3 Gb- 3573 - Alles aus Liebe zu Gott. Zur Einenung von det. Der beiliae Aloysius, Ehingen 1852. rozm Selbstverlage des Verfaſſers. Im In Commission der Th. Fegerschen Buchhandlung. : idi8- winU 0928910 St. Alons. Manchen bei Driendl Der beilige Aloysius, Patron der Ingend. 10 Ein Buch zur Belehrung und Erbauung, besonders für die Jugendbündnisse teingerichtet von Faustin Mennel, Kaplanei- Verw. in Ehingen. Dritte sehr vermehrte Auflage. Mit bischöflicher Approbation. idi8- winU ne** 910 HIST Ehingen 1852. em Selbstverlage des Verfaſſers. Im In Commission der Th. Fegerschen Buchhandlung. int GB 3573 ilind 1.) Denn beim Weltgerichte werden sie( die Gottlosen) bei sich reuevoll sagen, und vor Angst des Geistes seufzen: Diese sind's, die wir einst verlachten, und mit schimpflicher Rede verhöhnten. Wir Thoren hielten ihr Leben für Unsinn und ihr Ende für schimpflich. Siebe, wie sie unter die Kinder Gottes gezählet sind, und ihr Loos unter den Heiligen ist! Buch der Weisheit 5,3-8. d hi - 2.) Fliebe vor der Sünde, wie vor einer Schlange, denn wenn du dich ihr nahest, so fasset sie dich. Ihre Zähne sind Löwenzähne, die dem Menschen das Leben rauben. Jesus Sirach 21, 23. 3.) Alles, was man schäßzet, ist mit einer enthaltsamen Seele nicht zu vergleichen. Jesus Sirach, 26, 20. -Hotboo144 billbolid tile S281 ognide Gedruckt in der Th. Fegerschen Buchdruckerei. n olundu mbingo 02 nd nofffimo E f Univ.- Bibl. Giessen den " In Ewigkeit, Amen!" So antwortest du mir, lieber Leser auf meinen Gruß und wir verstehen einander schon mein Büchlein hat den rechten Leser gefunich brauche ihm nicht mehr zu sagen, warum ich dieses Büchlein drucken ließ. Denn, wo eine heilige Mission gehalten und das alte katholische Glaubensleben mit seinem schönen Gruß wieder angeregt worden ist, da erkennt die Jugend gar wohl, daß auf ihr die Hoffnung einer schönern Zukunft ruhe, da wissen Jünglinge und Jungfrauen recht gut, daß sie ganz besonders den Kampf für Frömmigkeit und Tugend aufnehmen und zu Ehren bringen müssen; sie begreifen daher leicht, wozu dies Büchlein nüßen soll, in welchem ihnen gezeigt wird, wie sie die Blüthezeit ihres Lebens heiligen, alle Feinde ihres Heiles überwinden und den guten Kampf des Glaubens und der Tugend siegreich bestehen können. I du har - Gelobt sei Jesus Christus! - IV. Die erste Ausgabe, welche zunächst für studi rende Jünglinge eingerichtet war, ist bald vergriffen worden, so daß der Buchhändler eine zweite Auflage veranstaltete. Dieß ermuthigte mich, das Büchlein neu zu verfassen und für ein inzwischen neu entstandenes Bedürfniß einzurichten. Die Jugendbündnisse, welche in den lezten 2 Jahren in Folge der heiligen Missionen- in unserer Diöcese, wie anderwärts- so segensreich sich ausbreiteten, haben eine eben so erhabene und schwere als schöne Aufgabe, den franken Lebensbaum mancher katholischen Familien und Gemeinden von der Wurzel auf zu verjüngen und zu veredeln. Hiezu müssen freilich die Arbeiter im Garten Gottes Anleitung und Unterstüßung geben und ins besondere in den heiligen Sakramenten die heilende, belebende und stärkende Kraft Gottes vermitteln. Aber es ist sicherlich auch gut, ja gewißermaßen nothwendig, daß diese Bündnisse ein Büchlein haben, in dem sie selbst an der Geschichte eines hell leuchtenden Vorbildes sich erbauen, über den Gebrauch der nöthigen Waffen zum hei ligenkampfe eine Unterweisung, für ihren frommen Eifer Andachten, Gebete und Ges sänge, wie für die Stunden der Leiden und Anfechtungen Trost und Aufmunterung finden können. V. Dieses Bedürfniß wünschte ich zu befriedigen durch die zweite Ausgabe des heiligen Aloysius." Es sind die Gebete und Andachten besonders gewählt für die Bedürfnisse der Jugendbündnisse und insbesondere noch Lieder beigefügt, die entweder ganz eigens für dieselben bestimmt wurden, oder doch zum Gebrauch passen. Das Büchlein ist zwar hauptsächlich für die Jünglingsbündnisse gewidmet, da der heilige Aloysius ihr Patron ist; allein auch die Jungfrauen werden es mit Nugen gebrauchen können. Allen, der geſammten, glaubenstreuen und heilsbegierigen Jugend übergibt dieses Büchlein unter Anrufung des heiligen Aloysius Am Vorabende des hl. Fronleichnamsfestes 1852. Der Verfasser. S @sid pun gifjaldomu indad stash did bilis d 105: 1 immasti mglise bsd bust pie Erster Theil. Lebens- Beschreibung des heiligen Aloysius von Gonzaga. 1. Seine Geburt. Um die Mitte des 16 Jahrhunderts lebte in Oberitalien, in der Diöcese Brescia, ein frommes Ehepaar, das durch den alten hohen Adel der Familie und durch den reichen Segen irdischer Güter in großem Ansehen stand. Aber die allgemeine Achtung und der weitverbreitete Ruhm dieser glücklichen Eheleute gründete sich noch weit mehr auf ihre edle Gesinnung und Tugendhaftigkeit. Don Ferdinand hieß der Gatte, Donna Martha von Santena seine Gattin; sie lebten gewöhnlich auf ihrem Schlosse zu Kastiglione, der Hauptstadt ihrer Markgrafschaft gleichen Namens. Donna Martha war Hofdame der Königin Isabella von Spanien gewesen, wo der junge Markgraf von Kastiglione sie kennen lernte, da er ebenfalls am Hofe des Gemahls der Isabella und Königs, Philipp 11. fich aufhielt. Nicht sowohl die äußerlichen Vorzüge der Donna Martha, als vielmehr ihre trefflichen Geistes. und GemüthsEigenschaften, ihre Demuth, Sittsamkeit und Frömmigkeit erregten in Don Ferdinand den Wunsch sie zur Gattin zu erhalten. Er überlegte die Sache ruhig Der teil. Aloystus. 2- - und reiflich, und flehte dabei unablässig um die Erleuchtung des heiligen Geistes, damit er sich ja recht entschließen könne. Endlich entschied er sich und begehrte sie von ihren Eltern zur Ehe. Diese gaben zu dem Jaworte der Tochter ihren elterlichen Segen. Das fromme Brautpaar wurde mun, nach christlicher Vorbereitung durch Gebete und gute Werke, zu Madrid an den Stufen des Altars zum heiligen Johannes dem Täufer kirchlich getraut. Bald hierauf fehrte der Markgraf mit seiner Gattin nach Italien in seine Markgrafschaft zurück. Dieß war der frommen Markgräfin sehr lieb, denn sie hatte schon längst sich gesehnt, fern vom Königlichen Hofe, und seinen Gefahren, ruhig und ungestört Gott dienen zu können. Sie lebte sofort in ihrem Ehestande, auf dem Schloffe zu Kastiglione höchst zufrieden und glücklich; wie sie eine feusche Jungfrau und gottesfürchtige Braut gewesen so war sie jetzt eine sittsame und treue Gattin; weil sie von Jugend auf Gott lieben und ihm dienen gelernt hatte, war es ihr ein Leichtes, auch im Ehestande ihm eifrig zu dienen. Ein tugendhaftes Weib, wer findet es? über Perlen geht ihr Werth. Kraft und Würde ist ihr Gewand. Ihren Mund öffnet sie mit Weisheit, und das Ge seß der Anmuth ist auf ihrer Zunge. Ein Weib, das Gott fürchtet, verdient Ruhm, Sprüch. 31, 10. Gott segnete ihre Che mit Kindern. Als Martha das erste Kind unter ihrem Herzen trug, erwachte in ibr der Wunsch, einen Sohn zu erhalten, der Gott im geistlichen Stande dienen würde. Sie empfahl Gott ihres Herzens Wunsch im Gebete, fühlte bald ein noch innigeres Verlangen nach jenem Glücke und flehte nun mit gläubigem Vertrauen um Gewährung ihrer Bitte. Sie wurde erhört sie gebar einen " - - 3- - Sohn, der später in den Ordensstand der Jesuiten trat und uns ein Beispiel staunenswürdiger Heiligfeit gab. pider mothy Gleich bei seiner Geburt ließ sich schon wahrnehmen, daß Gott diesen Sohn sich auserwählet habe. Als nämlich die Zeit der Geburt herangekommen war, gerieth die Mutter in die äußerste Todesgefahr; ja die zu Hülfe gerufenen Aerzte erachteten der Mutter und ihres Kindes Leben für unrettbar verloren. In dieser rathlofen Lage nahm die fromme Martha von den Menschen aufge geben nur um so vertrauensvoller zu Gott ihre Zuflucht. Insbesondere empfahl sie sich und ihr Kind dem mütterlichen Schutze der seligsten Jungfrau Maria und machte das Gelübde, falls sie der Todesgefahr entgehe zum heiligen Hause von Loretto wallfahren, und auch das Kind dahin mitnehmen zu wollen, so es die Geburt überleben würde.", Alsbald fand sie Erhörung die Gefahr ward beseitigt sie gebar glücklich ihr Kind. Weil jedoch die Aerzte der Ansicht waren, daß das Kind fast unmöglich lebendig geboren werden könne, tauste es die Hebamme, sobald es thunlich war. So wurde. das Kind durch das Bad der Wiedergeburt Gott eher geweihet, als es recht zur Welt geboren war. Es war der 9. März 1568, ein Freitag, da durch Marias Fürbitte die Markgräfin von Kastiglione dem drohenden Tode entging, bei der Geburt ihres ersten Kindes, das Aloysius genannt, ein Engel im Fleische, ein herrliches Musterbild der Jugend und ihr mäch tiger Beschützer geworden ist.top ola Das Kindlein lag nach der Geburt über eine Stunde lang so regungslos da, daß man kaum merfen konnte, ob es todt oder lebendig sey. Als es — - hierauf wie aus einem tiefen Schlafe aufwachte, gab es einige Laute von sich, wurde wieder ganz ruhig und weinte fortan nie mehr. Die Ceremonien der heiligen Taufe- da es die Nothtaufe schon empfangen hatte wurden erst später, am 22. April feierlich nachgeholt in der Kirche zu den heiligen Celsus und Nazarius. - So waltete Gottes schüßende Baterhand über seiner eifrigen Dienerin und war ihr Helfer zur rechten Zeit; und Maria nahm sich liebevoll der treuen Pflegetochter an in der Stunde ihrer größten Noth. 2. Seine erste Erziehung. Die Pflege und erste Erziehung dieses Kindes war eine vortreffliche, von heiliger Liebe und Gottesfurcht geleitete. Es fonnte nicht anders seyn. Die Mutter war ja tief religiös und eifrig Gott zu dies nen bestrebt; sie hatte lange gebetet, daß ihr ein Sohn geschenkt werden möchte, der Gott in einem Ordensstande dienen würde: da ihr nun wunderbarer Weise der Erstgeborene erhalten, recht eigentlich von Gott auf Marias Fürsprache geschenkt worden war, opferte sie oft das Kind Gott und der seligsten Jungfrau Maria auf, und bezeichnete es häufig mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes, um es schon jetzt zum Jünger und Diener des Gefreuzigten zu weihen. Die gottesfürchtige Markgräfin wußte wohl. daß eine christliche Erziehung mehr Werth sey als Geld und Gut, was höchstens in dieser Welt beglücken kann, oft aber wenn die gute gerade 5 - Erziehung mangelt, für Zeit und Ewigkeit unglücklich macht. Sie trachtete daher, ihren Sohn zuerst mit dem Einen Nothwendigen bekannt zu machen. Sobald er einige Worte sprechen lernte, lehrte sie ihn das heilige Kreuz machen und die heiligsten Namen Jesus und Maria aussprechen; das Bater Unser, der englische Gruß und das Apostolische Glaubensbekenntniß war sodann das Erste, das er beten lernte. In diesen frommen Uebungen war die Mutter Lehrerin und Vorbild; aber auch die Dienerschaft gab ihm hierin ein gutes Beiſpiel. Denn leichtsinnige Diener oder Dienerinnen, die nicht beten mochten, wurden in dem Hause nicht geduldet, wo die Herrschaft von Christi Geist erfüllt und dem heiligen fatholisch en Glauben treu ergeben war. So wuchs der kleine Aloysius in gottesfürchtiger Umgebung heran, und nahm diesen Geist der Andacht und Frömmigkeit ganz in sich auf. Als er kaum ein wenig laufen fornte, verbarg er sich oft in einem Winkel des Hauses, um zu beten, und nicht selten wurde er nach langem Suchen in einer Holzkammer oder sonst in einer abgelegenen Ecke gefun den, wo er auf den Knieen, in Andacht versunken, lag. Es war ihm Herzenslust, mit seinem himmlischen Vater sich zu unterhalten, den er frühzeitig kennen und lieben gelernt hatte. Häufig und ins brünstig beten, war seine Seelenspeise, die ihn vor Sünde bewahrte und in der Unschuld bestärkte; dieſe findliche Andacht war die erste Sprosse jener Jakobsleiter, auf der er wie ein Engel zum Himmel emporstieg. Noch eine zweite gute Eigenschaft zeichnete das Kind schon aus und ließ vermuthen, daß es wohl zu etwas Außerordentlichem berufen sey. Es hatte - 6- nemlich ein inniges Mitleiden mit allen Armen, und wollte nie einen Unglücklichen ohne Almosen oder Hülfe gehen lassen.de) asdim instr Diese vielversprechenden Züge gewahrte die fromme Martha mit inniger Freude an ihrem Sohne und gedachte sie eifrig und sorgfältig zu pflegen und auszubilden; allein des Vaters Absichten schienen ihr hinderlich werden und Sorgen bereiten zu wollen. Der Markgraf war nemlich ein tapfrer Kriegsmann und hatte sich als Befehlshaber im Dienste des spanischen Königs viel Ehre und Ruhm erworben. Gr wünschte mun, den Aloysius frühzeitig im Kriegshandwerk zu unterrichten und zu üben, damit er ihm später auf der ruhmvollen Bahn nachfolgen könnte. Er ließ demgemäß dem Kinde, als es kaum 4 Jahre alt war, schon eine Waffenrüstung machen, nach dem Maße seiner Größe und Stärke, die er gebrauchen lernen und lieb gewinnen sollte. Insbesondere mußte er in ihr, mit einer kleinen Lanze in der Hand vor den Reihen der Soldaten erscheinen, als zu Cremona eine Heerschau gehalten wurde. bit s - Hier bei den Soldaten- sah und hörte er manches nicht Erbauende, und lernte in der Länge der Zeit einige böse Redensarten. Wie er da an seiner Seele Schaden litt, so gerieth er auch mehrmals in leibliche Gefahren beim Gebrauch der Waffen oder des Pulvers; so verbrannte er sich einmal stark das Angesicht, und ein andermal wäre beinahe das Nad einer Kanone beim Zurückprallen über ihn gefahren, die er für sich losgebrannt hatte. mis! Es war für Aloysius ein großes Glück, daß sein Vater bald nach Turin abreiste und ihn nach Kastiglione zurückschickte. Hier wurden seine unrechten Manieren bald bemerkt und getadelt, und er - 7- ließ- gleich auf die erste Mahnung nie mehr in unpassendes Wort hören. Ja er bereute jene Worte, die er bei den Soldaten auszusprechen gelernt batte, ohne sie zu verstehen, von ganzem Herzen und zwar sein Leben lang. Er wandelte nun wieder voll Eifer auf dem früheren Pfade innigster findlicher Unschuld und Gottes furcht, und nahm sichtlich zu wie an Alter, io au Gnade und Liebeswürdigkeit vor Gott und den Menschen. diind sin Zu dem Wunder seiner glücklichen, Gott geweihten Geburt kam jetzt bald ein zweites: 7 Jahre. alt entsagte er schon ganz der Welt und weihte sich Gott in eifrigem geordneten Dienste. Das Gebet gab seinem Herzen und Leben die höhere Weile, im Gebete fand er seine süßeste Freude. Er hatte hiefür seine bestimmte Stunden und Andachten fest sich vorgenommen und ließ sich darin durchaus nicht stören. Beim Aufstehen bezeichnete er sich andächtig mit dem heiligen Kreuzzeichen und begann so den Tag im Namen des dreieinigen Gottes; alsdann kleidete er sich sogleich vollständig an, gar sittsam, ohne daß er oder sein Diener auch nur den Fuß entblößt sahen, und unterdeß war sein Geist mit frommen Gedanken und Beten beschäftigt. Hierauf verrichtete er das Morgengebet und zwar jedesmal auf dem Boden knieend vor einem Kruzifir. Unter Tags erhob er oft in fürzeren Gebeten und Seufzer sein Herz zu Gott empor, und betete auch die 7 Bußpsalmen und die Tagzeiten zu Ehren der seligsten Jungfrau Maria. Abends verrichtete er wieder knieend sein Nachtgebet und weihete nun so einen Tag um den andern Gott, der ihn von solchen Anfängen schnell zu wunderbarer Heiligkeit fortführte. dind the st - - - 8 - 3. Der Student. Aloysius hatte alle Lust und Liebe zum Kriegs. dienste ganz verloren er wollte sich zu einem ganz andern Kämpfer heranbilden. Er hatte schon geahnet, daß nur jene das Himmelreich an sich reißen, die Gewalt brauchen, und war bei sich bereits entschlossen, nur unter der Fahne des Kreuzes und zwar für Christus um die Krone des ewigen Lebens zu kämpfen. Diese seine Gesinnung und Absicht konnte die Mutter wohl wahrnehmen; er benahm ihr aber vollends jeden Zweifel, der etwa noch möglich gewesen wäre, indem er eines Tages sagte: Mutter, Sie wünschten einen Sohn im Ordensstand zu sehen, ich glaube, daß Gott Ihnen diesen Wunsch erfüllen wird und daß ich dazu bestimmt bin." Die Mutter hatte wohl jenen Wunsch, und glaubte auch, daß Gott mit Aloysius etwas Besonderes vorhabe: aber sie wollte doch nicht recht daran denken, daß Aloysius, der Erstgeborne, in einen geistlichen Orden eintreten werde. Noch viel weniger dachte der Markgraf an so Enwas. Er war bea sorgt, den Aloysius für seine vermeintliche Laufbahn frühzeitig genug und gehörig ausbilden zu lassen, und schickte ihn daher im Sommer 1577 mit dem jüngeren Bruder Rudolph, unter Aufsicht eines Hofmeisters, nach Florenz an den Hof des Großherzogs von Toskana. Daselbst sollte er die lateinische Sprache lernen und in der italienischen rechte Gewandtheit erlangen- nebenbei auch edeln Anstand und feine Lebensmanieren sich aneignen. Da er nach des Vaters Anordnung in einem stillen Privathause wohnte, konnte er ungestörter sich nach Herzenslust dem Ges bete und Studium ergeben, und machte auch bald - 9 - die größten Fortschritte. Insbesondere verlegte er sich mit allem Fleiße auf die Erlernung der Wissenschaft der Heiligen, d. h. auf die Kunst. Gott in allen Dingen getreu und vollkommen zu dienen. Gottes Vaterhand leitete ihn auch sichtlich und zog ihn mächtig an sich. Dazu dienten als Mittel ein Bild von Mariä Verkündigung, vor dem sich oft die frommen Seelen in Andacht versammelten, und ein Büchlein, worin die Geheimnisse des heiligen Rosenkranzes erklärt waren. Die Betrachtungen in diesem Büchlein, die er sehr oft las, und die herzlichen Andachten vor dem Maria Bilde weckten in ihm bald das Verlangen, Maria auch ein LiebesOpfer darzubringen. Er wußte nichts Besseres zu erdenken, als daß er Maria zu Lieb und ihr zu Ehren beständige jungfräuliche Keuschheit gelobe. Nachdem er es reiflich und im Gebete mit Gott überlegt hatte, eilte er in die Kirche zu jenem Bilde und legte daselbst freudig das Gelübde der steten Keuschheit ab. So muthig und vorbehaltslos er hier Leib und Seele der seligsten Jungfrau Maria geweihet batte; ebenso sorgfältig und vollständig hielt er sein Versprechen. Er wendete all' die heiligen Mittel an, welche zum Schuße der vollsten jungfräulichen Reinigkeit geeignet sind, und darum wurde ihm Gottes Beistand und Gnade im reichlichsten Maaße zu Theil. Außerdem richtete Aloysius in Florenz sein Leben bis ins Kleinste ganz genau nach den Forderungen des katholischen Glaubens ein. Er bestrebte sich auch die geringsten Fehler an sich wahrzunehmen, um gleich die Wurzeln und Keime des Bösen ausrotten zu können. Hiezu war sehr dienlich ja nothwendig, daß er einen erfahrenen cisrigen Gewissesrath und Seelenführer wähle, dem er die geheimsten Falten seines - 10 - Herzens offenbaren und alle Zweifel zur Entscheidung vorlegen konnte. Als er mit Umsicht einen frommen Vater aus der Gesellschaft Jesu sich auserwählt hatte, übergab er sich ihm mit findlicher Einfalt zur Scitung und Unterweisung auf dem Wege zum Himmel, der so schmal und vielen Gefahren ausacsegt ist. Er theilte ihm alle seine Neigungen und GemüthsStimmungen mit, und machte ihn auch mit allen innern Erleuchtungen, guten Vorfäßen und Abtödtungen bekannt, die er hatte und ausführen wollte; auf folche Weise blieb er vor aller Selbsttäuschung und Verirrung bewahrt. Obwohl er ganz genau auf sich Acht gab und jede auch die kleinste Sünde zu meis den besorgt war; so empfing er doch sehr oft das heilige Sakrament der Buße. Er prüste zuvor, nach andächtiger und innbrünstiger Anrufung des heiligen Geistes, alle seine Wünsche und Gefühle, Gedanken, Worte und Werke; sodann überdachte er Gottes unendliche Heiligkeit und Güte, gegenüber seiner Sünde haftigkeit, und näherte sich dem Beichtstuhl mit solch' tiefer Zerfnirschung, als ob er der größte Sünder auf Erden wäre. Einmal wurde er vor Reueschmerz ohnmächtig, so daß er umsank und die kindliche Beichte, die er angefangen hatte, nicht vollenden konnte. Später unternahm er es noch einmal, eine Generalbeicht abzulegen. und gelangte dadurch zu großer innerer Ruhe, wie er öfters versicherte. Mittelst seiner strengen Wachsamkeit über sich selbst kam er zu der Wahrnehmung, daß noch ein Funken von Jähzorn in ihm glimme, der zivar nicht in Flammen aufschlug und äußerlich sich fund gab, aber doch hie und da durch innerliche Unruhe ſeinen Frieden störte. Nun wurde die Wachsamkeit über diese Neigung des Herzeus noch gesteigert, das Gebet - 11 - verdoppelt, und die Thorheit und Schädlichkeit die ses Fehlers recht ernitlich betrachtet da ward in Kurzem dieses Unkraut sammt der Wurzel vernichtet, so daß er das Widrigste ohne die geringste innere Unruhe aushalten konnte. Auf ähnliche Weise verfuhr er gegen einen andern Fehler, den er noch an sich bemerkte. Manchmal gebrauchte er nemlich im Verlauf des Gesprächs Worte, die an und für sich nicht sündhaft, aber nach strenger Erwägung doch der Liebe des Nächsten nicht angemessen waren. Hiegegen gewöhnte er sich an Eparsamkeit in Wor= ten, und vermied alles unniße, überflüssige Gerede. Seine wahre Frömmigkeit legte Aloysius auch an den Tag durch sein Verhalten gegen Vorgesetzte wie Untergebene. Mit größter Willigkeit, ja mit Freude nahm er die Anordnungen oder Ermahnungen seiner Vorgesetzten auf; er wollte nichts thun ohne ihren Willen vollkommenster Gehorsam gegen seine Lehrer, pünktlichste Unterordnung unter seine Obern war sein Wunsch und Streben. Hierüber belehrte und ermahnte er manchmal seinen Bruder Rudolph, wenn er unzufrieden werden oder gar murren wollte. Nicht weniger musterhaft benahm er sich gegen seine Untergebene: er war ganz anspruchslos und verlangte niemals etwas von seinen Dienern gebieterisch. Mit liebevoller Freundlichkeit sprach er stets, wenn er et was bedurfte: Könnten Sie mir nicht dieß thun? wollten Sie nicht die Güte haben und mir dieß thun! wenn es Ihnen nicht zu viel Mühe macht, möchte ich Sie um diesen Dienst bitten!" Es ist demgemäß nicht zu verwundern, daß Jedermann ihn herzlich liebgewann und ihm gerne jeden Dienst er wies. mas malade Zwei Jahre lang hatte Aloysius zu Florenz - - - 12 -- mit allem Eifer sich nützliche Kenntnisse erworben und insbesondere wahre Weisheit, deren Anfang die Gottesfurcht ist, sich angeeignet. Florenz war für ihn, wie er später oft sagte, die Mutter der Gottfeligkeit geworden, die Stätte, wo er den festen Grund für seine erhabene Heiligkeit legte. Nun mußte er, auf des Vaters Geheiß, im November 1579 nach Mantua, an den Hof des Herzogs, übersiedeln. Aber auch hier mußte Alles nur dazu beitragen ihm auf dem Wege der Vollkommenheit vorwärts zu helfen. Die Uleppigkeit und Pracht menschlicher Hoheit, und Alles, was er sonst noch Gepriesenes und Glänzendes am Hofe zu Mantua sah und hörte, bestärkte und steigerte in ihm die Verachtung der Welt und ihrer Eitelkeit es wurde ihm ein Leichtes, ja Angenehmes, der Welt zu ent fagen. Eine Krankheit gab die erwähnte Veranlaffung zu dieser gänzlichen Losschälung von der Welt. In Folge längerer Kränklichkeit gaben ihm nemlich die zu Rathe gezogenen Aerzte die Weisung, er solle sich an eine ganz genaue und strenge regelmäßige Lebensordnung halten. Dieß war dem eifrigen Aloys fius sehr willkommen: er beobachtete nun eine so ftrenge Enthaltsamkeit in Epeise und Trank und Ruhe, daß man sich wundern mußte, wie er nur leben konnte, und seßte diese Diät beständig fort, weil er so ohne alles Aussehen zugleich seinem hei ligen Bußeiser genügen konnte. Während dem ers sten Ulebel dadurch vorgebeugt worden war, entstand ein anderes noch schlimmeres. Sein Magen war verdorben worden und konnte die Speisen nicht mehr verdauen Aloysius wurde immer magerer und kraftloser, woran er sein Lebenlang zu leiden hatte. Dieß machte ihm jedoch wenig Sorge, sondern ges - 13 reichte ihm vielmehr zu großem Vortheil. Denn er fonnte jetzt viel leichter von Besuchen, Zerstreuungen und Lustbarkeiten sich ferne halten, und fand beim Vater auch Gewährung seines Wunsches, vom Hofe des Herzogs sich entfernen zu dürfen. Er wurde nach Kastiglione zurückgerufen, um zu Hause unter dem Einfluß des guten Klimas und d.r mütterlichen Pflege seine geschwächte Gesundheit wieder herstellen zu können. Aloysius hatte zu Mantua schon sich feſt entschlossen, auf sein Erstgebur: srecht zu verzichten, und in einen geistlichen Orden zu treten, um Gott besser und ungetheilter dienen zu können. Mit die= sem Entschluß in seinem Herzen kehrte er zu ſeinen lieben Eltern zurück, und diente Gott mit heiligem Eifer durch Fasten und Beten, in größter Zurücks gezogenheit. 4. Die erste heilige Communion. Die frommen Ulebungen des mündlichen Geber tes, welche Aloysius bisher sich zur Regel gemacht hatte, wurden auch im elterlichen Hause pünktlichy und mit Andacht fortgeseßt; ebenso ließ er in seinem Eifer, der Welt und all' ihren Freuden abzusterben, nicht nach. Er lernte nun durch Gottes gnädige Erleuchtung noch zwei höchst wichtige Dinge fürs geistliche Leben, nemlich: das innerliche Gebet und die Betrachtung. Er unterhielt sich nun oft und lange in findlicher Einfalt mit seinem himmlis schen Bater und sein von Liebe glühendes Herz ges noß in diesem innerlichen Verkehr mit Gott die füßeſte Wonne. Außerdem dachte er oft stundenlang über himmlische Dinge und Wahrheiten des Heiles nach. - 14- 1 Er vergegenwärtigte sich die Seligkeit der Engel, die Majestät Gottes, das Leiden Christi, und schöpfte aus solchen Betrachtungen himmlischen Trost und die beste Nahrung seines heiligen Eifers. Oft, wenn er in Betrachtungen versunken war, strahlte sein Angesicht von Wonne, die sein Herz erfüllte und beinahe zersprengen wollte. Seine Dienerschaft beobs achtete ihn oft in seinem Zimmer durch die Spalten der Thur, wie er Stunden lang vor einem Kruzifir kniecte, bald mit ausgespannten Armen, bald die Hände freuzweise über die Brust gelegt. Bald weinte er laut, bald schluchzte er heftig, bald war er wieder ruhig stets seine Augen auf das Kruzifir geheftet. Er ließ sich hierin nicht leicht stören, so daß er selten merkte, was hinter ihm oder um ihn her vorgieng. Soweit hatte es Aloysius im innerlichen Gebet und in der Betrachtung aus sich selbst, durch innere Erleuchtung gebracht; genauere Anleitung, wie, auf welche Art und Weise das innerliche Gebet und die Betrachtung wohlgeordnet und recht heilsam vorgenommen werden könne, schöpfte er aus einem Büchlein, von Pater Canisius. Durch dieses Büchlein, von einem Vater der Gesellschaft Jesu, das ihm sehr wohl gefiel, und durch Briefe über die Missionen der Jesuiten in Indien, wurde er auch mit großer Ehrfurcht vor diesem Orden und von dem Wunsche erfüllt, sein Leben so weit nur möglich nach dem Vorbild jener Ordensväter einzurichten. Er unterwies daher mit unermüdlichem Eifer, wo er fonnte, die Kinder in der christlichen Glaubens- und Sittenlehre; wo Zank und Unfriede entstanden, suchte er die Entzweiten zu versöhnen; Aergerniß und böse Beispiele bemühte er sich überall abzustellen; er selbst that und — 15 sprach nur, was Andern zur Erbauung diente, und wenn Andere auch nur Böses in seiner Gegenwart redeten, so zeigte er alsbald sein Mißfallen und suchte das Gespräch auf Gutes zu lenken. 1 Alles bisher Erzählte war die ausgezeichnete Vorbereitung auf eine religiöse Handlung, welche im Leben des Katholiken einen wichtigen Abschnitt bildet, und von der in gewisser Weise das Loos der Zukunft abhängt. Aloystus war nun über 12 Jahre alt und in der heiligen Religion wohl unterrichtet; heiliger Eifer beseelte ihn und im geistlichen Leben war er seinen Jahren weit vorausgecilt sollte jetzt auch das heilige Sakrament des Altars empfangen. Der heilige Karl' Borromäus, Erzbischof von Mailand munterte ihn dazu auf, als er im Juli 1580 nach Kastiglione ge= kommen war. Als Aloysius nemlich bei dieser Ges legenheit dem berühmten Kirchenfürsten einen Besuch machte, nahm ihn der heilige Karl Borromäus sehr freundlich auf und unterhielt sich lange mit ihm, insbesondere über seine Gebete und religiösen Uebungen. Weil er aus dieser Unterredung ersehen hatte, wie Aloysius durch göttliche Führung allen Gefahren unversehrt entgangen und ohne besondere Anleitung zu so großer Vollkommenheit gelangt sey; so ermahnte er ihn, ja recht bald das heilige Abendmahl zu em. pfangen, das die beste Seelenspeise zur Frömmigkeit und die sicherste Schußwache der Unschuld sey. Der Erzbischof gab ihm sofort selbst eine heilsame Belehrung über die Bedeutung und Würde diefes allerhedigsten Geheimnisses; er unterwies ihn umständlich über die Art und Weise einer guten Vorbereitung auf den Empfang dieses Saframenes, und zeigte ihm auch, wie er dasselbe em er - 16 pfangen und sich recht zu Nußen machen soll. End lich reichte der eifrige Erzbischof selbst dem unschuldigen Aloysius das Brod der Engel dar. Welch ein Schauspiel! zwei Heilige an der Quelle aller Heiligkeit! der Hirte weidend sein Schäflein mit Manna vom Himmel, und das Schäflein genießend aus der Hand seines Hirten das Brod des ewigen Lebens! - - worden Die sorgfältigste Vorbereitung war getroffen in den 12 Jahren des heiligen Lebens überhaupt, und in den letzten Tagen insbesondere. Nach einer reumüthigen Beichte, der schon einmal eine Generalbeicht vorausgegangen war, sah Aloyfius mit Sehnsucht dem Augenblicke entgegen, da der Herr Himmels und der Erde bei ihm Einkehr nehmen wollte. Liebesseufzer nach dem Heilande entstiegen unaufhörlich seinem Herzen, und seine Seele war nur mit ihrem Bräutigam beschäftiget konnte den Augenblick beinahe nicht erwarten, da er mit dem hochzeitlichen Kleide der Unschuld am königlichen Mahle erscheinen durfte. Endlich brach der glückliche Tag an, die Stunde des Heiles kam glühend vor heiliger Liebe lag der Engel im Fleische, in tiefer Andacht auf den Knieen vor seinem Gott und Herrn- und empfing zum erstenmal die heilige Communion! Die namenlose Wonne seines Herzens prägte sich ab in seinem verklärten Angesicht, er war wie außer sich und konnte kein Ende finden mit Anbetung und Danksagung, mit Bitten und Versprechen. An diesem denkwürdigen Tag: der ersten heiligen Communion hatte er seine bisherigen Ules bungen und Entschlüsse geweihet und besiegelt, und wie zum Lohne dafür so zur Aufmunterung für die Zukunft den Vorgeschmack des Himmels verkostet. - - 17 — 17- Von nun an empfing Aloysius, wenn irgend mög lich, alle 8 Tage die heilige Communion, so daß sein geistliches Leben eine unausgesetzte Vorbereitung und Danksagung für die heilige Communion war. Am Donnerstag, Freitag und Samstag bereitete er sich unter besonderer Verehrung des Vaters Sohnes und heiligen Geistes auf den Empfang des allerheiligsten Altarssacramentes vor; und am Montag, Dienstag and Mittwoch dankte er Gott dem Vater, Sohn und heiligen Geiste für die in der heiligen Communion erlangten Gnaden. Am Tage vor der heiligen Communion faſtete er, nahm sich eine besondere geistlich. Lesung vor und redete fast nur vom heiligen Altarssacrament. Diesem Geheimnisse galten seine letzten Gedanken vor dem Schlafengehen und seine ersten beim Aufstehen. Dann stellte er unge fähr eine Stunde lang eine Betrachtung an über das heilige Abendmahl, reinigte sich von seinen Sün den und empfing hierauf von Liebe und Sehnsucht erfüllt mit solch sichtlicher Andacht und Ehrerbietigkeit die heilige Communion, daß Jedermann sich in ihm eibaute. - Wenn sodann der Heiland in seinem Herzen sich auf dem Throne der Gnade niedergelassen hatte, so verweilte Aloysius einige Zeit in stiller Anbetung, brachte ihm seine Anliegen vor und bestürmte ihn gleichsam mit Bitten um Bewahrung seiner Unschuld, um Segen in seinen Studien und um Erleuchtung in der Standeswahl. Hierauf brachte er oft noch mehr als eine Stunde mit der Danksagung zu, und Heß sich hierin nicht leicht stören Mit jeder heiligen Communion stieg seine Liebe zu Jesus, und wuchs sein Verlangen nach dem Himmelsbrode; weil er aber nicht alle Tage von dem Der heil. Aloysius. 2 - 18 selben genießen durfte, so hörte er doch täglich eine heilige Messe und communicirte dabei wenigstens geistigerweise. siris Er bot das herrlichste und anziehendste Schauspiel reinster Unschuld und hoher Vollkommenheit dar: ein würdiges Vorbild für Jünglinge und Jungfrauen, die das Glück haben, am Tische des Herrn erscheinen und an seinem Mahle Theil nehmen zu dürfen! m 5. Aloysius will ins Kloster gehen. ma Der Markgraf war inzwischen nach Cefel abe gereist, wo er als Statthalter von Montferant längere Zeit sich aufhalten mußte. Er ließ bald noch vor Ende 1580 seine zwei Kinder, Aloysius und Rudolph zu sich kommen, besonders um den schwächlichen Aloysius besser beobachten und für ihn angemessen sorgen zu können. Unterwegs erfuhr Aloyfius einen auffallenden Beweis von Gottes väterlicher Fürsorge. Als die beiden Brüder mit ihrem Hofmeister durch einen Fluß fuhren, wo das Wasser sonst nicht tief aber jetzt vom Regen angeschwol len war, brach plößlich der Wagen entzwei. Der vordere Theil mit Rudolph gegen die Pferde hin der hintere Theil mit Aloysius und dem Hofmeister blieb mitten im Flusse stehen und wurde von dem Wasser weit fortgerissen, bis er endlich an einem Baumstamm aufgehalten wurde, wo man die in Todesgefahr Schwebenden mit Reitpferden retten konnte. Sie dankten hierauf in einer nahen Kirche Gott herzlich für die wunderbare Erhaltung und Aloysius wurde hiedurch aufs neue in seinem Vorfaße bestärkt, Gott allein und vollkommen dienen zu aus nd: n3 - - 19 - wollen. Zu Gesel selbst vermochten alle Freuden und Zerstreuungen, an denen er Theil nehmen mußte, nicht im Geringsten, ihn etwa wankend zu machen, er schloß sich nur um so mehr an die Mutterliebe und Treue Marias an, vor deren Bildern und Altären er so oft in frommer Andacht verweilte. Insbesondere bekam er während seines 6monatlichen Aufenthalts zu Cesel immer mehr und mehr Lust und Liebe zum Klosterleben. Er besuchte oft die Kapuziner und Beaneliten daselbst, und lernte ihr glückseliges Loos kennen und schäßen. Manchmal spract er bei sich selbst: ,, Ach, wie glücklich ist doch das Leben im stillen Kloster! Diese Ordensleute fühlen nichts von den Banden der Weltverhältnisse, sie kennen so viele Gelegenheiten zur Sünde gar nicht, und haben von unzähligen Fallstricken böser Menschen und Satans nichts zu fürchten. Während andere Menschen rastlos irdische Güter zusammenraffen, oder in allerlei Lustbarkeiten sinnlicher Genüsse die Zeit vertreiben, sind diese Ordensleute bemüht, Gott zu dies nen und sich unvergängliche Schäße zu sammeln und himmlische Freuden zu bereiten. Sie haben die Knechtschaft der finnlichen Begierden und Leidenschaften abgeworfen, und leben nach erhabenen Grundsätzen und Regeln, wie es für vernünftige Geschöpfe sich ziemt. Sie sind nicht geplagt von Ehrgeiz, der immer nach Ehrenstellen strebt, und Neid über Anderer Glück verbittert ihnen das Leben nicht. Sie brauchen weder Tod noch Gericht und Hölle zu fürchten, sie beschäftigen sich immer mit frommen Uebungen und stehen in ununterbrochenem Verkehr mit Gott; sie bewahren stets ein gutes Gewissen und haben cine wohlbegründete Hoffnung auf die Anschaun, Gottes und die ewige Eeligkeit Seligkeit darum werden sie in 201 - Leiden nicht traurig oder trostlos, sondern bleiben immer heiter und wohlgemuth ja sie sind des Lohnes ihrer Arbeiten gewiß, jenes unermeßlichen Lohnes, den der gerechte Richter ihnen geben wird am Tage der Vergeltung! Und du, Aloysins, sprach er dann weiter zu sich, was willst du anfangen? was ist dein Endziel und wohin strebst du? wür dest du in einem solchen Stande nicht auch dein Glück sicher finden? findest du nicht Wohlgefallen an dies ser schönen Lebensweife? warum zerre'sfest du nicht auch einmal die Bande, welche dich immer noch hin dern, Gott ungetheilt zu dienen?" Solche und ähnliche Gedanken beschäftigten seine Seele mehr und mehr. Inzwischen betete er täglich, insbesondere aber jedesmal nach der heiligen Com munion voll Innbrunst um Erleuchtung von Gott, damit er ja für sich entscheide, was ihm sicher zum Heile diene. Je öfter und dringender er aber dieß sein Anliegen Gott empfahl, um so stärker wurde sein Verlangen, die drei Ordensgelübde ablegen zu können, nämlich: der steten Keuschheit, der freiwilligen Armuth und des vollkommenen Gehorsams. Er entschied sich daher ganz bestimmt, in ein Kloster gehen zu wollen- in welchen Orden er aber eintreten wolle, ließ er noch unentschieden, da er doch jetzt nicht einmal 13 Jahre alt seinen Entschluß noch nicht ausführen konnte. Er mußte sich vorläufig darauf beschränken, sich auf's Klosterleben überhaupt bestmöglichst im Stil len vorzubereiten. - 6. Seine Vorbereitung für's Kloster. Se lange Aloysius nech in Gesel sich aufhalten - 21 - mußte, und später zu Hause, war er fortan eifrigst bemüht, wenn auch außer dem Kloster doch ein klösterliches Leben zu führen.pn Er suchte soviel nur möglich in stiller Zurückgezogenheit zu leben, und vermied beharrlich eitle Besuche, gesellige Zusammenfünste und scherzende Gesellschaften, von Gastmählen, Schauspielen oder andern weltlichen Lustbarkeiten wollte er nichts wissen. Er nahm feinen Austand, selbst die dringendsten Einladungen höflich aber entschieden abzulehnen, and gab nur hie und da nach aus Gefälligkeit gegen seinen Vater, der manchmal seine Theilnahme wünschte. Wo immer Aloysius bei Andern erschien, war er stweigsam und benahm sich äußerst artig und bescheiden; er wählte sich stets- wenn thunlich- den geringsten und unbequemsten Plaß, und mischte sich nie unaufgefordert in Gespräche, wenn er aber gefragt wurde, antwortete er ruhig, freundlich und verständig. Bei Allem aber suchte er die innere Sammlung des Geistes zu bewahren. Niemals war Aloysius unbeschäftigt er floh den Müssiggang und verabscheute von Herzen diesen unerschöpflichen Quell aller Thorheit und Besheit. Auch von dem sogenanaten geschäftigen Müssiggange war an ihm keine Spur zu bemerken. Vielmehr lag er beständig ernsten und wichtigen Geschäften ob, und zwar mit Eifer und Anstrengung. Die Zeit, welche ihm noch vom Etudiren frei blieb, verwendete er zum Beten und zum Lesen erbauender und lehrreicher Bücher. Daher kam es denn auch, daß er durch seine Einsicht und Weisheit, durch seine vielen Kenntnisse wie durch seine klare Entschiedenheit Jedermann in Staunen setzte, der ihn hören und beobachten fonnte. - - 122 Im Genuß von Speise und Trank war er außerordentlich mäßig und enthaltsam; er seßte nicht bloß seine früher schon angenommene strenge Diät fort, sondern legte sich auch noch mehrere regelmäßige und außerordentliche Fasten auf. So fastete er 3. B. alle Freitage und Samstage bei Wasser und Brod zu Ehren des Leidens Christi und zu( Ehren der seligsten Jungfrau Maria; auch am Mittwoch fastete er gewöhnlich, an den Vorabenden höherer Feste und sonst bei besonderen Veranlassungen. Außers dem aß er überhaupt sehr wenig, so daß seine Haus- und Tischgenossen oft versicherten, sein Leben fönne nur wunderbar von Gott erhalten werden, nicht aber von Speise und Tranf, die er genoß. Aloysius begnügte sich nicht mit dieser Strenge gegen seinen Leib er suchte noch durch andere Bußwerke sein Fleisch zu freuzigen und abzutödten. Zuerst geißelte er sich alle Wochen 2-3mal bis auf's Blut, später that er es täglich. Er benüßte dazu Stricke und Riemen, ja Kettchen, und was ihm ge rade Taugliches in die Hände kam. Des Tages trug er unter seinen Kleidern einen Gürtel mit eisernen Stacheln, und legte Nachts unter das Leintuch oft Brettchen oder Holzstückchen. So wollte er immer und überall seines leidenden Erlösers eingedenk seyn, und ihm zu Lieb aller Bequemlichkeit entsagen. Er hätte durch seine strengen llebungen der Abtödtung und Buße sich frühzeitig zum Märtyrer heiligen Ei fers und christlicher Liebe gemacht, wenn nicht im loster weise Vorkehrungen dagegen getroffen und ein Eifer geregelt worden wäre.in reque Bei solcher Strenge gegen das eigene Fleisch läßt sich wohl vermuthen, daß Aloysius den Gelüsten desselben leicht widerstehen konnte. Er hat aber auch - 1 23 alle andern Mittel eifrig und gewissenhaft angewendet, um das Gelübde der steten Keuschheit im vollsten Sinne des Wortes zu erfüllen. Er bedachte wohl, daß wir Menschen die Gabe eines reinen Herzens in zerbrechlichen Gefäfsen tragen, und nahm sich darum sorgfältig in Acht vor allen Gefahren. Gr erschraf vor einem unehrbaren Worte und floh vor solchen Gesprächen. Mit seinen Augen hatte er einen Bund geschlossen, daß sie auf nichts Reizendes schauten; er mochte mit Jemanden reden oder durch die Straßen der Stadt gehen- stets hatte er seine Augen sittsam niedergeschlagen; er hütete sich irgend einen Theil seines Körpers entblößt anzublicken und ließ sich nie anders als vollständig angekleidet sehen. Besonders sorgfältig vermied er mit Frauenspersonen umzugehen oder allein zu seyn er floh sie ängstlich, wie wenn er eine natürliche Abneigung gegen ste hätte. Wenn ihm eine Dienerin seiner Mutter etwas zu sagen oder zu bringen hatte, ließ er sie vor der Thüre seines Zimmers stehen, vernahm da mit züchtig geſenktem Blick ihren Auftrag, gab furze Ants wort und entließ sie wieder. Selbst mit seiner Mutter mochte er nicht allein sein und ließ sie nie seine Hand ergreifen Diese seine Behutsamkeit für vollkommene Bewahrung der Reinigkeit wurde mit größtem Erfolge gekrönt durch Marias Schuß und Beistand, um diesen flehte er auch unermüdlich. Ueberhaupt gab sein unablässiges und innbrünftiges Gebet seinem ganzen heiligen Streben die höhere Weihe und zog Gottes Segen auf ihn herab. Gr verweilte jetzt jeden Morgen gleich nach dem Aufe stehen längere Zeit, oft über eine Stunde im inners lichen Gebete, verrichtete hierauf seine mündlichen Gebete und hörte eine oder mehrere heilige Messen 24 mit Andacht an, wobei er besonders gerne und erbaulich dem Priester am Altar diente. Er las fleißig in erbauenden und belehrenden Büchern und wendete das Gelesene auf sich an. Abends brachte er wieder längere Zeit, oft gegen 2 Stunden im Gebete zu und war besonders gewissenhaft in Verrichtung der einmal vorgenommenen Andachten- denn er wollte gegen Gott auch im Kleinen getren seyn. Wenn er hie und da Etwas vergessen hatte, so stund er wie der vom Bette auf, es zu beten, wenn es ihm ein fiel; manchmal verließ er sein Bett mitten in der Nacht und betete auf dem Boden des Schlafzimmers fuieend, bis er vor Frost oder Müdigkeit umfank.s and Diese strenge Lebensweise und seine Anstrengung beim Beten verursachten ihm ein Kopfleiden, von dem er nie mehr frei wurde, aber auch nicht frei werden wollte, um eine bleibende Erinnerung an die Dornenfrönung Christi an sich zu haben. Diese Kopfschmerzen wurden einmal Veranlassung, daß Aloysius in große Lebensgefahr gerieth, aber auch Gottes gütigen Schuß wieder an sich erfuhr. Vor großer Heftigkeit der Schmerzen verabsäumte er nämlich, eis nes Abends, die 7 Bußpsalmen zu beten; es fiel ihm ein und er wollte sie im Bette noch beten. Da er aber vor Beendigung derselben einschlief, ohne das Licht ausgelöscht zu haben, fiengen die Vorhänge beim Bette Feuer. Erwacht ob der Flamme, eilt er zur Thüre, um Hülfe zu rufen; unterdeß theilte sich das Feuer auch dem Bette mit und ein großer Brand wurde nur dadurch verhütet, daß schnell herbeicilende Diener entschlossen das Bett zum Fenster hinauswarfen in einen Graben. Aloyfius erkannte hierin Gottes besondere Fürsorge, der ihn errettet und er halten habe, damit er ihm im Ordensstand diene. - - 25 Sein Eifer und sein Gottvertrauen wuchs nun ims mer mehr, und drängte ihn gewaltig, endlich einmal in's Kloster zu gehen. Burs 7. Aloysius will Jefuit werden. HIDTD 2010!! Im Herbst des Jahres 1581 mußte Aloysius mit seinen Eltern und Geschwistern nach Spanien reisen und sich über 2 Jahre zu Madrid am königlichen Hofe aufhalten, wo er und seine Brüder zu Edelfnaben des Kronprinzen erhoben wurden. Weder auf der Reise noch am Hofe versäumte er seine frommen llebungen; auch widmete er sich dem Studium der Wissenschaften und zwar mit vollem Eifer und glänzendem Erfolge. Zuerst verlegte er sich auf das Studium der Logik und Mathematik, sodann lernte er auch Philosophie und Theologie. Er verband auch hier wie früher schon mit regem Fleiße genaue Ordnung und eifriges Gebet. Er verwendete seine bestimmte Zeit zum Studiren und zwar wieder die bestimmten Stunden für die einzelnen Gegenstände: er übereilte nichts, sondern überlegte Alles ruhig und reiflich bis er es recht verstand. Bevor er aber zu studiren anfieng, rief er fnieend den heiligen Geist an, machte dann vor einem Bilde auf seinem Studirtisch eine gute Meinung und richtete oft unterm Studium seine Augen darauf und sein Herz zu Gott. Bevor er in die Schule gieng, besuchte er in der Kirche das allerheiligste Altarssacrament, gesellte sich dann zu den frommern Schülern und hörte nun mit gespannter Aufmerksamkeit auf die Lehrer. Nach bes endigtem Unterrichte dankte er Gott und überlegte das Gehörte bei sich. 26 Um nicht etwa aus menschlich n Rücksichten oder vor Eifer im Streben nach Weisheit im Dienste Gottes zu erfalten und rückwärts zu kommen, wählte er sich alsbald wieder einen bestimmten Vater aus der Gesellschaft Jesu zum Gewissensrath und empfieng wieder recht oft die heiligen Sacramente der Buße und des Altars, ohne darauf zu achten, ob Andere es gerne sehen oder nicht. Ueberhaupt ließ er sich durch die Sitten und Manieren bei Hof gar nicht stören, sondern flößte Allen Achtung ein durch seinen Ernst. Es wagte bald Niemand mehr in seiner Ges genwart auch nur ein unschickliches Wort zu reden, und wenn er in die Näbe kam, brach Jedermann ein unpassendes Gespräch sogleich ab, um ihn nicht zu frånken oder genauere Zurechtweisung von ihm zu erhalten. Zur Bewahrung der vollkommensten Reinigkeit hatte er seine Augen so beharrlich niedergeschlagen, daß er die Straßen und Paläste in Madrid nie fen nen lernte, sondern immer eines Führers bedurfte; und selbst vornehme Frauen, die er oft besuchen oder fogar lange begleiten mußte, blieben ihm unbekannt, weil er sie niemals im Angesicht anschaucte. In seiner Kleidung vermied er alle Ausgesucht heit und Pracht; einfache, ja unansehnliche Kleider waren ihm die liebsten; äußern Schmuck duldete er nicht an sich, wenn es ihm gleich übel gedeutet wurde. Er widerstand beharrlich derartigen Zumuthungen selbst von Seite seines Vaters und brachte es endlich das hin, daß man ihn gewähren ließ. Nicht selten nahmen Weltmenschen an dem hei ligen Lebensernste des heiligen Aloysius Anstoß und er mußte vielerlei Tadel erfahren. Selbst sein Vater meinte anfänglich, er sollte sich mehr standesgemäß Univ.- Bibl. Giessen - benehmen, und nicht den Sonderling spielen; er könnte Manches mitmachen ohne sein Gewissen zu beschweren. Weil aber Aloysius so entschieden und standhaft auf seiner Ueberzeugung und Lebensweise bes harrte, konnte der Vater ihm seine Achtung und Liebe nicht versagen, wenn er gleich Manches höchst ungern sah. Ebenso famen auch viele Spötter bald zu einer bessern Meinung von Aloysius und sagten oft, der junge Markgraf- Aloyfius sey und lebe fast so, wie wenn er nicht aus Fleisch und Blut bestände. Sie vermochten sein Streben und sein Glück zwar nicht zu begreifen aber sie ließen ihn doch in Ruhe und verschonten ihn auch mit ihren lustigen Höflichkeitsbesuchen, die Aloysius stets als Zeitverlust ansah und darum gern entbehrte. - 27 — - nun istin Während Aloysius sich am föniglichen Hofe in Spanien aufhielt, war sein früherer Entschluß, in einen Orden zu treten, nicht etwa in Vergessenheit gekommen, sondern oft überdacht und erneuert worden. Es waren so bereits 1½ Jahre verflossen follte entschieden werden, in was für einen Orden er treten wolle. Unter häufigem innbrünstigem Ges bet um Erleuchtung von Oben kam er anfänglich auf die Meinung, der strenge Orden der unbeschuhten Karmeliter sey für ihn der rechte, weil er Vors liebe zu strengen Bußübungen hatte. Seine Mutter, der er diese Ansicht mittheilte, machte ihn jedoch auf seine schwächliche Leibesbeschaffenheit und Kränkliche feit aufmerksam; es lag am Tage, daß er in einem Orden, der an Strenge seine bisherigen Abtödtungen noch übertraf, nicht lange leben und den Anforderungen der Ordensregel nicht einmal recht genügen könnte. Von diesem Plane gieng er daher ab; ebenso von einem zweiten; in ein Kloster einzutreten, 1 - 28 - - wo er die alte Zucht und Ordensregel wieder herstellen könnte. Es wäre dieß wohl ein großes und verdienstliches Werk gewesen allein er traute sich nicht soviel zu und fürchtete in einem solchen Kloster nur unglücklich zu werden ohne viel nüßen zu können. Endlich fand er den rechten Orden, in den er treten follte. Er hatte bereits von der Welt und all' ihrer Eitelkeit sich losgemacht, und fühlte eine besondere Vorliebe für die Einsamkeit und den Umgang mit Gott. So gewiß er hiefür am meisten Anlage be saß, so gewiß hatte er auch ausgezeichnete GeiſtesGaben, die er nicht unbenüßt lassen durfte. Dich bestimmte ihn nun, einen Orden zu wählen, in dem auf Beides gehörige Rücksicht genommen werde. Er wollte dem Erlöser, dem Muster aller Vollkommen heit, nachfolgen, und wie Er bald in der Einsamkeit beten, bald die Menschen lehren, ermahnen und zu Gott führen er wollte für das Heil Anderer thätig seyn, aber dabei die eigene Vervollkommnung nicht vernachlässigen. Hiefür schienen ihm feine Dr densregeln so zweckmäßig zu seyn als die der Je fuiten daher entschloß er sich in den Jesuitenorden zu treten. An Maria Himmel fahrt 1583 wurde er in seinem Entschlusse wunderbarer Weise bestärkt. Als er nemlich die heilige Communion empfangen hatte und vor einem Marienbilde de Danksagung verrichtete, bat er die mächtige Patronin, daß sie ihm von Gott ein Zeichen erbitte, woraus er Gottes Willen in dieser Angelegenheit ers fennen könne. Da vernahm er vom Kreuze herab die Worte:„ tritt nur in den Jesuitenorden und ents decke diesen Entschluß deinem Beichtvater!" Voll Freude und heiligen Eifers eilte Aloysius noch an demselben Tage zu seinem Beichtvater und setzte ihn - 29 veu der Sache in Kenntniß. Dieser verkannte seinen Beruf hiezu nicht, sagte ihm aber, daß er nicht auf genommen werden könne, bevor er die väterliche Zustimmung erhalten habe, um die er nun bitten folle. Aloysius zögerte mit diesem Geschäfte nicht lang - er beeilte sich zuerst mit der Mutter darüber zu reden. Diese vernahm seinen Entschluß mit innigster Freude und dankte Gott für die außerordentliche Gnade, welche er ihr und ihrem Sohne durch die Be rufung in diesen Orden erwiesen hatte. Sie war gern bereit, beim Vater einstweilen Einleitung zu treffen, und besänftigte seinen Unwillen, der sich res gen wollte, als er den unverhofften Entschluß er= fuhr. Dieser Unwille brach jedoch ziemlich heftig aus, als Aloysius bald darauf selbst erklärte, daß er Gott und den Menschen recht dienen möchte im Jesuitenorden. Obgleich Aloysius mit aller Demuth und findlicher Ehrerbietigkeit sein Anliegen vorgebracht hatte, so schalt der Vater dieses Vorhaben doch voreilig und unüberlegt; ja von dem unerwarteten ihm gar nicht zusagenden Entschluß des Aloysius schwer betroffen, hieß er seinen Sohn, sich aus seinen Augen entfernen und drohte ihm mit Schlägen, falls er auf seinem Vorhaben beharren wollte, mitmed 4 Unerschrocken, aber bescheiden entgegnete Aloysius, daß er es für ein großes Glück hielte, wenn er um Gottes und seines erkannten Berufes willen Strafe erleiden sollte, und entfernte sich hierauf mit allem Anstand. H indipe So hatte Aloysius wieder einen großen Schritt vorwärts gethan auf seiner Heldenbahn: er hatte unter Gebet und reiflicher Ueberlegung sich entschlossen, Jesuit zn werden und diesen Entschluß den Eltern mitgetheilt. Die Wirkung war freilich eine ganz 30 verschiedene! Seine Mutter sah hierin ihren Lieb lingswunsch vollkommen erfüllt, und freute sich ungemein rarüber: der Vater sah hiedurch seine Pläne und Ansichten vernichtet war tief erschüttert und bestürzt! Beide- Vater und Mutter liebten ihr Kind von ganzem Herzen, aber der Mutter Liebe war eine heilige, christliche, während des Vaters Liebe eine mehr blos menschliche und insofern fehlerhafte war, und darum in so große Bitterfeit übergieng, als die irdischen Pläne und Hoffnungen vereidelt wurden. - - - 8. Sein langer, schwerer Kampf. Was man nicht gern hat, glaubt man nicht leicht dieß zeigte sich auch beim Markgrafen. Er wünschte nichts sehnlicher, als daß Aloysius ihm in der Herrschaft und in den Ehrenstellen nachfolgen, und die Macht und das Ansehen seiner Familie noch erhöhen möchte- was mußte ihm daher schwerer fallen als von Aloysius selbst zu hören, daß all' diese Wünsche nicht in Erfüllung gehen würden! Er konnte nicht glauben, daß es seinem Sohne mit dem. bemerkten Entschluß so voller Ernst sey; vielmehr suchte er seine Hoffnungen wieder zu nähren mit der Meinung, daß Aloysius zu jenem Vorhaben nur überredet sey. Diesen Verdacht sprach er sogleich aus, und ließ nach einigen Tagen auch den Beichtvater des Aloysius eben deßhalb zu sich rufen. Dieser hörte die bittersten Vorwürfe des aufgeregten Vaters mit aller Geduld an und erwiederte ganz ruhig der: Wahrheit gemäß, daß Aloysius ganz aus sich selbst zu diesem Entschluß gekommen sey und ihm denselben erst vor einigen Tagen mitgetheilt habe. Durch die 31 - - weiteren Erklärungen des Beichtvaters, wie des Aloys sius ganze bisherige Lebensweise fast nothwendig zu einem solchen Gutschlusse habe führen müssen, ließ sich der Vater wohl etwas besänftigen, versuchte aber aufs Neue das Vorhaben wankend zu machen und am Ende umzustoßen. Was die Strenge nicht erzielt hatte, hoffte er durch freundliche Vorstellungen und schmeichelndes Zus reden zu erreichen. Deine Gesundheitsumstände sind doch wahrscheinlich nicht der Art, daß du im Klos ster es lange aushalten kannst; du fällst dem Orden nur zur Last und kannst nichts Großes in ihm leiſten. Man fann da auf deine Schwächlichkeiten nicht die nöthige Rücksicht nehmen, und der pünktliche Gehors sam, der in dem Drden ohne Widerrede geleiſtet werden muß, drückt dich vollends nieder; du würdest dich bald recht unglücklich fühlen; zudem denke doch auch an unsere Verwandten! welche Hoffnungen setzen sie auf dich! und die ganze Markgrafschaft würde, dich mit Freuden als ihren Herrscher begrüßen! Wie viel Gutes könntest du da stiften, und wie viele wichtige Dienste dem Kaiser leisten, der unsrer Familie so sehr zugethan ist! Kannst du die Pflichten des vierten Gebotes vernachlässigen, ja verletzen und mir deinem Vater ungehorsam seyn und so großen Kummer verursachen? Wenn du wenigstens nur auch in einen andern Orden treten wolltest, wo du hohe Würden erhalten könntest!" So und ähnlich sprach der Markgraf freundlich zu seinem Sohne. Dieser fand lange keine Worte zur Antwort er fonnte nichts als weinen über die blinde Liebe seines Baters, der ihm den Himmel so unsicher machen und eine trügerische Welt dafür anbieten wollte. Mit findlicher Ehrfurcht und Bescheidenheit, aber zugleich - -32 - 1 auch mit ruhigem Ernste sprach Aloysius endlich zu leßt: Bater! es ist freilich wahr, ich stehe unter Ihrer Gewalt Sie können mir befchlen und über mein Vorhaben entscheiden aber wenn Sie mich an dem Eintritt in den Orden hindern, so widerseßen Sie sich dem Willen Gottes' denn diesen Beruf muß is nach reiflicher Ueberlegung als Gottes Willen erkennen und ihn wählen, wenn ich nicht ungehorsam sein will gegen die innern Eingebungen des heiligen Geistes. Sie werden mich doch nicht hindern wollen in der Beobachtung des erkannten göttlichen Willens! Sie werden mich nicht abhalten wollen von dem Eintritt in einen Orden, wo der gefährliche Ehrgeiz mich nicht mehr beunruhigen oder gar um den Himm. I be trügen kann! Der Markgraf wußte biegegen nichts einzu wenden- er mußte dem frommen Aloysius inner lich sogar beistimmen; er ehrte die höheren Absichten Go tcs ganz wohl aus dem außerordentlich strengen Lebenswandel seines Sohnes; allein in seinem bethörten Herzen gab er immer noch der Hoffnung Raum, Aloysius könnte vielleicht durch langes Hin halten und Verzögern in seinem Vorhaben noch wan kend werden. Er verschob daher seinerseits die Eine willigung immer wieder weiter hinaus, und suchte auch mehrere einflußreiche Personen zu bestimmen, bei Aloysius auf Aenderung seines Entschlusses hin zuwirken. Alloysius wurde aber immer noch fester in seinem Vorhaben, und benützte jede Gelegenheit, von seinem Vater die Zustimmung zu erbitten. Endlich erlangte er das Versprechen, daß ihm die Erlaubniß gegeben werde, sobald er mit den Eltern nach Italien zurückgekehrt sey. FISH Als die ganze Familie im Juli 1584 nach Italien 33 zurückgekehrt war, wollte der Vater den Aloysius eben wieder hinhalten und wünschte deßhalb, daß er und sein Bruder Rudolph miteinander an den Höfen der italienischen Fürsten ihre Besuche machen sollten. Aloysius gehorchte; aber statt, wie der Vater hoffte, durch die Pracht und die Lustbarkeiten der Großen in seinen Vorsägen erschüttert zu werden, wurde er vielmehr darin befestiget. Er weigerte sich standhaft, prunkende Hoffleider bei seinen Besuchen zu tragen, lernte die Eitelkeit und leppigkeit der Weltmenschen redt zu würdigen und gab allenthalben das herrlichste Beispiel eines wahren Seelenadels. Besonders merkwürdig bei seinen Besuchen sind folgende zwei Vorfälle: in Turin hielt er sich einige Zeit bei einem Verwandten auf und ließ sich öfters in freundliche Unterhaltungen mit mehreren jungen Edelleuten ein. Einstmals kam auch ein alter Herr herbei und erlaubte fich einige ungeziemende Worte. Da wandte sich Aloysius rasch gegen ihn, und verwies es ihm ernstlich mit den Worten: wie können Sie, ein Mann von Stand und in so hohem Alter vor jungen Edels leuten dergleichen Reden führen? Schämen sie sich nicht, ihnen ein so böses Beispiel und Alergerniß zu geben? Dann gieng Aloysius schweigend von ihnen hinweg in ein anderes Zimmer und las in einem Buche der graue Zotenmeister hatte seine unreine Lippen ordentlich verbrannt- die Andern wurden mit Ehrfurcht gegen Aloysius erfüllt. Von Turin mußte er auch den Bruder seiner Mutter besuchen. Dieser Oheim veranstaltete nun ein großes Familienfest; viele Gäste, vornehme Herren und Frauenzimmer waren zum Mittagmahl eingeladen, und zur heiteren Unterhaltung war eine Tanzbelustigung mit guter Musik verabredet. Da sollte die Tugend und Der heil. Aloysius. 3 34 Frömmigkeit und die heiligen Entschlüsse des Aloyfins in Todesgefahr kommen oder gar zu Grabe getragen werden! Allein Aloysius erschien bei Tisch nur auf vieles Bitten, um den Oheim nicht sehr zu fränken, der seinetwegen das Fest veranstaltet hatte; dabei hatte er sich noch ausdrücklich ausbedungen, daß ihm nicht zu tanzen zugemuthet werde. Beim Essen gab er Allen ein bewunderungswürdiges Beispiel von Bescheidenheit, Artigkeit und Mäßigkeit; noch auffallender erprobte sich aber sein heiliger Ernst und seine Entschiedenheit, als nach dem Essen ein Edelfräulein sich ihm näherte und ihn zum Tanzen einzularen wagte. Er erwiderte feine Silbe, sondern eilte schweigend zum Saale hinaus und fam nicht wieder in denselben zurück. Der Gefahr ents flohen, warf er sich in einem Bedientenzimmer hinter einer Bettstelle auf die Kniee nieder, und betete ſo inbrünstig, daß Niemand ihn zu stören wagte. 1 - - Als Aloysius die nöthigen Besuche bei vers schiedenen italienischen Fürsten abgestattet hatte, schien er dem Ziele seiner Wünsche wieder ferner als vorher zu seyn- er mußte den alten Kampf um die Erlaubniß mit seinem Vater wieder von Vornen be ginnen. Aber nach all den verschiedenen Anfechtungen antwortete er seinem Vater, der ihn einmal wieder fragte, was er jetzt noch im Sinne habe, mit ruhiger Ent schiedenheit: Vater, ich will Gott im Jesuitenorden dienen." Hierdurch gerieth der Markgraf in große Aufregung, fuhr den Aloysius zornig an, hieß ihn aus dem Zimmer gehen und nicht mehr vor seine Augen kommen. Aloysius gehorchte schnell und pünkt lich des Vaters Wort als Befehl achtendverließ er das Schloß und begab sich in ein, etwa eine Meile von Kastiglione entferntes Franziskaner tr 35 Klofter, wo der Markgraf für sich und die Seinigen eigene Zimmer hatte. Hier richtete er sein Leben ganz klösterlich ein und diente Gott mit großer Strenge und heiligem Eifer einige Tage lang ungestört. Als hierauf der Vater wieder nach ihm gefragt und erfahren hatte, wo er sei, ward er abermals sehr zornig und ließ ihn sogleich holen. Er gab ihm abermals einen sehr strengen Verweis, ohne eine Ent schuldigung von ihm anzunehmen, und hieß ihn endlich mit wilder Miene auf sein Zimmer gehen. Aloyfius machte eine ehrfurchtsvolle Verneigung und entfernte sich. In seinem Zimmer begann er sodann, nachdem er die Thüre verriegelt hatte, mit Weinen und Seufzen, auf die Kniee hingeworfen, Gott um Beistand und Ausdauer anzuflehen, zuletzt geißelte er sich selbst lange bis aufs Blut. In diesem heiligen Märtyrer- Eifer erblickte ihn durch eine Thürrige der Erzieher, dem der Graf aufgetragen hatte, nach Alloysius zu sehen. Dieser Anblick erregte sein innigstes Mitleiden- er eilte zum Markgrafen und sagte mit Thränen in den Augen: ,, ach, der gute Aloysius dauert mich herzlich; sein strenger Eifer und seine Leiden verkürzen ihm das Leben. Die härtesten Herzen müßten erweicht werden bei solchem Schauspiel, wie ich es gesehen! Sie sollten ihm die Erlaubniß, in den Orden zu treten, doch nicht mehr länger vers sagen! Er weint und martert sich ja fast zu Tod!" Was haben Sie denn gesehen, fragte der Markgraf betroffen und gerührt. Als der Erzieher seine Beobachtung mit rührender Theilnahme erzählt hatte, trug der Markgraf einem Diener auf, des andern Tags den Aloysius genau zu beobachten und ihn von seinen Wahrnehmungen in Kenntniß zu sehen. Da mun Aloysiuswieder unter häufigen Thränen auf dem - 36 Boden knieend betete und ich schmerzlich geißelte, ließ sich der Vater in einem Sessel vor die Zimmerthüre des Sohnes tragen und beobachtete ihn selbst. Augenscheinlich überzeugt von der Wahrheit des Gesag. ten, wußte er sich nicht mehr zu fassen und zu rathen endlich erholte er sich von seiner Bestürzung und ließ die Thüre öffnen. Der Fußboden des Zimmers war, wo Aloysius geknieet, mit Thränen stark be netzt und vielfach ringsum mit Blutstropfen bespritzt. Der Markgraf überzeugte sich selbst davon, wie auch seine Gemahlin. Jetzt wagte er es nicht mehr, den erneuerten dringenden Bitten seines Sohnes zu widerstehen er gab die abgerungene Erlaubniß und ließ beim Jesuitengeneral anfragen wegen Aufnahme des Aloysius in den Orden. Die günstigste Antwort ließ nicht lange auf sich warten seine Aufnahme war bereitwilligst zugesagt. So waren denn die schwierigsten Hindernisse überwunden Alov sius hatte durch heiligen Eifer und beharrliches Gebet den Sieg über die Welt errungen Ziel stand ihm nicht mehr ferne. sein schönes - - - 1 - - 9. Schwere Prüfung. Sobald Aloysius von Rom die erfreuliche Nach richt, daß er in den Jesuitenorden aufgenommen werde, erhalten hatte, schrieb er selbst an den Hochwürdigen Ordensgeneral, und sprach seinen herzlichsten Dank für diese Zusage in rührender Weise aus. Am liebsten wäre er freilich sogleich selbst nach Rom ges gangen, um persönlich seine Dankbarkeit bezeugen und gleich im Kloster bleiben zu können, allein er mußte noch einige Verzögerungen seines wirklichen Eintritts - 37 er in den Orden sich gefallen lassen. Die Markgraf schaft war nemlich als kaiserliches Lehen schon dem Aloysius zugesichert; wenn nun nach des Vaters Wunsch der zweite Sohn, Rudolph, an des Aloysius Stelle treten ſollte, so mußten die bezüglichen Urfunden verändert und umgeschrieben werden. Aloyfins machte dabei gar keine Bedingungen wünschte nur, daß es recht bald geschehe. Als die Urkunden, in denen er auf alle Aemter und Würden, auf die ganze Markgrafschaft und alle damit verbundenen Titel, Abzeichen und Vorrechte feierlich verzichtet hatte, vom Kaiser genehmigt, zurückgekommen waren, konnte Aloysius seine innigste Freude nicht verbergen, und sagte, er fühle sich gewiß weit glücklicher, daß er von dieser Bürde frei geworden sey, als sein Bruder, weil er die Markgrafschaft erhalten habe. Bis vorgenannte Urkunden umgeändert, an den Kaiser geschickt und wieder genehmigt zurückgekommen waren, vergieng eine geraume Zeit; diese benußte er, um nach des Vaters Wunsch in Mailand eine sehr schwierige Familienangelegenheit zu besorgen. Gegen 9 Monate lang mußte er sich raselbst aufhalten, erreichte jedoch durch seine Vorsicht und Klugheit, durch seine Aufrichtigkeit und inbrünstigen Gebete seinen Zweck vollkommen, so daß die verwickelten Unterhandlungen ganz nach Wunsch ausfielen. Nebenher war Aloysius in Mailand eifrig bemüht, seine Kennts nisse zu bereichern, und jede freie Stunde zur Ausbildung seines Verstandes und Herzens zu benüßen. Die Geschäfte waren nun besorgt, die Urkunde vom Kaiser zurückgekommen: jezt glaubte Aloysius nach Rastiglione zurückkehren und dann alsbald in das Kloster gehen zu können aber welch eine - - 38 furchtbare Täuschung gewahrte er plößlich! Das Ziel, daß er ganz nahe sah, wurde auf einmal wieder in unabsehbare Ferne gerückt. Zu seiner größten Ueberraschung fam der Vater nach Mailand und fragte ihn nach den ersten Begrüßungen sogleich, wie es jeßt mit seinem Vorhaben stehe. Die Antwort lautete: ganz so wie früher er sey fest entschlossen, in den Jesuitenorden zu treten. Hierüber gerieth der Vater wieder in schmerzliche Aufregung. Er bot mun Allem auf, wodurch er den Aloysius rühren und von seinem Vorsatze abbringen zu können hoffte. Er mahnte ihn ernst daran, daß er sich wohl prüfen möge, ob sein Benchmen und Vorhaben nicht mehr durch Eigenliebe als durch göttliche Berufung veranlaßt worden sey; cs stehe sehr zu befürchten, daß er mehr von jugendlichen Vorstellungen sich leiten lasse als von ruhiger und verständiger Ueberlegung. Sodann solle er wohl beherzigen, daß durch seinen Eintritt in dies sen Orden ihr Geschlecht in Verfall gerathe. Er Aloysius stehe allgemein in höchster Achtung und würde die ganze Markgrafschaft glücklich machen kön Sein jüngerer Bruder sey wegen seiner jugendlichen Lebhaftigkeit und Unerfahrenheit weniger geeig net zum Regieren, und könne leicht, in dieser für ihn nicht so passenden Stellung, großen Schaden leiden an seiner Seele. Ihm dagegen würde die Welt we gen seiner Charakterfestigkeit nicht gefährlich seyn, wohl aber einen recht großen Wirkungskreis darbieten, wo er ungemein viel Gutes stiften und so nicht bloß selbst den Himmel erlangen, sondern auch Andern dazu verhelfen könnte. Mit besonderer Rührung und Wehmuth sprach er endlich noch:„ du weißt, daß ich immer fränklich bin und ein Leiden habe, das mich oft ans Bett feffelt und zuletzt gar in's Grab brin nen. ― - - 39 - — gen wird. In diesem Zustande muß ich mich sehr in Acht nehmen und schonen, um das Ulebel nicht zu verschlimmern. Du könntest am besten mich unterstüßen und statt meiner die lästigen Geschäfte befor gen und nun willst du mich verlassen? Wenn fortan wichtige Geschäfte vorkommen, die ich selbst nicht mehr verrichten und auch Niemanden anvertrauen kann, so werde ich in Kummer und Sorgen unterliegen und in bitterem Grame verzehrt ins Grab finken- und von der Mitschuld an diesem Tode iſt dein Ungehorsam gewiß nicht frei!" Diesen herben Worten gab ein Strom von Thränen, die über die Wangen des alten Vaters herabstürzten, noch ihre volle herzdurchschneidende Schärfe. Was sollte der arme Aloysius nun erwidern und was thun? Fleisch und Blut hatten einen furchtbaren Kampf bereitet aber die Gnade Gottes half dem Geist zum Siege. Gefaßt und mit aller schuldigen Theil nahme sagte Aloysius, daß er keinen Augenblick vergessen habe, wieweit er findlichen Gehorsam schuldig sey. Wenn er nur leichtsinnig oder gar eigenwillig zu seinem Vorhaben gelangt wäre, so würde er gewiß den Wünschen eines so liebevollen Vaters nicht entgegenzuhandeln wagen. Allein er könne sein Vors haben nicht aufgeben, weil es ohne Zweifel Gottes Wille sey; wenn aber Gott ihn zu seinem Dienſte berufe, so dürfe er sich davon nicht abhalten lassen, aus Gehorsam gegen seinen irdischen Vater. Fr werde gewiß immer dankbar seyn für die väterliche Liebe und Sorgfalt; des Vaters Kummer und Sorgen gehen ihm wohl sehr zu Herzen- aber er hoffe zuversichtlich, daß Gott, dem er sich weihen wolle, gewiß für den Vater und das ganze Haus auf's Beste sorgen werde." . 40 Der Markgraf sah wohl ein, daß alle weitern Versuche den Aloysius nicht wanfend machen können, se lange er daran festhalte, daß er von Gott zu die sem Stande berufen sey. Mehrere Personen von Stand und Ruf sollten nun den Aloysius von die ser leberzeugung abbringen; aber ihre Bemühungen dienten nur dazu, diese Ueberzeugung in ihnen wie in Aloysius noch mehr zu befestigen. Ebendicß fand auch Stait bei einem letzten Versuche, den sogar ein sehr berühmter Jesuit machen mußte. Dieser besprad sich über eine Stunde lang mit 2.lovfius in Gegenwart des Markgrafen, und wandte alle Weisheit und Beredtsamkeit an, um den bezweifelten Beruf zu prüfen und in Frage zu stellen. Die ernsten und weisen Antworten des Aloysius nöthigten ihm aber das Ge ständniß ab, daß er an seinem Berufe durchaus nicht zweifeln könne. Aloysius war jest hocherfreut, weil sein Beruf so streng geprüft und für wahr befunden worden; der Vater konnte nicht mehr anders- er mußte zugeben, daß des Sohnes Beruf von Gott sev, und versprach daher, kein weiteres Hinderniß mehr legen zu wollen. 1 Der Markgraf reiste hierauf wieder nach Ka stiglione, und auch Aloysius sollte bald dahin nach folgen. Während er in Mailand noch Alles in's Reine zu bringen hatte, fragte er beim Jesuitengeneral brieflich an, ob er nicht, falls ihm sein Vater zu Hause aufs neue Schwierigkeiten mache, ohne feine ausdrückliche Erlaubniß in irgend ein Jesuiten kloster gehen dürfe, da der Vater ihm rie Erlaubniß ja versprochen habe, und kein Zweifel meh. über sei nen Beruf obwalte. Die Antwort ermahnte ihu' freundlich und weise zur Geduld und Ausdauer, bis der Vater die Zustimmung gab- ohne seine Gr - 41- - laubniß solle er sich nicht von Hause entfernen. Aloyfius war damit ganz zufrieden, obgleich er seine Wünsche opfern mußte. 2uf der Heimreise hielt er sich in einem Jesuitenlloster zu Mantua einige Zeit auf und stellte eine ernstliche Erwägung der Ordensregeln an, die ihm desto besser gefielen, je länger er über sie nachdachte. Zu Hause angekommen, sagte er einige Zeit nichts vom Kloster, führte aber ein musterhaftes und außerordentlich strenges Leben. so daß Alle in und außer dem Hause ibn bewunderten und verehrten. In seinem heiligen Eifer und ohne eine besondere geistliche Leitung trieb er seine Bußübungen und Abtödtungen manchmal zu weit, so daß sie eine Regelung und Mäßigung wobl nöthig gehabt hätten. Allein was er aus Ulebermaaß der Liebe etwa fehlte, diente doch wieder dazu, seinen Vater zum Nachgeben zu bewegen. Die liebevolle Mutter bemerkte die oft übermäßige Strenge des Sohnes wohl, und konnte sich nicht mehr länger enthalten, dem Vater vorzustellen, daß Aloysius bei solcher Lebensweise dem Tode schnell entgegengehe; im Kloster wäre viel besser für ihn gesorgt, da die Obern seinen Eifer ordnen und mäßigen, und auch Gehorsam von ihm erlanzen würden, er möge ihn darum nicht mehr länger vom Eintritt in den Orden abhalten Nachdem die Mutter in so weiser Rede den Vater an sein Versprechen erinnert hatte, ließ auch Aloysius leise merken, daß er Sehnsucht nach dem Kloster habe und auf des Vaters Zustimmung hoffe. Da sprach der Markgraf auf einmal in barschem Tone: nein, mein Sohn, mit deinem Vorhaben bin ich nicht einverstanden. Pever du 25 Jahre alt bist, darfſt du an eine solche Entscheidung nicht denken. Du - 42- kannst wohl jetzt schon gehen aber dann bist du mein Sohn nicht mehr!" Bestürzt über eine solche Erklärung des Vaters sab Aloysius all' seine Hoff nungen zu nichte geworden, wenn er nicht irgend einen Ausweg fände. Er machte mun den Vorschlag, noch eine bestimmte Zeit lang mit Ausführung seines Entschlusses zuzuwarten, wenn er in Rom leben dürfe und nach dieser legten Prüfung bestimmt kein Hinderniß mehr zu fürchten habe. Dazu verstand sich natür lich der Vater nicht und wies den Vorschlag un willig zurück. So aufs Acußerste gedrängt und in seinen gerechtesten Hoffnungen getäuscht, erklärte Aloystus hierauf, mit sichtlicher Begeisterung unumwunden, daß er durch gar keine Pflicht vom Eintritt in den Orden abgehalten werde; wenn daher der Hoch würdige General nach Verfluß der bestimmten Zeit ihn nicht aufnehme, so werde er lieber verlassen in der Welt umherirren, als im Besitz der zeit iben Güter und Ehren bleiben, zu deren Genuß er einmal von Gott nicht berufen sey. Dieser Ernst wirkte beim Vater; die bessern Gefühle seines Herzens wurden rege- er bewunderte des Sohnes Standhaftigkeit und Freimuth, und fürchtete ihn zu verzweifelten Schritten zu drängen: er nahm nun den gemachten Vorschlag an. Aloysius schrieb diesen Ausgang der Sache sogleich dem Jesuitengeneral und drückte am Schlusse seinen großen Schmerz über die eingetretene Verzögerung seines Eintritts in den Orden aus. Noch nie hatte er seine vornehme Geburt so bitter beklagt und beweint; mehrere Tage lang war er ganz traurig und wünschte oft zu den armen Kindern niederer Herkunft zu gehören, welche durch keine solche Hindernisse vom Klosterleben abgel alten werden. Er war jetzt auf eine bestimmte Zeit lang gleichs - 43 sam gebunden durch das Versprechen des Vaters und wußte nach menschlicher Einsicht kein Mittel, die lästige Zeit des Aufschubs abzukürzen. Das Gebet allein gewährte Trost und Beruhigung und auch Hülfe. Als er eines Morgens recht inbrünstig Gott um Abkürzung jener Zeit angefleht, fühlte er sich plößlich angetrieben, seinen Vater noch einmal um die Erlaubniß zu bitten. Er eilte ohne lange Ueberlegung zum Markgrafen, der unwohl im Bette lag, und sprach in ganz eigener Weise sehr bes scheiden aber doch voll Zuversicht: Vater, ich ergebe mich Ihnen ganz, verfügen Sie über mich, wie Sie wollen; aber das bethcure ich wiederholt vor Ihnen, daß ich von Gott zur Gesellschaft Jesu berufen bin. Wenn Sie sich daher diesem meinem Vorhaben widerseßen, so widersetzen Sie sich dem Willen Gottes." Nach diesen Worten entfernte er sich wieder schweigend. Der Vater staunte, wurde nachsinnend und erschrack vor dem Gedanken, daß er bisher schon durch seinen Widerstand möchte Gott beleidigt haben. Er weinte bitterlich und ließ hierauf Aloysius zu sich rufen. Tief erschüttert und mit Wehmuth sprach er zu ihm:, mein Sohn! ich liebte dich immer herzlich um deiner Gottesfurcht und Frömmigkeit willen. Ich sezte wegen deiner übrigen Geistesvorzüge alle meine Hoffnungen und die Ehre unseres Hauses auf dich! Du hast meinem Herzen durch deinen Entschluß tiefe Wunden geschlagen; da du aber glaubst, Gott rufe dich zu einem andern Stand, so will ich dir nicht länger hinderlich seyn. Gehe hin, wohin du Sehnsucht hast: ich will dir meinen väterlichen Segen geben und für dich beten, daß du das Heil findest!" 2C. Ein Thränenstrom war die lautlose und doch so beredte Antwort des überseligen Aloysius. Er ents - - 44 - fernte sich schnell, nachdem er furz aber herzlich für diese Gnade gedankt hatte, um durch seine Freudenthränen des Vaters Schmerz nicht noch zu vergrößern. In seinem Zimmer konnte er seinem Herzen freien Lauf lassen und seine Seele überströmte von heiliger Freude: er lobpries Gottes unendliche Güte und brachte ihm auf den Knieen liegend den herzlichsten Dank dar für diese große Gnade. Er weihete sich sogleich Gott ganz und gar, zum unbedingten Opfer. Die Erde hatte ihn jest losgelassen er wollte sich sogleich Gott übergeben. Wer in Geduld ausharret, wird gefrönt und kann des Sieges sich er freuen." - —— 10. Abschied von der Welt. Was dem frommen Aloysius unbeschreibliche Freude gemacht hatte, das erfüllte die Einwohner von Kastiglione und der ganzen Grafschaft mit tiefer Traner. Es hatte sich nemlich die Nachricht, daß Aloysius die Erlaubniß erhalten habe, ins Kloster zu gehen, schnell unter den Unterthanen verbreitet, und nun naheten sich ihm viele, wo er immer gehen mochte, weinten und beklagten seinen Verlust:„ Wir haben schon so große Hoffnungen auf Sie gesetzt und uns gefreut auf Ihre Herrschaft," sagten die guten Leute; wir lieben Sie nicht bloß wie einen guten Fürsten, sondern wie den besten Vater und nun wollen Sie uns v rlassen, stutt recht glücklich zu machen!" Aloysius tröstete sie freundlich und sprach manchmal: ihr lieben Leute! ich bin mit der weltlichen Herrschaft nicht zufrieden ich möchte gern noch ein größeres und schöneres Nich das Himmels reich. Wenn ich aber bei euch bliebe, so würde - 45 ich das Himmelreich nicht leicht erlangen denn für die Reichen und Mächtigen ist es gar schwer, in den Himmel zu kommen. Ich will daher für meine Eecle sorgen so gut als möglich; machet ihr es auch so!" Jeder Tag des Ausschubs wurde ihm jetzt zu lange, endlich war ein entscheidender Tag herangekommen. Es hatten sich am 2. November 1585 zu Mantua im Schlosse des Markgrafen die nächsten Verwandten des Hauses Gonzaga versammelt. Hier entsagte Aloysius in Gegenwart der zahlreichen hohen Versammlung feierlich der Welt, all' ihrem Reichthum und all' ihrer Macht. Während sein Vater bitterlich weinte und die andern hohen Personen gerührt und betroffen zufahen, that Aloysius dieß große Werk, das ihn überglücklich machte. In wenigen Minuten- durch die feierliche Verzichtleistung arm geworden, begab er sich alsbald in sein Zimmer und dankte Gott aus vollem Herzen für die große Gnade der Armuth. Er fühlte sich einer schwerer Bürde entledigt und erfreute sich nun den ganzen Tag über einer so außerordentlichen innern Trostesfülle, daß er später oft sagte, an jenem Tage habe er eine ganz besondere Heimsuchung der Liebe Gottes erfahren. - Ein frommer Priester von der Begleitung des Aloysius mußte nun sogleich ein Jesuitengewand bes nediciren; Aloysius zog es an und trat so mitten unter die Verwandten, die zum Mittagmahle versammelt waren. Alle wurden bei diesem Anblick bis zu Thränen gerührt, und der Vater konnte vor llebermacht der Trauer beinahe nicht effen. Jetzt hielt Aloysius den Augenblick für günstig und fieng an, bescheiden aber mit wahrer Begeisterung die Gefahren des Heils zu schildern, welche Reichthum, Macht und - 46 - - Ehre den Großen dieser Erde bereiten, und seine Worte über die Eitelkeit aller irdischen Herrlichkeit drangen tief in die Herzen der aufmerksam zuhörenden Tischgenossen, so daß sie nachher oft mit Freude und großem Nußen sich daran erinnerten. An die sen schönen. entscheidenden Tag des 2. Novembers reihete sich der folgende, der 3. November in würdiger Weise an; ja was an diesem Tage geschah, war noch weit rührender und lieferte noch auffallender den Beweis, daß Aloysius ganz von der Gnade Gottes geleitet werde. An diesem Tage wurden nemlich sogleich die nöthigen Anstalten getroffen zum Antritt des Noviziats. Zuerst nahm Aloysius Abschied vom Herzog von Mantua und allen hohen Personen des Hoses, welche tiefergriffen faum ihn zu beglückwünschen vermochten. Das Schwerste stand am Abende bevor. Der fromme Sohn ging zu sei nen Eltern, warf sich vor Ihnen auf die Kniee nies der und bat um ihren Segen. Das war ein Schauſpiel, geeignet, selbst die Härtesten zu rühren! In wahren Strömen von Thränen brach der Schmerz der guten Elternherzen hervor. Vater und Mutter beugten sich weinend und jammernd über Aloysius hin und konnten keine Worte finden für ihre Gefühle und Wünsche. Der Vater konnte sich nicht fassen, daß der Stern seiner schönsten Hoffnungen verschwin den sollte; das Scheiden dieses Sohnes fiel ihm schwerer als jeder andere denkbare irdische Verluſt! Die Mutter sah zwar mit Freude ihren frommen Wunsch in Erfüllung gehen und Aloysius sich Gott zum Opfer weihen- allein ibre Seele durchbohrte doch ein Schwert der Schmerzen beim Abschiede des Sohn 8, den sie wie einen Engel liebte und verchrte. Aloysius, mit den Thränen seiner Eltern 47 beneßt, und von den Seufzern und Wehklagen ihrer liebenden Herzen bestürmt, war ruhig, gefaßt, ja heiter, und suchte die Trauernden freundlich zu trösten und zu ermuntern, daß sie ihre Thränen und ihren Echmerz mäßigen möchten. 1 Dieser Sturm auf seine kindlichen Gefühle wiederholte sich am andern Morgen wo möglich mit größerer Heftigkeit, als er das väterliche Schloß verließ und sich auf die Reise nach Rom begab. Doch er siegte auch da über die Regungen des menschlichen Herzens und bewahrte in seinem Innern die Gefühle höherer Freude und seligen Friedens. Er schied wohlgemuth, mit Gedanken an seinen glücklichen Beruf beschäftigt und schlug den Weg nach Loretto ein. Loretto ist ein sehr berühmter alter Wallfahrtsort mit dem Namen: Uxserer lieben Frau zu Loretto," weil nach einer frommen Sage die Engel Marias Haus, das die heilige Familie in Nazareth bewohnte, im Jahre 1291, als ganz Palästina in die Hände der Ungläubigen gefallen war, und alle heiligen Orte entweiht und zerstört wurden, nach Loretto in Sicherheit gebracht haben.*) Uleber *) Tas Haus der heiligen Familie zu Nazareth soll nach einer alten Sage an den Bergabhang der Stadt hingebaut gewesen und bei der Plünder ng Nazareths unter Vespasian im Jahr 67 von den Trümmern anderer Häuser bedeckt, der Zer= störung entgangen seyn. Die Kaiserin Helene ließ über das entdeckte Hauß eine prachtvolle Kirche herbauen, welche den heiligen Ueberresten zum Schuße und den vielen frommen Pilgern zur Andacht diente, bis sie 1291 zerstört wurde, wobei aber die Engel das Haus hinwegnahmen. 48 dieses Haus Marias wurde eine schöne Kapelle gebaut, an der außerhalb mit vergoldeten Buch staben geschrieben steht:„ Haus der Mutter Gottes, in welchem das Wort Fleisch geworden ist." Dahin hatte die Markgräfin, als sie vor der Geburt des Aloysius in der größten Todesgefahr schwebte, eine Wallfahrt versprochen mit dem Beisatz, daß sie auch daß Kind mitnehmen wolle, so cs die Geburt überlebe. Dieser Theil des Gelübdes sollte jetzt auch erfüllt werden. Darum reiste Aleysius über Loretto nach Rom. Er verweilte lange und mit innigster Wonne in der merkwürdigen Wallfahrtskirche; er überdachte die unendliche Liebe Gottes, der seinen eingeborenen Sohn Mensch werden und sterben ließ um die Sünder zu erlöfen; er überdachte insbesondere auch die unausspreckliche Güte, die Gott ihm selbst von der Geburt an bis jetzt so reichlich erwiesen hatte. Des andern Morgens hörte er die heilige Messe an, und empfieng die heilige Communion zur größten Erbauung aller Anwesenden. Hierauf seßte er seine Reise nach Rom fort. Unterwegs unterhielt er sich mit seiner Begleitung, die ihm der Vater mitgegeben batte, über heilige Dinge, oder betete still. Er unterließ nichts von allen seinen frommen Ulebungen, und besuchte überall die Kirchen und die Ordenshäuser, um das allerheiligste Altarssacrament anzubeten und mit frommen Personen sich unterhalten zu können. In Nom angekommen, begab er sich nach einer kurzen Erholung bei einem geistlichen Better alsbald in das Haus der Jesuiten. Als er zum General Aquavive geführt worden war, warf er sich vor ihm auf die Kniee nieder und bat flehentlich, er möchte ihn zu seinem Sohne und Untergebenen annehmen. Freundlich aufgenommen, mußte er jetzt auch zu den Cardinälen — 49 unui gehen und ihnen die übliche Aufwartung machen. Diese führten ihn auch bei dem Papste, Sirtus V., ein. Nach dem Fußkusse, den Aloysius beim Stellvertreter Christi mit Freude und Ehrerbietigkeit ver richtete, durfte er dem heiligen Vater ein Schreiben des Markgrafen übergeben und wurde über sein schönes Vorhaben befragt und belobt. Der Nachfolger Petri entließ den glücklichen Jüngling mit set= nem apostolischen Segen und mit der Zusicherung seiner besonderen Gewogenheit. Aloysius besuchte sodann noch die 7 Hauptkirchen Noms und brachte einige Tage im Profeßhaufe der Jesuiten zu. Da wurde er einmal während des Mittagessens vom General aufgefordert, über die Ueppigkeit einen Vors trag zu halten. Er gehorchte und sprach nun mit solcher Weisheit und Ueberzeugungskraft, daß Alle seine fließende Rede und tiefe Einsicht bewunderten, und ihn dadurch schon recht lieb gewannen. Am 25. November, 3 Wochen nach seinem Abschied von dem elterlichen Hause, trat Aloysius, 17 Jahr und 8 Monat alt, das Noviziat an. Fr empfieng unter der heiligen Messe das Brod des Lebens und sagte der Welt sein entscheidendes Lebewohl. Mit dem Eintritt in das Novizen- Haus wollte er einen neuen Lebensabschnitt beginnen, und von allen bisher noch bestandenen Beziehungen zur Welt sich losmachen. Er dankte in der einsamen Zelle, die ihm auf einige Tage zur Betrachtung angewies sen worden war, Gott für die große Gnade, daß er ihn aus Aegypten aus der verführerischen Welt herauß durchs rothe Meer hindurch d. h. durch so viele große Hindernisse endlich ins gelobte Land geführt habe, nemlich in die heiligen Räume des Klosters, wo ihm Gottes Gnade und alles Gute Der heil. Aloysius. 4 - - - 50 — in Fülle zu Theil werde. Er gedachte fortan alle Jahre an diesem Tage seines Eintritts ins Kloster mit besondern Gebeten und Uebungen der Andacht, und wählte sich auch die heilige Jungfrau und Märtyrin Katharina zur Patronin, deren Gedächtniß am 25. November begangen wird. OH 11. Sein bisheriges Leben und Streben. Es ist wohl der Mühe werth, jetzt, da wir den Aloysius bis in's Kloster begleitet haben, noch einen Blick auf sein bisheriges Leben zurückzuwerfen. Das Erste, was unsere Aufmerksamkeit und Bewunderung erregen muß, ist der außerordentliche Umstand, daß des Aloysius Frömmigkeit schon von der Wiege herstammt. Wie er nemlich schon bei der Geburt ein Weihegeschenk der Frömmigkeit wurde, so zeigte er bereits in den ersten Kinderjahren die schönsten Anfänge seiner spätern Heiligkeit. Liebe zum Gebet und Mitleiden gegen Arme zierten und heiligten sein findliches Herz; da konnte es nicht fehlen, daß Gottes Gnade ihn immer mehr emporzog, begeisterte und stärkte. Was in so zartem Alter schon mit Luft und Eifer geübt wird, das muß bald wie zur zweiten Natur werden, und immer mehr und mehr Befriedigung gewähren; und was sollte das Gebet findlicher Unschuld nicht erlangen können? Mit zunehmendem Alter nahm die Freude am Gebete noch zu, und insbesondere erreichte sein Eifer für Bewahrung der Herzensreinigkeit den höchsten Grad. Erst 9 Jahre alt hat er schon zu Florenz zu Ehren der seligsten Jungfrau beständige Keuschheit gelobt, und hielt dieses Gelübde immer so gewissen - 51 haft, daß er kurz vor seinem Tode betheuern konnte, nie eine unlautere Regung oder Empfindung verspürt, noch einen Gedanken oder eine Vorstellung gehabt zu haben, die gegen sein Gelübde verstoßen hätten. Dieses erhabene Glück verdankte er in hohem Grade seiner besonderen Verehrung Marias und seiner Wachsamkeit über die äußern Sinne. Er wußte wohl, daß Maria, die makellose Jungfrau, sich mit mütterlicher Sorgfalt um alle jungfräuliche Seelen annehme und ihnen die kostbarste Gabe unversehrter Unschuld bewahren helfe. Darum rief er sie so oft und innbrünstig an um ihren mächtigen Schuß. Aber er hütete sich auch wohl vor Allem, was verunreinigen könnte. Seine Ohren verschloß er behutsam allen unreinen oder zweideutigen Gesprächen; seine Augen hielt er stets sittsam niedergeschlagen, sowohl wenn er auf den Straßen der Stadt lief, als wenn er mit Jemanden redete. Er vermied mit Frauens personen zu reden oder umzugehen, immer so ängst lich, daß man, ohne ihn näher zu kennen, glauben mußte, er habe eine natürliche Abneigung gegen dieselben. Ja selbst mit seiner Mutter mochte er nicht gern allein seyn, sondern suchte jedesmal unter irgend einem Vorwande sich zu entfernen, wenn etwa während der Unterhaltung die Andern aus dem Zimmer gegangen waren; auch ließ er sich nie von ihr bei der Hand nehmen. Ebenso außerordentlich scham haft war er gegen sich selbst. Beim Aus- und Anfleiden vermied er sorgfältig auch nur einen Theil des Fußes oder Armes entblößt anzusehen. Diese seine bewunderungswürdige Eittsamfeit und Herzensreinig feit fannten freilich feine geschmeidigen Rücksichten auf Zeit und Umstände, wie sich zeigte bei dem Gast mahle seines Dheims; aber sie erwarben ihm solche - - 52 Ehrfurcht, daß nicht leicht Jemand in seiner Nähe ein ungeziemendes Wort sich zu erlauben wagte. 1 Aloysius mochte Besuche zu machen, Geschäfte zu besorgen, und die Wissenschaften zu erlernen baben oder auf Reisen seyn, immer und überall wußte er seine Kenntnisse zu bereichern und alle Uebungen der Andacht zu verrichten; er war stets darauf bedacht, bei jeder Gelegenheit Verstand und Herz auszubilden. So hatte er schon in früher Jugend während seines Aufenthalts am spanischen Hofe nebenher sich wissenschaftliche Kenntnisse erworben, und war auch in Mailand, wo er für den Vater Geschäfte besorgen mußte, sehr beflissen, Mathematik und Physik zu stus diren. Was er jedesmal am Gymnasium in den Vorlesungen gehört hatte, schrieb er nieder und überdachte es zu Hause noch reiflich, so daß er sich bald große Einsicht und Gewandtheit in diesen Wissenschaften erwarb. Seine Erholungszeit brachte er am liebsten mit Klostergeistlichen in religiösen oder wissen. schaftlichen Beſprechungen zu, und auf seinen Spaziergängen besuchte er gewöhnlich die Kirchen und Gna denbilder. Von seinen gewöhnlichen Andachtsübungen ließ er sich durch nichts abhalten. Selbst auf Reisen empfieng er so oft nur möglich die heilige Commu nion. Morgens nach dem Aufstehen betete er wohl 1 Stunde lang, verrichtete dann einen Theil der kirchlichen Tagzeiten und das Gebet für Reisende. Hierauf begab er sich auf den Weg und vertiefte fib nebenbei in fromme Betrachtungen oder unterhielt sich mit den Reisegefährten über religiöse Dinge. Wenn man zur Mittagszeit ankehren mußte, so ges noß er Etwas zur Stärkung, betete die Vesper und Complet, und bestieg wieder sein Pferd. Abends suchte er in dem Hause, wo man ankehrte, ein ein - 53 — sames Zimmer, und betete, während das Nachteffen zubereitet wurde. Wenn kein Kruzifir in dem Zimmer war, so machte er mit einer Kohle auf ein Blatt Papier ein Kreuz, daß er während des Gebetes vor sich hinlegte. Vor dem Schlafengeben verrichtete er jedesmal noch all die vorgenommenen Gebete, und gab sich oft die Geißel. So führte er selbst auf Reisen ein strengeres und gebetreicheres Leben, als die meisten Christen zu Hause eines führen mögen. Diese seine Standhaftigkeit und strenge Ausdauer erscheint noch besonders bewunderungswürdig in Uleberwindung all' der Hindernisse, welche seinem Eintritt in's Kloster bereitet wurden. Er prüfte sich wiederholt und ernstlich unter Anrufung des göttlichen Bei standes, und kam immer mehr zu der festen Ueberzeugung, daß er von Gott zum Ordensstande berufen sey. Was er auch wegen dieses Vorhabens außstehen mußte es beugte seinen Muth nicht, sondern lehrte ihn nur die Welt und ihre Eitelkeit noch mehr verachten und fliehen, und im Gebete zu Gott seine Zuflucht nehmen. Er ward ganz und gar von der Wahrheit jenes Wortes Christi durchdrungen: Was nußet es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, an seiner Seele aber Schaden litte? oder was kann der Mensch wohl geben, um seine Seele wieder einzutauschen?" Deßwegen ruhete er nicht, bis er alle Hindernisse überwunden und sein erhabenes Ziel erreicht hatte. Er hatte von Kindheit höhere Freuden kennen gelernt, und strebte uns ersättlich in Fülle sie zu genießen. Er wollte seine Einzige Seele sicher stellen und damit ein Reich erwerben, das größer und schöner und mächtiger ist, als alle Herrschaften der Erde- und in ewiger Seligfeit unwandelbar fortbesteht. Er wollte den Himmel - 54 sicher erwerben. und fühlte beim Eintritt in das Ordenshaus sich so glücklich, als ob er schon in den Vorhof des Himmels gelangt wäre. laptog 12. Aloysius als Novize. aln Mit dem Antritt des Noviziats bekam sein Leben ein ziemlich verändertes Aussehen. Die gründ liche Verachtung der Welt und ihrer Eitelkeit war bisher an Aloysius bewundert worden, jetzt wurde fie faum mehr beachtet; die Strenge gegen das eigene Fleisch hatte oft eine übermäßige Härte angenommen und zum Mitleid bewogen jetzt wurde sie ge mäßigter und blieb verborgen. Selbst das Feuer der Andacht und Liebe, das manchmal in heller Flamme hervorbrach und die Umgebung erwärmte, schien jetzt hinter den flösterlichen Mauern der Welt verschlossen zu seyn. Aloysius war nicht mehr der bewunderte und angestaunte Held des Glaubens und der Liebe er war nur der einfache, gehorsame Novize. Und doch hatte seine Frömmigkeit jeßt feinen geringern, sondern vielmehr einen höhern Werth als zu vor, denn jetzt war sein ganzes Thun und Laß sen durch die Klosterregel geordnet und durch den geistlichen Gehorsam geheiliget. Das Schimmernde und Blendende seines bisherigen Lebens war abgestreift- der reine Glanz des frommen Herzens aber erhöhet. Was Aloysius in der Ordensregel angeordnet fand und aus dem Munde seiner Vorgesetzten vernahm, das war ihm Gottes deutlicher Wille und diesen göttlichen Willen selbst willig und pünktlich zu erfüllen und an sich in Erfüllung gehen zu laffen,- das war des Aloysius - - 1 - 55 - erstes und höchstes Ziel- das ist auch der Sinn des Losungswortes des berühmten Ordens:„ Alles zur größern Ehre Gottes!" Aloysius bewährte alsbald seine bisher errungene Frömmigkeit durch die demüthigste Unterwürfigs keit und den pünktlichsten Gehorsam. Es machte ihm stets Freude, wenn er die gemeinsten und niedrigsten Dienste thun durfte; dagegen wurde er unruhig und ängstlich, wenn man irgend schonende Rücksicht auf ihn nahm. Obwohl von so vornehmer Herkunft, und von schwächlicher Gesundheit, wollte er doch am liebsten den andern Novizen ganz gleich gehalten seyn; ja er wünschte der niedrigste Diener des Hauses zu seyn und suchte jeden Wunsch der Obern auf's Genaueste zu erfüllen. Er war zu jedem Dienste bereit und immer sehr willig; nichts, was er zu verrichten hatte, galt ihm als unbedeutend; Alles that er mit Sorgfalt, aus Gehorsam und Liebe. Inzwischen lag er auch nach Anordnung der Obern, dem Gebete und der Betrachtung ob, und zwar mit solchem Eifer und solcher Sammlung, daß der erste Abschnitt der Probezeit ohne Bedenken abgekürzt werden konnte. Nachdem er bisher süßen Trost und himmlischen Frieden in Fülle genossen hatte, gerieth er nun auch in bittere Trübsal. Er wurde nämlich von Gott auf eine schwere Probe gestellt, die übrigens sehr häufig über solche Christen verhängt wird, welche mit der Welt ernstlich brechen und entschieden Gott dienen wollen. Wenn diese begnadigten Seelen nemlich eine Zeit lang in ihrem frommen Streben außerordentlichen Seelenfrieden und wunderbaren Trost verkostet haben, so gerathen sie auf einmal in die peinlichste Trockenheit und Unruhe. Angst und Zweifel quälen fie; sie fürchten, ihre Vorsäße nicht ausführen, und den sie --56 — bestürmenden Versuchungen nicht siegreich widerstehen zu können; sie fühlen sich von Gott verlassen und meinen, Alles was sie Gutes gethan und noch thun, sey ohne Nußen und vergeblich. Gott zieht sich auch gleichsam von ihnen zurück, damit sie fühlen, was es um die Gottverlaffenheit sey, und damit sie um so inbrünstiger nach ihm seufzen und desto eifriger ihn suchen. So ließ Gott auch den Aloysius in große Trockenheit und Traurigkeit gerathen; er wollte durch diese Trübsal seine Treue prüfen, seine Liebe erproben und für neue und noch größere Gnadenerweisungen vorbereiten. Aloysius nahm jedesmal, so oft Zweifel und Unruhe ihn plagten, schnell zum Gebete ſeine Zuflucht, und fand darin immer wieder Erleichterung und Trost. Das eifrige Gebet setzte ihn auch in Stand, endlich Meister zu werden über den peinigenden Gedanken, der auf einmal ihm in den Sinn fam und nicht mehr weichen wollte, nemlich: ,, daß er für den Jesuitenorden nicht geeignet sey, und in ihm nichts nügen könne." Nachdem er einige Zeit lang muthig und beharrlich gegen die Anfechtungen gekämpft hatte, erlangte er den vollständigen Sieg, und der Friede seines Herzens wurde fortan nicht mehr gestört. Er hatte in sich die Ueberzeugung fest begründet, daß alle Schicksale des Lebens von der göttlichen Vorsehung geleitet werden, weßhalb man stets ruhig, ja freudig sich darein ergeben müſſe. Der fromme Jüngling war sofort bemüht, sich Gott immer noch vollkommener zu weihen. Alle ans deren Gedanken und Erinnerungen, die nicht auf Gott hinzielten, suchte er aus seinem Herzen zu verbannen und brachte es wirklich auch so weit, daß er selbst an seine Eltern und Geschwistern nie mehr dachte, außer wenn er für sie betete. Zur körperlichen Ab - 57 tödtung versagte er sich jede sinnliche Erquickung oder Ergößung, unterzog sich dagegen freudig jolchen Dingen, die den Sinnen zuwider sind; so besuchte und bediente er am liebsten die recht ekelhaften Kranken in den Spitälern. Er bat oft um die Erlaubniß zu verschiedenerlei Abtödtungen; wenn ihm die Obern aber auch Etwas versagten, so beruhigte er sich sogleich mit dem Gedanken, daß Gehorsam besser ſey als Opfer. So hatte er einmal am Vorabend eines hohen Festes die Erlaubniß erhalten, bei Wasser und Brod zur fasten. Weil der Obere aber bemerkte, daß Aloysius fast gar nichts genoß, so befahl er ihm, nachher am Tisch der zweiten Abtheilung mitzuessen. Aloysius unterzog sich ergeben dem Befehle, und ohne sich durch die scherzende Bemerkung eines andern Novizen beunruhigen zu lassen, der zu ihm sagte: ,, ei Bruder Aloysius! so thuts! Das ist einmal ein trefflicher Einfall! am ersten Tisch wenig essen, und am zweiten dann um so mehr!" Unter den Speisen machte er keinen Unterschied er war stets froh, wenn Geringes, Unansehnliches ihm zu Theil wurde; während er aß, waren seine Gedanken auf heilige Dinge und nur auf das gerichtet, was jedesmal vorgelesen wurde. Er dachte beim Abendessen gewöhnlich über das letzte Abendmahl des Herrn, und Mittags über die letzten Stunden Jesu am Kreuze nach. Daß Stillschweigen, das im Kloster zu bestim ten Stunden des Tages geboten war, wurde von ihm nie verleßt. Ja er war so farg mit Worten selbſt da, wo das Reden gestattet war, daß man es bloß zu begreifen und zu entschuldigen vermag, wenn man bedenkt, wie leicht in Worten gefehlt und wie oft durch sie Unheil gestiftet wird. Er machte darum manchmal Andere aufmerksam auf die Lehre der - - 58- Weisheit: wer in keinem Worte fehlt, ist ein voll. kommener Mann;" und für sich selbst betete er oft: sezze, o Herr, eine Wache an meinen Mund, und eine Thüre an meine Lippen ringsum!" Er liebte das Stillschweigen aber auch noch aus dem Grunde, weil er dadurch viel leichter vor Zerstreuung sich bes wahren, und mehr mit frommen Betrachtungen sich beschäftigen konnte. Wenn er redete, so war er sehr behutsam in den Worten und sprach nur über erbau liche und religiöse Dinge. Er mochte aber auch Andere nicht anhören, wenn sie bloße Tagesneuigfeiten oder sonst unnüße Dinge erzählten. Er suchte in solchen Fällen das Gespräch gewöhnlich auf andere Gegenstände zu lenken. Niemals mischte er sich in die Unterhaltungen Anderer, und wenn höhere oder ältere Personen zugegen waren, sprach er selbst in religiösen Dingen nichts darein, bevor er um seine Meinung gefragt wurde. Er war immer so in sich gesammelt, daß er von dem, was um ihn her vorgieng, beinahe nichts jah und hörte; er verweilte gleichsam mit seinem Geiste im Himmel, während nur sein Leib auf der Erde zurückblieb. So wußte er nach langer Zeit nicht einmal den Platz des Pater Rektors im Speisesaal, wo Alle beisammen aßen. Ein andermal hatte er nicht einmal bemerkt, daß er in der Vakanzzeit mit den übrigen Novtzen auf ein anderes Landgut als bisher geschickt worden sey. An Verdemüthigungen hatte er aufrichtige Freude. Es war ihm sehr willkommen, wenn man ihm die abgetragensten Ordenskleider gab. Besonders lieb war es ihm, wenn er in ärmlicher Kleidung und mit einem Quersack über die Schulter in der Stadt herum betteln gehen durfte. Er stellte sich das Bei 59 — - spiel des armen Jesus vor Augen und ermunterte sich durch den Gedanken an die reichliche Vergeltung unschuldig erlittener Echmach. Er sagte zu seinen Obern, daß er es nicht einmal für eine große Abtödtung halte, denn:.wenn mich die Leute nicht kennen, so kann mir an ihrem Urtheile nichts gelegen seyn; wenn sie mich aber kennen, so werden sie sich daran erbauen, und ich verliere jedenfalls nichts von ihrer Achtung." So viel Aloysius dagegen auf das Urtheil und die Liebe seiner Vorgesetzten hielt, so wurde er doch selbst durch ihren Tadel und ihr unrichtiges Urtheil über ihn nicht aus der Fassung gebracht, sondern nahm dieß ruhig als Verdemüthigung an. Selbst bei ganz unverschuldeten Vorwürfen, und wenn er zur Probe fortwährend getadelt wurde, entschuldigte er sich nie, sondern freute sich über solche nicht in seiner Schuld liegenden Gelegenheiten zur Uebung der Demuth. Aloysius gab so in allen Stücken dem ganzen Kloster ein herrliches Beispiel der Frömmigkeit übers haupt und des flösterlichen Eifers insbesondere. Dieß bezeugte der Pater Rektor offen, indem er einmal zu einem hohen Kirchenfürsten sagte:„ Wir haben an Aloysius ein Vorbild, von dem wir Alle viel lernen können." Es liebten und verehrten ihn auch Alle ganz außerordentlich, und wer Etwas erhalten konnte, was Aloysius früher gebraucht hatte, schätzte sich glücklich. So anziehend hatte seine Frömmigkeit in kurzer Zeit auf die Umgebung eingewirkt! - 13. Aloysius im Profeßhause. Nach drei Monaten wurde Aloysius in's Pro L 60 feßhaus geschickt. Die Novizen hatten dort eine eigene Wohnung und mußten in der Regel einige Wochen dort sich aufhalten, und inzwischen den Priestern bei der heiligen Messe dienen,-ministriren. Die sonstigen Uebungen des Noviziats dauerten nebenbei ungestört fort, unter der Leitung des Vorstehers des Hauses, der Novizenmeister und ihr Beichtvater war. Aloysius freute sich sehr, da nun öfters dem Priester am Altare dienen und in Anbetung des allerheiligsten Altars sacramentes verweilen zu können. Er begab sich alle Morgen nach Verrichtung seiner Gebete in die Sakristei und ministrirte jedesmal bei 5 oder 6 heiligen Messen nach einander. Hiebei zeichnete er sich durch rührende Andacht aus; sein Gang, seine Haltung, wie seine erhobenen Hände, waren der Ausdruck derselben hohen Ehrfurcht, die in seinem Angesichte sich abspiegelte. Es schien, als ob ein Engel in Menschengestalt beim heiligen Opfer am Altare diene. Er verrichtete jeden, auch den un bedeutendsten Dienst mit Sorgfalt und Pünktlichkeit, so als wenn er Jesum Christum selbst statt des Pries sters auf dem Altar stehen sähe. In der Zwischenzeit von einer heiligen Messe zur andern, half er dem Meßner die nöthigen Zubereitungen treffen, oder zog sich stillschweigend in eine Ecke zurück, um da fromme Betrachtungen anzustellen, in einem Buche zu lesen oder Gebete zu Ehren der seligsten Jungfrau Maria zu verrichten. bilbüle Seine gründliche Frömmigkeit machte sich hier noch besonders erkennbar durch die außerordentliche Andacht zum allerheiligsten Altarssacrament. Alle 8 Tage erschien er an dem Tische des Herrn, und an diesem Mahle mit aller möclichen Ehrfurcht und Würdigkeit Theil zu nehmen, war ihm die höchste - 61 — und liebste Aufgabe seines Strebens. Seine Seele wurde dadurch immer reiner, eifriger und stärker er wurde immer vollkommener und offenbarer nach Christus umgestaltet. Sein Leben war bald nichts anderes mehr als Vorbereitung auf die heilige Communion und Danksagung nach derselben. In den letzten drei Werktagen der Woche flehte er zu Gott um die Gnade, am Sonntag die heilige Communion recht andächtig empfangen zu können; am Montag, Dienstag und Mittwoch dankte er Gott für die in der heiligen Communion empfangenen Wohlthaten. Er ließ auch keinen Tag vorüber gehen, an dem er nicht Jesum im allerheiligsten Altarssacrament besucht und einige Zeit vor dem Tabernakel ihn angebetet hätte. Am Tage vor der heiligen Communion sprach er über nichts als über dieses hochheilige Geheimniß. Hierin war er aber so eifrig und beredt, daß Alle innig ergriffen und fromm gestimmt wurden, welche ihm zu hören konnten. Er redete eben aus der Fülle seines liebeglühenden Herzens, das ganz und allein von den Gedanken an die heilige Communion erfüllt und durchdrungen war. Diese Gedanken, die am Vorabend die letzten waren, wurden auch am Communiontag Morgen die ersten und einzigen: zuerst stellte er eine fromme Betrachtung über das heilige Altarssacrament an, dann hörte er andächtig eine heilige Messe an; wenn er hierauf in erbauendster Weise das Brod der Engel empfan gen hatte, so zog er sich an einen einsamen Ort zurück, und verweilte da längere Zeit regungslos und wie außer sich. Er war vor der llebermacht heiliger Gefühle wie abgestorben für die Außenwelt, und lebte nur innerlich in der Vereinigung mit Jesus; er mochte daher auch den ganzen Morgen nichts reden, sondern Univ.- Bibl. Giessen - 62 — nur beten und in erbauenden Büchern lesen, um die heiligen Empfindungen nicht zu stören. Aloysius bewies auch im Profeßhause seine un geheuchelte Demuth, indem er den Obern pünktlich gehorsam war, und ihnen stets mit aller Ehrerbietigfeit begegnete. Er verehrte sie als Stellvertreter Gottes, und sah ihre Befehle als Gottes ausgesprochenen Willen an. Er gehorchte daber den Vorgesetzten, nicht bloß weil es eine verdienstliche Selbstverläuguung ist, aus Liebe zu Gott dem Willen eines Andern sich zu unterwerfen, sondern er vollzog ihre Befehle bes sonders deßhalb mit Freude, weil er dadurch Jeſu Christo selbst dienen könne, und zwar um so offenbarer, je untergeordneter der Befehlende sey; denn da werde er am wenigsten von menschlichen Rücksichten noch durch das Ansehen der Person zum Ge horsam bestimmt. Was ihm daher immer aufgetragen wurde, that er mit Liebe und Eifer, und freute sich besonders, wenn er gleichgestellten Aufsehern Ge horsam leisten konnte. Es kam auch vor, daß ein Oberer ihm etwas Außerordentliches erlaubte oder befahl, ohne daß der höhere Vorgesetzte davon wußte und daher für Ulebertretung der Ordensregel ihm eine Strafe auferlegte; er entschuldigte sich aber nicht, weil er aus Eigenliebe der Strafe entgehen zu wollen fürchtete. Er schwieg sogar, als er das zweitemal aus dem gleichen Giunde unschuldig Etrafe erhielt; erst das drittemal entschuldigte er sich, weil es ihm befohlen worden war. Eben so schwieg er, als mehr mals Fehler Anderer ihm unschuldig aufgebürdet wurden, bis die Schuldigen selbst sich angaben, um ihn von der unverdienten Strafe zu befreien. Zwei Monate durfte Aloysius im Profeßhause zubringen; er gab auch hier wieder Allen, die um - 63 - ihn waren, ein erhabenes Beispiel der tiefsten Gottesfurcht und eines unermüdlichen Eifers in Heiligung seiner Seele. 14. Weitere Vervollkommnnng im Novizenhause. Nachdem Aloysius aus dem Profeßhause wieder in das Haus der Novizen zurückgekehrt war, gedachte er zuerst, über die bisherigen Erlebnisse dem Novízenmeister genaue Rechenschaft zu geben. Als er ihm alle Falten des Herzens aufgedeckt und von dem ganzen Seelenzustande vollständig in Kenntniß gefeßt hatte, begann er wieder auf's Neue fich zu vervollfommnen. Er hatte von Jugend auf seine volle Unschuld bewahit und von keiner Sünde sich umstricken lassen. Seine weise Wachsamkeit schüßte ihn vor Verirrungen und Täuschungen, seine Lust am Gebete und sein Bußeifer reinigten und heiligten sein Herz immer mehr und mehr. Er war so durch Gottes Gnade und seine treue Mitwirkung ein vollkommener Jünger Jesu, ein Engel im Fleische geworden, und konnte darum bei der genauesten Selbstprüfung nichts entdecken, was bestimmt eine Schwachheitssünde war oder wahrscheinlich dazu verleiten werde. Dieß machte ihn aber sehr unruhig, denn er besorgte, es möchte Folge einer geistlichen Verblendung seyn, von der er schon gelesen hatte, wie höchst gefährlich sie sey. Er bat nun den Novizenvorsteher um Rath in diesem Zweifel und wurde durch seine freundliche Belehrung ganz beruhigt. Nun wendete er seine besondere Aufmerksamkeit auf den Zustand seines Herzens. Das menschliche - 64- Herz mit seinen unzähligen Wünschen gleicht einem aufgeregten Meere, wo eine Welle die andere schlägt. Dieses gefährliche Wogen der Herzensneigungen kannte er wohl, und suchte sich deßhalb dagegen zu sichern. Er ließ fortan keinen Wunsch mehr aufkommen, der ihn nur irgendwie beunruhigen konnte. Was er immer thun wollte, prüfte er zuvor vor Gottes Angeficht, unter Gebet um seine Erleuchtung. So begann er Alles in Gottes Namen, zu seiner Ehre und mit seinem Beistande; und was immer ihm begegnen mochte, nahm er als Gottes Fügung und Schickung sein Herz konnte also nicht aufgeregt werden, seine Gleichförmigkeit mit Gotteswillen machte alle beunruhigenden Wünsche unmöglich Friere, unges störter Friede spiegelte sich ab in seiner Seele. an Zu dieser seligen Seelenruhe, zu dieser vollkommenen Gleichförmigkeit mit dem göttlichen Willen verhalf ihm das unabläßige Gebet, welches ja das geistige Band zwischen Gott und den Menschen ist. Im Gebete gedenken die Menschenkinder ihres himmlischen Vaters, strecken die Hände aus und sehnen sich nach ihm; sie anerkennen dadurch seine Herrschaft und erbarmende Liebe, folgen dem Zuge seiner Gnade in ihrem Herzen, und finden Trost, Friede und Heil an seinem Vaterherzen. Das Gebet verbindet so die Menschen mit Gott, und leitet wie ein Kanal Gottes Gnade auf sie herab. Je inniger, tiefer und reiner diese Erhebung des Menschen zu Gott, je lebendiger dieser Wechselverkehr zwischen dem Menschenherz und der Gnade Gottes geworden ist, um so stärker ist der Mensch im Guten, um so ungetrübter ist seines Herzens Friede. Hievon vollständig überzeugt, verwendete Aloysius immer noch mehr Zeit und Fleiß auf das Gebet. Morgens stand er frühzeitig auf, - - 65- so daß er schon angekleidet und vorbereitet war, ehe das Zeichen zum Gebete gegeben wurde. Fr entfernte alle fremdartigen Gedanken aus seinem Sinn, damit das Verständniß und die Eindrücke der Betrachtung hineindringen können. Er sagte oft: wenn man sich zum Gebete und zur Betrachtung nicht vorbereitet und sammelt, so gleicht man einem vom Winde bewegten Wasser; in einem solchen Wasser erscheint das Bild eines Menschen, der hineinschaut, nicht deutlich und vollkommen. Die unruhigen Wellen machen, daß man nur einzelne Theile des Bildes, bald krumm, bald verdreht, bald gebrochen oder getrennt sieht. Ebenso kann eine Seele, die noch von verschiedenen Gedanken erfüllt und beunruhigt ist, den Gegenstand der Betrachtung nicht in seiner vollen Wahrheit und Bedeutsamkeit erfassen und beherzigen; am wenigsten aber fann Gottes reinstes Bild in ihr sich abspiegeln, die Erleuchtungen und Eingebungen der göttlichen Gnade werden in ihr höchst unvollständig oder gar nicht wahrgenommen. Weil er nun jedesmal sich zuvor recht sammelte, so fonnte er, sobald das Zeichen zum Gebete gegeben wurde, ungestört in das Verständniß der zur Betrachtung gewählten Wahrheit eindringen, und sie seinem Herzen tief einprägen. Nicht selten wurde er so gerührt, daß er viele Thränen vergoß und seine Obern besorgen mußten, es möchten seine Augen durch das häufige und starke Weinen großen Schaden leiden. Von eigentlichen Zerstreuungen im Gebete wußte er gar nichts seine Vorstellungskraft diente ihm nur dazu, die erwünschten Gedanken vorzuführen; er konnte mit gutem Gewissen seinen Obern bekennen, daß alle seine Zerstreuungen im Gebet während 6 Monaten nicht die Dauer eines ,, Ave Maria's" ausfüllen. Zu solcher Der heil. Aloysius. 5 11 - 66- Sammlung und Andacht verhalf ihm freilich Gottes besondere Gnade; aber er war eben selbst auch sehr darauf bedacht; er strengte sich sehr an, richtete die geſpannteste Aufmerksamkeit auf das Gebet, und bes wahrte die äußerliche Sammlung dabei so streng, daß er den Obern nie bemerfte, der alle Morgen in den Zimmern umhergieng, um nachzusehen, wie die Zeit zum Gebet benüßt werde. Zu seinen Betrachtungen wählte er am liebsten die Leidensgeschichte Jesu Christi, insbesondere seinen schmerzlichen Tod am Kreuze. Seine kindliche Liebe und Verehrung Maria's sprach sich immer noch rührender in Ge beten und Andachten aus; auch der heiligen Engel, vorzüglich des heiligen Schußengels gedachte er oft und dankbar in seinen Gebeten. Wenn er auch gerade nicht immer geradezu bemündlich oder in Betrachtungen, so war doch tete sein Herz und Augenmerk immer auf den gerichtet, dem er diente und Alles zu lieb that; während seine Hände äußerlich beschäftigt waren, verweilten seine Gedanken bei Gott. Man kann daher in Wahrheit sagen: das ganze Leben des Aloysius im Kloster war Ein ununterbrochenes Gebet, das manch mal in leuchtenden Flammen aus dem liebentbrannten Herzen hervorbrach, ihn des Bewußtseyns auf ganze Stunden beraubte, und sein Angesicht wunderbar verklärte. - Solche geistige Spannung und Anstrengung verbunden mit der unnachsichtlichen Strenge gegen seinen Leib ließen wohl voranssehen, daß sein Leben bald verzehrt werden müsse; daher untersagten ihm die Obern das Faften und die Geißelung; sie ges statteten ihm auch keine andern leiblichen Abtödtungen mehr und bestimmten für ihn eine längere Schlafzeit. - — - 67- 1 Beten durfte er fortan nur je 1, Stunde oder nicht einmal so lange. Sie machten ihn hiebei aufmerksam, daß sein Gehorsam das Gott wohlgefälligste Opfer, also das beste Gebet sey, und daß er die Pflicht habe, zur Ehre Gottes seine Gesundheit und sein Leben zu erhalten. Er wollte nun gerne gehorſam seyn, aber es war ihm beinahe unmöglich, denn so bald er zu beten oder zu betrachten anfieng, versant er gar leicht in solche Andacht, daß er sich vergaß und die Zeit nicht mehr bemessen konnte. Noch schwerer fiel ihm, seine Aufmerksamkeit von Betrachtung göttlicher Dinge abzuhalten, indem ihm bei allen Geschäften fromme Gedanken einfielen und seine Seele auf Gott hinzogen. Er gab sich jedoch alle Mühe, den Willen seiner Obern genau zu erfüllen, und verrichtete zur Erleichterung dieser Aufgabe- mit größtem Eifer die vielerlei äußerlichen Geschäfte, welche man ihn besorgen hieß. Dem Feuereifer des Aloysius in seiner Vervollkommmung kam auch noch der Umstand sehr zu Nußen, daß der damalige Novizenmeister ein ausgezeichneter Obere war. Für sich selbst war er allen bösen Neigungen vollkommen abgestorben, und von der tiefsten Demuth durchdrungen; seine Untergebenen liebte er Alle von Herzen; mit väterlicher Langmuth ertrug er ihre Schwächen und Fehler, bis er sie bessern und vervollkommnen fonnte. Er ermahnte sie mit Milde und Ernst, oft sogar mit freundlicher Miene, un sie zu gewinnen und ihnen Muth zu machen. Ei nahin stets Rücksicht auf die besondern geistigen und törperlichen Verhältnisse der Einzelnen, und leitete sie darnach. Er war Allen so aufrichtig und mit Wol; l= wollen zugethan, daß Jeder glauben konnte, er ers weise ihm am meisten Gutes. Er lehrte sie das - 68 - — geistige Leben nicht blos mit Worten, sondern durch ſein eigenes Beispiel. Daher nahmen Alle sich ihn gerne zum Vorbild und folgten ihm freudig nach. Aloysius gewahrte diese Heiligkeit seines Vorstehers natürlich sehr bald und schätzte sich ungemein glücklich, einen solchen Lehrer und Führer zu haben. Aber auch der Novizenmeister liebte den eif rigen Aloysius sehr, und freute sich ungemein an diesem gelehrigen Zögling. Leider, daß er nicht mehr erleben konnte, wie herrlich Aloysius heranreiste, der jezt schon- ein Liebling Gottes Allen voranleuchtete und Aller Herzen gewann. - 15. Das zweite und leßte Jahr im Noviziat. Im Herbst des Jahres 1586 wurde Aloysius mit dem vorgenannten Obern unter Begleitung zweier Novizen nach Neapel geschickt, damit sie durch die Luftveränderung ihre angegriffene Gesundheit stärken könnten. Aloysius freute sich sehr darüber, daß er mit dem verehrten Vorgesetzten reisen durfte. Auf dem Wege betete er stets mit ihm das Brevir, und lernte aus seiner weisen Unterhaltung über das geistliche Leben in wenigen Tagen mehr, als während mehrerer Monate im Novizenhaus. So glücklich sich Aloysius nun auch schätzte, eines solchen Umgangs theilhaftig zu werden, so hatte er Anfangs doch eini gen Kummer. Er meinte nemlich, er habe selbst zu dieser seiner Auswahl dem Pater General Veranlassung gegeben, indem er einige Tage vorher sich auf Befragen geäußert hatte, er würde die Reise nach Neapel sehr gerne mitmachen. Der Pater General - 69 - hatte ihn freilich bloß aus Gesundheits- Rücksichten dem Pater Rektor als Reisegefährten beigegeben; aber Aloysius bereute doch jene Aeußerung recht ernstlich, und nahm sich fest vor, nie mehr, weder Neigung noch Abneigung gegen Etwas merken zu lassen, sondern immer zu sagen: er werde am liebsten den Willen der Obern erfüllen. In Neapel, nach fünftägiger Reise angekommen, durfte Aloysius alsbald an dem Unterricht im Jeſuitencollegium Theil nehmen, was ihn sehr erfreute. Insbesondere war ihm auch lieb, daß er hier viel mehr als in Rom, dem Drange seines Herzens folgen, und körperliche Abtödtungen verrichten durfte. Es war sichtlich Gottes Fügung, daß hier die Obern ungeachtet ihrer Sorgfalt für Aloyfius doch Mehrerlei anordneten, was ihm gerade zur Abtödtung dienen konnte. So mußte Aloysius zuerst in einem großen Zimmer schlafen, damit die Andern dieses Muster am Morgen früh, und spät am Abend in ihrer Mitte hätten. Allein das war für Aloysius sehr lästig und nachtheilig. Er litt an Schlaflosigfeit und konnte nur in den Morgenstunden erquickend ruhen darin störten ihn nun die Andern, welche früher aufstehen mußten. Man wies ihm deßhalb ein eigenes abgelegenes Schlafzimmer an, damit er Morgens ungestört ruhen könnte; allein man hatte nicht beachtet, daß über diesem Zimmer gerade ein Gang war, so daß von den Durchgehenden ihm noch mehr Belästigung und Unruhe verursacht wurden. Ein andermal lag Aloysius an der Gesichtsrose krant im Bette; allein obwohl er gefährlich frank war, vergaß man doch eine ganze Nacht, ihm eine warme Decke zu geben. Dieß war ihm aber lieb, geschweige denn, daß er sich beklagt hätte. Er zeigte überhaupt - 70- in dieser Krankheit eine bewunderungswürdige Geduld, und bewahrte seine heitere Freundlichkeit selbst unter den größten Schmerzen. Es gereichte ihm zu großem Troste, daß er in Neapel mancherlei Gelegenheiten zur Abtödtung und Vervollkommnung erhielt, wodurch er still und ohne Aufsehen seinem heiligen Eifer genügen konnte. Das Klima von Neapel schlug indeß gar nicht gut an; besonders schienen seine Kopfschmerzen immer mehr zuzunehmen. Er wurde deßhalb im Mai des andern Jahres wieder nach Rom zurückgerufen, um daſselbst sein Noviziat zu vollenden. Er war auch wieder damit ganz zufrieden, denn er hoffte an der berühmtesten Universität recht viele heilsame Kenntnisse erwerben zu können, und hielt es für ein Glück, in der Nähe des Ordensgenerals sich ausbilden zu dürfen. Seine Ankunft in Rom erregte unter den Novizen eine allgemeine große Freude, weil sie ihn herzlich liebten und sehr verehrten; aber auch die Lehrer freuten sich nicht weniger und zwar mit Recht, denn Aloysius gieng allen Schülern mit anziehendem Beispiel voran, und zeichnete sich bald durch gründliche Einsicht und Gewandtheit aus. Er war in seinem Studium so beharrlich und angestrengt fleißig, als es für seine schwächliche Gesundheit nur denkbar möglich war; er mochte aber nicht viele Bücher lesen, wie die Jugend manchmal zum eigenen Nachtheil es zu machen pflegt; vielmehr war es ihm darum zu thun, über das von den Lehrern Gehörte ernstlich nachzudenken und das Gelernte sich tief und ficher einzuprägen Sein scharfer, durchdringender Verstand wollte die Wahrheit bestimmt und klar erfassen, und sein gesundes, bündiges Urtheil diente ihm zur Befestigung der gewonnenen Ueberzeugung und zur - 71- Vertheidigung der erkannten Wahrheit. Er machte 10 von Gottes Geist erleuchtet, den er jedesmal vor dem Studium inbrünstig anrief die erfreulichsten Fortschritte, und konnte bald die Wahrheit gegen die gefährlichsten Angriffe und Einwendungen überzeugend vertheidigen. Bei all' dem blieb er aber von Herzen sanftmüthig und demüthig; nie wurde er heftig, noch erlaubte er sich je ein scharfes oder verleßendes Wort gegen die verkehrtesten Ansichten und Behauptungen Anderer. Mit aller Freundlichkeit gab er Antwort über wissenschaftliche Fragen und war hocherfreut, wenn er Andern Zweifel lösen, Unverständliches erklären, oder sonst eine Gefälligkeit erweisen durfte - Bei Aloysius galt der Ausspruch der ewigen Weisheit: der Weisheit Anfang ist die Furcht des Herrn." Diese wahre, von der Gottesfurcht ausgehende, und von ihr durchdrungene Weisheit machte ihn nicht aufgeblasen, sondern demüthig, gehorsam und liebevoll, so daß Alle seinen Umgang hoch schätzten, und an seinem Beispiele die Frömmigkeit in ihrer Schönheit und Liebenswürdigfeit kennen lernten. In der ganzen Denk- und Handlungsweise des Aloysius konnte man gleichsam die Worte des Psalmisten lesen: ,, die dich fürchten, o Herr, werden mich sehen, und mit Freude erfüllt werden." Denn wer immer für Tugend und Frömmigkeit, überhaupt für Edleres und Höheres Herz und Sinn hatte, mußte sich angenehm angesprochen fühlen und mit Freude am Guten erfüllt werden, wenn er den Aloysius sah und näher kennen lernte. Seine Probezeit gieng nun zu Ende- am Feste der heiligen Jungfrau und Märtyrin Katharina, den 25. November 1587, schloß er sein 1 - 72 zweijähriges Noviziat und legte Profeß ab. Deffentlich und feierlich verpflichtete er sich in der Kapelle des römischen Jesuitencollegiums zu den gewöhnlichen Ordensgelübden: er gelobte freiwillige Armuth, beständige Keuschheit und vollkommenen Gehorsam. Dieser Tag war für ihn ein ebenso ernster als trostvoller; er that einen Schritt von höchster Entscheidung, aber er gelangte dadurch an dem Ziele an, das er längst ersehnt und eifrigst angestrebt hatte. Drei Monate später erhielt er die Tonsur.*) Durch dieses Symbol" des königlichen Priesterthums wurde er in die Reihe der Cleriker aufgenommen; dieses Krönungszeichen des kommenden Reiches Christi," dieser geistliche Ehrenkranz" ist die Thüre oder der Eingang zu den geistlichen Weihen. Von diesen erhielt Aloysius auch bald darauf die ersten vier niederen. Er war nun Cleriker und führte fortan ein wo möglich noch tugendhafteres, heiligeres Leben als bisher; seine Heldentugenden sind so erhaben und anziehend, daß wir ihm zu Ehren und uns zum Nußen sie näher kennen lernen und be*) Die Tonſur ertheilt der Bischof, Ordensgeneral oder Abt, indem er dem in den geistlichen Stand Aufzunehmenden, auf dem Scheitel in Kreuzes form an vier Stellen einige Haare abschneidet. Der die Tonsur Empfangende spricht dabei:„ Der Herr ist der Antheil meiner Erbschaft und meines Kelches: du bist es, der mir meine Erbschaft wiedergeben wird." Der die Tonsur Ertheilende spricht hierauf: Liebste Söhne, beachtet es wohl, daß ihr heute dem Gerichte der Kirche untergeben worden seyd, und die Vorrechte des geistlichen ist Standes erhalten habt." " 1 D - 73- trachten müssen. Das Römische Collegium war der glückliche Ort, wo der Tugendheld bis zu seinem Tode sich aufhielt. 16. Seine Demuth. Wenn wir das Tugendbild des Aloyfius nach seiner Profeßablegung etwas genauer betrachten wollen, so müssen wir zuerst den Haupt- und Grundzug dieses schönen Bildes in's Auge fassen es ist seine Demuth von ganzem Herzen. Seitdem die verführerische Schlange der Eva zugeflüstert: ,, ihr werdet wie Gott seyn," und Eva dieß glaubte und wünschte seitdem ist Stolz und Hoffahrt das Grundübel des menschlichen Herzens geworden und geblieben. Hochmuth war der Keim der ersten Sünde, aus der dann alles Unheil üppig hervorwucherte; und hochmüthige Auflehnung gegen Gott ist immer noch die Wurzel alles Bösen, und die Ursache alles Verderbens. Wenn daher die unglückliche Welt erlöst werden sollte, so mußte gleich die giftige Wurzel geheilt, der Hochmuth durch Demuth überwunden werden. Dieß geschah durch Jesus Christus, der die Herrlichkeit beim Vater verließ, sich selbst entäußerte und Knechtsgestalt annahm, uns armen Menschen in Allem gleich wurde, die Sünde allein ausgenommen. Wer nun immer des Herrn Jünger seyn, und von ihm das Leben erlangen will, der verläugne sich selbst und folge ihm nach; und allen heilsbegierigen Schülern sagt der Heiland: lernet von mir, denn ich bin sanftmüthig und demüthig von Herzen." Diese Demuth ist sonach das erste Erforderniß zur Nachfolge Christi ohne diese Selbstverläugnung, d. h. ohne diese Er- - - - 74 tödtung des Eigenwillens und Stolzes kann man Jesu nicht gehorsamen, folgen. Wie der Mensch durch Hoffahrt sich von Gott trennte; so kann er nur durch Demuth sich wieder mit ihm vereinen. Demuth ist aber nicht bloß die erste und nothwendigste. Bedingniß der Vereinigung mit Gott, also des Friedens und Glückes, sondern sie ist auch das Fundament aller Frömmigkeit, die Grundlage aller Tugenden; in der Demuth liegt die Dauer und der Werth der christlichen Ges finnung und der guten Werke; die Demuth setzt als lem Schönen und Edlen erst die Krone auf. Die Demuth ist für jeden Christen die nothwendigste, die tiefste und höchste, die erste und letzte Tugend, um Jesu nachzufolgen, und das ewige Leben zu erlangen. Diese Tugend hatte Aloysius in einem ausge zeichneten Grade sich angeeignet Demuth ist so zu fagen der Grundzug seines Tugendbildes. Seine Ueberzeugung und Gesinnung über diese Tugend fand sich auch umständlich niedergeschrieben in seinen hinters laffenen Papieren. Es heißt darin unter Anderm: gerade weil Eigenliebe und Hoffahrt die schwächste Seite des menschlichen Herzens sey, bereite der Teu fel hierin unaufhörlich Versuchungen und Kämpfe. Eben darum müsse man aber auch durch aufrichtige Geringschätzung seiner selbst, durch innere und äußerliche Verdemüthigungen gegen jenen Feind sich bec waffnen und schüßen. Hiebei müsse man besondere Regeln beobachten, welche in Christi Lehre begründet und von der Erfahrung erprobt seyen. Wir müssen nemlich - - 1) bedenken, daß die Demuth zwar allen Chris sten nothwendig ist, aber doch keineswegs dem natürlichen Menschen entstammt, kein Gewächs dieser Welt - 75 - ist. Christus hat sie vom Himmel gebracht, und wer ste in sein Herz verpflanzen will, muß den Samen dazu von Christus und das Gedeihen vom Himmel erlangen. Der stolze Mensch muß vor Gottes unendlicher Majestät sein Unvermögen gestehen und um Demuth bitten um der Verdienste Jesu Christi willen, der sich selbst erniedrigte. um uns Demuth zu lehren und zu verdienen. Gut und nüglich ist es auch, wenn wir 2) uns an die Fürbitte der Heiligen wenden, vorzüglich derjenigen, welche in der Demuth sich be sonders ausgezeichnet haben. Sie werden ja gewiß am sichersten erhört in der Fürbitte um die Tugend, durch welche sie auf Erden Gott vorzüglich verherrs licht haben. Es ist aber auch außer allem Zweifel, daß die Heiligen für uns am liebsten um diejenige Tugend bitten, welche wir an ihnen bewundern und nachahmen wollen. Darum sollen wir uns in dem Streben nach Demuth am liebsten an Maria wenden, welche zum Engel des Herrn sprach:„ Sieh, ich bin eine Magd des Herrn." Ferner sollen wir vertrauensvoll die heiligen Apostel Petrus und Paulus um ihre Fürbitte anrufen, von denen jener zu Jesus sprach:" Herr, geh von mir hinweg, denn ich bin ein sündiger Mensch;" dieser aber schrieb: " Jesus ist gekommen, zur Errettung der Sünder, unter denen ich der größte bin." Dieses Wenige aus seinen niedergeschriebenen Bemerkungen über die Demuth zeigt schon genügend, wie sehr er von Herzen dieser Tugend zugethan sey. Davon zeugen aber auch seine Reden und Handlungen, sein ganzes Verhalten. Er war offenbar von Gott mit Gnaden überhäuft, und zeichnete sich durch viele Kenntnisse nicht weniger - 76 als durch seine glänzenden Tugenden vor Andern aus; allein er that oder redete nie Etwas, was auch nur im Geringsten als eigenliebig oder als Eigenlob hätte gedeutet werden können. Im Gegentheil hielt er seine vornehme Geburt sorgfältig geheim, und vermied jede Veranlassung, seine Kenntnisse offenbaren zu müssen, wurde ängstlich bekümmert über jede Bevorzugung, und erröthete, sobald man ihn lobte. Gr wußte sonst unter allen Umständen den Gleichmuth zu bewahren; aber wenn man in seiner Gegenwart rühmend von seiner Familie, von seiner heldenmüthis gen Verzichtung auf Macht und Reichthum, von sei nen natürlichen und sittlichen Vorzügen redete, fo verspürte er ein Mißbehagen, das man an ihm wohl bemerken konnte. Gemäß seiner Demuth gab er im Reden Andern gern nach, oder sd wieg ganz still, wenn sie heftig zu werden schienen. In der Unterhaltung ließ er Andern immer zuerst das Wort, urtheilte nie vorschnell oder lieblos ab, und war nicht aufdringlich mit ſeiner Ueberzeugung; selbst in Vertheidigung der Wahrheit brachte er lieber nicht alle Beweise und Gründe vor, als daß er Jemanden beschämt und gefränkt hätte. Im Umgang war er höchst gefällig und artig; wo er nur konnte, übernahm er mit Freude für Andere auch die niedrigsten Dienste. Alle, mit denen er lief, wollte er zur rechten Seite gehen lassen, und ließ diesen Vorrang sogar dem Koch des Collegiums, bis es ihm untersagt wurde, weil seine geistliche Würde der Demuth Schranken setze. Ebenso nahm er auch bei Tisch am liebsten den geringsten Platz ein, oder die Stelle dessen, der während des Effens gerade in der Küche helfen mußte. Diesen Dienst in der Küche, - 77 nemlich die Schüsseln zu reinigen und die Ueberbleibſel der Speisen an die Armen zu vertheilen, übernahm er am liebsten, wie er denn überhaupt die niedrigs sten Geschäfte im Hause, wie die Gänge zu kehren, die Lampen zu pußen, mit Freude besorgte. Was er aber immer that, that er mit Sorgfalt, Pünktlichkeit und frommem Eifer, denn von Demuth ganz und gar durchdrungen, hielt er sich für den unwürdigsten Diener Gottes, und wollte das Geringe, dessen er fähig sey, wenigstens mit möglicher Genauigfeit vollbringen. - 2020! 17. Sein vollkommener Gehorsam. Die nächste Wirkung seiner Demuth war der vollkommenste Gehorsam gegen die Obern. Denn je mehr Aloysius sich selbst gering schätzte und allem eigenen Willen absterben wollte; um so freudiger stellte er sich ganz und gar dem Willen der Vorgeſetzten anheim. In ihnen sah er die Stellvertreter Gottes, und in ihren Befehlen erkannte er den göttlichen Willen. Gott redet nicht mit Jedem Menschen selbst- er hat seine Stellvertreter, in deren Mund er seine Worte legt, und in deren Anordnungen er seinen Willen kund gibt." Wie er einst von seinem Sohne zu dessen Jüngern sprach:„ den sollt ihr hören;" so gilt immer noch allen Untergebenen in Beziehung auf ihre Vorgesetzten: diese sollt ihr hören!" Wenn man aber diesen Obern, die man sieht und hört, nicht gehorsam ist, wie kann man Gott gehorsam seyn, der selbst nicht zu uns redet, aber diese Obern zu seinen Dienern gemacht hat?" Alloysius war von dieser Ansicht ganz überzeugt und durchdrungen, daher leiſtete er allen Vorgesetzten den - 78 denn pünktlichsten Gehorsam, und zwar mit Freude. Er machte keinen Unterschied, ob der Obere mehr oder weniger gelehrt und fromm war, er bestrebte sich, dem niedrigsten Vorgesetzten, wie dem höchsten genau zu gehorsamen denn jeder Vorgesetzte galt ihm als Gottes Stellvertreter. Mochten sodann die Aufträge Kleinigkeiten betreffen oder von großer Bedeutung seyn- alle vollzog er ganz pünktlich er gehorsamte nicht, weil ein Befehl wichtige Folgen hatte, sondern weil er Gottes Wille war, und dieser Wille war in unbedeutenden Aufträgen ebenso gut enthalten wie in höchst bedeutsamen. Weil er nun so immer um Gotteswillen gehorsam war, konnte er dabei stets heiter und vergnügt seyn; denn er wußte ja, daß alle Befehle in Gottes Auftrag auch nur zu Gottes Ehre und zu seinem Heile gereichen müssen. Aus dieser Anschauungsweise des Gehorsams erklärt sich leicht, wie Aloysius so willig und vollkommen zu gehorsamen im Stande war, daß er mit Bewußtseyn nie dem Willen seiner Obern zuwider hans delte, noch je einmal dabei mißvergnügt wurde. Er hielt es für etwas Entwürdigendes und Thörichtes, wenn man anders, als um Gotteswillen Gehorsam leiste. Darum sollten die Vorgesetztennach seiner Ansicht den Untergebenen nie menschliche Gründe für ihre Befehle angeben, sondern nur einfach sagen: die Ehre Gottes verlangt von dir diesen Gang, jenen Dienst; geh also, thu es in Got tes Namen!" Auf diese Weise beweisen die Vorges septen eigene Festigkeit und Einsicht, wie auch Vertrauen zu dem frommen Sinn der Untergebenen; die Untergebenen aber lernen mit innerer Hingebung gehorsamen, ohne bei den Befehlen immer zu fragen: , warum;" sie gewöhnen sich Alles zur größern - - - Ehre Gottes" zu thun, und erlangen dabei viel mehr Verdienst, als wenn sie sich durch menschliche Gründe bestimmen lassen. Alles zur größern Ehre Gottes- das war der Beweggrund und das Endziel des vollkommenen Gehorsams, den Aloysius seinen Obern und seiner Ordensregel erwies. Es waren daher keine menschliche Rücksichten und keinerlei Schwierigkeiten im Stande, ihn auch nur im Kleinen zum Ungehorsam zu verleiten die Befehle der Obern und die Negeln des Ordens waren ihm heilig- keine weder die unbedeutendsten noch die schwersten übertrat er jemals. Er lich keinem Andern auch nur einen Bos gen Papier, ohne angefragt zu haben, weil es die Regel so forderte; eben so wenig verletzte er aber -die beschwerliche Vorschrift des Stillschweigens, und immer lateinisch zu reden. - Gott fügte es, seinem- freudigen Gehorsame zum Lohne, nicht selten, daß die Befehle der Vorgesetzten gerade seinen leisesten Wünschen entgegenkamen, und ihm Gelegenheit boten, zu schwerer Selbstverläugnung und großem Verdienste. Aloysius fand in seinem vollkommenen pünktlichen und willigen Gehorsam Friede und Freude des Herzens. net - - — - 79 1 18. Seine Herzensreinigkeit. Aloysius hatte sich ganz und gar selbst verläugsein Wille war mit dem göttlichen Willen vollkommen vereiniget; er kannte feine höhere Pflicht und größere Freude, als Gottes Willen in den Befehlen seiner Obern zu vollziehen. Sich selbst war er ganz abgestorben, und lebte nur Gott. Wie so - 80- - fein Wille Gott geweiht und geheiligt war, so nicht weniger sein Herz. In seiner Tiefe bildete ja die Demuth, wie schon beschrieben worden, die Grundlage und das Fundament aller Tugenden. Die Herzensreinigkeit aber war die hohe Weihe und Zierde all' seiner Gedanken, Worte und Werke. Er wußte wohl, daß dasjenige den Menschen verunreiniget, was aus dem Munde und aus dem Herzen kommt; er bes dachte, daß Alles daran liege, ein reines Herz, eine reine Quelle zu haben, aus der die Gedanken, Wünsche und Entschlüsse hervorströmen:, Selig sind, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott anschauen." Diese Tugend der vollkommenen Herzensreinigkeit erhebt die Christen aus dem Kreise der gewöhnlichen Menschen, und machet sie zu besonderen Vertrauten Gottes. Die, so die Lilie der Jungfräulichkeit un versehrt bewahren, werden tauglich, den göttlichen Bräutigam in diesem Leben durch den Glauben, jenſeits aber in der Glorie von Angesicht zu schauen." Aloysius fühlte gar wohl, daß die Worte der ewigen Weisheit wahr sind, die da lauten: ,, Alles was man hochschäßt, ist mit einer feuschen Seele nicht zu vergleichen." Daher war er unablässig und eifrigst für diese Tugend der Herzensreinigkeit besorgt, welche macht, daß die Menschen wie Engel Gottes im Himmel seyn werden." Er wollte auch zu der Ges meinschaft jener von der Erde Erkauften gelangen, welche im Himmel vor dem Throne Gottes ein neues Lied singen, und von denen es heißt: ,, diese sind's. die sich mit Weibern nicht befleckt haben, denn sie find Jungfrauen. Sie folgen dem Lamme, wohin es geht. Sie sind erkauft aus den Menschen als Erstlinge für Gott und das Lamm; sie sind ohne Tadel vor dem Throne Gottes." Offenb. Joh. 14, 3. " - 81 Aloysius hatte schon, so lange er noch in der Welt lebte, in den gefährlichsten Verhältnissen seine unwandelbare Herzensreinigkeit bewiesen; an den Höfen der Großen, inmitten aller Pracht und Eitelkeit der Welt, umgeben von lockenden Lustbarkeiten immer und überall war Aloysius durch Gottes Guade, durch seine eigene Wachsamkeit und sein eifriz ges Gebet ganz rein und unschuldig geblieben. G6 ist daher wohl anzunehmen, daß er im Kloster wenn möglich noch mehr sich hierin werde ausgezeichnet haben. Diese Vermuthung wird auch durch die Ge schichte seines Klosterlebens vollkommen bestättiget. Früher konnte er mit Recht einer schönen Rose vers glichen werden, welche mitten unter den Dornen blu het; jeßt aber erschien er wie eine blenbend weiße Lilie im Garten Gottes, welche sich gegen die Sonne neiget und ihren Strahlen sich erschließet, und durch den Glanz ihrer makellosen Reinheit Aller Augen erfreuet. Wer immer den herzendreinen Aloyfius näher kennen lernte, und genauer beobachten konnte, mußte in freudiger Ueberzeugung in die Worte des heil. Geistes einstimmen: ,, O wie schön ist ein feusches Geschlecht im Tugendglanze( Beish. 4, 1)." Man konnte Aloyfius mit Recht einen Engel im Fleische" nennen, denn wenn er gleich förperlich noch . auf Erden wandelte, verweilte seine Scele doch im mer bei Gott, und troß der Gebrechlichkeit des mensche lichen Fleisches, mit dem er noch angethan war, fühlte er doch nie den Reiz der Unlauterkeit; es schien, als ob er die irdische Hülle bereits abgelegt hätte und als ein Heiliger in verklärtem Leibe unter feinen Klosterbrüdern verweile. 20 is now thi maser SC Der heil. Aloystus. - 6 82 19. Sein aufferordentlicher Bußeifer. So bewunderungswürdig die Unschuld und Here zensreinigkeit des Aloysius war, eben so außerordentlich war sein Bußeiser. Bevor er in das Kloster aufgenommen war, mag seine Strenge in den Buß übungen und ihre Zahl wohl größer gewesen seyn, als während der Zeit, die er im Kloster verlebte; allein sein Bußeifer war deßhalb nicht geringer, sondern nur geregelt. Die Ueberzeugung, daß er aus Liebe zu Gott strenge Bußübungen verrichten solle, war immer dieselbe geblieben und nur noch tiefer einges drungen; sein Wille aber, solche Uebungen wirklich zu verrichten, gab sich alle Tage aufs deutlichste fund. Er bat unzähligemal, ja so oft sich nur Gelegenheit zeigte, seine Vorgesetzten um Erlaubniß zu Bußübungen, und wußte Alles zu seinem Seelenvortheile zu benüßen, er mochte die Erlaubniß oder eine abschlä gige Antwort erhalten. Er versicherte dieß Jemanden, der ihm Vorwürfe machte, daß er troß seiner schwächlichen Gesundheit die Obern unaufhörlich mit Bitten belästige, um Bußübungen verrichten zu kön nen. ,, Ich kenne, sagte er bescheiden, ich kenne meine Schwächlichkeit wohl, fühle aber doch in mir ein mächtiges Verlangen nach körperlichen Bußübun... gen. Da nun meine Obern mich auch ganz gut fennen, so werden sie mir jedenfalls nur das geftat ten, was zuträglich ist. Dabei kann ich mich- sodann vollkommen beruhigen: Gott fennt ja mein redliches Verlangen nach Bußübungen und wird, im Falle mir diese nicht gestattet werden, den Willen für das Werk annehmen. Außerdem ist mir auch noch die Demithigung sehr heilsam, wenn ich von einem Obern } Julioll nd no - - 83 mit der Bitte abgewiesen oder von Andern verkannt werde." addingda dna thirdsstnu chil pitan ähnlicher bescheidenen und wahrhaft erleuchteten Weise erklärte er sich einmal gegen Jemanden, der ihn verwundert fragte, warum er denn so wenig auf die Worte der Vorgesetzten achte, die ihn immer zur Mäßigung seines Bußeisers ermahnen. 8 ist wahr, sagte er, daß Manche mir solche Mäßigung anempfehlen. Allein die Einen, welche diesen Rath selbst auch befolgen, haben eben keinen besondern Geschmack an solchen Bußübungen oder sind beinahe dagegen eingenommen; Andere sind nun wohl recht " eifrig und vollkommen, so daß ich gerne sie in Allem nachahmen und daher auch ihren Rath befolgen möchte; allein sie halten den Rath, den sie mir geben, für sich selbst nicht nöthig daher glaubte ich, ihrem Beispiele so gut oder noch mehr folgen zu ürfen, als ihrem Rathe. Zudem meine ich, ohne solde Bußübungen könne die menschliche Natur sich. nicht leicht und nicht lange über das Gewöhnliche erheben." s am shin - 1 Aloysius überschäßte die äußerlichen und körperliben Bußübungen keineswegs, aber ihr wahrer Werth und ihre hohe Bedeutung entging ihm auch nicht. Er wußte wohl, daß die Vollkommenheit im Junern des Menschen ihren Grund habe, und daß vielmehr auf die Beherrschung des Willens, als auf die Abtödtung des Leibes ankomme; allein er hielt mit Recht dafür, daß man Jenes thun und Dieses nicht unterlassen soll. Er selbst schien wohl weit größern Eifer auf Bußübungen zu verwenden, als auf die Läuterung seines Herzens und die Heiligung seines Willens allein er hatte schon längst alle irgend gefährlichen - - - 84 - Regungen oder Neigungen seines Herzens fo gånge lich unterdrückt und abgetödtet, daß er gar feines besonderen Fleißes mehr bedurfte, um sie vollständig zu beherrschen. Dieß machte ihn jedoch keineswegs forglos er war vielmehr immer sehr wachsam über fich selbst und die leifeften Regungen seines Ins nern, nur war dieß äußerlich nicht auffallend. Wenn er etwa einen fleinen Fehler an sich wahrgenommen hatte, so wurde er nicht übermäßig traurig und verzagt; dieß hätte er für ein Zeichen von Mangel an Demuth und Selbsterkenntniß gehalten. Denn wer sich selbst fennt, muß seine Schwäche und Gebrechs lichkeit wohl gestehen und darf sich nicht für fündens los oder für besser halten, als er ist. Aloysius vers demüthigte sich jedesmal sogleich vor Gott und flehte innig um Berzeihung: o Gott! du weißt wie elend und fündig ich bin; verzeihe mir do, o Herr, und schenke mir die Gnade, dich nicht mehr zu beleidigen!" So betete er gewöhnlich und machte sodann den Vorsaß, bald den Fehler zu beichten und ihn mit Gottes Beistand nicht mehr zu begehen. Hiebei bes ruhigte er sich, und gab sich nur noch Mühe, die Quelle oder Wurzel des Fehlers aufzusuchen, um ihn besto genauer in seiner Bedeutung beurtheilen und desto ficherer ausrotten zu fönnen. So heiligte er fich von innen heraus, und beschleunigte und erhöhte diese Heiligung durch Eifer in äußerlichen Bußübungen. 20. Seine freiwillige Armuth. Aloysius hatte schon durch seinen Eintritt in ben Jesuitenorden seine Verachtung aller irdischen Pracht und zeitlichen Güter unzweideutig an den Tag - 85 gelegt; er hatte ja feierlich der Herrschaft und den Reichthümern seiner Familie entsagt, um solchen Ges fahren entronnen, desto sicherer sein Heil wirken zu können. Im Kloster suchte er sich vollends von gar Allem frei zu machen, was irgend Ansehen oder Werth haben mochte. Seine frühere Einfachheit wurde in dem Hause der wahren christlichen Armuth, wie er das Kloster zu nennen pflegte, bis zur Aermlichkeit herabgedrückt- nichts gar nichts wollte er mehr sein eigen heißen können. Kleider und Bücher nahm er nur vom Kloster soviel er gerade nöthig hatte eine Uhr oder ein anderes nicht unumgänglich nothwendiges Geräth wollte er nicht im Zimmer. Er besaß nicht einmal einen ansehnlichen oder werthvollen Rosenkranz und hatte nur zwei ganz einfache Kupferstiche, die heil. Katharina und den heil. Thomas von Aquin darstellend, auf vieles Zudringen in seinem Zimmer aufhängen Iaffen, - 1 Wenn ihm Jemand aus Hochachtung und Freundschaft irgend Etwas zum Andenken schenken wollte, so nahm er es entweder gar nicht an, oder wenn er nicht wohl anders konnte, so übergab er die Sache alsbald seinen Obern, oder bat sie, das Erhaltene bei der nächsten besten Gelegenheit verschenken zu dürfen. Wenn er so wieder Etwas hingeben konnte und dann von allem Eigenthum frei war, empfand er eine größere und wonnigere Freude, als andere Menschen, wenn sie die größten, längst ersehnten Reichthümer erhalten. Eine Regel des Klosters lautete also: ,, Jeder soll fest überzeugt seyn, daß die geringsten Dinge im Hause ihm bestimmt seyen und gegeben werden machil - 86 zur Abtödtung und zum Besten seiner Seele." Die ser Vorschrift wollte Aloysius genau nachkommen, darum wählte er immer wo er konnte, sich das Ge ringere heraus, sowohl in den Speisen als Kleidern. Wenn man ihm aber Etwas gab, so schaute er es nie recht an, und sagte gewöhnlich, es sey für ihn wohl zu gut. Er war ja aus Liebe zu Christus und aus( Sifer für sein Seelenheil Bettler geworden- - darum erwartete er niemals Ansehnliches und Vorzügliches, sondern wollte sich gern mit dem Geringsten begnügen, das man ihm schenkte. Er betrachtete sich als einen Bettler, und machte gar keine Ansprüche. Er sah sich als einen Armen an, den man von der Straße in cin Haus aufgenommen habe, darum war er mit Allem ganz zufrieden. Was man immer ihm geben mochte, hielt er für ein unverdientes Geschenk und war dafür von Herzen dankbar. Er liebte die Armuth von ganzem Herzen und freute sich derselben aufrichtig war nicht bloß äußerlich arm geworden. Von ihm galt wohl das Wort des Herrn: ,, Selig sind die Armen im Geiste, denn ihnen ist das Himmelreich." - 21. Seine Nächstenliebe. ads Aloysius liebte in Wahrheit Gott über AlAb les, denn er hatte ja Alles verlassen, und war immer zu Allem bereit, um Gottes Wohlgefallen zu bewahren. So heilig ihm aber das erste und größte Gebot" war, ebenso unverleßlich galt ihm auch das andere Gebot, das heißt: ,, Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." Er erkannte in allen Nebenmenschen seine Brüder und Schwestern, Kinder desselben himmlischen Vaters, und wollte seine Liebe gegen Gott - 87 auch beweisen durch wahre Liebe gegen den Nächsten. Insbesondere war er stets eingedenk des schönen Gleich nisses vom barmherzigen Samariter, und suchte Jesu Liebe und Dienste zu erweisen in Verpflegung der Armen und Kranken. Wo er einen Unglücklichen traf, sah er in ihm einen Bruder Christi und wollte ihm helfen. Um seinem mitleidigen, liebevollen Her zen genügen zu können, bat er die Vorgesetzten um Erlaubniß, in den Spitälern, welche von dem Diden versehen wurden, alle Krankenzimmer besuchen zu dürfen. Er genoß die innigste Freude, wenn er die Zimmer reinigen, die Betten zurecht machen, den Kranken Speise bringen oder Arzneien reichen durfte. So pünktlich er hiebei war und so sehr er die höchste Sorgfalt in der leiblichen Pflege aufwendete, ebenso liebevoll sprach er den Leidenden Trost zu und war bemüht ihre Seelen zu retten und zu heilen. Er verwendete zu diesen Liebesdiensten der leiblichen und geistlichen Barmherzigkeit alle Zeit, die er irgend erübrigen konnte selbst die Stunden der Erholung. Auch sonst suchte er im Kloster bei jeder Gelegenheit Andern nüßlich zu werden. Weil er seinen Herzenswunsch, Missionär zu werden, nicht ausführen konnte, wollte er doch unter seinen Ordensgenossen und sonstigen Bekannten ein Missionär seyn, von dem fie Gutes lernen könnten. Wo es immer angieng, rebete er die Begegnenden freundlich an und sprach über geistliche Angelegenheiten mit ihnen. Er wußte es durch seine Einsicht, Bescheidenheit und Klugheit dahin zu bringen, daß selbst in den Erholungsstunden meistens nur über Gott und heilige Dinge geredet wurde, und daß jedenfalls Keiner mit ihm oder in seiner Gegenwart über andere als geistliche Gegenstände zu sprechen wagte. de hamstog 88 Mit besonderer Vorliebe nahm er sich der Novizen und aller jüngern Ordensgenossen an, die noch unerfahren waren oder sonst schwere Kämpfe zu bestehen hatten. Wenn er die Schwäche oder Unentschiedenheit eines Solchen bemerkte, so suchte er durch freundlichen Umgang sein Zutrauen zu erwerben, und begann dann, ihn zu belehren, zu ermuntern und durch heilige Freundschaft gleichsam an sich zu fesseln. So zog er ihn durch Umgang, Unterhaltung und Gebet mit sich fort, bis er eine höhere Stufe der Vollkom menheit erreicht und vom wahren Eifer entflammt war. Dann zog er sich allmählig von ihm zurück, um einem Andern in ähnlicher Weise zu nüßen. Aloys fius täuschte sich nicht über die große folgenreiche Bes deutung des Umgangs; deßhalb suchte er wo möglich den Umgang der Lauen oder Unentschiedenen mite einander zu verhindern, und weihete gern seinen Eifer und seine Zeit jedem Einzelnen so lange, bis er wohl gesichert war, und selbst Andern zur Aneiferung ges reichen konnte. Er sah deutlich ein, daß cine so große Familie von circa 200 Personen nur dann mit Eh ren und Segen bestehen könne, wenn ein warmer Eifer fie belebe, und die Mitglieder von heiliger Bes geisterung erfüllt seyen. Darum war er unermüdlich bestrebt, ein reges, geistliches Leben in Allen zu wecken und zu pflegen. Es gelang ihm sein Bemühen aber auch dergestalt, daß Alle in den freien Stunden nach dem Essen und auf Spaziergängen am liebsten von religiösen Dingen sprachen. Selbst in den Vakanztagen nahm Jeder bei den großen Ausflügen auf's Land ein erbauliches Buch mit. Es liefen gewöhnlich zwei oder drei miteinander, die sich dann jedesmal über das Gelesene unterhielten. Hie und da versammelten sich 10-12 auf einer Anhöhe, und — - 89 - hielten geistliche Unterredungen, was ihnen die reinste Freude bereitete und sie aufs neue begeisterte. So wurde bei ihren Erholungen Leib und Seele ers frischt und gestärft; sie erfreuten sich ungestörter Heiterfeit, die feine Gewissensbisse zurückließ. Dieſen frommen Eifer, diese heilige Lust unter so vielen Jünglingen hatte Aloysius geweckt und begründet. So Vicles und Großes vermag das fromme Beis spiel und heilige Bemühen eines Einzigen! Muth und Segen dazu verschafften eigene Frömmigkeit und vieles Gebet. Das waren die ersten Mittel des eifrigen Aloysius; dabei ließ er sich denn freundlich und schonend zu den Schwachen herab, und trug ihre Gebrechen und Unvollkommenheiten mit großer Nachsicht, ohne jedoch der Wahrheit und Frömmigkeit nur im Geringsten etwas zu vergeben. Mit Halbem begnügte er sich nie, ließ es jedoch gelten als Vorstufe zu Besserem, und suchte die Lässigen selbst durch scherzhafte und wißige Einfälle aufzumuntern; oft erzählte er ihnen auch erbauliche Geschichten. Er liebte Alle außerordentlich, und wollte einem Jeden so viel möglich nüßen; er trug sie in seinem Herzen und wollte Allen Alles werden." Einen schönen und rührenden Beweis von seiner wahren Nächstenliebe gab Aloysius in einem höchst schwierigen Fall, welcher der Erwähnung wohl werth ist. Es war zwischen Rudolph von Gonzaga, Bruder des Aloysius, und dem Herzog von Mantua ein Streit entstanden wegen eines Rittergutes, das durch den finderlosen Tod des Horatius Gonzaga an Rus dolph zurückfallen sollte, aber testamentarisch dem Herzog von Mantua vermacht und von ihm alsbald in Besig genommen worden war. Weil der Streit troß der kaiserlichen Entscheitung nicht ausgieng, son - - 90 dern immer nur gehässiger wurde, famen die Mütter der Betheiligten auf den Gedanken, Aloysius könnte den Streit am ehesten schlichten wegen seiner großen Einsicht und des hohen Ansehens, das er bei beiden Parthien genoß. Aloysius erschrack, als er von dies sem Plane hörte, denn das war für ihn eine ungemein widrige Aufgabe. Er hatte die Welt vers lassen, um ganz und ungestört Gott dienen zu können und nun sollte er das Kloster verlassen auf längere Zeit, um sich mit den menschlichen Leidenschaften zu beschäftigen. Allein auf die Mahnung des Beichtvaters war er bereit, auf des Ordensgenerals Anordnung sich Allem willig zu unterziehen. Als er nun in den Ferien auf einem Landgut den Auftrag des Generals erhielt, sich zu jenem Geschäfte anzuschicken, war er in ½ Stunde schon reisefertig. Zu Kastiglione angekommen, wurde er sehr betrübt durch die vielen Ehrenbezeugungen, die ihm sowohl sein Brus der als die andern hohen wie niedern Personen er wiesen. Ebenso fiel es ihm sehr schwer, so oft an reicher Tafel speisen, und sonst Mancherlei geschehen lassen zu müssen, was man zu seiner Bequemlichkeit that. Er sagte manchmal zu seinem Begleiter:.0 wie wohl ist uns doch in unserm armen Kloster!" 2018 er sich über all' die Punkte des Streites in Kastiglione, Brescia und Mantua ausführlich und genau unterrichtet hatte, versuchte er bei dem Herzog von Mantua eine Verständigung zu bewirken. Er hatte, seitdem er das Geschäft übernommen, täglich und inbrünstig Gott um Erleuchtung und Gnade angerufen und erfreuete sich jetzt auch seines sichtbaren Beistandes. Nach einer 1½ stündigen Besprechung mit dem Herzog war der Streit geschlichtet und die Feindschaft aufgehoben ein wichtiges Werk voll - 91 - bracht. Durch böswillige Schwäzereien war der Her30g sehr aufgebracht, und der Streit durch allerlet Zwischenfälle sehr verwickelt worden- ja es riethen sogar noch Einige dem Herzog, die wirkliche Aussöhnung mit dem Markgrafen Rudolph von Gonzaga zu verschieben, damit man sagen könne, der Streit sey auf Vermittlung höherer Personen ausgeglichen worden. Dieß hielt jedoch den Herzog nicht ab, sogleich die Sache in Ordnung zu bringen. Aloye stus eilte zu seinem Bruder zurück, der sich dann über die vorgelegten Klagepunkte offen und gefällig rechtfertigte, worauf der Herzog ihn nach Mantua einlud zur Versöhnung. Aloysius freute sich herzlich, den Frieden hergestellt, und beide Verfeindete von so schwerer Sünde und ihren Folgen gerettet zu haben. Getroft eilte er wieder in sein Kloster zurück, nachdem er nur aus Liebe zu Gott und dem Nächsten sich mit so widerwärtigen, zerstreuenden und gefährlichen Geschäften abgegeben hatte. Vor seiner Abreise von Kastiglione machte er noch seinem Bruder ernste Vorstellungen über sein bisheriges Leben und bewog ihn zu gründlicher Bes serung. Er hielt auch am Vorabend von Quinquagefimä eine Predigt über den öftern Empfang der heiligen Communion, und zwar mit solchem Erfolg, daß am andern Morgen gegen 600 Personen am Tische des Herrn erschienen. Nachdem sein Eifer in Kastiglione so viel Gutes gestiftet hatte, reiste er ab, fehrte jes doch nicht nach Rom zurück, sondern begab sich in das Haus der Jesuiten nach Mailand. 10) dut 92 22. Sein Eifer in der Vervollkommnung feiner ſelbst. Als Aloysius in dem Collegium zu Mailand angekommen war, konnte er seine Herzensfreude nicht in sich verschließen, sondern sprach sie gegen Andere aus, indem er sie versicherte, daß er sich wieder ganz felig fühle." Sein Zustand gleiche jetzt dem eines Frierenden, der in ein warmes Bett gebracht werde; denn solange er außerhalb des Klosters verweilen müsse, sey es ihm ganz frostig und unwohl; wenn er aber wieder in ein Ordenshaus eintrete, durch ströme gleichsam eine erquickende Wärme Leib und Seele." Er war bereits in sein 23. Lebensjahr getreten, und bemühte sich nun auch in Mailand, zuzunehmen wie an Alter, so an Gnade und Liebenswürdigkeit bei Gott und den Menschen. Er gewann sich bald Aller Herzen durch seine tiefe Demuth; sein heiliger Eifer in allen Verrichtungen des Berufes wie der freiwilligen Abtödtung, leuchtete Allen voran, und rieß sie zur Nachahmung fort. Er verstand es auch in der That ganz vorzüglich, alle auch die niedrigsten Geschäfte sich anziehend, leicht und verdienstlich zu machen, in dem er nie versäumte, Gott und seine Heiligen dabei sich zu vergegenwärtigen und anzurufen. So gab er z. B. den Tischen im Speisesaal, die er öfters decken half, verschiedene Namen: der Tisch des Herrn war, wo der Obere aß, dann kam der Tisch der seligsten Jungfrau Maria, des heiligen Johannes 2c. Er wußte auch Andern Freude an ihren Geschäften, Muth in ihren Kämpfen, Trost in ihren Zweifeln und Nöthen einzuflößen; er wußte jedesmal mit we nigen Worten das Rechte zu treffen und Hülfe zu - 93 - schaffen. So gab er einmal Einem, der ihn fragte, ob die Großen dieser Erde sich wohl von den Eitel keiten der Welt loomachen könnten, die furze Ants wort: Unmöglich, wenn Jesus Christus es ihnen nicht macht, wie jenem Blindgebornen, dessen Augen er mit Koth bestrich. Der Fragende wurde hies durch zum Nachdenken veranlaßt und lerate aus dies fer Antwort deutlich einsehen, daß die Großen dieser Welt allerdings nicht in das Himmelreich eingehen könnten, wenn ihnen nicht Gott selbst die rechte Erkenntniß, d. h. eine Geringschäßung der Welt und ihrer Eitelkeit einflößen würde nur durch Gottes gnädige Erleuchtung gehen ihnen die Augen anf, so daß sie Alles, was die Welt bieten kann, in seiner Nichtigkeit gering schäßen und wie Koth verachten, um Christum gewinnen zu können. Ein andermal brachte er eine vornehme Dame durch seinen heiligen Eifer und seine ernste Offenheit zum Entschlusse der Besserung. Diese Dame hatte ihn uemlich beim Almofenfsammeln in der Stadt getroffen, und sich bei ihm über einen gewissen P. N. N. erkundigt, den fie wohl gekannt habe; als Aloysius die Aus kunft ertheilte, daß dieser Pater sich im gleichen Drs denshause mit ihm befinde, fonnte die vornehme Dame nicht unterlaffen, ben, armen Bater" sehr zu bedauern, der sich in die finstern Klostermauern bes graben und einem todähnlichen Leben unterworfen habe. Aloysius ließ fie aber nicht lange in ihrem Irwahne, sondern sprach mit eben soviel Bescheidenheit als Ernst: ,, Gute Dame, Sie dürfen diesen Pater gar nicht bemitleiden; er erfreuet sich der besten Ges sundheit und schäßet sich sehr glücklich da zu seyn, wo er ift. Er lebt ganz jufrieden und selig und ist bloß der eitlen Welt und ihrer Thorheit a be - 94 gestorben. Sie selbst sind weit eher zu beklagen als der Pater; denn Sie leben in der täuschenden und trugvollen Welt, wo man so gar leicht ſeine Seele auf ewig verlieren kann; und es scheint, nach Ihrem Neußern zu schließen, daß Sie wirklich in großer Gefahr sind, Ihre Seele und Seligkeit der Eitelkeit der Welt preiszugeben. Die Dame war heilsam beschämt, lernte über fromme Weltentsagung behutsamer urtheilen und begann auch selbst ein zurückgezogeneres Leben.in di aver mol da In ähnlicher Weise gab der heilige Eifer dem Aloysius immer Muth, die Wahrheit ungeschmückt und einst vorzuhalten; seine herzliche Demuth aber ließ seine Worte nie hart oder bitter werden, sondern verlieh ihnen anziehende Milde und Ueberzeugungsfrast maailmaning man in mpil Die außerordentliche Tugendhaftigkeit des Aloystus und seine staunenswerthe Vollkommenheit bes rechtigten wohl zu der Vermuthung, daß er bereits für den Himmel reif und würdig sey, in die Wohnungen der Seligen aufgenommen zu werden. Gr empfing auch wirklich im Gebete die bestimmte Vors aussicht, daß er nur noch Ein Jahr leben werde, das er in vollster flösterlicher Zurückgezogenheit zu bringen sollte. Dieses letzte Jahr verlebte er im Jesuitenhaus zu Rom, wohin er im Mai 1590 qu rückgerufen wurde. Ons de - Er versäumte schon auf der Reise keine Gelegen heit, sich und Andere zu erbauen, indem er z. B. zu Siena in der Kapelle der heiligen Katharina die heiligen Sakramente der Buße und des Altares empfieng und an eine Marianische Bruderschaft von Jünglingen eine begeisterte Anrede hielt. Zu Rom selbst bereitete schon seine bloße Erscheinung bei allen - 95 Ordensgenossen eine unbeschreibliche Freude, und aus seinem Umgange schöpften sehr Viele großen geistigen Gewinn. Es war seine höchste Freude, wenn er über Gott reden konnte, und seine heilige Liebesgluth zeigte sich bei solchen Unterredungen auch in seinem Neußern. Bei dergleichen außerordentlichen Rührungen konnte er nicht mehr reden, essen, gehen sein Angesicht war feuerroth, sein Herz pochte, als ob es zerspringen wollte er war wie außer sich, und vermochte nur nach und nach sich wieder zu er holen. no dispno Im November dieses Jahres erhielt er, um un gestört dem Studium der Theologie sich widmen zu können, ein eigenes Zimmer, das seiner Bitte ge= mäß ein kleines, wüstes Dachstübchen war, in dem nur ein Bett, ein Stuhl und eine Kniebank Plaz hatten, welch letztere auch a's Tisch dienen musite. In diesem gefängnißartigen Stübchen befand er sich aber wohler und war seliger, als ein Fürst im herrlichsten Palaste seyn kann od 1300 ml Ginen der liebsten Gegenstände seiner Unterhals tung bildete fortan auch der Tod. Diesen wünschte er sich nachher nicht bloß, weil je länger desto mehr Gefahren des Heiles eintreten können, sondern auch besonders aus heiliger Schen vor dem Priesterstande, in den er später würde eintreten müssen. Die weit umfassenden Pflichten dieses Standes, wie seine schweren Verantwortungen in Verwaltung der heiligen Sakramente, in Leitung der Seelen, in Belehrung und Regierung der Gläubigen, waren ihm schon bekannt, und erschrack vor einer Bürde, die für Engelschultern schwer seyn würde. Er stellte jedoch Alles Gott an= heim, dem Herrn über Leben und Tod.lk mid Bold shin - 96 - — 23. Seine Liebe zu den Armen und Kranken. di Aloysius war arm geworden aus Liebe zu Chris stus, und liebte die Armen auch ganz besonders als Christi und seine Brüder. Um diese herzliche Liebe werfthätig beweisen zu können, fanden Aloysins und die Ordenshäuser der Jefuiten in Italien insgesammt reichliche Gelegenheit. Das Jahr 1591 war nems lich für das ganze Land eine Zeit schwerer Prüfung. In Folge eines außerordentlichen Mangels an Lebensmitteln war eine fast allgemeine Hungersnoth einges treten. In Rom selbst sah es gerade am schlimmsten aus, weil von allen Seiten Leute dahin zusammenströmten, in der Hoffnung Hülfe zu finden. Da erprobte sich der Nußen der Klöster, den sie nicht bloß für ihre Genossen, sondern auch für die bürgerliche Gesellschaft überhaupt gewähren, auf eine rühreude Weise. Was die frommen Gläubigen vertrauensvoll durch Schenfung oder Stiftung schon seit 50 Jahren in die Hände der Klösterlichen Genossenschaft niedergelegt hatten; die Vermächtnisse der reichen Büßer wie die Gaben des armsten Sünders, die an heiliger Stätte zusammengeflossen waren; Alles, was die Liebe Un zähliger dargereicht, und was die Enthaltsamkeit der faftenden Mönche aufgesparet hatte; Alles was von christlichen Herzen geopfert, vom Gebete der Samm ler geheiliget und von Gott gefegnet worden war- all' das wurde nun uneigennüßig von den Ordenshäusern verwendet, um die Noth der Armen zu lin dern. Ja der große Nußen dieser Klöster zeigte sich noch in anderer Weise nicht weniger bedeutsam. In diesen Klöstern waren Herzen gebildet worden, die nicht bloß troische Gaben mit falter Hand geben - 97- - mochten, sondern vor Liebe zu den Armen glühten. Unter ihnen zeichnete sich Aloysius noch beson ders aus. Mit herzlicher Freude durchlief er die Stadt, um bei den Reichen in Gottes Namen Almosen zu betteln für die Armen. Die Noth dieser Unglücklichen bewog ihn. Alles aufzubieten, um der Vermöglichen Theilnahme für sie zu gewinnen. Weil in Folge der Hungersnoth auch gefährliche Krank heiten ausgebrochen und überhaupt eine starke Sterb lichkeit eingetreten war; so wollte das Jefuitenhaus zu Rom auch auf die unglücklichen Kranken seine liebevolle Sorgfalt richten. Es wurde ein eigenes Spital für die Aussäßigen eingerichtet, und in dem schon bestehenden Spitale die andern Kranken vers pflegt. Die Wärter in diesen Spitälern waren die Jesuiten selbst, und sie wetteiferten miteinander in heiliger Liebe, den Kranken Trost und Erleichterung zu verschaffen. Aus dem Kloster kamen diese durch gebildeten, liebevollen, und opferwilligen Freunde und Wärter der Unglücklichen, und wurden durch die ans steckende Krankheit, durch die vielen schauderhaften Sterbfälle und den zunehmenden Verwesungsgeruch nicht entmuthigt, sondern in ihrem Eifer nur gesteigert. In Kurzem erlag Einer der Anstrengung und der Ansteckung, als Opfer der Liebe, fast beneidet von Aloysius, der ihn sterben sehend sagte:„ ach, wie gerne würde ich mit ihm einen Tausch machen, wenn es Gott so gefiele!" Dieser Gnade schien er bald theilhaftig werden zu können. Zwar durfte er, weil immer mehrere Wärter in den Spitälern angestedt wurden, nicht mehr dahin gehen, sondern nur einen andern Spital besuchen, in dem in der Regel keine ansteckende Kranke aufgenommen wurden. Diese Vorsicht hinderte jedoch nicht, daß Aloysius durch den Der heil. Aloysius. 7 98 verpesteten Athem eines Kranken den Keim des Todes in sich aufnahm, und schon am 3. März 1591 sich frauf zu Bette legen mußte. Das pestartige Fieber brachte ihn schon am siebten Tage an den Rand des Grabes. Erfreut, dem Ziele seiner Wünsche, nemlich aufgelöst zu werden, so nahe zu seyn, empfieng er die heiligen Sterbfacramente mit rührender Andacht und zur höchsten Erbauung Aller Anwesenden. Diese konnten ihren tiefen Schmerz über den bevorstehenden Verlust des liebenswürdigen Vorbildes nicht verbergen- fie brachen in lautes Schluchzen und Seufzen aus; er behielt dagegen seine ruhige Fassung, und ließ all' seinen Ordensgenossen sagen: er fühle sich jetzt im Angesicht des Todes nicht im mindesten beunruhigt durch die vielen und strengen Busübungen, die er zu verrichten bestrebt gewesen sey; viel eher mache ihm der Zweifel Sorge, ob er nicht noch mehrere hätte ausüben können." - - du Man glaubte allgemein, er werde noch an demselben Tage sterben, da er gerade das 23. Lebensjabr zurücklegte; ja in Kastiglione verbreitete sich das Gerücht, er sey wirklich gestorben, weßhalb seine Mutter und sein Bruder für ihn ein Seelenamt halten ließen. Allein die Heftigkeit des Fiebers war gebrochen, und eine Schrsindsucht an dessen Stelle eingetreten, so daß Aloysius noch drei Monate lang leiden und dem Ordenshause zur Erbauung dienen fonnte. Obgleich er sehr gerne gestorten wäre, jo gebrauchte er doch die verordneten Arzneien sehr pünktlich und nahm auch die widrigsten ganz ge mächlich, ohne etwas von Efel verspüren zu lassen. Wenn sich Hoffnung zur Wiedergenesung zu zeigen scien, so beruhigte er sich mit dem Gedanken, er wolle dann die Pestfranken sorgfältig und liebevoll 99 bedienen, wozu er schon im Voraus um die Erlaubniß bat. Am Vorabend vor Pfingsten d. I. starb ein greifer Pater des Hauses, der durch seine Frömmigfeit mit Aloysius auf's innigste verbunden war. Dieser Tod, den Aloysius in dreimaligem Traumgesicht sicher erfahren hatte, weckte in ihm auf's neue ein mächtiges Verlangen nach gleichem Loose, auf das er auch wirklich nur noch 20 Tage warten durfte. Zwar mehrten und steigerten sich die Schmerzen und Beschwerden seiner Krankheit in dieser Zeit schnell und stark, allein er harrete aus in vollkommenster Ruhe und Geduld- kein Laut, kein Zeichen von Unzufriedenheit war an ihm zu bemerken. Er gab das herrlichste Beispiel vollkommener Gottergeben. heit und christlicher Geduld. 24. Seine Ansicht über den Tod. Die letzten Augenblicke, die letzten Reden und Bestrebungen eines jeden Menschen sind, wenn auch gerade nicht auffallend und außerordentlich, so doch wichtig und merkwürdig. Diese Bedeutsamkeit ist um ſo größer, je edler und außerordentlicher das Leben des dem Tode Nahen war. In diesen entscheidenden Augenblicken pflegen die Neußerungen der ge= treueste Ausdruck des innersten Seelenzustandes zu seyn. In dieser Hinsicht sind auch zwei Briefe besonders beachtenswerth, welche Aloysius kurz vor seinem Tode an seine Mutter schrieb. Aloysius hatte schon früher, da er kaum 2 Mouate im Kloster war, den bewunderungswürdigen Beweis geliefert, daß sein Herz selbst von den zar - 100 - testen und tiefsten menschlichen Banden gänzlich losgeschält- nur an Gott und Göttliches gebunden sey. Denn obwohl er seinem Vater mit innigster findlicher Liebe zugethan war, so blieb er doch bei der Nachricht von dessen Tod vollkommen gefaßt und schrieb noch an demselben Tage an seine Mutter einen Brief, der mit den merkwürdigen Worten begann: " Ich danke dem Herrn, daß ich jetzt wahrer und freier sagen fann: Vater unser, der du bist in Himmel." Dieß fiel Einigen sehr auf, die seine findliche Liebe wohl kannten; allein Aloysius wußte sich vollkommen zu rechtfertigen, indem er den Staunenden sagte: ,, nach bloß natürlich menschlicher Weise müßte der Tod meines geliebten Vaters mich sehr betrüs ben, aber als Christ weiß ich, daß Gott es so gefügt und zwar in weisester und gütigster Absicht: jetzt war gerade der rechte Augenblick nicht frü her und nicht später- warum sollte ich also trauern? Warum er nicht erst später sterben sollte, weiß freis lich nur Gott; aber wenn ich auch nicht bestimmt zu enträthseln vermag, warum er nicht mehr länger leben durfte; so hat die Fügung doch ganz gewiß ihren guten Grund, wie die andere Fügung, daß er nicht schon bälder gestorben ist. Wenn er einige Monate früher gestorben wäre, würde ich vielleicht nicht hier seyn, denn die Unterthanen hätten wohl Alles aufgeboten, mich von meinem Vorhaben ab zubringen, und ich wäre vom Pater General viel leicht nicht einmal aufgenommen worden. Eben so wäre denn mein Vater gewiß nicht so ruhig gestorben, als er jetzt sterben konnte." Seitdem Aloysius nemlich in den Orden eingetreten war, hatte sich der Markgraf ganz geändert. Er lebte, nach Ab2 101 - legung einer reumüthigen findlichen Beicht, ganz zu rückgezogen, betete alle Abende die sieben Bußpfals men und schlug oft unter Seufzen und Weinen an seine Brust, indem er sprach: ,, O Herr, erbarme dich meiner! ich habe gesündiget, erbarme dich meiner! Auf dem Todbette ermahnte er die Seinigen, nicht zu trauern, sondern sich zu freuen, weil Gott ihm Zeit und Gelegenheit geschenkt habe, Buße zu thun und sich auf den Tod vorzubereiten. So unverkennbar Gottes Barmherzigkeit darin waltete, setzte Aloysius bei, daß mein Vater nicht früher starb; so gewiß ist es auch eine Fügung derselben göttlichen Liebe, daß er gerade jetzt und nicht später starb, wenn wir auch das Warum nicht so sicher errathen können. Zu trauern, wäre daher nicht recht. In gleicher Weise betrachtete er auch in seiner Krankheit den eigenen nahen Tod und suchte seine Mutter darüber zu trösten. Ungefähr zwei Monate vor seinem Tod schrieb er an die Markgräfin einen merkwürdigen Brief, in dem er sie zur Geduld in den häuslichen Widerwärtigkeiten ermahnte und sodann unter Anderem sagte:„ Vor einem Monate fehlte nicht viel, daß ich von dem Herrn eine vorzügliche Gnade erlangt hätte; nemlich, wie ich hoffte, in seiner Liebe zu sterben. Ich hatte mich schon vorbereitet auf diesen glücklichen Augenblick; da nahm meine Krankheit eine andere Wendung, und die Stunde des Todes wurde wieder weiter hinausgerückt. Wie lange die Krankheit noch an mir zehren werde, wissen die Aerzte nicht anzugeben. Sie gaben sich inzwischen alle Mühe, mich der Krankheit und dem Tode zu entreißen allein ich freue mich ob der Hoffnung, daß der Herr mir eine weit föstlichere - 102 Gabe werde zu Theil werden lassen. So lebe ich mun zufrieden und getrost in der Voraussicht, daß ich in wenigen Monaten von dieser vergänglichen Welt in das Reich der Lebendigen abgerufen, und aus der Mitte der Menschen in die Gemeinschaft der Seligen und zur Anschauung Gottes aufgenommen werde. Darin werden auch Sie den besten Trost finden, da Sie mich ja mütterlich lieben und nur mein Bestes wünschen. Gedenken Sie meiner oft im Gebete, ich ersuche Sie darum, damit Gott mich nach der kurzen Zeit, die ich hier auf Erden noch zuzubringen habe, durch die Verdienste Jesu Christi und die Fürbitte seiner jungfräulichen Mutter in das Land der Verheißung aufnehmen möge, wo ich ewig mich in ihm erfreuen werde." Einige Zeit später, da er durch göttliche Eingebung die Zeit seines Todes genau erfahren hatte, schrieb er noch einmal an seine Mutter, um sie im Voraus zu trösten und zur geduldigen, ja freudigen Hinnahme dieses bald eintretenden Ereignisses zu ermahnen:" Die Gnade und der Friede des heil. Geistes möge stets mit Ihnen seyn," so begann sein zweiter Brief. Dann hieß es weiter:„ Ihr Brief hat mich noch lebend im Reiche der Todten ange troffen, aber doch nahe beim Scheiden von hier, um dann Gott nie mehr zu verlassen im Reiche der Lebendigen. Ich glaubte in dieser Stunde den Riesenschritt schon gethan zu haben; aber die Heftigkeit des Fiebers hatte sich etwas vermindert und ich ers lebte glücklich den Himmelfahrtstag. Seit dieser Zeit hat das Fieber in Folge einer geringen Verkältung wieder zugenommen; und ich hoffe, demgemäß bald zum himmlischen Vater zu gelangen, bei dem ich vollkommene und bleibende Ruhe haben, werde. Wenn nach 1 103 - dem Worte des Apostels Paulus die Liebe mit den Trauernden trauert und mit den Fröhlichen fröhlich ist, so werden Sie, theuerste Mutter, den süßesten Trost in der Gnade finden, die Sie mir zu Theil werden sehen, indem der Herr mich zu wahrem Glücke führt und mich versichert, daß ich es nie mehr verlieren werde. Ich gestehe Ihnen, daß ich mich in der Betrachtung der ewigen. Güte versenke, wie in ein grundloses Meer. Die göttliche Liebe ruft mich nach einer ganz geringen Mühseligkeit zu einer unendlichen Ruhe ab und zum Genusse einer unbeschreiblichen Freude, die ich so wenig verdient habe; ste verspricht mir sogar die Vergeltung der wenigen Thränen, die ich vergossen habe. Machen Sie sich deßhalb ja keines Undankes schuldig für diese große Barmherzigkeit! Dieß würde aber geschehen, wenn Sie mich, Ihren Sohn, als todt beweinen wollten, während er doch leben soll in der Gegenwart Got tes, und Ihnen durch sein Gebet mehr nüßen fann, als hienieden. Unsere Trennung wird nicht lange dauern; im Himmel werden wir uns wieder sehen und vereinigt werden, um uns nie mehr zu trennen. In unserm Erlöser werden wir uns freuen, ihn los ben aus allen Kräften und ohne Aufhören preisen seine Barmherzigkeit. Ich schreibe Ihnen dieß mit dem besondern Wunsche, daß Sie, theuerste Mutter, und die ganze Familie meinen Tod als eine große Gnade ansehen möchten. Ihr mütterlicher Segen begleite und führe mich auf der gefährlichen Ueberfahrt über das Meer dieser Welt, das mit ich glücklich anlange im Hafen meiner Sehn sucht und meiner Hoffnungen Ich schreibe Ihnen dieß um so freudiger, als ich keinen bessern Beweiß meiner Liebe und schuldigen Ehrfurcht gegen - 104 Sie kenne. Ich ende mit der demüthigen Bitte um Ihren Segen. lie #is Rom, den 10. Juni 1591. D Ihr im Herrn Jeju gehorsamster Sohn Aloysius Gonzaga." 25. Sein gottseliger Tod. i Aloysius führte während seiner ganzen Krankheit nunmehr lauter religiöse Gespräche und wollte keine andere als erbauliche Unterhaltungen mehr. Solange es irgend möglich war, stand er des Tages öfters auf und schleppte sich mühsam an einen Tisch hin, wo er vor einem struzifire betete. Besondere Freude machte es ihm auch, wenn er lange mit seinem Beicht vater über den Tod und die Ewigkeit sich besprechen konnte. Nach einer solchen Besprechung fiel er eins mal in eine Erstase, und sagte am andern Morgen dann ganz bestimmt, daß er am letzten Tage der heiligen Fronleichnamsoctav sterben werde. Als ihm einige Tage hierauf auch der oberste Krankenwärter die Nähe des Todes zu verstehen gab, bat er einen Ordensbruder, für diese gute Nachricht das Te deum ihm beten zu helfen." Er redete fortan immer weniger und war meistens in fromme Betrachtungen vertieft, und ließ sich täglich Mittags 3 Uhr von einem Pater die sieben Bußpsalmen vorbeten, während dessen eine Stunde lang seine Augen unbeweglich auf ein vor ihm liegendes Kuzifir gerichtet waren und oft viel Thränen vergoßen. Gegen das Ende der heiligen Fronleichnamooctav sprach er nur hie und da heilige Worte und fromme Stoßgebets lein; in den letzten drei Tagen hielt er immer ein - 105 Kruzifir auf seiner Brust, wiederholte oft das apos stolische Glaubensbekenntniß und sprach von Zeit zu Zeit seufzend: ich wünsche aufgelöst zu werden, um mit Christus zu seyn. Als am letzten Tage der Octav Mehrere den Aloysius besuchten und kein Vorzeichen des nahen Todes an ihm gewahrten, sagte ein Pater: ,, beute ist der letzte Tag der Octav, Bruder Aloysius; aber es scheint, daß du uns heute noch nicht entrissen werdest, wie du meintest." Der Kranke entgegnete nur: Der Tag ist noch nicht zu Ende." Gegen Andere äußerte er sich aber ganz bestimmt, daß er dieſe Nacht noch sterben werde. Den ganzen Morgen betete er, und erlangte auch den apostolischen Segen mit einem vollkommenen Ablaß von Papst Gre gor XIV. Um Mittag bat er um die heilige Wegzehrung; weil der Krankenwärter aber seinen Zustand für nicht so gefährlich hielt, und deßhalb keine Anstalten traf für Erfüllung seines Begehrens, bat Aloysius noch einmal darum jedoch wieder vergebens. Erst gegen Abend erlangte er durch Vers mittlung eines vertrauten Paters vom Pater Nektor die heilige Wegzehrung. Bei der Litanei vom allerheiligsten Altarssacrament, die vorgebetet wurde, antwortete er immer vernehmlich, und wurde beim Empfang der heiligen Communion wie verklärt. In der festen Hoffnung, bald seinen Herrn und Heiland von Angesicht zu Angesicht zu schauen, nahm er hierauf Abschied von allen Anwesenden, indem er sie freundlich und heiter umarmte. Allen fiel das Scheiden ungemein schwer, wiewohl Aloysius ihnen liebevoll zu sicherte, jenseits ihrer eingedenk seyn zu wollen. Einem Freunde, der ihn um Verzeihung etwaiger Beleidigungen bat, entgegnete er freundlich, daß er dieß, falls es - 106 nothwendig gewesen, ohnehin gethan hätte, und sei ner nicht vergessen werde, da ja jenseits die Liebe vollkommen sey. Abends um 7 Uhr hielt Aloysius, ein wenig aufgerichtet, ein Kruzifir vor sich hin, bes trachrete es andächtig und verrichtete Gebete zur Gewinnung des Sterbablasses. Inzwischen nahm er zweimal sein leinencs Käppchen vom Haupte, und sagte zu einem am Bette sitzenden Ordensbruder, der es ihm jedesmal wieder aufsetzte, auf das Kreuz hindeutend: ,, Als Jesus starb, war sein Haupt auch nicht bedeckt." Später, als es schon Nacht geworden war. befahl der Pater Rektor, daß Alle sich entfernen und zur Ruhe begeben-- nur zwei Patres sollen beim Kranken bleiben. Mit schwerem Herzen und weinend entfernte sich Einer um den Andern; die zwei Wächter und der Beichtvater beteten sodann, nach seinem Wunsche, die Sterbegebete mit ihm, und hierauf ver ließ auch der Beichtvater das Zimmer. Die beiden Patres beteten immer fort mit ihm, und für ihn, besprengten ihn von Zeit zu Zeit mit Weihwaffer, und reichten ihm das Kruzifir zum Küssen dar. Aloyfius betete andächtig mit, und sprach oft vernehmlich: ,, Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geiſt." Endlich kam die Stunde des schweren Kampfes- Todesblässe breitete sich über sein Angesicht aus, und der falte Schweiß trat auf seine Stirne. Er bat kaum verständlich, ihn ein wenig umwenden zu wollen von der Stelle, auf der er schon drei Tage gelegen; die Patres wagten jedoch nicht seinen Wunsch zu erfüllen, aus Besorgniß, er möchte in ihren Händen sterben; sie erinnerten ihn an die harte Lagerstätte, welche Christus unter den größten Schmerzen gehabt habe, und Aloysius gab sich, die Augen auf das Kruzifir gewendet, ganz willig darein, bereit so - 107- viel zu leiden, als Goit ihm auferlege. Hierauf gaben sie ihm die brennende Sterbekerze in die Hand, zum Zeichen des Glaubens, der im Leben ihn ers leuchtet hatte, und im Sterben ihn des ewigen Lichtes theilhaftig machte. Er hielt die Kerze fest, und nahm noch einmal all' seine Kräfte zusammen, um den heiligsten Namen Jesu auszusprechen, dann sank sein Haupt zurück, sein Geist verließ die vergängliche Hülle, Aloysius war gestorben zwischen 2 und 3 Uhr Morgens an einem Freitage; eben war der letzte Tag der heiligen Octav zu Ende gegangen und der Todestag Jesu hatte begonnen es war die Nacht vom 20 auf den 21. Juni 1591; Aloysius zählte 23 Jahre 3 Monate und cilf Tage des Lebens. - 26. Seine Beisetzung. 12 Die beiden Patres sahen es als ein großes Glück an, daß sie die letzte Nacht bei Aloysius hatten wachen dürfen; sie konnten sich an seinem gottseligen Tode sehr erbauen und verspürten auch bald die Wirkung der Dankbarkeit, die Aloysius für den geleisteten Beistand im Sterben durch seine Fürbitte ihnen bezeugte. Sie fühlten sich nemlich mächtig angetrieben zu einem ganz neuen, eifrigen und bußfertigen Leben, und gelangten durch ihr beharrliches Streben nach Vollkommenheit zu großer Frömmigkeit und Seelenruhe. Die übrigen Hausgenossen bedauerten am Morgen insgesammt, daß sie nicht das Glück hatten. beim Scheiden des geliebten Aloysius zugegen zu seyn. Alle eilten in das Zimmer, wo die Leiche war, um - 108 für ihn zu beten, oder kleine Andenken- Reliquien von ihm zu erhalten. Die Trauer war allgemein und tiefgefühlt. Keiner verfannte, was für einengroßen Verlust das ganze Haus in dieser Nacht erlitten habe. - Den Tag über war die Leiche in der Hausfapelle ausgesetzt, wohin fortwährend viele Gläubige famen, um für den Verstorbenen zu beten, und die Leiche des Heiligen" wie sie ihn nannten, zu verehren, zu umarmen und zu küſsen. Die Nacht über war die Leiche in einem großen Saale, wohin sie schon Abends 6 Uhr gebracht wurde. Da versammelten sich alle Ordensgenossen des Hauses und bezeugten ihre Liebe und Verehrung gegen den im Herrn Entschlafenen, indem sie Alle, die Priester wie die Laienbrüder, seine Hand küßten. Des andern Tages stellte man die Leiche in die Kirche des Collegiums und betete bei derselben die Tagzeiten für die Verstorbenen. Der Zudrang des Volkes wurde bald so stark, daß man nur mit Mühe die gehörige Ordnung wahren, und nicht verhindern konnte, daß Stücke von den Kleidern und sogar zwei Gelenke des kleinen Fingers als Reliquien abgeschnit ten wurden: es mußte zuletzt die Kirche verschlossen werden. Nun kam der Tag der Beerdigung. Man hatte sich mit Zustimmung des Generals entschlossen, den Aloysius nicht in der gewöhnlichen Weise und Reihenfolge der übrigen Verstorbenen zu beerdigen, sondern in einem abgesonderten Grabe beizusetzen; es geschah dieß in der Kreuzkapelle links vom Collegium. Die frommsten und weisesten Patres machten nemlich die Ansicht geltend, daß Aloysius gewiß im Tode von Gott verherrlichet werde, da er so außerordentlich - 109 heilig gelebt und in Demuth sich vor der staunenden Welt verborgen habe. Sein Grab wurde alsbald sehr häufig besucht, und die Verehrung gegen den Heiligen" verbreitete sich schnell weit umher. Sieben Jahre später ließ der Ordensgeneral Aquaviva die Gebeine desselben, in einem kleinem Sarge verschlossen, einmauern 22. Juni 1598. Die Wunder, welche auf des Seligen Fürbite von Gott bereits gewirkt worden waren und wieder gewirkt wurden, gaben Veranlassung, daß nach 4 Jahren die Reliquien in einem bleiernen Kästchen im Altare des heiligen Sebastian in der Collegiumskirche aufbewahrt wurden- 1. Juli 1602. Das heilige Leben und der gottselige Tod des Aloystus wurde immer in weitern Kreisen bekannt, die vertrauensvolle Verehrung desselben nahm immer mehr zu, und durch Anrufung seiner Fürsprache wurde immer häufiger und auffallender wunderbare Hülfe erlangt, so daß im Jahre 1605 das Haupt des Heiligen auf dringendes Bitten in die Kirche des Jesuitencollegiums nach Kastiglione abgegeben werden mußte, und zu Rom im Jahr 1620 bereits eine Kapelle zu Ehren des Aloysius erbaut wurde, in welcher man auch den 15. Juni desselben Jahrs seine Reliquien aufbewahrte. - Aloysius war schon bei Lebzeiten allgemein ges ehrt und hochgeschäßt. Die Frömmsten wie die Bö ſesten bewunderten seine Tugenden, seine lautere Uns schuld und seinen außerordentlichen Bußeifer; ja den gottesfürchtigsten Männern, die ihn genauer fannten, schien es, daß Gott ihn wohl schon in diesem Leben durch Wunder verherrlichen werde. Diese hohe Meinung steigerte sich, je länger Aloysius lebte, und wurde durch seinen gottseligen Tod zur eigentlichen - 110 - Verehrung erhoben. Man zweifelte gar nicht mehr an seiner alsbaldigen Seligkeit und hoffte durch seine mächtige Fürsprache zuversichtlich wunderbare Hülfe. Diese Zuversicht wurde durch viele und mannigfache Wunder auf Aloysius Fürbitte gerechtfertiget und weiter verbreitet. Beim ersten Wunder, das auf des Aloysius Fürsprache von Gott gewirkt wurde, entrichtete der Heilige gleichsam einen Tribut seiner kindlichen Liebe und Dankbarkeit. Die Mutter erfreute sich zuerst seiner mächtigen Hülfe. Im Jahre 1593 war nemlich ihr zweiter Sohn, der Markgraf Rudolph, ges storben; da brach zu Kastiglione ein Aufstand aus gegen das Haus Gonzaga. Darüber wurde die Markgräfin Mutter gefährlich frank und fam bald dem Tode nahe. Als sie schon die heiligen Sterbfacramente empfangen hatte, und beinahe in den letzten Zügen da lag, erschien ihr nun Aloysius, ganz verklärt und von himmlischem Glanze umflossen. Sie war durch diese wunderbare Erscheinung ganz erschüttert, und aus ihren Augen brach ein Strom von Freudenthränen. Hierauf vernahm sie die tröstliche Zusicherung, daß sie bald wieder genesen und eine glückliche Wendung der Familienangelegenheiten er leben werde. Die Erscheinung verschwand- das Zugesagte gieng nicht lange hernach in Erfüllung. Von nun an folgten Wunder auf Wunder, welche durch des heiligen Aloysius Vermittlung an seinen frommen Verehern in allerlei Nöthen von Gott gewirft wurden. In den Beispielen bei den Bes trachtungen auf die Aloysiussonntage werden noch einige dieser Wunder erzählt. Frommer Leser, verehre den heiligen Aloysius recht eifrig und würdig; - 111 so wirst Du den Segen davon und die Kraft seiner Fürsprache auch an Dir selber erfahren. 27. Seine Heiligsprechung. Die Verehrung des verstorbenen Aloysius war anfänglich nur eine private, wie einzelne Personen eben von seinem heiligen Leben oder seinen Wundern Kunde erhielten, und in sich Liebe und Vertrauen zu ihm verspürten. Der Besuch seines Grabes und seiner Reliquien wurde aber bald sehr üblich und die immer allgemeiner werdende Verehrung fand schon im Jahre 1604 in einem öffentlichen und feierlichen Gedächtnißfeste des seligen Aloysius Befriedigung. Dieses veranstaltete ein Dominikanermönch zu Brescia. Die fromme Jugend der Stadt wetteiferte, die Kirche recht schön ausschmücken zu helfen. In der Festpredigt wurde das gottselige Leben des Aloysius geschildert, und am Nachmittage versammelten sich die Jünglinge und Jungfrauen wieder und erbaueten sich an Erzählungen und Lehren aus dem tugendreichen und musterhaften Leben des Aloysius; hierauf beschlossen sie das Fest mit heiligen Liedern und andern unschuldigen Freuden. Ein ähnliches Fest wurde hierauf am 28. Juli desselben Jahres in Kastiglione gefeiert, wobei insbesondere die fromme Jugend, aber auch alle Gläubige sich allgemein erbauten. Um das Bild des Heiligen, vor dem Unzählige ihre Seufzer zum Himmel schickten, ihre Gebete verrichteten und ihre Versprechungen machten, wurden in demselben Jahre noch 400 Votivtafeln aufgehängt. Bisher war die öffentliche Verehrung nur mit bischöflicher Erlaubniß geschehen. Ein Jahr darauf - 112 1 13 sprach Papst Pius V. den Aloysius selig, und ein deutscher Kardinal ließ nun in der Kirche über dem Grabe des Aloysius ein Gemälde anbringen, das ibn von Glørie umgeben darstellte und die Junschrift hatte:, Seliger Aloysius von Gonzaga, Mitglied der Gesellschaft Jesu." Er feierte sodann auch das heilige Weßopfer auf dem Altare daselbst, und alle Patres des römischen Collegiums wohnten demselben bei, um Gott zu danken für die Seligsprechung des Aloysius und die Erlaubniß, ihn öffentlich verehren zu dürfen. Der Papst ließ mun genaue Notizen und Berichte über das Leben des Aloysius sammeln; und eine Anzahl gelehrter Kardinäte, mit der Prüfung derselben betraut, stellten das Gutachten auf, daß Aloysius Gonzaga wegen der außerordentlichen Heis ligkeit des Lebens und der bereits 31 protokollarisch beglaubigten, auf seine Anrufung bewirkten Wunder nicht bloß selig, sondern auch heilig gesprochen werden könne. Hierauf gefüßt, erließ der Papst am 19. Oftober 1605 ein Breve, daß die urkundliche Selig sprechung enthielt, welche vorher bloß mündlich geschehen war. Hiebei wurde auch die Ers laubniß ertheilt zum Druck einer Lebensbeschreibung, welche von Cepari lateinisch verfaßt, bald in alle Sprachen übersetzt wurde. Nun feierte man allents halben am 21. Juni den Gedächtnißtag des seligen Aloysius, und ihm zu Ehren wurden religiöse Vereine und Bruderschaften errichtet. So schaarten sich 13 Jungfrauen zuſammen darunter 3 Töchter des verstorbenen Markgrafen Rudolph von Gonzaga und begannen unter der geistlichen Leitung des Pater Cepari ein zurückgezogenes, musterhaft christ liches Leben, wobei sie sich unter den besondern Schuß des seligen Aloysius stellten, seine Tugenden - - 113 eifrig nachzuahmen suchten und ihn vertrauensvoll anriefen. endal Sein Leben wurde hierauf noch einmal unter sucht und geprüft; eine eigene Congregation- eine Anzahl in dem katholischen Glauben und in dem Kirchenrecht sehr erfahrener Geistlichen, mit einem Kardinal an der Spitze, zog alle möglichen Erfun digungen ein, und konnte am 10. November 1612 dem Papste Bericht erstatten, dahin lautend, daß zur Heiligsprechung des seligen Aloysius alle Erfordernisse vorhanden seyen, und daß man an seinem Gedächt= nißtage wohl besondere Gebete verrichten, und das heilige Mesopfer ihm zu Ehren Gott darbringen dürfe. Der Papst gestattete dieß jedoch erst im Jahre 1621 für die Besizungen des Hauses Gonzaga und für einige Kirchen der Jesuitencollegien. So war auch in einer neuen Kirche für das Jesuitencollegium im linken Schiff- gerade an dem Plaße, wo Aloysius gewohnt und diese Erde verlassen hatte, ihm zu Ehren ein herrlicher Altar erbaut, auf dem am 21. Juni 1700 zum erstenmal das heilige Mesopfer dargebracht wurde. Endlich verordnete Papst Clemens X. auf viele Bitten und Vorstellungen, daß der Name des seligen Aloysius in das Römische Märtyrerverzeichniß eingetragen werde. Die Verehrung des Aloysius war freilich bereits so allgemein und feierlich, daß es einer Heiligsprechung zu deren Erhöhung nicht bedurfte- allein es sollte doch urkundlich aus. gesprochen werden, was schon ganz Uebung geworden war. Nachdem nun allerlei Hindernisse die firchliche Heiligsprechung des Aloysius über 100 Jahre hinausgeschoben hatten, erließ endlich Papst Benedikt XIII. durch vieles Fasten und Beten dazu vorbereitet, die Heiligsprechungsbulle den 20. April 1726. Der heil. Aloysius. 8 - 114 Er berief sich darin auf alle seitherigen Untersuchungen und Prüfungen des Lebens des Aloysius und sagt weiter, daß er seine Zuflucht zu Gott genommen habe, um nach reiflicher leberlegung die rechte Entscheidung zu treffen. An dem Tage, an dem Aloyfius einst in der heiligen Taufe das stets rein be wahrte Kleid der Unschuld empfangen, brachte der Papst in der Lateran- Kirche das heilige Meßopfer zur Anrufung des heiligen Geistes feierlich dar, und gab dann den Befehl, daß zur größern Ghre Gottes, und zur Verherrlichung seiner heiligen katholischen Kirche und zur Ghre der berühmten Gesellschaft Jesu der sowohl durch die erhabene Unschuld seines Lebens als auch durch die vollkommene Verachtung aller irdischen Ehren und Herrlichkeit berühmte. selige Aloysius als heilig erklärt und für alle Gläubige zur Verehrung und Nachahmung, insbesondere aber für die Jugend als Vorbild aufgestellt werde.*) 1 Derselbe Papst verordnete am 22. November 1729, daß die Jugend den heiligen Aloysius als ihren Patron verehren möge, und ge stattete Jedem einen vollkommenen Ablaß, der die heiligen Sakramente der Buße und des Altars würdig empfange, und am Aloysius- Altar andächtige Gebete für die katholische Kirche verrichte, ndalusis) ein Gin späterer Papst Clemens XII. verlieh am 21. Dezember 1737 einen vollkommenen Ablaß Allen, die an 6 Sonntagen unmittelbar vor oder nach dem golle God puby14) pilia *) Die feierliche Ceremonie der Heiligsprechung wurde am 31. Dezember 1726 in der Vatikankirche vor32TI genommen, na sludegang old drind 8 - 115- Gedächtnißtag des heiligen Aloysius 21. Juni die heiligen Sakramente der Buße und des Altars würdig empfangen und fromme Betrachtungen, Gebete und andere gute Werke verrichten. Dieser Ablaß kann in jeder Kirche und an jedem Sonntage ge wonnen werden.*) Mit Freude und Eifer erwählten Jünglinge und Jungfrauen an verschiedenen Orten den heiligen Aloysius zum Patron ihres frommen Strebens nach christlicher Vollkommenheit, und die Früchte solcher vertrauensvollen Verehrung blieben nicht aus. Viele eifrige Verehrer des Heiligen erlangten durch seine Fürsprache Linderung und gänzliche Hülfe in körperlichen Leiden; noch häufiger und auffallender sind aber die Fälle, in denen er seinen flehenden Pflegeempfohlenen geistige Hülfe vermittelte. Er, der jedes zeitliche und leibliche Ungemach freudig erduldete, wenn nur seine Seele daraus Nußen zog, ist in seiner Seligkeit auch vorzüglich besorgt um das Seelenheil seiner Verehrer. Reuige Sünder, die vom Gewissen unaufhörlich geängstiget wurden, erlangten durch seine Anrufung Friede des Herzens; von gefährlichen Ver suchungen Geplagte wurden durch seinen Schutz gestärkt oder ganz befreit; Laue und Unentschiedene fühlten sich von heiligem Eifer entflammt, große Sünder wurden durch seine Fürsprache von Gottes Gnade erweicht und zur Buße getrieben; Gottesfürchtige blieben mittelsft seiner Verehrung im Guten beharrlich, und den Unschuldigen erflehte er Furcht vor dem Verlust dieser Gnade und Muth und Weisheit zu ihrer Bewahrung. So hat der heilige - *) Papst Benedikt XIV. gab unterm 7. Januar 1740 diese Erklärung. - 116 1 Aloysius, der bewunderungswürdige Eiferer für das Heil seiner Seele, der Engel im Fleische, sich bald und allenthalben als einen guten Patronen allen nach Reinheit des Herzens strebenden Gläubigen erwiesen, insbesondere aber unter der Jugend einen heiligen Wetteifer in Bewahrung der Unschuld angefacht und ſegensreich verbreitet. Sollte nicht auch in unsern Tagen eines religiösen Aufschwungs die Jugend in dem Kampfe gegen die Welt und ihre Thorheit mit Vertrauen und Elfer diesen Heiligen verehren und zum Patronen erwählen? Wie tröstlich und heilsam ist es nicht, gegen die schlauen und unermüdlichen Feinde der Seligkeit einen kampfgeübten, sieggewohnten Beschüßer und mächtigen Fürsprecher bei Gott zu haben! Möge der heilige Aloysius Allen Gottes Gnadenfülle erlangen, die unter seinem Schuße den guten Kampf kämpfen und nach der Krone des ewi gen Lebens streben! Heiliger Woysius bitt für uns! Amen. and a proind dilp sid di spimit nos dedor spingution 8 op tubs uppist chaud d odvidjvull du un stop din 10 balto now schril and stor monu botto sino que Gun thisens don mano a gundar nisl si misild spotuit thuk sihijny spidubiall and dum dhe buik dus ad id ful son midi uy tied and w OFTL man en dag 31% dins& 900 hit 811 Zweiter Theil. 11 Gebete und Andachten 101 1070 für) d din popl die Verehrer des heiligen Aloyfius überhaupt, und die Jugendbündnisse insbesondere. I. or si Aloysius- Patron der Jugend. Mehrere Jahrzehnte hindurch wurde mit großer Mühe und List eine falsche Aufklärung verbreitet, welche den alten katholischen Glauben verwischen und eine fittliche Ungebundenheit verbreiten sollte. Als aber die neuen Geschlechter sich der Freiheit des Unglaubens erfreuen wollten, wurden in den Familien, Gemeinden und Staaten traurige Uebelstände und Leiden bemerk bar, über welche man sich allgemein bitter beklagte, aber lange ihnen nicht abzuhelfen vermochte. Inzwischen ist jedoch ein sicherer Hoffnungsstern des nahenden Heiles aufgegangen, nemlich: die Erkenntniß, daß die Religion allein helfen, daß der Glaube allein eine gründliche Besserung zu Stande bringen könne. Aus dieser Erkenntniß ist das vielfache Verlangen nach Missionen und die rege Theilnahme an densele ben hervorgegangen; allenthalben ersteht aus der oft mur noch glimmenden Asche in den Herzen der Chris sten das alte Licht des Glaubens mit frischem Glanze und das Feuer heiliger Liebe mit erhöhter Kraft durch das Wehen des göttlichen Geistes wird in der - Kirche Jesu ein neues christkatholisches Leben anges facht, das insbesondere in den Jugendbündnissen anziehend hervortritt und segensreichen Einfluß auf die Gestaltung der Gegenwart und Zufunft ausübt. In aufgeklärter glaubensarmer Zeit hatte sich das wahre Verhältniß zwischen Leib und Seele gerade verkehrt- der Körper war zur Herrschaft ge langt und der Geist maßte ihm Frohndienste leisten; die Stunden, welche man zur Verehrung des höchsten, unendlich vollkommenen Geistes etwa nach altem Herkommen oder aus andern Gründen verwenden wollte, galten als verlorene, im Dienste der Welt und des Fleisches glaubte man allein Zeit und Kräfte verwenden zu müssen. Am Gebet und Gottesdienst fonnte man keine Freude mehr finden ein sinnliches genußreiches Leben wurde das Ziel alles Strebens. Durch die Neubelebung des heiligen Glaubens wird aber das allein angemessene Verhältniß zwischen Leib und Seele, zwischen Gott und Menschen wieder hergestellt, und das christliche Leben wieder zu Ehren gebracht. Es haben bereits zahlreiche Schaaren von Jünglingen und Jungfrauen sich entschlossen und angefangen, die Herrschaft des bösen Zeitgeistes abzuschütteln, und ein unschuldiges, tugendhaftes Leben zu führen. Eifrig und freudig versammeln sie sich vor den Altären, um angethan mit der Waffenrüstung Gottes in Reih und Glied den guten Kampf zu kämpfen gegen die Welt und ihren Fürsten; sie beten und singen in heiliger Herzenslust und schönster Eintracht, sie erfreuen und stärken sich bei dem königlichen Hochzeitmahle und kehren, nachdem sie ihrem höchsten Führer und König Ehrfurcht bezeugt und Treue gelobt, wieder auf ihren besondern Posten zurück. Es muß hiebei den jugendlichen Heerschaaren Christi - 118 - - - 01:19 - - zu großem Troste und Segen gereichen, in diesem Kampfe besondere Patronen zu haben, deren Heldenmuth ihnen vorleuchtet, auf deren mächtige Fürsprache sie vertrauen dürfen. Eine solche gütige Patronin baben die Jugendbündnisse insgesammt an der seligsten Jungfrau Maria, welche ist die Zuflucht der Sünder und die Helferin der Christen. Wie aber diese Königin uller Jungfrauen noch ganz besonders die Patronin der Jungfrauenbündnisse ist, so wird auch ganz passend der heilige Aloysius von den Jünglings bündnissen zu ihrem besondern Patron erwählt. Dieser Heilige ist in der Kirche bald nach seinem Tode als besonderer Pas tron der Jugend betrachtet und verehrt worden; und unzählige Gnaden jeder Art haben den Beweis ge= liefert, daß diese Verehrung Gott wohlgefällig und den Gläubigen recht nüßlich sey. In Folge der vie len Wunder auf seine Fürbitte konnte es nicht fehlen, daß Jünglinge und Jungfrauen in seiner Verehrung wetteiferten und sogar eigene Bündnisse hiefür, sogenannte Sodalitäten errichteten, um in Gemeinschaft sein Beispiel nachzuahmen und seiner Fürbitte sich theilhaftig zu machen. Der Eifer in Verehrung des heiligen Aloysius wurde auch noch erhöhet durch mehrere Ablässe, welche die Päpste dafür verliehen. So hat Papst Clemens XII im Jahr 1737 Denjenigen einen vollkommenen Ablaß verheißen, welche zu Ehren des heiligen Aloysius am Feste dessels ben, 21. Juni, oder an 6 Sonntagen auf einander vor oder nach dem Feste, die heiligen Sakramente der Buße und des Altars würdig empfangen und nach der Meinung des Papstes einige Gebete oder gute Werke verrichten. Wer nun immer den heiligen Aloysius zum Patron erwählt, soll ins WE 1 - 120 besondere vor aller Unlauterkeit sich hüten, sein Bei spiel fich oft vor Augen stellen und täglich mit Vertrauen ihn anrufen, und wenn einem Jugendbündnisſe angehörend, die Sagungen desselben gewissenhaft beobachten.com 1300 atiduod DP Gebet. Heiligster und hocherhabenster Gott und Herr! Du sprachest einst durch den Mund deines Prophes ten:„ Wer mich ehren wird, den werde ich auch ehren!" Du hast auch wirklich deinen treuen Dies ner Aloysius, der nur zu deiner Ehre lebte, im Leben und im Tode durch deine wunderbare Gnadenerweisungen ausgezeichnet und hochgeehret. Durchdrungen von Liebe zu dir und angezogen von dem herrlichen Tugendbilde des heiligen Aloysius, will ich nach seinem Beispiele dir, o Gott, meine Jugend weihen, und dich in deinem Heiligen ehren, nach dem Worte des Psalmisten: ,, Deine Freunde, o Gott, werden von mir sehr geehret Laß dir diese Verehrung wohlgefällig seyn und segne fie! Amen. 115 Auffordernug zur Verehrung des heiligen Aloysius. 1. dorted of mi SRD Kommt ihr Mägblein, kommt ihr Knaben, d pilisd sid Bringt die Gaben 7 10 15dmix Eurer frommen Herzen dar, de 2pin Nach der Kirche weisen Lehrenan su nomig 75mmi mun Den zu ehren, U stup 1500 sids buior Der im Fleisch ein Engel war. ingilin m - - 121 2. nan Seht, die erste Zeit der Jugend, Reich an Tugend, Weih: er Gott zum Eigenthum. Nicht den Rest von späten Jahren Will er sparen Für des Höchsten Ehr und Ruhm, 3. Seine zarten Lippen schwören, Vor Altären, Früh Maria treu zu seyn. Aus des Herzens reinstem Triebe Und voll Liebe mis - Spricht er: Mutter, ewig dein! 4. Brennt der Engel Gottes einer Wohl noch reiner An des Weltenschöpfers Thron, Als der Liebe Glut empfindet, Ganz entzündet. Dieser keusche Erdensohn? 15. Ihn kann Erdentand nicht rühren; Ihn verführet Keiner Günde arge Lust. Doch, o Wunder! - Andacht strömt aus seinen Blicken, in Und Entzücken; minha got Hebt zum Himmel seine Brust. 6. s dieser Engel Ohne Mängel, G saisd sing - 1122 1 - Fürchtet Sündern gleich zu seyn; Der nie etwas hat verschuldet, Er erduldet Blut'ger Geißelstreiche Bein, s andat anti7, nos 16 and schile Kommt nun Mägrlein, kommet Knaben, Bringt die Gabent 108 Eurer Lieb' und Reue dar. Reuig wollet Buße üben, Und ihn lieben Der so schuldlos Büßer war, when dire 8. Aber du, zu dessen Preise o dnil Keine Weise Kann genug erhaben seyn; Laß dies Loblied tir gefallen Von uns allen, and 8110 329 Sht Und uns deines Schutzes freu'n. 9. minde b ne Speien aus dem finstern Rachen Höllendrachen Gift in unser Herz und Ohr; Edießt die Welt auf uns die Pfeile; O dann eile, dimdi Halte deinen Schild uns vor, not mdf in 10. sani TRI Hat die Reinheit uns'rer Sitten schedul Schon gelitten; hun dall Waren wir Gott ungetren; 1 Lehr uns deiner Buße Wege, Und errege Tief in uns den Geist der Neu'. 1123 aspaudojik si Gebet bei Erwählung des heil. Aloysius zum Patron, asdit dan m 19 1191 - mille Heiliger Aloysius, du engelreiner Diener Jesu Christi! Du hast in deinem irdischen Leben durch unermüdliches Ringen nach Vollkommenheit eine so hohe Stufe der Heiligkeit erreicht, und durch deine herzliche Demuth den Glanz deiner Tugenden so sehr zu verbergen gesucht, daß der Herr beschlossen hat, dir im Himmel die Krone des ewigen Lebens zu geben, und hier auf Erden durch viele Wunder dich zu verherrlichen. Du wunderbares Muster und Vorbild reinster Unschuld und eines gottgefälligen Lebens! Siehe, mit ehrfurchtsvoller Ergebenheit und mit heißem Verlangen deine Unschuld und Herzensreinigkeit nach zuahmen, werfe ich mich dir zu Füßen und erwähle dich zu meinem besondern Patron und Fürsprecher bei Gott. Ich bin fest entschlossen, das schöne Beispiel deiner Tugenden nachzuahmen, und nie mit Vorbedacht in eine Sünde einzuwilligen. Vorzüglich aber nehme ich mir vor, die Reinigkeit des Herzens sorgfältig zu bewahren, und in meinen Gedanken und Wünschen, Worten, Geberden und Handlungen die strengste Sittsamkeit zu beobachten. Ich will die Sünde, welche du so sehr gefürchtet hast, von ganz zem Herzen verabscheuen, jede Gelegenheit und Gefahr dazu vorsichtig meiden und auch Andere, so viel ich kann, davon abhalten. Ich bitte dich nun inbrünstig und vertrauensvoll, daß du mich zu deinem Pflegekind aufnehmen und deine sorgende Liebe mir zuwenden wolleft. Bitte für mich um reine Liebe Gottes, damit ich überall in der Furcht des Herrn tadellos wandle, und stets meinen Leib in strenger Zucht halte; hilf mir dazu, daß ich nie etwas UnUniv.- Bibl. Giessen 1 124 anständiges begehe, rede oder denke, alle Anfechtungen zur Sünde muthig bekämpfe und die Tugend der Reinigkeit immer mehr schätzen und lieben lerne. Laß dir meinen Leib und meine Seele sammt allen meinen geistlichen und leiblichen Anliegen empfohlen seyn! Höre nicht auf, bei Gott für mich zu bitten und mir beizustehen, bis ich die Krone des ewigen Lebens erlangt habe, und mit dir den barmherzigen Gott lieben, loben und anbeten kann in alle Ewigfeit. Ich bitte dich darum, durch deine inbrünstige Liebe zu Jesu dem Gekreuzigten, um deiner kindlichen Verehrung zu Maria und um deines heiligen Eifers willen, von dem du für Gottes Ehre und der Menschen Heil durchdrungen bist: heiliger Aloysius sey mein Patron, bitt für mich und steh mir bei, jetzt, immer und im letzten Streite. Amen! meinag shaf si stol ind nd Lobgefang zu Ehren des heiligen Aloyfins. im bi sindin 1. snap 10 Dich, Aloysius, will ich preisen, sim großer Fürst im Himmelreich! si Wer kann dir würdig Ehr' erweisen? Du warst an Unschuld Engeln gleich. Die ganze Erde muß sich freuen Und dich frohlockend benedeien, pu odvig saint ma chim કોઈ 100 m Weil du ihr treuer Helfer bist, Wenn sie in Angst und Nöthen ist. SO uitspalje 2.si um Der Höchste hatte dich erkoren, impote ngh Daß du mur ihm sollst eigen seyn; solidas nfl Du hast die Unschuld nie verloren, sind u - 125 - Du bliebst von Sünden allzeit rein, Du slohst schon in den ersten Jahren Mit größter Sorgfalt die Gefahren; Nie reizte dich die Eitelkeit, Nur Gott war deine ganze Freud'! 3. Du hast die ganze Welt verachtet, Weil ihre Freuden eitel sind; Nach höhern Gütern haft getrachtet, Wo man die Ruh' der Seele sind't. Beim Beten hast du Ruh' gefunden, Da flossen dir so manche Stunden Wie Augenblicke schnell dahin; Da war in Gott vertieft dein Sinn. 100003 4. da Am Kreuze Jesum zu betrachten, top Ihn anzubeten am Altar, at Und ihm dein reines Herz zu schlachten- Dieß brachtest ihm zum Opfer dar; boda Mit Jesu auch Maria ehren Und überall ihr Lob vermehren, War dein Bestreben jederzeit Und deines Herzens größte Freud'. 5. istung Doch seht, wie dieser Engel büßet, Wie er voll Liebe und voll Reu', Mit Thränen auch das Blut vergießet, Obwohl er ist von Sünden frei. Auch ich, als Sünder, ich muß büßen Und waschen meiner Sünden Schuld, Durch Thränen, die aus Trauer fließen, Und mir erwerben Gottes Huld! Amen. du 19 - 126 Gebet of min um dem heiligen Aloysius seine Huldigung darzubringen. O liebenswürdiger Nachfolger Jesu Christi, mächtiger Fürsprecher Aloysius! Laß dir meine geringe Huldigung wohlgefällig seyn. Siehe, ich erkenne, welchen hohen Werth deine herrlichen Tugenden nicht blos bei den Menschen, sondern auch bei Gott hatten; und ich bewundere deine glückselige Verherrlichung im Himmel. Es freuet mich, daß Gott deine Tugenden mit der Siegeskrone des ewigen Lebens belohnet hat, und daß die Menschen auf Erden dich liebevoll verehren. Gepriesen sey die Gepriesen sey die heilige Dreifaltigkeit, welche dich zu so außerordentlicher Vollkommenheit erhoben hat. Lob und Dank sey dem Vater, der dich zu seinem begnadigten Kinde aufgenommen; Lob und Dank sey dem Sohne, der dich denen beigefellet, welche in seinem Blute reingewaschen dem Lamme folgen, wohin es gehet; Lob und Dank sey dem heiligen Geiste, der dein Herz mit heiliger Liebesgluth entzündet hat. Um deiner vielen Gnaden willen, mit denen dich Gott beschenkte; um der Un schuld und Buße willen, wodurch du dich ausgezeichnet hast, um deiner Liebe willen, die du auf Erden gegen Gott und die Menschen im Herzen getragen, und um deiner unaussprechlichen Seligkeit willen, die du jetzt im Himmel genießest- bitte ich dich inständig, du wollest mir eine wahre Zerknirschung des Herzens über meine Sünden, und die Gnade er langen, fortan jede, auch die kleinste Sünde zu verabscheuen. Sey in all' meinem Thun und Lassen, im Leben und Sterben, mein Fürsprecher und Be schüßer! 691100 - 127- mpit Antiphon: Heil dir, du guter und getreuer Knecht! weil du über Weniges getreu gewesen bist, will ich dich über Vieles seßen: gebe ein in die Freude deines Herrn. in N. Den Gerechten führet der Herr auf geraden Wegen. just noods Ry. Und zeiget ihm das Reich Gottes. ne des Lasset uns beten. an Erwecke in mir, o Herr den Geist, von wel chem der heilige Aloysius regiert wurde, damit ich von demselben erfüllet, liebe was er geliebt, und im Leben übe, was er in Wort und That gelehret hat. Du hast in dem englischen Jünglinge eine bewunderungswürdige Unschuld mit außerordentlichem Bußeifer vereiniget; verleihe um seiner Verdienste und Fürbitte willen, daß ich wenigstens seine Bußfertigkeit nachahme, wenn ich nicht im Stande bin, seine Unschuld zu erreichen. Ich bitte dich darum durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. ondo HE Gebet zum heiligen Aloysius um eine glückliche Standeswahl. Unschuldiger Diener Gottes, engelreiner Aloyfius! Du hast in deinen Jugendjahren so reiflich erwogen, welchen Stand du erwählen solleft; du hast so oft und inbrünstig den göttlichen Beistand dazu angerufen und mit unermüdlichem Eifer den erkannten, von Gott bestimmten Beruf zu erreichen gestrebt, und in demselben hienieden den Frieden des Herzens und jenseits die ewige Seligkeit erlangt; siehe ich rufe dich nun mit findlichem Vertrauen an und bitte: erlange mir von Gott die Gnade einer glücklichen 128 Standeswahl! Stehe mir bei in dieser wichtigen Angelegenheit, von der das Glück meines ganzen Lebens, ja selbst das Loos der Ewigkeit abhängt. Zeige mir den rechten Weg, den ich einschlagen soll, um zu meinem Ziele zu gelangen. Leite meine Ent scheidung, damit ich den rechten Beruf nicht verfehle, sondern den mir von Gott bestimmten Stand ergreife, in demselben mein Heil wirke, und dadurch der ewigen Seligkeit theilhaftig werde. Amen. - Gebetn um Segen im Lernen. Schenke mir, o Gott, durch die gütige Fürbitte des heiligen Aloysius, die Gabe des heiligen Geistes, damit mein Herz gereiniget und mein Verstand erleuchtet werde. So kann ich dann mit einem reinen und von himmlischem Lichte erfüllten Gemüthe die nüßlichen Kenntnisse meines Berufes recht lernen und begreifen, ohne die Wissenschaft der Heiligen jemals außer Acht zu lassen. Ich bitte darum durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Bitte um die Gabe der Reinigkeit. Entzünde, o Herr, mein Herz mit dem Feuer des heiligen Geistes, damit ich von der Flamme der göttlichen Liebe durchglüht, wie der heilige Aloysius, dieser Engel im Fleische, dir mit keuschem Leibe dienen, und mit reinem Herzen wohlgefallen möge. Durch Jesum Christum, unfern Herrn. Amen. v - 129 Gebet zum heiligen Aloysius in leiblichen und geistigen Nöthen. Heiliger Aloysius, englischer Jüngling! du Spiegel der Unschuld und Reinigkeit, du mächtiger Fürsprecher bei Gott! Sey auch mein Fürsprecher und erhalte mir die Kraft meines Augenlichtes, aber noch vielmehr die Erleuchtung der Augen meines Geistes; verschaffe mir die Gaben eines sichern Gedächtnisses, eines festen Willens und gesunden Verstandes in allem Guten; erwecke in mir eine herzliche Andacht zu Jesus dem Gekreuzigten, und eine findliche Liebe zu seiner schmerzhaften jungfräulichen Mutter Maria. Beschüßze mich wider alle Gefahren der Welt und des bösen Feindes, und ertödte in mir alle böse Begierlichkeit. Erwirb 1 mir die Gnade, daß ich Gott niemals schwer beleidige und treibe mich an zu allem Guten, damit ich in heiliger Furcht und Liebe mein Heil wirke, und in allen Tugenden standhaft verharre bis an's Ende meines Lebens, um mich sodann mit dir und allen Heiligen der ewigen Glückseligkeit erfreuen zu können. Dieß hoffe ich o Gott, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Empfehlung in den Schuß des heiligen Aloyfius. Gonzaga, laß mich Gnade finden! O nimm dich deines Pflegkinds an; Bewahre mich vor allen Sünden Und führe mich der Tugendbahn. Nach deinem Beispiel will ich leben, Tie Welt verachten sey mir Ruhm; Der heil. Aloysins. 9 1 130 Ich will mich gänzlich Gott ergeben, Ihm schenk' ich mich zum Eigenthum, Ich will für meine Sünden büßen, Und tilgen meine Sündenschuld; Die Reuethränen sollen fließen, Und mir erwerben Gottes Huld. Ich will mit dir Maria lieben, Und Jesus, ihren lieben Sohn; Beseele mich mit gleichen Trieben, Erwirb mir eine gleiche Kron. 10 alle der Amen. shise pinags Tagzeiten dzu Ehren des heiligen Aloysius. Zur Metten.*) Vater unser. Gegrüßt seyft du Maria. Ich glaube an Gott Vater. Jesus, der Bräutigam jungfräulicher Seelen, entzünde unsere Herzen mit seiner heiligen Liebe. V. Herr, eröffne meine Lippen, R. So wird mein Mund dein Lob verkünden. N. O Gott, hab' Acht auf meine Hülfe! Ry. Herr, eile mir zu helfen! Ehre sey dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie sie war im Anfange, so jetzt und allzeit und in alle Ewigkeit. Amen. Lobgesang. Die Unschuld des heiligen Aloysius. 1. Gonzaga! Dich hat Gott erforen. Taß du nur Ihm sollst eigen seyn; *) Am Vorabend( oder auch am Morgen frühe) zu beten. - 131 - Du wurdest als ein Licht geboren, Von Sünden durch die Taufe rein. 2. Die Weltpracht hat dich nie gerühret; Nie hat die schnöde Eitelkeit, Dein reines Herz durch List verführet; Nur Gott allein war deine Freud'. 3. Der Höchste zierte dich mit Gnaden, Und machte dich fast Engeln gleich; Du bliebest treu auf seinen Pfaden, Und glänzest jetzt im Himmelreich. Antiphon. O glorreicher Jüngling! unter dessen Schutz alle Völker frohlocken; du folgeft, angethan mit dem Gewande der Unschuld, dem Lamme, wohin es geht. V. Der Herr hat ihn vom Mutterleibe an berufen, R. Und ihn zum Werkzeuge auserwählet von Ewigkeit. Lasset uns beten. bar O Gott! du Ausspender der himmlischen Gaben, der du in dem heiligen Aloysius eine so bewunderungswürdige Unschuld bewahrt haft: verleihe gnädig, daß Alle, die seine Fürbitte anrufen, mit gleichem Eifer für die Unschuld ihres Herzens und den Fries den ihrer Seele erfüllt werden; durch unsern Herrn Jesum Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. dau thin the thi 3ur Prim.*) in O Gott, habe Acht auf meine Hülfe! Herr eile mir zu helfen! aspia mollig stil sigy V. R. Ehre sey dem Vater 2. *) Morgens in der ersten Stunde des Tages. 1. 132 Lobgesang. Aloysius, heilig als Kind. 1 Noch in der Blüth' der ersten Jugend, Erzeugt' dieß Gott geweihte Kind; Die schönsten Früchte reiser Tugend, Die sonst im Alter selten sind. 2. Nur Gott zu leben, ihm zu dienen, Gewährte seinem Herzen Lust; Und Liebe, wie der Seraphinen, Zu Gott, erfüllte seine Brust. 3. Ich bitt', erwirb mir gleiche Triebe, Gonzaga, leite meinen Sinn; Entzünde mich mit gleicher Liebe, Zieh' mich zu gleichen Freuden hin! Antiphon. Gott liebte ihn, und hatte an ihm sein Wohl gefallen, weil er von Jugend auf in seinem heiligen Gesetze wandelte; deßwegen ließ Er auch seine Gnade und Barmherzigkeit an ihm so sichtbar werden. V. Er hat seinen Lauf bald vollendet; R. Aber durch Heiligkeit und Weisheit viele Jahre erfüllet. Lasset uns beten. D Gott! der du den heiligen Aloysius, deinen Diener, schon in seinen findlichen Jahren von der Eitelkeit der Welt entfernt und in furzer Zeit zur höchsten Stufe der Vollkommenheit geführt hast, ver leihe uns um seiner Verdienste und Fürbitte willen, daß wir die Eitelkeit der Welt ebenso verachten, wie er, und durch dieselben Tugenden dir wohlgefallen mögen; durch unsern Herrn Jesum Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste 2c. — 133 3. 1 Zur Terz.*) mihin dv. D Gott, habe Acht auf meine Hülfe! R. Herr, eile mir zu helfen! Die Ehre sey dem Vater 2c. Lobgesang. Seine Verehrung des Leidens Christi. 1. Gonzaga weint aus Lieb' und Schmerzen, Wenn er am Kreuze Jesum steht; Die Liebe flammt in seinem Herzen, Wenn er in Jesu Wunden flieht. 2. In diesen Wunden will er leben, Da hält er sich mit Wonne auf; Da kann er sich der Lieb' ergeben, Denn Liebe ist sein Lebenslauf! O drücke jene süßen Wunden Des Mitleids über Jesu Pein Die Liebe, welche du empfunden, Auch meinem falten Herzen ein. - Antiphon. Nehmet eure Zuflucht in Jesu heilige Wunden, und seyd ohne Furcht: ihr werdet da Stärfe finden und mit Freuden aus der Gnadenquelle des göttlichen Heilandes Wasser des Lebens schöpfen. V. Kommt und trinkt von diesem lebendigen Wasser, R. Und ihr werdet in Ewigkeit keinen Durst mehr leiden. Lasset uns beten. Erhöre, o Herr! gnädig unser flehentliches Gebet, das wir zum Gedächtniß deines Dieners Aloy*) Zur dritten Stunde des Tages. - 134 sius verrichten, damit uns die Gnade jener innigen Verehrung des Gekreuzigten, die uns noch so sehr mangelt, durch seine Fürbitte zu Theil werde; dieser göttliche Erlöser aber wolle uns, seinen Dienern, zu Hülfe kommen, die er mit seinem kostbaren Blute erlöset hat; der mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regiert in alle Ewigkeit. Amen. - Zur Sert.*) nonproi V. O Gott, merke auf meine Hülfe! Ry. Herr, eile mir zu helfen! Die Ehre sey dem Vater zc. Lobgesang. the Seine Andacht zum heiligen Altarssakrament. 1. Gonzaga wird von Lieb' entzündet, 60 Sobald er nahet dem Altar, Auf dem er seinen Jesum findet, Der uns zur Speiß sich reichet dar. 2. Der Glaube lebt in seinem Herzen, Er betet Gott voll Ehrfurcht an; Er brennt von Liebe und von Schmerzen, Daß er nicht noch mehr lieben kann. mdn 0 3. O könnt' ich, Jesu, dich so lieben, Wie dich Gonzaga hat geliebt! Daß ich nicht glüh' von gleichen Trieben, Dies, Jesu! macht mein Herz betrübt. Antiphon. Ich habe für euch ein Opfer geschlachtet, Wein gemischt und den Tisch zubereitet: so kommet denn, *) Zur sechsten Stunde.de ist& C 135 effet mein Brod und trinket den Wein, den ich für euch gemischt habe. 1 V. Rommet alle, die ihr Hunger und Durst habet, R. Und ihr werdet erquickt und gesättigt werden. Lasset uns beten. Verleihe uns, o Gott! durch die Fürbitte des heiligen Aloysius, daß wir in gleicher Liebe und Anbetung deines göttlichen Sohnes im heiligen Altarssakrament ihm würdig nachfolgen, und uns der Früchte dieses heiligen Mahles theilhaftig machen mögen; durch eben denselben Herrn Jesum Christum 2c. d Zur Non.*) 2013 V. O Gott, habe Acht auf meine Hülfe! R. Herr, eile mir zu helfen! Die Ehre sey dem Vater 2c. Lobgesang. Seine Andacht zum heiligsten Herzen Jesu. 1. O Jesu Herz! du wählst das Leiden, Und büßest unsrer Sünden Schuld; Uns bist du eine Quell' der Freuden, Voll Liebe, Langmuth und Geduld. 2. Gonzaga war dir ganz ergeben, Er war von deiner Liebe wund; Dich loben, lieben war ihm Leben, Er that dein Lob auch Andern fund. - 3. Ich will nun meine Sünd' verfluchen, Dann schließt mich dieses Herz auch ein; Ich will sonst keine Freud' mehr suchen, Da soll mein Trost, mein Alles seyn. *) Zur neunten Stunde, Benimball(* - 136 Antiphon. Kommet zu mir und höret mich an, so wird eure Seele leben. Ich will ein ewiges Bündniß mit euch machen und euch in meinem Herzen tragen. V. Barmherzig ist der Herr und von großer Huld. R. Er schonet Aller, die zu ihm ihre Zuflucht nehmen. Lasset uns beten. D Gott! der du siehst, wie sündhaft und ge brechlich wir sind, laß uns nach dem Beispiele dei nes Dieners Aloysius und durch seine Fürbitte in dem Herzen deines lieben Sohnes, unsers Herrn und Heilandes Trost und Hülfe in allen Nöthen dieses Lebens finden. Wir bitten dich darum Surch eben denselben Jesum Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste 2c. $ 1@ Zur Vesper.*) V. D Gott, habe Acht auf meine Hülfe! R. Herr, eile mir zu helfen! Die Ehre sey dem Vater ic. Lobgesang. Seine Liebe zu Maria. 1. Maria, reiner Augen Weide, gr War deiner Geiftesblicke Band, Maria, reiner Herzen Freude, War deiner Liebe Unterpfand. 2. Zur Mutter hast du sie gewählet Und sie erkannte dich als Sohn; Die Lieb' zu ihr hat dich beseelet, Die Gegenliebe war dein Lohn. *) Nachmittags. E C 137 3. Ach bitt' Gonzaga! für mich imen, Daß mir Maria gnädig sey; Daß sie sich meiner woll' erbarmen, 3ch bleib' bis in den Tod ihr treu. - Antiphon. Ich bin die Mutter der schönen Liebe, der Furcht Gottes und der heiligen Erkenntniß. N. Kommet ihr Kinder und höret mich: glückselig sind die, die meine Wege bewahren. R. Wer mich findet, findet das Leben und schöpfet das Heil von dem Herrn. Lasset uns beten. - D Gott! der du deinen auserwählten Diener Aloysius mit besonderer Liebe und Verehrung gegen die seligste Jungfrau und Mutter Maria erfüllet und dadurch ihres mächtigen Schußes und Beistandes theilhaftig gemacht hast; gib, daß wir durch gleiche Liebe und Verehrung ihrer treuen Mutterschaft uns erfreuen; daß sie erhöre das Flehen unserer Herzen, und in den zahllosen Gefahren, denen wir ausgesetzt sind, uns beistehen möge; durch Jesum Christum, deinen Sohn, der mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regiert in alle Ewigkeit. Amen. mali ads 3 ur Complet.*) d N. R. Bekehre uns zu dir, o Gott, unser Helfer, Und wende ab von uns deinen Zorn. V. D Gott, habe Acht auf meine Hülfe! Ry. Herr, eile mir zu helfen! Die Ehre sey dem Vater 2c. *) Zum Schluß des Tages. #opili 12. - 138 - Lobgesang. Aloysius Bußeifer. 1. Gonzaga floh' die kleinsten Sünden, Er lebte gleich den Engeln keusd ,; An ihm war keine Schuld zu finden, Er war ein Engel in dem Fleisch. 2. Doch sieh, wie dieser Engel büßet, Wie er, obgleich von Sünden frei; Nicht Thränen bloß, selbst Blut vergießet, Und fast vergeht vor Schmerz und Reu'! 3. Ach! ich verdien' der Hölle Qualen, Gonzaga! ich muß Büßer seyn; Damit ich meine Schuld kann zahlen, ↑ So flöß' mir Reu' und Liebe ein. 3Antiphon. #lit Wer seine Seele unordentlich liebt, wird sie vers lieren; und wer seine Seele auf dieser Welt haßt, bewahrt sie für das ewige Leben. V. Lasset uns mit ihm leiden, austin B. Damit wir auch mit ihm verherrlichet werden. Lasset uns beten. D Gott! du Außspender der himmlischen Gaben, der du in dem englischen Jüngling Aloysius mit einer so bewunderungswürdigen Unschuld eine eben so große Bußfertigkeit vereiniget haft; verleihe uns durch seine Fürbitte und Verdienste die Gnade, daß wir, die wir ihm in der Unschuld nicht nachgefolgt sind, ihm in der Bußfertigkeit nachfolgen mögen; durch unsern Herrn Jesum Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regiert in alle Ewigkeit. Amen. 63 8& C 139 Litaneimml asuind ud të zum heiligen Aloysius, beteg - Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! 9 si m 153 OTR 150 Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser!@ Gott Sohn Erlöser der Welt, ist@ Gott heiliger Geist, Thu 1 hspride# 2. Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott, h 102 Heilige Maria, bitt für uns! Heilige Gottesgebärerin, por n Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heiliger Aloysius, Du Blume des Paradieses, Der durch die heilige Taufe eher dem Himmel, als der Erde geboren worden, Der du von Gott zu einer außerordentlichen Heiligkeit bist erwählet worden, Der du von Gott mit vorzüglichen Gnaden ausgerüstet und gezieret worden, d Der du die Gnade der Taufe und Unschuld bis in den Tod unverlegt dir bewahrt, Der du, um die Unschuld zu erhalten, selbst den Schatten einer Sünde geflohen, Der du die äußeren Sinne mit größter Behutsamkeit bewahret, Bitt für uns! #a Der du dein Fleisch durch die strengste Abtödtung bezähmt und gefreuziget, Der du im Geiste der Bußfertigkeit alle Widers wärtigkeiten geduldig ertragen, Der du dein Leben in der strengsten Buße beschlossen, 10 - 140 Der du deinen Beruf mit heldenmüthiger Standhaftigkeit erfüllet, Der du die Welt und alle ihre Güter groß müthig verachtet, Der du die Schmach des Kreuzes dem Glanze der Kronen vorgezogen, Der du dein größtes Vergnügen in dem Gebete und der Betrachtung göttlicher Dinge gefunden, Du Lilie der Reinigkeit, Du Beispiel der vollkommenen Keuschheit, Du Spiegel der Zucht und Ehrbarkeit, Du Engel im Fleische, Du Büßer ohne Sünde, Du Wunder der Abtödtung, Du andächtiger Verehrer des heiligsten Herzens Jesu, Du zärtlichster Liebhaber Jesu des Gekreuzigten, Du inbrünstiger Anbeter des heiligsten Altarssakraments, Du wahrer Diener Gottes, Du findlicher Verehrer der jungfräulichen Mutter Jesu, done D Du getreuestes Pflegfind Maria, Du Eiferer im Beruf, un no Du unblutiger Martyrer der Liebe Gottes, Du demüthiger Nachfolger Jesu, Du Freund der Armen, Du Helfer der Kranken, Du liebreicher Tröster der Kleinmüthigen, Du sichere Zuflucht der Bedrängten, Du mächtiger Fürsprecher der Büßenden, Du sorgfältiger Beschüßer der Unschuld und Reinigkeit, Du großer Liebhaber der jungfräulichen Reinigkeit, Bitt für uns! 90 - 141 Du besonderer Patron der christlichen Jugend, Du leuchtendes Vorbild der studierenden Jünglinge, Du weiser Rathgeber in Erwählung des Standes, Du fräftiger Fürbitter aller dich Anrufenden, - In unserer Schwachheit, In Gefahren der Unschuld, Zur Zeit der Versuchung, In Krankheit und Leiden, Durch dein reines und unschuldiges Leben, hilf uns heiliger Aloysius! Durch dein Gebet und Fasten, Durch deine himmlische Glorie, Durch deine Fürbitte und Verdienſte, Bitt f. uns! Daß wir stets eine heilige Furcht vor jeder Sünde haben, Daß wir den Geist der Buße und Abtödtung erlangen mögen, Daß wir unser Gemüth immer mehr von dem Irdischen abziehen, und zum Himmlischen erheben mögen, Daß wir alle Tage mehr Freude und Uebung im innerlichen Gebete und in der Betrachtung erlangen mögen, Daß wir oft mit inniger Theilnahme das Leiden Jesu beherzigen, Daß wir stets eine innige Verehrung zum Herzen Jesu haben mögen, Daß wir uns jedesmal eifrig auf die heilige Kommunion vorbereiten. Daß unsere Herzen zu einer vollkommenen Liebe Gottes entzündet werden, Daß unser findliches und liebevolles Vertrauen zu Maria immer zunehmen möge, Hilf uns, heiliger Aloysius! - 142- - Daß wir die standesgemäße Keuschheit gewissenhaft bewahren, vomidai Hilf uns, heil. Aloysius! Daß wir in allen Tugenden immer mehr zunehmen, Daß wir im Guten bis an's( Snde verharren, Daß wir noch vor dem Tode die heiligen Sterbsakramente würdig und mit Andacht empfangen, Daß wir eines glückseligen Todes dahinscheiden, Daß wir in dem strengen Gericht Gottes bestehen mögen, is de stichi subt O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt: verschone uns o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt: erhöre uns o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt: erbarme dich unser, o Herr! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Herr, erbarme dich) unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! bi y. Bitt für uns, o heiliger Aloysins! 2 Ry. Auf daß wir würdig werden, der Verheißungen Christi. seben tim to gr qn2 Allmächtiger, barmherziger Gott! der du die Schäße deiner Gnade und Barmherzigkeit so reichlich über den heiligen Aloysius ausgegossen, daß er sich mitten in der Welt, von aller Gitelfeit frei erhalten und nur nach dem Himmlischen sich gesehnt hat; der du ihn auch durch eine wunderbare Unschuld in Reinigkeit den Engeln fast gleich gemacht hast: wir bitten dich demüthig durch seine großen Verdienste, du wollest auch uns barmherzig die Gnade verleihen, - 143 daß wir nach seinem Beispiele von allen Gefahren der sündhaften Welt befreit, dir jetzt unter den Menschen vollkommen dienen, und einst dort mit den Engeln in deiner Anschauung uns ewig erfreuen, und dich loben und preisen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 1 Betrachtungen und Gebete auf die sechs Aloysischen Sonntage, welche dem Feste des heiligen Aloysius( 21. Juni) vorhergehen oder nachfolgen. Vorbereitungsgebet. ( An jedem der sechs Sonntage Morgens.) Allmächtiger, ewiger Gott! stehe gnädig auf mich herab und laß die Andacht dir wohlgefällig seyn, die ich heute verrichten will. Ich will sie dir aufopfern zur größern Ehre deines heiligen Namens, zur Anbetung Jesu Christi im allerheiligsten Altarssakramente, zum Gedächtnisi seines bittern Leidens und Sterbens, zur Verehrung der allzeit reinen jungfräulichen Mutter und Himmelskönigin Maria, wie auch zur Verherrlichung deines treuen Dieners, meines liebsten Patrons, des heiligen Aloysius, den du im Leben mit so viel Gnaden, und nach dem Tode durch mannigfache Wunder ausgezeichnet hast. Laß meine Andacht zugleich auch als ein Dankopfer gelten, für alle Gnaden, welche dem heiligen Aloyfius und auf seine Fürbitte auch seinen Verehrern von dir zu Theil geworden sind. Ich bitte und hoffe, du werdest, o gittigster Gott und Vater, mir nicht - 144- versagen, was du schon so Vielen gewährt haft: ertheile mir auf die Fürbitte des heiligen Aloysius diese Gnade.... um die ich dich inständig anflehe. D heiliger Aloysius, du glorreicher Fürsprecher bei Gott! erlange mir vor Allem die Gnade, daß ich heute meinem Gott eifrig diene, und Alles, was ich zu deiner Ehre verrichten will, in würdiger und vollkommener Weise ausführe. Opfere du meine heilige Beicht und Communion, die ich nach deinem Beispiele verrichten möchte, und all' meine Gebete und guten Werke dem lieben Gotte auf, und trage ihm auch meine Anliegen vor, soweit sie zur größern Ehre Gottes und zum Heile meiner Seele gereichen würden. Ich bitte dich auch, du wollest mir und allen meinen Freunden und Wohlthätern eine glück felige Sterbstunde erlangen. Empfehle du uns Alle in die Hände des himmlischen Vaters, in das heiligste Heiz Jesu, des gekreuzigten Heilandes und in die mütterliche Obhut der seligsten Jungfrau Maria! Amen. Erster Sonntag. Aloyfius, ein Vorbild wahrer Neue Seine Reue ist bewunderungswürdig: 1) Weil seine Fehler so unbedeutend waren. Der Anfang eines wahrhaft christlichen und vollkommenen tugendhaften Lebens ist ein zerfuirsch tes Herz. Diese Zerknirschung war beim heiligen Aloysius ganz außerordentlich, während er beinahe ohne Fehler war. Er ließ sich deren nur zwei zu Schulden kommen, die zudem so unbedeutend waren, daß man wohl zweifeln darf, ob sie auch nur sündhaft gewesen. Als er nämlich, ungefähr fünf Jahre - 145 1 alt, von seinem Vater zum Heere mitgenommen wurde, nahm er den Soldaten ein wenig Pulver, um damit zu schießen. Auch führte er damals einige unanständige Worte im Munde, die er von den Soldaten gehört, aber nicht verstanden hatte. Diese Verfehlungen beweinte Aloysius nun sein ganzes Leben lang und nannte sich den größten Sünder. Wenn dir etwa jede Sündenschuld klein scheint und wenig Sorge macht; so bedenke, daß eben von verblendeten und verstockten Sündern eine Beleidigung gegen Gott, der Verlust des Himmels und die ewige Verdammtniß nicht hoch angeschlagen werden. Sie machen es mit ihren Sünden, wie man es mit unangenehmen Speisen macht, die man schnell verschlingt und so wenig als möglich mit den Zähnen zermalmet, um den Gaumen nicht zu belästigen. Der Mund der Gottlosen verschlingt die Bosheit."( Sprüchw. 19, 28.) Betrachte nun ernstlich und aufmerksam die Zahl und Größe deiner Sünden, dann wird es dir nicht schwer fallen, eine wahre Zerknirschung darüber zu empfinden. 2) Weil sie so tief und schmerzlich war. Der heilige Aloysius empfand über seine so geringen Fehler cine überaus bittere Nene. Als er das erste Mal eine Generalbeicht zu Florenz ablegte, verfiel er in ein solches Weinen und Zittern, und in einen kalten Schweiß, daß er ohnmächtig neben seinem Beichtvater niedersank und an selbigem Tage die Beicht nicht mehr verrichten konnte. Auch in den folgenden Jahren erinnerte er sich nie an seine Fehler ohne die bittersten Thränen. Fühlest du auch etwas von einem solchen Reu: schmerz, wie er für eine durch jede Sünde Gott zugefügte unendliche Beleidigung billig erwartet werden darf, oder bist du etwa hartherzig genug, einen zur Buße und Verzeihung höchst Der heil. Aloysius. 10 - 146 nothwendigen Reueschmerz absichtlich zu vermeiden? Solltest du nicht über solche Kälte Tag und Nacht weinen? Scheint es dir noch etwas Geringes zu seyn, daß du gesündiget haft? Wahrlich, wer die Sünde wenig beweint, ber kennt auch nur wenig dieses Uebel, das bis an's Ende des Lebens in der That das einzige wahre und größte Uebel ist. Darum bemühe dich nicht bloß eine zur Beicht genügende Zerknirschung zu erwecken, sondern strebe sie so viel möglich zu vermehren. Verdemüthige rich tief in deinem Herzen."( Eccl. 7, 19.) Sie wird dessen ungeachtet stets geringer sein, als deine Sündenschuld. 3) Weil sie ununterbrochen fortdauerte. Der heilige Aloysius ließ nicht nach, immer diesels ben Sünden zu bereuen. Er pflegte während seines ganzen Lebens oft die Worte unter Thränen zu wiederholen: die Gerichte Gottes sind ein tiefer Abgrund! Wer weiß, ob Gott mir meine Sünden verziehen hat!" Er fürchtete immer einer von denen zu seyn, welche Gott um ihrer Sünden willen mit Recht verlassen könnte. Hast du etwa um so weniger eine ähnliche Furcht, ie nothwendiger sie für dich wäre? Wenn Niemand sicher weiß, ob er in den Augen Gottes ein Kind des Wohlgefallens oder des Zornes ist, so weiß es derjenige noch weniger, wel cher seine Sünden nicht recht bereut hat. Daher ist die Zerknirschung gut für die Vergangenheit ( weil sie uns Hoffnung auf Verzeihung unserer Sünden gewährt),„ da Gott den von Herzen Reumüthis gen ihre Sünden vergibt"( Psalm 146, 3); sie ist gut für die Gegenwart, denn sie ist eine Speise und ein Trank der Seele, wodurch sie gestärkt und neu belebt wird, wie der Psalmist sagt:„ Du wirst uns mit dem Brode der Thränen speisen und uns 01 — 147 mit häufigen Zähren tränken"( Pf. 79, 6); sie ift gut für die Zukunft, weil sie uns reichlichen Beistand der Gnade Gottes erwirbt; denn Gott Selbst spricht durch seinen Propheten: Wen werde Ich gnädig ansehen als den Armen, der ein reumüthiges und zerknirschtes Herz hat?( Isai. 66, 2.) Mache dich also innig vertraut mit einem so heilsamen Schmerze. Die Bitterkeit der Thränen wird deine Seele heilen und stärken, während die falsche Süßigfeit der Sünde nur den Geschmack am Heiligen und Göttlichen verdirbt und die Seele entkräftet. Gebet. - - O mein bewunderungswürdiger Fürsprecher, heiliger Aloysius! der du so wenig zu beweinen hatteſt und doch fortwährend bittere Reuethränen vergoffeft; siehe zu deinen Füßen eine Seele, die so viel zu beweinen hat, aber so wenig Reue empfindet! Verleihe ein wenig von deiner Zerknirschung meinem gefühllosen Herzen, damit es einmal den Stachel des Reueschmerzens empfinde und zerknirscht werde. Ich bin dieser deiner Güte freilich nicht werth; aber thue es um des beleidigten Gottes willen, der als Genugthuung wenigstens eine rechte Rene von mir fordert. Erwirb mir auch die Gnade, daß ich immer meine Sünden vor Augen habe, und daß mein Herz stets von einer schmerzlichen Reue über dieselben durchdrungen sey. Dann kann ich der tröstlichen Hoffnung einer gnädigen Verzeihung mich hingeben; denn ein zerknirschtes und gedemüthigtes Herz wird Gott nicht verschmähen. Amen. Grundsäße und Tugendübungen des heis ( 01 JS piligen Aloysius. 1) Je länger man auf dieser Erde lebt, - 148 - - desto mehr bekommt man Ursache wegen der ewigen Seligkeit in Sorge zu seyn. Halte dich daher nie des Himmels versichert, sondern strebe fortwährend mit Furcht und Zittern nach demselben. Gehöre nicht zu denen, von welchen der heilige Geist tadelnd sagt; ,, Es gibt Gottlose, die so sicher leben, als hätten sie die Thaten der Gerechten gethan." ( Eccl. 8, 14.) A 2) Es ist zu fürchten, daß die Engel, welche ießt unsere Fürsprecher bei Gott sind, am Tage des Gerichtes unsere Ankläger feyn werden. Fürchtest auch du dieß? wohlan, prüfe wie der heilige Aloysius, jeden Abend dein Gewissen; und um es ja recht genau zu nehmen, lade deinen Schußengel dazu ein, den treuen Zeugen alles dessen, was du den Tag über gethan, gesprochen oder ges dacht hast. In seiner Gegenwart mache mit Gott deine Rechnung und föhne dich aus, indem du in Reue seufzeit: ,, Wasche mich mehr und mehr von meiner Gottlosigkeit, und reinige mich von meinen Sünden."( Ps. 30, 4.) 3) Wer in eine wenn auch leichte Sünde gefallen ist, stehe schnell wieder auf, und wende sich sogleich an Gott, Ihn um Verzeihung zu bitten und um die Gnade, nicht mehr in dieselbe Sünde zu fallen. Wenn Jemand in den Roth gefallen ist, steht er gewiß schnell auf, reiniget sich und ist darauf bedacht, in Zufimft vorsichtiger zu seyn. Mache es auch so und zwar gleich heute! denn der Gerechte fällt des Tages fiebenmal und stehet wieder auf: aber die Gottlosen beharren im Bösen( Sprüchw. 24, 16.) und gehen darin zu Grunde." 149 18 Beispiel. aid sho Der heilige Aloysius hat der großen Dienerin Gottes, Henriette Altiffimi zu Tivoli unter zahllosen Gnaden auch die einer wunderbaren Reue und Zerknirschung erlangt. Als sie einst vor seiz nem Altare sich zur heiligen Kommunion vorbereitete und der zahllosen Thränen gedachte, welche der Heiz lige beim Empfange der heiligen Kommunion immer vergossen hatte, bat ste ihn inständig, er möchte ihr auch einen Theil jener Reue zukommen lassen, die er bei der ersten heiligen Kommunion empfunden habe. Ihre Bitte wurde bald so vollständig erhört, daß es schien, das Herz wolle ihr vor innerem Schmerzen zerspringen. In Thränen zerfließend, rief sie nun: Es ist genug, lieber Heiliger! es ist genug!" worauf dieser erwiederte, daß diese Reue für ihre Sünden noch nicht genüge, und den Schmerz noch vermehrte, bis sie ohnmächtig zu Boden sank. Sie kam nachher wieder zu sich selbst und erholte sich aber die Gabe der Thränen dauerte fort, so daß sie wegen der Menge derselben heftige Augenleiden bekam. Der heilige Aloysius erschien ihr, um sie darüber zu trösten und zu ermuthigen, nicht von ihrer Reue abzulassen. Unter den heftigen Schmerzen der Augen und eines Fiebers zeigte er ihr die Peinen, welche die Seelen der Auserwählten im Fegfeuer und die Verdammten in der Hölle leiden müssen. Siehe, - sprach er, was diese wegen ihren Sünden leiden: wie wenig leidest du dagegen?" und Henriette hatte fortan ein großes Verlangen nach Leiden, um dadurch für ihre Sünden einige Genugthuung zu leiſten. 1) 37 and no mondnoped, mousqu - - 150 Fromme Anmuthungen den Tag und die Woche hindurch. all mein Gott! zerknirsche mein Herz und gib mir den wahren Bußgeist! O mein Gott! ich will mich bemühen, mein Leben lang all meine Sünden reumüthig abzubüßen. O heiliger Aloysius! Bitte für mich um unermüdlichen Bußeifer. 300 Casa Aufopferungsgebet. ( An jedem der sechs Sonntage Abends.) Mein Herr und mein Gott! ich werfe mich in Demuth vor dem Throne deiner Majestät nieder und bete dich an aus dem Grunde meines Herzens. Du hast Zeit Lebens mir schon so viele Gnaden verliehen und auch heute deine Liebe wieder an mir erwiesen. Ich opfere dir meine heutige Andachtsübung und alle Gebete auf, welche ich zu deinem Preise, zur Ehre der seligsten Jungfrau Maria und des heiligen Aloysius verrichtet habe. Um des bittern Leidens und Strebens Jesu Christi und seines fost baren für uns vergoffenen Blutes willen, durch die Verdienste und Fürbitte der schmerzhaften Mutter Maria, des englischen Aloysius und aller Heiligen verleihe, o himmlischer Vater, allen Sündern die Gnade einer wahren Buße und Besserung, allen Frommen die Gnade des Eifers und der Beharrlichkeit, den armen Seelen im Fegfeuer die ewige Ruhe, mit aber die Gnade, dem heiligen Aloysius in seinen Tugenden, besonders in der Herzensreinheit und - 151 - Bußfertigkeit nachzufolgen, und auch das zu erlangen, was ich durch diese Andacht erlangen möchte. Wenn aber meine Bitte dir nicht wohlgefällig seyn sollte, so erleuchte, leite und regiere mich, daß ich alle meine Wünsche und Bitten nach deinem heiligsten Willen einrichten möge; durch Jesum Christum, deinen Sohn unsern Herrn. Zweiter Sonntag. Aloysius, ein Muster der Strenge. di Der heilige Aloysius war erfüllt vom Geiste heiliger Strenge: 1) In der Welt. Schmal ist der Weg, der zum Leben führt, und die auf ihm wandeln wollen, müssen ihren Leib in Unterwürfigkeit erhalten durch christliche Strenge. Der adelige Aloysius lernte dies sen Geist christlicher Strenge vom heiligen Geiste schon als Kind sogar am fürstlichen Hofe. Er fasteiete sein unschuldiges Fleisch durch beständiges Fasten, wobei er seine Nahrung auf ungemein wenig bes schränkte; er geißelte sich auch bis auf's Blut, und verbarg unter dem Leintuche Holzstückchen und unter dem Kleide rauhe eiserne Kettchen, um im Schlafe und im Wachen seinen Leib zu züchtigen. Was kannst du einem so strengen Büßer gegenüber auf weisen? Welche Entschuldigungen hast du für deine Weichlichkeit? Sind deine Kräfte schwächer, ist deine förperliche Beschaffenheit zarter und gebrechlicher? Bist du jünger an Jahren? Du sagst vielleicht, du könnest keine besondere Strenge aushalten. Aber sage auch: wenn der Eigennuß, oder die Eitelkeit, oder die Sinnlichkeit, oder die Genußfucht, oder irgend eine - 152 andere Leidenschaft Forderungen machen; ist dir dann eine Mühe zu schwer, ein Opfer zu groß? Gott zulieb etwas aushalten, ist dir fait cine unbekannte Sache. Es erneuert sich an dir gewissermaaßen jenes Wunder mit dem Manna in der Wüste, freilich in ganz entgegengesetztem Sinne. Jenes Himmels brod blieb im Feuer unversehrt, zerschmolz aber vor schwachen Sonnenstrahlen. So kannst du um deines Leibes willen so viele und große Unannehmlichkeiten ertragen, aber nur wenig aushalten für das Heil deiner Seele. Aber eine heilige Strenge gegen sich üben, ist stets ein sicheres Zeichen einer außerwählten Seele. ,, Die, welche Christi sind, haben ihr Fleisch gekreuziget sammt den Lastern und Gelüsten."( Galat 5, 24.) 413000 2) In seinem Ordensleben. Dieselbe, ja noch eine größere Strenge beobachtete der heilige Aloysius in seinem Ordensleben. Er that nichts, ohne es durch irgend eine Abtödtung zu versüßen. Außer dem Fasten, der Disziplin 2c. suchte er im Stehen, Sitzen, Gehen, kurz in Allem Beschwerden und Unannehmlichkeiten zu übernehmen und sagte denen, die sich darüber wunderten, daß er bei den strengsten Bußübungen sich am glücklichsten und zu friedensten fühle. Die Bußübungen kommen euch nur hart vor, erwiederte er allemal, weil ihr vielleicht weniger daran gewöhnt seyd. Durch öftere Uebung werden sie leicht und sogar angenehm." Ist dir etwa unbekannt, daß der Leib schon seiner Natur nach als der geringere, vergängliche Theil. der Seele unterthan seyn soll? Wenn man ihm aber die Zügel so ganz frei läßt, so wird er unbändig werden und herrschen wollen. Die rechte Art und Weise ihn zu bezähmen, ist die der Heiligen: strenge L - - - 153 Behandlung." Ich züchtige meinen Leib und bringe ihn in die Dienstbarkeit," sagt der Apostel Paulus.( Korinther 9, 27.). Gs ganügt nicht, ihn etwa einmal gezüchtiget zu haben oder ihn in Zufunft züchtigen zu wollen, sondern man muß ihn fortwährend in der Zucht halten und in der Unterwürfigkeit unter die Seele, und die Züchtigung nicht verschieben, bis es vielleicht zu spät ist. Empfindest du nicht den Stachel des Fleisches um so mehr, je zärtlicher du es pflegest? Wenn du die Ruthe spareſt, trifft die Strafe dich selbst. lid is now bis 3) Auf seinem Todbette. Damit ja Nies mand glauben könnte, der heilige Aloysius werde nach einem so bußfertigen Leben auf dem Todbette es bereut haben, daß er durch seine Abtödtungen sich etwa das Leben verkürzt habe, hat der bewunderungswürdige Jüngling nach dem Empfange der heiligen Sterbfacramente feierlich versichert: er fühle nicht nur keine Gewissensunruhe darüber, sondern es reue ihn vielmehr, daß er andere Bußübungen unterlassen habe, die er vielleicht hätte verrichten können." Mit Thränen bat er daher seinen Obern, er möchte ihn vor dem Tode noch recht geißeln lassen. Da ihm dieß nicht gewährt wurde, so flehte er um die Erlaubniß, wenigstens auf bloßer Erde sterben zu dürfen, wie es einem wahren Jünger Christi und Büßer gezieme. Dieß ist der Geist der christlichen Strenge! Wie un beschreiblich groß erscheint hingegen deine Weichlichkeit! und doch wird- wer seine Seele rettet, sie verlieren- wer seinen Leib zärtlich schonet, beim Tode es bereuen. Wie beruhigend und tröstlich wird es dagegen auf dem Todbette für dich seyn, wenn du dein Fleisch, das in Bolde den Würmern zur Speise dienet, beherrscht und durch Bußwerke abgetödtet haft? — - 154 „ Wehe euch, sagt der Herr, die ihr gesättiget send, denn ihr werdet hungern; wehe euch, die ihr jest lachet, denn ihr werdet trauern und weinen."( Lutas 6, 25.). 09 112 Gebet. D mein unschuldigster und bußfertigster Für sprecher Aloysius! wie sehr werde ich beschämt, wenn ich sehe, wie ernst und hart du gegen dich selbst ges wes: n, während ich, obwohl der Buße vielmehr bes dürftig, von deiner heiligen Strenge so weit entfernt bin! Du handeltest wahrhaft weise, der du dein Fleisch freuzigtest; aber wie thöricht bin ich, daß ich meiner Weichlichkeit allzusehr nachgebe! Erlange mir einen heiligen Haß gegen mich selbst, damit ich nicht in blinder Nachicht gegen mein Fleisch den breiten Weg des Verderbens betrete, sondern muthig den dornigen Pfad der Tugend wandle. Lehre mich immer mehr erkennen, daß ich selbst mein größter und gefährlichster Feind bin, und erbitte mir zugleich die Kraft, daß ich mich auch als solchen behandle, und nach deinem Vorbilde unablässig gegen mich selbst streite, und alle unordentlichen Begierden und sinnlichen Ge lüste bekämpfe im Namen Jesu, dem ich leben und sterben will. Amen. Grundsäße und Tugendübungen des heiligen Aloysius. 1) Noch nie hat Jemand eine hohe Stufe der Vollkommenheit erreicht, ohne daß er seinen Leib gezüdtiget und so in Unterwürfigkeit erhalten hätte. Uebe darum auch die körperliche Abtödtung und sey nach dem Beispiele aller Heiligen überzeugt, daß die Gnade - 155 Gottes bei einem weichlichen Leben nicht lange be wahrt werden kann. Nur wenn du deinen Leib dir unterthan gemacht und gedemüthiget hast, kann dein Geist zu Höherem sich emporschwingen. 2) Die Abtödtungen und Züchtigungen des Leibes dürfen nicht auf das Alter verschoben werden, wo die Kräfte für dieselben nicht mehr ausreichen. Die Sinnlichkeit weiß immer einen Vorwand oder eine Entschuldigung, um irgend eine Bußübung zu unterlaſſen oder zu verschieben; aber die Abtödtungen sind in jenem Alter nothwendig, in dem die Leidenschaften sich regen und die Seele Schaden leidet, wenn das Fleisch nicht bezähmt wird. Sey darum hier mißtrauisch und laß dich nicht betrügen, sondern verdopple die Bußübungen gerade zur Zeit der Versuchung. ,, Widerstehet dem Teufel, so wird er von euch fliehen." ( Jakob. 4, 7.).- dote mwist sund 3) Dem, der uns große Strenge gegen unsern Leib abrathet, müssen wir sagen, daß uns Gott den Leib zur Hut übergeben hat, als einen Sklaven, der oft gegen feinen Herrn widerspenstig ist. Verrichte also deine Bußwerke, weil Gott es zu deinem Seelenheile und zu seiner Ehre haben will. Durch dieſe heilige Gesinnung und wahrhaft christliche Absicht verleihest du denselben einen hohen Werth und ein großes Verdienst. ,, Ein zerfuirschtes Herz ist Gott ein wohlgefälliges Opfer."( Pf. 50, 19.). Beispiel. Viele Christen wurden von dem erhabenen Beis spiele der außerordentlichen Strenge des heiligen - 156 Aloysius mächtig zu seiner Nachfolge angetrieben. Unter diesen empfand einmal ein Jüngling am Feste des Heiligen eine außerordentliche lebhafte Begierde, die Welt zu verlassen und in ein Kloster sich zurückzuziehen. Sehr wichtige Gründe hielten ihn nun zwar von der Ausführung seines Vorhabens ab; allein er fieng jetzt zu Hause an, den Bußgürtel bes ständig zu tragen und andere harte Bußwerke mit folchem Eifer auszuüben, daß sein Beichwater ihn fortwährend zurückhalten mußte, damit er nicht in's Uebermaaß gerathe. mic Solche strenge Bußwerke sind auch sehr nüßlich, um durch die Fürbitte des heiligen Aloysius irgend eine Gnade zu erlangen. So lebte ein Mensch viele Jahre in den schändlichsten Lastern. Sie eckelten ihn bereits selbst an, und er wünschte von dem unges heuren Drucke der Sünde frei zu werden- aber er hatte keinen Muth und feine Kraft dazu und die Bande der Verworfenheit schienen unauflöslich. Nach jeder Beicht war er wieder der alte Sünder und keine Mittel fruchteten etwas. Endlich gab ihm der Beichtvater den Rath, er solle zum engelreinen hei ligen Aloysius die Zuflucht nehmen und um seiner Fürbitte theilhaftig zu werden, sechs Mal recht faſten. Der Büßer that es, machte, vor dem Altar des heiligen Aloysius betend, das Gelübde jener Fasten, und erhielt die gewünschte Gnade, ehe er noch das Ge lübde ganz gelöst hatte. Er fühlte auf einmal sein Herz ganz verändert; er sah die ganze Echändlich keit und Abscheulichkeit seiner Sünden ein und ward von innigstem Schmerze über dieselben durchdrungen. Voll Abschen gegen sie entschloß er sich ernstlich, sie ganz und auf einmal zu meiden und hatte ein durch Gott bewirktes und auf seine Gnade gegrün 1 - 157 - detes Vertrauen, nicht mehr in dieselben zurückzufallen. Und in der That war er von da an ganz geheilt - in Bersuchungen siegte er durch Anrufung des Namens des heiligen Aloysius, der für ihn ein Name der Heiligung wurde. Fromme A romme Anmuthung für den Tag und die Woche bindurch. O mein Gott! mache mich frei von der Gewalt des Fleisches und stelle mich unter das Gesetz des Geistes! O mein Gott! ich will aller Sinnlichkeit absterben und nach der Freiheit der Kinder Gottes streben. O heiliger Aloystus! lehre mich mein Fleisch kreuzigen und verhilf mir zum Siege über dasselbe! Dritter Sonntag. Aloysius, ein Muster der Keus bheit Der heilige Aloysius ist ausgezeichnet durch seine Keuschheit, denn: 1) Sie war eine unbefleckte. Was die Keuschheit betrifft, so kann man wohl sagen, der heilige Aloysius habe in dieser Tugend die höchste Vollkommenheit erreicht. Er war so fleckenlos, daß seine Hausgenossen sowohl als Fremde ihn nur den Engel im Fleische oder den englischen Jüngling nannten, ein Titel, den nachher sogar der Papst beſtätigte. Wie sorgest du dafür, einen solchen Ehrentitel vor Gott zu verdienen? Richte nur einen betrachtenden Blick auf dich selbst, ob du ernstlich eine so schöne Tugend zu bewahren suchest. Oder achtest du viel leicht in diesem Stücke nur auf schwere auffallende 158 Verfehlungen? Siche, die Kenschheit ist ein äußerst feiner Spiegel, der durch jeden Fleden entstellt wird. Prüfe deine Gedanken, Empfindungen, Worte und Handlungen, und täusche dich ja nicht selbst, denn Gott durchschaut die geheimsten Falten deines Herzens und verabscheut jede Mackel der Unlauterfeit. Selig, die eines reinen Herzens find, denn sie wer den Gott anschauen."( Matth. 5, 8.). Dagegen werden die Unzüchtigen das Reich Gottes nicht besitzen. 2) Sie war eine außerordentliche. Der heilige Aloysius gelobte zu Florenz noch als Knabe seine Jungfräulichkeit Mariä, der Königin der Jungfrauen. Zum Lohne dafür ward ihm aber auch durch Marias Fürbitte der Vorzug zu Theil, daß er weder den Stachel des Fleisches je empfand, noch irgend einen unreinen Gedanken hatte. Wenn dir dieser Vorzug fehlt, mußt du dir keinen Vorwurf machen, daß es deine Schuld sey? Hast du so frühzeitig und muthig Mariä deine Keuschheit gelobt? Wähle auch du die heilige Jungfrau zur Beschüßzerin deis ner Reinigkeit- sie liebt vor allem die keuschen Seelen. Habe aber zugleich auch eine hohe Achtung vor dieser Tugend, und bewahre sie recht gewissenhaft. Ihr Werth ist so groß, daß er erst im Him mel völlig erkannt werden kann; sie ist so schön und vortrefflich, daß sie uns den Eugeln gleich macht. Die Keuschheit macht Engel, und wer sie bewahrt ist ein Engel, wer sie aber verloren hat, wird ein Teufel," sagt der heilige Hieronymus. han 3) Gr bewahrte sie sehr genau. Der heilige Aloysius achtete und schäßte die Reinigkeit als die fostbarste Perle im christlichen Tugendkranz; eben deßhalb suchte er sie auch mit der größten Sorgfalt zu bewahren. Um den feindlichen Näuber nicht ein - 159 zulassen, hielt er immer die Pforten seiner Sinne und Gefühle verschlossen. Er schlug seine Augen immer züchtig nieder und sah Frauenspersonen nie fest in's Angesicht. Er floh gefährliche Gelegenheiten, wie z. B. Tanz, und gab so genau auf alle seine Schritte Acht, wie Jemand, der auf einem schlüpfris gen Wege einen kostbaren Schatz in einem zerbrechlichen Gefäße trägt. Sein außerordentlicher Glanz in dieser Tugend war also der Lohn seiner besondern Liebe zu ihr, seines lebhaftesten Abscheus gegen Alles, was nur im Geringsten dagegen seyn mochte, und seiner gewissenhaftesten Wachsamkeit über sich selbst. Hast auch du gleiche Sorge und Wachsamkeit bisher angewendet für unverletzte Bewahrung jenes kostbaren Gutes? Mit welcher Sorgfalt wachest du über die Reinigkeit deines Leibes und deiner Seele? Du hast gewiß Ursache genug, auf der Hut zu seyn. Wenn du deine Gedanken und Blicke herumschweifen läsfest, deine Worte nicht abwägest auf der Goldwage der Unschuld, und zweideutige Menschen nicht flichest, so bist du sehr in Gefahr, auszugleiten auf der Tugendbahn, zu fallen und jenen kostbaren Schatz zu verlieren. Denn in scheinbar Unbedeutendem fängt der Feind an, dich unachtsam und gleichgültig zu machen, weil er wohl weiß, daß du dann leicht zum Fall zu bringen bist. Sey daher wachsam, daß du nichts sehest oder hörest, was dich schamroth machen müßte; sey allezeit ehrbar gegen dich selbst und vergiß nicht: den Vogel kennt man aus seinem Gesang" und wo übler Geruch aus dem Munde kommt, ist innen gewöhnlich Fäulniß. Waffne dich gegen den unreinen Geist durch Gebet. Wenn ein Funfe des höllischen Feuers in dein Herz fällt, lösche ihn schnell aus durch einen " - - 160 Gedanken an Gott, an den Tod, die Hölle oder den Himmel. Wenn irgend möglich, so suche dein Heil in der Flucht. dot tu hid Gebet. Englischer Jüngling, heiliger Aloysius, mein mächtiger Fürsprecher! Du bist vor Gott, den Engeln und Menschen lieblich und angenehm geworden durch den wunderbaren, nibt einmal von dem geringsten Verdachte getrübten Glanz deiner außerordentlichen Keuschheit! Wie beschämt werde ich von dem Schimmer einer so reinen Lilie, da ich durch meine, Sünden so befleckt vor dir erscheine! Ich bereue sie aber bitter;- bitte für mich um Gnade und Erbarmung, und erlange mir von Gott durch Maria, daß ich Alles Unreine in meinen Gedanken, Wünschen und Empfindungen vermeide. Ich will jede Befleckung dieser Tugend haffen und verabscheuen, und der Reinigkeit des Herzens aus Kräften mich befleißen. Schenke mir zur Ausführung dieses Entschlusses deinen Beistand, o heiliger Aloysius! Amen. — Grundsäße und Tugendübungen des hei ligen Aloysius. 1) Die Stärke des Christen entspringt aus der heiligen Furcht Gottes; denn wer Gott fürchtet, hat nichts anderes zu fürch ten. Habe also Gott immer vor Augen, du magst allein oder bei Andern seyn; dann kann dir keine Versuchung etwas anhaben." Wie sollte ich ein fo großes Uebel thun und fündigen wider meinen Gott?" ( 1. Mos. 39, 9.). Wenx du bei jeder Gefahr und Versuchung so mit dem keuschen Joseph sprichst, kannſt du mit dem heiligen Aloysius des Sieges dich erfreuen. - 161- — 2) Es ist eine sehr gefährliche Sache, einer besonders großen Liebe zu einem Geschöpfe ergeben zu seyn. Hüte dich vor einer solchen Gefahr dadurch, daß du deine Neigun gen mäßigest und streng überwachest. Prüfe jeden Tag dein Herz, ob du es nicht auf einem unerlaubten Verlangen ertappest, und ob es nicht eine unordentliche Neigung gegen ein Geschöpf habe. Sollte dieß der Fall seyn, so bring diese sogleich Gott zum Opfer dar, der dein Herz allein besitzen will. - Du sollst den Herrn deinen Gott fürchten und ihm allein dienen."( Mof. 10, 20.). 3) Manche leben ohne geistigen Eifer für die Reinigkeit und ohne Bezähmung ihrer Sinnlichkeit, weit fie Feinde des Gebetes sind. Stelle jeden Tag eine kurze Betrachtung an über die Heiligkeit und Liebe, oder über eine andere Eigenschaft Gottes, und erhebe dein Herz im Gebet zum Himmel empor. Denn wer Gott und die Ewigkeit vor Augen hat, kann an den flüchtigen und trüglichen Lüsten kein Wohlgefallen mehr haben, sondern wird nach edlern Freuden streben. esdlak Beispiel. lipn Der heilige Aloysius hat schon bei unzähligen Verehrern sich als ganz besondern Beschüßer der Reinigkeit erwiesen. So wurde einmal ein junger Edelmann, der gegen unreine Versuchungen furchtbar zu kämpfen hatte, durch die Fürbitte des heiligen Aloysius, den er vertrauensvoll darum angerufen, ganz und gar davon befreit. Er ließ zum Danke dafür beim Grabe des Heiligen eine Botivtafel aufhängen, welche den Aloysius darstellte, wie er vom Himmet herab auf seinen Verehrer Lilien streut, und Der heil. Aloysius. 11 bod - 162 die Inschrift hat: ,, Er hat meine Lenden mit Stärke umgürtet und meine Arme gestärkt.“ In Polen lebte ein frommer tugendhafter Ordensmann. Zu seiner Prüfung und Bewährung ließ nun Gott die heftigsten Versuchungen gegen die Reinigkeit über ihn kommen. Er bot in seiner Bedrängniß alle Kräfte auf und wendete alle dienlichen Mittel an, um die Versuchungen zu überwinden und zu beendigen: er fasteiete sein Fleisch mit Fasten und Geißeln, und betete ohne Unterlaß. Da all dieß nicht helfen wollte, warf er sich oft zur Erde nieder, benetzte sie mit seinen Thränen und rief so stundenlang auf seinem Angesichte liegend Gottes Barmherzigkeit an. Allein statt daß es ihm leichter geworden wäre, wurde er von dem Versucher ungeachtet seiner so standhaften Gegenwehr mit immer neuen und noch heftigeren Angriffen bestürmt, so daß er endlich auch noch vom Geiste der Gotteslästerung überfallen wurde, indem es ihm oft vorkam, Gott und die Heiligen hören ihn nicht oder fümmern sich doch nicht um ihn. Dieser furchtbare Streit hatte bereits ein und ein halbes Jahr gedauert; da kam der Beichtvater dies ses Unglücklichen auf den Gedanken, ihm die Wahl des heiligen Aloysius als besondern Patron anzurathen, weil dieser englische Jüngling durch eine bes sondere Gnade auch von allen unfreiwilligen Gedanfen wider die Reinigkeit bewahrt worden war. Er gab ihm dann noch eine Reliquie des Heiligen zum Anhängen mit der Weisung, sie beim ersten Anfall einer Versuchung an's Herz zu drücken und seinen Schußheiligen anzurufen. Und welch ein glücklicher Verfuch! Kaum hatte der bedrängte Ordensmann die Reliquie flehend an die Brust gedrückt, so hörte alle Beunruhigung seines Herzens auf, und nach so 11 - - 163 langer Finsterniß erschien seiner Seele wieder das hellste Licht und eine ungestörte Ruhe und dauerhafte Heiterkeit, so daß er zu Ehren seines glorreichen Beschüßzers eidlich versicherte, von jenem Augenblicke an nicht nur von allen unreinen Versuchungen verschont geblieben, sondern auch von aller Furcht vor dergleichen befreit gewesen zu seyn. Es schien sonach in der That als ob der schwere Kampf nur deßwegen so lange gedauert habe, damit die wunders bare Hülfe, welche der heilige Aloysius zur Bewahrung der Keuschheit leistet, desto augenfälliger und offenkundiger werde. - Fromme Anmuthung den Tag und die Woche hindurch. O mein Gott! ich will mich befleißen, ein keusches reines Leben zu führen. Fern sey von mir alle Unreinigkeit! andnd und O mein Gott! gib mir die Gnade dazu und verlaß mich nie! O heiliger Aloysius! bitte für mich, daß ich Leib und Seele rein bewahre! Vierter Sonntag. 1506 Aloysius, ein Vorbild der Seelenreinheit. Der heilige Aloysius zeigte seine große Seelenreinheit: 1) Durch die Losmachung von der Welt. Zur Reinheit des Geistes führen zwei Stufen. Die erste besteht darin, daß wir unsere Ges danken und Begierden von dem Schmuße der Welt und von der Anhänglichkeit an ihre Güter frei machen; - 164 die zweite darin, daß wir diese Gedanken und Emal pfindungen mit Gott, der unerschöpflichen Quelle der Reinheit, vereinigen. Der heilige Aloysius erreichte diese beiden Stufen in vollkommenster Weise. Er suchte ja schon von Kindheit an sich von der Welt loszu schälen. Kein irdisches Gut stand bei ihm in Ach tung, und er hatte Bedauern mit den Großen und Reichen dieser Welt, die über den hinfälligen Gütern der Erde ihr ewiges Heil versäumen und vergessen. Am Hofe erschien er in geringen Kleidern und stattete in denselben auch bei vornehmen Personen seine Bes suche ab. Schon der Gedanke an's Irdische war ihm zuwider; seine Gedanken und Wünsche waren stets über die Erde erhaben, sein Wandel war im Himmel. Wie viel hältst du noch auf schöne Kleider und viel Vermögen, auf eiten Beifall und irdischen Prunk? Wenn du um folche vergängliche Dinge dich viel beküm merst, so kommt dieß eben daher, daß dein Herz noch an der Welt hängt; es wird von ihrer Schwere ab wärts gezogen und versenkt sich daher so sehr in sie. Wie lange ist noch schwer euer Herz? Warum liebet ihr die( Sitelkeit und suchet die Lüge?"( Pſ. 4, 3.). Verdienen diese vergänglichen und dem Heile der Seele gefährlichen Güter wohl auch unsere Liebe? Eitels keit sind sie und verführerischer Trug. 2) Durch seine Verzichtleistung auf die Welt. Der heilige Aloysius legte seine Lostrennung von der Welt noch deutlicher an den Tag, indem er gänzlich auf dieselbe verzichtete und sie verließ. Er bat die heilige Jungfrau um Nath bei der Wahl seines Berufes und wurde von ihr am Gedächtnißtage ihrer Himmelfahrt durch eine vernehmliche Stimme aufgefordert, in die Gesellschaft ihres Sohnes zu trea ten. Um diesen Auftrag ausführen zu können, mußte - 165 er drei Jahre mit seinem Vater hartnäckig kämpfen, der es nicht zugeben wollte, und hatte eine Menge großer Hindernisse zu überwinden, bis er endlich der gräflichen Würde zu Gunsten seines Bruders entsagen und freudig vom Hofe in ein Ordenshaus fliehen konnte, wo er frohlockend ausrief: Das ist meine Ruhe ewiglich: da will ich wohnen, denn ich habe sie erkohren."( Ps. 131, 14.). Bist du auch so gehorsam gegen Gott, wenn er dich zu einem tugendhaften Leben mahnt und auffordert? Sezest du auch deine zeitlichen Vortheile und Interessen dem Willen Gottes nach? Wie einen Jeden Gott berufen hat, so wandle er."( Korinth. 7, 17.). - 3) Durch seine innige Vereinigung mit Gott. Die Seelenreinheit des heiligen Aloysius hat ihre bewunderungswürdige Vollkommenheit erhalten in seiner innigen Vereinigung mit Gott. Gott ist ein lebendiges Feuer, das alle Schlacken verzehrt. Diesem Feuer war der heilige Aloysius stets nahe. Schon als Kind dachte er immer unter Thränen an Gott, und sein Herz war mit Liebe zu ihm erfüllt. Jeden Augenblick seiner Lebenstage wendete er zu frommen Betrachtungen an und nie gab er sich einer Zerstreuung hin. Er brachte es durch Uebung und Gebet zu einer solchen Sammlung des Geistes, daß er leichter in der Betrachtung Gottes verweilte, als er sich wieder davon losmachte. So sollst auch du durch das Feuer der göttlichen Liebe dein Herz reinigen und mehr und mehr in die Erkenntniß der ewigen Wahrheiten einzudringen suchen. Das kann dir nur gelingen durch öftere ernstliche Betrachtung derselben unter vielem Gebet. Darum sprich jeden Morgen mit dem Pfalmisten:„ Des Morgens will ich vor Dir stehen und betrachten: denn du bist kein Gott, der Unrecht liebt."( Pf. 5, 5.). - - 166phone bet. di indi Mein heiliger Fürsprecher Aloysius! wenn mich dein reines Auge erblickt, wie sehr mußt du dich wundern, daß ich dir so unähnlich bin! Du hast dich von der Welt losgemacht, ich hänge noch an ihr. Du hast dich mit Gott vereinigt, mein Herz ist ferne von Ihm. Ach, wie beschämt werde ich darüber! Meine Seele denkt gar wenig an ihren Schöpfer und Herrn, so daß mir des Propheten Vorwurf gilt: Du vergaßest Gott, deinen Erlöser, und gedachtest nicht deines starken Helfers."( Ifai. 17, 10.). Erlange mir die Gnade, daß ich auch an jener Vereinigung mit Gott theilnehme, wodurch du dich so sehr ausgezeichnet haft. Bewirke, daß ich stets an das Ewige denke und zu denen gehöre, die nicht von irdischen Absichten, sondern von dem lebendigen Lichte des Glaubens fich leiten lassen. Amen. 11 Grundsäße und Tugendübungen des hei gart mat ligen Aloysius. in 1) Alle christliche Vollkommenheit wird durch das Gebet erlangt; wer nicht betet, kann nie vollkommen werden. Es ist für den Menschen eine Gnade, daß er beten, d. h. sein Gemüth zu Gott erheben darf. Christus felbst hat ganze Nächte im Gebete zugebracht und gesagt: Bittet und ihr werdet empfangen. Die Apostel haben im Gebete Trost, Muth, Kraft und Hülfe gefunden und alle Heiligen schätzten und übten das Gebet als das nothwendige Mittel zur Vollkommen heit. Verwende auch du täglich einige Zeit auf das Gebet, welches die Speise deiner Seele seyn soll; ja bete ohne Unterlaß, und du wirst zunehmen wie an - 167 - Alter, so an Weisheit und Liebenswürdigkeit vor Gott und den Menschen. 2) In einem trüben oder sturmbewegten Wasser kann die Sonne sich nicht abspiegeln; so drücken sich auch in eine lasterhafte oder von Leidenschaften bewegte Seele keine Bilder himmlischer Dinge ein. Entferne also, ehe du betest, alle zeitlichen Gedanken und Sorgen aus dem Herzen, unterdrücke seine böse Regungen, sammle dich, und lenke deine Aufmerksamkeit auf das, was vor Allem Noth thut. Bereite dein Herz, che du betest, und sey nicht wie Einer, der Gott versucht."( Sir. 1, 12.). 3) Wer seine Seele auf das himmlische Reich richtet, verachtet sogar irdis sche Herrschaften. Die irdischen Kronen und kostbaren Gewänder sind eigentlich nur Komödiantenkleider, die man früher oder später ablegen muß. Wenn du nach irgend einem irdischen Gut Verlangen hast, so vergleiche es mit den ewigen Gütern und frage dich: welchen Werth hat es? nicht ewig währt, ist für nichts zu achten." also klug, verschmähe Geringes, um Hohes zu geWas Sey winnen. 11 Beispiel. Unter den vielen Fällen, in denen der heilige Aloysius seinen Verehrern, besonders Jünglingen, zu völliger Losschälung von der Welt und zu hoher Reinheit der Seele verhalf, verdient besonders folgende Begebenheit erwähnt zu werden. Es lebte zu Parma eine Weibsperson, die sich einem schändlichen Umgange mit Leib und Seele ganz und gar hingegeben hatte. Nach Gottes barmherziger Fügung hörte fie einst - 168 gerade in guter Stunde einen eifrigen Prediger, dessen ernste Worte einen solchen Eindruck auf sie machten, daß sie sich entschloß, gerade ihm zu beichten. Aber Muth und Kraft fehlten ihr, die mächtigen Fesseln des Lasters zu zerbrechen. Der Beichtvater gab sich alle Mühe, sie von ihren Banden zu befreien; er belehrte und ermahnte sie, schob ihr die Lossprechung von einer Woche auf die andere hinaus und rieth ihr verschiedene Hülfsmittel an. Da all' dieß nichts half, sagte er einmal zu ihr:„ Gehet zum Altare des englischen Jünglings Aloysius und bittet ihn, daß er, der ein so reines Herz hatte, Eurem so verwüsteten Herzen ein wenig von seiner Reinigkeit mittheilen wolle. Versprechet, wenn Ihr diese Gnade erlangen würdet, zur Dankbarkeit für die erhaltene Reinigkeit ein filbernes Herz bei seinem Altare zu opfern, und am Vorabende seines Festes zu fasten." Die Un glückliche gieng auf den Vorschlag ein, konnte aber vor Seufzen und Weinen kaum ihr Gelübde ablegen, so schwer fiel es ihr und so stark mußte sie sich Ges walt anthun. Allein kaum hatte sie ihr Gebet vollendet und das Gelübde abgelegt, so fehrte sie voll Verwunderung zum Beichtvater zurück und erzählte ihm, wie es ihr am Altare vorgekommen, als ob das Herz im Leibe verändert und ihre Neigungen plötzlich umgewandelt worden seyen, so daß sie jetzt nur noch mit Schrecken und Abjchen an jenen Menschen denken könne, dem sie zuvor mit unsinniger Liebe ergeben gewesen. Voll unbeschreiblicher Freude hieng sie zum Zeichen ihres Dankes die Votivtafel am Altare auf und entsagte nun der Welt gänzlich. Sie begann ein stilles, zurückgezogenes Leben und fasteiete sich mit Fasten und Bußkleidern, lag eifrig dem Ge bete ob und ließ sich weder durch Schmeicheleien noch - 169 durch Drohungen von ihrem frommen Wandel abbringen. So brachte sie sechs Monate zu, worauf sie bei Gelegenheit eines Jubiläums eine Generalbeicht ablegte und zwar so eifrig und reumüthig, daß sie sehnlichst wünschte in diesem Seelenzustande sterben zu können, weil sie sich des Himmels fast für versichert hielt. In dieser Absicht bat sie ihren Beichtvater, er möchte eine heilige Messe zu Ehren ihres Patrons Gott aufopfern, um jene neue Gnade durch ihn zu erlangen. Da nun die heilige Messe geleſen wurde, war sie zu Hause und bat gerade um dies selbe Gnade. Am Ende der heiligen Messe wurde sie von einer Krankheit überfallen. Sie verlangte alsbald die heiligen Sterbfaframente zu empfangen, obgleich die Aerzte versichert hatten, daß die Krankheit nicht gefährlich sey; darauf ließ sie ihre Mutter und alle Hausgenossen zu sich rufen, bat sie um Verzeihung wegen ihrer Fehler und nahm rührenden Abschied. Nach wenigen Tagen starb sie unter from men Gesprächen über Gott und den Himmel. Ihr Leichnam wurde in der Kirche ausgestellt, worauf Viele der Anverwandten hingiengen, um das Kruzifir in ihren Händen zu küssen. Auch ihr früherer, noch verblendeter Buhler kam und wollte sie nach dem Tode noch einmal füſſen. Aber wie wunderbar! als er sich nahete, spie ihm der Leichnam faules Blut in's Angesicht und trieb ihn so mit Schande von sich hinweg. Es machte dieß ein gewaltiges Aufsehen unter allen Anwesenden, insbesondere bei Jenen, die von den früheren Verhältnissen wußten. Sie erkannten, daß durch den heiligen Aloysius zwei Wunder gewirkt worden seyen, indem er das Herz der Büßerin in ihrem Leben von dem Schmuße der Sünde - - 170- reinigte und nach dem Tode ihren Leichnam von aller Verunreinigung beschüßte. Fromme Anmuthung den Tag und die Woche hindurch. O mein Gott! gib mir die Gnade, gern, ge sammelt und ausharrend zu beten! O mein Gott! ich will mich befleißen, mit deiner Gnade mitzuwirken und so zu beten. O heiliger Aloysius! bitt für mich, daß ich mit Freude, Andacht und Beharrlichkeit bete. Fünfter Sonntag. Aloysius, ein Vorbild der Nächstenliebe. Der heilige Aloysius zeichnete sich aus durch wahre Nächstenliebe, denn: 1) Er hatte eine geduldige Liebe. Wer nicht auch die Unvollkommenheiten seines Nebenmenschen ertragen kann, liebt ihn nicht. Denn der heilige Paulus sagt von der Liebe, daß sie Alles duldet.( 1. Korinth. 13, 7). Der heilige Aloysius war nun wirklich so geduldig, daß er ruhig, ja sogar freudig Schmähungen und andere Beleidigungen hinnahm. Man darf aber durchaus nicht glauben, als sey er von Natur kaltblütig und unempfindlich gewesen; im Gegentheil, er hatte ein sehr lebhaftes Temperament, aber er unterdrückte von Jugend an alle Regungen des Zornes sogleich, und hatte darum später nie die geringste Anwandlung desselben zu bes Die wahre Nächstenliebe liebt nämlich die Andern nicht um ihrer Vorzüge und natürlichen Gareuen. - 171- ben willen, sondern weil es Gott gebietet; sie heftet deßhalb ihre Blicke nur auf Gott und steht so über die mit dem Schleier der Liebe bedeckten Fehler des Nächsten hinweg. Vor Allem liebet cuch stets unter einander: denn die Liebe bedecket die Menge der Sünden."( 1. Petr. 4, 8.). Nach diesem untrüglichen Kennzeichen prüfe und beurtheile deine Nächstenliebe. 2) Er hatte eine erfindungsreiche Liebe. Die Liebe ist gütig und denkt auf das Glück und die Freude des Nächsten; sie ist dem Feuer gleich, das stets wirksam ist. Der heilige Aloysius ließ nie eine Gelegenheit vorbei, Andere zu erfreuen und ihnen zu nüßen, und wußte immer Mittel und Wege zum Wohlthun ausfindig zu machen. Er nahm stets herzlichen Antheil an fremdem Unglücke, und hatte insbesondere inniges Mitleid mit Jenen, die an der Seele unglücklich waren. Schon frühe, als er noch am königlichen Hof in Spanien war, freute er sich, wenn er bei den Kirchen herum Unwissende und Arme in den Glaubenswahrheiten unterweisen und zur Besserung aufmuntern konnte. Auch später in den Orden eingetreten, bemühte er sich in ähnlicher Weise, den Bettlern nützlich zu werden und zur Buße zu verhelfen. Er suchte dem Nächsten auf jede ihm mögliche Weise durch seine Unterhaltung, Belehrungen und Mahnungen zu nüßen und seine Liebe zu beweisen. Wie viele Wohlthaten könntest auch du deinem Nebenmenschen erweisen, schon durch Belehrung und gutes Beispiel! Dadurch kannst du dir unvergängliche Schäße sammeln. Du eignest dir die Verdienſte des Blutes Jesu Christi an, wenn du es bei Andern heilbringend machest. Dadurch wird deine Seele mit der schönsten Engend, mit der Liebe geziert! Warum aber - - 172 findest du keine Mittel und Wege, Andern nüßlich zu werden?- weil die Liebe dir fehlt. Indivd 3) Er hatte eine großmüthige Liebe Die Nächstenliebe gieng beim heiligen Aloysius bis zu jenem heldenmüthigen Grade, daß er sich nicht scheute, sogar das Leben für die Nebenmenschen zu opfern. So pflegte er bei einer ansteckenden Krank heit zu Rom mit größtem Eifer die Unglücklichen, so daß manche Andere durch seine Hingebung und Unerschrockenheit beschämt und von gleichem Eifer er füllt wurden. Er wählte für sich immer die eckelhaftesten Kranken und erwies ihnen alle auch die niedrigsten Dienste voll Freude, zog sich dadurch aber auch in kurzer Zeit dieselbe Krankheit zu, die ihn langsam aufzehrte. Der Nähe des Todes gewiß, fang er das Te Deum, und übergab sodann ruhig und heiter seinen Geist in die Hände Jesu, des Gekreuzigten. Weich' schöner Tod! Solltest du nicht aus tiefstem Herzensgrunde ausrufen: Meine Seele sterbe den Tod des Gerechten!"( 3. Mos. 28, 10.). Glaubst du aber durch dein bisheriges Leben einen seligen Tod zu erlangen? Siehe, jetzt ist die Zeit der Aussaat mit dem Tode kommt die Zeit der Ernte. Verrichte also nach Kräften Werke der Barm herzigkeit und suche so viel möglich Gutes zu säen, denn was der Mensch säet, wird er auch ernten." ( Gal. 6, 8.). she un bun fjstanb - Gebet. Mein liebevollster Fürsprecher Aloysius! weil die Liebe, welche hier auf Erden entsteht, im Him mel bleibt und vollkommen wird, so darf ich hoffen, du werdest vom Himmel herab auch mich, dein Pflegfind, mit deiner Liebe umfassen, wie du auf Erden - 173 Alle in deinem Herzen umfasset hast Ich wende) mich deßhalb voll Vertrauen zu dir! o bester Patron! damit du mir einen Funken wahrer Liebe zu meinem Nebenmenschen mittheilen wollest. Ich bin zwar ein Christ, weiß aber die Mitbrüder nicht zu lieben, wie. Christus es lehrt und Gott es will, sondern folge so oft nur meinen Neigungen und Leidenschaften. Ordner in mir diese unordentliche Liebe und bitte für mich, daß Gott in mir das Feuer wahrer Nächstenliebe entzünde, von der dein Herz entflammt war. Ich verlange, dir, o mein liebevollster Fürsprecher Aloystus! in dieser Tugend getreu nachzufolgen. Erlange mir die Gnade, daß meine Handlungen und mein ganzes Leben durch die Liebe geheiliget werden, das mit der Uebergang in die Ewigkeit für mich ein se liger sey, nicht zum Verderben, sondern zum Heile. Amen. - Grundsätze und Tugendübungen des hei ligen Aloº fins. 1) Man muß seinen Nebenmenschen nie geringer schäßen als sich selbst; dagegen das Betragen Anderer wo möglich gut aufnehmen. Nur pharisäischer Hochmuth beurtheilt Andere gern hart und hält sich für besser als ste. Christus tadelt solche Splitterrichter scharf. Ueber sich selbst kann und soll man streng urtheilen, von Andern aber stets lieber das Bessere glauben. Die Liebe denkt nichts Arges,( 1. Korinth. 13, 5.), hat mit den Schwachen und Bösen Geduld, und betet für ſte. 292) Wer sich nicht um das Seelenheil des Nächsten bekümmert, der liebt auch Gott nicht; denn er sucht nicht die Vers - 174 breitung der göttlichen Ehre. Durch die Bekehrung der Sünder wird Gottes Chre verbreitet und sein Name geheiliget. Wenn du also Gott und seinen heiligen Willen lieb hast, so mahne, warne und belchre Andere, wo es( Gelegenheit gibt. Jedens falls benüße im täglichen Umgang jede Gelegenheit, mit Verachtung von den Lastern und mit Anerkennung von den Tugenden zu sprechen. Es schickt sich ja für Jeden, von seinem Gewerbe zu sprechen; warum follte der Christ nicht auch für die Tugend und gegen das Laster das Wort ergreifen?„ Ich will die Üngerechten deine Wege lehren"( Ps. 50, 15.), spricht, wer Gott liebt und den Nächsten. 3) Wenn man den Tod herannaben fühlt, soll man nicht mehr von gleich gib tigen Dingen reden, über die man sonst wohl sprechen darf; denn im Angesicht des Todes muß man alles Irdische ver gessen. Wenn du daher frank bist, so laß kein Gerede über allerlei zeitliche Dinge zu. Wenn du Kranke besuchest, so rede als Christ mit ihnen auf eine ihrem Zustande angemessene Weise. Stelle dich als tröstender Engel an's Krankenbett, der von der Erde hinweg zu Christus dem Gekreuzigten hinauf weist, aus dessen Wunden Geduld und Liebe, Hoffnung und Leben in die Seele des Leidenden strömet. " Zur Zeit der Krankheit zeige deinen Wandel." ( Sir. 18, 21.) i ont d and( 81 dm Beispiel. Der heilige Aloysius sorgte auch vom Himmel aus voll Liebe für die armen Menschen auf Erden. So half er im Jahre 1653 einem bedrängten Schneider in Neapel. Dieser sollte eine Schuld von 40 fl. bezahlen, vermochte aber bis auf die bestimmte Zeit 175 - das Geld nicht zusammenzubringen. Traurig und voll Sorgen gieng er nun am Feste des heiligen Aloysius zufällig an der Kirche des Jesuitencollegiums vorbei und erblickte über der Thüre desselben das Bild des heiligen Aloysius. Er hatte bisher weder von dem Leben noch auch nur von dem Namen des Heiligen etwas gehört, betrachtete jedoch das Bild aufmerk sam, und sprach voll Wehmuth bei sich selbst:„ O goldener Jüngling, was würdest du wohl von deinem Vermögen verlieren, wenn du meine Schuld bezahlteſt?" Am andern Tage erfuhr er auf dem Wege dahin, wo er seine Schuld bezahlen sollte, daß sie schon entrichtet worden sey von einem jungen unbes kannten Jesuiten. Nun fragte er voll Dankbarkeit nach dem Namen des Heiligen, dessen Bild er angeredet hatte, und verehrte ihn fortan sehr eifrig. Dafür wurde er später vom heiligen Aloysius, der ihm im Chorkleide erschien, von einer drohenden Ges fahr seiner Seele gewarnt und gerettet, in die er unbesonnen sich begeben hatte, um verborgene Schäße zu bekommen, wie der Verführer ihm vorgelogen. Hier sagte der heilige Aloysius ihm auch, daß er früher die Schuld für ihn bezahlt habe. Die Liebe machte den heiligen Aloysius zu einem schüßenden Engel der Menschen. Anmuthungen den Tag und die Woche in sa hindurch. O mein Gott! lehre mich alle Menschen als deine Kinder lieben und ihnen Gutes erweisen! bist O mein Gott! ich will meinen Nächsten lieben wie mich selbst und ihm deine Wege zeigen. nd O heiliger Aloysius! erlange mir eine so heilige und thätige Nächstenliebe, wie du hattest. - 176= Hoe dan pimpp al pilin Sechster Sonntag. IS Aloysius, ein Vorbild der Liebe zu Gott. Der heilige Aloysins leuchtet hierin hervor: 1) Durch seine Liebe der göttlichen Güte um ihrer selbst willen. Wie der heilige Aloysins in den übrigen Tugenden ein großer Held war, so glich er in der Liebe einem Seraph. Er fieng schon in der frühesten Kürdheit an, Gott zu lieben. Jesus und Maria waren die ersten Namen, die er oft mit Andacht aussprach; Gott zu dienen war sein eifrigstes Besterben und im Beten konnte er sich gar nicht ersättigen. Die Liebe sprach immer: es ist noch nicht genug. Er ward von dieser himmlischen Flamme der Liebe so erfüllt, daß ihm schon beim leisesten Gedanken an die göttliche Güte das Herz erglühte. Wenn er oder Andere davon redeten, zeigte sich das heilige Feuer alsbald in sei nem Angesichte und sein Herz fieng an zu pochen, als ob es zerspringen wollte. Es griff diese Liebe ihn zu sehr an, so daß er nach dem Befehle seiner Obern solcher Betrachtungen sich enthalten sollte und daher oft flehte: ,, Weiche von mir, o Herr! weide von mir!"- Wie ist nun deine Liebe beschaffen? Fällt es dir vielleicht schon schwer, an Sonn- und Feiertagen deines Schöpfers zu gedenken und ihm zu dienen? Ist dir die Liebe gegen Gott lästig, obs gleich er so liebenswürdig ist, und seine Güte schon so oft gegen dich bewiesen hat? Warum liebst du das vollkommenste Wesen und deinen Wohlthäter so wenig? ist dein Herz etwa von Liebe zu dem Vergänglichen zu sehr erfüllt? Dewige Schönheit, so uralt und doch immer so neu! wie spät habe ich - 177 dich erkannt! wie spät habe ich dich geliebt!"( Heis liger Augustin.) 2) Durch seine Liebe der göttlichen Güte in Jesu, dem Gekreuzigten. Die Güte Gottes zeigt sich besonders im Kreuztode Chrifti. Durch den Anblick des Gefreuzigten entflammte der heilige Aloysius seine Liebe zu Gott. Er dachte oft an die Schmerzen und Wunden des Heilandes und wünschte dann ebenfalls Schmach und Bein zu erlei den, um seinem verachteten und gemarterten Herrn ähnlich zu werden; und die Betrachtung der Leiden des Gekreuzigten versüßte ihm seine eigenen Schmerzen. Denfest du auch gerne an Jesum den Gefreuzigten? Betrachte Gottes Güte, die ja nicht mehr größer seyn könnte! Der Vater hat seinen Eingebornen um unsertwillen in den Tod dahingegeben; und der Sohn starb am Kreuze, damit wir nicht verloren gehen. Nimm also entschlossen dein Kreuz auf dich und folge deinem Heilande geduldig nach. Seine Liebe verdient doch gewiß deine Gegenliebe. „ Wenn Jemand nicht lieb hat unsern Herrn Jesum Christum, der sey ausgeschlossen."( 1. Kor. 16, 22). 3) Durch seine Liebe der göttlichen Güte im allerheiligsten Altars sakramente. In der Feier des heiligen Abendmahles hat sich die Güte und Liebe des Herrn auf die erhabenste und vollkommenste Weise geoffenbaret, indem Jesus da Sich Selbst den Seinigen schenfet. Der heilige Aloystus hatte eine ungemein zarte, und gleichsam vor Liebe glühende Andacht zu Jesu im allerheiligsten Altarssakramente. Mit inniger Wonne kniete er täglich in Anbetung versunken vor dem Tabernakel und empfieng so oft nur möglich die heilige Communion mit der höchsten Inbrunst. Jene tiefe Ehrfurcht Der heil. Aloysius. 12 - - 178 - und flammende Liebe durch die er bei der ersten heis ligen Communion alle Anwesenden erbaute, bewahrte und erhöhte er immer. Er bereitete sich jedesmal drei Tage lang auf die heilige Communion vor und drei Tage hierauf verwendete er zur Danksagung; beim Empfang der heiligen Communion zerfloß er in Thränen der Freude und Liebe. Fehlt es bei dir etwa am Glauben oder an der Liebe? weißt du, wer im Tabernakel wohnt, wer unter der Brodsge= stalt zugegen ist? wenn es dir bekannt ist und du es glaubst, so eile oft zur Kirche, verweile in heilis ger Lust vor dem Allerheiligsten und schenke in Liebe dein Herz dem, der dich zu sich einladet und bei dir Wohnung nehmen will. Bitte in häufiger heiliger Communion Jefum selber, daß er dich erleuchte und ihm ganz wohlgefällig mache. Gebet. - O großer Heiliger, und mächtiger Fürsprecher Aloystus, wie sehr wünschte ich ein Herz wie dein wunderbares Herz war, das nur durch Liebe zu ſei nem Gott lebte! Wem anders als dir, du Seraph der inbrünstigsten Liebe! sollte ich mein faltes und gefühlloses Herz darbringen, damit du ihm ein wenig von deinem heiligen Feuer mittheileft und es das höchste Gut lieben lehrest! Ich erkenne wohl, daß ich meinen Herrn nicht so liebe, wie Er es verdienet; dagegen die geringsten Geschöpfe lieber habe, als meinen Schöpfer und Vater, meinen Erlöser und liebenswürdigsten Gott. Ich schäme mich deßhalb und bitte dich bei der Liebe, welche du zu Gott ges tragen hast, du wollest in mir wahre Liebe zu Ihm 179 entzünden und mir die Gnade erlangen, in dieser Liebe zu leben und zu sterben. Amen. - Grundsäße und Tugendübungen des heili ge n Al o y fi u 6, 1) Wer einmal erfahren hat, wie süß es ist, mit Gott vereinigt zu seyn, Ihm zu dienen und Ihn zu lieben, kann eine so angenehme Uebung nicht mehr unterlassen. Nur Eins thut Noth: Christ liebe Gott!" Das ist ja des Menschen Ziel und Ende auf Erden: Gott lieben und ihm dienen." Daraus entspringt die Zufriedenheit des Herzens, das Glück für Zeit und Ewigkeit. Darum gedenke oft, wozu du auf Erden lebest. Alles ist eitel, außer Gott lieben und ihm dienen nur was du Gott zu lieb und nach seinem Willen thust, hat Werth und Bestand; wenn du einmal angefangen hast, wirst du bald selbst erfahren, wie glücklich die Liebe Gottes macht. - 2) Es ist ein Zeichen der Liebe zu Gott, wenn man Ihn so innig zu lieben wünscht, als es die liebenswürdigste Majestät verdient; und wenn man darüber betrübt ist, daß die Liebe zu Ihm nicht groß genug sey. Wenn du keine rechte Liebe zu Gott fühlst, so drücke wenigstens das Verlangen aus, Ihn recht zu lieben, und habe einen bittern Schmerz, daß du Ihn nicht inbrünstig genug liebest. Ein solcher Schmerz und ein solches Verlangen sind schon ein Gott wohlgefälliger Anfang der wahren Liebe und werden dir auch nach und nach zu ihr verhelfen. 3) Man liebt Gott nicht aufrichtig, Univ.- Bibl. Giessen - - 180 - wenn man nicht fortwährend bereit ist, um Seinetwillen jedes Leiden zu erdub den. Freue dich über jede Noth, die dir Gott sen det, und über jede Beschwerde, die du in seinem Dienste zu erleiden hast; denn dadurch prüft Gr deine Liebe. Der Herr euer Gott prüfet euch, das mit offenbar werde, ob ihr Ihn liebet oder nicht." ( 5. Mos. 13, 3.) Beispiel. co Im Jahre 1634 erkrankte ein junger Geistlicher aus der Gesellschaft Jesu, Joseph Spinelli ge nannt, im Collegium zu Pavia, wo er Philosophie studierte. Er fiel oft in solche Ohnmacht, daß er kaum wieder zu Sinnen gebracht werden konnte; zulegt wurde er ganz gelähmt und verlor auch noch die Sprache. Dem Tode nahe gekommen, machte er dem heiligen Aloysius, den er immer verehrt hatte, ein Gelübde, zu fasten. Alsbald fühlte er in sich eine heftige Begierde, sich ganz Gott zu weihen und zu opfern. Am 11. Februar erschien ihm der Heilige, während er inbrünstig betete, und kündete ihm an, daß er noch eine große Reise zu machen habe. In der andern Nacht darauf erschien ihm der heilige Aloyfius wieder und sagte, daß er aus gerechtem Urtheile Gottes sein Lebenlang hätte sprachlos bleiben sollen; durch seine Fürbitte erlange er jetzt die Sprache wieder, folle sie darum aber auch nur zur Ehre Gottes anwenden; jetzt müsse auch der Anfang seines Heiles und der klösterlichen Vollkommenheit gemacht werden. Zudem mußte der Kranke geloben, täglich eine Viers telstunde und an den Communiontagen eine halbe Stunde länger zu beten. Dann zeichnete der heilige - 181 Aloysius auf seine Lippen das heilige Kreuz, worauf er ungehindert reden und die Erscheinungen er zählen konnte. Am 16. Februar erschien ihm der heilige Aloysius noch einmal und berührte ſeine Füße, Hände und Lenden, worauf er gesund aufstehen konnte. Aloysius verlangte von ihm nichts anderes, als daß er einen Monat lang an den geistlichen Uebungen des heiligen Ignatius Theil nehmen und sich der Frömmigkeit befleißen solle. Spinelli, so wunderbar gerettet und geheilt, erglühete nun immer mehr von heiligem Eifer, wurde Missionär und be= schloß sein apostolisches Leben wie ein Heiliger. FOS Fromme Anmuthung den Tag und die Woche hindurch. O mein Gott! ich will dich lieben über Alles, und treu mein Leben lang dir dienen. nom O mein Gott! gib mir deine Gnade, daß ich niemals an dir treulos werde. sild heiliger Aloysius! bitte für mich, daß ich meinen Gott aus ganzem Herzen lieben möge. voni Am Feste des heiligen Aloysius Gonzaga. dan Die Herrlichkeit des heiligen Aloysius im Himmel: mon 1) Nach dem Maaße seiner Unschuld. Den ersten und vorzüglichsten Anspruch auf die Herrlichkeit des Himmels hat die Unschuld." Wer wird steigen auf den Berg des Herrn? oder wer wird stehen an seinem heiligen Örte?" So fragt der Prophet und gibt gleich die Antwort darauf: Der, welcher unschuldige Hände und ein reines Herz hat." ( Ps. 23, 3.). Betrachte nur die Hände, d. h. die 1 182 — Werke des heiligen Aloysius, sodann sein Herz, d. b. seine Gesinnung und seine Neigungen und staune über seine Unschuld, nach der du seine Glorie ermessen kannst. Welche Schuldlosigkeit in allen seinen Handlungen! nicht einmal eine läßliche Sünde läßt sich sicher bei ihm entdecken. Welche Herzensreinheit! Von dem ersten Erwachen seiner Vernunft an liebte er Gott von ganzer Seele. Nun denke dir, welch' eine über schwängliche Glorie einer so mackellosen Unschuld im Himmel zu Theil werden mußte! Glücklich, ja überglücklich, wer mit dem heiligen Aloysius sagen kann, er habe nie gegen seine Unschuld sich etwas zu Schulden kommen lassen. Wenn du aber das weiße Kleid der Unschuld befleckt hast, wasche und reinige es bald mit den Thränen eines kräftigen Reueschmerzens. - 2) Nach dem Maaße seiner Buße. Wenn der Glanz der Unschuld getrübt ist, muß man durch strenge Buße sich bemühen, ihn wieder herzustellen. Die Unschuld des heiligen Aloysius blieb fleckenlos und doch übte er die strengste Buße. Wenn nun jeder Trunk Waffers, der um Gotteswillen dargereicht wird, im Buche des Lebens eingeschrieben seinen Lohn erhält, um wie vielmehr wurden die Bluts tropfen belohnt, welche der heilige Aloysius durch seine tägliche Geißelungen Gott zu Lieb vergoß? und welche Vergeltung mußte ihm nicht zu Theil werden für sein nächtliches Beten, strenges Fasten und für jede Abtödtung seines unschuldigen keuschen Leibes! Du bist wohl nicht so heilig wie Aloysius und be darfst also der Buße weit mehr; versäume daher nicht, im Hinblick auf den Himmel, ein Leben der Buße und Abtödtung zu führen; denn unserer kurzen Leiden hienieden wartet jenseits eine herrliche Belohnung. 183 ,, Unsere gegenwärtige Trübsal, die augenblicklich und leicht ist, bewirkt eine überschwängliche, ewige, Alles überwiegende Herrlichkeit in uns.( 2. Kor. 4, 17.). blot 3) Nach dem Maaße seiner Liebe. Die Liebe ist gleichsam die Seele der guten Werke, die ihnen Leben und Schönheit, Werth und Verdienstlichkeit verleiht. Darum richtet sich die Herrlichkeit auch nach der Größe der Liebe. Der heilige Aloysius hat mun vom ersten Gebrauch seiner Vernunft an bis zum Tode Gott innigst geliebt, unbekümmert um alle irdischen Güter; darum erfreuet er sich jetzt im Him mel der ganzen Fülle der Herrlichkeit und Glorie. Fasse auch du den Entschluß, deinen Gott auf immer, aus ganzem Herzen und mit allen Kräften über Alles zu lieben thue Alles aus reiner AbFicht Ihm zu lieb und wirke unermüdlich, dein und Anderer Seelenheil zu fördern, und dadurch Gottes Ehre zu verbreiten, so wird er auch dich einstens seiner Glorie theilhaftig machen. - - — — Gebet. Liebevoller und glorreicher Fürsprecher Aloysius! Wie herzlich strahlest du angethan mit dem glänzenden Gewande der Unschuld, geschmückt mit der Krone der Gerechtigkeit, sigend auf dem Throne der Herrlichkeit, herrschend mit dem Scepter der Liebe! Heil dir, mein mächtigter Patron! Tausendmal lobe und preise ich die heiligste Dreieinigkeit, welche dich zu so hohen Ebren erhoben, um deine mackellose Unschuld, deine strenge Buße und vollkommene Liebe zu belohBlicke vom Himmel herab auf mich, deinen Diener, der ich von deiner Fürsprache jene Tugenden und Güter erwarte, die mir besonders mangeln. Reiche dem Armen deine Hand, damit dein Segen - 184- vollkommen werde." Strecke deinen Arm über mich aus, und führe mich auf deinen Pfaden zum Herrn! Erwirb mir die Gnade, daß ich ein wahrhaft tugendhaftes Leben beginne und mich nicht abhalten lasse durch die Schwierigkeiten, welche mir dabei aufstoßen werden. O wenn ich doch einmal mich recht fest entschließen könnte, dir wahrhaft nachzuahmer! O wenn ich doch fortan um nichts anderes mich bekümmerte, als um Gott und seine Gnade- dann würde ich sicher einst in den Himmel kommen, wo ich dir, lieber Fürsprecher! inbrünstig danken und mit dir Gott preisen und anbeten wollte in alle Ewigkeit. Amen. dwich med Grundfäße und Tugendübungen des wil heiligen Aloysius. 1) Die Heiligen finden Wohlgefallen daran, wenn wir ihre Tugenden nachahmen. Wenn wir von Gott eine Tugend zu erhal ten wünschen, sollen wir zu jenen Heiligen unsere Zuflucht nehmen, die in dieser Tus gend während ihres Lebens sich ausgezeich net haben. Die Heiligen nehmen zwar alle an unserem Schicksale Antheil, und leuchten durch ihre Tugenden in jedes Herz, das sich ihnen öffnet. Aber wie wir zu einzelnen Heiligen je nach unsern Vers hältnissen und Kämpfen uns besonders angezogen fühlen; so stehen sie auch denen besonders bei, welche in ähnlicher Lage sich befinden und ihre Tugenden ernstlich nachahmen wollen. Nimm dir daher vor, die eine oder andere Tugend des heiligen Aloysius, die du besonders nöthig hast, nachzuahmen. Wende dich an ihn, damit er dich darin unterrichte. 2) Man muß sich bemühen, ein Gott, nicht den Menschen wohlgefälliges Leben - 185 - zu führen; denn die Menschen suchen den Schaß der Verdienste zu rauben. Wenn du in guten Werken standhaft seyn willst, so verrichte sie nicht den Menschen, sondern Gott zu lieb. Gott anhangen ist gut; und glückselig, der seine Hoffnung auf seinen Gott setzt! 3) Ehre, Macht und Reichthum gereichen dem zu größerem Troste, der Gott zu lieb darauf verzichtet, als Dem, der sie erwirbt. Der Weise ladet von der Bürde ab, die er hat, ladet sich aber keine auf, die er nicht hat. Heil dir, wenn du einmal jedes Gut der Erde als eine große Last erkennest, die dich vom Himmel abzieht. Um zu dieser Weisheit zu gelangen, mußt du die Dinge nicht nach ihrem Namen, sondern nach ihrem Wesen messen. Heil dem Volke, dessen Herr sein Gott ist!"( Pf. 143, 15.). Fromme Anmuthung den Tag und die is Woche hindurch. O mein Gott, Vater im Himmel! zu dir soll und möchte ich, dein Kind, auch gelangen; ich will unermüdlich nach dem ewigen Leben streben und auf dieser Erde zum Himmel pilgern. O mein Gott! verwunde mein Herz mit einem unheilbaren Heimweh nach der wahren Heimath und führe mich selbst täglich näher zur ewigen Seligkeit! Oheiliger Aloysius! schaue von deiner Glorie auf meine Armseligkeit herab und stehe mir bei, daß ich zu dir gelange! - 186- - Tägliches Ablafigebet zum heiligen Aloysius. heiliger Aloysius! der du mit einer englischen Reinigkeit geziert bist; ich, dein unwürdiger Verehrer, übergebe deinem Schuße die Reinigkeit meines Leibes und meiner Seele, und bitte dich durch deine englische Reinigkeit, mich dem unbefleckten Lamme Jesus Chri fluß und seiner allerheiligsten Mutter, der Jungfrau aller Jungfrauen zu empfehlen und mich vor jeder schweren Sünde zu bewahren. Gestatte nicht, daß ich mich auch nur durch die geringsten Mackeln der Unlauterkeit beflecke; sondern entferne von meinem Herzen, wenn du mich in einer Versuchung oder Ges fahr siehst, alle unreinen Gedanken und Neigungen. Erwecke denn sogleich in mir die Erinnerung an meis nen gekreuzigten Jesus und an die Ewigkeit; drücke das Gefühl der Furcht Gottes tief in mein Herz ein, und entzünde in demselben das Feuer der göttlichen Liebe, damit ich dich auf Erden nachahmen und einst im Himmel mit dir zur Anschauung Gottes gelangen möge. Amen. 11. 119 T 1014 Die Jugendbündnisſe. In den heiligen Missionen werden die Gläubigen wieder aufs Neue begeistert für das Eine wahre und höchste Gut, und mit fräftigem Abscheu gegen alles Böse erfüllt; das ächte christliche Leben, welches ein unablässiger Kampf für Gott gegen Satan ist, wird wieder geweckt und verbreitet. Damit dieses frische Leben nicht wieder ersterbe, und jener Kampf nicht - 187- - ohne siegreichen Erfolg bleibe, sind die Jugendbündnisse entstanden. Durch sie wird zunächst die nothwendige Absonderung der guten und lebenskräftigen Glieder der Jugend von den faulen und abgestorbenen ausgeführt. Sodann sammeln sich Alle, die eines guten Willens sind, bilden für sich eine ges schlossene Schaar, und werden dadurch muthig und stark. Mit gemeinsamen Kräften streiten und dulden sie leicht, gewähren jedem Einzelnen eine Schranke und eine Zuflucht, und finden durch sich selbst Aufmunterung und Aneiferung. Ihr gemeinsames Gebet vereiniget und heiliget sie, ihre frommen Lieder durchhallen die Lüfte, und so schreiten sie unter dem Schußze ihres himmlischen Patrons von Sieg zu Sieg, bis Alle die Welt überwunden haben und sich in der ewigen Seligkeit wieder finden. anit Diese schönen Bündnisse haben bestimmte Saßs ungen, welche im Einzelnen nach Ort und Verhälte nissen verschieden sind, im Ganzen aber immer und überall mit einander übereinstimmen. Die alten Sagungen der Aloysianischen Bundnisse sind folgende: 1. Tie Mitglieder wollen Gott in allen Dingen eifrig dienen, das herrliche Tugendbeispiel des heiligen Aloysius und insbesondere seine englische Reinigkeit und seinen Gebetseifer nachahmen. 2. Beim Eintrttt empfängt jedes Mitglied mit Andacht und Eifer die heiligen Sakramente der Buße und deß Altars und betet vor einem Altar oder Bilde des heiligen Aloysius das Bündnißgebet. 22 3. Täglich betet jedes Mitglied ein Vater unser und Ave Maria zur Ehre des heiligen Aloysius, und opfert in der Frühe einige gute Werke des Tages für Lebendige oder Abgestorbene auf. 188 4. Am Fest des heiligen Aloysius oder am Sonne tag vorher oder nachher, erneuert jedes Mitglied das Bündniß nach würdigem Empfang der heiligen Sakramente. 5. Jedes Mitglied feiert auch die sogenannten Aloysischen Sonntage und empfängt die heiligen Sakramente wenigstens an Einem derselben. 6. Jedes Mitglied trägt eine Reliquie oder eine Medaille, oder ein Bild des heiligen Aloysius bei sich, um dadurch bei jeder Anfechtung, Gefahr 2c. zur Verehrung desselben und zum Vertrauen auf ihn ermuntert zu werden. 7. Jedes Mitglied bemüht sich nach Kräften, Andere zur Verehrung des heiligen Aloysius und zur Theilnahme am Bündniß zu bewegen. mpie 8. Jährlich opfert jedes Mitglied zweimal die heilige Messe Gott auf für alle verstorbene und lebendige Mitglieder des Bündnisses. ald 9. Jedes Mitglied vermeidet alle unehrbaren oder gefährlichen Reden, Unterhaltungen, Luftbarkeiten und Zusammenkünfte, und erneuert oft den Vorsatz, gewissenhaft jede Gelegenheit zu fliehen, wo sich oder Andern Gefahr für die Herzensreinigkeit entstehen könnte. m 10. Die Mitglieder verehren auch mit besonderem Eifer die seligste Jungfrau Maria und versäumen nie den Englischen Gruß zu beten. 11. Die Mitglieder prägen sich die Sagungen tief ein und prüfen sich öfters über die Beobachtung derselben. - 12. Wenn ein Mitglied Reu und Leid erweckt, das tägliche Ablaßgebet und ein Vater unser und Ave Maria betet, kann es des Tages einmal 100 Tage Ablaß gewinnen, und ihn auch den armen Seelen im Fegfeuer zuwenden.( Pius VII. 1802.) Einen vollkommenen Ablaß kann jedes Mitglied erlangen, wenn - 189 es an den sechs Aloysischen Sonntagen nacheinander jedesmal die heiligen Sakramente der Buße und des Altars würdig empfängt und einige fromme Uebungen und gute Werke zu Ehren des heiligen Aloysius verrichtet; oder wenn es der Festseier beiwohnet, und nach würdigem Empfang der heiligen Sakramente für das Wohl der Kirche betet; oder wenn es auf dem Todbette die heiligen Sterbfakramente würdig empfängt, und wenn dieß nicht mehr seyn kann, wenigstens reumüthig den Namen Jesu anruft. Bündnißgebet. Heiliger Aloysius, engelreiner Jüngling! ich erwähle dich heute zu meinem besondern Patron und Vorbild der Reinigkeit, und nehme mir fünftig vor, niemals wider diese Tugend mich zu verfehlen weder in Gedanken, noch in Worten und Werken. Ich will deßhalb alle gefährlichen Gelegenheiten und Zusammenfünfte meiden, und Andere nach Kräften da von abhalten. Nimm mich auf zu deinem besondern Pflegekind, warne und beschüße mich in allen Gefahren, verlaß mich in feiner Anfechtung. Besonders aber stehe mir bei im Todeskampf, damit ich ihn glücklich bestehen, und zu dir gelangen möge in die ewige Freude und Seligkeit. Amen. Gebet eines Jünglings. Mein Gott, du weißt es, welchen Gefahren ich als Jüngling, ausgesetzt bin. Du bist die Stärke - 190 der Schwachen- verlaß mich niemals mit deiner mächtigen Gnade! Bewaffne mich mit Muth und Kraft gegen die Macht der Einnlichkeit und gegen Reizungen der verführerischen Welt. Verleihe, daß ich den Sündern nicht folge, wenn sie mich locken, und vor dem Laster stets fliehe, so reizend es auch er scheinen mag. Behüte mich vor jeder Gewohnheitssünde, damit ich nie der Sklave eines Lasters werde, und im Alter keine Sünde der Jugend zu beweinen und zu büßen habe. Stehe mir bei gegen die Feinde meiner Tugend, insbesondere der Herzensreinigkeit. Mache mich empfänglich für die Lehren und Mahmungen meiner Eltern, Lehrer und Seelsorger und bewahre mich vor dem Umgang mit bösen und ges fährlichen Menschen. Schenke mir Weisheit, die Zeit meiner Jugend wohl zu benüßen, damit ich täglich tugendhafter und verständiger werde, um zu deiner Ehre, zu meinem Seelenheile und zur Wohlfahrt meis ner Mitmenschen leben und wirken zu können. So möchte ich dir die schönsten Tage meines Lebens weihen, um getrost dem Alter entgegensehen zu können und eine freudige Aussicht in die Ewigkeit zu be wahren. Segne o Herr meinen redlichen Willen und hilf mir zur beharrlichen Ausführung. Amen. Gebet einer Jungfrau. Allwissender Vater! dir sind alle Bedürfnisse der Menschen bekannt und du weißt besser als wir selbst, um was wir bitten sollen. Ich bitte dich, allmäch tiger Gott nicht um vergängliche Reize, nicht um körperliche Schönheit, mit der die vollkommene Tugend - 191 einer Jungfrau sich so schwer verträgt. Laß mich nur den einzigen wahren Schmuck einer Jungfrau ein unschuldiges und keusches Herz bewahren und lieber mein Leben, als dieses ewig unwiederbringliche Kleinod meiner Seele verlieren. Rüste mich mit Wachsamkeit und Klugheit aus gegen die vielen Gefahren der Verführung. Gib mir stets Eingezogenheit, Sittsamkeit und Schamhaftigkeit. Laß mich über meine Reden und Blicke sorgfältig wachen, damit ich nicht von dem bösen Beispiele Anderer angesteckt werde. Pflanze Bescheidenheit und Demuth in mein Herz, damit ich gegen verführerische Schmeichelei taub und unempfindlich sey. Vorzüglich aber bitte ich dich, o Herr, um die Gnade, daß ich in der Tugend und Frömmigkeit täglich zunehme; unterstütze mein Bestreben, mich frühzeitig in aller Tugend zu üben, damit ich darin geübt und fest begründet werde, und mein Herz in allen Verhältnissen des Lebens fromm und unschuldig bewahre. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 1 Gebet um Bewahrung der jungfräulichen Reuschheit. Heiligster, gütigster Gott! ich fniee vor deiner Majestät und bitte um jene Gnaden, deren ich jetzt besonders bedarf. Ich verlange nichts Irdisches, das nur der Eitelkeit schmeicheln und der Tugend gefährlich seyn könnte; nein- ich bitte um etwas dir Wohlgefälliges- um ein unschuldiges, reines Herz. Das soll mein liebstes, größtes Gut, meine schönste Zierde, meine größte Ehre seyn! Flöße mir eine hohe Achtung und Werthschätzung dieses höchsten Kleinods - 192 - ein, damit ich mit aller Sorgfalt es zu bewahren suche. Ich lebe in einer Welt voll Gefahren, rings um von Feinden bedrohet. Mache mich daher vor Allem mißtrauisch gegen mein eigenes Herz und wachsam über seine geheimsten Regungen! Mache mich behutsam in meinen Reden und Blicken, damit ich niemals dem Nächsten Anlaß gebe zu bösen Ges danken, unanständigen Worten oder frechen Handlun gen. Laß in meinem ganzen Benehmen Zucht und Sittsamkeit herrschen, damit meine Verehrung für die Unschuld und mein Abschen gegen alle Unlauterfeit offenbar werde. Präge in mir aus jene edle Würde und jenen ehrwürdigen Ernst der Keuschheit, wovor selbst die Feinde dieser Tugend Achtung haben und beschämt fliehen. Bewahre mein Herz vor den ge fährlichsten Feinden der jungfräulichen Reinigkeit, nemlich vor Eitelkeit und Gefallsucht, vor Etolz und Leichtsinn; verhülle meine Augen vor den Trugbil. dern der Sinnlichkeit, und verschließe meine Ohren der Stimme der Schmeichelei und den Lockungen der Verführung; laß mich dagegen immer zunehmen in herzlicher Demuth und Bescheidenheit. Erwecke in mir eine unüberwindliche Furcht vor Allem, was dei nen heiligen Augen mißfällig wäre. Lehre mich meis nen Leib stets als einen Tempel des heiligen Geistes betrachten und in Ehren halten; in der Stunde der Versuchung bewahre mich vor Sünde durch den Gedanken, daß du Allerheiligster mich siehst, daß meine Schande einst offenbar, und die augenblickliche Luit eine Quelle bitterer Thränen und Leiden, ja fogar ewiger Vorwürfe und Swafen werden wird. Erhalte mich immer in deiner heiligen Furbt, und nähre in meinem Herzen die Glut der wahren Anda bt. O mein Jesus! du hast meine Seele in deinem - 193 — - Blute rein gewaschen, und ich sollte sie wieder leichtsinnig verunreinigen wollen! du hiengst voll Schmerzen und Wunden am Kreuze zur Sühnung meiner Sünden: und ich sollte den finnlichen Reizen nachgeben und wieder sündigen! du hast mich theuer erkauft ich gehöre dir, und übergebe mich dir bes reitwillig ohne Vorbehalt; bewahre mich vor jeglicher Entweihung meines Herzens und Leibes! Reinste Jungfrau, gütigste Mutter Maria! laß dein wunderbares Vorbild mir immer vor Augen schweben, und unterstüße mich in Nachahmung deiner makellosen Reinigkeit. Heiliger Schußengel! weiche nicht von meiner Seite in diesem gefahrvollen Kampfe, und führe mich unter deinem Schußze zum Siege über alle Anfechtungen und zur Krone des ewigen Lebens; bei Jesus Christus, deinem und meinem Herrn, der hochgelobt sey von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Das berühmte Memorare om des heiligen Bernhard. Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria, daß von Ewigkeit her nicht erhöret worden, daß Jemand, der zu dir seine Zuflucht nahm, deinen Beistand anrief, und um deine Fürbitte flehete, von dir verlaffen worden sey. Durch solches Vertrauen ermuntert, nehme ich meine Zuflucht zu dir, o Maria! Jungfrau über alle Jungfrauen, und Mutter Jesu Chrifti. Zu dir fomme ich, zu dir eile ich, vor dir stehe ich, als sündiger Mensch seufzend und zitternd da. D Herrscherin der Welt, Mutter des ewigen Wortes! wolle doch nicht meine Worte verschmähen, sondern Der heil. Aloysius. 13 - 194 höre mich gnädig an und erhöre mich Armseligen, der ich zu dir aus diesem Thale der Zähren um Hilfe rufe. Stehe mir bei in allen meinen Nöthen, jest und allezeit und am allermeisten in der Stimde meines Todes, o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! Amen. 15 d Gebet für die Feinde. Mein lieber Erlöser und Meister! ich knice am Fuße deines Kreuzes, um von dir vergeben zu lernen. Dein brechendes 2uge strahlte einstens in der Todesqual denen Liebe und Vergebung zu, welche dich ans Kreuz geschlagen; und deines Herzens unendliche Langmuth sprach sich aus in den slehenden Worten: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun." So will auch ich jetzt mit liebendem Herzen beten für die, welche mich anfeinden, verspotten und verfolgen: Vater, verzeih ihnen, sie wissen nicht, was sie thun! Ich habe schon oft dich beleidiget und du hast mir immer nur Gutes erwiesen; sollte ich darum nicht auch meinen Beleidigern verzeihen und denen Gutes erweisen, die mir Böses zufügen! Ja, mein Herr und Heiland, ich will selbst meine Feinde aufrichtig lieben und durch Gebet und Wohlthaten glühende Kohlen auf ihr Haupt legen, damit sie erweicht und gebessert werSchenke mir ein sanftes, versöhnliches Herz, das gerne Böses mit Gutem vergilt, und segne Alle mit den Gaben deiner Liebe, welche mich gefränkt haben. Leite sie und mich auf dem Wege des Hei les, auf dem du uns vorangegangen bist, und führe uns alle zu dir in dein himmlisches Reich. Amen. den. 195 od do it Gebetsd ind modspin THE GIR um Verachtung der Walt, 1 - D Gott! der du schwache und irdische Herzen durch deine Gnade zu himmlischen Begierden erhebest; zerreiße die Bande, die uns an die Erde fesseln! Bewahre uns vor den Fallstricken einer verführerischen Welt; lehre uns den blendenden Schimmer ihrer eiteln Gütern verachten, ihre giftigen Freuden verabscheuen, und Alles, was sie uns anrühmt, mit dem heiligen Paulus wie Koth anschen, um Jefum zu gewinnen. Wenn wir auch nicht mit dem heiligen Aloysius aus der Welt hinaus gehen können, um dich in der Einsamkeit aufzusuchen; so lehre uns doch in der Welt selbst die Welt fliehen und unsere Begierden dahin richten, wo allein wahre Freuden und unvergängliche Güter sind. Amen. Gebet um Andacht zum Leiden Christi und zum allerheiligsten Altarssakrament. Göttlicher Heiland, liebster Jcfus! Wo sollten Christen öfter und mit größerer Freude sich aufhalten als bei dem Kreuze, wo du Erlöser der Welt, für unser Heil geopfert wurdest? als bei dem föstlichen Mahle, welches deine Liebe uns zubereitet hat? Aber ach! wie schändlich ist unsere Gleichgiltigkeit! Wir mögen dein heiliges Kreuz nicht ansehen oder dich nicht betrachten; wir haben keine Zeit und Lust, deiner freundlichen Einladung zum föniglichen Mahle zur folgen. Beschämt stehen wir vor dir, indem wir auf das Beispiel eines zarten Jünglings hinsehen, der mit allen Blendwerken irdischer Ghren und Güter - 196 umgeben, nur bei deinem Kreuze seinen Trost suchte, und nur dann in Freudenthränen zerfloß, wenn er dich in dem heiligen Sakramente empfangen hatte. Erwecke, o Jesus, diese Andacht, diese heilige Begierde in den Herzen aller Christen, besonders aber in uns. Möchte es doch in Zukunft unser eifrigstes Bestreben seyn, der Früchte deines Kreuzes und der Gnade deines heiligsten Mahles mit innigster Andacht uns theilhaftig zu machen, bis wir dich im Himmel in deiner Herrlichkeit sehen und ewig bestzen können. Amen. - Tugendgebet des Papstes Clemens XI. 012 Ich glaube an dich, o mein Gott! vermehre meinen Glauben; ich hoffe auf dich, stärke meine Hoffnung; ich liebe dich, entflamme deine heilige Liebe in meinem Herzen! Es reuet mich, gefündigt zu haben; vergrößere noch meinen Schmerz und Abscheu vor der Sünde! Ich bete dich an, als meinen Urheber; ich verlange nach dir als nach meinem letzten Ziele; ich danke dir als meinem größten Wohlthäter, ich rufe dich an als meinen höchsten Beschützer! Mein Gott! regiere mein Herz mit deiner Weisheit, um gib es mit deiner Gerechtigkeit, tröste es mit deiner Barmherzigkeit, schüße es mit deiner Allmacht. Ich will ganz dir angehören, wie ich es in der heiligen Taufe versprochen habe, und ich entfage ebenso dem Teufel und allen seinen Werken, der Welt und ihrer Eitelkeit, dem Fleische und seinen Lüſten, jeder Spaltung und Irrlehre. Ich weihe dir meine Gedanken, meine Worte und Werke, meine Freuden und Leiden, und will in Zukunft nur an dich denken, - 197- - - von dir reden, nach deinem Willen handeln, in dir mich freuen und für dich dulden. O Herr! ich will Alles, was du willst, weil du willst, wie du willst und so lange du willst. Ich bitte dich, erleuchte meinen Verstand, bessere mein Herz, heilige meinen Leib und meine Seele. Mein Gott! rege mich an, meine begangenen Sünden zu beweinen, die gegenwärtigen Gefahren zu überwinden, gegen die zukünftigen Versuchungen mich zu waffnen, meine Leidenschaften zu zügeln und die mir nothwendigen Tugenden zu üben. din Erfülle mein Herz mit Dankbarkeit gegen deine Liebe, mit Abschen gegen meine Sünden, mit Liebe zum Nächsten und mit Verachtung der Welt. Verleibe, o Herr! daß ich gehorsam gegen meine Vorgesetzten, mild gegen meine Untergebenen, treu gegen meine Freunde und schonend gegen meine Feinde sey. Hilf mir siegen über alle unerlaubten Lüste durch Abtödtung, über die Habsucht durch Barmherzigkeit, über den Zorn durch Geduld, über die Lauheit durch Eifer. Mache mich, o mein Gott! flug in meinen Unternehmungen, muthig in den Gefahren, demüthig im Wohlergehen, entschlossen und getrost im Unglücke. Laß mich stets mein Gebet mit Andacht verrichten, meine Nahrung mit Mäßigkeit genießen, meine Geschäfte mit Genauigkeit besorgen und meine Entschlüffe mit Standhaftigkeit ausführen. fil Herr! verleihe mir ein gutes Gewissen, ein bescheidenes Neußere, einen erbaulichen Wandel und ein wohlgeordnetes Leben. samt smind just Bewirke, daß ich stets strebe, meine verdorbene Natur zu bezähmen, deinen Gnaden zu entsprechen, dein Geseß zu beobachten und mein Heil zu wirken. Mein Gott! laß mich erkennen die Nichtigkeit der - 198 Erde und den Werth des Himmels, die Kürze der Zeit und die unermeßliche Dauer der Ewigkeit. him filli Gib, daß ich mich zum Tode wohl vorbereite, vor dem Gericht Furcht habe, der Hölle entgehe und die Glückseligkeit des Himmels erlange durch die Verdienste meines Heilandes. Amen. oiam 3p5t nism Nonproped #: mida mpin Erweckung der drei göttlichen Tugenden. amid Glaube. O mein Gott und Herr! ich glaube fest, daß du ein einziger wahrer Gott bist in drei Personen: Gott Vater, Gott Sohn, Gott heiliger Geist; daß du bist der Schöpfer Himmels und der Erde, ein Belohner des Guten und ein Bestrafer des Bösen; daß dein geliebter Sohn für uns Mensch geworden und für alle Menschen am Kreuze gestor ben ist; daß unsere Seele unsterblich und deine Gnade zur Seligkeit nothwendig ist. Dieses und Alles, was die christkatholische Kirche uns vorstellt zu glauben, glaube ich fest, weil du es geoffenbaret hast, der du die unfehlbare Wahrheit und die ewige Weisheit bist, und daher nicht betrügen noch betrogen werden kannst. In diesem heiligen Glauben will ich leben und sterben. D Herr, vermehre meinen Glauben!) ime Hoffnung. D mein Gott und Herr! ich hoffe durch die Verdienste Jesu Christi, vermittelst meiner eigenen Mitwirkung, Verzeihung meiner Sün den, deine Gnade und endlich die ewige Seligkeit, weil du dieses Alles versprochen hast, der du in dei nen Versprechen der Getreueste bist, und wegen deiner Allmacht geben kannst, auch wegen deiner Gütigkeit gerne geben willst, was du versprochen hast. In - 0199 dieser Hoffnung will ich leben und sterben. Herr, stärke meine Hoffnungit est ug hodagnis Liebe. O mein Gott und Herr! ich liebe dich, weil ich unzählbare Wohlthaten von dir empfangen habe, weil du mich zuvor geliebt und sogar deinen eingebornen Sohn für mich dahin gegeben haft; bes sonders aber liebe ich dich aus dem Grunde meines Herzens über Alles, weil du das höchste und schönste Gut bist, welches unendlich geliebt zu werden verdient. Ich liebe auch alle Menschen um deinetwillen, wie mich selbst, weil sie dein Ebenbild und deine Kinder sind. In dieser Liebe will ich leben und sterben. D Herr, entzünde meine Liebe! Amen. l 01 - Anmerkung.( So oft man die drei göttlichen Tugenden andächtig erweckt, 7 Jahre und 7 QuadragenAblaß; wenn sie einen Monat lang täglich erweckt werden, einmal nach würdigem Empfang der heiligen Sakramente der Buße und des Altars ein vollkommener Ablaß. Benedikt XIV. 11. December 1754.) du sndo um Reifegebet.( Luk. 1, 6. 8.) ( Beſonders gemeinsam zu verrichten, wenn man zu einer Bundesfeier sich auf den Weg begibt.) 1. Gepriesen sey der Herr, der Gott Israels, denn er hat in sein Volk heimgesucht und ihm Erlösung verschafft. 2. Und er hat uns ein Horn des Heiles aufgerichtet im Hause Davids seines Knechtes; 3. Wie er es durch den Mund seiner heiligen Propheten zu allen Zeiten verheißen hat: 4. Uns zu erlösen von unsern Feinden, und aus der Hand Aller, die uns hassen; - 0200 5. Barmherzigkeit zu thun an unsern Vätern, und eingedenk zu seyn seines heiligen Bundes, 6. Des Eides, den er unserem Vater Abraham ges schworen hat, uns zu verleihen, thi 7. Daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, furchtlos ihm dienen, 8. In Heiligkeit und Gerechtigkeit vor ihm, alle Tage unsers Lebens. di ostid 9. Und du Kind, wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden: denn du wirst vor dem Anndningesichte des Herrn hergehen, um ihm den Weg zu bereiten. Dim sig 10 10. Um sein Volk zur Erkenntniß des Heiles zu führen, zur Vergebung ihrer Sünden, 11. Durch die innigste Barmherzigkeit unseres Gottes, in welcher uns heimgesucht hat der Aufgang aus der Höhe, 12. Um denen zu leuchten, die in Finsterniß und Todesschatten sitzen, und unsere Füße auf den Weg des Friedens zu leiten. 13. Die Ehre sey dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste wie sie im Anfang war, so jetzt und allzeit und zu ewigen Zeiten. Amen. ( Vorher in zwei Chören, jezt Alle.) Antiphon: Auf den Weg des Friedens und der Wohlfahrt leite uns der allmächtige und barı herzige Herr, und der Erzengel Raphael begleite uns auf dem Wege, damit wir in Frieden, Gesunds heit und Freude in unsere Heimath zurückkehren. V. Herr erbarme dich unser. R. Christus er barme dich unser. N. Herr erbarme dich unser. Vater unser. ne N. Beschüße, o Herr, deine Diener( Dienerinnen), R. Die auf did beffen, o Gott. - 9201 V. O Herr, sende uns Hilfe vom Heiligthume, R. Und beschüße uns von Sion aus. V. Sey uns, o Herr, ein starker Thurm, R. Vor dem Angesichte des Feindes. V. Laß den Feind nichts wieder uns vermögen, R. Und den Boshaften nicht fortfahren, uns zu schaden. - V. Gebenedeit sey Gott der Herr alle Tage! R. Eine glückliche Reise gebe uns der Gott, unsers Heils! bola us k V. O Herr zeige uns deine Wege, R. Und lehre uns deine Pfade. N. O daß unser Wandel gelenket werde, R. Zur Beobachtung deines heiligen Gesetzes! V. Laß das Krumme gerade seyn, R. Und das Rauhe ebener Weg werden. V. Er hat seinen( Sngeln deinetwegen befohlen, R. Daß sie dich auf allen deinen Wegen bewahren. V. Herr, erhöre unser Gebet, mis mult R. Und laß unser Rufen zu dir kommen. ( Sebet. O Gott, der du die Kinder Israels trockenen Fußes mitten durchs Meer geführt, und den drei Weisen den Weg zu dir durch einen Stern gezeigt haft; wir bitten dich, verleihe uns eine glückliche Reise und eine ruhige Zeit, damit wir unter Begleitung deines heiligen Engels glücklich an das Ziel unserer Reise und endlich in den Hafen des ewigen Heiles gelangen mögen. Allmächtiger Gott! wir bitten dich, verleihe uns, daß wir deine Kinder auf dem Wege des Heiles wandeln, den Ermahnungen des heiligen Vorläufers Johannes nachfolgen, und so zu Dem gelangen, den er vorher gesagt hat, zu unserm Herrn Jesus Christus, deinem Sohne, der mit dir lebt und regiert 202- in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. oi no timu saidid dall 7 V. Lasset uns gehen im Frieden.* R. Im Namen des Herrn. Amen. I gomme u ndim bichin dui ma in2.A Dat ditoj to nad ull Der Jünglingsbund..7 po na bude 1. O du glückliches Leben im Bunde, Wo die Seele sich fühlet so wohl, Aus des Herzens tief innerstem Grunde Mein Lied dir stets huldigen soll! Dem Jüngling im Bunde der Bruderliebe. Reicht jeder freundlich die Hand 1 Es lebe hoch, es lebe hoch der Jünglingsbund! D - 2. Es vergehn die Freuden hier Alle, 197 Klagend traurend ein jeglicher Mund; Nur ein Blümchen im Thränenthale, Es verwelket nie es ist der Bund!# Dem Jüngling 2c.[ wie oben.] ah 3. Othr Jünglinge wollet ihr werden An der Seele am Leibe gesund! Seht, Ein Mittel nur gibt es auf Erden: Wenn ihr geht in den herrlichen Bund![ wie oben.] 4. Alles Silber und Gold, die Juwelen, Und die Perlen im Meeresgrund, Und der Schatz in fürstlichen Sälen, Ist ein Schatten gegen den Bund! lise 119 wie oben) 5. Denn er giebt uns ein ruhig Gewissen, s Und der edelsten Freuden so viel un Und hilft alle Leiden versüßen, Und führt uns sicher zum Ziel! usais[ wie oben.] -2036. Drum kämpft für Gott und die Tugend, Seyd beharrlich, nicht fürchtend den Spott, Es belohnet den Kampf in der Jugend, Unaussprechlich der ewige Gott![ wie oben.] - 7. Wenn das Herz wird zum letztenmal schlagen, Wenn der Herr ruft die Seele zurück, Wird dein sterbender Mund noch sagen: O Bund, da mein Trost, mein Glück![ wie oben.] 2. Bundeslied. e a 1. Heil, heil dem Jünglingsbund! Brüder, auf! thut es fund 12 Vor aller Welt: Tugendhaft, fest und treu Steh'n wir im Bunde frei, Ob auch der Spott, wie Blei, Dicht auf uns fällt." Schaut auf das blaue Band, Schaut auf des Bildes Rand: Maria's Schutz Wahrt unser Fröhlichseyn, Wahret uns fromm und rein, Bietet mit Blizzesschein Dem Bösen Truz. 3. Fern von der Donau Strand Hinauf das Bayerland Bis in's Tyrolit Abwärts den deutschen Rhein Weht uns'rer Fahne Schein!: Tausende steh'n für Einm Ziel glaubensvoll.o milh 1 204 - 10 4. Theilt die Parole aus: mit mond Maria!" Tod und Graus de Trennet uns nicht! Larsdo sian Stoßet an, jubelt's rund: in Ewig blüh' Jünglingsbund! Dich preist noch unser Mund, Wenn's Auge bricht. : spot Der Bundesjüngling. 1. Mit dem Band dem blauen Und dem Silberstern, Dien ich unser Frauen, Lieb ich meinen Herrn! Tralala Juchhe! Lieb ich meinen Herrn! 2. Mag man darum meiden llnd verspotten mich, Will's für Jesu leiden, Kämpfen ritterlich! Tralala 2c. 3. Aus dem Weltgetümmel Zog ich mich zurück, Fand im Bund den Himmel, Fand in ihm mein Glück! - 4. Bange trübe Stunden Sind's, die ich verlor, Was hab ich gefunden? Einen Brüderchor. 5. Brüder, die mich lieben, Treu bis in den Tod! Die mich nie betrüben, Stillen jede Noth! tus 3 HE & - 205 - 36 And Als das frohe Leben on 19#C In dem Jünglingsbund! 1136 7 Drückt ein Schmerz mich nieder, a Denk ich an den Bund, Denk ich meiner Brüder, Und ich bin gesund. 8. Darum, Lied, erklinge, Mach es allen fund! Froh und freudig finge- Lebe hoch, o Bund! - 6. Kann nicht schönres geben Auf dem Erdenrund, Bundeslied. 1. Ich suchte die Freuden bald hier und bald dort, Doch eilten sie Alle wie Schatten mir fort; Nur Eine, nur Eine der Bund mir blieb, Drum ist er mir theuer, drum ist er mir lieb! 2. O freut euch, ihr Schwestern im Bunde vereint, Hier trocknet das Auge, das früher geweint; Der Bund er gibt Frieden und selige Ruh, Und schenkt uns der Freuden noch viele dazu. 3. Drum mag man mir geben die Schätze der Welt, Was immer an Perlen und Gold sie enthält; Der Bund ist mir lieber, ihm bleibe ich treu, Mein Engel im Leben und Tod er mir sey!- - 4. Im Bunde mein Leben so selig verfließt, Ein Kreis von Schwestern mich liebend umschließt, Da blüh' ich am göttlichen Herzen empor, Und diene Marien im Jungfrauen- Chor!- - 206 5. Drum höret mich, Mädchen im Erdenrund, rettet die Seelen im herrlichen Bund! - Im Sterben noch füßt ihr das Bundesband, Mit ihm ich den Frieden, den Himmel fand! 6. Und wird uns auch Spott nur und Lächeln zu Theil, O Schwestern, es gilt ja das ewige Heil! Flicht hier uns die Welt auch den Torneukranz, Dort leuchtet die Jungfrau im Siegesglanz! Bundeslied für Jungfrauen. 1. Schwestern auf und laßt uns singen Hier im traulichen Verein; Fröhlich soll das Lied sich schwingen, Durch die Herzen aus und ein. Jos Ift's ja doch ein selig Leben, Wenn in frommer Einigkeit, astlin Freundlich Herzen sich umweben, Einem schönen Ziel geweiht. C g 2. Schwestern auf und laßt uns singen, Uns verknüpft ein schönes Band; Unsers Bundes einig Ringen, Gilt ja nicht dem Erdentand. Ringen wollen wir mit Fleiße, Wie der Herr es uns gebeut, pun Nach dem schönsten aller Preise umie Nach des Himmels Seligkeit. 3. Unter Christi Fahnen wallen, be Treu beharren fort und fort, Auf den Weg den engen schmalen Sey des Bundes Losungswort: dal Jesus stärkt uns auf dem Pfade, sui sull Histe me m - 207 Wenn uns auch manch' Bürde drückt Und im Strahle seiner Gnade Nos Wird das Herz mit Trost erquickt. 4. Niemals soll das Herz bethören i Eitler Stolz und Flitterstat; Wollen den durch Demuth ehren, Der demüthig uns gemacht. Nie soll unser Fuß abgleiten Von dem Pfad der Reinigkeit Beten wollen wir und streiten Und dem Herrn vertrau'n im Streit. 5. Mag uns auch die Welt verlack en Treffen uns ihr Hohn und Spott, Wird uns das nicht wanfend machen In der Treue gegen Gott. Wenn herab auf unser Walleni qui Nur der Herr in Gnaden blickt, 19 Wenn wir ihm nur wohlgefallen Fühlt das Herz sich hoch beglückt. 6. Schwestern laßt in treuer Liebe Eines Herzens stets uns seyn, Keiner Mißgunft Wolfe trübe Unsern innigen Verein, Ist's ja doch ein selig Leben Wenn in frommer Einigkeit Freundlich Herzen sich umweben Einem schönen Ziel geweiht. hie 49 Erinnerung an den Jungfrauenbund. 1. Gab der Vater mir drei Blumen, Einen Kranz, sprach er, dir flicht, Aus dem Moose und den Rosen Und aus dem Vergißmeinnicht! S 1 208 - 2. Bundesjungfrau immer glüben Soll dein Herz die Rose spricht, onli Jesus und Maria lieben, Bis dein Herz im Tode bricht! 3. Wie das Moos den Baum beschßzet, Seine Wurzeln lieb und warm, So die Schwester unterstüße, Die an Leib und Seele arm. inini 4. Und dies blaue Blümlein sage Auf den Bund vergiß mir nicht Für den Bund dein Herz nur schlage Thu stets deine Bundespflicht! 5. Bundesjungfrau früh am Morgen Bis zum späten Abendlicht, Muß ich liebend für dich sorgen, ustase Schwester, drum vergiß mein nicht. Das Schiff. 1. Ein Schiff geht still im Triebe, Es rudert ohne Rast, Sein Segel ist die Liebe, Das Beispiel ist der Mast. 2. Dieß Schiff ist leicht zu finden, Es ist der Jungfraunbund. Hier wird man frei von Sünden, Die Kranke wird gesund. 3. Das Schiff glänzt licht und helle, Im schneeig weißen Schein, Sagt: Jungfrau, deine Seele Soll keusch und schuldlos seyn! - 10 - 209 4. Drei Ruder es bewegen, dor Des Seelenführers Hand, Der Sakramente Segen, un Und des Gebetes Band. 5. Das Schiff ein Segel faltet Hoch über dem Meeresgrund, Dieß Segel nie sich faltet, Es ist die Liebe zum Bund! 6. O gutes Schiff, o liebes! Nichts ist so schön wie du, In dir ist gar nichts Trübes, In dir ist wahre Ruh. 7. Und wenn's auch tobt und stürmet, Dieß Schiff, es wanket nicht, Die Schwesterlieb es schirmet Der Anker niemals bricht. 8. Drum singet stets Mitglieder, Die ihr im Bunde seyd, Das schönste aller Lieder: Der Bund ist uns're Freud! Bundesleben. 1. Schön ist's Bundesleben Groß ist seine Freud, Seine Regeln geben Kraft der Frömmigkeit Solche Ruh und Frieden Findet ihr hienieden Nur allein im Jünglingsbunde[ 3gfr.bunde!] Ja nur allein in ihm! Drum seyd hoch erfreut, Drum seyd hoch erfreut Daß ihr im Bund, im Bunde seyd! 14 Der heil. Aloysius. Elsda 210- - 2. Frohes Bundesleben, Wahres Paradies, ubi A Du nur fannst uns geben, n Was der Herr verhieß: d „ Alle, die mich lieben" Nichts wird sie betrüben" 11 Weil ich selber sie beschüße" " Wie die Mutter schüßt ihr Kind!" Drum seyd hoch erfreut, Drum seyd hoch erfreut, Daß ihr im Bund, im Bunde seyd! 3. Bund, du machst das Leben Süß und leicht den Tod; all Machst, daß wir einst schweben Auf zum Morgenroth. Müssen wir auch leiden, Größer sind die Freuden; Würde man, wie wir, sie kennen, Alles, Alles wär im Bund! 4. Darum singet immer @ Drum seyd hoch erfreut, Drum seyd hoch erfreut, Daß ihr im Bund, im Bunde seyd! Früh beim Morgenlicht, Bis zum Sternenschimmer, Laßt vom Bunde nicht! Er sey unsere Freude Unser Trost im Leide, Unsrer Jugend Kraft und Stüße, Unsres Todes Zuversicht! - - C Drum seyd hoch erfreut, Drum seyd hoch erfreut, Daß ihr im Bund, im Bunde seyd! - = 211- Die fieben Tugenden einer Bundesjungfrau. Frömmigkeit. Jungfrau,[ oder Jüngling] um stets fromm zu seyn, Halte dein Gewissen rein, Einen Seelenführer such, Lese gern ein frommes Buch, Beichte oft und bete gern, sid m Dann gefällst du wohl dem Herrn! Keuschheit. Meide die Gelegenheit, Und behüte Aug und Ohr, Laß den Leib stets unentweiht, Den zum Tempel Gott erfohr; Bundesjungfrau immer bleib Rein die Seele, rein dein Leib. Festigkeit. Fest, entschieden, standhaft treu, Jungfrau, dieß dein Wahlspruch sey. Kein getheiltes Herz will Gott Nein, dein ganzes bis zum Tod! Halb mit Gott, halb mit der Welt, Pfui der Schande, feiger Held! Leben, sterben für den Bund! Rufe stets mit Herz und Mund. Nächstenliebe. Wißt ihr, was den Bund erhält? Liebe, sie muß ihn durchwehen, Wenn die Nächstenliebe fehlt, phon Wird er bald zu Grunde gehen, si Liebe Alle, die im Bund, nd#E Mit der Hand, dem Herz und Mund. 10 - sdsif nic Dishe - 212 i Freundlichkeit mi Bundesjungfrau gegen Alle Sollst du mild und freundlich seyn Nirgends und in keinem Falle oli Werde Anderen zur Pein! Schweige, wenn dich Andere höhnen, Dulde, wenn du Leiden hast, An die Arbeit dich gewöhne, shte Mache leicht der Eltern Last. Ordnung. - Ordnung muß bei Allem seyn, sid sdinile Ordnung sie bewahrt allein; Sie sey Vorschrift deines Lebens, Dann nur lebst du nicht vergebens. Uebe treu die Bundesregeln Himmelwärts wirst du dann segeln. Fröhlichkeit. Frohsinn, Freude, Munterkeit, Ziehet an zur Frömmigkeit. Lieber Jesus recht du hast, Süß und leicht ist deine Laſt! Niemand kann sich freuen dann, Wenn's feine Bundesjungfrau kann. Traurig muß der Weltmensch seyn, Wer dich liebt, kann nur sich freu'n. se isp- nis 2. Pilgerlied. 1. Wo freundlich mild im grünen Thale Die heilige Kapelle steht, Zu der bei lautem Liederschalle So mancher fromme Pilger geht; EUR 2012 e - 213- ydi. Am Da zieh'n auch wir, Maria mild! ping- dill dris THER Bu deinem heil'gen Gnadenbild; Maria mild! Maria mild! Du Stern im dunkeln Nachtgefild! 2. Wo schon so Viele Trost genossen, Viel tausend Wunden zugeheilt, Seitdem der Gnadenort entsproffen Und mancher Bilger dort geweilt; t Da zieh'n auch wir, Maria mild! 2c. 3. Wo Pilgrime dir Treue schwören, Die du mit sanftem Troft gestillt, Wo, wie aus gold'nen Brunnenröhren Ein reicher Strom der Gnaden quillt; Da zieh'n auch wir, Maria mild! 26. 4. Wo von dem schwergedrückten Herzen, Die Zentnerlast der Schulden fällt, Und voll Vertrauen in den Schmerzen Das Kind sich an die Mutter hält; Da zieh'n auch wir, Maria mild! 2c. dull 5. Wo in der lieblichen Kapelle, So manche Thräne wird geweint, So manches Herz auf jener Schwelle Mit dir, Maria! sich vereint; Da zieh'n auch wir, Maria mild! ic. E 6. Dort zieh'n wir hin und beten, weinen, Und büßen unsre Schulden ganz, Und weihen dir, der Milden, Reinen, Den dreifach schönen Rosenkranz. Da zieh'n auch wir, Maria mild! 2c. 7. O hör uns heute voll Erbarmen, Verstoße deine Kinder nicht, 214 Und zeig' uns Flehenden uns Armen Dort deines Sohnes Angesicht. Wir zieh'n ja hin, Maria mild! Zu deinem heil'gen Gnadenbild DIT HE Maria mild, Maria mild! Du Stern im dunkeln Nachtgefild. niya 18 - - # 607 602 S Bweites Pilgerlied. 2 si 1. Wir ziehen zur Mutter der Gnade; Zu ihrem hochheiligen Bild D lenke der Wanderer Pfade, S Und segne Maria sie mild; Damit wir das Herz dir erfreuen, Uns selber im Geiste erneuen; D Wir ziehen zur Mutter der Gnade, Zu ihrem hochheiligen Bild.de 2. Wo immer auf Wegen und Stegen Auch wandelt der Pilgernden Fuß, Da rufen wir Allen entgegen: 80@ Maria, Maria zum Gruß.@ Und höret ihr unsere Grüße, Dann preiset Maria die süße; 9 Wo immer auf Wegen und Stegen, Auch wandelt der Pilgernden Fuß. 3. Mit Kummer und Schulden beladen, Mit gläubig vertrauendem Sinn, So ziehn wir zum Bilde der Gnaden Die Pfade der Buße dahin: dul! O führe Maria die Blinden, Damit sie zum Himmel hin finden. Mit Kummer und Schulden beladen, Mit gläubig vertrauendem Sinn. 1 old 215 4. Und was sie ersehnten hienieden, Erflehten am heiligen Ort Die Freude, den seligen Frieden, Verleihe den Armen sie dort; Damit sie zur Ruhe gelangen, Die müd sich auf Erden gegangene gill Und was sie ersehnten hienieden, Erflehten am heiligen Ort. 513 mardi molk Insholf si Die Palme. 1. D Palme sonnenklare! o Myrthe zart und mild! D Rose wunderbare auf Jericho's Gefild! bi sid O laß den Duft, den süßen, Maria! o Maria! O laß den Duft, den süßen, in unsere Herzen fließen! 2. O Blüthe du von Jesse! Platan an Wassers Saum! Du Zions Bergzipreffe! Geweihter Friedensbaum. Erquicke uns im Schatten, Maria! o Maria! Erquicke uns im Schatten, wenn durstig wir ermatten. 3. O Mutter schmerzenreiche, die nicht das Kreuz verließ, Als seine heilige Leiche der scharfe Speer durchstieß. O laß den Schmerz uns theilen, Maria, o Maria! O laß den Schmerz uns theilen, von Sünden uns zu heilen. ilk and Dim 4. O Mutter freudenreiche! die gnadenvoll belohnt, Verklärt im Himmelreiche bei ihrem Gotte thront! O laß die Lust zu theilen, Maria! o Maria! O laß die Lust zu theilen, uns ewig bei dir weilen! - 216- - Die Marienblume, all 1. Es blühet der Blumen eine auf ewig grüner Au; Wie diese blühet keine, soweit der Himmel blau. Wenn ein Betrübter weinet, getröstet ist sein Schmerz: Wenn ihm die Blume scheinet in's leidenvolle Herz. 2. 13 Und wer vom Feind verwundet, zum Tode niederfinkt, Von ihrem Duft gesundet, wenn er ihn gläubig trinkt, Die Blume, die ich meine, sie ist euch wohl bekannt, Die Fleckenlose, Reine, Maria wird genannt. 3. Maria ist's, die füße, die Lilie außerwählt, Q.1 Die ich von Herzen grüße, die sich der Geist vermählt. Maria ist's die Reine, die also lieblich blüht, Daß in so lichtem Scheine, der Rosen keine glüht. 4. he now and Erfreue süße Blüthe, der Erde finstre Gruft, Erbliche im Gemüthe mit deinem Himmelsruft, Und Heiligkeit und Frieden, verleihe unfrer Brust; Und nach dem Tod hienieden des Himmels ewige Luft. Ipin Insliser 2. photo ir my moui, nog vielishi buy 1. Maria, Maienkönigin, ndale Maienkönigin. Dich will der Mai begrüßen; segne seinen Anbeginn D Und uns zu deinen Füßen mining O segne seinen Anbeginn, und uns zu deinen Füßen. si gol 3 sid ist a O Maria dir empfehlen wir, Was grünt und blüht auf Erden; - 217- D laß es eine Himmelszier In Gottes Garten werden. [ D laß es c.] rep. TO SHOE 3. Behüte uns mit treuem Fleiß, D Königin der Frauen, 3 t EDie Herzensblüthen lilienweiß Auf grünen Maiesauen] repis 4. Vor Allem sinds der Blümlein drei, Die laß kein Sturm entlauben: [ Die Hoffnung, grün und sorgenfrei, Die Liebe und den Glauben.] rep. @ 1. 5. O laß die Blumen um und um In allen Herzen sprossen auto [ Und mache sie zum Heiligthum, Drin sich der Mai erschlossen.] rep. 6. Die Seelen falt und glaubensarm, Die mit Verzweiflung ringen, [ Die Stummen mache liebeswarm, Damit sie freudig singen.] rep. 7. Damit sie gleich der Nachtigall Im Liede sich erschwingen, [ Und mit der Freude hellstem Schall, Die Maienlieder singen.] rep. do 15 sier pind! oriene sia toisen me 12 Mutter Christi.is Mutter Chrifti hoch erhoben In des Himmels Glorie droben, Aller Engel Königin! Unsere Frau und Mittlerin! E dall Deinen Segen uns ertheile, a 2. 3. ol Mns zu helfen nicht verweile, a O Maria steh' uns bei, fey! 1 Daß uns Gott barmherzig sey! Sieh es nahen arme Sünder, Kranke, schwache Evakinder, Die um deiner werth zu seyn, Ihre Unschuld dir jetzt weih'n. Deinen Segen uns ertheile 2c. Will die Welt uns frech belügen, Um der Unschuld Glück betrügen, O Maria steh' uns bei, Daß der Herr uns Kraft verleih'! Deinen Segen uns 2c. si pl G 4. Halt uns frei vom eitlen Treiben, Daß wir deine Kinder bleiben,] Halt vom Bösen stets uns fern, Einig in der Zucht des Herrn Herrn a Deinen Segen uns 2c. timu sic Wenn zur Weltfahn' andere schwören, Kann uns das nicht mehr bethören. Unser Herz, wie unsre Fahn' 3 Hängt dir fest Maria an. Deinen Segen uns ic. 5. 1 218 6. - Laß dein Bild uns stets umschweben, Und zum Kampf uns neu beleben, Wenn wir straucheln auf der Bahn, Die uns weist die Jungfraunfahn'! Deinen Segen und ic. 7. Lasset uns den Sieg erringen, t Müssen wir auch Opfer bringen, Wenn die Unschuld uns nur ziert, Und zu deinem Sohne führt.nl Deinen Segen und 2c. 219 8. Und wenn wir den Kampf vollenden Und das Leben schmerzlich enden, Steh' Maria uns doch bei Daß uns Gott barmherzig sey. Deinen Segen uns 2c. - fobwürdige Jungfrau. 1. Sey gegrüßt o Jungfrau rein, Sep gegrüßt Maria. Zu dir steht all' Hoffnung mein, Zu dir o Maria. O Maria, voll der Gnaden, Hilf daß uns kein Feind mag schaden, Sen gegrüßt Maria. 2. Du bist schöner, als die Sonn, piroft( 2 idmUebertriffft all' Sternen. om nog hie tisthil Zu deinen Füßen schwebt der Mond, Königin der Ehren. is Mutter Christi hoch erhoben, Dich verlangt mein Herz zu loben. Sen gegrüßt Maria. bord nem di sid die 3. Brunnquell aller Lieblichkeit, inst Wer soll dich nicht lieben, op lisd stres Du bringst Freud zu aller Zeit, in Und fannst nie betrüben. O du goldne Himmelspforten Zeigst dein Hilf an allen Orten; Sey gegrüßt Maria. 4. D Maria Jungfrau rein, tid openis ir g Mittlerin Maria - BAR 220 Laß uns dir befohlen seyn, dult 8 Unfre Hilf Maria, mais Bitt, daß uns nach diesem Leben, Gott die Seligkeit mög geben, Sen gegrüßt Maria! 5. Schwer druckt unsre Sündenschuld In den Staub uns nieder; Drum zu dir voll Troft und Huld Rufen unsre Lieder. Du bist mächtig bei dem Sohne Bitte, daß Gott uns verschone, Bitt für uns Maria! isid E An Marienfesten 01.18-18898 O Maria voll der Gnaden, sey gegrüßet, Gott mit dir, Sieh von jenem Himmelspfade, steh auf uns, dich no wir! Unter allen Weibern ehren will dich Gott und Herrlichkeit Jungfrau ewig dir gewähren. Sey gelobt, gebenedeit! 2. ma ni? Ehre ihm, der was verloren, zu erretten einst gesucht! Jesu ihm, den du geboren, deines Leibes heilige Frucht, Gottes heil'ge Mutter, flehe jetzt und in der letzten Noth, Daß uns Sündern Heil geschehe; bleibe Mutter uns sin inn im Tod! Maria Jungfrau dir Gegrüßt sey da Maria E 1. zum Preise sing ich hier: Gegrüßt sey du Maria! 221 Hall Himmel, Eid und Meer von allen Seiten her: Gegrüßt sey du Maria! Wie schön und lieblich klingt- das Lied, wenn froh man fingt: Gegrüßt sey du, gegrüßt sey du, gegrüßt sey du Maria! rod i 2. tönt süß wie Harfenklang: Denn dieser Lobgefang Gegrüßt sey du Maria! - Dem Engel sing ich nach- der einstens zu bir sprach: Gegrüßt sey du Maria! Wie dich Elisabeth gegrüßt, heißt mein Gebet: Gegrüßt sey du, gegrüßt sey du, gegrüßt sey du Maria! 3. laght — Sobald der Tag anbricht,-da jauchzt mein Herz u. spricht: Gegrüßt sey du Maria! Wenns betend sich erschwingt, bis durch die Wolken bringt: Gegrüßt sey du Maria' Des Herzens Wiederhall ist auf der Glocke Schall: Gegrüßt sey du, gegrüßt sey du, gegrüßt sey du Maria! 4. - So Abends, Früh, Mittag- tönt dreimal jeden Tag: Gegrüßt sey du Maria! Zu jeder Tagesstund' sprich ich mit Herz und Mund: Gegrüßt sey du Maria! Im Dienste unsers Herrn- bet' ich gewiß auch gern: Gegrüßt sey du Maria! - bing 5. Wenn in der Kirch ich bin, 500 Gegrüßt sey du Maria! denk ich mit frommem Sinn: Wird's Opfer dort vollbracht, wird auch dabei gedacht: Gegrüßt sey du Maria! An Festen dir geweiht- Lobsingt die Christenheit: Gegrüßt sey du Maria! Ingo - 222 6. TX GT 100pol schallt feierlich und laut: vereint vor dir und fleh'a: Gegrüßt sey du Maria! Wer trägt dein Scapulier,- und spricht nicht gern zu dir: Gegrüßt sey du Maria. ( bar - Ind mina mlis nus In Tempeln dir erbaut, Gegrüßt sey du Maria! Viel Bruderschaften steh'n - can thi pa hm) 3 7.holl and Seh' ich dein sanftes Bild, In Gegrüßt sey du Maria! inge Sich schwingt zu Gott mein Geist- wenn immer nur es heißt: Gegrüßt sey du Maria! Des Herrn Gebetes Schluß Gegrüßt sey du Maria! - Selbst bei der größten Freud' Gegrüßt sey du Maria! 9, 8. Bei Allem, was ich thu'- füg ich am End hinzu: Gegrüßt sey du Maria! Und jede Arbeit glückt- denk' ich dabei entzückt: Gegrüßt sey du Maria! bin ich zum Spruch bereit: Bei jedem Mißgeschick, Gegrüßt sey du Maria! Es wird dem Kranken Heil, Gegrüßt sey du Maria! Wenn Sünder zu dir fleh'n, Gegrüßt sey du Maria! 10. 1 aus Herzens Grund entquillt, 120709 - - en no no aindas zerfließt in diesen Gruß: sagt vir mein frommer Blick: durch deine Bitt zu Theil: Führst du zu Gott sie hin: Bin ich zum Tod betrübt, was ist das Trost mir gibt? Gegrüßt sey du Maria! 223 Drängt Unheil mich und Spott- bringst Hülfe du von Gott: Gegrüßt sey du Maria! Du bringst bet Freud und Leid- Mir Trost und Heiterkeit: Gegrüßt sey du Maria! 11. Was tmmer kommen mag, - Sind diese freudenreich Gegrüßt sey du Maria! Mein Herz durchdringt es ganz- bet' ich am Rosenkranz: Gegrüßt sey du Maria! Auf die Geheimniß all', Folgt zehnmal jedesmal: Gegrüßt sey du Maria! 12. mit Freuden ruf' ich gleich: - dein Beispiel ahm' ich rach: - Gegrüßt sey du Maria! Verkünden sie mir Schmerz- beklommen seufzt mein Herz: Gegrüßt sey du Maria! Wenn glorreich sie dann sind, Frohlockt mein Geift geschwind: Eegrüßt seh du Maria! Tit 13. 012 - An Freuden, Ruhm und Schmerz nimmt Theil mein schwaches Herz: Gegrüßt sey du Maria! Denn meine Mutter bist,- du Mutter Jesu Christ: Gegrüßt sey du Maria! — — .t Weil wir von deinem Kind von Jesu Brüder sind: Gegrüßt sey du Maria! 14. Drum Erdenvölker allpreist sie mit Jubelschall: Gegrüßt sey du Maria! Zum Preis gilt immerhin, der Himmelskönigin; Gegrüßt sey du Maria! Stets hört die Magd des Herrn, Von Menschens kindern gern: Gegrüßt sey pu Maria! 224 15. = $ 100 Romize Wer dich herzinnig liebt Gegrüßt sy du Maria! Steb' ich in deinem Schuß Gegrüßt sey du Maria! Selbst in der größten Noth Gegrüßt sey du Maria! 16. - - - ― - d nisl und hoch im Himmelszelt: Verlaß ich froh die Welt Gegrüßt sey du Maria! Wo dich der Cherub preistGegrüßt sey du Maria! mit Vater Sohn und Geist: Ta töne weit und breit mein Lied in Ewigkeit: Gegrüßt sey du, gegrüßt sey du, gegrüßt sey du Maria! gewiß den Gruß bir gibt: biet' ich dem Feinde Truß: 1. Maria, hilf doch mir, wenn's Auge bricht im Too: ( 03320 Bitte am Marias fürsprache. Es fleht dein Kind zu dir, Du bist es ja die helfen kann, So nimm' dich Mutter meiner an. : D bitte doch für mich! 2. Du bist der Gnadenthron, Denn Jesus ist dein Sohn, Der sterbend noch vom Kreuz herab Dich selbsten mir zur Mutter gab. Bitt' o Maria, bitt' für mich! 3. Beschüßze, leite mich, Zeig' stets als Mutter dich. Ja, weil dein Sohn mein Bruder So zeig', daß du die Mutter bist. Bitt, o Maria, bitt für uns! a - 225 - dall Das Fleisch uns machet Müh' und Streit; t Hilf Reinste in Versuchungszeit, O bitt Maria doch für uns! 4. Durch dich kam unser Gott; oni Von uns kömmt Sünd' und Tod. 5. Die Höll' stellt uns so nach, Und o wir sind so schwach! Mid Doch Mächtige bei deinem Schuß'@ St Biet' ich der Macht der Hölle Truß. Hilf, o Maria, hilf! 6. Der Himmelsweg ist schmal, Hat Abweg ohne Zahl; Und auch das frommste Tugendfinde 81 Irrt leider oft und fällt gesbwind. Bitt, o Maria, bitt für uns! 7. Ich sag's mit Thränen dir, Ich ging schon öfters irr'; Ach, rührt dich meine Reuezähr', hove So hilf, dein Kind irrt sonst noch mehr. Oheil'ge Jungfrau, bitt für uns! 8. Ja Zuflucht wahrer Reu', Erbarm' dich, steh uns bei! Führ' uns den Weg der Herzensbuß Zu deines Sohnes Gnadenfuß. O bitte doch für uns! 9. Du Muster jeder Pflicht, Erbitt' uns Gnadenlicht, Daß wir den Weg der Tugend seh'n, ar Drauf weiter geh'n, nie stille steh'n. Bitt, o Maria, doch für uns! 10. Hilf mir nach deinem Bild So demuthsvoll, so mild, So fromm und gut, so keusch und rein Der heil. Aloysius. 15 1 226 - Und deines Sohnes werth zu seyn. A O bitte doch für uns! 11. Durch Gott und Nächstenlieb' Und jeden Tugendtrieb Hilf mir zur Leistung meiner Pflicht, Sonst heiß ich Christ und bin es nicht. Barmherz'ge Jungfrau, bitt für uns! 12. Du trugest Kreuz und Nothile bo So heilig bis in Tod! d Mach, daß ich selbst auch heilig trag', Was Gott zu tragen schicken mag. Erfleh' dies doch für mich! 13. Mach immer Qual und Wohl Mir immer recht verdienstevoll. Mach Leid und Freud' an Leib und Seel' Zu einer wahren Gnadenquell. O sel'ge Jungfrau, bitt für uns!. E 14. Mach, daß ich stets wie du, Stets denke, rede, thu; Als Tugendkind, als wahrer Christ, Was wahrhaft gut und heilig ist. Hilf, o Maria, hilf! 15. Stärk mich dann im letzten Streit, Es gilt die Ewigkeit. Und wenn dein Sohn mein Urtheil spricht, O Mutter dann verlaß mich nicht, Verlaß mich nicht in Ewigkeit! 16. Reich dort die Mutterhand, Führ' uns in's Vaterland, a In's Vaterlan der wahren Freud, Zur Freude deiner Seligkeit. Jetzt bitt, o bitt für uns! - 227 fob der heiligen Jungfrau Maria. 1. Dich, Mutter Gottes, loben wir, Dich ehr'n wir Jungfrau für und für; Dich, als des heil'gen Geistes Braut, Wird alle Welt voll Ruhms geschaut; Des Himmels Hof, der Kreis der Erden Sind beide voller Herrlichkeit. Der edlen Frucht, die in der Zeit Aus dir hat woll'n geboren werden. S 2. Du bist die Himmelskönigin, Der Majestät Gebärerin; Du bist des Schöpfers Ruhm und Zier, Du bist des Paradieses Thür; Du bist des Höchsten Lust und Leben, Ein Tempel der Dreifaltigkeit. Durch dich wird uns Barmherzigkeit Von Gott erzeiget und gegeben. 3. Du bist des ew'gen Gott's Gezelt, Bist die Beherrscherin der Welt; Du bist der ew'gen Sonne Bot', Und aller Seelen Trost nächst Gott; Du bist der Teufel Furcht und Schrecken, Du stehst den Kranken heilsam bei, Du machst gewaltig, quitt und frei, Die in Gefahr des Todes stecken. 4. Drum bitten wir dich, zarte Frau, Komm uns zu Hülf vom Himmelsblau; Hilf uns, die durch dein's Sohnes Blut Erkaufet sind zu seinem Gut; Durch dich ist und der Himmel offen, Du stehst nächst deinem lieben Sohn Zur Rechten bei des Vaters Thron, Von dannen wir ihn wieder hoffen. -228 1 Bum heiligsten Herzen Mariä. 1. Maria Himmelskönigin, Du mächtige Fürsprecherin, Blick huldvoll auf die Sünderschaar, Die reu'voll ruft vor dem Altar: :: O Jesu Herz erbarme dich O Herz Mariä bitt für mich. 2. Es gab die Gottesdienerin Das beste Herz als Sohn sich hin, Das Jesuherz, das Jeden liebt, Der liebend sich dir ganz ergibt.:: O Jesu. 3. Du brachtest selbst zum Opfer dar Den Sohn, der starb am Kreuzaltar. So wie Johannes nimm fortan Auch mich an Kindesstatt nun an! 4. Mit treuem Herzen ehr' ich dich Als Mutter und empfehle mich, D Himmelspforte, Meeresstern, Durch deine Gnade Gott dem Herrn. 5. Im Tempel fand dein Mutterherz, Den es gesucht mit bangem Schmerz. Fürwahr es ist die größte Pein, Von Jesu je getrennt zu seyn. 6. Was du zu Cana hast begehrt, Hat Jesus dir alsbald gewährt. So bist du nun zu jeder Zeit Die Helferin der Christenheit. 7. Mit Jefu dort am Kreuze hieng 3 Dein Herz, das mit den Kreuzweg ging. In deinem Mutterherzen floß Das Blut, das Jesu Herz vergoß. 8. Gebrochen war des Todes Macht, Als Jesus sprach: es ist vollbracht; # 0 0229 19 Und nun ist siebenfach durchbohrt Dein Herz, der Sünder Zufluchtsort. 9. Zu Allem war dein Herz bereit, Wie Simeon geprophezeit. 73 O daß mein Herz doch auch so treu In Allem Gott ergeben sey. - 110. Mag Leiden oder Freude nahn, no Ich folg, wie du, der Tugendbahn; Drum öffne mir dein Mutterherz, Und führ zu Gott mich himmelwärts. 11. Auch in des Lebens größtem Sturm Vertrau ich fest auf Davids Thurm. Und nie zu Schanden werde ich es Wenn du mich schirmst o Frau vom Sieg. 12. Wenn einst mein Aug im Tode bricht, od Maria, dann verlaß mich nicht! O steh mir bei im letzten Streit, Eig die Und führ mich ein zur Seligkeit. Osi 1912. G A Ein anderes Lied zum heil. Herzen Mariä. 1. Maria voll Gnaden!- dein Herz ich verehr', Kein Feind kann mir schaden,-bist du meine Wehr; Dies Herz steht mir offen- ich schließ mich hinein, Will Hülfe da hoffen-- in Freud' und in Pein. O Herz ich verehre nach Möglichkeit dich; Die Liebe vermehre! das bitten wir dich. 2. Mein Herz kann nicht finden- die Ruh in der Welt; Du Reinste von Sünden,- du Lilienfeld, Die Welt mir verleide durch heilsamen Schmerz! Von Jesu nicht scheide- mein zagendes Herz! ang D Herz ich 2c. ins -0230 3. Dein Herz war geduldig, im Leid ohne Klag', Es war ganz unschuldig,- und doch voller Plag', Im Kämpfen und Streiten- erbitte mir Huld; In bitteren Zeiten, Maria, Geduld. D Herz ich 2c. 4. O Herz! o mein Leben! o Hoffnung, o Freud! Von Demuth umgeben im Kreuz und im Leid! D, daß ich sie liebte,- die Demuth, wie du, In Sanftmuth mich übte,- Maria, wie du! O Herz ich 2c.im to a di 1 1 5. Dein Herz, das in Flammen- der Liebe verging, Mit Jesu zusammen gefreuziget hing. O, daß sich vermehrte die Lieb immerdar, Die Herzen verzehrte- am Kreuzesaltar! O Herz ich 2c. - — mode St 6. Ein Tempel der Weisheit,- der herrlichste Thron, Ein Tempel der Keuschheit- dem göttlichen Sohn! Ein Herz voller Schmerzen und doch voller Ruh! O Krone der Herzen! wie lieblich bist du! O Herz ich 2c. - - 7. Dein Herz, das behüte, das mein' allezeit, 15 Erzeige mir Güte- im härtesten Streit. Dein Herz ich erwähle- zum Wohnungsplatz mir; Den Leib und die Seele- empfehlen wir dir. and Herz ich ic. o D WHER Herz Maria Lied. 1. 1100 Maria, sieh wir weihen die Herzen dir alleine, D schenke uns du Reine, wir bitten dich, dein Herz! O schenke uns du Reine, wir bitten dich, dein Herz! - 231 - 10 2. Ein Herz, das wie das deine vom Himmelslicht erglühet, [ Wie eine Lilie glühet in ewig frischem Glanzl rep. 3. mic i a Das wie die Morgensonne dem Frohen freundlich scheinet [ Und mit dem Armen weinet, wie milder Abendthau.] rep. 4. Ein Herz, das selbst vergessen, des Unrechts nicht gedenket. [ Die Schuld dem Schuldner schenket, bevor er darum allo bat.] rep. 5. Ein Herz das Gott ergeben, in Noth auf Gott vertrauct; [ Und wenn es Manna thauet, zum Himmel dankbar blickt.] rep. 6. Ein heiliges, wie deines, das fest das Kreuz umschlinget [ Und sich zum Himmel schwinget am Auferstehungstag.] rep. 1994 2082 fied zur schmerzhaften Mutter Gottes. Besonders für den Freitag. 2 1. Mit was Trauren und Bedauren, Mit was Qual in ihrem Sinn; Mit was Schmerzen in dem Herzen Stund des Herrn Gebärerin. 2. Als ihr' Augen mußten schauen, Mit was Spott und schnödem Hohn; Mit was Plagen wurd' geschlagen An das Kreuz ihr liebster Sohn. 3. Sie verharret und erstarret Vor dem großen Herzenleid; PA 1 - 1232 torsdag - - Sank darnieder, alle Glieder Jadi Waren zu dem Tod bereit. 4. Thut erscheinen und beweinen, O ihr Himmel und die Erd', nisbi Helft mir mehren meine Zähren Freud hat sich in Leid verkehrt. Marienlied für die Fastenzeit, 1. un O Maria voller Schmerzen, Voller Trübsal Angst und Noth Warest du in deinem Herzen, d mind Wie dein lieber Sohn lag todt, sell Bei dem Kreuz auf deinem Schooß, Voller Blut und Wunden groß. Hilf uns doch im letzten Streit, Mutter der Barmherzigkeit. dift anl 2. Weilen wir nun hier erscheinen, Vor dem heil'gen Gnadenthron; Wollen uns're Sünd' beweinen, Deinem allerliebsten Sohn; So erwerbe uns hier Gnad,* 01 daik Daß wir kommen nicht zu spat. Hilf uns doch 2c. 3. Liebste Mutter, Trost der Armen, In der Trübsal Angst und Noth; Thu' dich unsrer doch erbarmen, Bitt' den allerhöchsten Gott. Weil wir ihn mit Herz und Mund, Rufen an zu dieser Stund. Hilf uns doch ic. 17782 gods aber tive 2nd Bi 4. Dieser schöne Gnadenbrunnen, Ulebergießt das ganze Land; - 233 - 1 So vor Längsten schon entsprungen, Ist den Sündern wohl bekannt; Viel an Leib und Seel Verwund'te, Sind allhier worden gesunde.d Hilf uns doch ic. 5. Nun fallen wir dir zu Füßen, D Maria Mutter mild, Wollen dich demüthig grüßen, Hier bei deinem Gnadenbild; Und bekennen uns're Sünde: Bitt für uns dein liebes Kind. Hilf uns doch 2c. 6. O Maria außerforen, Reinste in der Gnadenwelt; Unsern Heiland hast geboren, Den ich mir hab' auserwählt, Zu ihm steht mein Herz und Sinn, Du bist unsre Trösterin. Hilf uns doch 2c. FR 0163 Bu den sieben Schmerzen Maria. 1. D Maria, deine Schmerzen, Ich in treuer Lieb bewein; Ach, ich wünschte recht von Herzen, Aehnlich dir im Tod zu seyn. Solche Schmerzen, solche Wunden! Ist ein Mensch, der sie versteht? 2. Simeon, den alten, singen .8 Hör ich schon sein Trauerlied; Daß das Schwert dich wird durchdringen, Bis dein Geist von dannen zieht. .8 Solche Schmerzeu 2c. hnd das a -8234 3. Jeßt mit Jesu, deinem Leben, Seh' ich dich auf harter Flucht; e Da, von Winterfrost umgeben, Ihn der Neid zu tödten sucht. di Solche Schmerzen 2c. ad m 110 4. Jeßt drei Tage lang verloren, Seh' ich ihn im zwölften Jahr, Den in Liebe du geboren; Wer begreift wie bang dir war? Solche Schmerzen 2c. dull mife 5. Müd und matt seh' ich begegnen, Mutter, dir das Gotteslamm; Auf die Schultern die Verwegnen Legten ihm den Kreuzesstamm. Solche Schmerzen 2c. 6. Als am Kreuz er ausgesprochen, Sein Vollbracht" im Todesschmerz: Felsensteine sind zerbrochen, Brach da nicht dein Mutterherz? Solche Schmerzen 2c. 7. Jetzt von Wunden ganz entstaltet, Da vorbei der Herzensstoß, Wird der Leichnam, schon erkaltet, Dir geleget auf den Schooß. Solche Schmerzen 2c. 4 01 8. Jetzt mit tiefzerriß'nem Herzen, Dem nur Jesus Tröstung gab; e Legst du, Mutter voller Schmerzen, Deinen Jesum in das Grab. T argui Solche Schmerzen 2c. 9. Maria, durch dein Leiden, aleg O durch deine Bitterfeit, S -235Hilf mir, wann ich werde scheiden, Zu der ew'gen Seligkeit. Solche Schmerzen 2c. 1 Abendgruß vor einem Mariabilde. 1. Mutter, muß dich nochmal grüßen, Muß dich heute nochmal sehen; Muß dein Kindlein nochmal füßen, Dann will ich nach Hause gehn. 2. Gerne möcht ich dir was geben, Aber ach, was hab ich denn? Blümlein nur kann ich dir geben, Aber Blümlein zart und schön. 3. Veilchen sucht' ich dir im Thale, Blümchen blau am Bache hier, Fand gar viele, band sie Alle, Als ein Kränzlein dir zur Zier. 4. Rosen eilt ich dir zu pflücken, HP 8 se Sieh' nur wie die Röslein glühn!.7 Nimmer werden sie dich drücken, Denn kein Dörnlein ist mehr drinn. N 5. Mit den Lilien werd' ich frönen, Deine Stirne, Gottesbraut! Schau sie glänzen wie die Thronen, Als dein Aug auf's Kreuz geschaut. 7. Mutter, liebe Mutter schaue, ( Gnädig doch die Blümlein an; 6. Und mit Rosen frisch gewunden, Schmückt' ich deine heil'ge Brust! Ach die Brust voll Schmerzenswunden. Aber jetzt voll Himmelslust! 236 1 Feucht sind sie vom Abendthaue, Denn die Nacht bricht schon heran. 8. Mutter wolleft uns behüten, bloe Bitt für uns ein' sanfte Ruh', Bitt' Erquicung für die Müden, Du schließ uns're Augen zu! insj R 9. Laß mich ruh'n in deinen Armen, Neben deinem Söhnelein; An dem Herzen voll Erbarmen, Da muß süß die Nuhe seyn. 5750 S 10. Mutter, liebe Mutter stehe Deinem armen Kinde bei, Rette, rette, wenn ich flehe: 18 Mutter hilf, Maria hilf! and Litane tout mblin V. Bater! Gott vom Himmelsthron! R. Ryrie eleyson! V. Jesu Christe! Gottes Sohn! R. Kyrie eleyson! v. Und du Geist der Heiligkeit! R. Kyrie eleyson! V. Heiligste Dreieinigkeit! R. Kyrie eleyson! 1. N. O Maria auserfohren, !! and 102 Die du Gottes Sohn geboren; Du o Jungfrau der Jungfrauen, Du nach Gott der Welt Vertrauen! R. Bitt, ach bitt für deine Kinder! O Maria für uns Sünder! ON Jeßt und in dem letzten Streit, d Mutter der Barmherzigkeit. stile ( Dieß wird nach jeder der 13 Strophen wiederholt.) 237 2. Du die Mutter bist des Herrn, 01 Voller Gottes Gnad und Ehren; Du die Reinste bist von allen, Deren Keuschheit Gott gefallen. 3. Nicht beflecket, nicht berühret, Nicht von einer Sünd' verführet; Mutter aller Lieblichkeit Wundersam zu aller Zeit. 4. Der die Himmel schuf und Erden, Scheut sich nicht ein Kind zu werden, Der, er dein Erlöser heißet, Dich als seine Mutter preiſet. 5. Jungfrau aller Weisheit voll, Die man billig ehren soll, Die man nicht g'nug loben kann, Deren Macht spürt Jedermann. Milde Jungfrau voll der Treu' ,, Steh' uns armen Sündern bei; Spiegel der Gerechtigkeit, Sig der Weisheit, Gütigkeit. 7. Du bist unter so viel Leiden, bull Große Ursach uns'rer Freuden; Gesicht des Geistes voll der Ehren Voll der besten Andachtslehren. 6. - 8. Rose aus des Himmels Felde, Thurm des David, wohl bestellter; Fester Thurm von Elfenbein, Haus von Gold und Edelstein.sing 9. Arch des Bundes aller Orten, inds Allzeit off'ne Himmelspforte; O du schöner Morgenstern, Leucht der blinden Welt von fern! doda 1 238 1 10. Heil der kranken Adamskinder, Zuflucht der zerknirschten Sünder; O du Trost in Traurigkeit, sidne O du Hilf der Christenheit. 11. Bitt Gott, daß er uns erhöre, ise 18 Königin der Engelschöre; the Patriarchen und Propheten, Du die Sonn' und die Planeten. 12. Selbst auch die Apostelschaar, side b Legt dir eine Krone dar; Vor dir auch die Glaubenszeugen,@ Ihre Marterfränze neigen. 13. Dir geht nach und du gehst vor, Dem schneeweißen Jungfraunchor. Dir gebührt nach Gott die Ehre, Vor dem ganzen Himmelsheere! 14. Lamm Gottes! alle Sünden Dieser Welt durch dich verschwinden. O Lamm Gottes! so gestorben, Und uns Allen Heil erworben. O Lamm Gottes! dessen Hände, Uns zerriß die Sündenbande. Sen uns gnädig und verzeih! Mache uns von Sünden frei! Hör', erhöre dieß Gebet, Welches uns von Herzen geht. Sey uns gnädig hier und dort, Durch Maria's Mutterwort. Vater unser 2c. Lasset uns beten. Süßester Jesus, der du deine heilige Gebärerin zur höchsten Glorie erhöht und über die Chöre der Engel erhoben hast, die sie als ihre Königin lobpreisen, 239 verleihe und durch die Fürbitte ihres mildesten Her zens, welches wir lieben, weil es dich unaussprechlich und mehr als alle Menschen und Engel geliebt hat, daß wir einit in die ewige Glorie aufgenommen werden, dich mit ihr und dem ganzen himmliſchen Hofe ewig zu lieben und zu loben, der du mit Gott dem Vater und dem heiligen Geiste lebeft und regies rest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. - - Der Engel des Herrn. 1. Reinste Jungfrau, o betracht:, Wie einst dir der Engel sagte: Daß du Mutter Gottes seyst, Und empfingst vom heiligen Geist. 2. Gottes Wille war der deine, Denn du sprachst! sieh' ich bin eine Magd des Herrn beständig fort, Mir gescheh' nach deinem Wort. 3. Und das Wort ist Fleisch geworden, Gottes einz'ger Sohn der dorten, In dem Himmel ewig thront, Hat auch unter uns gewohnt. 4. Bitt Maria, für die Seelen, Die des Feuers Peinen quälen, Führe sie dem Himmel zu, In den Frieden, in die Nuh'. Marienlied. ( Besonders zum Schlusse von Andachten.) 1. Wenn wir mit der Tod'sangst ringen, Wollst Maria uns beispringen; - 240 - - Daß wir selig scheiden hin bud b side Jungfrau, Mutter, Königin! 2. Hör' das Flehen armer Sünder, Hör' das Rufen deiner Kinder; Gib uns Frieden, gib uns Ruh' Führ uns deinem Sohne zu! ind id Kreuzlied. 1. Heil'ges Kreuz hoch verehret, Harte Ruhestätt meines Herrn, Einstmals sah'n wir dich verkläret, Strahlend gleich dem Morgenstern. [ Sey mit Mund und Herz verehret, Kreuzstamm Christi meines Herrn.] rep. 2. Kreuz du Denkmal seiner Leiden, Präg uns seine Liebe ein; Daß wir stets die Sünde meiden; Stets gedenken seiner Pein. Sey mit Mund 2c. 3. Heil'ges Kreuz sey unsre Fahne, In dem Kampf und jeder Noth, Die uns wecke, die uns mahne, Treu zu seyn bis in den Tod. 2 4. Heil'ges Kreuz du Siegeszeichen, ne Selig wer auf dich vertraut; Glücklich wird sein Ziel erreichen, Wer auf dich im Kampfe schaut. 5. Denkmal, Fahne, Siegeszeichen, Unsre Hoffnung, unser Schild; Nimmer soll die Andacht weichen Zu dem heil'gen Kreuzesbild. 241 6. Eines sey uns noch gewähret, Rust uns einst der Ruf des Herrn; Thith Sey im Sterben hoch verehret, Leucht uns als ein Morgenſtern. - Bum 1. Komm her, ihr Kreaturen all', allerheiligsten Altars sakrament. Kommt was erschaffen ist? Kommt her und ſehet allzumal, do Was da zugegen ist! ni nič Das ist das heiligste Sakrament, Das sollt ihr loben ohne End'! Gelobt sey ohne End', do Das heil'ge Sakrament. 2. Stimmt an, stimmt an, ihr Seraphim, Die ihr von Liebe brennt; Ihr Thronen, Fürsten, Cherubim, Singt, was ihr singen könnt! Herrschaften, Mächt' und Kräfte all', Erzengel, Engel ohne Zahl: Kommt, lobet ohne End' Das heilige Sakrament! 3. Ihr Patriarchen allgemein, Und ihr Propheten all'; Auch ihr Jungfrauen keusch und rein, Mit der Apostel Zahl, Ihr Märtyrer und Beichtiger, Und du gesammtes Himmelsheer: Lobsinget ohne End' Dem heil'gen Sakrament! 4. D Sonn und Mond und all' ihr Stern, Die ihr am Himmel brennt; Der heil. Aloysius. 16 1 242 Lobpreiset mein und euren Herrn, 19 3 Im höchsten Saftament! All Berg und Thal, all' Bäum' und Frücht All' Laub und Gras, vergeßt es nicht: Gelobt sey ohne End' Das heil'ge Sakrament! hier in 5. Ihr Fisch' im Meer, ihr Thier im Und was in Lüften schwebt, ma Lobsinget dem in aller Welt, 12 Durch den ihr alle lebt. ming 2 Hier ist er selbst; dieß ist kein Brod, Es ist der Herr, der wahre Gott. Gelobt sey ohne End' Das heil'ge Sakrament! 30 6. Ihr all', die hier zugegen sind, BUG 7. Und du, Maria, Jungfrau rein, Schau deinen lieben Sohn, Bei uns in den Gestalten klein, Bei dir im Himmelsthron. Hilf, Mutter, uns lobpreisen ihn Feld, Lobsingt mit Herzensmacht; Sing, Jung und Alt, sing Greis und Kind, Sing, wer zum Himmel tracht't: Dieß ist das wahre Himmelsbrod, Das rettet All vom ew'gen Tod. Gelobt sey ohne End' Das heil'ge Sakrament! Hilf, daß wir All' empfangen ihn: An unserm letzten End' Im heil'gen Sakrament! 8. Gott, dir sey Lob im höchsten Thron, Der du uns Vater bist; 8 - 243 And Und deinem eingebornen Sohn, Der uns're Speise ist; Dem Tröster auch der Christenheit, Sen gleiche Ehr' in Ewigkeit! Gelobt sey ohne End' Das heil'ge Sakrament! Bum hochwürdigen. Gut. 1. O Christ hie merk, - und schau dieß Werk: Dieß Brod all' Gut, Gott, Fleisch und Blut, begreifen thut. wahres Manhu, B. Ave Jesu, Dich Jesum süß Jesu süß! 2. In der Monstranz - - - den Glauben stärk- - ― - Brodsubstanz. Von Brod und Wein 4. Beug Herz und Knie, - ist Christus ganz, bleibt nur allein Gestalt und Schein! R. Ave Jesu ic. - ich herzlich grüß, o frag nicht wie! Wie das geschieht, — Christe Jesu! — 3. Kein Brod ist da- noch bei noch nah- in Hostia; Was drin ist du selber Herr Jesu Christ bist. R. Ave Jesu 2c. D 2015 - - - nicht - der kein Aug errieth, Glaub nur sieht. R. Ave Jesu 2c. 5. Mit Cherubim und Seraphim erheb die bigin Stimm, 10 Und Gott selbst ist hie- - - preise Gott,- Gott Sabaoth,- für dieses Brod. R. Ave Jesu 20. - - 6. Vor meinem Tod, Gib diese Speis Mensch und 244 - zur leßten Noth, Christ, Gott! mir auf die Reis Paradeis. R. Ave Jesu zc. - zum Te Deum. Ambrosianischer Lobgesang. 1. Großer Gott! wir loben dich; Herr wir preisen deine Stärke. Vor dir neigt die Erde sich, und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen stimmen dir ein Loblied an; alle Engel, die dir dienen, rufen dir stets ohne Ruh': Heilig, heilig heilig zu. 3. Heilig, Herr Gott Sabaoth! Heilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Noth! Himmel, Erde, Luft und Meere, sind erfüllt mit deinem Ruhm, Alles ist dein Eigenthum. 4. Der Apostel Christi Chor, der Propheten große Menge, schickt zu deinem Thron empor, neue Lob- und Dankgesänge; Der Blutzengen große Schaar lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erdenkreis, loben Große und auch Kleine dich Gott Vater! Dir zum Preis singt die heilige Gemeine; sie ehrt auch auf seinem Thron, deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heil'gen Geist, welcher uns mit seinen Lehren, und mit Troste fräftig speist, der, o König voller Ehren, der mit dir, Herr Jesu Christ, und dem Vater ewig ist. 1 245 1 sahi7. Du des Vaters ew'ger Sohn, haft die Menschheit angenommen, du bist auch von deinem Thron, zu uns auf die Welt gekommen; Gnade hast du uns gebracht, von der Sünde frei gemacht. 8. Nunmehr steht das Himmelsthor Allen, welche glauben, offen; Du stellst uns dem Vater vor, wenn wir findlich auf dich hoffen. Endlich kömmst du zum Gericht: Zeit und Stunde weiß man nicht. 9. Steh' Herr deinen Dienern bei, welche dich mit Demuth bitten, die dein Blut dort machte frei, als du für uns haft gelitten. Nimm uns nach vollbrachtem Lauf zu dir in den Himmel auf. 10. Sieh' dein Volk in Gnaden an, hilf uns, segne Herr dein Erbe! Leit uns auf der rechten Bahn, daß der Feind uns nicht verderbe! Hilf, daß wir durch Buß und Flehn, dich im Himmel mögen seh'n. You ons no 11. Alle Tage wollen wir, dich und deinen Namen preisen, und zu allen Zeiten dir, Ehre, Lob und Dank erweisen. Gib, daß wir von Sünden heut und von Lastern seyn befreit. idem 12. Herr! erbarm', erbarme dich! über uns, Herr! sey dein Segen. Deine Güte zeige sich, so wie wir zu hoffen pflegen. Auf dich hoffen wir allein, laß uns nicht verloren seyn. : 00 V. Lasset uns preisen den Vater und den Sohn sammt dem heiligen Geiste. R. Lasset uns ihn loben und erheben in Ewigkeit. est on 1158 min pul onl! Lasset uns beten. nd Brd Allmächtiger, ewiger Gott! du hast uns, deinen - 246 Dienern, die Gnade verliehen, daß wir in dem Lichte des wahren Glaubens die Herrlichkeit der ewigen Dreifaltigkeit erkennen, und in deiner allmächtigen Majestät die Einheit anbeten; verleihe uns auch, daß wir, durch Festigkeit dieses Glaubens, selbst in den widrigsten Schicksalen, der Tugend treu bleiben, und daß uns nichts von deiner Liebe zu trennen vermöge. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. Gelobt sey Jesus Christus. 1. 01 Beim frühen Morgenlicht erwacht mein Herz und 12 spricht: Gelobt sey Jesus Christus! Die Abendglocke schallt mit heiliger Gewalt: Gelobt sey Jesus Christus! 2. - - - Was tönt der schönste Klang? der lieblichste Ge notfang? Gelobt sey Jesus Christus! In Gottes heil'gem Haus sprech ich vor allem aus: Gelobt sey Jesus Christus! $ 1 3. - Jhm meinem höchsten Gut', fing ich in Liebesgluth: Gelobt sey Jesus Christus! Bei jedem Anbeginn Ruf ich mit Herz und Sinn: Gelobt sey Jesus Christus! ww 4. - Und was mein Werk auch sey, ich spreche froh dabei: Gelobt sey Jesus Christus! Die schönsten Früchte bringt das Herz, das freudig muhdfingt: Gelobt sey Jesus Christus! - - 247 5. istup s Bei Speise und bei Trank ist dieß mein frommer Dank: Gelobt sey Jesus Christus! So sing ich früh und spät- bei Arbeit und Gebet: und Gelobt sey Jesus Christus! 6. i sam n Nie wecket Ueberdruß- der wunderschöne Gruß: Gelobt sey Jesus Christus! so ruf ich unverzagt: Wenn Traurigkeit mich plagt Gelobt sey Jesus Christus! 7. - - Ist mir die Welt erbost, so gibt das Lied mir Trost: Gelobt sey Jesus Christus! sing ich mit Mund In Noth und bitterm Schmerz und Herz: Gelobt sey Jesus Chriſtus! 8. Die Macht der Hölle flieht-- vor diesem süßen Lied: Gelobt sey Jesus Chriftus! - Bedrückt mich Sündenschuld seufz ich zu Jesu Huld: Gelobt sey Jesus Christus! Des Vaters ew'gem Wort - 9. Das lieblichste Getön- ist in des Himmels Höhn: Gelobt jey Jesus Christus! ertönt es ewig dort: Gelobt sey Jesus Christus! 10. Ihr Menschenkinder all' fingt laut im Jubelschall: sdal Gelobt sey Jesus Christus! Rings auf dem Erdenfreis- ertöne ihm zum Preis: Gelobt sey Jesus Christus! 11. tist je - Und bei des Tages Schluß sey dieß der lette Gruß: Gelobt sey Jesus Christus! ola 1 248 Die Finsterniß wird Licht, wenn fromm die montar Zunge spricht: Gelobt sey Jesus Christus! Ind@ bis 12. 12. - Mein Herz, das schlummernd wacht, : ndo em - seufzt in der tiefen Nacht: Gelobt sey Jesus Christus! Ja meine Seele spricht noch wenn das Herz schon bricht: Gelobt sey Jesus Christus! Sufinan) 13. Sing Himmel, Erd und Meer!- und aller Engel Heer! Gelobt sey Jesus Christus! Es schalle weit und breit in alle Ewigkeit: Gelobt sey Jesus Christus! im C dom dio² nm - III. 107 Tägliche Gebetennd Andachten. @bim things!!! Morgengebet. Beim Weihwassernehmen. 110Im Namen Gottes des+ Vaters, des+ Sohnes und des+ heiligen Geistes will ich aufstehen und den heutigen Tag beginnen. Bewahre mich, heiliger dreieiniger Gott vor allem Uebel des Leibes und der Seele, besonders aber vor jeder Sünde. : Besprenge mich o Herr mit Ysop, und ich werde rein; wasche mich, so werde ich weißer als Schnee! Ehre sey dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie sie war im Anfang, so jetzt und allezeit und in alle Ewigkeit. Amen. ! Morgenlied. 1. Großer König, dem ich diene, - 249 Unterm Ankleiden. 4. 1 de Soll ich billig auch gedenken. 2. Du zernicht'st auf allen Seiten Meiner Feinde Thätlichkeiten, Haltest um und um mich Wacht; Du verleihst dem Leib und Sinnen, Daß sie ruh'n und schlafen können, him Der mir an der Himmelsbühne, Wiederum das Licht anzündt; Der jeßt und zu allen Zeiten, Mit viel tausend Gütigkeiten, Mir mein Herz und Sinn gewinnt: Dich mit etwas zu beschenken 3. Aber was werd' ich wohl eben, Bist mein Licht auch in der Nacht: Drum soll ich ja wohl gedenken, Dich mit etwas zu beschenken. Dir, dem ew'gen Reichthum, geben, Der ich nichts als Armuth bin? Werd' ich wohl auch etwas finden, Daß ich dich mir kann verbinden, Das du wollest an dich zieh'n? Schau, ich will mein Herz gar eben, Wie ich immer taun dir geben. Erstlich will ich dirs von Neuem, Gar zu einem Tempel weihen, Der da ewig heilig sey; as Tann als ein' Altar dir geben, Daß du dich d'rauf, o mein Leben, Gotte für mich opferst fiei: - 250 1 Ach verbanne doch darinnen, Alle Lust und schnöde Sinnen! 5. Ferner foll es auch noch dienen Deiner Majestät zur Bühnen; Deiner Herrlichkeit zum Thron. Zum Pallast und ew'ger Wonne, Will ich's dir, o meine Sonne, Geben, großer Gottessohn: Ach komm doch hereingezogen, Von dem hohen Himmelsbogen. 6. Noch schent ich's als einen Garten Voll Gewächse schönster Arten, 112 Voller Blüth' und Lieblichkeit, Als ein Lustwald, als ein Bronnen, Der wie strömend kommt geronnen, Fließend in die Ewigkeit: Ach, daß du doch diesen Garten, Liebster Gärtner, wolltest warten! 7. Nun, ich hab' es dir mein Leben, Wie ich nur vermocht, gegeben, Stebe mir in Gnaden bei, Hilf, daß es zu allen Stunden 2 Werde mit dem all' gefunden, 2 12 Und dein ew'ge Wonne sey: Jag aus meinem armen Herzen? Alle Welt und ird'sche Schmerzen. Anbetung. Hochgelobt sey die allerheiligste Dreifaltigkeit! Ehre sey dem Vater, der mich erschaffen, dem Sohne, der mich erlöset, und dem heiligen Geiste, der mich geheiliget hat! TANK O du anbetungswürdige Majestät! ich werfe mich in Demuth vor deinem Angesichte nieder, - 251 1 und bete dich in tieffter Ehrfurcht an. Im Gefühle meiner Armseligkeit und Schwäche erhebe ich jetzt mein Gemüth zu dir, dem Herrn Himmels und der Erde, und weihe dir die Erstlinge meiner Empfindungen, Gedanken und Worte dieses Tages zu deiner Verherrlichung. Ich vereinige meine unvollkommene und geringe Anbetung mit den Verdiensten Jesu Chrifti, mit den Lobpreisungen der seligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen, insbesondere des heiligen Aloysius, der so demüthig sich selbst erniedriget und dir die Ehre gegeben hat. All' mein Thun und Lassen soll heute so eingerichtet seyn, daß dein Name geheiliget und deine Majestät verherrlichet werde! biopsis Danksagung. Du hast mich, gütigster Vater, erschaffen und auch mir das Leben bisher so gnädig erhalten, diese Nacht wieder vor allen Gefahren des Leibes und der Seele mich bewahret. Du haft deines Eingebornen Sohnes nicht geschont, sondern ihn dahingegeben zur Erlösung aller Menschen; du haft schon in der heiligen Taufe mich zu deinem Kinde aufgenommen und durch deinen heiligen Geist mich erleuchtet, gestärkt und geheiliget. Deine Wohlthaten sind zahllos und deine Güte und Barmherzigkeit ohne Grenzen! Ich danke dir dafür mit gerührtem Hers zen und gestehe im lebendigen Gefühle meiner Ers fenntlichkeit: Vater! Alles Gute, was ich bin und habe, ist ein Geschenk deiner unendlichen Liebe! D list - Aufopferung. fi Dir, o mein Gott, habe ich Alles zu verdanken: Leben und Gesundheit, Eltern und Geschwistern, Freunde und Wohlthäter, alle Kräfte des Leibes und 1 - 252 - der Seele, alle Kenntnisse und guten Vorsäge Alles, dessen ich mich bisher erfreuen fonnte Alles ist deine Gabe! Was soll, was kann ich dir entgegen geben? Mein Herz verlangst du, und ich will es freudig dir schenken; ja ganz und gar, ohne allen Vorbehalt übergebe ich mich dir. Ich widers fage feierlich deinem Widersacher, dem bösen Feinde, seiner Hoffahrt und allen seinen Werken; ich verabscheue alle Empfindungen, Gedanken, Worte und Werke, welche dir an mir mißfallen könnten. Ich verspreche dir, in keine Versuchung einwilligen z wollen, es mag das Fleisch, die Welt oder Satan ste bereiten; Alles, was ich denke, rede und thue, soll vielmehr das ist jetzt meine gute Meinung ganz nach deinem Wohlgefallen eingerichtet seyn. Ich opfere dir all' mein Thun und Lassen, Freuden und Leiden auf in Vereinigung mit den Werken und Leiden Jesu Christi.alle sit bonied find w Bitte. id dur Todan sidna ndi m 61 Hoch Ohne dich, o Gott vermag ich nichts; hilf mir nun das vollbringen, was ich versprochen habe. Reinige meine Seele von allen Makeln der Sünde, und laß mein Herz immer mehr von dem Lichte deiner Erkenntniß erhellet werden. Erwecke in mir Lust und Eifer, Alles Böse zu meiden und unablässig auf dem Wege der Tugend zu wandeln; leite alle meine Schritte, damit ich durch nichts Schaden leide an meiner Seele, welche so theuer erkauft worden ist. Warne mich, sobald die Versuchung nahet, und verleibe mir Weisheit und Kraft, allen Gefahren uns verleßt zu entgehen. Belebe in mir auch den Geist wahrer Bußfertigkeit, damit ich alle meine Sünden von Herzen bereue und verabscheue. Ich will mit - 253 - Ergebenheit alle Leiden und Wiederwärtigkeiten auf mich nehmen, um für meine Sünden zu büßen; aber, o Herr, wie gering ist meine Geduld! Schenke du mir Sanftmuth gegen meine Nebenmenschen und Zufriedenheit bei allen Vorkommnissen des Tages, damit ich in frommer Geduld stets spre be: Vater nicht mein Wille geschehe, sondern der deinige! Fürbitte. * Nimm heute, o bester Vater, auch Alle in deinen besondern Schuß, für welche ich zu beten schuldig bin. Bewahre meine Eltern und Geschwistern, meine Freunde und Wohlthäter vor allem Uebel! Vergilt meinem Seelsorger und Beichtvater alles Gute mit deinem Segen und Frieden. Schenke unserm Bischof Joseph Weisheit und Kraft, deine Heerde glücklich zu leiten! Laß das Licht des wahren fatholischen Glaubens immer mehreren leuchten, und die Sonne der Gerechtigkeit ihre belebenden Strahlen immer weiter ausbreiten! Erwecke die Herzen der Gläubis gen, daß sie von Tag zu Tag treuer an deine heilige Kirche sich halten, und in findlicher Ergebenheit um den Felsen sich schaaren, auf welchen sie gebauet ist. Beschüße und regiere den heiligen Vater zum Romt! Ich bitte dich darum durch Jesum Christum, deinen Sohn, der mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Anrufung Marias. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitt für mich armen Sünder. Ich nehme mit kindlichem Vertrauen meine Zuflucht zu dir: nimm mich auf in deinen mächtigen Schuß, und bitte bei deinem göttlichen Sohne für mich armen Sünder! Siehe ich bin von vielen Gefahren bedrohet und die Feinde meines - 254 Heiles stellen mir immer nach: hilf mir kämpfen und fiegen, damit ich nicht verloren gehe. Unter deiner mütterlichen Obhut bin ich sicher und kann auch heute wieder wie an Alter, so an Weisheit und Gnade zunehmen vor Gott und den Menschen. 3um heiligen Schutzengel, Namens- und Standespatron. Heiliger Engel, von Gott mir zum Schuße ges geben, vertheidige mich heute gegen die Nachstellungen des bösen Feindes und errette mich aus allen Ge fahren; erinnere mich stets an Gottes Allgegenwart und bringe jeßt mein Gebet und alle guten Gedanfen, Worte und Werke vor den Thron des Aller höchsten. Heiliger Namenspatron und du mein besonderer Freund und Fürsprecher Aloysius! Lasset euer Bei spiel mir immer vorleuchten und bittet, daß ich mit Gottes Beistand euch auch nachfolge- hienieden im Tugend- und Bußeifer, jenseits aber in die Wohnungen des ewigen Friedens und der Seligkeit. Amen. SH Segensgebet. Es beherrsche und leite mich die Allmacht des Vaters; es erleuchte mich die Weisheit des Sohnes; es erfülle mich die Liebe des heiligen Geistes. Der Friede meines Herrn und Heilandes Jesu Christi, die Kraft seines bittersten Leidens und unschuldigen Sterbens, das siegreiche Zeichen des heiligen Kreuzes, die Fürbitte der seligsten Jungfrau Maria, des hei ligen Aloysius und aller Heiligen seyen immerdar zwischen mir und den Feinden meiner Seele, jeßt, immerdar und insbesondere in der Stunde des Todes. --0255 niam Jesus von Nazareth, der König der Juden- dieser glorreiche Titel bewahre mich vor allem llebel des Leibes und der Seele. Im Namen des ÷ Vaters, des+ Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. — th Anrufung des heiligen Geistes. Komm heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du die Völfer aller Zungen in der Einigkeit des Glaubens vereinigt hast. D Gott, der du die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes gelehrt haft; gib, daß wir in demselben Geiste das, was recht ist, verstehen, und uns seines Trostes allzeit erfreuen mögen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. BE Gute Meinung. ( Vor dem Gebet.) Herr, eröffne meinen Mund, um zu preisen deinen heiligen Namen; reinige mein Herz von allen eiteln, verkehrten und fremden Gedanken; erleuchte meinen Verstand, entzünde mein Herz, damit ich würdig, aufmerksam und andächtig mein Gebet verrichten möge, und vor dem Angesichte deiner göttlichen Majestät erhört werde. Durch Christus unsern Herrn. Amen. O Herr, in Vereinigung mit jener göttlichen Meinung, mit welcher du selbst auf Erden Gott das - 256 1 Lob dargebracht hast, bringe auch ich dir dieses mein Gebet zum Opfer dar! ( Vor der Arbeit.) Heiligster Gott! ich opfere dir auf meine Ge danken und Worte, Geschäfte und Werke: ich vers einige ste mit den unendlichen Verdiensten Jesu Christi. Nimm se hin zu deiner höchsten Ehre und Anbetung; auch zur Ehre Mariä, der heiligsten Jungfrau, aller lieben Engel und Heiligen; zur Danksagung für alle empfangenen Wohlthaten; zur Genugthuung für meine Sünden, zur Erlangung deiner Gnade, Kraft welcher du mich stets vor allen schweren Sünden bes wahren wolleft; zur Hilfe und zum Trost der Seelen im Fegfeuer; zum zeitlichen und ewigen Wohle aller Menschen, besonders jener, für welche ich aus Ge rechtigkeit, Liebe und Dankbarkeit zu beten schuldig bin. O, daß ich dich durch meine Werke also ehren und verherrlichen könnte, wie ich es wünsche und du es verdienest. Weil ich aber nicht im Stande bin, dieses zu thun, so bitte ich dich, o unendlich gütiger Gott, du wollest meine Armuth und meinen Mangel mit dem Reichthume deiner Heiligen und dem unendlichen Schaße der Verdienste Jesu Christi ersetzen. Amen. Ein anderes Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, mein gütiger Schöpfer und Herr! du fennest mein inbrünnstiges Verlangen, dir jeden Augenblick zu dienen, und dich ohne Unters laß zu loben, anzubeten und zu lieben. Du hast jedoch selbst durch deine göttliche Vorsehung die Geschäfte dieses Lebens und meines Berufes geordnet, und willst, daß ich meine Pflichten getreu erfülle; 257 1 darum ist es in diesem zeitlichen Leben mir nicht möglich, dich immer zu preisen und zu loben. So bitte ich dich denn, o mein himmlischer Vater! nimm meinen guten Willen für die That an! Komm, heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen( wie S. 255.) V. Sende deinen lebendigen Geist, so wird Alles neu erschaffen, R. Und die Gestalt der Erde wird erneuert werden. Gebet. O Gott, der du die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes gelehrt hast; gib, daß wir in demselben Geiste, was recht ist, erfennen, und uns seines Trostes allzeit erfreuen mögen. Durch Christum, unsern Herrn. Amen. 0 til Meßgebete. Vorbereitungsgebet. Mein Herr und mein Gott! in tiefster Demuth erscheine ich in deinem heiligen Tempel und möchte nun mit aller Ehrfurcht dem hochheiligen Opfer beiwohnen, das hier auf dem Altare unblutigerweiſe erneuert wird. Allerheiligster! Gib mir deinen göttlichen Geist, daß ich mit wahrer Andacht und inniger Theilnahme in Vereinigung mit dem Priester dir dies ses Opfer darzubringen vermag, welches Eins ist mit jenem großen Opfer der Liebe, das Jesus Christus, dein Eingeborner Sohn, unser Herr und Erlöser am Kreuze vollbracht hat. Was immer mein Der Heil. Aloysius. 17 - 258 Heiland zu meinem und aller Menschen Heil gethan: feine heilige Menschwerdung, sein heiliges Leben, Leiden und Sterben Alles will ich nun aufopfern zur gebührenden Anbetung deiner göttlichen Majestät, zur schuldigen Danksagung für deine unendliche Güte und Barmherzigkeit, zur Versöhnung für meine Sün den, die ich von Herzen bereue und verabscheue, und zur Erlangung deines Beistandes zu allem Guten. Heiliger Aloysius, der du stets voll Chrerbietigkeit und Andacht der heiligen Messe beigewohnt haft, erbitte mir auch diese Gnade und hilf mir jetzt beten! - 1 Stufengebet. Wer bin ich, o Gott, daß ich es wage, vor dir zu erscheinen, der du Herz und Nieren prüfest? Du kennest meine Unvollkommenheit und Sündhaftigkeit; o blicke gnädig auf mich herab, der ich hier im Lande des Jammers und der Thränen wohne. Ich bin nicht würdig, mit meinen unheiligen Gesinnungen deinem heiligen Altare zu nahen, doch die Reue, die mein Herz erfüllt, ist dir wohlgefällig und du verachtest nicht das Seufzen des Bußfertigen. Ich be kenne, o Vater, meine Schuld, meine sehr große Schuld! Sey mir armen Sünder gnädig! Erbarme dich meiner nach deiner grundlosen Barmherzigkeit! Heilige Maria, heiliger Alysius, ihr heiligen Apostel und Märtyrer und ihr Heiligen Gottes alle, opfert eure Thränen und Schmerzen, eure frommen Uebungen und Bußwerke dem unendlich heiligen und gerechten Herrn und Gott zur Genugthuung auf für alle meine Sünden! HERITE Herr, himmlischer Vater, erbarme dich unser. 4 Christus, Erlöser der Welt, erbarme dich unser. Herr, Heiligmacher, erbarme dich unser. - 259 - Gloria. Ehre sey Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind. Ja Ehre, Lob und Preis sey dir, gütigster Gott, daß du den Erlöser vom Himmel auf die Erde herabgesandt; Dank und Anbetung sey dir, o Herr Jesu Christe, der du Knechtsgestalt angenommen und für mich und alle Menschen die Strafe der Sünde erduldet hast. O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich meiner! Denn du sißest zur Rechten des Vaters erhöre mein Flehen und laß mich Erhörung finden. Verleihe mir Einsicht und guten Willen, dich immer mehr zu lieben, loben und preisen, der du auch mit deinem himmlischen Vater und dem heiligen Geiste allein heilig, allein der Herr, allein der Allmächtige bist- Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Collefte. 35 Allmächtiger, ewiger Gott! erhöre gnädig das Gebet des Priesters, der im Namen der Kirche für das Heil deines Volkes zu dir flehet. Verleihe uns Allen, daß wir dasjenige, um was wir mit Vertrauen zu unserer wahren Wohlfahrt bitten, von deiner Güte auch erlangen mögen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste als wahrer Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. - 13 Ich empfehle deiner Vaterhuld meine Eltern und Geschwistern, Wohlthäter, Freunde und Feinde; segne, leite und beschüßze meinen Beichtvater und Seelsorger und Bischof; stehe bei der ganzen katholischen Kirche und ihrem Oberhaupte! 260 Vermehre meinen Glauben, stärke meine Hoff nung und entflamme in mir das Feuer der heiligen Liebe! Hilf mir auf, daß ich jeder Sünde entsage bass ich je und dir treu diene! O Gott, du Spender himmlischer Gaben, der du in dem engelreinen Jüngling Aloysius eine wunderbare Unschuld des Lebens mit ebenso hoher Bußfertigkeit vereiniget hast; verleihe uns durch seine Verdienste und Fürbitte, daß wir, die wir ihm in der Unschuld des Herzens nicht gefolgt sind, in der Bußfertigkeit ihm nachfolgen mögen durch Jesum Christum Epistel und Evangelium. Aus väterlicher Sorgfalt hast du einstens durch die Propheten und Apostel zu den Menschen geredet, und ihre Worte find uns immer lehrreich und heilig. Du offenbarest dich aber auch fort und fort in deinen Heiligen, deren tugendhaftes Leben uns an unsere Sünden erinnert und zur Buße und Besserung auffordert. O daß ich doch schon längst deine Güte, Weisheit und Macht in ihrem Leben betrachtet und beherziget hätte! na Ich will mich nun aufmachen und die frohe Botschaft vom Reiche Gottes auf Erden mit Bereit willigkeit und Freude vernehmen; laß mich davon so gerührt und durchbrungen werden, daß ich endlich auch, wie so zahllose Heilige mein Herz von allem Eitlen und Vergänglichen losmache, und mit vollem Eifer nach jenem Reiche strebe, welches den Armen im Geiste verheißen ist. Ich will fortan wie der heilige Aloysius dein heiliges Evangelium immer besser verstehen und pünktlicher beobachten lernen; uner - 261 schrocken und offen will ich stets meinen Glauben bekennen, wo Gottes Ehre oder das Heil des Nebenmenschen es erfordert, und das Kreuz soll nicht blos an meine Stirne gezeichnet werden, sondern ich will es auch gedultig auf mich nehmen und meinem Jesus nachfolgen! — Credo und Offertorium. Mit dankbarem Herzen gedenke ich des heiligen katholischen Glaubens, auf den ich getauft und in den ich erzogen worden bin. Diesen heiligen Glauben will ich im Herzen festhalten und mit dem Munde bekennen; in diesem heiligen katholischen Glauben will ich leben und sterben. Ich glaube an Gott Vater.. Siehe, o himmlischer Vater, mit Huld und Gnade auf dieses hochheilige Opfer, das der Priester dir darbringen wird, ich vereinige damit mich selbst, Leib und Seele und Alles, was ich bin und habe; um deines Sohnes willen verschmähe mein geringes Opfer nicht. Herr Jefu Chrifti, opfere du dem himmlischen Vater dein Kreuz und Leiden für alle meine Sünden auf; ich kann dir zwar keinen würdigen Dank darbringen, aber ich will dir doch mein Herz mit all' seinen Gefühlen und Wünschen schenken. Mache es nun selbst dir ganz wohlgefällig! Heiliger Geist! ich lege alle Sünden und Vergehungen, die ich Zeit Lebens begangen habe, auf den Opferaltar: zünde sie alle zusammen an und verbrenne sie gänzlich durch das Feuer der heiligen Liebe. Reinige mein Gewissen von aller Schuld und verleihe mir deine Gnade, damit ich fortan ein reines Herz und unschuldige Hände zu dir erheben und alle meine Gedanken, Worte und Werke heiligen kann. 262 Nimm, o heilige Dreifaltigkeit, dieses Opfer gnädig an, welches wir dir darbringen zum Andenken des Leidens, der Auferstehung und Himmelfahrt unsers Herrn Jesus Christus; zur Ehre der seligen, allzeit reinen Jungfrau Maria, des seligen Johannes des Täufers und der heiligen Apostel Petrus und Paulus, dieser und aller Heiligen, daß es ihnen gereiche zur Ehre und uns zum Heile, und daß dies jenigen im Himmel für uns bitten, deren Andenken wir auf Erden feiern, durch eben denselben Jesum Christum, unfern Herrn. Amen. bi Orate Fratres und Präfation. Mit bereitwilligem Herzen will ich der Aufforderung des Priestes folgen und zu dir, o allmächtiger Herr und Gott, beten, daß du dieses Opfer von seinen Händen annehmen wollest, zum Lob und Preise deines Namens, zu unserm Heile und zum Nußen deiner ganzen heiligen Kirche. Ziehe meine Seele zu dir empor, o König Himmels und der Erde, und laß mich betrachten deine Herrlichkeit und Majestät! Hocherhabener, Wunderbarer, der du umgeben bist von allen himme lischen Heerschaaren und auch mich zur Theilnahme an deiner Seligkeit berufen haft: es ist billig und recht, daß ich aus ganzem Herzen dich lobpreise und anbete. Die Engel loben deine Majestät; alle himmlischen Kräfte und Mächte verherrlichen dich, und alle Cherubim und Seraphim und alle seligen Geister lobsingen dir unaufhörlich, auch ich will in den Lobgefang dieser himmlischen Heerschaaren einstimmen und voll Demuth und Ehrfurcht sprechen: heilig, heilig, heilig bist du o Herr, Gott der Heerschaaren, 263 Himmel und Erde sind voll deiner Herrlichkeit! Ho. fianna in der Höhe! Gebenedeit sey der da kömmt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe! WA - Vor der Wandlung. Zu dir, o Vater ewiger Gnade und Liebe, flehe ich inbrünnstig: Laß dieses heilige Opfer deines Sohnes, der mun bald auf den Altar herabkommt, zum Heile der ganzen Christenheit und aller Erlösten gereichen! Schirme und beschüße deine heilige Kirche! Erleuchte den Apostolischen Oberhirten, alle Bischöfe und Priester mit deinem heiligen Geiste. Stärke alle Guten in ihren Vorsäßen, und ers wecke die Sünder zur wahren Buße. Tröste alle Betrübten und gib Hilfe den Unglücklichen fegne meine Freunde und Feinde und führe alle Menschen in den Schooß deiner heiligen katholischen Kirche! Wahrer Hohepriester, göttlicher Heiland, Herr Jesu Christe! Du hast um der Menschen willen die Herrlichkeit beim Vater verlassen; du bast nach unzähligen Schmerzen zuletzt dein Leben dahin gegeben für die Sünden der ganzen Welt; du hast im allerheiligsten Altarssakrament den Deinigen das foftbarste Andenken, die beste Speise der Seele, das Unterpfand ihrer seligen Verherrlichung hinterlassen; du hast das hochheilige Opfer, welches der Priester jest darbringt, eingesetzt und bist immerfort das Opferlamm für fündige Menschen: wer vermag deine Liebe und Güte zu ermessen und würdig zu preisen? D komm, Herr Jefus, und gib deine Gegenwart meinem armen Herzen kund; komm, lösche aus meine Sünden, und erfülle mich mit glühender Liebe zu dir! mm G 264 Wandlung. Nun kommt der glückliche Augenblick, da du mein Gott und Erlöser, vom Himmel hernieder steigst. Ich sehe dich zwar nicht mit den Augen meines Leibes, aber ich schaue dich im Glauben. Du bist auf dem Altare unter der Gestalt des Brodes wahrhaft, wirklich und wesentlich zugegen, mit Gottheit und Menschheit, mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut! In tiefster Ehrfurcht bete ich dich an und flehe: Jesus, du Sohn Gottes, erbarme dich meiner! Jesus, dir lebe ich! o Jesus, dir sterbe ich! o Jesus, dein bin ich todt und lebendig! Amen! O fostbares Blut meines Heilandes, das einst am heiligen Kreuze vergossen worden, und auf dem Altare zugegen ist! wasche ab die Menge meiner Sünden und reinige und stärke meine Seele zum ewigen Leben! Odu Lamm Gottes zu meiner und der ganzen Welt Sühnung! Herr Jesu sey mir gnädig! o Jesu sey mir barmherzig! o Jesu verzeihe mir alle meine Sünden! Amen. - Nach der Wandlung. Nun ist Gott, der Herr Himmels und der Erde, unter den Gestalten von Brod und Wein auf dem Altar zugegen. Der nämliche Gottessohn, den der Bater in die Welt gesandt hat, der Mensch gewor den ist und unter uns gewohnt hat, derselbe Gottmensch ist jetzt hier, um die Fülle seiner Barmherzigfeit über alle auszugießen. Aber ich darf nicht ohne Furcht und Scham zu ihm aufblicken- denn ich bin immer noch ein armer Sünder, obwohl ich schon so oft vor seinem Altare Besserung versprochen habe. D mein Gott! wandle mich endlich einmal wie - 265 265dieses Brod und diesen Wein ganz um burch die Kraft deiner Liebe, damit ich aus einem unreinen ein keuscher, aus einem zornigen ein sanftmüthiger, aus einem stolzen ein demüthiger, aus einem trågen ein eifriger Christ werde! Barmherziger Gott! stehe nicht auf meine Sünden, sondern auf Jesus, meinen Erlöser und Fürsprecher! Im Namen Jesu, deines Sohnes bitte ich dich demüthig: laß mir und allen Sündern, die reuig zu dir sich bekehren, alle Gnaden und himmlische Segnungen dieses hochheiligen Opfers zu Theil werden! Ich rufe auch zu deiner Vaterliebe für Alle, welche im Frieden entschlafen sind, aber noch nicht ganz geläutert im Fegfeuer nach der ewigen Seligkeit schmachten. Laß sie, insbesondere meine Eltern, Freunde und Wohlthäter, bald zu deiner Anschauung gelangen! Pater nofter. Ich will jetzt auch all' meine Bitten in Jesu Namen und in Vereinigung mit diesem heiligen Opfer dir o Gott darbringen und bete darum mit dem Priester wie dein Eingeborner Sohn seine Jünger beten gelehrt hat: Vater unser, der du bist in dem Himmel! Dahin willst du uns, deine Kine der einstens aufnehmen. Ziehe jetzt schon mein Herz himmelswärts, damit ich es nicht an die Erde hänge, dich vergesse und meine wahre Heimath am Ende verfehle. Erfülle mich mit inniger findlicher Liebe, damit ich stets darnach strebe, daß 115 Geheiliget werde dein Name, indem alle Menschen dich immer besser erkennen, inniger verehren und thätiger lieben. dis Zu uns komme dein Reich- das Reich - 266 der Wahrheit und Gerechtigkeit, der Gnade und Tugend. Hilf uns dazu, daß wir Alle immer würdigere Bürger deines Reiches auf Erden, treuere Kinder deiner beiligen Kirche werden; einstens aber laß uns eingehen in dein himmlisches Reich, in die Wohnungen des ewigen Friedens. L Dein Wille geichebe wie im Himmel also auch auf Erden: wir wollen mit Demuth und deinen weisen Anordnngen unterwerfen, und wie die Engel und seligen Geister des Himmels beine heiligen Gebote in Allem genau und freudig erfüllen. Unser tägliches Brod gib uns heute was wir bedürfen für Leib und Seele, Nahrung zum Leben und Kraft zum Guten. Sorge für unsere zeitliche und ewige Bedürfnisse und erfreue uns ins besondere beim Nahen des Todes mit dem Brode des ewigen Lebens! Und vergib uns unsre Schulden, wie auch wir vergeben unfern Schuldigern! Wir bereuen es schmerzlich, daß wir dich so manch mal beleidiget haben: verzeihe uns barmherzig unsere Sünden! Was Andere etwa gegen uns gefehlt haben, wollen wir ihnen gerne erlassen und gänzlich vergessen. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom Uebel! Bewahre uns von gefährlichen Versuchungen zur Sünde, denn wir sind schwach; wenn aber doch Versuchungen und nahen sollen, so warne und stärke uns, damit wir nichts Böses thun und unglücklich werden. Vor dies sem größten aller Uebel- vor der Sünde, bewahre in zeitlichen Leiden und Trübfalen aber schenke uns Vertrauen auf deine väterliche Vors schung, und Geduld, damit sie uns heilsam und vers dienstlich werden. uns ganz - 267 Amen. Laß geschehen, o gütigster Vater, um was ich in Jesu Namen gefleht habe. TE 103 Agnus Dei. 190 Schuldlos und gedultig, wie ein Lamm auf der Schlachtbank, hast du lieber Herr Jesus, dich vers urtheilen, nach Golgatha führen und am Kreuze tödten lassen. Du bist das Opfer der Versöhnung und des Friedens geworden und hast sogar für deine größten Feinde noch vom Kreuze herab um Vers zeihung gebetet. - O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser! O du Lamm Gottes.... Erbarme dich unser! O du Lamm Gottes.... Schenke und den Frieden! R Communion. O sanftmüthigster und gütigster Jesus! Du hast einstens vor deiner Himmelfahrt deine Jünger angehaucht und gesprochen: der Friede sey mit euch! Sprich dieses tröstliche Wort auch zu mir und schenke meiner Seele deinen Frieden. Nimm Alles aus meis nem Herzen hinweg, was es beunruhigen und vor dir mißfällig machen könnte; schaffe es selbst zu deiner würdigen Wohnung um. Ich bin aus mir selber gar nicht würdig und fähig, dich, o liebenswürdigster Bräutigam frommer Seelen, einzuladen und in mein Herz aufzunehmen; aber du ladest in deiner namenlosen Güte mich selbst zu deinem königlichen Hochzeitmahle ein, und bietest and - 268 — mir das Köstlichste, was Himmel und Erde haben, zur Speise an- nemlich dich selbst! Ach dürfte ich dech jetzt deinem Tische mich nahen und von der Speise der Engel genießen! Wohl schnet sich meine Seele nach diesem Himmelsbrode und mein Herz verlanget nach deiner Einkehr; aber ief bin nicht so vorbereitet und in dem Stande, daß ich es wagen könnte, dein heilig Fleisch und Blut wirklich im heiligsten Sakramente zu empfangen. Ich bitte dich daher, du wollest mich geistiger Weise an der heiligen Communion Theil nehmen und davon soviel möglich Segen erlangen lassen. D Herr, ich bin nicht würdig, daß du eingehest in mein Herz; aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund. ( Dreimal wiederholt). Ich bin verwundet, heile mich! ich bin schwach und abgemattet, erquicke mich! ich bin verblendet, erleuchte mich! ich bin unwissend, lehre mich! ich bin hungrig und durstig, speise und tränte mich! Würdige dich, in mir Alles dasjenige zu wirken und durch deine Gnade zu vollbringen, was zu deiner Ehre und zum Heile meiner Seele gereicht. Ich danke dir, o Gott für alle Gnaden und Wohlthaten, welche du bisher mir so reichlich zu Theil werden ließest, insbesondere durch dieses erhabene Opfer und allerheiligste Sakrament des Altars. Schenke mir noch die Gnade dazu, daß ich fortan der heiligen Messe stets mit wahrer Andacht bei wohne, und niemals lau oder gar unwürdig zur heiligen Communion hinzugehe. Ich will heute aus Dankbarkeit und Liebe recht oft an dich denken, und in Allem deinen heiligen Willen zu erfüllen streben. Befestige diesen meinen guten Willen und nimm mich ganz in beinen heiligen Dienst auf! INSENG HE - 269 fillol ud 1 Segen. So Barmherziger Gott und Vater! im feften Glauben an deine Allmacht. Weisheit und Güte, in zuversichtlicher Hoffnung auf deine Gnade und Barm herzigkeit, und in findlicher Liebe trage ich dir noch einmal all' mein Anliegen vor und bitte, du wollest um Jesu deines Sohnes willen mir, wie auch allen Lebendigen und Verstorbenen, für die ich zu beten schuldig bin, den Nußen und die Kraft dieses hochheiligen, auf dem Altare erneuerten, Opfers zukommen laffen. m Das heilige Mesopfer ist jetzt vollbracht; ertheile mir nun und Allen, die demselben beigewohnt haben, auf das Gebet des Priesters deinen heiligen Segen. Deine Gnade weiche nie mehr von mir! fie führe mich auf dem Wege des Glaubens und der Tugend zu dem Ziele meiner irdischen Pilgerschaft, zu dir, o Gott! Amen.is ind Aufopferung. Barmherziger, ewiger Gott und Vater aller Menschen! Du hast einstens das blutige Opfer, das Jesus am Kreuze dir darbrachte zur Vergebung unserer Sünden, gnädig aufgenommen, nimm auch das unblutige Opfer dieser heiligen Messe so erbarmend auf, und verschmähe auch mein unvollkommenes Gebet nicht, das ich dabei verrichtet habe. Siehe nicht auf meine Lauigkeit und meine Zerstreuungen, sondern nur auf das Opfer deines Sohnes und auf deine eigene Milde, die so bereitwillig ist uns Armen zu helfen. Du, o süßester Jesus, verwunde mein Herz, bevor ich aus dem Tempel gehe, mit deiner heiligen 270 Liebe. Nach dir foll meine Seele hungern; du sollst ihr übernatürliches Brod seyn! nach dir soll sie dürsten, denn du bist der Urquell alles Lebens, aller Weis heit und Freude. Nach dir soll meine Seele vers langen, dich soll sie suchen über dich soll sie nachs denken, von dir soll sie reden. Mein Herr und mein Gott! Ich will dich über Alles lieben, in Demuth und mit Eifer dir dienen, und in diesen Gesinnungen verharren bis an's Ende meines Lebens. Jesus, dn bist meine Hoffnung, und meine Zuversicht; du bist meine Richtschnur, und mein Erbtheil, du bist meine Freude und mein Friede! In dir soll mein Herz ewig ruhen. Amen. 1 1 Beichtgebete. Vorbereitungsgebet. Herr, himmlischer Bater! gleich dem verlornen Sohne habe ich dich verlassen und bin meinen Nei gungen und Leidenschaften nachgegangen. Aber ich komme auch wie er zu dir zurück, reuig meine Schuld zu bekennen und abzubitten. O Vater der Erbarmungen und alles Trostes! nimm mich wieder auf Christo Jesu, gib mir das Kleid deiner Gnade und den Ring deiner Liebe wieder, und führe mich zum Mahle deiner Liebe! Ich rufe zu dir, o Jesus, du barmherziger Samariter! denn ich bin jener Unglückliche, welcher von der Heimath des wahren Fries dens sich entfernte und der Welt und ihren Lüften, der Sünde und allen Feinden der Seele in die Hände gefallen ist. Siche, meine Seele ist des göttlichen Wohlgefallens beraubt und mit vielen und 271 - tödtlichen Wunden bedeckt: fomm und heile fie mit. dem Dele deiner Barmherzigkeit und bringe sie in die sichere Zufluchtsstätte, in deine heilige Seitenwunde, zu deinem liebevollsten Herzen. Ich komme zu dir, mein Herr und Gott, wie der Zöllner zu Jericho; ich bekenne dir meine Ungerechtigkeit und bin entschlossen, jeden Nachtheil, den ich deiner Ehre oder dem Heile meines Nächsten zugefügt habe, nach Kräften wieder gut zu machen; denn was nüßte es mich, wenn ich die ganze Welt gewänne, aber an meiner Seele Schaden leiden würde? Nimm mich in Gnaden auf wie den Zachaus und sprich zu meiner Seele: heute ist dir Heil wiederfahren! Ich falle dir zu Füßen, o Retter reuiger Seelen! und möchte, wie Magdalena, mit Strömen bitterer Reuethränen alle Verirrungen meines eiteln und finns lichen Lebens beweinen. Ich finde keine Worte, meine Liebesreue zu versichern du fennest aber mein Herz; erseze meine Thränen durch den unendlichen Werth deines vergossenen Blutes und laß zu deinen Füßen mich die Worte deiner göttlichen Barmherzigkeit vernehmen: Deine Sünden sind dir vergeben! Ich fehre wieder zu dir zurück, o göttlicher Meister, den ich schon so oft durch Rückfall in die Sünde verleugnet habe und flehe dich an, daß du jenen Blick deiner siegreichen Liebe auf mich werfen wollest, mit welchem du deinen Jünger Petrus zu wahrer Reue erweckt hast. Verwirf mich nicht vor deinem Angesichte, o Jesus! Sprich zu meiner Seele: ,, Dein Heil bin ich!" Im Gefühle meiner Niedrigkeit liege ich hier auf den Knieen vor deiner göttlichen Majestät und rufe mit zerknirschtem Herzen zu dir: Schone meiner, sey - 272 - mir armen Sünder gnädig; denn du willst ja nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich befehre und lebe. 116 Anrufung des heiligen Geistes. Mein Gott, unerschöpfliche Quelle aller Ers barmungen! Du ziehest selbst mein unruhiges Herz zu dir hin, daß es Friede finde; sende auch das Licht deines heiligen Geistes über mich aus und er leuchte alle Falten und Tiefen meines sündlichen Herzens, damit ich es so kennen lerne, wie es einstens vor dem ewigen Richter wird offenbar werden. Las mich erkennen das Böse, das ich verübt und das Gute, das ich unterlassen habe; stelle mir die Größe und Zahl meiner Sünden vor Augen und verhilf mir zu der Einsicht, wie oft ich meine Pflichten versäumt, und deine Gnade nicht benüßt habe. Stebe mir bei, o heiliger Geist, daß ich eine aufrichtige, demüthige und reuevolle Beicht ablege, und ohne Furcht und falsche Scham dem väterlichen Richter und Arzte meine Gebrechen und Wunden aufdecke. Heilige Maria, Mutter Gottes, du Zuflucht der Sünder, heiliger Aloysius, du unschuldiger Büßer, und ihr Heiligen Gottes alle bittet für mich um Gnade, daß ich würdige Früchte der Buße bringen möge. Amen. Gewissenserforschung. Hauptfragen bei der Gewissenserforschung find: 1. Wann oder vor wie vielen Wochen habe ich die leßte Beicht abgelegt? - 273 2. Habe ich die auferlegte Buße gewissenhaft vers richtet, und die anempfohlenen Mittel zur Besserung redlich angewendet? 3. Bin ich seit der letzten Beicht besser geworden oder nicht? 4. Was für Sünden habe ich seither wieder begangen? a) welche nach den 10 Geboten Gottes, 5 Geboten der Kirche, 7 Hauptsünden, 9 fremden Sünden 2c.? b) wie oft im Ganzen, oder täglich, wöchentlich, monatlich? c) welches ist die Sünde, so am häufigsten und liebsten begangen wurde? Gewohnheitsund Lieblingssünden? 5. Wie habe ich insbesondere meine Standespflichten erfüllt? als Kind Sohn, Tochter? Jüngling, Jungfrau? Dienstbote? - Reu und Leid. Vor deinem Angesichte, allwissender Gott, und mit deinem Beistande habe ich nun mein Gewissen durchforscht, und ach, wie betrübend ist der Zustand meiner Seele! Wie oft habe ich der Versuchung nachgegeben, und in den Reiz eingewilligt! Wie oft habe ich deine unendliche Güte beleidiget und deine väterliche Langmuth mißbraucht! Unzähligemal bin ich lau und träge, undanfbar und böse gewesen. Ich habe gefündiget, o Allerheiligster! ich erfenne meine Schuld, und fühle ihre ganze Strafwürdigkeit. Die vielen Vergehungen, wodurch ich dich beleidiget habe, liegen schwer auf meinem Herzen; fönnte ich doch durch Thränen der Neue, alle meine Mackeln der Der heil. Aloysius. 18 - 274 Sünde abwaschen! Ich verabscheue alle meine bes gangene Sünden und meine Seele ist von tiefem Schmerz erfüllt über meine bisherige Untreue und Bosheit. Wie sollte ich nicht Alles bitter bereuen, wodurch deine höchste Majestät und unerschöpfliche Güte entehrt und gefränkt worden ist! Du Allwissender durchschauest auch jetzt mein Herz und siehst, wie zerknirscht es ist! Verstoße mich nicht! Erbarme dich meiner! Göttlicher Erlöser! Du willst, daß alle Sünder zu dir kommen, und durch dich Trost und Verzeihung finden. Auch ich bin von dir schon öfters barmherzig aufgenommen und mit Liebe überhäuft worden; aber immer habe ich dich wieder verlassen und verachtet, dein bitteres Leiden und Sterben an mir vereitelt. Troß all' meines Undankes und obgleich ich dich oft wieder aufs neue freuzigte, hast du mich dennoch nicht preisges geben, sondern bist immer noch bereit, mich mit deinem himmlischen Vater zu versöhnen, wenn ich aufrichtigen Herzens mich bessern will. Diese deine Güte gibt mir Vertrauen, aber vermehret auch meinen Schmerz. Dich, die unendliche Güte und Liebe konnte ich vergessen, verachten, beleidigen! D Herr, mache meine Augen zu nie versiegenden Quellen bitterer Reuethränen und zerreiße mein Herz durch Trauern und Schmerzen; o könnte ich aus wahrer Liebesreue sterben und so mein Leben selbst zur Genugthuung darbringen! Zur Sühnung aller mir bekannten und une bekannten Sünden des ganzen Lebens, und zum Ersatz für meine unvollkommene Reue opfere ich dir, heiliger und gerechter Gott, die Qualen und die Scufzer meines Heilandes auf, wie auch alle Thränen und Blutstropfen, die er während seines bittern 275 Leidens und Sterbens vergossen hat. Siehe gnädig auf mein zerknirschtes Herz um Jesu willen, und verleihe mir durch die Verdienste und Fürbitte des unschuldigen Büßers Aloysius die Gnade, meine Sünden immer noch schmerzlicher zu bereuen und kräftiger zu verabscheuen! Gegrüßt seyst du Maria 2c. Amen. - Vorsat. Ich will gerettet werden, du Gott meines Heiles! Ich will dich daher suchen und niemals mehr verlassen. Du bist heilig und alle deine Wege sind ge= recht: so will ich also in meinen Gedanken, Worten und Werken nach deinem Wohlgefallen trachten und getreulich die Wege deiner Gebote wandeln. Alles Sinnliche und Verkehrte, alles Unheilige soll aus meinem Herzen ausgestoßen werden. Ziehe o Gott, die Sünde, diesen Stachel des Todes, aus meinem verwundeten Herzen, und reinige es von aller Unreinigkeit! Fortan will ich in meinem Innern dir eine Wohnung erbauen wie du es verdienest. Mein Wille soll dein Eigenthum seyn, über das du gebietest; alle Kräfte des Leibes und der Seele will ich nur zu deinem Dienste verwenden; Glaube, Hoffnung und Liebe wünsche ich als Opfergaben dir darbringen zu können! Jede Sünde will ich fliehen wie eine giftige Schlange und von Tag zu Tag in meinem Streben nach Tugend eifriger werden. Du kennest meinen redlichen Willen und weißt, daß ich dich liebe: so ertheile denn auch meinen Vorsägen deinen Segen! Komm meiner Schwachheit zu Hilfe und unterstüße mich im Kampfe. Rüste mich aus mit deiner Kraft, daß ich Gewalt anwende, um das 276 Himmelreich an mich zu reißen! Ziehe mein Herz immer himmelwärts und verleihe mir Beharrlichkeit, auf daß ich in treuer Liebe dir ewig dienen möge. Amen. Verlangen nach Jesus. APPALE 1. Ach wann kommt die Zeit heran, Daß ich möge schauen an, Meinen liebsten Jesum Christ, Der mein Lieb' und Leben ist? 12. Ach wo bleibst du doch, mein Licht! Komm zu mir und säum' dich nicht. Komm doch, weil mit großem Schmerz Auf dich wart't mein frankes Herz. 3. bun 4. id - 25. Alior Allzeit weißt du, daß ich mich Nicht erhalten kann ohn' dich, Weil du, liebster Jesu Christ, Meines Lebens Leben bist. Drum so komm doch bald zu mir, Und erfreue mich mit dir, Schließ mich in die Arme ein, Die für mich verwundet seyn. So nur kann ich dort und hier Fröhlich singen für und für, Daß du liebster Jesu Christ, Meines Lebens Leben bist. Vor dem Sündenbekenntniß. Gehet hin und zeiget euch den Priestern," so sprachst du zu jenen Unglücklichen, welche mit dem Aussage behaftet waren und dein Erbarmen in Anspruch nahmen; und es geschah, da sie hingiengen, wurden sie rein." Auch mich heißest du hingehen - 277 - — zum Priester, der Gewalt hat, an deiner Statt mich von dem Aussaße der Sünde zu reinigen, in deinem Namen mir die Sünden nachzulassen. Ich will mich aufmachen und vor deinem Stellvertreter demüthig niederwerfen, um meine Sünden aufrichtig und reumüthig zu bekennen. O Gott erbarme dich meiner nach deiner großen Barmherzigkeit; und nach der Menge deiner Erbarmungen lösche aus meine Ungerechtigkeit." Ihr heiligen Büßer und ihr auserwählten Diener Gottes alle bittet für mich bei Gott, daß auch ich Verzeihung der Sünden erlangen und würdige Früchte der Buße bringen möge. Heilige Maria, du Zuflucht und Fürsprecherin der Sünder! trage mein reumüthiges Flehen und Versprechen deinem göttlichen Sohne vor, damit er sich meiner erbarme, und die Macht seiner Gnade an mir erweise durch eine gänzliche Umänderung meines Sinnes un Wandels. Amen. 512X SE Im Beichtstuhl. Der Herr sey in meinem Herzen und auf meinen Lippen, damit ich alle meine Sünden recht und vollständig beichte- im Namen des+ Vaters und des+ Sohnes und des heiligen+ Geistes. Amen. Ich armer fündiger Mensch bekenne vor Gott, dem Allmächtigen, vor der seligsten Jungfrau Maria, vor allen lieben Heiligen und Euer Hochwürden als Gottes Stellvertreter, daß ich seit meiner letzten Beichte, die geschehen ist vor.... oft und viel gesündiget habe; insbesondere aber klage ich mich über folgende Sünden an: - Diese und alle andern Sünden, dich ich etwa - 278 1 unwissentlich auf mir habe, sind mir von Herzen leid, weil ich dadurch Gott, das allerhöchste und liebenswürdigste Gut beleidiget habe. Ich nehme mir fest vor, nicht mehr zu fündigen, und jede Gelegenheit, ja selbst jeden Gedanken zur Sünde zu meiden. Ich bitte deßhalb Euer Hochwürden um eine heilsame Buße und die priesterliche Lossprechung. Nach der Beichte. Meine Sünden bekannte ich dir, o Gott, und verbarg meine Ungerechtigkeit nicht. Ich sprach bei mir: ,, dem Herrn bekenne ich wider mich meine Ungerechtigkeit," und du hast die Schuld meiner Vergehungen mir nachgelassen. Jetzt ist es mir wohl um das Herz, und ein süßer Trost breitet sich aus in meiner Seele. Denn du hast sie verschont und mir Barmherzigkeit wiederfahren lassen. Du hast die Bande meiner Sünden zerbrochen und mich aus meinem Elende errettet. Keine Sünde mehr, feine Sünde mehr! Lieber will ich sterben, als noch einmal durch eine vorsäßliche Sünde dich beleidigen! Danksagung. de Ich habe, o gütigster Heiland, über meine Vers gehungen mich reumüthig angeklagt im Glauben an die Versicherung deines Apostels, der sagt: ,, wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist Gott treu und gerecht, daß er uns dieselben vergebe und uns von aller Ungerechtigkeit reinige." Nun hast du mir durch den Mund des Priesters das Trostwort zugerufen: „ Deine Sünden sind dir vergeben." Ja meine Sün den sind mir vergeben, ich habe die Freiheit der Kinder Gottes wieder erlangt und bin mit deinem 279 Himmelsfrieden beseliget worden. Dank, innigfter Dank sey dir gesagt! Lob, Ehre und Preis sey dir zu allen Zeiten! Lobe den Herrn, meine Seele, und Alles, was in mir ist, lobe seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn und vergiß nicht alle seine Wohlthaten. Er ist gnädig und barmherzig, langmüthig und von großer Erbarmung. Er straft uns nicht nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, also erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Seine Barmherzigfeit währet von Ewigkeit zu Ewigkeit. Lobet den Herrn ihr alle seine Engel! lobet den Herrn, ihr alle seine Heerschaaren, ihr seine Diener, die ihr seinen Willen thut. Lobet den Herrn, ihr alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! lobe den Herrn, meine Seele! Ehre sey dem Vater und dem Sohne 2c. Amen. 1 1 Erneuerung des Vorsages. O mein Gott! ich bin nun gefund geworden: ich will mich vor dieser Krankheit wohl hüten. Ich habe meine unreine Seele im Blute des Lammes gewaschen: ich will sie nicht mehr beflecken. In Christus bin ich der Sünde abgestorben: ich will nicht mehr für die Sünde leben. Ich habe Barmherzige keit erlangt und will nun meinem gnädigen Herrn treu ergeben seyn. Gerechtfertiget im heiligen Bußsakrament, will ich jetzt ein neues tugendhaftes Leben beginnen und täglich dir ähnlicher zu werden streben. Dich zu lieben, deine heiligen Gebote zu halten und eifrig dir zu dienen das ist mein aufrichtiger Wille, mein ernstlicher Entschluß. Du sollst fortan der Gott meines Herzens, der Gebieter meiner Seele seyn. Was ich bisher gefehlt habe, will ich fortan - — 280 1 - foviel als möglich wieder gut zu machen suchen. Ich will stets findliche Ehrfurcht und Gehorsam gegen deine heiligen Gebote, und die Anordnungen der Kirche erzeigen; und durch immerwährende Erinnerung an deine Allgegenwart, wie durch sorgfältige Wachsam keit über mich selbst gedenke ich meine Unschuld und deine Liebe zu bewahren. Treu und fleißig in meis nen Berufsgeschäften, sanftmüthig bei Beleidigungen, gedultig im Leiden, unermüdlich im Beten will ich o Jesus dir nachfolgen, und niemals mehr dich verlaffen. bool Thin Wo Jesus zu finden in ri umg sey. 1. Wollt ihr den Herren finden, So sucht ihn, weil es Zeit; Wollt ihr den Bräutigam binden, So thut's, weil er's verleiht; Wollt ihr die Kron' empfangen, So rennet nach dem Ziel: Wer viel meint zu erlangen, Der sucht und müht sich viel. 2. Sucht ihn mit Kindsgeberdend JOIR Im Kripplein auf dem Heu: hi- nid Denn wer kein Kind will werden, sid Der geht ihn stracks vorbei; 6 100 Sucht ihn, den reinen Knaben, est mospra In der Jungfrauen Schooß: iguria Denn wer dieß Gold will haben, consti Muß seyn von Keuschheit groß. 3. Sucht ihn, soll er sich zeigen, tra 1 Im Straßweg der Geduld; oil Wer meiden kann und schweigen, OTO Der findet seine Huld; oid di puk * in du 281 Sucht ihn in Wüstencien ang op 4. Sucht ihn in Kreuz und Leiden, In Trübsal und Elend: Denn durch der Wollust Frenden Wird man von ihm getrennt; Sucht ihn, wo er im Grabe Der Welt gestorben ist: jua sim momci Denn wer nicht läßt die Habe, isi of hun lim 5. 1 Und Abgeschiedenheit: Die mit der Welt sich freuen, Die fehlen seiner weit, 1 in wapins Wird nicht von ihm erkiest. Sucht ihn im Himmel droben Im Chor der Seraphim, Denn die ihn liebend loben, Sind nicht sehr weit von ihm; Sucht ihn in eurem Herzen Mit tiefer Innigkeit So werd't ihr frei von Schmerzen im And dan sivi i sig Sp_bank model plas Jetzt und in Ewigkeit! 0 tods@ esisia squil disiad ito of nad med s Bitten. misd buff Du kenneft aber, o Herr, meine Wankelmüthigkeit und Schwäche; du weißt es, ohne dich vermag ich nichts. Sey darum meine Stüße und Stärke. Du hast mich auf den rechten Weg zurückgeführt; leite und bewahre mich nun auch auf demſelben. Führe mich an deiner Rechten, und weiche nicht mehr von meiner Seite. Pflanze in mein Herz immer mehr die Furcht des Herrn, damit ich nie mehr von den heiligen und beseligenden Geboten abweiche, sondern alle Tage meines Lebens in Heiligkeit und Gerech keit dir dienen möge. Schüße und bewahre meine - 282 - Seele, auf daß sie ein auserwähltes Gefäß deiner Gnade zur Verherrlichung deines allerheiligsten Namens seyn, und dich einst mit allen deinen Heiligen ewig loben und preisen fann. Amen. - Gebet nach Verrichtung der sakramentalischen Buße. Ich habe nun die vom Beichtvater in deinem Namen mir auferlegte Buße für jeßt verrichtet und will auch so viel davon noch übrig ist, stets genau erfüllen. Allein wie mild ist diese Strafe, wie ges linde dieses Besserungsmittel! denn ich habe dich gar so oft beleidiget, bin gar so träge gewesen in deinem Dienste und hätte also wohl empfindlichere Strafe verdient und herbere Heilmittel von Nöthen. Ich will jedoch auf deine unergründliche Barmherzigkeit vertrauen, und dich bitten, du wollest das Wenige, das mir auferlegt wurde, als ein Werk willigen Ges horsams und findlicher Liebe gnädig annehmen. Ich vereinige diese meine Buße mit dem Gebete und Fasten, den Schmerzen und Qualen, die Jesus Chris stus, dein vielgeliebter Sohn dir auf Erden zur Ges nugthuung für unsere Sünden dargebracht hat. In Vereinigung mit diesen unendlichen Verdiensten will ich auch fortan öfter und inbrünnstiger beten und selbst bei zeitlichen Geschäften mein Herz zu dir ers heben. Durch Werke der geistlichen und leiblichen Barmherzigkeit hoffe ich meinen Bußeifer zu bewäh ren und durch Geduld in Kreuz und Leiden will ich meinen redlichen Willen zeigen, dir nach Kräften Ges nugthuung zu leisten. Mein ganzes Leben soll ein Leben der Buße seyn! Erlaß mir nun, o barmhers ziger Gott, um meiner Buße oder vielmehr um der 283 Verdienste Jesu Chrifti willen, womit ich meine Buße vereinige, alle meine Sünden und die ihretwegen verdienten Strafen. Selig der Mensch, dessen Missethaten nachgelassen, und dem der Herr die Sünde nicht zugerechnet hat." Darum, o Herr, ist vor dir alle meine Sehnsucht! Verlaß mich nicht, Herr mein Gott, weiche nicht von mir! Habe Acht auf meine Hilfe, Herr du Gott meines Heiles! Amen. 1 - 11 - Communiongebete. Zum Anfang. 0 ( Auch bein Morg ngebet am Communiontag zu verrichten.) Auf! meine Seele, preise den Herrn, der so gnädig vom Himmel herab dich heute einladet zu seinem königlichen Hochzeitmahle. Bald wird der Priester dich zum Tische des Herrn rufen, wo er das Brod des ewigen Lebens dir reichen will. O wie groß ist des Allmächtigen Güte, der mich diesen Tag erleben ließ, an dem ich in die innigste und seligste Vereinigung mit meinem Gott und Heiland treten soll! Hochgelobt sey Gott, der in Jesus mir des Segens Fülle verleihen will! Denn in Jesus habe ich Verzeihung der Sünden und Nachlaß meiner Schuld und Strafe gefunden; von ihm erhalte ich Trost und Kraft in jeder Noth Alles was hier mich befriedigen und jenseits selig machen kann. In diesem vollen Heile will er mich befestigen in der heiligen Communion. Darum ist heute wieder ein Tag höchster Freude und Wonne! Willkommen du Ehrentag, an welchem mein Erlöser, der Urheber meines Friedens und 1 284- - meiner Glückseligkeit bei mir einkehrt! Ach, daß ich ganz würdig dem Allerheiligsten nahen könnte! Fluch oder Segen, Leben oder Tod kann ich mir holen bei diesem wunderbaren Abendmahle. î D du Lamm Gottes, für uns getödtet, nun zur Rechten des Vaters mit Ehre und Macht gekrönet, erbarme dich meiner! Behüte mich vor Unehrerbietigs keit, Leichtsinn und Unwürdigkeit: gib mir selbst das Hochzeitliche Kleid uid die heilige Stimmung des Herzens, daß ich würdig zu deinem heiligen Mahle hinzutrete. Du hast mich liebevoll gesucht, du guter Hirte, da ich in Sünden verirret war: nähre mich nun durch dein heiligstes Fleisch und Blut, damit ich ganz nach dir umgewandelt werde und dir treu er geben anhange! Heilige Maria! die du dem dreieinigen Gotte so wohlgefällig warest; ich möchte durch dich Zutritt bei deinem Sohne finden und von dir die Gnade erlangen, daß du mich, wie so viele deiner Pflegkinder zum Tische des Herrn begleiten wollest. Du vermagst Alles bei deinem Sohne: mache, daß er bei seiner Ankunft mich nicht verwerfe, sondern durch seine gnädige Einkehr mich segnen wolle. NO Ihr lieben Heiligen und Engel Gottes, die ihr bisher traurige Zeugen meiner Sünden gewesen, seid jetzt auch erfreute Zeugen des Bundes, den ich mit dem Heilande an seinem heiligen Tische erneuern werde. Bittet für mich, daß ich des vollen Segens dieses heiligen Mahles theilhaftig werden möge. Amen. Glaube. ni ,, Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch wird dahingegeben werden; thut dieß zu - 285 - meinem Andenken." Wie wunderbar sind diese deine Worte! Ich will sie nicht überhören, sondern ihrer gnädigen Mahnung folgen: siehe! ich komme zu dir, um das Brod des Lebens zu empfangen, mein Herz ist bereit, dich aufzunehmen; ich verlange und sehne mich, in dem allerheiligsten Altarssakrament dein Fleisch und Blut zu genießen. Vom Lichte des Glaubens erleuchtet, sehe ich unter der Gestalt des Brodes dich selbst, o Jesus, wahrhaft wirklich und wesentlich zugegen. Hier ist dein glorreicher Leib, der für uns am Kreuze gez hangen, im Grabe gelegen und auferstanden ist und nun verklärt im Himmel thronet. Hier ist dein Blut, daß du für meine und aller Menschen Sünden am Kreuze vergossen hast, hier ist deine Seele voll Gnade und Weisheit. Hier ist deine Menschheit und Gottheit zugegen, das Fleisch gewordene Wort, das von Ewigkeit bei Gott war. Ich glaube dieß und Alles, was du durch deine heilige Kirche zu glauben vorstellest und mit diesem festen katholischen Glauben will ich zur heiligen Communion hinzus gehen. Im Aufblicke zu diesem Geheimniß deiner Allmacht und Liebe spreche ich: mein Gott und mein Herr! — Hoffnung. und Bei dir, o mein Jesus, ist Trost und Barmherzigkeit für Alle, die in Demuth und Reue sich nahen. Du rufest selbst allen Bedrängten und Schwachen, daß sie zu dir kommen sollen wenn sie deiner Einladung folgen, labest und erquickest, heilest und stärkest du sie. Wohl mir, daß ich einen so mächtigen und guten Freund und Helfer im Himmel habe! Ich komme in meiner Herzensbedrängniß - 286 zu dir, mein Heiland, und flehe: Jesus du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Herr, erhöre mein Flehen und eile mir Kranken zu helfen! Gieße das Del deiner Gnade in meines Herzens Wunden und labe meine Seele mit dem Weine reiner Liebe! Belehre und kräftige mich an deinem heiligen Mahle, damit ich mich nie mehr von dir entferne, und in Sünden mich unglücklich mache. Heilige mich immer mehr, damit ich zu einem ganz neuen, dir wohlgefälligen Menschen umgeschaffen werde! Mein Herr und Heiland! auf den unendlichen Werth deines Blutes und die Kraft dieses heiligen Mahles ist all' meine Zuversicht gegründet- laß meine Hoff nung nicht zu Schanden werden! Komm, o Jesus, nimm Einkehr in meinem armen Herzen, und verhilf mir durch diese Engelspeise, daß ich hier im Leben beharrlich auf dem Pfade der Tugend wandle, und einstens in die Wohnungen der Seligen aufgenommen werde. Amen. - Liebe. Alles, was ich immer von dir, o Jesus, betrachte, ist Ausdruck deiner unendlichen Liebe. Deine Menschwerdung und Geburt, all' deine Worte und Werke, deine Mühen, Bitten und Thränen, dein Leben, Leiden und Sterben, sind Zeugen deiner Liebe. Ja es war dir nicht genug, uns Sünder treu zu lieben bis in den Tod; du wolltest noch ein Liebesmahl stiften auf ewige Zeiten. In diesem wunderbaren Mahle, das du am Vorabende deines bittern Leidens und Sterbens eingesetzt hast, bleibst du immer unter uns, und gibst dich selbst einem Jeden zur Speise dar, der würdig an deinem Tische erscheint. Wie unermeßlich ist deine Liebe! und dafür verlangest du 287 nichts anderes als aufrichtige Gegenliebe. Ach, ents flamme mein Herz mit dem Feuer dankbarer und opferwilliger Gegenliebe! vernichte in mir Alles, was von deiner Liebe mich abhält; entferne die eisige Kälte der Trägheit und weltlichen Gesinnung und fache an jene heilige Gluth, die mich zu einem Gott wohlgefälligen Opfer der Liebe verzehrt. 1 - thi Ich schenfe dir Leib und Seele, Alles was ich bin und habe, und wünsche dich so innig und kräftig lieben zu können, wie du es würdig bist. Du Ure quell alles Guten, nimm mich ganz in deinen Besitz und wandle mich nach dir um, damit ich hienieden niemals mehr von deiner Liebe geschieden, jenseits aber auf ewig mit dir vereiniget werde. Jesus, meine Liebe und meine Seligkeit! ich liebe dich von ganzem Herzen und will dich lieben in alle Ewigkeit. Amen. Reue, Demuth und Anbetung. Bisher habe ich leider deine unendliche Liebe mit schändlichem Undanke vergolten! Statt dich aus allen Kräften entgegen zu lieben, habe ich dich oft beleidiget. Du hast mir zwar, wie ich hoffe, im heiligen Sakrament der Buße, meine Sünden vergeben; aber ich bereue sie noch einmal vom Grunde meines Herzens, weil sie vor deinem heiligen Angesichte ein Greuel sind. Ach, hätte ich niemals dich betrübt, könnte ich alle meine Sünden ungeschehen machen wie getrost dürfte ich dann zu dir auf blicken! So aber wie darf ich wagen zu dir zu kommen, mein Herr und Gott? Bestämt und aufrichtig befenne ich: ,, ich bin nicht würdig, daß du zu mir kommest." Ich, ein armer Sünder, ein undankbarer - 288 Diener wie kann ich dich, den Allerheiligsten, den liebevollsten Herrn in mein Herz aufnehmen! Hier in deiner wunderbaren Gegenwart fühle ich meine ganze Armseligkeit und Niedrigkeit; o Herr, wie darf ich dir, vor dem selbst die Engel ihr Angesicht vers hüllen, in meiner Seele eine Wohnung anbieten! Siehe ich liege hier in Demuth und Reue vor deiner verborgenen Majestät auf den Knieen und bete dich an als meinen Gott und Herrn! Duns endlich erhabener und vollkommener Gott und Heis land! du Wunderbarer! du unerschaffenes Licht, du ewige Weisheit, verhüllt unter der Gestalt des Brodes! ich bewundere, ehre und preise dich und bete dich in tiefster Ehrfurcht an! Hochgelobt seyst du in dem allerheiligsten Sakrament des Altars von nun an bis in Ewigkeit. - 1 Sehnsucht und Bitte! KESTOHE O Jesus! du bist auf die Erde gekommen um zu suchen was verloren war, und du willst, daß Alle felig werden. Es ist deine Freude, unter den Mens schen zu verweilen und du ladeft sie alle ein, von dir sich heilen, erquicken und stärken zu lassen. Im Vers trauen auf diese deine liebevolle Gesinnung und ers muntert durch deine freundliche Einladung will ich es wagen, zu deinem, heiligen Mahle hinzu zu gehen. Ich freue mich von Herzen auf deine gnadenreiche Heimsuchung; ich sehne mich sehr darnach, daß du in meinem Herzen einkehrest. Außer dir kann ich nichts Erhabeneres und Besseres erlangen im Himmel und auf Erden; habe ich dich, so habe ichy Alles. D daß ich, mein liebster Jesus, dich schon in meinem Herzen hätte! O Herr komm, fomm doch bald, du Manna meiner Seele! Komm du himmlischer Arzt 289 und heile mein frankes Herz! Komm du Urquell aller Heiligkeit und heilige mich ganz und gar! Komm, mein Herr und Gott, und stille mein sehnlichstes Verlangen! - Verachtung der Welt, Erwählung Jesu. 1. Fahr' hin, du schnöde Welt, Mit deinem Gut und Geld; Fahr' hin mit deinem Prangen Und den geschmückten Wangen; Du wirst mit deinen Tücken Mich nun nicht mehr berücken: Jesus Christus soll allein Meiner Seele Vorbild seyn. — 2. Dein Ruhm ist wie ein Schaum, Und deine Pracht ein Traum, Und deine Herrlichkeiten Verbleichen mit den Zeiten. Fahr' hin, ich mag nicht haben, Was nur kann zeitlich laben: Jesus Christus soll allein Meiner Seele Liebstes seyn. 3. Wer dir zu viel getraut, 4. Hat auf den Sand gebaut; der Wer dir sich hat ergeben, Verdirbt mit Leib und Leben. Drum will ich dich verlassen, Und nimmermehr umfassen: Jesus Christus soll allein Meiner Seele Bräut'gam seyn. Ich schätze deine Lust So viel als Koth und Wust; Der teil. Aloysius. 19 290 pell und alle deine Freude bild - - Bergleich ich Trau'r und Leide; galing niis Drum will ich auch nicht lieben, Was mich nur kann betrüben. Insprahall Jesus Christus soll allein Ewig meine Liebe seyn. Anrufung der Heiligen. Ihr Auserwählte Gottes! ihr Engel des Him mels, die ihr beständig vor dem Lamme stehet und in der Anschauung Gottes glückselig seyd: begleitet mich jetzt zum Tische eures und meines Herrn. Stehet mir bei und bittet für mich, daß er in meinem Her zen gnädig Wohnung nehmen und es ganz zu seinem Tempel weihen wolle. Du vor Allem, reineste Jungfrau Maria, die du würdig warest, die Mutter meines Erlösers zu werden; erlange mir durch deine mütterliche Fürbitte die Gnade, daß er auch in meinem Herzen eine wohlge fällige Herberge finden möge! Heiliger Aloysius, der du wie ein Seraph in inniger Liebe zu dem allerheiligsten Sakramente des Altars dich verzehrtest; siehe, ich soll nun bald bei diesem himmlischen Gastmahl erscheinen, bin aber ganz arm und unwürdig, den König Himmels und der Erde in mein Herz aufzunehmen. Hilf mir, ich bitte dich, meine Seele vorzubereiten und mit den Tu genden des Glaubens, der Hoffnung und Liebe, der Rene, Demuth und Anbetung auszuschmücken, damit Jesus die Herberge meiner Seele nicht verschmähe. Daß ich doch meinen Heiland so lieben könnte, wie du ihn geliebt hast! daß ich ihn mit solcher Herzensreinigkeit.mpfangen könnte, wie du ihn stets $ 291 empfangen haft! Führe mich, o liebeglühender Aloyfius, ießt zur heiligen Communion, bete mit mir und für mich, daß ich in aller Ehrerbietigkeit und Sammlung, inbrunnstiger Liebe und glühender Andacht das Fleisch und Blut meines Herrn und Heilandes ge= nießen möge. - L tim nel bybilanad Kurz vor der heiligen Communion. Nun will ich aufstehen, und den suchen, den meine Seele lieb hat. Ich will hintreten zum hek ligen Tisch und meinen Herrn und Heiland emich und pfangen. Der allmächtige Gott erbarme sich meiner; er vergebe mir meine Sünden und führe mich zum ewigen Leben. Er, der allmächtige und barmherzige Gott, verleihe mir seine Huld und Gnade und eine gånzliche Verzeihung meiner Sünden. Amen. re Cimb Beim Hingehen. Jesus, du ewige Wahrheit, ich glaube an dich; Jesus, du unendliche Barmherzigkeit, ich hoffe auf dich; Jesus, du höchstes Gut, ich liebe dich von ganzem Herzen! Jesus, mein Gott und Herr, ich bete dich an und verlange nach dir! O mein bester, liebster Jesus, komm zu mir! Amen. An der Communionbant. Der Leib unsers Herrn Jesu Christi bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Amen. $ m Nach der heiligen Communion. ( Bleibe einige Zeit lang ruhig und in dich gekehrt: rede mit Jesus wie die Liebe es dir eingibt; dann erst bete:) - 292 Lob und Dankgebet. Wie glückselig bin ich! Gnade über Gnade ist mir geworden! Jesus, mein Gott und Herr, hat in meinem Herzen Einfehr genommen- ießt ist meiner Seele Heil wiederfahren! So lobet denn alle Geschöpfe den Herrn! preiset und verherrlichet ihn mit mir in Ewigkeit! Ihr Kräfte und Herrschaften, ihr Fürstenthümer und Mächte, lobet den Herrn! preiset und verherrlichet ihn in Ewigkeit! Ihr Cherubim und Se raphim, die ihr vor Liebe zu eurem Schöpfer entflammt seyd, lobet den Herrn, preiset und verherrlichet ihn in Ewigkeit! Ihr Apostel und Evangelisten, ihr glorreichen Märtyrer und standhaften Bekenner, ihr frommen Jungfrauen und seligen Bewohner des Him mels alle, lobet und verherrlichet den Herrn von Ewigkeit zu Ewigkeit. Bulja Mein Glück ist nun vollendet. Großes hat an mir gethan, der da mächtig und dessen Name heilig ist ja er hat mir das Größte und Höchste gege ben, das im Himmel und auf Erden zu finden ist. D Wunder der Barmherzigkeit und Güte Gottes! Jesus, vor dem die Engel anbetend niederfallen, ist in meinem Herzen! Was kann, was soll ich zum Danke dafür thun? O du Freude meines Herzens, du Leben meiner Seele, ich finde keine Worte, um dir die Gefühle meines aufrichtigsten Dankes auszusprechen! Du haft mir dich selbst, Leib und Seele, Fleisch und Blut, Gottheit und Menschheit geschenkt, hast mir dich zur Speise dargereicht; du wohnest in mir. Wie vermag ich dir würdig dafür zu danken? Wenn auch alle Seligen des Himmels und alle Ge rechten auf Erden sich mit mir vereinigen werden, um dir zu danken- so wäre mein Dank doch nur - - 293- - ganz gering im Verhältniß zu deiner Gabe. D du göttliche Speise der Seelen, du liebliches Brod vom Himmel, du Quelle aller Freuden und Heiligkeit! nimm das ernstliche Verlangen meines Herzens, dir würdig zu danken, gnädig auf! Ich Armseliger kann nur über deine unermeßliche Güte staunen und deine Huld und Liebe bewundern! Hochgelobt und gebenedeit, geliebt und angebetet seyst du ohne End, in dem allerheiligsten Altarssakrament! Amen. Aufopferung. D Jesu, du Opfer der Liebe! Du hast dich in der heiligen Communion mir ganz dargegeben; sieh, ich will mich dir jetzt als Opfer der Gegenliebe schenken. Nimm mich gnädig an zu deinem vollen Eigenthum; ich weihe dir alle Kräfte des Leibes und der Seele: mit meinem Herzen will ich nur dich lieben und die Sünde haffen, mit meinem Verstande deine Vollkommenheiten immer besser kennen lernen und mit meinem Gedächtnisse stets deiner Liebe mich erinnern; meine Ohren sollen nur bereit seyn, um von dir und deinen Erbarmungen zu hören, meine Augen, um die Wunder deiner Werke zu betrachten, meine Hände, um dir wohlgefällige Werke zu verrichten, meine Füße, um die Wege deiner Gebote zu wandeln, und mein Mund, um überall dein Lob zu verkünden. Ich will fortan nur leben, um dir zu dienen, dich anzubeten und zu verherrlichen. Mit all dem bringe ich dir zwar nur ein geringes Opfer bar; aber es ist Alles, was ich habe und geben kann. Siehe daher nicht auf die Gabe, sondern auf den guten Willen meines Herzens, das dir Alles schenket, was es ist und hat. Du Herzenskenner weißt es, daß — 294 - ich dich liebe! Jesus dir lebe ich, Jesus dir sterbe ich; Jesus, dein bin ich todt und lebendig! Amen. Italpiling dans 2 nd baumi Versprechen, Jesum zu lieben bis in den Sod. no u 161 1. Ich will dich lieben, meine Stärke, Ich will dich lieben, meine Zier Ich will dich lieben mit dem Werke Und immerwährender Begier: Ich will dich lieben, schönstes Licht! Bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben! Als meinen allerbesten Freund; Ich will dich lieben und erheben, So lange mich dein Glanz bescheint; Ich will dich lieben, Gottes Lamm, Als meinen Bräutigam. 3810 119 3. Ach, daß ich dich, so spät erkennet, Du hochgelobte Schönheit du! Und dich nicht eher mein genennet, Du höchstes Gut und wahre Ruh'! Es ist mir leid, ich bin betrübt, Daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirret und verblendet, Ich suchte dich, und fand dich nicht; Ich hatte mich von dir gewendet, Und liebte das geschaff'ne Licht; Nun aber ist's durch dich gescheh'n, Daß ich dich hab' erseh'n! 5. Erhalte mich auf deinen Stegen, ning Und laß mich nicht mehr irre geh'n; Laß meinen Fuß in deinen Wegen Nicht straucheln oder stille steh'n: dan 194 295 Erleucht mir Leib und Seele ganz, Du starker Himmelsglanz. 6. Id will dich lieben, meine Krone, Ich will dich lieben, meinen Gott, Ich will dich lieben ohne Lohne, Auch in der allergrößten Noth, Ich will dich lieben schönstes Licht, Bis mir das Herze bricht! - dimos POR O Preis der Mutter des erwählten Bräutigams der Seele. 3 Reinste Jungfrau, die vor allen, 19 Gott dem Vater wohlgefallen, lain Deren Keuschheit seinen Sohn in he Hat gelockt vom Himmelsthron; Reinste Inngfrau, dir zu Ehren me Laß ich meine Stimme hören. Dich, Maria will ich preisen, Dir, o Jungfrau! Dienst erweisen; Dich, du schönster Morgenstern, sild will ich rühmen weit und fern; Tenn durch dich ist uns gegeben, Jefus, unser Heil und Leben. Kommt ihr Töchter und Jungfrauen, Eine Königin zu schauen, 216 Die Ihm Gott hat selbst vertraut Seine Tochter, Mutter, Braut: Schaut die Fürstin, die er liebet, Der er gänzlich sich ergiebet! Königin der Seraphinen, 62 Oberste der Cherubinen, Herzogin der Martyrer, 15 * did Sun sibo 16 296 Fürstin aller Beichtiger, Aller Heil'gen und Jungfrauen, Die dem Lamme sich vertrauen! O Maria voller Gnade, Hilf, daß mir der Feind nicht schade, Daß ich möge nach der Zeit, In der ew'gen Seligkeit, O du Krone der Jungfrauen, Dich und deinen Sohn anschauen! 10 bet Vorsaß und Bitte. " Wer mein Fleisch ist, und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm!" so lautet dein ewig geltendes Wort! An dieser Verheißung freuet sich jetzt meine Seele und hoffet zuversichtlich auf ihre Erfüllung. Ich habe dich durch die heilige Communion in mein Herz aufgenommen; bleibe nun bei mir, und gib, daß auch ich in dir bleibe. Mein ernstlicher Wille ist es, in dir zu bleiben, bei dir zu verharren, und von dir mich niemals mehr zu trennen. Könnte ich mit meinem Leben alle meine Sünden austilgen gerne würde ich es für dich hingeben; ja ich will lieber sterben, als dich noch einmal durch eine schwere Sünde zu beleidigen. Siehe, mein Vorsaß ist ernstlich und fest aber ohne dich vermag ich nichts. Du kennest meine Schwäche am besten, se hilf mir denn auch, wo und wie ich es nöthig habe, durch deine allmächtige Gnade, damit ich meine Vorfäßze halten und ausführen kann. Gib mir eine wahre Erkenntniß deiner Majestät und Liebe, und meiner Niedrigkeit und Undankbarkeit, damit ich alle Kräfte anstrenge, um dir treu zu dienen. Flöße mir eine heilige Furcht ein, damit ich die Sünde über - — 1 the DE ******* 297 Alles verabscheue und fliebe; und entflamme in mir das Feuer heiliger Liebe, damit ich dir allein zu gefallen strebe. Tilge in meinem Herzen alle Lust am Bösen, und befreie es von jeder verkehrten Neigung. Reinige durch dein unschuldig Blut, das du am Stamm des Kreuzes vergossen hast, alle meine Ge danken, Worte und Werke, damit sie ganz zu deiner Ehre und Verherrlichung gereichen. Gib mir, o gütigster Jesu, Alles, was mir zu meinem Heile nothwendig und ersprießlich ist; und wende Alles ab, was meiner Seele schädlich ist. 1 - Göttlicher Heiland! ich kann nicht aus deinem Hause und von deinem heiligen Mahle mich entfermen, bevor ich deinen Segen erhalten habe. So segne mich denn, wie du deine lieben Jünger gesegs. net hast, ehe du von ihnen in den Himmel aufges fahren bist. Segne meinen Leib und meine Seele; segne meine Arbeiten, meine Freuden und Leiden; segne meine ganze noch übrige Lebenszeit, sogar die Stunde meines Todes; damit ich in deiner Gnade und Freundschaft lebe und sterbe! silt Endlich bitte ich dich um Verzeihung aller Unvollkommenheiten und Versäumnisse, die ich mir beim Empfang dieses hochheiligsten Sakramentes etwa habe zu Schulden kommen lassen. Habe Nachsicht mit mir Armen und ersetze durch deine Liebe und Verdienste, was meiner Andacht und Ehrerbictigkeit, bei der Vorbereitung und Danksagung oder bei der heiligen Communion selbst abgegangen ist. Jesus, mein Gott und Alles! Dir sey Lob, Ehre, Preis und Dank in alle Ewigkeit. Amen. Abendgebet am Communiontage. sai Alle Lobpreisungen, die ich dir, o mein Jesus, — 298 - des heute beim heiligen Liebesmahle dargebracht habe, möchte ich in dieser Abendstunde mit dankbar gerühttem Herzen erneuern. Wenn aber auch mein Mund von deinem Lebe überströmen wür'e, so wäre ich doch nicht im Stande, dir würdige Ehre zu erweisen und gebührenden Dank zu sagen. Du achtest jedoch mehr auf die Stimmung des Herzens und auf die Richtung des Willens, als auf die Worke des Mundarum gelobe ich dir jetzt, daß ich mich fortim ganzen Leben dankbar erweisen, und deinem heiligen Willen ganz ergeben seyn werde. Ich will alle Regungen des Eigenwillens dir unterwerfen und stets nur deine Ehre und das Heil meiner armen Seele im Auge haben. Dein heiliger Gehorsam, o Jesus, sey immer mein Vorbild; an deinem heiligen Eifer für Wahrheit und Gerechtigkeit, für Unschuld und Tugend will ich mich alle Tage ermuthigen, und mit deiner Gnade bin ich entschlossen, dir auch treulich nachzufolgen. Du hast nun in mir Wohnung genommen, ziehe niemals mehr aus meinem Herzen aus sondern nimm es ganz und für immer in Besiß, damit die Sünde keine Gewalt mehr über dasselbe erhalte. Offenbare in mir deine gnädige Einkehr und laß an mir deine Heiligkeit fund werden. Beherrsche und weihe meine Gedanken, leite und regiere meine Worte, heilige und segne meine Werke und Bestrebungen. Verhilf mir dazu, daß ich mit dem Apostel sagen fann: ich lebe, aber nicht mehr ich, sondern Chris stus lebt in mir." - D Jesu! du ewige Quelle alles Guten, der du aus Liebe zu mir und um deine Gnaden mir reichlich mitzutheilen, heute in mein Herz gekommen bist, ich bitte dich, du wollest nun täglich deine freigebige 299 Hand aufthun und mir alles dasjenige schenken wor durch dir meine Seele ganz wohlgefällig wird. Vereinige dich immer noch inniger mit mir, o du Geliebter meiner Seele. Lebe du allein in mir, streite für mich gegen alle Feinde meines Heiles und verhilf mir zum Siege im Leben und Sterben. Stehe mir gnädig bei, daß ich in allem Guten beständig zunehme, und von deiner Liebe nimmermehr geschieden werde. — Ich überlasse mich nun nach diesem glüdlichen Tage der Ruhe der Nacht; aber mein Herz wachet in Liebe zu dir. Ich habe dich gefunden, o göttlicher Heiland, dich, den meine Seele liebt; ich will dich nicht mehr entlassen in Ewigkeit. Amen. Thi und die Max 1451 vid time Ablaßgebete. ( Zur Gewinnung eines vollkommenen Ablasses bete man nach wündigem Empfang der heiligen Sakramente der Buße und des Altars 7 Vater unser, und 7 Ave Maria und das Apostolische Glaubens bekenntniß, nach der Meinung des Papstes, oder auch folgende Gebete:) mid Hodn 11 Vorbereitungsgebet. 8 Meine Sünden und die ewige Strafe derselben find mir wohl, wie ich hoffe, im heiligen Bußsakramente durch deine Barmherzigkeit nachgelassen worden; aber ich bin noch nicht frei von zeitlichen Strafen. Durch meine Bußwerke vermag ich deiner Gerechtigkeit nicht genug zu thun; darum nehme ich meine Zuflucht zu dem unerschöpflichen Schaße der Verdienste deines eingebornen Sohnes, unsers Herrn Jesus 300 - Christus, und deiner Heiligen, damit ich dadurch für meine schwache Genugtbuung Hilfe und Beistand er lange. Ich bin bereit, Alles zu erfüllen, was zur Erlangung dieses Ablasses erfordert wird. Nimm, o Vater der Erbarmungen, meine Bußwerke gnädig auf in Vereinigung mit dem Leiden und Sterben Jesu Christi, und mache mich, obwohl ich dessen unwürdig bin, dieses vollkommenen Ablasses theilhaftig. Amen. Vater unser. Gegrüßet.. 1. Bitte Gott um Erhöhung der katholischen Kirche.... Vater unser. Ave Maria. Gebet: Wir bitten dich, o Herr, siehe gnädig auf deine heilige Gemeinde herab, für welche unser Herr Jesus sich den Händen der Sünder überlassen und der Marter des Kreuzes unterwerfen wollte, der mit dir lebt und 2c. Amen. 2. Bitte um Ausrottung der Keßerei... Vater unser. Ave Maria. Gebet: Wir bitten dich, o Herr, nimm gnädig auf die Gebete deiner Kirche, damit alle Widers wärtigkeiten und Irrthümer zerstört werden und sie dir in ungestörter Freiheit dienen möge. Amen. 3. Bitte um Einigkeit der christlichen Fürsten.... Vater unser. Ave Maria. Gebet: D Gott, von dem heilige Begierden, gute Entschlüsse und gerechte Werke entspringen: gib deinen Dienern jenen Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsre Herzen deinen Geboten ergeben, alle Furcht vor Feinden entfernt, und die Zeiten unter deinem Schuße ruhig und friedlich seyen. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. - 301 - 4. Aufopferungsgebet der vorgeschrie benen Werke. Heiliger dreieiniger Gott! ich habe nun dasjenige verrichtet, was vorgeschrieben ist, um einen vollkommenen Ablaß meiner schuldigen zeitlichen Sündenstrafen zu erhalten. Ohne diese Nachlassung hätte ich nicht nur dieses, sondern noch viel mehreres thun müffen, um deiner göttlichen Majestät Genugthuung zu leiſten. Deiner unermeßlichen Güte und Freigebigkeit ist es zuzuschreiben, daß du die geringen Werke deiner Diener so reichlich lohnest. So nimm denn, heilige Dreifaltigkeit, diese meine Werke gnädig auf und ersetze ihre Mängel durch die unendlichen Verdienste deines Eingebornen Sohnes, meines lieben Heilandes Jesu Christi; mache mich nun dieses vollkommenen Ablasses theilhaftig. Dafür sollen dir Himmel und Erde mit mir Lob und Dank sagen jetzt und in Ewigkeit. Amen. Vater unser. Ave Maria. Ich glaube 2c. UE Hilferuf zu Jesus in Versuchungen. 1. Erbarm' dich mein, o Jesus Chrift! Der du für mich gestorben bist: Sieh' an mein' Angst und große Noth; Errette mich, du treuer Gott! 2. Schau, was ich leide von dem Feind, Der mich mit Macht zu fällen meint; Er stellt mir nach und sicht mich an, So viel er immer weiß und kann. 3. Ach laß ihm doch, mein Gott, nicht zu, Daß er mir einen Schaden thu'! 1 302 ir Steu'r ihm mit deiner starken Hand, Und mache seine List bekannt. 4. Ich flich zu dir, mein Felsenstein, pili. smole Wie ein verfolgtes Täubclein: m t Ich scß mich in dein Herzens Riß, Da bin ich sicher und gewiß. - - Dankgebet für die Berufung zur wahren Kirche. Mit dankerfülltem Herzen freue ich mich, o mein Gott, über das Heil, dessen du mich gewürdiget hast, indem ich in die wahre Kirche Jesu deines Sohnes aufgenommen wurde. In dieser heiligen katholischen Kirche finde ich Gnade, Trost, Ruhe und Erquickung im Leben und Sterben, und nach dem Tode wahres Heil, die ewige Seligkeit. Ich bin durch die uners forschlichen Rathschlüsse deiner Barmherzigkeit ein katholischer Christ, und freue mich dieses theuren, ehr würdigen Namens. Verleihe mir Schwachen nun auch die Gnade, meinem Namen gemäß zu leben; sonst würde ich nur eine schwere Verantwortung für diese große Gnade auf mich laden. Denn wie werde ich, so ich meinen Glauben im Leben verläugne, vor Jesus Christus bestehen können, wenn er einstens als Richter fommt und von den anvertrauten Talenten Nechenschaft verlangt? Das ist mein fester Vorsatz: als ein wahrer, gläubiger Katholik will ich mich bestreben, Jesu meis nem Erlöser immer ähnlicher zu werden. Seine heilige Lehre anzuhören und immer besser kennen zu lernen, soll meine süßeste Freude seyn. So wie Jejus, mein göttliches Vorbild, will ich alle Men 303 fchen wie meine Brüder und Schwestern aufrichtig lieben und ihnen nach Kräften Gutes erweisen. Ich will durch einen sittsamen Wandel, durch Demuth und heiligen Eifer Allen ein gutes Beispiel geben, nur an die Gottesfürchtigen mich anschließen, und den Spöttern und Feinden von Herzen verzeihen. Ich will in Geduld mein Kreuz auf mich nehmen, mich selbst verleugnen, meinem Erlöser treu nachfolgen. Ertheile mir hiezu deinen Segen, o Gott! and laß durch die heiligen Sakramente, welche ich fleißig und andächtig empfangen will, deine allmächtige Gnade mir immer reichlicher zu Theil werden. Gib, daß ich zunehme an Weisheit und Liebenswürdigkeit wie an Alter, und alle Tage ein würdigeres Kind deiner heiligen Kirche werde, damit ich auch jenseits zu der Gemeinschaft der triumphirenden Kirche gelangen und dich, o Gott, von Angesicht zu Angesicht schauen möge in alle Ewigkeit. Amen. - 1 Danklied nach dem Essen. 1. Er hat uns reichlich geben, Was wir bedurft zum Leben, Hat Speis und Trank bescheeret, Daß wir uns wohl genähret, Und seine milde Hand Gar sichtbarlich erkannt. 2. Er woll' uns auch verleihen Und innig benedeien, Daß wir mit all'm Verlangen Stets würdiglich empfangen Für'n ew'gen Seelentod Ihn selbst, das Himm. lebrod. Be dium and d - 3. Tann woll' er uns auch bringen m Hin, wo die Engel singen, Daß wir in höchsten Freuden Auf seiner Gottheit weiden, Und sinken in den Wein, Ter er, Gott selbst, wird seyn. Chr' sey in Einem Throne 4. Dem Vater und dem Eohne, das e Dem heil'gen Geist ingleichen Woll' all's zur Ehr' gereichen, Wie es jetzt ist und war, Und sehn wird immerdar. 304 4 - dnu Die Krone des Herrn. Das Gebet, daß die Krone des Herrn genannt wird, besteht aus 33, Vater unser" und 5. Ave Maria, die gebetet werden zu Ehren der 33 Jahre, die der göttliche Heiland anf Erden verlebte, um uns durch sein Beispiel auf den sichern Weg des Himmels zu führen und durch das kostbare Blut seiner heiligen Wunden uns die Kindschaft und das ewige Leben wieder zu erwerben. Wenn nemlich das ewige Leben davon abhängt, daß wir Gott erkennen und den, den er gesandt hat, und wenn der Apostel Paulus den Fluch aasspricht über den, der unsern Herrn Jesum Chriftum nicht liebt; so ist es gewiß heilsam und gut, daß wir uns an die Hauptumstände des Lebens Leidens und Sterbens Jesu Christi erinnern, und Jesu manchmal in der Betrachtung Schritt für Schritt nachfolgen. Hiezu dient, die Krone Christi" von einem frommen Kamalbulenser Mönch, Michael, 1516 begonnen, eine Art Rosenkranz, für deren andächtige Abbetung mehrere 6 1 305 1 Ablässe verliehen wurden. Wenn man die Krone des Herrn für die Verstorbenen betet, spricht man jedesmal statt: Ehre sey dem Vater 2c.: ,, Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen." Zehn Jahre Ablaß, so oft man diese Krone betet. Vollkommener Ablaß, wenn man täglich( wenigstens einen Monat lang) die Krone betet und am Osterfest würdig die heiligen Sakramente der Buße und des Altars empfängt. Vorbereitungsgebet.ds Mein süßester Herr Jesu Christe! wenn ich bes trachte, daß du, ewiger und wahrer Gott, aus Mitleiden für unser Elend Mensch geworden, nach dreiunddreißig Jahren eines mühsamen Lebens, die grausamsten Schmerzen ausgestanden hast, und für uns am Kreuze gestorben bist; so zittere ich im Hinblick auf mein Leben, welches so sehr dem deinigen wider= spricht, indem ich dich meinen Schöpfer, meinen Erlöser und meine Liebe so oft beleidiget habe. Meine Seele ist zwar deßwegen höchst betrübt; allein ich verlange und bitte dich, gib meinem Herzen einen Schmerz über alle Schmerzen. Vertrauend auf deine unendliche Barmherzigkeit, auf deine Verdienste und auf die Fürbitte der allerseligsten Jungfrau deiner Mutter komme ich mit reumüthigem Herzen zu dir, und bitte dich demüthigst durch deinen heiligsten Namen Jesu, durch dein fostbarstes Blut, durch deine allerheiligsten Wunden, mir meine Sünden zu verzeihen, und das Andenken an die Geheimnisse deines heiligsten Lebens, Leidens und Todes in mein Ge dächtniß und noch mehr in mein Herz tief einzuprägen; erleuchte auch meinen Verstand und entzünde meinen Willen, auf daß ich wahrhajt mein Leben ändere, und deine herrliche Krone mit Andacht bete, Der hell. Aloysius. 20 306 zu deiner Ehre und zum Heile meiner Seele, und aller Lebendigen und Verstorbenen, für welche ich zu beten verpflichtet und entschlossen bin, und für welche du willst, daß ich bete, auch für jene, die mich auf irgend eine Weise beleidiget haben, denen ich nicht nur verzeihe, wie ich wünsche, daß auch du mir verzeihest, sondern die ich Alle aus Liebe zu dir liebe, wie auch du mich liebest, obschon ich schuldig bin an deinem Tode, o liebenswürdigster und in alle Ewigkeit zu liebender Jesu! 1 - id di 01 ile bus 1. Zehner. ws and 2nd bon Geheimnisse seiner heiligen Ankunft. 1. Jesu! dessen gnadenreiche Menschwerdung der Erzengel Gabriel der allerseligsten Jungfrau durch Mitwirkung des heiligen Geistes verkündet hat. Gegrüßt seyst du Maria 2. 1. O Jesu, unser Gott, der du um unsers Heils willen die menschliche Natur angenommen, aus Maria der Jungfrau geboren, und in eine Krippe gelegt worden bist. Vater unser 2c. 2. O Jesu, dessen Geburt die Engel freudenvoll verkündeten und den herrlichen Lobgefang: Ehre sey Gott in der Höhe anstimmten. Vater unser 2c. 3. O Jesu, der du von den durch die Engel eingeladenen Hirten bist angebetet worden. Vater unser 2c. 4. O Jesu, der du am achten Tage dem Gesetze der Beschneidung dich unterworfen hast, und Jes sus genannt worden bist. Vater unser 2c. 5. O Jesu, von den heiligen drei Königen als wahrer Gott und Mensch angebetet und mit Gaben verehret. Vater unser 2c. - 307- 6. D Jefu, der du im Tempel aufgeopfert, und als Heiland der Welt verfündet worden bist. Vater unser 20. 7. D Jefu, der du in deiner Flucht vor der Verfolgung des Herodes nach Aegypten bift getragen worden. Vater unser 2c. 8. Jesu, der du von Herodes nicht gefunden worden, und für den die unschuldigen Kinder getödtet worden sind. Vater unser 2c. 9. D Jefu, der du von Joseph und Maria in deine Vaterstadt Nazareth bist zurückgetragen wor den. Vater unser 2c. 10. O Jesu, der du dich in deinem zwölften Jahre mit den Lehrern im Tempel unterhalten hast. Vater unser 2c. Ehre sey dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste 2c. 11. Zehner. 16 140 Geheimnisse seines heiligen sd bus sauf Erden. 0.01 Wandels 11. O Jesu, der du der seligsten Jungfrau, deiner Mutter und dem heiligen Jofeph immer unterthänig warest. Gegrüßt seyst du Maria 2. 1. O Jesu, der du im dreißigsten Jahre deines Alters von Johannes im Jordan bist getauft worden. Vater unser 20. 2. O Jesu, der du vierzig Tage in der Wüste gefastet, und den Teufel, der dich versuchte, überwunden hast. Vater unser ic. 150 3. Jesu, der du dein heiliges Gesetz vom ewigen Leben geprediget und verkündet hast. Vater unser 2c. 308 4. O Jesu, der du deine Jünger zu dir berufen, welche, um dir zu folgen, gleich Alles verlassen haben. Vater unser 2c. 5. O Jesu, der du dein erstes Wunder durch Verwandlung des Wassers in Wein gewirkt hast. Vater unser 2c. 6. O Jesu, der du die Kranken geheilt, den Lahmen den Gebrauch ihrer Glieder, den Tauben das Gehör, den Blinden das Gesicht und den Todten das Leben wieder gegeben hast. Vater unser 2. 7. O Jesu, der du die Sünder und Sünderinnen bekehrt, und ihnen ihre Sünden nachgelassen hast. Vater unser 2c. - - 8. O Jesu, der du von den Juden bis zum Tod verfolgt, geduldig Alles ertragen, und sie durch deine Sanftmuth belehrt hast. Vater unser 2c. 9. O Jesu, der du auf dem Berge Tabor vor deinen Aposteln Petrus, Jakobus und Johannes vers klärt wurdest. Vater unser 2c. 10. O Jesu, der du um Palmtage siegreich auf einer Eselin in die Stadt Jerusalem eingezogen bist, und die Entheiliger des Tempels aus demselben hinausgejagt haft. Vater unser 2c. Ehre sey dem Vater 2. 39 III. 3 ehner. Geheimnisse seines bittern Leidens und unschuldigen Sterbens. 111. O Jesu, der du vor deinem Hingehen in den Tod von deiner heiligen Mutter Abschied genommen hast. Gegrüßt seyst du 2c. 1. O Jesu, der du mit deinen Aposteln das - 309 1 letzte Ostermahl gefeiert, und ihnen die Füße gewaschen hast. Vater unser 2c. 2. O Jesu, der du das allerheiligste Saframent eingesetzt, und deine Apostel damit gespeiſet hast. Vater unser 2c. 3. D Jesu, der du betend im Delgarten Blut geschwißet und von dem Engel gestärkt worden biſt. Vater unser 2c. 4. D Jesu, der du deinem Verräther Judas den Friedensfuß noch gabst und ihn herzlich umarmteft, im Augenblicke, wo sie dich mit Ketten und Banden umgaben. Vater unser* c. 5. O Jesu, der du fälschlich angeklagt, mit Backenstreichen geschlagen, verspieen und auf noch andere Weise vor vier Richterstühlen verunehret worden bist. Vater unser 2c. 6. D Jesu, der du mit Barmherzigkeit den Petrus, der dich schon dreimal verläugnet hatte, angesehen, und ihn wieder bekehret haft; unterdeffen Judas sich aus Verzweiflung erhängte. Vater unser 2c. 7. O Jeſu, der du an die Säule gebunden, mit unzähligen Geißelstreichen aufs Grausamste ges schlagen worden bist. Vater unser 2c. 8. D Jesu, der du mit Dornen gefrönt, und dem Volke, welches ausrief: ,, freuzige ihn! freuzige ihn!" vorgestellt worden bist. Vater unser 2c. 9. D Jesu, der du zum Tode verurtheilt, das schwere Kreuz auf die Schädelstätte getragen hast. Vater unser 2c. tim 10. D Jefu, der du am Kreuze zwischen zwei Mördern gestorben, in deinem Herzen verwundet, und in's Grab gelegt worden bist. Vater unser 2. Ehre sen dem Vater zc. - 310 på sid. 3ehner. dan sifat Geheimnisse seiner wunderbaren Ver with staili h herrlichung. 19 bihabe fland Is Smid IV. O Jesu, der du am dritten Tage wieder von den Todten auferstanden, und zuerst der seligsten Jungfrau, deiner Mutter erschienen bist. Gegrüßt 2c. 1. O Jesu, der du nach deiner Auferstehung Maria Magdalena und den übrigen frommen Frauen dich, gezeigt und ihnen befohlen hast, deinen Jüngern zu sagen, daß sie dich auferstanden gesehen. Vater unser 2c. infon lips hon 2. Jesu, der du nach deiner Auferstehung deinen Jüngern erschienen, ihnen deine allerheiligsten Wunden gezeigt und sie von Thomas hast berühren lassen, Vater unser 2. d 3. Jesu, der du am vierzigsten Tage nach deiner Auferstehung, nachdem du deine allerheiligste Mutter und deine Jünger gesegnet, fiegreich gegen Himmel aufgefahren bist. Vater unser 2c. simptun 10 m V. Bitten wir die allerfeligste Jungfrau, uns den Segen ihres lieben Sobnes zu erlangen, jeßt und in der Stund unsers Todes. Gegrüßt 2c. and Ehre sey dem Vater 2c. dig e Laffet uns auch das apostolische Glaubensbekenntniß beten und die heiligen Apostel bitten, uns die Gnade zu erlangen, daß unser Leben immer mit unserm heiligen Glauben übereinstimme, und wir im wahren Glauben und in guten Werken bis in den Tod verharren. Ich glaube an Gott, Vater 2c. 120 750 311- 1 Schlußgebet. Allerseligste Jungfrau Maria, Mutter Gottes, Fürsprecherin der Sünder! ich bitte dich demüthigst, bringe deinem geliebtesten Sohne die Krone dar, die ich Unwürdigster gebetet habe, zu seiner Ehre und Glorie, zum Andenken und zur Danksagung für Alles das, was er in seiner Menschwerdung während der 33 Jahre, die er sichtbar auf Erden zubrachte, zur Erlösung der Menschen dachte, redete, that und litt, wie auch zugleich zum Gedächtnisse sowohl der süßesten Freuden, als auch der bittersten Schmerzen, die du, seine vielgeliebte Gebärerin, aus Liebe zu ihm empfunden hast. Ich bitte dich auch, reinste und barmherzigste Jungfrau! erhalte mir von seiner göttlichen Majestät die Verzeihung meiner Sünden, wahre Besserung meines Lebens und die Ausübung jener ihm und dir angenehmsten Tugenden der Demuth, Reinigkeit, Liebe und Geduld in Leiden, Armuth und Widerwärtigkeiten. Deiner gnädigsten Fürbitte und der Fürbitte aller Engel und Heiligen im Himmel empfehle ich auch die heilige Kirche, den heiligen Vater, den Papst, die geistlichen Vorsteher, alle Ordens- und Weltgeistlichen, die Ausrottung der Ketzereien, die Bes kehrung der Ungläubigen, die Beharrlichkeit der Gerechten und die Befehrung der Sünder, und überhaupt alle noch Lebende, alle schon in Todesnöthen Liegende, und alle Verstorbene, für welche ich die Meinung habe und verpflichtet bin zu beten; und weil dein göttlicher Sohn durch sein Beispiel und Gebot mich verpflichtet, auch den zu lieben, der mich beleidiget, und weil er dem nicht verzeiht, der nicht auch selbst verzeihen will; so bitte ich dich auch für fit Time se hnd di sisi m 1 sid - 312 1 - Jene, die mich beleidiget haben, auf daß wir Alle mit einander vereinigt, ihn deinen Sohn, in diesem und in dem andern Leben lieben mögen. Amen. spried quiguli di Zur Besuchung des allerheiligsten Altarsfakraments.**** Jesus, mein Gott und Herr! Du bist aus Liebe zu uns Menschen Tag und Nacht im Tabernakel zugegen und harrest auf unsere Besuche. Ich kniee nun vor deinem Angesichte, um dir meine Liebe zu bezeugen und meine Anbetung darzubringen; deine freundliche Einladung gibt mir Muth und Vertrauen; meine Augen, Händ' und Herz zu dir zu erheben. Ich glaube, daß du in diesem allerheiligsten Sakramente des Altars gegenwärtig bist mit Fleisch und Blut, mit Leib und Seele, als wahrer Gott und Mensch. In Demuth bete ich dich an und danke dir von ganzem Herzen für alle Gnaden, die ich Zeit Lebens von deiner Güte empfangen habe. Insbesondere danke ich dir dafür, daß du dieses allerheiligste Sakrament eingesetzt, dich selbst mir zur Seelenspeise gegeben und deine liebste Mutter Maria zu meiner Fürsprecherin verordnet hast. 350 Ich wünsche auch sehr, dich nach Kräften zu verehren zum Ersatz für die vielerlei Unbilden, welche du in diesem allerheiligsten Sakramente von deinen Feinden erduldet hast; möchten doch alle Menschen dich erkennen und lieben lernen. In Vereinigung mit allen frommen Seelen der ganzen Erde bringe ich dir meine Huldigung dar; o hätte ich doch keinen Augenblick versäumt, dich zu preisen und anzubeten! 1 313 Meine bisherige Lauigkeit gegen dieses hochheilige Saframent ist mir von ganzem Herzen leid und es schmerzt mich sehr, daß ich deine unendliche Güte ichon so oft betrübt habe. Von nun an will ich mich ernstlich deiner Ehre und Liebe weihen; ich übergebe dir meinen Willen, meine Neigungen und Wünsche, Leib und Seele und Alles, was ich bin und abe. Deinen Willen treu zu erfüllen und dein Wohlgefallen stets zu bewahren, ist jetzt mein sehnlichstes Verlangen und soll auch fortan mein höchstes Etreben seyn. Ertheile, gütigster( Gott, meinem festen Vorsatze deinen heiligen Segen und schenke mir ins besondere die Gnade der Beharrlichkeit. Erbarme dich auch, o Herr, der armen Seelen, welche im Leben dieses heilige Sakrament hoch in Ehren hielten; gib allen abgestorbenen Christgläubigen um dieses wunderbaren Geheimnisses willen die ewige Ruhe und das ewige Licht laß ihnen leuchten! Göttlicher Heiland! ich vereinige nun alle meine frommen Gefühle und Anmuthungen mit den Gefühlen und Anmuthungen deines allerheiligsten Herzens und aller deiner Heiligen, und opfere sie so deinem himmlischen Vater auf, damit er sie wohlgefällig aufnehme und meine Bitten erhöre. Betrachtung. GHII 11 1. In dem allerheiligsten Altarssaframente ift die Quelle alles Guten, Jesus Christus, der uns zuruft: Wenn Jemand Durst hat, der komme zu mir." An dieser Quelle haben alle Heilige ihre Sehnsucht gestillt, ihre Herzen gelabt, Gottes Gnade erlangt und die Verdienste Jesu Chrifti sich angeeignet. Sie haben in Erfahrung gebracht, was einstens der Prophet Jesaias voraussagte:„ ihr - 314 - werdet Wasser schöpfen mit Freuden auß den Quellen des Heilandes." O liebenswürdigster Jesus, wie Vieles mußtest du thun und leiden, bis du diese Quelle des ewigen Lebens uns öffnen konntest; und ich sollte nicht sehnliches Verlangen darnach haben und mit dankbarem liebeerglühtem Herzen bei derselben verweilen! Nein, o Herr! ich will alles Andere und mich selber vergessen, auf daß ich nur an dich denke und aus deiner Quelle Gnade und Liebe zu schöpfen verlange.fill m2. Hier ist Jesus, der gute Hirte, welcher seine Schäflein kennt und auch von ihnen erkannt wird. Er hat sein Leben für sie dahingegeben und ist immers fort bereit, sie mit seinem heiligen Fleische zu nähren und mit seinem heiligen Blute zu tränken. Er ist zwar unsern leiblichen Augen verborgen, aber im Glauben vernehmen und erkennen wir seine Stimme, die so freundlich und liebkosend ist, daß wir uns nicht zu fürchten brauchen und nicht ferne bleiben können. O bester Hirte unserer Seclen, siehe, ich, dein Schäflein folge deinem Rufe und harre hier zu deis nen Füßen flehend, daß du deine milde Hand öffnest und mich erfreuest mit deinem Leibe! Leite und schirme mich insbesondere, wenn der böse Feind sich mir nahet; stehe mir bei im legten Kampfe, damit ich in deiner Liebe sterbe und zu deiner auserwählten Heerde ges zählet werde. 3. Unter der Brodsgestalt ist die unendliche Liebe selbst zugegen; Jesus, dessen Lust es ist, bei den Menschenkindern zu seyn;" Jesus, der die Seinen geliebt hat bis an's Ende, und all seinen Jüngern sagt:„ wenn Jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten und mein Vater wird ihn lieben; wir werden - 315 - - zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen." Was kann der Verstand Tröstlicheres ersinnen, was das Herz Süßeres wünschen, als das ist, was ich hier im allerheiligsten Sakramente vorhanden glaube! Da ist meine Liebe, meine höchste Liebe für Zeit und Ewigkeit! Liebster Jesus, ich liebe dich von ganzem Herzen- entflamme meine Liebe noch mehr! Komm zu mir und nimm mich ganz in Besiß, so daß ich lieber sterbe, als mich von dir je trennen zu laſsen! 4. Vom Tabernakel her ruft der Heiland: da ist meine Ruhe ewiglich, da will ich wohnen, denn ich habe sie erforen." Hier hat seine Liebe ihren Ruhestz aufgeschlagen hier erwartet Er alle, die frank, oder mühselig und beladen sind, um sie zu erquicken, zu heilen und zu stärken, damit auch sie Ruhe finden für ihre Seelen. Von nun an will ich, o gütigster Jesu, mit Lust und Eifer dich im allerheiligsten Sakramente besuchen und hier vor deinem Gnadenthrone verweilen; entzünde in mir immer mehr und mehr das Feuer deiner göttlichen Liebe, damit meine Seele erleuchtet, mein Herz gereiniget und mein ganzes Leben erneuert werde. Träufle den Balsam deiner Gnade in die Wunden meines Herzens und sey der Arzt meiner franken Seele:" Herr, sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund." Mein Jesus, du unter der Brodsgestalt verborgener Gott! Ich übergebe mich dir ganz und gar, ohne allen Vorbehalt, ich will stets so wandeln, wie vor deinem heiligen Angesichte, und alle meine Gedanken, Worte und Werke nach deinem Wohlgefallen einrichten. Nach dir nur gehet mein Verlangen; ich möchte ein Brandopfer 316 heiliger Liebe zu dir werden, und für Zeit und Ewigfeit in dir Ruhe finden. si Jesus, meine Liebe, ziehe mich ganz an dich, und hilf mir im Leben und Sterben durch das allerheiligste Sakrament des Altares, das hochgelobt sey in alle Ewigkeit. Amen. 1 - Geistliche Communion. Ich glaube, o mein Jesus, daß du im allerheiligsten Sakramente zugegen bist; ich setze auf dich alle meine Hoffnung und liebe dich über Alles; meine Seele sehnt sich nach dir. Da ich dich aber jetzt nicht wirklich in der heiligen Communion empfangen kann, so komme doch wenigstens geistiger Weise in mein Herz. Ich umfasse dich, wie wenn du wahrhaft, wirklich und wesentlich unter der Brodsgestalt bei mir Einkehr genommen hättest, und vereinige mich ganz mit dir. Laß nicht zu, daß ich je wieder von dir getrennt werde. Begrüßung Mariä. Sey gegrüßt, du bist voll der Gnade! so sprach einstens der Engel des Herrn; und alle gläubige Christen wiederholen diesen Gruß mit kindlicher Ehrfurdt und Liebe. Maria hat uns den Erlöser geboren und ist immerfort unsere Mittlerin und Fürsprecherin bei ihrem göttlichen Sohne. Wie der Gnädige und Barmherzige in ihrem jungfräulichen Schooße Fleisch angenommen hat, so finden wir fündige Menschen durch die mächtige Fürsprache ihres liebevollen Herzens allezeit Gnade bei Jeſus ihrem Sohne. Maria, unsre liebe Mutter und Kö - 317 nigin spricht: Bei mir ist Reichthum und Ehre, damit ich reid made, die mich lies ben." Sey gegrüßt du Mutter des Erlösers, auch meine Mutter! Sey gegrüßt, du bist voll der Gnade, der Herr ist mit dir! Erbitte auch mir Gnade beim Herrn, der hier zugegen ist; und stehe mir bei in jeder Noth jetzt und in der Stunde meines Absterbens; ich bitte dich darum bei deiner heiligen Liebe zu Jesus deinem Sohne. O Mutter der Barm herzigkeit, du unsere Hoffnung, sey gegrüßt! O jungfräuliche Mutter Jesu! dir übergebe ich mich, dir gehöre ich an; bitte um meine Seligkeit! - - Gebet. Reineste und heiligste Jungfrau und Mutter Maria! Ich armer Sünder nehme nun meine Zuflucht zu dir, der Königin aller Heiligen, der Mutter Jesu, meines Herrn. Ich erkenne, daß du mir bis her schon unzählige Wohlthaten erwiesen und die strafende Hand deines Sohnes von mir abgehalten hast. Ich danke dir, liebste Mutter, für alles Gute, desſen du mich theilhaftig gemacht hast, und bitte auf's neue um deinen mütterlichen Schuß und Beistand. O liebenswürdigste Frau, ich liebe dich von Herzen; du Zuflucht der Sünder, du Trösterin der Betrübten, du Helferin der Christen! ich übergebe mich ganz deiner gütigen Fürsorge. Ich will dich stets mit findlicher Liebe verehren, und mit treuem Eifer dir dies nen. Nimm mich auf zu deinem besondern Pflegkind und erhalte mich in deinem heiligen Dienste. Durch deine mütterliche Liebe und mächtige Fürsprache hoffe ich eine wirksame und standhafte Liebe zu Jesus, Muth und Kraft zu allem Guten, und den Sieg im letzten 318 Kampfe. Heiligste Jungfrau, liebste Mutter Maria, stehe mir bei und bitte für mich bei Jesus deinem göttlichen Sohne jegt und in der Stunde meines Todes, damit ich sammt allen Heiligen im Himmel deine Barmherzigkeit lotpreisen und vor dem Throne des Lammes einstimmen kann in das: Heilig, hei fig, heilig ist der Gott der Heerschaaren! Himmel und Erde sind seiner Herrlichkeit voll! Ehre sey dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war im Anfang, so jetzt und allweg und zu ewigen Zeiten. Amen. 1 Litanei zum allerheiligsten Altarssakrament. Herr erbarme dich unser. Herr erbarme dich unser. Christus erbarme dich unser. Chriftus erbarme dich me dich unſe 35 unser. Herr erbarme dich unser Herr erbarme dich unser. Christus höre uns Christus erhöre uns. Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser. Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Jesus, du lebendiges Brod, das vom Himmel ge= kommen, 15 Jesus, du verborgener Gott und Heiland, Du Speise der Engel, Du Wein, aus dem jungfräuliche Seelen sprossen, Du föstliches Brod des Lebens, Du reines Speisopfer, Du immerwährendes Sühnopfer, Du Lamm ohne Makel, Du verborgenes Manna, mol 319 Du Speise der Engel, un 11th but s Du Mahl des Herrn, Du übernatürliches Seelenbrod, més dan sibin nd nol - 1 Du Andenken der göttlichen Wunder, Du Fleisch gewordenes Wort, int Du Wort, welches unter uns wohnet, budnog Du heilige Hostie, Du Kelch des Segens, Du Geheimniß des Glaubens, Du Unterpfand unserer Hoffnung, Du Quelle der Liebe, pils no no ist be Du Priester und Opfer, Du königliches Hochzeitmahl, Du Band der Liebe. but sipas Idensia Du erhabenes und hochwürdiges Sakrament, r Du heiligstes Opfer aller Zeiten, ie Du wahres Versöhnungsopfer für Lebendige und Todte, Du himmlisches Bewahrungsmittel gegen alle Sünden, Du Zeugniß der göttlichen Allmacht, Weisheit und Liebe, k TID Du heiligstes Gedächtniß des Leidens Jesu Christi, Du Gabe, die alles Gute in sich schließet, Du besonderes Denkmal der göttlichen Liebe, Du Ueberfluß der göttlichen Freigebigkeit, Du hochheiliges und ehrwürdigstes Geheimniß, Du Arznei der Unsterblichkeit und Verklärung, Du furchtbares und liebliches Sakrament, à Du unblutige Erneuerung des Opferbodes Jesu, d Du Speise und Gast zugleich, 107 ON# 1 07Du Quell der geistlichen Wonne, Du Erquichung heilsbegieriger Seelen, an u he Du Wegzehrung der im Herrn Sterbenden, Du Unterpfand der zukünftigen Herrlichkeit, d Sey uns gnädig, verschone uns o Herr, - 320 Sey uns gnädig, erhöre uns, o Herr, Vom unwürdigen Genusse deines Leibes und Blutes, erlöse uns o Herr. dod Von der Begierlichkeit des Fleisches, Von der Unlauterkeit des Herzens, Von Habsucht und Geiz, Von der Hoffart des Lebens, Von aller unordentlichen Sorge für's Zeitliche, Von Versuchungen und Gelegenheiten zur Sünde, Durch dein Verlangen, mit deinen Jüngern dieses Ditermahl zu essen, Durch deine tiefe Demuth bei der Fußwaschung der Jünger, 2017 Durch deine brennende Liebe bei Einfeßung dieses Geheimnisses, Durch dein heiliges Fleisch und Blut, das du uns als Speise und Trank auf dem Altare hinterlassen hast, Durch die heiligen fünf Wunden, welche du für uns an deinem Leibe empfangen hast, Wir arme Sünder, wir bitten dich, erhöre uns. Daß du in uns den Glauben an dieses Geheimniß vermehren und beleben wollest, Daß du uns durch eine würdige Beichte zum Empfang dieses heiligen Sakramentes vorbereiten wollest, Daß du uns tiefe Ehrfurcht und wahre Andacht für dieses wunderbare Sakrament einflößen wollest, Daß du uns vor Irrthum und Unglauben bewahren wollest, Daß du uns nicht in Blindheit des Herzens oder Verstockung gerathen lassen wollest, Daß du uns die himmlischen Früchte dieses heiligen Mahles mittheilen wollest, Daß du uns in der Stunde des Todes mit dieser himmlischen Wegzehrung stärken und versehen wollest, 3218- Jesus, du menschgewordener und unter der Brodsgestalt verborgener Sohn Gottes, hndo O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr. O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst 2c., erhöre uns, o Herr. # 3 O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst* c., er1 motllor# 3 barme dich unser, o Herr Christe höre uns, Christus erhöre uns. Vater unser. - # 2 V. Gelobt und gebenedeit sey das allerheiligste Sakrament deß Altars, R. Von nun an bis in Ewigkeit. N. Herr erhöre unser Gebet, B. Und laß unser Rufen zu dir kommen. Lasset uns beten. D Herr Jesus Christus, der du bei deinem Hingange aus dieser Welt zum Vater- deiner Kirche das heilige Sakrament deines Fleisches und Blutes zur Nahrung und zugleich zum Trofte übergeben haft, verleihe uns, daß wir dich, den wir jetzt im Geheimnisse verborgen verehren, dereinst in der himmlischen Glorie von Angesicht zu Angesicht anzuschauen verdienen mögen. Der du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. basdy? bed Ispsiq und asd up C olidvalg nd supe Litanei vom heiligsten Namen Jesus. 116 Herr, erbarme dich unser. Christus, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser. Jesus Christus, höre uns. Jesus Christus, erhöre uns.. Der heil. Aloysius. 21 - 322 - Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, einiger Gott, Jesus, du Sohn des lebendigen Gottes, Du mächtigster Jesus, Du stärkster Jesus, Du vollkommenster Jesus, Du glorreichster Jeſus, Du wunderthätiger Jesus, Du holdseligster Jesus, Du liebster Jesus, Jesus, heller als die Sonne, Jesus, schöner als der Mond, Jesus, glänzender als die Sterne, Du wunderbarer Jesus, Du anmuthigster Jesus, Du ehrwürdiger Jeſus, Du demüthigster Jesus, Du ärmster Jesus, Du sanftmüthigster Jesus, 1024 indo C G 108 Erbarme dich ID& unser! Du geduldigster Jesus, Du gehorsamster Jesus, Du keuschester Jesus, Jesus, du Liebhaber der Keuschheit, Jesus, du Liebhaber des Friedens, Jesus, unsere Liebe, Jesus, du Spiegel des Lebens, Jesus, du Vorbild der Tugenden, Jesus, du Zierde der Sitten, mud 1smr12 Jesus, du Eiserer der Seelen, Jefus, unsere Zuflucht, Jesus, du Vater der Armen, Jesus, du Trost der Betrübten, M TH - 323 - Jesus, du Schaß der Gläubigen, Jesus, du kostbares Kleinod, Jesus, du Rüstkammer der Vollkommenheit, Jesus, du guter Hirt der Schafe, Jesus, Stern des Meeres, Jesus, du wahres Licht, Jesus, du ewige Weisheit, Jesus, du unendliche Güte, Jesus, du Freude der Engel, Jesus, du König der Patriarchen, Jesus, du Einsprecher der Propheten, Jesus, du Meister der Apostel, Jesus, du Lehrer der Evangelisten, Jesus, du Stärke der Martyrer, Jesus, du Licht der Bekenner, Jesus, du Bräutigam der Jungfrauen, Jesus, du Krone aller Heiligen, Sey uns gnädig; verschone uns, o Jesus. Sey uns gnädig, erhöre uns, o Jesus. Von allem Uebel, erlöse uns, o Jesus, Von aller Sünde, Von deinem Zorne, Von den Nachstellungen des Teufels, Von Pest, Hunger und Krieg, Von Uebertretung deiner Gebote, Von dem Anfalle aller Uebel, Durch deine Menschwerdung, Durch deine Ankunft, Durch deine Geburt, Durch deine Beschneidung, Durch deine Schmerzen, Durch deine Geißelstreiche, Durch deinen Tod, Durch deine Auferstehung, # 0 3 Erbarme dich unser! Erlöse uns, o Jesus! 80 1 324 - Durch deine Himmelfahrt, Durch deine Freuden, Durch deine Herrlichkeit, Durch die süßeste Jungfrau, deine Mutter, d Durch die Fürbitte aller deiner Heiligen, Ddu Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus. O du Lamm Gottes, daß du hinwegnimmst 2c., ererhöre uns, o Jesus. O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst 2c., erbarme dich unser, o Jesus. 110 Jesus Christus, höre uns. Jesus Christus, erhöre uns. Herr, erbarme dich unser. Christus, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser. Vater unser 2c. #d V. Und führe uns nicht in Versuchung. R. Sondern erlöse uns vom Uebel. N. Der Name des Herrn sey gebenedeit Von nun an bis in Ewigkeit. Herr, erhöre mein Gebet Erlöse uns! R. V. R. Und laß mein Geschrei zu dir kommen. V. Gelobt sey Jesus Christus R. In Ewigkeit. Amen. Anmerkung. Für die Litanei vom Namen Jesu hat Pius V. am 11. Juli 1587 300 Tage Ablaß verliehen. Gebet. ni O Gott, der du den glorwürdigsten Namen unseres Herrn Jesus Christus, deines eingeborenen Sohnes deinen Gläubigen ganz süß und lieblich, den bösen Geistern aber furchtbar und schrecklich gemacht haft: verleihe gnädig, daß Alle, welche diesen Namen a58 - 325 - - my day in my whD. Jesus andächtig auf Erden verehren, die Süßigkeit heiliger Tröstung in diesem Leben verkosten, und im zukünftigen die Freude himmlischen Jubels und unendlicher Seligkeit im Himmel erlangen. Durch ebendenselben unsern Herrn Jesus Christus deinen Sohn, der mit dir lebt u. s. w. Roſenkranzandachten. Vorbereitungsgebet. Wir sind jetzt vor deinem heiligen Angesichte, o Gott, versammelt, und bekennen mit Herz und Mund, daß kein anderer Name uns gegeben ist in dem wir können selig werden, als allein der Name Jesus; in diesem Namen beugen sich Aller Kniee, derer, die im Himmel, auf der Erde, und unter der Erde sind; denn Jesus, dein Eingeborner Sohn, hat durch seine Menschwerdung uns wieder zu deinen Kindern gemacht, durch seinen Tod unsern Schuldbrief ausgetilgt, durch seine Auferstehung und Himmelfahrt das ewige Leben und das verlorene Paradies uns wieder erworben. ano nim Herr Jesus! schenke uns deine Gnade, daß wir bei Verehrung dieser heiligen Geheimnisse zu lebendigem Glauben und findlicher Liebe zu dir erweckt werden, der du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Du aber liebe Mutter Maria hilf uns, daß wir nach deinem heiligen Beispiele in frommer Andacht die beseligenden Worte beten und treu in unserm Herzen bewahren mögen. Amen. Ich glaube an Gott, Vater den allmächtigen Schöpfer Himmels.. - 326 - - Ehre sey dem Vater und dem Sohne Vater unser, der du bist... Gegrüßt seyst du Maria... Jesus: 1 1. der in uns den Glauben vermehre! 2. der in uns die Hoffnung stärke, 3. der in uns die Liebe entzünde. Ehre sey Gott dem Vater und dem Sohne Vater unser... Gegrüßt seyst du Maria.. Jesus: ( An Mariä Empfängnis): 1. der dich schon von Ewigkeit her zu seiner Mutter erwählet hat, bidin bust 2. der dich von der Erbsünde ausgenommen hat, 3. der dich gleich bei der Empfängniß mit himm lischen Gnaden ausgerüstet hat, 4. der dich allezeit vor jeder Sünde bewahret hat, 5. der dich durch deine unbefleckte Empfängniß von at allen Menschen ausgezeichnet hat. ( An Maria Lichtme): 1. den du o Jungfrau im Tempel aufgeopfert haft, 2. für den du das Opfer der Armen dargebracht efsite baft, haſt, 823. den du dem gerechten Simeon in die Arme ges in GER legt haft, 4. wegen dessen Erscheinung Simeon und Anna Gott gepriesen haben, mip 5. welcher das Licht zur Erleuchtung aller Völker ist. 14 15 ( An Maria Himmelfahrt): 1. nachdem du mit heiliger Sehnsucht verlanget hast, 2. der dich aus dem Grabe gerufen hat, 3. der dich o Jungfrau in den Himmel aufges nommen hat, 3274. der dich o Jungfrau in dem Himmel gefrönet hat, 5. der dich uns zur Mutter und Fürsprecherin gegeben hat. ( Vom unbefleckten Herzen Mariä): - 1. der dein Herz von der Erbsünde unbefleckt erhalten hat, 2. der dir ein Herz voll der Gnade verliehen hat, 3. der dein Herz zu einem Tempel der allerheligsten Dreifaltigkeit gewethet hat, 4. bei dessen Aufopferung ein Schwert dein Herz durchstochen hat, 5. der dein Herz zu einer Zuflucht der Sünder verordnet hat. ( Bu den 7 Schmerzen Marias.) ( Bei jedem Geheimniß 7 Ave Maria.) 1. bei dessen Darstellung im Tempel Simeon ges weissagt, daß ein Schwert deine Seele durchdringen werde, 2. mit dem du nach Aegypten geflohen bist, 3. den du 3 Tage lang mit Schmerzen gesucht hast, 4. dem du, als er das Kreuz getragen, begegnet bist, 5. bei dessen Kreuzigung du unsägliche Schmerzen gelitten hast, 6. dessen heiligster Leichnam, vom Kreuze abgenommen, in deinem mütterlichen Schooße ges ruhet hat, 7. bei dessen Grablegung du gar sehr betrübt warest. ( Zu den 7 Freuden Marias.) ( Jedes Geheimniß wird 7mal eingelegt.) 1. dessen Mutter zu werden, der Erzengel dir verfündiget hat, - 328 2. den du im Stalle zu Bethlehem geboren hast, 3. den die Weisen aus dem Morgenlande angebetet haben, 1 4. den du im Tempel zu Jerusalem wieder gefunden hast, 5. der glorreich von den Todten auferstanden ist, 6. der wunderbar in den Himmel aufgefahren ist, 7. der am Pfingstfest den heiligen Geist gesandt hat. n@ mf mo and Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christe, höre uns' Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser! Lauretanische Litanci. Heilige Maria, bitt' für uns! blou in Heilige Gottesgebärerin, Bo Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Christi, Mutter der göttlichen Gnade, Du allerreinste Mutter, Du allerfeuscheste Mutter, Du ungeschwächte Mutter, Du unbefleckte Mutter, Du liebliche Mutter, Du wunderbare Mutter, trang Du Mutter unfers Schöpfers, 187 thi and togiamil Bitt für uns! - 000 329 Du Mutter unsers Erlösers, Du allerweiseste Jungfrau, Du ehrwürdige Jungfrau, Du lobwürdige Jungfrau, Du mächtige Jungfrau, Du gütige Jungfrau, Du getreue Jungfrau, Du Epiegel der Gerechtigkeit, Du Siß der Weisheit, Du Ursache unseres Heils, Du geistliches Gefäß, Du ehrwürdiges Gefäß, Du vortreffliches Gefäß der Andacht, G11 Du geistliche Rose, Du Thurm Davids, Du elfenbeinener Thurm, Du goldenes Haus, Du Arche des Bundes, Du Pforte des Himmels, Pre, 201 Morgenstern, Du Heil der Kranken, Du Zuflucht der Sünder, Du Trösterin der Betrübten, Duſ Hilfe der Chriſtens Helferind. Königin der Engel, Du Königin der Patriarchen, Du Königin der Propheten, Du Königin der Apostel, Du Königin der Martyrer, Du Königin der Beichtiger, Bekwer! Du Königin der Jungfrauen, Du Königin aller Heiligen, 2Du Königin des heiligen Rosenkranzes, Du Königin des heiligen Scapulirs, to 112 Espe 12 Bitt für uns! MENO 11 330 - 1 Du Königin ohne Makel der Erbfünde empfangen, Bitt' für uns! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt: verschone uns, o Herr! du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt: erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt: erbarme dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Vater unser. Gegrüßet seyst du Maria. Unter deinen Schuß und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin! verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöthen, sondern erlöse uns jederzeit von aller Gefährlichkeit! O du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau, unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin! versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne! V. Bitt für uns, o heilige Gottesgebärerin. R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Wir bitten dich, o Herr, du wollest deine Gnade in unsere Herzen eingießen, damit wir, die wir durch die Botschaft des Engels, Christi deines Sohnes Menschwerdung erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit und Glorie der Auferstehung geführet werden. Durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. V. Bitt für uns, o seligster Joseph! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Wir bitten dich, o Herr, daß uns durch die Verdienste des Bräutigams deiner heiligen Gebärerin 331 S88 1 geholfen werde, damit, was unser Vermögen nicht erhalten kann, uns durch seine Fürbitte geschenkt werde. Der du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Litanei zum heiligsten Herzen Mariä. Herr, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser. Christus, erbarme dich unser. Christus, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser. Christus, höre uns. Christus, erhöre uns. Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser. Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Heiligstes Herz Mariä, bitt für uns! Herz Mariä, ohne Sünde empfangen, Du vielgeliebtes Herz der Tochter des himmlischen Vaters, Du hochgebenedeites Herz der Mutter des göttlichen Sohnes, Du auserwähltes Herz der Braut des heiligen Geistes, Du bewunderungswürdiges Herz der Mutter des Schöpfers, mi Du liebenswürdiges Herz der Mutter des Erlösers, Du gnadenvolles, von der Kraft des Allerhöchsten gesegnetes Herz der jungfräulichen Mutter des Lebens, Du verschlossener Garten, worin die holde Jesusblume blühet, Du liebliche Rose der heiligsten Dreifaltigkeit, Q Bitt für uns! 1 188 332 — Du versiegelter Brunnen der göttlichen Geheimnisse, Du geheiligtes Gefäß, worin das Manna für die Pilger dieser Erde aufbewahret wurde, Du Tempel Gottes, worin das Feuer heiliger Liebe brennet, Du Quelle der göttlichen Erbarmungen, O glorreiches Herz Mariä, O mächtiges Herz Maria, O gütiges Herz Mariä, D getreues Herz Maria, O lobwürdiges Herz Mariä, Oliebreiches Herz Mariä, O sanftmüthiges Herz Mariä, O demüthiges Herz Mariä, O geduldiges Herz Maria, Herz Mariä, du Spiegel der Demuth und der Keuschheit, Herz Maria, du Licht der Verirrten, Herz Marià, du Zuflucht der Sünder, Herz Mariä, du Stärke der Gerechten, Herz Mariä, du Trost der Betrübten, Herz Mariä, du Hoffnung reumüthiger Büßer, Herz Mariä, du Kraft in Versuchung, Herz Mariä, du Hilfe in all' unsern Trübsalen, Herz Mariä, du zarte Liebe der Auserwählten, derer, die Herz Mariä, du Trost im Herrn sterben, Herz Mariä, du Freude aller Herzen, Du von göttlicher Liebe verwundetes Herz, Du vom Schwerte der Schmerzen durchbohrtes Herz, Du als Brandopfer der Liebe im Tode aufges löstes Herz, id smindis bis mandis sig Du zu Gott gerichtetes und aufgenommenes Herz, Herz Mariä, mit Herrlichkeit und Glorie im Himmel gekrönet, Bitt für uns! - 333 186 - Herz Maria, du Bewunderung der Menschen und der Engel, bitt für uns! O du Lamm Gottes 2c., verschone' uns, o Jesu! O du Lamm Gottes 2c, erhöre uns, o Jesu! ben O du Lamm Gottes 2c., erbarme dich unser, o Jesu! V. Christe, höre uns. R. Christus erhöre uns! V. Herr, erbarme dich unser. R. Christus er barme dich unſer. V. Herr, erbarme dich unser. Vater unser. V. Heiligstes Herz Mariä bitte für uns. R. Auf daß wir würdig werden, dich von gan= zem Herzen zu lieben. Lasset uns beten. D Gott der Güte! der du das heiligste und unbeflekte Herz Mariä mit den nemlichen Gefühlen des Erbarmens und der Zärtlichkeit für uns erfüllet bast, von denen das Herz Jesu Christi, deines und ihres Sohnes, immer durchdrungen war; vers leihe Allen, welche dieses jungfräuliche Herz verehren, daß sie durch die Verdienste deffelben eine vollständige Uebereinstimmung der Gefühle und Neigung en mit dem heiligsten Herzen Jesu Christi erlangen und bis zu ihrem Tode bewahren durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet zum heiligsten Herzen Mariä in allen Nöthen. O Herz Mariä, der Mutter Gottes und auch unserer Mutter! O liebenswürdigstes Herz, du Gegen 334- stand des Wohlgefallens der anbetungswürdigsten Dreifaltigkeit, würdig aller Verehrung und Liebe der Engel und der Menschen! O heiliges Herz, das dem Herzen Jesu am gleichförmigsten, ja Sein vollkommenstes Ebenbild ist! O du liebevolles und gegen unser Glend so mitleidiges Herz, zerschmelze doch unsere eiskalten Herzen, und mache, daß sie ganz gleichförmig werden dem göttlichen Herzen Jesu; theile ihnen mit die Liebe zur Tugend und jenes Liebesfeuer, womit du immer entflammt warst. Wache du über die heilige Kirche, beschüße sie und sey für sie eine Zuflucht und Schußwehr wider alle Anfälle ihrer Feinde. Sey für uns der Weg, der zu Jesus führt, und der Kanal, durch welchen uns die Gnaden zufließen, die uns zur Erlangung der Seligkeit nothwendig sind. Sey du unser Trost in der Trübſal, unsere Stüße in den Versuchungen, unsere Zuflucht in Verfolgungen, unser Schutz in Gefahren, und besonders in der Stunde unseres Todes, in jenem legten Kampfe, wo die Hölle alle Kräfte wider uns aufbietet, um unsere Seele zu verderben. In diesem furchtbaren Augenblicke, von welchem die ganze Ewigkeit abhängt, laß uns, o mitleidige Jungfrau, die ganze Zärtlichkeit deines mütterlichen Herzens erfahren; dann zeige uns, was du bei Jesus vermagst, und eröffne uns in deiner unerschöpflichen Barmherzigkeit dein Herz, als unsere sichere Zufluchtstätte, damit wir Jesum in der Wohnung der Seligen loben und preisen in Ewigkeit. Amen. Möge das göttliche Herz Jesu und das unbes fleckte Herz Mariä immer mehr erkannt, gelobt, gepriesen, geliebt und verherrlicht werden, jetzt und allezeit und an allen Orten der ganzen Welt! Amen. Anmerkung. Pius VI. verlich am 18. Au - 335 - - gust 1807 und om 1. Februar 1816 auf ewige Zeiten 60 Tag Ablaj denen, welche das obige Gebet zur Ehre des heiligen Herzens Mariä mit Andacht beten. Salve Regina. Sey gegrüßt, o Königin, Mutter der Barmherzigkeit! Du, unser Leben, unsre Süßigkeit, und unsre Hoffnung, sey gegrüßt! Zu dir rufen wir, verbannte Kinder Evas; zu dir seufzen wir, trauernd und weinend in diesem Thale der Thränen. Du, unsere Fürsprecherin, wende deine barmherzigen Augen zu uns, und zeige uns nach diesem Elende, Jesum, die gebenedeite Frucht deines Leibes, o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! V. Bitt für uns, o heilige Gottesgebärerin, ni R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der du den Leib und die Seele der glorreichen Jungfrau und Mutter Maria, durch die Mitwirkung des heiligen Geistes, zu einer würdigen Wohnung deines Sohnes vorbereitet hast; verleihe uns, die wir mit Freuden ihr Andenken begehen, daß wir durch ihre milde Fürbitte von den bevorstehenden Uebeln und von dem ewigen Tode befreit werden; durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Allgemeines Gebet um alles Gute. Allmächtiger, ewiger Gott! sich ich komme zu dir, als ein Schwacher zu dem Starken; als ein - 336 Hilfsbedürftiger zu dem Wohlthäter; als ein Kind zu seinem Vater. Im Namen Jesu bitte ich dich um Alles, was meine Tugend und wahre Wohlfahrt befördern kann. Reiche mir, was ich bedarf; verleihe, was mir heilsam und ersprießlich ist; schicke es in Allem, wie du willst, und sey heute und allzeit mein Gott, der mir hilft, mein Hirt, auf den ich vertraue, und der Leitstern auf allen meinen Wegen. Vater! deine Weisheit regiere mich; deine Gnade erhalte mich; deine Liebe erfreue mich; deine Huld und Barmherzigkeit tröste mich; deine Gerech tigkeit stärke mich; deine Allmacht schüße mich. Sohn Gottes! deine Menschwerdung sey die Stüße und der Trost meines Glaubens; deine Lehre sey mein Unterricht; dein Wandel mein Vorbild; deine Demuth mein Beispiel; deine Geduld meine Stärke; deine Unschuld meine Heiligung; dein Gehorsam meine Gerechtigkeit; dein Leiden meine Erlösung; dein Kreuz meine Ehre; dein Tod mein Leben; deine Auferstehung und Himmelfahrt meine Hoffnung; dein Ges richt mein Eingang in den Himmel. Dein heiliges Leiden, o Jesu! tröste mich; dein heiliger Tod, o Jesu! erlöse mich; deine Weisheit, o Jesu! lehre mich; deine Gerechtigkeit, o Jesu! heilige mich; deine Geduld, o Jesu, erheitere mich; deine Sanftmuth, o Jesu! erquicke mich; deine Güte, o Jesu! gebe mir das ewige Leben. Heiliger Geist! erleuchte meinen Verstand; heilige meinen Willen; unterstütze mich in der Bezähmung meiner Leidenschaften, und stärke mich zu allem Guten, auf daß ich die Wahrheit erkenne, die Sünde verabscheue und bereue; die Besserung nicht aufschiebe, der Tugend mich gänzlich ergebe, und die ewige Seligkeit nicht verscherze. Mache, o Gott, - 337 mein Herz thätig zu allem Guten, fröhlich in der Hoffnung, eifrig im Gebete, findlich in der Liebe, vollkommen im Gehorsam, sehnsuchtsvoll nach dem, was im Himmel ist. Laß mich rein seyn in Gedanken, wahrhaft in Worten, erbaulich im Reden, schamhaft in Geberden, züchtig in Sitten, mäßig in Freuden, geduldig in Trübsalen, rechtschaffen im Thun und Wirken, verständig in Allem. Gib mir Einsicht, dich, o Gott, deine heiligen Eigenschaften, deinen Willen, deine Rathschlüsse zu erkennen, weise zu denken und zu reden, vorsichtig zu wandeln, das Böse von dem Guten zu unterscheiden und vernünftig zu urtheilen. Vor allem laß die Liebe in mir wachsen, und dro mache mich gerecht, daß ich meinem Nächsten leiſte, was ich soll, gebe, was ihm gebührt, lasse, was er besigt, und das gern gönne, was deine Vorsehung ihm zugedacht hat. Erweiche mein Herz zur Milde und zum Wohlwollen, daß ich des Verlaffenen mich annehme, dem Irrenden recht rathe, den Unwissenden belehre, für die Unmündigen rede, den Armen helfe, den Schwachen stärke, den Gefallenen aufrichte, den Unterdrückten rette, und allen Menschen so viel Gutes erweise, als ich kann: daß ich versöhnlich sey, und meine Feinde liebe; daß ich segne, die mir fluchen, wohltl, ue denen, die mich hassen, für die bete, welche mich beleidigen; derer schone, denen ich schaden könnte, und Böses mit Gutem vergelte. Flöße mir Ehrerbietung ein gegen meine geistliche und weltliche Obrigkeit, Verträglichkeit mit meinen Hausgenossen und Mitbürgern, Bescheidenheit und Demuth gegen das hösere Alter, Herablassung Der heil. Aloysius. 22 338- gegen Geringere, Dienstfertigkeit gegen Jedermann. Laß mich innigst Theil nehmen an den Schicksalen meines Närbsten, mit Allen im Frieden leben, überall Frieden erhalten und Anderer Wohlfahrt nach Kräften befördern; behüte mich aber vor gefährlicher Gesellschaft; laß Behutsamkeit und Wachsamkeit mich überall hinbegleiten, damit ich den Verführer fliebe, mich zu den Frommen halte, ihre Beispiele nachahme, durch mein Beispiel Andere erbaue und so lebe, daß ich meine heilige Religion durch meinen Wandel ehre, der Tugend Freunde gewinne und, so viel an mir ist, das Reich der Frömmigkeit und Sittlichkeit erweitere. - Gib mir auch, lieber Vater, von deinem göttlichen Segen so viel, als deine Weisheit und Güte für mein Bestes zuträglich findet. Erhalte mir, so lange ich lebe, einen gefunden Verstand, ein ruhiges, von Vorwürfen freies Herz, und diejenigen Leibesfräfte, die zu einem arbeitsamen Leben nothwendig sind. Friste, wenn es dir gefällt, meine Tage so lange, bis ich mich durch Uebung im Guten zu einem höhern Leben fähig gemacht habe. Segne meine Nahrung, meine Arbeit, meine Berufsgeschäfte, damit ich so viel erwerbe, als ich bedarf, um mich und die Meinigen zu versorgen, mich in der Noth zu retten, meinem Nächsten zu dienen, dem Armen zu helfen, und deine Ehre zu befördern. Mache auch den Nächsten zur Liebe und zum Wohl wollen gegen mich geneigt, damit ich Nath finde, wenn ich des Rathes, Hilfe, wenn ich der Hilfe, Schuß, wenn ich des Schußzes bedarf. Ich bitte dich nicht, daß ich frei bleibe von aller Trübsal; gib mir nur Geduld, wenn ich leide; Demuth, wenn ich verachtet; Sanftmuth, wenn ich beleidigt werde, 339 Zufriedenheit, wenn du die Trübsal nicht hinwegnehmen willst, damit ich mich alles unnüßen Kummers entschlage, mich deinen heiligen Anordnungen nicht widerseße, sondern mit findlichem Gehorsam mich unterwerfe und die Tugenden lerne, die nach deiner Absicht das Leiden in mir erwecken soll, nemlich Ver trauen auf dich, Selbstverleugnung, Losreißung von der Anhänglichkeit an die Welt. b) ad ind diar Endlich, wenn ich frank bin, sey du mein Arzt; wenn ich Schmerzen leide, so lindere sie; wenn ich gegen Krankheit Mittel brauche, und es dein Wille ist, so hilf mir; ist es dein Wille nicht, so verleihe, daß ich meine Auflösung, wohl vorbereitet und versehen mit den heiligen Sakramenten, mit Ergebung meines Willens in deine Rathschlüsse, erwarte. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 1 Bei allgemeinen Anliegen. Vor dein Angesicht, o Herr! bringen wir unsere Sünden, und vergleichen sie mit den Strafen, die wir empfangen haben. Wenn wir erwägen das Böse, das wir gethan, so ist viel geringer, was wir leiden, viel größer ist, was wir verdienen. Schwerer ist, was wir verbrochen, leichter, was wir erdulden.- Wir empfinden die Strafe der Sünde, und beharren doch hartnäckig auf der Sünde. Unter deiner Geißel wird unsere Schwäche aufgerieben, und unsere Bosheit ändert sich nicht. Das franfe Gemüth quält sich, und der Nacken beugt sich nicht. Das Leben verhaucht sich in Schmerz, und im Werke bessert es sich nicht. Wenn du langmüthig schonest, so bessern wir uns nicht, und wenn du sira— - - 340 - - fest, halten wir's nicht aus. Während der Strafe bekennen wir, was wir gethan, nach der Heimsuchung vergessen wir, was wir beweint.- Wenn du die Hand ausstreckst, versprechen wir recht zu thun; wenn du das Schwert aufhängst, halten wir nicht, was wir versprochen. Wenn du schlägst, schreien wir, daß du schonest; wenn du schonest, reizen wir dich wieder, daß du schlagest. Siehe, Herr, wir bekennen uns als schuldig. Wir wissen, Wir wissen, daß, wenn du nicht verzeihest, wir mit Recht verderben. Verleihe. Vater, Allmächtiger, ohne unser Verdienst, um was wir bitten, der du aus Nichts gemacht hast die, welche dich bitten; durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.( Vom Papst Urban VIII.) ba - 1 13 Bitte um ein seliges Ende. - 1. O treuer Jesu, der du bist - Mein Hirte Trost und Leben, Mein bester Freund zu jeder Frist, Dem ich mich ganz ergeben! Ich bitte dich Ganz inniglich, Laß mich doch nicht verderben, Wenn kommt die Zeit zu sterben. 2. Steh mir am letzten Ende bei, Und hilf mir überwinden; Mach mich von meinen Schulden frei, lasit Und sprich mich los von Sünden: In aller Notb i din Sey mir dein Tod Und unverschuldtes Leiden Ein Anblick großer Freuden. 14 511 1 - 341 3. Erscheine mir zur selben Zeit, Mit deinen offnen Wunden, Die du, daß ich soll seyn befreit, Aus lauter Lieb erfunden: men bund Dein theures Blut Komm mir zu gut, lnd labe meine Seele bid sunndi mo om stöd tujing Au vridny bujhd In ihrer matten Höhle, o nic ne 4. Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, Noch meinen Mund bewegen, 7spd 10 So nimm die schwachen Seufzer an, Die sich im Herzen regen: spilisé spllisd Laß für und für o Gar süß in mir, 1 mm spiling Den Namen Jesus schallen, Janike Wenn mir's Gehör entfallen.d 5. Daneben bitt' ich, treuer Gott, Du wollst mich ganz umfassen, Und ja nicht in derselben Noth pilise sur Aus deinen Armen lassen: Ach möcht ich doch Auch heute noch Die theure Gunft erwerben, i In deinem Schooß zu sterben. un 6. Ei nun, so komm zu deinem Lamm, Mein Hirte, Trost und Leben, Mein bester Freund und Bräutigam, undef mailis dastof nailist pilha K Dem ich mich ganz ergeben: Komm bald zu mir, Nimm mich mit dir Aus diesem See der Leiden, In's Reich der ew'gen Freuden. iddag spilise 7sgiling spilise ngilho ngine — 342 - Litanei von allen Heiligen. Herr, erbarme dich unser. Christus, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser. tomilt rig Christus, höre uns. Christus, erhöre uns. al Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser. Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heiliger Gabriel, Heiliger Raphael, Heilige Dreifaltigkeit, einiger Gott. mut Heilige Maria, bitte für uns. 42 Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heiliger Michael, Alle heiligen Engel und Erzengel, bittet für uns. Alle heiligen Chöre der seligen Geister, bittet für uns. Heiliger Johannes der Täufer, bitte für uns. Heiliger Joseph, Alle heiligen Patriarchen und Propheten, bittet für uns. Heiliger Petrus, bitte für uns. Heiliger Paulus, Heiliger Andreas, Heiliger Jakobus, id u marol of a 19 Heiliger Johannes, Heiliger Thomas, Heiliger Jakobus, up thi bì m Heiliger Philippus, Heiliger Bartholomäus, Heiliger Matthäus, mand and his aud Heiliger Simon, men and that o'nt Heiliger Thaddäus, aim malod minth Heiliger Mathias, Heiliger Barnabas, Heiliger Lukas, Heiliger Markus. - 343 onit spriso Alle heiligen Apostel und Evangelisten, bittet für uns. Alle heiligen Jünger des Herrn, bittet für uns.lv Alle heiligen unschuldigen Kinder, bittet für uns. Heiliger Stephanus, bitte für uns. Heiliger Laurentius, Heiliger Vincentius, Heiliger Fabian und Sebastian, bittet für uns. nalk Heiliger Johannes und Paulus, Heiliger Cosmas und Damian, Heiliger Gervasius und Protasius, o mo null Alle heiligen Martyrer, nasib mode Heiliger Sylvester, bitte für uns. ll dan P Heiliger Gregorius, du graminds Heiliger Ambrofius, Heiliger Augustinus, Heiliger Hieronymus, Heiliger Martinus, Seiliger Nikolaus, spions mod Spd thi sni du sjun2 salsa din@ is dan anak and hint Alle heiligen Bischöfe und Bekenner, bittet für uns. Alle heiligen Kirchenlehrer, sjuks Heiliger Antonius, bitte für uns. Heiliger Benedictus, mil God timelal? sid dan Heiliger Bernardus, Heiliger Dominikus, Heiliger Franziskus, Alle heiligen Priester und Leviten, bittet für uns. T Alle heiligen Mönche und Einsiedler, und d Heilige Maria Magdalena, bitte für uns. nd@ Heilige Agatha, follow Heilige Lucia, id mallofjogo mo uspe Heilige Agnes, Heilige Cäcilia, Heilige Catharina, Heilige Anastasia, - 344 mis8 Alle heiligen Jungfrauen und Wittwen, bittet für uns, Alle Heiligen Gottes, bittet für uns. SIN Sey uns gnädig, verschone uns, o Herr.pilis Sey uns gnädig, erhöre uns, o Herr. Von allem Uebel, erlöse uns, o Herr. Von aller Sünde, erlöse uns, o Serr. Von deinem Zorne, se Vom jähen und unversehenen Tode, and wil Von den Nachstellungen des Teufels, mais? Von Zorn und Haß und allem bösen Willen, ind Vom Geiste der Unkeuschheit, Von Blizz und Ungewitter, sid Vom ewigen Tode, Durch das Geheimniß deiner heiligen Menschwerdung, Durch deine Anfunft, Ons T Durch deine Geburt, Durch deine Taufe und dein heiliges Fasten, Durch dein Kreuz und Leiden, Durch deinen Tod und dein Begräbniß, Durch deine heilige Auferstehung, Durch deine wunderbare Himmelfahrt, not Durch die Ankunft des heiligen Geistes, des Trösters, Am Tage des Gerichtes, Wir arme Sünder, wir bitten dich, erhöre uns. Daß du uns verschonest, wir bitten dich, erhöre uns. Daß du uns verzeihest, du mis de mising spilied Daß du uns zur wahren Buße führen wollest, Daß du deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, Daß du den apostolischen Oberhirten und alle firch 1 345 1 lichen Stände in der heiligen Religion erhalten wollest, bin di anfi Daß du die Feinde der heiligen Kirche demüthigen wollest, ea Daß du den christlichen Königen und Fürsten Frieden und wahre Eintracht schenken wollest, Daß du dem ganzen christlichen Volfe Frieden und Einigkeit verleihen wollest, Daß du uns selbst in deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest, s slot Daß du unsere Seelen zu himmlischen Begierden er. heben wolleft, 131 Daß du allen unsern Gutthätern mit den ewigen Gütern vergelten wollest, Daß du unsere und unserer Brüder, Verwandten und Wohlthäter Seelen vor der ewigen Verdammniß bewahren wolleft, dan dusls 15 Daß du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest, 110 150 miom day the mis Daß du allen abgestorbenen Gläubigen die ewige Ruhe verleihen wolleit, Daß du uns erhören wollest, Du Sohn Gottes, shiste s , siste spilied mad den singsin dum, 18 O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr. O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr. O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr. Christus, höre und. Christus, erhöre uns. in Herr, erbarme dich unser. Christus, erbarme dich unser. are al Herr, erbarme dich unser. 1 346 - Vater unser. moilisd v. Und führe uns nicht in Bersuchung, R. Sondern erlöse uns vom Uebel. Píalm 69. O Gott, hab' Acht auf meine Hilfe,* Herr, eile mir beizustehen. Es sollen sich schämen und zu Schanden werden, * die meiner Seele nachstreben. * Es sollen zurückweichen und erröthen, die mir Ulebels wollen. Eilends follen zurückweichen und erröthen,* die über mein Unglück frohlocken. Aber frohlocken und in dir sich erfreuen sollen Alle, die dich suchen,* und es sollen allezeit sprechen: „ Hochgelobt sen der Herr!" die dein Heil lieben. Ich aber bin elend und arm,* Gott stehe mir bei. Mein Helfer und mein Erlöser bist du,* Herr, bleibe nicht lange. Die Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste,* wie sie war im Anfange fo jeßt, und allezeit und in Ewigkeit. Amen. V. Beschüße deine Diener, R. Die auf dich hoffen, mein Gott. V. Sey uns, o Herr, ein starker Thurm, R. Vor dem Angesichte des Feindes. V. Laß den Feind nichts wider uns vermögen, R. Und den Boshaften nicht fortfahren, uns zu schaden. 6mm.3164 V. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, Ry. Und vergilt uns nicht nach unseren Missethaten, 347 V. Lasset uns beten für unsern Papst N. R. Der Herr erhalte ihn, und stärfe ihn, und mache ihn glückselig auf Erden, und lasse ihn nicht fallen in die Hände seiner Feinde. - V. Lasset uns beten für unsere Gutthäter, R. D Herr, du wollest Allen, die uns um deines Namens willen Gutes thun, mit dem ewigen Leben vergelten. Amen. V. Lasset uns beten für die abgestorbenen Gläu bigen. AYRTO R. O Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. V. Laß sie ruhen im Frieden. R. Amen. bumi@ SV. Lasset uns beten für unsere abwesenden Brüder, R. Beschüße deine Diener, die auf dich hoffen, mein Gott. V. O Herr sende ihnen Hilfe vom Heiligthume, R. Und beschüßze sie von Sion aus. sl V. Herr, erhöre mein Gebet, id DR THE D R. Und laß mein Geschrei zu dir kommen. V. Der Herr sey mit euch, B. Und mit deinem Geiste. de mahd Q Gebete.most gilliingiteat 19 1 mily 11.10 3 O Gott, dem es eigen ist, sich allezeit zu er barmen und zu verschonen: nimm an unser Flehen, auf daß wir und alle deine Diener, welche mit den Ketten der Sünden gebunden sind, durch deine mildreiche Erbarmung davon befreiet werden. Wir bitten dich, o Herr, erhöre unser demüthiges Gebet, und schone unser, die wir dir unsere Sünden 348 bekennen, damit du uns gnädig Verzeihung und Frie den gewähreit. in Herr, erzeige uns gnädig deine unanssprechliche Barmherzigkeit, auf daß du uns alle Sünden nachlassest, und zugleich von den Strafen, die wir dafür verdienen, befreiest. O Gott, der du durch die Sünde beleidiget und durch die Buße versöhnet wirst: siehe gnädig auf das Gebet deines flehenden Volkes, und wende ab die Geißeln deines Zornes, welche wir für unsere Sun den verdienen. - Allmächtiger, ewiger Gott, erbarme dich deines Dieners unseres Papstes N., und lenke ihn nach deiner Milde auf den Weg des ewigen Heiles, das mit er, was dir wohlgefällig ist, durch deine Gnade wolle, und mit ganzer Kraft vollbringe. O Gott, von dem heilige Begierden, gute Ents schlüsse und gerechte Werke entspringen: gib deinen Dienern jenen Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen deinen Geboten ergeben, alle Furcht vor Feinden entfernt, und die Zeiten durch deinen Schuß ruhig und friedlich seyen. D Herr, entzünde mit dem Feuer des heiligen Geistes unsere Nieren und unser Herz, damit wir dir mit keuschem Leibe dienen und mit reinem Herzen wohlgefällig seyn mögen. O Gott, du Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung aller Sünden, auf daß sie die Nachlassung, welche sie allezeit gewünscht haben, durch fromme Fürbitten erlangen mögen. und Wir bitten dich, o Herr, komme unseren Handfungen durch deine Gnade zuvor, und leite sie durch deinen Beistand, damit alle unsere Gebete und - 349 Handlungen stets von dir anfangen und durch dich vollendet werden. Allmächtiger, ewiger Gott, der du über Lebende und Todte herrschest, und dich Aller erbarmest, welche du in Glauben und Wandel als die deinigen vor her erkennest: wir bitten dich demüthig, daß Alle, für welche zu beten wir uns vorgenommen haben, sowohl Lebende, als Abgestorbene, durch die Fürbitten aller deiner Heiligen, nach der Milde deiner Gütigkeit, Vergebung aller ihrer Sünden erlangen mögen. Durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. V. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Geschrei zu dir kommen. V. Der allmächtige und barmherzige Herr wolle uns erhören. R. Er wolle uns stets behüten. Amen. V. Aller abgestorbenen Gläubigen Seelen mögen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden. R. Amen. 1 0 Beim Stundenschlag. Herr lehre mich bedenken die Kürze der Zeit und die Vergänglichkeit alles Irdischen. Verleihe mir Weisheit in Benutzung der Zeit, und eine glückselige Sterbstunde. Amen. Jesus, Maria und Joseph stehet mir bei im letzten Streit.( 100 Tag Ablaß.) IDE 13 350 Der Engel des Herrn. dan 2 1. Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfieng vom heiligen Geiste. Gegrüßt seyst du Maria 2c. 2. Siehe, ich bin eine Dienerin des Herrn: mir geschehe nach deinem Wort. Gegrüßet seyst du Maria 2c. Ida 3. Und das Wort ist Fleisd, geworden und hat unter uns gewohnt. Gegrüßt ſeyſt du Maria x. Gebet. #s Wir bitten dich o Herr, ergieße deine Gnade in unsere Herzen, damit wir, die wir durch die Botschaft des Engels die Menschwerdung Christi deines Sohnes erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung geführt werden: durch dens selben Christum unsern Herrn. Amen. mpid Gebet am Tonnerstag, wenn man die Todesangst Christi läutet. D Herr Jesus Christus! der du im Garten wegen meiner und der ganzen Welt Sünden so große Angst gelitten hast, daß der blutige Schweiß über dein heiliges Angesicht geronnen ist; erbarme dich meiner und laß dein bitteres Leiden und Sterben an mir armen Sünder nicht verloren gehen! O Jesu! der du mit kindlicher Ergebung am Delberge beteteſt: Later nicht mein, sondern dein Wille geschehe!" Gib, daß auch ich in jeder Trübfal, Angst und Noth mich ganz und gar dem göttlichen Willen unterwerfe und von deinem heiligen Engel gestärkt werde. Verleihe mir auch die Gnade, daß ich in meinem Gebete nie etwas anderes verlange, als was meinem himmlischen 351 Vater wohlgefällig ist, und gib, daß ich von deiner Liebe niemals geschieden werde. Amen.dg 4100 1 - gilid 55 Gebet leg am Freitag, wenn man die Scheidung Christi läutet. Es sind Finsternisse entstanden, als die Juden den Herrn Jesum gekreuziget hatten; und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme:„ Mein Gott, mein Gott! warum hast du mich verlassen?" Vater in deine Hände empfehle ich meinen Geiſt! und mit geneigtem Haupte gab er seinen Geist auf. Wir beten dich an, o Jesu Christe! und loben dich; denn durch dein heiliges Kreuz, bitteres Leiden und unschuldiges Sterben hast du die ganze Welt erlöset. D Herr Jesu Christe! der du am Kreuze so bittere Leiden aus Liebe zu uns erduldet hast, bis Alles vollbracht war und deine Seele von deinem heiligen Leibe geschieden wurde; ich bitte dich, du wollest dich meiner armen Seele erbarmen, jetzt und wenn sie von meinem Leibe scheiden wird, gib, daß dein Kreuz und Leiden an keinem Menschen verloren gehe. D Jesus! dir lebe ich! o Jesus! dir sterbe ich! o Jesus! dein bin ich todt und lebendig! Amen. Gebet vor einem Bilde des Gefreuzigten. que O mein Gott und Heiland, der du für mich am Kreuze gestorben bist! ich werfe mich zu deinen Füßen nieder und übergebe meine Seele in deine Hände, jeßt und in der Stunde meines Sterbens. Laffe, ach lasse mich doch in jenem letzten Streite nicht unter 352 liegen! dein kostbares Blut, deine heiligen Wunden dein verehrungswürdiges Kreuz sind meine Zuflucht und Stärke wider alle Versuchungen. Gib mir, o Jesus, durch die Kraft deines heiligen Blutes eine wahre, vollkommene Reue über alle meine Sünden: verleihe mir eine aufrichtige findliche Liebe zu dir, auf daß meine Seele, von allen Mackeln gereiniget, in deiner göttlichen Glorie einst sich ewig zu freuen verdiene. Amen. HO - — Gebet di dol zu Ehren des Leidens Christi. Sey gegrüßt, o Haupt des Herrn, unseres Erlösers, für uns mit Dornen gekrönt und mit einem Rohre geschlagen! Sey gegrüßt, o glänzendes Anges sicht unsers Heilandes, für uns verspicen und miß handelt! Seyd gegrüßt, ihr freundlichen Augen des Herrn Jesu Christi, für uns in Thränen gebadet! Sey gegrüßt, du lieblicher, honigsüßer Mund des Herrn Jesu Christi, für uns mit Galle und Effig getränkt! Seyd gegrüßt, ihr geduldigen Ohren des Herrn Jesu Christi, für uns mit Schmäbworten bes trübt! Sey gegrüßt, du demüthiger Nacken Jesu Christi, für uns gegeißelt. Seyd gegrüßt ihr verehrungswürdigen Hände und Arme Jesu Christi, für uns am Kreuze ausgespannt. Sey gegrüßt, du sanftestes Herz Jesu Christi, für uns aufs Bitterste gefränkt! Sey gegrüßt du glorreiche Seite des Herrn, für uns mit einer Lanze durchstochen! Seyd gegrüßt ihr heiligen Kniee des Herrn, für uns im Gebete gebeugt! Seyd gegrüßt ihr ehrwürdigen Füße bes Herrn Jesu Christi, für uns mit Nägeln durchbohrt! - 353 1 Sen gegrüßt, o Leib des Herrn, für uns am Kreuze aufgehangen, verwundet, gestorben! Sey gegrüßt, du kostbares Blut, für uns aus dem Leibe des Herrn geflossen! Sey gegrüßt, du heiligste Seele unsers Herrn Jesu Christi, für uns am Kreuze in die Hände des Vaters empfohlen! Ebenso empfehle ich dir heute und alle Tage meine Seele, meinen Leib und mein Leben, alle Gedanken, Worte und Werke, alle Verwandte und Wohlthäter, Freunde und Feinde, auf daß du uns schüßest, befreiest und bewahrest vor allen Anfechtungen unserer sichtbaren und unsichtbaren Feinde jetzt und allezeit. Amen. De profundis( Psalm 129) am Samstag Abend. ( Auch jeden Abend gleich nach dem Engel des Herrn.*) 1. Aus der Tiefe rufe ich, o Herr, zu dir;- Herr erhöre meine Stimme. # 2. Laß deine Ohren achten Herr- Auf die Stimme meines Flehens. 3. Herr, wenn du der Sünden willst gedenken; Wer wird, o Herr, alsdann vor dir bestehen? 4. Doch bei dir ist ja Vergebung: Auf dich, o Herr, vertraue ich um deines Gesetzes willen. 5. Meine Seele harret auf sein Wort; to Seele hoffet auf den Herrn. 35% Meine - Soll Und - 6. Von der Morgenwache bis zur Nacht i Israel stets auf den Herrn hoffen. 7. Denn bei dem Herrn ist Barmherzigkeit reichliche Erlösung ist bei ihm. V. Aus dem Orte der Reinigung - - R. Erlöse, o Herr, die Seelen der Abgestorbenen.. Der heil. Aloysius. 23 354 W. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, p R. Und das ewige Licht leuchte ihnen. V. Laß sie ruhen im Frieden, 815R. Amen. - - San V. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Rufen zu dir kommen. 2 Gebet. 06 D Gott du Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen! verleihe den Seelen deiner Diener und Dies nerinnen Verzeihung aller ihrer Sünden, auf daß sie die gnädige Nachlassung, welche sie allezeit ge wünscht haben, durch gottselige Fürbitten erlangen mögen, durch Jesum Christum, deinen Sohn unfern Herrn. Amen.( per Die Seelen aller abgestorbenen Christgläubigen ruhen durch Gottes Barmherzigkeit im Frieden. Amen. and bid Stationen Andacht. sig in ( An Sonn- und Feiertagen Nachmittags, besonders an Communiontagen.) Vorbereitungsgebet. Jesus, mein göttlicher Erlöser! Die Liebe zu uns armen Sündern hat dich bewogen, die Herrlichkeit des Vaters zu verlassen, und Knechtsgestalt anzunehmen; diese Liebe hat dich den Leidensweg geführt und mit dem schweren Kreuze beladen; diese Liebe hat dich an das Holz der Schmach geheftet und dem Tode überliefert. Liebevollster Herr und Heiland! wie vermag ich diese Liebe zu ermessen, wie kann ich mich zu würdiger Gegenliebe entflammen? ES 355 Ich will dir nachfolgen auf deinem schmerzlichen Kreuzweg und bei deinem Leiden betrachtend verweilen. Da ersehe ich, was es Abscheuliches und Verdammungswürdiges um die Sünde ist, welche dir so viele Leiden und Qualen bereitete, und lerne zugleich deine unendliche Liebe schäßen, welche nicht ruhete, bis Alles vollbracht war! Laß mir nun die Betrachtung deines bittern Leidens und unschuldigen Sterbens recht zu Herzen gehen und heilsam werden! Herr, fasse meine Aufmerksamkeit, erleuchte meinen Verstand, stimme mich zu inniger Theilnahme und aufrichtiger Buße! 1 1 Schmerzhafte Mutter Maria begleite mich, da ich deinem göttlichen Sohne auf seinem qualvollen Kreuzwege im Geiste folgen will! Heiliger Aloysius! der du so oft und gerührt in Betrachtung des leidenden Heilandes verweiltest; stehe mir bei, daß ich jetzt auch von Mitleid und Liebe zu meinem Jesus ganz erfüllet, und des von der Kirche verliehenen Ablasses theilhaftig werde. Amen! Erste Station. in duise Jesus wird unschuldig zum Kreuzestode verurtheilt. V. Ich bete dich an, o Herr Jesu, und preise dich; R. denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst. O unschuldig verurtheilter Jesus! du rufest mir zu: bedenke, o Christ, du bist auch zum Tode verurtheilt. Dein gerechtes Urtheil lautet: du mußt sterben. Wenn der Tag einmal gekommen ist, an dem dieses Urtheil an dir vollzogen wird; dann wirst 356 du mich als deinen Richter sehen, und Lohn oder Strafe erhalten. Himmel oder Hölle wird dein Erbe theil werden. 113 1 - Gebet. Mein Urtheil ist gerecht: der Sünde Sold ist der Tod! Aber, o wie grauenvoll ist die Stunde dieses Urtheils, da ich sterben muß! Ich erzittere beim Gedanken an den Tod, insbesondere weil ich dann vor dich, o göttlicher Richter gerufen werde. O Herr! wie werde ich vor dir bestehen können, der du alle meine Gedanken, Worte und Werke durchforschest und prüfest? Laß mich stets des Todes eingedenk seyn, damit ich gerecht und fromm leben lerne; wenn ich aber einstens vor dein Gericht gerufen werde, so sey mir um deiner unschuldigen Verurtheilung wils ten ein gnädiger Nichter und verdamme mich nicht zum ewigen Tode. Amen. Bater unser. Ave Maria. V. Heiligstes Herz Jesu! du Zuflucht der Sün der! R. Erbarme dich meiner. Amen. 3 weite Station. 1 Jesus nimmt das schwere Kreuz auf seine adulbs Schultern.e dil salg V. Ich bete dich an, o Herr Jesu, und preise dich; R. Denn durch dein heiliges Kreuz 2c. Wie ruhig und gelassen nahm Jesus das schwere Kreuz auf seine Schultern! Er wußte, daß nicht Pilatus, der ungerechte Richter, sondern sein himmlischer Vater ihm dieses Kreuz zubereitet hatte; da rum ergab er seinen Willen sogleich in den Willen des Vaters. Mein Herz ist es im Unglücke auch so Gott ergeben, mit Jesu Herz vereinigt? - 357 Gebet. 19 Ach, nein, leider nein! o Jesu! mein Herz ist nicht so ergeben und geduldig. Ich muß mit Scham und Reue bekennen: ich habe wohl schon oft mit dem Munde gesprochen: Herr, dein Wille geschehe! aber mein Herz war anders gesinnt. Ich erschrecke, wenn ich an Armuth, Krankheit und Tod denke. Jedes Kreuz ist mir alsbald zu schwer und mit Angst und Unwillen suche ich Leiden von mir abzuhalten; wenn gar Schmach und Verachtung mich treffen, so seufze und klage ich so gerne bitterlich, bis ich denselben entkomme. Hilf mir doch, mein geduldigster Jesu, das Kreuz schweigend auf mich nehmen und willig tragen, das mir der liebe Vater im Himmel auferlegt; damit ich fortan immer, selbst beim Nahen des Todes, mit Herz und Mund beten kann: Vater! nicht mein Wille geschehe, sondern der deine! Amen. Vater unser. Ave Maria. dim 1 NOT V. Heiligstes Herz Jesu! du Zuflucht der Sünder! R. Erbarme dich meiner. Amen. 131 Dritte Station. Jesus fällt das erstemal unter dem Kreuze. V. Jch bete dich an, o Herr Jesu und preise dich; R. Denn durch dein heiliges Kreuz 2c. O Jesu, niedergesunken unter der Kreuzeslast, lispelst du mir zu: ich bin aus Schwachheit des Leis bes zu Boden gefallen; aber mein Herz ist nicht er= mattet, sondern standhaft geblieben in der Liebe zu dir, o Sünder! Ist dein Herz auch so beharrlich mir ergeben und auf mich gerichtet, selbst wenn du von Leiden darniedergedrückt bist? Reiche mir zum 358 1 Zeichen deiner unerschütterlichen Liebe die Hand und hilf mir unter meinem Kreuze auf." 150151 - mah tim ium Gebet. Just mdliebevollster, großmüthigster Jesu! niedergedrückt vom schweren Kreuze blickest du zu mir armem Sünder auf, und begehrest meine Hand zum Zeichen meiner treuen ergebenen Liebe: wie freudig würde ich fie darreichen aber sie ist unrein, mit Sünden befleckt; sie hat dich schon oft geißeln und freuzigen geholfen! Ach mein Herz war ferne von dir und ich fiel fündigte mit meinen Händen; ich verabscheue und bereue alle Sünden meiner Hände. Reiche du, todtschwacher Jesus, mir deine Rechte und hilf mir auf! ja trage mich in deinen Händen, daß ich nie mehr falle. Amen. sin Vater unser. Ave Maria. no od V. Heiligstes Herz Jesu, du Zuflucht der Süns der! R. Erbarme dich meiner. Amen. nie and thuning us tuist, my ongilig Vierte Station. Ind Jesus begegnet seiner liebsten Mutter. N. Jch bete dich an, o Herr Jesu, und preise dich; R. Denn durch dein heiliges Kreuz 2c. Wie furchtbar schmerzlich war jener Augenblick, da dir, o Jesus, deine geliebte Mutter auf dem Kreuzwege begegnete und du von ihr Abschied nahmest! Welche Qual träfe mich, wenn ich von dir und deiner Mutter auf ewig Abschied nehmen müßte! 377# 1 Gebet. Liebster Herr und Heiland! liebste Mutter Maria! ich nehme innigsten Antheil an eurem schmerzlichen Abschiede und habe tiefgefühltes Mitleid mit euern 1 359 heiligen blutenden Herzen, welche auf dem schimpf lichen Kreuzwege sich trennen mußten. Aber ach, wie oft habe ich um sinnlicher Freuden und böser Vergnügungen willen mich schon von euch entfernt und euern liebenden Herzen Abschied gegeben! Ich bereue und beweine die Fehler meines Leichtsinnes und verspreche: Jesus und Maria! ich will niemals mehr von euch scheiden, durch feine Sünde mehr euch verlassen und betrüben! Jesus, ich will treulich bei dir aushalten! Maria, ich will findlich dir folgen, damit ich bald mit dir deinen lieben Sohn von Angesicht zu Angesicht schauen und in ewig glückseligem Wiedersehen mich erfreuen könne. Amen. Vater unser. Ave Maria. V. Heiligstes Herz Jesu, du Zuflucht der Sünder! R. Erbarme dich meiner. Amen. makina dire Fünfte Station. Simon von Cyrene hilft Jesu das Kreuz and buitis tragen. ibisz alinese V. Ich bete dich an, o Herr Jesu und preise dich; R. Denn durch dein heiliges Kreuz 2c. Freue dich, meine Seele, mit dem ermatteten Heilande, daß Jemand ihm das schwere Kreuz tragen half. Dieser Trost, den Jesus gefunden hat, ist auch mir bereitet. Sein Anblick sagt mir wohl verständlich: verzage nicht, o Christ, wenn dich Leiz den treffen; denn ich helfe dir das Kreuz tragen, das mein Vater dir auferlegt. Folge mir nach und ich lasse dich nicht unterliegen." Gebet. D verlaffenster Heiland! endlich hast du einen barmherzigen Freund gefunden, welcher dir das Kreuz 360 tragen hilft. Ach, wie oft hätte ich schon Gelegenheit gehabt, durch Geduld und Ergebenheit in Trübsal dir dein Kreuz zu erleichtern, und durch herzliches Mitleiden mit deinen namenlosen Leiden deinem Herzen Freude zu machen! aber ich habe es bisher immer versäumet. Ich will heute noch anfangen. mit dir das Kreuz N. N. geduldig zu tragen, das mir bisher so oft zu wider war. Auch soll mir fortan die Betrachtung deines bittern Leidens und unschul digen Sterbens das liebste Geschäft der Seele seyn, um ganz von Liebe zu dir erfüllt zu werden. Wenn auch alle Welt dich verlassen und dein Kreuz verabscheuen würde ich will unter dem Kreuze dir unverzagt nachfolgen. Herr hilf mir es tragen. Amen. Vater unser. Ave Maria. - - giling W. Heiligstes Herz Jesu, du Zuflucht der Sünder! Ry. Erbarme dich meiner. Amen. 11#AG 17 Sechste Station. omle Veronika reicht Jesu das Schweißtuch dar. sv. Jch bete dich an, o Herr Jesu, und preise dich. R. Denn durch dein heiliges Kreuz ic. 319 Veronika reicht aus Mitleid und Liebe Jesu ein Schweißtuch dar, damit er sein blutiges, todtbleiches Angesicht trockne. Er lohnt ihren kleinen Dienst mit einer großen Gabe: er drückt das Bild seines heiligen Angesichts in das weiße Tuch und gibt es ihr zum Andenken. Mich aber mahnet er und sagt: bes trachte recht mein Angesicht, und du wirst keine Sünde begehen. Gebet. Ich will zum Danke für die zahllosen Wohlthaten, die du mir schon erwiesen, und aus Liebe 361 und Ergebenheit, dir nicht blos einen Dienst erweifen sondern mich selbst mit Leib und Seele dir schenken. Mein Jesus! ich will dein todtenbleiches, blutiges Angesicht mir oft vor Augen stellen- präge aber dein Bild auch tief in mein Herz ein! Alle meine Gedanken, Worte und Werke sollen so eingerichtet werden, als wenn ich dich wirklich vor Augen sähe. Insbesondere will ich meinen Augen, die dich betrachtet haben, nie mehr eine Freude gestatten, welche deine heiligen Augen Blut und Thränen gekostet hat. Erleuchte, o Herr, meine Augen, damit mein Herz allezeit an dich denke! Amen 1 1 Vater unser. Ave Maria. V. Heiligstes Herz Jesu, du Zuflucht der Sünder! R. Erbarme dich meiner. Amen. 181180118 Siebente Station. Jesus fällt das zweitemal unter dem Kreuze. V. Ich bete dich an, o Herr Jesu, und preife dich; R. Denn durch dein heiliges Kreuz 2c. Vernimm meine Seele, was Jesus beim zweiten Fall unter dem Kreuze dich lehret: nicht das schwere Kreuz auf meinen Schultern hat mich wieder darniedergedrückt, sondern die Last deiner Sünden, o Christ. Ich bin mit größten Schmerzen wieder aufgestanden, damit du niemals mehr in die Sünde N. N. fallen mögest, welche du schon so oft gebeichtet haft. s Gebet. 1150 hun Es ist wahr, o Jesu! meine Sünden, die ich von Kindheit an begangen, sind zahlreich und schwer: — 362 ich kann sie nie genug beweinen und verabscheuen; und dennoch falle ich immer wieder in dieselben zurück, und mache dein Kreuz zu einer erdrückenden Last. Ja ich gleiche jenen Grausamen, welche dich nicht ruhen ließen, sondern dich unbarmherzig aufgerissen und fortgestoßen haben. Sollte ich so noch ferner Lust haben zum Sündigen? Du Stärke der Schwachen hilf mir durch deine Gnade, daß ich endlich einmal mich wahrhaft bessere und nicht mehr rückfällig werde. Amen. Vater unser. Ave Maria. y V. Heiligstes Herz Jesu! du Zuflucht der Sünder; Ry. Erbarme dich meiner. Amen. 409 110 100E 1 Achte Station. Jesus tröstet die weinenden Töchter Jerus itsalems. 19 V. Jch bete dich an, o Herr Jesu, und preise dich; R. Denn durch dein heiliges Kreuz 2c. Ein neuer Beweis seines liebenden, heiligen Herzens! Es sagt mir: siehe, o Chrift! mit dem Kreuze beladen, mißhandelt und dem Tode nahe dachte ich nicht mehr an meine Schmerzen, da ich die weinenden Töchter Jerusalems erblickte. Denn ihr Unglück gieng mir mehr zu Herzen als meine Pein. Traure und weine auch du über wahres Unglück, über die Sünde! 519 m of Gebet. Liebendes Herz meines Jesu! erfülle auch mein faltes leichtsinniges Herz mit jenem Mitleiden, das du gegen jene frommen Töchter Jerusalems, wie auch jederzeit gegen uns arme Sünder getragen hast. Ich 363 bin Schuld an deinem schweren Kreuze und schmerzlichen Tode: mache darum meine Augen zu Quellen bitterer Neuethränen, damit ich mit zerknirschtem Herzen mein Leben lang dein Leiden und noch mehr die Ursache derselben, meine Sünden betrauern möge. Wende denn auch dein liebevolles Angesicht mir zu und tröste mich mit der Verheissung, daß dein heiliges Leiden und Sterben an mir nicht verloren gehe. Amen. si Vater unser. Ave Maria. ― ― V. Heiligstes Herz Jesu, du Zuflucht der Sünder! R. Erbarme dich meiner. Amen. Neunte Sta Station. Jesus fällt das drittemal unter dem Kreuze. MIST N. Ich bete dich an, o Herr Jesu, und preise dich; R. Denn durch dein heiliges Kreuz 2c. 131 Je näher ich an den Kalvarienberg komme, gibt Jesus zu verstehen, um so mehr nehmen die Kräfte meines Leibes ab. Aber die Liebe meines Herzens zu dir, o Sünder, ist nicht gebrochen, sondern wird immer noch stärker. Die Sünden der Welt sind eine so furchtbare Last, daß ich öfters darunter niedersinke; aber ich stehe wieder auf und vertilge sie am Kreuze, damit du mir getreu bleiben sollst bis in den Tod. Gebet. O starkmüthigster Jesu! ich danke dir von Herzen, daß du mich nicht hast in den Sünden liegen und ins ewige Feuer fallen lassen, wie ich es wohl verdient hätte. Entzünde in mir einen neuen Eifer, daß ich auf dem Bußwege verharre bis an's Ende. Wenn endlich die Zeit kommt, daß ich in die letzte - 364 Krankheit falle, und wie du auf der Erde, so ich auf dem Todbett in Schmerzen da liege; dann stärke mich, daß ich im letzten Kampfe mit dem Feinde meines Heiles nicht erliege. Laß mich doch in den legten Zügen nicht mehr fallen, sondern erhalte mich vollkommen in dem wahren, heiligen katholischen Glauben, in dem ich leben und sterben will. Amen. Vater unser. Ave Maria. Tr - V. Heiligstes Herz Jesu, du Zuflucht der Süns der! R. Erbarme dich meiner. Amen. ads 3ehnte Station. ird fein seiner Kleider beraubt. V. Ich bete dich an, Herr Jesu, und preise dich; R. Denn durch dein heiliges Kreuz 2c. Sieh, o Christ! so lautet Jesu Lehre: die Kleis der wurden mir grausam vom Leibe gerissen und damit alle Wunden erneuert, ich wurde unverschämt entblößt vor so Vieler Augen, was meinem Herzen unsägliche Bein verursachte. Davon ist deine Un feuschheit Schuld. Jesus wird Gebet. Dreinestes Herz meines Jesus! wie schmerzlich mußtest du die Wunden deines heiligen Leibes fühlen und welche Schmach erdulden, damit ich von deinem Vater Verzeihung meiner Unlauterfeit erlange. Ziehe mir den alten Menschen aus und gib mir einen neuen, unschuldigen, nach deinem Wohlgefallen. Flöße mir um deiner schmerzlichen Entblößung willen eine rechte Schamhaftigkeit ein und erfülle mein Herz mit einer heilsamen Furcht, damit ich alle meine Gedan ken, Worte und Werke so ordne, daß sie weder einen 365 keuschen Sinn ärgern, noch dein heiligstes Herz bes trüben. Amen. - 1 Vater unser. Ave Maria. V. Heiligstes Herz Jesu, du Zuflucht der Sünder! R. Erbarme dich meiner. Amen. did - Gilfte Station. Jesus wird gefreuziget. V. Jch bete dich an, o Herr Jesu, und preise dich; R. Denn durch dein heiliges Kreuz 2c. Nun wurde er hingeworfen aufs Kreuz, peins lich ausgestreckt, und durch Hände und Füße anges nagelt; endlich hängt er am Kreuze aufgerichtet zwischen Himmel und Erde und schweigt. Doch sein Marterbild sagt mir: siehe, das ist der Lohn für all' das, was ich den Menschen zu Lieb gethan: ich hänge am Kreuze:- und du willst noch in Freuden schwelgen? — Gebet. O geduldiges Lamm Gottes! ich muß mich meis ner bisherigen Weichlichkeit und Ungeduld schämen, wenn ich zu dir aufblicke. Du hast aber versprochen, daß du( am Kreuze erhöhet) Alle an dich ziehen wolleft. So nimm mich nun hin, zieb mich zu dir und freuzige mein Fleisch mit seiner Begierlichkeit. Mache, daß das Kreuz meine Freude und mein Ruhm sey. Hier in diesem Leben brenne, hier schneide nur jenseits in der Ewigkeit verschone! Ich übergebe mich dir ganz laß mich nur nicht auf der Erde für den Himmel verloren gehen. Amen. Vater unser. Ave Maria. 3912 V. Heiligstes Herz Jesu, du Zuflucht der Sünder; R. Erbarme dich meiner. Amen. - 366 - - 3 wölfte Station. Jesus stirbt am Kreuze. V. Ich bete dich an, o Herr Jesu, und preise dich! R. Denn durch dein heiliges Kreuz 2c. Todt hängt der Herr am Kreuze und seine erstorbenen Glieder predigen allen Menschen laut: o was ist das für eine Liebe! Sehet die Wunden all', die er aus Liebe sich schlagen ließ, betrachtet den beiligen Leichnam der Liebe! das Haupt ist geneigt, dir, o Christ, den Friedenskuß zu geben; die Arme find ausgebreitet, dich zu umfangen; das Herz ist geöffnet, dich einzuschließen. Siehe ihn noch einmal recht an, der aus Liebe gestorben ist, damit du lebest und vom ewigen Tode erlöset seyft. Gebet. di ben " Es ist vollbracht!" ja nun ist Alles vollbracht, was du aus Liebe zu unserem Heile leiden wolltest. O daß ich doch auch aus Liebe zu dir sterben könnte! was kann ich an der Welt und ihrer Eitelkeit noch Gefallen haben, wenn ich dich so verlassen, mit Blut bedeckt am Kreuze erbleichet sehe! Laß darum mein Herz der Sünde und aller Begierlichkeit absterben. Du hast mir dein liebevolles Herz zur Zuflucht er öffnet: verhüte auch, daß ich es mir nicht selbst durch meine Bosheit verschließe! Nimm mich in dein hei ligstes Herz auf und laß mich da ruhen, auf daß ich Frieden finden und einstens den Tod des Gerech ten sterben möge. Amen. Vater unser. Ave Maria. V. Heiligstes Herz Jesu, du Zuflucht der Sünder! B. Erbarme dich meiner. Amen. - 367- - Dreizehnte Station. Der heilige Leichnam Jesu wird vom Kreuze abgenommen und in den Schoo apsisp Maria gelegt. auise V. Ich bete dich an, o Herr Jesu, und preise dich; R. Denn durch dein heiliges Kreuz 2c. Jesus wollte nicht selbst vom Kreuze herabsteigen, sondern an demselben sterben. Aber tort vom Kreuze abgenommen wollte er in den jungfräulichen Schooß seiner lieben Mutter gelegt werden. Nur in reinen Herzen will der Frohnleichnam Jefu Chrifti ruhen. Maria aber bleibet frommen Kindern stets eine sorgsame Mutter. om sleebet. O schmerzhafte Mutter Maria! könnte ich doch alle meine Gedanken und Gefühle mit dir theilen, da du den heiligen Leichnam in deinem feuschen Schooße haft! wenn ich nur auch so zärtlich wie du die Wunden meines Heilandes füffen könnte! Mutter Jesu! wirf von deinem Liebesfeuer ein Fünklein in mein laues Herz, daß es davon entzündet werde; laß eine Thräne aus deinen Augen auf mein hartes Herz fallen, daß es erweicht und von aller Mackel der Sünde gereiniget werde. Mutter der Barmherzigkeit, gedenfe meiner bei deinem lieben Sohne, def sen heiligen Leichnam du an dein mütterliches Herz drücktest. Herr, erschaff in mir ein reines Herz, in das ich deinen heiligen Leib im allerheiligsten ALtarssakrament aufnehmen kann, damit du in mir bleibest und ich in Ewigkeit nicht mehr von dir ges trennt werde. Amen. Vater unser. Ave Maria. bet? der! 368 V. Heiligstes Herz Jesu, du Zuflucht der Süny. Grbarmet B. Erbarme dich meiner. Amen. 152 Vierzehnte Station. Jesus wird ins Grab gelegt. V. Ich bete dich an, o Herr Jesu, und preise dich; B. Denn durch dein heiliges Kreuz 2c. Der allerheiligste Leichnam wird in ein frem des, aber neues in Stein gehauenes Grab gelegt. Es ist die letzte Ehre für den, der in seis nem Leben nicht so viel Eigenthum hatte, wohin er sein Haupt legen konnte. Aus dem Grabe lehrt mich der Heiland noch: verachte die Welt, damit sie dir nicht zur Grube werde; sey aber mir ein reines, festes Grab, in dem ich gerne weilen mag. Gebet. G fohm slip O Jesu! du hast mich von der Welt auserwählt und für den Himmel berufen: was soll ich also in der Welt suchen und von ihr hoffen? Ich will ihr den Rücken fehren und meinem wahren Vaterlande zu wandeln auf dem Kreuzweg, welchen du, mein Heiland, mit deinen blutigen Fußstapfen mir gebahnet hast! Mein Herz aber solle gereiniget von allem irdischen Sinnen und Trachten, und fest verschlossen gegen alle Lockungen der Welt und ihres Fürsten, ein Grab seyn, in welchem du, o Jesus friedlich und freudig wohnen magst, bis ich in dir sterbe, und durch dich aus dem Grabe zu ewig glücks seligem Leben auferstehen werde. Amen. S Vater unser. Ave Maria. The V. Heiligstes Herz Jesu, du Zuflucht der Sün der; Ry. Erbarme dich meiner. Amen. 369 Aufopferung zum Schluß. hd Ewiger Gott! barmherziger Bater! du haft deinen eingebornen Sohn dem menschlichen Geschlechte zu einem Beispiele der Demuth, des Gehorsams und der Geduld geben wollen und hast ihn darum die menschlische Natur annehmen und mit der Last des Kreuzes auf dem Wege des Lebens uns vorangehen lassen. Verleihe, daß ich durch diese unendliche Liebe ents zündet, das süße Joch seines Evangeliums und die Abtödtung des Kreuzes gern auf mich nehme, und ihm im Leben und Sterben in die ewige Seligfeit nachfolgen möge. - - Liebreichster Jesu! der du für das Heit meiner armen Seele in den bittersten Schmerzen gestorben bist; verleihe mir die Gnade, daß ich mich durch ein frommes Leben zu einem guten Tode vorbereiten möge. Wenn ich dann auf dem Todbett liege, so sage zu deinem himmlischen Vater zu meinem Troste: Vater, verzeih ihm! Sprich zu deiner lieben Mutter: sich das ist dein Sohn. Meiner Seele aber sage: heute noch wirst du bei mir im Bas radiese seyn. Mich dürftet nach deiner Barms herzigkeit: ich will sie suchen in deinen heiligen fünf Wunden. Ach mein Gott, mein Gott verlaß mich nicht in der schrecklichen Stunde des Todes, wo Alles vollbracht wird. Ich empfehle und übergebe für jeßt und immer meine Seele in deine Hände, schließe sie in deine heiligste Seitenwunde, wo sie alle Schäße der Gnade und Erbarmungen findet für Zeit und Ewigkeit. Amen. Schußgebetlein. 1. In zweifelhaften Fällen: Herr, was willst du, daß ich thun soll?( Apostelg. 9, 6.) Der heil. Aloysius. 24 - Rede Herr, denn bein Knecht höret!( 1. König. 3, 10.) Thu mir fund den Weg, auf dem ich wandeln soll, denn zu dir erhebe ich meine Seele!( Psalm 142, 8.) Lehre mich thun deinen Willen, denn mein Gott bist du; dein guter Geist führe mich auf der rechten Bahn( Psalm 142, 10.) - — 370 42 - 2. In Versuchungen: Wie soll ich ein so großes Uebel thun und fündigen wider meinen Gott! ( 1. Mosis 39, 9.) Lieber sterben, als Gott noch cinmal vorsäßlich beleidigen! Herr, merke auf meine Hilfe, Herr, eile mir zu helfen( Psalm 6, 9.) Mein Gott! erleuchte meine Finsterniß; denn durch dich werde ich der Versuchung entrissen.( Psalm 17, 30.) Ich will den Herrn loben und anrufen, so werd ich errettet von meinen Feinden.( Psalm 17, 4.) Erbarme dich meiner, o Herr; denn ich bin schwach! ( Psalm 6, 3.)- Verwirf mich nicht von deinem Angesichte und deinen heiligen Geist nimm nicht von mir. ( Psalm 50, 13.) - - 3. In Kreuz und Leiden: Siehe, Herr, wie ich geängstiget bin und mein Innerstes bebt, mein Herz wendet sich um in mir selbst: hilf mir!( Klagl. 1,20.) Der Herr hats gegeben, der Herr hats genommen. Wie es dem Herrn gefallen hat, so ists geschehen! der Name des Herrnsey gebenedeit!( Job. 1,21.) Der Herr hats befohlen; und wer ist, der sagen dürfte: warum hat ers gethan?( 2. Könige 16, 10.) Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Va= ter gegeben hat?( Johs. 8, 11.) Gott ist unsre Zuflucht und Stärke; ein Helfer in der Trübsal, die uns hart getroffen hat; darum fürchte dir nicht. ( Psalm 45, 1.), Vater, wenn du willst, so nimm riesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Kely pon mis 1 - 371- Wille geschehe.( Lut. 22, 42.) Selig find die Trauernden, denn sie werden getröstet werden. ( Matth. 5, 5.)- Wer aushairt bis an's Ende, der wird selig werden.( Matth. 24, 13.)- - paamme f 4. In Verfolgungen: Erlöse mich von denen, die mich hassen.( Psalm 68, 15.) Der Herr der Heerschaaren ist mit uns; unsere Zuflucht ist der Gott Jakobs.( Psalm 45, 8.) Gott! in deinem Namen crrette mich: und in deiner Kraft schaffe mir Recht!( Psalm 53, 3.)- Unsere gegenwärtige Trübsal, die augenblicklich und leicht ist, bewirket eine über schwängliche, ewige, Alles überwiegende Herrlichkeit in uns.( 2. Korinth. 4, 17.)- Der Herr ist mein Helfer, ich will nicht fürchten, was mir auch thun mag der Mensch; ich werde hinwegschauen über meine Feinde; ich werde nicht sterben, sondern leben und die Werke des Herrn erzählen.( Psalm 117, 8.) Hilf uns, Gott, unser Heiland, und um der Ehre deines Namens willen, erlöse uns, Herr, und sey gnädig unsern Sünden!( Psala 78, 9.) Christus hat für uns gelitten und uns ein Beispiel hinterlassen, daß wir seinen Fußstapfen nachfolgen.( 1. Petri 2, 21.)- NSC 10% – — 1 — SIARA W.0 G DE 5. Bei der Arbeit: In Gottes Namen will ich nun anfangen. Herr, dein Wille geschehe! Der Name des Herrn sey gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit!( Psalm 112, 2.)- Alles zur größern Ehre Gottes!- Was nüßete es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, an seiner Seele aber Schaden litte? Oder was kann der Mensch wohl geben, um seine Seele wieder einzutauschen ( Matth. 16, 26.)- Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib die Ehre!( Psalm 113,9.) - - 372 - - Was der Mensch fået, das wird er auch ernten; wer in seinem Fleische säet, der wird vom Fleische auch Verderben ernten; wer aber im Geiste fået, wird vom Geiste auch ewiges Leben ernten.( Gal. 6, 8.) Ich vermag Alles in dem, der mich stärkt.( Phil. 14, 13.) 6. Unter Tags: O Herr! aus reinster Liebes flamm' umfiengst du mich am Kreuzesstamm. Weil bu die Lieb so weit getrieben, wie sollt' ich jemals dich nicht lieben?- O mein Gott und mein Alles! Hätte ich dich doch allezeit geliebt! Die, welche Christi sind, haben ihr Fleisch gekreuziget sammt den Lastern und Gelüsten.( Galat. 3, 24.) Lieber Jes fuß, sen mit mir, Leib und Seele schenk ich dir!- Die Welt vergehet mit ihrer Luft; der aber den Wils len Gottes thut, bleibt in Ewigkeit.- O mein Gott! ich glaube Alles, was du geoffenbart hajt und durch deine heilige Kirche mir zu glauben vorstellst; vers mehre meinen Glauben!- O Gott, der du mächtig bist in den Schwachen, und nicht willst, daß Jemand verloren gehe; ich sehe mein ganzes Vertrauen auf dich und erwarte voll Zuversicht von dir alles Gute und die ewige Seligkeit; befestige meine Hoffnung! D Gott! ich liebe dich von ganzem Herzen, von ganzem Gemüthe, von ganzer Seele und aus allen meis nen Kräften; entflamme in mir diese heilige Liebe!- - - Die offene Schuld. 3h armer fündiger Mensch widerfage dem bösen Feinde, allen seinen Eingebungen, Rath und That. Ich glaube an Gott den Nater, an Gott den Sohn, 1 373 und an Gott den heiligen Geist. Ich glaub. auch gänzlich Alles, was die allgemeine driftliche Kirche zu glauben vorstellt. Mit diesem heiligen katholischen Glauben beichte und bekenne ich Gott dem Allmächtigen, Maria seiner hochwürdigen Mutter, allen lieben Heiligen und gebe mich schuldig, raß ich von meinen findlichen Tagen an, bis auf diese Stunde, oft und viel gefündiget habe, mit Gedanken, Worten und Werken, und Unterlassung vieler guten Werke; wie denn solches Alles geschehen ist, heimlich oder öffentlich, wissentlich oder unwissentlicht, wider die zehn Gebote, in den sieben Hauptfünden, an den fünf Sinnen meines Leibes, wider Gott, wider meinen Nächsten, und wider das Heil meiner armen Seele. Solche und alle meine Sünden sind mir leid und reuen mich von Herzen. Darum bitte ich demüthig dich ewigen, barmherzigen Gott, du wolleft mir deine göttliche Gnade verleihen, mein Leben fristen so lange, bis daß ich hier alle meine Sünden möge beichten und büßen, deine göttliche Huld erwerben, und nach diesem elenden Leben die ewige Freude und Seligkeit erlangen. Deshalb flopie ich an mein fündiges Herz, und spreche mit dem öffentlichen Sünder: O Herr Gott! sey mir armen Sünder gnädig! Amen. llp m Das allgemeine Gebet. Allmächtiger ewiger Gott, Herr, himmlischer Vater! Siehe an mit den Augen deiner grundlosen Barmherzigkeit unfern Jammer, unser Elend und unsere Noth. Erbarme dich über alle Christgläubige, für welche dein eingeborner Sohn, unser lieber Herr und Heiland, Jesus Christus, in die Hände der Sünder - 374freiwillig gekommen ist und sein kostbares Blut am Stamme des heiligen Kreuzes vergossen hat. Durch diesen Herrn Jesum wende ab, gnädigster Bater! die wohlverdiente Strafe, gegenwärtige und zukünftige Gefahren, schädliche Empörungen, Kriegsrüstungen, Theurung, Krankheiten und betrübte armselige Zeiten. Erleuchte und stärke in allem Guten die geistlichen und weltlichen Vorsteher und Regenten, damit sie Alles befördern, was zu deiner göttlichen Ehre, zu unserem Heil, und zum gemeinen Frieden und zur Wohlfahrt der ganzen Christenheit gedeihen mag. Insbesondere bitten wir dich für das Oserhaupt unserer heiligen Kirche, Papst Pius X., für unsern Bischof Joseph, für deinen Knecht, unsern König und das ganze königliche Haus. Verleihe uns, o Gott des Friedens! rechte Vereinigung im Glauben ohne alle Spaltung und Trennung. Bekehre unsere Herzen zur wahren Buße und Besserung unsers Lebens. Zünde in uns an das Feuer deiner heiligen Liebe. Gib uns einen Hunger und Eifer zu aller Gerechtigkeit, damit wir als gehorsame Kinder im Leben und Sterben dir angenehm und wohlgefällig seyen. Wir bitten auch, wie du willst, daß wir bitten sollen, für unsere Freunde und Feinde, für Gesunde und Kranke, für alle betrübte und elende Christen, für die Lebendigen und für die Gestorbenen. Dir, o Herr! sey einmal empfohlen unser Thun und Lassen, unser Handel und Wandel, unser Leben und Sterben. Laß uns deine Gnade hier genießen, und dort mit allen Auserwählten erlangen, daß wir in ewiger Freude und Seligkeit dich loben, ehren und preisen mögen. Das verleih uns, o Herr, himmlischer Vater! durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn und Heiland, welcher mit dir und dem heiligen Geiste -€ 375 als gleicher Gott lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 2015 - Abendgebete. no bilo Im Namen des+ Vaters und des+ Sohnes und des heiligen+ Geistes habe ich den heutigen Tag begonnen, und in diesem allerheiligsten Namen will ich ihn auch beschließen. Darum werfe ich mich jetzt vor deiner Majestät, o heiliger dreieiniger Gott, auf die Kniee nieder, und sammle meine Gedanken noch einmal in dieser Abendstunde, um dir über den heutigen Tag wieder Rechenschaft abzulegen und seine leßten Augenblicke zu weihen. Der Tag ist nun seinem Ende nahe. Dir verdanke ich es, o gütigster Gott, daß ich noch lebe und dir dienen kann! Wie bisher alle Zeit, so hast du auch heute mich wieder mit Wohlthaten überhäuft. Deine Vatergüte hat mich beschüßt, mir Leben, Gesundheit und Kräfte erhalten. Deine Liebe hat mir Speise und Trank geschenkt, und zu meinen Geschäften Freude und Segen verliehen. Deine Erbarmung hat mich wieder mit Geduld ertragen und die verdiente Strafe von mir abgehalten. Dein Beistand hat mich unter den Beschwerden und Leiden dieses Lebens nicht erliegen lassen, sondern mir zur siegreichen Ausdauer verholfen. D Herr, ich bin nicht werth all deiner Gnade und Treue, die du an mir armem Sünder erwiesen haft; um so demüthiger und herzlicher danke ich dir für alle erkannten und unerkannten Wohlthaten. Insbesondere danke ich dir für das unschäßbare Glück, zur heiligen katholischen Kirche zu gehören, und für jeden Trost und jede Freude, die ich durch sie schon ges funden habe; ich danke für jede Belehrung und Erof - - - 376 feuchtung, die mir heute zu Theil geworden, für jede Regung zum Guten und jeden Antrieb zur Buße und Besserung des Lebens. Ich danke dir aus dem tief sten Grunde meines Herzens, daß du mich heute so sichtlich an deiner Vaterhand geleitet, und vor so vielem Uebel des Leibes und der Seele bewahret hast. Es lobe meine Seele den Herrn, und Alles was in mir ist, preise seinen heiligen Namen! Ja danke dem Herru, meine Seele, und vergiß nicht aller seiner Wohlthaten! Wie kann ich dem Herrn Alles vergels ten, was er heute wieder Gutes an mir gethan! Ich will seinen heiligen Namen preisen zu aller Zeit, sein Lob soll immerdar in meinem Munde ieyn! Wie habe ich aber bisher und insbesondere heute deine Wohlthaten angewendet und deine Güte vergolten! O daß mir doch mein Gewissen keine Vorwürfe machen müßte! Aber, leider! es flagt mich an: damit ich meine ganze Untreue, Nachlässigkeit und Bosheit erkenne und aufrichtig bereue! site 300 Wie habe ich die am Morgen gefaßten Vorfäße gehalten? wie habe ich meine Gebete verrichtet? wie meine Berufsgeschäfte erfüllt? Bin ich immer fleißig und geduldig, sanftmüthig und friedlich, gottess fürchtig und schamhaft gewesen? bin ich den Gelegenheiten und Gefahren zur Sünde redlich ausges wichen, und standhaft gewesen im Kampfe mit den Versuchungen? was habe ich Gutes gethan?- Am Morgen habe ich dir wohl versprochen, den Tag nur zu deiner Ehre und zum Heile meiner Seele anwenden zu wollen: aber ich habe nicht Wort gehalten. Ich habe viele Zeit und Gelegenheit zum Gutesthun unbenügt vorübergehen lassen, dagegen dem Bösen selten oder nur geringen Widerstand geleistet. Ich war oft gegen deine heiligen Gebote und Eins 1 377 sprechungen ungehorsam und habe beine Liebe und Güte mit Undank und Beleidigungen vergolten. Ach, wie viele Sünden habe ich mir heute wieder zu Schulden kommen lassen! Ich bereue sie von ganzem Herzen, und es schmerzt mich über Alles, daß ich dich, höchstes und liebenswürdigstes Gut so oft beleidigt habe. Ich bekenne mit wahrem Seelenschmerze vor dir, Allbarmherziger, meine Schuld, meine sehr große Schuld! Herr, gehe nicht ins Gericht mit mir, sondern habe Erbarmen! Ich bitte dich um des mafellofen Lebens und bittern Leidens Jesu, deincs Sohnes willen, daß du mir gnädig verzeihen wollest, was ich heut gefehlt habe, und nun aufrichtig bereue Schinke mir auch die Gnade einer wahren Buße, daß ich meine Sünden endlich einmal gänzlich verlasse und in einem erneuerten Leben dir wohls gefällig diene. Wende dein Angesicht von meinen Sünden hinweg und siehe auf meine ernstlichen Vor fäße und segne sie: ich will den morgigen Tag ganz nach deinem heiligen Willen anwenden und alle meine Gedanken, Worte und Werke dir weihen. Deine Ehre zu verbreiten und mein Seelenheil zu befördern, soll das erste und höchste Ziel von all' meinem Thun und Lassen seyn, wenn du mir noch einen Tag des Lebens schenken willst. Mein Gott und Herr! bleibe bei mir, denn es ist Abend geworden, und Niemand ist außer dir, der mich erhalten und beschützen könnte. In deine Hände übergebe ich Leib und Seele, da ich mich zur Ruhe niederlegen werde; bewahre mich und all das Meis nige diese Nacht vor allem Unglück! Schenke mir eine sanfte Ruhe zur Erholung der erschöpften Kräfte, und wache über mich, während ich bewußt- und hilflos daliege und schlafe. Entferne alle Nachstels - - 378- lungen des Satans von meiner Ruhestätte und bewahre mich von unreinen Gedanken, Begierden und Träumen. Laß mich dann am Morgen wieder froh und neugestärkt erwachen, damit ich dankbar deine Güte preisen, eifrig deinen Namen verherrlichen und gewissenhaft mein Heil wirken kann. Wenn du aber beschlossen hast, mich in dieser Nacht aus dem Leben abzurufen, so laß mich in deinem Frieden entschlafen und am Auferstehungstage einen gnädigen Richter an dir finden. Beschütze auch, gütigster Gott und Vater, ich bitte dich, in dieser Nacht, meine lieben Eltern, Geschwistern, Verwandte und Wohlthäter, Freunde und Feinde; nimm sie unter deine väterliche Obhut, und bewahre sie vor allem Trug der Fin sterniß! bildas T Christus Jesus, du guter Hirte![ aß keines deiner Schäflein im Dunkel der Nacht verloren gehen; wache über deine heilige Kirche, deren unsichtbares Oberhaupt du bist, und schüße sie und deinen sichtbaren Stellvertreter auf Erden gegen alle Nach stellungen der Mächte der Finsterniß. The Little Heiliger Geist! stehe allen Unglücklichen mit deiner Gnade bei! sey ein Tröster der Armen und Kranken, welche diese Racht schlaflos weinen und seufzen, verleihe Muth und Sieg Allen, die in Ges fahren des Leibes und der Seele schweben oder gar mit dem Tode ringen! Erleu tte Alle, daß sie die Gefahren und Mächte der Finsterniß erkennen und überwinden, und im Lichte des Glaubens gerecht und ehrbar wandeln wie am Hellen Tage. im Seligste Jungfrau, gütige, mächtige Fürspreche rin! alle Geschlechter preisen sich selig und nehmen vertrauensvoll ihre Zuflucht zu dir. Auch ich, dein unwürdiges Pflegekind grüße dich in dieser Abend - 379 finde noch viel tausendmal und rufe dich an: heilige Maria, Mutter Gottes, auch meine Mutter, bitte für mich armen Sinder, ießt in dieser Nacht und in der Stunde meines Todes! Heiliger Schußengel, heiliger Aloysius und ihr Heiligen Gottes, bittet für mich um Gnade und Barmherzigkeit, um Friede und Ruhe bei meinem und eurem Gott und Herrn! Verzeihe o Gott der Barmherzigkeit Allen, welche in deinem Frieden geschieden sind, was sie aus menschlicher Schwachheit gefehlet haben, und laß sie bald aus dem Orte der Reinigung zu deiner seligen Anschauung gelangen. Im Namen meines gekreuzigten Herrn Jesus Christus begebe ich mich nun zur Ruhe; derselbe wolle mich segnen, regieren, beschüßen und zum ewigen Leben führen. Im Namen des Vaters und des+ Sohnes und des heiligen+ Geistes. Amen. Bitte zu Jesus am Abende. 1. Wo willst du bin, weils Abend ist! Geliebter Pilgram. Jesu Christ? Ei bleib doch hier und rast in mir. Ich laß dich nicht, du ewges Licht: Ich schrei dir nach mit tausend Ach; Ach bleib doch hier, mein Leben! Ich will dir Herberg geben. 2. Die Sonne hat sich schon gesenkt, Die Nacht ist da, die mich bedrängt; Komm doch herein, mein Freudenschein, 60 - 380 - Zind an mein Herz, wie eine Kerz, Erleucht es ganz mit deinem Glanz Taß ich rich mög erkennen, Und durch und durch entbrennen, anu 3. Wenn du bei mir bleibst, werther Gast, Co werd' ich ledig meiner Last; Du brichst mir Brod in Hungersnoth, Du neibest weg die Eitelkeit, Du zeigst mir an die rechte Bahn, Tu machst, daß meine Sinnen Die Wahrheit finden können. 4. Ich lasse dich nicht, liebster Freund, Bis daß die Sonne wieder scheint: Hab' nur Geduld, und sey mir huld, Du fannst nicht fort aus diesem Ort, Mein Herze wacht, hat deiner acht, Ich will rich fest umfassen, Und nicht entweichen lassen. 5. D großer Herr und Gott! Erbarm dich unsrer Noth: Schau du König aller Zeiten! Wie dein Volk bedränget ist, Wie wir täglich müssen streiten, Mit des Feindes Macht und List. 6. Komm, nimm dich unsrer an, u storker Kriegesmann! Hilf uns felig überwinden, Taß wir unsern Lauf vollführen Und mit dir befreit von Sünden, Unaufhörlich triumphiren. mf 1 381 1 Geistliche Lebeneregeln. 1. Vergiß niemals, daß du ein Mensch bist und die fostbare Gabe der Bernunft nicht zu unvernünftigem Leben von Gott erhalten hast; bedenke aber auch, was deine Würde als Christ von dir verlangt. 2. Sey gehorsam, schnell, pünktlich und freudig. Gott foll stets der Beweggrund deines Gehorsams gegen die Menschen seyn. Ihr Kinder gehorsamet den Eltern( allen Vorgefeßten) in Allem; denn das ist dem Herrn wohlgefällig. Koloff. 3, 20. 3. Sen fleißig und arbeitsam, denn der Mensch ist zur Arbeit geboren, wie der Bogel zum Fliegen, und wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Wünsche dir nicht einmal ein müßiges Leben, denn der Müßiggang ist aller Laster Anfang." Sey auch kein sogenannter geschäftiger Müßiggänger, sondern benütze jeden Augenblick zu rechten, notwendigen Geschäften, denn die Zeit ist kostbar und uns wiederbringlich." 11 4. Sey mäßig im Essen und Trinken. Gedenke der Gräber der Lüsternheit, in welche die gefräßigen Israeliten fanken. Erinnere dich an Daniel und seine Genoffen, die bei Wasser und Gemüse gefund und blühend blieben. Liebst du Mäßigkeit, so wirst du den Teufel der Unzucht zügeln und die Gottesfurcht bewahren."( H. Ephraim.) Du sollst herrschen über deine Begier en und nicht diese über dich." Trink und is- Gott nicht vergiß." 11 5. Deine Erholungen sollen nur Ausnahme, nicht Regel des Lebens seyn. Nach unehrbaren oder auch nur gefährlichen Lustbarkeiten soll dein -382 Herz nicht einmal Verlangen haben. Bei allen Erholungen sey eingedenk deines Ecußengels, der dir zur Seite ist, und freue dich nur im Herrn." 16. Sey dankbar von Herzen und beachte was der Apostel Jakobus schreibt: 1, 17. Alle gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk fëmmt von oben, vom Vater des Lichtes." Bete zu Gott um Segen und Gnade für deine Wohlthäter. 7. Sen nicht geschwäßig. Stillschweigen ist für die Jugend was der Zaum fürs Pferd. Wer seine Zunge bewahren kann, der ist ein vollkommener Mann; wer aber seine Zunge nicht bezähmt, wird sich ins Verderben stürzen."" Im Vielreden ist Sünde;" ,, wenn du aber redest, so rede mit deinem Nächsten die Wahrheit." Ephes. 4, 25. 8 Eey freundlich gegen Jedermann und liebe deinen Nächsten wie dich selbst.„ Ich habe euch ein Beispiel gegeben, wie ihr einander lieben follet" sprach Jesus. Scy aber auch flug und vorsichtig, damit du von feiner Echlange verwundet, und von keinem Wolf im Schafspelze zenissen werdeft. slm 9. Fliehe die Gefahren.„ Böse Gesellschaf ten verderben gute Sitten." Wo die Meisten schlimmer werden, da wirst du schwerlich gut bleiben, jedenfalls nicht besser werden. Meide insbesondere die Unzüchtigen, denn sie sind ansteckender als die Pest; auch mit Hochmüthigen und Streitsüchtigen gehe nicht gerne um. 10. Bete gern, oft und andächtig. Beten ist ja das edelste Geschäft des Menschen, nemlich ein Verkehr mit Gott, und dem Gebete in Jesu Namen ist die Erhörung zugesichert. Es kömmt hiebei wie bei allen Uebungen der Frömmigkeit hauptsächlich auf 383 die gute Meinung und reine Absicht an. Wie viele Augenblicke, ja Stunden lassen sich zum Gebete erübrigen, wenn Gottes Liebe im Herzen wohnt! 11.„ Laß nicht ab Gutes zu thun, denn dieß gefällt Gott und er wird es einst ewig belohnen." Galat 6, 9. 2. Theff. 3, 13.„ Das Gebet mit Fasten und Almosen geben ist besser als Schäße von Gold aufhäufen." Tob. 12, 8. Aus Liebe zu Gott und aus Sorgfalt für dein Seelenheil laß keinen Tag vorbeigehen, ohne ein gutes Werk gethan zu haben. 12. lleberwinde dich oft und starkmüthig. An Gelegenheiten dazu fehlt es nicht: Augen, Ohren, Zunge, Gaumen, Furcht und Hoffe mung, Leiden und Freuden sind es, die du an dir überwinden mußt. Des Menschen Leben ist ein Streit, ein Kampf" nur der Tod te wehrt sich nicht mehr, oder auch der Feige, aber Weichlinge und Feiglinge sind verächtlich und taugen zu nichts Großem. 13. Wenn ein Leiden dich drückt, so bete zuerst und sogleich, denn viel vermag das beharrliche Gebet des Gerechten; so war Elias ein Mensch den Leiden unterworfen wie wir; und er betete und fand Erhörung." Jakob. 8, 17. Wird bei einem Uebel sogleich das beste und sicherste Mittel angewendet, so darf wohl Hilfe gehofft werden. 14. Sey ein wahrer Jünger Christi, der sagt: ,, Bleibet in meiner Liebe." Suche also stets im Frieden mit Gott zu leben durch findlichen Gehorsam, mit dir selbst durch Bewahrung eines guten Gewissens, und mit dem Nächstens durch Bescheidenheit, Sanftmuth und Geduld. S 15. Bekenne Christum offen vor den Mens schen in Wort und That, und verläugne ihn nie. Laß durch Epötter dich nicht vom Guten abbringen, 384- and vom großen Haufen dich nicht auf den breiten Weg des Verderbens verleiten. 16. Gib fein ergerniß; denn du wirst doch dem Teufel nicht helfen wollen, die Schäflein des guten Hirten zu morden! ,, Wehe dem Menschen, durch den Aergerniß fommt." 17. Thue Alles zur Ehre Gottes, weilund wie er es will. Frage dich daher oft: ers fülle ich jeßt Gottes Willen oder bloß den meinigen. 18. Demuth sey das höchste Ziel der Ehre, nach der du trachtest; sie ist die schönste Zierde der Jugend und die hehre Weihe jeder Tugend.psy 19. Hochmuth soll niemals herrschen weder in dei nem Sinne, noch in deinen Worten; denn alles Verderben hat in demselben seinen Anfang genommen. Tob. 4, 14. Hochmuth ist gefährlicher als der Teufel, denn der Hochmuth hat selbst Engel überwunden und zu Teufeln gemacht. Den Hoffärtigen widerstehet Gott; den Demüthigen aber gibt er seine Gnade." 32 - 20. Sey vorsichtig in deiner Jugend. Trau, schau wem!" Bewahre dein Herz vor den listigen Nachstellungen der Feinde, und laß dir die Unschuld um keinen Preis rauben; dieser Verlust wäre nie mehr ganz zu ersetzen. do 21. Hüte dich vor aller Sünde, weil sie das einzige Ulebel ist und dich ins Verderben stürzt. Halte keine Sünde für gering; denn auch das Größte fängt im Kleinen an, und was den höchsten Herrn und Gott beleidigt, kann niemals gering seyn. 22. Bewahre deine Sinne, damit sie dir nicht zum Falle gereichen. Wenn du ihnen viele Freiheit gestatteft, so machen sie dich zu ihrem Sklaven. 23. Meide alle Gelegenheiten zur -385Sünde, so wirst du vor vielen Versuchungen ganz bewahrt bleiben. Den Anreizungen zur Sünde widerstehe schnell und gleich anfangs, so siegst du leicht und erlangst dadurch neue Gnade von Gott und mehr Muth und Kraft in dir selbst. OP 24. In Versuchungen und Gefahren denke an Gott und erinnere dich, daß sein allsehendes Auge über dir wacht; wenn du muthig streiteſt, wirst du mit ihm siegen und von ihm belohnt werden. 25. Wenn du in eine Sünde gefallen bist, so stehe schnell von ihr auf, und erwecke sogleich Reu und Leid, und erneuere den ernstlichen Vorsaß, diese Sünde nicht mehr zu begehen. Hast du schwer gefehlt, so säume nicht, im heiligen Bußsakrament Verzeihung zu suchen. 26. Strebe stets nach Vollkommenheit und laß das Verlangen darnach nie in dir ersterben; denn ein ernstliches Verlangen nach Vollkommenheit ist schon der Anfang und die erste Stufe derselben. 27. Seße dir immer ein hohes Ziel vor und strebe unermüdlich darnach, denn die Ausführung bleibt bei allem Eifer doch stets hinter dem Vorsaße zurück. 28. Lies oft und aufmerksam belehrende und erbauende Bücher, in denen die Schönheit der Tugend, die Schändlichkeit des Lasters, das Glück der Frömmigkeit und die Wonne der ewigen Seligfeit dargestellt ist. Insbesondere lies fleißig die Lebensbeschreibungen der Heiligen; das sind Beispiele, welche die Trägen heilsam beschämen und zur Nachahmung hinreißen. od Ur 29. Stelle auch öfters in Ruhe Betrachtungen an über die wichtigen Wahrheiten des Heiles; in der Einsamkeit wird Gott zu deinem Syeizen reden. Der hell. Megjine. - 386 30. Das Leiden Christi soll der liebste Gegenstand deiner Betrachtungen und sein Kreuz das Holz seyn, wodurch das Feuer deiner heiligen Liebe immer unterhalten wird, indem es die Abscheulichkeit der Sünde und die unendliche Güte Gottes dir zugleich vor Augen stellt. 31. Verachte das Irdische und Vergängliche und bedenke, daß du zu höheren Dingen erschaffen bist. Je mehr du dich jetzt von den Geschöpfen bethören läsfest, um so schmerzlicher wirst du einst von ihnen getrennt werden; je mehr du dich aber von ihnen losmachest, um so leichter ist dein Scheiden. 14 32. Gedenke oft der vier letzten Dinge: diese Gedanken machen dir den Kampf für die Tugend leicht und bewahren dich vor Sünde. - 133. Die Ewigkeit soll deine große Angelegenheit seyn, auf welche alles Zeitliche nur Vorbereitung ist. 34. Durch den Tod geht man in die Ewigfeit ein in eine glückliche oder unglückliche. Du stirbst nur einmal; mit diesem einen Tod fällt das Loos auf ewig; wie wichtig ist es also, gut sterben zu lernen! - 35. Lebe also gut- das ist die rechte Vorbereitung auf einen guten Tod. Das Leben ist die Zeit der Aussaat; mit dem Tode fömmt die Ernte; ein böser Tod kann nicht mehr verbessert werden. 36. Der Tod kann dich alle Augenblicke abrufen, wie die Erfahrung lehrt. Christus selbst mahnt deßhalb zur Wachsamkeit. Fange also heute noch an, ganz gut zu leben; morgen ist es vielleicht schon zu spät. ,, Wirket, so lange es Tag ist." 387 37. ,, Ein gutes Leben darf dich wohl Mühe kosten, denn nur die Gewalt anwenden, reißen das Himmelreich an sich," und die ewige Glückfeligkeit ist gewiß auch einige mühselige Augenblicke werth.„ Es fostet Mühe, heilig zu leben; aber wie süß ist es, selig zu sterben!" 38. Wer sich verschont, strafet sich und wer sich schmeichelt, tödtet sich. Wer die Sünde nicht vertilgt, den wird sie vertilgen." Wer seine Seele( unordentlich) liebt, wird sie verlieren." 39. Wenn du Christi Jünger bist, darf es dir nicht besser ergehen, als deinem Meister, der ja voraussagte: Sie die Weltmenschen werden alles Böse wider euch reden um meines Namens willen." Schmeichelt dir die Welt und wirst du von ihr geliebt, so darfst du wohl fürchten, daß Christus dich nicht mehr zu den Seinigen zähle. 40. Wenn du den Himmel jenseits willst, kannst du ihn hienieden nicht auch schon haben. Ist die Welt dein Kreuz, so wird Christus deine Freude seyn. — 1 14 41. Blos der Kreuzweg ist der königliche Weg Christi und führet zur Krone des Himmelreiches. Kreuz und Leiden, Schmach und Verfolgung sind die Schäße der Heiligen. 42. Fürchte das Gericht und siehe zu, daß du nicht ohne diese Schäße der Heiligen vor demselben erscheinest. 43. Halte nicht mit dem großen Hauen; denn der Weg, welchen Christus gezeigt hat, ist schmal und die Pforte ist eng," da gehen also nicht Viele. Nur Wenige sind auserwählt. 44. Schau auf zum Himmel und blicke hinab n die Hölle, und wähle! Den Himmel - 388- zu erlangen, fostet nicht so viel Mühe und Opfer, als in die Hölle zu stürzen. 45. Schußgebetlein habe auf deiner Wan derschaft stets in Bereitschaft. Diese furzen Seufzer und Erhebungen des Herzens zu Gott sind die leichs ten Waffen, womit du die Feinde deines Seelenheiles abwehren kannst, oder sie sind Liebesflammen, welche das Herz erwärmen, die Gesinnung läutern, und Gottes Gnade erlangen. die 46. Beobachte eine gute Ordnung in all' deinem frommen Streben, und sey darin beharrlich. Hievon hängt der sichere Erfolg av. „ Es sollen diese Worte, die ich dir heute gebiete, in deinem Herzen seyn, und du sollst sie deinen Kindern erzählen und sie betrachten, wenn du in deinem Hause sißest und wenn du auf der Reise bist, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehest." 5. Mofis 6, 67. Christliche Lebensordnung. Bei Allem, was wir thun, fömmt sehr viel auf die Ordnung dabei an; ohne Ordnung bereiten wir uns oft unnöthige Mühen und Verzögerungen, arbeiten nicht selten vergeblich und verfehlen sogar manchmal das gewünschte Ziel ganz. Wer daher nur einige Erfahrung hat, muß dem beistimmen, was der heilige Apostel Paulus schreibt:„ Alles ge= schehe mit Anstand und Ordnung." wichtiger nun und je umfangreicher ein Geschäft ist. um so mehr wird natürlich Ordnung erfordert. Das wichtigste Geschäft ist aber sicherlich das, bei dem es sich um zeitliches und ewiges Glück, um den Him 389 — mel handelt; und umfangreicher kann auch kein Geschäft seyn als dieses; denn es umfaßt ja unser ganzes irdische Leben. Was könnte also für dieses Geschäft des Heiles, glücklich zu leben und selig zu sterben, müßlicher und nothwendiger seyn als eben Ordnung? Diese macht uns die Geschäfte leichter, entfernt viele Hindernisse oder Verzögerungen und führt uns sicher zum erstrebten Ziele. Das Allererste, was die Ordmung im Heils geschäfte von uns verlangt, besteht darin, daß wir wissen, wer wir sind, was wir seyn und werden sollen. Wir sind Menschen, nach Gottes Ebenbild erschaffen, und Christen aus Wasser und dem heiligen Geiste wiedergeboren; wir sollen Kinder Gottes und Diener Jesu seyn; wir sollen heilig und selig werden. Wenn du nun, lieber Leser, dieß recht überlegst und darnach dich verhalten willst, so rathe ich dir: Laß ja das hohe Ziel die ewige Seligkeit im Himmel nie mehr aus den Augen und richte all' dein Thun und Lassen nach dem Willen deines himmlischen Vaters ein; diene mit allen Gedanken, Worten und Werken deinem Herrn und Heiland- so wird dein ganzes Leben ein ununterbrochener Gottesdienst und der Lohn dafür bleibt gewiß nicht aus. dilo Beobachte sofort im Einzelnen folgende Ordgiye mung: jim 1. Erhebe dich täglich in früher Morgenstunde von deiner Ruhestätte, und stehe sobald du erwachest, munter und schnell auf, um den wiedererlebten Tag im Dienste deines Gottes zu beginnen, der spricht: " Ich liebe, die mich lieben, und die frühe zu mir erwachen, werden mich finden." Sprüchw. 8, 17. 390 2. Die Erstlinge deiner Gedanken, Empfindungen und Worte sollen Gott ges weiht seyn, zu dem du sogleich dein Herz erhebst. Sprich: D Gott, mein Gott! frühe wache ich zu dir: meine Seele dürstet nach dir." Psalm 62, 2.; oder grüße deinen lieben Heiland mit den Worten: " Jesuskindlein, Herzenszier! mach ein frommes Kind aus mir;" oder bete: ,, Jesu! Süßigkeit der Seele, des Geistes Licht und Lebensquelle! du meines Herzens Lustgefühl, und meiner Sehnsucht höchstes Ziel!" 3. Kleide dich alsbald ehrbar an. Unterdeß verrichte auswendig gelernte Gebete oder beschäftige dich sonst mit frommen Gedanken. Erinnere dich an den Spottmantel, welchen Jesus um deiner Eitelkeit willen trug; stelle dir vor, wie sein heiliges Angesicht und Haupt angespieen und geschlagen wurden von den wilden Soldaten, wie sein heiliger Leib vom Scheitel bis zur Fußsohle mit Wun den bedeckt ward, wie er am frühen Morgen schon alle Qualen und Mißhandlungen zu leiden begann um deiner Pußsucht, Weichlichkeit und Sinnlichs keit willen. Bitte Gott, er wolle dein Herz rein waschen, und deiner Seele das weiße Kleid der Unschuld bewahren oder im Blute Christi wieder rei nigen. Gewöhne dich an solche Gedanken während des Ankleidens. 4. Besprenge dich mit Weihwasser reumüthigen Herzens, fammle dich und beginne dein Morgengebet vor einem Kruzifire. 5. Das Morgengebet verrichte knieend und mit aufgehobenen Händen; unterlasse niemals, mit Gebet in Gottes Namen- dein Tagewerk zu beginnen. Selbst bei vielen und dringenden Geschäften — 391 fannst du wenigstens 5 Minuten zum Gebet erübri gen; wenn die Zeit aber nicht so drängt, so verweile wohl Stunde und noch mehr im Gebete. 6. Einige Vater unser und der christliche Glauben sollten dabei nie fehlen; verrichte jetzt auch die freiwillig übernommenen Gebete, z. B. Bruderschaftsgebete, für Wohlthäter 2c. und verschiebe nicht zu Vieles auf den Abend. 7. Dem innerlichen Gebet und der Betrachtung widme täglich wenigstens ½, Stunde, wenn du willst nach christlicher Vollkommenheit streben. Unmittelbar nach dem Morgengebet ist die geeignetste Zeit hiezu. Die Nachfolge Christi von Thomas v. Kempis, Philothea von Franz v. Sales und viele andere Büchlein nach dem Rath deines Beichtvaters können dir zu Betrachtungen dienen. 8. Zur Uebung des innerlichen Gebetes kannst du es so machen: kniee vor ein Kruzifir, betrachte es mit Ehrfurcht und Nachdenken, stelle dir die Schmerzen vor, welche Jesus, so am Kreuze hängend, für dich gelitten hat, und frage in heiligem Mitleiden: lieber Heiland, mein Gott und Herr! was soll ich doch heute und fortan dir zu lieb thun?" Vielleicht antwortet er dir in deinem Herzen und sagt: fey heute mäßig in Speise und Trank! schweige heute zu Spott und Verläumdung! verrichte heute deine mühevolle Arbeit, trage dein schweres Kreuz recht geduldig! versäume heute deine gewöhnlichen Gebete ja nicht! meide heute diese böse Gesellschaft, gehe nicht dahin und fliehe die gefährliche Dinge!" Versprich ihm dieß recht ernstlich und danke ihm für seine Liebe. Vielleicht vernimmst du vom Kreuze herab in deinem Innern iene ernstere Sprache, die etwa so lautet:, o du falscher Jünger, heuchlerischer Christ! warum bereitest 1 — - - 392 du mir alle Tage neue Schmerzen durch deine Sünden?" Wenn Jesus in dieser Weise zu dir sprechen muß; gestehe nur reumüthig deine Schuld, bitte voll Zerknirschung um Verzeihung und flehe unter Thränen zu seinen Füßen liegend, daß er doch nicht mit dir in's Gericht gehen, sondern an dir seine Barm herzigkeit erweisen wolle." So und ähnlich verweile täglich in herzlicher Unterhaltung mit deinem gefreuzigten Heilande, um den Abscheu gegen die Sünde zu vermehren und die Liebe gegen Gott zu entflams men. Du kannst dazu auch jedesmal eine Station, oder das Gebet zum Leiden Christi beten. 9. Beginne hierauf dein Tagewerk mit Gott, d. h. weit und wie er es will und unter Anrufung seines Beistandes. Mache die gute Meinung, Alles Gott zu lieb den Tag über thun zu wollen, rufe den heiligen Geist dazu an und denke bei dir selber: Herr Jefu, in deinem Namen will ich das Netz auswerfen, d. h. mein Geschäft verrichten. 10. In deinem Zimmer, oder wo du sonst in deinem Hause am meisten dich aufhältst, stelle oder hänge erbauende Bilder auf, z. B. des gekreuzigten Heilandes, der seligsten Jungfrau Maria, des heiligen Aloysius oder anderer Heiligen und erwecke bei ihrem Anblicke stets fromme Anmuthungen, gute Gedanken und Entschlüsse. 11. Höre täglich eine heilige Messe mit Andacht an. Das heilige Mesopfer ist Mittelpunkt all' unsers Gottesdienstes, der Inhalt unsers ganzen Glaubens, das Erhabenste, Geheimniß- und Werthvollste in unserer heiligen Kirche. Im heiligen Meßopfer wird Gott die ehrfurchtvollste Anbetung und eine unendliche Danksagung dargebracht; in der heiligen Messe opfert sich Jesus immer wieder seinem - 393 himmlischen Vater auf zur Verföhnung für unsere Sünden, und der unendliche Werth dieses Opfers vermittelt uns alles Gute. 12. Vereinige dich geistiger Weise mit dem opfernden Priester. Bereite dein Herz recht vor zur Sammlung und Andacht, und folge aufmerksam den Gebeten und Handlungen am Altar, wie das Gebetbuch oder dein Herz dich anleitet. Insbesondere verabsäume nicht, geistlicher Weise zu communiciren, wenn du nicht wirklich zum heil. Abendmahle hinzugehen kannst. Erwecke nämlich Neu und Leid über deine Sünden und ein inniges Verlangen nach Jesus, bitte ihn demüthig aber inständig, daß er dir wenigstens seine Guade, seinen Segen ertheilen möchte, da du ihn nicht wirklich in dein Herz aufnehmen könnest. Auch wenn du etwa verhindert bist, die heilige Messe anzuhören, so folge in Gedanken den Haupttheilen des heiligen Meßopfers und bitte, daß Gott dir von dem Segen desselben auch etwas zu Theil werden lassen wolle. 13. Besuche, das allerheiligste Altarssakrament täglich in der Kirche, dein bester Freund und Erlöser, dein Gott und Richter erwartet deinen Besuch. Gehe in seine Wohnung, bete ihn an, danke ihm für alles Gute, bitte um Verzeihung deiner Fehler und um neue Gnaden, besonders daß er dich in der Stunde des Todes auch besuchen und jenseits seiner Anschauung theilhaftig machen wolle. 14. Beziehe den Tag über all dein Thun und Lassen auf Gott. Beginne alle Geschäfte in Gottes Namen, und denke unter denfelben oft an Gott. Benüße jede Arbeit und jedes freudige oder traurige Ereigniß des Tages, um dein 17 394 Herz zu Gott zu erheben und zu frommen Gefühlen, Gedanken und Vorfäßen zu stimmen. 15. Verrichte deine täglichen Gebete und Andachtsübungen stets genau und mit Andacht. Wozu du überhaupt als Christ verpflichtet bist, oder was du dir sonst vorgenommen hast, das soll gewissenhaft vollführt werden. Sey treu in allen Diensten, die du Gott schuldig bist. 16. Verrichte aber oft auch freudig noch freiwillige Uebungen der Frömmigkeit. Sey vor Allem stets bewaffnet mit sogenannten Schußgebetlein und bestürme mit ihnen oft unter Tags das göttliche Herz Jesu und das heilige Herz der seligsten Jungfrau Maria. Laß auch keinen Tag vorübergehen, ohne eine geistige oder leibliche Abtödtung geübt zu haben, indem du deinen Augen oder Ohren, deinem Gaumen oder Gefühle, deiner Zunge oder deinem Willen etwas Erlaubtes versageſt. 17. Verrichte dein Abendgebet vor dem Schlafengehen- knieend und mit herzlicher Andacht, vor dem Angesichte des allwissenden Gottes und in Gegenwart deiner liebsten Mutter Maria, deines Schußengels, Namenspatrons 2c., lege Rechenschaft ab über den verlebten Tag, une forge für die kommende Nacht so, als wenn du in derselben vor den ewigen Richter abgerufen würdest. 18. Erforsche jeden Abend dein Ge wissen. Dieß bewahrt dich vor Lauheit und schweren Sünden, veranlaßt dich zu Reue und Bußeifer, und verhilft dir sehr zur täglichen Vervollkommmung. Bitte dann Gott demüthig um Nachlaß deiner Sümden, und verzeihe auch aufrichtig deinen Beleidigern. Besprenge dich andächtig mit Weihwasser und gedenke, während du dich auskleidest, 19. - 395 so schmerzlich . deines lieben Heilandes, wie seiner Kleider beraubt, zu Boden gerissen und auf den Kreuzesbalken angenagelt wurde. Ein solches Lager oder gar die Hölle hättest du statt des weichen Bettes verdient durch deine Sünden! 1 20. Im Bette bete noch, so lange du wachest, oder denke nach über das, was du den nächsten Morgen betrachten willst und vor oder nach dem Abendgebet einmal durchlesen sollst. 21. So heilige jeden Tag der Woche, und verliere die koſtbare Zeit nicht mit eiteln Plänen für die Zukunft. Nur heute gut gelebt, so gehts morgen schon wieder leichter! 22. Heilige noch besonders die Sonnund Feiertage durch fleißigen Besuch des öffentlichen Gottesdienstes am Vor- und Nachmittag. Nimm auch gern Antheil an außerordents lichen Andachtsübungen und bringe die noch übrige Zeit mit Lesen erbaulicher und belehrender Bücher oder mit Ausübung von Werken der leiblichen und geistigen Barmherzigkeit zu. 23. Zetchne diese Tage recht oft durch würdi gen Empfang der heiligen Sakramente der Buße und des Altars aus; sie sind ja die Tage des Herrn und seiner Heiligen was könnte passender seyn, als daß du nach dem Vorbilde der Heiligen den Herrn zu dir einladest und in deinem Herzen dem Allerheiligsten eine Wohnung bereitest? — 24. Wähle dir einen guten Beichtvater, dem du dein volles Zutrauen schenken kannst; mache ihn mit deinem ganzen Herzenszustande bekannt und frage ihn in allen wichtigen Angelegenheiten zeitig genug um Rath. 25. Durch das heiligste Bußsakrament suche 396 eine Sünde nach der andern abzulegen; fange bei äußerlichen und bei den gefährlichsten an und wende alle Wachsamkeit und Anstrengung auf eine, bis sie gänzlich bezwungen ist. Durch den Empfang der heiligen Communion suche dich immer mehr mit Chris stus zu vereinigen und von ihm Wachsthum im Guten zu erlangen. 26. Lerne nebenbei deinen heiligen katholischen Glauben alle Jahre noch besser kennen und präge dir tief ein, was Gott für dich gethan hat und noch thut, und was du nun zu thun habest. Folge in allen Stücken der hellen Leuchte des Glaubens und unterwirf dich stets freudig dem göttlichen Willen. Diese Gleichförmigkeit deines Willens mit dem götte lichen Willen ist ein Mittel gegen alle Ulebel, ja die eigentliche Vollkommenheit selbst. 27. Zur Steigerung deines Eifers zeichne unter den Festen selbst wieder einige aus, z. B. die Bruderschafts- oder Bundesfeste, indem du an benselben noch mehr Werke der Andacht, Buße und Barmherzigkeit verrichtest und zwar nur aus Liebe zu Gott. 28. Jeden Monat oder wenigstens alle Jahr- etwa an einem höheren Festtage prüfe dich wieder einmal genauer über die verflossene Zeit, was Böses abgelegt, Mangelhaftes verbessert und Gutes geübt und gelernt worden sey. 115179 29. Bringe jedes Jahr wenigstens einige Tage in stiller Zurückgezogenheit zu, mit geistlichen Uebungen dich befassend. Ohne durch viele Geschäfte, durch vieles Neden und Sorgen zerstreut zu werden, kannſt du da dein Ziel und überhaupt die wichtigsten Wahrheiten des Heils wieder recht betrachten und zu Herzen nehmen. Die heiligen Sakramente empfange hierauf so, als gälte es die letzte Vorbereitung auf den Tod. - 397 - 30. So benütze die Zeit des Lebens, die Gott dir schenft; laß keinen Tag vorübergehen ohne für dein Seelenheil gesorgt zu haben. Bedenke wohl: 11 Nur Eines ist nothwendig!" Luf. 10, 20. ,, Es kömmt die Nacht, in der Niemand mehr wirken kann." Joh. 9, 4. Wenn dann deine Seele verloren ist; so ist Alles verloren und zwar auf ewig. Heil dir aber, wenn du dein Leben weise geordnet und seine Tage gut benüthet hast: du kannst mit dem Apostel Paulus getrost sagen( 2 Timth. 4, 7. 8):, ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet den Glauben bewahrt: im Uebrigen ist mir die Krone der Gerechtigkeit hinterlegt, welche mir an jenem Tage geben wird der Herr, der gerechte Richter" Gebet für die Missionäre. Allmächtiger, ewiger Gott, aller Audacht Urheber! Auf den Knieen rufen wir zu dir, erhöre das fromme Flehen deiner Kirche.- Rüste deine Diener mit Gottes Weisheit, und hellem Lichte aus, waffne sie mit Muth und Willenskraft, daß sie unerschüttert wie ihr göttlicher Meister, furchtlos ohne Wanken, ohne Zagen, fest in jedem Lebensloose stehen. Be schüße und bewahre sie vor Verfolgungen; segne thre Bemühungen, und verleihe ihnen Gesundheit. Erfülle die Herzen aller Gläubigen mit dem heiligen Geiste, daß ihre Worte und Ermahnungen tief eins dringen, und gute Früchte tragen.- An uns Allen aber erfülle deine Verheißung, und nimm uns einst auf in deine göttliche Wohnung des Friedens, wo wir dich mit Maria deiner gebenedeiten Mutter, und allen Heiligen ewig loben und preisen werden, durch 1 - 398 Jefum Chriftum unsern Herrn, der mit dir lebt 2c. Amen. Vater unser. Gegrüßet sey du zc. L Bundeslied zum heiligen Aloysius. 1. O Aloysius schüße, segne unsern Bund, Deine Liebe stütze ihn auf Felsengrund! Glüh'n in Leibeshize wir zu jeder Stund, Dann nicht Tonnerblige schaden unserm Bund. 2. Wie dein Herz in Flammen heiliger Lieb' erglüht, Allen uns zusammen theil dies Feuer mit. Gieb uns dieses Feuer, das vertreibt die Sünd, Dann Aloys dir theuer deine Söhne sind. 3. Sieh auf uns hernieder, Die wir vereint deines Bundes- Glieder! Ihnen nah' kein Feind, Stets wie treue Brüder laß uns lieben All', Daß wir einst uns wieder sehen im Himmelssaal. 4. Unsern Bund zu lieben, sey das Loosungswort; Seine Sagung üben, unser Schirm und Hort. Laß uns friedlich leben, o Aloys, im Bund, Denn wir dich erheben, preifen jede Stund. 5. Kommt die Stund die trübe, wenn der Tod sich naht, Dann zeig' deine Liebe, hilf mit Rath und That. Tröst das Herz das wunde, gieb ihm Todesmuth! Sterben ist im Bunde, wie das Leben gut. Inhalts- Verzeichnis. Lebensbeschreibung des h. Aloysius Aloysius, Patron der Jugend... Aufforderung zur Verehrung des H. Aloysius Gebet bei Erwählung des H. Aloysius zum Patron Lobgesang zu Ehren des h. Aloysius . Gebet um d. h. Aloysius s. Huldigung darzubringen Gebet z. h. Aloysius um eine glückliche Standeswahl Gebet, um Segen im Lernen, um Reinigkeit Gebet zum h. Aloysius in leiblichen u. geistigen Nöthen Empfehlung in den Schutz des H. Aloysius.. Tagzeiten zu Ehren des h. Aloysius Litanei zum h. Aloysius Betrachtungen 2c. auf die sechs aloys. Sonntage Betrachtung am Fest des h. Aloysius Tägliches Ablaßgebet zum h. Aloysius Die Jugendbündnisse Seite. 1-116 ● ♦ ● ♦ Bündnißgebet Gebet cines Jünglings Gebet einer Jungfrau • Gebet um Bewahrung der jungfräul. Keuschheit Das Memorare des h. Bernhard Gebet für die Feinde Gebet um Verachtung der Welt Gebet um Andacht zum Leiden Christi und zum allerheiligsten Altarssakrament Tugendgebet des Papstes Clemens XI. . ● ● ● 117 120 123 124 126 127 128 129 129 130 139 143 181 186 186 189 189 190 191 193 194 195 193 196 300 Erweckung der drei göttlichen Tugenden Reisegebet O du glückliches Leben im Bunde( Jünglingsbund) Heil, Heil dem Jünglingsbund!( Bundeslied) Wit dem Band dem blauen( Bundesjüngling). 204 Ich suchte die Freuden bald hier( Bundeslied). 205 Schwestern auf und laßt( Bundest. f. Jungfraun) 206 Gab der Vater( Erinnerung an den Jungfrauenbund) Ein Schiff geht still im Triebe( Das Schiff) Schön ist's Bundesleben( Bundesleben) Jungfrau, um stets fromm zu seyn( 7 Tugenden einer Bundesjungfrau) 207 208 209 ♦ 211 212 Wo freundlich mild im grünen Thale( Pilgerlied) Wir ziehen zur Mutter der Gnade( Pilgerlied) 214 O Palme sonnenklare( Palme) 215 Es blühet der Blumen eine( Marienblume).. Maria Maienkönigin( Matenkönigin) Mutter Christi hocherhoben Sey gegrüßt o Jungfrau rein( Lobwürtige Jungf.) O. Maria voll der Gnaden, sey gegrüßt( An Bet Marienfesten) • Seite, 198 198 202 203 Maria Jungfrau dir zum Preise 2c.( Gegrüßt sehst du Maria) Maria, hilf doch mir( Bitte um Marias Fürsprache) Tich Mutter Gottes loben wir( Lob der heiligen Jungfrau Maria) Maria Himmelskönigin( Zum heiligen Herzen Maria) Maria voll Graden( Zum H. Herzen Maria) Maria sich wir weihen die Herzen( Zum heiligen Herzen Maria) 216 216 217 219 220 220 224 227 228 229 230 - 401 Mit was Trauern und Bedauern( Bur schmerzhaften Mutter Gottes) d. O Maria voller Schmerzen( Marialied für die Fastenzeit) O Maria deine Schmerzen( Zu den 7 Schmerzen Marias) Mutter muß dich nochmal grüßen( Abendgruß vor einem Mariabilo) Litanei zur feligsten Jungfrau Mária Reinste Jungfrau, o betrachte( Engel des Herrn) Wenn wir mit der Todsangst ringen Heil'ges Kreuz, hoch verehret( Kreuzlied) Kommt her ihr Kreaturen all'( Zum allerheiligsten Altarssakrament) O Christ hie merk', den Glauben stärk( Zum hochwürdigsten Gut).. Großer Gott wir loben dich( Te Deum) Gelobt sey Jesus Christus Tägliche Gebete und Andachten. Mor♦ gengebete ♦ Anrufung des heiligen Geistes( Gute Meinung). Meßgebete Beichtgebete Communiongebete Abendgebet am Communiontag Ablaßgebete Hilferuf zu Jesus in Versuchungen Dankgebet für die Berufung zur wahren Kirche Danklied nach dem Essen Die Krone des Herrn. Zur Besuchung des allerheiligsten Altarssakraments Geistliche Communion Litanei zum allerheiligsten Altarssakrament Seite. 231 232 233 235 236239 239 240 241 243 244 246 248 255 257 270 283 297 299 301 302 303 304 312 316 318 - 402- Litanei vom H. Namen Jeſu Rosenkranzandachten Seite 2.321 med 925 .. 328 . Lauretanische Litanci).. Litanei zum H. Herzen Mariä 331 Gebet zum H. Herzen Mariä in allen Nöthen 333 Salve Regina . 334 ... 335 339 Allgemeines Gebet um alles Gute Bei allgemeinen Anliegen( Bitte um ein seliges Ende Litanei von allen Heiligen Beim Stundenschlag Engel des Herrn Gebet am Donnerstag, Freitag Gebet vor dem Bilde des Gefreuzigten Gebet zu Ehren des Leidens Christi De profundis, am Samstag Abend Stationenandachten Schußgebetlein Die offene Schuld Das allgemeine Gebet Abendgebete Bitte zu Jesu am Abend Geistliche Lebensregeln Christliche Lebensoidung Gebet für die Missionäre 10 . 340 342 349 350 d. 305 351 352 353 354 369 372 373 375 379 1381 388 ..6-397 SOE Berichtigungen. Seite 237, 10. Zeile von unten, lies: Gefäß des Geistes statt Gesicht des Geistes. Seite 398, 6. Zeile von oben, lied Liebeshiße statt Leibeshize. . nomumo najeri mijinirling han Milderächst er Basu, noch vem Rettung, unser Leben, u. unser Benefaren Avrſtahung bist du er Aline, Dan wir doch, verlich: se und nichten unseren Nöten. das was van wang merande. so dud kanapses dained seil. Herzens u. um durch um der schmer zen deiner unbefleckterr Mätter willen können. deiner Diener zu hilfe, mit deinem Hoss. baren Bläße erscrufth hast. – 3. Ave Maria, Alle Häätigen Gottes bettet för und. Aaven. Water unser V . W Boer Kerenguer findung bis Herauzerföhrung sind weiter zu beker: 3 Pater um ser mit dem Brähſetzu mach Jasins. dar die die Früchte den Erde geben, sengeend. erhalten, wollastheilige Maria ä.f. f. 3 Inches 1 Centimetres Blue 2 3 Cyan 2 4 17 Farbkarte# 13 Green 5 3 6 Yellow MUN 9 4 10 Red 11 12 5 Magenta 14 67 116 117 15 White 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8