mra laye CONGOLA FO 46 3238 Gesangbuch zum Gottesdienstlichen Gebrauch für Evangelische Gemeinen. Mit Genehmigung Eines hohen Ministerii der geistlichen Angelegenheiten. Achte mit einem Anhange vermehrte Auflage. Berlin. 1953. Verlag der Königlichen Geheimen Ober. Hofbuchdruckerei ( R. Dedker). عات روی گاری 38 Univ.- Bibl. Giessen Vorrede. Seit Beit geraumer Zeit hat sich namentlich in der hiesigen Hauptstadt ein beharrliches Verlangen ausgesprochen, daß aus dem reichen Liederschatze, welcher ein eigenthümliches und ausgezeichnetes Besißthum der deutschen evangelischen Kirche ist, eine dem gegenwärtigen Bedürfnisse angemessene Auswahl getroffen werden möchte, die das Vorzügliche der einzelnen vorhandenen Liedersammlungen möglichst in sich vereinigte. Dieses Verlangen wurde auf Veranlassung der obersten geistlichen Behörde von der im Jahre 1817 hier versammelten Kreis Synode ernstlich erwogen; demzufolge aus den Mitgliedern dieses Vereins unter höherer Genehmigung eine besondre Commission gebildet und beauftragt wurde, nach Maßgabe der allgemeinen, von der Synode festgestellten Grundsätze den vorliegenden Liederstoff jenem Zweck gemäß zu bearbeiten, worauf die Commission ihr Geschäft sofort mit Freudigkeit begann. Sie erlitt während ihrer Arbeit durch das Ausscheiden der in das Land der Vollendeten abgerufnen Pröpfte Hanstein und Ribbeck einen tiefbetrauerten Verluft, suchte solchen jedoch durch die Wahl andrer Theilnehmer zu ersetzen, und ihr gegenwärtiger Bestand ist aus den Namen der Unterzeichneten zu ersehen. 3 Unter die Aufgaben selbst, welche der Commission gestellt waren, und die sie zu lösen wenigstens mit anhaltendem Fleiße bemüht gewesen ist, gehört zunächst eine sorgfältige Berück Vorrede. sichtigung der älteren Kirchengesänge aus dem Zeitraume von der Reformation an bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts, von denen in möglichst beträchtlicher Anzahl diejenigen ausgewählt werden sollten, welche sich durch Tiefe der Empfindung und kräftigen Ausdruck der frommen Gefinnung auszeichnen und besonders in der hiesigen Stadt und Provinz unter die bekannten und geschätzten Kernlieder gerechnet werden. Eine gleiche Rücksicht war ferner der Commission auf diejenigen neuern Kirchengesänge empfohlen worden, die wegen ihrer weiten Verbreitung bereits eine Art von Bürgerrecht haben, vorausgeseßt, daß es ihnen nicht an allem dichterischen Werthe mangle, noch die darin enthaltene Moral zu abgeschlossen und unverbunden mit der christlichen GlaubensTehre erscheine, noch diese Lieder sich mehr für die häusliche Erbauung, als für den kirchlichen Gebrauch eignen, in welchen Fällen der Commission unbenommen blieb, den Ausfall derfelben durch andere weniger bekannte Lieder neuerer Zeit zu ergänzen, denen eine günstige Aufnahme gewünscht werden mußte. IV Fürs Dritte lag den Unterzeichneten ob, von den verschiedenen Auffassungsweisen der chriftlichen Glaubenslehre keine ausschließlich zu begünstigen, aber auch feiner ihre Stelle zu verweigern, die als Aeußerung des frommen Gefühls sich mit der evangelischen Wahrheit und mit dem Wesen eines firchlichen Buches in Einklang bringen läßt. Was viertens die Melodieen betrifft, so sollte das neue Gesangbuch dazu beitragen, den vorhandenen großen Reichthum musterhafter Choräle in Gebrauch zu erhalten, und es sollte zugleich da, wo zu demselben Liede mehrere Melodieen gesungen werden können, jederzeit diejenige vorgezeichnet werden, welche für Vorrede. den Inhalt, die Zeit und den Ort die angemessenste ist. 3ulegt lag es feineswegs in der Ueberzeugung der Synode, daß in Gesangbüchern dieser Art, welche nicht den Bedürfnissen der wissenschaftlichen Forschung, sondern allein der öffentlichen Erbauung sowohl der jetzt lebenden, als der nächstfolgenden Geschlechter gewidmet sind, an den aufgenommenen Liedern durchaus nichts geändert werden dürfe. Vielmehr follte zwar jedem Liede sein eigenthümliches Gepräge gelassen, aber die schonend beffernde Hand unbedenklich angelegt werden, wenn die natürliche Gedankenfolge in einem Liede zu auffallend vernachläffiget war und dennoch der Inhalt auf eine leichtere und einfachere Weise geordnet werden konnte; wenn die Melodie nothwendig einen Ruhepunkt gebot, wo im Texte die Periode oder der Satz noch keinen Schluß enthielt- auf welchen dem Gefühle so unangenehmen und für die Undacht beim Gefang so störenden Uebelstand auch die borzüglichsten Liederdichter nicht sorgsam genug geachtet haben, und dessen Entfernung eben so nothwendig, als meistens sehr schwierig ist; endlich wenn der Ausdruck sprachwidrig, oder für den guten Geschmack anstößig, oder nicht verständlich genug gefunden ward. Diese Grundsätze bat die Commission bei der Vollziehung ihres Auftrages zwar beständig vor Augen gehabt, aber auch die Ueberzeugung erlangt, daß jedes Unternehmen dieser Art noch weit von der beabsichtigten Vollkommenheit entfernt bleiben und nimmermehr den so sehr verschiedenen Anforde rungen und Erwartungen aller einzelnen Beurtheiler entsprechen werde. Nach vollendeter Arbeit ist die Handschrift dem Königlichen Confiftorium der Provinz Brandenburg übergeben, von Vorrede. demselben geprüft und mehrere Monate hindurch in dessen Geschäfts Locale zur Einsicht der Sachverständigen ausgelegt, hernach aber dem Königlichen Ministerium der geistlichen An gelegenheiten überreicht worden. Nachdem nun diese hohe Behörde zum kirchlichen Gebrauch dieses Gesangbuches die erbetene Genehmigung ertheilt hat, so erscheint es hiermit in Druck, und es bleibt uns daher nur noch die eifrige Bitte zu Gott übrig, daß er den vieljährigen auf dieses Gesangbuch verwendeten Fleiß nicht ungesegnet lassen, dieser in der Lauterfeit der Liebe dargebotenen Gabe die Herzen der Glaubensgenossen zuwenden und, wo sie Eingang und Annahme findet. unter christlichen Gemeinden dazu reiches Gedeihen geben wolle zur Beförderung des Reiches Christi und zum Preise seines hochgelobten Namens. Berlin, den 25. August 1829. VI Brescius. Küster. Marot. Neander. Nitschl. Schleiermacher. Spilleke. Theremin. Wilmsen. Vorrede zur achten Auflage. Das zuerst im Jahre 1829 zu Berlin mit Genehmigung der Evangelischen firchlichen Ober- Behörde erschienene, und dann in sechs nachfolgenden Auflagen verbreitete Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauch für Evangelische Gemeinen hat durch die Aufnahme, welche es gefunden und in der es sich behauptet, hinreichend bewiesen, daß es einem damals weithin und tief empfundenen Bedürfnisse entsprach, und für die vollkommnere Aneignung und Benußung des eban, gelischen deutschen Liederschatzes in kirchlichen Versammlungen einen fühlbar gesegneten Uebergang und Fortschritt bezeichnet. Wenn indessen schon die ersten Herausgeber das Geständniß öffentlich abgelegt haben, daß diese Lieder Sammlung von der beabsichtigten Vollkommenheit noch fern sey, so hat sich auch wirklich seit mehreren Jahren bei einem ansehnlichen Theil unserer Kirchengenoffen ein weiter gehendes Verlangen kund gegeben, welchem seine Berechtigung, eben weil es auf dem heiligsten Lebensgebiete hervorgetreten, nicht abgesprochen werden darf. Unverkennbar hat sich neuerdings der kirchliche Sinn noch in höherem Grade und größerem Umfange, als es im Zeitpunkte der ersten Herausgabe des Buches der Fall war, sowohl überhaupt den Liedern von älterer Bewährung, als auch den älteren Lese- Arten der einzelnen, wieder zugewandt. Demzufolge empfingen die unterzeichneten, ältere und ordnungsmäßig neu hinzugetretene, Mitglieder der für das Gesangbuch bestehenden Commission amtliche Veranlaffung, das jestzeitige Erforderniß einer weiteren Vervollkommnung des fraglichen Bestandes in Erwägung zu nehmen. Vorrede zur achten Auflage. Im Hinblick auf die Geschichte und den heutigen Gebrauch des Gesangbuches haben wir, abgesehn von wenigen und leisen nachträglichen Berichtigungen, wie sie bereits bei der Ausgabe vom Jahre 1843 vorgenommen worden, Bedenken getragen, in demselben Text- Veränderungen vorzunehmen; und vorgezogen, es mit einem Anhange zu versehen, in welchen theils die vielseitig verlangten älteren Texte und Lese- Arten einiger der bekanntesten und beliebtesten Lieder, theils die am meisten noch vermißten neu aufgenommen werden könnten. Nach treulich erwogener und vereinbarter Auswahl, welche in Bezug auf ihren Umfang zugleich dahin festgestellt worden ist, daß in Gemäßheit der mit jebigem Verleger getroffenen Verabredung eine Preiserhöhung der gangbarsten Exemplare fast nicht stattfindet, werden mit dieser neuen Ausgabe, unter fortlaufender Zahl von Nr. 877. an, noch vier und siebenzig Lieder, und zwar ältere Texte vier und dreißig, neu aufgenommene vierzig den Gemeinden zum andächtigen Gebrauche dar geboten. Wir thun dieses in der glaubensvollen Zuversicht, der Herr, an dessen Wort und Ruhme fich die Kirche durch das geförderte Einftimmen in die frommen Gesänge seiner Zeugen erbauet, werde auch das in dieser Weise bereicherte Liederbuch mit bleibendem Segen begleiten. Berlin, den 13. October 1852. VIII Bachmann. Büchfel. Dr. Couard. Dr. Ehrenberg. Dr. Marot. Dr. Neander. Dr. Nitsch. Dr. Pischon. Schulz. # 3) 20402 I. Allgemeine Bitten. Eigene Melodie. Oder: Christus, der ist mein Leben. 1. ch bleib' mit deiner Gnade uns, Chrift, daß uns binfort nicht schade des Bösen Macht und Lift! 2. Ach bleib' mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth! daß uns in diesem Horte sey Troft und Heil beschert! 3. Ach bleib' mit deinem Glanze bei uns, du himmlisch Licht, den Glauben in uns pflanze, damit wir irren nicht! 4. Ach bleib' mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, gieb Wollen und Vermögen zu deines Namens Ehr'! 5. Ach bleib' mit deinem Schuße bei uns, du starker Held, daß wir dem Feind' zum Truge befiegen Sünd' und Welt! 6. Ach bleib' mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth! Mel. Rommt ber zu mir zc. 2. ch Gott, gieb du uns deine Gnad', all' unfre Sünd' und Missethat reumüthig zu erkennen, zu glauben feft an Jefum Chrift, der unser Herr und Meister ist und uns will Brüder nennen! 2. Hilf, daß wir auch nach beinem Wort gottselig leben immerfort zu Ehren deinem Namen; dein guter Geift regier', auf eb'ner Bahn zum Himmel führ' durch Jefum Chriftum! Amen. Mel. O Gott, du frommer Gott xc. 3. Gott, verlaß mich nicht, reich' du mir deine Hände, daß ich die Pilgerschaft im Glauben wohl vollende. Hier in dem finstern Thal sey du mein helles Licht, mein Stecken und mein Stab; ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, lehr' deinen Weg mich wallen, und laß mich nimmermehr in Sünd' und Thorheit fallen. Verleih' mir deinen Geist, gieb Glaubenszuversicht; und wenn ich straucheln will, dann, Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren; wo niemand schützen kann, kannst du mich wohl bewahren. Wenn fich Versuchung naht und Stärke mir gebricht, so weiche nicht von mir, verlaß mich Schwachen nicht! 4. Ach Gott, berlaß mich nicht, gieb Wollen und Vermögen; in 2 Allgemeine Bitten. allem meinen Thun begleite| preift; erfülle selbst im größten mich dein Segen. Was mein Beruf verlangt, was mir gebeut die Pflicht, vollbringt nur deine Kraft; d'rum, Gott, verlaß mich nicht! Schmerz mit Frieden meinen Geift. 8. Verleib' mir bei des Lebens Laft den Troft der Ewigkeit, bis mich, wie du verheißen haft, vollkomm'ne Wonn' erfreut." 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, daß ich mich dir ergebe, voll Lieb' und Hoffnung sey, recht glaub' und chriftlich lebe. reite mich schon hier, zu schaun dein Angesicht, und auch im Tode noch, mein Gott, verlaß mich nicht! Mel. Jch dank' dir schon zc. Be 5. llmächtiger, der feinen Thron im Himmel hoch erhöhet; erhöre mich, der Erde Sohn, der betend vor dir stehet! 2. Aus Staube schufft du mich, der Staub soll sich zu dir erheben; ich, der Verwesung sichrer Raub, soll ewig bei dir leben. 3. Was ist der Mensch, wie arm, wie bloß, wie elend hier auf Erden! Was ist der Mensch, wie frei, wie groß, wie selig soll er werden! 4. Welch einen Vorzug gabst du mir, da du Vernunft mir schenkteft, und einen Strahl des Lichts von dir in meine Seele fenfteft! Mel. Nun sich der Tag zc. 4. ugütiger, allein bei dir fteht aller Menschen Heil. Nur du kannst segnen; gieb auch mir an deinem Segen Theil. 2. Erleuchte du mir den Verstand, was gut ist, einzusehn, und leite mich an deiner Hand, den Weg des Heils zu gehn. 3. Beuch meine Seele ganz zu dir und deiner Liebe hin; und mehr sey deine Gnade mir, als irdischer Gewinn. 5. Ja, du haft mir das höchste 4. Lockt mich die schnöde Luft Pfand von deiner Huld gegeder Welt, dann steh' mir Schwaben, da du auch mir den Sohn chen bei, daß ich in dem, was dir gesandt und in ihm Heil und gefällt, fest und beharrlich sey. Leben. 5. Gieb mir zu jeder guten That von oben her Gedeihn, und reize mich, mit Hülf' und Rath den Nächsten zu erfreun. 6. Darum, Herr, beug' ich meine Knie' vor dir, der mich erhoben; den Engeln gleich, soll ich, wie sie, anbeten dich und loben. 6. Die Sorge für mein irdisch Glück werf' ich allein auf dich; auf mir auch ruht dein Vaterblick; ich weiß, du sorgft für mich. 7. Gieb mir ein immer fröblich Herz, das dich für Alles überwinden. 7. Verleib' mir nur die Wiſsenschaft, mein wahres Glück zu finden, und gieb mir Willen Muth und Kraft, mich selbst zu Allgemeine Bitten. 8. Was das Gewiffen mir vers beut, lehr' mich voll übscheu flieben und sein Gebot mit Freudigkeit und heil'gem Ernst voll ziehen. 9. 3um Mitgefühl erweck mein Herz, wenn meine Brüder leiden; und laß an meines Fein des Schmerz sich nie mein Auge weiden. 3 2. Voll wahrer Demuth sey und freundlich, was ich sage; und fällt mir etwas schwer, gieb, daß ich's still ertrage, und ich durch Unmuth nicht dem Nächsten sey zur Laft, so daß du Freud' und Ruhm an deinem Kinde haft. 3. Wie du auch, Herr, mich führst, laß mich dein Reich ausbreiten, lehr' mich auf Jesum sehn, laß seinen Geift mich leiten, der dir getreu zu seyn mich allewege lehrt, und mehr und mehr in mir das Bild des Herrn verklärt. 10. Jm Glück und Unglück frommen Muth, das ist's, was ich erflebe; was du, mein Vater, willst, ist gut, und was du willst, geschehe! 11. Nichts hilft mir aller Menschen Gunft, den Himmel zu erwerben; d'rum lehre du mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns ic. mich felbft die Kunst, einst frob 8. Für unfre Brüder beten in dir zu wir mit frommer brunft, Gott, zu dir; gieb, der du Aller Vater bift, gieb Jedem, was ihm heilsam ift. 2. Du fandteft deinen ein'gen Sohn für Alle von des Himmels Thron; verbreite, Herr, sein Licht und Recht im ganzen menschlichen Geschlecht. Mel. Nun lob', mein' Seel' 2c. 6. De Zein Name werd' erhoben, Gott, Vater der Barmherzigkeit! du, der mir stets von oben auf meine Bitte Kraft verleiht! Mein Wollen und Vollbringen kommt, Höchster, nur von dir; o send' in allen Dingen auch ferner Hülfe mir, daß ich das Meine thue im Namen Jefu Chrift, bis deines Volkes Ruhe mein Theil auf ewig ist. 3. Bring' alle Völker in dein Reich; die Letzten mach' den Erften gleich, und schaffe so zu deinem Ruhm dir überall ein Heis ligthum." 4. Auch die Verirrten führe du der Heerde Chrifti wieder zu, mach' sie im Glauben fest und treu, daß auch ihr Wandel lauter sey. Mel. O Gott, du frommer Gott c. 7. Zich, Vater, ruf' ich an um Gnade, Licht und Stärke; dein Segen aus der Höh' begleite meine Werke! Ge des horsam sey mir süß; und gieb Joch! Gieb ihnen, Herr, zur mir dies dabei, daß ich in al- Buße Zeit, zu schaffen ihre Se lem Thun bei dir im Geifte sey.| ligkeit. 1* 5. Ach, viele, viele tragen noch Sündendienstes schweres Allgemeine Bitten. 4 6. Schenk allen Frommen freud'gen Muth, gern zu entbehren zeitlich Gut, und lente ew'gen Lebens Glück. auf des 7. Hör unser brünstiges Gebet, das allen Brüdern Heil erflebt; laß sie gesegnet seyn in dir, dann preisen wir dich für und für. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ic. 9. Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wollen gehen; du frönft uns mit Barmherzigkeit und eilft, uns beizufteben. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flebn, hör' auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Jch bitte nicht um Ueberfluß, um Schäße dieser Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gefandt, und mich selbst zu erkennen. Mel. Schmücke dich sc. 10. Gott, vor dem die Engel fnieen und in boher Andacht glühen! du erlaubft auch mir, zu beten, findlich vor dich hinzutreten. Und du blickst, wie Båter pflegen, liebreich deinem Kind' entgegen; ja, du giebst, noch eh' ich flehe, mir schon mehr, als ich verstehe. 3. Jch bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr fie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht ber lieren. Mein wahrer Ruhm sey meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und from mer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben; im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. 2. Dennoch böre, Vater, höre, was ich demuthsvoll begehre: eif riger möcht' ich entbrennen, dich zu suchen, dich zu kennen; daß mich, wo ich immer lebe, deine Herrlichkeit umschwebe, und ich dich bei Freud' und Schmerzen immer hab' in meinem Herzen. 3. Christus bleibe meine Freude, daß ich nie von ihm mich scheide, der durch Leben und durch Sterben mich erlöste vom Verderben; daß auch, wenn der Frevler Rotten über seine Lehre fpotten, niemand je den Ruhm mir raube, daß ich treulich lieb' und glaube. 4. Deinen Geist, der Gläub'gen Führer, gieb auch mir, Gott, zum Regierer, daß ich stets den Pfad erwähle, der zum Heil führt meine Seele; daß ich ernst nach Wahrheit ringe und der Sünde Macht bezwinge, in des Geistes Kraft und Freude fröhlich sey, auch wenn ich leide. 5. Willst du, Herr, in diesem Leben auch noch Irdisches mir geben: so erhalt mir Muth und Kräfte, segne des Berufs Geschäfte, daß ich, Dürftige zu la ben, ferner mög' ein Scherflein Allgemeine Bitten. 5 haben, und im Kreise deiner| Jft wohl ein Uebel, das mich Treuen Friede mich und Lieb' erfreuen. schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zc. 11. Berr, wie du willst, so schic's mit mir im Les ben und im Sterben; mein Herz verlangt allein nach dir, Herr, laß mich nicht verderben! Erhalt mich nur in deiner Huld und gieb im Leiden mir Geduld; dein Will' ist doch der beste. 2. Zucht, Ehr' und Treu' verLeihe mir und Freud' an deinem Worte; hilf, daß ich wanke nie von dir, dem wahren Seelenhorte. Gieb, was mir dient zur Seligkeit, und laß mich meine Lebenszeit in deiner Furcht voll bringen. 4. Jch bin ein Werk von deiner Hand, von dir empfing ich den Verstand; erleucht ihn durch dein göttlich Wort, führ ihn zur Wahrheit immer fort. Mel. Herr Jesu Chrift, mein's C. 12. komme vor dein Angesicht, verwirf, o Gott, mein Flehen nicht: vergieb mir alle meine Schuld, du, Gott der Gnade und Geduld. 5. Daß ich mich deiner mög' erfreun, woll'st du mir, Herr, stets nahe seyn; um meines Glaubens mich zu freun, laß ihn durch Liebe thätig seyn. 6. Was du mich lehrft, das ist mein Heil, dir folgen, sey mein bestes Theil; nach deines Reichs Gerechtigkeit, laß, Herr, mich trachten allezeit. 7. Jch bin zu schwach aus eig' ner Kraft zum Kampf mit meiner Leidenschaft, d'rum ziehe du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 3. Wenn ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt soll scheiden, verleihe dann mir deine 8. Gieb von den Gütern dieser Gnad', daß es gescheh' mit Freu- Welt mir, Herr, so viel, als dir den. Herr, Seel' und Leib be- gefällt; gieb deinem Knecht ein fehl' ich dir; ein fel'ges Ende gieb mäßig Theil, in seinem Fleiße du mir durch Jesum Chriftum. Glück und Heil. Amen. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so mach' mich weise im Genuß, und laß die Dürftgen zu erfreun, mich einen frohen Geber seyn. 10. Giebst du Gesundheit, so verleih', daß ich sie deinem Dienfte weih', und daß aus Sorgsamkeit für sie ich niemals mich der Pflicht entzieh'. 11. Erwede mir ftets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in dei2. Schaff' du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht zu dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein rubig Herz mein Lebelang. 3. Sey mein Beschützer in Gener Furcht sich übt, mir Rath fahr; ich harre deiner immerbar. und Troft und Beispiel giebt. 6 Allgemeine Bitten. 12. Bestimmst du mir ein| den; beständig sehn verleihe mir läng'res Ziel und werden mei- im Glück und auch im Leiden. ner Tage viel: so bleibe meine Aus freier Gnade segnest du; es Zuversicht, verlaß mich auch im mag niemand ererben noch erUlter nicht! werben ohn' dich die wahre Rub' und Seligkeit im Sterben. 5. Ich lieq' im Streit und wis derstreb', hilf, o Herr Christ, mir Schwachen; in deiner Gnad' allein ich leb', du fannst mich stärfer machen. Laß in dem bösen Stündlein mich, will Mutb und Kraft mir schwinden, Stärkung finden, und dann zuletzt durch dich in Allem überwinden. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner gnädig an und sey durch Chriftum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild, mein großer Lohn! In eigener Melodie. 13. ch ruf zu dir, Herr Jefu Chrift; ich bitt, erhör' mein Fleben; laß gnädig doch zu dieser Frist mich deine Hülfe seben: den rechten Glauben, Herr, ich mein, und daß ich möge streben, dir zu leben, dem Nächsten nüß' zu seyn, das wollest du mir geben. 2. Jch bitte mehr noch, Herr, mein Gott! du wirst mir's nicht versagen: daß ich nicht sey der Frebler Spott, die nicht nach Chrifto fragen. Und wenn ich scheiden soll, mich stärk, daß ich auf dich mög' bauen und nicht trauen auf mein Verdienst und Wert, sonst werd' ich dich nicht schauen. 3. Verleih', daß ich aus Herzensgrund den Feinden mög' vergeben; berzeib' mir auch zu diefer Stund', schaff' mir ein neues Leben. Dein Wort laß meine Speise seyn, die Seel' damit zu nábren, mich zu lebren, wie ich, im Herzen rein, dich würdig soll verebren. Mel. Herzlich thut mich ic. 14. Paß mich dein seyn und bleiben, du treuer Gott und Herr! Von dir laß nichts mich freiben, halt mich bei reiner Lehr! Laß, Herr, mich ja nicht wanken, verleih Beständigkeit. Dafür will ich dir danken jetzt und zu aller Zeit. 4. Laß weder Luft noch Furcht mich hier von deiner Liebe scheiMel. Jch dane dir schon 2c. 15. Mein Aug' und Herz erhebe sich zu deines Himmels Höhen! Hier, wo ich bete, fiebst du mich und bös reft auf mein Fleben. 2. Laß mich mit Herzensrei nigkeit, Herr, vor dein Antlit treten, und zu dir, wie dein Wort gebeut, in Geist und Wahrheit beten!" 3. Doch du fannft nicht ein sündlich Flehn, o Heiligfter, erhören; vor dir kann kein Betrug bestehn, dich täuschen keine Zäh ren. Allgemeine Bitten. 7 4. Das Herz muß ohne Heu- lich beschaffen bin, und gieb mir chelschein nach deinem Reiche meines Heilands Sinn. ftreben, voll Demuth, Reu' und Einfalt seyn, fich findlich dir ergeben. 5. Ach, schaff ein solches Herz in mir und mach' es rein von Sünden! Ich suche dich mit Heilsbegier; Gott, laß mich bald dich finden! 6. Ja, mach' durch deinen Sohn mich frei vom Joche dieser Erde; durch deinen Geift erschaff mich neu, auf daß ich beilig werde. 7. Dein Wort, Herr, hilf mir recht verstehn zu meinem Heil und Segen, daß ich nicht möge irre gehn von deiner Wahrheit Wegen. 8. Den Himmel und die Ewigkeit laß mich im Geist umfassen, und was mich einft im Tode reut, von ganzer Seele haffen. 9. Dies ist mein Fleb'n, erhöre mich um deines Sohnes willen! Mit wahrer Inbrunft bitt' ich dich; du wirst es, Herr, erfüllen! Mel. O daß ich tausend 2c. 16. Mein Gott, du weißt am mir zu meinem Heil gereicht, deß müsse sich mein Herz getrösten, so oft dein Rath mich niederbeugt. Auf dich allein, Herr, laß mich baun und dir mit ganzem Herzen traun. 2. Reiß' Alles weg aus meiner Seele, was dich nicht sucht und deine Ehr; wenn ich mir meine Schuld verheble, so prüfe mich je mehr und mehr; zeig' mir, wie 3. Daß ich in Wahrheit könne sprechen: du bist mein Vater, bist mein Heil; voll Gnade heilst du mein Gebrechen und schenfest mir an Chrifto Theil; du bist mein allerbester Freund, der's all'zeit herzlich mit mir meint. 4. Denn darf ich dich mur Vater nennen, o Abgrund der Barmherzigkeit, so wird mir nichts mehr schaden können, so dient zum Heil auch Kreuz und Leid. Mir wird das Bitterste versüßt, wenn du in meinem Herzen bist. 5. D'rum gieb, daß ich recht findlich glaube, in dir getroft und unverzagt, und nichts den sel'gen Trost mir raube, den mir dein Wort hat zugesagt. Dein Geift erkläre meinem Geift, was Gnad' und Vatertreue heißt. 6. Du, unerschaff'nes, höchstes Wesen, haft vor der Welt an mich gedacht, mich schon, da ich noch nicht gewesen, zum Erben deines Heils gemacht; ich sollte dein in Chrifto feyn und frei von aller Schuld und Pein. 7. Dein Kind, mein Jesus, bat vollendet, was du beschlossen vor der Zeit, hat Schuld und Strafen abgewendet, erworben mir die Seligkeit. Dein Geist macht mir dies Heil bekannt, fein Beugniß ift mein Unterpfand. 8. Was soll ich von der Güte sagen, die ich auch sonst bisher gespürt, mit der du mich in meinen Tagen so wunderbar, so treu geführt, und welche mir in 8 Allgemeine Bitten. Ewigkeit hält unbergänglich Gut| und Neide mein Freund und bereit! 9. Weil ich denn auf so viele Weise, mein Vater, bin dein Eigentbum: so gieb, daß ich dich würdig preise und freudig mehre deinen Ruhm; laß mich dir die nen allezeif in Unschuld und Gerechtigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 17. Mein lieber Gott, gedenke meiner, sey 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mach' durch diese Himmelslehre mein Herz zu deinem Heiligthum: so wird dein Wort in mir gedeihn und reich an guten Früchten seyn. Tröfter könnte seyn? Ich harre bein mit frobem Muth, auch wenn die Welt mir wehe thut. 3. Gedente meiner, wenn ich bete, und laß dein Ohr mir offen stehn; wenn ich in Chrifto vor dich frete, laß gnädig, was ich bat, geschehn; was sonst ich fleb', wollft du verleihn, wenn mir's kann gut und selig seyn. 6. Gedenke meiner, wenn ich fterbe und mich die ganze Welt vergißt; verseße mich in jenes Erbe, wo du mein Theil und Leben bift; denn bliebst du nicht im Himmel mein, so würd' er mir fein Himmel seyn. mit mir jetzt und allezeit. Denn 18. außer dir ift nirgend einer, der mich mit Rath und Troft erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht und sagt mir: du vergißt mein nicht. In eigener Melodie. Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, in dem wir Alle find, von dem wir Alles haben; gieb mir gefunden Leib, und daß in solchem Leib ein' unverletzte Seel' und rein Gewissen bleib'. 2. Verleih' mir Luft und Kraft, zu thun, was mir gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und was in dir gethan, daß laß gelingen wohl. 3. Hilf, daß ich rede nur, womit ich fann bestehen; laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn' Verdruß. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und gieb mich nicht der Sünde hin. Weil ich, so lang' ich hier noch walle, zum Guten schwach und träge bin: so stärke mich in meinem Lauf, bilf gnädig meiner Schwachheit auf. 5. Gedenke meiner, wenn ich leide; wen hab' ich sonst, als dich allein, der bei der Menschen Haß meint. 4. Wenn Trübsal bricht herein, so laß mich nicht verzagen; gieb einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen. Bedarf ich Rath und Troft, so schent' mir einen Freund, der in Gefahr und Noth es treulich mit mir Allgemeine Bitten. 5. Laß mich in Chrifti Sinn mit Jedem freundlich leben, doch auch mit feftem Muth dem Bösen widerstreben. Um Reichthum bitt' ich nicht; doch, segneft du mein Thun, so laß auf meinem Gut nur nie ein Unrecht ruhn. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben böher bringen, mit manchem sauern Tritt bindurch in's Alter dringen, so gieb mir, Herr, Geduld, vor Sund' und Schand' bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich auf Christi Tod einst froh von hinnen scheiden, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden. Dem Leib' ein Räumlein gönn' bei frommer Chriften Grab, auf daß er seine Rub' an ihrer Seite bab'. 8. Wenn deine Stimm', o Herr, die Todten einft erwecket: so öffne auch die Gruft, die mein Gebein bedecket. Durch deiner Allmacht Wort ruf meinen Leib hervor und führ' ihn schön verflärt zu deiner Engel Chor. Mel. In allen meinen Thaten 2c. 19. Por For dich, Herr, will ich treten, um glaubensvoll zu beten; mein Heil fommt nur von dir. Ich suche nichts hienieden, als, Vater, deinen Frieden; du giebst ihn gern, verleih' ihn mir. 9 3. Auch unter bangem Seh nen, auch unter heißen Thränen hoff' ich auf dich, mein Gott! JIch will mein ganzes Leben dir findlich übergeben und treu dir sehn bis in den Tod. 4. Du, Vater, sollst mich führen, mir Herz und Sinn regieren durch deines Geistes Zug. Steb' ich bei dir in Gnaden, was könnte mir dann schaden? Du bist mir Schuß und Schirm genug. 5. Dein Wort voll Treu' und Wahrheit sey meiner Seele Klars beit und meines Pfades Licht. Es soll mein Sehnen stillen und meine Bruft erfüllen mit froher Glaubenszuversicht. 2. Ob ich begabt soll werden mit Gütern dieser Erden, leg' ich in deine Hand. Laß mir nur das gelingen, daß ich hindurch mag dringen zu jenem ew'gen Vaterland. 6. 3u dir führt mich vom Staube einst der, an den ich glaube, mein Heiland, Jesus, ein; da werd' ich, rein von Sünden, bei dir und ihm mich finden und ewig deiner Huld mich freun. Mel. O wie felig find die Seelen 2c. 20. Mer auf seinen Hei auf einen Fels gebauet und besitzt den Himmel schon. Ob er gleich muß zeitlich leiden, einst genießt er ew'ge Freuden dort vor seines Jesu Thron. 2. Herr, du wolleft mich bereiten zu des Himmels Seligkeiten, die mein sehnend Herz begehrt. Du kannst fräft'gen, stärken, gründen, daß den Gnadenlohn wir finden, den dein Wort uns hoffen lehrt. 3. Schreibe, Herr, auch all' die Meinen in die sel'ge Zahl der 10 Vom chriftlichen Gottesdienste. Deinen, laß sie in der Jrre nicht.| Heerden bald herzugeführet werBiebe sie nach oben fräftig, sev den durch der Wahrheit bellen durch deinen Geift geschäftig, Schein, daß sie Alle dich erkenbringe sie zum wahren Licht. nen, dich den ein'gen Hirten nen4. Ja, laß auch die andern nen, gehn in deinen Himmel ein. II. Vom Vom christlichen Gottesdienste. Mel Wach' auf mein Herz 2c. auf, auf! des Herrn Gebot zu üben, zu seinem Dienst ſey gern bereit! 21. Tuf, auf, ihr meine Lieder, auf, Herz und Geift und Glieder, dem Höchsten Lob zu singen und Opfer ihm zu bringen! 2. Er hat die Nacht gewendet, das Licht berabgesendet; ich schlief ohn' alle Sorgen, erwachte frob am Morgen. 3. Nun sey Leib, Seel' und Leben ihm ferner auch ergeben! Laß gnädig dir vor allen dies Opfer, Herr, gefallen. 4. Bor Sünden mich behüte nach deiner großen Gûté, so, daß ich ewig bleibe ein Glied an Chrifti Leibe. 5. Gieb Hoffnung und Vertrauen, getroft auf dich zu bauen. Dein Geist mich bülfreich stärke zur Förd'rung guter Werte. 6. Erbör' die frommen Beter, bekehr' bie Uebertreter, feb gnädig mir und Allen nach beinem Wohlgefallen. 2. Auf! laß die Welt aus deinem Sinne, dein irdisch Werk muß ferne ftehn; du sollst zu höberem Gewinne in deines Gottes Tempel gebn, ihm zu bezahlen deine Pflichten, froh zu vermehren feinen Rubm, in tieffter Demuth zu verrichten dein geistlich Werk und Priesterthum. 3. So bin ich, Gott, vor dir erschienen und fleb' um deines Geistes Kraft; wie kann ich dir wobl würdig dienen, wenn er nicht in mir wirkt und schafft? Wie soll ich freudig vor dich treten, wenn er nicht stillt der Sünden Schmerz? Wie kann ich gläubig zu dir beten, wenn er nicht stärkt mein blödes Herz? 4. Kann meines Herzens Harfe flingen, wenn sie den Finger nicht berührt? Kann ich zu bir empor mich schwingen, wenn nicht dein Arm mich aufwärts führt? Kann ich ein reines Opfer werden, wenn nicht bein Feuer auf mich fällt, in mir verzehrt die Luft der Erden und mich belebt für jene Welt? Mel. Die Tugend wird durch's 2c. 22. Beschwertes Herz, leg' ab die Sorgen, er bebe dich, gebeugtes Haupt! es kommt der angenehme Morgen, da Gott zu ruhen uns erlaubt. Die Rube bat er vorgeschrieben 5. Erfauft hat Jesus mich so und selbst den Ruhetag geweiht; theuer, zu seinem Tempel mich Vom christlichen Gottesdienste. geweiht. Hier sey dein Heerd, I bier sey dein Feuer, die Fülle deiner Herrlichkeit! Vollführe, was du angefangen, neig' auch zu mir dein Angesicht, dann ist der Seele aufgegangen des Sabbaths rechtes Freudenlicht. mel. Ach bleib' mit deiner Gnade zc. 23. Der Herr, an dessen Güte fich Erd' und Himmel freun, der segne, der behûte dich, seines Volls Verein. 2. Der Herr, reich ohne Grenzen an Gnad' und an Geduld, laß hell und mild dir glänzen das Untlig seiner Huld. 3. Der Herr, dein Gott, erhebe den Blick voll Freundlichkeit, daß er dir Frieden gebe, wie feine Welt ihn beut. 4. Gesegnet bleib' im Namen des dreimal beil'gen Herrn! sein ganzes Volk sprech': Amen! uns fegnet Gott so gern. mel. Gerzliebster Jesu, was hast 2c. 24. Dies ist der Tag, zum ihn feiert gern, wer deiner, Gott, fich freuet. O laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! 11 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden; mein Geift foll sich auf Gottes Auen weiden, ich will an seines Wortes Gnadengaben die Seele laben. 2. Dich rühmt der Lobgesang der Himmelsheere! auch dieses Haus erschall von deiner Ehre; auch unser Dank und unsers Geis ftes Fleben soll dich erböben! Mel. Nun danket alle Gott 2c. Segen eingeweihet! 25. ir, unserm Gott, feb Lob für deines Wor3. Wie freu' ich mich, die Stätte zu begrüßen, wo Dürstenden des Lebens Bäche fließen, und wo dein Heil von der Erlöften Zungen froh wird befungen! 5. O laß auch heute deinen Geist mich lehren, mich immer mehr vom Eitlen abzukehren; regiere mich, daß meine ganze Seele nur dich erwähle. 6. Dein Tag sey mir ein Denkmal deiner Güte, er bringe Troft und Rub' in mein Gemüs the, den Troft, den Chriftus Allen hat erworben, da er geftorben. 7. Dich bet' ich an, du Todesüberwinder! der heut' erstanden ist zum Heil der Sünder, die in des Todes finstern Schatten saßen, von Troft verlassen. 8. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erde, gieb, daß er mir zum wahren Sabbath werde! Lob sey, Erlöser, deinem groBen Namen auf ewig, Amen! tes Lebren! den Sündern riefft du zu, sich ernftlich zu bekehren; Betrübten gabst du Troft, den Schwachen Muth und Kraft und Luft zur Heiligung in ihrer Pilgerschaft. 2. O segne nun dein Wort, daß es uns ganz durchdringe und durch des Geiftes Kraft auch reiche Früchte bringe; daß unser Glaube dir bis in den Tod getreu, die Liebe unverfälscht und feft die Hoffnung sey! 12 Vom chriftlichen Gottesdienste. 3. Gieb, daß wir immerdar| oft vor dir andachtsvoll erscheis dich findlich fürchten mögen, da- nen. Du erfreuft unsern Geist, heim und in der Welt, auf allen wenn wir vor dich treten, Herr, unsern Wegen! Dein Segen sey dich anzubeten. mit uns, den uns dein Wort verheißt, dein Fried' in Ewigkeit, o Vater, Sohn und Geift! 2. Deines großen Namens Ruhm ist nicht auszudenken; teines Tempels Heiligthum kann dich, Herr, umschránten; doch auch hier strömt von dir Gnad' und reicher Segen deinem Volk entgegen. 3. Von dem Weltgeräusch entfernt, das den Geift zerftreuet, sammelt er sich hier und lernt, was in dir erfreuet. Eitles Glück weicht zurück vor den höhern Gaben, die uns wahrhaft laben. Mel. Komm, heiliger Geift x. 26. Erheb' uns zu dir, dul, ist war seyn wird, Ewiger! Du Uner forschter und Bekannter! du aller Himmel Erstaunen! Vor dem sein Knie der Cherub beugt und nieder seine Krone wirft! O du, vor dem bald Sünder weinen, bald Lobgefang zu stammeln wagen, Unendlicher, Unendlicher! 2. Entreiß' uns der Welt, weck uns auf von unsrer Eitelkeiten Traum! Es ruh' auf uns des Sabbaths Stille, damit im Him mel wir wandeln! O sey, wie du verheißen haft, Versöhner, mit ten unter uns! Denn fieb, in deinem großen Namen sind wir versammelt, anzubeten, Erha bener, Erhabener! 3. Laß fern von uns seyn, beilger Gott, was irdisch und nicht himmlisch ist! Zu klein sey hier im Heiligthume uns jeder Er bengedanke! Hier fühl es unfer Herze ganz, daß es im Staub ein Fremdling ift! Laß, Herr, unserm bie glaub'ge Seele steigen, hinauf zu dir, hinauf zu dir! Mel Mache dich, mein Geift x. 27. rob versammelt find wir hier, Vater! als die Deinen. Heil uns, wenn wir 4. Unser Herz erweitert fich, wenn wir Brüder sehen, die hier till und feierlich mit uns vor dir stehen. Jeder nennt und bekennt Welt gegeben. ihn, den du zum Leben haft der 5. Feft verknüpft der Liebe Band hier uns mit den Brüdern; alle fühlen sich verwandt, Hobe mit den Niedern. Haß und Streit wird bereut, wir verzeihn dem Feinde, werden Alle Freunde. 6. Hier wird Freudigkeit geweckt, Licht und Troft verbreitet, Sünder werden aufgeschreckt und zu dir geleitet; Noth und Schmerz lernt das Herz hier geftárkt ertragen, ohne zu verzagen. 7. Ja, dein Wort, das hier ertönt, ist das Wort des Lebens; er, uns mit dir versöhnt, bracht es nicht vergebens. Selig ist jeder Chrift, der es achtsam höret und durch Thaten ehret. 8. Gott, wir wollen oft und gern hier vor dir erscheinen und Vom christlichen Gottesdienste. 13 ten wir, laß nur dich uns finden, ganz in dir verschwinden! 6. Du durchbringest Alles, laß dein Licht uns spüren, träftig unser Herz berühren, wie die zarten Blumen willig fich entfalten Mel. Wunderbarer König xc. 28. Gott ist gegenwärtig. und der Sonne ſtille halten, daß wir so, ftill und froh, deine len faffen und dich wirken lassen. mit Jesu, unserm Herrn, fefter uns vereinen. Er allein soll es seyn, den fich unfre Seele ftets zum Führer wähle. anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitten; Alles in uns schweige und fich innigst vor ihm neige! Wer ihn kennt, wer ihn nennt: fallt in Demuth nieder, gebt das Herz ihm wie der! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebeuget dienen; heilig, heilig, heilig fingen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unfre Stimm', wenn auch wir Geringen unser Opfer bringen. 7. Mach' uns nur einfältig, innig abgeschieden, sanft und ftill in deinem Frieden! Mach' uns reines Herzens, daß wir Klarheit völlig schaun in Geist und Wahrheit; laß das Herz himmelwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben! 8. Komm, in uns zu wohnen! Schon auf dieser Erden möchten wir dein Tempel werden. Komm, du gütig Wesen, dich in uns verfläre, deine Lieb' in uns vermehre. Wo wir gehn, wo wir stehn, laß uns dich erblicken, ganz zu dir uns schicken. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, die mit deinem Dienfte streiten. Wir geloben heilig, Seele, Leib und Leben dir zum mel. Liebster Jesu, wir find hier zc. Eigenthum zu geben. Du allein 29. Bott sey Dank, der mit follft es seyn, den wir liebend ehren, dem wir angehören. 4. Majestätisch Wesen! möchs ten wir dich preisen und im Geift dir Dienft erweisen! möchten wir, wie Engel, immer vor dir stehen und dich gegenwärtig seben! Laß uns dir für und für trachten zu gefallen, heil'ger Gott, in Allen. uns war an der Anbacht heil'gem Orte; reiche Nahrung bot er dar unserm Geift ou feinem Worte; unser Beten, Horen, Singen ließ er uns zum Heil gelingen. 5. Geift, der Alles füllet, aller Dinge Leben, du, in dem wir sind und weben! Meer ohn' Grund und Ende, dich erforscht fein Denken, in dich wollen wir uns senken. Nur nach dir trach- maßen; segne unser täglich Brot, 2. Freudig gehn wir jetzt bin aus, wandeln heim auf unsern Wegen. Nun begleit' in unser Haus uns der hier empfang'ne Segen, daß wir bleiben in dem Lichte von des Herren Angesichte. 3. Unsern Ausgang segne Gott, unfern Eingang gleicher 14 Vom chriftlichen Gottesdienste. segne unser Thun und Laffen;| leer, hier stillt sich mein banges fegne uns mit fel'gem Sterben Sehnen bei dem Zuruf: Weint und mach' uns zu Himmels- nicht mehr! Aus der Welt voll erben. Kampf und Streit zu des Himmels Herrlichkeit, zur Gemeine sel'ger Frommen hat der Herr fie aufgenommen. 6. Bin auch ich dereinst ver schwunden aus der frommen Hö rer Zahl, werd' ich einft nicht mehr gefunden bei des Herrn geweihtem Mahl: dann ins böb're Heiligthum ging mein Geift mit Preis und Ruhm, daß er ewig fich vereine mit der himmlischen Gemeine. Mel. Werde munter, mein x. 30. Behr und heilig ist die wo ften zu dir flehn. Laß, so oft ich fie betrete, mich, o Herr, dein Antlitz sehn. In der Welt ist Sorg und Streit, all' ihr Glück ift Eitelkeit. Hier find' ich, von ihr geschieden, deine Ruh' und deinen Frieden. 2. Heil'ges Wort der ew'gen Wahrheit, das dem Irrthum uns entriß, du erhellst durch deiMel. Ach, was soll ich Sünder 2c. ne Klarheit unfres Geiftes Fin- 31. Herr, es ist der Tag ersterniß. Meine Schuld enthüllft schienen, der mich du mir, jeder Trug entflieht vor dein gedenken heißt und mich zu dir; wo du, beil'ges Wort, er dem Himmel weist; fieb', ich flungen, haft du Mark und komme, dir zu dienen an dem Bein durchbrungen. Tage deiner Rub'; gieb mir Schwachen Kraft dazu. trailere 3. Weinend und mit bangem Zagen trat ich oft in's Heiligthum. Doch bald stillte meine Klagen, Herr, dein Evangelium. Ich gab mich in Gottes Hand, und zum Mittler hingewandt, hab' ich, ganz in ihn verfunken, gern den Leidensfelch getrunken. 2. Halte fern an diesem Morgen von mir das Geräusch der Welt, die mir nur zu leicht ge fällt. Brich die Macht der eitlen Sorgen, daß ich heut, von Allem frei, dir allein ergeben sey. 4. fenie' ich an des Altars Stufen, ein gebeugter Sünder, bin, bör ich beil'ge Stimmen rufen: Seb gefrost, bir ift verziebn! Hoch begnadigt steb' ich auf, fröhlich fördr' ich meinen Lauf, und mein Herz ist voll Vertrauen, was ich glaube, dort zu schauen. 5. Sieht mein Auge, naß von Thränen, der Geliebten Stellen 3. Schmücke mich mit deinen Gaben, stärke mich mit deiner Kraft, die den neuen Menschen schafft. Welche Wonne werd' ich baben, wenn in beiliger Begier ich mich freue, Herr, in dir! 4. Gieb, daß mich dein Wort durchdringe, fteh' mit deinem Geift mir bei, daß es in mir fráftig sey. Wenn ich bete, wenn ich singe, siehe du mich gnädig an, und laß mich dein Heil empfahn. Vom chriftlichen Gottesdienste. 15 5. Laß mich nicht in Sünde| dich unser Dank und dort ein fallen, laß mich fest im Glauben ew'ger Lobgesang. ftehn, voll Vertrauen auf dich febno Lieber Vater, bilf uns AlMel Liebster Jefu, wir xc. len, daß der Ruhe heil'ger Tag 34. bier, beine Süßigkeit efus, wir erscheinen uns ein Segen werden mag! Mel. Liebster Jesu, wir sind bier 32. Berr, vor deinem Angeficht hat die Andacht uns versammelt; o berwirf die Bitten nicht, die bein Volk in Demuth stammelt; siehe gnädig auf uns nieder und nimm an des Dankes Lieder. zu schmecken! deine Gnad' er.flehen wir, Herz und Ohren zu erwecken; daß wir deine Himmelslehren uns zum Troft mit Freuden hören. 2. Deffne deines Dieners Mund, gieb ihm deines Geiftes Gaben, daß er mög' aus Herzensgrund mit des Wortes Kraft uns laben, und daß uns die Himmelsspeise stärk auf unsrer Pilgerreise. 3. Dir, dem Vater und dem Geift, soll das Herz geheiligt werden! hilf nur, daß wir allermeist uns erheben von der Erden, um mit innigem Verlangen deine Gaben zu empfangen. 2. Laß das Wort, das hier er schallt, tief in unsre Seele drin gen und mit göttlicher Gewalt jeden Widerstand bezwingen; daß es unsern Sinn erneue und das Herz mit Troft erfreue. 3. Dein Gebot, das wir er tannt, hilf du selbst uns treulich üben, dich und den du uns gefandt, Jefum Chriftum, herzlich lieben. daß weder Leid noch 35. Piebster Jefu, wir find O Freude je von deiner Lieb' uns scheide! In eigener Melodie. hier, dich und dein Wort anzuhören! Lente Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß umhüllet, wo der Geist, den du gesandt, nicht mit Klarheit uns erfüllet. Gutes denken, thun und dichten, mußt du selbst in uns verrichten. Mel. Serr Jesu Christ, dich zu uns 2c. 33. Bier sind wir, Gott, und flehn um Licht, verfage deinen Geist uns nicht; lehr' uns dein heilig Wort verstehn und freudig deine Wege gehn. 2. Mach' uns von allem Irrthum frei, erhalt im Glauben uns getreu, daß wir dir dienen allezeit in Wahrheit und Gerech tigkeit. 3. Erhöre uns von deinem Thron durch Jefum Chriftum, deinen Sohn! Auf Erden preift 3. Obu Glanz der Herrlichteit, Licht von Licht aus Gott geboren, mach' uns allesammt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unser Beten, Flehn und 16 Vom chriftlichen Gottesdienste. Singen laß, Herr Jesu, wohl| Vater, dir, so fandtest du auch gelingen! Hoffnung mir. 5. Doch höher ward mein Geift erhoben in meiner Miterlöften Schaar, wenn sie, gemeinsam dich zu Loben, im Heiligthum versammelt war, und in Begeist'rung fich ihr Chor zu deinem Throne schwang empor. mel. Jo danke dir, o Gott ic. 36. Rimm jest binweg, Gott, was uns fann flören, was hindern kann den Einfluß deiner Lehren, daß bei der Erde Sorgen nicht verweilen Gedanken, die gen Himmel sollen eilen; laß Herz und Sinne ganz zu dir sich kehren, so kann im Segen uns dein Diener lehren. mel. O daß ich tausend Jungen ic. 37. och fing' ich hier aus dunkeln Fernen, Herr meines Lebens, dir mein Lied, bis einft, weit über allen Sternen, dich mein verklärtes Auge sieht; dann schallet dir im Jubeltlang mit allen Sel'gen mein Gesang. 2. Wohl mir, du schaueft auf mich nieder, steigt mein Gebet zu dir hinan; du hörst den Dank der schwachen Lieder und nimmst mein Fleben gnädig an. Wenn fich mein Herz zu dir erhebt, fühl' ich mich neu durch dich belebt. 6. D'rum will ich mit den frommen Schaaren zu deinem Tempel freudig gehn, wo einst auch die versammelt waren, die nun vor deinem Throne stehn; fie schauten auch im dunklen Wort, von Angesicht schaun fie dich dort. mel. Herr Jesu Chrift, dich zu uns ic. 38. Bater, ſend' uns deinen Geist, den uns dein theures Wort verheißt, er bring' in unsre Herzen ein, daß fie dein heil'ger Tempel sey'n!" 2. Entzünd' in Andacht unser Herz, lenk unsre Sinnen himmelwärts, und mach' uns allesammt bereit, zu hören, was dein Wort gebeut. 3. Erfüll' uns ganz mit deinem Licht, gieb uns des Glaubens Zuversicht, daß wir in Jesu Namen flehn und würdiglich dein Lob erhöhn. 4. Dir, Gott, den Erd' und Himmel preift, bir, Vater, bei nem Sohn und Geift erschalle bier Lob, Preis und Ruhm, wie in des Himmels Heiligthum! Mel. Wie schön leucht't uns xc. 3. Wie selig war't ihr, stille Stunden, da ich das Lob des Höchsten fang; Entzückung hab' ich ba empfunden, die durch die frobe Seele brang; indem dir, Gott, mein Dant erscholl, ward ich der reinsten Wonne voll! 4. Hab' ich mir nicht die Laft der Leiden oft durch ein Troftlied leicht gemacht? nicht, statt des Kummers, Ruh' und Freuden 39.eb uns geſegnet, Tag in mein gebracht? Klagt ich mein Leid, o Preise nah und fern erwacht der Vom christlichen Gottesdienste. 17 Christen Menge. Ihr Lobgesang| Wenn ich voll Andacht sie betrete, tönt spät und früh; zum Heilig thume wallen fie in festlichem Gedränge. Froher schallen hier die Lieder, wo die Brüder, anzubeten, sind vereint vor Gott getreten. wie reichlich werd' ich dann belohnt! ich kann mich deines Wortes freun und in dir froh und selig seyn! 2. Komm, Geift der Andacht und der Rub'! auch unsern Tempel weiße du zu feierlicher Stille. Mach' unser Herz vom Irrthum los; uns werde Gottes Name groß, sein Wille unser Wille. Fromme Liebe, Bruderfreue mög' aufs neue uns beleben, Jesu Vorbild nachzustreben. 2. Wohl dem, der kommt zu deiner Hütte und dich mit ganzer Seele preift! Du hörst sein Lob und seine Bitte und stärfft mit neuer Kraft den Geist, daß er auf deiner Wahrheit Bahn unfträflich vor dir wandeln kann. Mel. Lobe den Herren, den 2c, 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen dem, der es recht zu Herzen nimmt; es giebt den Troft auf Trübfalswegen, daß du fie uns zum Heil bestimmt; verleiht im Kampfe Muth und der vereinten Gemei- Kraft, und ist ein Schwert, ne, daß uns das Licht der Erdas Sieg verschafft. fenntniß in Klarheit erscheine, und nicht zu spät, wer deine Wahrheit verschmäht, seine Verblendung beweine! 40. Pater, erhöre das Flehn 1333 2. Möge die Predigt die Her zen der Sünder gewinnen und nicht vergeblich die Thräne der verrinnen! dein Licht mächtig das Dunkel dein Licht mächtig das Dunkel durchbricht, kann nicht das Schauen beginnen. 3. Laß uns, die wir nach dem Namen des Heilands uns nennen, ihn als die Quelle des Lichts und des Lebens erkennen. Jhm, 4. Gott, laß auch mir dein Antlig scheinen; dein Sabbath bring auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen Mel. O daß ich tausend Jungen 2c. 41. Fie lieblich ist doch, Herr, die Stätte, wo beines Namens Ehre wohnt! bor dir an heil'ger Stätte bin; laß unser Lob, das wir dir weihn, ein dir gefällig Opfer seyn. 5. Ja, du bist Sonn' und Schild den Frommen, du bist ihr Segen und ihr Heil; wenn sie im Glauben vor dich kommen, wird Gnad' um Gnad' ihr selig Theil. Was du verheißest, stehet feft; wohl dem, der sich auf dich ver läßt. der uns lehrt, wie dein Volk mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. würdig dich ehrt, ihm laß die Herzen entbrennen! 42. Deige dich uns ohne Hülle, ström' auf uns der Gnaden Fülle, daß, o Herr, an deinem Tage unser Herz der Welt entfage; daß wir uns zu bir erheben durch die Macht, die 2 18 Bekenntniß des Glaubens an Gott den Dreieinigen. dir gegeben; daß die glaubende| böre, find's nicht UeberwinderGemeine mit dem Vater fich Chöre? Feiernd tragen sie die vereine. Palmen, ihr Triumph erschallt von Psalmen! Herr! du selber wollft mich weihen diesem Sabbath deiner Treuen. 4. Möge dein Verdienst bedecken meiner Seele Schuld und Flecken, daß ich dort fann mit den Deinen würdig und geschmückt erscheinen; dort, wo du voll Huld und Gnaden uns zu deinem Mahl' geladen, wo die Streiter nicht mehr ringen, wo sie Siegeslieder fingen. 2. D daß wir entladen wür den von der Erde schweren Bürden und des Sabbaths sanfte Stille auch die Seele ganz erfülle! daß von fern aus deinen Höhen wir des Lichtes Auf gang sehen, das uns völlig einst berfläret, wenn der Sabbath ewig währet. 3. Was ich strahlen seb' am Throne, ist es nicht der Sieger Krone? Was von dort herab ich des Glaubens an Gott Dreieinigen. Bitt' von unfrer Noth, erbarm' dich unser Aller. 4. O heil'ger Geift, du höchftes Gut, du all'rheilfamster Trófter! vor's Teufels G'walt fortan bebüt, die Jesus Chrift erlöfte durch große Mart'r und bittern Tod. Abwend' all' unsern Jamm'r und Noth, dazu wir uns verlassen. III. Bekenntniß den 43. Tu In eigener Melodie. llein Gott in der Höh' set Ehr' und Dant für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rübren kann kein Schade; ein Wohl gefall'n Gott an uns hat. Nun ist groß' Fried' ohn' Unterlaß, all' Fehd' hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich für deine Ehr, wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich mel. Herzlich lieb hab' ich dich ic. regierft obn' alles Wanten. Ganz 44. Su riefft mich, Bater, aus dem Nichts zum unermeff'n ist deine Macht, fort g'schieht, was dein Will' hat frohen Anschaun deines Lichts, bedacht; wohl uns des feinen dich soll mein Herz erheben. Herren! Schon bier im Laufe dieser Zeit bat deine Huld und Freundlichfeit viel Gutes mir gegeben. Doch nicht allein für diese Welt, bie fein vollkommnes Glück ent bält, zur Wonne, die kein Ende 3. O Jefu Chrift! Sohn eingebor'n deines himmlischen Vaters, Versöhner der'r, die war'n verlor'n, du Stiller unsers Haders; Lamm Gottes, beil'ger Herr und Gott, nimm an die nimmt, hat mich dein Gnaden Bekenntniß des Glaubens an Gott den Dreieinigen. 19 rath bestimmt. O Vater, Gott,| Dreieiniger, in Ewigkeit, in wie liebst du mich, wie liebst du Ewigkeit sey unsre Seele dir gemich! Dein freuet meine Seele weiht! fich. 2. Sohn Gottes, uns zum In eigener Melodie. Heil gesandt, Erlöser, der mit 45. Gott, der Vater, wohn' freuer Hand zu Gott die Seinen leitet! Für mich auch gabst du dich dahin und haft, wenn ich dein Jünger bin, mir ew'ges Heil bereitet. Zwar seh' ich jetzt des Himmels Glück von ferne nur mit schwachem Blick; doch schon entzückt mich jene Welt, die Gott den Gläub'gen vorbehält. Einst preif ich dich, o Gottes Sohn, o Gottes Sohn, im höhern Licht vor deinem Thron! uns bei und laß uns nicht verderben, mach' uns aller Sünden frei und biff uns felig sterben! Vor dem Bösen uns bewahr, mit Glauben und Vertrauen laß feft auf dich uns bauen, bis wir dein Heil dort schauen. Jn Versuchung und Gefahr laß alle rechte Christen mit deiner Kraft fich rüften und troßen Satans Liften. Amen, Amen, dies sey wahr, so fingen wir Hallelujah! 2. Jesus Chriftus wohn' uns bei 2c. 3. Geift Gottes, unsre Zuberficht, verlaß, verlaß uns Schwache nicht und stärk uns unsern Glauben! Zeuch uns zu Gott und seinem Sohn, und laß durch nichts den Gnadenlohn der künft'gen Welt uns rauben. Lenk von dem Eitlen dieser Zeit uns auf das Heil der Ewigkeit; Sinn und Gemüth ergeben wir im Le- Dank für seine Gnade. Wir find ben und im Sterben dir. D Got- fein Volk und Eigenthum, was tes Geift, das Heil des Herrn, ift's, das uns nun schade? Sein das Heil des Herrn zeig' uns, Rath ist unsre Seligkeit, zu segso sterben wir einst gern! nen ift er ftets bereit, erhebet feinen Namen! mel. Allein Gott in der Zöb' sey ic. 46. Gott in der Höh' sey Ehr' und Ruhm und 4. Dreieiniger, find wir ganz dein, wie selig können wir dann seyn! Lehr' uns dies Glück recht achten. Was diese Welt beut, sättigt nicht, stets trügt uns ihrer Weisheit Licht: nach dir nur laß uns trachten. Dir, Schöpfer und Erlöser, dir, und dir, Geift Gottes, bringen wir gemeinsam in dem Heiligthum mit Freuden Preis und Dank und Ruhm. 2. Gott Vater, wir erheben dich mit freudigem Gemüthe, du herrscheft unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und stets geschieht, was du bedacht; wohl uns, daß du regiereft! 3. O Jesu Chrift, des Höch ften Sohn, für uns ein Mensch geboren, du kamst von deines 2: 3. Heil'ger Geift, uns wohne bei 2c. 20 Bekenntniß des Glaubens an Gott den Dreieingen. Vaters Thron, zu suchen, was Mel. Romm, heiliger Geist ic. verloren. Du Mittler zwischen 48. bringen wir, Herr, uns und Gott, hilf uns im Leben und im Tod, erbarm' dich unser Aller! unser Gott und Vater, dir. Wie groß und viel find deine Werke, du Gott der Macht und der Stärke! Dein ist der Erdkreis und in dir, o Höchster, sind und leben wir; du trägst uns alle voll Erbarmen auf deinen treuen Vaterarmen. Hallelujah! Hallelujah! Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 2. Lob, Preis und Ehre, Hei land, dir! Verlorne Sünder wa47. Ballelujab, Lob, Preis ren wir; du bist am Kreuz für uns und unserm Gott je mehr und mehr für alle feine Werke! Sein ist das Reich, die Herrlichkeit, weit über alle Himmel weit herrscht er mit Huld und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder, fallet nieder, zu erheben ihn, durch den wir sind und leben! 2. Hallelujah, Dant, Preis und Ruhm seb von uns, deinem Eigenthum, Sohn Gottes, dir gefungen! Du Mittler zwischen uns und Gott haft durch Gehorsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Heilig, felig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Bater kommen. 4. O heil'ger Geift, du Geift von Gott, erleuchte, beßre, tröfte uns, die der Herr durch seinen Tod vom Sündendienst erlöste! Steh' du mit deiner Kraft uns bei, daß unser Herz dein Tempel set und wir einst selig sterben. 3. Hallelujab, bu Geift des Herrn, sey nie von unserm Geifte fern, mit Kraft ihn auszurüsten; du machst uns gläubig, weif und rein, hilfft uns getroft und fiegreich feyn im Kampf mit unsern Lüften. Leit uns, flärt uns, daß in Freude wie im Leide Gott er geben, wir zu seiner Ehre leben. uns erworben. Wer zu dir kommt, wer an dich glaubt und in Versuchung treu dir bleibt, der foll, befreit vom Fluch der Sünden, Erbarmung, Gnad' und Leben finden. Hallelujah! HalleLujah! 3. Lob, Ehr und Preis dir, Geift des Herrn! Wir waren einft von Chrifto fern, entfremdet von dem wahren Leben, mit Finsterniß ganz umgeben. Du hast durch deines Wortes Macht auch uns zum Licht aus Gott gebracht; du lehrft und leben, lehrst uns sterben und weibeft uns zu Himmelserben. Hallelujah! Hallelujah! 4. Lob, Preis und Ehre bringen wir, Dreieiniger, in Demuth dir. Es müsse jedes Land der Erden boll deiner Herrlichkeit werden. Wie selig, wie begnadigt ist ein Voll, deß Zuversicht du bist. Anbetungswürd'ger, deinem Namen sey ewig Ruhm und Ehre. Amen. Hallelujah! Hallelujah! Bekenntniß des Glaubens Mel. Es woll' uns Gott ic. 49. Gott, wir ebren deine Macht, wir preisen dein Erbarmen, daß gnädig du an uns gedacht und Heil gesandt uns Armen: Du bist voll Gnade, wir voll Schuld, wir todt, du bist das Leben; haft dich nach deiner großen Huld zu eigen uns gegeben; o Abgrund aller Liebe! 2. Wir beten dich als Vater an, du liebeft uns als Kinder, das hat dein Wort uns fund gethan zum Heil und Trost der Sünder. Wie ist doch voller Lieb' und Huld dein väterlich Gemüthe! Du bist voll Langmuth, übst Geduld, Erbarmen, Treu' und Güte; o Vaterherz voll Gnade! an Gott ben Dreieinigen. 21 da wurden, Herr, auch wir; wir leben und wir sterben dir! Hallelujah! Mel. Gelobet feyst du, Jesu Christ 2. 50. reis ihm! Er schuf wundervolle Welt! Du sprachft, 2. Preis ihm! Er liebt von Ewigkeit! wird ein Mensch, stirbt in der Zeit. Erlöst, erlöst haft du uns dir; dir leben und dir sterben wir! Hallelujah! 3. Preis ibm! Er führt auf fteiler Bahn, führt zum Himmel uns hinan. Geheiliget haft du uns bir; dir leben und dir sterben wir! Hallelujah! 4. Sing', Psalter! Freudenthränen, fließt! Heilig, heilig, heilig ift Gott, unser Gott! Jehovah, dir, dir leben und dir sterben wir! Hallelujah! 3. O Jesu, theurer GottesIn eigener Melodie. sohn! du licht vom wahren Lich- 51. Wir glauben All' an Ei te! Vor dir, dem rechten Gnadenthron, wird Sünd und Tod zu nichte; du bist der Grund der Geligkeit, das Heil, darauf wir Hoffen; dein Gnadenbrunn steht allezeit für unsre Seelen offen; du Urquell alles Segens! nen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der fich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden; er will uns all'zeit ernähren, Leib und Seel' auch wohl bewahren, allem Unfall will er wehren, fein Leid soll uns widerfahren; er forget für uns, büt't und wacht,:,: es steht Alles in seiner Macht. 4. O beil'ger Geift, du Geist von Gott! wehr' in uns dem Verderben, laß uns durch Chrifti Kreuzestod der Sünd' und Welt absterben! zerstöre du des Bösen Reich, schlag' seine Macht bar nieder, damit wir Jesu Christo gleich und seines Leibes Glieder in Wahrheit seyn und bleiben. 2. Wir glauben auch an Jesum Chrift, seinen Sohn und unfern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren; von Maria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch geboren, durch den beilgen Geift im Glauben, für uns, die wir war'n verloren, am Kreuz :: auferstanden ist durch Gott. 22 Preis der göttlichen Eigenschaften. 3. Wir glauben an den heil's sein mächtiges Gebot uns erschuf gen Geift, Gott mit Vater und und uns erhält, der voll Weißbem Sohne, der aller Blöd'n ein heit, Güt und Macht stets für Tröfter beißt, uns mit Gaben Alles sorgt und wacht. zieret schöne, die ganze Chriftenheit auf Erden bält in einem Sinn gar eben. Hier all' Sünd' vergeben werden; das Fleisch soll uns wieder leben: nach diesem Elend ist bereit't:: uns ein Leben in Ewigkeit. 2. Wir glauben auch an Jes fum Chrift, Gottes eingebornen Sohn, der Mensch für uns geworden ist und nun herrscht auf Gottes Chron; der, indem er litt und ftarb, Heil und Leben uns erwarb. In eigener Melodie. 52. Mir glauben All' an Einen Gott, Herrn und Vater aller Welt, der durch 3. Wir glauben an den heil'gen Geift, dessen gnadenvolle Kraft an unserm Herzen sich erweist, Rath und Trost und Hülf uns schafft. Gott, für Zeit und Ewigfeit segne deine Christenheit! IV. Preis der göttlichen Eigenschaften. Mel. Komm, heiliger Geist sc. 53. feliger Gott, vor der R Zeit war deine Macht und Herrlichkeit und wird in Ewigkeit bestehen, wenn Welten untergeben. Beseligt fühlet fich mein Geift, so oft er deinen Namen preist. Wie köstlich ist mir's, dir lobfingen, dir danken, Herr, dir Ehre bringen. Hallelujah!:,: 2. Groß ist dein Name, wunderbar, du, der da ist und der da war! Wer kann sich bis zu dir erheben, bein Antlig schaun und leben? Kein Bild ist, das dir, Höchfter, gleicht, so weit auch deine Schöpfung reicht. Du bist ein Geift; nur Geifter können dich fühlen und dich Vater nennen. Hallelujah!:,: 3. Du bift's allein, Herr, dem tein Tod durch alle Ewigkeiten droht. Kein Andrer fonnte je dir Leben, du Lebensurquell, geben. Du bist durch dich; dein Daseyn ift ein Strom, der unverfieglich fließt, die Fülle aller Seligkeiten in beine Welten zu verbreiten. Hallelujah!:,: 4. Allwissender Gott, helles Licht umstrahlt dein göttlich Angesicht! Du bist's, der Alles kennt und fiebet; nichts ist, was dir entfliehet. In die Vergangenheit zurück schaust du mit sonnenhel lem Blic; und was die Zukunft einft erfüllet, das liegt schon deinem Aug' enthüllet. Hallelujah!:,: 5. Herr, was bein Wille uns gebeut, ift Wahrheit und Gerechfigkeit. Nie fann dein weiser Rathschluß fehlen, das Beste ftets zu wählen. So oft ich dir auf deiner Bahn von ferne nach Preis der göttlichen Eigenschaften. 23 feb', bet ich an; und fromme und Troft und Hoffnung fehlt Bubersicht im Leiden erfüllt mein mir nie. In Freude wie in Herz mit sanften Freuden. Hal- Schmerz erfähret stets mein Herz lelujah!:,: deine Liebe. Ob Alles bricht: ich zage nicht, du bleibest meine Zuversicht. 6. O feliger Geist, führe du uns deinem Lichte wieder zu, die du nach deinem Bilde schufeft, in Chrifto uns berufest! O, welche Seligkeit, welch Heil wird unser Aller Erb' und Theil, wenn wir im Sohn dich recht erkennen und gläubig unsern Vater nennen! Hallelujah!:,: Mel. Wachet auf, ruft uns xc. 54. Tuf, erwacht, ihr heil: gen Triebe! Gelobt sey Gott, Gott ist die Liebe und wird es seyn in Ewigkeit. O wie soll ich Worte finden, den Ruhm der Liebe zu verkünden, die ewig segnet und erfreut! Wer bin ich, Herr, vor dir? Nur fühlen kann ich hier: du bist Liebe. Wie selig ist, wer nie vergißt, daß du, o Gott, die Liebe bist! 2. Wundervoll find deine Werke; ich sehe Weisheit, Macht und Stärke, und meine Seele beuget sich. Doch, wo Macht und Weisheit wohnen, da seb' ich auch die Liebe thronen, und voll Vertraun erheb' ich mich. Was ist, das mich noch schreckt? Mein Glaubensblick entdeckt nichts als Liebe. Des Tages Pracht, die dunkle Nacht preift deiner Liebe Wundermacht. 4. Bin ich gleich befleckt von Sünden, doch läsfest du mich Gnade finden durch den, in welchem du uns liebst. Du willst aller Sünder Leben und haft uns deinen Sohn gegeben, mit dem du uns nun Alles giebst. Gott, mein erstaunter Geist freut detner sich und preist deine Liebe. Dir soll allein mein Herz fich weihn und dir in Liebe eigen seyn. Mel. Sey Lob und Ebr' dem 2c. 55. Der Herr ist Gott und feiner mehr! Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich, wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam' ift groß, er ist unendlich, grenzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. bn trifft fein Wechsel flücht'ger Zeit in seines Himmels Höhen, und seine Größ' und Herrlichkeit wird ewiglich besteben. Wir Menschen sind von gestern her; eb' Erd' und Himmel ward, war er, und ewig wird er bleiben. 3. Des Ew'gen Thron umgiebt ein Licht, das ihn vor uns 3. Freude strömet mir und Se- berhüllet. Jbn faffen alle Him gen mit jedem Morgen neu ent- mel nicht, die seine Kraft erfül gegen, du, Gott der Liebe, sendeft let. Er bleibt derselbe immerfie. Trüben sich auch meine Ta- dar, berborgen und doch offenbar ge, so linderst du doch jede Plage in seiner Werke Wundern. 24 Preis der göttlichen Eigenschaften. 4. Wo wären wir, wenn seine| bast du und willst gern mir's ges Kraft uns nicht gebildet bätte? ben. Ja, es kommt, was mir Er fennet Alles, was er schafft, frommt, was ich bin und habe, der Wesen große Kette. Bei ihm mir als deine Gabe. ist Weisheit und Verstand, und er umspannt mit seiner Hand die Erde sammt dem Himmel. 5. Jft er wohl Einem von uns fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht, Gedanken selbst entfliehn ihm nicht, er sieht sie schon von ferne. 6. Wer hält den Weltbau ohne dich? Wer schützt ihn vor dem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bift voll Freundlichkeit und Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, bist unser Gott und Vater. 7. Du, Höchfter, du allein bift gut, gerecht in deinen Wegen. Wohl dem, der deinen Willen thut, ihm nur folgt Heil und Segen! Du bast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig seyn, du Urquell aller Freuden. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ift Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? 2. Wie von dir die Liebe stammt, womit Väter lieben, die in Mutterberzen flammt und die Brüder üben: so weckt auch nur dein Hauch all' bie edlen Triebe treuer Freundesliebe. 3. Und in jede Seele, Gott, fenkst du milde Güte, daß fie bei der Brüder Noth Hülf und Ret tung biete. So verband deine Hand alle Millionen, die auf Erden wohnen. 4. Und was wirst du denen nicht, Gott der Liebe, schenken, die sich voller Zuversicht ganz in dich versenten! Deine Huld tilgt die Schuld, und mit ew'gen Freuden wird sie Christus weiden. 5. Wer in ihm dir wohlgefällt und dich Vater nennet, was der theure Nam' enthält, alles fühlt und fennet, den erhebt und belebt Glauben ohne Wanken stets zu Troftgedanken. 6. Ja, wie wird mein Herz erquidt, wenn ich dir nur flage, was mir fehlet, was mich drückt, jede Sorg' und Plage. Auch die Noth, die noch drobt, zeigt sich gleich mir fleiner, bent' ich, Va ter, deiner. 7. D, wer giebt, wie du, fo viel, wer so überschwänglich Freuden ohne Maß und Zielbier schon unvergänglich! Und entbält diese Welt so viel für bie Deinen, was wird bort ers mel. Straf mich nicht in sc. 56. Dir strebt meine Seele zu, Gott, mein Heil, mein Leben! Alles, was mir fehlt, scheinen! Preis der göttlichen Eigenschaften. Mel. Ein Lämmlein geht ic. Mel. Liebster Jefu, wir ic. 57. Getreuer Gott, wie viel 58. Gott, Allweifer, wer Geduld erzeigeft du bin ich, deine Weis uns Armen! Wir häufen täglich heit zu ergründen? Alle Himmel Schuld auf Schuld; du häufest rühmen dich, jeder Wurm kann dein Erbarmen. Was ist des dich verkünden; doch welch Auge Menschen Lebenslauf? Er ist fann erspähen Gottes Tiefen, verderbt von Jugend auf, sein Gottes Höhen! Sinn ist dir entgegen: und doch, 2. Deiner Welten weites All o Vater, suchst du ihn von seinen rühmt in ungemess'nem Kreise, Sünden abzuziehn, zur Beff'aller Himmel Wiederhall jauchzt rung zu bewegen. 2. Du willst die Menschen väterlich durch Wohlthun zu dir locken; der Menschen Elend jammert dich, selbst wenn sie sich verftocken; zur Buße giebst du ihnen Raum und läßt den unfrucht baren Baum nicht ohne Pflege stehen, du warteft sein, du fucheft Frucht, und auch wenn du um sonst gesucht, läßt du ihn nicht bergeben. 3. Beweiseft du so große Huld selbst an den frechen Sündern: um wie viel mehr trägst du Geduld mit deinen schwachen Kindern; du warneft fie vor der Gefahr, reicht ihnen deine Hülfe dar, vom Fall sich zu erheben; du lockest fie voll Freundlichkeit und bift, als Bäáter, ftets bereit, in Chrifto zu vergeben. 25 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren; nie müsse deine Vater huld zur Sicherheit uns führen! Trag' uns erbarmend fernerhin; doch gieb uns auch dabei den Sinn, daß wir die Sünde haffen und uns noch in der Gnadenzeit den Reichthum deiner Gütigkeit zur Bußé leiten lassen. zurück: der Herr ist weise, und in feiner Weisheit Händen ruhn gefrost der Himmel Enden. 3. Und der Mensch, der Erdenstaub, will ben Rathschluß Gottes fichten? Er, des fleinsten Lüftchens Raub, wagt des Ew' gen Weg zu richten? So dürft er sich je vergessen, Gott nach seinem Maß zu messen? 4. Was dein Rath, o Herr, beschleußt, wohl mir, kann kein Thor verhindern Walte fort und feb gepreift demuthsvoll von deinen Kindern! Ob sie's oft nicht fassen mögen, dennoch all' dein Thun ift Segen. 5. Du führst mich dem Himmel zu, deinem Arm darf ich vertrauen. Ew'ge Weisheit, rede du! Auf dein Zeugniß kann ich bauen. Bleibst du heute mir verborgen, dich verklärt der nächste Morgen. 6. Einft erscheint mir sonnenhell, was hier Dunkel noch umbüllet, und an deinem ew'gen Quell wird des Geistes Durft gestillet. Jetzt verleihe mir, auf Erden weise durch dein Wort zu werden. 26 Preis der göttlichen Eigenschaften. In eigener Melodie. 59. Gott ist mein Lied! er ist de seyn. der Gott der Stärke; groß ist sein Nam' und groß find seine Werke, und alle Himmel fein Gebiet. Ehre, dein Lob in meinem Mun8. Er kennt mein Flehn und jeden Wunsch der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang' ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern faffen? Ein jeder Staub, den du haft werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 2. Er will und spricht's, so find und leben Welten. Und er gebeut, so fallen burch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Fefte ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott und Gott in ew'gen Zei ten! Herr aller Welt, wer ist bir gleich? 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Trofte 5. Was ist und war im Him- ftillen, daß deine Hand mein Lemel, Erd' und Meere, das ken- ben hält? net Gott; und seiner Werke Heere find ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher rube; er wirft und schafft, was früh und spät ich thue; bor ihm verbirget feiner sich. 7. Er ist mir nah', wohin ich immer gebe; ob ich an's Meer, ob ich gen Himmel flöbe, so ist er allenthalben da. 12. Der fleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seyd sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tránfft das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 15. 3ft Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden, so frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Trut! Mel. Auferstehn, ja auferstehn sc. 60. Gott ist treu und alle Morgen neu ift seine ew'ge Treu. O daß ihm glühte mein Dank für seine Güte, tagtäglich neu wie seine Treu'! 2. Gott ist treu; er hält, was er verspricht; er läßt die Seinen nicht. In banger Stunde, treu seinem Gegensbunde, eilt er herbei und macht uns frei. 3. Gott ift treu; und was er 10. Nichts, nichts ist mein, will und thut, ist immer recht und daß Gott nicht angeböre. Herr, gut. Nie droht die Stimme des immerdar soll deines Namens Herrn in Zorn und Grimme; Univ.- Bibl. Giessen Preis der göttlichen Eigenschaften. 27 nur Liebe spricht, b'rum beb' ich| Er tröftet nach dem Weinen und nicht. läßt aus trüber Nacht die Freu4. Gott ist treu; er forget bådenfterne scheinen. Der Trübfal terlich für sein Geschöpf, für mich. heft'ger Sturm geht auf sein Zum Heil der Seele lenkt er selbst Wort vorbei. Sey, Seele, nur Schwäch' und Fehle, daß seine getroft, Gott ist und bleibt getreu.. Treu' vollkommen sey. 5. Gott ist und bleibt getreu. Er stillet dein Begehren; er will dein Glaubensgold in Trübfalsgluth bewähren. So nimm den Kreuzeskelch von ihm ohn' alle Scheu! der Lebensbecher folgt. Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ift treu; uns stärket seine Macht und nimmt uns wohl in Acht. Und finkt der Glaube uns leicht noch hier im Staube, er richtet auf und stärkt zum Lauf. 6. Gott ist treu. O süßes Gnadenwort, du mein und port! Do Alles scheide, bleibst 62. Gott er ein reiner Ob du doch meine Freude. Die Welt vergeht, dies Wort besteht. Mel. Werde munter, mein x. bor dessen Angefichte nur Wandel gilt, ew'ges Licht, aus deffen Lichte ftets die reinfte Wahrheit quillt! Heilig und ges recht bist du, und dein Wort ruft Allen zu: heilig und gerecht zu werden, sey auch unser Zweck auf Erden. Mel. O Gott, du frommer Gott x. 61. Gott ist und bleibt getreu. Er hört nicht auf zu lieben, pflegt er gleich oft und tief die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sey, wie stand baft die Geduld. Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu. Er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, bie Laft der schweren Plagen. Er übt oft ftrenge Zucht und bleibet doch dabei ein Bater, der uns liebt. Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu. Er weiß, was wir vermögen, und nie wird er zu viel uns Schwa chen auferlegen. Er macht sein gläubig Volf von allen Banden frei und rettet aus der Roth. Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu. 2. Heilig ift bein ganzes Wesen und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist unfträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkft du ftets vollkomm'ne Werke. 3. Herr, du willst, daß beine Kinder deinem Bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der Sünber; denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme fann sich bein, Heiliger, in Demuth freun. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. D so laß uns nicht verscherzen, was bein Rath uns zuges Preis der göttlichen Eigenschaften. 28 dacht! Schaff' in uns, Herr, reine Herzen, tödt in uns der Sünde Macht; denn was sind wir, Gott, vor dir? wie so leicht, ach! fallen wir? Wer kann merken, wer kann zählen, Heiligster, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn da bin; o so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, wie dein Wort verheißt, gieb uns deinen guten Geist, daß er unfern Geift regiere und zu allem Guten führe. 6. Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht. Unsers Wandels größte Zierde sey wahrhafte Heiligkeit. Mach' uns deinem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich willst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. In dich hab' ich geboffet ic. 63. Gott, wie du bist, so warst du schon, noch ehe du von deinem Thron sprachst dein allmächtig, Werde", und riefest aus dem Nichts hervor den Himmel und die Erde. 2. Du wirst auch bleiben, wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist mit ihren Herrlich feiten; wenn längst die Kämpfer nicht mehr hier um jene Krone ftreiten. 3. Wie du, so bleibet auch dein Wort und wird in Kraft fich fort und fort unwandelbar erhalten, wenn alle Welten, die du schufft, wie ein Gewand veralten. 4. Und stürzen Felsen fich in's Thal, so daß von ihrem mächt'gen Fall die Erde weit erzittert: bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 5. Was flag' ich denn voll Traurigkeit, daß alle Güter dieser Zeit schnell wie ein Hauch vergehen? da du das Gut der Güter bist, das ewig wird bestehen. 6. Was ist's, daß meine Seele zagt, wenn mein Gewissen mich verklagt, daß ich an dir gefün digt? Bleibt ewig doch dein theures Wort, daß Gnade mir verkündigt. 7. Was flag' ich? Liebeft du mich doch mit aller deiner Liebe noch und wirst mich ewig lieben; haft selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 8. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein und ewig, ewig wird er's seyn; nichts kann mich von ihm scheiden! Die Welt vergeht mit ihrer Luft; Gott bleibt mit ſeinen Freuden! In eigener Melodie. 64. Berr, du erforschest mich; mein Ruhen und Bewegen ist besser dir als mir bewußt; du siebst es, wenn in meiner Bruft sich, wie der Wellen Sturm, empörte Lüfte regen. Schon eh' die Zunge spricht, ist dir mein Wort bekannt, und was ich denk und thu', das steht in deiner Hand. 2. O Allmacht, die kein Mensch auf Erden kann verstehen! Wo ist der Ort, der mich versteckt, den nicht alsbald dein Aug' entdeckt? Preis der göttlichen Eigenschaften. 29 7. Wie aber? fehlt es dir vielleicht an Donnerschlägen, dem Sünder, der sich widersetzt und frebelnd dein Gebot verlegt, zu zeigen, daß du ihn bald in den Staub fannst legen? Und würde fühner noch fein stolzer, frecher Sinn: bald wirft ihn deine Hand tief in den Abgrund bin. Führ' ich gen Himmel auf zu den] gestirnten Höhen: mein Gott, so bift du da; lág' ich im tiefsten Grund: auch dort thuft du dich mir als Gott und Herrscher fund. 3. Könnt' ich den Himmels freis, der Sonne gleich, durch streichen bis dahin, wo sich ihre Gluth löscht in der letzten Meeresfluth: so würde mich auch da dein starker Arm erreichen. Die Hülle finstrer Nacht deckt meine Sünden nicht; vor deiner Klar beit Glanz wird Finsterniß zum Licht. 8. Jch haff im rechten Ernst, die dich, den Höchften, haffen und wenn ich seh', wie trobiglich sie sich empören wider dich, so kann ich kaum den Zorn in seine Grenzen faffen. Schon lodert er empor, doch um Erbarmen fleht für sie sogleich zu dir mein brünftiges Gebet. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine; fieb, ob ich noch in Heuchelei, ob ich auf bösem Wege sey, und bilf mir, daß ich rein vor dir dereinst erscheine. Weil aber hier mein Fuß 5. So wunderbar bist du! gar leicht noch straucheln kann, dies muß mich überzeugen, daß so leite du mich selbst die schmale ich mit unverfälschtem Sinn dir Himmelsbahn. Dank und Ehrfurcht schuldig bin, ba Erd' und Himmel nicht 4. Und, Herr, wie sollte dir verborgen seyn mein Leben, der du, eh' ich das Licht geschaut, den Leib mir künstlich haft gebaut und den lebend'gen Geist, der in ihm wirkt, gegeben; der du zuvor bestimmt, seit aller Ewigkeit, was mir begegnen soll im Laufe meiner Zeit? mel. Zerzliebster Jesut ic. von deinen Kräften schweigen; 65. aucht unserm Gott so daß man Sand der mit freudigem Wüsten zählen kann, als was müthe! Er ist barmherzig und du, großer Gott, für Wunder von großer Güte; er sorgt, daß baft gethan? uns im Schuße seiner Gnade kein Unfall schade. 6. Mein Herz ist deffen voll; und das ist mein Vergnügen, daß ich mit Ernst den ganzen Tag dein göttlich Thun betrachten mag und wie fich Alles muß nach deiner Ordnung fügen. Ja, wenn die Sinne sich vom Schlafe losgemacht: so merk ich, daß ich auch im Traum an dich gedacht. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, läßt nicht die schweren Strafen uns empfinden, die wir durch Mißbrauch der empfang'nen Gaben verdienet haben. 3. So hoch und weit, wie seine Himmel reichen, so groß find 30 Preis der göttlichen Eigenschaften. seiner Macht und Gnade Zeichen| dich nur leb' und athme ich, bei denen, die in heil'ger Furcht und deine Rechte schüßzet mich. ihn lieben und Gutes üben. 4. So ferne, wie der Abend steht vom Morgen, nimmt er binweg der Seele Angst und Sorgen, und schenket nach der Sünde bittern Schmerzen Troft unserm Herzen. 5. Wie fich erbarmt ein Vater feiner Kinder, so gern erbarmt der Herr sich aller Sünder, wenn fie auf seine Gnadenstimme hören und sich belehren. 6. Er schlägt und heilt, berwundet, läßt genesen; er weiß, der Mensch ist ein gebrechlich Wesen, und das Geschöpf, ge nommen von der Erden, muß Erde werden. 7. Wie Gras berwelft, so müssen wir vergeben, wie Blumen, wenn die Stürme d'rüber wehen; und unsre Stätte wird nach wenig Stunden nicht mehr gefunden. 8. Von Ewigkeit zu Ewigkeit bewähret sich Gottes Huld an Jedem, der ihn ehret. O leite du auch mich auf eb'nem Pfade, du Gott der Gnade! 9. So werd' ich deinen Frieden hier genießen, mein Leben wird in Hoffnung froh verflieBen, und dort werb'ich mit deiner Engel Chören dich ewig ehren. Mel. Mach's mit mir, x. 66. Zie bist du, Höchfter, von uns fern, du wirfft an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch neft du, du prüfeft meine Seele. 2. Des Herzens Tiefen kenDu fiebeft, was ich Gutes thu', du fiebst auch, wenn ich feble. Nichts, nichts kann deinem Aug' entfliehn und nichts mich deiner Hand entziehn. feit mein Herz zu dir erhebe und 3. Wenn ich in ftiller Einfam über deine Huld erfreut, mich gänzlich dir ergebe, so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sey. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; du kenneft auch die böse That, die sich der Welt verbeblet. Mit Ernst und Liebe strafft du mich zu meiner Beff'rung våterlich. 5. Du höreft meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; mit Vaterliebe zähleft du die Thränen, die ich weine. Du fiebft und wägeft meinen Schmerz und stärkst mit deinem Troft mein Herz. 6. O brud, Allgegenwärtiger, bies tief in meine Seele, daß fie nur dich, mein Gott und Herr, zu ihrer Zuflucht wähle und stets bein heilig Auge scheu', dir treu und dir gehorsam sey. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich mit Muth und Kraft, getroft vor dir zu wandeln. Daß du, o Gott, ftets um mich seyft, das tröft und beffre meinen Geift. Preis der göttlichen Eigenschaften. 31 In eigener Melodie. dies Gebot erfülle, ftell' ich sein 67. Wie groß ist des M- Bildniß in mir her. Lebt ſeine mächt'gen Güte! Lieb' in meiner Seele, so treibt Jft der ein Mensch, den sie nicht fie mich zu jeder Pflicht; und ob rührt, der mit verhärtetem Ge- ich schon aus Schwachheit feble, müthe den Dank erstickt, der ihm herrscht doch in mir die Sünde gebührt? Nein, seine Liebe zu nicht. ermessen, fey ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Lang muth mich geleitet? Er, beffen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geifte neue Kraft? Wer läßt mich so viel Heil genies Ben? It's nicht sein Arm, der Alles schafft? 3. Blid, o mein Geift, in jenes Leben, zu welchem du geschaffen bift, wo du, mit Herrlichkeit um geben, Gott ewig sehn wirst, wie er ift. Du haft ein Recht zu dies sen Freuden, durch Gottes Güte find fie dein. Sieh, barum mußte Chriftus leiden, damit du könnteft felig seyn. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gebn? Sein Will ist mir in's Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten, so wie mich. 5. Dies ist mein Dank; dies ift sein Wille, ich soll vollkommen seyn, wie er. So lang' ich 6. O Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen seyn. Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weibn; fie tröfte mich in Noth und Schmerzen, fie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie befieg' in meinem Herzen die Furcht des legten Augenblicks. Mel. Die Tugend wird ic. 68. To find die Weiſen, die unser Gott allwissend ift? Wer kann mir den Verstand erklären, des Wissen keine Grenz' umschließt? Wer schauet ihn von Angesichte, wenn er auch noch so hoch sich schwingt? Der Höchfte wohnt in einem Lichte, zu dem tein sterblich Auge dringt. 2. Könnt ich das Heer der Sterne zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und die Gedanken aller Seelen von ihrem ersten Ursprung her: so wär' ich weiser, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht selbst Engel je mals werden, doch gegen Gött wüßt' ich noch nichts. 3. Nichts gegen ihn, der fie durchschauet die Tiefe der Unendlichkeit und alle Welten, die er bauet, die Zeiten und die Ewigkeit! O bu, der Alles weiß und 32 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. nennet, was ist und werden soll| Gott kann mich finden, wie tief und war, wie bist du Jedem, der verborgen ich auch sey. Kein dich fennet, unendlich groß und Weltmeer kann vor ihm mich wunderbar! decken; kein falscher Schein be trüget ihn; mir folgten seines Zornes Schrecken, tönnt ich gleich aus der Welt entfliehn. 6. Wer kennt der Seele dunkle Tiefen? Wer darf dem eignen Herzen traun? Allwissender, du wollst mich prüfen, du wolleft ganz mein Herz durchschaun! Erblickst du mich auf bösen We gen, so führe mich auf deine 5. Die Weisheit warnet mich Bahn, und laß mich einft am vor Sünden, vor Selbstbetrug Ziel den Segen der Frömmigund Heuchelei. Ich denke stets, feit von dir empfahn! 365 V. Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 4. Ja, dich bewundern, bir vertrauen, ist meinem Geifte Luft und Pflicht! Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen kann ich nicht. Gott, nach dem Licht, in dem du wohneft, forsch' ich mit heiliger Be gier; du fiebst es gnädig und belohneft mit Weisheit meinen Durft nach dir. Mel. Sey Lob und Ehr' 2c. 69. Zem Menschen glänzt, o Gott, dein Licht in himmlischen Gedanken; er naht sich dir, ihn hemmen nicht der niedern Wesen Schranken. Hoch steht er über ihrem Heer; dein Ebenbild befißt nur er, Vermunft, die höchste Gabe. 2. Mit ihr empfing er auch von dir die Herrschaft dieser Erde und Sinn und Kraft, daß Alles hier durch ihn geordnet werde. Vernunft macht Müh und Arbeit leicht; wohin das Auge nicht mehr reicht, das kann doch sie ergründen. Spur, wie in der Welten Ferne. Das Leben schmückt ihr Unterricht, sie bringt ein hoffnungsreiches Licht auch in die Nacht der Leiden. 4. Durch fie erkennt der Mensch das Band der reinen Bruderliebe, liebt nun ein größ'res Naterland und fühlet böb're Triebe. Auch Muth verleiht sie uns und Kraft im Kampfe mit der Leidenschaft, lehrt uns nach Frei beit ringen. 5. Allein dies Licht verfant in Nacht, getrübt ward seine Klarbeit; des Irrthums und der Sünde Macht hielt auf die Macht der Wahrheit; da lockt uns falscher Weisheit Wahn bin auf der schnöden Lüfte Bahn, da herrschte 3. Sie führt vom Schauplay der Natur zu dir uns über Sterne, zeigt uns im Kleinsten deine bas Verderben. Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 33 6. Doch nun, in Jesu- rühmt| verlassen: Gott half mir gnädig es laut ftieg uns das Wort aus der Noth. hernieder; von ihm belehrt, auf ihn erbaut, schau'n wir das Licht nun wieder. Wir haben Theil an seinem Geift, der dem Verder ben uns entreißt und uns zum Vater leitet. 3. Gott ist mit mir! Was kann mir schaden? Was kann die Welt mir Uebles thun? Wie gut ist's, aller Sorg' entladen, Herr, unter deinen Flügeln ruhn. preise dich, Fels meiner Stärke, Gott, meine Zuflucht, mein Panier! Wenn ich auf deine Führung merke, wie weis' und gut erscheint sie mir. Ich 4. Du führteft mich auf dunteln Wegen, verbargst vor mir dein Angesicht und kamft mir doch mit Huld entgegen, warst in der Finsterniß mein Licht. Jbr güldnen Seile treuer Liebe, zieht mich zu meinem Schöpfer hin! Wie schäm' ich mich der niedern Triebe, der ich so hoch begnadigt bin! - 7. Dank dir, der uns so herr lich schuf, so gnädig uns erneuet! O folgten stets wir deinem Ruf und würden ganz befreiet! Gehorsam sey uns heil'ge Pflicht, daß wir durch Sinnentaumel nicht zurück in's Elend finken. 8. Daß wir der Wahrheit Quell uns rein in Chrifti Lehr' erhalten, voll Wachsamkeit und Muthes seyn im Kampf mit Truggeftalten! Nicht Unglaub oder Heuchelei, nicht Aberglaub' und Schwärmerei soll je von dir uns scheiden. 5. Jch fliebe des Verachters Pfade, den eitle Weltluft ganz umstrickt; ich suche Gott und seine Gnade, die mich so oft der Noth entrückt. Ich will bis zu der letzten Stunde mich meines Gottes dankbar freun; sein Lob soll stets in meinem Munde, sein Ruhm in meinem Herzen seyn. Mel. Die Tugend wird zc. 70. Der Herr ist gut! Jhr Himmel böret und jauchzt mir nach: der Herr ift gut! Er hat mein Leid in Luft verkehret; Gott ist's, der große Wunder thut. Wer zu ihm naht mit gläub'gem Beten, dem wendet er sich freundlich zu; wer auf ihn baut in ſeinen Nöthen, der findet Rettung, Trost und Ruh. Mel. O daß ich tausend ic. 71. Ser Himmel Ruf er und ebret des 2. Jch sah den Himmel schwarz Höchften Weisheit, Lieb' umzogen und bald umfing mich Kraft; die ausgespannte Veste finstre Nacht. Hoch thürmten lehret: groß ist der Herr, der sich des Meeres Wogen, empört Alles schafft, und alle Welten von wilder Stürme Macht. Wie weit und breit verkünden seine konnt' ich Armer Hoffnung fas Herrlichkeit. sen, da keine Hand mir Hülfe bot? Ich war allein, doch nicht 2. Von einem Tag zum andern klinget laut ihr gedanken3 34 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. volles Wort; von einer Nacht zur| tur dir aufgestellt. Verkündigt andern dringet ihr Zeugniß un- Weisheit und Ordnung und aufhaltsam fort; das Ohr hört Stärke dir nicht den Herrn, den nicht der Stimme Schall, das Herrn der Welt? Herz versteht sie überall. 3. Das Loblied aller Welten freise geht mächtig aus in jedes Land und macht, zu feines Namens Preise, ihn auch der fernsten Welt bekannt, und der Geftirne hehrer Lauf hebt unser Herz zu Gott hinauf. 4. Sein Arm bereitete der Sonne hoch an dem Himmel ihr Gezelt; sie geht heraus mit Freud' und Wonne, läuft ihren Weg gleich wie ein Held; ihr Glanz zerstreut die finstre Nacht und ftrömt hernieder Licht und Pracht. 5. Wie deiner Sterne Heer dort oben verkündigt deines Namens Ruhm, so soll auch unser Herz dich loben, voll Ehrfurcht 4. Kannst du der Wesen unzählige Heere, den fleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist Alles? O gieb ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Sein ist die Kraft, sein ist Himmel und Erde, mit seiner Rechten schützt er dich. Der Alles schuf durch sein mächtiges Werde, Gott bleibt dein Vater ewiglich. 6. Er ist dein Schöpfer, ift Weisheit und Güte, dein Schirm und Schild, dein Hort und Heil. Olieb' und ehr' ihn von ganzem Gemüthe, und nimm an seiner Gnade Theil! Mel. Alle Menschen müssen C. in dem Heiligthum. Mehr noch, 73. ir, dem weiſeften Res als dich der Himmel preift, preist dich durch Christum unser Geift. gierer, tönt der Wel In eigener Melodie. 72. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre; ihr Schall pflanzt seinen Stamen fort. Jbn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzáblbare Sterne? Wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und wärmt uns von ferne und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimm's und siehe die Wunder der Werke, so die Naten Preisgefang! Dir, du meis nes Lebens Führer, singt auch meine Seele Dank! Unter allen Millionen, die bein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich, sorgest für mich väterlich. 2. Auf der Menschheit hohe Stufe ftellte, Herr, mich deine Hand, daß von deinem Gnadenrufe ich den tiefen Sinn verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Baterarmen in der Kindheit schon zu dir, gabft in Chrifto Alles mir. 3. Täglich wareft du mir nabe, deine Weisheit lehrte mich; was Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 35 ich hörte, was ich sabe, zeigte| 2. Wie groß ist Gottes Herrmir, o Bater, dich. Ja, du tamft mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen; was der Seele heilsam war, bot dein Geift mir reichlich dar. lichkeit! Allmächtig, sprach er: Himmel, seyd!" Zum Erdball sprach er: Werde!" Und gleich, zum Preise seiner Macht, stand Alles da voll Reiz und Pracht, der Himmel und die Erde. Schaffend sprach er's; da begonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 4. Darum will ich dir mit Freuden dankbar und ergeben seyn, will auch unter Kreuz und Leiden dir ein Herz voll Demuth weihn. Dich, o Herr, dich laß ich walten, du wirft mich stets aufrecht halten; sende Freude, sende Schmerz: immer preiset dich mein Herz. 5. Herr, das höchste Gut im Leben ist und bleibt mir deine Huld; sie nur kann mir Freude geben und bedecken meine Schuld. Anders hab' ich kein Verlangen, als nur treu an dir zu hangen, fest mit dir vereint zu seyn, um mich deiner ganz zu freun. 6. O der seligen Verbindung, du in mir und ich in dir! Deiner Vaterhuld Empfindung werde täglich neu in mir; bis ich rein und ganz vollkommen dich einst schau' mit allen Frommen, dort, wo ich bin allezeit bei dir in der Herrlichkeit. pa Mel. Wie schön leucht't uns ic. 74. leug auf, mein Pfalm, 3. Wie sie so herrlich sind, so schön, einträchtig alle Gott erböhn und seine Größe preisen. Wie sind sie alle Lob und Dank, Ein hober jubelnder Gefang dem Gütigen, dem Weisen! Dabei sollt' ich fühllos schweigen, fol cher Zeugen Loblieb bören, und nicht Gottes Rubm bermehren? 4. Für uns auch schuf der Herr die Welt, für uns auch hat er das Gezelt des Himmels ausgebreitet. Dem Herrn gebührt auch unser Preis; für uns hat er den Erdenkreis zum Wohnplatz zubereitet. Felder, Gärten, ftreuen Segen uns entgegen, Wald und Fluren zeigen seiner Güte Spuren. 5. Und immer scheint der Sonne Licht, und die Natur ermüdet nicht, für uns sich schön zu schmücken; fie beut der Freuden viele bar, bleibt herrlich fiets und zu ent zücken. Gott läßt nimmer dieſe Werke seiner Stärke hier veralten, bis er kommt, Gericht zu halten. betung unserm Gott und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Menschen Loblied gern, wenn höhre Geifter auch dem Herrn erhabne Psalmen singen. 6. So hat mein Gott an mich Darum find auch mit den Heeren, die ihn ehren, wir gerufen hin zu seines Thrones Stufen. gedacht, so hat mich seine Huld und Macht begnadigt und erhoben! Des Höchsten Lob sey meine 3. 36 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. Luft; ftrömt bin aus meiner vollen Bruft, ihr Lieder, Gott zu loben! Seele, rühm' ihn, und es schalle von dem Halle deiner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder! 6. Von dir, der dies an mir gethan, werd' ich auch Speis und Trank empfahn. Jft gleich mein Herz nicht frei von Schuld, doch trau' ich deiner Vaterhuld: der du des Segens Quelle bist, bu giebst auch mir, was heilsam ift. mel. Vater unser im Zimmelr. c. 75. Gott, deine Gut und Macht erhält, was lebt und webt in deiner Welt; und Aller Augen harren dein, du mögest sie mit Speif' erfreun; und deine Hand, Herr, öffnet sich und sättigt Alles väterlich. 2. Auch mir gabft du, mein Gott und Heil, noch immer mein bescheiden Theil; du schenkteft Mel. Aus meines Herzens zc. mir voll Freundlichkeit mein täg- 76. Gott, der an allen große Wunder thut, du bift's, in beffen Händen mein ganzes Schicksal ruht; für diese Prüfungszeit haft du, Herr meiner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. lich zu Kein Vaterherz, an Liebe reich, ist dir an Huld und Gnade gleich. 3. Jch weiß, Herr, deine Hand gewährt auch fünftig mir, was mich ernährt. Ich glaube feft, du thuft mir wohl, so lang' ich hier noch leben soll, und giebst mir bis an meinen Tod ohn' Unterlaß mein täglich Brod. 4. Der Vogel bauet nicht das Land, du nährst ihn doch mit milder Hand. Du schmückst die Blume königlich, die keine Sorge kennt für sich. Wie sollt' ich sorgen spät und früh? Bin ich vor dir nicht mehr, als sie? 5. Mich schufft du nicht für diese Zeit, mein Ziel ist in der Ewigkeit. Mein Geist kann sich in dir erfreun und deinem Bilde ähnlich seyn. Dein heil'ger Sohn ward Mensch, wie wir, und einigt, Bater, uns mit dir. 7. Verleih' mir nur Genügsamkeit mit dem, was deine Hand mir beut. Die kleinste Gabe weck' in mir ein findlich dankbar Herz zu dir, und lenke mich, du treuer Gott, hin zu dem ew'gen Lebensbrod! south sids 2. Eh' ich das Licht erblickte und deine Huld verstand, da schon, o Gott, beglückte mich deine Baterband. Mein Lob ist zu gering, das Gute zu erheben, was ich in meinem Leben, o Herr, von dir empfing. 3. Drückt mich auf meinen Wegen gleich manche Laft und Müh', so führt sie doch zum Segen und du erleichterft fie. Du bleibst erbarmungsvoll, willst liebreich deinen Kindern des Lebens Noth vermindern und förderst gern ihr Wohl. 4. Dies war in meinem Leben mir immer Troft und Licht, und Von der Schöpfung Erhaltung und Regierung. 37 hat mir Kraft gegeben und frohe| Bau bleibt unversehret, und die Zuversicht. Wenn ich bekümmert Stadt des Herrn besteht. war, so seufzt' ich und war stille, und dann entriß dein Wille mich immer der Gefahr. 8. Selbft der Feinde Trog und Mühe muß dir ebnen deinen Pfad; darum komm, o Herr, und ziehe ein in deine Gottesstadt. 5. Dein Name set gepriesen, du Retter aus Gefahr, der sich an mir erwiesen so herrlich immerdar. Mit Freuden will ich dir des Dankes Opfer bringen und deiner Güte singen von Herzen für und für! Mel. Ringe recht, wenn ic. 77. Gott der Macht, in dei nem Ruhme Keinem, als dir selbst bekannt; aus verborg'nem Heiligthume waltest du mit starker Hand. 2. Sterne glänzen und erblin den, Berge wehst du weg wie Spreu; Völker werden und verschwinden; alles Fleisch vergeht wie Heu. 3. Reiche schmetterst du zur Erde; Königsstüble stürzen ein; Hirten rufft du von der Heerde, Herrscher ihres Volks zu seyn. 6. Aber wo auf Felsengründen deines Tempels Mauer ruht, droht von Fluthen und von Winden fruchtlos die vereinte Wutb. Mel. Jesu, meine Freude 2c. 78. Gott der wird's wohl machen, dem ich alle Sachen all'zeit heimgestellt. Er hat mich erforen, eh' ich war geboren an das Licht der Welt; hat mir auch nach seinem Brauch, was vonnöthen, stets gegeben bier in diesem Leben. 3. Gott der wird's wohl machen. Laß die Wetter krachen und die Stürme wehn. Wenn mit großem Grausen alle Welten brausen, will er bei dir stehn. Gott ist da mit Hülfe nah'. Schlägt dich Unglück auch dar5. Was der Menschen Kunst nieder, Gott erhebt dich wieder.. erhoben, ist auf leichten Sand 4. Gott der wird's wohl mageftellt: du gebeutft, es ist zer- chen. Mächtig in dem Schwaſtoben, wie das Laub im Herbstechen ist er allezeit. Wem hat's je fällt. 4. Wenn du anfängst auszugleichen, Herr, was fann vor dir beftehn? Alle Berge müssen weichen, alle Thale sich erhöhn. gefehlet, der zum Trost ihn wäh let in dem größten Leid? D'rum, mein Herz, vergiß den Schmerz; Alles steht in seinen Händen, Gott kann Alles wenden. 7. Und ob Alles fich empöret, ringsum Alles untergeht: dieser 2. Gott der wird's wohl machen. Oftmals Freud' und Lachen hat er mir bescheert, hat mich nie vergessen, stets mir zu gemessen, was mich stärkt und nährt. Auch, wenn faft die Kreuzeslaft seine Kinder hart gedrüklet, hat er mich erquicket. 5. Gott der wird's wohl machen, gnädig bei dir wachen, will 38 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. dein Stündlein nahn. Wenn des| Zuversicht mich stets auf dich Lebens Jahre enden an der Bah- verlassen? re, führt er himmelan. Festen Grund hat dieser Bund: Alle, die in Chrifto sterben, sind des Himmels Erben. 3. Du trägst mich Sünder mit Geduld, und tilgst aus Gnaden meine Schuld, weil ich an Chriftum glaube. Du giebst mir Theil an seinem Heil; wer ist, der mir es raube? Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 4. Du bist mein Leben, Trost 79. Berr, ew'ger Gott! wie so und Licht, hab' ich nur dich, ſo du, ewig deine Gnade, die unermüdet wacht ob frag ich nicht nach dieser Erde deiner Frommen Pfade. Wie in Schätzen. Doch ohne dich kann deiner Frommen Pfade. Wie in niemals mich ein zeitlich Gut der Mutter Arm das Kind vertrauend ruht, so find wir, treuer ergögen. Gott, in deiner sichern Hut. 2. Du, Herr, bist unser Schirm; wenn Angst uns will erschrecken, dann eilt dein starker Arm, uns gnädig zu bedecken. Bu rechter Sache Schuß führst selber du den Krieg, zerstreust der Feinde Schaar und frönft dein Werk mit Sieg. 5. An dir hab' ich den besten mir meint; wo find' ich deines Freund, der's immer treulich mit Gleichen? Mit deiner Treu' stehst du mir bei, wenn Berg und Hü gel weichen. Drohn, ich achte nicht der Spöt6. Jch fürchte nicht der Feinde ter Hohn, nicht alles Leid der was mich kränkt, mir doch zum Erden. Von dir gelenkt, muß, Segen werden. Segen werden. 3. Du bist die feste Burg, der Hort, dem wir bertrauen; der ftarfe Felsengrund, auf den wir ficher bauen. Sey unsre Zuber ficht und Zuflucht für und für: ob Erd' und Himmel weicht, doch Wohlergebn; einst werd' ich dich 7. Du willst mein ew'ges noch näher sebn, du ursprung wahrer Freuden. An dir wird sich dann ewiglich dort meine Seele weiden. halten wir an dir. Mel. In dich hab' ich gehoffet ic. mich, mein mel. In dich hab' ich gehoffet xc. 80. Gott, in dir. Du bist 81. Wert und hun, o mein Trost, und was kann mir bei deiner Liebe fehlen? Du, Herr, bist mein und ich bin dein; was mangelt meiner Seelen? Gott, in deinem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen; was du regierst, das steht und geht auf rechten, guten Wegen. 2. Du haft in Chrifto mich erwählt und deinen Kindern zugezählt; wer fann die Gnade 2. Es fteht in feines Menschen fassen! Wie sollt ich nicht voll| Macht, daß Alles, was sein Rath Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 39 bedacht, sich auch des Fortgangs| Zweck, mein bestes Theil sey freue; des Höchsten Rath macht deine Lieb' und Ehre. es allein, daß Menschenrath ges deihe. 3. Oft denkt der Mensch in feinem Muth, dies oder jenes sey ihm gut, und ist doch weit gefeblet; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott doch selbst gewählet. 10. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich däucht, und bring's zum guten Ende; was du selbst angefangen hast, vollbringen deine Hände. 4. Es fängt sein Werk wohl Mancher an so wohlbedächtig als er kann, und bringt's doch nicht zu Stande; erbaut ein Haus und festes Schloß, doch nur auf losem Sande. 5. Wie Mancher ist in seinem Sinn schon über Berg' und Klips pen bin, und eh' er fich's verfiehet, liegt er darnieder, und sein Fuß hat sich umsonst bemühet. 6. D'rum, Vater, schenke mir das Licht, das stets von deinem Angesicht in fromme Seelen dringet, und sie durch deines Geistes Kraft zur rechten Weisheit bringet. 7. Gieb mir Verstand aus deinen Höhn und laß mich nicht mit Troß bestehn auf meinen eignen Willen; sey du mein Freund und treuer Rath, was gut ift, zu erfüllen. 8. It's Werk von dir, so gieb mir Glück, ist's Menschenthun, so treib's zurück und andre du mein Sinnen; was du nicht wirkest, pflegt von selbst in Kurzem zu zerrinnen. 9. Gieb du mir ein, was recht und gut, damit ich nicht auf Fleisch und Blut bei meinem Wollen höre; mein höchster 11. ft gleich der Anfang noch so schwer und scheint's, ich müsse durch ein Meer von bittern Sorgen geben; so lehr' in meiner Schwachheit mich mit Inbrunst zu dir flehen. 12. Wer fleißig betet, dir vertraut, wird alle Noth, vor der ihm graut, mit tapferm Muth bezwingen; im schwersten Kampfe hilfft du ihm zuletzt den Sieg erringen. 13. Du bist mein Vater, ich dein Kind, was ich in mir nicht selber find', hast du in voller G'nüge; so hilf mum, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich fiege. 14. Dein soll seyn aller Ruhm und Ehr'; ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang' ich leb', erzählen. Mel. Vom Himmel hoch ic. 82. Mein Auge fieht, o Gott zu dir. Von deinem Throne hilf du mir. Mein Heil kommt nur von deis ner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein Herz, dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird! Der dich bes 40 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. hütet, schlummert nicht; in Fin-| führt. Weil er ist bei Gott in fterniß ist er dein Licht. Gnaden, kann ihm keine Trübsal schaden, denn der treue Gott regiert. 5. Was für Angst in ihrem Herzen über ihres Kindes Schmerzen eine freue Mutter spürt: solches Mitleid, folch Erbarmen ist bei Gott; getroft, ihr Armen! denn der fromme Gott regiert. 6. Nun so tritt, um feft zu stehen, auf des Glaubens Felsenhöhen: glaub' und lieb', wie sich's gebührt! so wird Alles wohl gelingen und du wirft mit Freuden fingen, daß dein Herr und Gott regiert. 3. Kein Ulebel set dir fürchterlich, denn Gottes Rechte schüßet dich. Durch seine treue Baterhand wird aller Schaden abgewandt. 4. Sein Schutz gewährt dir Sicherheit; sein Trost füllt dich mit Freudigkeit; er leitet dich auf ebner Bahn, und nimmt dich einst mit Ehren an. 5. Herr, segne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff auf dich; dein Segen folg' aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. mel. Alles ist an Gottes ic. 83. Meine Seele, laß Gott walten, der dich fann und will erhalten, der die Seinen gnädig führt. Was dich auch bisweilen plaget, trag' es gern, sey unverzaget, denn der große Gott regiert. 2. Jn des Himmels weiter Ferne schau das helle Heer der Sterne auf und ab von Gott geführt. Schau das Meer, empört von Winden, sieb' der Wogen Aufruhr schwinden, weil der höchste Gott regiert. 3. Sollte denn in Menschen dingen etwas seinen Lauf vo bringen anders, als der Herr es führt? Nein! fürwahr, es muß geschehen, was er für uns ausersehen, denn der starke Gott regiert. 4. Sterben, leben, weinen, freuen muß zum Besten dem gebeiben, den die Liebe Gottes Mel. Sey Lob und Ehr dem ic. 84. Menn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bewund'rung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge fiebt, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausge schmückt, preift dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? wer fleidet fie mit Majestát? wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seis nen Lauf? wer heißt die Himmel regnen? wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Gü tern uns zu fegnen? Du bist es, Gott der Herrlichkeit, und deine Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 41 Güte reicht so weit, so weit die| jauchzen ihre Lieder, daß ihre Wolken geben. neuen Brüder dem Untergange find entflohn. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand 4. In solcher Geister Chören am Meere. Bringt, ruft auch dich ewig zu verehren, Gott, welder geringste Wurm, bringt meiche Seligkeit! Der wird sie einst nem Schöpfer Ehre! Mich, ruft empfinden, der frei vom Dienst der Baum in seiner Pracht, mich, der Sünden, sich ihnen gleich zu ruft die Saat, hat Gott gemacht, werden freut. bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geift, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von dei ner Gut und Größe. 5. D'rum laß mich schon auf Erden den Engeln ähnlich werden, die selig vor dir stehn, damit ich ihnen gleiche in deinem Himmelreiche und dort dein Antlit möge sehn. 6. Dann lehren sie mich droben, um würd'ger dich zu loben, des Himmels höhern Dank. In deinem Heiligthume wird dann zu deinem Ruhme der ganze Himmel ein Gefang. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Bater, sey gepreift, und alle Welt sag': Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff' auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. Jehovah ist mein Licht 2c. 86. Wie führst du doch so felig, Herr, die Dei nen! Ja, selig führst du sie, doch wunderbar. Du kannst es niemals böse mit uns meinen; du bist getreu, dein Wort bleibt ewig wahr. Verschlungen oft, doch richtig ist der Pfad, auf dem du deine Kinder heißeft gehn; wo unsre Augen nur Verwirrung sehn, da triumphirt zuletzt dein weiser Rath. 2. Sie eilen, in Gefahren den 2. Du darfst dich nicht an sol Frommen zu bewahren in seiner che Ordnung halten, wie uns Pilgerzeit; fie freun an deinem Vernunft aus guter Meinung Throne sich einst auch seiner Kro- ftellt. Dein Schwert kann jeden ne, wie ihrer eig'nen Seligkeit. 3. Bekehren sich die Sünder und werden deine Kinder durch Chriftum, deinen Sohn, dann Knoten rasch zerspalten, und sanft wird er gelöft, wenn's dir gefällt. Die stärksten Bande trennt dein mächtig Wort. Was Mel. In allen meinen Thaten 2c. 85. er zählt der Engel Heere, die du zu deiner Ehre, Herr aller Welten, schufft? Sie freun fich, deinen Willen gehorsam zu erfüllen, zum Dienft bereit, wenn du sie rufft. 42 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. dir entgegen strebt, das finket hin;| schweifen, so weist die Zucht uns ein Wink von dir bricht auch den härt'sten Sinn und ungehemmt geht ftets bein Ratbschluß fort. 3. Was Menschenflugheit will zusammenfügen, zerstreust du weit umber in Oft und West; was unter's Joch die Starken wollen biegen, das ftellest du zum Zeichen frei und feft. Du knüpfeft, was die Welt zerreißt, in Kraft; bricht sie, du bauft; baut sie, du reißest ein. Ihr hellster Glanz erbleicht zum matten Schein und Leben wird aus Todesgraun geschafft. wieder hin auf dich. So leiteft du zuerst den Kinderschritt; dann kommt die Zeit, wo du uns Größ'res schenkst, dich in das Herz als deine Wohnung senfft und uns der Weisheit Gaben theileft mit. 7. So gehst du mit uns nicht gemeine Wege; oft scheint es uns, als sey das Ziel verfehlt. Doch weißt du wohl, was sich im Herzen rege, und was uns frommt, wird stets von dir gewählt. Du hältst und trägst und greifeft hülfreich zu, übst Batertreu' und brauchst dein Vaterrecht, und so gelangt dein auserwählt Geschlecht zum Geist der Kindschaft und zur sel'gen Ruh. 4. Wen unsre Meinung fromm und selig preiset, der ist oft längst aus deinem Buch gethan; wem Niemand Zeugniß giebt noch Ehr' erweiset, den führst du in der Stille himmelan. Der Pharifäer Tisch läßt Chriftus ftehn und speiset mit den Sündern ohne Scheu. Wer weiß, was immer deine Absicht sey? Wer kann der Weisheit tiefsten Grund erspähn? 8. Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gieb mir die Klugheit, die mir noch gebricht, die recht Natur von Gnade unterscheidet, das eigne Licht von deines Geistes Licht. Nie will ich dich zu meistern mich getraun; d'rum brich den Willen, der sich selber liebt, wed' auf den Sinn, der ganz sich dir ergiebt und sich genügen läßt, dir nachzuschaun. 5. D Vater, sey von uns gebe nedeiet, der du uns aus dem Tod lebendig machst! Wenn uns dein 9. So ziehe mich hinein in deis Geist von oben Licht verleihet, nen Willen und führ' und bege dann sehn wir erst, wie wohl du selbst dein armes Kind! Den für uns wachst. Von je war un- 3weifel wird des Geistes Zeugniß ser Elend dir bekannt, der blöde ftillen, sein Antrieb macht mich Sinn, das jagend troß'ge Herz, Christo gleich gefinnt. Mein ist und klar geschrieben stand es al- nun Alles, denn dein Sohn ist lerwärts, wie es mit schwachen mein! und mir zu dienen schämt Kindern sey bewandt. tein Engel fich; die Geifter, mir 6. D'rum scheinst du balb uns verwandt, erwarten mich, und härter anzugreifen, bald fährst in das ew'ge Leben geb' ich ein. du wieder mit uns säuberlich. 10. Bis babin fiets von deis Gelüftet uns, vom Wege abzu- nem Licht erquicket, bin ich schon Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 43 felig, weil dein Geist mich treibt;| Allen, und sättigst, was da lebt, weil jedes Herzens Anblick mich mit Freud' und Wohlgefallen. beglücket, das in der Treu' und Du giebst den Schwachen Kraft in der Liebe bleibt. Gott, du mein und den Belad'nen Ruh', und Alles, fülle ganz mein Herz! deckest unsre Schuld um Chrifti Ift's möglich, daß noch etwas willen zu. den betrübt, der dich allein und in bir Alles liebt? Nein, Freudenquell! auf ewig weicht der Schmerz. 6. Was frag' ich außer dir nach allem Glück der Erde, wenn ich nur deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde? Wie sanft ist dein Befehl: Gieb mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg; ich bin dein Schild und Lohn! Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 87. ie herrlich ist, o Gott, dein Nam' in allen Landen! Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Du sprichst, und es geschiebt; gebeutst du, so steht's da. Auch mich riefft du an's Licht und bist mit Huld mir nah. 2. Du bist der Gott der Kraft, dich preisen Erd' und Meere. Die Himmel ohne Zahl verkünden deine Ehre. Auch ich erhebe dich; mein Heil kommt nur von dir; du höreft auf mein Flehn und sendest Hülfe mir. 3. Schau ich die Himmel an, die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Glanz und Pracht, den Mond, den du bereitet: was ist der Mensch vor dir, daß du, Herr, sein gedenkst und ohne Unterlaß uns Heil und Segen schenkst? 4. Bald theilst du Glück mir zu, bald Leiden, die mich üben, und meiner Tage Zahl ist in dein Buch geschrieben. Du dachtest gnädig mein, eb' ich in's Leben fam; sabft mich, eb' diese Welt noch ihren Ursprung nahm. 5. Was Leib und Seel' er quickt, das schenkst du gnädig Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 88. underbar ist Gottes Schicken, wunderbarlich ist sein Rath; doch ist berrlich sein Erquicken, dies er weist zuletzt die That. Die er liebt, betrübt er auch; dieses ist sein alter Brauch; laß dein Herz nur nimmer wanken, du wirst ihm dereinst noch danken. 2. Sieb' auf deine vor'gen Tage, fieb', was dich dein Leben lebrt: wie so manche Noth und Plage hat dein Gott in Heil verfehrt. In der dunklen Kreuzes nacht haft du oft voll Angst gedacht: ich muß bülflos unterge hen; doch ließ Gott dich Rettung sehen. 3. Höre, was dir Gott vers sprochen, was dir zugesagt sein Mund; nie hat er sein Wort gebrochen, fest bleibt seiner Gnade Bund. Erd' und Himmel wird vergebn: Gottes Wort bleibt ewig ftehn; darauf fannst du voll Vertrauen, als auf einen Felsen bauen. 41 Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 4. Hält es Gott dir gleich ver-| kann deine Huld genießen. Va borgen, wann und wie er hel- ter! Vater! ja, dein Wille reicht fen will: mach' dir darum keine Sorgen, sey in deinem Gott nur ftill. Er will prüfen, ob auch feft fich dein Herz auf ihn verläßt, ob du seinen Sinn wohl kenneft und ihn findlich Vater nenneft. die Fülle gufer Gaben hier schon reichlich, uns zu laben. 5. Ja, mein Gott, dich laß ich walten, dich, der du mein Bater bift; deine Huld wird mich erhalten, mir verleihn, was beilfam ift. Stärke meine Zuversicht, daß ich hoff' und zweifle nicht: wunderbar wirst du's noch schitfen, um mich herrlich zu erquicken. 4. Zwar ist es deiner Weisheit Brauch, dem Kelch der Erdenfreuden auch oft Bitt'res beizumischen. Doch ist die Trauerstunde da, so ist uns auch dein Beistand nab', die Seele zu erfrischen. Vater! Vater! mein Gemüthe soll die Güte nie vergessen, die sich nimmer läßt ermessen. 5. Auch wenn mich Trug der Welt verwirrt und sich mein Herz von dir verirrt: doch übst du Vatertreue. Denn deine grenzenlose Huld vergiebt den Reuigen die Schuld und stärkt fie dann auf's Neue. Vater! Va ter! dein Erbarmen mit uns Armen ift unendlich; wären wir nur ftets erkenntlich! Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 89. u dir schwingt fich mein Geist empor, o Schöpfer, den im Jubelchor die böbern Geister loben! Auch mich hast du hervorgebracht, auch uns hat deine Huld und Macht gleich ihnen boch erhoben. Vater! Vater! so dich nennen, so dich kennen und erheben, was fann höb're Würde geben? 2. Mein Leben ist in dieser Zeit die Reise nur zur Ewigkeit auf prüfungsvollen Wegen; doch weißt du wohl, wie schwach wir sind, und führst auch mich, dein schwaches Kind, dem Ziele mild entgegen. Vater! Vater! Alles leiteft und bereitest du mit Liebe; o daß ich dir folgsam bliebe! 3. Bewundernd seh' ich überall des Segens Quellen ohne Zahl in deiner Welt mir fließen. Da strömen tausend Freuden hin für meinen Geist, und jeder Sinn 6. Und geb' ich dir mein ganzes Herz, so wird einst über jeden Schmerz mich deine Gnad' erheben. Bald ist das Erdenthal durchreist, verherrlicht schwingt sich dann mein Geist empor zum höhern Leben. Vater! Vater! welch Entzücken, zu erblicken, was den Deinen dort wird ohne Hüll' erscheinen! 7. Daß solches Lob mein Herz vir bringt und solche Hoffnung mich durchdringt, das dank ich deinem Sobne. Dein holder Va= ternam' ertönt, seitdem er uns mit dir versöhnt, bei uns wie dort am Throne. Dort ja werden ewig schallen, nie verhallen unsre Chöre, dir und deinem Sohn zur Ehre. Von Chrifto dem Erlöser im Allgemeinen. VI. Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. In eigener Melodie. Und: Nun bitten| Streben, wenn es das Ziel verwir den heil'gen Geift xc. gißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt Jesus Chrift. 90., mein Herr Jesu, dein Naheseyn bringt großen Frieden in's Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dankbar wird. 2. Wir schaun bein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber unfre Seele kann dich gewahren, du kannst ihr fühlbar dich offenbaren, auch ungefehn. 3. D wer nur immer bei Tag und Nacht dein sich zu freuen recht wär' bedacht, der hätt' ohne Ende von Glück zu sagen und seine Seele müßt immer fragen: wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, gedul big seyn, uns frets voll Langmuth die Schuld verzeihn, heilen, stil len, tröften, erfreun und segnen, und unsern Seelen als Freund begegnen, ist deine Luft. 5. Ach gieb an deinem töftlichen Heil uns alle Tage reichlichen Theil, und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Noth und Liebe nach dir zu blicken ohn' Unterlaß. 45 Mel. Valet will ich dir geben 2c. 91. us us irdischem Getümmel, wo nichts das Herz erquickt, wer zeigt den Weg zum Himmel, wohin die Hoffnung blickt? Wer leitet unser 2. Hier irren wir und fehlen, gehüllt in tiefe Nacht. Durch wen wird unsern Geelen ein wahres Licht gebracht? Von oben kommt die Klarheit, die Alles uns erhellt, denn Chriftus ift die Wahrheit, er ist das Licht der Welt. 3. Wer giebt uns hier schon Freuden, die Niemand rauben fann? Wer zeiget uns im Leiden den Himmel aufgethan? Wenn vor dem Tod wir beben, wer giebt dem Herzen Rub'? Heil! Christus ist das Leben, führt uns dem Vater zu. Mel. Mir nach, spricht 2. 92. u Urbild aller Frömmigkeit, Herr, wer kann dich erreichen? Mit dir, der ganz fich Gott geweiht, ist Reiner zu vergleichen. Auf deinem Wandel, frei von Schuld, ruht, Jesu, deines Vaters Huld. 2. Wer lebte treuer wohl, als du, für Gottes heil'gen Willen? Das war dein Ruhm und deine Rub', ihn freudig zu erfüllen. Nicht Ehr und Herrschaft war dein Ziel, du suchteft nur, was Gott gefiel. 3. Wenn irgendwo sein Wort geschah, quoll Freud' aus deinem Herzen; wenn Irrende dein 46 Von Chrifto dem Erlöser im Allgemeinen. Auge fab, empfandft du tiefe Gott die Welt geliebt, uns sei Schmerzen. So bing an Gott nen Sohn zu schenken! dein ganzer Sinn und immer sahst du nur auf ihn. 4. Thn prieseft du durch Wort und That vor aller Welt mit Freuden; du warst bereit, nach seinem Rath zu unserm Heil zu leiden, so daß, wie Gott die Liebe ist, du seines Wesens Abglanz bift. 5. Du zeigteft, daß des Frommen Noth ihn nie zum Bösen reize; du warst gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. Sfets blieb Gott deine Zuversicht und dein Vertrauen wankte nicht. 6. Auch als du riefft: mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verlassen! auch da wußt' unter bitterm Spott dein Herz sich doch zu fassen; und was du boffteft, ist geschehn, Gott ließ dich seine Hülfe sebn. 7. Nun hat dich Gott, dein Gott erhöht, ein Nam' ist dir gegeben, der über alle Namen geht, voll Kraft und Heil und Leben. Durch alle Himmel tönt dein Rubm, die Herrschaft ist dein Eigenthum. 8. Dort wird einst ewig bei dir seyn, wer dir ift nachgewandelt; zu deiner Freude geben ein, die bier wie du gehandelt. O laßt uns Gottes Willen thun und ganz in seiner Fügung rubn! Mel. Jch dank dir schon tc. 93. Gedanke, der uns Leben giebt, wer kann 2. Gedanke voller Majestät, umringt von Finsterniffen, boch über die Vernunft erhöht, ftillft du doch mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen, und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Kraft empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen, allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Troft, daß Jesus Chrift der Sünder Schuld getragen, daß er mein Gott und Heiland ist, so werd' ich angstvoll zagen. 6. ft Chrifti Wort nicht Gottes Sinn, so werd' ich irren müssen und, wer Gott ist und was ich bin und werden soll, nicht wiffen. 7. Nein, diesen Troft der Chris stenheit soll mir kein Spötter rauben, ich fühle seine Göttlichfeit und balte feft am Glauben. 8. Des Welterlösers Eigenthum, durch ihn des Himmels Erbe, dies bin ich, und das ist mein Rubm, auf den ich leb' und sterbe. 9. Er bat mir seinen Geift gefandt, im Glauben mich zu stärten, und bildet mich durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang' ich seinen Willen gern mit reinem Herzen thue, ſo fühl ich eine Kraft des Herrn dich ganz durchdenken: also hat und schmecke Fried' und Ruhe. Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. 4.7 11. Und wenn mich meine| treibe nun, daß gern sie meinen Sünde fränkt und ich zum Willen thun. Kreuze trete, so weiß ich, daß er mein gedenkt und thut, warum ich bete. 5. So fandte Gott von seinem Thron den eignen eingebornen Sohn; der Vater thut durch Chrifti Mund sein Wort und seine Liebe fund. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und ich ihn schauen werde, daß er mich einft zu fich erhebt vom Staube dieser Erde. 13. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne, und hilf, daß ich dich alles zeit treu vor der Welt bekenne. 14. Soll ich dereinst noch würdig seyn, für dich bier Schmach zu leiden, so müsse mich nicht Schmach noch Pein von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, will ich noch sterbend denken, wie sollt' uns der, der ihn 6. Des Sohnes Ruf ist: Menschen, hört, was euch der Gott der Liebe lehrt, liebt den, der euch zuvor geliebt und euch den Sohn zum Heiland giebt. 7. Mit meiner Liebe liebet euch. Ihr sehd durch mich einander gleich, und weibt die neuen Kräfte gern dem Reiche Gottes, eures Herrn. 8. Gott, der du selbst die Liebe bift, die feines Menschen Sinn ermißt, gieß aus den Geift der Liebe nun, daß Alle deinen Wilfent, mit ihm nicht Alles len thun. schenken! Mel. Wachet auf, ruft uns ic. Mel. Herr Gott, dich loben Alle 2c. 95. eil'ger Jesu, Heil's 94. Gott wollte nicht des Sünders Tod, gab ihm sein Wort und sein Gebot, that ernstlich feinen Willen fund, rief Ifrael in seinen Bund. gungsquelle, wie ftrahlt dein Glanz so rein und belle, wie leuchtet deine Heiligteit! Aller Glanz der Seraphinen, die Heiligkeit der Cherubi2. Jm Donner bebte Sinai, nen ist gegen dich nur Dunkelals sein Gesetz der Herr verlieb; heit. Ein Vorbild bist du mir; er grub's in Felfentafeln ein; o bilde mich nach dir, du mein doch auch des Volkes Herz blieb Alles, Jefu, bilf du auch mir Stein. dazu, daß ich auch heilig sey, wie du! 3. Da sprach voll Huld des Vaters Mund: Gestiftet werd' ein neuer Bund, fein todter Buchftab' auf dem Stein, die Liebe schreib' in's Herz ihn ein. 2. Frommer Jesu, dessen Leben dem Willen Gottes ganz ers geben, der bis zum Tod gehorsam war: lehr' auch mich des 4. Dann herrscht mein Zepter Vaters Willen still und ergeben väterlich, sie sind mein Volk, ihr zu erfüllen, ihm zu gehorchen im Gott bin ich, die Liebe lehr' und| merdar. Mach' dir mich gleich 48 Von Chrifto dem Erlöser im Allgemeinen. gefinnt, wie ein gehorsam Kind,| Thron umgeben, nicht Arglift fromm und stille. Jesu, bilf noch Gewalt, nicht Freud' und du auch mir dazu, daß ich sey fromm und still, wie du! Leiden von Gott mich scheiden. 2. Der Ew'ge, der hoch über 3. Güt'ger Jesu, o wie milde, Sonnen thronet, hat, uns zum wie ähnlich deines Vaters Bil- Heil, auch nicht des Sohns verde, wie freundlich warest du schonet; er hat aus Huld, damit gefinnt! Deiner Güte Glanz wir konnten leben, ihn hingescheint Allen; du richteft freund- geben. lich auf, die fallen, du sucheft, die verloren find. O neig' auch meinen Sinn zur wahren Liebe bin, nicht wanket! Jesu, bilf du auch mir dazu, daß ich auch gütig sey, wie du! 4. Sanfter Jesu, wie geduldig trugft du die Schmach und littft unschuldig, und sprachst kein Wort der Drohung aus! Wer kann deine Sanftmuth mes jen, bei der du dennoch nie vergessen den Eifer für des Vaters Haus! Herr, mach' vom Zorn mich frei! Gieb Sanftmuth und verleih' frommen Eifer! Jesu, bilf du auch mir dazu, daß ich fanftmüthig sey, wie bu! 3. Wie sollt er uns mit ihm nicht Alles schenken, wenn wir in seine Gnad' uns nur versenken? Ja, Alles schenkt aus ewigem Erbarmen der Herr uns Armen! mel. Herzliebster Jeſu zc. 4. So fnieet denn, ihr theu'r erlöften Brüder, voll heißen Danks vor seinem Throne nieder, bereit und freudig, ihm das ganze Leben zum Dienft zu geben! 5. Wir preisen dich, o Gott, der uns Verlor'nen herabgesandt hat seinen Eingebor'nen, und bringen dankbar dir aus reinem Triebe ein Herz voll Liebe. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 97. ºus 5. Jefu, du mein Heil und Refus nimmt die SúnLeben, du wolleft selbst die der an! Saget doch Kraft mir geben, zu werden dei- dies Troftwort Allen, bie fern nem Vorbild gleich! Gieb, daß mich dein Geift durchdringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe und tüchtig sey zu deinem Reich. Ach zeuch mich ganz zu dir und lebe selbft in mir, treuer Heiland! Jesu, bilf du auch mir dazu, daß ich bei dir einst finde Ruh'! von der rechten Bahn auf berkehrten Wegen wallen. Hier ist, der fie retten fann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth, doch er beut in seinem Worte, was ein reuig Herz bes gehrt; offen steht die Gnadenpforte, Allen ist sie aufgethan: Jefus nimmt die Sünder an. ch gewiß, daß we3. Wenn ein verloren 96. bin gei, heben, ift, führet es der treue Hirte, Jenicht Engel, die des Höchsten sus, der uns nie vergißt, suchet 49 Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. treulich das Verirrte, daß es bracht! Des ew'gen Todes Kette nicht verderben kann. brach, besiegt war seine Macht. nimmt die Sünder an. Jesus 4. Die Stimme schallt; schon wird die Welt von ihrem Ruf erfüllt, und jeder Gößentempel fällt und jedes Gößenbild. 5. Die Stimme des Erlösers tönt: der Sünder horcht und bebt; er hört, er sey mit Gott versöhnt, er staunt und glaubt und lebt. 4. Kommet Alle, kommt her zu, kommet, ihr betrübten Sünder! Er verbeißt der Seele Rub', macht aus Sündern Gottes Kinder. Ungesäumt laßt uns ihm nahn! Jesus nimmt die Sün der an. 5. Jch Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden. Laß, 6. Dereinst, wenn diese Stimmein Heiland, mich bei dir Gna- me ruft, gehorchen Erd' und Meer de und Vergebung finden! Eins und es erhebt sich aus der Gruft ist, was mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. der Todten großes Heer. 7. Die Stimme Christi ſpricht alsdann: Jhr Frevler, weicht von mir! Jhr Frommen, euch sey auf gethan des Paradieses Thür! 6. Mein Gewissen zaget nicht; wer will mich vor Gott verklagen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat auch meine Schuld getragen, daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an. 8. Die Stimme Jefu Chrifti schallt durch Erd' und Himmel fort. Sie wirkt mit Gottes Allgewalt: o, merket auf sein Wort! 7. Jesus nimmt die Sünder an. Mich auch hat er angenommen, mir den Himmel aufgethan, selig werd' ich zu ihm kommen. Furchtlos end' ich meine Bahn: Jesus nimmt die Sünder an. mel. Vater unser im Simmelr. sc. 99. Rein ein Lehrer ist dir, Jesu, gleich, wie du an Lieb' und Weisheit reich; du, ein Prophet in Wort und That, verkündigft uns des Ew'gen Rath! du bist gesalbt von Gottes Hand, der dich vom Himmel hat gesandt. 2. Die Stimme Jesu rufet euch, die ihr mübselig seyd, fie ladet ein zu seinem Reich, sie tröftet, stärkt, erfreut. 2. Du wieseft uns die wahre Spur zu Gott, dem Schöpfer der Natur; du haft den rechten Weg gezeigt, auf dem der Geist zum Himmel steigt. Was du vom Vater selbst gehört, das hast du unverfälscht gelehrt. 3. Die Stimme Jesu Christi 3. Du bist das wahre Licht der sprach am Kreuz: Es ist voll- Welt. So hat Gott selbst dich dars Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 98. hr Völker, höret Chrifti Wort, das laut zu euch erschallt; es geht durch alle Zeiten fort und wirkt mit Allgewalt. 50 Von Chrifto dem Erlöser im Allgemeinen. gestellt; so haben dich bekannt du magst dein Werk vollenden, gemacht die Wunder, die du haft und auf wunderbaren Wegen bollbracht. Du haft besiegelt führst du uns dem Ziel entgegen. durch den Tod, was du gelehret, sey von Gott. 3. Größ're Wunder sieht man glänzen in des Gnadenreiches 4. Nachdem du eingegangen Grenzen. Wer vermag sie wohl bist, wo aller Weisheit Urquell zu zählen die von dir erlöften ist, machst du durch deiner Bo- Seelen, die das Wort aus deiten Mund noch jetzt dein Heil nem Munde heiligt in dem Gnaden Menschen kund; du bist es, denbunde, die gern Alles für dich Herr, von dem das Amt, das die lassen und, wie du, die Sünde Versöhnung predigt, stammt. haffen? 5. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort; du sendeft, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen heil'gen Geist, durch den du Kraft zum Glauben schenkst und unser Herz zum Guten lentft. 4. In dem Reiche deiner Ehre dienen dir des Himmels Heere; durch frohlockende Gesänge preiset dich der Sel'gen Menge, die dort in des Himmels Auen dein verklärtes Antlig schauen und dich unermüdet loben, der zum Himmel sie erhoben. 6. O fende deinen Geift auch 5. Herr, in allen diesen Reimir, daß er mich zu der Wahr- chen! dir ist Niemand zu verbeit fübr', daß ich, von Eigen gleichen an dem Ueberfluß der dünkel frei, nur deinem Wort Schätze, an der Ordnung der gehorsam sey! Du, Sohn des Gefeße, an der Dauer der RegieHöchften, sollft allein mein Lehrung, an der Weisheit in der Füh rer und mein Meister seyn! rung, an den Siegen über Feinde, an Beseligung der Freunde. mel. Schmücke dich, o liebe Seele sc. 6. Herrsch auch, Herr, in mei100. Ronig, dem kein Könem Herzen, überwinde Furcht nig gleichet, vor und Schmerzen, steh' mir bei, dem jeder Glanz erbleichet, du, wenn ich muß kampfen, bilf mir des Vaters Eingebor'ner und alles Böse dämpfen, lehre mich zum Herrschen Auserfor'ner, der dich recht zu lieben, freudig dein zu eigen uns erworben, da du Gebot zu üben, daß ich mit dir bift für uns gestorben, der nun muthig streite und einst herrsche ewig triumphiret und des Rei dir zur Seite. ches Zepter führet! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere find, o Herr, voll beiner Ehre; über Lebende und Todte herrschen deine Machtgebote; Alles steht in deinen Händen, daß Mel. Preis, Lob, Ehr', Ruhm ic. 101. Komm, beuge dich, mein Herz und Sinn, vor Chrifti Throne tief darnieder. Zu seinen Füßen sinke Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. 51 bin, und bring' ihm deines Dan-| 7. So nimm dafür zum Opfer kes Lieder. Erkenne, wie du selbst aus dir nichts bist, wie Gott als lein in dir nur Alles ist. 2. Wo wär' in dir ein Funke Kraft, wenn du sie nicht erlangt von oben? Wer hat dir Schuy und Rub' geschafft vor deiner Feinde List und Toben? Wer bändigte des Bösen finstre Macht? Wer hat der Wahrheit Glanz an's Licht gebracht? 3. Wer hat dich aus der Noth befreit, dein Leben der Gefahr entriffen? Wer krönt dich mit Barmherzigkeit? Wer läßt dich seine Rechte wissen? Jft er es nicht, der unerschöpfte Quell, der täglich noch uns zuftrömt rein und hell? 4. Ja, deine Hand hat uns gefaßt und über all' Verdienst und Hoffen hinweggethan der Sünden Laft, daß nun der Him mel uns steht offen! Du machst das Herz von Furcht und Zweifel leer und fel'ger Friede waltet um uns her. 5. Was zwischen uns sich drängen will, hat deine Kraft gar bald vernichtet; du hältst den Tempel rein und still, den du dir selbst in uns errichtet. Ja, feft beftehet deine Herrlichkeit, die dir in uns der Vater hat geweiht. 6. Du überschütteft uns mit Lieb' und reinigft Herzen, Mund und Sinnen, daß wir aus deines Geiftes Trieb dich immer lieber noch gewinnen. Du drückft dem Geift der Reinheit Siegel auf, daß unbefleckt wir enden unfern Lauf. hin uns selbst mit Allem, was haben; nimm Leib und Seel', nimm Herz und Sinn zum Eigenthum, statt andrer Gaben. Bereite selbst dir aus der Schwachen Mund ein würdig Lob; mach' deinen Namen kund. 8. Hierzu gieb Einen Sinn und Muth; halk' deine Gläub'gen fest zusammen, daß unser Herz von heil'ger Gluth entbrenn' in* deiner Liebe Flammen. Zu deinem Thron steigt unser Dank empor, bis würd'ger er erschallt im höhern Chor. Mel. Ein Lämmlein gebt 2c. 102. Rob, Ebre, Preis und Dank sey dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für, wer kann dich g'nug erheben? Eh' noch die Welt war, warst du schon, groß, herrlich und des Höchsten Sohn, ein Erbe seiner Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrscheft weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein find fie, denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: werde! Du bift das Wort, durch welches Gott der ganzen Welt zu seyn gebot, du bist's, der Alles träget, was fichtbar und unsichtbar ist, was Erd' und Himmel in sich schließt und was im Meer fich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diefe Welt gekommen, und haft selbst unser Fleisch und 4° 52 Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. Blut freiwillig angenommen.| am Gesetze sich ermüdet hat, wenn Als Opfer brachtest du dich dar; es zu dir, dem wahren Leben, zu retten, was verloren war, naht, und schmeckt in dir des wardst du ein Fluch auf Erden. ew'gen Vaters Güte! Da wird O Huld, die sonst nichts Glei- der Sündennoth nicht mehr geches hat! Du starbft für unsre dacht; zur sichern Ruh' ist dann Missethat, ein Heiland uns zu das Herz gebracht. werden. 3. Und nun, je mehr es sich zum 4. Du wardst es uns und Vater fehret, je sel'ger wird's bift es noch jetzt auf des Him- und wächst an Heil'gungskraft, mels Throne; nimmst liebreich durch die das Eitle wird hinwegweg der Sünde Joch sammt ih- geschafft, was sonst den Geist rem schnöden Lohne. Bon ih- gedámpfet und beschweret. Je rem Dienst uns zu befrein, be- gläub'ger es sich der Vergebung trübter Herzen Troft zu seyn, freut, um desto fräftiger wird ist deines Herzens Freude. Du es erneut. giebst den müden Seelen Ruh' und wer dich liebt, den stärkest du, daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet und endest ihre Plage. Du bleibst, bis Zeit und Welt ver geht, bei uns noch alle Tage. Heil uns, wir sind dein Eigenthum! Herr, dir sey ewig Dank und Ruhm für alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen bin. Gieb mir, daß ich, so lang' ich bin, in deinem Dienst mich übe. 4. Wenn so in mir sich deine Klarheit spiegelt und mich um glänzet deines Lichtes Schein: dann kann das neue Leben recht gedeihn; der Weisheit Tiefen werden mir entfiegelt. Ich weiß, ich bin durch dich mit Gott verwandt, und einst erkenn' ich, wie ich bin erkannt. 5. Was dem Gesetz unmöglich war zu geben, mit Lieb' und Luft, was Gott gebeut, zu thun, das wirket leicht in mir die Gnade nun: fie heiligt immer mehr das ganze Leben. Von Kraft werd' ich zu neuer Kraft geführt und mit Geduld und Langmuth stets regiert. Mel. Mein Salomo, dein ic. 103. Mein Lebensfürst! dein freundliches Regieren stillt alles Web, das sonst den Geist beschwert. 6. Das ist die Fülle von des Wenn sich zu dir die Seel' in Geiftes Gaben, die niemals mir Sehnsucht fehrt, so wird sie die Welt verleihen kann. Für bald den wahren Frieden spüren. Tand nur seh' ich ihren ReichDein Gnadenblick nimmt Furcht thum an; er kann nicht die beund Unmuth hin, zerschmilzt in dürft'ge Seele laben. Nur JeFreud' und Liebe meinen Sinn. sus fann es; ihm gebührt der 2. Mein Seelenfreund! wie Ruhm, und Jeder werde gern wohl wird dem Gemüthe, bassein Eigenthum! Von Christo dem Erlöser im Allgemeinen. 53 7. D'rum will ich ihm auch mögen; schent uns deines Heils nur allein vertrauen. O such' Genuß, daß wir deine Kraft mich beim, du Aufgang aus der verspüren, nie im Kampf den Höb'! daß ich mein Heil in dei Muth verlieren. nem Lichte seh' und immer mög' auf deine Gnade bauen; und wenn mich meine Schwachheit niederschlägt, dann werde fiets mir neuer Muth erregt. 8. So rub' ich denn, mein Heil, in deinen Armen, du selbst sollst mir mein ew'ger Friede seyn! In deine Huld, o Herr, hüll' ich mich ein: ich leb' und athme nur durch dein Erbarmen. da du mir mein Ein und Alles bist, hab' ich genug, wenn dich mein Geift genießt. Mel. Zerr, ich habe mißgeb. 2c. 104. ne dich, was sind wir, tig, arm und jämmerlich! Ja, wir sind nur voller Elend; d'rum erbarm', o Jesu, dich! Laß dich unsre Noth bewegen, die wir dir vor Augen legen. 2. Ohne dich, du Helfer Jesu, fommen wir nicht durch die Welt, weil sie fast auf allen Wegen unsern Füßen Netze stellt. Hilf uns alle Stricke meiden, daß wir uns von dir nicht scheiden. 5. Dann wird Lob und Dank, Herr Jesu, schallen aus des Herzens Grund. Dann wird Alles jubiliren und dir fingen Herz und Mund, und einft überall auf Erden Jesus hochgelobet werden. Mel. Preis, Lob, Ebr', Rubm 2c. 105.en bochgelobt, barmdaß du dich unser angenommen, und daß in unsrer Seelennoth du uns zur Hülfe bist gekommen; du schenkest uns von deinem Himmelstbron das ew'ge Wort, den eingebor'nen Sohn. 2. Du segneft uns in ihm, dem Herrn, mit überschwänglich reichem Segen; und unsrer Armuth gehst du gern mit deiner theuern Gnad' entgegen. Was sind wir doch, du allerhöchftes Gut, daß deine Treu' so Großes an uns thut? 3. Was bringet dich? Wir find ja nur ein arm Geschlecht, verlor'ne Kinder; wir sind ja Alle von Natur verderbte Men3. Laß den Geist der Kraft, schen, Alle Sünder; entfremdet Herr Jesu, unserm Geifte Kraft allesammt, o Gott, sind wir dem verleihn, daß wir eifrig dir nach- wahren Leben, das da quillt aus wandeln bei des Wortes hellem dir. Schein. Mache du, Herr, selbst uns tüchtig, so wird unser Wandel richtig. 4. Allein du, Vater, reich an Huld, trägst Lieb' und Mitleid mit uns Armen, und offenbarst 4. Gieb die Feinde, starker bei unsrer Schuld in deinem Jefu, unter unsern schwachen Sohne dein Erbarmen. In ihm Fuß! Du kennst unser Unver- find wir, wie du zuvor bedacht. Univ.- Bibl. Giessen 54 Von Chrifto dem Erlöser im Allgemeinen. mit dir versöhnt, dir angenehm| mel. Allein zu dir, Herr Jeſu Christ xc. gemacht. 106. m Bion, Jefu, flof5. Du baft uns deinen Gnadenrath durch Jefum Chriftum wissen lassen, erbaut durch ihn die Gottesstadt, die alle Völker foll umfassen. Er ist der Grund, auf welchem Alles steht, der Fels des Heils, der ewig nicht vergeht. sen einst von deinem Auge Zähren, wie du ftets um die Sünder weinst, wenn sie sich nicht bekehren. Wer reuevoll vor dir erscheint und über seine Sünden weint, dem strömeft, treuer Heiland, du Gewissensruh' aus deiner Gnadenfülle zu. 6. Du läsfest uns in Jesu 2. Herr, deine Thränen maBlut Heil, Leben und Versöh- che mir zu reichem Heil und Senung finden; sein bittrer Tod gen, daß fie, hab' ich gefehlt vor kommt uns zu gut und reinigt dir, zur Buße mich bewegen. uns von unsern Sünden. Du hast, o heil'ger Menschentiefe Lieb', o Wundergütigkeit, die unfre Seele von der Schmach befreit! freund, für fremde Sünden einst geweint; wie könnt ich meine eignen sehn, ohn' hinzugehn zu dir und Gnade zu erflehn. 7. Mit dir hat Frieden er geschafft, da wir noch deine Feinde waren, und Frieden wird uns feine Kraft auch mitten in der Welt bewahren. O Herrlichkeit, daß wir im Frieden stehn! nun können wir getroft zum Vater gehn. 8. Durch Jesum Chriftum, un sern Hort, erkennen wir den Weg der Wahrheit, und wachsen immer fort und fort im Lichte zur vollkommnen Klarheit. Du selber bist das glänzend helle Licht, das in dem Sohn die Finsterniß durchbricht. 9. Lebt in uns Chrifti Sinn und Geist, dann sind wir auch mit dir verbunden; was ist noch, das uns dir entreißt? wir haben volle G'nüge funden. In ihm sind wir voll Ruh' und Sicherheit, und schmecken schon des Himmels Seligkeit. 3. Hier muß ich oft in tiefftem Schmerz viel bittre Thränen weinen; wie oft drückt eigne Noth mein Herz, wie oft die Noth der Deinen! Doch, legt des Vaters Wille mir das Kreuz auf, dann schau' ich nach dir, der du in Noth gewesen bist, Herr Jesu Chrift! dies tröftet mich zu aller Frist. 4. Herr, du siebst meine Thranen an und du haft sie gezählet, wenn ich sie selbst nicht zählen fann, daß dir nicht eine fehlet; fie bleiben immerbar vor dir und neigen bald dein Herz zu mir, daß du erbarmend auf mich blickft und gnädig schickft, wodurch du wahrhaft mich erquicft. 5. Wer in Geduld hier Thränen fä't und seinem Gott bält stille, der erndtet, wenn er aufersteht, der Freuden reichste Fülle. Was dort an ihm wird offen Von Chrifto dem Erlöser im Allgemeinen. 55 bar, ist hier noch keinem Auge den Kreuzestod und stirbt für flar; allein der Erde Kreuz und abgefall'ne Sünder. Leid wird nach der Zeit den Frommen Himmelsseligkeit. 6. Für deine Thränen dank ich dir, fie find mir Troft im Leiden; auch noch im Tode sind sie mir die Bürgschaft sel'ger Freuden. Mein Herr und Gott, wenn du dereinst in deiner Herrlichkeit erscheinst und führeft zur Verklärung mich, dann preis ich dich für deine Thränen ewiglich. Mel. Mein Jesu, dem die zc. 107. Pon meinem Jefu will ich fingen. Aus Liebe tam er in die Welt, die ew'ge Wahrheit uns zu bringen, die alle Finsterniß erhellt. Er kam, als noch des Irrthums Schatten rings auf dem ganzen Erdkreis lag, und auch die Weisen keinen Tag, kaum eine schwache Dämm'rung hatten. 4. Er stirbt!- 3ft der aus Gott geboren, der an dem Kreuze neigt sein Haupt? Was flügelt ihr, ungläub'ge Thoren? Weg Zweifel, der mir Jefum raubt! Jch bete, Herr, vor dir im Staube. Du redeft, und ein himmlisch Licht strahlt fiegend mir in's Angesicht. Du redest, und, o Gott, ich glaube! 5. Ja, Herr, du kannst dich nicht verhehlen, du bist der Sohn von Ewigkeit. So glaubten auch die großen Seelen, die Märty rer der alten Zeit, die sich nach deinem Namen nannten und mit erhab'nem Heldenmuth auch auf der Folter, in der Glut dich, ihren Herrn und Gott, bekannten. 6. Verehrt, verehrt ihn, alle Lande! der Jesus, der im Grabe liegt, zerbricht des Todes eh'rne 2. Vom Himmel fommt er, Bande, lebt ewig und der uns zu lehren; seht, wie vor Glaube fiegt. Der Glaube, diese ihm die Erde schweigt! Die Heizarte Pflanze, grünt aus der den drängen fich, zu hören, da Zeugen Blut hervor, und hebt fich der große Lehrer zeigt. Er im Sturm das Haupt em lehret uns die Gottheit kennen, por mit immer ungeschwächtem und ladet uns zum neuen Bund;| Glanze. durch ihn darf unser blöder Mund Gott wieder unsern Vater nennen. 7. D'rum lehnt nicht mehr, ihr Nationen, euch gegen Chrifti Predigt auf; ihr Völker und ihr 3. Dem schwer verschuldeten auf den Thronen, am Kreuze Geschlechte, das ganz von Gott sammelt euch zu Hauf! Wo find gewichen war, stellt sich der ein- die Feinde? Schon verschwunzige Gerechte zum Opfer der Ver- den! Ja, alle Völker müssen söhnung dar. Verloren waren sehn, daß Menschen Gott nicht Adams Kinder, versunken in widerstehn, und Christi Neich die tiefste Noth, er giebt sich in hat überwunden. 56 Von Chrifto dem Erlöser im Allgemeinen. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Mel. Wie schön leucht't uns 6. 108. Welch bobes Beis 109. Wie groß, wie an spiel gabft du gebetet mir, mein Heiland, durch dein Nam', o Heiland Jefu Chrift! Leben! Sollt ich mit heiliger wie theuer deinem Volke! Du Begier nicht dir zu folgen stre- haft durch deines Vaters Macht ben? Nicht gehn den Weg, den des Vaters Rath an's Licht gedu betratst, nicht freudig thun, bracht, zerstreut des Irrthums so wie du thatft? Wolke. Taube börten, Blinde sahen, es geschahen Wunderwerke, Zeichen deiner Gnad' und Stärke. 2. Verbreitet wurde, Herr, dein Licht durch Schwache nur, durch Weise nicht, dir folgten nicht die Hohen. Ist durch der Großen mächtge Hand des Götßendienstes Grául verbannt, fein eitler Wahn entfloben? Dein Werk war es, deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, uns den Weg zu Goft gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn, wir werden deinen Himmel sehn, den Preis für deine Leiden; der du für uns am Kreuze starbst, du theilft uns zu, was du erwarbst, des ew'gen Lebens Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kin der werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen! 4. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgefang der Treuen, der Erlöften. llnzáhlbar sind die Schaaren schon, die deiner sich, o Gottes Sohn, im Glauben froh getrösten. Alle Völker, Jefu, wer den noch auf Erden dir lobfingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 5. Wie groß, wie angebetet 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, war rein, wie deine Lebre; dein ganzer Wandel Hei ligkeit, dein Ziel war Gottes Ebre; du gabst mit stillem, frommem Sinn dich in des Vaters Willen hin. 3. Der Kummervollen Trost zu seyn, zu wehren jedem Leide, stets wohlzuthun und zu erfreun, war deine Sorg' und Freude, und eines jeden Menschen Schmerz durchdrang dein liebevolles Herz. 4. Du trugft mit Sanftmuth und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde; mit Sündern battest du Geduld und bateft für die Feinde; du warst gehorsam bis zum Tod und ehrteft selbst im Tode Gott. 5. Dies große Beispiel haft du mir, mein Heiland, hinter lassen, damit ich, voll Vertraun zu bir, es in mein Herz foll fass sen. Nimm, sprichst du, meine Laft auf dich, komm, folge mir und sieh' auf mich. 6. Jch fomme, Herr! gieb Licht und Kraft, daß fich mein Glaube mehre und durch die Früchte, die er schafft, fich immer dar bewähre. Hilf, daß ich dei nem Vorbild treu, auch Andern stets ein Vorbild sey. Von Chrifto dem Erlöser im Allgemeinen. ift dein Name, Heiland, Jesu| Freudenlicht, so oft ich kann sein Chrift, wie herrlich bei den Dei nen! Führst du uns einst zu deiner Rub', o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann erscheinen! Ewig müsse dir zur Ebre ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederballen. Angesicht im Glauben recht er blicken. O Jesu, du mein höchstes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut kann meine Seel' erquicken! Stärke du mich, mein Erbarmer, daß ich Armer auf der Erde schon voll Himmelsfreude werde. Mel. Wie schön leucht't uns 2C. 110. ie herrlich strahlt der Morgenstern! O welch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Got tes, der die Nacht durchbricht, du bringst in finftre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmach ten. Dein Wort, Jesu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben. Wer kann dich genug erheben? 2. Du, hier mein Troft und dort mein Lohn, du, Gottes eingebor'ner Sohn, der du im Himmel thronest, aus vollem Herzen preis' ich dich! Wenn ich dich habe, fühle ich, wie du den Deinen lohnest. Zu dir komm' ich; wahrlich keiner tröstet deiner sich vergebens, wer dich fucht, du Brod des Lebens. 9 3. In dir nur kann ich selig jeyn. O geuß tief in mein Herz binein die Flammen deiner Liebe! daß ich voll heil'ger Inbrunft fey, dein Kreuz zu tragen mich nicht scheu' und dein Gebot gern übe. Treuer Heiland, den ich fasse und nicht lasse, ach erwähle dir zu eigen meine Seele! 4. Bon Gott strahlt mir ein 5. Und wie, Gott Vater, preif ich dich, daß du von Ewigkeit auch mich in deinem Sobne liebest! Als Sünder war ich noch dein Feind, da hat er mich mit dir vereint, der du durch ihn vergiebest. In ihm hab' ich schon hienieden deinen Frieden; meinem Glauben kann Nichts seine Krone rauben. 6. Jhm, welcher Sünd' und Tod bezwang, ihm töne frober Lobgesang von seinen Gläub'gen allen. Dem Lamme, das erwürget ift, dem Lebensfürsten Jefu Chrift soll Ruhm und Preis erschallen. Schallet freudig, Jubellieder, ballet wieder, daß die Erde voll von seinem Ruhme werde. mel. Die Tugend wird durch's xc. 111. Mie sollen wir dir, Vater, danken? Nein, deine Lieb' ist viel zu groß, ist unaussprechlich, ohne Schranken, du giebst den Sohn aus deinem Schooß. Du sendeft uns den Eingebor'nen von deinem Thron zum Staub berab, zu uns Gefall'nen, uns Verlor'nen, und weiheft ihn für uns dem Grab. 2. Frohlocket ihm! Er steigt 58 Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. hernieder, ein Mensch, gleich| Seligkeit kommt her von dir. uns ein Mensch zu seyn; er Der Gott, der seinen Sohn genennet Sünder seine Brüder geben, giebt mit dem Sohn und macht sie von der Sünde auch alles mir. rein. Damit wir wieder Gott gefallen, vergießet er sein theu res Blut; er bringt Unsterblich5. Ach daß wir ganz in Liebe brennten zu dir, dem Herrn in feit uns Allen, und Lieb' ift Al- Knechtsgeftalt! Ach daß wir les, was er thut. 3. D Liebe, Liebe, deines Gleichen ist in der ganzen Schö pfung nicht! Kein Lobgefang fann fie erreichen, nicht, was der Engel Zunge spricht. Des Himmels Herrlichkeit verlassen, um hier verfolgt, erwürgt zu 6. O babe Dank für deine seyn, wer kann die Huld, die Liebe! Ich lebe dir allein, mein Demuth faffen? So lieben kann Heil! Wer jest, auch jetzt noch Sünder bliebe, Gericht und der Sohn allein. 4. Nun wissen wir, Gott voll Elend wär' sein Theil. Denn Erbarmen, daß ewig du die auf den Wolken wirst du komLiebe bift. Zu deinen off'nen men, Sohn Gottes und des Vaterarmen führt uns Erlöfte Menschen Sohn, die Sünder Jesus Chrift. Nun fließt von richten und die Frommen erdir nur Heil und Leben, nur höhn zu dir an deinen Thron. beffer danken könnten; die wärmften Herzen sind zu kalt! O möcht uns doch dein Geift entzünden, gäbst du uns göttliches Gefühl! Kein Mensch kann würdig fie empfinden die Liebe ohne Maaß und Ziel. VII. Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 112. so bat Gott die Welt geliebt, die Welt voll Sündenschuld, daß er den ein'gen Sohn ihr giebt; wie groß ist Gottes Huld! 2. Was sein erbarmungsvoller Rath beschloß von Ewigs feit, die große wundervolle That, vollführt er in der Zeit. nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünde an. 4. Ich freue mich, o Herr, in dir: du wirft ein Mensch, wie ich. Was fehlt mir nun? Jst Gott mit mir, wer ist dann wider mich? 5. Was mir zur Seligkeit gebricht, das, Herr, erwarbst du mir: Versöhnung, Leben, 3. Er, unser Heil und höch- Troft und Licht, das hab' ich fles Gut, der Alle segnen kann, nur in dir. Von der Erscheinung und Geburt Jesu Chrifti. 59 6. Dein Mangel wird mein| der Herr ist Mensch geboren. Ueberfluß, dein Leiden stillt Uns Allen kommt dies so zu gut, mein Leid, dein Niedrigseyn daß nun auch unser Fleisch und schafft mir Genuß der höchsten Blut durch Chriftum wird erHerrlichkeit. neuet. 7. Gelobt sey Gott, gelobt sein Sohn in dieser Freudenzeit! Lobt, Engel, ihn vor sei nem Thron; erheb' ihn, Christenheit! mel. Herr Jesu Chr., dein Kripplein 2c. 113. uf, Christenheit, sey hoch erfreut! denn Gottes Sohn ist für uns Mensch geboren. Nimm freu dig Theil an seinem Heil; wer an ihn glaubt, wird nimmer mehr verloren. 2. O große That! Nach sei nem Rath bat Gott uns feinen ein'gen Sohn gegeben: als Gnadenpfand ward er gefandt, und bracht uns Allen Trost und ew'ges Leben. 3. Seligkeit! der Sünde Leid nimmt er von uns, die wir von Adam stammen. Mit uns ist Gott in aller Noth! Wer will die, so in Chrifto find, verdammen? 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank; du siehest auch auf mich voll Huld hernieder. Auf, Christenbeit, sey hoch erfreut! des Höchsten Sohn bringt das Verlor'ne wieder. Mel. Allein Gott in der höh' c. 114. uf, freuet euch von ihr, die ihr war't verloren! Nun wird das große Wunder fund: 2. Er ist das Wort, das Alles schafft, das Alles hebt und tráåget, der reine Glanz, die ew'ge Kraft, durch die fich Alles reget: die sich in unfre Schwachbeit büllt, auf daß nun Gottes Ebenbild könn' in uns sichtbar werden. 3. Die Welt lag tief in finstrer Nacht, in Furcht und Todesschrecken; sie konnte nicht aus eigner Macht sich Heil und Licht erwecken; nun kommt das unumschränkte Licht und will mit bellem Angesicht in alle Herzen leuchten. 4. D'rum irre, Mensch, nicht ferner blind auf des Verderbens Wegen. Umfaffe den, der treu gefinnt dir gnädig kommt entgegen. Ergieb dich ja der Trägheit nicht: Chrift will dir Leben, Kraft und Licht aus seiner Fülle schenken. 5. So nimm mein Herz, Herr Jefu Chrift, mein Heiland, Licht und Leben! gestalt es so, wie deines ist, dazu sey dir's gegeben. Treib' aus die alte Finfterniß und heil' der Sünden Schlangenbiß; dann bist du mir geboren. Mel. Wir Christenleut' ic. 115. Tuf, schicke dich, recht feierlich des lands Feft mit Danken zu begehen! Lieb' ist der Dank, der 60 Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. Lobgesang, durch den wir ihn,| ward geboren! Sein Licht er den Gott der Lieb', erhöhen. hellt die dunkle Welt; des Lich2. Sprich dankbar froh: Gott tes Kinder gehen nicht verhat also die Welt in seinem loren. ein'gen Sohn geliebet! O wer bin ich, daß Gott für mich selbst feinen Sohn aus Huld und Gnade giebet! 3. Jm Fleisch erscheint er, unser Freund, zur Zeit, da wir noch Gottes Feinde waren; er wird uns gleich, um Gottes Reich und seiner Liebe Rath zu offenbaren. 2. Welch eine Nacht! Der Sterne Pracht wich vor dem Glanz der frohen Himmelschöre. Die Erd' erflang vom Lobgesang, der jauchzend rief: Gott in der Höh' sey Ebre! 3. So tönt es laut: der Vater schaut versöhnt herab, auf Erden herrscht sein Friede. Wem schlägt die Brust nicht jetzt voll Lust, voll Seligkeit bei diesem Segensliede? 4.So fingt auch ihr und danket hier dem, dessen Ruhm die Himmel wiederballen, und lebt hinfort nach seinem Wort; dann ruht auf euch sein gnädig Wohlgefallen. 4. An ihm nimm Theil, er ist das Heil; bekebre dich und glaub' an seinen Namen. Jbn ehret nicht, wer zu ihm spricht: Herr, Herr! und doch nicht sucht ihm nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, o Gottes Sohn! befleiden, speisen, tránfen; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Troft erfreun, und dein das bei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Erden! Die Christenheit preift dich erfreut, und Aller Knie foll bir 117.auf, blöde Seele, Mel. Wie wohl ist mir xc. ein Mittler gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er die des Gefeßes Donner schreckt, hilft uns gern, und wer ihn die trauert, daß so schwere Fehle fucht, den wird sein Name trö- dich, die Gott rein erschuf, befien. Hallelujah! Hallelujah! flect. Der Fluch erlischt, die Freut euch des Herrn und Bande springen, es lösen fich jauchzt ihm, ihr Erlöften! die feften Schlingen, die den befang'nen Geift beklemmt. Nun tannst du Heil und Freiheit hoffen. Gott ist verföhnt, fein und Lobgefang Himmel offen, bein gnadenreis dem Herrn, der uns zum Heile eher Mittler fommt. mel. Wir Christenleut' 2c. 116. Bringt froben Dant 5. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank, denn mir auch bringt dein Sohn des Himmels Segen. Tod und Gericht er schreckt mich nicht; der Zukunft Nacht geh' ich getroft entgegen. Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. 61 2. Dein Lebrer kommt; laß Es leuchtet nab', es leuchtet fern deine Ohren auf seinen Mund zahllosen Völkerschaaren; den gerichtet seyn. Er zeigt den Gößen dienen sie nicht mehr, Weg, den du verloren; er flößt sie geben Gott allein die Ehr', dir Licht und Wahrheit ein. der sie im Licht läßt wandeln. Was tief in Schatten war ges stellet, bat dein Prophet dir aufgebellet und die Gewalt der Nacht gehemmt. Er macht dir fund des Vaters Willen und giebt dir Kraft, ihn zu erfüllen; dein weisheitsreicher Lehrer kommt. 2. Kaum war erschienen Gottes Sohn, des Bundes Volk zu weiden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein heller Stern, führt sie zu Chrifto, ihrem Herrn; sie kommen, anzubeten. 3. Wär' unsern Vätern nicht, o Gott, dein himmlisch Licht erschienen: wir würden, der Vernunft zum Spott, noch falschen Göttern dienen. Nur deine Huld hat uns befreit von jenem Dienst der Eitelkeit; gepriesen sey dein Name. 3. Dein König kommt, doch ohne Prangen, an Armuth nur zeigt er sich reich. Auf, deinen Fürsten zu empfangen, der dir an Schwachheit wurde gleich! Komm, lege dich zu dessen Füßen, der so dich wird zu schüßen wissen, daß dich kein Angstftrom überschwemmt. Komm, schwöre bier zu seinen Fahnen, ſo ziemt es treuen Unterthanen; dein längst ersehnter König tommt. 4. O mache du uns selbst bereit, im Licht vor dir zu wallen, und lebr' uns thun zu jeder Zeit nach deinem Wohlgefallen; denn wer in Chrifto dich erkennt und sich nach seinem Namen nennt, darf nicht im Finstern wandeln. 4. Dein Alles fommt, dich zu ergößen, dein böchstes Gut ist vor der Thür. Wer die ses Gut recht weiß zu schätzen, vertauschet gern die Welt dafür. Ergreif' es denn mit Glaubensbänden, da dich, mein Geist, von allen Enden der Gnaden Fülle überströmt; eröffne deines Her- gelangen, nomre zens Thüren, ihn in sein Eigenthum zu führen; dein un- mel. Der Tag, der ist so freudenreich zc. bergänglich Alles kommt. 5. Noch ist das Licht, das er gebracht, nicht Allen aufgegangen; viel Tausende sind von der Nacht des Irrthums noch umfangen; auch ihnen geb' im Siegeslauf das Sonnenlicht der Wahrheit auf, daß sie zum Heil 119. Der Heiland, dessen Mel. Sey Lob und Ehr' dem zc. fich im Geist die Schaar der Väter freute, der 118. Dem Erbkreis strahlt Heiland, welcher Jesus heißt, ein Licht vom ist uns geboren heute. War' er Herrn, das ibn soll offenbaren.uns Sündern nicht gebor'n, wir 62 Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. wären allzumal verlor'n, nun| dich freundlich, hilf uns Schwabringt er Heil uns Allen. Got chen, daß wir wachen, beten, tes Sohn, Herr Jesu Chrift, ringen, und zu deinem Reiche der du Mensch geworden bift, dringen. dein Lob soll stets erschallen! Mel. Dom Simmel hoch, da ic. 121. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! Mel. Wie schön leucht't uns ic. 120. Der Heiland kommt, lobfinget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das Heilig, Heilig fingen! Er kommt, der eingebor'ne Sohn, verläßt des Himmels hohen Thron, um Heil der Welt zu bringen. Preis dir, daß wir von den Sünden Rettung finden, Gnad' empfangen und zum Himmelreich gelangen. 2. Willkommen, Friedensfürft und Held, Erlöser, Mittler, Heil der Welt, willkommen bier auf Erden! du kommst der sünd'gen Welt zu gut, du fleideft dich in Fleisch und Blut, willft unser Bruder werden. Ja du, Jesu, kommst uns Armen voll Erbarmen mild entgegen, wandelft unsern Fluch in Segen. 3. Du bringst uns Troft, Zu- 5. Dein König, Zion, kommt friedenheit, Heil, Leben, ew'ge Seligkeit; sey hoch dafür gepriesen! O Herr, zu arm und schwach find wir, die Treue zu bergelten dir, die du an uns erwiesen! Da wir allhier im Verderben müßten sterben, bringft du Leben; o was kannst du Größ'res geben? zu dir. Er spricht: Jm Buche fteht von mir. Gott, deinen Willen thu' ich gern, d'rum, Zion, preise deinen Herrn. 6. Herr, der du Mensch ges boren wirft, Immanuel und Frie defürft, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet ich an! 4. Wir bringen dir ein bank bar Herz, und wollen, fromm in Freud' und Schmerz nach deinem Vorbild wandeln. Verwirf dies unser Opfer nicht, und gieb uns beines Geiftes Licht, wie dir's gefällt, zu handeln; zeig' 2. Die Väter haben sein ge harrt, bis daß die Zeit erfüllet ward: da fandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, den ew'gen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht ftill. Kein endli cher Verstand ermißt, wie groß die Liebe Gottes ift. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigt sich der Herr der Welt; nimmt selbst an unfrer Menschheit Theil, erscheint im Fleisch zu unserm Heil. 7. Du, unser Heil und höch stes Gut, vereineft dich mit Fleisch und Blut; wirft unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, Von der Erscheinung und Geburt Jeju Chrifti. 63 du bist es, der das Herz erhöht!| des großen Gottes Freundlich. Gedanke voller Seligkeit, du bist keit. Das Kind, dem alle Enes, der das Herz erfreut! 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler bat fie hergestellt. Nun schreckt uns nicht mehr das Gericht, da er beim Vater für uns spricht. gel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und dieses Weltund Himmelslicht weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Du darfst, o Seele, nicht versäumen, zu suchen solchen 10. Jhr Himmel, fingt im Gnadenschein; der Glanz in dieJubelton, daß uns erschien des sen niedern Räumen dringt weit Höchsten Sohn! Du, Erde, bet in alle Welt hinein; er treibet in Ehrfurcht an dies Wunderweg der Höllen Macht, der Sünwerk, das Gott gethan! den und des Todes Nacht. 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jefum Chrift im Himmel und auf Erden ist! Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. 122. Dies ist der Tag der. Fröhlichkeit, den Gott selbst hat erforen; dies ist die gnadenreiche Zeit, da Jesus ward geboren. D'rum fingen wir jetzt hocherfreut: Herr, dir sey Preis in Ewigkeit! 2. Heut hat der Herr den Sündenstand der ganzen Welt gewendet, und gnädig zum Erlösungspfand ihr seinen Sohn gesendet. D'rum fingen wir jetzt hocherfreut: Herr, dir sey Preis in Ewigkeit! 3. Was vor der Zeit beschlosfen war, ist in der Zeit erfüllet: in Chrifto beut das Heil fich dar, das alle Sehnsucht stillet. D'rum fingen wir jetzt hocherfreut: Herr, bir sey Preis in Ewigkeit! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 123. Dies ist die Nacht, da mir erschienen 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit; einst werden Sonn' und Mond vergehen, dies strahlt in alle Ewigkeit, und wird mit seinem hellen Schein dein Himmel und dein Alles seyn. 4. Laß nur indessen heller scheinen dein Glaubens- und dein Liebes- Licht. Mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen ihren Schein, so mußt du selbst nicht dunkel seyn. 5. D'rum, Jesu, schöne Weihnachts- Sonne, bestrahle mich mit deiner Gunft! Dein Licht meine und lebre mich die Weihnachtsund lehre mich die WeihnachtsKunft, wie ich im Lichte wandeln soll und sey des WeihnachtsGlanzes voll. Mel. Zelft mir Gott's Güte zc. 124. Dir, Jesu, tönt vom Staube mein Lied hinauf zum Thron; in dir erfennt der Glaube des ew'gen Vaters Sohn. Du Glanz der Herrlichkeit! um unser Heil zu 64 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. gründen, zu retten uns von Sünden, erschienst du in der Zeit. gebracht. Nun leuchtet uns im tiefen Thal der ew'gen Morgenröthe Strahl. 2. Was läßt sich dir vergleichen, bu unerschaff'nes Wort? 3. Er kam, des Baters EbenWer kann dein Lob erreichen? bild, in menschliche Natur geHerr, Keiner hier und dort! Du, hüllt, damit auch wir ihm würdem sich demuthsvoll der höchste den gleich auf Erden und im Seraph beuget und tief ver- Himmelreich. büllt dir schweiget, wer preist dich, wie er soll? 4. Der jetzt im Himmel herrlich thront, bat unter uns als 3. Du kamst; die Nacht muß Mensch gewohnt, und führet uns schwinden, uns glänzt ein rei- mit sichrer Hand, ein treuer Hirt, nes Licht, in welchem wir em- in's Vaterland. pfinden der Kinder Recht und 5. Empor zu ihm, mein LobPflicht. Nun sehn wir hocherfreut, wie Gott uns zärtlich liebet, im Sohn, den er uns giebet, sich uns zum Vater beut. gesang, dem schon der Engel Lied erklang! Welch hoher Freudentag ist da! Jhr Christen, fingt Hallelujah! 4. Uns Rub' und Troft zu geben, zu tilgen unsre Schuld, zu Gott uns zu erheben, littst du, Herr, mit Geduld. Du starbft, 126. rhebt den Herrn, Mel. Von Gott will ich nicht zc. er doch hielt dich nicht der Tod in seinen Banden; jetzt, da du auferstanden, erschreckt uns kein Gericht. hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völfer Trost und Licht. Gott will nicht unfern Tod; er hat den Sohn gegeben, damit wir durch ihn leben, erlöft von Sünd' und Noth. 5. Dein ist das Reich der Wahrheit, wo sich die Deinen freun in immer höh'rer Klarheit, von Sünd' und Mängeln rein. O feliger Gewinn! dich, Heiland, innig lieben, treu deinen Willen üben, das führt zum Himmel hin. 2. O sehet, welche Liebe hat uns der Herr erzeigt, mit welchem Vatertriebe das Herz zu uns geneigt! Sein eingebor'ner Sohn fommt, Rettung aus Verderben uns Sündern zu erwerben, herab vom HimmelsMel. Vom Himmel hoch ic. 125. mpor zu ihm, mein Lobgefang, dem thron. einst das Lied der Engel flang! Der hohe Freudentag ist da, lobfinget, Gottes Heil ist nab'. 2. Geboren ward in dunkler Nacht, der uns des Lebens Licht 3. Er kam zu uns auf Erden zu der bestimmten Zeit, trug Mühe und Beschwerden in tiefer Niedrigkeit. Der ihm gegeb'nen Macht enthielt er sich mit Freu Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. 65 ben, bis er durch Todesleiden| ihm ihr Angesicht; fie eilen, ihm fein großes Werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht! bringet Gott euren Lobgesang! Erlöfte Menschen, finget dem Mittler ewig Dank. Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seele Schaden. O nehmt ihn gläubig an! zu dienen und scheuen Bethlems Armuth nicht. Wie herrlich glänzt die Erde aus dunkler Nacht hervor! Jhr Hüter dieser Heerde, hört ihr der Engel Chor? Mit euch zu fener Krippen naht sich mein Geist entzückt; begeis stert singt, ihr Lippen, dem Herrn, den ich erblickt! 5. Du Freund der Menschenfinder, verwirf uns, Jesu, nicht. Dein Name, Heil der Sünder! ist unsre Zuversicht. Wir sind auf ewig dein. Hilf du die Macht der Sünden uns fräftig überwinden und dir gehorsam seyn. 2. Mit euch, ihr Engelchöre, vereint sich unser Lobgefang; ja, Erd' und Himmel höre und theile der Erlöften Dank. Anbetung sey auf Erden dem Sohn, der ewig war, den, unser Heil zu werden, ein sterblich Weib gebar. Hier fließen Freudenzähren, ein Zoll der Lieb' und Treu'; wir buldigen und schwören und weihn uns ihm auf's Neu. 6. Ja, Heiland, wir ergeben uns dir zum Eigenthum! schon bier soll unser Leben verkünden deinen Rubm; und wenn wir dort dich sehn, soll in der Engel Chören dich unser Loblied ehren und ewig dich erhöhn. Mel. Lobt Gott, ihr Christen zc. 127. tommt, er kommt, r kommt, er kommt, der starke Held voll göttlich hoher Macht; sein Arm zerstreut, sein Blick erhellt des 3. D du, durch den ich lebe, du öffneteft den Himmel mir; nimm du mein Herz, ich gebe den letzten Hauch noch freudig dir! Wie selig kann ich sterben, mich hält das Grab ja nicht! den Himmel soll ich erben und fürchten kein Gericht. Jhr seyd wohl beilig, Engel; doch ward er euch nicht gleich. Ich kämpfe mich durch Mängel, doch bring' ich in sein Reich. Todes Mitternacht. 2. Wer kommt, wer kommt, wer ist der Held voll göttlich hoher Macht? Messias ist's. Lobsing' ihm, Welt, dir wird dein Heil gebracht. In bekannter Melodie. 129. Ermuntre bich, mein 3. Dir, Menschgeword'ner, schwacher Geist, bringen wir Anbetung, Preis und trage groß Verlangen, den und Dank. An deiner Krippe Heiland, den der Himmel preiſt, schalle dir der Erde Lobgefang. mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, in der er kam kommt und Se- und menschlich Wesen an sich raphinen verhüllen nahm. Er will durch sein ErMel. Nun lob', mein' Seel' 2c. 5 128. Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. 66 scheinen uns ganz mit Gott vereinen. 2. Willkommen, Held aus Davids Stamm, du König aller Ehren! Willkommen, Jesu, Gottes Lamm, ich will dein Lob vermehren! Ich will dir all' mein Lebelang von Herzen sa gen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bift Mensch geboren. bin, das geb' ich dir zu eigen bin, mich soll kein Glüd, fein Leiden von deiner Liebe scheiden. 7. Noch sieht dich zwar mein Auge nicht, doch du wirst wieder kommen; dann schauen dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen; dann werd' auch ich, Herr Jesu Chrift, dich sehn, so herrlich, wie du bist, und ewig dich dort oben mit allen Sel'gen loben. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 130. Erweitert Thor und Thüren; laßt 3. O wie ist deine Huld so groß, ich kann sie nimmer fas fen! Du haft dich aus des Ba ters Schooß zu uns herabgelassen. Hier warteten dein nichts schön die Straßen zieren; emals Noth, Verachtung, Rumpfangt ihn in der Welt! Jauchzt mer, Schmerz und Tod; und eurem Herrn entgegen, der jetzt doch kamst du auf Erden, der zum Heil und Segen als KöMenschen Heil zu werden. nig seinen Einzug hält! 4. D große That, o Wun2. Wer ist's, wer läßt sich dernacht, von Engeln selbst be- hören als König aller Ehren? fungen! Du haft den Helfer uns Der Herr der Herrlichkeit. Der gebracht, der Sünd' und Tod Herr kommt stark und mächtig, bezwungen, und jeßt, zur Herrer zeigt sich groß und prächtig, der lichkeit erhöht, berrscht auf dem Herr, der kräftig ist im Streit. Thron der Majestät, um Heil und ew'ges Leben den Gläubigen zu geben. 5, D du, des Vaters ein'ges Kind, du Hoffnung aller Frommen! durch den nun Gottes Kinder sind, die dich, Herr, auf genommen. Komm, Jesu, in mein Herz hinein und laß es 131. deine Wohnung seyn; dahin geht mein Verlangen, dich würdig zu empfangen. 6. Du, deß fich meine Seele freut, mein böchftes Gut, mein Leben, was soll ich dir aus Dankbarkeit für deine Treue geben? Herr, was ich hab' und was ich 3. Erhöhet Thor und Thüren, den Helden einzuführen! Wer ift's, der Einzug bält? Der König aller Ehren, der Herr von allen Heeren, der Ehrenkönig aller Welt. mel. Laffer uns den Herren preifen, o ihr sc. wig sey dir Lob gefungen hier und einst vor deinem Thron, daß du uns das Heil errungen, Mensch geword'ner Gottessohn! Uns zu gut in's Fleisch gekommen bift du voller Freundlichkeit; ja du haft vor aller Zeit bich schon unsrer angenommen. Sey gelobt, Herr Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. 67 Jefu Chrift, daß du unser Bru-| Meine Lieb' und Seligkeit, Chrider bist ftus, ift geboren beut. 6. Du, o Gottes höchfte Gabe, du, des Vaters ein'ger Sohn, du, der Seelen reichste Habe und des Glaubens größter Lobn! Laß mich neu geboren werden, bilde mich nach deinem Sinn, nimm mich ganz zu eigen bin, daß ich dein schon sey auf Erden; dann lobfingt mein Leben dir, treuer Heiland, für und für. 2. Sey gelobt, Herr, dir gebühret unser Dank in Wort und That; herrlich haft du ausgeführet deines Vaters Gnadenrath. Huldreich hast du dich vermählet unfrer menschlichen Natur, und vor aller Creatur fie allein dir ausgewählet. Du erhobft fie, Gottes Sohn, mit dir auf der Gottheit Thron. In eigener Melodie. 3. Du erschieneft hier auf Erden, Mittler zwischen uns un Gott, unser Friedensfürst zu werSen, Retter aus der Sündennoth. 132. reuet euch, ihr Chris ften alle, freue fich, Herr, du haft das Kreuz geduldet, haft mit Gott uns ausges wer immer kann, Gott hat viet an uns gethan; freuet euch mit Jubelschalle, Gottes Sohn hat föhnt und mit seiner Huld ge- uns gebracht, was die Sünder front uns, die wir so viel verfchuldet. Dies ist unsre Zuberficht einst im Tod und im Gericht. felig macht! Freude, Freude über Freude, Christus wehret allem Leide, Wonne, Wonne über Wonne, Jesus ist die Gnadenfonne! 4. Nein, Gott kann mich nim mer baffen, ob ich gleich ein Sünder bin. Nimmer kann mein Gott mich laffen, denn er beget Vaterfinn. Gnade schenkt er seinen Knechten in dem Sohne, der mich fennt und mich seinen Bruder nennt. Chriftus fit zu Gottes Rechten; durch ihn bin ich Gott vereint, Gott mein Vater, Gott mein Freund. 2. Sieh', o fiehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für! Daß fein himmlisch Gut dir fehle, läßt er Hoheit und Gewalt und erscheint in Knechtsgestalt. Freude Freude 2c. 5. Wird das Leben doch mein Leben, leuchtet mir doch selbst das Licht. Alles Heil ist mir gegeben; was ist, das mir noch ge bricht? Seht, es fleußt der Quell 4. Jesu, nimm dich deiner der Freuden aus dem hohen Him- Glieder ferner auch in Gnaden melšsaal in das nied're Erdenthal an, schenke, was uns tröften und erquickt mich unter Leiden. kann. Komm, erquicke deine Brü3. Jefu, wie soll ich dir danten, daß du mich vom Tod befreit, mir gebracht die Seligkeit? Ach, laß mich von dir nicht wanken, nimm mich dir zu eigen hin, gieb mir deinen Geift und Sinn! Freude, Freude 2c. 5 68 Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. der, gieb der ganzen Christen- 1 der göttlichen Natur, wenn wir schaar Frieden und ein sel'ges folgen deiner Spur. Freude, Freude über Jahr. Freude 2c. In eigener Melodie. 134. Gelobet seyft bu, Jefu 133. Freut euch, the then Menſch geboren bift von einer mel. Ach, was soll ich Sünder ac. ihr liedaß du vom Himmel ftrahlt ein Licht, Jungfrau, ja fürwahr! deß das durch unser Dunkel bricht; freuet fich der Engel Schaar. nun bringt das Verlor'ne wieder, Hallelujah! der in unser Fleisch fich hüllt, Gottes Sohn und Ebenbild. 2. Seine Zukunft wird besun gen von den Engeln, die entzückt auf dies Wunder hingeblickt; und es preisen ihre Zungen, daß der Herr an uns getban, was fein Engel faffen kann. 3. O wie mußtest du uns lies ben, da du aus des Vaters Schooß famft, zu theilen unser Loos, und dich fühlteft angetrieben, uns, die wir im Staube gebn, gleich den Engeln zu erhöhn. 4. Werde auch in uns geboren und durchleuchte du uns 5. Der Sohn verläßt des Himganz, o du himmlisch reiner Glanz! Gottes Bild, das wir mels Zelt, wird ein Gaft in dieverloren, sey durch dich, du Heilser Welt und führt uns aus dem der Welt, wieder in uns her- Jammerthal als Erben in den gestellt. Freudensaal. Hallelujah! 5. Ja, bu wolleft, Herr, uns 6. Er ist auf Erden kommen führen durch der Liebe Wunder- arm, daß er unser fich erbarm'; fraft zu des Lichts Genoffen uns in dem Himmel mache reich schaft, und uns hier schon laffen und seinen lieben Engeln gleich. spüren, daß uns knüpft ein festes Hallelujah! Band an das ew'ge Vaterland. 7. Das hat er Alles uns ge6. Nun, dein paradiesisch Le- than, seine Lieb' zu zeigen an; ben dringt mit deinem Gnaden deß freut sich alle Chriftenbeit schein wieder mächtig in uns ein, und dankt es ihm in Ewigkeit. und wir werden uns erheben zu| Hallelujah! 2. Des ew'gen Vaters ein'ger Sohn kommt herab von seinem Thron; mit unserm armen Fleisch und Blut bekleidet sich das ew'ge Gut. Hallelujah! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, liegt dort in Mariens Schooß; er ward ein Kindlein, der die Welt mit seinem Wort allein erhält. Hallelujah! 4. Das ew'ge Licht dringt nun herein, giebt der Welt ein'n neuen Schein; es leuchtet mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Hallelujah! Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. 69 Mel. Gott sey Dank in aller c. 135. Beiland, ben uns Gott verhieß, noch alle Tage, daß man dich, Gott zum Breis, auf Glauden bensarmen trage, wie dort der der Himmel jauchzend pries, als fromme Greis. den Sündern du zum Dienst 3. Sey unser Glanz in Wonne, huldreich auf der Erd' erschienft. sey Trost uns in der Pein, 2. Wie dein Nam' ist auch im Dunkeln unsre Sonne, im dein Ruhm hier in deinem Ei- Kreuz ein Gnadenschein. Will genthum. Du kamst, unser Heil uns der Muth entschwinden, zu seyn, uns von Sünden zu sey unser Hoffnungsstrahl; ein befrein. Stern, der uns läßt finden den Weg durch's Todesthal. 4. Herr, laß es uns gelingen, wenn unser Leben flieht, mit Simeon zu fingen das frohe Abschiedslied: Nun werden mir in Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon bienieden den Heiland hab' erblickt. 5. Ja, ja, ich hab' im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; fein Feind kann dich mir rauben, dich, dem mein Herz vertraut. Du wohnst in meinem Herzen und in dem deinen ich; auch in des Todes Schmerzen bau' ich getroft auf dich. 6. Hier will es oft mir scheinen, du sähst mich strafend an, daß ich vor Angst und Weinen dich kaum erkennen kann; dort 136. werde aber wird's geschehen, daß in des sehen dein freundlich Angesicht. 3. Start in deines Vaters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf entblößt, find nun, Herr, durch dich erlöst. 4. Auf, die ihr erlöset seyd, preiset ihn in Ewigkeit! rühmt ihn, der aus Liebe starb und den Himmel uns erwarb. 5. Nimmer sey durch unsre Schuld fruchtlos deine Gnad und Huld; das durch dich erworb'ne Heil bleibe ewig unser Theil. 6. Dein freu' unfre Seele sich; unser Leben preise dich. Und dein Geift, du Heil der Welt, lehr' uns thun, was dir gefällt. Mel. Dalet will ich dir geben 2c. err Jesu, Trost Völker Heil und Licht, wir suchen dich mit Freuden und frommer Zuversicht; nach Simeons Grempel zieht heilige Begier in diesen deinen Tempel, o uns zu dir. Mel. Gottes Sohn ist kommen 2c. 137. auchzet l', br 2. Du wirst noch jetzt gefunden, o Herr, an jedem Ort, wo Gläub'ge sind verbunden auf bein Verheißungswort; vergönnst 2. Er kommt auch noch heute, ftus ift gekommen! Er, dem Engel dienen, ist im Fleisch erschie nen, daß er von der Sünde gnädig uns entbinde. 70 Von der Erscheinung und Geburt Jesu Chrifti. steht uns treu zur Seite, ftillet| Bild liegt ftets mir im Ge gern die Schmerzen der zer- müthe. Und wie könnt es auch brochnen Herzen; will uns von anders seyn. Wie könnt ich dem Bösen heilen und erlösen. beinen Gnadenschein aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht geboren war, bist du mir schon geboren, und haft mich dir zu eigen gar, eh' ich dich kannt, erforen. Noch war ich nicht an's Licht gebracht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wollteft werden. 4. Jch lag in tiefer Todesnacht, du wurdeft meine Sonne, die mir im Herzen angefacht Licht, Leben, Freud' und Wonne. O Sonne, die des Glaubens Licht in meinem Herzen aufgericht't, wie schön sind deine Strahlen! 3. Seines Wortes Weide füllet uns mit Freude; seine Gnadenzeichen will er dar uns reichen. Sein Geift soll uns stärten zu des Glaubens Werken. 4. O wohl allen denen, die nach ihm sich sehnen, ihn im Glauben fassen, nimmer von ihm lassen; nie sich seiner schämen, sein Kreuz auf sich nehmen! 5. Er, dem sie hier dienen, wohnt und lebt in ihnen, läßt, was sie erfleben, in Erfüllung gehen; führt nach allem Leiden fie zu ew'gen Freuden. 6. Jauchzet All', ihr Frommen! Er wird wieder kommen in der Hoheit Lichte zu dem Weltgerichte; dann wird er die Seinen um sich her vereinen. 7. Jesu, unser Leben, du wollft gnädig geben, daß wir alle Stunden werden treu erfunden und nach sel'gem Sterben deinen Himmel erben. 5. Mit Freuden blick' ich auf dich hin und kann nicht satt mich sehen. Doch nimmer wird mein blöder Sinn dein Wesen ganz verstehen. O daß mein Geist ein Abgrund wär' und meine Seel' ein tiefes Meer, daß ich dich möchte faffen! 6. Wenn bitterlich mein Herze weint und feinen Troft fann finden, dann rufft du mir: Ich bin dein Freund, ich tilge deine Mel. Es ist gewißlich an der Zeit sc. 138. ch steh' an deiner Sünden; was trauerst du in Krippe hier, odeinem Sinn, da ich dein Bru Jesu, du mein Leben! zu dir der worden bin, die Kindschaft komm' ich und schenke dir, was dir zu geben? du mir haft gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel' und Muth, nimm Alles hin und laß dir's wohl gefallen. 2. Du hast mich ganz und gar erfüllt mit deiner Lieb' und Güte; dein hoher Glanz, dein göttlich 7. So hoff' ich denn, du werdeft mir dies Eine nicht versagen, daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. In mir soll deine Wohnung feyn, fomm, fomm und fehre bei mir ein mit allen deinen Freuden! Von der Erscheinung und Geburt Jesu Chrifti. 71 mel. Jesu, meine Freude zc. 139. Refus ift gekommen, Geiftes Kraft ihm ebnen soll die Bahn. danket ihm, ihr Frommen, dankt ihm, daß er fam; daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm. Mensch, wie wir, erschien er hier, um des Baters gnäd'gen Willen an uns zu erfüllen. 2. Seht, wie die Hand des Herrn ihn in die Wüste leitet, wo er das Wort vernimmt, das ihn zum Dienft bereitet. Begeistert als Prophet steht er am Jordan da und ruft: bekehret euch, das Himmelreich ist nah'! 2. Laßt uns niederfallen, dan ken, daß er Allen Bruder ist. Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, bilft durch Jefum Chrift. Welch ein Heil, an Chrifto Theil, und durch seiner Sendung Gaben an Gott felbst zu haben!. 3. Keine Macht der Sünden wird uns überwinden; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen gänzlich uns erlöfen; bier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, wird uns immer Hülfe senden, daß wir siegreich enden. 4. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unsern Retter schaun. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm feft vertraun. Er ward hier verfucht, wie wir, d'rum wird er der Schwachheit schonen und aus Gnaden- lohnen. 3. Er predigt allem Volk, der Buße strenger Lehrer, ein bren nend, scheinend Licht, ein mächtiger Bekehrer, des heil'gen Eifers auf seiner Seele ruht Elia's Geift und Kraft. 4. Im Jordan weihet er, die sich zum Herrn bekehren, auch Jesus tritt zu ihm, die Taufe zu begehren. Der Geist läßt sich berab, des Vaters Ruf ertönt und zeigt den Heiland an, der alle Welt versöhnt. 5. Allein zu Jefu hin verweist er seine Jünger, allein auf Jesum zeigt sein ausgestreckter Fine ger, und laut verfündigt er, wasihm das Herz bewegt: sebt, das ift Gottes Lamm, das unfre Sünde trägt! 6. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weifet, in feftem Glauben faßt und auch im Leben preiset. Wer seinem Taufbund treu, sich Jesu ganz ergiebt, der ist in ibm von Mel. Nun danket Alle Gott 2. 140. m Dunkeln lag die Gott begnadigt und geliebt. Welt, mit Sünd' 7. Dazu erweckt auch uns Jos und Fluch beladen, da offenbarte bannes Amt und Lehre, zu unGott die Fülle seiner Gnaden; ferm wahren Heil und unsers des Höchften Sohn erscheint, Mittlers Ehre. Wer Buße thut ihm gehet der voran, der in des und glaubt, hat Frieden alles 72 Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. zeit; wer Buße thut und glaubt, ererbt die Seligkeit. Mel. Ach, was soll ich Sünder zc.. 141. Rommst du, kommſt du, Licht der Heiden? Ja, du fäumeft länger nicht, denn du weißt, was uns gebricht, o du starker Trost im Leiden! Komm, o Jesu, auch zu mir, offen ist des Herzens Thür. 2. Ja du bist bereits zugegen, du, Weltheiland, Gottes Sohn! Meine Seele labt fich schon an dem gnadenvollen Segen, wel chen deine Wunderkraft durch den Glauben in uns schafft. 3. Heil'ge mich durch deine Liebe, die dem Eitlen mich entreißt, und gieb Gnade, daß mein Geist sich in deinem Lieben übe. Recht dich lieben, o mein Licht, kann aus eig'ner Kraft ich nicht! 4. Jesu, rege mein Gemüthe, Jesu, öffne mir den Mund, daß ich aus des Herzens Grund in nig rühme deine Gûte, die auch mir, Herr Jesu Christ, lebenslang geworden ist. 5. Gieb mir deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, daß ich einst durch deine Huld, über Sünd' und Welt erhaben, mit den Sel'gen singe dir: Hosianna für und für. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 142. Romm, Tochter Zion, komm, den König zu empfangen, der unser Heiland ist und aller Welt Verlangen. Erhebe seinen Ruhm, stimm' Hosianna an, bring', was zu seinem Dienst die Liebe bringen fann. 2. Statt ihm den Weg zu ftreun mit grünem Laub der Palmen, empfang' ihn hocherfreut mit deines Dankes Psalmen und sprich: Gepriesen sey der Heiland Jesus Christ, der aus des Vaters Schooß auf Erden kommen ift! 3. Wir danken dir, o Herr, daß du zu uns gekommen, daß du hast Fleisch und Blut wie Kinder angenommen. Sanftmüthig kamst du, arm, ein König ohne Pracht, und doch der ew'ge Sohn, poll Herrlichkeit und Macht. 4. Erscheinst du, Gottes Sohn, als Mensch auf dieser Erden, muß dann nicht unser Herz voll Troft und Frieden werden? D'rum hast du deinen Glanz in Niedrigkeit gehüllt, daß unsre Angst und Furcht auf ewig sey gestillt. 5. Erscheinen wirst du einst zum großen Weltgerichte; o, laß uns wandeln stets in deiner Wahrheit Lichte, daß wir dann auch getroft dir, unserm Richter, nahn und unsern Gnadenlohn aus deiner Hand empfahn. 6. Das Hosianna wird alsdann von Neuem flingen, dann werden wir vereint mit Engelschaaren fingen: Gelobt sey Got tes Sohn, der ewig war und ist, gelobet sey der Herr, der Heis land Jesus Chrift! Von der Erscheinung und Geburt Jesu Christi. 73 Mel. Nun preiset Alle Gottes 2. 4. Was sind wir, daß das höchste Gut so große Dinge an uns thut? Was sind wir, daß uns Gott so liebt, uns seinen Sohn zum Heiland giebt? 143. Past ihn uns preisen, den Friedefürft und Held, schon früh verheißen ward er der fünd'gen Welt. Die Völker sahn ihm lang' entgegen, hoffend 5. Šo nimm ihn denn mit auf Heil und auf ew'gen Segen. Freuden an, mach' ihm zu dei2. Berreiß den Himmel!" nem Herzen Bahn: gieb dich so flebten brünftig sie unterm ihm ganz zu eigen hin und lebe Getümmel irdischer Lebensmüh': ftets in seinem Sinn. Erscheine endlich hier auf Erden, der du uns Rettung und Troft sollst werden!" 6. Bei solcher Treu' giebt er dir Theil an dem von ihm erworb'nen Heil; doch hörst du seine Stimme nicht, so wartet deiner das Gericht. 3. Nun ist erfüllet die Zeit, die Gott ersehn; nun ift ents büllet das Heil aus seinen Höh'n; 7. Wie er voll Huld und gestillt das sehnliche Verlangen, ewiges Licht ist uns aufgegangen. Freundlichkeit erscheint in dieser Gnadenzeit, so kommt er einft mit Majestät, zum Richter aller Welt erhöht. 4. Nun wird gepredigt des Höchsten gnäd'ges Jahr, Alles erledigt, was noch gebunden war; belohnt der Dulder treues Hoffen; Gläubigen steht nun der Himmel offen. 8. Dann trifft die Sünder ew'ge Pein; die Frommen gehn zum Leben ein und in des Vafers ew'gem Reich macht er sie seinen Engeln gleich. 9. Gelobt sey von uns Jefus Chrift, der uns zum Heil erschienen ift! Gelobt sey Gott, der ibn gefandt; sein Ruhm erfülle In eigener Melodie. 144.b fey bem aller Gott! barmend sah er unsre Noth und fandte Jesum, feinen Sohn, zu uns von seiner Himmel Thron. 145. ften, allzugleich in In eigener Melodie. obt Er 2. 3hn fandt er, unser Troft zu seyn, vom Sündendienst uns zu befrein, mit Licht und Kraft uns beizustehn und uns zum Himmel zu erhöhn. 3. D welch ein liebevoller Rath; welch unaussprechlich große That! Welch Gnadenwerk, dem feines gleicht, das nie der Menschen Lob erreicht! seinem höchsten Thron! schleußt uns auf sein Himmelreich und schenkt uns feinen Sohn. 2. Der Sohn fommt aus des Baters Schooß, ein Heiland uns zu seyn, er wird ein Mensch, wird arm und bloß, uns ewig zu erfreun.:,: 74 Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. 3. Der alle Dinge trägt und| 4. Macht hoch das Thor, die hält mit göttlicher Gewalt, Pforten weit, ihn zu empfanfommt arm und niedrig in die gen seyd bereit und öffnet eure Welt, erscheint in Knechtsge- Herzen gern dem Ehrenkönig, ftalt.:,: 4. Er wechselt mit uns wunderbar, nimmt unsre Armuth an, uns aber beut er Güter dar, die Niemand schätzen kann.:,: eurem Herrn! So kommt er freundlich auch zu euch und mit ihm Glück und Heil zugleich. 5. Ja, fomm, mein Heiland, auch zu mir, geöffnet ift des 5. Er wird ein Kind, um uns Herzens Thür; ach zeuch mit das Recht der Kindschaft zu ver- deiner Gnade ein; erfüll' uns leihn. Preif' ihn, begnadigtes ganz mit ihrem Schein; dein Geschlecht: das ew'ge Erb' ist Geist regier' uns allezeit und dein.:,: führ' uns einst zur Seligkeit! 6. Heut ist des Paradieses Thor uns wieder aufgethan, der Cherub steht nicht mehr davor: tommt, fommt und betet an!:: Mel. Don Gott will ich C. Mel. Vater unser im Zimmelr. 2C. 146. Macht hoch das Thor, die Pfor147. Mit Ernst, ihr Mens schenkinder, bestellt das Herz in euch, es kommt das Heil der Sünder, der Held, an Wundern reich; er, den aus Gnad' allein, der Welt zum ten weit: er fommt, der Herr Licht und Leben, der Vater der Herrlichkeit! Der Himmel hat gegeben, will bei uns fehist sein Königreich und alle ren ein. Welt dient ihm zugleich. Er ist's, der Heil und Leben bringt, dem laut die Schaar der From men fingt. 2. Er ist gerecht, wie Reiner mehr, Sanftmüthigkeit geht vor ihm her; sein Scepter ist Barmberzigkeit und feine Kron' ift Heiligkeit. Er wendet alle unfre Noth und macht uns frei von Sünd' und Tod. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, räumt fort, was ihm verbaßt; die Thäler füllet aus, erniedriget die Höhen und laßt ihm of fen stehen ein jedes Herz und Haus. 3. Ein Herz, das Demuth liebet, das will der Herr erhöhn; ein Herz, das Hochmuth übet, 3. O wohl dem Land', o wohl das wird zu Grunde gehn; ein ber Stadt, die diesen König bei Herz, das lauter ist und folget fich hat! Wohl allen Herzen Gottes Leiten, bas fann fich insgemein, da biefer König recht bereiten, zu dem kommt ziehet ein! Ein unbergänglich Freubenlicht ftrahlt aus bon seis nem Angesicht. Jesus Chrift. 4. Ach mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit, aus Güte 75 Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 149. un ist die Finsters niß entflohn; Heiden sehn den Morgen schon und finden den Erretter. Du, den Gott in die Welt gesandt, zerstörteft mit gewalt'ger Hand die Tempel falscher Götter. Du selbst sammelst deine Heerde; Himmel, Erde sahn mit Freu den Gottes Sohn die Menschen weiden. Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz bin ein; o gen! Ich harre dir entgegen, Sein ewig mich zu freun. Mel. Wachet auf, ruft uns ic. 148. Nacht umhüllte rings die Erde, da sprach noch einmal Gott: es werde! und Licht entströmte seinem Thron. Christus kam, das Licht der Heiden, der Hirt will felbft 2. Der Gottheit Fülle wohnt die Heerde weiden; als Mensch in dir; Gott kommt durch dich, erscheinet Gottes Sohn. Er hat mein Heil, zu mir und zeigt mir in unsre Nacht der Wahrheit Licht gebracht. Jauchzt ihm Alle! In seinem Schein sollt ihr euch freun und schon auf Erden se lig seyn. seine Liebe. Du nimmst mein sterblich Wesen an und brichft zum Leben mir die Bahn, daß ich nicht hülflos bliebe. Ewig, 2. Dieses Licht erlischt nie wie- Herr, soll mein Gemüthe deine Güte hoch erheben; du, mein der, sein Glanz strahlt herrlich zu uns nieder und Gottes Heil ist Heiland, bist mein Leben. uns bekannt. Tragt es nun von Volk zu Volke, zerstreut des Jrrthums düstre Wolfe, erleuchtet werde jedes Land. br Bölfer, nehmt ihn auf und richtet euern Lauf froh gen Himmel. Er geht voran und macht euch Bahn, am Ziel die Krone zu empfahn. 3. Ein Herz, das deine Wahrbeit liebt und dir fich findlich übergiebt, das kannst du nicht verschmähen. Wer sich zu deinen Füßen setzt und sich an deinem Wort ergößt, wird, wie du bist, dich sehen. Bei dir bleib' ich trotz dem Spotter. Sonst fein Refter ift auf Erden, durch den Sünder selig werden. 3. Hört im Geift der Engel Chore: Gott in der Höb' feb Preis und Ehre! stimmt ein in ihren Lobgefang. Rommet zu dem Mahl der Gnaden, zu dem auch ihr send eingeladen, und bringt ihm ewig Preis und Dant; entbrennt in Sinn und Muth von beil'ger Liebe Gluth. Glaub' und Hoffnung trágt euch empor zum Himmelsthor, binauf zu dem, der euch erfor. 4. Ich will mich dir zum Opfer weihn und so dir ewig bantbar seyn, mein Licht, mein Heil, mein Tröfter! Jch bete dich in Demuth an. Wer ist, der mich verdammen fann? ich bin ja dein Erlöfter. Von bir nehm' ich Gnab' in Fülle, Fried' und Stille; Freud' und Segen find' ich, Herr, auf deinen Wegen, 76 Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag c.| kaum, daß ein Hirt noch wacht 150. un kommt das neue bei seinen Schafen. Da seht! Kirchenjahr; deß ein neues Licht in Juda's Grenfreue sich der Christen Schaar. zen. So kann am Mittag nicht Dein König kommt, d'rum freue die Sonne glänzen. dich und nimm ihn auf herzinniglich. Hallelujab! 2. Von einem Jahr zum andern fort vernehmen wir sein Gnadenwort, das uns den Weg zum Leben weift; Gott sey dafür von uns gepreist. Hallelujah! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt und was den Glauben in uns mehrt, das laß zu unserm Heil gedeihn; dir sey Lob, Ehre, Preis allein. Hallelujah! 5. Triumph, der Herr ist da, auf den fie harrten! Jhr dürft, Hallelujah! nun nicht mehr warten. Vom Himmel kommt der Held euch mild entgegen; bier ist das Heil der Welt, der Völker Segen. Mel. Mein Freund zerschmelzt zc. 152. Sohn Gottes, ber vom Himmel fich gefenfet, der du zu mir berab in's Elend kamst, was für ein mächtger Trieb hat dich gelentet, daß nied're Knechtsgestalt du an dich nahmst? Die Liebe bat's allein gethan, sie sah' erbarmend mich in meinem Jammer an. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du für mich das größte Wunder thust. Die 2. So sang der Väter Mund, Liebe bringt dir Kämpf' und die Gott fich weihten und sich bitt're Schmerzen, da, mir zu im alten Bund des neuen freu- Gut, du unter Dornen ruhst. ten. Sie sahn manch hundert D unerhörte Liebesgluth, da Jahr dem Herrn entgegen, der selbst das ew'ge Wort nahm an långft verbeißen war der Welt fich Fleisch und Blut. zum Segen. 3. Der Sohn des Höchsten ist 3. Frob ward, wer seinen Tag mir gleich geworden; ein Mensch, im Geist gesehen; des Glaubens wie wir, der Herr der HerrlichAuge mag, was fern, erspåben. feit. Die Gottheit selbst tritt in Doch der Erwartung Schmerz der Menschen Orden, die Ewige ftieg immer höher, da rief Gott Trost in's Herz der frommen Seber. feit vermählt fich mit der Zeit. Das Leben kehret bei uns ein; es wohnt das Licht der Welt bei uns mit seinem Schein. 4. So wird in ihm die MenschMel. Es traure, wer da will ic. 151.fomm, du Troft der Welt, hör unser Fleben; komm, Rath und Kraft und Held aus Gottes Höhen! Gefalbter, komm herab, dein Volk zu führen; komm, Friedensfürst, dein Stab soll uns regieren! 4. Auf Erden berrscht die Nacht, die Völker schlafen; Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. 77 Beit ausgeföhnet, die Reinigkeit| mich der laut're Strom aus feider Seelen wiederbracht. Wir ner Lieb' erfüllt. find in ihm mit Ehr' und Ruhm gekrönet, da er uns von der Sünde frei gemacht. Die Erde wird durch ihn erneut; sie wird zum reinen Thron der Gottheit eingeweiht. 5. Die Weisheit wohnt nun wieder auf der Erden, ein neues Paradies hebt für uns an. Nun fönnen wir aus Gott geboren werden, wenn wir dem Menschgebor'nen gläubig nabn. Die neugeschaff'ne Seele spürt, daß fie ein höh'rer Geift aus Nacht und Tod geführt. 9. Auf, auf, mein Geift, ftimm' an die Freudenlieder, erhebe dich durch seiner Gnade Macht! Des Himmels heller Glanz bestrahlt dich wieder; was du verlorft, ift völlig wiederbracht. O welch ein überschwänglich Heil! Die Kindschaft Gottes wird durch Chriftum mir zu Theil. Mel. Mein Salomo 2c. 6. Kein Elend kann nun meis ist bei mir in der Noth. Ich darf ner Seele schaden: Immanuel zu ihm nur gehn, dem Quell der Gnaden, so bab' ich Troft für Elend, Schmerz und Tod. Der Jammer, der noch an mir 153. So ist denn nun die Hütte aufgebauet, die rein des Höchften Ebenbild uns zeigt; vor der das Heer des Himmels tief sich neigt und weite Welt an Pracht und Herrfie mit freudiger Bewund'rung schauet, weil ihres Gleichen diese lichkeit nicht in fich bält. 2. Doch der weiß hier nichts Herrliches zu preisen, der das nur fieht, was sich von außen klebt, kann nicht verderblich seyn, zeigt. Der faffet nicht, was in weil Christus in mir lebt. den Staub uns beugt, wer Alles richtet nach gewohnten Weisen; vor ihm bleibt diese Trefflichkeit versteckt, die nur durch Gottes Licht wird aufgedeckt. 3. Bollendet ist die Hütte, die ich meine, in deiner Menschheit, ew'ger Gottes Sohn. Du kamst herab von deines Vaters Thron, baß deine Herrlichkeit in ihr erscheine; und so bat Gottes hohe Majestät den Tempel unter uns, der ewig steht. 4. O großes Werk, Geheimnis sonder Gleichen! Wer hat wohl je so Herrliches gehört, daß in die Menschheit Gott ist einges 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, denn meines Heilands Tod kommt mir zu Gut; und drohen mir verderblich ihre Flammen, so lösch' ich sie mit Christi theurem Blut. Mein Jesus dämpft den bösen Trieb; er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 8. Durch ihn hab' ich ein ewig Leben funden, das mir viel Reichthum, Luft und Ehre schafft. Er ist mit mir, ich bin mit ihm verbunden und fühle täglich seiner Liebe Kraft. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, weil 78 Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. febrt! Anbetend schweigt, ihr zu seyn. Uns Sündern ward ges werdet's nicht erreichen; berehret geben zum Retter Gottes Sohn; ftill die unumschränkte Kraft, mit ihm erschien das Leben, die euch zum Heil dies große Wunder schafft. mit ihm des Himmels Lohn! 5. Durch Christum wohnt der Gottheit ganze Fülle nun alle zeit im menschlichen Geschlecht, und nimmer weicht von uns sein Licht und Recht; das ist des Vaters gnadenvoller Wille. Schwand uns die Hütte gleich aus dem Gesicht, doch weicht die Gottheit aus der Menschheit nicht. 6. Und Chriftus bleibt erhöht, 3. Frohlockt, ihr Mitgenossen ein Thron der Gnaden, den En der Sünde und der Sterblichkeit, gel auch gelüftet anzuschaun; nun ist nicht mehr verschlossen ihm nahn die Gläubigen sich voll der Eingang zu der Herrlichkeit! Vertraum und werden ihrer Zu unsrer Erde nieder kommt Schuld von ihm entladen; Ver- Gottes ew'ger Sohn und hebet söhnung, sonst in Bilder einge- seine Brüder empor zu Gottes hüllt, ist uns in ihm wahrbaftig Thron. Er ward das Heil der nun erfüllt. Sünder und der Verlornen Hort; bier find wir Gottes Kinder, und Gottes Erben dort. 7. Sohn Gottes, du, der vor mals angenommen zu unserm Troft die menschliche Natur, die nur in dir nicht zeigt der Sünde Spur; du, aus der Höb' zu uns herab gekommen, nimm unser Herz zu deiner Hütte bin, bis du auch uns hinauf kannst zu dir ziehn. 2. Kommt, laßt uns niederfallen vor unserm Mittler Jesus Chrift, ihn preisen, daß er Allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er gleicht der Morgensonne in ihrem ersten Strahl, berbreitet Licht und Wonne und Leben überall. Von ihm ftrömt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er führt auf lichtem Pfade uns über Tod und Grab. Mel. Nun lob' mein' Seel' 2c. 154. Von dieser Erden Staube steigt auf zu dir mein Lobgefang; dir, Herr, an den ich glaube, bringt meine Seele Preis und Dank. In dir, dem Menschgebor'nen, soll alle Welt fich freun, und jeder der Verlor'nen sey froh erlöft 4. Du, dem die frohe Menge der Engel und Verklärten fingt, vernimm die Lobgesänge, die bir bein Volt im Staube bringt. Auch du warst hier auf Erden, was deine Brüder find, erduldeteft Beschwerden wie jeglich Menschentind. Was du nun bift, das werden einst deine Brüder ſeyn, wenn sie entrückt der Erden fich deines Anschauns freun. 5. Schmückt uns die Siegerfrone, wenn wir zum Himmel find erhöht, dann stehn wir nab' am Throne und schauen deine Majestát. Nicht mehr aus dunkler Ferne steigt dann das Lob zu Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. 79 Lebenshort! von den bir, weit über Sonn' und Sterne| tröftlich, du Fels des Heils, du erhaben jauchzen wir; und mit des Himmels Heere schallt unser Lobgefang: bem Ewigen fey Ehre, bem Welt- Versöhner Dank! 3. Wie glorreich Banden des Todes auferstanden - haft du den Tod besiegt! bist berrlich aufgefahren, thronft unter Himmelsschaaren, bis Alles dir zu Füßen liegt. Mel. Lobt Gott, ihr Christen* c. 155. Mas in der heil'gen Nacht erflang aus fel'ger Geifter Heer, das sey auch unser Lobgefang, Gott in der Höb' sey Ehr'! 2. Bon aller Welt erschalle dir, o Jesu, Dank und Lob! dich, unfern Retter, preisen wir, der uns vom Staub' erhob. 3. Du sprachft zur Finsternis: entweich! da flob des Irrthums Nacht. Du haft das lichte Got tesreich in Herz und Welt gebracht. 4. Nun bürgen Sorge selbft und Schmerz für unsrer Kindschaft Recht. Zum Vater hebt sich unser Herz; wir sind ja sein Geschlecht. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 157. Wie soll ich dich empfangen und wie begegn' ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Bier! O Jesu, Jesu, zünde dein Licht der Seele an, daß sie erkenn' und finde, was bir gefallen kann! 2. Dein Zion streut dir Pal men und grüne Zweige hin; ich will in Freudenpfalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dieHeil; wen du als Bruder annen, so gut es kann und weiß. erkennst, hat ewig an dir Theil. 3. Was hast du unterlaffen zu meiner Seligkeit, da über alle Maßen mich drückte Schmerz und Leid? As mir das Reich genommen, da Fried' und Freude lacht, da bift, mein Heil, du kommen und haft mich froh gemacht. 4. Jch lag in schweren Banden; du kommst und machst mich Los; ich stand in Spott und Schanden; du kommst und machst mich groß. Du hebst mich hoch so töstlich; wie ist dein Tod so zu Ehren, schenksi große Güter 5. Dank dir, daß du uns Brüder nennft: darauf rubt unser - Mel. Nun ruben alle 2c. 156. ie lieblich tont die Kunde, sie gebt von Mund zu Munde, daß ein Erlöser ift! Ja lieblich und er quickend, befeligend, entzückend ist schon dein Name, Jesu Chrift! 2. Wie füß ist deine Lehre, wie groß ist deine Ehre, wie heilig ist bein Wort! Wie ist dein Blut 4. Wie groß sind deine Werke! Wie preis ich deine Stärke! Wie berrscheft du allein! Wer wäre nicht, o König, dir treu und unterthänig, um ftets in deiner Huld zu seyn? 80 Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. mir, die nimmer sich verzehren und bleiben für und für. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmels zelt, als dein getreues Lieben, du Heiland aller Welt. Du litteft tausend Plagen, du trugft der Sünde Laft und keiner darf verzagen, den du erlöset haft. 6. Das schreib' dir in dein Herze, bu hochbetrübtes Heer, bei deinem Gram und Schmerze, der sich häuft mehr und mehr. Seyd unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allbier. 7. Jbr dürft euch nicht bemuhen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb' und Luft, all' Angst und Noth zu ftillen, die ihm an euch bewußt. Mel. Vom Simmel hoch x. 158. Willkommen, gnadenvolle Nacht; wie glänztest du in Himmels Pracht! Wie freute fich der Engel Schaar, als Jesus Chrift geboren war! 2. Bewundernd beteten sie an, da fie den Troft der Völker fahn. Voll Ehrfurcht hört der Hirten Ohr, was jauchzend sang des Himmels Chor. 3. Allein Gott in der Höh' sey Ehr' und Fried' auf Erden weit umber! Sein Wohlgefallen babe nun der Herr auch an der Menschen Thun! 4. Die Hirten beten an und gebn, in Bethlehem ihr Heil zu sehn, und wer den Neugebornen sah, sprach hocherfreut: der Herr ist da. 5. Wer ist wohl diesem Kinde 8. Schreckt euch der Feinde gleich? Es bringt der Gnade Tücke und ihr vermeßnes Dräun: fel'ges Reich. Wie hoch find in einem Augenblicke wird sie wir von Gott geliebt, daß er der Herr zerstreun. Er kommt, den ein'gen Sohn uns giebt. er kommt, ein König, dem alle Macht und List der Hölle viel zu wenig zum Widerstande ist. 6. Der Sohn, der Alles trágt und hält, fam uns zu gut in unsre Welt; auf Erden hat, wie wir, gewohnt, der in dem böchsten Himmel thront. 9. Einft wird er wiederkommen, den Bösen zum Gericht, den Schaaren seiner Frommen 7. Ja, Gottes Lieb' ist unbemit Gnad' und süßem Licht. schränkt. Der Gott, der seinen Komm, Jesu, unfre Sonne, und Sohn uns schenkt, giebt Alles, leit uns allzumal zu ew'ger was uns heilsam ist, auf ewig Freud' und Wonne in deinen nun durch Jefum Chrift. Himmelsfaal. Vom Leiden und Tode Jesu. VIII. Vom Leiden und Tode Jesu. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ic. 159. Ruhm blieb auch im schwersten Kampf dein Eigenthum. , fieb' ibn dulden, bluten, sterben, o meine Seele; fag' ihm frommen Dank! Sieh' Gottes ein'gen Sohn und Erben, wie mächtig ihn die treufte Liebe drang! Wer hat wohl je so heiß wie er geliebt, der auch sein Leben für die Feinde giebt? 6. Herr, dies dein Beispiel soll mich lehren, des Lebens Unschuld sey mein Ehrenkleid. Gern will ich deine Stimme hören und freudig thun, was mir bein Wort gebeut. Die Dankbarkeit dringt innigst mich dazu; wer hat es mehr um mich verdient, als du? 2. Wie dunkel waren jene Stunden, o Herr, und welche Laften drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden; und, ach, es floß zum Heil und Troft für mich! Noch heute ruft es mir ermunternd zu, daß du mich liebst, du heil'ger Dulder du. 7. Nie will ich mich am Feinde rächen: für deine Mörder flehte dein Gebet; nie Gottes Führung widersprechen, wenn sie auch durch die Nacht der Trübsal geht. Auf Dornen gingst du selbft zum Ziele hin: ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. 3. So sollt es seyn: du muß- 8. Was fürcht' ich noch des teft leiden; dein Tod macht mir Grabes Schrecken? dein Tod des Vaters Liebe kund. Er wird nahm ja dem Tode seine Macht. für mich ein Quell der Freuden, Mag meinen Leib die Erde ein Siegel auf den ew'gen Frie- decken; zum Leben bist du, Ledensbund. So wahr dich Gott bensfürst, erwacht: zum Leben zum Opfer gab für mich, so feste geb' auch ich aus meiner Gruft steht's, er liebt mich väterlich. verklärt hervor, wenn deine Stimme ruft. 4. Nun bin ich dein und Got tes Erbe, nun seb' ich in sein Baterherz hinein. Wenn ich im Glauben leb' und sterbe dann ist die Seligkeit des Himmels mein. Ob Sonn' und Mond und Erde untergehn: mir bleibt doch ewig Gottes Gnade ftehn. 81 5. Ja, mir zum Troft und dir zur Ehre gereicht dein Leiden und dein Kreuzestod; bestätigt hat er deine Lehre, die nie vergeht, wenn gleich die Hölle droht. Der Unschuld Frieden und ihr bober 9. Nimm hin den Dank für deine Plagen, den dir, mein Netter, treue Liebe bringt. Noch Heißern Dank will ich dir sagen, wenn dir mein Geift im Chor der Engel singt. Dann stimmen alle Sel'gen jauchzend ein; der ganze Himmel wird dann Zeuge seyn. mel. O Traurigkeit, o Jerzeleid! zc. 160. m Kreuz erblaßt, der Marterlast nach 82 Vom Leiden und Tode Jesu. schwerem Kampf entnommen, Mel. Nun laßt uns den Leib ic. ift im Grabe Jefus nun erst zur 161. n beine Leiden denRuh' gekommen. 2. Ein heil'ger Schmerz durchbringt mein Herz; ach Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Bruft fann ich voller Wehmuth schlagen. ten wir, Herr Jeſu Chrift, und danken dir, daß du so willig ihre Laft zu unserm Heil getragen haft. 3. Du schirmest mich und über dich gehn aller Trübfal Wetter. Sterben wolltest du für mich, göttlicher Erretter. 2. Wir folgen dir im Geiste nach zu jeder Stufe deiner Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan und beten dich bewundernd an. 4. Du haft's gethan; dich bet ich an, du König der Erlösten. Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getröften. 5. Es ist vollbracht, riefft du mit Macht; du zeigft, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei, für uns hingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Rath faff' ich hier nicht im Staube. Dort schau' ich in hellem Licht, was ich fromm hier glaube. 7. Als er gebot, gab selbft der Tod zurück, was er bezwungen. Leicht hat sich der Lebensfürst selbst dem Grab entschwungen. 8. Des Todes Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn es wird durch deinen Tod mir ein Weg zum Schauen. 9. Jch preise bich; erforsche mich und siehe, wie ich's meine; ja du siebst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 3. Wir segnen, Herr, den Dornenpfad, den, uns zu gut, dein Fuß betrat; uns strömet Kraft und Troft und Ruh' aus deinem bittern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, den Reuigen die Schuld vergiebt, den starken Troft in aller Noth erwarb, Erlöser, uns dein Tod. 5. Daß ewig unfre Seele lebt und sich zur bessern Welt erhebt, die Lehre muß nun fest bestehn, dein heil'ges Reich fann nicht vergebn. 6. Mit ungewissen Schritten gebt, auf eigner Bahn, wer dich verschmäht. Wir glauben dir und zweifeln nicht, du bist uns Leben, Troft und Licht. 7. Voll Dank und Freude folgen wir dir, unserm Herrn und Retter, hier; dort führst du, nach bollbrachter Zeit, uns zu des Himmels Herrlichkeit. mel. Wie wohl ist mir, o Freund ic. 162. Bereite dich, o Chrift, 10. Herr, ich bin dein; du wir gehen im Geift wolleft mein in Ewigkeit geden- hinauf gen Golgatha, auf des ken. Ganz will ich aus Herzens- sen blutgetränkten Höhen, was grund mich in dich versenken. nie ein Engel faßt, geschah. Ver Vom Leiden und Tode Jesu. 83 nimm an diesem heil'gen Orte| 5. Wer kann die hohen Leiden des sterbenden Erlösers Worte, und eigne ibre Kraft bir an. Sie fönnen reichen Troft im Leben und einst im Tode Troft dir geben, wenn sonst dich nichts mehr tröften fann. faffen, als Christus an dem Kreuze rief: warum, Gott, haft du mich verlaffen? Wie beugt ihn unsre Schuld so tief! Doch selbst in diesen dunklen Stunden, da er das Schrecklichste empfunden, bleibt Gott noch seine Zuversicht. Muß ich den Kelch des Leidens trinken, will meine Seele ganz versinken, dann, Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! 2. Er läßt mit liebevollem Herzen den Blick auf seinen Feinden ruhn; vergieb, ruft er in seinen Schmerzen, sie wissen, Herr, nicht, was sie thun. Der menschenfreundlichste der Beter fleht noch am Kreuz für Missethäter, die auf ihn bäufen Bein und Schmach. O Mensch, den Rach' und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Erlöser nach! 3. Welch Beispiel findlich frommer Triebe, als unter Lei den ohne Zahl der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch empfahl! Ach, seh' ich einst um mich die Meinen in meiner letzten Stunde weinen, so soll dies Wort mir Troft verleibn: den tief der Seinen Schmerz betrübte, der auch im Tode fie noch liebte, wird auch der Meinen Helfer seyn. 4. Verzagt nicht, reuige Verbrecher: wer glaubet, kommt nicht in's Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund des Weltversöhners spricht. Er ruft ihm tröstend zu: noch heute wirft wahrlich du an meiner Seite mit mir im Paradiese seyn! O Herr, laß an des Todes Pforte einst diese gnaden bollen Worte auch mich im letzten Kampf erfreun! 6. Mich dürftet! flagt er schöpft von Schmerzen, entblößt von Allem, was erquickt, der Göttliche, der Aller Herzen mit Troft und Hülfe gern beglückt. noch immer ruft er um Erbarmen aus tausend hülfsbedürft'gen Armen, die Blöße, Durft und Hunger drückt. O selig, wer den Ruf erfüllet! denn wer der Armen Klagen stillet, der hat den Heiland felbft erquict. 7. Nun enden sich die schweren Leiden, der Heiland spricht: es ist vollbracht! O Wort des Sieges, Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlöften, zu verflagen? Er starb für uns und wir sind sein. Gieb, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: es ift vollbracht, ich bin nun dein. 8. Das letzte Wort aus deinem Munde, als schon dein Aug' im Tode brach, sprech' ich in meiner leßten Stunde dir, mein Erlöser, gläubig nach. Du riefeft: Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele! und sterbend 6* 84 Vom Leiden und Tode Jesu. neigte sich dein Haupt. Auch ich| tes Sohn? Spräch' ich seinem befehl' an meinem Ende einst Blut nicht Hohn? Nein, ich will meinen Geist in Gottes Hände: ihn einzig lieben, meinen Jesum dann schau' ich, was ich hier ge- nie betrüben. glaubt. In eigener Melodie. 163. Cbrifte, bu Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm' dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm' dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden. Amen! 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. O mein Herz, was zageft du? Sieb, aus heil'gem Mittlers- Triebe schafft bir Jesus sterbend Ruh'. Wer verdammt mich? Gott ist hier, Gott verzeiht durch Chriftum mir: d'rum, aus dankbar reinen Trieben, will ich Jesum wieder lieben. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du befiegst mich nicht. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich ging in's Gericht! Kreuzigt' ich nicht Got 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Prüft mich beide, Luft und Schmerz, ob ich ihm wohl treu verbliebe. Von ihm scheidet nichts mein Herz, keine Macht, fein Gold, fein Ruhm, keine Schmach, fein Marterthum: dem bisher ich treu verblieben, Jesum will ich ewig lieben. mel. Freu dich sehr, o meine 2c. er am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb' ist Jesus Chrift. Wei164. chet all' ihr eitlen Triebe, fern Mel. Chriftus, der ist mein Leben ic ſey, was nicht himmliſch ist. Luft 165. Die Sonne stand verder der Welt von ihre Liebe bringt den Tod. Meinen Jefum nur zu lieben, dazu fühl ich mich getrieben. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Spötter, was berlachst du mich, daß ich mich im Glauben übe? Starb mein Heiland nicht für mich? Jesus ist mein Friedensschild, Jesus ist mein Lebensbild: meinen Jesum will ich lieben und mich stets im Glauben üben. tag ward zur Nacht; nun hat er überwunden und spricht: es ist vollbracht. 2. Des Tempels Gründe wanften, der Vorhang ris ent zwei; so wird der Welt verkündet, der Zugang sey nun frei. 3. Denn er ist durchgedrungen für uns zu Gottes Thron, der ew'ge Hohepriester, des Allerhöchsten Sohn. 4. Kein Opfer mehr darf bluten, der Fried' ist nun gemacht und aller Welt Erlösung durch seinen Tod vollbracht. 5. O du, der mich versöhnte dem Richter aller Welt, du haft Vom Leiden und Tode Jesu. 85 das Heil der Sünder auf ewig ten; Preis, Anbetung, Dank hergeſtellt. sey dir lebenslang, mein Heil, dafür. 6. Nun wohnt in fich'rer Nube das menschliche Geschlecht: dein Volk regierst du herrlich nach deinem heil'gen Recht. 7. Einft fübrest du die Deinen in deines Vaters Reich und machst an Ehr' und Würde sie seinen Engeln gleich. 8. Den Tod darf ich nicht fürchten, der mich von binnen rafft: er ist schon überwunden durch deines Todes Kraft. 9. Durch ihn komm' ich zum Ziele, vollbracht ist dann mein Lauf; dann nimmt in feine Hände auch mich der Vater auf. Mel. Jesu, meines Lebens zc. 166. u, ber Menschen Heil und Leben, deß fich meine Seele freut, der für mich sich hingegeben, Ursprung meiner Seligkeit; du, der lieber wollte sterben, als mich lassen im Verderben; ach, wie dank, wie dank ich dir, mein Erlöser, g'nug dafür! 2. Gottes Rathschluß zu erfüllen, gingst du deine Leidensbabn; ja, du stiegst um unsert willen gern den Todesberg hinan. Du vergaßeft eigne Schmerzen, trugft nur unsre Noth im Herzen; diese Liebe preisen wir, ewig sey dir Dank dafür. 3. Frevler frönten dich zum Hohne, o du König aller Welt, und im Schmuck der Dornenkrone wurdest du zur Schau gestellt. Das hast du für mich gelitten, mir die Ehrenkron' erstrit4. Herr, der tausendfache Schmerzen mir zu Liebe gern ertrug, deinem mitleidsvollen Herzen war mein Friede Lohn genug. Trost in meinen letzten Stunden floß auch mir aus deinen Wunden; Herr, ich dank, ich danke dir einst im Tode noch dafür. 5. Rub' im Leben, Troft am Grabe, welch ein seliger Gewinn, den ich dir zu danken habe, dir, deß ich auf ewig bin! Dir mein ganzes Herz zu geben, deinem. Vorbild nachzustreben und dereinst zu sterben dir, Herr, dies sey mein Dank dafür. Mel. O haupt voll Blut*. 167. u, deffen Augen Bion sahn, zur Frevelthat entschlossen, sich seinem Falle nahn: wo ist das Thal, die Höhle, die, Jesu, dich verbirgt? Verfolger seiner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? 2. Welch ängstlich banges Klagen hörst du, Gethsemane! Wer ist der Mann der Plagen, der langsam Sterbende? Es ift das Heil der Sünder, der Mittler für die Welt, der, ftatt der Menschenkinder, hier in's Gericht fich stellt. 3. Sebt, wie er tief im Staube, bedeckt mit Angstschweiß liegt und doch sein starker Glaube im heißen Kampfe fiegt! Schon naht die freche Rotte, die 86 Vom Leiden und Tode Jesu. kein Erbarmen rührt, die unter| Zagen und bist bis in den Tod Hohn und Spotte ihn zu dem betrübt; wie sollte mir das Herz Richtstuhl führt. nicht schlagen, der ich der Sünden viel verübt? Mir ziemt es, daß ein Herz voll Reu' stets meines Betens Anfang sey. 3. Du meideft selbst der Jün ger Blicke und sucheft fern die Einsamkeit; so zieh' auch ich mich ftill zurücke und fliehe, was mein Herz zerstreut. Mit dir laß mich alleine seyn, wenn betend ich vor Gott erschein'. 4. Sein Volk im wilden Grimme erweicht sein Anblick nicht und nicht des Mitleids Stimme, die aus dem Heiden spricht. Mit frechem Hohngelächter ruft ihre blinde Wuth: auf unsre Söhn' und Töchter komm', wie auf uns, sein Blut! 5. Sie häufen seine Plagen noch auf der Todesbahn; er wird an's Kreuz geschlagen; o Seele, bet' ihn an! Ihn böhnt in Wort und Mienen sein Volk bei seinem Schmerz; er ruft: vergieb es ihnen! in Liebe bricht sein Herz. 6. Bald nahet sich sein Scheiden, des Todes stille Nacht; nun enden seine Leiden, er stirbt, es ist vollbracht. Es hat nun überwunden aus Juda's Stamm der Held; Versöhnung ist gefunden für die gefall'ne Welt. 7. Der du zum Heil der Sünder dein Haupt am Kreuz geneigt, du Freund der MenschenKinder, hier liegen wir gebeugt, dir danken wir im Staube, dir, der uns Heil gewann. Dich preist der Deinen Glaube; nimm un fer Opfer an. Mel. O daß ich tausend xc. 168. geht zum Garten, dort zu beten; ich geb' im Geift, mein Jesu, mit. Laß mich an deine Seite treten; ich weiche von dir keinen Schritt. Dein Beispiel zeige mir dabei, welch ein Gebet gesegnet sey. 2. Du geheft zitternd und mit 4. Du wirfft dich knieend hin zur Erden, fällft nieder auf dein Angesicht; so soll die Demuth sich geberden, wenn sich das Herz mit Gott bespricht. Tief beug' ich vor ihm meinen Sinn, ich, der ich Staub und Asche bin. 5. Du rufest zu dem lieben Vater, greifft voll Vertrauen ihm an's Herz; dein Vater ist auch mein Berather, d'rum ruf' ich mit dir himmelwärts. Ach Glaub' und Liebe sind mir noth, sonst ist mein Beten kalt und tobt! 6. Geduld'ger Jesu, du bleibst ftille; dreimal erneut die Bitte sich; gewiß ist auch an mich dein Wille, ich soll anhalten kräftiglich. Find' ich nicht Rub' beim ersten Mal, so ruf' und bet' ich ohne Zahl. 7. Dein Wille senkt sich in den Willen des ewig weisen Vaters ein; so soll auch mein Gemüth sich stillen, dann wird mein Flehn erhöret seyn. Auch ich bet' in Gelassenheit: dein Will', o Gott, gescheh' all'zeit. 8. Du, Herr, erlangtest so Vom Leiden und Tode Jesu. 87 im Flehen Troft, Kraft, Sieg, Zeit zum Freudenopfer bringen. Leben, Herrlichkeit, und so soll es auch mir ergehen in dieser meiner Gnadenzeit; auf gleiches Beten folgt auch mir der gleiche Segen, Herr, wie dir. Mein ganzes Leben weih' ich dir, es soll nun dankbar für und für in deinem Dienft verfließen; und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich fann, in mein Gedächtniß schließen. In eigener Melodie. 169. in Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und büßet in Geduld die Sünden aller Sünder. 5. Wohl auf, mein Herz, und öffne dich, dir soll ein Kleinod werden! kein Schatz, wie dieser, findet sich im weiten Schooß der Erden. Weg Ehr' und Luft der eitlen Welt! was vor dem AlEs gebet mit gelaß'nem Sinn len mir gefällt, hat nun mein und schweigend seinen Weg da- Herz gefunden. Dies ist mein bin, begiebt sich aller Freuden; Schatz und böchftes Gut: Veres fiebt die Marter, die ihm droht, und will die Schmerzen und den Tod doch gern aus Liebe leiden. föhnung, Jesu, durch dein Blut und Heil aus deinen Wunden. 6. Dies theure Gut soll allezeit zum Segen mir gedeihen, 2. Dies Lamm ist Jesus, un mich träftigen in jedem Streit, ser Freund, der Retter vom Ver- in Trübsal mich erfreuen; und derben, der nach des Vaters Rath nabt die Todesstunde fich, so erscheint, am Kreuz für uns zu sterben. Wunderlieb', o Liebesmacht, Gott hat, was nie ein Mensch gedacht, uns seinen Sohn geschenfet. unerhörte Liebesthat, daß, der in sich das Leben bat, fich in den Tod gesenket. schau' ich glaubensvoll auf dich und werde selig enden. Ich trete dann zu deinem Thron und den verheißnen Gnadenlohn nehm' ich aus deinen Händen. Mel. Ein Lämmlein geht*. 3. So lang' ich lebe, will ich 170. Erforsche mich, er fabr' mein Herz dich aus meinem Sinn nicht las sen; mit starker Liebe hältst du mich, so will auch ich dich fas sen. Nur dir gefallen sey mein Ruhm; ich will mich dir zum Eigentbum auf ewig übergeben. Nur du bift meine Zuversicht, und wenn mein Aug im Tode bricht, bist du auch dann mein Leben. und sieh', Herr, wie ich's meine; ich denk an deines Leidens Schmerz, an deine Lieb', und weine. Dein Kreuz sey mir gebenedeit. Welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Hab' ich dies wohl genug bedacht und dich aus aller meiner Macht genug dafür geprieſen? 4. Jch will von deiner Freundlichkeit, mein Jefu, täglich fingen und mich dir selbst zu aller 2. Rath, Kraft und Friedes 88 Vom Leiden und Tode Jesu. fürft und Held, in Fleisch und| Pein für den, ber dich verachtet, Blut gekleidet, wirst du das nicht, solcher Gnade werth zu seyn, Opfer für die Welt und deine im wahren Glauben trachtet! Seele leidet. Du zagest in Geth- der dein Verdienst zwar eingefemane, fühlft unsrer Sünden steht, dich aber durch sein Leben schrecklich Web, die Strafen son- schmäht, durch seine Lafter böhder Ende; auf dich nimmst du net. Wer dich nicht liebt, kommt der Menschen Schuld und giebst, in's Gericht; wer nicht dein mit göttlicher Geduld, dich in der Wort hält, liebt dich nicht, ihn Sünder Hände. haft du nicht versöhnet. 3. Erniedrigt bis zur Knechts- 7. Du haft gefagt, du wirft geftalt, voll Krankheit und voll die Kraft zur Heiligung mir Schmerzen, ertrugst du Spott, schenken; dein Blut ist's, das Schmach und Gewalt mit gott mir Trost verschafft, wenn mich ergeb'nem Herzen. Wir sah'n die Sünden fränken. Laß mich dich, der Verheißung Ziel, doch im Eifer des Gebets, laß mich da war nichts, was uns gefiel, in Lieb' und Demuth ftets vor und nicht Gestalt und Schöne. dir erfunden werden. Dein Heil Vor dir, Herr, unsre Zuversicht, sey mir ein Schirm in Noth, verbarg man felbst das Ange- mein Stab im Glück, mein ficht; dich schmähn des Bun- Schild im Tod, mein letzter des Söhne. Troft auf Erden. 4. Ein Opfer nach dem ew'gen Rath, beschwert mit unsern Pla- mel. Wie wohl ist mir, o Freund». gen und beines Volkes Miffethat, 171. rhab'ner Dulder, gemartert und zerschlagen, still deine Liebe vollund geduldig wie ein Lamm, gehst bringt ihr Werk im Todesdu den Weg zum Kreuzesstamm, schmerz, du folgest der Erbarum Seelen zu erretten. Dein mung Triebe, bringst Frieden in Leben gabst du auch für mich, des Sünders Herz. Du bist die denn Gott warf Aller Sünd' auf Wahrheit und das Leben; um dich, damit wir Friede hätten. uns zur Kindschaft zu erheben, betrittst du deine Leidensbahn. Wer dich im Glauben angenommen, darf als ein Kind zum Vater kommen und soll der Gnade Troft empfahn. 5. Du neigst dein Haupt, es ist vollbracht; du stirbft, die Erd' erschüttert. Die Arbeit hab' ich bir gemacht; Herr, meine Seele zittert. Was ist der Mensch, den bu befreit! o laß in heißer Dant- 2. Verkläret haft du Gott auf barkeit mich deine Gnad' empfin- Erden, verherrlicht seines Na den, und deine Liebe dringe mich mens Rubm; du haft durch zur Gegenliebe, daß ich dich nie Martern und Beschwerden uns kreuzige mit Sünden. dir erkauft zum Eigenthum. Wir sollten frei vom Dienft der 6. Welch Warten einer ew'gen Vom Leiden und Tode Jesu. 89 Sünden, geheiligt deinen Tod| zagen, der ernftlich seine Schuld verkünden und deinem Bilde bereut. Der Herr bat unsre Baft ähnlich seyn. Welch hohes Ziel, getragen, Gott ist ein Vater, der wonach wir streben; o laß uns verzeiht. Nur laßt uns wandeln nie in unserm Leben dein hei in der Liebe, daß wir aus dankbar liges Verdienst entweihn! frommem Triebe auch unsern Brüdern gern verzeihn. Wenn Rach' und Zorn das Herz entzünden, wer fann des Herren Lieb' empfinden und seines Heiles fich erfreun? 3. Verleih' uns Weisheit, Kraft und Stärke, uns deinem Dienste ganz zu weihn und durch Vollbringung guter Werke stets wirksam für dein Reich zu seyn. Gieb, daß wir freudig von dir zeugen, damit sich Alle zu dir neigen, die jest noch ferne von dir stehn. Bald sey auf dieser ganzen Erde Ein Hirte nur und Eine Heerde: dies ist, o Vater! unser Flehn. 7. Der Herr hat mächtig überwunden und giebt uns sei nen guten Geift, der uns in der Versuchung Stunden den fichern Weg zum Leben weist. Getrost ging er dem Tod entgegen, weil ihn sein Gott, der Welt zum Segen, als Sühnungsopfer dargestellt. Stärk' uns, Herr, in Versuchungszeiten, auf daß wir machen, beten, ftreiten und fiegen über Sünd' und Welt. 4. Oft geht der Weg durch nächtlich Grauen, auf dem uns Gott zum Ziele führt, doch wollen wir fest darauf bauen, daß er uns väterlich regiert. Mein Vater! es gescheh' dein Wille," sprachst du in demuthsvoller Stille, als du zum Tode warst betrübt. O Herr, der uns vorangegangen, laß uns den Kindesfinn erlangen, der sich in deinen Rath ergiebt! 5. In deinem segensbollen Leben war dir kein irdisch Glück gewährt; du hast, von Dürftigfeit umgeben, der Erde Güter gern entbehrt. Des Vaters gnadenreichen Willen durch Thun und Leiden zu erfüllen, war deine Speise, Gottes Sohn. Auch uns, wenn Noth und Mangel drücken, wird Gott mit reichem Troft erquicken, du selbst, Herr, bist der Deinen Lohn. 6. Und fein Erlöfter darf ver-| Auge bricht, und wir in jenen 8. Ja, hilf uns Alles überwinden, was unserm wahren Leben droht, erlös' uns von der Macht der Sünden, bewahr' uns vor dem ew'gen Tod. Laß wandeln uns in deinem Lichte, vor deinem heil'gen Angesichte, fern von der Sünde finstrer Nacht. O bilf, daß in der letzten Stunde der Siegesruf aus deinem Munde der unsre sey: es ist vollbracht! 9. Dein ist das Reich, die Macht und Ehre, das Richteramt an Gottes Thron. Dich preisen aller Engel Chöre, du bist wahrhaftig Gottes Sohn. Nimm auch von unserm schwachen Herzen den Dank für deine Todesschmerzen, bis unser fterbend Vom Leiden und Tode Jesu. Himmelshöhen dich, unsern| ßen Zähren ihm heute Lieb' und Herrn und Heiland, sehen von Treue schwören? Es ist vollAngesicht zu Angesicht. bracht! 90 Mel. Es ist genug! so c. ist vollbracht, das Opfer für die Welt; das Licht der Wahrheit fiegt. Nun endlich wird des Jrrthums Nacht erhellt, die auf der Mensch heit liegt. Der Welterlöser hat vollendet, wozu der Vater ihn gesendet. Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Durch Leiden ohne Zahl that er für uns genug. Er ruhet nun von aller bittern Qual, die er aus Liebe trug. Sein Geift, entnommen dem Getümmel, steigt triumphirend auf zum Himmel. Es ist vollbracht! 172. 3. Es ist vollbracht; des Vaters Rath erfüllt zu seinem Preis und Ruhm! Der Vorhang riß; auf ewig ward enthüllt der Liebe Heiligthum. Der seinen Mördern auch vergeben, bringt Allen Heil und neues Leben. Es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Herr, ewig feierlich feb mir dein Tobestag, dich preif' ich jetzt und einst noch preise dich mein legter Herzensschlag! Hinauf zu dir blick ich am Ziele und ruf' in freud'gem Dankgefühle: Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Wer sab nicht Gottes Spur, als er am Kreuz entschlief? Die Sonn' er losch, verhüllt war die Natur, die Erd' erbebte tief. Zerrissen wurden Felsenwände bet des erbabnen Mittlers Ende. Es ist bollbracht! Mel. Wer nur den lieben Gott x. 173. s ist vollbracht! ſo ruft am Kreuze des sterbenden Erlösers Mund. Dies Wort voll Troft und Leben reize zur Freude mich aus Herzensgrund. Was Gott auch mir zum Heil bedacht, das große Opfer ift vollbracht. 2. Mein Jesus ftirbt. Die Felsen beben, verdunkelt wird der Sonne Schein; in Todte bringt ein neues Leben, fie sollen Wunderzeugen seyn; der Vorhang reißt; die Erde kracht und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, haft du erduldet, als dir das Herz im Tode brach! Du haft den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünden lag; verschwunden ist des Todes Nacht, seitdem du riefft: es ift bollbracht! 5. Es ist vollbracht! Wie 4. Jch sehe den am Kreuze blieb' ein menschlich Herz wohl hangen, der mich vom ew'gen falt und ohne Dank an dessen Tod befreit. Neßt, fromme Kreuz, der unterm tiefsten Thränen, meine Wangen, seyd Schmerz für uns zum Tode Zeugen meiner Dankbarkeit! fant! Wer sollte nicht mit hei- Er, den mein Gott zum Heil Vom Leiden und Tode Jesu. 91 gemacht, rief auch für mich: es| Angst und Schmach! ihm ist der ist vollbracht! Sieg gelungen, indem das Herz ihm brach. 5. O bilf mir nun auch, Herr, vollbringen, was wahre Dank barkeit begehrt, laß nach der Heiligung mich ringen, zu der dein Tod mir Kraft gewährt. Mich dir zu weihn, bin ich bedacht, bis einst mein Leben ist bollbracht. 6. Und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung außerfehn, so will ich, mit ergeb'nem Herzen, durch alle Noth und Trübsal gehn. Dann ruf ich in der Leidensnacht voll aus: 7. Fühlt einst mein Herz des Todes Schrecken, dann, Herr, erleicht're mir die Last: auch sterbend laß den Trost mich schmekfen, daß du den Tod besieget baft. So tret' ich in des Todes Nacht mit dem Triumph: es ist vollbracht! Mel. Jerusalem, du x. 174. ift vollbracht! so ruft des Heilands Mund; o triumphirend Wort! Es macht auch mir der Schuld Vergebung fund, es gilt noch fort und fort. Vollbracht ist nun sein Leben, daß er auch mir geweibt, für mich auch hingege ben zu meiner Geligkeit. 3. Es ist vollbracht! Nun ferner nicht geweint! In dir vollend' auch ich; bin ich mit dir, bist du mit mir vereint, so fieg' ich, Herr, durch dich. Ich werde meine Sünden, des bittern Todes Macht durch dich bald überwinden; dann ruf' auch ich: vollbracht! Mel. Die Seele Christi beilge ic. 175. Herr Jefu Chrift, dein theures Blut ift meiner Seelen höchstes Gut, das tröstet, stärkt und macht allein vor Gott mich aller Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck und Ehrenkleid, dein' Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und in des Himmels Freud' eingehn. 3. D, Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Troft, mein Heil, mein Gnadenthron, dein Blut, das in mir Leben schafft, erfülle mich mit neuer Kraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Noth, wenn mich erschrecket Sünd' und Tod, dann laß mich diesen Trost erfreun: dein Blut macht mich von Sünden rein. Mel. Mir nach, spricht sc. 2. Es ist vollbracht! Das Leiben ist vollbracht, nun finkt er 176. err Jefu Chrift, du der in den Tod; da hat er auch an meine Schuld gedacht, getilgt du viel Angst und Plagen für auch meine Noth. Wie hat der meine Schuld am Kreuzes Held gerungen mit Schmerzen, geduldig haft getragen, stamm 92 Vom Leiden und Tode Jesu. verleib' auch mir in Leidenszeit| verliere mich mit bankendem Ge Geduld und wahre Tapferkeit. 2. Ich kann nicht ohne Kreuz und Leid zur Freude dort gelan gen; du selbst bist zu der Herrlichkeit nur durch das Kreuz gegangen: d'rum will auch ich in Noth und Bein, wie du, mein Herr, geduldig seyn. müthe in deine Güte! 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken: allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Nichts Größ'res ist in Gott, als Lieb' erweisen, und uns gebührt, fie demuthsvoll zu Mel. Herzliebster Jesu x. 177. Berr, flärte mich, preiſen und zu bewundern, wenn dein Leiden zu be- Gott denken, mich in das Meer der[ fie steiget. hoch Liebe zu versenken, die dich be9. Mein Herz ergreift, Herr, wog von aller Schuld des Bö- dein Verdienst im Glauben, sen uns zu erlösen. 2. Du, Gottes Sohn, wirst Mensch, gleich uns, auf Erden, willst bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt, gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. nichts soll den Trost, den du erwarbst, mir rauben. Du starbst für mich; nun bin ich, wenn ich sterbe, des Himmels Erbe. 3. In eigener Melodie. wunderbarstes aller 178. Berzliebster Jefu, was bast du verbrochen, Gnadenwerke! Es zu ergründen daß dir das Todesurtheil ward fehlt dem Geist die Stärke; mein gesprochen? was ist die Schuld, Herz erbebt, ich seh' und ich em- wofür so harte Strafen dich, pfinde den Fluch der Sünde. Heil'ger, trafen? 4. Gott ist gerecht, ein Richter alles Bösen; Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen. Dies fann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 2. Du wirst gegeißelt und zur Schmach gekrönet, in's Angesicht geschlagen und verhöhnet und, wie es Missethätern nur gebühret, zum Kreuz geführet. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es beugt mich tief und es erhebt mich wieder, entsündigt mich, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 3. Was ist doch wohl die Urfach' solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen; ich selbst, Herr Jesu, habe das verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herr für seine Knechte, er, der Gerechte. 6. Herr, mein Heil, an deffen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, Vom Leiden und Tode Jesu. 5. D große Lieb', o Lieb' obn' alle Maßen, daß du dich also für uns martern lassen! Was kann ich dir dafür, o Herr, mein Leben, zum Opfer geben? 6. Ich will stets dankvoll deine Huld betrachten, will dich nur lieben und der Welt nicht achten; nur deinen Willen thun, mich selbst bekämpfen, die Lüfte dämpfen. 7. Bu deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Kreuz mehr achten, feine Schmach und Plagen; nichts von Verfolgung, feine Liebe, verwerft nicht euer nichts von Todesschmerzen neh- Heil. men zu Herzen. 4. Es präge eurem Herzen sich tief und kräftig ein: der Preis so vieler Schmerzen soll eure Rettung seyn. nehmt an feiner Gnade Theil, erkennet 8. Dies Alles wolleft du, Herr, nicht verschmähen, auf mein geringes Opfer gnädig sehen; durch deinen Geist mich Schwachen täglich stärken zu guten Werken. 9. Wenn dort, Herr Jesu, einst vor deinem Throne auf 6. Jhr, eurer Brüder Feinde, meinem Haupte glänzt die Eh schlagt an eure Bruft und renfrone, dann soll mein Lob werdet Menschenfreunde, bermit aller Engel Chören dich ewig ehren. dammt der Rache Luft; bergeltet euten Haffern nie, selbst denen, die euch fluchen; vergebt und fegnet fie. Mel. Wenn meine Sünd' mich zc. 179. in an dein Kreuz zu treten, Bersöhner, stärke mich. Dich glaubig anzubeten, sebnt meine Seele fich. Laß mich mit Zittern und Vertraun, was du für uns erlitten, in heil'ger Andacht schaun. 93 schwebt er da mit unsrer Schuld beladen, dem Opfertode nah'. 2. Des großen Dulders Seele ift bis zum Tod betrübt; so innig, meine Seele, bat Jesus dich geliebt. In heißen Nengsten 3. Fallt nieder, bebt, ihr Sün der, verhüllt das Angesicht: jetzt ift für Adams Kinder der Wittler im Gericht. Wer nun der Sünden Gräu'l nicht haßt, häuft auf den Tag des Zornes fich felbft des Bornes Laft. 5. Vernehmt es auch, ihr Spötter, die ihr den Mittler schmäbt, er ist auch euer Retter, ach, böret sein Gebet: Sie wissen nicht, was sie begehn; vergieb, o Bater, ihnen! war auch für euch sein Flehn. 7. Noch währen seine Qualen, noch trägt er unsre Schuld; er trinkt die vollen Schalen des Leidens mit Geduld. So hoch hat Gott die Welt geliebt, daß in den Tod am Kreuze er Jefum Chriftum giebt. 8. Vor deines Todes Schrekken erblaßt der Sonne Licht und Finsternisse becken des Himmels Angesicht. Nun finkt er in bes Todes Nacht; erbarm', o Gott, Univ.- Bibl. Giessen 94 Vom Leiden und Tode Jesu. dich unser! Er stirbt: Es ist in deinem Herzen. Laß das vollbracht. Verdienst von solcher Bein ein Labsal meiner Seele seyn, wann mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du mir baft erzeiget, da du zur Tilgung meiner Schuld dein Haupt am Kreuz geneiget. Ach, neige dich, mein Herr und Gott, zu mir auch in der Todesnoth, auf daß ich Gnade finde. 3. Erhalt in deinem Dienst mich treu, bis Leib und Seele scheiden, daß nicht an mir verloren sey dein theures, werthes Leiden. Und wenn mein Lauf vollendet ist, nimm mich binauf, Herr, wo du bist, daß ich dori mit dir lebe. Mel. Es ist genug! so xc. 180. meines Mittlers Blut, durch seines Kreuzes Tod; mit Gott versöhnt, fühl ich nun Troft und Muth und fürchte Feine Noth. Die Weisheit hat mein Heil erfunden, der Tod ist siegreich überwunden; ich bin erlöft! 2. Jch bin erlöft! Mich trifft des Donners Spruch vom Sinai nun nicht; mein Heiland nahm von mir den schweren Fluch, befreit mich vom Gericht. Mich schrecken nicht mehr meine Sünden, der Vater läßt mich Gnade finden; ich bin erlöft! 3. Ich bin erlöft! Was ist noch, das mich schreckt? Licht wird die Todesnacht, aus der 182. Refu, deine tiefe Wunden, deine mich bald der Herr des Lebens weckt zu der Verklärung Pracht. Qual und bittrer Tod geben Werd ich in's stille Grab ge- mir zu allen Stunden Troft in tragen, so rub' ich nur von meiner Seelennoth; fällt mir Prüfungstagen; ich bin erlöft! etwas Arges ein, denk ich bald 4. Jch bin erlöft! In Friede an deine Pein, diese wehret fahr' ich hin, ist meine Stunde meinem Herzen mit der Sünde da. Der Tod wird mir zum je zu scherzen. feligften Gewinn, mein Retter 2. Will sich an der Weltist mir nah'; er wird zu einem luft weiden mein verderbtes bessern Leben dann den be- Fleisch und Blut, so gedenk freiten Geift erheben; ich bin ich an dein Leiden, dieses dämpft erlöft! die böse Glut; will sich der Versucher nahn, schau' ich deine Martern an, halt ihm vor die Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Auch für Alles, was mich fränket, geben beine Wunden Mel. Aus tiefer Moth c. 181. ch banke dir für dei nen Tod, o Herr, und für die Schmerzen, die du in deiner letzten Noth gefühlt In eigener Melodie. Oder: Freu' dich sehr, ic. Vom Leiden und Tode Jesu. 95 Kraft, wenn darein mein Herz sich die Sünder, daß fie nun sich senket, wird mir Ruh' und sind Gottes Kinder. 5. Aber auch die Sünde Heil geschafft; deines Trostes Süßigkeit wendet jedes bittre weicht niemals ganz aus un Leid. Alles hast du mir erworben, da du bist für mich geftorben. sern Herzen, und bis wir das Ziel erreicht, fehlt es nicht an bittern Schmerzen. Du mußt, Vater, uns Gedeihen durch des Geistes Kraft verleihen. 4. Auf dich seh' ich mein Vertrauen, du bist meine Zuberficht! Mir erregt der Tod kein Grauen, mich erschreckt mel. O Traurigkeit, o Herzeleid! 2c. nicht das Gericht; durch dich, 184. br Augen, weint! Fürst der Seligkeit, fieg' ich auch im letzten Streit; wer da rubt in deinen Wunden, der hat ew'ges Leben funden. Mel. Liebster Jefu, wir sc. Defus Chriftus, Got 2. Jhr Augen, weint! der 183. für Menschenfreund trägt unerhörte unfre Schuld gestorben, hat ges büßt am Kreuzesfstamm und die Freiheit uns erworben. Wer die Sünde nun bereuet, wird durch Chrifti Tod erfreuet. 2. Gott, der selbst die Liebe ift, zeigt, wie hoch er uns geliebet, da fich willig Jesus Christ in den Tod für Sünder giebet, uns, bisher des Todes Knechte, zu verwandeln in Gerechte. 3. Sind wir mun bersöhnt mit Gott, weil sein Sohn fich hingegeben, wie vielmehr bringt aus dem Tod der Erstand'ne uns zum Leben; felig macht er seine Brüder, heilig seines Leis bes Glieder. freund, der Heil'ge, der Ge rechte wird berachtet, wird verschmäht, stirbt den Tod der Knechte. 4. Sind mit Christo wir vereint, so liebt Gott uns in dem Sohne; wer in ihm gerecht erscheint, darf sich nahn des Va ters Throne. Freudig rühmen that wird er so geschlagen! 3. Ihr Augen, weint! der Menschenfreund beschließt sein theures Leben. Wer wird nun den Leidenden Troft und Hülfe geben? 4. Jhr Augen, weint! der Menschenfreund finkt in des Grabes Höble; Finsterniß und Gram bedeckt seiner Jünger Seele. 5. D weint nicht mehr! Kann wohl der Herr je die Verwesung sehen? Nein, er wird nach kurzer Rub' fiegreich auferstehen. Mel. Mein Jefu, dem die ic. ommt, die ihr Jefu Kreuz erbebet, heut ift des Heilands Tobestag. Schaut ihn, durch dessen Tod ihr lebet, auf dem auch. eure Sünde lag. Jhr Chriften, 185. 96 Vom Leiden und Tode Jesu. laßt der Erde Freuden und ihre zu deinem Heil und holen Kraft Kümmerniß zurück und richtet von deinem Kreuze. eures Geistes Blick auf eures Heilands Todesleiden. 6. Wir sollten Stolz und Unrecht üben; und du trägst 2. Wir bringen Dank aus Elend, Kreuz und Schniach? frommen Herzen, in Lieb' ent- Wir sollten die nicht herzlich brannt, erfüllt von Schaam, dir, lieben, für die dein Herz in der die Laft von bittern Schmer- Liebe brach? Der Rachsucht zen als unser Mittler auf fich sollten wir nicht wehren, nicht nahm. Heil dir, der uns das auch dem Feinde gern verzeihn? Heil errungen im bangen, schwe- Versöhner, o der ist nicht dein, ren Todesstreit! Lamm Gottes, den nicht dein Tod kann Liebe bis in Ewigkeit sey auch von lehren! uns dein Ruhm gefungen! 7. Wir sollten je in Trübfal 3. Wenn uns die Schuld- lagen, da wir dich schweigend gefühle drücken, ift's Golgatha, dulden sehn? wenn uns Verwohin wir fliehn und dort folgung droht, verzagen, da Leides Blutes Ström' erblicken, den deinen Sieg erhöhn? Bedie auch für uns um Gnade fiehlft, in dunkler Nächte Grauen, schrie'n. Wir wollen, wo für so wollen wir in Schmach und von Gott verlassen, du dich Gott, unsre Sünden du dich am Kreuz Spott, wie du, des Vaters geopfert haft, die Freiheit von der Sünde Last und von der Herz vertrauen. Sünde Herrschaft finden. 8. Auch in den bängern Todesftunden bleibst du, Herr, unfre Zuversicht; im Glaubensblick auf deine Wunden erschreckt des Gra bes Nacht uns nicht. Wenn sich das Auge schon verdunkelt, fo sey des Geistes Aug' erfüllt von deines Heldentodes Bild, das wie der Morgenstern uns funfelt. 4. Dahin, wo uns dein Blut erftritten, gehn wir, dir unser Blut zu weibn. Wo du für uns den Tod gelitten, werd unser Leben gänzlich dein. Wie du, o Herr, um unsertwillen gehorsam wurdeft bis zum Tod, so wollen freudig dein Gebot auch wir treu bis zum Tod erfüllen. Mel. Serzliebster Jesu. 5. Dein Leidenskampf, o Hei 186. aß beinen Geift land, stärke, dein Sieg befeure mich stets, mein Muth und Kraft zum Glau- Heiland, lehren, dein göttlich benstampf, zu jedem Werke, das Kreuz im Glauben zu berehren, Ehre dir und Freude schafft. daß ich getreu in dem Beruf Wie uns durch Luft die Sünd' der Liebe mich chriftlich übe. auch reize, fie hat an uns nicht weiter Theil; wir fliehn zu dir, 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Vom Leiden und Tode Jesu. 97 Pflicht lehrt mich dein heilig| Tugend Pfad betrete, im GlauLeiden. Könnt ich zugleich das ben kämpf', im Glauben wach' Böse mir erlauben und an dich und bete: so darf auch ich des glauben? Heiles der Erlösten mich sicher fröften. 3. Da du dich selbst für mich dahingegeben, wie dürft' ich noch nach meinem Willen leben und nicht vielmehr, weil ich dir an gehöre, zu deiner Ehre? 4. Wie sollt ich nicht des Lebens Kreuz und Plagen mit stiller Demuth und Geduld ertragen, da du so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet? 5. Wie sollt ich meine Mit erlöften hassen, für welche du dein Leben selbst gelassen? Ich will für Alle, die mich unter treten, gleich dir noch beten. 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltft auch nicht wieder. 7. Ein reines Herz, gleich dei nem reinen Herzen, dies ist der Dank für deine Todesschmerzen; und Gott giebt Kraft, flehn wir in deinem Namen, dir nachzuahmen. 8. Welch großes Heil! du litteft uns zu Gute, ich bin verföhnt in deinem theuren Blute. Du haft auch mir, da du für mich gestorben, dies Heil erworben. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd' ich matt in Uebung guter Werke, so sey's mir Stärke. 12. Seh' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorbeit werden, so sey's doch mir, troß alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 13. Wenn mich im Sterben meine Sünden fränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; dein Kreuz sey, wenn ich einst den Tod erleide, mir Fried' und Freude. Mel. Die Tugend wird durch's xc. 187. Paß mir die Feier deiner Leiden, erhabner Mittler, beilig seyn! Sie lebre mich die Sünde meiden und dir mein ganzes Leben weihn. Ich seh' auf dich, der so entschlossen für mich die Last des Kreuzes trug, der mir zum Heil sein Blut vergoffen, deß Herz noch sterbend für mich schlug. 2. Mir sollen diese Feierzeiten nicht ohne reiche Frucht entfliehn; zum Kreuze will ich dich 9. So bin ich denn schon selig begleiten und eitlen Freuden bier im Glauben, so wird mir mich entziehn. Ich will gerührt nichts, nichts meine Krone rau- die Huld ermessen, womit dein ben; so werd' ich dort, von Herr- Herz die Welt umfaßt; wie lichkeit umgeben, einst ewig leben. fönnt' ich undankbar vergessen, 10. Ja, wenn ich stets der was du für mich erduldet haft? 7 98 Vom Leiden und Tode Jesu. 3. So will ich in der Andacht| Fluch zu retten, daß wir im Stunden dich, Herr, im Geifte Gewissen Rub', mit Gott Friede leiden sebn, für dein Verdienft bätten. und deine Wunden mit Dank 4. Was ein neues Leben schafft und Thränen dich erhöhn. Dein und zur Beff'rung leitet, bat Leiden sey mein höchster Segen, uns deines Leidens Kraft und dein Tod mein seligster Gewinn; dein Kreuz bereitet. Stark im mein gläubig Herz schlägt dir Glauben fann ich nun nach der entgegen, weil ich durch dich Tugend ringen, Gottes Willen gerettet bin. freudig thun, Sünd' und Welt bezwingen. 4. Seyd jetzt, febb mir auf immer theuer, Gethsemane und Golgatha, ihr Stätten, wo die Welt die Feier der wundervollften Liebe fab! Dorthin will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, und noch im Tode dem vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. Mel. Christus, der uns selig 2c. 188. Mein Erlöfer, Got tes Sohn, der du für mich litteft und erhöht auf Gottes Thron jetzt noch für mich bitteft! Welche Wohlthat, Herr, ist mir dein versöhnend Leiden! O wie dank' ich würdig dir, Ursprung meiner Freuden! 2. Dir, dem Herrn der Herrlichkeit, war es ja gegeben, ohne Schmerzen, ohne Leid ewig froh zu leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 5. Froh kann ich dem Todesthal nun entgegensehen und zu jener Welt einmal ohne Schrekfen geben; denn du haft aus aller Noth Rettung mir errungen und durch deinen Kreuzes- Tod meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auf mich auch kommen. Gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft, du hast es in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. 7. Gieb, daß mich das Wort vom Kreuz stets mit Muth belebe; daß ich jedem Sündenreiz standhaft widerstrebe. Treib' mich mächtig dadurch an, Gottes Ernst zu scheuen und, was unrecht ich gethan, innig zu bes reuen. 8. Stärke mich durch deinen Tod in den letzten Stunden. Du 3. Nun kann meine Misse- haft deines Todes Noth fiegreich that noch Vergebung finden: überwunden. O, so bilf dazu auch denn du starbst nach Gottes Rath mir, laß mich fröhlich scheiden; für der Menschen Sünden. Unsre Herr, dann dank ich ewig dir Laften trugest du, uns vom für dein bittres Leiden. Vom Leiden und Tove Jesu. 99 mel. Serzliebster Jesu zc. 189. Mein Herr und Hei | richt erschüttert, daß dein Herze bricht? land, laß mir's 5. Dein ist die Schuld, nimm gehn zu Herzen, wie hoch du dies in Acht, du haft den Herrn mich geliebt in deinen Schmer- an's Kreuz gebracht; ihm, der zen. Gieb, daß ich mög' des für dich sein Leben gab, folg' in Fleisches Lüfte dämpfen; hilf das Grab und stirb dem Sünfelbft mir fämpfen! denleben ab. 2. Der du im Grabe Ruhe 6. Ach Vater! unter Pein und haft gefunden, nachdem für uns Hohn erblaßt am Kreuz dein am Kreuz du überwunden, gieb ein'ger Sohn: da dies geschieht Ruhe, wenn man mich nach für meine Schuld, trägst du Gemeinen Tagen in's Grab wird tragen. 3. Gieb füße Ruhe durch dein bittres Leiden; nimm auf die Seele zu des Himmels Freuden, die du, o Herr, auf ewig mir erworben, da du gestorben. Mel. Jch hab' mein' Sach' xc. 190. u un ift es Alles wohl gemacht; mein Jesus ruft: es ist voll bracht. Er neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt bas Leben, welches nie verdirbt. 2. Der Herr der Herrlichkeit erbleicht, der Lebensfürft, dem Niemand gleicht. Welch Wun der zeigt uns Gottes Macht: in dunkle Nacht verbüllet fich der Sonne Pracht! 3. Die Erde bebet fürchterlich; der Heil'gen Gräber öffnen sich; der Vorhang reißt von oben an, daß Jedermann das Heiligthum mun schauen kann. 4. Weil denn die Creatur fich regt, so werd' auch du, o Mensch, bewegt. Ein Fels zerreißt und du wirft nicht durch dies Geduld und schenkft in ihm mir deine Huld. 7. Ertödte selbst in meiner Bruft, mein Heiland, jede böse Luft: dein Tod, der mir das Leben schafft, verleih' mir Kraft, zu üben gute Ritterschaft. 8. Ich will zu deinem Kreuze gehn und fest im Glauben auf dich sehn: dein Tod soll meine Zuflucht seyn, auf ihn allein schlaf' ich einst sanft und selig ein. 9. Jch danke dir, Herr Jesu Chrift, daß du für mich geftorben bist; ich preise dich hier in der Zeit und nach dem Streit voll Freud' und Wonn' in Ewigkeit. mel. Herzlich thut mich x. 191. Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn! o Haupt zum Spott gebunden mit einer Dornenfron'! o Haupt, das fonft getragen die höchste Ehr' und Zier, doch schimpflich nun gefchlagen, gegrüßet febft du mir! 2. Du edles Angesichte, das sonft, der Sonne gleich, gestrahlt 7 100 Vom Leiden und Tode Jesu. im hellsten Lichte, wie bist du o Jesu, liebster Freund, für deine nun so bleich; dein Blick mit Todes- Schmerzen, da du's so Kraft gefüllet, der sonst die Welt geschreckt, wie ift er jetzt verhüllet, mit Dunkel ganz bedeckt! 3. Die Farbe deiner Wangen und deiner Lippen Roth ist hin und ganz vergangen in deiner Todesnoth. Was hat dem Tod gegeben, o Jesu, diese Macht, daß er dein heilig Leben versenkt in seine Nacht? 4. O Herr, was du erduldet, ist Alles meine Last: ich, ich hab' es verschuldet, was du getragen. baft. Schau her, hier steh' ich Armer, der Zorn verdienet hat; gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad'! 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an. Du baft, Quell aller Güter, viel Gutes mir gethan. Oft haft bu mich gelabet, mit Himmels- Brod geſpeist, mit Troft mich reich begabet durch deinen freud'gen Geift. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Dich halt ich noch umschlungen in meinen Armen fest, wenn von dem Tod bezwungen das Leben dich verläßt. gut gemeint. gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu' und, wenn ich einst erfalte, in dir mein Ende sey. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze seyn, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Bein. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnoth: da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll fest an mein Herz dich drücken: wer so stirbt, der stirbt wohl. Mel. Christus, der uns selig xc. 192. bilf, Christe, Gottes Sohn, durch dein bittres Leiden! daß nicht Kreuz, nicht Spott und Hohn uns von dir mag scheiden, daß wir deines Kreuzes Schmach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. mel. Herzliebster Jesu, was 2. Lamm, das keine Sünde je beflecket, 7. Es dient zu meinen Freu- 193. und thut mir herzlich wohl, den daß ich mich in dein Leiden, mein das nie die Schuld getheilt, die Heil, versenken soll. Ach könnt ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschäbe mir! uns bedecket, und reiner ist, als alle Seraphinen, die jest dir dienen. 8. Jch danke dir von Herzen, 2. Warum muß ich dich sehn am Kreuze schweben, von Vom Leiden und Tode Jesu. Schmach und Hohn und bittrer Qual umgeben? Warum mußt du den Tod sogar empfinden, den Sold der Sünden? 3. Fürwahr, du trugeft meine Noth und Schmerzen, die Strafe lag auf dir und deinem Herzen; mich wolltest du durch deine Wunden heilen, mir Ruh' er theilen. 101 10. Nichts kann und soll hinfort von dir mich scheiden; ich bleibe dein, bis du mich dort wirft weiden, wo deine Liebe wird mit Engelzungen von uns befungen. 7. Laß deines Leidens Frucht mich stets genießen, laß seinen Troft auf mein Gewisfen fließen; dein Sterben sey zu steter Luff und Freude des Geistes Weide. 8. Der Sünde, die dich hat an's Kreuz geschlagen, will ich von ganzem Herzen nun entsagen; es soll forthin in mir sich nichts erfühnen, ihr noch zu dienen. In eigener Melodie. Lamm Gottes unschuldig, für uns am Kreuze geftorben! den Tod littst du geduldig und haft uns Leben erworben. Die Sünd' hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm' dich unser, 4. O babe Dank für dein un endlich Lieben, daß dich für mich in Noth und Tod getrieben, daß du den Zorn, der über mich sollt kommen, auf dich genommen. 5. Jch nehm' es an, das Heil, o Jesu! so du erworben, da du für mich 194. 194. 9. Nur dir, nur dir, Lamm Gottes, sey mein Leben zum Eigenthum auf ewig hingegeben! wozu du mich durch deinen Tod und Wunden so boch verbunden. am Kreuze bist gestorben; der uns deinen Frieden, o Jesu! Tod kann mir, weil ich der S Schuld entladen, nun nicht mehr schaden. 6. Ach, stårke nur burch deine Kraft den Glauben, daß er sich diesen Schaß nicht laffe rauben, der nimmer mag mit allem Gut der Erden erworben werden. 2. O Lamm Gottes zc. Gieb Mel. Auf meinen lieben ac. 195. welch ein herber Schmerz, mein Jesu, für dein Herz! ihn haft du mehr empfunden, als Banden, Spott und Wunden: die kleine Zahl von Freunden fränkt dich gleich deinen Feinden. 2. Kaum naht sich die Gefahr, so zagt der Jünger Schaar: fie flichn, die sich bermaßen, dich nimmer zu verlassen; die Schwüre sind gebrochen, die kaum ihr Mund gesprochen. 3. Dein Petrus selbst erschridt, der fühn das Schwerdt gezückt. Er flieht, eh' Bande drohen; doch da er feig entflohen, geht er zurück verwegen dem tiefern Fall entgegen. 4. Wo ist sein boher Sinn? Sein Eifer ist dahin; er, der dich frei bekannte, dich Gottes Sohn einft nannte, läßt fich durch 102 Vom Leiden und Tode Jesu. Furcht bethören, dich treulos ab-| ich hätte leiden müssen, den Tod zuschwören. hatt' ich verdient. Die Martern und die Banden hast du, Herr, ausgeftanden, auf daß ich sey mit Gott verfühnt. 5. Wie schwach ist Fleisch und Blut! Traut niemals fühnem Muth! bald liegen wir im Stau be, erloschen ist der Glaube und unser Muth gedämpfet: ach, Christen, wacht und kämpfet! 5. Du gingest mir zum Segen dem Todeskampf entgegen mit starkem Heldenmuth; du starbst, daß ich nicht sterbe, noch ewiglich verderbe; o unerhörte Liebesgluth! 6. Doch, Herr, dein Liebesblick bringt Petrum bald zurück; er fühlet tief im Herzen der Reue bange Schmerzen und weinet bittre Thränen, die sich nach Gnade sehnen. 7. Er sucht und findet sie; d'rum, Sünder, zaget nie. Die Reue muß euch beugen; doch laßt die Zweifel schweigen: so groß find keine Sünden, fie können Gnade finden. 6. Hoch bin ich dir verbunden, mein Heil, für deine Wunden, für deine Angst und Pein; was Seel' und Leib bermögen, das will ich dankbar legen an deinen Dienst und Ruhm allein. 7. Ich kann zwar nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Seel' und Leib sich scheiden, mir tief Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 196. Welt, fieb bier dein in meinem Herzen rubn. Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil finkt in den Tod! der große Fürst der Ehren läßt willig fich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, wie ist mit blut'gem Schweiße des Mittlers Leib bedeckt. Welch unerhörte Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Leidens schmeckt! 3. Wer hat dich so geschlagen? wer ift's, der diese Plagen bir aufgebürdet hat? Du bist ja nicht ein Sünder, wie andre Menschenkinder, und nicht befledt von Missethat. 4. Jch bin's, ich sollte büßen, 8. An dich will ich stets denken und meine Augen lenken auf deinen Kreuzestod; er ist des Glaubens Siegel, der Unschuld heller Spiegel, mein bester Troft in aller Noth. 9. Ich will barin erblicken, wie ich mein Herz soll schmücken mit stillem sanften Muth, und wie ich mich soll üben, aus Herzensgrund zu lieben, wenn mich verfolgt der Feinde Wuth. 10. Wenn gift'ge Zungen stechen, wenn Spötter Hohn mir sprechen und meines Falls fich freun: will ich das Unrecht bul den und alle ihre Schulden, wie du, mein Heiland, gern verzeihn. 11. Wofür du mußteft leiden, Vom Leiden und Tode Jesu. 103 daß will ich ernstlich meiden, will gen fich bereint; feines Sterthun, was dir gefällt; ich will der Sünd' entsagen, an's Kreuz die Lüfte schlagen; gekreuzigt soll mir seyn die Welt. bens Wunderkraft, die in Todten Leben schafft, wird mir Schmerz und Freude geben, wird mich beugen und erheben. 12. Es ftröm' aus deinen Wunden in meinen letzten Stunden mir Troft und Frieden zu. Nimm mich an meinem Ende, o Herr, in deine Hände und führe mich zur ew'gen Ruh'. 5. Alle Hoffart drückt sie nieder, hebt in Kleinmuth mich empor, giebt in Schwachheit Stärke wieder, zieht aus Zweifeln mich hervor; hält mich zwischen Lust und Leid in der rechten Mäßigfeit: ja, mir ist der höchste Frieden durch des Heilands Kreuz Mel. Freu' dich sehr, o meine sc. 197. Richtet auf des Hei beschieden. lands Leiden die Vernunft ihr Denken hin, so will sie allein sich weiden an des Dulders hohem Sinn; sie verdammt der Feinde Wuth, die bergoß des Heil'gen Blut, und tlagt über Chrifti Schmerzen; doch es beiligt nicht die Herzen. 6. O geheimnißreiche Liebe, die sich mir im Glauben schenkt! wecke neue Lebenstriebe, wenn mein Blick zum Kreuz fich lenkt. Alle Kraft und alles Heil deines Leidens sey mein Theil; alles Andre mag vergehen, bleibet mir dein Kreuz nur stehen. 2. Aber meines Geistes Sehnen sucht den höheren Gewinn: zum Ersterben zu gewöhnen mei nen tief verderbten Sinn. Mir mel. O Gott, du frommer Gott ic. Zeht, welch ein 198. Gebt Mensch ist das! soll Christi Schmach und Pein Kommt, Menschen, hier zusamnicht ein rührend Bild nur seyn; nein, in's Herz will ich ihn schließen, seines Todes Kraft genießen. men: ihr Ungerechten, seht die Unschuld bier verdammen; Unbeil'ge, sehet hier den Heiligsten berhöhnt, mit Dornen nur zum Spott des Himmels Herrn gefront. 3. Dies Geheimniß seiner Schmerzen, das verborgen ist der Welt, hat der Glaube meinem Herzen in das hellste Licht gestellt. Alle sündliche Begier tödtet Chrifti Tod in mir, und durch ihn wird mir gegeben, auf zustehn zum neuen Leben. 2. Seht, welch ein Mensch ist das in Schmach und Schmerz und Wunden! Hat eure Knechtschaft nicht den Freieften gebunden? Hat eure Luft nicht ihm der Schmerzen Füll' erregt? Jft's eure Bosheit nicht, die an das Kreuz ihn schlägt? 4. D'rum in meines Herzens Grunde trag' ich ihn, den Seelenfreund, der zum ew'gen Gna- 3. Sebt, welch ein Mensch den- Bunde mit den Gläub- ift das! Ja, opfert Thränen 104 Vom Leiden und Tode Jesu. fluthen; denn eure Blutschuld| dern nie an diese Wuth der macht des Heilands Herz ver- Sünder. Du sprichst: die Rache bluten! Geht nicht vorüber hier; ftrafte fie und ftraft noch ihre doch seht durch allen Schmerz, Kinder. D Seele, denkst du sebt burch die offne Bruft in auch dabei an deine Sünden; eures Jefu Herz. bist du frei von Schuld am Tode Jesu? 4. Sebt, welch ein Mensch ist das! Kommt, Menschen, hier 3. Wird er nicht auch für zusammen, zergeht in Dankbar deine Schuld verschmähet und feit, erglüht in Liebesflammen! zerschlagen? Muß Jesus nicht So lang' das Auge blickt, sey nie der Wunsch gestillt, die Herrlichkeit zu schaun, die ihn am Kreuz erfüllt. boll Lieb' und Huld auch deine Sünden tragen? Ja, er versöhnt durch seinen Tod auch dich mit dem gerechten Gott 5. Seht, welch ein Mensch und stirbt, damit du lebeft. ist das, wie reich an Troft und 4. O Jesu, Jesu, Gottes Gnaden! Seht, welche Segens- Sohn, du Tilger meiner Sün füll' aus ihm sich will entladen, den! vertritt mich an des Vaters seit sein vergoßnes Blut der Thron und laß mich Gnade finSünde Macht bezwingt, so oft den. Laß deines Todes Schmach sein Blick vom Kreuz in eure und Pein Gerechtigkeit und Heil Geelen dringt. mir seyn um deiner Liebe willen. 6. Seht, welch ein Mensch ist Sas! Zieht er nicht von der Erden euch nach, fühlt ihr euch nicht zu Gott erhoben werden? 5. Jch schwöre, Weltversöhner, dir, und ewig will ich's balten: so wahr du lebeft, soll in mir nie deine Lieb' erkalten; Sterbt nicht der Sünd' ihr ab, ich will nicht scheuen deine indem das Haupt er neigt; lebt Schmach, ich will das Kreuz ihr nicht himmlisch auf, wenn dir tragen nach, nur dir zur er zum Himmel steigt? Ehre leben. Mel. Aus tiefer Noth c. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid! 2c. 199. Cebt, welch ein 200. o ruhest du, 0 meine Rub', in deiner Grabeshöhle, und erweckft durch deinen Tod die erstorbne Seele. liegt so schwer auf ihm die Laft der Sünder! Wie unaussprechlich duldet er für euch, ihr Men schenkinder! Des ew'gen Vaters beil'gen Sohn trifft wilder Feinde Spott und Hohn und tausendfache Plagen. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben; dich hat jetzt ein FelsenGrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Doh Preis sey dir, du 2. Du denkeft ohne Schau Vom Leiden und Tode Jesu. 105 fonnteft bier nicht die Verwehr, die ihr euern Heiland ehrt, sung seben! bald bieß dich des fühlt seiner Liebe hohen Werth, Höchsten Macht aus dem Grab die selbst die Feinde segnet. Auch erstehen. uns hat er durch sein Gebet des ew'gen Richters Gnad' erflebt. Zu unsers Herzens Trost und Rüh' sagt er auch uns Vergebung zu. Herr Jesu Christ, gelobt seyft du für deinen Tod, der uns versöhnt mit unserm Gott! 4. O Lebensfürft! ich weiß, du wirst auch mich zum Leben wecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einft, bis du erscheinst, in stillem Frieden liegen: denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab befiegen. 6. Nein, nichts verdirbt, der Leib nur stirbt, doch wird er auferstehen und in der Verklärung Glanz aus dem Grabe gehen. 7. Indeß will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis zum Tode denken.' bild 3. Das ist der Segen deiner Huld, daß Gott auch bei gehäufter Schuld die Sünder gern verschonet; daß er so liebreich ihrer denkt und ihnen Frift zur Buße schenkt, nicht nach Verdienst belohnet. Wohl mir, daß ich auch rühmen kann: auch mich), mich Sünder nimmt Gott an; dies Heil hat deines Todes Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. O Jesu Chrift, mein Herr und Gott, durch deinen Tod vertrittst du mich bis an Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. 201. m Gnade für die den Tod! Sünderwelt ruft Gottes Sohn, am Kreuz gequält, als er die Welt verföhnet. Wie tief verwundet es sein Herz, daß ihn bei seinem herben Schmerz ihr Spott so frech verhöhnet! Er schaut auf sie mit mildem Sinn und wendet sich zum Vater hin, der seine Bitten stets gewährt; ruft, daß es Erd' und Himmel hört: vergieb, o Gott, und führe nicht sie in's Gericht; denn was sie thun, verstehn sie nicht. 2. Bewundernd seb' ich diese Huld! Wie göttlich groß ist die Geduld, die Mördern so begegnet. 4. Wird je mein Herz von Trofte leer, weil meiner Sünden großes Heer auf's Neue mich erschrecket: o dann versichre mich auf's Neu', du steheft mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket. Blick ich dann glaubensvoll auf dich, so tröste deine Gnade mich und stärke mich mit deiner Kraft am Ziele meiner Pilgerschaft. Herr Jesu Christ, der letzte Kampf wird mir versüßt, weil du mein Trost im Tode bist. 5. Den fanften, liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß', Herr, in meine 06 Vom Beiden und Tode Jesu. Seele. Gieb, daß bei der Ver-| fann dich erreichen und feiner folgung Schmerz ich dir des aus der Engelschaar. Des ew's Feindes hartes Herz und meine gen Vaters Thron verlassen, Sach' empfehle. Entflammet mich um hier am Kreuze zu erblas der Rache Gluth, o so besänft'ge sen und uns vom Tode zu bemeinen Muth. Erinn're träftig frein; des Himmels unnennmich daran, was du zum Vor- bare Freuden vertauschen mit der bild mir gethan, Herr Jesu Chrift, Erde Leiden: kann eine Liebe als du am Kreuz durch dein größer seyn? Gebet selbst deinen Mördern Gnad' erfleht. 3. Wer diese Liebe fennt, der bete fie mit der tiefften Ehrfürcht 6. Mich heil'ge dein Versöh an. Wir wollen deiner Todesnungstod, daß ich befolge dein stätte, o Herr, uns gläubig dankGebot und ganz dir ähnlich bar nahn. Hier stehn wir unwerde. Ja, ziehe mich, erhöh- ter deinem Kreuze, daß uns ter Held, zu dir hinauf von dein hohes Vorbild reize, zu dieser Welt, zum Himmel von thun, was Liebe uns gebeut; der Erde. Du bist der Deini- du lehrst uns, ohne Drohn und gen Panier; zeuch uns dir nach, Klagen die Laften unsrer Brüwir folgen dir und können dann der tragen: wir sind zu folgen ohn' Ende dein und deiner Für- dir bereit. sprach' uns erfreun. Herr Jesu Chrift, Herr Jesu Christ, wie selig ist ein Mensch, dem du ein Heiland bist! 4. Das Herz zur Liebe zu entzünden, blid' ich hinauf nach Golgatha; der Kränkung Schmerz zu überwinden, erwäg' ich fromm, was bort geschah. Auch meine Feinde will ich lieMel. Wie wohl ist mir, o Freund ic. 202. Roll Liebe war, oben, der Brüder keinen je beHerr, dein Leben, trüben, für welche du gestorben von Liebe zeugte jede That; bist; auch unter Opfern und zum Opfer dich für uns zu ge- Beschwerden will ich des Nächben, war deines Vaters heil'ger ften Helfer werden: bilf mir Rath. Ihn zu vollziehn mit dazu, Herr Jesu Christ. will'gem Herzen, betrafest du den und Mel. Wenn meine Sünd' ic. gingst in tausendfache Noth; 203. geriffen, verleug on Furcht dahinwarst voll Erbarmen gegen Feinde, du liebtest deine schwa- net Petrus dich; bald straft chen Freunde und liebteft fie bis ihn sein Gewissen, da weint in den Tod. er bitterlich. Dein Blick, o Jesu, rührt sein Herz, er flebt zu bir um Gnade und du ftillft seinen 2. D Liebe, Liebe fonder Gleichen, wie göttlich groß, wie wunderbar! Rein Sterblicher Schmerz. Vom Leiden und Tode Jesu. 107 2. Betrübt ist meine Seele,| mel. Serzlich thut mich verlangen. mit Reu' und Schmerz erfüllt; 204. Meg, Welt, mit wenn ich es auch verhehle, dir deinen Freuden ist es doch enthüllt. Bekennen und dem, was dir gefällt: dich, will ich es vor dir: oft hab' Jesu, seb' ich leiden, du Opfer ich dich verleugnet, vergieb, für die Welt! Du hast durch vergieb es mir! tausend Schmerzen und deines Todes Kraft den Frieden meis nem Herzen und ew'ges Heil verschafft. 3. Oft hat mich Furcht gebeuget; ich ward der Menschen Knecht, wenn ich nicht laut gezeuget von dir und deinem Recht. Ja, brach ich je die Christenpflicht, so sprach auch ich mit Petrus: ich kenne Je fum nicht. 4. Jch seh' jest, ich empfinde die Größe dieser Schuld; vergieb auch diese Sünde nach deiner großen Huld. Erbar mend sabft du Petrum an, auch mich laß diese Gnabe, o Herr, mein Heil, empfahn! 2. Weil dich die Welt verachtet, werd' ich mit Ruhm geschmückt; weil du am Kreuz geschmachtet, darum werd' ich erquidt. Dein Gott, der dich verlaffen, tritt näher nun zu mir, ich darf ihn gläubig fas sen: dies, Heiland, dank ich dir. 3. Die ausgeftreckten Hände, fie fegnen den, der glaubt; daß ich einst selig ende, neigft. du am Kreuz dein Haupt. In deiner offnen Seite seb' ich dein liebend Herz; das giebt mir Kraft zum Streite und Rub' in jedem Schmerz. 4. Mag denn die Welt dein Leiden und seinen Troft ver6. Bewahr' ich deine Gnade, schmáhn: ich bleibe voller Freufolg' ich dir standhaft nach, wer den an deinem Kreuze ftehn. ift bann, der mir schade, was D Jefu, deine Liebe trieb dich fürcht ich Hohn und Schmach? in Tod und Grab: ich sterb' Die Spotter mögen mich ver- aus gleichem Triebe der Sünde schmähn; sie werden mich mit gänzlich ab. Ehre von dir verherrlicht sehn. 5. Laß dieses Herz voll Reue von nun an stärker seyn und mit erneuter Treue fich deinem Dienste weihn; daß auch in Trübsal und in Noth ich, Herr, getreu dir bleibe, getreu bis in den Tod. 7. Nichts soll von dir mich trennen; ich will es gern und 205. Wenn frei vor aller Welt bekennen, In eigener Melodie. mich die Sünden fråndaß ich dein Jünger sey. Dann fen, o mein Herr Jefu Chrift, tret' ich freudig vor Gericht und so laß mich wohl bedenken, wie bu, o Herr, verleugneft mich vor bu geftorben bift, und alle meine dem Vater nicht. Schuldenlaft am Stamm des 108 Vom Leiden und Tode Jesu. heil'gen Kreuzes auf dich genom- du mir erwiesen, aus reiner Lieb' men haft. allein. 2. O Wunder ohne Maßen, betracht es, Seele, recht: es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht! der, welcher ist mein Herr und Gott, hat sich für mich Verlor'nen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden die Schuld, die mich betrübt? Ich bin bei Gott in Gnaden, der seinen Sohn mir giebt; der mich erlöft durch Chrifti Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Höllen Qual und Gluth. 4. D'rum fag' ich dir von Her zen, jetzt und mein Leben lang, für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank; für deine Noth und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb' und Treu'. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie tomme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöfet bin. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich, wenn in den letzten Stunden mein Auge blickt auf dich. Auf dein Verdienst nur will ich traun, dann wirst du mich annehmen, dich ewiglich zu schaun. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann ohn' Eigen nuß und Heuchelschein, und wie Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 206. Mer kann die Leiden faffen, die du, Herr, so gelaffen für mich erduldet baft! Daß ich gerettet würde, trugst du die schwerfle Bürde und nahmft auf dich auch meine Laft. 8 2. Laß deine letzten Stunden, die Qual, die du empfunden, mich tröften und erfreun. Es lehre mich dein Leiden den Dienst der Sünde meiden und ganz mich deinem Dienste weibn. 3. Du starbft mit einem Herzen, das selbst in Todesschmerzen für deine Feinde bat: so will ich mich nun üben, den, der mich fränkt, zu lieben; oft wußt auch er nicht, was er that. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, der Menschen Spott 4. Du gabest Troft dem Armen, der sich auf dein Erbar und Hohn hilf mir geduldig men am Kreuze erst verließ: tragen, Gottes ew'ger Sohn! wenn ich im Glauben sterbe, Laß mich verleugnen diese Welt bin ich des Himmels Erbe und und folgen dem Exempel, das du folge dir in's Paradies. mir vorgestellt. 5. Du sorgteft für die Deinen, die du um dich sabft weinen, gabft ihrem Herzen Ruh': so send' auch, wenn ich scheide, in ihrem bittern Leide den Meinen Trost und Frieden zu. Vom Leiden und Tode Jesu. 109 6. Du mußteft, matt von] duldig seyn, uns trösten deiner Plagen: mich dürftet! schmach- Kreuzespein. tend flagen, und Reiner labte dich: doch ich fann nie verfchmachten, denn du wirst meiner achten, du labeft und er quickest mich. 7. Du riefft mit Angst und Beben, von Todesnoth umgeben: Verläßst du mich, mein Gott? Werd' ich dereinst erblasfen, du wirst mich nicht verlaf fen; du fühltest selbst des Todes Noth. 8. Du sprachst an deinem Biele in freudigem Gefühle des Siegs: Es ist vollbracht! Lehr' mich mein Werk vollbringen und einft zum Ziele bringen durch deines Sieges Kraft und macht. 9. Du gabst am Leidensende in deines Vaters Hände getroft den Geift dahin: wenn ich auch den Geist dahin: wenn ich auch meine Seele ihm einst, wie du, befehle, o dann ist Sterben mein Gewinn! Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 207. Wir danken dir, Herr Jesu Chrift, daß du für uns gestorben bist und unsrer Sünden schwere Last am Kreuz auf dich genommen haft. 2. Sohn Gottes und des Menschen Sohn, verherrlicht nun nach Schmach und Hohn, erlös' uns von dem ew'gen Tob und tröft' uns in der letzten Noth. 3. O reich' uns deine starke Hand in unserm Kreuz und Prüfungsstand! damit auch wir ge4. Bu dir steht unsre Zuberficht, du werdeft uns verlassen nicht; mit deiner Gnade bei uns stehn, bis wir zu deinem Reich eingehn. Mel. Freu' dich sehr zc. 208. Wir sind Alle Jefu Glieder und mit seinem Blut erkauft; darum tomm auf uns bernieder, Geist, der uns mit Feuer tauft. Lenke du den ernsten Sinn auf des Hei lands Leiden hin; bilf, daß wir es würdig feiern, sein Gedächt niß fromm erneuern. 2. Stell' den Mittler unfres Bundes uns in seiner Würde bor; bring' die Reden feines Mundes vor das aufgeschloßne Ohr. Führ uns nach Gethse mane, daß dort unser Aug' ibn seb', wie des Todes Nacht ihn schrecket und ihn blutger Schweiß bedecket. 3. Beig' uns ihn, den Sanften, Reinen, unter seiner Mörderschaar. Ach, es gab auf Erden Keinen, welcher so verachtet war! Doch er hat der Frevler Hohn, Purpurmantel, Dornenfron', alle Qual, die er empfunden, fiegreich duldend überwunden. 4. Geh' mit uns dem Opferlamme auf dem blut'gen Pfade nach; zeig' uns an dem Kreuzesftamme seine Hoheit, seine Schmach. Um sein feftes Gottvertraun und des Heil'gen Tod 110 Von der Auferstehung Chrifti. zu schaun, trag' uns auf der An-[ leben, der den Geift Gott übers bacht Flügel zu bem nachtbe geben. deckten Hügel. 6. Du begnadigte Gemeinde, 5. Seine letzten Worte schreibe blick zu deinem Haupt empor, uns in's Herz mit Flammen zu dem göttlich großen Freunde, schrift, daß nun Keiner troftlos ben zum Retter Gott erfor: bleibe, den das Loos des To- schöpfe Wonn' und Seligkeit des trifft: seit, es ist vollbracht" dir aus seiner Leidenszeit; reiß ertönt, find wir nun mit Gott ver- dich los von dem Getümmel und föhnt, find bestimmt, bei dem zu bein Wandel sey im Himmel. IX. Von der Auferstehung Christi. Mel. Chrift lag in Todesbanden» c. daß du mögft auferstehen durch Pch 209. Gott, mich feine Kraft zur Seligkeit und drückt ein schwe- fröhlich mit ihm gehen durch rer Stein, wer will ihn von mir viel Trubsal, Angst und Qual nehmen? Du fenneft meines und durch das finfire Todestbal, Herzens Pein und mein gebeis zur Freud' und Wonn' erhoben mes Grámen: Jefus lebt und dort oben. ich bin todt; wer rettet mich aus dieser Noth, daß ich ihn nicht fann finden vor Sünden? 5. Dein Jesus läßt dich nicht zurück, weil er vorangegangen, fo du nur mit dem Glaubensblick willft immer an ihm bangen. Er wird dich dem Grab entziebn, obn' all' bein Sorgen und Bemühn, und nehmen deine Schmerzen zu Herzen. 3. Betrübtes Herz, verzage nicht, dein Jesus ift erstanden, der Tod und Höllenmacht zer bricht und löft der Sünde Ban den: er wird auch durch seinen Tod dich reißen aus der Sün den- Noth und zu dem GeistesLeben erheben. 6. Die Engel Gottes find bei dir, die dich zu Jefu leiten und auf dem Weg zur Lebensthür mit Flammen für dich streiten. Suchst du deinen Seelenfreund? Mit seinen Jüngern geb' vereint, wo er von Todesbanden erstanden. 7. Such' ihn nicht mehr in seinem Grab, nein, wer mit ihm erstanden und folget feinem Hir 4. Er ist nun auferstanden heut, I tenftab, bei dem ift er vorhanden. 2. Wer wälzet diesen Stein von mir, der mich so hart beschweret? Wann öffnet sich die Grabesthür, wann wird mir Troft gewähret? Soll ich aus dem Tode nicht durchbrechen zu dem Himmelslicht? Wer will mich von den Ketten erretten? Von der Auferstehung Chrifti. 111 Darum prüf', o Mensch, dein| In eigener Melodie. Herz, thu Buß in wahrer Reu' 211. Ruf, auf, mein geboben von oben. mit Freuden nimm wahr, was heut ge8. Flieb' aus dem Grab in's schehn! Gott läßt nach großem Himmelszelt, dein Leben dort Leiden ein großes Licht uns zu finden; geb' aus im Glauben sehn. Mein Heiland war gevon der Welt, laß alles Eitle legt da, wo man uns hinträgt, schwinden: so wird Jesus dir wenn der befreite Geift der Erde zum Heil erscheinen, als bein fich entreißt. beftes Theil, du wirft ihn nach Verlangen umfangen. 9. O Jefu, laß mich aufer flebn im Geift und mit dir leben, bis du mich selig wirft er. böhn und mir die Krone geben, bie du mir nach dieser Zeit berei tet in der Herrlichkeit, wo deiner die Erlöften sich tröften. 2. Großer Erstling deiner Brüder, ja, du zieheft uns nach dir; du, das Haupt, ziehft deine Glieder, und wie du, so leben wir. Ja, wir werden auferstehen, weil du auferstanden bift! werden dich, Herr Jesu Chrift, einft in voller Klarheit sehen. Jett, o Herr, und ewiglich leben wir allein durch dich. 2. Er war in's Grab gesenket, man hört ein Hohngeschrei; doch eh' der Feind es denket, ift Chriftus wieder frei. Er tritt als Held herfür und schwingt sein Siegspanier. Wer ihn am Kreuze fah, ruft jett: Hallelujah! 3. Nun dräun der Hölle Rotten vergebens mir Gefahr; tühn darf ich ihrer spotten, fie Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 210. men, beines Grafrümmen mir kein Haar. Nun bes Friede wird wird des Todes Macht getroft auch unser Grab durchwehn, von mir berlacht. Wie er auch wenn wir, von der Wallfahrt schreckt, er gilt mir als ein müde, ruhn, um frober zu er- Schattenbild. stehn. Amen, Fürst der Auferstebung, der des Grabes Siegel brach, zeuch durch Grab und Tod uns nach zu des Wonnereichs Erhöhung, wo dem Tod, der uns verföhnt, aller Him mel Loblied tönt. 4. Nun mag die Welt mich haffen, mit ihrem Zorn mir brohn und, bin ich ganz verlassen, mich schmähn mit bittrem Hohn. Die Trübfal trübt mir nicht mein Herz und Angeficht; das Unglüdk ift mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick. 5. An Chrifto bleib' ich bangen, als seines Leibes Glied, wohin der Herr gegangen, er mich auch nach sich zieht. Er bricht durch Welt und Noth, besieget Sünd' und Tod; ich bin in seinem Schutz und biete Allem Truß. 112 Von der Auferstehung Chrifti. 6. Er bringt mich an die beben, ging er zu dem Vater Pforten, die in den Himmel bin; laßt uns ihm zur Ehre führt, daran mit goldnen Wor leben, dann ist Sterben uns ten der Spruch gelesen wird: wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Gewinn. Haltet unter Luft und Beiden im Gedächtniß Jeſum Christ, der vom Tod erstanden ift: unvergänglich sind die Freuden des, der nach dem Himmel ftrebt. Hallelujah! Jesus lebt. mel. Sollt ich meinem Gott 2c. 5. Freut euch seiner, Gottes 212. Tuferstanden, aufer Kinder, er sey euer Lobgestanden ist der fang! Bringt dem TodesüberHeld, der uns versöhnt! Sebt, winder ewig Ehre, Preis und wie hat nach Schmach und Ban- Dank! Rühmt es in Versuden Gott mit Ehren ibn gekrönt! chungsstunden, wenn euch Sünd' Dort auf seines Vaters Throne, und Elend drobt; rühmt es in über Schmerz und Tod erhöht, der Todesnoth: unser Herr hat berrscht er nun in Majestát. überwunden, der uns einst zu Fallet nieder vor dem Sobne, sich erhebt, Hallelujah! Jesus der uns einft zu fich erhebt. lebt. Hallelujah! Jesus lebt. 2. Singt dem Herrn, er ist erstanden, der da starb auf Gol gatha. Rühmt es laut in allen Landen, was sein Mund verhieß, geschah. Wer kann ihm noch widerstreben? Mächtig steigt der Held empor; im Triumph bricht er berbor. Seht des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt. Hallelujah! Jesus lebt. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 213. Ruf, ihr Christen, laßt uns fingen und unserm Heiland Ehre bringen, der aus dem Grabe steigt empor! Jesus Christus ift erftanden und hat den Tod gemacht zu Schanden, geöffnet ist bes Grabes Thor. O Glanz der Herrlichkeit, der ewig uns erfreut! Hallelujah! der starke Held gewinnt das Feld und sieget über Tod und Welt. 3. Uns vom Tode zu befreien, fant er in des Grabes Nacht; uns zum Leben zu erneuen, steht er 2. Ob wir endlich müssen sterauf durch Gottes Macht. Tod, ben, wir werden darum nicht du bist in Sieg verschlungen, verderben, der Tod ist uns des deine Schrecken sind gedämpft, Lebens Thür: denn weil Chrideine Herrschaft ist bekämpft ftus auferstanden, bleibt keiner und das Leben ist errungen; in des Todes Banden, mit un ob man unsern Leib begräbt, serm Haupte leben wir. Den Hallelujah! Jesus lebt. Leib zerstört der Tod; den Geist trifft keine Noth Hallelujah! 4. Aus dem Grab uns zu er Von der Auferstebung Christi. 113 Von allem Leid sind wir befreit| mel, Christ lag in Todesbanden sc. und gehen ein zur Seligkeit. 215. 215. Bringt Preis und dem Heis land dar, frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist dem Gericht entnommen. Sey gelobt, Herr Jefu Chrift, daß du für uns gestorben bist und fiegreich auf erstanden. Hallelujah! Mel. Jesus, meine Zuversicht 2. 214. uf mein Herz! des Herren Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben: Chriftus, der im Grabe lag, ift im Tode nicht geblieben! wie hoch sind wir getröst't! Jesus hat die Welt erlöft. 2. Er, der ew'ge Gottes- Sohn, fey nun ewig auch gepriesen; seiner Feinde Schaar zum Hohn hat er siegreich fich erwiesen: hat erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unfre Schuld ist freilich groß, doch wir dürfen nicht verjagen, denn der Bürg' ist frei und los, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gekrönt und wir sind nun Gott versöhnt. 4. Sterben war der Sünde Sold; nun ift Chriftus unser Leben, der das Lösegeld gezollt und fich selber hingegeben; er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 2. Dein Leben in der Majeftät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, uns- nun den Trostgrund rauben: daß du von der Sünde Macht Befreiung haft an's Licht gebracht, den Himmel aufgeschlossen? Hallelujah! 3. Gott felbft bat dich dem Grab entrückt, dich, seinen Sohn, zu ehren; der Wahrbeit Siegel aufgedrückt hat er auf deine Lehren. Deines Todes hohen Werth hat er auf's herrlichste erklärt, da er dich auferwecket. Hallelujah! 4. Erstandner, ich frohlocke dir; mein ist dein Sieg und Leben. Du lebst und herrscheft, 5. Tod, wo ist nun deine um auch mir dein ew'ges Heil Kraft? Grab, wo find nun deine zu geben; meiner Seele Trost Ketten? Hier ist Gott, der Hülfe zu seyn, zum Guten Kraft mir schafft, hier ist Jesus, der kann zu verleihn und mich zu Gott retten; muß gleich unser Fleisch zu führen. Hallelujah! und Bein erst in Staub verwandelt seyn. 5. Mein Herr, mein Gott, bilf mir dazu, befreie mich von 6. Herr, dies glaub' ich dir Sünden. Im Frieden Gottes zum Ruhm und mein Troft ist laß mich Ruh' für meine Seele nicht vergebens. Ich bin nun finden. Schaffe deinen Sinn dein Eigenthum, du, mein Herr, in mir, damit ich, Gott ergeben, du Fürst des Lebens. Hocher hier als dein Erlöfter wandle. freuet fing' ich dir jetzt und Hallelujah! ewig Danf dafür. 6. Dein ist das Reich, bein 8 114 Von der Auferstehung Chrifti. ist die Macht, die Todten zu ben, die Macht des Grabes ift erwecken. Du rufeft, und der gedämpft; sebt Jesum hier sein Gräber Nacht wird uns nicht Haupt erheben, nun er den länger decken. Wie du aufer Sieg auch uns erkämpft. Er standen bist, so werd' auch ich, läßt uns dies zur Losung hier: Herr Jesu Chrift, durch dich ich leb' und ihr lebt auch mit einst auferstehen. Hallelujah! mir. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln, und jederzeit nach deinem Sinn und beil'gem Vorbild handeln; daß ich, wenn ich aufersteh' und dich, des To- fteht auf seinem Siegspanier: des Sieger, seh', vor dir dann nicht erschrecke. Hallelujah! 2. Und wie der Tod zu seinen Füßen, liegt auch die Sünde hingestreckt; er weiß die Gräber aufzuschließen, er stürzet Alles, was mich schreckt. D'rum ich leb' und ihr lebt auch mit mir. 3. Mein Jesu, Wahrheit, 8. Da, wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir Weg und Leben, der Leben giebt leben. Du wirst ihn, wenn du und leben lehrt, wie soll ich nun erscheinft, zu deiner Freud' jenen Sieg erheben, der ganz erheben. Laß dies auch mein Erbtheil seyn, so werd' ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden. Hallelujah! der Feinde Macht zerstört? Sie liegen dort, du rufeft hier: ich leb' und ihr lebt auch mit mir. In eigener Melodie. 216. Christ ist erstanden von der Marter alle. Deß soll'n wir Alle froh feyn. Chriftus will unser Troft seyn. Hallelujah! 2. War' er nicht erstanden, so vergangen. 4. Wohlan, belebe deine Glieder, erstorben bleibe feins zurück. Die Lebensfonne leuchte wieder, verklär' uns zu des Himmels Glück. Dein Wort bestehe für und für: ich leb' und ihr lebt auch mit mir. eit er auferstanden ist, erhöhn 218. Ciert, erfreut des Mel. Erschienen ist der herrlich sc. rinnre dich, mein wir den Herrn Jesum Christ. Hallelujah! hohen Tags der Herrlichkeit; 3. Hallelujah! Hallelujah! balt im Gedächtniß Jefum Hallelujah! Deß soll'n wir Alle frob seyn. Christus will unser Troft seyn. Hallelujah! Chrift, der von dem Tod erstanden ift. Hallelujah! 2. Entbrenn' in Lieb' und Dank für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch' er: Friede sey mit dir! So freue dich, nun fiegt das Le- mein Geift, in mir. Hallelujah! mel. O daß ich tausend zc. 217. Zer Tod ift todt, Von der Auferstehung Chrifti. 115 3. Schau über dich und bet 11. Nie komm' es mir aus meiihn an: der Erdkreis ist ihm unterthan; er lebt und herrscht, mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. Hallelujah! 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! sein Name sey gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit. Hallelujah! 5. Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit mel. Erschienen ist der herrlich' 2c. 219. 219.r der der Herrlichkeit, dem vergleicht, was ich durch er lebt, frohlocke, Christenheit! Gottes Sohn erreicht? Hallelujah! Das Grab ist leer, der Sieg ist sein und des Triumphes Segen dein. Hallelujah! 2. O feire diesen großen Tag! Er lebet, der im Grabe lag; er hat der Feinde Schaar bekriegt und in dem Kampfe obgefiegt. Hallelujah! nem Sinn, was ich dir, Heiland, schuldig bin: verleih mir Kraft, dir treu zu seyn, in dir mich täg lich zu erneun. Hallelujah! 12. Du bist's, der Alles in uns schafft, dein ist das Reich, dein ist die Kraft. Gelobet seyft du, Jesus Christ, der von dem Tod erstanden ist! Hallelujah! 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig seyn: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! Hallelujah! 7. Du, der du in den Himmeln thronft, ich soll da wohnen, wo du wohnft, und du erfüllest mein Vertraun, dich in der Herrlichkeit zu schaun. Hallelujah! 8. Dereinst, wenn du, o Le bensfürft, die Welt zu richten kommen wirft, soll ich aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. Hallelujah! 4. Er lebt; dies stärket mein Bertraun: auf diesen Felsen will ich baun. Der Herr hat aus des 9. Mit deiner heil'gen Engel Grabes Nacht Unsterblichkeit an's Schaar soll ich dich loben immer- Licht gebracht. Hallelujah! dar; mit allen Frommen aller 5. Verheißen hat er, unser Zeit soll ich mich freun in Ewig- Hort: auch ihr sollt leben; welch feit. Hallelujah! ein Wort! Das Haupt läßt seine 3. Gelobt, gelobt sey Jesus Chrift, daß er vom Tod erstanden ist! Kann noch des Todes Pfeil uns drohn? Des Grabes Schrecken sind entflohn. Hallelujah! 10. O welch ein Ruhm, o Glieder nicht; dies bleibet meine welch ein Heil wird, Mittler, Zuversicht. Hallelujah! uns durch dich zu Theil! Wer mit dir ftirbt, o Gottes Sohn, Mel. Ein' feste Burg xc. ist mit dir auferstanden schon. 220. r lebt, o Freuden Hallelujah! wort, er lebt, 8° 116 Von der Auferstehung Chrifti. Heiland aller Sünder; der] Mel. Wachet auf, ruft uns 2C. Feinde Heer erschrickt und bebt 221. Teiert Christen, dieſe Stunden, denn ftritt mit Heldenmuth, vergoß unser Herr hat überwunden; für uns sein Blut; durch seis Heil dem, der sich zu ihm benen Kreuzestod erwarb er uns fennt! Cbriftus hat den Tod bei Gott Vergebung unsrer bezwungen; nun sey ihm Lob Sünden. und Dank gesungen, nun jauchze, wer nach ihm sich nennt! Er sant zur Gruft hinab, doch er berließ das Grab triumphirend. Das Reich ist sein, durch ihn allein gehn wir zu seiner Freude ein. 2. Er lebt, des Vaters ew'ger Sohn, erhöht zu seiner Rechten. Er herrscht und hilft von seinem Thron auch seinen schwachen Knechten. Er lebt nun ewiglich und ewig schüßt er mich; er thut mit starker Hand den Feinden Widerstand; sie können mir nicht schaden. 3. Er lebt, Gott hat ihn auf erweckt, Gott wird auch mich erwecken. Der Tod, der Aller Herzen schreckt, kann mich nicht mehr erschrecken. Sein Stachel, seine Kraft, die Sünd', ist weg geschafft; der treue Zeuge spricht: Wer glaubt, der stirbet nicht; deß troft' ich mich von Herzen. 2. Du, mein Glaube, lehrft mich fiegen; vor dir muß Furcht und Gram erliegen, du Glaube der Unsterblichkeit. Drücken mich der Erde Leiden, sie weichen vor des Himmels Freuden; ich fämpfe hier nur kurze Zeit. Gebt vor mir hin ein Freund: dort werd' ich neu vereint mit ihm leben. Bei jedem Schmerz erhebt mein Herz fich, freudig Hoffend, himmelwärts. 4. Er lebt, der unbezwungne 3. Daß ich nicht im Tode zage, Held; befingt, ihr Engelchöre, laß jeden meiner Lebenstage an befingt, ihr Völker aller Welt, guten Werken fruchtbar seyn. des Mittlers Ruhm und Ehre! Meinem Heiland schon auf ErErhebt des Siegers Macht, der den im Sinn und Wandel ähnvon dem Tod erwacht, der un- lich werden, dies führet mich sern Tod bezwingt, der uns das zum Himmel ein. So leb' ich Leben bringt und mächtig für uns ftreitet. in der Zeit schon für die Ewigfeit und mein harret an Gottes Thron die Ehrenkron', die mir verheißt des Ew'gen Sohn. 5. Er lebt, o Chriften, laßt uns heut frohlockend ihn erheben! Laßt uns von nun an jederzeit ihm wohlgefällig leben. Wir sind sein Eigenthum, erkauft mel. Lasset uns den Herren preifen, o ihr 2c. wir allein tobt und lebendig 222. eft des Lebens, sey seyn und sein auch ewig bleiben. Von der Auferstehung Chrifti. ges Feft, sey uns gegrüßt! Mel. Sey Lob und Ehr' ic. Also jauchzt die Schaar ber 223. Freiwillig haft du Frommen, die aus Gott gebofür ren ist. Aus der Gottheit ew'ger uns, o Herr, dein Leben; du Fülle wogt ein tiefes Lebens- hatteft, es zu lassen, Macht, meer in dem Weltkreis weit Macht, wieder dir's zu geben. umber, dringt auch in des Gra- Und darum liebte dich dein Gott, bes Stille. Aller Christen Preis- weil du es willig in den Tod gesang tönt dir, Gott des Le- für deine Feinde gabeft. bens, Dank. 2. Siegreich trat zurück in's Leben Jesus aus des Grabes Nacht, und es ist ihm nun gegeben alle Herrlichkeit und macht. Uleber unsre Erde wehte wunderbare Himmelsluft aus der aufgesprengten Gruft, als Gott seinen Sohn erhöhte. Nun schafft er die Menschheit um durch sein Evangelium. 117 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlaffen. Er frönte dich mit Herrlichkeit, die Engel selbst nicht fassen. Das Kreuz, daran man dich erhöbt, wird das Panier der Majestät, denn du gingst aus dem Grabe. 3. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott, denn du bist auferstanden. Du bift mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dessen mächtig Wort auch ich einst ewig lebe. 4. Wir sind nun göttlichen Des verklärten Lebens Geschlechts, durch dich des HimSonne heilt dann jeden Erden- mels Erben. Süß ist die Hoffschmerz und des müden Pilgers nung deines Knechts, in dieser Herz fühlet fel'ger Geifter Won ne. Dann erst wird uns offen bar, welch ein Gut dies Leben 3. Heil uns! wir auch werden leben, ob das Herz im Tode bricht, werden fiegreich uns er beben zu des Himmels ew'gem Licht. will ich sterben. Wie du vom Tod erstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einft auferstehen. war. wirkend fireben, ftark durch Lieb' und Heiligkeit. Wer da bat, dem wird gegeben: jedes Werk in Gott gethan treibt mit neuer Kraft uns an, fröhlicher in Gott zu leben. Wer so geiftlich auf ersteht, wird mit Chrifto einst erhöht. 4. Auf! nach jenem höhern Leben laßt uns in der Prüfungszeit bulbend, kämpfend, 224. die Sonn aufgebt, mel. Erschienen ist der herrlich' ic. rüh mein Heiland Chriftus aufersteht; die Erde bebt, es bebt das Grab, den Stein wälzt Gottes Engel ab. Hallelujah! 2. Vertrieben ist der Sün den Nacht, des Todes und der Höllen Macht; o Wunder groß, 118 Von der Auferstehung Chrifli. o starter Held! wo ist ein Feind, schen Sohn trägt nun davon bes den er nicht fällt? Hallelujah! berben Kampfes reichen Lohn. 3. Herr, der du aus dem Grabe dringst, die Siegesfahne glorreich schwingft, auch mich wecft du zum Leben auf, mein Ostertag ist schon im Lauf. Hallelujah! 4. Bebf Chriftus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; und stürb' auch alle Welt mir ab, g'nug, daß ich Christum bei mir hab. Hallelujah! 5. Er weidet, schüßt und trö- 3. Nun kann uns der Tod ftet mich; sterb' ich, nimmt er nicht schrecken, einst wird der mich auf zu fich. Wo er jetzt lebt, Herr uns auferwecken durch da komm' ich bin, weil seines Lei- seiner Stimme Wundermacht. bes Glied ich bin. Hallelujah! 6. Durch seiner Auferstehung Kraft komm' ich zur HimmelsBürgerschaft; durch ihn nimmt Gott mich gnädig an, wer ist, der mich verdammen kann? Hallelujah! 2. Glorreich hat der Held gerungen, der Hölle finstre Macht bezwungen und uns von Straf' und Schuld befreit. Wir, die tief gefallnen Sünder, sind nun durch Christum Gottes Kinder und Erben seiner Seligkeit. Wir sind durch ihn versöhnt, den Gott mit Preis gekrönt. Hallelujah! wir sind nun sein und ihm allein soll unser ganzes Herz sich weibn. Mel. Wachet auf, ruft uns ic. 7. Für solchen Trost, Herr Jefu Chrift, lobsingt dir, was auf Erden ist; wir werden Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. würd'ger bich erhöhn, wenn 226. allelujah! Jeſus dereinst dein sehn. Hallelujah! 225. Er wird unvergänglich Leben und Herrlichkeit den Seinen geben, die ihren Lauf in ihm vollbracht. Wir werden auferstehn, zu seiner Freud' eingehn. Hallelujah! o Siegesheld, in jene Welt zeuch uns dir nach, wann dir's gefällt. Erlöften, und erhebet des groBen Mittlers Majestät. Hört's, betrübte Sünder, gebet der Freude Raum, denn Jeſus leihn allelujah! jauchzt, Jefu Chrifto Lob und Ehre! Staub erhöht. Ihm jauchze sein herrlich großer Tag ist da. Preis und Dank, o Seele, dein Er zerriß des Todes Banden, Gesang! Hallelujah! Dich, groder Held ist aus dem Grab er- ßer Held, erhebt die Welt, standen, der nimmer die Verwe- weil deine Hand den Sieg be sung sah. Sein ist Gewalt und hält. Macht; er hat sein Werk voll2. Jesu Jünger, wehrt dem bracht. Hallelujah! des Men- Leide! Lobsinget ihm und nehmt Von der Auferstehung Christi. 119 boll Freude am Siege Theil,| deines Lebens. Hallelujah! der den er erftritt. Seht, der Tod Herr ift nah, bald ist der Tag ist überwunden, die ganze Hölle des Sieges da! ist gebunden; er herrscht, der für euch ftarb und litt. Laßt seine Feinde dräun; ihr könnt getreft euch freun. Jesus lebet Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. von Ewigkeit zu Ewigkeit, der- 227. ört's Alle, hört's, selbe gestern und auch heut. daß Jefus lebt, 3. Jhr auch dürft nicht troft von Todesbanden frei! daß er los beben, ihr Sünder, Gott nun ewig um uns schwebt so will euch vergeben, wenn ihr nah, so mild und treu.:: 2. Er lebet, der im Grabe die Schuld mit Ernst bereut. Durch des Todes Ueberwinder war, er lebt für uns fortan; ist er versöhnt und gegen Sün- nun geht das große Gnadender ein Vater der Barmherzig- jahr für all' die Seinen an.:,: feit. Der Heiland steigt empor, nun ift des Himmels Thor Allen offen. Gott ist verföhnt! Vom Himmel tönt der Freudenruf: Gott ist versöhnt! 3. Versiegelt ist der Friedensbund, der uns mit Gott vereint. Nun thut ein Tag dem andern tund: Gott selbst ist unſer Freund.:,: 4. Entsündigt dürfen Alle nun gen Himmel fröhlich schaun und an dem Vaterherzen ruhn mit Herzen voll Vertraun.:,: bein 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest ber Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt; Alles 6. Das Himmelreich, neu aufs lebet, so wie erneut zur Früh- gethan, wird uns zum Bater tingszeit fich Alles regt und land; uns führt des Vaters Alles freut. 5. Uns schreckt nicht mehr des Grabes Nacht. Wo ist des Todes Sieg? Das Leben ist an's Licht gebracht, seit er dem Grab entstieg.:,: Sohn heran mit treuer Bruderhand.:: 7. D'rum zagen wir um keinen mehr, dem hier das Auge bricht; bald wirft er neue Blick umber im ew'gen Freudenlicht.:,: 8. Verloren ist ihm feine Saat, mit Thränen hier geftreut; die Erndte jeder guten That reift dort in Herrlichkeit... 5. Wandeln wir auf deinen Wegen, o Auferstandner, welch ein Segen erwartet uns am Ziel der Bahn! Nach des Lebens Kampf und Leiden erhebft du uns zu ew'gen Freuden, die uns bein Kampf und Sieg gewann. Bald find fie unser Theil; bald krönet uns das Heil 120 Von der Auferstehung Chrifti. 9. Und wenn wir nach ein- deckt, dann werd' ich dich erander fort von hier nach Hause blicken, der mich vom Tode gehn, Gott, welch ein Schaun weckt. empfängt uns dort und welch ein Wiedersehn!:,: 5. Du fährst zu Himmels böhen und reichft mir deine 10. Für Jeden, der darnieder Hand, daß ich dir nach kann lag, von Gram und Schuld gehen in's rechte Vaterland gepreßt, sey Chrifti Auferste- Da ist es sicher wohnen im hungstag ein Auferstehungs- Glanz der Herrlichkeit, da warfeft!:,: ten mein die Kronen, die deine Hand mir beut. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! dir will geb' zu deinem ich mich ergeben auch in der Grabe, du Sieges- lesten Noth. Dann schlaf' ich ohne Kummer in deinem Fries den ein, und wach' ich auf vom Schlummer, wirft bu mein Loblieb seyn. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 228. fürst und Held; die Hoffnung, die ich habe, ist nur auf dich geftellt. Du lebrst mich fröhlich fterben und fröhlich auferstehn und mit den Himmelserben in's Land des 2. Du haft geweiht bie Erde, 229. fer lebt, er ist Mel. Was Gott thut, das ist xc. Ich weiß, mein in die man dich gelegt, daß mir nicht bange werde, wenn meine Stunde schlägt. Was an mir ist vom Staube, geb' ich dem Staube gern, weil ich nun freudig glaube: die Erde ist des Herrn. 3. Du schlummerst in dem Grabe, daß ich auch meine Rub' im Schooß der Erde habe, schließt sich das Aug' einft zu. Nun soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. schon hier mein Leben; wer gläubig sich zu ihm erhebt, darf vor dem Tod nicht beben. Ich folg' ihm nach, der Bahn mir brach; auf Todesnacht und Grauen folgt fel'ges Licht und Schauen. 2. Du lebst, du lebft, du starker Held, du Todesüberwinder! du bist das Heil der ganzen Welt, du bist der Trost der Sünder. Wer dich umfaßt, dem wird die Laft der Sünden abgenommen, der darf zum Vater kommen. 4. Dein Grab schließt Stein und Siegel und du bist den- 3. Du lebst, mein Arzt, du noch frei; auch meines Gra- heileft noch und täglich mein bes Riegel bricht deine Macht Gebrechen; du stärkest mich, entzwei. Du wirst den Stein was zag' ich doch bei meiner schon rücken, der mich im Tode Seele Schwächen? O leb' in Von der Auferstehung Chrifti. 121 mir, daß ich in dir auch selig| jetzt erhebt, wird euch einft zu leben möge und wandeln deine sich erheben. Giebt's ein Herz, Wege. das nicht vor Freuden bebt? Jesus lebt!:,: 4. Du lebst, du bist in Nacht mein Licht, mein Trost in Noth und Plagen; du weißt, was Alles mir gebricht, du wirst mir's nicht versagen. In Zweifeln Rath und Kraft zur That, im Tode sel'ges Leben wirst du den Deinen geben. 2. Jesus lebt!:: Fürchtet euch, ihr Christen, nicht! Chriftus will die Seinen schirmen. Aus der Nacht führt er zum Licht; Freude folgt den Leidensstürmen. Giebt's ein Herz, das muthlos noch erbebt? Jesus lebt!:: 5. Bereite dir noch mehr mein Herz für deine Seligkeis Mel. Jesus, meine Zuversicht ic. ten, fo lang' ich gegen Luft 232. Jeſus lebt, mit ihm Schmerz in Welt auch Tod, wo muß streiten. Gieb, daß ich find nun deine Schrecken? Jetreu im Kampfe sey, dann sus lebt und wird auch mich wird auch mir zum Lohne der von den Todten auferwecken. Ueberwinder Krone. Er verklärt mich in sein Licht, das ist meine Zuversicht. In eigener Melodie. 2. Jesus lebt, ihm ist das 230. Jesus Christus, un Reich über alle Welt gegeben; mit Heiland, der glorreich überwand, ist auferftanden und frei von Todes banden. standnen! werd' auch ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, 3. Jesus lebt; wer nun ver2. Christus, aller Sünden- zagt, raubt dem Mittler seine schuld rein, litt für uns Straf' Ebre. Gnade hat er zugesagt, und Bein, hat uns berföhnet, daß der Sünder fich bekehre. mit Gottes Huld gekrönet. Preis Gott verstößt in Chrifto nicht, dem Auferstandnen! das ist meine Zuversicht. Preis dem Aufer das ist meine Zuversicht." 3. Chriftus fiegt durch Gottes Allmacht, ist aus dem Grab erwacht; schenkt Allen Leben, zes Leben. Reines Herzens die ihm sich ganz ergeben. Preis dem Auferstandnen! will ich seyn, allem Bösen wi derstreben. Er verläßt die Seis nen nicht, das ist meine Zubersicht. 5. Jesus lebt, ich bin ges wiß, nichts soll mich von Jelebt! und auch ihr sollt mit su scheiden, feine Macht der ihm leben; der zu Gott sich Finsterniß, eine Herrlichkeit, Defus lebt!:,: Chriften, hört es, Jesus mel. Sabre fort,:: 3ion ic. 231. 4. Jesus lebt, sein Heil ift mein, sein sey auch mein gan 122 Von der Auferstehung Christi. fein Leiden. Er giebt Kraft zu Ritterschaft im Glauben gut jeder Pflicht, das ist meine vollenden. Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! 5. Gott, unserm Gott, sey Lob und Dank, der uns den Sieg gegeben und was in Sünd' und Tod versank, hat wiederbracht zum Leben. Der Sieg ist unser: Jesus lebt, der uns zur Herrlichkeit erhebt. Gebt unserm Gott die Ehre! Mel. Es ist das Seil uns ic. 233. Rommt, betet an bei 234. Paffet uns den HerChrifti Gruft, ihr ren preisen, o ihr tiefbetrübten Herzen; schöpft Chriften überall! Kommet, laßt Muth und frische Lebensluft uns Dank erweisen unserm Gott und ftillet eure Schmerzen; denn mit frohem Schall! Der da lag Jesus, der im Grabe lag, ist in Todesbanden, weil er sich auferstanden diesen Tag und für uns verbürgt, Gottes Lamm, hat den Tod befieget. am Kreuz erwürgt, Jesus Chris ftus ist erstanden. Weicht nun, Gram und Traurigkeit, freue dich, o Christenheit! 2. Jhm, der den ew'gen Gnadenbund gegründet durch sein Leiden, ihm danket heut mit Herz und Mund für diesen Tag der Freuden. Er nahm dem Tode nun die Macht; das Leben ist uns wiederbracht und unvergänglich Wesen. mel. Sollt ich meinem Gott 2c. Und: In eigener Melodie. 2. Mußte gleich der Held auch sterben, sank er in des Grabes Nacht; batte doch, ihn zu verderben, die Verwesung keine Macht. Da der Erde Pfeiler beben, steigt er aus der Erd' empor, bricht in's Leben neu hervor, Leben uns und Heil zu geben. Obgesiegt hat er im Streit; freue dich, o Christenheit! 3. Wo find nun des Todes Waffen? wo des Höllenrufs Triumph? Was kann nun der 4. Gey hochgelobt in dieser Feind noch schaffen? Seine Zeit von allen Gottestindern Pfeile wurden stumpf. Chriftus und ewig in der Herrlichkeit ist der Angst entnommen und mit von allen Ueberwindern. Gieb Ehren angethan, daß er selig uns, Erstandner, Muth und machen kann, die durch ihn zum Kraft, daß wir den Kampf der Vater kommen. Sein ist Macht 3. Nun treten, die den Herrn erkannt, in Glaubenskraft zu sammen; weil aus dem Grab er auferstand, kann Niemand sie verdammen. Durch ihn gehn wir nun insgemein zum neuen Leben fröhlich ein; das hat er uns erworben. Bon der Auferstehung Chrifti. 123 und Herrlichkeit; freue dich, o Grabes furchtbar Grauen entChristenheit! weicht, der Herr erstand; durch ibn läßt Gott uns schauen der Frommen Vaterland. 4. Solches find die edlen Gaben, die sein Auferstehn uns schafft, daß wir volle G'nüge baben in des neuen Lebens Kraft. Seines Sieges Preis und Früchte theilet er den Seinen zu: Hoff nung, Troft Gewissensrub, Freudigkeit einst im Gerichte und des Himmels Seligkeit. Freue dich, o Chriftenbeit! 2. Frob führte Gottes Sonne den festlich hohen Tag herauf; da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels uns erhebt; Gedanke, der im Leiden mit reichem Trost belebt; des höhern Lebens Quelle, mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? wo ist dein Stachel, Tod? 5. Sehnsuchtsvoll laßt uns verlangen nach dem Herrn und ſeinem Heil. Auch wir werden dann empfangen unser theu'r erworbnes Theil. Er geht auf in unsern Herzen, laßt uns mit ihm auferstehn, mit ihm ein zum Himmel gehn, wo er stillet alle Schmerzen. Wonne wird dann alles Leid; freue dich, o Christenheit! 6. Meinen Leib wird man begraben, doch er schläft auf ewig nicht; neues Leben wird er haben, schön verklärt in Glanz und Licht. Das Verwesliche muß sterben, irdisch wird es ausgefä't, bis es himmlisch einst erfteht, um das Reich des Herrn zu erben, ihn zu schauen allezeit. Freue dich, o Christenheit! 4. Herr, deine Boten siegen; von dir und deinem Geist ge lehrt. Die Gößentempel liegen; der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freubenvoll ein Chrift. Jhn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Retter ift. Ihn werd' ich ewig schauen, wenn er auch dem Welterlöser, mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. Mel. Nun lob' mein' Seel' 2c. 235. obfinge, meine Seele, 3. Der Felsen Grund erbebet; die Wächter fliehn, das Grab ift leer. Der todt war, sieh, er lebet! er lebt und stirbt hinfort nicht mehr. Der Jünger Herzen wanken, schwach ist ihr Glaubenslicht; sie sehn ión, freun fich, danken, find nun voll Zubersicht. Sie sehn empor ihn steigen und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. bet ihn an! Lobsing' ihm und erzähle, was er zu deinem Heil gethan! Er hat für dich gerungen und hat durch seine Macht des Todes Macht bezwungen, das Leben wiederbracht. Des mel. O daß ich tausend Zungen xc. 236. Mein Jesus lebt, mag ich doch 124 Von der Auferstehung Chrifti. flerben, hier fteht mein Haupt| deß wollen wir uns tröften. und triumpbirt. Nun muß auch fammt unfern Miterlöften. ich das Leben erben, weil Noth und Tod die Macht verliert. Mich schreckt nun keine Zukunft mehr: mein Jesus lebt, sein Grab ist leer. 2. Mein Jefus lebt, er hat bezwungen, was mir das Leben rauben kann; er hat mir Heil. und Sieg errungen und Alles Mel. Allein Gott in der Söb' ic. ist ihm unterthan. Der Hölle 238. Tod, wo ist dein tieffter Abgrund bebt, denn überall schallts: Jesus lebt! Stachel nun, wo 3. Mein Jesus lebt, das Grab ift offen: so geb' ich freudig in die Gruft. Nun kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Wort in's Leben ruft. Wie lieblich schallt die Stimme hier: ich leb' und ihr lebt auch mit mir! 4. Mein Jesus bleibe denn mein Leben; der Tod soll mir nicht schrecklich seyn. Ihm will ich mich getroft ergeben, mich sei ner noch im Tode freun, weil er zum Himmel mich erhebt, so wahr er Jesus ift und lebt. Mel. Was Gott thut, das ic. 237. auferstandner Sie gesfürft, dich wollen wir erheben, der du auf's Neu' gegeben wirft auch uns zum neuen Leben. Durch unsre Noth gebracht zum Tod, bist du nun auferstanden und frei von Todesbanden. 2. Daß wir nun geistlich auf erstehn aus unserm Sünden grabe, daß wir das ew'ge Leben fehn, ist deine theure Gabe; was deine Kraft für uns geschafft, 3. Erschein' uns nur mit deiner Huld, so oft wir vor dir fleben, daß Frucht wir bringen in Geduld, bis wir dein Äntlig sehen. So werden wir, o Herr, mit dir die rechten Oftern feiern und uns im Geist erneuern. ist dein Sieg, o Hölle? Was kann forthin der Feind uns thun, wie grausam er fich stelle? Geendet ist der große Streit: Gott sey gelobet, der uns heut durch Chriftum Sieg gegeben! 2. Denn aus des dunkeln Grabes Thor und aus des Todes Banden geht Chriftus lebend mun hervor; der Herr ist auferftanden. Nichts bält in seinem Siegeslauf des Lebens mächt'gen Fürften auf; der Held hat überwunden. 3. Der Arm des Herrn hat obgefiegt; er ist mit Glanz erhöhet, und unter seinem Arm erliegt, was ihm entgegen ftehet. Der Tod hat ferner feine Macht, das Leben ist uns wiederbracht und unvergänglich Wesen. 4. Es war getödtet Jesus Chrift, und fieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ift, erfteben auch die Glieder. Wer Jefu Chrifti Worten glaubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 5. Das ist die große Seligkeit, der wir theilhaftig werden: Heil, Von der Auferstehung Chrifti. 125 Frieden und Gerechtigkeit im Sinn, daß mich deine Seele lieHimmel und auf Erden. Still bet und daß ich der Deine bin. warten wir bis auf den Tag, Laß in dir mich Ruhe finden, wo wir, wie Chriftus uns ver- auf dein Wort die Hoffnung sprach, auf ewig bei ihm leben. gründen: Wer die Thränensaat geftreut, erntet einst die Se ligkeit. Mel. Jesu, meiner Seele xc. 239. Frauernd und mit bangem Sehnen wandelt dort ein Jünger- Paar; Jefu fließen ihre Thränen, der ihr Freund und Lehrer war. Doch eh' fie's zu hoffen wagen, nahet er, um den fie flagen, ihr Begleiter ist er schon; schnell ist nun ihr Gram entflohn. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem ftillen Kummer nach; fie bejammern, voll von Schmerzen, ihre Noth, ihr Un gemach; manches wandelt ganz alleine, daß es in der Stille weine: aber Jefu tröftend Wort scheuchet jeden Kummer fort. 3. Off schon hab' auch ich empfunden: Jeſus läßt mich nie trüben ftunden stellt er unverhofft sich ein. Wenn ich traurig mich beschwere, als ob er zu ferne wäre, o so ift er mir schon nah und mit seiner Hülfe da. 4. Treuffer Freund von allen Freunden, bleibe ferner nah bei mir! Sucht die Welt mich an zufeinden, o so wend' ich mich zu dir. Wenn mich TrübfalsWetter schrecken, wollst du mách tig mich bedecken; bab' ich zum Gefährten dich, ist kein Feind mir fürchterlich. 5. Bin ich traurig und betrübet, dann ruf' du mir in den 6. Tröft' auch Andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn, oder in der stillen Kammer tief bekümmert zu dir flehn. Wenn sie von der Welt fich trennen, daß fie fatt fich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Zagender, was trauerft du? 7. Wenn es einft will Abend werden und der Lebenstag fich neigt, wo dem blöden Aug' auf Erden nirgends sich ein Helfer zeigt: bleibe dann an meiner Seite, gieb mir Sieg im letzten Streite, daß ich bis an's Ende treu, fener Krone würdig sey. Mel. Wie schön leucht't uns ic. 240. riumph! Triumph! bringt Dank dem, der des Todes Macht bezwang, den herrlich Gott erhöhte. Der hohe Sieger überwand; Nacht war um ihn und fie verschwand in belle Mor genröthe. Bebet, gebet, ftolze Spötter, unserm Retter Preis und Ehre; glaubt an ihn und seine Lehre! 2. Heil uns, Triumph! das Grab ift leer. Feft ftehet, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesprochen. O selig, wer fich ihm vertraut! er hat den Tempel aufgebaut, den blinde Wuth gebrochen. Keine Macht bält dies 126 Von der Auferstehung Chrifti. fen Sieger; Gottes Krieger ist| selig und ruhen in des Vaters erstanden, macht der Hölle Schooß. Wuth zu Schanden. 6. An dich, an dich, mein 3. Leer ist die Gruft, die ihn Jesu, will ich glauben, in dir umgab! Sey mir gegrüßt, mein allein bin ich gerecht, und bin fünftig Grab, du Wohnung ich dein, wer könnte dir mich ernster Stille! Nach wen'ger rauben? Du schirmft dein aus. Tage schnellem Lauf nimmst erwählt Geschlecht. das Verwesliche du auf, des Geiftes morsche Hülle. Herrlich werd' ich auferstehen, einzugehen zu dem Leben, das mein Heiland mir wird geben. 7. Ich lebe nicht, weil Chri ftus in mir lebet; der alte Mensch muß untergehn. Der Tag bricht an, die dunkle Nacht entschwebet; der neue Mensch muß auferstehn. 8. So fteb' ich auf und fühle Chrifti Kräfte; was ich gesehn, das zeuge ich. Ich schmeckt im Geift des Lebensbaumes Säfte und find' im Paradiese mich. Mel. Triumph, Triumph, des 20. 241. riumph, Triumph dem Herrn! Er lebt, er lebet! Wir sind und leben auch in ihm. Triumph, er fiegt! der Feinde Schaar er bebet und ihm lobfingen Se raphim. 2. Der Tod und seine Macht ist überwunden, des Todes Stachel ist entzwei; der Sünde Schrecken sind für uns verschwunden und wir sind ihrer Banden frei. 3. Wir sind in ihm versöhnet und entsündigt, getilget ist nun unfre Schuld; in seinem Tod ist uns das Heil verkündigt, die Klage weichet seiner Huld. 4. Jhr Christen, freuet euch mit Jubelschalle, lobt euern König, euern Hort! Erhebt den Retter, ihr Erlöften alle, jauchzt mit dem Himmel fort und fort. 9. Der erste Himmel ist nunmehr veraltet, die erste Erde fleucht dahin; für mich ist Erd' und Himmel neu gestaltet, feit ich erneut in Chrifto bin. 10. Triumph, Triumph! Ich sehe Siegespalmen, die Schaar der Sel'gen zeigt sich schon; mein Ohr vernimmt die hohen Jubelpsalmen an meines ew'gen Königs Thron. mel. Sollt ich meinem Gott 2c. 242. Reberwinder, nimm Zion heute bringt, das mit frohen Ofterpfalmen deinen großen Sieg befingt. Du haft dich emporgeschwungen aus der dunteln Grabesnacht, haft dein ho5. Mit unserm Herrscher bes Werk vollbracht und der herrschen wir nun fröhlich und Feinde Wuth bezwungen. An find von dem Gesetze los; ge- dem Tag, wo dies geschah, finliebt in dem Geliebten sind wir gen wir Hallelujah! Von der Auferstehung Chrifti. 127 2. Pflanze deine Siegspa-| wenn die letzte Stunde schlägt; niere auf das Grab zu deinem laß den Geift die Krone schauen, Ruhm; großer König, fomm, die uns schon ist beigelegt. Laß regiere nun die Welt, dein Ei in unsern höchsten Nöthen, laß in genthum. Du, den alle Himmel unsrer Todespein felfenfest den loben, unterwirf der Erde Kreis; Glauben seyn, daß der Tod uns und es diene bir zum Preis nicht kann tödten; denn du, auch der Höllenmächte Toben. Herr, Uns sey stets als Helfer nah; dann ertönt's: Hallelujah! bezwangst ihn ja; Gott sey Dank, Hallelujah! 7. Neige deines Scepters Spitze uns boll Gnad' und voller Huld einst von deinem Richterfige und sieh nicht auf unfre Schuld. Gieb uns dann das ew'ge Leben, und die ganz befreite Bruft wird in engelgleicher Luft ewig deinen Ruhm erheben; denn wir fingen auch allda: Gott sey Dank, Hallelujah! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade fritt. Gieb uns Allen deinen Frieden, gieb uns Kraft und frohen Muth: dann ist uns ein herrlich Gut und ein lieblich Loos beschieden; nichts erschredt dann fern und nah und man fingt: Hallelujah! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, beinen Strahl in's Herze gebn; gieb Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistig auferstehn; hält der Schlaf uns noch gefangen, o so fördre unsern Lauf. Rufe fleißig: wachet auf! denn die Schatten sind bergan gen und der helle Tag ist da! Gott sey Dank, Hallelujah! 5. Zeige, wenn der blöde Kummer über Gruft und Bahre weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Deines geift'gen Leibes Glieder bleiben nicht des Todes Raub; selbft des Erdenleibes Staub wird verklärt und grünet wieder, denn dein Aug' bewacht ihn ja; Gott sey Dank, Hallelujah! 6. Tilge das verzagte Grauen, Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 243. Wenn der Gedanke mich erschreckt, daß dieser Leib von Erde im Grabe einft, mit Staub bedeckt, selbst Erd' und Asche werde: dann ftärkst du, mein Erlöser, mich, dann giebt mir Muth der Glaub' an dich, der du bist auferstanden. 2. Du konnteft durch der Gott heit Macht aus deinem Grabe gehen und aus der kurzen Todesnacht zum Troft mir auferstehen. Der dir das Leben wiedergab, wird einst auch mich aus meinem Grab zum Leben auferwecken. 3. Der Tod zerstöre mein Ge bein, du haft ihn ja bezwungen, da du nach bittrer Lodespein zum Leben durchgedrungen. Nun hoff ich, daß Gott aus der Gruft 128 Von der Auferstehung Chrifti. Herrlichkeif bin ich von aller Todesqual befreit. auch mich dereinst in's Leben ruft,| dir. In jenes ew'gen Lebens wenn gleich mein Leib verweset. 4. Du sprichst ja: Friede sey mit euch, ich leb' und ihr sollt leben; mir ist die Macht, mir ift das Reich vom Vater übergeben. Welch tröstend Wort! mein Herr und Gott, nun fürcht' ich nicht mehr Grab und Tod, du wirst mich zu dir ziehen. 5. Ich weiß, daß du berherrlicht lebft, so werd' auch ich dich seben, wenn du zum Schauen die erhebst, die hier im Glauben stehen. Dich, den ich hier im Blauben fab, dich schau ich dort und bin bir nah in dei nem ew'gen Reiche. 6. Wie werd' ich da mich dei ner freun an deines Vaters Throne! dann wirst du mein Vollen**** 3. Hier ist noch Dunkel, dort ift Helle, hier wein' ich manche bittre Thräne noch, dort aber ftrömt die Freudenquelle, denn dort bin ich erlöft vom Sindenjoch. Brich, morsche Hütte, brich nur immer ein, mein Geift wird bort verklärt und selig seyn. 4. Dir dank' ich dieser Hoff nung Freude, Erstandner; weil du lebst, so leb' auch ich. Wenn ich in dir die Seele weide, Verflärter, dann verklärt sie sich durch dich; die Hoffnung seli ger Unsterblichkeit wirkt bier schon himmlische Zufriedenheit. Mel. Christus, der ist mein Leben 2c. der seyn und reichen mir die 245. Willkommen nach Streite, Krone; dann wird ein höh'rer Lobgesang von dir, der Tod und Held, aus der Grabeskluft! Grab bezwang, durch alle Him- Wir triumphiren heute an deimel dringen. ner leeren Gruft. 2. Jch seh' den Frühling jetzt erwachen, ein frohes Bild der Auferstehung mir. Ich darf des Todes Drohn verlachen, Erstandner, neues Leben ftrahlt von 2. Du haft nun überwunden der Feinde Macht und Spott: wir haben Troft gefunden; mit uns ist unser Gott. mel. Dir, dir, Jehovab ic. 244. Mie jauchzt mein Geift schon bier im Staube, wenn er an dich, 3. Der Fried' ist uns erstritErstandner, innig denkt! Wie ten und jeder Schrecken flieht. triumphirt mein Chriftenglaube, In der Gerechten Hütten erwenn er sich in dein offnes Grab versenkt: ich schaue nun getroft in's eigne Grab, aus deiner Gruft erblüht der Hoffnung Stab. schallt das Siegeslied. 4. Theil uns des Sieges Beute, den Troft nun reichlich aus; wir Alle kommen heute voll Hoffnung in dein Haus. 5. In deines Grabes Staube liegt unsre Schuld bedeckt; dein tröftet fich der Glaube, daß uns tein Tod mehr schreckt. 6. Du haft das Heil erwors Von der Himmelfahrt Jesu Christi. 129 ben, wir preisen dich dafür.| fahnen auch über unser Herz Sind wir mit bir gestorben, so und zeig uns einst die Bahnen leben wir mit dir. vom Grabe himmelwärts. 9. 7. Wir wollen sonder Grauen mit dir zum Grabe gehn, da wir, um dich zu schauen, einst selig auferstehn. 8. Schwing deine Sieges Triumph! X. Von der Himmelfahrt Jesu Christi. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 246. Was kann uns wohl noch schaden? des Todes Pfeil ist stumpf; wir sind bei Gott in Gnaden und rufen schon: Mel. Zerflies, mein Geift, in C. uf Chrifti im- 247. Tuffingt mit uns, melfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiemit stets überwinde. Denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ aus Gnaden nach sich ziehen. 2. Gen Himmel fuhr mein Heiland auf, um Gaben zu empfangen. Zu ihm blickt nun mein Geist hinauf mit sehnendem Verlangen. Denn wo mein Schaß, ist auch mein Herz. Es schwingt zu ihm sich himmelwärts vom Staube dieser Erde. 3. Du, Herr, der Gutes in uns schafft, hilf uns den Lauf vollbringen und stark in deines Geiftes Kraft dir nach zum Himmel dringen; dann scheiden wir, wann dir's gefällt, mit Freuden einst von dieser Welt. Erhöre, was wir flehen. melsschaaren, dem Herrn, der sein Triumpbfeft hält! Mit großer Pracht ist er hinaufgefahren und unter ihm liegt nun die Welt. Er fährt dahin, wo er sonst war, und ist verherrlicht wunderbar vom Vater, der ihn zu der Erden gesandt, ein Opfer uns zu werden. 2. Dein Haupt hat nun der Herr, dein Gott, gefrönet mit Glanz und Ehre, Preis und Ruhm. Sie stehen tief beschämt, die dich verböhnet, als du famst in dein Eigenthum. Es hat dich Gott, dein Gott, erhöht; dein Name über Alles geht, was in den Himmeln und auf Erden nur Großes mag genennet werden. 3. Haft du uns gleich dein Angesicht entzogen, so leuchtet doch auch uns dein Licht, so bleibst du doch den Deinen stets 9 130 Von der Himmelfahrt Jefu Chrifti. gewogen, vergisfest ibrer nim-| vollendet ist auch unser Heil. mer nicht. Du ziehest uns an uns liebt der Gott, der dich deine Bruft voll Lieb' und es ist gesendet, und seine Huld wird beine Luft, dich uns zu nahn uns zu Theil. Verklärt erhebft zu allen Stunden; Heil Allen, du dich vom Staube; dir nach welche dich gefunden! schwingt sich der Deinen Glaube und dringet bis zu Gottes Thron. Dort, sieht er, frönt nach allen Leiden dein Gott mit Sieg und ew'gen Freuden dich, Gottes und des Menschen Sohn. 4. Wie gut, daß du zum Vater bist gegangen; dein Hingang schaffet große Frucht. Wer durch des Glaubens Band an dir bleibt hangen, der findet bei dir, was er sucht. In's Heiligthum, wo man dich ehrt, ist ihm der Eingang nicht verwehrt; der Vorhang ist schon längst zerriffen, wer will, fann deiner ganz genießen. 2. Du scheidest und die Jünger fallen anbetend auf ihr Angesicht. Sie sehn die Wolken dich umwallen in Majestät voll Himmelslicht. Noch segneft du die treu Geliebten, du senkeft 5. Die Hoffnung bleibt auf Troft auf die Betrübten, strömst festem Grunde stehen, daß wir frohe Hoffnung in ihr Herz. nach wohl vollbrachtem Lauf in Sie sehn, wie du von Gott deiner Majestät dich werden se- gekommen, wirst du nun wiehen; dahin blickt unser Auge auf. Wir stehen dann an dei nem Thron und nehmen unsers Glaubens Lohn, die Seligkeit, die nie wird enden, Vollendeter, aus deinen Händen. der aufgenommen; zu hoher Wonne wird ihr Schmerz. 3. Auch ich seh' auf, du mein Vertreter, und ber in Freudenthränen an. Ich weiß, daß auch ein schwacher Beter im Staube dir gefallen kann. Gieb meinem Glauben Muth und Leben, zu dir sich immer zu erheben, mel. Was sandt' zu dir, der uns mit Gott verIn eigener Melodie. 248. Christ fubr gen Him er uns hernieder? Den Trö- eint. Ja du, des künft'gen Lester, den heiligen Geift, zum bens Sonne, des Himmels und Troft der armen Christenheit. Gelobt sey Gott! der Erde Wonne, du bist mein Bruder und mein Freund. 2. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Deß soll'n wir Alle froh seyn. Christus will unser Troft seyn. Gelobt sey Gott! 4. Einst wirst du herrlich wiederkommen. Erlöser, komm! so rufen wir. Im Thránenthal schaun deine Frommen voll bei ßer Sehnsucht auf zu dir. Mit Wonne sehn sie dir entgegen, erwarten Heil von dir und Se fer, ist vollendet, gen und beil an deiner Herr Mel. Wie wohl ist mir, o c. 249. ein Wert, Erlö Von der Himmelfahrt Jesu Chrifti. 131 lichkeit; du wirst den Gläub'gen,| Herrn begrüßen und fallen ihm die hier weinen, vom Himmel zu Füßen? Komm, stelle dich als ihr Freund erscheinen, in doch ein! Freude wandeln alles Leid. Mel. Nun lob' mein' Seel' ic. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 250. Der Herr fährt auf 251. u gingst zum böchsten Lohne in's gen Himmel mit Haus des ew'gen Vaters ein; frohem Jubelschall, mit präch- nun ist des Siegers Krone und tigem Getümmel und mit Pofaunenhall. Lobfingt, lobfinget Gott, lobfingt in frohen Chören dem Könige der Ehren, dem Herren Zebaoth! 2. Der Herr wird aufge nommen in Himmelsglanz und Ruhm und Herrlichkeit ist dein. Wir aber, voll Verlangen, schaun dir, o Jesu, nach und hoffen zu empfangen, was uns dein Mund versprach. Die Stätt uns zu bereiten, gingſt du, o Herr, voran; auch uns Pracht. Um ihn stehn alle zum Himmel leiten willst du Frommen, die er bat frei ge- auf fichrer Bahn. macht. Es holen Jesum ein die hohen Seraphinen; den behren Cherubinen muß er willtommen seyn. 3. Auch wir gehn von der Erden, der Heiland ging vor an; wir sollen himmlisch wer den, er bricht uns selbst die Bahn. Jbr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus bingegangen, dahin fehrt bas Verlangen, dahin nehmt euern Lauf. 2. Die Qual, die du empfunden, des Erdenlebens bittres Leid, wie sind sie jetzt entschwunden bor Himmelsglanz und Herrlichkeit! So sind auch unfre Leiden bald wie ein Traum entflohn und ew'ge Himmelsfreuden sind dann der Frommen Lohn. Was sollten wir denn zagen? Wir blicken himmelwärts und find bereit, zu tragen des Lebens furzen Schmerz. 4. Fahr bin mit deinen Schäßen, du frügerische Welt. Sollt uns dein Glanz ergöz zen? dort ist, was uns gefällt. Der Herr ist unser Ruhm, der Herr ist unsre Freude und köft liches Geschmeide, das ew'ge Eigenthum. 3. Einft wird die Wahrheit fiegen; du, ew'ge Wahrheit, siegtest ja! Wenn Feinde fie befriegen, bist du mit deinem Schuße nah. Wird auch ein Ziel des Spottes, wer dich im Glauben ehrt: er steht im Schuße Gottes, der sichern Sieg gewährt. 5. Wann soll es doch ge- Wer freudig hier geftritten für schehen, wann kommt die frohe Wahrheit, Recht und Licht, Zeit, daß wir ihn werden sehen schaut in den ew'gen Hütten in seiner Herrlichkeit? O Tag, dich einft von Angesicht. wann wirst du seyn, da wir den 4. Voll heil'ger Rührung wal 9° 132 Von der Himmelfahrt Jefu Chrifti. len wir an der Frübentschlafnen| Du vertrittft, die an dich glauGrab und minder brennend fal- ben, daß sie dir vereinigt bleiben; len der Wehmuth Thränen drauf in des Vaters Haus theilst du berab. Du willst ja, daß die Jedem seine Wohnung zu. Deinen dort ewig bei dir seyn; uns mit dir zu vereinen, gingst du zum Himmel ein. Die hier von uns geschieden, find dort im Vaterland; einst winkt zum ew'gen Frieden auch uns des Vaters Hand. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir aus Erbarmen über all ihr Elend bricht. Daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er andre ihren Sinn, darauf geht dein Bitten hin. 6. Einft in deines Fleisches Tagen haft du dich vor Gott gestellt, als auf dir, Versöhner, lagen schwer die Sünden aller Welt. Wie haft du geweint, gerungen, bis dein Flehn zu Gott gedrungen; wie batst du zu jener Zeit, Herr, in deiner Niedrigkeit. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 252. Großer Mittler, der zur Rechten seis nes großen Vaters sitzt und die Schaar von deinen Knechten in dem Reich der Gnaden schüßt, dir auf dem erhabnen Throne in der königlichen Krone bringet aller Engel Heer tief anbetend Preis und Ebr. 2. Was vollendet sollte werden, wie es Gottes Rath bedacht, dein Geschäft auf dieser Erden und dein Opfer ist vollbracht. Da du bist am Kreuz gestorben, ist uns Gnad' und Heil erworben, und dein fiegreich Auferstehn läßt auch unfern Sieg uns sehn. 7. Jetzt ist träftiger dein Fle hen, seit du Sieger wardst im Streit und verklärt in jenen Höhen thronft in voller Herrlichkeit. Nun kannst du des Feindes Klagen majestätisch niederschlagen und es redet uns zu gut fráfe tig dein vergoffnes Blut. 8. Großer Mittler, sey gepries fen; bir sey Ehre, Dank und 3. Nun, o Herr, ist dein Ge- Ruhm für die Treu', die du schäfte in des Himmels Heilig- bewiesen, bier und dort im Hei thum, zu verbreiten Lebenskräfte ligthum! Dein Verdienst wird durch dein Evangelium. Allen uns vertreten, wenn wir zu dem willst du Gnad' ertheilen, die Vater beten; wenn der Tod den zu dir im Glauben eilen, und Mund uns schließt, sprich für dein Geift macht Allen fund uns, Herr Jefu Chrift. deinen hohen Gnadenbund. 4. Deines Volkes theure Namen trägst du stets auf deiner Mel. Freu dich sehr, o meine sc. Bruft; welche jemals zu bir ka. 253. Berr, bu fährt in men, und bleiben deine Luft. Glanz und Von der Himmelfahrt Jefu Chrifti. 133 dieser unvollkommnen Zeit. Gieb den auf zu deiner Herrlichkeit Mel. Wie schön leucht't uns ic. und mich brücken noch die Leiden 254. wundergroßer Sie gesheld! wie herrmir, Jesu, Muth und Kraft, lich, Heiland aller Welt, haft hier in dieser Pilgrimschaft so du dein Werk vollendet! Nun zu wandeln meine Wege, daß reicht der Vater vir den Lohn ich dein stets bleiben möge. und du nimmst wieder ein den 2. Laß mir deinen Geift zu- Thron, bon dem er dich gesenrücke, ziehe ganz mein Herz zu det. Mächtig, prächtig triumdir, daß ich nach dem Him- phireft und regiereft du, o mel blicke mit der sehnlichsten König; Alles ist dir unterBegier. Ja, laß deine Kraft thänig. allein in mir Schwachen machtig seyn; und du selber wollft im Beten bei dem Vater mich vertreten. 3. Lehre mich die Welt ver achten und was in ihr Eitles ift; nach dem Reiche lehr' mich trachten, dessen Herr und Haupt du bist. Hier schon in der Prüfungszeit sey mein Ziel die Ewigkeit, daß, wenn ich dortbin gelange, ich des Glaubens Lohn empfange. 4. Ruft mein Gott früh oder späte mich zu meines Grabes Ruh: so bereite mir die Stätte in des Vaters Hause zu und erleuchte mir die Nacht, die dem Herzen bange macht. Du haft ja den Tod bezwungen und für uns den Sieg errungen. 5. Kommst du endlich glors reich wieder als der Richter aller Welt, dann belebe diese Glie der, die das Grab umschloffen hält. Ja, verkläre du mich ganz, schmücke mich mit Himmelsglanz, stelle mit den treuen Knechten mich, o Herr, zu dei ner Rechten. 2. Dich soll die Schaar der Cherubim und aller heil'gen Seraphim mit lauter Stimme lo ben; dich, der uns selig hat gemacht und nun mit Majestät und Pracht zum Himmel fich erhoben. Singet, bringet, Engelchöre, Ruhm und Ehre! ihm vor Allen lasset Dank und Preis erschallen! 3. Du bist das Haupt, die Glieder wir; zu uns berab fommt nur von dir Licht, Freude, Troft und Leben. Des heil'gen Geistes Wunderkraft, die alles Gute wirkt und schafft, wird uns durch dich gegeben. Dringe, zwinge mein Gemüthe, deine Güte hoch zu preisen, Ehr' und Dank dir zu erweisen. 4. Zeuch uns, o Jefu, ganz zu dir, bilf, daß wir Alle für und für nach deinem Reiche trachten. Laß suchen uns, was dir gefällt, und gieb, daß wir die ganze Welt mit ihrer Lust verachten. Nähre, mehre deiner Liebe beilge Triebe, daß kein Leiden je uns könne von dir scheiden. Von der Himmelfahrt Jesu Christi. Mel. Was Gott thut, das 2C. zen, nicht mit Strenge berr 255. riumph! ihr Him scheft du; linderst unsrer Seelen Schmerzen, giebst dem müden Herzen Ruh. Selig, wer zu dir sich kehrt, wenn er deine mel, freuet euch, lobfinget Gottes Sobne! Er ziehet ein zu seinem Reich, cmpfängt des Siegers Krone. Mit Stimme hört. Majestät wird er erhöht und 3. Mag der Krieg die Welt herrscht nach Kampf und Leiden, zerrütten, Friede schwebt um umftrahlt von Himmelsfreuden. deinen Thron. In Palästen 134 2. Doch schließet ihn kein Himmel ein, er wirkt noch fort auf Erden; noch sollen, die ihr Herz ihm weihn, durch ihn beseligt werden. Mit Muth hinan die 4. Reiche dieser Welt verfteile Bahn! Uns lohnt nach schwanden, Kronen fanten in Kampf und Leiden der Herr den Staub; nur dein Reich, mit ew'gen Freuden. Herr, ist bestanden, nie wird es der Zeiten Raub; nimmer wird es untergehn, ewig wird's durch dich bestehn. 3. So wahr, als Jesus Christus spricht: ich leb' und ihr sollt leben, erhebt sich einst zum ew'gen Licht der Geift, von Gott gegeben. Still sinkt in's Grab der Leib hinab, da ruht er aus von Leiden; einst theilt er Himmelsfreuden. 5. Mehre stets die Zahl der Frommen, Herr, erweitre dein Gebiet; laß die Menge zu dir kommen, die noch deine Herrschaft flieht; führ uns Alle nach der Zeit ein zu deiner Herrlichkeit. 4. Triumph! ibr Chriften, freuet cuch! der Tod ist nun bezwungen; wir haben Theil an Jesu Reich, er hat es uns errungen. Auf, bringt ihm Dank und Lobgefang! Wir gehn durch Kampf und Leiden mit ihm zu feinen Freuden. und in Hütten ist er deiner Frommen Lohn, bist du Sonne, Schirm und Schild dem, der dein Geset erfüllt. Mel. Romm, o komm, du 2c. 256. Du dem Vater hingegangen bist du glorreich aus der Zeit; Herr, du haft die Kron' empfangen, herrscheft nun in Ewigkeit. Groß und herrlich ist dein Reich; nichts ist deiner Herrschaft gleich. 2. Nur mit liebevollem Her Mel. O daß ich tausend Zungen i. 257. um Himmel bist du eingegangen, mit Preis gefrönt, Herr Jesu Chrift! wie sollte mich nun nicht verlangen, auch dort zu seyn, wo du nun bist? Ich bin ja nur ein Pilgrim hier; nimm in die Heimath mich zu dir. 2. Vom Tode standst du auf zum Leben, du gingft verklärt zum Himmel ein: so muß fich auch mein Geift erheben; ich darf nicht todt in Sünden seyn. Von dem heiligen Geist. 135 Ein neues Leben wirk in mir, so auch ich vollende, von dir gefegkomm' ich einst gewiß zu dir.net, meinen Lauf! Wenn ich 3. Am Delberg fingen deine von dir gesegnet bin, dann fahr' Leiden mit bittern Todesängsten in Frieden ich dahin. an; am Delberg gingst in hohen Freuden du fiegreich deine Himmelsbahn: so folgt auf Leiden Herrlichkeit; zu beiden mache mich bereit. 6. Jch sehe dir mit Glaubensblicken in deinen Freuden- Himmel nach; mein Herz soll sich an dir erquicken, der mir die Bahn zum Himmel brach. Sieht sich auch hier mein Auge nicht; bleibst du doch meine Zuversicht. 4. Du bist von uns zwar auf gefahren, doch ist dein Wort noch immer hier. Laß dieses Kleinod mich bewahren; im 7. Einft wirst du herrlich wieWerte redest du zu mir, dies derkommen, gleichwie du aufleitet meines Lebens Lauf und gefahren bist; dann werd' ich schließt mir deinen Himmel auf. böllig aufgenommen, wo mir 5. Du hobest fegnend deine bereit mein Erbtheil ist. So Hände beim Scheiden von den leb' ich nun im Glauben hier, Deinen auf: o hilf, daß einst im Schauen aber dort bei dir. XI. Von dem heiligen Geist. Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. 4. Dann steh' ich fest im Streit 258. uf meinen Gott ver- und überwinde weit, erneut zu läßt mein gläubig Herz sich fest. So oft ich im Gebete hin vor sein Antlig trete, will er sich zu mir wenden, mir Licht und Hülfe senden. Gottes Bilde, bedeckt mit seinem Schilde; und wann dereinst ich sterbe, werd' ich des Himmels Erbe. 5. O du, des Vaters Geift, den Jesus uns verbeißt, o sey 2. Der Geist, den er verheißt, giebt Beugniß meinem Geist, daß Gott mir, seinem Kinde, auch mir gewähret, der betend bergeben alle Sünde, und steht dein begebret! regiere meine mir bei auf Erden, gerecht vor Seele, daß sie nicht wank und feble. ihm zu werden. 3. Schwächt nur nie frevelhaft mein Herz der Gnade Kraft; beharr' ich im Bestreben, wie er mich treibt, zu leben: so kann ich überwinden den stärkften Reiz der Sünden. 6. Versiegelt bin auch ich, o Geift des Herrn, durch dich; du führst nach Kampf und Leide mich ein zu jener Freude, die Jesus Allen giebet, die ihn hier treu geliebet. 136 Von dem heiligen Geift. Mel. Ein Lämmlein geht 2c. uns zu, im Tode schenk uns 259. Dich, Bater, preift Seelenruh' und hilf uns über mein Lobgefang, winden. daß du den Sohn gegeben, der uns das ew'ge Heil errang und unvergänglich Leben. Ich danke Mel. O Ewigkeit, du se. dir, daß du den Geift, der uns 260. Dies ist der Tag, da den Weg zur Wahrheit weift, Gottes Sohn dich den Gläubigen gesendet. Auf sandte von des Vaters Thron, Jefu Wort kam er herab, der seinen Boten Stärke gab, daß fie dein Werk vollendet. o Geist der Kraft und Stärke! Du goffest aus der Liebe Gluth, gabft Jefu Jüngern Helden2. Erfüllt von seiner Wunder- muth zu ihrem beil'gen Werke. kraft, gehn fie, die Welt zu leh- Groß war die Erndte, schwer ren; durch ihn, der neue Herzen die Müh', doch, Geift des Herrn, schafft, die Sünder zu bekeh- du stärkteft fie. ren. Die Völker hören hoch erfreut die Botschaft ihrer Se ligkeit, Vernunft und Wahrheit siegen; der Sünde finstre Nacht entfleucht, wo sich der Finger Gottes zeigt, und Satan muß erliegen. 2. Da machte seiner Zeugen Mund die großen Thaten Gottes kund, die Heiden zu bekehren; die Gößentempel wurden leer, es schwand der falschen Götter Heer sammt Opfern und Altären. So siegreich war der Zeugen Muth; und schwiegen sie, so sprach ihr Blut. 3. Umsonst, daß wilder Eifer tobt und droht mit Blutgerüsten; dein Name, Jesus, wird gelobt, es siegt die Treu' der Christen. Dein Geift, o Bater, stärket fie und die Bekenner wanten nie, selbst nicht in Todeslei den. Sie bleiben ihrem Herrn getreu und zeugen von ihm ohne Scheu, nichts kann von ihm sie scheiden. 3. Wie Gottes Blize ging ihr Wort bis an der Erde Grenzen fort, die Nacht wich vor dem Lichte. Den beteten die Heiden an, von dem wir einst die Kron' empfahn, wenn er kommt zum Gerichte. Das Kreuz des Mittlers überwand und ward des Heiles Unterpfand. 4. Noch jetzt bist du der Geist der Kraft, noch jetzt der Men schben Lebrer, der Wollen und Vollbringen schafft, des Höllen reichs Zerstörer. O wirk in Sündern Reu' und Leid, in from men Seelen Fried' und Freud' 4. Die Kirche, die ihm angehört, und die du, Geist des Herrn, gemehrt, wird ewiglich bestehen. Aus ihrer Mitte weichst du nie; mit neuer Kraft belebst du sie, fie kann nicht untergeben. O mach' uns nur und Muth im Kampf der Sün- in deinem Reich den ersten Boden; in Trübsal sprich du Trost ten Christi gleich! Von dem heiligen Geist. 137 ben wir: du wolleft bei uns bleiben. Geb' ferner aus in alle Welt, damit, von deinem Licht erbellt, die Völker alle gläuben. Führe gnädig sie zur Wahrheit und zur Klarheit, daß die Erde, Geift des Herrn, dein Tempel Mel. Wie schön leucht't uns 2c. ir jauchzet frob 261. die Christenheit, du, Geift der Kraft und Herrlich feit, du, aller Geifter Leben. Als unsers Erbes Unterpfand bist du vom Vater ausgefandt, zum Tröster uns gegeben. Jefu werde. Glieder wirft du führen und regieren; deine Gnade leit auch uns auf unserm Pfade. mel. Ach! alles, was Simmel 2c. 262. 2. D welch ein großer Tag er schien, als man die Flammen sab erglühn hell über jedem Haupte! Im Sturmwind thatest du dich kund; dein Zeugniß heiligte den Bund der Schaar, die freudig glaubte. Mächtig kamst du, um die Schwachen stark zu machen; und erflungen ist das Heil in allen Bungen. in beiliges Feuer durchdrang und beseelte die Männer, die Jesus zu Jüngern sich wäblte, um auszugehn unter die Völker der Erden und Boten des ewigen Heils uns zu werden. 2. Ein beiliger Lichtstrahl umfloß sie mit Klarheit, nun ſaben fie heller die himmlische Wahrheit; nun zeugten voll göttlichen Mutbes die Frommen: der Herr ift erschienen, fein Reich ist gekommen. 3. Dank für so viel göttlich Licht, das jede Finsterniß durch bricht, für himmlische Belebung! Den Menschenherzen, alt und 3. Nun lockten umsonst die jung, schaffst Kräfte du zur vergänglichen Freuden; Heiligung, zu stiller Gotterge schreckten vergebens die zeitlichen bung. Preis dir, Dank dir, daß du kräftig und geschäftig uns belebrest, Jesum Christum uns berklärest! Leiden; nun scheuten sie nicht mehr Verspottung und Schande, nicht Todesgefahren, nicht Marter und Bande. 4. Auch wir, die Chriftus fich erkauft, wir sind mit deiner Kraft getauft, die Welt zu über winden. Wirk in uns Allen Lieb' und Zucht und laß in uns des Glaubens Frucht sich hun dertfältig finden. Gnädig bilf du Gottes Erben einst im Sterben, daß fie droben ewig deine Wunder loben. 4. Die Kraft aus der Höhe erfüllte die Herzen. Sie pres digten Jesum in Trübfal und Schmerzen, getreu bis zum Tode mit freudigem Mutbe, versies gelnd ihr theures Bekenntniß mit Blute. 5. Auch uns sey die Wahrbeit so beilig und theuer; Geift Gottes, befeel' uns mit himm5. Wir beugen unsern Geift lischem Feuer. Gieb ftandbafs vor dir, Geist Gottes, Alle fle- ten Muth uns, des Heilandes 138 Von dem heiligen Geist. Lehren im Leben, im Leiden| Landen; dir dankt man im und Sterben zu ehren. Himmel. 12. Lob, Ehr' und Preis sey dir, o Gott, gefungen, dem Vater, Sohn und heil'gen Mel. Danket dem Herrn, denn 2c. 263. Geift aller Geifter, Geiste. Amen. unerschaffnes Wesen, dein Name sey von Allen hochgelobet. 2. Du Geift vom Vater, ew'ger Quell des Lebens, das flar und unerschöpflich sich ergießet. 3. Du geheft aus vom Sohn, ein Geist des Mundes, und falbest reichlich, die sich Gott erwäblet. 4. Was lebt und webet, hat von dir das Leben, der ganze Erdkreis ist voll deiner Güte. 5. Der Sünder wird durch's Wort von dir geschlagen, dein Hauchen tödtet plößlich die Em pörer. 6. Du rührst und schreckeft Herzen und Gewissen, wer deinem Finger folget, ift genesen. 7. Das Licht, die Weisheit und die Kraft des Lebens schenkst du dem, der an Chrifti Namen glaubet. 8. Du lehrft uns findlich rufen: Lieber Vater! Wir wis sen es, daß wir sind Gottes Kinder. 9. Du, Geist des Herrn, giebst Zeugniß unserm Geiste, vertrittft uns auch durch unaussprechlich Seufzen. 10. Das Fleisch ertödtest du und stärkst die Seele; die Todten alle wirst du einst erwecken. 11. Herr, unser Herrscher, berrlich ist dein Name in allen Mel. Liebster Jesu, wir find 2. 264. Geift der Wahrheit, lehre mich aller Weisheit Quelle kennen, Jefum kann ich nur durch dich meinen Herrn und Heiland nennen. Du nur fannst ihn mir verklären und mein Herz zu Gott bekehren. 2. Du nur machst das Herz gewiß und erleuchtest meine Seele, daß ich in der Finsterniß nicht den Weg des Heils verfehle; du führst mich auf Gottes Pfade, zeugst von Wahrbeit und von Gnade. 3. Unser Tröfter heißest du, überschwenglich kannst du tröften, du erfüllst mit Himmelsrub die Gemüther der Erlösten, daß sie nach der Angst der Sünden Gottes Vaterhuld empfinden. 4. Mächtig stärkst du zum Gebet, weckft in uns inbrünst'ges Sehnen, das mit ftillen Seufzern fleht und zur Wonne führt durch Thränen. Hoffnung und Geduld im Leiden ist dein Werk, du Geist der Freuden. 5. Heiligung und Reinigkeit und ein gottgefällig Leben, fes lige Zufriedenheit, wahre Weis heit kannst du geben. Selig, die an deinen Gaben Theil durch Lieb' und Glauben haben. 6. Was mir fehlt, find' ich Von dem heiligen Geist. 139 bei dir, nur durch dich kann ich| Gemeinen des Kreuzes unbesiegs genesen. Komm und wohne selbst ten Rubm. Und wo du sprichst in mir, schaffe neu mein gan mit Feuerzungen, beugst du zu zes Wesen; dann wird meine fel'gen Huldigungen der Heiden Schwachbeit Stärke und ich überwundne Kraft. Der Hölle wirke Gottes Werke. Reich muß dir mit Beben die Schaar Gefangner wiedergeben, die es in Sünden bingerafft. 4. Wer kann, wie du, mit Donnern reden, wenn du im Schlaf den Sünder schreckft? Wer tröstet so, wie du, die Blöden, wenn du die neue Sehnsucht wecft? Wenn sie in ihr Verberben schauen, so lehrst du sie dem Ruf vertrauen, der sie mit Gottes Frieden grüßt; wenn sich der Geist zwar willig zeiget, doch ihn des Fleisches Schwachheit beuget, bist du es, der das Leid versüßt. 5. Du drückest der Bewährung Siegel den wohlgeprüften Seelen auf; du giebst den Zeugen Glaubensflügel und führst fie im Triumph hinauf. In aller Trübsal lehrst du beten, bu selbst willst unsre Noth vertreten, auch ohne Wort, mit starkem lehn. Die Liebe fübrest du zum Throne und ihren Werken wird zum Lohne die Kraft, in Demuth fest zu stehn. 7. Sieh, ich öffne dir mein Herz, lautre du es auch durch Leiden, mache mich durch Noth und Schmerz würdig deiner Himmelsfreuden. Hilf mir, Vater, beten, ringen und hindurch zum Ziele bringen. Mel. Wie wohl ist mir, o 2C. 265. Geift Gottes, aus des Ew'gen Fülle in unsern Geift herabgesenkt, der auch in unbemerkter Stille des Herzens Trieb gen Himmel lenkt; du, der einst Davids Psalm beflügelt, den Sehern Aug' und Mund entfiegelt, uns auch noch jetzt mit Gluth durch dringt, auch jetzt uns Gottes Weisheit lebref und Chrifti Wahrheit uns berfläret: wer ift's, der würdig dich befingt? 2. Du Quell der reinsten Himmelsliebe, die in das Herz lebendig quillt und so des neuen Menschen Triebe mit heil'ger Gottestraft erfüllt, du bist es, der die Schwachheit ftüget, im Pilgerlauf fie stärkt und schützet, wenn sich die Seel' in Schlum mer neigt; dero geschäb' es nicht vergebens! als Unterpfand des ew'gen Lebens uns hier des Himmels Krone zeigt. 3. Du baueft aus lebend'gen Steinen der Kirche reines Heilig thum, erhöheft durch des Herrn 6. Wenn Christus einst herniederschwebet auf das geschloßine Todtenfeld, mit mächt'gem Wort es neu belebet zum Erbtheil in der bessern Welt: dann trägt in deiner Kraft die eine bewährte heilige Gemeinde zum Throne Herz und Psalm empor; dann ftróme du burch alle Glieder die 140 Von dem heiligen Geist. böb're Gluth der Himmelslieder in Kraft und Klarbeit durch zum Preise dem, ber uns erfor. Fährlichkeit und Finsterniß. Du bist der Beistand meines Lebens und niemals ruf' ich dir verMel. Wie wohl ist mir, o C. 266. Geift Gottes, wer gebens, wenn je mein Fuß den fann dich verste- Pfad verliert. Dein Wort fann ben? Wer wandelt schon in dei- jeden Wahn besiegen, dein Troft nem Licht? Wer flimmt zu dei- läßt niemals mich erliegen; du ner Weisheit Höhen? Der selbst bist es, der mich richtig führt. fich weise bünket, nicht. Ein Licht 5. Und will mich ja der Trübbist du; doch nur den Blinden. finn beugen, daß mehr und mehr Wer noch bei sich weiß Rath zu der Muth entsinkt: wenn Seuffinden, dem ift dein reicher Troft zer dann zum Himmel steigen, noch fern. Du wirft nur dem bist du's gewiß, der Hülfe bringt. des Lebens Quelle, der, an des Was auch in meiner Bruft will Unterganges Schwelle, an fich wanken, du háltft lebendig den berzagend ruft zum Herrn. Gedanken, daß ich ein Kind der Gnade feb. Will meine Schwachbeit mich beschämen und mir der Kindschaft Zeugniß nehmen: du machst mich von mir selber frei. 2. Dann wirkest du und fchmelzeft Herzen, in Sünden todt und felfenbart, erregst in ihnen sel'ge Schmerzen und Traurigkeit der rechten Art. Du stellft im göttlichen Gerichte dem Sünder träftig vor's Gesichte, was Gott, Gefey und Sünde sey. Er neurung will das Herz begebren, da fließen einsam bittre Zähren: die Zeugen wehmuthsvoller Reu'. 6. Auch schlägt mir wohl die Prüfungsstunde, vor der ein Heil'ger selbst erbebt, wenn aus des Abgrunds dunklem Schlunde Angst und Verzweiflung fich erbebt. Doch du trittst mir voll Troft zur Seiten; von dir gestär3. Wenn Seelen fo mit Notb fet fann ich streiten, du reichft beladen nur sehnlich um Erret mir Wehr und Rüftung dar. tung flehn, enthüllet sich der Dann kann ich den Versucher Ehron der Gnaden; du läsfest dämpfen, den Kampf des Glaufie den Mittler sehn. Dann wan- bens fiegreich kämpfen; belt sich das bange Sehnen in wird die Seele wieder flar. einen Guß von Freudenthränen, die Trauernacht in belles Licht. Der Schuldbrief zeiget fich zer riffen, es schweigt das richtende Gewissen, da Jesu Blut Ver gebung spricht. bald 7. So hältst du mich mit dem verbunden, an welchen meine Seele glaubt; ich feire fel'ge Freudenstunden, wenn nichts mich trennt von meinem Haupt. In heiliger und sichrer Stille schöpft 4. Nun machst du mir, o Geift dann mein Geift aus jener Fülle, der Wahrheit, den Pilgerschritt wo Gnad' aus Gnade fich ergießt. feft und gewiß du leiteft mich In der Begeiftrung ugenblik Von dem heiligen Geift. 141 ken gewährest du mir ein Ent- hilf mir gläubig auf ihn schaun zücken, das mir des Himmels und auf sein Verdienst nur baun, Vorschmack ist. daß ich mög' auf mein Verlan gen Gnad' um Gnad' von ihm empfangen. Mel Freu' dich sehr, o 2c. 267. Geift Reift vom Vater und vom Sohne, du, der unser Tröster ist und von Gottes ew'gem Throne auf die Gläub'gen fich ergießt, fieb mit deiner Kraft mir bei, daß ich Gott geweihet sey und mein Herz schon hier auf Erden mög' ein Tempel Gottes werden. 6. Jn des Lebens Müh' und Leiden steh mit deinem Troft mir bei, daß ich überall mit Freuden Gottes Führung folgsam sey. Gieb mir ein gelafsnes Herz; laß mich selbst im Todes- Schmerz deines Troftes Kraft empfinden und einst fiegreich überwinden. 2. Laß auf jedem meiner Wege Mel. Nun kommt der heiden zc. beine Weisheit mit mir seyn; 268. Geift vom Vater und wenn ich bange Zweifel bege, Sohn, weihe deine Wahrheit mich erfreun. dir mein Herz zum Thron, schenke Lente träftig meinen Sinn auf dich mir immerdar, so wie heut das Wohl der Seele hin; lehrft der frommen Schaar. du mich das Rechte wählen, werd' ich nie das Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, durch die Gnade schaff' es neu, daß ich Gott vor allem liebe und ihm kindlich dankbar sey. Voll Vertraun auf ihn zu sehn, seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Warne mich, so oft zu Sünden mein Gemüth versuchet wird; laß mich bald den Rückweg finden, bab' ich mich von dir verirrt. Nimm in deine Zucht mein Herz, wirk' in mir der Reue Schmerz, daß ich mich in Demuth beuge und den Sinn zur Beff'rung neige. 5. Treib' mich kräftig zum Gebete, wenn mir Hülfe nötbig ist, daß zu Gottes Thron ich trete durch den Mittler, Jesus Christ; 2. Geist der Wahrbeit, leite mich. Eigner Wille täuschet sich, daß er leicht des Ziels verfebli und statt Heil sich Unglück wählt. 3. Geift des Troftes, tröste mich durch dein Zeugniß innerlich. Wenn mir mein Gewissen drobt, hilf mir aus der Seelennoth. 4. Geift des Betens, fleb mir bei, wenn ich um Errettung schrei; mach mein Bitten freudig, rein, so wird's auch erbörlich seyn. 5. Geift der Heiligung, ver flår Jefum in mir mehr und mehr. Mindre ftets, was mich befleckt, mehre, was du selbst erweckt. 6. Geift des Glaubens, stärk in mir solchen Glauben für und für, der mich Christo einverleibt und zu guten Werken treibt. 7. Geift der Lieb', erweck in 142 Von dem heiligen Geist. mir guter Gaben Füll' und Zier,| einft felig sterbe und das Himbaß ich bülfreich, mild und freu, melreich ererbe. deiner Gnade Werkzeug sey. Mel. Warum sollt ich mich zc. 8. Geift der Hoffnung, rufe du meiner Seel ermunternd zu 270. Böchster Tröfter, freu' daß ich deiner stets mich und in Hoffnung selig sey. Mel. Liebster Jefu, wir sind xc. 269. Gott, bu haft in deis nem Sohn mich von Ewigkeit erwählet, sende nun von deinem Thron, was zu meinem Heil noch fehlet; gieb mir deines Geistes Gaben, durch fie werd' ich Alles haben. 2. Heil'ger Geift, mein Herr und Gott, mache du mich neus geboren; sonst bleib' ich in Sün den todf und bin ewiglich ver loren; rette mich von dem Ver derben, laß mich nicht in Sün den sterben. Geift des Herrn, sey nicht fern, stärke Chrifti Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Chris ftus hat deinen Rath seinem Volk versprochen. 2. Geift der Wahrheit, gieb uns Allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Laß uns freudig zu ihm treten; sey uns nah und sprich: ja! wenn wir gläubig beten. 3. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen und mit Muth Fleisch und Blut, Welt und Sünde dämpfen. Stärke uns in allen Leiden, daß uns Noth, Schmerz und Tod nicht von Jefu fcheiden. 4. Hilf nach Gottes Reich uns streben und verleibh, daß wir treu unserm Heiland leben. Laß uns niemals ftille stehen, treib' uns an, seine Bahn festen Muths zu gehen. 5. Sey in Schwachbeit unfre Stüze; labe du uns mit Ruh' in der Prüfungsbite; und, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, führ den Geift in des Himmels Freude. 3. Treib' hinweg des Zwei fels Nacht, halte bie Vernunft in Schranken; wenn die Welt mich irre macht, laß mich nicht im Glauben wanfen. Von dir will ich Weisheit lernen und mich nie von dir entfernen. 4. Wecke auf mein fichres Herz, daß ich stets mein Heil bedenke und mich oft mit Reu' und Schmerz über meine Sün den fränke; doch nach solchen Trauerftunden tröfte mich durch Jefu Wunden. Mel. Romm, heiliger Geift sc. 5. Glaube, Lieb' und Hoff- 271. or unfer Gebet, ör' Geift des Herrn. nung das meiner Seele; fteh im Kampf mir Du börft der Gläub'gen Bitten mächtig bei, daß der Sieg mir gern. Wir wollen unser Herz dir niemals fehle. Gieb, daß ich geben, o lehre heilig uns leben! Von dem heiligen Geist. 143 Der alles Gute in uns schafft,| streuten Seelen wieder aus der rüft' uns mit Stárke, Muth und Kraft, daß nicht die Lift und Macht der Sünde uns, Chrifti Jünger, überwinde. Wir flehn zu dir, wir flehn zu dir! 2. Du, heiliges Licht, starker Hort, erleucht' uns durch der Wahrheit Wort. Du wollest immerbar uns leiten, daß unsre Füße nicht gleiten: treib' fern von uns des Irrthums Nacht, laß fiegen deiner Wahrheit Macht, daß Jesus auf der ganzen Erde bekannt und angebe tet werde. O hilf dazu, o hilf dazu! 3. Laß, freudiger Geist, voll Vertraun in Noth auf deine Hülf' uns schaun. Lehr' uns, wenn wir zum Vater treten, mit froher Zuversicht beten. Mach' uns durch deine Kraft bereit zum Sterben und zur Ewigkeit, daß wir mit frohem Muthe ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Erhöre uns, erhöre uns! verworrnen Welt zu Hauf; schlingt um sie seiner Liebe Nege, mit ihm ein Geist und Leib zu seyn, und schreibt des Himmel, reichs Gefeße mit Gottes Kraft in fie binein. 3. Auf, auf, ihr Herzen und ihr Zungen, verfündigt Gottes hohen Ruhm! sein Name werde stets befungen von seinem heil' gen Eigenthum. O daß ein Geist des Lebens wehe und, was nur Athem bat, erfüll', daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Christo schaffen will! 4. Im Geiste laßt uns Pfingsten halten, geheiligt werde unser Sinn. Denn ließ't ihr noch die Sünde walten, wo bliebe dann des Heils Gewinn? Nur das heißt neu geboren werden, wenn Chrifti Geift auch in uns lebt und unser Sinn, schon hier auf Erden, durch himmlisch Thun zum Himmel schwebt. 5. Laß, Jesu, nichts in uns vermindern des Glaubens hohe Zuversicht; o mach' uns ganz zu Gottes Kindern durch deines Geistes Kraft und Licht. Ach zünde deine reine Liebe in unser Aller Herzen an und schaffe, daß mit heil'gem Triebe, was lebt, dich ewig lieben kann! Mel. Die Tugend wird durch's* c. 272. hr Christen, rühmt, erhebt und preiset aus einem Herzen, einem Mund die Gnade, die der Herr erweiset in seinem neuen, ew'gen Bund. Er tránft mit Himmelskraft die Seelen und gießt den Geist der Kindschaft aus; zum Tempel will er fie erwählen und weihen 273. br, durch die Taufe Mel. Lobe den Herren, den x. sie zum dem 2. Der Heiland strömt auf geweihet, preiset den Tröfter, feine Glieder das Salbungsöl, der träftig die Herzen erfreuet, die Feuertauf', bringt die zer den uns der Sohn sendet vom Von dem heiligen Geist. 144 Mel. Ein' feste Burg ist unser sc. ewigen Thron, Weisheit durch ihn uns berleibet. 274. Romm, Geift bes 2. Wenn die Propheten das Herrn, febr' bei Dunkel der Zukunft enthüllet, mir ein, nach dir fteht mein Verwenn sie gezeigt, was den Tie- langen; ich kann aus deiner fen der Gottheit entquillet: war's Füll' allein, was mir gebricht, nicht der Geift, den unser Lob- empfangen. Schaff' Herz und gefang preift, der sie mit Weis- Sinn mir neu, weck in mir heit erfüllet? wahre Reu'; sey meiner Seele Ruh, sprich mir Betrübten zu, schent Weisheit, recht zu wanbeln. 3. Er hat geleitet die Schwa chen, von Jesu Erwählten, wenn sie die Thaten und Lehren des Meisters erzählten; hat sie ge lebrt und ihnen Jesum verklärt, daß sie nicht irrten noch fehlten. 2. Laß mich mein Heil und Gottes Huld durch Sünden nicht verscherzen; gieb Glauben, Liebe 4. Ach! und auch uns noch und Geduld und Hoffnung meis bedeckte die Blindheit der Heinem Herzen. Vertritt beim Beten den, unbekannt waren auch wir mich mit Seufzen fräftiglich; mit der Seligkeit Freuden: lern- regiere meinen Sinn und richt' ten wir nicht durch sein untrüg- ihn nur dahin, wo mein Erlö liches Licht Jrrthum und Wahr fer lebet. beit zu scheiden. 5. Pflegen doch Väter auf Erden sich innig zu freuen, fle henden Kindern, was nüßt und erquidt, zu verleihen: Vater, vielmehr gieb du der Bitte Gehör, uns durch den Geist zu erneuen. 6. Ja, uns erleucht er in Chrifto, dich recht zu erkennen; treib' uns, in Liebe für dich und den Heiland zu brennen; dich und den Sohn, trotz aller Lásterer Hohn, frei vor der Welt zu bekennen. 7. Freudigkeit geb' er uns, dir, was uns quälet, zu flagen, auch wenn die Hülfe verziehet, nicht mutblos zu zagen. Schenkst du Gebeibn, lehr' er uns, fromm uns zu freun, würdigen Dank dir zu sagen. Mel. Wie schön leucht't uns*. 275. Komm, Gottes Geift, komm, höchster Gast, du, den der Himmel nicht umfaßt, noch dieser Kreis der Erde: fomm, offenbare dich auch mir, Gott, heil'ger Geist, daß ich in dir Ein Geift mit Chrifto werde. Leite heute Geist und Sinnen, mein Beginnen und mein Leben, deiner Liebe nachzustreben. 2. Erquide mich, du Friedens- Geift, du Brunn, braus Lebenswasser fleußt, du süße Freudenquelle, die allen Durft der Seele stillt und aus der Gottheit Tiefe quillt ganz rein und ewig helle. Fließe, gieße deine Gaben, zu erlaben alle Mü Von dem heiligen Geist. den, daß sie schmecken Trost und| sum Chrift mit rechtem Glauben, Frieden. und ihm aus ganzer Macht ber3. Sey meiner Ohnmacht trauen. Hallelujah! HalleluKraft und macht, mein helles Licht in dunkler Nacht, das mich ftets ficher führet; mein starker Hort zur bösen Zeit, mein kräft ger Beistand in dem Streit, bis mich die Krone zieret. Schüße, 145 jah! 3. Du heilige Brunst, süßer Troft, nun hilf uns fröhlich und getroft in deinem Dienft beständig bleiben, daß Trübsal' uns nicht abtreiben. Durch deine ftüße, Herr, mich Schwachen, Kraft, Herr, uns bereit' und start zu machen meinen Glau- ftärk des Fleisches Blödigkeit, ben; laß mir nichts die Krone daß wir hier ritterlich ringen, rauben. durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah, Hallelujah! 4. Hilf mir in meiner letzten Noth, versüße mir den bittern Tod, wenn Herz und Auge breMel. Komm, heiliger Geist sc. chen. Sey meines Lebens Heil 277. Romm, Kraft des und Bicht, laß, wenn die Zunge Höchften, komm nicht mehr spricht, dein Seufzen berab Pfand, das uns Gottes für mich sprechen. Laß mich end- Gnade gab; du Segensquell, lich selig scheiden zu den Freu- Born aller Gaben, nichts fann, den aller Frommen; ach, wann wie du, die Seele laben. Komm, werd' ich dahin kommen? Gottes Geift, in unsern Geist, wie Himmelsthau bernieder fleußt; komm mit der Friedenstaube Schweben und rub' auf uns, so lang' wir leben. Hallelujab, Hallelujab! 2. Komm, Geist der Wahrheit, Gottes Licht; wo du fehlst, ist die Wahrheit nicht. Komm, uns mit Weisheit zu erfüllen und unsers Geiftes Durst zu stillen. Komm, leuchte du mit hellem Schein bis in des Herzens Grund binein. O warn' und strafe, wenn wir fehlen, und läutre al ler Christen Seelen! Hallelujab, Hallelujah! Jn bekannter Melodie. 276. Romm, heiliger Geift, Herre Gott, erfüll' mit deiner Gnaden Gut deiner Gläubigen Herz, Muth und Sinn; dein' brünftige Lieb' entzünd' in ihn'n. Herr, durch beines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt haft das Volk aus aller Welt Zungen, das sey dir, Herr, zu Lob gesungen. Hallelujah, Hallelujah! 2. Du, beiliges Licht, edler Hort, laß leuchten uns des Lebens Wort und lehr' uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater 3. Komm, milder Tröfter! Wer ihn nennen. O Herr, bebüt als du, bringt bangen Herzen vor fremder Lehr, daß wir nicht Troft und Ruh' und Balsam Meifter suchen mehr, denn Je- für die innern Wunden und 10 Von dem heiligen Geift. Himmelstbau in heißen Stun-[ wabhrer Gott in Ewigkeit! Unden? Komm, gieb zu unsrer ser Flehn sey nicht vergebens, Ritterschaft uns Heldenmuth komm, erfüll' uns jederzeit: so und Glaubenskraft, und rüfte wird Licht und heller Schein in felbft zum Gotteswerke Geift, dem dunkeln Herzen seyn. Seel' und Leib mit deiner Stärke. Hallelujah, Hallelujah! 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, als nur, was dein Wille sucht; dein Er fenntniß werde groß und mach' uns vom Srrthum los. 4. Romm, Quell der Liebe, geuß fie aus in's Herz und über Gottes Haus. Gieb, daß wir Gott mit reinen Trieben und Chriftum in den Brüdern lieben. Entflamm' in Leid und Freude stets die Gluth des Dankes und Gebets. Erhöh' uns vom Ge- Bahn, räume ferner aus dem wühl der Erde, daß unser Wandel bimmlisch werde. Hallelujah, Hallelujah! 3. Zeig uns an die rechten Stege, führ' uns stets auf ebner Wege, was im Lauf uns hindern kann; und wer doch ge ftrauchelt hat, dem gieb Reue nach der That. 4. Laß uns stets dein Zeugniß merken, daß wir Gottes Kinder sind, daß wir unsern Glauben tärten, wenn sich Noth und Drangsal find't; lehr' uns, daß des Vaters Zucht einzig unser Beftes fucht. 5. Reiz' uns, daß wir zu ihm treten, frei mit aller Freudigfeit; seufs auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns alle146 5. Weiß' uns zu deinem Tempel ein; was unrein ist, das mache rein. Was nab' am Staube friecht, erhebe; was schon erstorben ift, belebe. Erwärme jedes falte Herz, lent alle Seelen himmelwärts. Vereine die zerstreuten Glieder und bringe das Berlor'ne wieder. Hallelujah, Hallelujah! 6. Wenn du nicht Beistand ibm verleibst, so strebt umsonst bört und die Zuversicht ges mehrt. des Menschen Geist. Laß auf zeit: so wird unser Flehn erund deine Gnade regnen, fomm, uns mit deiner Kraft zu segnen. 6. Wird uns auch nach Trofte Dann sind der guten Saat wir gleich und bringen Frucht zum bange, daß das Herz oft rufen Himmelreich. Dann führt zum muß: ach! mein Gott, mein Leben uns das Sterben und ewig sind wir Gottes Erben. Hallelujah, Hallelujah! Gott, wie lange? mach' doch endlich den Beschluß! Dann sprich du uns tróftlich zu, und gieb Muth, Geduld und Ruh'. 7. O du Geift der Kraft und In eigener Melodie. 278. Romm, o fomm, bu Stärke, bu gewisser, neuer Geift, Geift des Lebens, förbre in uns beine Werke; Von dem heiligen Geift. 147 leite, wie der Herr verheißt; gieb| daß er uns behüte an unserm uns Waffen in dem Krieg und Ende, wenn wir heimfahr'n aus erhalt uns in dem Sieg. diesem Elende. Erbarm' dich, Herr! 8. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichr uns mehr und mehr, daß wir dort das Reich ererben jener Herrlichkeit und Ehr', die Gott giebt durch Jesum Christ und die unausfprechlich ist. od mini Mel. Nun fich der Tag ic. 279. Picht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleb' um deinen Geist, o Gott, den mir zur Seligkeit dein theu res Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehr' er mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich. 2. Du werthes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr' uns Christum erkennen allein, daß wir an ihn glauben, den freuen Heiland, der uns gebracht zum rechten Vaterland. Erbarm' dich, Herr! In eigener Melodie. 280. un bitten wir den beiligen Geist um ben rechten Glauben allermeift, 3. Du süße Liebe, du himmlisch Gut, laß uns empfinden der Liebe Gluth, daß wir uns von Herzen einander lieben, eines Sinn's des Herrn Gebot ausüben. Erbarm' dich, Herr! 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand' und Tod, daß uns Herz und Sinnen nicht gar verzagen, wenn unsre Sünden uns woll'n verklagen. Erbarm' dich, Herr! 3. Dich lieben, wie dein Wort gebeut, gern thun, was dir gefällt, wirkt reinere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. Mel. Wie schön leucht't uns* C. 4. Alsdann hab' ich zu dir 281. beil'ger Geist, kehr Vertraun durch deinen freud'gen bei uns ein und Geist; er lehret mich fest darauf laß uns deine Wohnung seyn, o baun, daß du mir gnädig seyft. S 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärk er mich und zeige, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröfter sich. komm, du Herzens Sonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein in unsern Seelen kräftig feyn zu steter Freud' und Wonne. Klarheit, Wahrheit, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten und in Demuth zu bir treten. 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, besiegle deine Huld und waffne mich in jedem Schmerz mit Muth und mit Geduld. 2. Du Quell, d'raus alle Weisheit fleußt, die sich in from me Seelen geußt, laß uns dein Trostwort bören; daß wir auch aller Christenheit in wahrer Blaubens- Einigkeit dein Zeug10° 148 Von dem heiligen Geift. niß können lehren. Hör uns,| müssen walten; Freude wolleft lebr' uns; hilf' uns Allen, die du erhalten. noch wallen hier auf Erden, daß wir Zeugen Chrifti werden. 7. Gieb, daß in wahrer Hei ligkeit wir führen unsre Lebens3. Steb' uns ftets bei mit dei- zeit, sey unsers Geiftes Stärke; nem Rath und führ' uns selbst daß uns forthin sey unbewußt den rechten Pfad, die wir den die eitle Welt, der Sinnen Luft Weg nicht wissen. Gieb Kraft und alle todte Werke. Rübre, uns und Beständigkeit, dir treu fübre unser Sinnen und Beginzu bleiben allezeit, auch wenn nen von der Erden, daß wir wir leiden müssen. Walte, balte Himmelserben werden. über denen, die sich sehnen, Theil zu haben an der Fülle deiner Gaben. In eigener Melodie. 282. heiliger Geift, D 4. Stärt uns mit deiner Got heiliger Gott! du testraft, zu üben gute Ritter Tröfter werth in aller Noth, schaft in Drangsal und Be- dich hat gesandt vom Himmels schwerden; auf daß wir unter thron der Vater und sein ein'ger deinem Schuß begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Ge- Sohn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! berden. Lindre, mindre Furcht 2. O heiliger Geift, o heiliger und Grauen, daß wir schauen auf die Krone, die dem Sieger wird zum Lohne. Gott! wirk in uns Allen fort und fort; entzünd' in uns ber Liebe Kraft, die Eintracht, Heil und Frieden schafft. O heiliger Geift, o heiliger Gott! 5. Weich nicht von uns, du Lebenshort, und schaffe, daß bei Jefu Wort stets unsre Herzen brennen. So werden wir uns nimmermehr von seiner weiß heitreichen Lehr' und seiner Liebe trennen. Neue Treue gieb den Schwachen, daß fie wachen und verlangen, nur dem Heiland anzuhangen. 6. Du Himmelsthau, ergieße dich in unsre Herzen kräftiglich und mach' uns sanft und milde; daß unser Herz mit Lieb' und Treu' dem Nächsten stets berbunden sey nach unsers Heilands Bilde. Rein Neid, fein Streit dich betrübe, Fried' und Liebe 3. O heiliger Geift, o heiliger Gott! mehr unsern Glauben immerfort; wer sich will Jesu Chrifto nahn, der muß von dir die Hülf' empfahn. O heiliger Geift, o heiliger Gott! 4. O heiliger Geist, o heiliger Gott! erleucht uns durch dein göttlich Wort: mach' uns den Vater recht bekannt und Jefum, den er uns gefandt. O heiliger Geift, o heiliger Gott! 5. O heiliger Geift, o heiliger Gott! du zeigeft uns die Himmelspfort, auf daß wir kämpfen ritterlich, zum Himmel brin Von dem heiligen Geift. 149 gen, ftark durch dich. O heiliger| Werken; laß deines Wortes Geift, o heiliger Gott! Kraft und Licht zur Leitung im Gewissen mich genießen, so werd' ich sicher nicht zum Falle fort geriffen. 6. O heiliger Geift, o heiliger Gott! verlaß uns nicht in Noth und Tod; wir weihn uns dir zum Eigenthum und bringen dir Lob, Ehr' und Ruhm. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. Und fühl ich, was mir noch gebricht, bringt mich mein Herz, zu beten, so laß mit Kindeszuversicht mich zu dem Vater treten. Ach, laß, du werther Geift von Gott, mich deinen Trost erblicken und erquicken, so wird die größte Noth mich nie zu Boden drücken. 283. Mel. Jch ruf' zu dir herr zc. hochgelobter Got tesgeift, komm mir mit Gnad' entgegen; sey du, den Jesus uns verheißt, mit mir auf allen Wegen. Mit meiner Kraft ist nichts gethan; du mußt mir Gnade geben, fromm zu leben, und wenn ich selbst nicht kann, mein Herz zu dir erheben. 2. Geift Gottes, ach, was wäre ich, der Gottes Bild verloren, wenn du nicht durch die Taufe mich von Neuem hätt'st geboren! Du hast durch deine Gnad' in mir den Glauben angezündet und gegründet, daß nun mein Herz in dir Troft, Fried' und Freude findet. 3. Herr, meine Kraft kommt nur von dir; hilf mir im Kampfe ringen, zu allem Guten schenke mir das Wollen und Vollbrin6. Jch achte nicht den Trost der Welt, der nur zu bald verschwindet; dein Troft ift's, der mich aufrecht hält, der meine Hoffnung gründet. Du bist mir Siegel, bist mir Pfand, daß ich als Kind und Erbe felig sterbe, bingeh' in's Vaterland und nimmermehr verderbe. 7. Nun die Verheißung ist geschehn: wenn wir in Chrifti Namen um Gottes Geist zum Vater flebn, ist Alles Ja und Amen. Wir flehen, Herr, um deinen Geist, du wirst um Chrifti willen das erfüllen, was uns dein Wort verheißt, und unfre Sehnsucht stillen. Mel. Komm, beiliger Geist xc. gen. Wenn ich aus Schwach: 284. heit irre geh', gieb, daß ich's bald empfinde und der Sünde mit Eifer widersteh', das Böse überwinde. Welterlöfer, fey gepreift, du fand teft uns den heil'gen Geift, der uns in alle Wahrheit leite und uns zum Himmel zubereite. Er schenket uns zum Guten Kraft, stärkt uns auf unsrer Pilgerschaft, hilft uns den Lauf zum 4. Du weißt es ja, wie schwach ich bin; du kannst, du wirst mich stärken; erneure täglich meinen Siun jum Fleiß in guten Ziel vollbringen und einst des 150 Von dem heiligen Geift Lebens Kron' erringen. Halle- I Mel. Dir, dir, Jehovah, will*.? Iujab, Hallelujah! 285. Pon bir, mein Gott, 2. Die Schaar der Boten wagt den Streit, durch deines Geiftes Kraft erneut, fämpft gegen falscher Götter Heere, fiegt durch die Wahrheit deiner Lehre. Gewaltig geht des Lebens Wort bis an der Erde Grenzen fort, erleuchtet alle Nationen, dringt von den Hütten zu den Thronen. Hallelujah, Hallelujah! kommt Licht und Leben, der du das Licht und Leben selber bist; ich bin mit Dunkel noch umgeben und weiß nicht, was dir wohlgefällig ist. O sende mir der Wahrheit bellen Schein, belebe mich, daß ich dir leb' allein. 3. Zu uns auch send' ihn, dei nen Geist, der uns den Weg der Wahrheit weist; sind dunkel unsers Lebens Pfade, erleucht Glanz er fie durch deine Gnade. Er deines lehr uns Gottes Heil verstehn; er leit uns, wenn wir irre gebn, und find wir in Gefahr, zu fallen, lehr'' er uns festen Schrittes wal len. Hallelujah, Hallelujah! 4. Wo wir vereint sind vor dem Herrn, Geift Gottes, fey von uns nicht fern! Auf uns, die wir find Chrifti Glieder, komm deine Segensfüll' hernie der. Gieb dem Verstande belles Licht, dem Herzen feste Zuver sicht, daß uns von dem, den wir bekennen, nie weder Glück noch Leiden trennen. Hallelujab, Hallelujah! 5. Geöffnet ist dir unser Herz, zeuch ein und lenk es himmelwärts. Wir wollen nimmer widerstreben, regiere unser gan zes Leben; und endet sich einst unfre Bahn, dann nimm dich unsrer Schwachheit an, daß wir in Chrifto freudig flerben, mit ihm das Himmelreich ererben. Hallelujah, Hallelujah! 2. Du sprachst, und aus den Finsternissen ging auf dein Wort des Lichtes Strahl hervor, nun ward die Welt der Nacht entriffen, die Sonne stieg in vollem empor: so sey durch Schöpferwortes Macht der Wahrheit Licht auch in mir angefacht. 3. Dich hat noch Niemand je gesehen, dein ew'ger Sohn nur hat dich uns verklärt; doch wie kann ich sein Wort verstehen, wenn nicht dein Geift den rechten Sinn mich lehrt? D'rum gieb mir, Gott, von oben deinen Geist, der mich in aller Wahrheit unterweist. 4. Dann werd' ich, Herr, dich recht erkennen, dich, ber in Chrifto uns so hoch geliebt, und froh dich meinen Bater nennen, weil mir dein Geist der Kindschaft Zeugniß giebt; dann wird mir erst das Heil in Chrifto flar, das deiner Gnade ew'ger Rathschluß war. 5. Ergreife, Herr, mit deiner Wahrheit die, so noch wan deln in der Sünde Nacht; sie leuchte hier mit fanfter Klarbeit, sie schrecke dort mit deines Donners Macht, daß die verstockten Von dem heiligen Geist. Sünder in sich gehn und wahrer Reue voll um Gnade flehn. 6. Und merk ich selbst mit bangem Herzen, daß ich bethört vom Weg des Heiles wich, dann stille meine bittern Schmerzen das theure Wort: der Mittler starb für dich; daß ich Verge bung find' in Jesu Blut; du aber gieb zur Beff'rung Kraft und Muth. 151 5. Du bist ein Geist der Freuden, das Trauern liebst du nicht, erleuchtest uns in Leiden mit deines Troftes Licht; nimm ferner mein dich an, wie du im heil'gen Worte mir oft schon haft die Pforte des Himmels aufgethan. steht dir bereit, der du mich neu geboren und meinem Gott geweiht. Du hochgelobter Geift vom Vater und vom Sohne, o komm und in mir wohne, wie Chrifti Wort verheißt! 2. 3euch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf' und Errettung schafft. Entfünd'ge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir den Gehorsam leiste, den ich dir schuldig bin. 3. Jch glich den dürren Reben, war todt und ohne Kraft, du haft das neue Leben in Chrifto mir verschafft; du wirkeft mehr und mehr, daß ich stets an ihm bleibe und edle Früchte treibe zu Gottes Ruhm und Ehr. 4. Du bist ein Geift, der lebret, wie man recht beten soll; solch Beten wird erböret, macht reicher Gaben voll; o lente him melan mein Flebn boll Glaus bensstärke, bis ich die Hülfe merke von dem, der helfen kann. 6. Du bist ein Geift der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zwietracht, Haß und Neid: o mach' mich sanft und mild, daß ungefärbte Liebe ich Mel. Von Gott will ich nicht zc. Deuch ein zu deinen 286. Thoren, mein Herz an den Brüdern übe, verklärt in Chrifti Bild. 7. Du, Herr, haft selbft in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt: leit' uns den Friedenspfad, verknüpf' in allen Landen durch sanfte Liebesbanden, was sich getrennet hat. 8. Erhebe dich und steure auf Erden allem Leid, bring' wieder und erneure das Heil der Christenheit. Laß steigen neu empor, was blinder Wahn verbeeret, was Zweifelsucht zerstöret, es blühe, wie zuvor. 9. Regier' in allen Reichen, bau' unsers Königs Thron und laß nie von ihm weichen der Weisheit Ruhm und Lohn. Dem Alter gieb Verstand, gieb Frömmigkeit der Jugend; durch Gottesfurcht und Tugend befel'ge jeden Stand. 10. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, mach' uns der ew'gen Güter theilhaftig für und für; vertreib'den bösen Geist, der sich dir widersetzet und, was 152 Von der christlichen Kirche. dein Herz ergößet, aus unserm| und Ruhm, der Tröfter, uns Herzen reißt. von Gott gesandt, falbst uns zu 11. Richt' unfer ganzes Leben seinem Eigenthum, wirft unsers allein nach deinem Sinn und Erbes Unterpfand. laß nach dem uns streben, was ewig bringt Gewinn; und kommt einst unsre Zeit, so bilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des Himmels Herrlichkeit. 3. Erleucht uns mit der Wahrheit Licht, entzünd' in uns der Liebe Gluth; schenk' uns in Schwachheit Zuversicht und stärk im Kampfe unsern Muth. Mel. Komm, Gott Schöpfer 2c. 287. u bir, Geist Schöpfer, fleben wir, der neue Herzen in uns schafft; des Segens Fülle kommt von dir, durchbring' uns ganz mit deiner Kraft. 2. Du bist, das ist dein Nam' 4. Gieb uns des Glaubens Freudigkeit, den Frieden, den die Welt nicht kennt; verbanne von uns Haß und Streit und was uns von den Brüdern trennt. 5. Ja, wohn' in uns: du Geift des Herrn, weih' uns zu deinem Tempel ein; wir folgen deinem Zuge gern und wollen dir gehorsam seyn. XII. Von der christlichen Kirche. Mel. Kommt her zu mir 2c. 288. uf Leiben folgt nach furzem Streit Sieg und Triumph voll Herrlichkeit: so singt die kleine Heerde, die bald ber allertreuſte Hirt mit großer Kraft erlösen wird von jeglicher Beschwerde. 2. Er ruft: Seyd, Kinder, wohlgemuth, weil Gott, der große Wunder thut, für euch und mit euch streitet, ich bin der Herr, Immanuel, und gebe her bor Israel, mein Auge wacht und leitet. währet furze Zeit, bis zum Triumph der Herrlichkeit, dann soll es selig enden. Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 289. Bas Amt der Lehrer, Herr, ist dein soll auch Dank und Ehre seyn, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer giebst. 2. Gesegnet sey ihr Amt und Stand! Sie sind, o Herr, von dir gefandt und pflanzen, durch dein heilig Wort, auf Erden Licht und Wahrheit fort. 3. Schaut in der Einfalt nur auf mich, die Meinen führ' ich 3. Wir wollen ihres Amts uns wunderlich, vertraut der All- freun, das Herz soll ihnen offen macht Händen! Das Leiden seyn; dann wird, was ihre Rede Von der christlichen Kirche. lebrt, in uns durch deinen Geift berklärt. 4. Ermahnen, warnen, ftrafen fie, so fehle der Gehorsam nie; was uns dein Mund durch fie gebeut, das bringt uns Heil und Seligkeit. 5. Des treuen Lehrers schwere Pflicht erschwere Hohn und Un dank nicht; denn das ist wahrlich uns nicht gut, wenn er sein Amt mit Seufzen thut. 6. Nein, fromme Lehrer zu erfreun, soll unsers Herzens Freude seyn. O führe du, Herr, uns zugleich mit ihnen in dein Himmelreich! 4. Erfülle fie mit Freudigkeit, wenn sie dein Wort verkünden; gieb ihnen Unerschrockenheit, zu ftrafen unfre Sünden; tröft' uns durch fie in aller Noth, ihr Wort lehr' uns auf Chrifti Tod einst fanft und selig sterben. 5. Trifft fie Verfolgung oder Hohn, so hilf es ihnen tragen; bist du ihr Schild und großer Lohn, wie dürften sie verzagen? Du sandteft fie, fie ehren dich. Umsonst empören Frevler sich, die Wahrheit zu vertilgen. 6. Vergilt du ihnen, Herr, schon bier mit deinem reichen Segen; sey ihre Zuflucht für und für, ihr Licht auf allen Wegen; und einst vor deinem Angesicht laß sie für treu erfüllte Pflicht des Himmels Kron' ererben. Mel. Sey Lob und Ehr' dem zc. 290. Dei Zein ist das Licht, das uns erhellt, dein ist das Amt der Lehrer. Gott, welch Geschenk für deine Welt, für deines Worts Ver- 291. spricht durch deiner Boten Mund, damit dein Reich uns werde kund, der Weg zum ew'gen Leben. 2. Welch Amt, zu dämpfen jeden Wahn, das Laster zu bestreiten und Seelen auf der rechten Bahn zu Jesu hinzuleiten! Wie heilig, aber auch wie schwer! laß, die es führen, immer mehr des Amtes Würde fühlen. 3. Gieb ihnen deiner Weisheit Licht und deines Geistes Gaben, daß sie durch ihren Unterricht viel fromme Seelen laben. Laß ihre Lehre wahr und Allen werde. rein, feft ihren eignen Glauben seyn, ihr Leben fromm und heilig. 153 Mel. Nun sich der Tag 2. er du noch in der legten eh' du für uns erblaßt, den Deinen von der Liebe Macht in's Herz gerebet baft: 2. Erinnre deine kleine Schaar, die sich so leicht entzweit, daß deine letzte Sorge war der Glieder Einigkeit. Mel. Herzliebster Jesu ic. 292. Des Herrn Geſet den meinen, sich hier in Lieb' und Frieden zu vereinen, daß unter Einem Hirten Eine Heerde aus 2. Mit Einem Opfer find wir Gott erkaufet und dazu All' auf Eines Tod getaufet, 154 Von der chriftlichen Kirche. daß Jeder nun mit ernstem,| Wir stehn, du fester Fels, auf beil'gem Triebe den Nächsten dir, du bist uns Schuß und liebe. 3. Die ja zu Einem Meister sich bekennen, die darf kein Streit um die Erkenntniß trennen; die Herzen, die sich Eines Hei lands freuen, tein Haß entzweien. Retter. Von dir allein kommt unser Heil; du bist der Deinen fichres Theil, der Hort, auf den wir trauen. 2. Dich preisen wir, du großer Gott, mit Loben und mit Beten; badurch wird unser 4. Laßt uns wie Brüder bei Feind zu Spott, du wirst ihn einander wohnen und, irrt ein niedertreten. Nimm uns als Bruder, seine Schwäche scho- wie dein Aug' in Acht; mit starnen; denn uns gelingt nur burch vereinte Kräfte des Herrn Geschäfte. fen Flügeln deiner Macht beschirme die Verlaffnen. 3. Wir danken, Gott, von Herzen dir für deine Wunderwerke; was du gethan, verkünfich zu Aller Wohl erweisen; den wir und rühmen deine wer selbstgefällig ist, der ist nicht besser, wär' er auch größer. 5. Wer Gaben hat, der hat fie, Gott zu preifen, fie sollen 6. Wer heller sieht, sey stärker auch in Liebe, auf daß sich gern der Schwache mit ihm übe, zur rechten Freiheit frei fich lasse leiten ohn' alles Streiten. Stärke. Wie du uns gnädig angeblickt, wie du uns schon so oft erquickt, deß freun wir uns ohn' Ende. 7. Wie wir zuerst die Sonn' im Morgen sehen, eh' fie binauffteigt zu des Mittags Höhen: so soll der Glanz, den Kinder Gottes zeigen, ftets höher steigen. 4. Dort jene troben obne Scheu auf ihre Ross' und Wagen; uns aber stehst du, Höchfter, bei, den Feind in Flucht zu schlagen. Im Namen deiner Majestät wird uns das Siegspanier erhöht: Ifraels Hüter wachet. 5. Du deckft uns vor der bösen Welt in deinen fel'gen 8. So wollen wir in Liebe Hütten, du nimmst uns auf weiter dringen und harren auf in dein Gezelt, wenn tapfer des Gotteswerks Gelingen, daß wir gestritten. Stets bleibst unter Einem Hirten Eine Heerde du unser Licht und Heil, und aus Allen werde wo es Noth, wirst du in Eil in deiner Macht erscheinen. 6. So hältst du stets durch deine Kraft die feft, die nach dir fragen, und Troft und Ruhe wird geschafft nach herber Noth trop wilder Trübfalswetter. und Plagen. Die Rechte Got Mel. Nun freut euch ic. 293. Zich, Herr, dich loben herzlich wir, Von der christlichen Kirche. tes bricht hervor, die Rechte Mel. Sey Lob und Ehr' xc. Gottes schwebt empor, die 295. Die Feinde beines Rechte Gottes drobn dein Reich, Herr, zu zerstören; du aber, Mittler, Gottessohn, fannft ihrem Troße wehren. Dein Thron bestehet ewiglich, vergebens wird sich wider dich die Macht der Hölle rüften. Mel. Dir, dir, Jehovah c. 294. ich, Jefu, preifen unsre Lieder, dich Herr, der seine Kirche stets regiert: du gabft uns einen Hirten wieder, du haft ihn die ser Heerde zugeführt., Heil uns, daß du so treu die Deinen liebst und fromme Hirten deiner Heerde giebst! 2. Seb auch mit diesem dei nem Knechte; mach' offenbar durch ihn dein theures Wort, dein Licht und deine beil'gen Rechte, und wie du Lohnst den Deinen hier und dort: so wird die Heerde, die er weiden soll, durch seinen Dienst des wahren Glaubens voll. 3. Verleih' ihm Muth und Geiftesstärke, erhalt in ihm den frommen Hirtensinn, daß er in seinem Amt und Werke feb' unverwandt, Herr, auf dein Vorbild hin. Ihn rühre we der Menschengunft noch Dräun; sein Hoffen gehe stets auf dich allein. 155 4. Verleih', daß tief in's Herz uns dringen des Lebens Worte, die sein Mund uns lehrt, so werden wir viel Früchte bringen, so wird durch ihn dein göttlich Reich gemehrt. Sey hier, o Herr, sein Schild und großer Lohn, dort preis' er dich, sammt uns, vor deinem Thron! 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; d'rum fonnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbft durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wolleft deine Herrschaft noch auf Erden weit verbreiten und unter deinem sanf ten Joch zum Heil die Völker leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang bring' alle Welt dir Preis und Dank und glaub' an deinen Namen. 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren. Lehr' sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläub'gen, wolleft du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach' unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr' uns bis an's Ende. 6. Dein Geist führ uns auf 156 Von der christlichen Kirche. ebner Bahn und heil'ge unsern| macht, er ist gericht't, ein WörtWillen; so wird dein Volk, lein kann ihn fällen. dir unterthan, gern dein Gesetz 4. Das Wort fie sollen las erfüllen; bis du erscheineft zum sen stahn und kein'n Dank Gericht, und dann vor deinem dazu haben. Er ist bei uns Angesicht die Menschenkinder wohl auf dem Plan mit seinem ſammelft. Geist und Gaben. Nehmen fie 7. Voll Zuversicht erwarten uns den Leib, Gut, Ehre, Kind dich, Herr, alle deine From- und Weib, laß fahren dahin, men und freun des großen sie haben's kein'n Gewinn, das Tages sich, da du wirst wie Reich Gott's muß uns bleiben. derkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verIn eigener Melodie. heißnen Gnadenlohn, dein Him 297. rbalt uns, Herr, melreich, ererben. bei deinem fey deinem Volk ein starker Hort, wenn deines Sohnes Feinde drohn, zu stürzen ihn von seis nem Chron. In eigener Melodie. 296. Bin' fefte Burg ift unser Gott, ein' gute Wehr und Waffen, er bilft uns frei aus aller Roth, die uns jetzt hat betroffen. Der alte böse Feind mit Ernste er's jetzt meint: groß' Macht und biele Lift sein' grausam' Rúftung ist; auf Erd'n ist nicht sein's gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald berloren; es ftreitt für uns Tod. der rechte Mann, den Gott felbft hat erkoren. Fragst du, wer er ift? Er heißet Jefus 298. Chrift, der Herre Zebaoth, und ift kein andrer Gott, das Feld Knecht, den du uns zugesandt. muß er behalten. Stärk' ihn mit Kraft aus dei3. Und wenn die Welt voll nen Höhen und ruft ihn aus Teufel wär' und wollten uns zu seinem Amt und Stand. verschlingen, so fürchten wir Durch deinen Geift nur wird uns nicht so sehr, es soll uns er recht belehrt und seines Glau doch gelingen; der Fürste die- bens Zuversicht gemehrt. ser Welt, wie sauer er sich stellt, thut er uns doch nichts, das 2. Zu seinem Säen, Pflanzen, Bauen gieb dein Gedeihn, 2. Beweis' dein' Macht, Herr Jefu Chrift, der du Herr aller Herren bist, und schirme deine Christenheit, daß fie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gieb, beil'ger Geift, du Tröster werth, uns Einen Sinn hier auf der Erd', und hilf uns in der letzten Roth, leit uns zum Leben durch den Mel. Dir, dir, Jehovah, will ic. rböre gnädig unfer Flehen für deinen Von der christlichen Kirche. 157 o Herr, von oben her und In eigener Melodie. laß ihn reiche Früchte schauen 299. 3 wolle Gott uns zu unserm Heil und deines Namens Ehr. Was er verkündiget aus deinem Wort, das bleib' und wirke bei uns fort und fort. gnädig sehn und feinen Segen geben, sein Antlit uns mit hellem Schein erleucht' zum ew'gen Leben: daß wir erkennen seine Werk und was er schafft auf Erden, und Hirtentreu Jesu Chrifti Heil und Stärk bekannt den Völkern werden und sie zu Gott bekehren. 3. Bewahre ihm die ganze Heerde, die feiner du willst vertraun, daß keiner je verloren werde, daß Alle dort dein Antlig mögen schaun. Laß beine Weisheit reichlich auf ihm ruhn, so wird ein leuchtend Vorbild uns sein Thun. 2. So danken dir und loben dich, Herr Gott, die Völker alle, der ganze Weltkreis freuet sich und singt mit großem Richter bist und läsfest Sünd' Schalle, daß du auf Erden nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Bolk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 4. Dein Wort in seinem Munde gleiche dem Strom, der jeden Widerstand zerstört; vor seiner ernsten Rede weiche, was gegen Gottes Wahrheit fich empört. Sie sey ein Schwert, das in die Herzen bringt und dich dein Boll in guten Thaten; 3. Es preise, Gott, und lobe die Verstockten auch zur Buße das Land bring Frucht und zwingt. beffre sich, dein Wort laß wohl 5. Verleih' ihm deines Geigerathen. Uns segne Bater, ftes Waffen, dem Spott und Sohn und Geist, daß Gottes Drohn der Welt zu widerstehn; Reich sich mehre, den alle Welt und wenn er unser Heil soll in Demuth preist und ihm schaffen, laß ihn auf Lohn und allein thut Ehre. Nun sprecht Menschengunft nicht sehn. Gieb, von Herzen: Amen. wenn er lehrt und warnt, ihm Kraft und Licht, und wenn er tröftet, fefte Zuversicht. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. 6. Wohlan! wir baun auf 300. wig weis' und ewig deine Gnade, laß seinen Einmilde leitet Gott gang bier gesegnet seyn. Leit die Christenheit, deckt mit feiferner ihn auf ebnem Pfade ner Allmacht Schilde seine Kinund laß sein Werk zu deinem der weit und breit. Stehn fie Ruhm gedeihn. Set mit uns, mit entschloff' nem Muthe feft im Herr, wir sind auf dich getauft, Kampfe für das Gute: o dann mit deinem Blut hast du uns dürfen sie vertraun und voll All' erkauft. Hoffnung vorwärts schaun. 158 Von der christlichen Kirche. 2. Alles Gute muß ja sie- Licht und Frieden, bis euch in gen durch des Ew'gen starken der bessern Welt ganz das ew'ge Schuß. Scheint es oft auch zu Licht erhellt. erliegen: allen Feinden beut es Truß. Gott wird in den wild' ften Stürmen mächtig Licht und Recht beschirmen. Eine fefte 301. eft steht zu Got Burg ist Gott, aller Frebel wird zu Spott. Mel. Nun lob' mein' Seel' 2c. tes Rubme die Kirche, die geweihte Stadt, 3. Menschen können den ver- die ihm zum Heiligthume des dammen, der die Wahrheit liebt Menschen Sohn gebauet hat. und thut: doch sie selbst stirbt Er wohnt mit seiner Wahrheit nicht in Flammen, sinkt nicht in ihren Mauern gern; fie unter in der Fluth. Und fein frecher Spott wird hindern, daß fich ihre Feinde mindern; wenn man wähnt, fie sey entehrt, wird sie herrlicher verklärt. glänzt in hoher Klarheit und freut sich ihres Herrn. Oft stürmten schon die Wogen des Krieges gegen sie: umsonst, die Feinde zogen zurück und siegten nie. 4. Wie des Goldes ächte Wabrung sich im Feuer erst ergiebt, so tritt aus des Streites Gährung auch die Wahrbeit ungetrübt. Fruchtlos streb beit ungetrübt. Fruchtlos strebten oft Tyrannen, durch Gewalt fie zu verbannen; fruchtlos nahm oft Menschenwahn selbst den Schein der Wahrheit an. ist sie zur Gottesstadt erhöht, die 2. Auf Felsengrund erbauet, ihm allein vertrauet und ihren Bergen funkelt der Wahr durch sein Wort besteht. ewig Von beit Sonnenlicht, das, niemals mehr berdunkelt, durch alle Ne bel bricht. So bleibt dem Wahn entriffen die gläub'ge Schaar des Herrn; sie reinigt ihr Ge wissen, gehorcht und dient ihm gern. 5. Gott hilft seinem Reiche fiegen, er, der selbst die Wahr beit ist; mag der Irrthum es belriegen, oder Bosheit, Trug 3. Die Krone der Belohund List. Und nichts hat es nung winkt jedem Bürger diemit den Waffen irdischer Gefer Stadt, der hier fich feine walt zu schaffen, weil es nur Wohnung erwählt und freu den Sieg erringt, wenn das gestritten hat. Er fürchtet fein Wort zum Herzen bringt. Verderben, bleibt hier in fich 6. Auf denn, weihet euch rer Nuh' und eilet einft im dem Wahren, bleibt dem Gu Sterben froh seiner Heimath ten immer treu! Drobten ferner zu. Vom Vater aufgenommen, auch Gefahren: der Befreier wird er ganz selig seyn mit fommt herbet. Suchet, Brüder, den verklärten Frommen, die nur bienieden Christi Wabrheit, ihres Lohns sich freun. Von der christlichen Kirche. 159 4. Froblocke denn und singe, und ihn unsern Herrn und Chrift Stadt Gottes, deines Königs vor der Welt auch nennen. Rubm! Breit' aus sein Reich Wahr und frei, start und treu und bringe, die draußen find, müssen sich die Seinen All' um in's Heiligthum, daß Alle selig ihn vereinen. werden, von seinem Wort be- 6. Jhn verklär' in deiner lehrt, und freudig thun auf Kraft seiner Boten Lebre, daß Erden, was seinen Namen ehrt; als Chrifti Jüngerschaft fich bis alles Volk erneuert und sein Volk bewähre. Aller Welt in sein Licht verklärt ein Fest Bau zerfällt; Himmel felbft des Friedens feiert, das ewig, vergehen: Chrifti Kreuz muß ewig währt. fleben. Mel. Es woll' uns Gott 2c. Mel. Straf' mich nicht in 2c. 302. Geift des Herrn, bein 303. Gott, bir sey ewig Preis und Rubm, Licht allein muß daß du uns haft erforen zu deider Kirche leuchten, sonst wird nem Volk und Eigenthum und eignen Wahnes Schein uns wie aus dem Geift geboren. Du Wahrheit däuchten. Dann ent- haft uns deines Wortes Licht zweit leerer Streit, die auf deine durch deinen Sohn gegeben; die, Lehren einzig sollen hören. so ihm folgen, irren nicht; fie werden ew'ges Leben und volle Gnuge finden. 2. Lehr' uns treu, du Geist des Herrn, nach der Wahrheit ringen, alle Menschenmeinung gern bir zum Opfer bringen. Wer sind wir? D'rum nur dir bleibe Kraft und Ehre reiner Gotteslehre. 3. Lehr' uns auch bei deinem Schein unsre Schwäche prüfen; ohne dich bringt Niemand ein in des Herzens Tiefen. Nur die hier schon aus dir sind auf's Neu' geboren, öffnen Aug' und Obren. 2. Wie du durch treuer Knechte Mund geredet baft vor Zeiten, so mach' dein Wort auch ferner fund, laß es sich weit verbreiten. Gieb treue Hirten, die ibr Werk in deiner Furcht voll bringen, durch reine Lehr mit Geist und Stärt tief in die Her zen dringen und sie zu dir be fehren. 4. Was den Frieden Got- 3. Gieb, daß fie mit gottfel'gem tes mehrt, das mach' Allen wich Sinn ermahnen, ftrafen, trösten tig; was den Stolz des Wis- und führen treu zu Jesu hin die fens náhrt, set uns flein und von ihm theu'r Erlöften. Laß nichtig. Eins ist Noth. Him- uns des Wortes Thäter seyn, melsbrod laß uns niemals feblen; wohl dann unfern Seelen! 5. Der das Haupt der Kirche ift, ibn bilf uns bekennen und nicht nur träge Hörer. Mit beinem Geift fehr' bei uns ein, daß wir und unsre Lehrer des Glaubens Ziel erlangen. 160 Von der chriftlichen Kirche. mel. Nun lob' mein Seel' zc. 304. Gott ist ein Schuß in Nöthen und seiner Kirche Zuversicht; wenn wir um Hülfe beten, versagt er seine Hülf' ihr nicht. Wenn Mel. Einer ift König 2c. gleich an allen Orten Gefahren 305. Großer Immanuel, fie bedräun, wenn gleich der schaue von oben Hölle Pforten fiets ihren Kampf deiner Gemeinde Bedrängniß erneun, wenn macht und Lift und Noth; fieb deiner Feinde verbündet sich rüsten gegen fie: vermessenes Toben und die Geder Herr, der sie gegründet, der fahr, die dein Erbtheil bedroht; Herr verläßt sie nie. wie sie noch immer bekämpfen den Glauben, wollen dein Wort und dich selber uns rauben. 2. Jft nicht die Macht des Verderbens gedrungen bis in der Deinen geheiligten Kreis? 2. Sie ist ein Fels im Meere, es stürme wilder Wogen Fluth: doch bricht sich, Gott zur Ehre, an diesem Felsen ihre Wuth. Sie ist das Licht der Erden, vom Himmel uns gebracht, das nicht Seelen, die früher so eifrig geverlöscht kann werden in finstrer Mitternacht. Sie ist auf Bergeshöhen die feftgebaute Stadt, Gott läßt sie nicht vergeben, der sie gegründet hat. rungen, lassen jetzt nach in gottseligem Fleiß. Statt des Verlangens nach ewigen Gütern herrschet die Welt in den schwachen Gemüthern. im Glauben ein! Dann könnt ihr noch entrinnen dem Abgrund, der euch bräut, könnt Kronen noch gewinnen in einem beffern Streit. 3. Der Stadt geweihte Mau- 3. Oft wird im Herzen der ern find auf des Glaubens Grund Glaube geboren, aber er stirbt, erhöht und darum wird sie dau weil ihm Nahrung gebricht; lebt ern, ob Erd' und Himmel unter er auch, hat er die Kraft doch geht. Wenn Alles wankt und verloren, völlig zu dringen weichet, der Erde Bau zerbricht, durch's Finstre zum Licht, freuwenn schauervoll erbleichet der bigen Muthes dich, Herr, zu Sonne strahlend Licht, dann bekennen. Menschenfurcht höret endlich wird vollführet, was man Weisheit jetzt nennen. Gottes Rath erdacht; die Kirche triumphiret dann ob der Hölle Macht. 4. Bis dahin- wie viel Kinder, die für den Himmel sie gebiert, wie viel bekehrte Sünder, die sie zu ihrem Heiland führt! Jhr, die ihr sie befrieget, ihr fchaffet euch nur Pein; zu ihr, die doch einft fieget, gebt bald 4. Tief ist in Trauer die Kirche versenket, die uns als geiftige Mutter gebiert, tief durch die Trennung so Bieler gekränket; Einheit im Geiste fich täglich verliert. Viele fich scheiden und Viele fich spalten, weil man die Liebe so lässet erkalten. 5. Du, der da fizet dem Vater zur Rechten herrschend und wal Von der christlichen Kirche. 161 tend aus himmlischer Höh', gieb,| Sinn; ach, fie bedenken nicht, daß im Kampf mit den feinds was für ein schwer Gericht der lichen Mächten Glauben und sichern Seelen wartet! Liebe und Kirche befteb'. Kräftig und freudig die Wahrheit zu lehren, laß uns gelingen dem Vater zu Ehren. 6. Gieb, daß der Glaube mit himmlischer Klarheit dring' in das Dunkel der Seelen binein; daß sich die Liebe entzünd' an der Wahrheit, enger sich schließe der Christen Verein. Du bist der einzige Hirte der Heerde: gieb, daß fie selber auch Eine nur werde. 4. Laß Alle, die noch draußen stehn, Herr, deine Stimme bören, und die noch in der Irre gebn, sich bald zu dir bekehren. Du, der das Gute schafft, gieb uns Lieb' und Kraft; verleih uns tapfern Muth, zu wagen Gut und Blut zu deines Namens Rubme. 5. Die Zwietracht tilg' an je dem Ort, erhalt uns Rub' und Frieden. Laß uns, geftärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Du, der uns ging boran, ebne selbst die Bahn; Mel. Ein' feste Burg xc. 306. er, beine Kirche und nach der Prüfungszeit fübr dir, noch wobnt dein Wort im Lande; bon uns zur schen Gemeinde. deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Und kommt sie in Gefahr durch der 307. Feinde Schaar, dann hilf, o ört, die ibr der Gerechtigkeit, die Jefu Chrift! Befiege Macht ihr des Herrn begebret: zu ibm, und List durch deiner Allmacht der Hülf' und Rettung beut, Walten! sey euer Herz gekebret! Schaut an den Hort der Zuversicht, das Heil des Helfers säumet nicht. Mel. Mach's mit mir ac. 2. Ja, deine Kirche streitet noch, hilf du ihr mächtig siegen. Nimm ganz von ihr der Knecht schaft Joch, laß fie nicht unterliegen. Auf einen Felsengrund, so verheißt dein Mund, soll sie gebauet seyn, troß selbst der Hölle Dräun; deß wollen wir uns trösten. 3. Eins ift, was schmerzlich uns bewegt: die Menge fal- 3. Merkt auf, die ihr den Arm scher Chriften, die deinen heil's erkannt, der aller Enden schalgen Namen trägt und doch nur| tet: die Völker sind in deffen. dient den Lüften. Nur auf das Hand, der hebr und heilig Eitle bin fteht ihr Herz und waltet. Seht Land und Inseln 11 2. Der Herr wird Zions. Herz erfreun und seine Wüsten bauen; die Deden werden Fluren seyn, ein Paradies die Auen. Erschallen wird im Freudenklang ihr Dank, ihr heil'ger Lobgefang. Univ.- Bibl. Giessen 162 Von der christlichen Kirche. nah' und fern, sie harren auf uns Brüder nur nennen, wenn den Arm des Herrn. Alle in herzlicher Liebe ent4. Schaut aufwärts zu des brennen. 2. Wie nah' uns auch stehn Himmels Höhn, blickt zu der Erde Gründen! Der Himmel die natürlich Verwandten: uns wird wie Rauch vergehn, wie Dampf die Erde schwinden; das Heil des Herrn bleibt allezeit, nie wankt des Herrn Gerech tigkeit. bleiben die Brüder die nächsten Bekannten. Wer noch ift bethört von der Liebe zur Welt, wenn er sich auch fälschlich als Bruder verstellt, den können 5. O fürchtet nicht der Men wir nicht zum Genoffen uns neb schen Schmähn, laßt euch ihr men: er muß sich zur Reu' erst Drohn nicht schrecken! Der Bö- und Buße bequemen und darf sen Rath wird nicht bestehn, des gekreuzigten Herrn sich nicht bald wird das Grab fie decken. schämen. Des Herrn Gerechtigkeit steht feft; wohl dem, der sich auf ihn verläßt! 3. Wer aber für Chriftum auf's Neu' ist geboren, der ist uns von ihm auch zum Bruder erforen. Ein Vater, Ein Glaub', Eine Taufe, Ein Geist, der Jesum als einigen Heiland uns preift: das ist es, was Herzen kann selig verbinden, daß Argwohn und Eifersucht müssen verschwinden; nur Friede ist in der Gemeinde zu finden. 4. Wir sind ja deffelbigen Reiches Genossen; dasselbige Blut ist für Alle geflossen: d'rum Jeder mit Allen zum Vaterland dringt, für welches die Kirche ftets kämpfet und ringt. Und Jeder auch fühlet des Undern Verderben, hilft gerne den Brüdern die KroIn eigener Melodie. 308. br finder des Höch- ne erwerben, wie Jeder bereit ift, zu 5. So halte der Geist uns von oben zusammen, durch Alle vertheil' er die himmlischen Flammen; wenn Demuth die Herzen vereiniget hat, dann findet kein Unterschied weiter hier Statt. 6. Jft er's nicht, der im Meere Bahn dem Bundesvolk bestellte, den Stolz zerschlug in seinem Wahn, des Urgen Troß zer schellte? Jst er's nicht, dessen Gnadenruf sein Gottesreich durch Chriftum schuf? 7. Auf, Arm des Herrn, und waffne dich mit deiner alten Stärkel des Feindes Rath und Willen brich, zerstöre seine Wer te! Ja, Glaub' und Hoffnung rubn auf dir; Herr, auf dein Heil vertrauen wir. die Liebe? Geborchet ibr willig dem heiligen Triebe? Jst keine Zertrennung der Geister ge schebn? Bleibt fest ihr im Bunde ber Einigkeit ftehn? Der Vater im Himmel fann Herzen er tennen; wir dürfen vor ihm ja Hier kann nicht mehr Streitsucht Von der christlichen Kirche. 163 und Haffen regieren: der Trieb| bier Leiden ihren Muth darnie ist gemeinsam in Allen zu spüren, der, stärke sie wieder. uns näher zur Wahrheit in Liebe zu führen. 6. Und schüß' uns mächtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirft erlösen, bis wir zu dir und den verklärten Frommen frohlockend kommen. 6. D'rum laffet uns freudig uns lieben von Herzen, einan der verfüßen der Pilgerschaft Schmerzen; uns kräftig ermuntern auf schwieriger Bahn und muthiger flimmen zum Ziele bin an. Ja betet, daß Beistand der Vater uns sende, vereiniget brüderlich Herzen und Hände: so mehret die Liebe sich bei uns ohn' Ende. Mel. Herzliebster Jesu, was it. 309. Pas doch, o Jefu, laß dein Reich auf Erden unter den Sündern ausgebreitet werden. Auch ihnen schenke, deiner Leiden wegen, Leben und Segen. 2. Gieb ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß fie dich gläubig ihren Heiland nennen; gieb ihnen Eifer, daß sie deinen Willen treulich erfüllen. 3. Wed' ihre Herzen, auf die Schrift zu hören, die uns verkündigt deines Mundes Lehren. Wer sie nicht kennt, der suchet ftets vergebens Worte des Lebens. 4. Erbarmer, steure deiner Feinde Grimme; die Deinen warne vor des Irrthums Stimme. Hilf ihnen prüfen und das Heil der Seelen weislich erwählen. 5. Sey du ihr Licht in allen Finsterniffen; heile selbst ihr verwundetes Gewiffen. Beugen mel. Jesu, bilf fiegen sc. 310. Mitten in Stürmen und tobenden Wellen, Christen, vertraut der allmächtigen Hand! Die unter Chrifti Befehle fich stellen, rettet er bald an das sichere Land. Wenn euch die dunkelften Nächte bedecken, kann doch ihr Grauen euch wenig erschrecken. 2. Toben die Feinde zur Rech ten und Linken, wüthet verbees rend das blinkende Schwert: laßt nur, o Chriften, die Haup ter nicht finten, da sich im Herzen euch Chriftus verklärt. Stets kann die Seele den Frieden erhalten, wenn sie den Schöpfer in Allem läßt walten. 3. Darum verzehrt nicht im ängstlichen Sorgen Kraft und Gesundheit und flüchtige Zeit; bleibt doch im Rathe des Höchften verborgen, wann einem Jeden sein End' ist bereit. Chriften, es find ja unnöthige Schmerzen, die sich bereiten die thörichten Herzen. 4. Gottes allmächtige Stärke beweiset auch in den Schwachen die fiegende Kraft, dadurch wird herrlich sein Name gepreiset, baß er den Zagenden Freudigkeit schafft. Auf dann, erhebt euch ju muth'gem Vertrauen, wenn 11. 164 Von der christlichen Kirche. ihr die Hülfe des Höchften wollt| mit gläubigem Vertrauen hält schauen. der Geist sich an dir fest und will die Erlösung schauen, die uns nicht mehr fünd'gen läßt. Mel. O du Liebe meiner Liebe zc. 311. Durchbrecher aller 6. Herrscher, berrsche, Sieger, Bande, der du Welt siege, König, brauch dein Reund Tod bezwangst und aus der giment! führe deines Reiches Erniedrung Stande dich empor Kriege, mach' der Sclaverei ein zum Himmel schwangft! Um End'. So treibt uns der Geist, die Deinen zu erretten, willst du zu rufen: nimm dich unsrer immer bei uns seyn: so zerbrich Schwachheit an; zeig' uns nur denn unsre Ketten, ende unsrer die ersten Stufen der gebrochnen Knechtschaft Pein. Freibeitsbahn! 2. Daß du nichts von dem 7. Hast du uns dir doch etworverliereft, was der Vater dir ben durch die bittre Kreuzespein; geschenkt; daß du uns zur Ruhe d'rum so wahr du bist gestorben, führest aus dem Kampf, der mußt du uns auch machen rein. uns bedrängt: dazu wohnt in Rein ist, frei und ganz vollkomdir die Fülle aller Weisheit, men, ähnlich deinem beil'gen Lieb' und Macht. Deines Va- Bild, wer die Gnade hat geters heil'ger Wille set durch dich an uns vollbracht. nommen, die aus deiner Fülle quillt. 8. 3euch uns mit dir in dein Sterben, laß uns mit dir auferstehn; was dein Reich nicht kann ererben, das laß in uns untergehn. Herr, schon hebst du deine Rechte, doch wir müssen wacker seyn. Gebet, aus dem Schooß der Nächte bricht der Freiheit Morgenschein. 3. Schau hernieder, wie wir ringen, wie wir seufzen immer dar. Laß zu dir die Bitte drin gen, uns zu schüßen vor Gefahr, uns allmächtig zu erlösen von dem Dienft der Eigenheit, von der Lift und Macht des Bösen, welches stets den Kampf erneut. 4. Herr, zermalme, Herr, zerstöre diese Macht der Finsterniß; der preist nicht mehr deine Ebre, den sie fort zum Tode ris. 312. Heb' uns aus dem Staub der Sünden, treib' die Luft der Welt binaus; laß uns wahre Freiheit finden in des ew'gen Vaters Haus. 5. Wir verlangen keine Rube für das Fleisch in dieser Zeit; soll es leiden: wohl, so thue, was uns frommt zur Seligkeit. Dod mel. Herzliebster Jesu zc. hüße die Deinen, die na dir fich nennen und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen; laß deinen Händen, wie du selbst verheiBen, nichts fie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden, mach' ihre Siege herrlicher auf Erden; gieb Muth und Weisheit denen, die Von der christlichen Kirche. 165 fie lehren, dein Reich zu meh-| nicht dein Reich zerstören und ren. dein Erbe frech verheeren. 3. So lange noch die Deinen müssen streiten, steb' ihnen, Herr, mit deiner Kraft zur Seiten, und führ' fie endlich aus dem Kampf bienieden zum ew' gen Frieden. 4. Einft werden wir mit den verflärten Schaaren, die vor uns hier getreue Kämpfer was ren, dich, der zur Rechten Gottes ist erhoben, auf ewig loben. Mel. Jch bin ja, herr ic. 313. geht, was der Herr der Kirche thut: er giebet seinen Knechten Muth und reiche Kraft, von ihm zu zeugen. Sie gehen aus, die er gesandt, und machen uns den Herrn bekannt, vor dem sich Aller Kniee beugen; sein ew'ges Evangelium verkünden sie zu seinem Ruhm. 2. Der Sünde Reich wird untergebn; dein Reich, o Jesu, wird bestehn und deine Herrschaft ewig währen. Du bist der Kirche starker Schutz und die sen Felsen wird kein Truß der Höllenpforten je zerstören. Er halte fie dir stets getreu, daß sie dein Ruhm und Erbe sey! 2. Es gilt deines Namens Ebre, deiner Wahrheit Heiligthum, es gilt, Jesu, deine Ehre, deines Leidens Kraft und Ruhm; deiner Auserwählten Schaar fieht ihr Kleinod in Gefahr: bazu kannst du, Herr, nicht schwei gen, deine Macht wirst du bezeigen. 3. Wo die Kirche ward bestürmet, warst du allezeit ihr Hort; du bist's auch, der sie beschirmet heute noch und immerfort. Sey auch der Verfolgung viel, du bestimmtest ihr das Ziel, du zerstreuft der Frevler Rotten, die es wagen, bein zu spotten. 4. Herr, befebre deine Feinde, daß fie folgen deinem Licht; stärk im Glauben die Gemeinde, mehre ihre Zuversicht; nimm dich der Verirrten an, führ' sie auf die rechte Bahn; die sich um ihr Heil betrügen, führ zur Wahrheit von den Lügen. 5. Laß uns recht und redlich handeln, fliehen auch den bösen Schein; fromm in Taubeneinfalt wandeln und doch klug wie Schlangen seyn; mache du uns selbst bereit, uns zu schicken in die Zeit, gieb uns Weisheit, daß wir meiden, je durch eigne Schuld zu leiden. 6. Laß uns beten, laß uns wachen, immer stehn auf unfrer Hut. Sey du måchtig in uns Schwachen; hilf du, so wird Alles gut. Kämpfe du für uns im Streit und verleib' uns TüchMel. Freu dich sehr, o meine ic. 314. reuer Hirte deiner Heerde, bleibe dei ner Kirche Schuß, daß sie nicht erschüttert werde durch der Feinde Macht und Truß; wenn sie uns bermessen drobn, dann hilf du uns, Gottes Sohn, daß sie tigkeit, daß wir deine Waffen 166 Von der christlichen Kirche. führen, bis wir herrlich trium-| 5. Die fich nach Einem Meis phiren. fter nennen, stehn Alle auch für Einen Mann; vergebens will der Feind fie trennen; in Einem greift er Alle an. Sie fallen be zu Füßen in des Heilands Kraft; denn er will von der Brüderschaft der Heil'gen auch nicht Einen missen. men, in der Gemeinschaft feft zu stehn, so daß der Liebe beil'ge Flammen stets in den Gläub'gen find zu sehn. Wir werden durch 6. So wallen die verbundnen dies Wort der Gnaden auch zur Herzen durch's Thränenthal in's Gemeinschaft jener Schaar, die Vaterland, versüßen sich der längst vor uns hienieden war, Erde Schmerzen, Eins reicht dem gelockt und kräftig eingeladen. Andern seine Hand. Und wol2. Der Glaubensgrund, auf len fie einander dienen, so sehn dem wir stehen, ist Christus und sie mit des Glaubens Blick auf sein theures Blut; das einz'ge Jesum und ihr wahres Glück: Ziel, worauf wir sehen, ist Chri- sie sind in ihm, er ist in ihnen. ftus, unser böchftes Gut. Die eing'ge Regel, die wir kennen, ist ſein lebendig kräft'ges Wort; nach feinem Mann, nach feinem Ort soll je sich die Gemeinde Mel. Mein Jesu, dem zc. 315. ns bindet, Herr, nennen. 3. Was für ein reich befeligt Leben, mit Gott und seinem heil' gen Geist durch Chriftum in Gemeinschaft schweben und haben, was er uns verheißt! Was glühen da für sel'ge Triebe! bier schüttet in sein geistlich Haus Gott seine Gnadenfülle aus, hier wohnet er, die ew'ge Liebe. 4. Ja, uns liebt Gott als seine Kinder, schenkt uns den Geift, der Vater! schreit; des Sobnes Treue schmückt uns Sünder mit ewiger Gerechtigkeit. Und tritt der Geift mit seinem Dele des Friedens und der Freud' binju: o, dann erquickt uns Troft und Ruh' und neue Kraft ftärkt Leib und Seele. Mel. Dir, dir, Jehovah c. 316. Mach' auf, du Geift der ersten Zeus gen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und unverzagt dem Feind' entgegengehn; ja, deren Ruf die ganze Welt durchdringt und, Herr, der Völker Schaaren zu dir bringt! 2. Wer sendet uns so treue Knechte, von deiner Liebe Feuer ganz entbrannt? Noch find dein Licht und deine Rechte, noch ist dein Heil nicht überall bekannt: das Feld ist weit, die Erndte groß und reich; Arbeiter sende bu, den ersten gleich! 3. Breit' aus dein Wort durch große Schaaren, die in der Kraft Evangeliften sey'n. Laß alles Volk dein Heil erfahren, füll' jedes Land mit deiner Wahrheit Von der christlichen Kirche. 167 Schein. Weck' Ifrael aus sei-| len, läutert, reinigt, bis in dir nem Schlaf mit Macht; die sich Alles einigt. Heiden reiß aus ihrer Blindbeit Nacht. 4. Herr, beßr auch deines Zions Stege und ebne deinem Worte Lauf und Bahn. Was hindern kann, räum' aus dem Wege, dämpf und zerstör' den falschen Glaubenswahn. Von Miethlingen mach' deine Heerde frei, daß Kirch' und Schul' ein Garten Gottes sey. 3. Herr, du giebst Sieg, dich preifen wir: der falte Nordpol len scheinet! Des Negers Sclavon o Licht, das Alvenkette bricht, der Inseln Menge jauchzt dem Licht, das alle Bölfer einet. Falscher Götter Tempelhallen sind zerfallen; auf den Trümmern fiehet man das Kreuz nun schimmern. 5. Du selber haft in deinem 4. Des blutgen Halbmonds Worte uns diese Bitte in den Licht erbleicht, des Öftens falMund gelegt; du siehst, wie fie an jedem Orte die Herzen deiner Gläub'gen tief bewegt: d'rum neige dich zu unserm bei Ben Flehn; erhör uns, Herr, und sprich: es soll geschehn! scher Schimmer weicht vor beiblickt mit reuiger Begier ein ner Wahrheit Sonne. Schon Häuflein Jakobs, Herr, nach dir, ahnt der Vergebung Wonne. Ist die Fülle aller Heiden einst mit Freuden eingegangen, wird auch Jakob Heil erlangen. Mel. Wie schön leucht't uns ic. 5. Dein Geift erfüll' die Bo317. Mas rührt so mäch- ten all', laß ihres Wortes Freutig Sinn und denschall durch alle Länder drinHerz? Was hebt die Blicke gen. Mit Kraft von oben anbimmelwärts? Wem schallen gethan, laß fie bekämpfen Sünd' die Gefänge? Zu dir drängt und Wahn und Heil den Völsich aus fernem Land, vereinigt fern bringen. Dies nur wolle durch des Glaubens Band, der ihre Seele und befehle voll VerVölker frohe Menge. Heiland! Netter! deine Wahrheit füllt mit Klarheit unsre Erde, daß der Sünder selig werde. trauen dir das Werk, an dem fie bauen. 6. Vertilge alle Eigensucht, Gemächlichkeit und Leidensflucht, 2. Ein himmlisch Feuer ist und beil'ge dir die Herzen. entflammt durch dich, der aus Verleih' zu jedem Opfer Muth, dem Himmel stammt und uns für dich zu wagen Gut und zum Himmel leitet. Es glüht Blut, zu dulden Hohn und gewaltig fort und fort, wo sich Schmerzen. Hilf uns, Heiland, dein seligmachend Wort in Lau- und vermehre dir zur Ehre deine terfeit verbreitet. Glaube, Liebe, Heerde, bis dein Reich bollen. füllt die Seelen, die dich wähdet werde. Vom göttlichen Worte. Ein' feste Burg ic. 318. 3. Der Spötter mag die enn Christus seine Wahrheit schmähn, uns kann Kirche schüßt, so er sie nicht rauben. Der Frebmag die Hölle wüthen; er, der ler mag ihr widerstehn, wir halzur Rechten Gottes figt, bat ten fest am Glauben. Gelobt Macht, ihr zu gebieten. Er ist sey Jesus Chrift! wer bier sein mit Hülfe nah'; wenn er gebeut, Jünger ist, sein Wort von steht's da. Er schützt zu seinem Herzen hält, dem kann die Ruhm sein Volk und Eigen- ganze Welt die Wahrheit nim thum; mag doch die Hölle mer rauben. wüthen! 168 Mel. 4. Auf, Chriften, die ihr ihm 2. Gott fiebt's, wenn Fürsten vertraut, laßt euch fein Drohn auf dem Thron sich wider ihn erschrecken! Der Gott, der von empören und den Gefalbten, dem Himmel schaut, wird uns feinen Sohn, nicht wollen gläu- gewiß bedecken. Der Herr, der big ebren. Dein theures Got starke Gott, bält über sein teswort, dein Kreuz, Herr, un- Gebot, giebt uns Geduld in ser Hort, ist ihrem Wahn ein Noth, und Kraft und Muth Spott; doch richtet sie einst im Tod; was will uns dann Gott, fie mögen sich empören. erschrecken? XIII. Vom Mel. Es ist das Seil uns ic. 319. Zein Recht, o Gott, und dein Gebot göttlichen Worte. gepreift, laß uns dabei verbleiben und gieb uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte gläuift heilig, behr und richtig; wir ben und es annehmen jederzeit Menschen sind im Geiste todt mit Sanftmuth, Ehrfurcht, Lieb' und es zu thun nicht tüchtig; und Freud', als Gottes, nicht wir wissen's und verstehen's der Menschen. nicht, wenn uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht zeiget. 2. D'rum hast du vormals ausgefandt Propheten, deine Knechte; fie machten bein Gebot bekannt und lehrten deine Rechte. Zuletzt fam selbst dein ein'ger Sohn zu uns herab von deinem Thron, uns Gnade zu verkünden. 3. Für solches Heil sey hoch 4. Hilf, daß der Frebler frecher Spott uns nicht vom Wort abwende, denn wer dich lästert, nimmt fürwahr mit Schreden einft ein Ende. Gieb du selbst deiner Wahrheit Kraft, daß fie, die Licht und Leben schafft, die Seelen ganz durchdringe. 5. Herr, öffne du Verstand und Herz, daß wir dein Wort recht fassen, in Lieb' und Leid, in Freud' und Schmerz es aus Vom göttlichen Worte. der Acht nicht lassen; daß wir Mel. Wer nur den lieben 2c. nicht Hörer nur allein, nein, 320. Dein Wort, o Höchift auch des Wortes Thäter seyn, Frucht hundertfältig bringen. 6. Der Sam' am Wege wird sofort vom Feinde weggenommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen, und wenn der Sam' in Dornen fällt, hat Sorg' und Wollust dieser Welt bald seine Kraft ersticket. 7. Hilf, daß wir Alle werden gleich, o Herr, dem guten Lande, mach' uns an guten Werken reich in unserm Amt und Stande; laß Frucht uns bringen in Geduld, bewahren deine Lebr' und Huld in reinem, gutem Herzen. 8. Hilf uns, so lang wir leben hier, den Weg der Sünder meiden, daß wir nur bals ten feft an dir in Anfechtung und Leiden; rott aus, Herr, was dir nicht gefällt, bilf uns die Sorge dieser Welt und ihre Lüfte dampfen. 9. Dein Wort, o Herr, sev immerdar ein Licht auf unsern Wegen; erhalt es bei uns rein und klar und mach' es uns zum Segen; es sey uns Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 169 10. D Vater, laß zu deiner Ehr' dein Wort fich weit ver breiten; bilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög' und leiten. beil'ger Geift, bein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub', Lieb', Geduld und Hoffnung. men, es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es weckt den Sünder, ftärkt den Frommen, reicht Alles dar, was uns gebricht. O selig! wer es achtsam bört, bewahrt und durch Gehorsam ehrt. 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des Irrthums Finsterniß; es führt uns unserm Ziel entgegen und macht uns unsers Heils gewiß; es lehrt uns, daß durch Jesum Chrift du unser Gott und Vater bift. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, dich, der fo båterlich uns liebt, mit Freuden dein Gebot zu üben, so wie dein Sohn es hat geübt; es zeiget uns den Gnadenlohn, der unser barrt an deinem Thron. 4. Ja, deine heiligen Gesetze find unfrer ganzen Liebe werth, find köftlicher, als alle Schäze und was die eitle Welt begebrt; was aller Menschen Weisheit spricht, muß weichen, Herr, vor deinem Licht. 5. D'rum soll das Wort, das du gegeben, stets meines Fußes Leuchte sepn, zu dir soll es mein Herz erheben, mich stärken, trösten und erfreun. Noch sterbend will ich darauf baun; was es verheißt, werd' ich einst schaun. Mel. O daß ich tausend zc. 321. Su baft mir, Gott, dein Wort gege= ben; von Herzen preif' ich dich dafür. Es bringt mir Troft 1.70 Vom göttlichen Worte. und Heil und Leben; durch Chri- 2. Wie stürzt des Wortes ftum schenkteft du es mir. Wo ftrahlte mir der Wahrheit Licht, bätt' ich des Heilands Lehre nicht? 2. Auf ungewissem finstern Pfade würd' ich ein Raub des Irrthums seyn; fern von der Hoffnung deiner Gnade müßt ich in dir den Richter scheun; mir fehlte Muth in jeder Noth und stündlich schreckte mich der Tod. Stärke das Reich des Bösen um! wie baut es neue Werke durch's Evangelium! Wirft auch die Schrift das Herz erft faft zur Hölle nieder, erhebt sie es doch wieder und lenft es himmelwärts. 3. Von allen jenen Finsternis fen bat, Herr, dein Wort mich frei gemacht; der Sünde Herrschaft mich entriffen, zerstreut der Zweifel dunkle Nacht. Nun 4. So weiß sie zu bewähren, weiß ich, daß durch dich allein daß fie vom Himmel sey; wer ich fann gerecht und selig seyn. auf den Geift will bören, erfährt 3. Sie trägt der Weisheit Tiefen in schlichter Einfalt vor; fie weckt die, welche schliefen, führt fie zu Gott empor. Sie hilft bem Schwachen flehn, thut auf des Geiftes Augen, um Himmelslicht zu saugen und Gott in's Herz zu sebn. 4. Ich weiß, wozu mich Gott erforen; mein Glaube giebt mir Zuversicht: im Tode geb' ich nicht verloren und komme nicht in das Gericht. Durch dein Verdienst werd' ich bestehn und mich zu deiner Rechten sehn. es täglich neu. So haben hier und dort Blutzeugen sie gepries sen und durch den Tod bewie. sen, sie sey das Lebenswort. 5. Die Schrift kann uns nicht lügen, wie Gott uns niemals täuscht; fie kann in dem nicht 5. Laß mich gehorchen deiner trügen, was sie von uns er Lehre mit wahrem Ernst und beischt. So nimm ihr Zeugniß beil'ger Luft, und feines Spót an, o bülfsbedürft'ges Herze, fers Trug zerstöre des Glaubens ergreif' die Himmelskerze, die Troft in meiner Bruft. An dei stets dir leuchten kann! nem Worte halt' ich fest, das auch im Tod mich nicht verläßt. Mel. Liebster Jeſu, wir find x. Mel. Selft mir Gott's Güte c. 323. wig Cwig wesentliches Gott, der 322. renne, mein Gebu im Lichte lebeft, aber auch mütbe, den reichen dein Angesicht leuchtend über Segen wohl, den dir aus Gottes uns erhebest, Dank dir, daß Gute die Schrift gewähren soll. den Finsternissen du so gnädig Der wahre Unterricht kommt uns entrissen. nur durch Geistesgaben, wie Chrifti Jünger haben, durch die er zu uns spricht. 2. Deines Ebenbildes Licht ging durch unsre Schuld verloren, beine Stimme hörten nicht, Vom göttlichen Worte. 171 die vom Fleische find geboren;| Triebe. O daß ftets im finso daß fie dich nicht mehr kannten und die Thorheit Weis heit nannten. stern Thale mir des Lichtes Fülle ftrable! 3. Hüter, ist die Nacht das bin? Ja, der Tag soll sie vertreiben, d'rum ermuntre dich, mein Sinn; wolltest du im Dunkeln bleiben? Gottes Gnad' ist nun erschienen und will dir zum Leitftern dienen. 4. Ja, erfüllet ward die Zeit uns zur ew'gen Freud' und Wonne; schaut den Glanz der Herrlichkeit, Jesum, der Gerech ten Sonne! 5. Er durchdrang mit seinem Schein die von ihm gesandten Lehrer; dieser strahlt noch hell und rein durch die Schrift in's Herz der Hörer. Wer zu diesem Licht fich wendet, wird vom Jrrthum nicht geblende 9. Herr, erhalt' uns ftets bein Wort, daß dein Geist es uns verkläre. Führ' in deinem Licht uns fort, daß dein Heil sich bei uns mehre, bis vor deinem Angefichte wir uns freun im reinsten Lichte. Wort soll meine Seele trauen. Werde Licht!" Ich wandle hier, mein Gott, bat er gesprochen und der Tag bor dir im Glauben, nicht im ist angebrochen. Mel. Ach Gott und Herr. 324. 324. Gott ott ist mein Hort, und auf sein 6. So feb' ich i te mein Nichts und zugleich in Gott mein Alles; meinen Mangel als les Lichts, das Verderben meines Falles, und wie Jesus mir auf Erden will ein Licht zum Himmel werden. 7. Du, mein Licht, erleuchte mich, daß ich mich und dich erkenne und durch deinen Geist nur dich meinen Herrn und Heiland nenne; tödte selbft des Fleisches Dichten, lehr' mich Alles geistlich richten. Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß feinen Spott, o Herr, mein Gott, vom Glaus ben mich abschrecken. 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne fie verständ' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben; daß diese Zeit zur Ewigkeit mir sey von bir ge geben. 5. Den ew'gen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär' mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in 8. Dann glänzt mir im Him- Reu' und Schmerz der Sünden melslicht Gottes Gnad' und dei- nicht verzagen: nein, du berne Liebe, dann merk ich mit zeibft; mich lehrt dein Geift Zuversicht auf des guten Geistes im Glauben Vater! sagen. 172 Vom göttlichen Worte. 7. Mich zu erneun, mich wo Dunkelheit in mir will den dir zu weihn, ist meines Heils Glauben stören, daß ich Zweifel Geschäfte; durch eigne Macht sucht entferne und in Demuth wird's nicht vollbracht, dein glauben lerne. Wort allein giebt Kräfte. 8. Herr, unser Hort, be wahr' dies Wort, das du uns haft gegeben Es sey mein Heil, mein bestes Theil und führe mich zum Leben. 6. Laß mich glaubensvoll im Geift jenes Himmels Erbe schauen, das dein heilig Wort verheißt Allen, die auf Chriftum bauen; daß ich eifrig darnach trachte und die Luft der Welt berachte. Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. 7. D, verleihe mir die Kraft, 325. Berr, mein Sicht, er deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir leuchte daß ich mich und dich erkenne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne; durch dein Wort laß mich auf Erden weife zu dem Himmel werden. auf richt'ger Bahn zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein bell'res Licht umgeben. 2. Lauter Wahrheit ist dein Mel. Liebster Jesu, wir sind xc. Bort, lebre mich, es recht ber- 326. Böhler Gott, dir Forschen bilf mir danken wir, daß fort und laß mich nicht irre du uns dein Wort gegeben; ingeben, daß ich lern', was mir gebühret und was mich zum Heile führet. nig bitten wir von dir: bilf uns beilig darnach leben. Gieb dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sey durch Werke. 3. Doch laß nicht nur den Verstand in den Sinn des Wortes bringen: ist dein Wille mir bekannt, so bilf mir ihn auch vollbringen; sonst würd' ich bei meinem Wissen doppelt Strafe leiden müssen. 2. Uns, o Vater, lebreft du, was wir thun und glauben sollen: schenk uns deine Kraft dazu, gieb zum Wissen uns das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen, so wird Alles wohlgelingen. 4. Gieb, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre, daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbft 327. erfabre. Ja, es sey in meinen Leiden mir ein Quell ven Troft und Freuden. Mel. Gott des Himmels und ic. beures Wort aus Gottes Munde, das mein ganzes Herz bewegt, dich allein hab' ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff' ich Alles an, was zu Gott 5. Bei dem Licht, das es mir beut, laß sich mein Erfenntniß mehren. Stärke mich, mich führen kann. Vom göttlichen Worte. 173 2. Will ich einen Vorschmack 4. Nicht nur der Geist der haben von des Himmels Se ligkeit: du fannst mich mit Manna laben, das des Geistes Kraft erneut; du bist mir jum Quell geschenkt, der die durft'ge Seele tränkt. Weisen, die Einfalt soll Gott preisen; den Blöden und den Schwachen will er sich kennbar machen. 5. Der Demuth ftilles Sebnen, der Andacht brünst'ge Thränen eröffnen uns die Pfade der. Wahrheit und der Gnade. 6. Ein Grundstein ist geleget, der das Gebäude tråget; er ist der Weg, das Leben, der Weinstock, wir die Reben. 7. O laßt an ihm uns blei4. Gieb dem Gamen einen ben, auf daß wir Blüthen Acker, der die Frucht nicht treiben, von ihm die Kraft schuldig bleibt; mache mir die empfangen, mit ebler Frucht Augen wacker, wo bein Licht zu prangen. die Nacht vertreibt. Glauben prág' dem Herzen ein, fern laß jeden Zweifel seyn. 5. Was ich höre, laß mich merfen, was du fageft, laß mich thun. Wird sich die Erkenntniß stärken, laß die Liebe auch nicht ruhn, daß ich feft im Glauben steh', bis ich einft zum Schauen geh'. 3. Geist des Herrn, der ohne Wanken durch das Wort mich beil'gen will, lenke gnädig die Gedanken, mache ruhig mich und still, daß die Welt mich niemals stört, wenn mein Herz dich reden hört. Mel. Wach' auf mein Herz 2c. 328. Mer Obren bat, ber höre die reine Gotteslehre, in Geift und Kraft verkündigt durch den, der uns entfündigt. 2. Aus Gottes Wort erfahret, wie Gott fich offenbaret dem, der ihn sucht und gläubet und in der Liebe bleibet. 3. Wir müssen Kinder wer den! Die Weisheit dieser Er den fann nicht vor Gott bestehen auf ihren stolzen Höhen. Mel. Jesu, meine Freude zc. 329. Mort aus Gottes Munde, Wort vom neuen Bunde, Evangelium, bald, da wir gefündigt, wurdest du verkündigt zu der Gnade Ruhm. Welches Heil ward uns zu Theil durch die Botschaft, daß vom Bösen Gott uns will erlösen! 2. Was sein böchster Wille in der Gnaden Fülle hat zu vor versehn, was der Opfer Schatten vorgebildet hatten, das ist nun geschehn; Gottes Rath wird nun zur That, ist in Jesu Ja und Amen, Preis sey seinem Namen! 3. Alles ist vollendet, uns ift zugewendet reiche Gnab' und Huld. Jesus ift gestorben, Jesus hat erworben Tilgung unsrer Schuld. Jesus lebt, 174 und er entschwebt, um auf Got tes Thron zu fizen und sein Reich zu schützen. Vom Gebet. 4. Uns, in Sünden Todten, machen Jesu Boten Heil und Leben kund. Hehr und lieb lich flinget, Geift und Herz 6. Dieser Grund bestebet; durchdringet, was uns sagt wenn die Welt vergehet, fällt ihr Mund. Alle Welt wird er doch nicht ein. Darauf will nun erhellt; daß man glaub' ich bauen, so soll mein Verund fich befehre, heißt die Him trauen evangelisch seyn. Auch melslehre. will ich nun würdiglich in der Kraft, die mir gegeben, ebangelisch leben. 5. Kommt, zerknirschte Her zen, denen bittre Schmerzen das Gesetz erregt. Er hat euch geladen, der aus lauter Gnaden eure Schmerzen trägt. Jesu Blut stärk euren Muth; Gott ist hier, der euch geliebet und die Schuld vergiebet. XIV. Vom Gebet. Mel. Auf meinen lieben Gott x.| geftöret, dem Gnadenstrom ges 330. T ewig beil'ger wehret. Gott, mich drückt 5. Gieb du mir Zuversicht, daß ich, wenn mir's gebricht, vor dir, dem treuen Bater, dem des Zweifels Roth, ob nicht die viele Sünde, die ich in mir noch finde, dir gänzlich wird freundlichen Berather, in from verwehren, mein Beten zu ermen Kindesbitten mein Herze bören. mög' ausschütten. 2. Doch warum bet' ich nicht mit beff'rer Zuversicht? Du, In eigener Melodie. Hert, willst ja das Flehen der 331. ir, bir, Jehovah, Sünder nicht verschmähen, du lockeft fie, mit Beten vor deinen Thron zu treten. will ich fingen! denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich 3. Wer nur es muthig wagt meine Lieder bringen, ach! gieb und eilet unverzagt, die Hülfe mir deines Geiftes Kraft dazu, zu begehren, die du nur kannst daß ich es thu' im Namen Jegewähren, der soll von deinen fu Chrift, so wie es dir durch Gaben, so viel ihm nüßet, ihn gefällig ist. haben. 4. Darum fleb' ich zu dir: Verzeih, o Vater, mir, daß sünd liche Gedanken und hin und wieder Wanken im Glauben mich 2. Zeuch, Vater, mich zu deinem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh' zu dir. Dein Geist in meinem Herzen wohne und Sinnen und Vers Vom Gebet. 175 ftand allein regier, daß ich des auch unfre Seele freut fich dein, Himmels Frieden schmed und daß du, beß macht unendlich fühl und dankbar dir im Her- ift, daß du, Gott, unser Vas zen fing' und spiel. ter bift. 3. Erfüllt mich, Höchfter, diefer Friede, so ist vor dir mein Singen recht gethan; fo klingt es schön in meinem Liede, ich bete dich in Geist und Wahrbeit an. So hebt dein Geist mein Herz zu bir empor, daß ich dir Psalmen fing' im höhern Chor. 4. Denn er fann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich find; er lehret mich recht glaubig beten, giebt Zeugniß meinem Geift, ich sey dein Kind, Miterbe meines Herren Jesu Chrift, durch den du mein versöhnter Vater bist. 5. Wohl mir, daß ich dies Zeugniß babe, d'rum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, du giebst mir jede Gabe, die jetzt und ewig mir zum Heil gedeiht. Ja, Bater, du thuft überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und be gehr'! 6. Wohl mir! ich bitt' in Jefu Namen, der mich zu bei ner Rechten selbst vertritt. Jn ihm ist Alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, den deine Huld so hoch erfreut! Preis und Anbetung dir in Ewigkeit! 332. D Mel. Zerr Jesu Christ, dich zu x. Bu, deß sich alle Himmel freun, 2. Weit über unser Denken, weit, geht deines Namens Herr lichkeit ihn heilige, wer dich bekennt und dich durch Chriftum Vater nennt. seinen Ruhm durch Jesu Evan3. Breit aus dein Reich und gelium; mach' unser Herz ihm unterthan, so beten wir dich freudig an. 4. Nur das ift Heil und Seligkeit, was uns dein Wille, Herr, gebeut: gieb, daß auf Erden er gescheb', so wie in deiner Himmelshöh'. 5. Du, Vater, weißt, was uns ist noth, gieb uns heut unser täglich Brod; doch gieb uns auch ein Herz dabei, das dankbar und genügsam sey. 6. Vergieb, vergieb uns unfre Schuld, trag' unsre Schwach beit mit Geduld: so wie, bon Rachbegierde rein, auch wir dem Bruder gern verzeihn. 7. Bu schwer sey die Versus chung nicht; Herr, ftárt uns, wenn uns kraft gebricht, steh' uns zum Siege måchtig bei, mach' uns im Guten fest und treu. 8. Erlös' uns, o du treuer Gott, nach deinem Rath aus aller Noth! nimm nach vollbrachtem Prüfungslauf uns zu dem höhern Leben auf. 9. In deines Himmels Heis ligthum, auf deiner Erd' er 176 Vom Gebet. schallt dein Ruhm. Dein ist| Fried' und Heil, auch Jedem die Macht, die Herrlichkeit, bon sein bescheiden Theil und daß Ewigkeit zu Ewigkeit. baran uns g'nüge. 6. Vergieb uns gnädig alle Schuld, womit wir sind beladen, trag' fernerhin mit uns Ge ser Vater bist, duld und nimm uns an zu Gnaden: bilf uns, daß wir dir ähnlich seyn, von ganzem Herzen auch verzeihn dem Nächsten seine Fehler. Mel. Aus tiefer Noth c. 333. Gott, ber bu un im Himmel hoch erhoben, und schaueft, was auf Erden ist, bon deinem Throne droben, Herr, unser Trost und Zuver ficht! verwirf das Flehn der Deinen nicht, erhör' uns, deine Kinder. 7. Herr, in Versuchung führ uns nicht, laß uns nicht unter liegen; gieb uns die Kraft, die uns gebricht, das Böse zu befiegen. Doch ist die Prüfung für uns gut, so gieb burd deinen Geist und Muth, gieb Freudigkeit und Stärfe. 8. Von allem Ulebel, aller Noth wollst du uns, Herr, erlösen; hilf uns im Leben und im 3. Gieb uns in deinem Gna- Tod, befrei uns von dem Bödenreich des heil'gen Geiftes sen; und wenn uns Kreuz und Gaben, daß wir mit deinem Trúbsal plagt, gieb, baß wir Wort jugleich Glaub', Lieb' und froh und unverzagt des GlauHoffnung haben. Der Sünde bens Ziel erreichen. Reich und Macht zerstör', schüß' deine Kirch' und sie vermehr in Einigkeit und Frieden. 4. Wie in bem Himmel für und für, gescheb' dein Will' auf Erden, daß unser Wille und Begier dadurch gebrochen wer den; verleib'uns, Herr, in Freud' und Leid ein rubig Herz, daß jederzeit dein Rath uns wohl 9. Dies Alles, Vater, werde wahr, du wolleft es erfüllen; erhör' und bilf uns immerdar um Jesu Chrifti willen. Denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht, die Ehre! Mel. Straf mich nicht in zc. gefalle. 334. Mache bich, mein Geift, bereit, 5. Gieb unser täglich Brod wache, flely und bete, daß dir uns beut durch Arbeit unsrer nicht die böse Zeit plöglich nahe Hände und was hier wahr. trete; unverbofft ist schon oft haft uns erfreut, uns mildiglich über viele Frommen die Versus juwenbe. Gieb fromme Obern, chung kommen. 2. Preis dir, deß Name bei lig ist, laß uns ihm Ehre geben, wie groß und wunderbar du bift, mit Freudigkeit erbe ben, erkennen deine Macht und Treu, dir dienen ohne Heuchelei im Geist und in der Wabrbeit. Vom Gebet. 2. Säume nicht und wache Mel. Zeuch meinen Geist zc. sonst ereilt mit schnellem Lauf dich Gericht und Strafe. Sieb, es droht dir der Tod; laß dich nicht in Sünden unbereitet finden. auf von dem Sündbenschlafe, 335. Mein Gott, ich Pforte und halte mich an deine klopf' an deine Worte: Klopft an, so wird euch aufgethan! Ach, nimm mein Seufzen gnädig an! 2. Wer kann durch sich das Gute haben? Du bist der Geber aller Gaben, du bist der Brunn, der immer quillt, das Gut, das alles Sehnen fiat. 3. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, liftig an sich bringe; wach' und fich, daß dich nie falscher Brüder Lügen um dein Heil betrügen. 4. Wache, hab' auf dich wohl Acht, trau nicht deinem Herzen; leicht fann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. Ach es ist voller Lift, weiß sich selbst zu schmeicheln, frommen Schein zu heucheln. 5. Aber bet auch stets dabei, bete bei dem Wachen, denn der Herr nur kann dich frei von der Trägheit machen; feine Kraft wirkt und schafft, daß du wat fer bleibeft und fein Wert recht treibeft. 177 7. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehn und beten, und, bermehrt sich die Gefahr, brünft'ger vor ihn treten; denn die Zeit ist nicht weit, da von allem Bösen Gott uns wird erlöfen. 3. D'rum nah ich dir mit meinem Beten, mein Jesus heißt mich zu dir treten; bein Geift, der in mir Abba spricht, ist ja ein Geift der Zuversicht. 4. Was ich bedarf in diesem Leben, das wollst du deinem Kinde geben; doch sorge, Va ter, allermeist für das, was noth ist meinem Geift. 5. Stärk in mir Hoffnung, Liebe, Glauben, daß mir fein Feind sie könne rauben, und rüfte mich mit starkem Muth, zu fiegen über Fleisch und Blut! 6. Glaube nur, in seinem Sohn wird er dich erhören, und dir deines Glaubens Lohn auf so dein Flehn gewähren. Er ber heißt seinen Geift, mit ihm Kraft und Leben auf dein Flebn zu geben. nießen, Herr, deinen Frieden 6. D, laß mich allezeit geim Gewissen; hab' ich gefehlt, decke du die Schuld um Chrifti willen zu. ten Tagen, gieb mir Vertraun 7. Mach dankbar mich in guin Noth und Plagen, daß ich in deiner Furcht mich freu', und voll Geduld im Kummer sey. 8. Das Andre alles wirst du fügen und deine Huld soll mir genügen; sie macht mir Glück und Unglück gleich, durch sie ist auch die Armuth reich. 12 178 ● Vom Gebet. 9. So lang' ich walle hier im 7. So steig' ich denn die Leben, laß mir den Tod vor Bahn des Betens da binan, Augen schweben, damit mein wo Gnad' auf Gnade fließet Wandel chriftlich sey und ich und sich auf uns ergießet. Ach, mich meines Endes freu! böre, Gott des Bundes, die Rede meines Mundes! Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. 336. welche Seligkeit, daß wir zu aller Zeit mit unserm Flehn und Beten zum Vater dürfen treten, der hoch im Himmel thronet, im reinsten Lichte wohnet. 8. Thu' auf, ich flopfe an! Hilf, daß ich finden kann, wonach ich sebnlich trachte, was ich am höchsten achte, was ich vor allem wähle, die Wohlfahrt meiner Seele." 9. Gott, du börft mein 2. Und wer nur im Gebet in Flehn; es wird gewiß geschehn. Jesu Namen fleht, wird nicht Du wirst mit Vaterhänden, vergeblich bitten; Gott wird was ich hier bat, mir senden; ihn überschütten mit seinem rei- du thuft auf unser Flehen ja chen Segen, des frommen Bes mehr, als wir verstehen. tens wegen. 3. Ein stiller Seufzer schon bringt zu des Höchften Thron, Mel. Nun freut euch, lieben* c. entquoll er dem Gemüthe, bas 337. Sollt ich verzagt tief in Andacht glühte; nie ist von ferne stehn? er unerhöret von Gott zurück- mich fürchten, dir zu nahen? gelebret. Nein! freudig darf ich zu dir 4. Ja, Himmelstroft und flehn und werde Hülf' empfaRub ftrömt jedem Beter zu. ben. Du wareft unser Vater Er fiebet Jacobs Leiter, wo schon, eh' noch dein eingeborner Engel als Begleiter sein gläubig Sohn uns Alle dir versöhnte. Flehn und Singen zum Stuhle Gottes bringen. 2. Du schufft uns, beine Kinder, dir, um unser dich zu 5. Er steigt in fühnem Lauf freuen; in deiner Liebe sollten zum Throne Gottes auf, und wir erwachsen und gedeihen. Gott fteigt liebreich wieder zu feinem Knechte nieder und lin dert die Beschwerde und Sorge dieser Erde. Du wolltest uns schon in der Zeit und mehr noch in der Ewigkeit mit fel'gem Frieden fegnen. 6. Gott hat ja zugesagt: 3. Web uns, wir brachen dein wer ihm sein Leiden flagt, den Gebot und wurden alle Sünwill er auch erhören, ihm Hülf' der! Nun traf Verdammniß, und Trost gewähren; an seines Qual und Tod die abgefallnen Thrones Stufen soll er umsonst Kinder. Und doch, wie groß nicht rufen. war deine Huld! du wollteft Vom Gebet. 179 felbft für unsre Schuld Erlö-| schämt sich, Gottes Kind zu fung uns bereiten. seyn. Wer, was zu seinem 4. Dein Sohn, von aller Frieden dienet, im Glauben Sünde rein, verföhnte dir uns sucht, der ehret Gott; doch wer wieder; nahm auf sich unsre ju bitten sich erfühnet, was eiStraf' und Pein und nannt tel ist, der treibt nur Spott. uns seine Brüder. Dem ganzen menschlichen Geschlecht ließ er, zu dir erhöht, sein Recht an deiner Vaterliebe. 3. Nabst du zu Gott in deinen Freuden, so schmeckst du, wie er freundlich ist; rufft du ihn an in Schmerz und Leiden, so fühlst du, wie er Leid versüßt. Flehst du, wenn innrer Troft dir fehlet, bald findst du neue Stärk und Kraft; betst du, wenn dich Versuchung quälet, Gott ist's, der hört und Hülfe schafft. 4. Betst du mit heiterem Ge müthe, voll Dank für seiner Führung Rath, so freuft du dich auf's Neu' der Güte, womit er dich geleitet bat. Schaust du mit glaub'ger Andacht Blicken bin in des Ewigen Gezelt, so schmeckst du hier schon mit Entzücken die Kräfte der zukünftgen Welt. 5. Nicht zittern darf ich nun vor dir, bin ich gleich schuldbeladen; in Chrifto bist du Vater mir und nimmst mich an zu Gnaden. Ich darf mit freud' ger Zuversicht dir findlich nahn, und zweifle nicht, daß du mich, Gott, erbörest. 6. Kommt, Christen, unfer Bater ruft uns All' zu seinem Throne! vernichtet ist die weite Kluft, Gott liebt uns in dem Sobne. O betet, betet zu dem Herrn; er hört auf uns und ist nicht fern von denen, die ihn bitten! Mel. Die Tugend wird durch's 2. 338. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden und im Gebet vor Gott zu stehn! der Herr des Himmels und der Erden vergönnet uns, zu ihm zu flehn. Drum, willst du nicht dies Heil verscherzen, o Chrift, sey wachsam zum Gebet! des Chriften Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie berschmäht. 2. Spricht er nicht: bittet, daß ihr nebmet? ift des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich zu Gott au beten schämet, der 5. So fteh vor Gottes Angefichte in Chrifti Namen oft und gern, und prüfe dich in seinem Lichte und klage deine Noth dem Herrn. Er höret dich an jeder Stätte, wobnt nirgend minder oder mehr. Wo dich dein Herz nur drängt, da bete! bu findest stets bei ihm Gehör. 6. Doch säum' auch nicht, in den Gemeinen und öffentlich Gott anzuflehn, denn selig ift es, mit den Seinen, mit deinen Brüdern ihn erböhn. Wo fromme Herzen fich entdecken, da reget eins das andre auf, und 12* Vom Gebet. 180 betend Beter zu erwecken, das fördert All' in ihrem Lauf. giebest. Ich merke, daß mein Angstgeschrei bei dir in Chrifto fräftig sey, dein Herz zu mir zu wenden; sonst würdest du mir nimmermehr so reichen Troft und süße Lebr, mein Gott, in's Herze fenden. Mel. An Wasserflüssen Babylon c. 339. enn ich mein Herz vor dir, mein Hort, in meiner Noth ausschüt te und voll Vertrauen auf dein 5. So spür' ich, daß dein Wort um deine Hülfe bitte; tröstlich Ja die Seele schon verwenn meine Seele zu dir schreit gnüget, und ist auch nicht gleich und dir, o Gott, das schwere Hülfe da, mein Glaube denWie in Geduld Leid mit Flebn und Seufzen noch fieget. flaget; wenn sich mein Geift ein Ackersmann mit Zuversicht zum Himmel schwingt und erwarten kann die schöne Frucht gläubig durch die Wolken dringt: der Erden: so harr' ich, bis dein Sann bin ich unverzaget. Troft, mein Gott, nach überstandner Angst und Noth, mir offenbar wird werden. 2. Ja, ich werd' aller Freuden voll und selig im Gemüthe, und weiß nicht, wie ich preiſsen soll die Wunder deiner Güte, die fich tief in mein Herze drückt und mich gleich einem Thau erquickt, der von dem Himmel quillet; ja, wie du in der Kreujeslaft des Segens viel verborgen haft, das wird mir dann entbüllet. 6. O Vater! hilf nach deiner Macht, schaff Rettung, Troft und Frieden und gieb, daß ich nicht Tag und Nacht im Beten mög' ermüden. So will ich, bis dein Morgenlicht hervor aus dunkeln Schatten bricht, vor dir mit Beten ringen; ich halte feft an deinem Wort, bis ic einft freudig werde dort dir Dank und Ehre bringen. 3. Da wird mein Herz ein Gotteshaus und deines Geiftes Kammer, mein Jammer bricht in Thränen aus, und ist mir Mel. Dir, dir, Jehovah c. doch kein Jammer; die Web. 340. Wer ist wohl würdig, muth stärket meinen Geift, so fich zu naben zu daß fie kaum noch Wehmuth Gottes bocherhabner Majestát? heißt, weil alle Pein verschwin- Wie darf der Mensch sich unterbet, und ich auch in dem größ- fahen, den Ew'gen anzurufen im ten Web wie unter lauter Ro- Gebet? Die Finsterniß erbebet sen geb, wo nichts als Luft sich vor dem Licht; das Herz will findet. beten und vermag es nicht. 2. Doch Christus hat uns aus gefühnet, als er für uns vergoß fein theures Blut. Er hat uns Gottes Huld verdienet und uns 4. So merk' ich denn und bin gewiß, baß du, mein Gott, mich liebeft, weil du selbst in der Finsterniß mir Licht und Freude Von der Taufe und Confirmation. 181 gebahnt den Weg zum höchften| gefällig ift. Laß mich nie an Gut. Das Heiligthum ist uns ders vor dich treten, als daß ich jeßt aufgethan; in Chrifti Na- hab' im Herzen Jefum Chrift. men dürfen wir uns nahn. Ach mache mich nur von mir selber frei, daß Christus Alles mir in Allem sey. 3. Er selbst ist uns vorangegangen, vertritt beim Vater ſeine Gläub'gen nun. Seht, wie 6. Sein Nam' sey mir in's er brennet vor Verlangen, was Herz geschrieben; mein Werk fie in seinem Namen flehn, zu thun. In reicher Fülle beut er ewig dar des Heiles Güter groß und wunderbar. sey nichts, das seine nur sey groß. In Chrifti Schmuck mußt du mich lieben; ohn' ihn steh ich vor dir beschämt und bloß. Mit ihm steht offen deines Hauses Thür; ohn' ihn verschließt sie sich auf ewig mir. 7. Nun, Vater, fülle meine Hände, zu dir heb' ich sie gläubig betend auf. Aus deines Soh nes Fülle sende, was mächtig ist, zu fördern meinen Lauf. Hier ist mein Geift dir im Gebete nah, einst schaut mein Auge dich. 4. Nun fann und darf ich nimmer zagen, mein Sünden elend machet mich nicht scheu. Im Glauben will ich's fröhlich wagen; Gott selber steht durch seinen Geist mir bei. Und ruf' ich: Abba! gläubig in dem Herrn, so höret und erhöret Gott mich gern. 5. Stets lebre du mich also beten, wie es, o Gott, dir wohl- Hallelujah! XV. Von der Taufe und Confir mation. Mel. Wer nur den lieben 2c. dich seiner Seele an und führ' es 341.ir sey dies Kind, stets auf eb'ner Bahn. Herr, übergeben, dir, dessen Treu unwandelbar. Mel. Komm, bheiliger Geist sc. Wir bringen es zum ew'gen Le- 342. rbör, o Bater, du ben das dar. O segn' es, Heiland Jesu der, die hier vor dir stehn. Ere Chrift, der du ein Freund der barmend blick auf fie hernieder, Kinder bist. denn sie sind Chrifti Glieder. Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geift, den Segen, den dein Wort verheißt; erfülle fie mit deinen Gaben, daß fie mit 2. Laß durch dies Siegel dei ner Gnade fein Chriftenrecht beftätigt seyn und weih' es in bem Wasserbade zum Erben deis nes Himmels ein. Nimm du dir Gemeinschaft haben. Er 182 Von der Taufe und Confirmation. bör uns, Gott! Erbör uns,| ßen. Fromm und beilig will ich Gott! seyn; Jesus und sein Geift ift mein. 4. Deine Hülfe ruf' ich an, lehre, Herr, mich deine Wege. Leite mich auf eb'ner Bahn, daß ich richtig wandeln möge. Ja, du wirft mir Kraft verleihn, freu bis in den Tod zu feyn. 2. Sie wollen den Bund heut erneun, ihr Herz und Leben dir zu weihn; sie wollen treu am Glauben halten, nicht in der Lieb' erfalten, auf Chrifti hobes Vorbild sehn und fest in ihrer Hoffnung stehn. Dreieiniger, sprich du das Amen zu dem Gelübd' auf deinen Namen. ErMel. Dom Zimmel hoch xc. hör uns, Gott! Erhör uns, 344. Für dieſe Kinder be Gott! ten mit heißer Inbrunft, Gott, zu dir, nimm du dich ihrer gnädig an und leite fie auf eb'ner Bahn. 2. Erhalte sie vom Irrthum frei und mache fie im Glauben treu, und, wenn Versuchung ihnen naht, sey du ihr Helfer, Schuß und Rath. 3. In Schmerz und Kummer tröfte sie und in der Noth verlaß fie nie. Gieb ihnen bier Zufriedenheit und dort des Himmels Seligkeit. 3. O mache zum Kampf fie bereit, schenk ihnen Kraft und Freudigkeit, daß fie des Bösen Macht bezwingen, des Glaubens Ziel erringen. Auch wir erneun mit Herz und Mund des Glaubens und der Treue Bund. Laß Alle, die vereint hier fleben, auch dort vereint dein Antlig sehen! Erhör uns, Gott! Erhör uns, Gott! Mel. Meinen Jesum laß ic. 343. wig, ewig bin ich dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; denn ich ward, um dein zu seyn, einst auf Christi Tod getaufet. Dessen soll mein Herz sich freun; ewig, ewig bin ich bein. 2. Daß ich Gottes Kind schon bin, ist der Taufe fel'ge Gabe. Welch ein herrlicher Gewinn, daß ich Gott zum Bater habe! einst werd ich von Sünden rein; doch schon jetzo bin ich sein. 3. Das ist Gottes Bund mit mir; das hat Jesus mir verheißen. Darum tracht' ich eifrig bier, mich der Sünde zu entreiMel. Die Tugend wird durch's ic. 345. Getauft feyn auf des Vaters Namen und auf den Sohn und heil'gen Geist, welch hohes Gut, zu dem wir kamen, noch eh wir wußten, was es heißt! Nun in der Wahrheit unterwieſen, empfinden dankbar wir dies Heil, wir rufen aus: Gott sey gepriesen! auch uns, auch uns ward es zu Theil. 2. Du nahmst schon in der Kindheit Tagen zu deinen Kindern, Herr, uns auf, und, daß wir nicht in Zweifel zagen, Von der Taufe und Confirmation. 183 gabst du uns Wort und Siegel bührt, und Zeugniß gebe unser brauf. In dieser Welt, noch voll Handeln, daß uns dein heil'ger des Bösen, versprichst du Bater Geist regiert. uns zu seyn, dein Sohn will uns vom Tod erlösen, dein Geift zum Guten Kraft verleihn. 3. Versöhnt sind wir und neu geboren durch deinen Geist von oben her. Ging uns in Adam viel verloren, in Chrifto giebst du uns weit mehr: hier| dein Werk in uns sey täglich neu! schon im Glauben ew'ges Leben Mel. Nun lob' mein' Seel' sc. und Vorschmack künft'ger Seligkeit; bort wirst du uns die Fülle 346. Geweiht zum Chriftentbume, find geben, zum Erbtheil ew'ge Freudenzeit. 7.O reinige durch deine Kräfte schon hier die fündige Natur! denn dieses heilige Geschäfte gelingt mit deiner Hülfe nur. Du baft in uns gewirkt das Wollen; erhalt uns diesem Willen treu! Vollende, was wir werden sollen, wir, o Bater, bir geweibt, baß wir zu deinem Ruhme hier führen unsre Lebenszeit. Wir sollen deiner Liebe in Chrifto uns erfreun und deines Geiftes Triebe allein geborsam feyn; damit wir hier auf Erden und dort vor deinem Thron des Heils theilhaftig werden, das uns erwarb dein Sohn. 2. Auf dieses Lebens Pfade 5. Einft gleichen sie dem Erft- fing taum sich unsre Wallfahrt gebornen, der gern die Jünger an, da hat schon deine Gnade Brüder nennt, der sich zu sei unendlich viel an uns gethan; nen Auserfornen in Huld und da zeigtest du uns Armen den Liebe ftets befennt. Und mit Pfad zum ew'gen Heil und gabft uns aus Erbarmen am Reiche Chrifti Theil. Du führtest unsre Seelen schon früh zur Wahrbeit hin und lehrtest uns erwählen, was ewig bringt Gewinn. 3. Für diese große Güte gebührt dir unser Lobgefang; aus freudigem Gemüthe erschallt dir unser Preis und Danf. Das Wasserbad im Worte hat Chrifto uns geweißt und offen steht die 4. Und ist gleich hier noch nicht erschienen, was Gott den Seinen zugedacht, scheints oft, als fragt er nicht nach ihnen, indem der Frevel fie verlacht: doch steht des ew'gen Vaters Kindern stets alles Gute zu Gebot. Der uns den Sohn schon gab als Sündern, läßt die Erlosten nicht in Roth. ihm werden fie einft prangen, weit über aller Engel Glanz; wer denkt es aus, was sie er langen, wer faßt die Kindschaft Gottes ganz! 6. Sie ist auch uns, auch uns erworben! Wir sagen laut vor aller Welt, daß unser Herz, der Sünd' erstorben, Gott liebt und sich an Christum hält. Wir wollen, Vater, vor dir wan deln, wie deinen Kindern es ge 184 Von der Taufe und Confirmation. Pforte zur ew'gen Seligkeit.| wohl feste stehn, wenn aber ich Gieb, daß wir stets ermessen, ihn überschreite, so laß mich was uns dein Wort verspricht, nicht verloren gehn; wo ich verund nimmermehr vergessen die ließ die rechte Bahn, nimm wiedir gelobte Pflicht. der mich zu Gnaden an. 4. Ja, Vater, bilf uns Allen in deinem heil'gen Willen ruhn und dir zum Wohlgefallen nach deines Sohnes Lehre thun. Nimm dich, so lang wir leben, Herr, unfrer Seelen an; du nur bermagst zu geben, was wahrhaft g'nügen kann. Und wenn dereinst wir sterben, so laß durch Jesum Chrift das Kleinod uns ererben, das un vergänglich ist. Mel. Wer nur den lieben 2c. 347. ch bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und beil'ger Geift, und so ist alles Ja und Amen, was mir dein theures Wort verheißt; ich bin in Chriftum eingesenkt, der mich mit seinem Geift beschenkt. 2. Du haft zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du haft die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in Noth und Seelenpein, o guter Geist, mein Tröster seyn. 3. Ich aber hab' mich dir verschrieben und angelobt, mich dir zu weihn, dich als mein höchstes Gut zu lieben, treu und gehorsam dir zu seyn. Dem Dienft der Sünde sagt' ich ab, da ich mich dir zu eigen gab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund 5. Jch gebe dir, mein Gott, auf's Neue Leib, Seel' und Geift zum Opfer hin; erwecke mich zu fteter Treue, dein Geift regiere meinen Sinn. Weich, eitle Welt, du Sünde weich'; Gott hört es, jest entfag' ich euch. 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater, und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils, sey ewig mein und laß mich stets den Deinen seyn! Mel. Mitten wir im Leben 2c. 348. Stärke, Jeſu, stärke fie, deine theu'r Erlöften, daß sie sich mit Zuversicht deiner Huld getrösten. Wach' über ihre Seelen. Hier stehn sie und geloben dir: Herr, dein Eigenthum sind wir. Du, Gottes ew'ger Sohn, du, Heiland aller Welt, du, der Deinen Haupt und Beschüßzer, du, Herr, treuer Hirt! laß sie nicht ver gessen, ihrem Bunde treu zu seyn bis an ihren Tod! 2. Viele schon gelobten auch, fest an dir zu halten: aber treulos ließen sie ihre Lieb' erkalten. Verderben ward ihr Ende. Die heut ihr Leben dir geweiht, schüße sie vor Sicherheit! Du, Gottes ew'ger Sohn, du, Heiland aller Welt, du, der Deis nen Haupt und Beschüßer, du, Von der Taufe und Confirmation. 185 Herr, treuer Hirt! leite diese| allein will er verzeihn und alKinder, daß sie niemals irre len Sündern gnädig seyn. gehn von dem Weg des Heils. 2. Preis sey Jesu, Gottes Sohne, der uns am Kreuz des Lebens Krone und unbergånglich Heil errang. Alle Völker müssen kommen, ihn anzubeten mit den Frommen vom Aufgang bis zum Niedergang. Wohl 3. Lockt sie nun die arge Welt bin zu ihren Lüsten, Herr, dann wollst du sie mit Kraft aus der Höhe rüsten. Sey mächtig in den Schwachen; zum Kampf mit ihrem Fleisch und Blut schenk auch ihnen freud'gen Muth! Du, Gottes ew'ger Sohn, du, Heiland aller Welt, du, der Deinen Haupt und Be schüßer, du, Herr, treuer Hirt! hilf du ihnen streiten und des Bösen Macht und Lift siegreich widerstehn. dem, der ihn bekennt, ihn ſeinen Heiland nennt voller Glauben! dem drohen nicht Tod und Gericht; er dringt aus Finsterniß zum Licht. 3. Gottes Geift werd' hoch erhoben, der unsre Herzen zeucht nach oben und reiche Gaben uns verleiht. Licht und Kraft strömt er hernieder auf Jesu Christi heil'ge Glieder, die er zum Tempel fich geweiht. Er pflanzt des Lebens Wort in Chrifti Kirche fort bis an's Ende. Und sie besteht, von Gott erhöht, ob Erd' und Himmel untergeht. 4. Laß auch in der letzten Noth fie dein Antlig schauen und auf deines Todes Kraft ihre Hoffnung bauen. Laß fie in Frieden fahren und nimm sie auf mit uns zugleich in dein himmlisch Freudenreich! Du, Gottes ew'ger Sohn, du, Heiland aller Welt, du, der Deinen Haupt und Beschüßer, du, Herr, Mel. Seelenbräutigam x. treuer Hirt! fich voll Huld her 350. Ton des Himmels nieder, hör' auf unser heißes Flehn, und erhöre uns! tes Sohn, deinen Geift, den Geift der Stärfe; gieb uns Kraft zum heil'gen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein ( Bei der Taufe eines Erwachsenen.) Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 349. nferm Gott laßt zu feyn. uns lobsingen, 2. Mach uns selbst bereit, Jehovah unser Opfer bringen, gieb uns Freudigkeit, unsern nur ihm gebühret Ruhm und Ehr'. Wie im Himmel, so auf Erden müss er von uns verherrlicht werden, der Herr ist Gott zu Gut. und Keiner mehr. Er ift's, deß 3. Richte Herz und Sinn zu ew'ger Rath. uns All' erwählet dem Himmel hin, wenn wir uns bat in dem Sohne. Durch ihn sern Bund erneuern und ges Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen theures Blut floß auch uns 186 rührt vor dir betheuern, deine Bahn zu gehn, Weltluft zu ver schmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wolleft du auf unfre Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Rub ströme dann uns zu. 5. Gieb auch, daß dein Geift, wie dein Wort verheißt, unauf löslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn und dein Lob erhöhn. Von der Taufe und Confirmation. Mel. 3euch meinen Geift, triff*. 352. Mie heilig ist mir diese Stunde! Sie führt mich, Gott, zu dei nem Bunde, und dir gelob' ich treu zu seyn, mein ganzes Leben dir zu weihn. 3. Wandelt hoffend eure Wege in des Geistes Freudig, keit und daß Niemand Zweifel bege, ob sein Wirken wohl gedeibt! Treu nur müßt ihr seyn und beten, und der Geift wird euch vertreten. bend, hoffend lebt, bis euch Gott zu fich erhebt! 2. Dich will ich über Alles lieben, mit Eifer deinen Willen üben, doch ach! du weißt, wie schwach ich bin, drum stark in mir den frommen Sinn. 3. Und dir, mein Heiland, der fein Leben für mich am Kreuz dahin gegeben, verpflicht ich mich, mein Herr und Gott, getreu zu seyn bis in den Tod. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. 351. Mandelt glaubend eure Wege, Gott sey eure Zuversicht! Seyd 4. Doch wenn ich jemals mich befoblen seiner Pflege, scheut verirrte, so fuche mich, mein guauch seine Prüfung nicht! Trefter Hirte, mit deinem treuen Liefen Schmerzen euch und Leiden, besblick und bring zur Heerde trübt euch schwerer Kampf die mich zurück. Freuden: seyd voll Glaubens! Kampf und Leid führen euch jur Seligkeit. 5. Geift Gottes, Geist der Kraft und Liebe, dir weiß ich alle meine Triebe; erleuchte 2. Wandelt liebend eure mich in Finsterniß und mach Wege! Licb' ift Chrifti neu Ge- im Glauben mich gewiß. bot. Daß sie stets in euch sich rege, schaut auf seinen beil'gen Tod! Schaut der Liebe Sieg im Sohne; denkt der euch verbeißnen Krone, die aus lichter Ferne schon beut der treuen Liebe Lohn. 6. Erinn're du mich, wenn ich feble, und stärk im Kampfe meine Seele; damit, von allen Bösen frei, mein Herz dein heil'ger Tempel fey. 7. So sey denn Treue dir ge schworen, Dreieiniger, der mich erforen; und bis zum letzten Herzensschlag Serzensschlag fey heilig mir mein Bundestag! Mel. Es ist das eil uns x. Glaubend, lies 353. Millkommen sey uns insges fet fammt, geliebtes Kind, will Vom heiligen Abendmahl. 187 tommen! mit Liebe, die von Kind auf unsern Armen; fleben Chrifto stammt, sey von uns aufgenommen! Ins Leben tratst du ein, wie wir; das Recht an Christo ward auch dir, du bist wie wir berufen. voll Vertraun zu dir, du wollst seiner dich erbarmen. Es ist dein und lebt durch dich, schüß' und segn' es väterlich. 2. Empfange von der Chrifenheit des Glaubens hohen Segen; geweiht sey nun zur Selig keit und wandl' auf Jesu We gen! Dazu geleit auf deinem Pfad dich treuer Liebe Troft und Rath bis an des Lebens Ende. 2. Schwach und bülflos liegt es da; sey du seine Kraft und Stärke. Bleib ihm huldreich immer nah, daß es deine Hülfe merke, wenn auf seiner Lebensbahn es sich selbst nicht leiten kann. 3. Gott! es ward zu seinem 3. Es gebet dir, wie Gott es fügt, was dir auch sey beschie- Heil in der Christenheit geboden; drum sey mit deinem Loos vergnügt, im Mangel auch zu frieden. Und trifft dich Leiden, Gott ist gut, er giebt dir zum Ertragen Muth, durch seines Sohnes Frieden. ren; zu der Chriften Erb und foren; zu der Chriften Seligkeit Theil hast du selbst es auserweibet es die Taufe heut. 4. Segne, Vater, dieses Kind, daß es dich von Her 4. In ihm freu deines Lebens zen ehre, daß es, Jesu gleich bich; es sey ein Christenleben; gefinnt, nur auf seine Stimme empor zum Himmel müsse sich höre und, der Taufe Bund dein Geist und Herz erheben! getreu, folgfam deinem Geiste Dann stirbst du gern, wenn sey. Gott bich ruft, und ruhst so fanft in deiner Gruft, wie jetzt in Mutterarmen. 5. Stärt es unter Luft und Schmerz, unter Arbeit und Be schwerde, gieb, daß rein und fromm fein Herz und sein Leben fruchtbar werde; führ es einft zum Himmel ein, laß es ten dies selig ewig Mel. Jesus, meine Zuversicht ic. 354. ubir, Bater, beXVI. Vom heiligen Abendmahl. In eigener Melodie. Mahl. Ich habe nun vom Himmelsbrod gegesſen, bin an des dich zum Himmel, entreiße dich dem eiteln Weltgetümmel, mein Jesus ladet mich zu seinem 2. Ich werde nun in Ewig355. Tuf, auf, mein Geist, guten Hirten gefeffen und schmecke sel'ge Freuden ohne Zahl. 188 Vom heiligen Abendmahl. teit nicht dürften, mir g'nügt| Brod des Lebens nicht mir zum die Gnade meines Himmels- Gericht empfahn! Nein, dies fürften; er tränket mich, der Mahl erwecke mich, inniger zu felbft das Leben ist. Rein lieben dich, und mit heil'gem Hunger wird die Seele jemals Ernst zu meiden, was mich je drücken, des Himmels Manna von dir kann scheiden. wird mich stets erquicken, und 4. Diesen Vorsatz, den ich bas bist du allein, Herr Jefu faffe, präge tief dem Herzen Chrift. ein, daß ich nimmer von dir 3. Ich lebe nun und will lasse, Keinem folg', als dir almich Gott ergeben, doch ich lein. Ziehe selbst mich ganz nicht selbst, nein, Chriftus ist zu dir; deine Gnade sey mit mein Leben; so lebe denn in mir, daß ich alle Macht der mir, o Gottes Sohn! Ich bin Sünde als dein Jünger übergewiß, daß Segen hier auf winde. Erden und ew'ges Heil auch dort mir folgen werden, als ein vom Lamme mir erworbner Lohn. 5. Sollt ich dennoch wieder fehlen, wollft du mir zur Seite stebn; sollt ich falsche Wege wählen, eile dann, mir nachzugebn. Suche den Verirrten auf, lent' zur Buße meinen Lauf, daß ich in des Vaters Armen Gnade finde und Erbarmen. mel. Freu' dich sehr sc. 356. Bang und doch voll fel'ger Freuden, komm ich, Herr, auf dein Ges bot und gedenk' an deine Leis den und an deinen Kreuzestod. Mittler, der du für uns starbft, und ein ewig Heil erwarbft, komm mit deines Todes Se gen meiner Seele jetzt entgegen. 2. Nimmer könnt' ich Gnade finden vor des Heil'gen Anges ficht; du nur tilgest meine Sünden und befreist mich vom Gericht. Und dies Mahl aus deiner Hand ist mir stets ein dir für dein Erneues Pfand, daß mein Herz barmen, o mein Erlöser, Jesu darf mit Vertrauen feft auf Chrift! Gottes Gnade bauen. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ank, Dank sey 357. Du, der du einst auch für mich Armen den Tod am Kreuz gestorben bift! Was war ich, Heiland, ohne dich? Nur beine Leiden trösten mich 3. Möcht' ich, Jesu, nicht vergebens mich zu deinem Ti sche nahn! Mocht ich dieses 6. Ewig, Herr, will ich dir danken, daß dein Tod mein Leben ist; daß auch, wenn wir Schwache wanken, bu der Deis nen Stärke bift. Dir, der Keinen je verläßt, dir vertrau ich froh und fest, du wirst mich ftets freundlich leiten und zum Himmel zubereiten. Vom heiligen Abendmahl. 189 2. Du hast mir Lebensbrod| Sünden Gottes Frieden. Mehr geschenket; nun weiß ich, ich noch ist uns dort beschieden. bin ewig dein. Ich ward mit deinem Blut getränket; dies Mel. Ach, schönster Jesu, mein ac. du beim Scheiden Blut macht meine Seele rein, 359. Dant, Jefu, dir, daß befreiet mich von Sünd' und Schuld, erwirbt mir Gottes Gnad' und Huld. in deiner leßten Trauernacht uns haft die Früchte deiner Leiden zu seligem Genuß vermacht! Dich preisen gläubige Gemüther, den Stifter solcher hohen Güter. 2. So uns dieses Mahl erquicket, wird dein Gedächtnis bei uns neu, und jede Seele fühlt entzücket, wie brünstig deine 4. Jm Glauben will ich Liebe sey. Dein blut'ger Tod dich umfassen, gewiß, daß du mit seinen Schmerzen erneuert mein Retter bift. Du wirst sich in unsern Herzen. mich Schwachen nicht verlassen, mir geben, was mir heilsam ist. Wenn du gebeutst, so endet fich mein Jammer und ich preife dich. 3. Nun laß mich sterben oder leben, Herr, wie du willst, ich folge gern. Von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut sich mein Geist nur seines Herrn. Durch dich verföhnt, erschreckt mich nicht des Grabes Grau'n, nicht das Gericht. 3. Hier wird dem zagenden Gewissen versiegelt deiner Gnade Bund; daß unser Schuldbrief sey zerrissen, thuft du im heil's gen Mahle kund; machst uns gewiß, daß unfre Sünden durch deinen Tod Vergebung 5. Und kommt sie dann, die ernste Stunde, die mich dem Irdischen entreißt, da bör ich finden. auch aus deinem Munde das 4. Das Band wird fester Urtheil, das dein Wort ver- hier geschlungen, das uns mit heißt: du treuer Knecht, komm, bir zusammenfügt, und inninimm nun Theil an meiner Auserwählten Heil! ger das Herz durchdrungen von Himmelsluft, die ganz genügt. Wir werden neu in solchen Stunden zu Einem Geist mit Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 358. Dant, Jefu, bir! dir verbunden. Ach, sind wir's 5. Dies Brod kann wahre werth, daß so viel Heil uns Nahrung geben, und dieser widerfährt, du unser so gedenkest; daß bis zum Tode du uns liebst, nun solch ein Gnadenpfand uns giebt und dich so ganz uns schenkfeft? Heil uns gen! Wir empfinden rein von Kelch erfrischt den Geist; es mehret sich das innre Leben, wenn unser Glaube dich geneußt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke ju jedem Kampf im Glaubenswerke. 190 Vom heiligen Abendmahl. 6. Wir werden fester hier nicht vergebens empfangen am vereinet mit deinen Gliedern Altar das wahre Brod des Leinsgesammt; so weit der Glanz bens, das du mir reichest dar; des Kreuzes scheinet, find wir laß mir die heil'ge Schaale mit von Einer Lieb' entflammt. Dies deines Bundes Wein bei diesem Bündniß muß fich fester schlie- Glaubensmable Troft und Erßen, wenn wir von Einem Brod quickung seyn. genießen. 3. Wie kann ich wohl er7. Dein Leib soll uns zum gründen die Wunder deiner Pfande dienen, daß unser Leib Lieb' und Huld! Du selbft willst auch aufersteht; er wird einft dich verbinden mit mir, der aus dem Staub ergrünen, zur ich bin voller Schuld. Du, Unverweslichkeit erhöht. Du, der da ewig lebet, du kommst, Herr, willft uns ein ewig Le- an Gnade reich, zu mir, der ben in himmlischer Verklärung bald verschwebet, dem flücht'gen geben. Schatten gleich. Du läsfest dich 8. O Gottes Sohn, wie bernieder, ziehst mich zu dir eble Gaben bast du in dieses binan; was geb' ich, Herr, dir Mahl gelegt! Nun wir dich wieder, das dir gefallen kann? felbft zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist gepflegt! Wir finden hier bei allem Leiden den rechten Vorschmack sel'ger Freuden. 4. Ein Herz, von Neu zerschlagen, das sich an deiner Gnade hält, das freudig will entsagen der Sünd' und aller Luft der Welt: das wirst du nicht berachten, daß bring' und geb' ich dir. Nach deinem Mel. Nun lob' mein' Seel 2c. 360. Sem Worte beines Mundes will ich, o Herr, gehorsam seyn; zum Mable beines Bundes ftell ich auf dein Gebot mich ein. Die bängste deiner Nächte schwebt 5. Hierauf will ich empfangen meinem Geiste vor; das Brod das Himmelsbrod, den Himbrach deine Rechte, den Kelch melstrank; laß, Herr, zu dir hielt sie empor. Deß will ich jetzt gelangen des demuthvollen gedenken, o du mein böchstes Herzens Dank. Hinweg das Gut; du willst mich speisen, frán- Weltgetümmel mit seinem eitten mit deinem Leib und Blut. len Tand! ich wandle schon im 2. Heil mir, ich soll genie- Himmel, der Frommen Vaterßen die Speise, die der Heiland. Vereint mit dir zu wer land beut, und Labung soll mir den, dies ist mein beißes Flebn; fließen aus jenem Kelch, den o Herr, laß hier auf Erden mich er geweiht. Laß, Herr, mich schon dein Antlig sehn. Reiche trachten hilf bu nun ſelber mir; dann darf ich fest vertrauen, daß ich nach dieser Zeit dein Antlig werde schauen dort in der Ewigkeit. Vom heiligen Mel. Nun ruhen alle 2c. 361. Zir schwör' ich ew'ge Treue, ich gebe, Herr, auf's Neue mich dir zum Dienste bin; laß nie mich treu los brechen dies heilige Versprechen, es komme nie aus meinem Sinn. 3. Für mich hast du gerungen, für mich den Tod bezwungen, verscheucht des Grabes Nacht; du hast durch deine Leiden die Hoffnung ew'ger Freuden in meinem Herzen angefacht. 2. Damit ich treu dir bliebe nahmst du mit reiner Liebe dich Mel. Herzliebster Jesu ic. meiner Seele an. Weit mehr, 362. Crlöfer, der du ſelbſt als ich verstehe, mehr, als ich weiß und flebe, haft bu, o Herr, für mich gethan. uns haft gerufen, bier stehen wir an deines Altars Stufen. Mühselig und voll Reu, voll tiefer Schmerzen sind unsre Herzen. 2. Du haft verheißen, Müde zu erquicken und uns zu laben, wenn uns Lasten drücken. Du willst, wenn wir jetzt würdig dein gedenken, dich selbst uns schenken. 3. Wir kommen, Herr, und nehmen deine Speise und deinen Trank zu deines Todes Preise. Nun find wir bein und bleiben bir ergeben in Tod und Leben. 4. D Leben aller Leben! was hab' ich dir zu geben, was for derst du von mir? Du willst, daß meine Seele nur dich zum Führer wähle; o Herr, mit Freuden folg' ich dirl 5. In manchen stillen Stun den hat schon mein Herz empfunden, wie viel es dir verdanft. Nun stärke feine Triebe, Abendmahl. 191 du, die Brüder lieben und ernstlich jede Sünde scheu'n. so daß in ihm die Liebe zu dir, Erlöser, niemals wankt. 6. Nach deinem Wohlgefallen will ich hienieden wallen, Su bist mein freuer Hirt. Zu dir will ich mich halten, bis einst mein Leib erkalten und in dem Grabe ruhen wird. 7. So oft ich deiner Treue bei deinem Mahl mich freue, foll dies mein Vorsag seyn: Ich will dich nie betrüben, wie 8. Bu welchen Seligkeiten wirst du, o Herr, mich leiten, bleib' ich mit dir vereint! Ich werde zu dir kommen mit allen deinen Frommen, wenn einst dein großer Tag erscheint. Mel. Nun laßt uns den Leib zc. 363. err, der du als ein stilles Lamm gelitten an des Kreuzes Stamm, und auch für meine Sündenlaft aus Liebe dich geopfert haft. 2. Jch feire jetzt auf dein Gebot boll Reue deinen Mittlertod, und preise deine Gnad' und Huld, durch die getilgt ift meine Schuld. 3. Hier schenkst du mir ein theures Gut, labst mich mit dei 192 Vom heiligen Abendmahl. nem Leib und Blut. O Liebe, zum Labsal für ihr schwaches welcher keine gleicht! O Wun- Herz! Der ganzen Welt zu gut der, das kein Geift erreicht! vergoffest du dein Blut, Mittler 4. Ich soll mich deinem Gottes! Auch die bier ftebn Mahle nahn, das Pfand der und zu dir flehn, laß dein ErSeligkeit empfahn; Erhabner, barmen reichlich sehn. du willst nicht verschmähn, zu meinem Herzen einzugehn. 5. Bin ich, ein fünd'ger Mensch, wohl werth, daß so viel Heil mir widerfährt? Mach felbft mein Herz von Flecken rein und richt es dir zur Wohnung ein. 6. Du kommst; gesegnet seyft du mir! du bleibst in mir und ich in dir. Ich schmecke deine Freundlichkeit und weiß nichts mehr von Kampf und Streit. Gemeinde. Mel. Jesus, meine Zuversicht ic. 2. Die ihr theuer seyd erkauft, gläub'ge, miterlöfte Brüder, All' auf Chrifti Tod getauft, Alle seines Leibes Glieder: kommt, Versöhnte, kommt, erneut hier den Bund der Seligkeit! 3. Nehmt und efft in diesem Brod Christi Leib, für uns gegeben! Nehmt und trinkt auf 7. Nichts scheidet ferner dich sein Gebot diesen Kelch zum und mich; mich liebest du, ich ew'gen Leben! Rein durch ihn liebe dich. Die Stärkung, die von aller Schuld, preiset bankdu mir gereicht, macht mir dein bar seine Huld. Joch gar sanft und leicht. 8. Jch lebe dir nur, meinem Herrn und folge deinem Vorbild gern; mich locket nicht die ganze Welt; mein Will' ist nur, was dir gefällt. 9. Und wenn du mich, o Le bensfürst, zur Seligkeit vollenben wirst, dann labt mit Freuben ohne Zahl mich dort bein ew'ges Abendmahl. 4. Gieb, daß fie voll Zuversicht deines Heils, o Herr, fich freuen und, erleuchtet durch dein Licht, deinem Dienste ganz fich weihen; laß ihr Herz von Stolze rein, voll von deiner Demuth seyn. 5. Lebre fie, in böser Zeit über ihre Seelen wachen; bei des Lebens Kampf und Streit sey du mächtig in den Schwachen. Die gebeugt von ferne stehn, laß fie unerhört nicht flehn!" 6. Nehmt und efft in diesem Brod Christi Leib, für uns ges geben! Nehmt und trinkt auf sein Gebot diesen Kelch zum ew'gen Leben! Rein durch ihn von aller Schuld, preiset dant Chor. 364. Berr, Mel. Wachet auf, ruft uns ic. err, du wollft fie vollbereiten zu beines Mahles Seligkeiten, zeuch ihre Seelen himmelwärts! Gieb, daß fie sich würdig nahen, das Brod des Lebens zu empfahen, bar seine Huld. Vom heiligen Abendmahl. 193 7. Hoherpriester, der du bift| macht. Du willst, daß deiner m das Heiligthum gegangen, ich gedenke, drum gieb zur llesprich fie los, Herr Jefu Chrift, bung dieser Pflicht mir deines wenn sie jetzt dein Mahl em Geistes Kraft und Licht, daß ich pfangen. Stärk' du ihre Zu- mich ganz in dich versenke. bersicht, daß fie frei sind vom Gericht. 8. Augenblick voll beil'gen Grau'ns, voller Wonn' und süßen Lebens, theures Pfand des fünft'gen Schau'ns, Vorschmack jenes höhern Lebens! Selig, wer, vom Geist bewegt, solchen Troft im Herzen trägt! 2. Bewundernd denk' ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht, an des Erbarmens starke Triebe, die dich bis an das Kreuz gebracht. O du, der starb, damit ich lebe, gieb selbst von deinem Todesschmerz heut solchen Eindruck in mein Herz, daß er mir stets vor Augen schwebe. 9. Nehmt und efst in diesem Brod Christi Leib, für uns ge geben! Nehmt und trinkt auf fein Gebot diesen Reich zum ew'gen Leben! Rein durch ihn von aller Schuld, preiset dankbar seine Huld. 3. Jch übergebe mich auf's Neue, o du mein Herr und Heiland, dir, gelobe dir bes ständ'ge Treue bei deinem heil'gen Mahle hier. Auf deinen Tod bin ich getaufet, du starbft für mich, drum bin ich dein; dein eigen will ich ewig seyn, weil du mich durch dein Blut erkaufet. Chor. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 10. Efst das Brod, das euch gegeben, und trinkt den Kelch zum ew'gen Leben; der Friede Chrifti sey mit euch! Einigt euch mit ihm im Glauben und laßt sein Heil euch nimmer rau ben, dann führt er euch zu sei nem Reich. Wacht! eure Seele fey bis in den Tod getreu! Amen, Amen! Der Weg ist schmal; bleibt in der Zahl, die dort empfängt sein Abendmahl. 4. Nie will ich vor der Welt mich schämen, zu preifen bei nen Kreuzestod, und will mit Freuden auf mich nehmen um deinetwillen jede Noth; dich will ich immer frei bekennen und bis zum Tode mich nicht scheu'n, ein Herold deines Ruhms zu seyn; nichts soll mich, Hei land, von dir trennen. Mel. Mein Jesu, dem die zc. 5. Ich will mit Ernft den Nächsten lieben, wie du, mein Jesus, mich geliebt; Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben, zu erfüllen, was wie du an Feinden sie geübt. du in deiner Leidensnacht, nach An deine Milde will ich denken deinem gnadenvollen Willen, und an die schwere Schuldenzur segensreichen Pflicht gelast, die du mir, Herr, erlass 365. ier bin ich, Jesu, 13 Vom heiligen Abendmahl. 194 sen haft, das soll zur Liebe Kraft mir schenken. Es tränke mich dein theures Blut, daß mich kein falsches Erdengut von deiner Liebe scheide. 6. Heut starte sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus 5. Wie sich des matten Wanddes Grabes Staube dein Ruf, rers Herz der frischen Quelle Erlöser, mich erhebt. Ich seh freuet, so werd' ich von der dich auf des Vaters Throne, ich Seele Schmerz in deinem Mabl glaube, daß du, Lebensfürst, befreiet. Du linderst meiner von dort einst wiederkommen Sünden Pein, du flößest deiwirft, zu reichen mir des Le- nen Trost mir ein, so bin ich bens Krone. ganz erneuet. 6. Vor Allem aber wirk' in mir den Ernst wahrhafter Reue, auf daß mein Herz sich für und 366. in den Glau für vor aller Sünde scheue. ben an, der dein Verdienst ergreifen kann, damit mein Geift sich freue. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. ch tomme als ein Herr, zu deinem Tische, den du für mich bereitet haft, daß er mein Herz erfrische; und wenn mein Sehnen ist gestillt, daß auch der Dank, der mich erfüllt, in Aller Dank fich mifche. 2. Du selber sprichst in deinem Wort: ich bin das Brod zum Leben; dies Brod treibt auch den Hunger fort, den sonst nichts mochte beben; ich bin der Trant, wer glaubt an mich, dem will ich jetzt und ewiglich der Labung Fülle geben. 3. Ach, führe mich, du treuer Hirt, auf deine Himmelsauen; ich gehe troftlos und verirrt, wenn ich dich nicht kann schauen. Laß ftrömen deine Gütigkeit, die du für Alle hältst bereit, so beiner Hut ver 7. Entzünd' in Andacht mein Gemüth, daß von der Welt ich lasse, und deine Bruderlieb' und Güt in dieser Speise faffe; daß durch dein Lieben Lieb' in mir zu meinem Nächsten wachs' herfür, ich auch den Feind nicht hasse. 8. So fomm nun, treuer Seelenfreund, laß in mein Herz dich schließen! Mit dir bin ich nun ganz vereint; ich will von Keinem wissen, als nur von dir, o Gotteslamm! der du auch mich am Kreuzesstamm aus Noth und Tod geriffen. trauen. 9. O liebster Heiland, habe Dank für deine Gnadengaben, für deine Speise, deinen Trant, 4. Herr, mit Verlangen such' die mich erquicket haben; mit ich dich auf deiner grünen Himmelsgütern wirst du mich Weide, dein Lebensmanna speise o Lebensfürft, einft ewiglich mich zum Troft in allem Leide. in deinem Reiche laben. Vom heiligen Abendmahl. 195 Mel. An Wasserflüffen Babylon 2c. als Rebe hier, um gute Frucht 367. ch komme, Herr, zu bringen. Du kräftigest und und suche dich, stärkest mich und durch die mühselig und beladen. Gott, Liebe gegen dich wird mir der mein Erbarmer, würd'ge mich Sieg gelingen. des Siegels deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Men schen Sohn, ach, laß mich Troftung finden. Ich fühle meiner Sünden Pein; ich suche Rub, du, Herr, allein fannst mich der Schuld entbinden. 5. Ja, Herr, ich kenne dein Gebot und will es treu erfüllen. Verleih mir Kraft durch deinen Tod und heil'ge meinen Willen. Hilf, daß ich möge eifrig seyn, mit Freuden dir mein Herz zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Befferung zu dei2. Jch bete dich im Glauben an, du bist das Heil der Sünder; weil du für uns genug nem Ruhm beweisen. gethan, find wir nun Gottes Kinder. Ich denk' an deine Leidensnacht und an dein Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. Wort: Es ist vollbracht, 368. preise bich, " 1 o das uns mit Gott verfühnet. Herr, mein Heil, Du warst gehorsam bis zum für deine Todesleiden. Hab' Tod und trugft unschuldig Schmach und Noth, die wir allein verdienet. ich an ihren Früchten Theil, fo schmeck' ich sel'ge Freuden. Du wardst ein Opfer auch für mich; o' gieb, daß meine Seele fich deß ewig freuen möge. 2. Du läsfest mich in deinem Tod das wahre Leben finden. Erlösung aus der größten Noth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beff'rung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuz gestorben. 3. Nun darf mein Herz nach Troft und Ruh vergebens nicht verlangen; in deinem Mahle läffest du mich Gnad' um Gnad' empfangen. Ich rufe, du erhörst mich schon, sprichst liebreich: Sey getroft, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben!" Wie sollt' ich dir, der für mich starb und mir so großes Heil erwarb, nicht ganz zur Ehre leben? 3. Ein Pfand ist mir dein Abendmahl von deiner großen 4. Mein ist das Glück der Liebe. Du trugest willig Angst Seligkeit, ich halt es fest im und Qual, daß ich nicht elend Glauben, und nimmer müsse bliebe. O, stärke mein VerSicherheit mir dieses Kleinod trau'n zu dir, daß ich, so lang' rauben. Du bist der Weinstock ich lebe hier, auf deine Gnade und mit dir bleib ich vereint| baue 13. 196 Vom heiligen 4. Jch fühle, Herr, voll Reu und Schmerz die Bürde mei ner Sünden; laß mein vor dir gebeugtes Herz nur deinen Trost empfinden, den Trost, daß du aus freier Huld auch mir Vers gebung meiner Schuld beim Vater haft erworben. 5. Die Stärkung, die dein Mahl verschafft, werd' ewig mir zum Segen; es rüste mich mit neuer Kraft, zu gehn auf deinen Wegen, zu wirken, was dir wohlgefällt, und alle Furcht und Lust der Welt voll Muth zu überwinden. 6. Laß deiner Leiden Zweck und Frucht mir stets vor Augen schweben; nimm weg, was mich zu hindern sucht, für dei nen Ruhm zu leben; nur auf dein Vorbild laß mich sehn und immer fest im Glauben stehn, der mich zum Himmel führet. Abendmahl. 3. Von oben ward mir Kraft zu Theil und Licht ward mir gesendet: wie weit gefördert wär' mein Heil, hätt' ich fie angewendet! O Herr, ich hab' es nicht gethan, steh' noch am Anfang jener Bahn, die zu dem Leben fübret. 4. Dich, der mich je und je geliebt, sollt ich von Herzen lieben; die Vorschrift, die dein Wort mir giebt, sollt ich mit Eifer üben; doch nicht von Herzen liebt ich dich und nicht verherrlicht ward durch mich dein Ruhm und heil'ger Name. 5. D Herr, ich schäme mich vor dir, ich sehe meine Sünden. Ach! möchte sich mein Herz in mir zur Buße recht entzünden; möcht' ich mit solcher Traurigkeit, die feinen Sünder je gereut, der Sünden Schuld bereuen! 6. O du, der Bund und Treue hält, laß, Jesu, mir's gelingen; das Opfer, das dir wohlgefällt, laß mich zum Altar bringen! Mein Opfer sey ein solches Herz, das ganz zerknirscht von Reu und Schmerz nach deinem Troft fich sehnet. 7. Wer gläubig, Jesu, dich umfaßt und wünscht, in dir zu leben, der ist dir ein willkommner Gaft, dem willst du Gnade geben. Mein Glaube hält sich feft an dich; ich bin gewiß, es babe mich dein Tod mit Gott versöhnet. Mel. Aus tiefer Noth 2c. 369. ch will, Herr, meine Zuversicht, bei dei nem Mahl erscheinen, bei dir zu finden Troft und Licht, mit dir mich zu vereinen. Ich seh' in diesem Augenblick auf meinen Lebensweg zurück, seb' in mein Herz und weine. 2. Ich fühle, daß verbot'ne Luft mit Macht in mir regie ret, bin manches Fehltritts mir bewußt, wozu sie mich verführet. Mein Innres ließ ich unbewacht; die Sünde war, wo nicht vollbracht, im Innern doch 370. begangen. Mel. O Gott, du frommer x. Ich will, o Jefu, dich und deinen Vom Heiligen Abendmahl. 197 Tod bekennen. O möchte doch mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. mein Herz von Dank und Liebe 371. efu, Freund der brennen! Ich komme glaubensMenschenkinder, voll mich deinem Mahl zu Heiland der verlornen Sünder, nahn, ich will jetzt deinen Leib, der zur Sühnung unsrer Schulich will dein Blut empfahn. den Kreuzesschmach bat wollen dulden: wer kann faffen das Erbarmen, das du trägeft mit uns Armen? In der Schaar erlöster Brüder fall' ich dankend vor dir nieder. 2. Herr, diese Güter sind mein inniges Verlangen. Bereite du mein Herz, fie würdig zu empfangen; mir soll dein Abendmahl ein rührend Denkmal seyn von deiner Lieb' und Treu', von deiner Angst und Pein. 3. Aus Liebe kamft du, Herr, und haft dein theures Leben für meine Seligkeit zum Opfer hingegeben. Du stärbst und schenktest mir dies unschätzbare Gut, du hast es mir erkauft mit deinem theuren Blut. 4. Dir, Heiland, will ich mich mit Seele, Leib und Leben, mit Allem, was ich bin, zum Opfer wiedergeben. O nimm, mein Herr, mich ganz zum Ei genthume bin, der ich so theuer dir zum Dienft erfaufet bin. 2. Ja, auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll' entgegen; in dem Elend meiner Sünden soll bei dir ich Hülfe finden; meine Schulden willst du decken, mich befrei'n von Furcht und Schrekfen; willst ein ewig selges Leben als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Mich, den Zweifelnden, den Schwachen, willst du fest im Glauben machen, ladest mich zu deinem Tische, daß mein Herz sich dort erfrische. gewiß ich Wein genoffen, ist dein Blut für mich geflossen; so gewiß ich Brod empfangen, werd' ich Heil in bir erlangen. 5. Laß wahre Liebe mich an meinem Nächsten üben und, wie du mich geliebt, felbft meine 4. Ja, du kommst, dich mit Feinde lieben; wir sind ja ins- den Deinen in dem Nachtmahl gesammt auf deinen Tod ge- zu vereinen. Du, der Weintauft und Alle durch dein Blut stock, giebst den Reben Muth zum ew'gen Heil erkauft. 6. Hilf, daß ich als ein Chrift nur dir zu Ehren lebe, dir gleich gefinnet sey und nach dem Himmel strebe. Gieb durch dein Abendmahl mir dazu Luft und Kraft; gieb mir den Himmel einst am Ziel der Pilgerschaft. und Kraft zum neuen Leben. Durch dich muß es mir gelingen, reiche, gute Frucht zu bringen und durch Frömmigkeit zu zeigen, daß ich gänzlich sey dein eigen. 5. Nun, so sey der Bund erneuet und mein Herz dir ganz geweibet! Auf dein Vor 198 Vom heiligen Abendmahl. Freude wollt ich nahn, das Brod des Lebens zu empfahn! bild will ich sehen und dir nach,| desmahl begehn; mit welcher mein Heiland, gehen. Was du basseft, will ich hassen, stets von dir mich leiten lassen; was du liebeft, will ich lieben, nie durch Untreu' dich betrüben. 2. Ach, bier auf meinem Krankenbette feir' ich dein Abendmahl allein! Doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte willst du den Deinen nahe seyn. Wo Frommer seufzt und erquicft du ihn, o Menschenfreund. 6. Doch ich kenne meine Schwäche; schwer ist, was ich dir verspreche. Werd' ich dir je ein auch Glauben balten und im weint, Guten nie erkalten? O, steb du mir bei und stärke mich zu jedem guten Werke. Hilf, daß ich die Luft zur Sünde durch dich kräftig überwinde. 3. Um Troft ist meinem Herzen bange; ich suche, Herr, dein Angesicht; o du, an dem ich gläubig bange, entzeuch mir 7. Gieb, daß ich und alle deine Hülfe nicht! Ach, stärke Christen fich auf deine Zukunft bei des Leibes Schmerz mein rüsten, daß, wenn beut der banges und verzagtes Herz! Tag schon käme, Keinen, Herr, 4. Laß das Gedächtniß deidein Blick beschäme. Schaffner Leiden mir Schwachen ein neues Herz den Sündern, Troft und Kraft verleihn, mir mache sie zu Gottes Kindern, eine Quelle sel'ger Freuden und die dir leben, leiden, sterben, jenes Lebens Vorschmack seyn; deine Herrlichkeit zu erben. bein Leiden, dein Versöhnungstod erquicke mich in meiner Noth. 8. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich schau'n und ewig ebren! Hallelujab, welche Freuden find die Früchte deiner Leiden! Danket, danket, fromme Herzen, ewig ihm für seine Schmerzen! 5. Jch febe schon den Himmel offen und fühle Himmelsseligkeit. Nun darf ich Alles, Alles boffen von dem, der mir die Schuld verzeiht. Umringt mich auch der Leiden Heer, mein Herz erbebt davor nicht mehr. 6. Und nabt der Tod mit seinen Schrecken, ich bin getroft und zage nicht. Vom Tode wirst du mich erwecken; ich Mel. Wer nur den lieben Gott xc. 372. das önnt' ich doch, Herr, dern in deinem Tempel dich er Wobl mir, daß ich dein eigen böhn und andachtsvoll mit dei- bin, nun ist auch Sterben mein nen Gliedern das heil'ge Bun-| Gewinn! Vom heiligen Abendmahl. 199 Mel. Freu dich sehr, o meine ic. 373. Rommt und eßt das erwähle seines Lebens beil'ge Bahn. Glaube feft, fein guter Brod des Bun- Geist, den fein theures Wort des, kommt und trinkt von die- verheißt, wird zu allen guten sem Wein! Dem Gebote deines Werken dich bei deiner SchwachMundes, Herr, will ich gehor- heit stärken. sam seyn. Du gabst in den Tod dich hin, mir zum ewigen Gewinn, willst mir Gnad' um Gnade schenken und ich sollte dein nicht denken? 2. Nein, dich soll mein Mund bekennen vor der Welt bis in den Tod; nichts soll je von dir mich trennen, weder Glück, noch Angst und Noth. Meiner Seele Ruhm bist du, meines Herzens Troft und Ruh; denn ich kann für meine Sünden nur durch dich Vergebung finden. 3. Unter meinen Miterlöften tomm' ich, Herr, zu deinem Mahl, hier mich deiner zu getröften mit der treuen Jünger Zabl. Alle, die sich dir geweiht, bist zu segnen du bereit; freundlich willst du mit den Deinen dich im Abendmahl vereinen. 4. Ja, dem Wort, das du gesprochen, glaub' ich fest und preise dich: für mich ward dein Leib gebrochen und dein Blut floß auch für mich. Sollt ich Gott noch ängstlich scheu'n? Nein, ich darf mich seiner freu'n: der den Sohn für mich gegeben, giebt mit ihm mir Heil und Leben. Mel. Dir, dir, Jehovah, will*. 374. un babe Dank für dein Erbarmen, Sohn Gottes, heil'ger Mittler, Jesu Christ! Versöhnt mit Gott hast du mich Armen, da du für mich am Kreuz gestorben bist. Laß deines bittern Leidens Angst und Bein bis an mein Ende mir vor Augen seyn. 2. Heil mir, mir ward dein Brod gebrochen, mir ward gereicht, Herr, deines Bundes Wein! Aus Herzensgrund hab' ich versprochen, dir, treuster Heiland, ewig treu zu seyn. Gerühret schwör ich nun noch einmal dir, schenk zur Erfüllung deine Gnade mir.. 3. Jm Streite bilf mir überwinden und gieb mir Kraft auch zu der schwersten Pflicht. Be wahre mich vor neuen Sünden; naht sich Versuchung, so verlaß mich nicht. Und dein für mich am Kreuz bergoßnes Blut fchent mir im Todeškampfe Troft und Muth. 4. Und euch, ihr seines Leibes Glieder, die des Erlösers Heil, wie mich, erfreut, euch lieb' 5. Nie vergiß es, meine ich stets als meine Brüder, als Seele, was der Herr an dir Mitgenossen seiner Herrlichkeit. gethan; bank' ihm innig und Wir Alle haben Einen Herrn 200 Vom heiligen Abendmahl. und Gott; uns Alle speift und für alle deine Schmerzen und tränkt Ein Wein, Ein Brod. für dein theures Leiden, du Ur5. Wie jego wir versammelt waren, um seine Gnade dantbar zu erhöhn, so werden mit der Engel Schaaren wir einst vor seinem Thron anbetend stehn und preisen, als sein Erb' und Eigenthum, ohn' Ende seines Namens hohen Ruhm. 6. Mit euch vor ihm einst zu erscheinen zum fel'gen Anschaun seiner Herrlichkeit, will ich mich hier mit euch vereinen, treu zu vollbringen, was sein Wort gebeut; dann geh' ich freudig im Triumph mit euch, ihr Außerwählten, in sein Himmelreich. 7. So soll denn weder Spott noch Leiden, nicht Ehr und Freude, nicht die Luft der Welt mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode noch mich schützt und bält! Du, Herr, du bist und bleibeft ewig mein! o laß auch ewig mich dein eigen feyn! 375. sprung meiner Freuden. 5. Dir dank' ich für dein Lieben, daß dich an's Kreuz getrieben; du wolltest für mich sterben, daß ich dein Reich sollt erben. 3. Du bast dich mir geschenket, gespeist mich und getränket; geheilt hast du mich Kranken, wie soll ich's dir verdanken? 4. Jch preise dich von Herzer: 6. Jetzt schmecket mein Ge müthe den Reichthum deiner Güte; das heil'ge Pfand der Gnaden tilgt meiner Seele Schaden. 7. Du wolleft nun die Sünde die ich noch in mir finde, aus meinem Herzen treiben und kräftig in mir bleiben. 8. Laß ftets mich mit Verlangen an deiner Liebe hangen; gieb mir Geduld im Leiden, laß mich von dir nichts scheiden. 9. So fürcht' ich kein Verderben; in dir werd' ich einst sterben und fröhlich auferstehen, um ewig dich zu sehen. 376. Mel. Wach auf, mein Herz 2c. chmücke dich, 0 meine Seele, laß Jesu, meine Won- die dunkle Trauerhöhle, komm ne, du meiner See- an's helle Licht gegangen, fange len Sonne, du Freundlichfter herrlich an zu prangen! denn von Allen, laß dir mein Lob gefallen! 2. Wie kann ich würdig schäßen das himmlische Ergötzen, womit die theuern Gaben in deinem Mahl mich laben? der Herr, voll Heil und Gnaden, will zu seinem Tisch dich laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Wohnung in dir halten. In eigener Melodie. 2. Frob, wie treue Freunde pflegen, eile deinem Freund entgegen, der mit seinen Gnadengaben jetzt dein armes Herz will laben. Deffn' ihm schnell die Geiftespforten, sprich zu ihm Vom Heiligen Abendmahl. 201 mit süßen Worten: Komm, ich| Tisch gekommen. Laß dies heil'ge pill dich mit Verlangen als den liebsten Gaft empfangen! Mahl mich stärken zu des Glaubens guten Werken, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög' ein Gaft im Himmel werden. 3. Wer ein Kleinod will erringen, pflegt sonst Gold dafür zu bringen; doch für diese theuern Gaben will er irdisch Gold nicht haben. In der Berge tiefften Gründen ist kein solcher Schatz Mel. Gelobet feyft du zc. Chor. zu finden, den man könnt als 377. Perkündigt Alle feiZahlung reichen für dies Kleinod nen Tod! Jesu fonder Gleichen. Leib ist dieses Brod, des Mitt4. Ach, wie hungert mein Gelers Blut ist dieser Wein; emmüthe nach des Menschen- pfangt es und gedenket sein, freundes Gute! Ach, wie pfle- der für euch ftarb. get mich zu dürften nach dem Quell des Lebensfürsten! Nimmer hör' ich auf mit Thránen mich nach seinem Mahl zu sehnen, daß in diesem Brod und Weine Christus fich mit mir bereine. Gemeinde. 2. Herr, wir empfahn mit Preis und Dank diese Speif' und diesen Trank und glauben, daß du, Jesu Chrift, für unfre Schuld geopfert bift am Kreuzestamm. 3. 5. Ja, auf wunderbare Weise wird dies Mahl mir Seelenspeise. Christus selbst will, mir zum Leben, sich darin als Nah- Verkündigt Alle seinen rung geben! Wo ist wohl ein Tod! Er ist unser Herr und Mensch zu finden, der dies Gott. Sagt's euern Brüdern, Wunder kann ergründen? O daß er kam und alle Sünden der großen Hjeimlichkeiten, die auf sich nahm aus Gnad' und nur Gottes Geift kann deuten! Huld. 6. Jefu, meines Lebens Sonne! Jesu, meine Freud' und Wonne, den allein ich mir erwähle, Hort des Heils und Licht der Seele! Sieb mich hier zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieſe deine Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. Chor. 7. Jefu, wahres Brod des Lebens, deine Huld set nicht ver- 5. Verkündigt Alle seinen gebens, daß ich, mir zum Heil Tod! baltet willig sein Gebot; und Frommen, set zu deinem sein göttlich Vorbild schauet an Chor. Gemeinde. 4. Die ganze Welt haft du befreit von der Ungerechtigkeit. Dein Blut macht uns von Šúnden rein, deß wollen wir auch Zeugen seyn vor aller Welt. 202 Bom heiligen Abei dmahl. und folgt ihm standbaft auf der o Manna, das mir Gott geBahn, die er betrat. währt, dich will ich jetzt ges nießen. Gemeinde. 6. Herr, wir find ganz dein Eigenthum; unser Wandel sey dein Ruhm. Durch gute Werke danken wir, Bollender unsers Glaubens, dir für deinen Tod. Alle. 7. Vom Aufgang bis zum Niedergang bringet dem Versöhner Dank und machet in der Gnadenzeit euch würdig jener Seligkeit, die er erwarb. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen ftillet, der mein Gemüth mit Lob und Dank und heil'ger Freud' erfüllet! O Lebenstrant, o beilges Blut, das einst geflossen mir zu gut, dich will ich jetzt empfangen. 4. Welch Glück und welch ein Ruhm ist mein, welch Heil hab' ich gefunden! mein Jesus kebret bei mir ein, mit ihm werd' ich verbunden. Wie ist mein Herz so freudenboll, daß ich in Jesu leben soll und er in mir will leben! Mel. Wer nur den lieben 2c. 378. Pollendet ist die 5. O wär' doch auch mein Bundesfeier, Herz geweiht zu einer heil'gen berfündigt wurde, Herr, dein Stätte, damit der Herr der Tod! Stets bleib' uns dein Herrlichkeit an mir Gefallen Gedächtniß theuer und unver- hätte! O wäre doch mein Herz geßlich dein Gebot; dann freuen der Ort, an welchem Jesus wir, o Gottes Sohn, uns dei fort und fort aus Gnaden ner einst vor deinem Thron. Wohnung machte! 6. Mein Jefu! fomm und heil'ge mich! was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sey und bleibe. Von dir sey ganz mein Herz erfüllt, und laß dein heilig Ebenbild beständig an mir leuchten. Mel. Allein Gott in der 2c. 379. ie heilig ist die Stätte bier, wo ich voll Andacht stehe! sie ist des Himmels Pforte mir, den ich jetzt offen sehe. O Lebensthor, o Tisch des Herrn, vom Himmel bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dies Lebensbrod, dies reiche Gnadenzeichen, vor dem des Herzens Angst und Notb und alle Qualen weichen! O Brod, das meine Seele nábrt, bleiben. 7. Nun, du baft bimmlisch mich erquict, du hast dich mir gegeben. In dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun immer leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit, von nun an bis in Ewigkeit mit bir vereinigt Von der Buße. XVII. Von der Buße. In eigener Melodie. 380. Gott Herr, wie und schwer find meine viele Sünden! wie drückt mich doch ihr hartes Joch; wo kann ich Rettung finden? Namen. Jch zweifle nicht, denn und Jesus spricht: Wer glaubt, wird groß selig. Amen. 3. Jch flieh' zu dir, sey gnädig mir, ob ich's gleich nicht verdienet. Geb mit mir nicht, Gott, in's Gericht, dein Sohn bat mich verfübnet. 2. Wohin ich flich', verfolgen böse Luft, die Quelle meiner sie mit ihrer Pein mich Armen. In dieser Noth kenn' ich, o Gott, fein Heil, als dein Erbarmen. 5. Verfahr' mit mir, wie's dünket dir, ich will demüthig leiden; nur wollst du mich nicht ewiglich von den Erlösten scheiden. 203 6. Das thust du nicht, mit Zuversicht darf es mein Glaube boffen. Mir steht, o Gott, durch Chrifti Tod ja auch dein Himmel offen. 7. Nur daß ich treu dem Heiland sey, gieb mir bis an mein Ende, und daß den Lauf zu dir hinauf im Glauben ich vollende. Mel. Auf meinen lieben Gott i. 381., Herr, dir ist die 4. Soll's ja so seyn, daß 3. So bab' ich wider dich, Straf und Bein auf Sünden den nächsten und auch mich folgen müssen, o so verleih' mir vielfältig, Herr, mißhandelt, doch dabei den Frieden im Gebin oft den Weg gewandelt, der wiffen. ab vom Ziel sich wendet und in Verdammniß endet. 8. Dir, Gott, sey Rubm! dein Eigentbum bleib' ich in Jefu Sünden, die Niemand kann ergründen, der Same, der ftets bleibet und alles Unkraut treibet. 2. Des Herzens böser Grund wird oft durch Thaten fund; der Funke wird zu Flammen, sie schlagen hell zusammen, eb' ich erwach' und merke des alten Menschen Werke. 4. Doch du, mein Jesu, baft der Schulden schwere Laft auf dich allein genommen. Wie du für mich gekommen, fomm' ich nun schuldbeladen zur Fülle deiner Gnaden. 5. Vergieb, Erlöfer, mir, ber wirf mich nicht von dir! Kann ich die Schuld nicht zählen, will ich doch nichts verhehlen, weil du allein vom Bösen mich träftig fannst erlösen. 6. Hart drückt der Sünde Joch, doch mächt'ger wirken noch die Kräfte deiner Gnade; es weichet jeder Schade, willft 204 Von der Buße. du aus deinem Leben die rechte| durch jene Krone, daß ich meiner Kraft mir geben. niemals schone! Mel. Zerr, ich habe ic. 7. Wenn ich aber unterliege, so bilf du mir wieder auf, daß durch deine Kraft ich siege und vollbringe meinen Lauf; mich net nicht in meiner Brust! wie befehlend deinen Händen, mög' regt doch in Adams Erben immer ich ritterlich einst enden. 382. ch mein Jefu, welch Verderben wohfich die böse Luft! Ja ich muß es wohl bekennen, ich bin Fleisch von Fleisch zu nennen. 2. Wie verkehrt find meine Wege! wie verderbt ist doch mein Sinn, der ich zu dem Guten träge, aber schnell zum Bösen bin. Du nur kannst mich von den Ketten und vom Tob' der Sünde retten. mel. Du, o schönes 2. 383. Ich wann werd' ich von der Sünde, Gott, mein Vater, völlig frei, daß ich ganz sie überwinde, ganz dir wohlgefällig sey? Noch nicht, ich gesteb's mit Bähren, kann ich ihrer mich erwehren; sie versucht mich wider dich, und noch oft besiegt fie mich. 2. In der Andacht sel'gen Stunden, wenn ich, Herr, dein Wort gehört, hab' ich oft das Glück empfunden, das die Frömmigkeit gewährt. Nichts wünscht ich alsdann bienieden mir so sehr, als innern Frieden, als ein Leben, dir geweiht in des Glaubens Seligkeit. 3. Mit berubigtem Gewissen der Erlösung mich zu freun, treu den heiligsten Entschlüssen, 5. Schaffe, Herr, ein reines folgsam deinem Wort zu seyn, Herze, einen neuen Geist in mir, meines Glaubens Frucht zu zeidaß ich nun nicht länger scherze gen, in der Heiligung zu steigen, mit der fündlichen Begier. Hilf ach du weißt, wie immerdar diemir selber muthig kämpfen und fer Wunsch im Herzen war. die Macht des Feindes dämpfen. 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden von der angeftammten Noth, und den tiefen Seelenschaden heile, Herr, durch dei nen Tod! Was dein Reich nicht fann ererben, laß in deinem Tod' ersterben. 4. Denn hier unten von der Erden kam mir keine Hülfe mehr; sollt ich frei und lebend werden, mußt's geschehn von oben her; nur dein Geift kann mich erneuen und mir Lebensfraft verleihen. 6. Laß durch Wachen, Beten, Ringen stark mich werden, Fleisch und Blut in des Geistes Joch zu zwingen, bis der Feind Leichtlich bin ich zu verleiten doch endlich ruht, reize mich durch den Reiz der Eitelkeiten, 4. Doch die Sehnsucht wird zerstöret und der beiße Eifer falt, wenn sich Leidenschaft empöret und die Luft im Herzen wallt. Von der Buße. 205 der mich überall umringt und sprich mich os, fraft deiner mein schwaches Herz bezwingt. 5. Weh mir, daß ich deinen Willen, den ich doch so lieb gewann, nicht mit Freudigkeit erfüllen, nicht beständig balten fann! Ach wer wird mich von dem Bösen, von der Sünde ganz erlösen? O ich Armer, wer befreit mich vom Dienst der Sinn lichkeit? Angst und Schmerzen; nimm meiner dich beim Vater an, der du für mich genug gethan: so werd' ich los der Sündenlaft. Mein Glaube faßt, was du mir zugefaget haft. 3. Verleih mir aus Barinherzigkeit des Glaubens Kraft und Stärke, auf daß ich deine Freundlichkeit im Geiste fühl' und merke; vor allen Dingen liebe dich und meinen Nächsten gleich als mich. Hilf mir in meiner letzten Noth, mein Herr und Gott! der du für mich befiegt den Tod. 6. Doch du läsfest Heil versprechen unsrer fündigen Natur, tilgst durch Christum ihr Gebres chen, zeigt sich wahre Steue nur. Ohne diese Hoffnung würde allzuschwer mir meine Bürde und ich könnte niemals dein, o du höchstes Gut, mich freun. 4. Preis sey Gott auf dem höchsten Thron, dem Bater, 7. Laß mich merken, wo ich reich an Güte, und Jesu Chriwante, daß ich firebe, fest zu fto, seinem Sohn, der gnädig stehn, und mich stärke der Ge- uns behüte, und seinem werdante, meinem Heiland nachzu- then beil'gen Geift, der uns gehn. Fübre, Gott, mich täglich den Weg zum Himmel weift! weiter und dein Geist sey mein So finget alle Christenheit hier, Begleiter, bis ich in der Ewig in der Zeit, und dort in fel'ger keit bringe zur Vollkommenheit. Ewigkeit. In eigener Melodie. In eigener Melodie. 384. llein zu bir, Herr 385. n bir allein, an Jefu Chrift, steht dir hab' ich gefreudig mein Vertrauen. Ich fündigt und übel oft vor dir weiß, daß du mein Heiland gethan. Du siehst die Schuld, bift; auf wen sollt ich sonst die mir den Fluch verkündigt; bauen? Von Anbeginn ist fieb, Gott, auch meinen Jamnichts erfor'n, auf Erden ist mer an. kein Mensch gebor'n, der aus der Noth mir helfen kann; dich ruf' ich an, von dir nur kann ich Hülf' empfahn. 2. Herr, meine Schuld ist übergroß und reuet mich von Herzen; erbarme dich und 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang' verbirgst du dich vor mir? 3. Herr, handle nicht mit 206 Von der Buße. mir nach meinen Sünden, vergilt| leben und trägt Geduld mit dir, mir nicht nach meiner Schuld. ob du nicht wolleft streben nach Ich suche dich, laß mich dein reiner Seelen Zier. Entsage Äntlig finden, du Gott der nun der Welt! Er will dir Langmuth und Geduld. Heilung schenken, dein Herz 4. Früh wollst du mich mit und Sinnen lenken auf das, deiner Gnade trösten, Gott, was ihm gefällt. Vater der Barmherzigkeit. O schenke mir den Frieden der Erlösten; du bist ein Gott, der gern erfreut. 4. Ja, Herr, die Laft der Sünden drückt mich mit herber Pein. Wie soll ich Ruhe finden, als nur durch dich allein! Mir droht, was ich verdient! Verklagt von meinen Thaten, kann das allein mir rathen, daß mich dein Sohn verfühnt. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre mich dein heilig Recht; laß fiets mich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du, mein Schut, mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn. Er hört mein Schrei'n, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Mel. Aus meines Herzens ic. 386. Tuf, auf, an diesem Morgen schwing' dich, mein Herz, empor! Um für dein Heil zu sorgen, tritt an das Licht berbor! Wohl ist es endlich Zeit, den Abgrund zu verlassen, die Finfterniß zu baffen, die dir Verderben dräut. 5. Mit diesem starken Glauben tret' ich vor deinen Thron; du wirst mich nicht berauben des Heils in deinem Sohn. Ein flehend Angesicht, ein Herz, in Reu gebrochen, das dir sich neu versprochen, verachtest du ja nicht. 6. So sey in deinem Namen gesegnet dieser Tag! Sprich auf mein Bitten Amen, daß ich mich trösten mag! Laß deinen guten Geist das Herz mit Glauben schmücken, mit Freuden es erquicken, bas jest in Thränen fleußt. mel. Serzliebster Jesu, was 2. 387. us einem tief vor 2. Dies ist ein Tag der Neue, dir gebeugten Herbekenne deine Schuld mit Thrä- zen ruf' ich zu dir in meinen nen, komm und schreie zu Gott Sündenschmerzen. O mache um Gnad' und Huld. Wie lange mich, Gott, meines Kummers schliefst du doch! Wach auf ledig und sey mir gnädig. und treib' von hinnen die Nacht aus deinen Sinnen, jetzt heißt es heute noch. 2. Beschämt erkenn' und fühl ich meine Sünden. Laß, Vater, mich Erbarmung vor dir 3. Noch läßt der Herr dich finden. Willst du auf Schuld Von der Buße. und Uebertretung sehen, wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr, steht es, zu bergeben. Du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; uns soll die Größe dei ner Liebe Lehren, dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir in Chrifto meine Fehle; dein harrt im Glauben meine müde Seele! Laß Troft und Ruh, um des Verföhners willen, mein Herz erfüllen. 5. Vom Abend an bis zu dem frühen Morgen hoff' ich auf dich, o stille meine Sorgen! Du schenkest ja Beladenen und Müden gern deinen Frieden. 6. Ja, hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade! fie ist viel größer, als dein Seelenschade, und endlich wird sie dich von allem Bösen gewiß erlösen. 207 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen. Auf dich verlas sen will ich mich, auf dich mein Herz soll trauen. Was mir verheißt dein werthes Wort, das ist mein Trost und treuer Hort. deß will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis an die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So ist des rechten Christen Art, der aus dem Geist geboren ward und seines Glaubens lebet. 5. Ob bei uns ist der Sünde viel, bei Gott ist viel mehr Gnade. Sein' Macht zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sey der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der einst sein Volk erlösen wird von allen Sünden. Amer mel. Die Tugend wird xc. In eigener Melodie. 388. Rus tiefer Notb ruf 389. Chrift, prüfe dich an ich zu dir, Herr Gott! erhör' mein Fleben! nicht jedem Tage mit Ernst vor Gottes Angesicht! Hör', was der inn're Richter in's Gericht wirst du mit mir, fage, verachte seine Warnung der Gnade suchet, geben. Denn nicht! Prüfst du dich streng, wolltest du das sehen an, was Sünd' und Unrecht ist gethan, wer könnte vor dir bleiben! so wirst du finden, wie viel noch deiner Tugend fehlt, daß du noch oft den Weg der Sünden und nicht den Weg des Heils erwählt. 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad' und Gunft, die Sünde zu vergeben. Es ist all' un- 2. So lernest du dein Herz ser Thun umsonst auch in dem bewahren, dies Herz, das dich besten Leben; vor dir sich Nie- so oft betrügt. Nun schaut mand rühmen kann, es muß bein Auge die Gefahren, die dich fürchten Jedermann und nur ein harter Kampf besiegt. deiner Gnade leben. Für jeden Tag, der dir verlie Von der Buße. einft zur| zu oft noch sieht mein Blick auf nicht die die breite Bahn zurück. 208 ben, ruft Gott dich Rechenschaft. Laß Gnadenzeit entfliehen und beßre dich durch Gottes Kraft. 3. Als zuerst ich voll Entzücken, Vater, dich im Sohne 3. An jedem Abend, jedem fand und mit andachtsvollen Morgen bedenke, was dir Gott Blicken deinem Throne nahe gebeut; vergiß nicht über eitlen stand, wie war da der Reiz der Gorgen das Trachten nach der Sünden mir so leicht zu überSeligkeit! Einft würdest du zu winden, wenn ich dachte, wie ſpät beklagen, wenn du die du liebst, der du so die Schuld Warnung nicht gehört, daß vergiebft. dir von allen Erdentagen kein einziger zurückekehrt. 4. Drum prüfe heute noch dein Leben, denn noch ist diese Stunde dein; wird dich des Todes Nacht umgeben, dann ist nicht Zeit mehr, zu bereun. Jhn, dessen Augen Alles průfen, ihn täuscht der Trug des Heuchlers nicht; er schauet in des Herzens Tiefen und bringt einst Alles an das Licht. 4. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Bruft! Alles Eitlen war ich müde und verschmähte nied're Luft. Um nur deine Huld zu haben, mißt ich gern des Glückes Gaben, und ein Herz, daß dich verebrt, war mir mehr, als Alles werth. 5. Doch der Andacht heil'ge Stunden, reich an himmlischem Gewinn, ach wohin sind sie geschwunden, wo die sel'ge Rube hin? Wenn ich jetzt auch im Gebete hin vor Gottes Antlit trete, wird des Herzens Innigfeit durch der Welt Geräusch zerstreut. Mel. Alle Menschen zc. 390.¹ zu, der Herz und Wandel fennet, Ewiger, erforsche mich! Ach ich war von dir getrennet, aber 6. Wenn die spöttisch auf du erbarmtest dich. Du ver- mich sehen, denen Beten Thornahmst mein Flehn und Seh- beit däucht, wenn sie mein Vernen, sahst auf meiner Reue frauen schmähen, wird es bald Thränen; da vergabst du mir aus mir verscheucht. Macht die die Schuld, nahmst mich auf Menge der Verächter meinen mit Baterbuld. Glauben zum Gelächter: so vergeß' ich leicht der Pflicht und bekenne Chriftum nicht. 2. Forsche selbst in meinem Herzen, fieh, es fehlt und wanfet noch, fühlt noch unter Sorg' 7. Und doch bebten Chrifti und Schmerzen oft der Sünde Zeugen vor der Wahrheit Feinschweres Joch. Strauchelnd, den nie, seine Lehre zu verschweiungewiß und träge wandl' ich gen, zwangen keine Schrecken sie. auf dem schmalen Wege und Auf des Martertodes Wegen Von der Buße. 209 gingen sie dem Lohn entgegen, nem Willen widerstrebt, so bilf durften froh im Geiste sehn Chriftum Gott zur Rechten stehn. mir redlich kämpfen und stärke meinen schwachen Muth, daß ich der Leidenschaften Glut durch dich, Herr, möge dämpfen. 4. Ich bin ein Mensch; bu kenneft mich, wie schwach find 8. Der du fie mit Kraft von oben so zum Kampfe stark gemacht und in jene Welt erhoben, wo ihr Lauf nun ist vollbracht, meine Kräfte! doch meine Seele hilf auch mir den Spott bezwin- bofft auf dich beim Heiligungsgen, um zum Siege durchzudrin- geschäfte. Du wirst mir gnädig gen! Vater, bis an's Ende sey Straft verleihn, mein Herz je Sir mein ganzes Herz getreu. mehr und mehr erneun, vor dir gerecht zu leben. Dafür will ich, dein Eigenthum, o Vater, deines Namens Rubm in Ewigkeit erheben. Mel. An Wasserflüssen Babylon c. 391. rbarm' dich, Herr! schwach ist mein Herz, geneigt zu Eitelkeiten, läßt bald durch Freude, bald durch Schmerz sich auf den Irrweg leiten. Gleich einem Rohr, vom Wind bewegt, wanit, durch der Lüfte Reiz erregt, auch oft mals meine Seele. Wann komm' ich zu der wahren Rub', daß ich stets fichre Tritte thu' und nur das Gute wähle? Mel. Herzlich lieb hab' ich zc. 392. Gott, der du unfre Zuflucht bist! Herr, unser Mittler, Jefu Chrift! Geift Gottes, Geist der Gnaden! o Heiliger! wir flehn zu dir, dein Gnadenantlitz suchen wir, mühselig und beladen. Nimm von 2. D laß mein Herz nicht uns unsre Sündenfchuld, du fernerhin in seiner Neigung Gott der Langmuth und Gewanten. Erhebe den verirrten duld! erhöre gnädig unser Fleyn, Sinn zu himmlischen Gedanken. daß der Versöhnung Heil wir Wenn deines guten Geistes fehn. Herr, unser Gott! verbirg Kraft den neuen Menschen in uns nicht dein Angesicht und mir schafft, so wird es mir ge- geb' mit uns nicht in's Gericht. lingen. Ich will mich deinem Dienste weihn, gieb du bon oben mir Gedeihn, von dir fommt das Vollbringen. 3. Und wenn ich auf der Tugend Bahn auch oft noch gleitend walle, so nimm dich mei ner Schwachbeit an und bilf, daß ich nicht falle. Wenn sich die Luft in mir erhebt, die dei 2. Wir haben unsern Bund entweiht, gebrochen unsern theuren Eid und deinen Weg verlaffen. Doch reuig fehren wir zurück; o richt' auf uns der Gnade Blick, zu der wir Hoffnung faffen. Sie leit' uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß nie Versuchung oder Wäbn 14 210 Von der Buße. der Sünd' uns mache unterthan.| bösen That. Herr, unfer Gott, Herr, unser Gott, groß von durch Freud' und Leid der PilGeduld! vor aller Schuld behür gerzeit führ' uns zu deiner Herruns deine Vaterhuld. lichkeit. 3. Schüß' uns bor Jrrthum und Gefahr; erhalte deiner mel. 3ion Plagt mit Angst xc. frommen Schaar der Glau- 393. Gott, ich will mich benseintracht Segen. Uns leite, ernstlich prüfen, Gott, dein guter Geist, wie uns ob ich lauter bin vor dir. Du dein theures Wort verheißt, auf fennst meines Herzens Tiefen, allen unsern Wegen. Laß auch ach, entdecke sie auch mir. Laß in Lehr' und Wandel rein die durch deinen Geist mich sehn, ob Diener deines Wortes seyn und ich kann vor dir bestehn, ob ich gieb an deiner Wahrheit Heil auch aus reiner Liebe deinen auch Frrenden und Zweiflern Willen treulich übe. Theil. Herr, unser Gott! 2. Vor der schwachen Menbreit aus dein Wort an jedem schen Augen g'nüget äußrer Ort und laß es wachsen fort Werke Schein. Was bor dir, und fort. die Absicht siehst du an. Deine Liebe muß uns dringen, gute Werke zu vollbringen. o Herr, soll taugen, muß aus 4. Dein Segen komm' auf dir geboren seyn. Nicht nur unser Land, daß wir, beschirmt das, was wir gethan, auch von deiner Hand, des Friedens Glück genießen. Wend' ab von uns durch deine Hut der Fluthen und der Flammen Wutb, des Krieges Blutvergießen. Noch lange sey der Vaterblick des Königs seiner Völker Glück; o schütt auf ihn und auf sein Haus die Fülle deines Segens aus! Herr, unser Gott! schüß' unser Land mit starker Hand, beglück und segne jeden Stand. 3. Ach! dem Nebel gleich verschwinden meine guten Thaten mir! denn forsch' ich nach ihren Gründen, so steh' ich beschämt vor dir. Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; nichtig ist, was ich vollbrachte, ohne daß ich dein gedachte. 4. Oft nahm schnöde Eigenliebe meine ganze Seele ein; folgend meiner Ehrsucht Triebe firebt' ich nur nach eitlem Schein. Und was ist nun mein Gewinn? Meinen Lohn hab' ich dahin; auf die Krone jenes Lebens barren Miethlinge bergebens. 5. Vernimm der Leidenden Gebet, und wer zu dir im Glauben flebt, dem bilf aus seinen Nöthen! Gieb Kranten Linderung und Ruh; die Sterbenden erlöse du, erbör' ihr letztes Beten. Mach' alle Unterdrückten frei; fteb' Wittwen, Herr, und Waisen bei; vernichte der Verfolger Rath und wehre jeder 5. Herr, vor deinem heil'gen Throne gilt nur lautre From Von der Buße. 211 migkeit. Ach, vergieb in dei-| wie ein Schiff vom Winde, nem Sohne, was mein Herz wenn Mast und Steuerruder so tief bereut! Ich bekenne brach, fall' ich in die Gewalt meine Schuld, decke sie mit dei- der Sünde, zu späte Thränen rer Huld; alles Eigne, Herr, folgen nach. zerstöre, daß ich ganz dir angehöre. 6. Ja, laß alle meine Werte Früchte deiner Liebe seyn! Sie verleih' mir Kraft und Stärke, Seel' und Leben dir zu weihn; daß ich als dein Eigenthum freulich fördre deinen Ruhm und, von deiner Huld getrieben, dich auf ewig möge lieben. 4. Wer löft mich von den Slavenketten, wer schafft in meinem Innern Rub? Nur du, Erlöser, fannst mich retten, ich eile deiner Gnade zu. Mit dir, du Gottes Sohn, verbunden, ist nichts verdammlich mehr an mir! Ich wandl' im Geist und kann gefunden, lebst du in mir und ich in dir. Mel. Die Tugend wird durch's ic. mel. Schmücke dich sc.. 394. Gott, welcher Kampf 395. Berr, du wolleft meiin meiner Seele, nicht welch' fteter Widerspruch in mir! nach meinen Werken lohnen! Der Geist will, daß ich Gu- Wer vermag wohl zu bestehen, tes wähle, er sehnt sich heiß, wenn du in's Gericht willst geo Gott, nach dir. Das Fleisch ben? Keiner, feiner ist zu finfirebt gegen diesen Willen, es den, rein vor dir und frei von ringt nach Sinnenluft allein; Sünden; Alle müssen flehend und werd ich sein Gesetz er sprechen: Herr, du wollft die füllen, so wird nicht fern die Schuld nicht rächen! Sünde seyn. 2. Sündlich bin ich ja ge2. Von doppeltem Gesetz re- boren, habe, Herr, dein Bild gieret, wie ist mein Wesen räth- verloren; wo ist Rettung nun felhaft! Wenn mich der Wahr zu finden aus dem schnöden heit Strahl berühret, so schmeck' Joch der Sünden? Sieh mich ich Frieden, fühle Kraft; doch hier zu deinen Füßen Zähren wenn des Irrthums dunkle bittrer Reu' vergießen; Heil und Schatten mir rauben dieses Hülfe kommt mir Armen nur reine Licht, gleich fühl ich mich aus göttlichem Erbarmen. im Lauf ermatten, ich will, doch ich vollbringe nicht. 3. Der befte Borsag, den ich faffe, verfliegt oft wie ein Traumgesicht. Ich thu' das Böse, das ich baffe, das Gute, bas ich liebe, nicht. Getrieben 3. Mit Maria Magdalenen dank' ich dir, o Herr, in Thränen; will, wie Betrus, heilsam weinen, mich auf's Neu' mit dir vereinen. Ja, die Sünd' ist mir vergeben, Chriftus bat geschenkt das Leben! ja, es schwinden Angst 14* 212 und Leiden, Christus schenkt mir Himmelsfreuden. Citanei. chor. 396. Berr, Herr Gott! Gemeinde. Erbarme dich. Chor. Jesu Christ! Erbarme dich. Gemeinde. Von der Buße. Chor. Herr, Herr Gott! Erhör' uns. @hot. Herr Gott, Vater im Himmel! Gemeinde Gemeinde. Erbarm' dich über uns. @bor. Herr Gott, Sohn, der Welt Heiland! Gemeinde Erbarm' dich über uns. Chor. Herr Gott, heiliger Geift! Gemeinde. Erbarm' dich über uns. Chor. Sey uns gnädig. Gemeinde. Verschon' uns, Herr, Herr unser Gott! Chor. Sey uns gnädig. Gemeinde. Hilf uns, Herr, Herr unser Gott! Chor. Vor allen Sünden, Vor allem Irrthum, Vor allem Üebel: Gemeinde. Behür uns, Herr, Herr unser Gott! Chor. Vor Pest und theurer Zeit Vor Feu'r und Wassersnoth, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Krieg und Feindes Wuth Gemeinde. Behüt uns, Herr, Herr unser Gott! Chor. Vor Satans Trug und Lift, Vor bösem, schnellen Tod, Vor ew'ger Höllenpein: Gemeinde. Bebüt uns, Herr, Herr unser Gott! chor. Durch Christi heil'ge Zukunft in das Fleisch, Durch sein unschuldig Leben und Verdienst, Durch seinen letzten Kampf und Kreuzestod, Durch sein Erstehn und seine Himmelfahrt! Gemeinde. Hilf uns, Herr, Herr unser Gott! Von der Buße. Chor. Wir arme Sünder bitten: Cher. Chrifti heilige Kirche schützen und regieren, Treue Knechte stets in deine Ernte senden, Chrifti Reich in aller Welt verbreiten, Gemeinde. Chor. Du wolleft uns erhören, Herr, Wachsthum und Gedeiben wolHerr unser Gott! left du der Frucht des Feldes geben, Deines Geistes Kraft zum Worte geben, Alle Diener deiner Kirch' in Lehr' und Leben rein erhalten. Aller Aergerniß und Spaltung wehren, Alle Abgefall'ne und Verführte wiederbringen, Alle Schwache und Verzagte stärken. Gemeinde. Erhör' uns, Herr, Herr unser Gott! Chor. Allen christlichen Regenten wollst du Fried' und Eintracht geben, Unsern König leiten und fammt seinem Haufe schirmen, Allen Obrigkeiten Kraft und Weisheit schenken, Unsere Gemeinden segnen und behüten, In den Ehen Fried' und Treu' verleihen, In den Schulen fromme Lehr' und Zucht erhalten. Gemeinde. Erhör' uns, Herr, Herr unser Gott! 213 Alles ehrliche Gewerbe fördern, Allen in der Noth mit Hülf' erscheinen, Alle Schwang're und Gebährende bewahren, Alle Kranke pflegen und erquicken, Alle Wittwen und Verwaiste schützen und versorgen, Die ohn' ihre Schuld Gefang'nen bald erlösen, Unsern Feinden gnädiglich verzeihn und fie bekehren, Allen Sterbenden ein selig Ende geben, Aller Menschen dich erbarmen. Gemeinde. Erhör' uns, Herr, Herr unser Gott! Chor. O Jesu Christe, Gottes Sohn! Gemeinde. Erbarm' dich über uns. Chor. du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt! Gemeinde. Erbarm' dich über uns. Chor. du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt! Gemeinde. Erbarm' dich fiber uns. Von der Buße. Chor. Kind mehr nennen. Ach, nimm O du Gotteslamm, das der mich zu Gnaden an, richte nicht Welt Sünde trägt! der Sünden Menge, Herr, nach des Gefeßes Strenge. 4. Siebe, wie mein Auge thränet über meine Sündenschuld; siehe, wie mein Herz fich sehnet, Gott, nach deiner Vaterhuld. Willst du nicht mein Flehn erhören und mir Gnad' und Trost gewähren? 5. Ja, ich hoffe; hingegeben hat sich Christus in den Tod, mir zur Rettung und zum Leben, hat mich dir versöhnt, o Gott! seines Heils darf ich mich trösten mit den Schaaren der Erlösten. 214 Gemeinde. Gieb deinen Frieden uns. Chor. Jefu Chrift! Erhöre uns. Chot. Herr, Herr Gott! Gemeinde Gemeinde. Erbarme dich. Chor. Chrifte! Erbarme dich. 6. Laß nun deinen Geist mich leiten, stets zu thun, was dir gefällt; laß mich unermüdet streifen mit der Sünde, mit Herr, Herr Gott! Erbarme wieder wanken, so will ich dir der Welt; nimmer laß mich dich. Amen. Chor und Gemeinde. ewig danken. Gemeinde. In eigener melodie. In eigener Melodie. err, 397. Be, ich habe miße 398. Berr Jefu Chrift, du höchstes Gut, drückt der Sünden Last; ich bin du Brunnquell aller Gnaden! nicht den Weg gewandelt, den ich komme mit gebeugtem Muth, du mir gezeiget hast; jetzt möcht' mühselig und beladen; denn ich vor deinem Schrecken gern meiner Sünden großes Heer die bange Seele decken. belaftet mein Gewissen schwer und beugt mich tief darnieder. 2. Aber wohin sollt' ich fliehen? Du wirst allenthalben seyn. 2. Erbarm' dich mein in fol Wollt' ich über Meere ziehen, cher Noth, nimm sie von meiflieg' ich in die Gruft hinein, nem Herzen, du haft sie ja hätt' ich Flügel, gleich den Win- durch deinen Tod gebüßt mit den: dennoch würdest du mich bittern Schmerzen. Hilf, daß finden. ich nicht vor Angst und Weh 3. Drum muß ich es nur in meinen Sünden untergeh', bekennen: Herr, ich habe miß- noch ewiglich verzage. gethan, darf mich nicht dein 3. Fürwahr, gleich einem Von der Buße. 215 schweren Stein drückt mich die| Glauben ein männlicher Held, Laft der Sünden; wer rettet ein Sieger im Kampf mit dem mich aus dieser Pein, wo soll Fleisch und der Welt! ich Ruhe finden? Bei dir, mein Heiland, nur bei dir! Verloren wär' ich dort und hier, wenn ich dein Wort nicht hätte! 2. Noch will Feind mit Feind verbunden meiner Seele Sieger seyn; ist ein Anfall überwunden, bald stellt sich ein 4. Doch durch dies theure andrer ein. Stets wissen sie daWort erwacht mein Herz zu bin die Waffen zu kehren, wo ich neuem Leben, Erquickung hat noch am schwächsten bin, ihnen es mir gebracht, ich darf nicht zu wehren; und wähnt' ich, troftlos beben, denn Gnad' und ich wäre dem Einen entflohn, Seligkeit verheißt dein Wort, so war ich verwundet vom Anwenn mit zerknirschtem Geist deren schon. ich, Herr, zu dir mich wende. 5. So fleb' ich denn zu dei ner Huld: laß mich Vergebung finden; du wollest von der Sündenschuld aus Gnaden mich entbinden, auf daß ich, aller Unruh frei, mit Gott versöhnt und selig sey und dir zu Eh ren lebe. 3. Muß fich denn mein Herz nicht scheuen, so zum Gnadenstuhl zu gehn, da des innern Richters Drauen mich nicht mehr läßt findlich flehn? Ich beb', ich erröthe; doch, weil ich nicht siege, ist's anders denn möglich, als daß ich erliege? Ich fürchte den Ausgang, der 6. Herr, der du mir dies Kampf ist zu schwer; ich ArHeil verleibst, durch den ich mer, ich hoffe auf Rettung Troft gefunden, stärk' mich mit nicht mehr, deinem Freudengeist auch in den letzten Stunden und nimm mich dann, wenn dir's gefällt, im Glauben selig, bon der Welt zu deinen Außerwählten. 4. Doch zur Welt kann ich nicht treten, sie gewährt mir keine Ruh. Drum, o Gott, mit bangem Beten fag' ich neuen Ernst dir zu. Ich spüre ja deine verborgenen Triebe; mich ziehet erbarmend die ewige Liebe; Mel. Eins ist Noth; ach Herr ic. ich wag' es von Neuem, zum err, wie mancherlei Vater zu gehn, auf's Neue Gebrechen mußt um Gnad' und um Hülfe zu du stets an mir noch sehn! flehn. 399. Täglich hörst du mein Ver- 5. Herr, wie tief muß ich sprechen, täglich siehst du mein mich beugen, daß du mich noch Vergehn! Ach daß ich doch immer liebst! O ich kann vor erft unerschütterlich stände, nicht Schaam nur schweigen, daß du mehr das ermattende Wanken mir so viel vergiebst! Ich kann empfände! Ach würd' ich im aus den Augen dies nimmer 216 Von der Buße. mehr segen, ich will dich durch schwach ich bin; bältst du mich Sünde nicht wieder verlegen. nicht, so sink ich bin. O göttliche Liebe, besize mein Herz! Dich je zu betrüben, nur dies sey mein Schmerz. 6. Dein Ruf hat mich zu dir gebracht; wie selig haft du mich gemacht! Und nun erhalte deine Hand mich auch in meinem Gnadenstand! 6. Dein, o Vater, stets zu bleiben, darauf ist mein Ginn gestellt. Möge mur dein Geist mich treiben, daß ich thu', was Mel. 3ion Flagt mit Angst zc. bir gefällt. Uch gründe, bes 401. öchfter, denk ich festige, stärke, vollende mich an die Treue, unter dem Kampfe zum seligen die du mir bisher erzeigt, o Ende! Gieb du mir aus gött- dann fühlt von Schaam und licher Fülle die Kraft, die endlich die Krone des Sieges mir schafft. Reue sich mein Herz vor dir gebeugt. Dich, der du mich stets geliebt, hab' ich oft und schwer betrübt; oft folgt' ich dem eig nen Willen, statt den deinen zu erfüllen. 2. Alle Kraft, die ich befize, ist, o Herr, dein Eigenthum, und du willst, daß ich sie nüße mir zum Heil und dir zum Ruhm. Doch bethört von Eitelkeit hab' ich oftmals sie ent weiht und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich leicht mich willig finden. 3. Nun aber säum' ich länger nicht, zu suchen, Herr, dein Angesicht. Ich komm', erfüllt von wahrer Reu, hilf, daß ich auch beständig sey. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu; von wie manchen schwe ren Sorgen machtest du bas Herz mir frei! Was mir fehlte, gabst du mir; aber ach, wie dankt ich dir? Deiner hab' ich oft vergessen, deine Liebe nicht ermessen. 4. Noch bin ich wie auf wil dem Meer, zu oft nur brauft ein Sturm daher; leicht stürzt mich schnöder Lüfte Macht tief in des Abgrunds finstre Nacht. 4. Meine mir verborgnen Feb. ler zog dein göttlich Wort an's Licht; warnend mahnt es meine 5. O reiche deine Hand mir Seele an das End' und das Gedar, daß ich entrinne der Ge- richt. Doch umsonst war dein fahr! Du weißt, o Herr, wie Bemühn, mich durch Ernst zu Mel. Herr Gott, dich loben Alle zc. 400. ier bin ich, Herr, du rufest mir; du ziehest mich, ich folge dir, be trete freudig deine Bahn; ach Heiland, nimm mich gnädig an! 2. Jch fühl es tief: ich komme spát, lang' hab' ich bei nen Ruf verschmäht und doch trugst du mich mit Geduld und gingst mir nach mit Gnad' und Huld. Von der Buße. 217 beiner| Deinen, auch erscheinen, dem konnten nicht du Licht und Recht gebracht. 3. Kann ich wohl durch eigne Stärke Lichteswerte in der Fin fterniß vollziehn? Kann ich Liebe selber üben, Demuth lieben und die dunkeln Wege fliehn? bir zu ziehn; ja selbst Güte Zeichen mein Herz erweichen. 5. Jeht erkenn' ich meine Sünden, beuge mich, o Gott, oor dir. Laß mich bei dir Gnade finden, neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach vergieb, was ich gethan, nimm mich aus Erbarmen an, führe mich vom Sündenpfade auf den sel'gen Weg der Gnade! 4. Möcht' ich wie das Rund der Erden lichte werden! Seelenfonne, geh' mir auf, mir, der kalt sich fühlt und trübe! Jesu Liebe komm, beschleunige den Lauf! 6. Ja, du siehefst meine Reue, fiebst mein gläubiges Vertraun, o so laß mich denn auf's Neue, Herr, dein freundlich Antlig schaun! Was dein Sohn am Kreuz' erwarb, als er für die Sünder starb: Frieden, Heil und ew'ges Leben, wollst du mir aus Gnaden geben. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn! Gieb, daß mir's an Kraft nicht fehle, folgsam deinem Wort zu seyn! Rüste mich zum ernsten Streit, schenke mir sein Angesicht verhüllt. Beharrlichkeit, daß ich mög' soll Jesu Licht den Seinen helan's Ziel gelangen und das Kleinod dort empfangen. ler scheinen, sey das Auge rein und mild. 5. Daß sich länger nicht die Seele in mir quäle, zünde du dein Feuer an! Laß mich finstern Sohn der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 6. Eignes Licht kann wahres Leben mir nicht geben; Jesus muß die Sonne seyn! Auf mein Herz muß Jesus blicken, es erquicken mit dem wahren Him melsschein. 7. Nur daß keiner möge säumen, wegzuräumen, was In eigener Melodie. 8. Drum weil hierzu blöde Augen doch nicht taugen, rühre 402. du üter, wird die ou fie, Heiland, an. Denn bas Nacht der Sün ist die größte Plage, daß am den nicht verschwinden? If Tage ich das Licht nicht sehen nicht diese Nacht bald hin? kann. Wird das Dunkel vor den Sinnen nicht zerrinnen, womit ich umhüllet bin? Mel. Erbarm' dich mein 2C. 2. Wir find ja der Nacht 403. Staub vom entnommen, seit du kommen! ich, Herr, daß du mein erDoch ich weile noch in Nacht! barmest dich, daß du mich Darum wollst du mir, dem Sünder noch verschonst und 218 Von der Buße. mir nicht nach Verdienste lohnst.| dem, der stets dich zu sich rief. Zum Glauben und zum Thun Sink' in den Staub vor ihm zu schwach, geb' ich gar leicht binab, der in dem Sohn dir der Sünde nach und oft ent- Alles gab. finkt mir Kraft und Muth im schweren Kampf mit Fleisch und Blut. 6. Ja, du erbarmst, Verföhnter, dich in dem Versöhner über mich! Vom Leibe dieses 2. Wie schnell ist von der Tod's befreit, schau ich einft rechten Bahn zum Irrweg oft deine Herrlichkeit. Ob Angst der Schritt gethan! Mein gan des Todes in mir bebt, sterb' zes Herz, o Gott, erschrickt, ich doch dem, der ewig lebt. wenn es in diesen Abgrund Verdammt mich auch noch oft blickt; wie bald folgt neue mein Herz, ist größer Gott Missethat der Schuld, die Gott doch, als mein Herz. verziehen hat. mein ganzes Herr! Herr! vor diefer Zief', in die es blickt. 404. Diffethat mich zu Mel. Es ist gewißlich x. will von meiner 3. Vertreib, o Gott, des Jrrthums Nacht, entreiße mich der dem Herrn bekehren, du wolSünde Macht! Wie glänzet left selbst mir Hülf' und Rath, deiner Streiter Schaar, die o treuer Gott, bescheren, und einst im Kampfe standhaft war deines guten Geiftes Kraft, der und die nun, weil sie überwand, neue Herzen in uns schafft, aus den Lohn empfing aus deiner Gnaden mir gewähren. Hand. Sie ist gefrönt, ich bin im Streit, o gieb auch mir Beständigkeit! 2. Der Mensch kann von Natur ja nicht sein Elend selbst empfinden; entbehrt er deines Geiftes Licht, so bleibt er todt in Sünden; verkehrt ist Wille und Verstand, er kann, wie viel er sonst erkannt, sich doch nicht 4. Schmal ist der Weg zu deinen Höh'n und Wenige sind, die ihn gehn. Die Pfort ist eng, und der nur bringt durch fie zu Gott, der muthig ringt. selbst ergründen. Ich komme vor dein Angesicht und fleh' um deiner Gnade Licht. O laß, mein Vater, laß mich dein im Leben und im Tode seyn! 5. Der mir in Chrifto Alles gab, mit Gnade blick auf mich berab, auf mich, der Sünde schnellen Raub, ben Himmelserben und den Staub. Sink 3. Aus Gnaden flopfe bei mir an und führe mir zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan, so kann mein Heil beginnen; so wird erweicht mein hartes Herz, ich bin zerknirscht in Reu' und Schmerz, und heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt den Reichthum deiner tief, o Seele, nieder, tief, vor Gnaden, den rechten Arzt haft Von der Buße. 219 nen ihren Schaden. bu gesandt für meiner Seele die in Reu und Schmerz erkenSchaden; du haft in dieser Gnadenzeit mich bald durch Freude, bald durch Leid zu seinem Heil geladen. 5. Bisher, wenn deine Stimme rief, hab ich fie überhöret, ich lag in Sicherheit und schlief, von Erdenluft bethöret. So hätt ich durch gehäufte Schuld bei nah' ermüdet deine Huld, mein ew'ges Heil zerstöret. 6. Doch endlich aus dem Schlaf erwacht, will mir das Herz zerspringen, ich sehe des Gefeßes Macht und Schrecken auf mich dringen; des Todes und der Hölle Reich regt sich, sie wollen mich zugleich schier zum Verzagen bringen. 7. Nimm du, Herr Jesu, mich in Schuß, ich flieh zu deinen Wunden, so biet' ich Tod und Hölle Truß, ich hab' Erlöfung funden. Damit ich möchte selig seyn, hast du der Sünde Kraft und Bein am Kreuzesflamm empfunden. 8. So will ich denn mein Leben lang mit Ernst die Sünde meiden; dies, mein Erlöser, sety der Dank für deine Lieb' und Leiden. Steh' du mit deinem Geift mir bei, erhalte beinem Dienst mich treu, laß mich einst selig scheiden. Mel. Kommt her zu mir 2c. hr armen Sünder, 2. Es heißt: Er nimmt die Sünder an! Drum komm' zu dem, der helfen kann, such' Ruh' in seinen Armen! Komm' weinend, komm' in wahrer Buß' und fall' im Glauben ihm zu Fuß, er wird sich dein erbarmen! 3. Verläffet wohl ein treuer Hirt sein Schäflein, wenn es sich verirrt? Er sucht es mit Verlangen; er läßt die Andern alle stehn, dem Einen sorglich nachzugehn, das Eine zu um fangen. 4. So fucht der Heiland, Jesus Chrift, die Seele, die verloren ist, bis daß er sie gefunden. Ach, laß dich finden, wenn er lockt, o Sünder, bleibe nicht verstockt, noch sind die Gnadenstunden. 5. Jesu, deine Lieb' ift groß! Mühselig komm' ich, arm und bloß, ach, laß mich Gnade finden! Verloren war ich und verirrt; Herr, nimm mich auf, du treuer Hirt, und tilge meine Sünden. 6. Dem Bösen will ich sterben ab und aus der Sünde finfterm Grab erstehn zum neuen Leben. Ich will in wahrer Heiligkeit dir dienen noch die kurze Zeit, die mir zum Heil gegeben. In eigener Melodie. zu Jeſu lenket euern Lauf, múb- 406. Mein Heiland nimmt selig und beladen! Er öffnet die Sünder an, sein erbarmend Herz für Ülle, die unter ihrer Laft der Sünden 220 Von der Buße. Mein Heiland kein Mensch, kein Engel trösten| ew'gen Leben wird ihnen fröb kann, die nirgend Ruh' und lich aufgethan! Rettung finden. In ihrer tie- nimmt die Sünder an. fen Seelennoth, wenn das Geset Verdammniß droht, wenn fie verklaget das Gewissen und 5. O solltest du sein Herze fehn, wie sich's nach allen Sündern sehnet, wenn sie noch in sie der Gnabe Kraft vermissen, der Jrre gehn, wenn schon ihr fehn sie die Freiftatt aufgethan: mein Heiland nimmt die Sünder an. Sünder an! Auge vor ihm thränet! Er streckt die Hand nach Zöllnern aus, er scheut nicht ihr verachtet Haus; 2. Sein überschwänglich lie- den reuevollen Magdalenen stillt bend Herz trieb ihn von sei er so mild die heißen Thränen, nem Thron zur Erden. Ihn gedenkt nicht, was sie sonst gedrang der Sünder Weh und than. Mein Heiland nimmt die Schmerz, ein Tilger ihrer Schuld zu werden; er senkt sich ganz in ihre Noth und schmeckt für sie den bittern Tod. Nun, da er hat sein eigen Leben, sie zu versöhnen, bingegeben und für die Welt genug gethan, so beißt's: er nimmt die Sünder an! 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, obgleich sein Fall ibn tief betrübet. Seht, wie er Feinde lieben kann, da seinen Mördern er vergiebet! Wie huldvoll macht am Kreuz' fein Mund dem Schächer Gnad' und Leben tund! Obgleich die Jün3. Nun nimmt er auf in sei- ger ihn verlaffen, eilt er, fie nen Schooß die bangen und verliebend zu umfaffen; sie dürfen zagten Seelen; er spricht sie dem Erstandnen nahn! Mein von dem Urtheil los und endet Heiland nimmt die Sünder an! bald ihr ängstlich Quälen; es wird ihr ganzes Sündenheer wie in ein unergründlich Meer durch sein Verdienst hinabges senket, sein Geift wird ihnen dann geschenket zum Führer auf der Gnadenbahn: mein Heiland nimmt die Sünder an! 7. Und dies hat er nicht nur gethan, da man ihn sab auf Erden wallen: noch jetzt nimmt er die Sünder an und läßt sein Gnadenwort erschallen, denn ewig bleibet er sich gleich, an Lieb' und an Erbarmen reich! Wie er war unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Throv der Freuden den Sündern liebreich zugethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 4. So bringt er sie dem Vater hin, trägt sie in seinen treuen Armen, das neiget dann den Baterfinn zu lauter herzlichem Erbarmen. Er nimmt sie an 8. So komme mit gebeugtem an Kindes Statt und Alles, was Geift, wen seine Sünde tief beer ist und hat, wird ihnen eigen trübet, zu ibm, der feinen von übergeben; die Pforte zu dem sich weist, der reuevolle Sün Von der Buße. 221 der liebet! Wie? willst du nicht verträumet, hat leicht die Gnadein Heil verstehn, muthwillig noch verloren gehn, nachdem der Retter dir erschienen? willst du noch jetzt der Sünde dienen? O nein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an! denzeit versäumet. Ihm wird hernach nicht aufgethan! Heut tomm! beut nimmt dich Jesus an. 12. D zeuch uns Alle recht zu dir, holdfel'ger Heiland aller Sünder, erfüll' mit himmlischer 9. Komm' nur mühselig und Begier uns, die von Gott gegebückt, komm' nur, wie er dich wich'nen Kinder! Zeig' uns bei beißet kommen; wenn auch die unserm Seelenschmerz dein unLast dich niederdrückt, du wirst aussprechlich liebend Herz, und doch gnädig angenommen. Sieb, wenn wir unser Elend sehen, wie sein Herz dir offen steht so laß uns ja nicht stille steund wie er dir entgegengeht! ben, bis daß ein Jeder sagen Wie hat er dich gelockt mit kann: Gottlob! auch mich nimmt Flehen, wie lang' sich nach dir Jesus an! umgesehen! So komm denn, Sünder! komm heran! Mein Heiland nimmt die Sünder 407. an! Mel. Jesu, der du meine Seele 2c. du majestätisch Wesen, dessen 10. Sprich nicht: ich sün- Glanz die Himmel füllt, der digte zu schwer, ich bin zu sehr du mich haft auserlesen, daß mit Schuld beladen! Für mich ich sey dein Ebenbild! Wenn ist keine Rettung mehr! Mich ich dich, des Lichtes Quelle, nimmt der Herr nicht an zu mir im Geist vor Augen stelle: Gnaden! Wenn du es jetzt ach wie finster, arm und klein nur redlich meinft, nur ernst- schein' ich dann mir selbst zu lich deinen Fall beweinft, so sehn! laß die bangen Zweifel schwinden, du wirst vor ihm noch Gnade finden! Er hilft, wenn Niemand helfen kann! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 2. Meinem fündigen Ge müthe fehlt der ersten Schön beit Spur; laut're Wahrheit, reine Güte find in mir nicht von Natur; was ich in mir selber finde, ift nur Elend, Tod und Sünde, mein von dir entfernter Sinn neigt sich zum Verderben hin. 11. Doch sprich auch nicht Es ist noch Zeit, jetzt muß ich noch der Welt genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die off' ne Gnadenpforte schließen! Nein, weil er ruft, fo bóre du und tritt zum Gnadenstuhl bin zu! Wer auch das Heute nur zu dem Heiligungsgeschäfte giebt 3. Was ich Gutes an mir babe, ist ein Wert von deiner Hand, eine freie Gnadengabe, mir durch Chriftum zugewandt. 222 Von der Buße. dein Geist allein mir Kräfte;| der Seele Kräfte, das Fleisch náhmest du zurück, was dein, ach, was würde übrig seyn! verhindert für und für der Hei ligung Geschäfte; das Gute, das ich lieben soll, wird von mir unterlassen, mein Herz ist ganz des Bösen voll, das ich soll 4. Selbst die Menge deiner Gaben macht nur meinen 11ndank kund; denn wie oft hab' ich vergraben das mir anver- fliehn und hassen. traute Pfund; oftmals hab' ich es verschwendet, selten treulich angewendet: o wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, ich liege bier im Staube tief vor dir, mein Gott, gebeugt; mich erhebet nur mein Glaube, der mir den Erlöser zeigt, durch ihn hoffet mein Gemüthe feft auf deine Bater güte; stärke meine Zuversicht, Gott, mein Gott, verwirf mich nicht! 4. O treuer Hort, was fang' ich an bei so verderbtem Wesen? Wo find' ich, was mir helfen kann? Wie soll ich doch genesen? Ach in mir selbst ist feine Kraft, zur Buße mich zu führen, wo nicht dein Geist, der Alles schafft, mein schwaches Herz will rühren. 5. Steh' du in dieser Noth mir bei, du Urquell aller Gna den! und mach' durch deine Kraft mich frei, beil' meiner Seele Schaden; gieb mir dein Licht, daß ich durch dich mich felber kann verstehen, durch deine Wahrheit lebre mich erkennen mein Vergehen. Heiland und mein Leben, ver6. Erweiche du mein hartes ftoße du mich Sünder nicht, Herz, daß es vor dir sich beuge, für den du dich gegeben; du starbft für mich den bittern Tod, mir Gnade zu erwerben, drum hilf mir aus der Sünde Noth und laß mich nicht verderben. Mel. Durch Adams Fall ist ic. 408. Sefu, meine Zu versicht, mein 2. Es fehlet meinem Geifte Licht, mein Elend einzusehen, und aus mir selber weiß ich nicht den rechten Weg zu geben; im Herzen regt sich Eitelkeit, Stolz, Weltluft, Ei genliebe, das Glück, das mir die Erde beut, entzündet meine Triebe. 3. Die Macht der Sünde berrscht in mir und schwächt daß es, erfüllt von Neu und Schmerz, zu deinem Recht sich neige; ach mach' es durch den Glauben rein und gieb gerechte Werke; ja kehre du selbst bei mir ein, o meiner Seelen Stärke. 7. Zerstör' in mir die Eitelfeit, brich meinen bösen Willen und laß mich, was dein Wort gebeut, durch deinen Geift erfüllen; laß in mir Demuth, Mäßigkeit, des Geistes Früchte prangen, erfülle du mich jederzeit mit heiligem Verlangen. 8. Du, Bater, bift's, der in uns schafft das Wollen und Voll Von der Buße. 223 bringen, verleih' zur Heiligung| Laß in mein schwaches Herz mir Kraft und laß es mir ge- den Strom der Gnade fließen. lingen; laß deinen Frieden auf Ich fleb', ich laß' dich nicht, bis mir ruhn, gieb Troft, gieb deine Gegenskraft in mir den Muth, gieb Stärke, dann kann Tod besiegt und neues Leben ich deinen Willen thun, dann schafft. wirk' ich deine Werke. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. 6. Du haft es zugesagt, du willst mich gern erquicken, wenn mein verkehrter Sinn sich nur 409. Jesu, fieb darein, zu dir will schicken; wenn er und hilf mir Ar- dir opfert auf, was ihm für men fiegen! Mein Herz fühlt Freude galt, daß deine Liebe nichts, als Tod, mein Geist muß nur gewinn' in mir Gewalt. unterliegen. Das Wollen hab' ich wohl, doch das Vollbringen nicht, weil es dem matten Geist an aller Kraft gebricht. 2. Die Sünd' hat mich beftrickt, der Tod hat mich gefan7. So nimm denn Alles hin, ich will mir nicht mehr leben, ich will mich ganz und gar in deine Führung geben. Ach, faffe mich nur feft, mach mich von Sünden frei, damit fort gen. Wohin ich wende mich, hin mein Herz dein reiner Temnichts ftillet mein Verlangen. pel sey. Vermein' ich hoch zu stehn, so lieg' ich tief im Staub' und mein gehoffter Ruhm wird nun des Spottes Raub. Mel. Aus tiefer Noth 2c. 3. 3war lauf' ich immerbar, 410. Menfch, ermuntre doch kann ich Ruh' nicht finden. Nichts fann des Armen Herz von seiner Last entbinden. Es deckt mir das Gesetz nur meine Sünden auf und reicht mir doch nicht dar die Kraft zum Himmelslauf. deinen Sinn! wie lange willst du schlafen? Auf, auf, die Stunden gehn dahin, schon nahen Gottes Strafen! Vor ihm besteht der Sünder nicht, und geht er mit dir in's Gericht, wo willst du Rettung finden? 4. Du, Jesu, du allein, kannst meinen Jammer wenden; mein Können stehet nur in dei nen starken Händen. Geuß'st du mir nicht die Kraft zu neuem Leben ein, so wird mein Sehnen selbst zu nichts, als lauter Pein. 5. Drum, Herr, erbarme dich, ich liege dir zu Füßen. 2. Das eitle Wesen dieser Zeit hat dich mit Nacht bedecket, daß aus dem Schlaf der Sicher heit dich keine Warnung wecket. Du freueft dich der trägen Rub' und drückest gern die Augen zu. dem Lichte zu entweichen. 3. Gott rufet laut: du schlummerst fort; er droht dir: doch vergebens. Er zeiget dir in 224 Von der Buße. seinem Wort die Strafe jenes| du, dessen Augen klar und helle, Lebens: du aber merfest wenig ja, heller als die Sonne sind; d'rauf, fährst fort in deinem bir ist mein Herz ganz aufge Sündenlauf, willft keinen Führer decket mit Allem, was es in leiden. sich trägt, mit jedem Trieb, der es bewegt, mit jeder Luft, die es beflecket. 4. Dein Heiland weinet über dich: du lachst in deinen Sünden; er sucht und locket dich zu fich: du läßt dich nimmer finden. Er fleht: du nimmst kein Bitten an; er thut mehr, als ein Bruder kann: du spottest seiner Liebe. 5. Du siehst, wie mancher Sünder fällt, wenn Gott die Strafe sendet: doch bleibest du ein Kind der Welt, von ihrem Tand verblendet. Des Náchsten Sturz erschreckt dich nicht; du glaubst, daß Gottes Zorn gericht dich niemals treffen werde. 6. Gott, laß in mir nach deiner Huld der Gnade Licht entbrennen, damit ich meiner Sünden Schuld recht gründlich mög' erkennen. O Jesu, Glanz der Herrlichkeit, burchleuchte meine Sicherheit, daß ich mein Elend schaue. 4. Durch meine Schuld und Uebertreten bin ich ganz unwerth deiner Huld; doch nah ich, 7. O heil'ger Geist, laß bei Herr, mich dir mit Beten und nen Strahl durch meine Seele seufz': ach, habe du Geduld! bringen; hilf, daß ich endlich Bergieb, was ich gefündigt mög' einmal den Sündenschlaf babe, verwirf, verwirf mich bezwingen. Gott, thu mir Herz Sünder nicht, o Herr, von und Augen auf, daß mich der deinem Angesicht ein Gnadenfichre Sündenlauf nicht blick mich wieder labe. Verdammniß führe. zur Mel. Mein Jesut, dem die 2c. 2. Nur reine Herzen sollen schauen, o Heiliger, dein Angesicht; drum überfällt mich Angst und Grauen, seb' ich mich in der Wahrheit Licht. Mit Wehmuth fühl ich mein Verderben, doch ruf' ich voll Vertraun zu dir: schaff', Gott, ein reines Herz in mir, das Böse laß in mir ersterben. 5. Dein Geift, den du mir haft geschenket als beiner Liebe Unterpfand, der jedes Herz mit Wonne trånket, in dem er seine Wohnung fand: er werde Sicht, das nie in Nacht zerrinnt, nie von mir genommen; laß 411. 3. Jft es der Sünde gleich gelungen, von dir, mein Gott, mich abzuziehn, so laß von nun an unbezwungen mich ihrer Macht und List entfliehn. O waffne mich mit Kraft und Stärke durch den gewissen neuen Geist, den uns dein Wort erbitten heißt, in dir zu thun des Glaubens Werke. reines Wesen, laut're Quelle, o Von der Buße. 225 mich mit ihm bersiegelt seyn, und uns ein ew'ges Heil erwarb, bis meiner Hütte Bau fällt ein und ich zu dir, Herr, werde kommen. du wollst dich mein erbarmen! Auch mich hast du versöhnt mit Gott, hilf mir aus meiner Seelennoth und gieb mir deinen Frieden. 6. Weil aber sich in mir noch findet das Zagen, das die Sünde bringt, wenn sie im 4. Fest trau ich auf dein Kampf uns überwindet und un- theures Blut, auf dein unschulter ihre Herrschaft zwingt: so dig Sterben; dies kommt mir wollest du mit süßer Freude, die träftiglich zu gut und läßt mich aus dem Born der Liebe fleußt, erquicken meinen matten Geist und ihn befrein von seinem Leide. 7. Jch bleib' an deiner Gnade freue. hangen und falle nicht aus 5. D heil'ger Geift, du wahihrem Bund; des Herzens in res Licht, Regierer der Generftes Verlangen ist dir, dem danken, wenn die Versuchung Herzenstünd'ger, kund. So sende mich anficht, so laß mein Herz mir nun zum Vollbringen den nicht wanten. Daß unbefleckt Geift der Freud' und Willig- mein Wandel sey, steh' du mit keit; dann werd' ich jetzt und deiner Kraft mir bei und wohn' allezeit dir meines Dankes Lie- in meinem Herzen. der fingen. 6. Und wenn mein letztes Stündlein schlägt, so bilf mir treulich tämpfen, daß ich die Vater der Barm- Furcht, die dann sich regt, herzigkeit, ich falle durch Christum möge dämpfen; dir zu Fuße, der du mich in so wird mir Krankheit, Angst der Gnadenzeit noch immer und Noth, ja selbst der letzte rufft zur Buße. Was ich be- Feind, der Tod, die Thür zum gangen wider dich, vergieb mir ew'gen Leben. Alles gnädiglich, durch deine große Güte. Mel. Aus tiefer Noth schrei zc. 412. nicht verderben. Vertritt du bei dem Vater mich, damit ich jetzt und ewiglich mich deiner Gnade 3. O Jesu, der am Kreuze starb aus Liebe zu uns Armen, Mel. Aus tiefer Noth ic. aff' in mir, Gott, ein reines Herz, noch ist's nicht rein von Sün den, noch muß ich oft mit bitterm Schmerz des Bösen Macht empfinden. Viel Unrecht hab' ich schon gethan; ach nimm dich meiner gnädig an, entreiß' mich dem Verderben. 2. Gieb mir auch einen neuen 15 2. Durch deiner Allmacht 413. Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deiner Weisheit beil'gen Rath zeig' an, was mir noch fehlet; lent meinen Willen, gieb mir Kraft! du bist's allein, der in uns schafft das Wollen und Vollbringen. 226 Von der Buße. Geift, der dich in Wahrheit] aus dem Staube, steig' empor! liebe und deinen Willen aller Auf, verlaß die dunkle Höhle; meist mit Luft und Freuden glänzend bricht dein Licht ber übe. Hilf mir verleugnen Fleisch vor. Hier ist dein Heil, welund Blut und gieb, daß ich ches lauter Freude bringet, daß mit Kraft und Muth die Luft dein Lobgefang erklinget: Gott der Welt bekämpfe. ist mein Theil. 3. Verwirf von deinem Angesicht mich nicht, wie ich's verSienet; entzeuch mir deine Gnade nicht, dein Sohn hat mich verfühnet. In Chrifto darf ich mich dir nahn, in ihm nimm du mich wieder an und zähl' mich zu den Deinen. 4. Den beil'gen Geift nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, auf daß ich, nie ent fernt von dir, bein eigen sev und bleibe. Dein Geift regiere meinen Sinn, dann hab ich feligen Gewinn im Leben und 6. Dein Freudengeift erhalte mich und stärke meine Seele, damit sie nicht ohn' Ende fich mit Furcht und Zweifeln quäle. 2. Fühlst du dich beschwert von Sünden, nagt dich des Gewissens Schmerz: Gnade, Gnade ist zu finden für ein reuerfülltes Herz. Hier ist der Held, der die Sünde überwunden und Erlösung hat er funden für alle Welt. im Sterben. 4. Siehst du nur auf deine Sünden, so glänzt dir fein 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, vergieb mir meine Sünden, und suchet meine Seele dich, so laß dich von ihr fin- Gnadenschein; willst du fröb dich, so laß von den; und dein Verdienst, Herrlich überwinden, so muß Chris Jesu Christ, darinnen Trost und ftus in dir seyn. Er ist das Leben ist, das komm' auch mir Licht, von ihm strahlt der Glanz der Freuden, an ihm muß das zu gute! Herz sich weiden, drum laß ihn nicht. 3. Alles, Alles ist befieget, was Verdammniß dir gedroht; Chrifti Veiden überwieget aller Sünde Angst und Noth. Nun schreckt kein Zod. Darum wehre deinem Zagen; denn du kannst frohlockend sagen: versöhnt ist Gott! 414. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. mein Hort, o allein! Ach laß mich deine 415. icmeie id Giet ich, Freude seyn und führe mich zur Freude! land, ich wante, fieb, wie mir die Kraft gebricht! Mancher zweifelnde Bedanke trübet mir der Hoffnung Sicbt; träge schleich' ich Mel. Auf, hinauf zu deiner sc. chwing' dich auf, o meine Seele, auf dem Pfad, den ich muthig Von der Buße. 227 erft betrat, und ich wende faft| in deiner Sünd', hier find'ft dur die Blicke zur verlaß'nen Welt zurücke. Troft und Heil und Gnad', die Gott dir zugefaget hat durch einen heil'gen, theuren Eid, o felig, dem die Sünd' ist leid! 2. Was willst du dich frucht los quälen, spricht in mir der Zweifel oft; wirst du dennoch nicht verfehlen, was du übereilt gehofft? Wird wohl Got tes Gnad' und Huld tilgen deine Sündenschuld? Wird wohl seine Kraft dich Schwachen jemals frei von Sünden machen? 3. Gieb mir andere Gedanfen, gieb, Herr, meiner Seele Rub, laß mich wallen ohne Wanken meinem Ziel im Him mel zu. Laß mich baun auf deine Kraft, die ein festes Herz uns schafft; laß mich deine Lieb' empfinden, die versöhnet alle Sünden. 4. Herr, du hast, da du gelitten, uns bis in den Tod ge liebt; haft den Deinen Sieg erstritten, da Gehorsam du ges übt. Der du bast die Welt besiegt, gieb mir Kraft, die nicht erliegt; wie Du Alles über wunden, fieg' auch ich, mit dir verbunden. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: noch hab' ich lange Zeit; ich will mich erst des Lebens freun, und werd' ich dessen müde seyn, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es, aus Barmherzigkeit ist zur Vergebung Gott bereit; doch wer auf Gnade fündigt hin und bleibt bei seinem bösen Sinn, wer seiner Seele selbst nicht schont, dem wird einst nach Verdienst gelohnt. 5. Gnad' bat dir zugefaget Gott durch Jesu Christi Blut und Tod; doch sagen bat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt; daß du mußt sterben, ist dir fund, verborgen ist die Todesstund'. Mel. Vater unser im Zimmelreich sc. 6. Heut lebst du, heut befebre dich; eb' morgen kommt, fann's ändern fich; wer heut ift frisch, gesund und roth, ift morgen frank, vielleicht auch Stirbst du nun ohne Reu' und Leid, so büßest du in Ewigkeit. 416. wabr ich lebe, todt. Zo spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dies mein 7. Hilf, o Herr Jesu, bilf Wunsch und Will', daß in der du mir, daß ich noch heute Sünd' er stehe still, von seiner Bosheit wende sich und lebe mit mir ewiglich. komm' zu dir und mich bekehre unverweilt, eh' mich mein Ende übereilt, auf daß ich beut und jederzeit zu meiner Heimfahrt 2. Dies Wort bedenk', o Menschenkind, verzweifle nicht sey bereit. 15° 228 Von der mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. 417. or bir, Herr Jeſu, steh' ich hie und beug' in Demuth meine Knie, Buße. Verderben geh'n, doch nur durch deine Kraft fonnt ich vom Fall erstehn. 4. Verscherzen konnt' ich wohl mein Heil durch meine Sünden, doch Gnade konnt' ich nicht aus eignen Kräften finden. Selbst vernimm mein ängstlich Klagen: fallen konnt' ich wohl und in's für meine Sünd' und Missethat find' ich auf Erden keinen Rath, doch will ich nicht verzagen. Herr Jefu Chrift, dein Blut allein macht mich von allen Sünden rein; dies Wort, Herr, glaub' ich zweifelsfrei und trag' im Herzen wahre Reu'. Herr Jesu Christ, Herr Jesu Chrift, ich flieh' zu dir und will mich bessern, hilf du mir! 5. Du richteteft mich auf, du stärktest meine Seele, du zeigtest mir den Weg, daß ich des Ziels nicht feble. Gott sey gelobt, daß ich der Sünde nun entsagt und todter Werke Dienst mich nicht bei dir verklagt. Mel. O Gott, du frommer 2. 6. Nun fleb' ich, Herr, zu dir: laß mich nie wieder fallen, so lang' ich hier noch soll nach deinem Rathe wallen. Verleih' mir deinen Geift, der in mir mächtig sey und täglich mein Gemüth zu deinem Dienst erneu. 418. Mas kann ich doch für Dank, o Herr, mein Gott, dir sagen, daß du mich mit Geduld so lange haft getragen, da ich, von Sündenluft und Eitelkeit bethört, auf deinen Gnadenruf, o Bater, nicht gehört! 7. Ach leit und führe mich, du treuer Gott! auf Erden, ich kann durch dich allein hier recht geführet werden. Will 2. Unendlich große Gnad' er ich mein Führer seyn, so werd' wiesest du mir Armen; ich häufte ich bald verführt, ich finde nur meine Schuld, du mehrtest dein mein Heil, wenn mich dein Erbarmen; ich widerstrebte dir, die Buße wollt ich nicht, du schontest meiner noch und gingst nicht in's Gericht. Geift regiert. 8. Mein Vater und mein Gott, erhör' mein brünstig Fle ben; mein Heiland, Gottes 3. Durch dich bin ich be- Sohn, laß deine Kraft mich fehrt und deinem Dienst er sehen; o werther heil'ger Geist, geben; dir dant ich nun ge- regier' mich allezeit, so bin ich rührt, Herr, für das neue selig hier und dort in EwigLeben. So weit die Wolken feit. gehn, reicht deine Güt und Macht, sie hat mein Herz erweicht und mich zu dir ge 419. bracht. Mel. Jbr Seelen, finkt ic. Mer bin ich, Herr, in Von der Buße. 229 Erfennst du mich, wie ich mich mit starkem Arme faffen, bis kenne? Und wenn ich mich den Deinen nenne, ist nichts in mir, das widerspricht? fest mein Gang und sicher ist. 2. 3ft mir dein Joch ein sanftes Joch? Ist dein Gesetz mir beil'ges Sollen? Wie, oder g'nügt für festes Wollen ein leerer Wunsch dem Schwachen noch? 9. Ja, laß mich, start in deiner Kraft, der Welt gebeimftem Zug' entfliehen, des Geistes Odem in mich ziehen, der mich zum neuen Menschen schafft. 3. Schein' ich das immer, was ich bin, und bin ich immer, was ich scheine? Weiß ich ftets selbst, wie ich es meine, und ist einfältig stets mein Sinn? 4. O Herr, beschäme mich 11. Komm, sey du meines Geiftes Geist, sey meines Lebens innres Leben! Kein Wunsch soll vor dir, wenn mich dein Geist dem mehr widerstreben, daß du nicht treu erfindet! Du, der im Herzen König feyst. des Herzens Tief' ergründet, nimm alle Falschheit weg von mir. 10. Dir sey zum vollen Eigenthum, Herr, Leib und Seel' und Geist gegeben! Nicht ich, du müsseft in mir leben, zum Heile mir und dir zum Ruhm. Mel. Was mein Gott will ic. 420. Mer in der Schwachheit sicher ist und bleibt in Sünden liegen und meint, er sey ein guter Chrift, den wird sein Wahn betrügen. Den Himmelsweg, den schmalen Steg hat nie sein Fuß betreten, auch sieht er nicht in noch Gottes Licht, was Kämpfen sey und Beten. 5. Daß ich auf deinem Průfungsheerd dereinst besteh' der Laut'rung Feuer und d'raus berborgeb' als ein Treuer, an Sinn und Zweck vor dir bewährt. 6. Dies Ziel ist, ach! noch fern von mir! Zu wantelmű thig und zu trage ist mein Herz auf deinem Wege! Nein, noch besteh' ich nicht vor bir. 2. Was gern die Welt nur Schwachheit beißt, ist ihrer 7. Erhalte mir die Augen Bosheit Stärke, dadurch verwach und meinen Fußtritt mehrt der böse Geift gar máchunverdroffen. Der Geift ift tig seine Werke. Lenk deinen willig und entschlossen, doch Lauf, mein Herz, hinauf, zu bleibt das Fleisch noch immer Gott steh dein Verlangen! schwach. Des Heilands Hand zerreißt das Band, womit du bist gefangen. 3. Der erste Schritt im Chris 8. Der du im Helfen Meifter bift, du wirst den Schwa chen nicht verlassen, wirft mich 230 Von der Buße. stenthum ift: von der Sünde| Vorsatz hin! Mich warm m scheiden; strebst du nach wab- Stillen mein Gewissen: betrug', rem Glaubensrubm, so mußt o Mensch, dich selber nicht! Gedu Weltluft meiden. Wenn neigt, mein Unrecht nicht zu Chrifti Geift die Seele reißt wissen, vergeß ich, was mein aus ihren Todesbanden, so spürt Juures spricht. sie Kraft, die Jefus schafft, mit dem sie auferstanden. 2. Jch wandle rubig auf demPfade des Leichtfinns und der Eitelkeit; ein falsches Bau'n auf Gottes Gnade vermehret 4. Mein Jesu, steh mir máchtig bei, laß mich gefkräftigt wer den, Gerechtigkeit und Stärke meine Sicherheit. Ich denke fey in dir meln Theil auf Erden. nach vollbrachten Sünden doch Uns, dein Geschlecht, machst ohne Buß' an Jesum Chrift; du gerecht und willst die Schwa- Bergebung hoff' ich leicht zu chen stärken, daß sie in dir, finden, weil er für mich geHerr, für und für die Macht storben ist. der Gnade merken. 3. So bleiben unrein meine von Gottes Liebe und nur dem 5. Brich durch, o starker Gottessohn, und laß auch uns Triebe und unerleuchtet mein durchbrechen, uns freudig nahn Verstand; leer ist mein Herz dem Gnadenthron, nicht mehr Gitlen zugewandt. Mein Glaub' von Schwachheit sprechen. Denn ift todt und ohne Früchte, mein deine Hand hat ja das Pfand Mandel ohne Besserung, und des Geiftes uns gegeben, dadurch wir frei von Furcht und dennoch hoff' ich im Gerichte, Scheu im Streite fiegreich leben. o Gott, von dir Begnadigung. 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft mehr ist, daß wir das Fleisch bekämpfen und bilf uns Satans Macht und ist und alle Feinde dampfen, daß, wenn die Welt uns Neze stellt, fie uns doch nicht berücke, vielmehr in Noth, ja selbst im Tod' uns deine fcraft erquicke. 4. Web mir Verblendetem! wie lange werd' ich mich selber bintergehn! Jch nabhe mich dem Untergange und will doch die Gefahr nicht sehn. Erwecke, Gott, mich aus dem Schlafe, zeig' mir die Größe meiner Schuld! Ach, eile nicht mit mir zur Strafe und hab', o Vater, noch Geduld! mel. Die Tugend wird durch's 2c. 5. Sieh, in der Tiefe meiner Seele ift Alles deinen Augen 421. Wie fürcht' ich mich, Licht. Was ich auch vor mir mein Herz zu felbst verbeble, verbirgt sich deiprüfen, mich zu erforschen, wer nen Blicken nicht. Reiß mids ich bin! Wie blick ich über seine aus meinen Finsternissen, ent Tiefen bald läffig, bald mit falte du mein Herz vor mir, Von der Buße. 231 und mächtig treibe mein Ge- tig faffen; ich will von dir, riffen zur Buße mich und, mein Fels und Hort, nicht Gott, zu dir! weichen, dich nicht lassen. Wie viel auch meiner Fehle sind: bin ich durch Chriftum doch dein Kind, du mein bersöhnter Vater. 5. Wohl mir! so fürcht ich keinen Streit; du fannst mich sieghaft machen; du giebst den Bangen Freudigkeit und Kraft und Muth den Schwachen. Du, Gott, bist meiner Seele Licht; hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erde. 5. Der du die Herzen prüfft, bekchre, erleuchte, beßre, leite mich, daß ich auf deine Stimme höre und traue gläubig dann auf dich! Laß feft in deiner Furcht mich fiehen, vor dir sey Herz und Wandel rein, so werd' ich der Gefahr entgehen, betrogen von mir selbst zu seyn! Mel. Aus tiefer Noth ic. 422. ie ist mein Herz so fern von dir, du Urquell alles Lebens! Dein Friede wohnt noch nicht in mir und Ruh' such' ich vergebens; verlaß mich, Gott, mein Vater, nicht, verbirg mir nicht dein Angesicht, um deiner Gnade willen. Mel. Mein Jesu, dem sc. 423. Wie oft hab' ich den Bund gebrochen, den ich, o Gott, mit dir gemacht! Wie oft dir treu zu seyn versprochen und des Versprechens nicht gedacht! Jetzt nah' ich bange mich auf's Neue dir, Herr, vor dem ich strafbar bin; ich wein' und sinke vor dir hin, durchdrungen ganz von Schaam und Neue. 2. Die Angst ist groß, die ich empfinde, denn dein Geseß verdammet mich; wie ein 3. Jch bin zu schwach, aus Gebirge liegt die Sünde auf eigner Macht zu dir mich auf mir und drückt mich fürchterzuschwingen und durch der An- lich. Die ganze Reihe von fechtungen Nacht zum Licht hin- Vergehen, die mich beflecken, durch zu bringen. Du, Herr, zeigt sich mir; wohin entflieb' mußt meine Stärke seyn, nur ich, Gott, vor dir? Wie soll du kannst Troft und Kraft ich Schuldiger bestehen? verleihn, auf dich steht mein Vertrauen. 3. Groß ist die Schuld, doch dein Verschonen ist größer noch, 4. Mit festem Glauben an als meine Schuld. Nicht nach dein Wort will ich dich kráf- Verdienst, nach Gnade lohnen 2. Umhüllt von Dunkelheit bin ich, mich fasset Angst und Beben; mein Herz sucht Licht und ängstet sich, doch fruchtlos ist sein Streben. Der Kampf, der täglich sich erneut, die Bürde meiner Sterblichkeit beugt in den Staub mich nieder. Von der Buße. 232 willst du dem Sünder, Gott der Huld! Sieb in mir Armen und Verlornen nicht meine Schuld und Missethat! In dem, der mich versöhnet hat, sich mich, in deinem Eingebornen! 4. In so viel Zeit, als du 4. Heil mir! durch ihn wird mir hier verleibst, wie weit mir vergeben, sein Blut tilgt müßt ich im Heil schon seyn allen meinen Schmerz, und gekommen! Und doch, wie we Wonne Gottes, neues Leben nig hat noch abgenommen des durchströmt nun mein beklomm- Fleisches Macht, wie schwach nes Herz. Jhr Kummerzähren, ist noch der Geist! werdet Thränen, wie sie die Freude weinen lehrt; mein banges Seufzen ist erbört, statt Kelagen soll nun Jubel fönen. 5. Oft denk' ich könnt ich die vergangne Zeit, die mir so ohne Nußen ist verlaufen, ach könnt' ich die noch einmal wieder kaufen; nun würde sie weit besser dir geweiht! 5. Du, dessen mächtiges Durchdringen in Sündern neue Her zen schafft und, deine Werke 6. Doc, tann ich deiner zu vollbringen, fie himmlisch Hülfe mich nicht freun, so boff" stärkt, o Geist der Kraft! So ich meine Heiligung vergebens lang' ich Schwacher wall' auf und auch der Ueberreft des furErden, stårt mich, daß deine zen Lebens wird besser nicht Gnade nicht mir einst zum als das vergangne seyn. schrecklichen Gericht durch neues Sünd'gen möge werden! 7. Willst du noch Frucht vom dürren Baume sehn, so mußt du Kräfte mir von oben senden. Mein ganzes Heil ist, Herr, in deinen Händen, nach strich, o Herr Seel und Leib, mein Leben und Bestehn. 8. Doch bin ich durch Er fabrung gnug belehrt, daß, auch bei'm längsten Leben hier auf Erden, das niemals fann von mir errungen werden, was dir genügt, mir wahre Rub' gewährt. In eigener Melodie. 424. ie schnell vervoll Mild' und Huld, ein großer Theil mir schon von diesem Leben! Sollt ich von deinem Gut dir Rechnung geben, mit Seel' und Leib blieb' ich in dei ner Schuld. 3. Ja, du haft deine Baterzärtlichkeit noch nie verletzt; nur ich hab' oft gebrochen, was ich mit Mund und Herzen dir vecsprochen. Bergieb! du weißt ja, wie ich es bereut. 2. O Herr, mein Gott und Vater, deine Treu bat reich lich mir und unverdient geschenket; und hat ein Leid zu weilen mich gefránket, du wollteft nur, daß ich nicht sicher sey. 9. So flieht, ihr Tage, denn nur immer fort! führt mich zum Ziel, verdoppelt euer Eilen! Mich lüftet nicht, auf Erden länger Von der Buße. 233 weilen; nur bald von hier und sewig fest, er theilt sich selber mit defto eber dort! dem, der ihn wirken läßt. 3. Nach seinem Ebenbild schuf Gott der Menschen Seele, daß fie zu ihrem Ziel die Heiligung erwäble; in unsre Herzen schrieb er das Gesetz des Rechts; der Geift, der in uns denkt, ist göttlichen Geschlechts. 10. Dort ist der Hafen der gewünschten Ruh', dort wird der müde Streiter einst bekränzet! Dort, wo der Preis für seine Pilger glänzet, reicht Jesus mir die off'nen Arme zu! 11. Doch, wenn ich länger hier noch wallen soll, so gieb, o Herr, daß ich mich wach erbalte, daß nie in Sicherheit mein Miuth erkalte, und mache mich des rechten Eifers voll! 12. O möcht' ich als dein theures Eigenthum Geist, Seel' und Leib von Flecken rein be wahren! Doch soll ich strauchelnd neue Schuld erfahren: laß mich nicht.finken, stärk mich wiederum! 13. Je länger ich auf deinem Wege geb', je boller gieb dein Licht mir zu erkennen und auch mein Licht laß immer heller brennen, bis ich verklärt vor deinem Throne fieb'! Mel. O Gott, du frommer: c. 425. Moran liegt's doch, mein Herz, daß dich der Unmuth quälet und daß dir immer noch die Kraft zum Guten feblet? Auf, prüfe dich vor Gott, geb in den innern Grund, durch ernstes For schen nur wird dir die Ursach' fund. 4. Hat er nicht seinen Sohn für dich dahin gegeben, auf daß du ewiglich durch ihn sollst selig leben? Belastet hatte dich der Sünde schwerer Fluch, da kam dein Seelenfreund und that für dich genug. 5. Jft, wie von Anbeginn, nicht Gottes Geift noch fräftig, ift er nicht immerdar zu unserm Heil geschäftig? Nimmt er sich, wenn wir fleh'n, nicht unsrer Schwachheit an und weiset durch das Wort uns auf die rechte Bahn? 6. Ach ja, mein treuer Gott, du willst mich zu dir ziehen, ich aber suchte nur dein Gnadenwerk zu fliehen; es lieget nicht an dir, der es gar treulich meint, ich bin mir beimlich selbst der allerärgste Feind. 7. Nun, Herr, erforsche mich und prüfe meine Wege, bewahre meinen Fuß vor jedem falschen Stege, erleuchte meinen Sinn und stehe du mir bei, daß deine Gnade nicht an mir vergeblich sey. 2. An Gott liegt's wahrlich 8. Der Seelen Auge laß in nicht, denn er ist ja die Liebe, mir einfältig werden, es blicke fein Herz ist immerdar voll nicht zugleich gen Himmel und süßer Liebestriebe; er ist getreu zur Erden; vollbringe selbst dein und fromm, sein Bund steht Werk, du fingst es an in mir, 234 Vom Glauben. so freuet fich mein Geift auf faffe und mich auf dich vers ewig, Herr, in dir. lasse. Sprichst du: dir ist ver geben! so fühl' ich neues Leben. 4. Zwar viel noch mangelt mir, doch bin ich reich in dir, von dir kommt jede Gabe, die ich noch nöthig babe; der Sünde Reiz zu dämpfen, hilfft du mir fiegreich kämpfen. 5. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich; mun kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben, denn du haft mir's erworben, da du für mich gestorben. Mel. Auf meinen lieben Gott x. 426. Wo soll ich fliehen hin, da ich be schweret bin und tief gebeugt von Sünden? Wo soll ich Rettung finden? Ach, aller Welt Erbarmen giebt keinen Troft mir Armen. 2. Du, Jesu, rufeft mir; drum flieh ich, Herr, zu dir. Zu deiner großen Güte kommt mein betrübt Gemüthe; laß du auf mein Gewissen den Trost der Gnade fließen. 6. D führe Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, das Alles zu vermeiden, was mich von dir kann scheiden, daß ich an deinem Leibe ein Glied auf 3. Wie groß die Schuld auch sey, du machst mich von ihr frei, wenn ich dein Kreuz um- ewig bleibe. XVIII. Vom Glauben. Mel. Du, o schönes Weltgebäude zc. 3. Ja, mein Heiland, du 427. Puf, du zagendes mein Leben, du, der Seele Gewissen! sey getroft und faffe Muth; deiner Noth bist du entrissen durch des Mittlers theures Blut. Laß dein Trauern, laß dein Weinen, denn Gott läßt dir Gnad' erscheinen; du bist frei und sollst allein deines Jefu ewig seyn. bestes Theil, du hast Ruhe mir gegeben und in dir find' ich mein Heil. O wie groß ist dein Erbarmen, das du zugewandt mir Armen! Wie vergelt' ich deine Huld, die ver tilget meine Schuld? 4. Herr! mein Heil ist deine Gabe, bilf, daß ich dir dankbar sey; nimm mein Alles, was ich habe, nimm es hin für deine Treu! Richte Sinne 2. Drücket dich die Laft der Sünden, zitterst du, belad'nes Herz, kannst du nirgends Ruhe finden, stillet Niemand deinen Schmerz, kann gleich aus den und Gemüthe auf den ReichSündenketten dich kein Mensch, thum deiner Güte; du sollst fein Engel retten: Heil dir! ewig und allein meines HerJesus rettet dich und nimmt zens Freude seyn. beine Schuld auf sich. Glauben. 235 deine Gnade loben, mehr, als ich sie hier preisen kann; dort bin ich ganz gerecht und rein und ewig selig, ewig dein. Vom Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 428. us Gnaden soll ich selig werden und nicht durch meiner Werke Werth. Welch Heil, daß Gott mich schon auf Erden gerecht und für sein Kind erklärt! Durch meinen Heiland soll ich rein, aus Gnaden ewig selig seyn. Mel. Es ist das heil xc. 429. er Glaube ist die 2. Aus Gnaden! denn wer kann verdienen, was Sündern Gottes Sohn erwarb, als er, zu ihrem Heil erschienen, den Opfertod am Kreuze starb? Der feine Sünde je gethan, betrat freiwillig diese Bahn. Zuversicht zu Gottes Gnad' und Treue, daß ihn der Tod des Sünders nicht, vielmehr sein Leben freue; er ist der Kindschaft fichrer Grund, auf Gottes Wort und seinen Bund, auf Jefum selbst gegründet. 2. Und dieser Glaub' ist der 3. Aus Gnaden that er's; Beweis, daß Gott nicht gern freut euch, Sünder! ihr werdet betrübe; vielmehr, zu seiner Güte rein in seinem Blut, ihr wer- Preis, in seinem Sohn' uns det durch ihn Gottes Kinder, liebe. Denn durch ihn ist mein wenn ihr nur glaubt und Buße Herz gewiß, daß Jesus mich thut. Welch Heil, das er nur dem Fluch' entriß, dem ich ent geben kann! aus Gnaden nimmt gegen eilte. er Sünder an. 4. Wohlan, mit freudigem Gemüthe erkenn' und preise Gottes Huld; doch troße nicht auf seine Güte, daß du nicht häufest Schuld auf Schuld; denn wer auf sie zu frebeln wagt, dem ist ihr reicher Trost verſagt. 3. Er richtet auf und giebt mir Muth, zum Vater mich zu nahen, Vergebung durch des Sohnes Blut und Gnade zu empfahen. Und was Gott weiter noch verheißt, das sieht mit Zuversicht mein Geist, als wär' es gegenwärtig. 5. Hilf du aus Gnaden, Herr, mir streiten, und werd' ich matt, so steh mir bei, da mit, wenn meine Füße gleiten, ich vor dem Fall behütet sey. Durch deine Kraft nur kann ich stehn und der Versuchung Macht entgehn. 4. Er fräftiget mir Herz und Sinn, daß ich zum Ew'gen dringe, schon hier in Hoffnung selig bin und nach dem Himmel ringe. Gott ist mein Hort, sein Sohn mein Heil, sein Geist das Pfand, ich habe Theil an Gottes Vaterliebe. 5. Jch fürchte nicht der Hölle 6. Aus Gnaden einft zu dir Heer, die Pein von ihren Flamerhoben, bet' ich mit allen men; ich bin kein Kind des Sel'gen an und will, Herr, Zornes mehr, Gott kann mich 236 Vom Glauben. nicht verdammen. Mein Theil siegreich seiner Schaar zu Gott ist an dem Friedensort, ich höre vorangegangen. Ihm gehn die meines Heilands Wort: die Glaubensbelden nach, die feine Günd' ist dir vergeben. Zeugen waren, sie stehen muthig in der Schmach, in Trübfal und Gefahren. 6. Und stürmen Sorgen auf mich zu, verwirrende Gedanfen: der Geift des Herrn gewährt mir Ruh' und läßt mein Herz nicht wanken. Der Glaube fürchtet keinen Schmerz; ich weiß, daß Gottes Baterherz das Beste stets nur meinet. 7. Er übt durch solche Kämpfe mich, um mein Vertraun zu stärken, und durch die Trübsal mehret sich der Fleiß in guten Werken. Verehr' ich Chriflum, meinen Herrn, folg' ich ihm nach und dien' ihm gern, so werd' ich überwinden. 8. Ich weiß, auf wen ich bauen kann, ich weiß, an wen ich glaube; der Vater nimmt als Kind mich an und hebt mich aus dem Staube, Die Welt mag um mich her vergehn: ich falle nicht, ich bleibe stehn; ich glaube seinem Worte. 3. Ja kühn und sicher wandelt der, der Chrifto fich ergeben, voll Zuversicht im wilden Meer, im Tod' noch voller Beben. Froh schauen wir die Tapferkeit der Streiter für den Glauben und spotten der Verwegenheit, die droht, ihn uns zu rauben. 4. So laßt auch uns in Christi Schutz der Feinde Heer vertreiben und, allem Hobngeschrei zum Truß, mit unsern Batern gläuben. Wer unsern Herrn zum Beistand hat, das Herz voll seiner Freuden, der wird auch gern durch seine Gnad' um seinetwillen leiden. Mel. Preis, Lob, Ebr' c. 431. Der Grund, auf dem Mel. Was mein Gott will 2c. mein Glaube ruht, ift feft, mag auch die Welt 430. Ser Glaube ift's, der vergeben. Sein Siegel ist des Wunder schafft, Mittlers Blut und dessen glor fann's gleich die Welt nicht reich Auferstehen. O Glaube, faffen. Was Gott gefällt, wirkt du, des Christen schönster Ruhm! seine Kraft, wenn wir ihn Wie selig, wer dich hat zum walten laffen: wer nur recht freudig glauben kann, der wird fein Ziel erreichen; denn ihm ift Alles unterthan, ihm müssen Berge weichen. Eigentbum! 2. Jch kannte nicht den Weg zum Seil, mein Auge deckten dichte Hüllen, nur Wahn und Irrthum war war mein Theil; 2. Der, deß die Welt nicht nichts konnte meine Sehnsucht würdig war, hat selbst am stillen, bis ich das Wort des Kreuz' gebangen; doch ist er ew'gen Lebens fand, das Him Vom Glauben. 237 melslicht, vor dem die Nacht| mir in das Gericht will gehen. entschwand. Das Beste selbst, was ich je 3. Daß mich bei meiner Sün- unternommen, bleibt unvollden Schuld nicht Furcht und kommen. Zweifel ganz verzehren, daß ich vertrau des Vaters Huld, dies dank ich Jesu heil'gen Lehren. Ich weiß, ich bin versöhnet durch sein Blut, und fühl' im Herzen Zuversicht und Muth. 4. Ich war betrübt bis in den Tod, von Leid und Sorgen rings umgeben; mich konnte nicht aus tiefer Noth der Freunde Rath und Troft erheben. Der Glaube nur hat ftets mit seiner Macht ein neues Leben in mir angefacht. 5. Erhalte mir, o Gott, dein Wort als meines Lebens höchste Freude; es sey mein Troft, mein Licht, mein Hort, mein letztes Labsal, wenn ich scheide. Dort oben noch will ich dich, Herr, erhöhn, daß mir so großes Heil durch dich geschehn. 4. Und wenn gleich Gott der guten Werke denket und reichlich uns dafür Belohnung schenket, so thut er's doch allein aus freiem Triebe, aus Gnad' und Liebe. 5. Nur du, o Jefu, tilgest meine Sünden; bei dir nur kann die Seele Frieden finden. Auf dein Verdienst, mein Hei land, will ich bauen, dir ganz vertrauen. 3. Nie kann ich vor dem Heiligen bestehen, wenn er mit 6. Doch wehe mir, wollt ich zum Dienst des Bösen die Gnade brauchen, die mich soll erlösen, und dich, den Liebe in den Tod getrieben, nicht wieder lieben! 7. Nein, falscher Troft soll nimmer mich verführen; Gottseligkeit soll meinen Glauben zieren; dir, Jesu, will ich ganz mein Herz ergeben, in dir nur Leben. 432. Mel. Herzliebster Jesu, was sc. er Werke Rubm muß vor der Verdienst 433. Gnade schwinden, kann nicht den Weg zum Himmel finden; dem Gläub'gen nur will Gott das ew'ge Leben durch Chriftum geben. Mel. Alle Menschen müssen*. u sollst glauben, und du Armer giebst dich bangen Zweifeln hin? Du sollst beten zum Erbarmer, und dir fehlt der KinWer zählet sie, die Flek dessinn? Kindlich mußt du bier ten unsrer Seele? Wer merket vertrauen, dort wirst du den wohl, wie oft er täglich fehle? Ausgang schauen. Jesu AusWer darf, als Lohn den Him- gang ward erst flar, als er mel zu verdienen, sich wohl er- auferstanden war. fühnen? 2. Glaube giebt der Andacht Flügel, Glaube hebt zu Gott empor, Glaube bricht des Gra 238 Vom Glauben. bes Riegel, selbst der Ewigkeis| seine Treu fann ihr Versprechen ten Thor; Glaube geht durch nicht vergessen oder brechen. Flamm' und Fluthen, ließ die Zeugen freudig bluten, und sie überwanden weit, sicher ihrer Seligkeit. 2. Mögen auch die Berge weichen und die Felsen untergehn, unser Fels ist sonder Gleichen, Gottes Bund bleibt ewig 3. Glaube hilft die Welt be- ftebn. Fallt, ihr Hügel, immer fiegen, macht die schwerste Prü- hin! Unsers Gottes Vaterfinn fung leicht; ihm muß Alles kann kein Fall, kein Schlag unterliegen, selbst die Macht erschüttern, wenn auch alle der Sünde weicht. Ob du schon Welten zittern. im Kampf erlageft und nun an dir selbst verzageft, tämpfe stärker, tämpfe fort, denn der Herr ist Schuß und Hort. 4. Darfst du im Vertraun ermüden, wenn die Hülfe noch verziebt? Stehe fest in Gottes Frieden, der die rechte Zeit er sieht. Den hat Täuschung nie betroffen, der gehorsam blieb im Hoffen. Glaube feft: der Alles schafft, giebt dir auch zum Glauben Kraft. 3. Er hat sich mit uns verbunden durch den Bund, der ewig gilt; dieser Bund wird fest erfunden, ist uns ewig Schirm und Schild. Nichts vermag der Feinde Pfeil, Gott bleibt ewig unser Theil, dies hat uns sein Mund geschworen, als sein Geist uns neu geboren. 4. Drum sey rubig, meine Seele! Trau auf Gott, der für dich wacht, daß kein Zweifelmuth dich quäle in des Kummers finstrer Nacht. Wer sich ganz auf Gott verläßt, der steht unbewegt und fest; dein Erbarmer wird dich stützen, seine Treue dich beschützen. 5. Haft du nicht schon oft erfahren, wie er dir zur Seite stand? Hast du nicht des Wunderbaren Wunderausgang oft erkannt? Mußt du denn ihn immer sehen, ganz des Ew'gen Rath verstehen? Selig, selig, mel. Preis, Lob, br' ic. die nicht sehn und doch fest im 435. Berr, bu bift unfre Glauben stehn. starke Feste deiner Frommen! Wer auf dich traut, der wanket nicht, fein Ulebel darf ihm nabe Mel. Werde munter mein 2c. 434. Gottes Mund hat kommen. Denn stark biſt du und weis und gnadenreich und lauter Lieb', o Gott, wer ist dir gleich? uns verheißen und sein Wort ist uns ein Pfand, daß uns keine Macht soll reißen aus des treuen Vaters Hand. Darum fürchten wir uns nicht, ob auch Erd' und Himmel bricht; trágem Herzen? Nein! was du 2. Wer zagte denn in Zwei felmuth, ungläubig und mit Vom Glauben. 239 thust, ist alles gut; Kraft sprießt| nahm darnach den Himmel ein. aus überwund'nen Schmerzen, Von dannen fandt er nun den und Jüngerkraft zu Jüngerkraft Geift, der uns den Weg zum gefügt wird eine Macht, die Höll' Leben weist. und Tod besiegt. der 3. O welch ein ewig fester Grund, auf den dein Volk den Glauben gründet! Und welch ein freud'ger Liebesbund, Seel' und Seel' auf dich verbindet! Wo Liebe wohnt, da flies ben Sorg' und Pein; fie flößet Troft den wunden Herzen ein. 4. Drum fest, o Gott, auf dich gebaut, steb unser Glauben, Lieben, Hoffen! Wer heldens müthig dir vertraut, dem stehn des Himmels Schäße offen. So weiche denn auch Furcht und Kümmerniß! Dem Glaubensfampf sind Sieg und Preis gewiß. Mel. O daß ich tausend Jungen 2c. 436. habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig bält; wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor Beginn der Welt. Ob Erd' und Himmel unter gehn, der Grund bleibt unbe weglich stehn. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken über4. O Abgrund, welcher alle Sünden in Christi Tod verschlungen bat! Nun wir durch ibn Vergebung finden, nun findet kein Verdammen statt; denn Christi Blut hat uns befreit und rufet laut: Barmherzigkeit! 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen seyn; drum kam sein Sohn herab zur Erden und 5. Wird nun auch Alles mir entrissen, was Leib und Seel' erquicken fann; muß ich auch jeden Troft vermissen und nimmt fein Freund sich meiner an, scheint die Errettung noch so weit: mir bleibt des Herrn Barmherzigkeit! 6. Es gebe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ift; er wird mein Herz ge wißlich stillen, wenn es nur seiner nicht vergißt. So steb' ich fest in Freud und Leid, mich bält des Herrn Barmherzigkeit. 7. An diesem Grunde will ich halten, wie mich auch Sturm und Meer bewegt; ich lasse seine Gnade walten, so lang' in mir das Herz noch schlägt. So ruf' ich immer bocherfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! steigt; der Herr ist's, der mit Mel. Ewigkeit, du Donnerwort zc. 437.ch schäme mich des Vaterarmen fich gnädig zu uns Sündern neigt; er will den Tod des Sünders nicht, weil ihm fein Herz vor Mitleid bricht. vor dem voll froher Zuversicht mein Knie fich dankbar beuget. Gott! welch ein theures, werthes Wort: ich, hier dein Kind, dein Erbe dort, wie mir dein Geist bezeaget, ich soll durch 240 Vom Glauben. Jefum Chriftum rein, durch ihn| wider mich; so oft ich fing' und gerecht und selig seyn. bete, stärkt meine Seele fich; bab' ich das Haupt zum Freunde, bin ich geliebt von Gott, was schaden mir die Feinde, was acht' ich ihren Spott? 2. Ich weiß und glaub' es feste, ich rühm' es ohne Scheu, daß Gott, der Höchst' und Beste, mein Freund und Vater sey. Weil er in schweren Fällen mir will zur Rechten stehn, so werd' in Sturm und Wellen ich niemals untergehn. 2. Frob fühlt mein Herz die Gotteskraft, die in der sel'gen Wissenschaft von dem Erlöser lieget, die alle Kenntniß dieser Welt und was sie Reizendes enthält, unendlich überwieget. Mein größtes Glück, mein höchfter Ruhm ist Jesu Evangelium. 3. Auf ewig ist's mein bestes Theil, in keinem Andern hab' ich Heil und Kraft zum ew'gen Leben; Vergebung meiner Sün- 3. Der Grund, d'rauf ich denschuld, der Beifall Gottes, mich gründe, ift Chriftus und seine Huld ist mir durch ihn gegeben. Ich steh' im Glauben, bin ein Chrift, an dem nun nichts verdammlich ist. sein Blut, bei ihm allein ich finde das ew'ge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd', was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Er ist mein Ruhm und Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn er in mir nicht wäre, hätt' ich den Frieden nicht; in ihm kann ich mich freuen, hab' einen Heldenmuth, darf das Gericht nicht scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 4. Mir widerfuhr Barmber zigkeit, mit himmlischer Zufriedenheit lohnt Gott mich schon bienieden. Ich bete, voll von Zuversicht, mich schreckt kein Tod und kein Gericht, mein Geist fühlt Gottes Frieden. Gott, ewig ist mein Herz nun dein und ewig deine Gnade mein. 5. Ich weiß, worauf mein Glaube ruht; nichts raubt mir meinen Trost und Muth, nicht Leiden, nicht Gefahren. Durch den ich Alles hier vermag, du, Gott, wirft bis auf jenen Tag mein Erbtheil mir bewahren. Ja du, der mich berief, bift treu: bilf, daß ich's auch im Glauben sey. 5. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg' und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin; und wenn sich hier und dorten Gefahr und Schrecken find't, vertritt er mich mit Worten, die unaussprechlich sind. 6. Sein Geift spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, 438. der bei ihm mel. Valet will ich dir geben 2c. Oft trete gleich Alles er hat erbauet dort eine neue und wie Vom Glauben. 241 Stadt, wo Aug' und Herzenes Geist, mit gleicher Ehrschauet, was es geglaubet hat. furcht preise. 7. Da ist mein Theil und Erbe mir prächtig zugericht't, wenn ich einst fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Berseufz' ich auch hienieden mit Thränen manche Zeit, mein Jesus und sein Frieden durchsüßet alles Leid. 8. Mag denn die Welt vergehen mit ihrer Pein und Luft; ich werde Chriftum seben, deß bin ich mir bewußt; nichts fann von ihm mich scheiden, nicht Leben und nicht Tod, mich ruft zu seinen Freuden dereinst mein Herr und Gott. 9. Mein Herz ist voller Freude und kann nicht traurig seyn, ich weiß von keinem Leide, seh' lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, bist du, Herr Jefu Chrift, und was mich fröhlich machet, ist, was im Himmel ift. 3. Laß von dem großen Gnadenheil den rechten Sinn mich fassen, daß der nur an dir habe Theil, dem du die Schulb erlaffen. Hilf, daß ich geb' auf richt'gem Steg; du selbst, Herr Jesu, bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. 4. 3ft auch mein Glaube noch so klein, ein Senfkorn, faum zu merken, wollst du doch wirksam in mir seyn und seinen Wachsthum stärken. Das schwache Rohr zerbrichst du nicht, verlöscheft kein noch glimmend Licht, bist mächtig in den Schwachen. 5. Herr, durch den Glauben wohn' in mir, daß er, zu deinem Preise, in guten Werken für und für sich fruchtbar hier erweise; daß ohne Trug und Heuchelei er durch die Liebe thätig sey, dem Nächsten treu zu dienen. 6. Insonderheit gieb mir die Kraft, daß einst an meinem Ende ich übe gute Ritterschaft, in dir den Lauf vollende. Was du begonnen haft, vollführ, daß sich mein Glaube dort bei dir verwandle, Herr, in Schauen. 439. Mel. Herr Jesu Christ, ich: c. Gottes Sobn, Herr Jesu Chrift, du meiner Seele Leben! Was mir zum Glauben nöthig ist, kann ich mir selbst nicht geben; drum hilf du mir von oben her, den wahren Glauben mir gewähr und laß mich d'rin be- 440. barren. Mel. Du, o schönes c. chweiget, bange Zweifel, schwei2. Lehr' du und unterweise get, mein Erbarmer ist getreu, mich, daß ich den Vater fenne, und sein Geist in mir bezeuget, daß ich mit Freuden, Jesu, dich daß ich Gott versöhnet sey. Mir den Sohn des Höchsten nenne, drohn nicht der Hölle Flammen und den, der uns zum Himmel und will mich mein Herz verweist, des Baters und des Sob- dammen, täuschen ſoll mich nicht 16 242 Vom Glauben. sein Schmerz; Gott ist größer,| sibet, auf mich fiebt, mich mache als mein Herz! tig schüget, mich vertritt, mich 2. Er, der das Verborgne nie verstößt, mich aus aller fennet, schaut auch in mein Noth erlöft. Herz hinein, weiß, wie es vor 7. Feft am Glauben will ich Sehnsucht brennet, ganz fich halten, wird auch Alles mir seinem Dienft zu weihn; sieht geraubt; Gottes Gnade laß den Kummer meiner Seele, der ich walten und erhebe froh mich beugt, so oft ich fehle; und mein Haupt. Mich soll feine nicht meiner Zweifel Wahn, mei Schmach, kein Leiden je von nen Glauben sieht er an feiner Liebe scheiden. Darauf fteh' ich felfenfest, daß Gott nimmer mich verläßt. 3. Und wie nie sein Urtheil wanket, wankt auch nie sein ew'ger Rath. Rühmet, Christen, danket, danket! groß ist, was er an uns that. Und den Sündern, den Verlor'nen, gab er seinen Eingebor'nen; wahrlich, wahrlich, Alles giebt Gott, der in dem Sohn' uns liebt. 4. Mir auch ist sein Sohn gegeben, durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben und in ihm einst selig seyn. Mich sah Gott von seinem Throne, mich erwählt er in dem Sohne, eh' noch seiner Allmacht Ruf mich und alle Wesen schuf. 2. Dann entwind' ich mich dem Staube, schaue sebnend himmelwärts; auf zu Gott sd schwingt sich mein Glaube, 5. Wer will ferner den verbetend öffnet sich mein Herz; flagen, den Gott selber aus Chrifti Geift durchdringet mich erwählt? Wer darf zu ver und vertritt mich fräftiglich. dammen wagen, den er zu den Bald strömt Friede, Heil und Seinen zählt? Hier ift Gott, Gegen mir von Gottes Thron nichts fann mich schrecken, seine Gnade will mich decken; war ich gleich der Sünde Knecht, er, mein Gott, spricht mich gerecht. 6. Theuer bin ich ihm erworben, Heil mir, hier ist Jesus Chrift, er, der auch für mich gestorben, auch für mich erstanden ist: der zur Rechten Gottes Mel. Freu' dich sehr, o meine sc. 441. Seyd geſegnet, heil'ge Stunden, wo mich meine Schuld betrübt, wo ich blick auf Jesu Wunden, fühle, wie er mich geliebt! entweicht der Zweifel Furcht bedränget mich mehr und der Geist der Kraft und Wahrheit naht sich mir in Himmelsflarbeit. Dann Heer, nicht entgegen. 3. Aber der verlor'nen Tage sind noch immer gar zu viel, wo ich müd' am Abend flage: Heute keinen Schritt zum Ziel! Das ist noch der Geift der Welt, der mich so gefangen hält. Dieſe Knechtschaft, Herr, zerstöre, daß ich ganz bir angebore. Vom Mel. Wie wohl ist mir, o 20. 442. bab' ich nun den o Fels erreichet, wo mit rauf mein Glaube sicher ruht; den Fels, der keinen Stürmen weichet und feiner wilderregten Fluth. Er kann vor der Gewalt der Wellen, selbst vor der ganzen Macht der Höllen mir Schutz und Sicherheit verleihn. Mein Herz, verbanne Furcht und Grauen! Hier fannst du dir nun Hütten bauen, nur hier muß deine Wohnung seyn. Glauben. 243 Bei solchem Reichthum deiner Güte, wie wird mein lechzendes Welt erfüllt! O Herr, ich bin viel zu geringe, zu unwerth solcher hohen Dinge! Ich habe nichts, was vor dir gilt! 5. Nun laß die Tiefen immer brausen; es wüthe ungeftüm das Meer! Ich sehe ohne Furcht und Grausen auf aller finstern Mächte Heer. Der Tod selbst kann mich nicht erschrecken, mein Fels, mein Heiland wird mich decken, auch in der allerbángsten Zeit. Jbr Berge möget untergeben, mein Fels bleibt ewig, ewig stehen, auf ihm ruht meine Seligkeit. 2. Mich warf die Menge meiner Sünden wie ein emportes Meer herum; ich ward ein traurig Spiel den Winden, ward des Verderbers Eigenthum. Mir drobte furchtbar mein Gewissen Finterreifen, mit ew'ger Qual und 443. feftem Muth auf Mel. Rommt her zu mir zc. o hoff' ich denn mit Seelennoth. Ich sah mich schon. mit Angst und Beben der off' nen Hölle hingegeben, und rang mit Leben und mit Tod. Gottes Gnad' und Chrifti Blut; ich hoff' ein ewig Leben. Gott ift ein Vater, der verzeibt, bat mir das Recht zur Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 3. Doch mitten in des Todes Nöthen erblickte Jesus meinen Schmerz; es drang mein thranenvolles Beten in sein erbarmend Mittlerherz. Er bielt mir vor sein Kreuz und Sterben und sprach: ich laß dich nicht verderben, tritt nur im Glauben kühn herzu. Geheilt bin ich durch seine Wunden, ich habe Troft bei ihm gefunden, und für mein Herz die wahre Ruh'. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir und deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben, und erfüllet seyn von deines Geiftes Gaben. 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirft himmlische Zufriedenheit, wenn wir es treu 4. Und wie so wohl ist meiner bewahren. Es spricht uns Trost Seelen nun, treuer Seelen im Elend zu, es giebt dem müfreund, bei dir! Was könnte den Herzen Ruh, und stärkt mich noch länger quälen? Der uns in Gefahren. größte Schmerz liegt hinter mir. 4. Erbalte mir, o Herr, mein 16* 244 Vom Glauben. Hort, den Glauben an dein gött-| gebeten. Daß mein Mittler lich Wort, um deines Namens für mich spricht, das ist meine willen; laß ihn mein Licht auf Zuversicht. Erden seyn, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Troft erfüllen. Mel. O daß ich tausend ic. 444. o ollt er was sagen und nicht halten? 4. Würd' es Nacht vor meinem Schritt, daß ich keinen Ausgang wüßte, und mit ungewissem Tritt ohne Licht verzagen müßte: Christus ist mein Stab und Licht, das ist meine Zuversicht. Sollt er was reden und nicht 5. Mag die Welt im Mißthun? Kann je der Wahrheit geschick beben oder ängstlich flaKraft veralten? Sein liebewal gen; ohne Halt ist all' ihr Glück, lend Herz je ruhn? O nein, sein wahrlich, sie hat Grund, zu zaWort steht felfenfeft; wohl dem, gen. Daß mein Anker nie zerder sich auf ibn verläßt! bricht, das ist meine Zuversicht. 6. Will der Herr durch strenge Zucht mich nach seinem Bild' gestalten, dennoch will ich obne Flucht seiner Hand nur stiller halten. Er übt Gnad' auch im Gericht, das ist meine Zubersicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts; wer will diesen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbst verspricht's; sollt ich feis nem Wort nicht glauben? Jesus läßt mich ewig nicht, das ist meine Zuversicht. 2. D'rum fucht bei dir die Seele Frieden, verleib' ihn du, o Jefu, mir! Und trifft mich Prüfung noch bienieden, behalte du mich fest an dir, daß ich mit Glaubensfreudigkeit in die voll ende meine Zeit. Mel. Jesus, meine Zuversicht sc. 445. Start ift meines Je su Hand, und er wird mich ewig faffen, hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen. Mein Er barmer läßt mich nicht, das ist meine Zuversicht. Mcl. O Gott, du frommer 2C. 2. Sieht mein Kleinmuth 446. Perfuchet euch doch auch Gefahr, fürcht ich auch zu selbst, im unterliegen: Chriftus beut die Glauben stehet, ob ihr auf ChriHand mir dar, Chriftus hilft ftum nur und auf sein Vorbild dem Schwachen siegen. Daß sebet. Bersuchet euch doch recht, mich Gottes Held versicht, das ob Chriftus in euch lebt, denn ist meine Zuversicht. Chrifti Leben ift's, wonach der Glaube strebt. 3. Wenn der Kläger mich verklagt, Chriftus hat mich schon vertreten; wenn er mich zu fich ten wagt, Chriftus bat für mich 2. Der Glaube ist ein Licht, im Herzen tief verborgen, bricht als ein Glanz bervor, scheint Vom Glauben. als erweiset| feine Kraft, macht Chrifto gleich 447. Wenn beite entflieMel. Wer nur den lieben x. heiße gefinnt, und wer ein Sünder mir 245 war, wird durch ihn Gottes sen, mein Herz mit Angst und Kind. Schmerzen ringt, dann sink ich, Herr! zu deinen Füßen, und finde, was mir Tröftung bringt; dann wird der Glaube mir ein Licht, das meines Kummers Nacht durchbricht. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, und will, was er empfing, gern Andern wiedergeben. Dieweil er überreich in Chrifto worden ist, preift er die Gnade hoch, bekennet Jesum Chrift. 2. Du Heiland bietest jedem Müden Erquickung, Muth und 4. Er nimmt mit Freuden an, Hoffnung an, und schenkest was Gott im Wort verkündet; ihm den innern Frieden, den der Zweifel muß entfliehn, die ihm die Welt nicht geben kann. Hoffnung wird begründet; die Durch dieses Friedens Kraft hält in jeder Noth sich an dem erfreut, wird ihm der Glaube Worte fest, daß Gott uns alle Seligkeit. Ding' zum Besten dienen läßt. 5. Im Glauben wissen wir, daß Gott den Sohn gegeben, der uns dem Tod' entreißt, und führt zum ew'gen Leben. weil wir Gottes Lieb' in seinem Sohn' erkannt, so ist von Gegenlieb' auch unser Herz entbrannt. Und 6. Die Liebe dringt empor, mit Gott fich zu verbinden, fie fann in ihm allein, was sie verlanget, finden. Den Nächsten liebet sie, wie Gott uns hat gelicbt, und fluchet uns der Feind, fie segnet und vergiebt. 3. Auch wenn wir zweifelnd mutb unsern Geift verstimmt, oft uns grämen, wenn Kleinwillst du uns Schwache nicht beschämen, so lang' ein Funke Glaubens glimmt; du fachst ihn an, du nähreft ihn, und bald wird er von Neuem glühn. 4. Du stärkft die schon ge funk'nen Hände, du stärkft des matten Kämpfers Fuß, giebst der Versuchung solch ein Ende, daß unser Dank dich preifen muß, und führest durch die Prüfungszeit uns hin zu deiner Herrlichkeit. 7. Gieb diesen Glauben mir, 5. Des Glaubens Kraft ist unsre Stärke, er überwindet o Herr, verleib' ihm Stärke; er eine Welt, und wirket in uns bringe stets in mir die Frucht Gottes Werke und Tugend, der guten Werke! Da, wo ein die ihm wohlgefällt; und jeder Feuer brennt, strahlt auch des Sieg, den er uns schafft, belebt Lichtes Schein; wo wahrer das Herz mit neuer Kraft. Glaube ist, da müssen Werke feyn. 6. Verleih', o Herr, mir diesen Glauben, laß ihn in Liebe 246 Bom chriftlichen Leben zc. mir thätig seyn; nichts müsse dieses| gen. Du weißt gar wohl, was Heil mir rauben, fern bleibe je gebricht; ich bin entfernt der Heuchelschein; dann werd' deinem Sicht: bilf, Jesu, auch ich in jener Welt den Aus- dem Belad'nen. erfor'nen zugesellt. von Mel. Aus tiefer Noth schrei ic. 448. Mo soll ich hin? Wer nimmt mich an? Wer führet mich zum Le ben? Wo Niemand, Herr, mir helfen kann, kannst du mir Frieden geben. Die sich verirrten, suchest du; den Müden schenkst du wahre Ruh': hilf, Jesu, dem Verlaff'nen. 3. Du bist der Arzt, der Kranke beilt, und treulich ihrer pfleget; der Hirt, der zu den Schäflein eilt, und sie zur Heerde tråget. Krank und ermattet fühl ich mich; o beile, stärk und weide mich: hilf, Jesu, hilf dem Schwachen. 4. Du rufft uns zu: ich bin das Licht! du sprichst: ich bin das Leben! die an dich glauben, dürfen nicht in Noth und Tod 2. Des Todes Leib beschwe- erbeben. O Herzog meiner Seret mich, die Sünde macht mich ligkeit, steh' auch mir bei im zagen; o Lebensfürst, erbarme letzten Streit, hilf, Jeſu, mir dich, nimm weg der Seele Pla- im Sterben. XIX. Vom christlichen Leben und Wandel im Allgemeinen. Mel Wachet auf, ruft 2c. ner Kraft! Strauchelt nicht hier 449. uf, erhebet euch, in den Schranken! Unglaub'ge ihr Christen! zum nur bringt Furcht zum Wan Streit müßt ihr euch mächtig ken; Muth ist des Glaubens rüften; denn euer hat der Feind Eigenschaft. Und wer ermüden begehrt. Waffnet euch mit Gottes Worte, und Jeder kämpf' an seinem Orte, damit ihr blei bet unversehrt. Drängt euch die Uebermacht, nehmt Christi Fahn' in Acht! Ihm die Ehre! Mit diesem Held, troy aller Welt, behaltet ihr gewiß das Feld. will, schau' unverwandt auf's Ziel. Da ist Freude! Wohlan, so seyd zum Kampf bereit, dann frönet euch die Ewigkeit. 3. Dorthin führt die Todes bahre: d'rum streitet recht die wen'gen Jahre; wie kurz ift dieses Lebens Lauf! Wenn die Todten einst erstehen, die Sün2. Laßt euch nicht die Luft be- der ihren Richter sehen, steht thören, die ihr dem Herrn wollt ihr zu ew'gen Freuden auf. Ja, angehören, und stehet fest in sei- ihr seyd Gott versöhnt; daß Vom chriftlichen Leben 2c. 247 euch die Welt noch höhnt, währt| Sollten wir nun allhier nicht nicht lange, und Gottes Sohn auch streiten für und für? bat längstens schon euch beigelegt die Ehrenfron'. 4. Jesu, mächt'ger Ueberwinder! dir nach zeuch die verlor'nen 5. Wer der Sünde Knechtschaft liebet, der hat wenig Luft zum Streit; wer sich ihrem Dienst ergiebet, der versäumt Kinder, die du erkauft mit dei- die Gnadenzeit; Sündennacht, nem Blut! Stärk' in uns das neue Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Muth. Geuß auf uns deinen Geist, durch den die Liebe fleußt in die Herzen! So halten wir getreu an dir in Tod und Leben für und für. Höllenmacht hat ihn in den Schlaf gebracht. 6. Aber wen die Weisheit lehret, Freiheit sey des Christen Theil, wessen Herz zu Gott sich kehret, seinem allerhöchften Heil, sucht allein ohne Schein Chrifti freier Knecht zu seyn. 7. Gott giebt seinen frommen Knechten dort der Treue Gnadenlohn. In den Hütten der Gerechten schallet dann ihr Siegeston, wo fürwahr Gottes Schaar Chriftum lobet imMel. Meine Hoffnung stehet 2c. 450. uf ihr Chriften, Christi Glieder, hanget fest an cuerm Haupt. Auf! wacht auf! ermannt euch wieder, eb' der Feind die Seele merdar. raubt; denn er beut Kampf und Mel. Ach, was soll ich i. Streit Chrifto und der Christenbeit. 2. Folgt des Heilands Freu- 451. uf, ihr Streiter, durchgedrungen, zesfahne, trauet seinem starken auf, und folgt dem Heiland Arm! Tobt auch auf des Kam- nach, selbst durch Marter, Tod pfes Plane seiner Feinde wilder und Schmach. Wie er sich hat Schwarm; Chrifti Heer kann aufgeschwungen, ringt ihm nach viel mehr, wenn es stehet um in seiner Kraft; er ist's, der den ihn her. Sieg verschafft. 2. Rein Erlöfter müsse sagen, ihm gebreche Kraft und Muth zu dem Kampf mit Fleisch und Blut. Alles soll der Jünger wagen, weil der Herr die Wunden heilt, und den Schwachen Kraft ertheilt. 4. Seine Kraft hat schon empfunden vieler Heil'gen starker Muth, da sie haben überwunden 3. Sind wir schwach: bei ihm ist Stärke; sind wir arm: der Herr ist reich; wer ist unserm fröhlich durch des Lammes Blut.| Fürsten gleich? Seine Macht 3. Nur auf Chrifti Wort gewaget, mit Gebet und Wach samkeit; dies allein macht unverzaget, und recht tapfre Krie gesleut'; Chrifti Wort ist der Hort, der uns schirmet fort und fort. 248 Bom chriftlichen Leben ic. thut Wunderwerke; sagt, ob ift einsam, rauh und steil; ihn der nicht helfen kann, dem der Himmel unterthan? deckt der Dornen Menge, doch führet er zum Heil; er bringt uns ja an's Ziel! So wandeln wir denn weiter und folgen un ferm Leiter, mit ihm gelingt uns viel. 4. Ja, er kann und will uns schirmen; höret auf, verzagt zu seyn, auf den Feind dringt muthig ein, mag er drohen, mag er stürmen; wißt, der Weg zur Seligkeit fordert Muth, Geduld und Streit. 5. Ja, laßt getroft uns gehen, der Heiland gebet mit; er selbft will bei uns stehen 5. Nun so wachet, kämpft bei jedem fauern Tritt. O, habt und ringet, bleibet wacker im nur Glaubensmuth, dann wird Gebet, bis ihr auf der Höhe mit Gnadenblicken er euer Herz steht. Wenn ihr Siegesfahnen erquicken, ihr seyd in treuer schwinget, wenn der Erde Werk Hut. gethan, hebt des bebt des Himmels Wonne an. 6. Auf! laßt uns fröhlich wallen, eins durch der Liebe Band, dem Herrn zum Wohl gefallen, in diesem Pilgerland. Wir wollen friebsam seyn, nicht auf dem Wege ftreiten und uns in böfen Zeiten einander gern erfreun. 7. Und sollt ein Schwacher fallen, so tritt der Stárk're zu. Die Liebe dient gern Allen und schaffet Troft und Ruh'. Schließt euch nur fester an, so wird es euch gelingen, das Schwerfte zu vollbringen auf Mel. Von Gott will ich zc. 452. Tuf, Pilger! laßt uns eilen, Gefahr ist im Berzug'; wozu das träge Weilen? die Zeit enteilt im Flug'! Auf! stärket euren Muth, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern, und denkt: das End' ist gut. 2. Es kann uns nie gereuen, sey noch so rauh der Pfad, wir fennen ja den Treuen, der uns gerufen bat. Getroft sey Herz eurer Lebensbahn. und Sinn, und jeder Pilger richte mit heiterm Angefichte den Lauf zur Heimath hin. 3. Daß wir der Welt nicht dienen, deß wollen wir uns freun; hier ist noch nicht erschienen, was wir einst werden seyn. Jhr Lieben, feyb nicht bang'! verachtet tausend Welten, ihr Toben und ihr Schelten, und geht nur euren Gang. 4. Der Weg ist oftmals enge, 8. Es wird nicht lange wäbren, b'rum baltet muthig aus, bald gehn wir ein mit Ehren in unsers Vaters Haus. Dort sollt ihr Müden ruhn, Gott schaun, mit allen Frommen zu eurem Heiland kommen; wie wohl, wie wohl wird's thun! Mel. Es wolle Gott uns 2C. 453. Bewahr, o Gott, mich, daß der Ber Vom christlichen Leben 2c. 249 Wahn nie mein Gemüth be-| muß dich treiben, auf ewig sein thöre, als habe der schon g'nug zu bleiben. gethan, der dir giebt außre 3. Wohin, wohin von dir, Ebre. Du, Ew'ger, bist ein o Jesu, gingen wir? Nein, reiner Geift, in bir ist lauter Geber ew'gen Lebens, die Welt Klarheit! Drum gieb, daß, wie lockt uns vergebens; fie kann dein Wort uns heißt, im Geist mit allen Schäßen, was du und in der Wahrheit wir gläu- giebst, nicht ersetzen. big dich anbeten. 4. Wie Manche zwar sind schon von dir hinweggeflohn! Erft schwuren sie mit Freuden, fich nie von dir zu scheiden: doch in der Trübsal Tagen sah'n wir sie dir entsagen. 2. Die kommen nicht in's Himmelreich, die Herr! zu Jesu sagen und nicht mit rechtem Ernst zugleich der Heiligung nachjagen. Nur die nach deinem Willen thun, sind wahrhaft deine Kinder, fie läsfest du in Frieden ruhn, wenn heuchIerische Sünder von dir verworfen werden. 5. Wißt, daß ihr selbst euch baßt, wenn ihr von Chrifto laßt. Hier wird es euren Seelen an wahrer Ruhe fehlen; dort werdet ihr mit Grauen den ernsten Richter schauen. 3. Darum laß mich vom Glauben nicht ein heil'ges Leben 6. Herr, stärke meine Treu', trennen; durch treue Uebung und mach' fie täglich neu, daß meiner Pflicht laß Jesum mich keine Laft noch Mühe mich deibekennen. Gieb, daß mein nem Dienst entziehe; dann leb' Glaube thätig sey und reiche ich ungeschieden von dir in Früchte bringe; daß ich, vom ew'gem Frieden. Joch der Sünde frei, mit Eifer darnach ringe, daß Kleinod zu erlangen. Mel. Wer nur den lieben c. 455. Blid bin in die vergang'nen Zeiten, o Chrift, mit ernstem, frommen Sinn! in der Erinn'rung noch bereiten sie dir den köftlichsten Gewinn, wenn sie dich lehren, daß allein die Heil'gung soll dein Streben seyn. Mel. Auf meinen lieben Gott zc. 454. Bist du ein Freund des Herrn, so folg' ihm treu und gern. Einst schmückt er dich zum Lohne mit jener Ehrenkrone, die in dem 2. Gedenke dankbar aller ew'gen Leben er wird den Sei- Freuden, womit dich Gottes nen geben. Huld erquickt, doch dank ihm auch für jedes Leiden, daß er dir weislich zugeschickt, denn Alles, was er an dir thut, ist ewig weise, ewig gut. 2. Doch weichen darfst du nicht, dies fordert deine Pflicht; dich hat er sich erworben, als er für dich gestorben. Die Liebe 250 Vom chriftlichen Leben z. Du und ew'ges Heil den Seinen giebt. 3. Vergiß nicht, wie er dich wird dir zum Gewinn. beschüßte, wenn sich Gefahren gebft zu dem, der ewig liebt, dir genaht, dir schenkte, was dir wahrhaft nüßte, oft eb' es noch dein Flehn erbat, und wie er oft dir mehr gewährt, als je dein Wunsch von ihm begebrt. Mel. O daß ich tausend 2c. 4. Denk an die große Zahl der Stunden, die Gott zu deinem Heil dir gab; sind sie in seinem Dienft verschwunden, dann schrecken dich nicht Tod und Grab, dann ist die hingeschwund'ne Zeit gewonnen für die Ewigkeit. 456. Dem Heiland folgt, wer hier auf Erden mit Eifer nach dem Guten strebt, und, daß er möge selig werden, bienieden schon dem Himmel lebt, stets vorwärts dringt und nie vergißt, wozu er außerforen ist. 2. Wie Jesus seines Vaters 5. Denk an die gottgefäll'gen Willen mit Luft und Freude Werke, die du im Glauben haft bat gethan, so wirkt bald fichtgethan, dank ihm für die ver- bar, bald im Stillen der Fromlieb'ne Stärke und wandle me Gutes, wo er kann; er fort auf seiner Bahn; dann nuget jeden Augenblick zu Gotgiebt dir Zeugniß Gottes Geist, tes Ruhm und Andrer Glück. daß du ein Kind des Höchsten seyst. 3. Ihn schrecken keine Hindernisse, durch Glaub' und 6. Doch sieb' dabei auch vol- Hoffnung stärkt er sich und ler Reue zurück auf deiner Sün- feine heiligen Entschlüsse stehni den Schuld, such für die oft fest und unerschütterlich; auf verletzte Treue Vergebung in Jesum sieht er unverwandt des Mittlers Huld, und laß die Fehler, die dich reu'n, nun Mittel dir zur Weisheit feyn. und thut, was er für recht erfannt." 4. Er kämpft entschloffen für 7. O säume nicht, dies furze das Gute, gleich ihm, der für Leben dem weisesten Gebrauch das Gute starb und uns am zu weihn, es ward vom Schö- Kreuz mit seinem Blute zum pfer dir gegeben, hier guten Kampfe Muth und Kraft er Samen auszuftreun. Dort reift warb. Die Liebe Chrifti, die die Frucht von deiner Saat, ihn dringt, stärkt ihn, daß er Vergeltung folgt der guten den Sieg erringt. That. 5. Und steht er einst am groBen Ziele, wo herrlich sein Erlös fer thront, dann záblet er der Siege viele und alle werden ihm belohnt. Herr, unser Heiland, 8. Dann blickst du an des Le bens Ziele mit Rub' auf das Vergang'ne hin, bist selig schon im Vorgefühle, und Sterben Vom christlichen Leben 2c. 251 führe du uns Alle diesem Zie- mir's gelingen, der große Wunte zu! der thut. 6. Jch Erdenpilger walle hier oft in finftrer Nacht; ach hilf, daß ich nicht falle, hab' immer auf mich Acht! Wenn ich im Straucheln bin, halt' mich in deinen Schranken; wenn meine Schritte wanken, gieb du mich nicht dahin! Mel. Von Gott will ich ic. 457. Sie Fülle guter Gaben wohnt, Gott, bei dir allein, und was wir find und haben, ist, Vater, Alles dein. Du Ursprung alles Lichts! du wolleft Licht und Leben auch mir von oben geben. Giebst du, so fehlt mir nichts. 2. Seit ich, durch deine Gnade, mein Elend tief er kannt, hat sich vom Sünden pfade mein Herz zu dir gewandt. O daß mich deine Kraft be- fie mir! feft'ge nun und gründe, bis ich das Leben finde, das Jesus mir verschafft! 3. Laß niemals mich berges sen die Größe meiner Schuld, auf daß ich mög' ermessen die Tiefe deiner Huld. Entflamme Herz und Sinn, nach dir nur zu verlangen, dir einzig an zuhangen, durch den ich selig bin. 7. Laß du mein lehtes Scheiden in Frieden, Herr, geschehn und zu des Himmels Freuden dereinst mich auferstehn. Auf ewig einst mit dir!- o schenk mir, Lebenssonne, aus Gnaden diese Wonne! Ja, du gewährst 4. Gieb mir den Geist der Liebe, der Sanftmuth und der Treu', daß ich aus reinem Triebe dem Nächsten hülfreich sey. Vor Allem gieb Gedeihn, die, so dich jest noch fliehen, zu dir, o Herr, zu ziehen, daß sie sich ganz dir weihn. Mel. Nun ruben alle 2c. 458. u follft in allen Sachen mit Gott den Anfang machen aus treuer Schuld und Pflicht. Wem haft du Dank zu geben für alles Heil und Leben? Nur ihm; von dir entspringt es nicht." 2. Der Mensch mit seinem Tichten weiß wenig auszurichten, was gut zu heißen sey. Was will dein eitles Sinnen, du armer Staub, beginnen, steht dir nicht seine Hülfe bei! 3. D'rum sey nicht zu verwegen auf deines Amtes Stegen, und fleuch den eignen Ruhm. Dir sollst du nicht ver5. Versucht zu neuen Sun- trauen, auf deine Kraft nicht den mich Satans Macht und bauen, fie ist ja nicht dein EiLift, so bilf du überwinden, genthum. der in mir mächtig ist. Mit 4. Schlag' an die Himmelsdir kann ich voll Muth um jene pforten mit starken GlaubensKrone ringen; mit dir mußworten, da bitte Kraft dir aus; 252 Vom christlichen Leben ic. daher wird Segen fließen, und| und binden; auch ich will überreichlich fich ergießen auf dich winden. und auf dein ganzes Haus. 6. Leb' ich in fteter Traurigfeit, find wenig gute Stunden in meiner furzen Lebenszeit: Mel. Was Gott thut, das ic. 459. in Chrift, ein tapf rer Kriegesbeld, boll Geift, voll Kraft und Stärfe, verleugnet fich, bezwingt die Welt, zerstört des Satans Werke, kämpft innerlich und äußerlich; wo sich auch Feinde finden: er fann fie überwinden. 2. Jch babe fruchtlos mich gequält, und gab mich fast verloren, bis ich den Helfer mir erwählt, deß Geift mich neu geboren. Wer will die Kraft, die Alles schafft, wer Chrifti Macht ergründen, durch die wir überwinden? ich habe Gott gefunden! ber tröftet mich gar füßiglich, will mich vom Schmerz entbinden; d'rum fann ich überwinden. 7. Und wie ich immer führte Krieg mit meinen Glaubenswaffen, so werden sie den letzten Sieg im Sterben mir verschaffen. Ob Grab und Tod auch furchtbar droht, die Schrecken bald verschwinden, und ich werd' überwinden. 8. Das Kleinod ist mir vorgesteckt, ich soll nur tapfer fámpfen. D'rum bleibt mein Arm stets ausgestreckt, mit 3. Auf Eitles war mein Gott den Feind zu dämpfen. Sinn gestellt, auf falsche Luft Nur unverzagt und frisch geund Ehre, ich lebte nach dem wagt; ich seh' die Krone binLauf der Welt und nicht nach den, d'rum will ich überwinChrifti Lehre. So ift's nicht den. mehr; Gott sey die Ebr'! Ich streite mit den Sünden und will fie überwinden. 4. Die Menschen flößten Furcht mir ein, gefallen wollt ich Allen; jetzt aber fürcht ich Gott allein, und will nur ihm gefallen. Der Menschen Gunst ist eitler Dunst. Mag sich ihr Haß entzünden, doch werd' ich überwinden. 5. Die Welt mit ihrem Spott und Hohn erbebet mich zu Eh ren, fie muß an meiner Him mels- Stron' die Edelsteine mehren. Der Herr ertrug, daß man ihn schlug, er ließ sich schmähn Mel. Nun ruben alle tc. 460. Cinst felig bort zu werden, das ift und bleibt auf Erden mein bei liger Beruf. Gott, dem ich freudig glaube, weckt mich einst aus dem Staube, er, der aus Staube mich erschuf. 2. Die Erde, da wir wallen, oft ftraucheln, stehn und fallen, ist nur ein Pilgerland; zum Himmel foll uns leiten, zur Ewigkeit bereiten der Frommen furzer Uebungsstand. 3. So soll nicht Luft noch Leiden von meinem Gott mich Vom christlichen Leben 2c. 253 scheiden, der ich unsterblich bin.| nes Theil, Gott ewig Lob zu Was ist mein irdisch Leben? singen: so sey auch hier schon Wozu ist mir's gegeben? Wie unser Heil, für Alles Dank zu lange währt's, so ift's dahin! bringen. 8. Dort wird das große Ziel erreicht, vor unserm Herrn zu ftehen; wer hier ihm als sein Jünger gleicht, soll, wie er ist, ihn sehen. 4. Einst selig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. So sey all' mein Bestreben, nur ihm allein zu leben, ihm, der zur Ewigkeit mich schuf. 9. D'rum hilf, Erlöser, uns schon hier das Herz zu dir erheben, daß wir entschlafen einst in dir und ewig mit bir leben. Ich dank' dir schon ic. 461. Erhebet, Christen, euren Sinn; was hangt ihr an der Erden? Schaut In eigener Melodie. feft nach eurem Ziele hin: ein 462. s glänzet der Chri2. Was beut die Welt euch Leben, ob hier auch von außen lockend an? Nur Tand und kein Schimmer fie schmückt; nicht'ge Dinge! Wer einen Him- was ihnen der König des Himmel hoffen kann, schäßt irdisch mels gegeben, das wird nur Gut geringe. vom Auge des Geiftes erblickt; was Viele verachten bei irdischem Trachten, hat ihre erleuchteten Sinnen gezieret und sie zu der himmlischen Würde geführet. 3. Wer Gott erkennt, der fuchet ihn, kann nicht an Eitles denken, lernt sich dem Joch der Sorg' entziehn und sich zum Ew'gen lenken. 4. Auch wenn die Laft der 2. Sie gleichen im Neußern Erd' ihn drückt, wird er nicht den Kindern der Erde, und muthloß zagen, er kennt ja tragen auch an sich des Jrdiden, der ihn erquickt und weißschen Bild, sie fühlen wie Andre sein Leid zu tragen. der Menschheit Beschwerde, oft 5. Wo uns kein Schmerz sehn sie die Sonne der Freude mehr treffen kann, wo Lebens verhüllt; sie stehen und wandeln, ströme fließen, dort schaut er fie reden und handeln, wie Je hin, schaut himmelan, den der es treibet in zeitlichen DinSchmerz sich zu versüßen. gen, doch kann sie die weltliche Luft nicht bezwingen. 6. Dort haben wir ein ew'ges Haus, die Stätt' ist uns bereitet; dort theilt Gott seine Kronen aus: wohl dem, der tapfer ftreitet! 7. Dort ist der Engel schö3. Denn innerlich find fie von göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; es lodert in ihnen die himmlische Flamme, ent 254 Bom christlichen Leben 2c. zündet von oben, genähret von| und nach des reinen Geiftes dort; die Engel, als Brüder, Sinn zu leben; zwar der Natur erfreun sich der Lieder, die hier von den Lippen der Frommen erflingen, und bis in das himmlische Heiligthum dringen. 4. Šie wandeln auf Erden und leben im Himmel, fie bleiben ohnmächtig und schützen die Welt, fie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, find arm, doch sie haben, was ihnen gefällt; sie stehen im Leiden und bleiben in Freuden, sie scheinen ertödtet den äußeren Sinnen und führen das Leben des Glaubens von innen. geht es gar bitter ein, sich immerdar in Chrifti Tod zu geben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit. 2. Du darfst nur werden wie ein Kind, du darfst ja nur die Liebe findlich üben. O blöder Geift, wie gut ift Gott gefinnt! das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben; d'rum zage nicht, und fürchte nicht so sehr, es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit feiner Gnade fülle; der fromme 5. Wenn Christus, ihr Leben, Gott will ja nicht deinen sich wird offenbaren, wenn er Schmerz, die Unluft schafft in fich einft Allen in Herrlichkeit dir der Eigenwille; d'rum überzeigt, dann wird auch den from- gieb ihn willig in den Tod, so men und gläubigen Schaaren bat's nicht Noth. die Krone des ewigen Lebens gereicht; sie werden regieren, mit ihm triumphiren, wie leuch tende Sterne des Himmels dort prangen, wenn aller Welt Schim mer in Nacht ist vergangen. 4. Wirf mur getroft den Kummer hin, der ja das Herz ver geblich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glauben beinen Sinn, wenn Furcht und Weh an deinem Herzen naget; sprich: Bater, schau mein Elend gnädig an, so ift's gethan. 6. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du ewige Gonne der inneren Welt, laß deinen 5. Faß nur die Seele in Geverborgenen Weg uns erwäh- duld, wenn du nicht gleich des len, wie oft auch die Menge Vaters Hülfe merkeft, und fehleft für thöricht ihn hält. Hier we- du noch oft aus eigner Schuld, nig geschäßet und oftmals ver- fo fieb, daß du dich durch die lehet, bier stille mit Chrifto im Gnade stärkeft, dann ist vor Bater gelebet, das ist es, was einft uns zum Himmel erbebet. Gott dein findliches Versehn als nicht geschehn. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn Nacht und Finsterniß dich wird umge Mel. Es Poftet viel ic. 463. Es ist nicht schwer, ben; dein Vater wird dir nichts ein Chrift zu seynlau Leide thun, dil brauchst nies Vom chriftlichen Leben 2c. 255 mals vor einem Sturm zu bezen träget. Sey hoch das Ziel, ben; ja, siehst du auch von die Gnade macht es leicht, daß Hülfe keine Spur, o glaube man's erreicht. nur! 4. Schon hier wirst du den 7. So wirst du bald den Vater sehn, in seinem Anschaun Morgen sehn, du wirst dein sel'ge Luft empfinden, wirft über Heil in voller Klarbeit schauen; Zeit und Welt erhaben stehn, wie du geglaubt, wird dir als und dich mit Gott zu Einem dann geschehn, und Gott erfüllt Geift verbinden; schon hier erdein findliches Vertrauen. Oglänzet dann dein Angeficht im Geele, fieb, wie doch ein wah- Himmelslicht. rer Christ so felig ist! 8. Auf, auf, mein Geist, was fäumeft du, dich deinem Gott ganz findlich zu ergeben? Geneuß, o Herz, der süßen Himmelsruh', im Frieden sollst du bei dem Vater leben. D'rum sey dies beine Sorg' und Müh' allein, ein Chrift zu seyn. In eigener Melodie. 464. foftet viel, ein Christ zu seyn und nach des reinen Geistes Sinn zu leben; denn der Natur geht es gar bitter ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; auch ist's mit Einem Kampf, den wir vollbracht, nicht ausgemacht. 2. Auf Schlangen müssen Christen gehn, wohin sie ihren Fuß bienieden setzen; da foftet's Müb, auf seiner Hut zu stehn, soll tödtlich nicht der gift'ge Stich verlegen. Wer hier nicht wacht und betet immerdar, fommt um fürwahr. 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, die bier und ewiglich ein Mensch erfährt, der reinen Himmelsfinn im Her5. Dort schauft bu einst die Weisheit ganz, die dich mit Mutterliebe ftets geführet; dich frönet Gott mit jenem Perlentranz, der Christi Streiter nach dem Kampfe zieret. Was nie ein menschlich Auge hier gesehn, wird dort geschehn. 6. Auf, auf, mein Geift, er müde nicht, dich aus der Nacht der Finsterniß zu reißen. Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft dir Gott verheißen. Wie gut wird sich's doch nach der Arbeit ruhn, wie gut wird's thun! Mel. Zerr, nicht schicke deine ic. olget mir, ruft uns das Leben, was ihr bittet, will ich geben. Gebet nur den rechten Steg, folget, ich bin selbst der Weg. Mich müßt ihr zum Führer wählen, sucht ihr Ruh' für eure Seelen; lernt von mir, im Herzen rein, sanft und reich an Demuth seyn. 2. Ja, Herr Jefu, deinen Willen sollt ich freudiglich erfüllen, denn der Weg zur Seelenrub' und die Wahrheit selbst bist du; sollte nimmermebr mich 465. 465. 256 Vom chriftlichen Leben zc. schämen deine Laft auf mich zu uns nahn, um das Kleinod zu nehmen, folgen sollt' ich, doch empfahn. Hier laß uns dir wer schafft dazu mir, dem gläubig trauen, dort dein AntSchwachen, Kraft? liz selig schauen; jenes gieb uns in der Zeit, dieses in der Ewigkeit. 3. Herr, du selbst giebst Kraft und Stärke zur Vollbringung guter Werke, d'rum kann ich dir folgen von Natur gleich schwach. Will mich auch 466. bosaub wird Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. oder spät des die Welt umstricken und dir, Heiland, mich entrücken: täuscht mich ihre List doch nicht, denn du leuchteft mir, mein Licht. dieser Leib verderben: doch er allein finkt in den Staub, mein Geift wird nimmer sterben. Dort wartet mein nach dieser Zeit Verdammniß oder Selig4. Niemals will ich, Herr, dich lassen, fest im Glauben dich umfassen, deine Gnade stärket feit. mich in der Treue gegen dich. Gern laß ich die Weltluft schwinden, um in dir mein Heil zu finden; was die Welt giebt, ist Betrug, wer dich hat, der hat 2. Mit Furcht und Zittern soll der Chrift nach seinem Heile ringen, nicht suchen, was auf Erden ist, hinauf zu Gott sich schwingen, getroft den Pfad der Trübsal gehn und der Versuchung widerstehn. genug. 5. Du bist vor uns hergegangen ohne Stolz und eitles Prangen, reich an Freundlich feit und Huld, unter Sündern 3. Ich weiß, daß ich noch laufen muß, noch bin ich in den Schranken; das Ziel ist voll Geduld; ja, dich hat dein fern, mein schwacher Fuß be treues Lieben gar bis in den ginnet oft zu wanken. Tod getrieben, als der sünd'gen Welt zu gut floß am Kreuz dein theures Blut. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf meiner schweren Pilgerschaft! 6. Laß auch uns in solchen 4. So lang'ich noch ein FremdSchranken freudig laufen son- ling hier in diesem Leibe walle, der Wanken, daß uns Lieb' und so schaff' ein reines Herz in Freundlichkeit feft verbind' in mir, ein Herz, das dir gefalle, dieser Zeit; laß uns selbst in und lenke meines Lebens Bahn Kreuz und Leiden nicht von dei durch deinen Geift zu dir hinan! ner Liebe scheiden, daß wir, Herr, auf dein Gebot treu dir folgen in den Tod. 5. Es sey mein Ruhm, dein Kind zu seyn und dein Gebot zu üben; mein böchstes Gut, 7. Laß, o Herr, es uns ge- mich dein zu freun, von Hers lingen, unsern Lauf so zu voll- zen dich zu lieben; mein Trost, bringen, daß wir froh dem Ziel auf deinen Schuß zu baum; 257 mein Hoffen, dich dereinst zu schaun. 4. Nur frisch an allen Enden die Arbeit angefaßt! Mit un 6. Und dieser Hoffnung helles verdroßnen Händen sey wirksam Licht soll mir kein Zweifler ohne Raft! Das ist der rechte rauben; was meines Heilands Muth. Streu aus den edlen Wort verspricht, das halt ich Samen, arbeit in Gottes Nafeft im Glauben; die er als men, so feimt und wächst es Jünger hier erkannt, die reißet gut. nichts aus seiner Hand. Vom christlicher Leben 2c. 7. Heil mir, daß ich dein eigen bin, nichts fann von dir mich scheiden; der Tod auch ist für mich Gewinn, er führt zu ew'gen Freuden. Gieb, daß ich bir im Leben treu, durch dich im Tode selig sey. Mel. Aus meines Herzens c. 467. Geb' bin nach Got tes Willen in Mel. Nun ruhen alle x. Demuth und Bertraun, lern' 468. Gieb, Gott, wenn das Gebot erfüllen, sein großes ich dir diene, daß 5. So wird von Stund' zu Stunde das Feld des Herrn gedeihn, und bald auf seinem Grunde kein Unkraut sichtbar feyn. Schlag' Alles aus dem Sinn, was sonst dich hielt gefangen, dein Wünschen und Verlangen, und gieb dich gånzlich hin. Feld zu baun! Frag' nach der ich mich nie erfühne, darüber Erndte nicht! Du darfst den stolz zu seyn! Wer kann bei seiLohn nicht messen, mußt Freud' nen Werken, wie oft er fehlet, und Luft vergessen, nur sehn merken? Wer ist von Mängeln auf deine Pflicht. völlig rein? 2. Willst du nur seyn geborgen, und vor der Welt geehrt, so kannst du nicht besorgen, was deinem Herrn gehört. Sieht Jemand auf Gewinn, und trachtet hier auf Erden nur glücklicher zu werden, der hat den Lohn dahin. 3. Doch haft du deine Gaben dem Dienst des Herrn geweiht, so wirst du Augen haben, zu sehn, was er gebeut. Das thue ftill und gern! Du darfft nicht zaubernd wählen, nicht rechnen und nicht zählen; er ruft, du folgst dem Herrn. 2. Such' ich stets deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? Fühl ich der Tugend Würde, und trag' ich ihre Bürde auch immer mit Zufriedenheit? 3. Entzich' ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen, aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Eugend, o Herr, gedente nicht! Willst du mit deinen Knechten, 17 258 Vom chriftlichen Leben 2c. wie sie's verdienen, rechten, so| Himmel seb' und meine Hand trifft fie alle dein Gericht. erhebe; wenn ich zum Zeugen feierlich anrufe, Hocherhabner, dich, durch den ich bin und lebe: dann fey von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei. 5. Doch wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Tugend wäre: weß ist dies Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben, und dein Gebot zu üben, die Luft und Freudigkeit? Wer stärkte meine Kräfte im Heili gungsgeschäfte? Wer gab mir Muth und Sieg im Streit? 3. Wenn Frebler auch noch da dich schmähn, und frech mit Lügen vor dir stehn, dann laß mein Herz erschrecken! Web' dem, der wähnt, durch falschen Eid die Schmach der Ungerechtigkeit hier vor der Welt zu dekten! Weh' ihm, er stürzet freventlich in ewiges Berderben sich. 7. Du schaffst, daß ich dich wähle, du lebrest, wenn ich feble, mich meine Schuld be reun; du ziebst mich ab von Sünden und läßt mich Gnade bein ew'ges Leben! Verwirf finden, und giebst zur Beff'rung das Gedeihn. 4. O Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk', was du zum Pfande giebft: dein Glück, 8. Sollt ich mich deß erheben, was du mir, Herr, gegeben? Hab' ich zum Lohn ein Recht? Könnt ich auch Alles üben, was du mir vorgeschrieben: wer bin ich? ein unnüßer Knecht. nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dir's wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Nichts hat sie, das dich schadlos hält. mel. O Ewigkeit, du zc. 469. Gott, der du selbst die Wahrheit bist, vor dir, der rein und heilig ist, soll ich nur Wahrheit sprechen. Dich täuschet nie ein falscher Mund, des Lügners Frevel ist dir fund, und einst wirst du ihn rächen; laß darum stets mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrbeit seyn. 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Troft nicht mehr mein Herz er freut, dein Troft nicht, wenn ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befrein? Dann besser, nie geboren seyn. 6. D'rum soll nicht Ehre, Gut und Geld, und nicht die Macht der ganzen Welt mich blenden und verführen; und drohte mir auch Schmerz und Leid, ich will 2. Gott, wenn ich schwörend doch meine Seligkeit muthwillig bor dir steb', hinauf zu deinem nicht verlieren. Es gilt fein Vom chriftlichen Leben 2c. 259 Leib, fein Glück der Zeit, nein,| meinem Fleiß in jenes Leben es gilt Gott und Ewigkeit. folge. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. mel. Sollt' ich meinem Gott ic. T 470. Gott ift's, ber bas 471. eit eilig, beilig ift Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen; er giebt zur Arbeit Lust und Kraft, und läßt sie wohl gelingen. Was mit des Höchsten Willen ftimmt, wird, wenn man's freudig unternimmt, nicht ohne Fortgang bleiben. dein Wille; beilig, Vater, dein Gebot! Dir gehorcht in tiefer Stille deine Schöpfung, großer Gott! Die im Himmel dir lobfingen, stehn um deinen Thron bereit, freuen sich der Seligkeit, deinen Wil len zu vollbringen. Nur der Mensch erkennt es nicht für sein Heil und seine Pflicht. 2. Gott segnet den, der eifrig strebt, vor ihm gerecht zu werden, und treu nach seinem Willen 2. Dir gehorchet nah und lebt, schon gnädig hier auf Er- ferne aller deiner Welten Heer, den; er reicht ihm dar mit mil- deine Sonnen, deine Sterne, der Hand in seinem Amt, Be- Sturm und Donner, Erd' und ruf und Stand, was ihm wahr- Meer! Alles dienet deinem baftig nüßet. Willen! Alles, Schöpfer, was du schufft, eilt und drängt sich, wenn du rufft, dein Gebot, Herr, zu erfüllen. Nur des Menschen Herz allein will dir nicht gehorsam seyn! 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krónet sie mit Gnaden; was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunft ihnen schaden? Mit seinem Schutz bedeckt er fie und stärket bei des Lebens Müh' ihr Herz mit Troft und Hoffnung. 4. D'rum gieb, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß deinen Weg ich gehe. Laß mich, wie mir's dein Wort gebeut, nach deines Reichs Gerechtigkeit vor allen Dingen trachten. 5. Mein Vater, ich befehle dir die Werke meiner Hände! Sey überall, mein Gott, mit mir, daß ich fie wohl vollende! Dhilf, zu deines Namens Preis, daß mir die Frucht von 3. Oft empört sich seine Seele stolzen Muthes wider dich; deine göttlichen Befehle wirft er frevelnd hinter sich. Du sollst ihn nicht mehr regieren! Klug genug nach seinem Wahn, wählt er selbst sich eine Bahn, die ihn soll zum Heile führen, und geht mit bethörtem Sinn auf berfehrten Wegen hin. 4. Vater, lehr' uns All' empfinden, wohin eigner Wille führt! Sent uns ab vom Pfad der Sünden, deren Luft nur Tod gebiert! Mach' uns deinen Willen wichtig! Jeden Irrweg bilf uns fliehn, der uns könnte 17° 260 Vom chriftlichen Leben 2c. meinen dir entziehn, denn dein Weg al-| zu deinem Himmelreich binan! lein ist richtig! Mach' im Geift Erhalt in Gnaden uns täglich neu, und in guten Gang gewiß und fest mein LeWerken treu! benlang, daß unverführt vom Weltverfehr ich wall' auf deiner Spur einber. 5. So wird hoch verherrlicht werden deine Weisheit, Huld und Macht, und dein Wille hier auf Erden wie im Himmel froh vollbracht! Alle Werke deiner Hände werden unterthan dir seyn, alle deinem Dienft fich weihn bis an deiner Schöpfung Ende, bis die Fülle dieser Zeit eingeht in die Ewigkeit. Mel. Seelenbräutigam zc. 472. err, du gingst vor an auf der Lebensbahn, und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; hin zum Vaterland leit uns deine Hand. 2. Soll es hart ergehn, hilf uns fefte ftehn, daß wir nie in schweren Tagen unter'm Kreuze mutblos klagen; denn durch Trübfal bier geht der Weg zu dir. 4. Zu leicht erstirbt im Weltgewühl des Herzens besseres Gefühl. Des Geistes Ruf wird überhört, des Wortes Saat im Reim zerstört. Und wer ver bürgt die künft'ge Zeit, die uns Ersatz des Schadens beut? 5. Wie Mancher strauchelt, wankt und fällt, durch Beiſpiel, Witz und Spott der Welt! Durch sie gewinnt das Böse Muth, und leichter fiegen Fleisch und Blut. Der Afterweisheit frecher Scherz verführt durch Hohn manch züchtig Herz. 6. Entwöhne mich dem Weltgewühl, richt' Aug' und Herz auf's ew'ge Ziel, das nur der reine Sinn erreicht, der nicht zum breiten Weg entweicht, und der vom Geist der argen Welt führe mich durch deinen Geist sich rein er auf guter Bahnhält. 3. Rührt ein eigner Schmerz irgend unser Herz; kümmert uns ein fremdes Leiden: Herr, gieb du Geduld ju beiden! Rich te du den Sinn auf das Ende hin! 4. Ordne lebenslang also unfern Gang! Halt uns auch auf rauhem Wege fiets in deiner treuen Pflege! Und nach solchem Pauf thu dein Reich uns auf. Mel. Vater unser im 2c. Ferr 473. 2. Denn ohne dich und dei nen Geift bin im Gedräng' ich hier berwaist. Wohl mir, wenn ich nach deinem Sinn mit Gottes Freunden selig bin, und fern mich halte von der Schaar, die meiner Seele droht Gefahr. 3. Ein Umgang, welcher schuldlos schien, zog Manchen zum Berderben bin. Ein Augenblick Ergößlichkeit stürzt oft in grenzenloses Leid. Herr, hilf mir, daß ich wachsam sey, und schüße mich vor später Reu. Vom chriftlichen Leben 2c. 261 7. O wer, von dir als dein über Alles wichtig achten, und erkannt, in dir sein Heil und nach meiner Heiligung mit dem Leben fand, dem fehlt nie Licht regsten Eifer trachten; denn in Dunkelheit, der Freund nicht mein harrt vielleicht noch heut in der Einsamkeit. Verließ ihn das Gericht der Ewigkeit. gleich die ganze Welt, du, du bist's, der ihn schadlos hält. Mel. Meinen Jesum laß ich c. 474. er, ich hab aus sey mit Troft mir nah! deiner Treu, mir zum Heil, noch Zeit in Händen. In eigener Melodie. Gieb, daß ich beflissen sey, sie 475. err Jeſu, Gnaauch weislich anzuwenden; denn densonne, wahrwer weiß, wie bald zur Gruft haftes Lebenslicht, gieb Leben, deiner Vorsicht Wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die mir zugezählten Stunden! Wie ein Traum sind sie dahin, und auf ewig dann verschwunden; nur der Augenblick ist mein, deß ich mich noch jetzt tann freun. Licht und Wonne dem blöden Angesicht. Nur du kannst mid erfreuen und meinen Geift er neuen, o Herr, versag' mir's nicht. 7. Deine Gnade steh' mir bei, so zu wandeln auf der Erde, daß ich reich an Früchten sey, und einst reif zum Himmel werde; und ist einst mein Ende da, o so 2. Vergieb mir meine Gün den, demüthig bitt' ich dich; laß Troft bei dir mich finden, und hilf mir gnädiglich. Laß deine Friedensgaben die bange Seele laben; mein Jesu, höre mich. 3. Vertreib' aus meiner Seele den alten bösen Sinn, daß ich nur dich erwähle zum seligen Gewinn. Dir will ich mich ergeben, und dir zu Ehren leben, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, mein Seelenhort, und 5. Deine schonende Geduld öffne mein Verständniß durch trage mich hier nicht vergebens; dein heilsames Wort, damit ich nein, mich weise deine Huld auf an dich glaube, in deiner Wahrden ernsten Zweck des Lebens, heit bleibe, und wachse fort und daß für meiner Seele Wohl ich fort. ftets forge, wie ich soll. 6. Laß mich meine Besserung 3. Laß mich dieser Flüchtigfeit meiner Tage nie vergessen! Dwie wichtig ist die Zeit, die du mir haft zugemessen, da, mas bier von uns geschieht, ew'ge Folgen nach sich zieht!" 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, jede Stunde auszukaufen, und zu wirken dir zum Preis, eh die Zeit des Heils verlaufen, die zu meiner Seligfeit deine Gnade mir verleiht. 5. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus 262 Bom christlichen Leben 2c. innerm Triebe dich ewig lieben| Ehr' allein mein Endzweck sey, kann, und dir zum Wohlgefal- ob, was ich thu', auch niemals len beständig möge wallen auf mich gereu', und ob ich stets an rechter Lebensbahn. meinen Taufbund denke, ob ich auch beil'ger werd', und reich an frommer That, und völlig sey bereit, wenn sich mein Ende naht. 6. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Muth; das sind die Gnadenwerke, die dein Geist in mir thut; mein eigenes Beginnen, mein Denken und mein Sinnen ist nimmer recht und gut. 7. Du Geber aller Gnaden, du Brunnquell aller Treu, wend' allen Seelenschaden, und mach' mich täglich neu; gieb, daß ich deinen Willen beständig mög' erfüllen, und steh mir fräftig bei. 5. Mein Seligseyn laß mich mit Zittern schaffen, was eitel ist, mit allem Ernste fliehn; und kann ich mich dem Kampfe nicht entziehn, so reiche du mir deines Geistes Waffen, und in Versuchung steh mit deiner Kraft mir bei, daß ich nicht zaghaft bald, und bald vermessen sey. 6. Was du verhängst, davor soll mir nicht grauen, ich scheue nichts, fein Leiden, feine Noth; ich will getreu dir seyn bis in den Tod; ich darf ja dir und deiner Kraft vertrauen: die Sorge, die uns drückt, den Kummer, der uns plagt, kennst du, und hilfft gewiß, wie du uns zugesagt. 7. Laß mich schon hier von deinen Gütern schmecken, schon hier empfinden deine Hülf' und Macht, bis du hindurch zum Himmel mich gebracht, dann 3. Gieb, daß ich stets mein wird ein Lob das andere erwekSorgen darauf lenke, ob deine ken; und selig schauet dann in Mel. Mein Salomo, dein 2c. 476. err, lebr' mich thun nach deinem Wohl gefallen, dein guter Geist führ' mich auf eb'ner Bahn, daß ich dich mehr und mehr erkennen kann, und mit dem Sinn schon hier im Himmel wallen. Hilf, daß ich fort und fort im Glauben stark und treu, und rein von Eigenlieb' und schnöder Weltluft sey. 4. Du bist, mein Gott, nicht ferne von uns Allen, erfüllft mit deiner Gegenwart die Welt; dies reize mich, zu thun, was dir gefällt, dies warne mich, in Sünden nicht zu fallen; dein beil'ges Recht sey stets vor meinem Angesicht, und deine Gnade sey mein Trost, mein Heil, mein Licht. 2. Kein Heuchelschein, kein falt noch laulich Wesen beflecke mich, dir sey mein Herz geweiht, und rechter Ernst sey meine Frömmigkeit. Zu deinem Dienste haft du mich erlesen, d'rum leuchte mir, o Herr, dein Licht auf meinem Gang, daß ich durch Sinn und That dich preise Lebenslang! Vom christlichen Leben 2c. 263 deines Himmels Licht auch mein| noch lebe. Er ist zum Vorbild berflártes Aug' dein herrlich An- mir gestellt, ich sterbe mit ihm gesicht. dieser Welt, weil ich mich ihm ergebe. 7. Durch ihn fann ich mich dein erfreun, und ewig dir vereint zu zum Gut mir wählen. Mich stärket deines Geistes Kraft; im Kampfe meiner Ritterschaft kann mir der Preis nicht fehlen. mel. Kommt her zu mir 2c. 477. Berr, meiner Seele den mir dein heil'ges Wort erklärt, laß mich mit Ernst bedenken, daß ich sie ehre, wie ich soll, und auf die Sorge für ihr Wohl mög' allen Eifer lenken. 2. Welch Heil hast du ihr zugedacht; wie viel hat deine Mel. Eins ist Noth, o Herr 2c. Gnad' und Macht schon hier 478. Berzog unfrer Selig an sie gewendet! Du schufft sie, Herr, dein Bild zu seyn, und in dein Heiligthum, hilf, daß haft uns, um es zu erneun, den wir uns recht bereiten, zu verSohn berabgesendet. tünden deinen Ruhm. Laß unsere Bitte dein Herze jetzt rühren, du haft uns erkaufet, du wirst uns auch führen; wir wollen dem Vater zum Opfer dastehn, und mit dir durch Leiden zur Herrlichkeit gehn. 3. D'rum aufwärts richte sich mein Sinn, weil ich ja nur ein Pilger bin für kurze Zeit auf Erden. Durch Glauben und Gottseligkeit soll größerer Vollkommenheit ich einst theilhaftig werden. 2. Er hat uns zu dir gezogen, und du zogst zu ihm uns hin; so hat Liebe überwogen unsers nach kurzer Mühe führen. Herzens starren Sinn. D'rum laß mich nicht durch eigne Schuld die Frucht von deiner Lieb' und Huld, das ew'ge Heil verlieren. wollen wir freudig in dir auch absterben der Welt und des eigenen Herzens Verderben; in deinen Tod, Herr, laß gepflanzet uns seyn, sonst dringen wir nimmer zum Leben hinein. 3. Denn noch immer sucht die Sünde so viel Ausflucht überall, wie sie unsern Willen binde, und bereite uns den Fall. Es bleibet das Herz an dem Kleinsten noch fleben, und will fich nicht völlig zum Sterben ergeben, es wendet Entschuldigung 4. 3u solchem Ziele willst du mich durch dieses Leben väterlich 5. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir; d'rum schaff', o Gott, ein Herz in mir, das alle Sünde baffet, die Schuld vor dir mit Ernft bereut, und dann mit voller Freudigkeit auf Chriftum Hoffnung faffet. 6. So leb' ich denn im Glauben schon an meinen Heiland, deinen Sohn, was ich im Fleisch 264 Bom chriftlichen Leben 2c. überall vor, wir leiben der Täu-| doch in seiner Pein mein ganzes schung ein williges Ohr. Selbst ertödtet seyn. 3. Jch fühle wohl, daß ich dich liebe, und mich in deinem Willen übe, jedoch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. D'rum, du Todesüberwinder, nimm dich unser mäch tig an, greife du in's Herz der Sünder, reiß heraus den falschen Wahn. O laß sich dein neues erstandenes Leben in unfern erstorbenen Herzen erheben, laß deine vollkommene Klarheit uns sehn, auf daß wir als neue Geschöpfe erstehn. 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geift geheiligt werden, der Sinn muß tiefer in dich gehn, und unbe weglich muß ich stehn. 5. Kehre die zerstreuten Sin- 5. Ich weiß mir zwar nicht nen aus der Vielheit in das selbst zu rathen, hier helfen Ein', daß sie wieder Raum ge- nichts der Menschen Thaten; winnen, nur von dir erfüllt zu wer macht sein Herz wohl selseyn. Ach wirf du die Mächte ber rein? Es muß durch dich der Finsterniß nieder, erneue die gewirket seyn. Kräfte des Geiftes uns wieder, daß er aus der Fülle der Gnaden sich nähr', und muthig sich gegen die Anfechtung webr'. 6. Doch kenn' ich wohl bein treues Lieben, du bist noch immer treu geblieben; ich bin ges wiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 6. Lebensfürst, so lieb' und labe die begnadigte Natur; wirke fort mit deiner Gabe in der neuen Creatur! Dein Eden erblüh' in den Seelen der Deinen, und bald laß die selige Stunde erscheinen, wo du dich in allen Erlöften verklärft, und Allen auch hier schon das Leben gewährst. Mel. 3euch meinen Geist 2c. 7. Indessen will ich treulich kämpfen, und stets die falsche Regung dämpfen, bis du ersiehest deine Zeit, und giebst mir Frieden nach dem Streit. Bier legt mein Sinn 8. D'rum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen; ach drück' es feft in meinen Sinn, daß ich in dir nur selig bin. 9. Wenn ich mit Ernft hieran an gedenke, und mich in deine Tiefe 479. von geblickt, und in des Herzens Grund erquickt. 10. So wächst der Eifer mir im Streite; ich habe schon des Sieges Beute, und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du die mein Geift sucht seinen Ursprung wieder; Herr, dein erfreuend Angeficht verbirg vor meiner Armuth nicht. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben, laß mich in Chrifti Tode sterben; o möchte Liebe selber bift. Vom chriftlichen Leben 2c. 265 Mel. Meinen Jesum laß ich 2c. Herrn gebeut, das ist eure Se480.immelan geht unligkeit. fre Bahn, wir sind 2. Nicht aus Sinais Gewit Gäfte nur auf Erden, bis wir tern donnert hier des Herrn Gedort zum Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. bot, daß die Herzen bang erzittern, weil es Zorn und Strafe droht. Selig preiſend thut sein Mund euch den Sinn des Vaters fund. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen, und du kannst, was irdisch beißt, nicht zu deinem Ziel erlesen. Wer da weiß, woher er stammt, ist für's Ew' ge nur entflammt. 3. Selig sind die geiftlich Armen, denn das Himmelreich ist ibr; ihnen öffnet voll Erbarmen Gott der ew'gen Gnade Thür. Da wird ohne Maaß gewährt, was ihr sehnend Herz begehrt. 3. Himmelan! ruft Gott mir zu in bes beil'gen Wortes Lebren; das weist mir den Ort der Rub, dem ich einft soll angehören. Wähl' ich dies zur Leuchte mir, wandl' ich schon im Himmel bier. 4. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon auf wärts steigt, über Sonnen, über Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbft voran, daß ich freudig folgen kann. 4. Selig sind, die Leid empfinden auf des Lebens schmaler Bahn. Ihre Traurigkeit wird schwinden, reicher Trost wird sie umfahn; denn sie wirkt zur Seligkeit Reue, welche nie gereut. 5. Selig find, die sanften Muthes, und in Demuth milde find; fie erfreuen sich des Gutes, das kein Troß und Streit gewinnt. Durch der Sanftmuth stille Macht wird das Schwerste leicht vollbracht. 6. Selig find, die hier mit Schmachten dürften nach Gerechtigkeit; die nach Gottes Reiche trachten, nicht nach Gütern dieser Zeit. Wo der Born des Lebens quillt, wird ihr Seelendurft geftillt. Mel. Liebe, die du mich sc. 481. ört das Wort voll und Liebe, fehn, das zu euch der Heiland spricht; bört's und prüft des Herzens Triebe bei des Wortes hellem Licht! Was der Mund des Barmherzigkeit. 7. Selig sind, die voll Erbarmen auf der Brüder Leiden den Schwachen, Kranken, Armen freudig eilen beizustehn. Noch vor Gottes Thron erfreut einst auch sie 266 Vom chriftlichen Leben z 8. Gelig find die reinen Her-] 3. Dein Sohn bat mich mit zen, die nicht Sünd' und Welt seinem Blut erkauft, nicht daß umstrickt, die mit schnöder Luft ich nur der Hölle möcht' entgenicht scherzen, weil nur Heil'ges ben: dein Ebenbild soll neu in fie entzückt. Einft im reinen mir entstehen, dazu bin ich mit Himmelslicht schaun sie Gottes deinem Geist getauft. Ängesicht. 9. Selig sind, die Frieden bringen, Schuld und Kränkung übersehn, Feindeshaß mit Huld bezwingen, für Verfolger segnend flehn. Trifft sie auch der Menschen Spott: seine Kinder nennt fie Gott. 4. Mein Leib und Seel' soll als dein Eigenthum von dir, o Gott, und deiner Gnade zeugen; der Mund soll nimmer meinen Dank verschweigen, der Thaten Stimm' erhebe deinen Ruhm. 10. Selig sind, die als Gerechte dulden Kreuz, Verfol gung, Schmach, als des Herrn getreue Knechte bis zum Tod' ihm folgen nach. Groß ist dort, vor Gottes Thron, seiner Ueberwinder Lohn. 11. Seyd ein Salz, ein Licht der Erde, laßt der Wahrheit Früchte sehn, daß durch euch verherrlicht werde euer Vater in den Höhn. Ob der Erdball untergeht, sein Gebot, sein Wort befteht. Mel. Wie schnell verstrich c. 482. füble wohl, ich felbft verdient es 5. Möcht ich zu meinem Troft des Glaubens Kraft an seinen Früchten doch beständig merken, so reizt' ich Andre auch zu guten Werken, erbaute fie durch das, was ich geschafft. 6. So leb' ich ganz in deines Sohnes Reich, wenn ich nicht Herr zu meinem Herrn nur sage, nein auch sein Joch und seine Lasten trage, ihm an Geduld und auch an Treue gleich. 7. Nimm Alles weg, was dir, o Gott, mißfällt, was mich noch kann aus deinem Himmel schlie ßen, und laß mich reichlich alles Heil genießen, was der erfährt, der an dein Wort fich hält. Mel. Valet will ich dir geben 2c. nicht, daß bu, Gott, dem Vers 483. b foll zum Leben derben mich entrisfeft; denn bringen, das ist wenn du mir nach meinen Tha- hier mein Beruf, soll nach dem ten misseft, spricht mich des To- Himmel ringen, für welchen des schuldig bein Gericht. Gott mich schuf. In dieser Welt voll Sünden soll ich nur ihm mich weihn, im Glauben überwinden, und dann erst selig seyn. 2. Die Gnade nur in Chrifto macht mich frei; nun kann ich dich in guten Werken preisen, und durch den Fleiß der Heis ligung beweisen, wie hoch ich dir, o Gott, verbunden sey. bald hab' ich erfahren, nur das 2. Das bat in frühen Jahren mich Gottes Wort gelehrt, und Vom chriftlichen Leben 2c. 267 Ich sah im| bens, furchtbar die Macht, die bewährt der mich täglich bedroht. Stehst du mir, Jesu, nicht schüßend zur Seite, wie könnt' ich kämpfen und siegen im Streite? 2. Jesu, bilf siegen; ein sündlich Verlangen tampfet in mir mit des Höchften Gebot. Nimm du den Willen des Fleisches gefangen, bring durch dein Sterben der Sünde den Tod. Und daß mir möge, was gut ift, gelingen, gieb du das Wollen und gieb das Vollbringen! sey meiner werth. berbften Leide Gläub'gen Muth, sab, welche reine Freude auf dem Gehorsam ruht. 3. Jch sah die Streiter Gottes, die sich der Luft entfagt, trop alles frechen Spottes in Kánpfen unverzagt; ich sah, wie jener Krone schon hier ihr Herz fich freut, vectrauend reichem Lohne nach treu vollbrach, ter Zeit. 4. O Gott, auch mich verlanget in deinem Reich zu seyn; doch meine Seele banget noch nicht an dir allein. Den Him mel möcht' ich erben, doch lieb' ich noch die Welt. Herr, welch ein Verderben, das mich gefangen hält! 5. Jch wandl' auf deinem Wege, doch unftät ist mein Sinn; bald werd' ich matt und träge, bald schleich' ich muth los bin. Zum Ziele möcht' ich dringen, doch schlummr' ich oft mals ein; ich lasse nach zu rin gen, und will doch Sieger seyn. 6. Mocht ich an dir nur hangen, o Gott, allein an dir! du haft es angefangen das gute Werk in mir; o möcht'st du mir nun senden zur Hülfe deinen Geist, und gnädig so vollenden, was mir dein Wort verheißt. In eigener Melodie. 484. Refu, bilf fiegen, du Fürfte des Lebens; fieb, wie ich schweb' in Gefahren und Noth; schwach ist mein Wollen, mein Ringen verge3. Jesu, bilf fiegen, sonst muß ich verzagen, wenn mein Gewissen das Urtheil mir spricht, wenn mich die Sünden der Jugend verklagen, und ich erbebe vor Gottes Gericht. Wenn solche Schrecken die Seele beftürmen, wollest du mich, o Verföhner, beschirmen. 4. Jesu, bilf fiegen; wer mag sonst bestehen wider den trüglich verfchlagenen Feind? Wer mag dem Vater der Lügen entgeben, wenn er als Engel des Lichtes erscheint? Du bist die Wahrbeit, nrein göttlicher Meister; lehr' mich fie finden, und prüfen die Geifter! 5. Jesu, bilf fiegen, hilf wachen und beten! Herr, durch dein Flehen, das Alles vermag, wollest du mich bei dem Vater vertreten! Hüter, dein Auge bleibt immerdar wach; wenn mich der Schlummer der Trågheit befallen, laß, mich zu wecken, bein Rufen erschballen! 6. Jesu, bilf fiegen, wenn Alles verschwunden, was ich auf 268 Vom chriftlichen Leben 2c. Erden mein eigen genannt;| den Harnisch: legt ihn an, fo wenn auch die Freunde, sonst könnt ihr muthvoll stehen. treu mir verbunden, falt und entfremdet fich von mir gewandt. Dennoch soll nimmer mein Herz sich betrüben, bift du, o Jesu, mein Theil nur geblieben. 4. Mit seiner Hölle Graun umbüllt, schießt Satan Flammenpfeile. Ergreift, ergreift des Glaubens Schild, schüßt euch mit Chrifti Heile. Mit diesem Helm deckt euer Haupt, kämpft mit des Geiftes Schwerte; das ist es, was fein Tod euch raubt, das mächtige, bewährte. 7. Jefu, bilf fiegen, wenn einft ich soll sterben, mache von Furcht vor dem Tode mich frei, zeige das Reich mir, das der soll ererben, der bis an's Ende geblieben dir treu. Laß auch zuletzt mich im Kampf nicht erliegen, reiche die Hand mir, o Jesu, hilf fiegen! 5. Wer überwindet, soll den Tod, den ew'gen Tod nicht seben; verging' er auch in seiner Noth, dort wird er nicht vergehen. Nach dieses Lebens furzem Streit, nach seinen kurzen Leiden, wird euch der Unschuld weißes Kleid, Gerechtigkeit, be fleiden. Mel. Was mein Gott will ic. 485. br Mitgenoffen, auf zum Streit, damit uns Gott belohne! Es gilt das Reich der Herrlichkeit, der Ueberwinder Krone. Der Weichende wird nicht gekrönt; wie bat der Herr gestritten! Die Sieger nur hat er versöhnt, als er für uns gelitten. 2. Miterben, haltet an und ſeht empor zum großen Lohne; denn nur durch unsre Feindémod geht der Weg zu jener Krone. Mel. Herzliebster Jesu 2. On deiner Liebe, Ob tausend auch zur Rechten 486. Gott, nicht zu ers fäneuch, zur Linken tausend fen: getroft, ihr kämpft für Gottes Reich; er wird die Kraft euch schenken. kalten, will ich mich stets zu deinen Freunden halten; gestärkt, ermuntert wird mein Herz mit ihnen dir froher dienen. 3. 3war groß ist unsers Kampf's Gefahr, doch laßt uns nicht erschrecken. Mit uns ist Gott, und wunderbar wird uns sein Schild bedecken. Er stärkt, der mächtig stärken fann, wenn wir um Hülfe fleben; er reicht 6. Ach Hüter, ist die Nacht bald hin, die dunkle Nacht der Erden? Wenn ich einst Üeberminder bin, wird Licht das Dunkle werden. Dann seh' ich in dem Lebensbuch, Dank sey dir! meinen Namen. Des Kampf's, des Leidens ist genug, erlöset bin ich, Amen! 2. Ein reger Trieb zur Heiligung verbinde uns in dem Kampfe wider Welt und Sünde, daß der Versuchung Keiner unterliege, daß Jeder siege. 3. Laß ihren Eifer in der Tu Bom christlichen Leben 2c. gend Werken auch meinen Fleiß und für, denn das Himmelreich und meinen Eifer stärken, um ift ihr; die sich selbst gering bier nicht, wenn sie dein Werk mit schäßen, wird Gott einst zu EhFreuden treiben, zurück zu ren setzen. bleiben. 269 3. Selig sind, die Leide tragen, daß fie täglich sich vergehn, die voll Wehmuth es beklagen, wenn sie Andre ftraucheln sehn: Gott, voll Langmuth und Geduld, decket ibre Sündenschuld, und sie sollen hier auf Erden, mehr noch dort getröftet werden. 4. Laß mich mit Luft den Rath der Weisen hören; gieb, daß sie gern und freundlich mich belehren, und brauch' ich Trost, mich, ihren Miterlöften, voll Mitleid tröften. 5. Gieb, daß sie warnend mir zur Seite geben, und, fall' ich, bald mir helfen aufzustehen, daß deine Bahn mit neuem Muth ich walle, und dir gefalle. 4. Selig find die frommen Herzen, die, mit Sanftmuth angethan, willig Hohn und Trop verschmerzen, auch dem Feind' in Liebe nahn: Gott, der mächtig helfen kann, nimmt sich ihrer Sache an; Allen, die zum Schutz ihn wählen, wird's 7. O darum laß, die du ge- an keinem Gute fehlen. fügt zusammen, einander stets 5. Selig find, die eifrig stres zur Heiligung entflammen, und ben nach des Herrn Gerechso einst Alle durch vereintes Rin- tigkeit, daß ihr ganzes Thun gen zum Himmel dringen. und Leben nie von Unrecht sey entweiht; deren Herz nichts mehr begehrt, als was Gottes 6. Sind wir nicht darum Eis nes Leibes Glieder, nicht Alle deine Kinder, Alle Brüder, daß wir einander fördern in dem Streben, dir, Herr, zu leben? Mel. Freu' dich sehr ic. 487. Rommt und laßt Rubm bermehrt: Gott wird den Herrn euch ihr Verlangen stillen, fie mit lehren, kommt und lernt aus seiner Gnad' erfüllen. seinem Wort, welche Chrifto 6. Selig find, die voll Erangehören, als die Seinen bier barmen mitempfinden fremde und dort: die im Glauben fest beftehn, freudig Gottes Wege gebn, in des Heilands Liebe brennen, und ihn ohne Scheu bekennen. Noth; gern sich wenden zu dem Armen, brechen freundlich ihm ihr Brod, und, wo Ratb und That gebricht, im Gebet ermüden nicht. Solche werden Hülf' empfangen, und Barmherzigkeit erlangen. 2. Selig find, die Demuth haben, und fich fühlen arm im Geift, fich nicht rühmen ihrer 7. Selig find, die funden werGaben, daß Gott werd' allein den reines Herzens jederzeit, gepreist: Heil folgt ihnen für die in Werken und Gebehrden 270 Vom chriftlichen Leben z. lieben Zucht und Heiligkeit:| Treuer Jesu, bleib' bei mir, geb' solche, denen nicht gefällt die voran, ich folge dir. unreine Luft der Welt, sondern die fie ernftlich meiden, werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig find, die friedlich leben, und in frommer Einigkeit; die, wo Streit sich will erheben, ihn zu schlichten sind bereit: wer den Brüdern Liebe lehrt, ist dem Gott des Friedens werth; d'rum, die Friedens fich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 2. Lasset uns mit Jefu leiden, seinem Vorbild werden gleich! Nach dem Leide folgen Freuden, Armuth hier macht dorten reich; Thränenfaat bringt Heil und Wonne, Hoffnung tröstet mit Geduld, denn es scheint durch Gottes Huld nach dem Regen bald die Sonne. Jefu, hier leid' ich mit dir, dort gieb deine Freude mir! 3. Laffet uns mit Jesu fter9. Selig find, die ftill er ben; sein Tod wehrt dem ew'gen dulden Schmach, Verfolgung, Tod, rettet uns von dem VerAngst und Pein, die hier leiderben, das dem sichern Sünden ohn' Verschulden, und das der droht. Laßt uns sterben, Kreuz des Herrn nicht scheun: weil wir leben, sterben unsern sey der Trübsal noch so viel, Lüften ab: so wird er uns aus feget Gott doch Maaß und Ziel, dem Grab in des Himmels Le herrlich wird er fie belohnen, mit ben beben. Jesu, sterb' ich, sterb' des ew'gen Lebens Kronen. ich dir, daß ich lebe für und für. 10. Žeite mich zu allen Zei ten, Herr, und steh mir fráftig bei, daß so bober Selig keiten ich aus Gnaden fähig sey. Vater, bilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn, und durch deines Geiftes Stärke mich befleiße albe guter Werke. 4. Laffet uns mit Jeju leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wieder geben. Jefu, unser Haupt du bist; wir sind beines Leibes Glieder! Wo du lebst, da leben wir, ach, erfenn' uns für und für, Sees lenfreund, für deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. mel. Sollt' ich meinem 2c. 488. Paffet uns mit Jefu ziehen, seinem VorMel. O wie selig seyd ihr doch x bild folgen nach, in der Welt 489. ebet, Chriften, ſo der Welt entfliehen, auf der allhier auf Erden, Bahn, die er uns brach! Laffet daß ihr Chrifto möget ähnlich uns zum Himmel reifen, ir werden, der aus dem Leiden disch noch schon himmlisch seyn, ging zum Vater in das Reich glauben recht und leben rein, der Freuden. Glauben in der Lieb' erweisen. 2. Seht auf die mit eifrigem Vom christlichen Leben 2c. Verlangen, die ihm nach und euch find vorgegangen; schaut an das sie euch gegeben. 3. Ulebet willig eures Mei flers Lehren; folgt ihm nach, wollt ihr ihm angehören, ents ſagt dem allen, was der eitlen Welt nur fann gefallen. 4. Opfert ihm euch auf und eure Glieder, fallet unter'm Kreuze vor ihm nieder, im Kreuzesorden seyd ihr seine Knecht und Ritter worden. 5. Haltet euch an ihn, da ihr müßt streiten, bleibt bestándig, er steht euch zur Seiten, er bilft euch ringen, giebt euch Kraft, den Sieg davon zu bringen. 6. Er giebt auch, wenn ihr dereinst sollt scheiden, seinen Frieden in den letzten Leiden, und läßt euch hoffen, was auf Erden Niemand angetroffen. 271 7. Nur daß ihr im Glauben muthig kämpfet, und in seiner Kraft die Sünde dämpfet, die fich stets reget, und der Seele heimlich Schlingen leget. Mel. 3euch meinen Geift x. 490. Mein Gott, ach lehre Jesu Jünger sey zu nennen; und wirk in mir zu deinem Ruhm das ächte, wahre Christenthum. 2. Hilf, daß ich dir mich ganz ergebe, daß ich mir sterb' und dir nur lebe; vom Eigenwillen mach' mich frei, und mach' in mir, Herr, Alles neu. 3. Entreiße du mein Herz der Erden, laß Einen Geift mit dir mich werden; nimm mich zu deinem Opfer bin, und gieb mir meines Jesu Sinn. 4. Regiere, Vater, meine Seele, daß ich den schmalen Weg erwähle, dem Heiland folge treulich nach, und Ehre such' in Chrifti Schmach. 5. Verleih mir zur Entfa gung Kräfte, daß ich an Chrifti Kreuz mich hefte, daß mir die Welt gekreuzigt sey, und ich dir immer bleibe treu. 6. Stärk in mir Glauben, Hoffnung, Liebe, und gieb, daß ich sie thätig übe, daß ich entfernt von Heuchelei, ein wahrer Jünger Jesu sey. 7. Gieb, daß ich so auf die8. Wer nun glücklich diesen würdig werde; und wirk' in mir fer Erde des Chriftennamens Kampf geendet, und den schwes ren Lauf zum Ziel vollendet, u deinem Ruhm das ächte, dem wird die Krone der Gewahre Christenthum. rechtigkeit zum Gnadenlohne. Mel. Nun fich der Tag 2. 9. Also lohnt der Richter 491. Mein Gott, das allen denen, die ihn lieben, und Herz ich bringe sich nach ihm sehnen; er kennt dir zur Gab' und zum Geschenk; die Seinen, die d'rauf warten, daß er wird erscheinen. du forderst dieses ja von mir, deß bin ich eingebent. 272 Vom christlichen Leben ze. 2. Gieb mu, mein Sohn,| Heuchelei, zu Gottes Preis und dein Herz, spricht du. O welch Chr. ein heilsam Wort! Es zeigt den Weg zur wahren Rub', zum Frieden hier und dort. 3. So nimm mein Herz, o Vater, an, verschmäh' die Gabe! nicht, obgleich dem, was ich geben kann, der Werth vor dir gebricht. 12. So nimm mein Herz zum Tempel ein, o Gott, schon in der Zeit, und laß es deine Wohnung seyn auch in der Ewigkeit. 13. Dir geb' ich mich zu eis gen bin, zu thun, was dir gefällt. Ich weiß, daß ich der Deine bin, der Deine, nicht der Welt. 4. Noch ist dies Herz voll Eitelkeit, und nicht vom Bösen frei; noch ist es mit sich selbst im Streit, und fühlt nicht wahre 492. Mein Gott, du prüfft des HerMel. Wer nur den lieben 2c. Reu'. 5. O beuge meinen starren zens Triebe, dringst in der Sinn, erweich' dies harte Herz, Seele Tiefen ein; du weißt, ob daß es vor dir sich werfe bin ich dich wahrhaft liebe, und bas in Thränen und in Schmerz.seft allen falschen Schein. Du 6. Dann rein'ge du, Herr bringest Alles an den Tag, was Jefu Chrift, mich durch dein noch so tief verborgen lag. theures Blut, weil du am Kreuz gestorben bift, mir und der Welt zu gut. 7. Gieb mir nach deiner Mitt lerhuld an deiner Gnade Theil; es ist zur Tilgung meiner Schuld doch außer dir kein Heil. 2. Bet' ich in deinem Heiligthume, so darf nicht bloß die Lippe flehn; und sing' ich, Herr, von deinem Ruhme, muß es aus Herzensgrund geschehn. Wenn sich mein Blick zum Himmel lenkt, sey auch der Geift in dich versenkt. 8. Mit dir, o heil'ger Geift, laß mich auch in Gemeinschaft 3. Die Frömmigkeit fliebt seyn; ergieß um Chrifti willen jeden Schimmer, und sie bes dich tief in mein Herz hinein. darf des Scheines nicht. Der 9. Hilf, daß ich sey im Glau- Fromme täuscht und heuchelt ben treu an Chriftum, Gottes nimmer, und scheuet nie der Sohn, und ibn bekenne sonder Wahrheit Licht. Wer GottesScheu, trotz seiner Feinde Hohn. furcht im Herzen bat, beweist 10. Hilf, daß ich sey im Hof- es auch in Wort und That. fen fest, voll Demuth und Ge- 4. Nicht ungestraft wird deis duld; daß ich, wenn Alles mich ner spotten, wer heuchelnd verläßt, vertraue Gottes Huld. spricht, er sey ein Chrift. Du 11. Hilf, daß mein Lieben baft gedrobet, auszurotten, was lauter sey, und wachse immer von dem Geift der Lügen ist; mehr, dem Nächsten dien' ohn' die sich durch frommen Schein Vom christlichen Leben 2c. 273 erhöhn, die werden dort mit gewissen Bahn aus Kraft in Schmach beftehn. Kraft und täglich himmelan. 5. Was hilft es, vor den 5. Dir bleib' ich dann getreu Menschen prangen, wenn mir im Thun und Leiden, und werdein Wohlgefallen fehlt? D'rum de Sünd' und Unrecht ernstlich gieb, o Herr, daß mein Verlangen die lautre Wahrheit nur erwählt. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir, o schaff' ein reines Herz in mir! meiden. Mich fesselt nicht die schnöde Lust der Welt, ich suche nur, was, Heil'ger, dir gefällt. 6. Wie selig dann, wenn ich nichts mehr begehre, als einzig nur, Herr, deines Namens Ehre. Des Nächsten Glück, und mein zukünft'ges Heil ist dann die Frucht der Arbeit und mein Theil. 6. Giebt mir doch nur ein gut Gewissen in Trübsal Trost und Freudigkeit, läßt mich getroft die Augen schließen, hinübergehn ohn' Angst und Leid. Schlaf' ich mit reinem Herzen ein, so werd' ich bei dir selig ſetzn. 7. Laß Alles wohl zu seiner Zeit geschehen, und bin auf's Ziel, das vor mir steht, mich sehen, daß gute Saat zur frohen Ewigkeit durch all mein Mel. Der Tag ist bin, mein c. 493. Mein Vater, laß Thun von mir werd' ausgestreut. mich deine Gnade merken, und steh mir bei in allen meinen Werken. Gieb immerdar, daß ich auf dich nur seb', damit durch mich dein Wille stets gescheh'. 8. Wie fröhlich wird mein Herz, wenn jenes Leben den Glauben krönt, mein Vater, dich erheben! Wie fanft werd' ich dort nach der Arbeit ruhn, wie wohl wird mir die Freudenerndte thun! Mel. Mach's mit mir xc. 2. Du wirkest selbst das Wollen und Vollbringen, durch dich allein kann mir mein Werk gelingen. Fang' ich's nur recht in deinem Namen an, so ist zum Ziel der größte Schritt gethan. 494. Mir nach, spricht Christus, unfer Held, folgt meinem Vorbild, 3. Laß mir den Strom der Christen; berleugnet euch, verGnade reichlich fließen, und dei- laßt die Welt mit ihren eitlen nen Geift fich in mein Herz er- Lüften; nehmt auf euch Kreuz gießen. Olaß dies Herz nicht und Ungemach und folget meimehr auf sich beruhn; in dir nem Wandel nach. allein kann ich das Gute thun. 4. Wenn so mich nur dein beil'ger Geift regieret, und meinen Geist in alle Wahrheit führet; dann schreit ich fort auf der 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu einem beil'gen Les ben. Wem anders sollt ich wohl, als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren 18 274 Vom chriftlichen Leben ze. Wohl, und wie ich richtig wan-| fich ihn zum Herrn erkoren, daß deln soll. fie seinem Dienft fich weihn. 3. Dein Herz ist ganz von Dazu weck in unsern Herzen, Lieb' erfüllt, von Sanftmuth Gott, der Buße fel'ge Schmer und von Güte; das Wort, das zen; mach' uns durch den Glau deinem Mund' entquillt, erquit- ben neu, seine Frucht sey Lieb' ket das Gemüthe; und dein er- und Treu. barmend Herz entbrennt felbft für den Feind, der dich nicht kennt. 2. Immer sey die Hoffnung sehnlich, das Gebet an Andacht reich, unfre Sanftmuth Jesu ähnlich, ihm das Herz an Demuth gleich; die Geduld undas Vertraun überwindlich, 4. Du jeigft, was wahrhaft schädlich ist, lehrst uns die Sünde meiden, und von des Her zens Trug und Lift uns reini- zum Vater findlich. So bild' gen und scheiden. Du bist der uns zu Christi Ruhm, als sein Seelen Fels und Hort, und theures Eigenthum. führst uns zu der Himmelspfort. 5. Fällt's uns zu schwer, du gehst voran, stehst helfend uns zur Seite; du kämpfest selbst und bricht die Bahn, bift Alles in dem Streite. Ein Kriegsmann darf nicht stille stehn, fieht er voran den Feldherrn gehn. 6. Wer mehr, als dich, sein Leben liebt, wird's ohne dich verlieren; wer's ganz in deinen Dienft ergiebt, wird's hier schon 496. ach meiner Seelen 3. Unser Herz sey stets im Himmel, denn auch unser Schatz ist da. Wir entziehn uns dem Getümmel, sey in heil'ger Still' uns nah'! Laß sich unsern Sinn gewöhnen, sich nach jener Welt zu sehnen, denn dein außerwählt Geschlecht hat des Himmels Bürgerrecht. Mel. Aus tiefer Roth c. wer folgt in Kreuz und Leid, ist un- Herr, mich eifrig ringen. Sollt' werth deiner Herrlichkeit. ich die kurze Gnadenzeit in Si 7. So laßt uns denn mit un- cherheit verbringen? Wie würd' ferm Herrn, wohin er führet, ich einst vor dir bestehn? Wer in geben, und wohlgemuth, getroft dein Reich wünscht einzugehn, und gern bei ihm im Leiden muß reines Herzens werden. stehen. Denn wer nicht kämpft, trägt auch zum Lohn des Lebens Krone nicht davon. 2. Wer erst am Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden fiehet, und wenn er nicht mehr fünd'gen kann, zu deiner Gnade fliehet, der geht den Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort Mel. Jesu, der du meine Seele zc. 495. Möchten wir, aus Gott geboren, wahre Jünger Chrifti seyn, die bezeichnet. Vom chriftlichen Leben 2c. 275 3. Du rufft uns hier zur Hei-| ihrem Dienst zu weihn; ich bin ligung, d'rum laß auch hier auf ein Chrift, darf ich mich selaErden des Herzens wahre Besse- visch beugen? rung mein Hauptgeschäfte werden. Daß ich auf deinen Wegen geh', und im Gericht dereinst besteb', sey meine größte Sorge. 4. Was eitler Sinnenluft gefällt, kann nie uns wahrhaft nügen. Was hülfe mir's, fönnt' ich die Welt und all' ihr Gut befigen, wenn ich dafür an mei nem Heil, an meines Wesens besserm Theil auf ewig Schaden litte? In eigener Melodie. 497. Nicht diese Welt, die in ihr Nichts vergeht, nicht Güter, die vor ihr als föftlich gelten, nicht eitles Glück hat sich mein Wunsch erflebt. Ich bin ein Christ, ich fuche beff're Welten! 3. Es brauft der Sturm, der Tag der Noth erscheint, und Tausend seh' ich schreckenvoll erzittern. Ich bebe nicht, im Himmel ist mein Freund; ich bin ein Chrift, mich kann fein Leid er schüttern. 5. Was führt uns zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit auch selbst im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück, nur Gottes Gnade, nur der Blick auf jenes Lebens Freuden. 6. O laß mich, Herr, der 6. 3war thránenvoll ist meiErde Tand und ihre Lüfte flie- ner Wallfahrt Bahn, und reich hen, und jenem Ziel sey zugesan Pein, und arm an Glück und wandt mein eifrigstes Bemühen. Freuden; doch tröft' ich mich: O stärke mich, mein Gott, dazu, mein Herzog geht voran. Ich so find ich hier schon wahre bin ein Christ, ich will mit ChriRuh', und dort das ew'ge Leben. fto leiden. 2. Jch bin bestimmt, des Königs Knecht zu seyn, vor wel chem fich der Erde Fürften neigen. Die Welt berlangt, mich 4. Mir naht die Schaar, die sich von Gott verlor, ich soll mit ihr zu wandeln mich entschließen. Sie lockt und droht, ich schent' ihr nicht mein Ohr. Ich bin ein Chrift, ich bleib' zu Jefu Füßen. 5. Dort naht sich mir des Kreuzes Christi Feind, hier lotfen mich der Spötter freche Notten. Sie rufen laut, doch mir, mir winkt mein Freund. Ich bin ein Chrift, sollt' ich mit ihnen spotten? 7. Und wird mich einft, wenn es der Herr gebeut, mein letter Tag zur Rub' des Grabes bringen, so sterb' ich dann mit Muth und Heiterkeit. Ich bin ein Chrift, ich kann den Tod be zwingen. 8. Dann, wenn dereinst beim großen Weltgericht der Sünde Knecht und Christi Feinde beben, so tröstet mich des Glaubens Zuversicht: Ich bin ein Chrift, ich werde ewig leben! 18* 276 Vom christlichen Leben zc. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 498. Nicht nur ftreiten, überwinden muß, wer nach der Krone ringt! Mühvoll ist der Kampf der Sünden! Selig, wem der Sieg gelingt! Ibn empfangen Ju- 499. bellieder, freudig schaut am Ziel er nieder auf des beißen Streits Gefahr, der sein Loos hienieden war. 2. Glorreich, Herr, hat über wunden deiner Zeugen glänzend Heer; und sie sahen dunkle Stunden, und ihr Kampf war heiß und schwer, schwerer, als im Lauf der Zeiten ich ihn jemals werde streiten: denn das Schwert der Feinde ruht, trieft nicht mehr von Chriftenblut. Beben! Hilf mir dringen in dein Leben, du, der mir zum Heile starb, und mir Kraft zum Kampf' erwarb! 3. Ueberwunden, überwunden haft du, Herr der Herrlichfeit! Todesschweiß und Blut und Wunden zeugen von dem ernsten Streit. Tausendfache Angst und Schmerzen lafteten auf deinem Herzen: dennoch unterlagst du nicht selbst dem bárteften Gericht. Mel. O daß ich tausend ic. daß von meinen Lebenstagen doch feiner ganz verloren geh'! Die unbemußten Stunden nagen das Herz noch spät durch Gram und Web; und den entfloh'nen Augenblick bringt dann kein leerer Wunsch zurück. 2. Laß jeden Theil des kurzen Lebens, o Gott, mir werth und theuer seyn! Die Zeit ver schwinde nicht vergebens, die meinem Heil ich sollte weihn! Die kurze Luft der Eitelkeit wird sonst zu spät von mir bereut. 3. Vom schnöden Dienst der Nichtigkeiten, die Schaden bringen, nicht Gewinn, die gegen deinen Willen streiten, befreie gnädig Herz und Sinn! Ja, Herr, dein Diener will ich seyn; der Erde Tand ist mir zu klein. 4. Wenn mich die Laft der 4. Wer kann das Geheimniß Arbeit drücket, und Undank meis faffen? Wer? Wie hoch er sich ner Mühe lobnt, das Auge matt auch schwingt! Gott hat seinen nach Ruhe blicket, und Sorg' Sohn verlassen, welcher mit dem und Kummer bei mir wohnt: Tode ringt! Dennoch ist Tri- so ist, zu thun, was Gott geumph fein Ende; er giebt sich in beut, doch ein Gedanke, der erGottes Hände; schon umhüllt von Todesnacht, ruft er aus: Es ist vollbracht! freut. 5. Noch ist es Tag; du wollfi mich stärken in rechter gläub'ger Christentreu', auf daß ich zeig' in meinen Werken, wie beilig dein Gebot mir sey. Viel ist für mich noch hier zu thun; ich darf 5. Was sind meine kurzen Leiden gegen die, so Chriftus litt! und was gegen jene Freuden, die mir Chrifti Tob er ftritt! Und doch folg' ich dir mit nicht, eh es Nacht wird, ruhn. Vom chriftlichen Leben x. 277 6. Jch faffe Muth, es eilt die| zen und die Banden und alle Stunde: sie soll nicht ungenußt Angst des Todes überstanden; entfliehn! Es sey gelobt mit so ist gewiß, daß, wer nicht mit Herz und Munde, kein Leicht- ihm stirbt, auch nicht die Frucht finn störe mein Bemühn! Dem des Lebens mit erwirbt. Herrn der Zeit und Ewigkeit 6. Wie er empor zur himmsey jeder Augenblick geweiht! lischen Erhöhung als Sieger 7. Dann seh' ich von der Laufbahn Ende einft frob auf meine Tage bin, und sage: Herr, durch deine Hände empfing ich, was ich hab' und bin; auch was ich that, ist ja nicht mein, dein sey der Ruhm, die Ehre dein! drang nach seiner Auferstehung: so dringst auch du einst in sein himmlisch Reich, bängst du nur treu an ihm, und wirst ihm gleich. 7. Was ist es denn, daß wir uns feiner schämen, nicht feine Schmach mit Freuden auf uns nehmen? Er sendet uns, wie Gott ihn hat gefandt; was er empfing, wird uns auch zugewandt. Mel. Der Tag ist bin ic. 500. Menschenfind! was trägst du in Gedanken? Nichts Sterbliches füllt ja der Seele Schranken! Nur dem, der recht an Jesum Chriftum denkt, wird, was sein Herz ersehnt, von Gott geschenkt. 2. Er müffe ftets dir im Ge dächtniß schweben, der Spiegel seyn, darin du schauft dein Leben! Dein Herz und Sinn fey ganz zu ihm gewandt; durch ihn erst wird dir dein Beruf bekannt. 3. Da Chriftus ift zu deinem Heil geboren, so bleibe nicht im Irdischen verloren; so mußt auch du, durch ihn von Günden rein, ein neuer Mensch, vom Geift gezeuget seyn. 4. Wie dir zu gut sein Leben er geführet, so folge du mit Geift und Kraft gezieret, in densport. stillem Sinn, wie er in Demuth ging, und liebevoll, wie er die Welt umfing. 5. Für dich hat er die Schmer8. Wie unser Herr und Hei land hat gewandelt, nach welcher Art die Welt mit ihm gehandelt, das bleibt mit Recht auch seiner Knechte Zier; ihr böchster Rubm, ihr Heil und ihr Gebühr. 9. Was er gethan in dem Erlöfungswerke, das that der Held aus eigner Gottesstärke: Wir wirken auch, von seinem Geift beseelt; wir leiden mit, durch seine Kraft geftählt. 10. Durch seinen Sieg find wir nun Gottes Kinder, der Sünde feind, des Fleisches Ue berwinder; durch seinen Geift verkünden wir sein Wort, und fahren hin zum fel'gen FrieIn eigener Melodie. 501. Ringe recht, wenn Gottes Gnade 278 Vom chriftlichen Leben zc. fich erbarmend zu dir kehrt, daß| dig Krieg, sorgt nur, wie sie dein Geist fich ganz entlade von überwinde, kämpft, bis sie er der Laft, die ihn beschwert. langt den Sieg. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal, immer stehn hier im Gedränge Chrifti Streiter all zumal. 3. Kämpfe bis auf's Blut und Leben, dring' hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. B 4. Ringe, deine Lieb' erglühe, balbe Liebe hält nicht Stand, daß dein Herz der Welt entfliehe, sey es ganz für Gott entbrannt. 5. Hast du nun die Perl' errungen, denke nicht, nun ift's gethan; noch ist alles nicht be zwungen, der fann. 6. Schaffe ja mit Furcht und Zittern deiner Seelen Seligkeit, laß dein Herz durch nichts er schüttern, wenn der Feinde Macht dir dräut. 7. Deine Krone halte fefte, halte männlich, was du hast, recht beharren ist das Beste, Rückfall bringt dir neue Laft. 8. Wahre Treu' liebt Chrifti Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, fuchet Ruhe nicht und Pflege, hält sich selber nichts zu gut. 9. Wahre Treu' kommt dem Getümmel eitler Weltluft nie. mals nah'; ist ihr Schaß doch in dem Himmel, darum ist ihr Herz auch da. 11. D'rum wohlauf, ihr tapfern Streiter! kämpfet recht, und macht euch Bahn, geht auf Chrifti Wegen weiter, denn so geht ihr himmelan. 12. Eilet, záblet Tag und Stunden, bis euch der Erlöser winkt, und wenn ihr nun überwunden, euch zum Schauen Gottes bringt. 13. Einst die Hütte abzulegen, sey euch Ruf zur Seligkeit, eilet freudig ihm entgegen, sprechet: Herr, wir sind bereit! Mel. Freu dich sehr, o meine ic o 502. affet, ihr schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie sich're Sünder, auf die ungewisse Zeit; unverweilt bekehret euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemüht euch hier auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Soll nun dies an euch geschehen, so bekämpfet Fleisch und Blut; und der Welt zu widerfteben, rüftet euch mit Kraft und Muth; Gottes Wille muß allein eures Lebens Nichtschnur seyn, mag es eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmer zen. 3. Selig, wer im Glauben kämpfet; selig, wer im Kampf besteht, wer in sich die Sünde dämpfet, und den Reiz der Welt 10. Wahre Treu' führt mit der verschmäht! Unter Chrifti KreuSünde bis in's Grab bestán- zesschmach jaget man dem Frie Vom christlichen Leben zc. 279 den nach. Wer den Himmel| verhindern; nicht, fern von alwill ererben, muß zuvor mit Chrifto fterben. lem Heuchelschein, ein treuer Beuge Jefu sepn? 4. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg' und lässig feyn, so kann es euch nicht gelingen, nie kann euch der Sieg erfreun. Ohne tapfern Streit und Krieg folget nimmer Ruhm und Sieg; nur dem Sieger reicht zum Lohne dort der Herr die Ehrenkrone. 2. Sollt ich des Höchften Wort verschweigen, nicht meinen Glauben offen zeigen, nicht vor der Welt bekennen frei, daß ich ein Jünger Chrifti fey? 3. Die follt ich Gottes Kinder nennen, die weder Gott noch Chriftum fennen? Nicht strafen sollt ich unverstellt, waß ihm, dem Heiligen, mißfällt? 5. An der Welt Gefallen tragen, findet nicht bei Chriften statt; nach der Luft der Sinne jagen, macht des Geiftes Kräfte matt. Wer sich nicht verleugnen kann, der gehört nicht Chrifto an; Chriften müssen sich bequemen, Christi Joch auf sich zu nehmen. 6. Wollt ihr werden Chrifti Glieder, die sein reiner Geist bewegt, so schlagt Alles in euch nieder, was sich noch von Sünde regt; was euch ärgert, senkt in's Grab, was euch bindert, werfet ab; denket stets an Chrifti Worte: Gehet durch die enge Pforte. 7. Amen, es geschehe, Amen! Gott, verfiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen so den Kampf des Glaubens führ'. Er verleihe Kraft und Stärk, und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe, und empor zum Himmel dringe. Mel. 3euch meinen Geist zc. 503. Sollt ich aus Furcht vor Menschenkindern des Geistes Trieb in mir 4. Ja, mag die Welt mich schmähn und hassen, mich hart verfolgen, mich verlaffen: ich achte ihrer Bosheit nicht, weil Gottes Stimme in mir spricht. 5. Sein ist das Amt, das ich verwalte; er treibt mich, daß ich nicht erkälte; er ist es, der mich wirken heißf, und Kraft giebt mir sein Freudengeift. 6. Die Liebe Chrifti, die mich dringet, sie ift's, die mich im Geifte zwinget; mit Rufen, Locken, Bitten, Flehn der Menschen Seelen nachzugehn. 7. Für dich, o Herr, will ich mit Freuden die tieffte Schmach der Welt erleiden; mir bleibet bei der Bösen Hohn doch beiner Gnade reicher Lohn. 8. Hier ist mein Blut, bier ist mein Leben, es sey dir Alles hingegeben! Dein Wille soll an mir geschehn, laß mich nur deinen Ruhm erhöhn! Mel. Meinen Jefum laß x. 504. teil und bornig ist der wel cher zur Vollendung leitet; ſelig 280 Vom christlichen Leben ic. ift, wer ihn betrat, und mit dir ohne Zwang; er hält dein frohem Muthe streitet! Selig, Wort aus reiner Liebe Drang. wer den Lauf vollbringt, und das hohe Ziel erringt. 2. Den am Kreuz wir bluten fehn, Jesus hat dies Ziel errun3. Wie treu vollbrachte deinen Willen dein Sohn, der mir zum Mufter vorgestellt! D möcht' auch ich ihn so erfüllen, gen, und sich zu des Himmels und gern mich selbst verleugnen Höhn triumphirend aufges sammt der Welt! Wie Jesus schwungen; als er rief: es ist bis zum Tod' gehorsam war, vollbracht! war besiegt des To- bringt, wer dich liebt, sich selbst des Macht. zum Opfer dar. 3. Preis, du hoher Sieger, dir! Bieb dir nach die Schaar der Streiter! Wandeln sie durch Stürme hier; jenseit ist es still und beiter. Unfrer Hoffnung winkt der Lohn, Heiland, dort an deinem Thron. 4. Doch, soll ich dein Gebot vollbringen, darf ich mit Fleisch und Blut zu Rath' nicht gehn; dies hat nur Lust an ird'schen Dingen, und will dem Trieb des Geiftes widerstehn. Denn, ach! in unsern Gliedern findet sich nur ein Gefeß, das streitet wider dich. 4. Auf dann, Streitgenossen, geht muthig durch des Lebens Wüfte! Sebt auf euren Füh- 5. D'rum grabe du, Herr, rer, fleht, daß er selbst zum dein Gesege dem innern MenKampf' euch rüste! Seine Gotschen tief und träftig ein, daß testraft allein fann in Schwa- ich nie deinen Bund verletze, und chen mächtig seyn. mich von Untreu' immer halte rein. Laß mich an deinem Joch mit Freuden ziehn, den Reiz der Welt mit weiser Vorsicht fliehn. Mel. Dir, dir, Jehovah c. S as bring' ich dir, o Gott, für Ga ben, wenn mich dein Wohlgefallen soll erfreun? Gehorsam willst du von mir haben, kein Opfer sonst soll angenehm dir seyn. Du bist der Herr; o wär' ich ganz dein Knecht! Was du gebeutst, ist alles gut und recht. 6. Sobald ich deine Stimme böre, sey auch mein Herz auf ihren Ruf bereit, daß ich dein Wort in Demuth ehre, und flügle nicht, wo es mir klar gebeut. Du willst, ich soll ein Hörer nicht allein, nein, auch des Worts getreuer Thäter seyn. 2. Ja, Gott, dein Recht ist, zu befehlen, und mir gebührt, gehorsam dir zu seyn. Laß mich das beste Theil erwählen, mein Wille stimme mit dem deinen ein. Der wahre Christ gehorcht erlegt. Und züchtigst du: ich 7. Und endlich gieb mir auch im Kreuze ein Herz, das deine Lasten willig trägt, daß ich dich nicht zum Zorne reize durch Murren, wenn du Leiden auf505. Vom christlichen Leben 2c. fint' an deine Brust, und alle 2. Viele find hervorgezogen Laft wird mir zur Himmelsluft. Mel. Herr, ich habe ic. 506. eg mit dem, was Klugheit scheinet der bethörten, eitlen Welt, wenn's mich nicht mit ihm vereinet, dem ein findlich Herz ges fällt, und der nur sich offen baret, wo die Einfalt wird bewahret. 2. Was mich nicht zu Gott kann führen, was nicht ihn in mir berklärt, soll nicht meine Seele rühren, wie es auch die Welt verehrt; mit der wahren Weisheit Schätzen kann nur Jesus mich ergößen. 3. Böses meiden, Gutes lieben, trachten nach Gerechtigfeit, Selbstverleugnung redlich lisch dich erfreut. üben, Christo folgen allezeit, das heißt wahre Weisheit haben, welche Seel' und Geist kann laben. 4. Darum sollst du niemals trauen jener falsch berühmten Kunst, nie auf eitle Weisheit bauen, die vergebet wie ein Dunst; ach wie bald, wie bald verschwindet, was sich nicht auf Jesum gründet. aus der Drangsal wilden Wogen durch der Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist Gottes Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Ret tung fand? 3. 281 Scheinst du gleich von ihm verlassen, doch wird seine Hand dich fassen; glaube nur, und zweifle nicht! Kämpfe standhaft ohne Wanken, bald wirst du ihm freudig danken, bald durchströmt dich Kraft und Licht. 4. Wende von der Welt die Blicke, schau' nicht seitwärts, nicht zurücke, nur auf Gott und Ewigkeit. Nur zu deinem Helfer wende Herz und Augen, Sinn und Hände, bis er himm 5. Schließ dich in die stille Kammer, schütte deines Herzens Jammer in das treue Vaterherz. Weißt du Worte nicht zu finden; kannst du mur dein Leid empfinden, tlag' auch schweigend ihm den Schmerz! 6. Kräftig ist ein solches Schweigen; Gott wird sich als Vater zeigen, glaube, daß er dich erhört, weil dein Heiland dich verstehet, und zum Vater für dich flehet, der dem Sohn' sein Mel. O wie felig find die ic. 507. Weiter mußt du Flebn gewährt. támpfen, ringen, willst du durch zum Lichte dringen; also, Seele, muß es seyn! Doch durch alle Dunkelheiten wird dein Heiland dich begleiten, Muth flößt er dem Schwachen ein. 7. Nun, so will ich nie verzagen, will vor Gottes Thron mich wagen, kindlich und voll Zuversicht! Kämpfen will ich ohne Wanken, bald wird froh mein Herz ihm danken, bald durchftrömt mich Kraft und Licht. 282 Vom chriftlichen Leben ic. nicht hält, und Mel. Mach's mit mir, Gott*. bon mancher Angst und Noth, 508. Mer Gottes Wort von Verfolgung oft umgeben, weil die Welt auf allen Wegen spricht: ich kenne Gott! der seinem Lauf sich seit entgegen. lüget; in solchem ist die Wahr- 2. Unser Heiland, Jesus heit nicht, die durch den Glau- Chrift, hat des Kreuzes Last geben sieget. Wer aber sein Wort tragen. Wer sein wahrer Jünglaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. ger ist, darf nicht vor dem Kreuze zagen: denn der höchste Ruhm auf Erden ist, dem Heiland ähnlich werden. 2. Der Glaube, den fein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein' Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz, und macht es rein. 3. Die Propheten alleſammt, die nunmehr den Himmel zieren, wurden von der Welt verdammt, eh sie konnten triumphiren. War nicht der Apostel Leben aller Marter bingegeben? 4. Wandelt auf dem engen 3. Durch Jesum rein von Missethat, find wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung Steg', der euch zu dem Leben zu ihm hat, der flieht den Rathführet! Weichet von dem breider Sünder, folgt Jesu Vorbild ten Weg', der in's Elend sich gern und treu, und ringt, daß verlieret! Wer sich trennt von er ihm ähnlich sey. Gottes Sohne, hat Verdammniß einft zum Lohne. 4. Nur dann thu' ich, was Gott gefällt, wenn ich Gehor- 5. Ueberschwänglich ist das sam übe; wer die Gebote treu- Heil, das nach dieses Lebens lich hälf, in dem ist Gottes Schmerzen dort bei Chrifto wird Liebe. Ein täglich that'ges zu Theil den bewährt erfundChristenthum, das ist des Glaunen Herzen. Solchem Heile bens Frucht und Ruhm. kann auf Erden nie ein Kreuz verglichen werden. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ift's, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. ist die an feinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. Mel. Seelenweide, meine 2c. 510. Wer sich dünken stehen, hüte wohl sich vor dem Fall; es umschleicht uns, wo wir geben, die Versuchung überall. 2. Falsche Freiheit bringt Verderben, Knechtschaft ist ihr fichrer Lohn; wahre Freiheit zu erwerben, sprich nie dem Ge und gottselig hier will leben, ist wissen Hohn. 509. Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. Per nach seines Herrn Gebot 283 Vom chriftlichen Leben zc. 3. Sicherheit wird dich bemühet, daß er ein Jünger trügen, Lässigkeit thut nimmer Chrifti sey, der unverwandt auf gut; läßt du in den Schlaf Chriftum fiehet, daß er in dich wiegen, so mehrt sich des Wahrheit werde frei; der stark Feindes Muth. in Chrifto muthig kämpft, und Welt und eignen Willen dämpft. 4. Petrus, welcher sich vermeffen, bis zum Tode treu zu seyn, hat der Warnung kaum vergessen, so muß er den Fall bereun. 5. ft der Geist auch noch so willig, bleibt das Fleisch doch immer schwach; giebst du nach, so trifft dich billig deiner Feigheit bitt're Schmach. 6. Unser Feind ist stets in Waffen, nie ficht ihn der Schlummer an; willft im Eifer du erschlaffen, o dann ist's um dich gethan. 7. Wohl dem, der stets wacht und flehet, der sein Heil mit Zittern schafft! Wenn er unbeweglich stehet, wird der Sich're weggerafft. 2. Wohl dem, der ihn erwählt zum Wege, zum Lichte, dem er folget nach, der wandelt auf dem schmalen Stege, und auf sich nimmt des Hei lands Schmach! Wer nicht mit ihm zum Delberg steigt, dem wird nicht Tabors Glanz gezeigt. 10. Stärke du die trägen Sinnen, halte fertig mich zum Streit, daß ich, rufft du mich von hinnen, wachend sey und wohl bereit. 3. Was hilft's, daß Chriftus ift geboren, und uns die Kindschaft wieder bringt? Dem bleibt das Himmelreich verloren, der nicht hinein durch Buße dringt, daß Gottes Geift ihn neu gebiert, und er ein göttlich Leben führt. 8. Wohl dem, der mit Glaubensöle seine Lampe früh vers fieht! daß errettet seine Seele, wenn auch lang' der Herr verzieht. 4. Was belfen dem des Heilands Lehren, der die Vernunft zum Meister nimmt, auf eigne Weisheit nur will hören, und nur nach ihr sein Thun beftimmt? Wem Chrifti Wort nicht Alles gilt, deß Sehnsucht wird auch nicht gestillt. 9. Hüter deiner Menschen heerden, der du schläfft und schlummerst nicht, laß mich täg- 5. Was hilft uns Christi lich wackrer werden, wandeln heil'ges Leben, an Demuth, stets in deinem Licht. Lieb und Milde reich, wenn wir, der Selbstsucht hingegeben, nicht wandeln seinem Vorbild gleich? Der bloße Glaub' ift leerer Schein, er muß durch Liebe thätig seyn. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 6. Was hilft dem Chrifti Angst und Leiden, der nicht mit 511. Wohl dem, der sich ihm in's Leiden geht? Nur der mit Ernst be hat Theil an seinen Freuden, 284 Liebe zu Gott und zu Chrifto. der auch am Kreuze bei ihm| euch zu verbinden, noch ist die steht. Wer hier noch scheuet Gnadenzeit. Wollt ihr die Spott und Hohn, empfängt Kron' empfangen, bringt eifrig dort nicht die Ehrenkron'. hin zum Ziel; wer Großes will erlangen, der mühet gern sich 7. Was hilft uns Chrifti Tod und Sterben, wenn wir viel. uns selbst nicht sterben ab? 2. Soll er sich zu euch nei Du liebst dein Leben zum Bergen, so sucht ihn in Geduld; derben, legst du die Luft nicht gelassen seyn und schweigen er in sein Grab. Umsonst gab wirbt euch seine Huld. Soll Christus sich dabin, stirbt nicht er sich euch vereinen, sucht ihn in dir der alte Sinn. in Niedrigkeit; die hoch zu ftehen meinen, verfehlen seiner weit. 3. Drückt euch das Kreuz Noth? 8. Was hilft dir Chrifti Auferstehen, bleibst du noch in den Sünden todt? Was hilft dir fein gen Himmel geben, macht dir die Welt noch Sorg' und bienieden, sucht ihn in eurer Bein; leicht find von ihm geschieden, die mit der Welt fich freun. Und kommt's mit euch 9. Wohlan, so lebe, thu' zum Sterben, sucht ihn mit und leide, wie Chriftus bir ein glaub'gem Sinn, er läßt euch Vorbild war. Nimm seine Uns nicht verderben, der Tod ist schuld dir zum Kleide, so bleibt euch Gewinn. du in der Seinen Schaar. Wer Chriftum liebt, der strebt allein, in Allem Christo gleich zu seyn. Was hilft dir sein Triumph und Sieg, führst du nicht mit dir selber Krieg? 4. Sucht ihn im Himmel droben, im Chor der Seraphim; die ihn hier liebend loben, sind bort auch nah' bei ihm. Sucht ihn im tiefsten Herzen, dies ist 512. Wollt ihr den Hei- fein Heiligthum; so preift ihr, land finden, fo frei von Schmerzen, auf ewig fuchet ihn noch heut; eilt, ihm seinen Ruhm. Mel. Jch dane' dir, lieber xc. XX. Liebe zu Gott und zu Christo. Mel. O daß ich tausend Zungen 2c.| Rühmt sich die Welt mit ihrer 513.! wenn ich bich, Luft: mir ist obn' dich kein Heil bewußt. mein Gott, nur habe, nach Erd' und Himmel frag' ich nicht. Nichts ist, das meine Seele labe, als du, mein Gott, mein Trost, mein Licht. 2. Soll Leib und Seele mir verschmachten, ich hoffe doch getroft auf dich. Nichts will ich Schmerz und Plagen achten; Liebe zu Gott und zu Chrifto. 285 dein tröftet meine Seele fich.| rein. Mag d'rum Seel' und Und stünd' auch Alles wider Leib verschmachten, dich will mich, hab' ich, Allmächtiger! ich stets höher achten; was auf doch dich. Erden ich verlier', find' ich besser doch in dir. 3. Dich haben, Gott, heißt Alles haben, was nur die Seele wünschen kann. An dir will ich mich ewig laben, nimm dich nur meiner gnädig an. Dann sprech ich: du bist, Herr, Theil und meines Herzens Troft und Heil. mel. Du, o schönes ic. 514. le Christen hören gerne von dem Reich der Herrlichkeit, und wie Allen nab' und ferne Chriftus seine Gnade beut. Aber wenn fie hören sagen: du mußt Chrifti Kreuz auch tragen, wenn du willst sein Junger seyn, stimmen Wenige mit ein. 2. Lieblich ist es wohl, zu hören: ihr Belad'nen, kommt zu mir! Aber das sind harte Lehren: gehet ein zur engen Thür! Fröhlich jauchzend folgen Alle, bei des Hosianna Schalle, doch will bis in Tod und Pein Keiner sein Begleiter seyn. 3. Jefum treu und einzig lieben, darum, weil er Jesus ist, Alles, was er fordert, üben, das kann nur der wahre Chrift. Sollt auch Alles von ihm flieben, jeder Troft fich ihm entziehen, wird er sagen für und für: bennoch bleib' ich stets an dir. Mel. Zelft mir Gott's x. 515. In bich, mein Gott, gedenken, ist und Troft für mich; wenn Gram und Angst mich kränken, so blickt mein Aug' auf dich; dann mindert sich der Schmerz, dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und leichter wird mein Herz. 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd' ich dann entzückt! ich fühl in beilgem Triebe mich ganz zu dir entrückt; dir, Herr, mein Herz zu weihn, dich findlich zu erheben, zur Ehre dir zu leben, soll meine Wonne seyn. 3. Mit hoffendem Gemüthe gedenk' ich deiner Treu', und barre deiner Güte, fie ist mir täglich neu. Werf' ich die Last auf dich, so wird die Arbeit süße, in der ich Schweiß vergieße; du unterstüzeft mich. 4. Du gabft mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und gnadenvoll mir Armen auf ewig Troft erwarb. Du bist in Chrifto mein, nun kann ich Hoffnung faffen, du fannst dein Kind nicht lassen, wirft ftets mein Helfer seyn. 5. Wie gut ift's, dein gedenken mit frommem Chriften4. Ja, Herr, nur um dei netwillen bist du werth, geliebt zu seyn; mein Verlangen kannst du stillen, du bist gütig, heilig, finn! Das Herz auf's Eitle lens 286 Liebe zu Gott und zu Chrifto. fen, bringt nimmermehr Ge- verleihst, reichlich im Herzen winn. Ich halte mich an dich! mich spüren! dies giebt, auch wenn ich leide, dem Herzen Troft und Freude, dies stärkt im Tode mich. 5. Friedefürft, laß mich im Glauben dir treulich anhangen, eile, ju ftillen mein Wünschen, mein höchstes Verlangen! Tilge in mir, was mich kann scheiden von dir, nimm mich dir selber gefangen. 6. Alles, was irdisch ist, trachtet, die Chriften zu plagen; centnerschwer werden die Bürden, wenn du nicht hilfft tragen. Stehe mir bei, mache von Schwachheit mich frei, mit dir darf nimmer ich zagen. Mel. Lobe den Herren, den sc. 516. Cbrifte, mein Leben, 7. Was dir entgegen, das mein Hoffen, mein will ich auf immer nun haffen, Glauben, mein Wallen, der will dich mit Liebe, mein Heidu uns giebest, was Christen land, auf ewig umfaffen. Du fann einzig gefallen, Heiland, sollst mir seyn Reichthum und dahin lente der Gläubigen Alles allein; wer wollte je, Sinn, Ruhm dir zu bringen Herr, dich lassen? vor Allen. 6. D'rum will ich an dich denken, so lang' ich denken kann; mag man in's Grab mich sen ken, der Geist geht himmelan. Vergißt auch mein die Welt, gedenkst du, Herr, doch meiner, wenn auch auf Erden Reiner mich im Gedächtniß hält. 2. Dich, meine Wonne, dich will ich mit Freuden erheben, will mich auf ewig zum Eigenthum gänzlich dir geben. Bin ich nur dein, das ist Gewinn mir allein, dann ist gesegnet mein Leben. 3. Laß nur das Eine, was Noth ist, stets in mir bestehen, mag dann auch immer das Eitle und Nichtge vergeben. Himmlische Luft senkest du mir in die Bruft, fie nur hab' ich mir er feben. Mel. Wie wohl ist mir ic. 517. ich will ich immer treuer lieben, mein Heiland, gieb mir Kraft dazu! will mich in deinen Wegen üben, denn nur bei dir ist wahre Rub'; die Rub', mit der nichts zu vergleichen, der alle Herrlichkeiten weichen, die uns schon hier den Himmel giebt! Ach nimm für alle deine Treue mein Herz, das dir allein ich weihe, und ewig bleib's von dir geliebt! mel. Valet will ich ic. 4. Herzog des Lebens, du wolleft mich selber regieren, so 518. u, ber fein Blut daß ich heilig und selig mein Leben kann führen. und Leben für Laß auch mich so williglich am Kreuz da den Geift, den du den Deinen bin gegeben, wie lieb' ich, Jefu, Liebe zu Gott und zu Chrifto. 287 dich! Dir ewig anzuhangen, Mel. Freu' dich sehr, o x das ist mein Wunsch allein. 519. urch des Mittlers O möchte dies Verlangen doch ganz gestillet seyn! Blut und 2. Des Reichthums Glanz und Schätze, der Ehre Schmeichelei, und was mich sonst er göße, wird leicht mir ungetreu. Die Großen, die mich schüßen, fie finken bald in Staub; und will ein Freund mich stüßen, er wird des Todes Raub. find wir aller Sünden frei, können unsre Herzen weiden an des Vaters Lieb' und Treu'. Bot tes Friede strömt uns zu, füllt das Herz mit sel'ger Ruh'; alle Angst, die wir empfunden, ift getilgt durch Jesu Wunden. 2. Wenn ich meinen Hei land sebe, geb' ich alles Andre hin, denn ich find' in seiner Nähe unaussprechlichen Ge 3. Nur deine Lieb' und Güte läßt feinen Wechsel zu, d'rum findet mein Gemüthe bei dir nur wahre Ruh'! Gern theilt die Himmelsfreuden mit mir dein treues Herz; und wie bei Freundes Leiden, weinst du bei meinem Schmerz. 3. Jhn, ihn selber will ich 4. Und bei so viel Gebrechen, haben, nur in ihm erfunden wie übeft du Geduld! du heileft seyn. Sagt mir nichts von unfre Schwächen, und filgest hohen Gaben, noch von guter unfre Schuld. Ich preise dein Werke Schein! Zu des HimErbarmen, das meine Mängel fiebt, und liebevoll mich Armen für jene Welt erzieht. 5. Berlockt mich falscher Schimmer noch von der rechten Bahn; du läsfest mich doch nimmer, und nimmst dich meiner an. Wo du mich weißt zu finden, ſucht deine Treue mich, und lockt vom Weg' der Sünden mich wieder hin zu fich. mels Heiligthum führt mich nicht der eigne Rubm; nichts giebt mir ein Recht zum Leben, er muß mir's aus Gnaden geben. winn. Was mich wahrhaft kann erfreun, hab' ich nur bei ihm allein; wenn ich mich mit ihm vereine, bleibt er ewig auch der meine. mel. O daß ich tausend ic. 520. u, Bater beiner Menschenfinder, der du die Liebe selber bift, und 6. So werf' ich denn mit dessen Herz auch gegen Sünder Freuden die Luft der Erde hin, voll Langmuth und Erbarmen und such im Thal der Leiden ist: laß mich von ganzem Herden rechten Himmelsfinn. Wohl zen dein in wahrer Gegenliebe dem, der deinem Walten sich seyn. gänzlich übergiebt! die Krone 2. Verleih', daß ich als Kind wird erhalten, wer bis an's dich liebe, da du als Vater Ende liebt. mich geliebt, und mich in 288 Liebe zu Gott und zu Christo. jeder Tugend übe, die hier mein| volles Genügen erjaget; erlang' Heiland hat geübt. Was dir ich dies Eine, das Alles ersetzt, gefällt, gefall' auch mir; nichts scheibe mich, mein Gott, von dir. so werd' ich mit allem in Einem ergötzt. 3. Durch deine Liebe, Herr, befreie mich von der Liebe dieser Welt, und mach' mich fest in meiner Treue, wenn Fleisch und Blut mir Netze ftellt. In mir wohn' deine Liebe nur, nicht Liebe zu der Creatur. 2. Seele, willst du dieses fins den, fuch's bei teiner Creatur, laß nichts Jrdisches dich binden, schwing' dich über die Natur, wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, nothwendige Theil, dein Ein und dein Alles, dein ewiges Heil. 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern üben, was dein Wort gebeut; fann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit. O rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Hilf, daß aus Lieb' ich Alles leide, was mir dein wei fer Rath bestimmt. Du führst durch Trübsal den zur Freude, der Christi Kreuz gern auf sich nimmt. Jhm trägt das Leiden dieser Zeit einst Früchte der Gerechtigkeit. 3. Dir ist auch das Glück beschieden, das Maria fich erlas, als, erfüllt von sel'gem Frieden, fie zu Jesu Füßen saß. Jhr brannte das Herz, um die heiligen Lehren von Jesu, dem himmlischen Meister, zu hören; ihr Geist war allein nur in Jesum versenkt, so wurde ihr Alles in Einem geschenkt. 6. In deiner Liebe laß mich sterben, dann ist auch Sterben mein Gewinn; dann werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Dort lieb' ich reiner noch, als hier, dich, Gott der Liebe, für und für. 4. Also richt auch mein Verlangen, treuer Heiland, nur nach dir; laß mich innig an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Wie viele dem Eiteln begierig anhangen, ich richte auf dich nur mein sehnlich Verlangen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist, das in dir nicht die Seele geneußt? In eigener Melodie. 521. 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt; ins ift Noth ins ist Noth o gieb nur, daß sich auch mein Herr, dies Eine Wille gern in solche Schranken lehre mich erkennen doch; al fügt, daß immer die Demuth les Andre, wie's auch scheine, und Einfalt regieret, die mich ist ja nur ein schweres Joch; zu der Weisheit, die himmlisch darunter die Seele mit Sorgen ist, führet. Ach wenn ich dich, fich plaget, und dennoch kein Jesu, recht kenne und weiß, so Liebe zu Gott und zu Chrifto. 289 hab' ich der Weisheit vollkom-| Sohne, den er uns zugesandt menen Preis. von seines Himmels Throne, als seiner Gnade Pfand. 6. 3ft denn auch mein Herz oft trübe, zagend über seine Schuld, so gedenk' ich deiner Lie be, denke, Herr, an deine Huld. Durch dich sind die Deinen von Sünde entbunden, als du haft die ew'ge Erlösung gefunden; du bift zur Gerechtigkeit Allen gemacht, als du dich am Kreuze zum Opfer gebracht. 2. Uns ward als Mensch ge boren des ew'gen Vaters ein's ges Kind, sonst gingen wir verloren, die allzumal gefallen sind. Wir sollen durch ihn leben, mit Gott versöhnet seyn, und ihm uns wiedergeben, das ganze Herz ihm weihn. Er will uns nicht nur retten, er schenkt auch seinen Geift, damit wir Alles bätten, was uns sein Bund verheißt. 7. Und so gieb, daß meine Seele auch zu deinem Bild' erwacht; du bift, Herr, den ich erwäble, mir zur Heiligung ge macht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, das ist, mein Erlöfer, in dir mir gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Luft, dein Leben sey, Jesu, mir einzig bewußt. 3. Der lebt nach Gottes Wil len, der gegen ihn in Lieb' entbrannt; er fann die Glut nicht stillen, bis sie zum Nächsten fich gewandt. Die Armen muß er speisen, Verlaßnen Helfer seyn, Verirrte unterweisen, selbst Feinde gern erfreun. Es ist ein kindlich Zeichen, wenn man die Brüder liebt; der Vater thut desgleichen, der alles Gute giebt. 8. Ja, mein Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles seyn, prüf', erforsche, wie ich's meine, tilge allen Heuchelschein; sieb, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich selber auf 4. O laßt auf ihn uns serichtigem Wege; laß Schmach hen, und folget ihm mit Eifer mich nicht achten, nicht Leiden, nach! bedenket, was geschehen, nicht Tod, um dich zu gewin- zu tilgen unsre Sünd' und nen, dies Eine ift Noth. Schmach. Wir trugen fein Verlangen, doch hat er uns befreit; er ist uns nachgegangen aus lauter Gütigkeit. Wir gingen wüfte Pfade, verirrten Schafen gleich, da rief uns feine Gnade zum sel'gen Himmelreich. Mel. Nun lob' den Herrn ic. 522. Gott ist die wahre Liebe, weil Liebe nur ohn' End' ihn treibt; was ist, daß den betrübe, der fie um faßt und in ihr bleibt? Dazu ift fie erschienen, uns Kindern 5. Nun hat er uns gefunfund gemacht, daß wir dem freu- den, wir haben ihn im Sohn dig dienen, der uns so wohl erkannt, er hat fich uns ver bedacht. Sie leuchtet aus dem bunden, wir fühlen uns mit ihm 19 290 Liebe zu Gott und zu Christo. verwandt. O laffet uns ihn lie-| ist, dein Bruder hier zu werden, ben, der uns zuerst geliebt, und vergiß sein nicht, denn dir zu stets ist treu geblieben, wie sehr gut verband er sich mit Fleisch wir ihn betrübt. Wollt ihr ihn und Blut, dank ihm für diese Alle kennen, so thut, was ihm Liebe. gefällt. Ach! laßt in Liebe 2. Halt im Gedächtniß Jebrennen das Herz vor aller sum Chrift, der für dich hat Welt. Mel. Alles ist an Gottes ic. 523. Großer König, den ich ehre, der durch feines Geiftes Lehre mir sein Licht hat angezünd't, der ist und zu allen Zeiten durch viel tausend Gütigkeiten alle Herzen sich gewinnt. 2. Sieh, auch meins will ich dir geben, dir soll es auf's Neue leben, lebe du dann auch in mir! Dir soll es sich ganz verbinden, und zugleich den alten Sünden ewiglich entsagen hier. 3. Möge mich dein Geist er neuen, und mich dir zum Tempel weihen, der dir ewig heilig sey; laß die Herrschaft mich gewinnen über Luft und Furcht der Sinnen, rein'ge mich und mach' mich frei. gelitten; da er am Kreuz geftorben ist, hat er dir Heil erftritten, besieget hat er Sünd' und Tod, und dich erlöft aus aller Noth, dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtniß Je fum Chrift, der aus des Todes Banden als Held hervorgegangen ist, mit ihm bist du erstanden; das Leben hat er wiederbracht, und uns gerecht vor Gottgemacht, dank ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufge fahren ist, die Stätte zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit, und schauen seine Herrlich feit, dank ihm für diese Liebe. 4. Laß in meines Herzens Garten aller Tugend schönste Arten blühn in Kraft und Lieblichkeit! Deffue d'rin die Lebensquelle, die ohn' Ende rein und helle strömet in die zu danken. Ewigkeit. 5. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der einst wird wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Bösen und die Frommen; o sorge, daß du dann bestehst, und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich 6. Gieb, Jesu, daß ich dich fortan mit wabrem Glauben faffe, und nie, was du an mir gethan, aus meinem Herzen Laffe, Chrift, ich in mich trösten mög', und durch den Tod zu dir in's Leben dringe. Mel. Es ist das Seil ic. 524. alt im Gedächtniß Heiland, der auf Erden vom Thron des Himmels kommen Liebe zu Gott Mel. Serzlich lieb hab' ich dich zc. 525. err Jefu Chrift, mein böchstes lich ist. Gut, in dem allein mein Glaube rubt, du, meines Herzens Freude! ich bleibe fest und treu an dir, so ist auch nichts, was dich von mir, was unsre Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regiereft meines Lebens Lauf, bilfft gnädig mei ner Schwachheit auf. Herr Jefu Chrift! Herr Jesu Christ, du bist mein Licht; ich folge dir, so irr' ich nicht. 2. Du leiteft mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Geht's gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach schwerem Gang auf rauher und zu Chrifto. 29. Herr Jesu Chrift, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreu3. Mein Sinn ist ganz zu dir gericht't, hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn 4. Und ob mir unter Kreuz und Noth und unter Marter, Angst und Tod auch Seel' und Leib verschmachten, ja, gäb' es auch der Qual noch mehr, die schrecklich, gleich der Hölle wär', mein Glaube wird nichts achten. Du bist und bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil; so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig seyn. Herr Jesu Chrift! Herr Jesu Christ, ich hoffe feft, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Nun Herr, ich halte mich zu dir, du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freu be. Ich sehe meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, in noch so großem Bahn nimmst du mich dort Leide. Dein Thun soll Alles mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Chrift! Herr Jefu Chrift, bei dir allein wünsch' ich mir ewig lich zu seyn. und allein in meinem Mund und Herzen seyn, bis ich dich werd' im Himmel sehn, wo alle Sel'gen um dich stehn. Herr Jesu Chrift! Herr Jesu Chrift, ich warte d'rauf, du kommst, und nimmst mich zu dir auf. In eigener Melodie. dich, o Herr, verwär' der Himmel ohne dich, so 526. Berzlich lieb hab' ich könnte keine Luft für mich in taufend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht ich auch nicht auf Erden feyn, denn auch die ganze weite Welt hat nichts, was mir wie leihe du mir immer mehr die Fülle deiner Gaben. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, wenn ich nur dich kann haben. du gefällt. Herr Jesu Chrift! Auch wenn mein Herz im 19° 292 Liebe zu Gott und zu Chrifto. Tode bricht, bist du doch meine| ben. Dein Thun und and bat Zuversicht, du, meines Herzens nicht Bestand, deß bin ich wor Höchftes Gut, der mich erlöft den innen, d'rum schwingt aus bat burch sein Blut. Herr Jefu dir sich mit Begier mein freier Chrift! Herr Jefu Chrift, mein Geift von hinnen. Gott und Herr, verlaß, verlaß mich nimmermehr! 2. Du, Gott, du bist das höchste Gut, nach dir steht mein 2. Es ist ja dein Geschenk Verlangen. Ach, möcht' ich doch und Gab', Leib, Seel' und Al- mit festem Muth dir immerles, was ich hab' in diesem ar- fort anbangen! D wäre doch men Leben. Daß ich es brauch' das Sündenjoch von mir binzum Lobe dein, zum Nuh' und weggenommen, damit einmal Frommen der Gemein', wollft ich zu der Zahl der Sel'gen du mir Gnade geben. Behür möchte kommen. mich, Herr, vor falscher Lehr', in mir den rechten Glauben mehr', in allem Kreuze stärke mich, daß ich es trage williglich. Herr Jefu Chrift! Herr Jefu Chrift, mein Herr und Gott! hilf mir auch in der letzten Noth! 3. Laß deinen Engel bei mir feyn, der mich nach überstandner Pein zur Rub' des Himmels trage. Den Leib laß sanft im Grabe ruhn, bis du erscheinst, es aufzuthun, an jenem großen Tage; alsdann erweck vom Tode mich, daß meine Augen schauen dich, in sel'ger Rub, o Gottes Sohn, mein Mittler und mein Gnadenthron. Herr Jefu Chrift! Herr Jesu Chrift, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. 3. Ich seh', es kann die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, und was den Sinnen wohlgefällt, die Seele nicht ergößen; ihr Glanz verschwind't wie Rauch im Wind, und Alles muß zerstieben; nur Gott allein wird ewig seyn: wobl Allen, die ihn lieben. 4. Wie konnt' es doch zuvor geschehn, daß ich gefolgt den Lüften? Wie fonnt ich so weit irre gebn, o Welt, in deiner Wüften? Nun seb' ich ein, es war nur Schein, was ich mir Glück ließ dünken; ich lief für wahr dabei Gefahr, in ew'gen Tod zu sinken. Mel. Was mein Gott will ic. 5. Gieb, daß ich meinen Sinn zu dir hinauf gen Himmel schwinge, mit Lieb' und berzlicher Begier nach deiner Gnade ringe, und mich allein in dir mag freun, Gott, meiner Du allermeist Herr, nimm es Seele Leben! hin, dir hab' ich mich ergeben! fannst meinem Geist die beste Hinweg, o Welt, aus meinem Fülle geben. 527. Hier ier ist mein Herz, Sinn mit deinem schnöden Le- 6. D'rum schwinde hin, was Liebe zu Gott und zu Chrifto. 293 nichtig ist, ich will es laffen 5. In lauter Paradiesen leb' fahren. Du, Gott, der du mein Alles bist, du wirst mein Herz bewahren, daß es nicht acht auf Lust und Pracht, nur dich allein verlange, und bis zum Tod' dir, Herr und Gott, mit wahrer Treu' anhange. Mel. Aus meines Herzens c. ch 528. habe den gefunden, der wahrhaft segnen kann; ihm bleib' ich fest verbunden, trotz Hohn und Druck und Bann. Welch Heil ist meinem gleich? Ich bin der Welt entkommen; er bat mich aufges nommen in Gottes Bund und Reich. 2. O, kommt zu ihm gegangen, der keinen von sich stößt! Ich war mit Noth umfangen, und er hat mich erlöft. Mein Loos war Sclaberei, gebunden Herz und Leben; er hat mich frei gegeben, nun bin ich wahrlich frei. ich um meinen Herrn. Sonst fühlt ich mich verwiesen, und meiner Heimath fern. Weg, was sonst Freuden schafft, die er nicht mit mir theilet! Weg, was sonst Wunden heilet, als feiner Liebe Kraft. 4. Mir fließe keine Stunde bon meiner Zeit vorbei, daß ich in seinem Bunde nicht stillglückselig sey. So nah' mit ihm vereint als Reb' und Stamm zu werden, das ist das Glück auf Erden, was meine Sehn fucht meint. 6. Mein Herr, mein Licht, mein Leben läßt mich nicht untergehn, und ich bleib' ihm ergeben, schon selig ohne Sehn. Einst aber seb' ich ihn; sein bin ich, er der Meine, zum ewigen Vereine wird er mich zu sich ziehn. In eigener Melodie. 529. ch babe g'nug, mein Christ, mein Herr ist er allein; wer nur sein Knecht und treuer Jünger ist, darf ohne Sorgen seyn. Ich will ganz meinem Gott anhangen, und nicht mehr nach der Welt verlangen, so hab' ich g'nug. 3. Nun sey mein Loos auf 2. Ich habe g'nug, ich bin Erden, von Welt und Welt der Sorgen los, und fránke nicht glück fern sein treuer Knecht mein Herz; ich bin vergnügt, zu werden, werth dieses treuen und sig' in Gottes Schooß, der Herrn. Das ist mein Ehren- lindert allen Schmerz; ich sorge stand, daß ich ihm angehöre. nicht mehr für mein Leben, der D, daß ich nie verlöre, was ich Höchfte kann mir Alles geben: in Chrifto fand! ich habe g'nug. 3. Ich habe g'nug, und sorge für den Geift, das Andre fällt mir zu; nur Gottes Reich, das Jesus suchen heißt, das giebt mir wahre Rub'. Ich trachte nur, des Vaters Willen in Kraft des Geiftes zu erfüllen: d'rum hab' ich g'ning. Liebe zu Gott und zu Chrifto. 4. Ich habe g'nug; ich lieg'| melswonne, daß du mich froh an Jesu Bruft, da schwindet und frei gemacht; ich danke dir, aller Schmerz. Was will ich du Gottestraft, die neues Leben mehr? Dort find' ich Himmels schafft. luft, dort stillt sich ganz mein Herz; im Vorschmack weiß ich schon auf Erden, was mir im Himmel einst soll werden: ich babe g'nug. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleuchte meine Seele ganz, du reiner Himmelsglanz! 294 In eigener Melodie. 530. Ich will dich lieben, meine Stärke, dich, meiner Seele Rubhm und Zier; ich will dich lieben durch die Werke und mit der heiligsten Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Jch will dich lieben, o mein Leben, dich, meiner Seele besten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lang' dein Gnadenglanz mir scheint; ich will dich lieben, Gottes Lamm, das litt am Kreuzes stamm. 7. Gieb meinen Augen süße Thränen, gieb meinem Herzen fromme Glut; vermehre stets nach dir mein Sehnen, du einzig Heil und höchftes Gut; laß meinen Sinn, Geist und Verstand stets seyn zu dir gewandt. 8. Ich will dich lieben, meine Krone, dich, meinen Herrn und meinen Gott, dich lieben auch bei Schmach und Hohne und in der allergrößten Noth; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis einst das Herz mir bricht. 3. Ach daß ich dich so spät Mel. Trau auf Gott in allen 2c. erkannte, du hochgelobter Hei- 531. esu, der du deine land du! daß ich nicht früher 4. Jch ging verirrt und war verblendet, ich suchte, doch ich fand dich nicht, ich hatte mich von dir gewendet, und liebte das geschaffne Licht; doch nun ist es durch dich geschehn, daß ich mein Heil gesehn. mein dich nannte, du höchstes des Geistes Triebe in die HerGut und wahre Ruh'! O wie zen sich ergießen, und im Glauift tief mein Herz betrübt, daß ben dich genießen: es dich spät geliebt! 2. Wer kann sagen und beschreiben, was es sey, in dir stets bleiben, ftets im Glauben dir anhangen, und in Liebe dich umfangen? 3. Gieb uns Kraft, die Se ligkeiten deiner Lieb' uns zu bereiten, und zu stillen Schmerz 5. Ich danke dir, du wahre und Thränen derer, die nach Sonne, daß du dem Geifte Licht dir fich sehnen. gebracht; ich danke dir, du Him 4. O unendlich hohes We Liebe zu Gott und zu Christo. fen, in dem wir allein genesen, 5. Du vergänglich mach' uns würdig, dich zu sehen, in den Himmel einzugehen. 5. Daß, wenn wir dich freubig schauen in den schönen Himmelsauen, wir dir HalleLujab fingen: bilf, Herr, laß es wohl gelingen. In eigener Melodie. 532.efu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! ach wie lang, wie lange ist dem Herzen bange, wie verlangt's nach dir! Ich bin dein, und du bist mein; Gottes Lamm, mir soll auf Erden nichts sonst lieber werden. 295 Wesen, das die Welt erlesen, ich entfage dir. In mir sollt ihr Sünden keine Stätte finden, bleibet fern von mir. Gute Nacht, du Stolz und Pracht; ganz sey dir, ungöttlich Leben, gute Nacht gegeben! 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Herr und Meister kehret bei mir ein. Was mich auch betrübe, wenn ich ihn nur liebe, muß mir Freude seyn. Duld' ich schon bier Spott und Hohn, dennoch bleibst du, auch im Leide, Jesu, meine Freude. 3. Donnert auch im Grimme des Gesetzes Stimme; Jesus stillet fie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfaben; Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht, freudig, daß ich Jesum sebe, blick ich auf zur Höhe. liegt mir stets im Sinn; von ihm will ich nimmer wanken, sänk auch Alles um mich bin. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß die Felsen splittern, laß den Erdkreis zittern, mir steht Jesus bei. Ob Er ist meine Seelenweide, meidie Welt in Trümmer fällt, ob auch Tod und Hölle schrecken: Jesus will mich decken. nes Herzens höchste Freude, meines Lebens schönste Zier, Jesum lieb' ich für und für. 2. Jefu bab' ich mich ergeben, denn ich bin auf ihn getauft. Ihm zu Ehren will ich leben, der mich durch sein Blut erkauft. An ihm will ich treulich halten, nur sein Geist foll in mir walten; seinem Vorbild folg' ich gern, Jesus steht mir nimmer fern. 3. Jefus soll in allen Leiden mein getreufter Beiftand seyn. Nichts, nichts soll mich von ihm scheiden, teine Qual noch Seelenpein. Keine Trübfal, feine Schmerzen reißen ihn aus meinem Herzen; wenn mich 4. Weg mit allen Schäßen, du bist mein Ergößen, Jesu, meine Luft! Weg, ihr eiteln Ehren, die gar leicht bethören, bleibt mir unbewußt! Elend, Noth und Schmach und Tod soll, wie viel ich auch muß leiden, mich von dir nicht scheiden. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 533. Pesus schwebt mir in Gedanken, Jesus 296 Liebe zu Gott und zu Chrifto. alle Welt verläßt, Jesum halt| deinen Schmerzen und deiner ich immer fest. 4. Jefus foll auch einft im Sterben meiner Seele Labsal feyn. Jenes sel'ge Reich zu erben, dazu hilft nur er allein. Durch ihn sollen alle Frommen zu des Himmels Klarheit kommen. Jesus hält, was er verspricht, Jesum laß ich ewig nicht. Kreuzespein. 5. Dies Bild, o Herr, zerftreuet die Nacht, die mich bedeckt, wenn das Gewissen dräuct und das Gericht mich schreckt. Dies Bild laß vor mir schweben in meiner letzten Noth; wie in dir war mein Leben, sey auch in dir mein Tod. 6. In diesem theuren Bilde laß dann dich von mir schaun, auf deine Gnad' und Milde im Glauben fest mich traun. Auch in der Todesstunde kann ich noch fröhlich seyn, wenn in des Herzens Grunde du wohneft, Mel. Zerzlich thut mich zc. 534. n meines Herzens Grunde, Herr, wohne du allein, zu jeder Zeit und Stunde kann ich dann fröhlich seyn. Wenn Alles um Herr, allein. mich trübe, umwölkt und finster ist, so strahlt doch deine Liebe in mir, o Jesu Christ. 2. Du bist die Himmels wonne, die mein Verlangen stillt, du bist mir Sicht und Sonne, du bist mir Hort und Schild. Wen dieser Schild beschirmet, wem diese Sonne scheint, der ruht, auch wenn es stürmet, ist froh, auch wenn er weint. Mel. Mein Jesu, dem die zc. 535. n Thorheit ist ein Herz befangen, das außer Gott die Ruhe sucht; gejagt von irdischem Verlangen irrt es umber, als auf der Flucht! Wer für das Eitle nur entbrennet, bald dies, bald jenes sich erwählt, hat seines wahren Ziels verfehlt, weil er nicht seinen Ursprung kennet. 3. Mit Kraft und Muth befeelet dein Gnadenschimmer 2. Du, der du bift von Gott mich; doch Muth und Stärke gekommen, ein Hauch und feblet, wenn dieser Schein er- Strahl von seinem Geift, haft blich. O wenn mir's an Ver- nicht der Wahrheit Ruf vertrauen, an Licht und Kraft genommen, wenn du dich mit bricht, dann laß auf's Neu' mich der Welt noch freuft. Hier schauen dein gnädig Angesicht. auf der Erde willst du finden, 4. So oft vor meinen Blik fen erscheint dein theures Bild, stets werd' ich mit Entzücken und reichem Troft erfüllt; doch prägte meinem Herzen vor Al- 3. Wie kann das Sterbliche lem tief sich ein das Bild von vergnügen die Seele, die uns was dir allein der Himmel giebt; ach glaube, wer die Welt nur liebt, deß Thorheit ist nicht zu ergründen. Liebe zu Gott und zu Chrifto. 297 fterblich ist? Soll denn das| thöricht sich verloren, und in Ew'ge unterliegen dem, was be- die Ferne hingewandt, wird von steht so kurze Frift? Wie kann, dem Vater froh erkannt, und was irdisch ist, ergößen den, der wie von Neuem ihm geboren. dem Himmel angehört? Du bift von Gott so hoch geehrt, und weißt nicht deinen Werth zu schätzen? 8. Zu Gott, o Seele, mußt du dringen; ach, geh' zu deiner Ruhe ein. Dein heißer Wunsch wird dir gelingen, ergiebst du dich dem Herrn allein. Du schmeckst schon hier den innern Frieden, den dir die Welt nicht geben kann; dort fängt die Seligkeit erft an, da du von Gott nie wirst geschieden. 4. D Schmach, so giebst du deine Würde und deine Herrlichkeit dahin; erliegst der selbst erwählten Bürde, und bleibest fern von Gottes Sinn! Gott hat zum Tempel dich erforen; bist du es nicht, welch' große Schuld! Verscherzest du des Schöpfers Huld, dann beffer, du wärst nie geboren. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund sc. 536. Rebst du in mir, o 5. Dring' ein zu Gott, verlaß die Sünden, fag' ab der Thorheit dieser Welt! Dein Herz kann dann erst Ruhe finden, wenn nur der Himmel dir gefällt. Dein Weg ist schlüpfrig, du wirst gleiten, wenn du recht feft zu stehen meinst; doch wenn du dich mit Gott bereinst, dann stehst du fest zu allen Zeiten. wahres Leben, so sterb' in mir, was du nicht bift. Ein Blick von dir kann Beff'res geben, als was der Welt das Beste ist. O Jesu, du sollst mein verbleiben; nichts soll mich von der Liebe treiben, die du mir zugesaget hast. selge Fülle, die mich tránket, wenn sich mein Herz in dich versenket, 6. Das Kindlein ruht in und deine Gnade mich umfaßt. fich'rem Frieden gar sanft auf 2. Aus Liebe, Herr, bist du seiner Mutter Schooß; der gestorben, damit wir nicht verWand'rer wird nach dem Er- loren gehn. O laß mein Herz, müden des Tages Last und Hige bas du erworben, nun auch für los; die Fesseln werden abge- dich in Flammen stehn. Laß nommen, die den Gefang'nen sonst gedrückt; das Schifflein ist dem Sturm entrückt, und in dem Hafen angekommen. mich im Kampf' nicht unterliegen, laß mich in deiner Liebe siegen, ja, fiege du nur felbft in mir: so werd' ich fröhlich triumphiren, so wird dein Todessieg mich zieren, so leb' und leid' und sterb' ich dir. 7. Es finden unter dem Gefieder der Mutter ihre Küchlein Rub'; das Schäflein kennt den Hirten wieder, er führet es der 3. Zünd' auch in mir der Heerde zu; der Sohn, der Liebe Flammen zum Dienste 298 Liebe zu Gott und zu Chrifto. deiner Glieder an. Halt' uns dir ergeb' ich mich, dein zu blei in einem Leib' zusammen, daß ben ewiglich. feine Macht uns trennen kann. 2. Liebe, die mich bat erforen, Wenn ich nur bin wie du ge- eb' ich noch in's Leben kam; Liefinnet, dein Bild in mir Ge be, welche Mensch geboren meis ftalt gewinnet, und dein Gene Schwachheit an sich nahm; bot mir heilig ist; so werd' ich Liebe, dir ergeb' ich mich, bein Freund' und Feinde lieben, so zu bleiben ewiglich. wird ihr Kummer mich betrü- 3. Liebe, die durch Tod und ben, wie du mir vorgegangen Leiden für mich hat genug gebift. than; Liebe, die mir ew'ge Freuden, Heil und Seligkeit gewann; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die mit Kraft und Leben mich erfüllet durch das Wort; Liebe, die den Geist gegeben mir zum Troft und Seelenbort; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die hat überwunden meinen harten, stolzen Sinn; Liebe, die mich hat gebunden, daß ich ganz ihr eigen bin; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Gieb mir des Glaubens Licht und Kräfte, daß er die rechten Früchte treibt. Mach mich zur Rebe voller Säfte, die fest an ihrem Weinstock bleibt. Du bist der Fels, auf den ich baue; du bist mein Heiland, dem ich traue, du bift des Glaubens fester Grund. Wenn sich die Zweifelsstunden finden, so laß dein Licht mir nicht verschwinden, und mach' den kranten Geift gefund. 5. Laß meine Hoffnung nicht erliegen, bilf, daß dein Kreuz ihr Anker sey; mit dir fann ich 6. Liebe, die, zu Gott erbö die Furcht besiegen, dein Tod het, mir erhält, was sie erstritt; macht mich von Schrecken frei. Liebe, die stets für mich flehet Die Welt mag auf das Eitle und mich fräftiglich vertritt; bauen, ich aber will auf dich nur schauen, o Jesu, wahrer Hoffnung Licht; ich will in Trubsal dich umfassen, du wirst den Schwachen nicht verlassen, denn deine Liebe wanket nicht. Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich schützend decket, wenn des Todes Macht mir draut; Liebe, die mich auf erwecket und mich führt zur Herrlichkeit; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Mel. Romm, o komm, du Geist ic. 537. iebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit haft gemacht; Liebe, die du mich so milde nach dem ich nicht! Was Fall mit Heil bedacht; Liebe, fönnt' ich wohl Beff'res haben? Mel. Meinen Jesum laß ich nicht ic. 538. Meinen Jefum laß Liebe zu Gott und zu Chrifto. 299 Niemand kann mit Troft und an ihm hangen, in ihm leben? Licht, so wie er, die Seele laben. Er ist meines Lebens Licht, Alles, was mir Freude giebt, hab' ich, weil mich Jesus liebt. 2. Er ist mein, und ich bin sein! Liebe hat uns fest verbunden, gegen alle Seelenpein find' ich Trost in seinen Wunden. Auf ihn bau' ich felfenfest, voller Hoffnung, die nicht läßt. 3. Ohne Jesum würde mir schon die Welt zur Hölle wer den; mit ihm aber hab' ich hier schon den Himmel auf der Erden. Mangel tenn' ich nicht und Noth; er speist mich mit Himmelsbrod. meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, bis an meines Lebens Ende, und voll Glaubenszubersicht geb' ich mich in seine Hände; Herz und Mund mit Freuden spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen mein Gesicht, aller Sinnen Kraft entweichen, laß das letzte Tageslicht dem gebroch'nen Aug' erbleichen, wenn des Leibes Hütte bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Eine Stunde, wo ich ihn 4. Jch werd' ihn auch laffen suche recht in's Herz zu schlie- nicht, wenn ich bin dahin geßen, giebt den seligsten Gewinn, langet, wo vor seinem Angeläßt mich wahre Luft genießen; sicht aller Frommen Glaube ein zu ihm gewandter Blick pranget; ewig glänzt mir dort bringt mir tausend Heil zurück. sein Licht, meinen Jesum laß 5. Schickt der Vater Kreuz ich nicht. und Schmerz, Jesus soll sie selbst befiegen, spricht: zerschlag'nes Herz, meine Gunft laß dir genügen!" Also stärkt er die Geduld durch Versich' rung seiner Huld. 6. Niemals zeigt sich Unbestand, Jefu, mir in deiner Gnade; bu hältst mich an deiner Mel. Ach Gott und Herr x. Hand, daß nichts meiner Seele 540. Mein Freund ift schade; und so geht die Prü mein, und ich fungsbahn immer sicher him bin sein, ihm hab' ich mich ermelan. geben. Ich bin bereit, in Freud und Leid, o Jesu, dir zu leben. 2. Du riefest mich, ich glaubt an dich, nun will ich nie dich lassen. Und immer wirst du, Lebensfürft, mich gnadenreich umfaffen. In eigener Melodie. 539. Meinen Jesum laß ich nicht, weil er sich für mich gegeben; sollt' ich nicht aus Dant und Pflicht 5. Nicht nach Welt, nach O du Himmel nicht, nur nach ihm mein Herz fich sebnet; Jesum such' ich und sein Licht, ihn, der mich mit Gott versöhnet; er befreit mich vom Gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 300 Liebe zu Gott und zu Chrifto. 3. Mir zum Gewinn gabft| starker Hort, bei dem ich Zudu dich hin, zu leiden und zu flucht finde, denn der ist sicher fterben. Durch dich versöhnt, nur, den deine Hand beschirmt. werd' ich gekrönt zum rechten Himmelserben. 5. Mein Hirfe, weide mich auf deinen grünen Auen, und führe mich zum Quell lebend'gen Wassers hin; verirr' ich mich von dir in Wüsten voller Grauen, dann bringe mich zu rück, weil ich dein eigen bin. 6. Mein Ein und Alles du, mit dir laß Eins mich werden; Mein Lebenslicht, so wird mir Alles nichts, du wirst mir Alles seyn; und ist die Stunde da, zu scheiden von der Erden, dann geh' in Frieden ich zu deinen Freuden ein. 4. Einft werd' ich gleich in deinem Reich den frohen Engeln werden; wo ich forthin gesichert bin vor dieser Welt Beschwer den. 5. D'rum, o Herr Chrift, du einzig bist mein höchster Schatz auf Erden! o laß mich nicht von dir geschieden werden. in Mel. Mein Vater, zeuge mich ic. 541. Mein Heiland, bilde du mich ganz nach deinem Bilde, und schaffe felbft in mir die neue Creatur, auf daß ich heilig sey, demüthig, weis und milde, und in mir ausgetilgt des alten Menschen Spur. 2. Mein Licht, erleuchte mich, führ' mich in alle Wahrheit, und bringe meinen Sinn zur rechten Lauterfeit; vertreib' den Lügengeist durch deines Wortes Klarheit, damit ich wacker sey in jedem Kampf und Streit. 3. Mein Leben, leb' in mir und laß in dir mich leben; ich bin ja ohne dich zum Guten gänzlich todt. Du bist das Lebensbrod, du fannst mir Nahrung geben, und laben meinen Geift in aller seiner Noth. 4. Mein König, schüße mich, so oft noch Welt und Sünde mit ibrer Lift und macht auf meine Seele stürmt. Sey du mein In eigener Melodie. 542. Mein Jesu, dem die Seraphinen, wenn dein Befehl an fie ergebt, nur mit verdecktem Antlig dienen im Glanze deiner Majestät: wie sollten meine blöden Augen, die der verhaßten Sünde Nacht noch so viel trüber hat gemacht, dein belles Licht zu schauen taugen? 2. Doch gönne meines Glaubens Blicke den Eingang in dein Heiligthum, daß deine Gnade mich erquicke zu meinem Heil und deinem Ruhm! Von fern steht die beschämte Seele; doch wenn sie reuevoll sich beugt, bist du es, der sich gnädig neigt, und spricht: di bift's, die ich erwable." # 1 3. Ja zeige, Jesu, dich voll Güte dem Herzen, das nach Gnade lechat! Hör auf das seb nende Gemüthe, wie es, Gott 11 Liebe zu Gott und zu Chrifto. 301 feb mir gnädig!" achzt. Dein| nicht mehr regt, soll immer doch Blut ist schon für mich geflossen, die Liebe währen. um wegzunehmen Schuld und Pein; wie sollt'st du mir nicht gnädig ſeyn? Nein, Herr, du mich 4. Jch bin geheilt durch dei ne Wunden, mit Gott versöhnt gehör' ich dir; und bleib' ich fest mit dir verbunden, so ist verdammlich nichts an mir. Laß nun in deinem Licht mich wan deln, daß ich in Herzensfreudigkeit, Herr, als dein Jünger allezeit nach deinem Worte möge handeln. Mel. Die lieblichen Blicke 2c. 543. Mein thörichtes Herze warum du noch? Was hilft's dir, zu ringen nach irdischen Dingen, und immer zu ziehen am sündlichen Joch? Das nöthigste Theil ist Jesus, dein Heil. D'rum lenke den Sinn auf Jeſum nur hin. 2. In ihm ist die Fülle von Allem, was gut; was fleischlich vergnüget, daß schadet und trüget, es schwächet den Glauben, entkräftet den Muth. Wer Alles verläßt, und hanget nur feft an Jesu allein, kann wahrhaft fich freun. 5. Reich' mir die Waffen aus der Höbe, und stärke mich durch deine Macht, daß ich den guten Kampf bestehe, wenn deiner Feinde Haß erwacht; dann wird dein Gnadenreich auf Erden, 3. Er ist uns der treufte und worin dein heil'ges Recht reinnigste Freund. Schon hier giert, und uns zu Fried' und will er laben mit bimmlischer Freude führt, auch durch mich ausgebreitet werden. Gaben das Herz, das in Liebe mit ihm sich vereint. Wie einst er beglückt, wenn er uns entrückt zum himmlischen Licht, das fas sen wir nicht! 6. So will mein Herz bich, Herr, umfassen, bereit es dir zu deinem Thron! Du haft aus Liebe ja verlaffen den Himmel einst, o Gottes Sohn! So laß denn jetzt die gläub'ge Seele dir Freudenthron und Himmel seyn, daß fie, geheiliget und rein, vor deinem Vater dir nicht fehle. 7. Ich steig hinauf zu dir im Glauben, steig' du in Lieb' herab zu mir! Laß nichts mir 5. Mein Wille sey gänzlich diese Freude rauben; erfülle in deinen versenkt! Mein Wirganz mich nur mit dir! Ich will ken, mein Leiden, die Schmerdich lieben, dich verebren, so zen, die Freuden, nach deinem lang' in mir das Herz noch Gefallen sey Alles gelenkt! Dir. schlägt; und wenn es einst sich geb' ich mich bin mit liebendem 4. So ziebe, mein Jesu, mich gänzlich zu dir, laß in mir zerrinnen die Täuschung der Sinnen, ertödte des sündlichen Fleisches Begier. Dein himmlischer Glanz durchleuchte mich ganz, hinführo allein dein eigen zu seyn. Liebe zu Gott und zu Christo. 302 Sinn; ach lebe in mir, so leb' ich in dir. Mel. Schmücke dich, o liebe x. 545. Rein, nichts Hób'res fennt mein Glaube, nichts erhebt mich mehr vom Staube, als daß mir zum Mel Mein Salomo, dein c. 544. Mir wallt das Heil und Leben Gottes Sohn Herz, so oft sich hingegeben. Daß ich einen Heiland habe, mich an seinen Gütern labe, und in sein Verdienst mich fleide: dies ist meis ner Seelen Freude. es sein gedenket, den Lieb' und Huld von seinem Throne drang, und unsre Niedrigkeit zu theilen awang. Gedanke, der mich ganz auf Jefum lenket! Jft mir's im Ernst um Seligkeit zu thun, kann ich getroft in seiner Liebe ruhn. 2. 3 mag fein Heil, als nur in Jesu haben; ich mag fein Licht, das nicht aus Jefu strahlt; der Friede, den fein theures Blut bezahlt, ist nir- reitet. gends sonst; er muß damit bes gaben, mein Jesus, der für mich am Kreuze starb und mir dadurch die Seligkeit erwarb. 3. Wie hoch der Geift der Jünger auch gestiegen, ihr höch stes Wissen blieb das Kreuz des Herrn: fo finden auch die Gläub'gen nah und fern in sei nem Kreuz das seligste Genügen; wer in ihm einzig sucht der Seele Heil, dem wird die höchste Weisheit auch zu Theil. 2. Sein will ich mich gläubig freuen, meinen Bund mit ihm erneuen; denn auf meiner Pilgerreise nährt er mich mit Himmelsspeise. Daß ich einen Heis land habe, der mit treuem Hirtenstabe mich zu grünen Auen leitet: dies hat Liebe mir be 4. Wir sehen ja die Schaaren seiner Zeugen, wir kennen den, ber uns erfauft sich hat; er that, er litt, er büßt an unsrer Statt, wir müssen uns vor sei nem Scepter beugen; er ist so groß und ist zugleich so gut, wir opfern ihm von Herzen Gut und Blut. 3. Ew'ge Liebe, sey gepriesen, die fich bülfreich mir erwiesen, die den Mittler bat getrieben, mich bis in den Tod zu lieben. Daß ich einen Heiland babe, der mich liebte bis zum Grabe, der nun lebt als lleberwinder: dies gewähret Trost dem Sünder. 4. Trotz'ge und verzagte Herzen achten nicht des Heilands Schmerzen, können, ach, so leicht vergessen, was sie ernfts lich nie ermessen. Daß ich einen Heiland habe, an dem ich mich weid' und labe: ginge mir dies Heil verloren, wär ich besser nie geboren. 5. Fehlt er mir, so weicht mein Friede; obn' ihn ist die Seele müde, Licht und Troft bleibt mir verschwunden, bis ich wieder ihn gefunden. Daß ich einen Heiland habe, reich an je Liebe zu Gott und zu Chrifto. 303 der Himmelsgabe: dies allein er-| Kraft, vor der das Dunkel muß weckt auf's Reue meinen Muth entfliehen, die Alles aus dem und meine Treue. Nichts erschafft. 6. Sollte jemals meiner Seelen Kraft und Ruh' und Freude fehlen, will ich flehend zu ihm blicken, und er wird mein Herz erquicken. Daß ich einen Heiland habe, deß ich bleibe bis zum Grabe, der mich macht zum Himmelserben: darauf will ich freudig sterben. Mel. Die Tugend wird ic. 546. daß ich Gott er kennen lernte und wandelte den Weg des Rechts, daß ich vom Eitlen mich ent fernte, denn ich bin göttlichen Geschlechts! Der Herr ist über alle Schätze, er ist und bleibt das höchste Gut; und wenn ich mich an ihm ergöße, so fühl' ich, wo man sicher ruht. 2. Denn was hier herrlich scheint auf Erden, ist wie ein Rauch, der schnell vergeht; ein Reichthum, der geraubt kann werden, ist Luft, die nur im Traum besteht. Ein solcher Schat wird nicht besessen, und solcher Troft schwächt nur den Muth; die ird'sche Freud' ist leicht vergessen, Gott aber ist ein ew'ges Gut. 3. Und dieses Gut ist lauter Liebe, das rufet alle Creatur. Gott schuf in heißem Liebes triebe die ganze herrliche Natur. Sie soll zu ihm hinauf uns ziehen, uns Zeuge seyn von seiner 4. Durch Lieb' allein ward er bewogen, daß sich zum Bild' er Menschen schuf, und, als die Sünd' uns ihm entzogen, uns wieder rief mit heil'gem Ruf. So, Seele, sucht er auch noch heute, wie er mit Liebe dich umfah'; schenkt gern dich seinem Sohn zur Beute, und bleibt dir dann in Gnaden nah'. 5. Er überschüttet dich mit Segen, er speiset dich mit Himmelsbrod, er ist dein Licht auf deinen Wegen, und führt dich mächtig aus dem Tod', er träntt dich aus den Lebensbächen, in Nöthen stehet er dir bei, im Kreuz wird er dir Heil versprechen und stets bleibt seine Liebe neu. 6. D Seele, die dieß Gut darf schmecken, und seine Kraft erfahren hat, laß immer stärker dich erwecken, und such' es eifrig früh und spat! O ringe d'rum mit heißen Thränen, nichts halte dein Berlangen auf! beginne stets mit neuem Sebnen, nichts locke dich vom rechten Lauf. 7. Kein Kreuz und keine Luft soll stören die Liebe zu dem ew'gen Gut: nein, Alles muß die Glut vermehren, und stärfen unsern Glaubensmuth, und Alles muß zu ihm uns treiben, der Andacht Feuer fachen an, uns Chrifto inn'ger einverleiben, der unsre Seelen sich gewann. 304 Liebe zu Gott und zu Chrifto. mel. Wie wohl ist mir, o Freund 2c.| mir Geist und Leben seyn; daß 547. böchftes Gut, o ich nach deinem Wohlgefallen Licht und Leben, in Ehrfurcht möge vor dir walo treuer Hirt, o Vaterherz! nur len, zeuch mein Herz völlig zu dir hab' ich mich übergeben, dir hin; laß mich in Worten mein Geist und Sinn strebt und in Werken auf deinen Wink bimmelwärts. Ich will mich und Willen merken, und tödt nicht mehr selber führen, der in mir den eignen Sinn. Vater soll sein Kind regieren, so geb' ich mit ihm aus und ein. Ach, Herr, erhöre meine Bitte, und lenke gnädig meine Tritte, ich gebe feinen Schritt allein. 2. Wenn du mich führst, fann ich nicht gleiten, bein Wort muß ewig fefte ftehn; du baft versprochen, mich zu leiten, zu meiner Seite ftets zu gehn. Du wirst nicht mein Vertrau'n beschämen; will ich dich nur zu Allem nehmen, so willst du mir auch Alles seyn. Ach laß mich niemals von dir irren, dann wird mein Sinn fich nie verwirren, dann blendet mich fein falscher Schein. 3. Herr, mache mich recht treu und stille, daß ich dir immer folgen fann. Nur dein, nur dein vollkommner Wille feb für mich Schranke, Ziel und Bahn. Dich soll nichts ohne dich vergnügen; laß mir nichts mehr am Herzen liegen, als deines großen Namens Rubm; der sey allein mein Ziel auf Erden; ach laß mir's nie verrücket werden, denn ich bin ja dein Eigenthum. 5. Dich lob' und lieb' ich fromm und stille, und ruh' als Kind in deinem Schooß. Ich schöpfe Troft aus deiner Fülle, mein Herz ist aller Sorgen los. Jcb sorge nur vor allen Dingen, daß ich zum Himmel möge dringen, zu deinem Dienft bin ich bereit. Ach zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, und dein mich sehn in Ewigkeit. 4. Laß deinen Geift mich täglich treiben, Gebet und Fleben dir zu weihn. Dein Wort laß mir im Herzen bleiben und in Mel. Jch ruf zu dir, Zerr 2c. 548. Jefu Chrift, mein böchstes Gut, du treuster Freund der Seelen, deß Liebe so viel an mir thut, daß ich es nicht kann zählen: gieb, daß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög' umfangen, und als dein Eigenthum an dir nur einzig bangen. 2. Hilf, daß sonst nichts in meiner Seel', als deine Liebe wobne; gieb, daß ich deine Lieb' erwähl' als meine Zierd' und Krone. Rott' Alles aus, nimm Alles hin, was mich und dich will trennen, und nicht gönnen, daß Herz, Gemüth und Sinn in deiner Liebe brennen. 3. Wie freundlich, felig, füß und schön ist, Jesu, deine Lie Liebe zu Gott und zu Christo. 305 be! Wo diese wohnt, fann Mel. Dalet will ich dir geben ic. 549. nichts entstehn, was meinen Geist betrübe. D'rum laß nichts Anders denken mich, nichts sehen, fühlen, hören, nichts verehren, als deine Güt' und dich, der du sie noch kannst mehren. 4. Du bist allein die wahre Rub', in dir ist Fried' und Freude, d'rum wendet sich mein Herz dir zu, daß es an dir sich weide. Du bist das rechte Himmels brod, durch das ich Stärkung finde, und die Sünde, sammt aller Angst und Noth, im Glauben überwinde. Jesu, Freund der Seelen, wie herzlich lieb' ich dich! Wenn mich die Sorgen quälen, stärkst und erquickst du mich; dann schwinden alle Leiden der kurzen Pilgerzeit vor den vollkommnen Freuden der nahen Ewigkeit. 7. So sey denn meine Freud' im Leid, in Schwachheit mein Vermögen, bis ich dereinst nach Kampf und Streit mich kann zur Ruhe legen. deine Liebestreu Erquickung mir zuwehen, mir beistehen, daß ich getroft und frei mög' in dein Reich eingehen 2. Nichts, nichts soll meinem Herzen so theuer seyn, als du; denn deinen Todesschmerzen verdank ich Troft und Ruh). Dir will ich angehören mit Allem, was ich bin, dich über Alles ehren mit danferfülltem Sinn. 5. Du haft mich je und je geliebt und mich zu dir gezogen. glücken, als deine Huld allein? 3. Was kann mein Herz beEh' ich noch etwas Gut's geübt, Wer mich im Tod' erquicken? warst du mir schon gewogen. Wer da mein Tröster seyn? Nur Ach, laß doch ferner, edler Hort, du fannst Alles geben, was mich diese Liebe leiten und bewahrhaft mich erfreut; bei dir gleiten, so daß fie immerfort ist ew'ges Leben, ist Heil und mir kräftig steh' zur Seiten. Seligkeit. 6. Sie müsse, wo ich irre 4. Was soll ich trostlos flageb', alsbald zurecht mich füh- gen? Du bist ja, Herr, bei ren, und in dem Amt, worin mir; muß ich das Kreuz auch ich steh', mein ganzes Thun retragen, ich folge freudig dir. gieren; daß ich auch Andre dei nen Rath und gute Werke lebre, Sünden wehre, und den, der Böses that, mit Ernst zu dir befehre. Geduldig will ich leiden Verfolgung, Schmerz und Hohn; nichts soll von dir mich scheiden. von dir, o Gottes Sohn. 5. Du Herrlichkeit der Er den, bergebens lockst du mich; kann ich einst selig werden, wie gern entbehr ich dich! Jesus Hütten bauet, da, da ist Alsdann laß gut zu seyn; wenn ihn mein Aug' einst schauet, wie will ich dann mich freun! 6. Sey denn in jedem Leibe, im Tode sey mit mir, und führ, 20 306 Liebe zu Gott und zu Chrifto. o meine Freude, mich näher vom Kreuz gedrückt, so fühlt er dann zu dir. Wenn mich kein dennoch sich erquict, weil er Leid mehr rühren, kein Tod fann dein genießen. Endlich mehr tööten kann; wie werd zeigt sich nach dem Leide volle ich triumphiren, wie selig bin ich dann! Freude, und die Stunden alles Trauerns find verschwunden. 550. 5. Kein Auge hat jemals geMel. Wie schön leucht't uns. fehn, noch kann ein Mensch es Jesu, Jesu, Got hier verstehn, und würdig g'nug tes Sohn, mein beschreiben, was denen dort für Heiland und mein Gnadenthron, Herrlichkeit bei dir und von dir du weißt, daß ich dich liebe; ist bereit, die in der Liebe bleibor bir ift Alles sonnenklar, ben; freudig werd' ich dort erdir ist mein Herz auch offen fahren mit den Schaaren der bar mit jedem seiner Triebe; Gerechten, wie du lohnft den herzlich such' ich dir vor allen zu frommen Knechten. gefallen, nichts auf Erden kann und soll mir lieber werden. 2. Das ist mein Schmerz und fränket mich, daß ich nicht so fann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Je mehr die Lieb' in mir entbrennt, um so viel mehr mein Herz erkennt, wie es dich lieben sollte! Laß mich in nig deine Güte im Gemüthe oft empfinden, ganz für dich mich zu entzünden. 6. D'rum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Freude seyn, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt, was mir dein Wort vor Augen ftellt, aus Liebe mich stets übe; bis ich endlich werde scheiden und voll Freuden zu dir kommen, aller Trübfal ganz entnommen. 3. Durch deine Kraft gelingt es mir, daß, wie mein Herz fich sehnt nach dir, ich auch an bir kann hangen. Nichts auf der ganzen weiten Welt, nichts, was den Sinnen wohlgefällt, 7. Da wird in der Verklärung Licht dein gnadenvolles Angesicht mir keine Hülle dekken; da werd' ich deine Süßigfeit, die mich hienieden schon erfreut, in reiner Liebe schmecken. Ewig bin ich dann erquicket und geschmücket mit der Krone, die ftillt jemals mein Verlangen. dem Glauben wird zum Lohne. Nur du, Jefu, fannst mich laben, die Striebe meiner Sehnſucht reine 551. Quellemenbeiten, Mel. Alle Menschen müssen 2c. der VollLiebe. 4. Denn wer dich liebt, den Gott, mein Gott, wie lieb' ich liebeft du, schaffft seinem Her- dich, und mit welchen Selig gen Fried' und Ruh' und tröfteft feiten fegnet deine Liebe mich ein Gewissen; ob er auch wird Seel' und Leib mag mir vers Liebe zu Gott und zu Chrifto. fchmachten; hab' ich dich, darf ich's nicht achten, mir wird dei ne Lieb' allein mehr als Erd' und Himmel seyn. 2. Denk ich deiner, wie er bebet meine ganze Seele fich; wie getröstet, wie belebet fühl' ich mich, o Gott, durch dich! Mel. Mein Zeiland nimmt zc. Jeder Blick auf deine Werke, 552. Sagt immer, Weiſe man Huld und Stárke, wie befreiet er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! 3. Floß aus deiner Gnaden fülle mir nicht tausend Gutes zu? Daß ich ward, gebot dein Wille, daß ich noch bin, wirkest du. Daß ich denke, daß ich wähle, dafür dankt dir meine Seele, dankt dir, daß sie dich erkennt und in Chrifto Vater nennt. 4. Du entrisfest dem Verder ben mich durch deinen Sohn, o Gott, ließeft den Gerechten sterben, und zum Heil ward mir sein Tod. Ewig bort mit ihm zu leben, haft du mir durch ihn gegeben, ewig soll ich dein mich freun, soll dein Kind und Erbe seyn. 307 der Frommen lieb' ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen kennen, ehren und erfüllen, und du reichst an deinem Thron mir der freuen Liebe Lohn. 5. Heil mir, wenn ich es em pfinde, welcher Liebe werth du bist, und mein Herz vom Haß der Sünde inniglich durchdrungen ist. Wenn auf dein Gebot ich achte, nur nach deinem Beifall trachte; dann strahlt mir der Freude Licht, und ich bin boll Zuversicht. fey nur Freund von seines Gleichen, und leugnet, daß sich Gott gesellt mit denen, die ihn nicht erreichen. Jft Gott schon Alles, und ich nichts, ich Schatten, er der Quell des Lichts, er noch so stark, ich noch so blöde, er noch so rein, ich noch so schnöde, er noch so groß, ich noch so klein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! 2. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir Alles mit dem Sohne, nicht nur sein Leiden, Kreuz und Grab, auch seinen Thron und seine Krone. Ja, was er redet, hat und thut, sein Wort und Geift, sein Fleisch und Blut, was er gewonnen und erstritten, was er geleistet und gelitten, dies Alles will er mir verleihn: Mein Freund ist mein, und ich bin sein. 3. Mein Freund ist meiner Seelen Geift, mein Freund ist meines Lebens Leben; nach ihm, der mich den Seinen heißt, und sonst nach Keinem will ich streben. Owohl der Wahl, die 6. Noch lieb' ich dich unvoll- uns gefügt! Sie reut mich nie, tommen, meine Seel erkennt ich bin bergnügt in ihm, der dies wohl, dort im Vaterland auch mit mir zufrieden. D'rum 20 308 Liebe zu Gott und zu Christo. bleibt bei Leiden ungeschieden Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Ein Herz und Mund, Ein Ja 553. Geele, was ermüd'ft und Nein! Mein Freund ist mein, und ich bin sein! du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 4. Der Himmel ist ohn' ibn getrübt, die Hölle nur fand ich auf Erden; nun aber muß, seit er mich liebt, die Wüfte mir ein 2. Sammle den zerstreuten Eden werden. Ohn' ihn ist in der frobften Meng' die weite Sinn, laß ihn sich zu Gott aufWelt mir doch zu eng, ich bin, schwingen; richt ihn stets zum wenn alle Freunde fliehen, wenn Himmel hin, laß die Gnade felbft die Brüder sich entziehen, dich durchdringen. Suche Je zwar einfam, aber nicht allein: sum und sein Licht, alles UnMein Freund ist mein, und ich dre hilft dir nicht. bin sein. 5. Sein ist mein Wert, sein ist mein Ruhm, seitdem ich mich von ihm ließ finden; ich batte sonst zum Eigenthum nur Sünd' und Tod, den Sold der Sünden. Doch hat mein Freund auch diese Laft zusammt dem Kreuz auf sich gefaßt, er nimmt die aufgehäuften Strafen, die nach des Richters Spruch mich trafen, und fenft fie in fein Grab binein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! 6. Vergeblich zürnt und stürmt der Feind, wenn die Bofaunen Alles wecken, dann ist der Richter felbft mein Freund, wie follte sein Gericht mich fchrecken? Ob Erd' und Him mel bricht und kracht, ob Leib und Seele mir verschmacht't, muß mein Gebein dann auch verwesen, bin ich doch ewig dann genesen; man les auf meinem Leichenftein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein. 3. Du verlangst oft süße Ruh', dein verschmachtet Herz zu laben; eil der Lebensquelle zu, da kannst du fie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 4. Fliebe die unsel'ge Pein, so das finstre Reich gebieret, laß nur den dein Labsal seyn, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 5. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen beget als dem Höchsten wohl gefällt und dein Ursprung in fich tråget? Suche Jesum und sein Licht, alles Andre bilft dir nicht. 6. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geift geboren, bift erlöft durch Jesu Tod und zu seinem Reich erkoren. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 7. Zu dem Strome mußt du nahn, der vom Thron des Lammes fließet, Gnab' um Gnade zu empfahn, bie fich reichlich Liebe zu Gott und zu Chrifto. bort ergießet. Suche Jefum und 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, sein Licht, alles Andre hilft dir Reichthum, Beltluft, Ehr' und nicht. Freud' find nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit. 8. Laß dir feine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünftigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre bilft dir nicht. 9. Geb' einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer ewig deinen Geist erquicken. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. In eigener Melodie. 554. Cieb, bier bin ich, Ehrentönig, lege mich vor deinen Thron: schwache Thränen, kindlich Sehnen, bring' ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden, bin ich auch nur Erd' und Thon. 2. Sieh' doch auf mich, Herr, das bitt' ich, leite mich nach deinem Sinn, dich alleine ich nur meine, dein erfaufter Erb' ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gieb dich mir, und nimm mich hin. 309 Mel. Wer nur den lieben 2c. 555. Mas giebst du denn, o mein Gemüthe, Gott, der dir täglich Alles giebt? Womit vergiltst du seine Güte, mit der er dich von je geliebt? Es muß das Allerbeste seyn; dem Herrn genügt das Herz allein. 2. Du mußt, was Gottes ist, ihm geben; der Welt gebühret nicht dein Herz. Bei Gott allein ist wahres Leben und bei der Welt nur Angst und Schmerz. Ja, dir, o Gott, dir soll allein mein ganzes Herz gewidmet seyn. 3. So nimm nun hin, was dir gehöret, das Herz, das sich dir ganz geweiht; und dieser Bund bleib ungeftöret von nun an bis in Ewigkeit. Dir geb' ich Alles, es ist dein, nie will 3. Herr, erhöre, ich begehre nichts als deine freie Gnad', ich eines Andern seyn. die du giebeft, den du liebest, und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden, der hat Alles, der dich hat. 4. Hör, wie fläglich und be weglich dir die treue Seele singt! und ohne dich, was würd' ich wie demüthig und wehmüthig seyn? Jch könnte nie von Angst deines Kindes Stimme flingt! genefen, in weiter Welt stånd' Laß dich finden, laß dich finden, ich allein. Nichts wüßt ich denn mein Herze zu dir bringt. sicher, was ich liebte, die Zus Mel. Die Tugend wird ic. 556. Was war ich ohne dich 310 Liebe zu Gott und zu Chrifto. funft war ein dunkles Grab, 2. Oft möcht' ich bitter weis und wenn mein Herz fich tief nen, daß mancher dich vergißt, betrübte, wer senkte Troft auf der du doch für die Deinen am mich berab? Kreuz gestorben bist. Von Liebe nur durchdrungen hast du so viel gethan, haft Heil der Welt errungen, und ach! wer denkt daran? 2. Haft aber du dich fund gegeben, ist ein Gemüth erst dein gewiß: wie schnell verzehrt dein Licht und Leben dann jede öde Finsterniß. Mit dir bin ich auf's Neu' geboren, die Welt wird mir berflärt durch dich; das Paradies, daß mir verloren, blüht herrlich wieder auf für mich. 3. Ja, du mein Heiland, mein Befreier, du Menschensohn voll Lieb' und Macht, du haft ein allbelebend Feuer in meinem Innern angefacht. Durch dich seh' ich den Himmel offen, als meiner Seele Vater land; ich kann nun glauben, freudig hoffen, und fühle mich mit Gott verwandt. 4. O gehet aus auf allen Wegen und ruft die Frrenden herein; streckt Allen eure Hand entgegen und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, das kündigt ihnen freudig an, und wenn sie unsers Glaubens werden, ist er auch ihnen aufgethan. Mel. Befiebl du deine Wege zc. 557. Menn Alle untreu werden, erhalte mich dir treu, daß Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sey. Für mich umfing dich Leis den, du starbst für mich in Schmerz; drum geb' ich dir mit Freuden auf ewig hin mein Herz. 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer Jedem bei; und wenn dir keiner bliebe, du bleibst doch stets getreu. O dieſe Liebe sieget, und sie ergreifet mich; das Herz voll Rührung schmieget fich inniger an dich. 4. Ich habe dich gefunden! Laß du auch nicht von mir! Laß ewig mich verbunden, eins ewig feyn mit dir! Einft schauen Alle wieder voll Glaubens himmelwärts, und finken liebend nieder, und fallen dir an's Herz. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt zc. 558. Wenn ich nur den Heiland habe, wenn er nur mein eigen ist, wenn mein Herz nur bis zum Grabe seiner Treue nicht vergißt; o dann weiß ich nichts von Leide, fühle nichts, als Lieb' und Freude. 2. Wenn ich nur den Heiland habe, laß ich alles Andre gern, folg' an meinem Pilgerstabe treugefinnt nur meinem Herrn, mögen immerhin die Andern auf dem breiten Wege wandern. 3. Wenn ich nur den Heiland habe, schlaf' ich sanft und selig ein; ewig wird die höchste Gabe mir sein treues Lieben seyn. Mir kann vor dem Tod nicht Liebe zu Gott und zu Chrifto. 311 grauen, jenseit werd' ich Jesum| sonst nichts gilt, als dein eigen schauen! Bild. Mel. Seelenbräutigam ic. 559. Wer ist wohl, wie du, Jesu, süße Ruh'? Von dem Vater aus erforen, Leben derer, die berloren; bon dir strömt uns zu Licht und süße Nuh'. 2. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket, in der Füll' der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 3. Großer Siegesheld! Sünde, Tod und Welt hast du mächtig überwunden und ein ew'ges Heil erfunden für die sünd'ge Welt, durch dein Blut, o Held! 8. Sucht mein eitler Sinn in der Welt Gewinn, o dann lenke die Gedanken, daß fie nimmer von dir wanken; sey du mein Gewinn, gieb mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf möge fichern Schritts vollbringen, und die Sünd' in ihren Schlingen mich nicht halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geiftes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög' und beten, freudig vor dein Antlig treten; ungefärbte Lieb' in die Seele gieb. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; hab' auf mich dann Acht, Hüter in der Nacht. 4. Höchste Majeftät, König und Prophet! ich will bemuths voll dich ehren und auf deine Stimme hören, denn dein Reich besteht, höchste Majestät! 5. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigenthum, durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigenthum, du mein höchster Ruhm. 13. Soll's zum Sterben gehn, willst du bei mir stehn, mich 6. 3euch zu dir mein Herz, durch's Todesthal begleiten, und daß in jedem Schmerz deine zur Herrlichkeit bereiten; laß Kraft mich ganz erfülle und mich dann dich sehn, dir zur mein banges Sehnen stille! Rechten stehn. zeuch mein gläubig Herz zu dir bimmelwärts. 12. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüfte haffe, gieb mir, höchftes Gut, durch dein theures Blut. Mel. Mein Jesu, dem die xc. 7. Deiner Sanftmuth Schild, 560. Bi Fie bank ich's, Heiland, bei deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir ner Liebe, daß du, des Höchsten ein'ger Sohn, für mich aus Liebe zu Gott und zu Chrifto. gnadenbollem Triebe verließeft| ein ganz befreiter Geift, der deinen Himmelsthron? Wie alles Eifle von sich weist, und dank ich's deinem treuen Her- nur die lautre Liebe taugen. zen, daß du vom Tode mich 6. Jch heb' empor zu dir die befreit, und mir die ew'ge Se- Hände, auf's Neue sey dir's ligkeit erworben haft durch To zugesagt: Ich will dich lieben desschmerzen? sonder Ende, für dich sey Al2. Du hast dich meiner anles d'ran gewagt. Ach, laß, o genommen, durch dich allein ist Herr, mir deinen Namen und es geschehn, daß ich der Finster- das Verdienst von deiner Bein niß entkommen, um in dein hel- im Herzen eingegraben seyn, les Licht zu sehn. Du hast mir so lang' ich hier noch walle. föftliches Geschmeide, das Kleid Amen. des Heiles zugewandt, mir mitgetheilt der Kindschaft Pfand, des Geistes fel'ge Ruh' und Freude. 312 Mel. O daß ich tausend sc. 561. o find' ich Gott, 3. Doch wär' es, daß mein Geist noch hinge durch manche Fäden an der Welt, und sein Verlangen worauf ginge, das dir, o Heil'ger, nicht gefällt: ach, wäre dies, o du mein Leben, so komm mit liebender Gewalt, zerreiße diese Fäden bald; dir sey mein Wille ganz ergeben. den meine Seele mit Inbrunft über Alles liebt? Gott, den ich mir zum Ziel erwähle, deß Lieb' allein mir Freude giebt? Wann kommt die Zeit, da er als Freund noch inn'ger sich mit mir vereint? 2. Wie hocherfreut wollt' ich dich preisen, lernt' ich dich kennen, wie du bist! Zwar deine 4. Hier ist mein Herz und Werke schon beweisen, wie hoch meine Seele, ach, nimm sie dir und hehr dein Wesen ist; doch zu eigen bin, daß sie dein Geist selbst ihr wunderbarster Glanz zum Tempel wähle und walte zeigt deine Herrlichkeit nicht fort und fort darin. Aus Liebe kamst du einst hernieder, die Liebe, die dich zu uns zog und Mensch zu werden dich bewog, die zieh' auch jetzt zu mir dich wieder. ganz. 5. Zerbrich, vernichte und zermalme, was deinem Willen nicht gefällt! Ob mich die Welt an einem Halme, ob sie an Ketten feft mich hält; das gilt ja gleich in deinen Augen, da nur 3. Jch schaue hier dich nur im Spiegel, und nur in Schwachbeit bet' ich an! O bätte meine Seele Flügel, sich dir, Erhab'ner, mehr zu nahn! wie würde fie fich deiner freun! wie felig, wie berherrlicht seyn! 4. Dürft ich am Fuße deines Thrones mit deinen Engeln, Herr, dich sehn! Könnt' ich Er löfter deines Sohnes mit seinen Liebe zu Gott und zu Chrifto. Sel'gen dich erhöhn: welch'| hohes Loblied stimmt ich an, ich, der ich hier nur stammeln fann! 5. Doch hör' ich andachtsvoll und stille auf jedes Loblieb der Natur, und richtet findlich sich mein Wille auf deines Wortes Stimme nur; dann geht mir bier das Licht schon auf, das ficher leitet meinen Lauf. 6. Wie eifrig werd' ich dann mich üben, daß ich dir wohlgefällig sey! Wie immer inniger dich lieben, und lauter preisen deine Treu'! Und wie entweicht die eitle Luft dann immer mehr aus meiner Brust! 7. Noch hab' ich nicht dies Ziel erreichet, noch dien' ich oft der Eitelkeit; wenn auch nicht ganz die Liebe weichet, von Lau beit bin ich oft nicht weit. mache mehr und mehr mich frei, daß ich nur dir gehorsam sey. 8. Ja, heil'ge mich in deiner Wahrheit und mehr' in mir der Liebe Glut, bis ich dich schau in voller Klarheit, dich, meiner Seele höchstes Gut! Dann lieb' ich dich, o Gott, allein, wie selig werd' ich dann nicht seyn! 313 Mel. Wir Christenleut' ic. 562. Mobin, wohin, mein Herz und Sinn? wo quillt der Born, der matte Seelen labe? Wo suchest du die wahre Nuh'? Den Schatz ergräbt kein Fleiß, wie tief er grabe! 2. Die Welt verspricht, und hält doch nicht; die Weisheit lehrt, und kann's doch nimmer lehren. Vom Himmel kommt, was Seelen frommt; nur Got tes Herz kann Herzen Heil gewähren. 3. Vom Himmelsthron kam Gottes Sohn, von Gott gefandt, mit Gott uns zu verbinden. Du, Jesu, du rufft Allen zu: Kommt her zu mir! so sollt ihr Ruhe finden. 4. Und Liebe spricht dein Angesicht: Heil Gottes spricht aus jedem Wort und Werke. Und eine Schaar, die elend war, kommt her von dir, verneut mit Gottes Stärke. 5. Hier fomm' auch ich; ich glaub' an dich; ich komm', ich komm', o Jesu, Trost der Müden! Was alle Welt mir vorenthält, gieb du mir, Gottes Sohn, den Gottesfrieden! XXI. Vertrauen auf Gott. Mel. Nun ruhet in den sc. Todte lebend machen; laß dei563. , Bater, Va- nen Troft auch mich empfahn! ter, höre, was 2. Wie viele tausend Herzen ich von dir begehre, und sieh haft du von bittern Schmerzen mich gnädig an! Du bist die und großer Noth befreit! Stets Kraft der Schwachen, kannst halfft du den Betrübten, die 314 Vertrauen auf Gott. dich voll Inbrunft liebten; zu wie gefleht am Gnadenthron! bir balt ich mich allezeit. Bift bu, Seele, burchgedrungen 3. O Allmacht, Weisheit, durch die Angst, und fiegeft Güte, erquidke mein Gemüthe, schon? oder säumt des Helfers du bist ja ftets dir gleich. An Rechte? werden dunkler noch Mitteln und an Wegen zu mei- die Nächte, noch der bittern nem Heil und Segen bist du, Thránen mehr? bäuft sich stets der Leiden Heer? Herr, unaussprechlich reich. 4. Oft läßt du mich empfangen weit über mein Verlangen, weit mehr, als ich versteh'; und jetzt wär' es vergebens, wenn ich zum Herrn des Lebens, zu meinem Gott und Helfer fleb'? Gott wird mir begegnen, und 5. Nein, ich will dich nicht sein Antlig wird mich segnen, laffen, im Glauben dich umfass jetzt noch ist die Prüfungszeit, fen, als ständest du vor mir. Jch jet sey, Seele, start zum weiß, du hörst mein Sebnen; Streit. ich weiß es, meine Thränen find alle, Herr, gezählt von dir. 6. Du sprichst in deinem Worte: flopf' an die Gnadenpforte, so wird sie aufgethan! Du bältst, was du versprochen, haft nie dein Wort gebrochen, und hilfft, wo Niemand helfen kann. 3. Was hat Abraham empfunden, als das Opfer Gott befahl, und er in den Prüfungsftunden stieg zum Berg in Todesqual? D'rum, wenn eben so erschüttert meine Seele schmachtend zittert, harr' ich, Vater, gleichfalls bein; mir auch wirft du gnädig seyn. 7. Sollt ich denn dir nicht trauen, nicht findlich zu dir schauen, nicht frei von 3weis feln seyn? Ja, Retter aller Frommen, von dir wird Ret tung kommen, du wirst mich Armen bald befrein! 8. An dir halt' ich mich fefte; ich weiß, du willst das Beste; o Gott, erbarme dich! nimm von mir, was mich drücket, gieb mir, was mich erquicket, erhör um Chrifti willen mich! 2. Nah ist meines Helfers Rechte, sieht sie gleich mein Auge nicht; weiterhin im Thal der Nächte strahlt mir meines Gott, mein Retters Licht. Mel. Du, o schönes Weltgebäude x. 564., wie hat mein Herz gerungen! 4. Abraham! so scholl die Stimme in des Leberwinders Ohr; Herr, mit solcher Gnadenstimme ruf' auch meine Seel' empor! sieh', wie ich hier lieg' und flehe und vor Trauren fast vergehel in der trüben Stunde Graun lehre mich gen Himmel schaun. 5. In der Kirche ersten Tagen, welch ein hehrer Lobgefang, der auch unter Todesplagen aus der Zeugen Mund' erklang! Und nicht Jeder ward erquicket, und wie Stephanus entzücket, der den Herrn in je Bertrauen auf Gott. 315 nen Höhn sah zu Gottes Rechs| weihn; aber ach! die Kräfte ten stehn. fehlen, und wie treu du bist und gut, das vergißt oft Fleisch und Blut. 6. Dennoch ftritten fie mit Muthe, wenn die trübe Stunde fam, priefen den in ihrem Blute, der fie so der Erd' entnahm. Bracht auch nicht ein schnelles Ende fie in ihres Vaters Hände, starben sie auch Tage lang: dennoch scholl ihr Lobgesang. 7. Schaue solcher Helden Glauben, meine Seele, glaubend an! Laß nichts dir die Krone rauben! leid', und flimme stets binan! Laß kein Trübfal und kein Leiden dich von Gottes Liebe scheiden! nichts, was jetzt und künftig ist, scheide dich von Jefu Chrift. 5. Plößlich überfällt mich wieder Sorge der Verganglichkeit, irdisch Hoffen, irdisch Leid; und dann fint' ich muthlos nieder, suche bei den Menschen Rub', und mein Helfer bist doch du. 6. Ach, vergieb mir, wenn dem Staube sich mein leicht gebeugter Geift immer noch so schwer entreißt! Ach, vergieb mir, wenn mein Glaube oft noch wantet und nicht feft fich auf deine Treu verläßt! Mel. Ach was soll ich c. 565. 7. Täglich laß mein Herz empfinden, wenn es sich auf Menschen stüßt, daß nicht Men, wie ist der Menschenbülfe nüßt. Allen Troft schen Liebe so ver laß mir verschwinden, bis ich änderlich, so kalt! wie erftirbt sie wieder flieb' zu dir; und dann, doch so bald! Seze nie auf diese Bater, bilf du mir! Liebe, die nicht bält, was sie vers spricht, Seele, deine Zuversicht! In eigener Melodie. 2. Aber deiner Liebe trauen, 566. Alles ist an Gottes Vater, das gereuet nie, denn Segen an ein starker Fels ift fie; die auf seiner Huld gelegen. Gott ist diesen Felsen bauen, wohnen unser höchstes Gut; wer auf unverletzt und sehn ruhig selbst ihn die Hoffnung setet, der die Welt vergehn. bleibt ewig unberlegzet, und hat immer frohen Muth. 4. Ja, ich will nur dich er wählen, treuer Vater, dir allein will ich mein Vertrauen 3. Täglich sag' ich meiner Seele: Gottes Lieb' und Va tertreu wird mit jedem Morgen neu; ihn, den Ewigen, erwähle 2. Du, der mich bisher ernähret, so viel Wohlthat mir gewähret, bist und bleibest ewig dir zum Freund und jauchze mein. Du, der meinen Lauf dann, daß kein Feind dir schas regieret und mich wunderbar den kann! geführet, wirst mein Schuß auch ferner seyn. 3. Soll ich ängstlich sehn um Sachen, die nur Sorg' und Uns 316 Bertrauen auf Gott. ruh machen und vergebliches| gen, des Unglücks Quelle find. Bemühn? Nein, ich will nach Vom falschen Schein geblendet, Gütern streben, die dem Herzen dem Eitlen zugewendet, find Frieden geben und im Tode wir für wahre Güter blind. nicht entfliehn. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was mir gut ist, wirft du schicken, wenn es deinem Rath gefällt. Dir will ich mich ganz ergeben, Leid und Freude, Tod und Leben, Alles sey dir beimgestellt. 5. Jft mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen ganz gewiß zu sei ner Zeit. Dir hab' ich nichts vorzuschreiben; wie du willst, so muß es bleiben, wann du willst, ich bin bereit. 4. Auf deinen Willen achten, nach deinem Reiche trachten, ge währt mir wahre Rub'. Dies Theil will ich erwählen, was könnte dann mir fehlen? Mein böchstes Gut, o Gott, bist du. 5. Dein ewiges Erbarmen, dein Beistand wird mir Armen in Trübsal Muth verleihn. Dein Rathschluß sey mein Wille; laß mich in frommer Stille, Herr, deiner Führung mich er freun. 6. Laß mich nicht zagend wanken, wenn zweifelnde Gedanken mir deinen Troft entziehn. Auch dann, Herr meines Lebens, laß niemals mich vergebens zu dir, dem treuen Helfer, fliehn. 7. Verfüße meine Leiden durch deines Geiftes Freuden, dein Friede wohn' in mir; drückt mich die Laft der Schmerzen, dann Mel. Nun ruher in den Wäldern ic. 567. Tuf deine Weisheit sprich zu meinem Herzen: ich, bein Erretter, bin bei dir. schauen und deiner Güte trauen, Gott, welche 8. Was sollt ich mich betrüSeligkeit! Dies mildert alle ben? Muß denen, die dich lieLeiden, schafft mir die reinsten ben, doch Alles Segen seyn. Freuden und führt mich zur Ich bin ja dein Erlöfter; sonst Zufriedenheit. weiß ich keinen Tröster, sonst 2. Dir, Herr, ist nichts verfeinen Schuß als dich allein. mel. Singen wir aus i. borgen, du kennst auch meine Sorgen, da du mein Vater bist. Du schenkteft mir das Leben, du wirst mir Alles geben, was mir zum Heile nöthig ist. 568. Auf den Nebel folgt die Sonn', auf das Trauern Freud' und Wonn'; auf 3. Wir streben oft nach Din die schwere, bittre Bein stellt sich gen, die, wenn wir sie errin- Trost und Labsal ein. Meine 6. Soll ich hier noch länger leben, wollst du Kraft und Troft mir geben und zum Himmel mich erziehn! Nur, was himmlisch ist, bestebet; alles Jrdische ver gebet, fährt gleich wie ein Strom dahin! Vertrauen auf Gott. 317 Seele, die zuvor sich in finstre| mel. Was Gott thut, das ist x. Nacht verlor, dringt zum Lichte 569. uf Gott und nicht jetzt empor. auf meinen Rath 2. Gott läßt Keinen traurig will stets mein Glück ich bauen, ftehn, noch im Elend ganz ver- und dem, der mich erschaffen gehn, der sich ihm zu eigen hat, mit ganzer Seele trauen. schenkt und in ihn sich ganz Er, der die Welt allmächtig versenkt. Wer auf Gott sein bält, wird mich in meinen Ta Hoffen setzt, der gewinnet doch gen als Gott und Vater tragen. zuletzt, was in Ewigkeit ergött. 3. Ach! wie oft gedacht' ich doch, als das schwere Trubsals Joch hart auf meinen Schultern lag, manche Nacht und manchen Tag: Nun ist alle Hoffnung hin, nichts erfreut mehr meinen Sinn, nur der Tod ist mein Gewinn! 4. Aber Gott erbarmte fich, heilt und bielt mich bäterlich, daß ich, was sein Arm gethan, nie genugsam preifen kann. Da ich weder hier noch da einen Weg zur Nettung sab, war mir seine Hülfe nah. 5. Nun, so lang' es Gott gefällt, daß ich leb' in dieser 2Belt, soll mir seiner Wunder Schein stets vor meinen Augen seyn. Ich will all' mein Lebelang meinem Gott mit Lobgefang dafür bringen Preis und Dank. 2. Er sab von aller Ewigkeit, wie viel mir nützen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Jft auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, er merkt auf meine Bitte, und hätte gnädig fie gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich recht väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille nur geschehe. 4. 3ft nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir flagen? Die größte Moth hebt einst der Tod, und Ehre, Glück und habe verläßt uns doch im Grabe. 5. An dem, was Seelen glücklich macht, läßt Gott es Reinem fehlen. Gesundheit, 6. Ich will gehn in Angst Reichthum, Ehr und Pracht und Noth, ich will gehn bis in sind nicht das Glück der Seelen. den Tod, ich will gehn in's Wer Gottes Rath vor Augen Grab binein, und doch allzeit hat, dem wird ein gut Gewis fröhlich seyn. Wem der Stärkste sen die Trübfal auch versüßen. bei will stehn, wen der Höchste 6. Was ist des Lebens Herrwill erhöhn, der fann nicht zu lichkeit? wie bald ist fie verGrunde gebn! schwunden! Was ist das Let 318 Vertrauen auf Gott. den dieser Zeit? wie bald ist's welcher Kummer dich auch plagt, überwunden! Hofft auf den Gott wird deine Unrub' stillen; Herrn! er hilft uns gern; seyd traue seiner Vaterhuld, er giebt fröhlich, ihr Gerechten! der Herr Tröftung und Geduld. bilft seinen Knechten. 2. Mußt du gleich auf rauher Bahn durch viel Kreuz und Trübfal wallen; nimm es nur In eigener Melodie. 570. uf meinen lieben geduldig an, also hat es Gott Glaube, das ist recht und gut, was dein treuer Vater tbut." Gott trau' ich in gefallen. Angst und Noth. Er kann mich allzeit retten aus Trübfal, Angst und Nöthen. Mein Unglück fann er wenden; es steht in seinen Händen. 2. Wenn mich die Sünd' anficht, berzagt mein Herz doch nicht. Auf Chriftum will ich bauen und ihm allein vertrauen; in ihm ift Kraft und Leben, ihm will ich mich ergeben. 3. Nimmt auch der Tod mich hin; ift Sterben mein Gewinn, und Chriftus ist mein Leben; er wird sein Reich mir geben. Ich sterb heut oder morgen, dafür laß ich Gott sorgen. 4. Füge dich in Gottes Brauch: Chriften müssen dulden, hoffen. Hat nicht deinen Heiland auch hier viel Leid und Kreuz getroffen? Folg' in Demuth deinem Herrn; was Gott auflegt, trage gern. 4. Du, mein Herr Jesu Chrift, der du aus Liebe bift 5. Kronen folgen auf den Streit, kämpfe nur mit festem Glauben; keine Leiden dieser am Kreuz für mich gestorben, Zeit können Gottes Heil dir du haft das Heil erworben und rauben. Leide, bet und lebe schafft nach kurzem Leiden den rein, selig wird bein Ende seyn. Deinen ew'ge Freuden. 5. Amen aus Herzens Grund' 3. Bleibe deinem Gott getreu, fucht er dich auch beim mit Schmerzen, balte dich von Unmuth frei, dulde mit gelaßnem Herzen; über jede Noth der Welt sieget, wer an Gott fich hält. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. ſprech' ich zu aller Stund'. Du 572. Befiehl dem Höchleiten, und stärken, vollbereiten, auf daß wir deinen Namen ohn' Ende preifen. Amen! ften deine Wege, und mache dich von Sorgen los, vertraue seiner Vaterpflege; für ihn ist nichts zu schwer und groß, das er zu seines Namens Preis nicht herrlich auszufüh Mel. Meinen Jesum laß ich ic. 571. Ruf, mein Herz, sey ren weiß. unverzagt un2. Wo du ihn nur baft walterwirf dich Gottes Willen; ten lassen, da hat er alles wohl Vertrauen auf Gott. 319 gemacht, und was dein Den- Lob gegeben, daß du oft uns fen nicht kann faffen, das hat vermuthet haft für mich gesorgt er längst zuvor bedacht. Wie in meinem Leben, und mich bees sein Rath hat außersehn, so freit von mancher Laft. Ach! und nicht anders muß es gehn. Alles ist ja nüß und gut, was deine Fügung mit mir thut. 3. Wie werden deine Lebenstage von Angst und Kummer seyn befreit; wie leicht wird alle Noth und Plage dir werden in der Prüfungszeit, wenn du nichts wünscheft auf der Welt, als was Gott will, und ihm gefällt. 4. An wahrem Glück wird dirs nicht fehlen, wenn du dein In eigener Melodie. Herz gewöhnft und lehrft, nur 573. Befiehl du deine das, was Gott will, zu erwähWege und was len, und deinem eignen Willen dein Herze fränkt der allertreuwehrft. Gott ist voll Weisheit ften Pflege deß, der den Himund Verstand; du irrest leicht, mel lenkt; der Wollen, Luft und bauft auf Sand. und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen tann. 5. Gieb meinem Herzen solche Stille, mein Jesu! daß ich sey vergnügt mit Allem, was des Vaters Wille mit mir und meinem Leben fügt. Nimm dich nur meiner Seele an, so hab' ich, was ich wünschen kann. 6. Jch weiß, du thuft's, fie ist die deine, und kostet dir dein theures Blut; o mache sie von Sünden reine, Gott wohlgefällig, fromm und gut. Ja, laß mich dir empfohlen seyn, so trifft mein ganzes Wünschen ein. 7. Indeß sey fiets, mein Gott, gepriesen für alle Sorgfalt, die du mir noch eh ich war schon baft erwiesen. Du bast ja, treuer Hirte, dir zum Eigenthum auch mich erwählt und mich den Deinen zugezählt. 8. Dir sey auch Dank und 9. Dort werd ich deiner Liebe Thaten erst preisen in Vollkommenheit. Dort läßt du mir den Wunsch gerathen, daß ich im Licht der Ewigkeit erkenne, wie mich hier dein Rath auf's Seligfte geführet hat. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohlergehn, auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott fich gar nichts nehmen, es muß erbeten seyn. 3. Dein' ew'ge Treu und Gnade, o Vater, weiß und fiebt, was gut sey oder schade dem fterblichen Geblüt; und was bu dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringft zum Stand und Wesen was beinem Rath gefällt. 4. Weg' haft du allerwegen, an Mitteln fehlt bir's nicht, dein Thun ist lauter Segen, 320 Vertrauer auf Gott. dein Gang ist lauter Licht, dein| für in Angst und Nöthen schwe Werk fann Niemand hindern, ben, frag' er doch nicht nach dir dein' Arbeit fann nicht ruhn, wenn du, was beinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er sich vorgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 10. Wird's aber sich befin. den, daß du ihm treu verbleibft, so wird er dich entbinden, de du es nimmer gläubft; er wird dein Herz erlösen von der so schweren Laft, die du zu keinem Bösen bisher getragen haft. 11. Wohl dir, du Rind der Treue, du haft und trägft davon mit Ruhm- und Dankgeschreie den Sieg, die Ehren6. Hoff, o du arme Seele! fron'; Gott giebt dir selbft hoff', und sey unverzagt; Gott die Palmen in deine rechte wird dich aus der Höhle, da Hand, und du fingft Freudendich der Kummer plagt, mit pfalmen dem, der dein Leid gegroßen Gnaden rücken; erwarte wandt. nur der Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn' der schönsten Freud'. 12. Mach' End', o Herr, mach' Ende mit aller unsrer Noth, stärk unsre Füß' und 7. Auf, auf, gieb deinen Hände, und laß bis in den Tod Schmerzen und Sorgen gute uns allzeit deiner Pflege und Nacht, laß fahren, was die Treu' empfohlen seyn, so ges Herzen betrübt und traurig ben unsre Wege gewiß zum macht; bist du doch nicht Re- Himmel ein. gente, der Alles führen soll, Gott fist im Regimente, und führet Alles wohl. mel. Mein Salomo, dein 2c. 574. Bellommnes Herz! 8. Jhn, ihn laß thun und was willst du walten, er ist ein weiser Fürst, bange forgen, und willst dich und wird sich so verhalten, daß ängstigen bei Tag und Nacht du dich wundern wirst, wenn um das, was doch nicht steht er, wie ihm gebübret, mit wun- in deiner Macht? Oft fommt derbarem Rath das hat hin- aus Sturmes Nacht ein schöausgeführet, was dich geäng ner Morgen, daß, wer am ftet hat. Abend fläglich trauernd fingt, des Morgens schon Gott Ju bellieder bringt. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Troft verziehn, und thun an seinem Theile, als bätt 2. Ermüdet Herz! du mußt in seinem Sinn er beiner fich dich nicht verlieren. Gedenke begeben, und sollt'ft du für und nur des ew'gen Vaters Treu', Vertrauen auf Gott. Der deinen Kummer kennt, der macht dich frei; sieh durchs Gewolf im Himmel ihn regieren! Der Alles ihm zum Wohlgefallen schafft, deß Anblick giebt dir neue Lebenskraft! 3. Erniedrigt Herz! erhebe nur die Schwingen des Glaubens und der Hoffnung da hinauf, wohin der Fromme richtet seinen Lauf! Mit Gottes Hülfe wird es dir gelingen! Bald ziehst du aus das traurige Gewand, und trittft in den erhöhten Freudenstand. 4. Verstummend Herz, laß durch das Kreuz dich trösten! dein Jesus auch verstummte wie ein Lamm; doch siegt' er sterbend an des Kreuzes Stamm, und zieht empor zu sich einst die Er löften. D'rum weiche nicht von seinem Kreuz zurück; du wirst erquickt durch manchen Gnaden blick. 5. O selig Herz, so bist du wohl beglücket; denn haft du hier an Jesu Leiden Theil, so strömt dir dort aus seiner Fülle Heil, wenn du gen Himmel wirst zu ihm entrücket. Das ist der Glaube, der besieget weit die Angst, die uns auf Erden ist bereit. 321 dich. Er höret deine Klagen, und liebt dich väterlich. 2. Wenn dich die Sünden. schmerzen, so fühle deine Schuld; doch frau mit ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet die Reu, die Gott gefällt; allein den Tod gebieret die Traurigkeit der Welt. 3. Wenn deine Feinde wü then, wie groß ihr Zorn auch sey, dein Gott wird dich behüten, bleib du nur ihm getreu. Gehorchen seinen Winfen nicht immer Erd' und Meer? Laß deinen Muth nicht sinken; dein Schirm und Schild ist er. 4. Auch in den bängsten Leis den sey stark in seiner Kraft! Ergieb dich ihm mit Freuden, er ist's, der Hülfe schafft. Er weiß ja, was dir fehlet in jedem Augenblick; und was dein Vater wählet, führt dich zum wahren Glück. 5. Der Gott, auf beffen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen gerecht und weis' und gut. Will auch dein Herz oft wanten, als dächt' er deiner nicht, wirst du ihm doch einst danken; er hält, was er verspricht. 6. Dent jenes Worts, und weine voll Freud und Dank, o Chrift: Jft auch der Mütter Mel. Befiehl du deine Wege xc. 575. Chrift, Alles, was dich fränket, bes fiehl getroft dem Herrn; er, der die Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. Warum willst bu verzagen? zu Gott erhebe 7. Ergreif' in feftem Glauben eine, die ihres Sohns vergißt? Und könnt fie sein vergessen, vergeß ich doch nicht dein. Wer könnte dies ermessen, und dennoch trostlos seyn! 21 322 Vertrauen auf Gott. den Troft der Ewigkeit; wer| spöttisch lachen, wohl wird's kann das Heil dir rauben, das Gott doch machen. Gott den Frommen beut? Auf furze Prüfungstage folgt ew' ger Preis und Dank; dann schweiget jede Klage und wird ein Lobgesang. 5. Dabei solls denn bleiben! ich will nie mich sträuben, folgs sam Gott zu seyn. Stets, in Tod und Leben, bleib' ich ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Jhm, dem Herrn, vertrau ich gern; wunderbar mag Gott es Mel. Jesu meine Freude zc. 576. Chrift, aus deinem machen, wohl wird er's doch Herzen banne machen. Sorg' und Schmerzen, schöpfe neuen Muth! Wenn dich Leiden Mel. Don Gott will ich nicht sc. drücken, wird dich Gott erquit. 577. ein harr' ich, und fen, was er schickt, ist gut. bin stille, getroft, Wenn dich Noth ringsum be- o Gott! in dir; dein väterlicher droht, Sorgen stets mit dir Wille geschehe stets an mir! erwachen; wohl wird's Gott doch machen. Du bist mein beftes Theil; was fönnte mich betrüben? bringt denen, die dich lieben, nicht selbst ihr Leiden Heil? 2. Bricht mit jedem Tage eine neue Plage über dich ber ein; drängen dich die Feinde, 2. Dein heilig weises Waltreten fern die Freunde, und ten bleibt meine Zuversicht; du vergessen dein: zagend Herz, wirft mich aufrecht halten, wenn zähm deinen Schmerz, und be- jede Stüße bricht. Mein Flefiehl Gott deine Sachen, denn hen hörest du, wenn in der stiler wird's wohl machen. len Kammer mein Herz in seis nem Jammer bei dir sucht Trost und Ruh. 3. Du führst Chrifti Namen; Christum nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Dulde und sey stille, deines Vaters Wille führt durch Nacht zum Licht. Der steht fest, der Gott nicht läßt; Gott ist mächtig in den Schwachen, und er wird's wohl machen. 3. Du wirst mich nicht versäumen, ob auch dein Arm verjeucht, und, wie in schweren Träumen, mir Kraft und Hülf' entweicht. Du prüfst mich nur, mein Gott, daß sich die Treu bewähre, und zu des Heilands Ehre besiege jede Noth. 4. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seiner Treu' empfängt. Nur nichts felbft verschuldet, und dann frob erduldet, was dein Gott verhängt. Kämpf' als Held! mag 4. Du giebst mir Kraft zum Siege und stehst mir mächtig bei, daß ich nicht unterliege, wie schwach ich immer sey. Du nimmst mein frantes Herz in doch die Welt deiner Hoffnung deine Hut und Pflege und bah Vertrauen auf Gott. 323 neft mir die Wege zur Freude| sanftes Wehen macht, daß fie durch den Schmerz. 5. Du, du bist meine Freu de, mein Helfer in der Noth! Von deiner Liebe scheide nicht Leben mich, noch Tod! Dein Antlitz leuchte mir in meiner bángsten Stunde! Ich bin mit dir im Bunde, ich leb' und sterbe dir! Mel. Der lieben Sonne Licht ic. 578. em Heiland nach, mein Geist und Herz, auf seinen Dornenwes gen! Bekämpfe muthig Leid und Schmerz, dem Siege fol get Segen. Nur fröhlich auf gefaßt die leichte Liebeslast! Sind doch die Leiden dieser Zeit nicht werth der künft'gen Herrlichkeit. 2. Du, Herr, fiebst meine Schwachheit an, du kenneft mein Vermögen, und mehr, als ich ertragen kann, wirst du nicht auferlegen. Leg auf, ich balte still, denn was dein Rathschluß will, das ist mein aller bestes Theil, du willst der Deinen wahres Heil. von Balsam triefen. Doch felbft im Sturm bist du, Herr, meine Sonn' und Ruh, die mich recht mildiglich ergößt, wenn mich des Kreuzes Druck verlegt. 5. Ja, Heiland, du bist Sonn' und Schild den Gläubigen auf Erden, die deinem frommen Leidensbild hier sollen ähnlich werden, eh sie die Herrlichkeit der fünft'gen Welt erfreut, die dem die Siegespalme reicht, der dir im Kampf des Leidens gleicht. 6. Mein Herz kann diese Leidensehr, o Jesu, kaum recht fas sen; doch reiche mir die Bürde ber, wer kann sein Heil wohl haffen? Mit Jesu hier geböhnt, mit Jesu dort gekrönt; mit Jeſu hier vom Kreuz gedrückt, mit Jesu ewig dort erquickt. 7. Wohlan, so will ich in Geduld nach deinem Willen leiden, den bittern Kelch füllt deine Huld zuletzt mit süßen Freuden. Jm Kreuz' erblick ich schon die mir verheißne Kron'; du leuchteft in Geduld mir vor, ich folge dir zum Sternenthor. 3. Du selber gingst zu Ehren ein durch Schmerz und bittres Leiden, wie könnt ich wohl bein Jünger seyn, wollt' ich in Rosen weiden? Der Himmelslilien Glanz wächst aus dem Dornen trang; dem, der die Schmach des Kreuzes trägt, wird Herr lichkeit dort beigelegt. 4. Wie stünd' es um der Gär- 2. Gott, welcher stets nach ten Pracht, wenn alle Lüfte Lieb' und Weisheit handelt, schliefen? Nur Sturm und macht, daß der Mensch durch 21 Mel. Herzliebster Jesu, was it. 579. Der Weg ist gut, der durch das Leiden führet. Man findet Gott, wenn man sich selbst verlieret. Gefahr und Noth treibt die bes herzten Streiter beständig wei ter. Vertrauen auf Gott. wenn sein| solchen festen Glauben kann in guten Niemand rauben. 324 rauhe Wege wandelt, Gemüth das Glück Tagen nicht weiß zu tragen. 3. Der Herr will nicht die schon geplagten Seelen burch 10. Ja, solltest du auch ohne dein Verschulden um Jefu willen Schmach und Tod erdulden: neue Lasten nur noch härter verzage nicht, Gott läßt die quálen; er will auch nicht ge- Kraft dich finden, zu überwinwaltsam zu sich ziehen, die vor den. ihm flieben. 4. Ist aber wo ein Herz, das ihm gehöret, und das sich noch mit halbem Willen web ret, das rettet er, denn Seelen sind ihm theuer, als aus dem Feuer. 11. Der Herr ist selbst den Todesweg gegangen; wer mit ihm duldet, wird die Kron' empfangen; der Herr wird, die ihm Alles hingegeben, zu fich erheben. 12. Blick auf die Wolfe der 5. Er zieht von dieser Erde verklärten Beugen, die jetzt vor nicht'gen Freuden den schwachen seinem Thron die Palmen neiGeift zurück durch harte Leiden; gen. Wie kamen sie zur Fülle er selbst erweckt bei Seufzen, jener Freuden? War's nicht Schmerz und Thränen ein durch Leiden? himmlisch Sehnen. 6. feyd gesegnet mir, ihr fel'ge Schmerzen! Dies Sehnen wedtet ihr in meinem Herzen; fein Leid kann nun den freien Geift ermüden, er lebt im Frie den. Mel. Was Gott thut xc. 580. Die Bahn ist rauh, auf der ich hier zu Wie meiner Heimath walle. viel Gefahren drohen mir! Oft bin ich nah dem Falle. Gott, wärst du nicht mein Troft und Licht, mein Heil in finstern Ta gen, wie ängstlich würd' ich zagen! 7. Nichts wird mir schwer, bleib' ich mit Gott verbunden, ich fühle keinen Schmerz in Leidensstunden, und wandle, dankbar für des Höchsten Gnade, durch rauhe Pfade. 8. So wird das Gold von Schlacken mehr gereinigt, das Herz mit Gott noch inniger ver einigt; die ihm ergebne stille Glaubenstreue stärkt sich auf's Neue. 2. Wie oft muß das beklommne Herz vor Menschen sich verschließen! Vor dir darf der- ges heimste Schmerz sich im Gebet ergießen; dann schaffest du mir Troft und Nuh aus deiner Gottesfülle, und meine Seel' ist stille. 9. Durch Finsterniß, die uns 3. Jch glaube, was dein fern Weg umdunkelt, sehn wir Wort verspricht: du forgft für das Kleinod, das von oben meine Tage; dein Auge schläft funkelt. Solch fel'ge Hoffnung, und schlummert nicht, dein Ohr Bertrauen auf Gott. 325 bört meine Klage. Du frönft 3. Was helfen meine Sor mich einst, wenn du erscheinst, deinem Heiligthume mit Wonne, Preis und Ruhme. 4. O dann wird alle Traurigkeit aus meinem Herzen schwinden; vergessen werd' ich alles Reid, und nur dein Heil empfinden; mein Lobgefang, voll Preis und Dant, wird dir zum Wohlgefallen durch deinen Himmel schallen! 5. Mich kann, bin ich der Erd' entrückt, nicht mehr die Sünd' entweihen; mit Unschuld steh ich dann geschmückt in deiner Sel'gen Reihen. Ich schau im Licht dein Angesicht, und ew'ger Himmelsfrieden ist mir durch dich beschieden. gen? Jst mir mein Glück verborgen; dir, Herr, verbirgt sich's nicht. Dir, dir will ich vertrauen, auf deine Liebe bauen, du, Vater, weißt, was mir ges bricht. 4. Warum ich heute flehe, das möchte, wenn's geschähe, schon morgen mich gereun. Nur einen Wunsch vor allen laß dir, o Herr, gefallen, den Wunsch: zufrieden stets zu seyn. 5. Wenn ich verlassen scheine, im Leiden zag' und weine; was wünscht mein schwaches Herz? Es will dir nicht vertrauen, den Ausgang will es schauen, und trägt mit Ungeduld den Schmerz. 6. D'rum will ich dieses Le- 6. D'rum will ich findlich bens Schmerz, mein Gott, ge- schweigen, mich deinem Willen duldig tragen; berubigt soll beugen bei Allem, was du mein gläubig Herz nicht mehr schickst; dich will ich glaubend voll Unmuth flagen. Du bist fassen; du kannst mich nicht bereit, zur rechten Zeit, o Gott, verlassen, der du die Deinen von allem Bösen mich herrlich gern beglückst. zu erlöfen. 7. Nicht das, warum ich flebe, dein Wille nur geschehe, Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. und was mir selig ist; d'rum will ich dir ergeben, getrost bab' geben, mein Gott, und ruhig leben, bis einst der Tod mein Auge schließt. 581. ir hab ich mich erim ganzen Leben, im Unglück wie im Glück; dir dank ich meine Freuden, dich preif' ich auch im Leiden bis an den letzten 582. ir trau ich, Gott, Augenblick. und wanke nicht, Mel. Herzlich lieb hab' ich zc. 2. Du bist's, der für mich wenn mir gleich von der Freuwachte, noch eb' ich war und de Licht der letzte Schimmer dachte, mich führte deine Hand; schwindet. Mein Helfer und du haft mich treu geleitet, auch mein Gott bist du, durch den da mein Glück bereitet, wo ich mein Herz doch endlich Rub, nur Schmerz und Leiden fand. und wahre Freude findet. Von 326 Vertrauen auf Gott. jeher haft du mich geführt, und| Willst du auch sorgen ohne meines Lebens Lauf regiert; du Rub, du wirst doch nichts ges haft mit treuer Vaterhand mir winnen. Wird nicht gewährt, alle Noth zum Heil gewandt. was du begehrt, sollst du darum Mein Herr und Gott, ich trau dich grämen? Gott lebet noch, auf dich! ich trau auf dich! Ich dem traue doch, er wird es auf tämpf und siege, Gott, durch sich nehmen. dich! 2. Dort oben herrscht der Herr der Welt, der immer wohl regieret, der alles schützet, trägt, erhält, und voller Weisheit fübret. Der Herr bewacht mit Vorbedacht der Menschen ganzes Leben. Gott herrschet noch, das glaube doch, er wird das Beste geben. 2. Wird mir der Leiden Laft zu schwer, und fühl ich keine Stärke mehr, fie länger noch zu tragen; dann blickt mein Au ge himmelwärts, und neu gestärkt fühlt sich mein Herz, im Leid nicht zu verzagen. Bald ist der Thränen Maaß erfüllt, und meiner Seele Schmerz ges stillt; bald haft du, Gott, mein Flebn erbört, mein Herz ge feit vertbeilt er nach Gefallen; 3. Die Gaben seiner Gütigprüft und mich bewährt. Du sein Rathschluß will Verschie treuer Gott, ich danke dir! ich danke dir! dich preist mein Loblied für und für. denheit, er giebt nicht Alles Allen. Hier giebt er viel, dort setzt er Ziel der Fülle seiner Gaben. 3. Was sind die Leiden die-, glaube doch, Gott schenket fer Zeit, Gott, gegen jene noch, was du wirst nöthig baben. Herrlichkeit, die du willst of fenbaren! Auch mir reichst du an deinem Thron mit Allen einst der Dulder Lohn, die treu im Leiden waren; zum höhern Lichte dort verklärt, erkenn' ich ganz der Prüfung Werth, genieße frob der Leiden Frucht, womit du hier mich heimge fucht. D Herr, mein Gott! dir will ich traun! dir will ich traun! denn einst werd' ich dein Antlig schaun. 4. Nur fordert er den rechten Brauch der anvertrauten Gaben, und will des Menschen Arbeit auch in seinem Dienste haben. Auf treuen Fleiß zu seinem Preis läßt er Gedeihen kommen; Gott segnet noch, das glaube doch, das Wirken seiner Frommen. 5. Gebt's gleich den Frommen oftmals schlecht, und freuen sich die Bösen; gilt Unrecht gleich oft mehr, als Recht: laß mich dies chriftlich lösen. 583. u bift ein Chrift, Gott ordnet schon den Gnadenwas flageft du, lohn, die Frommen einft zu zie und tränkeft deine Sinnen? ren. D'rum glaub ich doch, Mel. Was mein Gott will 2c. Vertrauen auf Gott. 327 Er liebt mich noch, und künf tig werd' ich's spüren. Schild; fieb in ihr deiner Mut ter Bild.. 6. So leg' ich denn mein 5. Ist von dem Freund der ganzes Thun, o Herr, in deine Freund geschieden, und weint Hände; ich lasse Angst und der Hinterlaßne laut: dann, Sorgen ruhn, mein Rummer bat ein Ende. Ich bleibe still, nur wie Gott will, mag künf tig Alles geben. Gott bilft mir doch, das glaub ich noch; sein Wille muß geschehen. Herr, gieb seiner Seele Frie den, mach mit dem Himmel ihn vertraut; er lern', er lern' es, daß Gott wieder giebt, was wir in dir und ihm geliebt. 6. Nimm auf die Waise, die im Sterben der Vater glaubend zu dir wies; laß sie den letzten Segen erben, ben er ihr schei Ja laß, ja laß sie thun, was sie versprach, als ihm das Aug' im Tode brach. Mel. Wer weiß, wie nabe mir ic. 584. u, der einst unfre Trauer theilte, der weinte an des Freundes Grab, der einer Mutter Schmerzen heilte, und ihren Sohn ibr wieder gab, erschein', erschein' als Tröster und als Freund, auch jetzt noch, wo ein Auge weint. 7. Du haft geweint; wir müssen weinen, und Schmerzen dulden bis ans Grab, doch einst versammelst du die Dei2. Wenn troftlos in der stil nen, und trockneft ihre Zhránen len Kammer ein Armer, ein ab. Dort wird, dort wird kein Verlaßner bebt, und jedes Bild Jammer, keine Pein, kein Weivon seinem Jammer mit tau- nen und kein Schmerz mehr send Schrecken vor ihm schwebt; seyn. dann komm, dann komm mit mildem Angesicht, und ruf ins Herz ihm: Weine nicht! Mel. Wie groß ist des x. 3. Wenn Unterdrückte zu bir 585. Su flageft über bie Beschwerden des fleben, die Feindes Haß dar- Looses, das dir Gott verliehn; niederbeugt, wenn sie bekümmert ganz glücklich wünscheft du zu um sich sehen, und sich kein werden, und siehst dies Ziel Retter ihnen zeigt; o dann, ja dir stets entfliebn. O wehre dann erbarm dich ihrer Pein, mißvergnügten Zäbren, befinne dann wolle du ihr Retter seyn! dich, und sieb zurück! Jft benn 4. Die Mutter, welche dich das Glück, das wir begehren, geboren, empfahlst du deines für uns auch stets ein wahres Freundes Treu. Der Wittwe, Glück? die den Sohn verloren, fteh auch 2. Nicht hoher Stand, nicht mit gleicher Liebe bei. Sey du, äußre Güter find Quellen der feb bu ihr Helfer und ihr Zufriedenheit: die wahre Nube 328 Vertrauen auf Gott. der Gemüther gedeibt nur bei| tesfurcht und Tugend nie geGenügsamkeit. Genieße, was trachtet, und die nun büßen für der Weltluft Freuden, ein chriftlich Leiden? dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht haft! Denk, jeder Stand hat seinen Fries den und jeder Stand auch seine Laft. 4. Doch selbst, wenn du uns strafft, will deine Gnade zurück uns führen zu des Heiles Pfade; du willst uns wecken aus dem Sündenschlafe durch 3. Gott, unser Herr, vertheilt den Segen uns väterlich mit milder Hand, nicht stets, wie Schmerz und Strafe. wir zu wünschen pflegen, doch ftets, wie er es heilsam fand. Willst du vermessen ihn verklagen, daß seine Liebe dich vergißt? Er ist auch liebreich im Verfagen, er weigert nur, was schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzufrieden beit. Besorgst du des Berufs Geschäfte, so nüßest du die Lebenszeit. Bei regem Fleiß sich Gott ergeben, das ew'ge Heil in Hoffnung sehn, das ist der Weg zu Ruh' und Leben; Herr, lehre diesen Weg uns gebni 5. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird Alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierft, und ewig wirkt dein Wille Gu tes die Fülle. 3. Jft deren Qual, die bei nen Rath verachtet, nach Got6. Jch bin ein Gaft und Pilger auf der Erden, nicht bier, erst dort soll ich ganz glüdlich werden; und was find gegen euch, ihr ew'gen Freuden. des Lebens Leiden! 7. Und wenn ich nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Chrifti Jünger leid' und dulde, so kann auch ich des Heiles der Erlösten mich sicher tröften. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 8. Jch bin ein schwacher Bin Herz, o Gott, Mensch, den Leiden fränken; in Leid und Kreuz doch in der Noth an Gott, den geduldig, das bin ich dir und Helfer, denken, dies wirkt Vermeinem Heile schuldig. Laß mich traun, und stärket unsre Her die Pflicht, die wir so oft verzen in allen Schmerzen. geffen, täglich ermessen. 9. Schau über dich! wer 2. Wie oft, o Gott, wenn trägt der Himmel Heere? Merk wir das Böse dulden, erdulden auf! wer spricht: bis bieber! wir nur unfrer Thorheit Schul- zu dem Meere? Ist er nicht den, und Christenkreuz dünkt auch dein Helfer und Berather, uns der Fluch der Sünden, ewig dein Vater? den wir empfinden. 10. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müs Vertrauen auf Gott. 329 sen; allein du wirst, was seine| lebten, die ihm starben, brinWege waren, nachmals erfah- gen jauchzend ihre Garben. ren. 11. Er züchtigt uns, damit Mel. Die Tugend wird durch's xc. wir zu ihm nahen, die Heili 588. Entebre nicht mit gung des Geiftes zu empfahen, und mit dem Troft der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärbangen Klagen fen. den Gott, der dich aus Liebe schuf. Des Lebens Mühe zu ertragen und frob zu seyn, ift 12. Das Kreuz des Herrn dein Beruf. Erdulde standhaft wirkt Weisheit und Erfahrung; die Beschwerden auf deiner fur Erfahrung giebt dem Glauben zen Lebensbahn; sieh nur, daß Muth und Nahrung. Ein star- fie dir heilsam werden, und kes Herz steht in der Noth noch bete Gottes Rathschluß an. feste. Hoffe das Beste! Mel. Werde munter, mein 2C. 587. inft ist alles Leid vergangen, wie ein kurzer Traum der Nacht, wenn der Herr, die hier gefangen, ihrer Bande ledig macht. Dann wird unser Herz fich freun, unser Mund voll Dankes seyn, jauchzend werden wir erheben ihn, der Freiheit uns gegeben. 2. Herr, erhebe deine Rechte, richt auf uns den Vaterblick, aus der Fremde ruf' die Knechte in die Heimath bald zurück. Unser Loos ist Kampf und Leid, kürz' uns ab die Prüfungszeit, führ uns, wenn wir treu gestritten, in des sel'gen Friedens Hütten. 2. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden; nimms dankbar an aus seiner Hand; erfülle jede Pflicht zufrieden, die er mit diesem Loos verband. Gott schenket gnädig dir die Kräfte, erhält und stärkt fie väterlich; fie brauchen, das ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Heil für dich. 3. Sind Andern durch des Himmels Segen mehr Güter anvertraut, als dir, foll doch kein Neid in dir sich regen; denk, wer ist Gott? und wer sind wir? Was dir, was deinem Nächsten nüget, weiß er dies besser nicht, als du? wenn er dich nährt, regiert und schüzet, was fehlt dann noch zu deiner Ruh? 4. Du prangeft nicht mit 3. Erndten sollen wir mit hohen Würden; beneide nicht Freuben, was wir weinend aus der Großen Glück! Sie feufgefä't; jenseits reift die Frucht zen unter schweren Bürden, der Leiden, und des Sieges und oft stürzt sie ein AugenPalme weht; Gott reicht uns blick. Dir wärd kein Ueberfluß des Glaubens Lohn gnädig dar gewähret;- ihn wünschen, durch seinen Sohn; die ihm das ist Selbstbetrug! Wer 330 Vertrauen auf Gott. gern, was Gott verfagt, ent- I Gott! o denk zurüce, wie gnábebret, der ist beglückt und dig er dich fiets geführt; wie reich genug. oft, wenn Dunkel um dich lag, aus Nacht hervor das Licht dir 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, was ich bedarf brach. und mehr verliebn, du wollst Zufriedenheit mir geben, und eitlen Sorgen mich entziehn! In Demuth laß mein Herz sich üben, und stets fich deiner Güte freun; dich fürchten, dir bertraun, dich lieben, soll ewig meine Freude seyn. 5. Gott, gnädig, wenn du uns erböreft, und giebst, was unser Wunsch erbat; oft gnädiger, wenn du zerstörest der eis genwill'gen Thorbeit Rafb: Ich barr' auf dich mit feftem Muth, denn was du sendest, ist mir gut. Mel. Wer nur den lieben c. 6. Die Lieb' hat mir den Pfad bestimmet, den ich auf Er589. Entschwinge dich, den wandeln soll. Ob er sich Dornen frümmet, Nächten, in welche dich die ich geb' ihn hoher Abnung voll. Schwermuth hüllt! Willst du Einst werd' ich in des Himmels mit deinem Schöpfer rechten, Höb'n ganz deiner Führung daß er nicht jeden Wunsch er- Weisheit sehn. füllt? Du kenneft, was dir gut ift, nicht, fleug auf zu seinem böbern Licht! Mel. Es kostet viel, ein Chrift zc. 2. In Finsternissen irrt bie- 590. Er wird es thun, der treue Gott, nieden des schwachen Sterbli- dich über dein Vermögen nicht chen Verstand; er faßt nicht, versuchen; er bleibt dir noch daß zu seinem Frieden auch Trübsal ihm ward zugesandt; erft an dem Ziel von seinem Lauf flärt sich ihm Gottes Ratbschluß auf. ein Vater in der Noth, sein Segensmund wird seinem Kind nicht fluchen; vernimm es nur, wie er so freundlich spricht: verzage nicht, verzage nicht! 3. Dort findest du, von Licht 2. Bedenk, daß du berufen umflossen, auch deiner Erden- bift, in Gottes Reich durch thränen Lohn. Schau! ihre Trübfal einzugehen. Du glaubest Saat ift aufgeschoffen, und ja, du seyft ein wahrer Chrift, blüht in reicher Fülle schon. so laß nun auch die Probe daIm Kummer ward sie ausge- von sehen; dein Christenthum ftreut, bald reift sie für die wird erst in der Gefahr recht Ewigkeit. offenbar, recht offenbar. 3. Du haft genug vom Kreuz gehört, genug gerühmt des Kreuzes reichen Segen, doch 4. D'rum heb' empor die trůben Blicke, wenn sich dein Weg in Nacht verliert. Dich leitet Vertrauen auf Gott. 331 haftet mehr, was die Erfah-| 2. D'rum auf, mein Herz, rung lehrt; d'rum laß es gern verzage nicht, wenn Sorg' und auf deine Schultern legen; trag's Leid dich drücket! Auf, fliehe in Geduld, so wird dir Kraft zu dem ew'gen Licht, das fráfund Heil, ja Kraft und Heil figlich erquidket! Halt' in Gezuletzt zu Theil. duld dem Vater still, wenn er durch Zucht dich läutern will. Geduld bringt Muth und Kräfte. 4. Dein Herr geht dir als Beispiel vor; wie vieles mußt auf Erden Christus leiden, eb' er sich hob zur Herrlichkeit empor, wo er nun hat und giebt die ew'gen Freuden. Wer freulich kämpft, empfängt an Gottes Thron, bes Sieges Lohn, den ew'gen Lohn. 3. Erwarte nur die rechte Zeit, so wirst du wohl empfinden, wie Gott in Lieb' und Freundlichkeit sich wird mit dir verbinden. Er wird, nach ausgestand'ner Bein, dein Labsal unaufhörlich seyn. Geduld wird nicht zu Schanden. 4. Nur frisch im Glauben fortgekämpft, bis sich die Stürme legen, durch Kreuz wird alle Luft gedämpft, die sich im Fleisch will regen, der Geist vom Eit's len abgelenkt, daß er sich ganz in Gott versenkt. Geduld erringt die Gnade. 5. Vom Herrn wird Reiner dort gekrönt, der nicht für ihn geftritten, der, wenn die Spôtter ihn verhöhnt, nicht gern mit ihm gelitten; wer aber Jesu Kreuz hier trägt, dem wird sein Schmuck dort angelegt. Geduld erlangt die Krone. 5. D'rum hoff' auf den, der Vater heißt, er meint es gut in allen deinen Leiden; was dich betrübet, was dein Herz zer reißt, soll niemals dich von seis ner Liebe scheiden; sey wohlge muth, der Hülfe Stund' ist da, dein Gott ist nab', dein Gott ist nab'. 6. Es bricht sein Herz ihm gegen dich; er spricht: ich will mich über dich erbarmen; du, liebes Kind, haft Niemand sonst als mich, d'rum balt' ich dich in meinen Vaterarmen. Ver nimm, o Chrift, was er so freundlich spricht, und zage nicht, nein, zage nicht. mel. Es ist das Zeil uns 2c. ist gewiß ein köftlich Ding, recht in 592. Geduld fich fassen, und Gottes heil'gem Rath und Wink sich stille in der urigkeit. Was willig überlassen, wie in dem heitern Sonnenschein, so auch bei trüber Noth und Pein: Geduld erhält das Leben. dir Gott besöteden, dient zu deinem Frieden, beides, Luft und Leid.#r verhängt, was uns bedräng, schlägt er uns 591. mel. Jefu, meine Freude ic. & ift Gottes Wille! Banges Herz, sey 332 Bertrauen auf Gott. auch ganz darnieder, doch erhebt| fen; er steigt in's Thal der Nieer wieder! brigkeit binab, und harrt getroft. dem Herrn Erhöhung ab. 3. Geduld, mein Herz, bis Er dir winkt, zu ihm in's Freudenreich zu treten. Und wenn auch Alles bricht und sinkt, Geduld im Leiden, Wachen, Beten! Nicht lange mehr, dann ist das Dulden aus; mit jedem Schritt nah'st du dem Vaterhaus. 2. Es ist Gottes Wille! leide nur und hülle in Geduld dich ein. Sein Nath ist verborgen, aber laß ihn sorgen, bis es Zeit wird seyn. Endlich scheint, wie er's gemeint, nach dem Regen bell die Sonne; auf die Angst folgt Wonne. 3. Es ist Gottes Wille! liegt doch Luft die Fülle in des Kreu zes Laft. Schau' nur unbeweget auf die Hand, die schläget, bis bu fie gefaßt. fie beilt, 594. Getroft! mein Leidu den hat ein Ziel; Mel. Ermunt're dich, mein c. ob sie auch weilt, reicht nicht ftets den Kelch der Leiden, ich darf nicht mutblos trauern; tranfet auch mit Freuden. ist auch der Trübsal noch so 4. Es ist Gottes Wille! d'rum, o Herz, sey stille auch in Kreuzes Pein. Mag es bitter scheinen, muß es doch den Sei nen lauter Labsal seyn. Folgte Noth mir bis zum Tod, tröft' ich mich doch in der Stille: es ist Gottes Wille! mel. Preis, Lob, Ebr' 2c. 593. Geduld! wie sehr der Sturm auch webt; Geduld! wenn Troft und Hoffnung schwindet, wenn Alles scheinbar rückwärts geht, und Gottes Hand fich nirgend findet! Er schützt dich doch mit unsichtbarer Hand, und führt dich treu bis in das Vaterland. 2. Geduld! nach manchem fauern Schritt wird deine Bahn von Segen triefen. Der Glaube wagt auch fühnen Tritt, durchwandelt mutbig Höh'n und Tieviel, sie wird nicht ewig dauern. Wer glaubensvoll mit Thränen sä't, der wird, wenn reif die Erndte steht, auch seine Garben bringen, und Freudenlieder fingen. 2. Den Abend lang weint oft mein Herz, am Morgen kommt die Freude, die Stunde bringt und nimmt den Schmerz, die Ruhe folgt dem Leide. Ich weiß, daß Leiden dieser Zeit nicht werth find jener Herrlichkeit, die nach dem Kampf auf Erden mir of fenbar soll werden. 3. Der Himmel droht nicht immerbar mit Sturm und Ungewittern; so läßt auch Gott nicht in Gefahr die Seinen immer zittern. Wer heute noch in Thränen schwimmt, das Brod des Elends seufzend nimmt, kann morgen sich schon laben an Gottes Gnadengaben. 4. D'rum fürcht' ich nicht, Vertrauen auf Gott. 333 du fönneft mein, o Vater, ganz| hinauf bringt all' dein Sehnen; vergessen, und habeft mir nur gieb dich zufrieden. Angst und Bein auf Erden zu gemessen. Du bist getreu, dein Angesicht verbirgst du deinem Kinde nicht, mit gnadenvollen Blicken kommst du, mich zu erquicken. 5. Getroft! mein Glaube sieget schon; das Joch seh' ich zerbrochen; wie eine Mutter ihrem Sohn, hast du mir zu gesprochen. Ich eile wie dein Kind zu dir, und du, Erbar mer, reichest mir zur Hülfe deine Hände; so hat die Noth ein Ende. In eigener Melodie. 595. Gieb dich zufrieden und sey stille in dem Gotte deines Lebens; in ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn' ihn müh'st du dich vers gebens. Er ist der Quell der reinsten Wonne, macht Alles bell, ist deine Sonne; gieb dich zufrieden. 4. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen, ob alle Fluthen dich umringen, du wirst doch nicht unterliegen. Gott ist nicht fern, steht in der Mitten, und höret gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden. 5. Verzieht die Hülfe gleich sehr lange, endlich wird sie dennoch kommen; macht dir das Harren oftmals bange, glaub', es dient zu deinem Frommen. Kein Heil gedeiht in kurzen Stunden, nur mit der Zeit wird es gefunden.. Gieb bich zufrieden. 6. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was lebt und webet auf der Erden, kann die Trübsal nicht vermeiden. Wo ist ein Haus, das könnte sagen: ich weiß durchaus von feinen Plagen? Gieb dich zu frieden. 2. Der Gott des Troftes und 7. Ein Ruhetag ist noch vorder Gnade liebt mit treuem Va- banden, unser Gott wird uns terherzen; fteht er bei dir, wird erlösen, er wird zerbrechen uns're dir nichts schaden, auch die Pein Banden, uns befrei'n von allem der größten Schmerzen. Kreuz, Bösen. Einft kömmt der Tod, Angst und Noth kann er bald von Gott gesendet, und alle Noth wenden, ja selbst den Tod hat ist dann geendet. Gieb dich zu er in Händen. Gieb dich zufrieden. frieden. 8. Der Herr führt dich zu 3. Wie dir's und Andern oft jenen Schaaren der Erwählten. ergebe, ist ihm wahrlich nicht und Getreuen, die hin mit verborgen; er sieht und kennet Frieden sind gefahren, und sich aus der Höhe des betrübten nun in Frieden freuen. Wer Herzens Sorgen, er faffet auf mit Geduld das Kreuz getradie heißen Thränen, zu ihm gen, hört einst die Huld des 334 Vertrauen Höchften sagen: Gieb dich zu frieben. Mel. Was Gott thut xc. 596. Gott lebt! Wie kann ich traurig seyn, als wär' tein Gott zu finden? Er weiß gar wohl von meiner Pein, die ich hier muß em pfinden. Er kennt mein Herz, und meinen Schmerz: ich kann ihm Alles flagen, und darf nun nicht verzagen. 2. Gott hört, wenn Niemand hören will! Wie sollte mir denn bangen, als könnt an der Erbörung giel mein Seufzen nicht gelangen! Ruf' ich empor, so hört sein Ohr, sein Amen schallet wieder, und Hülfe steigt hernieder. auf Gott. durch Wüften reisen, doch würde Gott mich speisen. 6. Gott lebt! Wohlan, ich jage nicht! Gott hört, ihm will ich klagen. Gott fiebt, ich such fein Angesicht. Gott führt, er wird mich tragen. Gott liebt und giebt; nur unbetrübt! er wird mir endlich geben, auch dort mit ihm zu leben. In eigener Melodie. 597. Gott will machen, daß die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen um dich schwellen, wenn du nur bei Jefu bist. 2. Wollt'st du denken, Menschen lenken, und dein Helfer schliefe feft: würd'st mit Klagen du dich plagen, wenn der Wind dir widrig blást. 3. Gott fie! Wie flaget denn mein Herz, als fäb' er nicht mein Weinen! Vor ihm muß der geheimste Schmerz ganz offenbar erscheinen. Zur Erde fällt nicht ungezählt die kleinste meiner Záhren, er wird mir Troft gewähren. 4. 11n zu ftillen eig'nen Willen, leidet wohl noch Mancher gerr. Du sollst tragen Roth und lagen, weißt du auch, dein Wunsch bleibt fern. 4. Gott führt! So geh' ich immer fort auf allen meinen Wegen. Mag mir die Welt bald hier, bald dort argliftig Schlin- 5 Blaube feste, daß das gen legen, so wird er mich zwar Befic über dich beschloffen sey. wunderlich, doch selig immer 3ft dein Wille nur fein stille, leiten, daß nie mein Fuß kann wirst du ganz von Kummer gleiten. frei. 5. Gott giebt! Er wird mein täglich Brod für heut und morgen geben; ich werd' auch in der größten Noth durch seine Gnade leben. Wär' ich auch arm, fern sey der Harm; müßt ich 3. Doch wer Leiden gern will meiden, bäufet leicht sich Schuld auf Schuld. Darum trage beine Plage fein getroft und mit Geduld 6. D'rum wohl denen, die fich sehnen nach des Willens Still' und Ruh'. Wirst du wol len, was wir follen, kommt auch bald die Kraft dir zu. 7. Rühm' und preise die als Vertrauen auf Gott. weise, die in folcher Uebung stehn, und auf Freuden wie auf Leiden nur mit Hiobs Augen fehn. 8. Mag Gott eilen, mag er weilen, fühle stets sein Vaterherz! Den laß sorgen, der auch Mel. Wer nur den lieben 2c. morgen Herr ist über Freud' 599. err, mache meine Seele bei jedem Leiden, das mich fränkt; denn es geschieht ja nur dein Wille, der Alles mir zum Besten lenft. Du bist's, der Alles andern kann, und was du thust, ist wohlgethan. 9. Es gerathen Menschen thaten immer nur wie er's verhängt. Solche Wunder sind der Zunder, d'ran der Glaube Funfen fängt. 10. Wenn die Stunden sich gefunden, dann bricht mächtig Hülf' herein, und dein Grämen zu beschämen, wird es unverse hens seyn. 11. So sey's Amen! In dem Namen uns'res Jesu halte still. Es geschehe und ergehe, was und wie dein Gott es will. 335 Sturm folgt heit'rer Sonnenschimmer, der Kreuzweg führt in's Paradies. Zu Gott sey deine Seele ftill, es gehe dir, wie Gott es will. Mel. Wer nur den lieben 2c. 598. a alt an, mein Herz, in deinem Glauben, Beständigkeit ift Kronen werth; wer diesen Anker sich läßt rauben, der bleibt im Sturm nicht unversehrt; wer aber feft an Jefu hält, der steht, wenn Erd und Himmel fällt. 2. Du führst uns auch auf rauhen Wegen zu deiner Kinder Seligkeit; von jeder Trübfal erndt ich Segen, ist dir nur, Gott, mein Herz geweiht. Der Ausgang wird stets herrlich seyn, sieht's gleich der blöde Geift nicht ein. 3. D'rum laß mich stille seyn und hoffen, wenn du mir Prüfung haft bestimmt; dein Vaterherz steht Jedem offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 2. Halt ein mit deines Unmuths Klagen, ein köstlich Ding ist die Geduld; wenn wir das Leid gelassen tragen, gewinnen wir des Vaters Huld; wer Gott fich murrend widersetzt, bat seine Kindespflicht verlegt. 5. Nur du erkennft, o Gott, 3. Halt aus, die Prüfung das Beste, und dies erwählt währt nicht immer, die Hoff dein Vaterherz. Mach' mich in nung fieget ganz gewiß. Auf diesem Glauben fefte, bann 4. Uns bleibt oft, was uns frommt, verborgen; genug für uns, daß du's erkannt. Wie oft sind uns're Wünsch' und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand. Du leiteft uns auf eb'ner Bahn, und läsfest uns kein Unheil nah'n. 33€ Vertrauen auf Gott. überwältigt mich kein Schmerz.| thun und kämpfen, die Feinde Ich dulde mit Gelassenheit; was Gott will, das gescheb' all'zeit. dämpfen. 5. Du bist der Held, du 6. Die Stunde wird doch kannst die Mächt'gen zwingen, endlich kommen, die mich von du fannst den Schwachen Hülf' aller Noth befreit; denn ein- und Rettung bringen, wir mal führst du deine Frommen trau'n auf dich, und fleb'n in zur völligen Zufriedenheit, und Jesu Namen: bilf, Helfer! dann wird ihnen offenbar, daß Amen. nur dein Rath der beste war. 7. Dort erndt auch ich von meinen Plagen auf ewig sel'ge Mel Herzlich thut mich sc. Früchte ein, dort wird mein 601. Bier lieg' ich, Herr, Herz, statt aller Klagen, nur im Staube bor voll des frohen Lobes seyn: deinem Angesicht! Wo ist mein der Herr, der für mein Heil froher Glaube, wo meiner Hoffgewacht, hat Alles mit mir nung Licht? Wo find die bei wohlgemacht. tern Stunden, da dich mein Auge sab? Ach, Alles ist verschwunden, und nur mein Schmerz ist da. 600. 2. Ich fühle Furcht und laß nicht zu Schrecken, wenn mich Gefahr Schanden werden die From bedroht, als könnte mich nicht men, die in Nöthen und Be- decken dein Arm in jeder Noth; schwerden, bei Tag und Nacht, als wäre dir verborgen, was auf deine Hülfe bauen, und meine Seele quält; als wolltest du nicht sorgen, wo mir's an 2. O wehre, Herr, den Stol- Hülfe fehlt. zen, die dich hassen, und sich 3. Kann deine Macht nicht allein auf ihre Macht verlassen; wenden, was ach, wende doch mit gnädigem scheint, und Licht und Hülfe Erbarmen dich zu uns Armen. dir vertrauen. unabwendbar 3. Sey unser Beistand wider uns're Feinde; sprichst du ein Wort, so werden sie bald Freunde; sie müssen Wehr und Wasfen, uns zum Segen, schnell niederlegen. senden dem, der im Dunkeln weint? Bist du nicht, der du wareft? Jft's nicht dein heilig Wort, wo du dich offenbareft, als unser Schild und Hort? mel. Herzliebster Jesu xc. 4. Wir haben Niemand, dem wir uns bertrauen, es ist umsonst, auf Menschenbülfe bauen; mit dir nur woll'n wir Thaten 4. Sieb, Vater, auf mich Armen herab voll Gnad' und Huld; vergieb mir aus Erbarmen des Zweifelmuthes Schuld. Geängstet und zerrissen fiehst du, o Gott, mein Herz; gieb Vertrauen auf Gott. 337 Frieden dem Gewissen, und stille| Mel. O daß ich tausend: c. Ich bin in Allem 5. Du hast ja nur Gedan-/ 003. wohl zufrieden, fen des Friedens über mich; und bleibe ruhig und bergnügt, dein Rath wird niemals wan- weil Gottes Huld mir ist befen, bau ich nur fest auf dich. schieden, weil Jefus mir im Du wirst mir Alles geben, was Herzen liegt, weil Gottes Geift, mir dein Wort verspricht; dein dem ich geweiht, mit feinem Wort führt mich zum Leben, Wort mein Herz erfreut. d'rum wank' und weich' ich nicht. 2. Wird mir für Freude Leid gesendet, und für das Leben einst der Tod: ich bin zufrieden, Alles wendet zu meinem Heil der treue Gott. Was Gott gebeut, das ist mein Will', und wie er's fügt, so schweig' ich still. 6. Laß Berg und Hügel wei chen, dein Friedensbund steht feft. Der wird das Ziel erreichen, der still sich führen läßt. Wie sich die Bahn auch wende, die ich bier wandeln soll, getroft ruf' ich am Ende: der Herr macht Alles wohl! 3. Um mich hab' ich mich ausgekümmert, die Sorg' ift ganz auf Gott gelegt! Ob Erd' und Himmel gleich zertrümmert, so weiß ich doch, daß Er mich trägt. Und halt ich fest an meinem Gott, so frag' ich nichts nach Noth und Tod. 4. Mit deinen Leid- und Freudengaben, wie du sie giebst, zufrieden seyn: Gott, möcht 602. bin Gottes, Gott ich solchen Sinn stets baben, er mich bis in's Grab Mel. Christus, der uns selig ic. Ich uns wohl scheiden? Dringet hinein! Das schafft die rechte auch das Kreuz herein und das Heiterkeit, in Lebens- und in bitt're Leiden; laß es dringen, Sterbenszeit. kommt es doch von geliebten Händen, und eh' ich's geahnet noch, wird Gott Alles wenden. 7. Drum fasse dich, o Seele, und traure nicht so sehr; was dich auch immer quäle, bald klagest du nicht mehr. Er kommt, er kommt, dein Retter, er kommt und zögert nicht; durch Wol ken, Sturm und Wetter dringt seiner Gnade Licht. Mel. Was mein Gott will ic. 2. Gottes Kinder fäen zwar 604.h habe Gottes traurig und Thränen, aber gesehn, mein endlich bringt das Jahr, wonach Herz ist froh und stille, und fie sich sehnen; denn es kommt bie Erndtezeit, da sie Garben binden, da wird all ihr Kreuz und Leid Ziel und Ende finden. gern, wie er mich führt, zu gehn, ist nun mein fester Wille. Er stand ja doch mir immer bei, merkt' ich nur auf sein Winken; 22 338 Vertrauen auf Gott. fhm will ich folgsfam seyn und| winn, der Tod selbst ist mein treu, bis meine Tage sinken. Leben. Denn Gott ist mein, und ich bin sein, was ist wohl, das mir schade; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Thun voll Gnade. 2. Oft schien mir wohl die Last zu schwer, die mich darnieder drückte; dann ging ein Engel vor mir her, der tröstend nach mir blickte. So fommt in schwache Seelen Muth! Jch folge, statt zu flieben; mir abnte, Leiden sey mir gut, ich sah den Lohn erblühen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben; schickt er auch Trübfal groß und schwer, so will er mich nur üben, will mein Gemüth in seiner Gür gewöhnen fest zu stehen; halt ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. t, was ich bin und habe, mein? gab ich mir selbst das Leben? Sein Werk bin ich, er hat allein mir Seel' und Leib gegeben. Ich gab mir nicht des Geiftes Licht, er läßt es in mir scheinen: wer so viel thut, deß Herz und Muth fann's nimmer böfe meinen. 4. Wer schützt mich in Gefahr und Noth? Es ist sein gnäd'ges Walten; ich wäre längst schon falt und todt, bätt 5. So wirk' ich bei des Ta- er mich nicht erhalten. Sein ges Schein, freu mich an Got Arm allein läßt Groß und tes Segen, und bricht des To- Klein in reger Kraft bestehen; des Nacht herein, geb ich ihr was er nicht hält, das bricht froh entgegen. Beruhigt kann ich rückwärts sehn auf dieses Lebens Mühen, und voll Vertraun hinübergehn, wo ew'ge Freuden blühen. und fällt, und muß in Nichts vergeben. 5. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und löblich sein Regieren; die Zeit und Stund ist ihm bekannt, sein Werk hinaus zu führen. Er weiß, wann Freud', er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene, und was er mein Herz und Sinn ergeben; thut, ist Alles gut, ob's noch so was böse scheint, ist mir Getraurig schiene. 3. Nun seh ich ein, wie gut es war, daß Gott mich oft betrübte; ich weiß, wie Sorgen und Gefahr des Geistes Kraft mir übte. Ging ich in steter Luft nur hin, was wäre mir geblieben? Um Schmerzenstag hat Christi Sinn sich mir in's Herz geschrieben. 4. So lern' ich in das beßre Land des Herzens Hoffnung leiten, geschieden von der Erde Tand und ihren Nichtigkeiten. Ich lerne so mit richt'gem Blick der Erde Güter schäßen, und über alles äuß're Glück die Ruh der Seele setzen. Mel. Was mein Gott will ic. 605. ch hab' in Gottes Herz und Sinn Vertrauen auf Gott. 339 6. Du denkest zwar, wenn Leid in Ewigkeit die Deinen du nicht haft, was Fleisch und triumphiren. Blut begehret, als sey mit einer großen Last dein Lebensgang Mel. Nun ruhet in den ic. beſchweret; haft ſpät und früh 606.h bab' in guten viel Sorg' und Müh', zu deinem Wunsch zu kommen, und bens Glück empfunden und denkeft nicht, daß, was geschicht, Freuden ohne Zahl: so will ich gescheh' zu deinem Frommen. denn gelaffen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 7. Es kann bei lauter Sonnenlicht das Feld nicht Früchte tragen: so reift auch Menschenwohlfahrt nicht bei lauter guten Tagen. Wie bitter sey die Arzenei, schafft sie doch neues Leben: so muß das Herz sich oft durch Schmerz zu seinem Heil erheben. 8. Ei nun, mein Gott, so fall' ich dir getroft in deine Hände; nimm du mich auf, und mach's mit mir, wie du willst, bis an's Ende. Nur du, Herr, weißt, wodurch dem Geift sein wahres Heil entstehe, und deine Ehr' fich mehr und mehr vor aller Welt erböbe. 9. Willst du mir geben Son nenschein, so nehm' ich's an mit Freuden; soll's aber Kreuz und Trübsal seyn, will ich's geduldig leiden. Willst du allhier das Leben mir zum späten Ziel er balten: wie du mich führst und führen wirft, so laß ich gern dich walten. 10. Und soll ich einst des Todes Weg und finstre Straße geben, so zeige du mir Bahn und Steg und laß dein Licht mich seben. Mein Hirt bist du, der zu der Ruh des Himmels mich wird führen, wo nach dem 2. Ich bin ja, Herr, ein Sünder, und du strafft viel gelinder, als ich es wohl verdient. Sollt' ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Web erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, und mehr als Ruh und Leben dich lieben, meinen Herrn. Dir nur will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfft, und du erretteft gern. 4. Du willst uns alle Sünden, wenn wir nur Reu' empfinden, in Chrifto gern verzeihn. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte zum Heiligungsgeschäfte, und du, Gott, willst mein Beifland seyn! 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist mit mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, dich durch Geduld verehren, im Glauben zu dir flehn. Jch will den Tod bedenken, du, Herr, wirst Alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. 22 Vertrauen auf Gott. Mel. O daß ich tausend ic. Ankergrund ift Gott allein; 607. Laffe Gott in Al- d'rum muß fie fest und sicher 340 Wille bleibt der beste Rath; und gern will ich ihm stille halten, Mel. Wachet auf, ruft uns ic. wie er's für mich beſchloffen hat. 608. Tefus kommt, von Gott allein, allem Bösen uns, soll meines Glückes Meister seyn. seine Gläub'gen, zu erlösen; er 2. Sollt ich des Náchsten kommt mit Macht und HerrlichGlück beneiden? Gott hat es feit. Einft, an seinem großen fo für ihn gefügt. Wer Andrer Tage, verwandelt sich der FromWohl nicht sieht mit Freuden, men Klage in ewige Zufrieden ift in sich selber mißvergnügt. beit. Sey fröhlich, Volk des Ein reines Herz, ein froher Herrn! Er kommt, er ist nicht Dein Muth ist mehr als alles Geld fern, dein Erretter. und Gut. Schmerz ist kaum ein Morgentraum, bald macht er ew'gen Freuden Raum. 3. Wir müssen uns in Alles schicken; denn Alles kommt von lieber Hand; auch wenn mich Centnersorgen drücken, bleibt dieser Trost mir zugewandt. Ich weiß, daß Alles, was mich fränkt, Gott endlich doch zum Besten lenkt. 2. Augenblicke dieser Leiden, was seyd ihr gegen jene Freuden der unbegrenzten Ewigkeit! Seht die Kron' am Ziele prangen, und kämpft und ringt, fie zu erlangen, die ihr dazu berufen seyd! Euch halt in eurem Lauf kein Schmerz des Lebens zu rechter Zeit; der Blume auf, Uleberwinder! Das Ziel ist Schmuck, die später blühet, prangt oft in schönster Lieblichkeit. Das llebereilen bringt nur Pein, das Gute will erwartet seyn. 4. Wenn länger auch der Herr verziehet, die Hülfe kommt nah, bald seyd ihr da, dann fingt ihr froh Hallelujah. 5. Gott kennt die rechten Freudenstunden, er prüft vorher nur die Geduld; und hat er sie bewährt gefunden, so frönt uns seine Vaterhuld. Was wir nicht hofften mehr, geschiebt, und taufendfache Freude blübt. 6. So laß ich Gott in Allem walten, das stebt in meiner Seele feft. Ich will mich an die Hoffnung halten, die nicht zu Schanden werden läßt. Jbr 3. Der sich euch zum Volk erwählet, der eure Thränen alle zählet, ftritt auch mit unerschöpfteni Muth. Wie hat Jesus nicht gerungen, wie tief war er von Angst durchdrungen, wie seufzt' er laut, wie floß sein Blut! Doch sab'n die Feinde nicht auf seinem Angesicht bange Schrecken. Gestärkt von Gott in seiner Noth, drang er zum Leben durch den Tod. 4. Wir, Genoffen seiner Leiden, wir erndten einst auch seine Vertrauen auf Gott. 341. Freuden, gehn standhaft wir ihr nicht der Blöße Qual, des des Kreuzes Bahn. Laßt uns Wetters Drangsal leidet. fämpfen, laßt uns ringen, mit 5. Er, der den Raben Fut unserm Haupt bindurch zu ter giebt, erhält auch euer Lebringen, und jene Krone zu ben: hat er euch doch so hoch empfahn! Sein ist Gewalt und geliebt, euch seinen Sohn zu Kraft, die neues Leben schafft geben! in den Schwachen. Die ihm vertraun, fest auf ihn baun, die werden seine Hülfe schaun. 6. O Vater, Vater, sollten wir dich nicht durch Glauben preisen, und frei von irdischer Begier, im Wirken Treu' erweisen? 5. Ja du kommst, von allem Bösen uns, deine Gläub'gen, zu erlöfen, deß find wir frob und danken dir. Auch in ban gen Prüfungstagen soll unser Herz doch nie verzagen, auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist; wir traun dir, Jesu Christ, und sind stille. Wenn gleich die Welt in Trümmer fällt, fest stehet, wer zu dir sich bält! Mel. Ich dank' dir schon x. 609. br, deren Herzen noch bethört nach Glück der Erde schmachten, laßt uns zuerst und ungestört nach Gottes Reiche trachten. 2. Der Vater weiß, was ihr bedürft, und kennet eure Sorgen; wohl dem, der auf den Herrn sie wirft, der ist stets wohl geborgen. 7. Wie treu bist du für uns bemüht, der Alles gnädig lenfet, uns hier für's Himmelreich erzieht, dort ew'ges Leben schenket. 8. Dein Reich, welch unnennbares Heil, welch hoher Schaß der Seele! Dies, dies werd' unser Erb' und Theil, ob, was vergeht, auch fehle. 9. Herr, gieb uns deinen gu ten Geist, und nie entzeuch ihn wieder! Zu Allem, was dich ehrt und preift, weck er uns Seel' und Glieder! 10. Ja, Vater, darin sey verehrt, daß wir als Chrifti Reben, nach deiner Pflege vollem Werth, dir gute Früchte geben. Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. 610. On allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, foll's anders wohl gelingen, uns selber geben Rath und 3. Sorgt, wie es Gläubigen gebührt, daß rein sey Leib und Seele, und daß ihr einen Wandel führt, der seinen Ruhm erzähle! 4. Er, der die Blumen That. schmückt im Thal, das Lamm 2. der Heerde kleidet, schafft, daß| frühe Nichts ist es spät und um meine Sorg' und 342 Vertrauen auf Gott. Mühe, nichts hilft die Unge- und traue dem alleine, der dich duld; er mag's mit meinen geschaffen hat; es gehe, wie Sachen nach seinem Willen es gehe, dein Vater in der machen, ich stell' es ganz in Höhe, der weiß zu allen Sachen seine Huld. Rath. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen, und was mir selig ist; ich nehm' es, wie er's giebet, was ihm mit mir beliebet, das will auch ich zu jeder Frist. 4. Jch traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Ulebel schützt; folg' ich des Herrn Gesetzen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlt mir dann was wahrhaft nüßt. 5. Er wolle mich entbinden von aller Laft der Sünden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen, und baben noch mit mir Geduld. Mel. Aus tiefer Noth schrei zc. 611. Mach's, lieber Gott, wie dir's gefällt, in allen meinen Sachen! Mein Hoffen ist auf dich gestellt, du wirft's am besten machen. Dein Wort ist mir ein sich'res Pfand, ich schau' auf deine starke Hand, die kann bald Alles ändern. 2. Scheint's auch bedenklich oft zu stehn, ich bleibe unverzaget. Was du willst, das muß doch geschehn, wohl dem, der's auf dich waget! Du, Höchster, fannst in kurzer Zeit all meine Noth und Traurigkeit in Freud' und Heil verkehren. 3. 3war tritt wohl oft ein 6. Leg' ich zum Schlaf mich Zweifel vor, der dies und das nieder, erwach' ich Morgens will sprechen: doch du wirst das wieder, sey ich hier oder dort: gebeugte Rohr nicht ganz und in Schwachheit und in Banden, gar zerbrechen. Den Docht ist nirgend Noth vorhanden, des Glaubens, der nur glimmt, mich tröstet überall sein Wort. und bloß von dir noch Kräfte nimmt, den läßt du nicht erlöschen. 4. Schenk, mir Geduld, und stärke mich, wenn ich in Schwachbeit leide: ich halte mich allein an dich, und dies ist meine Freude. Die Welt sey Welt und bleibe Welt, du bist der Schatz, der mir gefällt, nach dir steht mein Verlangen. 5. Wenn du mich schlägst, so preif' ich dich, und will die Ruthe küssen; denn auch im 7. Hat er es denn beschloß sen, so will ich unverdrossen an mein Verbängniß gebn; fein. Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will ihn freudig überstehn. 8. Jhm hab' ich mich erge ben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sey heut' oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sey nun, Seele, seine, Vertrauen Kreuze läßt du mich dein Va terherz recht wissen. Das wallt vor Freude gegen mich; du sprichst: mein Kind, ich werde dich nicht lassen noch versäumen! 6. Dies tröftet meinen blöden Muth, daß mich kein Unfall kränket; du machst doch endlich Alles gut, und besser, als man denket. Wer weiß, wie nab' die Freudenzeit, da Alles mir nach Wunsch gedeiht, und mir die Sonne scheinet. auf Gott. 343 4. Meine Seele gråmt sich nicht, liebt Gott mitten in dem Seiben; Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer in Gottes Armen liegt, bleibt in aller Noth vergnügt. 5. Meine Seel' ist still zu Gott; alle Klagen sind verschwunden, und so hab' ich jede Noth, jeden Kleinmuth überwunden; froh verkünd' ich allezeit Gottes Huld und Freundlichkeit. 7. D'rum weiche, Sorg' und Traurigkeit, ich bin in Gott zumel. Serr, ich habe mißgehandelt ic. frieden. Gott hat mir schon zur rechten Zeit mein Theil und 613. Meine Seele, laß es Heil beschieden. Ist mir's auch wie in jetzt noch unbekannt, so kann's dieser Welt es geht, laß auch doch bald des Höchsten Hand an's Licht des Tages führen. gerne das geschehen, was bein Herz hier nicht versteht: bleib, o Seele, fromm und stille, denk, es waltet Gottes Wille. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 612. Meine Seele giebt 2. Jft dir gleich die Welt sich hin in des zuwider, bist du selbst der Baters Herz und Hände; ich Freunde Spott, drücken Feinde erwart im stillen Sinn seiner dich darnieder, so vertraue deiWege Ziel und Ende; mein nem Gott: bleib', o Seele, Vertrau'n ist fest und groß, fromm und stille, denn ich ruh' in Gottes Schooß. waltet Gottes Wille. denk, es 2. Meine Seele murret nicht, ist in Gottes Rath ergeben; fürder soll mein Wille nicht, nur der seine in mir leben; was sich ungeduldig regt, sey in Chrifti Grab gelegt. 3. Jft auch in dem bangen Herzen nichts, als Kummer, Sorg' und Leid, zagst du unter herben Schmerzen hier in dieser Sterblichkeit; bleib', o Seele, fromm und stille, dent, es waltet Gottes Wille. 3. Meine Seele forget nicht, will nicht lang' an morgen den4. Gott erbarmt fich seiner ken; ob mir Irdisches gebricht, Frommen, wenn das Kreuz fie will ich mich darum nicht kränken. hat bewährt, läßt sie zu dem Sorgen kommt dem Schöpfer Frieden kommen, den schon zu, in ihm hat die Seele Rub. lange sie begehrt: bleib', o 344 Vertrauen auf Gott. Seele, fromm und stille, dent,| fich gläubig legen in des Va es waltet Gottes Wille. ters Schooß, in sein Antlig 5. Nach dem Regen scheint schauen und ihm kindlich trauen, die Sonne, Freude folgt auf welch ein selig Loos! Rube Traurigkeit; Angst verwandelt fleußt aus ftillem Geist! Wer fich in Wonne, und in Himmels- sich weiß in Gott zu schicken, luft das Leid: bleib', o Seele, den wird er erquicken. fromm und stille, denk, es waltet Gottes Wille. Mel. Freu dich sehr, o xc. 6. Sollst du von der Erde 615. Meine Sorgen, Angst scheiden, scheide nur getroft zu Gott; Gott giebt dir des Himmels Freuden, warst du treu bis in den Tod: bleib', o Seele, fromm und stille, dent, es waltet Gottes Wille. und Plagen nehmen mit der Zeit ein End'; nicht auf ewig währt das Klagen, welches Gott am besten fennt; d'rum will ich gelassen seyn, nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meinen matten mel. Jesu, meine Freude xc. 614. Meine Seel' ist stille, weil ja Gottes Wille mir zu helfen fteht. Mit dem, was Gott füget, ist mein Herz vergnüget, nimmt es, wie es geht. Geht die Bahn nur himmelan, und von Jesu ungeschieden, so bin ich zufrieden. Geift erquicken. 2. Was mit Thränen wird gesäet, wächst zur Freudenerndte auf; wenn die Dornen abgemähet, trägt man edle Frucht zu Hauf; nur im Kampfe wird erreicht jenes Ziel, das Gott uns zeigt; will man dieses Kleinod finden, so muß man erst überwinden. 2. Dir will ich anhangen, das sey mein Verlangen, Gott, 3. Auf dem Wege zu den bei dir zu seyn! Keinen will Sternen ist des Kreuzes Last ich hören, der mich will bethö- gar biel; sie zu tragen mußt ren mit dem falschen Schein! du lernen, sonst gelangst du Was der Welt allein gefällt, nicht zum Ziel; zu der ew'gen Lust und Ehr' und irdisch Trachten will ich gar nicht achten. Gottesstadt kommt nur, wer geduldet hat; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 3. Rein, ach nein, nur Einer, fag' ich, und sonst keiner wird von mir geliebt; Jesus, der Ge 4. Wahrlich! es find alle treue, deß ich mich erfreue, der Frommen, die des Himmels sich ganz mir giebt. Er allein, Klarheit sehn, aus viel Trübsal er soll es seyn, dem ich wieder hergekommen, vor des Lammich ergebe, einzig ihm nur lebe. mes Stuhl zu stehn, prangend 4. Gottes Gür erwägen und in der Ehrenfron' stehen sie vor Vertrauen auf Gott. Gottes Thron; weil sie glück- unsern Willen brechen, die Luft lich triumphiret, find mit Pal- am Eitlen schwächen, und an men sie gezieret. dem Wesen dieser Welt. 6. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld, und schien es auch in Nöthen, als wolle Gott uns tödten, uns doch getrösten seiner Huld. 7. Was will uns auch wohl scheiden von Gott und seinen Freuden, die er dort offenbart? Ich lebe oder sterbe, so ist des Himmels Erbe mir als mein ew'ges Theil bewahrt. 8. Darum gieb dich zufrieden, mein Herz, und sey geschieden von Sorge, Furcht und Leid; bald wird Gott Engel senden, die sanft auf ihren Händen dich tragen zu der Herrlichkeit. 5. Darum trage deine Banden, meine Seel', und dulde dich; Gott hilft, du wirst nicht zu Schanden, alle Stürme legen fich. Nach dem Blitz und Donnerschlag folgt der angenehme Tag; auf den Abend folgt der Morgen und die Freude nach dem Sorgen. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 616. Mein Herz, gieb dich zufrieden, und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram; die Noth, die jetzt dich drücket, hat Gott dir zugeschicket, ihm halte still, von dem sie fam. 2. Mit Sorgen und mit Plagen, mit unmuthsvollen Klagen häufst du nur deine Pein. Mel. In dich hab' ich gehoffet c. Durch Stillefeyn und Hoffen 617. ur kurz ist uns're wird, was dich jetzt betroffen, erträglich dir und heilsam seyn. Prüfungszeit, nur kurz des Lebens Kampf und Streit; bald folgen ew'ge Freuden! Was jene Welt uns vorbes hält, lohnt reichlich alle Leiden. 3. Kann's doch nicht ewig währen; oft hat Gott uns're Zähren getrocknet, eh' man's meint; wenn es noch heißt: wie lange wird meiner Seele bange? ift Gott schon nah', und Hülf' erscheint. 2. Die Wege, die des Vaters Rath den Kindern vorgezeichnet hat, sind nicht der Menschen Wege. Doch faffet Muth, sein Weg ist gut; sey, ihn zu gebn, nicht trage. 4. Und wenn ich's recht er wäge, so find's nur Liebesschläge, womit er uns belegt; nicht 3. Die Frommen tragen still Schwerter find's, nur Ruthen, ihr Kreuz, und murren nicht, mit denen er zum Guten zu denn Gott gebeut's; fie gehen züchtigen die Seinen pflegt. hin und weinen. Doch täuscht 5. Er will uns so erziehen, fie nicht die Zuversicht, bald daß wir vor Allem fliehen, was wird die Sonne scheinen. ihm nicht wohl gefällt. will 4. Ja, Gott ist liebreich und 346 Vertrauen auf Gott, getreu; glaubst du, daß Gott| ftande fey mein Theil Zufrie die Liebe sey, so hemme deine denheit! Dort in meinem Va Klagen. Das Leiden drückt; terlande wohnt die wahre Se doch was Gott schickt, hilft er ligkeit. Führt mein Gang zum auch gnädig tragen. Himmel ein, mag er immer dunkel fevn! 5. Er wog bor Anbeginn der Zeit nach deiner Kraft mit 6. Darum, auch auf rauhen Freundlichkeit die Bürde deiner Wegen, meine Seele, flage Schmerzen; er wog auch schon nicht! Was hier schmerzet, wird den Gnadenlohn dir zu mit dort Segen, was hier Nacht treuem Herzen. ist, wird dort Licht; und ich faff' erst Gottes Sinn, wenn ich ganz vollendet bin. Mel. Gott des Himmels und: c. 618. ey auch unerforſchlich immer meiMel. In dich hab' ich gehoffet ic. nes Gottes Weg und Rath, 619. Sep unverzagt, o sey die Nacht auch ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat: doch ist Alles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. frommer Chrift, wenn du in Kreuz und Trübsal bift, befiehl Gott deine Sachen; trau' ihm allein in Noth und Bein, er weiß es wohl zu machen. 2. Kein Leiden kommt von ungefähr, Gott sendet es von oben her, er hat dir's ausersehen; darum sey still, und was Gott will, das laß du nur geschehen. 2. Sollt ich Gottes Rath nur loben, wo ich seine Weißbeit seh'? Ift's nicht Gnade nur von oben, wenn ich seinen Weg versteh? Jeder fündigt, welcher flagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt. 3. Soll ein Vater unterlas- 3. Und bräche schier der fen, was dem Kinde Thorheit Gram dein Herz, fo blicke gläuist? Kühner Tadler! Engel faf big himmelwärts, Gott kann sen, was dein Geist hier nicht sein Kind nicht haffen; wenn ermißt. Hier sollst du dem Herrn vertrau'n, und nur glau ben, noch nicht schau'n. du ihn liebst, dich ihm ergiebst, wird er dich nicht verlassen. 4. Nicht immer währt der Frommen Leid, der Herr verändert Stund' und Zeit, er kann 4. Soll er deine Wünsche fragen bei der Leitung seiner Welt? Soll der Heil'ge nicht noch Freude geben. Durch versagen, was nur deiner Luft Freud' und Schmerz macht er gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilgerdas Herz geschickt zum ew'gen Leben. 5. Von Alters her hat ja die Schaar der Heiligen durch viel Vertrauen auf Gott. 347 Gefahr und Leiden wandeln| res Gut mir fehlen; aber eig's müssen; warum wollt'st du al- ner Will' und Rath wählt oft lein von Rub, und nichts von einen falschen Pfad. Trübsal wissen? 6. D'rum bet' und hoffe stets auf Gott in aller deiner Angst und Noth; wie er will, laß es gehen. Sein Will' ist gut, behalte Muth, du wirst noch Wunder sehen. 4. Bleib' ich steh'n auf me dern Stufen, will ich in das Herz mir rufen, daß ich, vieler Sorgen frei, vor dem Sturz gesichert sey. Doch, wenn Gott mich wollt' erheben, will ich ihm nicht widerstreben; er wird mir die Kraft verleih'n, im Beruf getreu zu seyn. 5. Will die Armuth meiner Hütten er mit Segen überschütten, so verleih' er nur zugleich, daß die Seele werde reich. Doch ist Armuth mir beschieden, bin ich auch damit zufrieden; denn auf diese arme Zeit folgt die reiche Ewigkeit. 6. Wird mir Gott Gesunds heit geben, will ich eifrig danach streben, daß ich förd're mehr und mehr meines Gottes Ruhm und Ehr'. Aber auch in Krankheitstagen möge Gottes Geist mir sagen, daß solch' herbe Arzenei mir zum Heile nöthig sey. 7. Soll ich noch viel Jabre zählen, mit des Lebens Noth mich quälen, kommt doch auch wohl mancher Tag, daß mein Herz fich freuen mag. Aber täm' ich bald hinüber, wär' mir solches desto lieber, weil ich käm' aus aller Noth hin zu meinem Herrn und Gott. 3. Wie's auch in der Welt mir gebet, er ist's, der allein 8. Alles sey Gott beimgeverstehet, was mir heilsam ist geben, Freud' und Trübsal, Tod und gut oder was mir Scha- und Leben; es geschehe, was den thut. Laß ich ihn für mich sein Rath über mich beschlossen nur wählen, wird kein wah- hat. Ich will mich nicht län 7. Gott, der du unser Tröfter bist, laß Jeden, der hier traurig ist, des Glaubens Troft empfinden; durch Leiden übst du, den du liebst, o bilf uns überwinden! Mel. Serr, nicht schicke deine zc. 620. Soll ich denn mich ängstlich an das Künft'ge den fen? Soll ich Abends nie mit Ruh' meine Augen schließen zu? Soll es immer vor mir stehen: wie wird's einst noch mir er gehen? da die Sorge mich nur quält, und doch ihres Ziels verfehlt? 2. Gott, der mich bisher erhalten, höret nimmer auf zu walten; oder sollt er jetzt al lein seines Waltens müde seyn? Wohl, ich will das Sorgen las sen und zu ihm Vertrauen fassen; wie er mich auch führen will, meine Seele bleibe still. 348 Vertrauen auf Gott. ger fränken, sondern dies allein] Gott, nur habe, dann hab' ich bebenken, daß nach Gottes Gnadenschluß Christen Alles from men muß. das befte Theil, und bei dir einst ew'ges Heil. mel. Ach, was soll ich Sünder ic. In eigener Melodie. 622. Soll ich meinem 621. o ollt es gleich bisweilen scheinen, Gott nicht trauen, der mich liebt so väterlich; der als verließe Gott die Seinen; so treulich sorgt für mich? o so glaub' und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die Gott aufges schoben, hat er d'rum nicht auf gehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wann's beilsam ift. Sollt ich auf den Fels nicht bauen, welcher ewig feste fiebt, wenn die ganze Welt vergeht? 2. Gott weiß Alles, was mich drücket, meine Leiden, meine Noth, steht mir bei bis in den Tod. Er weiß, was mein 3. Wie nicht gleich die Vás Herz erquicket, seine Lieb' und ter geben, wonach ihre Kin- Vatertreu' ist mir jeden Morder fireben; so giebt Gott auch, gen neu. wann er will. Harre seiner, und sey still. 4. Seiner kann ich mich ge trösten, wann die Noth am al lergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gefinnt. 5. Trotz der Welt und ihrer Rotten; ich kann ihre Macht verspotten, drückt auch schwer des Kreuzes Joch, Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Mögen mich die Menschen fränken, und auf mein Verderben denken; sind sie mir ohn' Ursach feind, Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Darf ich von der Welt nichts hoffen, steht mir doch der Himmel offen, und ist da mein Plaß bestellt, was frag' ich dann nach der Welt? 3. Der die Vögel all' ernähret, der die Blumen schmücket schön, die am Abend noch vergeh'n, dessen Gnade ewig währet: sollte der verlaffen mich? Nein, ich trau' ihm sicherlich! 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, und nach der Gerechtigkeit, die der Glaube mir verleiht; wenn ich eit'les Gut nicht achte, segnet Gott mich früh und spat, segnet Denken, Wort und That. 5. Darum forg' ich nicht für morgen, denn was noch zukünftig ist, irrt mich nicht, ich bin ein Chrift. Meinen Gott nur laß ich sorgen: denn es g'nügt, daß jeder Tag seine Plage haben mag. 6. Wohl mir, ich bin hoch erfreuet, benn ich glaube feftigs 8. Wenn ich bis zu meinem lich: Gott, mein Vater, sorgt Grabe, dich, mein Herr und für mich. Herz und Sinn Vertrauen auf Gott. 349 ist mir erneuet, denn ich weiß,| selber bist, und schaffeft, daß Gott liebet mich, Gott versorgt mich ewiglich. mir jedes Leid zum Segen wird in Ewigkeit. 3. Jst Alles dunkel um mich her, und meine Seele freubenleer, so bleibst du meine Zuverficht, und in der Nacht strahlt mir dein Licht. Mel. Gott des Himmels c. 623.ief zwar beugt die Noth des Lebens, doch erliegt kein gläubig Herz! Chriften trifft fein Leid vergebens, hin zu Gott hebt sie der Schmerz. Was find Was sind Leiden dieser Zeit? Nur der Weg zur Herrlichkeit. Unser Leiden ist ber schuldet, wie es uns auch hart bedrängt; darum standhaft nur geduldet, was der Vorsicht Rath berhängt, bis dir einst der Tag erscheint, wo dein Auge nicht mehr weint. 3. Führt der Herr dich gleich auf Erden manchen tief ver hüllten Pfad, niemals darfft bu irre werden an der ew'gen Liebe Rath. Droben wird vollkommen flar, was hienieden dunkel war. 4. Seele, bleibe Gott erge ben, want in deinem Glauben nicht; die in seiner Gnade leben, baben feste Zuversicht. Mag der Weltkreis untergeh'n, Gottes Kind wird doch besteh'n. Mel. Wo Gott zum Haus i. on 624. o Bater, nimmt mein Herz, was du mir sendest, Freud' und Schmerz, mit Dank und mit Vertrauen an, weil deine Hand nur segnen kann. 2. Du wählft nur, was mir heilsam ist, weil du die Liebe 4. Wie oft, Herr, weint ich, ach wie oft; doch bald halfft du mir unverhofft. Am Abend war ich schwer bedrückt, am Morgen schon durch dich erquickt. 5. Sagt Alle, die der Herr geprüft, die ihr zu ihm um Hülfe rief't: bat er wohl jes mals das Gebet der Demuth und Gedull verschmäht? 6. Nein, nie ist seine Hülfe fern, nie ist zu kurz der Arm des Herrn; er bleibt der Helfer immerdar, wie er's zu allen Zeiten war. 7. Die Stunde kommt früh oder spät, wo Dank und Freud' aus Leid entsteht, wo er als Bater fich beweist, und deiner Trübsal dich entreißt. 8. Wenn Niemand dich erquicken kann, so schaue deinen Heiland an, schütt aus dein Herz in seinen Schooß, denn seine Macht und Huld ist groß. 9. Er selbst, der Menschen treufter Freund, hat hier im Thränenthal geweint; er weiß, was Schmerz und Kummer ist, er weiß zugleich, wie schwach du bist. 10. Er bilft gewiß, nur zweifle nicht; er hält gewiß, was er verspricht. Die kurze 350 Vertrauen auf Gott. Trauer dieser Zeit verwandelt| schon hier auf Erden, noch mehr fich in Seligkeit. in Ewigkeit. 6. Darum, ob ich hier dulde viel Sorg' und bittern Schmerz, wie ich's auch oft verschulde, doch Jch bleibe freudenvoll, und geb' an meinem Ende die Seel' in sein Wort verspricht. Er reicht Gottes Hände, er machet Alles mir seine Hand, er weiß mich wohl! er verläßt mich nicht; ich will im Glauben fassen, was mir zu versorgen, am Abend, wie am Morgen; das hab' ich oft erfannt! 2. Wenn Menschenhuld und Lieben in Ungunft fich verkehrt, ist er doch treu geblieben dem, der ihn liebt und ehrt. Er hilft aus aller Noth, erlöf't aus allen Banden, macht frei von Sünd' und Schanden, und rettet selbst vom Tod! 3. Auf ihn will ich vertrauen, auch in der schwersten Zeit; er läßt sein Heil mich schauen, und wendet alles Leid. Jhm fey es beimgestellt! Leib, Seele, Gut und Leben hab' ich ihm übergeben; er mach's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, als was mir nüglich ist; er meint's gut mit uns Allen, er schenkt uns Jesum Christ. Von seinem Himmelsthron hat reichlich er bescheret, was ew's ges Heil gewähret, in seinem lieben Sohn. In eigener Melodie. 625. on Gott will ich nicht lassen, In eigener Melodie. 626. Marum betrübft du dich, mein Herz, und fränkest dich in bangem Schmerz um eit'les Erdengut? Vertraue deinem Gott allein, denn Erd' und Himmel find ja sein. 2. Dich lassen kann und will er nicht; er weiß gar wohl, was dir gebricht, und welche Laft dich drückt. Er ist dein Vater und dein Gott, und steht dir bei in aller Noth. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, weiß ich, daß du mich nicht vergißt, du väterliches Herz! Ich, Staub und Asche, babe hier sonst keinen Trost, als nur von dir. 4. Ein Thor trotzt auf sein irdisch Gut; ich trau' auf Gott mit stillem Muth, bei Wenigem vergnügt. Mir bleibt die frohe Zuversicht: wer Gott vertraut, dem fehlt es nicht. 5. D Gott, du bist so reich noch heut, wie du gewesen allezeit; zu dir sieht mein Vertrau'n. Machst du mich an der Seele reich, so gilt mir 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, ihn, der uns Alles schenkt! Gesegnet ist die Stun de, darin man sein gedenkt! So braucht man recht der Zeit! Wir sollen selig werden in ihm and'rer Reichthum gleich. Vertrauen auf Gott. 351 6. Des Zeitlichen entbehr' ich| linde, seine Treu' steht mir bei, gern, hab' ich das Ew'ge nur daß ich Lind'rung finde. vom Herrn; die Luft der Welt vergeht; sie währt nur eine furze Zeit, und hilft mir nichts jur Seligkeit. 7. Herr, mein Gott, wie dank ich dir, daß du durch deinen Sohn auch mir dein Heil haft offenbart. Verleib' mir nun auch feste Treu', daß einst bei dir mein Erbtheil sey. In eigener Melodie. ich 627. Marum sollt mich denn grå men? hab' ich doch Christum noch, wer will ihn mir nehmen? wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Jch bin an das Licht getreten arm und bloß, hülfelos, unter Angst und Nöthen; nichts nehm' ich auch von der Erde dann mit mir, wann von hier einst ich scheiden werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein, Gott allein hat es mir gegeben; will er's mir nicht mehr gewähren, nehm' er's hin, Herz und Sinn soll ihn dennoch ehren. 6. Satans Macht und seiner Rotten ist zu schwach, und vermag nichts, als mein zu spotten; laß fie spotten, laß fie la chen! Gott mein Heil wird in Eil' sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, ftets fich lassen schauen, muß er auch dem Tod' erliegen, still und gut soll sein Muth auch den Tod besiegen. 8. Kann mich doch der Tod nicht tödten, sondern reißt meinen Geift aus viel tausend Nöthen; schleußt das Thor der bittern Leiden, und macht Bahn, daß ich kann gehn zu Himmels freuden. 9. Dann wird an vollkomm= nern Schäßen sich mein Herz nach dem Schmerz ewiglich ergößen. Wer mag bleibend Gut hier finden? Was die Welt in fich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Rummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn' Ende laben. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst 11. Herr, mein Hirt, Brunn und Bein, sollt ich d'rum ver- aller Freuden! du bist mein, zagen? Der es schickt, der wird ich bin dein, Niemand kann es wenden, er weiß wohl, wie uns scheiden. Ich bin dein, er soll all' mein Unglück enden. weil du dein Leben und dein 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt, follt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und straft geBlut, mir zu gut, in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe, und dich nicht, o 352 Vertrauen auf Gott. mein Licht, aus dem Herzen| Erdenglück zerfällt und bricht, laffe. Laß mich, laß mich bin- Himmelsgüter schwinden nicht. gelangen, da du mich, und ich 7. Sieh auf deine Lebensdich ewig werd' umfangen. bahn, frage die vergangne Zeit, was der Herr an dir gethan, wie so oft er dich erfreut. Du empfingst in reichem Maaß, und begehrst obn' Unterlaß? mel. Nicht so traurig, nicht so zc. 628. Marum trauerst du so febr, meine Seel', und bift betrübt, daß dir Gott Glück, Gut und Ehr' nicht so viel, als Andern, giebt? 8. Gott ist gnadenreich und treu, was er thut, ift wohl gethan; er nur weiß, ob heilsam Sey vergnügt in deinem Gott; sey, was du wünscheft zu emhaft du Gott, so hat's nicht pfahn. Ist dir's gut, so geht Noth. er's ein; ift's dein Schade, spricht er: Nein. 2. Meineft du, daß du ein Recht auf des Lebens Güter baft? Nein, das menschliche Geschlecht ist auf Erden nur ein Gaft. Gott ist Herr in seinem Hauß; wie er will, so theilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht bier, daß du habeft Erdenglück; schau' den Himmel über dir, dabin richte deinen Blick, da ist Ehre, da ist Freud' ohne End' und ohne Neid. 9. Darum richte dich empor, meine Seel', und traure nicht; laß die Sorgen! tritt hervor an des Glaubens Freudenlicht. Wandelft du in seinem Schein, wirst du all'zeit fröhlich seyn. 10. Fübre deinen Lebenslauf, deines Gottes eingedenk; wie er's giebt, so nimm es auf, als ein wohlbedacht Geschenk; geht's durch Trübsal, laß, es geh'n. Gottes Gnade bleibt dir steh'n. 4. Der ist thöricht, der sich fránft um die Güter dieser Zeit, wenn ihm Gott dagegen schenkt, was besteht in Ewigkeit! Bleibt der Himmel dein Gewinn, fahr' 629. Warum willst du die Erde immer hin. mel. Warum sollt' ich mich ic. 5. Schaue doch die Güter an, doch für morgen, armes Herz, dir zum die dein Herz für Güter bält, Schmerz, voller Kleinmuth ob wohl ein's dir folgen kann, sorgen? Wozu dient dein tägwenn du geheft aus der Welt. lich Grämen? Hoff' auf Gott, Alles bleibet hinter dir, trittst du in des Grabes Thür. deine Noth will er von dir nehmen. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Wort und Christi Blut, wird von feiner Zeit verzehrt, 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel' und Leib, darum bleib' ihm allein ergeben. ist und bleibt ein ew'ges Gut;| Er wird ferner Alles schenken; Vertrauen auf Gott. 353 trau' ihm fest, er verläßt nicht,| und dort nie im Glauben wandie an ihn denken. ken. Lob und Preis sey dei3. Frage nicht: was wird nem Namen; denn mein Theil, mich nähren? Gott wird dir Hülf' und Heil bleibst du ewig Alles hier, was dir fehlt, ge- Amen. währen. Frage nicht: wie wird mir's geben? Solches hat Gottes Rath längst zuvor versehen. 4. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Wei det er nicht das Thier auf Trif ten? Kleidet er des Grafes Blume nicht mit Pracht, seiner Macht, seiner Huld zum Rubme? 5. Und auf mich sollt' er nicht achten? In der Noth ließe Gott hülflos mich verschmachten? Jch bin sein, mir soll nicht grauen; väterlich liebt Gott mich, ihm will ich vertrauen. In eigener Melodie. 630. Mas as Gott thut, das ist wohl 9. Ich will dir mit Freu den danken fort und fort, hier gethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, harr' ich sein und bin ftille; er ist mein Gott, und weiß in Noth mich mächtig zu erhalten, d'rum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan, sein Wort kann niemals trügen, er führet mich auf rechter Bahn, d'rum laß ich mir genügen an seiner Huld, und hab' Geduld. Er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 6. Nur der Glaube fehlt auf Erden. Wär' er da, müßt uns ja, was uns noth ist, werden. Wer Gott kann im Glauben faffen, dem fehlt nicht Trost und Licht; Gott wird ihn nicht laffen. 7. Wer nach Gottes Reiche trachtet, immerfort auf sein Wort mit Gehorsam achtet, dem wird auch von Gott hienieden, was erfreut in der Zeit, gnädiglich beschieden. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan, er wird mich wohl bedenken; er als mein Arzt, der heilen kann, wird mich mit Gift nicht tránken. Gott ist getreu, und steht uns bei; auf ihn nur will ich bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan, er ist mein Licht 8. D'rum sey dir, Gott, und Leben, der mir nichts Boübergeben, was mir fehlt, und fes gönnen kann, ihm will ich mich quált hier in diesem Le- mich ergeben. Nach allem Leid' ben. Da du forgft, so will kommt einft die Zeit, da offentich schweigen, und es soll de- lich erscheinet, wie treulich er muthsvoll dir mein Knie fich es meinet. beugen. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ift 23 354 Vertrauen auf Gott. nach meinem Wahn, laß ich| Wer hoffend auf ihn blickt, wer mich doch nicht schrecken, weil feft auf ihn vertrauet und gläuich zuletzt doch werd' ergötzt mit big auf ihn bauet, wird doch füßem Troft im Herzen, da zuletzt erquickt. weichen alle Schmerzen. 5. So fall' ich denn mit 6. Was Gott thut, das ist Freuden in Gottes Arme hin; wohl gethan, dabei will ich vers von ihm kann mich nichts schei bleiben, es mag mich auf die den, weil ich sein eigen bin; rauhe Bahn Kreuz, Noth und er bleibt auch ewig mein, und Elend treiben. Auch noch im wird mir Alles geben, was meiTod' wird mich mein Gott in nem Stand und Leben wird gut seinen Armen halten, d'rum und selig seyn. laß ich ihn nur walten. Mel. Nun ruhet in den sc. Mel. Don Gott will ich nicht ic. 631. Was bilfts, daß ich 632. Was ist's, daß ich mich quäle und mich quäle? Harr' auf den Herrn, o Seele, fürchte manches Leid? Entreiß harr' und sey unverzagt! Du dich, meine Seele, doch aller weißt nicht, was dir nüßet; Traurigkeit! Gott machet Al Gott weiß es und beschüßzet allles wohl! Wovor soll ich mich mächtig den, der nach ihm fragt. scheuen, da Alles seinen Treuen zum Besten dienen soll? 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, 2. Was hülfe dir dein Sin- eh' ich die Welt noch sah; eb' nen, wie dir's noch gehen mag? ich mich selbst noch kannte, eh' Was würdest du gewinnen durch ich ihn Vater nannte, war er Sorgen Nacht und Tag? Be- mir schon mit Hülfe nah'. fiehl es Gott allein; laß seine 3. Die kleinste meiner Sor Hand dich führen, die wird dich gen ist dem Gott nicht verborso regieren, wie dir's wird heil- gen, der Alles sieht und hält; sam seyn. und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte Laft der Welt. 3. Was dich will niederschlagen, und was dich schmerzt und fränkt, das magst du dem nur flagen, der Alles weislich lenft. Wirf alle Sorg' auf ihn, erhebe dein Gemüthe zu seiner Vater güte, so wird dein Kummer fliehn. 4. Ich lebe nicht auf Erden, ganz glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich soll durch Gottes Segen den Grund zum Glücke legen, das ewig wie mein Geift besteht. 4. Er wird dich wohl versor 5. Was dieses Glück vergen, der deiner liebreich denkt; mehret, sey mir von dir ges vielleicht ist nab' der Morgen, währet! Gott, du gewährst es wo Gott dir Freude schenkt! gern. Was dieses Glück ver Vertrauen auf Gott. 355 leget, wenn's alle Welt auch| meine Seel' in meinen letzten schäget, sey, Herr mein Gott, Stunden; durch Chrifti Tod mir ewig fern. ist alle Noth des Todes überwunden. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, ist Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott, so harr' ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Schwachen Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was fann mir widerfahren, wenn du mich willst bewahren? Und du, mein Gott, bewahrest mich. mel. Es ist gewißlich ic. 634. enn gleich aus tiefer Mitters nacht Gewitter um mich bligen, so zag' ich nicht, mein Vater wacht, er wacht, mich zu beschüßen. Die Güte, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie verließ, wird nimmer mich verlassen. 2. Sein Auge schauet in mein Herz und zählet meine Sorgen, kein Seufzer bleibet und kein Schmerz dem Vaterblick verborgen. Er sendet mir das Leiden zu, daß seiner nicht in ftolzer Rub' mein schwaches Herz vergeffe. 3. Gesegnet find die Leiden mir, die mich der Welt entzieben. Sie lebren mich, mein Gott, zu dir und deiner Gnade fliehen, und einft, wenn ich vollbracht den Lauf, geht mir die ew'ge Sonne auf, der alles Dunkel weichet. 2. Mein Gott ist meine Zuversicht; er ist mein Licht und Leben; faßt seinen Rath mein Herz auch nicht, doch soll's 4. Von jedem Schmerz ders nicht widerstreben. Sein Wort einft befreit, werd' ich, Herr, bei ist wahr, er hat das Haar auf dir leben, und selig dann selbft meinem Haupt gezáblet; er für das Leid dir Preis und sorgt und wacht, nimmt mich Ehre geben. Wohl denen, die in Acht, giebt Alles, was mir dem Herrn vertrau'n, und ihre feblet. Hoffnung auf ihn bau'n, nie werden sie zu Schanden. 3. Ruft einft mich ab von dieser Welt des Höchften weiser Wille: auch dann gescheh', was In eigener Melodie. ihm gefällt, ich will ihm al 635. Mer nur den lieben ten befehl ich Gott läßt wal23 In eigener Melodie. 633. as mein Gott will, gescheh' all'zeit, sein Will' ist stets der befte; zu helfen dem ist er bereit, der an ihn glaubet feste. Er bilft aus Noth, der fromme Gott, und züchtiget mit MaBen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nicht verlaffen. 356 Vertrauen auf Gott. ten, und hoffet auf ihn allezeit,| nur getreu, und trau' des Him den wird er wunderbar erhalten mels reichem Segen, so wird in aller Noth und Traurigkeit; er bei dir werden neu; denn wer Gott, dem Allerhöchsten, wer nur seine Zuversicht auf traut, der hat auf keinen Sand Gott setzt, den verläßt er nicht. gebaut. 2. Was helfen uns die schweMel. Nun preiset Alle zc. 3. Sey nur geduldig und bleib' stille, sey fiets in deinem Gott vergnügt, und harre wie fein heil'ger Wille und seiner Weisheit Rath es fügt. Gott, der in Christo uns erwählt, weiß auch am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, weiß, ob das Glück uns heilsam sey; hat er uns nur getreu erfunden, so stehet er uns hülfreich bei; Gott kommt, eb' wir es uns verseh'n, und lässet uns viel Gut's gescheh'n. ren Sorgen, was hilft uns un- 636. ser Web und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen be- betrübt? Dein Heiland lebet, feufzen unser Ungemach? Wir der dich ja treulich liebt. Ermachen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. gieb dich gänzlich seinem Willen, er kann alleine dein Trauern stillen, er kann alleine dein Trauern stillen. ie bist du, Seele, in mir so sehr 2. Bist du in Nöthen, ach harre nur auf Gott, trau' seiner Gnade in Seel'- und LeibesNoth! Der vormals deine Angst gewendet, ist es auch noch, der dir Hülfe sendet, ist es auch noch, der dir Hülfe fendet. 3. Bist du bei Menschen nicht nach Verdienst geschätzt, mußt du viel dulden, was dein Herz tie verlegt, bedenke, wen der Höchfte ehret, dem ist der herrlichste Ruhm gewähret, dem iſt der herrlichste Ruhm gewähret. 4. Bist du in Jefu, in dei nem Heiland reich, kein Gold, kein Silber ist diesem Reichthum gleich. Hast du nicht, was dich hier ergößet, g'nug, wenn der Himmel dir's dort ersetzet, g'nug, wenn der Himmel dir's dort erseget. 5. Denk nicht in deiner Drangsals Hizze, daß du von Gott verlassen seyft; und daß der wahres Glück besige, den alle Welt als glücklich preis't. Die Zeit verändert oft sehr viel und jezet jeglichem ein Ziel. 6. Es sind ja Gott geringe Sachen, und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; er ist der Herr, der Jedermann erhöhen und auch stürzen kann. 7. Sing', bet' und geh' auf Got- zu Schanden worden, der sich tes Wegen; verricht' das Deine bewährt in dem Kreuzesor| 5. Sey doch zufrieden, o du betrübtes Herz, wirf auf den Vater, was dir bringt Sorg' und Schmerz. Wer ist wohl je Vertrauen auf Gott. 357 den, der sich bewährt in dem| D'rum, Seele, dring' getroft zu Kreuzesorden. deinem Herrn, er segnet gern, er fegnet gern. 6. D'rum, liebe Seele, wirf alles Trauren hin, geduldig leide, stille nur deinen Sinn. Ergiebst du hier dich Gottes Willen, dort wird mit Freuden er dich erfüllen, dort wird mit Freuden er dich erfüllen. 5. Der Himmel und die Erd' ist dein, er schenkt sie dir in Chrifto, meine Seele; so nimm in beil'ger Glaubenskraft fie ein, und denke nicht, daß dir noch etwas fehle. Bleib' nur bei Gott, so bleibest du zugleich auch ewig reich, auch ewig reich). Mel. Es kostet viel ein Christ 2c. 637. Mirf alle Sorgen hinter dich, mein Herz, und sey in deinem Gott Mel. Mady's mit mir, Gott. zufrieden! Sey fill; denn er 638. Wohl dem, der sich gewährt dir sicherlich, was nöthig ist zu deinem Heil hienieden; warum willst du in eitler Müh' und Pein, in Müh' und Pein unruhig seyn? auf seinen Gott recht findlich kann verlassen; mag ihn auch treffen Sorg' und Noth, mag auch die Welt ihn baffen, so bleibt er doch in sich vergnügt, sein Freund ist Gott, der Alles fügt. 2. Wohlan! sey gutes Muth's im Herrn, vertrau' dich gänzlich seinen Vaterhånden. Er ist mit seiner Hülfe ja nicht fern, und bald wird sich sein Segen zu dir wenden. Such' ihn allein, wenn etwas dir gebricht, und sorge nicht, nein, sorge nicht. 2. Die böse Welt mag immerhin ohn' Ursach' mich befeinden, kann sich nur immer mehr mein Sinn mit meinem Gott befreunden. Ich trotze muthig jedem Feind! Wer schadet mir, ift Gott mein Freund? 3. O trachte nur mit Ernft danach, daß du mit ihm dich 3. Ich murre nicht, daß ich innig mögst verbinden, und hier oft viel habe dulden müswerde nur im Glauben nim- sen; mich hat ja Gott ganz mer schwach, so läßt er dich unverhofft aus mancher Angst auch alles And're finden: er gerissen: da lernt' ich recht, daß ist und bleibt dein Vater und Gott allein der Menschen bester dein Gott, dein treuer Gott Freund muß seyn. in aller Roth. 4. Nah' dich zu ihm, er rufet dich, er spricht: wie könnt ich dich, mein Kind, verlassen? Mein Herz bewegt von Liebe sich in mir, daß ich dich muß mit Gnad und Huld umfassen! 4. Und will, ob meiner Sündenschuld, mein Herz mich hart vertlagen; spricht es mir ab des Baters Huld: doch darf ich nicht verzagen. Wer ist, der mich verdammen kann? Gott ist mein Freund und nimmt mich an! 358 aller Hoheit Glanz versinkt in Todesnacht. 5. Ja selbst des Grabes finstre Nacht kann mich nicht mehr erschrecken; ich weiß, mich wird durch seine Macht der Herr einst auferwecken. Mit Chrifto werd' ich dann vereint, durch ihn ist ewig( Sott mein Freund. 3. Viel fich'rer ist mein Trost, ich weiß, an wen ich glaube. Wo ist der mächt'ge Feind, der mir dies Kleinod raube? Ich stehe feft in Gott, ihm bang' 6. So geb' ich freudig durch ich einzig an, dem keine Noth die Welt, getroft und stark im zu groß, der helfen will und Glauben! Wer fest an seinen Gott sich hält, dem kann die Welt nichts rauben! Gott ist mein Freund, mein Schuß, mein Rath! wohl dem, der Gott zum Freunde hat! kann. Vertrauen auf Gott. Mel. Nun danker Alle Gott 2c. 639. Mohl dem, der unsern Gott zum Helfer sich erwählet, der findlich ihm vertraut, was seinem Herzen fehlet. Wohl dem, der auf den Herrn allein fein Hoffen stellt, auf ihn, der Trost verspricht, und ewig Glauben bält. 4. Zu ihm, dem treuen Gott, ist meine Seele stille; sein Arm ist ewig stark, und gnadenvoll sein Wille. Sein Gang ist wun derbar, unendlich seine Kraft, fie hat von Alters her stets Hülf' und Rath geschafft. 5. D'rum halt ich mich zu Gott, und das ist meine Freude, wenn ich ihm danken kann, nach überstand'nem Leide, wenn mein erquicktes Herz ihn rühmt mit allem Fleiß, und ihm ein Loblied fingt zu seines Namens Preis. 6. Gieb, daß ich stets, mein 2. Wer hier auf Menschen Gott, an dir fest hangen bleibe, fraft und Menschengunst ver- daß weder Glück noch Noth mich trauet, der hat fürwahr sein jemals von dir treibe. Verleib' Glück auf bloßen Sand ge mir deinen Geist, und schenk bauet; betrüglich und gering mir neue Kraft, zu üben imist aller Menschen Macht, und merdar die gute Ritterschaft. XXII. Lob- und Danklieder. Mel. Jehovah ist mein Licht ic. und fanft, und himmelwärts er 640. Tuf, auf, mein Geift! boben zu Gott, des Herzens den Herrn der Troft und Zuversicht. Er ist Welt zu loben, erhebe dankbar allein Lob, Ehre, Preis und dich, und säume nicht! sey still Ruhm zu nehmen würdig stets 359 und überall; ihn preis' auch| dein Haus zu Kindern dir er du! mit frohem Jubelschall wählt. Jetzt zwar schau' ich geb' ein in sein erhab'nes Hei- dich nur in dunklem Licht; doch ligthum! kommt, ich weiß es, fünftig noch der Tag, da ich dich ohne Decke schauen mag von Angeficht zu frohem Angesicht. Lob und Danklieder. = 2. Der Herr ist zwar ein unbegreiflich Wefen, d'rein fich vergeblich der Verstand verliert; doch kannst in seiner Welt du deutlich lesen, wie wunderbar fein weifer Rath regiert. Er hat und tennet feines Gleichen nicht; es weichet Alles seiner Majestät, vor der die Creatur mit Zittern steht, dieweil er wohnt in unnahbarem Licht. 3. Ja er, der Lebensgrund von allen Dingen, er ist für wahr ein unzugänglich Licht: doch wird im Licht zu wandeln mir gelingen, so decket sich mir auf sein Angesicht. Denn wie er ift und lebt im Licht allein, so birgt er sich dem, der das Dunkle liebt, und liebet den, der sich dem Recht ergiebt; der wohnet stets in seiner Strahlen Schein. 4. O selig, wer also den Herrn erkennet, und findlich zu ihm Vater sagen kann; o selig, wen auch Er den Seinen nennet, wen er als Kind des Hauses siehet an! Mit Kindern geht kein Vater in's Gericht, so hat auch Er Geduld, übt Langmuth aus, und hat mit Seligkeit geschmückt sein Haus, wo Liebe herrscht, wo Gnade nie gebricht. Mel. Jd finge dir sc. 641. uf, Chriften, brin get und dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd' und Meer und alle Himmel hält. 2. Froblockt mit jubelreichem Schall Gott unserm böchsten Gut, der große Wunder überall auch an uns Menschen thut. 3. Von uns'rer zarten Kind beit an war seine Hülf' uns nah; auch wo kein Mensch mehr retten kann, steht Gott als Retter da. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir, was uns erfreut und nährt, und Alles, was der Seele hier Zufriedenheit gewährt. 5. Ift dornenvoll auch unser Pfad, und beugt uns oft der Schmerz, Gott prüfet nur nach seinem Rath, und stärkt durch Noth das Herz. 6. Nach Väter Weise träget er uns Schwache mit Geduld, er züchtigt wohl, doch nie zu schwer, und tilget uns're Schuld. 5. D'rum auf! ich will, o Herr, dich froh erheben, weil du auch mich zu denen haft gezählt, die du in Chrifto haft 8. Gott ift getreu, und läßt gebracht zum Leben, und in uns nicht; wohl Allen, die ihm 7. Sein Wort weckt das Ges wiffen auf, ruft uns zur Besserung, sein Geist stärkt uns im Tugendlauf, schafft uns're Heiligung. 360 Lob und Danklieder. trau'n. Sie werden einst sein An-| durch Nichtigkeiten, brennt des gesicht in sel'gem Lichte schau'n. Altars Flamme nicht, wie doch Licht von seinem Licht sollte lautern Schein verbreiten. D, wann strahlt sein Heiligthum ganz in fleckenlosem Ruhm? Mel. Sollt ich meinem 2c. 642. uf, ihr Christen, Gott zu loben, seine Huld und seinen Rath, 5. Demuth schlägt die Blicke ihn, deß Macht durch tausend nieder; doch giebt Glaube ZuProben sich an uns verherrlicht versicht, hebt die feuchten Augen hat. Zwar, kein Mensch kann wieder, und die Herzen werden ihn ermessen; Gottes Gnade, Licht. Nein, du kannst uns welch ein Meer! Wer sind wir, nicht verlaffen, schoneft, trågest und was ist Er? Doch wer und vergiebst; wie du unauskann des Danks vergessen? und sprechlich liebst, das kann kaum er nimmt das Scherflein an, die Seele faffen. Groß, ja groß das ein Armer opfern kann. ist Menschenschuld; göttlich groß ist Gottes Huld. 2. Preis dem Bischof unf'rer Seelen! Dank dem Hirten 6. Laß vom Jüngsten bis feiner Schaar! nie ließ er ein zum Greife Zeugen deiner Kraft Gut uns fehlen; treu nahm er uns seyn, daß fie reich sich der Heerde wahr. Seines Wor- ftets erweise in der Gläubigen tes träft'ge Nahrung, seines Verein! Wenn wir Großes Geiftes Unterricht, dieses reine schon erfuhren, Größ'res ift Himmelslicht, seines Hirtenstabs uns aufgespart, das uns dort Bewahrung, welcher Segens- wird offenbart in des Himmels ström Erguß! welch ein Himsel'gen Fluren, wo uns Alle mels Vorgenuß! unverrückt Herrlichkeit in Fülle 3. Daß sein geift'ger Tem- schmückt. pel stehet auch in Stürmen unversehrt, daß sein Friede d'rinnen das DanMel. Lobe den Herren, den 2c. les werth. Beben seines Zions 643. anfet mit Freun Gründe, wenn der Geist der danket dem Sünd' und Welt es belagert Vater der Gnade, ihr, die er und umstellt: wer zerstört die segnet und führet auf ebenem Macht der Sünde? Nicht der Pfade; die ihr ihn kennt, VaStreiter Arm und Fleiß, ihm, ter in Chrifto ihn nennt, preinur ihm gebührt der Preis. fet den Vater der Gnade! 4. Doch mit Herzenstüm- 2. Oft ist sein Thun vor mernissen tämpft der Seinen den Augen der Menschen verDankgefühl, weil wir, ach, be- borgen, eh' es erscheinet, zagt kennen müssen, wir find ferne Alles, versunken in Sorgen; noch vom Ziel. Oft gedämpft ist es geschehn, haben wir's Lob und Danklieder. 361 heute gesehn, ach! so vergessen| Noth auf dich schau'n, du nur wir's morgen. kannst wahrhaft mich stärken! 3. Kinder des Vaters im Himmel, erkennet die Gaben, Mel. Gott des Himmels und 2. ihr die wir, gesegnet von ihm, dem 644. ankt dem Herrn, Erbarmenden, haben. Sind wir es werth, daß er uns leiblich ernährt und auch die Seele will laben? 4. Habt ihr nicht täglich die Gnade des Höchsten erfahren? Denket, wie oft euch kein Sterblicher konnte bewahren; doch er erschien, ihr wart gerettet durch ihn, nicht mehr bedrängt von Gefahren. 5. Die ihr die Hülfe des Ewigen babet gesehen, mehr noch empfinget, als bitten ihr fönnt und verstehen, preiset und liebt den, der die Sünden vergiebt, segnet, el' wir zu ihm fleben. kommt, erhebet feinen Ruhm! das erlösete Geschlechte ist und bleibt sein Eigenthum. Chriftus bleibt in Ewigkeit, wie er gestern war und heut. 2. Segnend walten nun die Hände eures Gottes euch zum Heil, seine Liebe sonder Ende reichet Jeglichem sein Theil; er bleibt Allen zugewandt, die durch Jesum ihn erkannt. 3. Haltet nur in allen Dingen euch nach unsers Gottes Ereu. Laßt euch nichts zur Freude bringen, eh' euch unser Gott erfreu'; und betrifft euch Schmerz und Noth, Jesus fleht für euch zu Gott. 6. Wer ihm nun danket, 4. Alle, die auf Menschen wird immer mehr Gaben em- bauen, gehn zu Grund in ihrem pfangen, Wachsthum im Glau- Wahn, nur die unserm Gott ben, im Hoffen und Lieben er vertrauen, wandeln auf der langen. Gott reichet dar gern fichern Bahn. Jefu Jüngern feiner Gläubigen Schaar mehr, wird bekannt Gottes Hülf' und als sie von ihm verlangen. starke Hand. 7. Wer zu ihm rufet in No- 5. Danket Gott, ihr Gottesthen, den will er erhören; find knechte! fommt, erhebet feinen wir errettet, so sollen wir dank- Ruhm! du erlöfetes Geschlechte, bar ihn ehren. Folgt seinem weib' dich ihm zum Eigenthum! Wort', fahret im Danken nur Chriftus bleibt in Ewigkeit, wie. fort, er wird euch Alles ge- er gestern war und heut. währen. 8. Hilf mir, mein Vater, Mel. Jch finge dir mit Zerz 2c. dir danken mit heiligen Wer 645. u bift's, dem Ehr en, folgsam und Ruhm ge deine Gebote nur merken, mu- bührt, und dies, Herr, bring' thig dir trau'n, still in der ich dir; mein Schicksal haft 362 Lob- und Danklieder. bu ftets regiert, und stets warst| Sohn, der für mich Sünder du mit mir. starb, und der zu deinem Gnadenthron den Zugang mir ers warb. 11. Lobt Gott in seinem Hei ligthum', erheb' ihn, Volk des Herrn! die Erd' ist voll von seinem Rubm'; er hilft und rettet gern. 12. Er hilft, und läßt die Traurigkeit uns bald vorübergehn, will uns, nach kurzer Prüfungszeit, zum ew'gen Glück erböb'n. 13. Vergiß nicht, Seele, deis nen Gott, und was er dir gethan; berehr' und halte sein Gebot, und bet' ihn ewig an. 2. Wenn Angst und Noth fich mir genaht, so hörtest du mein Flehn, und ließest mich, nach deinem Rath, Hülf' und Errettung sehn. 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sant, und rief: Herr, rette mich! so halfft du: dich erhebt mein Dank, denn ich genas durch dich. 4. Betrübte mich des Fein des Haß, so flagt ich dir den Schmerz: Du halfft mir, daß ich ihn vergaß, und gabst Geduld in's Herz. 5. Wenn ich den rechten Pfad verlor, mich schuldbeladen sab', rief ich zu bir, mein Gott, empor, und Gnade war mir nah'. 6. Seufzt ich im Leiden: Herr, wie lang'? haft du dich weggewandt? War mir um Troft und Hülfe bang', so half mir deine Hand. 7. Er half, noch hilft er stets, der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er, und giebt zur Tu gend Muth. 8. Herr, für die Leiden dank ich bir, dadurch du mich geübt, und für die Freuden, welche mir dein milder Segen giebt. 9. Dir dank' ich, Herr, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schau' in jeder Creatur, Gott, deine Freund lichkeit. 10. Jch danke dir für deinen 646. inge, woblauf, Mel. Valet will ich dir geben 2c. u, Seele, ihn zu erhöh'n, dem Herrn, dem alle Dinge zu Dienft und Willen steh'n. Ich will den Vater droben hier preifen auf der Erd', ich will ihn berzlich loben, so lang' mein Leben währt. 2. Wohl dem, der einzig schauet auf Jacobs Gott und Heil! wer ihm sich anvertrauet, der hat das beste Theil; der hat den Schaß erlesen; unangefochten rubt sein Herz und ganzes Wesen in Gott, dem höchsten Gut. 3. Bei ihm ist alle Stärke und unerschöpfte Macht, das predigen die Werke, die er bervorgebracht. Der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer', und was durch Gottes Werde fich regt im weiten Meer. Lob- und Danklieder. 363 4. Sein ist der treu'fte Wille, I schon in Kleinmuth hin, abnete er giebt mit milder Hand dem mein trüber Sinn nichts, als feine Segensfülle, den er ge bange Trauerstunden: Herr, treu erfand.. Gott hält sein dann sprachst du nur ein Wort, Wort mit Freuden, geschehn und die Sorgen eilten fort. muß, was er spricht, und wer Gewalt muß leiden, den schüßt er im Gericht. 5. Er ist das Licht der Blinden, thut auf der Tauben Obr, und die sich schwach befinden, geb'n starf durch ihn bervor; er ist der Fremden Hütte, die Waisen nimmt er an, erfüllt der Wittwen Bitte, schafft Hülfe Jedermann. 6. Ach, ich bin viel zu wenig, zu preisen seine Ehr'; er ist der ew'ge König, ich bin von gestern her; jedoch weil ich gehöre gen 3ion in sein Belt, geziemt mir's, daß ich mehre sein Lob vor aller Welt. mel. Sollt' ich meinem Gott ic. 647. reude wallt in mei 3. Ja, was du mir, Herr, bereiteft, das ist Freude, Heil und Glück; daß du wunderbar mich leitest, sagt mir jeder Augenblick. Wäreft du nicht mein Erbarmer, schirmteft du mein Leben nicht, ach, wo fänd' ich Troft und Licht, wie verlaffen war ich Armer! Wobl mir, Herr, daß du regierst, und nach deinem Rath mich führst! 4. Immer will ich dir vertrauen, dir, der Alles weislich fügt, gläubig zu dir aufwärts schauen, wenn der Muth mir faft erliegt. Preis sey dir, deß ich mich freue, der so Großes an mir thut, und im Segnen niemals rubt, Preis sey deiner Vatertreue; da ich sonst nichts geben kann, nimm mein Loblieb wie freundlich, Gott, bist du! 5. D bewahr' am guten Tage du entfernest Sorg' und Schmer- mich vor Stolz und Sicherheit, zen, führst mir Heil und Segen balfe fern von mir die Klage zu. Was ich bin, vermag und in der schwersten Prüfungsbabe, strömt aus deiner Fülle zeit! Laß mich im Genuß der ber, nichts fommt mir von Ungefähr; Alles, Herr, ist deine Gabe, Alles wird durch deine Hand abgewehrt und zuge wandt. Freuden stets auf deinen Wil len sehn, und auch dann noch aufrecht stehn, wenn sie wieder von mir scheiden. Hier nur wechseln Freud' und Leid, bort ift ew'ge Seligkeit. 2. Du gebeut'ft, und schnell entfliehet, was mit Sorgen mich erfüllt, und mein frohes Auge fiehet, wie dein Rathschluß sich 648. enthüllt. War die Hoffnung schon verschwunden, fant ich Gott mit Mel. Nun lob' mem' Seel' ac. roblockend laßt uns treten vor unfern Preis und Ruhm! 364 Lob und Danflieder. mel. Ich dank' dir, lieber Herre ic. 649. Gott, meine ganze Mit freudigen Gebeten lobt ihn| jetzt von oben zu uns dein Anin seinem Heiligthum'! Jhn, gesicht, bis wir dich würd'ger der an allen Enden beglücket loben dort in dem ew'gen Licht! und erfreut, und der mit Vaterbänden uns führt zur Seligkeit. Er träget felbst die Sünder, und hilft dem Schwachen gern. Lobt ihn, ihr seine nen Ruhm bekannt. Dir dank' Kinder! Jhr Christen, dankt ich, und erzähle die Wunder ihm gern. deiner Hand. Mein Herz ist froh, ich singe aus tief bewegter Brust: du, dem ich Lieder bringe, du, Herr, bist meine Luft! Seele macht dei2. Jhr, Eines Hauptes Glieder, vereinigt liebreich Herz und Mund! Durch Christum alle Brüder, macht eures Vaters Gnade fund! Zu Einem Heil 2. Du fizest auf dem Throne, berufen, habt Alle Einen Sinn; als Richter aller Welt, der, so tretet zu den Stufen des Jeglichem zum Lohne, gerecht Gnadenthrones hin! Der Zwie sein Urtheil fällt. Wenn Mentracht Geist verschwinde, ver- schen frevelnd schmähen dein bannt sey Haß und Neid, und heiliges Gebot, dann schiltst jedes Herz empfinde der Liebe du, sie vergehen vor deinem Seligkeit. Zorn, o Gott! 3. Sieh, König aller Ehren, 3. Gott wägt die Welt und auch uns erfüllt von Einem übet ein heiliges Gericht; wer Geist, hier, wo in vollen Chö- Trug und Bosheit liebet, bleibt ren dich unser dankbar Soblied vor dem Höchften nicht. Die preift. In Einem lauten Tone Wage sinkt und steiget, wie singt durch dein ganzes Reich sein Geset gebeut, und jedes dir, Vater und dem Sohne die Volk bezeuget des Richters Christenheit zugleich. Die Ein Heiligkeit. tracht ihrer Lieder steigt auf mit hohem Klang', schallt durch die Himmel wieder; welch englischer Gesang! 4. Und wenn an heil'ger Stät te einmüthig wir dich so er böhn, dann willst du die Ge4. Du bist ein Fels der Frommen, ein Fels in jeder Noth. Sie trau'n auf dich, und kommen zu dir, dem treuen Gott. Die Thränen, die sie weinen, sind dir bekannt und werth, berfäumen willst du Reinen, bete der gläub'gen Seelen nicht der deinen Schutz begehrt. verschmähn. Du hörfi, wenn 5. Freu't euch des Herrn wir von Herzen dir danken, und preiset ihn laut vor aller treuer Gott, für Lind'rung un- Welt, der herrlich sich bewetj'rer Schmerzen, für Rettung fet, und, was er zusagt, bált. aus der Noth. O neig' auch Nach überwund'nen Leiden er Lob und Danklieder. 365 schallt im Heiligthum, dir, Ge-| vernommen? Ist nicht zu mir ber hoher Freuden, Anbetung, ein Wort gekommen, das ew'ge Preis und Ruhm. Gnade mir verspricht? Fallen können Berg' und Hügel, doch fest steht seines Bundes Siegel, von uns weicht seine Gnade nicht. So treu von jeher schon liebt er nun in dem Sohn' uns als Vater. O betet an! Jhr dürft euch nah'n, und danket ihm am Gnadenthron'. 650. Gott, ott, Mel. Wacher auf, ruft uns 2. wer ist dir zu vergleichen, und wer ermißt in deinen Rei chen, wie viel sich Geister dein erfreu'n? Ungezählte Sonnen geben zahllosen Welten Licht und Leben; du schufft, du hältst sie auch allein. Doch ist der In eigener Melodie. Welten Raum nur deines Klei- 651. Herr Gott, dich lo des Saum, Herr und Schöpfer! Dich aber selbst, der du Gott, wir danken dir! Du em'ihn wölbst, dich fassen die Geger Vater, dich erhebt, was danken kaum. weit und breit auf Erden lebt. 2. Und in diesem Heilig- Die Himmel und der Engel thume, dem Tempel voll von Schaar lobsingen, Herr, dir deinem Ruhme, ist auch die immerdar. Die Cherubim und Stätte mir erbaut. Ich darf Seraphim verkünden stets mit vor dein Antlig treten, zu dir hoher Stimm': Heilig ist unser mit allen Wesen beten, auf Gott, beilig ist unser Gott, die dein Auge segnend schaut. heilig ist unser Gott, der Herr, Wer deine Lieb' erkennt, dich Herr Zebaoth. gläubig Vater nennt, der vergeht nicht. Ich Erdenstaub, ich fallend Laub, mir ist die Ewigkeit gegönnt. Die Himmel und der Erden Kreis find voll von deines Namens Preis. Der heiligen zwölf Boten Zahl, und die Propheten allzumal, der Märtyrer bellglänzend Heer verherrlicht ewig deine Ehr. Die ganze 3. Schwing' dich denn em por und singe! Bis über alle Himmel dringe zu Gott, o Seele, dein Gefang! Höher als die werthe Christenheit rühmt dich Himmel gehen, und höher als auf Erden allezeit. Dich, Va die Sternenhöhen geht Gotter auf des Himmels Thron, tes Gnade, geh' mein Dank. und Chriftum, deinen einz'gen Barmherzig schauet er auf alle Sohn, den heil'gen Geift, den Menschen her, die ihn fürchten. Tröfter werth, im Glauben fie Er sorgt und wacht, hat auf bekennt und ehrt. uns Acht; d'rum sorg' und fürchte Reiner mehr. 4. Hab' ich's nicht von ihm König der Ehren, Jesu Chrift, des Vaters ew'ger Sohn du bist. Du nahmest an, der Lob und Danklieder. 366 Welt zu gut, gleich Menschen findern, Fleisch und Blut; des Tobes Stachel brachest du, und führst uns All' dem Himmel zu. Zur Rechten Gottes nun erböbt, theilft du des Vaters Ma jeftät, und wenn der Bau der Erde bricht, erscheineft du und hältst Gericht. So flehn wir, nimm in deine Hut, die du er kauft mit deinem Blut. delbar Rath, Kraft und Heil und Friede war. 2. Welches Heil, aus freien Gnaden zum Bunde seines Volks geladen, zur Kindschaft auserwählt zu seyn! fich des Heilands freu'n zu können, vor Tausenden ihn sein zu nennen, und froh zu rühmen: er ist mein! Welch unschäßbarer Bund, auf ew'gem Felsengrund Laß uns im Himmel ha feft erbauet! Wer ihm sich ben Theil an aller Frommen weiht, reift in der Zeit schon ew'gem Heil; bilf deinem Volk, Herr Jefu Chrift, und segne was bein Erbtheil ift. Regier' die Deinen allezeit, und heb' sie hoch in Ewigkeit! für des Himmels Seligkeit. Dich loben täglich wir, o Herr, verkünden ewig deine Ebr. Behüt' uns bis auf jenen Tag, daß Jeder rein erscheinen mag. Erbarm' dich unser, treuer Gott, erbarm' dich unser Aller Noth; Barmherzigkeit laß uns geschehn, so wie wir hoffend zu dir flebn. Auf dich stebt meine Zuversicht; zu Schanden werd' ich ewig nicht. Amen. 3. Volk, dem er den Gottesfrieden, des Himmels Bürgerrecht beschieden, verkünde laut fein Recht und Licht. Könnt auch eine Mutter deffen, den fie im Schooße trug, vergessen: der Herr vergißt doch unser nicht! Sein Troft nur und sein Rath hält uns auf rechtem Pfad'. Hallelujah! sein Angesicht bleibt unser Licht, sein Wort der Stab, der nie zerbricht. 4. Trifft nun auch die Seinen Schweres; es ist kein Spiel des Ungefäbres, der Herr ift's, der es uns beschied. Glaub' Mel. Wachet auf, ruft uns xc. und Zuversicht gereuen nie Ei 652. Berzen, wallt mit nen von des Herrn Getreuen, frohen Schlägen auch wo er feinen Ausgang boll Lob und Dant dem Herrn sieht. Der uns're Haare zählt, entgegen, der uns bis hieber der weiß auch, was uns fehlt, bat gebracht! Singet in erbab' und erbarmt fich. Er lenkt binnen Weisen, den Segensrath auf der Seinen Lauf, und schließt des Herrn zu preisen, die reiche des Himmels Schäße auf. Huld, die ftarte Macht! Doc blöden Auges nur folgt unser Geift der Spur des Barmherz'- und Geift zu leßen, und wer im gen, der seiner Schaar unwan-| Glauben treu beharrt. Dop. 5. Selig, wer aus diesen Schäßen schon hier weiß Herz Lob- und Danklieder. 36/ pelt selig, wer den Segen auf spricht, und strahlend bricht aus reichen Wucher auszulegen in seinem Dienst gewürdigt ward! Wie weiht dem guten Herrn der Treuen Schaar so gern Leib und Seele! Und was er sagt, wird unverzagt auf seinen Bei stand hin gewagt. 6. Sieb! in Lieb' und Dank ergoffen sehn Christi Jünger und Genoffen schon manches hohe Ziel erreicht. Leit auf alle ihre Pfade, o Herr, ein Bächlein beiner Gnade, das bis in's ew' ge Leben reicht. Sey mit uns fort und fort in allem Thun und Wort', und mit Allen, die deine Hand in jedem Land' zum Bund' auf deinen Sohn verband. Mel Wachet auf, ruft uns ic. 653. aucht, ihr außer wählten Kinder, und preift den Herrn, erlöfte Sünder, die seine Gnade hoch erfreut! Laßt die Stimme laut erklingen, ein wohlgefällig Lied zu fingen, voll Demuth und voll Dankbarkeit. Und schaut mit frohem Muth, was er noch an euch thut. Hallelujah! Sein Wort ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit, und er hält's ge wis. Finsterniß hervor das Licht. 3. Unser Gott herrscht ohne Schranken, er wendet Völkern die Gedanken, er macht zu Nichts der Bösen Rath. Nur fein Rath bleibt ewig stehen; was er bes dacht, das muß geschehen, er ift gleich groß an Rath und That. Wohl uns, daß er regiert, der Alles herrlich führt! Hallelujah! Die auf ihn schau'n, und ihm vertrau'n, die wandeln ohne Furcht und Grau'n. 4. Send' uns ja in voller Klarheit, o Gott, dein Licht und deine Wahrheit, daß sie uns leiten überall. Laß uns auf des Glaubens Schwingen zu jenen lichten Höhen dringen, zu der Verklärten Jubelschall. In beinem Himmelreich wir Engeln gleich. Hallelujah! Wir geben ein, bei dir zu seyn, und dein auf ewig uns zu freu'n. 5. Bis dahin laffet uns mit Beten oft vor des Höchsten MLtar treten, vor Gott, der uns're Schuld vergißt, der der Gläub'. gen Schild und Sonne und uns're Freud' und höchste Wonne durch Chrifti großes Opfer ift. Was wir in ihm erfleb'n, das wird Gott nicht verschmäh'n. Hallelujah! Gott, führe du uns Alle zu dem ew'gen Reich und seiner Rub'. 2. Der im reinsten Lichte wohnet, bei dem Gerechtigkeit stets thronet, der giebt an Licht und Recht uns Theil. Alles predigt seine Ehre; er ordnete der Sterne Heere, er ordnet auch Mel. Nun freut euch, lieben x. der Menschen Heil. Jhn bete an 654. 3% fi ch, der ich oft in die Welt, den Herrn, der fie tiefes Leid und erhält. Hallelujah! Er will und große Noth muß gehen, will 368 Lob- und Danklieder. dennoch Gott mit großer Freud'| schönen Pracht bis an mein und Herzenslust erhöhen! Mein Ende reden. Gott und König, böre mich, ich will ohn' Ende preisen dich und deinen Namen loben. 7. Und was ich rede, wird von mir manch' frommes Herze lernen; dein Ruhm wird glänzen für und für, hoch über allen Sternen. Durch alle gen. So oft, Herr, deine Sonn' Welten weit und breit wird aufgeht, will ich mein Loblied fingen. So soll auch bis zur ipäten Nacht das Rühmen deiner hohen Macht mein Werk seyn und Geschäfte. 2. Ich will dir mit der Mor genröth' ein täglich Opfer brinman von deiner Herrlichkeit und starken Hand erzählen. 8. Wer ist so freundlich, Herr, wie du? so gnädig im Erdulden? Wer deckt mit sol3. Die Welt dünft uns gar cher Langmuth zu so viele schwe schön und groß und reich an re Schulden, die aus der ganGut und Gaben, und was sie zen weiten Welt bis zu dem trägt in ihrem Schooß, will boben Himmelszelt ohn' Ende gern ein Jeder haben: und ist sich erbeben? doch Alles lauter Nichts; eb' man es recht genießt, zerbricht's, und gebet schnell zu Grunde. 4. Der Herr allein ist groß und schön, unmöglich auszuloben, den Engeln felbft, die ewig stehn vor seinem Throne droben. Ob Aller Stimme fich erhebt, so wird doch keiner, der da lebt, des Höchsten Größ' aussprechen. 5. Die Alten, die nun nicht mehr find, die haben dich gepriesen; so hat ein Jeder auch sein Kind zu gleichem Dienft gewiesen; die Kinder werden auch nicht ruhn, und werden doch dein Werk und Thun, Gott, nicht vollkommen preisen. 6. Wie Mancher hat zu seinem Heil dein Lob mit Fleiß getrieben, und siehe! mir ist doch mein Theil zu loben übrig blieben. Ich will von deiner Wundermacht und deiner herrlich 9. Es muß ein treues Herze seyn, das uns so hoch kann lieben, da wir doch Alle, Groß und Klein, des Guten wenig üben. Gott muß nicht anders seyn, als gut, daher fleußt seiner Güte Flut auf alle seine Werke. 10. D'rum sollen, Herr, dir immerdar all' deine Werke danken, voraus die Heil'gen, deren Schaar dir dient ohn' alles Wanken, sie sollen deines Reichs Gewalt und unvergängliche Gestalt mit tausend Zungen rühmen. 11. Sie sollen rühmen, daß dein Ruhm durch alle Welt er klinge, daß Jedermann im Heiligthum' dir Dienst und Opfer bringe. Dein Reich, das ist ein ew'ges Reich, und deine Herrschaft ist dir gleich, der du kein End' erreichest. 12. Der Herr ist bis an unfern Tod beständig bei uns Al Lob- und Danklieder. len, erleichtert unfre Kreuzesnoth und hält uns, wenn wir fallen. Er steuert manchem Unglückslauf und hilft uns freundlich wieder auf, wenn wir darnieder liegen. 13. Herr, Aller Augen sehn auf dich, zu deinem Stuhl gefebret. Du bist's allein, der våterlich, was lebt und webt er nábret. Du öffneft beine milde Hand, machst fatt und froh, was auf dem Land, im Meer' und Lüften In eigener Melodie. 14. Du meinst es gut und 655. und Mund, Jo ch finge dir mit thuft uns wohl, auch da wir's oft nicht denfen, und doch ist Mancher fummervoll, verzehrt fein Herz mit Kränken; er sorgt und fürchtet Tag und Nacht, Gott laff' ihn gänzlich aus der Acht und habe sein vergessen. 15. Nein! Gott vergißt der Seinen nicht, er hält uns Bund und Treue, sein Herz bleibt ftets auf uns gericht't, daß er julegt erfreue. Geht's auch zu weilen wunderbar, ist er doch heilig immerdar, gerecht in sei nen Wegen. 16. Gott ist zu helfen stets bereit dem, der ihn findlich ehret; und wer in Demuth zu ihm schreit, der wird gewiß erböret. Gott weiß wohl, wer ihm hold und treu, und dem steht er allmächtig bei in allen feinen Nöthen. 369 lich ihre Last; dem aber, der sie fränkt und haßt, wird er das Urtheil sprechen. 17. Den Frommen wird kein Gut bersagt, Gott thut, was fie begehren; er mißt das Unglüd, bas fie plagt, und zählt all' ihre Zähren. Er löset end18. So will ich denn zu aller Stund' das Lob des Höchften fingen, es soll aus tiefstem Herjensgrund hinauf zum Himmel bringen. Und also thu' auch immerfort, was lebt und webt an jedem Ort; das wird Gott wohlgefallen. Herz Herr, meines Lebens Lust, ich sing' und mach' auf Erden fund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad' und ew'ge Quelle bist, daraus uns Allen früh und spat viel Heil und Segen fließt. 3. Was sind wir doch und haben wir, was fann uns hier erfreun, das uns nicht fáme, Herr, von dir und deiner Huld allein? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gefeßzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen nett? 5. Wer wärmt uns bei des Winters Frost, wer bricht der Stürme Macht, wer hat mit Korn und Del und Moft uns väterlich bedacht? 6. Wer giebt uns Leben, Kraft und Muth, wer schützt mit starker Hand des güld'nen Friedens edles Gut in unserm Vaterland? 24 370 Lob- und Danklieder. 7. Ach, Herr, mein Gott, 1 glücks Lauf zum Segen dir das kommt von dir, du, du gekehrt? mußt Alles thun, in deiner Obbut ftehen wir und können ficher rubn. 16. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regi ment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End'. 8. Du nähreft uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, beschirmst uns gnádig in Gefahr und stehst uns treulich bei. 17. Ei num, so laß ihn ferner thun und red' ihm nicht darein; so wirst du hier in 9. Du trägst uns Sünder Frieden ruhn und ewig fröhmit Geduld und strafft nicht lich seyn. allzusehr, ja, tilgest liebreich unfre Schuld und wirfft fie in das Meer. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 656. 10. Oft, wenn der Chrift pfer Preis, Dank verlassen scheint, haft du ihn meinem Vater bringen; mein schon gestärkt, und keine Thräne, die er weint, bleibt von dir un bemerkt. ihm geweihtes Herz soll sich der Welt entschwingen. Ich überschau' die Bahn, die ich zurückgelegt, und innig wird mein Herz von seiner Huld bewegt. 2. Du hast mich wunderbar geschaffen und bereitet usi mich, o treuer Gott, an deiner Hand geleitet; in drohender Gefahr ftand'st du mir mächtig bei, und deine Güte ward mit jedem Morgen neu. 13. Er ist dein Schat, dein Erb' und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Troft und Heil, er läßt dich ewig nicht. 3. Oft, wenn ich unruhvoll an ferne Tage dachte, und manche trübe Nacht durchweinte und durchwachte; war's nicht ein eitler Wahn, der meinen Geist 14. Was frånfft du dich in geplagt? Mein wahres Glück, deinem Sinn und grämst dich o Herr, hast du mir nie verTag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf fie bin auf den, der dich gemacht. fagt! 4. Preis sey dir dargebracht für trüb' und frohe Stunden! 15. Hat er dich nicht von Wer nie ein Kreuz gekannt, hat Jugend auf versorget und er- nie sein Glück empfunden. Oft náhrt? Wie oft hat er des Un- führte schneller mich zum Heil 11. Des Lebens Mangel fülleft du mit ew'gen Gütern aus und führeft uns zur wah ren Rub' einft in des Himmels Haus. 12. D'rum auf, mein Herz, sey froh und fing', und habe guten Muth; dein Gott, der Ursprung aller Ding', ist selbst und bleibt dein Gut. Lob und Danklieder. 371 der Leidenspfad, oft reifte spä- dir Gesundheit verliehen, dich ter mir das Glück aus Thrá- freundlich geleitet. In wie viel nenfaat. Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 5. Mich lehrt dein theures Wort dich, wie du bist, erkennen; dich nicht bloß meinen Herrn, nein, dich auch Vater nennen. Ich sehe mein Geschick als Himmelsbürger ein, und weiß: ich bin nicht hier, um ewig hier zu seyn. 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar geſegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet! 6. So hoch hast du die Welt, so hoch auch mich geliebet, daß deine Gnade mir in Chrifto Alles giebet. Sein Kreuz bringt Segen mir, sein ganz Verdienst ist mein; ich bin im Leben jetzt und einst im Tode dein. Mel. Nun lob' mein' c. 7. Bald ist die kurze Bahn 658. Man lobt bich in der Pilgerschaft zu Ende; als dann befehl ich dir den Geift in deine Hände. Laß mit verklärtem Blick dein Angesicht mich fehn, und durch ein beff'res Lob dich ewig dort erhöhn. der Stille, du großer, hocherhab'ner Gott; des Rühmens ist die Fülle vor deinem Thron, Herr Zebaoth! Du bist doch Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht; d'rum soll dich stündlich ehren mein Mund vor Jedermann, und deinen Ruhm vermehren, so lang' ich lallen kann. In eigener Melodie. 657. Pobe ben Herren, den mächtigen König der Ehren! lob' ihn, o Seele, vereint mit den himmlischen Chören! Kommet zu Hauf! Psalter und Harfe wach' auf! Lasset den Lobgesang hören! 5. Lobe den Herren und preise des Ewigen Namen! Alles, was Odem hat, preise des Heiligen Namen! Er ist dein Licht! Seele, vergiß es ja nicht, lob' ihn in Ewigkeit. Amen. 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich regieret, der, wie auf Flügeln des Adlers, dich ficher geführet, der dir gewährt, was dich erfreuet und nährt, bank es ihm, innigft gerühret. 3. Lobe den Herren, der künst lich und fein dich bereitet, der 2. Es müsse dein fich freuen, wer deine Macht und Gnade kennt, und stets dein Lob erneuen, wer dich in Chrifto Vater nennt. Dein Name set gepriesen, der große Wunder thut; du haft auch mir erwiesen, was mir ist nüß und gut. Nun, das ist meine Freude, zu hangen fest an dir, daß mich und dich nichts scheibe, so lang' ich walle hier. 24° 372 Lob- und Danklieder. 3. Herr, du haft deinen Na-| Ruhm der Engel Heer im Himmen sehr herrlich in der Welt mel ftets erhebt. gemacht, und eh' wir flebend 2. Ermuntert euer Herz und famen, haft du schon längst fingt Gott, unserm höchsten an uns gedacht. Du haft mir Gut, der Wunder überall vollGnad' erzeiget; Herr, wie ver- bringt und große Dinge thut. gelt ich's dir? Ach bleibe mir geneiget, dein Segen rub' auf mir; den Kelch des Heils erbeben will ich dann allezeit, dich preisen hier im Leben, und dort in Ewigkeit. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält, und wo kein Mensch uns helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich oft betrübt, doch gnädig unser denft, die Straf' erläßt, die Schuld vergiebt und uns viel Gutes schenkt. 659. In eigener Melodie. un danket Alle Gott mit Her zen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und aller Enden; der uns von Mut terleib' und Kindesbeinen an bis diesen Augenblick unzählig Gut's gethan. 2. Der ewigreiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in sei ner Gnad' erhalten fort und fort und uns aus aller Noth erlösen bier und dort. Theil. 8. Er drück' uns, wenn das 3. Lob, Ehr und Preis feb Herze bricht, die Augen gnädig sey Gott, dem Vater und dem, und zeig' uns dann sein Sohne und auch dem heil'gen Rub'. Angesicht dort in der ew'gen 5. Er geb' uns auch ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn, und werfe Sorge, Furcht und Schmerz in's Meeres Tiefe hin. 6. Er laffe seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in jedem Stand. 7. So lang' er uns allhier erhält, sey er stets unser Heil; und wenn wir scheiden aus der Welt, so bleib' er unser Geift im hohen Himmelsthrone, dem dreieinigen Gott, als der im Anfang war und ist und bleiben wird jezund und im- 661. un lob' den Herrn, In eigener Melodie. o Seele! merdar. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften ic. 660. un banket All und bringet Ehr', die ihr auf Erden lebt, dem, dessen dir ist, den Namen sein! vergiß nicht und erzähle, was er gethan, dich zu erfreun! Er bat die Schuld vergeben, benn feine Gnad'' ist groß, er schüßt dein armes Leben, nimmt dich in Lob- und Danklieder. seinen Schooß; er tröftet und erquidet, verjünget deine Kraft, und was sein Nath dir schicket, bat immer Heil geschafft. 373 In eigener Melodie. 662. 2. Er hat uns wissen laffen daß ich tausend Bungen bätte und einen tausendfachen Mund, mit allen Wesen um die Wette lobt' fein beilig Recht und sein Ge- ich dann Gott aus Herzens richt; Erbarmung ohne Maßen folgt dem, der nicht sein Bündniß bricht. Den Zorn läßt er bald schwinden, straft nicht nach unsrer Schuld, er läßt uns Gnade finden und trägt uns mit Geduld. Nun dürfen wir nicht sorgen, fern läßt er von uns seyn, wie Abend von dem Morgen, die Sünd' und ibre Pein. grund. Denn was der Herr an mir gethan, ist mehr, als ich erzählen fann. 4. Nur Gottes Gnad' al leine steht fest und währt in Ewigkeit; fie bleibt in der Gemeine, die feinem Dienft fich gläubig weiht. Wenn seinen Bund wir halten, bleibt er uns treu gesinnt, es reicht sein gnädig Walten auf Kind und Kindeskind: d'rum laßt uns ihn berehren, den heil'gen Engeln gleich, die seinen Ruhm vermehren in seinem Himmel reich. 2. O, daß doch meine Stimm' erschallte bis dahin, wo die Sonne steht! o daß mein Blut mit Freuden wallte, so lang' es durch die Adern geht! O wäre jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Wer überftrömet mich mit 3. Wie Väter sich erbarmen, Segen? Bist du es nicht, o wenn ihre Kinder bülflos schrein; reicher Gott? Wer schüßzet mich so hilft der Herr uns Armen, auf meinen Wegen? Du, mächs wenn wir ihn fürchten findlich tiger Herr Zebaoth! Du leirein. Er fennet unfre Schwäche, test mich nach deinem Rath, er weiß, wir sind nur Staub, der nur mein Heil beschlossen wie Gras auf dürrer Fläche, bat. und wie ein fallend Laub; sos bald der Wind nur wehet, sind sie nicht länger da: also der Mensch bergehet, ihm ist sein Ende nah'. 4. D'rum schweiget nicht, ihr meine Kräfte; auf, auf, braucht allen euren Fleiß! und cuer freudigstes Geschäfte sey meines Gottes Ruhm und Preis. Auf, meine Seel', ermuntre dich, und lobe Gott herzinniglich. 5. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Jhr zarten Blumen auf den Feldern, vers herrlicht Gott durch eure Zier! Für ibn müßt ihr belebet seyn; auf, stimmet lieblich mit mir ein! 6. Ach, Alles, Alles, was nur Leben und Lebens- Odem in fich hat, soll sich mir zum Gebül 374 Sob- und fen geben, den Herrn zu preisen früh und ſpat. Nie kann ich würdig g'nug erhöhn die Wunder, welche um mich stehn. 7. Lob sey dir, Herr, mein Gott und Vater, für Leib und Seel', für Hab' und Gut. Lob sey dir, mildester Berather, daß du mich nimmst in deine Hut. Auch in der größesten Gefahr ward ich dein Aufsehn ftets gewahr. Mel Triumph, Triumph! ce xc. 663. Breis dir, du aller Himmel Gott, dich loben wir, Herr Zebaoth. Heerschaaren singen deinen Ruhin in deines Himmels Heiligthum. O nimm voll Huld das Opfer an, das unser Stammeln bringen kann. 8. Mein treufter Heiland, sey gepriesen, daß du durch deinen Todesschmerz mir dein Erbarmen haft bewiesen, geheilet mein verwundet Herz. Von Sünden hast du mich befreit, mich dir zum Eigenthum ge weibt. 2. Du thronft im Glanz des ew'gen Lichts, wir sehn und füh len unser Nichts. Und doch in Chrifto, deinem Sohn, nahn wir uns findlich deinem Thron. Dir nahn wir uns und zittern nicht, denn Liebe strahlt dein Angesicht. G 3. Nein, deine Huld, o Vater, preift nie würdig ein erschaff'ner Geist; die Huld, der 9. Auch dir sey ewig Ruhm unser lallend Flebn gefällt, wie und Ehre, o beilig werther himmlisch Lobgetön, die uns Gottes Geist, für deine süße durch Glück und Trübsal übt, Himmelslehre, die mir den und immer Heil und Segen Weg zum Leben weist. Was giebt. Gutes soll durch mich gedeihn, das wirkt dein göttlich Licht allein. 10. Ich will von Gottes Güte fingen, so lange fich die Zunge regt. Ich will ihm Freu denopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt. Ja, wenn der Mund wird fraftlos seyn, so stimm' ich noch mit Seuf jern ein. Danklieder. 11. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin. Jm Himmel soll's vollkommner werden, wenn ich den Engeln ähnlich bin. Dann fing' ich dir im höhern Chor viel tausend Hallelujah vor. 4. Ja, Gutes und Barmherzigkeit umfing all' uns're Lebenszeit, selbst in dem tief empfund'nen Schmerz lag Segenskraft für unser Herz. Und nie wird deine Liebe ruhn, uns, deinen Kindern, wohlzuthun. 5. Auf dich allein vertrauen wir, denn lauter Gnade quillt aus dir. Wir werfen alle Sorg' auf dich, du forgeft für uns väterlich; dein Vaterblick macht froh und leicht, wenn Leid das Herz darniederbeugt. 6. Du führeft uns an treuer Hand burch's dunkle Thal zum Vaterland, Und dort, o dort bereitest du uns schon die Frie Lob- und Danklieder. 375 bensflätte zu. Bald stehn auch| les, Alles wohl bedacht; gebt wir dort schön geschmückt und unserm Gott die Ehre! ganz durch Himmelsluft erquickt. 7. Mach' uns des Lebens Pilgerzeit zum Rüfttag jener Seligkeit. Laß uns, bis wir dein Antlig schaun, mit festem Muth auf dich vertraun, und wird die Leibeshütte schwach, der Geist set willig, flar und wach. 3. Was unser Gott erschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In ſeinem ganzen Königreich herrscht Weisheit, Lieb' und Macht zugleich; gebt unserm Gott die Ehre" 8. Stets brünft'ger sey die Dankbarkeit, die unser Herz dir, Vater, weiht; feft sey der Schritt auf rechtem Pfad; ein Hallelujab jede That, ein jeder Seufzer ein Gebet, bis dort dich unser Lob erhöht. 9. Vermehre deines Namens Rubm, die Welt sey ganz dein Heiligthum; mit uns gieb allen Menschen Theil an deines Reiches ew'gem Heil. Dein Herz thut diesem Flehn fich auf; ja Vater, du sprichst Amen d'rauf. 4. Jch rief zum Herrn in meiner Noth: ach Herr! vernimm mein Schreien! da half mein Retter mir vom Tod', ließ Troft mir angedeihen. D'rum dant' ich, Gott, d'rum dank ich dir, ach danket, banket Gott mit mir; gebt unserm Gott die Ehre! 5. Sein Volk verläßt der Höchste nicht, ist nie von ihm geschieden; er ist der Frommen Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden; mit Mutterbänden leitet er die Seinen liebreich bin und her; gebt unserm Gott die Ehre! mel. Es ist das Zeil uns ic. 6. Wenn Menschenhülfe 664. ey Lob und Ehr nichts mehr kann, wenn Rath dem höchsten und Trost verschwinden, nimmt Gut, aus freudigem Gemüthe, Gott fich unser gnädig an, läßt dem Gott, der alle Wunder seine Hülf' uns finden; er neigt thut, dem Vater aller Güte. sich väterlich dem zu, der nirEr ift's, der allen Jammer gend anders findet Rub; gebt stillt, und uns mit reichem unserm Gott die Ehre! Troft erfüllt; gebt unserm Gott die Ebre! 7. Ich will dich all' mein Lebelang, o Gott, mit Freuden ehren; man soll, Herr, meinen Lobgefang an allen Orten hö ren. Mein Geist und Leib ermunt're fich, mein ganzes Herz erhebe dich; gebt unserm Gott 2. Es danken dir des Himmels Heer', o Herrscher aller Thronen, die Heere, die in Luft und Meer und auf dem Erdkreis wohnen; fie preisen deine Schöpfersmacht, die Al die Ehre! 376 Lob- und Dankſteder. 8. Jhr, die ihr Chrifti Na-| seine Zeit, Gottes Lieb' in men nennt, gebt unserm Gott Ewigkeit. die Ehre; ihr, die ihr Gott als Bater kennt, gebt unserm Gott die Ehre. Verstumme nun der Frevler Spott, der Herr ist Gott, der Herr ist Gott; gebt unferm Gott die Ehre! 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer, meiner Seele Trost und Hort; daß er mein Gemüth erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Nacht durchbricht und mein banges Herz macht stille. Alles Ling währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. In eigener Melodie. 665. Sollt ich meinem Gott nicht fin gen, sollt' ich ihm nicht dank5. Himmel, Erd' und ihre bar seyn? Seb' ich doch in allen Heere hat er mir zum Dienst Dingen seiner Liebe Gnaden bestellt; wohin ich mein Auge schein. Ist's doch nichts, als fehre, beut er dar, was mich lauter Lieben, was sein treues[ erhält. Thier' und Kräuter und Herz bewegt, das ohn' Ende[ Getreide in den Gründen, auf liebt und trägt, die in seinem der Höh', in den Wäldern, in Dienst sich üben. Alles Ding der See, geben Nahrung mir währt seine Zeit, Gottes Lieb' und Freude. Alles Ding währt in Ewigkeit. feine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, so hat alle Tage wieder mich des Höchsten Arm bedeckt. Aus dem Nichts trat ich in's Leben auf des Vaters mächt'gen Ruf; und das Leben, das er schuf, hat auch stets sein Schuß um geben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigfeit. 6. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüth, daß ich jeden lieben Morgen schaue neue Lieb' und Gür. Wäre nicht mein Gott gewesen, er, der Seinen Zuber sicht, o fürwahr, ich wäre nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 3. Seinen Sohn, den Ein- 7. Wie ein Vater seinem gebornen, giebt er aus Erbar Rinde niemals ganz sein Herz men hin für mich Armen und entzeucht, wenn es gleich, berVerlornen zu des ew'gen Heils führt zur Sünde, aus dem Gewinn. Ď du Gnade sonder rechten Pfade weicht, also trägt Schranken, unergründlich tiefes Gott mein Vergeben, straft Meer, bich umfassen nim- gelinde meine Schuld, und läßt mermehr unsre menschlichen dann voll Gnad' und Huld Gedanken! Alles Ding währt mich sein Antlitz wieder sehen. Lob- und Danflieder. 377 Alles Ding währt seine Zeit,| mischt er seiner Stimme Klang Gottes Lieb' in Ewigkeit. in der Engel Lobgesang. 8. Sind gleich bitter mir die 2. Alle Millionen Werke, Schläge von des Höchsten mächt'- die dein Allmachtswort erschuf, ger Hand, dennoch, wenn ich's preifen deine Huld und Stärke recht erwäge, sind sie nur ein jauchzend mit vereintem Ruf. Liebespfand, Zeichen, daß er Und wir sollten fühllos schweis mein gedenke und mich von der gen? Uns schufft du dir ja zu schnöden Welt, die uns hart eigen, hauchtest uns, dein Bild gefangen hält, durch die Trübfal zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. zu seyn, deines Geistes Odem ein. 9. Dies will ich zu Herzen faffen, dieser Trost bleibt fest mir ftehn; Gott schickt alles Kreuz mit Maßen, ChristenTrübsal muß vergehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wer's erwarten fann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Weil denn ohne Ziel und Ende deiner Liebe Gaben sind, o so beb' ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, woll'st mir Gnade geben, dir aus aller meiner Macht anzubangen Tag und Nacht, bier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lieb' und lob' in Ewigkeit. 3. Ja, wir wollen stets dich loben. Herr, was ist des Menschen Kind! Du haft uns so hoch erhoben, daß uns Engel Brüder sind. Dich kann Jeder fühlen, sehen, aus den Werken dich verstehen, deiner Größe sich erfreun, und dir Lieb' um Liebe weihn. 4. Durch dich herrscht der Mensch auf Erden über alle Creatur, folgsam dienen ihm die Heerden, zinsbar ist ihm Wald und Flur; auch des wilden Meeres Schlünde, auch des Berges tiefe Gründe öffnen fich vor seiner Hand, machen ihm dein Lob bekannt. 5. Gott der Huld, aus deiner Fülle sammeln wir von Jahr zu Jahr; du versorgst mit Brod und Hülle deiner Menschenkin der Schaar; spendest tausend gute Gaben, Leib und Seel' und Geist zu laben. Deine Mel. Alle Menschen müssen ic. 666.ief gebeugt vor dir Hand verläßt uns nicht: du im Staube beten bleibst unsre Zuversicht. wir, o Herr, dich an, aber 6. Und mit welchem Schatz findlich wagt der Glaube dir, von Gnaden thatst du dich den o Vater, sich zu nahn. Wo Menschen kund, da du riefft, des Himmels Chöre fingen und sie einzuladen an dein Herz in der Andacht Opfer bringen, deinen Bund: laß die Meere 378 Lob- und Danklieder. wüthend wallen, Berge weichen, auf Schuld, so vermag ich Hügel fallen, deine Gnade kaum zu fassen deine Lang. weicht uns nicht, du bleibst muth und Geduld; unermüdet unsre Zuversicht. bat mich Armen stets getragen dein Erbarmen. Tausend 2c. 7. Zwar, so wie die Blüth' am Strauche, welkt das Fleisch, und finkt in's Grab, doch der Geift aus Gottes Hauche sinkt nicht Gilt, ihr Jahre, eilt, ihr Zeiten, irdisch Gut; durch dich lernt fließt in's Meer der Ewigkeiten, ich darauf achten, wonach Chrilebend steigt der Geist empor sten sollen trachten. Tausend zc. in der ew'gen Geifter Chor. 5. Du, Herr, hast mich 4. Du, Herr, bist mir nachgegangen, als, verführt von Fleisch und Blut, ich mein eiauf mit zur Gruft hinab. niges Verlangen richtete 8. Uns soll dieses Erden- laffen finden Rettung aus der leben Schule für den Himmel Seelennoth, denn Vergebung seyn. Preis dir, der den Sohn meiner Sünden schafft mir gegeben, uns dem Himmelreich Christi Kreuzestod; Kraft zur zu weihn! Täglich wollen wir Beff'rung, Heil und Leben haft auf's Neue ihm beweisen Lieb' du mir durch ihn gegeben. und Treue, und hinauf an sei- Tausend zc. ner Hand wallen in das Vaterland. 6. Ja, Herr, lauter Gnad' und Wahrheit ist vor deinem Angesicht; täglich tritt in neuer Klarheit deine Batertreu' an's Licht, und in allen deinen 667. Momit soll ich dich Werken kann man ihre Spumel. Jesu, meines Lebens zc. ren merken. Tausend 2c. wohl loben, den kein Engel würdig preift? Sen- 7. Bald mit Lieben, bald mit de mir, o Herr, von oben Kraft Leiden, kommst du, Herr, mein dazu durch deinen Geist, sonst Gott, zu mir, daß in Schmer kann nie mein Lob erreichen zen und in Freuden sich mein deiner Huld und Liebe Zeichen. Herz ergebe dir, und daß ganzTausend, tausend Mal sey dir, lich mein Verlangen möcht' Gott der Gnaden, Dank dafür. an deinem Willen hangen. Tausend 2. 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht und den Reichthum dei ner Gûte froh erhebe Tag und Nacht, weil dein väterliches Sorgen fich erneut mit jedem Morgen. Tausend 2c. 8. Wie ein Vater nimmt und giebet, je nachdem es Kindern frommt, so hast du auch mich geliebet, Segen ist, was von bir kommt. Selbst die Noth, die du gesendet, haft du stets 3. Dent' ich, wie ich dich zum Heil gewendet. Taus verlassen, und gebäufet Schuld send 2c. Lob- und Danklieder. 379 9. Tausendmal will ich dich| Lasset euer Loblieb hören! Preise loben, will dir fingen Preis und Dank für die Gnade, die von oben hat geleitet meinen Gang. Du, Herr, wollst mich ferner leiten, und zum Himmel mich bereiten. Ewig, ewig bring' ich dir Preis und Lob und Dank dafür. deinen Schöpfer, Sonne, deren Strahlen dieses große Rund bemalen. Mond und Stern, ehrt den Herrn, ihr, der Allmacht Werke, rühmet seine Stärke. 3. du, meine Seele, fin ge fröhlich, singe ihm, dem Schöpfer aller Dinge! Was da Obem holet, falle vor ihm nieder, bringe Dank- und FreuKödenlieder! Er ist Gott Zebaoth, Alles soll ihn loben, hier und ewig droben. In eigener Melodie. 668. underbarer nig, Herrscher von uns Allen! Laß dir unser Lob gefallen. Deine Gnadenströme läßt du auf uns fließen, ob wir schon dich oft verließen. Demuthsvoll, freudig soll unfre Stimm' erflingen, unser Herz dir fingen. 4. Hallelujah finge, wer den Herrn erkennet, und in Christo Vater nennet! Hallelujah finge, welcher Christum liebet, ihm von Herzen sich ergiebet! Wel ches Heil ist dein Theil! Einst wirst du dort oben ohne Sünd' 2. Jauchzet laut, ihr Him mel, unserm Gott zu Ehren, ihn loben. XXIII. Liebe zu dem Nächsten. Mel. An Wafferflüssen ic. Segen; dir folgten Lieb' und 669. Ser du die Liebe Freundlichkeit auf allen deinen selber bist, und Wegen. Dein warnend Wort, gern die Menschen fegneft, dein weiser Rath, bein milder ja dem auch, der dein Feind Trost und jede That war göttnoch ist, mit Gnad' und Huld liches Erbarmen. Du überbegegnest: o bilde meinen Sinn nahmst die schwerste Pein, uns nach dir, und laß mich doch, vom Verderben zu befrein, und tein Heiland, hier in deinen| ftarbst zum Heil uns Armen. Wegen wandeln; die können 3. Auch jetzt noch auf der keine Christen seyn, die sich Himmel Thron, bist du das nicht And'rer Wohlfahrt freun, Seil der Sünder; auch da bleibst nicht menschenfreundlich han du, o Gottes Sohn, ein Freund deln. der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh', und die Verirrten suchest du auf rech2. Dein ganzes Leben in der Zeit war für die Menschen Liebe 380 zu dem Nächsten. ten Weg zu leiten; bu börft| böbet, ja deiner Mörderschaar der Seufzenden Gebet, und noch Gnad' erflebet. braucheft deine Majestát nur Segen auszubreiten. 3. Vergebung lehrst du mich durch dein Vergeben. Herr, dir 4. O laß in meiner Pilzum Rubm will ich der Sanftgrimschaft mich auf dein Vor- muth leben. Gieb, daß nie bild sehen. Erfülle mich mit Haß und Groll mein Herz bes Luft und Kraft, dem Nächsten schwere, und daß ich liebevoll beizustehen, betrübter Herzen dein Vorbild ehre. 4. So darf ich deiner Huld Troft zu seyn, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Wei- mich furchtlos nahen und auch nenden zu flagen, und dem, der für meine Schuld Erlaß emmir sein Herz vertraut, die pfahen. Um Unrecht will ich Lieb', auf die er freundlich baut, mir das Herz nicht quälen, nicht treulos zu versagen. und meine Sache dir getroft empfehlen. 5. Hilf mir im Glauben ftehn, hilf, daß ich wache, der Sünde zu entgebn, der eignen Rache. Schleuß mich mit Freund und Feind in dein Erbarmen, daß einst vor dir vereint sich 5. Laß mich mit brüderlicher Huld des Nächsten Fehler del fen; mit Sanftmuth, Mitleid und Geduld zur Beff'rung ibn erwecken; und fündigt er auch oft an mir, so laß mich, gleich gefinnet dir, von Herzen ihm vergeben; dann wirst du mich, All' umarmen. Herr Jesu Chrift, der du die Liebe selber bift, zu deinem Reich erheben. Mel. Es traure, wer da will ic. 670. Die Rach', o Herr, ist dein, du willst bergelten; d'rum will ich stille seyn, nicht schmähn noch schel ten. Ach, Schmach und Un recht drückt; doch wohl den Herzen, die, mit Geduld ge schmückt, den Druck verschmerMel. Nun ruhet in den ic. 671. u, aller Menschen Vater, du, Helfer und Berather, in Allem, was uns drückt! Die Güter, die wir haben, sind deiner Milde Gaben; von dir kommt, was das Herz erquickt. 2. Du fegneft deine Kinder und trägest auch die Sünder mit Langmuth und Geduld. Zu ew's gen Seligkeiten willst du uns Alle leiten; wie groß, o Herr, ist deine Huld! zen. 2. Mein Heiland, ach wie viel baft du ertragen! mit 3. Voll Freundlichkeit und Sanftmuth ohne Ziel, mit Milde sey auch nach deinem Schmach und Plagen, haft dir Bilde mein dir geweihtes Herz, zum Sühnaltar dein Kreuz er- daß ich der Noth der Armen mich Liebe zu dem Nächsten. 381 liebreich mög' erbarmen und der Wohlthat an; nein, was willig lindern ihren Schmerz. ich Brüdern thu', das sey dir, 4. Hilf, daß ich freudig gebe, Gott, gethan. mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Heiland that, der Leid und Kummer stillte und jedes Flehn erfüllte, wenn ihn ein Armer gläubig bat. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durftigen begegnet; ein Troft, mit dem mein Blick den Schwerbedrängten fegnet; ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer Andre stärkt; nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Zum Fleiß in guten Wer ken soll mich der Glaube stärken, daß Wohlthun dir gefällt. Wer seine Brüder liebet und ihnen freudig giebet, der fäct für die fünft'ge Welt. 5. Sucht wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam seyn, der Brüder Zwift zu schlichten. Aus Schmähsucht fränke nie mein Mund des Nächsten Ruh, er rühme sein Verdienst, ded seine Fehler zu. 6. Die Rach' ist dein, o Gott, du sprichst: ich will bergelten! d'rum laß mich stille seyn, wenn Menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih', der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. 6. O möcht ich reichlich fäen! Nie wird die Saat vergeben, die ich hier ausgeftreut; denn einst vor Gottes Throne find' ich zum Gnadenlohne die Freuden einer Ewigkeit. Mel. Nun dantet Alle Gott ic. 672. Gieb mir, Gott, ein Herz, das jeden Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet, ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte fliebt, und sich um And'rer Glück, wie um sein eignes, müht. 2. Seb' ich den Dürftigen, so laß mich willig eilen, von dem, was du mir gabst, ihm Lafters abzuziehn, dazu verleib' liebreich mitzutheilen; nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu seyn und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreu'n. mir Kraft und segne mein Bemühn. 8. O beilige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe, burch deine Lieb' und Furcht zu wah 3. Das fey mein Gottesdienst, rer Menschenliebe. Wer nicht mit Hülf' und Rath zu dienen, den Nächsten liebt, geht nicht ben Brüdern beizustehn, auch zum Himmel ein! Laß diese unbemerkt von ihnen. Mich Wahrheit, Gott, mir stets vor treibe nicht erft Dank zu mil- Augen seyn. 7. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu består fen; zu warnen, die auf dich und dein Gebot nicht merken; die Sünder von der Bahn des pit Liebe zu dem Nächsten. 382 mel. Herzliebster Jesu, was ic. 8. Erwecke dann, o Herr, 673. Herr, mein Versöh in meinem Herzen auf's Neue ner, der du für das Gedächtniß deiner Schmermich litteft, und noch zur Rech- zen; was hast du nicht in deiten Gottes für mich bitteft, er- nen Leidensstunden für mich weck in mir, du Vorbild wahrer empfunden! Liebe, der Sanftmuth Triebe. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Wann schaltst du wieder, da man dich gescholten? Du fegneteft mit Wohlthun nicht bloß Freunde, auch deine Feinde. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, den, der mir flucht, wie du, voll Großmuth segnen. Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch 10. Wil je zur Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein zeitlic von wilder Rachbegierde bren- Glück verlieren, o Herr, so laß nen? Ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? mich, ihr zu widerstehen, auf's Ew'ge sehen. 11 4. Wie kann ich Bater" zu dem Höchsten sagen und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 11. Du liebst den, der die Hand zum Frieden reichet, der nie von deinem heil'gen Pfade weichet: o laß durch Sanftmuth mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. Mel. O du Liebe meiner 2c. 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine Sünden auch 674. Herz und Herz, vernicht bei dir, o Herr, Vergeeint zusammen, bung finden. Dein Jünger ist fuchet Rub' in Gottes Herz, nur, wer wie du vergiebet und Feinde liebet. lohnt mit reiner Liebe Flammen eures Heilands Lieb' und 6. So heilige denn meiner Schmerz! Er das Haupt, wir Seele Triebe, mein Heiland, seine Glieder; er das Licht, wir durch den Geift der wahren dessen Schein; er der Meister, Liebe, daß niemals die unsel'ge wir die Brüder; er ist unser, Luft der Rache mich strafbar wir sind sein. mache. 2. Kommt, des Gottesreiches 7. Wenn meine Brüder sich Kinder, und befestigt euern an mir vergeben, so lehre mich, Bund; schwöret Treu dem Ueihr Unrecht übersehen; laß berwinder allesammt aus Hermich, wenn sie mich auch em- zensgrund! Und wenn noch bem pfindlich fränken, an dich ge- kreis der Liebe Feftigkeit und denken. Stärke fehlt, fleht, bis durch Liebe zu dem Nächsten. 383 des Geiftes Triebe er des Bun- ich den Nächsten liebe, so wie des Kette stählt. mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat, und macht, wenn Brüder leiden, die Hungrigen nicht liebreich satt, läßt Nackende nicht fleiden; der übertritt die erste Pflicht, er hat die Liebe Gottes nicht. 3. Solche Liebe nur genüget, wie in seinem Herzen wohnt, die dem Kreuz fich willig füget, die auch nicht des Lebens schont. So wollt er für Sünder sterben, und für Feinde floß sein Blut. Allen soll sein Tod erwerben ew'gen Lebens höchstes Gut. 4. Darum, freufter Freund, vereine deine dir geweihte Schaar, daß fie's so von Herzen meine, wie's dein letzter Wille war. Jeder reize ftets den Andern, helfe gern mit Rath und That, dir, o Heiland, nachzuwandern auf der Liebe sel'gem Pfad. 5. Du, der seiner Schaar geboten, daß sie Liebe üben soll, mehre sie, weck auf die Todten, mach' die Trägen geistesvoll! Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, so daß auf der ganzen Erden kein getrenntes Glied mehr ist. 6. So wird dein Gebet er höret, durch den Sohn find Alle frei, und die Welt wird recht belebret, wie dein Reich so selig sey. Preis dem Vater aller Geister, der in dir erschienen ift, und dir, unserm Herrn und Meister, der du Alle zu dir ziehst. 3. Wer zwar mit Rath, mit Troft und Schutz den nächsten unterstüget, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichfeit ihm nuget, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 4. Wer kräftig zwar die Niedern schirmt, doch sie mit Härte quälet, wer ohne Nachficht ftraft und stürmt, sobald sein Nächster feblet; wie bleibt bei solchem Ungeftum die Liebe Gottes wohl inihm? 5. Wir haben Einen Gott und Herrn, find Eines Leibes Glieder; d'rum diene deinem Nächsten gern, denn wir find Alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 6. Ein Heil ist unser Aller Gut, wie sollt ich Brüder has sen, die Gott durch seines Sohnes Blut, wie mich, erkaufen lassen? Daß er mich hat mit fich verfühnt, hab' ich dies mehr. als sie verdient? Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. o 675. Jemand spricht: ich liebe Gott, und hast doch seine Brüder, der treibt mit Jefu Lehre Spott und tritt fie frech darnieder. Gott ist die Lieb' und will, daß ben, ben du liebft? 7. Du schenkft mir täglich fo viel Schuld, du, Herr von mei nen Tagen; ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lie 384 Liebe zu dem Nächsten. 8. Was ich den Frommen| zu versehen durch des Glaubens hier gethan, den Kleinsten auch starke Kraft, die der Wunder von diesen, daß fiebet mein Er- Fülle schafft: Alles ist für Löser an, als hätt' ich's ihm nichts zu schäßen, wenn darin erwiesen. Wie fönnt' ich Jesu der Liebe Geist sich nicht kräfJünger seyn und ihn in Brü- tig auch beweist. dern nicht erfreu'n? 9. Ein unerbittliches Gericht wird über den ergeben, der, un treu seiner Ehriftenpflicht, nicht rettet, die ibn fleben. D'rum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preift. Mel. Sollt' ich meinen Gott 2c. 676. nter allen großen Gütern, die uns Cbriftus zugetbeilt, ist die Lieb' in den Gemüthern Himmelsbalsam, der sie heilt; ist ein Stern, der herrlich strablet, und ein Kleinod, dessen Preis Niemand auszusprechen weiß, weil fein Gold es je bezablet; ist die Macht, die Jedermann zwingen und erfreuen kann. 2. Liebe kann uns Alles geben, was auf ewig nüßt und ziert; sie kann unsre Seel' erheben, sie ist's, die uns aufwärts führt. Menschen oder Engeljungen, welche Kraft sie auch beseelt, wenn dabei die Liebe fehlt, find noch nie in's Herz gedrungen: nur ein Erz- und Schellentlang ift ihr flüchtiger Gefang. 4. Gab' ich alle meine Habe auch den Armen freudig hin; opfert' ich mich selbst dem Grabe, meinem Nächsten zum Gewinn; ließ ich meinen Leib gleich brennen und ertrüge jeden Schmerz: ist von Liebe leer mein Herz, würd' es mir nichts nüßen können. Nur der Liebe reine That ist der wahren Freuden Saat. 5. Glaube, Hoffnung, Liebe leiten uns nicht nur im Pilgerftand; ihre Kraft wird uns begleiten in das wahre Vaterland. Ja, es ftrecken ihre Grenzen fich bis in die Ewigkeit, und doch wird die Liebe weit über Glaub' und Hoffnung glänzen. Sie schafft Heil und Segen hier, sie beseligt für und für. 6. O du Geist der reinen Liebe, Segensquell in Freud' und Schmerz! laß mich spüren deine Triebe, komm' und senk dich in mein Herz; laß mich kräftig widerstreben Allem, was nicht gut es meint mit dem Freunde, mit dem Feind, und mich reizt, nur mir zu leben. Geist der Liebe, lenfe hin zu der Liebe meinen Sinn. 3. Was ich von der WeisMel. Aus tiefer Roth schrei ic. heit böre, die in alle Tiefen 677. Berleib' mir, Jefu, bringt, von geheimnisvoller Lehre, die sich auf zum Höchdeinen Sinn, dem Feinde zu vergeben; laß mich, nach flen schwingt; selbst die Berge der ich dein Jünger bin, Seligkeit der Christen in diesem Leben. 385 Fried' und Eintracht streben.[ fey mein Herz bereit, in wahWie könnt' ich begen bittern rer Lieb' und Einigkeit den Zorn, da aus der Gnade süßem Nächsten zu umfassen. Born nur Heil mir quillt und Leben. 4. In Einem Herrn ließ Gottes Rath uns Heil und Gnade finden; Ein gnabenreiches Wasserbad macht rein uns von den Alle speift: wie sollte nicht Ein Ein uns Herz und Geist uns alleſammt verbinden? 2. Ein Vater hat uns aus erwählt zu seines Hauses Kindern; Ein Heiland brachte, was uns Sündern; Ein Geift uns alles fammt regiert, und zu des Himmels Erbe führt, wenn wir ihn nur nicht hindern. 5. Nimm hin, o Bruder, meine Hand, reich' deine mir zum Frieden. Aus unserm Her3. Wie dürft' ich wegen klei zen sey verbannt, was uns bisner Schuld den schwachen Bru- ber geschieden. Den Seligen im der hassen, da Gottes Lang Himmelreich sind wir durch muth und Geduld mir große wahre Liebe gleich und selig Schuld erlassen? Nein, immer schon hienieden. XXIV. Seligkeit der Christen in diesem Leben. Mel. Lobe den Herren, den 2c. 678. Sturme verwehen. Wohl ihm, les ift Guer, per faßt statt der vergänglichen Worte des ewi- Last Güter, die nimmer vergen Lebens! Füble fie, gläubige geben! Geele, voll heiligen Bebens! Alles ist Dein! Jrdischen Men schen allein tönen die Worte vergebens. ret im irdischen Leben, Alles, 4. Alles, was Freude gewäh wovor noch die Kinder der Welt 2. Göttliche Würde, ent- bier erbeben, Leben und Tod ist euch auf Gottes Gebot unter die Füße gegeben. zückende Hoheit des Christen! Wallt er gleich dürftig und einsam in traurigen Wüsten, 5. Alles ist Euer, ihr Chrifindet er gleich Thoren, geachtet ften! Vom Himmel hernieder und reich, nie kann nach Eit- schauet der Mittler auf seine lem ihn lüften. ihm ähnlichen Glieder. Höret, 3. Immer das Auge gerich, er spricht: Fürchte, du Häuftet nach heiligen Höhen, sieht lein, dich nicht, Alles ist Euer, er die Güter der Thoren im ihr Brüder! 25 386 Seligkeit der Christen in diesem Leben. 6. Seyd ihr auch elend, ver-| stehn, der meiner Seele Flehn, laffen, verfolgt und gefangen, selbft mein Verstummen hörte. fließen euch Zähren des Grams von erbleichenden Wangen: droben im Licht, freut euch, da fließen sie nicht! Dort ist das Alte vergangen! 7. Die ihr mit Chrifto einst herrschet, fingt Lieder der Feier! Freut euch der Hoheit, die Chris ftus errungen so theuer, die er erwarb, als er auf Golgatha starb. Amen, ja Alles ist euer! Mel Ein' feste Burg xc. 679. uf ewig ist der Herr mein Theil, mein Führer und mein Tröster! Er ist mein Gott, mein Licht, mein Heil, und ich bin sein Erlöfter! Ja, du verwirfst mich nicht, selbst dort im Gericht; mit jenes Lebens Rub erquicft, beschattest du mich schon in die sem Leben! 2. Wie oft ist schon von seiner Pein mein Herz durch dich genesen, fern von der Welt, mit dir allein, du Wesen aller Weſen! Er, der die Welt er durch der war mein getreuer Gott, half mir in meiner Noth, und gab mir seinen Frieden! 4. Wohl mir, wenn meine Seele flebt, erhoben aus dem Staube, und wenn durch brünstiges Gebet sich stärkt mein schwacher Glaube: wie steig' ich dann empor zu der Sieger Chor! Ich ruhe ganz in dir, mein Geift ist nicht mehr hier, ich bin in Hoffnung felig! 15. Von deiner Gottestraft bin ich, Unendlicher, umgeben. Du fiebst mich, ich empfinde dich; schaun werd' ich dich und leben. Ja, hier und dort und da ist mein Gott mir nah! Gedanke meiner Rub, wie reich an Heil bist du! Wie reich an wahrem Troste! 6. Jch lebe dir, ich sterbe dir doch nicht durch mein Vermögen. Daß ich des Herrn bin, ist in mir sein gnadenreicher Segen. Mein Gott ich lebe dir und ich sterbe dir! Ja, Vater, Bater, dein will ich auf ewig seyn und ewig dein mich freuen! Mel. Christus, der uns selig xc. 680. eines Gottes, freue meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir feble? Schüßt er dich nicht jes derzeit, wenn Gefahren drauen? Jft es dir nicht Seligkeit, seis ner dich zu freuen? 3. Den Glauben hielt ich immer fest, den Gottes Wort mich lehret: daß er die Seinen nicht verläßt, ihr Leid in Freude lehret. Die Trübfal dieser Zeit, allen Kampf und ret: einen Vater, welcher mir Streit fonnt' ich durch ihn bejedes Heil gewähret; der mich 2. Ja, mein Gott, ich hab' an dir, was mein Herz begeb Seligkeit der Christen in diesem Leben. 387 durch sein göttlich Wort hier| hienieden, wenn oft es die Reu' zum Guten lentet und mit Him melswonne dort meine Seele tránket. und die Sorge zerreißt? Du mußt nur an Chriftum den Friedefürft glauben, das giebt dir den Frieden, den Niemand kann rauben. 3. Jesus ift nach deinem Rath in die Welt gekommen, alle meine Miffethat hat er weggenommen. Gläubig gründ' ich mein Vertraun auf sein heilig Leiden, nichts fann, die auf Christum baun, jemals von dir scheiden. 4. Nun darf ich mit Zuberficht auf zum Himmel blicken; felbft der Leiden acht' ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, und ihr Trost erhebt mich weit über alle Schmerzen. 5. Nun kann ich, mein Herr und Gott, dich in Chrifto lies ben, treu und redlich dein Ge bot und mit Freuden üben; seliger Empfindung voll ist mein ganz Gemüthe, und ich preise, wie ich soll, deine Huld und Güte. 2. Hat er nicht bittere Leiden ertragen, die Menschen zu retten von ewiger Pein? Darum, o Seele, sollst nimmer du zagen, du sollst dich des liebenden Baters erfreun. Denn Alles vergiebt er, durch Christum berfühnet, und macht, daß auch Leiden zum Besten dir dienet. 3. Nahm er dich aber zum frohen Genossen des Bundes, der stillet den inneren Streit: halte dein Herz denn der Sünde verschlossen, dem Herren zum Eigenthum sey es geweiht! Mit ihm sich recht innig in Liebe verbinden, heißt fefter und fester den Frieden sich gründen. 4. Liebe und übe, was Jesus dich lehret, und was er gethan hat, dasselbige thu'. Hasse und lasse, was Jesus dir wehret, und was er gemieden, das meide auch du. Der Friede beglückt, die sich Chrifto ergeben, die mit ihm in Unschuld und Heiligkeit leben! 6. Gieb mir nur, so lang' ich hier noch als Pilger walle, das Bewußtseyn, daß ich dir, Herr mein Gott, gefalle. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft 5. Viele verführet ein irdisch mein Mittler, Jesus Chrift, Verlangen, sich Luft zu erjagen mich zu seinen Freuden. auf trüglicher Bahn; doch sie gewinnen nur Sorgen und Bangen und treffen den Frieden des In eigener Melodie. 681. Frieben, ach Frie- Herzens nicht an; und einft, göttli- ftatt zu chen Frieden, vom Vater durch finden, erwartet nur Qual fie, Chriftum im heiligen Geist; die Strafe der Sünden. ach wie erlanget das Herz ihn| 6. Chriftus ruft immer o 25 388 Seligkeit der Christen in diesem Leben. Zion, bedente, was dienet zum| Heil'gen allen, das gieb auch Frieden und wahrhaft dir nützt. uns, die noch im Staube wallen, Gleichwie die Küchlein, daß die Hoffnung, daß dereinst die Niemand sie kränke, der Flügel ew'ge Krone dem Sieger lobne. der sorgenden Mutter beschüßt, 6. Und wenn zuletzt wir mit so will ich, wenn Leiden und Tod dem Tode ringen, deck uns dich bestürmen, mit göttlicher dein Engel, Herr, mit fanften Kraft dich erretten und schirmen. Schwingen, und trag' uns hin, 7. Christus, o Herr, der mit mächtigem Walten beruhigt den äußern und inneren Streit, hilf du uns selber das Bündniß zu Mel. Wie wohl ist mir, o xc. balten, das Frieden und felige 683. Gott, beine Gnad' zum Ziel uns auf Erden beschieden, so fübreft du einst uns zum ewigen Frieden. start fie schafft uns Heil und Seelenruh; du kannst allein die Schuld vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Also hast du die Welt geliebet, die durch die Mel. Herzliebster Jesu zc. 682. Gieb beinen Frieden Sünde dich betrübet, daß du uns, du Gott der Stärke! im Frieden nur gedei hen deine Werke; und daß wir auch im Kampfe nicht ermüden, stärk' uns dein Frieden. für sie giebst deinen Sohn. Du fandtest ihn, uns zu erretten, er litt, damit wir Friede hätten, für uns den Tod, der Sünde Lohn. 2. Gieb Frieden, daß sich stets die Seel' erneue, auch schwer versucht nicht want in ihrer Treue, noch je im Taumel hingerissen werde vom Geist der Erde. 3. 3ft unser Leben nicht in dir verborgen, so ist's ein eitler Streit mit Noth und Sorgen; drum birg uns, Herr, in deines Friedens Schatten, wenn wir ermatten. 2. Jch preise dankvoll deine Treue, die Niemand g'nug erbeben kann! Nun nimmst du, Gott, des Sünders Reue in Chrifto voll Erbarmen an, nun darf er angstvoll nicht verzagen, er kann getroft und freudig sa gen: was schadet mir? Gott ist für mich! Der an dem Kreuz für mich gelitten, wird auch für mich beim Vater bitten, und mein erbarmt der Vater sich. 3. Herr, wie selig ist die Seele, die sich in deiner Gnade freut. Ob auch der Erde Glück ihr fehle, schmeckt sie doch Himmelsseligkeit. Wer deinen Frieden, Gott, genießet, bat, was das Leben ihm versüßet, und von allem Kampf geschieden, zum ew'gen Frieden. 4. Schwül ist des Lebens Tag und ohn' Erquickung, sein Abend oft noch stürmisch, voll Bedrückung, und stets bedürfen wir auf rauhen Wegen des Friedens Segen. 5. Was du genährt in deinen Seligkeit der Christen in diesem Leben. 389 reichen Trost in allem Leid.| ben das, was Jesus mir erwarb, Dein Friede stärkt zu frohem zu erben. Muthe, giebt Hoffnung zu dem ew'gen Gute, und einst zum Sterben Freudigkeit. 6. D, so kann mich felbft der Tod nicht schrecken; Gott, du wirst ja meinen Leib erwek4. O Vater, laß auch mich ken. Mir darf nicht grauen, empfinden, wie köstlich dieser in die off'ne Gruft hinab zu Friede sey! Auch mich sprachst schauen. du von meinen Sünden und 7. Freundlich sprichst du: ihren Strafen völlig frei. Dies geh' in deine Kammer! ruhe will ich fest im Glauben fassen, und mich auf deine Treu verlaffen, die bleibt, wenn Alles wankt und bricht. Ich weihe deinem Dienst mein Leben, lobfingend will ich dich erheben, Gott, ewig meine Zuversicht! nun von allem deinem Jammer! mich sollst du sehen; auch dein Staub soll herrlich auf erstehen. 8. Hör ich einst des Richters Ruf erschallen: fommt! wie sollte mir der Muth entfallen? Zu seiner Rechten steh' ich dann mit seinen treuen Knechten. Mel. O wie felig seyd ihr sc 684. Gott, ich preise dich mit allen Frommen! gnädig hast du mich auch angenommen, haft mir vergeben, fröblich kann ich meines Glau bens leben. 9. Preis und Ehre will ich dir dann bringen und des Mittlers hohen Ruhm befingen. Durch seine Wunden hab' ich Heil und Seligkeit gefunden. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 2. Furcht und Angst mag fichre Sünder schrecken; mich wird meines Jesu Huld bedecken. Wie dürft' ich zagen? er erlöft mich von der Sünde Plagen. 685. Gottlob! ein Schritt zur Ewigkeit ift abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz 3. Kinder dieser Welt, die sich sehnlich wendet; o Quell, Gott nicht lieben, müßten troft- daraus mein Leben fleußt, dars Los sich im Leid' betrüben. Mir aus sich alle Gnad' ergeußt zu werden Leiden durch des Glau- meiner Seele Leben. bens Kraft zu sel'gen Freuden. 4. Noth und Trübfal können mir nicht schaden; du, mein Gott, gedenkst an mich in Gnaden; du willst mich üben, dich, wie Jefus liebte, treu zu lieben. 5. Elend sind, die keine Hoffnung haben; aber ich erwarte ew'ge Gaben; ich hoff' im Ster2. Jch zähle Stunden, Tag' und Jahr, und wird mir fast zu lange, bis ich verkläret, immerdar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 3. Doch sey dir ganz anbeim gestellt die Zeit, da ich soll schei 390 Seligkeit der Christen in diesem Leben. den; ich kämpfe hier, wenn| meiner Seelen Weide, der Troft, dir's gefällt, den guten Kampf der allen Kummer ftillt. Ge mit Freuden; geduldig schreit denk ich sein, so hab' ich Muth ich weiter fort, bis ich gelange auch wenn das Kreuz mir wehe an die Pfort' der Gottesstadt thut. dort oben. 3. Doch suchen Andre ihr Er 4. Wenn auch die Hände läß gößen im leeren Tand der Eis fig sind und meine Kniee beben, telkeit, und freuen sich bei solso beut mir deine Hand geschen Schätzen, die bald vergebn schwind, mich Schwachen zu er im Lauf der Zeit. Mit diesen beben; erfüll' mit deiner Kraft Thoren mich zu freun, dies, mein Herz, damit ich freudig Herr, laß ferne von mir seyn. himmelwärts ohn' Unterlaß mich schwinge. 4. Die eitle Luft kann nur betrügen, auf Lachen stellt sich Trauern ein; nur das wird im mer mich vergnügen, wobei ich deiner mich fann freun. Ift dein Wort meine höchste Lust, so dringt kein Schmerz in meine Brust. 5. An Jesum will ich stets gedenken, dann werd' ich alles Kummers frei; in ihn will ich mich ganz versenken, damit in mir sein Friede sey. Erschein' ich auch voll Traurigkeit, bin ich doch fröhlich allezeit. 5. Geb', Seele, frisch im Glauben d'ran, und sey nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Luft der Welt ablocken. So dir der Lauf zu langsam däucht: der Geist kann, wie der Adler fleugt, voraus zum Himmel eilen. 6. Mein Geift und Sinn, Herr Jefu Chrift, ist schon bei dir dort oben; du selbst, weil du voll Liebe bift, bast mich zu dir erhoben. Fahr bin, was beißet Stund' und Zeit, ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jefu lebe! ● 6. So kann ich hier den Vorschmack haben von dem, was uns bereitet ist dort, wo der Reichthum deiner Gaben sich auf die Deinigen ergießt; zum Himmel führest du sie ein, ba wird der Freuden Fülle seyn. Mel. O daß ich tausend: c. 686. Gott fiebt auf uns mit Wohlgefal len, wenn unsre Seele fröhlich ift, und Freudenlieder ihm er Mel. Nun fich der Tag geendet zc. ſchallen, wodurch das Leid uns 687. Bab' ich ein gut Ge wissen nur, wird Jft doch sein Ist Geift ein Freudengeift, der uns im Herrn uns freuen heißt. mir, was fürcht' ich dann? Nichts ist für mich in der Na2. Erwede, Gott, in mir die tur, was mich erschrecken kann. Freude, die nur aus deiner 2. D, welch ein föftlicher Gnade quillt; dein Sohn sey Gewinn, wenn meine Sünde Seligkeit der Chriften in diesem Leben. 391 schweigt, und mir, daß ich begnadigt bin, der Geist des Herrn bezeugt. 11. Der Christ spricht freudig: ob die Welt, ob Erd' und Himmel bricht; Gott ist es, des sen Hand mich hält, ich weich' und wanke nicht! 3. Laß es der Pflichten schwer fte seyn, da du dich selbst betriegst! O welch' Gefühl wird dich erfreun, wenn nach dem Kampf du siegft! Mel. Nun ruben alle ic. 688. was 4. Welch Glück, bin ich mir ich habe, ist einselbst bewußt, die Welt verzig deine Gabe, die du aus suchte mich, ich widerstand der Gnaden giebst; du haft mir bösen Lust, und die Versuchung neues Leben in deinem Sohn wich! gegeben; wer bin ich, daß du so mich liebst? 5. Ein ruhig's Herz wird jedes Glück des Lebens mir 2. Herr, daß ich Glauben erhöhn, läßt mich in jedem habe, ist einzig deine Gabe, Augenblick froh in die Zukunft durch Glauben bin ich dein; fehn. der Glaube macht mich fröhlich, macht heilig mich und selig, durch ihn geh' ich zum Himmel ein. 3. Herr, daß ich Liebe habe, ist einzig deine Gabe, der du die Liebe bist. Von deiner Lieb' entzündet, durch sie mit dir verbündet, fühl ich, was fein Verstand ermißt. 4. Herr, daß ich Hoffnung babe, ist einzig deine Gabe, die Hoffnung, dich zu schaun. Zwar ist's noch nicht erschienen, doch will ich treu dir dienen, und fest auf die Verheißung baun. 6. Was ist, das in dem tief ften Schmerz mit reichem Troft erfüllt? Nur ein im Herrn zu fried'nes Herz, das jeden Kummer stillt. 7. Was hält den Sinn vom Eit'len fern, giebt zur Entsagung Muth? Ein ruhig Herz, das in dem Herrn erkennt sein böchstes Gut. 8. Kann ich getroft gen Himmel sehn, hab' ich nur Ruhm bei Gott, so kann ich Menschen gunft verschmähn, und achte feinen Spott. 9. Sieh, Alles um dich her entweicht, bald naht die lette Nacht; ein ruhig Herz macht Mel. Wachet auf, ruft uns ic. Alles leicht, bricht selbst des 689. Berr, err, aus deiner Todes Macht. Gnadenfülle 10. Wohl dem, der diese Rub' genießt, dem sein Gewis sen sagt, daß er versöhnt durch Chriftum ift, und nichts ihn mehr berklagt. fließt meinem Geift die sanfte Stille, in der ich deinen Wil len thu; seit ich dir mein Herz ergeben, erwacht' ich erst zum wahren Leben, fenn' ich erst 392 Seligkeit der Christen in diesem Leben. ächte Seelenruh. Den Frieden, ges Herz getrost und freudig Gott, mit dir erkämpfte Chri- himmelwärts. stus mir; ihm sey Ehre! So ward ich frei durch deine Treu, der Geist von oben schuf mich neu. 5. Ja, ich seh' den Himmel offen, mein Geist froblockt in sicherm Hoffen; ich habe dort mein Bürgerrecht. Ich darf 2. Muß ich noch mich selbst nicht im Kampf ermüden, da bezwingen, so werd' ich Sieg solches Heil der Herr beschieden auf Sieg erringen, und jeder dem auserkorenen Geschlecht. giebt mir neue Kraft. Wenn Dort fühl ich ganz erneut die ich gern das Beste wähle, so volle Geligkeit meines Glaufühlt sich selig meine Seele in bens. Ich freu mich dein; das deines Reiches Bürgerschaft. Wort ist mein: Bei Chrifto Ja, welche Seligkeit, vom Sün- soll sein Diener seyn. dendienst befreit dir zu leben, ist und freumas rent in beinen Baterar- 690. fann ich erringen! mel. Wachet auf, ruft uns 2c. err! Heil dig nun men ruhn. 3. Beugt mich auch die Zu welchen Höh'n darf ich mich Schwachheit nieder, so richtest schwingen! Mein Wandel soll, du mein Herz doch wieder mit im Himmel seyn! O du Wort deinem Troste buldreich auf; voll beil'gen Bebens, und doch und zum Heiligungsgeschäfte voll Wonn' und ew'gen Lebens! erhöht dein Geist mir Muth Im Himmel soll mein Wandel und Kräfte und fördert mich seyn! Erstaunend fink' ich bin, in meinem Lauf. Die du in ich ahne, wer ich bin, wer ich Chrifto liebst, die trägst du seyn kann. Ich trage noch des und vergiebst ihre Schwächen. Todes Joch; im Himmel soll Und Lebenslang ist Lieb' ihr ich wandeln doch! Dank, und immer fester wird ihr Gang. 2. Schwing dich denn zu diesen Höhen, und lern' im 4. D'rum will ich nicht ängst- Lichte Gottes sehen, wer du, lich zagen, wenn mir in mei- versöhnte Seele, bift! Mit nen Pilgertagen Gefahren auch dem seligsten Entzücken wirst und Leiden drohn. Auch auf du in diesem Licht erblicken, dornenvollem Pfade bleibt mir wer, Seele, dein Versöhner Gewißheit deiner Gnade; du ist. Du, durch sein Opfer bift der Deinen Schild und rein, und stark, dich ihm zu Lohn. Zum Heil muß auch weihn ohne Wanken. Er, Got die Pein des Lebens dem ge- tes Sohn, der reichen Lohn deihn, der dich liebet. D'rum den Gläub'gen giebt an seinem blickt im Schmerz mein gläub' Thron. Seligkeit der Christen in diesem Leben. 393 3. Wort vom Anfang', Ein- und Wunder sind, Herr, deine geborner! eh' du herabkamst, Werke; dort find fie ganz uns Außerkorner! lag auf dem Erd- offenbar! Dort strahlt dein Anfreis Dunkelheit. Du erschienst, geficht im reinsten Himmelslicht du Licht vom Lichte, wir schaun allen Frommen. Dort werden in deinem Angesichte nun deis wir, Barmherz'ger, dir ein Lob nes Vaters Herrlichkeit. Ja, bereiten für und für. Wahrheit, Troft und Rub von dir uns Mel. Ich dank' dir, lieber 2c. wenn wir glauben. Du baft's 691. bommen, Gott vollbracht! Des Jrrthums Nacht, die Sünde selbst weicht deiner Macht. blickt mich gnädig an. Ich darf mit seinen Frommen mich wieder zu ihm nahn. Dahin sind meine Schmerzen, mein Mittler stillte sie; ach, solche Rub' im Herzen fühlt ich als Sünder nie. 4. Wenn die Seel' in tiefe Stille versunken ist, wenn ganz ihr Wille der Wille deß ist, der sie liebt; wenn ihr inniges Vertrauen sich fast erhebt zum fel'gen Schauen, und Liebe sie für Liebe giebt; wenn sie verfichert ist, bein Tod, Herr Je fu Chrift, sey ihr Leben: wie boch entzückt, wie reich erquickt ist sie, schon ganz der Erd' entrückt! 2. Der Lüfte wild Getümmel schweigt nun in meiner Brust; getroft blick ich zum Himmel, mir meines Heils bewußt. Ich bin von Seelenleiden befreit und ohne Pein; nun kehren reine Freuden auch wieder bei mir ein. 5. Ja, dann ist ihr schon gegeben ihr neuer Nam' und ew'ges Leben, im Himmel ist ihr Wandel dann! Start, den Streit des Herrn zu streiten, fiebt fie die Krone schon von weiten, die Kron' am Ziel, und betet an. Preis, Ehr' und Stärk und Kraft sey dem, der uns erschafft, ihm zu leben! lind ihm sey Dank und Lobgefang, der für uns ging des Todes Gang. 3. Was ist's, o Gott der Treue, daß du so hoch mich liebst, und auf das Flehn der Reue mir meine Schuld vergiebst? Ich fühl's, daß aus dem Staube mich nur die Gnade zog, und daß dich nur mein Glaube zu solcher Huld bewog. 4. So sey denn nun mein Leben, Erbarmer! ewig dein, mich ganz dir hinzugeben, foll 6. Preis auf feinem Him meine Freude seyn. Der Sünde melsthrone dem Vater und dem Macht zu dämpfen, die Luft ew'gen Sohne, ihm, der da der Welt zu fliehn, den guten ist und der da war! Lauter Kampf zu kämpfen, das nur Weisheit, Gnad' und Stärke sey mein Bemühn. 394 Seligkeit der Christen in diesem Leben. 5. Und wanft auf diesem| melstriebe, und Gott und Seele Pfade mein ungewisser Tritt, ein'gen sich in recht vertrauter fo lenke, Geist der Gnade, all Liebe. mächtig meinen Schritt! Dir 8. Wie leicht ist nun des folg' ich freudig immer, dir Heilands Joch! wie sanft ift folg' ich bis in's Grab; ver seine Bürde! wo wäre da ein laffen wirst du nimmer den, Leiden noch, das nicht zum der sich dir ergab. Segen würde? 9. Du, Geift der Gnaden, ftel' mir bei, und laß mich ja nicht fallen. Mach meinen Gang gewiß und frei, lebr deinen Weg mich wallen. 10. Nimm du mein Herz zur Wohnung ein, und stärk es aus der Höhe; dann werd' ich völlig selig seyn, wenn ich Gott ewig sebe. Mel Jh dank dir schon durch ic. 692. m omm, Geift des Herrn, du Her zensgaft, du Labsal meiner Seelen! Wenn du nur Wohnung in mir haft, was kann mir dann noch fehlen? 2. Rott' aus, du unsers Er bes Pfand, was nicht dein eigen heißet. Ach, beut dem Willen selbst die Hand, der fich der Welt entreißet. 3. Jch öffne dir Herz, Seel' und Sinn mit innigem Ver langen, dich, meine Rub' und mein Gewinn, recht freudig zu empfangen. 11. Mein Gott, wann zeuchft du mich zu dir? Wann werd ich dahin kommen, daß ich dein Antlig für und für anschaue mit den Frommen? Mel. Gott des Zimmels und ic. 693. eines Lebens beſte 4. Du schenfft uns reine Freude ist der Himmelsluft, von dir kommt Himmel, Gottes Thron; meiKraft und Leben; du giebst den Frieden in die Brust, den nie die Welt kann geben. ner Seelen Trost und Weide ist mein Jesus, Gottes Sohn. Was mein ganzes Herz erfreut, ist in jener Herrlichkeit. 2. Andre mögen sich erquicken an den Gütern dieser Welt; ich will nach dem Hims mel blicken, diesem ew'gen Rubezelt, denn der Erde Gut vergeht, Jesus und sein Reich beflebt. 5. So kehrt Gott zu den Seelen ein mit allen seinen Gütern, und berrlich ftrahlt sein Gnadenschein aus gläubigen Gemüthern. 6. So wird des Feindes Macht zerstreut, die Welt wird überwunden, des Geiftes Leben ift erneut, die Freiheit ist ge funden. 3. Reicher fann ich nirgends werden, als ich schon in Jesu 7. Das Herz, aus dem bie bin. Alle Schäße dieser Erden Sünde wich, erfüllen Him- find ein schnöder Angstgewinn. Seligkeit der Christen in diesem Leben. 395 Jesus ist das rechte Gut, wel| glaube! Verleih' mir, Herr, Beches sanft der Seele thut. ständigkeit, daß diesen Trost in allem Leib nichts meiner Seele raube. Tief präg' es meinem Herzen ein: welch Heil es ist, ein Chrift zu seyn. 4. Glänzet gleich das Welt gepränge, ist es lieblich anzu fehn, währt es doch nicht in die Länge, es ist bald damit geschehn; plößlich pflegt es aus zu seyn mit des Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, deren Fülle Jesus hat, können Herz und Seele laben, machen ewig reich und satt; es vergeht zu feiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 3. Jch bin erlöft, ich bin ein Chrift, und mein beruhigt Herz vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Jch dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott felber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh'. 4. Was seyd ihr Leiden dieser Zeit, wenn ich auf jene Herrlichkeit mit frober Hoffnung schaue? Bald ruft mein Herr und Heiland mich, und er belohnt mich ewiglich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der Sünde schmachvoll Joch in meis nem Lauf auf Erden. Mit Freuden üb' ich meine Pflicht; Mel. O Ewigkeit, du xc. 694. meines Lebens boch fühl ich wohl, ich bin noch nicht, was ich dereinst soll wer ben; mich beuget täglich meine 6. Dieser Welt in Luft ges nießen möge nur die eitle Schaar, ein Tag zu des Hei lands Füßen ist mehr, als sonst tausend Jahr; zu des Herren rechter Hand ist mein außer wählter Stand! 7. Müht euch ab in nicht'gen Dingen; meine Seele sucht sie nicht. Ich will nach dem Himmel ringen; bort glänzt mir das ew'ge Licht, da find' ich des Glaubens Lohn, die ver heiß'ne Ehrenkron. 8. Ach, verleih' mir einst die Wonne, Herr, zur Rechten dir zu stehn; sey dort meine ew'ge Sonne, die mir nie kann untergebn. Ja, nimm, nach vollbrachtem Lauf, mich, Herr, zu dir hinauf. 2. Du haft dem sterblichen Geschlecht zur sel'gen Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Staube fehrt zurück der Staub, mein Geist wird nicht des Todes Raub; du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöfter bin, ift dieses Leibes Tod Gewinn. Rub, und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich 396 Seligkeit der Christen in diesem Leben. Schuld: doch weiß ich auch:| das meinen Geift erquict, hilft Gott trägt Geduld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du haft mich, Mitts ler, aus der Angst, in der ich lag, geriffen. Nur dir verdant ich meine Rub; denn meine Wunden heiltest du und stillteft mein Gewissen, und fall' ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. jedes Elend tragen; es lehrt mich wohl, daß ich einst foll mit dir, Herr Jesu, leben; wie sollt' ich nicht, o du mein Licht, mich hier schon dir ergeben? 7. Gelobt fey Gott! ich bin ein Chrift, und seine Gnad' und Wabrbeit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachse in der Heiligung, und spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dank sey dir, Vater, Dank und Ruhm, daß mich dein Evangelium lehrt glauben, hoffen, lieben. Was mir schon jetzt in dieser Zeit den Vorschmack giebt der Seligkeit; wie sollt ich das nicht üben? Erhalte 3. Die Welt soll nun mit ihrer Luft nicht länger in mir walten; ein Beff'res ist mir ja bewußt, daran will ich mich halten; es soll mein Sinn fich schwingen hin zu dir mit Freud' und Wonne; du bist mein Theil, mein ewig Heil und meiner Seelen Sonne. 4. Heil mir! durch dich bin ich befreit von Sorge, Angst und Schrecken; du läsfest deine Herrlichkeit mich schon bienieden schmecken; ich kann die Welt nun als ein Held im Glauben überwinden! Komm, Ewigkeit, ich bin bereit, das Eitle mag verschwinden! Mel. Wo ist der Schönste 2c. ftets mein Herz dabei, so preif' 696. Mennt immer, eitele ich ewig deine Treu'. Gemüther, die Mel. Was mein Gott will ic. Erde euer Baterland; ich habe Höheres erkannt, den Herrn und 695. Mein Gott, erschaffeine Himmelsgüter. D'rum seb fen hast du mich ich mich auf dieser Erden für zu deinem Freubenleben, das einen Gaft und Fremdling an weiß und glaub' ich feftiglich, und sehne mich erlöft zu werdas soll mein Herz erheben! den von dieser rauhen PilgerErweckt von dir, will ich schon bahn. bier nach solchem Leben trachten, und in der Zeit die Ewigkeit boch über Alles achten. 2. Hätt' ich die ganze Welt gewonnen, die Seele bliebe dennoch leer! Der Erde Sorgen drücken schwer, und ihre Luft ist bald zerronnen. D daß mich Gottes Engel trügen 2. Wenn Kreuz und Trüb fal mich hier drückt, will ich doch nicht verzagen; dein Wort, Seligkeit der Christen in diesem Leben. 397 bahin, wo du, mein Heiland,| ohne dich, vergöttert selbstge bist, wo Fried' und Freud' und fällig fich; o daß sie dich doch volles G'nügen der Deinen ew's fände! ges Erbtheil ist! 2. Jn dir nur ist die Seele 3. Dies Heimweh Gott ver- ftill; wer dich, o Gott, nicht bund'ner Herzen wächst mächsuchen will, kommt nie zum tig unter Kreuzes Last; hier wahren Frieden. Hat er der find' ich nirgends Rub' und Freuden noch so viel, und du, Raft; es drängen sich Gefahr und Schmerzen. Wenn sich die Trübfalsfluth ergießet, wird der beengten Brust so bang'; bis daß des Lebens Zeit verfließet, ruf' ich gar oft: ach, Herr, wie lang'! o Gott, bist nicht sein Ziel, bleibt er vom Heil geschieden. 3. Ein unaussprechlich Gut ist da geheimnißvoll dem Frommen nah, dem es die Seele füllet. Er hat es nun im Geist gesehn, bleibt voller Lieb' und Ehrfurcht stehn, beschämt und doch geftillet. 4. Doch sehn' ich mich nach deinem Himmel, mein Vater, mit Gelassenheit; ich harre still 4. Was in des Frommen der rechten Zeit, die mich er- Herzen lebt, was ihn zu sel'ger löft vom Weltgetümmel. Die Wonn' erhebt, wer kann es deutPrüfung, die du mir erwählet, lich nennen? Was ihm von ist meinem Herzen nie zu viel; oben kommt herab, wie Gott du bist's, der meine Tage zählet; fich ihm zu eigen gab, das kann ich sehe dir nicht Maaß noch der Stola nicht kennen. Biel, 5. In reinerm Licht geht er 5. Du, Herr, der über Tod einber, und fennet faum fich und Leben die unumschränkte selber mehr, er ist wie neu Herrschaft übt, wirst Jedem, geboren. Er übet Gutes, eb' der dich treulich liebt, die lang' er's denkt; der Trieb, der sonst ersehnte Freiheit geben. Feft, ihn abgelenkt, hat seine Kraft doch gelassen, will ich hoffen, verloren. bis endlich deine Stund' erscheint; sie kommt, ich seh' den Himmel offen, dort bin ich ganz mit dir bereint. 6. Vor nichts ift seinem Herzen bang', er übet Alles ohne wang, Berläugnen, Leiden, Beten. Wie leicht und lieblich ist ihm nun! Er kann aus Liebe Alles thun, was Andre niemals thäten. 7. Der Sturm der Leidenschaften schweigt, der harte Sinn ist ganz erweicht, und so das Herz genesen, und nirgend in der Seele Zwift, tein Mel Rommt ber zu mir zc. 697. Gott, dich kennt die Welt nicht recht; ihr stolzer Sinn wähnt fich gerecht, fie täuscht sich bis an's Ende, will beilig leben 398 Seligkeit der Christen in diesem Beben. Widerspruch und keine Lift,| Herrn zum Opfer bringen, das wahr ist sein ganzes Wesen. ist der Christen Lebenslauf. 8. Dies hatt' ich außer Gott gesucht: nun hab' ich's, als des Glaubens Frucht, und laß es niemals wieder. O Gott, von dem ich mich gewandt, den leis der ich erst spät erkannt, komm', sent dich in mich nieder. 9. Dann ruht, o Gott, in dir mein Geift, der nicht mehr in der Jrre treift, wie in ber lor'nen Jahren. Du, Gott, ge nügeft mir allein, bei dir will ich auf ewig seyn und deine Lieb' erfahren. Mel. Nun ruhen alle ic. 698.felig Loos bienie den, wenn still in Gottes Frieden die Seele ficher rubt! Dem Glaubenstampf zum Lohne, schmückt diese Sieger frone schon hier der Jünger feften Muth. 2. Dann fühlt an Gottes Herzen, befreit von Sorg' und Schmerzen das Herz ein reines Glück; ihm ist das ew'ge Leben in dieser Ruh gegeben, es fehrt nicht mehr zur Welt zu rück. 5. Sie gebn, mit allen Kräf ten in des Berufs Geschäften sich Gottes Ruhm zu weihn, und dabei unverrücklich ohne Störung glücklich im Umgang mit dem Herrn zu seyn. und 6. D wär' es ganz das meine, dies außerforne reine, dies fries densvolle Loos! Weg, Welt, mit deiner Fülle! Mein Thun sey Gottes Wille, mein Ruheplay sein Vaterschooß. In eigener Melodie. 699. Ursprung des Lebens, o ewiges Licht, wo Niemand vergebens sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, die lauter und belle in reichlicher Fülle vom Himmel her fließt, und sich in die gläubigen Seelen ergießt. 2. Du sprichst: wer begehret zu schmecken schon hier, was ewiglich nähret, der fomme zu mir. Sebt, himmlische Gaben, die träftiglich laben: o tretet im Glauben zur Quelle heran, hier ist, was euch ewig bese ligen kann. 3. Mein Hirt und mein Hüs ter, ich komme zu dir, gewähre die Güter des Heiles auch mir. Du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen; du fiehest, wie elend und dürftig ich bin, d'rum gieb deine Gaben aus Gnaden mir hin. 4. O Brunnquell, du labeft Geift, Seele und Muth, und 3. Was andre Seelen naget, mit Furcht und Hoffnung plaget, stört nicht des Jün gers Rub. Was Chrifti Zeis chen tråget, was für sein Reich fich reget, dem lenkt sich seine Neigung zu. 4. So wirkt der lautre Wille, und brennt in heitrer Stille; nie flammt er stürmisch auf! Sich gern in allen Dingen dem wen du begabest, hat himmli Seligkeit der Chriften in diesem Leben. 399 sches Gut. Dies recht zu ge- unaussprechlich ist ihr Heil: nießen, fann Alles versüßen; Gottes eingebor'ner Sohn ist es finget, es jauchzet das fröbs liche Herz, es weiß nichts bon Rummer und nagendem Schmerz. ihr Schild und großer Lohn! 5. D'rum wolleft du geben dem sehnenden Geist, was die net jum Leben und du nur verleibst. Gieb heilige Triebe, in's Meer deiner Liebe zu sen fen den frommen und gläubis gen Sinn, und ziehe mich gånzlich zum Himmlischen hin. 6. Und trifft mich auch Leis den, Verfolgung und Bein, so laß mich mit Freuden gebor sam dir seyn; denn alle die, welche mittrinken vom Kelche, den du haft getrunken im Leis den allhier, die werden dort ewig fich freuen mit dir. 7. D gieb, daß ich werde einst droben erquickt, wo feine Beschwerde die Deinen mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo liebliche Stille, wo seliger Friede, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. 700. Mel. Nun komm' der Seiden sc. wer nennt die Seligkeit, deren fich die Seele freut, die treu liebet Jefum Chrift und in ihm vergnüget ift? 2. Alles, was der Welt ge fällt, Ebre, Wollust, Gut und Geld, giebet fie mit Freus den bin, Jesus bleibet ihr Gewinn. 3. Sie befißt das beste Theil, 4. Bricht Gefahr und Noth berein, wird sie dennoch fröh lich seyn; er, den sie im Her zen hat, weiß in allen Dingen Rath. 5. Wandert fie im finstern Thal, nab' ist Jesus überall; er läßt sie im Dunkel nicht, er ist stets ihr belles Licht. 6. Wenn sie alle Welt verläßt, hält sie doch am Glauben feft, bis ihr allerbester Freund ihr zu Hülf' und Troft erscheint. 7. Würde auch ihr Glaube schwach, läßt sie doch im Flebn nicht nach; Jesus sendet seinen Geift, der dem Kleinmuth fie entreißt. 8. O der großen Seligkeit! Jesus stillet alles Leid, er er quicket bis an's Grab, trocknet alle Thránen ab! Mel. 2ch wie nichtig, ach wie z. 701. wie wichtig und wie richtig ist der Christen Leben! Frei von Unrub' und von Sorgen bleibt es heute, so wie morgen, denn es ist in Gott verborgen. 2. O wie wichtig, wenn gleich flüchtig, find der Christen Tage! Wer sich durch die Zeit gerungen, und zum Ew'gen aufgeschwungen, dem ist jeder Tag gelungen. Unbergänglich, über. schwänglich ist der Christen Freude! Freude, die in Gott gegründet, die den Geist mit 400 Seligkeit der Christen in diesem Leben. ihm verbindet, Freude, die kein| zu deiner Lehrer Füßen so viel Ende findet. Jünger thöricht macht! Mir soll Jesu Kreuz und Pein meine böchste Weisheit seyn; und der Drt, da ich mich übe, ist die Schule seiner Liebe. 4. Nie erliegend, immer sie gend ist der Christen Stärke! Weil Gott selbst in ihnen streis tet, sie zum Kämpfen recht be reitet, herrlich sie zum Siege leitet. 2. Brüstet euch, ihr stolzen Geifter, mit dem Beifall dieser 5. Unverderblich nimmer Welt, mit der Schaar, die um sterblich ist der Chriften Ehre! euch Meister voll Bewund'rung Drückt die Schmach der Welt fich gestellt! Denk ich meines fie nieder, Gottes Huld erhöht Heilands Schmach, seinem Tod' sie wieder: sie sind Chrifti am Kreuze nach: was ist dann Freund' und Brüder. der Ruhm der Weisen, die der 6. Ohne Wanken, sonder Erde Kinder preisen? Schwanken ist der Christen Wissen! Weil ihr Wissen und 3. Mögt ihr, Thoren, imihr Denten sie allein auf Ebrimer trachten nach dem Troft ftum lenken, um in Gott sich der Eitelkeit, und nur nach den zu bersenken. die euch 7. O wie g'nügend, nim- dieſe Erde beut: ich hab' ein mer trügend sind der Christen viel beff'res Theil in des KreuSchape! Was die wahren des reichem Heil; wenn ich dies Chriften haben, find die un erlangen werde, rühret mich sichtbaren Gaben, wornach feine fein Glück der Erde. Diebe graben. 4. Komm', o fomm', aus 8. Dwie wichtig und wie Gott geboren, Lehrer, unters richtig ist der Christen Herr- richte mich! Komm', ich öffne schen! Hier ist Demuth ibre Herz und Ohren, weise werd' Krone, dort erlangen sie zum Lohne ew'ge Herrschaft mit dem Sohne. 9. Mach mich tüchtig, daß ich richtig, Herr, den Lauf vollende. Laß mich machen, beten, ringen, muthig hin zum Ziele dringen; gieb zum Wollen das Vollbringen. ich nur durch dich! Deines Kreuzes Wissenschaft, deiner Lehren hobe Kraft bilden mich zu jenem Leben, das du willst den Deinen geben. 5. Práge, Jeſu, meiner Seele diese höchste Weisheit ein, mich zu ftrafen, wenn ich feble, mich zu trösten in der Pein. Bei des nahen Todes Schmerz stärke fie das bange Herz, flöße in den letzten Stun eitles Wissen, den Balsam mir in meine deiner hohen Worte Pracht, die Wunden! Mel Freu' dich sehr, o meine 2c. 702. Rühme, Welt, dein Seligkeit der Christen in diesem Leben. 401 Mel. Seele, was ist Schöner's 2c. Geift bringt Ruh'. Gieb im 703. Tube ist das beste Glauben Herz und Sinn Got tes Geist zu eigen hin. Gott Gut, das uns laben kann; Stille und ein ist die Nub'! guter Muth steigen himmelan. 7. Ruhe zeigt sich allermeift, Die suche du! hier ist keine wo Gehorsam blüht. Ein in wahre Ruh', wende dich dem Gott ergeb'ner Geist macht ein Himmel zu. Gott ist die ftill Gemüth, wirkt Seelenruh'. Ruh'! Selig ist, der also liebt, daß er Gottes Willen übt. Gott ist die Nub'! 2. Ruhe suchet Jedermann, allermeist ein Christ. Dent auch du, mein Herz, daran, wo du immer bist. O suche Rub'! in dir selber wohnt fie nicht; fuch' mit Fleiß, was dir gebricht. Gott ist die Ruh'! 3. Rube giebet nicht Welt, ihre Freud' und Pracht. Nicht giebt Ruhe Gut und Geld, Lust und Gunst und Macht. D'rum fiebe zu! Wer aus Gott geboren ist, sieht auf das, was droben ist; Gott ift die Rub'! die 4. Rube geben kann allein Jefus, Gottes Sohn, der uns Alle ladet ein vor des Himmels Thron, zur wahren Ruh'. Wer den Ruf vernommen hat, gebe ein zur Gottesstadt. Gott ist die Rub'! 8. Ruhe hat, wer willig trägt Chrifti fanftes Joch; alle Laft, die er auflegt, ist ja lieblich doch und schaffet Rub'. Trage still die Laft des Herrn, Gottes Hülf' ist dir nicht fern. Gott ist die Ruh'! 9. Nun, so suche Rub', mein Herz; Rub' sey dein Gewinn; auf und steige himmelwärts, auf zu Jesu hin. Er ist die Rub'. In der Zeit ist keine Ruh', wende dich dem Ew'gen zu. Gott ist die Nuh'! Mel. Lobe den Herren, den ic. 704.eele, wohlauf! des Unendlichen Gnade zu loben, die dich zur Würde des ewigen Lebens erhoben! und er- Herrlich und groß ist schon wie es hienieden dein Loos, größer und herrlicher droben. 5. Ruhe beut er williglich den Mühsel'gen an; quicken wird er dich, Niemand kann. D'rum komm' herzu. Trägst du gleich der Leiden viel, Gott setzt allem Leid ein Ziel. Gott ist die Ruh'! 2. Preis der erbarmenden Huld, die mit heiligem Munde dich, die Verlorne, berief zu dem göttlichen Bunde! Alles bergebt, diese Gemeinschaft besteht ewig auf ewigem Grunde. 6. Ruhe kommt aus Glau ben her, der nur Jefum bált. Jefuß machet leicht, was schwer, 3. Rannst du bienieden der richtet auf, was fällt. Sein Hoffnungen Ende nicht sehen, 26 402 Seligkeit der Christen in diesem Leben. dennoch umleuchten dich Strah-| melsbürger Orden, zum Eigen len aus himmlischen Höhen, daß thum des Herrn getauft. Der du mit Muth wähleft für flüch. Geift, der mir zum Pfand getiges Gut Schätze, die nimmer schentet, macht meinen Geist vergehen. gewiß und fest, daß auch bei 4. Freue dich, Seele! um Allem, was mich frånfet, mein dieses gebrechliche Leben darfft Glaube mich nicht zweifeln läßt. du auch wandelnd im finsteren 4. Nur Eins bekümmert Thale nicht beben! Ewiges meine Seele und macht das Seyn will in der Sel'gen Ver- Herz mir sorgenvoll, ob mir ein dir der Verherrlicher geben. das Ehrenkleid nicht fehle, wenn 5. Freut euch, ihr Erben des ich sein Mahl dort schmecken Himmels, in heiliger Feier! soll. Ich weiß, vor meines diese Verheißung, fie hebt den Königs Augen gilt nur ein reiverhüllenden Schleier. Welch ner, freier Geift; vor ihm kann Paradies, das er den Treuen nur das Herze taugen, das sich berhieß! Schauet, dies Alles der Erde ganz entreißt. ift euer! 5. Ein Glaube der nur ihn erwählet und still in seiner Liebe rubt, zu beißer Liebe uns beseelet, bie seinen Willen treulich thut; der ihn bis an das Kreuz begleitet und achtet nicht die Schmach der Welt, für werden, in Eile wall' ich durch Gottes Ehre muthig streitet: die Zeit. Die Heimath such' das ist der Schmuck, der ihm ich in der Höhe, wo mein ge- gefällt. liebter Vater wohnt, und wo ich meinen Bruder sehe, der zu der Rechten Gottes thront. 6. Nur du, mein Heiland, kannst es wissen, wie viel mir Mein noch bieran gebricht. 2. Bald find die wen'gen Auge schwebt in Finsternissen, Trauerstunden bei Hoffnung und mich selber kenn' ich Armer nicht. Geduld entflohn; bald hab' ich Doch ist ein inniges Verlangen völlig überwunden, die frob'fte in mir durch deinen Geift er Stunde nahet schon; aus dieses regt, dir ganz und einzig an Lebens engen Grenzen schwingt zuhangen mit Allem, was mein enn mein Geift sich himmelan, Her sich nicht habe, kannſt dann bewegt. 7. Was und dort, wo Luft und Wonne glänzen, wird ihm die Pforte aufgethan. bin, du geben, was ich nicht bas bist du mir. Nimm bin 3. Jch bin dazu geschaffen mein Herz, es zu beleben, ich worden, bazu durch Chrifti überlaff' es gänzlich bir. Gieb Blut erkauft und zu der Him- mir den Glauben und die Mel. Wie groß ist des x. o bin ich nun fein Kind der Erden, fein Bürger dieser Eitelkeit; hier soll mir keine Wohnstatt 705. Seligkeit der Christen in diesem Leben. 403 Liebe und bilde mich nach dei-| er hebt und träget, bis man nem Bild; erfülle mich mit heil' gem Triebe, zu leiden, wo du's haben willt. uns in das Grab zur Ruhe les get. Mag da der Reib vergebn im Schooß der Erden, uns bleibt die Hoffnung stehn, ihm gleich zu werden. 8. Hier reich' ich schwörend beide Hände und sage dir auf's Neue zu: Ich liebe dich bis an mein Ende, du, meiner See len wahre Ruh'. Ich liebe dich nicht nur in Freuden, wenn du erquickest meinen Geist, ich liebe dich auch unter Leiden, und wenn dein Ruf mich sterben heißt. 4. D'rum ist der Herr mein Theil, spricht meine Seele, dem ich mein ganzes Heil allein empfehle. Kann er mein Troft und Licht auf ewig werden, nach Himmel frag' ich nicht, nicht nach der Erden. 9. So tomm' ich dir geschmückt entgegen, du nabft er barmend dich zu mir; du kröneft mich mit ew'gem Segen und öffneft mir des Himmels Thur. Wann werd' ich dich, mein Heil, umfangen? und wann, ach wann verklärst du mich? O laß mich bald dahin gelangen, dann lob' und lieb' ich ewig dich! Mel. Es traure, wer da will ic. o 706. lang es Gott gefällt, daß seine Kinder noch wallen auf der Welt, find fie auch Sünder. Allein ihr Mittler ist voll Heil und Gnaden und sorget, daß fein Christ je nehme Schaden. 2. Er will barmherzig seyn, ist sehr geduldig, fiebst du dein Unrecht ein und giebst dich schuldig. Der Troft bleibt dir nicht fern, daß deine Sünden durch das Verdienst des Herrn Vergebung finden. 3. Er trodnet Thränen ab, Mel erzlich thut mich 2. 707. Por seinen Augen leben, ist wahre Seligkeit; fich ihm zu eigen geben ist, was allein erfreut. Nichts können und nichts wis sen, nichts wollen und nichts thun, als Jesu folgen müssen: das heißt in Frieden ruhn. 2. Der Chrift steht aus dem Schlafe in Chrifti Freundschaft auf und fürchtet teine Strafe im ganzen Tageslauf. Und ist der Tag vollendet, so legt er sich zur Ruh', von Christo unverwendet thun fich die Sinnen zu. 3. So geht er fest und stille dahin bei Tag und Nacht; auf Jesum ist sein Wille, nicht auf die Welt bedacht. Er hört und fiebt und füblet, bört, sieht und fühlt doch nicht, und weiß, vom Schmerz durchwühlet, faum, daß ihm Web' geschicht. 4. Gewiß, wer erst die Sünde getilgt durch Christi Blut und gleich dem frommen Kinde auf ihn lenkt Sinn und Muth, 26 404 Seligkeit der Christen in diesem Leben. Mel. Wachet auf, ruft uns 2. 708. Mas bewegt mich kann auch gottselig handeln und 4. Meinen Jesum werd' ich kann bald anders nicht. Herr sehen, und froh zu seiner Rech Jesu, lehr' uns wandeln in dei- ten stehen, in vollem Glanz und ner Augen Licht. hellem Licht. Mir wird nicht mehr knechtisch grauen, Gott, meinen Heiland, werd ich schauen von Angesicht zu Anwohl, zu trauern? geficht. Bei aller Traurigkeit mein Leiden wird nicht ewig führt zur Zufriedenheit dieſe dauern, es währt nur einen Hoffnung, die er, mein Hort, Augenblick. Schwing' dich auf mir fort und fort verheißt in zu jener Freude, o Seele, die seinem wahren Wort. du trågest Leide, laß hinter dir die Welt zurück. Wer keine Hoffnung hat, der wird vom Seufzen matt und erlieget; nur wer ein Christ von Herzen ist, hat Freudigkeit zu jeder Frist. 2. Zwar bekümmert mich die Sünde, die ich an mir und Andern finde, so lang' ich leb' in dieser Welt; diese will ich stets beklagen, doch nicht in meinem Schmerz verzagen, da mein Vertrauen Jesum hält; durch mel. Herzliebster Jesu, was ic. seinen Kreuzestod bin ich vers 709. Mas murren über Elend Adam's Erben? die eig'ne Sünde nur ist ihr Verderben; sie jagen nach der Thorheit eitlen Freuden, und finden Leiden. 2. Ach, wären wir vom Jüngling bis zum Greise gehorsam Gottes Willen, fromm und weise, wie glücklich würden wir schon hier auf Erden, wie selig werden! wie wohl ist mir, wenn ich allhier in diesem Glauben traue dir! 5. Nun kann mich kein Tod mehr schrecken; im Glauben kann ich hier schon schmecken die Kräfte der zukünft'gen Welt. Ich bin schon in Hoffnung selig, mein Glaube macht mich all'zeit fröhlich, weil er das Unsichtbare hält. Getroft ist stets mein Muth, zuletzt wird Alles gut, wenn wir glauben; wer glaubt, behält durch dich das Feld, o Jesu, und besiegt die Welt. 3. Meine Schuld ist mir vergeben, ich habe Theil an jenem Leben, das weiß und glaub' ich feftiglich! Lob fet Gott! der nicht gedenket der Sünden, die mein Herz gefränket, und sich erbarmet über mich. Was kann der Feind mir thun? Ich bin und heiße nun Kind und Erbe; durch Gottes Sohn besit' ich schon in Hoffnung jene Ebrenfron'. 3. Unzählbar sind der ew'gen Liebe Gaben, die gern mit reinen Freuden uns will laben; von allen Seiten strömt uns Heil und Segen reichlich entgegen. Seligkeit der Christen in diesem Leben. 405 höhern Frieden. 4. Die Sünde konnt allein| schmeckt auch in der Noth den dies Glück zerrütten, sie stürzet Thronen und verwüstet Hüt ten, trübt jeden Segensquell, droht jedem Tage mit neuer Plage. 3. Wer Jesum bei sich bat und seine Gaben, der mag mit ihrer Luft die Welt nicht haben. Wer reich in Chrifto ist, bat g'nug auf Erden, und fann in Ewigkeit nicht reicher werden. 5. Nie kann der Sünder froh gen Himmel schauen, an Gott nicht denken ohne Furcht und Grauen, vor Tod und Grab und vor dem künft'gen leben muß er erbeben. 4. Wer Jesum bei sich hat, kann rubig wallen; er zeigt den Himmelsweg den Seinen allen. Wer ihm getreulich folgt, wird niemals gleiten, denn ihm steht immerdar der Herr zur Seiten. 5. Wer Jesum bei sich hat, darf nicht erschrecken, wenn ihm der Sünden Schuld will Angst erwecken. Wer Jefum bei sich hat, wird nicht verderben; wer Jesum bei sich hat, wird selig sterben. 6. Sey uns von Allen, treuer Gott, gepriesen, daß du uns bast den Weg zum Heil gewiesen und Kraft verleihen willst, die Macht der Sünden zu über winden. 7. Heil uns, dein Sohn erschien, uns zu erlösen, und zu befrein vom schweren Joch des Bösen; sein Geist macht uns aus schuldbelad'nen Sündern zu Gottes Kindern. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 711. ie groß ist deine 8. Laß uns dir immer mehr Herrlichkeit, schon geheiligt werden, dann sind die hier, o Chrift, in dieser Zeit Deinen wir schon auf der Erden und scheiden einst im gläubigen Vertrauen, dich dort zu schauen. und noch vielmehr dort oben. Von Allem, was die Welt dir zeigt, ist nichts, was dieser Würde gleicht, zu der du bist erhoben! Christus Jesus falbt die Seelen, die ihn wählen, und in seines Geistes Gaben. Mel. Es traure, wer da will ic. 710. Mer Jefum bei sich stehen, und wird im Unglücksmeer nicht untergehen. Wenn ihn der Herr beschüßt, was kann ihm schaden? Er wandelt überall auf eb'nen Pfaden. 2. Wer Jesum bei sich hat, der hat den Himmel, und ihn vergnüget nicht das Weltgetümmel; er nimmt geduldig an, was Gott beschieden, und 2. Theilhaftig göttlichen Ge schlechts erfreust du dich des bohen Rechts, dich Gottes Kind zu nennen. Sieh', welche Ehre, welchen Rubm giebt dir der Herr zum Eigentum; mag es die Welt verkennen! Mag sie auch hie stolz sich bläben, dich verschmähen, ja dich 406 Seligkeit der Christen in diesem Leben. haffen, deinen Ruhm muß fie| kommen, Gott zu seben, wenn dir laffen. er dich läßt aufersteben. 3. Ein König, Priester und 7. O Chrift, in welchen boPropbet, der vor des Höchsten ben Stand setzt dich des HöchThrone steht, wirst du von sten Gnadenband! Bedenke deine Gott gelebret! Du wirst begabt Würde! Fühl' deine Hobeit jemit hoher Macht, daß herrlich derzeit, in aller deiner Niedrigwerde hier vollbracht, was Got- keit, und trag' auch ihre Bürde! tes Rubm vermehret. Klarheit, Lebe, strebe, daß dein Adel ohne Wahrheit wird gegeben dei- Tadel immer bleibe; darum nem Leben durch den Glauben, liebe, hoff' und gläube. und ihn kann kein Feind dir rauben. Mel. Allein Gott in der öb' ic. 712. ie groß, wie herr lich ist mein Glück schon hier im Prüfungsleben! Ich darf den frohen Kindesblick, mein Gott, zu dir erbeben. Bin ich gleich Staub, o Herr, vor dir, doch schenkst du deinen Frieden mir. O Him 4. Du bist mit Jefu feft vereint; der Herr ist auch dein treu'ster Freund, deß Liebe dich erquicket. Er hat dir seines Geistes Pfand von seinem Thron herabgesandt, und dir in's Herz gedrücket. Eilst du ihm zu, so wird Frieden dir beschieden; dein Verlangen bleibe stets, mel auf der Erde! ihm anzuhangen. 2. Wer bin ich ermfter, 5. Durch ihn stehst du mit daß du mein auf deinem Thron Gott im Bund; er wählet dei- gedenkest, und mir die Macht, nes Herzens Grund, darin er bein Kind zu seyn, durch JeWohnung machet. Er hat, zu sum Chriftum schenkeft? Wie seines Namens Rubm, dich fühlt mein Wesen sich gestärkt! auserwählt zum Eigenthum, dir blieb auch ich nicht unbe darüber er stets wachet. Gott merkt, und ward dein Kind, pflegt, Gott trägt in den Ar- dein Erbe. men voll Erbarmen dich Geringen, daß kein Leid dich kann bezwingen. 6. Nie machet eines Men schen Mund die hohe Ehr' und Würde fund, die dich schon ziert auf Erden; weit weniger ist offenbar, was einst die Zufunft machet flar, daß du ihm gleich wirft werden. Ewig felig mit den Frommen wirst du 3. Du haft aus tiefer Seelennoth mich, gnädig aufgenom men; nun darf ich frei, auf dein Gebot, zu dir, mein Va ter, kommen. Ich fleb' in Kindeszuversicht, und du verschmábst das Fleben nicht, und thust noch über Fleben. 4. Was ist der Erde Laft und Gram? Was sind nun alle Leiden, seit sie mein Bruder Seligkeit der Chriften in diesem Leben. 407 auf sich nahm, und gab mir muß ja volle G'nüge werden, Himmelsfreuden? Das Herz der in dir findet Ruh' und Luft. berschmachtet mir nicht mehr, denn überall und rund umber fließt Thau des Friedens Got tes. 2. Die Welt mag fich mir feindlich zeigen; es sey also, ich acht es nicht. Will sie sich freundlich zu mir neigen, ich flieb' ihr trügend Angesicht. In dir vergnügt sich meine Seele; du bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Auch in den stärksten Trübfalswellen fann deine Treu' mich sicher stellen, die mir den festen Anker reicht. 5. Ich steh' im Glanz des Gnadenthrons, froh wie der Engel einer. Vergäß' ein Mutterherz des Sohns, sein Herz vergißt nicht meiner. Er leitet mich mit milder Hand so zart am unsichtbaren Band, als führt' er nur mich Einen. 6. Ja, Gutes und Barmherzigkeit läßt er mich hier empfangen. Mein Herz darf schon in dieser Zeit am Vaterherzen bangen. Mit dem begnadigten Geschlecht genieß' ich hier schon Kindesrecht, bis ich's dort voll genieße. 7. Dort in der Auserwählten Kreis, die Gottes Thron umrin gen, will ich mit höhern Kräften Preis dem Gott der Liebe fingen, der solch ein Heil an mir vollbracht, und ihn für seine Lieb' und macht anbetend ewig rühmen. 3. Will mich die Laft der Sünden drücken, blitzt auf mich des Gesetzes Web: nur du fannst mich dem Fluch ent rücken, d'rum schau' ich gläubig in die Höh. Ich fliehe, Herr, zu deinen Wunden, da hab' ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchftrahl treffen fann. Tritt Alles wider mich zusammen: du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Lenfft du durch Wüsten meine Reise, ich folg' und lehne mich auf dich; du giebst mir aus den Wolken Speise, und tränkeft aus den Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb' und Segen; genug, wenn ich dich bei mir hab'! Ich weiß, wen du willst herrlich zieren, und über Sonn' und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. In eigener Melodie. 713. ie wohl ist mir, o Freund der Seele, wenn ich in deiner Liebe rub'! Ich steig aus dunkler Schwermuthshöhle, und eile deinen Armen zu. Dann muß die Nacht des Trauerns schei den, wenn mit der Fülle hoher Freuden die Liebe strahlt aus deiner Bruft. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; dem mit frohem Muth; denn du, 5. Der Tod mag Andern büfter scheinen, ich seh' ihn an 408 Seligkeit der Christen in diesem Leben. im mein Leben, basseft feinen, deß 5. Wie fest und stark ist int Herz und Seele in dir ruht. Wie kann des Weges Ziel mich schrecken, da aus der Nacht, die mich wird decken, ich eingeb' in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich denn mit Freuden aus dieser finstern Wildniß scheiden zur sel'gen Rub' der Ewigkeit. Gebete, wie findlich seine Zuver sicht! Er weiß, Gott hört an jeder Stätte und giebt ihm gern, was ihm gebricht; ja immer mehr, als er begehrt, wird ihm von oben her gewährt. Mel. O daß ich tausend ic. 6. Und immer lenkt zu seinem Heile, was auch geschieht, des Baters Huld; auch wenn er fällt, wird ihm zu Theile mehr als Verzeihung und Geduld. Der Geist hilft seiner Schwach heit auf, und fördert weiter seinen Lauf. 714. Mohl dem, der aus dem Geist geboren ein neues Herz von Gott empfängt, und ihm zum 7. So wandelt er auf GotEigenthum erkoren, sich ganz tes Wegen, und freuet seiner zu seinen Wegen lenft! Wer Gnade sich; was er beginnt, Chrifto folgt, ihm gleich gegeräth zum Segen, er liebt den finnt, ist selig auch als Gottes Nächsten brüderlich. Mag dann Kind. die Welt ihn immer schmähn, vor Gott wird er dereinst bestehn. 2. Der Sünde Finsterniß entrissen, und frei von ihrer Slaberei, ist er beruhigt im 8. Versichert, daß er selig Gewissen, vom Fluche des Ge- werde, ist er vergnügt bei jedem fetes frei. Mit Gott auf's Innigste vereint, sieht er im Vater auch den Freund. Loos, entbehret gern die Lust der Erde, und fühlt im Herrn sich reich und groß. Was eitlen Herzen wohl gefällt, darauf ist nie sein Wunsch gestellt. 3. Er fann mit Zuversicht verlangen, was Gottes Sohn uns schon erwarb; er wird, was er bedarf, empfangen, weil Jefuß ihm zum Heile starb: Licht aus der Höh' und Muth und Kraft zum Kampf in seiner Pil gerschaft. 4. Gott schenkt zu jedem guten Werke ihm seinen Geist der Heiligung, zu jedem Siege neue Stärfe, im Leiden Trost und Linderung; ja schon in dieser Prüfungszeif den Vorschmack jener Herrlichkeit. 9. Sieht er den Tod von ferne kommen, er freut sich, daß die Stund' erscheint; ihm wird die Bürde abgenommen, und der sie löset, ist sein Freund. Wenn Gott ihn nicht zurüc mehr bält, schwingt er sich gern zur beffern Welt. 10. Wie felig, wer aus Gott geboren ein neues Herz von ihm empfängt, und ihm zum Eigenthum erforen, sich ganz zu seinen Wegen lenkt. Wie ru Seligkeit der Chriften in diesem Leben. 409 Früchten reich, dessen Zweige fich verbreiten an des flaren Baches Seiten. Mel. Werde munter, mein 2c. 3. Also wird gedeihn und 715. Mohl bem Men grünen, wer in Gottes Wort schen, der nicht sich übt; Luft und Sonne muß wandelt in der Gottvergeff' nen ihm dienen, bis er reife Früchte Rath! Wohl dem, der nicht giebt. Werden seine Blätter unrecht handelt, noch tritt auf alt, bleiben sie doch wohlgeder Sünder Pfad; der der staltt; Gott giebt Glück zu feiSpötter Freundschaft fleucht nen Thaten, Alles muß ihm und aus ihrer Mitte weicht; wohl gerathen. der von Herzen liebt und ehret, was uns Gott vom Himmel lehret. 2. Wohl dem, der mit Luft und Freude das Gesetz des Höchften treibt; welcher, wie auf füßer Weide, stets in Got tes Worte bleibt. Er ist einem Baume gleich, der an edlen big, ja wie selig ist im Leben und im Tod ein Chrift! XXV. Vom Tode. 4. Aber wen die Sünd' erfreuet, dessen Glück kann nicht bestehn, wie die Spreu vom Wind zerstreuet, wird er plötzlich untergehn. Kommt der Herr und hält Gericht, so entrinnt der Sünder nicht, und es werden nur die Frommen in sein Reich dort aufgenommen. Mel. 3ion klagt mit ic. 716. Herr! lebre mich bedenken, als der Sünde Erben, bleibt der Sünden Sold: sie sterben. 3. Wenn wir faum geboren werden, ist vom ersten Lebenstritt bis in's füble Grab der Erden nur ein kurz gemess'ner Schritt; ach mit jedem Stun denschlag nähert sich der legte Tag, und in jedem Lebensjahre sind wir Alle reif zur Babre. 2. Endlich muß ein Licht ver- 4. Predigen nicht meine liebrennen; endlich läuft die Sand- der täglich von der Sterblich uhr ab. Also muß auch ich be- feit? Leg' ich mich zur Ruhe kennen: Staub vom Staube nieder, seh' ich mich im Leichenfinkt in's Grab! Feft besteht fleid. Ja, der Schlaf stellt treu der ew'ge Schluß, daß, was und wahr mir des Todes Abbild lebet, sterben muß. Menschen, dar, und das Bette will mir endlich sterben muß: oft laß meinen Sinn fb lenken auf des Lebens ernsten Schluß. Stell' ibn meinen Augen für und erwecke die Begier, mich nach deinem Wort in Zeiten auf den Abschied zu bereiten. Vom Tode. 410 fagen: so wirst du in's Grab getragen. wir trauern und find stille, gut ist dein Wille! 5. Ach wer weiß, in welcher 5. Er gab den Geift in fei Stunde uns die letzte Stimme nes Mittlers Hände, im Glauweckt; denn Gott hat die dunkle ben selig sey auch unser Ende; Kunde feinem Menschen noch du wolleft, Herr! mit ihm und entdeckt. Wer sein Haus hat mit den Deinen uns dort verwohl bestellt, geht getroft aus einen. dieser Welt. Aber Sicherheit im Leben kann nur Furcht im Tode geben. Mel. Nun laßt uns den Leib x. 718. Gemeine. Begrabt 6. D'rum auch in gefunden den Leib in seine Jabren will ich niemals ficher Gruft, bis ihn des Richters seyn, will die Beff'rung nicht Stimme ruft! Wir fäen ihn, bersparen, bis die Schwachheit bricht herein. Täglich will ich Buße thun und dann froh im Glauben ruhn, daß der Tod mich frei von Sünde und mit dir verföhnet finde. einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Eine Stimme. Senkt mein verwesliches Gebein, o ihr noch Sterblichen, nur ein! Es bleibt im dunkeln Grabe nicht, mein Jesus kommt und hält Gericht. Mel. Herzliebster Jesu zc. 717. m Grabe stehen 3. Die Gemeine. Der wir und opfern Leib, nur ein belebter Staub, Thränen, wir schauen in die muß werden der Verwesung Gruft mit bangem Sehnen, da Raub. Er ruht und schläft, bu, o Vater, einen deiner From- bis er erwacht an jenem Tag men von uns genommen. aus Todesnacht. 2. Er liebte dich und strebte, deinen Willen als Jesu Jünger treulich zu erfüllen; gottselig war und deinem Rath ergeben sein ganzes Leben. 3. Mit ihm ist uns ein Freund in's Grab getragen; sein treues Herz wird nicht mehr für uns schlagen, nun fann fein Rath, deß wir uns sonst erfreuten, uns nicht mehr leiten. 4. Eine Stimme. Mag die Verwesung dich zerstreun, du bald zerfallendes Gebein; gezählt ift, wie des Hauptes Haar, mein Staub! Gott weckt mich wunderbar. 5. Die Gemeine. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie befreit von aller Noth, und sie von ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöfet bat. 4. Nimm Preis und Dank, daß du in diesem Leben zum Segen den Entschlaf'nen uns gegeben; du nahmst ihn uns, die der Mittler litt und starb, 6. Eine Stimme. Der Allbarmherz'ge gehet nicht mit den Erlöften in's Gericht, für Vom Tobe. und ihnen Gnad' und Heil erwarb. In eigener Melodie. 7. Die Gemeine. Du 719. Cbriftus, ber ift mein Leben und Sterben wandelteft im finstern Thal mein Gewinn. Jhm will ich und litteft hier viel Schmerz mich ergeben, in Frieden fahr' und Qual; du trugeft deines ich bin. Heilands Joch, nun bist du todt und lebeft doch. 8. Eine Stimme. Bei 411 euch hat Trübfal mich gedrückt, dort bei ihm zu seyn. mun hat mich Gottes Rub' er- 3. Nun hab' ich überwunden quickt. Im finstern Thale wan- Kreuz, Leiden, Angst und Noth, delt' ich, doch führte Gottes durch seine heil'gen Wunden bin Rechte mich. ich verföhnt mit Gott. 10. Eine Stimme. Ich trug sein Joch bis an mein Grab, nun trocknet er die Thränen ab. Was sind die Leiden jener Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 2. Jch eile gern von hinnen zu ihm, dem Bruder mein, den Himmel zu gewinnen und 9. Die Gemeine. Er litt Diel mehr, der uns bersöhnt 4. Wenn mir die Augen brechen, der Athem ftockt im Lauf, und seine Sieger herrlich frönt. der Mund nicht mehr fann Dew'ger Lohn für furze Pein, sprechen: Herr, nimm mein dann wird's wie Träumenden Seufzen auf; uns sehn! 11. Die Gemeine. Nun, du Erlöster! schlaf' in Ruh'! wir gehen unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit Freud' und Bittern uns bereit. 5. Wenn mir Sinn und Ge danken vergeben wie ein Licht, das hin und her muß wanken, weil Nahrung ihm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und ftille, wenn kommt mein Stündelein und es gebeut dein Wille, laß, Herr, mich schlafen ein. 7. Dann woll'st du bei mir bleiben, wenn's Abend worden ist, und alle Furcht vertreiben, bis fich mein Auge schließt. 12. Eine Stimme. Ja, Mel. Gott bab' ich Ulles xc. laffet mich in meiner Rub' und 720. Sein sind wir, Gott, in gehet euern Hütten zu! eure Seligkeit und ringt, bis ihr euch auch der Erd' ent schwingt! deiner Hand steht unfre Zeit. Der du gezählt des Hauptes Haar, haft, eh' ich war, mir 13. Die Gemeine. Dauch bestimmt mein Todesjahr. Gotteslamm, dein bitt'rer Tod 2. Ist nun vollendet unfre ftárt' uns in unsrer letzten Noth! Bahn, so nimm dich unser Laß unsre ganze Seele dein und gnädig an. Hilf uns in unsrer selig unser Ende seyn! letzten Noth, Herr unser Gott, Vom Tode, 412 ein sanfter Schlaf werd' uns der Tod. gem Herzen nab'n; wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt und vor der Gläub'gen Retter erzittert und verzagt. 3. Wenn, diese Bahn zu ge hen, dein Will' einst mir gebeut; wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit; wenn meine Kräfte beben und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 3. Und macht ihn schwer der Krankheit Schmerz, so stärke das bellomm'ne Herz; ball uns in deiner Baterbut, gieb uns den Muth, der ganz in deiner Fügung ruht. 4. Geist Gottes, in uns wirke du die sel'ge Hoffnung ew'ger Rub', damit in gläubigem Vertraun und ohne Graun wir in die Nacht des Todes schaun. 4. Hilf, Todesüberwinder, bilf mir in solcher Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst. Wenn bei des Kampfes Ende mich Todesschrecken faßt, dann nimm 6. Ach, Gnad' ergehe dann in deine Hände, den du erlőfür Recht, denn von dem sterb- set_haft. lichen Geschlecht ist auch der Hei- 5. Des Himmels sel'ge Freuligste nicht rein. Wer kann jeden ermißt kein sterblich Herz; o dein, Gott, ohne deine Gnade Troft für kurze Leiden, für kurſeyn? 5. Zeig' uns die Herrlichkeit des Herrn und unfres Glaubens Lohn von fern; laß uns, wenn wir zum Vater flehn, in Chrifto fehn, wie er uns liebt, zu dem wir gehn. 7. O sey mit deiner Gnad' uns nab', ist unsre letzte Stunde da. Wenn unser Auge sterbend bricht, leit' uns dein Licht, so fehlt uns Trost im Tode nicht. jen Todesschmerz. Dem Sün denüberwinder sey ewig Preis und Dank; Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank. 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, und aufgelöst zu werden, mit heil'ger Furcht fich freun. wallen, die Sterb- Bereit, es ihm zu geben, sobald ihr Gott gebeut, gebn sie ges trost durch's Leben hin zur Unsterblichkeit. Mel. Herzlich thut mich xc. 721. Sie auf der Erde lichen sind Staub, fie blüben auf und fallen, des Todes fich'rer Raub. Die Stund' ist uns verborgen, da Gottes Stimme ruft; doch jeder neue Morgen bringt nåber uns zur Gruft. Mel. Der lieben Sonnen Licht ac. 722. Die Christen gebn in dieser Welt 2. Getroft gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu durch mannigfachen Jammer, ber verstockte Sünder mit ban- bis auf den Weg zum Him Vom melszelt, fie rubn in stiller Kammer. Nach wohl vollbrachtem Lauf nimmt Gott die Seele auf; das Weizenkorn streut Gottes Hand auf Hoffnung in sein heil' ges Land. 2. Die ihr schon aufgebrochen seyd aus eurer Brüder Mitten, wir freun uns eurer Seligkeit und folgen euern Schritten! Der nun befreite Geift ift himmelwärts gereift; die Hülle findet ihre Ruh' im Grab, und Liebe deckt sie zu. 3. Sie bleibt, bis ihre Stunde schlägt, in heiliger Verwahrung, bis sich das neue Leben regt am Tag der Offenbarung. Und dann, welch selig Loos in Jefu Arm und Schooß! Die Liebe führ' uns gleiche Bahn so tief hinab, so hoch hinan! Mel. Nun ruhen alle 2c. 723. Die Herrlichkeit der Tode. 413 4. Es hilft nicht Kunst noch Wissen, wir werden hingeriffen, der morgen, dieser heut. Was bilft der Schlöffer Menge? Wem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 5. Was sind der Erde Thronen? es können alle Kronen vom Tode nicht befrein. Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur auch bedecken, das Scepter Sicherheit verleihn? 6. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre vor unser Haus gebracht; dann müssen wir von hinnen, eh' wir uns noch besinnen, und uns umfängt des Grabes Nacht. 7. Dies laßt uns wohl be denken, das Herz zum Himmel lenken, wo Alles ewig steht. Wer dorthin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, weil fie mit ihrer Luft vergeht. Erden muß Staub Mel. Der Tag ist bin, mein Jefu zc. und Asche werden; kein Fels, 724. ir fierb ich einft, wenn ich dir, uns hier ergößet, was man als lebte; o daß dein Bild im Ster ewig schätzet, muß wie ein leich- ben vor mir schwebte! dann geb' ter Traum vergehn. ich still, in Gott getroft, wie du, 2. Was sind doch alle Sa- durch dich gerecht in meines chen, die uns so trotzig machen? Grabes Rub. Sie währen kurze Zeit. Was ist der Menschen Leben? mit Pracht und Glanz umgeben, ift's doch nur Tand und Eitelkeit. 2. Wer also stirbt, der wei het durch sein Sterben die Sei nen auch zu froßen Himmelser. ben; verherrlicht wird durch ihn die Gotteskraft, die aus dem Schmerz am Grabe Wonne schafft. 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ift nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen und unser Leib verblichen, it's um der Ehre Dunft gethan. 3. Bin ich zu schwach, dich fterbend noch zu preifen, so wollfi du doch die Gnade mir erweisen, 414 Vom Tode. daß nicht mein Tod dem Schwa- das stehet fest: kein Zweifel chen Anstoß sey, mein letztes störe mich! Du wollteft, Herr, Wort noch zeige meine Treu'. wo du bist, sey auch ich. 4. Getroft und sanft aus frommer Christen Mitte zu dir zu gehn, daß, Herr, ist meine Bitte! so wird mein Tod Erböbung deines Ruhms und ein Beweis der Kraft des Christenthums. 5. D'rum finn' ich schon auf Dank und Freudenlieder zu Gottes Preis, für mich und meine Brüder, weil du mit uns durch Todesschatten dringst und uns bei dir zum ew'gen Leben bringst. 5. Zum Lobgesang für mein erfülltes Hoffen stehn mir ja dort die Ewigkeiten offen; hier gieb mir nur, daß, wenn mein für mein Haupt fich neigt, das Flehn zu auch einft im Tode sorgen, dir in meinem Geist nicht schweigt. mel. wenn einst mein Stündlein x. 726. u wirft, o Bater, bleibt mir gleich, wie ich sterben soll, nach deinem Rath verborgen. Mein Ende stebt allein bei dir; erhalte nur den Glauben mir, daß du es weismel. Der Tag ist hin, mein Jefu. 725. u Lebensfürft, dein Sieg mir Vertrauen, du zähmst den Tod, nun darf mir nicht mehr grauen, du führeft selbst mich durch das finfire Thal und machst zur Rub', was Andern wird zur Qual. 2. Gieb, daß ich meine böchfte Luft an meinem Heiland babe, und, seiner Liebe mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe, daß ich auf den, der für mich starb, und Troft und Hoffnung mir erwarb, ftets unverzagt vers 2. Jeht ist der Tod ein Ausgang aus dem Jammer, ein traue. Eingang hin zur stillen Fries 3. D möchte des Bewußtbenskammer, ein Uebergang, bis seyns Kraft mir bleiben bis mein getreuer Hirt den Leib ver- an's Ende, daß auch am Ziel Elärt jar Seele bringen wird. der Pilgerschaft das Herz zu 3. Das ist der Tod! soll er dir sich wende, und eingedenk noch Menschen schrecken? Viel- der Lieb' und Treu', die täglich mehr er soll ermuntern uns an mir wurde neu, mein Geift und wecken, er, der die Saat von hinnen scheide. zur vollen Reife bringt, daß jenseits dann der Erndte Jubel klingt. 4. Was du so oft und theuer uns verheißen, es folle nichts aus deiner Hand uns reißen, mir, daß ich allezeit zur Res 4. Doch soll ich durch Ge walt, o Gott, schnell oder angfivoll sterben, so führe nur auch so der Tod mich zu des Himmels Erben! D'rum hilf 415 chenschaft vor dir bereit die Welt verlassen könne. nur der Gläub'gen Heer frohlockend vor dir stehen. 5. Fehlt es mir einft an Freu 4. Wie manche Nacht hab digkeit im Kampf mit großen ich in Schmerz der Krankheit Schmerzen; will weichen die Ges durchgeweinet; wie seufzet oft laffenheit aus meinem bangen das bange Herz, wenn nirgend Herzen: bann, treuer Bater, Hülf' erscheinet; doch meine rechne du des Glaubens Schwa Thränen stillen sich, denn jenes chen mir nicht zu, nein, hilf Leben tröstet mich, das mich mir fie besiegen. mit dir vereinet. Vom Tode. 5. Wenn mich der Zukunft Dunkel schreckt, die Noth der späten Tage, wenn jene Last mir Sorg' erweckt, die einst als Greis ich trage, so schöpf' ich aus der Ewigkeit mir reichen Troft für diese Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 6. Wenn einft, der jetzt noch ferne droht, der Tod mir näher winket, und nach der Erdentage zum Müh' find meine Tage; so man mer finket, so bin zum Sterben che Roth, die mich befällt, reizt noch mein Herz zur Klage; doch, Herr, der Trost der Ewigkeit verfüßt mir meiner Tage Leid, daß ich's geduldig trage. ich bereit und tröfte mich der Herrlichkeit, die mir entgegen winket. 6. Wenn ich einst nicht mehr denken kann, im Tode nicht mehr beten; dann nimm die stillen Seufzer an, laß Chriftum mich vertreten. Ist er, den du erhörst, nur mein, so bin auch ich, mein Vater, dein im Leben und im Tode. Mel. Aus tiefer Noth c. 727. in Bilger bin ich Welt, Mel Christus, der ist mein c. 728. Tode hin, 2. Der Sünde Joch, das auf mir liegt, drückt nieder meine Seele. Wie leicht ist doch mein Leben mein Herz besiegt; wer weiß, wie oft er fehle? Doch einst werd' ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig seyn; dies fröftet meine Seele. inft geb' ich ohne Beben zu meinem denn Chriftus ift und Sterben mein Gewinn. 2. Jch fürchte nicht die Schrecken der finstern Erdengruft: der wird mich auch er wecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Hier wandeln Viele vor mir hin, die, Jesu, dich verschmähen; tief fränket mich ihr stolzer Sinn, daß fie dein Heil nicht sehen; dort sieht mein Auge sie nicht mehr, ich sehe 4. Des Lebens Kraft und 3. Und riefe mich, zu scheiden, auch heute schon mein Gott, so folg' ich ihm mit Freuden und sterb' auf sein Gebot. 416 Vom Tode. Fülle well immer hin, wie Laub,| sehn und sein ew'ges Heil erund dieses Leibes Hülle sey der werben; ach! möcht' es doch Verwesung Raub! bald geschehn! Nahet euch, Erlösungsstunden, da ich, aller Angst entbunden, von der rauhen Lebensbahn mich kann schwingen himmelan. 5. Jesus Christus ift mein Leben und das Sterben mein Gewinn. Engel, kommt, mich zu umschweben, tragt zu Gott die Seele hin! Schon hab' ich von jenem Frieden sel'ges Vorgefühl hienieden, darum wünſch ich dort zu seyn, wo mich Schauen wird erfreu'n. 6. Euch, die ihr mich hier geliebet, die mit mir Ein Sinn verband, die mein Scheiden jest betrübet, euch befehl' ich Gottes Hand. Gott verforget, Gott beschüßet, er wird geben, was Euch nüget: also ist mein Haus bestellt, gute Nacht, du eitle Welt. 5. Jch hoff' ein beff'res Le ben, das ewiglich besteht. Ein Leib wird mich umgeben, der nimmermehr vergeht. 6. Dann eil' ich dir entgegen, mein triumphirend Haupt; ich erndte ew'gen Segen und schau', was ich geglaubt. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 729. Citle Welt, bein bin ich müde; wann, ach wann erquicket mich Himmelsruh' und ew'ger Friede, wann ruft mich mein Gott zu sich? Rufe, Herr, ich will mit Freuden aus des Lebens Trübsal scheiden, denn ich weiß, durch Christi Blut machest du mein Ende gut. 2. Dem ist vor dem Tod nicht bange, der des armen Lebens fatt, und dies Jammerthal schon lange mühevoll durchwandelt hat. Er wird alle Stun Mel. Ich habe g'nug ic. den zählen, bis Befreiung ſeiner 730. 8 ift genug! fo Seelen und das nimm, ihm erscheinet mit dem Tod. nen Geift zu Zions Geistern 3. 3war ich bin nicht unge- hin; lös' auf das Band, das duldig, daß mich Kreuz und schon allmählig reißt, befreie Elend drückt; mehr zu leiden meinen Sinn. O stille doch wär ich schuldig, als mein bies beiße Sehnen und mach' Gott mir zugeschickt. Weiß ich ein Ende meinen Thränen: es doch, daß mich kein Leiden kann ist genug! von seiner Liebe scheiden; auch das Kreuz, von ihm gesandt, soll mir seyn ein Gnaden pfand. 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt, durch unsrer Sünde Schuld; sie hatt' in mir des Guten Lieb' erstickt, 4. Darum nur wünsch' ich geraubt mir deine Huld. Sie zu sterben, daß ich Jefum möge hatte mich von Gott geschieden, Vom Tode. 417 geftöret meiner Seele Frieden;| Wunden auf ewig volle Ruh' es ist genug! gefunden. Es ist vollbracht! 3. Es ist genug des Kreuzes, das mich fast berab zur Erde beugt. Wie schwer, o Gott, wie hart ist dieſe Laft, die nim mer von mir weicht! Ich muß wobl unter beißen Thränen mich berzlich nach Erlösung sebnen: d'rum ift's genug! 4. Es ist genug, wenn Gott, mein Heiland, will, er fennet ja mein Herz; ich barre sein und balte ruhig still, er heilet jeden Schmerz; was meine sieche Bruft getragen, nimmt er bin weg und wird dann sagen: Es ist genug! 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so ende meinen Lauf; entrücke mich dem Jammerthal der Welt, nimm mich zu dir hinauf. Heil mir! Ich fabre bin in Frieden, mein Kreuz und Elend bleibt hienieden: Es ist genug! 3. Es ist bollbracht! Hins weg sind Angst und Bein, sind Sorgen, Gram und Schmerz; sein( Solgatha soll mir ein Tabor seyn; wie freuet sich mein Herz! Bald werd' ich zu des Friedens Höhen aus allen meinen Kámpfen geben. Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Ich dringe frob bindurch; nichts fesselt mich noch hier. Ich steig' empor zu jener Himmelsburg, schon zeiget sie sich mir. Ich seb' durch ihre gold'ne Pforten, was Niemand sagen kann in Worten. Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Mein Leib mag immerhin bald Staub und Asche seyn; der Heiland, deß ich ewig, ewig bin, berklärt einst mein Gebein. Ich fürchte nicht des Grabes Schrecken, denn Gottes Sohn wird mich erwecken. Es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht, Gottlob, es ist vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf. Fabr hin, o Welt! ihr Freunde, gute Nacht! Ich ende meinen Lauf. Das beste Theil hab' ich getroffen; Heil mir! Ich seh' den Himmel offen. Es ist vollbracht! Mel. Es ist genug, so nimm ic. 731. sift vollbracht, Gottlob, es ist vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf. Fahr' hin, o Welt! ihr Freunde, gute Nacht! ich ende meinen Lauf. Verschwun den sind all meine Leiden; in Jesu scheid' ich voller Freuden. Es ist vollbracht. Mel. Mit Fried' und Freud' ic. 2. Es ist vollbracht! Mein 732. Getroft und freudig Jesus nahm auf fich, als Mitt ler, meine Schuld. Am Kreuzesstamm litt er und starb für mich; o welche große Huld! Ich hab' in meines Heilands geh' ich hin nach Gottes Willen; bald wird sich mir sein Vaterfinn ganz enthüllen; gnädig wird er mir verleihn, was Christus mir erworben. 2. Erbarmend sprach der 2011 274 418 Vom Tode. Herr zu mir: bir ift vergeben;| andern hin, wohl aus den Auich gebe meinen Frieden bir, du follft leben; fürchte nichts, denn du bist mein, ich habe dich er Iofet. gen und dem Sinn. Und ob du hoch gepriesen bist, die Welt vergißt dein, wenn dich Grabesnacht umschließt. 3. Dies ist mein Troft: ich bin erlöft und Gottes Erbe; ich weiß, daß er mich nicht verstößt, wenn ich sterbe. Tod, wo ist nun deine Macht, wo ist dein Sieg, e Hölle?" 4. Gott ist mein Fels, auf ihn allein will ich vertrauen. Ich sehne mich, bei ihm zu seyn, ihn zu schauen. Lange dürftet schon mein Herz, ihn droben anzubeten. 7. Jch fürcht' ihn nicht, denn er entrückt uns nur dem Leiden, das uns drückt. Schließt er mein irdisch Auge zu, dann führeft du, o Herr, mich zu der ew'gen Ruh'. Mel. Jch hab' mein' Sach' ic. 8. Der Leib, in's stille Grab versenkt, rubt dann, von feinem 733. heimgestellt, er schwingt sich der Geist hinan 733. Gott hab' ich Alles Schmerz bedrängt. Und froh mach's mit mir, wie's ihm gefällt. Mit Freuden bin ich stets bereit, wenn er's gebeut, zu scheiden aus der Zeitlichkeit. 2. Es ist ja dieses Jammer thal voll Angst und Trübsal überall; und unser Leben schnell verstreicht, dem Pfeil es gleicht, der eilend hin zum Ziele fleucht. 6. Gieb, Herr, daß ich bedenken lern': nie sey mein Ende von mir fern; daß ich nie sey der Stimme taub: auch du bist Staub und wirft dereinst des Todes Raub! 3. Nichts hilft dem Menschen Gut und Geld, denn nackt und bloß kam er zur Welt; und un ser Aller harrt das Loos, auch nackt und bloß zu finken in der Erde Schooß. 4. Wer weiß, wann Gottes Stimme ruft? Den Jüngling auch empfängt die Gruft. Und wer am Morgen froh erwacht, hat oft vor Nacht schon seinen Lebenslauf vollbracht. bdie Himmelsbahn, mit neuem Leibe angethan. 10. Mich bált dein Sohn an seiner Hand, mit dem der Glaube mich verband. Bin ich auch nicht von Sünden rein, ich bin ja sein! Mir können keine Strafen dräun. 11. Dich schau' ich dann, du ew'ges Licht, von Angesicht zu Angesicht. Und fern von jedem Erdenleid, in Herrlichkeit, lob' ich dich, Herr, in Ewigkeit. 12. Amen, mein frommer, treuer Gott! bescheer' uns einen 5. Man trägt eins nach dem sel'gen Tod! Gieb, daß wir 9. Zwar barret meiner dein Gericht, o Gott, doch ich ver zage nicht. Ich weiß, dein Sohn vergoß sein Blut auch mir zu gut; das bebt und stärket meinen Muth. Vom mögen freudenreich, den Engeln gleich, vereinigt seyn in deinem Reich! Mel. Wer nur den lieben Gott x. 734. err Gott, du kens neft meine Tage, du weißt, daß ich, dein schwas ches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind, d'rum mache bu mich allezeit zum Sterben fertig und bereit. 2. Du haft mir meine Zeit gegeben und ihr zugleich das Ziel bestimmt. Wer weiß, wie bald mein kurzes Leben für diese Welt ein Ende nimmt; d'rum die auf's Ende ftets bedacht zu seyn. 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, mich ganz der Sünde zu entziehn, mich von der Weltlust zu entfernen und um den Hims mel zu bemühn. Ein sel'ges Ende erst beweist, was Christenthum und Glaube heißt. 4. Früh will ich nach der Heimath trachten, in der ich ewig bleiben kann, vor Allem auf den Himmel achten, den Chriftus mir hat aufgethan; so wird mein Haus bier auf der Welt und auch im Himmel wohl bestellt. 5. Mein Herz ist nur im Himmel droben, dort ist der Seele Erb' und Theil; bei Christo ist mir aufgehoben der Freuden Fülle, ew'ges Heil; mir ist das Eitle viel zu schlecht, im Himmel ist mein Bürger recht. Tode. 419 6. Wohlan! so will ich täglich sterben und leben so, als lebt' ich nicht, dann fann die Seele nicht verderben, wenn gleich mein Aug' im Tode bricht; mein Tod ist füß, ich ſterbe dir, denn du, mein in mir. 7. So fommt, ihr feierlichen Stunden, komm', eile, mein ErLösungstag, da ich, von aller Noth entbunden, zum Leben sterbend dringen mag. Da find' ich in des Höchsten Hand mein Eden und mein Vaterland. mel. Herr Jesu Christ, wahr'r ic. 735. Herr Jefu Chrift, mein Herr und Gott, der du erlitteft Ängst und Spott, für mich den Tod am Kreuze starbft und mir des Vaters Huld erwarbft. 2. Jch bitte dich traft deiner Pein, du woll'st mir Sünder gnädig seyn, wenn ich nun komm' in Sterbensnoth und ringe mit dem bittern Tod. 3. Wenn mir vergebet das Gesicht, dann sende mir des Glaubens Licht; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, dann nimm mein stilles Seufzen an. 4. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt und Menschenbülfe ganz zerrinnt, dann steh' nach deiner Lieb und Treu' in meinem letzten Kampf mir bei. 5. Führ mich aus diesem Jammerthal, verkürze mir des Todes Qual! laß deinen Geift dann bei mir seyn, daß ich schlaf' fanft und selig ein. 27. 420 Vom Tode. 6. Den Leib laß ruhn in sei-| hinauf lenkt sie freudig ihren ner Gruft, bis ihn dein großer Lauf. Tag einst ruft; zerreiße dann mit starker Hand des Todes und des Grabes Band. 4. Wenn die matten Augen brechen, sey der Geist doch hoch erfreut, mög' an meinem Staub sich rächen dieser Welt Vergänglichkeit. Auch der Leib, der in der Erden erst als Staub zu Staub muß werden, wird dereinst verklärt und schön durch die Allmacht auferstehn. 5. Treuer Vater! ich befehle meinen Geist in deine Hand: führe die verklärte Seele in das rechte Vaterland. Nach der Trübsal, nach dem Leiden überschütte sie mit Freuden, daß Mel. Jefu, der du meine Seele zc. 736. Berr, laß mich in kein Leid und kein Geſchrei, Frieden fahren, daß kein Schmerz und Tod und bei Jefu Chrifto seyn, wo mehr sey. sich die verklärten Schaaren in dir, ihrem Gott, erfreun. Christus ist und bleibt mein Leben; er der Weinstock, ich der Reben. D'rum ift Sterben mein an dir. Gewinn; Gott, nimm meine Seele bin! 6. Und in meinen letzten Bü gen bleib', o Jesu, du bei mir: bilf mir fämpfen, hilf mir fiegen! Ewig hängt mein Heil Mit dem innigsten Entzücken will ich an mein Herz dich drücken! Rämeft bu, o Herr, schon heut'! Komm', die Seel' ist ganz bereit. 7. Dann denk', o Herr, nach deiner Huld nicht meiner großen Sünden Schuld, und lasse dort mit dir zugleich mich ewig seyn in deinem Reich. 8. 3ch balte fest und zweifle nicht bei dem, was mir dein Wort verspricht: wer an mich glaubt, obschon er stirbt, das ew'ge Leben doch erwirbt. 2. Von der Erde schon befreiet, sebnet fich mein Geist nach dir; Chriftus bat mein erneuet, nun die In eigener Melodie. Smelsthür! Dort, Herr, 737. in acht, bu ch ja, Herr, in deiner du willst du ew'ges Leben mir zum Gnadenlohne geben! Hal- haft mich an das Licht gebracht, lelujah in der Zeit, Lob und Preis in Ewigkeit! und du erhältst mir auch das Leben; du fennest meiner Mon3. Jft dein Kommen gleich den Zahl, weißt, wann ich verborgen, kommst du doch zur diesem Erdenthal auch wieder rechten Zeit und bringst den gute Nacht muß geben; wo, verklärten Morgen ungetrübter wie und wann ich sterben soll, Seligkeit. Aus der dunklen Er- das weißt du, Herr des Lebens, denhöhle eilt dann die erlöf'te wohl. Seele, und zu deinem Thron 2. Men bab' ich doch, als Vom Code. 421 dich allemn, der mir in meiner| Sünders willst du nicht, d'rum letzten Bein fann Troft und schreckt mich nicht dein streng Rath und Hülfe bringen? Wer Gericht, weil du auch mich in nimmt sich meiner Seele an, Chrifto liebeft; d'rum fahre wenn nun mein Leben nichts Furcht und Zweifel hin! Sch mehr kann und ich muß mit weiß, daß ich des Herren bin. dem Tode ringen, wenn allen Sinnen Kraft gebricht, thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? 7. Herr Jesu Chrift, dein theures Blut bergoffest du auch mir zu gut, ich weiß, daß ich dir angehöre. Fällt ja in meiner Todespein mir noch ein banger Zweifel ein, so rette deines Leidens Ehre; du haft so viel an mich gewandt, o laß mich nicht aus deiner Hand! 8. Nein! nein! ich glaube feft, mein Heil, ich hab' an dir auf ewig Theil, du bist im Tode noch mein Leben! So sieg' ich über Angst und Noth, ob auch die Hölle und der Tod mit ihren Schrecken mich umgeben: dieweil ich lebe, bin ich dein; dein werd' ich auch im Tode seyn. 3. Mich dünkt, schon lieg' ich fraftlos da, dem letzten Augen blicke nab', von Todesangst schon überfallen, Gehör und Rede nehmen ab, die Augen sehen nur das Grab; doch kränkt die Sünde mich vor Allen, die Stimme des Gewissens spricht: Gerecht ist Gott! er hält Gericht! 4. Jch böre der Posaune Ton, ich sehe meinen Richter schon und um ihn alle Völker stehen; geöffnet liegt vor ihm sein Buch, schon hör ich des Gesetzes Spruch, ihn wendet nicht mein ängstlich Flehen; Verdammniß ift des Sünders Theil, er hat kein Recht an Gottes 5. Kein Geld noch Gut errettet mich, umsonst erbeut ein Bruder sich, den fünd'gen Bruder zu erlösen. Ein Jeder wird alsdann empfahn den Lohn für das, was er gethan, in dem Gericht schützt nichts den Bösen. Wer hilft mir sonst in dieser Noth, thust du es nicht, mein Herr und Gott? 6. In meiner Seele großem Schmerz erheb' ich zu dir Aug' und Herz, der du die Missethat bergiebeft; den Tod des Mel. Wer weiß, wie nahe mir ic. 738.h flerbe täglich und mein Leben eilt immer zu dem Grabe hin; wer kann mir sich're Bürgschaft geben, daß ich noch morgen lebend bin? Der Tod, der Tod kommt her, hin geht die Zeit, ach, wär' ich täglich doch bereit! 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten, eb' er die Sichern überfällt. D'rum mußt du schnell in's Land der Todten; wohl dir, ist Herz und Haus bestellt. Oft hängt, oft hängt an einem Augenblick dein ew'ges Unglück oder Glück. Vom Tode 422 Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 3. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in dei- 739. h weiß es wird ner Hand; wie lange du mir 3 mein Ende komFrift gegeben, das ist und bleibt men, doch weiß ich nicht, wo, mir unbekannt; d'rum gieb, d'rum gieb, Herr, daß ich jeden Tag an meinen Abschied denken wie und wann? Vielleicht werd' ich der Welt entnommen, bevor ein neuer Tag bricht an; vielleicht ist schon mein Ziel beftimmt, eh' diese Stund' ein mag. Ende nimmt. 4. Es kann vor Abend anders werden, als es den Morgen mit mir war; wo ich auch wandle hier auf Erden, steht neben mir die Todtenbabr'. Ein Schritt, ein Schritt nur ift es bis dahin, wo ich des Grabes Beute bin. 5. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn sich am Ziel mein Auge schleußt; d'rum bet' ich in gesunden Ta gen: Herr! dir befehl' ich meinen Geift. Und wenn, und wenn ich kaum noch seufzen kann, dann nimm des Heilands Fürsprach' an. 6. Kann ich nicht fegnen dann die Meinen, so segne bu fie, Herr, für mich; wenn um mich her fie zagend weinen, o Vater! so erbarme dich; dann laß, dann laß auch der Verwaisten Schrei'n durch deinen Sohn erhörlich feyn. 7. Dringt endlich mir der Tod zum Herzen, so schließ' mir, Herr, ben Himmel auf; verkürz' des letzten Kampfes Schmerzen und führe mich zu dir hinauf. Dann sterb, dann sterb' ich ohne Angst und Bein und selig wird mein Ende seyn. 2. Dies Alles kann mich nicht betrüben: in Gottes Hand steht meine Zeit. Der Menschen Ta ge find geschrieben in seinem Buch von Ewigkeit; ist das, was sterblich, abgethan, dann fängt unsterblich's Leben an. 3. Ich weiß aus Gottes theurem Worte, der Tod sey Gläubigen kein Tod; er ist mir eine Himmelspforte, das Ende aller meiner Noth, ein sanfter Abend, der mich fühlt, wenn ich des Tages Laft gefühlt. 4. D'rum barrt mein sehnendes Verlangen, bis mich der Tod der Erd' entrückt. Mit Freuden will ich ihn empfan gen, weil Jesus diesen Boten schickt, der nach des Lebens Angst und Pein mich führet in den Himmel ein. 5. Laß nur, Herr Jesu, meine Seele im wahren Glauben fertig stehn, daß ich nicht meines Ziels verfehle, wenn ich einft muß von binnen gehn. O mache du mein Herz bereit zur Reise nach der Ewigkeit. 6. Gieb, daß ich stets in Buße lebe, berleib' mir ein gehei ligt Herz, wenn ich den Geift bir übergebe, dann tröfte mich Vom Tode. 423 dein Todesschmerz; so scheid' ich| bricht; mit allen Sel gen schaue freudig von der Welt, wo, wie ich dann dein Angesicht. und wann es dir gefällt. Mel. Befiehl du deine Wege ic. 740. geben, verlaff ich n Gottes Rath er gern die Welt; ich geb' zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was wär's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, der meine Seele liebte, noch eb' ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: kommt her, belad'ne Herzen, ihr findet bei mir Rub'. Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, auch mich erfreu'n, und in der letzten Stunde mir Geift und Leben seyn. 3. Mit dir muß es mir glükfen, daß ich den Kampf befteb', wenn ich mit gläub'gen Blicken auf dich, mein Heiland, seb'; auf dich, der du für Sünder felbft mit dem Tode rangst, als mächt'ger Ueberwinder ihn auch für mich bezwangst. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 741. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe, ich weiß, wie bald der Mensch vergeht, und finde hier fein fich'res Erbe, kein Gut, das ewiglich besteht: d'rum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, ob es nicht heute noch geschieht, daß mich des Todes Hauch entfärbe, der Blume gleich, die schnell verblüht: d'rum mache täglich mich bereit zum Hingang in die Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, wie mich des Todes Hand berührt; dem Einen wird das Scheiden herbe, fanft wird der And're beimges führt: doch wie du willst, nur das verleih', daß ich getroft im Scheiden sey. 4. Der frobe Siegsgedanke: 4. Mein Gott, ich weiß wo ist dein Stachel, Tod? stärkt nicht, wo ich sterbe, und welmich, daß ich nicht wante in cher Hügel einst mich deckt; meiner Todesnoth. Durch dich g'nug, wenn ich dieses nur er wird, wenn ich sterbe, das werbe, daß ich zum Leben werd' Sterben mir Gewinn; ich bin erweckt: wo dann mein Grab des Himmels Erbe, weil ich auch möge seyn, die Erd' ist dein eigen bin. allenthalben dein. 5. Dein Blut kann nicht 5. Nun, treuer Vater, wenn vergebens für mich geflossen ich sterbe, so nimm du meinen seyn; du schreibft in's Buch des Geift zu dir; ich weiß, daß Lebens auch meinen Namen ich dann nicht verderbe, lebt ein. Du bift's, dem ich ver- Chriftus und sein Geift in traue, bis einst mein Auge mir: darum erwart' ich glaus Vom Tode. bensvoll, wo, wie und wann| verklärten Leibe. Er, der rief: ich sterben soll. Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft bin; siehe dein( Sebein ver senken. Sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken. Lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser werden mag. 424 Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 742. Meine Lebenszeit ver streicht, stündlich eil ich zu dem Grabe; und wie wenig ist's vielleicht, das ich noch zu leben habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod; säume nicht, denn Eins ist Noth. In eigener Melodie. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirft, gelebt 743. Mit Fried und zu haben. Güter, die du hier Freud' fahr' ich erwirbst, Würden, die dir Men- dabin, ist's Gottes Wille. Geschen gaben, nichts wird dich trost ist mir mein Herz und im Tod erfreu'n; diese Güter Sinn, sanft und stille, wie sind nicht dein. Gott mir verheißen hat, der Tod ist mir ein Schlummer. 2. Das dank ich Christo, Gottes Sohn, dem Troft der Frommen, der zu uns von des Baters Thron ist gekommen, daß er Heil und Leben sey in Noth und auch im Sterben. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewis sen, das vor Gott dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, giebt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde trostlos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zubersicht. 3. Den hast du Allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt eingeladen durch dein theuer beilsam Wort, das überall erschollen. 5. Daß du diefes Herz erwirbst, fürchte Gott und ber 4. Er ist das Heil und sel'ge Licht den Völkern allen, daß einst, die es noch sehen nicht, und wache. Sorge nicht, wie in ihm wallen; er giebt Heil früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lerne nur den Tod nicht scheu'n, lerne seiner dich erfreu'n. der ganzen Welt, ihm sey Preis, Dank und Ehre. In eigener Melodie. 744. Mitten in dem Le ben sind wir 6. Ueberwind' ihn durch Ver trau'n; sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich vom Tod umfangen; wer ist, werd' ihn schaun einst in dem der uns Hülfe schafft, daß wir Vom Tode. 425 Gnad' ertangen as bist du,| freit von jeder Laft der Erde, Herr, alleine. Uns reuet unsre Gott schauen werde. Missethat, die den Zorn ver- 2. Sep mir willkommen, beiß dienet hat. Heiliger Herr und ersehnte Stunde, wenn scheiGott! Heiliger starker Gott! dend ich mit schon erblaßtem Heiliger barmherziger Heiland!| Munde den preis' im Tode, Du ewiger Gott! Laß uns nicht der auf höh're Stufen mich nun versinken in der bittern Todes gerufen. noth. Erbarme dich unser! 3. Wie bin ich doch des lan 2. Mitten in dem Tode wird gen Weges müde! Mein ein'ger das Gericht uns drauen; wer Wunsch ist jenes Lebens Friede, will uns aus solcher Noth gna- wo jedes Herz, wie schwer es denvoll befreien? Das thuft du, sey verwundet, in Gott geHerr, alleine. Dich jammert sundet. unfre Sünd' und Leid, du thuft uns Barmherzigkeit. Heiliger Herr und Gott! Heiliger starfer Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht verzagen, wenn wir vor Gerichte ftehn. Erbarm' dich unser! 4. O ging ich bald, sey's auch auf dunklen Wegen, dem Morgen meines böbern Seyns entgegen! D wandelt ich schon, wo am hellern Tage verstummt die Klage! 5. Doch, dürfen wir in Ungeduld und Thränen uns nach 3. Mitten in dem Welt dem Ziel der Laufbahn schmerzgericht, wo die Schuld uns lich sehnen? Jst's frömmer schrecket, ach, zu wem fliehn nicht, vor Gott sich findlich wir dann hin, der uns gnädig decket? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergoffen ist dein theu res Blut dieser sünd'gen Welt zu gut. Heiliger Herr und Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nimmer fallen aus des rechten Glaubens Troft. Erbarm' dich unser! beugen und ruhig schweigen? 6. Der Vater nur weiß, was dem Kinde nützet; er ist es, der mit Lieb' uns unterstüzet. Wer ist wohl je an ſeiner Hand erlegen auf rauhen Wegen? 7. Auch mir find heilsam dieser Erde Leiden, durch die sich einst vom Gold die Schlakken scheiden, daß ich gereift für himmlische Genüsse die Heimath grüße. 8. D'rum, bis auf dein Geheiß der Tod erscheinet, und ich bie letzten Thränen ausgewei net, gebeut dein heiliger, dein weiser Wille mir tiefe Stille. Seel hinübertrüge, wo ich, be- 9. Ganz dir ergeben will ich mel. Jerzliebster Jefu zc. 745. daß mir der Er löjung Stunde schlüge, und bald die müde Vom Tode. 426 rubig warten; du lohnst auch mir, wie Allen, die dein harrten, wirft mich, wenn ich voll bracht dies Prüfungsleben, zu bir erheben. Mel. Wacher auf, ruft uns ic. Der Chor 747. elig find des Him Mel. Jesu, meine Freude ic. 746. Rube, fromm mels Erben, die Todten, die in Chrifto fterben, zur Auferstehung eingeweiht! Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Ent bezücken, folgt Wonne der Unsterbftattet, du von lichkeit! In Frieden ruhen fie, Schmerz ermattet, unter Chris los von der Erde Müh'! Ho ften hier. Wir, die Blicke fen- fiannah! Vor Gottes Thron zu tend, dein in Wehmuth den seinem Sohn folgt ihnen ihrer kend, weihen Thränen dir. Als Werke Lohn! ein Christ hast du gelebt, wandelteft auf Gottes Wegen hö herm Licht entgegen. 2. Droben einst belohnen dich des Richters Kronen, der die Thaten wägt; hier sind unserm Kreife beiner Treu' Beweise bleibend eingeprägt. Rub' in Frieden dann! dein Geist ist zu Chrifto aufgenommen in das Chor der Frommen. 3. Du bist wohl geborgen, wir voll Leid und Sorgen, daß der Tod uns schied. Die verlaff'nen Deinen stehn am Grab und weinen, daß ihr Glück ber blüht, bringen dir, verklärter Geift, Dank für alle Lieb' und Treue, für des Beispiels Weihe. 4. Nun ruht Staub bei Staube; doch dein fel'ger Glaube lebet in uns fort. Wo der Weltverfühner, find auch seine Diener, welch ein tröftlich Wort! Traurig scheiden wir von hier; doch erbört wird unser Fleben durch solch Wiedersehen. Die Gemeine. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 2. Staub bei Staube ruht ihr nun in dem friedevollen Grabe! Möchten wir, wie ihr, auch ruhn in dem friedevollen Grabe! Ach, der Welt entrannt ihr schon, fandet eurer Arbeit Lohn. 3. Jesu will's! Wir leben noch, leben noch in Pilgerhüt ten. Alle trugen einst dies Joch, Alle, die die Kron' erstritten. Endlich, endlich kommt der Tod, führt, wie sie, auch uns zu Gott. 4. Jesus lebte selber hier, lebte selbst in Pilgerhütten; ach, viel mehr, viel mehr, als wir, hat der Göttliche gelitten. Standhaft laß im Kampf uns stehn, ftets auf dich, Vollender, sehn! 5. Was ist dieses Lebens Zeit? Eine schwüle Mittagsftunde; dennoch hängt die Se ligkeit an der kurzen Lebensstunde; ew'ges Leben oder Tod wägt uns zu der heil'ge Gott. 6. Jesu, unsre Zuversicht, un ser Theil ist einst das Leben wenn auch unser Auge bricht, Vom Tode. 427 wirst du es aus Gnaden geben;| ist nun vollbracht; nur meine deinen Frieden gabst du schon uns zum Pfande, Gottes Sohn. Hülle lieget und schläft in Tos desnacht. Des Vaters treue Liebe sieht sehnend in mein Grab; die Mutter wendet trübe die nassen Augen ab. 7. Wer an dir im Glauben hält, den wirst du einft auferwecken. Diese Kraft der bessern Welt laß bei unserm Tod uns schmecken. Gieb uns mehr noch, als wir flehn, mehr noch, als wir jetzt verstehn. 2. Jhr neget eure Wangen, ihr Eltern, über mich, euch hat das Leid umfangen, daß euch das Herz fast bricht. O tröftet euch, ihr Lieben, thut nicht so ángftiglich! Was wollt ihr euch betrüben? steht's doch gar wohl um mich. Der Chor. 8. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sey dir, Verföhner, Jesu Chrift! Jhr, der Uleberwinder Chöre, bringt Danf, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ift! Er sank, wie wir, in's Grab; last nun vom Weinen ab, ihr Erlöften! Nicht Schmerz, nicht Pein, nur Wonn' allein wird an des Lammes Throne seyn! 3. Denk, Vater, wie viel Sorgen, wie manche bange Nacht, wie manchen düstern Morgen ein liebes Kind oft macht. Was ihm kann widerfahren, das fürchtet, der es liebt; den Kummer kannst du sparen, d'rum sey nicht so betrübt. 4. Ach, Mutter, laß die Zäh ren und stell' dein Klagen ein. Muß nicht des Herrn BegehDie Gemeine 9. Nicht der Mond, nicht ren an uns erfüllet seyn? Das, mehr die Sonne scheint uns was du jetzt beweineft, was alsdann! Er ist uns Sonne, dir so webe thut, ift beffer, als der Sohn, die Herrlichkeit des du meinest; denn Gott macht Herrn! Heil, nach dem wir Alles gut. weinend rangen, nun bist du, 5. Wohl ist nun euerm Kinde, Heil, uns aufgegangen, nicht das jetzt dem Schiffer gleicht, mehr im Dunkeln, nicht von der schnell bei günst'gem Winde fern. Nun weinen wir nicht den Hafen hat erreicht; dem mehr! Das Alt ist nun nicht Pilger, der die Mühe des Wemehr! Hallelujah! Er ging ges nicht gespürt, weil ihn ein voran des Todes Bahn, wir Richtsteig frühe dem Ziel' hat folgen ihm einst himmelan! zugeführt. Verstorbene Kinder an ihre Eltern. Mel. Ich dank dir, lieber sc. 6. Dahin find Angst und Schmerzen, auf immer, immer bin, ich freue mich von Herzen, o 748. bab' ich obge- baß ich erlöſet bin; ich leb' in faufieget, mein Lauf send Freuden in meines Gottes Vom Tode. 428 Hand, mich trifft fortbin kein Leiden, das dieser Welt befannt. Werth gefebn, kann dein Bild nie untergebn, und dir folget noch im Grabe Lieb' und Dank als fromme Gabe. 7. Die noch auf Erden wallen in irrthumsvoller Zeit, ver- 4. Gott, der du ihn uns gemögen kaum zu lallen von fro- schenket, dir sey Preis und her Ewigkeit. Viel besser, wohl Dank dafür! Der du ihn zum gestorben, als mit der Welt ge- Heil gelenket, Dank, o Jesu, lebt! Ich hab' das Erb' erwor Dank sey dir! Lenke stets auch ben, nach dem der Fromme strebt. unfern Sinn auf das ew'ge 8. Jhr weibt mir Blumen- Erbtheil bin! Gieb uns Allen, frånze, wie man den Sieger was wir fleben, dort ein sel's ehrt; im ew'gen, Himmelslenze ges Wiedersehen! wird Schön'res mir gewährt. Das ist die grüne Krone, die ew'ge Siegespracht, womit von seinem Throne mich Gottes Sohn bedacht. Fürbitte für Sterbende Mel. Mitten wir im Leben 2c. Mel. Zion klagt mit Angst zc. 750. Stärke, die zu die ser Zeit, da wir, Herr, dir fingen, müde, sprach749. Coll denn Alles, los und voll Schmerz mit dem Alles enden in Tode ringen! Du nur kannst Verwesung und in Staub? Läßt sie erquicken. Sie liegen da der Tod aus seinen Händen und sehn binab in das schauernimmermehr den theuren Raub? volle Grab. O Vater, unser Blicket hoffnungslos hinab un- Gott! O Mittler, Jesu Christ! ser Aug in's öde Grab? Jst Heil'ger Geift, barmherziger auf ewig nun verloren, was Tröster! Ew'ger Gott und Herr! sich unser Herz erkoren? Laß sie nicht versinken in des 2. Nein, du bist uns nicht Todes letzter Angst! Sey ihr verloren, ob dein Leib auch bald starker Schutz! zerfällt, denn dein Geist weilt 2. Wer mit einem Trunke neugeboren schon in einer bes- labt deiner Jünger Einen, der sern Welt. Was du Wabres soll dort mit frobem Muth im hier gedacht, was du Gutes Gericht erscheinen. Wir labtreu vollbracht, reift zu ew'gem ten gern die Matten. Doch Heil und Segen dort vergel- da sie nichts mehr laben kann, tend dir entgegen. fleben wir für sie dich an. D Vater, unser Gott! Mitt3. Auch bei uns, die dich beweinen, wirkest du in Segen ler, Jesu Chrift! Heil'ger Geist, fort; unvergessen von den Dei- barmherziger Tröster! Ew'ger nen bleibt dein Beispiel und Gott und Herr: Laß fie freudein Wort. Uns, die deinen dig stehen in der Stunde 429 des Gerichts! Sey ihr starfer Schutz! 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd' ich im Grab 3. Ach, weil Jefus Cbriftus nicht bleiben: mein böchster selbst diesen Kelch getrunken, Trost dein' Auffahrt ift, fie und von größ'rer Qual umringt fann die Furcht vertreiben: ift in's Grab gefunken um sei denn wo du bist, da komm' ich nes Todes willen hör' unser hin, daß ich stets bei dir leb' tbränenvoll Gebet, das für sie und bin, d'rum fahr' ich hin um Gnade flebt! unser Gott! Vom Tode. O Vater, mit Freuden. Mittler, Jeſu Cbrift! Heil'ger Geift, barmmel. Jesu, meines Lebens ic. berziger Tröfter! Ew'ger Gott 752. Wer mit gläubigem und Herr! Laß sie sanft entGemüthe an dem schlummern und einst fröhlich Sobne Gottes bing, wer für auferstebn! Sey ihr starker seine Ehre glübte und auf sei Schutz! nen Wegen ging, dessen Angedenken ehre, wenn er stirbt, die fromme Zábre, und mit ſeis 751. Wenn einft mein nem tbeuren Bild bleibe jedes Mel. Wenn mein Stündlein c. Stündlein kom- Herz erfüllt. men ist, daß ich nun soll er- 2. Er hat jenen Ruhm erblaffen, so steh' mir bei, Herr worben, welcher immerdar bes Jefu Chrift, du woll'st mich nicht verlassen. An meinem letzten End' befebl' in deine Händ' ich meine Seel', du wirst sie wohl bewahren. steht, und mit ihm ist nicht geftorben, was er Gutes ausgesa't; diefes bleibt, wie in den Stunden, wo die Sonne schon verschwunden, noch der Abendröthe Schein bleibet, um uns zu erfreu'n. 2. Die Sünde wird mich fränken sehr, mein Herz mich hart vertlagen; der Schuld ift viel wie Sand am Meer, so daß ich möcht' verzagen. Doch denk ich in der letzten Noth an deinen bittern Kreuzestod; so hab' ich Troft und Frieden. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, deß tröft' ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib' in Todesnoth und Schmerzen. Und wenn ich sterbe, sterb' ich dir, ein ew'ges Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 3. So auch ließ er seiner Thaten vollen Segen uns zurück, und ihm reift aus diesen Saaten jetzt des Himmels ew'ges Glück. Gott, der Richter aller Welten, wird sie offenbar vergelten; alle bringt er an das Licht, nur der Fehler denkt er nicht. 4. Preift den Herrn, daß seine Gnade Kraft dem nun Verklärten gab, um der Wahrheit heil'ge Pfade fest zu wandeln bis an's Grab; preift den 430 Vom Tode. Herrn, der ihn geliebet, ihn| ten wohn', erwecke mich, o durch weise Zucht geübet, und Gottes Sohn, daß ich mich ihn der berberbten Welt hat ftets erhalte wach, und jeden zum Beispiel aufgestellt. Tag, ehe ich noch sterbe, fters ben mag. 5. Dieses bleib', als sein Vermächtniß, ewig unserm Herzen werth, und es werde sein Ges dächtniß, wie er es verdient, geehrt! Gleich ihm laßt uns eifrig streben, Chrifto, unserm Herrn, zu leben, freudig, wie auch er gethan, wandeln auf des Heiles Babn. 6. Ehren also wir die Brüder, die man zu dem Grabe trug, o, dann ehrt man so uns wieder, wenn auch unsre Stunde schlug. Dann wird mancher Fromme sagen: würdig ist er unsrer Klagen, würdig, daß man ihn beweint, denn er war des Heilands Freund. mel. Jo bab' mein' Sac' xc. 753. ie fleucht dahin 5. Was hilft die Welt in letter Noth? Luft, Ehr' und Reichthum in dem Tod? Was kehrst du dich dem Eitlen zu, es fliebt im Nu und führt dich nicht zur wahren Rub'. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Luft! mir ist das höchste Gut bewußt, das such' ich eifrig für und für, das bleibet mir; Herr Jesu, zeuch mein Herz zu dir! der Menschen Beit! wie eilen wir zur Ewigfeit! wie Mancher sinkt in To desnacht, eb' er's gedacht und fich bazu bereit gemacht. 7. Wie wird mir seyn, wenn ich dich seh' und dort vor deis nem Throne steh'! dann ist verschwunden diese Zeit mit ihrem Leid und ich geb ein zur Herrlichkeit. Das Ende der Frommen. Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. 754. Wie fanft fehn wir 2. Das Leben ist gleich einem Traum, ift nur ein Land und nicht'ger Schaum; der Blume gleicht's, die heute steht und schnell vergeht, sobald der Wind darüber geht. den Frommen nun bald der Erd' entnommen, fich seinem Ziele nahn: wo von den eitlen Freuden die Sünder troftlos scheiden, gehn seine höchsten Freuden an. 2. Er freut sich auf sein Ende und hebt voll Dank die 3. Nur du, mein Gott, du Hände zu seinem Vater auf: bleibeft mir das, was du bist, gesichert vor Verderben, kann ich traue dir; laß Berg' und er nun fröhlich sterben, nach Hügel fallen bin, mir iff's Ge- einem wohlvollbrachten Lauf. winn, wenn ich bei meinem 3. Sein ruhiges Gewiffen Jefu bin. bebt nicht vor Finsternissen der 4. So lang' ich in der Hüt- Bahn, die er nicht fennt: des Vom Tode. Todes dunkle Pfade erhellt ihm Gottes Gnade, den er in Christo Vater nennt. 4. Mit dankendem Gemüthe preift er des Mittlers Güte, der ihn dem Tod entreißt: sein Herz, zu Gott erhoben, em pfängt den Troft von oben, und Fried' und Freud' im heil gen Geift. 431 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben für die Ewigfeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Dem Tode folget das Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht; des Herzens Ratb wird offenbar und was uns hier verborgen war. 5. Er tröftet noch die Seinen, die um fein Lager weinen, er mahnt und segnet fie; und sei ner Treue wegen erfüllet Gott den Segen, verläffet und verfäumt fie nie. 6. Die Engel fteigen nieder, 6. Da nun der Tod dir täglich dráu't, so sey stets wacker voll heil'ger Jubellieder die und bereit; prüf' deinen GlauSeele zu empfahn: er stimmt ben als ein Chrift, ob er durch in ihre Chöre, bringt seinem Liebe thätig ist. Mittler Ehre, der Großes auch an ihm gethan. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch, durch 7. Herr, lehre mich im Leben des Erlösers Tod vor Gottes dem Glauben nachzuftreben, der Thron gerecht zu seyn, dies solches Heil erwirbt: mein ift macht noch nicht von Sünden des Himmels Erbe, wenn ich rein. so selig sterbe, wie der gerechte Fromme stirbt. Mel. Nun laßt uns den Leib ic. 755. ie ficher lebt ber Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fcb lend Laub; und dennoch schmeis chelt er sich gern, der Tag des Lodes sey noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greifes Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und Reiner nimmt den rrthum wahr. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folget, sich vom Bösen kehrt; ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt, dies ift es, was in Chrifto gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'. Du wirkft sie nicht, Gott wirket sie; du aber ringe ftets nach ihr, als wäre fie ein Werk von dir. 10. Das, was dem Höchften wohlgefällt, das Ziel, das er dir vorgestellt, und was dir ewig Heil verschafft, ift Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Die Liebe in des Glaubens Kraft ist, was dir ew'ges 432 Vom Tode. Heil verschafft, fie, zum Beruf Frucht | dir vorgestellt, sie ist's allein, fey.was( Sott gefällt. des Geistes in mir 13. Daß ich zu dir um 12. Gieb, Herr, daß ich Gnade fleb', dem Bösen rustig an jedem Tag mein Herz vor widersteb', und endlich in des dir erforschen mag, ob Liebe, Glaubens Wacht mit Freuden Demuth, Fried' und Treu' die ruf': es ist vollbracht! XXVI. Vom ewigen Leben. In eigener Melodie. die, mit Himmelsglanz umge 756. Alle Menschen müs ben, fleben vor des Ew'gen fen sterben, ibre Thron; wo der Seraphinen Herrlichkeit verblüht, Niemand Chöre dem Anbetung weibn fann den Himmel erben, der und Ehre, den ihr ew'ges Lobzuvor den Tod nicht fiebt! lied preift, Gott, den Vater, Erde bin ich und zur Erden Sohn und Geist. muß mein Leib einst wieder werden, soll er berrlich auferstehn und zum höhern Leben gehn. 5. Wo die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen fizet der Apostel Zahl, wo von Anfang alle Frommen sind zur ew'gen Rub' gekommen, wo auch die, so ich beweint, mit dem Heiland find vereint. 2. Darum will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott gefällt, gern in seine Hände geben und verlassen diese Welt; denn ich bin durch Christi Lei- 6. Alle, die sein Kreuz geden dort ein Erbe seiner Freu- tragen und gekämpft des Glauden, und in meiner letzten bens Streit, sehn verwandelt Noth ist mein Trost des Mitt- ihre Plagen dort in Fried' und lers Tod. Seligkeit; weihn ihm ihre Ju3. Jesus ist für mich gestor- bellieder, werfen ihre Kronen ben und sein Tod ist mein nieder vor dem Herrn, der sie Gewinn, er hat mir das Heil erwählt und den Seinen beigeerworben, d'rum geb' ich mit zählt. Freuden hin; aus dem eitlen 7. Gottes Stadt, voll ew'ger Weltgetümmel schwing' ich mich Schöne! o wie herrlich glänzest empor zum Himmel, wo ich du! o, welch lieblich Lobgetone in dem reinsten Licht schaue bört man dort in fel'ger Rub'! Gott von Angesicht. Oder großen Freud' und 4. Dort in jenem Freuden- Wonne, dort geht auf die wahre Jeben find' ich Millionen schon, Sonne, und der helle Tag Vom ewigen Leben. 433 bricht a., der kein Ende neh- dir und Heil und ewig Leben! men kann. dies willst du auch aus Gnaden mir mit den Erlöften geben: dort werd' ich, was mein Sehnen stillt, und mich mit reiner Luft erfüllt, in voller G'nüge finden. 2. Dich, den ich bier voll Zuversicht schon Vater durfte nennen, dich lern' ich dann im hellern Licht, in deiner Liebe fennen; mit hoher Freude bet ich dann auf ewig dein Erbarmen an, das mich zum Himmel führte. 8. Jch entbrenne vor Ver langen, was ich glaub' im Licht zu sehn, meine Krone zu em pfangen und verklärt vor Gott ju ftehn. Sinke bin, mein Leib, zum Staube; denn ich weiß, an wen ich glaube, mir ift Sterben ein Gewinn; denn ich geh' zu Chrifto hin. In eigener Melodie. 757. Muferstehn, ja auf erftebn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh! Unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben! Halle lujab! 2. Wieder aufzublühn werd' ich gesät! Der Herr der Erndte gebt und sammelt Garben; er fammelt uns, die starben, in's Himmelreich! 3. Tag des Dants, der Freudenthränen Tag! Du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erwedst du mich! 4. Wie den Träumenden wird's dann uns seyn; mit Jefu gehn wir ein zu seinen Freuden! Der müden Pilger Leiden find dann nicht mehr! 3. Dort find fie alle mir entbüllt, die Wunder deiner Stärke, und mit Entzücken ganz erfüllt, erheb' ich deine Werfe; bollkommner, als hier in der Zeit, ftrahlt mir dann deine Herrlichkeit im höhern Glanz entgegen. 4. Da werd' ich deinen gnäd'gen Rath noch mehr, als hier, verstehen, dir danken, daß den richtgen Pfad dein Geift mich lehrte gehen; und daß auch, wo du mich betrübt, mich deine Weisheit nur geübt und mich zu dir gezogen. 5. 3um Ziele reiner Heiligkeit werd' ich, o Gott, dann bringen, und was dein Wille mir gebeut, mit Freudigkeit boll bringen; ich fühle dann die reinste Luft, bin keiner Sünde mir bewußt und schmecke deis nen Frieden. Mel. Es ist das Heil uns ic. 6. Den Heiland, den ich hier geliebt, seb' ich dort mir 758. Der Freuden Quell zur Wonne, bie Herrlichkeit, ist, Gott, bei die ihn umgiebt, wird mir zur 28 5. Ach! in's Allerheiligste führt mich mein Mittler, ihn schau' ich! Im Heiligthume leb' ich zu seinem Ruhme! Hallelujah! 434 Vom ewigen Leben. ew'gen Sonne. Auch da ist er dein Freund mit Preis sich aus mein Herr und Freund, durch dem Grab' erheben. Dann zeigt ihn bin ich mit dir vereint und die That, Herr Jesu Christ, allen Auserwählten. daß du der Fürst des Lebens bist, zum Schrecken aller Sünder. 7. Der Freuden Fülle ist bei dir, mein Gott, in jenem Leben; da wirst du überschwang- 5. Dann sammeln sich um lich mir, was mich erfreuet deinen Thron die Deinen, Herr, geben; da währt mein Glück mit Freuden; du giebst der in Ewigkeit, nichts fehlt ihm Treue ew'gen Lohn, vergiltst an Vollkommenheit. D bilf es der Erde Leiden. Sie erndten mir erreichen! dann nach Gottes Rath der Freuden Füll' aus Thränensaat im Reiche deiner Gnade. 6. O möcht auch ich dem Weltgericht getroft entgegenzum Weltgericht, sehen und dort vor deinem den Erd' und Himmel ehren! Angesicht mit den Erwählten o weigert euch, Erlöfte, nicht, stehen! Durch dich von Angst jest auf sein Wort zu hören. und Furcht befreit, im Schauen Wer hier ihn bloß den Herrn deiner Herrlichkeit jauchzt bir genannt und ihn nicht durch dann meine Seele. die That bekannt, der wird d dort nicht bestehen. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. 759. Ser er Heiland kommt 2. Herr, ich will deiner Ma- mel. Aus meines Herzens Grunde ic. jeftát mit frommer Treue dies 760. Der letzte meiner nen, ist gleich, wie Gott dich Tage ist mir hat erhöht, uns noch nicht ganz vielleicht nicht fern; o dann erschienen. Was uns hier noch wird alle Klage ein Lobgefang verborgen war, wird einst voll- dem Herrn. Vollbracht ist kommen offenbar, wenn du wirst dann mein Lauf; geendet ist wiederkommen. mein Leiden; mich nimmt zu seinen Freuden der Herr, mein Mittler, auf. 3. Wenn dann der Weltkreis bor dir bebt, in seinem Grund erschüttert, und Alles, was auf Erden lebt, vor bangem Warten zittert, wenn alle Engel um dich stehn, dann werden Erd' und Himmel fehn, wie hoch dich Gott erhöhet. 2. Er hat mir durch sein Sterben den Himmel aufgethan, ich soll sein Reich ererben und ew'ges Heil empfahn. Von ihm bin ich ein Glied; hat sich mein Haupt erhoben, so weiß ich, daß 4. Dann werden, Herr, auf nach oben der Herr mich zu dein Geheiß die Todten wieder sich zieht. leben, dein Feind mit Furcht, 3. Nur meines Leibes Bürde Vom ewigen Leben. 435 verschließt die finft're Gruft.| Tage, und dann wird alle Klage Mich hebt zu höb'rer Würde ein Lobgefang dem Herrn. mein Jesus, der mich ruft. Er gehet mir voran, und durch Mel. O Ewigkeit, du sc. bes Todes Grauen folg' ich ihm 761. Der Tag, an dem mit Vertrauen auf neuer Lemein Heiland bensbabn. spricht: kommt, Menschen, kommt vor mein Gericht! erfüllt mich nicht mit Beben. Der mich zu seiner Schaar berief, auf dessen Tod ich hier entschlief, wird mich zu fich erheben. Ich kann auf die Verheißung bau'n, daß ich sein Antlitz werde schau'n. 2. Wie freu' ich mich der großen Zeit, da ich zu seiner Herrlichkeit verklärt hinüber gebe! Heil mir, wenn ich, von Sünden rein, mich seiner ewiglich zu freu'n, vor seinem Throne stehe; wo ich mit den Erlöften dann ein höh'res Lied ihm fingen fann. 4. Schon ftrablet meinen Blicken des böbern Lichtes Glanz; mit feligem Entzücken erfüllet es mich ganz. Da nenn' ich hocherfreut die Engel meine Brüder und sinke staunend nieder vor Gottes Herrlichkeit. 5. Mit unverwelfter Krone ziert mich des Vaters Huld zum reichen Gnadenlohne, d'rum harr' ich in Geduld. Der Dulder wird geehrt und mit dem Schmuck bekränzet, worin der Sieger glänzet, der sich im Kampf bewährt. 6. Dort steht die ew'ge Hütte, die Gott hat auferbaut, wo in der Sel'gen Mitte sein Antlitz wird geschaut. Dort wird nicht mehr geweint, dort herrschet lauter Wonne, weil Gottes Gnadensonne in alle Herzen scheint. 3. Da, wo mein Heiland, Jesus, ist, wohnt Freude, die fein Geift ermißt, und seliges Entzücken. Der Herr, mein Heil auf Erden schon, wie wird er dort vor seinem Thron mich 7. Laß mich im Glauben wunderbar erquicken! von ihm träftig, im Lieben treu und strömt Seligkeit und Rub' mir rein, im Werk des Heils geschäftig auch unter Trübfal feyn. Erhalte, Lebensfürst, mich treu in deinem Bunde, bis daß dann in ew'ger Fülle zu. einst fommt wo du mich rufen wirft. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 762. es Todes Grau'n, 8. Nie beuge finftre Trauer zur Erbe meinen Sinn; des Lebens längste Dauer, sie ist doch bald dahin. Heil mir! er 2. Nur diese Hütte fällt ja ist nicht fern, der letzte meiner bin, mit der ich bier umgeben des Grabes Nacht flieht, Herr, vor deiner Wahrbeit macht; mein Geift, er leuchtet durch dein Licht, erbebt vor der Verwesung nicht. 28 436 Vom ewigen Leben. bin; ich selber, lebend wie zu 11. Der Tod darf mir nicht vor, schwing' aus den Trüm- schreckend seyn; er führt zum mern mich empor. wahren Leben ein. Durch Gottes Kraft besiegt mein Herz der Krankheit Laft, der Trennung Schmerz. 3. Ein inn'res mächtiges Gefühl verkündigt mir mein höh' res Ziel; das Streben nach Vollkommenheit erhebt mich über Erd' und Zeit. 12. Wann hier von uns, die Gott vereint, der Letzte auch hat ausgeweint, dann wird ein frohes Wiedersebn auf ewig unser Glück erhöhn. 13. Herr unsrer Tage, führe uns Alle diesem Ziele zu, daß uns bei standhaft frommer Treu' des Lebens End' erfreulich sey. 4. Dich, Höchfter, hab' ich bier erkannt, boll Liebe Vater dich genannt; in dieser Seelen würde liegt ein Hoffnungsgrund, der nimmer trügt. 5. Dein Wort zeigt mir die beff're Welt; so ist mein Glaube festgestellt. Wie herrlich wird der Menschheit Werth durch Jesu Zusag' aufgeklärt! Mel. Kommt ber zu mir x. 6. felge Aussicht auch für 763. u fiebst, o Mensch, wie fort und fort, 3 mich! entzückt hebt meine Seele sich. Ich seb' im Geift des Chriften Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. der Eine hier, der Andre bort, der Welt muß Abschied geben. Der Tod bemmt endlich unfern Lauf, des Grabes Pforte thut fich auf uns Allen, die wir leben. 7. Da find' ich, was dein ew'ger Rath zu meinem Heil geordnet hat, genieße beinen Gnadenblick und ganz vollendet ist mein Glück. 8. Viel Freude gabst du mir schon hier, o Gütiger, wie dank ich dir! stets folgte kleinerm Ungemach die größere VersüBung nach. 9. So hat schon dieser Kind heits- Stand der höhern Hoffnung Unterpfand; die Liebe, die mich hier beglückt, ist's auch, die ewig mich erquict. 10. Des freudigsten Vertrau ens voll erwart' ich, was mir werden soll, wenn ich, von Sünd' und Noth befreit, nun reife zur Vollkommenheit. 2. Bedenk es weislich in der Zeit und fleuch den Schlaf der Sicherheit, erhalte dich stets wacker; das wird noch nicht das Ende seyn, wenn man hinaus trägt dein Gebein zum ftillen Gottesacker. 3. Wir werden aus den Gråbern gehn und dann vor dem Gerichte stehn, das Chriftus selber heget, wann er in Herrlichkeit fich zeigt und alle Welt, in Staub gebeugt, sich ihm zu Füßen leget. 4. Vernehmen wird dann alle Welt das Urtheil, so der Richter fällt, die Sünder sollen Vom ewigen Leben. 437 büßen; da hilft kein Trug noch oft trüber Schmerz zum ew'gen Heuchelschein, sich selbst der Leben leitet. Wir blicken in Wiffetbat zu zeihn zwingt Alle das tiefe Meer, den Grund zu das Gewiffen. schauen ist zu schwer; es find die Tiefen Gottes! Mehr, biel mehr, als wir verstehn, mehr, als unfre Thränen flebn, giebt uns, der ewig liebte. 3. Sey start, o Seel', und zage nicht, durch's finstre Thal zu wallen. Nah' an des Thales Nacht ist Licht und laute Jubel schallen. Dem letzten Seufzer, der entflieht, mischt sich der Engel beilig Lied zu des Erlösers Preise. Er erfüllt des Bundes Eid; er ist ganz Barmherzigkeit; Dank sey ihm, Ruhm und Ehre! 5. Ach Gott, fällt mir dies Urtheil ein, so dringt es mir durch Mark und Bein, mein Herz fühlt Angst und Schrekfen. Demüthig ruf' ich Jesum an: du, der für mich genug gethan, laß dein Verdienst mich decken! 6. Ja, Herr, du meine Zuversicht, bist mir nicht schred lich im Gericht, der Furcht bin ich entladen; zu deiner Rechten rufft du mich, aus deinem Miunde höre ich den süßen Spruch der Gnaden. 7. Verleib', daß ich mit ernftem Sinn mich, weil ich noch bei Kräften bin, zum Sterben fertig balte nicht Mel. O daß ich tausend: c. 765. rbebe mit der AnSchwingen, der Sündenluft, Herr, deines Heiles unbewußt, zum ew'gen Tod erkalte. mein Geift, dich über Welt und Zeit; laß deines Glaubens Blide bringen in's Lichtreich der Unsterblichkeit; erwäge frob, was Chrifti Geift den standhaft Gläubigen verheißt. Mel. Der Tag, der ist so sc. 764. inft reift die Saat! er- 2. Wer glaubt, hat Theil fteht zum neuen, ew'gen Leben. an Chrifti Ehre, an seiner HerrEr, der da kommt voll Maje- lichkeit, wer liebt; einst schöpft stát, wird mir's aus Gnaden aus ew'gem Freudenmeere, wer geben. Im Schooße Gottes hier im Dulden sich geübt, und ruht mein Geift von allen Mü- keines Menschen Mund beschreibt hen aus und fleußt von Wonn' des Christen Heil, der standhaft anbetend über. Ach! mein Auge bleibt. schaute nie, meinem Ohr ertönte nie solch Heil auf dieser Erde! 3. Vollbracht! rief einft nach heißen Stunden am Kreuze Jesus Chriftus laut; gequält von Schmerz und Todeswunden rief er zu Gott, dem er 2. Das kommt in teines Menschen Herz, was Gott uns dort bereitet, uns Pilgern, die vertraut. Er ward erhört, die 438 Vom ewigen Leben. Stunde fam, die allen Schmer- einft der Engel Luft! Gott, zen ihn entnahm. 4. Vollbracht! wie lang' es auch noch währe, ruf' einst im Todeskampf' auch ich; getrocknet wird dann jede Zähre und ferner drückt fein Leiden mich. Ein Herz, von Lieb' und Glauwelch ein Troft im Erdenleide, der Himmel schon in meiner Brust! Ja, reines Herzens will ich seyn, und der Verheißung Füll' ist mein! Mel. Ewigkeit, du c. ben voll, weiß, was es hoffen 766. Erhöhter Jefu, Gots darf und teś der du 5. D'rum will ich ohne Mur- schon längst der Himmel Thron. ren tragen, so lang' du willst, der Prüfung Last; die Deinen dürfen nicht verzagen, seit du, Herr, überwunden haft. Sie dringen, wie dein Wort verspricht, aus dunkler Nacht zum fel'gen Licht. als Herrscher eingenommen; du wirft dereinst zur rechten Zeit, in großer Kraft und Herrlich keit, vom Himmel wieder kommen. Gieb, daß mit freudigem Vertrau'n dich dann auch meine Augen schau'n. 6. Werd' ich vor Freude mich noch kennen, wenn ich dem Staub entflohen bin? Wie anders werd' ich Alles nennen, wenn nun verkläret ist mein Sinn. Von Irrthum und von Sünden rein, bei dir, wie selig werd' ich seyn! 2. Jft bier ein Geift, der fas sen mag die Hoheit, die an je nem Tag du wirst dem Blick entfalten? wann auf des Himmels Wolken einst du mit der Engel Heer erscheinst, um das Gericht zu halten? Dann sieht die Welt die Majestät, wozu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Darf ich schon hier von Jesu stammeln, wie wird mir dort als Sieger seyn! wenn Engel fich um mich versammeln, sich meiner Freuden mitzufreu'n. Ulmringt von der verklärten Schaar, wie anders bin ich, als ich war! 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit göttlicher Gewalt hinab und schafft ein neues Leben; auf deinen Wink muß Erd' und Meer der Todten unzählbares Heer dem Lichte wieder geben; was die Verwe sung hier gefehn, muß aus den Grüften auferstehn. 8. Jch wandle dann in jenen Höhen, wo ew'ge Paradiese blühn; von Angesicht werd' ich 4. Du sammelft fie vor deis dich sehen, vor dem der Sel'gen nem Thron, daß Alle den geSchaaren fnie'n. Dort trifft rechten Lohn nach ihrer That auch mich dein Gnadenblick; o empfangen. Dann trifft den welch ein unaussprechlich Glück! Bösen Schmach und Pein, die 9. Heil mir! mein harret Frommen gehn zum Leben ein, ew'ge Freude, mein Herz fühlt das sie durch dich erlangen. So Vom ewigen Leben. 439 zeigest bu, Herr Jefu Chrift, und regieret der ew'ge Gottesdaß du der Menschen Richter sohn, und ewig triumphiret ihr bift. vor des Mittlers Thron. 5. Gieb, wenn dein großer Tag erscheint, daß ich im Richter auch den Freund, den Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steb' und ein zu deinem Himmel geh', befreit vom Fluch der Sünde. Hilf daß ich nutze diese Zeit, zu schaffen meine Seligkeit. 4. Hier sind die Siegespal men, hier ist das weiße Kleid; bier tönen Freudenpsalmen, voll bracht ist Kampf und Streit; bier stehn die reichen Garben, hier büllet das Gebein der Frommen, die da starben, sich in Verklärung ein. 5. Hier ist das Land der 6. Dein Name sey mir ewig Wonne; hier sind die Friedenswerth, und was dein Wort von Au'n; hier sinket nie die Sonne, mir begehrt, das laß mich treu- der Glaube wird zum Schau'n. lich üben. Dich, den der ganze Mach', Herr, ein fröhlich Ende, Himmel preift, dich muß im und führ' uns aus dem Streit! Glauben auch mein Geist aus wir heben Haupt und Hände allen Kräften lieben; dann fann nach der Erlösungszeit. mit freudigem Vertrau'n ich dich an jenem Tage schau'n. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund ic. 768. Es ist noch eine Rub vorhanden; auf, müdes Herz, und werde Licht! Hier seufzest du in schweren Banden und deine Sonne scheinet nicht. Sieh' auf den Hei land, der mit Freuden dich dort vor seinem Stuhl wird weiden; wirf hin die Last und eil' hinzu. Bald ist der heiße Kampf geendet, bald ist der schwere Lauf vollendet und du gehst ein zur ew'gen Rub'. 2. Gott selber hat fie uns erkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; eb' noch ein Mensch zur Welt geboren, bat 3. Die ihr Geduld getragen uns die Liebe sie bestimmt. Der und treu erfunden seyd, geht Mittler wollte darum sterben, ein nach Kreuz und Plagen zur uns diese Ruhe zu erwerben, Freude sonder Leid. Hier lebet er ruft, er lockt uns allzumal: Mel. Dalet will ich dir xc. 767. Ermuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein! der Abend ist gekommen, bald bricht die Nacht herein. Macht eure See len fertig, der, deß ihr harrt, ist nah', seyd eures Heils gewärtig und singt Hallelujah. 2. Nicht lange wird er weilen, hebt eure Häupter auf, entgegen ihm zu eilen, beflügelt euren Lauf. Es nah'n Erquitfungszeiten, die Abendröthe zeigt den schönen Tag von weiten, vor dem das Dunkel weicht. Vom ewigen Leben. 440 tommt ber zu mir, ihr müden Seelen, bei mir foll euch die Rub' nicht fehlen, ich mach' euch frei von aller Qual. Mel. Wer nur den lieben Gott it. 769. Es ist noch eine Rub' vorhanden für jeden Gott ergeb'nen Geift, wenn er sich dieses Körpers Banden nach Gottes Willen einst entreißt, zur höhern Welt empor sich schwingt und dort zur vol len Freiheit bringt. 2. Zu dieser Ruhe werd' ich kommen, und, Gott, wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenommen, fang' ich das neue Leben an, wo keine Bürde 3. Was kann der Kranke höher schätzen, als wenn in füßen Schlaf er finkt? Was fann den Wandrer mehr er gößen, als wenn ihm eine Rubftatt winkt? Doch was fie Beide hier gefunden, es find nur flücht'ge Ruhestunden, sie währen eine kurze Zeit; die wahre Rub' wohnt nur dort oben, dort ist sie Allen auf mich gehoben und bleibet uns in Ewigkeit. 4. Dort wird man Freudengarben bringen, denn unsre Thränensaat ist aus. O welch ein Jubel wird erklingen in unsers Vaters ew'gem Haus! Schmerz, Leid und Tod muß von uns weichen, wir werden unser Ziel erreichen und Jesum, unsern Heiland, sebn. Da wird er trocknen unsre Thränen und stillen seiner Gläub'gen Sehnen; was wir hier hofften, wird ges schehn. mehr drückt und ew'ger Friede mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so tröftet deine Gnade mich; ich freue dann mit den Erlöften mich der Vollendung ewiglich; dort machst du selbst mir offenbar, wie selig deine Führung war. 4. Da schweigen alle meine Klagen und werden froher Lobgefang; da bringt auch für der Erde Plagen dir meine Seele Preis und Dank; ich jauchze dann: es ist vollbracht, der Herr hat Alles wohl gemacht! 5. Da ruhen wir und find 5. Auf ewig trifft mich dann in Frieden, von Arbeit, Müh' kein Leiden, kein Schmerz und und Sorgen los. D, fasset feine Schwachheit mehr; du dieses Wort, ihr Müden, legt führst mich zu vollkommnen euch in eures Jefu Schooß! Freuden und fröneft mich mit D'rum schwingt euch auf, wir Preis und Ehr. O unaus. müssen eilen, wir dürfen hier sprechlich süße Rub'! wie herrnicht länger weilen, dort war lich, Höchster, segneft du! tet schon der Sel'gen Schaar! 6. Gott, laß mir stets vor Fort, fort, mein Geift, zum Augen stehen das Heil des Jubiliren, umgürte dich zum Triumphiren; auf, auf, es kommt das Rubejahr! Frommen, der dich liebt; daß er der Unruh' soll entgehen, die bieses Leben noch umgiebt, das Vom ewigen Leben. 441 flöße Muth und Kraft mir ein, 3. Welcher Glanz hat sich dir auch im Leiden treu zu seyn. 7. Mein Heiland, der du felbft auf Erden der Leiden Joch getragen haft; will ich des Lebens müde werden, so bilf mir tragen meine Laft und stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth fich entreißt. 8. Gieb, daß in Hoffnung jener Rube, die einst der From men Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; dann folgt auf meine Prüfungszeit gewiß vollkommne Seligkeit. umfangen, seit dir der Tag ift aufgegangen, das Leben nach des Todes Nacht! Sey gefegnet, Amen, Amen, du fiegst in Jefu Chrifti Namen, der sterbend auch für dich vollbracht. Nicht du, der Herr allein macht dich von Sünden rein aus Erbarmen. Du fällst nicht mehr, der Sel'gen Heer kennt feine Sünd' und Schwachheit mehr. 4. Mag den Leib die Erde decken, er rube! der Verwesung Schrecken ergreifen deine Seele nicht. Weinend gehn wir, ihn zu fäen, der unverweslich soll erstehen zur Herrlichkeit, nicht zum Gericht. Wir senkten ihn binab; der Herr bewahrt das Grab, wo er schlummert. Nach furzer Rub' erstehst auch du und eilft dann der Verklä rung zu. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 770. allelujah, Amen, Amen! du starbft auf Chrifti heil'gen Namen, vor dem sich Erd' und Himmel beugt. Gläubig gabst in seine Hände du ihm an deiner Laufbahn Ende die Seele, die der Erd' entfleucht. Heil dir, erlöfter Geift, der nun am Thron ibn preift, 771. 771. deinen Heiland! der dich föhnt, den Gott gekrönt, der ift's, dem nun dein Lob ertönt. ver2. Wenn dich hier die Sünd' erschreckte und dir der Gnade Troft verdeckte, verdammte dich doch nur dein Herz. Nun kann fie dich nicht mehr schrecken, nicht mehr die Gnade dir ver decken; der Herr ist größer als Mel. Zerzliebster Jesu zc. ier bin ich fremd, wie meine Vä ter waren. Wie sollt ich freudig nicht zur Heimath fahren? Mir ist mein Bürgerrecht schon aufgehoben beim Herrn dort oben. 2. Dort, wo mein Fuß nicht irret mehr noch gleitet, ist mir die ew'ge Wohnung schon berei tet; dort ist die Rub' in Gottes dein Herz. Mehr als du je reinem Frieden auch mir be geflebt, mehr als der Mensch schieden. berftebt, ist dir worden. Weil er's vollbracht, bist du erwacht zum Leben aus des Todes Nacht. 3. Hier wall' ich, noch umhüllt mit Staub und Erde, umringt von Mängeln, Siech thum und Beschwerde; dort 442 Vom ewigen Leben. werd' ich leicht und frob mit Le-| hier auf der Bahn des Friedens gionen von Engeln wohnen. leitet, er, mein Heiland, bat 4. Was hier die schwachen in dir eine Stätte mir bereitet, Hände sparsam nehmen, davon und an deiner Bürger Heil hat wird dort die Fülle mich um auch meine Seele Theil. strömen; den Geist wird reine Freud' an Gottes Werken entzückend stärken. 5. Die kleine Kraft wird dort sich wuchernd mehren, das dunkle Wort sich beller stets verklären; in heil'ger Glut wird sich der Bund der Seelen, die Liebe, stählen. 4. Oft bet' ich zu meinem Herrn: ach, wann stillst du mein Verlangen? bin ich noch vom Ziele fern? werd' ich bald die Kron' empfangen? Auf die Stunde harrt mein Geift, die mich aller Noth entreißt. 6. 3war Gottes Kinder find wir schon auf Erden; doch wer spricht aus, was wir dort oben werden! O Herrlichkeit, dort in des Lichtes Reichen ihm selbst zu gleichen! 7. Gott Lob, daß ich bier fremd bin, wie die Väter! fie gingen früber heim, ich folge später. Gott Lob, ich werde zu der Heimath Freuden von binnen scheiden. 5. O wie wohl wird dann mir seyn, wenn ich kann von binnen scheiden, hinter mir der Erde Pein, vor mir sel'ge Himmelsfreuden! Nach des schwülen Tages Laft sucht der Wandrer Rub' und Rast. 6. Nur die Kinder dieser Welt muß der Ruf zum Tod erschüt tern. Wer an Gott fich gläubig bält, darf nicht bange feyn und zittern. Eins mit Chrifto fürcht' ich nichts an dem Tage des Gerichts. 7. Daß ich diese Freudigkeit bis an meinen Tod empfinde, mache siegreich mich im Streit, Jesu, gegen Welt und Sünde! Stärke mich in meinem Lauf und am Ziele nimm mich auf! Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 772. Bier ist nur mein Prüfungsstand, hier ist nicht mein bleibend Erbe. Dort, dort ist mein Baterland, daß erreich' ich, wenn ich sterbe. Dann bring' ich dir, Mel. Aus tiefer Noth c. Herr, mein Gott, Breis und 773. weiß, woran mein Herz fich 2. Gottes Stadt, die droben bált, ich weiß, an wen ich ist, wo der Unsichtbare wohnet, glaube; ich bin ein Bürger jes wo mein Mittler, Jesus Chrift, ner Welt, leb' ich gleich noch die Vollendeten belobnet! Got im Staube. Was ich hier tesstadt, nie denk ich dein, ohn' glaubte, schau' ich dort; der in Hoffnung mich zu freu'n! Herr ist treu; er wird sein Wort einst herrlich mir erfüllen. 3. Er, dein König, der mich Vom ewigen Leben. 443 2. Hier seh' ich dunkel nur 2. O schöner Tag, o sel'ger mein Heil, dort werd' ich's ganz Augenblick, wann bricht dein empfinden; hier ist die Schwach- Glanz hervor, da frei und beit noch mein Theil, dort bin leicht zu reinem Himmelsglück ich frei von Sünden. Dort wird sich schwingt die Seel' empor, an mir des Höchsten Bild, von da ich sie übergebe in Gottes feinem Schatten mehr umbüllt, treue Hand, auf daß fie ewig in vollem Glanze ftrahlen. lebe in jenem Vaterland? 3. Das Leben hier ist nur ein Streit, dort winket mir die Krone; das volle Glück der Ewigkeit wird mir zum Gnadenlohne. Du hier auf Erden schon mein Ruhm, o Herr, wirst dort mein Eigenthum: was kann mir Größ'res werden? 4. Dies Heil hast du mir felbft erkauft durch deine bittre Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft, was kann mich von bir scheiden? du zeichneft mich in deine Hand: du bist mir, ich bin dir bekannt und nie wirst du mich laffen. 3. O'Himmelsburg, gegrüßet sebst du mir, thu' auf die Gnadenpfort'; wie lange schon bat mich verlangt nach dir! Ich eile freudig fort, fort aus dem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, der ich war hingegeben in meiner Prüfungszeit. In eigener Melodie. 774. Perusalem, bu bochgebaute Stadt, ach wär ich schon in dir! mein hoffend Herz ist dieser Erden fatt und sehnt sich fort von hier; weit über Berg und Thale, weit über Flur und Feld fleugt's auf zum Himmelsfaale, vergißt die nicht'ge Welt. 4. Was für ein Volt, welch eine edle Schaar kommt dort gezogen schon! Was in der Welt von Auserwählten war, bringt mir die Ehrenkron'; fie wird mir zugesendet aus mei nes Jesu Hand, nun ich den Kampf vollendet in jenem Thrá5. D'rum lente meines Gei- nenland. ftes Blick von dieser Welt Ge tümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit; im Himmel sey mein Wandel. he 5. Propheten groß, Apoftel behr und hoch, Blutzeugen ohne Zahl, und wer dort trug des schweren Kreuzes Joch und der Tyrannen Qual! Ich feb' fie ruhmvoll schweben in sel'ger Freiheit Glanz, das edle Haupt umgeben von lichtem Sternenglanz. 6. Und lang' ich an im schö nen Paradies, im Heiligthum des Herrn, dann schaut mein Geift, was er einst glaubend pries, was er gefehn von fern. D, welche Jubelklänge hört mein entzücktes Ohr, welch hohe Lobgesänge von aller Sel'gen Chor! Vom ewigen Leben. In eigener Melodie. 775. efus, meine Zu bersicht und mein Heiland ist im Leben! dieses weiß ich, sollte nicht sich mein Herz zufrieden geben? was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht. 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, ich werd' auch das Leben schauen, seyn, wo mein Erlöser lebt, warum sollte mir denn grauen? Läsfet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach fich ziebt? 3. Ich bin durch der Hoff nung Band zu genau mit ihm verbunden, halt ihn mit des Glaubens Hand feft in meinen legten Stunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Jch bin Staub und muß daher auch einmal zu Staube werden; das erkenn' ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlich feit um ihn feyn mög' allezeit. hier flebt, wird er herrlich dort erböben; irdisch werd' ich ausgesät, himmlisch werd' ich auf erfteben; hier verweset mein Gebein, dort werd' ich unfterblich seyn. 8. Sepd getroft und hoch erfreut, ihr seyd Alle Chrifti Glieder; gebt nicht Statt der Traurigkeit, sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wenn einst die Pofaune klingt, die durch alle Gråber dringt. 9. Lacht der finstern ErdenFluft, lacht des Todes und der Höllen, fiegreich sollt ihr aus der Gruft euch dem Heiland zugeſellen; dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüften dieser Erden, und euch dem schon jetzt er gebt, dem ihr dort vereint sollt werden; schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu seyn. 5. Einen Leib von Gott erMel. Wer nur den lieben ic. baut wird die neue Welt mir 776. Fach einer Prüfung geben; dann wird der von furzer Tage ers mir geschaut, der mich will wartet uns die Ewigkeit. Dort, zu fich erheben; im berflärten dort verwandelt sich die Klage Leib werd' ich Jesum sehen in selige Zufriedenheit. Hier ewiglich. kämpft der Christ mit Ernst und Fleiß und jene Welt reicht ihm den Preis." 6. Dann werd' ich im hellern Licht Jesum, meinen Heiland, fennen; ich, ich selbst, tein Fremder nicht, werd' in seiner Liebe brennen, und die Schwachheit um und an wird von mir feyn abgethan. 7. Was hier seufzet, was 2. Wahr ift's, der Fromme schmeckt auf Erben schon manchen fel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, find nur ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch Vom ewigen Leben. 445 und seine Rub' nimmt in der| me, das erwürget ward; und Seele ab und zu. Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Ge- 9. Da werd' ich in der Engel räusch der eitlen Welt; bald Schaaren mich ihnen gleich und kämpft in seinem eignen Herzen beilig sehn; das nie gestörte ein Feind, der öfter fiegt als Glück erfahren, mit Frommen fällt; bald finkt er durch des ftets fromm umzugehn. Da Nächsten Schuld in Rummer wird durch jeden Augenblick und in Ungeduld. ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 4. Hier, wo so oft die Tugend leidet, das Lafter oft so glücklich ist; wo man den Glück lichen beneidet und des Be fümmerten vergißt: hier fann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit seyn. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich geben hieß, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da giebt mir wieder Gottes Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sey dir! denn du haft mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß das Glück erfreu'n, der Retter einer Seele seyn! 5. Hier such' ich nur, dort werd' ich's finden; dort bin ich beilig und verklärt; dann werd' ich ihn erst ganz empfinden, der wahren Tugend hohen Werth; den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird des Vaters heil'. ger Wille mein Will' und meine Freude seyn, und lieblich We sen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich erfreu'n. Dann läßt ein ewiger Gewinn mich fühlen, daß ich selig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden Mel. Rommt ber zu mir ic. dunkel ſah; das wunderbar und 777. och wallen wir im beilig nennen, was Unerforschges tes hier geschah; da schau' ich drückt von Rummer, Müh' und im Zusammenhang des Höchften Rath mit Preis und Dank. Qual, doch nur noch wenig Tage; dann ruft uns Gott aus dieser Zeit hinüber in die Ewigteit und endet jede Plage. 12. Was seyd ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an und soll werden von Ewigkeit zu Ewigfeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch der Augenblick boul Müh'! 8. Da werd' ich zu dem Throne bringen, wo Gott, mein Heil, fich offenbart; ein Heilig, 2. Den Leib legt man in's Heilig, seilig fingen dem Lam ftille Grab, zum Staube fintt 446 Vom ewigen Leben. der Staub hinab, einst wird| zückt, wenn er empor zum Him ihn Gott beleben. Mit freiem mel blickt, den du für uns bereiFlug und frobem Blick fehrt der tet; wo beine milde Baterhand entbund'ne Geist zurück zu dem, an neuen Wundern wird erder ihn gegeben. kannt, die du dort ausgebreitet. Mächtig fühl' ich mich getrieben dich zu lieben, der zum Leben jener Welt mich will erheben. 3. D welch ein Glück, vor Gott zu stehn, o Freude, Jesu, dich zu sehn und deines Rei ches Glieder! zu sehen dich in deinem Licht von Angesicht zu Angesicht, dich Ersten aller Brüder! 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? 3war schenkst du hier der 4. Wie werd' ich dann mich Freuden viel, die zu gerührtem beiner freu'n, wenn zahllos der Dankgefühl ein frommes Herz Erwachten Reih'n vor dir ber- entzünden; doch bier sind wir fammelt stehen; wenn du dann bei den Freuden noch mit Leimeinen Namen nennst und vor den stets umgeben: dort nur den Engeln mich bekennst, die ist vollkommnes Leben. dich mit mir erhöhen. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort trocknest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst Alles neu; das Erste ist vergangen. Hinfort find dort für Gerechte, deine Knechte, keine Plagen mehr zur Prü fung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt seines Namens boher Ruhm von lauter frohen Zungen. Dort schaut man ihn nicht mehr von fern; dort wird der Herrlichkeit des Herrn ein würdig Lied gesungen. Völlig giebt sich den Erlöften, fie zu trösten, der zu kennen, den fie hier schon Vater nennen. Mel. Wie schön leucht't uns xc. 5. Vor seinem Antlig wanbeln fie, auf ewig frei von aller Müh', und schmecken seine Güte. 778. Gott, wie wird Die Liebe waltet bort allein, mein Geift ent- und nimmer störet Furcht und 5. Jch, der hier forget noch und weint, ich werde, wenn dein Tag erscheint, verklärt und selig leben; ich Sündiger von Sünden rein, ich Sterblicher unfterblich seyn, anbetend dich erheben. 6. Und aller hohen Geifter Schaar, und was auf Erden heilig war, find alle meine Brüder; fie alle find bereint mit mir und fingen, treuer Heiland, dir des Dankes Jubellieder. 7. Wie ist der Geligkeit so viel! o Freuden ohne Maaß und Biel, weit über alles Hoffen. Ewigkeit, o Ewigkeit, was ist das Leiden dieser Zeit? ich feb' den Himmel offen. Vom ewigen Leben. 447 Bein den Frieden im Gemüthe. Wahn nicht stören, weil mich Kein Neid, kein Streit hemmt dein göttlich Wort und mein die Triebe reiner Liebe unter Gewissen lehren, du seyft mein Seelen, die nun ewig nicht mehr Richter dort. feblen. 2. Ich höre die Posaunen, 6. Gott, welche Schaar ist o Herr, im Geifte schon; mit bort bereint! die Frommen, die sehnsuchtsvollem Staunen feb ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand die, welche Liebe hier verband, als Jefu Chrifti Glieder. Ewig werd' ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln mir zum Segen dort die reinste Freundschaft pflegen. ich den Richterthron. Ich sehe, wie die Menge der Engel um dich steht! Wie zeuget dies Gepränge von deiner Majestát! 7. Wo ist mein Freund, des Höchften Sohn? Zur Rechten auf des Vaters Thron in jenen Himmelshöhen. Dort werd' auch ich, Herr Jefu Chrift, der du der Deinen Wonne bist, dich mit Entzücken sehen. Mein Hirt! dann wird von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgeboben. 3. Umsonst fliebt dann der Sünder vor deines Armes Kraft. Herr, alle Menschenkinder ziehst du zur Rechenschaft. Du rufft und sie erscheinen! Laut tönt der Richterspruch den Sündern und den Deinen zum Segen oder Fluch. 4. Froblockend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht; schon hier dem Fluch entnommen jagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlöft von aller Pein, sehn fie den Himmel offen und gehn zum Leben ein. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen 5. Wie angstboll aber beben, vorbehält! fein Mensch kann die hier dein Wort verschmäht, fie erwerben. O Jesu, Herr und schnöder Luft ergeben, nur der Herrlichkeit! du haft die auf das Fleisch gesät. Sie Stätt auch mir bereit't; hilf erndten nun Verderben von mir sie auch ererben! Laß mich ihrer bösen Saat; des ew'gen eifrig darnach streben und so Todes sterben, ist Sold der leben auf der Erde, daß ich Misfethat. dort dein Erbe werde. Mel. 6. O laß mich oft erwägen dein fünftiges Gericht, damit ich, mir zum Segen, empfinde sein Gewicht. Laß immer mich hienieden im wahren Glauben ftehn; dann scheid' ich einft in Frieden, um in dein Reich zu Dalet will ich ic. 779. Richter aller Welten, ich denk' an dein Gericht! du kommst, um zu vergelten, glaubt's auch die Thorbeit nicht Mich soll ihr gehn. Vom ewigen Leben. In eigener Melodie. 780. schau', dich erwartet schon deine wie selig seyd ihr Krone! Halt' aus im Streit! doch, ihr From turz ist die Zeit! wer glaubt, men, die ihr durch den Tod zu der überwindet weit! Gott gekommen, ihr seyd entgangen aller Noth, die uns noch bält gefangen. 448 2. Wie im Kerker müssen wir hier leben, wo nur Furcht und Grauen uns umschweben; selbst Freudenstunden sind mit Leid und Sorgen oft verbunden. 3. Jhr hingegen ruht in eurer Kammer sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz noch Leiden störet eure Rub' und eure Freuden. 3. Und ich sollte troftlos beben, zu schwach, vom Staube mich zu heben, zu dem mich nach wir uns noch sehnen, ihr Kummer niederreißt? Nein! hört und sehet was hier feines das Haupt liebt seine Glieder, Menschen Geift verstehet. der Bruder schämt sich nicht der Brüder; groß ist, was Jesus uns verheißt! die Thräne, die noch quillt, der Schmerz, der uns erfüllt, eilt vorüber: doch ewig neu ist seine Treu', daß Alles durch ihn selig sey. 4. Chriftus bat getrocknet eure Thränen, ihr habt schon, wor2. Zuruf, der mich neu beseelet! mein Heiland lebt! weg, was mich quälet! auch ich soll da, wo er ist, seyn. Mir die Stätte zu bereiten, schmeckt er des Todes Bitterfeiten, nahm er das Reich als Sieger ein. Von seinem Throne her fleußt welch ein Gnadenmeer! auf mich nieder. Er ist mein Hort und bier und dort mein Seligmacher fort und fort. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben, um des Himmels Frieden zu ererben, wer hier noch weilen und nicht freudig zur Vollendung eilen? 6. Komm', o Jefu, bald, uns zu erlösen von der Erde Laft und allem Bösen; bei dir, o Sonne, ist der Frommen Herrlichkeit und Wonne. 4. So fahr' fort und streu' mit Weinen die edle Saat, Gott kennt die Seinen, für Ewigkeiten säest du. Nach des rauhen Winters Wüthen erscheinen hol de Frühlingsblüthen, eilt bald Dann Mel. Wachet auf, ruft uns ic. 781. Reiß sich los, mein die Erndtezeit berzu. Geift, von Sorgeht der Chrift hervor, fingt gen! auf finstre Nacht folgt hel- mit der Sel'gen Chor Hofianna, ler Morgen und strahlt in heh- preift Gottes Sohn, der reichen rer Lichtgestalt. Hör es, du, den Elend beuget, so spricht der Herr, der wahrhaft zeuget: ich fomme bald! ich komme bald! ich und mit mir mein Lobn; Lohn den Gläub'gen giebt vor seinem Thron. 5. Tag, dein barr' ich voll Entzücken, mit naffen, fehnsuchisvollen Blicken jög' ich dich Vom ewigen Leben. 449 gern schon heut herbei! doch ich foll noch Fesseln tragen, noch oft vielleicht im Stillen flagen, 5. Was hilft dann alle Größe, die hier den Neid erweckt, wenn dort des Lasters Blöße tein falwie schwer der Leib des Todes scher Schein mehr deckt? Was sey. Getroft! zu meinem Glück bringt jeder Augenblick mich ihm näher. Bald heißt es ja: die Stund' ist da! der Heiland tommt! Hallelujah! hilft des Nachruhms Lüge, die auf dem Grabmal glänzt? was find des Helden Siege, den Lorbeer hier bekränzt? Mel. Befiehl du deine Wege x. 782. Zieb, Herr, ich bin verdrossen, zu thun, was dir gefällt, mein Herz wankt unentschlossen und neigt sich bin zur Welt. Mich drückt gleich schweren Ketten der Sünde Sklaverei; verzeuch nicht, mich zu retten, und mache selbst mich frei. 2. Geb' auf in meiner Seele, geb' auf mit deinem Glanz! da mit ich dich erwähle, so zeige dich mir ganz! Ein Schreden allen Sündern bist du, o reinster Geist, doch Vater deinen Kindern, wenn gnädig du verzeibst. 3. Sollt einst dein Tag mich finden mit unbekehrtem Sinn, stürb' ich in meinen Sünden, o Gott! wo flöh' ich bin, wenn, der die Welt gegründet, sich ihr als Richter naht, und grau'nvoll sich entzündet der Siz der Missethat. 4. Die Himmel alle schweis gen, der Sünder wird verklagt und muß nun laut bezeugen, was sein Gewissen plagt. Er bebt und weicht zurücke, und die Verdammniß glüht in dem erstarrten Blicke, der seinen Richter flieht. 6. Wer wird an jenem Tage dir, Herr, zur Rechten stehn und frei von aller Klage in deinen Himmel gehn? Wer gern der Jünger Zähren mitleidig abgewischt und, ihrer Noth zu wehren, den Labetrunk gemischt. 7. Wer immer in den Deinen dich selbst gesehn, geliebt, und auch der Kleinsten keinen aus Eigensucht betrübt, der wird von dir geladen zu ew'ger Freud' und Ruh'; du, Richter voller Gnaden, sprichst ihm das Erbe zu. Mel. Was mein Gott will ic. 783. Mie felig find die Todten nun, die in dem Herren sterben; sie wer den von der Arbeit ruhn und ew'ges Heil ererben. O stärke, Herr, durch deinen Geist dies gläubige Vertrauen, daß wir im Sterben allermeist auf jenes Leben schauen. Mel. Wo Gort zum aus x. 784. ie unaufhaltſam schnell verfließt die Zeit, die mir geliehen ist; fie rauschet wie ein Strom dahin. Wer weiß, wie bald am Ziel ich bin. 2. Der Richterspruch der 29 Vom ewigen Leben. Ewigkeit erwartet mich nach| ben, deines Vaters Reich zu dieser Zeit und offenbar wird, erben. was ich sey: ein Sünder, oder Gott getreu. 3. Zum Anschaun Gottes geb' ich ein, ach! oder zu der ew'gen Pein. Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß selig mich dein Antlitz schaun. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geift! er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sey dir nicht mehr fürchterlich, er führt zum Heiligthume dich, zum ew'gen Freudenmahle. Gottes Rub' ist 4. Verwirf, o Herr, nicht unvergänglich, überschwänglich; deinen Knecht, und Gnade, die Erlöften wird sie unaus. Gnad' ergeb' für Recht; Versprechlich trösten! föhner, Gottes Sohn, mein 4. Herr, Herr, ich weiß die Heil, feb meine Zuflucht, sey Stunde nicht, die mich, wenn mein Theil! mun mein Auge bricht, zu deis nen Todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eb' ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater! ich befehle meine Seele deinen Händen; laß mich nur in Frieden enden! 5. Verleib', o Gott, die Weisheit mir, daß ich mich balte treu zu dir! dann leb' und sterb' ich dir allein, im Leben und im Tode dein. 5. Vielleicht find meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone pranget: dann sey ein jeder Tag geweiht dem Ringen um die Seligkeit, nach der mein Herz verlanget. Laß mich, Vater, reiche Saaten, gute Thaten einst begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! Mel. Wie schön leucht't uns xc. 785. Wie wird mir dann, o dann mir seyn, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde! Von keiner Sünde mehr entweiht, erhoben über Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich, Seele! stärke, tröfte dich, Erlöfte, mit dem Leben, das dein Gott dir dann wird geben. 6. Wie wird mir dann, ach dann mir seyn, wenn ich, mich 2. Ich freue mich und bebe ganz des Herrn zu freun, ihn doch; so beugt mich meines dort anbeten werde! Von keiElends Joch, der Fluch der ner Sünde mehr entweiht, ein Sünde nieder. Der Herr er Mitgenoß der Ewigkeit, nicht leichtert, was mich drückt; mein mehr der Mensch von Erde. banges Herz, durch ihn erquickt, Heilig! heilig! heilig! fingen glaubt und erhebt sich wieder. wir und bringen deinem Na Jesus Chriftus! laß mich ftres men Ehr' und Preis auf ewig. ben, dir zu leben, dir zu fter- Amen! Vom ewigen Leben. 451 mein Tod betrüben, denkt: dort In eigener Melodie. 786. ird das nicht wird Freude seyn. Mel. Was Gott thut, das x. Freude seyn, wenn dort zum fel'gen Schauen nach gläubigem Vertrauen die 787. Frommen gehen ein; wenn wir den Herrn erblicken, der ewig kann erquicken? Wird das nicht Freude seyn? ir warten dein, o Gottes Sohn, und lieben dein Erscheinen. Bald ist die Wartezeit entflohn, bald kommst du zu den Deinen. Wer an dich glaubt, erhebt sein Haupt und sieht dir froh entgegen, du bringst ja Himmelssegen. 2. Wird das nicht Freude seyn, wenn, die uns Gott ge nommen, dort uns entgegen kommen zum ewigen Verein; wenn liebend uns umschließen, die weinend wir verließen? Wird das nicht Freude seyn? 3. Wird das nicht Freude seyn, wenn wir, befreit von Mängeln, mit Seligen und En geln Gott dienen fromm und rein, wenn wir von Kümmernissen und Sorgen nichts mehr wissen? Wird das nicht Freude seyn? 2. Wir warten dein, doch mit Geduld, in unsern Prüfungstagen. Du bast dein Kreuz für unsre Schuld so demuthsvoll getragen: wie sollten wir uns nicht mit dir zum Kreuze gern bequemen, bis du's hinweg wirst nehmen? 3. Wir warten dein, du haft uns ja das Herz schon hingenommen. Stets bist du uns 4. Wird das nicht Freude im Geifte nah', doch willst du seyn, wenn in des Himmels sichtbar kommen, und dann wirst Chören wir Gottes Lob ver- du bei dir uns Ruh', bei dir mehren und ewig Dank ihm uns Freude geben und ew'ges weihn; wenn wir zum. Throne Himmelsleben. dringen und heilig! heilig! singen? Wird das nicht Freude ſeyn? dann 4. Wir warten dein, du kommst gewiß, dir flopfen schon die Herzen, vergessen aller Küm5. Ja, das wird Freude merniß, vergessen aller Schmerseyn; die Güter dieser Erden, zen. Dereinst, dereinst, wann die Ehren voll Beschwerden, sie du erscheinst, soll unser Mund sind nur eitler Schein. Darum lobsingen und ewig Dank dir ihr, meine Lieben, will euch bringen. 537 01/ 20/ 29 452 Lieder für besondere Zeiten und Verhältniffe. XXVII. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. müthig seyn und nicht kleingläubig jagen, dringt gleich ein Kreuz herein. A. Morgenlieder. Mel. Dalet will ich dir geben 2c. 788. uf, auf, den Herrn 6. Hilf, daß in meinem zu loben, erwache, Stande ich thu', was dir gemein Gemüth! dem großen Ba- fällt; auch laß mich nicht in ter droben erschall' ein frommes Schande gerathen vor der Welt. Lied! denn wer erhielt mein Le- Richt, Herr, mein ganzes Leben ben in der vergangnen Nacht? nach deinem Willen ein und Der Herr, der mir's gegeben, laß mein Haus daneben von der hat es auch bewacht. dir gesegnet seyn. 7. Vor Allem bilf mir sor gen, wie ich so leben mag, daß ich an jedem Morgen denk an den letzten Tag; und wird er einft anbrechen, so gieb, daß ich erfreut von Herzen könne sprechen: Komm, Herr, ich bin bereit. 2. Beschützer aller Welten, wie dank ich würdig dir, wie foll ich dir vergelten, was du gethan an mir? Mein Opfer ift geringe; ein bir ergebner Sinn ist Alles, was ich bringe; nimm du es gnädig hin. 3. Verzeihe mir die Sünde, die ich bisher verübt, weil ich mit Reu' empfinde, daß ich dich ſo betrübt; verzeihe mir und dämpfe die sündliche Begier, mit der ich täglich kämpfe, ja, bilf du selber mir. In eigener Melodie. 789. Brich an, du schönes Tageslicht! erschein' in deinem Purpurkleide! mit dir beb' ich mein Angesicht zum Quell des Lichtes und der Freude. Ja, Herr, zeuch meinen Geift und Sinn zu deinem Himmelslichte bin! 2. Du baft mit deiner Lie beshand mich treu beschützt in Noth und Plagen, Gefahren gnädig abgewandt, mich unverdient mit Huld getragen. auch für den Schuß in dieser Nacht sey dir mein frommer 4. Send' auch auf meinen We gen mir deinen Engel zu und ſprich du selbst den Segen zu Allem, was ich thu'. Verleihe du mir Kräfte aus deines Himmels Höhn, daß des Berufs Geschäfte erwünscht von statten gehn. 5. Gieb mir vor allen Din gen getroften Muth und Geift, das freudig zu vollbringen, was mein Beruf mich heißt. Laß mich in guten Tagen nicht über- Dant gebracht. Lieder für besondere Zeiter und Verhältniſse. 453 3. Fach' in mir heut von| reget fich, ist munter, frisch Neuem an dein göttlich, geistig, und wach. bimmlisch Leben, daß ich auf deines Geistes Bahn nach Licht und Wahrheit möge streben, daß ich nicht lebe selber mir, nein, Christus in mir für und für. 2. Auch du, mein Geift, ihr, meine Kräfte, ermuntert euch, legt alle Trägheit ab! Gott loben sey mein erst Geschäfte, den treuen Gott, der Seinen Schutz und Stab. Sein Auge schläft und schlummert ewig nicht, weil es der Gottheit nie an Kraft gebricht. 4. Gieb du, der Alles in uns schafft, daß ich im Glauben mich erneue und durch des Glaubens Trieb und Kraft mich 3. Gott ist mein Schöpfer deinem Dienst mit Freuden und mein Vater, deß Huld mir weihe; in Lieb' entbrennet dann Leib und Seel' und Alles gab; mein Herz auch bei des Nächer ist mein Freund und mein sten Glück und Schmerz. Berather; was an mir gut ist, kommt von ihm herab. Er nährt und pflegt, er hält und träget mich, und seine Treu' erneuert täglich sich. 4. Oft ging ich irr' auf finftern Wegen, da zeigt er mir sein freundlich Angesicht. Ich spürte seines Geistes Regen und kam zu seinem wunderbaren Licht. Mir war, als sey ich aus dem Schlaf erwacht und hinter mir läg' eine tiefe Nacht." 5. Jch tracht, o Gott, nach feiner Ehr', nur deine Kindschaft möcht ich haben; auch keinen Reichthum wünsch' ich mehr, nur Christus kann die Seele laben; und wohnt dein Geift in meiner Bruft, dann acht' ich feiner Er denluft. 6. Mein Vater, dir ergeb' ich mich auf's Neu' zu deinem Wohlgefallen. Hilf mir auch beute gnädiglich, in wahrer Furcht vor dir zu wallen! Laß all mein Thun in dir geschehn, dann wird mein Leben dich erböhn. 5. n Chrifto hat er mich geliebet, durch Chrifti Tod bin ich mit ihm versöhnt. O große Huld, die mir vergiebet, o größre Huld, die mich mit Chrifto krönt! Ja, durch den Sohn bin ich des Vaters Kind und erbe Mel. Dir, dir, Jehovah c. 790. Ser frohe Morgen Güter einst, die ewig sind. kommt gegan6. Gott hat mir seinen Geift gen, das Dunkel weicht, der gegeben, ein himmlisch Licht neue Tag bricht an! Bald wird dem irrenden Verstand, der leidie Sonn' am Himmel prangen; seht, schon beginnt fie ihre Segensbahn. Was in der Nacht erstarrt und schlafend lag, das tet mich zum wahren Leben, ist mir der Gnade fich'res Unter pfand. Und wenn ich schwach, gebeugt und elend bin, labt er 454 Lieder für besondere Zeiten und Verhältniffe. mit Fried' und Troft den blö- und weislich fliehn die eitle Luft den Sinn. der Welt. O stärke selbst durch deine Gnade mich, denn was vermag ich Schwacher ohne dich? 7. D'rum will ich, Gott, mich dir ergeben und deiner Treu mich ewig anvertraun. Gebeiliget set dir mein Leben, mein 4. Laß diesen Tag mich so Auge soll beständig auf dich schaun, daß dieser Tag, zu dem ich bin erwacht, dir wohlgefällig werde zugebracht. vollbringen, daß ich ihn ohne Reu' beschließen kann. Soll guter Vorsatz mir mißlingen, so nimm als That den Vorsatz 8. Ja, segne, Vater, und gnädig an. Auch dieser Theil behüte an Leib und Seele mich, von meiner Uebungszeit sey mir denn ich bin dein. Das Ant- Gewinn noch für die Ewigkeit. lit deiner Lieb' und Güte erleuchte mich mit seiner Klarbeit Schein. Dricht auf mich dein gnädig Angesicht und gönne mir dein himmlisch Friedenslicht. mel. Dir, dir, Jehovah, will ic. 791. ich dich, mein Gott, will ich erheben: du warst mein Schirm in der verfloßnen Nacht, er quicktest mich, erhieltst mein Les ben und schafftest, daß ich fröblich bin erwacht. Wer bin ich, daß du meiner so gedenkst und wieder einen Tag zum Heil mir schenkst? 5. Gieb mir auch heute, was mir nüßet; vor Allem aber gieb ein rubig Herz, das sich auf deine Weisheit stüzet und dir vertraut auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren Wohl gebricht und dies versagst du meinen Bitten nicht. 6. In diesem kindlichen Vertrauen will ich an des Berufs Geschäfte gebn, auf deinen fichern Beistand bauen und deiner Fügung still entgegen sehn. Ich weiß, du führst mich stets auf rechter Bahn und nimmst mich einst gewiß zu Ebren an. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 792. Sich seh' ich wieder, Morgenlicht, und 2. Auch über mir ist deine Güte noch immerfort an jedem Morgen neu. Mit bankbar freudigem Gemüthe fühl' ich die Größe deiner Vatertreu'. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun; auch er soll deinem Dienft gebeiligt seyn. freue mich der süßen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will voll frommer Dankbegier in diefer Morgenstunde dir Preis und 3. Vor deinen Augen will Anbetung bringen. Schöpfer! ich wandeln und redlich thun, Vater! Deine Treue rührt auf's was dir, mein Gott, gefällt; Neue mein Gemüthe. Froh emgewiffenbaft in Allem bandeln pfind' ich deine Güte. Lieder für besondere Zeiten und Berhältnisse. 455 2. Du warst um mich in die-| Gott, der du mir's gegeben, ich ser Nacht, dein Auge hat mich danke dir dafür. Du hast, von treu bewacht, dein Schild hat Huld bewogen, mich aus dem mich bedecket. Zu meinem Le Nichts gezogen, durch deine ben fügest du jetzt einen neuen Güte bin ich hier. Tag hinzu, da mich dein Licht erwecket. Kräftig ftrömet jest mir wieder durch die Glieder neues Leben: dafür will ich dich erheben. 2. Du, Herr, bast mich bereitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabft mir frohe Tage und wandteft auch die Plage zu meiner Seelen wahrem Glück. 3. Die Nacht entflob auf dein Gebot! so gieb, daß auch von mir, mein Gott, die finstre Sorge fliehe; daß ich die kurze Lebenszeit in chriftlicher Zufriedenheit zu nutzen mich bemühe. Dir ist Alles, was mir fehlet, was mich quälet, nicht verborgen; auf dich werf' ich meine Sorgen. 4. Jch bin ein Chrift! o Herr, verleih, daß ich des Namens würdig sey; mein Ruhm sey deine Gnade! Erleuchte mich mit deinem Licht, dann geh' ich recht und irre nicht von deiner Wahrbeit Pfade. Gnädig hilf mir standbaft ringen, zu bezwingen Welt und Sünden, um in dir mein Heil zu finden. 5. Zu dir, an dem mein Glaube hält, soll auch in dem Geräusch der Welt sich still mein Herz erheben. Bin ich vereinigt nur mit dir, wirst du in aller Unruh hier mir wahre Ruhe geben. Einft, Herr, boff' ich dich zu loben, wo dort oben für die Frommen wird der ew'ge Morgen kommen. 3. Jch bin nicht werth der Treue, der ich mich täglich freue, der Huld, die mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, haft du schon ewig mein gedacht. 4. Du fanntest schon mein Sehnen und zählteft meine Thränen, eb' ich bereitet war. Noch konnt' ich dich nicht denken, zu dir das Herz nicht lenken, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Für alle meine Sünden, Herr, ließest du mich finden in Christo Gnad' und Huld. O Höchster, welch Erbarmen! du nahmest an mich Armen und tilgteft alle meine Schuld. 6. Daß du mich liebreich führeft, mit deinem Geift regiereft, dies, Vater, dank' ich dir. Daß du mein Leben friftest, mit deiner Kraft mich rüstest, dies Alles, Vater, dank ich dir. 7. Was noch in diesem Leben mir frommt, wirst du mir geben; du giebft's, ich boff' auf dich. Ja, Vater, ich befehle 793. ir bank ich für bir kindlich Leib und Seele; mein Leben, Herr, segne und behüte mich. mel. Nun ruhen alle Wälder ic. 456 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. Ich will dich lieben, meine 2c.| daß Jeder diesen Tag mit dir 794. Ci Ein neuer Tag, ein beschließen mag. neues Leben geht mit der neuen Woche an; du Mel. Es ist gewißlich an der 2. wolleft, Gott, auf's Neu' mir 795. rheb'o meine Seele geben, was mir sonst Niemand geben kann; denn hab' ich deine Gnade nicht, woher dann Trost und Licht? dich, die Finsterniß vergebet, schon zeigt der Glanz des Tages sich, die Sonn' am Himmel stebet. Zu Gott erbebe deinen Sinn, daß er dein Werk in dir beginn', indem sein Licht dir leuchtet. 2. Jch grüße diesen lieben Morgen, mich schüßte deine Vaterhand, ich bin getroft, denn taufend Sorgen hast du schon gnädig abgewandt. Ach, Herr, wer bin ich Armer doch? Du sorgft, d'rum leb' ich noch. 3. Nun das erkenn' ich, Herr, und gebe mich freudig dir zum Opfer hin; doch weil ich hier, so lang' ich lebe, mit Noth und Tod umfangen bin, so weich auch heute nicht von mir, die Hülfe fteht bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deiz nem Namen blühn; erlöse mich vom Sündenjoche und laß mich jedes Unrecht fliehn. Gieb dei nen Geift, der mich regier, auf ebner Bahn mich führ. 5. Soll ich mein Brod mit Kummer effen, so laß es doch gesegnet seyn, und was du sonst mir zugemessen, das richte mir zum Besten ein; ich bitte nicht um Ueberfluß, gieb, was ich baben muß. 6. Du thuft gewiß, mein Gott, das Deine, ich will mit dir das Meine thun. Behüte Beide, Groß und Kleine, laß fie in deiner Liebe ruhn und hilf, 2. Laßt, Brüder, an das Werk uns gehn, den Herrn froh zu erheben; in Chrifto last uns auferstehn und zeigen, daß wir leben; laßt uns in seinem Gnadenschem nicht eine Stunde müßig seyn: Gott ist's, der uns erleuchtet. andern fort; doch Gottes Werk 3. Ein Tag geht nach dem bleibt liegen, weil obne That, mit bloßem Wort, so Viele sich betrügen! Gieb, daß wir freu dig gehn an's Wert, verleib' uns Gnade, Kraft und Stärk' im eicht, das uns erleuchtet. 4. Du zeigst, was zu vollbringen sey auf unsern Glaubenswegen; so hilf nun auch und steh' uns bei, und gieb uns deinen Segen: dann geht, o Herr, dein Will' und Wort von Land zu Land, von Ort zu Ort, so weit dein Licht nur leuchtet. 5. Das Licht des Glaubens sey in mir ein Licht der Kraft und Stärke; die Demuth werde meine Zier und leucht' aus jedem Werke; der Geist der Weis beit fteh' mir bei und mache Lieder für besondere Zeiten und Verhältniſse. 457 mich des Irrthums frei, so bin| Hort; nirgends als bei dir alich ganz erleuchtet. lein kann ich recht bewahret seyn. 6. Meinen Leib und meine Seele fammt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand; Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, schütze mich, bein Eigenthum. 6. Erheb' auf mich dein Angesicht, o Vater, aus der Höhe, erbalte mir das rechte Licht, daß deine Weg' ich gebe, bis ich einst fomm' in jene Stadt, die deine Hand gegründet hat und ewiglich erleuchtet. In eigener Melodie. 796. Gott Rott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist erhält. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen haft behütet und bewacht, daß des bösen Feindes ist mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden so wie diese Nacht vergehn, laß bei dir mich Gnade finden, glaubensvoll auf Jesum fehn, der für meine Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele forgen, eb' erscheint dein großer Tag; dann beb' ich als Sünder nicht, wenn du kommst und hältst Gericht. 7. Deinen Engel zu mir fende, wenn Gewalt und Lift mir drobt, Alles mir zum Besten wende, es sey Leben oder Tod; sterb' ich einst, dann führe du mich zu deiner ew'gen Ruh'. Mel. Gott des Zimmels x. 797. Großer Gott, den Alles preiset, der uns je und je geliebt, fich als Vater uns erweiset, uns den Sohn zum Heiland giebt; beute weckt des Tages Lauf mich zur lauten Andacht auf. 2. O wie lieb' ich diese Stunden, wo die Welt mich ruhen läßt, wo wir, treu in ihm verbunden, feiern unsers Heilands Feft, und er uns durch seinen Beift selbst den Weg zum Himmel weift. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Kraft zum Guten schenkt! Das sind doch die besten Sorgen, wenn sein Heil der Mensch bedenkt; wenn er betet, wenn er singt, daß es durch die Wolken bringt. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sey und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein fort! Selig ist, wer Nacht 4. Was ist sel'ger, als Gott dienen! Was ist füßer, als sein Wort! Laßt uns sammeln gleich den Bienen, Jeder trage Segen 458 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. und Tag gern darin sich üben| dann schon bier, wie's im Himmel ist bei dir. mag. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir find dein Eigenthum; Alles preife deinen Namen, Alles mebre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sebn. Mel. Dalet will ich dir geben sc. 799. ob sey dir, der den Morgen uns sendet nach der Nacht! Wir schliefen ohne Sorgen, weil du für uns gewacht. Du, der die Erde schmücket und was da lebt erfreut, haft uns im Schlaf er quicket und unsre Kraft erneut. Mel Meinen Jesum laß ich x. 798. Picht vom Licht, erleuchte mich bei dem neuen Tageslichte! Gna densonne, zeige dich meinem froben Angesichte! Deiner Weis beit Himmelsglanz schmücke mei nen Sabbath ganz. 2. Von dir ist mir gegeben, Herr, was ich hab' und bin; doch dies mein irdisch Leben eilt schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz verschwunden der Wallfahrt furze Zeit; doc bangt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 2. Dieser Tag sey dir ges weibt; weg mit allen Eitelleis 3. O theurer hoher Glaube: ten! Ich will deiner Herrlich- ich werd' einst auferstehn, mein keit mich zum Tempel zube- Leib nur wird zu Staube, mein reiten, nichts begehren und Geist wird nicht vergehn! Laß nichts thun, als in deiner Liebe mich dies nie vergessen; der heil'rubn! gen Hoffnung voll, laß täglich mich ermessen, was ich einst werden soll. 3. Brunnquell aller Selig teit, laß mir deine Ströme fließen! Mache Mund und Herz bereit, ibre Fülle zu genießen. Streu' das Wort in Segen ein, laß es hundertfrüchtig seyn! 4. Zünde selbst mein Opfer an, das schon auf den Lippen lieget, und erhelle mir die Bahn, wo kein Irrthum mich betrüget, wo fein falsches Feuer brennt, welches dein Altar nicht fennt. 5. Mache Wohnung, Herr, bei mir; bau' ein Paradies im Herzen; rub' in mir und ich in dir, so quillt Freude selbst aus Schmerzen, und ich schmecke 4. Sollt ich nach Reichthum trachten? Er täuschet nur das Herz. Nach Ehr' und Weltlust schmachten? Jhr Lohn ist Neu' und Schmerz. Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt seyn. 5. Getrost, mein Geift, ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich ftärket Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht! Ermuntre dich und ftreite, des Sieges Lohn ist nab'! Getroft, vielleicht ift beute des Kampfes Ende da. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 459 Mel. Ich dank' dir schon 2c. 10. Daß ich, als ein getreuer 800. Mein erft Gefühl Knecht, nach deinem Reiche feb Preis und strebe, gottselig, züchtig und ge Dank; erhebe Gott, o Seele! recht durch deine Gnade lebe. Der Herr hört deinen Lobgefang; lobsing' ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schüßt mich vor Gefahren? 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß noch Arbeit scheue, mich gern an Anbrer Wohlergehn und ihrer Tu gend freue. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele; seb mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich feble. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. 4. Wer lehrt das Auge feine Pflicht, sich sicher zu bedecken, wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mir's jetzt neu gegeben. 2. Ich bin noch immer auf 6. Gelobet seyft du, Gott der Erde, wo jeder Tag sein der Macht, gelobt sey deine Elend hat; wo ich nur immer Treue, daß ich, nach einer sanf älter werde und niemals rein ten Nacht, mich dieses Tags von Missethat: lebt ich doch erfreue. stets nach deinem Sinn, o Gott, durch den ich bin! 3. Vergieb mir alle meine Sünden; o, siehe meinen Wittler an und laß mich durch ihn Gnade finden, der für mich hat genug gethan! Ist deine Gnade nur mein Theil, so fehlt mir nichts zum Heil. 4. Hilf du in allen Sachen 9. Gieb mir ein Herz voll rathen; denn wo wär' ich mir Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und selbst genug? Bewahre mich vor Rube, ein weises Herz, das seine Miffefbaten, vor böfer MenPflicht erkenn' und willig thue.[ schen Lift und Trug; laß mich Mel. Ich will dich lieben 2c. 801. Mein Gott, nun ist es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf. Nun wachen alle meine Sorgen auf einmal wieder mit mir auf: die Ruh' ist aus, der Schlaf dahin; ich sehe, wo ich bin. 460 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. den Tag wohl wenden an zum| nie leide; Taß uns hell und Guten, wie ich kann. 5. Bewahre mir Leib, Seel' und Leben, Verwandte, Freunde, Hab' und Gut! Willst du mir Kreuz zu tragen geben, so gieb dabei mir frohen Muth; die Freuden, die du willst verleihn, laß mir zum Segen seyn. 6. Du gabst mir Kraft, jetzt aufzustehen, dein Aufsehn ist's, was mich erhält! Ich weiß nicht, wie mir's heut' wird geben, mach' Alles so, wie dir's gefällt: dein will ich todt und lebend seyn! Ja dein, o Gott, allein. In eigener Melodie. der 802. Morgenglanz Ewigkeit, Licht vom unerschaff'nen Lichte, bilf in dieser Morgenzeit, daß dein Schein sich zu uns richte, und vertreib' durch deine Macht unfre Nacht. sündenrein vor dir seyn. 5. Ach, du Aufgang aus der Höh', gieb, daß auch an jenem Tage deine gläub'ge Schaar erfteb' und, erlöst von aller Plage, auf der ew'gen Freudenbahn wallen kann. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadenfonne, führ' uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, wo, was selig uns erhöht, nie vergeht. Mel. Christus, der ist mein 2c. 803. och läßt der Herr mich leben, erschall' ihm, o mein Lied, ich will ihn froh erheben, der gnädig auf mich fiebt. 2. Jch schaue freudig wieder der Morgensonne Pracht, und falle betend nieder vor ihm, der fie gemacht. 3. Du Herrscher aller Welten nimmst dich auch meiner an, wie soil ich dir vergelten, was du an mir gethan? 2. Deiner Gnade Morgenthau sent, o Herr, auf uns sich nieder, daß, gleich Blumen auf der 4. Dir will ich freudig finAu, sich die Seel' erhebe wie- gen, mich deines Namens freun, der, Segen ström' auf deine nach deiner Gnade ringen, mein Schaar immerdar. ganzes Herz dir weihn. 3. Gieb, daß deiner Liebe 5. Dir bab' ich mich ergeGlut unsers Herzens Kält er- ben, ich freue mich in dir; ertödte, und erwecke Sinn und freuender, als Leben, ist deine Muth bei der neuen Morgen- Gnade mir. röthe, daß wir, deine Bahn zu gebn, recht aufstehn. 4. Schmück uns mit Gerechtigkeit, als mit einem weißen Kleide, das von uns nie werd' entweiht und an seinem Glanz 6. Sie fübre mich auch beute auf meines Heilands Pfad, du, ewig Weiser, leite mich selbst nach deinem Rath. 7. O höre, was ich flehe gieb mir ein weises Herz, daß Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 461 ich auf dich stets sehe, in Freude| Seel' und Leib mit dir vereis wie in Schmerz. nigt fich. 8. Lehr' mich am ersten trach ten nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achten, als allen Ruhm der Welt. 9. Bereit, den Lauf zu schlie sien, bewährt durch Glück und Noth, und ruhig im Gewissen, so finde mich der Tod. 5. Auch heute schmücke mich mit Glauben und mit Liebe, mit Hoffnung und Geduld durch deines Geistes Triebe. Kann ich Gerechtigkeit zum Kleide nur empfahn, dann bin ich wobl geschmückt und köftlich angethan. 6. Du, Herr, in dem wir find, in dem wir Alle leben, laß dein' Allgegenwart mir stets vor Augen schweben, damit mein ganzes Thun durch Herz und Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund'. 804. Mel. O Gott, du frommer 2C, Jesu, süßes Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz auf's Neue mich um fangen. Gestärkt an Leib und Seel' bin ich vom Schlaf erwacht und wende mich zu dir, der stets mein Heil bedacht. 7. D fegne, Herr, mein Werk, mein Reden und mein Denken, durch deines Geistes Kraft wollst du es weislich lenken; laß Alles nur geschehn zu deines Namens Rubm, auf gar in deine Gnad' versenken. daß ich für und für verbleib' Mein Leib und Seel' und Geist dein Eigenthum. 2. Was soll ich dir, mein Gott, als Dankesopfer schen fen? Ich will mich ganz und sey bein auf diesen Tag; das foll mein Opfer seyn, weil ich sonst nichts vermag. mel. Meinen Jesum laß ich nicht x. 805. 8 chließet euch, ihr 3. Ja, dir zum Eigentbum, Augen, auf! Herr, weih' ich meine Seele; Schaut das große Licht der Ernimm sie in deine Hut, daß den! Es erneuert seinen Lauf, ihr kein Gutes fehle; dir geb' um ein Leitstern euch zu werich meinen Geift, verschmäh' ben. Seht, die Sonne geht die Gabe nicht, verkläre dich hervor, sie weist euch zu Gott in ihm durch deines Geistes empor. Licht. 2. Seb' ich auf die Nacht zu4. Ich will auch meinen rück: glücklich ließ mich Gott Leib zum Tempel dir ergeben, fie enden und ich kann den darin du wohnen magst, ofrohen Blick zu des Himmels Herr, mein Heil und Leben! Höhen wenden. Möge dort Ja, wohn' und leb' in mir, be mein Wandel seyn mit den weg' und rege mich, so hat Geist, Frommen fromm und rein. 462 Lieder für besondere Zeiten und Berhältnisse. 3. Herr, zu deines Namens| dich schrecken, dein Vater wird Rubm, forge du für mich auch dich decken. beute, daß mich als dein Ei genthum Gnad' und Segen stets geleite; was ich thun und reden soll, das gerathe Alles wohl. 4. Dein Wort, Herr, ift geschehen; ich kann das Licht noch sehen; dein ist es, daß auf's Neue ich mich des Lebens freue. 5. Du willst ein Opfer ba ben: was bring' ich dir für Gaben? Ich fall' in Demuth nieder und bring' Gebet und Lieder. 4. Wenn mir Noth vor Augen schwebt, soll mein Seufzen zu dir dringen, wenn das Herz vor Furcht erbebt, soll es sich zum Himmel schwingen, und die Untwort werde mir: fürchte nichts, ich bin bei dir. 5. Halte mein Gewissen frei, daß ich heut es nicht beflecke; kommt Versuchung auch her bei, gieb, daß es mich bald er wecke, daß ich heilsam bleib' und fleb' und der Sieg mir nicht entfieb'! 6. Alles werf' ich dann auf dich, und so darf ich nimmer zagen, und dein Geist erleuchte mich, wohl zu nußen Freud' und Plagen, so werd' ich gebessert seyn, stellt sich beut der Abend ein. In eigener Melodie. 6. Du, der in's Herz kannst sehen, wirst diese nicht verschmähen, du weißt, daß ich zur Gabe nichts als dies Opfer habe. 7. Du wollst dein Werk vollenden, mir deinen Engel senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten und laß sie wohl gerathen; den Anfang und das Ende, o Herr, zum Besten wende. 9. Erhöre meine Bitte; mein Herz sey deine Hütte, dein Wort sey meine Speise auf meiner Himmelsreise. Mel. Werde munter, mein c. 806. ad auf, mein Herz, und finge 807. Wenn ich einft von dem Schöpfer aller Dinge, dem jenem SchlumGeber aller Güter, der Men- mer, welcher Tod heißt, auferschen treuem Hüter. 2. Nur er fonnt' in Gefabren mich väterlich bewahren, als mich die dunkeln Schatten der Nacht umgeben hatten. steb', und befreit von allem Kummer jenen schönern Morgen seb': o dann wach' ich anders auf! Schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an dei nem Morgen. 3. Du, böchster Schuß der Müden, sprachst zu mir: schlaf' in Frieden! kein Unfall soll 2. Gieb, daß keiner von den Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 463 4. Doch ich komme mit Verlangen, o mein Herzensfreund, zu dir! Neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergangen! Sey du felbft mein Sonnenlicht, das durch alles Dunkel bricht. 5. Laß mich wohl die Tage zählen, die du mir noch gönnen willt. Ist mein Herz von dir erfüllt, so wird nichts mich können quälen, denn wo du bift Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. Tagen dieser ernsten Prüfungsjeit jenem Tag einst dürfe sa gen, er sey ganz von mir ent weiht. Auch noch heute wacht' ich auf; Dank sey dir! Zu dir binauf führe jeder meiner Tage mich durch Freude wie durch Plage: 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr letzter nun erscheint, wenn zum dunklen Thal ich gehe und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein und laß mich den Stärksten seyn, daß ich ihn zum Himmel weise und dich, Herr des Todes, preiſe. B. Abendlieder. Mel. Ach, was soll ich Sünder zc. 808. ch, mein Jesu, sieh ich trete, da der Tag nunmehr sich neigt und die Finsterniß fich zeigt, hin zu deinem Thron und bete: neige du zu deinem Sinn ganz mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn ge schwinde wie ein Pfeil zur Ewigs feit; selbst die längste Lebenszeit rauscht vorüber wie die Winde; strömt dabin schnell, wie ein Fluß stürzet seinen Was ſerguß. 3. Und, mein Jesu, fieh, ich Armer nehme dich nicht recht in Acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte, mein Erbarmer! Ach, wie mancher Tag geht hin, da ich kalt und träge bin. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2. 809. Auch dieses Tages Stunden sind mir, Gottlob! verschwunden in un gestörter Ruh'! Bald sinkt die Sonne nieder, die stille Nacht kommt wieder und schließt uns sanft die Augen zu. 2. Laßt uns vor Gott erwägen, welch unverdienten Segen uns dieser Tag gebracht! Laßt uns von Dank entbrennen und tief gerührt bekennen: der Herr hat Alles wohl gemacht! 3. Du, Gott der Treu' und Gnade, baft segensvolle Pfade uns bis bieber geführt. Nicht uns, dir sey die Ehre! Ein jes der Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt! 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslaft beschieden, auch er sey dir geweiht. Wir schlummern ohne Sorgen; du weckst uns wieder morgen, hier oder in der Ewigkeit. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. Der Tag ist hin zc. In eigener Melodie. 810. Der Tag ift bin, 811. Sie Sonn' hat sich mein Jefu bei mit ihrem Glanz mir bleibe, o Seelenlicht, der gewendet und, was sie soll, auf Sünden Nacht vertreibe; geb' diesen Tag vollendet; die Nacht auf in mir, Glanz der Gerech- bricht ein mit ihrer stillen Nuh' tigkeit, erleuchte mich in dieser und schließet sanft die müden Dunkelheit. Augen zu. 464 2. Lob, Preis und Dank sey dir, mein Gott, gesungen! Die Ehr ist dein, wenn mir ein Werk gelungen. Versteh' ich auch nicht immer deinen Rath, du führest stets mich auf den besten Pfad. 3. Nur Eines ist, das mich 3. Vergieb, wo ich bei Tage empfindlich quälet, daß Festig so gelebet, daß ich nach dem, feit im Guten mir noch fehlet. was finster ist, gestrebet. Laß Du weißt, o Gott, wie sehr alle Schuld durch deinen Gnamein Herz dich liebt, und doch denschein in Ewigkeit bei dir wird noch dein Geist von mir erloschen seyn. betrübt. 4. Bergieb mir, Herr, es fagt mir mein Gewissen, daß Sünd' und Welt mich oft von dir gerissen. Es thut mir leid, ich siell' mich wieder ein; da ift die Hand: du mein und ich bin dein. 5. Du starker Schutz der Herzen, die dir trauen; o laß auch mich stets deine Hülfe schauen. Wenn über mich ftets heine Gnade wacht, so fürcht ich nicht des Bösen Lift und 2. Ich preise dich, du Herr der Tag und Nächte, daß deine Hand und hochgerühmte Rechte mich hat bewahrt vor aller Plag' und Noth, die überall den schwachen Menschen droht. 4. Schaff' daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der dunkeln Nacht vertraue, daß für den Leib, auf diesen schweren Tag, des sansten Schlafs Erquichung folgen mag. 5. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Rub' des tiefen Grabes strecken, so blicke mich mit deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann. Macht. 6. Und laß darauf, zugleich 6. Du schlummerst nicht, mit allen Frommen, mich zu wenn meine Kräft erschlaffen; dem Glanz des andern Lebens o laß die Seel' im Schlaf auch kommen. Laß mich das Licht Gutes schaffen! O Lebensfonn', des ew'gen Tages sehn, das erquiche meinen Sinn; dich las nimmermehr in Nacht wird un ich nie, mein Licht, der Tag tergebn. ift bin. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 465 Sturme, am Menschen und am Wurme, groß zeigt du, Schöpfer, deine Macht. 8. D'rum schwinde alles Grauen; dir will ich froh bertrauen, denn du sorgst auch für mich. Ja, Vater, ich befeble getroft dir Beib und Seele, du bist mein Gott, ich hoff' auf dich. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 812. Sonne fenft sich nieder, die stille Nacht fommt wieder und mit ibr Schlaf und Rub'. Erschöpft sind unsre Kräfte vom schweren Tagsgeschäfte, bald schließen sich die Augen zu. 2. Noch wach' ich und erhebe dich, Gott, durch den ich lebe, daß du mein Vater bist. Mit 9. Soll mir der Schlaf zum Dank will ich erwägen, daß Leben erneute Kräfte geben, so deiner Liebe Segen noch nie von mir gewichen ist. will ich deß mich freun; soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden und auch 3. Von dir kommt jede GaDu be, das Leben, das ich habe, mein Gott im Tode seyn. die Sicherheit der Nacht. bift der Quell der Güter, mein Schutz und freuer Hüter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Du läßt es finster wer sen und hüllst den Kreis der Erden in fiefe Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnst du mit deiner Fülle und zeigst uns deine Herrlichkeit. In eigener Melodie. 813. Gott, Bater, Sohn und beil'ger Geift, der Güte, die mein Loblied preist, bin ich viel zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir findlich finge. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut' an mir gethan, mir, was ich 5. Du führst aus weiter bat, gewähret; haft väterlich Ferne den Mond und tausend mein Haus und mich beschützet Sterne mit Majeftát berauf. und genäbret. Sie leuchten dir zur Ebre hoch über Erd' und Meere und deine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Als Zeugen deiner Stärke stehn lauter Wunderwerke in deiner Schöpfung da; und du, der sie bereitet und Mond und Sterne leitet, du bist auch mir im Staube nah'. 3. Du haft mir, was ich bin, geschenkt, den Geist, der deiner froh gedenkt, ein ruhiges Gemüthe. Was meine Kraft je Gutes schafft, ist Alles deine Güte. 4. Sey auch, nach deiner Lieb' und Macht, mein Schuß und Schirm in dieser Nacht, vergieb mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, o Herr mein Gott, so laß mich Gnade 7. Groß, wenn der Morgen grauet, groß, wenn der Abend thauet, groß in der stillen Rocht; im Sonnenschein, im finden. 30 466 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. Nun ruhen alle Wälder sc. Inichts möge fie sich schildern, 814. err, der du mir was ihrer unwerth sey! Laß das Leben bis fern von eitlen Sorgen mich diesen Tag gegeben, dich bet' jetzt zur Ruhe gehn und auf ich findlich an! Ich bin viel zu dem Kampfplatz morgen mit geringe der Treue, die ich finge neuen Kräften stehn. und die du heut' an mir gethan. 3. Doch finkt des Todes 2. Mit dankendem Gemüthe Schlummer auf mich in dieser freu' ich mich deiner Güte; ich Nacht, der jedem Erdenkummer freue mich in dir. Du giebst und Glück ein Ende macht: so mir Kraft und Stärke, Gedeihn will ich nicht erschrecken, mich zu meinem Werke und schaffst ruft des Herrn Gebot; mein ein reines Herz in mir. Gott wird mich erwecken, ein Schlaf nur ist der Tod. 3. Gott, welche Rub' der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn; auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Jch bin der Schuld entläden, ich bin bei dir in Gnaden und in dem Himmel ist mein Theil. dort 816. 5. Bedeckt mit deinem Se gen eil' ich der Rub' entgegen; Sein Name sey gepreift! Mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl' ich, Vater, meinen Geift. Mel. Jesu, meine Freude ic. irte deiner Heerde! Nacht deckt jetzt die Erde, doch du schlummerst nicht. Deine Vatermilde diente mir zum Schilde bei des Tages Licht. Auch bei Nacht nimm mich in Acht; laß durch deiner Engel Schaaren mächtig mich bewahren. 2. Vor der Feinde Toben. schüße, Herr, von oben mich mit deiner Huld. Ein versöhnt Gewissen sey mein Ruhekissen, d'rum bergieb die Schuld; Jefus Christ mein Mittler ist; er bat das, was ich verschuldet, williglich erbuldet. in mein 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrüben, fie find mein und dein. Hältst du mit Erbarmen mich in deinen Armen, schlaf' ich fröhlich ein. Du bei mir und ich bei dir, also find wir ungeschieden und ich ruh' in Frieden. 4. Wie, wenn ich mein Mel. Befiehl du deine Wege ic. 815. err, es gescheh' Körper eilt zur Rub'; mir fallen in der Stille die müden Augen zu. Erlaß mir Schuld und Strafe, daß ich von Sünden rein, zum Tode, wie zum Schlafe, bereitet möge seyn. 2. Von Angst und Schrek fenbilbern laß meine Seele frei, Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 467 Bette bald im Grabe hätte?| treuer Gott, unsträflich nicht Jego roth, bald todt! Doch, gewandelt, auch heute wider haft du's beschlossen, scheid' ich dein Gebot und wider dich geunverdrossen, Herr, auf dein handelt. Ja, nur zu oft ver Gebot. Nie setz' ich mich wider gaß ich dein und suchte nicht dich. Jesus wird nie von mir dir ganz allein, mein Vater, zu scheiden, d'rum fterb' ich mit gefallen. Freuden. 5. Nun wohlan, ich thue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab' ich dir ergeben, treuer Hüter du! In der Nacht nimm mich in Acht und erleb' ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. 5. Gieb mir durch deines Geiftes Licht Erkenntniß meiner Sünden. Laß mich vor deinem Angesicht in Chrifto Gnade finden. Verleib', daß ich in dieser Nacht, von deiner Güte, Gott, bewacht, in Ruh' und Frieden schlafe. 6. Auch bitt' ich, treuer Bater, dich, behüte du die Meinen! Die Schwachen schuhe Mel. Nun freut euch ic. 817. Mit frobem Danke väterlich und tröfte, die da nah' ich mich dir, Gott, und falle nieder; denn du erwiesest heute dich als treuen Vater wieder. Viel mehr, als ich erzählen kann, haft du mir Gutes heut' gethan; wie soll ich, Gott, dir danken? weinen! Gönn' allen Kranken fanfte Rub', die Sterbenden er quicke du mit Hoffnung jenes Lebens! 7. Nun, Vater, übergeb' ich dir mich ganz mit Leib und Seele. Wacht nur dein Auge 2. Du, der erhält, was er über mir, was ist dann, das erschuf, erhielteft mir mein Le mir fehle? Währt morgen noch ben. Gesundheit, Kraft zu dem die Gnadenzeit, so laß mich Beruf hast du mir heut ge- beiliger, als beut, nach deinem geben. Mich führte deine Ba- Willen leben! terhand und manches Leid ward abgewandt durch dein allmächtig Walten. 3. Auch geistlich haft du mich genährt zu meiner Seele Frieden, mir deines Wortes Licht gewährt und reichen Troft beschieden. Du halfft in der Versuchung mir, dein heil'ger Geift zog mich zu dir und warnte bor der Sünde. 4. Und doch hab' ich, du Mel. Werde munter, mein 2c. acht und Stille schließen wieder unsre müden Augen zu und des Leibes matte Glieder sehnen sich nach Schlaf und Rub': meine Seele, säume nicht und gedenke deiner Pflicht, dich zu Gott noch zu erheben, seinem Schuß dich zu ergeben. 2. Prüfe dich mit Ernst und 30° 818. 468 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. fage: nügtest du auch deine Zeit?| 2. Wo bist du, Licht, geblieWärst du schon an diesem Tage ben? Die Nacht hat dich verGott zur Rechenschaft bereit? trieben, die Nacht, des Lichtes Ach, erwäg' es! Eins ist noth! Feind. Doch eine andre Sonne, dent an Gott und an den Tod! mein Jesus, meine Wonne, Willst du ewig selig werden, ift's, die mir bell im Herzen mußt du heilig seyn auf Erden. scheint. 3. Herr, ich muß es dir ge fleben: oft vergaß ich meine Pflicht! Du, du tenneft mein Vergeben; geb' mit mir nicht in's Gericht! Mein Vertrauen gründet sich nur auf deinen Sohn und dich, der du seinetwegen schoneft und nicht nach Verdiensten lohneft. 3. Der Tag ist nun bergangen, die goldnen Sterne prangen in jenen Himmelsböhn. So werden, Herr, die Deinen einst Sternen gleich erscheinen; auch ich werd' unter ihnen stehn. 31 4. Herrscher über Tod und Leben, ach, nimm mich zu Gnaden an. Du bist's, der die Schuld vergeben und die Strafe tilgen fann. Sich', ich fomm' und suche dich und mein Mitt ler spricht für mich: darum laß mich Gnade finden und vergieb mir meine Sünden. 5. Leb' ich morgen, Gott, so leite meinen Gang auf deiner Bahn; balte mich, daß ich nicht gleite, nimm dich meiner Schwachheit an! Gieb zu mei ner Pilgrimschaft deines guten Geiftes Kraft; fröhlich geb' ich dann am Ende meine Seel' in deine Hände. 81 4. Jch will, der Rub' zu pflegen, die Kleider von mir legen, das Bild der Sterblichkeit; einst sinkt auch diese Hülle und aus der Gnadenfülle schenkt Chriftus mir das Ehrenkleid. 5. Das Haupt, die Füß' und Hände find froh, daß nun zu Ende des Tages Arbeit sey; Herz, freu' dich, du sollst werden vom Elend dieser Er den und von der Sündenarbeit frei. S 6. Nun geht, ihr matten Glieder geht hin und legt euch nieder, der Rubftätt' ihr begehrt; es kommen andre Zeiten, da wird man euch bereiten zur Ruh' ein Bettlein in der Erd'. In eigener Melodie. 819. un rubet in den Wäldern, in Städten und auf Feldern sanft 7. Bald schließen sich in Frieden die Augen, die ermüden, wer schützt dann Leib und Seel? wer wendet allen Scha den? Du bist es, reich an Gna den, du Wächter über Israel. schlummernd, was da lebt; ihr 8. Bedecke, vor Gefahren aber, meine Sinnen, sollt Got tes Lob beginnen, eh' ihr dem Schlaf euch übergebt. mich mächtig zu bewahren, mit deinen Flügeln mich. Mag dann der Feind auch flürmen, Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 469 willst du mich nur beschirmen,| meinem Sinn Gott einen Tem so ist er mir nicht fürchterlich. pel auf. 9. Euch aber, meine Lieben, 8. Soll diese Nacht die lette euch möge nicht betrüben ein seyn, faßt mich des Todes Unfall diese Nacht. Schlaft Hand, so führ mich, Herr, zum rubig bis zum Morgen, durch Himmel ein, in's ew'ge VaterGottes Schutz geborgen und seiner guten Engel Wacht. land. In eigener Melodie. 820. un fich der Tag geendet bat, die Sonne nicht mehr scheint, schläft, was von Arbeit müd' und matt und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, wirkst ohne Rast, du schläfft noch schlummerst nicht; ob uns die Finsterniß umfaßt, bleibst du doch unser Licht. 3. Gedenke, Herr, nun auch an mich in dieser dunklen Nacht, und halte du mich gnädiglich in deiner Hut und Wacht. 4. Ich fühle zwar der Sünden Schuld, die mich bei dir verklagt; doch hat mir deines Sohnes Huld BVergebung zu geſagt. 5. Er hat für mich genug gethan, als er am Kreuze starb; ich nehm' den Troft im Glauben an, den mir sein Tod erwarb. Mel. Werde munter, mein 2c. 821. in ich einft in jenen Schlummer, aus dem Keiner mehr erwacht; geh' ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh', in deine Nacht: o dann schlaf' ich anders ein; weg aus dieses Lebens Pein wall' ich zu den ew'gen Hütten derer, die schon ausgelitten. 2. Jeho schlaf' ich, aufzuwachen noch für Tage dieser Zeit. Möcht' ich stets mich fertig machen, Vater, zu der Ewigkeit; daß ich wie ein Pilger sey, leicht, bereit, von Bürden frei, froh zu scheiden von der Erde, wenn ich nun unsterblich werde. 7. Weicht, nichtige Gedan fen, hin! bemmt nicht der Andacht Lauf, ich baue jetzt in 3. Gerne laß den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint, wenn mit nichterhörtem Fleben, wer mich liebet, um mich weint. Stärfer, als mein Freund im Schmerz, sey mein Gott verlangend Herz; daß ich, voll von deinem Preise, ihn zu dir gen Himmel weise. 6. D'rauf thu' ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht über meine 822. Rub', wie fann mir bange feyn? Mel. O daß ich tausend ic. o ist die Woche nun verflossen, doch ewig, Herr, bleibt deine Treu'; wie sich dein Segensquell ergossen, so fließet er mir täglich neu. Ich bin der festen 470 Lieder für besondere Zeiten und Berhältniffe. Zuversicht, daß deine Huld mir| du mich je und immer liebst. Du nie gebricht. führeft mich nach deinem Rath, bis Leid und Zeit ein Ende bat. 2. Jch preise dich mit frohem Munde und lobe dich, so boch ich fann; ich rübm' aus meines Herzens Grunde, was deine Lieb' an mir getban, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein werthes Opfer ist. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 823. Menn Licht und Sonne scheiden, so sende meinem Geift des bobern Lichtes Freuden, das ihn 3. Hast du mich gleich in zum Himmel weist. Hilf mir diesen Tagen mit manchen Lei- mein Heil besorgen, verändre den beimgesucht, so gabst du meinen Sinn und schaffe, daß immer Kraft zu tragen und ich morgen in dir erneuert bin. auch die Trübfal brachte Frucht; 2. Ich seh' das Licht verauch in dem Kreuz, das du ge- schwinden, die trübe Nacht sandt, hab' ich dein Vaterherz erfannt. bricht ein; ach, Herr, laß meine Sünden auch mit verschwunden 4. Nur Eines bitt' ich, Herr, seyn. Streich' fie aus deinem vor allen, o du versagst mir Buche, das mich zum Schuldner solches nicht: bin ich in Sünd' macht, und rette mich vom Fluund Schuld gefallen, so geb' che, den ich mir selbst gebracht. mit mir nicht in's Gericht, weil Jefus meine Miffethat durch seinen Tod versöhnet hat. 5. Ich bin dem Grabe na her kommen, dem Ziele meiner Prüfungszeit; wie meine Tage zugenommen, so nab' ich mich der Ewigkeit; soll dies die letzte Geift, o Vater, auf. Woche seyn, so führe mich zum Himmel ein. 3. So lang' ich hier soll leben, so laß den festen Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst scheiden muß. Doch kommt noch heut' mein Ende, ist schon vollbracht mein Lauf, so nimm in deine Hände den C. Neujahrslieder. 6. Wenn aber morgen ich auf's Neue, den heil'gen SonnMel. Ich dank' dir, lieber ic. tag feiern kann, so blid die 824. Bis bieber ift's gelungen; vorüber Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; dann ist das Jahr. Ich bin hingeb' ich freudig in dein Haus, durchgedrungen durch Sorgen da theilst du reichen Segen und Gefahr. Nun schweige jede Klage, mein ganz Gefühl sey Dant. Dir, Hüter meiner Tage, erschalle Lobgefang! aus. 2. Der du mich haft erhalten, mein Schöpfer und mein 7. So will ich jetzt und im mer preisen, was du mir gabft und immer giebft; du wirft es durch die That beweisen, daß Lieder für besondere Zeiten und Verhältniffe. 471 Hert, dich laß ich ferner wal-| des Lebens Müh'? Am Abend ten und traue deinem Wort. war mein Herz oft voll von Dir ist mein Will' ergeben, er Gram und Sorgen und an dem ist nicht weiter mein. Mein neuen Morgen verschwand mein Herz, mein ganzes Leben soll Gram und Schmerz. dir geheiligt seyn. 4. Gott, groß ist deine Stär3. In deinen Rath sich schik- ke, groß deine Freundlichkeit! fen, ist Weisheit und giebt dich preisen deine Werke, du Ruh'. Soll mich die Armuth Herr der Welt und Zeit! Auch drücken: mein böchstes Gut bist ich will lebenslang dich preisen, du. Soll mich Verfolgung pla- dich erhöhen, und auch mein gen: so schüßest du mich doch. letztes Flehen sey dir ein LobSoll ich Verachtung tragen: ich trage, Herr, dein Joch! gefang. 4. Soll ich verlaffen leben: Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. dieser Welt, erverlaß nur du mich nicht! Soll 826. Erhebt, Bewohner ich in Aengsten schweben: sey meine Zuversicht! Und soll ich Krankheit Leiden: du wirst Geduld verleihn. Soll ich von binnen scheiden: du führst zum Leben ein. bebt den Herrn der Zeit! Ein Opfer, das ihm wohlgefällt, ist Lieb' und Dankbarkeit. Mel. Zelft mir Gott's Güte ic. 825. Des Jahres erster Morgen, soll, Gott, dir heilig seyn, ich will mich, fern von Sorgen, nur deiner Güte freun. Bis hieher halfft du mir! Lobsing' ihm, meine Seele! Lobsing' ihm und erzähle, was er gethan an dir! 2. Jch überschau' die Pfade der kurzen Pilgerschaft. Nab' war mir deine Gnade, o Gott, und deine Kraft. Du führtest voller Treu' mich meinem Ziel entgegen, du gabst mir deinen Segen und stand'st mir mächtig bei. 2. Der Engel boher Lobgefang preift seine Majestät; und so werd' auch durch unsern Dank dein Name, Gott, erhöht. 3. Mit Gütern frontest du das Jahr, versorgtest Groß und Klein, nahmft unsers Lebens gnädig wahr, gabst Segen und Gedeihn. 4. Dein Wort erquickte Geift und Sinn, gab in Versuchung Muth, auch was uns fränkte, ward Gewinn; du macheft Alles gut. 5. Dir, Gott und Vater, banken wir für dieses Jahres Heil und flehn vertrauensvoll zu dir: sey ferner unser Theil! 6. Der Obrigkeit gieb deinen Geist und Kraft von deinem Thron; beweis', o treuer Gott, du seyst ihr Schild und großer 3. Erwäg' ich alle Freuden, die mir mein Gott verlich, was find dann alle Leiden? was ist Lohn. 472 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 7. Dein Segen komm' auf und schirmen Sitt' und Recht, unser Land, erhalt ihm Fried' daß Friede, Lieb' und Treue und Ruh'; ihm ström' aus sich stets bei uns erneue, bis deiner Gnadenhand stets neue Wohlfahrt zu. auf das späteste Geschlecht. 8. Wie Thau des Morgens breite sich dein göttlich Wohl thun aus und für dein Aufsehn rühme dich frohlockend jedes Haus. 9. Laß leuchten uns dein Angesicht, wenn Trübsal uns bedrängt; verlaß uns, o Erbarmer, nicht, bis uns das Grab umfängt. 10. Und endet in des Jahres Lauf sich unsre Lebenszeit, so nimm den Geist zu dir hinauf in deine Ewigkeit. 5. Erhalt in jeder Ehe bei ihrem Wohl und Wehe rechtschaff'ne Frömmigkeit. In Unschuld und in Tugend erwachse unfre Jugend und sey zu dei nem Dienst bereit. 6. O Vater, wend' in Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden von deinen Kindern ab. Kein Unglücksfall vernichte des Landes reiche Früchte, die deine milde Hand uns gab. 7. Gedenke voll Erbarmen der Leidenden und Armen, daß fie sich deiner freun. Den Waisen sey ein Bater, den Wittwen ein Berather; du woll's ihr Schutz und BeiMel. Nun ruhen alle Wälder ic. 827. bör uns, Gott, stand ſeyn. erböre; breit' dei nes Namens Ehre an allen Orten aus. Mit deinem rei chen Segen komm' gnädig uns entgegen und schüße, Herr, dein Erb' und Haus. 8. Sey du ein Arzt der Kranken und die im Glauben wanken, zieh', Herr, zu di: hinauf. Den Alten hilf die Plagen, die Last der Jahre tragen, bis sie vollenden ihren Lauf. 2. O laß dein Wort uns Allen noch ferner rein erschal9. Sey der Bedrängten len und seiner Kraft uns freun. Stüße und die Verfolgten Gieb du getreue Lehrer, gieb unverdroßne Hörer und laß uns fromme Thater seyn. schüße; gieb Trost in Todesnoth. Die hier die Deinen waren, laß einft in Frieden fahren, send' ihnen einen fanf ten Tod. 3. Du woll'st das Land be glücken und stets mit Gnadenblicken auf unsern König fehn. Schüß' ihn auf seinem Throne und laß, Herr, seine Krone in segensvollem Glanze stehn. 10. Nun, Gott, du wirft erfüllen, was wir nach deinem Willen in Demuth jetzt begehrt. Wir sprechen froh das Amen 4. Laß Alle, die regieren, in unsers Jesu Namen; so ist ihr Amt mit Segen führen gewiß der Wunsch gewährt. Lieder für besondere Betten und Verhältnisse. 473 Mel. Es ist das Heil ic. 828. Gott ruft der Sonne, ruft dem Mond, das Jahr darnach zu theilen; er, der im Himmel ewig thront, er heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht, laßt uns erhöhn den Gott der Macht und dankbar vor ihm weilen! 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu' und Liebe bei uns sey: dies, lieber Bater, dies verleih' in Chrifto, deinem Sohne. 2. Herr, der da ist und der da alle Zungen! Dir sey für das entflobne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gefegnet seyn, das du uns neu gegeben; verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Zu segnen bist du stets bereit, wenn wir nach der Gerechtigkeit und deinem Reiche streben! 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden; doch schadet mir das Glück der Welt, so gieb mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, auf daß mich nimmer Noth und Schmerz von deiner Liebe scheiMel. Helft mir Gott's Güte x. 829. elft Gottes Huld mir preisen, auf, Chriften, stimmet ein! laßt uns ihm Dank erweisen, und seiner uns erfreun! Er ist der Herr der Zeit, hat ihren Lauf regieret, bisher uns treu geführet und jetzt das Jahr erneut. 2. Mit fröhlichem Gemüthe laßt heut zu ihm uns nahn; denn er ist reich an Güte, hat viel an uns gethan; er hat mit milder Hand viel Segen uns gesendet, viel Unheil abgewendet von unserm Vaterland. 3. Er hat sein Wort erhalten, der Kirche Schutz gewährt, die Jugend und die Alten mit Himmelsbrod genährt. Aus underdienter Huld hat unser er verschonet und keinem noch gelohnet nach seiner Sündenschuld. 4. Mit väterlicher Treue nimmt er uns Sünder an, wenn wir uns ihm voll Neue in Jesu 5. Hilf deinem Volke vä- gläubig nahn; durch ihn will er terlich in diesem Jahre wieder. verzeihn und uns zum neuen LeErbarme der Verlaffnen dich ben des Geiftes Beistand geben; und der bedrängten Brüder. ihm wollen wir uns weihn. Gieb Glück zu jeder guten That 5. Sey, Vater, hochgeprie und laß dich, Gott, mit Heil sen für alle Gütigkeit, die du und Rath auf unsern König uns haft erwiesen in der vers nieder. gangnen Zeit. Sey ferner un den. 474 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. fer Gott; versorg' uns und be-[ beinen Höhen mit Huld auf uns wahre auch in dem neuen Jahre ser Volk und Land; gieb uns, und hilf aus aller Noth. was wir in Chrifto flehen, aus deiner milden Vaterhand! Gott, fattige mit langem Leben den Mel. Wie wohl ist mir, o 2c. 830. Herr, den die Son- Herrscher, den du uns gegeben! nen und die den durch ihren Bau voll Pracht Thron! Lehr' du ihn selbst das erhöhn, durch dessen Machtwort Land beglücken, daß wir in ihm Welten werden und Welten wie- dein Bild erblicken, und sey sein der untergehn! Herr, den durch Schild und großer Lohn. 5. Tritt den Gewaltigen zur laute Lobgesänge der Creaturen ganze Menge in aller Zeiten Seite, die um den Thron des Lauf erhob! der Engel Chöre Königs stehn, daß ihren Rath nachzuabmen, preift unfre Seele die Weisheit leite und sie des deinen Namen und unsern Mund Volkes Wohl erhöhn. Sey mit erfüllt dein Lob! den Obern unsers Landes, auf daß zur Wohlfahrt jedes Standes ihr Amt und Wirken wohl gedeih'. Du wolleft deiner Güte Segen auf alle treuen Bürger legen, daß jeder dir gehorsam fey. 2. Wie, Gott, dein Arm die Welt bewahre, berkündigt jeder Tag der Nacht; ein Jahr erzählt dem nächsten Jahre die großen Wunder deiner Macht. Dein Stuhl, o Gott, bleibt ewig stehen, du bist und bleibest, wir vergeben; wie schnell verströmet unfre Zeit! Schon wieder ist ein Jahr vom Leben, das uns dein Gnadenrath gegeben, im Abgrund der Vergänglichkeit. 6. Des Heiligthumes Diener stärke der Geift des Lichtes und der Kraft, er, der zu ihrem Segenswerte das Wollen und Vollbringen schafft! Der Lehrer Arbeit laß gerathen, wenn sie mit treuer Hand die Saaten der 3. Kommt! heut sey uns Weisheit und der Wohlfahrt ein Tag des Bundes! Dem streun! Bild' auch das zarte frommen Bunde bleibet treu, Herz der Jugend, laß wahre und den Gelübden unsers Mun- Weisheit, fromme Tugend die des stimm' ohne Falsch das Herz Zierde unsrer Schulen seyn! uch bei! O Land gelobe, Gott zu dienen, und du wirst wie ein Garten grünen, den er fich thun, als wir verstehn; erbör' felbft gepflanzet bat. Laßt wan beln uns auf seinen Wegen, dann macht mit ihrem vollen Segen uns seine Batergüte fatt. 4. Gott, schau' berab aus 7. Dies Flebn sey vor dir Ja und Amen! Du kannst mehr uns, Gott, in Jesu Namen und laß uns deine Hülfe sehn! Wir trauen deiner Macht und Gnade; erhalt' uns auf dem ebnen Pfate, den unser Herr uns Bieber für besondere Zeiten und Verhältnisse. 475 wandeln lehrt. O segne, Vater,| Laß es neue Kräfte bringen, daß dir zum Preise, auch dieses erneut ich wandeln kann. Neues Jahr, und so beweise: du feyft Seil und neues Leben wolleft es, der Gebet erhört. du aus Gnaden geben. Mel. Nun freut euch 2c. 2. Laß dies seyn ein Jahr der Gnaden; Herr, vergieb mir 831. Reut öffnet sich die meine Schuld! Was der Seele neue Bahn auf meines Lebens Reise. Froh tret ich meine Wallfahrt an, nach frommer Pilger Weise. Herr, mit Gebet und mit Gesang beginn' ich muthig meinen Gang, du wirst mich sicher leiten. möchte schaden, wende ab nach deiner Huld! Laß mich wachen, beten, ringen und durch dich die Welt bezwingen. 2. Mich schrecket nicht der Zukunft Nacht, die meinen Pfad umhüllet; ich weiß, daß einst durch deine Macht mir Licht aus Nächten quillet. Jetzt faß ich deinen Rathschluß nicht: doch einft, verklärt in deinem Licht, werd' ich ihn ganz versleben. 3. Deine Kraft kann mich wohl stärken, daß mein Wandel richtig sey. Mach' mich reich an guten Werken und in deinem Dienst getreu! Hab' ich dich, du Freund der Seelen, was kann mir zum Heile fehlen? 4. Jefu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage mich auf deinen Händen, sey mein Beistand in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. 3. Raub oder eben sey mein Pfad, ich will ihn freudig gehen; denn deiner Liebe weiser Rafb bat ihn für mich ersehen. Giebst du mir Freude, giebst mel. Wach' auf, mein Herz sc. bu Noth, giebst du mir Leben 833. und treten mit un oder Tod, es wird zum Heil mir dienen. 4. Mein Ziel sey nahe oder fern, das soll mein Herz nicht quálen; dir, meinem Gott und meinem Herrn, dir will ich mich befehlen. In deiner Hand steht meine Zeit; laß mich den Weg zur Ewigkeit nur selig einft vollenden. de Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben.' 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; im neuen wie im alten läßt er sein Wohlthun walten. 3. Er führt durch Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Furcht und große Schrecken, die alle Welt bedecken. Mel. Unser Herrscher, unser 2c. 832. ilf, Herr Jesu, laß gelingen, 4. Wie Mütter unter Stürhilf, das neue Jahr geht an! men die lieben Kindlein schir 476 Lieder für besondere Zeiten und Verhältniſse. men, fo eilt Gott, in Gefahren die Seinen zu bewahren. 5. Ach, Hüter unfres Lebens, wir sorgen nur vergebens, wo nicht in allen Sachen für uns dein' Augen wachen. 6. Gelobt sey deine Treue, die alle Morgen neue, Lob sey den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 7. Hör ferner unser Flehen und eil', uns beizustehen in allem Kreuz und Leiden, du Brunnquell aller Freuden. 8. Gieb mir, gieb allen de nen, die sich nach Hülfe sehnen, ein Herz, das dich nicht lasse und in Geduld fich faffe. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unfern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 10. Sey der Verlaffnen Vater, der Irrenden Berather, der Unbersorgten Gabe, der Armen Gut und habe. angefangen. Auf dich, o Gott, foll ganz allein mein Herz und Sinn gerichtet seyn. 11. Hilf gnädig allen Kranfen, gieb fröhliche Gedanken den tiefbetrübten Seelen, die sich in Schwermuth quälen. 12. Und was das allermeiste, füll' uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 2. Du hast das Daseyn mir gegeben, nur dir allein gehört mein Leben. Dein ist die Kraft, dein ist die Zeit, nur deinem Ruhm sey fie geweiht. 3. Ostärke, Vater, mein Verlangen, an deinem Willen festzuhangen. Vollführe du, was ich nicht kann, und leite mich auf ebner Bahn! 4. Und wank' ich oder sink ich nieder, o so erhebe du mich wieder! Hilf gnädig meiner Schwachheit auf und fördre träftig meinen Lauf. 5. Laß, Herr, dein himmlisch Reich auf Erden auch unter uns verbreitet werden. Bedeck' mit deiner treuen Hand den König und das Vaterland. 6. Laß Alle, die die Welt regieren, mit Weisheit ihre Scepter führen. Ihr Thun sey nur Gerechtigkeit, nur Friede, was ihr Mund gebeut. 7. Laß treue Hirten, fromme Heerden ein Herz und eine Seele werden, daß wahrer Glaub' und Liebestreu' die Bierde deiner Kirche sey. 8. Die Eltern, die beut zu dir fleben, laß Freud' an ihren Kindern sehen, und mach' durch deines Geiftes Kraft sie Alle weis' und tugendhaft. 13. Das Alles woll'st du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen Schaare zum sel'gen neuen Jahre! Mel. 3euch meinen Geift xc. 9. Erfreue, Gott, durch deinen Segen, die standhaft gehn auf deinen Wegen! Zeig deinen dies Jahr ver- Arm, der Schwache trägt und gangen! Schon ist ein neues freche Sünder niederschlägt! 834. Wie schnell ist doch Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 477 10. Erhöre das Gebet der ten, ob Händ' und Herz erkalDeinen! Laß nicht umsonst das ten: ein Neues stellt sich ein! Elend weinen! Send' eilend Je- Wie viel wir abgenommen, so dem Hülf' und Rath, der keinen näher sind wir kommen der Freund und Retter bat! ew'gen Freude oder Pein. 5. Unendlich selig Wesen, durch dessen Tod genesen, was Zeit und Jahre zählt; laß alle mit dir leben, für die du dich gegeben, die deinem Reiche du erwählt! 11. Auf dich soll stets mein Auge schauen; auf dich, Herr, soll mein Herz vertrauen. Bift du mein Freund und höchstes Gut, so wird mein Glaube Heldenmuth. 12. Zu meinem Heil und dir zum Preise setz' ich dann fort die Pilgerreife, bis inir am Ziele meiner Bahn dein Vaterhaus wird aufgethan. D. Jahreszeiten. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Rie Erndt ist da, schon winkt der 836. 13. Die Sonne gehet auf Halm dem Schnitter in das und nieder; ein Jahr vergeht, Feld; so schalle denn ein Freu ein Jahr kommt wieder! Nur denpfalm dem großen Herrn du, der allgenugsam ist, nur der Welt. du bleibst ewig, der du bist! Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 835. Wie viel wir Jahre zählen, so viel der Jahre fehlen von unsrer 3. Er senket in das Korn Lebenszeit! Auch unsre Kraft hinein den Keim voll Lebensverschwindet, wenn sich das fraft; giebt ihm von oben SonAlter findet, dem seltner Werk und That gedeiht. nenschein und milden Nahrungssaft. 2. Wie nun dies Jahr entfallen und für das Erdenwallen die Bahn fich abgekürzt; so geht mit ihm verloren, was nur die Zeit geboren, die Alles niederfällt und stürzt! 2. Er ist's, der uns die Erndte giebt, er öffnet seine Hand. Heil uns, daß er beständig liebt und fegnet unser Land. 3. Weil jenes Jahr vergangen, hat dieses angefangen, daß End' auf Anfang zeigt. Vor ging die Sonne nieder, in Kurzem sehn wir wieder, wie sie empor am Himmel steigt. 4. So, ob auch wir beral 4. Oft zogen schwarze Wolken her, die mit Verderben drohn: Er sprach- wir fahen sie nicht mehr, schnell waren fie entflohn. 5. Erhebet ihn, den Gott der Macht, der in Gewittern wohnt! Jhm werde Lob und Dank gebracht; er donnert und verschont. 6. Er will und Segen strömt daher, daß Mensch und Thier sich nährt; das Kornfeld, wal 478 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. lend wie ein Meer, ift frohen| ter unfres Lebens, du gabst Dankes werth. mit reicher Hand. 7. So führet er die Erndtejeit auf's Neue nun heran, und Jeder rühmt es hoch erfreut, wie wohl er uns gethan. 3. Das glänzende Gefilde, das unser Aug' entzückt, ist Zeichen deiner Milde, die Alles gern erquickt. In reichen Wo gen wallet der segensvolle Halm, von Jung und Alt erschallet dir, Herr, ein Freudenpsalm. 4. Die Pracht der reichen Auen strömt Wonn' in unfre Brust, doch mischt auch Furcht und Grauen fich oft in diese Luft. Du rufft vom Wolkensige den Boten deiner Macht, dem Wettersturm, dem Blige, der Mittag wird zur Nacht. 5. Der Donner rollt, es bebet die schwache Creatur; doch neu, o Herr, belebet dein Regen die Natur. Du schaffft zum Pa11. Ja, dir nur sey es ganz radiese verwelkte Fluren um, geweiht in freudigem Vertraun! und Hügel, Thal und Wiese Wie schön ist dann die Erndte- verkünden deinen Ruhm. zeit, wenn wir dein Antliß schaun. 6. Der du die Erde schmükteft mit wunderbarer Pracht, und was da lebt, beglückest durch deine Lieb' und Macht, dich müsse Jeder loben, dir schalle froher Dank, dich preist und Stärke, er der Engel droben, dich preist auch unser Dank. 8. Des Schnitters Tag ist lang und schwül, doch freudig ist sein Muth: sein Auge fiebt der Garben viel, er denfet: Gott ist gut. 9. Ja, groß ist deine Wundermacht, o Gott, im Wohlthun groß; sie wirkt am Tag und in der Nacht und wirket grenzenlos. 10. Sie führet uns auf ebner Bahn, giebt Freud' und heilt den Schmerz. Nimm, Herr, auch unser Opfer an! Wir ges ben dir das Herz. Mel. Jch dank dir, lieber ic. 837. Sir, Gott der Huld schalle Preis und Dank; dich loben deine Werke, dich rühmt auch mein Gesang. Es zeigt an allen Enden sich deiner Güte Spur; aus deinen Vaterbänden strömt Segen auf die Flur. 2. Wie prangt das Gold der Früchte, des Sommers Feier fleid! Wir sehn im schönsten Lichte, Herr, deine Herrlichkeit. Wir flehen nicht vergebens um Segen für das Land; du, Va Mel. O daß ich tausend ic. 838. ir, milder Geber aller Gaben, Herr! dir gebühret Dank und Rühm; denn Alles, was wir sind und baben, ist ja bein Werk und Eigenthum. Mein Lobgesang steigt auf zu dir, o neige, Herr, bein Ohr zu mir! 2. Die fleinste deiner Creas Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 479 turen macht deine Weisheit of Lob, wie schön! Kommt, laßt fenbar; du zeigest deiner Güte uns seinen Ruhm erhöhn! Spuren und deine Macht von Jahr zu Jahr; der kleinste Halm ruft laut uns zu, daß Niemand mächtig sey, als du. 3. Du sorgft für uns nach Väter Weise, erhältst die Werke deiner Hand, giebst Allem, was da lebt, die Speise, beschirmft und segneft jedes Land; du liebeft unveränderlich, der Bösen felbft erbarmst du dich. der ganzen Welt, du Vater voll Erbarmen, der Alles trägt und hält! Du, Gott, erhörst Gebet; erhöre, was im Staube vertrauensvoll der Glaube von dir in Noth erfleht. 2. Sonst zeigte jeden Mor gen dein Segen sich uns neu; Güte und deiner Weisheit ist die bangen Herzen frei. Zu helvon Sorgen er voll! Herr, unterweise mein 4. Voll ist der Erdkreis deiner Gemüthe, wie ich dich würdig fen ist dir leicht; du kannst dem loben soll. Dir dankt nur wabre Mangel wehren, in lleberfluß haft, wer dich liebt, dich, der ihn kehren, wenn's uns ununs so viel Gutes giebt. möglich däucht. barmen bei der Bedrängten 3. Den Reichen gieb ErSchmerz, und zu erfreun die Armen, sey Freude für ihr Herz; damit sie mild ihr Brod den dürft'gen Brüdern brechen und diese dankbar sprechen: euch lobn' und segne Gott. 4. Die Früchte laß gerathen, uns wieder zu erfreun, und allen unsern Saaten gieb Wachsthum und Gedeihn. Mit milder Vaterhand gieb Wärme, Thau und Regen; dann kehret reicher Segen zurück in unser Land. 5. Das Saatkorn wird in deinem Namen auf Hoffnung in das Land gestreut, du schirmst, Allmächtiger, den Samen, dein ist der Erde Fruchtbarkeit; du giebst allein zur Arbeit Kraft, du bist's, der das Gedeihen schafft. Mel. Zelft mir Gott's Güte ac. 839. Su reicher Troft der o 6. Mild öffnest du den Schooß der Erde, du tränfft die Flur von oben her, giebst, daß die Saat erquicket werde und machst die Nehre segenschwer; du träufelft mit dem fühlen Thau die Fruchtbarkeit auf Feld und Au'. 5. Allgütiger, wir hoffen auf 7. Kommt, preift des Schö- dich und deine Treu'. Oft hat pfers Huld und Stärke, bringt uns Noth betroffen, doch stanseinem Namen Ehre dar! Groß dest du uns bei. Du hilfft und ist der Herr und seine Werke retteft gern: so sey denn unser find herrlich, groß und wun- Leben vertrauensvoll ergeben berbar! Wie föftlich ist dein dir, unferm Gott und Herrn. 480 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. Es ist das heil ic. 840. Gelobt fey, der den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmük let! Preis set ihm, Ehre, Stárk und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der Herr erhält, er liebt und segnet seine Welt; lobfinget seinem Namen. 7. Selbst wenn dein Donner furchtbar draut, wenn Berg und Thal erzittern, strömt Stär2. Das Erdreich, das er tung, Segen, Fruchtbarkeit aus storben lag, erwacht und lebt Nacht und Ungewittern. Bald nun wieder. Von Gott strömt bricht die Sonne neu hervor und jeden neuen Tag der Segen Alles jauchzt zu dir empor, vor neu hernieder. Der Wurm, dem die Wetter schweigen. der in dem Staube webt, der 8. Von dir kommt, was uns Vogel, der in Lüften schwebt, hier erfreut, du Brunnquell' erfreut sich feines Lebens. aller Gaben, dort wirst du uns 3. Der Erde Antlig ift ver- mit Seligkeit in reichen Ströjungt, erbeitert glänzt der Himmen laben; wo wir die Maje mel, Gebirg' und Thal und stät und Pracht der Wunder Wald erklingt von freudigem deiner Lieb' und Macht vollGetümmel: der Allen Sinn und kommen werden schauen. Leben gab, schaut voller Gnad' und Huld berab auf seiner das Land und stillst den Durft der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gefegnet werde. Du sendest Ha gel, Thau und Wind, die deiner Allmacht Diener find, als deiner Liebe Boten. Mel. Jch finge dir mit 2c. Schöpfung Werke. 841. Gott forgt für uns 4. Doch fühllos nur und unbeseelt find Auen und Ge- nie ist er von uns fern; vom filde; den Menschen nur hat Aufgang bis zum Niedergang Gott erwählt zu seinem Eben- ftrahlt uns die Huld des Herrn. bilde; der Mensch nur kann fich Gottes freun, ihn lieben, in ihm selig seyn, ein ew'ges Leben hoffen. 5. Gott ist uns nah' und Reinem fern, lobfingt ihm, feine Werte! Die Welten sind er füllt vom Herrn, sind Zeugen seiner Stärke. Auch ich lobfinge freudig dir; denn überall bift du bei mir, mit Allmacht, Lieb' und Gnade. 6. Du rufft die Wolken in 2. Den Menschen, wie den fleinsten Wurm, trägt seine Güt und macht; er ist im Sonnenschein und Sturin auf Aller Hell bedacht. 3. Was wir auf Hoffnung ausgestreut, bat reichlich er ges mehrt; er hat das Flehn um Fruchtbarkeit auch dieses Jahr erhört. 4. Die Nehren sind von Se gen schwer, mit Gut frönt Gott das Jabr. O Chriften, bringt Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 481 hm Ruhm und Ehr' mit from-| weicht dir Ehre bringe und mer Rührung dar. 5. Ja, Höchfter, wir berehren dich mit findlich frobem Dank; du nährst uns treu, giebt väterlich uns mehr, als Speis' urd Tranf. freudig unser Mund dir Psals men finge. Gieb Kraft, daß wir in alle Ewigkeiten dein Leb verbreiten. mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 843. Röder hebt sich Got" 6. Du schenkft giebt Geſundheit, uns Kraft, Ged ihn zu unserm Fleiß; du bist es, der ger ftrahlt ihr segnend Licht; den Frieden schafft, und dir Alles athmet neue Wonne, wenn gebühret Preis. fie durch die Wolken bricht. 7. Laß deiner Gaben Uleber- Sebt, der Frühling senkt sich fluß uns nun auch heilsam seyn, nieder in die Wälder, auf die und gieb uns Weisheit beim Flur; die erstorbene Natur leGenuß, daß wir sie nie ent- bet auf und wirket wieder. weibn. Opfert unserm Schöpfer Dank, preift ihn fröblich mit Gesang! 2. Fröhlich zu der Arbeit wallet nun der Landmann auf das Feld, und sein frommes Lied erschallet laut empor zum Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehret Gott durch Zuversicht, ist getroft und zweifelt nicht, daß sie wobl gerathen werde. Opfert unferm Schöpfer Dank, preist ihn fröhlich mit Gesang! 8. Auf dich steht unsre Zuversicht; dir wollen wir vertraun, bis wir dereinst im höbern Licht des Glaubens Erndte schaun. Mel. Gott, der du für uns 20. 842. err, unser Herr scher, dankbar feb gepriesen! Groß ist die Hülfe, die du uns erwiesen; wir baten dich, o Vater, reich an Segen, um milden Regen. 3. Glänzend, wie im Feier2. Er fällt herab, damit auf kleide, prangt die blüthenreiche deiner Erde, was wellt und Au; jede Blume duftet Freude, lechat, durch ihn erquicket werde. neu gestärkt vom Morgenthau Du willst, daß unsre hoffnungs- Horcht auf der Geschöpfe Chövollen Saaten uns wohlgerare! Alles, was auf Erden lebt, then. Alles, was in Lüften schwebt, 3. So weit nur, Höchster, bringet feinem Schöpfer Ebre. deine Himmel reichen, sehn wir Bringt auch ihr dem Schöpfer verbreitet deiner Liebe Zeichen. Dank, preift ihn fröhlich mit Laß jetzt dein Wohlthun, das Gefang! wir deutlich spüren, uns kräftig rühren. 4. Daß auch das Herz er4. Dieser Frühling, wie geschwinde wird er, faum begrüßt, verblühn; wie die Spreu 31 482 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. verwebt vom Winde, so wird| Donner droht; ich fürchte nichts, seine Pracht entfliehn. Aber, denn ich bin bein und liebe dich, Gott, vor deinem Throne wird o Gott! ein ew'ger Frühling feyn, ewig 6. Ja, dein bin ich, und wird er uns erfreun, wenn uns deine Macht lenkt des Gewitschmückt des Himmels Krone. ters Lauf; bald steigt in feierOpfert unserm Schöpfer Dank, licher Pracht der Friedensbopreist ihn fröhlich mit Gegen auf. fang! 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist nur Schatten vor dem Licht, 845. das ich ewig schauen werde, dort vor Gottes Angesicht. Auch ihn mit Freudenpsalmen, der das freudenreichste Leben bier Saat in Halmen sprießen läßt, auf Erden ist nur Tod, wah- mit Nehren krönt die Halmen res Leben wird mir Gott einst und giebt, daß fie voll Frucht in seinem Reiche geben. Opfert gedeihn, Thau, Regenguß und unserm Schöpfer Dank, preift Sonnenschein. ihn ewig mit Gefang! 2. Jm Wetterdunkel wandelt er, sä't Heil aus milden HänMel. Nun fich der Tag 2. den und fährt auf Blitz und 844. wenn gleich On Dunkel hüllt der Sturm einher, um Segen ausmit Donnern spricht, doch spricht die Liebe: zittert nicht! schweres Wetter dräut; ich bebe nicht, ich freue mich, Gott, deis ner Herrlichkeit. 2. Auch wenn dein Blit sich Bahnen bricht und flammend uns erscheint, auch wenn du donnerst, zürnst du nicht, bist Vater uns und Freund. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, finft in Gefahr der Muth; wer dich in Christo Vater nennt, fteht fest in deiner Hut. 4. Dein Blitz kann tödten! doch kein Christ scheut, Vater, dein Gericht; wer deiner Gnade ficher ist, bebt vor dem Tode nicht. 5. D'rum will ich still und ruhig seyn, auch wenn dein Mel. Mach's mit mir, Gott* c. obfing', o frobes Erndtefest, preif' 3. Lobsingt! uns füllte Gottes Hand die leeren Scheuren wieder. O du vom Herrn begabtes Land, tön' ihm des Danfes Lieder. Er dachte unsrer Schulden nicht, voll Gnade schien sein Angesicht. 4. Noch strablet seiner Sonne Huld auf Sünder und Gerechte; noch schont, noch nährt er voll Geduld auch schuldbeladne Knechte. O fallt mit neu entglübtem Sinn am Thron des guten Vaters hin. 5. Des Erdensegens reichen Theil, wer mißt ihn, kann ihn wägen? Doch welch unendlich größres Heil beut Gott im Him Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 483 melssegen! Vergeßt, wenn euch| du, der so viel an uns gethan, sein Gut erlabt, nicht deß, der euch so hoch begabt. wirft fünftig mehr noch thun. 6. D laßt uns guten Sa men streun in Gott geweihten Thaten! Gern giebt er Thau und Sonnenschein zum Wuchs der edlen Saaten. Dann ziehn wir einst im Jubelchor zum Erndtefest durch Salems Thor. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 846. och immer wechfeln ordentlich des Jahres Zeiten ab; noch stets ergießt dein Segen sich auf uns, o Sott, berab. 2. Du winkst, so wärmt der Sonne Strahl, belebet neu das Land und schmücket Hügel, Berg und Thal mit lieblichem Gewand. 4. Von dir gesegnet blübt der Baum und trägt uns milde Frucht, beut schattigen und stillen Raum dem, der Erfrischung sucht. 3. Und aus des Himmels 2. Was Gott tbut, das ist Wolken träuft Gedeibn und wohlgethan im Nehmen und Fruchtbarkeit; die Saat gebt im Geben; was wir aus seiner auf, sie wächst und reift, fie Hand empfahn, genüget uns nábret und erfreut. zum Leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt; laßt uns in Demuth schweigen und vor dem Herrn uns beugen. 5. Des Herbstes Stürme sendest du, auch sie uns zum Gedeihn; du büllest für des Winters Rub' in Schnee die Fluren ein. 8. Läßt du uns deine Freundlichkeit schon hier so herrlich sebn; was wird in der Vollkommenheit der künft'gen Welt geschehn! 9. Dann bringt noch tiefer unser Blick in deine Wunder ein. Herr, laß dies erhabne Glück uns stets vor Augen seyn. 6. So waltest du in der Natur, stets unerschöpflich reich; du forgft für jede Creatur. Wer ist an Huld dir gleich? 7. Wir beten dich in Demuth an, o Gott, und hoffen nun, Mel. Was Gott thut, das IC. 847. 847. Mas Gott thut, das ist wohlgethan; so denken Gottes Kinder. Wer auch nicht reichlich erndten kann, den liebet Gott nicht minder. Er zieht das Herz doch himmelwärts, obgleich wir oft auf Erden beim Mangel traurig werden. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wer darf sein Walten richten, wenn er, eh' man noch erndten kann, den Segen will vernichten? Weil er allein der Schaß will feyn, nimmt er uns andre Güter zum Heile der Gemüther. 4. Was Gott tbut, das ist wohlgethan; es geh' nach seinem Willen. Läßt er uns auch den Mangel nahn, er weiß das Herz zu stillen. Wer wie ein Chrift 31* Lieder für besondere Zeiten und Verhältniffe. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter als die Wolken reicht; wer dürfte un5. Was Gott thut, das ist dankbar vergessen die Treue, wohlgethan; laßt in Geduld die nie von uns weicht. Wir uns fassen! Er nimmt sich un- wollen deiner stets gedenken, frer gnädig an und wird uns deß Wohlthun uns begnadigt nicht verlassen. Er, unser Gott, hat, das Herz nach deinem Reiweiß, was uns noth, und wird dhe lenken, dich preisen fiets es gern uns geben. Kommt, durch fromme That. laßt uns ihn erbeben! 5. Was du uns gabft, wohl anzuwenden, verleib' uns Weisbeit und Verstand; bewahr uns, daß wir nicht verschwenden die reichen Gaben deiner Hand. Du willst, wir sollen frob genießen und dankbar im Genusse feyn; gieb, daß mit rubigem Gewissen wir deiner Güte stets uns freun. 6. Auch für den Armen kam dein Segen in solcher Füll' auf uns herab, wir wollen liebreich Du schenkteft Sonnen- seiner pflegen von dem, was schein und Regen für jede Frucht deine Milde gab. Er danke zu rechter Zeit, und gabst Ge- heute mit uns Allen, froblocke deiben, Kraft und Segen dem laut und bete an, daß du nach Samen, den wir ausgestreut. deinem Wohlgefallen so Großes Für Millionen deiner Kinder haft an uns gethan. reicht deiner Gaben Fülle hin, du nährst den Frommen und den Sünder mit ewig treuem 484 genügsam ift, fann auch an wenig Gaben mit Dankbarkeit fich laben. Mel. Wie groß ist des c. 848. Mir Ale, Gott und Vater! bringen dir Preis und Dank im Heilig tbum, und unsre froben Herzen singen von deines Namens bobem Ruhm. Gekrönt haft du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land; dein Segen strömt auf die Gefilde aus deiner reichen Vaterhand. 2. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 849. Wir bauen, Gott, auf dein Geheiß Baterfinn. 3. Du giebst, uns liebreich zu mit unsrer Hand die Erde, und versorgen, mehr, als wir bitten traun auf dich, daß unser Fleiß Du und verstehn; du wachst am von dir gesegnet werde. Abend und am Morgen und selbst verheißest gnadenvoll, daß börest unser gläubig Flehn. Saat und Erndte währen soll, Selbst unsern Undant, unsre so lang die Erde stebet. Sünden vergiebst du, der die 2. Was du verbeißeft, traf Liebe ist; wir schmecken täglich stets ein; gieb ferner deinen und empfinden, wie gütig, Herr, du Allen bist. Segen, laß unsre Aussaat wohl gedeihn, gieb Sonnenschein und Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 485 Regen! Vergebens bauen wir| Dank für deine Treu' ein dir das Land, wenn, Vater, dei geweihtes Leben sey. ner Allmacht Hand nicht unsre Arbeit fegnet. 3. Und wie du selber nur aus Liebe uns schenkest unser 3. O, fröne aus Barmher- täglich Brod, so weck' in uns zigkeit mit Segen unsre Fluren, des Mitleids Triebe, laß fübzeig' in des Landes Fruchtbar-| len uns der Brüder Noth. Und keit uns deiner Gnade Spuren. weil du Reich' und Arme liebst, Was unsres Fleißes Frucht zer- fo dien' auch Beiden, was du stört, was Feld und Auen uns giebst. verheert, verhûte, Gott, aus Gnaden. 4. Durch dich ist Alles wohlgerathen auf dem Gefild', das 4. Erhalt' uns, was nach dei- wir bestellt: doch reifen auch ner Huld uns jetzt in Hoffnung des Glaubens Saaten auf deigrünet; vergilf uns nicht nach nes Sohnes Erndtefeld? Sind unsrer Schuld; straf' nicht, wie wir auch, wenn er auf uns sieht, wir's verdienet. Dann schallet ein Acker, der ihm grünt und unser Lobgefang, dir, Vater, blüht? der mit Speis' und Trank uns Alle reichlich nähret. 5. Der Lift des Feindes wollst du wehren, wenn er geschäftig Unkraut ftreut, die Frucht des Wortes laß sich mehren zu deinem Ruhme weit und breit, damit am großen Erndtetag ein Jeder Garben bringen mag. 5. Wir traun auf dich, du treuer Gott, der stets wohl bausgehalten! du kennst am besten unsre Noth, gern lassen wir dich walten. Wir sind ja, Herr, dein Eigenthum; du wirft für uns zu deinem Ruhm auch ferner gnädig sorgen. Mel. O daß ich tausend ic. 850. Mir kommen, deine Huld zu feiern, vor deinem Antlitz uns zu freun; bei reichlich angefüllten Scheu ern dir, Herr der Erndte, Dank zu weihn, der du mit milder Vaterhand auf's Neu' gesegnet unser Land. E. Allgemeine Landesangelegenheiten. Mel. Jch finge dir mit Herz 2c. 851. Bringt Gott, ihr Chriften, Preis und Dank, ihm, der den Frieden schafft; erhebt mit frobem Lobgefang die Wunder seiner Kraft. 2. Wer ist ihm gleich? Wer tann, wie er, was er beschließt, auch thun? Den Streitenden und ihrem Heer gebeut er, und fie rubn. 2. Dein Lob, das wir gerührt verfünden, nimm es, o Vater, gnädig an, und tiefer ftets laß uns empfinden, wie viel du 3. Er, aller Welten Herr Gutes uns gethan, auf daß der und Gott, vernahm der Völ 486 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. Wenn wir in höchsten ac. ker Flehn; des blut'gen Krieges Angst und Noth ließ er 852. Gott, der des Feuers vorübergehn. 4. Kein feindlich Schwert und Segen und Verderben schafft, kein Geschoß droht uns mehr mit welcher schrecklichen Ge fürchterlich; wo Menschenblut walt verwüstet es! wie leicht, in Strömen floß, ergießet Se wie bald! gen fich. 2. Ach, wie viel Häuser hat's verbeert, wie plößlich Menschenglück zerstört! Auch dies hat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, und beten an! 3. Wir flagen; doch verehren wir auch deine Huld, fie half auch hier und hielt der Flammen schnellen Lauf, des Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jammer, Gott, zu dir: laß sie nicht hülflos, tröfte die, die du gebeugt haft, segne sie! 5. Und der Verschonte säume nicht, zu üben seine schönste Pflicht, die Pflicht, Betrübte zu erfreun, Verlaffnen Nath und Schutz zu seyn. 6. Du kannst uns wieder fegnen, Gott, in Heil verwandeln jede Noth. Ja weise, liebevoll und gut ist alles, was bein 5. Die Saat wird nun mit Sicherheit dem Boden anber traut; das Feld giebt Frucht zu seiner Zeit dem Landmann, der es baut. 6. In jedem Stand ist nun der Muth zur Arbeit neu erwacht, und sicher vor des Fein des Wuth wird jedes Werk vollbracht. 7. Allgütiger, allein von dir fließt dieses Heil uns zu; dein waren, sind und bleiben wir, und unser Gott bist du. 8. Erwed uns selbst durch deinen Geist zum Dank, der dir gefällt, dich durch ein from mes Leben preift, das deine Nechte hält. 9. Lehr' uns des Friedens 9. Lehr uns des Friedens hohen Werth mit weisem Ernst verstehn, und was das eitle Herz begehrt, in deiner Furcht verschmähn. 10. Verleihe, daß Gerechtigkeit, daß wahre Lieb' und Treu', Vertrauen und Zufriedenheit im Lande herrschend sey. Wille thut. 7. Gieb Unterwerfung und Geduld, und laß uns deiner Vaterbuld mit frommer Zuversicht vertraun und stets auf deine Hülfe schaun. 11. Wir sehen, Gott, auf Mel. Nun lob' mein' Seel 2c. edle beine Hand mit freudigem Ge 853. Gottlob! es ist ers müth und hoffen auf das Baterland, wo ew'ger Friede blüht. Fried- und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Waf Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 487 fen und des Krieges Mord. 5. Ach, laß dich doch erNimm, Vaterland, nun wieder wecken, wach' auf, wach' auf, dein Saitenspiel hervor und verstockte Welt, bevor dich finge Freudenlieder im hohen neues Schrecken gleich einem bollen Chor! Erhebe dein Ge- Wetter überfällt. Wer aber müthe zu deinem Gott und Christum liebet, hab' unerschrocksprich: Herr, deine Huld und nen Muth; der Friede, den Güte bleibt jetzt und ewiglich. er giebet, ist doch das höchste 2. Was hätten wir verdie- Gut. Nach diesem laßt uns net, o Herr, nach unsrer Misses ringen, nicht achten Kampf und that, dieweil noch immer grü- Streit, durch Tod und Leben net bei uns der Sünden arge dringen wir einft zur HerrSaat! Fürwahr, wir sind ge- lichkeit. schlagen mit einer scharfen Ruth', und dennoch man fragen: wer ist, der Buße thut? 854., ir, Bater, Wir sind und bleiben böse, du bist und bleibest treu, machst, daß sich bei uns löfe der Krieg und sein Geschrei. Mel Serr Gott, dich loben 2c. err aller Herrscher, dir, danken wir. Allmächtiger, du schufft die Welt, dein Wille ift's, der sie erhält. Der Völ3. Sey tausendmal willkom fer Schicksal wägst du ab, giebst men, du theures, werthes Frie Fürsten ihren Herrscherstab; du densgut! Nun sehen alle From- segneft und du strafft das Land, men, wie reicher Segen in dir und Alles kommt aus deiner ruht. In dich hat Gott versenket Hand, Gott Schöpfer, unser des Lebens höchstes Heil; wer Gott! Erhalter, unser Gott! dich verlegt und fränket, den Des Volts, des Königs Gott! trifft sein eigner Pfeil, er drückt Jehovah Zebaoth! ihn sich in's Herze und löscht aus 2. Wenn ein Tyrann das Understand die goldne Freuden- Zepter führt und, dir zum ferze mit frebelhafter Hand. 4. Dies drückt uns Niemand besser in unfre Seel' und Herz binein, als ihr, zerstörte Schlös ser, ihr Städte voller Schutt und Stein, ihr vormals grünen Felder, noch mit Gebein be streut, ihr sonst so dichten Wälder, die ihr verheeret seyd; ihr Gráber voller Leichen, getränkt mit Blut und Schweiß der Helden, deren Gleichen auf Erden man kaum weiß. Hohn, sein Volk regiert, das ist, o Herr, dein Strafgericht, das schreckend zu den Menschen spricht. Doch wenn ein Fürst, mild und gerecht, regiert als dein getreuer Knecht, wenn er, auf frommer Tugend Bahn als leuchtend Vorbild geht voran; wenn mit des Volkes Glück zugleich er fördern will dein göttlich Reich; ein solcher Segen kommt von dir, und dir sey Lob und Preis dafür! 488 Lieber für besondere Zeiten und Verhältnisse. 3. Dies Glück hast du uns, 2. Soll nun dein ernstes Gott, gewährt durch einen Rós Strafgericht, o Herr, ohn' Ende nig, der dich ehrt und der des währen? Willst du dein freundLandes Vater ist, weil du sein lich Angesicht nicht wieder zu Gott und Vater bist. Erhalt' uns kehren? Gott, unser Heiibn seinem Volk, o Gott, erft land, o erfreu' mit deinem Gnaspät entreiß' ihn uns der Tod; denschein auf's Neu' uns, die gieb bis zu diesem fernen Ziel dein Zorn erschrecket! uns noch durch ihn des Segens viel. Gieb ftets zu seinem hohen Amt ihm Weisbeit, die von oben stammt; und stark durch dich trag' er die Laft, womit du ihn begnadigt haft. 3. D würde mit Posaunenschall des Ew'gen Wort geböret: daß Friede seyn soll überall, wo Christus wird verehret; daß Alle, denen er bekannt, die Waffen legten aus der Hand und bauten Friedensbütten! 4. Jm Himmel einst lobn' du ihm ganz durch einer böbern Krone Glanz. Wie schwer sein Weg dahin auch sey, bir, Herr der Herrscher, bleib' er freu. War Sorg und Mühe hier sein Theil, so werd' ihm dort vollfommnes Heil. 5. Wir lassen, unser Gott, dich nicht, füll' uns das Herz mit Zuversicht; erhöre gnädig das Gebet, das Segen ihm und uns erflebt. Dein Segen, Gott, sey ihm verliebn, behüte, schüße, segne ihn; dein gnaden volles Angesicht umleuchte ihn mit deinem Licht; gieb deinen Frieden immerdar ihm jetzt und in der Sel'gen Schaar. Mel. Aus tiefer Noth ic. 4. Jhr zagt nicht, Heilige des Herrn; der Muth, der euch beseelet, bält die Verzweiflung von euch fern, so Gottvergesne quälet. Gott, der da waltet weit und breit, ist auch zu helfen stets bereit all' denen, die ihn fürchten. 5. Zu ihm sey unser Herz gewandt! Er wird zu uns sich wenden. Der Herr mit seiner ftarken Hand wird alle Drangsal enden, auf daß, zu feines Namens Rubm, des ganzen Volkes Eigenthum sey Wohlfahrt, Zucht und Ehre. 6. Wo Chriften jetzt in blut'gem Streit einander treffen müssen, da wird dann die Ge( rechtigkeit sich mit dem Frieden bas Schwert in Hand küssen; es werden da, wo jetzt die Flur verheert, sich Güt' und Treu' begegnen. 7. Dann wird mit Regen und mit Thau Gott unsern Boden neßen, daß uns der werthen Heimath Au erfreu' 855. Gnaden angeblicket, und wenn du Strafen ihm gefandt, es wiederum erquicket; der du mit väterlicher Huld berziehen bei nem Volk die Schuld, gelöset seine Bande. err, der du vormals Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 489 mit ihren Schätzen. Doch bleibt,| nimm unfres Dankes Opfer an. so viel er uns auch giebt, ein Wir flehn in gläubigem Ver Herz, das ihn vor Allem liebt, traun, laß fernerbin dein Heil die höchfte seiner Gaben. uns schaun. Allmächtiger, der Alles kann, vollende was dein Rath begann! Den du zum Herrscher uns verliehn, erbalte, flärfe, segne ihn; und gieb uns, zu der Völker Glück, durch ihn den Frieden bald zurück. Mel. Herr Gott, dich loben 2c. 856. Herr Gott, dich loben wir! Herr Gott, wir danken dir! Von Ewigkeit zu Ewigkeit ist dein das Reich, die Herrlichkeit. Die Welt, dein Werk und Eigenthum, ver kündigt deines Namens Rubm. Der Engel Heer, die Seraphim, lobsingen dir mit hober Stimm': heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott! der Herr, Herr Zebaoth. Weit, über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit: dein Wille schuf, dein Arm erhält, dein Wink beherrscht auch unsre Welt. Der Erde Völkern wägest du nach deinem zu. Wer schüßet mächtig Thron und Land gerechter Fürsten? Deine Hand! Du baft auch unser Flehn erhört, des Glaubens hohen Muth bewährt; du Herrscher über Kampf und Krieg, gabft unsern Heeren Sieg auf Sieg. 2. Allwissender, dein Auge fieht den Dank, der unser Herz durchglüht. Froblockend machet unser Mund des Innern from me Regung kund. Von deines boben Namens Rubm erschallet beut dein Heiligthum: der Herr ift gnädig, ift getreu, die Huld des Herrn ist täglich neu. Herr, du haft Großes uns gethan, 3. Täglich, Herr Gott, wir loben dich; dein freuen unsre Herzen sich. Vor aller Ungerechtigkeit bebüt' uns jegt und allezeit! Sey gnädig uns, du treuer Gott, sey gnädig uns in aller Noth! O laß uns deine Hülfe sehn, so oft wir findlich zu dir flebn! Auf dich hofft unser Herz, o Herr; verlaß die Deinen nimmermehr! Amen. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 857. Herr Gott, bich loben wir für deine großen Gnaden! du haft das Vaterland der Krieges- Laft entladen, baft gnädig uns verliehn des Friedens güldne Zier; d'rum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! 2. Herr Gott, wir danken dir! du sendest uns zwar Strafe; dein Ernft hat uns geweckt aus unserm Sündenschlafe, doch wieder aufgethan ward uns die Gnadenthür; deß freut sich unser Herz: Herr Gott, wir danten dir! 3. Herr Gott, dich loben wir! Könnt unser Mund wohl schweigen? du haft den Königs stamm bewahrt mit seinen Zwei 490 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. gen, haft Kirch' und Land ge- kein gerechter Seufzer schrei schüßt; gieb Gnade für und um Rache wider ihn! für die Nachwelt finge noch: Herr Gott, dich loben wir! 8. Um seinen Thron sey immerdar Recht und Gerechtigs keit! beschüß' ihn mächtig in Gefabr, wenn Feindes Macht ihm dräut! 9. Er suche nie des Helden Ruhm; doch zeucht er in den Krieg, zu schüßen Recht und Eigenthum, so gieb ihm Muth und Sieg! 4. Herr Gott, wir danken dir und preisen deinen Namen! Herr Gott, dich loben wir, und alle Welt fag' Amen! Was lebt und Odem bat, preift dich voll Dankbegier! Herr Gott, wir loben dich! Herr Gott, wir danken dir! Mel J finge dir mit Herz 2c. deiner 10. Auch ihm haft du bestimmt das Ziel, das er erreichen Herr mache seiner. 858. freue fich der Stö- Tage viel, und jeden ſegensvoll! nig allezeit! sein Auge sebe, Gott, auf dich! sein Herz sey dir geweiht! 2. Begnadiget mit deiner Kraft und deines Geistes voll, gedenk er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll. 3. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sey deiner Kirche Schutz und Zier, er sey ein wahrer Chrift! 4. Groß und voll Müh' ist feine Pflicht, und er ein Mensch wie wir. Ach! er bedarf vor Andern Licht und Rath und Kraft von dir! 5. Sey du sein Licht, sein Hort, sein Schild! laß ihn dir ähnlich seyn! laß menschen freundlich ihn und mild sein Volt, wie du, erfreun. 11. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht. Erhör uns, Gott! dann jauchzen wir und preisen deine Macht. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 859. Kommt, bringt dem Ew'gen Preis und Dank, der unser Flehn erfüllt; dem Herrn ertöne Lobgesang, der mächtig ist und mild. 2. Der Friede kehrt durch ihn zurück, der Freude Ruf voran; ibm folgt der Völker Heil und Glück; das hat der Herr gethan! 3. Hinauf zu seinem ew'gen Thron drang unser Angstgeschrei; er sprach, des Krieges Wetter flobn; er sprach und wir sind frei. 6. Er zeig' auf seinem Throne fich als beinen treuften Sohn! den Lastern sey er fürchterlich, der Tugerd Schuß und Lohn! 7. Beglückter Völker Liebe 4. Frei ist das Volk, das Land ist frei, vorüber ist der sey sein edelster Gewinn; und Krieg, der Ueberwundnen Sela Lieder für besondere Zeiten und Verhältniſse. berei, der Jammer selbst im Sieg. Wittwenstand. Mel. Nun ruhen alle Wälder xc. 5. Der Donner schweigt, der uns geschreckt, zur Sichel wird 861. Auf Gott nur will das mit ich sehen, er hört der Wittwen Fleben und nimmt sich meiner an. In meinen tief sten Schmerzen bleibt er doch meinem Herzen der Fels, auf den ich bauen kann. Korn das Feld bedeckt, das sonst der Feind verheert. 6. Dankt, dankt dem Vater, der uns liebt, der Freude schenkt nach Schmerz, der friedliche Gedanken giebt den Fürsten in das Herz. 7. Die Völker, sonst in Haß entbrannt, sind freundlich nun vereint. Auch uns umschlingt ein Friedensband, verziehn sey jedem Feind. 2. Mich tröstet seine Gnade, er ist auf jedem Pfade bei mir bis an das Grab; er wird mich nicht verlassen! Dies Troftwort will ich fassen; es sey mein Stecken und mein Stab. 3. Gott will ich gläubig lie8. Dem Herrn, der uns in ben und gute Werke üben in seiner Huld von aller Noth bestiller Einsamkeit. Er sieht es, freit, laßt uns bezahlen unsre wie ich's meine, er sieht auch, Schuld, und thun, was er ge- wenn ich weine, und giebt mir, was mein Herz erfreut. beut. 9. Daß fünftig auch sein Angeficht uns bleibe zugewandt, und leuchte mit der Gnade Licht dem theuren Vaterland. 491 F. Allgemeine Lebensverhältnisse. Trauung. mel. Jch finge dir mit Herz 2c. 860. Auf euch wird Got tes Segen ruhn, er hat ihn euch gewährt. Geht hin und macht durch frommes Thun euch dieses Segens werth. 2. Bis ihr den Lauf der Pilgerzeit nach Gottes Willen schließt, und in des Himmels Herrlichkeit der Treue Lohn genießt. 4. Auch wenn ich mehr noch litte, bis zu dem letzten Schritte will ich ihm folgsam seyn. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden mich einst mit frommen Duldern ein. 5. So eilen meine Tage, auch unter Last und Plage, wie Träume schnell dahin; und ohne Widerstreben verlass' ich einst das Leben mit stillem, ihm ergebnen Sinn. 6. Wenn ich dann einst dich schaue, auf den ich hier vertraue, mein Vater und mein Freund, wie will ich dann dich ehren, wie danken für die Zäh ren, die ich, als Wittwe, hier geweint. 7. Den Gatten, den ich liebte, deß Abschied mich betrübte, find 492 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. ich in Gottes Hand. Wie wollen| mein Heiland sagen: wie du, wir uns freuen, und unsre Lieb' Gott, willst, nicht wie ich will! erneuen im thränenfreien Va Stárk mich, stärk' mich, auch terland! in der Krankheit Bein gelassen, so wie er, zu seyn. 6. Einft kommen doch der Ruhe Stunden, des Lebens Ende rückt herbei; dann ist das Leiden überwunden, ich bin von aller Trübsal frei; du selbst, du selbst giebst mir, o Gottes Sohn, nach diesem Kampf den Gnadenlohn. Für Kranke. Mel. Wer weiß, wie nahe zc, 862. Der Morgen kommt, noch währt die Plage! sie wird mit jedem Mor gen neu! Wie traurig fließen mir die Tage der bangen Prü fungszeit vorbei! Das Licht, das Licht, der neuen Sonne Licht erheitert meine Seele nicht! Vom Ehestande. 2. Noch immer bin ich auf Mel Wie schön leucht't uns 2. der Erde, wo mich Gefahr und 863. Die Ehe foll uns wo die heilig Gott drückende Beschwerde zum Klein- setzt und weihte selbst fie ein muth und zur Klage bringt. mit Segen seines Mundes; und Ich hoff', ich hoff' auf Lind'rung Chrifti Lieb' bat fie erneut, vermeiner Pein; doch meine Hoff- söhnt, entsündigt und geweiht mit nung trifft nicht ein. 3. Herr, eile doch mir bei zustehen, verlaß mich in der Schwachheit nicht; o, neige auf felige Gemeinschaftspfade. Heil des neuen Bundes. Preis ihm! Preis ihm! Treue Gatter gebn im Schatten seiner Gnade mein brünstig Fleben zu mir dein freundlich Angesicht; verleib', verleib' mir nur in mei nem Schmerz Geduld und ein zufried'nes Herz. 2. O wohl, ja zwiefach wohl dem Paar, das sich in frommer Chriften Schaar kann seines Heilands freuen, andächtig Herz und Muth erhöhn, zum Dankaltar des Bundes gehn und Geist und Kraft erneuen. Dank ihm, Dank ihm, der aus Gnaden uns geladen, hier auf Erden solchen Erbtheils froh zu werden. 4. Noch ist das Schicksal mir verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch dich, o Bater, laß ich sorgen: du kennst und willst mein wahres Wohl! dein Rath, dein Rath, was er beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 3. Gesegnete des Herrn find wir! Wohnt er nicht selbst und waltet bier, mit ihm fein holder Friede? Ja, drückt uns auch bes Tages Laft: in muntrer 5. Soll ich die Laft noch länger tragen, so balt' ich deiner Fügung still; mich lehret ja Eintracht aufgefaßt, drückt fie Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 493 das Herz nicht müde. Preis befiehlt, tyrannisch zu gebieten, ihm! Preis ihm! Freundlich soll die hart zu behandeln, die bört er, gern gewährt er, was ihm dienen, sich nie erfühnen. zwei Seelen treu vereinigt ihm empfehlen. 4. Daß Herren ihren Herrn im Himmel haben, soll Jeder beim Gebrauche seiner Gaben, um nicht durch Willkür Dienende zu fränken, mit Ernst bedenken. 4. D Freude, wenn der Ehe Frucht in frischer Kraft und frommer Zucht gedeiht zu Got tes Ehre! Und wenn, mit Segen süß belohnt, Fleiß, Lieb' und Treu' im Hause wohnt und wehrt der Kummerzähre. Dank dir, Dank dir für die Spende deiner Hände! Solcher Gaben laß uns, Herr, nie Mangel baben. 5. O knüpfe feft der Seelen Band! du wollft aus milder Vaterhand uns, was uns noth ift, geben. Herr, führ uns mit der Liebe Stab bis in den Tod, ja über's Grab, hin in das ew'ge Leben. Heil uns, Heil uns, wenn von Allen dort erschallen Lobgesänge und in brünft'ger Opfer Dienge. 5. Wohlthätig seyn und mild bei ihren Fehlern, nicht gleich bereit, den fargen Lohn zu schmälern, das lernt, wer sich, wie leicht er selbst kann fehlen, nicht will verhehlen. 6. Wer sucht, wie er beim Richter Gnade finde, wird liebreich seyn, geduldig und gelinde, wird gern die Treu' ermutb'gen und belohnen, des Jrrthums schonen. 7. Doch Gott, wie leicht, wie leicht wird, wer regieret, zum Mißbrauch seines Anseh nicht verführet von Eitelkeit, von Liebe zum Gewinne, vom Eigenfinne. 8. Laß Jeden dann auf deine Rechte sehen, um seinem Hause flüglich vorzufteben. Gieb Jedem auch zu diesem edlen Werke Licht, Muth und Stärke. Für Herrschaften. Mel. Gott, der du für uns ic. 864. Die Menschen mögen herrschen oder die nen, du, Gott, bift Herr, und du verkündigst ihnen, wie sie's bedürfen als getreue Knechte, Gesetz und Rechte. Für Greife. Mel. Vater unser im Simmelreich: c. len nicht ver 2. Gefeße, die sie beilig bal 865. u, ber bas Lalten sollen, wenn sie im Herzen Friede haben wollen, und fest schmäht, vereint seyn durch der Liebe Bande in jedem Stande. wodurch der Säugling dich erhöht, du börft den Greis noch gnädig an, obgleich 3. Wer seinem Hause vor auch er nur stammeln kann. steht, soll sich hüten, was er O Brunnquell aller Seligkeit, 494 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. bir sey mein Dank, mein Lob| barrt das beste Theil. Ich geweibt. warte dein getroft und still, bis 2. Herr, beine Huld war mich dein Ruf vollenden will. ftets mit mir, aus ganzer Seele D Herr! dein Stecken und dein dank' ich dir, daß deine Gnad' Stab sey meine Stärke bis an's auch mich erwählt und deinem Grab. Erbe zugezählt. Welch Heil, das daraus auf mich fließt und mir das Erdenleid ver füßt! 8. Bis bieber hast du mich gebracht und Alles, Alles wohlgemacht. O wohl mir! auch beim letzten Schritt geht deines 3. Wie langmuthsvoll er Troftes Engel mit und führt trugst du mich, wenn ich von mich durch das dunkle Thor zum deinem Wege wich, und lockte Lobgesang im böhern Chor. mich ein falsches Glück, dein guter Geift bielt mich zurück, dein Arm entriß mich der Gefahr, wenn mir um Rettung bange war. 4. Durch Wolfen brach dein 866. Sonnenschein, durch Nächte brach dein Tag herein. Hier nahmeft und dort mehrtest du, gabst Heil zur Arbeit und zur Rub', und kommt die Zeit, wo Kraft gebricht, o deinen Schuß verlier' ich nicht. 5. Freu'n Andre sich an Erdengut, worauf die bange Sor ge rubt, ist mein der Schat, der ewig währt, den weder Zeit noch Rost verzehrt, mein der auch, der von oben kam, und der die Macht dem Tode nahm. 6. Wie darf voll Angst und voll Vertraun ein Simeon gen Himmel schaun! Den Heiland bat sein Aug' erblickt, ihn hat er an sein Herz gedrückt; nun steht er fertig und bereit zur Heimfahrt in die Ewigkeit. Trauung. Mel. Wie schön leucht't uns ic. u haft, o Gott der Einigkeit, den Stand der Ehe selbst geweiht; wie hoch ist er zu ehren! Vernimm jetzt unser innig Flebn; sieb gnädig an, die vor dir stehn, ihr Bündniß zu beschwören. Laß sie, Vater, dir ergeben, einig leben, treu fich lieben, treu die Pflicht der Chriften üben. 2. Nimm fie, o Gott, in deine Hut, daß ihnen nie ein wahres Gut zu ihrem Woblseyn fehle; im Glück laß sie sich deiner freun, im Leid einander bülfreich seyn, Ein Herz und Eine Seele. Immer laß sie voll Vertrauen auf dich schauen, freudig sterben und vereint den Himmel erben. Mel. Herr Chrift, der einig' ic. 7. Auch mir ward deines 867. Friedens Heil, auch meiner| u Stifter frommer Ehe, vereine die Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 495 ses Paar! In dir, o Gott, be-| auch zum Dienst zu weihn. ftebe sein Bündniß immerdar. Wie heilig, Gott, ist das Bes Beberrschet ihre Triebe der mübn, die Kinder weise zu er Geift der reinen Liebe, so wird ziehn. ihr Hoffen wahr. 202115215 2. Begleite du die Lehren von ihrer neuen Pflicht, zu deines Namens Ehren, mit Salbung, Kraft und Licht; auf allen ib ren Wegen beträftige den Se gen, den heut dein Diener spricht. 3. Und soll von Leid und Schmerzen ihr Stand begleitet seyn, so sprich in ihre Herzen den Trost von oben ein; ver leih' Geduld und Stärke in ihrem Stand und Werke, bei aller Müh' und Pein. 3. D'rum wohl den Eltern, die den Pflichten, wozu du sie berufft, getreu, nur darauf ihre Sorgfalt richten, daß ihre Kinderzucht gedeih'! Wohl ihnen bier schon in der Zeit und einſt in jener Ewigkeit. 4. Sie baun die Wohlfahrt zarter Jugend zu deines gros en Namens Preis durch frommes Beispiel eigner Tugend und weiser Lehrer treuen Fleiß; und spät zu dir, o Vater, ihr Geum Gedeihn fleht früh und bet. 4. Set stets in ihrer Mitte und heil'ge ihren Bund; es sprech' auf unsre Bitte ein gnä dig Ja dein Mund, und wie mit der Gemeine der Heiland 5. Mit weifer Liebe sie zu lenken, mit Freundlichkeit in ibr Gemüth die edlern Triebe früh zu senken, ist ihre Sorgfalt ſtets fich vereine, mach' auch an ih- Kind der Pflicht, scheut auch bemüht. Doch, widerstrebt das nen fund. den Ernst die Liebe nicht. 2. Du rufft den Menschen in das Leben, nicht für sein eignes Glück allein; du haft ihm das Gebot gegeben, sich Schwächern Für Eltern. 6. Für jedes Haus, für ganze Staaten ist's um so größerer Gewinn, je mehr die Kinder Mel. O daß ich tausend ic. 868. Gieb zu dem wich wohlgerathen, erzogen, Herr, tigen Geschäfte, nach deinem Sinn; Fleiß, Orddie Kinder weise zu erziebn, onung, Wohlstand, Fried' und Gott, Verstand und Muth und Ruh' nimmt um so mehr auf Kräfte, und Segen kröne dies Erden zu. Bemühn: daß dir geweiht in Lieb' und Treu' ein jedes Haus dein Tempel set. 7. O Gott, lebr' Eltern dies erwägen! Erweck und fördre ihr Bemühn, daß unter deinem milden Segen sie ihre Kinder wohl erziehn. O laß fie, Herr, so glücklich seyn, sich dessen bier und dort zu freun. 496 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Für Greise. Mel. Nun ruben alle Wälder ic. 869. Gott bat in mei nen Tagen mich väterlich getragen, von meiner mich zur Seligkeit. Jugend auf; auch auf den rauhften Wegen sah ich des Höchften Segen; er lenfte meinen Lebenslauf. gen, 2. Erquicung folgt auf Sor: wie oft ein heitrer Morgen aus dunklen Nächten bricht; der würdig zu erziehen; Eltern, ja ftets bab' ich erfahren, der o versäumt sie nicht! Alles Böse Herr weiß zu bewahren und lehrt sie flieben, fliehn, was führt durch Finsterniß zum Wahn und Sünde nähret und Licht. 3. War Menschenrath vers gebens, so kam der Herr des Sebens und half und machte Bahn. Jhn ließ ich thun und rathen; denn er thut große Thaten und nimmt sich seiner Kinder an. 7. Ich harre froh und stille, bis Gottes Gnadenwille mich frönet nach dem Streit. An meiner Laufbahn Ende fink ich in Jesu Hände, und er führt 5. Er wird auch schwachen Alten, was er versprochen, halten; denn er ift fromm und treu. Bin ich gleich schwach and müde, bei ihm ist Troft und Friede; er steht in aller Noth mir bei. 6. Nach wen'gen bangen Stunden hab' ich ganz über wunden; ich bin dem Ziele nab', dem Biele meiner Leiden; o welche hohe Freuden erwar ten meine Seele dal Für Eltern. Mel. Liebster Jefu, wir sind ic. 870. Groß und beilig ist die Pflicht, Kin3. Stärket ihres Körpers 4. Bis zu des Alters Tagen Kraft, daß sich auch die Seele will ich dich heben, tragen und stärke, und was wahre Freuden dein Erretter seyn! dies hat mein Gott versprochen, der nie sein Wort gebrochen; deß will auch ich, als Greis, mich freun. schafft, darauf offnen Sinnes merke. Lehrt sie Weichlichkeit verachten und durch Fleiß nach Rube trachten. der Seele Wohlfahrt störet. 2. Meidet blinde Zärtlichkeit, liebet nur mit dieser Treue, stres bet, daß zu jeder Zeit euer Herz sich ihrer freue! Heil euch, wenn sie durch ihr Leben euren Ruhm vor Gott erheben. 4. Bringt der Wahrheit helles Licht in das Dunkel ihrer Seele! Sorgt, daß weiser Unterricht ihnen Recht und Pflicht empfeble, daß fein blinder Aberglaube ihnen Lieb' und Wahrheit raube. 5. Deffnet eurer Jugend Sinn dem beseligendften Triebe, weist die jungen Herzen hin zu des Kine derfreundes Liebe, daß, von ihm schon aufgenommen, sie durch ihn zum Vater kommen. Lieder für besondere Zeiten und Verhältniffe. 497 6. Wandelt stets auf richt'- nen sich zu deinem Preis verger Bahn, daß sie euer Vor- einen! Aber doch froher noch bild sehen; führt sie forgsam, müss' ibr findlich Leben deine lockt sie an, gleichen Wegs mit Lieb' erbeben. euch zu gehen! Laßt sie sehn, wie schon auf Erden wir im Glauben selig werden. 7. Strebt ihr, so für Gottes Reich eure Kinder zu erziehen: o dann, Eltern, freuet euch! ho ber Lohn ist euch verliehen; ja schon hier strömt Gottes Segen euch in ihrem Dank entgegen. 8. Sebt, fie thun, was Gott gefällt, ftreuen aus den edlen Samen und erhalten in der Welt unbeschädigt euren Namen; ibnen winkt auf ihren Wegen eurer Liebe Lohn entgegen. 9. Welche Himmelsseligkeit wird durch eure Seelen dringen, wenn auch sie einst hocherfreut sich mit euch zum Throne schwingen! Dann, dann fauch zen neue Lieder: bringen 3. Odem deiner Liebe laß ihr Herz durchwalten, es zu deinem Rubm entfalten! Reich an Jugendblüthe mûff' es dich erfreuen und zu edler Frucht gedeihen. Hilf mit Nath, hilf mit That vor der Schuld Gefahren Herz und Sinn bewahren. 4. Stärk, o Freund der Kin der, fie mit deinem Segen zu des Lebens heißern Wegen. Vater deiner Kinder, sey bis in ihr Alter ihr Beschirmer und Erhalter! Geist des Herrn, sey nicht fern, sie durch alle Zeiten himmlisch zu geleiten. Für Greise. Mel. Alle Menschen müssen sc. Herr, wir 872. Böchfter Helfer, fev Fürbitte für die Kinder. mein Beschirmer, steh mir bei. Hilf mir, daß ich eifrig lerne, was dein heil'ger Wille sey. Leite mich nach deiner Güte und er871. Morgen leuchte mein Gemüthe; laß mir Mel. Wunderbarer König 2c. err und Gott der 2. Hosianna- Tone, die dich findlich preisen, reizen dich wie Engelweisen. Möchten doch die Lippen unsrer lieben Klei werden neu. Kinder Munde hat schon manche frohe Stunde dir ein Lob be- 2. Halte mich, o mein Erreitet. Laß dein Herz fich neigen halter! o mein Führer, weiche auch zu unsern Kinderreigen; nicht! Führ' mich auch im hö Lobgefang, schwach von Klang, bern Alter, wenn mir Sebensja des Säuglings Lallen läßt du dir gefallen! kraft gebricht. Gieb, daß ich die bösen Tage mit Geduld und Hoffnung trage, und laß mich in Sorg' und Schmerz finden ein befreundet Herz. 3. Weiche nicht von meiner 32 498 Lieber für besondere Zeiten und Verhältnisse. Seiten, wenn sich Angst und Tage, Du ziehst durch Leiden Ohnmacht häuft, wenn die mich zu dir und bleibst, mein schwachen Eritte gleiten und Vater, ewig mir ein Fels, auf die Hand zum Stabe greift. den ich baue. Wenn die Augen faft erblinden und die Lebensgeifter schwinden: o so sey du selbst mein Licht, daß ich seh' dein Angesicht. 4. Wenn ich soll von hinnen scheiden, neige meinem Flebn bein Ohr; tritt auch in dem letten Leiden mir als Helfer dann hervor. O mein Heiland, hab' Erbarmen! schenke deinen Troft mir Armen! hilf mir aus der bängsten Noth bald durch einen fel'gen Tod. 5. Meine Seele soll erbeben dich, o Herr der Herrlichkeit, bort in jenem Freudenleben, wenn ich hier vollbracht den Streit. Ew'gen Dank' werd' ich dir bringen und vor deinem Throne fingen, daß du mich so wohl bedacht und zum Himmel haft gebracht. Für Krante. Mel. Wenn einst mein Stündlein*. 873. ach einer bangen, schweren 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, auch wenn der Tod erscheinet. Dich bält mein Glaube dennoch fest, wenn Alles um mich weinet. Du bist es, der mir Rube giebt, wenn Alle, die mich hier geliebt, an meinem Lager trauern. 4. Auch sie versäumst du, Vater, nicht, du stärkeft ihre Herzen, giebst ihnen Trost und Zuversicht und linderst ibre Schmerzen. Ja dir, mein Gott, empfehl' ich sie, laß fie auch in der Treue nie des Glaubens Troft verlieren. 5. Doch, bin ich von dem Ziel noch weit, das du mir ausersehen, soll länger ich in dieser Zeit durch Angst und Trübfal gehen: so gieb mir, Vater, deine Kraft, die Muth in jedem Leiden schafft, Geduld und Hoffnung wirket.. Für Hausgefinde. mel. Gott, der du für uns ic. feb' ich den Morgen wieder. 874. Picht Alle können Dein Auge, Gott, hat mich bes herrschen; Viele wacht, du sahst auf mich her sollen gehorchen, wenn sie nütznieder. In meiner Angst fleht' lich werden wollen, und willig, ich zu dir, und du gewährtest so verlangst du's, Gott, bon gnädig mir des Glaubens Troft ihnen, den Brüdern dienen. und Hoffnung. 2. So trag' ich willig jeden Schmerz und meiner Krankheit Plage, und dein erfreuet fich mein Herz auch an dem bösen 2. O hielten Alle nur auf deine Rechte! Sie wären mehr bann, als der Menschen Knechte; b'rum gieb den regen Trieb, dir zu gefallen, doch ihnen Allen. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 499 3. Gieb ihnen ein gehorsam| Soll mich von ihm die TrübHerz und Treue, daß Jeder sal scheiden? Noch schreckt mich seines Ruf's von dir fich freue, daß fie mit Eifer stets der Herren Willen genau erfüllen. feines Spotters Spott, noch ist er mir ein Quell der Freuden. Er ist mein Trost, mein Rath, 4. O wüßten wir doch nichts mein Licht, der Felsen meiner von falschen Händen, die Her- Zuversicht, der Freund, dem ich ren- Gut beruntreu'n und ent mich ganz ergebe, in dessen wenden! Und wäre nie, wer Huld allein ich lebe, in dem Lohn empfängt und Pflege, zur Arbeit trage! 5. Und würde wahre De= muth nie vergessen, daß Reiner felbfiflug, troßig und vermessen fich billigen Befehlen widersetze, die Pflicht verlege. 6. Auch was sie nicht versteht, vollbringt mit Freuden die Treu' und weiß gelassen auch zu leiden. Nie wird, wer weiß, auch er hat zu bereuen, nach Rache schreien. 7. Wenn Jeder freudig dir zum Wohlgefallen sein Werk verrichtet, wohl dann ihnen Allen! Wie werden sie im Himmel und auf Erden gesegnet werden! 8. Und müßten sie auch barten Herren dienen; mit Wonn' und Ehre, Gott, vergiltst du ihnen. Des Lebens Abend kommt; dann ruhn die Müden in deinem Frieden. 9. Verherrlicht werden sie empfahn vom Sohne des Himmels Seligkeit zu ihrem Lohne, und, treu erfunden, in dein Reich erhoben dich ewig loben! mein ganzes Wesen ruht, der nichts mir je zu Leide thut. 2. Er leitet mich nach weisem Nath und offenbart sich meinem Herzen, ist ewig treu in Nath und That, bleibt bei mir, auch in Noth und Schmerzen. Und ziehn auch Wolken um mich her, doch fürchtet sich mein Herz nicht mehr; er ist mein Schuß in schwülen Tagen. Was sollt ich über Unglück flagen? Was Gott, mein Vater, mit mir thut, ist Alles heilig, recht und gut. 3. Er giebt und nimmt, wie's ihm gefällt, denn er ift Herr, es ist das Seine. Ich bin ein Gaft auf dieser Welt, mein wahres Gut ist er, der Eine. Wer dies zum Geisteserbe hat, ist immer seltg, reich und satt. In Armuth, Elend, Schmach und Leiden ist Gott sein Gott, wer will fie scheiden? Darf ich mich seiner selbst erfreun, so ist mit ihm auch Alles mein. Bei Unglücksfällen. 4. Die Thränen, die der Herr mir macht, find alle von ihm selbst gezáblet. Gott, der mein wahres Heil bewacht, weiß, was mich drückt, weiß, was 875. och beut ift Gott mir feblet. Wird meine Kraft weich, mit seiner Mel. Beschränkt, ihr Weisen 2c. mein treuer Gott! in Trübsal 32 500 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Kraft hilft er sogleich, und sie gleich, wie wir, nur Sünscheint sein Nath mich zu be- der, haben sie an dir doch Theil. trüben, so will er meinen Glauben üben, so prüft er mich, ob ich ihm treu, ob er mein Heil, mein Alles sey. Sie sind in der Taufe schon dir geweiht und deinem Sohn, darum leite deine Gnade sie auf ihrem Lebenspfade. 5. Ja köstlich, Herr, mein Fels, mein Hort, ist mir dein 2. Der du sie bisher erhalten bei so manchem Unglücksfall, Denken, Thun und Lassen; recht wollest über sie nun walten imist dein Weg und süß dein Wort, die Welt fann deinen Rath nicht fassen, ihr ist dein Weg und Gang verkehrt. Dein Voll, das dich im Glauben ehrt, lernt hier schon dreimal heilig fingen, dort wird dein volles Lob erklingen, wenn nun dein Prüfungsplan sich ganz verklärt im Himmels Sonnenglanz. merdar und überall. Bricht Gefahr für fie herein, wollst du ihr Beschüßer seyn; wenn in Noth sie zu dir fleben, laß fie deine Hülfe sehen. 3. Dringt auf sie von allen Seiten der Verführer Schaar heran; laß doch ihren Fuß nicht gleiten, halte fie auf rechter Bahn. Regt in ihrer eignen Bruft sich mit Macht die böſe Luft; gieb dann, daß fie muthig kämpfen und den Reiz der Günde dämpfen. 6. Noch heut ist Gott mein treuer Gott, und wehe mir, wenn er's nicht bliebe! Lach' immerhin des Spotters Spott! nichts scheide mich von Gottes 4. Herr, erhalte deinem Rei Liebe, nicht Trübfal, Angst, che unsre Kinder stets getreu. Verfolgungsnoth, nicht Hun- O daß keines von dir weiche ger, Blöße, Schmach und Tod, und dereinst verloren sey! Zmnicht Feuer, Schwert noch Folmer geh' ihr frommer Sinn terleiden, nicht Gold, noch Herr- und ihr Streben darauf hin, lichkeit und Freuden, nicht En Christo ganz sich zu ergeben gel, Macht und Fürstenthum; und zur Ehre dir zu leben. Gott ist mein Heil, Gott bleibt mein Ruhm! 5. Haben sie den Kampf geendet, obgefieget in dem Streit; haben sie den Lauf vollendet in des Glaubens Freudigkeit: dann, o Vater, führe du fie der ew'gen Heimath zu, 876.orge, Herr, für und laß fie nach fanftem Ster unsre Kinder, ben deines Himmels Frieden Fürbitte für die Kinder. Mel. Werde munter, mein 2c. sorge für ihr wahres Heil; find erben. Verzeichniß der Lieder. Nr. Nr. 113 246 Auf, Christenbeit, sey Auf Christi Himmelfahrt Auf deine Weisheit schauen 567 Auf den Nebel folgt die Sonn' 568 Auf, du zagendes Gewissen 427 Auf, erhebet euch, ihr Ebristen 449 Auferstanden, auferstanden 212 Auferstehn, ja auferstehn Auf, erwacht, ihr heil'gen Auf euch wird Gottes Segen Auf ewig ist der Herr mein Auf, freuet euch von 757 1 330 2 A. 380 3 381 716 90 382 159 Ach bleib' mit deiner Gnade Ach ewig heil'ger Gott Ach, Gott, gieb du uns deine Ach, Gott, mich drückt ein 209 Ach, Gott und Herr, wie Ach, Gott, berlaß mich nicht Ach, Herr, dir ist bewußt Ach, Herr, lehre mich Ach, mein Herr Jesu, dein Ach, mein Jesu, sieb, ich trete 808 Ach, mein Jesu, welch Ach, sieh ihn dulden, bluten Ach, Vater, Vater, höre Ach, wenn ich dich, mein Ach, wann werd' ich von der Ach, wie hat mein Herz Ach, wie ist der Menschen Alle Christen hören gerne 514 Alle Menschen müssen sterben 756 Allein Gott in der Höh' sey Allein zu dir, Herr Jesu Christ 384 Alles ist an Gottes Segen 566 Alles ist euer, o Worte Allgütiger, allein bei dir Allmächtiger, der seinen Thron Allseliger Gott, vor der Zeit Also hat Gott die Welt geliebt 112 Amen, deines Grabes Friede 210 Am Grabe stehen wir und Am Kreuz erblaßt Auf Gott nur will ich sehen 563 Auf Gott und nicht auf 513 Auf, ihr Christen, Christi Auf, ihr Christen, Gott zu 564 Auf, ihr Christen, laßt uns 565 Auf, ihr Streiter, 383 43 678 4 5 53 717 160 54 860 679 114 861 569 450 642 213 451 288 Auf Leiden folgt die Auf meinen Gott verläßt 258 Auf meinen lieben Gott trau' 570 Auf, mein Herz, des Herren 214 Auf, mein Herz, sey unverzagt 571 Auf, Pilger, laßt uns eilen 452 Auf, schicke dich, recht feierlich 115 Auf, fingt mit uns, ihr hohen 247 Aus einem tief vor dir 387 Aus Gnaden soll ich selig Aus irdischem Getümmel 428 91 Aus tiefer Noth ruf' ich zu dir 388 161 B. 573 An deine Leiden denken wir An dich, mein Gott, gedenken 515 Bang' und doch voll sel'ger An dir allein, an dir hab' ich 385 Befiehl dem Höchsten deine Auch dieses Tages Stunden 809 Befiehl du deine Wege Auf, auf, an diesem Morgen 386 Begrabt den Leib in seine 718 Auf, auf, den Herrn zu loben 788 Beklommnes Herz, was willst 574 Auf, auf, ihr meine Lieder 21 Bereite dich, o Christ, wir 162 Auf, auf, mein Geist, den 640 Beschwertes Herz, leg' ab die 22 Auf, auf, mein Geift, erhebe 355 Bewahr', o Gott, mich, daß 453 Auf, auf, mein Herz, mit 211 Bis bieber ist's gelungen 824 Auf, Christen, bringet 641 Bist du ein Freund des Herrn 454 356 572 502 Verzeichniß der Bieber. Nr. Sa. 759 455 Der Heiland kommt zum 789 Der Herr, an dessen Güte 116 Der Herr fährt auf zum 23 250 760 Der Herr ist Gott, und keiner 55 Der Herr ist gut, ihr Himmel 70 Der Himmel Ruf erzählet 71 Der letzte meiner Tage Der Morgen kommt, noch 862 Der Tag, an dem mein Heiland 761 163 Der Tag ist hin, mein Jesu 810 516 Der Tod ist todt, es siegt 248 Der Weg ist gut, der durch 216 Der Werke Ruhm muß vor 217 Blid bin in die bergangnen Brich an, du schönes Bringt frohen Dank und Bringt Gott, ihr Christen, 851 Bringt Preis und Ruhm dem 215 Chrift, Alles, was dich fränket 575 Chrift, aus deinem Herzen 576 Christe, du Lamm Gottes Cbrifte, mein Leben, mein Christ fuhr gen Himmel Christ ist erstanden Christ, prüfe dich an jedem Christus, der ist mein Leben 389 719 357 358 Dank, Dank sey dir für dein Dant, Jesu, dir, ach find Dant, Jeſu, dir, daß du beim 359 Danket mit Freuden, o danket 643 Dankt dem Herrn, ihr 644 289 680 579 432 Des Herrn Gesetz verkündet 292 825 Des Jabres erster Morgen Des Todes Graun, des Grabes 762 Dich, dich, mein Gott, will ich 791 Dich, Herr, dich loben herzlich 293 Dich, Jefu, preifen unfre 294 Dich seh' ich wieder, Morgenl. 792 Dich, Vater, preist mein Dich, Vater, ruf ich an Dich will ich immer treuer Die auf der Erde wallen 259 Die Bahn ist rauh, auf der 580 Das Amt der Lehrer, Herr, Deines Gottes freue dich Dein barr' ich und bin stille Dein ist das Licht, das uns Dein Mittler kömmt, auf Dein Name werd' erhoben Dein Recht, o Gott, und dein Die Christen gehn in dieser 722 Die Ehe foll uns beilig seyn 863 Die Erndt' ist da, schon winkt 836 295 457 723 320 72 670 24 Dein find wir, Gott, in Dein Werk, Erlöser, ist Dein Wort, o Höchster Die Himmel rühmen des Dem Erdkreis strablt ein Licht 118 Die Menschen mögen herrschen 864 Dem Heiland folgt, wer bier 456 Die Rach', o Herr, ist dein Dem Heiland nach, mein Geift 578 Dies ist der Tag, da Gottes Dem Menschen glänzt, o Gott 69 Dies ist der Tag, den Gott Dem Worte deines Mundes 360 Dies ist der Tag der Fröhlicht. 122 Der am Kreuz ist meine Liebe 164 Dies ist der Tag zum Segen Der du die Liebe felber bift 669 Dies ist die Nacht, da mir Der du noch in der letzten 291 Die Sonne senkt sich nieder Der Freuden Quell ist Die Sonne stand verfinstert 165 Der frobe Morgen kommt Die Sonn' hat sich mit ihrem 811 Der Glaube ist die Zuversicht 429 Dir dank' ich für mein Leben 793 Der Glaube ist's, der Wunder 430 Dir, dem weifesten Regierer Der Grund, auf dem mein 431 Dir, dir, Jehovab, will ich Der Heiland, dessen sich im 119 Dir, Gott der Huld und Der Heiland kommt, lobsinget 120| Dir hab' ich mich ergeben 123 812 758 790 73 331 837 581 577 290 117 6 7 517 721 319 Die Feinde deines Kreuzes 720 Die Fülle guter Gaben 249 Die Herrlichkeit der Erden 260 121 Verzeichniß der Lieder. Nr. Dir jauchzet froh die 261 Dir, Jesu, tönt vom Staube 124 Dir, milder Geber aller Gaben 838 Dir schwör' ich ew'ge Treue 361 Dir sey dies Kind Dir sterb' ich einst, wenn ich Dir strebt meine Seele zu Dir trau' ich, Gott, und Dir, unserm Gott, sey Lob Du, aller Menschen Vater Du bist ein Christ, was flagest 583 Du bist's, dem Ehr' und Ruhm 645 Du, der das Lallen nicht 865 Du, der einst unsre Trauer Du, der Herz und Wandel Du, der Menschen Heil und Du, der sein Blut und Leben Du, dessen Augen floffen Du, deß sich alle Himmel freun 332 Du gebst zum Garten 584 167 168 Du gingst zum höchsten Lohne 251 Du hast mir, Gott, dein Wort 321 Du hast, o Gott der Einigkeit 866 Du flageft über die 585 725 341 724 56 582 21 675 390 166 518 Du Lebensfürst, dein Sieg Du, meine Seele, finge 646 Durch des Mittlers Blut und 519 Du reicher Trost der Armen 839 Du riefft mich, Vater, aus dem 44 Du siehst, o Mensch, wie fort 763 Du sollst glauben, und du Du sollst in allen Sachen Du Stifter frommer Ehe Du, Urbild aller Frömmigkeit 92 Du, Vater deiner 520 Du wirst, o Vater, für mein 726 459 Ein Chrift, ein tapfrer Ein' feste Burg ist unser Gott 296 Ein beiliges Feuer durchdrang 262 Ein Herz, o Gott, in Kreuz 586 Ein Lämmlein geht und trägt 169 Ein neuer Tag, ein neues 794 Ein Pilger bin ich in der Welt 727 Eins ist noth, ach Herr, dies 521 Einst geh' ich ohne Beben 728 503 Nr. 587 764 460 Einft ist alles Leid vergangen Einft reift die Saat! mein Einst selig dort zu werden Eitle Welt, ich bin dein mübe 729 Empor zu ihm, mein Lobgesang 125 Entebre nicht mit bangen 588 Entschwinge dich, mein Geist 589 Erbarm' dich, Herr! schwach 391 Erforsche mich, erfahr' mein 170 Erhabner Dulder, deine Liebe 171 Erhalt' uns, Herr, bei deinem 297 Erheb', o meine Seele, dich 795 Erheb' uns zu dir, du, der Erhebe mit der Andacht 26 Erhöhter Jesu, Gottes Sohn 766 Erhöre gnädig unser Flehen 298 Erbör', o Vater, du das Flehn 342 Erhör' uns, Gott, erböre Erinnre dich, mein Geist, Erkenne, mein Gemüthe Er kommt, er kommt 827 218 322 127 128 219 Er kommt und Seraphinen Er lebt, der Herr der Er lebt, o Freudenwort, er 220 Erlöser, der du selbst uns haft 362 Ermuntert euch, ihr Frommen 767 Ermuntre dich, mein schwacher 129 433 Erweitert Thor und Thüren 130 458 Er wird es thun, der treue 590 867 Es glänzet der Christen Es ist genug! so nimm, Herr 730 Es ist gewiß ein köstlich Ding 591 Es ist Gottes Wille 462 592 765 Erhebet, Christen, euern Sinn 461 Erhebt, Bewohner dieser Welt 826 Erhebt den Herrn, ihr 126 handen, auf Es ist noch eine Ruh' borbanden für Es ist nicht schwer, ein Chrift 463 Es ist noch eine Ruh' bor768 769 Es ift bollbracht, bas Opfer 172 Es ist vollbracht, Gottlob, es 731 Es ist vollbracht! so ruft am 173 Es ist vollbracht! so ruft bes 174 464 Es fostet viel, ein Chrift zu Es wolle Gott uns gnädig 299 504 Verzeichnis der Lieder. Ewig, ewig bin ich dein Ewig sey dir Lob gesungen Ewig weis und ewig milde Ewig wesentliches Licht Nr. 300 343 Gott, Allweiser, wer bin ich 131 Gott, deine Gnad' ist unser Gott, deine Güte reicht so weit Gott, deine Güt' und Macht Gott, der an allen Enden Gott, der des Feuers Gott, der du selbst die 323 F. Feiert, Christen, diese Stunde 221 Fest des Lebens, seb 222 465 Fest steht zu Gottes Ruhme Fleug auf, mein Pfalm Folget mir, ruft uns das Freiwillig hast du dargebracht 223 Freude wallt in meinem 647 Freuet euch, ihr Christen, alle 132 Freuet euch, ihr lieben Brüder 133 Frieden, ach Frieden, den 681 Frohlockend laßt uns treten 648 Froh versammelt sind wir hier 27 Früb Morgens eh' die Sonn' 224 Früh oder spät des Todes 466 Für diese Kinder beten wir Für unsre Brüder beten wir 344 8 301 74 Gedanke, der uns Leben giebt 93 Geduld, wie sehr der Sturm 593 Geh' hin nach Gottes Willen 467 Geist aller Geister Geist der Wahrheit, lehre Geist des Herrn, dein Licht Geist Gottes, aus des Ew'gen 265 Geift Gottes, wer kann dich Geist vom Vater und vom 266 Sohne, der 267 Geist vom Vater u. bom Sohn 268 Gelobet feyst du, Jesu Christ 134 Gelobt sey, der den Frühling 840 Getauft seyn auf des Vaters 345 Getreuer Gott, wie viel Geduld 57 Getrost, mein Leiden hat ein 594 Getrost und freudig geh' ich 732 Geweiht zum Christenthume 346 Gieb deinen Frieden uns, o 682 Gieb dich zufrieden und sey Gieb, Gott, wenn ich dir biene 468 Gieb mir, o Gott, ein Herz Gieb zu dem wichtigen 595 58 683 672 868 9. 75 76 852 469 Gott, der du unser Vater bist 333 Gott, der du unsre Zuflucht 392 Gott der Macht, in deinem 77 Gott der Vater wohn' uns bei 45 Gott, der wird's wohl machen 78 Gott des Himmels und der 796 Gott, dir sey ewig Preis und 303 Gott, du hast in deinem Sohn 269 Gottes Mund hat uns 434 Gott hab' ich Alles heimgestellt 733 Gott hat in meinen Tagen 869 Gott, ich preise dich mit allen 684 Gott, ich will mich ernstlich 393 46 Gott in der Höh' sey Ehr' Gott ist die wahre Liebe Gott ist ein Schuß in Nöthen Gott ist gegenwärtig Gott ist mein Hort und auf Gott ist mein Lied, er ist 685 853 649 828 29 686 Gott ist's, der das Vermögen 470 263 Gott ist treu und alle Morgen 60 264 Gott ist und bleibt getreu 61 302 Gott lebt, wie kann ich traurig 596 Gottlob, ein Schritt zur Gottlob, es ist erschollen Gott, meine ganze Seele Gott ruft der Sonne, ruft Gott sey Dank, der mit uns Gott sieht auf uns Gott sorgt für uns, o fingt Gott, Vater, Sohn und Gott, vor dem die Engel Gott, vor dessen Angesichte Gott, welcher Kampf in meiner 394 Gott, wer ist dir zu vergleichen 650 Gott, wie du bist, so warst du 63 Gott will's machen, daß 597 Gott wollte nicht des Sünders 94 Großer Gott, den Alles preiset 797 Großer Immanuel, schaue 305 841 813 10 62 522 304 28 324 59 Verzeichniß der Lieber. Ncc. Großer König, den ich ehre Großer Mittler, der zur 523 252 Groß und heilig ist die Pflicht 870 H. 505 476 687 Hab' ich ein gut Gewissen Hallelujah, Amen, Amen 770 Hallelujah, jauchzt, ihr Chöre 225 Hallelujab, Jesus lebet! 226 Hallelujah, Lob, Preis und Ehr' 47 Halt an, mein Herz 598 Herr Jesu, Gnadensonne Herr Jesu, Trost der Heiden Herr, laß mich in Frieden Herr, lehr' mich thun nach Herr, mache meine Seele stille 599 Herr, meiner Seele großen 477 Herr, mein Licht, erleuchte mich 325 Herr, mein Versöhner, der 673 Herr, stärke mich, dein Leiden 177 Herr und Gott der Deinen 871 Herr, unser Gott, laß nicht 600 Herr, unser Herrscher, dankbar 842 Herr, bor deinem Angesicht Herr, welch Heil kann ich Herr, wie du willst, so Herr, wie mancherlei Herzen, wallt in froben Herzlich lieb hab' ich dich Herzliebster Jesu, was hast Herzog unsrer Seligkeiten Herz und Herz vereint 32 690 11 399 Halt im Gedächtniß Jesum 524 Hehr und heilig ist die Stätte 30 Heiland, den uns Gott verhieß 135 Heil'ger Jesu, Heil'gungsquelle 95 Heilig, heilig ist dein Wille 471 Helft Gottes Huld mir preisen 829 Herr aller Herrscher, dir Herr, Alles, was ich habe 688 Herr, aus deiner Gnadenfülle 689 Herr, deine Kirche danket dir 306 Herr, den die Sonnen 652 854 526 178 478 674 830 eut öffnet sich die neue Bahn 831 363 Hier bin ich fremd, wie meine 771 814 Hier bin ich, Herr, du rufest 400 Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen 365 Hier ist mein Herz, Herr Hier ist nur mein 527 475 136 736 855 253 472 395 Herr, der du als ein stilles Herr, der du mir das Leben Herr, der du bormals hast Herr, du bist unsre Zuversicht 435 Herr, du erforschest mich; mein 64 Herr, du fährst in Glanz Herr, du gingst voran Herr, du wolleft meiner Herr, du wollst fie vollbereiten 364 Herr, es gescheb' dein Wille 815 Herr, es ist der Tag erschienen 31 Herr, ew'ger Gott, wie du 79 Herr, führe mich auf guter 473 Herr Gott, dich loben wir für 857 Herr Gott, dich loben wir, Herr 651 Herr Gott, dich( Siegesdankt.) 856 Herr Gott, du kennest meine 734 Herr, Herr Gott( Litanei) 396 Herr, ich hab' aus deiner Treu 474 Herr, ich habe mißgehandelt 397 Herr Jesu Christ, dein theures 175 Herr Jesu Christ, du Gottest. 176 Herr Jesu Christ, du höchstes 398 Herr Jesu Christ, mein Herr 735 Jauchzet all', ihr Frommen! 137 Herr Jesu Christ, mein höchstes 525| Jauchzt, ihr auserwählten 653 772 Hier legt mein Sinn sich vor 479 Hier lieg' ich, Herr, im Staube 601 Hier sind wir, Gott, und flehn 33 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 832 Himmelan geht unsre Bahn 480 in an dein Kreuz zu treten 179 Hirte deiner Heerde 816 Höchster, denk'ich an die Treue 401 Höchster Gott, dir danken wir 326 Höchster Helfer, sey nicht ferne 872 Höchster Tröster, komm 270 Höher hebt sich Gottes Sonne 843 Hört das Wort voll Ernst 481 Hört, die ihr der Gerechtigkeit 307 Hörts Alle, hört's, daß Jefus 227 Hör' unser Gebet, Geift des 271 Hüter, wird die Nacht der 402 506 Verzeichniß der Weber. Mt. 232 775 97 Jesus Chriftus, unser Heiland 230 Jesus ist gekommen 139 180 Jesus kommt, von allem Bösen 608 347 Jesus lebt! Christen hört es 231 96 Jefus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder an Jesus schwebt mir in Gedanken 533 Jesus, wir erscheinen hier 3hr armen Sünder, kommt Jhr Augen, weint, der 482 hr Christen, rühmt, erhebt 272 228 Shr, deren Herzen noch bethört 609 528 Shr, durch die Taufe dem hr Kinder des Höchsten hr Mitgenossen, auf zum 485 Ihr Völker, böret Chrifti Wort 98 m Dunkeln lag die Welt In allen meinen Thaten In deiner Liebe, Gott, nicht In deiner Stärke freue sich 273 308 140 Nr. Jauchzt unserm Gott mit 65 Ich bin der Angst entnommen 691 Ich bin erlöst durch meines Ich bin getauft auf deinen Ich bin gewiß, daß weder Ich bin Gottes, Gott ist mein 602 737 603 Ich bin ja, Herr, in deiner Ich bin in Allem wohl Ich danke dir für deinen Tod 181 Jch, der ich oft in tiefes Leid 654 Ich freue mich, mein Gott, in 80 Ich fühle wohl, ich selbst Ich geb' zu deinem Grabe Ich habe den gefunden Ich habe g'nug, mein Herr ist 529 Ich habe Gottes Weg geseh'n 604 Ich habe nun den Grund 436 Ich hab' in Gottes Herz und 605 Ich hab' in guten Stunden 606 Ich tomme als ein armer Gast 366 ch tomme, Herr, und suche 367 Ich komme vor dein Angesicht 12 Ich lasse Gott in Allem walten 607 Ich preise dich, o Herr, mein 368 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ 13 Ich schäme mich des Heilands 437 Ich finge dir mit Herz und 655 Ich soll zum Leben bringen 483 Ich Staub vom Staube, wer 403 Ich steh' an deiner Krippe hier 138 Ich sterbe täglich und mein 738 Ich weiß, daß all' mein Werk 81 Ich weiß, daß mein Erlöser 229 Ich weiß, es wird mein Ende 739 Ich weiß, woran mein Herz Ich will dem Schöpfer Preis Ich will dich lieben, meine Ich will, Herr, meine Ich will, o Jesu, dich Ich will von meiner Missethat 404 Jerusalem, du hochgebaute Jesu, deine tiefe Wunden Jesu, der du deine Liebe Jefu, Freund der Jefu, bilf fiegen, du Fürste Jesu, meine Freude 773 276 656 Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich 99 König, dem kein König gleichet 100 Könnt' ich doch, Herr, mit 372 Komm, beuge dich, mein Herz 101 Komm, Geist des Herrn, du 692 Komm, Geist des Herrn, kehr' 274 Komm, Gottes Geist, komin 275 Komm, heiliger Geist, Herre Komm, Kraft des Höchsten 530 Komm, o komm, du Geist 369 Kommst du, kommst du, Licht Rommt, betet an Kommt, bringt dem Ew'gen 859 774 Rommt, die ihr Jesu Kreuz 182 Komm, Tochter Zion, komm 531 Kommt und eßt das Brod Rommt und laßt den Herrn L. 277 370 185 142 373 371 487 484 532 Jesus Christus, Gottes Lamm 183 34 405 184 Laß deinen Geist mich stets Laß boch, o Jesu, laß dein 610 486 858 In Dunkel hüllt der Himmel 844 In Gottes Rath ergeben In meines Herzens Grunde In Thorheit ist ein Herz st Gott für mich, so trete 740 534 535 438 278 141 233 186 309 Verzeichniß der Lieder. Nr. Baffet uns den Herren preisen 234 Laffet uns mit Jefu ziehen 488 Laß mich dein seyn und bleiben 14 Laß mir die Feier deiner Leiden 187 Laßt ihn uns preisen 143 Lebet, Christen, so allhier auf 489 Lebst du in mir, o wahres 536 Licht bom Licht, erleuchte mich 798 Liebe, die du mich zum Bilde 537 Liebster Jesu, wir sind hier 35 Lobe den Herren, den mächtigen 657 Lob, Ehre, Preis und Dank 102 Lob, Preis und Ehre bringen 48 Lob sey dem allerhöchsten Gott 144 Lob sey dir, der den Morgen 799 Lobfinge, meine Seele 235 Lobfing', o frobes Erndtefest 845 Lobt Gott, ihr Christen 145 M. 146 658 Mache dich, mein Geist, bereit 334 Mach's, lieber Gott, wie dir's 611 Macht hoch das Thor, die Man lobt dich in der Stille Mein Auge fieht, o Gott, zu Mein Aug' und Herz erhebe Meine Lebenszeit verstreicht 741 Meinen Jefum laß ich nicht, was 538 Meinen Jesum laß ich nicht, weil 539 Mein Erlöser, Gottes Sohn 188 Mein erst Gefühl sey Preis 800 Meine Seele giebt fich hin 612 Meine Seele, laß es geben Meine Seele, laß Gott walten 83 Meine Seel' ist stille Meines Lebens beste Freude Meine Sorgen, Angst und 615 Mein Freund ist mein, und ich 540 Mein Glaub' ist meines Lebens 694 Mein Gott, ach lebre mich 490 Mein Gott, das Herz ich 491 613 492 614 693 507 17 Mein Heiland, bilde du Mein Heiland nimmt die Mein Herr und Heiland, laß Mein Herz, gieb dich zufrieden Mein Jesu, dem die Mein Jefus lebt, mag ich Mein Lebensfürst, dein Mein lieber Gott, gedenke Mein thörichtes Herz, warum 543 Mein Vater, laß mich deine 493 Mir nach, spricht Christus, 494 Wir wallt das Herz, so oft 544 Mit Ernst, ihr Menschenkinder 147 Mit Fried' und Freud'ich fahr' 743 Mit frobem Danke nab' ich 817 Mitten in dem Leben find Wetten in Stürmen und Möchten wir aus Gott geboren 495 Morgenglanz der Ewigkeit 802 744 310 N. Nach einer bangen schweren Nach einer Prüfung furzer Nach meiner Seelen Seligkeit 496 15 818 82 Nacht umhüllte rings die Erde 148 Nacht und Stille schließen Nein, nichts Höb'res fennt 545 Nennt immer, eitele Gemüther 696 Nicht Alle können herrschen 874 Nicht diefe Welt, die in ihr 497 Nicht nur streiten, überwinden 498 Nicht um ein flüchtig Gut der 279 Nie bist du, Höchster, von uns 66 Nimm jest hinweg, o Gott, Noch heut ift Gott mein Noch immer wechseln 36 875 846 Noch läßt der Herr mich leben 803 Noch fing' ich bier aus dunkeln 37 Noch wallen wir im 777 16 Mein Gott, du prüfft des Mein Gott, du weißt am Mein Gott, erschaffen bast du 695 Mein Gott, ich klopf' an deine 335 Mein Gott, ich weiß wobl, daß 742 Mein Gott, nun ist es wieder 801 Nr. 541 406 189 616 542 236 103 873 776 Nun bitten wir den heil'gen Nun danfet Alle Gott un banket All' und bringet Nun habe Dank für dein Nun ist die Finsterniß entflohn 149 Nun ist es Alles wohlgemacht 190 Nun kommt das neue 150 Nun laßt uns gehn und treten 833 280 659 660 374 508 Verzeichniß der Lieder. Nr. Nun lob' den Herrn, o Seele 661 Nun ruhet in den Wäldern 819 Run fich der Tag geendet hat 820 Nur kurz ist unsre 617 0. D auferstandner Siegesfürst O daß ich Gott erkennen O daß ich tausend Zungen O daß mir der Erlösung O daß von meinen Lebenstagen 499 O du majestätisch Wesen O Durchbrecher aller Bande O Gott, dich kennt O Gott du frommer Gott 18 O Gottes Sohn, Herr Jesu 439 O Gott, wie wird mein Geist 778 O Gott, wir ebren deine Macht 49 D Haupt boll Blut und 282 191 O beil'ger Geist, kehr' bei uns 281 O beiliger Geist, o heiliger O bilf, Christe, Gottes Sohn 192 Ohne dich was find wir, Jesu 104 O hochgelobter Gottesgeist 283 Oböchstes Gut, o Licht O Jesu Christ, mein böchstes Jesu, Freund der Seelen Jesu, Jesu, Gottes Sohn Jefu, meine Wonne Jesu, meine Zuversicht Jesu, sieh darein Jesu, süßes Licht O selig Loos hienieden O Tod, wo ist dein Stachel O Ursprung des Lebens O Vater der Barmherzigkeit 237 3. 546 Preis dir, du aller Himmel 662 Preis ihm, er schuf und er 745 O Vater, send' uns deinen O welch ein berber Schmerz O welche Seligkeit O Welterlöser, sey gepreift 196 700 O wie selig seyd ihr doch, ibr 780 O wie wichtig und wie richtig 701 O wundergroßer Siegesheld 251 547 548 549 550 375 O Welt, fich hier bein Leben O wer nennt die Seligkeit 407 Quelle der Vollkommenheiten 551 311 697 O fomm, du Trost der Welt 151 O Lamm, das keine Sünde je 193 O Lamm Gottes, unschuldig 194 O Menschenkind, was trägst 500 O Mensch, ermuntre deinen 410 O reines Wesen, lautre Quelle 411 O Richter aller Welten 663 50 N. Reiß dich los, mein Geist, von 781 197 501 Nichtet auf des Heilands Ringe recht, wenn Gottes Rühme, Welt, dein eitles Nube, fromm bestattet Ruhe ist das beste Gut 408 Schwing' dich auf, o meine 409 Seele, was ermüd'st du dich 804 Seele, wohlauf, des 702 746 703 Sagt immer, Weise dieser 552 Schaffet, o ihr Menschenkinder 502 413 Schaff' in mir, Gott, ein Schließet euch, ihr Augen, auf 805 Schmücke dich, o meine Seele 376 Schüße die Deinen, die nach Schweiget, bange Zweifel 312 440 414 553 704 Sebt, was der Herr der Kirche 313 Sebt, welch ein Mensch ist das 198 Sebt, welch ein Mensch, wie 199 Selig find des Himmels Erben 747 Sey auch unerforschlich immer 618 Seyd gesegnet, heil'ge Stunden 441 779 Sey hochgelobt, barmherz'ger 105 698 Sey Lob und Ehr' dem 238 Sey uns gesegnet, Tag des 699 Sey unverzagt, o frommer 664 39 619 412 38 Sieh, Herr, ich bin verdroffen 782 Sieb, bier bin ich, Ehrenkönig 554 Sieh, mein Heiland, wie ich 415 Sint' ich einst in jenen 284 So bin ich nun kein Kind der 705 195 336 821 Verzeichniß der Lieder. Nr. So hab' ich nun den Fels 442 Verleih' mir, Jesu, deinen Co hab' ich obgesieget 748 Sohn Gottes, der vom Himmel 152 So hoff' ich denn mit festem So Jemand spricht: ich liebe So ist denn nun die Hütte 443 675 153 So ist die Woche nun verflossen So lang' es Gott gefällt Soll denn Alles, Alles enden Soll ich denn mich täglich Sollt' er was sagen und nicht 444 Sollt' es gleich bisweilen Sollt' ich aus Furcht Sollt' ich meinem Gott nicht fingen? Sollt' ich meinem Gott nicht trauen? 822 706 749 620 621 503 665 622 337 Sollt' ich verzagt bon ferne Sorge, Herr, für unsre Kinder 876 So rubeft du, o meine Ruh' 200 So wahr ich lebe, spricht 416 Stark ist meines Jesu Hand Stärke, die zu dieser Zeit Stärke, Jesu, stärke fie Steil und dornig ist der Pfad 504 W. Wach' auf, du Geist 316 806 626 627 628 Wadh' auf, mein Herz, und Wandelt glaubend eure Wege 351 Warum betrübst du dich Warum sollt' ich mich denn 445 Warum trauerst du so sehr 750 Warum willst du doch für 348 Was bewegt mich wohl Was bring' ich dir, o Gott, Was giebst du denn, o mein Was Gott thut, das ist wohl629 623 239 Theures Wort aus Gottes 327 Tief gebeugt vor dir im Staube 666 Tief zwar beugt die Noth Trauernd und mit bangem Treuer Hirte deiner Heerde 314 Triumph, ihr Himmel, freuet 255 Triumph, Triumph, bringt 240 Triumph, Triumph dem Herrn 241 Ueberwinder, nimm die 242 Um Gnade für die Sünderwelt 201 Um Zion, Jesu, floffen einst 106 Uns bindet, Herr, dein Wort 315 Unserm Gott laßt uns Unter allen großen Gütern 349 676 B. Water, erhöre das Flehn der 40 Verkündigt Alle seinen Tob 377 509 677 Versuchet euch doch selbst 446 Vollendet ist die Bundesfeier 378 Voll Liebe war, o Herr, dein Von des Himmels Thron Von dieser Erden Staube 202 350 154 285 623 Von dir, mein Gott, kommt Von dir, o Vater, nimmt Von Furcht dahin geriffen Von Gott will ich nicht lassen 624 Von meinem Jefu will ich 107 205 Vor dich, Herr, will ich treten 19 Vor dir, Herr Jesu, steh' ich 417 Vor seinen Augen leben 707 gethan, es Was Gott thut, das ist wohl708 505 555 630 gethan, fo 709 847 Was hilft's, daß ich mich quale 631 Was in der heil'gen Nacht 155 Was ist's, daß ich mich quale 632 Was kann ich doch für Dank 418 Was mein Gott will, gescheh' 633 Was murren über Elend Was rührt so mächtig Herz Was wär' ich ohne dich Weg mit dem, was Klugheit Weg, Welt, mit deinen Weiter mußt du kämpfen Welch Glück, so hoch geehrt Welch hohes Beispiel gabst Wenn Alle untreu werden Wenn Christus seine Kirche Wenn der Gedanke mich Wenn einst mein Stündlein 752 317 556 506 204 507 338 108 557 318 243 510 Verzeichniß der Lieber. Nr. Nr. 111 157 339 784 558 835 634 Wie ficher lebt der Mensch, der 755 447 Wie sollen wir dir, Vater 807 Wie soll ich dich empfangen Wie unaufhaltsam schnell Wie viel wir Jahre zählen Wie wird mir dann, o dann Wie wohl ist mir, o Freund Willkommen, gnadenbolle Willkommen nach dem Streite 245 Willkommen sey uns 84 Wenn gleich aus tiefer Wenn heiße Thränen Wenn ich einst von jenem Wenn ich mein Herz vor dir Wenn ich nur den Heiland Wenn ich, o Schöpfer, deine Wenn mich die Sünden fränken 205 Wenn Licht und Sonne scheiden 823 Wer auf seinen Heiland trauet 20 Wer bin ich, Herr, in deinem 419 Wer Gottes Wort nicht hält 508 Wer Jesum bei fich hat 710 785 713 158 353 848 849 207 208 787 561 Wir Alle, Gott und Vater! Wir bauen, Gott, auf dein Wir danken dir, Herr Jesu 559 Wird das nicht Freude seyn 786 340 Wirf alle Sorgen hinter dich 637 Wir gl.All' an Einen Gott, Sch. 51 Wir gl. All' an Einen Gott, K. 52 Wir kommen, deine Huld zu 850 Wir sind Alle Jefu Glieder Wir warten dein, o Gottes Wo find' ich, Gott, den 85 Wohin, wohin, mein Herz 562 636 Wohl den, der aus dem Geift 714 560 Wohl dem, der sich auf seinen 638 Wohl dem, der sich mit Fleiß 511 Wobl dem, der unsern Gott 639 Wohl dem Menschen, der Wollt ihr den Heiland finden 512 Womit soll ich dich wohl loben 667 Woran liegt's doch, mein Herz 425 Wort aus Gottes Munde Wo find die Weisen Wo soll ich fliehen hin Wo soll ich hin? Wer Wunderbarer König 668 Wunderbar ist Gottes Schicken 88 3. 753 86 Wer in der Schwachheit sicher 420 Wer ist wobl, wie du Wer ist wohl würdig, fich Wer kann die Leiden faffen 206 Wer mit gläubigem Gemüthe 751 Wer nach seines Herrn Gebot 509 Wer nur den lieben Gott 635 Wer Ohren hat, der höre 328 Wer fich dünken läßt, zu stehen 510 Wer zählt der Engel Heere Wie bist du, Seele, in mir Wie dank' ich's, Heiland, Wie fleucht dabin ber Wie führst du doch so selig Wie fürcht' ich mich, mein Herz 421 Wie groß ist deine Herrlichkeit 711 Wie groß ist des Allmächt'gen 67 Wie groß, wie angebetet ist 109 Wie groß, wie herrlich ist mein 712 Wie heilig ist die Stätte hier 379 Wie heilig ist mir diese Stunde 352 Wie herrlich ist, o Gott, dein 87 Wie herrlich strahlt der 110 Wie jauchzt mein Geist schon 244 Wie ist mein Herz so fern bon 422 Wie lieblich ist doch, Herr, die 41 Zeige dich uns ohne Hülle Wie lieblich tönt die Kunde 156 3euch ein zu deinen Thoren 286 Wie oft hab' ich den Bund 423 Zu dem Vater hingegangen 256 Wie sanft sehn wir den Zu dir, Geist Schöpfer, flehen 287 Wie schnell ist doch dies Jahr 834 Zu dir, o Vater, beten wir 354 Wie schnell berstrich, o Herr 424 Zu dir schwingt fich mein Geift 89 Wie selig find bie Zobten nun 783 Zum Himmel bist du 257 715 329 68 426 448 42 754 Anhang. Mel. Christus, der ist mein Leben 2c. 877., bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Chrift, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes Lift. 2. Ach, bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid' hier und dorte sey Güt und Heil beschert. 3. Ach, bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht! dein' Wahrheit uns um schanze, damit wir irren nicht. 4. Ach, bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, dein' Gnad und all's Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach, bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht truge noch fäll' die böse Welt. 6. Ach, bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott! Beständigkeit verleihe, bilf uns aus aller Noth. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend ic. 878. , bleib bei uns, Herr Jefu Chrift, weil es nun Abend worden ist, dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns ausLöschen nicht. 2. In dieser legt'u betrübten Zeit verleib uns, Herr, Be ständigkeit, daß wir dein Wort und Sacrament rein behalt'n bis an unser End. 3. Herr Jesu, hilf, dein' Kirch erhalt: wir sind gar ficher, faul und kalt; gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall' an allem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach Gott! es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Rub, viel Secten und viel Schwärmerei auf einen Haufen fomm'n berbei, 6. Den stolzen Geiftern wehre doch, die sich mit G'walt erböben hoch, und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jefu Chrift, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlaffen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche. wahrer Schut; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. 512 Anhang. 9. Gieb, daß wir leb'n nach| Zuflucht ist die Höble deiner deinem Wort und darauf ferner Wunden; wenn Sünd' und Tod fahren fort von hinnen aus dem mich bracht in Noth, hab' ich Jammerthal zu dir in deinen mich drein gefunden. Himmelsfaal. 9. Darin ich bleib, ob schon der Leib und Seel vonander scheiden: so werd ich dort bei Gott und Herr: bir, o Gott, seyn in der ewgen In eigener Melodie. 879. wie groß find mein' begangne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Vief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ende, und wollt los seyn des Kreuzes Pein, würd' es sich doch nicht enden. 3. Zu dir flich ich, verstoß mich nicht, wie ich's wohl hab' verdienet; ach Gott! zürn nicht, geh nicht in's G'richt, dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Soll's ja so seyn, daß Straf und Bein auf Sünden folgen müssen: so fahr hier fort und schone dort und laß mich bier wohl büßen. 10. Ehre sey nun Gott Vater, Sohn und beilgem Geist zusammen! Zweifle auch nicht, weil Christus spricht: wer glaubt, wird selig. Amen. Mel. Zion Plagt mit Angst sc. 880.! wie will es endlich werden? Ach! wie will es laufen ab, daß ich stets hang' an der Erden und so wenig Andacht hab'? Ja, daß ich mit hartem Sinn ohne Buß geh' immer hin? Jesu! mir mein Herze rühre, mich zur wahren Buße führe. 2. Ach! ich fühle keine Neue, und mein Sündenherz ist falt. 5. Sieb, Herr, Geduld, ver- Ich erkenne ohne Scheue meine gieb die Schuld, verleib ein Fehler mannigfalt, und doch borsam Herze; laß mich nur sonder Traurigkeit lebe ich in nicht, wie's oft geschicht, mein Sicherheit. Jesu! mich doch so Heil murrend verscherzen. regiere, daß ich wahre Buße spüre. 6. Handle mit mir, wie's dünket dir, nach deiner Gnad' will's leiden; laß nur nicht mich dort ewiglich von dir seyn abgescheiden. 3. Ach! ich kann an Gott nicht denken, wie ich sollt und gerne wollt; denn mein Geist, der läßt sich lenken dahin, wo 7. Gleich wie sich fein ein ich fliehen sollt, und klebt dem Vögelein im hohlen Baum ver- so feste an, was zum Abgrund stedet, wenn's trüb bergebt, die ziehen kann. Jesu! bilf mein Luft unftät Menschen und Bieb Herz aus Gnaden dieser schwes erschrecket: ren Laft entladen. 8. Also, Herr Chrift! mein' 4. Ad! weil benn mein Geift St n B a it 5. erstorben und mein Fleisch Mel. Von Gott will ich nicht nimmt überhand, seb' ich kaum, laffen 2c. was ich erworben, da ich mich 881. Tuf, auf! ihr Reichsvon Gott gewandt. Mein Verderben merk ich kaum, weil ich geb' dem Fleische Raum. Jesu! mir die Gnade gönne, daß ich die Gefahr erkenne. genossen, der König kommt beran, empfahet unverdroffen den großen Wundermann. Ihr Christen, geht berfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hofianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist sehr nah; hinweg all' Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da; seht, wie so mancher Ort hochtröftlich ist zu nennen, da wir ihn finden können im Nachtmahl, Tauf und Wort. 5. Ach! so wache doch von Sünden auf, o du mein sichrer Geist. Suche Gott, weil er zu finden, weil er noch dein Vater beißt; fomme, weil die Gnaden thür nun noch stehet offen dir. Jeful zu so gutem Werke mich mit Herzensandacht stärke. 6. Ach! mein Herz, bedenk die Schulde, schau, wie weit du bift von Gott, wie du seine Gnad' und Hulde haft verwor fen und verspott't, und wie du aus seiner Rub selbst der Hölle eileft zu. Jefu! mir mein Herze lenke, daß ich diese Noth bedenke. 7. Ach! weil dann noch Zeit zu febren, so verlaß ich diesen Stand. Du, mein Jesu, wollst mich bören und mir bieten deine Hand; bilf mir Schwachen, hilf mir auf, steure meinem Sündenlauf, Herr, um deiner Marter willen, wirst du meinen Wunsch erfüllen. 513 3. Auf, auf! ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern; seyd fröhlich, ihr Verjagten, dort kommt der Morgenftern; der Herr will in der Noth mit reichem Troft euch speisen, er will euch Hülf' erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun bört, ibr frechen Sünder! der König merket drauf, wenn ihr verlorne Kinder im vollen Laster- Lauf auf Arges seyd bedacht, ja tbut es ohne Sorgen; gar nichts ift ihm verborgen, er giebt auf alles Acht. 8. Ach! ich kann schon tröstlich finden, Jesu, bier in deinem 5. Seyd fromm, ihr Unter Blut die Abwaschung meiner thanen, der König ist gerecht. Sünden. Dieses stärket meinen Laßt uns die Weg' ihm bahnen Muth, dies erfrischet meinen und machen Alles schlecht. FürSinn, ob ich gleich ein Sünder wahr, er meint es gut; drum bin. Jesu! mich forthin re- laffet uns die Plagen, die er giere, daß ich ein fromm Les uns schickt, ertragen, mit unerben führe. schrocknem Muth. 33 514 Anhang. 6. Und wenn gleich Krieg| fich selbst uns giebt durch sein. und Flammen uns Alle rauben Gnad' und Wort. O König, bin, Geduld! weil ihm zu hoch erhoben, wir Alle wollen fammen gehört doch der Ge- loben dich freudig hier und dort. winn. Wenn gleich ein früher 12. Nun, Herr, du giebst uns Tod uns, die uns lieb, ge- reichlich, ob wir gleich arm und nommen, wohlan, so sind sie schwach, du liebest unvergleichkommen in's Leben aus der lich, du jagst den Sündern Noth. nach: drum woll'n wir All' in 7. Frisch auf in Gott! ihr ein die Stimmen boch erschwin Armen, der König sorgt für gen, dir Hosianna singen und cuch, er will durch sein Erbar- ewig dankbar seyn. men euch machen groß und reich; der an ein Thier gedacht, mel. Meine Hoffnung stehet feste zc. der wird auch euch ernähren, 882. Tuf, ihr Chriſten, Chrifti Glieder, was Menschen nur begehren, daß stebt in seiner Macht. die ihr noch hangt an dem Haupt; auf! wacht auf! er mannt euch wieder, el' ihr werdet bingeraubt. Satan bent an den Streit Chrifto und der Christenheit. 8. Hat endlich uns betroffen viel Kreuz, läßt er doch nicht die, welch' auf ihn stets hoffen mit rechter Zuversicht. Von Gott kommt Alles ber, der läs set auch im Sterben die Seinen nicht verderben, fein' Hand ist nicht zu schwer. 9. Frisch auf! ihr Hochbe trübten, der König kommt mit Macht, an uns, sein' Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Uns wird kein' Angst und Bein noch Zorn hinführo schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder seyn. 2. Auf! folgt Christo, eurem Selde, trauet feinem starken Arm, liegt der Satan gleich zu Felde mit dem ganzen Höl lenschwarm; sind doch der noch vielmehr, die da stets sind um uns her. 3. Nur auf Chrifti Blut gewaget, mit Gebet und Wachsamkeit: dieses machet unverjaget und recht tapfre Krieges 10. So lauft mit schnellen leut. Christi Blut giebt uns Muth wider alle Teufelsbrut. Schritten, den König zu besebn, dieweil er kommt geritten stark, 4. Christi Heeres Kreuzesherrlich, sanft und schön. Nun fahne, so da weiß und roth tretet All' heran, den Heiland gesprengt, ist schon auf dem zu begrüßen, der alles Kreuz Siegesplane uns zum Troste bersüßen und uns erlöfen fann. ausgehängt. Wer bier friegt, 11. Der König will bedenken nie erliegt, sondern unter'm bie, die er herzlich liebt, mit Kreuze siegt. föftlichen Geschenken, als der 5. Diesen Sieg hat auch O n B an g. 515 empfunden vieler Heilgen starker| geston; da fürwahr! Gottes Muth, da sie haben überwun- Schaar ihn wird loben immers den fröhlich durch des Lammes dar. Blut. Sollten wir denn allhier nicht auch streiten mit Begier? 6. Wer die Sclaverei nur liebet in der Zeit und Ewigs keit, und den Sünden sich ergiebet, der hat wenig Luft zum Streit. Denn die Nacht, Satans Macht, hat ihn in den Schlaf gebracht. 7. Aber wen die Weisheit lehret, was die Freiheit für ein Theil, dessen Herz zu Gott fich febret, seinem allerhöchsten Heil, fucht allein ohne Schein Chrifti freier Knecht zu seyn. 8. Denn vergnügt auch wohl das Leben, so der Freiheit mangeln muß? Wer sich Gott nicht ganz ergeben, hat nur Müh', Angst und Verdruß. Der, der friegt recht vergnügt, wer sein Leben selbst befiegt. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen: die eignen Werke fallen bin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, bat diese Ehre zum Gewinn: daß und sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden felig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: aus Gnaden! So hart dich deine Sünde plagt, so schwer du immer bist beladen, so schwer dein Herz dich auch vertlagt: was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlaft. Was nöthigt 10. Unser Leben sey ver- ihn, dein Freund zu werden? borgen mit Chrifto in Gott Sprich, weß du dich zu rühmen allein, auf daß wir an jenem haft? Gab er sich nicht zum Morgen mit ihm offenbar auch Opfer dar und nahm dein Heil seyn, da das Leid dieser Zeit in Gnaden wahr? werden wird zu lauter Freud'. 9. Drum auf! laßt uns überwinden in dem Blute Jesu Chrift, und an unfre Stirne binden sein Wort, so ein Zeug niß ist, das uns deckt und erweckt und nach Gottes Liebe schmeckt. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 883. Tus Gnaden soll ich felig werden! Herz, glaubst du's, oder glaubst du's nicht? Was willst du dich so bös geberden? Ift's Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit seyn: aus Gnaden ist der Himmel dein. 11. Da Gott seinen treuen Knechten geben wird den Gna enlohn, und die Hütten der Berechten stimmen an den Sie5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jefu schreiben, was Gott in seinem Worte preift, 33 516 SY n 6 a n g. worauf all' unser Glaube rubt, was Sünd' und Unrecht ist geist: Gnade durch des Sohnes than: wer kann, Herr, vor dir Blut. bleiben? 6. Aus Gnaden! Doch du, 2. Bei dir gilt nichts denn fichrer Sünder, denk nicht: Gnad' und Gunft, die Sünde woblan, ich greife zu! Wahr zu vergeben. Es ist doch unser ift's: Gott ruft verlorne Kin- Thun umsonst auch in dem der aus Gnaden zur verheißnen besten Leben. Vor dir niemand Ruh; doch nimmt er nicht zu sich rühmen kann; deß muß Gnaden an, wer noch auf dich fürchten jedermann und Gnade sündgen kann. deiner Gnaden leben. 7. Aus Gnaden! Wer dies 3. Darum auf Gott will Wort gehöret, tret' ab von al- hoffen ich, auf mein Verdienst ler Heuchelei. Nur wenn der nicht bauen. Auf ihn will ich Sünder sich bekehret, dann lernt verlassen mich und seiner Güte er erst, was Gnade sey; beim trauen, die mir zusagt fein Sünde thun scheint sie gering: werthes Wort: das ist mein dem Glauben ist's ein Wunderding! Troft und treuer Hort; deß will ich allzeit harren. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Baters aufgethan, wenns unter Angst und heißen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm' ich oftmals Stärkung ber, wenn Gnade nicht mein Anker wär'? 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen: doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. co thư Ifrael rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gott's erharre. 9. Aus Gnaden! Dies hör Sünd' und Teufel! Ich schwinge meine Glaubensfahn' und geh' getroft, trotz allem Zweifel, durch's rothe Meer nach Kanaan: ich glaub', was Jesu Wort verspricht, ich fühl es oder fühl' es nicht. In eigener melodie. Mel. Es ist das Zeil uns kommen 2c. us tiefer Noth 885. Der Glaub' ist eine schrei ich zu dir, zu 5. Ob bei uns ist der Sünden viel: bei Gott ist viel mehr Gnaden; sein' Hand zu helfen bat kein Ziel, wie groß auch sev der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Israel er lösen wird aus seinen Sünden allen. 884. u Herr Gott, erhör mein Rufen! tes Gnad' und Güte; der bloße Dein' gnädig' Ohren kehr zu Beifall thut es nicht; es muß mir und meiner Bitt' sie öffne. Herz und Gemüthe durchaus Denn so du willt das sehen an, zu Gott gerichtet seyn und Anhang. 517 gründen sich auf ihn allein, ohn'| der Reichthum seiner Fülle giebt Wanken und ohn' Zweifel. mir die Füll' und Hülle. 2. Wer sein Herz also stärkt 3. Er läffet mich mit Freu und steift im völligen Verden auf grüner Aue weiden, trauen und Jesum Chriftum führt mich zu frischen Quellen, recht ergreift, auf sein Ver- schafft Rath in schweren Fällen. dienst kann bauen: der hat des Glaubens rechte Art und kann zur seligen Hinfahrt sich schicken ohne Grauen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Noth zu rücken. 3. Das aber ist kein Menschenwerk: Gott muß es uns gewähren; drum bitt', daß er den Glauben stärk' und in die woll' vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein in guten Werken an dir seyn; sonst ist dein Glaube eitel. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens sich nur rühmen, und geben auf der Sünden Bahn, das Christen nicht kann ziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, daß sein Glaub' nur sey Heuchelei und werd' zur Höll' ihn bringen. 5. Drum laffe sich ein from mer Chrift mit Ernst seyn an gelegen, daß er aufrichtig jeder Frist fich halt in Gottes We gen, daß sein Glaub' ohne Heuchelei vor Gott dem Herrn rechtschaffen sey und vor dem Nächsten leuchte. mel. Wach auf, mein Herz, und ic. 886. Der Herr, der aller Enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ew'gen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang ich diesen habe, fehlt's mir an feiner Gabe: 5. Er lehrt mich thun und laffen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor Andern im finstern Thal muß wandern, fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vorm Ungelücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schüß'st mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all' mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du falbst mein Haupt mit Dele und fülleft meine Seele, die leer und durftig saße, mit vollgeschenktem Maaße. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Muthes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang' ich lebe, machen. 11. Jch will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohneft, und fromm seyn wohl belohnest. 518 Anhang. 12. Ich will dich hier auf| Heil'gen all'n mög' ewiglich dein Erden und dort, da wir dich Lob erschall'n. werden selbst schau'n im Himmel droben, hoch preisen, sing'n und loben. In eigener Melodie. 887. Die wir uns allhier Leben, obgleich fie von außen beisammen finden, die Sonne verbrannt; was ihschlagen unsre Hände ein, uns nen der König des Himmels auf beine Marter zu verbinden, gegeben, ist feinem, als ihnen dir auf ewig treu zu seyn. Und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne deinem Herzen angenehm und schöne, sage: Amen! und zugleich: Friede, Friede sey mit euch! nur selber, bekannt. Was niemand verspüret, was niemand berühret, hat ihre erleuchtete Sinnen gezieret und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Sie scheinen von außen die schlechtesten Leute, ein Schauspiel der Engel, ein Efel der Welt; und innerlich sind fie die lieblichsten Bräute, der Zie rath, die Krone, die Jesu gefällt, das Wunder der Zeiten die hier sich bereiten, den König, der unter den Lilien weidet, zu küssen, in güldenen Stücken gekleidet. 3. So find fie des Adams natürliche Kinder und tragen das Bilde des Irdischen auch: fie leiden am Fleische, wie an dere Sünder, fie effen und trinken nach nöthigem Brauch. In leiblichen Sachen, im Schlafen und Wachen sieht man fie vor Andern nichts Sonderlichs machen; nur daß sie die Thorheit der Weltluft verlachen. Mel Nun laßt uns den Leib 2c. 888. ie Seele Chrifti beil'ge mich, sein Geift versenke mich in sich, sein Leichnam, der für mich verwund't, der mach' mir Leib und Seel' gefund. 2. Das Wasser, welches auf den Stoß des Speers aus sei ner Seite floß, das sey mein Bad, und all' sein Blut erquicke mir Herz, Sinn und Muth. 3. Der Schweiß von seinem Angesicht laß mich nicht kom men in's Gericht, sein ganzes Leiden, Kreuz und Pein, das wolle meine Stärke seyn. In eigener Melodie. 889. s glänzet der Chri38 inwendiges 4. O Jesu Chrift, erhöre mich, nimm und verbirg mich ganz in dich, laß mich in deine Wunden ein, daß ich vor'm Feind kann sicher seyn. 5. Ruf mir in meiner legten Noth und setz mich neben dich, mein Gott, daß ich mit deinen 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, die Gott durch sein mächtig Wort selber gezeugt, ein Funke und Flämmlein aus göttlicher Flamme, Anhang. 519 die oben Jerusalem freundlich| daß wir die heimlichen Wege gesaugt. Die Engel find Brü- erwählen, wenn gleich uns die der, die ihre Loblieber mit ihnen Larve des Kreuzes verstellt. gar freundlich und lieblich ab Hier übel genennet und wenig fingen; das muß dann ganz erkennet, bier heimlich mit herrlich und prächtig erklingen. Christo im Vater gelebet, dort 5. Sie wandeln auf Erden öffentlich mit ihm im Himmel und leben im Himmel, sie bleis geschwebet. ben ohnmächtig, und schüßen die Welt; fie schmecken den In eigener Melodie. 890. Es wollt uns Gott genädig seyn, und seinen Segen geben: sein Antlig uns mit hellem Schein erleucht't zum ew'gen Leben; daß wir erkennen seine Werk und was ihm liebt") auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärt bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 6. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er sich einst, wie er ist, öffentlich stellt, so werden sie mit ihm, als Götter der Erden, auch herrlich erscheinen zum Wunder 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle; der Welt. Sie werden regieren und alle Welt die freue fich und ewig floriren, den Himmel als prächtige Lichter auszieren, da wird man die Freude gar offenbar spüren. und fing' mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läß'st die Sünd' nicht walten: dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk er halten, in rechter Bahn zu wallen. 7. Frohlocke, du Erde, und jauchzet ihr Hügel, dieweil du den göttlichen Saamen geneuß'st; denn das ist Jehovah 3. Es danke, Gott, und lobe sein göttliches Siegel, zum dich das Volk in guten Thaten; Zeugniß, daß er dir noch Se- das Land bringt Frucht und gen verheißt. Du sollst noch bessert sich: dein Wort ist wohl mit ihnen auf's prächtigste grü- gerathen. Uns segne Bater nen, wenn erst ihr verborgenes und der Sohn, uns segne Gott Leben erscheinet, wonach sich der heil'ge Geist; dem alle Welt dein Seufzen mit ihnen ver- die Ehre thu, vor ihm sich einet. fürchte allermeift. Nun sprecht von Herzen: Amen. *) beliebt. Frieden bei allem Getümmel, sie kriegen, die Aermsten, was ihnen gefällt. Sie stehen im Leiden, sie bleiben in Freuden, sie scheinen ertödtet den äußeren Sinnen und führen das Leben des Glaubens von innen. 8. O Jesu, verborgenes Les ben der Seelen, du himmliſche Zierde der inneren Welt, gieb, Anhang. In eigener Melodie. deine Treu, laß dich ja nicht 891.abre fort: Zion, laulig finden. Auf! das Kleinod fabre fort im Licht, mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, fuche stets die Lebensquelle; Zion, dringe aus:: durch die enge Pfort': fahre fort:,: rückt herbei, auf! verlasse was dahinten, Zion, in dem letzten Kampf und Strauß. balte 520 In eigener Melodie. 2. Leide dich: Zion, leide 892. Gelobet feyft du, ohne Scheu Trübfal, Angst und Jesu Christ, daß Spott und Hohne, sey bis in du Mensch geboren bist von den Tod getreu, siehe auf die einer Jungfrau, das ist wahr, Lebenskrone; Zion, fühlest du deß freuet sich der Engelschaar. den Schlangenstich, leide dich:,: Kyrieleis. 3. Folge nicht:: Zion, folge 2. Des ewigen Vaters einig nicht der Welt, die dich sucher Kind jetzt man in der Krippen groß zu machen, achte nicht ihr find't, in unser armes Fleisch Gut und Geld, nimm nicht an und Blut verkleidet sich das den Stuhl des Drachen, Zion, ew'ge Gut. Kyrieleis. wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht:: 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Marien Schooß, er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding' erhält allein. Kyrieleis. 4. Prüfe recht:: Zion, prüfe recht den Geist, der dich ruft zu beiden Seiten, thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, beide das, was frumm und schlecht, prüfe recht:: 5. Dringe ein:,: Zion, bringe ein in Gott, stärke dich mit Geift und Leben, sey nicht wie die Undern todt, sey du gleich den grünen Neben. Zion, in die Kraft, für Heuchelschein, bringe ein:,: 6. Brich herfür:,: Zion, brich berfür in Kraft, weil die Bru- 6. Er ist auf Erden kommen derliebe brennet, jeige, was arm, daß er unser sich erbarm, der in dir schafft, der als seine und in dem Himmel machet Braut bich fennet; Zion, burch reich und seinen lieben Engeln die dir gegebne Thür, brich berfür:,: gleich. Kyrieleis. 7. Das hat er Alles uns 7. Halte aus:: Bion, halte gethan, sein' groß Lieb' zu zeigen 4. Das ew'ge Licht gehet da herein, giebt der Welt ein'n neuen Schein, es leucht't wohl mitten in der Nacht, und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hier ward, und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erben in seinem Saal. Kyrieleis. Anhang. 521 an, deß freu fich alle Christen-| darfst erzählen, magst du Gott beit und dank ihm deß in Ewigfeit. Kyrieleis. gar fühnlich sagen; er ist nicht fern, steht in der Mitten, bört bald und gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden! In eigener Melodie. 893. Gieb dich zufrieden und set stille in dem Gotte deines Lebens! In ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn' ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluthen einber gingen, dennoch mußt du oben liegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie du's halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat sein' Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gieb dich zufrieden! 8. Sprich nicht: ich sehe feine Mittel, wo ich such', ist 3. Wie dir's und Undern oft nichts zum besten; denn das ist ergehe, ist ihm wahrlich nicht Gottes Ehrentitel: Helfer, wenn verborgen, er siebt und fennet die Noth am größten. Wenn aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Thránen und faßt zu Hauf' all' unser Sehnen. Gieb dich zufrieden! ich und du ihn nicht mehr spüren, da schickt er zu, uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden! 9. Bleibt gleich die Hülf' 4. Wenn gar kein Ein'ger in etwas lange, wird.fie denmehr auf Erden, dessen Treue noch endlich kommen! Macht du darfst trauen, alsdann will dich das Harren angst und er dein Treufter werden und bange; glaube nur, es ist zu deinem Besten schauen. Er dein Frommen. Was langsam weiß dein Leid und beimlich's schleicht, faßt man gewisser und Grämen, auch weiß er Zeit, was verzeucht, ist desto süßer. dir's zu benehmen. Gieb dich Gieb dich zufrieden! zufrieden! 2. Er ist voll Lichtes, Troft und Gnaden, ungefärbten treuen Herzens; wo er steht, thut dir feinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens; Kreuz, Angst und Noth kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden! 10. Nimm nicht zu Herzen, 5. Er hört die Seufzer deiner was die Rotten deiner Feinde Seelen und des Herzens stilles von dir tichten, laß sie nur Klagen, und was du Keinem immer weiblich spotten, Gott 522 S n B a n g. wird's hören und recht richten.| uns nicht verderoen, mach' uns Ift Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gieb dich zufrieden! aller Sünden frei, und hilf uns selig sterben. Vor dem Teufel uns bewahr', halt uns bei festem Glauben, und auf dich laß uns 11. Hat er doch selbst auch bauen, aus Herzens Grund wohl das Seine, wenn er's vertrauen; dir uns lassen ganz sehen könnt' und wollte. Wo und gar, mit allen rechten ist ein Glück so klar und reine, Chriften, entfliehn des Teufels dem nicht etwas fehlen sollte? Listen, mit Waffen Gott's uns Wo ist ein Haus, das könnte rüsten. Amen, Amen, das sagen: ich weiß durchaus von sey wahr, so fingen wir Halkeinen Plagen! Gieb dich zu- lelujah! frieden! 2. Jesus Christus, wohn' uns bei, und laß uns nicht verderben, 2c. 3. Heiliger Geift, uns wohne bei, und laß uns nicht verderben, 2c. 12. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden: was lebt und webet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Streuzes Stab schlägt unfre Lenden bis in das Grab, da In eigener Melodie. wird sich's enden. Gieb dich 895. Gott des Himmels zufrieden! und 13. Es ist ein Ruhetag vorbanden, da uns unser Gott wird lösen. Er wird uns reißen aus den Banden dieses Leib's und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herspringen und aus der Qual uns sämmtlich bringen. Gieb dich zufrieden! 14. Er wird uns bringen zu den Schaaren der Erwählten Lift mein nicht mächtig wor den ist. und Getreuen, die hier mit bewacht, daß des bösen Feindes Frieden abgefahren, sich auch nun in Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kaun brechen, den ew'gen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden! Vater, Sohn und heil'ger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und, was drinnen ist, erhält. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen haft behütet und In eigener Melodie. 894. Gott, der Bater, wobn' uns bei, und laß 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da allein Trost, Hülf' und Rath ist für meine Wissethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Anhang. Morgen geiftlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sey und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort. Nirgends als bei dir allein, kann ich recht bewahret seyn. 5. Flöße du mir Himmelsfäfte, reine Kräfte deines Gna6. Meinen Leib und meine denlebens ein. So werd' ich, Seele sammt den Sinnen und nur dich zu lieben, recht mich Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein' Ehr' und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigenthum. üben, treu in deinem Dienste seyn. 6. Dente nicht mehr meiner Sünde, ach, entwinde ganz vielmehr mich ihrer Schuld. 7. Deinen Engel zu mir Halte mich in deinen Armen, sende, der des bösen Feindes voll Erbarmen leuchte deine Macht, List und Anschläg' von Vaterhuld. mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Mel. Thu, Herr, mein Geschrei erhören ic. 896. Gott, mur du bist 523 und der Zeiten, blicke mich durchdringend an. Deiner Liebe Glanz erscheine, du alleine bift's, der wahrhaft lieben kann. 4. Stelle selbst in meinem Herzen belle Kerzen himmlischer Gedanken auf. Wenn zu dir das Herz sie ziehen, muß es glühen für den heil'gen Glaubenslauf. Mel. Nun komm der Seiden 2c. meine Sonne, Heil 897. Gott sey Dank durch alle Welt, der fein und Wonne, du bist meiner Seele Licht. Nichts als Dunkelheit und Schmerzen bleibt im Herzen, wenn dein Gnadenglanz gebricht. 2. O vertreib die Finsterniffe, weichen müsse deinem Lichte meine Nacht. Nacht und Dun fel mögen schwinden, laß mich finden, was mein Auge helle macht. 3. O du Licht der Ewigkeiten 7. Laß mich, Herr, aus dei nen Schranken nimmer wanken, leb' und wirke selbst in mir. Laß mich nirgends je auf Erden fröhlich werden als, mein einzig Gut, in dir. Wort beständig hält, und der Sünder Trost und Rath zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schaar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt nach Herrlichkeit. 3. Zions Hülf' und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau'n Sohn, der wohl zwei 524 Anhang geftammte Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sey willkommen, o mein Heil! dir Hosianna, o mein Theil! richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 2. Der beil'ge Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre Güte fonnt er uns geschenken; dabei wir sein soll'n gedenken. Kyrie eleison. 5. Zieh, du Ehrenkönig, ein, Herr, dein' Lieb' so groß dich es geböret dir allein; mach es, zwungen hat, daß dein Blut wie du gerne thuft, rein von an uns groß Wunder that, aller Sünden Wust. und bezahlt unsre Schuld, daß 6. Und gleichwie dein' Zu- uns Gott ist worden hold. funft war voller Sanftmuth, ohn' Gefahr; also sey auch jederzeit deine Sanftmuth mir bereit. 7. Tröfte, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich so hoch an mir vermißt 8. Tritt den Schlangenfopf entzwei, daß ich aller Alengsten frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan. 9. Daß, wenn du, o LebensFürft! prächtig wieder kommen wirft, ich dir mög' entgegen gebn, und vor dir gerecht beftehn. Kyrie eleison. 3. Gott geb uns Allen seiner Gnade Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb' und brüderlicher Treue, daß uns die Speif' nicht gereue. Kyrie eleison. Herr, dein beil'ger Geist uns nimmer laß, der geb uns zu halten rechte Maaß, daß dein' arm' Christenheit leb' in Fried' und Einigkeit. Kyrie eleison... In eigener Melodie. 899. Berr Gott, dich loben In eigener Melodie. wir; Herr Gott, wir danken dir! Dich, Vater in 898. Gott sey gelobet und Ewigkeit, ehrt die Welt weit der uns selber bat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blute; das gieb uns, Herr Gott, zu gute. und breit. All Engel und Himmels Heer, und was dienet deiner Ehr', auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Stimm': heilig ist unser Gott: heilig ist unser Gott: beilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! Kyrie eleison. Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria kam, und das beilige Blut, hilf uns, Herr, aus aller Noth. 2. Dein' göttlich Macht und Herrlichkeit, geht über Himmel und Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl und die Kyrie eleison. Sy n Ô a ít g. lieben Provbeten all', die theu| in Schanden laß uns nimmerren Märtrer allzumal loben mehr. Amen. dich, Herr, mit großem Schall. 525 Die ganze werthe Christenheit rühmt dich auf Erden alle Zeit. In eigener Melodie. Dich, Gott Vater im höchsten 900. Herr Jefu Chrift, dich Thron, deinen rechten und einigen Sohn, den heiligen Geift und Tröster werth, mit rechtem Dienst fie lobt und ehrt. uns wend', dein'n beil'gen Geist du zu uns send'; mit Hülf' und Gnaden uns regier' und uns den Weg zur Wahrheit führ'. 3. Du König der Ehren, Jefu Chrift, Gott Vaters ewis ger Sohn du bist; der Jungs frau Leib nicht haft verschmäht, zu erlösen das menschlich Geschlecht. Du haft dem Tod zerstört sein' Macht, und all' Chriften zum Himmel bracht. Du fit'st zur Rechten Gottes gleich mit aller Ehr' in's Ba ters Reich. Ein Richter du zukünftig bift Alles, das todt und lebend ist. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk' den Verstand, daß uns dein Nam' werd' wohl bekannt. 3. Bis wir fingen mit Gottes Heer: beilig, beilig ift Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 4. Ehr sey dem Vater und dem Sohn, dem heil'gen Geift in einem Thron; der beiligen. Dreieinigkeit sey Lob und Preis 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, die mit dein'm theur'n Blut erlöset seyn. Laß in Ewigkeit. uns im Himmel haben Theil mit den Heiligen in ewigem Heil. Hilf deinem Volk, Herr Mel. Gerr Chrift, der ein'ge 2c. Jefu Chrift, und fegne, das 901. Berr err Jefu Chrift, mein Leben und dein Erbtheil ift, wart und pfleg' ihr'r zu aller Zeit, und beb' fie boch in Ewigkeit. 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich und ehr'n dein'n Namen stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd' 2. Ach! schenk mir deine und Missethat. Sey uns gnädig, Liebe, mein Hort und Bräutio Herre Gott: sey uns gnädig gam, gieb, daß ich nicht bein aller Noth. Zeig' uns deine frübe dich, werthes Gotteslamm. Barmherzigkeit wie unfre Ach! laß mich an dir hangen, Hoffnung zu dir steht. Auf im Herzen dich umfangen, denn dich hoffen wir, lieber Herr: du bist liebenswertb. ein'ge Zuversicht, dir hab ich mich ergeben, verlaß, verlaß mich nicht! Ach! laß mich deinen Willen beständiglich erfüllen, du meiner Seelen Zier! Sự n Ô a n g. 526 3. In Liebe laß mich brennen und an dir halten fest, von dir 902. Be laß mich nichts trennen, du bist Chrift, wir dans der Allerbest'. Ach! laß mich ken deiner Güte, daß du so mit dir sterben und nachmals auch ererben das Reich der Herrlichkeit. willig bist, in unsrer ersten Blüthe zu schenken solchen Sinn, der sich nach deinem beugt; ach, nimm doch Alles hin, was uns von dir abzeucht. 4. Ach! laß mich allzeit blei ben ein grüner Reb' an dir, dir will ich mich verschreiben, 2. Hab' Dank für deine Lebr ach! weiche nicht von mir; ich und allzu große Treue, erleucht bleib' dir ganz ergeben im Tod uns mehr und mehr und unser und auch im Leben, ach! hilf Herz erfreue durch deinen Gnamir Armen bald. denschein. Hilf, daß wir nehmen 5. Nun Jesu! sey mein Leu im Guten, führ uns ein zuben, mein Alles ganz allein, legt in deine Ruh. nach dir laß mich stets streben, so werd' ich selig seyn. Ach! laß mich dich stets suchen und alles das verfluchen, was mich von dir hält ab. 3. Wir wollen nun hinfort zu deinem Dienste leben, ge= horchen deinem Wort, das du uns haft gegeben. Verleih' Beftändigkeit, behür uns vor Rückuns allzumal. fall, regier' uns jederzeit, bekehr' 6. Gieb, daß ich mein Vers frauen nur seg' auf dich allein! Herr, laß mich auf dich schauen In eigener Melodie. und warten allzeit dein; ja laß 903. Bofianna, Davids und mich dich hernach dort oben in alle Ewigin teit. 7. Mein Heiland, du wollft kommen, ja komm', ach komme doch! erlöse deine Frommen von allem Band und Joch. Ach! Jesu, komm und dämpfe das Fleisch, gieb, daß ich kämpfe allein durch deine Kraft. Mel Nun danket Alle Gott xc. 8. Nun, Vater, hör' mein Lallen, mein Jesu, meine Bitt laß dir doch nicht mißfallen und selber mich vertritt. Gott, heil'ger Geift, erfülle mein Herz, daß es sey stille und allzeit lobe dich. seines Vaters Namen fich erbebet auf den Thron über Jas fobs Haus und Samen. Welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden endlich müssen dienstbar werden, das kein Ende jemals nimmt. 2. Set geſegnet, theures Reich, daß ein solcher Herr bes fizet, dem kein Herr auf Er den gleich, der das Recht mit Nachdruck schützet. Schwinge sich mit stetem Flor, und in unverrücktem Frieden unter Heiden, unter Anhang. 527 Jüben mit vermehrtem Glanz| es herzlich gerne leiden, Gott wird mir keinen Schaden thun. empor. 3. Deines Königs Majestät Drum seh' ich auch in meiner müsse jedes Volk verehren, und Noth zuvörderst auf den lieben so weit die Sonne gebt, müsse Gott. fich sein Ruhm vermehren. Selbst der kleinen Kinder Mund mache um Verdruß der Feinde und zur Freude seiner Freunde seinen großen Namen fund. 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deine Unterthanen; ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz die Wege bahnen. Ich geselle mich im Geist zu derselben großen Reihen, die das Hosianna schreien, wo man dich willkommen beißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte, freuet euch, seyd ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich wird bei euch nun Raum gewinnen! Kommt und schwört den Huld'gungseid, kommt und küßt den Sohn der Liebe! Ach, daß Niemand außen bliebe! Hier, ach hier ist Seligkeit. 3. Er hat mir's ja so oft versprochen, daß er mein Helfer wollte seyn, ich weiß, er hält mir's ungebrochen, sein Wort trifft sonsten richtig ein. Drum seb' ich auch in meiner Noth zus vörderst auf den lieben Gott. 4. Läst Gott die Vöglein nicht verderben, ei nun, so glaub' ich steif und fest, daß er mich auch nicht Hungers sterben, noch sonst in Noth verderben läßt. Drum seb' ich auch in meiner Noth zuvörderst auf den lieben Gott. 5. Wohlan, ich will beständig bleiben bei Gott, in Noth und Todesqual, von Gott soll mich fein Unglück treiben, brum fag' ich ein für allemal: ich seh' in aller meiner Noth zuvörderst auf den lieben Gott. Mel. Alle Menschen müssen x. 905. Refu, frommer MenMel. Wer nur den lieben Gott 2c. 904. ch trau auf Gott und getreuer Hirt, laß mich in allen Sachen, auch dein Schäflein werden, denn wer wollt sonst mein das dein Stab und Stimme Helfer seyn? Ach, niemand führt. Ach! du haft aus Lieb' hilft dem armen Schwachen, denn nur mein Gott, der thur's allein: drum seb' ich auch in meiner Noth zubörderst auf den lieben Gott. dein Leben für die Schaafe hingegeben, und du gabft es auch für mich, laß mich wieder lieben dich. 2. Und muß ich gleich zu trüben Zeiten was bulben, ei, rss ift's denn nun? Ich will du im Himmel, ich auf Erb'. 2. Heerden ihre Hirten lieben und ein Hirt liebt seine Heerd', laß uns auch so Liebe üben, 528 Oren bang. Schallet deine Lieb' bernieder, uns den Gottes Zorn wandt: foll bir meine schallen wieder, durch das bitter Leiden sein half wenn du rufft: ich liebe dich; er uns aus der Höllen Pein. ruft mein Herz: dich liebe ich! 3. Schaafe ihren Hirten fennen, dem sie auch find wohl bekannt. Laß mich auch nach dir nur rennen, wie du famsft zu mir gerannt; als des HöllenWolfes Rachen eine Beut' aus mir wollt' machen, riefeft du: ich kenne dich; ich auch rief: dich fenne ich! 2. Daß wir nimmer deß vergessen, gab er uns sein'n Leib zu essen, verborgen im Brod so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 3. Wer sich zu dem Tisch will machen, der hab' wohl Acht auf sein' Sachen: wer unwürdig hinzugeht, für das Leben den Tod empfäht. 4. Heerden ihren Hirten bö 4. Du sollt Gott den Vater ren, folgen seiner Stimm' allein. preifen, daß er dich so wobl Hirten auch zur Heerd' fich wollt' speisen und für deine tehren, wenn sie blöken groß Missethat in den Tod sein'n und flein; laß mich hören, wenn Sohn geben bat. du schreieft, laß mich laufen, wenn du bräueft, laß mich borchen fiets auf dich, Jesu, böre du auch mich. 5. Du sollt glauben und nicht wanken, daß er ein' Speif' sey der Kranken, den'n ihr Herz von Sünden schwer und vor Angst ist betrübet sehr. 6. Höre, Jefu, und erhöre, wenn ich ruf, anflopf und schrei', Jesu, dich von mir nicht fehre, steb mir bald in Gnaden bei. Ja, du hörst; in deinem Namen ja Alles Ja und Amen. Nun ich glaub' und fühle schon, deinen Trost, o Gottes Sobn! 5. Höre, Jesu, und erhöre meine, deines Schäfleins Stimm; 6. Solch groß Gnad' und mich auch zu dir schreien lebre, Barmherzigkeit sucht ein Herz wenn sich naht des Wolfes in großer Arbeit: ift dir wobl, Grimm; laß mein Schreien dir so bleib davon, daß du nicht gefallen, deinen Troft bernieder friegeft böfen Lobn. schallen, wenn ich bete, böre mich! Jefu, sprich: ich höre dich! 7. Er spricht selber: Kommt ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; fein Arzt ist dem Starfen noth, sein' Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was fonnt erwerben: was dürft' ich denn für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir helfen willt. 9. Glaubst du das von Herzensgrunde, und bekenneft mit bem Munde, so bist du recht 906. efus Chriftus, unser wohl gefchidt und die Speise Heiland, der von dein' Seel' erquict. In eigener Melodie. Anhang. 529 mich sein süßes Wort. 10. Die Frucht soll auch mir stößt zur Handen, so tröstet nicht ausbleiben; deinen Näch ften sollt du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat gethan. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gebn; kein Unfall unter allen wird mir zu barte fallen, ich will ihn freu dig überstehn.. 8. Jhm hab' ich mich erges ben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sey heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß gar wohl die rechte Zeit. 9. So sey nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich erschaffen bat; es gehe, wie es gehe, mein Vater in der Höhe, weiß allen Sachen Rath und That. Mel. Nun ruben alle Wälder 2. 907. allen meinen Thaten laß ich den Höchften rathen, der Alles fann und hat; er muß zu allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, uns selber geben Rath und That. 2. Nichts ist es spåt und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ift umsonst; er mags mit meinen Sachen nach feinem Willen machen, ich stell' es blos in seine Gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat versehen, und was mir felig ift: ich nehm' es, wie ers giebet, was ihm von mir beliebet, das bab' ich willig auch erkies't. Mel. Zerr Jesu Christ, wahr'r 2c. 908. n Chrifti Wunden schlaf ich ein, die machen mich von Sünden rein; ja, Christi Blut und G'rechtige keit, das ist mein Schmuck und Ehrenfleid; damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd' eingehn. 2. Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab', mein Tod, du führeft mich, ins ew'ge Leben wandre ich, mit Chrifti Blut gereinigt fein: Herr Jesu, stärk' den Glauben mein! 4. Jch traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schüßt; ich leb' nach seinen Sägen: so wird mich nichts verlegen, auch nichtes fehlen, was mir nütt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht ftracks das Urtheil sprechen und haben noch mit mir Geduld. mel. Zerzlich thut mich verlangen: c. 6. Leg' ich mich ſpäte nieder, 909. o trete gleich Alles für mich, erwach' ich frühe wieder, lieg' oder zieh' ich fort: in Schwachbeit und in Banden und was wider mich, so oft ich sing' und bete, weicht Alles hinter fid; 34 530 Anhang. hab' ich das Haupt zum Freunde| decket mein Heiland, der mich und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widerfacher Rott? liebt. 2. Nun weiß und glaub' ich fefte, ich rübm's auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchft und Beste, mein Freund und Vater sey, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh, und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ift Chriftus und sein Blut; das machet, daß ich finde daß ew'ge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd', was Chriftus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein' Ebre, mein Glanz und belles Licht, wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem großen Sit; ich müßte ftracks vergeben, wie Wachs in Feuerhig'. 5. Mein Jesus hat gelöschet, was mit sich bringt den Tod, der ist's, der mich rein wäschet, macht schneeweiß, was ist roth. In ihm kann ich mich freuen, hab' einen Heldenmuth, darf fein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder tbut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herz; die Höll' und ihre Flammen, die sind mir nur ein Scherz. Rein Urtheil mich erschredet, kein Unbeil mich betrübt; weil mich mit Flügeln 7. Sein Geift wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg' und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schrecken find't, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich find mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde erfiebet feine Luft. 9. Sein Geift spricht meinem Geifte manch' süßes Troftwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Rub, und wie er hab' erbauet ein edle neue Stadt, da Aug' und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Theil, mein Erbe mir prächtig zugericht't; wenn ich gleich fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchfüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, den Satan fleucht und baßt; der wird verfolgt und findet ein' harte, schwere Last ju leiden und zu tragen, ge räth in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Plagen, die find sein täglich Brod. 12. Das ist mir unverborgen, doch bin ich unverzagt. Gott Anhang. 531 will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben und Alles, was ich hab', an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab. 2. Was kann uns Wolluft nüßen, o werthe Seel', in dieser Welt? Was kann uns Reichthum schützen, wenn uns der Würger überfällt? Die rechte 13. Die Welt, die mag zer- Luft ist oben, wo mein Herr brechen, du stehst mir ewiglich; Jesus wohnt, den alle Zungen fein Brennen, Hauen, Stechen loben, der uns so reich belohnt, soll trennen mich und dich; daß wir gekrönet werden im kein Hunger und kein Dürsten, hohen Himmelsfaal. Ach! eilt kein' Armuth, keine Pein, fein doch von der Erden zu seinem Zorn der großen Fürsten soll mir ein' Hind'rung seyn. 14. Kein Engel, feine Freuden, kein Thron, fein' Herrlich feit, kein Lieben und kein Leiden, kein' Angst, kein Herzeleid, was man nur fann erdenken, es sey flein oder groß, der'r keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schooß. Hochzeitsmahl. 3. Was Pracht, was fröhlich's Leben, was Reichthum, Ehr und Herrlichkeit? Der Himmel kann uns geben, was uns an Leib und Seel' erfreut. In Jesu fich ergößen, bleibt ewig süß und gut, sein Reich für Alles schätzen, erquicket Geift und Muth. In Jesu Reichthum haben, in Jesu seyn geehrt, kann uns ohn' Ende laben, als er uns selbst gelehrt. 4. In Jesu hab' ich Güter, in Jesu hab' ich Lieb' und Luft, wie dir, du Wienschenhüter, ift mehr denn allzuwohl bewußt. Laß mich die Welt verachten, das fränkt mich nicht ein Haar, Mel. Nun lob' mein' Seel den 2c. ich will nach Ehren trachten, 910. Pa Raß uns doch nicht die frei sind von Gefahr; laß begehren, o liebste mich die Welt nur bassen, ich will mit Lieb' und Treu' nur meinen Jefum faffen, so bleib' ich sorgenfrei. Seel', in dieser Zeit das, was dich fann beschweren, ja bindern an der Seligkeit. Was will man Ehre suchen, die doch vergänglich ist, auch gar wohl zu verfluchen, als welch' in kurzer Frift uns grausamlich läßt fallen in Trübsal, Angst und Pein. Drum suchen wir vor allen bei Gott geehrt zu seyn. 15. Mein Herze geht in Springen und kann nicht traurig seyn, ist voller Freud' und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich fingend machet, ist, was im Himmel ist. 5. Die Welt mag mich vers fluchen, ist doch mein Segen. Jesus Chrift; in Jesu kann ich suchen und finden, was mir nüglich ist; laß mich die Welt nur segen in Angst und Traurigfeit, mein Jesus fann ergößen 34 532 mein Herz zu aller Zeit; und sollt' ich schon hier sterben noch mehr als tausendmal, kann ich doch nicht verderben, dort rührt uns keine Qual. Anhang. 6. Das aber kann ich zeugen, das kann ich rühmen Tag und Nacht, daß mir mein Gott für eigen sein Königreich hat zu gedacht. Ihr Sterblichen auf Erden, lebt wohl in dieser Welt. Ich soll gekrönet werden, mir ift ein Reich bestellt, ich soll mit Gott regieren, den Erd' und Himmel preist, ich soll ein Leben führen, das unvergånglich beißt. 7. O Jefu, meine Freude, wann kommt die liebe Zeit heran, daß ich von hinnen scheide, daß ich dich herzlich loben kann? Wann werd ich doch gezieret mit Kleidern weiß und hell? Wann werd' ich auf geführet zu dir? Ach! laß mich schnell, Herr, güld'ne Kronen tragen, welch' unvergänglich sind, dann werd' ich dir behagen, als dein herzliebstes Kind. es dir selber gefällt; haft du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verlieben, dich freundlich geleitet; in wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, ber aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige fann, der dir mit Liebe begegnet. In bekannter Melodie. 911. Robe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele! das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf, Pfalter und Harfe, wacht auf, lasset die Musikam bören! 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen. Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht! Lobende, schließe mit Amen. In eigener Melodie. 912. Mache dich, mein Geift, bereit, wache, fleb' und bete! daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans Lift über viele Frommen zur Bersuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn es folget bald darauf eine lange Strafe, und die Noth fammt dem Tod möchte dich in Sünden unvermuthet finden. 3. Wache auf! sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; wache! sonsten wird sein Licht dir noch ferne deuchten; denn 2. Lobe den Herren, der Gott will für die Füll' seiner Alles so herrlich regieret, der Gnadengaben off'ne Augen dich auf Adelers Fittigen sicher haben. geführet, der dich erhält, wie 4. Wache, daß dich Satans Anhang. 533 Lift nicht im Schlaf antreffe,| fahr immer näher treten; benn weil er sonst behende ist, daß die Zeit ist nicht weit, da uns er dich beäffe; und Gott giebt, Gott wird richten und die Welt die er liebt, oft in seine Stra- vernichten. fen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge 913. oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe. Wach und sieb', damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Sliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, damit es nicht liederlich Gottes Gnad' verscherze; denn es ist boller Lift und kann sich bald beucheln und in Hoffart schmei cheln. 7. Bete aber auch dabei mit ten in dem Wachen; denn der Herre muß dich frei von dem Allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibeft und sein Werk nicht treibeft. 8. Ja, er will gebeten seyn, wenn er was soll geben; er verlanget unser Schrei'n, wenn wc wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut! es muß uns schon Alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anfleben; denn er will uns mit Füll' seiner Gunft beschütten, wenn wir glaubend bitten. Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. eine Seel', ermuntre dich, deines Jesu Lieb' bedenke, wie er für dich giebet sich, darauf deine Andacht lenke. Ach, erwag' die große Treue und dich deines Jefu freue. 2. Steh, der wahre GottesSohn ist für dich an's Holz gebänget, sein Haupt trägt die Dornenkron', sein Leib ist mit Blut vermenget, er läßt sich für dich verwunden; wo ist größre Lieb' gefunden? 3. Du, du solltest große Pein ewig leiden in der Hölle und von Gott verstoßen seyn wegen vieler Sündenfälle; aber Jesus trägt die Sünden und läßt dich Genade finden. 4. Durch sein Leiden ist gestillt deines Gottes Zorn und Rache, er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böse Sache, Sünde, Teufel, Tod umschränket und den Himmel dir geschenket. 5. Was zu thun, o liebes Herz, wie sollst du dich recht anstellen? Jesu Leiden ist kein Scherz, seine Liebe kein Verstellen. Denke drauf, was dir oblieget gegen den, der für dich fieget. 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, fleben, beten, weil die Angst, Noth und Ge6. Ich kann nimmer nimmermehr das Geringste nur vergelten, er verbind't mich allzu 534 Anhang. febr. Meine Trägheit muß ich| sey; nichts soll mich von Jeft. schelten, daß ich ihn so schlecht treiben. Du wirst, Jesu! mich geliebet und wohl gar mit nicht lassen, ewig will ich dich Günd' betrübet. umfaffen. 13. ft bereits schon jeto bier solche Freud' und Ruh zu finden, wenn im Glauben wir mit dir, uns, mein Jesu, recht verbinden, schenkst du schon soviel auf Erden: ei, was will im Himmel werden. 7. Was geschehen, soll nun nicht binfort mehr von mir geschehen; mein Schluß sey nun feft gericht't, einen andern Weg zu geben, darauf ich nur Jefum suche und, was ihn betrübt, verfluche. 8. Weg, ihr Sünden, weg von mir, euch kann ich an mir nicht leiden, euretwegen muß ich hier und dort von dem seyn gescheiden, ohne welchen ist kein Leben, keine Gnade, kein Vergeben. 9. Du, mein Jesu, du mein Heil, dir will ich mich ganz verschreiben, daß ich dir, als meinem Theil, ewig will getreu verbleiben, dir zu leben, dir zu leiden, dir zu sterben, dir zu meiden. 14. Was für Luft und Süßigkeit, was für Freud' und Jubiliren, was für Ruhe nach dem Streit, was für Ehre wird uns zieren! Ewig, ewig werd' ich loben, wenn ich ganz in Gott erhoben. 11. Was du willst, das sey mein Will', dein Wort meines Herzens Spiegel, wenn du schlägest, halt ich still; dein Geift bleibt mein Pfand und Siegel, daß ich soll den Him mel erben, darauf kann ich fröhlich sterben. 15. Ach! ich freu' mich alle Stund' auf dies freudenvolle Leben, danke dir mit Herz und Mund, du, o Jesu! bast's gegeben; nur im Glauben laß mich's halten und dein'n Geist in mir stets walten. 10. Du, mein Jesu, sollst es seyn, den ich mir zum Zweck Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. gefeget; wie du mein, so will 914. Meine Sorgen, Angst ich dein bleiben stets und unund Plagen laufen berlebet; was du liebest, will mit der Zeit zu End'; alles ich lieben und was dich, soll Seufzen, alles Klagen, das der mich betrüben. Herr alleine fennt, wird, Gott Lob! nicht ewig seyn, nach dem Regen wird ein Schein vieler tausend Sonnenblicken meinen matten Geift erquicken. 2. Meine Saat, die ich ge fäet, wird zur Freude wachsen aus, wenn die Dornen abgemähet, so trägt man die Frucht 12. Nun so bleibt es feft zu Haus; wenn ein Wetter dabei: Jesus soll es seyn und ist vorbei, wird der Himmel bleiben, dem ich lebe, deß ich wieder frei. Nach dem Kämpfen, Anhang. 535 nach dem Streiten kommen die folgt ein angenehmer Tag, auf Erquickungszeiten. den Abend folgt der Morgen und die Freude nach den Sorgen. 3. Wenn man Rosen will abbrechen, muß man leiden in der Still', daß uns auch die Dornen stechen; es geht Alles, Er hat uns wie Gott will. ein Ziel gezeigt, das man nur Herz in euch bestellt, damit das im Kampf erreicht; will man hier das Kleinod finden, so muß man erst überwinden. Heil der Sünder, der große Wunderheld, den Gott aus Gnad' allein der Welt zum Licht und Leben gesendet und gegeben, bei allen kehre ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt Alles, was er haßt. Macht alle Bahnen recht, die Thal' last seyn erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was frumm ist, gleich und schlecht. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreuzen ist besetzt; bier muß man sich nicht entfernen, ob er gleich mit Blut beneßt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch bin sonder Streit, die in Sa lems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trübsal bergekommen: darum fiehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und mit Palmen ausgezieret, weil sie glücklich triumphiret. Mel. Von Gott will ich nicht sc. 915. Mit Ernst, o Mens schenkinder, das 3. Ein Herz, das Demuth liebet, bei Gott am böchsten fteht; ein Herz, das Hochmuth übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 6. Gottes Ordnung stehet 4. Ach, mache du mich Arfefte und bleibt ewig unverrückt: men, zu dieser heil'gen Zeit, seine Freund' und Hochzeitgäste aus Güte und Erbarmen, Herr werden nach dem Streit be- Jefu, selbst bereit! Beuch in glückt; Ifrael erhält den Sieg mein Herz binein vom Stall nach geführtem Kampf und und von der Krippen; so wers Krieg, Kanaan wird nicht ge den Herz und Lippen dir ewig funden, wo man nicht hat dankbar seyn. überwunden. In eigener Melodie. 7. Darum trage deine Ketten, meine Seel' und bulde dich, 916. Mit Fried' und Gott wird dich gewiß erretten. Freud' ich fahr Das Gewitter leget fich; nach dahin in Gottes Wille; getroft dem Blitz und Donnerschlag ist mir mein Herz und Sinn, 536 Anhang fanft und stille. Wie Gott mir| Heiliger Herre Gott! Heiliger berbeißen bat: der Tod ist mein starker Gott! Heiliger, barmSchlaf worden. berziger Heiland! du ewiger Gott! laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen- Gluth. Kyrie, eleison! 2. Das macht Chriftus, wahr'r Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, bast sehen lan, und macht be kannt, daß er sey das Leben und Heil in Nöth und Sterben. 3. Mitten in der Höllen Angst unsre Sünd' uns treiben: wo soll'n wir denn fliehen hin, 3. Den du haft Allen für da wir mögen bleiben? Zu dir, gestellt mit großen Gnaden, zu Herr Christ, alleine. Vergossen feinem Reich die ganze Welt ist dein theures Blut, das g'nug heißen laden durch dein theuer für die Sünde thut. Heiliger heilsam Wort, an allem Ort Herre Gott! Heiliger starter erschollen. Gott! Heiliger, barmherziger 4. Er ist das Heil und selig Heiland! du ewiger Gott! laß Licht für die Heiden, zu' rleuch- uns nicht entfallen von des ten, die dich kennen nicht, und rechten Glaubens Trost. Kyrie, zu weiden. Er ist dein's Volks eleiſon! Israel der Preis, Ehr', Freud' und Wonne. Mel. Auf! Christenmensch zc. ir nach, spricht In eigener Melodie. 917. Mitten wir im Leben Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen sind mit dem Tod alle, verleugnet euch, verlaßt umfangen: wen suchen wir, die Welt, folgt meinem Ruf der Hilfe thu', daß wir Gnad' und Schalle! nehmt euer Kreuz erlangen? Das bist du, Herr, und Ungemach auf euch, folgt alleine. Uns reuet unfre Misse- meinem Wandel nach. that, die dich, Herr, erzürnet bat. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! du ewis ger Gott! laß uns nicht verfinken in deß bittern Todes Noth. Kyrie, eleison! 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Rachen: wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? Das thuft du, Herr, alleine. Es jammert dein' Barmherzigkeit 918. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heil'gem Tugendleben; wer zu mir fommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demüthigkeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund der fließt zu jeder Zeit von süßem Sanftmuthsöle; mein Geift, Gemüthe, Kraft und Sinn ist Gott er unfre Sünd und großes Leid. geben, schaut auf ihn. Anhang. 4. Jch zeig' euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger Lift zu rein'gen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ' euch zu der Himmelspfort. 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh' voran, ich sieh' euch an 4. Du höchster Tröfter in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod: der Seite; ich kämpfe selbst, ich daß in uns die Sinne nicht brech' die Bahn, bin Alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn. gar verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis. 6. Wer seine Seel' zu finden meint, wird sie ohn' mich verlieren; wer fie in mir verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel' nachgehen, und wohlgemuth, getroft und gern bei ihm im Leiden ſtehen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon. In eigener Melodie. 537 3. Du süße Lieb', schenk' uns deine Gunft, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Friede auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 920. un Gott Lob! es ist vollbracht, Singen, Beten, Lehren, Hören; Gott hat Alles wohl gemacht, drum laßt uns sein Lob vermehren: unser Gott sey hoch gepreiset, daß er uns so herrlich speiſet. 2. Weil der Gottesdienst ist aus, uns auch mitgetheilt der Segen; so gehn wir mit Freud' nach Haus, wandeln fein auf Gottes Wegen. Gottes Geist uns ferner leite und uns Alle wohl bereite. 3. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Engang gleichermaaßen, segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit sel'gem Sterben und mach' uns zu Himmelserben. 919. u un bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahr'n aus diesem Elende. Kyrieleis. 2. Du werthes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr' uns Jefum Chrift tennen allein, Mel. Von Gott will ich nicht sc. daß wir an ihm bleiben, dem 921. un jauchzet all', treuen Heiland, der uns bracht ihr Frommen, in bat zum rechten Vaterland. dieser Gnadenzeit, weil unser Kyrieleis. Heil ist kommen, der Herr der 538 Anhang. Herrlichkeit, zwar ohne stolze In eigener Melodie. Pracht, doch mächtig zu ver 922. un ruhen alle Wäl heeren und gänzlich zu zerstören der, Vieh, Mendes Teufels Reich und macht. schen, Städt und Felder, es 2. Er kommt zu uns geritten schläft die ganze Welt; ihr auf einem Efelein, und stellt aber, meine Sinnen, auf, auf! sich in die Mitten für uns ihr sollt beginnen, was eurem zum Opfer ein: er bringt kein Schöpfer wohl gefällt. zeitlich Gut; er will allein erwerben durch seinen Tod und Sterben, was ewig währen thut. 3. Rein Zepter, feine Krone sucht er auf dieser Welt; im Hohen Himmelsthrone ist ihm Herzen scheint. fein Reich bestellt; er will hier 3. Der Tag ist nun verfeine Macht und Majestät vergangen, die güld'nen Sternlein hüllen, bis er des Vaters Wil- prangen am blauen Himmelslen im Leiden hat vollbracht. faal; also werd' ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Jhr großen Potentaten, nehmt diesen König an, wenn ihr euch wollet rathen und gehn die rechte Bahn, die zu bem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn berachtet und nur nach Hoheit trachtet, euch Gottes Zorn dann rührt. 5. Jhr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seyd dennoch wohlgemuth, laßt eure Lieder klingen und thut dem König fingen, der ist eu'r höchstes Gut, 2. Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein' and're Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem 6. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all' eu'r Klag' und Weinen verwandelen in Freud'. Er ist's, der helfen kann, halt't eure Lampen fertig und seyd stets fein gewärtig, er ist schon auf der Babn. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh' ich aus, dagegen wird Chriftus mir anlegen den Rock der Ehr' und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß' und Hände sind froh, daß nun zu Ende die Arbeit kommen sey. Herz, freu' dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden- Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht bin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt. Es kommen Stund' und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh' ein Bettlein in der Erd'. 7. Mein' Augen steh'n verdrossen, im Hui find fie ge Anhang. 539 schlossen; wo bleibt dann Leib| Niedrigkeiten uns veracht't und und Seel'? Nimm fie zu deinen Gnaden, sey gut für allen Schaden, du Aug' und Wächter Ifrael! 8. Breit' aus die Flügel beide, o Jesu! meine Freude, und nimm dein Küchlein ein; will Satan mich verschlingen, so laß die Englein fingen: dies Kind foll unverleßet seyn! schnöd' gemacht. 4. Schau doch aber uns're Ketten, da wir mit der Kreatur feufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung von Natur, bon dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so harte drückt, ungeacht't der Geift in Zeiten fich auf etwas Bessers schickt. 5. Ach! erheb' die matten Kräfte, fich einmal zu reißen los und durch alle Weltge9. Auch euch, ihr meine Lie ben, soll heute nicht betrüben ein Unfall noch Gefahr; Gott schäfte durchgebrochen stehen laß euch selig schlafen, stell' euch die güldnen Waffen um's Bett und seiner Engel Schaar. bloß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen; weich, VernunftBedenklichkeit; fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Herr! zermalme, brich und reiße die verboste Macht entzwei! Denke, daß ein armer Mensche dir im Tod nichts nüße sey. Heb' ihn aus dem Staub der Sünden, wirf die Schlangenbrut hinaus, laß uns wahre Freiheit finden in des Vaters Hochzeithaus. Mel. O du Liebe meiner Liebe zc. 923. Durchbrecher aller Bande der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Luft und Himmel ist, übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis uns dein fo treu Gesichte führet aus dem Kerker hin. 2. Ist's doch deines Vaters 7. Wir verlangen keine Ruhe Wille, daß du endest dieses für das Fleisch in Ewigkeit: Werk: biezu wohnt in dir die wie du's nöthig find'ft, so thue Fülle aller Weisheit, Lieb' und noch vor unsrer Abschiedszeit. Stärk, daß du nichts von dem Aber unser Geist der bindet dich verliereft, was er dir geschenket im Glauben, läßt dich nicht, hat, und es von dem Treiben bis er die Erlösung findet, da führest zu der süßen Ruhestatt. ihm Zeit und Maaß gebricht. 3. Ach! so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht, denn wir sind in veinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht't; ob wir wohl vor allen Leuten als gefangen 8. Herrscher, herrsche! Sieger, fiege! König, brauch' dein Regiment: führe deines Reiches Kriege, mach' der Sclaverei ein End'; laß doch aus der Grub' die Seelen durch des neuen sind geacht't, weil des Kreuzes Bundes Blut; laß uns länger 540 Anhang. nicht so quälen, denn du meinst's| Vater fromm, ich armer Sün mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst ge fangen in Luft und Gefälligkeit, ach! so laß uns nicht stets bangen an dem Tod der Eigenbeit; denn die Laft treibt uns zu rufen, Alle schreien wir dich an: zeig' doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! 10. Ach! wie theu'r sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu seyn. Drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, nach dem besten Bild gebild't; der hat Gnad' um Gnad' ge nommen, wer aus deiner Füll' sich füllt. Mel. Nun laßt uns den Leib x. 924. frommer und ge treuer Gott, ich hab' gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich, das ist mir leid und reuet mich. der zu dir komm und bitt' dich durch den bittern Tod und heilige fünf Wunden roth 2. Weil aber du, o gnád'ger Gott, nicht haft Gefall'n an meinem Tod, und ist dein herzliches Begehr'n, daß ich mich soll zu dir bekehr'n: 3. Auf dies Wort, lieber 4. Dein's lieben Sohnes Jesu Chrift, der mir zu gut Mensch worden ist: laß deine Gnad' und Gütigkeit mehr gel ten denn Gerechtigkeit. 5. Verschon', o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld: so werd' ich arm verlor'nes Kind ledig und los all' meiner Sünd'. In eigener Melodie. Gott! du Brunn11. Liebe, zieb' uns in bein 925. Gott, du frommer Sterben; laß mit dir gekreuzigt seyn, was bein Reich nicht fann ererben; führ' in's Paradies uns ein. Doch woblan, du wirst nicht säumen, wo wir nur nicht lässig seyn; werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög' nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. quell aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben, gesunden Leib gieb mir und daß in solchem Leib' ein' unverleßte Seel' und rein Gewissen bleib'. 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ich's thu, so gieb, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn' Verdruß. Anhang. 541 4. Find't sich Gefährlichkeit,| O Haupt, sonst schön gezieret so laß mich nicht verzagen, gieb mit höchster Ebr' und Zier, einen Heldenmuth, das Kreuz jetzt aber höchst schimpfiret, ge bilf selber tragen. Gieb, daß grüßet seyft du mir! ich meine Feind' mit Sanftmuth überwind', und, wenn ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind'. 5. Laß mich mit jedermann in Fried' und Freundschaft leben, so weit als christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reich thum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sey. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt bindurch in's Alter dringen; so gieb Geduld, vor Sünd' und Schanden mich bewahr', auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' auf Chrifti Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn' bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Rub' an ihrer Seite bab'. 8. Wenn du die Todten wirft an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand nach meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm' und meinen Leib wed' auf und führ' ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit; wie bist du so erbleichet, wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht't? 3. Die Farbe deiner Wangen, der rothen Lippen Pracht ist bin und ganz bergangen: des blaffen Todes Macht hat Alles bingenommen, hat Alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. mel. Herzlich thut mich verlangen c. 926. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, ift Alles meine Laft, ich hab' es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, bier fieb' ich Armer, der Zorn verdienet hat: gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad'! 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan: dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Koft, dein Geift hat mich begabet mit mancher Himmelsluft. 6. Ich will hier bei dir fteben, berachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, Haupt voll Blut wenn dir dein Herze bricht; und Wunden, voll wenn dein Haupt wird ers Schmerz und voller Hohn! blaffen im letzten Todesstoß, D Haupt, zum Spott gebun- alsdann will ich dich faffen in den mit einer Dornenkron'! meinen Arm und School. 542 Anhang. 7. Es bient zu meinen Freu-| mich in Schand' und Schaden den und kommt mir herzlich seg'. wohl, wenn ich in deinem Lei3. Des Vaters Macht mich den, mein Heil, mich finden beut anblick, des Sohnes Weissoll. Ach! möcht' ich, o mein heit mich erquick, des heil'gen Leben, an deinem Kreuze hier Geistes Glanz und Schein ermein Leben von mir geben, wie leucht' mein's finstern Herzens wohl geschähe mir! Schrein. 8. ch danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da du's so gut gemeint. Ach! gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende fets. 4. Mein Schöpfer, fteh mir träftig bei, o mein Erlöser, hilf mir frei! O Eröfter werth, weich nicht von mir, mein Herz mit werthen Gaben zier. 5. Herr, fegne und behüte mich; erleuchte mich, Herr, gnádiglich; Herr, heb auf mich 9. Wenn ich einmal soll dein Angesicht und deinen Friescheiden, so scheide nicht von den auf mich richt! mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann berfür. Wenn mir am allerbängsten In eigener Melodie. wird um das Herze seyn, fo 928. bilf! Christe, Gotreiß mich aus den Aengsten fraft deiner Angst und Bein. tes Sohn, durch 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich seh'n dein Bilde in deiner Kreuzesnoth. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. dein bitter Leiden, daß wir dir ftets unterthan, all' Untugend meiden, deinen Tod und sein' Ursach' fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. In eigener Melodie. mel. Zerr Jefu Christ, dich zu uns 2c. 929. Lamm Gottes! unschuldig am 927. beilige Dreifaltig- Stamm des Kreuzes geschlachtet, feit, o bochgelobte allzeit erfunden geduldig, wieEinigkeit, Gott Vater, Sohn, wohl du wurdeft verachtet: all' beiliger Geift, beut diesen Tag Sünd' haft bu getragen, sonst mir Beistand leift. müßten wir verjagen. Erbarm' dich unser, o Jeful 2. Mein' Seel, Leib, Ebr' und Gut bewahr, daß mir fein Böses widerfahr' und mich der Satan nicht verleg', noch o Jesu! 2. O Lamm Gottes! unschuldig 2c. Erbarm' dich unser, Anhang. 543 3. O Lamm Gottes! unschul-| fühlt jene Kampf und harten dig 2c. Gieb uns deinen Frie den, o Jesu! Streit. 5. Die Einfalt weiß von feiner Zierde, als die im Blute Chrifti liegt, die reine himm lische Begierde hat solche Thorheit schon besiegt; an einem reinen Gottestinde glänzt Gottes Name schön und rein; wie könnt' es denn vom eitlen Winde der Welt noch eingenommen feyn? Mel. Die Tugend wird durch's 2c. 930. jußer Stand, o felig Leben, das aus der wahren Einfalt quillt, wenn sich ein Herz Gott so ergeben, daß Chrifti Sinn es ganz erfüllt, wenn sich der Geift nach Christi Bilde in Licht und Recht hat aufgericht't, und unter solchem klaren Schilde durch alle falschen Höhen bricht. 2. Was Andern schön und lieblich scheinet, ist solchem Her zen Kinderspiel; was Miancher für unschuldig meinet, ist solchem Herzen schon zu viel. Warum? Es gilt der Welt absagen, hier beißt's: rührt fein Unreines an; das Kleinod läßt sich nicht erjagen, es sey denn Alles abgethan. 3. Die Himmelskost schmeckt biel zu süße dem Herzen, das in Jesu lebt; die Braut bewahrt Haupt, Herz und Füße, und wo ihr Etwas noch an flebt, das zu dem Glanz der Welt gehöret, das ist ihr lauter Höllenpein, und wo sie recht in Gott einkehret, da macht sie sich von Allem rein. 6. Von Sorgen, Noth und allen Plagen, damit die Welt fich selbst anficht, vom Neid, damit sich Andre tragen, weiß Chrifti Sinn und Einfalt nicht; den Schaß, den sie im Herzen beget, behält sie wider allen Neid; ist Jemand, der Luft dazu träget, das macht ihr lauter Herzensfreud. 7. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, das sich mit Christi Einfalt schmückt. Geht hin, ihr thörichten Jungfrauen, harrt nur bis euch die Nacht berückt. Was sind die Lampen ohne Dele? Schein ohn' Einfalt und Chrifti Sinn. Sucht doch was Beffers für die Seele und gebt der Welt das Jhre hin. 8. Ach Jesu! brúce meinem Herzen den Sinn der lautern Einfalt ein, reiß aus, obschon mit tausend Schmerzen, der Welt ihr Wesen, Eand und Schein; des alten Drachen Bild und Zeichen trag' ich nicht mehr, drum laß mich nur der Einfalt Bier und Schmuck erreichen, das ist die neue 4. Die Einfalt Chrifti fchließt die Seele vor allem Weltge tümmel zu, da sucht fie in der dunkeln Höhle, in Horeb, Gott und ihre Rub; wenn sich das Heuchelvolk in Lüften der Welt und ihrer Eitelkeit, auch wohl bei gutem Schein, will brüften, Kreatur. Anhang. 544 931. Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. Welt! sieb bier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil finkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit 9. Jch bin, mein Heil, verFleiße, sein Leib ist ganz mit bunden all' Augenblick und Schweiße des Blutes überfüllt. Stunden dir überhoch und sehr. Aus seinem edlen Herzen, vor Was Leib und Seel vermögen, unerschöpften Schmerzen, ein das soll ich billig legen allzeit Seufzer nach dem andern quillt. an deinen Dienst und Ehr'. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Missethaten weißt du nicht. 10. Nun ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben; eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Jch will's vor Augen feßen, mich stets daran ergößen, ich sey auch, wo ich sey; es soll mir seyn ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb' und unverfälschten Treu'. 4. Jch, ich und meine Sünben, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget und das betrübte Marterbeer.. Mir läsfest du dich frönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest Alles mit Geduld. 8. Du spring'st in's Todes Rachen, mich frei und los zu machen von solchem Ungeheu'r; mein Sterben nimmst du abe, vergräbt es in dem Grabe. O unerhörtes Liebesfeu'r! 5. Jch bin's, ich sollte büßen, 12. Wie heftig unsre Sünden an Händen und an Füßen ge- den frommen Gott entzünden, bunden in der Höll'; die Gei- wie Rach' und Eifer gehn, wie Beln und die Banden und was grausam seine Ruthen, wie zor du ausgestanden, das hat vernig seine Fluthen, will ich aus dienet meine Seel'. deinem Leiden sehn. 6. Du nimmst auf deinen 13. Ich will daraus fludiren, Rücken die Laften, die mich wie ich mein Herz soll zieren drücken, viel schwerer als ein mit stillem sanften Muth, und Stein; du wirst ein Fluch, wie ich die soll lieben, die mich dagegen berehrst du mir den doch sehr betrüben mit Werken, Segen, dein Schmerzen muß so die Bosheit thut. mein Labsal seyn. 14. Wenn böse Zungen stechen, 7. Du setzest dich zum Bür- mir Glimpf und Namen brechen, gen, ja läß'st dich gar erwürgen, so will ich zähmen mich; das für mich und meine Schuld. Ulnrecht will ich dulden, dem Anhang. 545 Nächsten seine Schulden ver- Lob vermehren, weil ich für zeihen gern und williglich. und für bleiben werd' in dir. 15. Ich will mich mit dir schlagen an's Kreuz und dem absagen, was meinem Fleisch gelüft't; was deine Augen Hassen, das will ich fliehn und laffen, so viel mir immer möglich ist. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm' mich ernähre und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm! 7. Großer Friedefürft, wie 16. Dein Seufzen und dein hast du gedürft't nach der Stöhnen und die viel tausend Menschen Heil und Leben und Thränen, die dir gefloffen zu, dich in den Tod gegeben, wie die sollen mich am Ende in du rief'st: mich dürft't! großer deinen Schooß und Hände be- Friedefürft! gleiten zu der ew'gen Ruh'. In eigener Melodie. 932. Geelen Bräutigam, 8. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb' uns den Deinen, die dich kennen und nach dir fich Christen nennen, denen du bift lieb, gieb. Lamm, habe Dank für deine 9. Wer der Welt abftirbt, Liebe, die mich zieht aus rei- emfig sich bewirbt um den lenem Triebe von der Sünden bendigen Glauben, der wird Schlamm, Jefu, Gotteslamm! bald empfindlich schauen, daß niemand berdirbt, der der Welt abftirbt. 2. Deine Liebesglut stärket Muth und Blut; wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemuth deine Liebesglut. 10. Nun ergreif' ich dich, du mein ganzes Ich! Ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11. Wenn ich weinen muß, wird dein Thränenfluß nun die meinen auch begleiten und zu deinen Wunden leiten, daß mein Thränenfluß sich bald stillen muß. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Tod, du bift darum Mensch geboren, zu erseßen, was verloren, durch dein Blut so roth, wahrer Mensch und Gott! 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht; salbe mich mit Freudenőle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 12. Wenn ich mich auf's neu', wiederum erfreu', freueft du dich auch zugleiche, bis ich dort in deinem Reiche ewiglich erfreu' mich mit dir auf's neu. 13. Hier durch Spott und 5. So werd' ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in dir dein Hohn, dort die Ehrenfron'; hier 35 546 Anhang. im Hoffen und im Glauben, dahin und keinen Schaden brindort im Haben und im Schauen; get dem, der sich stets mit Herz denn die Ebrenfron' folgt auf und Sinn zu diesem Fürsten Spott und Hohn. schwinget, der fröhlich spricht: ich leb' und ihr sollt mit mir leben für und für, weil ich es euch erworben. 14. Jesu, bilf, daß ich allhier ritterlich Alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du ges támpft für mich. 5. Der Tod hat keine Kraft nicht mehr, ihr dürfet ihn nicht scheuen; ich bin sein Siegsfürft und sein Herr, deß sollt ihr in mir foll nun nichts erschallen, euch erfreuen; dazu so bin ich als was dir nur kann gefallen, euer Haupt, drum werdet ihr, werthe Sarons- Blum', bu mein wenn ihr mir glaubt, als GliePreis und Ruhm! der mit mir leben. 15. Du mein Preis und Ruhm, werthe Sarons Blum', 6. Der Höllen Sieg, der ift auch mein, ich habe sie zerstöret; es darf nicht fürchten ibre Pein, wer mich und mein Wort böret. Und weil des Teufels Macht und Lift gedämpft, sein Kopf zertreten ist, mag er ihm auch nicht schaden. 7. Nun, Gott sey Dank, der uns den Sieg durch Jefum bat gegeben und uns den Frieden 2. Wie schön hast du durch für den Krieg und für den deine Macht, du wilder Feind Tod das Leben erworben, der des Lebens, den Lebensfürsten die Sünd' und Tod, Welt, umgebracht! Dein Stachel ist Teufel, Höll' und was in Noth vergebens durch ihn geschoffen, uns stürzet, überwunden! schnöder Feind; du bätteft wahrlich wohl gemeint, er würd' im Staube bleiben. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 933. ey fröhlich Alles weit und breit, was vormals war verloren, weil beut der Herr der Herr lichkeit, den Gott selbst auser foren zum Sündenbüßer, der sein Blut am Kreuz vergoffen uns zu gut, vom Tod ist auf erstanden. Mel. Was mein Gott will das ic. Rey 934. Gott getreu, halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Leben! Leg' diesen Stein zum ersten Grund: bleib' ihm allein ergeben; denk' an den Kauf in deiner Tauf', da er sich dir verschrieben bei seinem Eid', in Ewigkeit als Vater dich zu 3. Nein, nein! er trägt sein Haupt empor, ift mächtig durchgedrungen durch deine Bande, durch dein Thor, ja hat im Sieg verschlungen bich selbst, daß, wer an ihn nur gläubt, von dir jetzt ein Gespötte treibt und spricht: wo ist dein Stachel? 4. Denn deine Macht, die ist lieben. Anhang. 547 zustehen. 2. Sey Gott getreu, laß Buß' bei Zeit nur wieder auf nicht den Wind des Kreuzes dich abkehren. Ist er dein Vater, 7. Sey Gott getreu bis in du sein Kind, was willst du den Tod und laß dich nichts mehr begehren? Dies höchste abwenden: er wird und kann Gut macht rechten Muth; kann in aller Noth dir treuen Beiseine Huld dir werden: nichts stand senden, und käm' auch Beffers ift, mein lieber Chrift, gleich das böll'sche Reich mit im Himmel und auf Erden. aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibeft unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sey, wie er dir hat verheißen, und eine Kron' zum Gnadenlohn im Himmel dir aufsetzen, da wirft du dich fort ewiglich in seiner 3. Sey Gott getreu bon Jugend auf, laß dich kein' Luft noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden; sein alte Treu' wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das bricht er nicht, das sollst du fühnlich glauben. 4. Sey Gott getreu in dei- Treu ergößen. nem Stand, darein er dich geseget; wenn er dich hält mit Mel. 3ion klagt mit Angst ic. ſeiner Hand, wer ist, der dich 935. ey mir tauſendmal verleget? Wer seine Gnad' zur Bruftwehr hat, kein Teufel kann je und je geliebt, Jesu, der du ihm schaden. Wo dies Stacket ſelbst gebüßet das, womit ich um einen steht, dem bleibet dich betrübt. Ach! wie ist mir wohl gerathen. doch so wohl, wenn ich fnien und liegen foll an dem Kreuze, da du stirbeft, und um meine Seele wirbeft." 5. Sey Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen; steb' feft darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen hält, muß Alles doch vergeben; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn' alles Wanken fiehen. 6. Sey Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnádig finden; ftreit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Bügel nicht; wär' ja der Fall geschehen, so sey bereit, durch 2. Jch umfange, herz' und Füsse der gefränkten Wunden Zahl und die purpurrothen Flüsse deiner Füß und Nägelmal. O wer kann doch, schönster Fürst, den so hoch nach uns gedürft't, deinen Durst und Lieb'sverlangen völlig faffen und umfangen. 3. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich frank und traurig bin, nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen 35 Anhang. 548 Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich neßen, wird sich all' mein Jammer seßen. 4. Schreibe deine blut'gen Wunden, mir, o Herr, in's follen Jesum ehren. Herz hinein, daß fie mögen alle Stunden bei mir unvergessen seyn. Du bist doch mein schönftes Gut, da mein ganzes Herze rubt; laß mich stets zu deinen Füßen deiner Lieb' und Gunst genießen. 5. Diese Füße will ich halten auf das Best' ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten und mich selbsten freundlich an von dem hohen Kreuzesbaum, und gieb meiner Bitte Raum, sprich: laß all' dein Trauren schwinden, ich, ich tilg' all' deine Sünden! 2. Glaube, Weisheit, Rath und Stärke, Furcht, Erkenntniß und Verstand, das find deiner Gottheit Werke, dadurch wirft du uns bekannt, dadurch weißt du recht zu lehren, wie wir 3. Theurer Lehrer, Gottes Finger, lehr' und schreibe deinen Sinn auch in's Herz mir, deis nem Jünger, seße dich auf mich auch hin, daß ich stets von deiner Fülle reichlich lern', was fet dein Wille. 4. Laß das Feuer deiner Liebe rühren meine Zung' und Mund, daß ich noch mit heißem Triebe Gottes Thaten mache fund, laß es Seel' und Herz entzünden, auszubrennen alle Sünden. 5. Leg' hingegen meiner Seele deine heil'ge Salbung bei, daß mein Leib auch von dem Dele dein geweihter Tempel sey; bleib auch bei mir, wenn ich sterbe, Mel. Schmücke dich, o liebe 2c. 936.Speif uns, o Gott, daß ich Chrifti Reich ererbe. deine Kinder; tröste die betrübten Sünder; sprich den Segen zu den Gaben, die wir izo vor uns haben, daß fie uns zu diesem Leben, Stärke, Kraft und Nahrung geben: bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. 6. Strahl der Gottheit, Kraft der Höhe, Geift der Gnaden, wahrer Gott, böre, wie ich Armer flebe, das zu geben, was mir Noth, laß den Ausfluß deiner Gaben auch mein durres Herze laben. Mel. O Jesu Chrift, mein's Lebens x. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ic. 938. Pater unfer im Him937.tral Ztrahl der Gottheit, Kraft der Höhe, uns Alle heißest gleich Brüder Geift der Gnaden, wahrer Gott, seyn und dich rufen an und höre, wie ich Armer flebe, das zu geben, was mir Noth: laß den Ausfluß deiner Gaben auch mein dürres Herze laben. willt das Beten von uns han: gieb, daß nicht bet allein der Mund; hilf, daß es geb' aus Herzens Grund. Sự n b a n g. 549 2. Geheiligt werd' der Name und durch des heilgen Geistes dein: dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Herr, behür uns vor falscher Lehr', das arm verfübret Volk bekehr'. 3. Es fomm dein Reich zu dieser Zeit und dort bernach in Ewigkeit. Der heilig Geist uns wobne bei mit seinen Gaben mancherlei; des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm bein' Kirch' erhalt. 4. Dein Will' gescheb, Herr Gott, zugleich auf Erden, wie im Himmelreich: gieb uns Geduld in Leidenszeit, Gehorsamseyn in Lieb und Leid; wehr und steur' allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. Troft. 8. Von allem Uebel uns erlös'; es sind die Zeit und Tage bös. Erlöse uns vom ew'gen Tod und tröft' uns in der letzten Noth. Bescher uns auch ein selig End'; nimm unfre Seel in deine Händ'. 9. Amen! das ist: es werde wahr! stärk' unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir bier mit gebeten han auf dein Wort, in dem Namen dein: so sprechen wir das Amen fein. In eigener Melodie. 939. Berleib' uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten, es ist ja doch kein Ander nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine. Gieb unserm König und aller Obrigfeit Fried und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein ge ruhig und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen. 5. Gieb uns heut unser täglich Brod und was man darf zur Leibesnoth; bebut uns, Herr, vor Unfried, Streit, vor Seuchen und vor theurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg' und Geizes müßig gehn. 6. All' unfre Schuld vergieb uns, Herr, daß sie uns nicht In eigener Melodie. her, betrüben mehr, wie wir auch 940. Tom Himmel hoch unsern Schuldigern ihr' Schuld und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach uns All bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geift anficht. Zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst't ich bring' euch gute neue Mähr, der guten Mähr bring' ich so viel, davon ich fingen und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau außerkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud' und Wonne seyn. 550 Anhang. 3. Es ist der Herr Christ| König so groß und reich, berunser Gott, der will euch führn prangst, als wärs dein Himaus aller Noth, er will eur melreich. Heiland selber seyn, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Se ligkeit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir: wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippen, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 13. Ach, mein herzliebes Jesulein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergeffe dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sey, zu springen, fingen immer frei das rechte Susaninne schon, mit Herzensluft den süßen Ton." 6. Deß laßt uns Alle fröhlich sehn und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 15. Lob, Ehr sey Gott im höchsten Thron, der uns schenkt feinen ein'gen Sohn! deß freuen sich der Engel Schaar und singen uns solch neues Jahr. 7. Merk auf, mein Herz, und fieh dort hin: was liegt dort in dem Krippelein? Weß ift das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jefulein. 8. Bis willkommen, du edler Gaft, den Sünder nicht verschmähet haft, und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding', wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Nind und Esel aß? 10. Und wär' die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit, so wär' sie dir doch viel zu flein, zu feyn ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seiden dein das ist grob Heu und Windelein, darauf du, mel. Vom Himmel hoch, da komm' ic. 941. Bo om Himmel kam der Engel Schaar, erschien den Hirten offenbar; fie fagten ihn'n: ein Kindlein jart das liegt dort in der Krippen hart, 2. Zu Betblebem in Davids Stadt, wie Micha das verkündet hat. Es ist der Herre Jesus Chrift, der euer Aller Heiland ist. Deß sollt ihr billig fröhlich seyn, daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist gebor'n eu'r Fleisch und Blut, eu'r Bruder ist das ewig Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? Jhr habt mit euch den wahren Gott. Laßt 551 Sự n Éa it g.. zürnen Teufel und die Höll';| Zungen, mit Harfen und mit Gott's Sohn ist worden eu'r Cymbeln schön. Von zwölf Gefell. Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel, hoch um deinen Thron. Kein Aug' bat je gefehn, kein Ohr hat je gehört solche Freude; drum jauchzen wir und singen dir das Hallelujah für und für. 5. Er will und kann euch laffen nicht, seht ihr auf ibn eur' Zuversicht. Es mögen euch Viel fechten an:.dem sey Troy, der's nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch baben Recht, ibr seyd nun worden Gott's Geschlecht. Deß In eigener Melodie. danket Gott in Ewigkeit, ge- 943. Mas Gott thut, das duldig, fröhlich allezeit. ist woblgetban, es In eigener Melodie. bleibt gerecht sein Wille, wie er fängt meine Sachen an, will 942. Machet auf! ruft ich ihm balten stille. Er ist uns die Stimme mein Gott, der in der Noth, der Wächter sehr hoch auf der mich wohl weiß zu erhalten, Zinne: wach' auf, du Stadt drum laß ich ihn nur walten. Jerusalem! Mitternacht beißt diese Stunde; fie rufen uns mit frohem Munde: wo seyd ihr tlugen Jungfrauen? Wohl auf! der Bräut'gam kommt, steht auf, die Lampen nehmt! Hallelujah! Macht euch bereit zu der Hochzeit, ihr müsset ihm entgegen gebn! 3. Was Gott thut, das ist 2. Zion hört die Wächter wohlgethan, er wird mich wobl singen, das Herz thut ihr vor bedenken; er, als ein Arzt und Freude springen, sie wachet und Wundermann, wird mir nicht steht eilend auf. Ihr Freund Gift einschenken für Arzenei; kommt vom Himmel prächtig, Gott ist getreu, drum will ich von Gnaden start, von Wahr- auf ihn bauen und seiner Gnade beit mächtig, ihr Licht wird trauen. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mich begnügen an seiner Huld und hab' Geduld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. hell, ihr Stern geht auf. Nun 4. Was Gott thut, das ist fomm, du werthe Kron', Herr wohlgethan, er ist mein Licht Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen All' zum Freudenfaal und halten mit das Abendmabl. und Leben, der mir nichts Boses gönnen kann, ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es 3. Gloria sey bir gesungen mit Menschen und mit Engel- meinet. 552 Anhang. 5. Was Gott thut, das ist| den, du kommst und machst wohlgethan, muß ich den Kelch mich los; ich stand in Spott gleich schmecken, der bitter ist und Schanden, du kommst und nach meinem Wahn, laß ich machst mich groß, und hebst mich doch nicht schrecken; weil mich hoch zu Ehren, und schenkst doch zuletzt ich werd' ergößt mir großes Gut, das sich nicht mit süßem Trost im Herzen, läßt verzehren, wie irdisch Reichda weichen alle Schmerzen. tum tbut. 6. Was Gott thut, das ist 5. Nichts, nichts hat dich wohlgethan, dabei will ich ver- getrieben zu mir vom Himmels bleiben; es mag mich auf die zelt, als das geliebte Lieben, rauhe Bahn Noth, Tod und damit du alle Welt in ihren Elend treiben, so wird Gott tausend Plagen und großen mich ganz väterlich in seinen Jammerlast, die kein Mund Armen halten, drum laß ich aus kann sagen, so fest umihn nur walten. fangen haft. Mel. Dalet will ich dir geben 2c. 944. ie soll ich dich 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze empfangen und sich häuft je mehr und mehr; wie begegn' ich dir? o aller seyd unverzagt, ihr habet die Welt Verlangen, o meiner Hülfe vor der Thür: der eure Geelen Zier! O Jesu, Jesu, Herzen labet und tröstet, steht sege mir selbst die Fackel bei, allbier! damit, was dich ergöße, mir fund und wissend sey. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis, und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was baft du unterlassen zu meinem Troft und Freud? als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried' und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen, und haft mich froh gemacht. 4. Jch lag in schweren Ban7. Jhr dürft euch nicht be mühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht: er fommt, er fommt mit Willen; ist voller Lieb und Lust, all' Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld. Nein! Jesus will fie decken mit seiner Lieb und Huld! Er kommt, er kommt, den Sün dern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb' und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind' und ihrer Anhang. 553 Tüd? Jhr Herr wird sie zer-| groß, sprich uns derselb aus streuen in einem Augenblick. Gnaden los, steb uns in unserm Er kommt, er kommt, ein König, Elend bei, mach uns von allen dem wahrlich alle Feind' auf Plagen frei. Erden viel zu wenig zum Widerstande seynd. 7. Auf daß von Herzen kön nen wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam seyn nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. 10. Er fommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad' und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach! komm, ach! komm, o Sonne! und hol' uns allzumal zum ew'gen Licht und Bonne in deinen Freudensaal. In eigener Melodie. 945. Wenn wir in böchsten Nöthen seyn und wissen nicht, wo aus noch ein und finden weder Hülf' noch Rath, ob wir gleich sor gen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein dich anrufen, o treuer Gott! um Rettung aus der Angst und Noth. 3. Und heben unser Aug' und Herz zu dir in wabrer Reu' und Schmerz, und suchen der Sünd' Vergebung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißeft gnädig lich Allen, die darum bitten dich, im Namen dein's Sohn's Jesu Chrift, der unser Heil und Fürsprech ift. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott! und flagen dir all' unfre Noth, weil wir jest fiebn verlassen gar in großer Trübfal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünde In eigener Melodie. 946. Werde munter, mein Gemüthe, und ihr Sinnen, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Gûte, die er bat gethan an mir; da er mich den ganzen Tag vor so mancher Sorg' und Plag' hat erhalten und beschüßet, daß mich Satan nicht beschmiget. 2. Lob und Dank sey dir gesungen, Vater der Barmherjigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch die Feind' binweggetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ausrechnen deine Gür und Wunderthat, ja kein Redner kann aussprechen, was dein' Huld erwiesen hat. Deiner Wohl that ift zu viel, fie bat weder Maaß noch Ziel, ja du bast mich so geführet, daß fein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun bergangen, die betrübte Nacht bricht an, es ist hin der Sonne Prangen, so uns All' erfreuen kann. Stehe mir, o Vater, bei, daß 554 S[ n B a it g. dein Glanz stets vor mir sebj träume fiets, o Gott, bon bir, und mein faltes Herz erbige, ob ich gleich im Finstern size. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd' und Missethat, die mein armes Herz beladen und so gar vergiftet hat, daß auch Satan durch sein Spiel mich zur Hölle stürzen will; da fannst du allein erretten: ftrafe nicht mein Uebertreten. daß ich fest an dir bekleibe und auch schlafend dein verbleibe. 10. Laß mich diese Nacht empfinden eine fanft und süße Rub, alles Uebel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder,( all' die Mein'gen) Hab' und Gut, Freunde, Feind' und Hausgenossen seyn in deinen Schuß geschlossen. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell' ich mich doch wieder ein, hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein' Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuls, aber deine Gnad' und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde. 11. Ach! bewahre mich vor Schrecken, schütze mich bor lleberfall, laß mich Krankheit nicht aufwecken, treibe weg des Krieges Schall, wende Feu'r- und Baffers- Noth, Pestilenz und schnellen Tod, laß mich nicht 7. O du Licht der frommen in Sünden sterben, noch an Seelen, o du Glanz der Herr- Leib und Seel' verderben. lichkeit, dir will ich mich ganz 12. O du großer Gott, erbefehlen diese Nacht und alle böre, was dein Kind gebeten zeit. Bleibe doch, mein Gott, hat, Jesu, den ich stets verbei mir, da es nunmehr dunkel ebre, bleibe ja mein Schuß schier, da ich mich so sehr be- und Rath, und mein Hort, du trübe, tröste mich mit deiner werther Geift, der du Freund Liebe. und Tröfter beißft: böre doch mein sehnlich's Fleben: Amen, ja, es soll geschehen! 8. Schütze mich vor's Teufels Netzen, vor der Macht der Finsterniß, die mir manche Nacht zusetzen und erzeigen viel VerMel. Wer nur den lieben Gott st. brieß. Laß mich dich, o wah 947. er weiß, wie nabe res Licht, nimmermebr verlieren nicht, wenn ich dich nur hab' im Herzen, fühl' ich nicht der Seele Schmerzen. mir mein Ende? Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach, wie geschwinde und bebende kann kommen meine Todesnoth! Mein Gott, ich bitt' durch Chrifti Blut, mach's 9. Wenn mein' Augen schon fich schließen und ermüdet fchlafen ein, soll mein Herz dennoch nur mit meinem Ende gut. befliffen und auf dich gerichtet 2. Es kann vor Nacht leicht seyn. Meiner Seele mit Begier| anders werden, als es am frü Anhang. 555 hen Morgen war; denn weil| gewogen, haft mich zum Kind ich leb' auf dieser Erden, leb' genommen auf. Mein Gott, ich in fteter Tod'sgefahr. Mein ich bitt' 2c. Gott, ich bitt' 20. 3. Herr! Iehr mich stets mein End' bedenken, und wenn ich einstens sterben muß, die Seel' in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß'. Mein Gott, ich bitt' 2c. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit fey für und für, und sage ftets in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, ich bitt' 2c. 5. Mach mir stets zuckersüß den Himmel und gallenbitter diese Welt; gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigfeit sey borgestellt. Mein Gott, ich bitt' zc. 10. Ich habe Jefu Fleisch gegeffen, ich hab' sein Blut getrunken bier: nun fannst du meiner nicht vergessen, ich bleib' in ihm und er in mir. Mein Gotf, ich bitt' 2c. 11. So komm mein End' heut oder morgen, ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt, ich bin und bleib' in deinen Sorgen, mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt' 2c. 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden hab' ich mir recht und wohl gebett't; da find' ich Trost in Todesstunden und Alles, was ich gerne hätt. Mein Gott, ich bitt' 2c. 12. Jch leb' indeß mit ibm vergnüget und sterb', ohn' alle Kümmerniß; mir gnüget, wie mein Gott es füget, ich glaub' und bin es ganz gewiß, durch deine Gnad' und Christi Blut, machst du's mit meinem Ende 6. Ach! Vater, beck all' meine Sünde mit dem Ver gut. dienste Chrifti zu, darein ich mich feft gläubig winde, das mel. Romm Zerr Jesu, sey unser 2c. giebt mir recht gewünschte Rub'! Mein Gott, ich bitt' ic. 948. Mir danken Gott für feine Gab'n, die wir von ihm empfangen hab'n. Wir bitten unsern lieben Herrn: er woll' hinfort uns mehr beschern, und speisen uns mit seinem Wort: daß wir satt werden hier und dort. Ach lieber Gott, du wollft uns geb'n: nach dieser Welt das ewge Leb'n. Amen. 8. Nichts ist, das mich von Jefu scheide, nichts, es sey Leben oder Tod; ich leg' die Hand in feine Seite und sage: mein Herr und mein Gott. 949. Wunderbarer König, Mein Gott, ich bitt' 2c. Herrscher von uns In eigener Melodie. 9. Ich habe Jesum angezogen Allen, laß dir unser Lob geschon längst in meiner beil'gen fallen. Deines Vaters Gute Tauf'; du bist mir auch daher haft du laffen triefen, ob wir 556 Anhang. schon von dir wegliefen. Hilf| schafft. Entsünd'ge meinen Sinn, uns noch, stárt uns doch, laß daß ich mit reinem Geifte dir die Zunge fingen, laß die Ehr und Dienste leifte, die ich Stimine flingen. dir schuldig bin. 2. Himmel, lobe prächtig 3. Jch war ein wilder Redeines Schöpfers Thaten, mehr ben, du hast mich gut gemacht; als aller Menschen Staaten. der Tod durchdrang mein Leben, Großes Licht der Sonnen, du bhaft ihn umgebracht und in schieße deine Strahlen, die das der Tauf' erstickt, als wie in große Rund bemalen; lobet einer Fluthe, mit dessen Tod gern, Mond und Stern, seyd und Blute, der uns im Tod bereit zu ehren einen solchen erquickt. Herren. 3. D du meine Seele, finge fröhlich, singe! finge deine Glaubenslieder; was den Odem bolet, jauchze, preife, Elinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth; er ift nur zu loben hier und ewig broben. 4. Du bist das heil'ge Dele, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Chrift zum wahren Eigenthum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöthen, Gott schützt im Hei ligthum. 5. Du bist ein Geist der 4. Hallelujah bringe, wer lehret, wie man recht beten den Herren kennet, wer den soll, dein Beten wird erhöret, Herren Jesum liebet; Hallelujah dein Singen tlinget wohl; es finge, welcher Chriftum nennet, steigt zum Himmel an, es steigt fich von Herzen ihm ergiebet. und läßt nicht abe, bis der geOwohl dir, glaube mir, end- holfen habe, der Allen helfen lich wirst du broben, ohne Sünd' fann. ibn loben. Mel. Von Gott will ich nicht laffen 2c. 950. Deuch ein zu meinen Thoren, sey meines Herzens Gaft, der du, da ich geboren, mich neu geboren haft, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreift. 6. Du bist ein Geist der Freuden, von Trauren hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Troftes Licht. Ach ja, wie manchesmal haft du mit süßen Worten mir auf gethan die Pforten zum güld' nen Freudensaal. 7. Du bist ein Geift der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns 2. Zeuch ein, laß mich em- betrübe Zorn, Bank, Haß, Neid pfinden und schmecken deine und Streit. Der Feindschaft Kraft, die Kraft, die uns von bist du feind, willst, daß durch Sünden Hülf' und Errettung Liebesflammen sich wieder thun Anhang. 557 und Tugend das Volk im gans zen Land. zusammen, die voller Zwietracht seynd. 8. Du Herr! haft selbst in 11. Erfülle die Gemüther mit Händen die ganze weite Welt, reiner Glaubenszier, die Häuser fannst Menschenherzen wenden, und die Güter mit Segen für wie dir es wohl gefällt: so und für. Vertreib den bösen gieb doch deine Gnad' zum Geift, der sich dir widerseget Fried' und Liebesbanden, ber- und, was dein Herz ergößet, knüpf' in allen Landen, was aus unserm Herzen reißt. fich getrennet hat. 12. Gieb Freudigkeit und 9. Erhebe dich und steure Stärke zu stehen in dem Streit, dem Herzleid auf der Erd', den Satans Reich und Werke bring' wieder und erneu're die uns täglich anerbeut; hilf fámWohlfahrt deiner Heerd'. Laß pfen ritterlich, damit wir überblühen, wie zuvorn, die Länder, winden und ja zum Dienst der so verheeret, die Kirchen, so zer Sünden kein Chrift ergebe sich. ftöret durch Krieg und Feuerszorn. 13. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wir's sollen geben in's Todes Hände hin, wenn's mit uns hier wird aus: so bilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ew'gen Lebens 10. Beschirm die Polizeien, bau unsers Königs Thron, daß er und wir gedeihen, schmück, als mit einer Kron', die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht Haus. Verzeichniß der Lieder des Anhangs. A. Ach, bleib mit deiner Gnade 877 Meine Seel', ermuntre dich Ach, bleib bei uns, Herr Jesu 878 Meine Sorgen, Angst und Ach Gott und Herr: wie groß 879 Ach! wie will es endlich 880 Auf, auf! ihr Reichsgenoffen 881 Auf, ihr Christen, Chrifti Aus Gnaden soll ich selig Aus tiefer Noth schrei' ich zu 884 882 883 Der Glaub' ist eine Zuversicht 885 Der Herr, der aller Enden 886 Die wir uns allhier beisammen 887 Die Seele Chrifti heil'ge mich 888 889 Es glänzet der Chriften Es wollt uns Gott genådig 890 F. Fabre fort:: Zion, fahre fort 891 6. Herr Gott, dich loben wir 899 Herr Jefu Chrift, dich zu uns 900 Herr Jesu Chrift, mein Leben 901 Herzliebster Jefu Chrift Hofianna, Davids Sohn Nr. 913 914 Mit Ernst, o Menschenkinder 915 Mit Fried' und Freud'ich fahr' 916 Mitten wir im Leben find Mir nach, spricht Christus N. 917 918 Nun bitten wir den heiligen Nun Gott Lob! es ist Nun jauchzet all', ihr Nun tuben alle Wälder 892 893 894 Gelobet sebst du, Jefu Chrift Gieb dich zufrieden und sey Gott, der Vater, wohn' uns Gott des Himmels und der Gott, nur du bist meine Gott sey Dank burch alle Gott sey gelobet u. gebenedeiet 898 $ 5. 897 895 Seelen Bräutigam, Jesu, 932 896 Sep fröhlich Alles weit und 933 Sey Gott getreu, halt seinen 934 Sey mir tausendmal gegrüßet 935 Speif uns, o Gott, deine 936 Strahl der Gottheit, Kraft 937 B. 904 Ich trau auf Gott in allen Jefu, frommer Menschenheerd. 905 Jesus Christus, unser Heiland 906 In allen meinen Thaten 907 In Chrifti Wunden schlaf ich 908 Ift Gott für mich 909 919 920 921 922 Laß uns doch nicht begehren 910 Lobe den Herren, den mächtigen 911 M. Mache dich, mein Geift, bereit 912 926 O Durchbrecher aller Bande 923 O frommer und getreuer Gott 924 D Gott, du frommer Gott 925 O Haupt boll Blut und O heilige Dreifaltigkeit O bilf! Christe, Gottes Sohn 928 O Lamm Gottes, unschuldig 929 O füßer Stand, o selig Leben 930 Welt! fich hier dein Leben 931, 927 Vater unser im Himmelreich 938 902 Verleih uns Frieden gnädigl. 939 903 Vom Himmel hoch da fomm Vom Himmel kam der Engel 940 941 W. Wachet auf! ruft uns die Was Gott thut, das ist 942 943 Wie soll ich dich empfangen 944 Wenn wir in höchsten Nöthen 945 Werbe munter, mein Gemüthe 946 Wer weiß, wie nahe mir mein 947 Wir danken Gott für seine 948 Wunderbarer König, Herrscher 949 3. Zeuch ein zu meinen Thoren 950 Inhalt. I. Allgemeine Bitten II. Vom christlichen Gottesdienste III. Bekenntniß des Glaubens an Gott den Drei.. einigen 18 IV. Preis der göttlichen Eigenschaften 22 V. Von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung 32 VI. Von Chrifto dem Erlöser im Allgemeinen 45 X. Von der Himmelfahrt Jesu Chrifti. XI. Von dem beiligen Geist. XII. Von der christlichen Kirche XIII. Vom göttlichen Worte XIV. Vom Gebet VII. Von der Erscheinung und Geburt Jefu Chrifti. 58 VIII. Vom Leiden und Tode Jesu 81 IX. Von der Auferstehung Chrifti XV. Von der Taufe und Confirmation XVL Vom heiligen Abendmahl. XVII. Von der Buße XVIII. Vom Glauben. ... XX. Liebe zu Gott und zu Chrifto XXI. Vertrauen auf Gott. XXII. Lob und Danklieder. XIX. Vom christlichen Leben und Wandel im Allge meinen XXIII. Liebe zu dem Nächsten XXIV. Seligkeit der Christen in diesem Leben XXV. Vom Tode.. Verzeichniß der Lieber .. XXVI. Vom ewigen Leben XXVII. Bieder für besondere Zeiten und Verhältnisse: A. Morgenlieder. B. Abendlieder C. Neujahrslieder D. Jabreszeiten. E. Allgemeine Landes- Angelegenheiten F. Besondere Lebensverhältnisse Anhang Verzeichniß der Lieder des Anhangs 1 10 ● 135 152 22 32 44 58 80 110 110 129 129 135 168 174 181 Seite 187 203 234 11 - 1 10 18 152 168 174 181 187 202 234 246 246-284 284 313 313-358 358 379 379 385 385 409 409 432 432 451 - 452-463 463 470 470 477 477 485 485 491 491 500 501 510 511 557 558 Berlin, Stereotypie, Drud und Papier der Königlichen Geheimen Ober- Hofbuchbruckeret ( R. Deder), Von der Achten, durch einen Lieder- Anhang vermehrten Auflage dieses Gesang. buches find drei Ausgaben in drei verschiedenen Schriftgrößen, die jedoch unter fich Seite auf Seite übereinstimmen, veranstaltet, und jede Ausgabe auf drei verschiedenen Papier. forten gedruckt worden. Die Preise find für ein ungebundenes Exemplar, mit Ein schluß des neuen Lieder Anhanges: Bezeichnung der Ausgabe. Miniatur- Format, mit kleiner Schrift. Mittel- Octav, mit mittelgroßer Schrift Groß- Octav, mit großer Schrift. Bezeichnung der Ausgabe. Miniatur- Format, mit kleiner Schrift. Mittel- Octav, mit mittelgroßer Schrift Groß- Octav, mit großer Schrift auf ord. auf weiß. auf geleimt. Druckpapier Druckpapier Delinpapier Sgt. pf. Sgr. Sgt. pf. 20 22 35 යයළු - 8 8 16 In gleichem Formate und Ausstattung find mit Genehmigung des Hochwürdigen Confiftorii der Provinz Brandenburg zu diesen Neun verschiedenen Ausgaben des Gesangbuches Neue Gebetbücher als Anhang gedruckt, welche zu nachstehenden Preisen ungebunden borräthig gehalten werden: - 689 111 auf ord. auf weiß. auf geleimt. Druckpapier Druckpapier Delinpapier Sgr. pf. Sgr. of. Sgr. 6 6 all 12 13 22 6 1 Kirchenbuch für Evangelische Christen. Als Anhang zum Gesangbuch, in Format und Ausstattung zu den Neun ver schiedenen Ausgaben desselben passend. all 1 3 Daffelbe enthält: Ordnung( Liturgie) des Gottesdienstes an Sonn- und Festtagen und bei der Feier des heiligen Abendmahles Die dret allgemeinen Glaubensbekennt misse der christlichen Kirche D. Martin Luthers Kleiner Katechismus, als Gemeinde. Befenntniß der deutschen evangelischen Kirche Die Augsburgische Confeffion, wie fie am 25. Juni 1530 von den protestirenden deutschen Fürsten und Ständen Kaiserlicher Majestät zu Augsburg überantwortet ift, als kirchliches Bekenntniß der deutschen evangelischen Kirche. Preis bes ungebundenen Exemplars: Bezeichnung der Ausgabe. Miniatur- Format, mit fleiner Schrift Mittel- Octav, mit mittelgroßer Schrift broß- Octav, mit großer Schrift. 6 225 auf ord. auf weiß. auf geleimt. Druckpapier Druckpapier Delinpapier Sgt. pf. Sgt. pf. Sgr. pf. 3 6 6 6 6 2 2 5 6 6 Für die Befißer der früheren Sieben Auflagen des Gesangbuches ist von dem Keuen Lieder- Anhange ein besonderer Abdruck übereinstimmend mit den beiden seit berigen Formaten veranstaltet und zu nachstehenden Preisen ungebunden, von der gewöhnlichen Ausgabe auf ord. Druckpapier 9 Pfennige, auf weißem Druckpapier 1 Sgr., auf geleimtem Velinpapier 24 Sgr., von der Ausgabe mit großer Schrift auf ord. Druckpapier 12 Sgr., auf weißem Druckpapier 24 Sgr., auf geleimtem Belinpapier 5 Sgr. für das Exemplar, in der Königlichen Geheimen Ober- Sofbuchdruckere ( R. Decker) zu Berlin zu haben. 5 Inches 1 Centimetres Blue SO 2 3 Cyan 2 4 17 Farbkarte# 13 ¹5 6 3 Green 8 Yellow 19 | 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8