust und Kraft dazu, daß ich Gottes Willen thu'. Gieb mir stetiges Verlangen, Jesu fester anzuhangen, immer mehr von Sünden rein, heilig, unbefleckt zu seyn. 3. Hilf, daß ich mich bald betrübe, wenn was Böses ich verübe; gieb, daß bei mir wahre Reu' über mein Vergehen sey. Laß mich allezeit erwägen, daß Gott sey bei mir 336 Erster Theil. Von dem heiligen Geiste zugegen, der auf jedes Wort und That sehr genaue Achtung hat. 4. Laß mich, weil ich leb' auf Erden, wachsam stets erfunden werden, und nach göttlichem Geheiß thun mein Amt mit allem Fleiß. So werd' ich durch dieses Führen auch in meinem Herzen spüren, daß du, werther Gottes Geist! in mir wohnst und kraftig ſeyst. 5. Komm, erfülle, komm, bewohne, mit dem Vater und dem Sohne, Geist der Liebe, lieber Gast, was du so geheiligt haft; fo will ich von ganzer Seelen deinen Gottesruhm erwählen, preisen dich, Dreieinigkeit, hier und dort in Ewigkeit. Tell Mel. Liebster Jeſu, wir sind. 4. msmisj 202. Gott! du haft in deinem Sohn mich von Ewigkeit erwählet! Sende nun von deinem Thron, was noch meinem Herzen fehlet, und gieb mir des Geistes Gaben, durch sie werd' ich alles haben. 1 2. Bin ich noch in Sünden todt, und zum Guten ganz verloren: heil'ger Geist, mein Herr und Gott! mache du mich neu geboren; rette mich von dem Verderben, laß mich nicht in Sünden sterben! ndy 3. Treibe weg die finstre Nacht, falscher, zweifelnder Gedanken; wenn die Welt mich 337 und dessen Gaben. irre macht, halte die Vernunft in Schranken! wenn ich mich von dir entferne, wo ist's, daß ich Weisheit lerne? 4. Schaffe mir ein reines Herz, daß ich stets an Gott gedenke, und mich oft mit Reu' und Schmerz über meine Sünden krånke; doch nach den betrübten Stunden tröste mich durch Jesu Wunden. 5. Pflanze du mich selbst in ihn, als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe, und als eine gute Rebe Früchte bring' und in ihm lebe. 6. Glaube, Lieb' und Hoffnung sey stets die Zierde meiner Seele; in Versuchung steh mir bei, daß ich stets das Beste wähle. Gieb mir Demuth in den Freuden, und Geduld und Muth im Leiden. 7. Hilf mir reden recht und wohl; und des Gottesdienstes Pflichten, wie du forderst, wie ich soll, ohne Heuchelei verrichten; christlich leben, selig sterben, und dein himmlisch Reich einst erben. Mel. Getreuer Gott, wie.- 37. 203. Dir, Bater! dankt mein Herz und singt, daß du den Sohn gegeben, den Sohn, der Heil den Sündern bringt und unvergånglichs Leben! ich danke dir, daß du den 22 338 Erster Theil. Von dem heiligen Geiste Geist, der deinen Sohn durch Wunder preis't, der Erde hast gesendet; der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Knechten Stärke gab, daß sie dein Werk vollendet. - 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft, geh'n sie, die Welt zu lehren: der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen sie bekehren: der ganze Erdkreis hört erfreut die Botschaft unsrer Seligkeit; Vernunft und Wahrheit siegen; das Laster und die Blindheit flieht; wo man den Finger Gottes sieht, muß Satan unterliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen. Der Name Jesu wird gelobt; sein Wort ist Kraft und Segen. Die Jünger schreckt nicht Pein noch Müh'; der Geist der Stårke stårket sie in Martern und im Tode. Sie blieben ihrem König treu, bekannten seinen Namen frei, und lobten ihn im Tode. 4. Noch jetzt bist du der Geist der Kraft, noch jetzt der Menschen Lehrer, der Jesu neue Jünger schafft, des Höllenreichs Zerstdrer. In Sündern wirkst du Buß' und Leid, in frommen Seelen Trost und Freud', und Muth im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkest du, so wie im Tode, Seelenruh, daß sie dich froh empfinden. he und dessen Gaben. 339 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, du Quell des Lichts, der Liebe, den Gott den Betenden verheißt, ach, heil'ge meine Triebe! schaff' du in mir ein neues Herz, gieb wahre Buß' und Sündenschmerz, hilf mir im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöthen! Mel. Gott des Himmels und der.- 32. 204. Komm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! deine Kraft sey nicht vergebens; sie erfüll' uns jederzeit! so wird Geist, und Licht, und Schein in den dunkeln Herzen seyn. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht; daß wir anders nichts beginnen, denn was nur dein Wille sucht! dein Erkenntniß werde groß, und mach' uns vom Irrthum los. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege! das, was dich betrüben kann, räume ferner aus dem Wege; führ' uns zu dem Guten an: wirke Reu' an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind: stårk uns dann mit deinen Gaben, wenn sich Noth 22* 340 Erster Theil. Von dem heiligen Geiste und Drangsal find't; zeige, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! - 5. Reiz' uns, daß wir zu ihm treten gläubig und mit Freudigkeit; mach' uns tüchtig, recht zu beten, und vertritt uns allezeit! so wird unsre Bitt' erhört, und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, daß das Herz oft rufen muß: ach mein Gott, mein Gott, wie lange! o so mache den Beschluß: sprich der Seele tröstlich zu, und gieb Muth, Geduld und Ruh'. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser neuer Geist, förd're in uns deine Werke, wenn uns Satan wanken heißt; schenk' uns Muth und Kraft im Krieg, und verleih uns auch den Sieg! 8. Herr, bewahr' auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben! du bist unser Schuß und Gott! sagt das Fleisch gleich immer: Nein! Laß dein Wort gewisser seyn! 9. Wenn wir endlich sollen sterben; so versichre uns je mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott bestimmt und die nie ein Ende nimmt. und dessen Gaben. Mel. Nun bitten wir den heil'gen Gelft. 205. D es Vaters und des Sohnes 341 Geist, du, der uns den Weg zum Heile weis't, gnadenvoller Tröster! Laß, wenn A I wir sterben, uns das ewige Leben ererben, gieb uns Jesu Frieden. 2. Es leucht' uns, Licht des Herrn, dein Schein, wenn schon Tod und Verwesung uns drau'n; laß uns Jesum Christum den Sohn erkennen, und in der Liebe des Sohnes brennen, lebend und im Tode. 3. O du der Liebe Geist! erhöh' unsre Seele, daß sie schmeckt und seh', wie der Herr uns liebte, laß in den Brüdern, als in seinen geheiligten Gliedern, Jesum stets uns lieben. 4. Du höchster Trost in aller Noth! hilf getreu uns seyn bis in den Tod. Heilig laß uns leben; und nicht verzagen, wenn uns unsre Sünden verklagen vor der Welten Richter! 342 Erster Theil. Von dem heiligen Geiste Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele.- 29. 206. Edler Geist im Himmelsthrone, eines Wesens, einer Kraft mit dem Vater und dem Sohne! Geist, der neues Leben schafft. Flöße du die wahre Reu' in mein Herz und mach' es neu, daß Gott selbst mit seiner Gabe Lust in mir zu wohnen habe. 2. Du, der Tugend Wiederbringer, machst es in dem Herzen licht; du giebst, mächtiger Bezwinger, daß der Sünde Macht zerbricht. Kehrest du nur bei mir ein: so wird meine Seele rein, und auch schon auf dieser Erden eine Wohnung Gottes werden. 3. Geist der Wahrheit! komm und führe mich zur wahren Weisheit an, daß des höchsten Wort mich rühre, und ich willig folgen kann. Deffne du mir jene Schrift, die mein ewig Heil betrifft: Laß mich hier zum Theil verstehen, was ich dort soll völlig sehen. 4. Geist des Trostes! in dem Leiden steh' mir allzeit kräftig bei! wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig treu! gieb mir ein gelass'nes Herz, daß ich in dem größten Schmerz Trost der Seele bei dir finde, und den Unmuth überwinde!, en 5. Geist des Raths! wenn mir verschwindet aller Rath in Angst und Noth, wenn sich nirgends Hülfe findet, wenn ich leide, wenn or simpil und dessen Gaben. 343 der Tod mir fast unvermeidlich scheint, und mein trübes Auge weint; so gieb, daß es meiner Seele nicht an Rath und Hülfe fehle. 6. Geist der Freude, mein Gemüthe sucht an dir nur seine Lust. Schmeck' ich deine große Güte: so verachtet meine Brust, was die Welt für Luft erdenkt, welche nur die Seele kränkt. Rechte Freude muß den Frommen einzig von Gott selber kommen. 7. Geist des Betens! lehr' mich beten: Abba, Vater in der Höh'! Treibe mich, vor Gott zu treten: und gieb, wenn ich vor ihm steh', daß mein Bitten kräftig sey; stehe meinem Seufzen bei; sprich in mir, in Gottes Namen, nach dem Fleh'n ein kräftigs: Amen! Mel. Freu' dich sehr, o meine. 29. 207. Geist vom Vater und vom Sohne! der du unser Tröster bist, und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst. Stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sey; o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir seyn; wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreu'n. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlseyn hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd' ich nie mein Heil verfehlen. 344 Erster Theil. Von dem heiligen Geiste zc. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe! daß mir nichts so wichtig sey, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöh'n; seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 1010 14. Stärke mich, wenn wo zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, o so strafe selbst mein Herz, daß ich, unter Reu' und Schmerz, mich vor Gott darüber beuge, und mein Herz zur Beßrung neige. 5. Reize mich mit Fleh'n und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gieb, daß ich auf Jesum Christ, als auf meinen Mittler schau' und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad', auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei; daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sey. Gieb mir ein gelassen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden, deines Trostes Kraft empfinden. 345 ( 15) Von der christlichen Kirche. Aus dem 46. Psalm. Mel. Eine feste Burg ist unser Gott. 208. Ein starker Schutz ist unser Gott! auf ihn steht unser Hoffen. Er hilft uns treu aus aller Noth, so viel uns der betroffen. Satan, unser Feind, der mit Ernst es meint, rüstet sich mit List, trotzt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht kein Feind auf Er- den. 2. Nicht unsre Macht ist's, die ihn fällt. Wir waren bald verloren. Es kämpft für uns der rechte Held, den uns Gott selbst erkoren. Fragst du, wer er ist? er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth. Er, unser Herr und Gott, er muß den Sieg behalten. 3. Die ganze Hölle schäume Buth, und droh' uns zu verschlingen. Troß ihr! uns rüstet Gott mit Muth. Es soll uns doch gelingen. Wenn der Fürst der Welt sich schon grimmig stellt, schreckt er uns doch 346 Erster Theil. nicht. Er ist långst gericht't. Ein Wort kann ihn schon fållen. 4. Das Wort steht fest! die stolze Welt mag noch so heftig toben! der Herr mit uns! der starke Held! der giebt uns Sieg von oben. Tödten sie den Leib; nehmen Kind und Weib! rauben Gut und Ehr'! sie nehmens! was ist's mehr? Uns muß der Himmel bleiben. Mel. Ich will, mein Gott, du.- 55. 209. Laß doch, o Jesu! laß dein Reich auf Erden unter den Sündern ausgebreitet werden! Schenke doch ihnen, deiner Leiden wegen, Leben und Segen. 2. Gieb ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß sie dich glaubig ihren Herren nennen; gieb ihnen Eifer, deinen guten Willen treu zu erfüllen. 3. Mit heil'ger Achtung laß die Schrift sie ehren; denn sie verkündigt deines Mundes Lehren. Ausser ihr suchen Sterbliche vergebens Worte des Lebens. 4. Steure, Erbarmer! deiner Feinde Grimme. Warne die Deinen vor des Irrthums Stimme. Lehre sie prüfen, daß sie falsche Freuden klüglich vermeiden. 5. Sey du ihr Licht in ihren Finsternissen, heile selbst ihr verwundetes Gewissen. Schlägt Von der christlichen Kirche. 347 oft ein Kummer ihre Herzen nieder; stårke sie wieder. 6. Schüße uns mächtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen; bis wir zum Umgang der verklärten Frommen frohlockend kommen. Der 67. Pfalm. Mel. Auf, Christen! preis't mit mir. 210. Gott! der uns immer Gutes gab, schau' gnådig stets auf uns herab, entzieh' dein freundlich Angesicht, Herr, deinen Auserwählten nicht! 1 - 436. 2. O Gott, Jehovah, zeige dich der Welt! der Weltkreis freue sich, wird dein Erkenntniß ihm zu Theil, in dir, o Gott, und deinem Heil. 3. Es mache aller Völker Mund, Gott, deine Macht und Weisheit kund! kein Volk sey auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt! 4. Ja, jedes Volk, das dich erkennt, das wird zu deinem Lob entbrennt, wer dich anbetet, Gott, der freu't sich deiner großen Gütigkeit. 5. Lob, Erdenkönig dir! du bist ein Führer, der allmächtig ist! wer nimmt sich unser treuer an, wer ist, der so beschützen kann? 348 Erster Theil. 6. Es mache aller Völker Mund, Gott, deine Macht und Weisheit kund! kein Volk sey auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt. 7. Die Erde ist nicht mehr verflucht, sie bringt uns segensvolle Frucht, wir wissen nichts von Hungersnoth; stets segne uns Gott, unser Gott! 8. Ja mach', Jehovah, deine Treu an uns mit jedem Morgen neu! dir diene deine ganze Welt mit einem Dienst, der dir gefällt. 211. Erhalt uns, Herr, bei deinem E Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, vom Throne frech zu stürzen drohn. 2. Zeig' deine Macht, Herr Jesu Christ! der du Herr aller Herren bist: beschirme deine Christenheit, daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gieb, heil'ger Geist! uns einen Sinn, nimm alle Zwietracht von uns hin. Vor deines Wortes Licht und Macht entflieh' des Wahns und Irrthums Nacht. Von der christlichen Kirche. 349 4. Herr! laß uns dir befohlen seyn. Schau' unsre Noth: wir sind ja dein. Erhalt' im Glauben uns getreu, und mach' uns von den Feinden frei. 5. Sie dichten, Herr! ein Frevelstück! es fall' auf ihren Kopf zurück! sie graben Gruben mit viel Müh'; in ihre Gruben stürze sie! 6. So werden sie erkennen doch, du unser Herr, Gott, lebest noch, du stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt.. Mel. Ich will, mein Gott, du König.- 55. 212. Schüße die Deinen, die nach dir sich nennen, und dich, o Jesu! vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, nichts sie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden. Mach' ihre Siege herrlicher auf Erden. Gieb Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ew'gen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sey dein Nam' erhoben. Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beherrscher deiner schwachen Heerde! Himmel und Erde. Erster Theil.d Mel. Man betet, Herr, in Zions Stille. 50. 213. Gott ist uns Stark und Schuß in Nöthen, und unsre Zuversicht. Er weigert, wenn wir zu ihm beten, uns seine Hülfe nicht. Und sollte gleich der Erdkreis zittern, und stürzt er auf uns her; uns würde keine Furcht erschüttern und sånken Berg' ins Meer. 2. Sollt' auch das Meer so heftig toben; und stürzten vor der Wuth Gebirge, ihrem Grund enthoben, hinab in seine Fluth; sie bleibet doch mit ihren Bächen, die Stadt des Herrn, in ihr wohnt Gott, der wird die Wogen brechen, sie jauchzet: Gott ist hier! 3. Gott wohnet selbst in ihren Mauern, der Herr beschüßet sie, sie wankt nicht, ewig wird sie dauern, der Höchste hilft ihr früh. Die Völker tobten, und im Grimme empôrten Reiche sich! er sprach, vor seines Donners Stimme zertheilten Welten sich. 4. Wer ist der Feind, der uns zerstöre? er, der uns hilft, ist Gott! Gott ist mit uns, der Herr der Heere, uns schützet Jacobs Gott. Kommt her, und merkt auf Gottes Werke und lernet seine Kraft. Er ist es, es ist seine Stärke, die solch Zerstören schafft. 5. Er macht sich auf, dem Krieg zu steuern, der so viel Blut vergoß. Und er zerbricht, 350 - Von der christlichen Kirche. 351 daß Lånder feiern, Schwerdt, Bogen und Geschoß. Den Spieß hat seine Hand zerschlagen, daß er nicht tödten kann. Er zündet des Verheerers Wagen mit seinem Feuer an. 6. Laßt ab, und wißt! und lernt mit Freuden, ich sey Gott, Herr der Welt! groß will ich werden vor den Heiden, und herrlich vor der Welt! Gebt alle unserm Gott die Ehre! er, der uns hilft, ist Gott! Gott ist mit uns, der Herr der Heere; uns schüßet Jacobs Gott! Neue Melodie. 214. Wenn Christus seine Kirche schützt; F $ so mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten Gottes sißt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, steht's da. Er schüßt zu seinem Ruhm mit Macht das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen. iso Imm 352 da Erster Theil. not 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Chron sich wider ihn empören; denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott, doch ihrer lachet Gott. Siemögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sey Jesus Christ; wer hier sein Junger ist, sein Wort von Herzen hålt, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf Christen! die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Droh'n erschrecken. Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr Zebaoth, hålt über sein Gebot, giebt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; was will uns dann erschrecken? 215. Nach dem 12. Pfalm. ch Gott vom Himmel sieh' darein, und laß es dich erbar- men! wie wenig Herzen sind noch dein; entzieh' dich nicht uns Ar- men! dein theures Wort hålt man Von der christlichen Kirche. 353 für Spott; empört sich wider dich, o Gott! will deinen Sohn nicht ken- nen. 190001 2. Sie lehren eitel Träumerei, was Eigennuß erfindet. In keiner Wahrheit ist dabei ihr unståt Herz gegründet. Der wählet dies, der andre das, es trennen sich ohn' Unterlaß, die mit Vernunft sich brüsten. 3. Ach Herr, mein Gott, vertilge doch des Irrthums freche Lehren. Wie lange sprechen Frevler noch, die Menscheit zu entehren: tief schau'n wir in die Wahrheit ein; uns tauſcht kein gleißnerischer Schein. Nur blinde Herzen glauben! 4. Gott sieht's und spricht: bald kommt die Zeit, daß ich dem Frevel steure, damit sich in der Christenheit kein Heidenthum erneure. Indessen greif den schnöden Wahn, mein Wort, mit starken Waffen an, und bleib' unüberwindlich. 5. Im Feuer siebenmal bewährt, glänzt edles Silber heller; und durch Verspottungen bewährt, strahlt Gottes Wort auch heller. Der Strahlen siegende Gewalt durchbricht der Zweifel Nebel bald, und blendet selbst die Feinde. 23 354 Erster Theil. No 6. Sein Licht beschüß' uns, daß uns nie das frevelnde Geschlechte in seine schlauen Netze zieh', nie unter uns sich flechte; denn alle Bosheit wächs't geschwind, wo frecher Spott erst Kraft gewinnt, sein Gift ertödtet Seelen. 7. O dåmpfe selbst, du starker Gott, die dir die Ehre rauben. O Jesus Christ, bei ihrem Spott stårk kräftig unsern Glauben. O heil'ger Geist, verleih' uns Gnad', daß wir vor Abfall und Verrath mit ganzem Ernst uns hüten. CHSTOSHID Mel. Aus tiefer Noth. 119, 216. O Vater der Barmherzigkeit, bei allen Zeitverwandten, doch nun seit der Apostelzeit recht groß in allen Landen: du haft durch deines Geistes Kraft die große Schaar der Heidenschaft zu deinem Reich berufen. - 2. Getrennt durch Mannigfaltigkeit des Glaubens und der Zungen, auf dieser ganzen Welt zerstreut, hat sie dein Wort durchdrungen! hat sie dein starker Geist gerührt und nun zu einem Zweck geführt in Einigkeit des Glaubens. 3. Ach, sey doch auch in dieser Zeit uns, Vater! wieder gnädig! und mach' uns von Uneinigkeit des Glaubens los und ledig! gieb Von der christlichen Kirche. 355 daß vereint auf einen Grund wir dir zugleich mit Herz und Mund im Geist der Liebe dienen. Loot phys Ni hid 4. Ach, schaue, wie des Satans List vereinte Brüder trennet. Wie man der Liebe ganz vergißt, von blindem Eifer brennet, und dann, von Wissen aufgebläht, um Dinge, die man nicht versteht, sich ohne Grund entzweiet.nad siis pipilis misd 15. O Herr! hilf diesem Uebel ab und gieb, daß deine Heerde bald unter ihres Hirten Stab genau verbunden werde: im Wesentlichen einerlei; in Nebendingen aber frei, in allem liebreich denke. fledanded# 3 6. Wenn Brüder, Herr, auf dein Geheiß vertraut beisammen wohnen, und ihrer Schwachheit wechselsweis mit Zärtlichkeit verschonen; o, was kann angenehmer seyn; du selbst, Herr, wirst dich ihrer freu'n, und sie mit Segen krönen. Silo odi Mel. Freu' dich sehr', o meine Seele. ehr', o meine Seele.- 29, 318 217. Treuer Hirte deiner Heerde, du, der Deinen starker Schutz! siehe doch, wie Staub und Erde wider dich mit frechem Truß tobt, und in den Waffen ist, und sich freventlich vermißt, deine Kirche zu zerstören und dein Erbe zu verheeren.undum 3 tim 23* 356 shri Erster Theil.ad no di2. DujdHerr! bist ja unser König; dein sind wir nach Leib und Seel. Menschenhülfe ist zu wenig, wo du nicht, Immanuel, zu der Deinen Rettung wachst, und den Feind zu Schanden machst, wo du nicht sein Büthen dämpfeft, und für deine Wahrheit kämpfeft. doldsgino noffie noc( and di 3. Es betrifft ja deine Ehre, es betrifft dein Heiligthum; deine theure Gnadenlehre, deines Todes Kraft und Ruhm, und den Dienst, der dir allein von uns muß geheiligt seyn; o wie solltest zu denn schweigen, und dich nicht als Retter zeigen! 4. Du bedrohest Wind und Wetter, und es schweigt ihr Ungestum. Steure denn, Herr, unser Retter! auch der Feinde Wuth und Grimm. Saul bekehrst du, wenn er schnaubt, und dir Ruhm und Ehre raubt, ach! bekehre, die durch Lügen sich selbst um ihr Glück betrügen. noon? tim si 5. Doch nicht nur der Feinde Drauen, die Verführung müssen wir auch bei unsrer Schwachheit scheuen, unsre Hülfe steht bei dir. Kåm' es auf uns selbst nur an, ach, wie leicht wär' es gethan? Satan würde bald den Glauben uns aus unserm Herzen rauben. 6. Laß uns doch vorsichtig wandeln, und mit Tauben- Einfalt zwar, doch auch klug, Von der heiligen Taufe. 357 wie Schlangen, handeln. Zeig' uns selbst bald die Gefahr. Schickt euch, es ist böse Zeit! sprichst du; mach' uns selbst bereit, daß wir wachen, beten, kämpfen, und so die Versuchung dämpfen. 16) Von der heiligen Taufe. Einsetzung der Taufe. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan. 100 34 218. Wie Christus selbst zum Jordan kam, und nach des Vaters Wil- len die Taufe von Johannes nahm, um alles zu erfül- len, was Gott heischt'; so muß auch das Bad, das er, um uns von Sünden zu waschen, angeordnet hat, vielmehr uns willig finden. Es bringt uns Heil und Le- ben! 358 un Erster Theil. no 2. Hört, wie es zu den Jüngern heißt: geht, ſpricht er, lehrt die Völker, und auf den Vater, Sohn und Geist tauft nunmehr alle Völker. Wer glaubet, und die Tauf' empfängt, wird selig, wer hingegen unglaubig fest am Irrthum hångt, der fliehet vor dem Segen, und muß verloren gehen. Viel. Gott webir. 72. 219. Ich bin getauft auf deinen Namen, un nepil werde stets - Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! ich bin gezählt zu deinem Saamen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. O welch ein Glück wird dadurch mein! Laß, Herr, mich deß auf ewig freu'n. 2. Du hast mich für dein Kind erklåret, mein Vater! und ein selig Theil hast du, Sohn Gottes! mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil. Du willst, mein Leben Gott zu weih'n, Geist Gottes, selbst mein Beistand seyn. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. O laß mich nie die Pflicht vergessen, dazu ich selbst mich dir verband, als du in deinen Bund mich nahmst, und mir mit Heil entgegen kamst. 4. Du bist getreu. Auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets feste stehn. Ja selbst wenn ich ihn überschreite, läßt du dein Vaterherz Von der heiligen Taufe. 359 mich sehn! du klopfst an mein Gewissen an, und lockst mich auf die rechte Bahn. ia 5. Ich gebe, o mein Gott! auf's neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt! o Sünde weich'! Gott hört es! jetzt entsag' ich euch. 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater! und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preiſe dich! Gott meines Heils! sey ewig mein, und laß mich stets den Deinen seyn! misd dan Mel. Liebster Jesu, wir sind.— 4. 220. Mein Erlöser! der du mich dir zum Eigenthum erkaufet, als dein Junger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. O erwecke mich zum Fleiße, recht zu seyn das, was ich heiße. 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten; und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohlseyn achten, daß ich, Jesu! deinen Willen treulich suche zu erfüllen. STITS 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Lode doch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ew'gen Glücke. Davon ist, auch nach dem Sterben, ewig Segen zu ererben. 360 Erster Theil. Von der heiligen Taufe. 4. Laß mich drum, wie dir's gefällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und, entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben; daß ich einst auch, wenn ich sterbe, das verheißne Leben erbe. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.- 4. biser 221. Herr! wir stehen hier vor dir: laß dies Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden, und im Himmel moge werden. 2. Wasch' es, o Herr Jesu! rein durch dein Blut von seinen Sünden: laß es deinen Geist erneu'n und mit dir genau verbinden! da wir ihm den Namen geben, schreib' es in dein Buch zum Leben! 3. Hirte! nimm dies Schaflein an! Haupt! mach es zu deinem Gliede! Lehrer! zeig' ihm deine Bahn! Friedefürst! sey du sein Friede! König! laß es deinen Willen künftig immer treu erfüllen! m 4. Laß uns alle in der Welt als rechtschaffne Christen leben! endlich auch, wenn dirs gefällt, christlich unsern Geist aufgeben, und im Himmel zu den Frommen, zu den wahren Christen kommen. un 361 thin 17) Von dem heiligen Abendmahle. Einsetzung des heiligen Abendmahls. da Mel. des 91. Psalms. 222. A is Jesus jegund sterben wollt für uns're Missetha- ten, in jener Nacht um schnöden Sold aufs schåndlichste verra- then: hielt er in dem bestimmten Saal, von Gottes Hand geleitet, mit seinen Jüngern noch das Mahl, das långst auf ihn gedeutet. 2. Hier sprach er: mich verlanget sehr, dies Paschah zu begehen; nun fey'r ich keinen Festtag mehr, bis Gott mich wird erhöhen auf meinem Stuhl in meinem Reich, das mir der Vater giebet, und dem, der hier mit mir zugleich in seiner Lieb' sich übet. 13. Drauf nahm er Brod, und brachs, und dankt, und sprach: nehmt hin und esset, damit ihr nicht im Glauben wankt, und meiner nicht vergesset, das ist mein Leib, der durch viel Qual jetzt wird für euch gebrochen: Guard Oll 362 Erster Theil. daß eure Schuld und Adams Fall nicht werd' an euch gerochen. 4. Den Dankkelch nahm er auch hierauf; er that mit Wohlgefallen den Mund zum Lobe Gottes auf, und sprach zu ihnen allen: nehmt hin und trinkt, das ist mein Blut, das ich für euch vergieße; euch droht umsonst der Höllen Glut, indem ich für euch büße. 5. Das Blut, das an dem Altar dort in Opfern ward vergossen, tilgt nicht die Schuld, schafft sie nicht fort, drum sollt', wie Gott beschlossen, jetzt zur Vertilgung dieser Schuld mein Blut, mein Söhnblut fließen; nun denkt an Gottes Gnad' und Huld mit freudigem Gewissen. on Gund 6. Halt't oft den Brauch mit Brod und Wein, auf daß ihr mein gedenket; laßt euch mein Leiden theuer seyn; gespeiset und getrånket, sagt laut: o! wenn dein Tod nicht wår', wir müßten ewig sterben. Und lebt hinfort zu meiner Ehr', als würd'ge Himine? ged gimt 7. Kein Tropfen labt den reichen Mann in seinen schweren Leiden, schaut mich dagegen glaubig an, sein Schicksal zu vermeiden. Wer mir vertraut, und Buße thut, der ist. durch mich versöhnet, doch weh! dem Falschen, der mein Blut mit frechen Lastern höhnet. melserben. Von dem heiligen Abendmahle. 363 8. Die Welt, die nicht ihr Heil versteht, bleibt an dem Neußern hangen, und meint damit, wenns übel geht, Genade zu erlangen: doch dich entzeucht nicht Brod und Wein dem ernstlichen Gerichte; soll dies dein Trost, o Sünder, seyn; so wird dein Trost zunichte. 9. Der rechte Labtrank ist mein Blut, mein Fleisch die rechte Speise; o, iß und trinke dir zu gut, und auf die rechte Weise. Erkenn', daß ich mich in den Tod für dich dahin gegeben; so weichet Durst und Hungersnoth, so hast du Heil und Leben. 10. Ich bleib' in dir und du in mir, damit von meinem Geiste, dein Geist getrieben für und für Gott Dank und Ehr' erweise. Du bist nun ganz mein Eigenthum, ich kann dich nicht verlassen. Ich will dich einst zu meinem Ruhm mit ew'ger Treu' umfassen. 11. Dein Wort, o Jesu! fehlet nicht, das glauben wir von Herzen; nur gieb, daß wir nach unsrer Pflicht an deine Todesschmerzen stets denken, und auf ebner Bahn nach deinem Willen wandeln, und also, wie du uns gethan, mit unsern Brüdern handeln. bis Mel. Allein Gott in der Höh'.- 15. 223. Halt im Gebächtniß Jesum Chrift, o Seele! der auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, ein Heiland dir zu werden. 364 sidomon Erster Theil.mod no Vergiß sein nicht: denn dir zu gut, verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! 2. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich hat gelitten. Da er am Kreuz gestorben ist, hat er dir Heil erstritten. Errettung von der Sündennoth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank ihm für diese Liebe. 3. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod' erstanden, und jetzt zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden auch dir Befreiung ausgemacht, und ew'ges Leben wiederbracht. Dank ihm für dieſe Liebe. Disp 4. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, er wird einst wieder kommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum sorge, daß du dann bestehst, und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. 1900) 100 65. Mein Heiland, den der Himmel preis't, dich will ich ewig loben. O, stårke dazu meinen Geist mit deiner Kraft von oben. Dein Abendmahl vermehr in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit neuer Treue diene, id dimiling Von dem heiligen Abendmahle. 365 No Mel. Herzlich lieb hab' ich dich.- 141. um mou 224. Gelobt feyst du, Herr Zebaoth! gelobt für unsers Mittlers Tod, der uns das Heil erworben! wie hast du, Gott, auch mich geliebt! er, der uns ewig Leben giebt, ist auch für mich gestorben. Mein ganzes Herz frohlockt in mir. O Vater, ich lobsinge dir. Gieb, daß ich jeden Tag auf's neu mich deiner Vaterhuld erfreu'. Gott meines Heils! sey ewig mein, sey ewig mein, und laß mich dir recht dankbar seyn. 2. Voll froher Ehrfurcht beug' ich mich vor dir, Sohn Gottes! der du dich für mich dahin gegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin. Dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ew'ge Kraft hast du, o Herr, auch mir verschafft, was mich vor dem Verderben schüßt, was meinem Geiste ewig nüßt. Herr Jesu Christ! wie liebst du mich! wie liebst du mich! gieb, daß ich ewig liebe dich. 3. Mit Inbrunst fleh' ich, Herr, zu dir! befördre du doch selbst in mir ein gläubiges Gemüthe! mich dürstet, gleich dem dürren Land, bei deiner Liebe Unterpfand, nach deiner großen Güte. Ich fühle, Herr, was mir gebricht. O stårke meine Zuversicht, daß du auch mein Versöhner scyst, und mich 366 alomon Erster Theil. no vom ew'gen Tod befreist. Herr, dieser Trost sey fest in mir, sey fest in mir, so dien' ich voller Freuden dir.& in idolg 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir ausersehen. Auch mir zum herrlichen Gewinn gabst du dein Leben willig bin, drum hör' auch jetzt mein Flehen. Mein Heiland, zeuch mich ganz zu dir, ja, durch den Glauben wohn' in mir; so nimmt in mir die Seelenruh', und meines Herzens Besf'rung zu. Mein Herr und Gott! verlaß mich nicht, verlaß mich nicht, so komm ich einst nicht ins Gericht. 5. Zu deinem Himmel hilfst du mir. Der Freuden Fülle ist bei dir: laß sie mich einst genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgerschaft zu führen und zu schließen, daß mir dein Wort stets heilig sey, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu', was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. Herr, mein Heil, sey stets mit mir, sey stets mit mir, so komm' ich einst gewiß zu dir. Mel. Getreuer Gott! wie.- 37. duo2 225. Ich komme, Herr, und suche dich, mühselig und beladen. Herr! mein Heiland, ſegne mich mit den erworbnen Gnaden! ich 367 Von dem heiligen Abendmahle. liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh'; ich suche Ruh' und finde sie im Glauben der Erlös'ten. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an: du bist das Heil der Sünder. Du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Macht, und an dein Wort: es ist vollbracht! du hast mir Heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt. Mit sich versöhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. 3. O freue dich, mein Herz in mir! er tilget deine Sünden, er nahet sich mit Trost zu dir, und läßt dich Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon, spricht liebreich: sey getrost mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft. Vergiß nicht, dem, der dich erkauft, zur Ehre stets zu leben. 4. Dein, spricht er, ist die Seligkeit, bewahre sie im Glauben; und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh', ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock: bleib' an mir; so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 158 368 dondus Erster Theil.nd noll 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen. Ogieb mir selbst durch deinen Tod die Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an tüchtig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Grad dhe in fod ud hyllog Mel. Die Quell, woraus der.- 84. 226. D Menschenfreund, o Jesu! Lebensquell', der Schwachen Kraft und mächtiger Vertreter! erbarme dich, du Hörer der Gebeter! gedenk' an mich, o mein Immanuel! ich stehe hier mit Furcht und Angst belegt; ich klag' es dir, du Prüfer meiner Nieren: Du bist ein Arzt, der kranker Seelen pflegt, du bist der Hirt, der selbst sein Schaf will führen. bid ved, med bin nestuntie 2. Ich bin betrübt; ich fühle, was mich plagt; mein Auge darf ich kaum zu dir erheben, von ferne steh' und seh' ich nach dem Leben, wohin mein Geist nur seinen Wunsch noch wagt. Aus Demuth schlag' ich an die bange Brust, der Sünden Siß, die mich von dir geschieden. Ich schäme mich auch der verborgnen Lust, in welcher oft die Her zen heimlich sieden. Von dem heiligen Abendmahle. 369 3. Wo soll ich hin? Ich will zum LebensGott. Es soll mich nichts von meinem Felsen treiben; dir Jesu, will ich mich allein verschreiben. Tod! Höll'! dein Sieg und Stachel ist ein Spott. Der Ueberwinder, Jesus, ist mein Haupt, der Hölle, Tod und Teufel hat bezwungen; ich bin durch ihn der Sündenmacht entraubt, es ist dem Held aus Davids Stamm gelungen. 4. So tret' ich denn, mein Jesu, jetzt vor dich; ich komm' zu deinem Mahl, nach deinem Willen. Ach laß mich da den Durst und Hunger stillen; mein Heiland, dein Verdienst erquicke mich! wird nun mir so des Glaubens Kraft vermehrt: dann soll er sich in Werken thätig weisen; dann werd' ich dich, der du mein Fleh'n erhört, mit Herz und Mund hier und dort ewig preisen. Mel. des 5. Psalms. 227. Wie groß ist deine Menschenliebe, mein theurer Heiland, Jesu Christ, der du für mich gestorben bist! o, daß ich nur mit reinem Triebe dir treu verbliebe. 24 370 alon Erster Theil.md mole 2. Dein Mahl, bei welchem du mich speisest mit deinem heil'gen Brod und Wein, laß mir ein göttlich Denkmal seyn, daß du mich auf dein Opfer weisest, mich glauben heißest. 3. Auch ist mir das ein Pfand und Zeichen, wenn ich zu deiner Tafel geh', und Brod und Wein mir geben seh', du werdest meiner Seel' imgleichen dich selber reichen. tom 4. Ach laß mich nur recht gläubig essen, und schenke mir in voller Kraft, was uns dein Opfertod verschafft! all' meiner Sünden werd' indessen vor Gott vergessen. mond 5. Ach Jesu! laß mich doch erscheinen voll Sehnsucht nach Gerechtigkeit! ach, mach' uns allesammt bereit! und laß in einem Geist die Deinen sich fest vereinen. 6. Du bist das Haupt, wir sind die Glieder, die eines Brods theilhaftig sind. Ach, daß uns deine Lieb' entzünd'! so finden wir uns einst als Brüder im Himmel wieder. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47. 228. Tag, den mir der Herr gemacht! Sen gesegnet, Tag der Freude! du erhell'st des Kummers Nacht, und erquickest mich im Leide. Heil und Leben schenkst du mir. Gott, wie dank' ich dir dafür! — 2. Widerspenstig seinem Ruf, hab' ich meinen Gott betrübet, ihn, der mich zum Glück Von dem heiligen Abendmahle. 371 erschuf, und mich stets so treu geliebet; bin gewichen von dem Pfad, den sein Wort gezeichnet hat. a'ni 10in 130 706, m 3. Der ich kühn sein Recht entehrt, der ich seine Macht verkennet, ach ich bin es nicht mehr werth, daß er noch sein Kind mich nennet. Ich verdiene Fluch und Tod, die sein Wort den Sündern droht. 4. Dennoch nimmt der Güt'ge mich wieder auf zu seinem Kinde. Heut' vergißt er våterlich seines Zorns und meiner Sünde; giebt durch seiner Boten Hand mir der Gnade süßes Band. 1st ma sind und disid 5. Tag der Wonne, heil'ges Mahl, ewig will ich dein gedenken. Meines Jesu Todesqual soll mir Trost im Leiden schenken, und mein Leben soll allein seinem Ruhm gewidmet seyn. slornat Mel. An Wasserflüssen Babyl. 97. U 229. Du, Herr! haft aus Barmherzigkeit zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eingeladen. Du rufst: Mühsel'ge, kommt zu mir. Du Weltversöhner! ja zu dir komm' ich auch heut', ein Sünder. Verstoß' von deinem Angesicht, verstoß' mich, o mein Heiland! nicht, vom Erbtheil deiner Kinder, nomiG.08% 12. Zwar meine Missethat ist mehr, mehr als ich könnte zählen. Sie drückt mich. 24* - 372 old Erster Theil.nd no Herr, ich zitt're sehr, vor Unruh' meiner Seelen. Weltrichter; ach! im Zorne nicht, im Zorne geh' nicht in's Gericht mit mir, Gott, reich an Güte! du kennst, was ich nicht recht gethan. Erbarmer! sieh' mein Herz auch an, mein reuiges Gemüthe. 3. Es seufzt um Trost, und ångstigt sich, gebückt vor dir im Staube. Auf mein Verdienst nicht, nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beizustehn, die nach Errettung schmachten. Stets bleibst du deinen Worten treu; und wirst ein glaubig Herz voll Reu', auch meines nicht verachten. sdsp misd 4. Mein Gott! regiere künftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertraun auf dich, nach deinem Rathe wandle. Gieb, daß aus Dank für deine Huld, in Lieb', im Glauben, in Geduld, ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst, in deinem Reich, verklärt, unsterblich, Engeln gleich, dich ewig rein erhebe. Mel. Dennoch bleib' ich stets.- 156. 230. Dich, mein Jesu, laß ich nicht; du kannst Seelen recht erquicken! du bist meine Zuversicht, du allein kannst mich beglücken! 373 Von dem heiligen Abendmahle. du, mein Jesus, sollst allein meines Herzens Freude seyn. 2. Nun mag das Gesetze noch mich verklagen und verfluchen! weiß es mein Gewissen doch, wie ich soll den Segen suchen! Jesus macht durch seine Huld mich gerecht von aller Schuld. 3. Ach, was hab' ich für ein Gut! was für Schäße kann ich zeigen! meines Jesu Fleisch und Blut ist und bleibet nun mein eigen: Heil und Leben und was sein, ist mit ihm auch alles mein. 4. Kann die Liebe höher gehn? Låßt sie sich wohl tiefer finden? Mag die Treue fester stehn, oder näher sich verbinden, als da dieser, der uns liebt, uns sich selbst zum Pfande giebt? 5. Brenne, Seel' und Geist, in mir! lodre, Herz, in vollen Flammen; halt mit feuriger Begier mich und Jesum stets zuſammen; daß ich ewig gegen ihn mög' in heißer Liebe glüh'n. dair minum dan dim 6. Erd' und Himmel fahre hin; Leib und Seele mag verschmachten; kein Verlust und kein Gewinn ist doch gegen das zu achten, daß mein Jesus in mir bleibt, und mich seine Liebe treibt. 374 slandnd Erster Theild no en 7. Jesus ist des Herzens Theil; Jesus ist mir Trost und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jesus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das spricht: Dich, mein Jesu! laß ich nicht. d. lloj di 100 drug Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.- 121. mlin 231. Seele, willst du Ruhe finden, drücket dich die Last der Sünden, komm, Vergebung zu empfangen, denn dein Licht ist aufgegangen, und der Herr voll Heil und Gnaden hat zu sich dich eingeladen. Deinen Bund sollst du erneuen, und dich seines Todes freuen. nasp, 39 dod sdale sia impac 2. Eil', wie wahre Christen pflegen, glaubensvoll dem Herrn entgegen! komm, den gnadenvollen Willen deines Heilands zu erfüllen! komm mit brünstigem Verlangen, seine Güter zu empfangen. Daß er dich der Sund' entlade, giebt er heute Gnad' um Gnade. mul din chim $ 03. Herr! ich freue mich mit Beben. Laß mich Gnad' empfahn und Leben. Du willst dich hier mit den Deinen durch des Glaubens Band vereinen; du willst sie mit Segen trånken, und dich ihnen selber schenken: 0, wer darf sich unterwinden, deine Liebe zu ergründen! Von dem heiligen Abendmahle. 375 4. Herr, ach laß mich würdig nahen, Heil und Leben zu empfahen.( Ach! ich suche dich mit Chránen; sollt' ich mich vergeblich sehnen, meiner groß und schweren Sünden Tilgung, Herr, bei dir zu finden! laß, Erlöser! laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahen. hi dind 41001 15. Du, dem unsrer Våter Schaaren, die, wie wir, auch Sünder waren, Dank und Preis und Jubel singen, daß sie hier dein Mahl empfingen! Sohn des Vaters! Licht vom Lichte! laß von deinem Angesichte uns, die deinem Ruhm sich weihen, Licht und Leben jetzt erfreuen.prone 6. König! Hoherpriester! Lehrer! du mein göttlicher Bekehrer! du, der selbst sein eignes Leben für mich in den Tod gegeben: hier fall ich zu deinen Füßen; ach, laß würdig mich genießen dieser deiner Himmelsspeiſe, mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Zum Gedächtniß deiner Leiden, und zum Vorschmack jener Freuden, die du, Heiland, mir erstrittest, als du unaussprechlich littest, als dich Todesschweiße deckten, und die Schrekken Gottes schreckten, als du selbst für mich gestorben, mir des Vaters Huld erworben. 8. Deines Heils will ich mich freuen, dir will ich mich ewig weihen. Hier will ich mich 376 sidomos Erster Theil. noff fleißig üben, dich zu kennen, dich zu lieben, einst werd' ich dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe brennen. Laß sie mich auch hier empfinden; hilf mir, hilf mir überwinden. Mel. Allein Gott in der Höh. 15.upli3 232. Ich preise dich, o Herr, mein Heil, für deine Todesleiden. Hab' ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich. O gieb, daß meine Seele sich deß ewig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh', zur Behrung Kraft, das haſt du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 09 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von dieser großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! o stårke mein Gemüthe zum glaubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang' ich lebe, mich an deiner Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz, die Last von meinen Sünden. de Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du, aus Gottes Vaterhuld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße hast erworben. - Von dem heiligen Abendmahle. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Segen. Er stårke mich mit neuer Kraft auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. 377 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermessen. O mache selbst mein Herz geneigt, sie nimmer zu vergessen! daß ich aus achter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sey, und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen. Råum' alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weis't, und die einst den erlößten Geist zu deiner Freude führet. l 8. Zum ew'gen Leben hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, und werd' ich einst der Welt entrückt; so sey dein Tod mein Leben! Mar sife Mel. Gott werde stets von dir.- 72. 233. Hier bin ich, Jesu! zu erfüllen, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih' zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht. 378 alomon Erster Theild 12. Es werde, Herr! für mein Gewissen dein Abendmahl ein Unterpfand, mir sey an dein versöhnend Büßen ein selig Antheil zuerkannt! so freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich.d ut om 10308 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, damit du unser Heil bedacht. Wie stark find deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! o gieb von deinem Todesschmerz heut' neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst! durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur St. wer Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. som snied up he majola 5. Ich übergebe mich auf's neue, o du, mein Herr und Gott! an dich. Ich schwöre dir bestånd'ge Treue vor deinem Tische feier lich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbst für mich: drum bin ich deine od 1 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweis't; mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Gifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu seyn. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was versieht, Ver Von dem heiligen Abendmahle. 379 föhnlichkeit und Sanftmuth üben. Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stårke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst! den Völkern sichtbar zeigen wirst. 1671 Nach der Communion. Jomnis 9. Hier liege ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß neue Gnade auf mich fließen! mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu' dein Abendmahl gesegnet sey. OM 1190 1190111011901 IN THE 911 dim sudo 234. Namun, habe Dank für deine Liebe, du großer Mittler Jesu Christ! gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, der du für mich 目 ਜ gestorben bist. Laß deines Leidens Ungst * und Pein mir immerdar vor Augen seyn. 2. Wie kann ich dich genug erheben? ich, der ich Fluch und Tod verdient, ich soll 380 aldamdn Erster Theil.md nog nicht sterben, sondern leben, weil du mich selbst mit Gott versühnt. Ach! du sein Sohn! du starbst für mich! Wie preis' ich, Herr, wie preis' ich dich? 3. Heil mir! mir ward das Brod gebrochen, ich trank, Herr, deines Bundes Wein! voll Freude hab' ich dir versprochen, dir, treuster Jesu, treu zu seyn. Ich schwör es nun noch einmal dir; schenk' du nur deine Gnade mir! 4. Laß stets mich dankbar, Herr, ermessen, was du für mich gelitten hast, und deine Liebe nie vergessen, die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig seyn, und mir zum Guten Kraft verleihn. 5. Im Streite hilf mir überwinden, und stårke mich zu meiner Pflicht; bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut schenk' mir im Todeskampfe Muth. 6. Und euch, ihr seines Leibes Glieder, die Jesu Heil wie mich erfreut, euch lieb ich stets als seine Brüder, als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott; uns speis't und trånkt ein Wein, ein Brod. 7. Wie jetzt in unsers Heilands Namen sein Volk vor ihm versammelt war; so kommen wir noch einst zusammen vor ihm, mit 381 Von der Vergebung der Sünden. seiner Engel Schaar, und preisen, als sein Eigenthum, dann ewig seines Namens Ruhm. 8. Hier will ich mich mit euch vereinen, die ihr ihn ewiglich erhöht, und, wenn er einst uns wird erscheinen im Glanze seiner Majestät, dann geh' ich im Triumph mit euch, ihr Auserwählten, in sein Reich. 9. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Ehre, Freud' und Lust der Welt mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, o laß mich deiner würdig seyn! 18) Von der Vergebung der Sünden. Mel. Gott werde stets von dir.— 72. 235. Gott, deine Gnad' ist unser Leben! sie schafft uns Heil und Seelenruh'. Dein ist's, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Dem dir verschuldeten Geschlecht schenkst du zum Leben neues Recht. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, gabst du für uns selbst deinen Sohn. Er litt, damit wir Friede båtten, für uns den Tod, der Sünde Lohn. Gott, wie hast du uns geliebt! welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dank! ewig Dank sey deiner Treue, die niemand g'nug erheben kann! nun nimmſt 382 du Erster Theil. and no du jede wahre Reue mit Vaterhuld noch gnådig an. Wohl dem! der sich zu dir bekehrt, und glaubig seinen Mittler ehrt. 8 4. Den, Herr, befreist du von den Plagen, die dem Gewissen furchtbar sind; der kann getrost und freudig sagen: Gott ist für mich; ich bin sein Kind; hier ist der, welcher für mich litt, und mich noch jetzt bei Gott vertritt. 5. O Herr! wie selig ist die Seele, die sich in deiner Gnade freut. Sie klagt nicht, daß ein Glück ihr fehle: ihr Loos ist die Zufriedenheit. Und, Gott, dein Fried' ist weit mehr werth, als alles, was die Welt gewährt. Frohen M 6. Dein Friede stårkt zum frohen Muthe das Herz, auch in der großten Noth; giebt Hoffnung zu dem ew'gen Gute, und macht getrost selbst auf den Tod. Wer diesen Frieden hat, genießt Lust, die des Himmels Anfang ist. se ondance 7. Laß, Vater, denn in diesem Frieden auch meine Seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies Glück beschieden: denn auch für mich genug zu thun, ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, der aller Menschen Sünden trug.nd stor 1706 no son nd 18. O laß mich dies im Glauben fassen, und mich mit starker Zuversicht auf deine Bundestreu' verlassen. Wenn alles wankt, 383 Von der Vergebung der Sünden. so wankt sie nicht. Mit Reu' und Demuth such' ich dich; gieb mir den Trost: Gott ist für mich.id( bit 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in kindlichem Gehorsam weih'n. Daß, Herr, bei dir Vergebung sey, das macht in deiner Furcht mich treu. Der 25. Psalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 236. Sch erhebe mein Gemüthe sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir, denn ich kenne deine Güte. O wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens! keiner harrt auf dich vergebens. Nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld, maar die 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir! daß ich nicht verirren möge, führe du mich selbst zu dir! Gott, du siehest mein Vertrauen. Sicher kann ich auf dich bauen. Deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. di dan dim 3. Ach! gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht! laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deinem Angesicht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater! ja verzeihen. O so höre dann auch mich. Meine Seele hofft auf dich. am dan 384 Erster Theil. d moll 4. Gott, du willst des Sünders Leben; seine Seele ist dir werth. Gnådig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt, den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergiebt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte dem geångsteten Gemüthe, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Herr! zu was für Seligkeiten du in jener bessern Welt jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wählen; deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach! bewahr', ich bitte dich, meinen Geist, und stärke mich! Der 130. Pfalm. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. Ini 237. Ich fleh' in tiefster Neue zu deiner Gnad' und Huld. Du, milder Gott, verzeihe - 385 Von der Vergebung der Sünden. mir Armen meine Schuld! eröffne meinem Sehnen, o Vater! Herz und Ohr, und lasse meine Thränen und meine Seufzer vor! 2. Ach! sollte, wenn wir fallen, für Gnade Recht ergeh'n, so würde von uns allen der Frommste nicht bestehn. Du aber heilest gerne zerknirschter Seelen Pein, daß man in Ehrfurcht lerne, dir treu und dankbar seyn. 3. Ich trau' von ganzer Seelen auf dich, du höchster Hort! wenn mich die Sünden qualen, so tröstet mich dein Wort. Nach dir nur schau' ich immer, wenn mich ein Schmerze drückt, wie nach des Morgens Schimmer der müde Wächter blickt. 4. Der Saamen Jacobs gründe sein Heil allein auf dich! denn, Herr, du bist gelinde, und schonst uns väterlich. Du trägst die schwachen Sünder in deiner Liebe Schooß, und machest Zions Kinder von allem Bösen los. Mel. Kommt her zu mir, spricht. FE 238. Wie selig, Gott! wie selig ist der Sünder, dem du gnådig bist, den Todes25 386 dni Erster Theil. and note furcht nicht schrek- ket! dem, weil ihn seine Schuld betrübt, dein Herz die Missethat vergiebt; den dein Erbarmen dek- ket! 2. Wer seine Sünden dir verhehlt, deff' Seele wird mit Angst gequält vom strafenden Gewissen. Die Angst verzehret seine Kraft. Der Trost, den deine Gnade schafft, wird ihm dadurch entriffen.ut od mnded nd 3. Darum, mein Gott, bekenn' ich dir, was deine Huld entfernt von mir, die mir bewußten Sünden. Dann, dann, mein Gott, verzeihest du, und läss'st die müde Seele Ruh' in deinem Frieden finden. 13 4 4. Die Frommen werden deine Huld und deine schonende Geduld, o Vater! ewig loben. Du liebest ihre Zuversicht; die Fluth, die aus den Ufern bricht, mag noch so mächtig toben. 5. Mein Schirm bist du; zu dir flieh' ich, wenn drohende Gefahren mich mit Schrecken überfallen. Du machst dich mir in der Gefahr als meinen Retter offenbar, und läss'st mich sicher wallen. 6. Ich zeige, sprichst du selbst zu mir, den rechten Weg zum Heile dir; dich soll 387 Von der Vergebung der Sünden. mein Auge leiten. Darum, mein Herz, verachte nicht des ew'gen Vaters Unterricht. Er führt zu Seligkeiten. 7. Wer nicht von Gott die Weisheit lernt, der ist verblendet, und entfernt sich von den wahren Freuden. Wer aber sich auf Gott verläßt, hålt seine Gnade ewig fest, auch in den schwersten Leiden. 19 8. Stimmt Gottes Lob, ihr Frommen, an! euch wird des Höchsten Güt' umfahn. Von allen seinen Knechten bleibt Gott der Trost, die Zuversicht. Er råchet ihre Sünden nicht. Frohlockt ihm, ihr Gerechten. Mel. Erhabner Gott, was reicht. 16. 239. Ach schone doch, o großer Menschenhüter! ach strafe nicht, barmherziger Gebieter! ach rechne nicht! wer kann vor dir bestehn? Mich schreckt dein Zorn! doch will ich zu dir gehn. 300 - 2. Ach zürne nicht! in Jesu will ich kommen: Hat er nicht, Herr, die Strafe weggenommen? Er ist am Kreuz ein Fluch für mich gemacht; zu meinem Heil rief er: Es ist vollbracht! 13. Ach rechne nicht! auf tausend muß ich schweigen. Ich will mich vor dem Gnadenzepter beugen: laß Gnad', o Herr, anstatt des Rechts ergehn; sonst kann ich nicht vor deinem Thron bestehn! bi enot, 150 25* 388 moni Erster Theil. do 4. Ach strafe nicht, du aller Bosheit Racher; wo blieb ich sonst, ich schuldiger Verbrecher! sieh' an den Sohn, der unsre Schulden trug, und den dein Zorn, als unsern Bürgen, schlug. 115. Ach schone doch! ich bin zwar Asch' und Erden, ein leichtes Blatt, das bald zu Staub wird werden; doch will ich seyn, o Herr, dein Eigenthum: ach nimm mich auf; gedenk an deinen Ruhm! Cous Ino 6. Nun, Herr! ich weiß, du wirst mich nicht verlassen; du wirst mich doch mit Lieb' und Huld umfassen. Drum tröst' ich mich und fasse guten Muth: es ist bezahlt; die Schuld macht Jesus gut: 108 Mel. Alle Menschen müssen sterb.- 82. 240. Schöpfer aller Menschenkinder, gro ßer Richter aller Welt! sieh', hier wird ein armer Sünder, Herr, vor dein Gericht ge stellt, der in Sünden ist geboren, der dein Ebenbild verloren, der mit Lastern sich befleckt, der in tiefen Schulden steckt. 2. Mein erwachendes Gewissen, deine Strafgerechtigkeit, dein Geseh, das ich zerrissen, nebst dem Satan, steh'n bereit, meine Seele zu verklagen: ich weiß nichts darauf zu sagen, denn der Zeuge giebt sich an, der geseh'n, was ich gethan. no Von der Vergebung der Sünden. 389 3. Wehe mir! ich muß verderben; ich seh' nichts, als Höllenpein. Frecher Sünder, du mußt sterben! wird mein strenges Urtheil seyn. Es erzittert meine Seele vor des off'nen Abgrunds Höhle; es erstarret Geist und Blut vor der ew'gen Flammen Glut. 4. Doch, Gottlob! die Furcht verschwindet, weil ein Bürg' ins Mittel tritt, weil sich ein Vertreter findet, der für den Verklagten bitt't. O, beglückte theure Stunden, Gottes Sohn hat seine Wunden, und sein blutig's Lösegeld meinem Richter dargestellt. 5. Richter, siehe meinen Bürgen; siehe die Bezahlung an! dieser ließ für mich sich würgen, dieser hat genug gethan! der hat dein Geset erfüllet, der hat deinen Zorn gestillet. Herr! ich glaube: steh' mir bei; ſprich von Straf' und Schuld mich frei! 6. Siehe mich im Staube liegen. O wie drückt mich meine Schuld! doch dein Wort kann ja nicht trügen. Sündern gönnst du deine Huld. Du sprichst zu mir: du sollst leben! deine Schuld ist dir vergeben; sey getrost, mein lieber Sohn; komm zu meinem Gnadenthron! 7. Seht, wie sich der Abgrund schließet! seht, wie sich der Himmel freut! da das Blut des Lammes fließet, da mich die Gerech 390 nodi Erster Theil. and off tigkeit des vollkommnen Mittlers decket. Wer ist, der mich ferner schrecket? Wer ist, der sich an mich wagt, und ein Himmelskind verklagt? sl 8. Richter, der mich losgesprochen, Vater, der mich zärtlich liebt! Mittler, der, was ich verbrochen und geraubt, Gott wieder giebt! Geist, der mir den Glauben schenket, der mich in den Mittler senket! Gott der Gnaden! dir sey Ruhm, und mein Herz dein Eigenthum. 9. Laß mich nun die Sünde haffen, die das Herz mit Angst beschwert: laß mich alles unterlassen, was den neuen Frieden stort: rein'ge täglich mein Gewissen, laß mich eifrig seyn beflissen, mit Verläugnung dieser Welt, das zu thun, was dir gefällt! Mel. Wer nur den lieben Gott.— 7. 241. Wie theuer, Gott! ist deine Güte, die alle Missehat vergiebt, sobald ein reuendes Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, verdammt, und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt! 2. O! laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist. Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegebne Frist! gieb, daß sie mir recht wichtig sey; daß ich sie meiner Bess'rung weih'! Von der Vergebung der Sünden. 391 3. Zwar deine Gnade zu verdienen, sind Neu und Bess'rung viel zu klein. Doch darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu glauben, dir versöhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hålt? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall' ich dir, mein Gott, zu Füßen; vergieb mir gnådig meine Schuld, und heile mein verwund't Gewissen mit Trost an deiner Vaterhuld. Ich will mit Ernst die Sünden scheu'n, und willig dir gehorsam seyn. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Christum mir geschenket sey, will ich durch Uebung guter Werke beweisen. Mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! sie drånge stets und leite mich! 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergiebst! das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß Vater! mein Gewissen rein, und heilig meinen Wandel seyn! 392 nd Erster Theil. 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der Unvollkommenheit dieses Lebens. Der 1. Pfalm. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59. 242. O wohl dem Menschen, der dem Rath der Frevler sich entzieht, dem Menschen, der den krummen Pfad der Uebertreter flieht. 2. Der, wo der Gottheit Spotter lacht, die fromme Seel' entfernt; sich Gottes Recht zur Freude macht, und Tag und Nacht es lernt. 3. Er grünet, wie am Bach ein Baum von seinem Segen schwillt, sich hebt, und einen weiten Raum mit seinem Gipfel füllt. 4. Er trågt, wenn seine Zeit kommt, Frucht, stets unentlaubt und grün; er tröstet den, der Schatten sucht, der Wandrer segnet ihn. 5. Das ist der Fromme! was er macht, geråth ihm, und gedeiht; Staub ist der Sünder, der sein lacht, Spreu, die der Wind zerstreut. 6. Der, der sich gegen Gott emport, besteht nicht im Gericht, in der Gemeinde, die Gott ehrt! bleibt der Verbrecher nicht. Und Von der Glückseligkeit wahrer Christen x. 393 17. Dir, Höchster, dir gefällt die Bahn, die der Gerechte geht, du schaust im Zorn den Sünder an, des Sünders Weg vergeht. mudidisie 243.Der Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn: wenn wir nur treu auf 2010 seinen Wegen gehn; so dürfen wir ihn B * unsern Vater nennen, und er will uns für Kinder auch erkennen. Bedürfen wir im Kampfe Trost und Muth; so giebt ihn # uns dies Wort: der Herr ist gut. 2. Der Herr ist gut, und hat mit uns Geduld; ist reich an Gnad', und will der Sünder Schuld nicht, wie er könnt', nach höchster Strenge rächen; er übersieht der Irrenden Verbrechen: er ist versöhnt durch seines Sohnes Blut. Was will ich mehr zum Trost? der Herr ist gut! 394 mid Erster Theil. band sol 3. Der Herr ist gut, und theilt sich willig mit. Er geht uns nach und merkt auf jeden Schritt, und giebt uns gern, was wir vonnöthen haben; er schenket uns den Reichthum seiner Gaben: wo ist ein Herr, der dies an Knechten thut? Ja wohl ist dies gewiß: der Herr ist gut! 4. Der Herr ist gut! in seiner Liebe Schooß trågt er uns stets, und ist das Elend groß, so hat er Kraft und Neigung, uns zu schützen; es kann der Geist in stillem Frieden sitzen, weil unter seinem Schuß man sicher ruht, und sich an ihm ergößt. Der Herr ist gut! 5. Der Herr ist gut! wer dies im Glauben schmeckt, dem wird erst recht, was Freiheit sey, entdeckt; er wird aus seinem Dienste nimmer gehen, vielmehr darin mit Lust und Freude stehen: nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut, der immer besser ſieht: der Herr ist gut! 6. Der Herr ist gut! er siehet huldreich an den schwachen Dienst, den man ihm leiſten kann, giebt Gnadenlohn den Knechten, die ihn lieben; kein Wassertrunk ist unvergolten blieben; er giebt dafür die ganze Segensfluth, und so bleibt ewig wahr: der Herr ist gut! Thug $ 10: 30 Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 395 39 stonind Der 5. Pfalm. do 02.0 samo n 244. Vernimm, o Gott! vernimm mein 1 Flehen; verachte meine Bitte nicht! laß, laß mich, Herr, dein Angesicht, mein König, deine Hülfe sehen! Ich flebe Tag und Nacht 144 zu dir, mein Gott, hilf, und sey gnädig mir. 2. Ich will auf dein Gebot aufmerken; ganz heilig will ich vor dir seyn! ach mach, mein Gott, mich selber rein! du hast an allen guten Werken ein innigs Wohlgefallen, Herr, drum heilige mich, Heiligster! 3. Gott, dir mißfällt der Gråu'l der Sunden! wer bös ist, bleibet nicht vor dir! wer dich beleidigt für und für, der kann vor dir nicht Gnade finden: wer sich zu dir, Herr, nicht bekehrt, der wird nicht, wenn er fleht, erhört. 4. Die Frevler mögen nicht bestehen! du hassest jeden falschen Geist, der sich aus deinem Joche reißt, und sich erfrecht, dich, Gott, zu schmähen: dein strenges heiliges Gericht verschont der frechen Lügner nicht. 396 mind Erster Theil. bilo nd mo 5. Sch aber, Gott, durch deine Güte erquickt, ich aber lobe dich! in deinen Tempel eile ich, o Gott, mit dankendem Gemüthe! anbetend fall' ich vor dir hin, ich, der ich durch dich selig bin. 6. Du kannst, du wirst mich ferner leiten, nach deiner großen Gütigkeit, die gern erlößt und gern erfreut: du wirst mir meinen Weg bereiten! und wer, wenn du, Herr, bei mir bist, wer ist, der meiner mächtig ist? and 7. Wenn meine Feinde vor mir heucheln, wenn sie nach meinem Unfall sehn, und immer meine Tugend schmähn, und mir mit Schlangenzungen schmeicheln, so bin ich noch nicht ganz verzagt; noch hörst du's, wenn mein Herz dir's klagt. 8. Erfreue, Gott! die dir vertrauen, und eile, wenn sie zu dir schrein, mit deiner Hülfe zu erfreun, die, die auf deinen Namen bauen; sey ihren Feinden, Herr, zu Truß, stets der verlass'nen Frommen Schuß. 245. Mein Salomo! dein freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geist beschweret; wenn sich zu dir mein blödes Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 397 Herze kehret; so kann ich bald von dir Erquickung spüren. Dein Gnadenblick ermuntert meinen Sinn, und nimmt die Furcht und Unruh' von mir hin. 2. Gewiß, mein Freund giebt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen konnte: was ist's, womit sie ihre Diener lohnte? Es kann ja nicht die můden Seelen laben; mein Jesus kanns, er thuts im Ueberfluß, wenn alle Welt zurückestehen muß. 3. D bester Freund, du tröstest ein Gemůthe, das Gutes will, und Böses in sich findet, und betend deine Kraft gar bald empfindet! es schmecket deine wunderbare Gute, die alle Angst, die alle Noth verschlingt und unsern Geist zur sanften Ruhe bringt. 14. Es müsse dann mein Herz nur Christum schauen; schein' unverhüllt, o Sonn', aus jener Höhe! daß ich das Licht in deinem Lichte sehe, und könnte schlechterdings der Gnade trauen. Kein Fehler sey so groß, so schwer in mir, der mich von solchen Blick der Liebe führ.big60 minund in 398 mid Erster Theil.ond no 5. Wenn meine Schwachheit mich darnieder schläget, und fast den Geist der Kindschaft in mir dampfet, so daß mit Zweifel noch mein Glaube kampfet, und dieser Streit mir neue Angst erreget; so laß mich bald dein huldreich Untlig sehn, und neue Kraft und Zuversicht entstehn. 6. So ruh' ich nun, mein Freund, in deinen Armen, du läsfest deine Huld mich tröstlich schmecken. Von dir geschüßt, kann mich nichts mehr erschrecken, mein Zoar ist dein ewiges Erbarmen. Mein Geist ist still, da du ihm alles bist, und deine Gunst mein frohes Herz genießt. smist me Mel. Kommt her zu mir, spricht. 238. 246. Ich hoff', o Gott! mit festem Muth auf deine Gnad' und Christi Blut; ich hoff ein ewig Leben. Du bist ein Vater, der verzeiht, hast mir das Recht zur Seligkeit durch deinen Sohn gegeben. all aid in 2. Herr! welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben! im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geistes Gaben! dada) stubl 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im 1 Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 399 Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh', und stårkt uns in Gefahren.d nan epurand 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen; laß ihn mein Licht auf Erden seyn, ihn täglich mehr mein Herz erneu'n, und mich mit Trost erfüllen. anda in adi go Mel. Wie schön leuchtet der.— mel. Wie 35. 247. Wie groß ist unsre Seligkeit, o Gott! schon in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergiebt, und treu in Jesu Dienst sich übt! wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird erheben, wo man Freuden erndtet von der Saat der Leiden! 2. O, wie erhaben ist das Recht, das du uns giebest, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! bei dir ist unser Vaterland, und wer will deiner starken Hand, Allmächt'ger! uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, hilfst du uns doch überwinden. Jpon 3. Du deckest unsre Schulden zu, schenkst unsern Seelen wahre Ruh' und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm; wir sein erkauftes Eigenthum, und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes 400 Erster Theil. nd not sind auf Erden in Beschwerden, unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns wiederfährt, verborgen hier auf Erden. Doch, wenn dereinst vor aller Welt, Er, unser Haupt, Gerichtstag hålt, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren für sein treues Volk erklären. 200 5. Wie glücklich, Gott, find Christen dann! wie viel hast du an uns gethan! o laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit! so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gieb den Trieb in die Seelen, dich zu wählen, und das Leben ganz zu Jesu Dienst zu geben.d nd and tobosc end ji mon Nousodni Mel. Aus tiefer Noth.- 119. dsip 6 248. Ich weiß, an wen mein Glaub' sich hålt. Kein Feind soll mir ihn rauben! Als Bürger einer bessern Welt, leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Handen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit. Lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt; durch Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 401 deinen Schild werd' ich bedeckt: was kann mir denn nun schaden? 3. D Herr! du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum; du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu; drum eile ich ihm freudig zu. Du reichst mir meine Krone. 4. Herr! lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seelen Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht, und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sey mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beff're Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd' ich's froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh' ich hier mein Heil; dort ist mein Amtliß heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden. Auf deinen Tod 26 402 Erster Theil.no bin ich getauft, wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! empfinde sie, o Seele! vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten! Der 112. Pfalm. Mel. Ich will, mein Gott, du König. 55. 249. Preis, Preis sey Gott! und Glück und Heil und Segen sey dem, der Gott ehrt und auf seinen Wegen einhergeht und sich freuet, seinen Willen stets zu erfüllen! 2. Er ist beglückt, und machtig wird auf Erden der Saame derer, die Gott fürchten, werden. Der Herr läßt ihr Geschlecht, sie zu belohnen, im Guten wohnen. 3. Mit Reichthum wird der Herr sie überschütten; sein Ueberfluß erfüllet ihre Hütten; die fernste Nachwelt wird ihr frommes Leben mit Luft erheben. - 4. In grauenvollen lichtberaubten Nächten umstrahlet Gottes Schimmer den Gerechten, den Milden, den, deß sich die Armen freuen, und den Getreuen. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 403 5. Beglückt ist, wer Bedrängte gern erfreuet; wer seinem Nächsten willig hilft und leihet; gerecht und eifrig, der verfolgten Armen sich zu erbarmen. 6. Heil ihm, daß er sie zu vertreten eilet, und seinen Ueberfluß mit ihnen theilet! sein Heil ist ewig; sein wird nie auf Erden vergeffen werden. 69839 7. Es mögen Boten des Verderbens kommen, und doch verzaget nicht das Herz des Frommen. Er hofft und traut mit freudigem Gemüthe auf Gottes Güte. 8. Er ist getrost, und seine Seele zittert vor keinen Plagen, ruhig, unerschüttert; mit Luft wird er an denen, die ihn schmåhen, gerächt sich sehen. 9. Er streuet aus, erquicket voll Erbarmen die Hungrigen, und tröstet gern die Armen; die fernste Nachwelt wird sein edles Leben mit Lust erheben. DIPAN 10. Der Frevler wird sein Horn erhöhet sehen, unmuthig zürnen, knirschen und vergehen; denn was der Frevler Wünsche sich erkoren, das ist verloren. bim dni Simme Mel. Jesu meine Freude.- 89. 250. Wie getroft und heiter, du Gebenedeiter, machst du meinen Geist! der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen, und 26* 404 Erster Theil. nd no so gern erfreust! niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquikkung fehlen. Bis dins d du 2. Deinem Rath ergeben, freu' ich mich, zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und wenn Gericht und Hölle schrecken, willst du mich bedecken. 1790 3. Ich kann ohne Grauen Gråber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüt tern; was brauch' ich zu zittern? Wink 4. Auch in mir ist Sünde: doch ich über winde sie, mein Hort, durch dich. Sink ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, nie entziehst du deinem Knechte der Erlös'ten Rechte. nonü gid 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne, und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweis't und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade, ustid sid Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 405 16. Der du Blut und Leben hin für mich gegeben; daß in meiner Noth ich nicht hilflos bliebe; groß ist deine Liebe! stärker als der Tod. Herr! und ich, ich sollte mich deiner Huld nicht dankbar freuen? dir mein Herz nicht weihen? ho jate 37. Würdig dir zu leben, dies sey mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüget meiner Seele nicht. Hab' ich dich: wie gern will ich, das, wornach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! moniam hipmG 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreust des Menschen Geist, Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. novi dne 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden. Und was hoff' ich dort? unbegrånzte Zeiten voller Seligkeiten hoff' ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib' ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte frohlockt mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stårke mich im Leiden, weiche nie von mir! laß mich so beherzt und 406 sind Erster Theil. 1990 1032 froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. tsdoi? and al 30 todai? snied i jorp andsild Mel. Die Himmel rufen, jeder. 42. - 19ct190 251. Wenn ich ein gut Gewissen habe, so hab' ich große Seligkeit: es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit. In Freud' und Leiden giebt es hier die wahre Ruh' der Seele mir, ngaso 119: 22 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz giebt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag' ich's vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubens- Freudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen giebt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag' ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Låstrung, Schmach und Hohn: denn des Gewissens inn're Freuden sind süßer als der Welt ihr Lohn: und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden seyn? 5. Die Fröhlichkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht: sie ist mein Labsal in den Schmerzen, und in der Fin Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 407 sterniß mein Licht. Sie macht getrost, wenn eine Welt erzittert und in Trümmern fällt! 6. Ich eile mit gesettem Schritte des Lebens letter Stunde zu: denn der zerfallnen Leibeshütte zeigt sich im Grave sanfte Ruh', indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. al trd prism 7. Und droht mir ja noch ein'ge Sünde, mein Heiland giebt mir Trost und Muth, ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut; er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. O Seele! darum sey beflissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du mein Gott, regiere mich! denn o was könnt' ich ohne dich? drg Mel. Es ist das Heil uns.- 6. 252. Ein Pilger bin in in der Welt, und kurz sind meine Tage: so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, deine Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärkt mich selbst im Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, 408 151Erster Theild moll ganz heilig, und ganz selig seyn. Dies tröstet meine Seele. 3. Vor meinen Augen wandeln die, die dich, o Jesu, schmähen: ihr freches Herz bethöret sie, daß sie dein Heil nicht sehen. Einst bebt der Spötter, Herr! vor dir; wann du als Richter kommst, und wir frohlockend dich erheben. ni dand 4. In stiller Nacht wein' ich oft, Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich, und meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 5. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg' erweckt, ob ich sie auch ertrage: so mildert mir die Ewigkeit das kurze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 6. Wenn einst, der jetzt von ferne draut, der Tod mir näher winket; wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlummer sinket: so sterb' ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, die alles übersteiget. bit admisid nd 1992 107. Herr! diesen Trost, der mich erfreut, vermehr' in meinem Herzen. Mich stårke deine Ewigkeit bei meiner Wallfahrt Schmerzen. Von der Glückseligkeit wahrer Christen c. 409 Sie sey in meinem Tod mein Heil, und einst mein långst gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod erwache! in the thin chim Hedido Mel. des 4. Psalms. individ ud all $ E 253. Wie wohl ist, Jesu, meiner b Seelen! In deiner Liebe find' ich Ruh'. b Nichts låss't du deinem Freunde fehlen; # will irgend eine Noth mich quälen, so eil' ich deinen Armen zu. Mein Herz muß mir $ bald leichter werden, erquickt an deiner treuen Brust. Es weichen Sorgen und $* Beschwerden, den Himmel hab' ich schon ¥ auf Erden; hier such' und find' ich Ruh' und Lust. 2. Die Welt mag ihre Freundschaft preisen, und mir mit lächelndem Gesicht, so wie sie 41000 Erster Theil. il n noll kann, viel Gut's erweisen; sie mag selbst meine Feindin heißen, o Theuerster! das irrt mich nicht. Ich will mich ganz zu dir gesellen; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht; und Feinde mich zu Boden fällen. Truß sey den stärksten Unglückswellen, wenn Jesus mir die Hände reicht! 3. Droht Moses mit erzürnten Blicken mir großen Sünder Angst und Weh; muß ich bei meines Herzens Tücken mich selbst anklagen, schüchtern blicken, so faß ich, wenn ich dich nur seh, doch Muth, du löschst des Zornes Flammen, du haft für mich genug gethan. Tritt alles wider mich zusammen; du bist mein Heil: wer will verdammen? du nimmst dich meiner kräftig an! 4. Führst du mich selbst auf rauhen Wegen, ich folg' und lehne mich auf dich: sie enden sich in lauter Segen, du kommst mit Troste mir entgegen, mit deiner Liebe labst du mich. Ja, sollt' ich dich nicht gleich verspüren, so wart' ich deine Stunde ab: wen du, mit dir zu triumphiren, willst über Sonn' und Sterne führen, den führst du erst recht tief hinab. 5. Der Tod mag andern schrecklich scheinen, er schwächet doch nicht meinen Muth. Am Abend bleibst du bei den Deinen: in jener Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 411 Nacht verläss'st du keinen, dess' Zuversicht auf dir beruht. Mich bringt der Tod nach allen Leiden an jenen Ort der Sicherheit. Du rufst, wie sollt' ich nicht mit Freuden aus einer Welt voll Jammer scheiden! du rufft zur frohen Ewigkeit! 19.s 6. Wie wohl ist, Jesu! meiner Seelen, weil du mich liebst: ich trau' auf dich! mich ich liebft: kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, du heißest mich dich selbst erwählen, du selbst, mein Gott, vergnügest mich! zu deinem Wort giebt dein Gedeihen, laß mir's des Himmels Vorschmack seyn, weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost, mein Freund ist mein! 1197991 OG 1 onto tissite 254. B eglückter Stand getreuer # Seelen, die Gott, den Höchsten, sich erwählen zu ihrem Zweck, zu ihrem Theil, und suchen nur in Jesu Heil! glückselig, wer aus reiner Liebe, und ungefälschtem GlauMel. des 46. Psalms. 412 Erster Theil. and not benstriebe, nach seines treuen Heilands 110 Rath, die Welt und sich verläugnet hat. 2. Wer Gott hat, was wird der verlieren? Nichts, Seele, nichts! du wirst verspüren, daß er den Seinen alles ist. Wenn du nur deiner erst vergiſs'st, dich ihm mit Leib und Seel' ergiebest, in seiner Liebe dich nur übest, so ist und wird dir Gott allein Gut, Ehre, Lust und Leben seyn. H 3. Betrogne Welt: bethörte Sünder, die ihr euch selbst, nach Art der Kinder, betrügt und eilt dem Schatten nach! wie stürzt ihr euch in Weh' und Ach! Was hat die Welt, das recht vergnüget, das nicht durch leeren Schein betrüget? Ihr tappt im Finstern ohne Licht, ihr sorgt, ihr sucht, und findet nicht. 4. O süße Lust, die der empfindet, der sich im Glauben dem verbindet, und nur zu dem das Herze lenkt, der sich uns selbst zu eigen schenkt! Wie leicht wird ihm sein kurzes Leiden! er hat den Vorschmack jener Freuden; er schaut darauf, er denkt dahin, vergiſset allen Weltgewinn. på. 5. Laß, Jesu, mich den Vorsat fassen, die Welt und alles das zu hassen, was mich Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 413 von dir nur trennen kann! Zeuch mich dir nach auf deiner Bahn! laß deinen Geist mich stets regieren, und hier durch Welt und Prüfung führen zum Himmel, wo man dein genießt, und du in allem alles bist. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß alle. 255. ch freue mich, mein Gott, 4 in dir. Du bist mein Trost, und was $ kann mir in deiner Liebe fehlen! du, Herr, bist mein, und ich bin dein! was find mangelt meiner Seelen? 2. Du hast mich von der Welt erwählt, und deinen Kindern zugezählt. Mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohl; wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlassen. 3. Du trågst mich liebreich mit Geduld, vergiebst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du giebst mir Theil an seinem Heil. Dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs Beste mit mir meint. Wo find' ich 414 Erster Theil, i no no deines gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg' und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag' ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht, in dir leb' ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wird's doch nicht gelingen. Mit deiner Treu' stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mir's ewig wohl ergehn. Einst werd' ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! an dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr! weiden. 9. Noch hat's kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh' ich's schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil. Das wird mir niemand rauben. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ. 256, M ein treuer Gott! dein gutes Werk, das in mir angefangen, muß ganz Von der Glückseligkeit wahrer Christen z. 415 HE allein durch deine Stårt zu seinem Ziel gelangen. Soll ich, bis in den Tod getreu, in deinem Dienste bleiben, und bekleiben; so stehe du mir bei, im Glauben Frucht zu trei- ben. 2. Herr! wie genau ist dein Gebot, wie groß ist meine Schwäche! der ich, verführt von Lust und Noth, manch guten Vorsat breche. Ich bin nicht g'nug auf meiner Hut, wenn mit geheimen Zücken, mich berücken, die Welt, und Fleisch und Blut, wer hilft aus so viel Stricken! 3. Doch, Vater! deine Treu' und Macht, doch, Mittler! dein Vertreten, doch, Geist der Gnaden, deine Wacht, dein Trieb zum Kampf und Beten, wird alles, was mir Schaden bringt, ja selbst den weiten Rachen, jenes Drachen, der sonst so viel verschlingt, bei mir zu Schanden machen. 4. Die in der Liebe redlich sind, läßt sich der Herr nicht nehmen. Mein Vater wird 416 20 m Erster Theil.h and no sein armes Kind im Hoffen nicht beschämen. Das allerkleinste Lamm läßt nicht mein treuer Hirt verschmachten, er wird achten, was mir annoch gebricht, und mir zu helfen trachten. 5. Den Glauben, den er mir geschenkt, den wird er mächtig stårken. Die Kraft, die er in mich gesenkt, wird keinen Abgang merken. Er wird durch seines Geistes Trieb mich Schwachen vollbereiten, gründen, leiten. Er hat mich zärtlich lieb, drum wird mein Fuß nicht gleiten. d- 1933 118 6. Führt er mich selbst in Kampf und Streit, so wird er mich auch schützen, und ird er mich durch Gebet und Wachsamkeit mich mächtig unterstüßen. Fall' ich, so wird er mich, sein Kind, nicht hilflos liegen lassen, und mich hassen. Ach nein, er kommt geschwind mich bei der Hand zu fassen. 179 7. Er bleibet mir, ich ihm getreu: kein Tod, kein Schmerz, kein Leiden, nicht Furcht, nicht Lust, nicht Schmeichelei soll uns Verbundne scheiden! Was er zusamnen hat ge fügt, wird kein Geschöpfe können jemals trennen. Wohl mir, ich bin vergnügt! ich darf mich selig nennen. 09110 Mel. Es ist gewißlich an der 3. 30.11-120 257.Getrost, mein Herz, und zage nicht! laß allen Kummer fahren! weil mir mein Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 417 Bundesgott verspricht, daß er mich will bewahren in aller Trübsal, Angst und Noth, ja selbst auch endlich in dem Tod. Er kann und will mich schüßen. 2. Er hat mich schon von Ewigkeit zum Eigenthum erkoren; er hat mich in der Gnadenzeit durch Wort und Geist geboren. Der Gnadenrath, der starke Grund, der ewig feste Friedensbund wird nimmermehr gebrochen. 3. Der Gott ist unveränderlich, der mich zum Heil ersehen. Er kennet mich, er liebet mich, wer will sich unterstehen, mich zu verderben? seine Hand wird mich und meinen Gnadenstand beständiglich bewahren. 4. Un meiner Statt hat Jesus sich zum Bürgen hingegeben; und nicht umsonst: er hat für mich erworben Heil und Leben. Die Sündenschuld ist abgethan, wer klaget mich nun weiter an? wer kann mich nun verdammen? 5. Mit dem mein Glaube sich verband, mein treuer Seelenretter, mein Jesus ist zur rechten Hand des Vaters mein Vertreter. Shn aber hört Gott allezeit: wie könnt' er nach Gerechtigkeit mich denn verderben lassen? 6. Ich bin's, auf den sein Auge sieht: sollt' er mich nicht regieren? Er ist mein 27 418 Erster Theil. Hols Haupt; ich bin sein Glied: sollt' er mich denn verlieren? ich bin das Schaf; er ist der Hirt, der mich allmächtig schützen wird: wer will mich ihm denn rauben? 7. Mein Erbtheil ist die Seligkeit, die Jesus mir verheißen, die er verdient, die er bereit't: wer will sie mir entreißen? Dazu hat er mir seinen Geist, der Lehrer und auch Beistand heißt, zum Unterpfand gegeben. 8. Und dieser Geist soll ewiglich, sagt Christus, bei mir bleiben. Er stårket und versiegelt mich, nichts kann ihn von mir treiben. Durch ihn genieß ich allbereit den Vorschmack jener Seligkeit, die ich ererben werde. 19. Laß mich doch diesen Geist nur nicht durch Sund', o Herr, betrüben! gieb, daß ich mög' bei seinem Licht mich stets im Glauben üben! ach, mache mich je mehr und mehr bequem zu deines Namens Ehr', bis ich dich dorten lobe! Mel. Es ist das Heil uns. 6. 258. Ich bin ein Chrift: Gott ist mein Freund! in dieser hohen Würde steh' ich und fürchte keinen Feind, und lache jeder Bürde. Der Rang erfüllt mit Muth und Kraft mein Herz in dieser Pilgrimschaft des Lebens und der Leiden. - Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 419 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; er ist zu fest gegründet. Er stüßet sich voll Zuversicht auf Jesum Christ, und findet bei ihm allzeit Trost, Heil und Ruh'; er eignet sein Verdienst sich zu und trohet Welt und Hölle. 3. Sollt' ich um Hoffarth, Eitelkeit und Güter dieser Erden, aus Wollust oder Sicherheit der Tugend untreu werden? Nein, auf die Sünde folgt der Tod: allein die Tugend segnet Gott mit Leben und mit Friede. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit mir gegen jene Kronen, womit Gott in der Herrlichkeit die Frommen will belohnen? was dieses Lebens kurze Frist, Gott, gegen das, was ewig ist? sollt' ich nicht muthig kämpfen? 5. Ich fürchte nicht des Todes Macht mit allen seinen Schrecken. Gott will mich aus des Grabes Nacht zum großen Tag erwecken; ich fürchte nicht der Höllen Glut, erkauft durch des Erlösers Blut zum Eigenthum und Erbe. 259. D er Herr, mein Hirt, behütet mich in Gnaden; mir mangelt nichts und 27* 420 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit zc. niemand darf mir schaden. Er weidet mich, wo sanfte Wasser fließen, und låsset mich der stillen Ruh' genießen: wie wohl ist mir bei seiner treuen Pflege! er führet mich stets auf die besten Wege. 2. Drum, sollt' ich gleich in finstern Tiefen wallen, so würde mich kein Grauen doch befallen, du, Höchster bist mit deinem Stab und Stecken mein sichrer Trost vor allen Todesschrecken. Noch mehr, du willst, daß ich an deinem Tische im Angesicht der Feinde mich erfrische. 3. Du salbst mein Haupt mit deinem Freudendle; dein voller Kelch erquicket meine Seele. Mir folgt dein Heil auf meinem Lebenspfade zu jeder Zeit, mir folget deine Gnade. Ich werde stets, Gott wird es mir vergönnen! in seinem Heiligthume bleiben können. 20) Vom Tode der Gläubigen, und der Auferstehung der Todten. 421 Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.- 67. 260. Gern will ich mich ergeben, dich zu verlassen, Welt. Ich geh' zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was wär's, das mich betrübte? dort schau' ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh' ich ihn geseh'n. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: kommt her, beladne Herzen, zu mir, und findet Ruh'. Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu erfreu'n, in meiner letzten Stunde mir Geist und Leben seyn. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Entzücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. maleng 4. Der frohe Siegsgedanke: wo ist dein Stachel, Tod? stårk mich, daß ich nicht wanke, in meiner Todesnoth; so ist, obgleich ich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe: dein Wort sagt, daß ich's bin. 5. Du schriebst in's Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen seyn. Dir 422 Erster Theil. Vom Tode der Gläubigen, trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele, der du die Liebe bist. Mel. Wie fleucht dahin der M.- 86. 261. Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit. In deiner Hand steht uns're Zeit. Du haft der ganzen Menschenschaar ihr Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 2. Wenn nun auch unser Ende kommt, und deine Hand das Leben hemmt, dann hilf uns in der Todesnoth, Herr, unser Gott, ein sanfter Schlaf werd' uns der Tod. 3. Nimm nach vollbrachtem Lebenslauf in deine ew'ge Rub' uns auf. Verwirf, wenn unser Herz uns bricht, verwirf uns nicht, Herr, Herr, von deinem Angesicht! 4. Drückt uns dann noch der Krankheit Schmerz, so stärke das beklemmte Herz, daß es, auch in der Schmerzenswuth, mit starkem Muth in deiner weisen Fügung ruht. 5. Gieb Hoffnung zu der ew'gen Ruh'! In unsern Herzen wirke du, Geist Gottes, daß wir glaubend trau'n, und ohne Grau'n hin in die Nacht des Todes schau'n. 6. Hilf uns'rer Schwachheit, Geist des Herrn! Zeig' uns den Himmel dann von fern; laß uns, wenn wir zum Vater flehn, getröstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn. - und der Auferstehung der Zodten. 423 7. Ach, Gnad' ergehe dann für Recht, denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott, ohne deine Gnade seyn? 8. O sey uns dann nicht fürchterlich, erbarme, Vater, unser dich! Wenn unser Auge sterbend bricht, leit' uns dein Licht! so fehlt uns Trost im Tode nicht. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 262. Noch bin ich dein Gast, o Erde! Gott mehrt meiner Tage Zahl! daß ich reif zum Himmel werde, prüft er mich, läßt mir die Wahl, Böses oder Gut's zu wählen. Doch werd' ich viel Jahre zählen? oder ruft ein naher Tod mich zu banger Sterbensnoth? 2. Herr, du weißt's! Du hast die Tage meines Lebenslaufs gezählt. Ihre Freuden, ihre Plage sah dein Auge, das nie fehlt, früher noch, als du auf Erden mich ließ'st einen Pilgrim werden. Da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, o weiser Gott. 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, wird mein reger Leib zu Staub, und das Feu'r, das in mir lodert, wird des kalten Todes Raub. So, wie Frühlingsblumen welken, wird mein Leben auch verwelken; Kraft und 424 Erster Theil. Vom Tode der Gläubigen, Odem nehmen ab, und den Leichnam nimmt das Grab. 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab, verwandle ihn in Erd'. Dennoch triumphirt mein Glaube; denn mein Leib wird einst verklårt. Des verwes'ten Körpers Trümmer bleiben wahrlich nicht auf immer der Vermod'rung schnöder Raub. Neu beseelt wird einst mein Staub. 5. Durch dein schöpfrisch Wort: Es werde! rufst du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde wird alsdann mein Körper seyn. Zu den himmlischen Geschäften, schmückst du ihn mit neuen Kräften; und von Schwäch' und Sterblichkeit wird er ewig dann befreit. 6. Hor', o Seele, einst mit Freuden jenen Ruf: das Grab ist da! denn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zugleich dir nah. Der, der deinen Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. 7. Stärke mich auf diese Stunde, Jesu, der du für mich starbst, und an Gottes Gna denbunde ewig Antheil mir erwarbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen; laß viel mehr mich darauf freuen. Denn nach treu und der Auferstehung der Todten. 425 vollbrachtem Lauf nimmst du mich zum Himmel auf. Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. 263. Selig, Gott, sind die, die nun schon im friedenvollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn, und sich deiner größten Gabe, eines ew'gen Lebens, freun. Möchten wir es auch schon seyn! 2. Doch du willst's, wir leben noch můhsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, die des Lebens Kron' erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! 3. Jesus selber lebte hier vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hat er auf der Erd' erlitten. Laßt uns glaubig auf ihn sehn, und durch ihn im Kampf bestehn. 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde, gegen jene Ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese Stunde, die Gott noch verkürzen kann, unser ew'ges Schicksal an. 5. Gieb uns Weisheit, Herr, und Kraft, diese Stunde wohl zu nüßen und beim Schluß der Pilgrimschaft wollest du uns unterstützen, daß wir freudig auf dich sehn, und getrost zum Tode gehn. 426 Erster Theil. Vom Tode der Gläubigen, 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der bessern Welt, laß uns, wenn wir sterben, schmecken! flöß uns Muth und Ruhe ein, selbst im Tode froh zu seyn. - 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: es ist vollbracht! Mel. Wie schön leuchtet der.- 35. 264. Wie wird mir dann, mein Heiland, seyn, wenn ich, mich deiner ganz zu freu'n, in dir entschlafen werde? Dann Seele, wirst du ganz befreit von Sünde und von Sterblichkeit, entfliehen dieser Erde. Freu' dich innig! stårke, tröste dich, Erlös'te! mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich, und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder. Doch du, o Herr, erleichterst mir dies Joch; mein Herz stärkt sich in dir, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, und dein Himmelreich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Grau'n, mein Geist, er ist ein Weg zum Schau'n in jenem bessern Leben. Er sey dir nicht mehr fürch und der Auferstehung der Todten. 427 terlich; zum Allerheiligsten wird dich der Herr dadurch erheben. Hier wird dein Hirt nach den Thrånen, nach dem Sehnen, dich Erlös'ten völlig und auf immer trösten. 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn mun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh' ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach' mich fertig! ich befehle meine Seele deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden! 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, so sey mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu ergeben, daß ich droben dich unendlich könne loben. 6. Wie wird mir dann, mein Heiland, seyn, wenn ich mich deiner ganz erfreu'n, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von Sund' und Leid, ein Mitgenoss' der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir! daß mir durch dein Leiden jene Freuden offen stehen. Ewig will ich dich erhöhen! 428 Erster Theil. 265.W TINE Vom Tode der Gläubigen, Mel. des 103. Psalms. ie komm' ich doch, mein Heil, zu dir hinüber? Du bist mir ja, mein höchstes Gut! viel lieber, als diese Welt, woher kommt denn die Quaal, daß mich $ des Tod's Erinnerung erschrecket? Wie kommt's, daß dem, den deine Huld bedecket, doch grauet vor dem finstern Todesthal. 2. Mit Dank muß ich von deiner Güte sagen, wie du mich durch die Wüste durchgetragen, und meine Seel' mit vielem Trost erquickt: ich weiß, wie manche Noth mir kam zu Handen, doch weiß ich auch, wie du mir beigestanden, daß mich die Last der Trübsal nicht erdrückt. 3. Nun aber will die Furcht den Glauben schwächen in mir, da ich durch diesen Jordan brechen, und durch den Tod in Canan gehen soll: ach führe mich hindurch, o mein Erretter! mit starker Hand reiss' mich aus 429 und der Auferstehung der Todten. Sturm und Wetter, das auf mich fällt, und macht mich schreckensvoll. 4. Dein Licht und Wahrheit, so mich durchgeführet durch diese Wüst, und nie den Glanz verlieret, das bleibe mir in Todesfinsterniß: geh' auf, o Sonn', mit deiner Kraft zu heilen, laß deinen Trost die finstre Wolk' vertheilen, und mache mich doch deiner Huld gewiß. 5. Du bist mein Fels: die Wunden sind die Höhlen, dahin ich flieh', was kann ich sonst erwählen, wenn mir der Tod das matte Herz zerbricht? Muß ich allhier im finstern Thale wandern, treibt Todesnoth von einem Ort zum andern; so komm' ich doch aus deinen Wunden nicht. 6. Gott! du bist's, der aus dem Tod erhebet, du hilfest dem, der nur an dir fest klebet; ich bin's, ich hoff', du wirst es ferner thun. Zum Leben wirst du mich hernach erwecken, so gieb mir hier die Lebensfrucht zu schmecken, damit ich kann in deiner Liebe ruh'n. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 266. BE egrabt den Leib in seine Gruft, bis ihn des Richters Stimme ruft! wir såen 430 Erster Theil.- Vom Tode der Gläubigen, ihn; einst blüht er auf, und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub, und wird's nun mehr; er liegt, er schläft, verwes't, erwacht dereinst aus dieser Todesnacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trubsal oft gedrückt; nun wird er, Gott, von dir erquickt; hier wan delt' er im finstern Thal; nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab! was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlös'ter, schlaf in Ruh'! wir geh'n nach unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit Freud' und Zittern uns bereit. 7. Ach, Jesus Christ, dein bittrer Tod stårk' uns in unsrer letzten Noth! laß unsre ganze Seele dein, und freudig unser Ende seyn. assions and ne und der Auferstehung der Todten. 431 Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 267.S ch freue mich der frohen Zeit, da ich werd' auferstehen. Dann werd' ich # in der Herrlichkeit, dich, Gott, mein Heiland, sehen. Dann werd' auch ich, o Herr! durch dich, in's Reich verklärter Frommen als Mitglied aufgenommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran, die Stunde der Erlösung; die Stunde, da ich hoffen kann, Trost, Freiheit und Genesung; da, Engeln gleich, im Himmelreich mich Ruhe, Lust und Leben in Ewigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist! du bist's, an den ich glaube. Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tode nicht verbleibe. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trubsal, Angst und Schrecken so, wie die Heuchler, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen, und mit dir 432 Erster Theil. Vom Tode der Gläubigen, in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. O hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigkeiten mich würdig zu be reiten. - Mel. Allein Gott in der Höh'.- 15. 268. Mein Heiland lebt. Er hat die Macht des Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt; sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben seyn, und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hålt, den Tod, o Jesu, schauen. Das ist's, was mich zufrieden stellt, selbst bei der Gråber Grauen. Ich bin getrost und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb', und ihr sollt leben! 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erheben, wenn du, o großer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben aufzuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd' ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! dann nimmst du mich mit Ehren an; låff'st in dein Reich mich gehen. Forthin von keiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb' ich bei dir dann ewig. und der Auferstehung der Todten. 433 35. O welch ein seligs Theil ist mir auf jene Welt bereitet! der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd' ich in deinem Himmelreich, unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Luft genießen. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh', von Seligkeit umgeben, genießen deiner Herrlichkeit. O, was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden? 7. Laß die zukünft'ge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben; und mich in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl' ich hier noch Noth und Schmerz; so tröste selbst damit mein Herz: es kommt ein bess'res Leben. Mel. Herzlich lieb hab ich.- 141. 269. Mein Heiland! wenn mein Geist erfreut, im Glauben auf die Herrlichkeit des ew'gen Erbtheils blicket, das du für mich bereitet hast: wie leicht dünkt mir dann alle Last, die mich hienieden drücket? Dann wird 28 434 Erster Theil. Vom Tode der Gläubigen, der Eitelkeiten Zand in meinen Augen schlecht, als Sand. Der Erde Pracht ist mir wie nichts, beim Anblick jenes ew'gen Lichts. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! dies Heil verdank' ich deinem Tod. - 2. Wenn einst auf deinen Wink mein Geist des Körpers Banden sich entreißt, dann stårk ihn aus der Höhe; daß ich, durch deinen macht'gen Stab beschüßt, ins Todes thal hinab getroft und freudig gehe. Die Klarheit jener bessern Welt schaff', wenn mich Dunkelheit befällt, in meinem finstern Her zen Licht, und Heiterkeit im Angesicht. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! dann wird zum Schlummer mir der Tod. Cuand 09 3. Und wenn mein Geist aus Schüchtern heit sich dennoch vor dem Tode scheut, weil ihn die Sünden krånken; dann laß mich, Herr, auf deinen Tod die Hoffnung bau'n: es werde Gott der Sünden nicht gedenken. Der Trost, den du auch mir erwarbst, als du zum Heil der Sünder starbst, und fühlteſt, wie dich Gott verließ, der mache mir das Sterben süß. O Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! verlaß mich nicht in meinem Tod. bold und der Auferstehung der Todten. 435 4. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh' mein thrånenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Grabe ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft. Ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet, und ich werd' durch ihn der Grabesnacht gewiß entflieh'n. Mein Geist und mein verklårt Gebein wird sich des Herrn, des Mittlers, freu'n. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! zum Leben schaffst du um den Tod. 5. Du bleibest meine Zuversicht, mein Trost, wenn einst das Weltgericht die Engel ausposaunen. Vor deinem Thron werd' ich dann stehn, dich, Richter aller Völker, sehn, dich sehn und froh erstaunen. Auch mir schenkst du dann jenes Heil, der Auserwählten sel'ges Theil. Ich soll, dein Mund schwur es mir zu, ich soll lebendig seyn, wie du. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! stårk diesen Glauben einst im Tod. Mel. Jesus, meine Zuversicht.-47. 270. Jesus, meine Zuversicht und mein Heiland, ist im Leben! dieses weiß ich, sollt' ich nicht auch zu sterben, mich ergeben, was die lange Codesnacht mir auch für Gedanken macht. 28* 436 Erster Theil. Vom Tode der Gläubigen, 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! ich werd auch das Leben schauen, wenn er mich zu sich erhebt: warum sollte mir denn grauen? Er ist der Gemeine Haupt, und sein Glied, wer an ihn glaubt. - 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; er hålt mich bei meiner Hand in den dunkeln Todesstunden, er führt mich auf rechter Bahn, und nimmt mich zu Ehren an. Hos 4. Fleisch bin ich, und muß daher auch einmal zu Staube werden. Dieses weiß ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit bei ihm sey Ewigkeit. 5. Dann umgiebt mich diese Haut, dieser Leib, wie ich fest glaube: Gott wird dann von mir geschaut, wenn ich aufsteh' aus dem Staube. Ja, in diesem Fleisch werd' ich sehen, mein Erlöser, dich. 6. Ob dies Aug' im Tode bricht, wird's doch meinen Retter kennen. Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd' in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! wunderbar schafft er mich um! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird nicht ewig untergehen; irdisch werd' ich ausgeså't, himmlisch werd' ich auferstehen. Zu 1 und der Auferstehung der Todten. 437 verwesen, sink' ich ein, dann werd' ich unsterblich seyn. 8630 8. Freudig bin ich und getrost; dann steigt mein Versöhner nieder. Wenn ich sterb', ist er mein Trost, und den Todten ruft er wieder, wenn einst die Posaune klingt, die durch alle Gråber dringt.om bid 9. Und mich schreckte noch der Tod? Mich die Gråber und ihr Grauen? meinen Mittler, meinen Gott, Jesum Christum, werd' ich schauen! Dann wird Leben, Sieg und Heil ewig, ewig seyn mein Theil. siden 10. Nur, daß du dich, Seel', erhebst von den Lüsten dieser Erden, und schon hier dem Gotte lebst, mit dem du vereint sollst werden. Willst du seines Heils dich freu'n, mußt du, Seele, heilig seyn! Mel. Mach's mit mir Gott.- 26. 271. Herr! du bist meine Zuversicht. Du lebst, ich werd' auch leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht: dies stårket meine Zuversicht. 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, den Saamen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Aerndte mich erfreuen. Ich leide und verzage nicht, denn du bist meine Zuversicht. 438 Erster Theil.-Vom Tode der Gläubigen, 3. Hier trag' ich deine sanfte Last! Wie groß ist meine Würde! jedoch die Welt, die sie nicht faßt, nennts fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Spötter dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht. 4. Sink' immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd' ich nur des Todes Raub, dort werd' ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht! wie sicher meine Zuversicht! 9130 15. Herr, diesen Segen dank' ich dir! Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab' herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub' es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht. 6. In diesem Glauben stårke mich. Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod kann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht; denn du bleibst meine Zuversicht. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 171. Wachet a - 272. Wachet auf, so ruft die Stimme einst nach der Zeit, der Engel Stimme, verlaßt das Grab, verlaßt die Gruft, wachet auf, erlös'te Sünder! versammelt euch, ihr Gotteskinder! Der Welten Herr ist's, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun 439 und der Auferstehung der Todten. vorbei; erwacht! Halleluja! macht euch bereit zur Ewigkeit! sein Zag, sein großer Tag ist da! 2. Erd' und Meer und Hölle beben, die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben steh'n sie auf; ihr Versöhner kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahrheit; der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Hosianna! Erlöser, dir, dir folgen wir zu deines Vaters Herrlichkeit. 3. Ew'ges Lob sey dir gesungen! wir sind zum Leben durchgedrungen; am Ziel sind wir beim großen Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle auf uns; wir schau'n ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. Kein Auge sabe sie, dem Ohr erscholl sie nie, diese Wonne; in Ewigkeit sey dir geweiht, Herr, unser Dank und Ehr' und Preis! 21) Vom ewigen Leben. Psalm 84. 273. Mein Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland! ich finde keine Ruh' auf Erden; ich suche die zu* 440 Erster Theil.. 20 dn künft'ge Stadt, die Gott selbst fest gegrün* det hat, da werd' ich erst recht glücklich werden: mein Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne flieh'n, so flieht mein Leben schnell dahin; dies ist der Ort nicht, den ich wähle, ich eile nach der Ewigkeit: Herr, mache mich dazu be reit, erleuchte du selbst meine Seele, daß ich, was zeitlich, irdisch ist, verachte, als ein wahrer Christ. daus ou de 3. Man trifft auch auf der Lebensbahn sehr viele Hindernisse an: es ist nicht leicht, sie zu bestreiten: der Weg ist schmal, der Feinde viel, und weit entfernt ist noch das Ziel, stets sucht die Welt mich zu verleiten! ich muß durch dürre Wüsten gehn, und kann oft keinen Ausweg sehn. 4. Oft sah ich zwar die Sonne nicht, die Sonne, die mit Heil und Licht und Trost des Frommen Herz erfüllet: der Trubsal Sturm dringt auf mich zu, mein müder Geist find't nirgends Ruh', doch weicht die Vom ewigen Leben. 441 Nacht, die mich umhüllet, betracht' ich nur der Treue Lohn und jener Ueberwinder Kron'. 5. Hilf du mir selbst, Herr Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch hast angenommen, laß mich auf der Verläugnung Pfad, den mir dein Fuß gezeichnet hat, dem Ziele täglich näher kommen. Gieb, daß ich standhaft streite hier und ewig herrsche dann mit dir. 130 6. Verleihe mir Beständigkeit, und laß mich stets mit Freudigkeit und Muth auf deinen Wegen gehen. Fall' ich noch oft, so hilf mir auf, daß ich vollende meinen Lauf. Laß in der Noth mich feste stehen, getrost auf deine Hülfe trau'n; so werd' ich einst das Leben schau'n! Baptis misd brospin tim of Psalm 16. 274. A uf, tråger Geist! laß das, was sichtbar ist, nicht långer dich als angefesselt # halten. Gedenke, daß du selbst ein Wesen K bist, das, wann der Himmel als ein Kleid veralten, und wann die Erde brennend wird 442 Erster Theil. vergehen, in Ewigkeit wird dauern und bestehen. 2. Ja, hast du nicht im Glauben schon gefehn, daß, was dein Herz wahrhaftig kann ergößen, nur droben sey? ist nicht der Schluß geschehn, du wolltest Jesum über Alles schäßen, du wolltest dich und Alles gern drum geben, möcht's du in ihm, möcht' er in dir nur leben? 3. Israels Arzt! vertreibe durch die Macht, die so viel Blinden das Gesicht gegeben, in mir der Seelen finstre Blindheitsnacht. Die Augen werd' ich dann zu dir erheben, um so mit aufgedecktem Angesichte dein ew'ges Licht zu sehn in deinem Lichte. 4. Schenk Augensalbe für die Blödigkeit, die mich verhindert, klüglich zu vergleichen des Himmels Schäße mit dem Dampf der Zeit; laß nie das Kleinod aus den Augen weichen, das du mit theurem Blut haft wollen kaufen, für alle, die in Lebensschranken laufen. 5. O felig's Volk! das du aus freier Gnad' zum Licht berufen, und Jehovah kennet; das Augen, um zu sehn, empfangen hat, das in verborgner Herzens- Andacht brennet, Vom ewigen Leben. 443 um über Sonn' und Sterne sich zu schwingen, und bis ins innerst' Heiligthum zu dringen. 6. Erwünschter Tag, der diese Scheidewand, den Sündenleib, der meine Freiheit storet, zerbrechen wird! o lang' gehoffter Stand! wenn ich, mein Heiland! dich nun selbst verklåret in Klarheit seh'! o dich will ich dort oben mit reinem Geist und reinem Munde loben. Onsdunl und Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. ¿ ding 275. Menschen ist's gesett, zu sterben, ihre Herrlichkeit verblüht. Welcher von den Himmelserben lebet, der den Tod nicht sieht? Staub wird dieser Leib von Erde; doch damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneu't, und zieht an Unsterblichkeit. 2. Wollt ich långer hier verweilen, als es meinem Gott gefällt; seinem Reiche zuzueilen, laß ich gern die Prüfungswelt. Jesus tilget meine Sünden, stårkt mich, hilft mir überwinden, auch in meiner letzten Noth rettet mich sein Blut und Tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; sein soll ich mich ewig freu'n. Ja, mir solls durch ihn gelingen, mich zu 444 Erster Theil. ihm empor zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, meinen Heiland, ihn zu sehn. 4. Dort bei ihm ist wahres Leben; Millionen stehen schon, ihren Retter zu erheben, selig da vor seinem Thron. Hohe Seraphinen ringen, mitanbetend ihm zu singen. Preis zu nehmen würdig ist der Erbarmer, Jesus Christ! 5. Alle, die ihm nachgewandelt, sehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schau'n verwandelt, und in Wonne jedes Leid; weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. 9701 6. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit und Ruh', was kein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewährest du. Freudenårndten schenkt er denen, die erst hier geså't mit Thrånen. Alle Thränen trocknet er, Sund' und Elend sind nicht mehr. 7. Ich entbrenne von Verlangen, dies verheiß'ne Land zu sehn, jene Krone zu empfangen; bald erhöret Gott mein Flehn. Diese Hütte, sie verstäube, ich, ich weiß, an wen ich glaube. Mir ist Sterben ein Gewinn, denn zum Vater geh' ich hin. 8. Welche Tröstung das zu wissen! dieſer großen Hoffnung voll, zag' ich nicht in Vom ewigen Leben. 445 Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden, sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug. Mel. Wer nur den lieben G.- 7. 276. Es ist noch eine Ruh' vorhanden für jeden Gott ergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden, nach Gottes Willen, einst entreißt, und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe kommen, wie selig sind doch alle die! in deinen Himmel aufgenommen, ruh'n sie von dieses Lebens Müh'. Nach aller Laft, die sie gedrückt, wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so segnet mit Zufriedenheit auch deine Gnade die Erlds'ten, nach überstandner Prüfungszeit. Du selbst machst ihnen offenbar, wie gut stets deine Führung war. 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringt, mit frohem Lobgesang, selbst für die ausgestandnen Plagen dir ihre Seele Preis und Dank; nun jauchzen sie: es ist vollbracht, der Herr hat alles wohl gemacht! 5. Wie Gott von seinen Werken ruh'te, als er die Welt hervorgebracht, so sehn auch mit zufriednem Muthe, vom Herren selbst 446 Erster Theil. gerecht gemacht, die Frommen, bei dem ew'gen Glück, auf ihr vollend'tes Werk zurück. 6. Forthin erwartet sie kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr. Gott führt sie zu vollkommnen Freuden und krönet sie mit Preis und Ehr'. O unaussprechlich süße Ruh', wie herrlich, Höchster, segnest du! 7. Wer kann hier deine Gnade fassen? Du willst den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh' lassen, die dieses Leben noch umgiebt. O mache mich doch in der Zeit geschickt zu dieser Seligkeit. 8. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Last, so stårke måchtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 9. Gieb, daß in Hoffnung jener Ruhe, die Gottes Volk verheißen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist! so årndt' ich von der Last der Zeit einst völlige Zufriedenheit. 1 Mel. Wie schön leuchtet der.- 35. 277. Mein ganzer Geist, Gott, wird ent zückt, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich Vom ewigen Leben. 447 mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden: doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort wischest du die Thrånen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt seines Namens hoher Ruhn von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird sie ganz besungen. Völlig giebt sich den Erlößten, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 5. Vor seinem Antlitz wandeln sie auf ewig frei von aller Müh', und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust, und ihre tausendfache Lust kein feindliches Gemüthe. Kein Neid, kein Streit 448 Erster Theil. hemmt die Triebe reiner Liebe, unter Seelen, die hinführo nicht mehr fehlen. trad end 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen: O ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? wo glänzt sein Thron? in jenen Himmelshöhen. Da werd' ich dich, Herr Jesu Christ, so menschenfreundlich, als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehålt! kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast die Stått' auch mir bereitt, hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach streben, und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. shoutbl Mel. Nun habe Dank für d.- 234. 278. Nach einer Prüfung kurzer Tage führst du uns, Gott, zur Ewigkeit. Dort endet sich der Deinen Klage in himmliſche Vom ewigen Leben. 449 Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und dort reichst du ihr selbst den Preis. 2. Du schenkst dem Frommen zwar auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm noch kein vollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu, he 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt, bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt. Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und den Bekümmerten vergißt; hier kann der Mensch nie frei von Pein," nie frei von eigner Schwachheit seyn. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden; dort werd' ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth. Dich, Gott der Liebe! werd ich sehn, dich lieben, ewig dich erhöhnisdoms& 6. Da wird, o Herr, dein heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn; und lieblich Wesen, Heil die Fülle an deinem 29 450 Erster Theil. Throne mich erfreu'n. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforsch lich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusam menhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig singen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 20 10. Da werd' ich dem den Dank bezah len, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionen malen noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find' ich, Herr, in deiner Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchtest du es geben, vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sey Vom ewigen Leben. 451 dir, denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! o Gott, wie muß dies Gluck erfreu'n, der Retter einer Seele seyn! 12. Was send ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die an uns offenbart soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh. spast thin and!( 110) Mel. Wer nur den lieben Gott. 7.16( 800 279. Du gabst mir, Ew'ger, dieses Leben nicht für den Augenblick der Zeit: nein, was du mir davon gegeben, gabst du mir für die Ewigkeit. Hier ist allein der Prüfungsort: Bestrafung und Belohnung dort. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht, Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und eine Richtschnur meiner Pflicht: der Tugend inneres Gefühl, und Freiheit, wie ich wählen will. 3. Du schmücktest durch dein mächtig: Werde! mit Reiz und Pracht mein irdisch Haus, und gosseft über diese Erde die Wunder aller Schönheit aus: und schufft mir feine Sinnen an, daß ich sie auch empfinden kann. 4. Und dennoch läsfest du mich wissen, daß dies mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genießen, doch als 29* - 452 Erster Theil.off genöff' ich ihrer nicht ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die mein Herz für so schmeichelnd hålt; nach Wollust, Ehr' und Gold nicht trachten, das meinem Wahn so wohl gefällt: was Fleisch und Blut oft wehe thut, das soll ich wählen als ein Gut. Noo bildspul is God 6. Die Prüfung, Gott, war nicht vergebens, du wolltest sehn, ob ich dir treu, in der Gemeinschaft jenes Lebens mit dir zu wohnen, würdig sey? Ob ich vom Tand des Eitlen leer, einst höh'rer Freuden fähig war'sministed 1918 hiero 7. Denn du willst eine neue Erde und einen neuen Himmel bau'n, und daß ich hier geheiligt werde, soll ich auf's Unsichtbare schau'n, dem Reiz der Lüste widerstehn, und stets auf deinen Wegen gehn. 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu seyn, und diese kurzen Prüfungstage Gott und der Tugend blos zu weih'n! wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt. 9. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sunde, die Luft des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die noch mein 453 Vom ewigen Leben. Herz gefesselt hålt, und, 6 welch glänzender Gewinn, hier Sieger, dort gekrönet bin! 10. Gott, gieb deines Geistes Stärke, der du in Schwachen mächtig bist, dem, der zu diesem großen Werke zu klein, zu schwach, zu sinnlich ist: lehr' mich das Irdische verschmähn, und stets nach meinem Ziele sehn. i moti 190 nmollow#& 11. Laß mich oft in gesunden Zagen mein Grab mir in Gedanken bau'n, und bei des Lebens Freud' und Plagen auf dich und auf das Künft'ge schau'n; damit ich, meiner Pflicht getreu, des höhern Lebens fähig sey. Mel. Alle Menschen müssen st. 82. - 280. O wie unaussprechlich selig werden wir im Himmel seyn! Da, da årndten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird, ohne Leid und Zähren unser Leben ewig währen. Gott! zu welcher Seligkeit führst du uns durch dieſe Zeit, us manne 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmels Herrlichkeiten? Doch beim Anbruch jener Zeiten werden alle, die dir trau'n, noch mehr, als sie hoffen, schau'n. 3. Neue Wunder deiner Gitte werden da ihr Glückerhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe 454 Erster Theil. ofe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sey überschwenglich, und die Wohlfahrt unvergånglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Baterhand dort giebt. 390 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Lust wird da uns fehlen, wo das Land der Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner Frommen Menge ein Herz, eine Seele seyn, Dienst, und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weih'n, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. O wer sollte sich nicht sehnen, aufgelößt und da zu seyn, wo nach viel vergoßnen Thränen ew'ge Güter uns erfreu'n, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Ob's auch noch so köstlich sey, ist's doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen. Dort nur wird die Zeit erscheinen, Vom ewigen Leben. 455 wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sey, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet; richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen mit dem Ernst dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Himmel gehn. O so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! hilf du selber meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt. Zweiter Theil. Lieder, welche zur christlichen Sittenlehre gehören. 22) Von der Buße und Bekehrung. Der 51. Pfalm. Mel. Die Quell', woraus der Mensch. 84. 9320 281. Sey gnädig, Herr, nach deiner großen Huld, und tilge durch dein göttliches Erbarmen die Sünden eines tiefgebeugten Armen: wie schwer sind sie, ach tilge meine - 456 3weiter Theil. Schuld! Gott, wasche mich von meiner Missethat und rein'ge mich vom Unflath meiner Sünden, du siehst, wie sehr er mich beflecket hat, ach, laß mich Reinigung und Gnade finden. duale esnisd stchis ştatl 2. Ich fühle, Herr, mit Scham, mit Neu und Weh' die Missethat und ihre ganze Größe: denn, ach, dein Geist hålt meine Schand' und Blöße mir immer vor, wo ich nur geh' und steh': an dir allein, o Gott, vergriff' ich mich, du sahest es, und solltest du es rächen, so müßte man, so müßt' ich selber dich ganz frei und los von allem Unrecht sprechen. Doo gor ignird 3. Von Jugend auf bin ich durchaus verderbt; mir war bereits, da ich unwissend lebte und annoch kaum im Mutterleibe webte, der Sünden Gift und Krankheit angeerbt. Du aber liebst des Herzens Reinigkeit, ach, gieb sie, laß in meinen Finsternissen das Licht mich sehn, das sie allein zerstreut: laß mich die Weisheit im Verborgnen wissen! 4. Ich bin Aussät'gen gleich ein Graul, unrein! Laß des Versöhnbluts Kraft mich, Herr, empfinden, verzeih' und wasche mich von meinen Sünden, so werd' ich weiß wie Schnee und Wolle seyn. Laß aber auch des Glaubens Freudigkeit mich, wie zuvor im Von der Buße und Bekehrung. 457 innern Grunde hören; es müsse nun kein Schrecken, Furcht und Leid, der Seelen Ruh' und Wonne nicht mehr stören. 5. Sieh' meine Sünd', o Herr! nicht weiter an. Ach, streiche sie ganz aus in deinem Buche, und züchtige, mich, der ich Gnade suche, nicht mehr, als es dein Knecht ertragen kann. Schaff' aber auch ein reines Herz in mir, gieb mir den neuen Geist, der dich erwählet, und mach' ihn fest, damit dein Knecht vor dir nie wiederum der rechten Bahn verfehlet. 6. Verwirf mich doch von deinem Antlit nicht, entreiß mir nicht das Siegel deiner Gnade, den heil'gen Geist, laß ihn auf deinem Pfade mich leiten, nie verlösche mir sein Licht! erweck in meinem Herzen Fröhlichkeit durch deine Hülfe, gieb den Geist der Freuden, der unterstüß' und mache mich bereit, was dir mißfällt, mit allem Ernst zu meiden. 7. Alsdann wird sich noch mancher Sündenknecht, wenn er mich sieht, zu dir, o Gott, bekehren; mein Beispiel wird ihn deine Wege lehren, nur mache du mich Sünder erst gerecht. Ach, siehe, wie mich meine Sünde drückt, doch wirst du sie, mein Heiland, mir vergeben, so werd' ich, ganz durch 458 pmundo 3weiter Theil. d mol deine Huld beglückt, dein Recht und Heil vor aller Welt erheben. 8. Eröffne meine Lippen, daß ich kann, Herr, deiner Gnade Ruhm mit Dank erheben! dir wollt' ich Opfer und Brandopfer geben, jedoch dein Auge hat nicht Lust daran. Ein Herz, zermalmt durch Reue, und ein Geist, zerknirscht durch Kummer über seine Sünden, und der mit Macht sich eitler Lust entreißt, sind Opfer, die dein gnådig Auge finden. 9. Nach deiner Huld befördre Zions Wohl; sey ihm geneigt, und baue Salems Mauern; den Frieden deiner Stadt laß ewig dauern, und mache sie stets deines Segens voll. Erhalte deine Kirche selber rein; laß deinen Geist sie immer mehr beleben. Laß, Heiligster, uns vor dir heilig seyn, und alles dich mit frohem Muth erheben! Aus dem 143. Pfalm. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 282. Herr! höre mein Gebet um deiner Wahrheit willen! du bist an Gnade reich, und wirst mein Seufzen stillen. Ach, gehe in's Gericht doch nicht mit deinem Knecht, vor dir, o Herr, ist ja kein Sterblicher gerecht. dopaso sime, onl Von der Buße und Bekehrung. 459 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind' ich sie; o tröste du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir mir wahren Trost gewährt? 3. Zu dir, o treuer Gott! erheb' ich Herz und Hände. Mein Heil steht nur bei dir: o daß ich Hülfe fånde! für Recht laß Gnad' ergeh'n! ich hoffe, Herr, auf dich. Zeig' mir den rechten Weg, denn nach dir seh'n ich mich. 390 ST Sy end 4. Ich will, o stårke mich, ich will die Sünde haffen. Auf deine Hülfe nur will ich mich, Gott, verlassen. Nur das, was dir gefällt, werd' auch von mir gethan. Führ mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn. 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers willen. Laß seines Opfers Trost auch mein Gewissen stillen. Du bist die Liebe selbst, ganz unveränderlich. Dein will ich ewig seyn. O Gott, erhöre mich! Der 95. Pfalm. Eigene Melodie. lopn31 rhebt, erhebet Gottes Ruhm! frohlockt in seinem Heiligthum, mit allge1900 119300 Sum con : loisgte 283, 460 Qud Zweiter Theil.nd no meinem Jubeltone! besinge du erwählte Schaar, wie herrlich und wie offenbar, sein 231 Schuß und Segen bei uns wohne. 2. Nur unser Gott ist groß von Kraft, der alle Majestäten schafft, und über alle Götter sitet. Er ist's, der alles sieht und trågt, was je der Erden Abgrund hegt, und der den Bau der Berge stüßet. 3. Das weite Meer und trockne Land sind Werke seiner Allmachtshand, die uns auch, was wir sind, verliehen. So heiligt ihm denn, was ihr seyd, und danket voller Brünstigkeit dem großen Schöpfer auf den Knieen! 4. Denn er ist unser Gott und Heil, wir sein erkauftes Volk und Theil, und Schafe seiner Weid' und Pflege. Drum, wenn ihr seine Stimme hört, wenn sie euch heute lockt und lehrt: so seyd doch nicht verstockt und tråge! 5. O merkt, was sein Erbarmen spricht: verhärtet eure Herzen nicht, wie eure Vater in der Wüsten. Sie schau'ten, was mein Arm vollbracht, versuchten dennoch meine Macht, und reizten mich mit ihren Lüsten. Von der Buße und Bekehrung. 461 6. Ihr rohes Herz blieb doch verrucht, und war mit ihnen meine Zucht wohl vierzig Jahr umsonst bemühet. So fahrt denn, sprach ich, nur dahin in eurem blind und tollen Sinn, weil ihr doch meine Wege fliehet! 7. War fonsten meine Langmuth groß: so brach mein Zorn doch endlich los; weil fie sich nicht bekehren wollten. Da schwur ich einen theuren Eid: daß sie zu meiner Herrlichkeit und Ruhe nicht gelangen sollten. Mel. Liebster Jesu, Trost der H. 11911391 Smodifi 284. Auf, o Sunder! laß dich lehren, komm, den großen Gott zu hören, säume keinen Augenblick: komm bald, an dem frühen Morgen, komm nur ohne Furcht und Sorgen, halte dich nicht selbst zurück! Gott hat lauter Heil und Segen dir, dem Sünder, vorzulegen. 2. O, das wåre großer Schade, so du wartest, bis die Gnade, als die Sonne unter 462 gmundss3weiter Theil.79d no geht! komm am Tage dieses Lebens, hör' die Warnung nicht vergebens, da dir noch zu rathen steht: komm, weil du sie heut' noch hörest, daß du die Gefahr nicht mehrest. 113. Scheu' dich nicht, wenn's andre merken; Gott ist's, der nach deinen Werken, nicht nach andrer Urtheil fragt. Lerne, will man dich verleiten, alle Menschenfurcht bestreiten; sey getrost und unverzagt: sich der bösen Welt entfernen, heißt: die wahre Weisheit lernen. 4. Schrecket dich die Macht der Sünden? Ei, du kannst noch Gnade finden; er, dein Gott, verstößt dich nicht. Doch je långer du verziehest, und vor deinem Heiland fliehest, desto mehr wächst dein Gericht: o wie wohl ist dem gerathen, der selbst richtet seine Thaten! 5. Drum ergieb dich seiner Güte mit demüthigstem Gemüthe; Christus nimmt die Sünder an: ehre ihn als deinen Meister, fliehe alle blinde Geister, und erwähr' die rechte Bahn; so wirst du den Heiland finden, der dich frei macht von den Sünden. 6. Komm, bei ihm hinfort zu bleiben, laß dich nichts zurücke treiben, wenn dich lockt die arge Welt; bleibe, wenn du bist gekommen, danke, wenn du aufgenommen, thue, was ihm wohlgefällt: der hat seiner 463 Von der Buße und Bekehrung. Gnaden Pfände, wer beharret bis an's Ende. Tamo mi 9077. Willst du nur am Hören hangen? Nein, du mußt weit mehr erlangen, durch den Geist, der alles schafft; ruf' zu dem, der ihn will geben, daß du könnest christlich leben, angethan mit Glaubenskraft; noch scheint dir die Gnadensonne, und verspricht dir Heil und Wonne.mostansningsd 8. Ach! so öffne mir das Herze, daß ich nicht mein Heil verscherze, Jesu! gieb mir deinen Sinn, pflanz' in meinen Geist dein Leben; mache mich zur wahren Reben, Frucht zu bringen immerhin: daß ich dieser Frucht genieße, wenn ich meinen Lauf beschließe. Mel. Freu' dich sehr, o meine. 29. 285. Schaffet, schaffet Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit! bauet nicht wie sichre Sünder auf die ungewisse Zeit, unverweilt bekehret euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemüht euch, hier auf Erden heilig, selig dort zu werden. 2. Doch soll dieses recht geschehen, o so müßt ihr Fleisch und Blut, Welt und Satan widerstehen, nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur seyn. Es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 464 pud Zweiter Theil.nd no $ 13. Selig, wer im Glauben kämpfet! felig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüste dämpfet und den Reiz der Welt verschmäht! unter Christi Kreuzesschmach faget man dem Frieden nach: wer den Himmel will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 4. Werdet ihr nicht standhaft ringen, sondern tråg' und lässig seyn, eure Neigung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreu'n? ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg: nur den Sieger schmückt zum Lohne unverwelkt des Himmels Krone. 5. Sich voll Leichtsinn stets zerstreuen, thun, was Fleich und Welt uns heißt, und den Kampf des Glaubens scheuen, ist der Welt, nicht Christi Geist. Wer ihn wünscht zu haben, kann auf der Tugend rauher Bahn nicht in sicherm Stolze leben, und den Lüsten sich ergeben. siduo d 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dieses wollen und vollbringen heißet nach dem Himdous 000 000$ 100 mel ringen. 7. D'rum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seyd, und beweiset euch als DOL 465 Von der Buße und Bekehrung. Christen, muthig, standhaft in dem Streit. Schont der liebsten Neigung nicht, war es auch die schwerste Pflicht, und denkt oft an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte. 31 011 8. Zittern will ich vor der Sünde, und dabei auf Jesum sehn, daß ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ja, mein Heiland, ach! geh' nicht mit mir Armen ins Gericht: gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. Ho gado 9. Gieb mir Wollen und Vollbringen, Muth und Kräfte zu dem Streit, lehre mich, mich selbst bezwingen, und verleih' Beständigkeit. Zeige mir von deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. 98 1909 Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 0 Be286. Gott! hilf mir, daß ich Buße thue, weil mich noch deine Stimme lockt. wahre mich vor falscher Ruhe, dabei das Herz sich leicht verstockt, wenn du selbst das Gewissen rührst, und zum Gefühl der Sünden führst. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines eing'gen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen 30 466 3weiter Theil. seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt. 3. Den rettest du von dem Verderben; nimmst seine Buße gnädig an; machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Vaterhuld, er tilget meine Sündenschuld. 4. Sollt' ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beff'rung reicht? Vom Troste leer, muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelhaft gering sie schätzt. 5. So gieb, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offen sey! damit mich ja nicht die Verstockung, wenn ich mein Leben ohne Reu' im Sündendienste zuge bracht, zu deinem Zorngefäße macht. 6. Sich bessern, ist der Weg zum Leben, drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sundendienst befrei't, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Recht schaffenheit! wie selig bin ich dann schon hier! wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! Von der Buße und Bekehrung. Josindumel. Beuch mich, zeuch mich. 81. 287. Dir allein hab' ich gesündigt, Herr, bei dem ich Gnade such'! ein gerecht Geset verkündigt jedem Uebertreter Fluch. Und was kann vor seinen Schrecken, Richter aller Welt, mich decken? 2. Kann ich deinem Arm entfliehen? Du bist allenthalben nah. Flöh' ich, dir mich zu entziehen, Himmel an: so bist du da. Stürzt ich in die Tiefe nieder, deine Rechte hålt mich wieder. Hotely 467 3. Herr, ich flieh' in deine Hände! außer dir ist keine Ruh'. Dein Erbarmen hat kein Ende: wer ist gnädiger, als du? Du bist Gott und kannst vergeben; ach, vergieb und laß mich leben! 4. Groß sind meiner Sünde Schulden, ihre Last ist mir zu schwer. Ja, wenn långer mich zu dulden, deine Langmuth müde wår; müßt' ich, würdest du nur winken, in des Todes Nacht versinken. 5. Mich für straflos zu erklären, reichet nicht Bedaurung zu. Und zerflöß mein Herz in Zåhren, fånd' ich darum doch nicht Ruh'. Können eines Sünders Thränen, dich, o Heiliger, versöhnen? 6. Gottversöhner, dein Erbarmen, dein für mich vergoßnes Blut, und dein Tod 30* 468 Zweiter Theil. not erlös't mich Armen, heilet mich und giebt mir Muth. Dein Verdienst ist's, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen Sünden; schaff' ein reines Herz in mir! laß bei dir mich Ruhe finden; zieh' mich immerdar zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser! dir zu leben! Grunds Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 29. 288. Höchster! denk ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt: o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, dein Gebot hintan gesetzt und dich, der du mich geliebet, mit Vergehungen betrübet. - 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig seyn. O wie hab' ich sie entweiht! ach! zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du mein Herze frei! was mir nüßte, gabst du mir. Aber ach, wie dankt' ich dir? wie hab' ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! Up Von der Buße und Bekehrung.. 469 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt' ich ja die Sünde flieh'n; und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemüh'n. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ach! an dir hab' ich gesündigt, Gott, mein Vater! zürne nicht! dir hab' ich oft aufgekündigt meine schuld'ge Kindespflicht. Ach vergieb, was ich gethan! nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Sundenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb' ich mich auf's neue! gieb, daß mein beschwerter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünde starb, Fried' und Freude im Gewissen, ach! das laß auch mich genießen. 7. Starke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gieb, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu seyn. Stehe mir stets måchtig bei! mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben! od Mel. Liebster Jesu, Trost der. 284. 289. Liebster Jesu, Trost der Herzen! Stiller banger Sündenschmerzen! einzig wahres Heil der Welt! wenn ich bei mir über- 470 Zweiter Theil. und noc schlage, was für Sündenschuld ich trage, die des Höchsten Buch enthält: ach! so kann ich nicht ersehen, wie ich künftig soll bestehen. 2. Von Geburt bin ich ein Sünder, und nach meinem Thun nicht minder: meiner Seele wahre Zier, Gottes Bild, hab' ich verloren, ich bin Fleisch von Fleisch geboren; und nichts Gutes wohnt in mir; was ich in dem Herzen finde, was ich thu', ist lauter Sünde. 3. Herr, wohin soll ich mich wenden? Was kann meinen Jammer enden? In mir find' ich nichts als Noth; keinen Trost im Weltgetümmel; oben schrecket mich der Himmel; Satan spricht von Fluch und Tod; und mich dünkt, daß selbst die Erde über mir zum Klåger werde. DO 4. Ach! dein ångstlich Sündenbüßen, und dein theures Blutvergießen, Jesu, komme mir zu statt! sey mein Helfer und Berather; sprich für mich vor deinem Vater; tilge meine Missethat! wolltest du für Menschen dulden; ach, so tilg' auch meine Schulden! .fsdal 5. Zwar ich muß vor Gott gestehen, daß ich gröblich mich versehen, und verdient der Sünden Lohn. Aber Herr, ich komme wieder; fall' in tiefster Demuth nieder, so Von der Buße und Bekehrung. 471 wie der verlorne Sohn, bitte, seufze, fleh' mit Thránen: Vater, ach laß dich versöhnen! ACS 6. Ist im Himmel größ're Freude, wenn ein Sünder kehrt mit Leide wieder zu der rechten Bahn, als um neun und neunzig Fromme: ach, so werde, wenn ich komme, mir auch gnådig aufgethan! ich will mich forthin bestreben, besser, als bisher, zu leben. 7. Weg, ihr vor'gen Sündentriebe! weg, o Welt, mit deiner Liebe! Jesus ist nun alles mir. Ohn' ihn war ich ganz verloren; durch ihn bin ich neu geboren, in ihm leb' ich für und für, in ihm will ich selig sterben, durch ihn auch den Himmel erben. Mel. Ach Gott und Herr.- 10. 290. Ach, Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine vielen Sünden! wie drückt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? 2. Flöh' ich gleich weit vor Bangigkeit hin an des Erdreichs Enden, der Angst und Pein befreit zu seyn: würd' ich sie doch nicht wenden. 3. Zu dir fleb' ich, verstoß' nicht mich, der ich's so sehr verdienet. Ach geh' doch nicht, Gott, in's Gericht! dein Sohn hat mich verfühnet. 472 4. Soll's ja so seyn, daß Straf' und Pein auf Sünde folgen müssen: so fahr' hier fort, nur schone dort, muß ich auch hier viel büßen. 5. Vergiß die Schuld! Gieb mir Geduld, und ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Theil, durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr' mit mir, wie's dünket dir: du stårkst mich, es zu leiden! nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. 7. Das thust du nicht, mit Zuversicht kann es mein Glaube hoffen; durch Christi Tod, steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 3weiter Theil. OND 8. Herr Jesu Christ, mein Zuflucht ist das Kreuz, an dem du starbest; und mir zu gut, mit deinem Blut die Seligkeit erwarbest. 9. Dies tröstet mich, und ob auch sich mein Leib und Seele scheiden, so werd' ich dort, bei dir, mein Hort, ererben ew'ge Freuden. 10. Gott Ehr' und Ruhm! sein Eigenthum bleib' ich in Jesu Namen. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, wird selig, Amen. Von der Buße und Bekehrung. 473 Mel. Es ist das Heil uns kommen. 1.- 6.3 mm 291. 291. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden! ich komme mit gebeugtem Muth, mühselig und beladen; da das Geseß, das mich verklagt, und das Gewissen, das mich nagt, mich armen Sünder schrecken. 2. Mich drücket eine schwere Last: nimm sie von meinem Herzen, du, der du mich versöhnet hast, am Kreuz mit Angst und Schmerzen, damit ich nicht mit Leid und Weh in meinem Elend untergeh' und ewiglich verzage. 3. Ja, Herr, wenn mein erweckter Sinn an mein Betragen denket, so sink ich fast vor Angst dahin; die Sünde drückt und krånket, und schrecket mich. In dieser Pein würd' ich gewiß verloren seyn, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Weil aber dies dein Wort mir sagt: auch, Sünder, du sollst leben, wer weinend seine Schuld beklagt, dem will ich sie vergeben, ja, weil du alle Huld verheiß'st dem, der sich mit zerknirschtem Geist, im Glauben zu dir nahet; 5. So komm' ich, Herr, denn auch zu dir in meiner Noth mit Thränen, du kennst mein Leid, ach hilf du mir, verschmähe nicht 474 mein Sehnen! vergieb mir, Herr, genådiglich, was ich, ich Frevler, wider dich von Jugend auf begangen. 6. Ach Herr! erbarm' dich meiner doch um deines Namens Willen. Mich ångstigt mein Gewissen noch, du kannst sein Zagen stillen. Laß mich, von allen Sünden rein, nun gånzlich dir ergeben seyn, in kindlichem Gehorsam. gds Zweiter Theil. 3weiter Theil. pode 7. Dein freud'ger Geist stårk' mich im Fleiß; heil' mich durch deine Wunden, mich tröste noch dein Todesschweiß in meinen letten Stunden, und führe mich, wenn dir's gefällt, mein Heiland, selig aus der Welt, zu jenen Auserwählten. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. mia( Russian 292. $ ch schäme mich vor deinem Thron, o Prüfer aller Her- zen! verschone doch, o Gottessohn! ich bin voll Sündenschmerzen. Erbarme dich, und nimm mich an; du bist's allein, der Von der Buße und Bekehrung. 475 helfen kann. Geh' ja nicht mit mir in's Gericht, verstoß mich nicht, indem mein Herz vor Angst zerbricht. 2. Ach, wenn mein Herz zurückgedenkt, mit wie viel Missethaten ich dich von Jugend auf gekrånkt: so kann es sich nicht rathen. Ich fündigte voll Unverstand; dein Wille war mir unbekannt; das Böse wußt' ich allzuwohl; wie blind und toll macht' ich das Maas der Sünden voll! 3. Trieb mich die Zucht zum Guten an, hab' ichs doch wider Willen aus Furcht der Strafe nur gethan, zum Schein es zu erfüllen. So ging ich hin, so wuchs ich auf; so nahm ich in dem Lebenslauf an Alter, nicht an Gnade zu: die Seelenruh' verschwand; dies alles sahest du. UNIT 4. Mit Trug und Lügen deckte ich des Herzens böse Tücke. Kein ernstlich Drauen schreckte mich; es zog mich nichts zurücke. Mein Zichten, Herr! verführte mich; in deinem Worte hört' ich dich, und achtete. jedoch nicht d'rauf; mein Lebenslauf war ganz verderbt von Jugend auf. piticised 3weiter Theil. d mol no 476 5. Die Schuld ward mit den Jahren groß, brach aus zu wildem Wesen: gleichwie ein Roß, das zügellos, lief ich zu allem Bösen. Ich wuchs an Hoffart, Ueppigkeit, an Frechheit, Wollust, Truß und Neid, und meine schåndliche Begier zog mich von dir. Ach! Jesu! ach, vergieb es mir. 6. Gedenke nicht der Jugend Schuld; vergieb mein Uebertreten; trag' ferner noch mit mir Geduld; erhör' mein ångstlich Beten! lösch aus, Herr Jesu, durch dein Blut, und mach' mein Schuldregister gut; viel mächtiger ist deine Gnad', als meine That, die dich so oft beleidigt hat. 7. Hilf mir, von Sünden abzustehn, und durch ein heilig Leben den wahren Tugendweg zu gehn! dir will ich mich ergeben. Ich will durch deines Geistes Kraft, die Wollen und Vollbringen schafft, voll Reu' und Leid mich dir allein zum Dienste weih'n. Ach, laß es Ja und Amen seyn! Mel. An Wasserflüssen Bab.- 37. 293. Konig! dessen Majestät sich über alles hebet, dem Erd' und Meer zu Dienste steht, vor dem der Erdkreis bebet. Der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig. Ich armer Mensch vermag nichts Von der Buße und Bekehrung. 477 mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr': Gott sey mir Sünder gnådig! im spilld this 2. Hier steh' ich, wie der Zöllner that, beschåmet und von ferne, ich suche deinen Trost und Rath: mein Gott! du hilfft ja gerne. Doch meiner Fehler große Zahl schreckt und verfolgt mich überall; mein Glaube ist nicht thätig: drum schlag' ich nieder mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht! Gott sey mir Sünder gnådig! dall 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, beschweren mein Gewissen; drum schlag' ich reuend an die Brust, die Schmerz und Leid zerrissen. Ich, der ich mich von dir gekehrt, ich bin des Lebens gar nicht werth; doch weil du winkst, so bet' ich mit ganz zerknirschtem bangen Geist, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott sey mir Sünder gnådig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder; der für die Welt genug gethan; durch den wir Gottes Kinder und Erben der Verheißung sind: der ist's, bei dem ich Ruhe find': er ist ja stets gutthätig. Drum faff' ich ihn und lass' ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht: Gott sey mir Sünder gnådig. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, 478 Zweiter Theil. nd mo und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, mach' meinen Glauben immerdar durch wahre Liebe thätig. Läßt sich dann noch viel Schwachheit sehn, so soll mein Herz mit Wehmuth flehn: Gott sey mir Sünder gnådig! om 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade. Mir geh' es übel oder gut, gieb, daß es mir nicht schade. Und kommt mein Ende nun heran; so stark mich auf der Todesbahn, mach' mich von Sünden ledig: und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott sey mir Sünder gnädig! sas? asd mid di Mel. Heil'ger Geist, du Himmelslehrer. 201. 294. Wenn der Sünder hat mißhandelt, und den breiten Weg gewandelt, welcher zum Verderben führt; so er sich bekehren wird; steht der Himmel wieder offen, Friede wird mit Gott getroffen, Buß' und Glaub' an Christi Blut machet alles neu und gut. lisar chud 2. Bei stets fortgesetzten Sünden magst du keine Gnade finden, und kannst nicht vor Gott bestehn; tief muß dir zu Herzen gehn, was du Böses je begangen; um dem Guten anzuhangen, mußt du dich der Sünd' entziehn, sie wie Gift und Schlangen fliehn. - Von der Buße und Bekehrung. 479 3. Seine Sünden stets bereuen, sich in Gott durch Christum freuen, ohne Zwang und Heuchelei, was der Wille Gottes sey, tåglich prüfen, fröhlich üben, Gott und seinen Nächsten lieben, und im Guten niemals ruhn, ist des neuen Menschen Thun. 4. Dich zu diesem Stand der Gnaden sehr nachdrücklich einzuladen, brauchet Gott der Stimmen viel, hast du davon kein Gefühl? Siehst du nicht, o Mensch, die Werke seiner Langmuth, Gut' und Stärke? Zeigt nicht jede Kreatur ihres güt'gen Schöpfers Spur? opin 09399 Stim naq abid 116 5. Doch viel heller ist die Klarheit, die sich zeigt im Wort der Wahrheit; komm, o Sünder, und vernimm Jesu, des Versöhners, Stimm'. Komm zu dieser Quell' der Gnaden; komm mühselig und beladen; er sagt deiner Seele Nuh', er sagt dir Erquikkung zu. g zud mallion Onomase misd mu thim 6. Jesu, Trost der müden Seelen, du kannst uns nicht nur befehlen; du schaffſt selbst durch deinen Geist, in uns, was dein Wort uns heißt. Sei zu meinem Heil geschäftig; mache selbst dein Wort so kraftig, daß mein Herz, dadurch gerührt, endlich wahre Buße spürt. 480 gad Zweiter Theil. vd not mihif Neue Mel. over nach dem 140. Psalm. Enpontan 295. An dir allein hab' ich gesündigt, und übel oft vor dir gethan. Du siehst, was mir der Fluch verkündigt; sieh', Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, und meine Chránen sind vor dir. Ach Gott! ******* wie lange soll ich sorgen? wie lang' entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dich finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Früh woll'st du mich mit Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit. Tröst mich um deines Namens willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich freudig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich thun nach deinem Wohlgefallen: du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. thr 6. Herr, eile du mir beizustehen, und leite mich auf eb'ner Bahn. Gott hört mein Von der Buße und Bekehrung. 481 Schrei'n, er hört mein Flehen, und nimmt sich meiner Seelen an. Mel. Meine Seele willst du. 296.S under, willst du sicher seyn, und befreit von Furcht und Pein: schaffe, ✰ daß du dich bekehrest, da du Gottes Stimme hörest! auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich. 2. Eile! Sodom lehret dich, wie der Herr so fürchterlich auf verstockte Sünder blitet; such' ein Zoar, das dich schüßet! auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 3. Denke, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Lust zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh', deine Sünden nehmen zu. Dein Gewissen wird beschweret, und der Strafe Maaß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! ich noch zu fich: eile, 31 482 3weiter Theil.nd moll 5. Deines Herzens Hårtigkeit steigt und wächst von Zeit zu Zeit. Sünden, die dich jetzt noch schrecken, wirst du bald mit Lust vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 6. Was du Böses an dir hast, wird sonst wie ein alter Ast. Dessen Krümmen gleich zu ziehen, wird man sich umsonst bemühen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 7. Eile, denn es kommt der Tod! und wie groß wird dann die Noth, wenn man aus der Welt soll gehen, und vor Gott nicht kann bestehen! auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! Lo 8. Brauch', ach brauch' die Gnadenzeit! denn es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom geflossen, der durch Damm und Deich geschossen. Auf, Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen, und mit Eifer durchzudringen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 10. Vater der Barmherzigkeit! Gieb doch, daß die Gnadenzeit nicht von mir versäumet werde; führ' mich selbst zu deiner Heerde! Vater, ach ich bitte dich: eile, und errette mich! Von der Buße und Bekehrung. 483 rim Mel. Jesu, Arzt tovtkranker Seelen. 79., 30 297. Hüter! wird die Nacht der Sünden, bald verschwinden? Hüter! ist die Nacht bald hin? wird die Finsterniß der Sinnen bald zerrinnen, womit ich umgeben bin? 2. Seh' ich nicht das Rund der Erden helle werden, bei der Sonne neuem Lauf! so geh' doch zu meiner Wonne, wahre Sonne! auch in meinem Herzen auf! Onte 160 3. Sind wir nicht im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist? Und ich soll noch långer harren und erstarren, weil du mir so ferne bist? 4. Du hast ja, da du bist kommen, weggenommen alle Finsterniß und Nacht; willst du denn nicht mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach deinem Lichte tracht't? 5. Zeige mir in reiner Klarheit deine Wahrheit: laß die Wolken sich verzieh'n; so werd' ich das Gute lieben, Demuth üben, und der Nacht Geschäfte flieh'n.d 6. Herr! du winkst, und auf der Stelle wird es helle, sprich auch zu mir: werde Licht! und mein Licht soll vor den Leuten sich verbreiten. Dir ist's Ruhm, versag' mir's nicht! is med to na Shon tid 7. Des Vernunftlichts schwacher Schimmer zeigt zwar immer unsers großen Schöpfers 31* 484 3weiter Theil. d mo Spur, aber es kann Trost und Leben mir nicht geben, dein Licht, Jesu, thut es nur. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wo sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß ein freies Auge seyn. 19. Jesu! sollen meine Augen etwas taugen, o so rühre du sie an. Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. mil 30 giat di& Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 298. Willst du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben: so schåndest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein, wie schwer ist's nicht, sein eigen Herz bekämpfen! Begierden widerstehn, und seine Lüste dåmpfen? Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh' ist dies der einz'ge Weg. Und dem entsagest du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? ist Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? es com 18 1 Von der Buße und Bekehrung. 485 14. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene, und, seiner werth zu seyn, im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu hassen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu seyn? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen; sollt' er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft; und du verläugnest sie? Er sendet dir sein Wort; und du gehorchst ihm nie? 17. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz: ich hab' es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster loszureißen; jetzt ist das Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? Nod 199ing 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stårker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheu'st du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu seyn: 486 grundl3weiter Theil. ad no um wie viel weniger wirst du dich morgen scheu'n! onidan omsid hiloni indi di 9. Ist denn die Buß ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut' entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Missethat die wahre Heiligung? 10. Ist's g'nug zur Seligkeit, des Glückes des Erlös'ten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß g'nug, daß uns die Sünde reu't; so ist kein leichter Werk, als deine Seligkeit. 100 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen; ist keine Seele rein, der Glaub' und Liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst; so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieſer dein Geschäfte? Nein, Mensch! und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Giebt im verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuleht dahin? Sang old band told 13. Hat Christus uns erlös't, damit wir Sünder bleiben, und sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Chrifti Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: ſo Von der Buße und Bekehrung. ist es nicht von Gott. Gott widerspricht sich nicht. 487 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereu'n. 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu bestegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort; sey wacker, Gott ist nah! und stärkt dich durch sein Wort. 16. Ruf' ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Geset erst ihren Fluch empfinden: so widerstreb' ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Reu' in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist, so giebts doch keinen Frieden; der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott kennt und liebt dein Glück; sie führt zu deinen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, 488 Zweiter Theil. giebt Weisheit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst, ist dies kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und måßig und gerecht in dem Genusse seyn, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freu'n? Mel. O Gott, du frommer G.- 8. 299. Laß mich doch, o mein Gott, die Buße nicht verschieben, die mir dein Wort gebeut! wie könnt' ich sonst mich lieben? Ist wahre Besserung nicht meiner Seele Glück? O wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Du, Gott, gewinnest nichts, wenn ich dir kindlich diene und deiner werth zu seyn, im Glauben mich erkühne. Wenn ich das Gute thu', das mir dein Wort gebeut, wem dien' ich? nur mir selbst und meiner Seligkeit. 3. So süß ein Laster ist, so giebt's doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hast du dies Glück beschieden. Wer dir, o Gott, gehorcht, erwählt das beste Theil; wer dich, o Gott, verläßt, verläßt sein eigen Heil. 4. Was weig're ich mich denn, das Laster zu verlassen? Weil es mein Unglück ist, befiehlst du es, zu hassen. Was weig're ich mich denn, der Tugend Freund zu seyn? Von der Buße und Bekehrung. 489 Weil sie mich glücklich macht, befiehlst du sie allein. 5. Die Buße führt mich nicht in eine Welt voll Leiden. Sie führet mich vielmehr, o Gott, zu deinen Freuden; macht meine Seele rein, füllt mich mit Zuversicht; giebt Weisheit und Verstand, und Muth zu meiner Pflicht. 300 6. Wahr ist es, es ist schwer, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden widerstehn, und seine Lüste dåmpfen. Doch bleibt's ja meine Pflicht, und diese Schwierigkeit, die heute mich erschreckt, wird schwerer durch die Zeit. 7. Je öfter ich vollbring', was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheu' ich mich heute nicht, o Herr, dein Feind zu seyn; um wie viel weniger werd' ich mich morgen scheu'n. 8. Du reichst ja Kräfte dar, uns selber zu besiegen. Der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen; geht er im Anfang gleich nur noch sehr langsam fort, so bist du, Gott, mir nah, und stärkst mich durch dein Wort. 1100 9. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt entrücken! und Buß' ist ja kein Werk von wenig Augenblicken. Ein Seufzer 490 pud Zweiter Theil. 56 no zu dir, Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst auf Missethat, ist noch nicht Heiligung.i sin tom 10. So gieb denn, weil ich noch, Herr, deine Stimme höre, daß ich mich ungesäumt von allem Bösen kehre, so darf ich nicht dereinst zu meiner größten Pein mein hier versäumtes Glück, wiewohl zu spåt, bereu'n. sopis Mel. Vater unser im Himmelreich. 120. 300. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er rechtschaffen sich bekehr', sich bess're in der Gnadenzeit, und mit mir leb' in Ewigkeit. 2. Dies Wort bedenk, o Sünder, wohl! verzage nicht verzweiflungsvoll! du nimmst an der Erlösung Theil; hier findest du Trost, Gnad' und Heil: und Gott besiegelt's mit dem Eid; o selig, wem die Sünd' ist leid! 3. Doch hûte dich vor Sicherheit, denk nicht: zur Buß' ist's immer Zeit, ich will mich meines Lebens freu'n, und werd' ich dessen müde seyn, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 64. Wahr ist es: Gott ist stets bereit zum Wohlthun, zur Barmherzigkeit; doch, wer auf Gnade Böses thut, und der Versöhnung 1 Von der Buße und Bekehrung. 491 theures Blut verachtet, seiner selbst nicht schont, dem wird, wie er verdient, gelohnt. 5. In seinem Sohne will dir Gott das Leben schenken für den Tod, allein, entdeckt sein Wort dir wohl, wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir kund; verborgen ist die Todesstund'., biser 36. Heut' lebst du, beut' bekehre dich; eh' morgen kommt, kanns åndern sich! wer heut' ist stark, gesund und schön, kann morgen an dem Grabe stehn: stirbst du nun ohne Besf'rung hin, wie willst du dem Gericht entfliehn? fisq.#senise 7. Hilf, o Herr Jesu! hilf du mir, daß ich mich glaubig nahe dir und mich bekehre unverweilt, eh' mich mein Ende übereilt, damit ich heut' und jederzeit zum letzten Abschied sey bereit. ribin aln Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. pól 301. ie treu, mein guter Hirte, gehst du dem Sünder nach, der sich von dir verirrte, der, elend, krank und schwach, in sein Verderben läuft, wo deine Hand den 492 gnus 3weiter Theil.od no Armen, nicht selber aus Erbarmen, eh' er versinkt, ergreift. 2. Wie tröstlich ist die Stimme, die alle Sünder lockt! ach, sprachest du im Grimme: weicht, Sünder, weicht von mir, ich will euch nicht erkennen! wer wollt' es unrecht nennen? Wer bist du? Wer sind wir? som 13. Doch heißt dein Ruf uns kommen; und merken wir nicht d'rauf, ob wir ihn schon vernommen: so suchst du selbst uns auf. Dein Herz, o Heiland, brennt, daß doch das Schaf zur Heerde zurückgeführet werde, davon es sich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an; so bist du viel gelinder, als man es denken kann. Sein Ziel verlångerst du, er kann noch Gnade hoffen, der Zugang steht ihm offen, er eile nur herzu. 5. Liebhaber unsrer Seelen! mein Hirt! mein treuster Freund! was soll ich es verhehlen, wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht ein Raub der schnöd'sten Lüste; doch du hast in der Wüste mich huldreich aufgesucht. 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Buße rief, als ich zu deinen Von der Buße und Bekehrung. 493 Schmerzen den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt! ich preise dich. thid 7. Ach, daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wår', nicht oft zurücke bliebe, an Lieb' und Eifer leer; nicht, wie viel du gethan, mir oft entfallen ließe, da ich ja mehr da ich ja a genieße, als ich verdanken kann. 8. Nun, Jesu! ich beklage den blöden Unverstand, und daß ich meine Tage so übel angewandt. Verstoß den Sünder nicht! mich reu't und schmerzt mein Schade, verwandle deine Gnade nicht in ein Zorngericht. 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß so dein Eifer suche, was ganz verloren war. Ja, Nam' und That erweis't, daß du, Herr, nicht vergebens, das rechte Brod des Lebens, der Sunder Heiland seyst. 100 SISUS stre 10. Das laß mich herzlich glauben, doch gieb mir selber Kraft, dem Heile treu zu bleiben, das mir dein Tod geschafft; und wie ich glaubensvoll aus deinem Ueberflusse zum wirklichen Genusse stets Gnade schöpfen soll. 190 11. Doch sollt' ich mich auf's neue, ich schwach Geschöpf, vergebn; so laß mir deine 494 gmund 3weiter Theil. nos Treue, mein Hirte! nie entstehn, erweck und führe mich, daß nichts von dir mich wende: so preis' ich sonder Ende, als meinen Hirten, dich. bid sllova Bußlied eines schwermüthigen Christen. Aus dem 6. Psalm. andsild Nd is Met. Mache dich, mein Geist, bereit., di 302. Strafe nicht, o Heiligster! mich in deinem Grimme. Höre HerzenskünFEE diger, meines Flehens Stimme! sende du Trost mir zu! reiss' mich aus den Nöthen, spehe sie mich tödten.d 1602 2. Wird dies Herz im Grabe sich deiner Gute freuen? Gott des Lebens! todt kann ich dir kein Danklied weihen. Nette mich, daß ich dich, weil ich hier noch lebe, dankbar froh erhebe.do misdair ond medis/ d 3. Nichts als deine Vaterhuld kann mich glücklich machen. Ach, gedenk nicht meiner Schuld! stärke du mich Schwachen. Heile mich, zeige dich mir in deiner Gnade, Gott, du Gott der Gnade! jom barch en Von der Buße und Bekehrung. 495 4. Wann wirst du mich doch erfreu'n? Wann mir Trost gewähren? Täglich, Helfer, harr' ich dein und ich hab' in Zähren meine Nacht oft durchwacht. Eil', Erbarmer, eile deinem Knecht zum Heile! 5. Elend, tief gebeugt bin ich und von Seufzen müde. Meine Seele sehnet sich nur umsonst nach Friede. Ach wie lang' soll ich bang', Heiland müder Seelen, trübe Stunden zählen? ist slot 10out banisi 16. Doch, o Seele, zage nicht! Gott verstößet keinen, der ihm fleht mit Zuversicht, er vernimmt mein Weinen. Nie vergißt Jesus Christ seiner theu'r Erlöß'ten, dess' will ich mich trösten.mhoog numitonite ent 23) Vom Glauben. dood ods. Das apostolische Glaubens- Bekenntniß. etsit bon Mel. Die Himmel rühmen Gottes.— 46. 390 303. Ich glaub' an Gott; hoch sey verehret, er, der der rechte Vater heißt; desf' Daseyn die Natur mich lehret, und den die weite Schöpfung preißt. do bist 2. Der in sich Seel'ge sprach: es werde! und seiner Weisheit, Gut' und Macht frohlockt der Himmel und die Erde, von ihm aus Nichts hervorgebracht. bil and tim Opis upc 496 Zweiter Theil. Vom Glauben. 3. An Jesum Christ, den Eingebornen des ew'gen Vaters, unsern Herrn, glaub' ich. Gott sprach: hilf den Verlornen, er kam, und half, und that es gern. 4. Er kam, und durch die Kraft des Höchsten gebar ihn einer Jungfrau Schooß. Er kam zu uns, als seinen Nächsten, und stellt sich unserm Elend blos. Bagian 5. O, was låßt ihn Pilatus leiden! wo ist ein Schmerz wohl wie sein Schmerz! am Kreuze selbst mußt' er verscheiden, wie bricht ihm Pein und Schmach das Herz! 6. So stirbt der Gottmensch und bekämpfet im Tod das Reich der Finsterniß. Des Teufels Macht ist nun gedämpfet; dein Heil ist nun, o Mensch, gewiß. 7. Sein Leib wird zwar des Grabes Höhle, als ein erhaschter Raub, zu Theil, doch Jesu abgeschied'ne Seele bedenkt noch stets der Menschen Heil. da binuid 8. Bald steht er auf! Sein Haupt erhebet er siegreich über Tod und Grab. Nun weiß ich, daß mein Heiland lebet, und trotze siegreich Tod und Grab. 19. Er fährt gen Himmel, um zur Rechten des Vaters aller Herr zu seyn. Hier wacht er über seinen Knechten, daß hier sie einst mit ihm sich freu'n. Zweiter Theil. Vom Glauben. 497 10. Als Richter kommt er endlich wieder. Erschreckt, ihr Sünder! freuet euch, ihr Frommen! er führt euch als Brüder nun mit sich in sein ewig Reich.dssamin 39611. Auch an den Geist, der ehmals mächtig in Christi ersten Zeugen war, glaub' ich: noch stets ist er geschäftig, und mehrt der frommen Christen Schaar. nom 30.8 12. Die Kirche glänzt durch ihn auf Erden, in Glaub' und Liebe fest vereint, wie glänzend wird sie einst noch werden, wenn jene Klarheit ihr erscheint! no Upp 13. Glückselig, wer im Tod und Leben bußfertig Jesu sich ergiebt! ihm sind die Sünden all' vergeben, wie viel er ihrer auch verübt. ln is this ado 814. Laßt seinen Leib in Staub verwesen, er wird doch wieder auferstehn, vom Sindenschaden nun genesen, wie glänzend, wie unsterblich schön! el J15. Den Herrn erblickt er mit Vertrauen, und geht zu seinen Freuden ein, sein Antlig wird er ewig schauen, und ewig voll des Lobes seyn. must 02 gimijn God 16. O heil'ger Gott! dein Wort ist Wahrheit; es ist allein die rechte Lehr. Erleuchte mich durch deine Klarheit, und heil'ge mich je mehr und mehr! d sin sid tis22 allo 32 Zweiter Theil. Vom Glauben. di Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. 0 304. Es ist das Heil uns kommen her aus Gottes freien Gnaden. Die Werke helfen nimmermehr, der Bürd uns zu entladen. Der Glaube sieht auf Jesum Christ, der unser Mittler worden ist; der hat uns Heil erworben. dt pik etoft bon 498 - 2. Da man, was das Geset gebot, nicht völlig konnt' erfüllen, erschreckt uns Zorn und große Noth, die Niemand mochte stillen. Der Sünde Macht nahm immer zu, nichts gab uns Sündern Trost und Ruh' beim Fluche des Gesetzes. 3. Und doch mußt' es erfüllet seyn: sonst mußten wir verderben. Drum stellt vor Gott sein Sohn sich ein, als Mensch für uns zu sterben. Der hat es ganz für uns erfüllt, damit den schweren Zorn gestillt, deff' Last uns alle drückte. Cluse 4. Da es durch den erfüllet ist, durch welchen wir genesen; so lern und fasse wohl, o Christ, des Glaubens rechtes Wesen. Der Glaube spricht, du, Herr, bist mein, dein Tod muß mir das Leben seyn; du haft für mich gebüßet. 5. So glaub' ich fest, und zweifle nicht! dein Wort wirst du nicht brechen. Wenn alle Welt die Treue bricht, hältst du doch 3weiter Theil. Vom Glauben. 499 dein Versprechen. Wer glaubt an dich und wird getauft, dem ist die Seligkeit erkauft, der gehet nicht verloren.d di sini - 36. Vor Gott gerecht sind die allein, die dies von Herzen glauben. Die Werke find des Glaubens Schein; ohn' den wird er nie bleiben. Er lehrt, in Gottes Willen ruhn, er lehrt, dem Nächsten Gutes thun, Geduld und Sanftmuth üben. Sigdag 002 MING STOP? 7. Wer bei Gott Gnad' erlanget hat, muß ihn vor Augen haben, daß er bei ihm sucht Hülf' und Rath; ihm dankt für alle Gaben, in seiner Furcht freiwillig lebt; des Fleisches Lüsten widerstrebt; dies ist der Weg 3901 zum Leben. u pro 8. Wer aber sicher gehet hin, thut, was ihm nur beliebet, lebt fort nach seines Herzens Sinn, den Lüsten sich ergiebet; ruft Gott nicht an, daß er ihn führ', mit seinem Geist ihn stets regier', der läuft den Weg zur Hölle, pian tot ala dejasd 9. Den meidet jeder, der recht glaubt, bewahrt, was ihm gegeben; sieht zu, daß er das Fleisch betäubt, sehnt sich nach jenem Leben; dient seinem Nächsten; ehrt und preist in Christo Gott mit stillem Geist, es geh' ihm, wie es wolle. med sina aid ug dim 32* 500 Zweiter Theil. Vom Glauben. du 10.1 Die Hoffnung wartet still der Zeit nach göttlicher Zusage, bestimmt zur Hülf' in unserm Leid dem Höchsten nicht die Tage. Er weiß wohl, wenn's am besten ist, er, der der Seinen nie vergißt, und will, daß wir ihm trauen. nda anad ondial and 11. Verbirgt er je sein Angesicht, das laß dich nicht erschrecken. Selbst wenn er schon dein Joch zerbricht, will er's oft nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser seyn, und ångstigt dich des Zweifels Pein; so laß dir doch nicht grauen. Cate - lice, tout 12. Von allen Zungen sey gepreis't, um dieser Gutthat willen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! du selber wollst erfüllen dein in uns angefang'nes Werk zu Ehren deiner Groß und Stark'! dein Name werde heilig but than 30 tdeltoiled un indi 13. Dein Neich komm' daß dein Wille mag, wie droben, hier geschehen! gieb unser Brod uns jeden Tag! verzeih, was wir versehen, als wir den Schuldigern verzeih'n! Versuchung: laß fern von uns seyn! Hilf uns vom Bösenad Amen.di Spor 11dnoted must bon Mel. O Gott, du frommer G. 8.0d 39 305. Herr! ohne Glauben kann kein Mensch vor dir bestehen. Drum wend' ich mich zu dir mit demuthsvollem Flehen. D * 98 501 Zweiter Theil. Vom Glauben: zünde selbst in mir den wahren Glauben an, weil ich durch meine Kraft ihn mir nicht geben kann. im neduol mi 96 C 2. Dein Daseyn laß mich, Gott, mit. Ueberzeugung glauben. Nichts müsse mir das Wort aus meinem Herzen rauben: daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seyst, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreuft.doff ndono di dunip 3. Wahrhaftig ist dein Wort. Laß mich ihm völlig trauen. Nie wanket deine Treu; laß mich darauf stets bauen. Gieb, daß ich dir in Glück und Unglück stets getreu, und dem, was du gebeutst, von Herzen folgsam seymon nood, and mdo mod bid toid 14. Laß mich, mein Jesu, dich im Glauben recht erkennen; dich, meinen Herrn und Gott, im Geist und Wahrheit nennen. Laß mich im Glauben thun, was mich dein Wort gelehrt, daß dich Herz, Mund und That, als meinen Heiland ehrt. miom - 5. Dein göttliches Verdienst sey mir, o Herr, stets theuer. Es fülle mich mit Trost; es mache mich stets freier vom schnöden Lasterdienst. Gs stårke mich mit Kraft zu deines Namens Ruhm in meiner Pilgerschaft. 6. Wie selig leb' ich dann im Glauben schon auf Erden! wie herrlich wird mein Theil 502 3weiter Theil. Vom Glauben. dereinst im Himmel werden! dann schau' ich, was ich hier geglaubt, in ew'ger Ruh. O stårk im Glauben mich, Gott, meines Heils, dazu! him fol mulo@ - Junio Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. 110. 800 306. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, an wen soll ich mich wenden, daß man recht glaubt, und standhaft ist, steht nicht in unfern Händen. hilf du mir von oben her, daß ich, gestårkt je mehr und mehr, recht und beharrlich glaube. et unt0 2. Komm dann und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich mit freud'ger Ehrfurcht dich den Sohn des Höchsten nenne; daß ich zugleich den heil'gen Geist, den mir dein theures Wort verheißt, von ganzem Herzen ehre. drgnés dan nimi 1100 - 3. Laß mich dein großes Gnadenheil im rechten Licht erblicken; und mich dazu an meinem Theil mit allem Eifer schicken. Nur in dir find' ich Trost und Ruh' und ewig's Heil, der Weg bist du, die Wahrheit und das Leben. obom 4. Ogieb, daß ich dein theures Wort recht tief zu Herzen fasse; daß ich mich nun und immerfort auf dein Verdienst verlaſſe; und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich 503 Zweiter Theil. Vom Glauben. dennoch auf dich unverzagt, als meinen Mittler, hoffe. 5. Doch laß auch meinen Glauben sich des Bluts, das du vergossen, nicht anders trösten, als daß ich, zu deinem Dienst entschlossen, durch seine Kraft die arge Welt, und was sich dir entgegenstellt, für Koth und Schaden achte. 6. Noch ist mein Glaube schwach und klein; oft kann ich ihn kaum merken. Wer hilfet mir? nur du allein; du kannst mich mächtig stårken; der nicht ein schwaches Rohr zerbricht, der nicht ein nur noch glimmend Licht auslöscht, wird sich erbarmen. 7. Gieb, daß ich Schwacher lediglich auf deinen Beistand sehe; und dann, mit Macht gestärkt durch dich, fest in dem Glauben stehe. Mit Früchten der Gerechtigkeit erfüllet, laß mich allezeit des Glaubens Kraft beweisen. 8. Wohn' in mir durch den Glauben so, o du, der Deinen Stärke! daß ich, als dein Erlös'ter, froh auch auf dein Beispiel merke; und eifrig, gleich wie du gethan, auf der mir abgemess'nen Bahn, Gott und dem Nächsten diene. 9. Insonderheit gieb mir die Kraft, daß ich an meinem Ende, des Glaubens voll, 504 Zweiter Theil. Vom Glauben. die Pilgrimschaft mit Freudigkeit vollende. Steh' dann zu meinem Trost bereit, daß ich der Seelen Seligkeit, des Glaubens End', erlange.non dan and to end amids tule 10. Dein ist's, was Gut's sich in mir find't; mit dir wird mir's gelingen; du wollst, was du hast angezünd't, zu vollen Flammen bringen. Dies fordert deines Namens Ehr', stårk' meinen Glauben immer mehr, und krón' ihn durch das Schauen! di -- Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 141. 307. Ich komme, Friedensfürst! zu dir. Erbarmend rufft du ja auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer. O laß mein Herz von Trost nicht leer! laß es die Ruh' erlangen, die du dem tiefgebeugten Geist, der zu dir fliehet, selbst verheiß'st. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht! mein Trost und Licht! verwirf, verwirf du mich doch nicht. - 2. Anbetend steh' ich, Herr, vor dir. Dein Antlit neige du zu mir, und sey mir Sunder gnädig. Wenn mein Vergeh'n um Rache schreit, so mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten haft! du trugest ja auch meine Last, als 3weiter Theil. Vom Glauben. 505 du zum Heil der Sünder starbst, und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! erlöse mich durch deinen Tod. - 913. Du, du bist meine Zuversicht: durch dich entflieh ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn, und mich mit Gott vereinigt sehn, und ew'ges Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil. Gieb mir an seinem Segen Theil. Er sey auch mir Beruhigung, und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ! ich hoff' auf dich, ich hoff' auf dich! in dieser Hoffnung stårke mich, opii him 394. Mein ganzes Leben preise dich. Erlös't, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts; nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland entzeuch mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stårke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gett! ein Leben sey mir einst der Tod. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu G. 292, sid 308. Auf dich allein, Herr Jesu Christ, soll mein Vertrau'n sich gründen, auf dich, der du mein Heiland bist, sonst ist kein C. 506 Zweiter Theil. Vom Glauben. Heil zu finden. Es ist kein Netter außer dir, kein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann: dich ruf' ich an, du bist's, der helfen will und kann. 1 2. Erlöser, meine Schuld ist groß, sie reuet mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los, durch deines Todes Schmerzen, weil du für mich genug gethan, nimmt Gott auch mich zu Gnaden an. So bin ich los der Sündenlast! mein Glaub' umfaßt dich, der du sie getragen hast. 3. Hilf, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb' erweise. Ja, mache du mich tugendhaft zu deines Namens Preise. Sey mir in meiner Prüfungszeit ein Helfer voll Barmherzigkeit; und naht die letzte Stunde sich, dann zeige dich in deiner Gnad' und rette mich. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47. 309. Jesus nimmt die Sünder an! sagt doch dieses Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Wegen wallen! hier ist, was sie retten kann: Jeſus nimmt die Sünder an. 1 2. Keiner Gnade sind wir werth. Dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt, und des ew'gen Lebens Pforte durch 3weiter Theil. Vom Glauben. 507 sein Blut selbst aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an. monsone om - 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte: zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Auf! und laßt uns zu ihm nahn; Jesus nimmt die Sünder an. Joy's 3197 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden! daß dies Wort mich trösten kann: Jeſus nimmt die Sünder an! COMMONS that 6. Nun, so hab' ich guten Muth. Sind schon meiner Sünden viele, macht doch dein Versöhnungsblut, daß ich ihre Last nicht fühle, und versichert sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! tje 7. Nun verdammt mein Herz mich nicht. Will mich das Geset verklagen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an.gall 3weiter Theil. Vom Glauben. 508. 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch angenommen, und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und auch sterbend rühmen kann: Jeſus nimmt die Sünder an. and diliat torti - b93 old dni mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 310. Jesu! daß du meine Seele selbst durch deinen bittern Tod aus des Abgrund tief ster Höhle, aus der allergrößten Noth, siegreich haft herausgerissen, läss'st du mich Verzagten wissen; dieses prediget dein Wort, uns zum Trost noch immerfort. 199 2. Blindlings, als verirrte Schafe, eilten wir der Hölle zu; aber unsre Schuld und Glitt sngcet Sen Strafe, treuer Hirte, trugest du; und nun rufst du allen Sündern: kommt! laßt euch die Welt nicht hindern! Euch heilt niemand, als nur ich. Herr, hier bin ich, heile mich. 3. Ich bekenne meine Sünden. Ach! ich irre weit und breit. Es ist nichts bei mir zu finden, als nur Ungerechtigkeit. Beff rung hab ich oft versprochen, und wie bald mein Wort gebrochen. Kaum erschreckt mich die Gefahr, die mir oft so nahe war. 4. Ach! ich müßte ganz verzagen, da die Sünden, welch ein Heer! mich vor Gott fo laut verklagen, wenn dein theures Blut Zweiter Theil. Vom Glauben. nicht wår! doch im Bund, den du beschworen, heißt's: wer glaubt, geht nicht verloren. Ewig lebt er; in's Gericht kommt nun der Versöhnte nicht and un dior f.e sin5l Herr, ich glaube. Nette, tettel denn mich schrecket dein Gericht. Du starbst, daß ich Friede hätte. Hör mein Schrei'n! verlaß mich nicht: cach, gieb Trost, die Angst zu lindernd Furchtbar donnert zu den Simdern dort dein Fluch vom Richterstuhb, bis hinab zum Feuerpfubl. und 10 or sid 6. Herr, durch deine Todesschmerzen heile meiner Seele Schmerz Du, ndu Kündiger der Herzen, kennst ja mein zerbrochnes Herz. Dies mein Herz, von Angst bedrånget, doch auch durch dein Blut besprenget, übergeb' ich, Jesu, dir. Nimm es gnädig an von mirlaspsp do ind tim nd sie..tt - ( 509 07 Maches selber reiniqIch fühle, daß nichts Gutes in mir wohnt Gutes setz ich mir zum Ziele, Boses bin ich stets gewohnt. Nun kann ich mein Fleisch nicht zwingen; und das Gute zu vollbringen, hindert mich der Sünde Joch. Was ich nicht will, thu' ich doch ein mednie alle fe Im8. Brich des Fleisches starren Willen, wenn es kühn den Aufruhr wagt. Auch an mir wirst du erfüllen was du allen zugesagt. 510 Zweiter Theil. Vom Glauben. Du willst selber in uns leben, Kraft zu jeder Tugend geben, daß nun, von der Sünde frei, ganz das Herz dir eigen sey.plane 9. Oft wird auch der Hölle Schrecken neue Furcht und Bangigkeit in der Drangsal mir erwecken. Welch ein hart und banger Streit! Herr, laß da mich nicht erliegen. Hilf mir siegen! bilf mir siegen! wenn mein Fleisch mich selbst verklagt, hilf mir, daß es nicht verzagt.bise mod ang hd mo - 10. Hilf durch deine blut'gen Wunden; denn durch diese werd' ich heil. Durch die Qual, die du empfunden, ist nun Seligkeit mein Theil. Deine Schmach und Dornenkrone stårke mich in Schmach und Hohne, und dein Blutschweiß, Schmerz und Tod tröste mich in jeder Noth. ld, mp201 11. Wie du mit dem Tod gerungen, steh im letzten Kampf mir bei. Du hast ja den Tod bezwungen, daß auch ich sein Sieger sey. Dir, Herr! will ich fest vertrauen. Ich soll dort dein Antlig schauen. Muthig kämpf' ich. Auf den Streit folgt, das weiß ich, Geligkeit.bin bi ene og d Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 311. Sefu, sich mich an in Gnaden! sich mein Elend, meine Noth: laß dich's jammern, hilf dem Schaden! ach! er bringt Zweiter Theil. Vom Glauben. 511 mir sonst den Tod. Solltest du Erlöser heißen, und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm! das erfährt dein Eigenthum. ecta dim Sito 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in dir sich zu uns lenkt, hat dich ein'gen Sohn den Armen und auch mir zum Trost geschenkt. Ach! wie hoch bedarf ich deiner; Jesu! so gedenk auch meiner! denk an mich, sprich nur ein Wort, o so weicht mein Jammer fort. 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Selberg band; dein für uns geschmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerzlich's Scheiden ist, so hat es Gott versehn, zu der Sünder Heil geschehn.unse 4. Wenn die Hände sich nur regten, war die Hülfe schon bereit, wenn die Lippen sich bewegten, schallte lauter Seligkeit; ach, sie heißen zu dir kommen nicht die Heil'gen, Starken, Frommen; nur den Sündern riefen sie, die voll Arbeit, Angst und Müh. 5. Jesus, sollt' ich's denn nicht wagen? sollt' ich denn zu dir nicht fliehn? Sollt' ich darum ganz verzagen, weil ich so verdorben bin? Nie verstießest du den Armen: meiner wirst du dich erbarmen; weil doch deine Gnad' und Huld größer ist, als meine Schuld. - 512 Zweiter Theil. Vom Glauben. 1576. Wo die Sünde mit Beschwerden also machtig worden ist, da laß mir auch kundbar werden, wozu du geschenket bist! reiß mich los aus Satans Stricken! brich der Holle Band in Stücken; nimm mein ganzes Herz und Sinn, Leib und Seel'e und alles hin! big forming sim hus du mom of 7. Mach mich dir auf ewig eigen; führ mich, wie es dir beliebt! lehr' mich meiden, leiden, schweigen! folgen, wie dein Rath mich übt! ach! so still' mein ångstlich Qualen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit und dort in der Ewigkeit. at an 8 Mel. O Gott, du frommer Gott. T 312. Mag doch der Spotter Heer des Namens Jesu spotten. Dich, Heiland! bet' ich an; du kommst, sie auszurotten. Dein Kreuz ist Thorheit mur dem, der verloren geht; uns, die der Glaube stärkt, ist's Heil und Majestát. hin mot sid we ugled si2. Nur du, des Höchsten Sohn, konnt'st uns mit Gott versöhnen, und uns mit neuem Recht zum ew'gen Glück belehnen. D! beides ist gleich groß, der Welt ein Schöpfer seyn, und eine Welt, die fiel, von ihrem Fall befrein! med and lasa silk Smid da 3. Wer kann die Majestät der Lieb und Großmuth sfaffen? als Sohn des Ewigen - 3weiter Theil. Vom Glauben. 513 der Himmel Thron verlassen, sich selbst erniedrigen, einher in Demuth gehn, der Wahrheit Herold seyn, und sich verspottet sehn. 4. Die Wunder Gottes thun, und an das Kreuz geschlagen, mit himmlischer Geduld der Menschen Schulden tragen, um der zu seyn, der uns ein ew'ges Heil erwirbt; dess' Herz ist göttlich groß, der selbst für Feinde stirbt. 5. Dies müsse mein Vertraun zu dir, o Herr! erwecken. Zu schwach, der Gottheit Rath vom Menschen zu entdecken, bet' ich der Liebe Macht, die ich nicht fassen kann, mit froher Zuversicht, doch auch in Demuth an. 6. Herr, deine Ewigkeit wird mir mehr Licht gewähren, und deine große Lieb' im Schauen mir erklären. Unendlich ist mein Heil! o Glaube, der erfreut! gelobet sey der Herr, gelobt in Ewigkeit. — 8. Mel. O Gott, du frommer G. 313. Herr, allerhöchster Gott, bei dem wir alle Gaben, und was uns nüßlich ist, allein zu suchen haben; o sieh erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich, so wie ich will, dir nicht vertrauen kann. - 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer 33 514 Zweiter Theil. Vom Glauben. macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß deine Hülfe doch von mir nicht ferne seyn! so chif 3. O reiche du mir selbst aus Gnade deine Hånde! hilf meiner Schwachheit auf, daß sich mein Kummer ende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch so klein, so laß ihn doch bei mir im steten Wachsthum seyn. 4. Gieb, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Vater seyst, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sey; damit mein Herz sich dein als seines Gottes freu'. 5. Mach' diese Zuversicht in mir, o Gott! so kraftig, daß ich mein Leben lang in deinem Dienst geschäftig, und stets beflissen sey, zu thun, was dir gefällt: so hab' ich, Gott, in dir, den Frieden auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du einst für deine Junger batest, und, wenn sie wanketen, beim Vater sie vertratest; o unterstüty' auch jetzt mein sehnliches Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der dich darum fleht. 7. In deiner Mittlershand ist Heil und aller Segen. Herr, unterstüße mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens 3weiter Theil. Vom Glauben. 515 Ziel, der Seelen Seligkeit erlange, und dich preis' in alle Ewigkeit. Mel. Mach's mit mir, Gott.- 26. 314. Wer, Gott! dein Wort nicht hält und spricht: ich kenne Gott, der lüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber dein Wort glaubt und hält, der ist von dir, nicht von der Welt. 32. Der Glaube, den dein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher mein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein, er stårkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jesum rein von Missethat sind wir, Gott, deine Kinder. Wer solche Hoffnung zu dir hat, der flieht den Rath der Sünder: folgt Christi Beispiel, als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Denn ich bin dir, Gott, angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer deinen Willen thut, in dem ist wahrlich deine Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in dir, und du in ihm, der in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, die die Seraphim, dir, Herr, zu folgen treibet. Du bist die Lieb', an deinem Heil hat ohne Liebe niemand Theil. 33* 516 Zweiter Theil. Vom Glauben. Mel. Dennoch bleib' ich stets in dir. id- 156. 315. Meinen Sesum laß ich nicht, da er sich für mich gegeben, sollt' ich nicht aus Dank und Pflicht, an ihm hangen, in ihm leben? er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesus bleibt mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende. Ihm geb' ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hånde. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Wenn mein Auge schon verlischt, Wang' und Lippen sich entfärben; mich kein Labsal mehr erfrischt; alle Sinnen mir ersterben, und das matte Herz nun bricht, laß ich meinen Jesum nicht.( tod aid ng phun 4. Dort auch laß ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh' leuchtet dort, mich zu erquicken, ewig mir sein Angesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. niso olladat i 5. Weder Welt noch Himmel ist's, was mein sehnlich Herz begehret. Du allein, mein Jesu, bist's! denn für mich mit Fluch beschweret, wandtest du Zorn und Gericht. Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 6. Dich, mein Jesu, halt' ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh' euch, Zweiter Theil. Vom Glauben. 517 die ihr sein vergeßt! ihr beraubt euch ew'ger Freuden! selig aber, der da spricht: meinen Jesum laß ich nicht. Mel. Herr hör', ach höre mein Gebet. 316. S G - ucht man die Freundschaft 14 in der Welt nur unter solchen, die sich gleichen: weiß ich doch, daß sich Gott Thi * gesellt zu denen, die ihn nicht erreichen. b Ist Gott schon alles und ich nichts; ich Schatten, er die Quell' des Lichts; er noch so stark, ich noch so blöde; er noch so rein, ich noch so schnöde, er noch so br groß, ich noch so klein: ist er doch mein, E SHIFT und ich bin sein. 2. Mein gütiger Immanuel, mein Mittler wußte Rath zu finden, mit meiner ihm 518 3weiter Theil. Vom Glauben. entrißnen Seel' sich dennoch wieder zu verbinden. Mein treuster Freund, mein Jonathan, sieht meinen großen Jammer an. Er kommt, daß er mein Bruder werde, herab vom Himmel auf die Erde; mit mir ein Leib, ein Fleisch, ein Bein. Mein Freund ist mein, und ich bin sein. 11 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne; nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab, auch seine Herrlichkeit und Krone. Was er geredet und gedacht; was er gebetet und gewacht; was er gehorchet und gelitten; was er empfangen und erstritten; auch selbst sein Fleisch und Blut ist mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 4. Wie sich sein Aug' an mir vergnügt, so bin ich auch in ihm zufrieden. Welch Band, das uns zusammenfügt! von ihm auf ewig ungeschieden, hat nun die Seele, wo sie ruht. Auch darf sie um dies höchste Gut nicht eifern, hadern, hassen, neiden; er nåhrt uns alleſamt mit Freuden. Die Welt nur kann der Neid entzwei'n; mein Freund ist mein und ich bin sein. 5. Er, er ist's, den ich mir erwählt! nur er ist meiner Seele Leben. Da er mich zu den Seinen zählt; so soll auch ich nach ihm 3weiter Theil. Vom Glauben. 519 nur streben. Ist er's nicht, der mich herzlich liebt? Ist er's nicht, der sich ganz mir giebt? Was kann ich mehr von ihm begehren? Was kann er bessers mir gewähren? Nun blendet ferner mich kein Schein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 6. Ohn' ihn ist mir das Leben Last: ohn' ihn der Himmel selbst kein Himmel. Durch ihn find' ich in Arbeit Rast, und Ruhe mitten im Getümmel. So viel Geräusch auch um mich sey! ohn' ihn ist's öde Wüstenei. Doch bin ich, wenn mich alle fliehen, wenn sich auch Brüder mir entziehen, zwar einsam, aber nicht allein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 7. Auch wenn man, was ich habe, nimmt; was ich bedarf, mir nicht gewähret; wenn alles, wider mich ergrimmt, mich drückt, verfolgt, beraubt, entehret, gleich jenen Märtyrern mich quält, zerfleischt, zerstümmelt, und entseelt. Die Welt raub' alles! meinen Glauben kann ihre Wuth mir doch nicht rauben. So bleibet ja das Beste mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein.a 8. Sein ist mein Leib, sein ist mein Geist, die er erschuf und auch erlös'te, hier beide schüßet, pfleget, speis't, bis er dort beide ewig tröste. Gesundheit, Stärke, Munterkeit, 520 3weiter Theil. Vom Glauben. Wiß, Scharfsinn, Muth, Entschlossenheit; selbst daß ich, was ich von ihm habe, erkenn' und weiß, ist seine Gabe. Vom Undank hålt er selbst mich rein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. ist( bis) - 9. Sein ist mein Bürgerrecht und Ruhm. Er kam, von Sünden mich zu retten. Ich hatte für mein Eigenthum sonst, leider! nichts, als Schand' und Ketten. Doch er hat alle meine Last in seinem Kreuz auf sich gefaßt. Er gab mir Freiheit für die Bande; er selbst trug meines Frevels Schande, und seiner Unschuld Ruhm ward mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein.omnis 10. Nun zürn' und stürme jeder Feind! er soll mir doch nicht Angst erwecken. Und ist der Nichter selbst mein Freund: wie kann das Weltgericht mich schrecken? Ob Erd' und Himmel bricht und kracht; ob Leib und Seele gleich verschmacht't; ob meine Glieder gleich verwesen! durch ihn bin ich vom Tod genesen. Was sollt' ich Tod und Grab noch scheun? Mein Freund ist mein und ich bin sein. Mel. Alle Menschen müssen st. 82. 317. Eins ist Noth! ach Herr, dies Eine lehre meine Seele doch! Auch beim schimmerreichsten Scheine ist sonst alles nur ein Joch, - 3weiter Theil. Vom Glauben. 521 unter dem das Herz sich plaget und doch keine Ruh' erjaget. Alles aber wird ersetzt, wenn dies Eine mich ergößt. lp' aim tum - 2. Seele, willst du dieses finden: such's bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten; schwing' dich über die Natur, wo der Gottheit Füll' erscheinet, mit der Menschheit fest vereinet. Da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. mied NE 90 3. So wollt einst Maria wissen, was dies Einzige verhieß, als sie sich zu Jesu Füßen lehrbegierig niederließ. Ach, wie brennt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! sie vergißt die Welt und sich, sieht und hört nur, Jesu, dich. 4. So steht, Jesu, mein Verlangen ganz und einzig nur nach dir. Ach, ich durst' an dir zu hangen! neige du dein Herz zu mir! wenn auch viele tråg' verweilen; brenn' ich doch, dir nachzueilen. Jesu, Geist und Leben ist, was von deinen Lippen fließt. 28 sing. 5. Ja, mich reizt der Weisheit Fülle, die in dir verborgen liegt. Hilf mir nur, daß sich mein Wille ganz in deinen Willen fügt; daß die Demuth mich regieret, und zur rechten Weisheit führet. Mir entdeckt sich ihre Spur, kenn ich dich, mein Jesu, nur. 522 3weiter Theil. Vom Glauben. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig köstlich Blut. Mir auch hast du, Herr, erworben, als du an dem Kreuz gestorben, meinen Schmuck, das reine Kleid gültiger Gerechtigkeit. 7. Nun so gieb, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild erwacht. Mir bist du, den ich erwähle, auch zur Heiligung gemacht. Was nur dient zum wahren Leben, das ist mir in dir gegeben. Ach! entreiß mich ganz der Welt, daß ich thu', was dir gefällt. 8. Herr, was soll ich mehr verlangen, da in dir mein Herz nur ruh't? Du bist einmal eingegangen in das Heil'ge durch dein Blut? hast mich meiner Band entbunden, ewige Erlösung funden, daß ich mich Gott freudig nah'n, kindlich Abba rufen kann. 9. Volle Gnüge, Fried' und Freude ist's, was meine Seel' ergößt. Hier, auf wie so gute Weide hast du mich, dein Schaf, versetzt. Jesu! soll ich dich nur haben: was kann mich wohl süßer's laben? Wo ist, was mich mehr erquickt, als wenn dich mein Glaub' erblickt? sid ind im 10. Drum sollst du mir nur das Eine, du nur sollst mein Alles seyn. Pruf und - 3weiter Theil.- Vom Glauben. 523 forsche, wie ich's meine, und tilg' allen Heuchelschein. Wenn die Welt bald lockt, bald höhnet, sich das Fleisch nach Eitelm sehnet; auch die Hölle stürmt und droht, wähl' ich dich; denn Eins ist noth. mind( Mel. Wie schön leuchtet der. 35. - 318. Wie herrlich strahlt der Morgenstern! o welch ein Glanz geht auf im Herrn! wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! Stern Jacobs! sich nach deinem Licht mein Auge sehnlich schmachten. Jesu! Jesu! schön und prächtig! groß und machtig! reich an Gaben! über alles hoch erhaben! 2. Du, hier mein Leben, dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Menschen Sohn! des Himmels großer König! aus vollem Herzen preis' ich dich! hab' ich nur dich, so rühret mich, was alle Welt reizt, wenig. Komm doch, komm doch! wahrlich! keiner tröstet deiner, Brod des Lebens! wenn ihn hungert, sich vergebens. 3. In bir nur kann ich selig seyn. Geuß tief, tief in mein Herz hinein, die Flamme deiner Liebe! daß in mir nichts als Inbrunst sey, kein Weltsinn deine Leiden scheu', kein Undank dich betrübe. Nach dir, nach dir, 524 3weiter Theil. Vom Glauben. den ich fasse, und nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. Ploching 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht; so oft dein lieblich Angesicht sich neigt, mich anzublicken. Mein Jesu, du mein hochstes Gut! dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut, kann Seelen recht erquicken. Speis' mich, tránk' mich, Seligmacher! daß ich Schwacher, daß ich Erde Himmelsfreuden inne werde. Susis thin nist sillot moor out - 5. Und wie, Gott Vater, preif' ich dich? Gott, ewig, ewig hast du mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm fest vereint. Er selbst, mein König, ist mein Freund. Troß dem nun, was betrübet! Seele! Seele! ihn, den Sieger stolzer Krieger, währ zum Freunde! und dann fürchte keine Feinde. 16. Ihm, welcher Höll' und Tod bezwang, ihm, ihm müss' unser Lobgesang mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet! Tönet! Jubellieder! schallet wieder, daß die Erde ganz voll seines Lobes werde. Jelt 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst und Lehte bist, der Anfang und das Ende. Du schließest selig meinen Zweiter Theil. Vom Glauben. 525 Lauf, du weckst mich auch von Todten auf. Dess' klopf' ich in die Hände. Amen! Amen! ja wir müssen, denn wir wissen, wem wir trauen, noch dereinst dein Antlitz schauen. dhim med god tingnadasld tobin adi Mel. Jesu, meine Freude. 89. 319. Sesu, meine Freude, bester Trost im Leide! bestes Gut im Glück! du hast meine Liebe; du füllst meine Triebe; an dir hångt mein Blick. Hab' ich dich, wie reich bin ich! doch beglückt kann ich auf Erden ohne dich nicht werden. 18 - - 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich seyn. Laßt auch Felsen splittern! laßt den Erdkreis zittern, und den Einsturz dråun! was ist's mehr? Rings um mich her mag es donnern, krachen, bligen! Jesus will mich schüßen. taning 13. Donnert auch im Grimme des Gesetzes Stimme; Jesus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht. Freudig, daß ich Jesum sehe, blick ich auf zur Höhe. 3100 4. Wer ist's, der den Glauben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bei der Hölle Toben stimm ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Jesu Macht hålt mich 526 Zweiter Theil. Vom Glauben. in Acht, die kann selbst der Hölle Wüthen Ruh' in Eil' gebieten. 5. Lockt nur, Gold und Schätze! Ehre sey der Göße der betrognen Welt! mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 1 6. Weich, des Eiteln Liebe! weicht, des Fleisches Triebe! Thoren täuschet ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nie mehr willig finden. Fliehet weit von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmähsucht, Neid! ihr beschweret das Gewissen. Euch will ich nicht wissen. smrt 7. Weichet, Sorg' und Zagen! schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein: jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zuletzt erfreu'n. Hab' ich hier viel Angst und Müh', Jesu, auch im bångsten Leide bleibst du meine Freude. eu commil Mel. des 25. Psalms. F 320. Höchst erwünschtes Seelenleben, ach wie unbekannt bist du: wo man sich nicht will bestreben, nach der ew'gen Himmelsruh'. 3weiter Theil. Vom Glauben. 527 Ach, wie eitel ist der Wahn, der des Fleisches Sinn verblendet, wenn er klebt der Erden an, sich zum Rauch und Schatten wendet. 2. Ach, wie oft bin ich gerathen in dieselbe Blindheitsnacht! wenn ich über Herz und Thaten nicht sorgfältig hab' gewacht. Wie hat die Erfahrung mich meine Thorheit oft gelehret! wenn mit eitlen Sorgen sich mein betrognes Herz verzehret. 3. Zwar der Schluß ward oft genommen; ich riß mich im Geiste los; doch wenn es zur That sollt' kommen, fand ich mich von Kräften blos! ich Gesangner, Armer, ich! wer zerschlägt mir diese Ketten! Jesu, Held! erbarme dich. Mächtiger! du kannst mich retten. 18 4. Jesu! Stårke der Verzagten! der du giebst den Matten Rub'; wahre Zuflucht der Geplagten! rühr' mein Herz, und bring's dazu, daß die ganze Kreatur nichts in meinen Augen scheine, und ich darauf denke nur, wie ich ewig sey der Deine. 5. Ach vertilge das Verlangen, das noch etwas Ird'sches will. Nimm den bösen Sinn Zweiter Theil.- Vom Glauben. gefangen, der nicht hålt in allem still. Gieb, daß ich in dieser Welt nichts der Sorge werth mag achten, weil du mich darein gestellt, um nach besserm Gut zu trachten. 6. Gieb mir Augen, um zu sehen deines Reiches Gnadenschein. Gieb mir Kräfte, um zu gehen bis ins Heiligthum hinein. Mache mich mit dir bekannt, laß in deinen Liebesflammen Herz und Seele seyn entbrannt, halte dich und mich zusammen. 7. Weicht, ihr eitelen Gedanken, stört nicht ferner meine Ruh'. Ich will in den Lebensschranken eilen meinem Jesu zu. Jesu will ich geben Ehr', in ihn will ich mich versenken, und forthin mich um nichts mehr, als um seine Liebe krånken, motor and m 19 bimcompro bi laold matidan dlo Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 119. 321. Wo soll ich hin? wer hilfet mir? Wer führet mich zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir, will ich mich frei begeben. Du bist's, der das Verlorne sucht; du segnest das, so war verflucht: hilf, Jesu, dem Elenden. 528 will ich mi 2. Herr, meine Sünden ångsten mich: der Todesleib mich plaget. O Lebens- Gott erbarme dich! vergieb mir, was mich naget! du weißt es wohl, was mir gebricht: ich Zweiter Theil. Vom Glauben. 529 weiß es auch, doch völlig nicht. Hilf, Jesu, dem Betrübten! — 13. Du sprichst zu mir: verzage nicht! du rufft: ich bin das Leben! drum ist mein Herz auf dich gericht't. Du kannst mir alles geben. Im Tode kannst du bei mir stehn; in Noth als Herzog vor mir gehn: Hilf, Jesu, dem Zerknirschten! 4. Bist du der Hirt, der Schwache trågt; auf dich will ich mich legen. Bist du der Arzt, der Kranke pflegt: erquicke mich mit Segen! ich bin gefährlich krank und schwach; heil' und verbind', hör' an die Klag': Hilf, Jesu, dem Zerschlagnen! 5. Ich thue nicht, Herr, was ich soll: wie kann ich doch bestehen? Dies ångstet mich; das weißt du wohl. Ach, wann wird doch geschehen, daß ich Elender endlich, frei vom Leib' des Todes, bei dir sey! ich danke Gott durch Christum. Mel. Auf meinen lieben Gott.- 78. 322. Wo flieh' ich Sünder hin, der ich so strafbar bin? Wo kann ich Rettung finden? Mich schrecken schwere Sünden; mit Angst bin ich umfangen, wo soll ich Trost erlangen? gel01 2. O Jesu voller Gnad'! auf dein Gebot und Rath kommt mein betrübt Gemüthe 34 530 Sweiter Theil. Vom Glauben. zu deiner großen Güte: Laß du auf mein Gewissen ein Gnadentropflein fließen. 3. Jch, dein betrübtes Kind, werf' alle meine Sünd', so viel ihr in mir stecken, und mich so heftig schrecken, in deine tiefen Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut mach meine Schulden gut: wasch' mich damit von Súnden, und laß mich Rettung finden; ins Meer sie tief versenke, und ihrer nicht gedenke. 5. Du bist es, der mich tröst't, denn du hast mich erlös't: was ich gesündigt habe, verscharrtest du im Grabe, da wird es bleiben müssen; du heilest mein Gewissen. 6. Zwar meine Schuld ist groß, doch werd' ich ihrer los, wenn ich dein Blut auffasse, und nun die Sünde hasse. Wer so sich zu dir wendet, sieht bald sein Leid geendet. 7. Sehr vieles fehlet mir, doch find' ich es bei dir. Dein Blut versöhnt mich Sunder; es stärket mich nicht minder, daß ich Tod, Teufel, Sünde, und alles überwinde. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wår', darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich es schlagen, dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Truß bald schweigen. Zweiter Theil. Von der Heiligung 2c. 531 9. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Jeht kann ich nicht verderben; dein Reich muß ich ererben; denn du hast mir's erworben, da du für mich gestorben. 10. Ach, bringe meinen Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mag alles meiden, was dich und mich kann scheiden; daß ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. 24) Von der Heiligung, oder dem christlichen Wandel überhaupt. Die heiligen zehen Gebote. dren Mel. Die Himmel rühmen Gottes Ehre. 46. 323. Erheb' dein Herz, thu' auf die Ohren, du Volk, das du verstocket bist, und Gott sich doch zum Volk erkoren; vernimm, was Gottes Wille ist: T 2. Ich bin der Herr, dein Gott und Retter; aus jenem Diensthaus führt' ich dich. Verehre keine fremde Götter; du hast ja keinen Gott, als mich. # 1911 3. Du sollst den Dienst der Bilder fliehen; mach kein's, es sey, wovon es woll', fußfällig vor ihm hinzuknien: denn ich, dein Gott, bin Eifers voll. 34* 532 Zweiter Theil. Von der Heiligung, 4. Den Namen Gottes zu entehren, scheu', liebst du deine Seligkeit; wagst du es, falsch und leicht zu schwören, so ist die Strafe schon bereit. - 5. Sechs Tage widme den Geschäften, der siebente gehört dem Herrn; dien' ihm daran aus allen Kräften, dem großen Gott, und dien' ihm gern. 6. Erweis' den Eltern bis zur Bahre Gehorsam, Ehre, Lieb' und Treu! daß Gott dir lange Lebensjahre, und hier und dorten Heil verleih. 7. Enthalte dich von eigner Rache, und schone deines Nächsten Blut. Befiehl dem Höchsten deine Sache, wenn dir schon jemand Unrecht thut. 8. Entweih' die Eh' nicht, und verbleibe von Ueppigkeit und Unzucht frei, daß deine Seele sammt dem Leibe ein reiner Tempel Gottes sey. Vergreif dich nicht an jemands Gute; erwuch're nicht der Armen Schweiß; und lebe mit vergnügtem Muthe von deiner eignen Hände Fleiß. 10. Ertheile nach Gewissenstriebe dein Zeugniß, wo es nöthig ist. Beschäm' und fleuch die Ehrendiebe, und rede nicht mit arger List. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 533 11. Verdamm', als Sünden, die Begierden nach jemands Weibe, Haab' und Haus, und wenn sie in dir rege würden, so tilge sie bei Zeiten aus. 36 12. Zehn Worte sind dir vorgeschrieben, doch ein's fast alles unter sich! Gott sollst du über alles lieben, und deinen Nächsten so, wie dich. 13. Mein Mittler! ich erschrecke heftig, da Gott mit mir im Donner spricht: durch deinen Geist wirk' auf mich kräftig; vertritt du selbst mich im Gericht. Gebet über die zehen Gebote. 324. M 2 ein Bundes- Gott! ach, unterweise mich, daß ich in Furcht, Vertrauen, Demuth, Liebe dich ehr', und stets Geduld und Hoffnung übe, und lieber alles fahren laff', als dich. 2. Gieb, daß ich, o du höchstvollkomm'ner Geist, auch dir im Geist und in der Wahrheit diene, und keinen Dienst zu leisten mich 534 Zweiter Theil. Von der Heiligung, erkühne, worauf mich nicht dein heil'ges Wort verweis't. $ 03. Es nenne deinen Namen nie mein Mund vergeblich: falsches und unnüßes Schwören sey von mir fern, voll Demuth dich zu ehren, so gut ich kann, erheischt von mir dein Bund. 4. Die ganze Zeit ist dein, voraus der Tag von dir bestimmt, in Ruhe dich zu loben. Laß mich so leben hier, daß ich dort oben in süßer Ruh' dich ewig loben mag. mon 5. Der Unterschied des Standes ist von dir: die Menschen soll er manche Tugend lehren; laß mich in meinem Stand die Obern ehren, und segne mich, o Höchster, dort und hier. 6. Liebreicher Gott, laß mich recht liebreich seyn, ein Menschenfreund, ein Helfer und Erbarmer, des Feindes Freund, wie könnte sonst ich Armer, der dich erzurnt, mich deiner Huld erfreun? 7. Laß mich, mein Gott! der Zucht ergeben seyn; treu deinem Ruf, der Wollust falsche Freuden sammt ihrem Reiz mit aller Sorgfalt meiden, und meinen Leib zu deinem Tempel weih'n. 8. Vor ungerechtem Gut behüte mich, daß ohne Geiz ich meinen Wandel führe; oder dem christlichen Wandel überhaupt. 535 auch jedem geb' und lass', was ihm gebühre, mein Werk verricht' vergnügt und emsiglich. 9. O treuer Gott! regiere Herz und Mund, daß ich, wie du, Betrug und Lügen hasse, und jedermann in seinen Würden lasse, der Wahrheit stets getreu von Herzensgrund. 10. Verleih', daß ich auch die geringste Luft, die dir entgegen ist, von Herzen meide; was dir gefällt, das sey auch meine Freude, mit Lust zu dir erfülle meine Brust. Von der Beschaffenheit der wahren Heiligung. Mel. Jesu, Arzt todtkranker S.— 79. 325, Gott! wie rein ist deine Lehre! wenn ich höre, wie wir vor dir sollen seyn; o, so dringen die Befehle in die Seele, wie ein scharfes Schwert hinein. 2. Was ist an den äußern Werken mehr zu merken, als der wahren Zugend Schein? Doch, o Höchster! deinen Willen zu erfüllen, muß das Herz geschäftig seyn. 3. Ich soll selbst sein innres Dichten also richten, wie es dein Gesetz befiehlt. Deine hellen Augen finden da schon Sünden, wo das Herz in Lüsten spielt. HE 4. Böses soll ich nicht nur lassen, sondern hassen, ich soll, Herr, auf dein Geheiß, allem Guten nachzuleben, mich bestreben, unverrückt, mit Lust und Fleiß. 536 Zweiter Theil. Von der Heiligung, 5. Können wir denn deinen Willen ganz erfüllen? Sünde schleicht sich doch mit ein, wenn wir noch so eifrig wollen, wie wir sollen, dir, o Gott, gehorsam seyn. and 6. Dein Geset ist, unsre Flecken zu entdecken, uns zum Spiegel vorgestellt. Ach, ich sehe sie, und eile, ohne Weile, zu dir, Jesu, Heil der Welt! 7. Doch soll der versöhnte Sünder nun nicht minder auch den Weg der Sünde fliehn, und im Wege des Gebotes seines Gottes, sich mit allem Ernst bemühn. 8. Dazu wollest du mich Schwachen tüchtig machen; gieb mir deinen guten Geist; alsdann will ich klüglich handeln, und so wandeln, wie dein Wort mich wandeln heißt. 326. W enn zur Vollführung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beſeelet: so rühme dich der Zugend nicht, und wisse, daß dir alles fehlet, wenn Vortheil, Wollust, Eigensinn und Stolz dir nur das Gute oder dem christlichen Wandel überhaupt. 537 rathen: so thue noch so gute Thaten, du hast vor Gott den Lohn dahin. 2. Sey durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück der Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Bau' Häuser auf und brich dein Brod, das Volk der Urmen zu verpflegen; entreiß die Witwen ihrer Noth, und sey der Waisen Schuß und Segen! gieb alle deine Habe hin! noch hast du nichts für Gott gegeben. Wenn Lieb' und Pflicht dich nicht beleben; so ist dir alles kein Gewinn. 4. Thu' Thaten, die der Heldenmuth noch niemals hat verrichten können; vergieß für's Vaterland dein Blut, laß deinen Leib für andre brennen, beseelet dich nicht Lieb' und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten; so schüß' und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht. 5. Låg' ihm an unsern Werken nur: so könnt' er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht 538 3weiter Theil. Von der Heiligung, durch Fessel der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der alles schafft und giebt, gilt Weisheit nichts, nichts Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe; das ist's, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besißen; so wird ein Leben uns nichts nüßen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum tausche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Werk allein; sieh auf die Quell', aus der sie kamen. Prüf' dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. - 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stårken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne List und Tücke; beneidet nicht des Nächsten Glücke; sie blåht sich nicht; ist langmuthsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu, und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet oder dem christlichen Wandel überhaupt. 539 nicht blos ihre Ruh': sie hofft und glaubt und duldet alles. Sie ist's, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. p Mel. Freu' dich sehr, o meine S.- 29. 327. Kommt, laßt euch den Herren lehren! kommt, und lernet allzumal, welche die sind, die gehören zu der rechten Christenzahl: die im Glauben fest bestehn, freudig Gottes Wege gehn, und den Heiland frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. musch 2. Selig, wer in Demuth lebet, seine Schwachheit nie vergißt, Gott allein, sich nie, erhebet, wenn er groß und glücklich ist: Gottes Huld wird ihn erfreu'n, und das Himmelreich ist sein: Gott wird dort zu Ehren sehen, die sich hier geringe schätzen. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut; und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut: Gott will ihm die Schuld verzeihn, Kraft zum Guten ihm verleihn, und er soll schon hier auf Erden, und auch dort getröstet werden. 4. Selig ist, wer Sanftmuth übet, seinem Feinde niemals flucht, seine Fehler ihm vergiebet; nie sich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt, und sein eigen Herz Zweiter Theil. Von der Heiligung, bezwingt: Gott wird selber ihn beschüßen, und er wird das Land besitzen. 540 - 5. Selig, die nichts mehr verlangen, als gerecht, wie Gott, zu seyn; die fest an dem Guten hangen, und sich ganz der Tugend weih'n; deren Herz nicht mehr begehrt, als was Gottes Ruhm vermehrt: Gott wird ihr Verlangen stillen, und den frommen Wunsch erfüllen. 6. Selig, wer der Noth des Armen niemals fühllos sich entzieht, ihm aus zärtlichem Erbarmen wohlzuthun sich froh bemüht, und, wenn er um Hülfe weint, ihm mit Trost und Hülf' erscheint! dieser wird auch Hülf' empfangen, und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, züchtig, keusch und rein zu seyn; die der Wollust Stricke fliehen und der Heiligkeit sich weih'n, die der Lockung dieser Welt, und was Fleisch und Blut gefällt, allzeit standhaft widerstehen, werden Gottes Untlig sehen. 8. Selig, wer im Frieden lebet; wer die Ruh' und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt; die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 541 9. Selig, die um Christi willen leiden und sich dessen freun, standhaft ihre Pflicht erfüllen und den Martertod nicht scheun: Gott steht ihnen mächtig bei, und will sie für ihre Treu' einst mit unverwelkten Kronen auf das herrlichste belohnen. 10. Herr! du wollst mich selber leiten auf der wahren Tugend Bahn, daß ich dieser Seligkeiten hier und dort mich freuen kann. Gieb, daß ich demüthig sey; meine Schuld vor dir bereu; die Gerechtigkeit stets liebe, auch an Feinden Sanftmuth übe. 11. Daß ich Armen helf' und diene; immer hab' ein reines Herz; die in Feindschaft stehn, verfühne; dir anhang' in Freud' und Schmerz, Vater! hilf von deinem Thron, daß ich glaub' an deinen Sohn, und durch deines Geistes Stårke mich befleiße guter Werke! Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 328. Ich danke meinem Gott, der mir den Sinn gegeben, so gut ich immer kann, zu seinem Preis zu leben. Du weißt, Gott, wie viel Kraft dein Knecht noch nöthig hat! verleihe du sie mir; bei dir ist Rath und That. 2. In allem meinem Thun laß mich auf dich nur sehen, und untreu meiner Pflicht, nie eigne Wege gehen. Laß diese Wahrheit 542 3weiter Theil. Von der Heiligung, mir allzeit vor Augen stehn: Gott siehts, Gott hört's, Gott straft, du kannst ihm nicht entgehn. 3. Gedanke, leite du mich stets in allen Sachen; ist's denn auch recht, wenn ich's der Welt gleich wollte machen; und, siehet jebund mich des Menschen Auge nicht, ist's recht vor Gott? ist's recht vor seinem Angesicht? 4. Ach führe mich, mein Gott! wie kann ich sonst bestehen! und laß mich ohne dich nie einen Schritt nur gehen. Mir überlassen, stürz' ich mich nur in den Tod; wenn du mich aber führst, so hat es keine Noth. - 5. Die Gnade winket mir! nie sey es, Herr, vergebens; dein Wort sey jederzeit die Richtschnur meines Lebens! daß ich, wie dir's gefällt, geh', sige, liege, steh', und nur in meinem Thun auf deine Ehre seh'. Von der Nothwendigkeit eines heiligen Lebens. Der 15. Psalm. Mel. Die Himmel rühmen Gottes Ehre. 46. Punts 329. Wer darf in deine Hütte gehen? Wer nimmt hier seinen Wohnplaß ein? Wer wird auf jenen heil'gen Höhen, o Herr, beständig vor dir seyn? 2. Der, der vor dir unstråflich wandelt, nie ungehorsam seiner Pflicht, der heilig Bumbe oder dem christlichen Wandel überhaupt. 543 denkt und heilig handelt, und gern die Wahrheit sucht und spricht. 3. Der nie mit seiner Zunge schmähet, und groß durch seine Redlichkeit, nie seinen Nächsten hintergehet, und Arges ihm zu thun sich scheut: 4. Der, der die Ehre seiner Freunde nie mit Verläumdungen verlegt; der Gottes frevelvolle Feinde nie seiner Achtung würdig schäßt: 5. Der die Verehrer Gottes ehret; dem nur der Redliche gefällt, der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwór' er sich zum Schaden, hålt: 6. Der nie zum Troße der Geseße auf ungerechten Wucher leiht, und durch gerecht erworbne Schäße, die, die Gott darben läßt, erfreut: 7. Der nie, Unschuldigen entgegen, Geschenke von Verbrechern nimmt: dem, dem ist seiner Tugend wegen ein unvergånglich Heil bestimmt! Mel. Mein Bundes- Gott, ach.- 324. 330. Ich weiß es wohl, ich selbst verdient es nicht, daß du, o Herr, mich vom Verderben rissest, ja, wenn du mir nach meinen Werken missest, so ist der Tod mein Urtheil im Gericht. 544 Zweiter Theil. Von der Heiligung, 2. Die Gnade nur in Christo macht mich frei; doch soll ich dich in guten Werken preisen, und durch den Fleiß der Heiligung beweisen, wie sehr ich dir, mein Gott, verbunden sey. —— 3. Dein Sohn hat mich mit seinem Blut erkauft, nicht, daß ich nur der Hölle möcht' entgehen, dein Ebenbild sollt' nun in mir entstehen: drum bin ich auch mit deinem Geist getauft. 100 d 4. Mein Leib und Seel' soll, als dein Eigenthum, von dir, o Gott! und deiner Gnade zeugen: nicht nur der Mund soll niemals hiervon schweigen, der Thaten Stimm' erzähle deinen Ruhm. 5. Des Glaubens Kraft kann ich ja anders nicht, zu meinem Trost, als aus den Früchten merken: den Nächsten reiz' ich auch zu guten Werken, nicht anders, als durch meiner Werke Licht! 6. Ach nimm mich auf in deines Sohnes Reich, o Gott! laß mich nicht nur Herr! Herr! ihm sagen: sein sanftes Joch und seine Last zu tragen, mach mich bereit, und seinem Vorbild gleich. 7. Nimm weg von mir, was dir, mein Gott! mißfällt, und was mich kann aus deinem Himmel schließen; um auch durch oder dem christlichen Wandel überhaupt. 545 dich der Güter zu genießen, die der genießt, der an dein Wort sich hält. Mel. Gott, mache du mich selbst b.- 17. - 331. Bewahre mich, Herr, daß der Wahn nie mein Gemüth bethore, als wär' es schon genug gethan, wenn dir nur auf're Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweis't. Erinnre mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist die dich verehren müssen, die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht in's Himmelreich, die Herr! zu Jesu sagen und nicht mit Ernst dabei zugleich der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läßt du, als deine Kinder, o Gott, im ew'gen Frieden ruhn; wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie ein heilig Leben trennen; mich nicht für Jesu Jünger hie blos äußerlich bekennen. Gieb, daß mein Glaube thätig sey, und Tugendfrüchte bringe; daß ich, vom Sundendienste frei, mit Eifer darnach ringe, im Guten zuzunehmen. 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, und liebst, die redlich handeln. O laß in Freude und in Schmerz mich richtig vor dir wandeln. Dein Wille sey mein Augenmerk. 35 546 3weiter Theil. Von der Heiligung, Hilf mir ihn selbst vollbringen! durch dich muß jedes gute Werk dem glücklich noch gelingen, der deine Hülfe suchet. 5. Doch wenn ich aus Unwissenheit und Uebereilung fehle: so thu' an mir Barmherzigkeit, und richte meine Seele durch deine Gnade auf vom Fall. Erhalt' mich bei dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis ich. einst mit den Deinen dir ohne Fehltritt diene! Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir.- 19. 332. Dein bin ich, Herr, dir will ich mich zum Opfer ganz ergeben; rechtschaffen, fromm und rein will ich vor deinen Augen leben; wie könnt' ich eines andern seyn? Ich bin ja durch die Schöpfung dein, und dein durch die Erlösung. 2. Ich fiel und wandte mich von dir, zur Finsterniß vom Lichte; doch wandtest du dich, Gott, zu mir mit deinem Angesichte. Erbarmen war dein Angesicht, mich von der Finsterniß zum Licht, zu dir zurück zu rufen. 3. Dein, Herr, dein ist Barmherzigkeit; du liebest selbst die Sünder. Seyd, rufft du, geistlich mir geweiht, und meiner Gnade Kinder! ihr irrt und fündigt; fasset Muth! dort fließet der Versöhnung Blut, von Sunden euch zu waschen. Haldan oder dem christlichen Wandel überhaupt. 547 4. Dein Sohn erniedrigt sich, und stirbt zur Tilgung unsrer Strafen! büßt für die Laster und erwirbt Befreiung ihren Sclaven. Wie vielfach, Höchster, bin ich dein! o laß mich keines andern seyn. Dein Sohn ist auch mein Heiland. 5. Durch ihn versöhnt, und dir zum Ruhm erkauft mit seinem Leiden, will ich mich, Gott, dein Eigenthum, von dir nie wieder scheiden. Gekreuzigt werde mir die Welt! getödtet, was dir nicht gefällt, damit ich dir nur lebe! 6. Dies wirke, Gott, dein Geist in mir; ich habe kein Vermögen, die Sünd' und alles, Gott, was dir verhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm ganz mich hin, und gieb mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle. 7. So werd' ich, der ich finster war, ein Licht in deinem Lichte; besteh' einst mit der kleinen Schaar der Frommen im Gerichte; frohlocke dann, und lobe dich, daß deine Gnad' und Treue mich gerecht und selig machte. Mel. Komm, o Gott, Schöpfer.- 197. 333. Dein, Gott! ist Majestät und Macht, und alles ist dir unterthan. Dir werde Dank und Ruhm gebracht! fallt nieder, Menschen, betet an! 35* 548 3weiter Theil. Von der Heiligung, 2. Dich preiset jede Kreatur, der höchste Engel und der Wurm. Dich ehrt gehorsam die Natur; dein Wink erregt und stillt den Sturm. 3. Wohin mein Auge, Gott, nur blickt, ist Ordnung, Eintracht, Harmonie; und ich, mit deinem Bild geschmückt, empóre mich und störe sie. 4. Du schufst das menschliche Geschlecht; durch dich, Gott, sind wir, was wir sind: du bist mein Herr, ich bin dein Knecht; du bist mein Vater, ich dein Kind. 5. Wie darf, wer, Vater, dich nicht ehrt, des Glücks, dein Kind zu seyn, sich freu'n? Nur die sind dieser Ehre werth, die ganz sich deinem Dienste weih'n. 6. Wie billig, wie gerecht und gut ist alles, was uns Gott gebeut! wohl dem, der seinen Willen thut! ihn thun, ist Freud' und Seligkeit.is 7. Nur das, was bös' und schädlich ist, und uns entehrt, verbeut uns Gott. Weh dem, der seiner Pflicht vergißt! er stürzet sich in Schand' und Noth. 8. Gott ist, wenn er Gesetze giebt, kein menschenfeindlicher Tyrann: blos weil er unsre Wohlfahrt liebt, treibt er uns zum Gehorsam an. Ino totsd oder dem christlichen Wandel überhaupt. 549 9. Leicht ist die Last und sanft sein Joch. Wer's willig trågt, setzt seinen Lauf stets freudig fort, und fällt er noch, so hilft ihm Gott selbst wieder auf. 10. Bald heißt uns seine Lieb' und Huld gehorsam seyn aus Dankbarkeit; bald warnt er uns vor neuer Schuld, und übet uns durch Kreuz und Leid. 11. Sein Wort ermahnt, droht und verheißt, und hält uns Tod und Leben vor; uns rühret und erweckt sein Geist! und ich verschlösse Herz und Ohr? 12. Nein! Gott, dir sey mein Herz geweiht, Gehorsam sey mein größter Ruhm. Verleihe mir Beständigkeit, und heil'ge mich, dein Eigenthum. Bitten um Heiligung. Mel. Durch Adams Fall ist erst. 90. 334. Hilf mir, mein Gott! verlethe mir, daß ich nur dich begehre; mein ganzes Glück nur such' in dir, und dich allein verehre; daß ich in Noth dich meinen Gott und Vater glaubig nenne; daß weder Leib, noch Glück und Freud' mich jemals von dir trenne. - 2. Erfülle mich mit wahrer Reu', wenn ich dich, Gott, betrübe, gieb, daß ich alles Bose scheu', und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht mit 550 Zweiter Theil. Von der Heiligung, Vorsaß je verletzen. Der Seele Heil, mein ew'ges Theil, laß mich recht theuer schätzen. 3. Mein Gott! ich bitte dich, verleih' mir einen festen Glauben, der standhaft, treu und thätig sey, und laß mir den nichts rauben. Gieb, daß ich mich allzeit auf dich und auf dein Wort verlasse, und in der Noth, ja selbst im Tod dein Heil getrost umfasse. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß ich den Heiland liebe und bilde mich nach seinem Sinn: gieb, daß ich mich stets übe, auf ihn zu sehn, ihm nachzugehn, mich seiner nicht zu schämen; und stets bereit, mit Freudigkeit sein Kreuz auf mich zu nehmen. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Zorn und Bitterkeit zur Rache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit; verdammt der Rachsucht Triebe: gieb, daß den Feind, so wie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe. 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Laß mich die Ehren dieser Welt für eitle Schatten achten, und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht, und großem Namen streben; laß oder dem christlichen Wandel überhaupt. 551 mich vielmehr nach deiner Lehr' in wahrer Demuth leben. 7. Die Falschheit, List und Heuchelei hilf mir sorgfältig fliehen: nie müss' ich mich durch Gleißnerei um Menschengunst bemühen. Laß Ja und Nein mir heilig seyn; laß mich nicht lieblos richten, und Zank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb' und Sanftmuth schlichten. TIME 8. Herr! lehre mich Enthaltsamkeit, gieb mir ein rein Gemüthe, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser Lust mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigkeit mit meinem Nächsten handeln. 9. Gieb, daß ich stets den Müßiggang sammt aller Trägheit fliehe! daß ich der Welt mein Lebenlang zu dienen mich bemühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott! mir wohl gelingen, und segnest du das, was ich thu', dir dafür Ehre bringen. 10. Ach, gieb mir deinen guten Geist, der selbst mein Herz regiere, und mich, wie es dein Wort verheißt, auf deinen Wegen führe. So wird mein Herz in Freud' und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirst mir, Gott, einst bei dir, den Lohn der Treue geben. 552 3weiter Theil. Von der Heiligung, The Mel. Ich will, mein Gott, du König.- 55. i 335. Ich habe, Gott! mir ernstlich vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen; vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben zu übergeben. tjera 2. Erforsche mich, sieh, ob ich's redlich meine! gieb, daß ich nicht blos, was ich seyn soll, scheine; mit allen Kräften strebe, deinen Willen ganz zu erfüllen! 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wenn mich kein Mensch fieht, leitet, wie sicher werd' ich deine Wege wandeln! wie richtig handeln! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen! verschleuß mein Ohr der Sünder Schmeicheleien! stets werde mir das Gleißende der Laster nur mehr verhaßter. Hisin 5. Gieb Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten, so mag die Welt, wie ihr's gefällt, mich richten; ich, hab' ich deinen Beifall, kann mit Freuden Verachtung leiden. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen; wirst billig alles richten und belohnen; mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Bald, bald vollend' ich meiner Prüfung Stunden. Werd' ich im Tode nur bewährt oder dem christlichen Wandel überhaupt. 553 erfunden: wie schön verwandeln sich dann meine Leiden, und werden Freuden! da Miel. Herr Christ, der ein'ge. 94. 336. Herr Jesu, Gnadensonne! wenn dein erquickend Licht bei uns mit Kraft und Wonne, durch Frost und Schatten bricht; so wird das Herz erfreuet, so wird der Geist erneuet; versag' dies Glück mir nicht! sin - 2. Mit vielen großen Sünden reiz' ich dich wider mich; doch laß den Zorn verschwinden, vergieb genådiglich. Du pflegst dich ja der Armen mitleidigst zu erbarmen: ach, Herr, erhöre mich! 3. Vertreib' aus meiner Seelen des alten Menschen Sinn. Weg, Sünden, die mich qualen! Herr! lasse mich forthin mit einem heil'gen Leben mir selbst das Zeugniß geben: daß ich erlöset hin. 4. Beförd're dein Erkenntniß in mir, Herr! durch dein Wort. Wie blöd' ist mein Verståndniß, und welch ein finst'rer Ort! doch sprich: und es wird helle, es weichen auf der Stelle die düst'ren Schatten fort. 5. Ach, Herr, wie gar geschäftig ist Fleisch und Blut in mir! erzeig' dich in mir kråftig, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe, und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb' in dir. 554 Zweiter Theil. Von der Heiligung, 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beståndig moge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Schwach bin ich, gieb mir Stårke; der Feind schreckt, gieb mir Muth. Weg, Ruhm der eignen Werke! Herr! was dein Geist nicht thut, was ich aus eignem Triebe bald lasse, bald verübe, ist böse und nicht gut. 8. Ich lebe deiner Gnaden, mich stüßet deine Treu'; dir zeig' ich meinen Schaden, die Gnade macht mich frei. Damit ich deinen Willen beståndig mög' erfüllen, so steh' mir kraftig bei! - Mel. Gott, mache du mich selbst bereit.- 17. 337. Der du Verstand und Tugend schenkst, Gott, Vater meines Lebens, wo du nicht Thun und Lassen lenkst; so leb' ich hier vergebens. Denn, wen dein Geist nicht neu gebiert, der bleibt der Sünd' ergeben; und, wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurch gedrungen. 2. Drum, Vater, neig' dich våterlich zu deinem schwachen Kinde. Gieb mir ein frommes Herz, daß ich mich scheu' vor jeder Sünde. Bewahre meinen Mund, daß mir oder dem christlichen Wandel überhaupt. 555 kein schlüpfrig Wort entfalle; vielmehr von meinen Lippen dir manch freudig Lob erschalle, den Nächsten zu erbauen. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spotter höre, damit in meinem Glauben mich kein frecher Thor bethore. Hilf, daß kein Wit der Låstersucht mir Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie er tückisch sucht, durch mich dann Zwietracht stifte, nie mich zur Schmähsucht reize. 4. Die Augen, Gott, bewahre mir vor unverschämten Blicken, und vor unzüchtiger Begier die Unschuld zu verstricken. Laß sie den Schmuck der Sittsamkeit weit über alles schåben; was reiner Engel Aug' erfreut, das sey auch mein Ergößen; was du liebst, ihr Bestreben. 5. Behüte mich vor Schwelgerei, die leicht das Herz beschweret; vor Trunkenheit, die ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Lust, die blos den Leib ergößt, verderbt auch fromme Herzen; und was die Welt für Freude schäßt, bringt Nachreu', Elend, Schmerzen, und stürzt zuleht zur Hölle. 6. Hilf, daß mein Geist nichts lieber hört, nichts lieber spricht und denket, als was den Glauben stärkt und nährt, und Lust zum Guten schenket; was mich zu jenem Leben 556 Zweiter Theil. Von der Heiligung, bringt, wo man bei dir stets lebet, dein Lob mit allen Engeln singt, den Heiland sieht, erhebet, und ihm sich ähnlich schauet. 7. 1 Mel. Wer nur den lieben Gott. 338. Gott! dir gefällt kein gottlos Wesen. - Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff' ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt, und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begang'nen Sünden mit inniger Beschämung sehn; durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Wahrheit gehn. Ich will forthin das Unrecht scheu'n und deinem Dienst mein Leben weih'n. 3. O stårke mich in dem Gedanken! gieb meinem Vorsatz Festigkeit! und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gieb, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih', daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sey; so sieg' ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle, mein Vater! so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, oder dem christlichen Wandel überhaupt. 557 dein Angesicht; und mache in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen Freuden; schaff ein getrostes Herz in mir, und stårke mich in allen Leiden; so halt ich mich, mein Gott, zu dir bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. Mel. Getreuer Gott, wie viel G. 37. 339. Erbarm' dich, Herr! du kennst mein Herz. Geneigt zu Eitelkeiten, läßt sich's durch Freude und durch Schmerz oft auf den Irrweg leiten. So wankt ein Rohr, vom Wind regiert, so irrt, von Leidenschaft verführt, auch oftmals meine Seele. Herr, hilf mir, daß ich als ein Christ das flieh', was vor dir strafbar ist, und nur das Gute wähle. 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanken. Erhebe den verirrten Sinn zu himmlischen Gedanken! wenn von dem Dienst der Eitelkeit mich deines Geistes Kraft befreit, so wird es mir gelingen. Ich halte deinem Willen still. Ich will mich åndern, Herr, ich will. Gieb selber das Vollbringen! 3. Umsonst such' ich der Tugend Bahn, wenn du mich nicht begleitest, und nicht, befreit von Menschenwahn, zu deiner Wahrheit leitest. Du hassest jeden falschen Schein. 558 3weiter Theil. Von der Heiligung, Mit Ernst willst du verehret seyn. Herr, hilf um Jesu willen! Erhebe den gebeugten Muth! Hilf mir der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen! 4. Mein Gott! mein Gott! gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht! wie rauh die Bahn der Tugend! Jedoch du trugst mit mir Geduld. Laß, Vater! laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres Heil. O laß mich's als mein bestes Theil auch immerfort betrachten. 5. Ich bin ein Mensch. Du kennest mich. Wie schwach sind meine Kräfte, doch meine Seele hofft auf dich. Du wirst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleih'n, und mich mit deiner Hülf' erfreu'n, vor dir gerecht zu leben. Ich, dein erkauftes Eigenthum, will dafür deines Namens Ruhm in Ewigkeit erheben. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 340. Mein Vater und mein Gott, der du in diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, dein heil'ges Wort gegeben. Regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sey, was, Gott, dein Wort mich heißt. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 559 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und kein vergånglich Gut zu übermäßig achte. Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gieb, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und fest gegründet sey. 4. Gieb, daß ich als ein Christ mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so geh' ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt.. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb' und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe. Laß ohne Uebermuth mich bei des Glückes Schein und ohne Ungeduld in trüben Tagen seyn. 6. Nie müsse sich mein Herz der Fleischeslust ergeben, und nie dem schnöden Geiz! mein dir geweih'tes Leben sey von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befrei't. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten: so unterstüße mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf 560 3weiter Theil. Von der Heiligung, deine Hülfe bau'n, und auch, wenn sie verzeucht, dir noch getrost vertrau'n. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Vater! so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Trost und froher Hoffnung nicht. - Mel. Dein Wort, o Höchster, ist. 7. 341. Mein Gott! ach, lehre mich erken- nen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder seyn. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestorben sey; laß mich mir sterben, dir zu leben, und mach' in mir, Herr, alles neu. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum. 3. Reiß' los mein Herze von der Erden; laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild' erneuert werden, und gieb mir meines Heilands Sinn. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum. 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach, und stets den schmalen Weg erwähle, ja, Ehre such' in Christi oder dem christlichen Wandel überhaupt. 561 Schmach. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 5. Gieb mir zum Streite Muth und Kräfte! hilf, daß ich dir verbleibe treu, daß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt gekreuzigt sey. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe lebendig, fest und thätig seyn, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn' Heuchelschein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 7. So hab' ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut: wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! Mel. Nun danfet alle Gott.— 9. 342. Du sagst: ich bin ein Christ. Wohl dir, wenn Werk und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben; und wenn dein ganzes Thun, durch Gottes Kraft und Geist, von deinem Christenthum die achten Proben weist. 2. Du sagst: ich bin ein Christ. Der ist's, der Jesum kennet; der seinen Gott 36 562 Zweiter Theil. Von der Heiligung, und Herrn ihn vor den Menschen nennet, und thut dann auch dabei, was Christus ihm gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. Catonis 3. Du sagst: ich bin ein Christ. Wer sich's will nennen lassen, muß leben, wie er glaubt, und alles Böse hassen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch kein Christ, ob er sich gleich den Namen giebt. 4. Du sagst: ich bin ein Christ, denn ich bin ja getaufet auf Christi Tod, der mich mit seinem Blut erkaufet. Ja wohl; doch prüfe dich, wie stehts um deinen Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund'? 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du als Gottes Kind dich, wie du ihm versprochen, in allem Thun erzeigt; dem Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Christ, weil ich die Gnadenlehre zu Haus und öffentlich beståndig les' und höre. Ja, Lieber, thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur wer es hört und thut, der ist dem Höchsten werth. 7. Du sagst: ich bin ein Christ; ich laff' mich öfters finden bei Jesu Bundesmahl, oder dem christlichen Wandel überhaupt. 563 mit Gott mich zu verbinden. Doch zeiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtschaff'ne Besserung nach solchem heil'gen Brauch? spol ich bin 8. Du sagst: ich bin ein Chrift; ich bete, les' und singe; ich geh' in's Gotteshaus. D lauter gute Dinge, wenn du von Heuchelei dabei entfernet bist, und deiner Andacht Zweck die Ehre Gottes ist. en 9. Du f 9. Du sagst: ich bin ein Christ. Wer kann es dir gestehen, er könne solches denn aus deinem Wandel sehen? Rührt nicht dein 100% ganzer Ruhm aus falschem Grunde her? Wer Christi Jünger ist, der wandelt so, wie er. 10. Bist du ein wahrer Christ, so müssen Sinn und Triebe nach Christi Vorbild seyn. Wenn unverfälschte Liebe dein ganzes Herz erfüllt; wenn du voll Sanftmuth bist, voll Demuth, wie der Herr; so sag': ich bin ein Christ. miste med 17 818 11. Doch wenn man noch an dir das Gegentheil verspüret; wenn Stolz und Uebermuth dein eitles Herz regieret, wenn statt der Sanftmuth sich zeigt Zorn, und Haß und Neid, so bist du ja gewiß vom Christenthum noch weit. 36* 564 Zweiter Theil. Von der Heiligung, 12. Du sagst: ich bin ein Christ, und rühmst dich dess' mit Freuden; doch thust du auch wohl mehr, als manche kluge Heiden? Ach! ich befürchte sehr, sie klagen einst dich an, weil du vielleicht noch nicht so viel, als fie, gethan. 13. Sag' nicht: ich bin ein Christ, bis daß dir Werk und Leben auch dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben. Der Name macht's nicht aus: ein Christ muß, ohne Schein, das, was er heißen will, im Wesen selber seyn. 14. Gott, schenke mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Christ zu seyn, und nicht nur so zu heißen! denn wer den Namen hat, und nicht die That zugleich, gelanget nimmermehr zu dir ins Himmelreich. Houd Kampf der Heiligung. ni nimel. Durch Adams Fall ist ganz.— 90. 343. Oft denkt mein Herz, wie schwer es sey, Herr, deinen Weg zu wandeln, und täglich deinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh', sie ist der Sieg der Lüste; jedoch mein Gott, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? oder dem christlichen Wandel überhaupt. 565 2. Die, die sich ihrer Laster freu'n, trifft ja auch Schmerz hienieden. Sie sind die Sclaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken, doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken. 4. Gott, hättest du es uns vergönnt, nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüste frei zu stillen; erlaubtest du dem Frevler hier, aus Bosheit uns zu krånken: was müßten wir doch dann von dir, du weiser Vater, denken? 5. Du willst, wir sollen glücklich seyn, drum gabst du uns Geseße. Sie sind es, die das Herz erfreu'n, sie sind des Lebens Schäße. Du sprichst in uns durch den Verstand, du sprichst durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Dich fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's, sie wählen; ein Thier 566 3weiter Theil. Von der Heiligung, folgt Trieben der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, Höchster, ähnlich werden. 7. O stårke mich dazu mit Kraft; so wird es mir gelingen. Du bist es, Gott, der beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von dir noch mehr bekommen: wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Mich stårke auf der Tugend Pfad das Beispiel sel'ger Geister. Ihn zeigte mir, und ihn betrat ja selbst mein Herr und Meister. O laß mich nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern. Mein wahrer Ruhm ist bei dir, Gott, und nicht bei Menschenkindern. 100 9. Gieb, daß ich mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre vergleich', und ernstlich allezeit gedenk' an meine Bahre. Das Kleinod, das der Glaube hält, laß neuen Muth mir geben, und zu den Freuden jener Welt mich oft im Geist erheben. 10. Erhalte mich stets unverzagt, wenn mir's nicht immer glücket; wenn mich, so viel mein Herz auch wagt, stets neue Schwach 567 oder dem christlichen Wandel überhaupt. heit drücket. Du siehst nicht auf die That allein, du siehst auf meinen Willen; ein göttliches Verdienst ist mein! dies laß mein Herze stillen. Bitten um Beständigkeit und Wachsthum in der Heiligung. risd Mel. Gott werde stets von dir. 72. 344. Schon ist die Tugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel' auch oft begehrt. Ach könnt' ich's, wie würd' ich mich freu'n! wer heilig ist, muß selig seyn. 2. Gott ist der Seligkeiten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit! Von Ewigkeit her war er gut; er bleibt's, und recht ist, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin; dann fliehn die heiligsten Entschlüsse, den Morgennebeln gleich, dahin. Bald wähl' ich, was dem Herrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt! - 4. Ich Armer! darum kommt kein Friede in mein verschmachtetes Gebein! wie bin ich dieses Wechsels müde! wann werd' ich fest 568 Zweiter Theil. Von der Heiligung, im Guten seyn? Wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienste, Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell. Sie leuchte mir in voller Klarheit beständig unbefleckt und hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde sey. - 6. O bilde, Vater, meine Seele! in deiner Liebe mache mich, weil ich zu meinem Trost dich wähle, gewiß und unveränderlich. Denn bin ich erst dein Eigenthum, so bin ich ewig auch dein Ruhm. Mel. Nun habe Dank für deine Liebe. 234. 345. Wie selig, Herr! ist der Gerechte! du bist sein Schild und großer Lohn. O, daß ich ganz gerecht seyn möchte! doch ach, wie wenig bin ich's schon. Du weißt es, Gott, ich bin noch weit entfernt von der Vollkommenheit. — 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, das nicht mit deiner Vorschrift stimmt! oft übereilen mich noch Sünden, wenn's Herz gleich bessern Vorsat nimmt. Ja, oft verlet' ich meine Pflicht, mein Gott, und weiß es selber nicht. 3. Wer kann, wie oft er fehlet, merken? Nur du, du siehst mich, wie ich bin. Nur oder dem christlichen Wandel überhaupt. 569 du kannst mich im Guten stårken; drum fall' ich, Vater, vor dir hin. O mach', um heilig ganz zu seyn, mich von verborg'nen Fehlern rein. 4. Von aller eitlen Eigenliebe befreie mich durch deine Kraft. Erweck und mehr' in mir die Triebe zu dem, was wahre Beßrung schafft. Laß meinen Fleiß gesegnet seyn, und meine Heiligkeit gedeih'n. 5. Du wirst das demuthsvolle Flehen des Sünders, der dich scheut und ehrt, o Gott der Gnade, nicht verschmähen. Du bist es, der Gebet erhört. Mein Fels, mein Heil, ich traue dir. Das, was ich bitte, giebst du mir. Mel. Mein treuer Gott, dein gutes Werk.- 256. — 346. Herr, mein Erlöser! nur von dir kann ich mir Hülf' erflehen; vernimm mein Seufzen, eile mir, mein Helfer, beizustehen. Des wahren Glaubens Kraft und Licht, das selige Bestreben, dir zu leben, und Muth zu dieser Pflicht, das wollest du mir geben. 2. Du hast ein königlich Gebot mir tief ins Herz geschrieben! von ganzer Seele soll ich Gott, wie mich, den Nächsten lieben! wenn ich nach deinem Worte thu'; so hab' ich schon hienieden großen Frieden, und welches Heil hast du den Frommen dort beschieden. 570 3weiter Theil. Von der Heiligung, 13. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, kein Weltglück dir entreißen. Denn du hast deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Wie könnten wohl durch ihre Müh' sie, solche zu verdienen, sich erkühnen? Aus Gnaden schenkst du sie, und du erwarbst sie ihnen. 4. Gieb, daß mit brünstiger Begier ich fest stets an dir klebe; zeuch mich dir nach, daß ich zu dir mich von der Welt erhebe! ja laß mich, wenn ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, und dann dort wonnevoll dein Antlig ewig schauen! ( 5. Ich kämpf', ermatt' und strauchle oft. Hilf, Herr, mein Hort, dem Schwachen, der nur auf dich in Demuth hofft. Du kannst mich machtig machen. In jeder Seelennoth laß mich bei dir Erbarmung finden, Trost empfinden, und endlich, Herr, durch dich in allem überwinden. Mel. Alle Menschen müssen st.- 82. 347. Du, der Herz und Nieren kennet, Ewiger, erforsche mich! ach! ich war von dir getrennet, aber du erbarmtest dich, hörtest mein Gebet, mein Sehnen, sahst die Inbrunst meiner Thränen, schenktest mir selbst deine Huld, und vergabst mir alle Schuld. 2. Ach! erforsche selbst mein Herze! sieh, es irrt und fehlet noch, und mit unruhvollem oder dem christlichen Wandel überhaupt. 571 Schmerze fühlt es oft der Sünde Joch; wankend, ungewiß und träge geht mein Fuß der Tugend Wege, und zu oft noch sieht mein Blick auf der Laster Bahn zurück. 3. Als zuerst vor meinen Blicken der Verblendung Nacht verschwand, und mein Auge voll Entzücken, Gott, dein Antlig wieder fand, wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht zu überwinden! ihre Schrecken sah ich nur, aber keiner Anmuth Spur. 4. Wenn von Undacht hingerissen, ich den Himmel offen sah, lag die Welt zu meinen Füßen und, Gott, deinem Throne nah, mischt' ich in der Engel Chöre den Gesang von deiner Ehre, von der Huld, die ewig liebt, Sünden decket und vergiebt. 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitelkeit, dein war ich müde! Welt, ich fluchte deiner Lust! ich verschmähte deine Gaben, mir war, Gottes Huld zu haben, und ein Herz, das ihn verehrt, mehr als Erd' und Himmel werth. 6. Ihr, dem Beten heil'ge Stunden, voller Ruhe, voll Gewinn, ach wohin seyd ihr verschwunden; Glut der Andacht, ach wohin? Oft noch such' ich Gott durch Zähren, durch Gebet und Flehn zu ehren; doch 572 3weiter Theil. Von der Heiligung, der Welt Geräusch zerstreut des Gebetes Brünstigkeit. - 7. Wenn die Menge der Verachter meines frommen Wandels lacht, aus der Andacht ein Gelächter, aus dem Beten Thorheit macht, wenn sie spottisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmähen: dann vergess' ich meine Pflicht; ich bekenne Jesum nicht. 8. Unter der Verfolger Steinen bebten Gottes Mårt'rer nie, seine Wahrheit zu verneinen, zwang nicht Droh'n, nicht Folter sie. Auf des hårt'sten Todes Wegen gingen sie dem Lohn entgegen, sahn den Himmel offen stehn, konnten so den Tod verschmähn. 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe stark gemacht, und zu deinem Lohn erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht, hilf auch mir den Spott bezwingen, hilf auch mir den Lauf vollbringen. Vater, bis ans Ende sey dir mein ganzes Herz getreu. 10. Wer getreu bleibt bis an's Ende, und nicht achtet Spott und Hohn, dem bereiten Gottes Hände eine ew'ge Siegeskron'. Kampf und Muth war nicht vergebens, Gott giebt ihm vom Baum des Lebens, und er kommt nicht in's Gericht, stirbt des Tod's der Seele nicht. 573 oder dem christlichen Wandel überhaupt. Mel. Es wolle Gott uns gnädig seyn. Im Choral- und Melodienbuche für Kurhessen ist zu diesem Liede die achte Zeile wegzus lassen, die vorlegte Note in der sechsten Beile aber zweimal zu singen. 348. charmer Sünder, wer bin ich, 1 daß du, o Gott, stets meiner dich erbarmst, daß du noch meiner schonst, und mir nicht nach Verdiensten lohnst. Zum Glauben und ¥ # zum Thun zu schwach, giebt oft mein Herz der Sünde nach. Ich kämpf', o Vater, nicht genung den Kampf der ernsten Heiligung. 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan! wie schnell! mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt! wie nahe grånzt die Missethat an unsers Herzens bösen Rath! wie bald wird Frevel selbst verübt, wenn man erst Schwachheitsfehler liebt! 3. Vertreib', o Gott, des Irrthums Nacht; entreisse mich der Sünde Macht! wie glänzet deiner Streiter Schaar, die einst, wie ich, 574 3weiter Theil. Von der Heiligung, auf Erden war, und die nun, weil sie überwand, den Lohn empfängt aus deiner Hand! sie sind gekrönt; ich noch im Streit: o gieb auch mir Beständigkeit! 4. Schmal ist der Weg zu Gottes Höh'n, und wenige sind, die ihn gehn! die Pfort ist eng', und der nur dringt durch sie zu Gott empor, der ringt. Ich lieg' auf meinem Angesicht, und fleh' und weine, laß dein Licht mir leuchten, Vater, laß mich dein im Leben und im Tode seyn. 5. Der mir in Christo alles gab, Gott! schaue doch auf mich herab! auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmelserben, und den Staub! erbarm' dich mein, und steh' mir bei, daß ich des Kleinods würdig sey, das Christus mir so theu'r erwarb, als er für mich am Kreuze starb. d pimp 6. Ja, du erbarmest über mich, versöhnter Gott und Vater, dich. Vom Leibe dieses Tod's befrei't, führst du mich einst zur Herrlichkeit, wo meine Tugend nicht mehr wankt, und dir, Gott, ewig dafür dankt, daß sie dein Gnadenlohn beglückt, und deiner Sieger Krone schmückt. tisdavid isdihatid n mom Mel. Mach's mit mir, Gott, nach.- 26. 349. Bald oder spät des Todes Raub, wall' ich noch hier auf Erden, sich Sterb oder dem christlichen Wandel überhaupt. 575 licher, doch dieser Staub soll einst umsterbe lich werden. Und dann, dann ist mein ewig's Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Chrift nach seinem Heile ringen; verachten, was auf Erden ist, hinauf zu Gott sich schwingen; getrost den Pfad der Trübsal gehn, und standhaft in Versuchung stehn. 800 8 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß, noch bin ich in den Schranken; noch nicht am Ziele, doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stårke mich durch deine Kraft auf dieser kurzen Pilgerschaft. The e 4. So lang' ich noch ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle; so schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf eb'ner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es sey mein Ruhm, dir werth zu seyn, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freu'n, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schutz zu trau'n, und meine Hoffnung, dich zu schau'n. thod todunted gam 6. Die freche Thorheit dieser Zeit soll nie mir meinen Glauben, den süßen Trost der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben, 576 Zweiter Theil. Von der Heiligung, Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst den Tod? - 7. Verzagt und schwach sind Fleisch und Blut, und eitel unsre Werke: der Glaub' allein giebt Kraft und Muth, und nur durch Christi Stärke sind wir in Angst und Traurigkeit getrost, und überwinden weit. 8. Was ist die Trübsal dieser Zeit und alles Leid der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, die kund an uns soll werden? Wie schnell flieht dies mein Leben hin! hin, wo ich ewig selig bin! 9. Heil mir! ich bin sein Eigenthum! nichts soll mich von ihm scheiden! nicht Wollust, Güter oder Ruhm; nicht Schmach, nicht Tod noch Leiden. Ich bin durch Jesu Blut erkauft; ich bin auf seinen Tod getauft. 10. Der uns in Christo alles giebt, Gott, wird mich nicht vernichten! der uns bis in den Tod geliebt, der wird mich einst nicht richten! wenn Erd' und Himmel untergehn, werd' ich zum Leben auferstehn. 11. Nicht Trubsal mehr, nicht Leid noch Schmerz betrübet dort die Seinen, nicht klagen mehr wird unser Herz, nur Freudenthrånen weinen; er, der für uns sein Leben gab, er trocknet unsre Thrånen ab. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 577 12. Dort schauen wir, und beten an vor seinem Angesichte, und die wir hier im Dunkeln sahn, wir werden dort im Lichte die Wunder seiner Liebe sehn, des Weisen Wege masnind nitog@ ganz verstehn. 13. Shr, die ihr ihn erhab'ner preis't, ihr Engel, meine Brüder, dann singet mein verklärter Geist in eure Jubellieder; und eurer hohen Harfen Klang ertönt in meinen Lobgesang.ngis 10: sil p pun dan dind 14. Du, der uns dieses Heil erwarb, laß, Jesu, mich's ererben! du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! gieb, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sey. mi( bu foruds a 3118 Jouniden Von der Nachahmung des Erlösers. Mel. Mach's mit mir, Gott. 26. 350. Welch hohes Beispiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! sollt' ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? und nicht den Weg, den du betrat'st, auch gehn, und das thun, was du that'st? bila 12. Dein Herz war voller Heiligkeit, so rein, wie deine Lehre: dein Thun, Lieb' und Rechtschaffenheit, dein Endzweck Gottes Ehre: hier schaffst du mir Zufriedenheit, und dort einst ew'ge Seligkeit. 37 578 3weiter Theil. Von der Heiligung, 3. Darum entäußertest du dich, und stiegst vom Himmel nieder, wardst Mensch, ein armer Mensch, wie ich, uns Schwache nennst du Brüder, der Bosheit Raub, der Leute Spott, in deinem Wandel gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestalt erschienest du, um uns zu Herrn zu machen; den Kranken gabst du Kraft und Ruh', und warst stark in den Schwachen: du trugst die Leiden mit Geduld, und trugst sie sonder eigne Schuld. 5. Du starbst für unsre Missethat. Wer liebt so seine Freunde! erfüllst für uns des Baters Rath, und bittest selbst für Feinde. Du starbst, gehorsam bis zum Tod, und ehrtest auch im Tode Gott. 6. Dies große Beispiel hast du mir zur Richtschnur hinterlassen, daß ich gesinnet sey gleich dir in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, komm, folge mir, und thu', wie ich. 7. Ich komme, Herr! gieb Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer aß ich Jünger sey, und nicht mich fälschlich nur so nenne: damit ich deinem Beispiel treu auch andern selbst ein Beispiel sey. Mel. Es ist das Heil uns k. 6. 351. D Seele, schaue Jesum an! hier kannst du recht erkennen, was wahre Demuth - oder dem christlichen Wandel überhaupt. 579 heißen kann, und was wir Sanftmuth nennen. Er stellt sich dir zum Muster dar; wie Jesus Christ gesinnet war: so sey auch du gesinnet. 2. Er war der große Gottessohn, ihn ehrten Cherubinen; doch ließ er seinen Himmelsthron, und kam, um uns zu dienen. Er selbst, der Herr der Herrlichkeit, war Menschen wohlzuthun bereit: so sey auch du gesinnet! 3. Er sah die ganze Lebenszeit auf seines Vaters Willen, durch Thun und Leiden stets bereit, ihn treulich zu erfüllen. In allem, was er dacht' und that, verehrt er seines Vaters Rath: so sey auch du gesinnet! 4. Das Böse sucht' er alsobald mit Gutem zu vergelten; man hörte, wenn die Welt ihn schalt, ihn niemals wieder schelten; man hört' ihn nicht um Rache schrein: er übergab es Gott allein: so sey auch du gefinnet! 5. Wenn Stolz und Eigenliebe sich, o Seele, bei dir reget; so stärke Jesu Beispiel dich; dann wirst du nicht beweget. Ach, nimm doch dessen Wort in Acht, und denke, wie er's hat gemacht: so sey auch du gefinnet! 37* Zweiter Theil. Von der Heiligung ze. Mel. Kommt her zu mir, ſpricht. 238. 352. Kommt her, Mühsel'ge, kommt zu mir, spricht Gottes Sohn, o kommt, seyd ihr mit Sünden gleich beladen. Wo sucht ihr Trost? Nur Trost und Heil, wird dem, der zu mir kommt, zu Theil: ich beile euern Schaden. 580 - 2. Wie lange såumet ihr euch noch? Kommt her und übernehmt mein Joch, und folget meinen Lehren. Seht, wie ich, ganz nach Gottes Sinn, so sanft und so demüthig bin; mich müßt ihr billig hören! 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Last. O! wer sein wahres Glück nicht haßt, wird sich darunter beugen. Ruh' und Erquickung findet sich bei mir, und trostreich werd' ich mich gewiß an ihm bezeigen. 4. Nun, Jesu, mich verlangt nach dir, zeuch mich dir nach, so laufen wir, dir will ich mich ergeben. Ich weiß es, o Herr Jesu Christ, daß außer dir kein Netter ist: bei dir ist Heil und Leben. 19 15. Laß mich nun, so wie du gethan, aus wahrer Demuth jedermann zu dienen fertig stehen. Laß mich, wie du, sanftmüthig seyn; Beleidigungen gern verzeihn, und Fehler übersehen. 119mal 3weiter Theil. Von der Erkenntniß Gottes. 581 6. Ach, bilde mich nach deinem Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Joch recht trage. Sprich meiner Seele tröstlich zu, und bringe mich zur wahren Ruh', am Ende meiner Tage. 25) Von der Erkenntniß Gottes. Mel. Ich will, mein Gott.- 55. 353. Soll sich mein Geist, o Gott! zu dir erheben, und dich zu kennen glücklich sich bestreben, so mußt du selbst, um groß von dir zu denken, die Kraft mir schenken. 2. Laß doch, o Herr, dein Licht mich stets erfreuen, und meiner Seele Finsterniß zerstreuen: erleuchte mich, daß mich zu deiner Ehre dein Glanz verklåre. 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, das so, wie du, verdien' erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durst nach Glück so stille, als deine Fülle? 4. Dich suchen, ist die edelste der Sorgen: zwar bist du unerforschlich und verborgen; doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht hassen, dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Güt' und Stärke; auch hast du selbst, sey hoch dafür gepriesen! uns unterwiesen! 582 58 3weiter Theil. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir getreu, was du uns lehrst, bewahren, wenn wir, was deine Lehren wirken sollen, uns bessern wollen. 7. Ach, möcht' ich, Gott, aus allen meinen Kräften dich suchen, ruh'n von Sorgen und Geschäften, und mein Gemüth, um mich zu dir zu schwingen, zur Stille bringen! 8. Doch mein Verstand ist unståt, tråg', er scheuet der Ueberlegung Müh', und, schnell zerstreuet, sinkt er, wenn ich zu dir gezogen werde, zurück zur Erde. 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermessen, verführt ihn, seine Gränzen zu vergessen, will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, von dir erkennen! 10. Ergreife mich und leite meine Seele, daß sie den Weg zum Lichte nicht verfehle, gewähre mir, damit sie nicht ermüde, Ernst, Lust und Friede! 11. Dann werd' ich immer heller dich erkennen, und tåglich mehr von deiner Lieb' entbrennen, dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, dir, Gott, nur leben! Mel. Gott werde stets von dir. 72. 354. Wo find' ich Gott, den meine Seele 1 vor allem ewig lieben will? Du, den ich mir zum Trost erwähle, schweig, Herr, zu Von der Erkenntniß Gottes. 583 meinen Wunsch nicht still! wann werd' ich mit dir, größter Freund, noch völliger, als hier vereint? 2. Wie wollt ich dich, mein Gott, nicht preisen, wenn ich dich sehe, wie du bist! zwar deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaussprechlich gut du bist. Wie schimmern sie, doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlichkeit nicht ganz.d 3. Ich sehe dich hier nur im Spiegel, und bete dich in Schwachheit an. Ach, hätte meine Seele Flügel, sich dir, mein Schöpfer, mehr zu nah'n! wie würde sie sich deiner freu'n! wie selig, wie verherrlicht seyn! 4. Dürft' ich, am Fuße deines Thrones, mit deinen Engeln dich erhöh'n; könnt' ich im Antlig deines Sohnes, wie deine Seligen dich sehn: ich, der ich hier kaum stammlen kann, lobsånge dir dann, wie ein Mann. 5. Mir macht zwar jedes deiner Werke mehr, als ich rühmen kann, bekannt. Es zeigt mir deiner Allmacht Stärke, und deinen weisesten Verstand, und deine Huld, die selbst das Lob des Davids noch zu schwach erhob. 6. Du sprichst auch, wie mit einem Kinde, in deinem Wort, o Gott, mit mir. Wie gut, wie zärtlich! doch die Sünde verdunkelt mir dies Licht von dir. Was kann ich 581 sto 3weiter Theil. wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unterweis't? d 7. Doch, wenn in meinen Finsterniſsen er auch mein blödes Aug' erhellt; was lern' ich, Gott, von dir? Mein Wissen bleibt immer Stückwerk in der Welt. Ich suche dich, und forsche nach, und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. 8. Und hört' ich nur auf deine Stimme in deinem Worte! hört' ich nur, wie du verdienest, auf die Stimme der dir lobsingenden Natur! so lernt' ich hier schon, mich allein, Gott, deiner Herrlichkeit zu freu'n. 9. Wie brünstig würd' ich dann dich lieben! mit welchem Eifer würd' ich mich dir, Vater! zu gefallen üben! wie selig wär' ich blos durch dich! nun aber tauschet meinen Geist, gleich Kindern, Tand, wenn er nur gleißt. 10. Welch Elend! Vater, ich empfinde mein Elend! Zeuch mich selbst zu dir! Entkråfte selbst die Macht der Sünde. Dein Geist der Weisheit wohn' in mir! damit ich vor der Tauscherei der Sinnlichkeit gesichert sey. day and 11. Gieb, daß der Strahl von deiner Wahrheit mein Leben leite, bis ich dort dich näher seh', und mit mehr Klarheit, als hier, an diesem Prüfungsort. Ich, der ich hier kaum no Von der Erkenntniß Gottes. 585 stammlen kann, lobsinge dir dann, wie ein Mann. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 355. Mein Gott, du wohnest zwar im Lichte, dahin kein sterblich Auge dringt! doch giebst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster! bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forschen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug' und Herz stets offen seyn. 3. Dein Wort sey mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren Weisheit führt. Laß mir doch keinen Irrthum rauben, was mir ein ewig Heil gebiert. Kein Spöttergeist verführe mich; kein Zweifel sey mir hinderlich. 4. Dich kennen ist das ew'ge Leben. Drum hilf mir, Vater, daß ich dich, und den, den du für uns gegeben, hier so erkenne, wie du mich in deinem Wort es selbst gelehrt; bis einst sich meine Einsicht mehrt. 5. Vor allem laß bei mir lebendig, o Höchster! dein Erkenntniß seyn! laß mich darnach dir auch beständig die größte Lieb' 586 3weiter Theil. Von der Erkenntniß Gottes. und Ehrfurcht weih'n. Gieb, daß ich thu' mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenn's nicht zu deiner Liebe treibt? was nüht ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum lenke, Herr, auch meinen Sinn durch Wahrheit dir zum Dienste hin. 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden ein Brunnquell wahren Trostes seyn. Laß mich, wenn Leib und Seele scheiden, dann noch im Glauben deiner freu'n. Dort seh' ich dich im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht. A Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe. 59. 356. Wie felig bin ich, wenn mein Geist hinauf zu Gott sich schwingt, und, wenn er seinen Schöpfer preis't, der Engel Werk vollbringt! - 2. Wer gleicht Gott? wer ist so geschmückt mit Herrlichkeit und Licht? Ihr Seraphim! ihr seht entzückt sein göttlich Angesicht. 3. Ein voller Strom von Wollust quillt aus seiner Wissenschaft. Denn er ist selig und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Er spricht ein Wort, und schnell umringt den Seligen ein Heer, das selig ist, und ihm lobsingt, das niemand zählt, als er. 3weiter Theil. Von der Liebe 2c. 587 5. Auch ich entstand, weil er mich schuf, um ewig froh zu seyn. Heil, Seele, dir! denn dein Beruf ist, Gottes dich zu freu'n. 6. Schon siehst du durch ein dåmmernd Licht den Unaussprechlichen; dort wirst du ihn von Angesicht in größ'rer Klarheit sehn. - 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. Mel. Nun habe Dank für deine L. 234. 357. Wie? sollt ich dich, mein Gott, nicht lieben? Du hast mich ja zuerst geliebt, und, von Erbarmen angetrieben, den Sohn geschenkt, der Leben giebt. Herr, dies Geschenk zeigt rührend an, wie huldreich du mir zugethan. - 2. Von Ewigkeit hast du beschlossen, ich soll dein Kind und Erbe seyn. Und wann ist eine Zeit verflossen, da du, mein Gott, mich zu erfreu'n, mir nicht noch weit mehr Gut's gethan, als ich jemals aussprechen kann? 3. Wie sehr, Herr, bist du mir gewogen! du liebtest mich von Anbeginn, und hast mein Herz zu dir gezogen. Bewahre selbst in mir den Sinn, daß dir, voll brünst'ger Dankbarkeit, mein ganzes Leben sey geweiht. 4. O welch ein seliges Geschäfte, Herr, deinem Dienst sein Leben weih'n! gieb du mir selber dazu Kräfte, so wird mein Fleiß 588 3weiter Theil.- Von der Liebe gesegnet seyn. Ist deine Gnade nur mit mir, so bleib' ich stets, mein Gott, an dir. 5. Führst du mich gleich auf rauhen Wegen, so thust du es zu meinem Heil. Auch unter harten Kreuzesschlägen hab' ich an deiner Huld doch Theil, und nach vollend'ter Leidensbahn nimmst du mich einst mit Ehren an. 6. Dreiche mir, auch wenn ich sterbe, Herr, deine Baterhånde zu. Dann tröste mich mein künft'ges Erbe! dann führe mich in deine Ruh'. Mit völliger Zufriedenheit lieb' ich dich dann in Ewigkeit. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 301. 358. An dich, mein Gott! gedenken, iſt Pflicht und Trost für mich. Wenn Sorg' und Gram mich krånken, so sieht mein Aug' auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz; dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk' ich an deine Liebe, wie werd' ich dann erfreut! wenn alles um mich trube, und mir ein Wetter dråut, ist sie mein Sonnenschein. Mich können keine Leiden von deiner Liebe scheiden, so groß sie immer seyn. 3. Mit fröhlichem Gemüthe denk' ich an deine Treu: denn, Vater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh' ich nur stets auf dich, 1 und Dankbarkeit gegen Gott. 589 wird mir die Arbeit süße, in der ich Schweiß vergieße: du unterstüßest mich. 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und großmuthsvoll mir Armen, dein Kindschaftsrecht erwarb. In ihm, Gott, bist du mein. Drum kann ich Hoffnung fassen, du wirst mich nie verlassen, nein, stets mein Helfer seyn. nive 5. Wie gut ist's, dein gedenken! die Welt mag immerhin ihr Herz auf's Eitle lenken. Wie schlecht ist ihr Gewinn! zu dir halt' ich mich, Gott! dies bringt, auch wenn ich leide, dem Herzen Trost und Freude; dies stårkt mich einst im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang' ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, so geh' ich zwar die Bahn, da mein die Welt vergißt. Doch du, Herr, denkst noch meiner, wenn auch auf Erden keiner mein eingedenk mehr ist. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 141. 359. Der du mich als ein Vater liebst, und mich mit Wohlthun ganz umgiebst, Gott, meiner Seelen Freude! ich bleibe dennoch stets an dir. Was ist, mein Gott, das je mich hier von deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei - 590 3weiter Theil. Von der Liebe meiner rechten Hand, regierest meinen Lebenslauf, und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr, mein Gott! du bist mein Licht; du bist mein Licht! ich folge dir, so irr' ich nicht. TOATS C - 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Geht's gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohlgelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Chron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein Herr, mein Gott! ach voll Begier, ach voll Begier wünsch' ich zu seyn, mein Heil, bei dir. 3. Mein Sinn ist ganz auf dich gericht't. Hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, so könnte keine Luft für mich auch selbst im Himmel werden. Wär'st du nicht schon auf Erden mein, so möcht' ich nicht auf Erden seyn. Denn nichts ist in der ganzen Welt, das mir so sehr, wie du, gefällt. Mein Herr und Gott! wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich iſt. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch und Dankbarkeit gegen Gott. 591 Seel' und Leib verschmachten; dies alles wird, wenn's auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wår', mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil. Denn wahrlich nur durch dich allein kann Leib und Seele selig seyn. Herr, meine Burg! ich hoffe fest, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht, und auf der Welt dir nicht beharrlich Glauben hålt, muß freilich wohl verderben. Er kann, weil er die Lust und Pracht der Erden sich zum Himmel macht, nicht deinen Himmel erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster! mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Nur den, der hier sein Herz dir weiht, sein Herz dir weiht, nur den führst du zur Herrlichkeit. 6. Drum halt' ich mich getrost zu dir; du aber hältst dich auch zu mir; und das ist meine Freude. Ich sehe meine Zuversicht auf dich, mein Fels, und zage nicht, auch selbst im tiefsten Leide. Dein Wort, o Höchster, soll allein mein Trost und meine Nichtschnur seyn, bis sich einst in der Ewigkeit mein Herz vollkommen deiner freu't. Gott 592 3weiter Theil. Von der Liebe meines Heils! ich warte drauf: ich warte drauf: nimm mich in deinen Himmel auf! Come sians Co 360. W Mel. O Gott, Vater, ich glaub' an dich. ohlan, mein Herz, sey stets be持 Sreit, und zeige deine Dankbarkeit dem Gott, dem du ganz eigen bist; deß liebstes Werk das be Wohlthun ist; deß Heil uns überall begegnet; b 1901 der den verfluchten Sünder segnet. 2. Er denkt bei jedem Augenblick, bei jedem Pulsschlag an mein Glück. Er ist's, in dem ich leb' und bin; durch den ich der Gefahr entrinn: ach, dankend muß ich, Herr, verstummen; wie viel sind deiner Gnade Summen! 3. Dort zeigt sich mir erst eine See, vor der ich ganz erstaunend steh'! ich Erdenklos, ich schnöder Staub! ich Sünder! ich, der Höllen Raub, erfahr' in seinen Liebesarmen sein groß, sein göttliches Erbarmen. ost 4. O Sünden, die ich je verübt, und er mir våterlich vergiebt, wer zählt euch? seines Geistes Macht hat mich so oft zurecht gebracht; und Dankbarkeit gegen Gott. 593 so oft mit mildem Trost erfreuet: sein Wohlthun wird noch stets erneuet. 5. Auch seine Züchtigungen sind für mich, oft pflichtvergeßnes Kind, Wohlthaten, alles Dankes werth. So wird des Fleisches Kraft verzehrt, der Schlaf verjagt, der Geist entzündet, und Glaub' und Hoffnung fest gegründet. 6. Ich zähle leichter Stern' und Sand, als alle Güter deiner Hand. Der sel'gen Engel hohe Sprach' ist selbst für deinen Ruhm zu schwach. Wie kann es dann mir Wurm gelingen, dein Halleluja recht zu singen? 7. Doch will ich bringen, was ich kann. Nimm mich dir ganz zum Opfer an. Herz, Muth, Mund, Leib, sey dir geweiht, zu deiner Ehr' in Ewigkeit. Ich will mich ewig dir verschreiben: du sollst mein, ich will dein verbleiben. Der 116. Pfalm. Mel. Mein Bundesgott, ach, unterweise. 324. 361. Wie lieb ist mir's, daß Gott zu meinem Schrei'n sein Ohr herab neigt, daß er meine Klagen im Himmel hört; in allen meinen Tagen soll mein Gebet nur ihm geweihet seyn! - 38 594 Zweiter Theil. Von der Liebe 2. Schon überall um mich war nichts als Tod, schon hatte mich des Grabes Angst umgeben! kaum schien ein Hoffnungsstrahl noch meinem Leben, tief sank ich hin in Traurigkeit und Noth. - 3. Da rief ich Gottes heilgen Namen an! ach Herr, mein Gott, errette und be hüte mich doch! gerecht ist Gott! er ist voll Güte, barmherzig, und ein Gott, der helfen kann. 4. Er schüßt die Frommen, und er hilft auch mir, wenn ich voll Angst, und fast verzehrt, mich quàle; zu deiner Ruhe kehre wieder, Seele, denn wie viel Gutes thut der Herr an dir! 5. Du machtest mich vom nahen Tode frei, mein Aug' von Thrånen, meinen Fuß vom Fallen: ich will vor dir im Land des Lebens wallen; ein Herold deiner Huld und deiner Treu'! 6. Mein Mund bekennet, weil mein Glaube siegt! zwar litt ich sehr, viel waren meiner Plagen; doch sprach ich auch in meinem größten Zagen? Gott ist wahrhaftig, jeder Mensch betrügt. 7. Wie kann ich Gott vergelten, was er that? Unzählig ist die Wohlthat seiner Güte! und Dankbarkeit gegen Gott. 595 was bringt ihm nun mein dankerfüllt Gemüthe, ihm, der so gnådig mich errettet hat? 8. Ich will den Heilskelch nehmen, ihn erhöhn, die Wunder rühmen, die an mir geschehen, bezahlen will ich ihm, sein Volk soll's sehen, was ihm mein Herz gelobte bei dem Flehn! 9. Wie köstlich ist vor Gott der Frommen Tod! o Herr, ich bin dein Knecht, von dir erkoren! von deiner Magd zum Knechte dir geboren, aus Banden risfest du mich, Herr, mein Gott! 10. Dir opfr' ich Dank; dich will ich stets erhöhn, und preisen, was für Gutes mir geschehen, bezahlen will ich dir, dein Volk soll's sehen, was dir mein Herz gelobte bei dem Flehn. 11. In Salem, Herr, in deinem Heiligthum will ich dich loben! durch des Tempels Hallen soll mein Gesang, soll, Gott, mein Dank erschallen, da sing' ich: Halleluja! dir sey Ruhm. Mel. Die Himmel rufen, jeder.- 42. 362. Du Bater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist; und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist! laß mich von ganzem Herzen dein, laß mich's mit allen Kräften seyn. 38* 596 Zweiter Theil. Von der Liebe 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu seyn mich übe, wie du mir dazu Vorschrift giebst. Was dir gefällt, gefall' auch mir. Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. - 3. Vertilg' in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt; und gieb, daß ich Verläugnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich, um deines Namens willen, gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh' auf meine Willigkeit, und rechne mir, nach deiner Huld, die Schwachheit, Vater! nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, miß fällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die Eleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich behutsam seyn. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt. Auch Trübsal führt zu ew'gen Freuden. Wer ihre Last gern übernimmt, geduldig trågt, und weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstützt. und Dankbarkeit gegen Gott. 597 7. In deiner Liebe laß mich sterben. Dann wird der Tod selbst mein Gewinn; dann werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb' ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit! Mel. Werde munter, mein G. 116. 363. Gott, mein Vater, deine Liebe reicht, so weit der Himmel ist. Deines Wohlthuns starke Triebe sind so ewig, als du bist. Deiner Huld Unendlichkeit, Gott, erschöpfet keine Zeit; und wer kann die vielen Proben deiner Güte würdig loben? 2. Als ich noch der Welt verborgen in dem Schooß der Mutter lag, wachtest du, für mich zu sorgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Beistand deiner Macht bin ich an das Licht gebracht, und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie gedenket mein Gemüthe, ohne brünst'ge Dankbegier, jener unverdienten Güte, da du durch die Taufe mir das erhabne Recht gewährt, daß ich für dein Kind erklärt, mich des Segens der Erlößten voller Zuversicht darf trösten. - 4. In den zarten Jugendjahren warst du meines Lebens Stab; mein Beschirmer in Gefahren. An dir hab' ich bis in's Grab 598 Zweiter Theil.- Von der Liebe einen Vater, der mich liebt; einen Vater, der mir giebt, was zum wahren Wohl mir nüßet, einen Vater, der mich schüßzet. 5. Gott, du machst's mit uns stets beſser, als wir wünschen und verstehn. Deine Güte ist viel größer, als die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein Dank, wie der Seraphim Gesang; dennoch würde durch mein Loben deine Huld nicht g'nug erhoben. 6. O so zeuch durch deine Liebe, Herr, mein ganzes Herz zu dir. Stårk und mehre selbst die Triebe wahrer Dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen seyn; so mich dei nes Wohlthuns freun, daß auch mir auf dieser Erde Wohlthun wahre Freude werde. 7. Ja, laß jede deiner Gaben recht zu brauchen mich bemühn; stets den Zweck vor Augen haben, dazu du sie mir verliehn. Deine Güte reize mich, daß ich immer brünst'ger dich lieb', und deinen heil'gen Willen freudig suche zu erfüllen. Mel. Die Himmel rufen. 42. 364. Mein Herz ermuntre dich zum Preise des Gottes, der dein Vater ist! bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring' ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. - und Dankbarkeit gegen Gott. 599 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüßlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott! wie wenig bin ich's werth, daß mir noch Hülfe wiederfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn sie noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang' verweilt, so kommst du, eh' ich's mich versehn, mich aus dem Kummer zu erhöhn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste, und wenn auch meine Noth sich häuft; so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn Fluth von Elend auf mich träuft, so siehst du mit Erbarmen drauf, und hemmst allmächtig ihren Lauf. 19090 6. Du bist mein Heil. Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Retter! voll. O könnt' ich deine große Güte doch so erheben, wie ich soll! doch meine Kraft reicht nicht dahin. Du weißt es, Gott, wie schwach ich bin. 600 Zweiter Theil. Von der Liebe 7. Und hätt' ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig g'nug von mir besungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit; und hörest selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit, du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen seyn. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weih'n, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb' im höhern Heiligthum. Mel. Dennoch bleib' ich stets. 156. 365. Habe deine Lust am Herrn, bei dem Herrn ist Freud' und Leben; und er wird, denn er giebt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. - 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret! Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. i und Dankbarkeit gegen Gott. 601 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte kennet. Lust an Gott stårkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Lust beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdrossen zu erfüllen! und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. #ipril 100 5. Bleibst du auch nicht ohne Last; trag geduldig die Beschwerden: wenn du wohl gelitten hast, wird dir ew'ge Freude werden, und du triffft im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. Mel. Mein Gott, das Herz ich.— 59. 366. Mein Geist erstaunt, Allmächtiger! wenn er die Gnaden denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen, schlief, bestimmteſt du für mich das Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, eh' er geboren ist. Und so ward ich, o welch ein Glück! schon als ein Kind ein Christ. 602 Zweiter Theil. Von der Liebe 5. Schwach, an der Brust, vernahmst du schon, was noch kein Flehen war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. CO 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad der Zugend mich verirrt, hat mich höchst liebreich, Herr, dein Rath darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Laster, das noch mehr als sie, zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt: und deine Gnad' erquickte mich, wenn Sünden mich gekrånkt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und in der wahren Freundschaft Glück des Lebens Trost mir giebst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dies Herz, das fühlen kann; dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan. 11. Kein Tag soll froher mir vergehn, als Höchster, dir zum Preis. Ich will dein hohes Lob erhöhn, so gut ich kann und weiß. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau' ich allein auf dich. Durch dich und Dankbarkeit gegen Gott. 603 gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn krachend einst der Bau der Welt sich aus den Angeln reißt, will ich den preisen, der mich hålt, dich, der mich leben heißt. ber mich 14. Dich, der mich bei der Welten Sturz mit starkem Arm erhob! selbst Ewigkeiten sind zu kurz, o Höchster, für dein Lob! Mel. Nun ruhen alle Wälder.- 48. 367. Dir dank ich für mein Leben, Gott! der du mir's gegeben, ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier! 2. Du, Herr, hast mich bereitet; mich våterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge! der Treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh' ich bereitet war; eh' ich zu seyn begonnte, und zu dir rufen konnte, da wogst du schon mein Theil mir dar. 604 Zweiter Theil. Von der Liebe zc. 5. Du ließ'st mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. OHöchster! weich Erbarmen! du sorgtest für mich Armen, und bist ein Vater, der verzeiht. 6. Für alle deine Treue, für das, deß ich mich freue, lobsinget dir mein Geist. Er ist dein größt Geschenke; daß ich durch ihn dich denke, ist dein; dein ist's, daß er dich preis't. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Kraft ausrüstest, dies, Vater, dank' ich dir; daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regierest, dies alles, Vater, dank ich dir. - 8. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben; du giebst's, ich hoff' auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. Herr! segne und behüte mich! 27) Von der Furcht Gottes. Mel. O großer Gott von Macht. 368. D du erhabner Gott, an Macht unendlich reich! wer ist dir auf der Erd' und Zweiter Theil. - Von der Furcht Gottes. 605 wer im Himmel gleich? Vor dir erbebt die Geisterwelt; und was der Himmel in sich hålt, muß sich mit tiefem Schweigen vor deinem Throne beugen. 2. Du hast durch deine Kraft den Himmel ausgestreckt; die Erde fest gegründ't, dem Meer sein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt der Berge Grund, und stürzt sie in des Meeres Schlund. Du sprichst: so fliehn selbst Welten, o Herr, vor deinem Schelten. 3. In deiner Hand sind wir wie Thon in Töpfers Hand. Was an uns Gutes ist, hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht durch die Vernunft und Schrift dein Recht, willst, daß wir Thun und Denken nach deiner Vorschrift lenken. 4. Erleuchte meinen Geist, o Gott, mit deinem Licht. Dich fürchten, sey mir stets so Seligkeit als Pflicht. Hilf, daß ich, als dein Unterthan, der niemals dein entbehren kann, bemüht sey, deinen Willen gehorsam zu erfüllen. 5. Laß deine Gegenwart mir stets vor Augen seyn, und auch im Dunkeln mich 606 3weiter Theil. dein helles Antlig scheun. Erinnre mich an dein Gericht, wenn zur Verletzung meiner Pflicht die Lust der Welt zu Zeiten mich Schwachen will verleiten. 6. Doch zünde auch in mir das Licht des Glaubens an, daß ich in Christo dich als Vater lieben kann. Gieb, daß ich frei vom knecht'schen Geist, mit Freuden dir Gehorsam leist', und mich, aus reiner Liebe, in deinen Wegen übe.ned and od NG 7. Laß, Vater, deine Furcht des Lebens Leitstern seyn, so nimmt kein Irrthum mich zu meinem Schaden ein. Sie mache mich von Heuchelei, von Menschenfurcht und Trågheit frei; so werd' ich im Gewissen die süße Rubh' genießen. Mel. des 26. Psalms. 369. D E Gott, wer ist dir gleich, wie B machtig ist dein Reich! Dein Draun bewegt der Erde Grund. Willst du zur Strafe ziehen, wer kann vor dir entfliehen? dein Arm wird allenthalben kund. Von der Furcht Gottes. 607 2. Wo ist der Ort der Welt, der mich verborgen hålt? Vor dir liegt alles aufgedeckt; wie sollt' ich dann noch wagen, Gehorsam zu versagen? da deine Gegenwart mich schreckt. 3. Dem, was ich lass' und thu', siehst du aufmerksam zu, und bringst es einst vor dein Gericht. Wie sollt' ich dann nicht beben? auch bei dem besten Leben bestehen Adams Kinder nicht. 4. Doch mach' von Heuchelei und Knechtesfurcht mich frei, daß ich dich fürchte als dein Kind, und in der reinen Liebe mich durch den Glauben übe, wozu mich deine Huld verbind't. 5. Ach, lenkte bloßer Zwang den ungewissen Gang, wie könnt' ich mich in dir erfreu'n? Nein, laß mich dir, o Bater, mein Helfer und Berather, mit Willigkeit ergeben seyn. 6. Wer als ein Knecht ihn scheut, und thut, was er gebeut, jedoch von seiner Liebe blos, der kann ihm nicht gefallen; die Liebe macht bei allen, und auch bei Gott, den Menschen groß. 7. Was noch so schwer uns deucht, macht uns die Liebe leicht; sie machet uns dir, Höchster, gleich; sie stillet unsre Herzen, 608 3weiter Theil. versüßet unsre Schmerzen, und bringt uns in dein ewig Reich. 8. Entzünd' den Trieb in mir, mit Lust zu thun, was dir gefällt, o Gott, mein ewig Heil! dir will ich mich ergeben, dir sterben und dir leben; dir meines Herzens Trost und Theil! Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 370. Vor dir, o Gott! sich kindlich scheuen, ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk' in mir durch deinen Geist, die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. In allem, was ich thu' und denke, laß, Herr, das meine Weisheit seyn, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheu'n. Denn, wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schåme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade Von der Furcht Gottes. nicht verlier, die mich von dem verdienten Fluch befreit, und stets noch liebreich trug. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit. Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, und nur um deine Gunst bemühn. 6. Gieb, daß ich stets ein gut Gewissen vor dir zu haben sorgsam sey; und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei. Nie store Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, und überall, auch wo ich bin, nach deiner Vorschrift redlich handeln. Du hassest heuchlerischen Sinn. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werthfins i toimus 8. In deiner Furcht laß mich einst sterben, so schreckt mich weder Tod noch Grab; so werd' ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott! deine Furcht bringt Segen ein. Ihr Lohn wird groß im Himmel seyn. diavol Mel. Gott werde stets von dir. 72. 371. Willst du der Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weis' und klug zu nennen, 39 609 - Bagweiter Theil. 610 der alle seine Pflichten gern, weil Gott fie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern' Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit! so wirst du nie dich unterwinden, mit thörichter Verwegenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last: nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft versäumet hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleih'n, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk nur, vor seinem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht. 5. Den Herren öffentlich verehren, sowohl als in der Einsamkeit: auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was er gebeut: auch das lehrt dich die Furcht des Herrn; auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Laßt dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst: die Furcht des Herren wird dich stårken, daß du die Welt verachten lernst. Wer Gott, do ju Von der Furcht Gottes. 8 611 dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt.# 39 ww 7. Sich stets vor dem Allmächt'gen scheuen, giebt Heldenmuth und Tapferkeit, wenn uns der Menschen stolzes Drauen, was Gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb' ich vor den Menschen nicht. TOMANDE FOR 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten, sehn! laß sie mich zu der Weisheit führen: so werd' ich niemals irre gehn. Wohl dem, der sich stets kindlich scheut; dich fürchten, Gött, ist Seligkeit. $ 190 120 mi 40000) 11080) Jad 196 HON 10 12 im drit 28) Von dem Vertrauen auf Gott, und der 390 7900 Ergebung in seinen Willen. andmed on 1193 mo popilise Der 11. Pfalm. 1593 6nd sering sid thro Mel. Die Himmel rühmen Gottes Ehre.- 46.11928 372. Voll Glauben will ich zu dir beten, o Gott, vor deinem Angesicht! dann kann kein Feind mich untertreten, dann beb' ich, Gott, vor Menschen nicht! Dist dipe 2. Und wenn sie mir, um mich zu fällen, und meines Falles sich zu freun, noch so verborgne Neße stellen, so will ich doch nicht zaghaft seyn. 39* 612 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 3. Wenn meiner Wohlfahrt Feinde sagen: nun, nun ist er zu Fall gebracht! so werd' ich dennoch nicht verzagen, denn Gott lebt noch mit seiner Macht! dialed toale 4. Gott ist im Himmel, doch auf Erde schaust du herab vom Himmel, Gott! und siehst, wenn ich gedrånget werde, siehst meinen Jammer, meine Noth. me mod TOO 5. Du kennst und liebest den Gerechten, befreist ihn gern von jeder Last! hilfst, wenn fie fleben, deinen Knechten, und bassest jeden, der sie haßt. Ido22 ndsp 973) elnmin chi st 6. Weh' dem, der den Gerechten spottet! Gott schaut im Zorn den Frevler an; er wird mit Wettern ausgerottet von dem, der ewig tödten kann! usd 12( 89 7. Denn der gerechte Richter liebet der Heiligen Gerechtigkeit; und hilft dem, der, was recht ist, übet, wenn auch die ganze Welt ihm dråut! non mi vi nhật hedule ma Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan.- 267. 300100 373. Auf dich, Herr! nicht auf meinen Rath will ich mein Glücke bauen, und dir, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Du, der die Welt allmächtig hålt, wirst mich in meinen Tagen, als Gott und Vater, tragen. roep Nated aid 19 und der Ergebung in seinen Willen. 613 2. Du sahest schon von Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmtest meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Du, Herr, weißt, was mein Herz begehrt, und hätteft, was ich bitte, mir gnådig, eh' ich bat, gewährt, wenn's deine Weisheit litte. Du für mich stets. väterlich. Nicht, was ich mir erſehe, dein Wille, Herr, geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. nilop. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, låst du es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer deinen Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trubsal auch versüßen. 1043 13 si pi 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seyd 614 3weiter Theil- - Von dem Vertrauen auf Gott, fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten.stmm Mel. Gott werde stets von dir.- 72. 374. Mein Hort ist Gott, ihn laß ich walten. Ich hoff' auf ihn! er kennet mich. Ihm fehlt's, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 1000 2. Was qual' ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Herr, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stårke mich, denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz: wir flehn; ihm bricht sein Vaterherz. 4. Die Lieb' ist Gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhab'ner Trost, der nimmer trügt, und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner, und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit, dann nehm' ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufrie und der Ergebung in seinen Willen. 615 denheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat! Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan.- 267. 375. Der Herr ist meine Zuversicht, mein eing'ger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott. Auf sein Gebot wird seine Seele stille. Ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertrau'n? du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schau'n, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That! mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen: Du läßt ihn, wenn ihn Noth umgiebt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz. Der Sünder eitles Dichten pflegst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff', o Seele, hoff' auf Gott, der Thoren Trost verschwindet; wenn der Gerechte in der Noth das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 616 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen fliehn; verflucht, wer von Gott weichet! dein Heiland starb, er, er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sey unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott bilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. and 110 7. Herr, du bist meine Zuversicht. Auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quâle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger! verlassen, und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlseyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sey du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlig schaue. more 20 03 010 Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich. 119.( bs 376. Du hast, mein Vater, und mein Gott, mich durch dein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth in Freude lications nous und der Ergebung in seinen Willen. 617 einst verkehret, und daß ich alles, was mich krankt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht soll werfen.com 2. So will ich denn auch auf dein Wort der Sorgen mich entschütten. Erhöre du, mein Fels, mein Hort, mein kindlich Flehn und Bitten. Gieb meiner Seele wahre Ruh'. Was mich bekümmert lenke du zu meinem ew'gen Besten. 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich übermeistern wollen. So hab' ich nicht auf dich gehofft, als ich wohl hoffen sollen. Mein Gott, wie groß ist meine Schuld! an dir hab' ich durch Ungeduld vielfältig mich ver000009 um 100 fündigt. 4. Erbarmender! vergieb es mir, nach deiner großen Güte! und stärke zum Vertraun zu dir mein schüchternes Gemüthe. Gieb, daß ich freudig hoff' auf dich, du werdest nie, als Vater, mich verlassen, noch versäumen. 5. Seh' ich auch gleich nicht immerfort zur Hülfe Wege offen; so laß mich dennoch, Herr, mein Hort, auf deine Rettung hoffen. Du bleibst doch immer groß an Rath, und immer mächtig auch an That, mein Bestes zu besorgen. 6. Dies sey mein Trost, dies sey mein Licht, wenn mich die Sorgen krånken. Erfüllst 618 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, du meine Wünsche nicht, so laß mich glaubig denken, daß mir's nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. - 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir auf's Reichlichste ersehen; wenn ew'ge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergößen. Da ist mein Erb' und höchstes Gut. O stårke mir dadurch den Muth bis an mein selig Ende. cipr 110 6 Der 62. Pfalm. Mel. O Wunder- Gott, der alles. <-54. 377. Mein Geist soll nun in Gott allein, als seinem Schuße, ruhig seyn. Ich stehe ja bei ihm in Gnaden. Genug: ist dieser Gott mein Held, so tob' und stürme nur die Welt; ihr Anfall soll mir doch nichts schaden. 2. Wie lange beut'st du, roher Hauf! Verlaumdung, List und Bosheit auf, um einen Mann zu übermögen? ihr Frevler eilt mit aller Macht, wie eine Wand, die hångt und kracht, nur eurem Fall und Tod entgegen. 3. Umsonst, sucht dem, den Gottes Hand zu einem hohen Ehrenstand bestimmt, der Neider nachzustellen. Da spart ihr keine Zucke nicht. Ihr segnet mich in's Angesicht, und flucht mir gleichwohl in der Seelen. 4. Da ruht mein Herz in Gott allein; der wird schon mein Erlöser seyn, und meine 619 Jus und der Ergebung in seinen Willen. Sehnsucht bald vergnügen. Er ist der eine, der mich stüßt, und wider alle Feinde schüßt. Wie sollt' ich stets darnieder liegen? Sdro 5. Mein Schuß und Sieg in aller Noth, mein Truß und Ruhm bis in den Tod, der Herr erquicket mein Gemüthe. Drum schütte vor ihm Jacobs Haus das Herz nur immer glaubig aus, und gründe sich auf seine Güte. 6. Wer auf der Menschen Hülfe baut, und auf der Großen Schuß vertraut, der wird in seinem Wahn betrogen. Ihr ganzes Wesen weit und breit ist eitler noch, als Eitelkeit, und wird von nichts auch überwogen. 7. Verlaffet euch auf Frevel nicht, und seyd auf keinen Raub erpicht! vergeht euch nicht nach Eitelkeiten! und kommet ihr zu Geld und Gut, so laßt euch nicht zu Uebermuth, noch schnödem Geize je verleiten. 8. Mich lehrte Gott einmal ein Wort; das hör' ich, deucht mich, immerfort: er sey der Herr im höchsten Throne, der Richter, dessen Macht und Treu' der Unschuld Hülf' und Rath verleih', und jedem nach Verdienste lohne. Mel. Alle Menschen müssen st.- 82. 378. Gott der Wahrheit, dessen Treue unsre Hoffnung stüßt und hält, ich erkenn' es voller Reue, daß mich Kleinmuth oft befällt. 620 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, Ach, mein Herz hångt noch an Dingen, die doch keinen Trost mir bringen. O wie oft vergeh' ich mich, ångstlich zweifelnd, wider dich. 2. Gott, vergieb mir diese Sünde! nimm die Strafe von mir hin. Schenke, Vater, deinem Kinde einen dir ergebnen Sinn, der von dir nur Hülfe heischet; den nicht falsche Hoffnung tâuschet, die das Herz auf's Eitle zieht, und wie leichter Rauch entflieht. 3. Laß mich Gram und Sorgen meiden, weil du für mich sorgst und wachst, und bei allem Druck der Leiden dich um mich zur Mauer machst. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, das noch immer eingetroffen. Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand gebaut. Mbily dinnin 4. Laß mich fest im Glauben werden, daß dein Wort wahrhaftig sey: o so werd' ich hier auf Erden von so mancher Unruh' frei. Dann werd' ich, mein Gott, mit Flehen stets auf deine Hülfe sehen; dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 5. Vater, meine Hoffnung gründet sich auf deines Sohnes Tod. Meine Seele sucht und findet darin großen Trost in Noth. Ja, sein siegreich Auferstehen läßt mich zu dem Leben gehen, das kein traurig Ende nimmt, wo mir ew'ges Heil bestimmt. ou und der Ergebung in seinen Willen 621 6. Muß ich gleich noch hier auf Erden, Gott, vor dir ein Pilgrim seyn; wirst du doch von den Beschwerden dieser Zeit mich einst befrei'n. O erwünschte sel'ge Stunden! ewig aller Noth entbunden, werd' ich dich, mein Heiland sehn, und zu deiner Freude gehn. athin allié drti C NƯỚC THỦY 17. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Zuversicht! bis das alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens. Was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o Herr, bei dir. Mel. Wie groß ist des Allm. G. 33 t 379. Der ew'ge Gott und höchste Vater von allem, was da Kinder heißt, die Lebensquell', der Weltberather, den unser Glaub als Schöpfer preis't, der diese Welt aus seinen Schäßen blos durch sein Wort hat aufgestellt, und der nach seinen weisen Säben, Zeit, Maas, Gewicht und Ordnung hält. 82. Der hat sein Herz zu mir geneiget in feinem eingeliebten Sohn, den er von Ewigkeit gezeuget, und der nun herrscht auf Gottes Thron, um dessen Willen will er heißen mein Vater und mein Bundesgott, auch våterlich sich mir erweisen in aller Leib'sund Seelennoth. duomeenglisd dan' don 622 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 3. Sollt' ich nun nicht dem Vater trauen? sollt' ich nicht, wann mich Unglück trifft, voll Zuversicht auf's Ende schauen, da seine Zucht viel Gutes stift't? ich will es thun von ganzer Seelen, mein Herz sey ganz auf ihn gericht't, so kann mein Hoffen mir nicht fehlen, denn ihm fehlt Macht und Wille nicht. 4. O wie so wohl geschieht der Seelen in die4. O wi ses ew'gen Vaters Schooß! ach laß mich dich allein erwählen, reiß mich von allem andern los: laß mich mit starken Liebesseilen zu dir stets angezogen seyn; so stellt dein Kind sich ohn Verweilen bei dir mein Gott und Vater, ein. lk 601 i jore IS sind sild Met. Wer nur den lieben Gott.-7088 380. Wer nur den lieben Gott låßt wal ten, und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit: wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen befeufzen unser Ungemach? wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halt' in frommer Ehrfurcht stille, und warte bei sich selbst vergnügt, wie Gottes Gnad' und heil'ger Wille und sein' Allwissenheit - Ils on: mathura Ergebung in seinen Willen. DER po ju und der es fügt: Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was uns fehlt.stcod 4. Er kennt die wahren Freudenstunden, weiß, wenn ein Glück uns nüßlich sey; und wenn er uns bewährt erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei; so kommt Gott, eh' wir's uns versehn, und låsset uns viel Gut's geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshiße, daß dich dein treuer Gott vergißt, und daß der ihm im Schooße site, der reich und groß und machtig ist: die Zukunft åndert oft sehr viel, und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Was sind vor Gott der Menschen Sachen? sein starker Arm vermag ſogleich den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; wie leicht iſt es bei dem gethan, der bald erhöhn, bald stürA( OUD 30301 33 zen kann? 623 7. Sing', bet und geh' auf Gottes Wegen, verrichte deine Pflicht getreu, trau ihm und seinem reichen Segen, so wird er bei dir werden neu: denn wer nur seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. eslin thad etdi usius? noted you tom doda 381. ohl dem Menschen, der von Herzen, alles, was ihn überfällt, in des 624 3weiter Theil. - Von dem Vertrauen auf Gott, Höchsten Hände stellt, der nicht mit vers geb'nen Schmerzen seines Unglücks trübe b Nacht trüber macht. SHOO 2. Denn es ist doch nur vergebens, daß mi F ein Mensch, der sterblich ist, immer sich mit Sorgen frißt, weil der Stifter unsers Lebens, 390 alles, wie es muß geschehn, vorgeſehn. mun. dm 3. Wenn der Himmel dich will segnen, so emport die Erde sich nur vergeblich wider dich; soll was Widrig's dir begegnen! wirst du ihm, durch Widerstehn, nicht entgehn. 1136 4. Geht dein zeitlich Heil zurücke, werde nicht so sehr bewegt: der für alles Sorge trågt, dieser sorgt auch für dein Glücke! deine Stunde kommt ja wohl, wenn sie ſoll. 5. Ist dir mancher überlegen, der es nicht verdienet hat; glaube, Gottes dunkler Pfad ist gar weit von unsern Wegen, und es ist doch alles gut, was er thut.mod test 1100 6. Hast du Angst vor bösen Leuten; ihre Bosheit, die dich krankt, ist mit Gottes Macht umschränkt: will dich Noth und Tod beſtreiten; waffnet Erd' und Hölle sich wider dicho ng not allo( nagrad eu und der Ergebung in seinen Willen 625 87. Wisse, wen die Allmacht schüßet, den erschlågt kein Donnerknall, ob der dicken Wolken Fall gleich mit Flamm' und Keilen bliget; ja ob gleich die ganze Welt bricht und fällt. 1308 900 DOM 8. Führ' dein Leben nur mit Freuden, warte von des Höchsten Hand, was er dir hat zuerkannt, schicke dich, auch das zu leiden, schweige gern zu allem still, was Gott will. 9. Gott weiß alles wohl zu machen; darum wer sich steif und fest auf des Höchsten Huld verläßt, und sich gern in allen Sachen unter seinen Willen biegt, lebt vergnügt. 888 Istmicsid 15 Der 138. Der 138. Pfalm.nd Norton Idoil Pfalm. Mel. Die Himmel rufen, jeber.- 42.1ojmsl Dein 382. Ich danke dir von ganzem Herzen; dir sing' ich, Herr, vor aller Welt. Name lindert meine Schmerzen; wenn mich dein Tempel in sich hålt, so preis' ich deine Gut' und Treu', und wie dein Name herrlich sey! 2. Ruf' ich dich an, so wollst du hören, und neue Kräfte mir verleih'n! dich müssen alle Fürsten ehren, und deinem Wort gehorsam seyn! und allenthalben mach' ihr Mund die Größe deiner Ehre kund. 2% old 3. Der Herr ist hoch: allein er siehet auf's Niedrige, und hält's in Hut. Nichts ist, 40 626 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, das seinem Blick entfliehet! auch nicht des Stolzen Uebermuth. Wenn mich die Angst mit Haufen drückt, so werd' ich doch durch ihn erquickt. og old chiste ile do 4. Es mag der Zorn der Feinde wüthen: doch reicht der Herr mir seine Hand; sein rechter Arm wird mich behüten, und enden meinen Jammerstand. Herr, deine Huld bleibt für und für; vollende nur dein Werk in mir! chant ug Jout Solln inor 1100) dhuc mihi ad un ist da lisil oil and Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. 383. Christ, alles was dich kränket, be fiehl getrost dem Herrn. Er der die Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich! er siehet deinen Kummer und liebt noch väterlich. cenim deduit omnik onis 92. Sind's Sünden, die dich schmerzen? ja, fühle deine Schuld, doch trau' mit gan zem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet die Reu, die Gott gefållt. Allein den Tod gebieret die Traurigkeit der Welt.maniad 1819 03. Trau' Gott, nicht deinen Schlüssen, die Wahl des Besten zu. Sprich, wer wirds besser wissen, dein Schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in jedem Augenblick. to fun und der Ergebung in seinen Willen. 627 Was er, dein Vater, wählet, das dient zu deinem Glück, pp390 nm 3nd and d 4. Der Gott, auf dessen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen hochheilig, weis und gut. Und was er seinen Kindern ihrem Heil kann kein Erzu erfah, schaffner hindern. Wenn er gebeut, steht's da. 395. Es mag die Hölle wüthen! umsonst empört sie sich, wenn er dich will behüten; und er behütet dich! wer gleicht ihm? feinen Winken gehorchen Erd und Meer. Laß deinen Muth nicht sinken, dein Schirm und Schild ist erledent and did 6. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern auch deinen Wunsch gewähren. Sey stille vor dem Herrn! er ist ein Hort der Frommen, hoff' unverzagt auf ihn, denn seine Zeit wird kommen, und deine Wohlfahrt blühn. 2013070 7. Ergieb dich ihm mit Freuden, sey stark in seiner Kraft. Sey auch zur Zeit der Leiden ein Christ und tugendhaft. Und dann ergreif' im Glauben den Trost der Ewigkeit! wer kann dir diesen rauben, der allen Gram zerstreut? and sa pienis 8. Sen froh; dein Gott regieret! sein Rath ist wunderbar. Einst wirst du überführet, daß er der beste war. Dut denkst 40* 628 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, wohl unterdessen; der Herr erbarmt sich nicht; der Herr hat mein vergessen! doch höre, was er spricht: nolied Jun 9. Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? denk an dies Wort und weine die Freudenthrån', o Christ! und könnt sie ihn vergessen! will ich doch deiner nicht, ich deiner nie vergessen! der Herr ist's, der es spricht. 39 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, und wiss', daß seine Güte dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer Weile dich desto mehr erfreu'n. Zu deinem größern Heile verzieht er; harre sein. 11. Wohl dir alsdann, du Ereuer! wie groß ist einst dein Lohn! dein Richter, dein Befreier reicht dir die Siegeskron'; auf kurze Prüfungstage folgt ew'ger Preis und Dank. Dann schweiget jede Klage, und wird ein Lobgesang. Mas mal oid dolgo Mel. Gott werde stets von dir.- 72. 384. Herr, mache meine Seele stille: bei allem, was mich kränkt und drückt, geschieht doch einzig nur dein Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bist's, der alles åndern kann; und was du thust, ist wobb gethan.. und der Ergebung in seinen Willen. 629 2. Auch auf den allerrauh'sten Wegen führst du uns zur Glückseligkeit. Selbst Trubsal bringt dem ew'gen Segen, der dir sein ganzes Herze weiht. Ihr Ausgang wird doch herrlich seyn, sieht's gleich der blöde Geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille seyn und hoffen, wenn du mir Prüfungen bestimmt. Dein Vaterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. WHOO 4. Uns bleibt oft, was uns nißt, verborgen. Wer hat's je ganz genau erkannt? Wie oft sind unsre Wünsch' und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand! wer kann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übersehn? 5. Nur du, du kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung feste: so ehr' ich auch im größten Schmerz dich noch mit der Gelassenheit: was mein Gott will, gescheh' allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut, denn einmal führst du doch die Frommen zur völligen Zufriedenheit. Und dann wird jedem war. JUA 630 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, offenbar, daß, Gott, dein Rath, der beste ud jadi 7. Dann wird von allen meinen Plagen der ew'ge Nußen mich erfreu'n; dann wird mein Herz, statt aller Klagen, voll von dem Dank und Lobe seyn; der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles wohl mit mir gemacht! sid# 3 Mel. Jesu, meine Freude.- 89. Totinus snic 385. Seele, sey zufrieden! was dir Gott beschieden, das ist alles gut: treib' aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen; fasse frischen Muth! ist die Noth dein täglich Brod; mußt du weinen mehr, als lachen; Gott wird's doch wohl machen. 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedrånge, was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben; sey drum unbetrübt! stellt man dir viel Elend für; drohen der Verfolger Rachen; Gott wird's doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe; fällt der Menschen Liebe immer mehr dahin, droht ein hart Geschicke alle Augenblicke dem erschrocknen Sinn: nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wird's doch wohl machen. diju magillóv 11 Jus und der Ergebung in seinen Willen. 631 4. Ungeduld und Gråmen kann von uns nichts nehmen, macht nur größern Schmerz; wer sich widersehet, wird nur mehr verlehet: drum Geduld, mein Herz! aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Last dich Schwachen; Gott wird's doch wohl machen. 5. Wer ein Christ will heißen, muß sich auch befleißen, alles auszustehn: mag bei Ungewittern Erd' und Himmel zittern, ja zu Grunde gehn; der steht fest, den Gott nicht läßt; drum laß alle Wetter krachen: Gott wird's doch wohl machen.( 2) 6. Kronen soll der tragen, der des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt: fröhlich ausgehalten, und Gott lassen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele! für, alles Unglück zu verlachen: Gott wird's doch wohl machen! chim stendat Der 31. Pfalm. d Mel. Alle Menschen müssen st. 82. vig 386. Herr! dir trau' ich; auf der Erde weiß ich keinen Freund, als dich. Damit ich nie schamroth werde, rette, du Gerechter, mich! neige mir dein Ohr und eile schnell daher zu meinem Heile, sey mir, wenn das Unglück draut, Fels und Burg und Sicherheit! m2. Sa, du bist mein Fels, Erretter! meine feste sichre Stadt, welche mich in jedem 632 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, Wetter liebreich aufgenommen hat. Eile, deines Namens wegen, mich zu führen, mir entgegen; reiß der Feinde Neß entzwei! steh' mir, meine Stårke, bei! sn 3. Meine Stärke, dir befehle, dir in deine Vaterhand übergeb' ich meine Seele, zu bewahren, wie ein Pfand. Du beschirmst mich, Gott der Treue, und ich hasse, Herr, und scheue jeden, der die Lügen liebt, Eitelkeit und Frevel übt. do dandog sdm m 4. Dir vertrauet mein Gemüthe, fröhlich sing' ich und entzückt jauchz' ich über deine Gute, daß auf mich dein Auge blickt; daß, wenn alle mich verlassen, wenn mich tausend Feinde hassen, du auf meine Schmerzen siehst, du mich nicht verkennst, noch fliehst. 5. Daß du, standhaft deinem Freunde, wenn du, Prüfer, mich betrübst, nicht gefeffelt in der Feinde bosheitsvolle Hand mich giebst; daß für meine müden Füße, damit ich nicht straucheln müsse, deine wundervolle Kraft einen weiten Raum verschafft. is 6. Preis sey deiner Huld und Liebe, die in einer festen Stadt, damit ich beschirmet bliebe, treut sich mir erwiesen hat! angstvoll nannt' ich mich verstoßen, und dein Auge mir verschlossen: doch, als meine Stimme schrie, und dir rief, vernahmst du sie. s ou und der Ergebung in seinen Willen. 633 7. Liebt den Herrn, ihr, seine Kinder! die ihm trau'n, bewahret Gott, schrecklich rächt er stolzer Sünder frechen Uebermuth und Spott. Keinem, der ihn liebt, wird's fehlen, darum stårket eure Seelen, und die ihr zur Zuversicht ihn erwählt habt, zittert nicht! Aus dem 27. Psalm. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.— 119. 387.Der Herr ist meines Lebens Kraft. Soll mir vor Unglück grauen? Er ist's, der Rath und Hülfe schafft, ihm soll mein Herz vertrauen. Er schüßt mich! Meiner Feinde Heer, ihr stolzer Troß, nichts schreckt mich mehr, hab' ich ihn nur zum Freunde. 2. Empóre dich, ohnmächt'ge Welt, mein Geist wird nicht erschrecken. Gott wird, in seinem heil'gen Zelt, zur bösen Zeit, mich decken. Sein Rath für mich ist Wohlergehn. Er wird mit Segen mich erhöh'n zum Heile der Erlös'ten. 3. Ja, Vater! neige mir dein Ohr, wenn Hill' und Welt mir fluchen. Mein Herz hålt dein Gebot dir vor: ihr sollt mein Antlih suchen. Ich eile, Herr, getroft zu dir. Verbirg dein Antlig nicht vor mir, und laß dich gnädig finden. 4. Verlaß mich nicht, o Gott, mein Heil, wenn Menschen mich verlassen. Nimm du 634 3weiter Theil Von dem Vertrauen auf Gott, mich auf, und sey mein Theil; und bess're, die mich hassen, Herr! nimm du mich zu Gnaden an, und lehre mich, auf richt'ger Bahn in deiner Furcht zu wandeln. to 5. Den Feinden übergieb mich nicht, die mich voll Frevel schmähen: so werd' ich einst dein Angesicht im Land des Lebens sehen. Sey froh! harr' unverzagt des Herrn, mein Herz, denn er, der Herr, hilft gern. Er ist der Arm des Schwachen. so sim No Mel. O Gott, du frommer G.- 8. 388. Es hilft uns unser Gott, er höret unser Flehen; wir dürfen stets getrost zu seinem Throne gehen; wenn wir in Demuth ihm mur klagen unsre Noth; so werden wir erhört, so hilft uns unser Gott. 2. Es hilft uns unser Gott, der alles weiß und siehet; dem auch das Innerste des Herzens nicht entfliehet. Ja, alles, was uns fehlt, und unser sehnlich's Flehn, das hat der Höchste schon von Ewigkeit gesehn. 3. Es hilft uns unser Gott, der alles wohl vollführet; und auf das Weiseste zu aller Zeit regieret; sein herrlicher Verstand sieht es am besten ein, was uns wahrhaftig kann gut oder schädlich seyn. giding( had 4. Es hilft uns unser Gott, der alle Macht besiget, dem nichts unmöglich ist; wohl uns, 635 nuo und der Ergebung in seinen Willen daß er uns schüßzet! ist unser Leiden gleich sehr groß und mancherlei: getrost und unverzagt! die Allmacht steht uns bei and, ing 5. Es hilft uns unser Gott, den unser Jammer krånket; der sein erbarmend Herz auf unsre Bitte lenket; der aller Güte voll, die Liebe selber ist; und von dem alles Heil auf uns durch Christum fließt. és chit bisip atsi Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 301. div 389. Was hilft's, daß ich mich quale? Was krånket mich ein Leid? Entreiß dich, meine Seele, doch aller Traurigkeit! Gott machet alles wohl: er wird's auch ferner fügen, wie dir es zum Vergnügen und Besten dienen soll. eslin im dale dall - 2. Du wirst doch nichts gewinnen, wirst du gleich Tag und Nacht mit Furcht und Sorgen sinnen, wie dir's noch gehen mag. Bei Gott besteht's allein: laß seine Hand dich führen; die wird dich so regieren, wie dir's wird nüßlich seyn. Bolledige diell 3. Was dich will niederschlagen, was dich zur Erde biegt, was dir mit Angst und Klagen in den Gedanken liegt, das wirf in seinen Schooß: vertrau' auf seine Güte, und mach' dich, mein Gemüthe, von allem Kummer los. abni Die 636 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 4. Er wird mich wohl versorgen, und besser, als man denkt. Wer weiß, wie nah der Morgen, der mir den Segen schenkt, auf den die Hoffnung blickt; ein Herz, das ihm vertrauet, und glaubig auf ihn bauet, wird doch zuletzt erquickt. - 5. Ach, wenn wir nur bedåchten, wie treulich er es meint! er sorgt für die Gerechten, und bleibet stets ihr Freund. Siehts gleich gefährlich aus: kann er sie doch nicht hassen, noch in der Unruh' lassen: er reißt sie endlich d'raus. 6. So fall' ich denn mit Freuden in Gottes Arme hin. Nichts kann mich von ihm scheiden, weil ich sein eigen bin. Er bleibt auch ewig mein, und wird mir alles geben, was meinem Stand und Leben wird gut und selig seyn. Mel. Erhab'ner Gott, was reicht. 16. 390. Herr, mein Gott, durch den ich bin und lebe, gieb, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen heil'gen Willen mein, und was du thust, mir eine Freude seyn! - 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb' und Stärke! Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke! was zag' ich denn noch einen Augenblick? Du bist mein Gott! dein Wille ist mein Glück. tous und der Ergebung in seinen Willen. 637 63. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmt, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Wohl, du wogst mir auch mein Leid, und was du schickst, ist meine Seligkeit. 1000 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nah'n; gieb mir zufried'ne Tage. Allein vermehret es mein ewig Heil; so bleibe du nur selbst mein Trost, mein Theil. 5. Du giebst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhångst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine eigne Schuld; so zag' ich nicht. Du giebst dabei Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein kindlich Fleh'n, mir dennoch bald und machtig Hülf' erseh'n. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! soll ich den Himmel erben, und dieser ist im wahren Glauben mein, wie kann der Tod mir als dann schrecklich seyn. Mel. Wunder, Gott, der alles. 54. 391.Was gråmst du dich, mein blödes Herz? Verbanne Sorgen, Furcht und Schmerz! befiehl dich Gott! der wird's wohl fügen: er - 638 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, wird dir zeigen in der That, wie er dich führt nach seinem Rath, durch dunkle Wege zum Vergnügen.gout Indi& moniem 121 Gedenke, daß er alles weiß! was mur geschieht, ist sein Geheißt wer kann doch feinen Willen hindern? Kein Engel, Fürstenthum noch Tod, kein Hohes, Tiefes, keine Noth kann in dem Rath nur etwas mindern. 3. Die Gnade Gottes wird bestehn! sein Bund wird nimmermehr vergebn: auf Jesu Tod ist er errichtet. Wenn schon ein Menschenkind betrügt; so denke doch, daß Gott nicht ligt, der sich durch einen Eidsver pflichtet. dlnds isand Wohl dem, der in den Gnadenbund, als Bundsgenoß, mit Herz und Mund den großen Herrn aufrichtig ehret; und wohlthut nur aus Dankbarkeit, als Glied an Jesu sich erfreut, wenn auch der Nächste sich bekehret! thort 15. Wohl dir, o Christ, du hast es gut! wer, Gott ergeben, willig thut, was Glaub und Liebesregel wollen, dem schadet weder Feind noch Leid; weil ihm zum Heil der Ewigkeit auch Leid und Feinde dienen sollen. 6. Nun denn: ist dir der Weg bewußt, so hab' am Herren deine Lust: du magst dich ihm wohl frei ergeben. Sey gutes 10 Jun und der Ergebung in seinen Willeni 639 Muths! er lebt in dir. Ein solch Gewissen ist schon hier, im Vorschmack, jenes Freudenleben. maird bilborjas of noch sid 9000# 11907 Der 91. Pfalm.sil 02 Mel. Als Jesus jepund sterben wollt: 40222.193 392. Wer unter Gottes Schatten ruht, den mag kein Feind bezwingen. Er kann, bei seiner Allmacht Hut, mit frohem Muthe singen: o Herr, durch den ich immerfort vollkommen überwinde, du bist mein Heiland und mein Hort, auf welchen ich mich gründetilpsd du studed those dau go 2. Du machest meinen Gang gewiß vor des Verfolgers Stricke; und treibst die Macht der Finsterniß beschämt von mir zurücke. Ich biete Troß mit deinem Wort den stårksten Feindesschaaren: denn mich bedeckt an jedem Ort dein Flügel vor Gefahrenmit 3. Durch dich kann ich mit Zuversicht das Graun der Nacht besiegen. Mir drohn die Pfeil und schaden nicht, die an dem Tage fliegen. Die Seuche, die am Mittag würgt, kann ich unschädlich nennen; die sich zur Mitternacht verbirgt, wird mich nicht tödten können. 4. Wenn mir zur Linken tausend, auch noch mehr zur Rechten sterben; so wird ihr gifterfüllter Hauch mich dennoch nicht verderben. 640 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, Ich seh' nur, wie die Sünder mir zur Lehre dienen müssen, wenn sie für ihre Bosheit hier schon so erschrecklich büßen. dinsd 5. Ich fliehe dir alleine zu, wenn alle Teufel toben; so bin ich in getroster Ruh', o Höchster, aufgehoben. So darf kein Uebel und kein Neid mich jemals überziehen; und alle Plagen müssen weit von meiner Hütte fliehen.mi - 6. Du ordnest deiner Engel Wacht zu meinen beiden Seiten, daß sie mich sorgsam Tag und Nacht behüten und begleiten. Sie tragen mich, sie stehn mir bei, und bieten mir die Hände, daß ja mir nichts im Wege sey, wohin ich mich nur wende.ju 7. Auch Löwen tret' ich unter mich auf meinen sichern Pfaden; zertret'ne Nattern krümmen sich und können mir nicht schaden. Der junge Löwe brüllt nach Raub; sollt' er mich furchtsam machen? O nein, ich tret' ihn in den Staub, tret' auf den Kopf des Drachen. 8. Du låsfest mich, sobald ich fleh', dein kraftigs Ja verspüren. Du bist mit mir in Noth und Weh', und hilfft mir triumphiren: und wirst mir, bin ich einstens satt des Lebens und der Ehren, wie mir dein Wort verheißen hat, die Seligkeit bescheren. s und der Ergebung in seinen Willen. dr pro Aus dem 146. Pfalm. 641 Mel. Gott des Himmels und der Erden.- 32. 393. Auf, mein Geist, dem Herrn zu fingen, der uns alles Gutes giebt! ihm will ich ein Danklied bringen; er hilft jedem, der ihn liebt, und wer sich auf ihn verläßt, dessen Hoffnung stehet fest. 2. Menschen, ruft die Menschenkinder nicht um Hülf' und Beistand an! trott nicht auf die Macht der Sünder, die sich selbst nicht helfen kann. Fürsten sind nur Asch' und Staub, und, wie wir, des Todes Raub.f dm3. O so lehnt euch nicht auf Stüßen, die der Tod so bald zerbricht: Gott allein kann euch beschützen; er hålt stets, was er verspricht. Wohl dem, der auf ihn nur schaut, und sich ihm ganz anvertraut. 4. Unsers Gottes Macht und Güte währet bis in Ewigkeit, und sein våterlich Gemüthe ist zur Hülfe stets bereit. Suchet nur sein Angesicht; er verläßt die Seinen nicht. daj bi Mel. Nun ruhen alle Wälder.- 48. 394. Was soll ich ängstlich klagen, und in der Noth verzagen? der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlseyn fehle: genug zum Troft, mein Herz, für dich! ubi enot noins! 41 642 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 2. Was nüßt es, heidnisch sorgen, und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer sehn? du, Vater meiner Tage, weißt, eh' ich dir's noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. — 3. Auf deine Hand zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du verläßt die Deinen nicht. 304. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur! weißt alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! di dind of doc sed 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die mich verborgen in meinem Geiste nagt, werf' ich auf dich, den Treuen, du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. the aid 6. Wenn meine Augen thrånen, und sich nach Hülfe sehnen, so klag' ich dir's, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele. Du hörst, du hilfft, du segneft geth.bilio bi uj 17. Der du mir hier im Leben schon größ'res Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt; du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. Hon und der Ergebung in seinen Willen.& 643 8. Du führest, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meinen; nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. inug 809. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan; kann ich doch dess' mich trösten: du nimmst mich, mich Erlös'ten, gewiß dereinst zu Ehren an. ndo ma mn Insinded 10. Dort, bei der Frommen Schaaren, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing' ich dir mit Freuden, nach überstand'nen Leiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. nocht dommiq mnd indoor ist und Mel. Von Gott will ich nicht. 56. dost 395. Von Gott will ich nicht lassen, mein Gott kam mir zuvor, da auf unsichern Straßen ich irrend mich verlor. Wie hülfreich fand ich ihn, am Abend, wie am Morgen mich huldreich zu versorgen, ist nun sein ganz Bemühn. at 10) umuh 2. Der Menschen Gunst verkehret sich wohl in Haß und Neid: des Höchsten Freundschaft währet in alle Ewigkeit. Er hilft aus aller Noth; in Ketten und in Banden wird nicht sein Freund zu Schanden; er hilft selbst aus dem Tod, vim sdmsar( bir tod@ 41* 644 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 13. Auf ihn will ich vertrauen auch in dem schwersten Leid! stets will ich auf ihn schauen, er hilft zur rechten Zeit. Dem Herrscher aller Welt will ich in meinem Leben mich ganz zum Schuß ergeben! er thu', was ihm gefällt. 4. Und ihm kann nichts gefallen, als was mir nüßlich ist, gut meint er's mit uns allen. Und du, Herr Jesu Christ! wie laut spricht nicht dein Blut: daß er mein Heil bedenket! der uns den Sohn geschenket, verfaget uns kein Gut. did@ 01 5. Lobt den mit Herz und Munde, der alles mit ihm schenkt. O selig ist die Stunde, darin man sein gedenkt! ihr habt, dazu ge wöhnt, den Himmel schon auf Erden! wie froh müßt ihr einst werden, wenn dort sein Lob ertont.bin bi liar to 6. Die Welt wird zwar vergehen mit ihrer Herrlichkeit: doch uns wird Gott er höhen, uns, die sein Lob erfreut. Wird gleich den Leib der Tod im Grabe tief ver scharren; er steht nach kurzem Harren bald auf, und jauchzet Gott. - 7. Sonschweig' ich denn und dulde, das mir bestimmte Leid, das ich so oft verschulde. Djene Seligkeit macht mich schon freudenvoll! o Heil, das sonder Ende, weil ich zu Gott mich wende, mir wiederfahren soll! 645 to un und der Ergebung in seinen Willen. Nom Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 8mm fübl 396. Gott sorgt für mich, was will ich sorgen? Er ist mein Vater, ich sein Kind. Er sorgt für heut', er sorgt für morgen; ſo, daß ich täglich Spuren find', wie Gott die Seinen väterlich versorgt und schützt. Gott sorgt für mich.us - 2. Gott sorgt für mich, ihm will ich trauen. Ich weiß gewiß, was mir gebricht, werd' ich in meinen Hånden schauen, sobald er nur sein Machtwort spricht. Drum bin ich jetzt und ewiglich gar wohl versorgt. Gott sorgt für mich. 3. Gott sorgt für mich, nach Seel' und Leibe. Sein Wort ist's, das die Seele nährt, und wenn ich mein Berufswerk treibe, wird für den Leib mir Brod gewährt. Wohl dem, der ihm nur festiglich vertraut, und glaubt: Gott sorgt für mich. ut noj 4. Gott sorgt für mich bei theuren Zeiten; auch in der größten Hungersnoth kann er mir einen Tisch bereiten; nie fehlet mir mein täglich Brod. Ist's gleich nicht viel, doch danke ich; er segnet es, und sorgt für mich. 15. Gott sorgt für mich und für die Meinen, wie sehr wir auch verlassen sind. Er 646 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, läßt uns seinen Trost erscheinen, wenn mancher Anschlag uns zerrinnt. Geht es den Meinen kümmerlich, und mir auch selbst: Gott sorgt für mich und in 1830) 19 6. Gott sorgt für mich in meinem Leiden, das Kreuz, das er mir auferlegt, verwechselt sich gar bald in Freuden. Und wenn Gott gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich, zu unserm Wohl, und sorgt für mich. Jai mgombe 7. Gott sorgt für mich in meinem Alter: da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn immer bleibt er mein Erhalter, der mir in Schwachheit Stårke giebt. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich. 8. Gott forgt für mich auch in dem Sterben; der Tod ist mir ein süßer Schlaf. In Christo setzt er mich zum Erben, da mich sonst Fluch und Rache traf. Drum nimmt er meinen Geist zu sich in seine Ruh': Gott sorgt für mich. 39. Gott forget für mich selbst im Grabe, dem Leibe gönnt er da die Ruh', und wenn ich ausgeschlafen habe, so führt er mich dem Himmel zu, und Leib und Seel' verein'gen sich, und singen froh: Gott sorgt für mich. 00 oro und der Ergebung in seinen Willen. 647 dist and Aus dem 77. Pfalm. hi to.. Mel. Heil'ger Geist, du Himmelslehrer. 201. 110) 397. Meine Stimme ruft zur Höhe, wo mein Retter wohnt; ich flehe in der Angstzeit, Gott, zu dir! und du neigst dein Ohr zu mir. Sehnlich streckt sich meine Rechte unermüdet durch die Nächte, Herr, zu dir im Fleh'n empor, hålt mein Leid dir ringend vor! hands andads sior 2. Mein Geist, fühllos Trost zu fassen, wollte sich nicht trösten lassen. Ein Gedanke, Gott, an dich, sonst mein Leben, schreckte mich! meiner Seele Selbstgespräche stürzten sie in größ're Schwäche. Und die Augen hieltest du, daß sie wachten ohne Ruh'! 3. Ich war ohne Maaß zerschlagen; mir gebrach auch Kraft zu klagen. Endlich lenkt ich meinen Sinn auf entflohne Zeiten hin; mein Geist senkte seine Blicke in Jahrhunderte zurücke. Meinen Liedern sann ich nach nächtlich, forschte, dacht' und sprach: 4. Kann Gott ewig mich verstoßen? bleibt mir seine Gunft verschlossen? hört denn der wohlthåt'ge Lauf seiner Güte gånzlich auf? ist, was er versprach, vollendet? hat sein Herz sich so gewendet, daß sein Mitleid Gott vergißt; daß sein Zorn es ganz verschließt? oid Ones 100 dne sid 648 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott zc. 5. Doch ich sprach: ich muß das leiden, Gottes Rechte wird's entscheiden! schau', mein Herz, die Wunder an, die vor Alters Gott gethan! ja, ich denk' an deine Werke, die Beweise deiner Stårke, ich betrachte deine Macht, alles, was sie schon vollbracht. 6. Heilig sind, Gott, deine Wege; wer ist, der sie tadeln möge? wer ist groß, wie unser Gott, wie Jehovah Zebaoth? Er nur zeigt durch Wunderwerke allen Völkern seine Stårke. Machtig machte seine Treu' Jacobs, Josephs Kinder frei. obida 7. Als du wider ihre Haffer anzogst, sah'n dich, Gott, die Wasser; ångstlich sah'n die Wasser dich, und die Lief' entsetzte sich. Dicke, volle Wolken gossen Fluthen, und die Donner schoffen deine Flammenpfeil' umher, und dein Himmel zürnte sehr! om thi 8. Um und um aus deinem Siße brüllten Donner, strahlten Bliße furchtbar, und verschlangen ganz die bestürzte Welt im Glanz. In der Wetter Ungestüme wurde deiner Donner Stimme tief der Erde Innern kund; und es bebte selbst ihr Grund. 9. Dein Weg war in Oceanen, in den Meeren schufst du Bahnen; doch dein Tritt ward nicht erkannt! und du führtest durch die Hand Mosis, Arons, deiner Knechte, Zweiter Theil. Vom Gebet. 649 dein Volk, Israels Geschlechte, einer Heerde Schafe gleich, hin in dein verheiß'nes Reich. 19/33625 motum i 12 muss mant 802ca mo pitjort 8mm $ 129) Vom Gebet.msdis2 ni dem anat Endodra di To m 1 sls Mel. Gott werde stets von dir. 72.0 distal 398. Dein Heil, mein Geist, nicht zu verscherzen, sey wach und nüchtern zum Gebet. Ein kindlich Fleh'n aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmåht. Erschein' in Demuth, oft und gern, mit Dank und Flehen vor dem Herrn. 11d M 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! du, Herr des Himmels und der Erden, brauchst freilich keines Menschen Fleh'n. Du weißt die Sorge, die uns plagt, auch eh' noch unser Herz dir's klagt, tim lhe manied dnienice 3. Doch sprichst du: bittet, daß ihr nehmet! der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gott, dein Freund zu seyn, und stoßt das angebot'ne Glück muthwillig selbst von sich zurück. no 4. Sein Heil von dir, o Gott, begehren, ist wahrlich keine schwere Pflicht. Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das unsre Seele nicht zu dem Vertrau'n, daß du 650 3weiter Theil. Vom Gebet. uns liebst und uns gern, was uns müket, giebst esnisdasd misd ni midhisip sabe 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken uns kräftiger den Muth erhöhn? was mehr in Leidensstunden stärken, als wenn wir flehend auf dich sehn? o Vater, unfre Seelenruh' nimmt durch Gebet beständig zu.808 6. Dein Wort ist immer Sa und Amen. Wer glaubig bittet, der empfäht. Drum laß auch mich, in Jesu Namen, oft vor dich kommen mit Gebet. Nie sey mir diese Pflicht zur Last, die du zum Heil geboten hast. - 1907901 Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 399. Komm betend oft und mit Vergnügen, mein Geist, vor Gottes Angesicht! nie müsse Trägheit dich besiegen im Abtrag dieser sel'gen Pflicht. O übe sie zu Gottes Preis, und deinem Heil mit treuem Fleiß. 12. Bet oft, doch mit aufricht'ger Seelen. Gott sieht auf's Herz; Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, wofern das Herz dich beten heißt? Der Glaub' an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 007 3. Wer das, was uns zum Frieden dienet, von Herzen sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell die 3weiter Theil. Vom Gebet. 651 Treu, die er Gott schwur vergißt, der ſpottet seiner nur.19) said puudolf ni thin 1 4. Bet' oft zu Gott und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist. Bet' oft zu Gott, und fühl im Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt. Gott hörts, Gott ist's, der Hülfe schafft. Er giebt den Müden Trost und Kraft. 311 90912 sid 5. Bet' & oft und heiter im Gemüthe, schau' dich an seinen Wundern satt. Schau' auf den Ernst, schau' auf die Güte, womit er dich geleitet hat. Er trägt dich liebreich mit Geduld; erkenn' und preise seine Huld. 100 1191971 J 6. Bet oft, durchschau' mit frohem Muthe die herzliche Barmherzigkeit desf', der mit seinem theuren Blute die Sünderwelt vom Fluch befreit; und eigne dir zu deiner Ruh und Heiligung sein Opfer zu. 7. Bet' oft; Gott wohnt an jeder Ståtte; in keiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit vielen bete, so find' ich eh'r bei Gott Gehör. Ist nur dein Wunsch gerecht und gut, so sey gewiß, daß Gott ihn thut. wate 179 10022 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern 652 3weiter Theil. Vom Gebet. zu erhöhn. Wie eifrig war dein Heiland nicht in Uebung dieser sel'gen Pflicht.ottogt 9. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glieder, ein Glied davon ist auch dein Feind. Solch Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 1 3 10. Bet' oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb' und Eifer nicht erkalten, und reich an guten Werken seyn. Denn Muth und Kraft und Seelenruh sagst du, Gott, dem, der bittet, zu. 300 11. Dies reize mich, vor dich zu treten 30678 mit Lob und Dank, mit Wunsch und Flehn. Doch meine Fehler bei dem Beten wollst du, mein Vater, übersehn; weil mich, der dir zur Rechten sißt, durch seine Fürsprach' 214 unterstützt. joasema on Shot Tadej no indoor toe Join? Mel. Nun habe Dank für deine Güte. 234. 400. Von dir kommt jede gute Gabe! nur du, mein Gott, kannst mich allein mit allem, was ich nöthig habe, zu meinem wahren Wohl erfreun. Mein Leben und mein Glück beruht allein auf dir, du höchstes Gut. 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn sie dein Segen, Herr, nicht krönt. Was ich - 3weiter Theil. Vom Gebet. 653 auch noch so ångstlich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, dein mächt'ger Schuß mich nicht bedeckt. 3. Wie sollt' ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? vor dir, o Gott, sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer uns beschwert, besänftigt unsrer Seele Schmerz, und öffnet deinem Trost mein Herz. 4. Sollt' ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? dir, Allerhöchster, dir lobsingen, ist gut, ist für uns Seligkeit, und flößt uns neuen Eifer. ein, in deinem Dienste treu zu seyn.s 5. Du hörst es, Gott, mit Wohlgefallen, wenn deine Kinder zu dir flehn; verschmähest nicht ihr schwaches Lallen, wenn sie lobsingend dich erhöhn. Du ehrst den wieder, der dich ehrt, und hörest den, der dich, Gott, hort.u 6. Mit Segen uns zu überschütten, bist du, o Vater, stets bereit. Was wir nach deinem Willen bitten, giebst du uns aus Barmherzigkeit. Und wer dir dankt, dem strömest du beständig neuen Segen zu.or 7. So will ich denn zu deinem Throne oft im Gebet mich kindlich nah'n. Nimm, 654 3weiter Theil. Vom Gebet. Bater, nimm in deinem Sohne der Andacht Opfer gnådig an. Dein Geist regiere meinen Geist, daß er dich, betend, würdig preis't. - 1911d Mel. Höchst erwünschtes Seelenleben. 320. .8 401. Jesu, meiner Seelen Retter! sey bei dein' und meinem Gott mein versöhnender Vertreter! wie kann ich sonst meine Noth vor sein heilig Angesicht mit Gebet und Flehen bringen? wenn mich nicht dein Blut beschüßt, wird mir kein Gebet gelingen. - 2. Gottes Gnade, Gottes Gaben sind wohl unsers Dankes werth. Was wir schon empfangen haben, was noch unser Herz begehrt; alles heißet uns zu Gott mit gebeugten Herzen treten; beides, Seel' und Leibesnoth, lehrt uns seufzen, fleh'n und beten. 3. Doch nicht g'nug ist's, daß wir beten: Gott schenkt denen seine Gunst, die nach rechter Weise beten. Jesu! lehr' uns diese Kunst, daß wir vor dem Gnadenthron zu dem wahren Gott nur flehen, und auf dich, o Gottessohn, wenn wir beten, glaubig sehen. 94. Herr, wenn wir jetzt beten wollen, wissen wir gar oftmals nicht, was und wie wir beten sollen. Doch, du weißt, was uns gebricht! Wenn der Mund nicht sprechen Zweiter Theil. Vom Gebet. 655 kann, wenn wir nicht mehr können beten, so laß deinen Geist alsdann uns mit Seufzern noch vertreten. 15. Wirk' selbst in uns das Vertrauen, daß des Vaters Ohr uns hört, und, ohn' auf Verdienst zu schauen, unsre Bitten uns gewährt. Du hast unsre Schuld verfühnt, und Gott will, um deinetwillen, so, wie du es uns verdient, frommer Beter Wunsch erfüllen. Imom: dingi dua 6. Herr, wenn mich nach Leib und Seele mancherlei Bedürfniß drückt, und ich's betend dir befehle, so laß mich, der Noth entrückt, Hülfe, Rettung, Trost und Rath bald erfahren und nie wanken, und wenn Gott erhöret hat, ihm mit frohem Herzen danken. Roup aim ind.100 Mel. Nun danfet alle Gott.— 9. Hist Vainio 402. Wohl auf, mein Herz! wohl auf, ein Opfer Gott zu bringen, laß Seufzer und Gebet zu ihm gen Himmel dringen! weil Gott dich beten heißt, und du durch seinen Sohn ganz freudig treten kannst vor seinen Gnadenthron. nd ndos # 2. Dein Vater ist's, der dir befohlen hat, zu beten; dein Heiland ist's, der dir versprach, dich zu vertreten; der werthe Tröster 3weiter Theil.- - 656 flößt den Trieb zum Beten ein: drum muß dein Seufzen auch gewiß erhöret seyn. 3. Da siehst du Gottes Herz; das kann dir nichts versagen. Sein Wort, sein treues Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dir unmöglich dünkt, kann seine Baterhand noch geben, die von dir schon so viel Noth gewandt. sic4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen! sprich: lieber Vater, hilf! ich bin dein Kind; sprich: Amen! ich weiß, es wird geschehn; dein Herz verläßt mich nicht; du weißt, du willst, du kannst! thu', was dein Wort verspricht. sind aid das dipil Grey Mel. Gott mache du mich selbst. 17. - hirt 403. Vater, allerhöchster Gott! daß mir, wie einem Kinde, verstattet wird, in aller Noth, wie groß auch meine Sünde, mein Herz, vor deinem Gnadenthron, in Einfalt auszuschütten; das machet dein geliebter Sohn, der heißt mich freudig bitten, und kindlich zu dir nahen. - Vom Gebet. 12. Liebe! weil an meiner Statt dein Sohn für meine Sünden gebüßet und be zablet hat, so kann ich Gnade finden. Dein Sohn bezeugt, es stehe mir dein Herz und Himmel offen; ich könne rufend, Herr, zu dir, getrost Erhörung hoffen; du seyst mein treuer Vater! d Zweiter Theil. Vom Gebet. 657 3. O angenehmer Vaternam'! jest komm' ich armer Sünder, der sonst voll Zweifel zu dir kam, getrost, wie liebe Kinder. Ich weiß, mein Flehen rühret dich, weil du mich zärtlich liebest. Du wirst, weil du den Sohn für mich, und mir zum Heiland giebest, mit ihm mir alles schenken. Gad 4. O fester Grund der Freudigkeit! in meinen Missethaten kommt mir der Unschuld reines Kleid, das Jesus schenkt, zu statten. Er spricht: ich bete selbst mit dir; mein Geist soll dich vertreten; mein redend Blut soll für und für dem Klopfen, Suchen, Beten, Gewicht und Nachdruck geben. ust 5. So fasse dich, mein blöder Geist! ich hab' in Jesu Wunden zu Gott, der nun mein Vater heißt, den offnen Weg gefunden. Es dringet, durch den Geist, mein Ach! hin durch des Himmels Pforte; ihm lall' ich: Abba, Bater! nach, er lehret mich die Worte; er heiligt die Gedanken. 46. O reicher Trost! Gott kann und will mein Antlit nicht beschämen. Ich darf aus Jesu Gnadenfüll' im Glauben alles nehmen. Mein frohes Beten stüßet sich auf drei sehr feste Gründe: der Vater droben liebet mich; fein Sohn tilgt meine Sünde; sein Geist wohnt mir im Herzen. - 42 Zweiter Theil. Vom Gebet. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. 119. free to 404. Gott, es fehlt uns Kraft und Licht, dich würdig zu verehren. Wir wissen so zu beten nicht, daß du uns kannst erhören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad' und des Gebetes. 2. Der nehm' sich unsrer Schwachheit an, uns kraftig zu vertreten, so oft wir deinem Thron uns nahn, zu danken und zu beten; und unser Flehn zu dir, o Herr, sey nie ein frostiges Geplårr; es sey ein Flehn des Herzens. 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf im Beten und im Singen; und thu' uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, daran dein Herz gefallen hat, weil sich auch unser Herz dir naht, und nicht blos unsre Lippen. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns glaubig richten, mit Andacht beten für und für, ohn' fremdes Thun und Dichten. Gieb uns des Glaubens Zuversicht, so zwei feln wir in Christo nicht, die Bitte zu er halten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maaß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß, bei dem allein auch bleiben, was 658 1 - 3weiter Theil.- Vom Gebet. 659 uns dein Wille bitten lehrt, was deinen großen Namen ehrt, und unser Wohl befördert. 6. Laß uns im Herzen und Gemüth auf unser Werk nicht bauen; auf deine nie erschöpfte Güt' laß einzig uns vertrauen. Und sind wir auch nicht dessen werth; so sey doch unser Flehn erhört von dir, aus lauter Gnade. 7. Du, Vater! weißt, was uns gebricht, so lange wir hier leben. Verborgen ist dir gleichfalls nicht, wenn wir in Nöthen schweben. Wir, deine Kinder, flehn dich an; wir sind gewiß, daß uns nicht kann dein Vaterherz verlassen. adoll 8. Wir haben ja die Freudigkeit in Jesu Christ empfangen: der Gnadenstuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlangen. Laß heil'ge Hånd' uns immer hier aufheben, Vater, und zu dir in wahrer Inbrunst schreien. 9. Dein Nam', o Gott, geheiligt werd', dein Reich laß uns erfreuen; dein Will' gescheh' auch hier auf Erd'! gieb Frieden, Brod, Gedeihen; all' unsre Sünden uns verzeih', steh' uns in der Versuchung bei, erlös' uns von dem Bösen. 10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen! erhör' und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen; denn dein, 42* 660 3weiter Theil.- Vom Gebet. o Herr! ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh.- 215. 405. Mit Seufzen klag' ich dir, mein Gott! gern wollt' ich eifrig beten, und drückt mich meiner Sünden Noth, voll Glauben zu dir treten: gern bråcht' ich, lieber Vater! dir im Geist und Wahrheit mit Begier die Opfer meiner Lippen. 2. Allein mein Herz, ach Gott und Herr! kann sich nicht recht erheben. Zum Guten oft zu kalt und schwer bleibt es am Eiteln kleben. Tråg' ist oft, leider! Sinn und Muth, und oft muß ich mein Fleisch und Blut zur Andacht mühsam zwingen. 303. Umsonst faff' ich oft den Entschluß. Die Welt sammt ihren Kindern sucht, meinem Herzen zum Verdruß, am Beten mich zu hindern. Und fleht mein seufzend Herz zu dir, bringt sie, zu meiner Kränkung, mir viel Eitles in's Gemüthe. 4. Dies, Herr mein Gott, dies krankt mich sehr, und ich denk' oft mit Schmerzen, als wär' dein guter Geist nicht mehr in meinem trågen Herzen, das dich so oft beleidigt hat; weil Lust und Andacht keine Statt in meiner Seele findet. 661 5. Ach, leider! Vater, hab' ich dich nicht allezeit gehöret, wenn du in deinem Worte mich erweckt, gerührt, gelehret. Doch schone, handle nicht mit mir, wehmüthig fleh' ich, Gott, zu dir, wie ich verdienet habe. 6. Ich will hinfort Nachlässigkeit und alle Trägheit meiden. O mache du mein Herz bereit, vom Eiteln mich zu scheiden. Laß es dich hören und allein auf's Himmlische gerichtet seyn. Gieb du mir Kraft und Stärke. 3weiter Theil.- Vom Gebet --7. Gott, laß den Eifer des Gebets ja nie in mir erkalten! der Andacht Feuer wollst du stets durch deine Kraft erhalten. Den Hindernissen wehre du, und setze meine Seel' in Ruh', sich frei empor zu schwingen. 30) Gebetlieder. a. Allgemeine Gebetlieder. Das Gebet des Herrn. 120. 406. Bater! groß im Himmelreich; wir stehen jetzt vor dir zugleich, vereint durch deinen lieben Sohn, auf sein Geheiß vor deinem Chron, laut singet vor dir unser Mund; hilf, daß es geh' von Herzensgrund. Mel. Vater unser im Himmelreich. -- 662 Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 2. Dein Name müss' uns heilig seyn; erhalte dein Wort bei uns rein, damit, wie du selbst heilig bist, auch unser Wandel heilig ist. Bewahr', was deinen Namen nennt; bekehre, was ihn noch nicht kennt. 1 3. Dein Reich erschein' in dieser Zeit, und vollends in der Ewigkeit. Steh' uns mit deinem Geiste bei, mach' uns von fremder Knechtschaft frei; zerbrich des Satans Macht und Wuth; nimm deine Kirch' in deine Hut. 4. Dein Will' gescheh' auf Erden schon, wie er geschieht vor deinem Thron. Mach' uns, o Gott, in Freud' und Leid zu dem, was dir gefällt, bereit, und wehre allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut' unser täglich Brod; du kennst am besten unsre Noth. Hilf uns! entferne Krieg und Streit, Pest, Seuchen, Dürr' und theure Zeit. Laß bei uns Heil und Friede blüh'n, und laß uns Geiz und Sorgen flieh'n. 6. Vergieb uns gnädig unsre Schuld; und trage, Herr, mit uns Geduld. Durch dich erweckt, verzeihn wir gern auch allen unsern Schuldigern; und sollten wir nicht gern verzeihn, um deiner Huld uns zu erfreun? 3weiter Theil.- Allgemeine Gebetlieder. 663 7. Führ' uns nicht in Versuchung. Sey, Herr, unser Schild, und steh' uns bei, und hilf mit deiner starken Hand; durch dich nur thun wir Widerstand: laß uns zuletzt als Sieger stehn, und deiner Gnade Ruhm erhöhn. 8. Mach' uns von allem Uebel los. Ach, unsre Schwachheit ist sehr groß! o tröste du uns in der Noth; verleih' uns einen sel'gen Tod. Herr, ende glücklich unsern Lauf; nimm uns in deinen Himmel auf. 9. Das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit ist dein, o Vater, allezeit, bleibt ewiglich dein Eigenthum: erhör' uns Herr; es ist dein Ruhm: im Namen Jesu flehn wir nun; du kannst, du willst, du wirst es thun! 10. So sey es: Amen! Herr, erhör'! Stårk unsern Glauben immer mehr; und unser Flehn ist Zuversicht! wir bitten dich und zweifeln nicht. So sing' das Amen unser Mund, und es erschall' aus Herzensgrund. Der 86. Psalm. Mel. Heil'ger Geist, du 5. 201. 407. Herr, erhöre meine Klagen! schaue her auf meine Plagen, elend bin ich, arm bin ich, und vertraue nur auf dich. Nette deines Knechtes Leben, der sich heilig dir ergeben; ach, mir leucht' ein Strahl des Lichts deines Vaterangesichts. - 664 3weiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 2. Zu dir ruf' ich alle Tage: Herr, sey gnådig meiner Klage! schenke neue Freude mir; denn mein Herz verlangt nach dir! du bist gütig, zeigst an allen, die dir flehn, dein Wohlgefallen; ach, vernimm auch mein Gebet, höre, wie mein Herz dir fleht. hoffe 3. In des Leidens bangen Tagen, wenn mich Feind und Elend plagen, ruf' ich nur zu dir, mein Gott! fleuch, sprichst du, zu meiner Noth! eitel ist die Macht der Götter, du allein bist mein Erretter; Herr, wie wirkst du wunderreich! wo sind Werke, deinen gleich? 4. Herr, es werden alle Heiden, die du schufest, einst mit Freuden zu dir nahn, und fich allein deinem Dienst und Ruhme weihn. Dir ist niemand zu vergleichen; du bist groß und du thust Zeichen; du bist Gott und keiner mehr; dir gebühret Preis und Ehr'! 5. Lehre, Herr, mich deine Wege, daß ich richtig wandeln möge; laß zu deiner Furcht allein alles in mir einig seyn! ewig dankt dir mein Gemüthe; herzlich rühm' ich deine Gute, die mich hold aus Finsterniß, aus dem tiefsten Grabe riß. 6. Stolze haben mich umgeben und Tyrannen; meinem Leben drohen sie, und scheuen nicht dein allsehend Angesicht! aber du bist Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 665 ganz Erbarmen, ein Verschoner, mild den Armen, treu den Frommen, voll Geduld, groß durch Wahrheit und durch Huld. -1 7. Wende dich zu deinem Knechte, deiner Magd Sohn; deine Rechte stårk ihn, sey ihm gnådig, Gott, hilf ihm mächtig aus der Roth! wirke, mir zum Heil, ein Zeichen, daß die Feinde schamroth weichen, wenn sie ſehn, daß du mich liebst, und mit deinem Schuß umgiebst! CupTMel. Aus tiefer Noth schrei' ich.- 119. 408. Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen. Du krönft uns mit Barmherzigkeit, und eilst, uns beizustehen; Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk' auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 02. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sey meine Pflicht, 666 Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 1 4. So bitt' ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Mel. Der Spötter Strom reißt.- 13. - 409. Ich komme vor dein Angesicht; verwirf, o Gott, mein Flehen nicht: vergieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und Geduld. 2. Schaff' du in mir ein reines Herz, ein Herz, das dir in Freud' und Schmerz voll Dank und Demuth sich ergiebt, dich fürchtet und inbrünstig liebt. 3. Sey mein Beschüßer in Gefahr. Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand. Erhalt' ihn mir, o Herr, mein Hort, und stårk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen seyn. Laß, 3weiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 667 meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig seyn. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sey mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht', und treu in allen meinen Pflichten sey. - 7. Bekämpf' ich gleich aus eigner Kraft zu schwach, Herr, meine Leidenschaft; so ziehest du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein måßig Theil; zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich måßig im Genuß, und, dürft'ge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber feyn. 10. Gieb mir Gesundheit, und verleih', daß ich sie nüt' und dankbar sey, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mit Rath und Trost und Beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein lång'res Ziel und werden meiner Tage viel: so bleib', 668 Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 13. Und wird sich einst mein Ende nah'n: so nimm dich meiner herzlich an, und sey durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. 1002 - Mel. Nun habe Dank für deine Liebe.- 234. 410. Wer kann, Gott, je was Gutes haben, das nicht von dir den Ursprung hat; du bist der Geber aller Gaben, und immer groß an Rath und That. Du willst, daß mit Gebet und Flehn wir stets auf deine Hülfe sehn. 2. Drum komm ich auch mit meinem Beten, o Gott, vor deinen heil'gen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten! denn mich vertritt bei dir dein Sohn. In ihm hab' ich die Zuversicht, mein schwaches Flehn verwirfst du nicht. 3. So gieb mir denn nach deinem Willen, was deinem Kinde heilsam ist. Du mur kannst meinen Mangel stillen, weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du für meines Geistes wahre Ruh'. 4. Gieb mir Beständigkeit im Glauben; laß meine Liebe brünstig seyn. Will etwas mir dies Kleinod rauben, so schránke die 3weiter Theil.- Allgemeine Gebetlieder. 669 Versuchung ein, und stärke mich mit heil'gem Muth; so sieg' ich über Fleisch und Blut. 5. Bewahr in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, auf's Gute stets beflissen, das sich vor deinem Auge scheut. Und fehl' ich, Gott, so strafe mich zu meiner Besf'rung våterlich, mad 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen, o Vater, deiner nie vergißt; ein Herz, das unter Noth und Plagen vor dir still und demüthig ist; ein Herz voll Zuversicht zu dir und voll Geduld, verleihe mir. n 7. Das andre wird sich alle fügen. Du weißt am besten, was mir nüßt. An deiner Huld laß ich mir gnügen, die Schwache machtig unterstüßt. Zufrieden, Vater, folg' ich dir, befest'ge diesen Sinn in mir. 8. Soll ich auf Erden långer leben, so gieb, daß ich dir leben mag. Laß mir den Tod vor Augen schweben; und kommt dereinst mein Sterbetag, so sey mein Hingang aus der Zeit ein Eingang in die Herrlichkeit. Mel. O Gott, du frommer. 8. 411. Brunnquell Gott, du frommer Gott, du aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben! gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein' unverletzte Seel' und rein Gewissen bleib. - 670 3weiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet: gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ich's thu', so gieb, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß; so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn' Verdruß. - 4. Find't sich Gefährlichkeit: so laß mich nicht verzagen. Gieb einen Heldenmuth, das Kreuz bilf selber tragen: gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind', und zur Versöhnlichkeit bereit sey, als dein Kind. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr' und Glück: so gieb auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sey. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, und unter mancher Last hindurch in's Alter dringen: so gieb Geduld; laß mich auf deinen Wegen gehn, und auch im Alter noch, Herr, deinen Ruhm erhöhn. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hin Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 671 auf zu deinen Freuden; der Leib, Herr, rube sanft in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort verklärt in's Leben ruft. Mel. Freu' dich sehr, o meine S.- 29. 412. Liebster Jesu! Gnadensonne! meines Herzens Zuversicht; meine Freude, meine Bonne! ich komm' vor dein Angesicht; ob ich schon ein Sünder bin, werf' ich doch den Muth nicht hin, weil ich auch als Asch' und Erde nicht von dir verstoßen werde. 2. Herr! ich muß vor allen Dingen, ob ich schon nicht völlig kann, dir ein schwaches Danklied bringen, daß du mir viel Gut's gethan. Wollte ich von Jugend auf, durch den ganzen Lebenslauf, alle deine Wohlthat zählen, würden Zeit und Worte fehlen. 3. Alles, was ich bin und habe, Leib und Seele, Gut und Stand, kommt als dein Geschenk und Gabe, blos von deiner Vaterhand. Habe Dank für deine Treu'! sie ist alle Morgen neu. Habe Dank für deinen Segen! alles ist daran gelegen. 4. Stärke mich mit deiner Güte, Heiland! ferner Tag und Nacht. Führ' mich selber, und behüte mich durch deiner Engel Wacht; laß dieselbe bei mir stehn, wenn ich aus und ein muß gehn, wenn ich reise, schlafe, wache, und in jeder guten Sache. - 672 Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 5. Segne alle meine Thaten durch den werthen Segensgeist! laß sie täglich so ge rathen, daß mein Herz dich täglich preist: es ist dein, und nicht mein Werk, drum verleih' mir Muth und Stärk, stets gerade durchzugehen, nicht auf Menschengunft zu sehen. ( D 1902 6. Treuer Gott! du wirst mich lehren, wie ich klüglich handeln soll, daß mein Thun zu deinen Ehren und des Vaterlandes Wohl immer eingerichtet sey; höre mich und steh' mir bei, daß der Feind durch List und Tücke mir nicht dieses Ziel verrücke. an@ - 7. Hilf mir meine Noth und Plagen, meines Amtes Bürd' und Last und sonst alles freudig tragen, was du auferleget hast. Findet sich Gefährlichkeit, Hinderniß, Verdruß und Neid; laß mein Herz sich ja nicht qualen, sondern alles dir befehlen. 8. Dir befehl' ich meine Sachen! dir sey alles heimgestellt: Herr! du wirst es also machen, wie es deinem Rath gefällt. Bricht auch Kreuz und Noth herein, scheinet es gar aus zu seyn; laß mich ruh'n in deinem Willen, und damit den Kummer stillen. 9. Muß ich auch Verspottung hören, werd' ich hier und da verlacht: laß dies meine Ruh' nicht stören. Bin ich, Welt! von dir ver 3weiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 673 acht't; wohl! mach' immer, was du willt, Gott ist mir doch Sonn' und Schild, wider den will ich nicht sprechen, noch mich an den Feinden rächen. sot nislla ës 10. Soll ich hier noch långer leben, nehm' ich's gern und willig an. Ich will Gott nicht widerstreben, wenn ich ihm nur dienen kann. Drum, Herr, mach' mich dir getreu, gieb gesunden Leib dabei, und laß mich an deinem Fügen und an deiner Huld begnügen. 111. Soll ich bald von hinnen scheiden, bin ich auch dazu bereit. Bringe mich nach kurzen Leiden an den Ort der Seligkeit. Nimm, nach hier vollbrachtem Lauf, meinen Geist zu dir hinauf. Ruht im Grabe, müden Glieder, Jesus kommt und weckt euch wieder. Mel. In dich hab' ich gehoffet. ut nojmis dold ud 413.ch weiß es, Gott, mein ganzes Thun, mein Glück mag nicht auf mir beruhn; von dir kommt Heil und Se- gen, # ich kann mich, Höchster, ohne dich, nicht regen noch bewe- gen. and indelse 43 674 3weiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 12. Es steht in keines Menschen Macht, daß er thut, was er ausgedacht, und seines Gangs sich freuet. Der Allmacht Rath wirkt es allein, wenn unser Rath gedeihet. 3. Oft denkt der Mensch mit stolzem Muth: dies macht mein Glück, dies ist mir gut! und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott zu gut ihm wählet.nl dan isdnd dis modniop, dein 4. So fängt auch oft ein weiser Mann sein Werk mit vieler Klugheit an, und bringts doch nicht zu Stande. Er meint, er bau' ein festes Haus, und bauet auf dem Sande. 11915. Wie mancher ist in seinem Sinn schon über alle Berge hin, und wenn er um sich siehet, fo hält ihn noch das niedre Chal; umsonst war er bemühet. - 6. Drum, lieber Vater! der du dich so hoch gesetzt, und fürchterlich aus schwarzen Wolken blißest, schrei' ich im Staub; hör von dem Chron, wo du, Weltherrscher, sitest: 7. Verleihe mir, o Gott, das Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen senket. Wo kommt mir wahre Weisheit her, wenn sie mir Gott nicht schenket? i di 8. Erleuchte mich von deiner Höh'; gieb Weisheit, daß ich nie besteh' auf meinem Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 675 eignen Willen. Hilf mir, mein Gott, mit Rath und That, das, was du willst, erfüllen. 9. Laß mich stets prüfen, und was gut, behalten; laß durch Fleisch und Blut mich nie verleitet werden. Dein Zweck, mein Gott, das beste Theil, sey auch mein Theil auf Erden.pun align 10. Was, weises, bestes Wesen! dir gefället, das gefall' auch mir: ist etwas dir entgegen; so laß davor auch deinen Knecht den größten Abscheu hegen. te tibid 11. Ein Werk von dir begleite Glück; ist's nicht von dir, geh' es zurück, und åndre Herz und Sinnen. Was deinem Rathschluß widerspricht, das muß von selbst zerrinnen. 112. Umsonst bemühet sich die Welt, ein Werk, das, Höchster, dir gefällt, mit Stolz zu hintertreiben; was Gott thut und beschlossen hat, das muß wohl stehen bleiben. - 13. Beut mir die Hand, und es wird leicht, was mir sogar unmöglich deucht. Die Werke deiner Hände gelangen allzeit, weiser Gott! zu einem guten Ende mind 14. Zwar wird mir oft der Anfang schwer; hier braußt die Luft, dort tobt das Meer; zurücke möcht' ich treten; doch alle Schwierigkeit und Noth heißt mich nur brünst'ger beten. mspils Arbite 43* 676 3weiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. tin 15. Wer betet, wirkt, und Gott vertraut, wird, wenn ihm schon zuweilen graut, zu seinem Zwecke kommen. Er spricht: wer wälzt den Stein uns weg? und ist er weggenommen.@dour 1stblusa in 16. Der Tugend Pfad scheint rauh und wild, er hat, mit Dornen angefüllt, nichts, was die Sinnen rühret. Er ist indeß der sichre Pfad, der dich zur Freude führet. 017. Du weißt, mein Gott, was mir ge bricht; an Macht zu helfen fehlt dir's nicht, du stärkst die müde Seele. Gieb, daß ich, deinem Wink getreu, des Weges nicht verfehle. 18. Dir, Herr, gebühret Ruhm und Ehr'; ich will dein Thun je mehr und mehr von Grunde meiner Seelen, vor deinem Volk, vor aller Welt mein Lebelang erzählen. ad du tit 1100 endt 19 atadis Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 255. 255.bl 414. Von ganzer Seele preis ich dich, Herr, der du mich so väterlich bis diesen Tag erhalten. Laße für und für noch über mir dein göttlich Auge walten. to sel 2. Wer schenkt uns Leben, Glück und Ruh'? Wer giebt uns Kraft zur Pflicht? nur du schaffst Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeihn nicht uns erfreun, so kann uns nichts gelingen. Zweiter Theit.- Allgemeine Gebetlieder. 677 3. Du schufft und du regierst die Welt nach deinem Rath, wie dir's gefällt. Du lenkst der Menschen Herzen. Sey auch mein Licht, und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht: doch fühl' ich auch, was mir gebricht, die Blindheit meiner Seele. Ach, Gott der Huld, vergieb die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft: bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, mich weislich zu regieren. Drum bitt' ich dich, laß, Höchster, mich selbst deine Weisheit führen. 6. Herr, dessen Huld uns ewig liebt, laß mich, beim Segen, den sie giebt, auf dich, den Geber, schauen. Selbst wenn du schlägst, und Kreuz auflegst, so laß mich dir vertrauen. 7. Gieb, daß ich meine Lebenszeit, nur dir mit ganzem Ernst geweiht, in deiner Furcht vollbringe; bis ich einst dir dort für und für Lob, Preis und Ehre singe! 415. Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten, es ist doch ja 678 Zweiter Theil. - Besondere Gebetlieder. kein andrer nicht, der für uns könnte strei- ten, 19 denn du unser Gott alleine. 2. Gieb Gnade unsrer Obrigkeit, Licht, Heil und vielen Segen, daß wir gottselig allezeit, gerecht und züchtig mögen ein ruhig's Leben führ'n. Amen. b. Besondere Gebetlieder. In geistlichen Anfechtungen. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen.- 33. 416. Du bist ja, Jesu! meine Freude! warum ist denn mein Geist betrübt? kann denn die Freud' auch bei dem Leide seyn in dem Herzen, das dich liebt? ach ja, mein Jesu! deine Liebe füllt meinen Geist mit Freuden an, daß, wenn ich mich darinnen übe, sie keine Zung' aussprechen kann. 2. Weil aber noch nicht ganz gedämpfet in mir mein böses Fleisch und Blut, und noch der Geist darwider kämpfet, wird oft dadurch gekrånkt der Muth: drum leg' ich mich vor dir mit Flehen, ach stårke mich in diesem Streit! laß Hülfe mir, mein Heil, geschehen, daß ich mög' überwinden weit. 3weiter Theil. Besondere Gebetlieder. 679 3. Du hast, o Held! ja überwunden, gieb mir auch Ueberwindungskraft, und laß mich in den Kampfesstunden erfahren, was dein Leiden schafft, dadurch ich kann den Feind besiegen, da Sünde, Teufel, Höll' und Tod nun unter deinen Füßen liegen, so mach' sie auch an mir zu Spott. al 4. Ich trau' allein auf deine Gnade, die mir dein theures Wort verspricht. Es sagt, daß nichts den Deinen schade, weil's nie an deiner Kraft gebricht. Nun hast du mich ja angenommen, wie es mein Herze wohl verspürt; da ich bin flehend zu dir kommen, hat mich dein Gnadenblick gerührt. 5. Weil ich denn nun an deinem Leibe ein Glied, wiewohl unwürdig, bin, so gieb, daß ich stets an dir bleibe, und in mir habe deinen Sinn. Laß mich nicht andre Helfer suchen. Besite du mein Herz allein. Laß falsche Lüste mich verfluchen; dein Leben laß mein Leben seyn. 6. Gieb, daß ich mich in dir erfreue, weil mich dein Herz beständig liebt, doch auch dabei kein Leiden scheue, weil solches meinen Glauben übt. Gieb, daß ich immer stärker ringe, und in Besiegung aller Pein ich immer näher zu dir dringe: da wird die Freude ewig seyn. 19 Sout 680 3weiter Theil.- Besondere Gebetlieder. drip Mel. Ach, mein Jeſu, sieh', ich.( 8 olim in 417.Q ual und Angst muß ich empfinden, ob ich Gottes Kind auch sey; denn der Kindschaft Pflicht und Treu' brach ich oft durch schwere Sünden, die ich wider Gott verübt, und wodurch ich ihn betrübt. 2. Ach! der Bund ist übertreten, welchen Gott mit mir gemacht. Ach! ich hab' ihn nicht bedacht. Will ich nun zum Höchsten beten, fällt mir oft der Zweifel bei: ob ich Gottes Kind auch sey? 3. Gott erhört nur seine Kinder, welche seinen Willen thun. Kann mein Herz nun also ruhn: bin ich nicht ein schnöder Sunder? ach die Sorge nimmt mich ein: wie kann Gott dein Vater seyn! no nind thim 4. Stürmen auf mich Erubsalswinde, wird mein Glaube vollends klein; und ich schließe mir zur Pein Gott verfährt mit seinem Kinde nicht so scharf; wärst du sein Kind, wär' er nicht so hart gesinnt. gims 3weiter Theil. Besondere Gebetlieder. 681 5. Datum fleh' ich: hilf mir Armen, Vater der Barmherzigkeit! tilge dieses herbe Leid, durch dein väterlich Erbarmen; und verwirf mich Armen nicht ganz von deinem Angesicht. 6. Vater! laß mich Gnade finden; sprich mich, den verlornen Sohn, wieder frei vor deinem Thron. Ich will mich auf Christum gründen: darum schenke mir die Schuld, und ertrag' mich mit Geduld. arch.390 7. Dein Kind fernerhin zu heißen, bin ich freilich nicht mehr werth. Doch, da mich dein Geist bekehrt, kann dein Bund auch nicht zerreißen. Schau', ich kehr' zu meiner Pflicht: Herr, darum verstoß mich nicht! S. Herr! ich sage dir auf's neue wieder Pflicht und Liebe zu, die du forderst: blicke du nun nach deiner Vatertreue, den mit Gnadenaugen an, für den Jesus g'nug gethan. 9. Du sollst doch mein Vater bleiben, wenn gleich deine Zucht mich schreckt, und mir Schmerz und Angst erweckt. Dir will ich mich ganz verschreiben: Herr, dir leist' ich Treu' und Pflicht, bis mein Herz im Sterben bricht! Mel. Entbinde mich, mein Gott. 418. Befreie meinen Geist, o Gott, von schnöden Banden. Du siehst, wie 682 3weiter Theil. Besondere Gebetlieder. willig er, wie schwach mein Fleisch noch ist. Mach' des Versuchers List, durch deine * Kraft zu Schanden, der du der Sünder * Trost, der Schwachen Beistand bist. Noch 19 streit' ich, schau' herab, von deinem Gna* denthron! gieb mir zum Kampfe Kraft, und hilf durch deinen Sohn. 910 2. Ein Sclav, den jeder Reiz der Sünde leicht entzündet, war ich: Dank sey dir, Gott! du hast mich frei gemacht. Doch laß mich, da sich noch so mancher Fallstrick findet, der meiner Freiheit droht, mein Gott, nie aus der Acht! mir überlassen, bin ich ohne Hülf' und Rath; doch durch dich bin ich stark; bei dir ist Rath und That. 3. Ach! ich sollt' himmelwärts, gleich kühnen Adlern, fliegen: der Hang zum Irdischen läßt mich noch nicht hinauf! du låss'st, die auf dich sehn, stets neue Stårke kriegen: 3weiter Theil. Besondere Gebetlieder. 683 du giebst den Müden Kraft und förderst ihren Lauf! laß mich, der Welt entwöhnt, starr nach dem Himmel sehn, und zu dir immer mehr mich aus dem Staub' erhöhn. 4. O, dieser Leib des Tod's beschwert die arme Seele: der Sinnen Zauberkraft entrückt dem Geist sein Ziel, daß ich, vom Sinnlichen gelenkt, des Wegs verfehle, der Vorurtheile Raub, der Leidenschaften Spiel, oft thu, was ich nicht will, und, was ich will, nicht thu'. Ach, siehe meinem Kampf nicht ohne Mitleid zu. 5. Ich weiß, ich liebe dich, doch, es sey dir geklaget! noch lange nicht so sehr, als selbst mein Herz begehrt, das oft noch in die Welt verstohlne Blicke waget, und damit seine Ruh' und deine Liebe stört. Doch alles auser dir ist Eitelkeit und Pein. O, möcht ich ungestört mit dir vereinigt seyn. 6. Der Umgang mit der Welt raubt meinem Blick den Himmel. Des Beispiels Reiz ist stark, mein Widerstand oft schwach. Ich meide dann die Welt und ihr verwirrt Getümmel, doch in der Wüste eilt mir meine Schwäche nach! hier, wie in dem Gedrång', merk' ich, was Fleisch und Blut, wenn du nicht bei mir bist, beim besten Vorsag thut. 684 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 7. Ich trau' auf Gott: was kann dann meine Ruhe stören? doch bringt die Phantasie mir manchen Schrecken bei. Der Sorgen kann ich mich nicht immerhin erwehren; die Schwermuth, die mich drückt, låßt meinen Geist nicht frei. Ich seh' den stärksten Trost, und merke seine Kraft, und seufze, daß kein Trost in meinem Herzen haft't. 8. Oft schleicht das Ich, der Feind der hohen Menschenliebe, in's unbewachte Herz von neuem wieder ein, und störet meine Ruh' durch seine niedern Triebe: mich dringet Jesu Lieb', und ich bin noch so klein! so wechselt stets bei mir das Licht mit Finsterniß. Wann kömmst du, starker Gott, und machst mein Herz gewiß? 30 mm 9. Befreie mich, mein Gott, von allen diesen Banden! du siehst, was meinen Geist im Fleisch gefangen hålt. Ich hoff' auf dich, mein Heil! wie würd' ich denn zu Schanden im Streit mit Fleisch und Blut, mit Satan und der Welt? die Fessel, die mein Herz mit Freuden trågt und küßt, reicht deine Liebe mir, die unaussprechlich ist. 10. Wen diese Liebe bind't, ist nicht ein Knecht der Sünden; in diesen Banden bleibt er ein recht freier Mann. Wie willig laß ich mich mit Liebesseilen binden! ich folge 3weiter Theil. Besondere Gebetlieder. 685 dir mit Lust auf der bestimmten Bahn. Befreie du mich nur von mir und von der Welt, damit mein edler Geist sein Freiheitsrecht behålt! mit gilisd sur unsur ind - Collignin In allgemeinen Nöthen und Landplagen. manis? nit dispul indow and as Der 85. Pfalm.ent $ 109 D tilpjes Mel. Gott, du frommer Gott.- 8. m 419. Wie gnädig warst du, Gott, vor Alters deinem Lande! wie halfst du ihm! wie oft zerbrachst du Jakobs Bande! und schontest deines Volks mit våterlicher Huld, vergabst die Missethat, bedecktest seine Schuld. 2. Dein strenger Zorn erlosch mit allen seinen Flammen, sobald er sich entschloß, die Sünde zu verdammen; die Menschen sündigen; du bleibst dir immer gleich, gerecht und heilig stets, und stets an Gnade reich. 19 1903. Hilf, hilf uns, unser Gott! laß wegen unsrer Sünden uns deine Rache nicht, Herr, unser Heil, empfinden? wie schrecklich ist dein Grimm! ach, soll er ewig glüh'n? und willst du deine Huld auf ewig uns entzieh'n? 4. Wann kehrt zu uns zurück dein Trost, o Gott, dein Segen, daß wir, dein Erbtheil, uns in dir erfreuen mögen? o laß uns leben, Gott? laß uns dein Antlit sehn; sey gnådig, hilf uns aus; hilf, ehe wir vergehn! ins 686 3weiter Theil. Besondere Gebetlieder. 5. Jedoch, ich hör' uns schon den Gott des Trostes trösten; Heil giebt er seinem Volk und Ruhe den Erlös'ten, die er erwählet hat, wenn wir nur heilig sind, und unsre Seele nicht die Thorheit lieb gewinnt! De Shutt HONCURS 6. Geflügelt naht sein Heil sich seinen frommen Knechten: und Gottes Ehre wohnt im Lande der Gerechten. Barmherzigkeit und Treu' umfahn sich schwesterlich, Gerechtigkeit und Fried' umfahn und küssen sich! 7. Der Glaube kommt zurück und blüht auf Erden wieder; die Gnade sieht mit Luft von ihrem Himmel nieder, und segnet Gottes Volk, das, seinem Dienst geweiht, thut, was ihm wohlgefällt, und seines Heils sich freut! 38. Der Herr begnadigt uns; das Land bringt seine Früchte, und seine Huld geht her vor seinem Angesichte, verbreitet Glück und Heil auf Gottes Eigenthum, und Israel froblockt, und bringt ihm Preis und Ruhm. og stim Im Kriege. dan Sardelp picts Kummist) misd Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 100 420. Es zieht, o Gott! ein Kriegeswetter jetzt über unser Haupt einher. Bist du, Herr! hier nicht unser Retter, so ist's für unser Land zu schwer. Sieh'! wie die Fürsten sich entzwei'n, und sich zu unterdrücken drâu'n. 1 1 3weiter Theil. Besondere Gebetlieder. 687 2. O laß mich hier allein, o Vater, auf dich und deine Vorsicht schau'n; auf dich, den mächtigsten Berather, und nicht auf Menschenbülfe bau'n, die ohne dich uns gar nichts nüßt, die nur durch dich uns kraftig schüßt. Tis dm the 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß uns der Feinde Spott nicht werden, die Stolz und Ne zu uns geführt. Send böse, Volker, rüstet euch! sey du für uns, so fehlt der Streich.sm tonie tolni prisit sid 4. Die allerfeinsten Kriegeslisten vereitelt leicht dein weiser Nath. Nie wird der Feind das Land verwüsten, das dich, Gott, zum Beschüßer hat. Durch dich hat oft die kleinste Macht ein großes Heer zur Flucht gebracht. 5. Je weniger sich öfters zeiget, woher die Hülfe kommen soll; je mehr Gefahr und Plage steiget, und alles an Verwirrung voll; ie größer mache mein Vertrau'n, o Gott, auf dich allein zu schau'n. anu hans band 6. Was hilft der Feinde große Menge? Was hilft dem Riesen große Macht? Der Ross' und Wagen stark Gedrånge ist's nicht, was Feinden Sieg verschafft. Der Mensch vertraut darauf zwar gern; jedoch der Sieg kommt nur vom Herrn. duode 688 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. Drum werf ich mich in deine Arme, du Vater der Barmherzigkeit! und flehe voll Vertrau'n: erbarme dich über uns zur schwe ren Zeit. Laß Gnade doch für Recht ergeh'n; so bleiben wir doch aufrecht steh'nun atbin 8. Doch findet, Herr, dein weiser Wille noch ferner Züchtigungen gut, wohlan, so schweig' ich und bin stille bei dem, was deine Vorsicht thut. Sch, dein Geschöpf und auch dein Kind, weiß, daß es Vaterschläge sind, und us tobus 00) 100 ilust 9. Die kleine Einsicht meiner Seelen, Herr, schreibe niemals dir was vor. So grob laß du mich nimmer fehlen; isso hart und grob fehlt nur ein Thor. Ist gleich, was deine Weisheit thut, mir oft ein Räth fel, ist's doch gut. 39 80 mis toile 10. Nie grimmig, sondern nur mit Maaßen find deine Strafen eingericht't. Du wirst uns nicht zerstören lassen. Nein, Vater, nein, das thust du nicht. Wir sollen nur durch Angst und Pein geläutert und gerei nigt feyn.op sonis 30 flid an22 11. Zulegt wird jeder sagen müssen, das hat Gott, unser Gott, gethan! so brach er, nach verborgnen Schlüssen, zum bessern Endzwedk leicht die Bahn! zuletzt errettet deine Hand, barmherz'ger Gott! das Vaterland, t Zweiter Theil.. Besondere Gebetlieder. 689 n Mel. Ach Gott vom Himmel sieh' darein. 215. 421. Ach Gott! wir treten hier vor dich mit traurigem Gemüthe: wir bitten dich demüthiglich, rett' uns durch deine Güte. Schau', wie die große Kriegsgefahr sich zu uns naht, und wie sie gar uns zu verderben drauet. - 2. Gedenke, Vater, jetzt nicht mehr, daß wir's verdienet haben. Gedenke nicht, daß wir so sehr die uns verlieh'nen Gaben geschåndet, und so lange Zeit zur Wollust, Pracht und Ueppigkeit undankbarlich mißbrauchet. 3. Wie öfters ist der Nebenchrist gedrücket und betrogen, durch Schein des Rechts, Gewalt und List das Seine ihm entzogen! darum ist nun dein Zorn entbrannt, die Sünde, die wir nicht erkannt, wird öffentlich vergolten. 4. Verzeih' uns solche Missethat um Jeſu Christi willen! o, der für uns gelitten hat, kann deinen Zorn nur stillen. Das Lamm, das unsre Sünde trågt, die du ihm selbst haft aufgelegt, hat ja sie, Gott, versöhnet. 5. Um seinetwillen schone du; erhöre unsre Klagen. Verleih' uns wieder Fried' und Ruh', und wehre allen Plagen. Erbarm', 44 690 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. o Herr, erbarme dich, und rett' uns alle gnädiglich von Krieg und Kriegsbeschwerden! 6. Gott! du kannst der Fürsten Herz wie Wasserbäche lenken. Ach, laß sie einst der Völker Schmerz recht våterlich bedenken! sprich du selbst ihnen mächtig zu, daß sie auf ihrer Lånder Ruh' und Wohlfahrt ernstlich denken. - 7. O Herr! wir fallen dir zu Fuß, du wollest uns erhören: gieb, daß wir uns mit wahrer Buß' in Ernst zu dir bekehren, damit wir nicht an unserm Theil selbst unser eignes Glück und Heil, den theuren Frieden stören. 8. Breit' wieder aus um unser Land die Flügel deiner Gnaden. Beschüß' und segne jeden Stand. Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche Gütigkeit und Vatertreu' zu jeder Zeit mit Dankbarkeit erheben. 9. Dies alles, Vater, werde wahr: du wollest es erfüllen. Erhör' und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen! denn dein, v Herr, ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Ehre! In Theurung. Mel. Von Gott will ich nicht I.- 56. 422. Du reicher Gott der Armen, du Schöpfer aller Welt; du Vater voll Erbarmen, der ewig Glauben hålt! weil du Gebet Zweiter Theil. 691 erhörst, so kommt in seinen Nöthen auch alles Fleisch mit Beten zu dir, der du uns nährst. 2. Herr, unsre große Sünden verdienen diese Noth; daß wir mit Recht empfinden, was uns dein Wort gedroht: ein fruchtbar Erdreich soll um seiner Bürger willen nichts tragen, sie nicht füllen. Ach, unser Maas ist voll. c - Besondere Gebetlieder. 3. Ach, unser boshaft Leben drückt uns mit Recht zwar hart: doch wollst du uns vergeben nach treuer Vaterart. Die Sünde trågt zwar Frucht! doch diese Frucht bringt Schaden. Ach, Herr, vergieb aus Gnaden dem, der dein Antlig sucht. 4. Ertrag' uns mit Erbarmen: wir tragen herzlich Neu'. Erhöre doch uns Armen, nach deiner Wundertreu'. Du bist die Zuversicht, zu der wir alle flehen, nach der wir alle sehen, darum verlaß uns nicht. 5. Gott, unser Heil, ach, wende der Zeiten schweren Lauf! thu' deine milden Hånde, den Schatz der Allmacht auf. Was nur ein Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen: drum auf! und schaff' uns allen bei unserm Mangel Rath. 6. Du rufft dem Nichts, o Vater, damit es etwas sey. Sey jetzt auch Gott! Berather, 44* 692 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. und hör' das Angstgeschrei, da uns der Mangel quält. Ja, hilf uns und erhöre auch nun zu deiner Ehre; ersete, was uns fehlt. 1 7. Laß alle Frucht gerathen, bereichre du das Land; erquicke seine Saaten mit deiner Gnadenhand: ja, segne, was man pflügt, und tránk's mit Thau und Regen, daß sein Gewächs und Segen uns wiederum vergnügt. 8. Dein Gutes überschütte und króne Jahr und Zeit; es triefen deine Tritte von lauter Fettigkeit; laß alles, was nur weht, am Morgen wohl gedeihen, am Abend sich er freuen, mach' fröhlich, was da lebt! mgott sit on In Seuchen. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 413. 423. Ach Gott, du unser Lebenslicht, S Herr, unsre Burg und Zuversicht, du Trost und Heil der Armen! wir bitten dich demithiglich, erzeig' uns doch Erbarmen. - 2. Wir spüren, daß der Seuche Gift schon hin und wieder Manchen trifft; es fånget an zu wüthen; drum flehen wir und schrei'n zu dir, du wollest uns behüten. 3. Wir beben, Herr, bei deiner Stimm'. Ach, straf' uns nicht in deinem Grimm' mit Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 693 dieser bösen Seuche. Hilf uns, o Gott, wend' ab die Noth, daß sie uns nicht erreiche. 4. Zwar könntest du, o treuer Hort, auch unser Land und diesen Ort durch Seuch' und Pest verheeren, und ganz und gar uns sünd'ge Schaar in deinem Zorn verzehren. 5. Wir haben dir oft widerstrebt, nach deiner Vorschrift nicht gelebt, was dir mißfällt, verübet: wir haben dich oft freventlich mit Uebelthun betrübet. 45 6. Doch handle nicht, liebreicher Gott, ach handle nicht, Herr Zebaoth! mit uns nach unsern Sünden! nein, Vater, nein, laß uns allein für Recht jetzt Gnade finden. 7. Ach, schenk' uns doch aus Gütigkeit die Schuld, die uns von Herzen reut, und laß uns nicht verderben. Ach, laß uns nicht durch dein Gericht in Sünden plötzlich sterben. 8. Beschüß' uns, Herr, mit deiner Hand; schüty' unsre Stadt und unser Land, sammt allem, was wir haben. Verlaß uns nie; erfüll' uns früh mit deinen Gnadengaben. 9. So wollen wir voll Dankbarkeit dich, höchster Vater, jeder Zeit von Herzen ehren, preisen; und dann auch dort, o werther Hort, dir ewig Lob erweisen. 694 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. In besonders schmerzhaften langwierigen Krankheiten und Verfolgungen. Der 38. Pfalm. Mel. Jesu, Arzt todtkranker Seelen. 79. 424. Straf', o Herr! mich nicht im Grimme, und bestimme über mich kein Rachgericht! ruge meiner Sünden Menge nicht mit Strenge, und verstoß mich Armen nicht! - - 2. Alles Fleisch ist mir verschwunden von den Wunden, die dein Zorn geschlagen hat. Mein Gebein erquickt kein Friede, siech und müde macht es meine Missethat. 3. Meine Schuld, wie hoch sie steiget, drückt und beuget mich bis in den Abgrund fast. Stinkend eitern mir die Wunden. Bange Stunden machen mich mir selbst zur Last. 4. D, wie trubet meine Tage manche Plage! krumm gebückt geh' ich einher; schon ver dorrt mein Eingeweide; Trost und Freude kennt mein banges Herz nicht mehr. 5. Mir vertrocknen alle Säfte. Meine Kräfte sind dahin! ich seh' kein Licht. Es umziehen schon mich Matten schwarze Schat ten! mein umwölket Auge bricht. 6.( Meine sonst geliebten Freunde flieh'n als Feinde meine Qual und scheuen mich. 695 14 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. Alle meine Anverwandten und Bekannten fliehen und entfernen sich. 7. Die mein Tod ergößet, stellen, mich zu fällen, Netze; falsch ist Wort und That. Die mir Uebels wollen, denken, mich zu kranken, auf Betrug und auf Verrath. 8. Ich soll taub seyn und nicht hören, noch sie stören, wenn die Schmach das Herz mir bricht. Taub soll ich ihr Låstern tragen, und nichts sagen, wenn die gift'ge Zunge sticht. 9. Doch ich harre dein, du höreft und gewährest meine Bitte, Herr, mein Gott! übergieb mich ihrer Rotte nicht zum Spotte; rette mich aus meiner Noth.) 10. Zwar verdien' ich, daß die Freude von mir scheide: ich verscherzte deine Huld. Ach, ich möchte wohl verzagen! meine Plagen sind ja meiner Sünden Schuld. 11. Doch schau, groß von Gnad' und Treue, meine Neue! ich verdamme mich vor dir. Ach, wie martert das Empfinden meiner Sünden! und wie schåm' ich mich vor mir! 12.( Aber sollen die sich blähen, die mich schmähen, und mir täglich Unrecht thun? weil das Glück sie hat erhoben, will ihr Coben wider deinen Knecht nicht ruhn. 696 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 13. Wie lang' sollen sie mich schelten? fie vergelten meine Redlichkeit mit Hohn. Weil ich mich für dich bemühe, Böses fliehe; trag' ich Haß und Schmach davon. malli Se 14. Doch will alle Welt zusammen mich verdammen; so verwirf nur du mich nicht. Blicke, Herr, von deiner Höhe auf das Wehe, wovon fast mein Herz zerbricht.) 15. Komme denn, erzeig' mir Urmen dein Erbarmen! eile, mir in meiner Noth bald mit Beistand zu erscheinen, mir, dem Deinen, eile, hilf mir, Herr, mein Gott! Auf der Reise. Mel. Ach Gott, vom Himmel. 425. In deinem Namen, o Herr Chrift! will ich nun weiter( zur Reise) gehen: du, der du mein Begleiter bist, wirst mir zur Seite stehen. Herr, Leib und Seel' befehl' ich dir, nebst Ehr' und Gut, und was du mir auf dieser Welt bescheeret. 2. Ich weiß, ich bin in dieser Zeit stets mit Gefahr umfangen: auch werd' ich in der Sterblichkeit nie völlig Ruh' erlangen. Ich bin ein Pilger, der den Fuß und Stab stets weiter sehen muß, und hier kein Bleiben findet. - 215. - 3. Doch hilst du, daß ich auch, wie du, in allem überwinde, bis daß ich dort die Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 697 wahre Ruh', die rechte Heimath finde. Da sind dann Müh' und Sorgen aus; da bin ich eigentlich zu Haus! die Unruh' hat ein Ende. 1 4. An diese Ruhstatt denk' ich nun anjetzt bei meinem Wallen. Herr! hilf und lehre mich hier thun nach deinem Wohlgefallen. Leit' mich allzeit auf rechter Bahn; und fang' ich etwas Gutes an, so führ' es wohl zum Ende. 5. Dir, Herr, ist mein Beruf bekannt: er fordert diese Reise. O führe du mich bei der Hand, damit, zu deinem Preise, ich redlich thue, was ich soll. Mein Herz soll dich, des Dankes voll, für deine Führung loben. 6. Nur bitt' ich, o mein Gott, verleih', daß ich behutsam wandle, und immerdar vorsichtig sey, nie frech und strafbar handle. Durch deines Geistes Gütigkeit gieb Rath, Verstand und rechte Zeit zu meinem Thun und Lassen. 17. Nimm dich, o Herr, der Meinen an, die ich zurückgelassen. Du wolleft sie, mehr als ich kann, mit treuer Huld umfassen. O, laß sie dir empfohlen seyn, und uns bald mit einander freun, wenn wir uns wiedersehen. 698 3weiter Theil. Besondere Gebetlieder. 8. Auf seinem Weg sieht Jacob dort von Engeln ganze Schaaren. Nun reis't er froh und muthig fort. Auch mich wird Gott bewahren. O nimm mich, Herr, in deinen Schuß: und wessen List, Gewalt und Truß kann mir alsdann wohl schaden? - 9. Nun, Vater! dir ergeb' ich mich. Ich bin in deinen Hånden. Du wirst, ich hoff' es, gnådiglich hier meine Wallfahrt enden. Drum laß mich, wenn es dir gefällt, nach aller Unruh dieser Welt, dort ewig bei dir wohnen. Bei Gewittern. Der 29. Psalm. Mel. Die Himmel rühmen Gottes.-- 46. 426. Bringt her, ihr Mächtigen der Erde, bringt her dem Herrscher Lob und Macht! der Ehre seines Namens werde von euch der Dank und Ruhm gebracht! 2. Im heil'gen Schmuck fallt vor ihm nieder, mit reiner Unschuld angethan, mit hingeworfnen Leibern nieder, und betet den Weltherrscher an! 3. Die Stimme Gottes wälzt im Meere gethürmte Wogen vor sich her. Er donnert laut, der Gott der Ehre, auf großen Waffern donnert er. Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 699 4. Gott spricht. Voll Kraft ist ſeine Stimme; er spricht, so steht da, was er schafft. Gott spricht, und herrlich ist die Stimme, in ihr ist Majestät und Kraft. 5. Die Stimme Gottes schilt die Cedern: schnell, wie der Strahl, zersplittern sie. Die Stimme Gottes ruft den Cedern: dem Libanon entstürzen sie. 6. Sie macht sie hüpfend, wie die Kålber, sie stürmet, daß der Libanus, daß der erhabne Hermon selber wie ein jung Eichhorn hüpfen muß. 7. Gebirge stürzet sie zusammen, der Erdkreis bebt, da er sie hört. Des Höchsten Stimme haut wie Flammen, sie hauet um sich und zerstört. 8. Die Stimme spricht: die Wüste zittert, welch Schrecken brauset durch sie hin! durch Gottes Stimme wird erschüttert die wundervolle Wüste Sin. 9. Erschreckt von dieser macht'gen Stimme, gebåren Hindinnen zu früh. Und schnell entblößet sie im Grimme die Wälder und entwurzelt sie. - 10. Gott spricht, daß er verherrlicht werde; sagt ihm im Tempel Lob und Dank! er sprach und richtete der Erde die Sündfluth zu, zum Untergang. 700 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 5011. Und sie vertilgte die Verbrecher, die seines Namens Chr' entweiht. Da war er König, Richter, Racher, und das ist Gott von Ewigkeit. 12. Gott wird in aller Feinde Stürmen den Kindern Jacobs Kraft verleih'n. Er wird sie segnen, sie beschirmen, um sie wird großer Friede seyn. - Mel. Nun danfet alle Gott. 9. 427. Höchster, dessen Kraft Luft, Meer und Erde tråget; der Erde, Luft und Meer durch einen Wink beweget! ich lobe deine Güt'; ich preise deine Macht, auch da bei deinem Blit der Donner schreckend kracht. - 2. Dråut gleich der Grund der Welt zu wanken, zu vergehen; läßt die geborstne Luft gleich nichts als Flammen sehen; heult gleich mit Ungestum emporter Winde Wuth; droht dem erschrocknen Land gleich eine Wasserfluth: 3. So zittert, blißt und rauscht doch alles Gott zu ehren. Er låsset seine Stimm' im Donner prächtig hören. Er zeiget seine Kraft und seine Lieb', es bricht selbst durch der Wolken Nacht des Schöpfers Weisheitslicht. 4. Gott führet våterlich, zum Nußen und zum Segen, der Wolken feuchte Frucht, den oft erbet'nen Regen, durch Wind und Wetter 3weiter Theil. Besondere Gebetlieder. 701 her: macht durch der Bliße Brand nicht nur die Lüfte rein, trånkt auch das dürre Land. - 5. Weisheit sonder Ziel! o Allmacht sonder gleichen: o wahrer Vaterlieb' untriglich helles Zeichen! ach, möchten wir es doch in froher Ehrfurcht sehn, und auch im Wetter selbst der Gottheit Huld verstehn! 6. Denn ob darüber gleich Luft, Meer und Erd' erschüttern; so darf ein frommes Herz doch darum nicht erzittern! schreckt dich des Schöpfers Macht, so denke doch dabei: daß er zu deinem Schuß nicht minder mächtig sey. are m 7. Gewiß, du ehrst ihn nicht, wenn du zu knechtisch bebest, und unter Blig und Knall in lauter Aengsten schwebest. Sieh' deinen starken Gott doch nicht so machtlos an, daß er im Wetter dich nicht auch beschirmen kann. sident 8. Es wirket seine Macht ein ehrfurchtvolles Grauen; doch auch nicht weniger ein kindliches Vertrauen. An uns liebt unser Gott zwar Ehrerbietigkeit, doch mehr noch Zuversicht, noch mehr Gelassenheit. 9. Und sollte, was er thut, dir etwa Schaden bringen; so suche, christlich stark, den Unmuth zu bezwingen. Ohn' ihn kann nichts geschehn, und was durch ihn geschieht, 702 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. ist alles nüß' und gut, begreift man es gleich nicht. 10. Weil aber dieses nicht in unsern Hånden stehet, und man sich blos, o Herr, durch dich zu dir erhöhet; so fleh' ich inniglich: gieb mir die Eigenschaft, die dir ge fällig ist, und des Vertrauens Kraft. 11. So oft wir blißen sehn, so oft wir donnern hören, laß uns, Herr Zebaoth, dich lieben, fürchten, ehren! hat deine Güte schon den Blitz hervorgebracht; so ist sein Strahl doch auch ein Zeichen deiner Macht. 10. Von unserm Nichts kann nichts so klar uns überführen, als wenn wir die Gewalt der Elemente spüren. Die ungeheure Macht erweiset, wie so klein, so elend, so gering und schwach wir Menschen seyn! 13. Drum, Herr, erbarme dich! erbarme dich aus Gnaden! laß dies Gewitter doch den Unsrigen nicht schaden. Gieb, daß der grause Sturm, gieb, daß der Schlossen Heer uns weder Leib noch Gut entreiße, noch versehr'. 14. Ach, laß in der Gefahr, bei Donner, Blit und Stürmen, uns deine Lieb' und Macht, o Vater, doch beschirmen! vor allem aber gieb, wenn die Gefahr vorbei, daß so für Schuß als Nuh', dir jeder dankbar sey! - 3weiter Theil. ding Mel. Die Himmel rufen, jeder. 42. 428. Des Donners schreckendes Gebrülle wird schwächer, und die Bliße fliehn: bald schmückt, bei angenehmer Stille, der Sonne Glanz das feuchte Grün. Herz! heischet dies nicht deinen Dank? heischt dies nicht einen Lobgesang? 2. Die frohe Heerde blöckt schon wieder; ein Chor der Vögel schwirrt und singt nur von dem Herrn verstand'ne Lieder. Ihr munterer Gesang durchdringt der ungemess'nen Lüfte Kreis, dem Segensgott zum Ruhm und Preis. qanl - Besondere Gebetlieder. 703 - 3. O Seele, preise den Erretter, der seine große Kraft bewies: den starken Gott, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der selbst des Blißes Strahlen lenkt, und auch im Zorn der Gnade denkt. 4. Nimm auch des Höchsten theure Güte in Blitz und Ungewitter wahr. Dem frohen forschenden Gemüthe stellt sich ein großer Schauplah dar von ungezählter Segensspur, zum Labsal aller Creatur. 5. Wenn bei erhißter Dünste Glühen sowohl die Menschen als das Vieh den Odem matt und keuchend ziehen; wie froh, wie munter werden sie, wenn in die angstlich schwüle Luft der Donner kühle Winde ruft. 704 3weiter Theil. Besondere Gebetlieder. 6. Wie lieblich hebt sich das Getraide, getränket durch den Regenguß; und wie vergnügt betritt die Weide der neubelebten Thiere Fuß! der muntern Vögel frohes Heer verkündigt des Erhalters Ehr'. and gunl 7. Gott! wie viele Segensproben verbreitest du auch durch den Bliß; dich muß man auch im Wetter loben. Du meinst es gut und wie's uns nuß. Dir sey mein Herz ein Dankaltar; dir bring' ich Lob zum Opfer dar.danisdand pant 1979RUM 8. Verfleucht der Knall von Donnerwet tern: des Wortes sanfter Donner währt. Droht nun kein Blit, uns zu zerschmettern; des Wortes Leuchten bleibt und nährt. Sey treit, o Herz! bei diesem Licht; Gott rührte dich; vergiß es nicht! egne bad fidit ged 106 mi thum 3900 Fürbitten. Für die Obrigkeit. I d Mel. Aus meines Herzens Grunde zc. 429.S 15 1 PEE Tref ehovah, Herr und Kö- nig der Könige und Herrn, dir ist man unterthå- nig; du herrschest nah' und fern, du Zweiter Theil. - Besondere Gebetlieder. 705 Gott, Herr Zebaoth! an Ehren groß und prachtig; im Schützen stark und mach- tig, 5 £ ein Helfer in der Noth. 2. Nach deines Knechtes Lehre ist keine Obrigkeit, die, Herr, von dir nicht wäre; ihr Schwert, das Frevlern dråut, das hat sie ja von dir! wer ihr zuwider lebet, der wagt's, und widerstrebet dir selbst noch mehr, als ihr. 3. Ach, lieber Vater, lehre mich doch durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heis't! sie tragen ja dein Bild; laß mich Gehorsam üben, und sie mit Ehrfurcht lieben, wie du es haben willt. 4. Die wir zu Herrschern haben, laß deinen Willen thun. Laß deines Geistes Gaben auf ihnen reichlich ruhn. Du herrschest selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bâche leiten, es steht in deiner Hand. n05. O Gott von großer Güte, gieb ihrem Geiste Licht. Gieb Treue dem Gemüthe zum Urtheil im Gericht. Laß stets durch ihr Bemüh'n den Frommen sicher stehen, der Bösen Rath vergehen, und alle Stände blühn.d 45 706 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 6. Gieb, daß durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ehrbar Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott, du segnest gern: wir bitten ohn' Ermüden: gieb Se gen, Heil und Frieden durch Jesum, unsern Herrn. - Bei der Einführung eines Predigers. Mel. des 143. Psalms. and 2nd 430. rlöser! sich auf uns hernieder, 3 auf Hirten und der Heerde Glieder, die wir vereinigt zu dir schrein, und unsre Bitten, unsre Lieder, laß, Herr, dir wohlgefällig seyn. 2. O selig, welchen du erwählet, und deinen Boten zugezählet! wenn er dein Wort aufrichtig lehrt; und wo er fehlt, aus Schwachheit fehlet, und selbst thut, was man von ihm hört. 3. So selig sey auch der zu halten, für den wir jetzt die Hände falten, da er sich deinem Dienst geweiht, und solchen würdig Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 707 zu verwalten sich binden will mit Wort und Eid. 131 4. Du selbst mußt ihm Vermögen geben; mit Licht und Kraft den Geist beleben, und leiten ihn als bei der Hand; dann macht sein wichtiges Bestreben erst dich und deinen Ruhm bekannt. 5. O laß ihn, Herr! durch dich belehret, durch keines Irrthums Wahn bethöret, die Wahrheit selbst gerühret sehn, und, wie sich auch das Fleisch emporet, doch ihre Stege richtig gehn. 6. Gieb Gnade, daß zu rechter Stunde dein streng Geset aus seinem Munde den Sünder wecke; doch dabei des Lebens Wort vom Gnadenbunde für schüchterne Gewissen sey. 7. Ach! laß ihn seiner Arbeit Früchte mit unbeschämtem Angesichte nach weisem Fleiße reifen sehn, und bei dem drückenden Gewichte des Amts, die Kraft von dir erflehn. 8. Erhalt' ihn in den rechten Schranken, in Wort, in Wandel und Gedanken! gieb ihm, nur deinen Geist zu scheu'n; von seinem Vorsat nicht zu wanken, und bis an's Ende treu zu seyn. 45* Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. Bei Einsegnung der Eheleute. Mel. Vom Himmel hoch da k.- 109. 431. Gott! dess' gnadenvoller Rath den Ehstand eingesetzet hat, der du ihn segnest, schüßest, liebst, und ihm Glück, Heil und Gnade giebst. 2. Gieb diesen, daß sie stets mit Flehn, in Lieb' und Eintracht zu dir gehn: und wenn ihr Herz voll Andacht schrei't, gieb, daß ihr Werk auch wohl gedeih't. 708 - 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drückt; so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald, und gieb, daß sie zuleßt dein gnadenreicher Trost ergötzt. 4. Laß Eltern Schand' und Sünde fliehn, und fromme Kinder auferziehn, daß Einigkeit, Zucht, Schaam und Treu' zu aller Zeit im Wachsthum sey. 5. Laß, die im Ehestande stehn, sich, Herr, durch dich gesegnet sehn. Gieb, daß sie deinen Willen thun, und unter deinem Schuhe ruh'n. 6. O treuer Gott! wir bitten dich, regiere sie stets gnådiglich, erhalte sie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit.d10 7. So bringen sie dir Lebenslang für solche Gnade herzlich Dank, bis dich, Gott Vater, Sohn und Geist! ihr froher Mund dort ewig preis't. 512 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. Mel. Wie schön leuchtet der M.- 35. 432. Gott ist es, dessen weiser Rath den Ehestand gestiftet hat: er ist's, der Eva machte, und diese tugendvolle Braut, die er aus Adams Ripp' erbaut, zum ersten Menschen brachte. Ehen sehen derowegen Gottes Segen; Gott beglücket, was er stiftet, fügt und schicket. - 709 2. So lebt ein frommer Mann beglückt, wenn Gott ihm eine Gattin schickt, durch die er wird gesegnet; wenn eins das andre zärtlich liebt, und ihnen Gott den Frieden giebt. O! wie viel Wohlseyn regnet tåglich reichlich auf die Seelen, die Gott wählen, die sich lieben und zugleich die Zugend üben. 3. Gott schmücket ihr geliebtes Haus mit wohlgerathnen Zweigen aus, woran sie Freude sehen; und bricht gleich oft ein Kreuz herein, will er selbst Trost und Helfer seyn, und stets zur Seite stehen. Endlich soll sich nach dem Leide ew'ge Freude für sie finden: Gott will ihnen Kränze winden. Nach der Trauung. 4. Nun, Gott! du hast es wohl bedacht, die heil'ge Ordnung selbst gemacht, und willst sie noch bedecken. Dein Geist regiere Mann und Weib, daß sie ein Herz, ein Fleisch und Leib, dein Bündniß nie beflecken. Rühre, 710 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. führe ihre Seelen, dich zu wählen, dich zu ehren: laß sie keine Noth beschweren. 5. Führ' ihre ganze Lebenszeit zur Got tesfurcht und Heiligkeit, durch deines Geistes Stärke. Regier' und lenke doch ihr Herz von Fleischeslust, vom eitlen Scherz, allein auf gute Werke. Laß die, so die Ehen schließen, Heil genießen, Segen sehen, und zur Lammeshochzeit gehen. C Der Eltern für ihre Kinder. Mel. Werde munter mein G. 116. 433. Sorge doch für meine Kinder, Gott, der du ihr Vater bist. Sie sind freilich vor dir Sünder, doch versöhnt durch Jesum Christ, und in ihrer Kindheit schon dir und Jesu, deinem Sohn, bei der Taufe übergeben, dein zu seyn, und dir zu leben. 2. Du hast sie bisher genähret; du hast manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret. Da dein Engel überall, ob er gleich dein Antlig sieht, sich doch für sie froh bemüht; o so muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. - 3. Sollt' ich denn für solche Güte dir nicht herzlich dankbar seyn, und mit dankendem Gemüthe mich bei solchem Glücke freu'n? Zeigt' ich nicht voll Rühmens an, was du, Herr, an mir gethan! ach, so würde - 711 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. dies mein Schweigen von dem schnöd'sten Kaltsinn zeugen. 4. Herr! du bist's, was mich ergößet, meiner Seele Trost und Heil, das mein Herz am höchsten schåbet; Herr, du bist mein Gut und Theil; bleib' auch meiner Kinder Gott; laß sie doch in keiner Noth, auch im Glücke nicht verderben, rühmlich leben, selig sterben. 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, heb' es stets zu dir empor. Wenn sie böse Buben locken, o dann höre nicht ihr Ohr. Laß der Thoren Wahn und Scherz nicht ihr jugendliches Herz, das nur dir gehört, entweihen; deiner müss' es sich erfreuen. 6. Laß du sie schon hier auf Erden dir zum Ruhm geschäftig seyn, und den Menschen nüßlich werden. Deine Furcht pflanz' ihnen ein; daß in einer argen Welt, sie stets thun, was dir gefällt, und nach deinem heil'gen Willen treulich ihre Pflicht erfüllen. 7. Gieb, Herr, daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Freund zur Last, sich nähren. Segne du ihr täglich Brod, daß sie nie ein Unfall schreckt, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du sie, so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen. 712 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß sie ihre Prüfungszeit tugendsam und fromm genießen. Wenn sie dann zur Ewigkeit endlich einmal übergehn, so laß sie vor dir be stehn. Laß sie sanft und ruhig sterben, und dort deinen Himmel erben. - 9. Gönne mir die große Freude, daß ich an dem jüngsten Tag, nach hier überstandnem Leide, einst mit Jauchzen sagen mag: liebster Vater, ich bin hier, nebst den Kindern, die du mir einst in deiner Gunst gegeben: ewig will ich dich erheben! Der Kinder für ihre Eltern. Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. 434. Gott! mein Vater! Dank sey dir: du hast Gutes, Leib und Leben, durch die Hand der Eltern, mir ohne mein Verdienst gegeben: für mich krónst du ihre Müh', mir zu gut erhältst du sie. 2. Oft hab' ich sie schon betrübt. Ach, vergieb mir diese Sünde! nie hab' ich sie so geliebt, wie es einem jeden Kinde Wort und selbst Natur gebeut, Gott! es ist mir herzlich leid. 3. Was ich ihnen schuldig bin, nehm ich billig wohl zu Herzen. Laß mich nicht durch Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 713 Eigensinn ihre Huld und Gunst verscherzen. Gieb, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut. 4. Wie viel Sorgen, Angst und Müh' haben oft ihr Herz gebeuget? Wie viel Liebe haben sie täglich, stündlich mir erzeiget? Haben sie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich gewacht? 5. Laß denn, ohne Heuchelei, mich vor ihnen dankvoll beugen, und Gehorsam, Lieb' und Treu' stets in Wort und Werken zeigen; so fehlt mir der Segen nicht, den mir dein Geset verspricht. 6. Stelle mir zum Beispiel für jenes Muster aller Kinder, Jesum, der zwar eins mit dir, und die Eltern doch nicht minder mit Gehorsam selbst verehrt, dies sey mir nachahmungswerth. 7. Lege viele Jahre zu meiner Eltern Zeit auf Erden! laß sie, Herr! in Fried' und Ruh' mir zum Besten älter werden. Beten sie für sich und mich, so erhör' es gnädiglich. 8. Alles Kreuz mach' ihnen leicht; hilf es, Vater! selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht, nach den sauren Lebenstagen, ſo gieb du vor deinem Thron ihnen frommer Eltern Lohn. 714 Zweiter Theil. 1 435. S Besondere Gebetlieder. Einer Waise. Neue Mel. oder: Warum betrübst. welch ein Leiden, das mich drückt! das du mir, Vater! zugeschickt! weil leider! mir der Tod die Eltern früh entrissen hat, demüthig ehr' ich deinen Rath. 2. Drum flieht mein kummervoller Sinn zu dir, dem höchsten Helfer, hin. Herr! stehe du mir bei! zu dir steht meine Zuversicht: verlaß mich, bester Vater! nicht. 3. Ach! flöß' mir wahre Eugend ein, so werd' ich immer glücklich seyn, Herr! leit' und führe mich. Laß mich bei dir in Gnaden stehn, so wird mir's immer wohl ergehn. 4. Von dir kommt alles wahre Gut: drum gieb mir Weisheit, Kraft und Muth durch deinen guten Geist; damit mein schwaches Herz nicht fehl', und stets das beste Theil erwähl'. 5. Beschütz' mich auch, o treuer Gott! in Kreuz, Verfolgung, Angst und Noth, in Seel- und Leibsgefahr. Bedeck mich durch Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 715 der Engel Macht, als Gott und Helfer, Tag und Nacht. 6. O Brunnquell aller Gütigkeit! beschere mir von Zeit zu Zeit die Mittel meines Glücks; du weißt ja leicht für Jeden Rath, den deine Hand erschaffen hat. 7. Du hörest, wenn die Raben schrei'n: laß auch dein Kind erhöret seyn, und nimm mein Seufzen auf: gieb Kleider anzuziehn, und Brod zu essen, o du reicher Gott! 8. Ich werfe meine Sorg' auf dich, mein Gott und Herr! versorge mich, und mach' es immer wohl; so lob' ich dich, so dank ich dir für solche Gnade für und für. 9. Bricht dann mein Lebensziel herein; laß mich des Himmels Erbe seyn. Erlang' ich dieses nur, so acht' ich weder Noth noch Qual in diesem jammervollen Thal. 31) Loblieder. a. Vom Lobe Gottes. Mel. des 134. Psalms. 436.Auf, Christen! preis't mit mir den Herrn! wer preis't, was herrlich ist, 716 Zweiter Theil. Vom Lobe Gottes. 1 nicht gern? Und welch ein Glanz, der Gott verklårt! wer ist, wie er, des Lobes werth. 2. Lobt ihn! sein ganzer Nam' ist Ruhm: Unendlichkeit sein Eigenthum. Dies grånzenlose Meer von Licht durchschauet selbst der Engel nicht. 3. Ja, eure Lust sey, ihn erhöh'n! solch Lob ist heilsam, lieblich, schön, schärft den Verstand, erhebt das Herz, und stillt im Leiden allen Schmerz. 4. Wie wird der Geist dadurch entzückt, hinauf gen Himmel hingerückt; mit seinem hocherhab'nen Freund, mit Gott, stets inniger vereint! 5. Welch ein so herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel schuf! welch eine theure, süße Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht. 6. Ja, Pflicht ist's, daß ihr sein gedenkt, ihr, denen er Verstand geschenkt! die Ehre des Verstandes ist, daß ihr den Ew'gen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nah'n, und seine Größe fühlen kann. Zweiter Theil. Vom Lobe Gottes. 717 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, erinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein; und wollet nicht voll Rühmens seyn? then dem 9. Wer ist gutthåtiger, als Er? denn welche Gabe sollt' uns der nicht schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns giebt? 10. Was gebet ihr ihm nun dafür? ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das Einz'ge, was ihr geben könnt? 11. Auf, Christen, preis't mit mir den Herrn; wer preis't nicht milde Geber gern? gedenkt, wie viel er uns gewährt! wer ist, wie er, des Dankes werth? Der 134. Pfalm. Mel. Auf, Christen! preis't mit mir.- 436. 437. Erhebet Gottes Heiligkeit ihr, die er sich vor andern weih't, und die ihr vor ihm Tag und Nacht zu seinem Lob' und Dienste wacht! 2. Erhebet zu ihm Herz und Hand, und bittet ihn für jeden Stand; und lehrt und singt im Heiligthum, als wie die Engel seinen Ruhm! anibo pidhi nnd stor bo 718 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 3. Euch segne Gott von seinem Thron, und sey dort ewig euer Lohn; euch segne Gott, der alle Welt erschaffen hat, und noch erhält! - b. Allgemeine Loblieder. Der 34. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 438. Dir, mein Gott, will ich lobsingen, und von meinem Munde soll stets dein Lob zum Himmel dringen; denn mein Herz ist Dankes voll. Deiner freut sich mein Ge müthe, rühmt sich, mein Gott, deiner Güte; alle Frommen freuen sich deiner, Herr, und loben dich! - 2. Ja, preis't ihn ihr frommen Seelen, stimmt Danklieder mit mir an! lasset fröhlich uns erzählen, was der Herr uns Guts gethan! lasset, lasset uns zusammen Lieder singen seinem Namen! ein vereintes Lob gefällt unserm Gott, der uns erhålt! 3. Herr, du hast mein Leid vernommen, du sahst meine ganze Noth; mein Geschrei ist vor dich kommen: da halfst du mir, o mein Gott! und du eilest auf mein Beten, mich aus meiner Noth zu retten; strecktest, ach, wie dank' ich dir, deine Baterhand zu mir! 3weiter Theil. Allgemeine Loblieder. 719 4. Zittert nicht in den Gefahren! unsers Gottes Angesicht schaut auf uns, uns zu bewahren, Fromme! Gott verläßt euch nicht! wer will uns unglücklich machen? Gottes starke Engel wachen immer um uns! Gottes Treu' steht beim nahen Tod uns bei. 5. Schmecket, Freunde Gottes, schmecket, fühlet seine Freundlichkeit! seine Gnad' und Huld bedecket jeden, der sich seiner freut! Gott kann uns in allen Stürmen, wenn wir ihm vertraun, beschirmen; ja, der Herr ist unser Gott, unser Fels in jeder Noth! 6. O wer wollte dich nicht ehren? wer verdient Vertrau'n, als du? wer kann in der Noth erhören? wer kann helfen, Gott, wie du? du willst die, die deinen Willen freudig thun, mit Freud' erfüllen, ihnen fehlts an Segen nie! du ernährst und segnest sie. 7. Was die Frommen sich erwerben, das verdirbt nicht dein Gericht, Sünder låff'st du oft verderben, aber deine Kinder nicht! wer den Herren sucht und liebet, wird mit Mangel nie betrübet, er verheißt es, daß für den seine Schäße offen stehn. 8. Kommt dann, fromme Seelen, höret, wie der Herr euch segnen kann! nehmet, Kinder, was er lehret, mit bereitem Herzen an! ihr müßt, wollt ihr selig leben, eure - 720 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. Herzen Gott ergeben; euer Herz und Mund muß rein, ganz das Leben heilig seyn! 9. Fliehet eurer Zunge Sünden, laßt zu keiner Heuchelei, keiner Sünd' euch überwinden, bleibt Gott und der Tugend treu, sucht und jaget nach dem Frieden, laßt den Feind euch nicht ermüden, thut ihm Gutes, thut es gern, Neid und Zorn sey von euch fern! 10. Gott schaut alle seine Knechte stets mit Wohlgefallen an! er ist's, der, wenn der Gerechte zu ihm schreit, ihm helfen kann, in sein Buch sind alle Klagen seiner Frommen eingetragen; ihre Thränen und ihr Schmerz rühren sein erbarmend Herz. 11. Aber Gottes Zorn verzehret weg von seinem Angesicht jeden, der ihn frech entehret! ſpottet, Sünder, Gottes nicht! fleht ihn an, daß seine Rache nicht schnell wider euch erwache; Gott ist gut; doch immer schont der nicht, der im Himmel wohnt. 12. Web' dem, der den Frommen drücket, Gott sieht's! und der Fromme schreit, und Gott hört's, und Gott erquicket ihn, zur Hülfe stets bereit. Er ist nahe allen denen, die sich nach der Hülfe sehnen; so gewiß sie zu ihm flehn, werden sie die Rettung sehn. 13. Züchtigt Gott gleich unsre Seelen; er meint's immer mit uns gut! läßt, wenn - Zweiter Theil.- Allgemeine Loblieder. 721 uns die Leiden quålen, doch nicht sinken unsern Muth. Gott beschützt, erhält die Seinen, die es redlich mit ihm meinen; er bleibt in der größten Noth, wie im Glück, ein treuer Gott! 14. Ohne seinen Rath und Willen wird uns nie ein Haar gebeugt; er kann jedes Wetter stillen, das schnell auf uns niedersteigt! er, er wird mit seinen Wettern seiner Feinde Schwarm zerschmettern! dient denn, Fromme, Gott! ihr send sein in alle Ewigkeit! $ 19 1100 ml Der 100. Pfalm. 119011 Mel. Vom Himmel hoch, da komm'.- 109. 1101 439. Ihr Völker, jauchzt mit frohem Schall dem Gott der Götter überall, erscheint in seinem Heiligthum mit eifersvollem Dank und Ruhm! 10300002 2. Der Herr ist Gott. Nur er allein, nicht wir, verlieh' uns unser Seyn. Wir sind sein Werk und eigen Gut, und Schafe seiner Weid' und Hut. d diot 3. Erhebt, empfangt ihn allzugleich; und eilet in sein Gnadenreich! er öffnet seine Thore weit. Da dringt hindurch mit Freudigkeit. 4. Unendlich groß ist seine Treu, Sie scheint uns alle Morgen neu; und seine Huld und Gütigkeit besteht durch aller Zeiten Zeit. 46 722 3weiter Theil. Allgemeine Loblieder. Der 103. Pfalm. id Mel. Wie komm' ich doch, mein Heil. 265. 440. Lobfinge Gott mit wahrem Andachts triebe, o meine Seel', und preise seine Liebe! was in mir ist, erhebe seine Treu'! ich soll, ich will mit dankerfüllter Seelen, so lang' ich kann, erwägen und erzählen, wie groß an mir sein Gnadenreichthum sey! 2. Bewein' ich nur mit Schmerzen meine Sünden; so läßt er mich bald seinen Trost empfinden. Er heilt mein Weh' und tilget meine Schuld. Der Herr, mein Gott, erlös't mich vom Verderben, und krönet mich, als einen Himmelserben, mit heil'gem Schmuck und ewig reicher Huld. itat), and 3. Er fåttigt mich mit aller Güter Fülle; gewähret mir des innern Friedens Stille; und schaffet mich, wie Adler, jung und neu. Er giebt nicht zu, daß jemals Welt und Hölle mit Macht und List des Armen Unschuld fålle, und im Gericht steht er ihr siegreich bei. 4. Wie herrlich zeigten sich dort seine Wege, wie wundervoll sein Schuß und seine Pflege durch Mose Dienst an Jacobs großem Heer! der Herr ist sanft und milde von Gemüthe; er übt an uns nur Treu', Geduld Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 723 und Güte, langsam zum Zorn und voll Mitleid ist er. 5. Verdienen wir, daß er uns ganz verlasse, und droht er uns mit seinem schweren Hasse; so währet doch sein Zorn nicht lange Zeit. Er lohnt uns nicht nach unsern Missethaten; und wenn wir auch in seine Zucht gerathen; so dient sie nur zu unsrer Seligkeit. - 6. Er låst an uns, wenn wir ihm kindlich trauen, viel höher noch der Gnade Wunder schauen, als über uns der Himmel Kreise gehn. Die Sünde muß viel weiter von uns schwinden, als Oft und West sich von einander finden, wenn wir zu ihm mit Reu' und Thrånen flehn. 7. So zärtlich schont kein Vater seiner Kinder, als unser Gott der tiefgebeugten Sünder; er schlägt und heilt, und lindert ihre Pein, als welcher stets auf unsre Schwachheit schauet. Er denkt daran, daß wir aus Staub gebauet, und wieder Staub in kurzem werden seyn. 8. Wie eitel sind doch unsre kurzen Tage! wir leben kaum, so find't sich Müh' und Plage: wir blühen, doch wie eine Blume blüh't, die jeder Wind, der kaum vorüber fähret, versengt und dörrt, und wie in Nichts 46* 724 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. verkehret, daß niemand mehr auf ihre Spur nur sieht. A dist 9. Nur Gottes Treu' kann nimmermehr vergehen; wenn wir nur fest in seiner Furcht bestehen, will sie auf uns und unsern Enkeln ruhn. Sein ewig Heil wird über denen walten, die seinen Bund und sein Gesetze halten; und was er will von ganzem Her zen thun. - 10. Des Herren Thron ist himmelhoch erbauet, von welchem er auf alle Menschen schauet. Sein Wink regiert die Völker aller Welt. Lobsingt dem Herrn, ihr Engel und ihr Helden, die sein Gebot vollstrecken und uns melden, und die sein Wort in ew'ger Uebung hålt. 10 d 11. Lobsingt dem Herrn, ihr seine lichten Heere, die ihr um ihn, uns Sterblichen zur Lehre, mit Freuden dient, und seinen Willen thut! Lobsingt dem Herrn, ihr alle seine Werke! so weit er herrscht, verehret seine Stárke! lobsing' auch du, mein Geist, dem höchsten Gut. 11967901 Der 111. Pfalm. Mel. Ich will, mein Gott, du König. 55. 441. Gelobt sey Gott! ihm will ich fröh lich singen; ihm Dank und Ruhm mit den - Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. Gerechten bringen, und der Versammlung aller frommen Seelen sein Lob erzählen. 2. Groß, majestätisch sind des Höchsten Werke, und würdig, daß man sie erforsch' und merke! aus ihnen stromen heilige Vergnügen, die nie versiegen. 3. Was er nur ordnet, ist voll Schmuck und Ehre, daß er, wie groß er sey, die Welten lehre. Der Höchste bleibt gerecht von Ewigkeiten auf alle Zeiten! 4. Er baut den Wundern, die sein Arm verrichtet, ein Denkmal, welches keine Zeit zernichtet; der Herr von frommem, duldendem Gemüthe; der Herr voll Güte. - 725 . 5. Der Herr giebt Speise denen, die ihm dienen; was er verheißet, das erfüllt er ihnen; er denkt des Bundes; ewig soll er währen, weil sie ihn ehren. en magilid 6. Die Thaten seiner Hand sind Recht und Treue. Gott spricht kein gnädig Wort, das ihn gereute. Der Fromme weiß, daß er aus Lieb' und Güte sein Recht gebiete. 7. Es dauert fest und ewig unbeweget; er hat's auf Stein und uns in's Herz gepråget, daß wir getreu und willig seinen Rechten gehorchen möchten. 8. Er sendet Heil und Rettung seinem Erbe, damit es nicht der Feinde Grimm 726 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. verderbe. Sein Bund, die Frommen herrlich zu erhöhen, bleibt ewig stehen. 9. Die Furcht vor Gott, die Luft, ihn zu erheben, führt uns zur Weisheit, führet uns zum Leben; sie giebt Verstand und Licht, damit die Seele, was gut ist, wähle. 10. Von ihr geleitet, lernt man Wege wallen, die nie verführen, welche Gott gefallen. Der Ruhm, womit sie sich geschmückt wird sehen, wird nie vergehen. - Der 113. Pfalm. Mel. Allein Gott in der Höh' sey.- 15. 442. Shr Knechte Gottes, lobt den Herrn, lobt seinen heil'gen Namen! gelobet sey er nah' und fern, und jetzt und ewig! Amen! Vom Aufgang bis zum Niedergang sey er der Heiligen Gesang, ihr Ruhm und ihre Freude! 2. Unendlich ist der Herr erhöht, hoch über alle Heiden. So weit der große Himmel geht, muß Chr' und Schmuck ihn kleiden. Ja, ja, wer ist wie unser Gott, der hohe Herrscher Zebaoth, der auf das Niedre siehet? 3. Er richtet die Geringen auf, die nach Errettung dürsten; und fördert des Verlaſs' nen Lauf, und setzt ihn zu den Fürsten. Der Unfruchtbaren ödes Haus schmückt er 727 3weiter Theil. Allgemeine Loblieder. mit holden Kindern aus. Laßt: Halleluja! schallen. Der 117. Pfalm. Mel. Die Himmel rühmen Gottes E.- 46. 443. Lobt, lobt den Herrn, ihr Nationen, frohlockt ihm; bringt ihm Ruhm und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd' Ehr' und Lob dem Herrn gebracht! 2. Denn seine Gnade, seine Treue ist groß und unveränderlich; sie herrschet ewig: Erdkreis freue der Gnad' und Treue Gottes dich! 3. Lobt, lobt den Herrn, ihr Nationen; frohlockt ihm, bringt ihm Preis und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd' Ehr' und Lob dem Herrn gebracht! 444.& obet den Herren, alle Hei- den, Fl preiset ihn alle Völ- ker, denn seine Gnade + und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. 21- le- lu- ja! Alleluja! 2. Ehr' sey dem Vater und dem Sohne, und auch dem heil'gen Geiste, als es im 728 Zweiter Theil.- Allgemeine Loblieder. Anfang war und nun bleibet bis in Ewigkeit. Amen! Alleluja! Alleluja! Mel. Der du uns das Heil.- 108. 445. Sollt' ich meinem Gott nicht singen? sollt' ich ihm nicht dankbar seyn? Sollte nicht in allen Dingen seine Liebe mich erfreu'n? Lieben ist es, nichts als Lieben, herzliche Barmherzigkeit, die so oft und viel verzeiht! Herr! ich will dich ewig lieben, ich will, als dein Eigenthum, stets erheben deinen Ruhm! 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, so hat( dankt's ihm, meine Lieder) mich auch Gottes Arm bedeckt! Gott, der über mir schon wachte, als ich kaum zu seyn begann, sah' mit Vaterhuld mich an, eh' ich lebte, eh' ich dachte! Leib und Seele gabst du mir; Gott, o wie verdank' ich's dir! 3. Für mich Armen, mich Verlornen, mich, der ich gefallen bin! gab er seinen Eingebornen, Jesum Christum, selber hin. Wer kann, was er that, ergründen? auf der ganzen Erde, wer? wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergründen? seine Lieb' ist immer neu, ewig seine Gnad' und Treu'! 4. Seinen wunderbaren Führer, seinen Tröster, seinen Geist, giebt der Herr mir zum Regierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fülle mit des Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 729 Glaubens hellem Licht! dann, dann fürcht' ich kein Gericht! und mein bebend Herz wird stille! deines Heils darf ich mich freu'n! Herr! dein bin ich, du bist mein!! 5. Meinem bessern Theil der Seele giebt er Trost und Kraft und Ruh! wenn ich, was er wählte, wähle, strómet mir sein Frieden zu! was, so lange wir hier wallen, wir bedürfen in der Welt, was die Hütten stüßt und hält, die dereinst in Staub zerfallen, auch dies giebt uns, dessen Ruf uns für diese Welt erschuf. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere sind zu meinem Dienste da! wohin ich mein Auge kehre ist mir Gottes Segen nah! Thier' und Kräuter und Getraide in den Gründen, auf der Höh', in den Büschen, in der See, sind mir Nahrung, sind mir Freude; vom Gedeih'n und Ueberfluß trieft des Allerhöchsten Fuß! 7. Wenn Betrübniß meine Seele, Elend meinen Leib umgiebt; dann, dann bet' ich und verhehle nichts dem Gott, der doch mich liebt! wår' er nicht mein Gott gewesen, håtte mich sein Angesicht nicht erquickt; so wår ich nicht von so vieler Qual genesen! vom Allsehenden bewacht, ging ich durch die dunkle Nacht! siehdog sona que no 730 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 8. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht; ob es gleich, verführt zur Sünde, von der rechten Bahne weicht! also sieht auch mein Verbrechen mein versöhnter Vater an, züchtigt mich, daß ich's gethan, will's nicht mit dem Schwerte råchen, weil, als ich's verirrt beging, doch mein Herz noch an ihm hing! 9. Wohlthat ist das Kreuz der Christen; ist's gleich, wenn es da ist, Pein, führt es uns in dürre Wüsten, scheint's gleich oft Gericht zu seyn! und, was haben wir gelitten, duldeten die Märtyrer nicht viel mehr, als wir, viel mehr, eh' sie ihre Kron' erstritten? rühmt im Leiden, rühmt und preis't Gott, der euch der Welt entreißt! 10. Ist, so lang' ich leb' am Grabe, Kreuz und Trübsal oft mein Theil, Gott, dem ich geglaubet habe, Gott giebt einst mir ewig's Heil! die, so hier mit Thrånen såen, erndten dort mit Freuden ein; nach des kurzen Lebens Pein, werd' ich mein Geschick verstehen! jauchzen, daß mich Gottes Rath diesen Weg geleitet hat! 11. Weil dann ohne Ziel, ohn' Ende deine Gnaden, Vater, sind; o so heb' ich meine Hånde zu dir auf, erhör' dein Kind: Vater! du wollst Gnade geben, dir mich ganz und Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 731 gar zu weih'n, dein Verehrer stets zu seyn, hier und in dem höhern Leben! Heilig, heilig, heilig ist er, der seyn wird, war und ist! - Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 446. Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! denn ich kann mit nichts erreichen deine Huld und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 2. Herr! entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu' und Güte froh erhebe Tag und Nacht: denn was ich nur bin und habe, kommt von dir, ist deine Gabe. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 3. Herr! ich muß mit Schaam gestehen, daß ich häufe Schuld auf Schuld; und mein sündliches Vergehen raubt mir billig deine Huld! gleichwohl trägst du, Gott, mich Armen noch beständig aus Erbarmen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 4. Ja, Herr! wenn ich überlege, mit wie großer Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit; so weiß ich kein Ziel zu finden, noch die Tiefen zu 732 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. ergründen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 5. Du, Herr, bist mir nachgelaufen, mich zu reißen aus der Gluth: denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, hießest du mich dies verachten, und nur nach dem Himmel trachten. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 6. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn: daß ich nur das Gute wähle, und das Böse möge fliehn, hast du mir durch Christum Leben, Licht und Kraft und Geist gegeben. Tausend, tausendmal sey dir, groBer König! Dank dafür. 7. Ja, Herr, Majestät und Klarheit strahlt von deinem Angesicht: all' dein Thun ist Gnad' und Wahrheit, recht und heilig dein Gericht; wer muß nicht aus deinen Werken deine Macht und Weisheit merken? Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 8. Bald kamst du mit Vaterschlägen, bald mit Wohlthun, Gott, zu mir, um mein Herz nur zu bewegen, sich ganz zu ergeben dir, und stets deinen guten Willen ohne Murren zu erfüllen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 9. Wie ein Vater nimmt und giebet, nachdem's Kindern nützlich ist; so hast du mich - Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 733 auch geliebet, Gott, der du barmherzig bist, und dich meiner angenommen, wenn's auf's Höchste gleich gekommen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 10. Trågst du nicht in deinen Armen mich oft treu und väterlich? riß mich nicht oft dein Erbarmen aus Gefahr und schüßte mich? mußt' ich einsam, hülflos weinen, so ließ'st du mir Trost erscheinen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 11. Vater! du hast mir erzeiget lauter Gnad' und Gütigkeit; und du hast zu mir geneiget, Jesu! deine Freundlichkeit; und dein Wort, o Geist der Gnaden! heilet meinen Seelenschaden! Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. on sim mat 12. Tausendmal sey dir gesungen Preis und Lob und Dank, mein Gott! daß es mir bisher gelungen, ach! laß mich bis in den Tod fest in deiner Gnade stehen, und dereinst dein Antlig sehen, so werd' ich, dein Eigenthum, ewig preisen deinen Ruhm. 1 dosle Mel. Die Himmel rühmen Gottes. 46. 447. Du bist's, dem Ruhm und Dank gebühret: und Ruhm und Dank, Herr! bring' ich dir. Du hast mein Schicksal stets regieret, und deine Hand war über mir. - 734 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 2. Wenn Noth zu meiner Hütte nah'te: so hörte Gott, der Herr, mein Flehn, und ließ nach seinem gnådgen Rathe mich nicht in meiner Noth vergehn. 1 3. Ich sank in Schmerz und Krankheit nieder, und rief: o Herr, errette mich! da half mir Gott, der Starke, wieder, und mein Gebein erfreute sich. 4. Wenn mich des Feindes Haß betrübte, klagt' ich Gott kindlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache übte, und stårkte durch Geduld mein Herz. 5. Wenn ich, verirrt vom rechten Pfade, mit Sünde mich umfangen sah: rief ich zu ihm, dem Gott der Gnade; und seine Gnade war mir nah'. 6. Um Trost war meiner Seele bange; denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: ach Herr, wie lange? und Gott verließ den Schwachen nicht. 7. Er half und wird mich fort erlösen. Er hilft; der Herr ist fromm und gut. Er hilft aus Reizungen zum Bösen, und giebt mir zu der Tugend Muth. 8. Dir dank' ich, Herr, auch für die Leiden, die du zur Prüfung mir geschickt. Dir dank' ich für die mehrern Freuden, womit mich deine Hand beglückt. 3weiter Theil.- Allgemeine Loblieder. 735 9. Dir dank' ich für das Gut der Erden, für die Geschenke deiner Treu'. Dir dank ich, denn du hieß'st sie werden, und deine Gut' ist täglich neu. 10. Dir dank' ich für die höchste Güte; selbst deinen Sohn gabst du für mich. Von ganzem Herzen und Gemüthe von allen Kräften preis' ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, Gottes Werke! die Erd' ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Weisheit, Ruhm und Stärke, er hilft, und er errettet gern. 12. Er hilft, des Abends währt die Klage, des Morgens die Zufriedenheit. Nach einer Prüfung kurzer Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 13. Vergiß nicht deines Gottes, Seele! Vergiß nicht, was er dir gethan. Ehr' seiner Heiligkeit Befehle! und bet' ihn durch Gehorsam an. Mel. O Gott, du bist die Liebe.- 34. - 448. Auf, meine Seele, finge! an dir, so unwerth du es bist, thut Gott so große Dinge. Weh' dir, wenn ihn dein Herz vergißt! Gott rettet dich ins Leben, will alle Missethat in Christo dir vergeben. Ognadenvoller Rath! schon hier wirst du mit Heile 736 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. getröstet und erfreut, und dort wird dir zu Theile die Nuh' der Ewigkeit! - 2. Er hat uns wissen lassen, der Herr, sein Recht und sein Gericht; Erbarmung ohne Maaßen dem Frommen, der den Bund nicht bricht! schnell eilt sein Zorn vorüber, straft nicht nach unsrer Schuld, der Herr begnadigt lieber, nimmt lieber auf zur Huld! wohl dem, der Christo lebet! Gott ist er angenehm. Mit Adlersflügeln schwebet Er barmung über dem. deisze fi bl 3. Wie Våter mit Erbarmen auf ihre schwachen Kinder schau'n: so thut Gott an uns Armen, wenn wir in Einfalt ihm vertraun. Gott weiß es, wir sind Sünder: Gott weiß es, wir sind Staub und der Verwesung Kinder, ein niederfallend Laub; kaum daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da: wir Sterbliche vergehen! stets ist der Tod uns nah'. 4. Des Ew'gen Gnad' alleine bleibt, gleich als er, in Ewigkeit bei dir, des Herrn Ge meine, die ganz sich seinem Dienste weiht, und daß sie selig werde, mit Furcht und Zittern ringt. Auf! daß ihr von der Erde schon jetzt euch dorthin schwingt. Dort nimmt mit seinen Engeln auch unsrer Britder Schaar, nun rein von allen Mängeln, stets seines Lobes wahr.oddiaG ssloom 3weiter Theil. Allgemeine Loblieder. 737 5. Anbetung, Preis und Ehre sey dir, Gott Vater, Sohn und Geist! wir singens in die Chöre der Schaar, die dich vollkomm'ner preis't. Anbetung, Preis und Ehre, dir, der du warst, und bist! wir stammeln's nur: doch höre, bör? uns, der ewig ist! Einst tragen wir auch Palmen, du Gott, auf den wir traun; einst singen wir dir Psalmen, wenn wir verklärt dich schau'n! Mel. Allein Gott in der Höh'.- 15. 449. Lob, Ehr' und Preis dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte! dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt; dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer', Beherrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die uns und sie hervorgebracht! Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten! darüber wird des Weisen Rath, des Vaters Gnade walten! in seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich! Gebt unserm Gott die Ehre! 47 738 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: ach Gott! vernimm mein Weinen! da half mein Helfer mir vom Tod, und ließ mit Trost erscheinen! ich danke, Gott, ich danke dir, ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah' und niemals nicht von seinem Volk geschieden! er, er ist ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden! mit seiner Allmacht leitet er sein Volk durch's Feuer und durch's Meer! Gebt unserm Gott die Ehre! - 6. Wenn Hülfe nicht mehr helfen kann, die nur die Welt erzeiget, so hilft, der ewig helfen kann, der Schöpfer selbst, und neiget sein huldreich Angesicht uns zu, denn außer ihm ist keine Ruh': Gebt unserm Gott die Ehre! 17. Ich will mein ganzes Leben lang, Gott, dich freudig ehren! man soll, Herr, meinen Lobgesang an allen Orten hören! mein Geist, o Gott, erhebe dich, mein gan zes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Shr, die ihr Chrifti Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! die falschen Gößen macht Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 739 Spott: der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! gebt unserm Gott die Ehre! 9. Kommt, laßt uns vor sein Angesicht mit Freud' und Zittern dringen; bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: der Herr hat alles wohl bedacht, und alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! 110 9. Mel. Nun danfet alle Gott. 450. Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Hånden, der große Dinge thut hier und an allen Enden; der mächtig uns erhålt, und von der Kindheit an uns so viel Gutes thut; mehr als man zählen kann. 2. Er, unser Vater, woll' ein fröhlich Herz uns geben; der Herr laß uns, sein Volk, in stetem Frieden leben, und unsre Nachwelt auch, daß seine Gnad' und Treu' das ganze Land umfah', sein Segen mit uns sey. 13. Der große starke Gott woll' uns von allem Bösen, und was uns schaden kann, gewaltiglich erlösen: er schüß' uns in Gefabr, er helf' uns allezeit, so lang' er uns allhier das Leben noch verleih't. - $ 14. Dir, Gott, dir, und nicht uns sey Ehr' und Preis gegeben, was in uns ist, soll stets, Herr, deine Huld erheben. Und 47* 740 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. stehn wir einst verklärt in deinem Heiligthum, so sey dein Name, Gott, auf ewig unser Ruhm. - Mel. Nun danfet alle Gott.- 9. 451. Durch dich, o großer Gott! durch dich bin ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden; denn wenn du sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, steht's da. Mit Allmacht bist du mir, und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd' und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet' ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott! gewürdigt werde, was frag' ich außer dir, nach Himmel und nach Erde? Im Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land, noch fürcht' ich nichts, denn mich beschüßt der Allmacht Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh', die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet; so sprech' ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst? und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst? ad dlug ney) Dof 3weiter Theil. Allgemeine Loblieder. 741 5. Als Schafe läßt du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis' und Trank, und füllst das Herz mit Freuden; du sah'st mich, eh' der Grund der Welt geleget war, zogst mich aus Mutterleib, als mich ihr Schooß gebar. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben; und meiner Tage Zahl war auf dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schuß, du bist der Müden Ruh'; ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnådig, Gott, bist du! 7. Wem soll ich sonst vertraun, als dir, du Gott der Götter; wen ehren, als nur dich, mein Schuß und mein Erretter? wie sanft ist dein Befehl: gieb mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg! ich bin dein Schild und Lohn. 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried' und Leben. Wie könnt' ich einem Gott der Liebe widerstreben? umsonst lockt mich das Glück, in dem das Laster blüht. Ich hasse seinen Weg, weil mich dein Auge sieht. — 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch 742 3weiter Theil.- Allgemeine Loblieder. gelüft't, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ift. an 10. Sollt' ich der Menschen Ruhm stolz zu erringen trachten? nein, Herr! wenn du mich ehrst, mag mich die Welt verachten. Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih'. Gieb, daß mein Wandel stets voll deines Ruhmes sey! Mel. Wachet auf! ruft uns d.- 171. 452. Jauchze, auserwählt Geschlechte! freu't euch des Herrn Herrn, ihr Gerechte, ihr Frommen preist den Höchsten hoch! lasset eure Harfen klingen; ihr müßt ein neues Lied ihm singen; so kommt und rühmt, und danket doch! macht es mit frohem Muth auf Saitenspielen gut! Halleluja! sein Wort ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit; und er hålt's gewiß. di di 12. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Ge rechtigkeit ist sein Gerichte; die Welt ist seiner Güte voll. Droben schuf er, ihm zur Ehre, der Licht erfüllten Sterne Heere, die Sonne, die uns leuchten soll. Es fürchte alle Welt den Herrn, der sie erhält! Halleluja! er will, er ſpricht's, sogleich geschicht's, gebeut er: wird etwas aus nichts. 3. Unser Gott herrscht ohne Schranken; er wendet Völkern die Gedanken; er macht 743 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. zunicht der Heiden Rath. Ewig kann sein Rath nicht wanken, er åndert sich nicht in Gedanken, er ist gleich groß an Rath und That. Wohl dem Volk, dessen Gott heißt: Herr, Herr, Zebaoth! Halleluja! ja selig ist, wen Gott erkiest, und sich zum Erbtheil auserliest! mo 4. O Herr, deine Güte gleichet dem Himmel, deine Wahrheit reichet so weit, als aller Wolken Heer! ja, als wie der Berge Höhen bleibt die Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht wie Tiefen in dem Meer. Eh' Meer und Berge seyn, bist du, o Gott! allein. Halleluja! des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit! daß sie mich leiten, wo ich bin: und mich dringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln, und zu dem Stuhl der Gnaden hin! so geh' ich da hinein, um Gottes mich zu freun. Halleluja! da, wo Gott wohnt, da, wo er thront, der unser wie der Kinder schont. 16. Ach! da will ich dann mit Beten vor den Altar des Höchsten treten! zu dem Gott, der die Schuld vergißt, zu dem Gott, der Schild und Sonne, der meine Freud' und 744 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. meine Wonne, durch Christi großes Opfer ist. Ich spiel' ein Danklied dir da auf der Harfe für. Halleluja! dir, Gott, mein Gott, Herr Zebaoth, du bist mein Helfer in der Noth! - Mel. Der du uns das Heil errungen. 108. 453. Gott, durch welchen alle Dinge sind, und wirken und vergehn, stårk mich, daß ich dich besinge: lehre mich dein Lob erhöhn! laß mich dich im Stillen loben, mich, den du voll Lieb' und Huld, aus den Tiefen seiner Schuld, zu des Christen Höh' erhoben! dich erheb' ich immerdar, der mich schuf und neu gebar. 2. Könnt ihr die Gestirne zählen; Gottes Gnade zählt ihr nicht. Er errettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit Versu chungen der Lust, mit dem Feind in unsrer Brust, wenn wir mit dem Tode streiten, stårkt er uns zum Kampf und Lauf, und hilft unsrer Schwachheit auf. - 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Wollust fliehn, dann giebt er uns seine Freuden, unser Herz empfindet ihn! kann ich größ'res Glück begehren? Gwi ger, hat dich mein Herz, o so wird es ohne Schmerz den Besitz der Welt entbehren, Erd' 745 3weiter Theil.- Allgemeine Loblieder. und Himmel wird mir klein, gegen dich verächtlich seyn. 4. Wenn mich Leiden niederdrücken, nehm' ich sie als Wohlthat an, von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine Schmerzen mit der Seelen Heiterkeit, und versüßest alles Leid, Gott durch deine Ruh' im Herzen, die mich ganz mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. Mo 5. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauhen Pfad geh' ich, Vater, in dein Leben, das nicht Leid, Gefahr nicht hat. Sollten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden! raubt' ich meine Krone mir? nein! ich leb' und sterbe dir! Mel. Allein Gott in der Höh'.- 15.is] 454. Stimmt unserm Gott ein Loblied an mit freudigem Gemüthe; es rühm' und preise, wer da kann, den Geber aller Güte. Er macht uns frei von aller Noth, drum lobet ihn, drum lobet Gott, und danket ſeinem Namen. 2. Lobt Gott und rühmet alle Zeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, 746 3weiter Theil.- Allgemeine Loblieder. die er beweis't in aller Welt, indem er alle Ding' erhält: drum danket seinem Namen. 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad' uns Allen hat gegeben; der uns durch seinen Engel schüßt; der täglich schenket, was uns nützt: drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott! er giebt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ew'ge Lebenskron' durch seinen Tod erwor ben; der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath vollbracht: drum danket seinem Namen. 05. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet, der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt: drum danket seinem Namen. 6. Lobt Gott! er hat dies gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, giebt Kraft und Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt und das den Himmel in sich hålt; drum danket seinem Namen. si 7. Lobt Gott! ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! es loben Gott mit heller Stimm' die hier auf Erden wohnen! Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 747 lobt Gott, und preis't ihn früh und spat; ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen. S Mel. Erhebt den Herrn, ihr Frommen. 101. 455, Lobt Gott, den Gott der Stärke, der, was er will, erschafft, ihr alle seine Werke, aus aller eurer Kraft. Ihr seyd sein Eigenthum, so weit der Himmel reichet! was Luft und Meer durchstreichet, verbreitet seinen Ruhm. 2. Erhab'ne Himmelsgeister, erwecket euren Fleiß; gebt eurem Herrn und Meister Dank, Ehre, Lob und Preis! stimmt dreimal Heilig! an. Lobt ihn, ihr Seraphinen, lobt ihn, ihr Cherubinen! lobt ihn, was loben kann. - 3. Was Odem hat und lebet, was sich bewegt und regt, was in den Lüften schwebet, und was der Himmel trågt, sey überall bemüht, den höchsten Gott zu loben, der aus den Wolken oben auf sein Geschöpfe sieht. 4. Der Herr ist groß und machtig, voll Heiligkeit und Ruhm. Es stehet alles prachtig in seinem Heiligthum. Er ist gerecht und gut; von seinen Vatersorgen zeugt jeder neue Morgen, und alles, was er thut. 5. Drum lobt, erlös'te Seelen! lobt stets den Herrn der Welt, helft dessen Ruhm Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. erzählen, der euch schuf und erhält; der euch in Christo liebt, euch durch sein Blut erkaufte, auf seinen Tod euch taufte, euch einst den Himmel giebt. 6. Lobt Gott, der euch regieret, der, als der treuste Freund, selbst dann euch weislich führet, wenn ihr das Kreuz beweint, das er euch auferleget: laßt uns in solchen Proben ihn dennoch kindlich loben, weil er aus Liebe schlägt. 7. Er ist getreu den Seinen, entreißt sie aller Noth. Wenn seine Kinder weinen, so bleibt er doch ihr Gott. Wenn der Verfolger Macht, wenn ihre Wuth sie schrecken, so wird sie Gott bedecken, er, der stets für sie wacht. 748 — 8. Lob, Ehre, Preis und Stärke sey dir, o Gott, bereit't: denn deine Weg' und Werke sind voll von Herrlichkeit. Dein Zion lobet dich, merk auf sein schwaches Lallen, und laß dir's wohlgefallen: erhör' uns gnådiglich! 9. Möcht' es uns bald gelingen, von aller Schwachheit frei, ein Opfer dir zu bringen, das deiner würdig sey! ach, laß vor deinem Thron uns ewig mit dir leben, und ewig dich erheben, dich, Vater und den Sohn! 3weiter Theil. Allgemeine Loblieder. 749 Der Ambrofische Lobgesang oder das Te Deum. -- F ¢ 456. err unser Gott! dich loben wir, Herr unser Gott! wir danken dir. Jehovah ist von Ewigkeit, er schuf die Welt, das Werk # der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preis't Gott Vater dich, dich Sohn, dich Geist. 2. Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle singen ihm: höchstheilig ist er, unser Gott, groß ist dein Ruhm, Herr Zebaoth! weit über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit. 2 3. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schaar, des Mittlertodes Märtyrer, sie preisen ewig dich, o Herr! am Grabe noch, noch in der Zeit, preis't dich auch deine Christenheit. 4. Dich, Bater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn! und dich, o Geist! deff' Wunderkraft in Sündern 750 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. neues Leben schafft, dich preiset alles weit und breit, dich preiset deine Christenheit. 5. Du Hoherpriester, du Prophet, du König, desf' Reich nie vergeht, du hast dich, Gott! uns Gott zu weih'n, erniedriget, ein Mensch zu seyn. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. 6. Zur Rechten G 6. Zur Rechten Gottes sißest du, mit deinem Vater herrschest du; du, der für uns gelitten hat, erwürgt für unsre Missethat. Im Grabe låsfest du uns nicht, du kommst, du kommst und hältst Gericht. 7. Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist. Leit' es durch diese Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd' ist auch dein Heiligthum, auch sie erfülle stets dein Ruhm. 8. In dieser unsrer Pilgerschaft sey, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft, sey gnådig uns, o treuer Gott! sey gnådig uns in aller Noth. Wenn wir zu Dir um Hülfe schrein, laß dein Erbarmen uns erfreu'n. - 9. Sey hier schon unser Trost und Licht, verlaß uns auch im Tode nicht, vollende dadurch unser Heil, Herr, Herr Gott, unser Trost und Heil: so preisen wir dich in der Zeit, noch besser in der Ewigkeit. obid 3weiter Theil. Allgemeine Loblieder. 751 Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe. 59. 457. Ich finge meiner Seele Lust vor dir, Herr Zebaoth! ich sing' aus dankerfüllter Brust, von deiner Güte, Gott! 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß seiner du gedenkst? Herr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst. niesprim 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug' entzückt? Wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? 4. Wer kleidet Hügel, Thal und Au' mit Schönheit? pflanzt den Hain? trånkt sie mit Regen und mit Thau? und giebt der Saat Gedeih'n? 5. Wer führt die Sonn' in ihrer Pracht mit jedem Tag uns zu? wer spricht zum Mond in dunkler Nacht: den Menschen leuchte du? 6. Wer krönt mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz sich freut? wer liebet uns unwandelbar, auch wenn dein Donner draut? 7. Durchdenke deinen Lebenslauf, o Mensch, wer half bisher? wer war, von deiner Jugend auf, dein Helfer? Sage, wer? 8. Herr, unser Herrscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Volk, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du! 752 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 9. Wie groß ist deine Huld und Treu', du zähltest unser Haar, stehst uns allgegenwärtig bei in jeglicher Gefahr. bi indo 10. Uns Sünder trågst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geist, und reu't uns unsre Sündenschuld, du sieh'st es und verzeih'st. 11. Ja, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken ziehn. Der junge Rab', Erbarmer! schreit zu dir, du nåhrest ihn! 12. Und rührte dich, o Menschenfreund, nicht eines Christen Schmerz? die stillste Zähre, die er weint, bemerkt dein Vaterherz. 13. Weh' dem, der an dem Herrn verzagt! und seine Zuversicht auf Menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst, ist, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh' du flehst, vertraue du dem Herrn. 15. Er schaut herab von seiner Höh auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. 16. Lobsing' ihm, bet' ihn ewig an mit frommer Zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! vergiß es, Seele, nicht. 11: - Mel. Heil'ger Geist, du Himmelsl.- 201. 458. Großer Gott, Herr aller Götter! Schöpfer, Vater und Erretter! alles rufet weit und breit; rühmt den Herrn der Herr 3weiter Theil.- Allgemeine Loblieder. 753 lichkeit! Engel preisen deine Werke. Wenn ich sie erstaunend merke; so schwingt sich mein Herz empor, und singt in der Engel Chor. 2. Hier im niedern Weltgebäude blickt mein Geist mit großer Freude deiner Allmacht Proben an: wo ich hin gedenken kann, siehet mein erstaunt Gemüthe deine Weisheit, Macht und Güte, Wahrheit und Barmherzigkeit zu des Sünders Heil bereit. 3. Von Begierde, dich zu kennen, kann mein Herz nicht g'nugsam brennen. Doch gieb mir des Glaubens Kraft, den dein Geist im Herzen schafft; so kann ich gelehrtes Wissen ohne großen Schaden missen; so bin ich gelehrt genug, und zum Reich der Himmel klug. 4. Gieb, daß ich dich so erkenne, daß ich 10 auch vor Eifer brenne, dich von meines Herzens Grund, und nicht blos mit meinem Mund, auf das Innigste zu preisen; du selbst mußt mich unterweisen, dann dringt erst mein Lob empor; dann hört mich dein Vaterohr. 5. Ganz entzückt von deinem Namen, wünsch' ich dir, Herr, nachzuahmen, daß, wie du so heilig bist, auch mein Wandel heilig ist. Andre möcht' ich gern erwecken, 48 754 Zweiter Theil. Besondere Loblieder. deine Freundlichkeit zu schmecken; deiner sich mit mir zu freu'n: Gott, dein Ruhm sey allgemein! demir den ▬▬▬▬▬ 6. Wie die heil'gen Seraphinen dir mit allem Eifer dienen; so sey, Herr, auch je derzeit dir durch mich ein Lob bereit't, bis von mir und ihnen allen droben wird dein Lob erschallen: Heilig, heilig ist der Herr! herrlich seines Namens Ehr'! 11C. c. Besondere Loblieder. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 459. err! mein Licht, mein Heil und Leben, wie kann ich dich g'nug erheben; was für Lieder stimm' ich an? was soll ich zum Dank dir bringen? und wie soll ich $ würdig singen, was du, Herr, an mir gethan? 2. Du hast meine Seel' gebeuget, aber auch mir bald gezeiget, daß du stets den Deinen nah'. In der Nacht warst du ver 3weiter Theil. Besondere Loblieder. 755 borgen, doch bald kam der frohe Morgen, da ich, Herr! dein Antlitz fah..00P 103. Heilig, Herr! sind deine Wege, wunderbar sind alle Stege, wo du deine Kinder führst; wer muß nicht aus deinen Werken, dir zum Preise, es bemerken, wie gerecht du, Herr, regierst? dunonisd --# 4. Nun will ich dir fest vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn des Kreuzes Last mich drückt; ich will still seyn, hoffen, schweigen, stets vor dir, o Herr, mich beugen, bis dein Untlih mich erquickt. 5. Willst du deine Hülf' aufschieben? willst du meine Demuth üben? Herr, ich bin ein sund'ger Knecht; willst du strafen, willst du schlagen, schickst du Trübsal, Noth und Plagen? Herr du bleibest stets gerecht. 6. Doch weiß ich, daß deine Treue ewig ist und täglich neue, selbst zur schwersten Prüfungszeit; deine Strafen, deine Schläge sind ja, wenn ich's recht erwäge, Mittel meiner Seligkeit. 7. Ach! so stårke mir den Glauben, laß mir nichts denselben rauben, keine Wollust, keine Pein; laß mich deine Liebe schmecken, laß in Noth und Angst und Schrecken deine Gnade mich erfreu'n. 48* 3weiter Theil. Besondere Loblieder. Mel. Nun habe Dank für deine Liebe. 234. god 460. Mein Herz, ermuntre dich nun wie der, und singe mit erquicktem Muth, jetzt neue Dank- und Freudenlieder dem Herrn, der große Dinge thut: denn er beschämt zur rechten Zeit nun wieder deine Furchtsamkeit. 756 - - 2. Herr! deine Hand ist immer offen, zu geben, was mein Herz begehrt; hingegen ist mein zaghaft Hoffen oft, leider! keiner Hülfe werth: und doch erträgst du mit Ge duld des wankenden Vertrauens Schuld. 3. Wenn oft in Kümmerniß und Sorgen der Trost, wonach mein Auge weint, vor meinem Denken tief verborgen und noch sehr weit entfernet scheint; hast du schon meine Noth bedacht, und dich zu helfen aufgemacht. bole 4. Dein unermeßliches Erbarmen ist immer wohlzuthun gewohnt; drum wird mir sünd lich schwachem Armen nicht, wie ich's würdig bin, gelohnt. Dich jammert der Gebrech lichkeit; du hilfft zur recht erwünschten Zeit. 5. Herr! deine Zeit ist stets die beste; auch dann selbst, wenn die Noth sich häuft, bist du schon meine Stårk und Veste. Wenn Fluth und Jammer auf mich läuft; so siehst du mit Erbarmen drauf, und hemmest schleunig ihren Lauf. 3weiter Theil. Besondere Loblieder. 757 6. Mein Mund, mein Geist und mein Gemüthe sind deines Ruhms, mein Helfer, voll. Die Wunder aber deiner Güte mit Dank zu preisen, wie ich soll, reicht mein Vermögen nimmer zu, es ist voll Schwachheit, was ich thu. 7. Doch låsf'st du auch mein schwaches Lallen, der du des Herzens Redlichkeit zu prüfen weißt, dir wohlgefallen;. siehst auf die Unvollkommenheit, als wie ein holder Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trågt. 18. Nichts hat mein armes Unvermögen, wie dir, mein Gott, schon offenbar, dir zur Vergeltung darzulegen: bot' ich mich selbst zum Opfer dar; so ist ja alles schon vorhin dein eigen, was ich hab' und bin.s 9. Doch will ich dir mein Opfer bringen, das Opfer meiner Dankbarkeit, und dir zum Lobe Lieder singen, so viel dein Geist mir Kraft verleiht: im Namen Jesu sing' ich dir; in diesem nimm es an von mir! Danklieder bei der Aerndte. Mel. Nun danket alle Gott. 9. 461. Frohlocket, Jung und Alt, ihr Reiche mit den Armen! da Gott den Unterhalt von neuem aus Erbarmen für euch nun auf ein - 758 3weiter Theil. Besondere Loblieder. Jahr so mildiglich beschert. Was euer Wünschen war, ist väterlich erhört. 2. Auf! danket unserm Gott, daß Fried' und Ruh' hier wohnet. Mit Krieg und Hungersnoth hat uns der Herr verschonet. Kein Feuer, keine Fluth, kein schwerer Hagelschlag, noch böser Seuchen Wuth trifft uns bis diesen Tag. 3. Die Erndte hat der Herr uns treu und wohl bewahret: wer hått', wenn Gott nicht wär', uns sonst die Frucht geſparet? Wer gåb' uns Sonnenschein? Wer Regen oder Thau? was würd's ohn' ihn wohl seyn mit unserm Ackerbau? 4. Umsonst wär' uns're Müh', umsonst wår Såen, Pflügen. Wir würden sonsten nie ein Körnlein wieder kriegen. Wir möch ten früh aufstehn und bis zur Mitternacht nicht wieder schlafen gehn: es wär' umsonst gewacht. 5. So aber sorgt und wacht der Herrscher in der Höhe; sein Vatersegen macht, daß unser Werk bestehe. Der hat auch die sesmal des Såmanns Wunsch gestillt, und reichlich überall der Schnitter Hand gefüllt. 6. Gott ist's, der euch ergößt, da ihr nun jauchzt und singet, und jenen Segen jetzt in eure Scheuern bringet. Dem stellt euch dankend 759 commonet 3weiter Theil. Besondere Loblieder. dar, dess' Lob so weit ertönt, der wiederum das Jahr mit seinem Gute krönt. 7. O schmecket doch und seht des Schöpfers milde Güte. Lobt seine Majestät mit freudigem Gemüthe. Dem gebet Preis und Ehr', der uns viel Gut's verleih't, doch selbst uns noch weit mehr, als Korn und Del erfreut. 8. Gut ist, o Herr! das Land, darin du uns geseßet, groß deine starke Hand, die uns so oft ergößet; unendlich deine Macht, und ohne Ziel dein Ruhm, drum lobt dich Tag und Nacht dein Volk und Eigenthum. 9. Verleih', o frommer Gott, uns ferner deine Gnade, daß ja die Feuersnoth nicht unsern Hütten schade: bewahr' vor Angst und Leid, vor Seuchen, Wasserfluth, vor Krieg und theurer Zeit; halt' uns in deiner Hut. 10. Gesegne, treuer Gott, das, was wir tåglich effen! Gieb auch, daß wir der Noth der Armen nicht vergessen. Herr! deine milde Hand erfreue jedermann, daß bei uns Stadt und Land den Segen spüren kann. 11. Laß unser Korn zur Saat uns bis zur Erndte reichen. Gieb selber Rath und That, und thu' an uns ein Zeichen; laß sehen jedermann, du sey'st, Herr Zebaoth! der Wunder wirken kann, der rechte treue Gott. 760 Zweiter Theil. Besondere Loblieder. 12. Lob, Ehre, Preis und Ruhm bringt dir zu allen Zeiten dein wahres Eigenthum, o Gott der Ewigkeiten! dir Vater, dir Gott Sohn, und dir, Gott heil'ger Geist! den man vor seinem Thron, und hier auf Erden preis't. 1 ud Sledo ndant tout Mel. Zeuch mich, zeuch mich.- 81. e 462. Gott im Himmel und auf Erden! Herrscher in der ganzen Welt! laß den Mund voll Lobes werden; da man dir zu Fuße fällt, für den nahen Erndtesegen Dank und Opfer darzulegen. 2. Herr, dir jauchzen Feld und Auen, überall wirst du verspürt, überall låßt du dich schauen: und wir blieben ungerührt; gleich als ob zu deiner Ehre Feld und Au' so schön nicht wäre. 3. Vater! du hast aus Erbarmen Cuns Unwürdige genährt. Du hast Reichen, du hast Armen manches, manches Glück gewährt. Gott, der uns viel Gut's bewiesen, sey ge lobet und gepriesen. eated dit? dm 4. Du hast Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, daß man nunmehr allerwegen Auen voller Korn erblickt; Berg' und Thåler, Tief" und Höhen sehen wir im Segen stehen. 3weiter Theil. Besondere Loblieder. 761 5. Ach! wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? nimm ein dankbares Gemüthe für die große Wohlthat an; und mein Mund soll stets erschallen; Gott macht satt mit Wohlgefallen. - 6. Gieb nun Kraft, den milden Segen, den uns deine Hand beschert, auch so löblich anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. 7. Schenk' uns auch vergnügte Herzen; Stolz und Geiz laß ferne seyn; laß den Undank nichts verscherzen. Schenke ferner dein Gedeih'n, und laß uns mit deinen Gaben willig auch den Dürft'gen laben. 8. Laß es deinem Wort gelingen, daß auch wir zu deiner Ehr' hier schon reichlich Früchte bringen, stårke du uns immer mehr, schenk uns auch nach allem Leide droben mehr als Erndtefreude. Danklied auf den Frieden. Neue Mel. oder Auf meinen lieben. 463.3 esingt Gott Zebaoth; besinget ilm unsern Gott! dem müsse von uns allen 762 Zweiter Theil. Besondere Loblieder. ein feurig Lied erschallen, der unser Wohl bedenket, und uns den Frieden schenket. 2. Wie schreckte Gottes Hand das werthe Vaterland! der Krieg hat es verheeret und bis auf's Mark verzehret: doch Gott hat es gewendet, Gott, der den Frieden sendet. 3. Dankt jetzt und immerdar, ihr, welche die Gefahr des Krieges hart geplaget, zerstreuet und verjaget: um Frieden euch zu schaffen, zerbrach Gott selbst die Waffen. 4. Besingt Gott Zebaoth, besinget unsern Gott! das Rachschwert legt er nieder, führt uns den Frieden wieder, und nebst ihm Heil und Segen mit neuer Huld entgegen. 5. Nun, Gott! wir loben dich, und danken ewiglich, daß du auf unser Flehen uns huldreich angesehen, und uns den edlen Frieden zu unserm Theil beschieden. 6. O mache du ihn fest, Gott, der uns nicht verläßt, und trag' uns mit Verschonen, daß wir hier sicher wohnen, und, als des Himmels Erben, auch einst im Frieden sterben. 7. Dein Geist mach' uns bereit, daß wir zu keiner Zeit in deinem Dienst erkalten, dein Wort beständig halten, und nicht mit Zweiter Theil. Gebet- und Loblieder zc. 763 neuen Sünden des Krieges Wuth entzünden. - 8. Herr Gott Zebaoth! o Herr, du unser Gott! laß deines Friedens Gaben uns überflüssig haben, bis daß wir dich dort oben in vollem Frieden loben. 32) Gebet- und Loblieder beim Anfang des Jahres. Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. 464. Du, Gott, du bist der Herr der Zeit, und auch der Ewigkeiten! laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank' ich, Gott, daß ich noch bin? nur deiner Gnad' und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, unwandelbares Wesen! dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergeh'n durch dich; nur du bist unverånderlich; du warst, und bist, und bleibest. 3. Herr! ewig währet deine Treu', mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloss'nen Jahr mich väterlich geleitet, und wenn mein Herz voll 764 3weiter Theil. Gebet- und Loblieder Sorgen war, mir Hülf' und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis' ich dich. Auf's Neue übergeb' ich mich, Gott, deiner weisen Führung. - 5. Vergieb mir die gehäufte Schuld von den verfloss'nen Tagen, und laß mich deine Vaterhuld in Christo ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruh'n, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gieb neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht. Dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. Viel bess're Freuden rufen mich zum wichtigern Bemühen! der Ewigkeit bin ich verwandt; im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten. 8. Olehre selbst mich, meine Zeit recht weislich auszukaufen. Laß mich die Bahn der Ewigkeit mit heil'ger Vorsicht laufen. Der Tage Last erleicht're mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter storet. did beim Anfang des Jahres. bat& 765 - 324.9 Mel. Mein Bundesgott, ach unterweise. 465. So ist von meiner kurzen Pilgrimschaft ein ganzes Jahr( ganzer Tag) schon wieder hingeflossen! Herr, wie viel Gut's hab ich darin genossen! ich bin für mehr als tausend Pfund verhaft't. d 2. O Bundesgott! wie hat nicht deine Treu' mir unverdienten Segen aufgetragen! zwar keinen Tag fehlt es an eignen Plagen, doch Trübsal ist der Seelen Arzenei. pouda 33. So hast du nie den theuren Bundeseid gekrånkt, nur ich hab' ihn so oft gebrochen; fast nichts gethan, und doch so viel versprochen! vergieb es mir; es ist mir herzlich leid. ds in 4. Ach! wie viel näher müßt' ich schon zu dir in so viel Tag' und Jahren seyn gekommen! des Fleisches Trieb hat wenig abgenommen, noch glänzt nicht, wie es soll, dein Bild in mir. 5. Wie eilt die Zeit! fie fliegt! oft fällt mir ein: könnt' ich so viele Stunden, die verlaufen und schnell verflogen sind, doch wieder kaufen! ich wollte sie zu deiner Ehre weih'n. od#sunbla 6. Nur, wenn ich mein betrüglich Herz betracht', so wär' es doch ohn' deine Gnad vergebens: Ach! würde nur das Restchen 766 3weiter Theil.- Gebet- und Loblieder meines Lebens zu deinem Preise besser zugebracht! 7. Die Rebe mag am Weinstock nur be steh'n. Die Säfte, die in Jesu reichlich fließen, laß auch in mich sich mildiglich ergießen; und du sollst Frucht an dürren Reben seh'n. 8. Hab' ich in Trägheit so viel Zeit verspielt, laß mich, was übrig ist, wie Gold abwågen! o möcht' kein Odem mehr in mir sich regen, der nicht, o Gott, auf deine Ehre zielt! 9. Dein Glück, o Welt, macht nicht die Seele satt. Was kann doch wohl auf dieser ganzen Erden beim långsten Leben ange troffen werden, das nicht vom Fluch be trübte Spuren hat? omipohio of ut sid 10. Ihr eiteln Tage flieht denn immer fort; ich halt euch nicht: verdoppelt euer Eilen; mich lufstet nicht, in Mesech zu verweilen, nur bald von hier, und dann ge schwinde dort. 11. Dort, wo der Hafen der Glückseligkeit; dort, wo das Kleinod meiner Laufbahn glånzet; dort, wo ein müder Streiter wird be krånzet, und seines Sieg's sich ewiglich erfreut. 12. Wenn ich indeß hier långer dienen soll: so gieb, mein Gott, daß ich stets 767 dildo beim Anfang des Jahres.olio wachend bleibe. Gieb du mir Muth und Kraft zum Kampf; vertreibe die Sicherheit und mach' mich Eifers voll. bid and one 13. Laß mich, als dein erkauftes Eigenthum, Geist, Seel' und Leib von Flecken rein bewahren; und, wirst du neue Schuld von mir erfahren, laß mich nicht sinken, stark mich wiederum. 14. Je långer ich auf deinen Wegen geh', je klarer gieb dein Licht mir zu erkennen; je heller laß mein Licht im Wandel brennen, bis ich verklärt vor deinem Throne steh'. 15. Es ist doch um ein Kleines nur zu thun, so heiß' ich dich, mein Bräutigam, willkommen; dann werd' ich aller Müh' und Qual entnommen, vergnügt und froh in deinem Schooße ruh'n. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 466. Gott ruft der Sonn' und schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! 2. Herr, der da ist, und der da war! von Dank erfüllten Zungen sey dir für das verfloff'ne Jahr ein heilig Lied gesungen; 768 Zweiter Theil. Gebet- und Loblieder für Leben, Wohlfahrt, Troft und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet seyn, das du uns neu gegeben. Verleih' uns Kraft, denn sie ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach dei nem Reiche streben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Rub' und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt; so gieb mir Kreuz und Leiden. Nur stårke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke våterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlass'nen dich, und der bedrångten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Für sten nieder.do 13 taisd 6. Laß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle thronen! laß Zugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohnen! laß Treu' und Liebe bei uns seyn, dies, Vater! wollst du uns verleih'n in Christo, deinem Sohne. 769 beim Anfang des Jahres. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. 467. Herr! der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet' ich kindlich an; ich bin viel zu geringe der Treu', die ich besinge, die du bisher an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu' ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. O gieb mir Kraft und Stärke; Gedeihn zu meinem Werke, und schaff' ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn; auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! bin ich der Schuld entladen, und nur bei dir in Gnaden, so ist im Himmel auch mein Theil. 5. O leite mich im Segen dem großen Ziel entgegen, dahin dein Wort mich weis't. Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hånde befehl' ich, Vater! meinen Geist. Mel. Freu' dich sehr, o meine.- 29. 468. Abermal ein Jahr( ein Tag) verflossen! näher zu der Ewigkeit, wie ein Pfeil, der abgeschossen, so verflieget meine Zeit. Treuester Herr Zebaoth! unveränderlicher 49 770 Zweiter Theil. Gebet- und Loblieder. Gott! ach was soll, was soll ich bringen, deiner Langmuth Dank zu singen. 2. Ich erschrecke, mächtig's Wesen! Angst und Furcht bedecket mich; denn mein Beten, Singen, Lesen, ach! das ist so schläferig. Heilig, heilig, Heiliger, großer Seraphinen Herr! wehe mir, ich muß vergehen! denn wer kann vor dir bestehen? - 3. Schrecklich ist es ja, zu fallen in die Hand des Höchsten. Gott rufet warnend zu uns allen: niemand treibe mit mir Spott! irret nicht, wo das geschicht, so leid' ich's, Jehova, nicht: ich bin ein verzehrend Feuer, und mein Zorn brennt ungeheuer. 4. Aber du bist auch sanftmüthig, treu ist, Herr, dein Vaterherz! in dem Bürgen bist du gütig, dich versöhnt sein Todesschmerz. Bin ich nicht in deiner Hand, Gott, ein dir sehr theures Pfand, das du vor der Feinde Wüthen ewig, ewig willst behüten? 5. Auf, mein Herz! stell dich nur wieder dem versöhnten Vater dar. Opfre dem Gebet und Lieder, welcher krönet Tag und Jahr. Fang' ein neues Leben an, das dich endlich führen kann, mit Verlangen nach dem Schei den zu des Himmels ew'gen Freuden. 6. Soll ich denn allhier auf Erden långer noch ein Pilger seyn; so wirst du, bei den beim Anfang des Jahres. 771 Beschwerden, Herr, mir die Geduld verleih'n. Deine Treue bleibe mir, liebster Heiland, ich will dir mich hinwiederum verschreiben, dir auch ewig treu zu bleiben. Mel. O Gott, du frommer G.- 8. 469. Ein Jahr der Sterblichkeit, der kurzen Lebenstage, ist abermal dahin mit seiner Lust und Plage, und wiederum ein Theil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schuß und Kraft. 2. Herr! deine Güte macht's, die niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank denn jeho gnådig an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. 3. Wir schließen uns auf's neu' in dein so treues Sorgen, in deine Obhut ein; da sind wir wohl geborgen. Da ist das feste Schloß vor aller Feinde Truß, da läuft dein Häuflein hin, und findet sichern Schuß. 4. Gieb mit dem neuen Jahr uns neue Stark im Glauben; laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben; erneu're Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht! 5. Entzünde neue Lieb' und Sanftmuth in uns allen. Und soll uns dieses Jahr auch neue Noth befallen; so stårke die Geduld 49* 772 Zweiter Theil. Morgenlieder. und mache deine Treu', o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gieb, daß wir mehr und mehr den alten Menschen tödten. Verleih' an Seel und Leib, was jedem ist vonnöthen; und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden seyn; du machst doch alles gut. 7. Wem du auf dieses Jahr, von dieser Welt zu scheiden, sein Ziel hast festgeseßt, den laß auf dich, mit Freuden, im Glauben selig hier beschließen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnådig auf. 33) Morgenlieder. Neue Mel. oder: Ich dank' dir. 470. M ein erst Gefühl sey Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing' ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich, und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Müden? bub BA Zweiter Theil. Morgenlieder. 773 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer führt mein Blut in stetem Kreis, und schüßt mich vor Gefahren? - 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich selber zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben! du bist es, der es uns erhält, und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seyst du, Gott der Macht! gelobt sey deine Treue, daß ich nach überstandner Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn; mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnådig wahr; auf dich hofft meine Seele. Sey mir ein Retter in Gefahr! ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe! ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue. 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe; gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe. 11. Daß ich dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. 774 3weiter Theil. Morgenlieder. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe! Mel. Ach, Herr, mich armen S. 67. 471. Noch läßt der Herr mich leben! mit fröhlichem Gemüth eil' ich, ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht, ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 2. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an: wie soll ich dir vergel ten, was du an mir gethan? Willst du nach Opfern schauen? sie gelten nichts vor dir, du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott! von mir. - 3. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freu'n, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weih'n. O Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mit gnådig bist. 4. Dir hab' ich mich ergeben; ich freue mich in dir, erfreuender als Leben ist deine Güte mir. Sie führe mich auch heute auf deinen Tugendpfad. Du Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath. 5. Nur eins laß mich erflehen, das christ lich weise Herz, auf dich stets aufzusehen, in 3weiter Theil. Morgenlieder. 775 Freuden, wie in Schmerz. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt. 6. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu', und froh, gen Himmel schauend, denk: Herr, mich siehest du bereit, den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Gewissen: so finde mich der Tod. Mel. Jesu, Arzt todtkranker Seelen.- 79. 472. Seele! du mußt munter werden, denn der Erden blickt hervor ein neuer Tag. Komm, dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb vermag. 2. Doch, daß man auf würd'ge Weise Gott recht preise, wollen nicht nur Lippen seyn: er hat, als das reinste Wesen, auserlesen Herzen ohne falschen Schein. 3. Deine Pflicht kannst du erlernen von den Sternen, deren Glanz der Sonne weicht: so muß sich vor Gott mit Schweigen alles beugen, was uns groß und herrlich deucht. 4. Jhn mußt du am höchsten achten, und nur trachten, das zu thun, was ihm gefällt. Wer ihm irdisches Ergößen gleich will schätzen, ehret nicht den Herrn der Welt. 5. Schau, wie das, was Athem ziehet, sich bemühet um der Sonnen holdes Licht! 776 Zweiter Theil. Morgenlieder. wie sich, was der Erdkreis tråget, freudig reget, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 6. So laß dich auch fertig finden anzu zünden deinen Weihrauch. Gottes Macht hat, um dich vor Unglücksstürmen zu be schirmen, selber machtig dich bewacht. - 7. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielst; aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 8. Denk', daß er auf deinen Wegen stets zugegen, daß ihm alles ist bewußt; daß er selbst verborgne Sünden kann ergründen, und genau weiß, was du thust. 9. Wir sind an den Lauf der Stunden fest gebunden, der entführt, was eitel heißt und der deinen Leib, o Seele, nach der Höhle eines finstern Grabes reißt. 10. Drum so seufze, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern sanftes Schlafen sey, und daß ich mit Lust und Wonne seh' die Sonne, wenn des Todes Nacht vorbei. 11. Trau' auf allen deinen Wegen Gottes Segen! wen des Höchsten Huld erquickt, der genießet wahre Freuden selbst im Leiden, und ist hier und dort beglückt. 12. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn sorgen, ihn, der gnädig auf dich Zweiter Theil. Morgenlieder. 777 schaut; er weiß besser, was dir nüßet, und beschüßet den, der sich ihm anvertraut. Mel. Erhabner Gott! was reicht. 16. 473. Mein erster Wunsch, mein innigstes Bestreben ist, Herr mein Gott! dich würdig zu erheben. Unendlich groß ist deine Vatertreu', mit jedem Tag' ist deine Güte neu. 2. Die Sonn' enthüllt den Schauplat deiner Werke, und alles zeugt von deiner Huld und Stärke. Sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt rastlos hin, und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd' ist dein, und du regierst dies Ganze! vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh' ich, wie groß sich deine Vorsicht zeigt, sie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich! du Höchster, denkest an mich, den Staub, der du die Himmel lenkest, du sorgst für mich! Gott, wie vergelt' ich dir? ein dankvoll Herz, das bring' ich dir dafür. - 5. Nimm's gnådig an! gedenk' nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden. Er, welcher nie ein gläubig Fleh'n verwarf, verleiht, daß ich dich Vater nennen darf. 778 Zweiter Theil. Morgenlieder. 6. So will ich denn mit kindlichem Vertrauen auf dich allein, so lang'ich lebe, trauen, du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immerdar. 7. Du weißt, wie lang' ich hier noch wallen werde; fällt ohne dich kein Sperling auf die Erde; so nimmst du, Herr, auch meines Lebens wahr. Mit Namen kennst du mich und zählst mein Haar. 8. Mein Heiland, gieb mir Kraft zum neuen Leben, gieb mir den Muth, dem Bei spiel nachzustreben, das du, o Herr, uns hinterlassen hast; dein Joch ist sanft, und leicht ist deine Last.# O40010 9. Dein Auge sieht die Schwäche meiner Seele; verwirf mich nicht, vertritt mich, wenn ich fehle! zu dir empor fleht meine Seele stets, und du vernimmst's, Erhörer des Gebets! Mel. Warum betrübst du dich.- 435. 474. Shm, der das Licht entstehen hieß, und mich gesund erwachen ließ, sey Preis und froher Dank! des neuen Morgens Heiterkeit sey meinem Gott zuerst geweiht. 2. Sieh', Herr, ich unterwinde mich, mit dir zu reden! Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier; daß ich noch lebe, dank' ich dir. 3weiter Theil. Morgenlieder. 779 3. Und jedes Gut, deß ich mich freu', empfang' ich jego wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. 4. Dich, dem ich nicht vergelten kann, dich, Vater, bet' ich kindlich an! ich opfre dir mein Herz. Ein Herz voll Dank und Zuversicht verwirfst du, Hocherhabner, nicht. 5. O du, den meine Seele preis't! erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Christenpflicht. Er helfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf! F 6. Ein gut Gewissen sey mein Theil! dies wirk' in mir, o Herr mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume kleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, Gott der Macht! bin ich nicht mehr, denn sie? ich werfe meine Sorg' auf dich, du, mein Erbarmer! sorgst für mich. Mel. Wie schön leuchtet der M.— 35. 475. Dich seh' ich wieder, Morgenlicht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten lobzusingen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer! dir mit heil'gem Muth lobsingen! Schöpfer! Vater! deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe. Froh empfind' ich deine Güte. 780 Zweiter Theil. Morgenlieder. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich? hättest du nicht dich so hülf reich mir erwiesen! zu meinem Leben setzest du jetzt einen neuen Tag hinzu: sey hoch dafür gepriesen! durch dich bin ich! und ich merke neue Stärke. Dich erhebe meine Zunge, weil ich lebe. - 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, daß Sund' und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nüßen mich bemühe. Prüfe, siehe, wie ich's meine. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ, o Gott, verleih', daß ich des Namens würdig sey! Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Schaaf. Erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade. Stårk' mich, daß ich stets mich übe; deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still in dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier, einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff' ich, Herr! ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. Zweiter Theil. Morgenlieder. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 116. 476. Herr! es ist von meinem Leben wieder eine Nacht vorbei. Laß mich deine Treu' erheben, die auch diesen Morgen neu. Deine Macht hat diese Nacht mir zur sanften Ruh' gemacht, und nun kommt mir schon dein Segen mit der Morgenroth' entgegen. 2. O wie theu'r ist deine Güte, die mich überschattet hat, daß zu meinem Bett und Hütte keine Plage sich genaht. Nunmehr steh' ich fröhlich auf, und mein Herze denket drauf, dir für dieses neue Leben den verbundnen Dank zu geben. 3. Wenn ich dir mich selber schenke, wird es doch zu wenig seyn, und so ich es recht bedenke, bin ich ja vorhin schon dein. Seel' und Leib gehöret dir. Doch nimm gnådig an von mir, was ich selbst, als eine Gabe, von dir, Herr, empfangen habe. 4. Ist mein Auge nunmehr lichte; so erleuchte meinen Sinn, daß vor deinem Angesichte ich ein Kind des Lichtes bin, und den angebrochnen Tag also hinterlegen mag, daß ich in dem Lichte wandle, und in allem weislich handle. 781 - 5. Segne mich in allen Werken, die mir mein Beruf gebeut; laß nur deinen Geist mich stärken, mind're die Beschwerlichkeit. 782 Zweiter Theil. Morgenlieder. Was ich denke, red' und thu', alles, Herr, regiere du, gieb, daß Wollen und Vollbringen, dir zu Ehren, wohlgelingen. 6. Sollt' ich heut' in Sünden fallen, richte mich bald wieder auf. Laß in deiner Furcht mich wallen, bei der Welt verkehrtem Lauf. Halte Fleisch und Blut im Zaum, gieb dem Satan keinen Raum, wenn er mir sein Neße stellet, daß er meinen Fuß nicht fållet. 7. Werd' ich auch an diesem Tage nicht ohn' alle Plage seyn; mache nur, daß ich's ertrage, so find' ich mich willig drein. Wenn du nur aus Liebe schlägst, und mein Kreuz zur Hälfte trågst, darf ich keine Trubsal scheuen; du wirst auch Geduld verleihen. 8. Nun ich leb' an diesem Morgen, da ich Abends sterben kann, laß mich für mein Ende sorgen; nimm dich meiner Seele an. Reiß' mich nicht in Sünden hin, wenn ich reif zum Tode bin. Laß auf Jesu Blutvergießen mich die Wallfahrt selig schließen. -- Mel. Besingt Gott Zebaoth. 463. 477. Shr trüben Sorgen weicht! den Tag hab' ich erreicht, die Sonne schau' ich wie der: erwachet, frohe Lieder; ein Opfer Gott zu bringen, müss' euch anjetzt gelingen. Zweiter Theil. Morgenlieder. 783 2. Was nur mein Auge sieht, ist um die Wett' bemüht, dich, Höchster! laut zu preisen: dir Ehre zu erweisen, sey dann auch mein Bestreben in meinem ganzen Leben. 3. Du, Herr, hast mich bewacht, und an dies Licht gebracht. Zum Preise deiner Gnaden, bin ich so manchem Schaden, so mancher Noth entkommen, von dir in Schuß genommen. w 4. Du lenkst von Jugend auf so gütig meinen Lauf; läßt mich so manche Gaben aus deiner Fülle haben; gönnst mir so manchen Segen, und wachst auf meinen Wegen. 5. Ich selbst bin gänzlich dein, und werd' es ewig seyn. Was mich erquickt und nåhret, das hast du mir gewähret: du hast mir Leib und Leben und diese Seel' gegeben. 6. So nimm denn wieder hin, Herr, was ich hab' und bin. Zu deinem Wohlgefallen laß mich stets vor dir wallen, bemühet, deinen Willen aufrichtig zu erfüllen. 7. Dies ist mein Wunsch. Jedoch wenn ich zuweilen noch nicht thue, was ich sollte, nicht lebe, wie ich wollte; so trage mit mir Armen ein gnädiges Erbarmen. 8. Laß deines Geistes Licht, was mir annoch gebricht, durch seine Kraft vollführen, 784 Zweiter Theil. Morgenlieder. und meinen Gang regieren. Was du haft angefangen, das laß zum Ziel gelangen! - 9. Da ich selbst nichts vermag; so wollst du diesen Tag nach deinem Rath mich leiten; ich schau' zu allen Zeiten, von Anfang bis zu Ende, auf deine Vaterhånde. 10. Wie schnell verfliegt die Zeit! Herr, mache mich bereit, zu deines Himmels Freu den, aus dieser Welt zu scheiden; verklärt werd' ich dort oben dich erst recht würdig loben! 478.¹ ach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller # Güter, des Menschen treuem Hüter. 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich Armen! schlaf, sprachst du, ohne Grauen; die Sonne sollst du schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich auf's neue mich meines Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dank, zum Throne! dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sey Ehre! Dreieinigs Wesen, höre: Zweiter Theil. Morgenlieder. 785 5. Hör meinen Dank, mein Flehen! du kannst in's Herze sehen, ach, möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens Ballen! ogrol 6. Dein Werk wollst du vollenden; dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen. 17. Du selber wollst mir rathen in allen meinen Thaten, mich stets zum Besten leiten; zum Himmel mich bereiten! moniad astme 8. Begleite mich mit Segen auf allen meinen Wegen. Dein Wort sey meine Speiſe auf meiner Pilgrimreiſe. thi - Mel. Gott des Himmels und der. 32. 479. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist! der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhålt! 119001 istmed 2. Gott! ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst Noth und Schmerzen treu behütet und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trågst mit Vaterhuld. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn: laß mich Gnade vor dir finden; glaubensvoll auf Jesum sehn! der für meine Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 50 786 Zweiter Theil. Morgenlieder. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geist lich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen; daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint, und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. - 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sey und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort! unter deinem Schuß allein kann ich froh und sicher seyn. 6. Dir, o großer Gott, befehle ich, was ich nur hab' und bin, meinen Leib und meine Seele; werf' auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm! segne mich, dein Eigenthum. isd 7. Du wollst deinen Engel senden, wenn Gewalt und List mir droht; alles mir zum Besten wenden, und mich stärken in dem Tod. Sterb' ich, o! so bringe du mich zu deines Himmels Ruh'. 8. Hore, Gott, was ich begehre, und was mir dein Wort verheißt. Dir sey Lob und Preis und Ehre. Vater, Sohn und beil'ger Geist! ich, der hier nur stammeln kann, bete dich einst würd'ger an! Mel. 480. C 34) Abendlieder. Nun sich der Tag geendet hat. 787 o fliehen unsre Tage hin! auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden bx Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr! du nur bleibest, wie du bist; du schläfft und schlummerst nicht: die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertrau'n mich auch in dieser Nacht. Und wovor sollte mir denn graun? mich schüßet deine Macht. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur noch Theil, Herr Zebaoth: so fürcht' ich keine Creatur, und scheue nicht den Tod. 5. Zwar ich erkenne meine Schuld, mit Neue fühl' ich sie. Doch, mein Versöhner, deine Huld, wie trostvoll ist mir die. 6. Ich eil' im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flütgel bin. Du wachest über mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein sey mein Gedank! o weihe dir mein Herz zum Tempel ein! 50* 788 3weiter Theil. Abendlieder. 8. Vielleicht ist dies die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, ja dein bin ich auch todt! du, mein Erretter, bist bei mir, und hilfft aus aller Noth! us 255. max Mel. Ich weiß, mein Gott, daß. 481. Für alle Güte sey gepreis't, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut' an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; hast våterlich mein Haus und mich geschüßet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk! der Geist, mit dem ich dein gedenk', ein ruhiges Gemüthe; was ich vermag, bis die sen Tag, ist alles deine Güte. - - 4. Sey auch, nach deiner Lieb' und Macht, mein Schuß und Schirm in dieser Nacht; vergieb mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Zebaoth! ſo laß mich Gnade finden! Mel. Ihr Frommen, auf!- 49. 482. Gepriesen, Gott! sey dein Erbar men, du Gott der Langmuth und Geduld! du trågst uns stets auf Vaterarmen, mit 202 Zweiter Theil.-Abendlieder. 789 unaussprechlich großer Huld. Kraft, Gedeihn und Leben hast du uns gegeben. Herr, wir sind's nicht werth! aber dein Gemüthe ist so reich an Güte, die ohn' Ende währt. 2. Verzeih' uns, Richter unsrer Seelen, die heut' verletzte Christenpflicht; wir merken nicht, wie oft wir fehlen, verzeih' und geh' nicht ins Gericht. Heil der Menschenkinder! wir sind Staub und Sünder, ach, gedenke d'ran! wer würd' uns erretten, wenn wir dich nicht hätten? nimm dich unser an. 3. Du sendest mit der Nacht uns Müden den stårkend süßen Schlummer zu. Wir liegen dann und ruh'n im Frieden; denn unser Schuß, o Herr, bist du. Hilf, Erbarmer! denen, die nach Ruh' sich sehnen, die mit Angst und Müth' ihre Nacht verbringen, und mit Schmerzen ringen. Stärke, tröste sie! 4. Wer kann uns deiner Hand entreißen? wir sind, auch wenn wir sterben, dein. Du selber haft es uns verheißen, du wollest allzeit bei uns seyn. Hilf uns hier auf Erden, daß wir würdig werden, einst vor dir zu stehn; daß wir, als die Deinen, wenn du wirst erscheinen, dir entgegen gehn. Mel. Erhab'ner Gott, was.- 16. 16. ENG 483. Der Tag ist hin, du aber, Jesu! bleibe, daß mir dein Licht der Sünden Nacht 790 Zweiter Theil. Abendlieder. vertreibe! erleuchte mich, Glanz der Gerechtigkeit; so ist mir wohl auch in der Dunkelheit. 2. Lob, Preis und Dank sey dir, mein Gott, gesungen; dir sey die Ehr', daß alles gut gelungen! du machst es wohl, ob ich's gleich nicht versteh': du bist gerecht, es geh auch, wie es geh'! - 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quålet; Beständigkeit im Guten mir noch fehlet: das weißt du wohl, o Herzenskündi ger! ich strauchle noch, wie ein Unmündiger. 4. Vergieb mir's, Herr! sagt mir gleich mein Gewissen, daß Teufel, Sund' und Welt mich hingerissen; so ist mir's leid: ich stell' mich wieder ein. Verwirf mich nicht; sey mein, so bin ich dein! 5. Du schlummerst nicht, wenn matte Glie der schlafen. Ach, laß die Seel' im Schlaf auch Gutes schaffen! O Lebenssonn', erquicke meinen Sinn! ich lass' dich nicht, mein Fels! der Tag ist hin. Mel. Ich will, mein Gott.- 55. 484. Entflohen sind auch dieses Tages Stunden, an dem wir noch des Lebens Glüc empfunden; mit frohem Dank laßt uns den Herrn erheben, durch den wir leben! 2. Des Lebens Müh' und Elend zu ver süßen, giebt uns der Herr viel Freuden zu Zweiter Theil.-Abendlieder. 791 genießen, und welche Güter schenkt er unsern Seelen! wer kann sie zählen? allo bonus 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden: er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld, er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! prüf' unser Herz! Es flehet dir voll Reue. Ach, laß es uns von dir im Glauben stillen, um Christi willen. 5. Uns wohlthun, ist dein göttliches Vergnügen! Dein Aufsehn schüßt uns, wenn wir hülflos liegen, und, wie entseelt, umhüllt von Finsternissen, von uns nichts wissen. 6. War dies für uns der letzte Tag auf Erden, soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden; dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ew'gen Leben. 7. So legen wir getroft zur Ruh' uns nieder. Seh'n wir erfreut die Morgensonne wieder: dann preisen wir mit heiterem Gemüthe des Höchsten Güte. Mel. Werde munter, mein Gemüthe.- 116. 485. Werde munter, mein Gemüthe! fühle fromme Dankbegier, und erhebe Gottes Gute, die er heut' gethan an dir; da er mich den ganzen Tag vor so mancher Noth und 792 3weiter Theil.- Abendlieder. Plag' treu behütet, und in Gnaden abge wendet allen Schaden. 2. Lob und Dank sey dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit! daß mein Werk durch dich gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden gröb'rer Art so gar våter lich bewahrt, die Versuchung abgetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. ung m 13. Wer vermag es aufzuzählen, was du, Herr, an mir gethan? Rechnung, Wort und Kräfte fehlen, fang' ich nur zu zählen an: deiner Wohlthat ist zu viel; ihr ist weder Maas noch Ziel. Wår ich nur bei deinem Lieben dir in allem treu geblieben! 14. Ach! verzeihe mir aus Gnaden meine Sund' und Missethat, die ich heut' auf mich geladen! nimm mir, Herr, nicht deine Gnad', treibe ferner Satans Tück, Gott, durch deine Kraft zurück; laß es ihm ja nicht gelingen, mich in Sünd' und Leid zu bringen. 5. Sieh', ich fall' in Demuth nieder; schau, o Gott, von deinem Thron! schau', voll Reue komm' ich wieder, ich vorhin verlorner Sohn! ich verläugne nicht die Schuld, aber deine Gnad' und Huld ist viel größer, als die Sünden, welche sich an mir noch finden. 6. O du Licht der frommen Seelen! o du Glanz der Ewigkeit! dir will ich mich ganz 3weiter Theil.- Abendlieder. 793 befehlen diese Nacht und allezeit. Bleib' bei mir, Herr Jesu Christ! da es Abend worden ist; tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe.sts åtst 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine. sanft' und süße Ruh': alles Uebel, laß verschwinden; sende mir nur Gutes zu Leib und Seele, Sinn und Muth, meine Wohnung, Haab' und Gut, meine Freund und Hausgenossen seyn in deinen Schuß geschlossen. 8. Ach! bewahr' uns doch vor Schrecken; schüß uns doch vor Ueberfall; laß uns keine Krankheit wecken; treibe weg des Krieges Schall! wend' ab Feu'r- und Wassersnoth, Pest und bösen schnellen Tod: keinen laß in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben! gesin soitoin duiſe 9. O du großer Gott! erhöre, was dein Kind gebeten hat. Jesu! den ich stets verehre, bleibe du mein Schuß und Rath. O du werther heil'ger Geist, stårk' mich, der du Beistand heißt. Herr! erhöre dies mein Flehen. Amen! Ja, es soll geschehende Tental Mel. Werde munter, mein G. 116. - 486. Auf, o Seele! werde munter! Lob ist immer deine Pflicht; denn die Sonne geht zwar unter, aber Gottes Güte nicht. Heut auch hat sie mich genähret; heut' auch 794 3weiter Theil.- Abendlieder. Freud' und Trost gewähret; vor Gefahren mich geschüßet; meine Schwachheit unter stüßet. 2. Stets gefürchtet, hochgepriesen sey, mein treuer Gott, von mir. Was du Gutes mir erwiesen, dankt mein ganzes Leben dir. Du hast, war ich's schon nicht werth, dennoch mein Gebet erhört, das ich heut', als ich erwachte, dir in Jesu gläubig brachte. 3. Gieb nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh'. Durch dich schlaf' ich ohne Sorgen. Wenn ich schlafe, wachest du. Seel' und Leib befehl' ich dir. Walt allmächtig über mir. Sey auch du der Gott der Meinen, zähl' sie alle zu den Deinen. 14. Ach, laß uns kein banges Schrecken, Räuber nicht, nicht Feuersgluth, plößlich aus dem Schlafe wecken. Halt uns fest in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Zod uns im sichern Schlafe droht! oder willst du, daß wir sterben, Gott, so sey's nicht zum Verderben. 5. Höre, Vater! ach erhöre, was jegt mein Gebet begehrt. O Sohn Gottes! dir zur Ehre werd' es mir in dir gewährt. Heil ger Geist, laß mit Vertraun auf des Mitt lers Blut mich bau'n. Hor', Dreieiniger! mein Flehen. Amen! Ja! es wird geschehen. 3weiter Theil. Mel. Nun ruhen alle Wälder.- 48. 487. Schon ruhet auf den Feldern, in Städten und in Wäldern, ein Theil der müden Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf! ihr sollt noch beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 11/08 2. Der Sonne Licht und Glänzen vermissen unsre Grånzen, uns deckt die dunkle Nacht. Fahr' hin, du ird'sche Sonne! wenn Jesus, meine Wonne, mein Herz nur hell und heiter macht. soppor dous ont t 795 Abendlieder. 3. Was jetzt der Leib noch tråget, das Kleid, wird abgeleget. Auch meine Sterblichkeit zieh' ich einst aus; dagegen wird Christus um mich legen den Rock der Ehr' und Herrlichkeit. 4. Das Haupt, die Füß' und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sey. Herz, freu' dich! du sollst werden vom Elend dieser Erden, und von der Sünden Arbeit frei. 5. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, da ihr die Ruh' begehrt. Einst wird nach allen Sorgen euch bis auf jenen Morgen im Grab' die stille Ruh' gewährt. 6. Die Augen stehn verdrossen! wer wacht, wenn sie geschlossen? wer sorgt für Leib 796 3weiter Theil. ― Abendlieder. und Seel'? Nimm sie zu deinen Gnaden; sey gut für allen Schaden, du Aug' und Wächter Israel! usaha mi onu maldito 7.Dein Flügel mich bedecke, daß keine Noth mich wecke, kein Unfall, keine Pein. Mein Jesu, meine Freude; laß du vor allem Leide mein stilles Lager sicher seyn! 38. Auch euch, ihr meine Lieben, erschüttre kein Betrüben, kein Unfall, noch Gefahr. Schlaft ruhig bis zum Morgen. Gott wolle für euch sorgen: euch schüße seiner Engel Schaar.um dig Mel. Ach Herr, mich armen S. 67.dll 488. Wie lang' darf ich noch säumen, Gott! stårke meinen Geist, daß er sich auch im Träumen aus Satans Nehe reißt; hilf für mein Bestes sorgen; verandre meinen Sinn, daß ich mit jedem Morgen im Guten fester bin. oj nd licht seht i 2. Das Licht seh ich verschwinden; die trübe Nacht bricht ein. Ach, Herr! laß meine Sünden auch mit verschwunden seyn: streich' sie aus deinem Buche! hilf mir aus aller Noth! errette mich vom Fluche, den dein Geset mir droht.pro 3. Wenn heut', Herr meiner Jahre, mein letzter Abend ist; gieb, daß ich dahin fahre, wo du, mein Vater, bist. Doch soll ich Zweiter Theil. Abendlieder. 797 långer leben, so laß den festen Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst sterben muß. - Prüfung am Abend. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 489. Der Tag ist wieder hin, und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott, der Tugend mich zu weih'n, und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu seyn? 3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen? mir und der Welt genüßt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sah'n? di ito lonie 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? erfreut' ich mich des Herrn, der unser Fleh'n bemerkt? und 798 Zweiter Theil. Abendlieder. hab' ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? verehrt' ich ihn im Staub? empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Ge duld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs füße Stunden? fühlt' ich der Freundschaft Glück? sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab' ich nichts ge red't, das ich bereuen soll? 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mit leids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war dies mit angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 9. Gott! der du alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergieb durch Zweiter Theil. Abendlieder. 799 Christi Blut mir die verletzte Pflicht; vergieb und gehe du nicht mit mir ins Gericht. 1 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden krånken: du liebst Barmherzigkeit, und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir: leb' ich, so leb' ich dir, sterb' ich, so sterb' ich dir! 35) Vom öffentlichen Gottesdienste. Nach dem 84. Psalm. Mel. Die Himmel rufen, jeder ehret.— 42. 490. Wie lieblich ist doch, Herr, die Ståtte, da deines Namens Ehre wohnt! o gieb, daß ich sie gern betrete, weil da dein Segen die belohnt, die deines Wortes sich erfreun, und dir des Herzens Andacht weihn. 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, Gott, zu verehren, Ernst beweist! du hörst sein Lob und seine Bitte, und stårkst mit neuer Kraft den Geist, daß er auf deiner Wahrheit Bahn rechtschaffen vor dir wandeln kann. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, wenn man's nur recht zu Herzen nimmt. Es giebt uns Trost auf Trubsalswegen, die du zu unserm Heil bestimmt. Es giebt 800 Zweiter Theil. Abendlieder. im Kampf uns Muth und Kraft, und ist ein Schwerdt, das Sieg verschafft. du 14, Gott! laß auch mir dein Antliß scheinen! dein Sabbath bring' auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen vor dir an heil'ger Ståtte bin. Laß dir das Lob, das wir dir weih'n, ein angenehmes Opfer seyn. 5. Ja, du bist Sonn' und Schild den Frommen. Du, Herr, giebst ihnen Gnad' und Ehr. Und wer nur erst zu dir gekommen, dem fehlt das wahre Glück nicht mehr. Was du verheißest, hältst du fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt. 910 Mel. Ich will, mein Gott. 55. 491. Dies ist der Tag, zum Segen ein geweihet. Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. O laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! - 2. Dich rühmt der Lobgefang der Himmelsheere! auch unser Tempel schall von deiner Ehre! auch unser Dank und unsers Geistes Flehen soll dich erhöhen. 3. Wie freu' ich mich, die Ståtte zu be grüßen, wo Durstenden des Lebens Bache fließen, und wo dein Heil von der Erlös'ten Zungen froh wird besungen! tom- sim 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden. Mein Geist soll sich auf Gottes Vom öffentlichen Gottesdienste. 801 Auen weiden. Sein heil'ges Wort, das seine Boten lehren, das will ich hören.. 5. Mit Andacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten. Der Thoren Glück, die sich der Sünde freuen, wirst du zerstreuen. 6. O laß auch heute deinen Geist mich lehren, vom Weg, der dir mißfällt, mich abzukehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele zum Trost dich wähle. 7. Dein Tag sey mir ein Denkmal deiner Güte. Er bring' mir Heil und lenke mein Gemüthe auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Dich bet' ich an, du Todesüberwinder! der du an diesem Tag, zum Heil der Sünder, die, fern von Gott, in Todesschatten saßen, dein Grab verlassen. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Sabbat müss' er mir stets beilig werden! Lob sey, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig. Amen. Mel. Auf, Christen! preis't mit mir.- 436. 492. Gott! du bist mein Preis und Rühm. Mein Herz sey ganz dein Eigenthum! laß mir den Sabbat heilig seyn, und gern ihn deinem Dienste weihn. 51 802 3weiter Theil. 2. Gieb, daß ich mein Gemüth bewahr', wenn ich mit deiner Christen- Schaar zu deines Hauses Ståtte geh', daß ich mit Ehr furcht vor dir steh'. 3. Erinn're selber meinen Geist, daß du mir gegenwärtig seyst, damit ich deines Wor tes Lehr' mit Andacht und mit Nußen hör. 4. Drück alles tief ins Herz hinein, und laß mich nicht blos Hörer seyn. Steh' mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thåter sey. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag. Bewahr mich vor dem Geist der Welt, die deinen Tag verächtlich hålt. 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, dich nur am Sabbat zu erhöhn. Herr, meine ganze Lebenszeit sey deinem Dienst und Ruhm geweiht! Mel. Vom Himmel hoch da.- 109. 493. Dies, Christen, ist der Tag des Herrn, Geschäft' und Müh' sey von uns fern! kommt vor des Höchsten Angesicht, und freuet euch in seinem Licht. 2. Kommt, betet euren Schöpfer an, und rühmt, was er an euch gethan! ihn preisen ist der Christen Amt, drum preis't und lobt ihn alleſammt. Vom öffentlichen Gottesdienste. 803 3. Rühmt seine Weisheit, Kraft und Rath, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und alles, was sie in sich hält. 4. Und als er ihren Bau vollbracht, hat er den Menschen auch gemacht, den er nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand erfüllt. 5. Erkennt, um euch voll Dank zu freun, wie er durch seine Güt' allein uns täglich schüßet und ernährt, und manches Unglück von uns kehrt. 6. Dankt auch, daß heute Jesus Christ von Todten auferstanden ist, und durch die Größe seiner Macht das Leben an das Licht gebracht. 7. O Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis, und auch in Trübsal und Gefahr uns treu bewahrt so manches Jahr. 8. Hilf, daß wir voller Dankbegier erkennen, was du für und für durch deine Weisheit, Güt' und Macht, gethan, geordnet und vollbracht. 9. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohlthat würdig seyn, und mach' uns von den Sünden rein. 51* 804 Zweiter Theil. 10. Laß deiner Auferstehung Kraft, die neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Trost erfreun: einst ewig, Herr, bei dir zu seyn. 11. O heil'ger Geist! laß uns dein Wort so hören heut' und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr' Glaub', Lieb' und Hoffnung reichlich mehr. 12. Erleuchte uns, du wahres Licht, ent zeuch uns deiner Gnade nicht: sey unser Trost in aller Noth; stårk' uns im Leben und im Tod. Der 50. Pfalm. Mel. Beglückter Stand getreuer Seelen.- 254. 494. Der Herr des Himmels und der Erde will, daß die Welt gerichtet werde: mit strahlenvollem Ungesicht kommt unser Gott und schweiget nicht. Er ruft, daß Erd' und Himmel hören: mich soll der Mensch nicht stets entehren; er ruft, daß alles tief erbebt, wenn seine Rache sich erhebt. 2. Gott wird nach diesen Prüfungstagen, wie wir gehandelt ernstlich fragen: erzitt're, sündliches Geschlecht, denn Gott, dein Richter, ist gerecht. Die Allmacht kann das Recht nicht beugen, desf', desf' sind alle Himmel Zeugen: ihr Zorn ist recht, gerecht ihr Lohn. Gott ist gerecht auf seinem Chron. 805 Vom öffentlichen Gottesdienste. 3. Ich bin dein Gott, so wird er sprechen, und meinen Bund laß ich nicht brechen, und mein Geseß nicht frech entweih'n! ich, ich will selber Richter seyn; ich ford're, Mensch, nicht nur Besuche geweih'ter Tempel; ich verfluche des Frevlers Opfer und Gebet. Ein Herz will ich, das mich erhöht. 4. Ich, ohne den kein Himmel wäre, ich, ich bedarf nicht Menschenehre zum Pfeiler meiner Herrlichkeit. Doch will ich, was mein Mund gebeut, weil Heil und Segen davon fließen, von meiner Welt gehalten wissen: ich bin der Vater meiner Welt. O thut, was eurem Gott gefällt. 5. Bringt, eures Heils nicht zu verfehlen, bringt mir zum Opfer eure Seelen und reine Herzen voll von Dank vor mich, in eurem Lobgesang. Zu mir nur fleht in euren Nöthen, und nicht vergeblich sollt ihr beten, vergeßt nur euren Retter nicht: mich preisen, das ist eure Pflicht. 6. Vernehmt mit Ehrfurcht, Menschenkinder, was Gott, Jehovah, zu dem Sünder, der kühn den Bund der Gnade bricht, mit Majestät und Eifer spricht: wie wagst du's andern einzuschärfen, was deine Lüste doch verwerfen? was rühmst du mich und meinen Bund; was predigt ihn dein falscher Mund? 806 Zweiter Theil. 7. Du spielest nur mit Treu' und Glauben, und schämest dich nicht, das zu rauben, was ich, Gott, deinem Bruder gab. Von meinem Thron schau' ich herab auf dich, den Schänder keuscher Ehen; du meinst, ich werde dich nicht sehen; doch mein nie müdes Auge wacht: Licht ist vor mir die Mitternacht. 8. Du wagst es, die zu untertreten, die einen Gott mit dir anbeten; von deinen falschen Lippen fließt, was deinem Nächsten bitter ist. Verläumdung, Spott und freche Lügen gießt deine Zunge mit Vergnügen auf deinen frömmern Bruder aus, den Sohn in deines Vaters Haus. 9. Das thust du Sünder, und ich schweige; und weil ich Langmuth dir erzeige, so meinst du, ich sey gleich wie du, und såhe dir mit Beifall zu. Allein, ich will mich an dir råchen, im Wetter will ich mit dir sprechen. Ich donn're dir in's Angesicht; und fürchterlich ist mein Gericht. 10. Hört, immer freche Sünder, höret, was euch der Mund der Wahrheit lehret: denkt, Sünder, denkt an mein Gericht, und spottet meiner Warnung nicht. Sonst komm' ich, euch hinwegzureißen. Euch, Zornge fäße, zu zerschmeißen, so daß euch niemand retten kann. O nehmet meine Warnung an! Vom öffentlichen Gottesdienste. 807 11. So sinkt denn hin zu meinen Füßen, in frohem Danke zu zerfließen: süß, tiefgebeugter Sünder, ist der Dank mir, der vom Herzen fließt. Komm, komm zu meinen offnen Armen, und dann ermüde mein Erbarmen mit neuen Missethaten nicht; dann schau' mein freundlich Angesicht. 36) Von der Selbstliebe. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 495. Dein Will' ist, großer Gott! ich soll mich selber lieben. O laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu seyn, den du mir eingepflanzt, in heil'ge Grånzen ein. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe; und daß in allem ich dein Auge kindlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider deine Furcht und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigennuß beherrsche meine Seele! und wenn zu meinem Glück ich Weg' und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schau'n; auch nie mein Wohlergehn auf andrer Elend bau'n. 808 Zweiter Theil. Von der Selbstliebe. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer unrecht liebt und thut, erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht. 5. Nie blende mein Gemüth der Eitel keiten Schimmer. Die Welt mit ihrer Lust vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergånglich Gut ist's, was uns glücklich macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverlett Gewissen nur das kann uns allein des Lebens Last versüßen: das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. O selig! wer danach mit heil'gem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet. Der liebt allein sich recht, der find't schon in der Zeit die wahre Ruh' und einst vollkomm'ne Seligkeit. 8. Das sey mein Zweck, mein Fleiß. I segne mein Bemühen! so wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch entfliehen. Be wahre mich dabei, Herr, vor dem Lauf der Welt. Gieb, daß ich mich so lieb', als dit es wohlgefällt. - 809 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 496. Wer bin ich? welche wicht'ge Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn. Gieb, daß ich mir die Wahrheit sage, und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen. Du schufst mich, Gott, zu deinem Preis. Dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein våterlich Geheiß. Doch leb' ich als dein Eigenthum, auch wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß. Doch bin ich's, Herr, auch in der That? o öffne du mir mein Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh'? und ob ich auch im Glauben steh'? 4. Du kennest unsers Herzens Tiefen, die uns selbst unergründlich sind. Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, wie ich, mein Gott, vor dir gesinnt. Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten tâuschen kann. 5. Wer alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt: wie 810 Zweiter Theil. will der für sein Bestes sorgen? was ist, das den zur Beff'rung treibt? sich selbst recht kennen, ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, so gieb, daß ich ihn nicht verlier'. Ach leite mich mit deinem Licht; so tauschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ew'gen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der in's Verderben sich verliert. Gieb mir zur Beff'rung Lust und Kraft. Du bist's, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan. O laß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nicht mehr helfen kann. Herr! mache mich schon hier recht klug, und frei vom schnöden Selbstbetrug. Mel. Wie komm' ich doch, mein Heil.- 265. 497. Herr! lehre mich, wenn ich der Tugend diene, daß nicht mein Herz des Stolzes sich erkühne, nicht auf sie sicher und vermessen sey. Herr, lehre mich, wie oft ich fehle, merken. Was ist der Mensch bei Von der Selbsterkenntniß und Demuth. 811 seinen besten Werken? Wann sind sie gånzlich von Gebrechen frei. 2. Wie oft fehlt mir zum Guten selbst der Wille! wie selten, wenn ich dein Gebot erfülle, erfüll' ich's ganz und treulich, wie ich soll. Sind Lieb' und Furcht stets die Bewegungsgründe der guten That, der unterlass'nen Sünde? Und ist mein Herz des Dank's und Eifers voll? 3. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend: gedenke nicht der unvollkomm'nen Tugend, der reifern Jahre meiner Lebenszeit. Wenn ich noch oft aus Stolz nach Tugend strebe, aus Menschenfurcht mich Lastern nicht ergebe; was ist vor dir, Herr, meine Frömmigkeit? 4. Wenn ich den Geiz aus Furcht der Schande fliehe; aus Weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe, und måßig bin, nur um gesund zu seyn; wenn ich die Rach' aus Eigennuße basse; der Ehrfurcht Pfad aus Trägheit nur verlasse; was ist an aller dieser Tugend mein? 5. Und, Gott, wie oft sind unsre besten Triebe nicht Frömmigkeit, nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte meistens der Natur und Zeit! wann fühlen wir der Tugend ganze Würde? Wann ist dein Soch uns eine 812 3weiter Theil. leichte Bürde, und dein Gebot Wunsch und Zufriedenheit? 6. Doch, Herr, mein Gott, wenn auch zu deiner Ehre mein Herze rein, rein meine Tugend wåre; wer hätte Recht zu diesem Eigenthum? wer ließ mich früh zur Tugend unterrichten? mein Glück mich sehn in meines Lebens Pflichten; wer lehrte mich: Gehor sam sey mein Ruhm? 7. Wer gab mir Muth, Herr, dein Gebot zu lieben? wer gab mir Kraft, es freudig auszuüben? wer gab mir in Versuchung Schild und Sieg? Weff' ist die Quell', die mich mit Weisheit trånkte? und wess' der Freund, der mich zum Guten lenkte, und mir die Fehler liebreich nicht verschwieg? 8. Du triebst mich an, daß ich das Gute wählte, und riefst mich oft, wenn ich des Wegs verfehlte, durch deines Geistes kraft's gen Ruf zurück; zogst mich durch Kreuz, durch Wohlthat auch von Sünden; ließ'st, wenn ich rief, mich wieder Gnade finden; gabst mir zur Bess'rung deinen Segensblick. 9. Was ist der Mensch, daß du, Gott, sein gedenkest; Gerechtigkeit in deinem Sohn ihm schenkest, und so zum ew'gen Leben selbst ein Recht? Und wenn ich nun, durch deines Geistes Gabe, des Glaubens Kraft, und Von der Selbsterkenntniß und Demuth. 813 alle Werke habe: Wer bin ich vor dir? ein unnüßer Knecht. Mel. Nun ruhen alle Wälder.- 48. 498, Was ich nur Gutes habe, ist deine milde Gabe, du Vater alles Lichts. Mein Daseyn und mein Leben ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 2. Sowohl Verstand, als Kräfte zum nühlichen Geschäfte, hab' ich aus deiner Huld. Dein ist's, wenn gute Thaten dem Vorsatz wohl gerathen; ich bin allein an Fehlern schuld. 3. Das Glück, dess' ich mich freue, wer schafft mir's? deine Treue, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Sollt' ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wiederfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd' es ewig seyn. O, laß mich's nie vergessen; so werd' ich nicht vermessen der Eigenliebe Weihrauch streun. 6. Das nühlich anzuwenden, was du mit Vaterhånden mir gütig zugewandt; dein treuer Knecht zu werden, das sey mein Fleiß auf Erden! dazu gieb Demuth und Verstand. 814 3weiter Theil. mis 38) Von der Sorge für die Seele. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes. 499. Herr! meiner Seele großen Werth, den mir dein theures Wort erklärt, laß mich mit Ernst bedenken; und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken. - - 238. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't! welch Glück hast du ihr zugedacht! wie viel an sie gewendet; du schufft sie, Gott, dein Bild zu seyn; und hast, vom Fluch sie zu befrein, selbst deinen Sohn gesendet. 3. Zu groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden; durch Glauben und Gottseligkeit, zu größerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. 4. Mit großer Treue willst du sie, selbst durch des Lebens kurze Müh', zu diesem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Vaterhuld ihr zugedacht, verlieren. 5. Mit dir, o Gott, vereint zu seyn, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Trost zu wählen, das sey mein Fleiß und höchster Zweck!-laß mich dazu den rechten Weg aus Leichtsinn nie verfehlen. Von der Sorge für die Seele. 815 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Sünden hasset; das seine Schuld vor dir bereut, und das zu deiner Gütigkeit durch Christum Hoffnung fasset. 7. Gieb, daß ich dir mich ganz ergeb'; und was ich hier im Fleisch noch leb', laß mich im Glauben leben an dich, Sohn Gottes, der du mich so hoch geliebet hast, und dich für mich dahin gegeben. 8. In meiner ganzen Pilgrimschaft laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Leiden dieser Welt wie nichts dagegen achten. 9. Wie selig werd' ich dann nicht seyn! schon hier wird dann mein Herz sich freu'n, in dir, Gott, ruhig leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. 500. Nach meiner Seelen Seligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt' ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? wie würd' ich einst vor dir besteh'n? Wer in dein Reich wünscht einzugeh'n, muß reines Herzens werden. — - 119. 816 Ah 3weiter Theil. nos 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um Erbar mung flehen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet.bind 3. Du rufft uns hier zur Heiligung, drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stårke mir dazu den Trieb. Nichts sey so groß, nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopf're. 4. Gewonn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden; was hülfe mir's? kann auch die Welt mit allem, was sie in sich hålt, mir deine Gnad' er ſegen? 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? was kann mir Troft und Freudigkeit in Noth und Tode geben? nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden! 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich, mit edlem Muth verach ten. Daß ich auf deinen Wegen geh', und Von der Sorge für die Seele. 817 im Gericht dereinst besteh', sey meine größte Sorge! 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschüßest, und mich zur Treu' in dieser Pflicht mit Kräften unterstüßest? O stårke mich, mein Gott, dazu, so find' ich hier schon wahre Ruh', und dort das ew'ge Leben. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele.- 29. 501. Lehre mich, Herr! recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sey. Meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Gnaden bei. Denn die Klugheit, so die Welt ohne Grund für Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen, und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ist's, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertrau'n: denn, die folgsam darauf schau'n, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu seyn; sich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendunkel scheun; gern auf seine Fehler sehn, reuend fie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beff'rung streben, und sich dess' doch nie erheben. 52 818 Zweiter Theil. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlershuld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schau'n, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer sich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Reu' das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst ge währt; nicht die Ehre dieser Welt, nicht Ge mächlichkeit und Geld für das wahre Wohl seyn achten; nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Zweck ersehn, und auf seiner Wahr heit Pfade diesem Glück entgegen gehn; gerne Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruh'n, und wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld sie ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß wir hier nur Pilgrimm' sind; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe find't; seine Augen unverwandt nach dem ew'gen Vaterland richten, und sich hier be streben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höch ster! unser bestes Theil. Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott, verleihe sie Von der Sorge für die Seele. 819 auch mir! laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten. Vom Gewissen. Mel. Nun ruhen alle Wälder.- 48. 502. Ein ruhiges Gewissen laß, Herr, mich stets genießen. Denn hab' ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wenn andre ångstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde schweiget, und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket: wie unschågbar ist mein Gewinn! 3. Sollt' ist solch' ruhig Leben für Luft der Sinne geben: und dann die innre Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen: wie groß würd' meine Thorheit seyn? 4. Sein eigen Herz bekämpfen, und seine Neigung dåmpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch, wenn wir uns besiegen, welch seliges Vergnügen gewährt uns die Vollbringung nicht? 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhigs Herz. Das schaffet inn're Freuden, selbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 52* 820 3weiter Theil. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was giebt uns dazu Muth? was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? ein ruhig Herz, dies größte Gut. 7. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlös'ten; darf deiner Huld mich trösten: welch Glück, mein Gott, kann größer seyn? 8. Einst låff'st du im Gewissen mir diesen Trost genießen, wenn alles von mir weicht; wenn ich den Lauf vollendet, und sich mein Leben endet; so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoff nung stårken, daß nichts verdammlich's an mir sey. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. 503. welch ein unschäßbares Gut ist, Herr, ein rein Gewissen! wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht: ihn schreckt kein Tod und kein Gericht: denn mit dir hat er Friede. 1 Von der Sorge für die Seele. 821 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, blickt er zu deiner Gnade. Dein Friede wohnt in seiner Brust, und wer ist, der ihm schade? auf dich sieht er bei aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch die Geissel böser Zungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Er hütet sich vor Uebelthat, und denkt: der Lügen wird wohl Rath; Gott wird die Unschuld retten. 3 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der künft'gen Welt entgegen. Die giebt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil, ein unverleßt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben sey beflissen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu seyn; dein heilig Recht nicht zu entweihn, das sey mein größter Eifer. 6. Gieb, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre; und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Erinnert's mich an meine Schuld, so laß 822 sisse 3weiter Theil. no mich, Vater, deine Huld, voll Neu' und Glauben suchen. 7. Mit deiner Gnade tröste mich, und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich, und nie aus Vorsag fehle. Denn, wer nur reines Herzens ist, hat immer auch, durch Jesum Christ, zum Trost dich, Allerhöchster! 80 89.1 Von der Wachsamkeit. spruar 008 Mel. Gott werde stets von dir.- 72. 504. Nicht, daß ich's schon ergriffen hätte; die beste Zugend bleibt noch schwach, doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend. Oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit. Und was Natur und Zeit ge than, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Uendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfst Von der Sorge für die Seele. 823 sie; doch du wechselst nur! dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmåhsucht Triebe, erwecken dir so manchen Feind. Du wirst behutsam, schrankst dich ein, fliehst nicht die Schmåhsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der andern Zugend fällt: so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh', dein Herz wallt auf und draut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so reget sich die Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst 824 3weiter Theil. du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit. Doch bist du, forderts Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank: flieht's Unmuth auch und Müssiggang? and suntem 11. Du bist gerecht; denn auch bescheiden? liebst Mäßigkeit; denn auch Geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden; vergiebst du Feinden auch die Schuld? von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn. 12. Sey nicht vermessen! wach' und streite; denk nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach' überall. vid Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 505. Damit ich meine Seele rette, so gieb, Herr, daß ich bet' und wach'! wenn ich dich nicht zum Beistand hätte, wär' ich zum Guten viel zu schwach. Und Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. Von der Sorge für die Seele. 825 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nachster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte bose Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Wenn mich gleich nicht die Dinge rühren, durch die der andern Tugend fällt: wird darum nichts mein Herz verführen? Ach! jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 4. Oft schläft der Trieb in meinem Herzen. Von Rachsucht schein' ich mir befreit; jetzt soll ich eine Schmach verschmerzen; und ach! mein Herz wallt auf und draut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 5. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen: so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 6. Drum gieb, Herr, daß ich wach' und streite; nie denke, daß ich's g'nug gethan. Mein Herz hat seine schwache Seite; die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht mir den Fall. Hilf, daß ich wache überall. 3weiter Theil. Mel. Mache bich, mein Geist, bereit. 302. 506. Mache dich, mein Geist, bereit; Wachen, Fleh'n und Beten stårket uns zu jeder Zeit; hilft in allen Nöthen. Satans List kann der Christ durch Gebet und Wachen leicht zu Schanden machen. 826 - 2. Auf denn! und beharre nicht in dem Sündenschlafe. Christus ist nun selbst dein Licht. Eile! schwere Strafe, große Noth, selbst der Tod möchten dich in Sünden unbereitet finden. 3. Wache, sonst bringt Satans Lift dich zu schweren Sünden. Er kann, wenn du schläfrig bist, dich leicht überwinden. Die Gott liebt, übergiebt er ihm, wenn sie schla fen, zu gerechten Strafen. ( 0) 1200 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich ver stellt, listig an sich bringe. Wach' und sich, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Neße stellen. 5. Wach' und gieb auf dich selbst acht; trau' nicht deinem Herzen. Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscher zen. O, es ist voller List, kann sich selber heucheln, und voll Hochmuth schmeicheln. 6. Du mußt mit der Wachsamkeit das Gebet verbinden. Was uns Stark und Von der Sorge für die Seele. 827 Kraft verleiht, ist bei Gott zu finden. Geist und Wort hilft dir fort, daß du wacker bleibest, und sein Werk recht treibest. th 7. Du wirst nie vergeblich schrei'n: Gott wird Heil und Leben, Gott wird Segen und Gedeih'n, wenn du bittest, geben; wenn du schreist, wird sein Geist auf dein Fleh'n bald merken, und in Noth dich stärken. 8. Auf denn! du mußt immerdar wachen, fleh'n und beten, und, vermehrt sich die Gefahr, immer brünst'ger beten. In der Noth, in dem Tod wirst du kräftig flehen, und vor ihm bestehen. Mel. Vater unser im Himmelr.- 120. 507. Hier ist noch unsre Prüfungszeit. Hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Satan leicht berückt; das schwache Fleisch sich selbst verstrickt; die Sinne jedes Blendwerk rührt; auch böses Beiſpiel oft verführt. 2. Oft nehmen Laster überhand und stromen über's ganze Land. Drum hûte dich! das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sey im Glauben stets bereit, und flieh' den Schlaf der Sicherheit. 3. Mein Vorsag ist: ich will ihn flieh'n. Doch wie gelingt mir mein Bemüh'n? Gefahr nehm' ich hier bei Gefahr, und ein 828 sh3weiter Theil. Neß bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! ach, wie entrinn' ich Schwacher, hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein; preis't den Ge nuß des Lebens an; schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Auch Satan reizt das Herz, und sagt: o eine Sünd' ist leicht gewagt! die Ewigkeit ist ja noch fern. Und ach, mein Fleisch ge horchet gern. Denn wie so leicht ist es bethört, da es verführt zu seyn begehrt. 6. Du, Jesu, mußt das Beste thun. Mein Hoffen soll auf dir beruh'n. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein; dein Bruder, Herr! dein Fleisch und Bein. Mein Gott, mein Gott, laß nicht von mir, damit auch ich nicht lass' von dir. 7. Der Sündendienst nimmt anfangs ein, und endet sich in Höllenpein. Drum steh dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sey. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh'. 8. Zwar ist mein Glaube klein; doch du, du starker Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergiebt sich dir. Ich weiß, durch dich 829 Von der Sorge für die Seele. gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 9. Wenn schon die Trübsal auf mich dringt, und überall mich Angst umringt; bleib' ich doch stets an deiner Hand. Ich halt' in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein. Nun muß mir alles heilsam seyn. 10. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn; sollt' auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrist, und wer ein Sclav der Laster ist. Ich will nicht zagen. In's Gericht kommt ja, wer an dich glaubet, nicht. 11. Du bist es auch, dem ich vertrau', so lang' ich noch das Elend bau'; bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, die Sieger Preis und Ehre krönt. Herr! steh' in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sey. 39) Von der Sorge für den Leib. Mel. Gott werde stets von dir. 508. Wie mannigfaltig sind die Gaben, wodurch uns, Herr, dein Wohlthun nährt, und die, so Geist als Leib zu laben, uns tåglich deine Hand gewährt! auch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist! - - 72, 08 830 Zweiter Theil. 3.2. Du giebst uns Brod für unser Leben, und unsre Herzen zu erfreun, giebst du den traubenvollen Reben mit segensreicher Hand den Wein. Wie angenehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß. 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergnügen, die du in Speis' und Trank gelegt, mich nie, o Höchster, so besiegen, daß sie zum Schwelgen mich bewegt. Laß, deiner Gaben mich zu freu'n, mich måßig im Genusse seyn. 4. Mit Speis' und Trank sein Herz be schweren, steht niemals wahren Christen an. Dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geist erquicken kann, ein Gift, das in die Adern schleicht, und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. 5. Die Schwelgerei raubt uns die Kräfte zu dem, was uns die Pflicht gebeut, macht tråge zum Berufsgeschäfte, untüchtig zur Gottseligkeit; erweckt Unordnung, Streit und Zank, und hindert den Gott schuld'gen Dank. 6. Wer sich den Bauch zum Gott erkohren, unmäßig deine Gaben braucht, der geht des Himmelreichs verloren, zu dem kein Knecht der Lüge taugt. Gott! laß mich ja dies Laster scheun, und mäßig stets und nüchtern seyn. Von der Sorge für den Leib. 831 7. So oft ich Speis' und Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn, und daß ich beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst, uns Nahrung und Erquickung giebst. Mel. Nun habe Dank für deine.- 234. - 509. Der Wollust Reiz zu widerstreben, laß, Höchster! meine Weisheit seyn. Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh' ich demuthsvoll zu dir, o schaff' ein reines Herz in mir. 2. Die Wollust kürzet unsre Tage; fie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage, sind Früchte ihrer Leidenschaft. Der haßt sich selber, der sie übt, und sich in ihre Fesseln giebt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stårke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; sie raubt den Eifer edler Werke, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht. Sie führt Reu' und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers herab; er schåndet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab! vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüsten strebt. 832 3weiter Theil. 262 5. So schimpflich sind der Wolluft Bande! schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sie sind vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr vor dir, o Gott! wer sich in ihre Knechtschaft giebt, wird nie von dir, o Gott, geliebt. 6. Du wirst den wiederum verderben, der deinen Tempel hier verdirbt. Dein Him melreich wird niemand erben, in dem die böse Lust nicht stirbt. Drum laß mich ihre Reißung fliehn; und, keusch zu seyn, mich stets bemühn. 7. Gieb, daß ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh', und stets, darwider mich zu rüsten, auf dich, Allgegen wårt'ger! seh'. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat. Mel. Nun habe Dank für deine.- 234. 510. Des Leibes warten und ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht, muth willig seinen Bau versehren, verbietet mit dein Unterricht. O stehe mir mit Weisheit bei! daß diese Pflicht mir heilig sey. 2. Sollt' ich mit Vorsaß das verlegen, was zur Erhaltung mir vertraut? sollt' ich gering ein Kunststück schäßen, was du, Schöpfer, selbst erbaut? Wess' ist mein Leib? Von er ist ja dein. seyn? 3. Shn zu erhalten, zu beschüßen, giebst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch giebst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein. Wie? sollte sie denn mir es seyn? 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlseyn stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bift Storer deiner Ruh'; du zogst dir selbst dein Uebel zu. sldand mo der Sorge für den Leib. 833 Sollt ich denn sein Zerstörer 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam seyn! drückt mich die Last der Krankheit nieder; so flöße selbst Geduld mir ein. Gewähr' auch dann mir guten Muth, und segne, was der Arzt dann thut. 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt: nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesetz mir anbefiehlt. Des Körpers Wohl laß 53 834 dis23weiter Theil. 20 nie allein denn Endzweck meiner Sorge seyn. Smas Sin Mein größter Fleiß auf dieser Erde sey stets auf meinen Geist gericht't, daß er zum Himmel tüchtig werde, eh' dieses Leibes Hütte bricht; dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb' ich hier zu deinem Preis. 612 dil danno 10 Prs Met. Nun, ruhen alle Wälder. 1748.jus( 1108 511. Was ist mein zeitlich Leben, das du mir, Gott, gegeben? ein unschäßbares Gut. Du gabst mir's, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. Buscron. Etiam not and 2. Hier wird die Saat gestreuet, dort erndtet man erfreuet der Tugend Früchte ein. Je långerd ich hier wandle, vor dir rechtschaffen handle, je größer wird mein Glück dort seyn. di ni mdat jn2.0 3. Sollt' ich dies Glück mir rauben? 0 Herr! laß mir, im Glauben der künft'gen Erndtezeit, mein Leben auf der Erden, ſo werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut! udt and 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht, ist Undank deiner Güte. Ein redliches Ge müthe verläßt ja seinen Posten nicht im 80 - buozas Von der Sorge für den Leib. 835 5. Gieb, daß ich klüglich fliehe, was oft mit leichter Mühe mir gar mein Leben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, es muthig dran zu wagen, wenn mich die Pflicht dazu bestimmt. 6. In deine Vaterhånde befehl' ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage Lauf. Es sey mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben. Hilf nur dem guten Willen auf. 7. Was nüßt ein langes Leben dem, der nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? wer Gott und Menschen liebet, und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geiz. - Mel. O Gott, du frommer Gott.— 9. 512. Laß mich doch nicht, o Gott! den Schäßen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit. Und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergånglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besit nicht stets in unserm Willen. Nicht stets wird's dem zu Theil, der ängstlich darnach 53* 836 3weiter Theil. Von dem rechtmäßigen Gebrauch ringt; und schnell verlierts oft der, dem der Besitz gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglücken, muß nicht vergänglich seyn, und für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hat's und wünscht noch mehr; noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. - 4. O Gott, so wehre doch den ungerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh' gewinnt, bald prassend sie verzehrt, bald geizig sie bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das sey mein Schaß auf Erden. Sonst alles, nur nicht dies kann mir entrissen werden. Dies bleibt im Tod auch mein, dies folgt mir aus der Zeit zum seligsten Gewinn, bis in die Ewigkeit. 3rd 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herr lichsten Vergnügen? Nur süße Träume sind's, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn, durch deines Geistes Kraft, zu ew'gen Gütern hin. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach.- 26. 513. Wohl dem, der beff're Schäße liebt, als Schäße dieser Erden! wohl dem, der der zeitlichen Güter, und wider den Geiz. 837 sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden; und in dem Glauben, daß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besißen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nüßen. Sie dürfen unser Herz erfreu'n, und unsers Fleißes Antrieb seyn. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten; ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz; erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrångt der Zugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott 01 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quålt durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen; dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Witwen Flehn, der Waisen Thrånen widerstehn. 838 3weiter Theil. Von dem rechtmäßigen Gebrauch 7. Wie könnt' ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken, und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? - 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz ent ziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern; und glaubst, du hab'st sie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 2100 9. Du hast ein richterliches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht Recht zu sprechen; und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund, d mis atou 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir g'nügen lasse; Geiz ewig, als Abgötterei, von mir entfern' und Hasse. Ein weises Herz und guter Muth sey meines Lebens größtes Gut! bu der zeitlichen Güter, und wider den Geiz. 839 Mel. Es ist das Heil uns kommen her.- 6. id 514. Herr! laß mich doch gewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten. Gieb selbst mir Weisheit, gieb mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nüßt und dir gefällt; damit ich nicht in jener Welt an ew'gen Gütern darbe. at isa asd spr 2. Mein Hab' und Gut kommt ja von dir und deinem milden Segen. Nicht nur zum Fallstrick gabst du mir mein zeitliches Vermögen. Du gabst es mir zum wahren Wohl Drum gieb, Herr, daß ich's, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? vergånglich, und von Erde. Hilf, daß ich nie aus Uebermuth dadurch vereitelt werde! Nie reiße irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen; verführt' mich zeitlich Gut und Geld sorglos hintan zu setzen, was meiner Seelen Heil begehrt, und mir ein ewig Glück gewährt: Wie strafbar würd' ich handeln! 5. Mein größtes Trachten sey allhier nach deines Geistes Gaben. Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur die kann haben! Hab' ich nur, Höchster! deine Huld; 840 3weiter Theil. Von dem rechtmäßigen Gebrauch z. bin ich voll Glauben und Geduld; was fehlt dann meiner Seele? - 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh' und Ge wissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schüßt er keinen Sünder. 7. Laß mich mit weiser Sparsamkeit die Güter nie verschwenden, die du mir gabst, in dieser Zeit sie nüßlich anzuwenden. Gieb mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten so, wie mir, des Lebens Müh erleicht're. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Ge muth gewissenhaft zur heil'gen Sorgfalt len ken, also die Güter dieser Zeit zu müßen, daß ich einst erfreut noch Segen davon erndte. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 515. Gott ist's, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er giebt zur Arbeit Muth und Kraft, und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unter 3weiter Theil. Von der Arbeitsamkeit 2c. 841 nimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Fortgang bleiben. 2. Wer das zu seinem Hauptzweck macht, vor ihm gerecht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht't, dem giebt er auch auf Erden vom ird'schen Gut mit milder Hand so viel beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nüßet. Brei 1982 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, und krönt er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit seinem Schuß bedeckt er sie, und segnet bei des Lebens Müh' ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gieb, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor allem trachten.se 15. Laß Müßiggang und Erägheit mich, als dir mißfällig, meiden, und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, voll Muth mit Lust und Freuden in meinem Stand geschäftig sey! dein Segen krone meine Treu', daß sie auch andern nütze. 6. Sey überall, mein Gott, mit mir! die Werke meiner Hande befehl' ich, Allerhöchster, 842 Zweiter Theil..- Von der Arbeitsamkeit dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. ug tiboson di 300 Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. - 516, Du hast uns, Herr, die Pflicht zur Arbeit auferleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepråget. Der tråge Müssiggang ist dir, o Gott, verhäßt, für uns der Laster Neh', und unserm Nächsten Last. fimpine dam ndo admis sudi stiloj 12. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen, die Bürden des Berufs ge trost auf mich zu nehmen. Wird gleich mein Angesicht mit saurem Schweiß beneßt: ge nug, daß du mich selbst in den Beruf gesetzt. 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen. Gieb mir mein täglich Brod, und forge felbst für morgen. Laß mich an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuversicht in deiner Fügung ruhn.dilim aid ala 4. Ach! förd're, großer Gott, die Werke meiner Hände. Hilf mir, bei meinem Thun, am Anfang und am Ende. Laß mich, bei meiner Last, auf jenen Sabbat sehn, da wir, nach treuem Fleiß, in deine Ruhe gehn. und Treue im zeitlichen Beruf. 843 Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir.- 119, 190 517.3ur Arbeit, nicht zum Müßiggang, sind wir, o Herr, auf Erden. Drum laß mich doch mein Lebelang kein Knecht der Trägheit werden. Gieb mir Verstand und Lust und Kraft, geschickt, treu und gewissenhaft mein Amt hier zu verwalten. 2. Hast du ein Amt, so warte sein: das ist, o Gott, dein Wille. O flöße selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle. Hilf mir, daß ich von Zeit zu Zeit an Einsicht und an Tüchtigkeit zu meinem Amte wachse. 112 spring s16 3. D Herr! vor tråger Weichlichkeit woll'st du mein Herz bewahren! so werd' ich aus Gemächlichkeit nie meine Kräfte sparen. Erholen werd' ich mich nur dann, wenn ich, von Kraft erschöpft, mich kann zu neuer Arbeit stårken. 4. Mit wahrer Vorsicht laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen, die weit entfernt von meiner Pflicht, verschwenderisch verbringen. Das müsse mein Vergnügen seyn, mich den Geschäften ganz zu weihn, die du mir aufgeleget. 15 5. Ein heil'ger Trieb belebe mich, o Höchster! meine Pflichten in deiner Furcht, geſtärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten. Ein 844 3weiter Theil. Von der Arbeitsamkeit zc. Herz, das sich des Guten freut, giebt zu der Arbeit Munterkeit, versüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie bestrickt. Gewissenhaft zu han deln; mein Leben deinem Dienst zu weih'n, so nüglich, als ich kann, zu seyn, das sey mir Ehr' und Reichthum. - 7. Dir zu gefallen, sey mein Zweck bei allem, was ich thue! so wandle ich den rechten Weg zu der Gewissensruhe. Denn, wer dir, Heiligster, mißfällt, was nüßet dem die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, dazu mich, Herr, auf Erden dein weises Allmachtswort erschuf, doch eine Leiter werden, worauf ich einst in jener Welt, die höheren Beruf enthält, zu höhern Würden steige. 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden. Mel. Ich will, mein Gott, du König. 55. 518. Gott! du bleibst ewig unsrer Wohl fahrt Meister. Wie thöricht handeln unzu fried'ne Geister! sie quälen sich, und machen ihrem Herzen vergeblich Schmerzen. 2. Was helfen uns die angstlich bangen Sorgen für den noch ungewissen andern - 3weiter Theil. Von der Zufriedenheit 2c. 845 Morgen? Und müssen wir uns über unser Gråmen nicht nachmals schamen? 1 3. Es ist umsonst: wir werden nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ångstlichen Geschäften den Leib entkräften. 4. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau' ich dir, und geh' auf deinen Wegen; so wirst du mir, auch ohne Sorg' und Kränken, was nühlich, schenken. 5. Bin ich getreu mit dem verlieh'nen Pfunde, und harr' ich nur der rechten Segensstunde; so kommt sie und dann werden meine Thaten zum Glück gerathen. 6. Drum fördre selbst die Werke meiner Hånde. Gesegnet sey der Anfang und das Ende, gieb guten Rath, damit, was ich vollbringe, mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoffnung stillen. Erlang' ich nur, was du, Herr, mir beschieden, bin ich zufrieden. 8. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reiche, laben! versorge nur den Geist mit jenen Gaben, die mehr, als alles Irdische erquicken, und stets beglücken. 846 Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 9. Hier hab' ich g'nug. Laß mich nur mit den Frommen zu dem Genuß der Himmels güter kommen; so wird mein Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, völlig erfüllet. - sfients Mel. Die Himmel rühmen Gottes Ehre.- 46. 519. Entehre nicht, mein Herz! mit Klagen den Gott, der dich zum Glück er schuf. Die Müh' des Lebens zu ertragen, und froh zu seyn, ist dein Beruf. 2. Der Christ murrt nicht bei den Be schwerden von dieser kurzen Lebensbahn; et sucht, daß sie ihm nüßlich werden, und betet Gottes Willen an. 3. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden. Nimm's dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband. 4. Sie giebt dir Munterkeit und Kräfte, und nährt und stärkt sie våterlich. Sie brauchen, dies ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Ruhm für dich. 5. 3war jenen hat des Himmels Segen mehr Güter anvertraut, als dir; doch soll dies deinen Neid erregen? dent: wer ist Gott, und wer sind wir? 6. Weiß er nicht besser, was dir nüßet, und was dem Nächsten nüßt, als du? wenn tisdadsiz und Geduld im Leiden. 847 er dich führt, regiert und schüßet, was fehlet wohl zu deiner Nuh'? ampoo 7. Du prangest nicht mit hohen Würden? beneide nicht der Großen Glück; sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. 109 el 102 : 18. Dir ward kein Ueberfluß gewähret? ihn wünschen, das ist Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich genug. 9. Herr! der du mir zum frohen Leben so viel ich brauch' und mehr verlieh'n, laß täglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu flieh'n. 10. In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich fürchren, dir vertraun, dich lieben, müss' ewig meine Wollust seyn! Mel. Nun ruhen alle Wälder.- 48. 520. Will mich, o Gott, hienieden des Lebens Last ermüden, so stårke meinen Geist! wenn mich die Leiden krånken, so laß mich wohl bedenken: auch das sey gut, was Trübsal heißt. 2. Nicht ewig soll sie währen. Oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: wie lange ist unsrer Seelen bange? so wird mit Trost das Herz erfrischt. 848 Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 3. Die Lasten, die uns pressen, hast du, Herr, abgemessen, so groß sie immer seyn. Du hilfft sie selbst uns tragen, und richtest unsre Plagen nach unsern Kräften weislich ein. 180 na dn 1975 G 4. Ja, wenn ich's recht erwäge, so sinds nur Liebesschläge, womit du uns belegst: nicht Schwerter find's, nur Ruthen, womit du, blos zum Guten, als Vater deine Kin der schlägst. 15. Dein våterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lüste schwächen, den eignen Willen brechen, befrei'n uns von der Lust der Welt. 6. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben und Geduld, daß wir in unsern Nöthen, auch wenn du uns wollt'st tödten, doch trau'n auf deine Vaterhuld. 7. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns erseh'n? man lebe oder sterbe, so wird des Himmels Erbe doch deinen Kindern nicht entgeh'n. tisd 8. 3u jenem bessern Leben willst du auch mich erheben. Der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geist genesen; er eilt zu Seligkeiten hin. di und Geduld im Leiden. disor 849 9. O! drücke meinem Herzen, auch unter Sorg' und Schmerzen, dies doch auf's Tiefste ein: der, den du, Vater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig seyn. ny mond 20 momenladingri starnja seid tistique ni Mel. Ich weiß, mein Gott, daß alle. 255.22 Ich weiß 521. Sey, Seele, stark und unverzagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt. Befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau' allein auf ihn! er wird's wohl machen. 2. Kein Leiden kommt von ohngefähr; die Hand des Höchsten schickt es her; sein Rath hat's so ersehen! drum sey mur still! was dein Gott will, laß immer gern geschehen. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so soll's dir doch nicht schädlich seyn. Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergiebt, den wird er nicht verlassen. vid bi nid and, pidindog susun 4. Wie lange währt der Frommen Leid? nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit. Nach überstandnem Leide erquickest du ihr Herz mit Ruh', und einst mit ew'ger Freude. 5. Drum hab', o Seele, guten Muth! vertraue Gott! es wird noch gut nach aller Trübsal werden. Durch's Kreuz zieht er dich immer mehr zum Himmel von der Erden. 54 850 Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 16. Gott ist dein Gott. Er ist getreu; und stehet dir als Vater bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn dem Christen werden. - 7. Es haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du hier nur von Ruh', und nichts von Trubsal wissen? 8. O bet', und sieh' auf deinen Gott, in aller deiner Angst und Noth! laß, wie et will, es gehen. Sein Will ist gut: behalte Muth! Gott wird dich einst erhöhen. 19. Der du ein Gott des Trostes bist! laß jeden, der hier traurig ist, doch deinen Troff empfinden. Hilf, den du liebst, und prüfend übst, den Unmuth überwinden. bon moj dilonci din dod aid& Wol Mel. Ich will, mein Gott, du König. mein Gott, du König. 55 522. Ein Herz, o Gott! in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, tåglich ermessen. - 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Våter? Bin ich vor dir, Herr, nicht Uebertreter? Thu' ich zu viel, wenn ich schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit und Geduld im Leiden. 851 Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, ein Kreuz der Frommen. 4. Doch selbst, o Herr, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, züchtigen lassen. 5. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 6. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden? 107. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde! wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid' und dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlös'ten sicher getrösten. 8. Ich bin ein Mensch! und Leiden müssen krånken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertrau'n, das stårket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 19. Schau' über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk' auf! wer spricht: bis hieher! zu dem Meere? ist er nicht auch dein Helfer und Berather, ewig dein Vater? 10. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? jetzt weißt du nicht, warum du leiden 54* 852 Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit müssen! allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen, und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, andre zu stärken. - 12. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung giebt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. 523. Ich hab' in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen: welch Leben hat nicht seine Qual? - 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh' erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir! Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft, und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Sett und Geduld im Leiden. E 853 hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben seyn. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? auch auf des Todes Pfade vertrau' ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Du, Herr, wirst alles lenken; und was mir gut ist, wird geschehn. Neue Mel. oder sey zufrieden. 524. W ✔ arum sollt' ich mich denn gråmen? hab' ich doch, Christum noch, wer will mir den nehmen? wer will mir den Himmel rauben, den mir schon, Gottes Sohn, beigelegt im Glauben? 2. Ich kam unter Angst und Nöthen hülfelos, arm und blos, einst an's Licht getreten: nichts nehm' ich auch von der Erde dann mit mir, wenn ich hier einst verscheiden werde. 854 3weiter Theil. Von der Zufriedenheit 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, der's gegeben. Fordert er es einstens wieder, nehm' er's hin, ich preis' ihn doch durch meine Lieder. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen; dringt herein Angst und Pein; sollt' ich d'rum verzagen? der es schickt, der hat's in Hånden: er weiß wohl, wie er soll all' mein Unglück wenden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt; sollt' ich jetzt nicht auch etwas tragen? fromm ist Gott und schärft mit Maasen sein Gericht; kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod bekriegen; Christi Blut, und sein Muth hilft auch den besiegen. 8. Denn kein Tod kann mich ertödten, nein: er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen; endigt dieses Lebens Leiden, und giebt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. Dann werd' ich mit bessern Schäßen Geist und Herz auf den Schmerz ewig dort Compos S sds und Geduld im Leiden. int 855 ergötzen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hålt, muß wie Rauch verschwinden. di m 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn' Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden! du bist mein, ich bin dein; niemand kann uns scheiden! ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, für mich hingegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, und dich nicht, o mein Licht! aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd' umfangen. Mel. Was Gott thut, das ist.-- 267. 525. Was Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fångt meine Sachen an, will ich ihm halten stille: er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er låsset mich nicht fallen: er führet die auf rechter Bahn, die seine Wege wallen. Trost und Geduld giebt seine Huld: er wird mein Unglück wenden: es steht in seinen Händen. 856 Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weiß nur, was uns nuhet; wie ungewiß irrt jedermann, der sich auf ihn nicht stüßet; ja seine Treu' ist immer neu; d'rum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. - 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Boses gönnen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn; laß ich mich doch nicht schrecken, weil er zuletzt mich doch ergött mit süßem Trost im Herzen: da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben! es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben; so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Mel. Gott werde stets von dir.- 72. 526. Verborgner Gott, dem nichts vers borgen, was auf der ganzen Welt geschicht, was sollt' ich wie ein Heide sorgen, als wüßtest du mein Elend nicht? verstellet gleich S dass und Geduld im Leiden. Dima 857 dein Antlit sich; dein Herz meint es doch våterlich. limig 2. Mich und mein Loos hast du gesehen, als ich noch nicht geboren war, und was mir künftig soll geschehen, stellt sich dir gegenwärtig dar. Dein Auge siehet aus der Höh' und kennt mich, wo ich geh' und steh'. 3. Du weißt auch, was ich nöthig habe, und giebst mir mein bescheiden Theil; ja, alles, Herr, ist deine Gabe, du sorgest tåglich für mein Heil. Wo ich noch gar nicht hingedacht, hast du schon alles gut gemacht. 4. Ach! solltest du denn nicht erkennen, wenn Kummer, Angst und Noth mich quält? Wer muß dich nicht barmherzig nennen? Du bist es, der die Thränen zählt. Du basts gesagt, dein Herze bricht, wenn deinen Kindern was geschicht. 5. So laß mich doch recht feste glauben, daß deine Augen auf mich sehn; laß mir den süßen Trost nichts rauben, du werdest mir zur Seite stehn, und bald zerstreun durch deine Macht der Sorgen und des Leidens Nacht. 6. Du wirst dein Wort gewiß erfüllen; du hast mir Hülfe zugesagt. Ja, du wirst meinen Kummer stillen; ich bin getroft und unverzagt: es wird gescheh'n, ich zweifle 858 Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit nicht: du bist mein Gott, mein Heil und Licht! 1 Mel. Nun habe Dank für deine G. 234. 527. Was ist mein Leben auf der Erde? ein Wechsel ist's von Lust und Leid. Hier stört oft Unruh' und Beschwerde die sanfteste Zufriedenheit. Hier wohn' ich noch in einer Welt, die kein vollkommnes Glück enthält. 2. Weß soll ich mich, o Herr! denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil, und stehst nach deiner Vatertreu' mir stets mit Rath und Hülfe bei. - 3. Du stårkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet, den Muth, daß ich gelassen sie ertrage, und machst zuletzt doch alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Dank, auf Klagen froher Lobgesang. 4. Zu ungestörten Sicherheiten schickt sich gewiß kein Prüfungsstand. Wie würde, drückt uns nicht zu Zeiten ein Leiden, unsre Treu' erkannt? Vollkomm'ne Ruh' und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele! in deiner Noth so kummervoll? Vertraue Gott; nur ihn erwähle zu deinem Trost. Er schützt dein Wohl. Einst dankst du ihm and und Geduld im Leiden. har 859 nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. dmu 6. Er wird es seyn. Ruf in Gefahren ihn als den einz'gen Helfer an. Er weiß dich machtig zu bewahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stårke meine Zuversicht. 7. Befiehl ihm alle deine Wege, und hoffe auf ihn allezeit. Auch auf dem allerrauhsten Stege sieh' fröhlich hin zur Ewigkeit. Da sammelst du von aller Pein den Segen mit Vergnügen ein. 8. O sieh' dahin zu allen Zeiten; in eigner und gemeiner Noth, im Glücke, und wenn dich von weitem ein Unglückswetter hart bedroht. Nichts giebt uns Trost zu solcher Zeit, als Gott, und jene Herrlichkeit. noc 9. So laß mich, Gott, stets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich, auch in der größten Noth, vertrauen. Du bist bei mir. Das stårke mich! wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Christ. 48. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 528. Was ist's, daß ich mich quåle? harr' nur auf Gott, o Seele, harr' und sey unverzagt! du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es, und Gott schüßzet allmächtig den, der nach ihm fragt. - 860 Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dir, Gott, nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was du mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte Last der Welt. - 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sey mir von dir gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleget, wenn's alle Welt auch schäßet, sey, Herr mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen und Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott, so harr' ich, und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wiederfahren, wenn du mich und Geduld im Leiden. Bis 861 willst bewahren? und du, mein Gott, bewahrest mich. 6) 7. Mel. Was Gott thut, daß ist. 529. Was ist das Leben hier auf Erden? Wo ist hier wohl Vollkommenheit? Wer lebt hier frei von den Beschwerden der Trübsal und Mühseligkeit? Du legst in unserm Lebenslauf, o Gott! uns manches Leiden auf. - 2. Doch das sind treu gemeinte Schläge der Vaterhuld, die für uns wacht. Wie hast du doch durch Leidenswege so Manchen schon zu dir gebracht! denn ungestörtes irdisch Glück hålt uns von dir, o Gott, zurück. 3. Wenn uns die Welt nicht Noth erweckte, vergnügte uns dein Himmel nicht. Wer ſuchte, wenn uns nichts erschreckte, die Hülfe, die dein Wort verspricht? wer fühlt, wenn keine Last ihn drückt, wie sanft, o Gott, dein Trost erquickt? J 4. Zum Dulden führt dein Nuf der Gnaden, der uns zu Christi Gliedern macht. Wie schwer war der nicht hier beladen! wie bart verfolgt! wie sehr veracht't! und doch trug er dies alles gern. Gieb, daß ich folge meinem Herrn. 5. Er ward beleidigt ohn' Vergelten, gegeiffelt ohne Widerstand; gescholten ohne Wiederschelten, ohn' Widerspruch zum Kreuz 862 3weiter Theil. Von der Zufriedenheit verbannt. Wie? sollt' ich denn nicht mit Geduld das tragen, was ich selbst verschuld't? 6. Laß, Gott, nur dieses Lebens Leiden zu meiner Beff'rung fruchtbar seyn! so geh' ich zu des Himmels Freuden durch dieser Erde Trübfal ein. Dort wird mein Leben ohne Pein, und ohne Leid und Thränen seyn. 7. Drum laß mich mit dem Troste fiegen: Gott giebt nach kurzer Prüfungszeit das allerseligste Vergnügen in jenem Reich der Herrlichkeit. Verschmachte Leib! stirb und vergeh'! ich weiß, daß ich einst aufersteh'. mine 8 Trost in geistlicher Schwermuth. Join himnie nisd om stoung 530. u klagst, o Christ! in schweren $* x* Leiden, und seufzest, daß der Geist der Freu den von dir gewichen ist. Du klagst und rufft: Herr, wie so lange? und Gott verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott verlassen bist. 330 sind und Geduld im Leiden. ustisen& 863 2. Sind meine Sünden mir vergeben; hat Gott mir Sünder Heil und Leben in seinem Sohn verlieh'n: wo sind denn seines Geistes Triebe? warum empfind' ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getroft auf ihn? 3. Mühselig, sprichst du, und beladen, hör ich den Trost vom Wort der Gnaden, und ich empfind' ihn nicht: bin abgeneigt, vor Gott zu treten; ich bet', und kann nicht glaubig beten; ich denke, Gott, doch ohne Licht. notalt usuis bij emulz 4. Sonst war mir's Freude, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfüllen; sein Wort war mir gewiß. Jeht kann ich's nicht zu Herzen fassen, und meine Kraft hat mich verlassen, und meinen Geist deckt Finsterniß. 5. Oft fühl' ich Zweifel, die mich qualen, heul' oft vor Unruh' meiner Seelen, und meine Hülf' ist fern. Ich suche Ruh', die ich nicht finde? in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unruh', keine Furcht des Herrn. Ini di 6. Zag' nicht, o Christ, denn deine Schmerzen sind sichre Zeugen beff'rer Herzen, als dir das deine scheint. Wie könntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, wår' nicht dein Herz mit ihm vereint. pan polis athed 864 3weiter Theil. Von der Zufriedenheit 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jesum einen Herrn zu nennen, als durch den heil'gen Geist. Hast du nicht diesen Geist empfangen? er ist's, der dich nach Gott verlangen, und sein Erbarmen suchen heißt. d 8. Vertrau' auf Gott; er wohnt bei denen, die sich nach seiner Hülfe sehnen; er kennt und will dein Glück. Er höret deines Weinens Stimme; verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. onde 19. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dies Gefühl des Elends kommen, und stand ihm machtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, selbst das Vertraun auf dich entfernen, und sehn, was Gottes Gnade sey. — 10. Vor Sicherheit dich zu bewahren, läßt er dich seine Streng' erfahren, und schickt dir diese Last. Er reinigt dich wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du haltest, was du hast. 11. So wie ein Vater über Kinder, er barmet Gott sich über Sünder, die seinen Namen scheun. Dein Seufzen ist ihm nicht verborgen, so fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde seyn.id and 12. Zwar ist um Trost dir jeho bange; denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, und Geduld im Leiden. iure 865 scheint uns hart. Doch nachmals wird sie friedsam geben Frucht der Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geübet ward. 13. Fahrt fort zu beten und zu wachen, Gott ist noch mächtig in den Schwachen, ist Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade g'nügen; sein Wort ist wahr und kann nicht trügen: ich stärke dich, ich helfe dir! 14. Auf, fasse dich in deinen Nöthen! sprich: wollte mich der Herr auch tödten: so harr' ich dennoch sein. Mir bleibt das Erbtheil der Erlös'ten; und will mich Gott nicht eher trösten, so wird er mich im Tod erfreun. Trost in Dürftigkeit. 531.D u klagst und fühleft die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebst. 2. Ja, klage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk im Klagen auch zurück. Ist denn 55 866 Zweiter Theil.- Von der Zufriedenheit zc. das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? Jag moldsin 3. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. stir 4. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last. bire sillom 5: Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. 6. Willst du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? er giebt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns 200 schädlich ist. or 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in tråger Unzufriedenheit; besorge deines Stands Geschäfte, und nüße deine Lebenszeit. 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott erge ben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dies ist der Weg zu Ruh' und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! sil dar 2016. Diang thuo aspola i red ched Brods? Bad( bunads© ntb med no ser2 867 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. Andisen Mel. Wer nur den lieben G.7. 532. Es eilt der letzte von den Tagen, die du hier lebest, Mensch, herbei. Erkauf' die Zeit! und statt zu klagen, sie sey zu kurz, gebrauch sie treu! nimm mit erkenntlichem Gemüth' der nahen Stunde wahr; fie flicht! hic esht 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so sicher Jahre weg! bist du, zu kühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? me 3. Einst Ewigkeiten zu besißen, sollst du die kurze Lebenszeit als deine Saatzeit weislich nüßen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: sieh', Eins ist Noth! was säumest du? 4. Drum eil', errette deine Seele, und denke nicht: ein andermal! sey wacker, bet' und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Gefeßt, dein Ende wär' auch fern: sey fromm und wandle vor dem Herrn! 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: dir, o Gott! ist nichts verborgen: ich bin vor deinem Angesicht, und will mich, deiner 55* 868 3weit. Th.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn! 6. Erleucht' und stårke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnade mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt. 7. Wohl mir! wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften die Pilgertage durch. gelebt, und einst im Glauben sagen kann: du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Fleh'n bei meinem Ende vernimmst du, Herzenskündiger. In deine treue Vaterhånde befehl ich meinen Geist, o Herr! er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. Neue Melodie. 533.¹ as sorgst du ångstlich für dein F Leben? Es Gott gelassen übergeben, ist wahre Ruh' und deine Pflicht. Du sollst + es lieben, weislich nüßen, es dankbar, als Budad und der Bubereitung zum Tode. 869 ein Glück besigen, verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch, dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen seyn. Er soll den Wunsch zu leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten: so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: sollt' ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie verfliegt geschwind. 4. Denk an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt, wenn ihre Liebe dich reißen; und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt' ich auch die Welt ererben, beging' ich doch solch Uebel nie. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schäße sich vermehren, daß du sie nicht zu beftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 870 3weit. Th. Von dem rechten Gebrauch des Lebens, 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu vermehren: welch Glück wird Gott mir dort bescheren, wo ich unendlich leben soll! 00in and 003 7. Denk an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben; sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? wohl mir, wenn ich in Christo sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist der Himmel Reichthum mein, and pitom: 3 8. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen; sprich: alle Trübsal eines Frommen ist zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald bald erlösen; er ist's, der mir die Krone, reicht.di di mut the mod fine must 9. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken, du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: sollte Gott mich ewig hassen? ich seh' ihn doch nach dem Erblassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. 10. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen; so wirst du ihn nicht zitternd scheu'n; so wird er dir ein Trost im Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung seyn. Bad und der Zubereitung zum Tode..tion 871 Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7.22.3 534. Du, Herr und Meister meiner Tage! du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum gieb, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sey bereit. 2. Daß du, o Höchster, meinem Leben ein mir verborg'nes Ziel bestimmt; und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu seyn. 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltlust zu entfernen, und um den Himmel zu bemühn. O mache mich dazu geschickt, eh' mich der Tod der Welt entrückt. gjenni 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seelen Theil! ist mir das Beste aufgehoben. Dort ist für mich vollkommnes Heil. Da, wo mein Schatz ist, sey mein Herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts. spasa sin chad 1100 5. Herr, allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst dein himmlisch Reich zu erben, dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen seyn, und deine Hülfe mich erfreun. E 872 3weit. Th. Von dem rechten Gebrauch des Lebens, 6. Willst du mich långer leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn. Doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Vater, auf mein Fleh'n! sey, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht. 7. Dir will ich ganzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt mein Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir. Sey nur mein Trost, so gnüget mir. Mel. Jesus meine Zuversicht.- 47. 535. Herr! ich hab' aus deiner Treu', mir zum Heil, noch Zeit in Hånden. Gieb doch, daß ich sorgsam sey, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die uns zugezählten Stunden. Eh' man's denkt, find sie dahin, und auf ewig uns verschwunden. Niemals kehrt ein Augenblick, uns zum Heil, davon zurück. 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit, mich, mein Gott, doch nie vergessen, wie unschäßbar sey die Zeit, die du uns hier zugemessen; wie, was hier von uns geschieht, ew'ge Fol gen nach sich zieht. 14. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh' die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohl and and und der Zubereitung zum Tode.. 873 fahrt, dir zum Preis, noch die Stunden auszukaufen, die, zu meiner Seligkeit, deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Geduld trage mich, Gott! nicht vergebens. Ach! vergieb mir meine Schuld, daß so manchen Theil des Lebens ich, zu meiner Seelen Wohl, nicht gebraucht so, wie ich soll. did 003 onu 6. Laß mich meine Besserung für mein Hauptgeschäfte achten, und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer trachten, als erwartete noch heut' mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh' mir bei, daß mein Leben auf der Erde reif an guten Früchten sey, und dem Nächsten nüglich werde. Und ist einst mein Ende da, o so sey mit Trost mir nah'! Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. bi 536. Meine Lebenszeit verstreicht, stündlich eil' ich zu dem Grabe. Und was ist's, daß ich vielleicht hier annoch zu leben habe? denk', o Seele, an den Tod! såume nicht, denn Eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod' erfreu'n; diese Güter sind nicht dein. 874 3weit. Th. Von dem rechten Gebrauch des Lebens, 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, giebt zum Tode Freudigkeit.dspase thin Ittolg 84. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich stehen; dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erhöhen; dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversichta on do stabloniqued drin 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet', und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur den Tod nicht scheun; lern' auch seiner dich erfreun. ad dnu 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun. Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd' ihn schau'n einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 1894 18 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin; siehe dein Gebein versenken. Sprich: Herr! daß ich Erde bin, lehre du mich selbst be denken! lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag.od i toppur mo Mel. Der Spötter Strom. 13. 7 537. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! sein Leben ist ein fallend Laub; und (@msdag 896 und der Zubereitung zum Tode as 875 dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sey noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Noth, im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. ansduplo and ni 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil.e sivid di Top90 5. Der Tod rückt Seelen vor's Gericht; da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich draut; so sey doch wacker und bereit; prüf' deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. ig ift. sdan 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch durch des Erlösers Tod, vor Gottes Thron gerecht zu seyn, dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört; ihm folgt und sich vom Bösen kehrt; ein 876 3weit. Th.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, glaubig Herz, von Lieb' erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber, ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir! d10. Der Ruf des Lebens, daß du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Shr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes seyn; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Tod'serinnerung. 12. Wie leicht vergess' ich diese Pflicht! Herr, geh' mit mir nicht in's Gericht! an meinen Tod erinn're mich, daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb' und Treu, die Furcht des Geistes, in mir sey. 8 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh', stets meinen Lüsten widersteh', und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf': es ada ist vollbracht. on sood Mel. Entbinde mich, mein Gott. 418.000 538. Mein Lebensfürst, zeig' mir, in det nes Geistes Lichte, wie alles Irdische so gar did und der Zubereitung zum Tode. 877 vergånglich ist. Ja alles, alles macht zuletzt die Zeit zu nichte; und du, o Mensch! der du doch so gebrechlich bist, lebst sicher! lehre mich, unwandelbarer Gott! und so bedenk ich erst mit Klugheit meinen Cod. 2. Weg, eitle Hoffnung, weg! als würd ich lange leben, du Mutter stråflicher, verwegner Sicherheit! o meine Sorge sey, dir, Gott! mich zu ergeben; dein Wille sey mein Will' in dieser Prüfungszeit. Gieb, daß im Glauben stark, und in der Liebe treu, ich deiner Zukunft stets wachsam gewärtig sey! 3. Laß mich, o Herr! mir selbst und allen eiteln Dingen, noch eh' ich sterben muß, recht abgestorben seyn. Die Selbstverläugnung laß mir immer mehr gelingen, daß ich was bessers wähl', als Welt und falschen Schein! und so von ihr entwöhnt, ich meinen letzten Tag, in Hoffnung selig schon, getrost erwarten mag. 4. Gott, dessen Flügel mich in aller Noth bedecken, je mehr der Tod sich naht, je stårker steh' mir bei! auf daß, getreuer Gott, bei allen seinen Schrecken, mir meine lette Zeit die allerbeste sey. Die Zeichen deiner Huld vermehre mir alsdann, damit ich meinen Lauf mit Muth vollenden kann. 878 3weit. Th.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, 5. Gewähr', eh' noch der Tod des Leibes Bau zerstöret, mir einen hellen Strahl der frohen Ewigkeit, der allen Rest der Luft zum Irdischen verzehret, und zu dem letzten Kampf mir Muth und Stärke beut. Wohl mir, wenn schon mein Herz davon den Vorschmack hat! froh schau' ich dich dann einst, von deinem Bilde satt. 6. Verschwinde denn, o Welt! bleibt mir nur Gottes Gnade; sie wird mir mehr als Welt und mehr als Leben seyn. O führe du mich selbst auf jenem dunkeln Pfade, Herr, der du mich erlös't, in deinen Himmel ein. Dir übergeb' ich mich im Leben und im Tod: im Tod und Leben dein, und du auch stets mein Gott. Mel. Gott, deine Gnade sey gepreist. 110. 539. Wie ungewiß ist, Herr, das Ziel der Wallfahrt auf der Erde? ob ich noch wenig oder viel an Tagen zählen werde, das weiß ich nicht; du weißt's allein. Ich kann viel leicht der nächste seyn, vom abgekürzten Leben ein Beispiel abzugeben. 2. Bin ich erbaut aus besserm Zeug als andre, die an Jahren und Munterkeit mir völlig gleich, des Todes Beute waren? wie manchem starrte schnell das Herz, eh' weder - ad and und der Zubereitung zum Tode.is 879 Krankheit oder Schmerz ihm, als des Todes Boten, sein nahes Ende droh'ten. ir of 3. Wenn ich die Gottesäcker seh' und alles könnte lesen, was der, auf dessen Grab ich geh', in seinem Sinn gewesen, und was bei ihm die Todesnacht für Hoffnungen zu nichts gemacht: so würd' ich oft mit Schrecken mein eigen Herz entdecken. ndhi dhimig do@ 4. Mein Gott, befreie mich vom Dunst der irdischen Beschwerden, und lehre mich die große Kunst, bei Gråbern klug zu werden. Nur der ist weise, der bedenkt, wie viel von seinem Tod abhängt, und der dazu in Zeiten sein Herz sucht zu bereiten. 5. Erinn're mich an's große Ziel, dazu du mich geschaffen, damit ich mich nie in das Spiel der Weltlust mag vergaffen. Und sieht dein Auge, daß mein Schritt noch nicht den rechten Weg betritt, so wollst du, Herr, in Zeiten auf solchen Weg mich leiten. do 6. Daß ich mich vor der kalten Hand des Todes nicht entfårbe; so mache mich mit ihm bekannt vorher noch, eh' ich sterbe. Laß mir sein Bild vor Augen seyn, damit ich lerne Sünden scheu'n, die das Gewissen schrecken und Todesfurcht erwecken. thin naid ting 7. Gieb, daß ich dich mit frohem Muth als meinen Gott betrachte, hingegen Freunde, 880 3weit. Th.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, Glück und Gut nicht als mein eigen achte: so wird, wenn mich die Zeit wegnimmt, die du zum Abschied mir bestimmt, nichts, was mir hier verliehen, mein Herz zurücke ziehen. 8. Dir sey es gånzlich heimgestellt, wie, wo und wann ich scheide. Wer unter deinen Flügeln fällt, wird frei von allem Leide. Doch wünsch' ich, daß ich wohlgeschickt von hinnen werde weggerückt, und allzuschweres Kämpfen nicht die Vernunft mag dåmpfen. 9. Laß mich auf Jesu Herrlichkeit mit froher Hoffnung blicken, und mitten in der Dunkelheit mich sein Verdienst erblicken. Dann nimm, Herr, nach vollbrachtem Lauf den Geist aus dieser Hütte auf, die einst im Reich der Deinen wird neugebaut erscheinen. Mel. Freu' dich sehr, o meine S.- 29. 540. Ach, Herr! lehre mich bedenken, daß ich einmal sterben muß. Den wird einst der Tod nicht kranken, der schon vor des Lebens Schluß dieses Lebens Werth erkennt, und von regem Eifer brennt, sich in diesen Au genblicken zu der Ewigkeit zu schicken. 2. Endlich muß ein Licht verbrennen, dessen Schein mich noch erfreut. Will ich mich denn nicht erkennen? Was ist meine Lebenszeit! kommt mir denn nicht in den Sinn, da ich so vergånglich bin, wie geschwind dad und der Bubereitung zum Tode. sur 881 mein Docht verlodert, und mich Gott zur Rechnung fodert? 3. Kaum, daß ich das Leben habe, so theilt sich der Tod mir mit. Von der Wiege bis zum Grabe ist ein kurz gemess'ner Schritt. Meine Kraft entwickelt sich, und zugleich verzehrt sie sich. Dich merk', indem ich steige, wie ich mich zum Sinken neige. 4. Menschen! was ist euer Leben! wenn ihr gleich so sicher seyd. Stunden hat euch Gott gegeben, und ihr schäßt den Tod so weit! nur wer bald sein Haus bestellt, geht mit Freuden aus der Welt; auf des sichern Sünders Wegen eilet man der Höll' entgegen. 5. Predigen doch meine Glieder mir genug von Sterblichkeit. Kraftlos legen sie sich nieder, wenn es jetzt der Schlaf gebeut, der durch seine Stärkungskraft ihnen neues Leben schafft; doch bei aller seiner Milde zeigt er uns den Tod im Bilde. 6. Laß mich, Gott, mein Heil bedenken und mich niemals sicher seyn. Will die Welt mich anders lenken, pråge deine Furcht mir ein; rufe du mir mächtig zu: Mensch! die Welt verläsfest du, willst du dich mit eiteln Dingen um dein Glück im Himmel bringen? mods mus d 56 882 3weit. Th. Von dem rechten Gebrauch des Lebens, 7. Laß mich nicht die Buße sparen, bis die Krankheit mich ergreift, sondern schon bei muntern Jahren, ehe sich die Sünde bäuft, tåglich, täglich Buße thun. Tod, mein Freund, o komme nun, du kannst mir, im Stand der Gnaden, mir Versöhnten, nicht mehr schaden. Mel. Die Himmel rufen, jeder. 42. 541. Ich will dich noch im Tod erheben, selbst nah am Grabe preis' ich dich; zum Segen gabst du mir mein Leben, nimmst du es mir; du segnest mich. Mein Leben sucht' ich dir zu weih'n, mein Tod soll auch dir heilig seyn. sode andris 2. Gott! welche feierliche Stunden, wenn du mich nun der Erd' entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger! in dein Gericht gehst du mit mir Erlös'ten nicht. 3. Der Leib wird schwach, die ird'sche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; schon gehen meine müden Schritte den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin getrost und zage nicht, denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. djut aub.im 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbst? er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze Buds as und der Zubereitung zum Tode ser 883 mir erwarbst. Wie du ihn sahst, will sich ihn sehn, wie du, so werd' ich auferstehn. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir den letzten Schrecken dråun; du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen, den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah' dem Lohn, den Gott verspricht, so nah' am Ziele sink' ich nicht. 6. Du wachest über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, giebst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod' erheben, selbst nah' am Grabe preif' ich dich: denn ewig werd' ich vor dir leben. Wie segnet dann dein Antlih mich! o Tod, o Sterben, mein Gewinn! wohl mir, daß ich erlöset bin! COHE TOP SHIP Mel. Christus, der ist mein Leben. 542.M ein Jesus ist mein Leben. Reißt schon der Tod mich hin; was sollt * ich ängstlich beben? der Tod ist mein Gewinn. ling, blot 56* 884 3weit. Th. Von dem rechten Gebrauch des Lebens, 2. Wer an ihn glaubt, wird selig. Dies Wort steht ewig fest. Die Freuden find unzählig, die es mich hoffen läßt. 3. Drum fahr' ich hin in Frieden zu dir, o Jesu Christ; von dir stets ungeschieden, der du mein Bruder bist. 4. Du kennest meinen Glauben; und keine Furcht noch Pein wird mir auch nun ihn rauben. Ich bin und bleibe dein. 5. Bald hab' ich überwunden! schon weicht die Finsterniß; denn, Herr, durch deine Wunden ist mir der Sieg gewiß. 6. Durch sie bin ich gereinigt; durch sie mit Gott versöhnt; durch sie mit dir ver einigt, und bald mit Preis gekrönt. 7. Wer kann dich g'nug erheben? Du haft, Sohn Gottes, dich für uns dahin gege ben. Heil mir, du auch für mich. 8. Du wolltest Strafe dulden, die ich doch auf mich lud. Du tilgtest meine Schulden ganz durch dein göttlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Schade. Im Himmel ist mein Theil. O theure, hohe Gnade! o unaussprechlich's Heil! 10. Erlöser! sieh', ich sammle noch meine legte Kraft, und preise dich, und stammle, welch Heil du mir geschafft. und der Zubereitung zum Tode. 885 11. Zu dir, Herr! will ich flehen, so lang' ich lallen kann. Du kannst mein Innres sehen, und nimmst auch Seufzer an. diald 12. Du selber hilfft mir ringen; allmächtig hilfst du mir, in's Leben durchzudringen. Bald, bald bin ich bei dir. 13. O wohl mir! ich vollende nun bald den schweren Lauf. Du nimmst in deine Hånde den Geist, mein Heiland! auf. He 44) Von der Liebe des Nächsten. Mel. Getreuer Gott, wie viel. 37. 543. Der du die Liebe selber bist, und gern uns Menschen segnest; ja selbst dem, der dein Feind noch ist, mit Wohlthun doch begegnest! o bilde meinen Sinn nach dir, und laß mich doch, mein Heiland! hier, wie du gewandelt, wandeln. Die können keine Christen seyn, die sich nicht andrer Wohlfahrt freun, und menschenfeindlich handeln. - 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Segen. Dir folgten Lieb' und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du gingst, ging Wohlthun mit, dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleis tete Erbarmen. Du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Verderben zu befrein, und starbst zum Heil uns Armen. 886 do 3weiter Theil. nd dry 23. Auch jetzt noch auf der Himmel Chron bist du das Heil der Sünder. Auch da bleibst du, o Gottessohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh', und die Verirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten. Du hörst der Seufzenden Gebet, und brauchest deine Majeståt, nur Segen auszubreiten. 4. O laß in meiner Pilgrimschaft mich auf dein Vorbild sehen. Erfülle mich mit Lust und Kraft, dem Nächsten beizustehen, betrübter Herzen Trost zu seyn, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen. Laß mich dem, der sein Herz mir weiht, ein Herz voll frommer Redlichkeit und Treue nicht versagen.d 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Strauchelnden erwecken; durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Nächsten Fehler decken. Mein Untlig sey nie fürchterlich! und meine Seele neige sich zu des Bedrångten Flehen; so wird mich in der bessern Welt, die nur Beglückte in sich hålt, der Liebe Lohn erhöhen. pipinig ad midols Mel. Mach's mit mir, Gott. 26. 170 544. So jemand ſpricht: ich liebe Gott, und hast doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und handelt ganz 887 Von der Liebe des Nächsten. dawider. Gott ist die Lieb', und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Sein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? daß Gott mich schuf, und mich versühnt, hab' ich dies mehr, als sie verdient? a thằm Gr 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr von meinen Zagen! ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeih'n, dem du vergiebst? und den nicht lieben, den du liebst? thin adinas 5. Was ich den Frommen hier gethan, den Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt' ich's dir erwiesen. Und ich, ich sollt eins Mensch noch seyn, und dich in Brüdern nicht erfreun? mi danile nisted gimdinie 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, und nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist, ein Herz, das dich durch Liebe preis't. E dir 3wetter Theil. fond Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. Sott, 545. Sieb mir, o Gott! ein Herz, das jeden Menschen liebet; bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß, und Neid, und Härte flicht, und sich um andrer Glück, als um sein Glück bemüht. mi 888 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm hülfreich mitzutheilen. Laß mich gern dienen, nicht groß vor der Welt zu seyn, und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreu'n. 3. Dies sey mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen, müss' andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu', das sey dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet, ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer andre stårkt, nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 65. Gilt, wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten; so laß mich sorgsam seyn, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmäh Von der Liebe des Nächsten. 889 fucht krånke nie mein Mund des Nächsten Ruh'; er rühme sein Verdienst! deck seine Fehler zu. 6. Die Rach' ist dein, o Gott! du sprichst: ich will vergelten, drum laß mich stille seyn, wenn Menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih', der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun, und ihm zum Seelenheil mein Herz behülflich seyn. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestårken; den, der noch sicher ist, bei seinen Fleischeswerken, von der verkehrten Bahn auf rechten Weg zu ziehn, dazu verleih' mir Kraft und segne mein Bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe, durch deine Lieb' und Furcht, zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen seyn. Mel. Ich will mein Gott. 55. 546. Hilf, Jesu! daß ich meinen Näch sten liebe; durch lieblos Richten ihn ja nicht - 890 as Zweiter Theil. no betrübe, ihn nicht verläumde, noch durch falsche Rånke sein Herze krånke. 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des Nachsten Fehle, so viel ich immer kann, der Welt verhehle, und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. st 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu bessern trachte, und seiner Seelen Wohl recht theuer achte. Denn du hast selbst für sie in Todesbanden viel ausgestanden. fol de3 10 4. Laß mich aufrichtig schäßen deine Gaben, die andre, Herr, von deiner Gute haben. Es müsse nie mein Herz des Nächsten Freuden boshaft beneiden. 5. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden, an Lieb' und Gütigkeit dir ähnlich werden. Gieb dazu Kräfte, Herr, so will ich droben dich ewig loben. niam ompol drus dio vim dia Mel. Der Spötter Strom.- 13. 331 547. Nur Liebe ohne Heuchelei zeigt, ob man neu geboren sey; sie zeugt vom wahren Christenthum; sie ist des Menschen höchster Ruhm.TOO indudnék sinió in 2. Gott ist die Liebe, du sein Kind, wenn dich der Nächste liebreich find't. Wer ohne Lieb ist, kennt nicht Gott, ist noch in seinen Sünden todt. thist soldail daud qadhil mil Von der Liebe des Nächsten. 891 3. Kannst du des Nächsten Elend sehn, und ungerührt vorüber gehn, so steht's um deinen Glauben schlecht; so ist dein Christenthum nicht acht. 4. O sprich nur nicht: er ist mein Feind; wie kann man seyn des Feindes Freund? der Feind bleibt ja dein Fleisch und Blut; thu', was der Samariter thut. 1191119 5. Hat dich denn Gott nicht stets geliebt, Gott, welchen du so oft betrübt? Gleichwohl vergißt er Zorn und Rach'; o folge diesem Beispiel nach. 6. Den liebt ein Heide, der ihn liebt: dem giebt er wieder, der ihm giebt. So schränket sich der Christ nicht ein; auch Feinden wird er gütig seyn. 7. Dein Herz sey voll von Lieb' und Huld, voll Demuth, Sanftmuth und Geduld, so wirst du vieler Feinde los, und dein zukünft'ger Lohn ist groß. 8. Nun, Gott, der du die Liebe bist, gieb, daß ich, als ein wahrer Christ, nach deinem Beispiel liebreich sey, aufrichtig, ohne Heuchelei. mast od pionbiel bim jos 9. Dann nimm mich, nach vollbrachtem Lauf, an jenen Ort des Friedens auf, wo dich und jeden Menschenfreund die Lieb' auf's innigste vereint. 892 3weiter Theil. din 45) Von der Gerechtigkeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. 548. Du liebst, o Gott! Gerechtigkeit, und hasfest den, der sie entweih't, am Nachsten Unrecht übet. Du bist's, der jedem seinen Lohn, ohn' alles Ansehn der Person, nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter Gott! laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken. Nie komm' es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht und Ge winn des Nächsten Recht zu krånken. 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Brust, und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht, und andre krånkt, wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze jemand über mich! mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit jedermann in Einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ich's von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch meine Harte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. Von der Gerechtigkeit. 893 6. Herr! mit dem Maaß, damit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit, so werd' ich auch zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Mel. Der du uns das Heil errungen. 108. 549. Gott, der du die Menschen liebest, der du nicht ein strenges Recht, sondern lauter Gnade übest an dem sündlichen Geschlecht! laß mich deinen Geist beleben, daß ich, Vater, als dein Kind, liebreich sey, wie du gesinnt. Herr, du wollst den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachsicht zeigt; und mit Sanftmuth spricht und schweigt. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Last! und so lang' ich hier soll wohnen, bleibe Zanksucht mir verhaßt! denn das ist, o Gott, dein Wille, und die Eintracht liebest du: o so hilf auch mir dazu; gieb ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache Sanftmuth übt. 3. O wie wird das Herz beschweret, durch des Zornes Leidenschaft! Zanksucht und der Haß verzehret nach und nach des Körpers 1 894 3weiter Theil.23 Kraft, hemmt den Lauf von unsern Jahren, macht zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt! ach, du wollest mich bewahren, daß des Jahzorns Raserei nie des Herzens Meister sey. 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erlöser that, und dem nachsichtsvoll begegnen, der zum Zanken Neigung hat. Für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, treten. Gott des Friedens! segne du mich mit deiner Kraft dazu. Chim fal Ficovich? 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Andacht strebt. Höchster! gieb mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Uebermacht gewinnen; bis einst in der Herrlichkeit ew'ger Friede uns erfreut. Mel. Herzliebster Jesu, was hast. 131. 550. Herr, mein Versöhner! der du für mich littest! und noch zur Rechten Gottes für mich bittest! erweck in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? du schaltst nicht wieder, als man Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 895 dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht blos Freunde; nein, selbst auch Feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen andre brennen? ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich Vater zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien?) jun pid 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, der wie du, vergiebet, und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seelen Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe; vertilge durch die Lust zu deinem Namen der Nachgier Saamen. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich, ihr Unrecht übersehen. Laß mich, wenn sie mich auch empfindlich kranken, an dich gedenken. And 993 8. Erwecke denn, o Herr, in meinem Herzen, auf's neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, den, der mir flucht, voll Groß 896 inibilado 3weiter Theil. no pote muth, wie du, segnen. Herr, mache gegen alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein ganzes Glück verlieren: o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann sehen. 11. Du schützest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. Mel. Herzliebster Jesu, was hast.- 131. 551. Herr! deine Sanftmuth ist nicht zu ermessen! wie viel hast du vergeben und vergessen! ach! führe mir doch deine große Gute recht zu Gemüthe. 2. Du segnetest, die deinem Namen fluch ten; und heiltest die, die dich zu fangen suchten; und zeigtest unter deiner Feinde Toben der Langmuth Proben. 3. Ach! glich' ich dir, o Heiland! ich be kenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache! 4. Ich muß es wehmuthsvoll vor dir, Herr, klagen; mein stolzes Herz kann, leider! wenig tragen; und schwerlich weiß sich, wenn mich andre hassen, mein Herz zu faſſen. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 897 5. Vergieb mir, Herr, und wende mein Verderben! bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben. Und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn die wilde Glut ersticken; laß sich dein Bild in meine Seele drücken! so werd' ich mich versöhnlich finden lassen, den Feind nicht haffen. 7. Flucht mir die Welt, so laß mich, Herr, sie segnen; und ihrem Grimm mit Freundlichkeit begegnen; daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 8. Verleih' mir das, um deiner Sanftmuth willen; so erb' ich auch, im Lande deiner Stillen, die Seligkeit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben. Mel. Man betet, Herr, in Zions.- 50. 552. Nie will ich dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. Nie will ich meinem Feinde fluchen, wenn er aus Haß mir flucht. Mit Güte will ich ihm begegnen, nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich ſchilt, will ich ihn segnen; dies ist des Herrn Gebot. 2. Er, der von keiner Sünde wußte, vergalt die Schmach mit Huld, und litt, so viel er leden mußte, mit Sanftmuth und Geduld. Will ich, sein Jünger, wieder 57 898 3weiter Theil. A m schelten, da er nicht wieder schalt? mit Liebe nicht den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 3. Wahrist's, Verläumdung dulden müſsen, ist eine schwere Pflicht. Doch selig, wenn ein gut Gewissen zu unsrer Ehre spricht! dies will ich desto mehr bewahren; so bessert mich mein Feind, und lehrt mich weiser nur verfahren, indem er's böse meint. 4. Ich will mich vor den Fehlern hüten, die er von mir ersann; und auch die Fehler mir verbieten, die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, an ihm das Gute sehn, und dieses Gute von ihm sprechen: wie könnt' er långer schmähn! 5. In seinem Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeih'n, und als ein Christ bereit zum Frieden, bereit zu Diensten seyn. Und wird er, mich zu untertreten, durch Gute mehr erhißt, will ich im Stillen für ihn beten und Gott vertrau'n: Gott schüßt. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 553. Wie selig lebt ein Mensch, der Dienstbegierde kennet, und ihre Pflicht zu thun, aus Menschenliebe brennet! der, wenn - Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. 899 ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienstbeflissenheit sucht er dies zu erreichen; er hält für eignes Wohl sich nicht allein gemacht: mer hålt sich für die Welt von dir hervorgebracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und Kräfte, ihr nüßen, ist für mich ein seliges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gott, als Bürger einer Welt, in der des einen Hand die Hand des andern hålt. 4. So denkt der Menschenfreund; und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil sein eignes Himmelreich; er fühlet fremde Noth, als tråf' ihn selbst der Streich. 5. Er eilt dem, der's bedarf, mit Hülfe beizustehen; sein Ansehn und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen, sind Mittel, die er braucht, behülflich gern zu seyn, und einen Leidenden mit Troste zu erfreu'n. 6. Was andrer Nothdurft heischt, das reizet seine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn, zu wahrer Menschenliebe. Kein Stolz 57* 900 Zweiter Theil. noch Eigennuß wirkt seine Gütigkeit. Er sieht auf seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. 7. So laß mich auch gesinnt, mein Gott! durch Christum werden! voll regen Eifers sey mein Leben hier auf Erden, so nüßlich, als ich kann, dem Nächsten stets zu seyn; dann geh' ich einst, o Gott, in's Reich der Liebe ein. Mel. Nun ruhen alle Wälder.- 48. 554. Du, aller Menschen Vater! du gü tigster Berather in allem, was uns drückt! was wir hier Gut's genießen, das låßt du uns zufließen; du bist's, der unser Herz erquickt. 2. Du läßt dich bei uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns segnend zu erfreun. Zu ew'gen Seligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen seyn. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherz's ger Vater! bilde mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Noth der Armen mich willig mög' erbarmen! nimm alle Hårte von mir hin. 4. Gieb, daß ich willig gebe, mich wohl zuthun bestrebe, so wie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. 901 5. Erhalt' in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Gut's gethan; so laß um deinetwillen mich andrer Nothdurft stillen, so oft ich sie nur stillen kann. 6. Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stårken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sey, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 7. Laß mich hier reichlich såen. Denn, Herr, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und giebet, und sich im Wohlthun übet, der erndtet dort die Herrlichkeit. Mel. Mach's mit mir Gott nach. 26. 555. Wer dieser Erden Güter hat, und sieht den Nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht, und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmåht, und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret; nicht dem Verläumder widerspricht, der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß den Nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit 902 sign 3weiter Theil. Did no ne ihm nißet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, auch der liebt seinen Nächsten nicht. 4. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, ein Dürft'ger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborg'nen weinet; nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht; der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer andre, wenn er sie beschirmt, mit Hårt' und Vorwurf quålet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben giebt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. Zwar du, mein Geist! vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben: doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die Kraft dazu, und sorgst dafür: so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben! denk oft: Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster! was ich hab', ist dein; sollt' ich, wie du, nicht gütig seyn? 903 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge. pisuth Mel. Ach Gott vom Himmel sieh' 215. 556. Die Zunge, die vernehmlich spricht, hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! mißbrauch es nicht, sie bringet Tod und Leben, sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; sie fluchet und sie segnet Gott: so gut ist sie! so böse! 2. Gott! laß in meines Herzens Grund stets Recht und Wahrheit siegen. Dann mag das Herz in meinem Mund der Welt vor Augen liegen: dann werd' ich von Verstellung frei, der Wahrheit und dem Recht getreu, nicht mit den Lippen sünd'gen. 3. Zu deiner Ehr', zu andrer Wohl soll ich mein Thun stets lenken; laß dann auch, wenn ich reden soll, mich diesen Zweck bedenken. Dein Lob, des Nächsten Glimpf und Nuß, der Unschuld und der Schwachen Schuß beschäft'ge meine Zunge. 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheil'ge Spottereien verrathen ein verderbtes Herz: davon mich zu befreien, so wirk auf mich durch deinen Geist, daß Herz und Mund dich, Höchster, preis't, wie Christen es geziemet. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet - 904 Zweiter Theil. billig nur der Christ. Er spricht, wenn's Nußen bringet; er schweigt, wenn Schweigen besser ist. Er bildet sich stets, als ein Christ, nach seines Heilands Muster. 6. O wehe dem verwegnen Mund, der einen Fluch nicht scheuet! wie wird des Herzens Leichtsinn kund und oft zu spåt bereuet; ach! fluchen bringet Fluch und Noth, und, wenn nicht Buße folgt, den Tod; Gott wolle mich bewahren! 7. Gieb, Gott! daß ich der Lügen Feind, des Teufels Arglist hasse, und mich stets als ein Menschenfreund aufrichtig finden lasse. Der Lügner Theil ist jener Pfuhl! die jauchzen einst vor Gottes Stuhl, die Treu und Wahrheit lieben. Nol Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 557. Laß mich, Höchster! darnach streben, stets der Wahrheit Freund zu seyn! jenes freudenvolle Leben nimmt nicht freche Lügner ein. Denn vor deinem Angesichte werden sie beschämt zunichte, so wie Satans Trug und List, der der Lügner Vater ist. - 2. Undern zu gefallen lügen, leeren Schwabern gleich zu seyn, heuchelnd Brüder zu betrügen, Herr! das falle mir nie ein! Wahrheit leit' an allen Orten mich in Werken und in Worten. Redlich sey des Herzens Grund, redlich spreche auch mein Mund. 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o Gott! ein Grâu'l; und ein un Vom rechten Gebrauch der Zunge. hara glückselig's Leben bleibt gewiß ihr künft'ges Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Redlichen im Lande. Denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Rånken feind. 905 4. Schmåht mich, ohne mein Verschulden, der Verläumder Låstermund; Herr, so laß mich still erdulden. Einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht långer schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gieb, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sey. 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einz'ges meiner Worte deinem Ohr verborgen ist; das sey stets mir im Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte, denn du liebst den Wahrheitsfreund, und bist falschen Herzen feind. Mel. Ach, Herr, mich armen Sünder.- 67. 558. Wohl dem, der richtig wandelt, der, als ein Wahrheitsfreund, in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält. 2. Wohl dem, der Lügen hasset, und der, so oft er spricht, so seine Reden fasset, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbedacht verlegzet, und der an allem Ort sich dies vor Augen setzet: Gott merkt auf jedes Wort. 3. Wohl ihm! daß sein Gemüthe, Herr! deine Rechte übt. Shn leitet deine Güte, 906 3weiter Theil. Vom rechten Gebrauch 2c. er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht be schämt die Falschen stehen, geschreckt en stehen, geſchreckt durch dein Gericht. durch - 4. Herr! drücke diese Sache mir tief in's Herze ein; daß ich's zur Pflicht mir mache, der Lügen Feind zu seyn. Erinn're mein Gewissen, du hasfest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu' und Wahrheit sey. 5. Nie laß mich was versprechen, das ich nicht halten kann, und nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan; nie mich den Stolz verleiten, und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was ich doch selbst erdacht. 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb', und wisse, wann ich für andrer Wohl und für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll. 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Anschlag gilt, der sich bei bösen Tücken in guten Schein verhüllt; so starke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, und alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt. 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir sich hålt, das soll mit niemand rauben; so kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen, ich werde, als dein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens sind. Register über sämmtliche Lieder, nach ihrer Nummer. A. Abermal ein Jahr verflossen Ach Gott, du unser Lebenslicht Ach Gott und Herr!. Ach Gott vom Himmel, sieh' Ach Gott wir treten hier Ach! Herr, lehre mich bedenken Ach schone doch, o großer ● Ach! was bin ich, mein Erretter Allmächtig großer Gott Allwissender, vollkomm'ner ● An dich, mein Gott, gedenken An diesem Tag frohlocken wir. An dir allein hab' ich gesündigt Auf! auf! mein Geist, auf! Auf, Christen, preis't mit mir. Auf dich allein, Herr Jesu Auf dich, Herr! nicht auf meinen Als Jesus jegund sterben wollt Also hat Gott die Welt geliebt Am Kreuz erblaßt, der Marterlast Anbetungswürd'ger Gott. ● ● • ● ● ● ▸ Auf! Jesu Jünger! freuet euch in. Auf, meine Seele, singe... ● . . Nummer. 468 423 290 215 421 540 239 80 75 24 222 102 155 10 14 358 173 295 ● ● ● ● . ● ● 907 ● ● 18 436 308 373 176 448 908 Register. Auf, mein Geist, dem Herrn Auf, mein Herz, ein froher. Auf, o Seele, werde munter Auf, o Sünder, laß dich Auf, tråger Geist! laß das, was B. Bald oder spåt des Todes Bedenke, Mensch, das Ende Befiehl du deine Wege Befreie meinen Geist ● ● Begleite mich, o Christ! Beglückter Stand getreuer Begrabt den Leib in seine Gruft Besingt Gott Zebaoth Bewahre mich, Herr, daß Bringt her, ihr Mächtigen Bringt Preis und Ruhm ● ● ● C. Christ, alles, was dich krånket. Damit ich meine Seele rette Dein bin ich, Gott, dein ist Dein bin ich, Herr, dir will Dein, Gott, ist Majestát Dein Heil, mein Geist, nicht ● Dein sind wir, Gott! in Dein Will' ist's, großer Gott. Dein Wort, o Höchster! ist ● Der du das Daseyn mir gegeben Der du die Liebe selber bist. Der du mich als ein Vater Der du uns als Vater liebest Der du uns das Heil errungen ● S ● ● ● ● ● 393 156 486 284 274 349 193 67 418 145 254 266 463 331 426 160 383 505 70 332 333 398 261 495 7 11 543 359 200 108 Register. Der du Verstand und Tugend Der du voll Blut und Wunden Der ew'ge Gott und höchste.. Der Held hat überwunden Der Herr des Himmels und der Der Herr fährt auf gen Himmel Der Herr ist Gott und keiner... Der Herr ist gut, in dessen. Der Herr ist meines Lebens Der Herr ist meine Zuversicht Der Herr lag in das Grab Der Herr, mein Hirt, behütet Der König aller Welt Der Spotter Strom reißt Der Tag ist hin; du aber Der Tag ist wieder hin Der unsre Menschheit an sich da Der Wollust Reiz zu widerstreben Des Donners schreckendes Des Leibes warten und ihn Des Vaters und des Sohnes Dich bet' ich an, erstand'ner Dich, mein Jesu, laß ich nicht. Dich seh' ich wieder Morgenlicht Die Erd' und was darinnen Die Herrlichkeit der Erden Die Himmel rühmen Gottes Die Himmel rufen, jeder ehret. Die Quell', woraus der Mensch Dies, Christen! ist der Tag Dies ist der Tag, den Gott Dies ist der Tag, zum Segen. Die Zunge, die vernehmlich. Dir allein hab' ich gesündigt Dir dank' ich für mein Leben Dir, Gott! sey Preis und ● ● ● . ● ● ● ● ● ● 909 337 133 379 158 494 174 15 243 387 1375 157 259 65 13 483 out 489 192 p. 509 .0428 1. 510 gid.1.205 ● 162 230 475 186 88 46 42 84 493 109 491 556 287 367 71 910 Register. Dir, mein Gott, will ich lobsingen Dir, unser Gott, ist niemand Dir, Vater, dankt mein Herz. Du aller Menschen Vater. Du bist ja, Jesu! meine Du bist's, dem Ruhm und Du, der Herz und Nieren kennet Du, der kein Böses thut Du gabst mir, Ew'ger! dieses Du Gott! du bist der Herr Du hast, mein Vater und Du hast uns, Herr, die Pflicht Du Herr der Seraphinen Du, Herr, hast aus Barmherzigkeit. Du, Herr und Meister Du klagst, o Christ, in schweren Du klagst und fühlest die Beschwerden Du liebst, o Gott! Gerechtigkeit Durch. Adams Fall ist erst ● ● Durch dich, o großer Gott Durch so viel Schein gestärkt Du reicher Gott der Armen Du sagst: ich bin ein Christ Du Vater deiner Menschenkinder Du weiser Schöpfer aller Du wesentliches Ebenbild Du willst, Gott, daß mein S● ● Edler Geist im Himmels Throne. Ein Herz, o Gott! in Leid und Ein Jahr der Sterblichkeit Ein Pilgrim bin ich in der. Ein ruhiges Gewissen. Eins ist Noth, ach Herr! dies Ein starker Schuß ist unser. ● ● ● ● ● ● 438 52 203 554 416 447 347 78 279 464 376 516 48 229 534 530 531 548 90 451 69 422 342 362 25 122 8 206 522 469 252 502 317 208 Register. Entehre nicht mein Herz Entflohen sind auch dieses Erbarm' dich, Herr, du Erfülle, Herr, doch selbst Erhab'ner Gott! was reicht Erhalt uns, Herr, bei deinem Erheb' dein Herz, thu' auf die Erhebet Gott durch neue Lieder Erhebet Gottes Heiligkeit Erhebe vom Geräusch der Erhebt den Herrn, ihr Frommen Erhebt, erhebet Gottes Ruhm. Erhöh'ter Jesu! Gottes. Erinn're dich, mein Geist Er kommt, er kommt zum Erlöser, sieh' auf uns herab Es eilt der letzte von den Tagen Es hilft uns unser Gott. Es ist das Heil uns kommen Es ist noch eine Ruh' vorhanden Es ist vollbracht! so ruft am Es lag die ganze Welt Es zieht, o Gott, ein Kriegeswetter. Ew'ge Liebe, mein Gemüthe ● Freiwillig hast du dargebracht Frohlocke, mein Gemüthe ● Frohlocket, Jung und Alt Für alle Güte sey gepreis't. Fürwahr, du bist, o Gott. S. ● ● ● ● Gedanke, der uns Leben giebt. Geist vom Vater und vom ● Gelobet seyst du, Jesus Christ ● ● ● ● 911 519 484 339 135 16 211 323 64 437 149 101 283 190 169 191 430 532 388 304 276 148 99 420 91 Hold 170 150 461 481 53 95 207 104 912 Register. Gelobt sey Gott, ihm will ich... his wi441 Gelobt feyst du, Herr Zebaoth. 4.224 Gelobt sehst du, o Gott. Gepriesen, Gott, sey dein.. Gerechter Gott, vor dein ● Gern will ich mich ergeben Getreuer Gott, wie viel.. Getrost, mein Herz, und zage Gieb mir, o Gott, ein Herz Gott, deine Gnade sey gepriesen Gott deine Gnad' ist unser. Gott deine Güte reicht so Gott, deine Huld und Gütigkeit Gott, der an allen Enden ● Gott, der du die Menschen... Gott, der du für uns deinen.. Gott, der du unser Vater bist Gott der Juden, Gott der Gott, der uns immer Gutes Gott der Wahrheit, dessen Gott des Himmels und der... Gott, dir gefällt kein gottlos Gott, du bist von Ewigkeit... Gott, du bleibst ewig uns'rer Gott, du hast in deinem Sohn Gott, durch welchen alle. Gottes Lamm, durch dessen Gottes und Marien Sohn ● ● ● Gott, groß von Erbarmen Gott hab' ich alles heimgestellt. Gott! hilf mir, daß ich Buße Gott ist im Himmel und auf Gott ist es, dessen weiser Rath Gott ist mein Hort Gott ist mein Lied. Gott ist's, der das Vermögen ● • ● · ● ● ● 9 . 482 de 30 260 ad 37 5.0 257 .. 545 110 235 . 408 251210036 ● 1.117 .. 210 . 378 479 56 549 137 2 ● 338 20 30518 202 453 127 107 ● 2 199 87 286 462 432 10 19 515 913 213 17 Gott, meine ganze Seele....... 57 Gott, mein Vater! Dank sey..600 434 Gott, mein Vater! deine Liebe..m 363 Gott ruft der Sonn' und 466 Gott sorgt für mich, was..... 396 Gott, unserm Gott, allein 10. 39 Gott, vor dessen Angesichte. Gott, was muß dein Sohn., him... Gott werde stets von dir erhoben hom Gott, wie rein ist deine Lehre Register. Gott ist uns Stark und Schutz de Gott mache du mich selbst bereit Großer Sott! erhab'nes Wesen Großer Gott, Herr aller Großer Mittler, der zur Rechten .bis. mim. im. H. Habe deine Lust am Herrn... Hallelujah, Jesus lebet om. Halt im Gedächtniß Jesum.... Heiland, deine Menschenliebe Heil'ger Geist, du Himmelslehrer Heil uns! Aus uns'rer Sündennoth Herr, allerhöchster Gott Herr, deine Allmacht reicht. Herr, deine Sanftmuth ist. 5. Herr, du kennest mein Verderben Herr, erhöre meine Klagens Herr, es ist von meinem Leben 96 • stolit Herr, der du deinen theuren Herr, der du mir das Leben ind In Herr, dir trau' ich, auf der Herr, du bist meine Zuversicht Herr, du erforschest mich. Herr, du fährst mit Glanz Herr, du hast in deinem Reich un un 58 29 124 72 0313 325 182 458 177 365 171 223 121 201 96 26 551 187 467 1386 271 23 188 47 81 407 476 914 Register. Herr Gott, du bist die Zuflucht Herr, höre mein Gebet... Herr, ich hab' aus deiner Herr Jesu Christ, du höchstes. Herr Jesu, deiner Glieder Herr Jesu, Gnadensonne Herr, lehre mich, wenn ich Herr, mache meine Seele ais. Herr Jesu, send' uns deinen Herr, laß doch mich recht Herr, laß mich doch gewissenhaft ● madas . d Herr, mein Erlöser, nur. Herr, meiner Seele großen Werth Herr, mein Licht! erleuchte Herr, mein Licht, mein Heil Herr, mein Versöhner, der. Herr, ohne Glauben kann Herr, stärke mich, dein Leiden Herr, unser Gott, dich loben wir Herr, unser Gott, wer ist dir. Herr, wir stehen hier vor dir Heute, sprach mein Heiland. Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen Hier ist noch uns're Prüfungszeit Hier liege ich zu deinen Füßen, V. 9 Hilf Jesu, daß ich meinen Hilf mir, mein Gott! verleihe Höchster! denk' ich an die Höchster Gott, wir danken dir. Höchst erwünschtes Seelenleben Hosianna, Davids Sohn Hüter! wird die Nacht der Sünden wwwww ● ● ● ● ● 21 282 535 291 182 336 3 112 514 497 384 346 499 12 459 550 305 132 456 40 221 147 233 507 233 546 334 288 5 320 183 2.297 Jauchze, auserwählt Geschlechten... 452 Ich armer Sünder, wer bin ahm ww.fl. 348 80 Register. 915 Ich bin ein Christ: Gott ist... 268 mm 219 Ich bin getauft auf deinen Ich bin, o Gott, dein Eigenthum Ich danke dir von ganzem Herzen Ich danke meinem Gott: Ich denk' an dein Gerichte. erhebe mein Gemüthe d fleh' in tiefster Reue... ng 07% Ich freue mich der frohen Zeit. Ich freue mich, mein Gott Ich glaub' an Gott, hoch sey Ich habe, Gott, mir ernstlich Ich habe nun den Grund gefunden Ich hab' in guten Stunden.. Ich hoff, o Gott, mit festem. ● Ich komme, Friedensfürst, zu dir.. Ich komme, Herr, und suche dich 409 Ich komme vor dein Angesicht Ich preise dich, o Herr 232 schäme mich vor deinem..... 292 singe meiner Seelen Lust weiß, an wen mein Glaub' Ich weiß es, Gott, mein ganzes Ich weiß es wohl, ich selbst Ich weiß gewiß, daß mein... will dich noch im Tod. Ich will, mein Gott, du König. Jehova herrscht mit Majestät Jehova, Herr und König Jesu, Arzt todtkranker Seelen. Jesu, daß du meine Seele ● ● 076 jo jimin. 81382 it and d. 328 194 236 237 000 267 digt 255 ● ● 39.10. 303 335 92 ydi... # 523 246 307 225 ● ● im. 457 248 3303194 413 330 161 541 55 63 429 58* ● Jesu, durch dein Blut undan dod Jesu, meine Freude 152 319 Jesu, meiner Seelen Retter. ad( in 401 Jesus Christus, unser Heiland. Heiland.nijodo Jesu, sich mich an in Gnadenomi oin 311 unser bim 164 79 310 916 Register. Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Liebe, lebt Jesus, meine Zuversicht. Jesus nimmt die Sünder an Ihm, der das Licht entstehen Ihr Christen rühmt, erhebt Thr, die ihr war't verloren. Ihr Frommen, auf! die ihr Ihr Knechte Gottes, lobt den Ihr trüben Sorgen weicht. Ihr Volker jauchzt mit frohem Ihr Völker in der ganzen Welt. Ihr Völker stimmet nun mit In allen meinen Thaten. In deinem Namen, o Herr.. ● ● did R. and promot w mit was somst of ... 163 120 189 399 Kaum steigt zu ihrem froh'sten. Kein Lehrer ist dir, Jesu König, dem kein König. Komm betend oft 172 167 270 309 474 198 111 49 442 477 439 184 118 62 425 81. Komm heil'ger Geist, erfüll' Komm, o Gott Schöpfer Komm, o komm, du Geist. Kommt her, Mühsel'ge kommt.mi 204 Kommt, laßt euch den Herrn...... 327 Dic I 352 197 joste thn 100nd nood Linda ded, noodal minoshidos 151106 .. Laß deinen Geist mich stets and 143 Laß doch, o Jesu, laß dein..... 209 Laß mich doch nicht, o Gott. 2. n. Laß mich doch, o mein Gottli Laß mich, Höchster, darnach i. 2.£ 557 Laßt uns unserm Gott lobsingen om 103 512 299 Register. Lehre mich, Herr, recht bedenken... Liebster Jesu, Gnadensonne. Liebster Jesu, Trost der Herzen Liebster Jesu, wir sind hier Lob, Ehre, Preis und Dank fi. Lob, Ehr' und Preis dem Höchsten.. Lobt den Herrn alle Heiden. Lobsinge meine Seele. Lobsinge Gott mit wahrem Lobt Gott, den Gott der Stärke Lobt Gott, der uns den Frühling Lobt, lobt den Herrn, ihr Nationen. bildani abd ● 917 501 . 412 . 1289 94 1.00 0.97 . 1449 9.444 1.0.166 Mache dich, mein Geist, bereit... Mag doch der Spotter Heer. Man betet Herr in Zions Misol und X2 ● 440 455 11 68 443 1.506 312 ● Mein Auge sieht, o Gott, zu Mein Bundesgott! ach, unterweise 324 Meine Lebenszeit verstreicht 536 Meinen Jesum laß ich nicht 315 Mein Erlöser, der du mich... 220 Mein Erlöser, Gottes Sohn Mein Erlöser hängt am Kreuze. Mein erster Wunsch, mein 100.. Mein erst Gefühl sey Preis. Meine Seel', ermuntre dich... id. Meine Stimme ruft zur Höhe. 14. 397 Mein ganzer Geist, Gott 277 377 inng 341 Mein Geist erstaunt, Allmächtiger.d 366 Mein Geist soll nun in Gottlide Mein Gott, ach lehre mich. olin minna Mein Gott, dir ist bewußt, dod 183 Mein Gott, du wohneft zwar alle. Mein Heiland, deine Größe. 355 181 ● mi 50 58 1.¹138 nd nd 140 Dk 473 HOW 470 10134 918 Register. Mein Heiland lebt, er hat die ein 390 Mein Heiland, wenn mein Mein Herz, ermuntre dich Mein Herz, ermuntre dich zum Mein Hort ist Gott, ihn laß Mein Jesu, du hast unsre Mein Jesus ist mein Leben Mein Jesus sitzt zur rechten. Mein Jesus triumphiret ● Mein Leben ist ein Pilgrimstand Mein Lebensfürst, nun kann.••• Mein Lebensfürst, zeig' mir. Mein Salomo, dein freundliches Mein treuer Gott, dein gutes Mein Vater und mein Gott Menschen ist's gesetzt, zu sterben Mit Ernst, o Menschenkinder Mit Seufzen klag' ich dir ● Nach einer Prüfung kurzer Tagen Nach meiner Seelen Seligkeit • ● ● 268 269 460 364 374 119 542 180 178 odit opul n N. o operont a bu taremada 273 130 538 245 256 340 275 100 405 niste do: fls20278 2 500 504 Nicht, daß ich's schon ergriffen. Nie bist du, Höchster, von uns Nie will ich dem zu schaden.•• 29 Nimmt Gott, dem wir vertrauen. Noch bin ich dein Gast, o Erde Noch immer wechseln ordentlich. Noch läßt der Herr mich leben Noch nie hast du dein Wort Nun, Christen, laßt uns fröhlich Nun danket alle Gott. Nun habe Dank für deine Nun ist es alles wohl gemacht den d., 1151 Nur Liebe ohne Heuchelei •• niso, Garn# 547 1128 552 66 262 59 471 31 93 • 799000 on 100 mi s! b5,100 1450 gitm 234 Register. S.and dis O Christe! Eingeborner... di... 94 O Christenheit, sey hocherfreut..he... 113 O du erhab'ner Gott. ... 368 O Freund, der meine Schuldenlast... 154 O Friedensfürst aus Davids Stamm 105 Oft denkt mein Herz, wie schwer. 343 43 O Gott, den alle Himmel ehren ● Gott des Himmels und der.it nie Gott, dess gnadenvoller O Gott, desf' starke Hand die. O Gott, du bist die Liebe ● ● ● ● ● ● ● • ● O Gott, du bist mein Preis O Gott, du frommer Gott. Gott, es fehlt uns Kraft O Gottes Lamm, unschuldig O Gottes Sohn, Herr Jesu O Gottes Sohn und Menschen Gott, gieb dein Gericht... Gott, wer ist dir gleich O großer Gott, der alle Ding'as.00294..no 27 Oheiligste Dreieinigkeit . ad 3. 39. 41 unser Gott, wie voll ist.. O Vater, allerhöchster Gott O Vater der Barmherzigkeit. O Vater, groß im Himmelreich ● ● .. d. ● 100 145 431 35 34 ● 919 ▸ ● 492 411 404 136 306 Herr, mein Gott, durch. m 4. 427 125 d. 390 Herr und Schöpfer unsers. un 14.60 Höchster, dessen Kraft. 30. Jesu, Brunnquell aller OKönig, dessen Majestät Liebesglut, wie kann ich dich O Menschenfreund, o Jesu Seele, schaue Jesum an.. O Tod, wo ist dein Stachel ● 1079.106 14.1. n 185 will 14369 id..$ 293 a.ac.nl 98 isl. 226 ..oht 351 159 .74 403 216 406 ● 920 Register. O welch ein Leiden, das mich O welch ein unschätzbares O Welt, sich hier dein Leben O wie unaussprechlich selig. Owohl dem Menschen, der O Wunder- Gott, der alles. Preiset Gott in allen Landen Preis, Preis sey Gott, und 435 503 dsgni 139 Intian bun pujómdi 390 nism in nords, hommic, allo mado TakeP Q. and strol Tisd m 3 sisid id ud.100 2 Schaffet, schaffet Menschenkinder Schau, großer Herr der Herrlichkeit Schön ist die Tugend, mein Schöpfer aller Menschenkinder Schon ist der Tag von Gott. 1.d Schon ruhet auf den Feldern in Schüße die Deinen, die nach d. 10 Schwing dich auf gen Golgatha Seele, du mußt munter werden Seele, sey zufrieden Seele, willst du Ruhe finden s Selig, Gott, sind die, die Seht den leidenden Gerechten Seht, welch ein Mensch! ach mald Sey feurig, Seele, Gott zund Sey gnädig, Herr, nach deiner for. Sey hochgepriesen, Herr fo Sey, Seele, stark und unverzagt Sey zufrieden, mein Gemüthe. ● 1.280 390 242 54 ● Qual und Angst muß ich in fid.6. 11417 337 36, Hod) 3 Som dj. 8: G plaudjau, me estro013 dosto/ 285 • 165 249 • ( 175 10.344 240 195 487 212 142 472 7385 231 263 ( 146 129 51 281 144 521 61 921 480 ... 126 544 465 353 Sollt' ich meinem Gott nicht nom mo. 2445 Sorge doch für meine Kinder...( 433 So schlummerst du, in stiller si... 153 So wahr ich lebe: spricht.10.00 mm( 300 Stimmt unserm Gott ein 454 dig bild Strafe nicht, o Heiligster...@ 302 Straf', o Herr, mich nicht.... 424 Sucht man die Freundschaft.im. p. 316 Sünder, willst du sicher seyn J. 296 190 Register. So fliehen unsre Tage hin.in.thi. Ma So gehst du, Jesu, williglich So jemand spricht: ich liebe So ist von meiner kurzen Pilgrimschaft. Soll sich mein Geist, o Gott ● ● ● 300 ARU P ● Tag, den mir der Herr gemacht... 228 Treuer Hirte deiner Heerde.. 1.300 217 u.. 22 Um Gnade für die Sünderwelt.d. 141 Unermeßlich ewig ist Gott. Unschuld'ger Jesu! was hast Unser Heiland steht gebunden Unumschränkte Liebe d.d.131 p017 Vin Verborg'ner Gott, dem med.nlm Verleih uns Frieden gnädiglich. Vernimm, o Gott, vernimm Voll Glauben will ich zu dir.. Von dir kommt jede gute Gabe Von ganzer Seele preis' ich 128 38 526 415 244 372 400 414 922 Register. Von Gott will ich nicht lassen. Vor dir, o Gott, sich kindlich. W. 10. m Wach' auf, mein Herz! auf Wach' auf, mein Herz, und singe. Wachet auf! so ruft die Stimme Wachet auf vom Schlaf, ihr Warum sollt' ich mich denn. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Was gråmst du dich, mein Was hilft's, daß ich mich Was ich nur Gutes habe Was ist das Leben hier auf Erden Was ist mein Leben auf der Erde Was ist mein zeitlich Leben Was ist's, daß ich mich quale ● Was ist vor deinem Angesichte Was soll ich ångstlich klagen Was sorgst du ångstlich für. ● ● ● Weicht, ihr Berge! fallt, ihr Hügel Welch hohes Beispiel gabst.. Wenn Christus seine Kirche. Wenn der Sünder hat mißhandelt Wenn ich ein gut Gewissen.. Wenn ich, o Schöpfer, deine Wer, Gott, dein Wort nicht Wer kann, Gott, je was Wer nur den lieben Gott Wer unter Gottes Schatten. ● . Wenn zur Vollführung deiner Wer bin ich? Welche wicht'ge Frage. Werde munter, mein Gemüthe. ● ● 100 i 60 is bit The 168 478 272 196 524 525 391 389 ● Wer darf in deine Hütte gehen... Wer dieser Erden Güter hat ● was. Di Jie nodr ml. 395 370 ● 498 529 527 511 528 73 394 533 32 1.294 C. 251 44 350 214 326 496 485 329 555 314 410 380 392 Register. Wie Christus selbst zum .. Wie ein Geschwäß des Tag's... Wie fleucht dahin der Menschen. Wie getrost und heiter Wie gnådig warst du, Gott Wie göttlich sind doch Jesu. Wie groß ist deine Menschenliebe Wie groß ist des Allmächt'gen... Wie groß ist unsere Seligkeit id. Wie herrlich strahlt der Morgenstern Wie komm ich doch, mein Wie lang darf ich noch säumen Wie lang' soll ich traurig Wie lieb ist mir's, daß Gott Wie lieblich ist doch, Herr ● . • d. ni 350. Wirf, blöder Sinn, den. Wir freuen uns, Herr Jesu Wie mannigfaltig sind die Wie selig bin ich, wenn mein Wie selig, Gott, wie selig Wie selig, Herr, ist der Gerechte Wie selig lebt ein Mensch Wie ungewiß ist, Herr, das Wie wichtig ist doch der Beruf Wie wird mir dann, mein. . ● ● Wie sicher lebt der Mensch, der Wie soll ich dich empfangen. ● ● Wie sollt' ich dich, mein Gott. Wie theuer, Gott! ist deine. Wie treu mein guter Hirte ● • Wie wohl ist, Jesu! meiner Will mich, o Gott, hienieden Willst du der Weisheit Quelle. Willst du die Buße noch ● ● ● d. 250 d. 1 419 mblus? no. 123 din 227 33 247 318 265 488 116 361 490 Wir Menschen sind von selbst Wo find' ich Gott, den meine. ● ● ● . . 923 218 ld 85 186 ● 508 356 238 345 553 537 115 357 241 301 539 264 253 520 371 298 114 179 6 354 924 Register. Wo flieh' ich Sünder hin Wohlan, mein Herz, sey stets Wohl auf, mein Herz, wohl Wohl dem, der beßre Schäße Wohl dem, der richtig wandelt Wohl dem Menschen, der Womit soll ich dich wohl Wort aus Gottes Munde Wo soll ich hin, wer hilfet col 3+ 190. thìm nis dal pils) and and ids) oil nepringgras' cold the lo isti naud 360 402 Zur Arbeit, nicht zum Müßiggang.. 517 ND012( 110) on childsil and chod il- pirmie nim, med sin daien 513 558 381 446 89 321 dni asdold( jak dan RSUSS fdk) now daj moblaxe snism and no dia 3 000 dominop- cale wimmebete. bon on tim Morgengebete. TAJUB die mu Gott, Schöpfer und Herr Himmels und der Erden, barmherziger Wohlthäter und Vater der Menschen, dich bete ich als den Urheber und Erhalter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die einige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückseligkeit demüthigst an. Dir danke ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geistliche und leibliche Vortheile, die ich besiße. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich diese Nacht mit deinem mächtigen Schuße bedeckt, daß du alle Gefahren, die mir droheten, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen sanften Schlaf erquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößet hast. Gott, deine Güte ist alle Morgen neu, und deine Treue ist sehr groß. Sie übertrifft alle unsere Verdienste unendlich: sie ist weit größer, als daß wir dir jemals würdig genug dafür danken könnten. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, daß du auch mein gedenkest 926 Morgengebete. und dich meiner so annimmst? ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gesehe übertreten, der deine Wohlthaten öfter gemißbraucht, der sich des schändlichsten Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein solcher nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat. Ja, Herr, wie könnte ich vor dir bestehen, wenn du mit mir in's Gericht gehen wolltest? aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergiltst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Kindes schonet. Noch fährest du fort, mich zu segnen und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Noch schenkest du mir Zeit und Kräfte, an meiner Bes serung zu arbeiten, und meine Heiligung in deiner Furcht zu vollenden. Wie beschämet mich deine Huld und Güte, o Gott, wie reuet es mich, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthåter, so oft beleidiget, und dir den schuldigen Gehorsam verweigert habe! Ach, strafe mich nicht, wie ich es verdienet habe. Sey mir gnädig in Christo, deinem Sohne, und verzeihe mir um seinetwillen alle meine Sünden. Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. Ich verabscheue das Böse, das ich bisher gethan habe, und wünsche nichts mehr, als immer besser, immer tugendhafter und heiliger zu werden. Ich erneuere hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den aufrichtigen Vorsab, alle un Morgengebete. 927 ordentlichen Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken, alle bösen Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten, und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem Willen meines Fleisches, noch nach dem Beispiel der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Dir, meinem Schöpfer und Herrn, zu gehorchen, deiner Gnade und deines Beifalls mich zu versichern, nach deinem Bilde erneuert, und dadurch deiner seligsten Gemeinschaft fähig zu werden: dies soll meine Ehre, mein Ruhm, meine ernstliche Bemühung und meine Seligkeit seyn. Ja, ich schwöre es, und will es halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will. O Gott, stehe mir selbst mit deiner Gnade bei, diesen guten Vorsatz mit Treue zu erfüllen, denn ohne dich vermag ich nichts. Schenke mir deinen Geist, der mich erleuchte, reinige, und auf den Weg der Wahrheit und der Zugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich insonderheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten geneigt bin, und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gieb, daß ich sorgfältig über mich selbst wache, daß ich allen Anlaß und alle Gelegenheiten zum Bösen fliehe, und jeden sündlichen Gedanken, jede unerlaubte Neigung, die in mir entstehen, unverzüglich unter 928 Morgengebete. drücke. Laß die Vorstellung von deiner Allwissenheit und Allgegenwart mich überall begleiten, und mein Herz mit der tiefsten Ehrfurcht gegen dich und deine Geseße erfüllen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und die Ewigkeit gedenken, und dadurch weise werden zur ewigen Seligkeit. Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen, und laß mich meinen Brüdern so nüßlich werden, als es die Fähigkeiten, die du mir verliehen, und die Umstände, in welche du mich gesehet hast, erlauben. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften, und be gleite sie mit deinem Segen. Gieb, daß ich bei meiner Arbeit mein Herz oftmals zu dir erhebe, deine Vorsehung in allem, was mir begegnet, demüthig verehre, und weder dem Geize, noch der Ungerechtigkeit, noch irgend einem andern Laster den Zugang zu meiner Seele verstatte. Dir und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Menschen. Laß das Licht deiner Offenbarung sich über alle Völker ausbreiten. Wehre dem Unglauben und dem Aberglauben, und erweitere die Grenzen des Reichs der Wahrheit und der Tugend. Segne unsern Landesherrn und die Obrigkeiten, die du über uns gesehet hast. Segne die Lehrer, und laß sie reizende Muster der wahren Weisheit, der Liebe und aller christlichen Tugenden seyn. Segne diesen Ort, dieses Land und alle Einwohner desselben. Morgengebete. 929 Segne insbesondere diejenigen, die du durch die Bande des Bluts und der Freundschaft mit mir verbunden hast. Gieb, daß wir alle die Pflichten unsers Berufs treulich erfüllen, daß wir das allge= meine Beste unserm besondern Nußen vorziehen, und deine Ehre und das Heil unserer unsterblichen Seele zum letzten Endzweck aller unserer Bemühungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sey mir gnädig um Jesu Christi willen, Amen. Unser Vater zc. OTA Allmächtiger und unendlich gütiger Gott; deiner gnädigen Vorsehung habe ich es zu danken, daß ich diesen Morgen wiederum erwacht, und gesund aufgestanden bin. Du hast nächtliche Schrecken und Gefahren in Gnaden von mir abgewandt, und mich vor vielem Unglück behütet, das mir ohne deinen Schub hätte begegnen können. Ich erkenne deine Gute, die diesen Morgen an mir neu ist, und bete zu dir, dem Allgenugsamen: bereite mich selbst zu einem dir wohlgefälligen Lobe, daß ich dich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit einer ge= rührten Dankbarkeit des Herzens preise, und mein Leben zu deiner Ehre und nach deinem Wohlgefallen führen möge. Deinem mächtigen Schuhe befehle ich mich darum an diesem Tage und fernerhin. Erhalte mir die Gesundheit und die Kräfte des 59 930 Morgengebete. Leibes und der Seele, und bewahre mich vor solchen Vorfällen, die mir schädlich seyn können. Regiere alle meine Entschließungen, und leite alles mein Thun und Vornehmen, daß es deinem heiligen Willen gemäß seyn möge. Gieb mir ein zufriedenes und freudiges Gemüth, daß ich willig und mit Munterkeit die Geschäfte verrichte, die mein Stand, in welchem du mich gesehet hast, mir aufleget. Gieb, daß ich treu und fleißig mich in meinem Berufe beweise, und in allem, was ich thue, rechtschaffen und gewissenhaft handle. Sey auch nach deiner großen Barmherzigkeit mir armen Sünder um Jesu Christi willen gnädig, und verleihe mir den Beistand deines heiligen Geistes zu einer beständigen Besserung meines Lebens. Verhüte in Gnaden, daß ich an diesem Tage mein Gewissen nicht mit vorsäßlichen Sünden beschwere, sondern laß deine Furcht und die Betrachtung deiner Gegenwart mich von allem Bösen zurückhalten, und gegen alle Versuchungen stärken. Wenn ich aus Uebereilung fehle, so wirke durch deine Gnade, daß ich meine Fehler aufrichtig bereue, bei dir Vergebung suche, und in's Künftige mit mehr Sorgfalt mich vor Sünden hüte. O du weiser und gütiger Gott, regiere alle Umstände meines Lebens zu meiner wahren und ewigen Wohlfahrt. Dir befehle ich meine Wege, und ich hoffe auf dich, du wirst's wohl machen. Amen. tim sting? 150gs 100 might chim dins Topl apo ndipenie mo Abendgebete. out the sonce Ich freue mich deiner Güte, o Gott, und komme mit Danken vor dein Angesicht. Jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens giebt mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und Gnade, und legt mir neue Verpflichtungen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich, meinen Vater unt Wohlthäter, auf. Auch heute hast du dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelassen. Auch heute hast du mir in allen Absichten viel Gutes gethan. Wie viele bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel hast du durch deine gnädige Vorsehung von mir abgewandt! Vor wie vielen Sünden, die unter allen Uebeln die größesten sind, hast du mich Schwachen bewahret! Wie viele geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner freigebigen Hand empfangen! Womit soll ich dir, dem Herrn, alles das Gute vergelten, das du an mir gethan hast? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein und deinem Dienste, deiner Verherrlichung sollen sie auf ewig geheiligt seyn. Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, beständiger, möchte der Gehorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommener seyn! Aber, o mein Gott, wie weit bin ich noch von dem Ziele der christlichen Vollkommenheit entfernt! Wie vieler Nachlässigkeit und Trägheit im Guten, wie vieler 59* 931 Abendgebete. Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Habe ich wohl den vergangenen Tag in aller Absicht so zugebracht, wie es einem vernünftigen Geschöpfe, einem Christen, einem Erben der zukünftigen Herrlichkeit anständig ist? Habe ich in deiner Furcht gewandelt, und die Empfindung deiner Gegenwart sorgfältig in meiner Seele unterhalten? Habe ich mir das Beispiel meines Herrn und Heilandes zum Muster der Nachahmung vorgesetzt, und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Junger und Nachfolger des demüthigen, des sanftmuthigen, des wohlthätigen und himmlisch gesinnten Jesu sey? Habe ich jeden Anlaß, mich selbst zu bessern und Andern nüßlich zu werden, begierig ergriffen, allen Reizungen zum Stolze, zur Eitelkeit, zum Zorn, zur Unzufriedenheit, zur Wollust widerstanden, und mich recht sorgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu sündigen? Habe ich meine Zeit, meine Kräfte, meine Güter so wohl angewandt, als ich es hátte thun sollen und thun können? Habe ich meine Pflichten gegen dich, gegen meinen Nächsten und gegen mich selbst mit der Willigkeit, mit dem Eifer, mit der Treue erfüllt, wie es deine Wohlthaten und meine Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich in einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben und mich einer feligen Ewigkeit getrösten konnte, wenn es dir ge * ea 932 Abendgebete. 933 fallen sollte, meinem irdischen Leben in dieser Nacht ein Ende zu machen? o Gott, wie beschämet, wie erniedrigt mich diese Prüfung! Herr, wer kann merken, wie oft er fehle! Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht in's Gericht mit mir, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht! Ich bekenne dir meine Sünden und Uebertretungen. Ich bereue sie von ganzem Herzen; ich entschließe mich, in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reinigen, und meine Heiligung zu vollenden. Stárke mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorsage. Stehe mir in der Ausführung desselben mächtig bei. Gieb, daß ich alles, was dir zuwider ist, hasse, und als das größte Uebel meide und fliche. Gieb, daß ich alles, was dein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag heiliger seyn, als den heutigen. Laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen, und immer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden. Hege ich Haß und Neid gegen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir seyn, bis ich ihm verzeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche, und ihm solches wirklich zu erzeigen geneigt bin. Laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben und dereinst vor deinem Richterstuhle zu erscheinen wünsche. Dein mächtiger Schuß bedecke mich und auch die 934 Abendgebete. Meinigen in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne und keine Plage sich zu unserer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibes- und Seelenkräften wieder auf wachen, und gieb, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Troste, barmherziger Gott, tröste meine elenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Arten des Elends der süßen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Anbruch des Tages warten. Stárke die Sterbenden und laß sie Gnade vor dir finden. Hindere die Werke der Finsterniß; erbarme dich der Sünder und bekehre sie. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Leib und meine Seele, mein Leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst an deiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um dieses alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Seligmachers. Amen. Barmherziger, gnädiger Gott, unter deinem gnádigen Schuhe habe ich abermals einen Tag zurückgelegt. Ich danke dir dafür, und preise deinen heiligen Namen für alle andere unzählige Wohl thaten, die mir deine große Güte und Barmherzig Das Gebet des Herrn, umschrieben. 935 keit von meiner Jugend an bis auf diese Stunde bei aller meiner Undankbarkeit so mildiglich hat zufließen lassen. Stelle, o Gott, meine heutigen mir bewußten Uebertretungen nicht im Zorn vor dich, noch meine unerkannten Sünden in's Licht vor deinem Angesichte, sondern wirf sie hinter dich zurück, und sey mir um Christi willen gnädig. Laß deine Güte auch in dieser Nacht über mir walten; und wenn meine Augen geschlossen sind, so wache du über mir, du Wächter Israels. Nimm mich, die Meinigen und alles, was wir haben, in deinen allmächtigen Schuß. Wende alles Unglück von uns ab, und schenke uns eine süße, erquickende Ruhe, die uns auf den morgenden Tag zu deinem Dienste und zu unseren Berufsgeschäften wiederum geschickt mache, bis wir dereinst würdig erfunden werden, an dem Ende unserer Prüfungstage in die selige Ruhe einzugehen, die du deinen Kindern bereitet hast. Erhöre mich um Jesu Christi, deines geliebten Sohnes willen. Amen. Das Gebet des Herrn, umschrieben. Unser Bater, der du bist im Himmel, Herr der ganzen Welt, dessen Thron der Himmel ist, welche Ehre und Gnade ist es für uns, daß wir, die wir von Natur Kinder des Zornes sind, dich mit Zuversicht und Vertrauen unsern Vater 936 Das Gebet des Herrn, umschrieben. nennen, und insgesammt unsere Herzen und Hande zu dir aufheben dürfen! Großer Gott und versöhnter Vater in Christo, was können deine so hoch begnadigten Kinder mehr wünschen und bitten, als daß dein Name geheiliget werde? Nur du bist allein groß, herrlich, heilig, und würdig, von allen erkannt, geehrt und gepriesen zu werden. O laß deinen Namen, deine Tugenden und Vollkommenheiten immer bekannter und herrlicher auf dem ganzen Erdboden werden, so daß vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang Jedermann dich recht erkenne, über alles ehre, fürchte, liebe, und mit Gedanken, Worten und Werken preise. Und damit dein Name je långer, je herrlicher werde, so komme dein Reich, so laß das Reich, das du durch deinen Sohn auf Erden auf gerichtet hast, sich immer mehr ausbreiten, daß alle Welt sich dir unterwerfe und dir diene! Regiere und Herrsche du in uns durch dein Wort und durch deinen Geist. Zerstöre das Reich des Satans, und erweitere die Grenzen deines Reiches durch Erleuchtung derjenigen, die noch in Finsterniß leben, und durch Bekehrung so vieler, die noch auf den Irrwegen des Lasters und des Unglaubens wandeln. Nur dein Wille geschehe auf Erden, wie im Himmel, nicht unser verkehrter Wille, sondern dein guter und vollkommener Wille geschehe, so daß wir sowohl in guten als in bösen Tagen deine Das Gebet des Herrn, umschrieben. 937 Befehle ohne Ausnahme, beständig willig und freudig ausüben, gleich wie sie von den Engeln und. vollendeten Gerechten im Himmel vollzogen werden. Gieb uns auch heute unser täglich Brot, so viel wir zu unserer Nahrung und Kleidung bedürfen. Wir verlangen nicht Ueberfluß, sondern was wir zu unserer Erhaltung nöthig haben. Wir bitten dich nur um ein gottseliges, demüthiges, dankbares und vergnügtes Herz, daß wir täglich unsere Abhängigkeit von dir erkennen, täglich unser Vertrauen auf dich sehen, und uns arbeitſam und treu in unserm Berufe beweisen. Vor allen Dingen aber bitten wir dich, ach Gott! vergieb uns unsre Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Erlaß uns alle unsere Schulden, die wir so sehr gehäuft haben, und versichere uns der Vergebung unserer Sünden in dem Blute Christi. Wirke du selbst in uns eine göttliche Traurigkeit, Reue und Leid über unsere Sünden, daß wir sie hassen und verabscheuen. Gieb uns auch ein versöhnliches Herz gegen die, so uns beleidiget haben, damit t wir ihnen so gerne, willig und herzlich ver= geben, als du uns vergiebst. Denn wenn wir nicht vergeben, so wirst du uns auch nicht vergeben. Und da wir wohl wissen, wie leicht wir in Sünde fallen, und wie stark und listig unsere Feinde, der Satan, die Welt und unser Fleisch sind, um uns zu stürzen, so führe uns nicht in Versuchung, YU 938 Vor dem Genusse des heil. Abendmahls. so laß uns nicht in gefährliche Versuchung zur Sünde gerathen, oder wenn es dir gefallen sollte, uns auf die Probe zu stellen, daß wir von unsern Feinden versucht werden, so stehe uns bei, so stárke und erlöse uns von allem Bösen, damit wir nicht zu Schanden werden. Denn dein ist das Reich, du bist König und Herr über die ganze Welt; alles steht unter deiner Regierung, und muß dir unterthan seyn. Dein ist die Kraft, du bist allein mächtig, und kannst unendlich mehr thun, als wir bitten und verstehen. Dein ist die Herrlichkeit in Ewigkeit. Ewig gebühret dir Ehre, Ruhm und Preis, und wir wollen dich ewig preisen und verherrlichen. Amen. Ja, das ist unser sehnlicher Wunsch und Begierde. Erhöre unser Gebet, das uns dein lieber Sohn selbst gelehret hat. Wir bitten dich in seinem Namen, und haben das Vertrauen, daß du unser Gebet gewiß erhören werdest. Amen. Vor dem Genusse des heiligen SUE'S Abendmahls. Herr, Herr, Gott, barmherzig, gnädig, geduldig, von großer Güte und Treue, der du Gnade beweisest, und vergiebst Missethat, Uebertretung und Sünde, dich bete ich als den einigen wahren und Vor dem Genusse des heil. Abendmahls. 939 lebendigen Gott, als den Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes, demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außerordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als váterlichen Liebe gegeben hast. Du hast ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt gesandt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu unserer wahren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Unwirdigen hast du zur Erkenntniß dieses großen Heils gebracht. Auch mir bietest du auf die billigsten Bedingungen Vergebung der Sünde, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allen in dem heiligen Abendmahle die feierlichsten Zeichen und Versicherungen mittheilen, wenn ich, mit wahrer Bußfertigkeit, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Vorsabe, ein heiliges Leben zu führen, zu dir nahe. O Gott, wie wollte ich entfliehen, und dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, und durch diese Beweise deiner Gúte mich nicht zur Buße und Dankbarkeit leiten ließe? Nein, ferne sey es von mir, mich eines solchen Verbrechens 940 Vor dem Genusse des heil. Abendmahls. schuldig zu machen! Ich empfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewundere die Größe deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Ich wünsche sehnlich, an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und selig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, auf welche du mir dieſe unschäßbaren Vortheile anbietest, zu erfüllen. O Gott, verzeihe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtungen so oft zuwider gehandelt, daß ich mich nicht dankbarer und gehorsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Meine Sünden haben mich von dir entfernet. Aber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz sagt mir von deinetwegen: ihr sollt mein Untlik suchen. Ich suche es, no Herr! verbirg dasselbe nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote sey mein ganzes übriges Leben gewidmet. Ich entsage in deiner Gegenwart allen Sünden, und dein heiliger Wille soll von nun an die einzige Richtschnur meines Verhaltens seyn. Ach, schenke mir selber Kraft und Stärke, mein Gelübde zu erfüllen. Laß die Betrachtung deiner unendlichen Liebe, laß den Ge nuß der Zeichen und Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn empfangen werde, laß die Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die du vorhältst, so gesegnete Eindrücke auf mich machen, mir Vor dem Genusse des heil. Abendmahls. 941 daß ich alle Versuchungen zum Bösen mit neuem Muthe bestreite, alle Pflichten meines himmlischen Berufs mit neuer Sorgfalt erfülle, und dir bis in den Tod getreu verbleibe. Amen. dalj tomis is simbio Heiland der Welt, Herr Jesu Christ, du haft ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden setztest du das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diesen feierlichen Gebrauch gemeinschaftlich mit deinen Nachfolgern zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittler zwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und mich zu deinen Erlöseten und Freunden zählen darf! O wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade seyn? Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie erschrecklich der Anblick des Todes und des Grabes seyn, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn 942 Vor dem Genusse des heil. Abendmahls. du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben, und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben háttest. Ja, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquicket, alle Hoffnung, die mich belebet, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächtniß seyn! Würde ich nicht der undankbarste und niederträchtigste unter allen Sterblichen seyn, wenn ich dein vergaße, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedachte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Begierde und Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen, und es Jedermann zu sagen, daß ich es für mein Glück und für meinen Ruhm halte, der Deinige zu seyn. Ich komme als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit Bußfertigkeit und Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum aufzuopfern, und den heiligen Vorsaß zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs Nach dem Genusse des heil. Abendmahls. 943 neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie zu verpflichten. O Herr, laß mein Vorhaben gesegnet seyn. Erlaube nicht, daß ich mich blos mit den Lippen dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sey.Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestárket, und ich auf das Kraftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thun werde, mit unverbrüchlicher Treue zu halten. Amen. Be In Aud Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergiebt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden, und vergilt uns nicht nach unseren Missethaten. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarmet sich der 944 Nach dem Genusse des heil. Abendmahls. Herr über die, so ihn fürchten. Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist. Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missethat nicht zurechnet, in dessen Geist kein Falsch ist! Ich sprach: ich will dem Herrn meine Uebertretungen bekennen; da vergabst du mir die Missethat meiner Seele. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist? Du hast deines Sohnes nicht verschonet um unsertwillen, du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben: wie? solltest du uns mit ihm nicht alles schenken? Ja, gelobet sey Gott, und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit den kostbarsten geistlichen und himmlischen Gütern durch Christum! In ihm, dem Geliebten i sind wir dem Höchsten angenehm geworden. In ihm dürfen en wir Gott unsern Vater, und uns seine Kinder nennen. An ihm haben wir einen vollkommenen Seligmacher, der immerdar lebet und für uns bittet. Durch seine Auferstehung von den Todten haben wir die gewisse Hoffnung eines unverwelklichen Erbes, das behalten wird im Himmel. O Gott, womit soll ich dir alle das Gute vergelten, das du an mir gethan hast? Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und deine Gnade rühmen immer und ewiglich. Dir will ich Dank opfern, und mein Gelübde bezahlen, vor allem Volke.Amenis Nach dem Genusse des heil. Abendmahls. 945 Großer Erlöser, meine Seele erhebet dich, den Sim Herrn, und mein Geist freuet sich in dir, meinem Heilande. Du bist würdig, zu nehmen Kraft und Reichthum, Weisheit und Stärke, und Ehre, und Preis und Lob. Denn du bist auch für mich erwürget worden, du hast mich mit deinem Blut erkauft. Durch dich habe ich Frieden mit Gott, und einen freien Zugang zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erlöset, und darf mich der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Ich will dich ewig lieben, denn du hast mich bis in den Tod geliebet: Du hast deinen Leib für mich gegeben. Du hast dein Blut für mich vergossen zur Vergebung der Sünden. Du bist für mich gestorben. Du hast dich selbst für mich geopfert. Ich will ganz der Deinige seyn. Dir will ich leben. Dir will ich sterben. Dir sey mein Leib und meine Seele, dir sey mein ganzes Leben heilig: Dich zu kennen, dich zu lieben, dir zu gehorchen, deinem Beispiele zu folgen, deinen Namen unter den Menschen zu verkündigen, dein Reich hier auf Erden zu erweitern, und mich zu deiner näheren Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen, dies soll meine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und beständiges Geschäfte, meine ganze Seligkeit seyn! Amen. 60 946 Nach dem Genusse des heil. Abendmahls. NOS ESLATY So habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen Vaters und unendlichen Wohlthäters, gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein Jünger und Nachfolger meines hochgelobten Erlösers zu leben, und ihn mit meinem Geiste und mit meinem Leibe zu preisen, die beide sein Eigenthum sind. Wie heilig sind diese Verpflichtungen! Wie undankbar, wie unglücklich würde ich nicht seyn, wenn ich diese Zusagen vergäße, und diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Verantwortung, welch ein Gericht, wenn ich nun noch der Sünde diente, wenn ich nicht alle Fehler, alle böse Gewohnheiten, die ich an mir habe, ernstlich bestritte, wenn ich eben so träge und nachlässig im Guten wäre, als ich es ehemals gewesen bin! So würde ich mich ja aller Vorrechte und Seligkeiten, die ich als ein Christ besite, verlustig, und meine Verdammniß um so viel schwerer machen. Ach Gott! erlaube nicht, daß ich so undankbar gegen dich, und so feindselig gegen mich selbst hanSey du in meiner Schwachheit mächtig. Befestige meine guten Entschließungen, und verleihe mir Gnade, an der Ausführung derselben unverzüglich und unverrückt zu arbeiten. Erhalte du selbst mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schenke mir ein neues Maas deines Geistes und führe mich durch denselben auf dele. Gebet eines Kranken. 947 ebene Bahn. Gieb, daß ich mich von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes reinige, und meine Heiligung in deiner Furcht vollende. Bewahre mich vor Versuchungen, stärke mich, wenn ich darein gerathe, und laß mich das Kleinod, zu welchem du mich durch Christum berufen hast, niemals aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kámpfen, den Glauben behalten, und meinen Lauf glücklich vollenden. So werde ich dereinst die Krone der Gerechtigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir Lob und Ehre bringen in Ewigkeit. Amen. indfort di and 89 mid rod om bid tonijsg aded 2 lid monism Jun Sonne ansd plentonit non mis Gebet eines Kranken. fiduc 13198( D1M 3901 & S mein Gott, du Quelle des Trostes und der Gnade, ich demüthige mich vor dir, um deinen Beistand in meinen großen und heftigen Schmerzen sehnlich zu suchen. Höchster Richter, deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drücket mich. Mein Leib ist schwach, meine Seele voll Leiden. Schon haben mich des Todes und Grabes Bande umfangen. Zu wem kann ich mich wenden, der ich so elend und voll Jammer auf diesem Krankenbette darnieder liege? Es ist nichts mit allen Geschöpfen. Diese können nicht rathen und nicht helfen. Nur du allein, mein Gott, kannst die Krank60* 948 Gebet eines Kranken. heit heilen, welche mir Seufzer auspresset. Zu dir allein wende ich mich. Erhöre mich, mein Gott, und schweige nicht zu meinen Thränen. st Herr, ich bekenne es, daß ich nichts anders leide, als was ich verdiene. Wolltest du mich so strafen, als ich wegen meiner Sünden es werth bin, so würden alle Wellen deines Zornes über mir zusammenschlagen, und ich mußte gleich jenen abtrünnigen Geistern zur Verdammniß verstoßen werden, weil ich ihnen auf dem Wege des Verderbens so unglück licher Weise nachgefolget bin. Herr, ich empfinde es, daß ich strafbar bin, du aber unendlich gerecht bist. Ich habe gesündigt wider dich und vor dir. Meiner Sünden sind mehr, denn Haare auf meinem Haupte. Ach, ch, ich Unglückseliger! Uch, daß ich dich zum Zorn wider mich gereizet habe! Du bist die Liebe selbst. Du hast mit so vieler Gnade mich überhäuft, und nicht aufgehöret, mir Gutes zu thun. Wie konnte ich doch so undankbar seyn, daß ich mich wider dich, meinen großmüthigsten Wohlthäter, erhob! Wie konnte ich so frech, so treulos seyn, daß ich mich gegen meinen Vater und König emporte! Gott, ich erschrecke, wenn ich bedenke, daß es meine Sünden sind, die dich gegen mich reizen, daß ich mein Leben damit beflecket habe, und durch sie mich nun an den Rand des Abgrunds geführet sehe, wenn anders deine Barmherzigkeit nicht noch ins Mittel tritt, und den Arm Gebet eines Kranken. deiner Gerechtigkeit aufhält. O erbarmungsvoller Gott, höre die Stimme des Blutes, welches mein theuerster Erlöser für bußfertige Sünder vergossen hat. Laß es mich lebhaft bereuen, daß ich dich beleidiget habe. Gieb mir Kraft, daß ich allen dir mißfälligen Neigungen widerstehe, und mich gänzlich deinem heiligen Willen unterwerfe. Ja, mein Gott, ich küsse die Ruthe, welche mich schlägt. Ich lege meine Hand auf den Mund, und will gar nicht murren. Ich preise deine Barmherzigkeit mitten in deinen Züchtigungen. Gieb mir Geduld in meiner schweren Krankheit. Laß mich einen sanften Sinn und Freundlichkeit gegen alle die, so um mich herum sind, beweisen, und alle Sorgfalt, so man an mir beweiset, mit Dank erkennen. Laß die Mittel der Genesung, so ich anwende, gesegnet seyn, denn ohne deinen Segen arbeitet doch der Arzt vergeblich, und alle Mittel sind umsonst. Von dir, o Gott, erwarte ich alles. Mache es mit mir, wie es deinem heiligen Willen gemäß ist. Nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Verlaß mich nur nicht. Unterstüße mich durch deine Gnade, an der ich genug habe. Deine Kraft sey mächtig in mir Schwachen! Gefällt es dir, mein Gebet zu erhören, und meine Gesundheit wieder herzustellen; willst du, daß ich noch im Lande der Lebendigen bleiben soll; so gieb mir, Herr, daß ich ein neues Leben führen und zeigen möge, daß 949 950 Gebet eines Kranken. ich in der Schule deiner Züchtigungen gelernt habe, wachsamer über alles mein Thun und Lassen zu seyn, und mich von aller Unreinigkeit der Welt zu entfernen. Hast du aber beschlossen, den Lauf meines Lebens durch diese Krankheit zu endigen, und mich vor deinen Richterstuhl zu fordern: so sebe mein Herz in eine solche Verfassung, darinnen wir, wie allezeit, also vornehmlich zu der Zeit, uns billig befinden müssen, wenn du uns von hier abrufest. Reiße mein Herz ganz los von der Erde, und laß meine Sehnsucht nur nach den Gütern der Ewigkeit gerichtet seyn.( Denn was hat die Welt, das mich an sie fesseln sollte? Es ist wahr, die, an welche mich so starke Bande knüpfen, gehen mit nahe. Doch auch deinem Sohne lagen die Seinigen bei seinem herannahenden Abschiede am Herzen. Er liebte sie allezeit, er liebte sie bis ans Ende. Da er jetzt seinen Geist in deine Hände befehlen wollte, so sorgte er noch liebreich für seine Mutter. Soll ich die Meinigen verlassen, so verlasse du sie nicht. Ich werde mich dann nicht, wie bisher, ihrer ferner annehmen. Aber du lebest immer und ewiglich. Sey du ferner ihr Bater, ihr Berather, ihr Beschüßer und Helfer. Laß sie bei meinem Hingange nicht weinen als solche, die keine Hoffnung haben, sondern dadurch besonders erweckt werden, so lange sie hier noch streiten müssen, sich täglich zu ihrer Veränderung zu bereiten. Bringe Danksagung und Bitte 2c. 951 du mich indessen selbst immer mehr in die heilige Fassung, daß du mir ungleich lieber bist, als alles, was ich auf Erden lieb habe). Versiegele mich auf den Tag der Erlösung. Gieb neue Stärke meinem Glauben, meiner Liebe und Hoffnung, daß ich diese Welt ohne Kummer verlassen, und mit Freuden aus derselben gehen möge. Nun, mein Gott, ich erwarte in tiefster Demuth deine Befehle. Rede, Herr, denn dein Knecht höret, und ist bereit, deiner Stimme zu folgen. Erhöre mich, ich rufe zu dir aus der Tiefe, und um Christi Jesu, meines Heilandes willen. Amen. idiong Danksagung und Bitte nach der Genefung von einer Krankheit. Großer Gott, höchster Gebieter und Herr über unser Leben, der du allein in das Grab und auch wieder heraus führest, ich werfe mich in tiefster Demuth vor dir nieder und danke dir von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurückrufest. Ach ja, Herr! schon schien es, daß ich ein Opfer des Todes seyn sollte. Ich rief zu dir: ewiger Gott, erlöse mich um deiner großen Barmherzigkeit willen, denn im Tode gedenket man dein nicht, und wer will dir im Grabe danken? Du hast meine 952 Danksagung und Bitte. Klagen erhöret, und meine Thränen angesehen. Du bist von Mitleiden gegen mich gerühret worden, und hast mir die Gesundheit und das Leben wiedergegeben. O, daß ich deine Liebe und deinen Beistand nach Würde genug erheben könnte! Sch erkenne es vor Jedermann, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit, beste Sorgfalt und Bemühung der Menschen ist ohne dich vergeblich. Was habe ich dir nicht, o mein Gott, mitten in meiner Krankheit und in meinen lengsten versprochen! Und was mußte ich dir nicht versprechen? Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfallen kann; ich that das Gelübde, daß ich die bösen Begierden meines Herzens ausrotten wollte, welche dich gegen mich erzurnten; ich versprach dir, bis in den Tod treu zu bleiben. Gieb dann doch nicht zu, daß ich so heiliger und billiger Zusagen jemals vergesse, sondern sie vielmehr tief in mein Herz grabe, alle Tage meines Lebens daran ge denke, und alle meine Kräfte anwende, um sie nach aller ihrer Größe zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß meine Seele leben, daß sie dich lobe. Ziehe du nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in die Welt treten läsfest, denn diese ist ein ungestümes Meer und voll Klippen, daß viele darauf Schiffbruch leiden. Du allein kannst nach der Genesung von einer Krankheit. 953 mich erretten. Gieb mir das nöthige Licht, gieb mir Standhaftigkeit und Muth, damit ich allen Versuchungen widerstehen, und alle Lockungen und Drohungen einer verführerischen Welt großmüthig verachten möge. Sey du mir zur Rechten, damit ich niemals wanke. Deine Hand erhalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist reinige mich! Der Glaube sey mir anstatt des Schildes, und dein Wort anstatt eines zweischneidigen Schwertes, um allen Anläufen der Feinde zu widerstehen, wider die ich werde zu streiten haben. Gott, so Mancher ist nach erlangter Gesundheit in das Verderben der Welt zurückgefallen, und hat seine vorige Lebensart wieder angefangen; und ich habe dir auch bei anderen Gelegenheiten so große Verheißungen gethan, aber sie nicht erfüllet. Es überfällt mich deswegen ein Zittern. Ich bin ganz beschämt. Ich bitte dich, laß mich nicht von neuem untreu werden. Es erschalle doch ohne Aufhören die Ermahnung in meine Ohren: Siehe zu, du bist gesund geworden, sündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht etwas Nergeres widerfahre! Ich weiß es, daß, obgleich du mir jetzt mein Leben und die Gesundheit wieder schenkest, ich doch einstens aus dieser Welt weggehen muß; ich weiß es, daß diese Lebensfrist mir nur zur Vorbereitung auf meinen Ausgang dienet; ich weiß es, daß diese neuen Tage mich recht lehren sollen, wie bald diese Welt, die 954 tisd Danksagung und Bitte 2. ein Schauplaß ist, ihre Gestalt verändere; ich weiß es, daß der Himmel nur unser wahres Vaterland ist, und unsere Herzen und Begierden dahin gerichtet seyn müssen, weil da unser Erbtheil aufbewahret lieget. Ach! so laß mich dann dergestalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vortheilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir immer ist, doch die Gesundheit der Seele mir noch weit wichtiger und angelegentlicher sey. Erbarme dich auch, o mein Gott, aller armen Kranken. Höre ihre Bitten, stehe ihnen bei und gewähre ihnen alles dasjenige, was deine anbetungswürdige Weisheit für sie am ersprieslichsten findet. Unterstüße und stärke alle, die du mit mir von ihren Krankenlagern aufstehen lässfest, daß sie die Sonne mit Freuden erblicken. Gieb einem jeden unter uns, daß wir weder deine Wohlthaten, noch auch unsere Versprechungen jemals vergessen. Erhöre mich, Vater im Himmel, ich rufe dich mit innigster Inbrunst um Jesu Christi, meines liebsten Heilands willen an. Amen. notism Jun go_1919tt છોકોલ 489 હો blamic popatg god Sidspid diad sio lol hundel ber hin 955 Bind ammonirdilot stadis dau Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Allmächtiger, gnädiger und barmherziger Gott und Vater, du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest uns Erhörung, daß wir dich preisen; darum erscheinen wir auch jetzt vor deinem heiligen Angesichte, und bitten dich für diese kranke Person, die nicht mehr mit uns, wohl aber mit dir, dem einigen Herzenskündiger, durch das Seufzen und Flehen deines und ihres Geistes reden kann. Ach, gieb ihr Gnade, daß sie in dieser Schwachheit ihr Herz zu dir erhebe und seufze: Ach, Herr Jesu, erbarme dich mein, komm doch bald und hilf mir; und erhöre alsdann das Flehen ihres Herzens und errette sie. Dir, o allerliebster Vater, wollen auch wir ihre Noth vortragen, und bitten dich herzlich und kindlich, siehe sie doch in Gnaden an, stårke sie im Kampf und Streit wider den Tod, ihren lebten Feind; sey nicht ferne von ihr, denn die Angst ist groß. Es ist hier kein Helfer, denn du allein. Reinige sie, o Gott, durch das Blut deines Sohnes von allen ihren Sünden, versiegele durch deinen heiligen Geist in ihrem Herzen die Gewißheit der Seligkeit. Sprich zu ihrer Seele: mein Sohn( meine Tochter) sey getrost, dir sind deine Sünden vergeben. Stärke 956 Gebet der Umstehenden und erhalte sie in heiliger Vollbringung deines Willens, damit sie dir getreu bleibe bis in den Tod. Tröste sie in der großen Angst mit der Angst, Traurigkeit und den Schmerzen, die dein liebster Sohn in seinem schwersten Streite empfunden und ausgestanden hat. Lindere, verkürze und vermindere die Furcht und die Schmerzen des Todes, und gieb ihr alles, was sie zu ihrer Glückseligkeit vonnöthen hat, und wir für sie bitten und begehren können. Heilige ihren kalten Todesschweiß durch den blutigen Schweiß, welcher von dem Leibe Jesu, deines Sohnes, in seiner großen Anfechtung und Angst, in seinem Zittern und Zagen auf die Erde geflossen ist, und erquicke sie mit der Hoffnung der ewigen Seligkeit, und der fröhlichen Auferstehung ihres Leibes. O Herr, es ist nunmehr Abend bei ihr worden, und der Tag ihres Lebens hat sich geneiget, bleibe bei ihr, und streite gegen alle ihre Feinde. Ihr Fleisch ist schwach. Ach, stärke in Gnaden ihren Geist. Mache sie willig und freudig zu streiten, und laß deine Kraft in ihrer Schwachheit machtig seyn. O liebster Heiland Jesu! du hast verheißen, wenn du werdest erhöhet seyn, so wollest du uns alle zu dir ziehen; nun bist du nicht nur am Kreuz erhöhet worden, und hast daselbst alle unsere Missethat versöhnet, sondern du bist auch nach deiner Auferstehung über alle Himmel erhoben worden, für einen Sterbenden. damit du vor dem Angesichte deines himmlischen Vaters für uns erscheinest. So ziehe denn diese Schwache durch die kraftige Wirkung deines Geistes zu dir, daß sie dir nachlaufe; ziehe ihre Seele aus dem bald einfallenden Kerker ihres Leibes, darinnen sie gefangen ist, daß sie bald mit Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zu der Ruhe, aus der Finsterniß in das Licht, aus allem Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem Tode in das Leben fahre. Wenn ihre Augen finster worden sind, so erhalte in ihrem Herzen das Licht des seligmachenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen und in dir sich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr hören, so erquicke und tröste sie durch das innerliche Zusprechen des heiligen Geistes. Wenn ihr die Rede entfällt, so sey, Herr Jesu, ihre Fürsprache bei deinem und ihrem Bater, und laß auch deinen Geist für sie mit unaussprechlichem Seufzen bitten. 957 O heiligster Seligmacher, wirke in ihr bei ihrem Abschiede gute und heilige Gedanken, und laß deine heiligen Engel sich um sie her lagern, und ihre Seele in das himmlische Paradies, und in den Schooß ihres Erlösers führen. Uns aber, o Herr, gieb die Gnade, daß wir uns oft unserer Sterblichkeit erinnern, aller Sünden bei Zeiten absterben, und durch rechtschaffene Gebet der Umstehenden 2c. Bekehrung und wahren lebendigen Glauben uns zu einem seligen Abschied vorbereiten. Nimm dich unserer in Gnaden an, wenn die Stunde unseres Todes vorhanden ist, und nimm uns zu dir in die ewige Freude und Herrlichkeit. Erhöre uns, o lieber Vater, um Jesu Christi willen, in dessen Namen wir dich also anrufen: Unser Vater 2. 40 41- 6 39 undh sid nimmmmllo dun 958 sudo meds and mi de mind stindis of diff sul vid ni ónu nuečjno( bid sl mjjoldina mode sodi ma dm shimpus of sad sdsmetin si dr sind bad chaque soilánni offins de sidst m du manisd isd scharging sidi છે, ગ છે શ tonn motlid mus dustamgils] 85d 10b12 8nd mod Logom novim di onindot on minos piliad spol in sip Soldan said 60 sudi dnu and ni om 01 10009 ajor and son sid doigas 0 0 Smil smi solla omnis tiskbildrat soffocbjicer and Gasfide notis Evangelien und Episteln. Evangelium am 1. Sonntage des Advents, Matth. 21, V. 1 10. : Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Selberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch lieget, und bald werdet ihr eine Eselin finden, angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer, so bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte: und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohne David! gelobet sey, der da kömmt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Bod Epistel, Römer 13, 2. 11= 14. Lieben Brüder: weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom 1 Um 2. Sonntage des Advents. Schlafe ,. sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wirs glaubten; die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei kommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. 2 U Evangel. am 2. Sonnt. des Udvents, Luc. 21, V. 25-34. Und es werden Zeichen geschehen an der Sonne und dem Mond und den Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange seyn, und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden, dann auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfähet zu geschehen, so sehet auf und hebet eure Häupter auf, darum daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch; dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Um 3. Sonntage des Advents. Epistel, Römer 15, 3. 4. 14. Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seyd untereinander nach Jesu Christo, auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch untereinander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sey ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit Willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung den Vätern geschehen, daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk. Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und abermal spricht Esaias: Es wird seyn die Wurzel Jesse, und der auferstehen. wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraftdes heiligen Geistes. Evangelium am 3. Sonntage des Advents, Matth. 11, V. 2 11. 3 Da aber Johannes im Gefängniß die Werke Christi hörete, sandte er seiner Jünger zween und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, 1* 4 Am 3. Sonntage des Advents. oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret: Die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussäßigen werden rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium geprediget, und selig ist, der sich nicht an mir árgert. Da sie hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was seyd ihr hinausgegangen in die Wüsten zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seyd ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seyd ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistel, 1. Cor. 4, V. 1 6. = Dafür halte uns jedermann, nämlich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ists ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewust, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der Herr ists aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch Am 4. Sonntage des Advents. wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. 5 Evangel. am 4. Sonnt. des Advents, Joh. 1, V. 19-28. Und dies ist das Zeugniß Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten, wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn, daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben? Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüsten; richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara jenseits des Jordans, da Johannes taufete. Epistel, Phil. 4, V. 4= 7. Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: freuet euch! Eure Lindigkeit lasset fund 6 Am heiligen Chrifttage. seyn allen Menschen. Der Herr ist nahe! Sorget nicht: sondern in allen Dingen lasset eure Bitte in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. 110 Evangelium am heiligen Christtage, Lucas 2, V. 1- 14. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschahet würde. Und diese Schahung war die allererste, und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schäßen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiláa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt David, die da heißet Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebåren sollte, und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel traten zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland Am 2. heiligen Christtage. geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt David. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind'in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott und sprachen: Ehre sey Gott in der Höhe und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. is an dinlious Epistel, Tit. 2, V. 11. 14. Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi. Der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig ware zu guten Werken. Town origiosp Evangelium am 2. heil. Christtag, Lucas 2, V. 15-20. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasset uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kund gethan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegend. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war und alle, vor die es kam, wunderten 8 Am 2. heiligen Christtage. sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegete sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobeten Gott um alles, was sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. dim to m and day mo Epistel, Tit. 3, V. 38. mis m Denn wir waren auch weiland unweise, ungehorsam, irrige, dienend den Lüsten und mancherlei Wollüsten, und wandelten in Bosheit und Neid, und hasseten uns unter einander. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes unsers Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seyen des ewigen Lebens nach der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr. ensapumid? Jnd Evangel. am Sonntage nach Christtag, Luc. 2, V. 33-40. Und sein Vater und Mutter wunderten sich deß, daß von ihm geredet ward, und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwerdt durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken, offenbar werden. Und es war eine Pro Am Sonntage nach Christtag. 9 phetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Geschlechte Aser, die war wohl betaget und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde, und preisete den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten, nach dem Gesetze des Herrn, kehrten sie wieder in Galildam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel, Gal. 4, 2. 1- 7. Ich sage aber: So lange der Erbe ein Kind ist, ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er unter den Vormündern und Pflegern bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Geset gethan, auf daß er die, so unter dem Geset waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seyd, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Christum. Am Neuen Jahrestage. Evangelium am Neuen Jahrestage, Luc. 2, V. 21. Und da acht Tage um waren, da das Kind beschnitten wurde, da ward sein Name genennet Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen war. LA Epistel, Gal. 3, V. 23- 29. 10 Ehe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seyd alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viel euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist kein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib, denn ihr seyd allzumal einer in Christo Jesu. Seyd ihr aber Christi, so seyd ihr ja Abrahams Saamen, und nach der Verheißung Erben. 150 Evangelium am Sonntage nach dem Neuen Jahre, Matth. 2, V. 13= 23. 196 Da sie aber hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fleuch in Egyptenland, und bleib allda, bis ich dir sage. Denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf, und Am Sonntage nach dem Neuen Jahre. 11 nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodis. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sahe, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem tödten, und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens! Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, siehe da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, in Egyptenland. Und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und zeuch hin in das Land Israels; sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodes, fürchtete er sich, dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott, und zog in die Oerter des Galiläischen Landes, und kam und wohnete in der Stadt, die da heißet Nazareth. Auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. 12 Am Sonntage nach dem Neuen Jahre. id di V. Epistel, 1. Petri 4, 3. 12= 19.4 indon Ihr Lieben, lasset euch die Hike, so euch begegnet, nicht befremden( die euch widerfähret, daß ihr versuchet werdet), als widerführe euch etwas Seltsames: Sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig send ihr, wenn ihr geschmähet werdet über den Namen Christi, denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlåstert, bei euch ist er gepreiset. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder, oder Dieb, oder Uebelthäter, oder der in ein fremdes Amt greifet. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht, er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfahe das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns; was wills für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. Evangel. am Sonnt. der Erscheinung Christi( Epiphania), Matth. 2, V. 1= 12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem, im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodis, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind kommen, ihn anzubåten. Um Sonntage der Erscheinung Christi. 13 Da das der König Herodes hörte, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem. Und ließ ver= sammlen alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sey. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und weisete sie gen Bethlehem, und sprach: ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, daß ich auch komme, und es anbåte. 213 sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet, und gingen in das Haus, und fanden das Kind= lein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an. Und thaten ihre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Epistel, Sef. 60, V. 1- 6. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf 14 Um Sonntage der Erscheinung Christi. über dir. Denn siehe, Finsterniß bedecket das Erdreich, und Dunkel die Völker; aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanze, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf und siehe umher, diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Tochter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu. dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Evangelium am 1. Sonntage nach Epiphania, Lucas 2, V. 42= 52. Da Jesus zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußtens nicht. Sie meinten aber, er wäre unter der Gefährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel siten, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete, und sie fragte, und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich seines Verstan• Am 1. Sonntage nach Epiphania. 15 des und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich seyn muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Epistel, Römer 12, V. 1. 6. Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sey, welches sey euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verandert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sey der gute, der wohlgefällige, und der vollkommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von sich halte, denn sichs gebühret zu halten: sondern daß er von sich mäßiglich halte, ein jeglicher, nachdem Gott ausgetheilet hat das Maas des Glaubens. Denn gleicherweise, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also find wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander 16 Am 2. Sonntage nach Epiphania. ist einer des andern Glied. Und haben mancherlei Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. asdad ti d Evangelium am 2. Sonntage nach Epiphania, Joh. 2, V. 1= 11. and th Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana in Galiláa, und die Mutter Jesu war da; Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maas. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister. Und sie brachtens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam( die Diener aber wußtens, die das Wasser geschöpfet hatten), rufet der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringeren: du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galilda, und offenbarete seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. 17 Um 3. Sonntage nach Epiphania. di Epistel, Römer 12, V. 7= 16. Hat jemand Weissagung, so sey sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Umt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Giebt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sey er sorgfältig. Uebt jemand Barmherzigkeit, so thue ers mit Lust. Die Liebe sey nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sey herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seyd nicht tråge, was ihr thun sollt. Seyd brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seyd fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn untereinander: Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangel. am 3. Sonnt. nach Epiphanià, Matth. 8, V. 1-13. Da Jesus aber vom Berge herab ging, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussäßiger kam und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich wills thun; sey gereiniget. Und alsbald ward er von seinem Aussage rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sag es niemand, sondern gehe hin und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, 2 18 Am 3. Sonntage nach Epiphania. die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund; denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, und wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so gehet er, und zum andern: komme her, so kommt er. Und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihen nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht funden. Aber ich sage euch: Viel werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham, Isaac und Jacob im Himmelreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die Finsterniß hinaus, da wird seyn Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubet hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Gn Epistel, Römer 12, 2. 17 21. Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Befleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ists möglich, so viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Friede. Rachet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern H 19 Am 4. Sonntage nach Epiphania. gebet Raum dem Zorn, denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind, hungert, so speise ihn, dürstet ihn, so tránke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammlen. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. 16 Evangel. am 4. Sonnt. nach Epiphania, Matth. 8, V. 23-27. Und Jesus trat in das Schiff und seine Jünger folgten ihm. Und siehe, da erhub sich ein groß Ungestum im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er schlief. Und die Junger traten zu ihm, und weckten ihn auf, und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seyd ihr so furchtsam? Und stand auf und bedräuete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Epistel, Römer 13, 2. 8- 10. Seyd niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Geset erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht tödten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugniß geben; dich soll nichts gelüsten, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. 2* 20 Um 5. Sonntage nach Epiphania. Evangelium am 5. Sonntage nach Epiphania, Matth. 13, V. 24= 30. Er legte ihnen ein ander Gleichniß vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Saamen auf seinen Acker fåete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und såete Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Saamen auf deinen Acker gesået? Woher hat er denn das Unkraut? er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausgáten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrupfet, so ihr das Unkraut ausgåtet. Lasset beides mit einander wachsen, bis zu der Erndte, und um die Erndtezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Búndlein, daß man es verbrenne, aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuern. Epistel, Col. 3, V. 12= 17. So ziehet nun an als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld, und vertraget einer den andern, und vergebet euch untereinander, so jemand Klage hat wider den andern, gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr; über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr Am Sonntage Septuagefimå. 21 auch berufen seyd in einem Leibe, und seyd dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in euren Herzen. Und alles, was ihr thut, mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangel. am Sonnt. Septuagesimå, Matth. 20, V. 1-16. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, fandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markte müssig stehen und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist; und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus und fand andere müssig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müssig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht seyn wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern und gieb ihnen den Lohn, und hebe an, an den Leßten bis zu den Ersten. Da kamen die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Am Sonntage Septuagesimå. Groschen. Da aber die ersten kamen, meineten sie, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murrten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese lehten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen letzten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Lehten die Ersten, und die Ersten die Leßten seyn. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. 22 Epistel, 1. Cor. 9, V. 24 bis Cap. 10, 2. 5. Wisset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges: jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse: Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet; sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Båter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer Am Sonntage Seragesimå. 23 gegangen, und sind alle unter Mosen getauft mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken. Sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mit folgete, welcher Fels war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüsten. ISTRA 1050 Evangelium am Sonntage Seragesimå, Luc. 8, V. 4-15. Da nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus zu såen seinen Saamen, und indem er såete, fiel etliches an den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßens auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf und ersticktens. Und etliches fiel auf ein gut Land und es ging auf und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen: Was dieses Gleichniß ware? Er aber sprach: Euch ists gegeben zu wissen das Geheimniß des Reiches Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Saamen ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Am Sonntage Seragesima. Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel, eine zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. 24 Epistel, 2. Cor. 11, V. 19 bis Kap. 12, V. 9. Denn ihr vertraget gerne die Narren, dieweil ihr klug seyd. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knechten machet, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so euch jemand troßet, so euch jemand in das Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach worden. Worauf nun jemand kühn ist( ich rede in Thorheit), darauf bin ich auch kühn. Sie sind Ebråer, ich auch. Sie sind Israeliten, ich auch. Sie sind Abrahams Saamen, ich auch. Sie sind Diener Christi( ich rede thörlich), ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge er litten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche weniger eins. Ich bin dreimal geståupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe( des Meers). Ich habe oft gereiset, ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, 25 Um Sonntage Sexagesima. in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fáhrlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fáhrlichkeit in der Wüsten, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern, in Müh und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße. Ohne was sich sonst zutråget, nämlich daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, so will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher sey gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damasco der Landpfleger des Königs Areta verwahrete die Stadt der Damascer, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo vor vierzehn Jahren:( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht, Gott weiß es), derselbe ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er ward entzücket in das Paradies, und hörete unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber 26 Am Sonntage Quinquagefimă. will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheiten. Und so ich mich rühmen wollte, tháte ich darum nicht thörlich, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe, dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Evangel. am Sonnt. Quinquagefimå, Luc. 18, V. 31-43. Jesus nahm zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden. Und sie werden ihn geisseln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auf erstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, das er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin ging, forschete er, was das ware? Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er Am Sonntage Quinquagesima. 27 rief und sprach: Jesu, du Sohn David, erbarme dich mein: Die aber vorne an gingen, bedráueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr:. Du Sohn David, erbarme dich mein. Jesus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willst du, das ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sey sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, folgete ihm nach und preisete Gott, und alles Volk, das solches sahe, lobete Gott. duplo died da Epistel, 1. Cor. 13, V. 1 13. C Wenn ich mit Menschen und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein Und tönend Erz, oder eine klingende Schelle. wenn ich weissagen könnte, und wüste alle Geheimnisse und alle Erkenntnisse, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gåbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mirs nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blåhet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das ihre, sie låsset sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit. Sie vertråget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe hört nimmer auf, so doch die Weissagungen Am 1. Sonntage in der Fasten. aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesichte. Jeht erkenne ich's stückweise, dann aber werde ich es erkennen, gleich wie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. 28 Evangelium am 1. Sonntage in der Fasten( Invocavit), Matth. 4, V. 1 11. : Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht von Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden Um 1. Sonntage in der Fasten. 29 dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit. Und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbåtest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben: Du sollst anbåten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. Epistel, 2. Cor. 6, V. 1 10. Wir ermahnen aber euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet, denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Nergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werden, sondern in allen Dingen lasset uns beweisen, als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöthen, in lengsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten; in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geiste, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte, als die Um 2. Sonntage in der Fasten. Verführer, und doch wahrhaftig, als die Unbekannten, und doch bekannt, als die Sterbenden, und siehe, wir leben, als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet. Als die Traurigen, allezeit aber fröhlich, als die Armen, aber die doch viel reich machen, als die nichts inne haben, und doch alles haben. 30 Evangelium am 2. Sonntage in der Fasten( Reminiscere), Matth. 15, V. 21= 28. Und Jesus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend Tyrus und Sidon. Und siehe, ein Canandisch Weib ging aus derselbigen Grenze und schrie ihm nach, und sprach: Ach Herr, du Sohn David, erbarme dich mein; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Israel. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß, dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel, 1. Theffal. 4, V. 1= 7. Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns Um 3. Sonntage in der Fasten. 31 empfangen habt, wie ihr sollet wandeln, und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Luftseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist Racher über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. deu Evangelium am 3. Sonntage in der Fasten( Oculi), Lucas 11, V. 14= 28. Und er trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschahe, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter seyn. So ich aber durch 32 Am 3. Sonntage in der Fasten. Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Pallast bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden; wenn aber ein stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandert er dürre Stätte, suchet Ruhe, und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann er kommt, so findet ers mit Besemen gekehret und geschmücket. Dann gehet er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die árger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volke die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Sa selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. morgona navo Epistel, Ephefer 5, V. 1= 9. So send nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns geliebet hat und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, lasset nicht von euch gesaget werden, wie den Heiligen zustehet: auch schandbare Worte und Um 4. Sonntage in der Fasten. 33 Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer noch Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Gößendiener), Erbe hat an dem Reiche Christi und Gottes. Lasset euch niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um dieser Willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seyd nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seyd ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht aber des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Wahrheit. Evangelium am 4. Sonntage in der Fasten( Låtare), Joh. 6, V. 1= 15. Darnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galilda, und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf und siehet, daß viel Volks zu ihm kömmt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen? ( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte). Philippus antwortete ihm: Zweihundert Pfennige werth Brodes ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gerstenbrode und zween Fische, aber was ist das unter so viele? Jesus 3 34 Am 4. Sonntage in der Fasten. aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Jüngern, die Junger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie und fülleten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gerstenbroden, die überblieben denen, die gespeiset wurden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Phrophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. Epistel, Gal. 4, V. 22- 31. Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freien ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas, denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabia der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Über das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: sey fröhlich Um 5. Sonntage in der Fasten. 35 du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist. Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind Isaaks, nach der Verheißung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was sagt die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Gmi Evangelium am 5. Sonntage in der Fasten( Judica), Joh. 8, V. 46= 59. Jesus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mich nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort; darum höret ihr nicht, denn ihr seyd nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: so Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Cod 3* 36 Um 5. Sonntage in der Fasten. nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben? Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sey euer Gott, und kennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen, ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seyd. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sahe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus. Epistel, Hebr. 9, V. 11 15. Christus aber ist kommen, daß er sey ein Hoher. priester der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden.Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigteit, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel, durch den heiligen Am Palmsonntage. 37 Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium am Palmsonntage, Matth. 21, V. 19. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Selberg, sandte Jesus seiner Junger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer, sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion, siehe dein König kommt zu dir sanftmüthig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider drauf, und setzten ihn drauf. Uber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg. Die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn David! gelobet sey, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Am grünen Donnerstage. Epistel, Phil. 2, V. 5= 11. Ein jeglicher sey gesinnet, wie Jesus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich seyn, sondern äußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle Kniee derer, die im Himmel und auf Erden und unter der Erden sind; und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sey, zur Ehre Gottes des Vaters. 38 Evangelium am grünen Donnerstage, Joh. 13, V. 1-15. Vor dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebete er bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth in das Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hånde gegeben, und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und Um grünen Donnerstage. 39 derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jest nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein: und ihr seyd rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach er: Ihr seyd nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißt mich Meister und Herr; und saget recht daran: denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollet ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Epistel, 1. Cor. 11, V. 23 32. Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brach es, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird, solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigengleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament 40 Um heiligen Ostertage. in meinem Blute; solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brod esset und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brod isset, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brod und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viel Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht sammt der Welt verdammet werden. un 0 Evangelium am heiligen Ostertage, Marc. 16, V. 1-8. Da der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi, und) Salome Specereien, auf daß sie kámen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbater sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thúr? Und sie sahen dahin und wur den gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Kleid an, und sie entsetten sich. Er aber sprach zu ihnen: entsetzet Um heiligen Oster- Montage. 41 euch nicht. Shr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, und ist nicht hie; siehe da die Státte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber ihn, und saget es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galilda; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesaget hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zittern und Entsehen ankommen, und sagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Epistel, 1. Cor. 5, V. 7- 8. Feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seyd, gleichwie ihr ungesäuert seyd. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangel. am heiligen Oster- Montage, Luc. 24, V. 13-35. Und siehe, zween aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechszig Feldweges weit, deß Name heißet Emahus, und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschahe, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwi= schen euch handelt unterweges, und send so traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und 42 Am heiligen Oster- Montage. sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten vor Gott und allem Volk. Wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes, und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, da solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht funden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und tråges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben. Mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellete sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankete, brachs, und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkenneten ihn. Und er Am heiligen Oster- Montage. 43 verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre, an dem, da er das Brod brach. Epistel, Apost. Gesch. 10, V. 34= 41. Petrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum, welcher ist ein Herr über alles. Die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiláa, nach der Taufe, die Johannes predigte. Wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohl gethan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet und an ein Holz gehangen. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht 44 Am 1. Sonntage nach Ostern. allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. Evangel. am 1. Sonntage nach Ostern( Quasimodogeniti), Joh. 20, V. 19= 23. Ho Am Abend aber desselbigen Sabbats, da die Junger versammlet und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sey mit euch! Und als er das sagete, zeigete er seine Hände und seine Seiten. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sey mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Epistel, 1. Joh. 5, V. 4 10. = Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ists, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Um 2. Sonntage nach Ostern. 45 Der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer, denn Gottes Zeugniß ist das, daß er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evangelium am 2. Sonntage nach Ostern( Misericordias Tabu Domini), Joh. 10, V. 12- 16. Ich bin ein guter Hirte: Ein guter Hirte låsset sein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verlässet die Schafe und fleucht, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fleucht, denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören. Und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Epistel, 1. Petri 2, V. 21= 25. Denn dazu seyd ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drauete, 46 Am 3. Sonntage nach Ostern. da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünde selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seyd heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seyd nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. Evangelium am 3. Sonntage nach Ostern( Jubilate), Joh. 16, V. 16= 23. Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen Etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er saget zu uns: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er saget, über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig seyn, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist kommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und Am 4. Sonntage nach Ostern. 47 ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen, und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. mu dun Epistel, 1. Petri 2, V. 11 17. Lieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrimme: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seyd unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sey dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Evangelium am 4. Sonntage nach Ostern( Cantate), Joh. 16, V. 5= 15. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und Niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Traurens worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, 48 Am 4. Sonntage nach Ostern. daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wann derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, um die Gerechtigkeit und um das Gerichte. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich fort nicht sehet. Um das Gerichte, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnets jeßt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern, was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären, denn von dem Meinen wird ers nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wirds von dem Meinen nehmen und euch verkündigen. Epistel, Jac. 1,. 17= 21. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir waren Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sey schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Am 5. Sonntage nach Ostern. 49 Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seele selig machen. Evangelium am 5. Sonntage nach Ostern( Rogate), Joh. 16, V. 23- 30. MODO CHI Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sey. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet, es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen: und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Bater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und kommen in die Welt: wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagest kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißest, und be darfest nicht, daß dich jemand frage, darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Epistel, Jac. 1, V. 22- 27. Send aber Thåter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein 4 50 Am Tage der Himmelfahrt Christi. Tháter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er davon, und vergisset von Stund an, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesetz der Freiheit, und darin beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig seyn in seiner That. So aber sich jemand unter euch låsset dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Witwen in ihrem Trubsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt behalten. misd to mio monism nod spionuts und Evangelium am Tage der Himmelfahrt Christi, idhj in Marci 16, V. 1420.00( bi Zuleht, da die Eilfe zu Tische saßen, offenbarete er sich, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Hårtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinken, wirds ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen Am Tage der Himmelfahrt Christi. 51 geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sitet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkete mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. tham Epistel, Apost. Gesch. 1, V. 1. 11. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von alle dem, das Jesus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln( welche er hatte erwählet), durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich auch nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte, durch mancherlei Erweisung, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( ſprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen kommen waren, fragten ihn, und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen seyn zu Jerusalem, und in ganz Judáa und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er 4* 52 Um 6. Sonntage nach Ostern.x solches gesagt, ward er aufgehoben zusehens, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galilda, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. shda Evangelium am 6. Sonntage nach Ostern( Eraudi), Joh. 15, V. 26, bis Kap. 16, V. 4. Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seyd von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht árgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater, noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel, 1. Petri 4, V. 8- 11. So seyd nun máßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt untereinander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Am heiligen Pfingsttage. 53 Sünden Menge. Seyd gastfrei untereinander, ohne Murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gaben Gottes. So jemand redet, daß ers rede, als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß ers thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde, durch Jesum Christ, welchem sey Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. s Evangel. am heiligen Pfingsttage, Joh. 14, V. 23 31. Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hált mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Über der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wirds euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Háttet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ichs euch gesaget, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen 54 Um heiligen Pfingsttage. wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber, daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. Epistel, Upost. Gesch. 2, V. 1= 13. Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschahe schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, and fingen an zu predigen mit anderen Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden, zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschahe, kam die Menge zusammen, und wurden verstürzt: denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich, und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galilda? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judda, und Cappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphylia, Egypten und an den Enden der Lybien bei Cyrenen, Am Pfingst- Montage. und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Creter und Araber, wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetten sich alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. 55 Evangelium am Pfingst- Montage, Joh. 3, V. 16-21. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gerichte, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsterniß mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Arges thut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. mis Luc Epistel, Apost. Gesch. 10, V. 42= 48.$ 8 Und der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott, ein Richter der Lebendigen und der Todten. 56 Am Sonntage Trinitatis. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Glaubigen aus der Beschneidung, die mit Petro kommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward, denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch preiſeten. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. Den pristone Evangelium am Sonntage Trinitatis, Joh. 3, V. 1-15. Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden der kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sey denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß Jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, ſo kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Am Sonntage nach Erinitatis. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bláset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein Seglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete, und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Epistel, Rom. 11, B. 33- 36. O welch eine Tiefe des Reichthums, beides der Weisheit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbes greiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn, 58 Am 1. Sonntage nach Trinitatis. und in ihm sind alle Dinge. Ihm sey Ehre in Ewigkeit. Amen. and on Evangelium am 1. Sonntage nach Trinitatis, Luc. 16, V. 19 31. : Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sáttigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch), und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sahe Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Bater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das äußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Am 2. Sonntage nach Trinitatis. 59 Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselben hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstunde. # 35d dull Epistel, 1. Joh. 4, V. 16= 21. ne Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts, denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebet. So jemand spricht: ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner, denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er sichet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß er auch seinen Bruder liebe. Evangelium am 2. Sonntage nach Trinitatis, Luc. 14, V. 16= 24. nis Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud viel dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls zu sagen den Am 2. Sonntage nach Trinitatis. Geladenen: Kommet, denn es ist alles bereit. Und fie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinausgehen, und ihn besehen: ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen, ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel, und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr es ist geschehen, was du befohlen hast, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nöthige sie, herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. 60 Epistel, 1. Joh. 3, V. 13 18. Verwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt haffet. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch) 3 Um 3. Sonntage nach Trinitatis. 61 das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zungen, sondern mit der That, und mit der Wahrheit. 97: nun bus beidzums o Evangelium am 3. Sonntage nach Trinitatis, a Luc. 15, V. 1 10. 00309709 Anicka Es naheten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und isset mit ihnen. Er ſagte aber zu ihnen dies Gleichniß, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüsten, und hingehe nach dem verlornen, bis daß ers finde? Und wenn ers funden hat, so leget ers auf seine Achseln mit Freuden. Und wann er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf funden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel seyn über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde. Und wenn sie ihn funden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: 62 Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen funden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude seyn vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. 13022 did Epistel, 1. Petri 5, 2. 6= 11. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorgen werfet auf ihn, denn er forget für euch. Seyd und wachet? denn euer Widerfacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge; dem widerstehet fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit, in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stårken, kräftigen, gründen. Demselben sey Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Alus mind 39#tout enli dibolt dnu monos uş dcbindi du His Evangelium am 4. Sonntage nach Trinitatis :( bus spot 2 Luc. 6, V. 36= 42. Darum seys barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maaß wird man in euren Schoos geben; denn eben mit dem Maaß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Um 4. Sonntage nach Trinitatis. 63 Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle Beide in die Grube fallen? Der Junger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder, wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiche dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. nomic Stubin dan 331 e end Epistel, Römer 8, V. 18- 23. se Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sey, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihrem Willen, sondern um deßwillen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergånglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur schnet sich mit uns, und ángstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung, selal dan in sit dim sind 64 Um 5. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium am 5. Sonntage nach Trinitatis, ali Lucas 5, V. 1 11. C Es begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth, und sahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Nebe; trat er in der Schiffe eins, welches Simonis war, und bat ihn, daß ers ein wenig vom Lande führete. Und er sette sich und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe und werfet eure Neße aus, auf daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Nek auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Neß zerriß. Und fie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kámen und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also daß sie sanken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch, Denn es war ihn ein Schrecken ankommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie miteinander gethan hatten, desselbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Zebedai, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führten die Schiffe zu Lande und verließen alles, und folgeten ihm nach. Am 6. Sonntage nach Erinitatis. Epistel, 1. Petri 3, V. 8- 15. Endlich aber seyd allesammt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seyd, daß ihr den Segen ererbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes! Er suche Frieden, und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so send ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzen. Evangelium am 6. Sonntage nach Trinitatis, Matth. 5, V. 20- 26. 65 Es sey denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig seyn. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Raths schuldig. Wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe 5 66 Am 6. Sonntage nach Trinitatis. auf dem Altar opferst, und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sey willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir, wahrlich du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. 810 3906 300100 Epistel, Römer 6, 2. 3 11. = Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christum getauft sind, die sind in seinen Tod ge= tauft? So sind wir nun mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferweckt von den Todten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzt werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich seyn. Dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn, daß er gestorben ist, Um 7. Sonntage nach Erinitatis. 67 das ist er der Sünde gestorben, zu einem mal, daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seyd, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium am 7. Sonntage nach Trinitatis, Marcus 8, V. 1 9. = Zu der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode und dankete und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankete und hieß dieselben auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und huben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. Epistel, Römer 6, 2. 19= 23, Ich muß menschlich davon reden, um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienste der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der anderen: also 5* 68 Am 8. Sonntage nach Trinitatis. begebet auch nun eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber seyd von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium am 8. Sonntage nach Trinitatis, Matth. 7, V. 15= 23. Sehet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesſen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viel zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweisfaget? Haben wir Am 9. Sonntage nach Trinitatis. 69 nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben, haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. Epistel, Römer 8, 3. 12- 17. So sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, ſondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist giebt Zeugniß unserm Geiste, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. sit Evangelium am 9. Sonntage nach Trinitatis, Lucas 16, V. 1 9. = Er sprach aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtiget, als hátte er ihm seine Güter umbracht, und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter seyn. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein 70 Am 9. Sonntage nach Trinitatis. Herr nimmt das Amt von mir, graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem Ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Oels. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, sebe dich und schreib flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem Andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weißen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreib achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hatte, denn die Kinder dieser Welt sind kluger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Epistel, 1. Cor. 10, V. 6- 13. Das ist aber uns zum Vorbild geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwic jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener Etliche wurden, als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Laßt uns auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, 71 Am 10. Sonntage nach Trinitatis. gleichwie jener Etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt dunken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. 13183 Evangelium am 10. Sonntage nach Trinitatis, Lucas 19, V. 41= 48. Und als er nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieſer deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten angsten, und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkennet hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften; und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn Am 10. Sonntage nach Trinitatis. umbráchten; und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn. 15000 e tulis admi Epistel, 1. Cor. 12, V. 1 11. 72 any Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seyd gewesen, und hingegangen zu den stummen Gößen, wie ihr geführt wurdet. Darum thue ich euch kund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Alles in Allen. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Undern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Undern der Glaube, in demselbigen Geist; einem Undern die Gabe, gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem Andern Wunder zu thun; einem Undern Weissagung; einem Undern Geister zu unterscheiden; einem Andern mancherlei Sprachen; einem Undern, die Sprachen auszulegen. Dies aber Alles wirkt derselbige einige Geist, und theilet einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. Evangelium am 11. Sonntage nach Trinitatis, Lucas 18, V. 9= 14. Er Er sagte aber zu Etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm waren und verachteten die Andern, 73 Um 11. Sonntage nach Trinitatis. ein solches Gleichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisder stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin, wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sey mir Sünder gnädig! Sch sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. and to phim dior to ad anif Epistel, 1. Cor. 15, 3. 1 10.1 G Ich erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündigt habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet; durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt háttet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sey für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sey, und daß er auferstanden sey am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, derer noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Dar 74 Am 12. Sonntage nach Trinitatis. nach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. tod 17 Evangelium am 12. Sonntage nach Trinitatis, Marcus 7, V. 31= 37. Hands C Und da er wieder ausging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das Galiláische Meer, mitten unter die Grenze der zehen Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volke besonders und legte ihm die Finger in die Ohren und spüßete, und rührete seine Zunge und sahe auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf und das Band seiner Zunge ward los und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr fie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maaße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Zauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Am 13. Sonntage nach Erinitatis. Epistel, 2. Cor. 3, V. 49. Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott; welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mose, um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß predigt, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit predigt, überschwengliche Klarheit. 75 da Evangelium am 13. Sonntage nach Trinitatis, Lucas 10, V. 23= 37. Und er wandte sich zu seinen Jüngern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und habens nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schrift= gelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Geset ge= schrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott deinen Herrn lieben von ganzem 76 Am 13. Sonntage nach Trinitatis. Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet. Thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselbigengleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin, und da er ihn sahe, jammerte ihn ſein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Oel und Wein und hob ihn auf sein Thier und führete ihn in die Herberge und pflegete sein. Des anderen Tages reisete er und zog heraus zween Groschen und gab sie dem Wirthe und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du was mehr wirst darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sey gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war: Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. 20 od Epistel, Gal. 3, V. 15- 22. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: verachtet man doch eines Menschen Testa 77 Um 14. Sonntage nach Trinitatis. ment nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Verheißung Abrahá und seinem Saamen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Saamen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Saamen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch das Geset aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahre nachher. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch Berheißung frei geschenket. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Saame káme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? Iſt denn das Geset wider Gottes Verheißung? Das sey ferne. Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so káme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung káme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. mis ( 151stland # 108 GG Evangelium am 14. Sonntage nach Trinitatis, SOUS Lucas 17, V. 11- 19. asjon Und es begab sich, da er reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samariam und Galiláam. 78 Um 14. Sonntage nach Trinitatis. Und als er in einen Markt ging, begegneten ihm zehn aussäßige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschahe, da sie hingingen, wurs den sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gesund worden war, kehrete er um und preisete Gott mit lauter Stimme. Und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankete ihm, und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner funden, der wieder umkehrete und gåbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Epistel, Gal. 5, V. 16= 24. Ich sage aber, wandelt im Geiste, so werdet ihr die Liste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbige sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so send ihr nicht unter dem Gesebe. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, 3ank, 3wietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes Liebe, Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gútigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Geseß nicht. Welche aber Christum angehören, die kreuzigen ihr Fleisch, sammt den Lüften und Begierden. 79 Evangelium am 15. Sonntage nach Trinitatis, Matth. 6, V. 24= 34. Niemand kann zween Herren dienen; entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an, sie såen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen und euer himmlischer Vater ernähret sie doch. Seyd ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Lánge eine Elle zusehen möge, ob er gleich darum forget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; fie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselbigen Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was 80 Um 15. Sonntage nach Trinitatis. werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Epistel, Gal. 5, V. 25 bis Kap. 6, V. 10. Mier So wir im Geiste leben, so laßt uns auch im Geiste wandeln. Laßt uns nicht eitler Ehre geizig seyn, untereinander uns zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilt würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmuthigem Geist, die ihr geistlich seyd. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Geset Christi erfüllen. So aber sich Jemand läßt dúnken, er sey etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe sein selbst Werk und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein Jeglicher wird seine eigene Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Srret euch nicht, Gott láßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sået, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch sået, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist sået, der wird von dem Geist das Am 16. Sonntage nach Trinitatis. 81 ewige Leben ernten. Laßt uns aber Gutes thun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an Federmann, allermeist aber an den Glaubensgenossen. and Jun Evangelium am 16. Sonntage nach Trinitatis, Lucas 7, V. 11= 17. TER, sid Und es begab sich darnach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viel mit ihm und vieles Volk. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und vieles Volk aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu und rührte den Sarg an, und die Tráger standen. Und er sprach: Jungling, ich sage dir, stehe auf! Und der Todte richtete sich auf und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. ubory Epistel, Ephefer 3, 3. 13 21. ndi Bail Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trubsalen willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über Alles, was da Kinder 6 82 Am 17. Sonntage nach Trinitatis. heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, start zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum, zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sey die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen; auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über alles, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket: Dem sey Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangel. am 17. Sonnt. nach Trinit., Luc. 14, V. 1-11. Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer, auf einen Sabbath, das Brod zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilete ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszieht am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, 83 Am 18. Sonntage nach Trinitatis. wie sie erwählten, oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicher, denn du, von ihm geladen sey; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Scham unten an sißen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin und sebe dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf; dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Epistel, Ephefer 4, V. 1 6. So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sichs gebühret eurem Beruf, darin ihr berufen seyd, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Andern in der Liebe, und seyd fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seyd auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater( unser) Aller, der da ist über euch Alle und durch euch Alle und in euch Allen. Evangelium am 18. Sonntage nach Trinitatis, Matth. 22, V. 34= 46. Da aber die Pharisäer hörten, daß er den Sadducdern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte 6* 84 Am 19. Sonntage nach Trinitatis. ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüth. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. In diesen zwei Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus, und sprach: Wie dünkt euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn? da er saget: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße. So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. must Epistel, 1. Cor. 1, 2. 4= 9. Ich danke meinem Gott allezeit eurenthalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seyd durch ihn in allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre, und in aller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi. Welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unstråflich seyd auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seyd zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Evangel. am 19. Sonnt. nach Trinit., Matth. 9, V. 1. 8. Da trat er in das Schiff, und fuhr wieder herüber, und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie Am 20. Sonntage nach Trinitatis. 85 zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sey) getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf, und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, bebe dein Bett auf, und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich, und preiſete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. 10 not Epistel, Ephef. 4, V. 22 28.0 Buo So leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wane del, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir untereinander Glieder sind. Zürnet und sündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Låsterer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. dal : total dut! Vandrial Evangelium am 20. Sonntage nach Trinitatis, Matth. 22, V. 1= 14. Chi ni Und Jesus antwortete, und redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist 86 Am 20. Sonntage nach Erinitatis. gleich einem Könige, der seinem Sohn Hochzeit machte, Und sandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit ruften, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit, kommt zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen fie fanden, böse und gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an: Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird seyn Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenig sind auserwählet. Epistel, Ephef. 5, V. 15 21. So sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sey des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet 87 Am 21. Sonntage nach Trinitatis. voll Geistes. Und redet untereinander von Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen. Und saget Dank allezeit für alles, Gott und dem Vater in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi. Und seyd untereinander unterthan in der Furcht Gottes. 44 Evangelium am 21. Sonntage nach Trinitatis, Joh. 4, 3. 47= 54. Und es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Capernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judda in Galiläam, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab káme, und hülfe seinem Sohne; denn er war todt krank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wåre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judia in Galidam kam. Epistel, Ephef. 6, 2. 10 17. Zuletzt, meine Brüder, seyd stark in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Ges Am 22. Sonntage nach Trinitatis. waltigen, nämlich mit den Herrn der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen, so er greifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr, wann das böse Stündlein kommt, Wiederstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit; und an Beinen gestiefelt, als fertig, zn treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seyd. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feuerige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes. 88 Evangelium am 22. Sonntage nach Trinitatis, Matth. 18, V. 23= 35. Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles zahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er Um 22. Sonntage nach Trinitatis. m 89 schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest, solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler. born Gail Epistel, Phil. 1, V. 3 11. Ich danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke ( welches ich allezeit thue in allen meinem Gebet für euch Alle, und thue das Gebet mit Freuden), über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselben in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen, bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch Allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr Alle mit mir der Gnade theilhaftig seyd. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch Allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und daselbst um bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung; daß ihr prüfen möget, was das Beste sey, auf daß ihr seyd lauter und unanstößig, bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen( in euch), zur Ehre und Lobe Gottes. 90 Am 23. und 24. Sonntage nach Trinitatis. Evang. am 23. Sonnt. nach Trinit., Matth. 22, V. 15:22. Da a gingen die Pharisäer hin, und hielten einen Rath, wie sie ihn fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrst den Weg Gottes recht, und du frageft nach Niemanden, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn, und gingen davon. Epistel, Phil. 3, V. 17 21. ? Folget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evang. am 24. Sonnt. nach Trinit., Matth. 9, V. 18-26. Da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Am 24. Sonntage nach Trinitatis. 91 Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Junger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührte feines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um und sabe sie, und sprach: Sey getrost meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeiffer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägd= lein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Magdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Epistel, Col. 1, 2. 9 14. = Derhalben auch wir von dem Tage an, da wirs gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntnis seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand. Daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seyd in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestårket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht. Welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns verseßet in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. 92 d Am 25. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium am 25. Sonntage nach Trinitatis, Matth. 24, V. 15= 28. Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Ståtte,( wer das liefet, der merke darauf). Alsdann fliehe auf die Berge, wer im Jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbat. Denn es wird alsdann eine große Trubsal seyn, als nie gewesen ist, von Anfang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig: Aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihrs nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvorgesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleichwie der Blig ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch seyn die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Was ist, da sammlen sich die Adler. Epistel, 1. Theff. 4, V. 13 18. Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seyd, wie die andern, die keine Hoffnung haben. Am 26. Sonntage nach Trinitatis. 93 Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auf erstanden ist, so wird Gott auch die, so entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaunen Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerücket werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem. Herrn seyn allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten untereinander. Evangelium am 26. Sonntage nach Trinitatis, Matth. 25, V. 31= 46. Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er siten auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Völker versammlet werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Baters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getránket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin Frank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seyd zu mir kommen. Dann 94 Am 26. Sonntage nach Trinitatis. werden ihm die Gerechten antworten, und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder durstig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget? Oder nackt und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir kommen? Und der König wird antworten, und fagen zu ihnen: Wahrlich ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brůdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nacket gewesen, und ihr habt mich nicht beKleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten, und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nacket, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten, und sagen: Wahrlich, ich sage euch: was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Epistel, 2. Theff. 1, V. 3 10. mi : Wir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist, denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns eurer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und - Am 27. Sonntage nach Trinitatis. 95 Trubsalen, tie ihr duldet; welches anzeigt, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet. Nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trubsal denen, die euch Trübsal anlegen, euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln seiner Kraft, mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi. Welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Angesicht des Herrn, und von seiner herrlichen Macht, wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubt. Evangelium am 27. Sonntage nach Trinitatis, Matth. 25, V. 1 13. = Dann wird das Himmelreich gleich seyn zehn Jung** frauen, die ihre Lampen nahmen, und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Über fünf unter ihnen waren klug, und fünf waren thöricht. Die Thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Del mit sich. Die Klugen aber nahmen Del in ihren Gefäßen, sammt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig, und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: siehe der Brautigam kommt, gehet aus, ihm entgegen. Da standen diese Jungfrauen alle auf, und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebet uns von eurem Dele, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen, und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; geht aber hin zu den Krámern und kaufet für euch selbst. Und da sie hine 96 Um 27. Sonntage nach Trinitatis. gingen zu kaufen, kam der Bräutigam, und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thüre ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die anderen Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf. Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euer nicht. Darum wachet, denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Epistel, 1. Theff. 5, V. 1 11. : Von den Zeiten aber und Stunden, lieben Brüder, ist nicht noth euch zu schreiben, denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen, wie ein Dieb in der Nacht. Denn wann sie werden sagen: es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Weib, und werden nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, sevd nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr seyd allzumal Kinder des Lichts, und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsterniß. So laßt uns nun nicht schlafen, wie die andern, sondern lasset uns wachen und nüchtern seyn. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern seyn, ange= than mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu besitzen, durch unseren Herrn Jesum Chriftum, der für uns gestorben ist, auf daß wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet euch untereinander, und bauet einer den andern; wie ihr denn thut. Inches Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 15 44 > Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8