две 3144 of 3144 Vollständiges Marburger Gesangbuch, worinnen über 600 Psalmen und Lieder Herrn Dr. Martin Luthers und anderer bewährter Lehrer der Kirche befindlich, zur Uebung der Gottseligkeit und Beförderung des öffentlichen Kirchen- und Haus Gottesdienstes. Neuer Abdruck. Frankfurt am Main. Druck und Verlag von Heinrich Ludwig Brönner. 1854. Gb 3144 # 01 Univ.- Bibl. Giessen Vorwort. Gegenwärtiges Gesangbuch, das sogenannte Marburger, war vor noch nicht allzulanger Zeit in vielen Gemeinden der Hessischen, Nassauischen und Pfälzischen Lande dies- und jenseits des Rheins in gesegnetem Gebrauche in Kirche, Schule und Haus, und noch heute erbaut man sich an gar manchen dieser Orte wenigstens noch im Hause daraus und hofft im Stillen auf die Zeit, wo man es wieder in Kirche und Schule anstatt der antikirchlichen, theilweise sogar antichristlichen oder doch aus Eigendünkel veränderten Gesangbücher einführen wird. Doch etliche Gemeinden, nicht blos in Deutschland, sondern auch in Ungarn, besitzen es noch als Kirchengesangbuch. Denen wird der hier dargebotene neue Abdruck willkommen sein, weil es an gar manchen Orten ein Vorwand zu seiner Abschaffung war, daß man es nicht mehr haben könne. - Auch bei diesem Abdrucke hat man die Lieder völlig so wiedergegeben, wie sie in allen bisherigen Ausgaben waren, nur einige Druckfehler verbessert. Etwaige Abweichungen von der ursprünglichen Lesart hat man stehen lassen, weil sie sich durchgehends so in den verschiedenen älteren Ausgaben finden, die noch in den Gemeinden gebraucht werden. Um die Uebereinstimmung mit diesen zu wahren, hat man auch an der Ordnung der Lieder nichts ändern dürfen, dafür aber den Anhang III. hinzugefügt. Die Zugabe von etlichen Liedern, die Nachrichten über die Dichter, so wie die Erklärung alter und fremder Ausdrücke wird man IV gewiß gern sehen. Ebenso sind die Verfasser unter jedes Lied gesetzt worden. Um das Ganze nicht zu stark und theuer zu machen, hat man diesmal die Gebete, sowie den kleinen Katechismus leider! weglassen müssen. Zu größerer Deutlichkeit hat man nach der guten Weise unserer Väter blos die Anfangsbuchstaben der Zeilen, so wie die Namen, die wahren ,, Hauptwörter", groß geschrieben.- Und so möge denn auch dieser neue Abdruck in die Gemeinden hinausgehen, in Kirche, Schule und Haus als ,, Tröster", Wecker und Warner. Mögen es die Gemeinden auch ferner als ein köstliches Erbtheil ihrer Väter betrachten und lieben, die hohen Kirchenbehörden, die Geistlichen und Lehrer aber es ihnen bewahren und nicht entreißen wollen! Was viele andere Gemeinden und Geistliche sich wünschen und noch wünschen werden, das haben wir an ihm: eine reiche Auswahl der besten Lieder unserer Kirche bis auf Spener und Joachim Neander herab, und diese Kernlieder unverändert, unverbessert und unverwässert. Trägt namentlich der Anhang auch das Gepräge der Zeit, in welcher er geſammelt wurde, so wird wahrlich heutzutage ein jedes in der gewöhnlichen Weise ausgewähltes Gesangbuch eben das Gepräge heutiger Zeit und Zeitansichten tragen, die Folge aber lehren, welche Zeit am heilsamsten für die Kirche ausgewählt hat. Der Herr seiner Kirche gebe, daß diese geistlichen, lieblichen Lieder( Coloff. 3. V. 16) fortleben in Herz und Mund unsers evangelischen Volkes. Amen. apids 100 100 spuspe vestil tidadner ang on oid Rodstemmig nogut thomandu d d noe mand adminid Sams@ Omar ST 700 papp 012 hill. sind dofite dan sing larve EG dus ad un sie duid- bull dond bailis axed and jar av botu 45 boning hit il hold ti Aufmunterung zum Singen. 1790 Mel. Herr, nicht schicke deine rache 2c. Willst du in der stille singen, und ein lied dem Höchsten bringen, Lerne, wie du kannst allein Singer, buch und tempel ſein. 2. Ist der geist in dir beisammen, Boller Eifer, voller flammen, Dieſer finger ohne mund Thut Gott sein begehren kund. 3. Ist dein herz, als sichs gebühret, Recht mit andacht ausgezieret, Dieses buch dann bringet dir Wort und weisen gnug herfür. 4. Wo dein leib vom wust der sünden Rein und sauber ist zu finden, Diesen wohn- plaß, dieses haus Sieht ihm Gott zum tempel aus. 5. Kannst du nun in stille singen, kannst du dieß dem Höchsten bringen, Dann wirst du dir selbst allein Singer, buch und tempel sein. 3. P. Tit. Gesänge, welche zum Eingang und Schluß des han dienstes geſungen werden. suist $ 13 Gottesand sünder allein du hast erlöst, O Jesu Gottes Sohn Unser mittler bist im höchsten thron, Zu dir schreien wir aus herzens begier, 1. Komm, heiliger Geist, Er- Christe, aller welt trost, Uns füll die herzen deiner gläubigen, Und entzünd in ihnen das feuer Deiner göttlichen liebe, Der du durch mannigfaltigkeit der zungen, Die völker der ganzen welt Eleison. versammelt hast, In einigkeit des Glaubens, Halleluja Halleluja. Der lateinische Hymnus: ading Veni sancte spiritus. shop and smo 2. Kyrie, Gott Bater in ewigkeit, Groß ist dein barmherzigkeit, Aller ding ein schöpfer und regierer, Eleison. Kyrie, Gott heiliger Geist, Tröst, stärk uns im glauben allermeist, Daß wir am letzten end Fröhlich abscheiden aus diesem elend, Eleison. 3. Liebster Jesu, wir sind hier, Dich und dein wort anzuhören: Lenke sinnen und begier Zu den Gesänge vor der Predigt. 2 süßen himmelslehren, Daß die herzen von der Erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser wissen und verstand Ist mit Finsterniß umhüllet, Wo nicht deines Geistes hand Uns mit hellem licht erfüllet: Gutes denken, gutes dichten, mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du glanz der herrlichkeit, Licht von licht aus Gott ge- klären. boren, Mach uns allesammt der Predigt. bereit, Deffne Herzen, mund und Lob- und Dank Lied nac ohren: Unser bitten, flehn und singen, Laß Herr Jesu wohlgelingen. Tobias Glausniger. 4. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, Dein heilgen Geist du zu uns send, Der uns mit seiner gnad regier, und uns den weg zur wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum lobe dein, Bereit das herz zur andacht fein, Den glauben mehr, stärt den verstand, Daß uns dein nam' werd wohl bekannt. 3. Bis wir singen mit Gottes heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr, Und schauen dich von angesicht In ew'ger freud und sel'gem licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Sammt heilgem Geist in einem thron, Der heiligen Dreifaltigkeit Sei lob und preis in ewigkeit. Wilhelm II. Herzog zu SachsenWeimar. uns zur wahrheit leite: Erhör uns auch zu dieser stund, Deffne den mund Deines dieners, daß er dein wort rein Und freimüthig ausbreite. Dazu, o Herr! genädiglich Deffne uns herz und ohren, Daß wir das hören fleißiglich, Und treulich bewahren, Auf daß wir mögen fruchtbarlich Dein lob allzeit verJohann Vogel. 5. Gott, du unser Vater bist, Durch Jesum Christ, Gib deinen Geist uns allgemein, Der Mel. Liebster Jesu, wir sind. Nun Gott lob! es ist vollbracht, Singen, beten, lehren, hören. Gott hat alles wohl gemacht, lasset uns sein lob vermehren. Unser Gott sei hoch gepreiset, Daß er uns so wohl geſpeiset. 2. Wann der Gottesdienst ist aus, und uns mitgetheilt der segen, So gehn wir mit Freud nach haus, Wandeln fein auf Gottes wegen. Gottes Geist uns ferner leite, und uns alle wohl bereite. 3. Unsern ausgang ſegne Gott, Unsern eingang gleichermaBen, Segne unser täglich brod, Segne unser thun und lassen: Segne uns mit sel'gem sterben, und mach uns zu himmels- erben. 4. Amen, Amen, das sei wahr, Glauben wir von herzen grunde Trauen darauf ganz und gar, Singen fröhlich mit dem munde: Amen, Amen, das sei Ja, Ja, Alleluja, Alleluja. Hartmann Schenck( B. 1-3). hind- imontum ad no Erster Theil. MOR MND t Fest- und Dank: Lieder whics in the Bad bom in si dispo 100 usd. wegen der fashi 10 du Von der Empfängniß Christi, band tapmal 1021 INDUA all note Empfängniß, Geburt, Leiden, Sterben, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi, wie auch Sendung des H. Geistes u. s. w. * n dilpom 15 Ons sid# 998 3 6. Ein engel schon Aus Gottes thron, Zu einer jungfrau reine, Maria zart, Gesendet ward, Zu ihr kam er alleine; Derselb Engel Hieß Gabriel, Das ist verdollmetscht Gottes kraft, Er bracht ein fröhliche botschaft, Gott, Ein frommer bot, Laß dich mein wort ergößen. 3. So hör von mir, Was soll ich dir Von Gotteswegen sagen: In deinem Leib, o reines Weib, Ein kindlein wirst du tragen. Derselb dein sohn, Jungfräulein schon, Jesus genennt soll werden, Er wird groß sein auf erden. Ja Gottes sohn Im höchWie Gott gedächt Menschlich sten thron Genennt wird sein, geschlecht, Aus aller noth Und ew'gem tod, Durch sein'n sohn zu erlösen, Sonst bleibt im zorn Die welt verloren, Bei satana dem bösen. adap vine paid 2. Der engel fein Trat zu ihr nein, Und redt aus Gottes munde: Gott grüß dich zart, Holdselig art, mit dir ist Gott der Herre. Gott hat dich weit Gebenedeit Uleber all weib'r auf erden. Sie dacht, was will das werden, Die jungfrau zart Betrübet ward. Der engel spricht: Du sollst dich nicht vor meiner red entsetzen, Ich komm von Und haben ein Seins Vaters Davids stühle, Demselben reich, War nie keins gleich, Er wird regiern ohn ende. Este 4. Die reine magd Zum Engel sagt: Wer hat solchs je gesehen? So ich kein mann Erkennet han, Wie kann denn dieß geschehen? Er sprach: hör mich, Daß über dich Der heilig Geist wird kommen, Von Gott hab ichs vernommen, Durch welches kraft, Solchs wird verschafft, Kein mensch versteht, Wie das zugeht, Noch wirds geschehn auf erden, Darum der sohn, Den du sollst 1* 4 Von der Empfängniß Christi. han, Gotts sohn genannt soll hie gebrist, Will er mit freud ergößen. werden. 4. Der Herr nahm auch an seinen knecht, Den Israel viel frommen; Barmherzigkeit die macht das schlecht, Daß er ihn angenommen, Wie er denn vor Den vätern zwar Vor langem hat zugesagt, Auch Abraham, Und was je kam Vom ſamen sein in ewigkeit. 5. Ehr sei dem Vater und dent Sohn, Und auch dem heil'gen Geiste: Als es im anfang war und nun, Der uns sein gnade leiste. Daß wir wandeln, Und stets handeln, Zur ehr göttlichem namen, Wer das begehrt, Der wirds gewährt, Nun sprecht von herzen: Amen. orat 5. Noch weiter merk Ein göttlich werk, Daran sollt du dich halten: Dir ist bekannt, Dazu verwandt, Elisabeth die alte, Durch Gottes gnad Ein findlein hat Von ihrem mann empfangen, Sechs mond sind schier vergangen, Die unfruchtbar Gezählet war, Denn alle ding Gott möglich sind. Maria sprach zum engel: Sieh, ich bin gern Die magd des Herrn, Mir g'scheh nach deinen worten. 1) 7. Mein seel erhebt den Herren mein, Mein geist thut sich erspringen, Indem er soll mein heiland sein, Maria so thut sin gen: Mich schlechte maid Auch nichtigkeit, Allein hat angesehen, In mir vollbracht Sein göttlich macht, All g'schlecht mir lob verjähen. 2. Sein nam der ist allein be reit, Und thut all welt ergößen, Die sich in sein barmherzigkeit Mit furcht allzeit thun setzen. Denn sein gewalt Vonander spalt, So er sein arm thut regen, Was hoffart treibt, Kein g'walt auch bleibt, Vom stuhl thut ers bewegen. pitnite 8. Mein seel, o Herr! muß loben dich, Du bist mein heil, deß freu ich mich: Daß du nicht fragst nach weltlich'm pracht, Und hast mich arme nicht veracht, Und angesehn mein nie brigkeit, Von nun an wird drum weit und breit Mich selig preis sen jedermann, Du hast groß ding an mir gethan.. d 2. Du bist auch mächtig, lieber Herr, Dein große macht stirbt nimmermehr: Dein nam ist aller ehren werth, Drum man dich billig rühmt und ehrt. Du bist barmherzig insgemein, Der dich von herzen fürcht allein, Du hilfft dem armen immerdar, Wann er muß leiden noth und g'fahr. i did not 3. Was demuth, g'dult und hunger hat, Die will er gänzlich speisen, Hoch setzen sie und machen ſatt, Damit sein g'walt beweisen. Die reichen schön läßt leer hingehn, Thut sie in trauren setzen, Doch was arm ist, Dem 3. Des menschen hoffart muß Advents Gesänge. 5 heit rein bewahrt, Leucht herfür manch tugend schon, Gott da war in seinem thron. sem vergehn, Vor deinem Arm kann nichts bestehn: Wer sich verläßt auf seine pracht, Dem hast du bald ein end gemacht. Du 4. Er ging aus der kammer machst zunicht des menschen rath, sein, Dem königlichen saal so Das sind, o Herr! dein' wun- rein, Gott von art und mensch derthat, Was sie gedenken wider ein held, Sein weg er zu laufen dich, Das gehet allzeit hinter sich. eilt.nodaim of cof 4. Wer niedrig ist und klein 5. Sein lauf kam vom Vater geacht, An dem übst du dein her, Und kehrt wieder zum Vagöttlich macht, Und machest ihn den fürsten gleich, Den reichen arm, den armen reich. So thust du auch zu jeder zeit, Und gedenkst der barmherzigkeit, Ss rael willt du hülfe thun Durch deinen eingebornen sohn. ter, Fuhr hinunter zu der höll, Und wieder zu Gottes stuhl.or 6. Der du bist dem Vater gleich, Führ hinaus den sieg im fleisch, Daß dein ewig Gotts gewalt In uns das frank fleisch erhalt. 15. Wir habens nicht verdient um dich, Daß du uns bist genådiglich. Zu unsern vätern ist geschehn Ein wort, das hast du angesehn. Ja, Abraham, dem theuren mann, Dem hast du selbst ein eid gethan, Und ihm geredt das himmelreich, Und seinem samen ewiglich. 7. Dein krippe glänzt hell und flar, Die nacht gibt ein neu licht dar, Dunkel muß nicht kommen. drein, Der glaub bleibt immer im schein. 8. Lob sei Gott dem Vater gethon, Lob sei Gott sein'm eingen Sohn, Lob sei Gott dem heilgen Geist, Immer und in ewigkeit. Dr. Martin Luther nach dem Hym nus des h. Ambrosius: veni redemptor gentium. Barthol. Gesius. ille ansatllor din Advents Gesänge. ering 9. Nun komm der heiden heiland, Der jungfrauen kind erkannt; Deß sich wunder alle welt, Gott solch geburt ihm bestellt. Dub 10. Kommst du, kommst du, Licht der heiden? Ja du kommſt und säumest nicht, Weil du weißt, was uns gebricht. D du starker trost im leiden, Jesu, meines herzens thür Steht dir offen, komm zu mir. 20 12. Nicht von mannsblut noch vom fleisch, Allein von dem hei 2. Ja, du bist bereits zugegen, ligen Geist Ist Gott's wort Du weltheiland, jungfraunsohn, worden ein mensch, Und blüht Meine sinnen spüren schon Deis ein frucht weibes fleisch.) d nen gnadenvollen segen, Deine 3. Der jungfraun leib schwan wunder seelen kraft, Deine ger ward, Doch bleibt keusch- frucht und herzenssaft.di.nom 6 Advents: Gesänge. 3. Adle mich durch deine liebe, 4. Ich lag in schweren banden, Jesu, nimm mein flehen hin, Du kommst und machst michy Schaffe, daß mein geist und los: Ich stund in spott und finn Sich in deinem lieben übe, schanden, Du kommst und machst Sonst zu lieben dich, mein licht, mich groß, Und hebst mich hoch Steht in meinen kräften nicht. zu ehren, Und schenkst mir großes gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie irgend reichthum thut.gidsin te b 5. Nichts, nichts hat dich getrieben Zu mir vom himmelszelt, Als das geliebte lieben, Damit du alle welt In ihren tausend plagen, Und großen jammer- last, Die fein mund kann aussagen, So fest umfangen hastado nadapris nopise 16. Das schreib dir in dein herze, Du hochbetrübtes heer, Bei denen gram und schmerze Sich häuft je mehr und mehr, Seid unverzagt, ihr habet Die hülfe vor der thür, Der eure herzen labet Und tröstet, steht allhier, bis had 30 7. Jhr dürft euch nicht bemühen, Noch sorgen tag und nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen Mit eures armes macht: Er kommt, er kommt mit willen, Ist voller lieb und lust, All angst und noth zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 4. Jesu, rege mein gemüthe, Jesu, öffne mir den mund, Daß dich meines herzens grund Innig preise für die güte, Die du mir, o seelen- gast, Lebenszeit erwiesen hast. Cunosti 5. Laß durch deines Geistes gaben, Liebe, glauben und geduld, Durch bereuung meiner schuld, Mich zu dir sein hoch erhaben, Dann so will ich für und für Hosianna singen dir. Ernst Christoph Homburg. Mel. Herzlich thut mich verl. 11. Wie soll ich dich empfangen? Und wie begegn' ich dir, O aller welt verlangen, O meis ner seelen zier? O Jesu, Jesu, setze Mir selbst die fackel bei, Damit, was dich ergößze, Mir fund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir palmen Und grüne zweige hin, Und ich will dir in psalmen Ermuntern meinen sinn, Mein herze soll dir grünen In stetem lob und preis, Und deinem namen 8. Auch dürft ihr nicht erschre= dienen, So gut es kann und weiß. cken Vor eurer sünden schuld: 3. Was hast du unterlassen, Rein, Jesus will sie decken Mit Zu meinem trost und freud, Als seiner lieb und buld. Er kommt, leib und feele saßen In ihrem er fommt den fündern zu trost größten leid? Als mir das reichy und wahrem heil, Schafft, daß genommen, Da fried und freude bei Gottes findern Verbleib ihr lacht, Da bist du mein heil kom- erb und theil.m no& men, Und hast mich froh gemacht. 9. Was fragt ihr nach dem Advents Gesänge. 7 genbissen. gous in 90 schyreien Der feind und ihrer gewissen Mit vergiften schlan tück? Der Herr wird sie zerstreuen In einem augenblick. Er kommt, er kommt ein könig, Dem wahrlich alle feind Auf erden viel zu wenig Zum widerstande feind. duda quiero.. 10. Er kommt zum welt- gerichte, Zum fluch dem, der ihm flucht; Mit gnad und süßem lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm o sonne, Und hol uns allzumal Zum ew'gen licht und wonne, In deinen freuden- faal. Paul Gerhardt. Mel. Werde munter mein g. dan 12. Warum willt du draußen stehen, Du geſegneter des Herrn? Laß dir bei mir einzugehen Wohlgefallen, du mein stern, Du mein Jesu, meine freud, Helfer in der rechten zeit, Hilf, o heiland, meinem herzen Von den wunden, die mich schmerzen. 2. Meine wunden sind der jammer, Welchen, oftmals tag und nacht Des gesetzes starker hammer Mir mit seinem schrecken macht. O der schweren donnerstimm, Die mir Gottes zorn und grimm Also tief ins herze schläget, Daß sich all mein blut beweget. 3. Dazu kommt des teufels lügen, Der mir alle gnad abfagt: Als müßt ich nun ewig liegen In der hölle, die ihn plagt: Ja auch, was noch ärger ist, So zermartert und zerfrißt Mich mein eigenes 4. Will ich dann mein elend lindern, Und erleichtern meine noth, Bei der welt und ihren kindern Fall ich vollends in den foth: Da ist trost, der mich betrübt, Freude, die mein unglück liebt, Helfer, die mir herzleid machen, Gute freunde, die mein lachen. 5. In der welt ist alles nich tig, Nichts ist, das nicht fraftlos wär. Hab ich hoheit, die ist flüchtig: Hab ich reichthum, was ists mehr, Als ein stücklein armer erd? Hab ich lust, was ist sie werth, Was ist, das mich heut erfreuet, Das mich morgen Sho nicht gereuet? 6. Aller trost und alle freude Ruht in dir, Herr Jesu Christ: Dein erfreuen ist die weide, Da man sich recht fröhlich ist. Leuchte mir, o freuden licht! Ehe mir mein herze bricht, Laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken. 7. Freu dich, herz, du bist erhöret, Jetzo zeucht er bei dir ein, Sein gang ist zu dir gefehret, Heiß ihn nur willkommen sein, Und bereite dich ihm zu, Gib dich ganz zu seiner ruh, Deffne dein gemüth und seele, Klag ihm, was dich drück und quâle. 8. Was du böses bast begangen, Das ist alles abgeschafft: Gottes liebe nimmt gefangen Deiner fünden macht und kraft. Christi sieg behält das feld, Und was böses in der welt Sich will 8 Advents wider dich erregen Wird zu lauter glück und segen. ad 9. Alles dient zu deinem from men, Was dir bös und schädlich scheint, Weil dich Christus angenommen, Und es treulich mit dir meint: Bleibst du deme nur getreu, Ists gewiß und bleibt dabei, Daß du mit den engeln droben Ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt. Mel. Was willt du dich betr. 13. Nun jauchzet all ihr frommen In dieser gnadenzeit, Weil unser heil ist kommen, Der Herr der herrlichkeit, Zwar ohne stol zen pracht, Doch mächtig zu verheeren, Und gänzlich zu zerstören Des teufels reich und macht. 2. Er kommt zu uns geritten Auf einem eselein, Und stellt sich in die mitten Für uns zum opfer ein, Er bringt kein zeitlich gut, Er will allein erwerben Durch seinen tod und sterben, Was ewig währen thut. 3. Kein scepter, feine fröne Sucht er auf dieser welt: Im hohen himmels- throne Ist ihm sein reich bestellt, Er will hie seine macht Und majestät verhüllen, Bis er des Vaters willen Im leiden hat vollbracht.id 4. Ihr großen potentaten Nehmt diesen könig an, Wenn ihr euch wollet rathen, Und gehn die rechte bahn, Die zu dem himmel führt: Sonst, wo ihr ihn verachtet, Und nur nach hoheit trachtet, EuchGottes zorne rührt. 5. Jhr armen und elenden In Gesänge. dieser bösen zeit, Die ihr an allen enden Müßt haben angst und leid, Seid dennoch wohlgemuth, Laßt eure lieder klingen, Und thut dem könig singen, Der ist eu'r höchstes gut.morable 6. Er wird nun bald erscheinen In seiner herrlichkeit, Und all eu'r klag und weinen Verwandelen in freud. Er ists, der helfen kann, Halt eure lampen fertig, Und seid stets sein gewärtig, Er ist schon auf der bahn. d Mich. Schirmer. Mel. Nun freut euch lieben. 14. Such, wer da will, Ein ander ziel Die seligkeit zu finden: Mein herz allein Bedacht soll sein Auf Christum sich zu gründen. Sein wort ist wahr, Sein werk sind klar, Sein heilger mund Hat kraft und grund, All feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, Die uns doch nichts erworben: Hie ist der mann, Der helfen kann, Bei dem nie was verdorben. Uns wird das heil Durch ihn zu theil, Uns macht gerecht Der treue knecht, Der für uns ist gestorben.nod 3. Ach sucht doch den, Last alles stehn, Die ihr das heil begehret, Er ist der Herr, Und keiner mehr, Der euch das heil gewähret. Sucht ihn all stund Von herzensgrund, Sucht ihn allein, Denn wohl wird sein Dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins herzens kron, Mein freudensonn, Sollt du, Herr Weihnachts- Lieder. Jesu, bleiben. Laß mich doch nicht Von deinem Licht Durch eitelkeit vertreiben, Bleib du mein preis, Dein wort mich speiß: Bleib du mein ehr, Dein wort mich lehr, An dich stets fest zu glauben. 5. Wend von mir nicht Dein angesicht, Laß mich im kreuz nicht zagen, Weich nicht von mir, Mein höchste zier, Hilf mir mein leiden tragen, Hilf mir zur freud, Nach diesem leid, Hilf, daß ich mag, Nach dieser klag, Dir ewig lob dort sagen. Georg Weissel. ( 9 Das war Johannis lehr: Gott strafet den mit grimme, Der ihm nicht gibt gehör. O Herr Gott, mach auch mich zu deines findes frippen, So sollen meine lippen Mit ruhm erheben dich. Valentin Thilo der Jüngere. sust Von der freudenreichen Ge burt Jesu Christi. 16. Christum wir sollen loben schon, Der reinen magd Marien sohn, So weit die liebe sonne leucht, Und an aller welt ende reicht. oinar 2. Der selig schöpfer aller ding Zog an eins knechtes leib gering, Daß er das fleisch durchs fleisch erwürb, Und sein geschöpf nicht all's verdürb.did deur Mel. Aus meines herzens gr. 15. Mit ernst, o menschenfinder, Das herz in euch bestellt: Bald wird das heil der sünder, Der wunder- starke held, Den Gott aus gnad allein, Der welt zum licht und leben Versprochen hat zu geben, Bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig Den weg dem großen gast, 4. Das züchtig haus des herMacht seine steige richtig, Laßt zens zart Gar bald ein tempel alles, was er haßt: Macht alle bahnen recht, Die thal laßt sein erhöhet; Macht niedrig, was hoch stehet, Was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Die göttlich gnad vom himmel groß, Sich in die keusche mutter goß, Ein mägdlein trug ein heimlich pfand, Das der natur war unbekannt. d Gottes ward, Die kein mann rühret noch erkannt, Von Gotts wort man sie schwanger fand. 3. Ein herz, das demuth liebet, 5. Die edle mutter hat geborn, Den Gabriel verhieß zuvorn, Den Sanct Johanns mit sprinBei Gott am höchsten steht; gen zeigt, Da er noch lag in Ein herz, das hochmuth übet, mutterleib. m forman Mit angst zu grunde geht: Ein 6. Er lag in heu mit armuth herz, das richtig ist, Und folget groß, Die krippe hart ihn nicht Gottes leiten, Das kann sich verdroß, Es war ein kleine milch recht bereiten, zu dem kommt sein speis, Der nie kein vöglein Jesus Christ. hungern ließ. dylmost all 4. Das war Johannis stimme, 7. Des himmels Chör sich Weihnachts Lieder. 10 freuen drob, Und die engel singen Gott lob, Den armen hirten wird vermeldt Der hirt und schöpfer aller welt.de 8. Lob, ehr und dank sei dir gesagt, Christ, geboren von der reinen magd, Mit Vater und dem heilgen Geist, Von nun an bis in ewigkeit. Dr. Martin Luther nach dem Lateinischen Hymnus des Sedulius: A solis ortus cardine. 17. Gelobet feist du, Jesu Christ, Daß du mensch geboren bist Von einer jungfrau, das ist wahr, Deß freuet sich der engel schaar, Alleluja. 2. Des ew'gen Vaters einig kind Jetzt man in der krippen findt, In unser armes fleisch und blut Verkleidet sich das ewig gut. Alleluja. bhdp sie 3. Den aller weltkreis nie beschloß, Der liegt in Mariens schooß, Er ist ein kindlein worden klein, Der alle ding erhält allein, Alleluja. 4. Das ewig licht geht da herein, Gibt der welt ein'n neuen schein, Es leucht wohl mitten in der nacht Und uns des lichtes finder macht, Alleluja. 5. Der sohn des Vaters, Gott von art, Ein gast in der welte ward, Und führt uns aus dem jammerthal, Er macht uns erb'n in seinem saal, Alleluja. 6. Er ist auf erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm Und in dem himmel mache reich, Und seinen lieben engeln gleich, Alleluja. 7. Das hat er alles uns gethan, Sein groß lieb zu zeigen an, Deß freu sich alle Christenheit, Und dank ihm deß in ewigkeit, Alleluja. Dr. Martin Luther. 18. Vom himmel hoch da komm ich her, Ich bring euch gute neue mähr, Der guten mähr bring ich so viel, Davon ich sing'n und sagen will. 2. Euch ist ein findlein heut geborn, Von einer jungfrau auserkorn, Ein kindelein so zart und fein, Das soll eu'r freud und wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, Der will euch führn aus aller noth, Er will eu'r Heiland selber sein, Von allen fünden machen rein. 4. Er bringt euch alle seligkeit, Die Gott der Vater hat bereit, Daß ihr mit uns im himmelreidy Sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das zeichen recht: Die krippen, windelein so schlecht, Da findet ihr das find gelegt, Das alle welt erhält und trägt. ds wourdne 6. Deß laßt uns alle fröhlich sein, Und mit den hirten gehn hinein, zu sehn was uns Gott hat beschert Mit seinem lieben sohn verehrt.id am mala ng 7. Mert auf mein herz, und sieh dort hin, Was liegt dort in dem krippelein? Weß ist das schöne kindelein? Es ist das liebe sesulein. 8. Bis willkommen du edler gast, Den funder nicht ver Weihnachts Lieder. schmähet hast, Und kommst ins elend her zu mir, Wie soll ich immer danken dir? d 11 findlein zart, Das liegt dort in der frippen hart. 47 2. Zu Bethlehem in Davids stadt, Wie Micha das verkündet hat: Es ist der Herre Jesus Christ, Der euer aller heiland ist. 3. Deß sollt ihr billig fröhlich sein, Daß Gott mit euch ist worden ein; Er ist geborn eu'r fleisch und blut, Eu'r bruder ist das ewig gut. D 102 4. Was kann euch thun die sünd und tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott. Last zürnen teufel und die höll, Gotts sohn ist worden eu'r gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, Setzt ihr auf ihn eu'r zuversicht, Es mögen euch viel fechten an, Dem sei troßz, ders nicht lassen kann. 9. Ach Herr! du schöpfer aller ding, Wie bist du worden so ge ring, Daß du da liegst auf dürrem gras, Davon ein rind und esel aß. Ind sier mider 10. Und wär die welt vielmal so weit, Von edelstein und gold bereit, So wär sie dir doch viel zu klein, Zu sein ein enges wiegelein. 11. Der sammet und die seiden dein Das ist grob heu und windelein, Darauf du könig groß und reich Herprangst, als wärs dein himmelreich. obosat 12. Das hat also gefallen dir, Die wahrheit anzuzeigen mir, Wie aller welt macht, ehr und gut Vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 13. Ach mein herzliebes Jesulein! Mach dir ein rein sanft bettelein, zu ruhn in meines hergens schrein, Daß ich nimmer solidn vergeſfe dein. Hoe m 14. Davon ich allzeit fröhlich fei, zu springen, singen immer frei Das rechte susannine schon, Mit herzens lust den süßen ton. 15. Lob, ehr sei Gott im höchsten thron, Der uns schenkt seineu eingen sohn, Deß freuen sich der engel schaar, Und sin gen uns solchs neues jahr. Dr. Martin Suther. 19. Vom himmel kam der en gel schaar, Erschien den hirten offenbar, Sie sagten ihn'n: ein 6. Zuletzt müßt ihr doch haben recht, Shr ſeid nun worden Gotts geschlecht, Deß danket Gott in ewigkeit, Geduldig, fröhlich allezeit. Dr. Martin Luther. 20. Der Tag der ist so freudenreich Aller creature, Denn Gottes sohn vom himmelreich, Uleber die nature, Von einer jungfrau ist geborn: Maria, du bist auserkorn, Daß du mutter wärest. Was geschah so wunderlich? Gottes sohn vom himmelreich, Der ist mensch geboren. Ein kindelein so löbelich Ift ums geboren heute, Von einer jungfrau säuberlich, zu trost uns armen Leuten. Wär uns das kindlein nicht geborn, So wärn 12 Weihnachts Lieder. Eja wärn 2c. wir allzumal verlorn, Das heil gaudia, Eja wärn wir da! ist unser aller. Ei, du süßer Jesu Christ, Der du mensch ge- 4. Ubi sunt gaudia? Nirboren bist, Behüt uns vor der gends mehr denn da, Da die hölle. ind i band and engel singen Nova cantica, lind 2. Als die sonn durchscheint die schellen klingen In regis das glas Mit ihrem klaren curia, Eja wärn wir da! Eja scheine Und doch nicht versehret wärn wir da! das, So merket allgemeine: Zu gleicher weis geboren ward Von einer jungfrau rein und zart Gottes Sohn der werthe, In ein kripp ward er gelegt, Große marter für uns trägt Allhier auf dieser erden. 3. Die hirten auf dem felde warn, Erfuhren neue mähre, Von den engelischen schaarn Wie Christus g'born wäre, Ein könig über alle könig groß, Herodes die red gar sehr verdroß. Aus fandt er seine boten, Ei, wie gar ein falsche list Erdacht er wider Jesum Christ, Die kindlein ließ er tödten. ombie sher old the call 01 22. Puer natus in Bethlehem, Bethlehem, Unde gaudet Jerusalem, Halleluja. Ein kind geborn zu Bethlehem, Bethlehem, Deß freuet sich Jerusalem, Alleluja. misled 2. Hic jacet in praesepio, praesepio, Qui regnat sine termino, Halleluja. Hie liegt es in dem krippelein, krippelein, Ohn ende ist die herrschaft sein, Alleluja. up 3. Cognovit bos et àsinus, asinus, Quod puer erat Dob) minus, Halleluja. 2.0 Jesu parvule, Nach dir ist mir so weh, Tröst mir mein gemüthe, O puer optime, Durdy alle deine güte, O princeps gloriae! Trahe me post te, Trahe me post te. 3.0 Patris charitas! 0 nati lenitas! Wir wären all verloren Per nostra crimina, So hast du uns erworben Coelorum din dillDas öchslein und das eselein, 21. In dulci jubilo, Nun sin- eselein Erkannten Gott den get und seid froh, Unsers her- Herren sein, Alleluja. zens wonne liegt in praesepio, Und leuchtet als die sonne, Matris in gremio, Alpha es et 0, Alpha es et 0. i ju 4. Reges de Saba veniunt, veniunt, Aurum, thus, myrr ham offerunt, Halleluja. Die könig von Saba kamen dar, kamen dar, Gold, weihrauch, myrrhen bracht'n sie dar, Alleluja.de) opis om 5. De matre natus virgine, virgine, Sine virili semine, Halleluja. Sein' mutter ist die reine magd, reine magd, Die ohn ein mann geboren hat, Alleluja. 6. Sine serpentis vulnere, Weihnachts Lieder. 13 teufels macht, Solchs unsern Gott erbarmet hat. Eja, Eja, Einer ist zur welt gebracht, Der den tod und teufels macht Zerstöret hat, Das bist du Mariens sohn, Meins herzens fron, Mein Gott und Herr, Dir sag ich von herzensgrund lob, preis und ehr. 3. Wunder über wunder groß, Gott liegt in Mariens schooß, Der ist selbst ein kindlein klein, In windelein, Und in dem harten frippelein. Eja, Eja, Gott ist unser fleisch und bein, Wir sind seine brüderlein Und schwe sterlein. Ady! du liebes Jefulein, Mein brüderlein, Erbarm dich mein, Du wirst ja verläugnen nicht dein fleisch und bein. vulnere, De nostro venit sanbon guine, Halleluja. Die schlang ihn nicht vergiften fonnt, vergiften konnt, Ist worden unser blut ohn sünd, All. 7. In carne nobis similis, similis, Peccato sed dissimilis, Halleluja.bid im Si Er ist uns gar gleich nach dem fleisch, nach dem fleisch, Der sünd nach ist er uns nicht gleich, Alleluja. 8. Ut reddet nos homines, homines, Deo et sibi similes, Mi Halleluja. tt) ide Damit er ihm uns machet gleich, machet gleich, Und wiederbrächt zu Gottes reich, All. 9. In hoc natali gaudio, gaudio, Benedicamus Domino, 4. Ganzer drei und dreißig Halleluja. un Jahr Arm und elend Jesus war, 10. Laudetur saneta Trinitas, Trinitas, Deo dicamus gratias, Halleluja.bald Daß er in dem himmelreich Uns machet reichy, Und seinen lieben engeln gleich Eja, Eja, Mit den Für solche gnadenreiche zeit, heilgen engelein Werden wir reiche zeit, Sei Gott gelobt in Gott ewig sehn In seinem reich. ewigkeit, Alleluja.alon Frisch und fröhlich jubiliret, stond oud ibu in duil Triumphiret Allzugleich, Wir 23. Singet dem Herrn ein sind Gottes erben in dem himneues lied, Freut euch in der melreich. munding Christenheit, Ihr gerechten alle- ner dan dibi quipm, Mal Mel. Bater unser im himmel. zeit, Geboren ist Der Heiland Christ, Zu Bethlehem, Eja, Eja, 24. Uns ist ein kindlein heut Uns ein find geboren ist, Uns geborn Von einer jungfrau ausein sohn gegeben ist Zur selig- erkorn, Deß freuen sich die feit. Singt dem Herren Host- engelein, Sollt'n wir menschen anna, Himmlisch manna Komm herab, Hochgelobet sei der könig von Ifrael. genstbit nicht fröhlich sein? Lob und Dank sei Gott bereit, Für sol dhe gnad in ewigkeit. 2. Adam in dem paradies Hat mit einem apfel- biß Sünd und 2. Des weibes samen hab'n wir min, Des ew'gen Vaters tod auf uns gebracht, Durchs wahren sohn; Der schöpfer aller 14 Weihnachts- Lieder. creatur Nimmt an sich unser Sesu, meine freud und wonn, sterblich natur. Lob und dank Meines herzens 2c. llallomire sei Gott bereit Für solche gnad in ewigkeit. o del und 5. Hilf, daß wir solchs recht bedenken, Mit herzlicher innigfeit, Dir dafür dank- opfer schenken Unsre ganze lebenszeit: Jesu, meine freud und wonn 2c. 3. Damit er uns erlöst vom tod, Und wieder brächt zu gnad bei gott, Und heilt den gift'gen schlangen- biß, Den wir bekam'n 6. Bis wir dich dereinst dort im paradies. Lob und dank sei oben In des hohen himmelsGott bereit Für solche gnad in thron Ohn aufhören werden ewigkeit. In de loben Singend mit den engeln 4. Drum preiset dieses findelein, mit allen heilgen engelein, Das freundlich aus sein' windelein Uns lachet an im trip- 26. Lobt Gott ihr Christen pelein. Lob und dank sei Gott allzugleich In seinem höchsten bereit Für solche gnad in ewigkeit. thron, Der heut schleußt auf spading or so ſein himmelreich, Und schenkt schon: Jesu, meine freud und wonn, Meines herzens 2c. 15 ood enimrod # 2 Mel. In dem leben hier auf 25. Ach was hat dich doch bewogen Von des hohen himmelssaal? Was hat dich herabgezogen In dies tiefe jammerthal? Jesu, meine Freud und wonn, Meines herzens werthe fron. uns seinen sohn, Und schenkt uns seinen sohn. 15$ 2.bib 2. Er kommt aus seines Vaters schooß, Und wird ein findlein klein, Er liegt dort elend, nackt und blos, In einem frippelein, In einem 2c. blot WOR 3. Er äußert sich all seiner g'walt, Wird niedrig und gering, Und nimmt an sich eins knechts gestalt Der schöpfer aller ding, Der schöpfer 2c.il bo 2. Deine große wunder- liebe, welche unaussprechlich ist Gegen uns menschen dich triebe, Daß du zu uns kommen bist: Jesu, meine freud und wonn, Meines herzens 2c. 3. Zum heiland von Gott erkoren Aus lieb ein wahr menschen- tind, Ohne sünde bist geboren, Hast bezahlt für unsre sünd: Jesu, meine freud und wonn, Meines herzens 2c. 4. Ausflieb hast du dich gegeben Für uns in den bittern tod, Dadurch wiederbracht das leben, Und versöhnet uns mit Gott: 4. Er liegt an seiner mutter brust, Ihr milch die ist sein speis, An dem die engel sehn ihr lust, Denn er ist Davids reis, Denn er ist Davids reis, 5. Das aus sein'm stamm entsprießen sollt In dieser letzten zeit, Durch welchen Gott aufrichten wollt Sein reich, die christenheit, Sein reich 2. 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und blut nimmt Weihnachts Lieder. 15 er an, Und gibt uns in seins heut Gemacht solch freud, Die Vaters reich Die klare Gottheit dran, Die klare 2c. wir vergessen soll'n zu keiner stunde. Caspar Fuger. 7. Er wird ein knecht, und ich ein herr, Das mag ein wechsel sein, Wie könnt es doch sein freundlicher Das herze Jesulein, Das berze Jesulein? 8. Heut schleußt er wieder auf die thür Zum schönen paradeis, Der Cherub steht nicht mehr dafür. Gott sei lob ehr und preis, Gott sei lob, ehr und preis. Nicolaus Hermann. 27. Wir Christen- leut Hab'n jehund freud, Weil uns zu trost ist Gottes sohn mensch worden. Hat uns erlöst, Wer sich deß tröst Und glaubet fest, soll nicht werden verloren. Mel. Vom himmel hoch da. 28. Nun ist es zeit zu singen hell: Geboren ist Emanuel Von Maria, der reinen magd, Wie Esaias vor gesagt. 2. Es freu sich aller menschen seel, Geboren ist Emanuel, Wir sind nicht mehr wie vor allein, Der Herr ist bei uns insgemein. 3. Der freude sei kein maß noch ziel, Geboren ist Emanuel, Gott ist mit uns in gleichem fleisch Doch ohne sünden worden mensch. 4. Troß sei dem teufel und der böll, Geboren ist Emanuel, Trotz sei der sünde und dem tod, Es ist mit uns der starke Gott. 5. Die welt vergeh nun, wann sie woll, Geboren ist Emanuel, Bei Gott sollen wir ewig sein Eja, ihm sei der preis allein. 2. Ein wunder- freud! Gott selbst wird heut Ein wahrer mensch von Maria geboren; Ein jungfrau zart Sein mutter ward, Von Gott dem Herren selbst dazu erkoren. Ludwig Helmbold( v. 1. 3. 5). 3. Die sund macht leid, Chri- 29. Dank sagen wir alle Gott stus bringt freud, Weil er zu unserm Herrn Christo, Der uns uns in diese welt ist kommen. mit seinem wort hat erleuchtet, Mit uns ist Gott Nun in der Und uns erlöst hat mit seinem noth, Wer ist, der jetzt uns blute von des teufels gewalt: Christen kann verdammen! Den sollen wir alle Mit seinen engeln loben mit schalle, Singend: preis sei Gott in der höhe. Erasmus Alberus nach dem Latein.: Grates nunc omnes. 4. Drum sag ich dank Mit dem gesang Christo dem Herrn, der uns zu gut mensch worden: Daß wir durch ihn Nun all los sind Der sünden last und und träglichen bürden. 5. Alleluja, Gelobt sei Gott, 30. Als Christus geboren Singen wir all aus unsers her war, Freuten sich der engel zens grunde: Denn Gott hat schaar, Und sungen mit haufen 05 Miund 10 00: Mel. Singen wir aus Herz. 16 Weihnachts Lieder. schon: Ehr sei Gott im höchsten nimel. Wie schön leuchtet der. thron. Gottes sohn ist mensch 31. O Fürstenkind aus Dageborn, Hat versöhnt seins vids stamm, O meiner feelen vaters zorn: Freu sich, dem sein bräutigam, Mein trost, mein sünd ist leid. heil, mein leben, Wie soll ich ewig danken dir, Daß du ins elend kommst zu mir? Was soll ich dir denn geben? Es geht und steht Außer leiden Nun in freuden, Was man siehet, Weil der friedensfürst einziehet. 2. Die hirten erschracken ganz Von der engel hellem glanz, Hörten fröhlich neue mähr, Daß Christus geboren wär. Gottes sohn ist mensch geborn, Hat versöhnt seins Vaters zorn: Freu sich, dem sein sünd ist leid. 3. Sie suchten das findelein, Gewickelt in windelein, Wie der engel hat vermeldt, Welches trägt die ganze welt. Gottes sohn ist mensch geborn, Hat versöhnt seins vaters zorn: Fren sich, dem ic. og 2. Ich selbsten bin der frenden voll, Ich weiß nicht, was ich schenken soll Dem auserwählten kinde: Ach! herzens- kind, nimm immer hin, Nimm hin mein herze, muth und sinn, Und mich mit lieb entzünde, Schließ dich In mich In mein herze Daß ich scherze, Und dich küsse, Dich auch ewig lieben müsse. 343 3. Bleib, höchster schatz, o mein saphir, O mein orion, bleib bei mir, Du hoffnung der verzagten. Du himmels- thau befeuchte mich, Du schönstes manna zeige dich Den armen 115. Aus der mutter brüste rein und verjagten. Laß nicht Dein Nähret sich das kindelein, Wel licht Hie auf erden Dunkel werches durch sein göttlich) kraft den, Laß den deinen Hier dein Allem viel sein futter schafft. wort noch ferner scheinen. Gottes sohn ist mensch geborn 4. Sie funden das findlein zart Liegen in der frippen hart, Bei dem vieh im finstern stall, Welch's die stern geschaffen all. Gottes sohn ist mensch geborn, Hat versöhnt seins vaters zorn: Freu sich, dem sein sünd ist leid. Mel. Mein seel, o Herr. Hat versöhnt seins vaters zorn: 32, Ermuntre dich, mein Fren sich dem 20. sdol nypy 6. Solch große barmherzigkeit schwacher geist, Und trage groß Laßt uns preisen allezeit, In verlangen, Ein kleines find, Gottesfurcht und glauben rein. das vater heißt, Mit freuden Mit geduld gehorsam sein. Got- zu empfangen, Dieß ist die nacht, tes sohn ist mensch geborn, Hat darin es kam, und menschlich versöhnt seins vaters zorn: Fren wesen an sich nahm, Dadurch sich, dem sein sünd ist leid.ut die welt mit treuen, Als seine Mich. Weiß. braut zu freien. 10-40% Weihnachts Lieder. 17 2. Willkommen, o süßer bräu- 7. O liebes kind, o süßer fnab, tigam, Du könig aller ehren, Holdselig von geberden, Mein Willkomm, o Jesu, Gottes lamm, bruder, den ich lieber hab, Als Ich will dein lob vermehren. Ich alle schätz auf erden: Komm will dir all mein lebenlang Von schönster, in mein herz hinein, herzen sagen preis und dank, Komm eilend, laß die frippe Daß du, da wir verloren, Für sein, Komm, komm, ich will bei uns bist mensch geboren.nl zeiten Dein lager dir bereiten. 3. O großer Gott wie konnt es sein, Dein himmelreich zu lassen, Zu springen in die welt hinein, Da nichts denn neid und hassen? Wie konntest du die große macht, Dein königreich, die freuden- pracht, Ja dein erwünschtes leben, Für solche feind hingeben? balloond 8. Sag an, mein herzens- bräutigam, Mein hoffnung, freud und leben, Mein edler zweig aus Jacobs stamm, Was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir leib, seel und geist, Ja alles, was mensch ist und heißt, Ich will mich ganz verschreiben, Dir ewig treu zu bleiben. 4. Ist doch, Herr Jesu! deine 9. Lob, preis und dank, Herr braut Ganz arm und voller Jesu Christ, Sei dir von mir geschanden; Noch hast du sie dir sungen, Daß du mein bruder ſelbst vertraut Am kreuz in todes worden bist, Und hast die welt banden: Ist sie doch nichts als bezwungen. Hilf daß ich deine überdrieß, Fluch, unflat, tod gütigkeit Stets preis in dieser und finsterniß, Noch darfst du gnaden- zeit, Und mög hernach ihretwegen Dein scepter von dir dort oben In ewigkeit dich loben. legen. du mardnar mad- 8 Mo) moll Johann Rift. 5. Du fürst und herrscher die ser welt, Du friedens- wieder Mel. Herzlich thut mich verl. bringer, Du fluger rath und 33. Ihr Christen auserkoren, tapfrer held, Du starker höllen- Freut euch von herzen sehr, Der zwinger, Wie ist es möglich, Heiland ist geboren, Recht gute daß du dich Erniedrigest so jämmerlich, Als wärest du im orden Der bettler mensch geworden? 6. neue mähr, Deß freuen sich dort oben Der heilgen engel schaar, Und Gott den Vater loben Jetzt und fort immerdar. großes werk, o wunder nacht, Dergleichen nie gefunden: Du hast den heiland hergebracht. Der alles überwunden, Du hast gebracht den starken mann, Der feur und wolken zwingen kann, vor dem die himmel zittern, Und alle berge schüttern. 2 2. So singen wir mit schalle: Ihr Christen ins gemein, Freut euch von herzen alle Ob diesem kindelein, Euch, euch ist es gegeben, Und hat das heil bereit, Daß ihr bei Gott sollt leben In steter seligkeit. 2 18 Weihnachts Lieder. Wär er nicht mensch worden: Hätt er lust zu unserm schaden, Ei, so würd Unsre bürd Er nicht auf sich laden. isin- in vid Nor 3. Kein mensch sich ja betrübe, orden Unser heil Einen greul, Denn dieses kindelein Euch bringet süße liebe: Was wollt ihr traurig ſein? Den himmel wills den'n schenken, Die an ihn glauben fest, Daran sollt ihr geden ken, Euch freuen auf das best. 4. Nun seid ihr wohl gerochen An eurer feinde schaar; Denn Christus hat zerbrochen, Was euch zuwider war: Tod, teufel, sünd und hölle Sind ganz und gar geschwächt, Bei Gott hat seine stelle Das menschliche geschlecht. dan Georg Werner. 6. Er nimmt auf sich, was auf erden Wir gethan, Gibt sich an, Unser lamm zu werden, Unser lamm, das für uns stirbet, Und bei Gott Für den tod Gnad und fried erwirbet. Samt 7. Nun, er liegt in ſeiner krippen, Ruft zu sich mich und dich, Spricht mit süßen lippen: Lasset fahrn, o lieben brüder, Was euch quält, Was euch fehlt, Ich bring alles wieder.phi 8. Ei so kommt, und laßt uns laufen, Stellt euch ein, Groß und klein, Eilt mit großem haufen. Liebt den, der vor liebe brennet, Schaut den stern, Der euch gern Licht und labsal gönnet. 9. Die ihr schwebt in großem leiden, Sehet, hier Ist die thür Zu den wahren freuden: Fast ihn wohl, er wird euch führen An den ort, Da hinfort Euchy kein kreuz wird rühren. Mel. Warum sollt ich mich denn. follt is miss plats 34. Fröhlich soll mein herze springen Dieser zeit, Da vor freud Alle engel singen: Hört, hört, wie mit vollen chören Alle Luft Laute ruft: Christus ist geboren. Ben 2. Heute geht aus seiner kam mer Gottes held, Der die welt Reißt aus allem jammer. Gott wird mensch, dir mensch zu gute, Gottes find, Das verbindt Sich mit unserm blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, Der uns giebt, Was er liebt Ueber alle maßen? Gott gibt unserm leid zu wehren, Seinen sohn, Aus dem thron Seiner macht und ehren. 4. Sollte von uns sein gekehret, Der sein reich Und zugleich Sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes sohn nicht lieben, Der jetzt kömmt Von uns nimmt, Was uns will betrüben. 5. Hätte vor der menschen 10. Wer sich fühlt beschwert im herzen, Wer empfindt Seine sünd Und gewissens schmerzen, Sei getrost, hie wird gefunden, Der in eil Machet heil Die ver giften wunden. bo 11. Die ihr arm seid und elende Kommt herbei, Füllet frei Eures glaubens hände: Hier sind alle gute gaben, Und das gold, Da ihr sollt Euer herz mit labent. 12. Süßes heil, laß dich umfangen, Laß mich dir, Meine Neu Jahrs Gesänge.. 19 zier, Unverrückt anhangen, Du 4. Drum laßt eur' herzen wak bist meines Lebens leben, Nun fer sein, Singt mit den lieben kann ich mich durch dich Wohl engelein, Laßt eure stimm er zufrieden geben. and 0 schallen: Die ehr Gott werd, Fried sei auf erd, Und uns ein wohlgefallen.ind' og dro 13. Meine schuld kann mich nicht drücken, Denn du hast Meine last All auf deinem rük ken: Kein fleck ist an mir zu finden, Ich bin gar Rein und klar Aller meiner sünden.m 11. Ich bin rein um deinet willen, Du gibst gnug Ehr und schmuck, Mich darin zu hüllen Ich will dich ins herze schließen, O mein ruhm, Edle blum, Laß dich recht genießen.spot the wise samo dull i chit Mel Bom himmel hoch da. 5. Aber, o zartes Jesulein, Kehr doch bei uns zur berberg ein, Erwärm die kalten herzen, Des glaubens licht Verlösche nicht, Zund' an die liebes- ferzen. op die Georg Weiffel. tro uns lie Vom Neuen Jahr und dem Namen Jesu. E ja 15. Ich will dich mit fleiß be wahren, Ich will dir Leben hier, 36. Das neu geborne kindeDir will ich abfahren. Mit dir lein, Das herzeliebe Jesulein, will ich endlich schweben Voller Bringt abermal ein neues jahr freud, Ohne zeit Dort im an- Der auserwählten Christendern leben. schaar.' s donte Paul Gerhardt. TL 2. Deß freuen sich die enge lein, Die gerne um und bei uns sein, Sie singen in den lüften frei, Daß Gott mit uns versöhnet sei. En 192 3. Ist Gott versöhnt und unser freund, Was kann uns thun der arge feind? Trotz teufel und der höllen pfort, Das Jesulein ist unser hort.uso) 5100 4. Es bringt das rechte Jubeljahr; Was trauren wir denn immerdar? Frisch auf, jetzt ist. es fingens zeit, Das Jefulein wendt alles leid. dull biss nibs Gyriakus Schneegas. Mel. In dich hab ich gehoffet. 35. Im finstern stall, o wunder groß! Das himmlisch find liegt nackt und blos, Der ew'ge fürst des lebens. D göttlichs wort himmelspfort! Das thust du nicht vergebens. 2. Wahrlich solch große armuth dein Räumt uns den größten reichthum ein, Macht uns zu himmels fürsten: Du machst uns fatt Mit seelen- brod, Durch deinen hung'r und dürsten, 3. D menschen- finder! freuet euch, Dies nackte findlein macht euch reich, Erquicket eure seelen, Hat euch bereit Des himmels freud, Was mag hinfort euch 37. Nun wolle Gott, daß unfehlen?( dimin ser g'sang Mit lust und frend Mel. Gelobet seist du Jesu. 2* 20 Neu- Jahrs Gesänge. aus glauben gang Zu wünschen gebot, Und wachsen auf in zucht euch ein gutes jahr, Und ers und lehr, Dem g'meinen nuß. mit gnaden mache wahr, Allel. und Gott zur ehr, Alleluja. 2. Kein mensch noch stand hie mag bestahn, Der Gott nicht wird zum g'hülfen han, Daß er ihn leit all tag und stund, Drum wünschen wir aus her zensgrund, Alleluja. 10. Wem das von herzen g'legen an, Und der mit uns mag arbeit han, Daß wir von Gott erzogen wohl, Denselben Gott belohnen soll, Alleluja. 3. Der obrigkeit, daß sie ihr g'walt Von Gott annehm und recht verwalt, Es geb ihr Gott viel ernst und fleiß, Daß sie sei aufrecht, fromm und weis', All. 4. Zu handeln was Gott löblich ist Und seinem sohn Herrn Jesu Christ, Und bleib an seinen worten treu, Daß sie ihr 111. Die jungen g'sellen allge mein, Die töchter auch behalt Gott rein, Und geb ihn'n feuschen sinn und muth, zu über winden fleisch und blut, Allel. 12. Ihr kranken habet schmerzen viel, Auch tag und nacht gar lange weil, So mach euch Gott im herzen g'sund, Gerüst mit g'duld zu aller stund, Allel. arbeit nicht geren, Alleluja. 13. Anfechtung, g'fängniß, 5. Ein'r ganzen g'mein gehorsamkeit zu fördrung zucht und ehrbarkeit, Auch g'meine liebe, treu und fried, Daß g'sunder leib hab g'sunde glied, Allel. trübsal, g'schrei, Verfolgung, groß und mancherlei Erleiden viel auf dieser erd, Gott helf ihn'n tragen solch beschwerd, Alleluja. 6. Ein'm jedem haus und was darin, Dem wünschen wir ein'n rechten sinn, Zu Gottes preis und ehr allzeit, Der haus und hof und alles geit, Alleluja. 14. Es geb euchy armen Gott der Herr Das täglich brod, und was euch mehr An leib und seel gar viel gebricht, Voraus gedult durch Jesum Christ, Alleluja. 7. Euch diensten g'horsam, 15. Die täglich an der arbeit treu und still, Auch friedlich sind, Mit frömm'gkeit zu nähr'n sein, wie Gott es will, Es ist weib und kind Den'n wünschen auch Christus euer knecht, Wer wir, daß ihr genieß In Gottes das glaubet, der dienet recht, segen wohl ersprieß, Alleluja. Alleluja. Just sendimai 16. Die zeitlich gut und reich8. Ehleut die leben friedenreich, Und tragen lieb und leid zugleich, Es sei ein fleisch, ein herz, ein geist, Dein gnad, Herr Gott, an ihnen leist, Alleluja. thum han Dabei in großen sorgen stahn, Hie theilet aus und rüstet euch, Daß ihr vor Gott auch seid bereit, Alleluja. 9. Auch daß wir jungen fürchy ten Gott Und halten sein heilig 17. Und dienet gern dem g'meinen nuß, Dem armen mann zu hülf und schutz, Auch zieht die Neu- Jahrs- Gesänge. 21 find'r dazu mit fleiß, Das ist dein liebe Christen, Und unser der reichen großer preis, Allel 18. Jhr fünder sucht das himmelreich, Und daß euch Gott die sünd verzeih, Er b'kehr euch all nach seinem wort, Und mach euch selig hie und dort, Allel. 19. Die uns mit ernst den glauben lehrn, Der falschen lehr und leben wehrn, Und führen Gottes wort und werk, Den'n gebe Gott sein gnad und stärk, Allel. 20. Das wünschen wir von herzen all, Zu sein ein volk das Gott gefall, Ein ehrlichs volk, ein heilig stadt, Die seh auf Gott ganz steif und statt, Allel. 21. Es sei mit uns sein göttlich hand, Die b'hüt und b'schirm vor aller schand, Er geb mit gnad viel gute jahr, In seiner lieb, das werde wahr, Allel. Johann Zwick. vaterland, Dein segen zu uns wende, Gib fried an allem ende, Gib unverfälscht im lande Dein seligmachend wort, Dein feinde mach zu schande Hier und an allem ort. ndspug 3. Dein ist allein die ehre, Dein ist allein der ruhm: Geduld im freuz uns lehre, Regier all unser thun, Bis wir getrost abscheiden, Jus ewig himmelreich, mit rechtem fried und freuden, Den engeln Gottes gleich: Indeß machs mit uns allen Nach deinem wohlgefallen, Solchs wünscht heut ohne scherzen Die Christgläubige schaar. Und wünscht mit mund und herzen Ein seligs neues jahr. Johann Hermann. S # Mel Bom Himmel hoch zc. 39. Das alte jahr vergangen ist, Wir danken dir, Herr Jeſu Christ, Daß du uns in so großer g'fahr Behütet hast lang zeit und jahr. 2. Wir bitten dich ewigen sohn 38. Jesu, nun fei gepreiſet Zu diesem neuen jahr, Für dein güt, uns beweiset In aller noth und g'fahr, Daß wir haben erlebet Die neu fröhliche zeit, Die voller gnaden schwebet, Mit ew'ger seligkeit, Daß wir Des vaters in dem höchsten in guter stille Das alt jahr thron, Du wollst deine arme hab'n erfüllt. Wir woll'n uns Christenheit Bewahren ferner dir ergeben, Jetzt und immerdar, allezeit. Behüt uns leib und leben Hinfort das ganze jahr. 2. Laß uns das jahr vollbringen Zu fob dem namen dein, Daß wir demselben singen In der christlichen g'mein: Wollst uns das leben fristen Durch 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam wort, Welchs ist der seelen höchster hort, Vor falscher lehr, abgötterei; Behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf daß wir von der sünd ablan, Und fromm zu werden dein allmächtig hand, Erhalt fahen an, Kein'r sünd im alten 22 Neu- Jahrs Gesänge. jahr gedent, Ein gnadenreich Wir wären längst gestorben In neu jahr uns schenk.de mancher noth verdorben, Die5. Christlich zu leben, seliglich weil wir sünder sein. Zu sterben und hernach fröhlich Am jüngsten tag wied'r auf zustehn, Mit dir in himmel einzugehn. sln 5. Nach vaters art und treuen. Er uns so gnädig ist; Wenn wir die sünd bereuen, Glauben an Jesum Christ, Herzlich ohn heuchelei, Thut er all sünd vergeben, Lindert die straf daneben, Steht uns in nöthen bei. udst 6. Zu danken und zu loben dich, Mit allen engeln ewiglich, D Jesu, unsern glauben mehr, zu deines namens lob und ehr. 6. All solch dein güt wir preisen, Vater ins himmels thron, Die du uns thust beweisen Durch Christum deinen Sohn, Und bitten ferner dich, Gib uns ein fröhlich jahre, Vor allem leid Mel Bon Gott will ich. 40. Helft mir Gott's güte preisen, Ihr lieben finderlein, bewahre, Und nähr uns mil Mit g'sang und andern weisen diglich. Paul Eber. Ihm allzeit dankbar sein, Vormel. Erschienen ist der herrt. nehmlich zu der zeit, Da sich das jahr thut enden, Die sonn 41. O Jesu süß, wer dein Joh. Steuertein( v. 1. 2). Jacob Tapp( v. 4-6). sich zu uns wenden, Das neu jahr ist nicht weit. gedenkt, Deß herz mit freudwird überschwängt, Noch süßer über alles ist Wo du o Jesu, 2. Ernstlich laßt uns betrachten Des herren reiche gnad, Und so selber bist, Alleluja. gering nicht achten Sein unzäh- 2. Jesu, des herzens freud und lich wohlthat, Stets führen wonn, Des lebens brunn, du zu gemüth, Wie er dieß jahr wahre sonn, Dir gleichet nichts hat geben All nothdurft diesem auf dieser erd, An dir ist, was leben, Und uns vor leid behüt. man je begehrt, Alleluja. 3. Lehr- amt, fchul, kirch erhal- 3. Jesu, dein lieb ist mehr denn ten In gutem fried und ruh, süß, Nichts ist darin, das ein'n Nahrung für jung und alten verdrieß: Viel tausendmal ists, Bescheret auch dazu. Und gar wie ich sag, Edler, als mans mit milder hand Sein güter aussprechen mag, Alleluja. ausgespendet, Verwüstung abgewendet Von dieser stadt und land. sinal 4. Jesu, du quell der gütigkeit, Ein hoffnung bist all unsrer freud, Ein süßer fluß und gnaden- brunn, Des herzens wahre freud und wonn, Alleluja. 5. Dein lieb, o süßer Jesu Christ, Des herzens beste labung 4. Er hat unser verschonet Aus väterlicher gnad, Wenn er sonst hätt' belohnet All unser missethat Mit gleicher straf und pein, Neu- Jahrs Gefänge. ist, Sie machet satt, doch ohn verdruß: Der hunger wächst im überfluß, Alleluja. ndhod 6. Jesu, du engelische zier, Wie süß in ohren klingst du mir, Du wunder- honig in dem mund, Kein bessern trunk mein herz empfund, Alleluja. 7. Jesu, du hohe gütigkeit, Meins herzens lust und beste freud, Du bist die unbegreiflich güt, Dein lieb umfäht all mein gemüth, Alleluja. non mola 8. Jesum lieb haben ist sehr gut, Wohl dem, der sonst nichts suchen thut. Mir selber will ich sterben ab, Daß ich in ihm das leben hab, Alleluja. gnil 9. Jesu, o meine süßigkeit, Du trost der feel, die zu dir schreit, Die heißen thränen suchen dich, Das herz zu dir schreit inniglich, Alleluja. dan tip edasi 23 wie sichs geziemt, Dein Reich kein ende nimmer nimmt, Allel. 14. In dir mein herz hat seine lust, Herr, mein begierd ist dir bewußt: Auf dich ist all mein Ruhm gestellt, Jesu, du Heiland aller welt, Alleluja. 10, Ja, wo ich bin um was revier, So wollt ich, Jesus wär bei mir: Freud über freud, wann ich ihn fünd', Selig, wann ich ihn halten könnt, Alleluja. 11. Was ich gesucht, das seh ich nun, Was ich begehrt, das hab ich schon. Vor lieb, o Jesu! bin ich schwach, Mein herz das flammt und schreit dir nach, Alleluja, m min fron 12. Wer dich, o Jesu, also liebt, Der bleibt gewiß wohl unbetrübt: Nichts ist, das diese lieb verzehr, Sie wächst und brennt je läng'r je mehr, Allel. 13. Jesu, du blum und jungfraun- ſohn, Du lieb und unser gnaden- thron, Dir sei lob, ehr, 15. Du brunnquell der barmherzigkeit, Dein glanz erstreckt sich weit und breit, Der traurigkeit gewölk vertreib, Das licht der glorie bei uns bleib, Allel. 16. Dein lob im himmel hoch erklingt, Kein chor ist, der nicht von dir singt: Jesus erfreut die ganze welt, Die er bei Gott zu fried gestellt, Alleluja. 17. Jesus in fried regieren thut, Der übertrifft all zeitlich gut, Der fried bewahr mein Herz und sinn, so lang ich hier auf erden bin, Alleluja.pl 18. Und wann ich ende meinen lauf, So hole mich zu dir hinauf, Jesu, daß ich da fried und freud Bei dir genicß in ewigkeit, All. 19. Jesu, erhöre meine bitt, Jesu, verschmäh mein seufzen nit, Jesu, mein hoffnung steht zu dir, O Jesu, Jesu, hilf du mir, Alleluja. Martin Moller nach dem Lateinischen des h. Bernhard: Jesu dulcis memoria. mel. Bach auf mein herz zc. 42. Nun laßt uns gehn und treten, Mit singen und mit beten, Zum Herrn, der unserm leben Bis hieher kraft gegeben. 4. Wir gehn dahin und wandern Von einem jahr zum andern, Neu- Jahrs- Gesänge. 24 Wir leben und gedeihen, Vom alten bis zum neuen, die mit 3. Durch so viel, angst und plagen, Durch zittern und durch zagen, Durch krieg und große 14. Und endlich, was das schrecken, Die alle welt bedecken. meiste, Füll uns mit deinem 4. Denn wie von treuen müt- Geiste, Der uns hier herrlich tern In schweren ungewittern ziere, Und dort zum himmel Die kindlein hier auf erden Mit führe.is dod ad inf fleiß bewahret werden, 15. Das alles wollst du geben, O meines Lebens leben, Mir und der Christen schaare, Zum sje 13. Hilf gnädig allen franken, Gib fröhliche gedanken Den hochbetrübten seelen, Die sich mit schwermuth quälen. thi 5. Also auch, und nichts minder, Läßt Gott ihm seine kinder, Wann noth und trübsal blißen selgen neuen jahre. In seinem schooße sitzen. is wat Di sodad Paul Gerhardt. Mel. 3ion klagt mit angst u. 6. Ach hüter unsres lebens, Fürwahr, es ist vergebens Mit unserm thun und machen, Wo nicht dein angen wachen. 7. Gelobt sei deine treue, Die alle morgen neue, Lob sei den starken händen, Die alles herzleid wenden. in 8. Laß ferner dich erbitten, O Vater, und bleib mitten In unserm creuz und leiden Ein brunnen unsrer freuden. 43. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen, Hilf, das neue Jahr geht an, Laß es neue kräfte bringen, Daß aufs neu ich wandeln kann! Laß mich dir befohlen sein, Auch daneben all das mein: Neues glück und neues leben Wollst du mir aus gnaden geben. 2. Laß dieß sein ein jahr der gnaden, Laß mich büßen meine sünd', Hilf, daß sie mir nimmer schaden, Sondern bald verzeidir und deiner hulde, Ein herz, hung find: Auch durch deine das sich gedulde. dugnad verleih, Daß ich herzlich 10. Schleuß zu die jammer sie bercu, Herr, in dir, denn pforten, Und laß an allen orten, Auf so viel blutvergießen, Die friedensströme fließen. 9. Gib mir und allen denen, Die sich von herzen sehnen Nach 11. Sprich deinen milden segen Zu allen unsern wegen, Laß großen und auch kleinen Die gnaden- sonne scheinen. 12. Sei der verlaßnen vater, Der irrenden berather, Der un versorgten gabe, Der armen gut und habe.toms and du, mein leben, kannst die fün de mir vergeben. duni 3. Tröste mich mit deiner liebe, Nimm, o Gott! mein flehen hin, Weil ich mich so sehr betrübe, Und voll angst und zagen bin, Wann ich gleich schlaf oder wach, Sieh du Herr auf meine sach, Stärke mich in meinen nöthen, Daß mich sünd und tod nicht töden. Gazt modning Gesänge auf Heil. drei Könige. 25 4. Herr, du wollest gnade ge- 5. Lob, ehr und dank sei dir ben, Daß dieß jabr mir beilig sei, Und ich christlich könne leben, gesagt, Christ, geboren von der reinen magd, Mit vater und Ohne trug und heuchelei: Sch dem heilgen Geist, Von nun an auch meinen nächsten lieb, Und bis in ewigkeit. denselben nicht betrüb, Damit ich allhier auf erden Fromm und selig möge werden. Dr. Martin Luther nach dem Lateinischen des Sedulius: Hostis Herodes impie. dey 5. Jesut, laß mich fröhlich enden Dieses angefangne jahr, Trage mich auf deinen händen, Halte bei mir in gefahr: Steh mir bei in aller noth, Auch verlaß mich nicht im tod. Freudig will ich dich umfassen, Wann ich soll die welt verlassen. Die dur de Johann Rist( abgekürzt). 5 oder sissadop Mel. Vom himmel hoch da. 45. Den weisen scheint ein neuer stern Aus morgenland kommen sie fern, Und fragen zu Jerusalem: Wo der neu könig sei daheim? 2. Herodes wird drüber bestürzt, Fürchtet, sein reich werd Auf Heil. drei Könige. ihm verkürzt, Die ganze stadt 153 Sund derschrickt mit ihm: Sie sollten alle fröhlich sein. Mel. Christus wir sollen c. sonder of 44. Was fürchtst du feind Herodes sehr, Daß uns geboren kommt Christ der Herr? Er sucht kein sterblich königreich, Der zu uns bringt sein himmelreich. 2. Dem stern die weisen folgten nach, Solch licht zum rechten licht sie bracht, Sie zeugen mit den gaben drei; Dieß kind Gott, mensch und könig sei. 3. Die tauf im Jordan an sich nahm Das himmelische Gotteslamm, Dadurch, der nie kein sünde that, Von sünden uns gewaschen hat. und 13. Denn sie finden im Micha stehn, Daß der Herzog zu Bethlehem Sein ausgang hab von ewigkeit, Drum sucht er kein vergänglichkeit.dom 4. Ein wunderwerk da neu geschah, Sechs steinern früge man da sah Voll wassers, das verlor sein art, Rother wein durch sein wort draus ward. 4. Herodes mit den Juden irrt, Die heiden, aus Micha gelehrt, Glauben der schrift, den'n leucht der stern, Bringt sie zum neugebornen Herrn. 5. Vor dem kindlein sie niederEnien, Opfern ihm gold, weihrauch und myrrhn, Bezeugen, daß er fönig sei, Ein mittler auch im tode frei. sis 6. Herr Christ, erschein uns auch also, Gib dein wort und dein geist dazu, Daß wir opfern gold, weihrauch, myrrhn, Dich mit dem Vater geistlich ehrn. nebes 26 Passions Gesänge.gif 4. Darnach er an den ölberg trat, In furcht und zittern er 46. Vom bittern Leiden und Sterben Jesu Christi. COPER O da bat: Ach betet und thut Mensch, bewein dein wachen. Ein steinwurf bald er sünde groß, Darum Christus vorhin ging, Zu seinem Vater seins Vaters schooß Neußert und kam auf erden; Von einer jungfrau rein und zart Für uns er hie geboren ward, Er wollt der mittler werden. Den todten er das leben gab, Und legt da bei alle frankheit ab, Bis sich die zeit herdrange, Daß er für uns geopfert würd. Trug unsrer sünden schwere bürd, wohl an dem creuze lange. auch anfing: O Vater, thu hie machen, Daß dieser felchy jetzt geh von mir, Denn alle ding sind möglich dir, Doch es gescheh dein wille. Solchs er zum drittenmale bat; So oft er zu sein'n jüngern trat, Sie schliefen all in stille. vir soll ni 2. Dann als das fest der Juden kam, Jesus seine jünger zu ihm nahm, Gar bald that er ihn'n sagen: Des menschen Sohn verrathen wird, Ans creuz geschlagen und ermordt. Darauf die Juden tagen. In Simons haus eine frau kam, Viel köstlich wasser zu ihr nahm, Thats übern Herren gießen, Etlich der jünger murrten bald, Jesus die fraue gar nicht schalt, Das thät Judam verdrießen. 5. Er sprachy: schlaft ihr in meinem leid? Es ist guug, die stund ist bereit, Des menschen Sohn wird geben In die händ der fünder; nun steht auf, Der mich verräth, der lauret drauf, Nun betet ihr daneben. Als er noch redt, sieh, Judas kam, Ein große schaar er mit ihm nahm, Mit spießen und mit stangen. Ein Zeichen der verräther gab, Welchen ich füß, merkt eben ab, Den sollt ihr weislich fangen. 3. Zum hohenpriester er sich fügt, Den Herren zu verrathen fügt, Nahm dreißig pfennig b'hende: Bald Jesus mit seinen jüngern kam, Und aß mit ihn'n das Osterlamm, Und that das felbig enden. Er setzt uns auf ein testament, Sein'n tod zu b'denken bis ans end, Und wusch den jüngern die füße. Er bildt fnecht, Jesus bald antwort ihn'n für die liebe schon, Und ihme: Boa ne nam Se wie sie ihn würden verlan, Mit 7. Ficht nicht, steck ein das trost that ers beschließen. schwerde dein, Soll ich den 6. Als Jesus nun wußt alle ding, Gar bald er ihn'n entgegen ging, Und sprach zu ihn'n mit güte: Wen sucht ihr hie mit solcher g'walt? Jesum sprach'n sie, und fielen bald Zurück in ihrem wüthen. Judas gab ihm den fuß behend, Der grausam hauf auf Jesum rennt, Und fingen ihn mit grimme. Petrus sein schwerd auszücket recht, Hieb ab ein ohr des Bischofs Univ.- Bibl. Giessen Passions- Gesänge. 27 felch nicht trinken mein? Den priestern gab Und sprach: ich knecht macht er gesunde: Der sehr gesündigt hab, Erkannte hauf Jesum zu Hannas führt, sein untreue. Er henkte sich und Und auch zu Caiphas da rührt, barst entzwei, Die hohenprieſter Gefangen und gebunden Petrus beiderlei Rathschlagten um das folgt in den hof hinein Durch gelde, Ein's häfners acker kaufden bekannten jünger sein, Ver- ten sie, Den pilgern zum begräbläugnet dreimal den Herren. niß hie, Als auch der Prophet Der Bischof fraget Jesum stät, meldet. opisa Sie suchten falsche zeug'n und räth', Ihn zu verdammen führen. 11. Als Jesus vor Pilato stund, Erhub sich große klag ohn 8 Christus antwortet ihnen grund, Thäten ihn hoch verklanicht, Der hohepriester zu ihm gen: Dem Kaiser hat er widerspricht: Was thust du dazu thon, Und nennet sich ein'n sagen? Ich b'schwör dich bei Gottes- sohn, Verführt das volk dem Gotte mein, Sag, bist du all tage. Pilatus ihn viel fragen Christ, der sohne sein? Jesus that, Jesus aber kein antwort antwort ohne zagen: Ich bins, redt, Das nahm Pilatum wunund sag nach dieser zeit Werdet der. Er schickt ihn zu Herodes ihr des menschen Sohne weit hin, Herodes freuet sich auf In wolken sehen kommen, Sißen ihn, Vermeint zu sehn was zur rechten Gottes fein. Der b'sonder. per addim man Bischof zerriß das kleide sein, 12. Als Jesus mun kein antUnd sprach: ihr habt vernommen. wort gab, Verachtet ihn Hero9. Daß er gelästert Gott so des drob, Schickt ihn Pilato sehr; Er sprach: merkt auf, wieder. Pilatus b'ruft die Juwas wollt ihr mehr? Sie spra- den und sprach: Den menschen chen: er soll sterben; Und speiten auch herodes sah. Und achtet in sein angesicht, Viel backen- ihn für bieder, Ein g'wohnheit streich auf ihn gericht, Mit ihr allwegen habt, Darin ihr lästerworten herben Verdeckten ein gefangnen laßt: Jesum will ihm das antliß sein, Und schlu- ich los geben. Sie schrien all gen ihn mit fänsten drein, Sag- mit lauter stimm: Jesum uns an ten: wer hat dich g'schlagen? das creuze nimm, Barrabam Am morgen früh der haufe gar laß uns leben. in the Fragten Sesum mit mancher 13. Pilatus Jesum geißeln g'fahr, Thäten mit ihm bald ließ, Unter die schaar ins richtjagen. haus stieß; Jesus ein purpur truge, Aus dornen flochten sie ein fron, Die mußte durch sein haupte gehn, Mit ein'm rohr sie ihn schlugen. Und grüßten ihn mind nd 10. Und gaben ihn Pilato b'hend. Als Judas sah, wo'naus es lendt, Ward ihn die sach gereuen: Das geld er bald den 28 Passions- Gesänge. ein könig mit spott, Speiten that auch schreiben Hebräisch, auch in sein angesicht foth, Sein Griechisch und Latein: Jesus heilges haupt auch schlugen. ein König der Juden fein. Das Pilatus sprach: seht an den thät die priester b'trüben. mann, An dem ich kein args 17. Als Jesus nun gecreuzigt finden kann, Und hab nicht stra- war, Sein kleider sie bald nahfens fugendar 14. Sie schrien all mit lauter stimm: Ereuzige, creuzige, den hinnimm, Sonst bist nicht Kai sers freunde. Als mun Pilatus hört das wort, Seßzt er sich an des richters ort, Wusch die händ, wollt sein ohn sünde, Gab ihn'n den mörder Barrabam, Bald Sesum er zu creuzgen nahm Nach ihrem falschen willen, Sein kleider sie anlegten ihm, Und führten ihn mit großem grimm, Das creuz trug er mit stille. 15. Als sie nun gingen aus mit ihm, Zwangen Simon in ihrem grimm, daß er ihms creuz nachtrüge. Viel volks und frauen weinten da, Bald Jesus sprach: als er sie sah, Thät sich zu ihnen biegen, Und sprachy: weinet nicht über mich, Ihr töchter Zion, beweine sich Ein jedes und sein finde, Ihr werdt noch sprechen: selig die Unfruchtbarn, und die säugten nie, Vor furcht und qual der sünde.nl 6'hende. Als Jesus da sein men zwar, Und spielten drüber mutter sah, Dazu Johannes, bald er sprach: Weib, diesen ich dir sende. Dieß ist dein sohn; dein mutter, laß sie nicht, Bald zum jünger spricht: Dieß ist priester trieben spott, Auch er sie zu sich nahme. Die hohenandere viel lästerten Gott; Bist du, der von Gott kame? 16. Sie kamen bald zur schädelstatt, Zwei übelthäter man da hat, Die man ans creuz auch schluge, Zur linken und zur rechten hand, Wie es die schrift längst hat bekannt. Jesus bald in die hände dein Befehl ich dir sprach mit fuge: Verzeih ihn'n den geiste mein, Schrie er mit Vater diese that. Keiner weiß, lauter stimme, Gab auf sein'n was er hie g'than hat. Pilatus geist, der vorhang b'hend m 18. Bist du nun Gottes lieber sohn, Steig jetzt vom creuz, hilf dir davon; Das thäten auch die schächer: Doch einer sich zum andern kehrt, Jesu unschuld er ihn da lehrt, Sprach: Jesu, denk mein nacher, So du kommst in das reiche dein. Er sprach: heut wirst du bei mir sein Wohl in dem paradeise. Ein finstre ward zur sechsten stund, Um neune Jesus schrie von grund Mit lauter stimm und weise: 19. Mein Gott, mein Gott, wie läßt du mich, Im spott brachten sie bald essig, Und gaben ihm zu trinken. Als Jesus den versuchet hat, Sprach er: voll. bracht ist, das ich that, Sein haupt ließ er da sinken. Vater, Passions Gesänge. 29 tempel riß entzwei zu end, Die litt solche pein, Nach seinem felfen wichen ihme. and willen leben; Auch laßt uns 20. Das erdreich auch erzittert sein der sünden feind; Weil uns war, Die gräber wurden offen- Gott's wort so helle scheint, bar, Der hauptmann und sein Tag und nacht darnach streben; g'sinde Sprachen: fürwahr, der Die lieb erzeigen jedermann, fromme was, Und Gottes Sohn, Wie Christus hat an uns gedieß zeiget das; Schlugen ihr than, Mit seim leiden und sterben. herz geschwinde. Als sie den D menschen- find! betracht das schächern brach'n die bein, War recht, Wie Gottes zorn die sünde Jesus todt, brachen ihm kein, schlägt, Thu dich davor beEiner stach in sein seite, Esranu wahren. Sebald Heyd. daraus wasser und blut: Ders hat gesehen, zengets gut, Die schrift zeugets auch weiter. 21. Nachdem, als nun der abend kam, Joseph, der fromme, Jesum nahm Vom creuz, ihn zu begraben: Dazu auch Nicodemus kam, Viel aloes und myrrhen nahm, Damit sie Jesum haben Gewickelt in ein leinwand rein. Da war ein grab in einem stein, In einem felsen neue, Darin sie Jesum legten schon, Thäten ein stein darüber thun, Und gingen hin mit reue. 22. Die Juden führten noch ein klag, Verhütens grab am dritten tag Jesus stund auf mit g'walte, Auf daß er uns ja fromme mächt, Und mit ihm in sein reiche brächt Aus der sünd. lichen g'stalte. Darum wir sol len fröhlich sein, Daß unser Seligmacher fein, Christus hat überwunden Für uns der sünden große noth, Dazu die hölle und den tod Und auch den teufel g'bunden. post Mel. Freu dich sehr, o meine. 47. Wohl mit fleiß das bittre leiden Und den tod, o mensch, betracht, So für uns und alle heiden Jesus Christus vollenbracht; Denn sein theur vergossen blut Löschet aus der höllen gluth, Und erwirbet uns das leben, So wir fest an Christum gläuben.dk e 2. Von Jerusalem ihr herren, Sprachy Judas, der zwölfen ein: Womit wollt ihr mich verehren, So will ich den Herren mein Euch verrathen in der nacht; Solchs die Juden fröhlich macht, Dreißig silberling ihm gaben, Geld und gut der geiz will haben. nd lotmon 3. Zu Jerusalem im garten Christus betet in der nacht, Seiner feinde that er warten, Rief den Vater an mit macht: Abba, lieber Vater mein, Laß mich überhoben sein, Diesen kelch zu trinken stille, Doch gescheh allein dein wille. 23. So laßt uns nun ihm 4. Dreimal Jesus also betet, dankbar sein, Daß er für uns Angst und noth ergreifet ihn: 30 Passions Gesänge. Ach! nun wachet doch und betet, dicht. Solchs Pilatus merket Bet't mit mir, ihr jünger mein. bald, Der vom Kaiser hat geMeine seel zu dieser frist In walt Ueber menschen- blut und den tod betrübet ist, Achh wie leben, Gerne los wollt er ihn bin ich nun verlassen! Herr, geben. and mo@ yand mich züchtige mit maßen. 10. Keine schuld ich an ihm 1 5. Alle flammen aus der höllen finde, Sprach er zu den klägern Zu dem Heiland schlagen ein, sein: Ich vermerke teine sünde, Schweiß und blut aus ihm thut So des todes würdig sein. Weg quellen, Gottes zorit erschrecket und creuzige nur ihn, Weg und ihn. Alle sünd der ganzen welt creuzige nur ihn, Schreien sie Fühlet greiflich dieser held, mit großem haufen, Diesmal Drum er mit dem tode ringet, soll er nicht entlaufen. sunod Große lieb ihn dazu zwinget..$ 11. Drauf gegeißelt und gefrönet Ward für uns der fromme Gott: Hart geschlagen und verhöhnet Von der schnöden kriegesrott, Daß die striemen schwitzen blut. Ach! in solche große noth haben wir ihn bracht mit sünden, Unser fund hat ihn verwundet. der schnöden Uebelthaten! st 12. Hoch ein creuze ward er. 7. Die gesandten Jesum griffen, haben Auf dem berge Golgatha: Und mit stricken bunden hart: Hand und füße man durchgraben Seine jünger von ihm liefen, Hat man Jesu Christ gethan. Er allein muß auf die fahrt. An das crenzgeschlagen ist In des hohenpriesters haus Gab Unser heiland Jesus Christ, Mit man ihm den ersten stoß, mit lügen und backen- streichen, Mit schmäh- wort und spötter- zeichen. 13. Schwarze finsterniß be8. Simon Petrus seinen Her- decket Berg und thul und alles ren Dreimal da verläugnen land: Die natur, die sonn er thät, Doch thät er sich bald schrecket Vor der Juden sünd bekehren, Seine fünd bekennet und schand. Bater, in die hände Gott: Aber Judas henket sich, dein Sch befehl die seele mein, Als erwachet Gott's gericht Rief Jesus mit lauter stimme, Drum ein wurzel alles bösen Damit schiede er von hinnen. da Ist der geiz mit seinem wesen. 14. Lob und preis von ganzemn 9. Früly den morgen Jesum herzen Sag ich dir, o Gottes stellen Vor das peinlich hals Sohn, Für den tod und alle gericht, Die ihn billig loben schmerzen, Für die schwere pasſollen, Klagen ihn an mit ge- sion, Damit meine fünden- last 6. Bald sich friegesknecht einstellen, Judas der war ihr hauptmann: Her, her, her, ihr spießgesellen, Den ich füß, den greifet an. Sei gegrüßet, meister mein: Kommst du Judas, drum herein, Mich mit küssen zu verrathen? schmerzen ward er beladen, Hohn und spott trug er zu schaden. Passions- Gesänge. 31. buil Du von mir genommen hast sie mit worten süße Aus sein'm Und mein' strafe ausgestan- göttlichen mund: Liebet einander den, Nun ich nimmer werd zu allezeit, Dabei wird man erkenschanden. tonen, Daß ihr mein jünger seid. 7. Christus der Herr im garten, Als er gebetet hat, Der Juden linge, Du edler Schöpfer mein: thät erwarten, Von ihn'n geDie silbenreimen zwinge, Zu lob dem namen dein, Daß ich mag fröhlich heben an Von deinem wort zu singen, Herr, du wollst mir beistehn. 48. Hilf Gott, daß mirs gebunden hart. Sie führten ihn zum richter dar, Gegeißelt und gekrönet, Zum tod verurtheilt war. abpilo solmol un 8. Hoch an ein creuz gehangen Der hochgeborne fürst: Nach uns that ihn verlangen, Darum sprach er: mich dürft; Vernimm, nach unsrer seligkeit, Drum er ein mensch geboren Von einer reinen magd. vad and buf 2. Ewig dein wort thut bleiben, Wie Jesaias meldt, In seinem buch thut schreiben: Eh wird vergehn die welt, Und was Gott selber je geschuf, Sollt es alles verderben, Er that fein widerruf. 3. Jesus, das wort des Vaters, Ist kommen in die welt Mit großen wunderthaten, Verkauft um schnödes geld Durch Judam, seiner jünger ein, Ward er in tod gegeben, Jesus das Lämmelein. assed 2 was 9. Mit seinem haupt geneiget, Er seinen geist aufgab, Als uns Johannes zeiget. Er ward genommen ab Vom creuz, ins grab ward er gelegt, Am dritten tag erstanden, Wie er vor hat gesagt. online stop the 4. Nachdem sie hatten gessen, Vernehmt das Osterlamm, Da thät er nicht vergessen, Das brod in sein händ nahm, Sprach: est: das ist mein leichnam lind, Der für euch wird gegeben, Zur Vergebung eurer sünd. 10. Und in denselben tagen Jesus sein' Jünger lehrt, Allein sein wort zu tragen, Pred'gen in aller welt: Wer glauben thut, und wird getauft, Der hat das ewig leben Durch Christum ihm erkauft.da andied 5. Reicht ihn'n auch dar zu trinken Im wein sein blut so roth. Sein tod sollt ihr verkünden, Paulus geschrieben hat: Wer würdig ist von diesem brod, Und trinkt aus diesem kelche, Der wird nicht sehen den todebis mi 11. Lucas thät gar schön schreiben Von seiner himmelfahrt: Doch allweg bei uns bleiben, Wie er versprochen hat, Vernimm, durch sein göttliches wort, Wider das kann nicht siegen Kein g'walt der höllen- pfort.. 6. Jesus wusch ihn'n die füße, Wohl zu derselben stund: Lehrt 12. Ein'n tröster thät er senden, Das war der heilge Geist Von Gott, der that sie lenken Passions- Gesänge. 32 In wahrheit allermeist. Den selben woll'n wir rufen an, Der wird uns nicht verlassen, Und uns treulich beistehn. 13. Laßt uns recht bitten allen Gott für die obrigkeit, Daß sie nach sein'm gefallen Regieren land und leut, Sein wort be fördern weit und breit, In kirchen und in schalen, Ganz lauter allezeit. 4. Um sechs ward er nackt und blos An das freuz geschlagen, An dem er sein blut vergoß, Betet mit wehklagen. Die zuseher spotten sein, Auch die bei ihm hingen, Bis die sonn auch ihren schein Entzog solchen dingen.nl 5. Jesus schrie zur neunten stund, Klaget sich verlassen, Bald ward gall in seinen mund Mit effig gelassen. Da gab er auf seinen geist, und die erd erbebet, Des tempels vorhang zerreißt, Und manchy fels zerklebet. liha suci hard 14. Ehr sei Gott in sein'm throne, Und Christo seinem sohn, Dem heilgen Geiste schone, Der woll uns beistand thun, Daß wir zu unsrer seligkeit Mit rechy tem glauben kommen, Die Christus hat bereit. dan ni topisup to Heinrich Müller(?). 6. Da man hat zur vesper- zeit Die schächer zerbrochen, Ward Jesus in seine seit Mit einem speer gestochen, Daraus blut und wasser rann, Die schrift zu erfüllen, Wie Johannes zeiget an, Nur um unfertwillen. $ depton Blog nonist 49. Christus, der uns selig macht, Kein bös hat begangen, Der ward für uns in der nacht 7. Da der tag sein ende nahm, Als ein dieb gefangen, Geführt Der abend war kommen, Ward vor gottlose leut, Und fälschlich Jesus vons kreuzes stamm Durch verklaget, Verlacht, verhöhnt Joseph genommen, Herrlich nach und verspeit, Wie dann die jüdischer art In ein grab geleschrift saget i at mist get, Allda mit hütern verwahrt, Wie Matthäus zeuget. i dond 2. In der ersten tages- stund Ward er unbescheiden, Als ein mörder dargestellt Pilato, dem heiden, Der ihn unschuldig befand, Ohn ursach des todes, Ihn derhalben von sich fandt Zum könig Herodes. pain the 8. Dhilf, Christe, Gottes sohn, Durch dein bitter leiden, Daß wir dir stets unterthan, All untugend meiden, Deinen tod und sein ursach Fruchtbarlich bedenten, Dafür, wiewohl arm und schwach Dir dank- opfer schenken. Böhmische Brüder.( Michael Weiß.) 3. Um drei ward der Gottes Sohn Mit geißeln geschmissen, Und sein haupt mit einer fron Von dornen zerrissen, Gekleidet 50. Da Jesus an dem kreuze zu hohn und spott Ward er sehr geschlagen, Und das kreuz zu seinem tod Mußt er selber tragen. stund, und ihm sein leichnam war verwundt So gar mit bittern schmerzen, Die sieben wort, Passions Gefänge. 33 die Jesus sprach, Betracht in sie jetzt von mir scheiden will, deinem herzen. Und mag nicht länger beiten. sid 9. Wer Gottes mart'r in ehren hat, und oft gedenkt der sieben wort, Deß will Gott eben pflegen, Wohl hie auf erd mit sei ner gnad, Und dort im ewgen leben, Vincenz Schmuck. 2. Zum erst'n sprach er gar füßiglich zu seinem Vat'r im himmelreich Mit kräften und mit sinnen: Vergib ihn'n Vat'r, sie wissen nicht, Was sie an mir beginnen. 3. Zum andern denk der gro= 51. Lamm Gottes unschulBen gnad, Die Gott am schäch'r bewiesen hat, Sprachy er gar gnädigliche: Fürwahr, du wirst heut bei mir sein In meines Vaters reiche. 15% ng as sam gasgal 4. 3um dritten gedenk sein'r großen noth, Laß dir die wort nicht sein ein spott: Weib, schau dein Sohn gar eben, Johannes, nimm dein'r mutter wahr, Sollt ihr gar eben pflegen. dig, Am stamm des kreuzes geschlachtet, Allzeit gefund'n geduldig, Wiewohl du warest verachtet. All sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu. 2. D Lamm Gottes, unschuldig, 2c. Erbarm dich unser, o Jesu. 3. Lamm Gottes unschuldig, 2c. Gib uns dein'n frieden, o Jesu. Nicolaus Decius. 5. Nun merket, was das viert wort was: Mich dürst so hart ohn unterlaß, Schrie Gott mit 52. Christe, du Lamm Gottes, lauter stimme; Das menschlich Der du trägst die fünde der welt, heil thät er begehrn, Der någ'l Erbarm dich unser. ward er empfinden. 6. Zum fünften denk der angst. dabei: Mein Gott, mein gott, am freuz er schrei, Wie hast du mich verlassen? Das elend, das ich leiden muß, Das ist groß üb'r die maßen. 7. Das sechste war ein träftig wort. Das mancher fünder auch gehört Aus seinem göttlichen munde: Es ist vollbracht mein leiden groß, Wohl hie zu dieser stunde. det and it mo 8. Zum siebenten: ich meine feel, Vater, in dein händ befehl, An meinen letzten Zeiten, Weil 2. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die sünde der welt, Erbarm dich unser. 3. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die sünde der welt, Gib uns dein' frieden, Amen. 53. Traurigkeit! herzeleid! Ist das nicht zu beklagen! Gott des Vaters einig find Wird ins grab getragen. track. 2. O große noth! Gott selbst ist todt, Am freuz ist er gestorben, hat dadurch das himmelreich Uns aus lieb erworben. 3. O menschenkind, Nur deine 3 834 Passions Gesänge. fund Hat dieses angerichtet, Da du durch die missethat Warest ganz vernichtet. 3. So nicht wär gekommen Christus in die welt, Und an will sich genommen unser arm ge4. Dein bräutigam, Das Got- stalt Und für unser sünde geteslamm, Liegt hier mit blut storben williglich, So hätten beflossen, Welches er ganz mildiglich Hat für dich vergossent. 5. süßer mund, D glaubens grund, Wie bist du doch zerschlagen? Alles, was auf erden lebt, Muß dich ja beklagen. 6. lieblich bild, Schön, zart und mild, Du Söhnlein der jungfrauen, Niemand kann dein heißes blut Sonder reu anschauen.bid mod cleison. 7. O felig ist Zu jeder frist, Der dieses recht bedenket, Wie der Herr der herrlichkeit Wird ins grab versenket. 8. Jesu du, Mein Hülf und ruh, Ich bitte dich mit thränen: Hilf, daß ich mich bis ins grab Möge nach dir sehnen. Johann Rist. wir müssen werden verdammet ewiglich, Kyrie eleiſon, Christe eleison, Kyrie eleison. nouniged 4. Solche große gnade und väterliche gunst hat uns Gott erzeiget lanter und umſonst, In Christo seinem Sohne, der sich gegeben hat In den tod des freuzes zu unsrer seligkeit, Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie 5. Deß sollen wir uns trösten gegen sind und tod, Und auch nicht verzagen vor der höllengluth, Denn wir sind errettet aus aller fährlichkeit, Durch Christum unsern Herrn, gelobt in ewigkeit, Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. 54. wir armen sünder! 6. Darum woll'n wir loben und danken allezeit Dem Vater und dem Sohne, und auch dem unsre miffethat, Darin wir heilgen Geist, Und bitten, daß empfangen und geboren sind, Hat gebracht uns alle in solche große noth, Daß wir unterworfen sind dem ew'gen tod, Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleiſon. sie wollen b'hüten uns vor gefahr, Und daß wir stetig bleiben bei seinem heilgen wort, Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. Hermann Bonnus. 2. Aus dem tod wir konnten Mel. Herr Chrift, der einig. durch uns'r eigen werk Nimmer 55. O Mensch, wollest bedenwerd'n errettet, die sünde war ken Mein bitter leiden groß. Ich zu stark; Daß wir würden erlö- will dir wieder schenken Das set, so komnts nicht anders sein, leben für den tød. Bei mir Denn Gottes sohn must leiden sollst du verbleiben, Ich hab dir des todes bittre pein, Kyrie elei- durch mein leiden Den himmel son, Christe eleison, Kyrie eleison. aufgethan.( 185) Mariam ard? Passions- Gesänge. 35 2. Ich hab dich nicht erlöset 8. Darum laßt euch genügen Durch silber noch durch gold, Am selben, was ihr han, Ich Hat mich mein blut gekostet, Wie will euch wohl zufügen Eu'r bist du denn so stolz? Auf erd'n nothdurst, sonder wahn. Ihr schäß zu erwerben, An deiner sollt gar nicht verzagen, Wann feel verderben, Gab ich dir auch ihr am jüngsten tage Vorm sohn die lebr? iste des menschen stahn. 3. Wer zeitlich gut begebret Für meine gütigkeit, Den soll der rost verzehren Und werd'n ihm ewig leid. Wohl in des himmels throne, Da findst du also schone Den schatz der seligfeit.dpunt And Ju 4. Die lilien auf dem felde, 56. Herzliebster Jeſu, was Wie zierlich sie da stahn, Bezahlen nicht mit gelde Die schönheit, die sie han. Salomo in fein'm gewande War nicht gleich einem blatte Derselben blümlein eins. 9. Gott sei lob, preis und ehre Gesagt in ewigkeit, Auch Christo, unserm Herren, Der uns hat zugesait Mit sein'm göttlichen munde, Zu helfen jeder stunde, Zur ew'gen seligkeit. 5. Die vöglein in den lüften Sich freuen ihrer nest, Die füchse in den klüften Haben von mir die fest. Ich hab gar nichts behalten, Da mein haupt liegen konnte, Was g'brechen habt ihr mun? 2. Du bist verspeit, geschlagen und verhöhnet, Gegeißelt und mit dornen scharf gekrönet, Mit essig, als man dich ans kreuz gehenket, Wirst du getränket. 3. Was ist die ursach aller solcher plagen? Ach meine sünden haben dich geschlagen! Ich, 6. Mein ist himmel und erde, ach Herr Jesu! habe dies verUnd all's, was drinnen ist: schuldet, Was du erduldet. Mein volk zu fuß und pferde 4. Wie wunderbarlich ist doch Hab ich geführt ohn list Wohl aus Egyptenlande, In starkheit meiner hande, In das gelobte land. diese strafe! Der gute hirte leidet für die schafe, Die schuld bezahlt der Herre, der gerechte, Für seine knechte. 7. Es sollen nicht auf morgen 5. Der fromme stirbt, der recht Die trenen diener mein Für und richtig wandelt, Der böſe speis und kleider sorgen: Die lebt, der wider Gott mißhandelt. sorg ist mein allein. Ich will Der mensch verwirkt den tod und ist entgangen, Gott wird gefangen. 6. Ich war von fuß auf voller 3* euch all ernähren, Vorm hunger euch erwehren, Fürwahr, das glaubet mir. hast du verbrochen, Daß man ein solch scharf urtheil hat gesprochen? Was ist die schuld? in was für missethaten Bist du gerathen? Passions- Gesänge. 36 schand und sünden, Bis zu dem scheitel war nichts guts zu finden, Dafür hätt' ich dort in der höllen müssen Ewiglich büßen. 7. O große lieb, o lieb ohn alle maße, Die dich gebracht auf diese marterstraße! Ich lebte mit der welt in lust und freuden, Und du mußt leiden. 8. Ach großer König! groß zu allen zeiten, Wie kann ich gnugsam solche that ausbreiten? Kein menschlich herze mag ihm dieß ausdenken, Was dir zu schenken. 9. Ich kanns mit meinen sinnen nicht erreichen, Mit was doch dein erbarmung zu vergleichen, Wie kan ich dir denn deine liebesthaten Im werk erstatten? nichts von todesschmerzen, Nehmen zu herzen. 14. Dieß alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen, Wirst du es doch nicht gar bei ſeiten ſetzen, In gnaden wirst du dieß von mir annehmen, Mich nicht beschämen.g Mel. Werde munter mein g. 57. Jesu, deine tiefe wunden, Deine qual und bittrer tod Geben mir zu allen stunden Trost in leibs- und seelennoth. Fällt mir etwas arges ein, Denk ich bald an deine pein, Die erlaubet meinem berzen Mit der sünde nicht zu scherzen. 2. Will sich dann in wollust weiden Mein verderbtes fleiscy und blut: So gedenk ich an dein 11. Weil aber dieß nicht steht leiden, Bald wird alles wieder in eignen kräften, Dem creuze gut; Kommt der satan, und die begierden anzuheften, So setzt mir heftig zu, halt ich ihm gib mir deinen geist, der mich für Deine gnad und gnadenregiere, Zum guten führe.zeichen: Bald muß er von dan12. Alsdann so werd ich deine nen weichen.deal huld betrachten, Aus lieb an dich die welt für gar nichts achten. Ich werde mich bemühen, deinen willen Stets zu erfüllen. 19.900 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme; Wenn ich des fleisches lüste dämpf und zähme, Daß sie aufs neu mein herze nicht entzünden Mit alten sünden. 15. Wann dort, Herr Jesu, wird vor deinem throne Auf meinem haupte stehn ein ehrenkrone, Da will ich dir, wann alles wird wohl klingen, Lob und dank singen. Joh. Heermann. ant fingen. Joh. Heermann. 3. Will die welt mein herze führen Auf die breite wollustbahn, Da nichts ist als jubiliren, Alsdann schau ich emsig an Deiner marter centner- last, Die du ausgestanden hast. So kann alles wagen, Kein creuz nicht ich in andacht bleiben, Alle böse achten, keine schmach noch pla- lust abtreiben. 13. Ich werde dir zu ehren gen, Nichts von verfolgung, 4. Ja, für alles das mich Passions Gesänge. 37 kränket, Geben deine wunden 4. Die wolken schreien weh kraft; Wenn mein herz binein und ach, Die felsen geben einen sich senket, Krieg ich neuen lebens krach, Den todten öffnet sich die saft; Deines trostes süßigkeit thür, Und sie gehn aus dem grab Wend in mir das bittre leid, herfür. Der du mir das beil erworben, Da du für mich bist gestorben. 5. Auf dich setz ich mein vertrauen: Du bist meine zuversicht: Dein tod hat den tod zerhauen, Daß er mich kann tödten nicht; Daß ich an dir habe theil, Bringet mir trost, schutz und heil, Deine guade wird mir geben Auferstehung, licht und leben. 6. Hab ich dich in meinem herzen, Du brunn aller gütig keit, So empfind ich keine schmerzen Auch im letzten kampf und streit. Ich verberge mich in dich: Welch feind kann verletzen mich? Wer sich legt in deine wunden, Der hat glücklich überwunden. Johann Heermann. Mel. Nun laßt uns den leib. 58. Nun gibt mein Jesus gute nacht, Nun ist sein leiden vollenbracht, Nun hat er seiner seelen pfand Geliefert in seins Vaters hand. 2. Kommt ihr geschöpfe, kommt herbei, Und machet bald ein flag- geschrei, Das grausam sei zur selben frist, Da Gott am creuz verschieden ist. 3. Des tempels vorhang trenne sich, Das erdreich bebe furchtsamlich, Die berge springen himmelan, Daß man den ab= grund schauen kann, 08 5. So muß der Herr der herrlichkeit Beläutet werden dieser zeit, Als man denselben in der still Hinab zur ruhstatt bringen will. 6. Die weiber stehen zwar von fern, Und wollten sehn den ausgang gern, Doch wissen sie nicht, wie man wohl Den leib zum grabe tragen soll. 7. Zuletzt begab sich in gefahr Josephus, der ein Rathsherr war, Der Christum liebt, und wollte nicht, Daß man ihn brächte vors gericht. a) 8. Getrost ist ihm sein herz und sinn, Drum geht er zu Pilato hin, Begehrt den leichnam Jesu Christ, Der ihm auch nicht verwegert ist. 9. Bald kommt der Nicodemus auch, Zu salben ihn nach altem brauch, Er bringt die besten specerei, Samt saubern tüchern mancherlei. 10. Da Jesus nun ist balsamirt, Und fein auf todten- art geziert, Da senket man ihn ſanft hinab, Und legt ihn in des Josephs grab. 11. Nun Gottes sohn, der uns erweckt, Wird selbst mit einem stein bedeckt: O mensch merk auch zu jeder frist, Daß dir ein grab bereitet ist. 12. Was trößet doch der arme staub? Der würger macht ihn 38 Paffions Gefänge. bald zum raub. Ach! prange stus, der im grab erwacht, Hat nicht, du trüber koth, Denn heut heilig auch mein grab gemacht. ein könig, morgen rødt. o 21. Bald kommt die liebe zeit 13. Es wird vielleicht nicht balsamirt Dein leichnam, noch so schön geziert, Es ist genug, wenn man ihn trägt, und ehrlich in ein grab hinlegt. 14. Doch freue dich, o frommes herz, Daß dich der sünden bittrer schmerz Hinführo nicht betrüben kann, Die selbst begrub der schmerzens- mann. 15. Nur er that deine bosheit ab, Und nahm sie gänzlich mit ins grab, Und als er ward vom tod entfreit, Da bracht er mit gerechtigkeit. 59. Jesu, meines lebens leben, Jefu meines todes fod, Der du dich für mich gegeben In äußerste verderben, Nur daß idy die tiefste feelen nöth, In das nicht möchte sterben Tauſendtausendmal sei dir, Liebſter Jefu, dank dafür. 2. Du, ach! du hast ausgestanden fästerreden, spott und in bobn, Speichel, schläge, strick und banden, Du gerechter Gottes fohn, Nur mich armen zu erretten Bon des teufels sündenfetten. Tausend tausendmal ſei dir, ic. in scatonin 3. Du hast laffen wunden schlagen, Dich erbärmlich richten zu, Um zu heilen meine pla gen, Um zu setzen mich in ruh. Ach! dit hast zit meinem ſegen zu Laffen sich mit fluchy belegen. Zausend tausendmal sei dir, Liebster 2c. 16. Sterb ich mun gleich, was ist es mehr! Steh ich doch auf mit pracht und ehr: Im grabe bleibt der fünden schlamm, Den ich aus dieser welt mit nahm. herbei, Wann uns der engel feldgefchrei Macht munter, daß wir Jesum selyn, Und zu des lammes hochzeit gehn. 17. Mein Heiland hat in jener nacht Den sabbath mir zu wegen bracht, Der hilft mir bald zur süßen ruh, Indem ich thu die augen zu. a mn 18. Hie leb ich aller unruh voll, Und wenn mans dennoch loben soll, So heißt es gleich wohl, daß hiebei Nur müh und angst gewesen sei. dildod 4. Man hat dich fehr kart verhöhnet, Dich mit großem 19. So bald ich aber aus der schimpf belegt, Gar mit dornen luft Gebracht bin in die dunkle angekrönet: Was hat dich dakluft, So wohn ich sicher, still, zu bewegt? Daß du möchteſt behend, Und all mein unglück midy ergötzen, Mir die ehrenhat ein end. #A tas fron aufsetzen. Tausend- tau20. Heißt das nicht wohl ein sendmal sei dir, Liebster Jefu ze. großer ruhm: Mein grab wird mir zum heiligthum, Denn Chri5. Du hast wollen sein geschlagen, zu befreien meine pein, 39 uns von dem ew'gen tod, Und tröst uns in der letzten nothin 3. Behüt uns auch vor sünd und schand, Reich uns deine allmächtig hand, Daß wir im freuz geduldig sein, Uns trösten deiner schweren pein. pl, od 4. Und draus schöpfen die zuversicht, Daß du uns werd'st verlassen nicht, Sondern ganz treulich bei uns stehn, bis wir durchs freuz ins Leben gehn. Christoph Bischer. Passions Gesänge. Fälschlich lassen dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein. Daß ich möchte trostreich prangen, Hast du sonder trost gehangen. Tausend tausendmal sei dir, Liebster sc. si at 6. Du hast dich in noth gestecket, Hast gelitten mit geduld, Gar den herben tod geschmecket, Um zu büßen meine schuld; Daß ich würde los gezählet, Hast du wollen sein gequälet. Tausend- tausendmal sei dir, d Liebster 2c. Mel. Nun lieg ich armes zc. 61. O Jesu Christ meins lebens licht, Mein heil, mein trost, mein zuversicht, Auf erden bin ich nur ein gast. Und drückt mich sehr der fünden last. 17. Deine demuth hat gebüßet Meinen stolz und übermuth, Dein tob meinen tod versüßet, Es kommt alles mir zu gut: Dein verspetten, dein verspeien, Muß zu ehren mir gedeihen. Tausend tausendmal sei dir, 2. Ich hab vor mir ein schwere Liebster zc.ndt reis Zu dir ins himmlisch para8. Nun, ich danke dir von deis, Da ist mein rechtes vaHerzen, Jesu, für gesammte terland, Daran du dein blut noth, Für die wunden, für die haft gewandt. d, Tschfit- 0078 schmerzen, Für den herben bittern tod, Für dein zittern, für dein zagen, Für dein tausend faches plagen. Für dein ach und tiefe pein Will ich ewig dankbar sein.nd thnad aut ind 4. Drum stärk mich durch das no Ernst Christoph Homburg. leiden dein In meiner letzten Mel. Herr Jefu Chrift, wabr.) Todespein, Dein blut- schweiß dall mich tröst und erquick, Mach 60. Wir danken dir, Herr mich frei durch dein band und Jeft Christ, Daß du für uns strick. Asilmisd-chi gestorben bist, Und hast uns 5. Dein backen- streich und rudurch dein theures blut Vor then frisch, Die fünden- striemen Gott gemacht gerecht und gut. mir abwisch, Dein hohn und 2. Wir bitten dich, wahr'r spott, dein dornen kron, Laß mensch und Gott, Durch dein sein mein ehre, freud und heilig fünf wunden roth, Erlös woun, bir san bilberdis 3. Zur reis ist mir mein herz sehr matt, Der leib gar wenig kräfte hat, Allein mein seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir.. 40 Oster- Gesänge. 6. Dein durst und gallen- trank 14. Alsdann mein'n leib ermich lab, Wann ich sonst keine neure ganz, Daß er leucht wie stärkung hab, Dein angst- ge- der sonnen glanz, Und ähnlich schrei komm mir zu gut, Bewahr sei dein'm klaren leib, Auch gleich mich vor der höllen- gluth. den lieben engeln bleib. 3 7. Die heiligen fünf wunden dein, laß mir rechte fels- löcher sein, Darein ich flich als eine taub, Daß mich der höllisch weih nicht raub. 15. Wie werd ich dann so fröhlich sein, Werd singen mit den engelein, Und mit der aus erwählten schaar Ewig schauen dein antlig flar. Martin Böhme. and bi n e 8. Wann mein mund nicht kann reden frei, Dein geist in meinem herzen schrei; Hilf, daß mein seel den himmel find, 62. Christ ist erstanden Von Ofter- Gesänge. Wann meine Augen werden blind. der marter alle, Deß solln wir alle froh sein, Christ der will unser trost sein, Alleluja. 9. Dein letztes Wort laß sein mein licht, Wann mir der tod das herz zerbrich:: Behüte mich vor ungebärd, Wann ich mein Haupt nun neigen werd. 10. Dein creuz laß sein mein wanderstab, Mein ruh und rast dein heilig grab, Und die reinen grab- tücher dein Laß meine sterbe- fleider sein. 2. Wär er nicht erstanden, So wär die welt vergangen; Eeit daß er erstanden ist, So lob'n wir den Herrn Jesum Christ, Alleluja. und h 3. Erstanden ist der heilige Christ, Der aller welt erlöser ist, Allel. Allel. Allel. Um 1150. rest 11. Laß mich durch deine någelmal Erblicken die genaden- 63. Christ lag in todes banwahl, Durch deine aufgespaltne den Für unsre sund gegeben, Seit Mein arme feele heim Der ist wieder erstanden, Und geleit.d him that uns bracht das leben, Deß 12. Auf deinen abschied, Herr! wir sollen fröhlich sein, Gott ich trau, Darauf mein letzte loben, und ihm dankbar sein, heimfahrt bau, Thu mir die Und singen: Allel. Allel. himmels thür weit auf, Wann ich beschließ meins Lebens lauf un 10 2. Den tod niemand bezwingen konnt Bei allen menschen- findern: Das macht alles unsre fünd, Kein unschuld war zu finden. Davon kam der tod so bald, Und nahm über uns gewalt, hielt uns in sein'm reich gefangen, Allel.or 13. Am jüngsten tag erweck mein'n leib, Auf daß ich dir zur rechten bleib, Daß mich nicht treffe dein gericht, Welchs das erschrecklich urtheil spricht. Ofter: Gesänge. 41 og 3. Jesus Christus, Gottessohn Ist auferstanden, Die sind hat An unser statt ist kommen Und er gefangen, Kyrieleif. bat die sunde abgethan, Damit dem tod genommen All sein recht und sein gewalt: Da bleibet nichts denn todsgestalt, Den stachel bat er verloren, Allel. 2. Der ohne Sünde war geborn, Trug für uns Gottes Zorn, hat uns verföhnet, Daß uns Gott sein Huld gönnet. Kyrieleis. 4. Es war ein wunderlicher frieg Da tod und leben rungen. Das leben behielt den sieg, Es bat den tod verschlungen. Die treten. Kyriel. Dr. Martin Luther. schrift hat verkündet das, Wie ein tod den andern frak, Ein spott aus dem tod ist worden, Allel. 5958 Deß blut zeichnet unser thür, Das bält der glaub dem tod fur, Der wurger kann uns nicht rühren. Allel. 3. Tod, sünd, tenfel, leben und gnad, All's in Händen er bat, Er kann erretten Alle, die zu ihm 5. Hie ist das rechte OfterLamm, Davon Gott bat geboten Das ist hoch an des creuzes stamm In beißer lich gebraten, gangen, Allel. 3 ti. So feiern wir das hoch fest Mit berzens freud und wonne, Das uns der Herr scheinen läßt, Er ist selber die sonne, Der durch seiner gnaden glanz Erleucht unfre berzen ganz: Der 65. Erstanden ist der heilig Christ. Alleluja. Der aller welt erlöſer ist, Allel. 2 Und wär er nicht erstanden, Allel. So war die welt ver7. Wir effen nun und leben wohl In rechten osterfladen: Der alte saurteig nicht soll Sein bei dem wort der gna den, Christus will die koste sein, Und speisen die feel allein: Der glaub will keins andern leben. Dr. Martin Luther. Allel. Und seit, daß er erstanden ist, Allel. Lob'n wir den Herrn Jefum Chrift, Allel. 4. Es gingen drei beilige frauen, Allel. Des morgens früb im thauen, Allel. 5. Sie ſucht'n den Herrn Jeſum Christ, Allel. Der von dem tod erstanden ist, Allel.ani 6. Sie funden da zween engel ſünden nacht ist vergangen, schon, Allel. Die tröst'n die Allel.# aminos frauen lobesan, Allel. Engel. 7. Erschrecket nicht und seid all froh, Allel. Denn den ihr fucht, der ist nicht da, Allel. Maria. 8. 8, Ach engel, lieber engel fein, Allel. Wo find ich doch den Herren mein? Allel. Engel. 64. Jesus Christus, unſer Heiland, Der den tod überwand, 9. Er ist erstanden aus dem 42 Ofter Gesänge. tror 10. Zeig uns den Herren Je sum Christ, Allel. Der von dem tod erstanden ist, Allel. Grab, Allel. Heut an dem heil- sein, Allel. Und Christ will unser gen ostertag, All.. tröster sein. Allel.in l pig mis per Maria.& indtando admil aid tod ગાય ની કાંસ{ 66. Christ ist erstanden von dem tod, Erquickt aus aller angst und noth, Ein könig in allem lande, Zerrissen sind alle bande, Herrlich ist jetzt sein schande.dou setx pairi Engel.isis. 11. Go tret't herzu und seht die statt, Allel. Da man ihn hine geleget hat, Allel. Maria. 2. Im glauben laßt uns zu ihm gahn. Es ist fürwahr fein falscher wahn, Er trägt noch seine wunden, Wahrhaftig ist er funden, Und tren an seinen freunden. 12. Der Herr ist hin, er ist nicht da, Allel. Wenn wir ihn hätt'n, so wärn wir froh, Allel. Engel. 13. Seht an das tuch darin er lag, Allel. Gewickelt bis an dritten tag, Allel. Maria. 14. Wir sehens wohl zu dieser frist, Allel. Zeig uns den Herren Jesum Christ, Allel.. Engel.mi 15. Geht hin ins Galiläisch 15. Geht hin ins Galiläisch land, Allel. Da findt ihr ihn, sagt er, zu hand, Allel. Pontes Maria. 19 16. Habt dank ihr lieben engel fein, Allel. Nun woll'n wir alle fröhlich sein, Allel. Engel.. 17. Geht hin, sagt das fankt Petro an, Allel. Und seinen jüngern lobesan, Allel. Maria zum Volk. 18. Nun singet all zu dieser frist, Allel.: Erstanden ist der heilig Christ, Allel. Gemein. 3. Wo ist nun der groß poch und zwang, Den der unglaub geübt hat lang? Christ war allein entschlafen; Mit seines wortes waffen Will er die welt jetzt strafen. ad 54 14. Sei wohlgemuth, du kleine heerd, In deiner trübniß hier auf erd, Du wirst auch überwinden, Gott hält ob feinen finden, Stark gnug ist er den feinden. D 31st 5. Herr Jesu Christ erweck uns all, Daß unser keins von dir abfall, Daß wir uns nicht versäumen, So du zu g'richt wirst kommen, Und sammeln deine frommen. in 2 ser 6. Gib uns, daß wir in mitt ler zeit keiner den andern haff noch neid, Wir sind all unnütz knechte, und von ein'm argent g'schlechte, Wo uns nicht hilft dein g'rechte. 67. Erschienen ist der herr19. Deß soll'n wir alle fröhlich lich tag, Dran sich niemand Ofter: Gesänge. 43 fahren lan, Das lebent fiegt, und g'wann ihm an, Zerstört ist nun all seine macht, Christ hat das leben wieder bracht, Allel. 10. Heut gehn wir aus Egyptenland, Aus Pharaonis dienst und band, Und das recht oster= lämmelein Wir effen heut im brod und wein, Allel. 11. Auch essen wir die süßen brod, Die Moses Gottes volk gebot, Kein sauerteig soll bei 4. Wen sucht ihr da? der engel uns sein, Daß wir von sünden sprach: Christ ist erstanden, der leben rein, Allel. dun 01508 hie lag, Hier seht ihr die 12. Der schlagend eng'l vorschweißtüchelein; Geht hin, über geht, Kein erstgeburt er sagt's bald den jüngern sein, Allel. bei uns schlägt, Unser thürfchwell hat Christi blut Bestrichen, Das hält uns in but, Allel.id nohund wil 13. Die sonn, die erd, all crea= tur, All's was betrübet war zuvor, Das freut sich heut an diesem tag, Da der welt fürst darnieder lag, Alleluja. 14. Drum wir auch billig fröhlich sein, Singen das alleluja fein, Und loben dich, Herr Jesu Christ, Zu trost du uns erstanden bist, Allel. Nicol. Hermann. gnug freuen mag, Christ unser Herr beut triumphirt, All seine feind gefangen führt, Allel. 2. Die alte schlang, die fünd und tod, Die höll, all jammer, angst und noth, Hat überwun den Jesus Christ, Der heut vom tod erstanden ist, Allel. 3. Am sabbath früh mit specerei Kamen zum grab Marien drei, Daß sie salbten Mariens Sohn, Der von dem tod erstanden schon, Allel. 5. Der jünger furcht und herzeleid Heut wird verkehrt in eitel freud, So bald sie nur den Herren sah'n, Verschwand ihr trauren, furcht und zag'n, Allel. 6. Der Herr hielt ein freundlich gespräch mit zweien jün gern auf dem weg. Vor freud das herz im leib ihn'n brannt, Am brodbrechen ward er er kannt, Allel. 7. Unser Simson, der theure or land held Christus, den starten löwen fällt, Der höllen pforten er hinträgt, Dem teufel all sein g'walt erlegt, Allel. budo 8. Jonas im wallfisch war drei tag, So lang Christus im Grab auch lag, Denn länger ihn der tod kein stund In seinem rachy'n behalten fonnt, Allel. 9. Sein raub der tod mußt 68. Am sabbath früh Marien drei Kamen zum grab mit specerei, Als jetzt der helle Tag anbrach, Und man die sonn aufe gehen fab, Allel, mading the 2. Wer wälzt uns von des grabes thür Den großen stein, der liegt dafür? Alsbald sie aber kamen dar, Der Stein davon gewälzet war, Allel... 44 Oster: Gesänge. 3. Da gingen sie zum grab barmherzigkeit Mit freuden in hinein, Und funden da die enge- dein herrlichkeit, Allel. Allel. lein Im grab sißen zur rechten Hand, In einem langen weißen g'wand, Allel. 4. Hier ist doch nichts denn angst und noth; Wer glaubet und hält dein gebot, Allel. Allel. Der welt ist er ein hohn und spott, Muß leiden oft ein'n schnöden tod. Allel. Allel. 4. Sie erschracken sehr vor dem gesicht, Der engel antwort: fürcht euch nicht, Ihr sucht den gekreuzigten Christ: Vom tod er auferstanden ist, Allel. 5. Nun kann uns kein feind schaden mehr; Ob er gleich murrt, ist ohn gefähr, Allel. Allel. Er liegt im foth, der arge feind, Dagegen wir Gott's finder seind, Allel. Allel. dal 6. Dafür wir danken allzugleich, Und sehnen uns ins himmelreich, Allel, Allel. Es ist am end, Gott helf uns all, So singen mir mit großem schall, Allel. Allel. 5. Da ſehet her, da ist die statt, An welcher er gelegen hat, So geht mun hin und sagts von stund Sein'n jüngern, und thuts Petro kund, Allel.la 6. In Galiläam sie heißt gehn, Da will der Herr sich lasſen ſehn. Zum grab sie gingen schnell hinaus, Es kam sie an ein furcht und grauß, Allel. 4. Wir danken dir, Herr Jesut Christ, Der du vom tod erstanden bist, und hast zerstört gewalt und macht, Und uns das leben wiederbracht, Allel 7. Gott dem Vater im höchsten thron, Sammt seinem eingebornen Sohn, Allel. Allel. Dem heilgen Geist zu gleicher weis In ewigkeit sei Lob und preis, Allel. Allel. Barthol. Gesius. Nic. Hermann. if you the mind i 70. Also heilig ist der tag, 69. Heut triumphiret Gottes Sohn, Der von dem tod erstanden schon, Allel. Allel. Mit großer macht und herrlichkeit, Deß dank'n wir ihm in ewig. keit, Allel. Allel. do Daß ihn niemand mit lob'n erfüllen mag, Denn der einige Gottes Sohn, Der die hölle überwand, Und den leidigen teufel darin band, Damit erlöst der Herr die Christenheit, Das that Christ selber, Kyrieleison. Nach dem Lateinischen des Ven. Fors tunatus: Salve festa dies. 2. Dem teufel hat er seine macht Zerstört, verheert in großer fraft, Allel. Allel. Wie pflegt zu thun ein großer held, Der seinen feind gewaltig fällt, 71. Nun ist auferstanden Mel. Jesa meine Freude zc. 320 Allel. Allel. m 3. O süßer Herre Jesu Christ, Aus des todes banden, Gott Der du der Sünder heiland bist, und menschen- sohn; Jesus hat Allel. Allel. Führ uns durch dein gesteget, Daß nun alles lie Ofter: Gefänge. get Unter seinem thron. Alle feind, So viel ihr seind, Hat er auf das haupt geschlagen, Ja gar schau getragen. 2. Daß er wollen sterben, War uns zu erwerben Heil und seligkeit; Nachdem dieß geschehen, Dürfen wir mun sehen, Daß vor kurzer Zeit Er zwar sich Wahrhaftiglich In den tod um unser leben Hab dahin gegeben. ist dima 3. Niemand wird nun finden, Daß von unsern sünden Noch was übrig sei, Weil der wieder kommen, Der sie übernommen; Ja, indem er frei, So ist nun Genug zu thun, Weil die zahlung just befunden, Reiner mehr verbunden. 45 muß mit seinen pfeilen Er vielmehr uns heilen. 7. Darum mir nicht grauet, Wenn mein geist anschauet, Daß noch in das grab Meine müden glieder Ich werd legen nieder, Weil ich dieses hab, Daß mein hort Mir diesen ort Selbst mit seinem leibe weihe, Daß ich ihn nicht scheue. 6. Laß die zähne blecken, Und die händ ausstrecken Wider uns den tod: Denn sein pfeil und bogen Finden sich betrogen: Es hat keine noth; Ob er trifft, Ists drum kein gift, Sondern 8. So sind all wir Christen Dir und deinen lüsten Todt, o eitelkeit. Wie wir uns nun haben Lassen mit begraben Hier in dieser dieser zeit, So wird er, Der große Herr, Uns hervor auch mit sich führen, Und mit fronen zieren. 9. Denn dieß sicher stehet: 4. Was will nun uns schaden, Weil das haupt nun gehet Aus Weil wir zu genaden Sind ein- dem grab heraus, Müssen auch mal gebracht? Will der teufel die glieder Sonder zweifel wiedräuen, Dürfen wir nicht der Aus dem todtenhaus, scheuen Sein verlorne macht: Wenn jeßtund Die liebe stund Hier ist der, Vor welchem er Shnen wieder gibt das leben, Augenblicklich 3u ihm sich begeben. Und hinweg sich heben. muß erbeben, 110. D der großen freude! 5. Hölle, willt du pochen? Der Wer wollt nun das kleide Diedich hat zerbrochen, Stellt sich ser sterblichkeit nicht getrost ablebend dar; Weil du nun gelas- legen? Weil ja doch hingegenfen, Und nicht mochtest fassen, Nach so kurzer zeit Jesus Christ Den der bürge war, So bast Bereitet ist, Ihn zu kleiden mit du Fort immerzu Deines rech- der sonne In der himmelstes dich begeben Wider unser wonne. leben. 1750 din Phil. Jac. Spener. and dwa tish 72. Jesus, meine zuversicht, Und mein Heiland, ist im leben: Dieses weiß ich, soll ich nicht Darum mich zufrieden geben, Was die lange todes- nacht Mir auch für gedanken macht? 46 Oster- Gesänge. 2. Jesus, der mein Heiland, freut, Jesus trägt euch, meine lebt, Ich werd auch das leben schauen, Sein, wo mein erlöser schwebt: Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein haupt sein glied, Welches es nicht nach sich zieht? glieder, Gebt nicht statt der traurigkeit! Sterbt ihr: Christus ruft euch wieder, Wann die letzt posaun erklingt, Die auch durch die gräber dringt. 3. Ich bin durch der hoffnung band zu genau mit ihm verbunden; Meine starke glaubenshand Wird in ihm gelegt befunden, Daß mich auch kein todes bann Ewig von ihm trennen 9. Lacht der finstern erdenkluft, Lacht des todes und der höllen; Denn ihr sollt euch durch die luft Eurem Heiland zugesellen. Dann wird schwachheit und verdruß Liegen unter eurem fuß. dier duit 18 fann. 4. Ich bin fleisch, und muß daher Auch einmal zu asche werden. Das gesteh ich, doch wird er Mich erwecken aus der erden, Daß ich in der herr lichkeit Um ihn ſein mög allegeit. Tham qed and liste 5. Dann wird eben diese haut Mich umgeben, wie ich gläube. Gott wird werden angeschaut Dann von mir in diesem leibe; Und in diesem fleisch werd ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner augen licht Wird ihn, meinen Heiland, kennen; Ich, ich selbst, kein fremder nicht, Werd in seiner 2. Alles, was lebt auf erden, liebe brennen: Nur die schwachheit um und an Wird von mir ſein abgethan. soll Gott loben, Reichlich ist sein gnad über uns erhoben, Freud, leben, stärk und kraft Hab'n wir ererbet; Höll, tod, des teufels macht Ist durch ihn verderbet. 7. Was hie fränket, seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen; Irdisch werd ich ausgesät, Himmlisch werd ich auferstehen. Hier geh ich natürlich ein, Nachmals werd ich geistlich sein. 8. Seid getrost und hoch ererhebt Von den lusten dieser 10. Nur, daß ihr den geiſt erhebt Von den lüsten dieser erden, Und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das herze da hinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein. mudd Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg. MDMP 73. Fröhlich wollen wir Halleluja singen, Aus hißiger begier unsers herzens springen: Sein gnad vertilget hat All unser sünde, In ihm haben wir Reiche schätz gefunden. 3. Gott sagt gnade zu all'n, die ihm vertrauen, Trost, hülf, schickt er zu den'n, so auf ihn bauen, fest steht und treulich hält, Ohn list und trügen, Wie Himmelfahrts Gesänge. 247 sein wort vermeldt, Denn er Dem Herren nachzufolgen, All. kann nicht lügend mit 16s alleluja. min 35 tisu di 4. Gott sei lob gesagt und 3. Wer nicht folgt und sein'n sein'm cingen Sohne, Heilgen willen thut, Dem ist nicht ernst Geist, Gott von art, gleich in zum Herren: Denn er wird auch ein'm throne, Von anbeginn er vor fleisch und blut Sein himwar, Bleibt auch bis ans ende, melreich versperren. Am glauben All welt sieht ihn klar, Herr, liegts, soll der sein recht, So von uns nicht wende.) splind wird auch g'wiß das leben in Johann Agricola. schlecht Zu Gott im himmel, abg'richtet, Alleluja. alleluja. Himmelfahrts- Gesänge. sh) 4. Solch himmelfahrt fäht in uns an, Bis wir den vater fin74. Christ fuhr gen himmel, den, Und fliehen stets der welte Da fandt er uns hernieder Sei- bahn, Thun uns zu Gottes kinnen wahren heiligen Geist, Da- dern: Die sehn hinauf, der mit tröst er die Christenheit Kyr. Vater b'rab, An treu und lieb 2. War er nicht hingangen, geht ihn'n nichts ab, Bis sie zus Der tröster wär nicht kommen; sammen kommen, Allel. allel. Seit daß er hingangen ist, Sop hab'n wir den Geist durch Jesum 5. Dann wird der tag erst Christ, Alleluja. nd freudenreich, Wann uns Gott zu ihm nehmen Und seinem Sohn wird machen gleich, Als wir denn jetzt bekennen. Da wird fich finden freud und muth In ewigkeit beim höchsten gut. Gott woll, daß wirs erleben, Allel. Alleluja. and 18 dopad 3. Gen himmel fuhr der heilig Christ, Der aller welt ein Heiland ist, Alleluja, alleluja, allel. allel. v Christophorus Solius. phora bied nierstado 75. Auf diesen tag bedenken wir, Daß Christ gen himmel g'fahren, Und danken Gott aus 6. Ehr sei dem Herren Jeſu höchster b'gier Mit bitt, er woll Christ, Der für uns all gestorbewahren Uns arme sünder hier ben Und wieder auferstanden auf erd, Die wir von wegen ist, Des vaters huld erworben, mancher g'fährd Ohn hoffnung Daß wir nun nicht in Adams hab'n kein troste, Allel. Allel. fall Umkommen und auch ster2. Drum sei Gott lob: der ben all, Sondern das leben weg ist g'macht, Uns steht der erben, Alleluja Alleluja. himmel offen: Christus schleußt med Johann Zwick( V. 1-5). auf mit großem pracht, Vorhindre stedfad war all's verschlosſen. Wers 76. Nun freut euch Gottes glaubt, deß herz ist freudenvoll, tinder all: Der Herr fährt auf Dabei er sich dann rüsten soll mit großem schall; Lobsinget 48 Himmelfahrts- Gesänge. ihm, lobsinget ihm, Lobsinget 10. Was uns die göttlich maihm mit heller stimm. jestät Am beilgen creuz erwor loll 2. Die engel und all himmels- ben hat, Das theilet aus der heer Erzeigen Christo göttlich heilig Geist, Darum er un er ehr, Und jauchzen mit fröhlichem Lehrer heißt. non 110 550) schall, Das thun die lieben engel all. aqeebist 3. Daß unser Heiland Jesus Christ, Wahr'r Gottes Sohn, mensch worden ist, Des freuen sich die engel sehr, Und gönnen uns gern solche ehr. 11. Der Vater hat den Sohn gesandt, Der Sohn wird anders nicht erkannt, Denn durch den heilgen Geist allein, Der muß die herzen machen rein. 4. Der Herr hat uns die stätt bereit, Da wir soll'n bleib'n in ewigkeit: Lobsinget ihm, lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit heller stimm. 12. So manche schöne Gottesgab Bringt uns der heilig Geist herab, Und uns vorm ſatan wohl bewahrt, Solchs schafft des Herren Himmelfahrt. 5. Wir sind erben im himmel reich, Wir sind den lieben engeln gleich, Das sehn die lieben engel gern, Und danken mit uns Gott dem Herrn. 13. So danfet nun dem lieben Herrn, Und lobet ihn von herzen gern, Lobsinget mit der engel chör, Daß man es in dem himmel hör. 14. Gott Vater in der ewigkeit, Es sagt dir deine Christenheit Groß ehr und dank mit höchstem fleiß, zu allen zeiten lob und preis. alising i 6. Es hat mit uns nun nimmer noth: Der fatan, sünd und ew'ger tod, Allsammt zu schanden worden sind Durch Gottes Durch und Marien kind. d gror 7. Den heilgen Geist send er herab, Auf daß er unsre herzen lab, Und uns tröst durch das göttlichy wort, Und uns behüt vors teufels mord. 15. Herr Jesu Christe Gottes sohn, Gewaltig, herrlich prächtig, schon, Es dantt dir deine Christenheit Von nun an bis in ewigkeit. niend all ordstio 16. O heilger Geist, du wahrer Gott, Der du uns tröst iu 8. Also baut er die Christen- aller noth, Wir rühmen dich, heit Zur ew'gen freud und selig- wir loben dich, Und sagen dir feit. Allein der glaub an Jesum dank ewiglich, who wist n'dod Christ Die recht erkenntniß Got- dol ho Erasmus Alberus. tes ist. s 9. Der heilig Geist den glauben stärkt, Geduld und hoffnung in uns wirkt, Erleucht und macht die herzen fest Und uns in trübsal nicht verläßt. tim Mel. Erschienen ist der herrl. 77. Ats vierzehn tag nach ostern warn, Und Christus wollt gen himmel fahrn, B'schied er ſein jünger auf ein berg, Vol Himmelfahrts- Gesänge. 49 hie? Alteluja.d and scher lendt hat er sein amt und werk, Was seht ihr viel gen himmel Alleluja.) 2. Er sprach: all ding erfüllet sind, Die man von mir gefchrie ben findt In Propheten und Mosis lehr, Die schrift er ihn'n ausleget klar, Alleluja. 3. Also, sprach er, hats müssen sein, Daß Christus litt des todes pein, Und mußt wieder vom tod aufstehn, Durch creuz und tod in sein reich gehn, Allel. 10. Dieser Sesus ist aufgenomm'n In himmel, und wird wieder komm'n, Gleich wie er aufführ von euch jetzt, Zu's Baters rechten er nun sitzt, Alleluja. isipiers mi id un 11. Sein reich hat er gefangen an, All's muß ihm nun sein unterthan, Durchs wort er selbst. sein kirch regiert, Mit gaben er sie schmückt und ziert, Alleluja. 12. Wie er nun in die höh auffuhr, Deffnet er uns die himmelsthür, Die g'fängniß mit sich g'fangen führt, Ohn end er nun herrscht und regiert, Alleluja. 4. Sm himmel ist mir all gewalt Gegeb'n, auf erden gleicher g'stalt, Des sollt ihr meine zeugen sein, Solchs wird mein geist euch lehren fein, Alleluja. 5. Geht bin und predigt in mein'm nam Vergebung der sünd jedermann, Tauft und 13. Am jüngsten tag er zum lehrt alle völker gleich, Und gericht Wird kommen, und aus fammlet mir ein ewig reich, bleiben nicht; Sein schäflein er Alleluja. durable absondern wird Von böcken der 6. Wer glaubet und sich tau getreue hirt, Alleluja.pion fen läßt, Derselb die feligkeit 14. Auf dein Zukunft mit herempfäht; Wer aber nicht glaubt, zens b'gier Und seufzen, Herr wird verdammt; Macht solche Christ, hoffen wir; Komm, liein aller welt bekannt, Alleluja, ber Herr, erlös uns schier, Hol 7. All's, was ihr von mir habt uns aus dem elend zu dir, Allel. gehört, mit fleiß dasselb ste halten lehrt: Ich will bei euch fein bis ans end. Wartet, bis ich mein'n geist euch send, Allel. 8. Darnach hub auf der Herr sein händ, Gesegnet sie, und schied behend Von ihn'n und fuhr in himmel hoch, Elend die jünger sahn hernach, Alleluja. 9. In weißen kleidern stunden da Zween männer, die sagten also: O ihr männer von Galilä, Nicolaus Hermann. Mel. Erstanden ist der heilig. 78. Gen himmel aufgefahren ist, Alleluja. Der könig der ehren, Sesus Christ, Alleluja. 2. Er sitzt zur rechten Gottes hand, Alleluja. Herrscht über himm'l und alle land, Alleluja. 3. Nun ist erfüllt, was g'schrie ben ist, Alleluja. Im pfalmen von dem Herren Christ, Allel. 4. Nun sitzt beim Herren Da4 Pfingst Gesänge.mic 50 vids Herr, Alleluja. Wie zu ihm g'sprochen hat der Herr, Allel. 5. Nun dankt dem Herrn Jesu Christ, Alleluja. Der in himmel g'fahren ist, Alleluja. 6. Lob sei der heilgen Dreifaltigkeit, Alleluja. Von nun an bis in ewigkeit, Alleluja. Melchior Frank. 20E Mel. Allein Gott in der höh Mel. Bon Gott will ich. 80. Allein auf Christi Him79. Freut euch, ihr Christen melfahrt Mein nachfahrt ich alle: Der siegsfürst, Jeſus thu gründen, Allein auf seine Christ, Gen himmel fährt mit hülf ich wart, Und bitt, er woll schalle, Weil er erstanden ist; mir senden Sein himmlische Erlöset uns von pein, Den teu- Gnad oben h'rab, Daß ich der fel überwindet, Mit Gott uns welt mag sagen ab, Und was recht verbindet: Wer wollt nicht droben ist, suchen. it fröhlich sein? 5. Uns hast du nicht verlas sen, Du wirst noch bei uns sein, Uns trösten aus der maßen, Dein Wort erhalten rein; Hilf uns zu jeder frist, Daß wir in kurzen jahren Mit dir gen himmel fahren, Du liebster Jesu Christ! ndoa 2. Weil er gen himmel sich ge wendt, Das irdische verlassen, mein herz auch nirgends ruhe findt, Es will nun diese straßen Zur himmlischen ruh, freud und ehr, Wo Christus ist, sein haupt und Herr, Dabei will es auch ruhen. n dn: 100m usod 3. Ach laß, Herr Christe, mich die gnad Von dein'r auffahrt empfangen, Daß mein herz hie die nachfahrt hab, Bis daß ich werd erlangen Das himmelfahrn mit seel und leib, Dir zu ehren und mir zur freud: So will ich dir lob singen. Josua Wegelin. IDA JUN 2. Die jünger Christi stehen Recht gottesfürchtger art, Mit großem wund'rn ansehen Des Herren himmelfahrt; Die reinen geisterlein Dem höchsten Gott lobsingen, Mit hüpfen und mit springen Gleiten Christum hinein. # 3. Gott Vater, hoch im throne, In seiner herrlichkeit Den Sohn empfähet schone, Mit schmuck und ehr'n bekleidt: Zur rechten hand ihn stellt, Daß er ohn end regiere, Und weislich alles führe, Mächtig in aller welt. 4. Insonderheit den frommen Die besten gaben sendt, Die hoch vom himmel kommen, Sich ihnen selbst verpfändt, Den weg der wahrheit weist, Daß sie zu Gottes ehren An allen orten Lehren, Schenkt ihn'n den heil gen Geist, mind tgh mast Pfingst Gesänge. 81. Nun bitten wir den heiligen Geist Um den rechten glauben allermeist, Daß er uns behüte an unserm ende, Wannt Pfingst- Gesänge. 51 wir heimfahren aus diesem du gar bald Mit zungen in elende, Kyrieleison. nnst alle land. bon hid 2. Du werthes licht, gib uns deinen schein, Lehr uns Jesum Christ fennen allein, Daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, Der uns bracht hat zum rechten vaterland, Kyriel. 3. Du süße lieb, schenk uns deine gunst, Laß uns empfinden der liebe brunst, Daß wir uns von herzen einander lieben, Und im friede auf einem sinne bleiben, Kyrieleison. 5. Des feindes list treib von uns fern, Den fried schaff bei uns deine gnad, Daß wir dein'm leiten folgen gern, Und meiden der seelen schad. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, Dazu Jesum Christ, seinen Sohn, Daß wir des glaubens werden voll, Dich beider geist zu verstehn. 7. Gott Vater sei lob und dem Sohn, Der von den todten auferstund, Dem tröster sei dasselb gethan, Ju ewigkeit alle stund. Dr. Martin Luther verdeutschter Hymnus Karts des Großen: Veni creator spiritus. 4. Du höchster tröster in aller noth, Hilf, daß wir nicht fürchten schand noch tod, Daß in uns die sinne nicht gar verzagen, Wann der feind das leben wird verklagen, Kyrieleison. S 83. Komm, heiliger Geist, Dr. Martin Luther. Herre Gott, Erfüll mit deiner 82. Komm, Gott Schöpfer, gnaden gut, Deiner gläubigen Heiliger Geist, Besuch das herz herz, muth und sinn, Dein brunder menschen dein, Mit gnaden stig lieb entzünd in ihn'n. O sie füll, wie du weißt, Daß dein Herr, durch deines lichtes glanz Zu dem glauben versammelt geschöpf vorhin sein. hast Das volk aus aller welt zungen, Das sei dir, Herr, zu lob gesungen, Halleluja, Halleluja. 2. Du heiliges licht, edler hort, Laß uns leuchten des lebens wort, Und lehr uns Gott recht erkennen, Von herzen Vater ihn nennen. D Herr! behüt vor fremder lehr, Daß wir nicht meister suchen mehr, Denn Jesum Christ mit rechtem glauben, Und ihm aus ganzer macht vertrauen, Halleluja, Halleluja. on 105) BONE 4* 2. Denn du bist der tröster genannt, Des allerhöchsten gabe theur, Sein geistlich falb an uns gewandt, Ein lebend brunn, lieb und feur. 3. Zünd uns ein licht an im verstand, Gib uns ins herz der liebe brunst; Das schwach fleisch in uns, dir bekannt, Erhalt fest dein kraft und gunst. 4. Du bist mit gaben siebenfalt Der finger an Gotts rechter hand, Des Vaters wort g bst 52 Pfingst Gesänge. kanser 3. Du heilige brunst, süßer Auf seinen Namen sich taufen trost, Nun hilf uns fröhlich und lan: Das wär der Christen getrost In dein'm dienst bestän- orden. dig bleiben. Die trübfal uns nicht abtreiben. D Herr, durch dein kraft uns bereit, Und stärk 3. O wie ein gnadreich jubeljahr, In dem uns jetzt wird of fenbar Die lösung Gott's auf des fleisches blödigkeit, Daß erden: Der hall geht durch die wir hie ritterlich ringen, Durch tod und leben zu dir dringen, Halleluja, Halleluja. Dr. Martin Luther verdeutschter Hymnus aus dem 11. Jahrhun: Veni sancte spiritus reple dalt top() dert: ganze welt, Daß uns der lieb Gott nicht mit geld, Noch kein'm zeitlichen werthe Erlöset hat vons teufels ruth, Sondern mit seins Sohns tod und blut, Der hats reich eingenommen. Sein'n geist schickt er vons Vaters hand, Der siegel sein soll und das pfand, Daß wir nachkommen sollen. 4. O Herr! nun gib, daß uns auch find' In fried und g'bet der seelen wind, Weh hin der sünden staube Von unſerm g'müth, und füll das haus Dein'r heilgen g'mein, das werk mach aus, Daß aufgeh rechter glaube, Und unser zung ganz feurig werd, Red' nichts, denn dein lob hie auf erd, Und was den nächsten banet. Brenn aus den rost der alten haut, Daß wir werden dein' neue braut; Irrt nicht, ob dem fleisch grauet. Mel. O Mensch, denk an dein. 84. Jauchz' erd, und himmel dich ergell, Die wunder Gotts mit freud'n erzähl, Die er heut hat begangen. An sein'm trost losen häuflein klein, Das saß mit still friedsam in ein, Mit g'bet hat groß verlangen, Daß es getauft würd mit dem Geist, Der kam einsmals mit feuers gneist, Mit g'tös und starkem winde, Das haus erfüllt er überall, Die zungen sah man in dem faal Zertheilt, sie red'ten g'schwinde.wipuleg 2. Sich that ganz auf des himmels schrein. Man meint, sie wären voller wein, All welt 5. Wir hab'n gehört dein that sich verwundern; Mit an- wort jetzt lang, Welches doch dern zungen redt'n sie all, Lob- mur ist ein anfang Des glauten Gott's große that'n mit bens, der dich ehret; Dein feld schall, Der geist that sich er ist g'pflanzt und g'wässert wohl, muntern, Daß sie sich machten Darum man dich jetzt bitten auf den plan, zu lehren Chri- soll, Daß solch gut werd gestum fingen an, Wie er der mehret, Und du dein'n segen Herr wär worden, Und daß mildiglich von oben reichest man sollt von Sünd abstahn, gnädiglich, Und gebst selig ge Pfingst Gesänge. 53 deiben, Daß wir stark werden Tief zu seufzen, und im dürren durch dein'n geist, Sonst sind wir träg, schwach, wie du weißt, Der Vater woll uns gieben! Nach dir, reicher Strom, zu girren. 85. Brunnquell aller güter. 6. Wahrer menschen- schöpfer, Unsers thones töpfer, Gott von ewigkeit, Zunder keuscher liebe, Gib daß ich mich übe Herrscher der gemüther, eben- Auch im kreuz und leid, Alles diger wind, Stiller aller schmerzen, Dessen glanz und kerzen Mein gemüth entzündt, Lehre meine schwache saiten Deine fraft und lob ausbreiten. dir anheim zu stellen, Und mich tröst in allen fällen. 2. Starker Gottesfinger, Fremder sprachen bringer, Süßer herzens saft, Tröster der betrübten, Flamme der verliebten, Alles Odems kraft, Gib mir deine brunst und ga- 8. Laß den sohn der höllen ben, Dich von herzen lieb zu Nicht mit lüsten fällen Meiner baben. ptage lauf, Nimm nach diesem 7. Führe meine fachen, Meinen schlaf und wachen, Meinen tritt und gang, Glieder und gesichte, Daß mein arm gedichte, Daß mein mein schlecht gesang, Wandel, werk und stand vor allen, Dir, o Bater, mög gefallen. bringer, Daß 20 3. Bräutigam der seelen, Laß leiden Mich zur himmels freumich in der höhlen Deiner den, Deinen diener, auf, Da lieblichkeit Ruh und zuflucht soll sich mein mund erheben, finden, Laß mich von den win- Dir ein Alleluja geben. den Trüber noth befreit. Komme berfür, o gnaden- sonne, Küsse mich mit trost und wonne. nop Johann Franck. Mel. Jesu, meine freude, m. 4. Theure Gottes gabe, 86. Ursprung wahrer freuden, Komm, o komm, mich labe, Komm in meinem leiden, Und Sieh, ich bin verschmacht; erfreue mich, Strafe meine Komm, o mein verlangen, sünden, Doch daß ich mag finKomm, mein lieb, gegangen, den, Daß du kräftiglich Dich in Denn mein herze lacht! Wird mir, Owerthe zier, Haft ergosvon neuem ganz erquicket, sen, daß dein lieben Sch hier Wann es labsal, dich, er aus mag üben. blicket. ndises and 2. Laß nicht lieb erkalten In mir, sondern balten Meines Herren wort, Lehre mich ergründen Dieß wort, laß mich finden Hier an meinem ort, 5. Wie ein hirschlein gehnet, Sich nach Wasser sehnet, Wann es wird gejagt, So pflegt mein gemüthe, Herr, nach deiner güte, Wann es wird geplagt, Werthes licht, Was mir ge 54 Pfingst Gesänge. zagen. bricht, Doch laß mich in meinem werthen Geistes weit herum klagen, Gleichwohl nicht ver Geführet und getragen. O i welchy ein schatz, Der seinen 3. Auch wollst du in zeiten platz Bei frommen feelen ſuchet: Mich behutsam leiten Alle Wer den nicht nimmt Und ihm wahrheit ein, Daß ich möge zustimmt, Bleibt ewiglich verkämpfen Ritterlich und dämpfen, fluchet.. sums C Was mir bringet pein; Wann 4. Hier schauet man des glaudie sünd Auf mich geschwind bens gold, Hier wird man frei Ihren stachel schießt, mich von sünden, Hier läßt ein reistärke, Daß ich trost ver- cher gnaden- hold Sich übermerke.bom na jah non flüssig finden, Hier ist das brod, To in der noth Kann unsre seelen laben, Hier findet sich Für dich und mich Viel tausend schöne gaben. 4. Wann ich nun soll sterben, Und mein fleisch verderben, Da verlaß mich nicht, Tritt mir an die feite, Hilf, daß ich so streite, Daß ich ins gericht Ja nicht komm; O mache fromm Mich, daß ich in diesem leben Blos mög hiernach streben. 5. Heut hat der große himmels- Herr Herolde ausgesendet. Schaut seine tapfre prediger, Die haben sich gewendet An manchen ort, Da klingt ihr Mel. Durch Udams fall ist. dit wort: Thut buß ihr leut auf 87. Hent ist das rechte jubel- erden, Dieß ist die zeit, Welch' fest Der firchen angegangen, euch befreit, Und lässet selig Daran ein glanz sich sehen läßt werden. In di Des geistes, den empfangen 6. Es läßt die wunderschöne Der jünger schaar, Welch of- braut Sich hören auf den wefenbar Von diesem himmels- gen, Sie tritt hervor und regen Beneßet ist, Dieß, o schreiet laut: Da kommt nun mein Christ, Kann euer segen. Macht auf die thür: muth bewegen. Jetzt geht herfür Der geist mit pracht und ehren, Der will in euch Sein herrlich reich Erbauen und vermehren. herz und 2. Auf, meine feel, auf und vernimm, Wie doch in allen gassen Gehöret wird die freu den- stimm: Euch ist die sünd erlassen, Nun seid ihr frei, Es sind entzwei Der Höllen starke fetten, Ein fünder kann Vor jedermann Jetzt auf den schauplatz treten. mamp 7. Seht, hier ist lauter trost und licht, Seht hier sind gnaden- zeichen, Hier darf kein Christ sich fürchten nicht, Hier muß der satan weichen; Des höchsten mund Macht einen bund Mit juden und mit heiden, Troß jedermann! Nun 3. Nun wird das Evangelium Auf einem wunderwagen Des Pfingst Gesänge. 55 nichts uns kann Von Gottes Herr, laß mich bald des feuers liebe scheiden. sidst g'walt, Das himmlisch heißt 8. O großer tag, o güldner empfinden, Und alle noth, Ja tag, Deßgleichen nie gesehen, selbst den tod, Durch solches O tag, davon man sagen mag, überwinden. Daß wunder sind geschehen Sm Johann Rist. himmelreich, Als auch zugleich im Met. Was willt du dich zc. Hier unten auf der erden: Gott fähret auf, Des Geistes lauf 88. Zeuch ein zu deinen thoren, Muß uns hienieden werden.. 9. Der jünger zungen gleichen sich Den schallenden posaunen, Ihr haupthaar brennen wunderlich, Das volk will schier erstaunen. Es bricht heraus In ihrem haus Ein wort von großen thaten. welch ein O glanz, Der himmlisch ganz, Ist auf dieß volk gerathen. Sei meines herzens gast, Der du, da ich geboren, Mich neu geboren hast, D hochgeliebter Geist Des Vaters und des Sohnes, Mit beiden gleiches thrones, Mit beiden gleich gepreist. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden Und schmecken deine kraft, Die kraft, die uns von sünden Hülf und Errettung schafft; Entsündge meinen sinn, Daß ich mit reinem geiste Dir ehr und dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. one sided 10. Es lassen sich luft, feur und wind Voll wunders sehn und hören, Welch, ob sie wohl nicht einig sind, Hie niemand doch versehren; Des windes kraft hat nur geschafft, Daß sich die schwachen stärken; Wer ihn nur hat, Kann trost und rath In allem trübsal merfen. es tid song 3. Ich war ein wilder reben, Du hast mich gut gemacht; Der tod durchdrang mein leben, Du hast ihn umgebracht, Und in der tauf erstickt, Als wie in einer fluthe, Mit dessen tod und blute, Der uns im tod erquickt. 11. O süßer tag! nun wird der geist Vom himmel ausgegossen; Der geist, der uns der welt entreißt, Und uns als reichs- genossen Der sterblichkeit So gar befreit, Zu Jesu lässet kommen: Ach! würd ich bald Auch dergestalt An diesen ort genommen.od and stan 4. Du bist das heilig öle, Dadurch gesalbet ist mein leib und meine seele Dem Herren Jeſu Christ Zum wahren eigenthum, Zum priester und propheten, Zum könig, den in nöthen Gott schützt vom heiligthum. 12. O guter Geist, regiere doch mein herz, daß ich dich liebe, Daß meine seel im sündenjoch Hinfort sich nimmer übe. 5. Du bist ein geist, der lehret, Wie man recht beten soll: Dein beten wird erhöret, Dein singen klinget wohl, Es steigt zum himmel an, Es steigt, und läßt 56 Pfingst Gesänge. nicht abe, Bis der geholfen habe, reiner glaubens- zier, Die häuDer allein helfen kann, dini ser und die güter Mit segen 6. Du bist ein geist der freu- für und für: Vertreib den böden, Von trauren hältst du sen geist, Der dir sich widernicht, Erleuchtest uns im leiden seßet, Und was dein herz erMit deines trostes licht. Ach ja, gößet, Aus unserm herzen reißt. wie manchesmal Hast du mit süßen worten mir aufgethan die pforten Zum güldnen himmels- saal. 7. Du bist ein geist der liebe, Ein freund der freundlichkeit, Willt nicht, daß uns betrübe Zorn, zant, haß, neid und streit. Der feindschaft bist du feind, Willt, daß durch liebesflammen Mel. Freu dich sehr, o meine. Sich wieder thun zusammen, 89. O du allersüßte freude! Die voller zwietracht seind. : 18. Du, Herr, haft selbst in D du allerschönstes licht, Der händen Die ganze weite welt, du uns in lieb und leide UnbeKannst menschenherzen wenden, suchet läsfest nicht, Geiſt des Wie dir es wohlgefällt: So gib höchsten, höchster fürst, Der du doch deine gnad Zum fried und hältst und halten wirst Ohn liebesbanden, Verknüpf in al- aufhören alle dinge, Höre, höre, len landen, Was sich getrennet was ich singe. so i hat, ds A GRATIS 2. Du bist ja die beste gabe, Die ein mensche nennen kann, Wann ich dich erwünsch und habe, Geb ich alles wünschen dran. Achh! ergib dich, komm zu mir In mein herze, das du dir, Da ich in die welt geboren Selbst zum tempel auserforen. 9. Erhebe dich und steure Dem herzleid auf der erd, Bring wieder und erneure Die wohl fahrt deiner heerd! Laß blühen wie zuvor Die länder, so verheeret, Die firchen, so zerstöret Durch krieg und feuers- zorn. 10. Beschirm die policeien, Bau unsers Fürsten thron, Daß er und wir gedeihen, Schmück, als mit einer fron, Die alten mit verstand, Mit frömmigkeit die jugend, Mit gottesfurcht und tugend Das volk im ganzen land. 11. Erfülle die gemüther Mit 12. Richt unser ganzes leben Allzeit nach deinem sinn, Und wann wirs sollen geben Ins todes rachen hin, Wanns mit uns hie wird aus, So hilf uns fröhlich sterben, Und nach dem tod ererben Des ew'gen lebens hans. Paul Gerhardt( abgekürzt). 3. Du wirst aus des himmelsthrone Wie ein regen ausgeschütt, Bringst vom Vater und dem Sohne Nichts als lauter segen mit: Laß doch, o du werther gast, Gottes segen, den du hast Und verwalt'st nach deinem willen, Mich an leib und seele füllen. aint Pfingst Gesänge.no 57 Ich will seinen schnöden wegen Mich mit ernst zuwider legen. 9. Nur allein, daß du mich stärkest, Und mir treulich stehest bei. Hilf, mein helfer wo du merkest, Daß mir hülfe nöthig sei; Brich des bösen fleisches sinn, Nimm den alten willen hin, Mach ihn allerdinges neue, Daß mein Gott sich meiner freue. 10. Sei mein retter, halt mich eben; Wann ich sinke, sei mein stab; Wann ich sterbe, sei mein leben; Wann ich liege, sei mein grab; Wann ich wieder aufersteh, Ei, so hilf mir, daß ich geh Hin, da du in ew'gen freuden Wirst dein' auserwählte weiden. Paul Gerhardt. 1 14. Du bist weis und voll verstandes, Was geheim ist, ist dir kund, Zählst den staub des kleinen sandes, Gründ'st des tiefen meeres grund: Nun du weißt auch zweifels frei, Wie verderbt und blind ich sei, Drum gib weisheit, und vor allen, Wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden Wo man rein und sauber ist, Fleuchst bingegen schand und sünden, Wie die tanben stank und mist: Mache mich, o gnaden quell, Durch dein waschen rein und hell, Laß mich fliehen, was du fliehest, Gib mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein schäflein pfleget, Frommes herzens, sanftes muths, Bleibst im lieben unbeweget, Thust uns bösen 90. Des heilgen Geiſtes reiche alles guts: Ach! verleih und gnad Die herzen der Apostel gib mir auch Diesen edlen sinn hat Erfüllt mit seiner mildigund brauch, Daß ich freund keit, Geschenkt der sprachen und feinde liebe, Keinen, den unterscheid. du liebst, betrübe. 7. Mein hort, ich bin wohl zufrieden, Wenn du mich nur nicht verstößt; Bleib ich von dir ungeschieden, Ei so bin ich gnug getröst. Laß mich sein dein eigenthum, Ich versprech hinwiederum, Hier und dort all mein vermögen Dir zu ehren anzulegen. 8. Ich entsage alle deme, Was dir deinen ruhm benimmt; Ich will, daß mein herz annehme Nur allein, was von dir kömmt. Was der satan will und sucht, Will ich halten als verflucht: 2. Die Christus hat zuvor gesendt, Und heißen gehn an der welt end, Zu pred'gen in allen zungen Das rein wort alten und jungen. 3. Sagend zu ihnen: nehmet wahr Den heilgen Geist jetzt offenbar, Erlaßt die sünd den glaubigen, Behalts den unbußfertigen. 4. Da ihr gleich vor der obrigkeit Müßt stehn mit großer fährlichkeit, So kümmert euch darum nicht sehr, Wie ihr verantwort meine lehr.d 5. Der geist wird geben euch 58 Von der Heil. Dreieinigkeit. zur stund Verstand, und öffnen mit allen rechten Christen Ent euch den mund, Daß euch kein list noch g'walt so groß Von meines worts bekenntniß stoß. fliehen teufels lüsten, mit waffen Gotts uns rüsten. Amen, amen, das sei wahr, So singen 6. Drum preiset des trösters wir Alleluja.org Auto wohlthat, Der alle ding erschaf- 2. Jesu Christ, du treuer hort, fen hat, Der sünd und irrthum Führ uns auf rechter straßen, von uns wendt, Die flamm der, Der du bist des vaters wort, lieb ins herze sendt. Der Hymnus: Spiritus sanctis gratia. Von der Heil. Dreieinigkeit. Auf das Fest Trinitatis. Mel. Komm Gott schöpfer. 91. Der du bist drei in einigkeit, Ein wahrer Gott von ewigkeit, Die sonn mit dem tag von uns weicht, Laß uns leuchten dein göttlich licht. 2. Des morgens, Gott, dich loben wir, Des abends auch beten vor dir: Unser armes lied rühmet dich Jetzt und, immer und ewiglich. 3. Gott Vater, dem sei ewig ehr, Gott Sohn, der ist der einig Herr, Und dem tröster heiligen Geist Von nun an bis in ewigkeit. Amen. Dr. Martin Luther, verdeutschter Hymnus des b. Umbrosius: 0 lux beata trinitas. Darauf wir uns verlassen. Du hast uns durch deinen tod Das das licht und leben, Vom vater ewig reich erworben, Du bist uns gegeben; Du bist unser himmels brod, Gerechtigkeit und weisheit, Du bist das haupt der Christenheit, Der fried, der weg, die wahrheit, Von Maria geboren bist, Gelobet seist du, Jesu Christ. 3. Heilger Geist, die dritt person Der Gottheit, gleicher ehren Mit dem Vater und dem Sohn, Wollst uns den glauben mehren. Dich uns Christ beim vater hat Durch seinen tod erworben, Erschein uns mit genaden, So wird das wort gerathen, Hilf, daß sich zu Christ dem Herrn Die armen leut bekehren, Du kannst von Christ recht lehren, Dem bösen satan wehren. Alleluja singen wir, Dr Martin Luther( V. 1 verbesſerHilf uns heiliger Geist, zu dir. tes Bittfahrtslied aus dem 15. Jahrhundert). Erasmus Alberus( V. 2.3). 92. Gott der vater wohn uns bei Und laß uns nicht verder ben, Mach uns aller sünden frei, Und hilf uns selig sterben. Vor dem teufel uns bewahr, 93. Jesaia dem Propheten Halt uns bei festem glauben, das geschah, Daß er im geist Und auf dich laß uns bauen, den Herren sigen sah Auf einem Aus herzens- grund vertrauen, hohen thron in hellem glanz, Dir uns lassen ganz und gar, Seines kleides saum den Chor Von der Heil. Dreieinigkeit. 59 füllet ganz. Es stunden zween nur weg, nur weg mit dir, Seraph bei ihm daran, Sechs Dein wiß, der ist gar viel zu flügel sah er einen jeden han, schlecht allhier. Mit zween verbargen sie ihr antlitz klar, Mit zween bedeckten sie die füße gar, Und mit den andern zween sie flogen frei, Genander ruften sie mit großem schrei: Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth! Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth! Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth. Sein ehr die ganze welt erfüllet hat! Von dem g'schrei zittert schwell und balken gar, Das haus auch ganz voll rauchs und nebels war. Dr. Martin Luther nach Jesaja Cap. 6: das deutsche Sanctus. 5. Nur immerhin, nur hin mit deinem dichten: Du kannst dich nicht in Gottes weisheit richten; Wo Gott nicht selbst dich unterweisen wird, So bleibest du verloren und verirrt. 6. Drum lehr uns Herr! o lehr uns ohne trennen In einem drei, in dreien eins erkennen; Ach! lehr uns doch Gott Vater, Sohn und Geist, Daß du ein Gott in drei personen heißt. 7. Gieb, daß von dir dieß wort bei uns stets klinge: Von ihm, durch ihn, in ihm sind alle dinge. Dem großen Gott sei ehr in 94. Dreieinigkeit, der Gott ewigkeit! Ja, amen, ja, singt all Christenheit. heit wahrer spiegel, O licht von licht, als dessen allmacht flügel Sich um und um durch diesen erdkreis streckt, Und alle welt mit seinem schirm bedeckt. 2. Wir loben dich, so bald die sonn erwachet, Und wann sie jetzt den spaten abend machet: Was lebt und webt auf dieser erden weit, Ist alles, Herr! zu deinem dienst bereit. 8. Dein nam ist groß; dein reich, Herr, in uns wohne; Dein will uns zwing; ernähr uns und verschone; Versuchung steur, er= lös aus böser zeit: Dein ist das reich, die kraft und herrlichkeit. Johann Frank. 95. Gott sei uns gnädig und barmherzig. Und geb uns seinen Ha göttlichen segen. 2. Er lasse uns sein antlitz leuchten, Daß wir auf erden erkennen seine wege. 3. O reicher schatz! o unum. schränktes wesen, Wer hat wohl je die heimlichkeit gelesen? D tiefer brunn! o unerforschter pracht! Wie groß, ach Gott! wie groß, ist deine macht? is 4. Wer kann doch hier, Herr! deine weg erfinden? Wie sollt ein mensch wohl dein gericht ergründen? Nur weg, vernunft, 5. Wie es war von anfang, 3. Es segne uns Gott, unser Gott, Es segne uns Gott, und geb uns seinen frieden. 4. Lob und preis sei Gott dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste. 60 Am Tage Johannis des Täufers. jetzt und immerdar, Und von 5. Durch sein barmherzigkeit ewigkeit zu ewigkeit Amen. das g'schieht, Die oben h'rab sich leitet; Darin gar bald den trost ersieht, Der jämmerlich lag g'breitet Im finsternis Und todes- biß, Darin so gar ohn muthe; Drum unser fuß Nicht aside 16 Am St. Johannis Tage. gebid und Mel. Nun welche hie ihr boffnung. 96. Gebenedeit sei Gott der Johann Englisch(?): das deutsche Benedictus aus Lucas Cap. 1. Herr Des Israels, der höchste; schlüpfen muß Auf friedensDenn er bat b'sucht und ge- straßen gute. ilind schickt her, Daß er sein volk er löste. Hat aufgericht, Wie man jetzt sieht, Von Davids haus das horen Der seligkeit, sündern b'reit, Die dazu sind erforen Den 12. Vor langer zeit hats zu= gesait Durch den mund der Propheten: Zu retten sie ist er bereit Von den feinden aus nöthen, Von hassers hand Sie allesamt, Wie er dann hat verheißen; Barmherzigkeit, Weit ausgebreit, Den völkern ist geleiſtet. D 3. Er hat gedacht an seinen bund, Dem Abraham geschworen, Dadurch denn auch ein jeder fund, Von Gott aus furcht erkoren, Von feindes kraft, An Gott behaft, Mit beilger furchte streben, In g'rechtem sinn Ganz frei dahin, Dieweil er bat das leben. 97. Mein feel erhebt den Herren, Und mein geist freuet sich Gottes meines Heilandes. 2. Denn er hat seine elende magd angesehen, Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle findes- kind.d 3. Denn er hat große ding an mir gethan, Der da mächtig ist, und deß name heilig ist. 4. Und seine barmherzigkeit währet immer für und für Bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übet gewalt mit seinem arm, Und zerstreuet die hoffärtig sind in ihres herzens sinn. 6. Er stößet die gewaltigen vom stuhl, Und erhöhet die niedrigen. 7. Die hungrigen füllet er mit gütern, Und lässet die reichen 4. Und du, viel fel'ges findelein, Wirst Gott's Prophet ge- leer. nennet; Denn ſein vorgänger. 8. Er denket der barmherzigkeit, sollt du sein, Auf daß er werd erkennet; Zur seligkeit Auch werd bereit Sein'm volk dahin die Und hilft seinem diener Israel auf. Sing 9. Wie er geredt hat unsern straße, Wann er legt ab Ihr vätern, Abraham und seinem missethat, Macht sie so quitt saamen ewiglich. und lose. 501 10. Lob und preis sei Gott 61 Christenheit, Wehren des teufels listigkeit.d pas missin 8. An Daniel wir lernen das, Da er unter den löwen saß, Deßgleichen auch dem frommen Loth Der engel half aus aller noth... Am Tage Michaelis. dem Vater, und dem Sohn, Und dem heiligen Geiste; 11. Wie es war im anfang, jetzt und immerdar, Und von ewigkeit zu ewigkeit, Amen. Das Magnificat Eucas 1. v. 46-55. vipi diaftilyd) Dypais e Am Tage Michaelis. wondegy simalus 9. Dermaßen auch des feuers gluth Verschont und keinen 98. Herr Gott, dich loben schaden thut Den knaben in der alle wir, Und sollen billig dan- heißen flamm: Der engel ihn'n fen dir Für dein geschöpf der zu bülfe kam. misini engel schon, Die um dich schwe- 10. Also schützt Gott noch heut ben in dein'm thron. zu tag Vorm übel und vor mancher plag Uns durch die liebe engelein, Die uns zu wächtern geben sein. polp 2. Sie glänzen hell und leuchten klar, Und sehen dich ganz offenbar, Dein stimm sie hören allezeit, Und sind voll göttlicher weisheit.her obedove du 3. Sie feiren auch und schlafen nicht, Ihr fleiß ist ganz dahin gericht, Daß sie, Herr Christe, um dich sein, Und um dein armes häufelein. di torno 4. Der alte drach und böse feind Vor neid, haß und vor zorne brennt, Sein datumi steht allein darauf, Wie von ihm werd zertrennt dein hauf. a 5. Und wie er vor bat bracht in nothy Die welt, führt er sie noch in tod: Kirch, wort, gesets, all ehrbarkeit 3u tilgen ist er stets bereit.is modunk sd 6. Darum kein rast noch ruh er hat, Brüllt wie ein löw, sucht früh und spat, Legt garn und strick, braucht falsche list, Daß er verderb, was christlich ist. 7. Indeß wachet der engel fdhaar, Die Christo folgen immerdar, Und schützen deine leichter wind. 7 11. Darum wir billig loben dich, Und danken dir, Gott, ewiglich, Wie auch der lieben engel schaar Dich preisen heut und immerdar. 12. Und bitten dich, du wollst allzeit Dieselben lassen sein bereit zu schützen deine kleine heerd, So hält dein göttlich wort im werth. Paul Eber. am and 99. Groß- Fürst hoher Cherubinen, Erb- Herr starker Seraphinen: Zehnmalhundert tausend stehen Um dich her, dein antlis sehen, Tausend, tausendmal noch mehr Dir erzeigen lob und ehr. 2. Es ist ja nicht zu ergründen, Menschenfreund, wer kann erfinden, Warum du so hoch uns achtest, Unserm heil so sehr nachtrachytest, Da wir staub und asche sind, Leichter noch als 62 Am Tage Michaelis. 3. Du befiehlest deinen thro- so klein es Auch jemals ist genen Deiner engel, daß sie wohnen Bei uns, stündlich uns behüten vor des satans list und wüthen, Daß sie, wie Elias, brod Bringen uns in hungers- noth. born.ind and full 2. Sie sehn sein angesichte, Und hab'n in guter acht, Was er ihm auszurichten Befiehlet tag und nacht, Da sind die lieben engel Geschwind, regen ihr flügel, zu fahren hin und her. 4. Es muß uns ihr schutz umringen, Wie den Loth aus Sodom bringen, Wie den Petrum aus den fetten, Uns wie Daniel erretten, Als er rings umschlossen war Von der grimmgen löwen- schaar. 3. Wo Christen- leute wohnen In häusern groß und klein, Da sie selber nicht können Vor feinden sicher sein, Wo nicht ein Englisch lager Umher wird auf wach. dan di 5. Für so große wunder- güte geschlagen Mit steter hut und Soll mein Herz und mein ges müthe, Meine Zunge dir lob- 4. Solches hat Loth erfahren, singen, Farren ihrer lippen Auch Abram mit sein'm knecht, bringen, Dir soll, o gedrittes Isaac bei vierzig jahren, So ein, Ewig dank gefaget sein. nahm Rebeccam recht, Jacob Gottes klettern Auf und ab sah auf der leitern Die boten allzumal.. 5. Elias war entschlafen, Ein 6. Laß noch ferner uns begleiten, Großer Herr, zu allen zeiten Deine starke himmels- helden, Frohen trost im crenz anmelden: Laß sie von uns weichen nicht, Wann uns hülf und schuß gebricht. engel weckt ihn auf; Elisa kriegt drauf; Erschienen auch den hirzu schaffen: Viel engel warten ten Und große freude lehrten, Daß Christ geboren wär. 6. Bei dieses findes wiegen Der Joseph schlafend lag, Ein feind wollt ihn bekriegen, Ein engel es ihm sagt, 3og mit in ferne lande, Das soll in seinem stande Glauben ein jeder Christ. 7. Hilf, daß sie so lang uns dienen, Bis im himmel wir mit ibnen Dein so großes lob er. klingen, Heilig! bheilig! heilig! singen, Und dann ewig für und für, Bleiben, großer Gott, bei dir. Ernst Christoph Homburg. Mel. Herr Ghrift, der einig. 100. Es stehn vor Gottes throne, Die unser diener sind, Der in sein'm lieben sohne Liebt aller menschen kind, Daß er auch nicht der eines Verachtwill han, 7. Auch Lazari des armen, Wenn gleich der tod ihn nimmt, Will sich der Herr erbarmen, Die engel ihm bestimmt, Die ihn gen himmel bringen, Dem laßt uns alle singen Ewiges lob und preis. Ludwig Helmbold. moods) let the adid our 2nderer Theil. 201 stoet sid sols 10 101 877061 Jbin In welchem verfaffet nd die Catechismus Gefänge. ordnand Mel. Nun gibt mein Jesus. 101. Gott! du höchster gnadenhort, Verleih, daß uns dein göttlich wort Von ohren so zu herzen dring, Daß es sein kraft und schein verbring. dann 2. Der einig glaub ist diese kraft, Der steif an Jesu Christ behaft, Die werk der lieb sind dessen schein, Dadurch wir Christi jünger sein. 10t and 150 63 4500 w Jp on desin 191 591 dern mag, das gib behend, Zu wandeln deine straßen.hom 2. Und zeuch uns wohl, Herr, bei der zeit, Wir wissen nicht, was alter geit, Auch nicht, wie viel der tagen; Zucht, glauben, furcht, fried, lieb und treu Lehr uns dein Geist, der uns mach neu, Das woll er nicht versagen. Er b'hüt allzeit, vor falscher lehr, Der bösen welt auch treulich wehr, Damit sie uns nicht blende. Herr theil aus dein barmherzigkeit, Zeig uns dadurch die seligkeit Und hilf mit gnad zum ende. 3. Verschaff bei uns auch, lieber Herr, Daß wir durch deinen Geist je mehr In dein'm erkenntniß nehmen zu, Und endlich bei dir finden ruh, dund 17 bmmKonrad Huber. 3. Dem Herren Gott vom #C himmelreich, Gott Vater und Mel. D mensch, bewein dein. dem Sohn deßgleich, Lob, ehr 102. Herr Gott! dein treu und preis wir sagen, Dazu auch mit gnaden leist, Und schick dem heiligen Geist, Der uns herab den heilgen Geist, Der sein trost und gnaden leiſt, uns die wahrheit lehre, Und gib verstand, g'müth, sinn und herz, Daß uns dein wort nicht fei ein scherz, Sa ganz zu dir bekehre. Gott, dein gnad an uns beweis, Daß sich wohl schick zu deinem preis All unser thun und lassen. Was hindern. mag, dasselbig wend, Was förDaß wir ja nicht verzagen, Die der gottlos verfolgt und plagt, Und von ein'm land zum andern jagt, Weil sie ehrn deinen namen; So hilf, Herr Gott, in dem elend, Daß sie bleib'n b'ständig bis ans end, Durch Jesum Christum, Amen. 100 on Johann Zwick. 64 Von den zehn Geboten. Mel. Kommt her zu mir, spricht. sam sein Dem vater und der 103. Jestund so bitten wir mutter dein, Und wo dein hand dich, Herr, Bestät und stärk ihn'n dienen kann, So wirst du die wahre lehr In unsern her- langs leben han, Kyrieleison, zen allen; Denn das ist wahr: wie bös wir sind, Begehren wir doch deine kind zu sein und dir zu g'fallen. 6. Du follt nicht tödten, zorniglich Nicht hassen, noch selbst rächen dich: Geduld haben und sanften muth Und auch deim feind thun das gut, Kyrieleiſon. 7. Dein eh sollt du bewahren rein, Daß ja dein herz kein' 2. So zeig nun, Gott, dein gnad und gunst, Erfüll das herz mit wahrer brunst Der liebe und des glaubens, Daß wir andre mein, Und halten keuſch möchten, wie dirs gefällt, Das leben schließen und der welt Gar bald zum end urlauben. das leben dein, mit zucht und mäßigkeit fein, Kyrieleison. 8. Du sollt nicht stehlen geld noch gut, Nicht wuchern jemands schweiß und blut: Du sollt aufthun dein milde hand Den armen in deinem land, Kyrieleison. 9. Du sollt kein falscher zeuge sein, Nicht lügen auf den nächsten dein: Sein unschuld ſollt auch retten du, Und seine schande decken zu, Kyrieleison.is 2. Ich bin allein dein Gott 10. Du sollt deins nächsten und Herr, Kein götter sollt du weib und haus Begehren nicht, haben mehr: Du sollt mir ganz noch etwas draus: Du sollt vertrauen dich, Von herzen- ihm wünschen alles gut, Wie grund lieben mich, Kyrieleison. dir dein herz selber thut, 2. Du sollt nicht führen zu Kyrieleison. unehrn Den namen Gottes dei nes Herrn: Du sollt nicht preisen recht noch gut, Ohn was Gott selbst redt und thut, Kyrieleison. Johann Zwick. pat 50 hi Von den zehn Geboten. 104. Dieß sind die heil gen zehn gebot, Die uns gab unser Herre Gott Turch Mosen, seinen diener treu, Hoch auf dem Berg Sinai, Kyrieleifon. 11. Die g'bot all uns gegeben sind, Daß du dein sünd, o menschenkind, Erkennen sollt und lernen wohl, Wie man vor Gott leben soll, Kyrieleison. 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, Der unser mittler worden ist: Es ist mit unserm thun verlorn, Verdienen doch eitel zorn, Kyrieleison.d Dr. Martin Luther. 4. Du sollt heil'gen den sie bent tag, Daß du und dein haus ruhen mag: Du sollt von dein'm thun lassen ab. Daß Gott sein werk in dir hab, Kyrieleison. 5. Du sollt ehr'n und gehor- 01 Vom Christlichen Glauben. Die vorige Melodie. 105. Mensch willt du leben seliglich Und bei Gott bleiben ewiglich, Sollt du halten die zehn gebot, Die uns gebeut un ser Gott, Kyrieleison. 2. Dein Gott allein und Herr bin ich: Kein andrer Gott soll irren dich; Trauen soll mir das herze dein, Mein eigen reiche sollt du sein, Kyrieleison. 3. Du sollt mein'n namen ehren schon, und in der noth mich rufen an, Du sollt heilgen den fabbath- tag, Daß ich in dir wirken mag, Kyrieleiſon. 4. Dem vater und der mutter dein Sollt du nach mir gehors sam sein. Niemand tödten noch zornig sein, Und deine ehe hal ten rein, Kyrieleison, 5. Du sollt ein'm andern stehlen nicht. Auf niemand falsches zeugen nicht. Deins nächsten weib auch nicht begehrn, Und all seins guts gern entbehren, Kyrieleison. Dr. Martin Luther. 65 Wir glauben auch an Jesum Christ, Seinen Sohn und unsern Herren, Der ewig bei dem Vater ist, Gleicher Gott von macht und ehren; Von Maria, der jungfrauen, Ist ein wahrer mensch geboren Durch den heilgen Geist im glauben; Für uns, die wir war'n verloren, Am kreuz gestorben, Und von dem tod Wieder auferstanden durch Gott. Vom Christlichen Glauben. 106. Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer himmels und der erden, Der sich zum Vater geben hat, Daß wir seine kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und feel auch wohl bewahren, Allem unfall will er wehren, Kein leid soll uns widerfahren. Er forget für uns, Hüt und wacht, Es steht alles in seiner macht. Wir glauben an den heiligen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, Der aller blöden tröster heißt, Und mit gaben zieret schone, Die ganze Christenheit auf erden Hält in einem sinn gar eben; hier all sünd vergeben werden, Das fleisch soll auch wieder leben, Nach diesem elend ist bereit Uns ein leben in ewigkeit. Amen. Dr. Martin Luther verdeutschter Hymnus: Patrem credimus. 107. Wir glauben all an einen Gott, Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der erden. Und an Jesum Christum, seinen Sohn, Unsern einigen Herren, Der empfangen ist vom heiligen Geiste, Geboren aus Maria der jungfrauen, Gelitten unter Pontio Pilato, Gekreuziget, gestorben und begraben, Absteigt zur höllen, Am dritten tag auferstanden von den todten, Und fuhr gen himmel, Sißt zu der rechten Gottes, des Univ.- Bibl. Giessen 5 Von der Schöpfung. allmächtigen Vaters, Von dan- alles werden In sechs tagen, nen er zukünftig ist, zu richten da du heißt Himmel, wasser und Die lebendigen und die tod- die erd, Auch was drinnen geht und fährt, Hervor gehen dir ten. zum lobe, Uns zum nußen und zur probe. 2. Da die erde war bedecket 66 Wir glauben an heiligen Geiste, Eine heilige Christliche kirche, Gemeinschaft der heiligen, Ablaß der sünd, Auferstehung des fleisches, Nach diesem leben ein ewiges leben, Amen. Mit dem wasser, und dazu In der Finsternis verstecket, Lag in ihrer ersten ruh, Sprachst du, Gott: es werde licht, Da der erste tag anbricht. Die gewässer durch die feste Theilt der andre tag aufs beste. 108. Ich glaub an Gott den Vater, den allmächtigen Schöpfer himmels und der erden. Und an Jesum Christum, seinen eini- 3. Als am dritten tag die ergen Sohn, Unsern Herren, Der den Ward geschieden von dem empfangen ist vom heiligen meer, Mußten bäum und kräuGeist, Geboren aus Maria der jungfrauen, Gelitten unter Pontio Pilato, Gekreuziget, gestorben und begraben, Abgestiegen zu der höllen, Am dritten tag erstanden ist von den todten, Aufgestiegen zu den him4. Nun der fünfte tag muß meln, Sizet zu der rechten bringen Fisch und thiere in dem Gottes des Vaters des All- meer; In der luft zugleich muß mächtigen, Von dannen er singen Das geschwinde vögelkünftig ist zu richten die leben- heer. Alle thiere, würm und digen und die todten. Ich glaub auch an den heiligen Geist, Eine heilige Christliche kirche, Gemeinschaft der heiligen, Ablaß der sünden, Auferstehung des fleisches, und ein ewiges leben, Amen. vich Schaffst du, Gott, zum sechsten hie, Daß der mensch sehr reiche gaben Durch dein allmacht könnte haben. 5. Laßt uns auch nach unserm bilde Menschen machen, sprachst du, Gott, Welche über zahm und wilde Thiere herrschen bis zum tod. Da der mensch geschaffen war, Bliest du ihm den athem dar, Und machst ihm zu 109. Schöpfer himmels und einem weibe Seine rippe aus der erden, Vater, Sohn, heili- dem leibe. 100 101 ger Geist. Aus nichts läßt du 6. Diese beide ausgezieret Mit Von der Schöpfung. Mel. Frcu dich sehr, o meine. ter werden, Die hernach sich mehrten sehr. Sonne, mond und sternenlicht An dem vierten tag anbricht, Welche allzeit müssen machen Nacht und tag, zum schlaf und wachen. Vom Vater Unser. 67 gerecht- und heiligkeit, Mit ver- 3. Es komm dein reich zu diestand, wie sichs gebühret, Wa- ser zeit, Und dort hernach in ren rechte Gottesleut, Deinem ewigkeit; Der heilig Geist uns sinne gleich gesinnt, Und der wohne bei Mit seinen gaben mensch, dein liebes kind, Konnte mancherlei; Des satans zorn ohne sünd und sterben Deine und groß gewalt Zerbrich, vor seligkeit ererben. ihm dein firch erhalt. eu 4. Dein will gescheh, Herr Gott, zugleich Auf erden wie im himmelreich, Gib uns geduld in leidenszeit, Gehorsam ſein in lieb und leid, Wehr und steur allem fleisch und blut, wider deinen willen Das thut. 7. Also wurde nun formiret Alle diese creatur, Auch mit segen ausgezieret, Auf daß deiner weisheit spur, Deine macht und majestät Jedermann vor augen hätt', Dich zu kennen und zu loben, Dich zu lieben hier und doben. 8. Nun so laß dein lob erschallen, Meine seele, deinem Gott, Der das leben gibt uns allen, Und dazu das liebe brod, Schutz und segen jederzeit: Drum so sei, mein herz, bereit, Daß dein wort und werk vermehre Deines schöpfers lob müßig gehn. und ehre. 5. Gib uns heut unser täglich brod, Und was man darf zur leibesnoth; B'hüt uns, Herr, vor unfried, streit, Vor seuchen und vor theurer zeit, Daß wir in gutem frieden stehn, Der sorg und geizes 6. All unser schuld vergib uns, Herr, daß sie uns nicht betrüben mehr, Wie wir auch unsern schuldigern Ihr schuld und fehl vergeben gern; Zu dienen him- mach uns all bereit In rechter alle lieb und einigkeit. Bernhard Hagenbruch. Vom Vater Unser. 110. Vater Unser im melreich, Der du uns heißest gleich Brüder sein und dich rufen an, Und willt das beten von uns han, Gib, daß nicht bet allein der mund, Hilf, daß es geh von herzensgrund. 2. Geheil'get werd der name dein, Dein wort bei uns hilf halten rein, Daß wir auch leben heiliglich, Nach deinem namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher lehr, Das arm verführet Volk bekehr. 7. Führ uns, Herr, in versuchung nicht, Wenn uns der böse geist ansicht, Zur linken und zur rechten band Hilf uns thun starken widerstand, Im glauben fest und wohl gerüst, Und durch des heil'gen Geistes trost. 8. Von allem übel uns erlös; Es sind die zeit und tage bös; Erlös uns vom ewigen tod, Und tröst uns in der letzten 68 Vom Vater Unser. noth; Bescher uns auch ein sam, Geheilget werd dein theurer selig end, Nimm unser seel in nam, Zukomm dein reich, dein deine Händ. göttlich wort Erschallen laß an allem ort. 9. Amen, das ist, es werde wahr, Stärk unsern glauben immerdar, Auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiemit gebeten han Auf dein wort in dem namen dein: So sprechen wir das Amen fein. Dr. Martin Luther. 111. Bater Unser, der du bist in dem himmel, Geheiliget werd dein nam, Zu komm dein reich, Dein will geschehe Auf erden wie in dem himmel Unser täglich brod Gib uns heut, Und vergib uns unser schuld, Also auch wir Vergeben unsern schuldigern, Und führ uns nicht In versuchung, Sondern erlöse uns Von allem Uebel, Amen. Mel. Herr Chrift, der einig. 112. Bater aller from men, Geheiligt werd dein nam; Laß dein reich zu uns kommen, Dein will der mach uns zahm; Gib brod; vergib die sünde; Kein arg das Herz entzünde, Lös uns aus aller noth. 2. Denn dein, Herr, ist das reiche, Und auch die große kraft, Dadurch du herrschest gleiche Ueber alle herrschaft, Das dir niemand kann wehren; Reicht auch zu deinen ehren, Daß du uns hilfest aus. Nicolaus Selneccer. Mel. Christe, der du bist tag. 113, Himmlischer Vater lobes 2. Dein will gescheh, und hie auferd, Wie im himmel, erfüllet werd. Gib uns heut unſer täglich brod, Laß uns nicht leiden hungers- noth. 3. Wie wir vergeben gleicher maß Uns unser sünd und schuld beistand leist, Wann uns anerlaß, Gnädig uns hülf und ficht der böse geist. 4. Vor allem übel und gefahr Durch deinen namen uns bewahr, Das bitten wir von herzensgrund Und sprechen Amen mit dem Mund. Mel. Erhalt uns Herr, bei. 114. Herr Gott! der du mein Vater bist, Ich schrei im Namen Jesu Christ Zu dir, auf sein wort, eid und tod Hör, helfer treu in Angst und noth. 2. Laß uns dein wort, stärk uns im geist, Hilf, daß wir thun, was du uns heißt, Gib fried, schuß und das täglich brod, Behüt die deinen, treuer Gott. 3. Errett von sünd, teufel und tod, Aus leibes- und der seelennoth: Ein sel'ges stündlein uns bescher, Dein ist das reich), kraft, preis und ehr. 4. Auf dein wort sprech ich amen, Herr; Aus gnad mein'n kleinen glauben mehr, Du bist allein der Vater mein! Laß mich dein kind und erbe sein, Amen. Johann Mathesius. Von der heiligen Taufe. 69 Von der heiligen Taufe. lehren: Daß sie verlorn in fünden ist, Soll sich zur buße kehren. Wer glaubet und sich taufen läßt, Soll dadurch selig werden, Ein neugeborner mensch er heißt, Der nicht mehr könne sterben, Das himmelreich soll erben. 115. Christ unser Herr zum Jordan kam, Nach seines Vaters willen Von sanct Johann's die taufe nahm, Sein werk und amt zu' rfüllen. Da wollt er stiften uns ein bad, Zu waschen uns von sünden, Ersäufen auch den bittern tod Durch sein selbst blut und wunden: Es galt ein neues leben. 2. So hört und merket alle wohl, Was Gott selbst heißt die taufe, Und was ein Christe glauben soll, Zu meiden keßzerhaufe. Gott spricht und will, daß wasser sei, Doch nicht allein schlecht wasser, Sein heilges wort ist auch dabei, Mit reichem geist ohn maßen: Der ist allhie der täufer. 3. Solchs hat er uns bewiesen klar Mit bilden und mit worten: Des Vaters stimm man offenbar Daselbst am Jordan hörte. Er sprach: das ist mein lieber Sohn, An dem ich hab gefallen, Den will ich euch befohlen han, Daß ihr ihn höret alle, Und folget seinem lehren. 4. Auch Gottes Sohn hie selber steht In seiner zarten menschheit; Der heilig Geist darnieder fährt In tauben- bild verkleidet: Daß wir nicht sollen zweifeln dran, Wann wir getaufet werden, All drei person'n getaufet han, Damit bei uns auf erden Zu wohnen sich begeben. 6. Wer nicht glaubt dieser großen gnad, Der bleibt in seinen sünden Und ist verdammt zum ew'gen tod Tief in der höllen grunde. Nichts hilft sein eigen heiligkeit, All sein thun ist verloren, Die erbsünd machts zur nichtigkeit, Darinn er ist geboren; Vermag ihm selbst nicht helfen. 7. Das aug allein das wasser sieht, Wie menschen wasser gießen: Der glaub im geist die fraft versteht Des blutes Jesu Christi; Und ist vor ihm ein rothe fluth, Von Christi blut gefärbet, Die allen schaden heilen thut, Von Adam her geerbet, Auch von uns selbst begangen. Dr. Martin Luther. Mel. Christe, der du bist tag. 116. Da Jesus an den Jordan kam, Von Johanne die taufe nahm, Gleich als ob er ein sünder wär, Da wurd verfühnt himmel und erd. 2. Denn siehe, was wunder geschah; Den himmel man zertheilen sah, Auf erden kam der heilig Geist, In holdseliger taubenweis. 5. Sein jünger heißt der Herre 3. Auf den Herrn Christum Christ: Geht hin, all welt zu setzt er sich, Bald rief ein ſtimm Von der Buße, Beichte und Absolution. 70 vom himmelreich: Dieß ist mein sohn, der mir geliebt, Auf ihn mein wohlgefallen steht. 4. Das ist geschehen uns zu gut, Gott nicht ihm selbst erscheinen thut, Redet auch nicht um seinet will'n, Sondern wir hörn und glauben solln. 5. Daß der mensch sei wahr'r Gottes Sohn, Der sich am Jordan taufen lan, Als ein sünder, das er nicht ist, Und doch allein all sünde büßt. 6. Dadurch der himmel auf. gethan, Der heilig Geist herab gefahrn, Der vater gesagt zu uns all'n: In Christo soll'n wir ihm gefall'n. 7. Darauf empfahen wir die tauf, Werden darin genommen auf, Von Gott dem Vater, Sohn und Geist, Bei ihm zu sein in ewigkeit. Mel. Nun welche hie ihr hoffnung. 117. Herr, schaff uns wie die kleine kind, In unschuld neu geboren, Als wir getauft im wasser sind, zu deinem volk erforen, Daß demnach sich, Herr Christ, an dich Der sündlich mensch ergebe, Daß er wohl sterb, Und nicht verderb, Mit dir erstel) und lebe. Thomas Blaurer. tod ich nicht begehr, Sondern daß er bekehre sich, Thu buß und lebe ewiglich. Mel. Erhalt uns Herr, bei. 118. So wahr ich leb, spricht Gott der Herr, Des sünders 2. Drum Christ der Herr sein jüng'r aussandt: Geht hin, predigt in alle land Vergebung der sund jedermann, Dems leid ist, glaubt und will ablan. 3. Wem ihr die sünd vergeben werdt, Soll ihr los sein auf dieser erd; Wem ihr sie b'halt im namen mein, Dem soll'n sie auch behalten sein. 4. Was ihr bindt, soll gebunden sein; Was ihr auflöst, das soll los sein: Die schlüssel zu dem himmelreich Hiemit ich euch geb allen gleich. 5. Wem ihr verkündigt diesen trost, Daß er durch mein blut sei erlöst, B'hält die zeugniß im herzen sein, Derselb ist los von schuld und pein. 6. Wann uns der priester absolvirt, Sein amt der Herr Christ durch ihn führt, Und spricht uns selbst von sünden rein, Sein werkzeug ist der dien'r allein. 7. Und wann die sünd wär noch so groß, So werden wir derselben los Durch kraft der absolution, Die verordnet hat Gottes Sohn. 8. Wem der priester auflegt sein hand, Dem löst Christ auf Von der Buße, Beichte und der sünden band, Und absolvirt Absolution. ihn durch sein blut; Wers glaubt, aus gnad hat solches gut. 9. Das ist der heilgen schlüssel kraft: Sie bindt und wieder ledig macht; Die kirch trägt sie Von der Buße, Beichte und Absolution. 71 an ihrer seit, Die hausmutter Des teufels list sich von mir der Christenheit. wend. 10. Wen sein gewissen beißt und nagt, Die fünd ihn quält, daß er verzagt, Der halt sich zu dem gnaden thron, Zum wort der absolution. 11. Lob sei dir, wahrer Gottes Sohn, Für die heilig absolution, Darin du zeigst dein gnad und güt, Vor ablaß- brief'n, Herr, uns behüt. Nicolaus Hermann. 119. Allein zu dir, Herr Jesu Christ, Mein hoffnung steht auf erden: Ich weiß, daß du mein tröster bist, Kein trost mag mir sonst werden. Von anbeginn ist nichts erkorn, Auf erden war kein mensch geborn, Der mir aus nöthen helfen kann, Ich ruf dich an, zu dir ich mein vertrauen han. * Ehr sei Gott in dem höchsten thron, Dem Vater aller güte, Und Jesu Christ, sein'm lieben Sohn, Der uns allzeit behüte, Und Gott dem heilgen Geiste, Der uns sein hülf allzeit leiſte, Damit wir ihm gefällig sein Hier in der zeit, Und folgend in der ewigkeit. Johann Schneesing.( Chiomosus). 2. Mein sünd sind schwer und übergroß, Und reuen mich von herzen; Derselben mach mich quitt und los Durch deinen tod und schmerzen, Und zeig mich deinem Vater an, Daß du hast gnug für mich gethan, So werd ich quitt der sünden last, Herr, halt mir fest, Weß du dich mir versprochen hast. 120. Ach Gott und Herr! Wie groß und schwer Sind mein begangne sünden! Da ist niemand, Der helfen kann, In dieser welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit Zu dieſer zeit Bis an der welt ihr ende, und wollt los sein Des freuzes mein, Würd ich doch solchs nicht wenden. 3. Gib mir nach dein'r barmherzigkeit Den wahren Christenglauben, Auf daß ich deine süßigkeit Mög inniglich anschauen, Vor allen dingen lieben dich, Und meinen nächsten gleich als mich. Am letzten end dein hülf mir send, Damit behend 3. Zu dir flieh ich, Verstoß nicht mich, Wie ichs wohl hab verdienet. Ach Gott, zürn nicht, Geh nicht ins g'richt, Dein ſohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so sein, Daß straf und pein Auf sünde folgen müssen: So fahr hie fort, Und schone dort Und laß mich hie wohl büßen. 5. Gib, Herr, geduld, Vergiß der schuld, Verleih ein g'horsam herze, Laß mich nur nicht, Wies oft geschicht, Mein heil murrend verscherzen. 6. Handel mit mir, Wies dünket dir, Durch dein gnad will ichs leiden: Laß mich nur 72 Von der Buße, Beichte und Absolution. nicht Dort ewiglich Von dir sein sünden, Ach! ich irre weit und abgescheiden! breit. Es ist nichts an mir zu finden, Als nur ungerechtigkeit. All mein dichten, all mein tradyten Heißet: unsern Gott verachten; Böslich leb ich ganz und gar, Und sehr gottlos immerdar. Gleichwie sich fein Ein vögelein Im hohlen Baum verstecket, Wanns trüb hergeht, Die luft unstät Menschen und vich erschrecket: 4. Herr, ich muß es ja bekennen, Daß nichts gutes wohnt in mir; Das zwar, was wir wollen nennen, Halt ich meiner seele für: Aber fleisch und blut zu zwingen, Und das gute zu vollbringen, Folget gar nicht, wie es soll; Was ich nicht will, thu ich wohl. 9. Darin ich bleib, Ob hie der leib Und seel vonander scheiden, So werd ich dort Bei dir, mein hort, Sein in ewigen freuden. 10. Ehre sei nun Gott Vater, Sohn, Und heilgem Geist zu sammen! Zweifle auch nicht, Weil Christus spricht: Wer glaubt, wird selig. Amen. 5. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, Wie viel meiner fehler sein; Mein gemüth ist ganz zerrissen Durch der sünden schmerz und pein, Und mein herz ist matt von sorgen: Ach, vergib mir, das verborgen, Rechne nicht die missethat, Die dich, Herr, erzürnet hat. Mart. Rutilius( v. 1-6). Joh. Groß( Major)( v. 7-9). 121. Jesu! der du meine seele Hast durch deinen bittern tod Aus des teufels finstern höhle Und der schweren sündennoth Kräftiglich heraus gerissen, Und mich solches lassen wissen Durch dein angenehmes wort: Sei doch jetzt, o Gott, mein hort. 6. Jesu, du hast weggenommen Meine schulden durch dein blut: Laß es, o Erlöser, kommen Meiner seligkeit zu gut; Und dieweil du so zerschlagen Hast die sünd am kreuz getragen, Ei so sprich mich endlich frei, Daß ich ganz dein eigen sei. 2. Treulich hast du ja gesuchet 7. Weil mich auch der höllen Die verlornen schäfelein, Als schrecken Und des satans grimsie liefen ganz verfluchet In der migkeit Vielmals pflegen aufzuhöllen pfuhl hinein; Ja, du wecken, Und zu führen in den satans überwinder, Hast die streit, Daß ich schier muß unten hochbetrübten sünder So geru- liegen, Ach so hilf, Herr Jesu, fen zu der buß, Daß ich billig kommen muß. siegen, O du meine zuversicht! Laß mich ja verzagen nicht. 8. Deine rothgefärbten wun3. Ach! ich bin ein kind der 8. Also, Herr Christ, Mein zuflucht ist Die höhle deiner wunden; Wann sünd und tod Mich bracht in noth, Hab ich mich drein gefunden. Von der Buße, Beichte und Abſolution. Mel. Auf meinen lieben Gott. den, Deine nägel, kron und grab, Deine schenkel fest ge- 122. Wo soll ich fliehen hin, bunden Wenden alle plagen ab. Deine pein und blutig schwitzen, Deine striemen, schläg und rißen, Deine marter, angst und stich), O Herr Jesu! trösten mich. Weil ich beschweret bin Mit vielen großen sünden? Wo kann ich rettung finden? Wenn alle welt herkäme, Mein angst sie nicht wegnähme. 9. Wann ich vor gericht soll treten, Da man nicht entfliehen kann, Ach! so wollest du mich retten, Und dich meiner nehmen an. Du allein, Herr, kannst es stören, Daß ich nicht den fluch darf hören: Shr, zu meiner linken hand, Seid von mir noch nie erkannt. 73 10. Du ergründest meine schmerzen, Du erkennest meine pein. Es ist nichts in meinem herzen, Als dein herber tod allein. Dieß mein herz mit leid vermenget, Das dein theures blut besprenget, So am kreuz vergossen ist, Geb ich dir, Herr Jesu Christ. O 2. Jesu, voller Gnad! Auf dein gebot und rath Kommt mein betrübt gemüthe Zu deiner großen güte; Laß du auf mein gewissen Ein gnaden- tröpflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes kind, Werf alle meine sünd, So viel ihr in mir stecken, Und mich so heftig schrecken, In deine tiefen wunden, Da ich stets heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig blut, Die schöne rothe fluth, Wasch ab all meine sünde, Mit trost mein herz verbinde, Und ihr nicht mehr gedenke, Ins meer sie tief versenke. 11. Nun ich weiß: du wirst mir stillen Mein gewissen, das 5. Du bist der, der mich tröst, mich plagt; Es wird deine treu Weil du mich hast erlöst. Was erfüllen, Was du selber hast ich gesündigt habe, Hast du vergeſagt: Daß auf dieser weiten scharrt im grabe: Da hast du erden Reiner soll verloren wer- es verschlossen, Da wirds auch den, Sondern ewig leben soll, bleiben müssen. Wenn er nur ist glaubensvoll. 12. Herr, ich glaube, hilf mir schwachen, Laß mich ja verder ben nicht! Du, du kannst mich stärker machen, Wann mich sünd und tod ansicht. Deiner güte will ich trauen, Bis ich fröhlich werde schauen Dich, Herr Jesu nach dem streit In der süßen ewigkeit. Johann Rist. 6. Ist meine bosheit groß, So werd ich ihr doch los, Wenn ich dein blut auffasse, Und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, All Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel: Doch, was ich haben will, Ist alles mir zu gute Erlangt mit deinem blute, Damit ich über 74 Von der Buße, Beichte und Absolution. winde Tod, teufel, höll, und funde. 8. Und wenn des satans heer Mir ganz entgegen wär, Darf ich doch nicht verzagen: Mit dir kann ich sie schlagen, Dein blut darf ich nur zeigen, So muß ihr trußz bald schweigen. 4. Der erden- saum hat keinen raum, Drin ich kann sicher bleiben; Meine bosheit will mich ganz In den Abgrund treiben. 5. Wie werd ich dort So strenge wort Vor Gottes richt= stubl hören, Weil ich mich die fleisches- lust Laß hie so bethören. 6. Gottes Sohn, Du gnaden- thron! Ich flich in deine wunden, Drin hab ich noch jederzeit Ruh und lindrung funden. 7. Dein heil'ges blut, Das mir zu gut Am kreuze ward vergossen, Ist ein brunn, daraus das heil Kommt auf mich geflossen. 8. Darum, mein heil, Laß mich jetzt theil An dein'm genugthun 11. Führ auch mein herz und haben: Meine fünde werd hinfinn Durch deinen geist dahin, fort In dein grab begraben. Daß ich mög alles meiden, 9. treuer hirt, Wann satan Was mich und dich kann schei- wird Mein üppigkeit verklagen, den, Und ich an deinem leibe So still ihn durch dein verEin gliedmaß ewig bleibe. dienst, Sonst müßt ich verzagen. Johann Flittner. Johann Heermann. Mel. O traurigkeit, O herzeleid. 123. O angst und leid! O traurigkeit! Die ich jetzt muß empfinden, Die jetzt mein gewissen nagt Wegen meiner sün. den. 9. Dein blut, der edle saft, Hat solche stärk und kraft, Daß auch ein tröpflein kleine Die ganze welt kann reine, Ja gar aus teufels rachen Frei, los und ledig machen. 10. Darum allein auf dichy, Herr Christ, verlaß ich mich. Setzt kann ich nicht verderben, Dein reich muß ich ererben, Denn du hast mirs erworben, Da du für mich gestorben. stecken? Ach! daß doch die tiefste gruft Möchte michy bedecken. 124, Liebster Jesu, das ist pein, Daß ich soll geschieden sein Von dir, leben meiner feelen! Ach, ich schreie mit begier, Wann mich meine sünden quälen: Komm Herr Jesu, helfe mir. 2. Ich bekenne dir, o Gott, Meines herzens große noth, Jesu, meiner feelen leben! Ja so übergroße schuld Wollest 3. Dach und weh! O schrek- gnädig mir vergeben Und erzeikens- see! Wo soll ich mich ver- gen deine huld. 2. O furcht und graus! Das höllen- haus, darnach ich pfleg zu ringen, hat den rachen auf gesperrt, Und will mich verschlingen. Von der Buße, Beichte und Absolution. 75 3. Liebster Jesu, laß doch nicht zagen, Mein sünd liegt mir im Dein so helles gnadenlicht über sinn, Ich kann ihr nicht vergesmir verdunkelt werden Durch sen, Sie ist so groß und schwer, den schwarzen sündendunst: Laß Sie hat mich gar besessen, Bracht mich fühlen hier auf erden in noth und gefahr. Deiner süßen liebe brunst. 2. In sünd'n bin ich empfangen, In sünd'n bin ich gebor'n, Viel sünd hab ich begangen, Darum bin ich verlorn; Fröhlich kann ich nicht werden, Den himmel anzusehn, Und schäme mich auf erden Mit meinen füß'n zu gehn. 3. Nun sollt ich ja vertrauen Deinem sohn Jesu Christ, Fest auf sein verdienst bauen, Weil er mein fürsprech'r ist. schreckt mich mein gewissen, Das zweifelt immerdar, Und spricht: dich werd verdrießen, Daß ich die sünd nicht spar. 4. Ich wollt auch herzlich gerne Bessern das leben mein Mit werk, wort und gebärdn Fromm und dir g'horsam sein: Ich kanns so nicht vollbringen, Wie ichs oft hab gedacht, Bös g'danken mich verdringen, Und auch des teufels macht. 5. Was soll ich denn nun machen? Wo soll ich zuflucht han? Ich fall der höll in rachen, Wann ich dir will entgahn, Ich komm, o Gott, ja wieder Zu dein'r barmherzigkeit, Und vor dir fall ich nieder, Mein sünd die sind mir leid. Mel. Ach Herr, mich armen. 6. Vater, dein Sohn hast geben Für der ganzen welt sünd, 125. Ach Gott! wem soll Und jedermann soll leben, Der ichs klagen, Daß ich so elend an ihn glauben könnt. Will bin: Mein herz will mir ver- gleich mein herz nicht trauen, 4. Wende, Jesu, von mir nicht Dein erfreulich angesicht, Wegen menge meiner fünden: Laß doch, sonder größern schmerz, Vielmehr deinen trost empfinden Mein mit reu gefränktes herz. 5. Du bist ja mein trost, mein heil, Jesu, ja das größte heil, Das zum besten meiner seelen Von dem hohen himmel kam, Und ich billig soll erwählen, Es ist, Herr, dein theurer nam. 6. Ja, worin nach dieser zeit Ich soll zu der seligkeit Ewig werden aufgenommen, Jesu, drum mit gnad erschein, Daß auch hier der zahl der frommen Ich mög zugefellet sein. 7. Daß in diesem leben hier, Liebster Jesu, für und für Ich im guten stets mich üben, Und entzündet voller brunst, Dich von herzen möge lieben Durch des werthen Geistes gunst, 8. Bis mich wird ein besser loos Bringen in des himmels schooß, Dich, o Jesu, zu umfangen, Meines lebens aufenthalt. Deiner wart ich mit verlangen; Komm, Herr Jesu, komme bald. 76 Von der Buße, Beichte und Absolution. So glaub ich dennoch fest, Hilf Mel. Freu dich sehr, o meine. du meinem unglauben, Dein 126, Treuer Gott! ich muß hülf, die ist die best. 7. Ich bin nicht werth der güte, Die du mir hast gethan, Daß für mich mit sein'm blute Bezahlt dein lieber Sohn, Ich b'darf aber nothwendig, Und glaub den worten dein, Die mir zusag'n beständig: Wer glaubt, wird selig sein. merstand, Ob dir wohl sind dir flagen Meines herzens jammeine plagen Besser, als mir selbst bekannt. Große schwach heit ich bei mir In anfechtung oftmals spür, Wann der satan allen glauben Will aus meinem herzen rauben. 8. So wahr als ich selbst lebe, Sprichst du ewiger Gott, Mit nicht ich übergebe Den sünder in den tod; Ich will, daß er umfehre, Und ewig leb bei mir, Darum komm ich, Herr Christe, Ich komm wieder zu dir. Mein'n 9. Mit deinem heilgen Geiste schwachen glauben mehr, Hülf und beistand mir leiste, Sei mein gnädiger Herr, Gleit mich auf deinem wege, B'hüt mich vor fünd und schand, Des teufels stich und schläge Wend ab mit deiner hand. 10. Segne mein leib und leben, Mein b'ruf und mein arbeit, Das du mir hast gegeben Aus lauter gütigkeit. ErHör mein flehn und schreien, Und mein furchtsame wort, Daß ich mich dein fann freuen, Veracht'n des teufels mord. 2. Du, Gott, dem nichts ist verborgen, Weißt, daß ich nichts von mir hab, Nichts von allen meinen sorgen, Alles ist, Herr, deine gab. Was ich gutes find an mir, Das hab ich allein von dir, Auch den glauben mir und allen Gibst du, wie dirs mag gefallen. 3. D mein Gott, vor den ich trete Jetzt in meiner großen noth, Höre, wie ich sehnlich bete, Laß mich werden nicht zu spott. Mach zu nicht des teufels werk, Meinen schwachen glauben stärk, Daß ich nimmermehr verzage, Christum stets im herzen trage, 11. Zuletzt laß mich abschei4. Jesu, du brunn aller gnaden, Der du niemand von dir stößt, Der mit schwachheit ist beladen, Sondern deine jünger tröst. Sollt ihr glauben auch so klein, Wie ein kleines senfforn sein, Wollst du sie doch würdig den Mit einem selgen end, Und schäßen, Große berge zu vernimm aus diesem leiden Mein setzen. seel in deine händ: Dafür will ich dich preisen Mit schuld'ger dankbarkeit, Gott wird mir gnad beweisen, Und helf'n in ewigkeit. 5. Laß mich deine gnade finden, Der ich bin voll traurigkeit, Hilf du mir selbst überwinden, So oft ich muß in den streit; Georg Rollenhagen. Meinen glauben täglich mehr, 77 Von der Buße, Beichte und Absolution. Deines geistes schwerdt verehr, me sich, Er hab ein solch herz Damit ich den feind kann schla- gefället, Das auf dich sein hofgen, Alle feinde von mir jagen. nung stellet. 6. Heilger Geist ins himmels throne, Gleicher Gott von ewigkeit Mit dem Vater und dem Sohne, Der betrübten trost und freud, Allen glauben, den ich find, Hast du in mir angezündt, Ueber mir mit gnaden walte, Ferner deine gab erhalte. 11. Du bist meine hülf im leben, Mein fels, meine zuversicht, Dem ich leib und seel ergeben, Gott mein Gott, verzeuch doch nicht, Eile mir zu stehen. bei, Brich des feindes pfeil entzwei: Laß ihn selbst zurücke prallen, Und mit schimpf zur hölle fallen. 7. Deine hülfe zu mir sende, O du edler herzens gast Und das gute werk vollende, Das du angefangen hast, Blas das kleine fünklein auf, Bis daß nach vollbrachtem lauf Allen auserwählten gleiche Ich des glaubens ziel erreiche. 8. Gott, groß über alle götter, Heilige Dreifaltigkeit, Außer dir ist kein erretter, Tritt mir ſelbſt zur rechten seit, Wann 127. Herr Jesu Christ, du der feind die pfeil abdrückt, höchstes gut, Du brunnquell Meine schwachheit mir aufrückt, Will mir allen trost verschlingen Und mich in verzweiflung bringen. 9. Zeuch du mich aus seinen stricken, Die er mir geleget hat, Laß ihn fehlen seine tücken, Drauf er sinnet früh und spat. Gib kraft, daß ich allen strauß Ritterlich mög stehen aus, Und so öfters ich muß kämpfen, Hilf mir meine feinde dämpfen. aller gnaden, Sieh doch, wie ich in meinem muth Mit sünden bin beladen, Und in mir hab der pfeile viel, Die im gewissen ohne ziel Mich armen fünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher last, Nimm sie aus meinem herzen, Dieweil du sie gebüßet hast Am holz mit todes schmerzen; Auf daß ich nicht mit großem weh In meinen sünden untergeh, Noch ewiglich verzage. 10. Reiche deinem schwachen 3. Ach Gott! wann mir das kinde, Das auf schwachen füßen kommet ein, Was ich mein tag steht, Deine guade- hand ge- begangen, So fällt mir auf schwinde, Bis die angst vorüber mein herz ein stein Und bin mit geht. Wie die jugend gängle furcht umfangen. Ja ich weiß mich, Daß der feind nicht rüh- weder aus noch ein, Und möcht 12. Ich will alle meine tage Rühmen deine starke hand, Daß du meine plag und klage Hast so herzlich abgewandt: Nicht nur in der sterblichkeit Soll dein ruhm sein ausgebreit, Ich wills auch hernach erweisen, Und dort ewiglich dich preisen. Johann Heermann. 78 Von der Buße, Beichte und Absolution. wohl gar verloren sein, Wenn 128. Herr, ich habe mißgeich dein wort nicht hätte. 4. Aber dein heilsam wort ja sagt, Daß alles wird vergeben, Was mit thränen hie wird beklagt, Und nicht soll schaden am leben. Ja Herr, du alle gnad verheißt Denen, die mit zer knirschtem geist Im glauben zu dir kommen. 5. Und weil ich denn in meinem sinn, Wie ich zuvor geklaget, Auch ein betrübter sünder bin, Den sein gewissen naget, Und wollte gern im blute dein Von sünden abgewaschen sein, Wie David und Manasſe: handelt, Ja mich drückt der sünden last, Ich bin nicht den weg gewandelt, Den du mir gezeiget hast, Und jetzt wollt ich gern aus schrecken Mich vor deinem zorn verstecken. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allenthalben ziehen, Stieg ich in die gruft sein. Wollt ich über see gleich hinein, Hätt ich flügel gleich den winden, Gleichwohl würdest du mich finden. 3. Drum, ich muß es nur bethan, Darf mich nicht dein kind kennen, Herr, ich habe mißgemehr nennen, Ach nimm mich meiner sünden Deinen zorn nicht zu gnaden an! Laß die menge gar entzünden. 6. Also komm ich zu dir allhie In meiner noth geschritten Und thu dich mit gebeugtem knie Von ganzem Herzen bitten: Ver gib mir doch genädiglich, Was ich mein lebtag wider dich Auf 4. Könnt ein mensch den sand erden hab begangen. 7. Ach Herr, mein Gott! vergib mirs dochy Um deines namens willen, Und thu in mir das schwere joch Der übertretung stillen, Daß sich mein herz zufrieden geb, Und dir hinfort zu ehren leb In kindlichem gehorsam. gleich zählen An dem weiten ihm wohl fehlen, Daß er meiner mittel meer, Dennoch würd es fünden heer, Daß er alle mein gebrechen Sollte wissen auszusprechen. 5. Wein! ach wein jetzt um die wette, Meiner beiden augen bach! O daß ich gnug zähren hätte zu betrauren meine sach! daß aus dem thränen- brunnen Käm ein starker strom geronnen. 8. Stärk mich mit deinem freuden geist, Heil mich mit deinen wunden, Wasch mich mit deinem todes schweiß In meiner letzten stunden, Und nimm mich einst, wann dirs gefällt, In wahrem glauben von der welt Zu deinen auserwählten. Bartholomäus Ringwald( geändert). gebricht. Ach! daß sie wie 6. Ach! daß doch die strenge fluthen Ueberschwemmten mein gesicht, Und die augen möchten bluten, Weil mir wasser sonst Von der Buße, Beichte und Absolution. 79 meeres- wellen Möchten in die spat, Sich zu dir bekehret Und höhe schwellen. 7. Aber Christe, deine beulen, Ja ein einzig tröpflein blut Das kann meine wunden heilen, Löschen meiner sünden gluth. Drum will ich, mein angst zu stillen, Mich in deine wunden hüllen. ums paradies dich bat, Hast dus ihm gewähret: So behüt dein theures blut Mich und alle sünder Vor der tiefen höllengluth, Bitten deine kinder. 5. Hilf, daß bei den schäflein dein, Von all unsern sünden Durch dein blut gewaschen rein, Wir uns mögen finden, Und zu deiner rechten stehn, Auch in deinem namen Zu dir in den himmel gehn, Das helf Chri8. Dir will ich die last aufbinden, Wirf sie in die tiefe see; Wasche mich von meinen sünden, Mache mich so weiß als schnee, Laß dein'n guten geist mich trei- stus, Amen. ben, Einzig stets bei dir zu blei- l ben. Johann Franck. Um Besserung des Lebens. Mel. Christus, der du uns selig. Mel. Was mein Gott will. 129. Christe, tönig auser- 130. Hilf mir, mein Gott, korn, Der ohn sünd empfangen bilf, daß nach dir Von herzen Rein und heilig bist geborn, mich verlange, Und ich dich suche Trägst ein groß verlangen mit begier, Wann mir wird Nach der menschen seligkeit, angst und bange. Verleih, daß Läßt sie nicht verderben: Laß ich Mit freuden dich In meiner mich ja zu feiner zeit In den angst bald finde, Gib mir den sünden sterben. ing di sinn, Daß ich forthin Meid alle schand und sünde. 2. Hilf, daß ich stets mit reu und schmerz Mich deiner gnad ergebe, Habimmer ein zerknirschtes herz, In wahrer buße lebe. Vor dir erschein, Herzlich bewein All meine missethaten; Die hände mein Laß milde sein, Dent dürftigen zu rathen. 3. Die lust des fleisches dämpf in mir, Daß sie nicht überwinde, Rechtschaffne lieb und lust zu dir Im herzen mir entzünde, Daß ich in noth Bis in den dir stehn, Und genade finden. tod Dich und dein wort bekenne, 4. Da der schächer, ob wohl Mich auch kein truß Noch ei2. Fleißig hast du mich gesucht Mit gar großen schmerzen, Als ich, Herr, ging in der flucht Mit betrübtem herzen, Dürftig, elend, nackt und bloß, In sehr schweren sünden. Laß mich durch dein marter groß Bei dir gnade finden. at den 3. Leid sind mir all sünden mein, Reuen mich von herzen, Laß sie gar vergeben sein Durch dein tod und schmerzen. Wie Maria Magdalen Los ward ihrer sünden, Also laß mich vor 80 Vom heiligen Abendmahl. gennuß Von deiner wahrheit unser Herr, Wußt, daß sein zeit trenne. nun kommen wär, Daß er von hinn'n sollt scheiden, Zu tisch er mit sein'n jüngern saß, Mit ihn'n das osterlämmlein aß Zuletzt vor seinem leiden. Er sprach: ich hab herzlich begehrt, Mit euch, eh ich getödtet werd, Essen dieß osterlamme; Denn ich sag euch, daß ich hinfort Von diesem nicht mehr essen werd, Bis das reich Gottes komme. 4. Behüte mich vor grimm und zorn, Mein herz mit sanftmuth ziere, Reiß aus den schnöden hoffarts dorn, Zur demuth mich anführe. Was ich noch find Von alter sünd, Durch deinen Geist ausfege, Gib daß allzeit Trost, fried und freud Sich in mir armen rege. 5. Den glauben stärk, die lieb erhalt, Die hoffnung mache feste, Daß ich von dir nicht wanke bald; Beständigkeit ists beste. Den mund bewahr, Daß nicht gefahr Durch ihn mir werd erwecket. Speis ab den leib, Doch daß er bleib Von geilheit unbeflecket. 2. Als er nun also mit ihn'n aß; Er sonderlich betrachtet, daß Ihr herz und glaub nicht zaget, Setzt darum ein das Sacrament, Nahm das brod mit dank in sein händ, Brachs, gab ihn'n das und saget: Nehmt hin, eßt, das ist mein leichnam, Der für euch an des kreuzesstamm Soll dargegeben werden: Solchs thut, daß ihr mein denkt dabei, Daß ich eu'r Herr und Heiland sei, All die ihr glaubt auf erden. 3. Desselben gleichen als nun gar Solch abendmahl vollendet war, Stärkt er sein jünger schwache, Und machet ganz dieß sacrament, Nahm auch den felch in seine händ, Dankt, gab ihn'n den, und sprache: Nehmt hin, trinkt all; das ist mein blut Des neuen testamentes gut, Welchs ich ans freuz gehenfet, Vergießen werd für eure sünd: Solchs thut, so oft ihr davon trinkt, Daß ihr mein dabei denket. Vom heil. Abendmahl. Mel. O mensch, bewein dein. 131. Ats Jesus Christus, 4. Gleichwie Gott in Egypten 6. Gib, daß ich treu und fleiBig sei In dem, das mir gebühret. Laß durch ehrgeiz und heuchelei Mich werden nicht verführet. Leichtfertigkeit, Haß, zank und neid Laß in mir nicht verbleiben, Verstockten sinn Und diebs- gewinn Wollst du von mir abtreiben. 7. Hilf, daß ich folge treuem rath, Bon falscher meinung trete; Den armen helfe mit der that, Für freund und feind stets bete, Dien jedermann, So gut ich kann, Das böse haß und meide Nach deinem wort An allem ort, Bis ich von hinnen scheide. Johann Heermann. Vom heiligen Abendmahl. 81 thät, Da er all erstgeburt ertödt herz erkenne, Ob er im rechten Im land in einer nachte, Den glauben sreby, Und in wahrer könig Pharao ertränkt, Sm lieb hinzu geh, Daß ihn kein rothen meer zu grund gesenkt unbuß brenne: Daß er ihm Mit aller seiner machte: Da nicht eß das gericht, Drum daß setzt er ein das oster- fest, Daß er unterscheidet nicht Den leib sein volk dabei dächt und wüßt Christi des Herren, Daß er der Sein große wunderthaten, Durch fünden sauerteig Durch hülf des welche sie, geführet aus Mit starker hand aus dem diensthaus, Durchs roth meer trocken heilgen Geists ausfeg, Christo dem Lamm zu ehren. traten. 8. Darum so laßt uns allzugleich Gott den Vater im him5. Also auch, da Christus, der melreich Von ganzem herzen Herr, Durch sein blut in der bitten Durch Jesum Christum, taufe meer All unsre sünd ver- seinen Sohn, Weil der für uns senket, Den tod gewürgt, die all gnug gethan, Den tod für höll zerstört, Die handschrift, uns gelitten: Daß er uns durch die das g'wissen mördt, Mit sich den heilgen Geist Sein gnad zu ans freuz gehenket, Daß sein starkem glauben leist, Nach seifirch allzeit betracht, Er selbst nem wort zu leben In rechter zum Osterlamm sich macht, Im lieb und einigkeit, Und daß er testament uns schaffte Sein leib uns nach dieser zeit Die ewig zu essen in dem brod, Im wein freud woll geben. Sebald Heyd. zu trinken sein blut roth, Durch seines wortes fräfte. 6. Wer nun dieß brod nach dem befehl Ißt, und trinkt von des Herren Kelch, Der soll sein tod verkünden: Nemlich, daß Christus, Gottes Sohn, Am kreuz bezahlt, und genug gethan Für unser aller sünden, Und daß uns Gott nun gnädig sei. So wir solchs glauben, und dabei Uns an die tauf stark halten, So solln wir Gottes kinder sein, Und das himmlisch erb nehmen ein. Das well Gott ewig walten! 7. So prüf der mensch nun sich selbst recht, Eh er dieß sacrament empfäht, Daß er sein 132. Schmücke dich, o liebe seele, Laß die dunkle fündenhöhle, Komm ans helle licht gegangen, Fange herrlich an zu prangen, Denn der Herr, voll heil und gnaden, Will dich jetzt zu gaste laden; Der den himmel kann verwalten, Will jetzt herberg in dir halten. 2. Eile, wie verlobte pflegen, Deinem bräutigam entgegen, Der da mit dem gnaden- hammer Klopft an deine herzens- kammer. Deffn' ihm bald des geistes pforten, Red ihn an mit schönen worten: Komm, mein liebster, laß dich küssen, Laß mich deiner nicht mehr miſsen. 6 ♦ 82 Vom heiligen Abendmahl. 3. 3war in faufung theurer Dieser deiner himmels- speise, waaren Pflegt man sonst kein Mir zum heil und dir zum geld zu sparen; Aber du willst preiſe. für die gaben Deiner Huld kein geld nicht haben, Weil in allen bergwerksgründen Kein solch kleinod ist zu finden, Das die blutgefüllten schalen Und dieß manna kann bezahlen. 4. Ach! wie hungert mein gemüthe, Menschenfreund! nach deiner güte. Ach! wie pfleg ich oft mit thränen Mich nach dieser kost zu sehnen! Ach! wie pfleget mich zu dürsten Nach dem trank des lebensfürsten! Wünsche stets, daß mein gebeine Sich durch Gott mit Gott vereine. 5. Beides, lachen und auch zittern, Läfset sich in mir jetzt wittern. Das geheimniß dieser speise, Und die unerforschte weise Machet, daß ich früh vermerke, Herr, die größe deiner werke. Ist auch wohl ein mensch zu finden, Der dein allmacht sollt ergründen? 6. Nein, vernunft die muß hie weichen, kann dieß wunder nicht erreichen, Daß dieß brod nie wird verzehret, Ob es gleich viel tausend nähret, Und daß mit dem saft der reben Uns wird Christi blut gegeben. der großen heimlichkeiten! Die nur Gottes Geist kann deuten. 8. Herr, es hat dein treues lieben Dich vom himmel abge trieben, Daß du willig haft dein leben In den tod für uns gege ben, Und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein blut für uns vergossen, Das uns jetzt kann kräftig tränken, Deiner liebe zu gedenken. 9. Jesu, wahres brod des le bens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens Oder mir vielleicht zum schaden Sei zu deinem tiſch geladen. Laß mich durch dieß messen, Daß ich auch, wie jetzt seelen- essen Deine liebe recht erauf erden, Mög ein gast im himmel werden. Johann Frank. 133. Jesus Christus, unſer Heiland, Der von uns den Gottes zorn wandt, Durch das bitter leiden sein Half er uns aus der höllen- pein. 2. Daß wir nimmer deß vergessen, Gab er uns sein'n leib zu essen, Verborgen im brod so klein, und zu trinken sein blut im wein. 7. Jesu, meine lebens- sonne, 3. Wer sich zu dem tisch will machen, Der hab wohl acht auf sein sachen; Wer unwürdig hinJesu meine freud und wonne, zu geht, Für das leben den tod Jesu, du mein ganz beginnen, Lebensquell und licht der sinnen: Hie fall ich zu deinen füßen, Laß mich würdiglich genießen empfäht. 4. Du sollt Gott den Bater preisen, Daß er dich so wohl thut speisen, Und für deine mis Vom heiligen Abendmahl. sethat, In den tod sein'n Sohn geben hat. 5. Du sollt glauben und nicht wanken, Daß es ein speis sei der kranken, Den ihr herz von sünden schwer, Und vor angst ist betrübet sehr. 6. Solch groß gnad und barmherzigkeit Sucht ein herz in großer arbeit. Ist dir wohl, so bleib davon, Daß du nicht kriegest bösen lohn. Dhar 7. Er spricht selber: kommt ihr armen, Laßt mich über euch erbarmen, Kein arzt ist dem starken noth, Sein kunst wird an ihm gar ein spott. 8. Hätt'st du dir was konnt erwerben, Was dürftich denn für dich sterben? Dieser tisch auch dir nicht gilt, So du dir selber helfen willt. 9. Glaubst du das von herzens grunde, Und bekennest mit dem munde, So bist du recht wohl geschickt, und die speis dein seel erquickt. 10. Die frucht soll auch nicht ausbleiben: Deinen nächsten sollt du lieben, Daß er dein genießen kann, Wie dein Gott an dir hat gethan. 83 Herr, durch deinen heiligen leichnam, Der von dein mutter Maria kam, Und das heilige blut, Hilf uns Herr aus aller noth, Kyrieleison. 2. Der heilig leichnam ist für uns gegeben Zum tod, daß wir dadurch leben. Nicht größer güte konnte er uns schenken, Dabei wir sein solln gedenken, Kyrieleison! Herr, dein lieb so groß dich g'zwungen hat, Daß dein blut an uns groß wunder that, Und bezahlt unser schuld, Daß uns Gott ist worden huld, Kyrieleison. Dr. Martin Luther( St. Johannes Hussen Lied, gebessert). 3. Gott geb uns allen seiner gnaden segen, Daß wir gehn auf seinen wegen In rechter lieb und brüderlicher treue, Daß uns die speis nicht gereue, Kyrieleison! Herr, dein heilger Geist uns nimmer laß, Der uns geb zu halten rechte maß, Daß dein arm Christenheit Leb in fried und einigkeit, Kyrieleiſon! Dr. Martin Luther. Lobgesang nach gehaltenem Abendmahl. 134. Gott sei gelobet und gebenedeiet, Der uns selber hat gespeiset Mit seinem fleische und mit seinem blute, Das gib uns, Herr Gott, zu gute Kyrieleison! Mel. Ich hab mein sach Gott. 135. Ich weiß ein blümlein hübsch und fein, Das thut mir wohl gefallen; Es g'liebt mir in dem herzen mein, Das blümelein, Vor andern blumen allen. 2. Das blümlein ist das göttlich wort, Das uns Gott hat gegeben, Es leucht uns durch die enge pfort Das göttlich wort Wohl in das ewig leben. 3. Christ ist der weg, das licht die pfort, Die wahrheit und das leben, Wer ren und leid für sein 6* 84 sünd hat, Und bitt um gnad, Dem sinds im glaub'n verge ben. Vom heiligen Abendmahl. 4. Er spricht selber: kommt her zu mir All, die ihr seid beladen, Ich will nach eures her zens b'gier, Das glaubet mir, Heilen all euren schaden. 5. Nehmt hin und eßt, das ist mein leib, Den ich euch jetzt thu schenken, Ich verschreib euch all mein gut dabei, Das glaubet frei, Daß ihr mein sollt gedenfent, 6. Nehmt hin und trinkt, das ist mein blut, Das ich für euch vergossen, Welchs g'nug für eure Sünden thut, So oft ihrs thut, Wie ichs euch hab gelassen. 7. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, Wohl durch dein bitter leiden, Weil du für uns gestor. ben bist, Herr Jesu Christ, Du wollst von uns nicht scheiden. 8. Nimm uns für deine finder an, Daß wir dich allzeit loben, Dein wort bekenn'n vor jedermann Auf rechter bahn, Durch Jesum Christum. Amen. Bafilius Förtsch. Mel. Jesu meine freude, zc. 136. Jesu, heil und leben! Als du wurd'st gegeben In den bittern tod, Da du wurd'st verrathen, der übelthaten! Wegen meiner noth, Hast du für uns eingesetzt Ein gedächtniß deiner wunder, Jesu mach mich munter. 2. Jesu, liebstes Herze, Meiner augen kerze, Meiner feele licht, Gib mir solche gaben, Mich damit zu laben, Wann mein berze bricht: Laß dein leib mein speiſe sein, Laß von deinem blut mich trinken, Wann mein herz will sinken. 3. Dein leib ist mein speiſe Wunderlicherweise, Welche mich erhält, Daß ich nicht kann sterben, Sondern muß ererben Das, was mir gefällt: Gott und seiner gnaden schein, Freude, fried und ew'ges leben, Und bei Gott zu schweben. 4. O du himmels speise! - Baum im paradeise! Mein gerechtigkeit! Laß mich dich genießen, Meine lust zu büßen. Komm ich bin bereit: Mach mich satt nach deinem wort, Laß mein herz dein'n tempel werden hier auf dieser erden. 5. Jesu, brod des lebens, Laß ja nicht vergebens Mich genießen dich; Wann mein feel fich fränket, Und stets nach dir denket, Komm und stärke mich. Thue dann von deinem tisch Ein klein brosamlein nur schikkent Um mich zu erquicken. 6. Jesu, fels der ehren, Wollest mir bescheren, Daß ich trink von dir: Du hast lassen fließen Durch dein blut vergießen Ström des Lebens hier. Wann mein seel ist matt und krank, So gib mir im wein dein blute, Daß mirs komm zu gute. 7. Dein blut ist die stärke Aller wunderwerke, Meines lebens kraft. Niemand kanns g'nug Vom heiligen Abendmahl. 85 preisen, Was er kann erweisen, ich den seelen- wein Im glauben Ja des himmels saft, So mir gibt die seligkeit. Drum wollst du mir öfters schenken, Deiner zu gedenken. eviden 8. Daß ich an dir klebe, Wie ein' flett am leibe, Daß ich sei bei dir Und du in mir lebest, Und im herzen schwebest, Jesu, für und für: Dann werd ich gewißlich nicht, Wann ich soll von binnen scheiden, Jesu, sein im leidelt. 9. Sondern werde leben, Und in freuden schweben In des himmels thron: Dich werd ich erkennen, Meinen bruder nen nen, Tragen eine kron, Die dein blut erworben hat; Drum so will ich dich stets loben, Jesu! hier und droben. möchte fassen Und dir vermählet fin. 3. Bei dir hab ich gegessen Die speise der unsterblichkeit; Du hast mir voll gemessen Den edlen felch, der mich erfreut. Ach Gott! du hast erzeiget Mir armen solche gunst, Daß billig jetzt sichy neiget Mein herz vor liebesbrunst. Du hast mich lassen schmecken Das köstlich engelbrod; Hinfort kann mich nicht schrecken Welt, teufel sünd und tod. 4. So lang ich leb auf erden, Preis ich dich, liebster Jesu, wohl, Daß du mich läsfest werden Von dir und durch dich satt und voll. Du hast mich selbst getränket Mit deinem theuren blut, Und dich zu mir gelenket, O unvergleichlichs gut! Nun werd ich ja nicht sterben, Weil mich gespeiset hat, Der nimmer kann verderben, Mein trost, schußz, hülf und rath. Mel. Nun lob mein seel den. 137. Wie wohl hast du gelabet, liebster Jesu, deinen gast, Ja mich so reich begabet, Daß ich jetzt fühle freud und rast. O wundersame speise! O süßer lebens- trank! O liebmahl! das ich preise Mit meinem lobgesang, Indem es hat erquicket Mein leben, herz und muth; Mein geist der hat erblicket Das allerhöchste gut. 5. Wie kann ichs aber fassen, Herr Jesu, daß du mit begier Dich hast so tief gelassen Vom himmelssaal herab zu mir? Du schöpfer aller Dinge Besuchest deinen knecht. Ach! hilf, daß ich dir bringe Ein herz, das fromm und schlecht, Das gläubig dir vertraue, Damit nach dieser zeit Ich ja dein antlig schaue Dort in der ewigkeit. 2. Du hast mich jetzt geführet, Herr, in deinen gnaden saal, Daselbst hab ich berühret Dein edle güter allzumal; Da hast du mir vergebens Geschenket mildiglich Das werthe brod des lebens, Das sehr ergößzet mich; 6. Du bist der ewig bleiber, Ich aber bin dem schatten gleich, Den bald ein wind vertreibet; Du hast mir zugelassen, Daß Herr, ich bin arm, und du bist 86 Vom heiligen Abendmahl. reich; Du bist sehr groß von Ein unaufhörlich büßen, Daß güte, Rein unrecht gilt bei dir, ich mich wende stets zu dir, Laß Ich boshaft von gemüthe Kann mich hinführo spüren Kein fehlen für und für: Noch kom- andre lieblichkeit, Als welche mest du hernieder zu mir, dem pflegt zu rühren Von dir in sündenmann. Was geb ich dir dieser zeit; Laß mich ja nichts doch wieder, Das dir gefallen begehren, Als deine lieb und gunst; Denn niemand kann entbehren Hier deiner liebe brunst.ruand it dhe t kann? 7. Ein herz durch reu zerschlagen, Ein herz, das ganz zerknir schet ist, Das weiß ich, wird 9. Wohl mir! ich bin versehen behagen, Mein heiland, dir zu Mit himmelspeis und engeljeder frist; Du wirst es nicht trank; Nun will ich rüstig verachten. Demnach ich emsig stehen, Zu singen dir lob, ehr bin Nach deiner gunst zutrachten. Nimm doch in gnaden hin Das opfer meiner zungen, Denn billig wird jetund Dein theu rer ruhm besungen, Herr Gott, durch meinen mund. und dank. Ade, du weltgetümmel, Du bist ein eitler tand, Ich seufze nach dem himmel, Dem rechten vaterland. Ade, dort werd ich leben Ohn unglück und verdruß; mein Gott, du wirst mir geben Der wolken überfluß. Johann Rift. 8. Hilf ja, daß dieß genießen Des edlen schatzes schaff in mir THE this Sindstric 2007 200 we gezzio hat Lotul 10 br E Lempele iwan 100 yen Dritter Theil. Die Psalmen Lieder. Der 1. Psalm. leiste, Daß wir wandeln in Mel. Aus tiefer noth schrei. seinem pfad, Daß uns die sünd der seel nicht schad; Wer das begehrt, sprech: Amen. Ludwig Schler. 138. Wohl dem menschen, der wandelt nicht In dem rath der gottlosen, Noch auf den weg der sünder tritt, Noch sist, da spötter kosen, Sondern hat seine luft gemein In des Herren geset allein Und red das tag und nachte. 87 139. Hilf Gott, wie geht es immer zu, Daß alles volk so grimmet; Fürsten und könig hab'n kein ruh, Insg'mein sind sie gesinnet Widerzustreben deiner hand Und Christo, den du hast gesandt, der ganzen welt 2. Der wird sein wie ein baumes- pflanz Bei guten wasserbächen, Der sein frucht bringt im sommers- glanz, Sein blatt wird sich nicht schwächen. Was er anfäht, wird glücklich zu helfen. sein; So die gottlosen fahren hin, Gleich wie die spreu vom winde. 3. Die gottlosen in dem gericht Werden nicht stehen bleiben, Auch fünder bei den g'rechten nicht; Sie werden all vertrieben. Denn Gott kennt der gerechten weg, Und aber der gottlosen steg Wird durch sein g'walt umkommen. Der 2. Psalm. Mel. Wo Gott der Herr 2c. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Und auch dem heilgen Geiste, Als es im anfang war und nun, Der uns sein gnade 2. Sie wollen ungestrafet sein, und leb'n nach ihrem sinne, Und werfen von sich deinen rath, Und was du lehrest drinne. Sie gehn nach ihres herzens wahn, Ein jedermann auf seiner bahn, Und lassen ihn'n nicht wehren. 3. Du aber in dem himmel hoch, Gott, wirst sie verlachen, Verspotten ihren besten rath, de Und ihr'n anschlag verachten. Du wirst mit zorn sie sprechen an, Und strafen, was sie hab'n gethan, Mit grimm wirst du sie schrecken. 88 4. Der Herr hat zum königgesetzt Christum, den ihr acht't kleine, Auf Sion, sein'm heiligen berg, Das ist, über sein g'meine, Daß er soll kund thun überall Des Vaters sinn und wohlgefall, Und lehren sein gesetze. 5. Er sprach zu ihm: du bist mein Sohn, Heut hab ich dich gezielet, Von den tødten erwekfet schon, Und in dir auserwählet, Für erben und für finder mein, Die glauben anden namen dein, Daß sie all durch dich leben. Psalmen Lieder. 140. Ach Herr, wie sind mein'r feind so viel, Die sich wider mich setzen, Sprechen: ihm Gott nicht helfen will; Deß wollst du mich ergößen. Denn, Herr, du bist vor mir der schild, Der mich zu ehren seßen willt, Und mein haupt thun aufrichten. 2. Mein stimm zum Herren rufen soll, Vom berg wird er mich hören. Ich lag und schlief, er wachet wohl, Mein feind mocht mich nicht stören. Denn Gott der Herr mich selbst erhält, Ob hunderttausend würd'n gezählt, Die sich wider mich legen. 3. Steh auf, o Herr, zu helfen mir, Denn du schlägst all mein feinde Auf den kinnbacken mit begier, Und dem gottlosen day g'sinde Brichst du ihr zähne mit gewalt. Die hülf sich, Herr, bei dir erhalt, Uleber dein volk dein segen. 8. Nehmt auf die strafe williglich, Daß nicht erzürn der Herre, Halt ihn vor augen stetiglich, Und lebt nach seiner 4. Dem Herren Gott vom Lehre. Wann sein zorn als ein himmelreich Lob, ehr und preis feur aufgeht, Wer ist dann, der ich leiste, Gott Vater, Gott dem vor ihm besteht? Das sind, die Sohn deßgleich, Und Gott demt auf ihn trauen.heilgen Geiste. Sein herrlichkeit, 9. Ehr sei dem Vater allers barmherzigkeit, Großmächtigmeist, Und Christo seinem Sohne keit und heiligkeit Sind ewig Und dem tröster, dem heilgen und ohn ende. Ludwig Dehler. 6. Die heiden will ich schenken dir, Mein kind, zu einem erbe, Daß du mit deinem wort in ihn'n Des fleisches lust verder best. Ein neu volk sollt du rich ten an, Das meinen namen preisen kann An allem ort auf er den. Geist, Gar hoch ins himmelsthrone, Als es im anfang und auch jetzt Gewesen ist, und bleibet stets In der welt allzeit, Amen. Andreas Knöpken( Cnophius). Der 3. Psalm. Mel. Uch Gott, wie lang zc. 7. Darum, ihr könig, merket nun, Ihr sollt euch lassen lehren Und diesem könig hören zu, Sein wort halten in ehren, Daß ihr Gott lernet fürchten wohl, Und wie ein herz ihm trauen soll: Das heißt Gott recht wohl dienen. Psalmen Lieder. Der 6. Psalm. Voriger Pfalm. 141. Ach Herr! mich armen 142. Herr, nicht schicke deine sünder Straf nicht in deinem rache Ueber meine böse sache, zorn, Dein'n ernsten grimm Ob sie wohl durch übelthat doch linder, Sonst ists mit mir Großen zorn verdienet hat. verlore. Ach Herr! wollst mir Freilich muß ich es bekennen: vergeben Mein sünd und gnädig Ursach hast du sehr zu brennen, sein, Daß ich mög ewig leben, Doch du wollest jetzt allein Entfliehn der höllenpein. Vater und nicht richter sein. 89 2. Heil du mich, lieber Herre, 2. Schicke lieber, o mir armen, Denn ich bin krank und schwach; Für den eifer dein erbarmen, Mein herz verwundet sehre, Leidet groß ungemach. Mein g'bein die sind erschrocken, Mir ist gar angst und bang, Mein seel ist sehr erschrocken, Ach du, Herr, wie so lang? Heile mich, der ich vorhin Schwach und lagerhaftig bin. Siehe, wie ich ab sei kommen, Wie mir alle kraft benommen, Mache, Herr, es ja nicht lang, Mark und bein ist sterbekrank, 3. Herr! tröst mir mein ge- 3. Vor den sorgen, pein und müthe, Mein seel rett, lieber schmerzen Ist kein herz in meinem Gott, Von wegen deiner güte, herzen. Mein gemüthe, das dich Hilf mir aus aller noth. Im liebt, Ist bis auf den tod betrübt. tod ist alles stille, Da denkt Mein trost, kannst du noch verman deiner nicht, Wer will doch weilen, Hat es keine noth zu in der hölle Dir danken ewig- eilen? Macht denn deine Hülfe lich? dich Schwächer, als der fummer mich? 4. Kehre wieder, wieder kehre, Eh ich mich in angst verzehre. Reiche deine hand, o Gott, Meiner seele in der noth: Zwar du möchtest sie wohl hassen, Weil sie selber dich verlassen: Doch betrachte dieß dabei, Was dein heil und güte sei. 4. Ich bin von seufzen müde, Hab weder kraft noch macht, Im großen Schweiß ich liege Durchaus die ganze nacht. Mein lager naß von thränen, Mein g'stalt vor traurent alt, So thu ich mich sehr grämen, Die angst ist mannigfalt. 5. Nun weicht, ihr übelthäter, Mir ist geholfen schon: Der Herr ist mein erretter, Er nimmt mein flehen an. Er hört meins weinens stimme, Es müssen fallen g'schwind All sein und meine feinde, Die kommen schändlich um. Cyriacus 5. Menschen, die nicht mehr im leben, Die den geist schon aufgegeben, Wissen nichts von schuld und pflicht, Und gedenken deiner nicht: Denn wer kann dir ehr erweisen, Wer ver= Schneegas, mag dich wohl zu preisen, 90 Psalmen- Lieder. Wann er schon liegt ausgestreckt, zurücke, Plößlich und im augenUnd im tiefen grabe steckt? blicke, Und doch sehen auch dabei, Daß der Herr mein Heiland Martin Opie. 6. Meine müden seufzer sagen, Was der mund nicht weiß zu sei. klagen. Durch mein weinen alle Der 12. Pfalm. nacht Wird mein lager naß gemacht, Meiner augen heiße 143.2ch Gott, vom himmel zähren, Die mir ruh und schlaf beschweren, Quellen als ein wasserfluß, Daß mein lager schwimmen muß. 7. Von der pein, die ich empfunden, Ist mein antlig abgeschwunden; Ungeduld macht die menschenkindern. gestalt Mir vor meinen jahren 2. Sie lehren eitel falsche list, alt, Denn ich muß von allen Was eigenwiß erfindet; Shr feiten Mit dem bösen haufen herz nicht eines sinnes ist, In streiten, Der mir anthutschmach Gottes wort gegründet. Der und spott, Und mich ädert auf wählet dieß, der ander das, den tod. Sie trennen uns ohn alle maß, Und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten alle lahr, Die falschen schein uns lehren; Dazu ihr zung stolz of fenbar Spricht: troß, wer wills uns wehren? Wir haben recht und macht allein, Was wir setzen, das gilt gemein: Wer ist, der uns soll meistern? 8. Nun, ihr übelthäter, ziehet, Ihr tyrannen auf! und fliehet, Geht, ihr volk der eitelkeit Hin, woher ihr kommen seid: Denn der Herr sieht, wann ich weine, Daß ich dies mit treuen meine, Meine thränen fließen hin In sein herz und beugen ibn. sieh darein, Und laß dich deß erbarmen: Wie wenig sind der heilgen dein, Verlassen sind wir armen. Dein wort läßt man nicht haben wahr, Der glaub ist auch verloschen gar Bei allen 9. Er, der Herr, hat schon mein flehen In genaden angesehen. Mein gemüthe, das mich regt, Hat ihm seines auch bewegt; Alsobald ich ihn gebeten, Ihm vor augen bin getreten, Hat auch seine güte sich Ausgebreitet über mich. 4. Darum spricht Gott: ich muß auf sein, Die armen sind zerstöret, Ihr seufzen dringt zu mir herein, Ich hab ihr klag erhöret. Mein heilsam wort soll auf dem plan Getrost und frisch sie greifen an, Und sein die kraft der armen. 10. Vor der ganzen welt auf 5. Das silber durchs feu'r sie erden Sollen die nun schamroth benmal Bewährt, wird lauter werden, Zittern auch vor Gott funden: An Gottes wort man und mir, Die mich hassen für halten soll Deßgleichen alle und für. Weichen müssen sie stunden. Es will durchs kreuz Psalmen Lieder. 91 bewähret sein; Da wird erkannt herzigkeit, Dem Herren will ich sein kraft und schein, Und leucht singen. Mein herz freut sich in stark in die lande. bog hin deinem heil, Der mich begabt mit gutem theil, Sein'n namen will ich preisen. 6. Das wollst du, Gott, be wahren rein Vor diesem argen * Dem Herren Gott vom g'schlechte, Und laß uns dir befohlen sein, Daß sichs in uns himmelreich Lob, ehr und preis nicht flechte. Der gottlos hauf ich leiste, Gott Vater, Gott sich umher findt, Wo diese lose dem Sohn deßgleich, Und Gott leute sind In deinem volk erhaben. ting dem heilgen Geiste. Sein herrlichkeit, barmherzigkeit, Großmächtigkeit und heiligkeit Sind ewig und ohn ende. Matthäus Greitter. Der 14. Pfalm. 145. Es spricht der unweiſen mund wohl: Den rechten Gott wir meinen; Doch ist ihr herz unglaubens voll, Mit that sie ihn verneinen. Ihr wesen ist verderbet zwar, Vor Gott ist es ein greuel gar, Es thut ihr keiner doch gut. 2. Gott selbst vom himmel sah herab Auf aller menschen kinder; Zu schauen sie er sich begab, Ob er jemand möcht finden, Der sein verstand gerichBus tet hätt, Mit ernst nach Gottes worten that, Und fragt nach seinem willen. 3. Da war niemand auf rechter bahn, Sie war'n all ausgeschritteit; Ein jeder ging nach seinem wahn, Und hielt verlorne sitten. Es that ihr feiner doch kein gut, Wiewohl gar viel betrog und der muth, Ihr thun sollt Gott OMII gefallen. 3. Und ob ich fiel in sünd und leid, Mein feind wird sich er- 4. Wie lang wollen unwissend springen. Ich hoff in dein barm- sein, Die solche müh aufladen * Ehr ſei dem Vater und dem Sohn Und auch dem heilgen Geiste, Als es im anfang war und nun, Der uns sein gnade leiste, Daß wir wandeln in seinem pfad, Daß uns die sünd der seel nicht schad, Wer das begehrt, sprech: Amen. Dr. Martin Luther( v. 1-6). Der 13. Pfalm. 144. Ach Gott, wie lang vergißt du mein Gar nah bis an das ende; Ach Gott, wie lang das antlitz dein Thust du doch von mir wenden; Wie lang soll ich selbst rathen mir? In meiner seel ein'n schmerz gebier, Den ganzen tag im herzen. 2. Wie lang wird doch mein feind erhöht? Sieh, Gott, thu mich erhören, Erleucht auch meine augen recht, Und thu mich, Herr, gewähren, Daß ich nicht in dem tod entschlaf, Und daß mein feind nichts arges schaff, Sprech: hab mich überwunden. 92 Und fressen dafür das volk mein Und nähr'n sich mit sein'm schaden? Es steht ihr trauen nicht auf Gott, Sie rufen ihm nicht in der noth, Sie woll'n sich selbst versorgen. Psalmen Lieder. 5. Darum ist ihr herz nimmer still, Und steht allzeit in furchten. Gott bei den frommen bleiben will, Die ihm mit glauben g'horchen; Ihr aber schmäht des armen rath, Und höhnet alles, was er sagt, Daß Gott sein trost ist worden. 6. Wer soll Israel dem armen Zu Zion heil erlangen? Gott wird sich seins volks erbarmen, Und lösen, die gefangen. Das wird er thun durch seinen Sohn, Davon wird Jacob wonne han, Und Israel sich freuen. * Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Und auch dem heilgen Geiste, Als es im anfang war und nun, Der uns sein gnade leiste, Daß wir wandeln in seinem pfad, Daß uns die sünd der seel nicht schad; Wer das begehrt, sprech: Amen. Dr. Martin Luther( V. 1-6). gestatt', Die menschen mit verlügen. Den schalk hat er für nichts geacht, Die frommen hat er groß gemacht, Die Gott den Herren fürchten. 3. Wer seinem nächsten treue leist't, Mit g'fährd nicht thut verführen, Kein wucher er nicht von ihm heischt, Läßt ihm die händ nicht schmieren. Wer diese ding recht halten thut, Der bleibt ewig in sichrer hut, Mit Gott wird er regieren. * Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Und auch dem heilgen Geiste, Als es im anfang war und nun, Der uns sein gnade leiste, Daß wir wandeln in seinem pfad, Daß uns die sünd der feel nicht schad; Wer das begehrt, sprech: Amen. Wolfgang Dachstein. Der 20. Psalm. Mel. Es woll uns Gott genädig. 147. Der Herr erhör dich in der noth, Sein nam dich wohl behüte, Er send dir hülf, der fromme Gott, Und stärk dich durch sein güte. Dein gottesdienst ihm g'fällig sei, Der ihm geschieht zu ehren; Er woll thun nach dem willen dein, Was dein herz wird begehren, Dein anschläg dir gewähren.. Der 15. Psalm. 146, Herr! wer wird sein wohnung han In deinen zelten fluge? Auf deinem heilgen berge schon, Da ewig han sein ruhe? Der unbefleckten wandel treibt Und würket die gerechtigkeit Wahrhaftig in sein'm herzen. 2. Dein hülf, Herr Gott, ist unser ruhm, Daß wir in deinem namen Panier aufwerfen, tha ten thun; Das g'bet ist ja und 2. Und der kein falsche zunge amen, Dabei man deine hülfe hat, Sein nächsten zu betrügen, merkt, Die du dein' g'salbten Nachred und schmach er nicht leistest, Wann deine rechte hand Psalmen Lieder. 93 uns stärkt, Und g'waltiglich thust du mir falben Mit deinem erweiset Dein gnad, an uns gepreiſet. geist, der freuden öl, Und schenkest voll ein meiner feel Deiner geistlichen freuden. 5. Gutes und die barmherzigkeit Laufen mir nach im leben, Und ich werd bleiben allezeit Im baus des Herren eben: Auf erd in der Christlichen g'mein, Und nach dem tod werd ich ja sein Bei Christo, meinem Herren. * Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Und auch dem heilgen Geiste, Als es im anfang war und nun, Der uns sein gnade leiste, Daß wir wandeln in seinem pfad, Daß uns die sünd der seel nicht schad; Wer das begehrt, sprech: Amen. Wolfgang Meußlin( Mösel, Musculus). 3. Auf roß und wagen troßen sehr, Die wider uns thun streiten; Wir rühmen aber noch vielmehr, Daß Gott uns steht zur seiten. Sein nam ist unser zuversicht, Durch ihn die feind wir schlagen, Sie fallen, wir stehn aufgericht; Dem könig wir dank sagen, Auf seine hülf wirs wagen. Cornelius Becker. 1 Der 23. Pfalm. 148. Der Herr ist mein getreuer hirt, Hält mich in seiner hute, Darum mir gar nichts mangeln wird Irgend an einem gute. Er gibt mir weid ohn unterlaß, Darauf wächst das wohlschmeckend gras Seines heilsamen wortes. 2. Zum reinen wasser er mich weist, Das mich erquicken thute: Das ist sein fron heiliger Geist, Der mich macht wohlgemuthe. Er führet mich auf rechter straß Seiner geboten ohn ablaß, Von wegen seines namens. 3. Ob ich wandelt im finstern thal, Fürcht ich doch kein unglücke, In verfolgung, leiden, trübsal, Und dieser welt bös tücke. Denn du bist bei mir stetiglich, Dein stab und stecken trösten mich, Auf dein wort ich mich lasse. 4. Du breitest vor mir einen tisch, Vor mein'n feind'n allenthalben, machst mein herz unverzagt und frisch, Mein haupt Der 25. Psalm. Mel. Es ist gewißlich an der. 149. Von allen menschen abgewandt, zu dir mein seel erhoben Hab ich allein, o Herr, mein Gott; Laß mich nicht werd'n bewogen. All mein vertrauen steht auf dich, Laß nicht zu schanden werden mich, Daß sich mein feind nicht freue. 2. Es wird niemand beschämet stehn Von den'n, die auf dich trauen: In deiner band sie sicher gehn, Der kampf wird sie nicht reuen. Beschämet müssen all die sein, Die leid anthun den armen dein, Ohn recht und alle fachen. 3. Weis' deine weg, o Herre, mir, Zu dir dein steg mich lehre, 94 In deiner wahrheit leite mich, Denn du bist Gott, mein Herre, Mein heil und trost, mein hülf und rath, Darauf ich mich allzeit verlaß, Und stetig poch und many sist Psalmen Lieder. troße. 4. Laß dir, mein Herr, zu herzen gehn, Und wollst daran gedenken, Wie all die deinen mit dir stehn, Den'n du dein gnad thust schenken; Von ewigfeit sie auserfehn, Bewahret in dem rathe dein, Durch welch'n sie selig werden. Daß ich den weg mag auserwähl'n, Der dir ist wohlgefällig. 9. Des menschen seele, die Gott fürcht, Wird seine güter erben; All, die im glaub'n ihm verderben. Der Herr ist ihr folgen nach, Die werden nicht verborgner schild, Sein teſta ment ihn'n öffnen will, Und seinen Geist ihn'n geben. 10. Meine augen sind stets zu dir, Herre Gott, gerichtet, Daß du hilfft aus dem netze 5. Meiner jugend unwissenheit, mir, Darin ich bin verstricket. Und aller meiner schulde Wollst, Erbarm dich mein und sich mich Herr Gott, ja gedenken nicht, an, Denn arm bin ich, von Sondern nach deiner hulde jedermann Steh ganz und gar Meiner erbarmen wollst du dich, verlassen. Von allen sünden freien mich, Um deiner güte willen. 6. Der Herr ist süß und auf gericht All'n den'n, die an ihm hangen. Wenn sie all in dem wege fehl'n, Wird er sie doch empfangen, Und lehren sie den willen sein, Geschrieben in ihr herz hinein, Nach seinem wohlgefallen. 7. All weg des Herren sind wahrheit, Güte und große gnade, Sein gelübde hält er treulich, Ulud gibt sie den'n gar balde, Die fragen nach dem worte sein, Und glaub'n, was er gelobt darein, Als uns die schrift abmalet. 11. Meins herzens weh ist mancherlei: Aus meiner noth mich rette; Schau an, wie ich vernichtet sei, Von arbeit ganz lieg nieder. Darum vergib die sünde mein, Sieh an, wie viel der feinde sein. Die mich ohn sach verfolgen. 12. Beschüß mein feel und tou rette mich, Daß ich nicht werd beschämet: Mein hoffnung steht allein auf dich, Deß freuen sich die frommen. So bilf nun, Gott, aus aller noth Dem armen haufen Israel, Der dir allein anhanget. Andreas Knöpfen( Cnophius) Der 31. Pfalm. 8. Um deines namens willen, Herr, Genade meiner fünde: 150. In dich hab ich gehoffet, Ich fürchte mich, ihr ist gar Herr, Hilf, daß ich nicht zu viel, Und wachsen alle stunde. schanden werd, Noch ewiglich Darum mich dein gesetze lehr, zu spotte, Das bitt ich dichy; Psalmen Lieder. Erhalte mich In deiner treu, Herr Gotte. 2. Dein gnädig ohr neig her zu mir, Erhör mein bitt, thu dich herfür, Eil bald mich zu erretten. In angst und weh, Ich lieg und steh: Hilf mir in meinen nöthen. 3. Mein Gott und schirmer, steh mir bei, Sei mir ein burg, darin ich frei Und ritterlich mög streiten Wider mein' feind, Der gar viel seind An mir auf beiden seiten. 4. Du bist mein stärk, mein fels, mein hort, Mein schild, mein kraft, sagt mir dein wort, Mein hülf, mein heil, mein leben, Mein starker Gott In aller noth; Wer mag dir widerstreben? Der 37. Pfalm. 151. Erzürn dich nicht, o frommer Christ, Vor neid thu dich behüten. Ob schon der gottlos reicher ist, So hilft doch nicht sein wüthen. Mit bein und haut, Gleich wie das fraut, Wird er in fürz' abg'hauen, Sein g'walt und reich Ist eben gleich Dem gras auf grüner auen. 5. Mir hat die welt trüglich gericht Mit lügen und mit falschem g'dicht Viel netz und heimlich stricke: Herr, nimm mein wahr In dieser g'fahr, B'hüt mich vor falschen tücken. 6. Herr, meinen geist befehl ich dir: Mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir; Nimm mich in deine hände. O wahrer Gott, Aus aller noth Hilf mir am letzten ende. 95 2. Dem Herren schenk dich ganz und gar, Seins willens sollt dich halten, So bleibst im land in guter g'wahr, Laß nur den Herren walten; Dann wirst du dich Ganz sicherlich Ohn alle noth ernähren, Und gibt dir Gott, Ohn allen spott, Was dein herz thut begehren. 3. All deine weg aus frischem muth, Dazu all deine sachen Befiehl mit fleiß dem Vater gut: Er wird all ding wohl machen. Sei nur ohn sorg, Und halt auf borg, Er wird dir nichts ausschlagen, Dein recht und g'richt Wird wohl geschlicht, Es kommt noch all's an tage. 4. Trotz, reg dich nicht, und halt ihm still, Dem Herren mit gedulde, Erzürn dich nicht, das ist sein will: Hiemit sich keins verschulde. Und ob es schon Glücklich thut gehn Dem schalk auf dieser erden, Wolltst du darum Auch nicht sein fromm, Von Gott abtrünnig werden? 5. G'wiß ist, daß gar in kurzer zeit Der gottlos sich muß schmiegen, Der jetzt in allen lüften Adam Reißner. leit: Gott wird ihn bald fast 7. Glori, lob, ehr und herrlichkeit Sei Gott Vater und Sohn bereit, Dem heilgen Geift mit namen. Die göttlich fraft Mach uns sieghaft Durch Jesum Christum. Amen. 96 Psalmen Lieder. biegen. Hab du nur acht Auf lich ist, Fleißt Gottes sich von seinen pracht, Er wird vor dir verschwinden, Gleich wie ein luft Und öder duft Läßt er sich nimmer finden. herzen, Den schirmt der Herr zu aller frist Vor angst und auch vor schmerzen, In hungersnoth Wird haben brod; Der sich muß jetzt lan pochen Von jedermann, Wird alsdann han, Was sein herz lüst't zu kochen. 6. Wer aber hie in dieser frist Mit jammer und mit nothe, Dazu mit armuth b'laden ist, Daß er kaum hat das brode, Und dennoch nicht Vom Herren tritt, Der wird im lande bleiben, Und haben gnug, Mit ruh und fug, Niemand wird ihn vertreiben. 7. Ob jetzt der gottlos führt sein pracht, Sein zähn thut ' sammen beißen, Auch dräuet sehr, erzeigt sein macht, Als wollt er gar zerreißen Die from men all, In diesem thal Von Gott abtrünnig machen: Wart nur ein weil, In schneller eil Wird Gott seins wüthens lachen. 8. Jetzt bäumt sich auf das gottlos g'sind Mit bogen und mit spießen, zu würgen alle Gottes kind, Die die sünd gern wollt'n büßen. Der arme mann Muß kurzum dran, Sein rücken einher halten. Doch wird der Herr Mit eigner wehr Ihr herz entzwei zerspalten. 11. Dagegen muß das gottlos g'sind Vor hungers- angst um kommen; Die jetzt in hohen ehren sind, Und grünen als die blumen, Die werden auch, Gleich wie der rauch, Zerfahren und verschwinden; Im augenblick Straft Gott ihr tück, Die uns jetzt wollen schinden. 12. Groß übermuth und hoffart viel Muß man von vielen leiden. Der dennoch niemand zahlen will, Er richt all's aus mit freiden. So doch ein Christ, Ohn trug und list, Ein'm jeden zahlt sein schulden, Ohn all gesperr Und widerwehr, Lebt er in Gottes hulden. 13. Wer jetzt vom seinen wird verjagt, Daß er nirgend kann bleiben, Der sei nur frisch und unverzagt: Alles wird Gott auf schreiben, Bis auf den tag, Dem niemand mag Auf dieser welt entweichen, Ist nimmer fern, Dann wird der Herr Die schält all ausher streichen. 9. Das wenig, so ein'm Christen- blut Allhier die zeit wird geben, Ist besser, denn das große gut, Deß die gottlosen leben. Die rechte zeit ist nimmer weit, 14. Denn Gottes lust, der steht in dem, Und will das kurzum Daß ihr arm wird zerbrechen. haben, Daß sich seins namens Dem Herrn sei lob, Der halte drob, Er wird die frommen rächen. feiner schäm Jetzt in den letzten tagen. Wer sich fein hält, Ob er je fällt, Wird er doch nicht verschimpfet, Weil Gottes 10. Wer aber fromm und red Psalmen- Lieder. g'walt Ihn aufenthalt, Daß er nicht gar verschlupfet. 15. Ich war ein kind, jetzt bin ich alt, Roch hab ichs nie vernommen, Daß, der in Gott sein hoffnung stellt, In hungersnoth sei kommen. Ob andre leut schon haben nicht, hat doch der Christ sein speise Und theilet mit Dem, der ihn bitt', Nach seines Vaters weise. 16. Willt du des Herren hulde han, Daß er dich nicht thu lassen, So harre stets auf seiner bahn, Des übels thu dich maßen; Denn Gott ist rein, Und leidet kein Unflath in seinen grenzen; Was bosheit treibt, Bei ihm nicht bleibt: Er muß sich fürbaß schwenzen.est 97 jetzund bist schab ab, Harr nur auf Gott den Herren: Der wird dich schier, Das glaub du mir, Des lands zum erben setzen, Dann wird dein Gott Die gottlos rott Mit schand zum land aushetzen. 17. Des frommen mund redt nichts umsonst, Viel g'schwätz kann er vermeiden, Mit Gott's weisheit und seiner kunst Thut er langweil vertreiben. All sein gemüth Sich stetig übt, Wie er Gott's g'setz mög fassen, Dann sinnt er nach, Und ist ihm jach, Daß er bleib auf der straßen. 21. Im Gottesdienst bleib unbewegt, Laß dich davon nicht bringen; Denn wer jetzt seines willens pflegt, Wird bald vor freuden springen. Das ist die summ: Bleib du mur fromm, Dann wird bald ausgerottet Der gottlos hauf, Merk eben drauf, Der jetzund Gottes spottet. 22. Sei tapfer und ohn alle furcht, Laß dich kein unfall kränken. Wohl dem, der Gottes will'n gehorcht, Und sich an ihn thut hängen Aus rechtem grund, Mit herz und mund, Dem wird Gott, unser Vater, Mit seinem Geist, Wie er wohl weiß, Beistehn in aller marter. 23. Nun halt dich stet, und bleib dabei, Laß dir die lieb nicht nehmen; Ob du mußt leiden groß gespei, So wird doch Gott 19. O frommer Christ, kein wohl dämmen Des teufels zweifel trag, Laß dich nichts g'sind, Und die welt- kind, Die anders lehren. Ob du gleich jetzt hoch einher prangen; D 7 20. Es ist nicht lang, ich habs erlebt, Und selbst persönlich g'sehen, Daß ein'r in großen ehren schwebt Und that all welt verschmähen: Er grünt daher, Als ob er wär Ein lorbeerbaum mit luste. Als ich verzog, Forscht ich ihm nach, Da war er schon vertuschet. 18. Im widerspiel übt sich der schalk, Mit fleiß thut er nachtrachten Und lauret auf gleich wie ein falf, Meint den Christen zu schlachten. So kommt der Herr, Nimmt ihm die wehr, Errett mit macht sein knechte, Den man kurzum Will bringen um, Es wär frumm oder schlechte. 98 Psalmen Lieder. frommer mann, Kehr dich nicht dir. Mein herz bebet vor sorgen. dran: Gott erlöst, die gefangen. Mein kraft hat mich verlassen Konrad Huober( Huber). gar, Und das licht meiner augen klar, Das ist doch bei mir nimmer. Der 38. Pfalm. Mel. Aus tiefer noth schrei. 6. Auch meine lieben freund 152. Herr, straf mich nicht gemein Stehn fern von meiner in deinem zorn, Zücht'ge mich plage, Und die mein nächsten nicht im grimme, Oder es ist sollten sein, Haben nach mir kein mit mir verlorn; Herr, dein frage: Sie treten alle von mir pfeil ich vernimme, Sie quälen weit, Also geschieht noch den'n mich, die hand drückt mich, allzeit, Die sich auf Gott verNichts g'sundes ist an mir lassen. wahrlich Vor allem deinem dräuen. 7. Die mir stellen der seelen nach, Die haben mich g'schändet 2. Es ist kein fried in mein'm schier, Und die mir übel reden gebein, Vor meiner großen sün- nach, Dichten stets mit großem de; Mein missethat sind über b'gier Falschen eid wider mich, mein Haupt gangen gar unlinde. o Herr! Ich muß thun, als Ja wie ein groß last sind sie mir wenn ich taub wär, Und thun Zu schwer worden, das klag ich als hört ich nichtes. dir, Gott, der du bist mein zuflucht. 3. Mein wunden viel stinken, o Herr, Vor meiner großen thorheit; Ich frümm und bücke mich fast sehr Den ganzen tag im herzleid. Ich geh traurig, mein Herr und Gott, Mein ganzer leib jetzt leidet noth, Nichts daran ist gesundes. 8. Und wie ein stummer, der sein'n mund Nicht kann aufthun zu recht'r frist, Ich muß auch sein zu mancher stund, Als der viel hören soll g'wiß, Und ihm doch nimmer wird gestatt Die verantwortung seiner that Gegen sein feind und lästrer. 4. Nichts heilsams nunmehr an mir ist, Verstoßen und zerschlagen Bin ich vor dir zu aller frist, Ich muß heulen und klagen Vor unruh, die mein herze hat, Um meine sünd und missethat, Darob ich mich ent- 10. Ich bin leider zu leid'n gesetze. 9. Doch, Herr, allein harr ich auf dich, Du wirst mir antwort geben. Ich denke ja, daß sie sich nicht Ueber mich freuen eben; Wenn mein fuß würde wanken wo, Deß würden sie sein schändlich froh, Die mir nichts gutes gönnen. 5. Herr, vor dir ist all mein begier, Auch ist dir unverborgen Mein seufzen, das ich thu zu macht, Und schmerzen ist bei mire: Das soll ein Christ wohl nehmen acht, Wann ihn der Herr probire; Durch leiden wird Psalmen Lieder. 99 augen licht? Meine thränen sind mein brod Tag und nacht in meiner noth, Wann mich schmähen meine spötter: Wo ist nun dein Gott und retter? 3. Wann ich dann dieß innen werde, Schütt ich mein herz bei mir aus, Wollte gerne mit der heerde Deiner finder in dein haus. Ja in dein haus wollt ich gern Gehen, und dir, meinem Herrn, In der schaar, die opfer bringen, Mit erhabner stimme singen. 4. Was bist du so hoch betrübet, Und voll unruh, meine seel? Harr auf Gott, der herzlich liebet, Und wohl siehet, was dich 13. Verlaß mich nicht, o Herre quäl. Ei, ich werd ihm dennoch mein, Von mir sei nicht mehr hier Fröhlich danken, daß er ferne, Eil mir zu helfen, Herr, mir, Wenn mein herz ich zu aus pein, Das wirst du ja thun ihm richte, Hilft mit seinem gerne. Du bists allein, der helfen kann In aller noth, die uns liegt an, Durch Jesum Christum. Amen. ein mensch bewährt, Der das geduldig leid't auf erd, Der ist aus Gott geboren. 11. Jch zeig frei an mein missethat, Bin dafür sehr sorgfältig, Daß du nach deines wortes art Sie mir vergebest gnädig; Denn meine feinde leben noch, Sie sind von pracht und frevel hoch, Und hassen mich unbillig. 12. Um gutes sie mir arges thun, Mit undank sie mich zahlen, Beweisen mir spotte und hohn Um dieser ursach willen, Daß ich jage dem guten nach, Daher muß ich so leidenschmach: Aber du hilfst mir, Herre. angesichte. 5. Mein Gott, ich bin voller schande, Meine seele voller leid, Darum denk ich dein im lande Bei dem Jordan an der seit, Da Hermonim hoch herfür, Und hingegen meine zier, Zion, ein klein wenig steiget, Und dir kron und scepter neiget. 6. Deines zornes fluthen sausen Mit gewalt auf mich daher, Dein gericht und eifer brausen, Wie das tiefe, weite meer, Deine wellen heben sich Hoch empor, und haben mich Mit ergrimmten wasserwogen Fast zu grund hinab gezogen. 2. Ach wann werd ich dahin kommen, Daß ich Gottes ange- 7. Gott der Herr hat mir versicht, Das gewünschte licht der frommen, Schau mit meiner sprochen, Wann es tag ist, seine güt, Und wann sich die sonn 7* Der 42. Psalm. Mel. Werde munter mein. 153. Wie der hirsch in großem dürsten Schreiet und frisch wasser sucht, Also sucht dich, lebens- fürsten, Meine seel in ihrer flucht, Meine seele brennt in mir, Lechzet, dürstet, trägt begier Nach dir, o du süßes leben, Der mir leib und seel gegeben. Psalmen Lieder. 100 verkrochen, Heb ich zu ihm mein gemüth, Spreche: du mein fels und stein, Gegen welchen alles klein, Dem ich in dem schooß gesessen, Warum hast du mein vergessen? 8. Warum muß ich gehn und weinen Ueber meiner feinde wort? Es ist mir in meinen beinen Durch und durch als wie ein mord, Wann sie sagen: wo ist nun Dein Gott, und sein großes thun, Davon, wann du sicher lagest, Du so viel zu rühmen pflageſt? 9. Was bist du so hoch betrübet, Und voll unruh, meine feel? Harr auf Gott, der herzlich liebet, Und wohl siehet, was dich quäl. Ei, ich werd ihm dennoch hier Fröhlich danfen für und für, Daß er meinem angesichte Sich selbst gibt zum heil und lichte. Der 46. Psalm. 154. Ein feste burg ist unser Gott, Ein gute wehr und was fen, Er hilft uns frei aus aller noth, Die uns jetzt hat betroffen. Der alte böse feind, Mit ernst ers jetzt meint, Groß macht und viel list Sein grausam rüstung ist, Auf erd ist nicht seins gleichen. 2. Mit unsrer macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloren: Es streit für uns der rechte mann, Den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, Der - Herre Zebaoth, Und ist kein andrer Gott; Das feld muß er behalten. 3. Und wenn die welt voll teufel wär, Und wollt uns gar verschlingen: So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der fürst dieser welt, Wie sau'r er sich stellt, Thut er uns doch nicht; Das macht, er ist gericht; Ein wörtlein kann ihn fällen. 4. Das wort sie sollen lassen stahn, Und kein dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem plan, Mit seinem geist und gaben. Nehmen sie den leib, Gut, ehr, kind und weib: Laß fahren dahin, Sie habens kein gewinn: Das reich muß uns doch bleiben. * Lob, ehr und preis dem höchsten Gott, Dem Vater aller gnaden, Der uns aus lieb gegeben hat Sein Sohn für unsern schaden, Sammt dem heiligen Geist, Zum reich er uns heißt, Von sünden uns reißt, Den weg zum himmel weist, Der helf uns fröhlich. Amen. Dr. Martin Luther( V. 1-4.) Der 51. Psalm. 155, Erbarm dich mein, o Herre Gott, Nach deiner groß'n barmherzigkeit, Wasch ab, mach rein mein missethat: Ich erkenn mein sünd und ist mir leid. Allein ich dir gesündigt hab, Das ist wider mich stetiglich; Das bös vor dir mag nicht be Psalmen- Lieder. stahn, Du bleibst g'recht, ob man urtheilt dich.* * Ursprünglich: gerecht, ob urtheilft mich. 2. Sieh, Herr, in sünd bin ich geborn, In sünd empfing mich mein mutter: Die wahrheit liebst, thust offenbarn Deiner weisheit heimlich güter. Bespreng mich, Herr, mit Isopo, Rein werd ich, wo du waschest mich, Weißer denn schnee, mein g'hör wird froh, All mein gebein wird freuen sich. 101 Christen sein, Die opfern dir gerechtigkeit. Erhard Hegenwalt. Voriger Pfalm. 156. Herre Gott! begnade mich), Nach deiner güt erbarme dich, Tilg all mein übertretung Nach deiner groß'n erbarmung, Und wasch mich wohl, o Herre Gott, Von aller meiner missethat, Und mach mich rein von sünden, Denn ich thu der empfinden, Und meine sünd ist stets vor mir, Ich hab allein gesündigt dir, Vor dir hab ich übels gethan, In deinen worten wirst bestahn, So man dich rechts ersuchet. 2. Sieh, in untugend bin ich g'macht, Wie mich mein mutter hat gebracht, In sünden mich empfangen; Viel sünd hab ich begangen. Zur wahrheit aber hast du lust, Und gabest mir auch, daß ich wußt Die weisheit dein ohn sorgen, Die heimlich ist verborgen. Bespreng mich, Herr, mit Isop schon, Daß ich werd rein, und wasch mich nun Schneeweiß, auch frend laß hören mich, Daß die gebein werden fröhlich, Die du so hast zerschlagen. 5. Kein leiblich opfer von mir heischst, Ich hätt dir das auch gegeben: So nimm nun den zerknirschten geist, Betrübts, traurigs herz daneben. Verschmäh nicht, Gott, das opfer mein, Thu wohl nach deiner gütigkeit Dem berg Zion, da guad mir leiste. Und laß mir 3. Sich nicht auf mein sündliche statt, Tilg ab all meine missethat, Herr, wollest in mir schaffen Ein rein herz, thu ich hoffen; Willigen geist erneu in mir, Verwirf mich auch nicht gar von dir, Nimm nicht dein beil'gen Geiste Von mir, sein 3. Herr, sieh nicht an die sünde mein, Thu ab all ungerechtigfeit, Und mach in mir das herze rein, Ein neuen geist in mir bereit. Verwirf mich nicht von dein'm angesicht, Dein heilgen Geist wend nicht von mir, Die freud deins heils, Herr, zu mir richt, Der willig geist enthalt mich dir. 4. Die gottlosen will ich dein weg, Die sünder auch dazu lehren, Daß sie vom bösen falschen steg zu dir durch dich sich bekehren. Beschirm mich, Herr, meins heils ein Gott, Vor dem urtheil durchs blut bedeut, Mein zung verkünd dein rechts gebot, Schaff, daß mein mund dein lob ausbreit. Psalmen- Lieder. 102 weisheit, rechte brunst Zu deinem wort und lehre. wieder kommen her Den trost deins heils, o Gott mein Herr! Der freie geist erhalte mich, Die gottlosen will lehren ich, Ihr wege zu dir fehren. narrheit word'n, Wo du nicht selbst regierest. 2. Regier sie, Herr, mit deinem geist, Erleucht gemüth und sinne, Mach sie in deim gehorsam 4. Von blutschulden, Herr, fest, Dein lieb in uns stets brenmich errett, O Gott, du meines ne. Ohn dich ist sonst all sorg heils ein Gott! Daß mein zung verlorn, All weisheit ist zur mög erschallen Dein g'rechtigkeit ob allen: Herr thu mir auf die lippen mein, Mein mund 3. Gib du fromm und getreue verkünd das lobe dein, Zum opfer räth, Amtleut und diener gute, hast kein luste. Ich gab es dir Die achten dein ehr, nam und auch sonste; Brandopfer auch recht, Hab'n dein gesetz in hute, allesammt Gefall'n dir nicht, Und lassen ihn'n befohlen sein sind nur ein tand, Vor deinen Den g'meinen nuß und kirchen augen nur ein haß; Die opfer dein, Und fliehen stolz und Gotts sind aber das: Ein gar zerbrochen geiste. 5. Ein zerbroch'n und zerschlagen herz Wirst du nicht werfen hinterwärts, Und wirst es nicht verachten, Das kann ich wohl betrachten. D Herre Gott, thu wohl Zion Nach deinem guten willen schon, Jerusalem die mauren Werden wieder erbauet. Dann wirst du haben lust und freud Zum opfer der gerechtigkeit, Zu den brandöpfern deinen muth, So wird man dann die Kälber gut Auf deinen altar legen. Matthäus Greitter. Der 61. Pfalm. 157. Hilf Gott aus deinem gnadenthron, Hör unser bitt und schreien: Aus gnaden unser stets verschon, Gib fried und gut gedeihen; Gib unsrer obrigkeit dein gunst, Langs leben, geize. 4. Darnach so laß die obrigkeit, Die du uns hast gegeben, Sißen vor dir auf ihren eid, In deiner furchte leben, Daß sie bleib'n vor dein augen recht, Und wandeln auf dein wegen schlecht, Laß sie mich nicht verführen. 5. Behüte sie vor tyrannei, Vor eignem zorn und rache, Laß sie sein stetig gut und treu, Thu ihren thron groß machen, Und segne ihr regierung gut, Gib ihr ein feinen rechten muth, Daß sie ihr volk werth halten. 6. Sei gnädig, Herr, der obrigkeit, Und allen unterthanen, Uns all mit deinem Geiste leit, So woll'n wir deinen namen Hoch rühmen, Herr, und singen groß, So lang wir leb'n, ohn unterlaß; Ach Gott, thu uns erhören. 7. Beschüß vor feinden alle Psalmen- Lieder. 103 zeit, Die wir den fried groß ach- sich stillen, Die wellen schlaten; Das los gesind treib von fen ein, Der völker grimm muß uns weit, Die nichts denn un- deinem willen Auch unterwor= ruh machen. Gib fried, o Herr, fen sein. erhalt dein wort, Zeig deine güt, o treuer hort; Dir sei lob, preis und ehre. Nicolaus Selneccer(?). Der 65. Psalm. 158. 3u 3ion wird dein nam erhoben, O Gott, mit lob und preis, Und was die leut hie angeloben, Bezahlen sie mit fleiß. Denn weil du das gebet der schwachen Erhörest für und für, Will alles fleisch heran sich machen, Und kommt, o Gott, zu dir. 5. Den leuten hebet an zu grauen, Sie stehen in gefahr, Wenn du mit zeichen pflegst zu dräuen Um selbe gegend dar. Du machest fröhlich, was da webet, Wann jetzt die sonn aufgeht, Wann sie sich hinterm berg erhebet, Und abends schlafen geht. 6. Du suchest heim die dürre saaten, Das land hast du gedüngt, Daß sein getreide muß gerathen Und reiche früchte bringt. Das brünnlein Gottes muß stets fließen, Kein waffer fehlt ihm je Und muß die felder hie begießen: Denn also baust du sie. 7. Du tränkest mit fruchtbarem regen Der früchte durstigkeit, Du giebest zum gewächse segen, Und pflüg- und erndte- zeit; Das land kannst du mit fülle zieren, Dein hand die frönt das jahr, Und wo nur deine füß' hinrühren, Trieft es von fette gar. 2. Es drücket uns, Herr, unsre sünde, Gleich einer schweren last, Darum vergebung uns verkünde, Wie du verheißen hast. Wohl dem, den du hast auserkoren, Daß er bei dir mag sein, Und mag in deines tempels thoren Stets gehen aus und ein. 3. Dein vorhof ist voll heil, voll ehre, Voll lust, voll trost und pracht; Drum, frommer Gott, uns jetzt erhöre Nach deiner rechten macht, Wohl allen, welche dir vertrauen, Auf erden und umher, Und die das hohe ufer bauen Am ungezähmten meer.. 8. Die wohnung in den wüsten wäldern Ist fett und wie durchspickt, Die hügel lachen samm den feldern, Daß man sich gar erquickt; Man sieht die schaf im anger weiden, Das korn steht dick und schön, Es jauchzet alles gar vor freuden, Und macht brüstet, Befest't durch deine ein groß getön. Johann Franck. kraft; Du bist mit starker macht 4. Die berge stehen ausgeDer 67. Pfalm. gerüstet, Und nimmst das meer in haft. Das große brausen muß 159. Es woll uns Gott ge 104 Psalmen Lieder. nädig sein, Und seinen segen ge- recht, Zu fressen übergeben Den ben, Sein antlitz uns mit hellem vögeln unterm firmament, Und schein Erleucht zum ew'gen wie mans nennt, Den wilden leben, Daß wir erkennen seine thiern daneben. Vergossen blut werk, Und was ihm lieb auf Nun fließen thut Ums heiligerden, Und Jesus Christus heil thum Wie wasserstrom, So und stärk Bekannt den heiden greulich ding sie worden. werden, Und sie zu Gott bekehren. 3. Es ist niemand, der sie begräbt; Daher sich hebt Viel 2. So danken Gott und loben schmach auf allen seiten. Wir dich Die heiden überalle; Und und die unsern hab'n davon alle welt die freue sich Und sing Nur spott und hohn Umher bei mit großem schalle, Daß du auf allen leuten. Wie lang willt erden richter bist, Und läßt die du, Herr, sehen zu, Deins eifers sünd nicht walten. Dein wort feur, So ungeheur, In dein'm die hut und weide ist, Die zorn brennen lassen? alles volk erhalten, In rechter bahn zu wallen. 3. Es danke Gott und lobe dich Das volk in guten thaten; Das land bringt frucht und bessert sich: Dein wort ist wohl gerathen. Uns segne vater und der sohn, Uns segne Gott der heilig Geist, Dem alle welt die ehre thu, Vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von herzen: Amen. Dr. Martin Luther, 4. Schütt auf die heiden deinen grimm Mit donner- stimm, Die dich, Herr, nicht erkennen; Und auf die fremde königreich, Den heiden gleich, Die dich ihr'n Herrn nicht nennen. Denn Jacobs stamm Sind sie fast gram, Sie fress'n ihn auf, Ein wüst steinhauf Sind seiner städte gaffen. dhe do t Der 79. Pfalm. Mel. Mag ich unglück nicht. 160. Es sind die heiden wild und herb, Herr, in dein erb Mit großem grimm gefallen; Sie hab'n den heilgen tempel dein Genommen ein, Darinn jehund muß schallen Unreinigfeit, Daß dieser zeit Dein heilge stadt Zu klagen hat, Sie sei ein steinhauf worden. 2. Sie hab'n die leichnam deiner knecht, Wid'r Gott und 5. Gedenk nicht vorger missethat, Erzeig uns gnad, Denn wir fast dünn sind worden. Hilf du, uns'r helfer, unser Gott, Christenorden; Deins namens Vor angst und spott Behüt uns ehr Rett und vermehr, Und mach uns frei; All sünd verzeih Um deines namens willen. 6. Warum läßt du die heiden sag'n Und höhnisch frag'n: Wo ist nun Gott ihr Herre? Laß untern heiden werden kund, Herr, deinen bund, Ihr anschläg ihnen sperre; Deins völkleins sach Vollführ mit rach; Ihr Psalmen Lieder. 105 theures blut Noch schreien thut, nem schaden. Willst du denn Will sich nicht lassen stillen. zürnen ewiglich, Und sollen deine fluthen sich Ohn alles end ergießen? En p 7. Das seufzen vor dich kommen laß, Die thränen faß Der g'fangnen, die mild fließen; Bebalt nach deinem großen arm Den schändlich'n schwarm, Die todeskinder heißen. Herr, übe rach, Vergilt die schmach, Damit sie dich So freventlich haben oft hoch geschändet. 8. Wir aber, dein Volk, lieber Gott, Ein arme rott, Doch schäf lein deiner weide, Dir woll'n wir danken ewiglich, Und loben wir danken ewiglich, Und loben dich In freuden und im leide, Damit dein ruhm Im heiligthum Nach all'r g'bühr Schall für und für, Bis amen alles endet. 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht nun einmal wieder laben, Und sollen wir an deinem licht nicht wieder freude haben? Ach, geuß aus deines himmels haus, Herr, deine güt und segen aus Auf uns und unsre häuser. 5. Ach, daß ich hören sollt das wort Erschallen bald auf erden, Daß friede sollt an allem ort, Wo Christen wohnen, werden. Ach, daß uns doch Gott sagte zu Des krieges schluß, der waffen ruh Und alles unglücks ende. Der 85. Psalm. Mel. Wo Gott der Herr 2c. 6. Ach, daß doch diese böse zeit Sichy stillt in guten tagen, Damit wir in dem großen leid verzagen, hülfe nah, 161. Herr, der du vormals Nicht mögen ganz hast dein land Mit gnaden an- Doch ist ja Gottes geblicket, Und des gefangnen Und seine gnade stehet da All Jacobs band Gelöst, und ihn denen, die ihn fürchten. erquicket, Der du die sünd und missethat, Die dein Volk vor be gangen hat, Hast väterlich verziehen: 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott Schon wieder zu uns wenden, Den frieg und alle andre noth Nach wunsch 2. Herr, der du deines eifers und also enden, Daß seine ehr gluth Zuvor oft angewendet, in unserm land Und über alle Und nach dem zorn das süße gut Der lieb und huld gesendet: Ach fromes Herz, ach unser heil, Nimm weg, und heb auf in der eil, Was uns betrübt und fränket. werd erkannt, Ja stetig bei uns wohne. 3. Lösch aus, Herr, deinen großen grimm Im brunnen dei ner gnaden; Erfreu und tröst uns wiederum Nach ausgestand8. Die gut und treue werden schön Einander grüßen müssen, Gerechtigkeit wird einher geha, Und friede wird sie küssen. Die treue wird mit lust und freud Auf erden blühn, gerechtigkeit Wird von dem Himmel schauen. 106 Psalmen- Lieder. 9. Der Herr wird uns viel sein schutz verspricht Drum, daß gutes thun: Das land wird du ihm vertrauest. früchte geben, und die in seinem schooße ruhn, Die werden davon leben; Gerechtigkeit wird dennoch stehn, Und stets in vollem schwange gehn, 3ur ehre seines Paul Gerhardt. 5. Kein übel wird begegnen dir, Kein plag dein haus wird rühren; Denn er sein engel für und für Befiehlet, dich zu füh ren, Und zu behüten vor unfall, Auf händen tragen überall, Daß kein stein dein fuß letze. namens. Der 91. Psalm. Mel. Aus tiefer noth schrei. 162. Wer in dem schuß des höchsten ist, Und sich Gott thut ergeben, Der spricht: du, Herr, mein zuflucht bist, Mein hoffnung und mein leben; Der du ja wirst erretten mich Vons teufels stricken gnädiglich, Und von der peſtilenze. 6. Auf löw'n und ottern wirst du gehn, Und treten auf die drachen, Auf jungen Löwen wirst du stehn, Ihr zähn und gift verlachen; Denn dir der feines schaden kann, Kein feuch kommt den von andern an, Der auf Gott thut vertrauen. 3. Kein pestilenz dir schaden kann, Die in dem finstern schleichet, Kein seuch noch krankheit rührt dich an, Die im mittag umstreichet. Ob tausend stür ben dir bei seit, Und zehen tausend anderweit, Soll es dich doch nicht treffen. 2. Mit seinen flügeln deckt er 2. Mit seinen flügeln deckt er dich, Auf ihn sollst du vertrauen; Sein wahrheit schüßt dich g'walz tiglich, Daß dich bei nacht helfer kein grauen, Auch kein betrübniß schrecken mag, Noch kein pfeil, der da fleucht bei tag, Weil dir sein wort thut leuchten. 7. Er begehrt mein aus her. zens- grund, Und hofft auf meine aller stund, Ich will ihn wohl güte: Drum helf ich ihm zu behüten. Ich will allzeit fein helfer sein, Drum daß er kennt sein, Drum daß er kennt den namen mein; Deß soll er sich ja tröſten. 8. Er ruft mich an als seinen Gott, Drum will ich ihn erhören: Ich steh ihm bei in aller noth, Ich will ihm hülf gewähren, zu ehren ich ihn bringen will, Langs leben ihm auch ge ben will, Mein heil will ich ihn zeigen. * Sohn Und auch dem heilgen Ehr sei dem Vater und dem 4. Ja, du wirst auch noch lust und nun, Der uns sein gnade Geiste, Als es im anfang war und freud Mit deinen augen leiste, Daß wir wandeln in sehen An der gottlosen herze seinem pfad, Daß uns die sünd leid, Wann vergeltung wird g'schehen, Weil der Herr ist dein zuversicht, Und dir der höchst der seel nicht schad; Wer das begehrt, sprech: Amen. Sebald Heyd. 107 nicht. Sein'n zorn läßt er wohl fahren, Straft nicht nach unsrer schuld, Die gnad thut er nicht sparen, Den blöden ist er hold. Sein güt ist hoch erhaben Ob den'n, die fürchten ihn; So weit der oft vom abend, Ist unser sünd dahin. Psalmen Lieder. Der 100. Psalm. Mel. Gott des Himmels und. 163. Alle welt, was freucht und webet, Was in feld und häusern ist, Was nur stimm und zunge hebet, Jauchze Gott zu jeder frist, Dienet ihm, wer dienen kann, Tret't mit lust vor ihn heran. 3. Wie sich ein vat'r erbarmet 2. Sprecht: der Herr ist unser Ueber sein junge kindlein klein, meister, Er hat uns aus nichts So thut der Herr uns armen, gemacht, Er hat unsre leib und So wir ihn kindlich fürchten geister An die lichte welt ge- rein. Er kennt das arm gemächbracht, Wir sind seiner allmacht te, Gott weiß: wir sind nur ruhm, Seine schaf und eigen- staub, Gleich wie das gras von rechte, Ein blum und fallend laub; Der wind nur drüber wehet, So ist es nimmer da, Also der mensch vergehet, Sein end das ist ihm nah. thum. 4. Die Gottes gnad alleine Steht fest und bleibt in ewigfeit Bei seiner lieb'n gemeine, Die stets in seiner furcht bereit, Die seinen bund behalten, Er herrscht im himmelreich: Ihr starken engel waltet Seins lobs, und dient zugleich Dem großen Herrn zu ehren, Und treibt sein heiligs wort: Mein ſeel soll auch vermehren Sein lob an allem ort. 5. Sei lob und preis mit ehren Gott Vater, Sohn und heilgem Geist: Der woll in uns vermehren, Was er uns aus gnaden verheißt, Daß wir ihm fest vertrauen, Gänzlich uns lass'n auf ihn, Von herzen auf ihn bauen, Daß uns'r herz, muth und sinn Ihm fröhlich thun an3. Gehet ein zu seiner pforten, Geht durch seines vorhofs gang, Lobet ihn mit schönen worten, Saget ihm lob, preis und dank; Denn der Herr ist jederzeit Voller gnad und gütigkeit. Johann France. Der 103. Pfalm. 164. Nun lob, mein seel, den Herren, Was in mir ist, den namen sein: Sein wohlthat thut er mehren, Vergiß es nicht, o herze mein. Hat dir dein sünd vergeben, und heilt dein schwachheit groß, Errett dein armes lehen, Nimmt dich in seinen schooß, mit reichem trost beschüttet, Verjüngt dem adler gleich; Der kön'g schafft recht, behütet, Die leid'n in seinem reich. 2. Er hat uns wissen lassen Sein heilges recht und sein gericht, Dazu sein güt ohn maßen, Es mangelt an erbarmung hangen; Drauf singen wir zur 108 stund: Amen, wir werd'ns erlangen, Glaub'n wir von her zens grund. Psalmen Lieder. Johann Gramann( Poliander) ( 2.1-4.) Der 110. Pfalm. Mel. Es ist das Heil uns. in 165. Der Herr sprach sein'm höchsten thron Zu Christo meinem Herren: Du bist mein eingeborner sohn, Dir g'bührt die göttliche ehre, Seß dich zu meiner rechten band, Bis daß ich leg dein feind allsammt Zum schemel deiner füße. 2. Der Herr wird dir auch aus Zion Deins reichs das scepter senden, Dein wort soll sich da heben an, Und gehn bis zur welt enden. Daß du sollst herrschen ganz und gar Uleber all deiner feinde schaar, Daß sie ihr fünde büßen. rechten, Und strafen mit ewiger pein All, die dir widerfechten, Zur zeit, wann einst sein zorn ergrimmt, Die g'waltig könige hinnimmt, Wird sie mit macht zerschmeißen. 6. Er wird herrlich mit großem Er wird thun gar viel großer pracht Unter den heiden richten, schlacht Wid'r die, so ihn vernichten. Er wird dem fürsten dieser welt, Der sich ihm stets zuwider stellt, Sein höllisch reich zerreißen. 7. In schwachheit, leiden, crenz und tod Wird er hie zeitlich sterben, Und überwinden alle noth, All Gottes- güter erben, Und auferstehn am dritten tag, Daß er ewig regieren mag, Ein kön'g üb'r himm'l und erden. 8. Dafür wir sagen ehr und lob, Daß wir den Heiland haben, Singen und freuen uns all drob, Danken für solche gaben. Wie er uns in sein'm wort bericht, So wirs glauben und zweifeln nicht, Soll'n wir dort selig Burkhard Waldis. 3. Wann du wirst durch das leiden dein Den tod und sünd bekriegen, Wird dir dein volk ganz willig sein, Durch dich im glauben stegen. Dir werden deine find geborn, Wie der werden. thau, fühl und außerkorn, Früh vor der morgenröthe.. 4. Der Herr geschworn hat über dich, Und wird ihn nicht gereuen: Du bist ein priester ewiglich, Den gott'sdienst zu verneuen Ganz nach der weis' Melchisedek; Das alt opfer muß gar hinweg, Wann du dich selbst lässt tödten. 5. Doch wird der Herr stets bei dir sein, Und stehn zu deiner Der 112. Psalm. Mel. Wie der hirsch in großem. 166. Wohl dem, der den Herren scheuet, Und sich fürcht't vor seinem Gott; Selig, der sich herzlich freuet, zu erfüllen sein gebot. Wer den höchsten liebt und ehrt, Wird erfahren, as wie sich mehrt Alles, was in seinem leben Ihm vom himmel wird gegeben. Psalmen Lieder. 109 2. Seine finder werden stehen giebet, Und die, so verlassen, Wie die rosen in der blüth, liebet. Sein geschlecht wird einher 7. Wer betrübte gern erfreuet, gehen Voller gnad und Gottes Wird vom höchsten wohl er= güt, Und was diesen leib erhält, götzt; Was die milde hand ausWird der herrscher aller welt streuet, Wird vom himmel hoch Reichlich und mit vollen händen ersetzt: Wer viel gibt, erlanget Ihnen in die häuser senden. viel; Was sein herze wünscht und will, Das wird Gott mit gutem willen Schon zu rechter zeit erfüllen. 3. Das gerechte thun der frommen Eteht gewiß und wanket nicht. Sollt auch gleich ein wetter kommen, Bleibt doch 8. Aber seines feindes freude Gott, der Herr, ihr licht, Trö- Wird er untergehen sehn; Er, ſtet, stärket, schützt und macht, der feind, vor großem neide, Daß nach ausgestandner nacht Wird zerbeißen seine zähn, Er Und nach hochbetrübtem weinen Freud und sonne wieder scheinen. wird knirschen, und mit grimm Solches glück mißgönnen ihm Und doch damit gar nicht wehren, Sondern sich nur selbst ver4. Gottes gnad, huld und erbarmen Bleibt den frommen immer fest. Wohl dem, der die zehren. noth der armen Ihm zu herzen gehen läßt, Und mit liebe gutes thut: Den wird Gott, das höchste gut, Gnädiglich in seinen armen, Als ein liebster vater, warmen. Der 114. Psalm. 5. Wann die schwarzen wol167. Da Israel aus Egyp ten zog, Und das haus Jacob von dannen flog Von diesem fremden volke, Da ward Juda jetzt sein heiligthum, Und Israel sein herrschaft fromm, Unter ken blizzen Von dem donner in des himmels wolke. Das meer der luft, Wird er ohne sorgen sah das, und floh zur hand, Der sitzen, Wie ein vög'lein in der Jordan sich zurücke wandt, Die kluft: Er wird bleiben ewiglich, berge sprungen auch daher In Auch wird sein gedächtniß sich, aller höh wie die widder, Die Hie und da auf allen seiten Wie hügel wie die junge schaf Erdie edlen zweig ausbreiten. freuten sich in solchem lauf. Alleluja, Alleluja. 6. Wann das unglück an will kommen, Das die rohen sünder 2. Was war dir meer, daß du plagt, Bleibt der muth ihm un- also flogst, Und dir, Jordan, daß benommen Und das herze unver- du zurücke zogst, Da Israel that zagt. Unverzagt, ohn angst und kommen? Shr berg, daß ihr pein Bleibt das herze, das sich sprungt wie die widder, Ihr fein Seinem Gott und Herrn er- hügel wie junge schaf daher? 110 Psalmen Lieder. Also hab'n wirs vernommen: ewiglich Mit seinen heilgen ga Vor dem Herrn dem gewaltigen, ben, Wird segn'n das hausIfrael Vor Gott Jacob allmächtigen, schon, Und auch segnen das haus Bebet die ganze Erde schon, Der Aaron, Alle, die an ihn glauben. die felsen verwandeln kann, In Er wird auch segnen alle die, wasser- see zerfließen thut, Und Die Gott den Herren fürchten stein in wasser- brunnen gut. hie, Sie seien reich, klein oder Alleluja, Alleluja. groß; Der Herr wird euch ein besser loos Zu diesem segen hinzu thun, Auf euch und eure kinder schon. Alleluja, Alleluja. Der 115. Psalm. 168. Nicht uns, nicht uns, o ewger Herr, Sondern dein'm namen gib die ehr, Um deiner güt und treue: Warum soll'n wir sein der heiden spott, Daß sie sprechen: wo ist nun ihr Gott? Das müßt uns all gereuen, Denn unser Gott im Himmel ist, Er macht alles, was ihn gelüst; So jener göß'n geschnißet sind Aus silber, gold, von menschen händ. Sie haben mäul'r und reden nicht; Hab'n augen, und doch kein gesicht. Alleluja, Alleluja. 4. Ihr seids, die der Herr g'seg net hat, Durch welchen himmel und erde staht, Und alles was darinnen. Der himmel aus all'n himmeln schon Ist ewig dem Herrn unterthan, Die erd den menschen- kindern. Die todten werden dir, o Herr, Kein lob verjähen nimmermehr, Noch die da fahren in der still Hinunter bis zu ihrem ziel; Wir aber sind zum lob bereit Dem Herren bis in ewigkeit. Alleluja, Alleluja. 5. Dem Herren Gott im himmelreich, Gott Vater und Gott 2. Sie hab'n ohren und hören Sohn deßgleich Und Gott dem nicht; Hab'n nasen und doch heilgen Geiste, Dem g'waltigen kein geruch, Ist ihn'n ein großer Herrn Zebaoth, Der uns will fehle; Sie haben händ und grei- helf'n aus aller noth, Lob, ehr fen nicht; Haben füß und gehn und preis ich leiste. Dheilger doch kein tritt; Kein red in ihrer anfang und auch end, Dein göttkehle. Die solche mach'n, sind lich gnad von uns nicht wend, gleich also, Und die auf sie auch Daß wir wandeln in deinem hoffen da. Doch Israel und pfad, Daß uns die sünd der auch Aaron, Und die den Herren seel nicht schad. Wer das begehrt fürchten thun, Die hoffen auf auf dieser erd, Sprech: amen, den Herren mild, Der ist ihr große hülf und schild. Alleluja, Alleluja. daß wirs werd'n gewährt. Alle luja, Alleluja. Matthäus Greitter. Matthäus Greitter. Der 117. Pfalm. 3. Der Herr denkt an uns gnädiglich, Und wird uns segnen 169. Lobet den Herrn, ihr Psalmen-Lieder. 111 heiden all, Lobt Gott von her- du zu mir eil, Thu mich nicht zensgrunde; Preist ihn, ihr völ- gar verlassen. ker allzumal, Dankt ihm zu aller stunde, Daß er euch auserwählet hat, Und mitgetheilet seine guad In Christo, seinem Sohne. 2. Denn sein große barmherzigkeit Thut über uns stets walten, Sein wahrheit, gnad und gütigkeit Erscheinet jung und alten, Und währet bis in ewigkeit, Schenkt uns aus gnad die ſeligkeit, Drum singet: Alleluja, Alleluja. 3. Wie bessert nun ein jüngling zart Sein'n weg, denn so er sich bewahrt Nach deinen worten allen? Hab ich von ganzem herzen mein Gesucht, o Herr, nicht laß mich hin Von dein'n geboten fallen! So hab ich doch die rede dein Verborgen in mein herz hinein, Daß ich vor dir nicht sündge. Gebenedei du, Herre Gott, Lehr mich durch deine güt und gnad, Daß ich dein rechte finde. Der 119. Pfalm. Mel. O mensch, bewein dein. 170. Es sind doch selig alle, die Im rechten glauben wandeln hie, Im g'seßz Gottes des Her. ren; Sie sind doch selig alle sammt, Die sein zeugniß vor Augen han, Von herzen ihn begehren. Denn welches übelthäter sind, Die wandeln nicht als Gottes kind, Auch seine weg nicht halten. Ach Herre Gott im himmelreich, Du hast geboten fleißiglich, All dein gebot zu halten. 4. Nun hab ich mit den lefzen mein Alle gericht des mundes dein Bekennet und erzählet; Im weg deiner zeugniß, o Herr, mit lust zu wandeln hab ich mehr, Denn all reichthum erwählet. In dein'm befehl red ich allein, Denn menschen g'setz sind gar nicht rein; Ich schau auf deine pfade, Nach deinen rechten lüſt mich viel, Dein wort ich nicht verlassen will, Verleih du mir dein gnade. 2. Gott, daß alles leben mein Gerichtet würd nach g'fallen dein, zu halten deine rechte; Dann würd ich nicht zu schanden gahn, Wenn ich ganz fleißig schauet an Deine gebot all schlechte. So dank ich dir mit herzlichkeit Der g'richt deiner gerechtigkeit, Die du mich lehrst * Lob, ehr und preis im süßen ton Gott Vater hoch ins himmels- thron Von herzen sei gesungen; Dem Heiland Christo seinem Sohn, Der lehr uns seinen willen thun, So ists uns schon gelungen; Dem heil'gen Geist desselben gleich, Der stärk in uns das himmelreich, Und treib uns recht zusammen, Daß wir Christum, den gnadenschatz, Zum heil finden in Gottes g'saß. mit maßen; Denn deine recht Wer das begehrt, sprech: Amen. ich halten will: Mit deiner gnad Matthäus Greitter. 112 Psalmen Lieder. Der 121. Pfalm. Mel. Vater unser im himmelreich. 171. Wann ich in angst und nöthen bin, Und all mein trost ist gar dahin, Eo heb ich auf mein augen hoch Zum Herrn um hülf, und denk ihm nach, Und wart, bis mir geholfen werd Von dem Gott himmels und der erd. 2. Er hält mich auf der rechten bahn, Und wird mein'n fuß nicht gleiten lan; Der Herr ists, der mich selbst behüt, Ob gleich der feind trotzt, tobt und wütht; Der Israel schützt und vertritt, Der wacht allzeit und schlummert nicht. 3. Ob dich des tags die sonne sticht, Der kalte mond des nachts ansicht, Doch kömmt des Herren hülf zu hand, Hält über dir sein rechte hand Mit seinem schatten, hülf und hut, Daß dir kein unglück schaden thut. 4. Zum schutz ist stets der Herr bereit Vor allem übel allezeit; Den trost verzeucht er nicht so lang, Behüt dein'n ausgang und eingang, Hilft dir zuletzt aus allem leid, Von nun an bis in ewigkeit. * Ehr sei Gott in dem höchsten thron, Und Christo seinem eingen Sohn, Sammt dem tröster, heiligen Geist, Der uns sein hülf allzeit beweist; Dem sei lob, preis gesagt allzeit, Von nun an bis in ewigkeit. Cornelius Becker. Voriger Pfalm. Mel. Wann wir in höchsten. 172. Ich heb mein augen ſehnlich auf, Und sch die berge hoch hinauf, Wann mir mein Gott vom himmels- thron Mit seiner hülf zu statten komm. 2. Mein hülfe kommt mir von dem Herrn, Er hilft uns ja von herzen gern; Himmel und erd hat er gemacht, Er hält über uns hut und wacht. 3. Er führet dich auf rechter bahn, Wird deinen fuß nicht gleiten lan; Setz nur auf Gott dein zuversicht: Der dich behütet, schläfet nicht. 4. Der treue hüter Israel Bewahret dir dein leib und seel, Er schläft nicht weder tag noch nacht, Wird auch nicht müde von der wacht. 5. Vor allem unfall gnädiglich Der fromme Gott behütet dich, Unter dem schatten seiner gnad Bist du gesichert früh und spat. 6. Der sonnen hitz, des mondes schein Sollen dir nicht beschwerlich sein, Gott wendet alle trübsal schwer zu deinem nuß und seiner ehr. 7. Kein übels wird begegnen dir, Des herren schuß ist gut dafür, In gnad bewahrt er deine feel Vor allem leid und ungefäll. stets bewahr, zu weg und steg 8. Der Herr dein Ausgang gesund dich spar, Bring dich zut haus in sein'm geleit, Von nun an bis in ewigkeit. Cornelius Becker. 113 ist, Und selber bricht der feinde list: So ist's mit uns verloren. Psalmen Lieder. Der 124. Pfalm. 173. Wär Gott nicht mit uns diese zeit, So soll Israel sagen, Wär Gott nicht mit uns diese zeit; wir hätten mußt verzagen, Die so ein armes häuflein sind, Veracht von so viel menschenkind, Die an uns setzen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr sinn; Wo Gott das hätt' zugeben, Verschlungen hätten sie uns hin Mit ganzem leib und leben. Wir wär'n, als die ein fluth ersäuft, Und über die groß wasser läuft, Und mit gewalt verschwemmet. 3. Gott lob und dank, der nicht zugab, Daß ihr schlund uns möcht fangen. Wie ein vogel des stricks kommt ab, Ist unser seel entgangen. Strick ist entzwei, Und wir sind frei: Des Herren namen steht uns bei, Des Gott's himmels und er den. 2. Was menschenkraft und wiß anfäht, Soll uns billig nicht schrecken: Er sizzet an der höchsten stätt, Er wird ihr'n rath aufdecken. Wenn sie's aufs flügste greifen an, So geht doch Gott ein andre bahn: Es steht in seinen händen. 3. Sie wüthen fast und fahren her, Als wollten sie uns fressen; Zu würgen steht all ihr begehr, Gott's ist bei ihn'n vergessen. Wie meeres- wellen einher schlan, Nach leib und leben sie uns stahn, Deß wird sich Gott erbarmen. 4. Sie stellen uns wie keßzern nach, Nach unserm blut sie trachten; Noch rühmen sie sich Christen auch, Die Gott allein groß achten. Ach Gott! der theure name dein Muß ihrer schaltheit deckel sein: Du wirst einmal aufwachen. * Ehr sei dem Vater und dem Sohn Und auch dem heilgen 5. Aufsperren sie den rachen Geiste, Als es im anfang war und nun, Der uns sein gnade weit, und wollen uns verschlinleiste, Daß wir wandeln in sei- gen. Lob und dank sei Gott allenem pfad, Daß uns die sünd der ſeel nicht schad. Wer das begehrt, sprech: Amen. zeit, Es wird ihn'n nicht gelingen. Er wird ihr'n strick zerreiBengar, Und stürzen ihre falsche lahr, Sie werdens Gott nicht webren. Dr. Martin Luther( V. 1-3). Boriger Psalm 174. Wo Gott der Herr nicht bei uns hält, Wann unsre feinde toben, Und er unser sach nicht zufällt Im himmel hoch dort oben; Wo er Israels schuß nicht 6. Ach Herr Gott! wie reich tröstest du, Die gänzlich sind verlassen. Die gnaden- thür steht nimmer zu, Vernunft kann das nicht fassen. Sie spricht: es ist nun all's verlorn; Da doch 8 114 Psalmen- Lieder. das creuz bat neu geborn, Die Also thut Gott In aller noth deiner hülf erwarten. Sein gläubig volk umgeben, Und bei ihm stahn Von jetzund an Und bis ins ewig leben. 7. Die feind sind all in deiner hand, Dazu all ihr gedanken; Ihr anschläg sind dir wohl bekannt; Hilf nur, daß wir nicht wanken. Vernunft wider den glauben ficht, Aufs künftig will sie trauen nicht, Da du wirst selber trösten. 3. Gott ist gerecht, und allweg gut, Er wird auch nicht zulassen Der sünder und gottlosen ruth Ueber die gott'sgenossen, Auf daß der g'recht Nicht werd ge to schwächt, Daß er in sünd nicht 8. Den himmel und auch die falle; Mit seiner hand Das erden Hast du, Herr Gott, ge- doch Gott wend, Behüt die gründet: Dein licht laß uns frommen alle. O helle werden, Das herz uns werd entzündet In rechter lieb des glaubens dein, Bis an das end beständig sein: Die welt laß immer murren. * Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Und auch dem heilgen Geiste, Als es im anfang war und nun, Der uns sein gnade leiste, Daß wir wandeln in seinem pfad, Daß uns die sünd der seel nicht schad. Wer das begehrt, sprech: Amen. Justus Jonas( B. 1-8). Der 125. Pfalm. 175. Nun welche hie ihr Hoffnung gar Auf Gott den Herren legen, Die bleiben stets unwandelbar, Und laff'n sich nicht bewegen. Ihr glaub ist fatt, Kein'n mangel hat, von Gott hat er die stärke, Darum spricht man: Sie werd'n bestahn Gleich wie Zion der berge. 4. Herr, thu wohl den from men all, Die recht im glauben leben; Die aber treten in abfall Und sich in irrthum geben, Die wird der Herr Verwerfen fern, Mit den sündern zerstören. Aber ohn fehl Hab Israel Den frie den Gott's des Herren. * Ehr sei dem Vater und dem Sohn Und auch dem heilgen Geiste, Als es im anfang war und nun, Der uns sein gnade leiste, Daß wir wandeln Und stets handeln Zur ehr göttlichem namen. Wer das begehrt, Dem wirds gewährt, Und sprech von herzen: Amen. Matthäus Greitter. Der 126. Psalm. Mel. Ach Gott, wie lang 2c. 176. Wann nun erlöſen wird der Herr Von Zion, die gefangen, So werden wir uns freuen sehr, Daß uns so wohl ergan. gen. So werden wir sein wie 2. Denn um die stadt Jerusalem Da ist gar viel gebirge, ein traum, Und unser zung wird Damit der feind kein zugang sein voll ruhm, Und unser mund nehm, Daß er sie nicht erwürge: voll lachens. Psalmen Lieder. 115 2. Da wird man unter den 4. Es soll und muß dem g'scheheid'n sag'n: Groß sind des hen wohl, Der dieser hat sein Herren thaten, Die er an ihn gethan ohn flag'n; In freud wird drob gerathen. Er hat großes an uns gethan, Wollst uns Herr sebn in gnaden an, Und unser g'fängniß wenden. 3 Wie du dort konntest gen mittag Das roth meer trocken machen. Die weinend säen und mit flag Den edlen samen tragen, Mit freuden werd'n sie erndten fein, Mit freuden wieder kommen heim, Und ihre garben bringen. * Dem Herren Gott vom himmelreich Lob, ehr und preis ich leiste: Gott Vater, Gott dem Sohn deßgleich, Und Gott dem heilgen Geiste. Sein herrlichkeit, barmherzigkeit, Großmächtigkeit und heiligkeit Sind ewig und ohn ende. köcher voll, Sie werden nicht zu schand und spott, Vor ihrem feind bewahrt sie Gott. * Ehr sei Gott Vater und dem Sohn, Sammt beilgem Geist in einem thron, Welch's ihm auch also sei bereit, Von nun an bis Johann Kohlros. in Ewigkeit. Der 128. Psalm. 178. Wohl dem, der in Gottes furcht steht, Und auch auf seinem wege geht. Dein eigen hand dich nähren soll, So lebst du recht und geht dir wohl. 2. Dein weib wird in dein'm hause sein, Wie ein reben voll trauben fein; Und dein kinder um deinen tisch, Wie ölpflanzen gesund und frisch. 3. Sieh, so reich segen hangt dem an, Wo in Gottesfurcht lebt ein mann; Von ihm läßt der alt fluch und zorn, Den menschen kindern angeborn. 4. Aus Zion wird Gott seguen dich, Daß du wirst schauen stetiglich Das glück der stadt Jerusalem, Vor Gott in gnaden angenehm. Der 127. Psalm. 177. Wo Gott zum haus nicht gibt sein gunst, So arbeit't jedermann umsonst: Wo Gott die stadt nicht selbst bewacht, So ist umsonst der wächter wacht. 2. Vergebens, daß ihr früh aufsteht, Dazu mit hunger schlafen geht, Und est eu'r brod mit ungemach: Denn wems Gott gönnt, gibt ers im schlaf. 3. Nun sind sein erben unser kind, Die uns von ihm gegeben sind; Gleich wie ein pfeil ins starken hand, So ist die jugend Gott bekannt. 5. Fristen wird er das leben dein, und stets mit güte bei dir sein, Daß du wirst sehen kindesfind, Und daß Israel friede find. Dr. Martin Luther. Der 130. Psalm. 179. Aus tiefer noth schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein rufen; Dein gnädig ohren 8* 116 Psalmen- Lieder. kehr zu mir, Und meiner bitt sie der seel nicht schad. Wer das öffen. Denn so du willst das begehrt, sprech: Amen. sehen an, Was sünd und unrecht ist gethan: Wer kann, Herr, vor dir bleiben? Dr. Martin Luther. 2. Bei dir gilt nichts, denn gnad und gunst, Die sünde zu vergeben. Es ist doch unser thun umsonst Auch in dem besten leben. Vor dir niemand sich rühmen kann; Deß muß dich fürchten jedermann, Und deiner gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, Auf mein verdienst nicht bauen. Auf ihn mein herz soll lassen sich Und seiner güte trauen, Die mir zusagt sein werthes wort: Das ist mein trost und treuer hort, Deß will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die nacht Und wieder an den morgen: Doch soll mein herz an Gottes macht Verzweifeln nicht noch sorgen. So thu Israel rechter art, Der aus dem geist erzeuget ward, Und seines Gott's erharre. 5. Ob bei uns ist der sünden viel: Bei Gott ist viel mehr gnade; Sein hand zu helfen hat kein ziel, Wie groß auch sei der schade. Er ist allein der gute hirt, Der Israel erlösen wird Aus seinen fünden allen. Der 133. Psalm. 180. Nun sieh, wie fein und lieblich ist, Recht brüderlich zu leben, Nach einigkeit in Jesu Christ Mit reinem herzen streben; Denn einerlei gesinnet ſein Verschafft einander dulden fein, Und von sich mäßig halten: Da will die lieb selbst walten. 2. Es möcht so köstlich nimmer sein Die lieblich balsam- salben, Die Aaron floß vom haupt herein In Bart und allenthalben, Als köstlich ist die einigkeit Der allgemeinen Christenheit, Auf Gottes wort gegründet, Dergleichen man nicht findet. 3. Der edle thau vom berg Hermon Kann nicht so gut vor= kommen Dem durstigen gebirg Zion, Als große lust und frommen Bringt durch des heilgen Geistes fraft Ein solch liebliche brüderschaft Bei allen Gotteskindern, An heil kann nichts erwinden. 4. Denn da will selbst der milde Gott Sein segen lassen walten, Mit trost und hülf in aller noth Ob solchen tapfer halten; Verheißet ferner auch dazu, In diesem elend gute ruh Und dort das ewig leben Durch Christum ihn'n zu geben. Erhart Hegenwalt. Ehr sei dem Vater und dem Sohn Und auch dem heilgen Geiste, Als es im Anfang war und nun, Der uns sein gnade leiste, Daß wir wandeln in seiDer 137. Psalm: nem pfad, Daß uns die sünd 181. An wasser- flüssen Ba Psalmen- Lieder. bylon Da saßen wir mit schmerzen; Als wir gedachten an Zion, Da weinten wir von herzen, Wir hingen auf mit schwerem muth Die harfen und die orgeln gut An ihre bäum der weiden, Die drinnen sind in ihrem land; Da mußten wir viel schmach und schand Täglich von ihnen leiden. 117 5. Du schnöde tochter Babylon, Zerbrochen und zerstöret. Wohl dem, der dir wird geb'n den lohn, Und dir das wiederkehret, Dein übermuth und schalkheit groß, Und mißt dir auch mit solchem maß, Wie du uns haft gemessen; Wohl dem der deine findlein klein Ergreift und schlägt sie an ein stein, Damit dein werd vergessen. * Ehr sei dem Vater und dem 2. Die uns gefangen hielten lang So hart an selben orten, Begehrten von uns ein gesang Mit gar spöttlichen worten, Und suchten in der traurigkeit Ein fröhlich g'fang in unserm leid: Ach lieber, thut uns singen Ein lobgesang, ein liedlein schon Von den gedichten aus Zion, Das fröhlich thut erklingen. Sohn und auch dem heilgen Geiste, Als es im Anfang war und nun, Der uns sein gnade leiste, Daß wir in diesem jammerthal Von herzen scheuen überall Der welt gottloses leben, Und streben nach der neuen art, Dazu der mensch gebildet ward. Wer das begehrt, sprech: Amen. Wolfgang Dachstein. Der 139. Psalm. 182. Herr Gott, der du er3. Wie sollen wir in solchem zwang Und elend, jetzt vorhanden, Dem Herren singen sein gefang, So gar in fremden Landen? Jerusalem, vergeß ich dein, forschest mich, Erkennst mein So wolle Gott der rechten mein Vergessen in mein'm leben; Wenn ich nicht bleib dein eingedenk, Mein zung sich oben angehenk Und bleib am rachen ganzes leben, Mein aufstehen und sitzen, ich Bekenn, von dir wird geben. All mein gedanken, so ich han, Vor dir, o Gott, eröffnet stahn, Erkennst mein thun und lassen; Denn du bist stets um meinen pfad, Der ringsweis um mein lager gaht, Spähest aus all mein straßen. kleben. 2. Es ist kein wort in meinem mund, Noch red auf meiner zungen, Daß dir nicht alles vor sei fund, Eh sie werd'n g'redt noch g'sungen. Ich geh, steh, was ich immer thu, So bist du da, und siehst mir zu; Ohn dich nichts 4. Ja, wenn ich nicht mit ganzem fleiß, Jerusalem, dich ehre, Im anfang meiner freuden preis, Von jetzt und immer mehre! Gedenk der finder Edom sehr Am tag Jerusalem, o Herr, Die in ihr'r bosheit sprechen: Reiß ab, reiß ab zu aller stund, Vertilg sie gar bis auf den grund, Den boden woll'n wir brechen. 118 Psalmen Lieder. guts vollbringe, Du richtst es gestellt, Da ich lag in der erden, denn vor in mir an, Dein hand In mutterleib noch unbereit, mich führet auf die bahn; Mir Deß kein vernunft nicht weiß mag sonst nichts gelingen. bescheid; Mein tag vor dir sind 3. Ich bin zu schwach in mei- g'zählet, Davon noch zu kein n'm verstand, Solch heimlichkeit mensch mag thun, In dein'm zu' rlangen; Vernunft treibt buch all geschrieben stohn, Wie daraus nur ein tand, Im glau- lang dus hast erwählet. ben wirds empfangen. Wo soll ich hingehn vor dein'm geist, Der aller herzen g'danken weiß, Dein ang'sicht weiß mein fliehen: Fahr ich gen himm'l, so bist du da, Auch in die höll und anderswo, Kann mich dein nicht entziehen. 4. Nähm ich flügel der morgenröth Und blieb am end des meeres, Dein hand mich würd in aller noth Erhalten und ernähren. Spräch ich: finsterniss' decken mich, So gilt der tag und nacht dir gleich: Die nacht leucht wie der tage, Bei dir finster nicht finster ist, All heimlich sünd zu aller frist Dir niemand mag verschlagen. 5. Mein nieren hast in deiner g'walt, Auch all mein heimlich Lüste; Wie ich in mutterleib war g'stalt't, Ohn mich hasts zugerüstet. Dein rechte hand war stets ob mir, Von herzengrund deß dank ich dir, Dein'r wunderlichen thaten, Damit du mich machst wundersam, Mein seel solch gutthat wohl vernahm, Daß es gefiel dein'm rathe. 7. Wie köstlich sind vor mir, o Gott, Dein vielfältig gedanfen, Ihr summ des sands am meere hat. Von dir werd ich nicht wanken; So ich vom tod auch sonst aufwach, Dein gnad mich halt in aller sach, Bei dir werde ich bleiben. Die gottlos rott, o höchster Gott, Die tödt, tilg aus und mach zu spott, Das blut volk gar vertreibe. 8. Sie reden stets unrecht von dir, Was dient zu ihren sachen; So bald dein wort will klar herfür, Ohn ursach sich auf machen. Ich haß ja, Herr, die hasser dein, Die dir und dein'm wort zuwid'r sein, Dawider allzeit streben, Darum sie mir all werden feind, Viel schmach und leids erzeigen seind: Wollst mir das siegen geben. 9. Erforsch mich, Herr, erfahr mein herz, Versuch all mein gedanken, Und sieh, ob mein thun hinterwärts Auf einig seit well wanken. Ob ich sei g'treten ab der bahn, Laß mich, o Gott, nicht fürbaß gahn, Auf rechtem weg mich leite, Der dir gefall 6. All mein gebein hast du ge- und ewig sei; Mein g'wissen, zählt, Da ich sollt g'bildet wer- leib und feel dir frei Ewig stets den; Dein augen auch auf mich sei bereitet. Heinrich Vogtherr. 119 tlig's licht, Laß mich denen gleichen nicht, Welche sündlich vor den jahren In die finstre grube fahren. 6. Leite mich nach wohlgefallen, Der du meine Zuflucht bist, Rette mich von denen allen, Die mir stellen nach mit list, Rette meinen schimpf und spott; Du, du bist mein Herr und Gott, Mich dein guter geist regiere Und auf ebner bahne führe. 7. Gott, um deines namens willen, Um dein selbst, Herr Zebaoth, Wirst du meine seele ſtillen, Und sie retten aus der noth, Du wirst meiner feinde schaar Plöglich tilgen ganz und gar, Weil vor dir ich ängstlich flehe, Und in deinen diensten stehe. Ernst Christoph Homburg. Psalmen Lieder. Der 143. Pfalm. Mel. 3ion klagt mit angst 2c. 183. Gott! mein Gott, du wollst beistehen Wegen deiner wahrheit mir, Hören mein gebet und fleben, Mich nicht lassen für und für: Richte ja nicht deinen knecht, Niemand ist vor dir gerecht, Niemand wird vor dir gefunden Außer fünd und eiter- wunden. 2. Schaue, wie mein feind mich dränget, Wie er meine seele gar Niederdrückt, zur erden zwinget, Und nur dichtet auf gefahr. Er mich in das finstre stellt, Wie die todten in der welt, Mein geist voller angst hinfähret, Und mein herze sich verzehret. 3. Ich gedenke, Gott, der zeiten Unsrer väter, oft mein mund Deine thaten muß ausbreiten, Und der nach- welt machen fund: Ich sag allen völkern an, Was du, großer Gott, gethan: Ich ausbreite meine hände, Und in noth mich zu dir wende. 4. Wie ein kind, so man entwöhnet, Stets an seine mutter denkt, So sich mein seele sehnet, Und um dich so schmerzlich kränkt, Herr, nach dir sie allzuhand Dürstet, als ein dürres land, Sie geht außer dir im leiden, Und hat weder lust noch freuden. Der 146. Psalm. Mel. Wär Gott nicht mit. 184. Mein feele soll aus herzensgrund Dich loben, Gott mein Herre, Dir soll lobsingen stets mein mund, Und preisen hoch dein ehre. Ich will mein ganzes lebenlang Dir, Gott, mein'm Herren, sagen dank, Dieweil ich bin auf erden. 2. Dir g'hört, Herr Gott, preis ehr und lob, Du helfen kannst alleine; All fürsten sind auch erd und staub, Wie andre menschen g'meine, Darauf sich niemand lassen soll, Ihr hülf taugt doch nicht überall, Wann rechte noth uns drücket. 5. Herr, mein retter, mich erhöre, Denn mein geist vergehet schier. Du, du bist mein ruhm und ehre, Ach! verbirge nicht von mir, Mein Gott, deines an3. Es sei ein mensch wie groß er kann, Den geist muß er auf 120 geben; Zu seiner zeit muß er davon, Er kann nicht ewig leben. Zur erd er wieder werden muß, So ist dann alle hoffnung aus, All anschläg sind verloren. Psalmen Lieder. 4. Wohl dem, der Gott den Herrn anruft, Und sich ihm ganz vertrauet, In noth, tod zu ihm allein lauft, Von herzen auf ihn banet. Wohl ihm, er nicht verderben kann, Weil Gott sich sein nimmt selber an, Der wird ihn wohl bewahren. 5. Der Herr gewißlich helfen kann, Sein macht die hat fein ende; Denn himmel, meer und erden- plan Gemacht haben sein hände, Und alles, was darinnen ist, Auch ist sein zung fest und gewiß, Denn er hält ewig glauben. C 9. Auch nimmt sich Gott der fremdling an, Die waisen er auch nähret, Will sie kurz unbe leidigt han, Shr'r bitt er sie ge währet. Die wittwen er erhal ten will, So sie ihm trauen in der still, Und will ihr selber pflegen. 10. Gott will zerstören mit gewalt Gottloser leut anschläge, Daß ihr vornehmen aufhört bald, Zurück treibt er ihr wege; Daß all ihr thun den krebsgang geh, Und ihre freud nicht lang besteh, Machs schnell mit ihn'n ein ende. 11. Der Herr ist könig ewiglich, Hat all's in seinen händen, Der Herr regiert gewaltiglich, Von anfang bis ans ende, Von nun an bis in ewigkeit: Zion, du rechte Christenheit, Sollst Der 147. Pfalm. 6. Vertrau du Gott und ruf ihn an, So du gewalt mußt singen: Alleluja. leiden: Er helfen will, dazu auch kann, Er ist auf dieser seiten. Er schaffet recht in solcher noth, Und kann der bösen übermuth Gar bald mit schrecken stillen. 185. Lobet den Herren, Lobet den Herren, Denn er ist sehr freundlich. Es ist sehr köstlich unsern Gott zu loben, Unsern Gott zu loben, Sein lob ist schön und lieblich anzuhören. Lobet den Herren, Lobet den Herren. 7. In theurer zeit und hungersnoth Gott auch die seinen nähret, Er gibt ihn'n ihre speis und brod, Mit segen er sie mehret. Gott auch ihr g'fängniß wenden kann, Die feinde bald zurücke schlan Und die gefangnen lösen. 8. Gott macht sehend, so da sind blind, Die herzen er erleuchtet, Und die niedergeschlagen sind, Er wiederum aufrichtet. Wer handelt recht und Gott 3. Er kann den himmel, Er vertraut, Auf seine gnad und kann den himmel Mit wolken wahrheit baut, Der wird von bedecken, Er gibt den regen, Gott geliebet. wann er will, auf erden, Wann 2. Singt gen einander, Singt gen einander Dem Herren mit danken, Lobt ihn mit harfen, unsern Gott den werthen, Unsern Gott den werthen; Denn er ist mächtig und von großen kräften. Lobet den Herren, 2c. Psalmen Lieder. er will auf erden; Er läßt gras wachsen hoch auf dürren bergen. Lobet den Herren, 2c. 4. Der allem fleische, Der al lem fleische, Giebet seine speise, Dem vieh sein futter väterlicher weise, Väterlicher weise, Den jungen raben, die ihn thun an rufen. Lobet den Herren 2c. 121 aller stunde Häufig verrichtet hat; Ob seiner majestäten Und großen herrlichkeit Thut sein lob weit ausbreiten In alle ewigfeit. 5. Er hat keine luste, Er hat keine luste An der stärke des rosses, Noch wohlgefallen an jemands beinen, An jemands beinen. Er hat gefall'n an den'n, die auf ihn trauen. Lobet den Herren, 2c. 6. Danket dem Herren, Danket dem Herren, Schöpfer aller dingen: Der brunn des lebens thut aus ihm entspringen, Thut aus ihm entspringen, Gar hoch vom himmel her aus seinem herzen. Lobet den Herren, 2c. 3. Lobet ihn fröhlich alle Mit der posaune klang, Dem Herren zu gefallen Macht ein lieblich gefang, Mit psalter, harf'n und geigen Sammt andern" instrument, Mit paufen, pfeif'n und reigen Preiset sein lob behend. 4. Des Herren namen alle Lobet mit faiten- spiel, Mit hellem cymbel- schalle Macht seines lobes viel, Mit cymbeln, die wohl klingen, Rühmt seine gütigkeit, Von seinem lob thut singen Im= mer und allezeit. 7. O Jesu Christe, O Jesu Christe, Sohn des Allerhöchsten, Gib du die gnade allen frommen Christen, Daß sie dein'n namen ewig preisen. Amen. Lobet den Herren, Lobet den Herren. Nicolaus Selneccer. Der 150. Psalm. Mel. Herzlich thut mich. 186. Lobet Gott unsern Herren In seinem heiligthum, Zu lobe seinen ehren Macht herrlich seinen ruhm, Lobt ihn im firmamente, Da seine groß gewalt Und sein stark regimente zu sehn ist mannigfalt. 5. Es soll den Herren loben Und preisen immerdar Jm himmel hoch dort oben Die engelische schaar, Deßgleichen auch auf erden Alles, was obem hat, Soll seines ruhms voll werden, Preisen sein wunderthat. 6. Amen, mit mund und herzen Sprecht, o ihr gläubig schaar; All traurigkeit und schmerzen Treibt von euch ganz und gar; Seid fröhlich in dem Herren, Und lobt ihn allezeit, Er wird in freud verkehren All euer herzeleid. 7. Er wird euch reichlich geben All's, was euch nöthig ist, Allhier in diesem leben, und dort zu aller frist, Wird euch in himmel führen, Und selig machen gar, Thuts mit ein'm eid betheuren. Amen, das werde wahr. 2. Lobet mit herz und munde All seine wunderthat, Die er zu 122 Vierter Theil. In welchem verfasset Geistreiche Lehr Gefänge von der Rechtfertigung, wie auch vom Worte Gottes und der Christlichen Kirche. I. Von der Rechtfertigung. Also hat Gott Durch Christi tod Verneut, das war verdorben. 4. So er uns denn sein'n Sohn geschenkt, Da wir sein' feind noch waren; Der für uns ist ans freuz gehenft, Getödt, gen himmel g'fahren, Dadurch wir sein Vom tod und pein Erlöst, so wir vertrauen An diesen hort, Des vaters wort: Wem wollt vorm sterben grauen? 5. Er ist der weg, das licht, die pfort, Die wahrheit und das leben, Des Vaters rath und ewigs wort, Den er uns hat gegeben Zu einem schuß, Daß wir mit truß An ihn fest sollen glauben: Darum uns bald Kein macht noch g'walt Aus seiner hand wird rauben. 187. Durch Adams fall ist ganz verderbt Menschlich natur und wesen: Dasselb gift ist auf uns geerbt, Daß wir nicht konnt'n genesen Ohn Gottes trost, Der uns erlöst hat von dem großen schaden, Darein die schlang Evam bezwang, Gott's zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die schlang Evam hat bracht, Daß sie ist abgefallen Von Gottes wort, welchs sie veracht, Dadurch sie in uns allen Bracht hat den tod: So war je noth, Daß uns auch Gott sollt geben Sein'n lieben Sohn, Den gnadenthron, In dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde schuld In Adam all verhöhnet: Also hat uns ein fremde huld In Christo all versöhnet; Und wie wir all Durch Adams fall Sind ewges tods gestorben: dem Herren; Denn wer ihm 6. Der mensch ist gottlos und verflucht, Sein heil ist auch noch ferren, Der trost bei einem menschen sucht, Und nicht bei Gott Von der Rechtfertigung. 123 will Ein ander ziel Ohn diesen hat, Da man es nicht konnt haltröster stecken, Den mag gar ten, Erhub sich zorn und große bald Des teufels g'walt Mit noth Vor Gott so mannigfalte: Vom fleisch wollt nicht heraus seiner list erschrecken. der geist, Vom g'setz erfordert allermeist; Es war mit uns verloren. 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, Der wird nimmer zu schanden; Denn wer auf diesen felsen baut, Ob ihm gleich geht zn handen Viel unfalls hie, Hab ich doch nie Den menschen sehen fallen, Der sich verläßt Auf Gottes trost; Er hilft sein'n gläub'gen allen. 8. Jch bitt, o Herr, aus herzensgrund, Du wollst nicht von mir nehmen Dein heilges wort aus meinem mund, So wird mich nicht beschämen Mein sünd und schuld; Denn in dein huld Seß ich all mein vertrauen: Wer sich nun fest Darauf verläßt, Der wird den tod nicht schauen. 3. Es war ein falscher wahn dabei: Gott hätt sein g'setz drum geben, Als ob wir möchten selber frei Nach seinem willen leben. So ist es nur ein spiegel zart, Der uns zeigt an die sündig art In unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, dieselbig art Aus eignen kräften laſsen; Wiewohl es oft versuchet ward, Doch mehrt sich sünd ohn maßen: Denn gleißners werk Gott hoch verdammt, Und jedem fleisch der sünden schand Allzeit war angeboren. 9. Mein'n füßen ist dein heilges wort Ein brennende lucerne, Ein licht, das mir den weg weist fort; So dieser morgensterne In uns aufgeht, So bald versteht Der mensch die hohen gaben, Die Gottes Geist Den'n g'wiß verheißt, Die hoffnung darein haben. Lazarus Spengler. 188. Es ist das heil uns kommen her Von gnad und lauter güte: Die werk die helfen nimmermehr, Sie mögen nicht behüten; Der glaub sieht Jesum Christum an, Der hat g'nug für uns all gethan, Er ist der mittler worden. 2. Was Gott im g'setz geboten 5. Noch mußt das g'seßz erfüllet sein, Sonst wär'n wir all verdorben: Drum schickt Gott seinen sohn herein, Der selber mensch ist worden; Das ganz gesetz hat er erfüllt, Damit ſeins Vaters zorn gestillt, Der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun erfüllet ist, Durch den, der es konnt halten: So lerne jetzt ein frommer Christ Des glaubens recht gestalte. Nicht mehr, denn: lieber Herre mein, Dein tod wird mir das leben sein; Du haft für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen zweifel trag; Dein wort kann nicht betrügen. Nun sagst du, daß kein mensch verzag, Das wirst du 124 Von der Rechtfertigung. nimmer lügen: Wer glaubt an gewissen sein, Und ob dein herz dich und wird getauft, Demsel- spräch lauter nein: So laß doch ben ist der himm'l erkauft, Daß dir nicht grauen. er nicht werd verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, Der diesen glauben faffet; Der glaub gibt aus von ihm den schein, So er die werk nicht läffet: Mit Gott der glaub ist wohl daran, Dem nächsten wird die lieb guts thun, Bist du aus Gott geboren. 9. Es wird die sünd durchs g'seß erkannt, Und schlägt das g'wissen nieder; Das evangelium kommt zu hand, Und stärkt den sünder wieder, Es spricht: nur freuch zum kreuz herzu; Im g'setz ist weder rast noch ruh Mit allen seinen werken. 10. Die werk kommen gewißlich her Aus einem rechten glauben; Denn das nicht rechter glaube wär, Wollst ihn der werk berauben. Doch macht allein der glaub gerecht; Die werk die sind des nächsten knecht, Dabei wirn glauben merken. 11. Die hoffnung wart der rechten zeit, Was Gottes wort zusaget; Wenn das geschehen soll zur freud, Setzt Gott kein g'wisse tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist, Und braucht an uns kein arge list: Deß solln wir ihm vertrauen. 13. Sei lob und ehr mit hohem preis Um dieser gutthat willen Gott Vater, Sohn und heil'gem Geist, Der woll mit gnad erfüllen, Was er in uns ang'fangen hat, zu ehren seiner ma jestät, Daß g'heiligt werd sein name. 14. Sein reich zukomm, sein will auf erd G'scheh, wie ins himmels throne; Das täglich brod ja heut uns werd; Wollst unser schuld verschonen, Als wir auch unsern schuldnern thun; Laß uns nicht in versuchung stahn; Lös uns vom übel. Amen. Paul Speratus. 189. Nun freut euch lieben Christen g'mein, Und laßt uns fröhlich springen, Daß wir ge trost und all in ein Mit luft und liebe singen, Was Gott an uns wunderthat; Gar theur hat ers gewendet hat, Und seine süße erworben. 2. Dem teufel ich gefangen lag, Jm tod war ich verloren; Mein sünd mich quälet nacht und tag, Darin ich war geboren; Ich fiel auch immer tiefer drein, Es war kein guts am leben mein: Die sünd hat mich besessen. 3. Mein gute werk die galten 12. Ob sichs anließ, als wollt nicht, Es war mit ihn'n verdorer nicht: Laß dich es nicht er- ben: Der frei will haffet Gott's schrecken; Denn wo er ist am gericht, Er war zum gut'n erbesten mit, Da will ers nicht storben; Die angst mich zu verentdecken. Sein wort laß dir zweifeln trieb, Da nichts denn Von der Rechtfertigung. 125 sterben bei mir blieb: Zur höllen mußt ich sinken. mein Fahr ich aus diesem leben: Da will ich sein der meister dein, Den geist will ich dir geben, Der dich in trübsal trösten soll, Und 4. Da jammert Gott in ewigkeit Mein elend üb'r die maßen; Er dacht an sein barmherzigkeit, lehren mich erkennen wohl, Und Er wollt mir helfen lassen. Er in der wahrheit leiten. wandt zu mir sein vaterherz; Es war bei ihm fürwahr kein scherz: Er ließ sein bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben sohn: Die zeit ist hie zu' rbarmen. Fahr hin, meins herzens werthe fron, Und sei das heil dem armen, Und hilf ihm aus der sünden- noth. Erwürg für ihn den bittern tod, Und laß ihn mit dir leben. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, Das sollst du thun und lehren, Damit das reich Gotts werd gemehrt, Zu lob und seinen ehren. Und hüt dich vor der menschen saß, Davon verdirbt der edle schatz; Das laß ich dir Dr. Martin Luther zuletzte*). *) Ursprünglich: zur legte. 190. Herr Christ, der einig Gotts Sohn, Vaters in ewigkeit, Aus sein'm herzen entspros sen, Gleich wie geschrieben ſteht: Er ist der morgensterne, Sein glanz streckt er ferne Vor andern sternen klar. 2. Für uns ein mensch geboren Im letzten Theil der zeit, Der 7. Er sprach zu mir: halt dich mutter unverloren Ihr jungan mich, Es soll dir jetzt gelin- fräulich keuschheit, Den tod für gen; Ich geb mich selber ganz uns zerbrochen, Den himmel für dich, Da will ich für dich aufgeschlossen, Das leben wieringen: Denn ich bin dein, Und derbracht. du bist mein, Und wo ich bleib, da sollst du sein; Uns soll der feind nicht scheiden. 6. Der sohn dem Vater g'horsam ward, Er kam zu mir auf erden, Von einer jungfrau rein und zart; Er wollt mein bruder werden. Gar heimlich führt er sein gewalt, Er ging in einer armen g'stalt; Den teufel wollt er fangen. 8. Vergießen wird man mir mein blut, Dazu mein leben rau ben: Das leide ich alls dir zu gut, Das halt mit festem glauben. Den tod verschlingt das leben mein, Mein unschuld trägt die sünde dein; Da bist du selig worden. 9. Gen himmel zu dem Vater 3. Laß uns in deiner liebe und fenntniß nehmen zu, Daß wir am glauben bleiben, Und dienen im geist so, Daß wir hie mögen schmecken Dein süßigkeit im herzen Und dürsten stets nach dir. 4. Du schöpfer aller dinge, Du väterliche fraft, Regierst von end zu ende Kräftig aus eigner macht: Das herz uns zu dir wende, Und kehr ab unsre sinne, Daß sie nicht irrn von dir. 126 Von der Rechtfertigung. 5. Ertödt uns durch dein güte, gefangen Allhie ohn alle gnad Erweck uns durch dein gnad; Ewig in todes banden. Den alten menschen fränke, Daß der neu leben mag, Wohl hie auf dieser erden Den sinn und all begierden Und g'danken hab'n zu dir. Op 4. Wer gläubig bleibt bis an sein end, Der wird g'wiß selig werden; Und Christum frei obne furcht bekennt Vor aller welt auf erden, Den wird er auch im höchsten thron Vor Gott mit ehr'n bekennen, Und ihn nennen Seinen mit- erben schon: Deß freud wird sein kein ende. * Lob, ehr sei Gott dem Vater Und Christo seinem Sohn, Der uns als ein wohlthäter Von sünd'n erlöset schon. Dem beilgen Geist all zungen Sei preis und ehr gesungen In alle ewig- 192. Herr ich bekenn von Mel. Mag ich unglück nicht. teit. Elisabetha Creußiger. herzensgrund, Auch mit dem mund, Nichts soll mich davon wenden: Daß niemand sonst Der wahre Gott ohn ende, Der mein heiland ist, Als Jesus Christ, Genommen an, Drum er nicht mir zu gut Mein fleisch und blut kann mich armen sünder bassen. Mel. Ich ruf zu dir, Herr. 191.Also hat Gott die welt geliebt, Daß er Christum hat geben, Sein'n liebsten Sohn, in tod betrübt, Daß wir nun ewig leben. Gott! wie groß ist deine lieb, Die fein mensch kann von herzen Ganz ermessen, O Herre Gott, gib gnad, Daß wir das nimm'r vergessen. 2. Christus hat uns zum himmel bracht, Ohn aller menschen stärke; Allein der glaube selig macht, Ohn alle unsre werke. Darum, wer glaubt an Jesum Christ, Der hat das ewig leben, Merkt gar eben; Denn wo nicht glaube ist, Mag kein mensch selig werden. 3. Wer nicht glaubt, der ist schon verdammt, Als Christus selbst thut sagen; Nimmermehr er sich deß erbarmt, Der troßt auf werk ohn glauben. An leib und seel wird er geplagt, Kann auch nicht trost erlangen, Liegt 2. Geboren ist ein kleines find Für meine sünd, In windeln eingehullet, Die jugend mit mühworden ganz erfüllet. Er hat seligkeit, Armuth und leid Ist gewacht, Sich matt gemacht, Er ward gestäupt, Sein heilig häupt Mit dornen scharf ges frönet. 3. Er ward and freuzes holz gehenkt, Mit gall getränkt, Und fiel in todes banden; Doch wiederum am dritten tag Nach seiner plag Ist er vom Tod erstanden, Mit herrlichkeit Zur himmels- freud Gegangen ein, Frei aller pein, Gefeßzt zu deiner rechten. 4. So schaue deinen Sohn doch an, Was er gethan: Laß mich Von der Rechtfertigung. 127 in ihm gnad finden; Du hast gnaden- thron, Ich werd nicht mich armen nicht veracht't, Ganz frei gemacht Von meinen schweren sünden, Durchs Sohnes tod Den knecht aus noth Hast du erlöst: Wer sich deß tröst't, Den kannst du nicht verdammen. 5. Der treue hirt jetzt kommt vor dich, Und träget mich, Das schaf, auf seinem rücken; Das schaf, das ganz verirret war, Ging mit gefahr, Es war in fatans Das er bracht Aus eigner macht, Wie du begehrt, Zu deiner herd, Zur herde der gerechten. 6. Mich, den die welt ganz listiglich Von dir zu sich mit ihrer lust gezogen, Bringt jetzt dein Sohn in deinen schooß, Von sünden los, Aus lieb hierzu bewogen. Ich war sehr weit Durch üppigkeit in vollem trab Gewichen ab, Jetzt bin ich dir nachkommen. 7. Was satanas mit bösem sinn Geraubet hin, Und von dir weggetrieben, Das bringt dein Sohn zu deiner herd, Aufs neu bekehrt, zu denen, die dich lie ben. Er stellet dir Jetzt wieder für Den knecht, der sich Muthwilliglich Von dir verlaufen hatte. sein verloren. 9. Die thür zum schönen paradies Hat er gewiß Durch sein blut aufgeschlossen, Das aus den wunden mildiglich Am kreuze sich Mit strömen hat ergossen. Ich glaube fest, Daß du nicht läßt, O frommer Gott, In angst und noth, Der dieß mit glauben faffet. 8. Also hab ich nun gnad, o Gott, Durch Christi tod, Den er für mich erduldet; Und ob ich wohl bei mir befind, Daß meine sünd All höllenpein verschuldet, So hab ich doch Die hoffnung noch: Durch deinen Sohn, Den Mel. Herr Jesu Chrift, du. 193. Wenn dein herzliebster Sohn, o Gott, Nicht wär auf erden kommen, Und hätt, da ich in sünden todt, Mein fleisch nicht angenommen, So müßt ich armes würmelein Zur höllen wandern in die pein Um meiner sünden willen. Gu 2. Jest aber hab ich ruh und rast, Darf nimmermehr verzagen, Weil er die schwere sündenlast Für mich hat selbst getragen. Er hat mit dir versöhnet mich, Da er am kreuz ließ tödten sich, Auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getrost mein herz und muth Mit kindlichem ver= trauen. Auf dieß sein rosenfarbes blut Will ich mein hoffnung bauen, Das er für mich vergossen hat, Gewaschen ab die misſethat, Daß ich schneeweiß bin worden. 4. In seinem blut erquick ich mich, Und komm zu dir mit freuden, Ich suche gnad demüthiglich; Von dir soll mich nichts scheiden. Was mir erworben hat dein sohn Durch seinen tod und 128 marterfron, Kann mir kein teu fel rauben. 5. Nichts hilft mich die gerechtigkeit, Die vom geseg herrühret: Wer sich in eignem werk erfreut, Wird jämmerlich verführet. Des Herren Jefu wert allein, Das machts, daß ich kann selig sein, Weil ich fest an ihn glaube. Von der Rechtfertigung. 6. Gott Bater, der du alle schuld Auf deinen Sohn geleget, Herr Jesu, dessen lieb und huld All meine fünde träget, O heil ger Geist, deß gnab und fraft Allein das gute in mir schafft, Laß mich and end beharren. Johann Heermann( B. 1-5). Mel. Hilf Gott, daß ic. 194. Wann meine sünd mich tränken, mein Herr JesuChrist, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist, Und alle meine schulden- last Am stamm des heilgen freuzes Auf dich genommen haſt. 2. O wunder ohne maßen, Wer es betrachtet recht: Es hat sich martern lassen Der Herr für seine fnecht; Es hat sich selbst der wahre Gott Für mich verlernen menschen Gegeben in den tod. 3. Was kann mir denn nun schaden Der fünden große zaht? Ich bin bei Gott in gnaden, Die schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi theures blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der höllen qual noch gluth. 4. Drumsag ich dir von herzen Jetzt und mein lebenlang Für folche pein und schmerzen, Jefu, lob und dank, Für deine noth unb angst- geschrei, Für bein unschuldig sterben, Für deine lieb und freu. 5. Herr, laß bein bitter leiden Mich reizen für und für, Mit allem ernst zu meiden Die fündlidhe begier, Daß mir nie komme aus dem sinn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. 6. Mein freuz und meine plagen, Sollte sein auch schmach und spott, Hilf mir geduldig tragen; Gib, o mein Herr und Gott, Daß ich verläugne diese welt, Und folge dem erempel, Daß du uns vorgestellt. Was du an mir gethan, Und 7. Laß mich an andern üben, meinen nächsten lieben, Gern dienen jedermann Ohn eigennuß und heuchelschein Und, wie du mir erwiesen, Aus reiner lieb allein. 8. Laß endlich deine wunden Mich trösten kräftiglich In meiner letzten stunden, Und des versichern mich: Weil ich auf dein verdienst nur tran, Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius. Mel. Christus, der uns selig. 195. Jeſu, meiner feelen licht, Freude meiner freuden, Meines lebens zuversicht, Nimm doch) für dein leiden Diesen schlechten dank hier an, So viel meine seele Immermehr dir bringen kann In der schwachheits höhle. 2. Ich erwäg es hin und her, Von der Rechtfertigung. 129 Was bich bochy bewogen, Daß deine schmerzen Meine fchymerdu so viel herz- beschwer Haft zen hinterwärts Fern aus meiauf bich gezogen, Daß bu angst, nem herzen.com 1014 gewalt und noth, Schläg und bohn in banden, lästerung und freuz und tod Willig ausgestanben. 8. Und wie schnell mein herz erfchrict Lleber straf und funden, so schnell wird es gleich erquickt Mit den gnaben- winden. Seful fieb, ich falle bir Mit zerknirschter buße und mit besserungs begier Glaubensfühn zu fuße. sbiau 1910 # 3. Gottes wohlgewogenheit, Baters lieb und gute, Deine herzens freundlichkeit, Und dein treu gemüthe, Jefu, hat es ausgebracht, Daß kein mensch) ver zaget, Wann der sünden meng 9. Nun, ich weiß, worauf ich bau Und bei wem icy bleibe, und macht, Die gewissen naget. Welcher fürsprach ich mich tran, 4. D du wunderbarer rath, Den man nie ergründet! O der unerhörten that, Die man nirgends findet! Was der mensch, der erben knecht, Trotzig hat verbrochen, Wirb an Gott, ber doch gerecht, Durch und durch gerochen. Und an wen ich glaube: Jesu, du bist es allein, Der mich hält und schüßzet, Wenn gleich alle höllen- pein Auf mich schießt und bliget. 10. Jdy will, weil ich mit dir frei Werd im himmel erben, 10 failphus Herr, in deinen armen treu leben und auch sterben, Bis man fröhlich sagen wird nach den todesbanden: Sieh, dein braut's gam und dein hirt, Jesus, ist vorhanden. Heinrich Held. 5. Meine wilde schand- begier Hat dich so zerschlagen, Diese frankheit hab ich dir, Jesu, aufgetragen, Meine schuld und missethat Hat dich so verbürget, Bis sie dich auch endlich hat Unrecht hingewürget.dll dar 6. Alle strafe, der ich war Tag und nacht verbunden, Liegt auf dir nun ganz und gar; Und durch deine wunden Wird uns fried und heil gebracht: Drum will mir geziemen, Deine starke liebes- macht Ewiglich zu rühmen. 7. Laß doch dieser sicherheit Gleichfalls mein gewissen Zwischen angst und tod und streit Kräftiglich genießen. 2 b, ach, meines herzens herz! Wirf durch Mel. Freu dich sehr, o meine. 196. Sei mir tausendmal gegrüßet, Der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet, Das, womit ich dich betrübt. Ach, wie ist mir doch so wohl, Wenn ich knie'n und liegen soll An dem frenze, da du stirbest, Und um meine seele wirbest. 2. Ich umfange, herz' und küsse Der gefränkten wunden- zahl Und die purpurrothen flüsse Deiner füß und nägelmal. O wer kann doch, schönster fürst Den 9 Univ.- Bibl. Giessen 130 Von der Rechtfertigung. so hoch nach uns gedürst, Deinen Und bringst die ganze menschendurst und liebsverlangen Völlig schaar Dadurch aus allen schulfassen und umfangen? den. Ach, laß von mir, O licb. 3. Heile mich, o heil der see- ster, dir Die hände herzlich len, Wo ich krank und traurig drücken, Und mit dem blut, bin; Nimm die schmerzen, die Das mir zu gut Vergossen, mich mich quälen, Und den ganzen erquicken. schaden hin, Den mir Adams fall gebracht, Und ich selbsten mir gemacht. Wird, o arzt! dein blut mich neßzen, Wird sich all mein jammer setzen. 4. Schreibe deine blutgen wun den Mir, Herr, in das herz hinein, Daß sie mögen alle stunden Bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein liebstes gut, Da mein ganzes berze ruht: Laß mich bie zu deinen füßen Deiner lieb und gunst genießen. A 5. Diese füße will ich halten, Auf das best ich immer fann. Schaue meiner hände falten Und mich selbsten freundlich an Von des hohen freuzes baum, - Und gib meiner bitte raum, Sprich: laß all dein trauren schwinden, Ich, ich tilg all deine sünden. Paul Gerhardt, 3. Wie freundlich thust du dich doch zu, Und greifft mit beiden armen Nach aller welt, in lieb und ruh Uns ewig zu erwarmen! Ach Herr, sieh hier, Mit was begier Ich armer zu dir trete! Sei mir bereit Und gib mir freud Und trost, darum ich bete. 4. Zeuch allen meinen geist und sinn Nach dir und deiner höhe; Gib, daß mein herz nur immerhin Nach deinem freuze stehe, Ja, daß ich mich Selbst williglich Mit dir ans freuze binde, Und mehr und mehr Tödt und zerstör In mir des fleisches sünde.aid di det tiadiuinal 5. Ich herz und küsse wiederum Aus rechtem treuen herzen, Herr, deine händ, und sage ruhm Und dank für ihre schmerzen; Daneben geb Ich, weil ich leb, In diese deine hände Mel. Was mein Gott will. 197. Sei wohl gegrüßet, Herz, feel und leib, Und also guter hirt, Und ihr, o heilgen bleib Ich dein bis an mein ende. hände Voll rosen, die man preiPaul Gerhardt. sen wird Bis an des himmels ende. Die rosen, die ich mein all- 198, reicher Gott im hie, Sind deine mal und plagen, Die dir am end In deine händ Am creuze sind geschlagen. throne, Mittheil uns deine gnad Wohl durch dein menschheit frone, Daß unsrer seel nicht * schad Die welt, die ist umfan2. Du zahlst mit beiden händen gen So gar mit schwerer noth, baar Die edlen rothen gulden, Vergift't ist durch die schlangen di8- viAU mortais) Von der Rechtfertigung. no 131 0 Ein lange zeit vergangen, Das gehn. Was Jesus hat verheißen, noch kein ende hat. Das wird der Vater thun: Da: rum so laßt uns fleißen, Daß uns die schlang nicht beiße, Wir wolln ihr widerstehn. 2. Das göttlich wort mit schalle Liegt wahrlich an dem tag: Darum so schickt euch alle, Und merkt, was ich euch sag: Es nabt sich gen dem ende, Davon der Herre sait; Gott woll sein gnade senden, Daß wir uns zu ihm wenden, Durch sein barmherzigkeit. 3. Es ist kein fried auf erden, Sehen wir leider wohl, Dieweil wir darauf leben; Die welt steckt bosheit voll. Wo ist die lieb des nächsten? Das acht man jeßund klein: Es möcht wohl Gott erbarmen; Es geht nur üb'r die armen In aller welt gemein. 4. O sunder! du sollst denken, Nicht recht hast du gethan: Gott wird dirs auch nicht schenfen, Laß dirs zu herzen gahn, Was Christus hat gesprochen, Wie fanct Matthäus schreibt: Habt ihr mein g'bot zerbrochen, Das bleibt nicht ungerochen Durch sein gerechtigkeit. 7. Kürzlich will ich beschließen Dieß mein gesang mit schall: Lassets euch nicht verdrießen, Und gebt den armen bald; Daß ihr nicht werd vergiftet Mit einem argen wahn, Seid allezeit geflissen, Die link hand soll nicht wissen, Was die recht hat gethan.z 6. Ich mein im geist die armen, Ihr sollt mich recht verstehn, Der möcht sich Gott er barmen; Ihr dürft nicht weiter 199. Nun höret zu, ihr Christen- leut, Wie leib und seel geg'n ander streit'; Allhie auf erd'n in dieser zeit hab'n sie ein stetigs friegen, Keins mag vorm andern fliehen. 2. Der leib der spricht: ich bin gesund, Ich hab noch viel der guten stund; Eh mir das traurig alter fommt, Will ich in freuden leben, Nach leiblich'n lüsten streben. 3. Die seele spricht: ich rath dirs nicht, Ach, fürchtst du nicht 5. Mich freun die wort des Gotts strengs gericht? Du hast Herren Bewährt aus Abraham; dich in der tauf verpflicht, Nach Denn die Gotts finder werden, Gottes willn zu leben, Seim Den Laz'rum zu ihm nahm. wort nicht widerstreben. Komm, Herr, mit deiner güte, 4. Der leib spricht: ich bin Du weißt die rechte zeit; stolz und fein; Mit gut'n geDu kannst uns wohl behüten, sell'n beim fühlen wein, Da will Deß freut sich mein gemüthe, ich frisch und fröhlich sein, Mit Daß wir leb'n in ewigkeit. singen, springen, tanzen, Wills wagen auf die schanzen.n 5. Die feel spricht: denk an reichen mann, Der sich nahm zeitlich'r wollust an, Der mußt 9* 132 Vom Wort Gottes und der Christlichen Kirche. mit leib und seel davon, Ward heilger Geist, mein'n glaub'n in die höll begraben, Als Christus selbst thut sagen. mehr, Hilf mirs zeitlich erleiden, Mich tröst in ew'ger freuden. 6. Der leib spricht: was acht ich der sag, Ich hab vor mir noch manchen tag, Darin ich mich wohl bessern mag, Und mich von sünden kehren, Wann sich mein traur'n thut mehren. 13. Die seele spricht: nun hab ich recht, Wiewohl ich bin ein unnüß knecht. O Gott, du bist allein gerecht, Lös mich von teufels banden, Denn du ans kreuz bist g'bangen. young an 7. Die seele spricht: Du hast fein g'walt, Du feiest gleich jung oder alt, Gott hat dich im augenblick g'fällt, Den abend als den morgen: Die stund ist dir verborgen. 14. Also hat dieses lied ein end, Gott woll, daß jed'r sein herz erkennt, Und sich von sünd'n zu Christo wend; So wird er zu uns kehren, Die ewig freud bescheren. Hans Biestadt. Mel. Herzlich lieb hab ich zc. 8. Der leib spricht: es ſei früh oder spat, Ich seh vor mir die weltlich rott, Ein jeder tracht 200. Für g'richt, Herr Jesu, nach zeitlich'm gut, Darnach will ich auch streben, Dieweil ich hab das leben. 9. Die seele spricht: es kommt die zeit, Daß leib und seel von ander scheidt, Was hilft dich dann dein großer geiz? Du mußt zur asche werden, Denn du bist g'macht von erden. steh ich hie, zu dir beug ich meins herzens knie, Kann mir selbst gar nicht rathen. Mein groß und viele missethat Mich hier und dort verdammet hat: Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein blut allein Macht mich von allen sünden rein, Weil ich in wahrer reu und buß An dich glaub, und fall dir zu fuß. Herr Jesu Christ, Deß dank ich dir, Deß dank ich dir; Ich will mich bessern: hilf Joh. Michael Ditherr. 10. Der leib der spricht: Du machst mir bang. Erst mich nach ew'ger freud verlangt: Christus helfe mir zum anfang, Und mich zum Vat'r bekehren. Mein trau- du mir. ren will sich mehren. 11. Die seele spricht: ich treib II. Vom Wort Gottes und der Christlichen Kirche. fein scherz, Gott fordert ein zerknirschtes herz: Der leib muß absterben mit schmerz, Denn er ist zeitlich g'boren, Den würmen auserforen. 201. Erhalt uns, Herr, bei in deinem wort, Und steur des pabsts und türken mord, Die JeGott mein Herr, Hilf, daß ich sum Christum, deinen Sohn, mich durch Christum b'kehr; O Wollen stürzen von seinem thron. 12. Der leib der spricht: O Vom Wort Gottes und der Christlichen Kirche. 133 2. Beweis dein macht, Herr 203, O Herre Gott, Dein Jesu Christ, Der du Herr aller göttlich wort Ist lang verdunkelt herren bist, Beschirm dein arme blieben, Bis durch dein gnad Christenheit, Daß sie dich lob in Uns ist gesagt, Was Paulus hat ewigkeit.ind geschrieben und andere Apostel mehr Aus dein'm göttlichen munde; Deß dank ich dir Mit fleiß, daß wir Erlebet hab'n die stunde. 3. Gott heilger Geist, du tröster werth, Gib dein'm volk einerlei sinn auf erd, Steh bei uns in der letzten noth, G'leit uns ins leben aus dem tod. 4. O Gott, laß dir befohlen sein Unser kirchen, die kinder dein, In wahrem glauben sie erhalt, Und rett sie von der feind gewalt. 5. Jhr anschläg, Herr, zu nichte mach, Laß sie treffen die böse sach, Und stürz sie in die grub hinein, Die sie machen den Christen dein. 6. So werden sie erkennen doch, Daß du uns'r Herr Gott, lebest noch, Und hilfst gewaltig deiner schaar, Die sich auf dich verlas len gar. Dr. Martin Luther( V. 1-3). Justus Jonas( V. 4-6). 2. Daß es mit macht An tag ist bracht, Wie klärlich ist vor augen. Ach Gott, mein Herr, Erbarm dich der, Die dich noch jetzt verläugnen, Und achten sehr Auf menschen lehr, Darin sie doch verderben. Deins worts verstand Mach ihn'n bekannt, Daß sie nicht ewig sterben. 202. Verleih uns frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern zeiten: Es ist doch ja kein andrer nicht, Der für uns könnte streiten, Denn du unser Gott alleine. ches thun Doch gar aus lauter 4. Allein, Herr, du mußt solgnaden: Wer sich deß tröst, Der ist erlöst, und kann ihm niemand schaden. Obwollten gleich Pabst, kaiser, reich Sie und dein wort vertreiben, Ist doch ihr macht 2. Gib unserm fürsten und al- Geg'n dir nichts geacht, Sie ler obrigkeit Fried und gut regiment, Daß wir unter ihnen Ein geruhigs und stilles leben führen mögen In aller gottseligkeit Und werd'ns wohl lassen bleiben. ehrbarkeit. Amen. 5. Hilf, Herre Gott, In dieser noth, Daß sich auch die bekehren, Die nichts betracht'n, Dein wort veracht'n, Und wollens auch nicht lehren. Sie sprechen 3. Willst du nun fein Gut Christe sein, So mußt du erstlich glauben, Setz dein vertrau, Darauf fest bau Hoffnung und lieb im glauben Allein auf Christ Zu aller frist, Dein'n nächsten lieb daneben, Das g'wissen frei, Rein herz dabei, Das kein creatur kann geben. Dr. Martin Luther, verdeutschte Collecte: Da pacem domine. 134 Vom Wort Gottes und der Christlichen Kirche. schlecht, Es sei nicht recht, Und Ob wir schon haben deinen zorn habens nie gelesen, Auch nie ge- Auf uns schwerlich geladen, So hört Das edle wort: Jsts nicht denk doch, daß wir sind getauft, ein teuflisch wesen? Dazu mit Christi blut erkauft, Derhalb wollst uns begnaden. 2. Herr, eilends uns mit hülf erschein, Und laß die sach dein eigen sein, Weil es der Christen glauben Und deiner firche heil betrifft, Dawider der feind jammer stift't, Will uns deins worts berauben; Denn siehst du zu solcher beschwer, So wird bei uns dein göttlich ehr Sammt deinem lob verschwinden: Das wellst du, Herr, mit nichten thun, Sondern durch Christum, deinen Sohn, Uns dein hülf laslen finden. 3. Seit nun der feind so greulich tobt, Und dich der todten keiner lobt, Die zu der höll absteigen: So g'statt nicht, daß er uns ausreut, Dein' Christen gib ihm nicht zur beut, Dein macht wollest erzeigen. Das bitten wir dich in geduld Durch Chriſti, deines Sohns, unschuld, Die er für uns getragen, Und rufen dich um Beistand an, Weil uns sonst niemand helfen kann: Laß uns, Herr, nicht verzagen. 4. Denn sonst bleibt dein nam unbekannt, Niemand Christum sein heiland nennt, Weil ihn der feind so hasfet, Auch wird der heilig geist verspott, So man spricht: wo ist euer Gott? Er hat euch gar verlassen. O lieber Gott, dasselb betracht, und hilf uns, Herr, mit aller macht, Dein lob und ehr erhalten: So wol6. Ich glaub g'wiß gar, Daß es sei wahr, Was Paulus uns thut schreiben: Eh muß geschehn, Daß all's vergehn, Dein göttlich wort soll bleiben In ewigkeit, Wär es auch leid Viel hart verstockten herzen. Kehrn sie nicht um, Werden sie drum Leiden gar große schmerzen. 7. Gott ist mein herr; So bin ich der, Dem sterben kommt zu gute, Dadurch uns hast Aus aller last Erlöst mit deinem blute. Deß dank ich dir; Drum wirst du mir Nach dein'r verheißung geben, Was ich dich bitt: versag mirs nicht Im tod und auch im leben. 8. Herr, ich hoff je, Du werdest die In keiner noth verlassen, Die dein wort recht, Als treue knecht, Im herz und glauben faffen; Gibst ihn'n bereit Die seligkeit, Und läßt sie nicht verderben. Herr, durch dich, Bitt ich: laß mich Fröhlich, und selig sterben. B. H. 3. W.( um 1527). Mel. O mensch, bewein dein. 204, Herr, dich thun wir rufen an, Denn uns sonst nie mand helfen kann In diesen schweren zeiten. Schau, wie der feind so grausam wüth't, Davor uns, lieber Herr, behüt, Und hilf uns ihn bestreiten: Wir sind sonst ganz und gar verlorn. Vom Wort Gottes und der Christlichen Kirche. 135 len wir in aller noth Ganz wil- Daß ich warme Werd von gnalig, auch bis in den tod, Dein den: Auf dein wort komm ich gnade lassen walten. geladen. 205. Wie schön leuchtet der morgenstern, Voll gnad und wahrheit von dem Herrn, Die süße wurzel Jesse! Du sohn Davids aus Jacobs stamm, Mein könig und mein bräutigam, Hast mir mein herz besessen: Lieblich, Freundlich, Schön und herrlich, Groß und ehrlich, Reich von gaben, Hoch und sehr prächtig erhaben. 2. Ei, mein perle, du werthe fron, Wahr'r Gottes und Marien sohn, Ein hochgeborner könig: Mein herz heißt dich ein lilium, Dein süßes Evangelium Ist lauter milch und honig. Ei mein blümlein, Hosanna! Himmlisch manna, Das wir es sen, Deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein herz hinein, Du heller jaspis und rubin, Die flamme deiner liebe: Und erfreu mich, daß ich doch bleib An deinem auserwählten leib Ein lebendige rippe. Nach dir Ist mir, Gratiofa Cöli rosa, Krank und glimmet, Mein herz durch liebe verwundet. 5. Herr Gott Vater, mein starfer held, Du hast mich ewig vor der welt In deinem Sohn geliebet; Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, Er ist mein schatz, ich bin sein braut, Sehr hoch in ihm erfreuet Eia, Eia! Himmlisch leben Wird er geben Mir dort oben: Ewig soll mein herz ihn loben. 6. Zwingt die saiten in cythara, Und laßt die süße musica Ganz freudenreich erschallen, Daß ich möge mit Jesulein, Dem wunderschönen bräutgam mein, In steter liebe wallen. Singet, Springet, Jubiliret, Triumphiret, Dankt dem Herren: Groß ist der könig der ehren. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, Daß mein schatz ist das A und D, der anfang und das ende: Er wird mich doch zu seinem preis Aufnehmen in das paradeis; Deß klopf ich in die hände. Amen, Amen. Komm du schöne Freudenkrone, Bleib nicht lange; Deiner wart ich mit verlangen. Philipp Nicolai. 206, Mein schönster und liebster freund unter den leuten, Der unter den rosen stets pflegte zu weiden, War von mir gegangen, dieweil ich geschlafen: Ich wurde verlassen wohl unter den schafen. 2. Was soll ich nun machen? we soll ich ihn finden? Ich liefe 4. Von Gott kommt mir ein freudenschein, Wenn du mit deinen äugelein Mich freundlich thust anblicken. Herr Jesu, mein trautes gut, Dein wort, dein geist, dein leib und blut Mich innerlich erquicken. Nimm mich Freundlich In dein arme, zur eichen, ich liefe zur linden, 136 Vom Wort Gottes und der Christlichen Kirche. Ich rufte mit heller stimm durch Sein haupte von golde und die steinriße, Gleich wie der seiden gesticket. hirsch schreiet in brennender hige. 3. Ich liefe durch wälder, und alle stadtgassen, Ich suchte auf allen gepflasterten straßen: Da konnt' ich doch nirgends, den mein seel liebet, Antreffen: drum war ich von herzen betrübet. 4. Ich sucht ihn mit fackeln, ich sucht ihn mit lichtern: Die wächter zu mitternacht machten mich schüchtern, Sie schlugen mir wunden viel ganz ungeheuer, Die hüter der mauren mir nahmen den schleier. 5. Jhr töchter zu Zion, helft mir ihn doch suchen, Das bitt ich, sonst muß ich mein Leben verfluchen, Denn ich bin fast müde von suchen und laufen: Ich möchte blut weinen, die haare ausraufen. 6. Jhr töchter zu Zion von tugend und ehren, Euch thu ich bei himmel und erden beschwören: Wenn ihr den, den meine feel liebet, werd't sehen, So sagt ihm, ich möchte vor liebe vergehen. 7. Und als ich kaum hatte die rede vollendet, und mich von den töchtern zu Zion gewendet, Da sah ich, da fand ich, den meine feel liebet, Und deme mein herze sich gänzlich ergiebet. 8. Er kam auf den bergen mit hüpfen und springen, Gleich wie ein reh, welches die jäger umringen. Schön weiß und roth war er vor andern geschmücket, 9. Die augen die blinkten wie augen der tauben, Ganz völlig, wie stehen an reben die trauben; Die backen die sahen wie sträuchlein in gärten, So von apothefern bereitet schön werden. 10. Wie schön und wie prächtig war er doch zu sehen, Vor andern erwählet, wie cedern boch stehen. Aus seiner fehl bächlein wie zuckersaft flossen, Aus welchem es schmecket, ob honig ergossen. 11. Mein liebster bräutigam, Jesus, meine liebe, Ich bitte inbrünstig: mich nimmer betrübe. Jhr töchter Jerusalem, sagt mir, auf erden Ob auch ein solcher gefunden mag werden? 12. Der, den ich verloren, und nunmehr gefunden, Der liebt mich inbrünstig durch schmerzen und wunden. Ich will ihn nicht lassen, und von ihm nicht scheiden, Ich will ihn hinbringen nach hause mit freuden. 13. Nun, daß ich nicht komme ich dich, Jesu, ins herze, die in vorigen jammer, So schließ kammer, Mit herzlichen küssen dich lieblich umfangen, Und damit erstatte mein sehnlich verlangen. Christian Keymann. ( Hoheslied Cap. 3.) Mel. Erhalt uns Herr, bei. 207. O starker Gott ins himmelsthron, Wach auf und hilf durch deinen Sohn; Schau, wie Vom Wort Gottes und der Christlichen Kirche. 137 hat sich der feind gerüst, Daß will ich mich ergeben. Von ihm er dein liebe firch verwüst. 2. Wir wissen keinen widerstand, Herr, ohn dein macht und starke hand; Drum mach dich selber auf den plan: Du bist der rechte krieges- mann. laß ich in feiner noth: Er ist mein Gott Im tod und auch im leben; Hab nie geacht Eins menschen macht, Bei Gott ich bleib, Wag gut und leib; Er kann mirs wieder geben. 3. Uns fränkt im herzen nichts so sehr, Als daß deins namens wort und ehr So gar schrecklich geschändet wird und manches menschen seel verführt. 2. Ob diese welt nun tobet sehr Ob reiner lehr, Und will mich davon führen: Muß sie Gott's wort doch lassen stahn, Und kein dank han; Er fann ihr'm truß bald steuren: Gott ist mit mir Nachy all'r begier, Die fach ist sein, Er weiß allein Es recht hinaus zu führen. 3. Drum wird er mich verlassen nicht Nach seiner pflicht, Er kann mich wohl behüten. Viel wohlthat hat er mir erzeigt, Wie sichs eräugt, Nach aller seiner güte; Hält bei mir fest, Mich nicht verläßt In angst und noth, In kreuz und tod: Zu ihm steht mein gemüthe. 4. Seins worts will ich mich nehmen an, Davon nicht lan, So lang ich leb auf erden, Damit der reinen lehre schatz Von menschen- satz mög recht geläutert werden. Menschlich gedicht Bestehet nicht, Gott's wort allein Gibt hellen schein, Und zeigt das ewig leben. 5. So hilf mir nun, Herr Jeſu Christ. Zu aller frist, Daß mirs ja wohl gelinge. Dein geist, gnad und fraft mir auch gieb, Daß ich dich lieb Und fürcht vor allen dingen. Was kann die welt, die auf mich hält? Gott ist mein hort, Sein ewigs wort 4. Der feind frohlockt zwar sehr und lacht, Weil ers so gar hoch hat gebracht, Sein datum steht auf lauter krieg, Und meint, er habe schon den sieg. 5. Aber du in dem himmel hoch, O wahrer Gott, lebst gleichwohl noch, Die sach ist dein, das wort ist dein, Drum laß es dir befohlen sein. lis 6. Es muß vergehn eh himm't und erd, Eh daß dein kirch vertilget werd; Ohn dich hat sie kein aufenthalt, Drum brich des feindes groß gewalt. 7. Steh doch bei uns, streit wider ihn, Damit der bluthund nicht gewinn, Vergiß, Herr, der gefangnen nicht, Und tröste die, so er hinricht. 8. Behüt uns und das ganze land, Gib uns ihm ja nicht in sein hand. Erhalt uns, Herr, dein liebes wort, Daß wir dich loben hier und dort. Martin Böhme. Mel. Mag ich unglück nicht. 208. Zu Gott allein hab ichs gestellt; Wies ihm gefällt, Drin 138 Vom Wort Gottes und der Christlichen Kirche. Das wird mit macht durch dringen. Chriftian II. Churfürst zu Sachsen. spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Christian Keymann. ( Meinen Jesum laß ich nicht!" war das Bekenntniß des Churfürsten Joh. Georg I. von Sachsen in der Todesstunde.) 209. Meinen Jesum laß ich nicht: Weil er sich für mich gegeben, So erfordert meine pflicht, Klettenweis an ihm zu kleben. Er ist meines lebens licht: Meinen Jesum laß ich nicht. 210. Meinen Jesum laß ich nicht; Denn er ist allein mein leben, Wer ihn hat, dem nichts gebricht: Er kann sich zufrieden nd geben, Er geräth in was für noth, Wärs auch satan, sünd und tod. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, Weil ich soll auf erden leben; Shm hab ich voll zuversicht, Was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das gesicht; Hören, schmecken, fühlen weichen; Laß das letzte tageslicht Mich auf dieser welt erreichen; Wann der lebens- faden bricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, Wann ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem angesicht Frommer Christen*) glaube pranget. Mich erfreut sein angesicht: Meinen Jesum laß ich nicht. *) Ursprünglich: Meiner Väter. 5. Nicht nach welt nach himmel nicht meine seele wünscht und stöhnet: Jesum wünscht sie und sein licht, Der mich hat mit Gott versöhnet, Der mich freiet vom gericht; Meinen Jesum laß ich nicht. niendo 6. Jesum laß ich nicht von mir, Geh ihm ewig an der seiten; Christus läßt mich für und für Zu dem lebensbächlein lei ten. Selig, wer mit mir so 2. Meinen Jesum laß ich nicht, Weil kein besser freund auf erden; Denn er, Jeſus, un ser licht, Springt in allerlei beschwerden Mir getreulich an die seit, Liebt mich bis in ewigfeit. 3. Meinen Jesum laß ich nicht; Wann mich alle menschen has sen, Und der feinde macht einbricht, Auch gedenket so zu fassen, Daß ich gleich soll untergehn, Bleibt mir seine rettung stehn. 4. Meinen Jesum laß ich nicht; Wann mich meine sünden qualen, Wann mein herz und satan spricht: Sie sind groß und nicht zu zählen, Spricht er: sei getrost, mein find! Ich, ich tilg all deine sünd. 5. Meinen Jesum laß ich nicht; Wann mir bricht in letzten zügen Meiner schwachheit augenlicht, Da erst, da hilft er mir siegen. Ja, ins letzte welt- gericht Lässet er mich kommen nicht. 6. Meinen Jesum laß ich nicht; Denn er wird auch mich nicht Vom Wort Gottes und der Christlichen Kirche. 139 laffen: Dieses glaub ich, anders nicht, Und er wird mich nimmer haffen. Darum sprech ich: ihn, mein licht, Meinen Jesum laß ich nicht. knallen; Dieses rund gebaute zelt, Es mag liegen, es mag fallen: Ich steh als ein starker beld; Denn mein Jesus ist bei mir, Der, der wird mich für und für Als mein beistand mächtig schüßen Wider aller teufel blißen. 6. Jesus, Jesus ist mein leben, Ich verbleib ihm zugethan, Shm soll sein hiermit ergeben Alles, was ich geben kann: Meine sinnen, werk und wort, Alles soll, o liebster hort, Dir gestellet sein zu ehren, Nichts soll mich von dir abkehren. Mel. Freu dich sehr, o meine. 211. Schönster Jesu, liebstes leben, Meiner seelen aufent: halt, Dir hab ich mich ganz ergeben, Ob ich wohl gar ungestalt, Will ich dennoch lieben dich, Denn ich weiß, du liebest mich; Drum will ich fest an dir hangen, Und mit liebe dich umfangen. 2. Andre mögen freude haben An der falschgeschminkten welt, Die mit allen ihren gaben Bald zergehet, bald zerfällt. Nur mein Jesus soll es sein, Den ich lieben will allein, Und von dem ich nicht will weichen, Sollt ich schon des tods verbleichen. 3. Andre mögen wollust lieben, Und darinnen lange jahr Sich mit großen freuden üben: Je sum lieb ich immerdar; Andre mögen gold und geld Halten für ihr liebstes zelt: Jesu will ich mich vertrauen, Und auf ihn beständig bauen. 4. Nun, was frag ich nach der erden, Und nach dem, was drinnen ist? Denn mir kann nichts liebers werden, Als mein Heiland Jesus Christ. Nach dem himmel frag ich nicht; Denn ich habe mich verpflicht, meinem Jesu treu zu bleiben, Mich soll nichts von ihm vertreiben. 5. Es mag krachen, es mag 7. Jesum, Jesum will ich lieben Hier und dort in ewigkeit, Sollten mich gleich hie betrüben Aller jammer, alles leid. Was frag ich nach höll und tod? Jesus hilft mir aus der noth, Der wird mich ins leben führen, Da die seinen jubiliren. 212. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, Weil es nun abend worden ist: Dein göttlich wort, das helle licht, Laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser letzt'n betrübten zeit Verleih uns, Herr, beständigkeit, Daß wir dein wort und sacrament Rein b'halten bis an unser end. 3. Herr Jesu, hilf, dein kirchy erhalt: Wir sind gar sicher, faul und kalt; Gib glück und heil zu deinem wort, Damit es schall an allem ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem wort, Und wehr des teufels 140 Vom Wort Gottes und der Christlichen Kirche. trug und mord. Gib deiner Christ, Nicht unser, sondern ja kirche gnad und huld, Fried, ei- dein ist; Darum so steh du denigkeit, muth und geduld. nen bei, Die sich auf dich verlassen frei. 5. Ach Gott, es geht gar übel zu: Auf dieser erd ist keine ruh, Viel secten und viel schwärmerei Auf einen haufen kommt herbei. Edildi 8. Dein wort ist unsers herzens truß, Und deiner kirchen wahrer schuß: Dabei erhalt uns, lieber Herr, Daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Gib, daß wir leb'n in deinem wort, Und darauf ferner fahren fort Von hinnen aus dem jam merthal Zu dir in deinen himmels- saal. Nicolaus Selneccer.(?) 6. Den stolzen geistern wehre doch, Die sich mit g'walt erhöhen hoch, Und bringen stets was neues ber zu fälschen deine rechte lehr. 7. Die sach und ehr, Herr Jesu 7000 E 2331 dan model da 15 ismos mon sid Fünfter Theil. In welchem verfaffet bom da eigin n bi 19607 116 Christlichen Lebens und Wandels barn non mil to and unes dim bor Mark Das goldene ABC. 213. Allein auf Gott sei dein vertrau'n, Auf menschen- hülf sollst du nicht bau'n: Gott ist allein, der glauben hält, Sonst ist kein glaub mehr in der welt. sport splord wie auch Gemeiner Noth Lieder.com 2. Bewahr dein ehr, hüt dich vor schand: Ehr ist fürwahr dein höchstes pfand; Wirst du die schanz einmal versehn, So ists um deine ehr geschehn. 141 3, Claff nicht zu viel, sondern hör mehr; Das wird dir bring'n lob, preis und ehr: Mit schweigen sich verredt niemand, Elaffen bringt manch'n in sund und schand. 19 10 Nd Bhor 24st rum gegeb'n, Daß du dich da durch sollst erheb'n. 6. Frömmigkeit laß gefallen dir Viel mehr denn gold, das glaub du mir; Wann geld und gut sich von dir scheidt, So weicht doch nicht die frömmigfeit. 7. Gedenk der arm'n zu aller frist, Wann du von Gott geſegnet bist; Sonst dir das widerfahren kann, Was Christus 01 Citi sagt vom reichen mann. 8. Hat dir jemand was guts gethan, Da sollst du allzeit denken an; Es soll dir sein von herzen leid, An dir zu spür'n undankbarkeit. din 4. Dem großen weich, acht 9. In deiner jugend sollst du dich gering, Daß er dich nicht dich Zur arbeit halten fleißigin unglück bring: Dem kleinen auch fein unrecht thu: So bleibst du stets in rast und ruh. lich; Hernach gar schwer die arbeit ist, Wann du zum alter kommen bist. 5. Erheb dich nicht mit stolzem muth, Wenn du bekommen hast 10. Kehr dich auch nicht an jedermann, Der dir vor augen groß gut; Es ist dir nicht das dienen kann; Nicht alles geht 142 Christlichen Lebens und Wandels Lieder. von herzensgrund, Was schön welt sehr hangen an, Ohn und lieblich redt der mund. schad und schand kommst nicht davon. 11. Laß fein unfall verdrießen dich, Wann das glück gehet hin- 19. Tracht stets darnach, was ter sich; Anfang und ende sind nicht gleich, Wie solches gar oft findet sich. recht gethan, Ob dich schon nicht lobt jedermann; Es kanns doch niemand machen so, Daß jedermann gefallen thu. 20. Berlaß dich nicht aufir. disch ding: All zeitlich gut verschwindt gering: Darum der mensch gar weislich thut, Der allein sucht das ewig gut. 21. Wenn jemand mit dir hadern will, So rath ich, daß du schweigest still, Und ihm nicht belfest auf die bahn, Da er gern wollt ein ursach han. 12. Mäßig im zorn sei allezeit, Um klein ursach erheb kein streit; Durch zorn das herze wird verblendt, Daß niemand recht damit erkennt. 13. Nicht schăm dich, rath ich allermeist, Daß man dich lehr, was du nicht weißt; Wer etwas kann, den hält man werth, Den ungeschickt'n niemand begehrt. 14. O merk, so einer führt ein klag Vor dir, daß du so bald der sag Nicht glaubest, auch nicht richtest fort, Sondern hörest des andern wort. ist 15. Pracht und hoffart meid überall, Daß du nicht kommest in unfall: Mancher war ein be haltner mann, Hätt er hoffart und pracht gelan. 16. Quat von niemand gedenk noch sprech; Denn kein mensch lebet ohn gebrech; Redest du all's nach deinem will'n, Man wird dich gar bald wieder still'n. 17. Nuf Gott in allen nöthen an, Er wird gewißlich bei dir stahn: Er hilft ein'm jeden aus der noth, Der nur nach seinem willen thut. 18. Sieh dich wohl vor, die zeit ist bös, Die Welt ist falsch und sehr gottlos; Willst du der 22. Ferres verließ sich auf sein heer, Darob ward er ge= schlagen sehr. So du mußt kriegen, Gott vertrau, Sonst allezeit den frieden bau. 23. Ye läng'r je mehr fehr dich zu Gott, Daß du nicht friegst des teufels spott. Der mensch ein'n solchen lohn wird han, Wie er im leben hat gethan. 24. 3ier all dein thun mit redlichkeit Bedenk zum end den letzten b'scheid, Denn vor gethan und nach bedacht, hat manchen in groß leid gebracht. Bartholomäus Ringwald. higen org m 214. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn, All, die ihr seid beschweret nun, Mit sünden hart beladen, Ihr jungen, alten, frau'n und mann, Ich will euch geben, was ich han, Will heilen euren schaden. Be Christlichen Lebens und Wandels Lieder. 143 2. Mein joch ist süß, mein bürd 8. Und wann er nimmer leben ist g'ring: Wer mirs nachträgt: in dem geding Der höll wird er entweichen; Ich will ihm treulich helfen trag'n, Mit meiner bülf wird er erjag'n Das ewig himmelreiche.dide om sind schweben. 3. Was ich gethan und g'litten hie In meinem leben spät und früh, Das sollt ihr auch erfüllen. Was ihr gedenkt, ja redt und thut, Das wird euch alles recht und gut, Wenns g'schieht nach Gottes willen. hos 4. Gern wollt die welt auch selig sein, Wenn nur nicht wär die schwere pein, Die alle Christen leiden: So mag es anders nicht gesein; Darum ergeb sich nur darein, Wer ewig pein will meiden. mag, So hebt er an eine große flag, Will sich erst Gott ergeben. Ich fürcht fürwahr, die göttlich gnad, Die er allzeit verspottet hat, Wird schwerlich ob ihm 9. Ein'm reichen hilft doch nicht sein gut, Dem jungen nicht sein stolzer muth, Er muß aus diesem maien. Wenn einer hätt die ganze welt, Silber und gold und alles geld, Noch muß er an den reihen. by G 10. Dem g'lehrten hilft doch nicht sein kunst, Der weltlich pracht ist gar umsonst, Wir müssen alle sterben. Wer sich in Christo nicht erfreut, Weil er lebt in der gnadenzeit, Ewig muß er verderben. 5. All creatur bezeuget das; Was lebt im wasser, laub und gras, Sein leiden fanns nicht meiden. Wer denn in Gottes nam'n nicht will, Zuletzt muß er des teufels ziel Mit schwerem g'wissen leiden. id 6. Heut ist der mensch schön, jung und lang; Sieh, morgen ist er schwach und frank, Bald muß er auch gar sterben: Gleichwie die blumen auf dem feld, Also muß auch die schnöde welt In einem hui verderben.b 7. Die welt erzittert ob dem tod; Wann ein'r liegt in der letzten noth, Dann will er erst fromm werden: Einer schafft dieß, der andre das, Sein'r ar men seel er ganz vergaß, Dieweil er lebt auf erden.Thi 11. Höret und merkt, ihr lieben find, Die jeßund Gott ergeben sind, Laßt euch die Müh nicht reuen: Halt stets am heilgen Gotteswort, Das ist eu'r trost und höchster hort, Gott wird euch schon erfreuen. 12. Nicht übel ihr um übel gebt; Schaut, daß ihr hie nnschuldig lebt, Laßt euch die welt nur äffen. Gebt Gott die rach und alle ehr, Den engen steg geht immer her: Gott wird die welt schon strafen. 13. Wenn es ging nach des fleisches muth In gunst, gesundheit, großem gut, Würdt ihr gar bald erkalten: Darum schickt Gott die trübsal her, Damit eu'r fleisch gezüchtigt wär Zur ewgen frend erhalten.T 5103 Chap 144 Christlichen Lebens und Wandels Lieder. 14. Ist euch das freuz bitter und schwer, Gedenkt, wie heiß die hölle wär, Darein die welt thut rennen, Mit leib und feel muß leidend sein Ohn unterlaß die ewig pein, Und mag doch nicht verbrennen. det 15. Jhr aber werdt nach dieser zeit Mit Christo haben ewge freud; Daran sollt ihr gedenken. Es lebt kein mann, der aussprech'n fann Die glorie und den ewgen lohn, Den euch der Herr wird schenfen. 16. Und was der ewig güt'ge Gott In seinem wort versprochen hat, Geschworn bei seinem namen, Das hält und gibt er g'wiß fürwahr, Der belf uns zu der engelschaar Durch Jesum Christum, Amen. Hans Wiestadt. geben; Verzeih mir auch zu die ser stund, Schaff mir ein neues leben. Dein wort mein speis laß allweg sein, Damit mein feel zu nähren, Mich zu wehren, Wann unglück geht daher, Das mich bald möcht abkehren.blog 4. Laß mich kein lust noch furcht von dir In dieser welt abwenden; Beständig sein ans end gib mir: Du hasts allein in händen; Und wem dus gibst, der hats umsonst, Es mag niemand ererben, Noch erwerben Durch werke deine gunst, Die uns errett vom sterben. Laut 215. Jdy ruf zu dir, Herr Jesu Christ, Ich bitt, erhör mein klagen, Verleih mir gnad zu diefer frist, Laß mich doch nicht verzagen. Den rechten glauben, Herr, ich mein, Den wollest du mir geben, Dir zu leben, Mein'm nächsten nüß zu sein, Dein wort zu halten eben. 5. Ich lieg im streit und wi derstreb: Hilf, o Herr Christ, dem schwachen. An deiner gnad allein ich fleb, Du kannst mich stärker machen. Kommt nun sie mich nicht umstoße, Du kannſt - anfechtung her, so wehr, Daß maßen, Daß mirs nicht bring gefahr; Ich weiß: du wirsts nicht lassen. Dibintan 6. D Herr, wir rufen all zu dir, Vernimm unser elende, Und schleuß uns auf der gnaden thür, Den tröster zu uns sende, Der uns recht leit auf deinem weg, Daß wir nicht abweg weichen, Gott, Du kannst es mir wohl Und dergleichen, Daß wir den geben, Daß ich nicht wieder werd zu spott, Die hoffnung gib daneben, Voraus wann ich muß bie davon: Daß ich dir mög vertrauen Und nicht bauen Auf alles mein thun; Sonst wird michs ewig reuen. di 2. Ich bitt noch mehr, o Herre rechten steg Zum himmelreich erreichen. 1157 indrenia ne Aus dem 16. Jahrhundert. 3. Verleih, daß ich aus herzensgrund Mein'n feinden mög ver216. Von Gott will ich nicht lassen, Denn er läßt nicht von mir, Führt mich auf rechter straßen, Da ich sonst irret sehr. Er reicht mir seine hand, Den Christlichen Lebens und Wandels Lieder. 145 abend als den morgen Thut er 7. Die feel bleibt unverloren, mich wohl versorgen, Sei wo Geführt in Abrams schooß; ich woll im land. Der leib wird neu geboren, Von allen sünden los, Ganz heilig, rein und zart, Ein find und erb des Herren; Daran muß uns nicht irren Des teufels listig art. 8. Darum, ob ich schon dulde 2. Wenn sich der menschen hulde Und wohlthat all verkehrt, So find't sich Gott gar balde, Sein macht und gnad bewährt; Und hilft aus aller noth, Errett von sünd und schanden, Von Hie widerwärtigkeit, Wie ich ketten und von banden, Und auch wohl verschulde: Kommt wenns auch wär der tod. doch die ewigkeit, Ist aller freuden voll; Dieselb ohn einigs ende, Dieweil ich Christum kenne, Mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters wille, Der uns erschaffen hat; Sein Sohn hat guts die fülle Erwor= ben und genad; Gott der heilige Geist Im glauben uns regieret, Zum reich des himmels führet; Jhm sei lob, ehr und preis. * Den höchsten Gott dort oben, Sammt Christo seinem Sohn Wollen wir alle loben, Den heil'gen Geiste fron Zu dieser letzten zeit: Die wollen uns auch geben Endlich das ewig leben Mit höchster Wonn und freud. Ludwig Helmbold. 3. Auf ihn will ich vertrauen In meiner schweren zeit: Es wird mich nicht gereuen; Er wendet alles leid. Ihm sei es heimgestellt; Mein leib, mein feel, mein leben Sei Gott dem Herrn ergeben; Er machs, wies ihm gefällt. 4. Es thut ihm nichts gefallen, Denn was mir nützlich ist. Er meints gut mit uns allen, Schenkt uns den Herren Christ, Sein'n allerliebsten Cohn: Durch ihn er uns bescheret, Was leib und feel ernähret: Lobt ihn ins himmelsthron. 5. Lobt ihn mit herz und munde, Welchs er uns beides schenkt. Das ist ein sel'ge stunde, Darin man sein gedenkt; dirbt alle zeit, Die wir zubring'n auf erden. Wir sollen selig werden Und bleib'n in ewigkeit. Sonst ver- 217. Von grund des herzens mein Hab ich mir auserforen Jesum, den Herren mein; Zu loben ihn mit heller stimm Bin. ich allzeit bereit, Denn er mein herz erfreut, Bei ihm ist trost zu finden Immer und allezeit. 6. Auch wenn die welt vergehet Mit ihrem stolz und pracht, Wed'r ehr noch gut bestcher, Welchs vor war hoch geacht; 2. Richt du, o Herr, mein sach; Wir werden nach dem tod Tief Bei dir bin ich erhöret, Mit mir in die erd begraben; Wann wir zum end es mach, Du weißt es geschlafen haben, Will uns er- wohl, Wanns g'schehen soll, wecken Gott. Dir ist die stund bekannt, Eteht 10 146 Christlichen Lebens und Wandels Lieder. all's in deiner hand. Du wirst voll In werken und in worten, mich nicht verlassen, Sei, wo ich Und lehret, wie man wandeln woll im land. soll Den weg zur himmels pforten. 3. Solchs tröst ich mich im leid. Wann ich an Gott gedenke, 3. Der himmelsfürst, Herr So wird mein herz erfreut, Auf glück ich bau, Und Gott vertrau, Der kann wohl belfen mir, Zu ihm steht mein begier; Wer bei ihm thut anklopfen, Verläßt er nimmermehr. Jesus Christ, Hat uns dein gnad erworben, Da er für uns ge duldig ist Aus lieb am freuz gestorben. 4. Viel unglück, hohn und spott Muß ich jetzunder leiden; Doch hab ich dich, mein Gott: Du wirst mein leid Wenden in freud; Du weißt die zeit und stund. Drum lobet dich mein mund; Du bist der rechte helfer, Und auch der rechte grund. 4. Er ist gestorben uns zu gut In großer pein und schmerzen, blut: Deß dank ich ihm von hat uns erkauft mit seinem herzen. 218. Mensch, willst du hin fort selig sein Und dich Gott recht ergeben, So mußt du trauen ihm allein, Dabei auch christlich leben. 2. Denn Gott ist aller gnaden 01 rein Durch sein blut, gibt das 5. Von sünden wäschet er uns leben, Wer ihm nur will gehorsam sein, Und sich zur buß begeben. 5. Laß auch von Gott nicht ab, So lang ich hab das leben, Bis man mich trägt ins grab; Da ruh ich fein Sammt all den mein'n, Keins mich aufwecken mag, Denn Gott am jüngsten tag Zu der ewigen freuden: Dann nimmt ein end mein flag. 6. Allein Gott ehr und preis, Dem Vater Vater aller gnaden, Schenkt uns das paradeis, Nach dieser zeit Die ewig freud. 219. Sollt es gleich bisweiDas helf uns all'n zugleich len scheinen, Als ob Gott verGott Vater im himmelreich, ließ die seinen: Ei, so weiß und Daß wir dich allzeit loben Hier glaub ich dieß: Gott hilft endund dort ewiglich. lich noch gewiß. 6. Gott nimmt in himmel feinen an,' Er thu denn buß auf erden; Drum schenket er uns seinen Sohn, Auf daß wir selig werden. 7. Laß uns, o Herr, durch deinen Geist Uns hier also beweisen, Damit wir dort auch allermeist Dich ewig mögen preisen. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, Hat er drum nicht aufgehoben; Hilft er nicht zu jeder frist, Hilft er doch, wanns nöthig ist. 3. Gleich wie väter nicht bald geben, Wonach ihre kinder streben: So hält Gott auch maß Christlichen Lebens und Wandels Lieder. und ziel; Er gibt wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, Wann die noth am rott? allergrößten; Er ist gegen seine kind Mehr als väterlich gesinnt. 5. Troß dem teufel, trotz dem drachen; Ich kann ihre macht verlachen; Trotz des schweren freuzes joch: Gott, mein vater, lebet noch. har 6. Trotz des bittern todes zähnen, Trotz der welt Und allen denen, Die mir sind ohn ursach feind; Gott im himmel ist mein freund. 147 haupt zum freunde, Und bin beliebt bei Gott: Was kann mir thun der feinde Und widersacher 7. Laß die welt nur immer neiden; Will sie mich nicht länger leiden: Ei, so frag ich nichts darnach; Gott ist richter meiner sach. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, Muß mir doch der himmel bleiben; Wenn ich nur den himmel frieg, hab ich alles zur genüg. 9. Welt, ich will dich gerne lassen, Was du liebest, will ich haffen; Liebe du den erdenkoth, Und laß mir nur meinen Gott. 10. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, Sag ich allem andern abe: Legt man mich gleich in das grab: Ach, Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Titius( Tiege). 2. Nun weiß und glaub ich feste, Sch rühms auch ohne schen, Daß Gott der höchst und beste Mir gänzlich günstig sei Und daß in allen fällen Er mir zur rechten steh, Und dämpfe sturm und wellen, Und was mir bringet weh. 3. Der grund, drauf ich mich gründe, Ist Christus und sein blut: Das machet, daß ich finde Das ewig wahre gut. An mir und meinem leben Ist nichts auf dieser erd; Was Christus mir gegeben, Das ist der liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein ehre, Mein glanz und schönstes licht; Wenn der nicht in mir wäre, So dürft und könnt ich nicht Vor Gottes augen stehen Und vor dem sternen- sitz: Ich müßte stracks vergehen Wie wachs in feuers- hits.thing e 5. Der, der hat ausgelöschet, Was mit sich führt den tod; Der ists, der mich rein wäschet, Macht schneeweiß, was ist roth; In ihm kann ich mich freuen, hab einen helden- muth, Darf kein gerichte scheuen, Wie sonst 92 350 ein sünder thut. Mel. Ach Herr, mich armen. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, Nichts nimmet mir 220. It Gott für mich, so mein herz: Die höll und ihre trete Gleidy alles wider mich; flammen Die sind mir nur ein So oft ich ruf und bete, Weicht scherz: Kein urtheil mich eralles hinter sich. Hab ich das schrecket, Kein unheil mich 10* 148 Christlichen Lebens und Wandels Lieder. betrübt; Weil mich mit flügeln decket Mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein geist wohnt mir im herzen, Regiert mir meinen sinn, Vertreibet furcht und schmerzen, Nimmt allen fummer hin, Gibt segen und gedeihen Dem, was er in mir schafft, Hilft mir das abba schreien Aus aller meiner fraft. 8. Und wann an meinem orte Sich furcht und schrecken findt, So seufzt und spricht er worte, Die unaussprechlich sind Mir zwar und meinem munde, Gott aber wohl bewußt, Der an des herzens grunde Erfiehet seine lust, 9. Sein geist spricht meinem geiste Manch süßes trost- wort zu, Wie Gott dem hülfe leiste, Der bei ihm juchet ruh, Und wie er hab erbauet Ein edle neue stadt, Da aug und herze schauet, Was es geglaubet hat. 10. Da ist mein theil und erbe Mir prächtig zugericht: Wenn ich gleich fall und sterbe, Fällt dody mein himmel nicht. Muß ich auch gleich hie feuchten Mit thränen meine zeit, Mein Jesus und sein leuchten Durchfüßet alles leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, Den satan fleucht und haßt, Der wird verfolgt, und findet Ein hohe, schwere last 3u lei den und zu tragen, Geräth in hohn und spott, Das frenz und alle plagen Die sind sein täglich brod. 12. Das ist mir nicht verborgen; Doch bin ich unverzagt: Gott will ich lassen sorgen, Dem ich mich zugesagt. Es koste leib und leben Und alles, was ich hab: An dir will ich fest kleben Und nimmer laffen ab. 13. Die welt die mag zerbre chen: Du stehst mir ewiglich. Kein brennen, hauen, stechen Soll trennen mich und dich; Rein hunger und kein dürsten, Rein armuth, keine pein, Kein zorn des großen fürsten Soll mir ein' hindrung sein. 14. Kein engel, keine freuden, Kein thron, kein herrlichkeit, Kein lieben und kein leiden, Kein angst und fährlichkeit, Was man nur kann erdenken, Es sei klein oder groß: Der keines soll mich lenken Aus deinem arm und schooß. 15. Mein herze geht in springen, Und kann nicht traurig sein, Ift voller freud und singen, Sieht lauter sonnenschein: Die sonne, die mir lachet, Ist mein Herr Jesus Christ; Das, was mich singend machet, Ist, was im himmel ist. Paul Gerhardt.( Aus Römer 8). 221. Gott, du frommer Gott, Du brunnquell aller* gaben, Ohn den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben: Gesunden leib gib mir, Und daß in solchem leib Ein unverletzte seel Und rein gewissen bleib. Ursprünglich: guter. 2. Gib, daß ich thu mit fleiß, Christlichen Lebens und Wandels Lieder. 149 ruh An ihrer seiten hab. Was mir zu thun gebühret, Christen* grab, Auf daß er seine Wozu mich dein befehl In meinem stande führet. Gib, daß ichs thue bald zu der zeit, da ich soll, Und wann ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen: Laß fein unnüßes wort Aus meinem munde gehen; Und wann in meinem amt Ich reden soll und muß, So gib den worten kraft Und nachdruck ohn verdruß. Ursprünglich: seiner Eltern Grab. 8. Wann du die todten wirst An jenem tag erwecken, So thu auch deine hand Zu meinem grab ausstrecken; Laß hören deine stimm, Und meinen leib weck auf Und führ ihn schön verklärt Zum auserwählten hauf. 4. Findt sich gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen; 9. Gott Vater, dir sei preis Hier und im himmel oben; Herr Jesu, Gottes Sohn, Ich will dich allzeit loben; O heilger Gib einen helden- muth, Das geist, dein ruhm Erschall je kreuz hilf selber tragen, Gib, daß ich meinen feind Mit sanftmuth überwind, Und wann ich raths bedarf, Auch guten rath erfind. mehr und mehr: Dreiein'ger Herr und Gott, Dir sei lob, preis und ehr. Johann Heermann( V. 1-8). 5. Laß mich mit jedermann In fried und freundschaft leben, So weit als christlich ist. Willst du mir etwas geben An reichthum, gut und geld, So gib auch dieß dabei, Daß von unrechtem gut Nichts untermenget ſei. 6. Soll ich in dieser welt Mein leben höher bringen, Durch manchen sauren tritt Hindurch ins alter dringen: So gib ge duld, vor sünd Und schanden mich bewahr, Auf daß ich tragen mag Mit ehren graue haar. 7. Laß mich an meinem end Auf Christi tod abscheiden: Die seele nimm zu dir Hinauf zu deinen freuden; Dem leib ein räumlein gönn Bei frommer Mel. Werde munter mein. 222. Wann mein herz sich Gott ergiebet, Und auf den die hoffnung setzt: Ob ich dann gleich werd betrübet, Hab ich doch, was mich ergötzt; Denn so groß ist keine noth, Läg ich auch gar in dem tod, Daß es Gott nicht könnte wenden, Und zu meinem besten enden. 2. Wann ich hier nun nichts mehr habe, Und in armuth leben muß, Ist doch Gott mein theil und gabe, Ja mein rechter überfluß; Denn weil er mein Vater ist, Wird er auch zu jeder frist Mich sein armes kind versorgen: Ists nicht heut, so wirds sein morgen. 3. Ob auch ganze ström und wellen Großer widerwärtigkeit 150 Christlichen Lebens und Wandels Lieder. Ueber mich zusammen schwellen, Seßet er uns erstlich mitten Wird doch Gott in allem leid Mich erhalten kräftiglich, Daß die waffer wegen mich Nicht umstoßen, noch ertrinke, Ob ich gleich ein wenig sinke. 4. Laß dazu die welt auch schmähen, Hassen und verfolgen mich, Ja, nach gut und ehr mir stehen, Toben, wüthen grausamlich: Wird jedoch zu ihrem truß Mich verbergen Gottes schuß, Und vor allem ihrem schrecken Mich mit seinen flügeln decken. 5. Wollte mich der Herr auch tödten, Läffet ihn mein herz doch nicht; Er hilft mir aus allen nöthen, Er bewahrt meins lebens licht. Ob er sich schon anders stellt, Und bei sich verborgen hält, Daß er leib und feel mir schenket; Weiß ich doch, daß er dran denket. 6. Zwar wer mit zum berg gehöret, Da des höchsten wohnung Mel. Wies Gott gefällt. ist, Wird mit mangel oft be- 223. Ich hab in Gottes herz schweret, Wann er Gottes güt vermißt; Aber bald erfährt er auch, Daß, wann Gott nach seinem brauch Seine güte läßt aufgehen, Ihm versöhnung sei geschehen. und sinn Mein herz und sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir gewinn; Der tod selbst ist mein leben. Ich bin ein sohn Deß, der den thron Des himmels aufgezogen; Ob er gleich schlägt Und freuz auflegt, Bleibt doch sein herz gewogen. H 7. Gottes liebe finder müssen Den gottlosen sein ein ziel, Daß sie tapfer auf sie schießen, Wann sie treiben ihre spiel; Aber bald versteckt sie Gott, Daß die böse menschen- rott In der höhle seiner gnaden Ihnen nichtes mehr kann schaden. 8. Dieß sind Gottes alte sitten: Wann wir sollen fröhlich sein, In die schwerste freuzes pein; Sollen wir aus aller noth, Leget er uns in den tod; Will er, daß wir sollen siegen, Läßt er uns erst unten liegen. 9. Ach, wie drischet und zerschläget Gott so manche fromme seel: Manches herz wird wohl gefeget, Ja gepreßt zum rothen öl. Macht es darum Gott zu nicht? Nein er fochet ein gericht, Dazu sollst du wasser tragen: Das wirst du Gott nicht ver sagen. 10. Warum bist du denn betrübet, Unruhig und voller pein? Meine seele, die Gott liebet, Kann ja ohne kreuz nicht sein: Darum harre nur auf Gott; Denn dem Herren Zebaoth werde ich noch dank erweisen Und für seine hülfe preisen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr: Mein vater muß mich lieben. Wenn er mich aucy gleich wirft ins meer, So will er mich nur üben, Und mein gemüth In seiner güt Gewöhnen fest zu stehen; Halt ich dann Christlichen Lebens und Wandels Lieder. 151 stand, Weiß seine hand Mich Aus wahrer treu, Was dienlich wieder zu erhöhen. sei Dir und den deinen allen: Laß ihm doch zu, Daß er nur thu Nach seinem wohlgefallen. 3. Ich bin ja von mir selber nicht Entsprungen noch for miret; Mein Gott ists, der mich zugericht, An leib und seel gezieret: Der seelen sitz Mit sinn und witz, Den leib mit fleisch und beinen. Wer so viel thut, Deß herz und muth Kanns nimmer böse meinen. 8. Wanns Gott gefällt, so fanns nicht sein. Es wird dich legt erfreuen; Was du jetzt nennest freuz und pein, Wird dir zum heil gedeihen. Wart in geduld: Die gnad und huld Wird sich doch endlich finden; All angst und qual Wird auf einmal Gleich wie ein dampf verschwinden. 4. Woher wollt ich mein aufentbalt Auf dieser welt erlangen? Ich wäre längsten todt und kalt, We mich nicht Gott umfangen Mit seinem arm, Der alles warm, Gesund und fröhlich machet; Was er nicht hält, Das bricht und fällt; Was er erfreut, das lachet. 9. Das feld kann ohne ungestüm Gar feine früchte tragen: So fällt auch menschen wohlfahrt um Bei lauter guten tagen. Die Aloe Bringt bittres weh, Macht gleichwol rothe wangen: So muß ein herz Durch angst und schmerz Zu seinem heil gelangen. 5. Zu dem ist weisheit und verstand Bei ihm ohn alle maßen; Zeit, ort und stund ist ihm bekannt zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann freud, Er weiß, wann leid Uns, seinen kindern, diene; Und was er thut, Ist alles gut, Obs noch so traurig schiene. 10. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir Getrost in deine bände: Nimm mich, und mach du es mit mir Bis an mein letztes ende, Wie du wohl weißt, Daß meinem geist Dadurch sein muß entstehe, Und deine ehr Je mehr und mehr Sich in ihr selbst erhöhe. 6. Du denkest zwar, wann du nicht hast, Was fleisch und blut begehret, Als sei mit einer großen last Dein glück und heil be- 11. Willst du mir geben sonnenschweret; Hast spät und früh Viel sorg und müh, An deinen wunsch zu kommen, Und denkest nicht, Daß, was geschicht, Gescheh zu deinem frommen. schein, So nehm ichs an mit freuden; Solls aber kreuz und elend sein, Will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier Die lebens- thür Noch ferner offen stehen: Wie du mich führst und führen wirst, So will ich gern mitgehen. 12. Soll ich dann auch des 7. Fürwahr, der dich geschaffen bat Und ihm zur ehr erbauet, Der hat schon längst in seinem rath Ersehen und beschauet 152 Christlichen Lebens und Wandels Lieder. todes weg und finstre straßen Christo erlangt, Und ihm orreisen: Wohlan, so tret ich bahn dentlich anhangt, Dem vergibt und steg, Den mir dein augen Gott seine schuld, Steht ihm weisen. Du bist mein hirt, Der bei und ist ihm huld. alles wird Zu solchem ende 6. Kein reichthum, auch kein fehren, Daß ich einmal In dei- gewalt, Kein zierheit noch nem saal, Dich ewig möge schöne gestalt, Hilft was zur ehren. seligkeit, Es sei denn das herz reich Und geziert mit geistlichzugleich In göttlichen gaben feit, In Christi theilhaftigkeit. Paul Gerhardt. 224. Weltlich ehr und zeit lich gut, Wollust und aller übermuth Ist eben wie ein 7. Christus redet offenbar gras; Aller pracht und stolzer Und spricht zu aller menschen ruhm Verfällt wie ein wiesen- schaar: Wer mit mir herrschen blum: mensch! bedenk eben das, Und versorge dich doch baß. 2. Dein end bild dir täglich für, Gedenk, der tod sei vor der thür Und will mit dir davon; Er flopft an: du mußt heraus; Da wird nun nichts anders draus: Hättest du nur recht gethan, So fändest du guten lohn. 3. Wann die feel von hinnen fährt, Und der leib, von würmen verzehrt, Wieder wird auf erstehn, Alsdann vor göttlicher fraft Geben sollen rechenschaft: O wie wird er da bestehn, Weil er jetzt will müßig gehn. 4. Denn dort wird ein reines herz Vielmehr gelten denn alle schätz Und aller menschen gut. Wer sich hie versöhnt mit Gott, Der wird dort nicht leiden noth; Wer jetzt Gottes willen thut, Der wird dort sein wohlgemuth. will, Der nehm auch sein kreuz auf sich, Unterwerf fich williglich, Halt sich nach meinem beispiel, Thu nicht, wie sein Adam will. O 8. mensch, sieh an Jesum Christ, So fern er dir zum beispiel ist, Und untergib dich gar, Nimm auf dich sein süßes joch, Und folg ihm getreulich nach: So kommst du zur engelschaar, Die dein warten immerdar. 9. Glaub dem Herrn aus herzens- grund, Und bekenn ihn mit deinem mund, Und preis ihn mit der that; Thu ihm flei wort unterricht: So wird er Big deine pflicht, Wie dich sein mit seiner gnad Dir beistehn in aller noth. 10. Regier dich nach ſeiner lehr, Und gib ihm allzeit lob und ehr Mit unterthänigkeit, Sprich herzlich mit innigkeit: O Gott in Dreieinigkeit, Dir 5. Ein gut gewissen allein Ist sei dank und herrlichkeit Hier besser denn edelgestein Und köst- und dort in ewigkeit. licher denn gold: Wer es von Böhmische Brüder. Christlichen Lebens und Wandels Lieder. 153 225. In dem leben hier auf 7. Eitle chr und pracht vererden Ist doch nichts als eitel achte, Demuth lieb und niedrigfeit, Bös erempel, viel be- feit; Nach dem himmel ernstlich schwerden, Plage, flage, müh trachte; Trag geduldig freuz und streit, Kummer, sorgen, angst und noth, Krankheit und zuletzt der tod. und leid: Gott thut feinem nicht mehr an, Als was er ertragen kann. 8. Stets ans ende hier gedenke, Und an Christi kreuz und tod: In sein' wunden dich einsenke, Also kommst du ans der noth, Von der pein und bösen zeit Zur gewünschten seligkeit. David Böhme. 2. O, so denke drauf im herzen, Frommer Christ, mit allem fleiß, Wie du solche noth und schmerzen Brechen kannst als grundes- eis. Laß aus deinem ndes- eis. Laß aus deinem herzen nicht Diesen treuen unterricht. 3. Habe deine lust am Herren, Laß ihn sein dein höchstes gut; Er ist nah und nicht so ferren Einzusprechen trost und muth, Seine gnad und starke hand Gehet durch das ganze land. Meel. O welt, ich muß dich. 226. O welt, sieh hier dein leben Am stamm des kreuzes schweben, Dein heil sinkt in den tod. Der große fürst der ehren Läßt willig sich beschweren Mit schlägen, hohn und großem spott. 2. Tritt her und schau mit fleiße: Sein leib ist ganz mit schweiße Des blutes überfüllt; Aus seinem edlen herzen Vor unerschöpften schmerzen Ein seufzer nach dem andern quillt. allen, Was du thust, nur Gott 3. Wer hat dich so geschlagen, allein mit dem glauben zu gefallen, Voller lieb, ohn argen schein; Beichte deine sünd und schuld, So bekommst du Gottes huld. 5. Nimm dir vor, vor andern 4. Augen- lust und schnöde freude, Uleppigkeit als wust und koth Vor den augen Gottes meide, Willst du sein befreit vorm tod; Deinen leib, das faß der ehren, Sollt du nimmermehr versehren. e 6. Nimmer gehe falsch im handeln Noch im reden noch im thun. Willst du vor dem Herren wandeln, Dermaleins auch selig ruhn, Liebe wahrheit, recht und zucht, Als des geistes rechte frucht. Mein heil, und dich mit plagen So übel zugericht? Du bist ja nicht ein sünder, Wie wir und unsre finder, Von missethaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine fünden, Die sich wie förnlein finden Des sandes an dem meer, Die haben dir erreget Das elend, das dich schläget, Und das betrübte marter- heer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, 154 Gemeiner Noth Lieder. An händen und an füßen Ge- Den frommen Gott entzünden, bunden, in der höll: Die geißeln und die banden, Und was du ausgestanden, Das hat verdienet meine feel. Wie rach und eifer gehn, Wie grausam seine ruthen, Wie zornig seine fluthen, Will ich aus diesem leiden sehn. 6. Du nimmst auf deinen rükken Die lasten, so mich drücken Viel schwerer, als ein stein: Du wirst ein fluch, dagegen Verehrst du mir den segen, Dein schmerze muß mein labsal sein. 7. Du setzest dich zum bürgen, Ja, läsfest dich gar würgen Für mich und meine schuld: Mir läsfest du dich frönen Mit dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit geduld. 8. Du springst ins todes rachen, Michy frei und los zu machen Von solchem ungeheu'r: Mein sterben nimmst du abe, Vergräbst es in dem grabe: O unerhörtes liebes- feu'r! 9. Jch bin, mein heil, verbunden All augenblick und stunden Dir überhoch und sehr; Was leib und feel vermögen, Das soll ich billig legen Allzeit an deinen dienst und ehr. 10. Nun ich kann nicht viel geben In diesem armen leben, Eins aber will ich thun: Es soll dein tod und leiden, Bis leib und seele scheiden, Mir stets in meinem herzen ruhn. 11. Ich wills vor augen setzen, Mich stets daran ergößzen, Ich sei auch wo ich sei: Es soll mir sein ein spiegel Der unschuld und ein siegel Der lieb und unverfälschten treu. 12. Wie heftig unsre sünden 13. Ich will daraus studiren, Wie ich mein herz soll zieren Mit stillem, sanftem muth, Und wie ich die soll lieben, Die mich so sehr betrüben Mit werken, so die bosheit thut. 14. Wann böse zungen stechen, Mir glimpf und namen brechen, So will ich zähmen mich; Das unrecht will ich dulden, Dem nächsten feine schulden Verzeihen gern und williglich. 15. Ich will mich mit dir schlagen Ans freuz, und dem absagen, Was meinem fleisch gelüst; Was deine augen haffen, Das will ich fliehn und lassen, So viel mir immer möglich ist. 16. Dein seufzen und dein stöhnen, Und die viel tausend thränen, Die dir geflossen zu, Die sollen mich am ende In deinen schooß und hände Begleiten zu der ew'gen ruh. Paul Gerhardt. 2. Gemeiner Noth Lieder. 227. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit: Sein will der ist der beste. Zu helf'n den'n er ist bereit, Die an ihn glauben feste. Er hilft aus noth, Der fromme Gott, Und tröst die welt ohn maßen: Wer Gott vertraut, Fest auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. Gemeiner Noth Lieder. 155 ist dein Gott? Ich schütt dann mein herz gar aus, Und denk, wie ich in Gott's haus Geh mit leuten, die lobsingen, Hüpfen und mit freuden springen. 2. Gott ist mein trost, mein brod, Wann ich das hör mit zuversicht, mein hoffnung und beschweren, Daß man fragt: wo mein leben: Was mein Gott will, das mir geschicht, Will ich nicht widerstreben. Sein wort ist wahr: Denn all mein haar Er selber hat gezählet. Er hüt und wacht, Stets für uns tracht, Auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Darum will ich von dieser welt Abscheid'n nach Gottes wille Zu meinem Gett: wanns ihm gefällt, Will ich ihm halten stille. Mein arme seel Jch Gott befehl In meiner letzten stunde: Ofrommer Gott, Sünd, höll und tod Hast du mir überwunden. 3. Mein seel, was thust du dich fränken, Was machst du dir selber qual? Hoff zu Gott und thu gedenken: Ich werd ihm danken einmal, Der mir hilft, wann er nur richt Auf mich sein klar angesicht. Mein Gott, weh ist meiner seelen, Die sich grämen thut und quälen. 4. Denn ich denk an dich, mein Herre, Jenseit dem jordanerland, Und dem berg Hermon so ferne, Auch dem berg Misar genannt. Ein abgrund dem andern ruft, Wann über mir in der luft Deine ungestüme brausen, Und über mein haupt hersausen. 5. Alle deine wasserwogen, Deine wellen allzumal Ueber mich zusammenschlagen; Doch tröst ich mich in trübsal, Daß du helfen wirst bei tag, Daß ich des nachts singen mag, Dich als meinen heiland preise, An4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, Du wirst mirs nicht versagen; Wann mich der böse geist ansicht, Laß mich, Herr, nicht verzagen. Hilf, steur und wehr, Gott, mein Herr, zu ehren deinem namen. Wer das begehrt, Dem wirds gewährt; Drauf sprech ich fröhlich: Amen. Albrecht der Jüngere, Markgraf zu Brandenburg Gulmbach. - Der 42. Psalm. 228, Wie nach einer wasserquelle Ein hirsch schreiet mit ruf und anbet mit fleiße. begier: Also auch mein arme seele Ruft und schreit, Herr Gott, zu dir. Nach dir, lebendigem Gott, Sie dürst und verlangen hat: Ach, wann soll es denn geschehen, Daß ich dein antlitz mag sehen? 2. Tag und nacht mir meine zähren Sind wie ein speis' oder 6. Gott, mein fels, will ich dann sagen, Wie vergißt du mein so gar, Wann mich meine feind so plagen, Daß ich traure immerdar? Ihr schmähwort und falscher mund Mich bis aufs gebein verwundt; Denn sie täglich ihr red treiben: Schau, wo nun dein Gott mag bleiben? 156 Gemeiner Noth Lieder. 7. Mein seel, was thust du lieben Gott gericht; Denn er dich fränken, Was machst du verläßt die seinen nicht. dir selber qual? Hoff auf Gott Auf den Wahlspruch der Königin und thu gedenken: Ich werd ihm danken cinmal, Der mir sein heil sichtbarlich, Stellt vor augen und der sich Ferner wird hernach erklären Alsdann meinen Gott und Herren. Wittwe von Dänemark, Sophie Friederike: Gott verläßt die Seinen nicht. Ambrosius Lobwaffer. 229. Gott ist mein heil, mein hülf, mein trost, Mein hoffnung, mein vertrauen, Der mich durch sein blut hat erlöst; Auf ihn will ich fest bauen; Denn ich hab all mein zuversicht Zum lieben Gott gericht: Denn er verläßt die seinen nicht. 2. In deinem wort sind wir so blind, Lassen uns auch nicht wehren, Handeln, wie das verforne find Ohn alles wiederfehren. Das trachten unsrer herz'n allein Will zum bösen geneiget sein: Das laß dich, Herr, erbarmen. 3. Wend ab von uns all falsche list, Darin wir täglich wüthen; Allein du unser Vater bist, Wollst uns gnädig behü3. Die feinen hat der gütig ten. Wir sind doch in diesem Herr Allzeit aus nöth'n geris- elend Geschöpf und werke dei sen, Wie Daniel und andre ner händ, Woll'n uns, Herr, mehr Deffentlich thun auswei- dir ergeben. sen; Denn ich hab all mein zuversicht Zum lieben Gott ge richt: Denn er verläßt die seinen nicht. 4. Nimm uns, Herr, wieder zu dir heim, Was gleich die feinde sprechen; Unser herz mach lauter und rein, Mit schulden thu nicht rächen. Wie wohl wir viel sünd auf uns han, Verzeih die durch dein'nt lieben Sohn, Daß wir dein'n namen preisen. 5. Dem Herren Gott vom 2. Verläßt mich denn die welt all gar, Und was da ist auf erden, So trau ich meinem Herrn und Gott, Sein hülf müsse mir werden; Denn ich hab all mein zuversicht Zum lieben Gott gericht: Denn er verläßt die seinen nicht. Mel. Hilf Herre Gott uns. 230. Hilf, Herre Gott, dem völklein dein In den g'fährlichen allein, Behüt auf allen seiten, zeiten; Laß uns in nöthen nicht Stärk uns in aller angst und noth, Dem feind wehr sein anschläg und rath, O treuer Gott und Herre. 4. Nicht mehr b'gehr ich von meinem Gott, Denn daß ich möcht ererben Ein ehrlich's leb'n nach seinem g'bot, Darnach ein selig's sterben; Denn ich hab all mein zuversicht Zum Gemeiner Noth Lieder. 157 himmelreich Zum preis und sei- schmiegen; Wer nur geld hat nen ehren Wollen wir allzeit singen gleich, Damit wir sein lob mehren. Deß nam ist wunderbarlich groß, Sein königreich ohn alle maß, Der helf uns fröhlich. Amen. und ist sehr reich, Vor dem muß man sich biegen; Wer nicht hat großer herren gunst, Dem hilft auch nicht sein beste kunst: Er muß darnieder liegen. 6. Gott aber hat ein ander art: Was die welt thut verlachen, Und was hie wird gedrücket hart, Das pflegt er groß zu machen. Die stolzen stößet er vom stuhl, Giebt ihn zu lohn den höll'schen pfuhl, Der von Schwefel stets brennet. Res Mel. Wann mein stündlein. 231. Betrübtes herz sei wohlgemuth, Thu nicht so sehr verzagen: Es wird noch alles werden gut, All dein schmerzen und klagen Wird sich in lauter fröhlichkeit Verwandeln in gar in gar furzer zeit, Das wirst du wohl erfahren. 2. Harre auf Gott, weil dir bewußt, Daß er sich thut erbarmen Der elenden, und hab sein lust An dem schreien der armen; Die will er nicht in ewigkeit Lassen in ihrem herzeleid, Sondern daraus erretten. 3. Wann dich vater und mutter läßt Stecken in deinen nöthen, So zweifle nicht, sondern glaub fest, Wollte man dich gleich tödten, Daß dich der Herr doch nimmet auf; Laß dich nicht irren der welt lauf, Sondern trau Gott alleine. 4. Wär gleich noch eins so groß die noth, Laß dich es nicht erschrecken; Es soll doch der gerecht sein brod Nicht suchen an ein'm stecken. David spricht: ich bin gewest jung, Hab auch erlebt der jahr genug, Und habs noch nie gesehen. 5. Hier geht es zu oft gar ungleich: Der arme muß sich 7. Drum, meine seel, verzage nicht, Halt fest auf Gott den Herren; Ob dir jetzund gewalt geschicht, Halt still, und leid es gerne. Es wird noch kommen wohl die zeit, Daß Gott heimsuchen wird die leut, Die dich jeßund betrüben. Andreas Knöpken( Cnophius). 232.( Seele:) Hast du denn, Jesu, dein angesicht gänzlich verborgen, Daß ich die stunde der nächte muß warten bis morgen? Wie hast du doch, Süßester, mögen an noch Bringen die traurigen sorgen? 2.( Jesus:) Mußt du denn, liebste, dich also von herzen betrüben, Daß ich ein wenig zu lange bin außen geblieben? Weißt du denn nicht, Wie sich mein herze verpflicht, Dich stets und ewig zu lieben? 3.( Seele:) Meine betrübete geister die weinen im herzen, Weil nun die flammen und funken der brennenden ferzen In liebes 158 Gemeiner Noth Lieder. gluth Leider dein zürnen aus- lust Wird mir bald werden be thut. Soll ich denn dieses ver- wußt, Wann mich der himmel wird weiden. schmerzen? 4.( Jesus:) Ach, du beküm- 10.( Jesus:) Herzlich verlan merte Seele, sei fröhlich im hergende seele nach himmliſchen zen, Stille die traurigen sorgen freuden, Ei nun, so schicke dich und quälenden schmerzen: Keine sündfluth Tilget die feurige gluth Meiner lieb- brennenden kerzen. selig von hinnen zu scheiden; Tröste dich mein, Daß ich dein hirte will sein, Und dich erquicken und weiden. 5.( Seele:) Willst du mich 11.( Seele:) Ade, o erde, du Lassen in nöthen, o Jesu, verz schönes, doch schnödes gebäude! derben? Ei nun, so lasse mich, Ade, o wollust, du suße, doch füßer, doch seliglich sterben, Auf zeitliche freude! Bei dir, o welt, daß ich kann Dorten die himm- Mir es nicht länger gefällt. lische bahn Endlich aus gnaden Darum zu Jesu ich scheide. ererben. 6.( Jefus:) Richte dich, liebste, nach meinem gefallen und gläube, Daß ich dein seelenhirt immer und ewig verbleibe, Der dich ergötzt Und in den him mel versetzt Aus dem gemarterten 12.( Jesus:) Ach, nun will. kommen, mein erbtheil, vom Vater gegeben: Erbe die schäßze des himmels und ewigen lebens, Da du mit mir, Für dieß weltleiden all hier Ewig in freuden sollst schweben. leibe. 7.( Seele:) Muß ich in die sem betrübten und zeitlichen Mel. Herr Ghrist, der einig. leben Gleich in des todes gefähr- 233 Der Herr hat mich verlichen schranken stets schweben, lassen, Mit seufzen Zion spricht, So wird mir dort Jesus am Der Herr hat mein vergessen feligen ort Himmlische freiheit Und achtet meiner nicht. O weh, doch geben. so weh mir armen. Wer will sich 8.( Jesus:) Traue nur sicher mein erbarmen In meinem ground bleibe beständig im glauben: ßen leid? Ob gleich tod, teufel und hölle sich brüsten und schnauben, Sollen sie doch nicht in ihr höllisches joch Dich aus den Händen mir rauben. 2. Ganz trostlos muß ich leben, Gleich einem waiselein, Im elend herum schweben Und stets betrübet sein. Wo ich mich nur hinwende, Meines jammers fein ende Seh ich auf weit und breit. 9.( Seele:) Hiermit so will ich gesegnen die irdischen freu. den, Hiermit so will ich vom zeitlichen leben abscheiden. Ewige 3. Es gehen alle wetter Der trübsal über mich; Aber da ist kein retter, Der mein annehme Gemeiner Noth Lieder. 159 In alle ewigkeit. sich. Gott will ihm meine schmer- Soll das Ja sein und Amen zen Nicht lassen gehn zu herzen, Ob ich gleich zu ihm schrei. 4. Er will mich nicht erhören, Sein gnaden- angesicht Thut er von mir abkehren, Will mich ansehen nicht. Wem soll ich es doch klagen? Vor leid muß schier verzagen: O weh der großen noth! 5. Zion, mein häuflein kleine, Laß nur dein zagen sein: Von Herzen ich dich meine, Spricht Gott der Herre dein, Ich will dich nicht verlassen, Dein will ich nicht vergessen: Das glaub ganz sicherlich. Mel. Wo Gott der Herr. 234. Herr Jesu Christ, du höchstes gut, Von dem all guad entsprießet, Sieh doch, wie man der Christen blut So unverschämt vergießet: Des teufels zorn ist ganz entbrannt, Er wuth und tobt in allem stand, Und will uns ganz verschlingen. 2. Ach Herr, beschüß dein arm gemein, Thu alles unglück wenden, Und laß doch nicht den namen dein In uns so greulich schänden, Bezahl der braut von Babylon All ihre schmach und stolzen hohn, Den sie uns hat bewiesen. 6. Kann auch ein weib vergessen Ihrs jungen kindleins klein, Daß sie sollte verlassen Ihr eigen fleisch und bein, Das unter ihrem herzen Gelegen, und mit schmerzen Von ihr geboren ist? 7. Vielmehr wird sich erbarmen Das mütterliche weib Des dürftigen und armen Söhnleins von ihrem leib, Daß sie selbst lieber sterben möcht, als lassen vers derben Das arme waiselein. 8. Und ob schon so vergessen Dürft eine Mutter sein, Daß sie würde verlassen Das arme würmelein; So will bei meiner treue Jch,( glaub mir das ohn scheue), Doch nicht vergessen dein. Aus Jesaia Cap. 49, B. 14-16. 9. Siche, in meine hände Dich hab gezeichnet ich, Daß ich bis an dein ende nicht will verlassen dich. Bei meinem theiren namen 3. Erleucht die herzen, die dich nicht aus einfalt recht erkennen, Sondern unwissend wider dich Wie Saul aus eifer rennen; Dies aber thun aus frevelm muth, Denselben halts ja nicht zu gut, Sondern stoß sie hinunter. 4. Erhalt uns im erkenntniß dein, Daß wir darinnen bleiben, Und uns im heißen sonnenschein Davon nicht lassen treiben, Sondern mit deinem geist behaft't Vollbringen gute ritterschaft Im leben und im sterben. Mel. Vater unser im himmelreich. 235. Dieß ist doch ja die letzte zeit, Davon der Herr hat prophezeit. Wunder und zeichen sind gemein, Viel sünd und schand 160 Gemeiner Noth Lieder. bei groß und klein, Der glaub ganz ergeben dir. Ich weiß, verlischt, die lieb ertalt, Das es wird gelingen mir, Du wirst spüret man bei jung und alt. mein herz wider all noth Befes2. Hochmuth und pracht nimmt tigen bis in den tod. überhand; Krieg, theurung, sterben sind im land: Darum wach auf, o herze mein, Steh auf vom schlaf der sünden dein, Sei stets im glauben wohl bereit; Deins Herren zukunft ist nicht weit. 8. Kommt nun freuz, trübsal, herzeleid, Krieg, frankheit, thenrung, bangigkeit, Und ich zu pulver werd verbrannt: Doch bleib ich fest in deiner hand, Denn mir muß alles heilsam sein, Dieweil ich trau dem namen dein. 3. Herr Jesu Christ, mein heil und trost, Du hast mich ja theuer erlöst, Ach sieh, ich schweb hier in der welt, Mir sind viel tau. send netz gestellt: Wie leichtlich könnt es gehen an, Daß ich auch lief die breite bahn. d 4. Die welt kann gar zu listig sein, Ihr gottlos wesen schmücken fein, Der teufel reißt zur sündenlust, Er spricht: die sünd sei leicht gebüßt. Mein schwaches fleisch ist bald gefällt, Es hat sonst lust zum lauf der welt. 5. Herr Jesu Christ, thu du das best, Halt mich allzeit im glauben fest; Ich bin ja, Herr, dein fleisch und bein, Ein gliedmaß an dem leibe dein: Mein Herr und Gott, laß nicht von mir, Auf daß ich auch nicht laß von dir. 6. Der welt lauf läuft nur in die höll; O Herr, bewahr mir meine seel, Durch deinen geist regier mich recht, Daß ich nicht sei der sünden knecht, Hilf, daß der feind mit seiner list An mir nichts bab zu aller frist. 9. Jesu, mit dir will ich bestehn, Sollte gleich die welt zu grunde gehn; Es mag zagen ein heuchelchrist Und wer ohn glaub und hoffnung ist, Ich wart auf dich, Herr, komm nur heut, Daß ich eingeh zu deiner freud. 10. Indeß, mein Gott, so bitt ich doch, Weil ich das elend baue noch, Erhalt dein wort, gib fried und ruh, Die schweren zeiten lindern thu, Gib nahrung und gut regiment, Glaub, lieb und hoffnung bis ans end. Mel. Aus tiefer noth schrei. 236, Herr Jesu Christ, ich schrei zu dir Mit ganz betrübter seele: Dein allmacht laß erscheinen mir Und mich nicht also quäle. Viel größer ist die angst und schmerz, Eo ansicht und turbirt mein herz, Als daß ichs fann erzählen. 2. Herr Jesu Christ, erbarm dich mein Nach deiner großen güte, Und mit erquickung bald erschein Mein'm traurigen ge müthe, Welches elendig wird. 7. Mein glaub ist wohl gering und klein, Nech trau ich, Herr, auf dich allein Und thu mich geplagt, Und ohne hülfe gar Gemeiner Noth Lieder. 161 verzagt, Dieweils kein'n trost 8. Herr Jesu Christ, die kann finden. g'schwister mein Mit leib und 3. Herr Jesu Christ, groß ist auch der seelen In deine huld die noth, Darin ich jetzt thu und gnad hinein Jch treulich stecken: Ach hilf, du allerhöchster thu befehlen, Schüßz sie durchy Gott, Schlaf nicht, laß dich er- dein barmherzigkeit, Und wend wecken; Niemand ist der mir in freud mein großes leid, Welchs helfen kann, Kein mensche nimmt ich dir schmerzlich klage. sich meiner an, Ich darfs auch niemand klagen. 4. Herr Jesu Christ, du bist allein Mein hoffnung und mein leben; Drum will ich in die hulde dein Mich ganz und gar ergeben. Herr, laß meine zu versicht Auf dich zu schanden werden nicht, Sonst bin ich ganz verlassen. 9. Herr Jesu Christ, ich weiß kein rath Des elends los zu werden, So du nicht hilfft durch deine gnad, So lang ich leb auf erden. Wenn es dir denn also gefällt, Daß ich also soll sein gequält, So gib mir kraft und stärke. 5. Herr Jesu Christe, Gottes Sohn, Zu dir steht mein vertrauen, Du bist der rechte gnaden- thron; Wer nur auf dich thut bauen, Dem stehst du bei in aller noth, Hilfft ihm im leben und im tod, Darauf ich mich verlasſe. 6. Herr Jesu Christ, das elend mein Thu gnädiglich ansehen, Durch die heilig fünf wunden dein Erhör mein g'bet und flehen, Welchs tag und nacht mit angst und schmerz zu dir ausgeußt mein traurig herz: Ach laß dichs doch erbarmen. 7. Herr Jesu Christ, wann ist die zeit Nach deinem wohlgefallen, Hilf mir durch dein barmherzigkeit Aus meinen ängsten allen, Zerstör den anschlag meiner feind, Die mir zu stark und mächtig seind, Laß mich nicht unterdrücken. 10. Herr Jesu Christ, verleih geduld, Hilf mir mein kreuz auch tragen, Wend nicht von mir ab deine huld, Und so du mich willst plagen: Es zeitlich hie am leibe thu, Gib nur der armen seelen ruh, Daß sie dort mit dir lebe. 11. Herr Jesu Christ, das glaub ich doch Aus meines herzens grunde: Du wirst mich wohl erhören noch zu rechter zeit und stunde; Denn du hast mich noch nie verlan, Wann ich dich hab gerufen an, Deß ich mich herzlich tröste. 12. Herr Jesu Christ, einiger trost, Zu dir will ich mich wenden, Mein herzleid ist dir wohl bewußt, Du kannst und wirst es enden: In deinen willn sei es gestellt, Machs, lieber Gott, wie dirs gefällt: Dein bin und will ich bleiben. dull 13. Herr Jesu Christ, die seufzer mein, So ich jetzt vor dich bringe, Besprenge mit dem blute 11 162 Gemeiner Noth Lieder. dein, Damit sie hindurch drin stunden Gottes zorn entzündet gen, Und erweichen das vater- sich, Komm zu Jesu, birge dich herz, Daß er abwend all noth In die höhle seiner wunden, Bis und schmerz, Die uns von dir die schwarze wolke bricht: Jesus wolln trennen. ist dein zuversicht. 14. Herr Jesu Christ, mit hülf erschein Alln armen und elenden, Die jetzt in großen nöthen sein, Thu dich zu ihnen wenden; Mit starker hand heraus sie reiß, Dafür sie dir dort lob und preis Ewiglich sagen werden. Mel. Ach was soll ich sünder. 237. Warum bist du so betrübet, Liebste seel, was traurest du, Lebst in fummer und unruh? Meinst du, daß dich Gott hingiebet? Nein, verzage du nur nicht: Jesus ist dein' zuversicht. 2. Will die sündenlast dich drücken, Quält dich deine missethat, Und weiß weder hülf noch rath, So will Jesus dich erquicken: Komm zu ihm und zweifle nicht: Jesus ist dein zuversicht. 6. Sperrt die hölle ihren rachen Gegen dich mit voller gluth, Jesus hat mit seinem blut Sie gelöschet, und den drachen Ganz und gar dahin gericht: Jesus ist dein zuversicht. 7. Ob der blasse Tod dir raubet Deinen werth= vertrauten freund, Und euch gar zu trennen meint: Wer an Jesum Christum glaubet, Bleibet in dem tode nicht: Jesus ist dein zuversicht. 8. Wann die zunge nichts kann sprechen; Wann die Augen nichts mehr sehn, Das gehör auch will vergehn; Wann das herze nun will brechen: Bleib getreu in deiner pflicht: Jesus ist dein zu versicht. 9. Laß es kosten leih und leben, Gut, blut, alles, was du hast, Mach dir darum keinen prast; Jesus will dirs wieder geben, Wann der große Tag anbricht: Jesus ist dein zuversicht. 3. Kommet satan auch getreten, Hält mit ach und zittern dir Deine schwere rechnung für, Weis ihn hin zur schädelstätten, Da die handschrift ist gericht't: Jesus ist dein zuversicht. 4. Schrecket dich dann das gewissen, Wie es mit dir werde gehn, Wann du vor gericht wirst 238. Wer nur den lieben stehn Und das urtheil hören müssen: Hier ist der, der für dich spricht: Jesus ist dein zuversicht. 5. Siehst du, daß bei trüben*) Undere: Der wird Ihn 10. Jesus ist dein trost im leide, Jesus ist dein fels und heil, Jesus ist dein bester theil, Jesus ist die höchste freude, Jesus ist dein stab und licht: Jesus ist dein zuversicht. Gott läßt walten, Und auf ihn hoffet allezeit, Den wird er*) wunderlich erhalten In allem Gemeiner Noth Lieder. 163 kreuz und traurigkeit: Wer Gott himmels reichem segen, So wird dem allerhöchsten traut, Der hat auf keinen sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren sorgen? Was hilft uns unser weh und ach? Was hilft es, daß wir alle morgen Beseufzen unser ungemach? Wir machen unser kreuz und leid Nur größer durch die traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille, Und sei doch in ihm selbst vergnügt, Wie unsers Gottes gnadenwille, Wie sein allwissen heit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten freuden stunden, Er weiß wohl, wann es nüßlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden, und merket feine heuchelei, So kommt Gott, er bei dir werden neu; Denn welcher seine zuversicht Auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumarck. 239. Was Gott thut, das ist wohl gethan: Es bleibt gerecht sein wille. Wie er fängt meine sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der noth Mich wohl weiß zu erhalten: Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan: Er wird mich nicht betrügen. Er führet mich auf rechter bahn, So laß ich mich begnügen An seiner huld, Und hab geduld; Er wird mein unglück wenden: Es steht in seinen händen. eh wirs uns versehn, Und lässet 3. Was Gott- thut, das ist uns viel guts geschehn. wohl gethan: Er wird mich 5. Denk nicht in deiner drang- wohl bedenken. Er, als mein fals- hige, Daß du von Gott arzt und wundermann, Wird verlassen seist, Und daß der mir nicht gift einschenken Für Gott im schooße siße, Der sich arzenei. Gott ist getreu, Drum mit stetem glücke speist: Die will ich auf ihn bauen Und ſeifolge- zeit verändert viel, Und ner güte trauen. seget jeglichem sein ziel. 6. Es sind ja Gott gar schlechte sachen, und ist dem höchsten alles gleich, Den reichen klein und arm zu machen, Den armen aber groß und reich: Gott ist der rechte wunder- mann, Der bald erhöhn, bald stürzen es meinet. fann. 5. Was Gott thut, das ist 7. Sing, bet und geh auf wohl gethan: Muß ich den Gottes wegen, Verricht das kelch gleich schmecken, Der bitdeine nur getreu, Und trau des ter ist nach meinem wahn, laß 11* 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan: Er ist mein licht und leben, Der mir nichts böses gönnen kann; Ich will mich ihm ergeben In freud und leid. Es kommt die zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er 164 Gemeiner Noth Lieder ich mich doch nicht schrecken, verbleiben. Es mag mich auf Weil doch zuletzt Ich werd er gößt mit süßem trost im herzen; Da weichen alle schmerzen. die rauhe bahn Noth, tod und elend treiben, So wird Gott mich Ganz väterlich In seinen armen halten; Drum laß ich ihn nur walten. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan: Dabei will ich Samuel Rodigast. 1918 Ay dist vinnle 240. Wann wir in höchsten nöthen sein, Und wissen nicht wo aus noch ein, Und finden weder hülf noch rath, Ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dieß unser trost allein, Daß wir zusammen insgemein Dich anrufen, o treuer Gott, Um rettung aus der angst und noth, 3. Und heben unser aug und herz Zu dir in wahrer ren und schmerz, Und such'n der sünden vergebung Und aller strafen linderung, 10 Sechster Theil. Krenz- und Anfechtungs: Lieder. 165 groß, Sprich uns derselb'n aus gnaden los; Steh uns in unserm elend bei, Mach uns von allen plagen frei: 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, Und klagen dir all unser noth, Weil wir jetzt stehn verlassen gar In großer trübsal, angst und g'fahr. 6. Sich nicht an unser sünde 7. Auf daß von herzen können wir Nachmals mit frenden danken dir; Gehorsam sein nach deinem wort, Dich allzeit preisen hie und dort. * Ehr sei dem Vater und dem Sohn Sammt heilgen Geist in einem thron, Welchs ihm auch also sei bereit Von nun an bis in ewigkeit. Paul Eber Mel. Vater unser im himmelreich. 4. Die du verheißest gnädiglich Allen, die darum bitten 241. Nimm von uns, Herr, dich, Im namen dein's sohns Jesu Christ, Der unser heil und fürsprech ist. du treuer Gott, Die schwere straf und große noth, Die wir mit sünden ohne zahl Verdienet haben allzumal, Behüt vor krieg und theurer zeit, Vor seuchen feur und großem leid. 2. Erbarm dich deiner bösen knecht; Wir bitten gnad und nicht das recht; Denn so du, 166 Herr, den rechten lohn Uns geben wollst nach unserm thun, So muß die ganze welt ver: gehn, Und könnt kein mensch vor dir bestehn. Kreuz und Anfechtungs- Lieder. 3. Ach Herr Gott, durch die treue dein, Mit trost und rettung uns erschein, Beweis an uns dein große gnad, Und straf uns nicht auf frischer that, Wohn uns mit deiner güte bei, Dein zorn und grimm fern von uns sei. 4. Warum willst du doch zornig sein Ueber uns arme würmelein? Weißt du doch wohl, o großer Gott, Daß wir nichts find denn erd und koth; Es ist ja vor dein'm angesicht Unsre schwachheit verborgen nicht. 5. Die sünd hat uns verderbet sehr, Der teufel plagt uns noch viel mehr, Die welt, auch unser fleisch und blut, Uns allezeit verführen thut: Solch elend kennst du, Herr, allein, Adhy, laß uns dir befohlen sein. 6. Gedenk an dein's Sohns bittern tod, Sieh an sein heilge wunden roth, Sie sind ja für die ganze welt Die zahlung und das löse- geld: Deß trösten wir uns allezeit, Und hoffen auf barmherzigkeit. 7. Leit uns mit deiner rechten hand, Und segne unsre stadt und land, Gib uns allzeit dein heiligs wort, Behüt vors teus fels list und mord, Bescher ein feligs stündelein, Auf daß wir ewig bei dir sein. Martin Moller. Mel. Vater unser im himmelreich. 242. Ach Gott, wie manches herzeleid Begegnet mir zu dieser zeit. Der schmale weg ist trübsal voll, Den ich zum himmel wandeln soll. Wie schwerlich läßt sich fleisch und blut Zwingen zu dem ewigen gut. 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein sinn; Bei dir mein herz trost, hülf und rath Allzeit gewiß gefunden hat. Niemand jemals verlassen ist, Der hat gebaut auf Jesum Christ. 3. Du bist der große wundermann, Das zeigt dein amt und dein person. Welch wunder- ding hat man erfahrn, Daß du, mein Gott, bist mensch geborn, Und führest uns durch deinen tod Ganz wunderlich aus aller noth! 4. Jesu, mein Herr und Gott allein, Wie süß ist mir der name dein. Es kann kein trauren sein so schwer, Dein süßer nam erfreut vielmehr; Kein elend mag so bitter sein, Dein süßer nam der finderts fein. 5. Ob mir gleich leib und seel verschmacht, So gib doch, Herr, daß ichs nicht acht; Wenn ich dich hab, so hab ich wohl, Was mich ewig erfreuen soll. Dein bin ich ja mit leib und seel: Was kann mir thun sünd, tod und höll? 6. Kein besser treu auf erdent ist, Denn nur bei dir, Herr Jesu Christ. Ich weiß, daß du Kreuz- und Anfechtungs- Lieder. 167 mich nicht verläßt, Dein zusag fleisch und blut, Vor sünd und bleibt mir ewig fest; Du bist schanden mich behüt, Erhalt mein rechter treuer hirt, Der mein herz im glauben rein: So leb und sterb ich dir allein. Jemich ewig behüten wird. su, mein trost, hör mein begier; O mein heiland, wär ich bei 7. Jesu, mein freud, mein ehr, mein ruhm, Mein's herzens schatz und mein reichthum, Sch dir. kann es ja nicht zeigen an, Wie 13. Ja, ich will gewiß bei dir hoch dein nam erfreuen kann: sein, Wie mir zusagt das wahr Wer glaub und lieb im herzen hat, Der wirds erfahren mit der that. wort dein, Da werd ich recht bei dir leben, Und ins himmels freuden schweben, Und stets preisen deinen namen. Jesu, hilf mir dazu. Amen. Conrad Hojer. 8. Drum hab ichs oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht freude hätt, So wollt ich den tod wünschen her, Ja, daß ich nie geboren wär: Denn wer dich nicht im herzen hat, Der ist gewiß lebendig tødt. 9. Jesu, du edler bräut'gam werth, Mein höchste zierd auf dieser erd, An dir allein ich mich ergöß Weit über alle güldne schäß: So oft ich nur gedenk an dich, All mein gemüth erfreuet sich. 10. Wenn ich mein hoffnung stell zu dir, So fühl ich freud und trost in mir; Wenn ich in nöthen bet und sing, So wird mein herz recht guter ding; Dein geist bezeugt, daß solches frei Des ew'gen lebens vorschmack sei. 243. Mag ich unglück nicht widerstahn, Muß ungnad han Der welt für mein recht glauben: So weiß ich doch, des ist mein kunst Gotts huld und gunst; Die muß man mir er lauben. Gott ist nicht weit; Ein kleine zeit Er sich verbirgt, Bis er erwürgt, Die mich ſeins worts berauben. 11. Drum will ich, weil ich lebe noch, Das freuz dir fröhlich tragen nach: Mein Gott, mach mich dazu bereit; Es dient zum besten allezeit. Hilf mir mein sach recht greifen an, Daß ich mein'n lauf vollenden kann. 12. Hilf mir auch zwingen 2. Nicht, wie ich woll, jetund mein sach, Weil ich bin schwach, Und Gott furcht läßt mich finden: So weiß ich, daß kein g'walt bleibt fest, Ists allerbest, Das zeitlich muß verschwinden. Das ewig gut Macht rechten muth; Dabei ich bleib, Wag gut und leib; Gott helf mirs überwinden. 3. All ding ein weil, ein sprichwort ist: Herr Jesu Christ, Du wirst mir stehn zur seiten, Und sehen auf das unglück mein, Als wär es dein, Wanns wider michy thut streiten. Muß ich dann 168 Kreuz- und Anfechtungs- Lieder. dran Auf dieser bahn: Welt, seinen rott- gefellen Sich setzte wie du willt; Gott ist mein wider dich, So muß er doch schild, Der wird mich wohl be- mit spott Von seinen ränken gleiten. Amen. lassen, Damit er dich will fas sen; Denn dein werk fördert Gott. 5. Er richts zu seinen ehren Und deiner seligkeit. Solls sein, kein mensch fanns wehren, Wenns ihm wär noch so leid. Wills dann Gott haben nicht, So fanns niemand fort treiben, Es muß zurücke bleiben: Was Gott will, das geschicht. 6. Drum ich mich ihm ergebe, Ihm sei es heimgestellt. Nach nichts mehr ich sonst strebe, Denn nur, was ihm gefällt: Sein will ist mein begier, Der ist und bleibt der beste, Das glaub ich steif und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir. Johann Heermann. * Dem Gott und schöpfer al ler ding Ein jeder sing Lob, ehr und preis mit freuden, Dem Gott und heiland Jesu Christ, Der worden ist Ein licht uns armen heiden, Dem heilgen Geist Auch allermeist Und tröster werth Auf dieser erd, Der woll von uns nicht scheiden. Der Königin Maria von Ungarn Lied. Mel. Nun jauchzet all ihr frommen. Mel. Nun jauchzet all ihr frommen. 244, Was willst du dich betrüben, meine liebe seel? Thu den nur herzlich lieben, Der heißt Imanuel: Vertrau dich ihm allein, Er wird gut alles machen Und fördern deine sachen, Wie dirs wird selig sein. 2. Denn Gott verläßt der keinen, Der sich auf ihn verläßt; Er bleibt getreu den seinen, Die ihm vertrauen fest. Läßt sichs an wunderlich, Laß du dir gar nicht grauen; Mit freuden wirst du schauen, Wie Gott wird helfen dir. 3. Auf ihn magst du es wagen Getrost mit frischem muth; Mit ihm wirst du erjagen, Was dir ist nüß und gut; Denn was Gott haben will, Das kann niemand verhindern Aus allen menschen- kindern, So viel ihr sind im spiel. 4. Wenn auch selbst aus der höllen Der satan troßiglich Mit 245. Warum betrübst du dich, mein herz? Bekümmerst dich und trågest schmerz Nur um das zeitlich gut? Vertrau du deinem Herren Gott, Der alle ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich las sen nicht, Er weiß gar wohl, erd ist sein, Mein vater und was dir gebricht: Himmel und mein Herre Gott, Der mir beisteht in aller noth. 3. Weil du mein Gott und vater bist, Dein find wirst du verlassen nicht, Du väterliches herz. Ich bin ein armer erdenkloß, Auf erden weiß ich keinen trost. 4. Der reich verläßt sich auf Kreuz und Anfechtungs- Lieder. 169 sein gut: Ich aber will ver- 11. Der zeitlich ehr will gern trau'n mein'm Gott; Ob ich entbehrn; Du wollst mich des gleich werd veracht, So weiß ew'gen gewähr'n, Das du erich und glaub festiglich: Wer worben hast Durch deinen herGott vertraut, dem mangelts ben bittern tod; Das bitt ich nicht. dich, mein Herr und Gott. 5. Elia, wer ernähret dich, Ob es so lange regnet nicht In so schwer theurer zeit? Ein wittwe aus Sidonierland, Zu welcher von Gott warst gesandt. 6. Da er lag unterm wachholder- baum, Ein engel Gott's vom himmel kam, Und bracht ihm speis und trank. Er ging gar einen weiten gang Bis zu dem berg, Horeb genannt. 7. Des Daniels Gott nicht vergaß, Da er unter den löwen saß: Sein engel sandt er hin, Und ließ ihm speise bringen gut Durch seinen Diener Habacuc. 8. Joseph in Egypten verkaufet ward, Vom könig Pharao gefangen hart Um sein'r gottsfürchtigkeit; Gott macht ihn zu ein'm großen herrn, Daß er konnt vat'r und brüd'r er nähr'n. 9. Es verließ auch nicht der g'treue Gott Die drei männer im feu'rofen roth, Sein engel fandt er hin, Bewahrt sie vor des feuers gluth, Und half ihnen aus aller noth. 10. Ach Gott, du bist noch heut so reich, Als du gewesen ewiglich. Mein vertrau'n steht ganz zu dir: Mach mich an meiner seelen reich, So hab ich g'nug hier und ewig. 12. Alles, was ist auf dieser welt, Es sei silber, gold oder geld, Reichthum und zeitlich gut, Das wäret nur ein kleine zeit, Und hilft doch nicht zur seligkeit. 13. Ich dank dir, Christ, o Gottes sohn, Daß du mich solch's erkennen lan Durch dein göttliches wort. Verleih mir auch beständigkeit Zu meiner seelen seligkeit. 14. Lob, ehr und preis sei dir gesagt Für all dein erzeigt wohlthat; Und bitt demüthiglich: Laß mich nicht von dein'm angesicht Verstoßen werden ewiglich. Hans Sachs. Mel. In dich hab ich gehoffet. 246. Verzage nicht, o frommer Christ, Der du von Gott erschaffen bist, Ob gleich die zeit ist schwere: Vertrau du deinem lieben Gott, Er wird dich wohl ernähren. 2. Hat er dir doch zu seiner zeit Im augenblick dein feel und leib, Auch das natürlich leben, Ohn all dein müh, sorg und arbeit Im mutterleib gegeben. 3, Ernährt ja Gott die vögelein, Die doch gar nichts thun sammlen ein, Und in den lüften schweben; Sie säen nicht, sie 170 erndten nicht, Noch frist't ihn'n Gott das leben. Kreuz und Anfechtungs- Lieder. 4. Das sind die klein waldvögelein, Die uns zu gut erschaffen sein; Sind wir doch ja viel besser. Wie soll denn Gott vergessen dein, Weil du auf ihn vertrauest? wird dirs geben wohl; Er wird dein nicht vergessen. 11. Sprich nicht in mangel und in noth: Wo werden wir denn nehmen brod, Daß wir nicht hunger leiden? Wir haben gar ein klein vorrath, Womit woll'n wir uns kleiden? 5. Sieh an die schönen blüm- 12. Denn der himmlische Valein zart Im weiten feld an al- ter dein, Der für uns trägt die lem ort Wachsen aus staub und sorg allein, Weiß wohl, was erden, Die doch so bald in wir bedürfen: Sieh nur, daß schneller fahrt zu nichte müssen du die sorge dein Im glaub'n auf ihn thust werfen. werden. 7. Weil Gott kleidet das grüne gras Und ziert es schön über die maß, Das doch gar bald verdorret: Wie vielmehr wird Gott uns das thun, Dieweil er für uns sorget. 6. Ob sie schon sind dahin gericht, Daß sie nähen und spinnen nicht, Doch schmückt sie 13. Such erst sein reich und g'rechtigkeit Und sei in dem allGott so schöne, Also, daß ihnen zeit bereit, Fleißig in allen din. nichts gebricht An kraft, zierde zeit All sachen wohl gelingen. gen: : So werden dir zu rechter und schöne. 14. Wann sichs anließ, als wollte nun Noth, angst, mangel und auch dazu Unglück mit haufen kommen: So laß dich's nicht abschrecken thun, Glaub, es wird sein dein frommen. 8. Wie ein vater vor seinen sohn, Also wird Gott uns treulich thun, Wie uns Christus thut sagen: Drum seid getrost, spricht Gottes sohn, Und last die heiden zagen. 9. Wer ist der seiner läng ein ell, Ob er gleich darum hat groß qual, Mit sorgen kann zusetzen, Ob er gleich leidt groß ungemachy Und kümmert sich im herzen? 10. Laß fahren, was nicht bleiben will, Denn Gott der Herr nach seinem ziel Hat all17. Verlaß uns nicht, Herr Jesu Christ, Weil du auch arm gewesen bist, Und in kummer so bereit gemessen Dein theil, und schwere; So hilf uns auch zu 15. Wirst du nun alle deine noth Im leben dein bis in den tod Nach Gottes willen tragen, Kommt zeit, kommt rath; der treue Gott Wird dich nicht lass'n verzagen. 16. Hilf, helfer, hilf aus aller noth, Bescher uns auch das täglich brod; Hilf allen gläub'gen leuten, Die jetzt leiden groß angst und noth In diesen schweren zeiten. Kreuz- und Anfechtungs- Lieder. jeder frist, An leib und seel uns nähre. 18. Du gibst allhie auf dieser welt Ein'm jeden nicht viel gut und geld: Du weißt die rechte maßen, Jedoch wirst du, wenn dirs gefällt, In keiner noth uns laffen. 171 Tag und nacht erbärmlich ſorgen? Soll die schwere herzenspein Mich so ängsten alle morgen? Willst du diese, die mich hassen, Ueber mich sich freuen lassen? 19. Denn gut und geld nicht allezeit In noth, angst und gefährlichkeit Den menschen kann erfreuen; Vielmehr am guten g'wissen leit, Solchs thut das g'müth erfreuen. 20. Ein gut g'wissen nimmt man mit sich, Das glaub ein Christ ganz sicherlich, Wann man scheidet von hinnen; Sonst bleibet alles hinter sich, Wenn wir das recht besinnen. 3. Schaue doch aus deinem saal, Schaue doch vom hohen throne, Und erwäge meine qual, Leuchte mir, der ich hie wohne Indes elendstrübem lande, Freie mich vom todesbande. 21. Darum halt immer fest an Gott, Es sei so groß als woll die noth, Laß dir nichts liebers werden. Wer Gott vertraut, ihm gnügen läßt, Der ist der reichst auf erden. 22. Wann uns zunaht jetzund der tod, So tröst du uns, o Herre Gott, Um deines sohnes namen. Hilf uns endlich aus aller noth Durch Jeſum Christum. Amen. 4. Laß dem feinde ja nicht zu, Daß er diesen ruhm mag haben, Daß nun meine lust und rub Lieg in seiner macht vergraben, Daß mein widersacher sieget, Und mein geist darnieder lieget. 5. Doch ich hoff und bin er= freut Wegen deiner großen güte; Ja mein herz ist stets bereit, Herr, aus dankbarem gemüthe Dir ein lobgesang zu singen; Denn du hilfst in allen dingen. Johann Frank nach Psalm 13. Mel. Mag ich unglück nicht. 248. Nikolaus Hermann. Gott, verleih mir deine gnad, Gib hülf und rath, Ich muß sonst gar verzagen. Es sind der feind so grausam viel 247. Herr, wie lange willst In diesem ziel, Die mich von du noch Mir dein hülf und trost dir woll'n jagen. Mir hat die versagen? Soll ich meines trüb- welt Ihr netz gestellt, Das fals joch Immerzu noch länger fündlich fleisch Mich von dir tragen? Sollen deiner güte heischt: O Herr, dir thu ichs strahlen Mein gesichte nicht be- klagen. malen? 2. Soll mein armes seelelein 2. Der teufel ist der ärgste feind, Er reißt und greint, Und 172 Kreuz- und Anfechtungs: Lieder. treibt viel böser tücken, Und hat Auch ewiglich. O Gott, thu doch niemand scheuen dran; mich In Christo auferwecken. Das macht: er kann Den schalt 7. Du wirst helfen aus aller gar höflich schmücken. In gleiß- qual Dem Israel, Wann komnerei So mancherlei Er sich men wird dein tage, Und wirst verbirgt, Viel volks erwürgt, verdammen durch dein recht Wann ers von dir thut zücken. Das gottlos g'schlecht, Die jetzt 3. Vor diesem mörder mich be- an dir verzagen. Ich tret zu hüt, Herr, durch dein güt, dir, O Herr, hilf mir, Nicht von In mir mach rein das herze. mir wend An meinem end: Ich Wo du nicht selber baust das wills frei tapfer wagen. Johann Sanddörfer. haus Vor diesem graus, So fällts mit großem schmerze; Wo du nicht bist, Herr Jesu Christ, Selbst helfer groß Vor diesem stoß, So ist's um mich ein scherze. Mel. Was mein Gott will. 249. Frisch auf, mein feel, verzage nicht; Gott wird sich dein erbarmen, Rath, hülf wird er dir theilen mit; Er ist ein schuß der armen. Obs oft geht hart, Im rosen- gart Kann man nicht allzeit sitzen: Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut, Den will er ewig schützen. 5. Wenn schon die welt und teufel all In diesem thal Auf einem haufen stünden, So ist doch bei dir trost und frist, Herr Jesu Christ: Du kannst sie überwinden. Ich fahr daher, Und wenns leid wär Auch jedermann, Liegt mir nichts dran: 3. Trotz sei dem teufel und der Bei dir laß ich mich finden. 2. Dieß hat Joseph, der from fahren. Von David, Job man me mann, Sehr oft und viel erlesen kann, Wie sie in unfall waren: Noch hat sie Gott In ihrer noth Genädiglich behütet; Denn wer Gott traut, Hat wohl gebaut, Wenn noch der feind so wüthet. welt, Von Gott mich abzuführen. Auf ihn mein hoffnung ist gestellt, Sein gutthat thu ich spüren; Denn er mir hat Gnad, hülf und rath In seinem Sohn verheißen: Wer Gott vertraut, Hat wohl gebaut. Wer wollt 4. Darum, o Herr, thu mir beistahn Von jugend an Bis an mein letztes ende: So will ich fröhlich wagen dran All's, was ich han; Den trost thu mir nur senden, So bleib ich fest, Ob gleich zerberst't Die welt all gar; Der teufel schaar Soll mich von dir nicht wenden. 6. Es kommt der tag und ist nicht weit, Der bringt groß leid Den'n, die sich jetzt lass'n schrecken, Und glauben nicht in dieser noth An dich, o Gott; Wirst ihr schalkheit aufdecken, Und strafen sie Immer und je mich anders weisen? Kreuz und Anfechtungs- Lieder. 173 4. Wenn böse leut schon spot- Und Gott vertraut, Soll selig ten mein, Mich ganz und gar werden. Amen. Ludwig Helmbold. verachten, Als sollt Gott nicht mein helfer sein: Dennoch will ichs nicht achten. Der schutzherr mein Ist Gott allein, Dem hab ich mich ergeben; Dem ich vertrau, Fest auf ihn bau, Der kann mich noch erheben. 250. Jesu, meine freude, Meines herzens weide, Jesu meine zier: Ach wie lang, ach lange Ist dem herzen bange Und verlangt nach dir. Gottes lamm, Mein bräutigam, Außer dir soll mir auf erden Nichts sonst liebers werden. 2. Unter deinem schirmen Bint ich vor den stürmen Aller feinde frei. Laß den satan wittern, Laß die feind erbittern: Mir steht Jesus bei. Ob es jetzt Gleich kracht und blitzt; Ob gleich sünd und hölle schrecken: Jesus will mich decken. 3. Troß dem alten drachen, Troß des todes rachen, Troß der furcht dazu. Tobe, welt, und springe, Sch steh hier und singe In garsichrer ruh. Gottes macht Hält mich in acht. Erd und abgrund muß verstummen, Ob sie noch so brummen. 7. Der keinen er verlassen hat, Die nach sein'm willen leben, 4. Weg mit allen schäßen: Du Um gnad, hülf suchen früh und bist mein ergößzen, Jeſu, meine spat, Sich ihm gänzlich ergeben. lust. Weg ihr eitlen ehren: Sch Glaub, lieb, geduld Bringt Got- mag euch nicht hören, Bleibt tes huld, Dazu ein gut gewissen. Wer Gott vertraut, Fest auf ihn baut, Der solls ewig genießen. mir unbewußt. Elend, noth, Creuz, schmach und tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 8. Wer aber hülf bei menschen sucht, Und nicht bei Gott, dem Herren, Derselb ist gottlos und verflucht, Kommt nimmermehr zu ehren; Denn Gott allein Will helfer sein In Jesu Christi namen; Wer solches glaubt, 5. Gute nacht, o wesen, Das die welt erlesen: Mir gefällst du nicht. Gute nacht, ihr sünden, Bleibet weit dahinten, Kommt nicht mehr ans licht. Gute nacht, Du stolz und pracht, Dir ſei 5. Ob sichs bisweilen schon anließ, Als wollt mich Gott nicht schüßzen, Und hätt die welt mein überdrüß, Wollt mich dazu auchy trußen: So weiß ich doch, Er wird mich noch Zu seiner zeit nicht lassen. Wer Gott vertraut, Hat wohl gebaut: Wie könnt er mich denn hassen? 6. Darum freu dich, mein liebe seel; Es soll kein noth nicht haben. Welt, sünd, tod, teufel und die höll Soll'n dir ewig nicht schaden; Denn Gottes Sohn, Der gnaden- thron, Hat sie all überwunden. Auf Gott vertrau, Fest auf ihn bau, Der hilft zu allen stunden. 174 ganz, du laster- leben, Gutenacht gegeben. 6. Weicht, ihr trauergeister; Denn mein freuden- meister, Jefus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr betrüben Lauter zucker sein. Duld ich schon Hie spott und hohn, Dennoch bleibst du auch im leide, Jesu, meine freude. Kreuz- und Anfechtungs- Lieder. 7. Vater aller ehren, Laß dein wort und lehren, Daß dein reich hier sei; Es gescheh dein wille; Unsern hunger stille; mach uns sünden frei. Führ uns in versuchung nicht, Sondern führ uns aus dem leide, Jesu, meine freude. 8. Jesu, ich befehle Dir mein leib und seele; Jesu, bleib bei mir; Dir ich mich ergebe, Ich sterb oder lebe, Jesu, meine zier. Jesu, meine freud und ruh, Meine seel in deine hände Nimm am letzten ende. Johann Frank. ( Vers 1-6.) 251. Jesu, meines herzens frend, Süßer Jeju. Meiner seelen seligkeit, Süßer Jesu. Des gemüthes sicherheit, Süßer Jesu, Jesu, süßer Jesu. 2. Tausendmal gedenk ich dein, Mein erlöser, Und begehre dich allein, Mein erlöser; Sehne mich bei dir zu sein, Mein erlöser, Jesu, mein erlöser. 3. Weide mich und mach mich fatt, Himmels- speise; Tränke mich, mein herz ist matt, Seefen- weide. Sei du meine ruhe statt, Ruh der seelen, Jesu, ruh der seelen. 4. Nichts ist lieblichers als du, Liebste liebe. Nichts ist freundlichers als du, Milde liebe. Ach nichts süßers ist als du, Süße liebe, Jesu, süße liebe. 5. Ich bin frank, komm, stärke mich, Meine stärke. Ich bin matt, erquicke mich, Süßer Jesu; Wann ich sterb, so tröste mich), Du mein tröster, Jesu, du mein tröster. Johann Flittner. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 252. Gute nacht, ihr eitlen freuden, Gute nacht, du falsche welt. Sehet doch, welch angst und leiden Jetzt aussteht der lebensheld, Wie er zittert, wie er ringet, Daß sein blut auch von ihm dringet. 2. Wie soll ich denn wollust pflegen, Und, o schnöde welt, mit dir Gehen auf den breiten wegen Der verderblichen begier? Nein, ich will nun Jesu leben, Hiermit gute nacht euch geben. 3. Ich mag euch durchaus nicht hören, Die ihr bald ein frommes herz Mit dem ansehn könnt bethören, Trollet euch nur hinterwärts: Ihr sollt mich nicht mehr verblenden, Noch von Jesu mich abwenden. 4. Besser ist mit Jesu leiden Hohn, verachtung, schmach und ſpott, Als von ihm sein abgescheiden Und bei der gottlosen rott Hier in großen ehren sitzen, Und dort in der höllen schwitzen. 5. Weg mit hoffart, stolz und prangen, Weg mit allem übermuth: Meines heilands haupt 175 und quälen, Für des todes bitterkeit, Die du hast von sünd und schanden Uns zu retten ausgestanden. 12. Gib, daß wir forthin bereuen Unsrer fünden schwere last, Und die strafe nicht erneuen, Die du jetzt bezahlet hast, Sondern dir uns ganz ergeben, Und nach deinem willen leben. Mel. Groß- Fürst, großer. 253. Sei gegrüßet, Jesu gütig, Uleber alle maß sanftmüthig. Ach, wie bist du so zerrissen, Und dein ganzer leib zerrissen: Laß mich deine liebe erben Und darinnen selig sterben. Kreuz- und Anfechtungs- Lieder. und wangen Triefen überall von blut, Und dem schutzherrn aller frommen Sind die kleider selbst genommen. 6. Ach, das haupt muß dornen tragen, Und die glieder prangen noch, Ja, der Herr muß blöße tragen, Und der knecht stolzieret doch. O du falsch beschöntes gleißen, Wer kann dich doch billig heißen? 7. Weiche schwelgen, weiche ſaufen; Denn dein wesen macht, daß mich Furcht und schrecken überlaufen, Wenn ich nur bedenk, wie sich, Auch zu ihrem großen schaden, Viel in wollust überladen. 8. Und dem schöpfer aller dinge Hats so gut nicht können sein, Daß, als er am freuz nun hinge, In der schwersten todes pein, Er, sein mattes herz zu laben, Hätt ein tröpflein mögen haben. 3. Jesu, schone meiner sünden, Weil ich mich zu dir thu finden Mit betrübtem geist und herzen; Dein blut lindert meine schmerzen; Laß mich deine liebe erben Und darinnen selig sterben. 4. O du roth und weiße quelle Kühle meine matte seele. Wann ich werde unten liegen, Hilf mir ritterlich obsiegen; Laß mich deiner lieb genießen Und mein leben drin beschließen. 5. O wie freundlich kannst du laben, Jesu, alle, die dich haben; Die sich halten an dein leiden, 11. Habe dank, o freund der Können seliglich abscheiden: Las seelen, Für die angst und trau- mich deiner lieb genießen, Und rigkeit, Für die striemen, noth mein leben drin beschließen. 9. Drum geb ich euch schnöden sünden Hiermit nochmals gute nacht, Weichet fern und bleibt dahinten, Ihr habt Gott die angst gemacht, Daß er flaget ohne maßen, Wie sein Gott ihn hab verlassen. 2. Jesu, Gott, mein heil und leben, Meines herzens trost daneben, Beut mir deine hand zur seiten, Wann ich werde sollen streiten; Laß mich deine liebe erben Und darinnen selig sterben. 10. Daß der lebens- Herr verstirbet Und daß er ein fluch jetzt ist, Der den segen uns er wirbet, Das soll mich zu jeder frist Von der fünden bahn abschrecken Und zu wahrer buß aufwecken. 176 Kreuz- und Anfechtungs- Lieder. 6. Wann der feind mich thut bestellen, Und da sturm und noth anklagen, Laß mich, Jesu, nicht verzagen; Wann ich aus dem elend fahre, Meine seele du bewahre, Singen immer: heilig, heilig; Alsdann bin ich ja recht felig. 7. Süßer Jesu, gnaden- sonne, Mein schatz, höchste freud und wonne, Laß mich ewig, ewig loben Mit den engeln dich hoch droben, Singen immer: heilig, heilig; Alsdann bin ich ja recht selig. Georg Reimann. 254. Du, o schönes weltgebäude, Magst gefallen, wem du willt, Deine scheinbarliche freude Ist mit lauter angst umhüllt. Denen, die den himmel hassen, Will ich ihre weltlust lassen, Mich verlangt nach dir allein, Allerschönstes Jefulein. ausstehn: Ich will meine glaubens- flügel Schwingen an der sternen hügel, Ewig da bei dir zu sein, Allerschönstes Jefulein. 5. Tausendmal pfleg ich zu sagen Und noch tausendmal dazu: Ach würd ich ins grab ge tragen, Ei so fäm idy ja zur ruh, Und mein bestes theil das würde, Frei von dieser leibesbürde, Je und ewig um dich sein, Allerschönstes Jefulein. 6. Komm, o tod, du schlafes bruder, Komm und führe mich nur fort; Löse meines schiffleins ruder, Bringe mich in sichern port. Es mag, wer da will, dich scheuen; Du kannst mich vielmehr erfreuen; Denn durch dich komm ich hinein Zu dem schönsten Jesulein. 7. Ach daß ich den leibes- ferker Heute noch verlassen müßt, Und fäm an den sternen- erker, Wo das haus der freuden ist, Da wollt ich mit wortgepränge Bei der engel großen menge Rühmen deiner gottheit schein, Allerschönstes Jesulein. 2. Müde, die der arbeit menge Und der heiße strahl beschwert, Wünschen, daß des tages länge Würde durch die nacht verzehrt, Daß sie nach so vielen lasten Können sanft und süße rasten: Ich wünsch jetzt bei dir zu sein, Allerschönstes Jefulein. 3. Ach, möcht ich in deinen armen So, wie ich mir wünschen wollt, Allerliebster schatz, erwarmen: So wollt ich das feinste gold, So in Ophir wird gegraben, Nicht für die ergößung haben, Wenn ich könnte bei dir sein, Allerliebstes Jesulein. mögen durch die 4. Andre wellen Und durch wind und 255. Jesu, meiner ſeele wonne, klippen gehn, Ihren handel zu Jesu meine beste lust, Jeſu, meine 8. Doch, weil ichy die seelenauen Und den güldnen himmelssaal Jetzt nicht kann nach wünschen schauen, Und muß hier im thränenthal Noch am kummerfaden spinnen: Ei so sollen meine sinnen Unterdeß doch bei dir sein, Allerschönstes Jefulein. Johann Frank. Kreuz- und Anfechtungs- Lieder. freudensonne, Jesu, dir ist ja bewußt, Wie ich dich so herzlich liebe, Und mich ohne dich betrübe: Drum, o Jesu, komm zu mir, Und bleib bei mir für und für. 2. Jesu, mein hort und erretter, Jesu, meine zuversicht, Jesu, starker schlangentreter, Jesu, meines lebens licht, Wie verlanget meinem herzen, Jesulein, nach dir mit schmerzen: Komm, ach komm, ich warte dein, Komm, o liebstes Jefulein. 177 Daß er mir mein herze labe, Wann ich krank und traurig bin. Jesum hab ich, der mich liebet, Und sein leben für mich giebet: O drum laß ich Jesum nicht, Wenn mir gleich das herze bricht. 7. Muß ich alles gleich verlassen, Was ich hab in dieser welt: Will ich doch im herzen fassen Meinen Jesum, der gefällt mir vor allen andern schätzen, An dem ich mich kann ergößen. So ist meine zuversicht, Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Kommst du? ja du kommst gegangen, Jesu, du bist schon allhier, Klopfest stark an mit verlangen Hier an meines herzens thür: Bleibe doch nicht draußen stehn. Willt du wieder von mir gehn? Ach, ich lasse dich durchaus Nicht weggehn von meinem haus. 4. Ach, wie sollte ich dich lassen, Jesu, wieder von mir gehn? Meine wohlfahrt müßt ich lassen, Wenn ich ließe dieß geschehn. Wohne doch in meinem herzen, So muß alle noth und schmerzen Weichen alsobald von hier, Wenn du, Jesu, bist bei mir. 5. Ach nun hab ich endlich funden Den, den meine seele liebt, Der sich mit mir hat verbunden Und sich selbsten für mich gibt, Den will ich nun fest umfassen Und durchaus nicht von mir lassen, Bis er mir den segen spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 8. Ach, wer wollte Jesum lassen? Jesum laß ich nimmermehr. Andre mögen Jesum hassen, Jesum ich allein begehr In den gut und bösen tagen, Daß er mir mein freuz helf tragen. Weil er ist der weg und licht, Laß ich meinen Jesum nicht. 9. Ich sollt in der höllen liegen Immerfort ohn alle zahl, Und mich wie ein schlachtschaf biegen In dem schwefel- pfuhl und qual, Ja der tod sollt ewig nagen Mein gewissen und mich plagen, Aber Jesus riß heraus Mich aus satans folter- haus. 10. Jesus hat durch seine wunden Mich gesund gemacht und heil: Daran denk ich alle stunden, Weil er ist mein bestes theil; Denn durch seinen tod und sterben Macht er mich zum himmels- erben, Und das glaub ich sicherlich: Jesus machet selig mich. 11. Nun, wie sollt ich Jesum lassen, Weil er mir so wohl gethan Und mich von der breiten 12 6. Wohl mir, daß ich Jesum habe; O wie feste halt ich ihn, 178 Kreuz und Anfechtungs- Lieder. straßen Hat geführt gen himmel den, Weil sie ist von sünd ent an? Jesum will ich immer lieben laden; Ob er gleich den leib er. In den freuden und betrüben; sticht, Laß ich dennoch Jesum Jesum laß ich nicht von mir, nicht. Weil ich leb auf erden hier. 17. Jesus bleibet meine freude, Meines herzens trost und saft. Jesus steuret allem leide, Er ist meines Lebens kraft, Meiner augen licht und sonne, Meiner seele schatz und wonne: O drum laß ich Jesum nicht Aus dem herzen und gesicht. 18. Jesus ist der feinde schrek. ken, Jesus ist der höllenzwang: Drum wird er mich auferwecken Durch posaunen hellen klang. Da ich dann erneuert werde Aufs erstehen aus der erde, Jesum schau'n von angesicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 19. Ach wie wird mich Jesus 14. Wenn ich nur kann Jesum herzen, Meiner augen trost und haben, Nach dem andern frag licht, Alle thränen, alle schmerich nicht; Er kann meine seele zen Wischen von dem angesicht, laben, und ist meine zuversicht. Und mit großem jubiliren Mich In den letzten todes zügen, Wann zur himmels- freud, einführen; ich hülflos da muß liegen, Und Drum so höret alle her: Jesum mir bricht der augen licht, Laß laß ich nimmermehr. ich meinen Jesum nicht. Martin Janus. 15. Sollt ich meinen Jesum lassen? Wer wird in der letzten 256. Ach Gott, erhör mein noth Auf der finstern todes- stra- seufzen und wehklagen, Laß mich ßen Bei mir stehen? wann der in meiner noth nicht gar vertod Seine grausamkeit ausübet, zagen; Du weißt mein'n schmerz, Und die meinigen betrübet, Und Erkennst mein herz: Hast du mirs der teufel mich anficht: Meinen aufgelegt, so hilf mirs tragen. Jesum laß ich nicht. 2. Ohn deinen willen kann mir nichts begegnen; Du kannst verfluchen und auch wieder segnen; Bin ich dein find, Und habs verdient, Gib warmen sonnenschein nach trübem regen. 12. Wenn die welt mit ihren neßen Mich zu boden fällen will, Und die andern sich ergößen An demselben affen- spiel, Will ich meinen Jesum fassen In mein arm und ihn nicht lassen, Bis ich werd mit ihm zugleich Herrschen in dem himmelreich. 13. Demnach mögen andre weiden Sich in dieser eitelkeit, Mich soll nichts von Jesu scheiden In der ewgen seligkeit, Die mir Jesus hat erworben, Da er ist für mich gestorben: Drum, o welt, fahr immer hin, Wenn ich nur bei Jesus bin. 16. Jesum will ich nur lieb haben; Denn er übertrifft das gold Und all andre theure gaben: So kann mir der sünden sold An der seele gar nichts scha Kreuz- und Anfechtungs- Lieder. 179 3. Pflanz mir geduld durch nem herzen, Die er ihm erwäh dein'n geist in mein herze, Und hilf, daß ich es acht für feinen scherze. Zu deiner zeit Wend ab mein leid; Durch mark und bein Dringt mir der große schmerze. 4. Ich weiß, du hast meiner noch nie vergessen, Daß ich vor leid mir sollt mein herz abfressen. Mitt'n in der noth Denk ich an Gott, Wenn er mich schon mit freuz und angst thut pressen. let hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott Mich vergessen in der noth, Und läßt mich so harte pressen, Meiner hat er ganz vergessen. dies 2. Gott, der mir hat fest versprochen Seinen beistand in dem leid, läßt mich nun vergeblich pochen An die thür der gnadenzeit. Ach, will er denn für und für Grausam zürnen über mir? kann und will er sich der armen Jetzund nicht wie vor erbarmen? 5. Es hat fein unglück nie so lang gewähret, Es hat doch endlich wieder aufgehöret. Beut mir dein hånd, Und machs ein end, Auf dieser erd mein herz sonst nichts begehret. 6. Soll ich noch mehr um deinetwillen leiden, So steh mir, Herr, mit deiner fraft zur sei ten; Fein ritterlich, Beständiglich Hilf mir mein widersacher all bestreiten. 7. Daß ich durch deinen geist mög überwinden, Und mich allzeit in deinem haus laß finden Zum preis und dank, Mit lobgesang. Mit dir thu ich aus liebe mich verbinden. 8. Daß wir in ewigkeit bleiben beisammen, Und ich allzeit dein'n auserwählten namen Preis herziglich, Das bitt ich dich Und sing von meines her zens grunde: Amen. Jacob Peter Schechs. 3. Zion, o du vielgeliebte, Sprach zu ihr des Herren mund, Du bist jegund die betrübte, Seel und geist ist dir verwundt: Doch stell alles trauren ein. Wo mag eine mutter sein, Die ihr eignes kind kann haffen, Und aus ihrer sorge lassen? 4. Ja, wenn man auch sollte finden Einen solchen muttersinn, Da die liebe kann verschwinden: So bleib ich doch, wer ich bin. Meine treu bleibt gegen dir, Zion, o du meine zier; Du hast mir mein herz besessen, Deiner kann ich nicht vergessen. Mel. Freu dich sehr, o meine. 257. Zion flagt mit angst und schmerzen, Zion, Gottes werthe stadt, Die er trägt in sei5. Laß dich nicht den ſatan blenden, Der sonst nichts als schrecken kann. Siehe, hier in meinen händen Hab ich dich ge-. schrieben an. Wie kann es denn anders sein: Ich muß ja gedenken dein: Deine mauren will ich bauen, Und dich fort und fort anschauen. fort un fa 6. Du bist mir stets vor den augen, Du liegst mir in meinem schooß, Wie die kindlein, die noch 12* 180 saugen; Meine treu geg'n dir ist groß, Dich und mich soll keine zeit, Keine noth, gefahr noch streit, Ja der satan selbst nicht scheiden: Bleib getreu in allem leiden. Johann Herrmann. ( nach Jesaia 49, 14-16. Kreuz und Anfechtungs- Lieder. 258. Ach, was soll ich sünder machen? Ach, was soll ich fangen an? Mein gewissen klagt mich an, Es beginnet aufzuwachen. Dieß ist meine zuversicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Zwar es haben meine sünden Meinen Jesum oft betrübt: Doch weiß ich, daß er mich liebt, Und er läßt sich gnädig finden. Ob mich gleich mein sünd ansicht, Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Ob zwar schweres kreuz und leiden, So bei Christen oft entsteht, Mir fehr hart entgegen geht, Solls mich doch von ihm nicht scheiden; Er ist mir ins herz gericht, Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß unser leben Oft nur als ein nebel ist; Denn wir hie zu jeder frist Mit dem tøde sind umgeben: Obs gleich heute nicht geschicht, Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Sterb ich bald, so komm ich abe Von der welt beschwerlichkeit, Ruhe bis zur vollen freud, Und weiß, daß im finstern grabe Jesus ist mein helles licht: Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Durch ihn werd ich wieder leben; Denn er will zu rechter zeit Wecken mich zur seligkeit, Und die ehrenkrone geben. Muß ich schon erst vors gericht: meinen Jesum laß ich nicht. 7. Jesu, du sollst mein ver bleiben, Bis ich komme an den ort, Welcher ist der himmelsleiben Meine seele deinem licht: port, Und daselbst auch einverMeinen Jesum laß ich nicht. Johann Flittner. Mel. Uch Gott, erhör mein. 259. Ach Gott, ach Gott, Willst du mich mit des kreuzes ach hast du mein vergessen? last zerpressen? Die böse rott Hat mir mit spott Den thränenbecher übervoll gemessen. 2. Wie lang, ach Herr, wie gar zerknirschest du der frommen lang soll ich mich quälen? Wie feelen? Des todes pfeil Und donners feil Erhaschen mich, und sind fast nicht zu zählen. 3. Nun, meine seel, laß dich besänftigt stillen, Und murr nicht wider deines Gottes willen. Wer Gott vertraut, Fest auf ihn baut, Den will er nach dem leid mit freud erfüllen. 4. Geh hin und frag die langbejahrten greifen, Ob sie in ihrem leben können weisen Nur einen mann, der sagen kann, Gott laß ihn sonder trost von hinnen reisen. 5. Vergleichest du den himmel mit der erden? Der raben farb den wollenweißen heerden? Die herrlichkeit Wird nach der zeit Kreuz- und Anfechtungs- Lieder. Uns ewig, ewig offenbaret werden. 181 4. Denn ich bin nicht aus dem orden, Wie ihr menschen- kinder seid, Ich bin Gott, so niemals worden, Sondern war von aller zeit, Ich bin, der die wolken machet, Der dich, Israel, bewachet, Ich bin deines lebens zier, Und der heilig unter dir. Aus Jeremia 31. Vers 20. 6. Bin ich bis an der erden end vertrieben, So bin ich doch in Gottes hand geschrieben, Die für und für Ist hart auf mir; Wenn er mich schläget, will ich ihn doch lieben. Mel. Herr Jesu Christ, du. 7. So hat Gott meiner nimmer nicht vergessen, Ob mich gleich noth und tod fast aufgefressen. Das sonnen- rad Folgt 261. Noch dennoch mußt du trübem pfad, Der Lorbeer- drum nicht ganz In traurigkeit kranz den klag- und traur- cy- versinken: Gott wird den süßen pressen. sen blinken. Steh in geduld, trostes- glanz Schon wieder laswart in der still, Und laß Gott machen, wie er will: Er kann's nicht böse machen. Georg Philipp Harsdörfer. Georg Philipp Harsdörfer. 260. Ephraim, was soll ich machen? Spricht des Allerhöch sten mund, Soll deiner nicht lachen, Dich verderben auf den grund? Israel, soll ich dich schüßzen, Dich nicht vielmehr lassen schwißen In der drangsal, in der noth, Dich verfolgen auf den tod? 2. Ist denn dieß unser erstes mal, Daß wir betrübet werden? Was haben wir als angst und qual Bisher gehabt auf erden? Mir sind wohl mehr so hoch gekränkt, und hat doch Gott uns drauf geschenkt Ein stündlein voller freuden. 2. Soll ich nicht vielmehr erfiesen, Also mit dir umzugehen, Wie mit Adama vor diesem, 3. So ist auch Gottes meiWie Zeboim ist geschehn? Aber nung nicht, Wann er uns unmein herz und gemüthe Hält viel- glück sendet, Als sollte drum mehr ob gnad und güte, Mein sein angesicht Ganz von uns sinn heget jederzeit Flammen sein gewendet: Nein, sondern der barmherzigkeit. dieses ist sein rath, Daß der, so ihn verlassen hat, Durch's unglück wiederkehre. 3. Meine Liebe, die ich trage Zu dir, trautes Ephraim, Ist so brünstig, daß die plage Meines herben zornes- grimm Gar zu boden nieder lieget, Wird bebestritten und besieget, Es muß aller angst und pein, Aller qual vergessen sein. 4. Denn das ist unsers fleisches muth, Wann wir in freuden leben, Daß wir dann unserm höchsten gut Am ersten urlaub geben. Wir sind von erd, und halten werth Vielmehr was hier 182 auf dieser erd, Als was im himmel wohnet. 5. Drum fährt uns Gott durch unsern sinn, Und läßt uns weh geschehen; Er nimmt oft, was uns lieb, dahin, Damit wir aufwärts sehen, Und uns zu seiner gut und macht, Die wir bisher nicht groß geacht, Als finder wieder finden. Kreuz und Anfechtungs- Lieder. 10. So darfst du auch an seiner kraft Gar keinen zweifel haben: Wer ist's, der alle dinge schafft? Wer theilt aus alle ga ben? Gott thuts und das ist auch der mann, Der rath und that erfinden kann, Wann je dermann verzaget. 11. Deucht dir die hülf unmöglich sein, So sollst du gleich6. Thun wir nun das, ist er wohl wissen: Gott räumt uns bereit, Uns wieder anzunehmen, dieses nimmer ein, Daß er sich Macht aus dem leide lauter laß einschließen In unsers sin freud Und lachen aus dem grå- nes engen stall, Sein arm ist men, Und ist ihm das gar frei, thut überall Vielmehr, als schlechte kunst: Wen er um- wir verstehen. fängt mit lieb und gunst, Dem ist geschwind geholfen. 7. Drum falle du, betrübtes heer, In demuth vor ihm nieder, Sprich: Herr, wir geben dir die ehr, Ach nimm uns fünder wieder In deine gnade, reiß die last, Die du uns aufgeleget haft Hinweg, heil unsern schaden. 8. Denn gnade gehet doch für recht, Zorn muß der liebe weichen, Wenn wir erliegen, muß uns schlecht Gott sein erbarmen reichen; Dieß ist die hand, die uns erhält, Wo wir die lassen, bricht und fällt All unser thun in haufen. 9. Auf Gottes liebe mußt du stehn, Und dich nicht laffen fälIen, Wenn auch der himmel ein wollt gehn Und alle welt zerschellen: Gott hat uns Gnade zugesagt, Sein wort ist klar, wer sich drauf wagt, Dem kann es nimmer fehlen. 12. Was ist sein ganzes wer thes reich Als lauter wundersachen? Er hilft und baut, wenn wir uns gleich Deß gar kein hoffnung machen; Und das ist seines namens ruhm, Den du, wenn du sein heiligthum Willst sehen, ihm mußt geben. Paul Gerhardt. Mel. Auf meinen lieben Gott. 262. Man spricht: wen Gott erfreut, Hat g'meiniglich groß leid, Doch wird sein leid verfehret Und ew'ger freud gewäh ret. Gott kann dein leid wohl stillen Und dich mit freud erfüllen. 2. Angst, noth, trübsal und pein Muß stets im vortrab sein, Darnach so thut herreiten Das glück auf allen seiten. Gott kann dein unglück stillen Und dich mit freud erfüllen. 3. Richt dich zum widerstand, Wann dir wird sein bekannt, Kreuz und Anfechtungs- Lieder. 183 A. Daß man auf dich will lauren, 10. Die blümlein auf dem feld, Und bringen dich in trauren: Auch alles wild im wald, Gott kann dein trauren stillen Wenns der winter verheeret, Der somm'r sie wied'r ernähret: Und dich mit freud erfüllen. 4. Trau nicht ein'm jeden Gott kann dem winter wehren, wort, Glaub mir, ich hab's ge- Den sommer wieder kehren. hört, Wem du viel traust ohn maßen, Der thut dich oftmals haffen: Gott kann dein haffer stillen, Und dich mit freud er füllen. 5. In widerwärtigkeit RufGott, er ist nicht weit, So wird er für dich kämpfen, Und deine feinde dämpfen: Gott kann dein feind wohl stillen Und brechen ihren willen. 6. Nun ist es einmal wahr, Es fällt von dir kein haar, So fann dir niemand schaden, Wenns Gott nicht will gestatten: Gott kann dein schaden stillen Und dich mit freud erfüllen. 11. Es hat wohl eh geschneit, Vorhin vor dieser zeit, Darnach so scheint die sonne, Bringt uns viel freud und wonne: Gott fann den schnee wohl stillen, Und dich mit freud erfüllen. 12. Mit dem elende dein Sollst du zufrieden sein; Denn wann die noth am größten, Mill dich Gott selber trösten: Gott kann dein elend stillen und dich mit freud erfüllen. 13. Ach Gott, ich bitt allein. Kanns sein der wille dein, Daß sich mein trübsal ende, Und sich mein unglück wende: Gott kann mein unglück wenden zu einem sel'gen ende. 7. Bist du in angst und noth, So trau allein auf Gott, Dann 14. Nach jedem herz leid Erfindest du zum letzten, Daß folgt auch wieder freud. Ich dir's gereicht zum besten: Gott hoff auf Gott mit treuen, Es kann dein angst wohl kehren, soll mich nicht gereuen, Gott Das wird ihm niemand wehren. Fann mein herzleid stillen Nach 8. In dieser welt allein Auf sein'm göttlichen willen. Gott den Herren dein Sollst du in noth vertrauen; Es wird dich nicht gereuen: Gott kann dein noth wohl stillen Und dich mit freud erfüllen. Martin Bindemann. 9. Nach jedem winter falt Erfolgt der sommer bald: Also nach jedem schmerzen Erfolgt auch freud im herzen: Gott kann dein schmerzen wenden, Er hats in seinen händen. 263. Schwing dich auf zu deinem Gott, Du betrübte seele: Warum liegst du Gott zum spott In der schwermuths höhle? Merkst du nicht des satans list? Er will durch sein kämpfen Deinen trost, den Jesus Christ Dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen kopf und 184 Kreuz und Anfechtungs- Lieder. sprich: Fleuch, du alte schlange; liebten händen, Bricht und Was erneu'rst du deinen stich, kriegt geschwind ein loch, Wenn Machst mir angst und bange? es Gott will wenden. Ist dir doch der kopf zerknickt, Und ich bin durch's leiden Meines heilands dir entzückt In den saal der freuden. 3. Hab ich was nicht recht gethan, Ist mir's leid von herzen; Dahingegen nehm ich an Christi blut und schmerzen: Denn das ist die ranzion Meiner missethaten, Bring ich das vor Gottes thron, Ist's mir wohl gerathen. 4. Stürme teufel und du, tod, Was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner noth Gott mit seiner gnaden, Der Gott, der mir seinen Sohn Selbst verehrt aus liebe, Daß der ew'ge spott und hohn Mich dort nicht betrübe. 8. Kinder, die der vater soll Ziehn zu allem guten, Die gedeihen selten wohl Ohne zucht und ruthen: Bin ich denn ein Gottes- kind, Warum will ich fliehen, Wenn er mich von mei ner sünd Auf was guts will ziehen? 9. Es ist herzlich gut gemeint Mit der Christen plagen: Wer hie zeitlich wohl geweint, Darf nicht ewig klagen; Sondern hat vollkommne lust Dort in Christi garten, Dem er einig recht be wußt, Endlich zu gewarten. 5. Schreie, tolle welt, es sei 10. Gottes finder säen zwar Traurig und mit thränen, Aber endlich bringt das jahr, Wonach sie sich sehnen; Denn es kommt die erndte- zeit, Da sie garben Mir Gott nicht gewogen, Es machen: Da wird all ihr gram ist lauter täuscherei, Und im grund erlogen; Wäre Gott mir gram und feind, Würd er seine gaben, Die mein eigen worden sind, Wohl behalten haben. und leid Lauter freud und lachen. 6. Denn was ist im himmelszelt, Was im tiefsten meere, Was ist gutes in der welt, Das nicht mir gut wäre? Weme brennt das sternenlicht? Wozu ist gegeben Luft und wasser? dient es nicht mir und meinem leben? 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein: Wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe freuz herein Mit dem bittern leide: Laß es dringen, kommt es doch Von ge11. Ei so faß, o Christen- herz, Alle deine schmerzen, Wirf sie fröhlich hinterwärts, Laß des trostes kerzen Dich entzünden mehr und mehr, Gib dem großen namen Deines Gottes preis und ehr; Erwird helfen. Amen. Paul Gerhardt( abgekürzt). 264. Wer Gott vertraut, Hat wohl gebaut Im himmel und auf erden; Wer sich verläßt Auf Jesum Christ, Dem muß der himmel werden. Darum auf dich All hoffnung ich Ganz fest und steif thu seßen: Herr Kreuz und Anfechtungs- Lieder. 185 all'm anliegen mein: Er wird mich wohl behüten Und mein beschirmer sein. Jesu Christ, Mein trost du bist g'duld will ich stets bitten In In todes noth und schmerzen. 2. Und wenns gleich wär Dem teufel sehr Und aller welt zuwider: Dennoch so bist Du, Jesu Christ, Der sie all schlägt darnieder. Und wenn ich dich Nur hab um mich mit deinem geist und gnaden: So kann fürwahr Mir ganz und gar Wed'r tod noch teufel schaden. 4. Alles glück und unglücke Das kommt allein von Gott: Ich weiche nicht zurücke, Wank nicht in meiner noth. Wie kann er mich denn hassen, Der treu noth- helfer mein? Wann meine noth am größten; Will er stets bei mir sein. 5. Reichthum und alle schätze, Und was der welt gefällt, Drauf ich mein sinn nicht setze, Das bleibt doch in der welt. Mein schatz hab ich im himmel, Der Jesus Christus heißt, Ist über alle schäße, Schenkt mir sein heil'gen Geist. 6. Ihn hab ich eingeschlossen In meines herzens schrein: Sein blut hat er vergossen Für mich arms würmelein, Mich damit zu erlösen Von ew'ger angst und pein: Wie könnt auf dieser erden Doch größre liebe sein? 7. Sollt ich mich nicht erzeigen Dankbar für seine gnad? Sch geb mich Gott zu eigen Mit allem, was ich hab: Wie er's will weiter machen, Sei ihm all's heimgestellt, dh befehl Gott meine sachen: Er mach's, wie's ihm gefällt. 8. Amen, nun will ich schlieBen Dieß schlechte liedelein. 3. Dein tröst ich mich Ganz sicherlich; Denn du kannst mir wohl geben, Was mir ist noth, Du treuer Gott, In dies'm und jenem leben. Gib wahre reu, Mein herz erneu, Errette leib und seele, Ach höre, Herr, Dieß mein begehr Und laß mein bitt nicht fehlen. Johann Mülmann. Mel Herzlich thut mich verlangen. 265. Keinen hat Gott verlassen, Der ihm vertraut allzeit; Ob ihn schon viel drum haffen, Geschicht ihm doch kein leid. Gott will die seinen schützen, Zuletzt erheben hoch, Und geben, was ihn'n nüßzet Hier zeitlich und auch dort. 2. Allein ich's Gott heimstelle, Er mach's, wie's ihm gefällt, 3u nuß mein'r armen seele. In dieser bösen welt Ist nichts denn kreuz und leiden, Und muß auch also sein; Denn die zeitliche freude Bringt uns die ewig pein. 3. Treulich will ich Gott bit- Herr, durch dein blutvergießen ten, Und nehmen zum beistand Laß mich dein erbe sein: So In allen meinen nöthen, Ihm hab ich all's auf erden, Was besser als mir bekannt. Um mich erfreuet schon; Im him 186 mel soll mir werden Die ewig freud und kron. Andreas Keßler. Kreuz und Anfechtungs- Lieder. 8. Herr Jesu Christ, das bitt ich dich: In deinen schutz befehl ich mich, Erhalt mich fest im glauben rein, Laß mich dein find und erbe sein. 9. Amen, amen, Herr Jesu Christ, Der du schutz- herr und Heiland bist, Bescher uns auch ein seligs end, Nimm unsre feel in deine hånd. 266. Wann dich unglück thut greifen an, Und unfall will sein willen han, So ruf zu Gott im glauben fest; In keiner noth er dich verläßt. Erasmus Winter. 2. Ob du gleich bast viel böse zeit, Ein jedermann dich haßt und neid't, Greifzum gebet ohne ablan; Gott steht dir bei, er 267. Trau auf Gott in al will dich han. 3. Er schüßt dich recht, er schützt dich wohl, In keiner noth man zweifeln soll; Gott ist ein fürst, der rettung thut, Aus trauren macht er freud und muth. 4. Drum sollst du ihm vertrauen zwar; Er ist bei dir in noth und g'fahr, Er sieht gar wohl das unglück dein, Es geschieht nichts ohn den willen fein. 5. Drum set ihm weder ziel noch maß; Er weiß gar wohl wie, wann und was Dir nüßlich ist zu dieser frist: Er brauchtan uns kein arge list. 6. Trag nur geduld im leiden dein, Befehl dich in den willen sein; Denn er weiß wohl die rechte zeit, Wann er soll wenden freuz und leid. 7. All haar dein's haupts gezählet sind, Es schad't dir nichts dein ärgster feind, Er wird an dir zu schand und spott Und bringt sich selbst in angst und noth. len sachen, Die dich jeho traurig machen; Trau auf Gott in allen dingen, Die dir zu dem herzen dringen. 2. Trau auf Gott in seelenplagen, Wann dich deine sünden nagen; Denn Gott ist in solchen schmerzen Ein recht pflaster für die herzen. 3. Trau auf Gott, wann tod und hölle, Wann der teufel ist zur stelle, Und dir von verdammen saget; Gott ist's, der ihn alsbald jaget. 4. Trau auf Gott in bösem glücke: Denn Gott ist dir eine brücke, Drauf du sichern stand kannst haben, Wann viel unglück um dich traben. 5. Trau auf Gott, wann böse seuchen In dem land herummer schleichen; Denn er kann dich so bedecken, Daß dich keine darf an stecken. 6. Trau auf Gott in kriegsgefahren; Denn er weiß dich zu bewahren, Er kann machen, daß die feinde Werden deine besten freunde. Kreuz und Anfechtungs- Lieder. 187 7. Trau auf Gott in hungers- So sei's, wer kanns Gott wehnöthen, Dann wird dich fein ren? hunger tödten: Wächset gleich fein forn auf erden, Da wird brod aus steinen werden. 8. Trau auf Gott in dürren zeiten, Dann wird er vom himmel leiten Seines segens ström und quellen, Die dein herz zufrieden stellen. 9. Trau auf Gott, wann's stürmt und schneiet, Wann die donner wolke schreiet, Wann bich trifft das böse wetter: Da ist Gott auch dein erretter. M 3. Wies Gott g'fällt ſo gefällt mirs wohl In allen meinen sachen. Was Gott versehen hat einmal, Wer kann es anders machen? Drum ist umsonst Welt- wiß und kunst, Es hilft nicht haar ausraufen, Man murr od'r beiß; Solls sein, so seis, Wird doch sein weg h'naus laufen. 4. Wies Gott gefällt, laß ichs ergahn, Will mich darein ergeben; Wollt ich sein'm willen widerstahn, So müßt ich bleiben fleben; Denn g'wiß fürwahr All tag und jahr Bei Gott sind ausgezählet. Sch schick mich drein, Es gescheh; solls sein, So sei's bei mir erwählet. 10. Trau auf Gott in allen sachen; Denn er kann die an schläg machen. Trau auf Gott in allen dingen, Dann wirst du ein danklied singen. Justus Sieber. 5. Wies Gott gefällt, so solls ergahn In lieb und auch in leide, Dahin ich mein fach ge stellt han, Daß sie mir sollen beide Gefallen wohl; Drum mich auch soll Ja oder nein nicht schrecken. Schwarz oder weiß, Solls sein, so seis, Gott wird wohl gnad erwecken. 6. Wies Gott gefällt, so laufs hinaus, Ich laß die vöglein sorgen, Kommt mir das glück heut nicht zu haus, So wird es doch sein morgen. Was mir beschert, Bleibt unverwehrt, Ob ich Gott heim, Der will mich sich's schon thut verziehen. recht erfahren, Ob ich auch will Dank Gott mit fleiß; Solls Ihm halten still; Wird doch Gott sein, so seis: Er wird mein gnad bescheren, Ich zweifle glück wohl fügen. nicht. Solls sein, man spricht, 2. Wies Gott gefällt, zufried'n ich bin, Das übrig laß ich fahren: Was nicht soll sein, stell 7. Wies Gott gefällt, dasselb Mel. Was mein Gott will. 268. Wies Gott gefällt, so g'fällt mirs auch, Und laß mich gar nichts irren, Ob mich zu zeiten beißt der rauch, Und wenn sich schon verwirren All sachen gar: Ich weiß fürwahr, Gott wirds zuletzt wohl richten. Wie ers will han, So muß es gahn: Solls sein, so seis ohn dichten. 188 Kreuz und Anfechtungs- Lieder. ich will, Und weiter nichts be- in tod, Drauf will ich mich ver gehren Mein'r sach hat Gott lassen. Wie in der schrift ge gesteckt ein ziel, Dabei wirds schrieben ist, Johanns thuts bleiben werden. Das leben mein uns verkünden: Das blut des Seß ich auch drein, Auf guten Herren Jesu Christ Wascht uns grund zu bauen Und nicht aufs von allen sünden. eis. Solls sein, so seis, Will Gott allein vertrauen. 4. Drum ob ich schon von je dermann Verlaffen bin auf er den, Gott wird auf meiner sei ten stahn, Mein trost und zuflucht werden. Denn er ist stark mit seiner hand, Dem teufel kanner wehren, Und mir das ewig vaterland Und seligkeit bescheren. 8. Wies Gott gefällt, so nehm ichs an, Um g'duld will ich ihn bitten. Er ists allein, der helfen kann, Und wenn ich schon wär mitten In angst und noth, Låg gar im tod, Kann er mich wohl erretten Gewalt'ger weis, Solls sein so seis. Ich g'winns; wer nur will wetten. Johann Friedrich 1. der Großmüthige, Churfürst zu Sachsen.( 3) Mel. Nun welche hie ihr hoffnung. 269. Wie mirs Gott schickt, so nehm ichs an, Geduldig will ichs leiden. In meiner noth ruf ich ihn an, Mag ihm nicht wi derstreiten. Er machs mit mir, wies ihm gefällt; Auf ihn steht mein vertrauen, In meiner noth Bis in den tod: Das wird mich nicht gereuen. 2. In angst und noth leb ich dahin; Herr, thu mir gnad verleihen, Daß ich im freuz geduldig bin. Wollst mir mein sünd verzeihen, Die ich auf erd begangen hab, Die reuen mich von herzen. Herr Jesu Christ, Mein mittler bist, Wend mir mein leid und schmerzen. 5. Durch Jesum Christ, sein'n lieben Sohn, Der für uns hat gelitten, Die schuld bezahlt und g'nug gethan, Den laßt uns treulich bitten, Daß er durch sein barmherzigkeit Uns wahre in ewigkeit Die seligkeit woll buß im leben, und dort hernach geben. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 270. Ach Herr, du allerhöch ster Gott, Sieh an die schwere große noth In ganzen deutschen landen. Solch rauben, brennen, blut und mord Von den Christen noch nie gehört, Seit die welt hat gestanden. 2. Bei uns ist jammer und groß noth: Sieh du darein, du freuer Gott, Uns'r elend laß dich' rbarmen. Sieh du nicht an die große sünd, Damit wirs wohl haben verdient, Komm du, und hilf uns armen. 3. Dein wunden tief und blut 3. Kläglich so rufen wir dich so roth Hast du für mich ver- an: Viel großer sünd hab'n wir gossen, Und geben hin für mich gethan, Geführt ein gottlos le Kreuz und Anfechtungs- Lieder. 189 ben. Dein heil'ges wort so gar göttlich warnung veracht, Kein veracht, Dasselbe nicht einmal wunderzeich'n will nehm'n in betracht: Gott, wollst uns acht, Pharao ists auch g'schehen. vergeben. 10. Krieg und blut ist ja vor der thür, Theurung und hunger rückt herfür, Pestilenz thut herschweben. Das macht allein die große sünd, Damit wirs wohl haben verdient, Auch unser gottlos leben. 4. Die warnung frommer diener dein Haben wir nur gehört allein, Kein buß hat man vernommen; Derwegen alle diese plag, Die wir jetzt sehen alle tag, Auf einen haufen kommen. 5. Ehrgeiz der ist gerissen ein, Ein jeder will der beste sein, Kein maß will man nicht halten; Dahin ein jeder dicht und tracht: O hätt ich nur weltlichen pracht, Bei jungen und bei alten. 6. Fluchen und schwör'n nimmt überhand, Man achts für feine sünd und schand, Niemand läßt ihm solchs wehren. Die unzucht ist so gar gemein, Es wissens auch die finder klein; Die alten thun sies lehren. 7. Gut und geld liebet alle welt, Nach solchem sie stets tracht und stellt, Darnach steht ihr verlangen. Es sei mit fug, glimpf oder recht, Es gilt ihr alles gleich und schlecht, Damit thut sie fast prangen. 11. Laßt uns bessern,' s ist hohe zeit. Die art schon an dem baume leit, Drei ruthen sind gebunden: Krieg, pestilenz und theuerung. Sind das nicht straf'n und plag'n genung In unsern deutschen landen? 8. Hoffart hat doch nie gut gethan; Schau alle reich, auch Babylon: Wo sind sie doch hinkommen? Also wirds g'wiß uns auch ergehn, Es will doch nie mand buße thun, Das hab ich wohl vernommen. 12. Man glaubt doch nicht, nur alls veracht, Vergangne straf man nicht betracht: Ist hin, ist schon vergessen. O du gott. loses Sodome, Es steht dir nicht zu rathen mehr, Das kann ich wohl ermessen. 13. Ninive, die gar große stadt, Von warnung sich bekehret hat, Bessert ihr gottlos leben. Wie lang haben wir nun gehört Die warnung Gottes heil'ges worts? Uns zu kein'r buß begeben. es 9. Ich weiß es wohl, du glaubst nicht; Heiß mich ein thorn, wenns nicht geschicht; Allweg hat mans geseher Wenn man 14, Gott, wie sind wir also blind: Erbarm dich dody der kleinen kind, Dein gnad thu uns beweisen. Von uns wend dein'n gerechten zorn, Wir sind sonst ganz und gar verlorn; Ewig woll'n wir dich preisen. Mel. Erhalt uns Herr, bei. 271. Herr Gott und Schöpfer aller ding, Dein armer hauf 190 Kreuz und Anfechtungs- Lieder. und schäflein g'ring Schreien gem Geist, dem tröster werth, zu dir in aller noth: Hilf uns, o lieber Herre Gott. Wir geben alle lob auf erd. 10. Wie es im anfang g'wesen ist, So bleibe es zu aller frist, Wie er sich selbst hat offenbart Durch sein wort, werk, ja hoch von art. 2. Mach dich nun auf, und schweig doch nicht, Die harte noth uns jetzt anficht; Zu helfen uns, du Herr, aufwach, Und sieh mit gnad auf diese sach. 3. Du hirt und heiland unsrer Mel. Werde munter mein gemüthe. 272. Liebster Jesu, deine feel, Der du siehst unser herzens- liebste, Deine dir erwählte qual, Las ja erscheinen deine macht, Erweck dein g'walt, hab auf uns acht. 4. Hilf deiner kirch und armen g'mein; Denn du, Herr, kannst solchs thun allein, Daß wir empfinden deinen troft, Werden aus aller noth erlöst. braut Ist nun worden die be trübtste. Mark und bein in meiner haut Sind verdorret und verschmacht, Und ich seufze tag und nacht: Laß, o Jesu, doch die deine In dem elend nicht alleine. 5. Wir sind, Herr, in der letzten zeit, Da alles unglück häufig reit; Hilfst du nicht deiner armen schaar, So ists mit uns verloren gar. 2. Weil ich mein betrübtes les ben, Liebster Jesu, wollte gern Dir auch zu verstehen geben, Aber mir der weg so fern. So hat meine liebes- pein Durch se dieß fleine briefelein, Liebster, mich dahin getrieben, Daß ich dir hab zugeschrieben. 6. Drei heer uns stets entgegen sind: Welt, fleisch und teu fels hofgesind; Dagegen sind wir viel zu g'ring; Gib durch dein hilf, daß uns geling. 3. Nachdem ich durch ungelücke, Edler bräutgam, werther freund, Hab durchs teufels list und 7. Herr Jesu Christ, dich bit- tücke, Die mir nachgeschlichen ten wir, mit deinem geiste uns sind, Dich verloren, meinen regier, Der uns in trübsal trö- freund, Um den so ganz klägsten thu, Damit wir mögen ha- lich weint Meine seele, mag ich ben ruh. All werden Nimmer froh auf dieser 8. Sind wir doch, o Herr, erden. deine find, Die durch dein blut 4. Niemand mag sonst mir erlöset sind; Erbarm dich deiner Christenheit, Daß sie dich lob in ewigkeit. elenden Meine höllen heiße pein, Meinen schmerz und jammer wenden, Als nur, liebster, 9. Lob, ehr und dank im höch- du allein. Wenn du nicht mein sten thron Gott Vater und elend hörst, Und dich wieder zu sein'm ein'gen Sohn Und heil- mir kehrst, Werd ich arme endD Kreuz und Anfechtungs- Lieder. 191 lich sterben Und in meiner qual dein, Die so schmerzlich heult verderben. und klaget, Und mit liebes- pein sich plaget? 5. Jesu, höre doch mein klas gen, Wo soll ich, betrübte hin, 10. Kröch ich in die tiefsten hoch, Flög ich in die hohen lüfte, In ein hohes felsen- loch, Wenn ich auch ganz äußerst wär An dem ende von dem meer, Dessen tiefe nicht zu gründen: Weißt du mich doch wohl zu finden. Die ich schier kein wort kann klüfte, Stieg ich auf die berge sagen Und von heulen heiser bin? Wann da thier und vögelein In den wäldern lustig sein, Muß ich da mit heißen zähren Meinen bittern jammer mehren. 6. Liebster, willst du dich der armen Gar nicht wieder nehmen an? Laß dich meiner plag erbarmen, Was für ruhm gibt es dir dann, Wenn du aus dem elend hier nicht einmal auch hilfest mir, Wenn du, liebster, zu wirst geben, Daß ich büße ein das leben? 7. Ach, mein herz wär voller freuden, Und erquicket noch so sehr, Wollt auch gerne alles leiden, Wenn mein Jesus bei mir wär. Wenn ich dich nur haben sollt, Hätt ich, was ich wünschen wollt. Werd ich dich auch nicht bald sehen, Muß ich ganz vor leid vergehen. 8. Hast du nicht reich, kron und leben Jesu, mir gesaget zu? Warum willst du denn hingeben Mich den wölfen? willst denn du So ein armes schäfelein Lassen aus der herd allein? Willst du seiner so vergessen, Und es wölfe lassen fressen? 11. Darum komm zu mir gelaufen, Jesu, und laß ja nicht zu, Daß die fluthen mich ersaufen, Seße mich doch einst zur ruh. Doch was flagst du, meine seel? Dein freund weiß ohn allen fehl Gar wohl, wie es um dich stehet, Und wie übel es dir gehet. 12. Gib doch deine turteltaube Nicht den wilden thiern zu theil; Laß nicht ihre seele rauben, Sondern zeige ihr dein heil, Denke doch an deinen eid, und sprich: Nunmehr ist es zeit, Daß ich deiner, schatz, gedenke, Und dir meinen himmel schenke. Justus Georg Schottel. 9. Ich bin dir ja treu geblieben; Ach, wie hab ichs denn verschuldt, Daß bein süßes ge. gen- lieben Mich beraubet deiner huld? Siehst du nicht die qual und pein Der getreuen liebsten 273. Jesu, Jesu, du bist mein: Weil ich soll auf erden wallen, Laß mich ganz dein eigen sein, Laß mein leben dir gefal len; Dir will ich mich ganz ergeben In dem tod und auch im leben, und vertraue dir allein: Jesu, Jesu, du bist mein. 2. Jesu, Jesu, du bist mein: Wenn die schwere freuzes- bürde Mich drückt härter als ein ſtein, Halt ichs für der christen würde. 192 Kreuz und Anfechtungs- Lieder. Du hast selber freuz getragen, Jesu, zu, Gib mir dein freuden Warum sollt ichs denn abschla- leben. gen, Wann das freuz bei mir fehrt ein. Jesu, Jesu, du bist mein. 3. Jesu, Jesu, du bist mein. Wann mich freund und feind verlassen, und ich hülflos geh allein, Und weiß keinen trost zu fassen: So wollst du dich zu mir wenden, Und dein guten geist mir senden, Der mir seinen trost geußt ein. Jesu, Jesu, du bist mein. 4. Jesu, Jesu, du bist mein, Wann ich muß des todes sterben, Weil ich durch das leiden dein Hoff die seligkeit zu erben, Wo sich enden wird mein let den, Und sich finden fried und freuden, Wo ohn alle qual und pein Jesu, Jesu, du bist mein. 4. Komm, Jesu, gib dich mir, Ich will mich dir ergeben. Ach komm, du herzens- zier, Komm, Jesu, du mein leben, Komm, komm, du himmels- fron, Komm, Jesu, meine wonn, Laß mich an dir stets kleben. 3. Ist doch in dieser zeit, Darinnen wir jetzt schweben, Nichts als nur frieg und streit, mit falscher freud umgeben. Hier ist gar keine ruh; Dir flieh ich, 5. O welt, bleib, wie du willt, Mit deinen falschen schätzen; Mein Jesus, süß und mild, Wird mich mit freud ergößzen. Er ist mein reicher schatz, Die welt findt keinen plaß, Sie kann mich nicht mehr letzen. 6. Fahr hin, du thränenthal Mein Jesus voller freuden Nimmt mich in seinen saal, Da, weder tod noch leiden, Da, wo die gnaden- sonn In steter freud und wonn Thut seine schäflein weiden. Mel. O Herre Gott, dein. 274, Jesu, wie so lang Soll ich allhier noch leben? Mir ist sehr angst und bang, 275.Ach Gott, mein Herr, Komm, Jesu, mir entgegen, Wo kommts doch her, Daß nieGib mir nach dieser zeit Die mand hie fann dulden Uns wahre himmels- freud, Wo alle arme leut, Die ungescheut Dein frommen schweben. wort mit glauben hulden, Ge2. Du süßer seelengast, Komm, duldig, still, In b'schwerung Jesu, mich zu laben; Ich finde viel, Uns hüten gern vor sünfeine rast, Wo ich dich nicht den, Da doch ohn leid Türk, fann haben, Du freuden- bringer jud und heid Ihr'n raum und du, Komm, bringe mich zur plaß stets finden? ruh: So fühl ich himmels. freude. 2. Das macht, o Christ, Des teufels list Und grimm zu diesen zeiten, Der lügen treibt, Und kräftig bleibt Mit mord auf allen seiten, Und hilft mit schein Den dienern sein, Schafft durch sie sein verlangen. Allein Gott's Kreuz und Anfechtungs- Lieder. wort Kann keinen ort In dieser welt erlangen. 3. Dieß ist die art Des schiffleins zart, Drinn Noah ist er halten, Welchs schwebet fort, Jetzt hie, bald dort, Im sturmwind unzerspalten. Luft, wasser, feur Ganz ungeheur Sind ihm feindlich entgegen: Doch muß satan Es schweben lan, Ohn Gott gilt kein vermögen. 4. Denn Jesus Christ Mit drinnen ist, Und ob er schon scheint schlafen, So wacht er doch Und sorget noch, Er wird uns nicht verlassen. Zu seiner zeit Wird ganz bereit Sein bülf sich lassen finden, Dagegen bald Des teufels g'walt Mit seinem reich verschwinden. 193 Das wohl bekannt, Da wir das schiff hinwenden: Hilf, treuer Gott, Aus aller noth, Daß wir den port erlangen, Nach welcher zeit Dein Christenheit So sehnlich thut verlangen. 5. Tob noch so sehr, Du tolles meer, Bedeck das schifflein kleine; Du alter drach Halt kein gemach, Spei feu'r in Christi g'meine; Du Antichrist Brauch macht und list, Truß feu'r und schwerdt daneben, Schaff gleißnerei, Haß, krieg, untreu: Gott kennt die seinen eben. 276. O großer Gott von macht und reich von gütigkeit, Willst du das ganze land strafen mit grimmigkeit? Vielleicht möchten noch fromme sein, Die thäten nach dem willen dein, Der wollest du verschonen, Nicht nach den werken lohnen. 2. O großer Gott von ehr, dieß ferne sei von dir, Daß bös und fromm zugleich die strenge straf berühr. Der möchten etwa fünfzig sein, Die thäten nach dem willen dein, Der wollest du verschonen, Nicht nach den werken lohnen. 3. O großer Gott von rath, laß die barmherzigkeit Ergehen und halt ein mit der gerechtigkeit. Der möchten fünf und vierzig sein, Die thäten nach dem willen dein, Der wollest du verschonen, Nicht nach den werken lohnen. 6. Dieß schifflein klein Muß dennoch sein und bleiben unversehret; Und soll dirs sein Ein plag und pein, Wirst dus doch Gott nicht wehren: Hier ist der Herr, Der wind und meer Und all's nach seinem willen Regiert und hält, Wies ihm gefällt: Wer will sein'n eifer stillen? 4. O großer Gott von stärk, schau an das arme land, Und wende von der straf dein ausgestreckte hand. Der möchten etwa vierzig sein, Die thäten nach dem willen dein, Der wollest du verschonen, Nicht nach den werken lohnen. 7. Auch ist nicht fern Der 5. O großer Gott von kraft, morgen- stern, Der diese nacht laß doch erweichen dich, Weil wird enden, Nah ist das land, das elend gebet so oft erholet 13 194 Kreuz und Anfechtungs- Lieder. sich. Vielleicht möchten der drei- 277. Jammer hat mich ganz sig sein, Die thäten nach dem umgeben, Elend hat mich ange willen dein, Der wollest du ver- than, Trauren heißt mein kurzes schonen, nicht nach den werken leben, Trubsal führt mich auf lohnen. den plan, Gott der hat mich gar verlassen, Reinen trost weiß ich zu fassen Hier auf dieser un glücks- bahn. 6. großer Gott von gnad, erhör auch unser stimm, Und in dein'm hohen thron das seufzen tief vernimm. Der möchten etwa zwanzig sein, Die thäten nach dem willen dein, Der wollest du verschonen, Nicht nach den werken lohnen. 2. Grausamlich bin ich ge trieben Von des Herren ange sicht, Als ich ihn allein zu lieben, Nicht gedacht an meine pflicht; Drum muß ich so kläglich stehen, 7. O großer Gott von that, Doch es ist mir recht geschehen: schau, wie die arme erd Von Mein Gott rief, ich hört ihn nicht. beiner mildigkeit noch einen 3. Ach, mein schifflein will wunsch begehrt: Der möch- versinken Recht auf diesem sünten etwa zehen ſein, Die thăten nach dem willen dein, Der wollest du verschonen, Nicht nach den werken lohnen. denmeer, Gottes griff läßt mich ertrinken; Denn sein hand ist viel zu schwer. Ja, mein schiffs lein läßt sich jagen Durch ver zweiflungs- angst und plagen Ganz entankert hin und her. 8. O großer Gott von lob, wenn ja das maß erfüllt Der sünden, und aus zorn uns gar verderben willt: So möchten doch die kinderlein Thun nach dem rechten willen dein; Drum wollest du verschonen, Nicht nach den werken lohnen. 9. D großer Gott von treu, weil denn vor dir nichts gilt, Denn dein Sohn, Jesus Christ, der deinen zorn gestillt: So sieh doch an die wunden sein, Sein große angst und schwere pein, Um seinet willen schone, Uns nicht nach werken lohne. Johann Matthäus Mey fart( Nach 1. Mose 18; V. 9. von Jeremias Weber). 4. Gott hat mich jetzt gar vergessen, Weil ich nicht an ihn gedacht; Meine sünd hat er er messen, Und sich meinen feind gemacht, Daß ich ringen muß die hände; Sein erbarmen hat ein ende, Schier bin ich zur höllen bracht. 5. Wo ist rath und trost zu finden? Wo ist hülf in dieser noth? Herr, wer rettet mich von sünden? Wer erlöset mich vom tod? Ich gedenke zwar der zeiten, Da du pflegst für uns zu streiten, Wann wir lagen gar im koth. 6. Aber nun hat sich geendet Deine lieb und große treu; Ach, dein herz ist abgewendet, Kreuz- und Anfechtungs- Lieder. 195 Und dein grimm wird täglich hassen, Seine güt ist doch dein lohn. neu. Du bist gar von mir ges gangen, nur dein zorn hält mich gefangen, Ich verschwinde wie die spreu. 7. Höllen- angst hat mich getroffen, Mein gewissen quälet mich, Rein' erlösung ist zu hoffen, Ich empfinde todes- stich, Und ein unaufhörlich sterben, Herr, ich eile zum verderben, Ich vergehe jämmerlich. 8. Grauen hat mich überfallen, Zittern hat mich angesteckt, Schwerlich kann ich nunmehr lallen, Angst und furcht hat mich bedeckt. Ach, ich wandel jetzt die straßen, Da ich mich muß martern lassen: wie wird mein geist erschreckt. 9. Will mir denn kein trost erscheinen? Spür ich gar kein gnadenlicht? Nein, vergeblich ist mein weinen, Mein gebet das hilft mir nicht: Ueber mich verlaßnen armen Will kein helfer sich erbarmen, Ich bin todt, mein herz zerbricht. 12. Hat dich Gott dahin gegeben, Daß dich satan sichten soll, Und das kreuz dich mache beben: Er meinet doch alles wohl; Dieß sind seiner liebe zeichen, Die doch keiner kann erreichen, Wenn er nicht ist glaubensvoll. 13. Ob dich dein gewissen naget, Ob dein geist bekümmert ist, Ob der böllen furcht dich plaget, Ob dich schreckt des teufels list: Traure nicht, Gott wird es wenden, Und dir große lindrung senden, Wenn du nur geduldig bist. 10. Liebste seel, hör auf zu schreien, Deines klagens ist zu viel: Nach dem trauern kommt das freuen, Herzens- angst hat auch ihr ziel, Wechsel ist in allen sachen, Nach dem heulen kommt das lachen, Gott der treibt mit dir sein spiel. 14. Moses hat dieß auch erfahren und sein bruder Aaron, Noah, und die mit ihm waren, Sahen nicht die gnadensonn; David, Joseph und Elias, Pes trus, Paulus und Tobias Trugen auch ihr theil davon. 15. Sei zufrieden, liebe seele, Billig trägst du solche last; Hier in dieser unglücks- höhle Weiß man doch von keiner rast: Drum so stille nur dein zagen, Und bedenk: es sind die plagen, Die du längst verdienet hast. 11. Ist dein Heiland von dir gangen Er wird wieder kommen schon, Und mit freuden dich umfangen, Recht wie den verlornen sohn. Hat dein liebster dich verlassen? Ei, er kann dich nimmer 16. Brausen jetzt die wasserwogen, Morgen ändert sich das meer; Ist dir heut ein freud entzogen, Morgen kommt sie wieder her. Ist dir aller trost entgangen, Sei zufrieden: dein verlangen Wird erfüllet nach begehr. 17. Was betrübst du dich mit schmerzen? Stille doch, und harr auf Gott. Danken will ich ihm von herzen, Daß ich werde 13* Univ.- Bibl. Giessen 196 nicht zu ſpott. Ob er mich gleich würde tödten, Hilft er mir den noch aus nöthen, Er, der starke Zebaoth. Kreuz und Anfechtungs- Lieder. 18. Herr, errette mich mit 5. All übelthäter weicht von freuden Aus der höllen grau mir: Der Herr erhört mein samkeit; Hilf mir, daß ich auch weinen, Mein flehen auch erim leiden Dir zu dienen sei be- höret er, Läßt mir sein gnad er reit. Gibst du mir des geistes scheinen. Es müssen alle feinde gaben, Daß sie mir die seele laben, Tret ich fröhlich an den streit. Johann Rist.( Aus Psalm 88). 278. Ach Herr, du vater Jesu Christ, Erhör mein kläglich stimme: Straf mich ja nicht zu dieser frist In deinem zorn und grimme, Gib ja nicht, Herr, verdienten lohn, Mit deiner strafe mein verschon, Daß ichs ertragen möge. 2. Durch Christum, Herr, er barme dich Und sei mir fünder gnädig: Ich bin gar schwach und jämmerlich, Mein herz von trost ist ledig. Gebein und seel erschrocken sind; Ach heile mich, mach mich gesund, Du rechter feelenarzte. ichs auch netze. Mir ist gefallen mein gestalt, Und ist vor trauren worden alt In allen meinen ängsten. 3. Ach Herr, wie lang solls währen noch? Laß deinen zorne stillen, Errett mein seel, und hilf mir doch Um deiner güte willen. Groß ist ja dein barmherzigkeit. Im tod gar keine dankbarkeit, Die höll wird dir nicht danken. mein Geschändet, sehr erschrocken fein, Zurück sich plößzlich kehren. Nach Psalm 6. Mel. Wie der hirsch in großen. 279. Weg mein herz, mit dem gedanken, Als ob du verstoßen wärst. Bleib in Gottes wort und schranken, Da du anders reden hörst. Bist du bös und ungerecht, Ei, so ist Gott fromm und schlecht; Hast du zorn und tod verdienet, Sinke nicht, Gott ist verfühnet. 2. Du bist, wie die menschen alle, Angesteckt mit sünden gift, Welches Adam mit dem falle Sammt der schlangen angestift; Aber so du kehrst zu Gott Und dich besserst, hats nicht noth: Sei getrost, Gott wird dein flehen Und abbitten nicht verschmähen. 3. Er ist ja kein bär noch löwe, Der sich nur nach blute sehnt; Sein herz ist voll lauter trene Und zur sanftmuth angewöhnt. Gott hat einen vater- sinn, Unser jammer jammert ihn; Unser unglück ist sein schmerze, Unser sterben kränkt sein herze. 4. Viel seufzen hat mich müd gemacht, Vor großer angst ich schwiße, Daß ich im bette 4. So wahrhaftig als ich lebe, schwimmen möcht, Mit thränen Will ich keines menschen tod, Kreuz und Anfechtungs- Lieder. 197 los sein, Kein strom so gewaltig fließen: Gegen Gott ist alles klein, Gegen Gott und seine huld, Die er über unsre schuld Alle tage läsfet schweben Durch das ganze sünden- leben. Sondern, daß er sich ergebe An ßen, Kein grund kann so grundmich aus dem sünden- koth. Gottes freud ists, wenn auf erd Ein verirrter wiederkehrt, Will nicht, daß aus seiner heerde Das geringst entzogen werde. 5. Kein hirt kann so fleißig gehen Nach dem schaf, das sich verläuft. Sollt'st duGottes herze sehen, Wie sich da der kummer häuft, Wie es dürftet, ächzt und brennt Nach dem, der sich abgetrennt von ihm und auch von den seinen: Würdest du vor liebe weinen. 10. Nun so ruh und ſei zufrieden, Seele, die du traurig bist. Was willst du dich viel ermitden, Da es nicht vonnöthen ist? Deiner sünden großes heer, Wie es scheinet, ist nicht mehr Gegen Gottes herz zu sagen, Als was wir mit fingern tragen. 6. Gott der liebt nicht nur die frommen, Die in seinem hause seind, Sondern auch die ihm genommen Durch den grimm'gen seelenfeind, Der dort in der hölle sitzt Und der menschenherz erhitzt Wider den, der, wann sich reget Sein fuß, alle welt beweget. 7. Dennoch bleibt in liebesflammen Sein verlangen allzeit groß, Ruft und locket uns zusammen In den weiten himmelsschooß. Wer sich nur da stellet ein, Suchet frei und los zu sein Aus des satans reich und rachen, Der macht Gott und engel lachen. 11. Wären tausend welt zu finden, Von dem höchsten zugericht, Und du hättest alle sünden, Die darinnen sind, verricht: Wär es viel, doch lange nicht So viel, daß das volle licht Seiner gnaden hier auf erden Dadurch könnt' erlöschet wer8. Gott und alles heer hoch droben, Dem der himmel schweigen muß, Wann sie ihren schöpfer loben, Jauchzen über unsre buß; Aber was gesündigt ist, Das verdeckt er und vergißt, Wie wir ihn beleidigt haben; Alles, alles ist vergraben. 9. Kein see kann sich so ergieden. 12. Mein Gott, öffne mir die pforten Solcher gnad und gü tigkeit, laß mich allzeit aller orten Schmecken deine süßigkeit: Liebe mich, und treib mich an, Daß ich dich, so gut ich kann, Wiederum umfang und liebe, Und ja nun nicht mehr betrübe. Paul Gerhardt. Mel. Nicht so traurig, nicht. 280. Ich erhebe, Herr, zu dir Meiner beiden augen licht, Mein gesicht ist für und für Zu den bergen aufgericht, zu den bergen, da herab Ich mein heil und hülfe hab. 2. Meine Hülfe kommt allein 198 Kreuz und Anfechtungs- Lieder. Von des höchsten händen her, 281. Nicht so traurig, nicht Der so künstlich, hübsch und fein so sehr, Meine seele, sei betrübt, Himmel, erde, luft und meer, Daß dir Gott glück, gut und Und was in dem allem ist, Uns ehr nicht so viel wie andern zum besten ausgerüst. Gott; Hast du Gott, so hats gibt. Nimm vorlieb mit deinem nicht noth. 2. Du, noch einzig menschenkind, Hast kein recht in dieſer welt; Alle die geschaffen sind, Sind nur gäst im fremden zelt. Gott ist Herr in seinem Haus; Wie er will, so theilt ers aus. 3. Er nimmt deiner füße tritt, O mein herze, wohl in acht: Wann du gehest, geht er mit, Und bewahrt dich tag und nacht. Sei getrost; das höllen- heer Wird dir schaden nimmermehr. 4. Siebe, wie sein auge wacht, Wann du liegest in der ruh; Wann du schläfest, kommt mit macht Auf dein Bett geflogen zu Seiner engel güldne schaar, Daß sie deiner nehmen wahr. 5. Alles, was du bist und host, Ist umringt mit seiner hut; Dei ner sorgen schwere last Nimmt er weg, macht alles gut. Leib und feel hält er verdeckt, Wann dich sturm und wetter schreckt. 3. Bist du doch darum nicht hier, Daß du erden haben sollt; Schau den himmel über dir, Da, da ist dein edles gold; Da ist ehre, da ist freud, Freud ohn end, ehr ohne neid. 4. Der ist albern, der sich fränft Um ein hand voll eitelkeit, Wann ibm Gott dagegen schenkt Schätze der beständigkeit. Bleibt der zentner dein gewinn, Fahr der heller immer hin. 6. Wann der sonnen hitze brennt, Und des leibes kräfte bricht, Wann dich stern und monde blendt Mit dem klaren angesicht, hat er seine starke hand Dir zum schatten vorgewandt. 7. Nun, er fahre immerfort; Der getreue fromme hirt Bleibe stets dein schild und hort, Wann dein herz geängstet wird. Wann 6. Aber was die seele nährt, die noth wird viel und groß, Gottes huld und Christi blut, Schließ er dich in seinen schooß. Wird von keiner zeit verzehrt, 5. Schaue alle güter an, Die dein herz für güter hält: Keines mit dir gehen kann, Wann du gehest aus der welt; Alles bleibet hinter dir, Wann du trittst ins grabes thür. 8. Wann du sitzest, wann du stehst, Wann du redest, wann du hörst, Wann du aus dem hause gehst und zurücke wiederkehrst Wann du trittst aus oder ein: Woll er dein gefährte ſein. Paul Gerhardt.( Nach Psalm 121). Ist und bleibet allzeit gut. Erden- gut zerfällt und bricht, Seelen- gut verschwindet nicht. 7. Ach, wie bist du doch so blind Und im denken unbedacht; Augen hast du, menschen- kind, Und hast doch noch nie betracht Deiner Kreuz und Anfechtungs- Lieder. augen helles glas: Siehe, welch ein schatz ist das. 8. Zähle deine finger her Und der andern glieder- zahl: Keins ist, das dir unwerth wär, Ehrst und liebst sie allzumal. Keines gåbst du weg um gold, Wenn man dirs abnehmen wollt. 9. Nun so gehe in den grund Deines herzens, das dich fehrt: Wie viel gutes alle stund Dir von oben wird beschert: Du hast mehr als sand am meer, Und willst doch noch immer mehr. 199 thron Deines dankes saitenspiel, Weil dir schon gegeben ist Mehres, als du würdig bist. 15. Fübre deines Lebens lauf Allzeit Gottes eingedenk: Wie es fommt, nimm alles auf Als ein wohlbedacht geschenk. Geht dirs widrig, laß es gehn; Gott und himmel bleibt dir stehn. Paul Gerhardt. 10. Wüste, der im himmel lebt, Daß dirs wäre nüß und gut, Wornach so begierlich strebt Dein verblendtes fleisch und blut: Würde seine frömmigkeit Dich nicht laffen unerfreut. 11. Gott ist deiner liebe voll, und von ganzem herzen treu; Wann du wünschest, prüft er wohl, Wie dein wunsch beschaf. fen sei: Ist dirs gut, so geht ers ein; Ists dein schade, spricht er: nein. Mel. 3ion klagt mit angst. 282. Kommt ihr traurigen gemüther, Kommt wir wollen widerkehrn Zu dem Herren, des sen güter Stein verderben kann verzehrn, Dessen macht fein unglück fällt, Dejsen gnade wieder stellt, Was sein eifer umgeſtürzet: Seine gnad bleibt unverfürzet. 2. Zwar er hat uns ja zerrissen Mit ergrimmtem angesicht, Und uns, da er uns geschmissen, Sehr erbärmlich zugericht; Doch deswegen unverzagt. Eben der uns schlägt und plagt, Wird die wunden unsrer funden Wieder heilen und verbinden. 12. Unterdessen trägt sein geist Dir in deines herzens haus Manna, das die engel speist, Ziert und schmückt es herrlich aus; Ja erwählet dir zum heil, Dich zu seinem gut und theil. 13. Ei, so richte dich empor, Du betrübtes angesicht, Laß das seufzen, nimm hervor Deines glaubens freuden licht; Das behalt, wann dich die nacht Deines fummers traurig macht. 14. Setze als ein himmels- 4. Alsdann wird man acht sohn Deinem willen maß und drauf haben Und mit großem ziel; Rühre stets vor Gottes fleiße sehn, Was für wunder, 3. Alle noth, die uns umfangen, Springt vor seinem Arm entzwei: Wenn zwei tage sind vergangen, Macht er uns vom tode frei, Daß wir wann des dritten licht Durch des himmels fenster bricht, Fröhlich auf er neuter erden Vor ihm stehn und leben werden. 200 Kreuz und Anfechtungs- Lieder. gnad und gaben Uns von oben Liebste seele, halte stille, Denke: her geschehn. Da wird dieses das ist Gottes wille. nur allein Unsers herzens sorge sein, Daß wir Gott, deß wir uns nennen, Mögen recht und wohl erkennen. 4. Gott pflegt die getreuen herzen, Wann sie durch sein kreuz bewährt, Wohl zu trösten nach den schmerzen, Ünd thut, was sie nur begehrt: Liebste seele, halte stille, Denke: das ist Gottes wille. 5. Denn er wird sich zu uns machen, Wie die schöne morgenröth, Ueber welche lust und lachen Bei der ganzen welt entsteht; Er wird kommen und zur freud Eben zu der rechten zeit, Voller süßer kraft und segen, Wie die früh und späten regen. 6. Ach, wie will ich dich ergößen, mein hochgeliebtes volk; Meine gnade soll dich neßzen Wie ein ausgespannte wolf, Eine wolke, die das feld, Wann der morgen weckt die welt, Und die sonne noch nicht leuchtet, Mit dem frischen thau befeuchtet. Mel. Herr ich habe mißgehandelt. 283 Meine seele laß es ge= ben, Wie es in der welt jetzt geht, Meine seele, laß es stehen, Wie es jetzund geht und steht; Liebste seele, halte stille, Denke: das ist Gottes wille. 2. Ist die welt dir gleich zuwis der, Und bist deiner feinde spott, Drücken dich gleich feinde nie der: So vertrau du deinem Gott; Liebste seele, halte stille, Denke: das ist Gottes wille. 3. Ist in deines herzens kammer Nichts als lauter herzeleid, Plaget dich manch großer jam mer Hier in dieser sterblichkeit; 5. Auf den regen scheint die sonne; Also kommet lust auf leid; Auf die angst folgt lauter wonne; Freude kommt auftraurigkeit. Liebste seele, halte stille, Denke: das ist Gottes wille. 6. Sollst du von der welt abscheiden, Scheide nur getrost zu Gott; Gott gibt auf das scheiden freude, Freude gibt er auf die noth. Liebste seele, halte stille, Denke: das ist Gottes wille. 284. Lebt jemand so wie ich, So lebt er jämmerlich; Worüdoch nicht erscheinen; Was ich ber ich muß weinen, Will mir such mit begier, Verbirget sich vor mir. 2. Im himmel ist das gut, Darin mein herze ruht, Hinauf zu umfangen; Ich such und steht mein verlangen Dich, Jesu, finde nicht, Was mir so hoch gebricht. Steht meiner lieb nicht an; 3. Was mir sonst werden kann, Die welt mit ihren schätzen Kann mich doch nicht ergößen, Die wollust dieser erd Ist keiner liebe werth. 4. Ich lieb, was ewig bleibt Kreuz- und Anfechtungs: Lieder. 201 Was feine zeit vertreibt, Was sucht alle stunden, Hab ich nun meine seele nähret, Was feine fluth verzehret, Und keine gluth verbrennt, Kein unglück von einst gefunden; Ich bin der for= gen los Und sitz in Jesu schooß. 2. Jch aß das thränen- brod, Und grämte mich schier todt, Ich ließ das welt getümmel, Und hatt' hinauf gen himmel Mein herz und sinn gericht: Allein ich fand ihn nicht. mir trennt. 5. Ich lieb und werd gequält; Denn was ich hab erwählt, Gibt sich nicht zu genießen. Wie sollte nicht verdrießen Stets lieben ohne frucht, Nicht finden, was man sucht? 6. Wie lang hab ich geweint, Weil mir kein trost erscheint; Wie lang hab ich geklaget, Daß mich die liebe plaget! Stund nicht mein herz und sinn Nach Jefu immer hin? 7. Ach himmel, thu dich auf, Ich komm in vollem lauf, Laß mich nur eins erblicken: Den, der mich kann erquicken; Ach Jesu, laß mich ein, War oft mein seufzerlein. 8. Umsonst ist alles doch: Ich muß am schweren joch Des lebens länger ziehen, Umsonst ist mein bemühen. Was mir sollt süße sein, Das bringet bittre pein. 9. Ich will doch nicht aufhör'n 3u lieben und zu ehr'n, Den meine seele liebet, Ob gleich die lieb betrübet: Ob ich sein nicht genieß, Ist doch das lieben süß. 3. Die welt drang auf mich zu, Versprach mir süße ruh, Die Die wollust güldne zeiten, hoffart herrlichkeiten, augenlust viel gut, zu lenken meinen muth. Die 4. Fahr welt, fahr immer hin, Sprach ich in meinem sinn; Denn deine lieblichkeiten Verblühen mit den zeiten, Bei dir ist kein gewinn: Fahr welt, fahr immer hin. 5. Kaum war dieß wort gedacht, Da mirs schon freude bracht, Er gab sich zu genießen Mit tausend liebes- küssen, Den meine seele liebt, Der mich vorhin betrübt. 10. Der wille bringt die kron, Ist sonst kein ander lohn; Das ungestillte sehnen, Vermischet mit den thränen, Muß mitten in der pein Ein süßes labsal ſein. Heinrich Müller. 285. Lebt jemand so wie ich, So lebt er seliglich: Was ich 6. Halt ein, du thränen- bach, Du herzgezwungnes ach; Jetzt kommt nach bitterm leiden Mit vielen süßen freuden Jesus, der liebste freund, Den meine seele meint. 7. Mein seufzen ist erhört, Mein weinen ist gekehrt In lachen, mein betrüben In süß erwünschtes lieben, Der himmel tröpfelt ab Die werthe seelengab. 8. Was mir bracht bittre pein, Muß jetzo süße seiz, Je bittrer im betrüben, Je süßer in dem 202 Kreuz und Anfechtungs- Lieder. lieben, Verwandelt mit der zeit rüsteten Christen wohl an, WelIn völlig ewigkeit. 9. Dieß quälet mich annoch, Daß ich vom lebens- joch Nicht kann erlöset werden: Ach reiß mich von der erden, Daß ich in ewigkeit Genieße diese freud. ches im herzen sind brennende kerzen, So uns erleuchten die himmlische bahn. Selig wer dieser zeit schmerzen erduldet; Droben im himmel wirds doppelt verschuldet. 10. Ich bin des Lebens satt, Von vielem kreuze matt, Die erde macht mir bange; Mein Jesu, wie so lange? Ach nimm mich aus der welt Ins güldne himmelszelt. Heinrich Müller. 4. Dieser zeit plagen sind leichtlich geschlagen Gegen de ewigen höllischen qual; Dieser zeit plagen uns nagen und jagen hin zu der freude himmlischen saal; Dieser zeit plagen die fallen behende, himmlische freude beharret ohn ende. 186. Selig, ja felig, wer willig erträget Dieser zeit lei 5. Endlich, nach dieser zeit den, verachtung und streit, Wel- schmerzen und leiden, Werden ches nach dieser vergänglichkeit wir,( welches gewiß wird gepfleget mit sich zu bringen die schehn), Scheiden aus leiden ewige freud. Dieser zeit leiden nimmt ende behende; Himmlische freude beharret ohn ende. 2. Dieser zeit leiden das quälet gelinde, Dieser zeit leiden vergehet wie schnee', Schwindet geschwinde, wie schwindende winde; Quälen Quälen bringt ewiges weh. leiden nimmt ende Quälen der seelen beharret ohn ende. und neiden zur freuden, Welche kein sterbliches auge gesehn: Solch's uns allen aus gnaden woll geben Christus, die wahr. heit, der weg und das leben. 6. Selig, drum selig, wer willig erträget Dieser zeit leiden, der seelen verachtung und streit, Welches Dieser zeit nach dieser vergänglichkeit pflebehende; get mit sich zu bringen die ewige freud. Selig, wer alles um Jesu erduldet: Droben im himmel wirds doppelt verschulJohann Flittner. 3. Dieser zeit schmerzen im herzen verschmerzen, Stehet ge- det. SIN Siebenter Theil. 203 In welchem verfaffet Kriegs-, Friedens-, Ungewitter-, Theurungs- und Sterbens- Lieder. durch dein ehr Bei allem volk erglaste. 1. In Kriegs Zeiten. Mel Durch Adams fall ist. Mel. O perre Gott, dein. 287. Gib fried zu unsrer zeit, o Herr; Groß noth ist jetzt vorhanden. Der feind be- 288. Gib frieb, o frommer, gehrt nichts anders mehr, Denn treuer Gott, Du Vater aller daß er bring zu schanden Den gnaden, Wend ab die groß vornamen Christ, Und dämpf mit stehend noth, Verhüt all unsern list Wahr'n Gottesdienst auf schaden. Der feind mit macht erden: Solchen erhalt Durch Dahin nur tracht, Die völker dein gewalt; Du hilfft allein in zu verheeren, Die deinen Sohn, Den beiland fron, Bekennen, g'fährden. lob'n und ehren. 2. Gib fried, den wir verloren han Durch unglaub und bös leben. Dein wort hast uns geboten an, Dem wir all widerstreben; Denn wir zum theil Dieß unser heil Mit frevelm g'walt austreiben, Zum theil ohn grund Bekennen rund, Ohn herzlich frömm'gkeit bleiben. 2. Gib fried, o Jesu, lieber Herr, Du schützer deiner heerde; Es langet an dein amt und ehr, Den gottesdienst so werthe. Solchs all's der feind Mit ernst jetzt meint, Wills hindern und ausrotten. Hie steh uns bei, Herr Jesu, frei, Die feinde madhy zu spotte. 3. Gib fried, auch deinen Geist uns send, Der unser herz durch reue Und leid um unser sünd behend In Jesu Christ erneue, Auf daß dein gnad All schand und schad, All furcht und frieges- laste Von uns abkehr, Da3. Gib fried, o Herr Gott, heilger Geist, D tröster aller blöden. Die hülf uns jetzt und allzeit leist, Laß dein kirch nicht veröden, Das g'bet erweck, Den glauben stärk, Gib wahre buß Wolfgang Capito( Köpfel). 204 und reue; Die feinde stürz, Dein volk beschüßz, Auf daß sichs ewig freue. Gesänge in Kriegs- Zeiten. 5. Durch Abraham hat er den 4. O heilige Dreifaltigkeit, Loth Gerissen aus der feinde Glück, heil und fraft verleihe, rott, Mit weib, hab, vieh und All unsre sünd und schwer bos- kindern. Jacob durch seiner heit Nach vaters art verzeihe, engel schaar Thät er retten aus Damit dein gnad All schand großer g'fahr, Sein angst und und schad, All furcht und friegs- forge lindern. gefährde Von uns abkehr, Dadurch dein ehr Bei allem volt fund werde. 6. Der Pharao im rothen meer Muß schändlich mit sein'm ganzen heer Umkommen und ersaufen. Sennaherib der zornig held Geschlagen worden aus dem feld, Der straf fonnt nicht Cyriacus Schneegaß( B. 1-3). 2. Drum laßt uns haben klein geduld: Ist papst uns feind Gott ist uns huld, Er lacht der feinde toben; Er wirds mit ihn'n nicht machen lang, Woll'n bald sehn ihren untergang, Ewig Gott dafür loben. Mel. Kommt her zu mir, spricht. entlaufen. 289. Verzage nicht, du häuflein klein, Ob schon die feinde 7. Mit Gottes hülf der Josawillens sein, Dich gänzlich zu phat Viel feinde überwunden zerstören, Und suchen deinen hat, Erwürget und erschlagen. untergang, Davon wird dir recht angst und bang; Es wird nicht lange währen. In Gottes namen siegs- pannier Könn'n wir aufwerfen dort und hier, Und auf sein hülf es wagen. sein wort, Muß papst, teufel 8. So wahr Gott Gott ist und und höllenpfort, Und was dem thut anhangen, Endlich werden uns, und wir mit Goit, Den zu hohn und spott; Gott ist mit sieg woll'n wir erlangen. 9. Drum sei getrost, du kleines heer, Streit ritterlich für Gottes ehr, Und laß dir gar nicht grauen: Gott wird den feinden nehm'n den muth; Daß sie sterben in ihrem blut, Wirst du mit augen schauen. 10. Amen, das gib, Herr Jesit Christ, Dieweil du unser schutzherr bist, Hif uns durch deinen namen: So wollen wir, deine gemein, Dir dafür allzeit dankhelfen schon, Dich und sein wort erhalten. 3. Durch Christ, den rechten krieges- mann, Der selbst mit uns ist auf dem plan, Die feinde all zusammen zu schlagen, stürzen mit gewalt, Damit sein kirch das feld behalt zu ehren seinem namen. 4. Tröste dich nur, daß deine sach Ist Gottes; dem befehl die rach, Und laß es ihn schlecht walten. Er wird durch seinen Gideon, Den er wohl kennt, dir Gesänge in Kriegs- Zeiten. 205 bar ſein, Und fröhlich singen: glauben mehre. Ach, wie ist uns Amen. Gustav Adolphs Feldlied gestellt durch Jacob Fabricius( B.1.4.8.). Samuel Zehner( V. 9. 10.). so angst und bang, Herr Jesu Christ, bleib ja nicht lang, Erbarm dich unser. Amen. Mel. Wo Gott der Herr zc. 290. Hilf, Herre Gott, uns würmelein, Sonst müssen wir verzagen. Warum willt du so zornig sein, Dich unser gar entschlagen? Sind wir doch dein ererbtes gut, Erworben durch dein theures blut: Ach Herr, erbarm dich unser. Mel. Wann wir in höchsten. 291. Ach Gott, dein arme Christenheit Jetzt allenthalb'n verfolgung leidt, Sie wird gepreßt, geängstet sehr, Sie kanns fast nicht ertragen mehr. 2. Die feind toben gewaltiglich Mit mord'n und brennen grausamlich, Es wird verheert all's mit gewalt, Man schonet weder jung noch alt. 2. Unfried, theurung auf aller seit, Krankheit und pesti- 3. Es ist zwar unsre sündenlenze Hab'n sich schon stark zum streit bereit, 3u plagen unsre grenze. Wach auf, wach auf, herzliebster Gott, Verlaß uns nicht in dieser noth, Ach Herr, erbarm dich unser. 3. Sieh nicht an unsre schwere sünd, Die dich treibt uns zu strafen; O Jesu, herzen- güldnes find, All'n krieg thu von uns schaffen, Dein friedens- geist gib jedem stand, Glück und auch ruh dem deutschen land: Ach Herr, erbarm dich unser. 4. Laß uns fallen in deine hand; Wir wollen lieber ster. ben, Als daß krieg herrsch in unserm land, Und uns zu grund verderben. Zerbrich, zerbrich die blut'ge ruth, Wirf sie ins feur, o Vater gut, Adhy Herrr, erbarm dich unser. schuld, Doch hab, o lieber Gott, geduld Mit uns elenden würmelein, Echon unser armen finderlein. 4. Herr Jesu, thu bei uns das best, Treib von uns solche fremde gäst, Den türken und all andre feind, Die deinem wort zuwider seind. 5. O treuer Gott in ewigkeit, Unser gebet erhöre, Tröst uns in dieser traurigkeit, Und unsern 5. Damit ferner dein liebes wort In fried und ruh an allem ort Rein unverfälscht gepredigt werd, So lang wir leb'n auf dieser erd. 6. Ach du herzliebster Sesit Christ, Weil all's aufs höchste kommen ist, Und allen menschen wird sehr bang, So bleib nun nicht mehr außen lang. 7. Mit deiner bülf, die wir begehrn In unsrer noth, ohn all's aufhörn, Ach,-komm und rett uns arme leut Aus dieser kriegsbeschwerlichkeit. 8. Heb auf den krieg, nimm 206 Gesänge in Kriegs- Zeiten. weg das schwerdt, Eh wir da- veracht und nicht betracht, Was durch werden verzehrt, Bescher recht und löblich wäre. gewünschten friedens- stand Bei uns und auch in anderm land. 9. Hilf, Herr und Helfer gnädiglich, Wend ab die strafen väterlich; Wir woll'n dich preisen dankbarlich, Hie zeitlich und dort ewiglich. 7. Erleucht auch unser sinn 292. Du friedens- fürst, Herr und herz Durch den geist deiner Jesu Christ, Wahr'r mensch und gnad, Daß wir nicht treiben wahrer Gott, Ein starker noth- draus ein scherz, Der unsrer helfer du bist Im leben und im ſeelen schad. O Jesu Christ, Altod: Drum wir allein Im na- lein du bist, Der solchs wohl men dein Zu deinem Vater kann ausrichten. schreien. 2. Recht große noth uns stößet an Von frieg und ungemach, Daraus uns niemand helfen kann, Denn du; drum führ die fach; Dein'n Vater bitt, Daß er ja nicht Im zorn uns woll fahren. 3. Gedenk, Herr, jeßund an dein amt, Daß du ein fried- fürst bist, Und hilf uns gnädig alle samt, Seßt und zu dieser frist Laß uns hinfort Dein göttlich wort Im fried noch lange schallen. 6. Da fragt man nicht nach ehrbarkeit, Nach zucht und nach gericht; Dein wort liegt auch zu solcher zeit Und geht im schwange nicht. Drum hilfuns, Herr, Treib von uns fern Krieg und all schädlich wesen. 4. Verdient haben wir alles wohl, Und leidens mit geduld: Doch deine gnad größer sein soll, Denn unsre sünd und schuld; Darum vergib Nach deiner lieb, Die du fest zu uns trågest. Ludwig Helmboldt. 293, Treuer wächter Iſrael, Deß sich freuet leib und feel, Der du weißest alles leid Deis wächter, der du nicht Schläft, ner armen Christenheit, noch schlummerst: zu uns richt Dein hülfreiches angesicht. du qual Trifft dein volk jetzt über2. Schau, wie große noth und all; Täglich wird der trübſal mehr. Hilf, ach hilf, schüß deine ehr. Wir verderben, wir ver gehn; Nichts wir sonst vor au uns stehn. gen sehn, Wo du nicht wirst bei 3. Hoherpriester Jesu Christ, Der du eingegangen bist In den heilgen ort zu Gott Durch dein freuz und bittern tod, Uns verföhnt mit deinem blut, Ausge löscht der höllen gluth, Wiederbracht das höchste gut; 5. Es ist groß elend und gefahr, Wo pestilenz regiert: Viel größer aber ist fürwahr, Wo 4. Sitzst auch heut in vaters frieg geführet wird; Da wird reich, Ihm an macht und ehren Gesänge in Kriegs- Zeiten. 207 gleich, Unser mittler und patron, Ihrem glück und ritterschaft: Seine höchste freud und fron, Den er in dem herzen trägt, Wie sich selbst zu lieben pflegt, Dem er feine bitt abschlägt: Deine Christen sehn auf dich, Trauen dir sich festiglich; Laß sie werden nicht zu schand, Bleib ihr helfer und beistand, Sind sie dir doch ganz bekannt. 11. Gürte dein schwerdt an die seit, Als ein held, der für sie streit, Und zerschmettre deine feind, So viel ihr auf erden seind: Auf die hälse tritt du ihn'n, Leg sie dir zum schemel hin, Und brich ihren stolzen sinn. 12. Du bist ja der held und mann, Der den kriegen steuren kann, Der da spieß und schwerdter bricht, Der die bogen macht zu nicht, Der die wagen gar verbrennt, Und der menschen herzen wendt, Daß der krieg gewinnt ein end. 5. Kläglich schreien wir zu dir, Klopfen an die gnaden thür; - Wir, die du mit höchstem ruhm Dir erkauft zum eigenthum: Deines Vaters zorn abwend, Der wie lauter feur jetzt brennt, Und schier alle welt durch rennt. 6. Zeig ihm deine wunden roth, Red von deinem freuz und tod, Und was du mehr hast gethan, Zeig ihm unsertwegen an. Sage, daß du unser schuld Hast bezahlet in geduld, Und erlanget gnad und huld. 7. Jesu, der du Jesus heißt, Als ein Jesus hülfe leist. Hilf mit deiner starken hand, Menschenbülf hat sich gewandt. Eine mauer um uns bau, Daß dem feinde davor grau, Und mit zittern sie anschau. 8. Liebster schatz, Immanuel, Du beschüßzer meiner seel, Gott mit uns in aller noth, Neben uns und in uns Gott, Gott für uns zu allerzeit: Trotz dem, der uns thut ein leid; Gottes straf ist ihm bereit. 13. Jesu, wahrer friedens- fürst, Hast der schlangen ja zerknirscht Ihren kopf durch deinen tod, Wiederbracht den fried bei Gott: Gib uns frieden gnädiglich, So wird dein volk freuen sich, Das für ewig preisen dich. Johann Heermann. 9. Deines Vaters starker arm Komm, und unser sich erbarm; Laß jetzt sehen deine macht, Drauf wir hoffen tag und nacht. Aller feinde koppel trenn, Daß bich alle welt erkenn, Aller herren Herren nennt. 10. Andre trauen ihrer kraft, Mel. Erhalt uns Herr, bei. 294. Nun mach uns heilig, Herre Gott, Und sieh an unsre große noth, Sei jezzo deinem volk gnädig, Von sünden mach es ganz ledig. 2. Gottes- lamm, Herr Jesu Christ, Der du für uns gestorben bist, Wir bitten dich sehr fleißiglich: Gib uns den frieden stetiglich. 208 Friedens- Lieder. 3. milder Gott, heiliger Der du ein fried- fürst bist, Be Geist, Dein gnad uns allzeit schere wieder friede, Wir sind tröstlich leist, Tröst unser schwach des krieges müde, Treib den und blöd gemüth Durch dein krieg aus dem lande, Gib glück überschwengliche güt. zu allem stande. S 4. O heilige Dreieinigkeit Und ewige allmächtigkeit, Wir bitten dich ganz inniglich: Erhör uns allzeit gnädiglich. Mel. Auf meinen lieben Gott. 295. In unsrer frieges- noth Trau'n wir allein auf Gott; Er wird uns nicht verlassen, Ob uns die feind schon hassen, Er kann die feinde schlagen, Die uns denken zu plagen. 2. Sind schon der feinde viel, Hab'n sie doch all ihr ziel, Wie weit sie sollen kommen, Daß sie nicht schad'n den frommen: Mehr sind auf unsrer seiten, Als die wider uns streiten. 3. Wird schon der feinde macht Von ihnen groß geacht, Daß sie sich drauf verlassen, Troßenohn alle maßen: Gott kann sie gar bald dämpfen, Daß sie aufhörn zu kämpfen. 7. Laß auch an allem ort Dein seligmachend wort Ganz unverfälscht erklingen, Und dir allein lobsingen: So woll'n wir deinen namen Mit freuden preisen. Amen. 4. Berathschlagen sie sich Wider uns listiglich, Gott kann ihr'n rath aufdecken, Die feinde all erschrecken, Daß ihre falsche tücke Müssen gar bald zurücke. 2. Friedens- Lieder. Mel. Singen wir aus herzensgrund. 296. Lobet Gott, ihr Christen all, Singet ihm mit gro ßem schall, Singet, rühmet, preist ihn hoch, Daß er in genaden noch Seine gnad z uns gewandt, Und den lieben fried gesandt Wieder auch in unser land. 2. Ach, wie waren wir zuvor In so manch großer gefahr, Hatten weder rast noch ruh, Mußten fast täglich dazu Rennen, laufen, reißen aus, Alles lassen stehn zu haus, Wußten doch oft nicht wo h'naus. 3. Ja, so groß war der unfall, Daß nicht zu beschreiben all; Alle plagen haufenweis Haben wir gestanden aus; Wer es hat erfahren nicht, Soll es wohl für ein gedicht Halten, wann es wird bericht. 5. Sind schon die feinde nah, Gott ist viel näher da; Mit seinen himmels- heeren Kann er 4. Aber je größer, mein Christ, den feinden wehren, Daß sie Die noth vorhin g'wesen ist, zurücke weichen, Oder werden zu leichen. Je mehr du sollt denken dran Und dirs lassen liegen an Solches zu erkennen fein, Daß wir 6. O du, Herr Jesu Christ, Friedens- Lieder. mögen insgemein Gott dem Herren dankbar sein. 5. Und dann auch daneben ihn Bitten, daß er woll forthin Unser lieber Vater sein, Und dergleichen straf und pein Von uns treulich wenden ab, Und über uns seine gnad Walten lassen früh und spat. 209 und ruh, Lang, frisch und gesund dazu. 11. Unsere ganze gemein Laß dir auch befohlen sein, Sammt der stadt und bürgerschaft. D du unendliche kraft, Deine reiche milde hand Spüren laß in jedem stand, In der stadt und auf dem land. 6. Ei so kommen denn nun wir, O du höchster Gott, zu dir Und bitten demüthiglich: Erhör uns genädiglich, Und all unsre sünd verzeih, Die wir erfennen mit reu, Gnädig und barmherzig sei. 7. Laß den lieben friedensstand Nicht wieder von unserm land Wegen unsrer missethat, du lieber, frommer Gott, Aufgehoben werden; nein, Laß denselben blühen fein Und be ständig bei uns sein. 8. Theuerung und pestilenz Wende fern von unsrer grenz, Steh uns bei, o treuer Gott, Errett uns aus aller noth, Dem satan steuer und wehr, Daß er uns in kein gefahr Bringe oder sonst versehr. 12. Alles was uns lieb und werth, Was du uns, o Gott, beschert, Unser haus, hof, weib und find, Unser vieh, unser gesind, Und was sonst noch weiters mehr Zur nothdurft gehörig, Herr, Reichlich segne und vermehr. 13. Schwangre, säuger, franke leut, Oder welche sonst mit leid Und trübsal umgeben sind, Ihrer bescherung entbind, Steh ihn in genaden bei, Christliche geduld verleih, Ihr helfer und tröster sei. 14. Ja, gib uns allen zugleich In dein ewig himmelreich Einzugehn nach dieser zeit, Schenke uns die ewig frend: Alsdann wollen wir erst recht Preisen dich als deine knecht, Hier sind wir doch viel zu schlecht. 9. Gib uns auch dein göttlich wort, Unser trost und höchster hort, Nun und fort hin allezeit In der ganzen Christenheit, Sammt den sacramenten rein: Das soll uns viel lieber sein, Als was mag auf erden sein. Mel. Uch Gott und Herr. 10. Unsre liebe obrigkeit Segne, führ, regier und leit, Für sie treulich sorg und wach, Damit sie kein ungemach, Kein unfall 297. Wohl stehts im land berühren thu, Erhalt sie in fried In allem stand, Wann fried 14 15. Nun du wirst es thun, o Gott, Wenn wir nur in keiner noth Etwan werden muthwillig Aus den augen setzen dich: Dessen wir versichert sein, Sprechen nun im namen dein, O Jesu, das Amen fein. 10 210 Bei schwerem Gewitter. darin regieret: Der fried er- 3. Bei und nach schwerem nährt, Unfried verzehrt, All's guts der fried gebieret. Gewitter. Mel. Allein zu dir Herr Jesu. 2. Dem fried nachjag, In lieb vertrag, Wanns nicht so gleich 299. Wie groß, o Gott, ist zugehet: Auf frieg und streit deine macht, Die du läßt sehn Kommt herzeleid, Verwüstung und hören, Wann dein ergrimmdraus entstehet. ter donner fracht, Wann sich blize empören, Wie schrecklich bist du von gewalt, Dein herrlichkeit ist mannigfalt. Wir arme sünder wissen nicht, Wie das geschieht, Ob himmel, luft und erde bricht. 3. D Gott, mein Herr, Dem satan wehr, Daß der uns nicht bethöre, Gut policei Und fried verleih, Daß eins das ander Liebe. 4. So wollen wir Uns für und für Der dankbarkeit beflei- 2. Den erdenkreis bewegest Ben, Und dich allzeit In ewigkeit Erheben und hoch preisen. du, Daß seine gründe beben, Die berge wackeln sonder ruh, Und alles land daneben, Die dicken wolken trennen sich, Gott selber donnert grausamlich, Die blize leuchten weit und breit, Nichts ist befreit; Denn erd und wasser stehn im streit. Mel. Ach bleib bei uns Herr. 298. Ach höchster Gott, wie können wir Nur immermehr gnug danken dir, Daß du den edlen frieden werth Uns hier auch wiederum beschert.3. Das erdreich siehets und erschrickt, Es schmelzen berg und 2. Wir bitten dich, erhalte du hügel. Wenn mancher mensch Uns allezeit in solcher ruh: Vor den bliß erblickt, Hätt er wohl theurung und vor pestilenz Be- gerne flügel; Denn auch des wahr auch gnädig unsre grenz. starken donners macht, O Herr, Verleih durch deines Geiz stes gnad, Daß wir vor aller missethat Uns hüten und all insgemein Hierfür recht mögen dankbar sein. bezeuget deinen pracht, und wir, ſo grober sünden voll, Erkennen wohl, Daß Gottes hand uns strafen soll. 4. Nun unser ist allein die schuld, Daß wir dieß wohl verdienen: Trag aber, Herr, mit uns geduld, Und laß dich bald verfühnen. Du Vater- herz von anbeginn, Wo sollen wir jetzt fliehen hin? Wir sind vor deinem grimm und zorn So gar 4. Gib uns und aller obrigkeit Dein gnad und segen allezeit, Nimm uns endlich auf in dein reich, Daß wir dich loben ewiglich. Nach dem Gewitter. 211 verlorn, Wird gnade nicht für recht erkorn. 5. Wir arme würmlein allzumal Versammlen uns zu schreien Zu dir aus diesem jammerthal; Du wollest uns befreien In diesem wetter vor gefabr, Herr, laß uns nicht so ganz und gar Im starken donner untergehn, Laß doch geschehn, Daß wir dich wiedrum gütig sehn. 9. Es muß ja donner, hagel, bliß, Welch oft ein land vernichten, Dazu das wasser, wind und biß, Herr, dein gebot ausrichten. Verschon uns aber gnädiglich, Laß dieß gewitter legen sich, Ich weiß: du bist von gnaden reich. Wer ist dir gleich? Sprich, daß der donner von uns weich. 10. Ach, laß dein treues Vater- herz In dieser angst uns 6. Du bist ja groß von lauter sehen; Es muß ja deiner kinder gnad; Ach rüste dich zu schützen schmerz Dir schwer zu herzen Dein armes volk, daß uns nicht gehen. Drum schüß uns, Herr, schad Das wetter, feur und zu dieser frist, durch unsern blizen. Laß uns, o Vater, tref- Heiland Jesum Christ, So wolfen nicht Ein schlag, der berg len wir dich in der zeit Erheund felfen bricht, Beschirm uns ben weit, Und preisen in der Johann Rift, vor des donners macht, Der ewigkeit. schrecklich kracht Zuvörderst in der finstern nacht. Nach dem Gewitter. Mel. Wann wir in höchsten. 7. Bewahr uns, Herr, leib, gut und haus, Halt uns in festem glauben, Laß uns die 300. Allmächtiger und starfurcht durch diesen strauß Der hoffnung nicht berauben. Vor einem bösen, schnellen tod Behüt uns; ja, steh in der noth Jetzt deinen schwachen kindern bei, Damit wir frei Erhalten leben und gebäu. 418 fer Gott, Du hocherhabner Zebaoth, Jetzt haben wir gehöret an Mit zittern, was dein allmacht kann. 2. Wir loben, preifen, fürchten dich, Die wir gleich jetzt so grausamlich Erschrocken deine macht gesehn, Vor welcher niemand kann bestehn. 8. Das vieh im feld, auch laub und saat Sei dir jetzt anbefohlen. Von niemand anders kann man rath Als blos von dir herholen. Du schüßzest uns mit 3. O großer Gott, wir danken dir, Daß wir vor furcht erstarret schier, Geprüfet hoch zu diesichrer hut Vor schlossen, hagel, ser frist, Daß du noch unser wasserfluth: Ja, was wir ha- Vater bist. 4. Du hast erhöret in der noth Dein volk, das schier vor schrecken todt, Und uns in dieser schwe14* ben in der welt, Wenn dirs gefällt, Das bleibt in sicherheit gestellt. Um gedeihliche Witterung. 212 ren zeit Erwiesen viel barmherzigkeit. 5. Ach Herr, wann trübsal kommt herbei, und du vernimmst ein angst- geschrei, Wann wir vor zagen werden bleich: So bist du ja von liebe reich. 6. Du gibst auf alles fleißig acht, Hast diese stund an uns gedacht, Als an den Noah in der fluth, Dem du gefristet leib und gut. 7. Du hast uns, Herr, in dieser noth Bewahrt vor einem schnellen tod, Gleich wie du dort der jünger schaar Erhieltest in des meers gefahr. 8. Es hat uns weder feur und hitz, Noch donner noch ein starker blitz, Noch auch der hagel in der bahn Des ungewitters leids gethan. 9. Was du verheißen vor der zeit, Daß uns der flammen grausamkeit Im wenigsten nicht schaden soll, Ist nun erfüllet recht und wohl. 10. Du hast verhütet feur und brand, Dazu mit deiner gnas denhand Gehalten mich, auf mein begehr, Wie dort sanct Petrum auf dem meer. 11. Dein hand und schatten hat bedeckt Uns, die wir waren sehr erschreckt; Du hast beschirmet unsern leib, Auch haus und hof, gut, find und weib. 12. Dem satan hieltest du zu truß, großer Gott, uns starken schuß, Ja stundest bei uns in gefahr, bis daß dein zorn vorüber war. 13. Du hast dein freundlich Angesicht In dieser noth verborgen nicht, Du hast erwiesen in der that Daß deine treu kein ende hat. 14. Für solche wohlthat dan fen wir Aus reinem herzen bil lig dir, Ja geben dir mit höchstem fleiß In dieser stunde lob und preis. 15. Und obs gleich wenig nützen kann, So nimm doch unser opfer an, Das auf dem altar Jesu Christ Im glauben dir gewid met ist. 16. Verleih uns gnad, o du mein licht, Daß nimmer wir vergessen nicht Der wohlthat, die dein hülf und hand Auf uns, dein armes volk, gewandt. 17. Hilf, daß es uns zur buße treib und frömmigkeit nicht außen bleib, Auf daß, wann plößlich bricht herein Dein tag, wir ja nicht sicher sein. 18. O süßer Jesu, mach uns fromm. du mein liebster Hei mit höchstem fleiß, Und opfre land, komm: Ich wart auf dich dir lob, ehr und preis. Um gedeihliche Witterung. Mel. Wann wir in höchsten. 301. Gott Vater, der du deine sonn Läßt scheinen über bös und fromm, Und der gan zen welt damit leuchtst, Mit reg'n, thau die erd befeuchtst. 2. Die berg machst du von oben naß, Und läßt drauf wachsen laub und gras, In gång Zur Zeit der Theurung. 213 und fels gut erz du legst, Fried, dich nennt, In aller welt dein schuß und recht du selber hegst güt man kennt, Hörst unser bitt, 3. Du gibst auch reichlich brod und hilfst allein; Gib gnad, und wein, Daß unser herz kann daß wir dir dankbar sein. fröhlich sein, Du deckst auch unsre sünde zu, Dein wort bringt uns trost, fried und ruh. Nicolaus Hermann 4. So bitten wir dein gnad und güt, Im wort und fried uns stets behüt, Die frücht der erden uns bewahr, Und gib uns heut ein reiches jahr. 5. Ein fruchtbar wetter uns bescher, Dem hag'l und ungewitter wehr. Schnee, regen, wind und sonnenschein Allzeit dein'm wort gehorsam sein. 6. Heuschrecken, raupen sind dein ruth, Alles das schad'n an früchten thut, Solch ungeziefer, Herr, vertreib, daß dein gab unbeschädigt bleib. 7. Denk, daß wir arme würmelein Dein g'schöpf, erbgut und kinder sein, Und warten auf dein milde hand, Uns aus dein'm wort und werk bekannt. 4. Zur Zeit der Theurung. Mel. Ach Gott, vom Himmel. 302. Ach Herre, du gerechter Gott, Wir habens wohl verdienet Mit unsrer sünd und missethat, Daß unser feld nicht grünet, Daß menschen und vich traurig sein; Wenn du zuschleust den himmel dein, So müssen wir verschmachten. 2. Herr, unser sünd bekennen wir, Die wollst du uns verzeihen; All unser hoffnung steht zu dir, Trost, hülf thu uns verleihen. Gib uns regen und segen dein Um deines namens will'n allein Herr, unser Gott und tröſter. 3. Gedenke, Herr, an deinen bund; Um deines namens willen Bitten wir dich aus herzensgrund, Und thu unser noth stillen Vom himmel mit dem regen dein; Denn dein ist ja der himm'l allein, Ohn' dich kann es nicht regnen. 4. Kein ander gößz vermag es nicht, Daß er sollt regen geben. Den himmel hast du zugericht, Darinnen du thust schweben. Allmächtig ist der name dein, Solchs kannst du alles thun allein, Herr unser Gott und tröster. Johann Heermann. ( Um Sonnenschein.) 8. Die liebe sonn uns scheinen laß, Heiß wachsen erz, brod, kraut und gras, Daß leut und vieh ihr nahrung hab, Und dich erkenn' aus deiner gab. ( Umgedeihlichen Regen.) 9. Durch Christ dein'n Sohn hör unser bitt: Theil uns ein gnäd'gen regen mit, Und frön das jahr aus deiner hand, Mit dein'n Fußstapfen düng das land. 10. Den Herrn von Zion man 214 In Sterbens- Läuften. Mel. Ich ruf zu dir, Herr. 303. Mein sach hab ich zu Gott gestellt In meinen großen nöthen; Was ihm geliebet, mir gefällt; Ob er mich gleich wird tödten, Will ich doch hoffen stets auf ihn, In meinen bösen tagen nicht verzagen, Hoffen, er wird mein kreuz Gewißlich helfen tragen. 2. Das volk Israel große noth Von Pharaone litten: Noch half ihn'n aus der treue Gott, Zum trost wenn wir ihn bitten, Daß er uns auch erretten will, Doch nur, wanns ihm gefället; Oft sich stellet, Als hab er uns verlan, Sich doch zu uns gesellet. 3. Darum will ich auf seine gnad In meinem elend bauen Und auf ihn hoffen früh und spat, Das kann mich nicht gereuen. Ich will in seinen weisen rath Mein leib und seel befehlen, Ihm heimstellen; Ob mirs gleich übel geht, Mich doch darob nicht quälen. 4. Denn ob mir leib und feel verschmacht, Und ist kein hülf vorhanden, So weiß ich er gibt auf mich acht, Daß ich nicht werd zu schanden: Er ist meins' herzens trost und freud, Mein heil, mein fraft, mein leben, Kann mir geben, Was mir allhier ist gut, Und dort zum ewgen leben. 5. Wann herzensangst ist übergroß, Kein mensch kann mirs abwenden, Und kann davon nicht werden los, Denn durch ein seligs ende: Drum komm, Herr Jesu! nur behend, Nimm mich aus dem elende In dein' hände, Und hilf, daß ich mein'n lauf Zur seligkeit vollende. 6. Dein ist allein die herslich keit, Das reich, die kraft, die ehre, Bekannt ist dein barmherzigkeit Im himmel und auf erden: Drum zweif'l ich nicht, Herr Jesu Christ, Du ein'ger weibes- samen, In dein'm nas Draufsprech ich fröhlich: Amen. men Sei mein gebet erhört, Erasmus Winter. 5. In Sterbens- Läuften. Mel. Uch Gott vom himmel. 304. Wie tröstlich hat dein treuer mund, O liebster Gott, verheißen, Daß wenn uns frankheit will zu grund Und in die grube reißen, Und wir mit rechter zuversicht Vor dich) zu treten säumen nicht, Du wollst uns nicht zerschmeißen. 2. Ach Herr, wir haben diese plag Uns auf den hals gezogen, Die pest ist leider diese tag Uns schleunigst zugeflogen, Es hat die seuch uns angesteckt, Das grab hat manchen schon bedeckt, Eh man es recht erwogen. 3. Der tod will uns den scha fen gleich Durch hitz und krankheit schlachten, Sehr viele macht er falt und bleich, Die nicht daran gedachten. Pest ist noch schneller als das schwert, Das ohne schen und reu verzehrt: Noch will man es nicht achten. In Sterbens Läuften. 215 4. Nun mag ich nicht verstocket angesicht, Um trost dich anzusein, Ich will mich schuldig nennen: Gefündigt hab ich dir allein, Bin würdig drum zu brennen; Wie mancher schon durch solche ruth In dieser vest und kranfheit thut, Die schuld muß ich bekennen. schreien; Es dringet uns der große schmerz, Wir bringen ein zerschlagen herz, Das bittet um verzeihen. 5. Ich habe nicht dein göttlich wort Mit andacht angehöret, Oft hat mir ein verkehrter ort Den guten Sinn verstöret; Der teufel, wollust, fleisch und welt, Von welchen uns wird nachgestellt, Die haben mich bethöret. 6. Ach Gott, wir haben geld und gut Für alles nur begehret, Wir haben unserm frechen muth Kein üppigkeit gewehret: Dieß ist nun worden pest und gift, Das unsre schwache leiber trifft, Sa mark und bein ver. zehret. 10. Auf unsern knieen liegen wir, Und unsre augen weinen, Es schreien tag und nacht zu dir Die großen sammt den kleinen: Vergib uns doch die miſsethat, Die dich so hart erzürnet hat, Laß deine gnad uns scheinen. 11. Nimm von uns diese scharfe ruth, Hör auf uns so zuplagen; Herr, straf uns, als ein vater thut, Damit wir nicht verzagen. Im glauben hab ich dich gefaßt, Hilf mir und andern diese last Jest gnädig auch ertragen. 12. Du bist doch helfer in der noth, Bei dir ist rath zu finden, Du kannst die krankheit, ja den tod, Ganz siegreich überwinden; Du schlägst zu zeiten eine beul, Und kannst jedoch dieselb in eil Als unser arzt verbinden. 13. Nun, Herr, bezeichne thor und thür Mit Christi blut und sterben, Daß, wann der würger geht herfür, Wir nicht durch ihu verderben. Sei gnädig, Herr, und laß uns bald Gesunde Leiber und gestalt Durch deine Johann Rift. 7. Wir haben diesen madensack Sehr herrlich ausgeschmücket, Der kurz hernach gar sehr erschrack, Als ihn der schmerz gedrücket. Wo dienet nun die hof fart zu? Der franke leib liegt ohne ruh, Auch bis ins grab gebucket. 8. Wir haben unser ganzes land Und häuser oft beflecket Mit unzucht, greuel, sünd und güt ererben. schand; Es war da nichts bedecket, Und hieß es gleich noch eins so schlimm: Was wunder, daß uns Gottes grimm So heiß hat angestecket. 9. Nun, treuer Gott, wir fönnen nicht Des unrechts uns entfreien: Wir kommen vor dein Mel. Hilf Herre Gott uns. 305. Ach, lieben Christen, seid getrost. Wie thut ihr so verzagen? Weil uns der Herr heimt= suchen thut; Laßt uns von herzen sagen: Die straf wir wohl verdienet han, Solchs muß be 216 kennen jedermann, Niemand darf sich ausschließen. 2. In deine händ uns geben wir, O Gott, du lieber Vater; Denn unser wandel ist bei dir, Hie wird uns nicht gerathen, Weil wir in dieser hütte sein, Ist nur elend, trübsal und pein; Bei dir der freud wir warten. 3. Kein frucht das weizenförnlein bringt, Es fall denn in die erden: So muß auch unser irdischy'r leib Zu staub und asche werden, Eh er kommt zu der herrlichkeit, Die du, Herr Christ, uns hast bereit't Durch deinen gang zum Vater. 4. Was wollen wir denn fürchten sehr Den tod auf die ser erden? Es muß einmal gestorben sein. Wie wohl ist hier gewesen, Welcher wie Simeon entschläft, Sein sünd bekennt, Christum ergreift: So muß man selig werden. 5. Dein seel bedenk, bewahr dein leib, Laß Gott den Vater sorgen: Sein engel deine wäch ter sein, Behüt'n dich vor all'm argen. Ja, wie ein henn' ihr küchelein Bedeckt mit ihren flügelein, So thut der Herr uns armen. In Sterbens- Läuften. Christ, Der für uns all gestorben Und wieder auferstanden ist, Des vaters huld erworben, Daß wir nun nicht in Adams fall Umkommen und auch sterben all, Sondern das leben erben. Johann Gigas( Heune). Mel. Aus tiefer noth schrei. 306. Zu dir allein in dieser noth Wir, deine finder, rufen; Auf dich, du gnadenreicher Gott, Steht unser trost und hoffen: Du wollest in dem zorne dein Dein'r gnaden ja eindäch tig sein, Und uns nicht gar verderben. 2. Voll bosheit leider ist dieß land, Den sünden ganz ergeben, Dennoch viel fromme, dir be kannt, Nach deinem willen leben; Denn du ein firch an die sem ort Dir hast versammelt durch dein wort, Die wollst du nicht verlassen. 3. Der größte hauf dich, Herr, veracht, Sich an dein wort nicht fehren: Ob wir gleich wollt'n mit unsrer macht, Kön nen wir ihn'n nicht wehren; Sind wir darum in zuversicht, Du werdest uns ja lassen nicht Ihrer bosheit entgelten. 6. Wir wachen oder schlafen 4. Mit sünden sind wir sehr ein, So sind wir doch des beschwert, Die sind auch leid Herren; Auf Christum wir ge- uns armen; Dein'r ruthen sind taufet sein, Der kann dem sa- wir ja wohl werth, Wollst dich tan wehren. Durch Adam auf aber erbarmen, Wegnehmen uns kommt der tod, Christus unser missethat, Die Christ für hilft uns aus aller noth: Drum uns getragen hat, Und väterloben wir den Herren. lich uns zücht'gen. * Ehr sei dem Herren Jesu 5. Du hast noch nie ohn hülf In Sterbens Läuften. 217 und trost Die deinen, Gott, ver- nicht fressen. In deinen schutz lassen: Israel du errettet hast Im meer auf trockner straßen. Da sonst all hülf verloren war, Hast b'schützt allein dein volk aus g'fahr, Der feind konnt ihn'n nicht schaden. 6. Also auch jetzt komm uns zu steur, Die wir sizzen ohn sorgen, Daß wir nicht werd'n vom schwerdt und feur Umbracht heut oder morgen; Den jammer, den wir habn geſehn An mann und weib, an kindern klein, Laß ja nicht wieder kommen. 7. Das land den Christen geben ist Schon vor viel hundert jahren, Auf daß sie deinen namen, Christ, Die heiden sollen lehren; Sie aber hab'n gesucht vielmehr Ihr eigen nutzen, lust und ehr, Deiner wenig geachtet. 8. Das hast du mit geduld so lang, Herr Gott, können vertragen; Nun wachst du auf und machst uns bang, Daß wir vor angst verzagen. Dein g'richt, vater, ist immer recht, Wir thun wie finder, die man schlägt, Die sprechen nicht: warume? wir seel und leib, Haus, hof und gut, auch kind und weib Allein dir thun befehlen. 11. Unsrer Herrschaft gib guten sinn, Daß sie sich recht befehre Und sich halt nach dem worte dein, zu deinem lob und ehre, Zu deiner furchte nüchtern sei, Partheilichkeit sich mache frei, Gericht und recht erhalte. 12. Der unterthan viel tausend sind, Die dein wort nicht mög'n hören: Die laß nicht länger bleiben blind, Den weg zu dir sie lehre. Wo dein ehr nicht befördert wird, Kein glück auch da kann sein beschert: Wie kann man dir vertrauen? 13. Zu retten uns in dieser noth, Fürsten und herrn erwecke, Gib rath, gib macht, gib heldenmuth, Damit der feind erschrecke. Wenn wir darnach den frieden schon Durch deine hülf erlanget han, Ewig woll'n wir dir danken. 9. Vorlängst ist verdient dieser lohn, Bisher hast uns geborget. Daß es endlich so wird zugehn, Sich viel haben besorget, Von diesen zeiten g'weissagt viel. Muß fühlen, der nicht glauben will, mit schand und schaden lernen. 14. Dieß lied von uns geſungen ist; Dich, Herr Gott, zu bewegen; Erbarm dich uns'r, o Jesu Christ, Uns'r herz thut zu dir nahen. Mein nam allein ist dir bekannt, Mein leben steht in deiner hand, Auf menschen ich nicht baue. 10. Herr Christ, in dieser großen g'fahr. Dich bitten wir von herzen; Dein arme schäflein ja bewahr, Daß sie die wölf Mel. Es ist das heil uns kommen. 307. Ach wie elend ist unser zeit Allhie auf dieser erden. Gar bald der mensch darnieder leit, Wir müssen alle sterben; Allhier in diesem jammerthal Ist müh 218 In Sterbens- Läuften. und arbeit überall, Auch wenn es wohl gelinget. Gar gern von dieser welt: Entbind mich von dem leiden, Wann 2. Ach, Adams fall und misse- dirs, mein Gott, gefällt. Soll that Solchs alles auf uns er- ich an dieser plage, Die ich sehr ben: Gott, gib du uns guten wohl verschuld't, Beschließen rath, Daß wirs erkennen ler- meine tage: So gib mir nur ge nen. Daß wir so blind und duld. sicher sein Mitten intrübfal und 5. Hier schneide, brenn und in pein, Das ist ja zu erbarmen. fege, Und mich mit qual und 3. Herr Gott, du unserzuflucht pein, So hart du willst, bebist, Dein hülfe thu uns senden, lege; Laß nur das leiden dein Der du der deinen nicht vergißt, An mir nicht sein vergebens, Die sich zu dir nur wenden. Mit Und nimm mich nach der pein, deinem geiste steh uns bei, Ein Du friedensfürst des lebens, In selges stündlein uns verleih deinen himmel ein. Durch Jesum Christum. Amen. Johann Gigas( Heune). Morgen- Gesang. Mel. Uch Gott und Herr. 309. Gott lob und dank, Daß ich nicht frank In dieser nacht bin worden, Daß ich ge sund Mit meinem mund Dich lob in meinem orden. 2. Jch bitte dich, Behüte mich Auch ferner diesen tage, Und straf mich nicht In dein'm gericht Durch die graßirend plage. 2. Wer selig hofft zu sterben, Und nicht in ewigkeit Will leib 3. Erzürnet sehr Hab ich dich, und feel verderben, Der mache Herr, Mit meinen schweren sich bereit All stund und augen- fünden; Doch schau die buß, blicke Durch wahre buß zum Ich fall zu fuß, Und hoffe gnad ted, Daß, wie es Gott ihm schicke, Die seele sei aus noth. zu finden: 4. Wie lang willst du Denn schlagen zu Auf die betrübten sünder? Wirf doch dieruth Ins feuers- gluth Und tröste deine kinder. Mel. Ach Herr, mich armen. 308. In diesen schweren zeiten Wer weiß: wer heute steht? Der jetzt ohn alles leiden Aus seinem hause gebt, Dem fanns gar leicht geschehen, Daß er fommt heim und stirbt, Und, wo er nicht versehen, Mit leib und seel verdirbt. 3. Denn, sünder, deine sünden, Die dich und deinen Gott Von freundschaft thun entbinden, Ulrsachen dir den tod Und solche schwere plagen, Die unser land und stadt Jegund so hart muß tragen Um ihre missethat. 4. Ich schick mich abzuscheiden 5. Halt ein, o Gott, In dieser noth Mit sterben und verderben. Soll denn der rest An dieser pest So ganz abscheulich sterben? In Sterbens Läuften. 219 6. Herr von uns nimm den starke macht Uns heute beigeschweren grimm, Und laß den- sprungen, Damit uns nicht ein selben sinken; Schenk kreuz und schneller tod Hat plötzlich überpein Uns nicht mehr ein, Den fallen, Und in so schwerer becher auszutrinken. großer noth Erhöret unser fallen. und 7. Du weißt ja wohl, Daß feiner soll, Der auf dich hofft, verderben: Drum wirst du, Gott, In dieser noth Dein kind nicht lassen sterben. 2. Dir, großer Gott, bekennen wir Die menge unsrer sünden, Wir bitten aber: laß vor dir Uns doch genade finden, Und dich der großen niederlag, Herr Jesu, doch erbarmen, Und treib der seuchen schwere plag Bon uns verlaßnen armen. 8. Verschone mein In dieser vein, Auf daß ein jeder schaue, Daß er nicht komm In nöthen um, Der seinem Gott vertraue. 9. Doch schreib ich dir Rein maß nicht für, Dein will der ist der beste: Ist es mir gut, So nimm die ruth Und schlag mich mit der peste. 10. Denn herzlich gern Ohn alles sperrn Fall ich in deine hände, Und schließ darein Die seele mein An meinem letzten ende. 11. Darum troß tod, Sammt pest und noth: Ihr könnt nur zeitlich schaden, Und bringen hin, Da wo ich bin All meiner pein entladen. 12. O Eins und Drei, Jch gehe frei Nun aus in deinem namen, Du bist mein schild: Machs, wie du willt, Ich sprech dazu mein: Amen. 3. p. s. 3. Wend, Herr, von uns die pestilenz, Die um uns her thut schleichen, Laß sie doch unser haus und grenz, O Jesu, nicht erreichen, Steh du uns bei mit deiner gnad, Die kräftig in den schwachen, Und hilf, daß uns die pest nicht schad: Reiß uns aus ihrem rachen. Abend- Gesang. Mel. Mein wallfahrt ich. 310. Gott, der uns diesen tag bewacht, Dem sei nun lob Besungen, Daß er durch seine 4. Du starker Gott, dem folgen muß Wind, meer und auch die erden, Wir fallen dir durch buß zu fuß, Und wollen frömmer werden; Sprich nur ein wort durch deinen mund, So heilet, was geschlagen, Und bleibet frisch, was noch gesund, Von diesen schweren plagen. 5. Weil uns die schwarze nacht umgibt, So laß uns sicher schlafen; Wer Gott vertraut und selben liebt, Dem können solche strafen Auch frümmen nicht ein einigs haar, Es sei denn Gottes wille: Drum bet und schick dich zur gefahr, Und halt dem Herren stille. 6. Verzage nicht in deinem 220 In Sterbens Läuften. leid: Gott wird dich nicht ist morgen schon Aus diesem verderben: Du bist des Herren welt- getümmel, Und prangt mit allezeit Im leben und im ster- unverwelfter kron Bei seinem ben. Sollst du denn sterben, Gott im himmel. sterbe hin, Thu Gott dein seel ergeben: Ist doch der tod uns ein gewinn, Und Christus unser leben. 9. Dir, Jesu, sei es heimgestellt, Mein leben und mein sterben: Mach du's mit mir, wie dirs gefällt, Nur daß ich mög ererben Die hohe gnad, o Jefulein, Daß ich in meinem leben Nur möge dein thürhüter sein, Das wollest du mir geben. 7. Hat doch der mensch kein fried noch ruh, Dieweil er lebt auf erden, Bis daß er thut die augen zu, Da möcht es besser werden; Dann ist er von der harten schlacht Des bösen feinds entsprungen, Und frei von al lem freuz gemacht, Mit dem er oft gerungen. 8. Darum geb ich mich willig drein Und hoff auf Gott den Herren: Es muß einmal gestorben sein, Was soll ich mich viel sperren? Wer heut entschläft, 10. Und sterb ich gleich, so sterb ich dir, Du bist ja auch gestorben, Und hast ein ewigs leben mir Durch deinen tod erworben. Dieß ist mein trost, darauf ich mich Beherzt nun lege schlafen; Wer buße thut und hofft auf dich, Ruht unter deinen waffen. J. G. S. Achter Theil. Allgemeine Lob: und Dank- Lieder. Te Deum Laudamus. 311. Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir! Dich, Gott Vater, in Ewigkeit Ehret die Welt weit und breit. Alle Engel und Himmels- Heer, Und was da dienet deiner Ehr, Auch Cherubim und Seraphim Singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott, Heilig ist unser Gott, Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth. 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit Geht über Himm'l und Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl, Und die lieben Propheten all, Die theuren Märtrer allzumal, Loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werthe Christenheit Rühmt dich auf Erden allezeit. Dich, Gott Vater im höchsten Thron, Deinen rechten und ein'gen Sohn, Den heiligen Geist und Tröster werth Mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 221 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewger Sohn du bist; Der Jungfraun Leib nicht hast verschmäht, Zu erlösen das menschlich Geschlecht. 222 Lob und Dank- Lieder. Du hast dem Tod zerstört sein Macht, Und all Christen zum Himmel bracht. Du sitz'st zur Rechten Gottes gleich, Mit aller Ehr ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist Alles, was todt und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Die mit dein'm theurn Blut erlöset sein. Laß uns im Himmel haben Theil Mit den Heilgen im ew'gen Heil. Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, Und segne, was dein Erbtheil ist, Wart und pfleg ihr zu aller Zeit, Und heb sie hoch in Ewigkeit. 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich, Und ehrn dein'n Namen stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, Vor aller Sünd und Missethat. Sei uns gnädig, o Herre Gott, Sei uns gnädig in aller Noth. Zeig uns deine Barmherzigkeit, Wie unser Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr: In Schanden laß uns nimmermehr, Amen. Dr. Martin Luther, verdeutschter Ambrosianischer Lobgesang. 312. Allein Gott in der höh bedacht: Wohl uns des feinen Herren. sei ehr, Und dank für seine gnade, Darum daß nun und nimmer3. O Jesu Christ, sohn eingemehr Uns rühren kann fein born Deines himmlischen Vaschade. Ein wohlgefalln Gott ters, Versöhner der, die warn an uns hat, Nun ist groß fried ohn unterlaß, All fehd hat nun ein ende. verlorn, Du stiller unsers haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, Nimm an die bitt von unsrer noth, Erbarm dich unser aller. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich, Für deine ehr wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich 4. O heilger Geist, du höchstes Regierst ohn alles wanken. gut, Du allerheilſamst tröster, Ganz ungemessen ist dein macht, Vors teufels g'walt fortan beFort g'schieht, was dein will hat hüt, Die Jesus Christ erlöset Lob und Dank Lieder 223 Durch große mart'r und bittern Christ, Sammt dem Vater und tod, Wend ab all unfern jamm'r heilgen Geist In gleicher maje-. und noth, Dazu wir uns ver- stät gepreist.igmen lassen. Nicol. Decius, verdeutschtes Gloria in excelsis, nach Luk. 2, V. 14. 6. Amen, das ist gewißlich wahr; Das bekennt aller engel schaar, Und alle welt so weit und breit Dich lobt und ehret Mel. Vater unser im himmelreich. 313. All ehr und lob foll allezeit. Von nun an bis in Gottes fein: Er ist und heißt ewigkeit Sei dir lob, preis und bereit. der höchst allein, Sein zorn auf erden hat ein end, Sein fried und gnad sich zu uns wend't, Den menschen das gefalle wohl, Dafür man herzlich danken soll. 2. Ach, lieber Gott, dich loben wir, Und preisen dich mit ganz'r begier: Auch knieend wir anbe ten dich, Dein ehr wir rühmen stetiglich, Wir danken dir zu aller zeit Um deine große herrlichkeit. Jun 2010 n 314. Jesu, du mein liebstes leben, Meiner seele bräutigam, Der du dich für mich gegeben An des bittern kreuzes stamm, Jesu, meine freud und wonne, Du mein hoffnung, schatz und theil, Mein erlösung, schmuck und heil, Hirt und könig, licht und sonne: Ach, wie soll ich würdiglich, Mein Herr Jesu, preisen dich. 3. Herr Gott, im himmel fö2. du allerschönstes wesen, nig bist, Ein Vater, der allmächtig ist. Du Gottes Sohn D du glanz der herrlichkeit, vom Vater bist Ewig gebor'n, Von dem Vater auserlesen Zum Herr Jesu Christ, Herr Gott, du zartes Gottes- Lamm, Ein Sohn aus Gott's des Vaters stamm. dhi mata the 4. Der du der welt sünd trägst allein, Wollst uns gnädig, barmherzig sein; Weil du für uns gelitten pein, Laß dir uns'r bitt gefällig sein; Der du gleich sitzst dem Vater dein, Wollst uns gnädig, barmherzig sein. erlöser in der zeit, Ach, ich weiß, daß ich auf erden, Der ich bin ein schnöder knecht, Heilig, selig und gerecht, Ohne dich kann nimmer werden. Herr, ich bleib ein böser Christ, Wo dein gnad nicht mit mir ist. 5. Du bist und bleibst heilig und rein, Ueber alles der Herr allein, Der allerhöchst allein du bist, Du lieber Heiland Jesu 3. Ei so komm du trost der heiden, Komm, mein liebster, stärke mich, Komm, erquicke mich mit freuden, Komm und hilf mir gnädiglich, Eile bald mich zu erleuchten: Gott, mein herz ist schon bereit, Komm mit deiner süßigkeit, Leib und ſeel mir zu befeuchten, Komm, du 224 Lob und Dank- Lieder. klares sonnen- licht, Daß ich ja Mich in höchster wollust küssen: verirre nicht. Gib mir deinen zarten mund, Denn so wird mein herz ge sund. 4. Komm, mein liebster, laß mich schauen, Wie du bist so wohl gestalt, Schöner, als die schönsten frauen, Allzeit lieblich, nimmer alt. Komm, du aufenthalt der siechen; Komm, du lich ter gnadenschein; Komm, du süßes blümelein, Laß mich deinen balsam riechen; Du mein leben, komm heran, Daß ich dein genießen kann. 8. Herr, ich bitte dich: erzeige, Daß du reden willst in mir, Und die Welt ganz in mir schweige; Treibe deinen glanz herfür, Daß ich bald zu dir mich kehre, Und dein wort, der edle schatz, Find in meinem herzen plaß, Daß mich deine wahrheit lehre, Daß ich sünd und laster frei Dir, mein Gott, gefällig sei. 5. Ach, wie wird dein freundlich blicken, Allerliebster seelenschatz, Meinen geist in mir er- 9. Lieblich sind dein edle hütquicken, Und ihn führen auf ten, Schön von gnad und himden platz, Da er solche luft melsgunst, Da du pflegest aus empfindet, Die nicht zu vergleis chen ist. Deine lieb, Herr Jesu Christ, Ist es, die mich gar entzündet, Die mein herz zu tag und nacht Auch im leiden freudig macht. zuschütten Deiner süßen liebe brunst. Meine seele, Gott, verlanget, Daß sie fröhlich möge stehn, und mit klaren augen sehn, Wie dein hohe wohnung pranget, Leib und seel erfreuen sich, Herr, in dir ganz inniglich. 6. Schaff in mir noch hier auf erden. Daß ich wie ein bäumlein fest Dir mög eingepflanzet werden; Diesen schatz halt ich fürs best, Auch viel höher, als rubinen, Theurer, als den güldnen sand, Schöner, als den diamant, Die zur bloßen hoffart dienen, Besser, als der perlen schein, Wenn sie noch so köstlich sein. 10. Wohl den menschen, die da loben Deine wohlthat immerdar, Und durch deinen schuß von oben Sich beschirmen vor gefahr, Die dich heißen ihre stärke, Die ihr leben in der ruh Und der tugend bringen zu, Daß man rühmet ihre werke. Christen, die also gethan, Treten frei des himmels bahn. 11. Dieses, Jesu, schafft dein lieben, Jesu, Gottes lieber Sohn, Daß dich in die welt getrieben Von des hohen himmelsthron. O wie tröstlich ist dein leiden, Ja mein liebster schatz, der soll O wie heilig ist dein wort, Das 7. O du paradies der freuden, Das mein geist mit schmerzen sucht, D du starter trost im leiden, du frische lebensfrucht, du himmels süßer bisfen, Wie bekommst du mir so wohl. 2 Lob und Dank- Lieder. 225 uns zeigt des lebens pfort, Da 3. Jch bat dich mit thränen, wir uns in freuden weiden, Wo die große fürsten- schar Dir zu dienst ist immerdar. Mit leid, angst und sehnen; Mein aug und gesicht Hub ich auf und schriee, Neigte meine 12. Machet weit die hohen kniee, Stund auch aufgericht; pforten, Deffiet thür und thor Ich ging hin und her, mein sinn der welt, Wünschet glück an War bekümmert und voll for= allen orten, Sehet, da fommt gen Durch die nacht am morunser held Sehet er kommt gen. einzuziehen, Als ein ehren- könig pflegt, Wenn er seinen feind erlegt. Alles volk soll sich bemühen Hoch zu preisen unsern Gott, Gott den großen Zebaoth. 13. Hochgelobet, hochgeehret Sei des Herren theurer nam; Herrlich ist sein reich vermehret, Das aus gnaden zu uns kam. Er ist Gott, der uns gegeben Seel und leib, auch ehr und gut; Der durch seiner engel hut Schützet unser leib und leben: Danket ihm zu aller frist, Weil der Herr so freundlich ist. liver and R Johann Rist. Mel. Jesu meine freude. 315. Sesu, meine liebe, Die ich oft betrübe hier in dieser welt, Dir dankt mein gemüthe Wegen deiner güte, Die mich noch erhält, Die mir oft Gar un verhofft hat geholfen in dem klagen, Noth, leid, angst und zagen. 2. Nun, ich will dran denken, Wann ich werd in fränken Und in ängsten sein; Wo ich werde stehen, Wo ich werde gehen, Will ich denken dein. Ich will dir, Heil für und für, Dankbar sein in meinem herzen, Denken dieser schmerzen. 4. Ich, als ich nicht sahe, Daß du mir so nahe, Sprach zu dir im sinn: Ich kann nicht mehr beten, Komm, mein heil getreten, Sonst sink ich dahin, Ja, ich sink. Ei, sprach dein wink, Halt, meinst du, daß ich nicht lebe, Noch fort um dich schwebe? 5. Ich war noch im glauben, Den mir doch zu rauben Satan war bemüht, Der die armen seelen In der leibes- höhlen Vielmals nach sich zieht; Sch sprach doch: Ich glaube noch; Glaubt ich nicht, nicht wollt ich beten, Noch vor dich hintreten. 6. Herr, wer zu dir schreiet, Seine sünd anspeiet, Ruft dich herzlich an Aus getreuem herzen, Dessen große schmerzen Wirst du, Herr, alsdann, Wenn er fest Glaubt, dich nicht läßt, Als die deinen selbst empfinden, Tilgen seine sünden. 7. Drum, o meine liebe, Die ich oft betrübe Hier in dieser welt, Dir dankt mein gemüthe Wegen deiner güte, Die mich noch erhält, Die mir oft Gar unverhofft Hat geholfen in dem klagen, Noth, leid, angst und zagen. 15 Lob und Dank- Lieder. Mel. Wie schon leuchtet der. tag Mein innre ruh beför 316. Ich will, o Vater, dern mag, Durch deines wor allezeit Erheben deine gütigkeit, tes stärke, Daß mir dasselb Daß du von so viel jahren Mich durchs herze dring Und hunderts hast behütet wunderbar, Wie ich fältig früchte bring, Des glaumein lebtag immerdar, Auch bens rechte werke. Von dir laß diese woch erfahren. Singet, mir Brünnlein fließen, Sich erBringet Gott dem Herren Nah gießen, Daß ich bleibe Ein reis, und ferren Dank und ehre, Je- das in dir bekleibe. dermann sein lob vermehre. 6. Verleihe, daß in dieser welt 2. Du führst durch deinen stellt, Und ich die ganz vertraue, Mein hoffnung sei auf dich gegnaden- schein Aus aller trüb- Daß ich die wahre ruly und fal, noth und pein Den, der freud Erlange dort ohn einig zu dir nur schreiet; Durch Chri- leid, Wann ich Gott immer stum gibst du deinen geist, Der schaue. Durch dich Werd ich uns den Weg zur buße weist Große gaben Ewig haben, Bei Und innerlich erfreuet. Laß dir oben: Deinen namen will mich, Bitt ich, Deine gute Im ich loben. gemüthe Fort empfinden Ohn anfechtung meiner sünden. 3. Sieh ja dasselbe nicht mehr 317. Gott, du stifter aller an, Was ich hab wider dich ge- wonne, Dessen gnaden- schein than In nächst verwichnen ta- durchwirkt, Was allhier die gen; Nimm zur versöhnung heiße sonne Mit dem weiten Christi blut, Der uns gelitten strahl umzirkt, Dich muß aller hat zu gut, Und völlig abgetra- athem loben, Was auf erden, gen, Was sich Täglich Noch für unten, oben. sünden In uns finden; Drum wir schwachen Zu dem gnaden thron uns machen. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 2. Alles wild, was auf der heiden, Was durch busch und hecken geht, Alles rindvich auf der weiden, Was im stall und hürden steht, Was auf baum und felsen glimmet, Was durch see und flüsse schwimmet. 3. Auch die schaar, die man in lüften Allenthalben singen hört Und die ohne kunst und schriften Uns die sorgen meiden lehrt, Muß vor dir die stimm erheben, Muß mit furcht dir ehre geben. 226 4. Mein seel und leib und all das mein Laß dir, o Herr, befohlen sein, Ich will dir all's ergeben. Wend ab noth, angst und herzéleid, Du Vater der barmherzigkeit, In meinem ganzen leben, Daß ich Fröhlich Deinen willen Mög erfüllen, Stets dich lieben, Auch die lieb am nächsten üben. 5. Gib, daß mir deiner ruhe Lob- und Dank- Lieder. 227 kein fleiß nicht sparen. 4. Alle gräslein in den feldern, selben zu bewahren, Thut er Alles was in gärten blüht, Alle blümlein in den wäldern, Alles was, man grünen sieht, Muß, wenn gleich die menschen schweigen, Deinen ruhm und macht bezeugen. 5. Wie sollt ich denn dieß verhehlen, Was das stumme laubwerk preist? Sollt ich nicht viel mehr erzählen, Was du, Herr, mir hast erweist, Mir, der ich mit bösem leben Anlaß dir zum zorn gegeben? 6. Du hast mich aus nichts formiret, Haft von sünden mich erlöst, Hast mich mit verstand 6. Durch ihn ist uns vergeben gezieret, Und durch deinen Geist. Die sünd, geschenkt das leben, getröst, Hast mich dir zum dienst Im himmel soll'n wir haben, erwählet, Von verdammniß los O Gott, wie große gaben. gezählet. 3. Nahrung gibt er dem leibe, Die seel muß uns auch bleiben, Wiewohl tödtliche wunden Sind kommen von der sünden. 4. Ein arzt ist uns gegeben, Der selber ist das leben; Christus, für uns gestorben, Hat uns das heil erworben. 5. Sein wort, sein tauf, sein nachtmahl Dient wider allen unfall, Der heilig Geist im glauben Lehrt uns darauf vertrauen. 7. Wir bitten deine güte, 7. Du läßt mir zu gut aus- Wollst uns hinfort behüten, Die sprießen Bäume, Kräuter, öhl große mit den kleinen; Dut und most; Daß ich dessen kann fannsts nicht böse meinen. genießen, Gibst mir wild und viel zur kost; Erde, meer und luft kann geben, Was mir noth in meinem leben. 8. Erhalt uns in der wahrs heit, Gib ewigliche freiheit, Zu preisen deinen namen Durch 8. Wer kann deine güt erzäh- Jesum Christum. Amen. len? Herr, dieß ist von mir zu viel: Zeit und wort und kräfte fehlen, Denn dein hülf ist ohne ziel: Drum so laß mein kindlich fallen Dir in einfalt, Herr, ge= fallen. 2. Den leib, die seel, das leben Hat er allein uns geben: Die Ludwig Helmbold. In voriger Melodie. 319 ,. Nun lasset Gottes güte uns führen zu gemüthe, Kommt, laffet uns erwegen Des frommen Vaters ſegen. 2. Eh wir ans licht gesetzet, 318. Nun last uns Gott dem Herren Danksagen und ihn Hat er uns hoch geschäßzet, Und ehren Von wegen seiner gaben, hat uns eingeschrieben Zum leben und zum lieben. Die wir empfangen haben. 3. Da wir noch sind gelegen Ohn regen und bewegen, Ohn 15* Lob und Dank- Lieder. menschen- hülf und sorgen, Der Daß deine große liebe Wir mutter auch verborgen, inniglich betrachten, Und so ge ring nicht achten. 228 4. Hat er allein uns geben Die glieder und das leben; Ohn einig unsern heller War küche da und keller. 5. Er hat zu rechter stunde Vollkömmlich und gesunde Auf seiner engel wagen Uns in die welt getragen. 6. Er hat uns eingenommen In die gemein der frommen, Gemacht zu seinen erben, Daß wir nicht ewig sterben. 7. Er gibt uns zu erkennen Sein wort, daß wir ihn nennen Ein'n Vater und ernährer, Und alles guts bescherer. 8. Er gibt für unser fünde Sein eingebornes finde, Und läßt es für uns würgen, Als einen rechten bürgen. 9. Dieß lasset uns bedenken, Wann uns die sorgen fränken. Wer seinen Sohn hergiebet, Derselb aufs höchste liebet. 14. O Vater, uns beschere Zu deinem lob und ehre, Daß wir dir recht vertrauen, Und gänzlich auf dich bauen. 15. Wann wir nur dieses haben, So werden uns die gaben, Die wir zu diesem leben Bedürfen, wohl gegeben. 16. Eb himmel und die erden zu nichte müssen werden, Als sollten sein verlassen, Die fleis sches sorge hassen. Joh. Mich. Dilherr. 11. Die vögel in den lüften, Die thierlein in den klüften, 320. Nun danfet alle Gott Mit herzen mund und händen, Der große dinge thut An uns und allen enden, Der uns von mutterleib Und findes beinen an Unzählig viel zu gut, Und jego noch gethan. 2. Der ewig reiche Gott Woll uns bei unserm leben Ein immer fröhlich herz Und edlen gen, So wir ihm gläubig kla- frieden geben, Und uns in seigen, Was wir von nöthen haben Zur hüll, zur speis, zum 10. Sollt er uns was versaner gnad Erhalten fort und fort, Und uns aus aller noth Erlösen hie und dort. laben? 3. Lob, ehr und preis sei Gott, Dem Vater und dem Die blümlein auf den wegen Sohne Und dem, der beiden Uns müssen widerlegen. gleich Sm höchsten himmels12. Der sie so treulich heget, throne, Dem dreieinigen Gott, Und ihrer fleißig pfleget, Sollt eines himmels erben Er den fen zu verderben? Als er ursprünglich war, Und ist und bleiben wird Jebund und immerdar. Martin Rinkart( Aus Sirach 50. V. 24-26). 13. O Vater, Vater giebe, Lob und Dank- Lieder. 229 In voriger Melodic. 321. Daß du uns zwar gestrafet, Herr Gott, dich loben Jedoch in deinem zorn Nicht wir: Regier, Herr, unsre stim- gar haft weggeraffet. Es hat men, Laß deines geistes gluth dievaterhand Uns deine gnadenIn unsern herzen glimmen. thür Jetzt wieder aufgethan; Komm, komm, o edle flamm, Herr Gott, wir danken dir. Ach komm zu uns allhier, So singen wir mit lust: Herr Gott, dich loben wir. 7. Herr Gott, wir danken dir, Daß du kirch, land und häuser, Den frommen fürsten- stamm Und dessen grüne reiser Bisher erhalten hast. Gib ferner gnad Mit allhier, Daß auch die nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir. 2. Herr Gott, dich loben wir, 2. Herr Gott, dich loben wir, Wir preisen deine güte, Wir macht. rühmen deine herzlichem gemüthe; Es steiget unser lied Bis an des himmels thür, Und tönt mit großem 8. Herr Gott, wir danken dir thür, Und tönt mit großem schall: Herr Gott, dich loben und bitten, du wollst gebent, wir. Daß wir auch künftig stets In guter ruhe leben: Krön uns mit deinem gut, Erfülle nach gebühr, O Vater, unsern wunsch, Herr Gott, wir danken dir. 3. Herr Gott, dich loben wir Für deine große gnaden, Daß du das vaterland Von frieges last entladen, Daß du uns blicken läßt Des güldnen friedens zier; Drum jauchzet alles volk: Herr Gott, dich loben wir. 9. Herr Gott, wir danken dir Mit orgeln und trompeten, Mit harfen und pandor, Posaunen, geigen, flöten, Und was 4. Herr Gott, dich loben wir, nur athem hat, Ertön jetzt für Die wir in langen jahren Der und für: Herr Gott, wir loben waffen schweres joch Und fre- dich, Herr Gott, wir danken chen grimm erfahren; Jetzt rühdir. Johann Frank. met unser mund Mit herzlicher dir, o Vater, singen? Dein that kann keines menschen zung ausbringen. begier: Gott lob, wir sind in 322. Was lobes soll'n wir ruh, Herr Gott, wir danken dir. 5. Herr Gott, dich loben wir, Daß du die pfeil und wagen, Schild, bogen, spieß und schwert Zerbrochen und zerschlagen; Der strick ist nun entzwei, Darum so singen wir mit herz und zung und mund: Herr Gott, wir danken dir. 6. Herr Gott, dich loben wir, 2. Du hast wahre siegel ausgedrücket, Dabei wir deine gunst und güte schmecken. 3. Den bösen Pharao im meer erwürget, Israel in der wüst mit brod versorget. 4. Dabei wir sollen lernen 230 Lob und Dank- Lieder. und schmerz Ins meeres tiefe bin. heut und morgen, Daß du willst Und werf all angst, furcht, sorg unsern leib und feel versorgen. 5. 3u beweisen deine hohen wunder- werke Hast du zerknir schet der Hethiter stärke. 6. Er lasse seinen frieden ruhn In Israelis land, Er gebe glück dzu unserm thun Und heil zu allem stand. 7. Er laffe seine lieb und güt Um, bei und mit uns gehn, Was aber ängstet und bemüht, Gar ferne von uns stehn. 6. Dazu ein'n ew'gen bund mit uns gemachet: Wohl dem, der mit dem herzen darauf achtet. 7. O Vater, deine reden sind beständig, Gerichte, wahrheit, werke deiner hände. 8. Du sendest die erlösung den gefangnen, Und trägest weg den raub mit hohem prangen. 9. Theur, schrecklich unvergänglich ist dein name, Wer den fürchtet, der wird zur weisheit kommen. 10. Lob, ehr und dank muß dir, v Vater, werden In ewigkeit, auch hie auf dieser erden. ( Nach Pfalm 111.) 323. Nun danket all, und bringet ehr, Ihr menschen in der welt, Dem, dessen lob der engel heer Sm himmel stets vermeldt, 2. Ermuntert euch, und singt mit schall Gott, unserm höchsten gut, Der seine wunder überall Und große dinge thut. 3. Der uns von mutterleibe 8. So lange dieses leben währt, Sei er stets unser heil, Und wann wir scheiden von der erd, Verbleib er unser theil. 9. Er drücke, wann das herze bricht, Uns unsre augen zu, Und zeig uns drauf sein ange sicht Dort in der ewgen ruh. Paul Gerhardt. ( Nach Sirach 50. Vers 24 bis 26.) 324. Jesu, wollst uns weisen Deine werk zu preisen; Ohn dich, ohn dich mögen wir nichts enden. Herrlich'n reichen segen Hast du uns gegeben; Ach hilf, ach bilf, daß wirs erkennen. Nächst dir, du edler hort, Der größte schaß, dein wort, Nimmt weg all unser schmerzen, Macht fröhlich unsre herzen: Es schallt, es schallt, es schallt Im land an Frisch und gesund erhält, jetzt mit gewalt. Schön gaben Und wo kein mensch nicht helfen gibt dein geist Dein'n dienern kann, Sich selbst zum helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, Doch bleibet gutes muths, Die straf erläßt, die schuld vergibt, Und thut uns alles guts. allermeist, Christlich die leut zu lehren, Dein himmelreich zu mehren. Allein, allein, allein Dein soll die ehre ſein. 2. Schutz und fried im lande, Heil in unserm stande Ist ja, ist ja, Herr Christ, dein segen. 5. Er gebe uns ein fröhlich herz, Erfrische geist und sinn, Mitten unter feinden Rettest du Lob und Dank- Lieder. 231 wandel; Mit uns verändert sich die zeit In allem thun und handel. Wie bald ist es geschehn, Daß viel menschen abgehn, Die uns erzogen und gelehrt, Wie man recht lebt und dich ehrt, bestahn. Recht tügtich polizei, Wie man recht lebt und dich ehrt. Auch ämter mancherlei Thust du, Herr Christ, erhalten Bei jungen und bei alten, Zeigst uns, zeigst uns, zeigst uns Dieß all's aus lauter gunst. 3. O wie gar viel gaben Muß der hausstand haben, Gleichwohl, gleichwohl haben wir nicht mangel. Zweifeln darf ihr keiner; Denn der Herr nicht einen Verläßt, verläßt, so ihm anhangen. Schuh, kleider, schaf und rind, Haus, acker, weib und find, Auch andre schäß und beute Theilt er uns aus noch heute. Christlich, christlich, christlich Hierum wir preisen dich. Herr, segne tirch und schul, Haushaltung und rathstuhl; Schüßz, laß blühen und wach en Ruh, fried auf allen straßen. Nur dir, nur dir, nur dir, Herr Christ, lobsingen wir. Johann Lindemann. die deinen; In dir, in dir ist fraft und leben. Regenten weit und breit, Getreue obrigkeit Hast du uns, Herr, gegeben, Gute gesetz daneben. Es kann, es kann, es kann Durch dich all's wohl 2. Der Moses und der Aaron Haben ihr zeit regieret. David und Nathan sind davon, Ihr keiner wiederkehret. Nachfolger ihrem stand Hast du, Herr Gott, gesandt, Durch sie gebauet für und für Der firchen und der stadt thor, Der kirchen und der stadt thor. 3. Solch deine gnad ist wiederfahrn Auch unserm vaterlande. Die unsrer jugend meister warn, Sind nicht mehr all vorhanden. Gib, daß an ihrer statt Der wachsend hauf gerath, Daß Christlich regiment besteh, Und findes- findern wohl geh, Und findes- kindern wohl geh. 4. Dazu verleih uns, lieber Herr, Gott Vater, glück und segen, Gib deines Geistes kraft zur lehr, Von Jesu Christi wegen, Der uns erworben hat Zeitlich und ewig gnad: Dem sei mit dir und deinem Geist Ewiges lob, ehr und preis, Ewiges lob, ehr und preis. Ludwig Helmbold. Bei Confirmation der Kinder. 325. Herr Gott, du bist von Ewigkeit, Und bleibst ohn allen 232 Neunter Theil. In welchem verfasset Morgen-, Mittag- und AbendGefänge. 1. Morgen- Gesänge Dazu mein hausgesind, Ist dein geschenk und gab, Mein eltern 326. Aus meines herzens und verwandten, Geschwister grunde Sag ich dir lob und und bekannten Und alles, was dank In dieser morgenstunde, ich hab. Dazu mein lebenlang, Gott O in deinem thron, Dir zu lob, preis und ehren, Durch Christum unsern Herren, Dein'n eingebornen Sohn. 5. Dein engel laß auch bleiben Und weichen nicht von mir, Den satan zu vertreiben, Auf daß der bös feind hier In dieſem jammerthal Sein tück an mir betrübe Und bring mich nicht nicht übe, Leib und feel nicht 2. Daß du mich aus genaden In dies'r vergangnen nacht Vor g'fahr und allem schaden Be- 3 fall. hütet und bewacht. Ich bitt demüthiglich: Wollst mir mein sünd vergeben, Womit in diesem leben Ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten Mich gnädig diesen tag Vors teufels list und wüthen, Vor sünden und vor schmach, Vor feu'r und wassers- noth, Vor armuth und vor schanden, Vor ketten und vor banden, Vor bösem schnellen tod. Denn er all ding vermag. Er 6. Gott will ich lassen rathen, nehmen und sach; Denn ich ihm ſegne meine thaten, Mein vormein leben, Und was er mir heimgestellt Mein leib, mein seel, sonst geben: Er machs, wies ihm gefällt. 7. Darauf so sprechy ich amen, Und zweifle nicht daran: Gott wird es allzusammen Ihm wohl gefallen lan. Und streck nun aus mein hand, Greif an das werk wit freuden, Dazu mich Gott bescheiden In mein'm beruf und Johann Mathesius. 4. Mein seel, mein leib, mein leben, Mein weib, gut, ehr und kind In deine händ thu geben, stand. Morgen- Gesänge. 233 In voriger Melodie. euch vors teufels listen, Seid demüthiglich, Daß wir mögen stetiglich Bei Gott bleiben ewiglich Immer und allezeit. 327. Unsr'r obrigkeit woll auch nüchtern und wacht, Bittet Gott geben Und allen pred'gern fromm Ein g'sund und langes leben, zu ehren seinem nam, Auf daß sie mögen frei Sein göttlich wort uns lehren, Woll sie auch sonst bewahren Vor irrthum und feß'rei. 328. Ich dank dir, lieber Herre, Daß du mich haft bewahrt In dieser nacht so g'fähre, Darin ich lag so hart Mit finsterniß umfangen, Dazu in gro2. Gott woll gnädig beschirmen Den rath und ganz ge= ßer noth: Daraus ich bin entmein, Die reichen mit den armen, gangen, Halfst du mir, Herre Sie sein groß oder klein, In seinem schutz allein Vor pestilenz und hunger, Vor krieg, armuth und kummer, Wohl nach dem willen sein. 3. Mein g'sicht mir, Herr, verleihe Bis an mein letztes end, Und mir auch benedeie Die arbeit meiner händ, Auf daß ich auch was hab Für mich in schweren zeiten, Und daß ich armen lenten Kann geben eine gab. 4. Ach Herr, hilf mir vollenden Die schwere Lebens- zeit; Dein hülfe thu mir senden, Und sei von mir nicht weit, Wann ich heim schlafen geh, Daß ich mög fröhlich fahren, Und mit der Christen scharen Zum leben aufersteh. 2. Mit dank will ich dich loben, du mein Gott und Herr, Im himmel hoch dort oben. Den tag mich auch gewähr, Warum ich dich thu bitten, Und auch dein will mag sein; Leit mich in deinen sitten, Uno brich den willen mein. 3. Daß ich, Herr, nicht abweiche Von deiner rechten bahn, Der feind mich nicht erschleiche, Damit ich irr möcht gahn. Erhalt mich durch dein güte, Das bitt ich fleißig dich, Vors teufels list und wüthen, Damit er setzt an mich. 4. Den glauben mir verleihe An dein'n Sohn Jesum Christ; Mein fünd mir auch verzeihe Allhie zu dieser frist. Du wirst mirs nicht versagen, Wie du verheißen hast, Daß er mein sünd thut tragen, Und lös mich von der last. 5. Nun woll'n wir dank'n und loben Den Herren allezeit Für seine große gaben, Die er uns hat bereit, Bitten demüthiglich, Daß er nach diesem leben Den himmel uns woll geben, Die frend und seligkeit. 6. Darum, ihr lieben Christen, Seid stets hierzu bedacht, Hüt 5. Die hoffnung mir auch giebe, Die nicht verderben läßt; Dazu ein christlich liebe Zu dem, der mich verletzt: Daß ich ihm guts 234 Morgen- Gesänge. erzeige, Such nicht darin das Von aller sünd geplaget ward, mein, Und lieb ihn als mich eigen Nach all dem willen dein. Die ich mein tag begangen. 6. Dein wort laß mich bekennen Vor dieser argen welt, Auch mich dein'n diener nennen, Nicht fürchten g'walt noch geld, Das mich bald mög ableiten Von deiner wahrheit flar; Wollst mich auch nicht abscheiden Von der Christlichen schar. 7. Laß mich den tag vollenden Zu lob dem namen dein, Auch mich nicht von dir wenden, Ans end beständig sein. Behüt mir leib und leben, Dazu die frücht im land: Was du mir hast gegeben Steht all's in deiner hand, 8. Herr Christ, dir lob ich sage Für deine wohlthat all, Die du mir all mein tage Erzeigt haft überall. Dein'n namen will ich preisen, Der du allein bist gut, Mit deinem leib mich speisest, Tränkst mich mit deinem blut. 9. Dein ist allein die ehre, Dein ist allein der ruhm: Die rach dir niemand wehre, Dein segen zu uns komm; Daß wir im fried entschlafen, Mit gnaden zu uns eil; Gib uns des glaubens waffen Bors teufels listig pfeil. Johann Kohlros. 329. Ich dank dir schon durch deinen Sohn, O Gott, für deine güte, Daß du mich heint in dieser nacht So gnädig haft behütet. 2. In welcher nacht ich lag so hart Mit finsterniß umfangen, 3. Drum bitt ich dich aus herzensgrund, Du wellest mir vergeben All meine sünd, die ich begunnt In meinem bösen leben. 4. Und wollest mich auch dies sen tag In deinem schutz erhal ten, Daß mir der feind nicht schaden mag Mit listen mannigfalten. 5. Regier mich nach dem willen dein, Laß mich in sünd nicht fallen, Auf daß dir mög das leben mein Und all mein thun gefallen. 6. Denn ich befehl mein leib und seel Und all's in deine ungefäll, Herr, deine hülf mir hände: In meiner angst und sende, 7. Auf daß der fürste dieser welt Kein macht an mir nicht finde; Denn wo mich nicht dein gnad erhält, Ist er mir viel zu g'schwinde. 8. Ich hab es all mein tag gehört: Menschen- hülf ist ver loren; Drum steh mir bei, o treuer Gett, Zur hülf bist du erkoren. 9. Allein Gott in der höh sei preis, Sammt seinem ein'gen Sohne In einigkeit des heilgen mels throne. Geists, Der herrscht ins him330. Gott des himmels und der erden, Vater, Sohn, und heilger Geist, Der es tag und nacht läßt werden, Sonn und mond uns scheinen heißt, Dessen Morgen: Gesänge. starke hand die welt, Und was drinnen ist, erhält. 2. Gott, ich danke dir von herzen, Daß du mich in dieser nacht Vor gefahr, angst, noth und schmerzen Haft behütet und bewacht, Daß des bösen feindes list Mein nicht mächtig worden ist. 235 8. Höre, Gott, was ich begehre, Vater, Sohn und beilger Geist, Meiner bitt mich, Herr, gewähre, Der du selbst mich bitten heißt: So will ich dich bier und dort Herzlich preisen Heinrich Albert. fort und fort. 3. Laß die nacht auch meiner sünden Jeßt mit dieser nacht vergebn. O Herr Jesu, laß mid) finden Deine wunden offen stehn, Da alleine hülf und rath Ist für meine missethat. 4. Hilf, daß ich auch diesen morgen Geistlich auferstehen mag Und für meine seele sorgen, Daß, wann nun dein jüngster tag Uns erscheint Und dein gericht, Ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, Herr, und begleite Meinen gang nach deinem wort, Sei und bleibe du auch heute Mein beschützer und mein hort: Nirgends als von dir allein Kann ich recht bewahret sein. 331, Wie schön leuchtet der morgenstern Vom firmament des himmels fern. Die nacht ist nun vergangen; All creatur macht sich herfür, Des edlen lichtes pracht und zier Mit freuden zu empfangen. Was lebt, Was schwebt Hoch in lüften, Tief in flüften, fäßt zu ehren Seinem Gott ein dank- lied hören. 6. Meinen leib und meine seele, Sammt den sinnen und verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke hand. Herr, mein ehre und mein ruhm, Nimm mich auf, dein eigenthum. 7. Deinen engel zu mir sende, Der des bösen feindes macht, List und anschläg von mir wende, Und hab mich in guter acht, Der auch endlich mich zur ruh Führe nach dem himmel zu. 2. Du, o mein herz, dich auchy aufricht, Erheb dein ſtimm, und säume nicht, Dem Herrn dein lob zu bringen; Denn, Herr, du bists, dem lob gebührt, Und dem man billig musicirt, Dem man läßt innig klingen Mit fleiß Dank, preis, Daß von weiten Freudensaiten Man kann hören Dich, o meinen heiland, ehren. 3. Ich lag in stolzer sicherheit, Sah nicht, mit was gefährlich keit Ich diese nacht umgeben; Des teufels list und büberei, Die höll, des todes tyrannei Stund mir nach leib und leben, Daß ich Schwerlich Wär entkommen und entnommen Dieſen banden, Wenn du mir nicht beigestanden. 4. Allein, o Jesu, meine freud In aller angst und traurigkeit, Du hast mich heint befreiet: 236 Morgen- Gesänge. Du hast der feinde macht ge- kinderlein Allzeit das unglück wehrt, Mir sanft und süße ruh troffen: Drum so Sei froh, beschert; Deß sei gebenedeiet. Glaube feste, Daß das beste, Mein muth, Mein blut Soll So bringt frommen, Wir in nun singen, Soll nun springen: jener welt bekommen. All mein leben Soll dir dankeslieder geben. Burchardt Wiesenmayer. 5. Ei mein Herr, süßer lebenshort, Laß ferner deine guadenpfort Mir heut auch offen bleiben; Sei meine burg und festes schloß, Und laß kein feindliches geschoß Daraus mich nimmer treiben: Stell dich Vor mich Hin zu kämpfen Und zu dämpfen Pfeil und eisen, Wann der feind will macht beweisen. 6. Geuß deiner gnaden reichen strahl Auf mich vom hohen himmels- saal, Mein herz in mir verneue; Dein guter geist mich leit und führ, Daß ich nach meiner amtsgebühr zu thun mich innig freue. Gib rath Und that, Daß mein ſinnen Und be ginnen Stets sich wenden, Seinen lauf in dir zu enden. 7. Wend unfall ab, kanns anders sein; Wo nicht, so geb ich mich darein, Ich will nicht widerstreben: Doch komm, 0 süßer morgen- than, Mein herz erfrisch, daß ich dir trau Und bleib im kreuz ergeben, Bis ich Endlich Nach dem leiden Zu den frenden Werd erhoben, Da ich dich kann ewig loben. 8. Indeß, mein herze, sing und spring, In allem freuz sei guter ding: Der himmel steht dir offen. Laß schwermuth dich nicht nehmen ein; Denk, daß die liebsten Mel. Auf meinen lieben Gott. 332, Lob und dank sag ich dir, Du meine himmels- zier, Daß ich gesund aufstehe; Du hüter aus der höhe, Send dei ner gnaden werke, Du, meines lebens stärke. 2. Daß mich in dieser nacht Der höllen- löwen macht Nicht angst und noth gefärbet, Das gänzlich hat verderbet, Mit ist, du burg der frommen, Von deiner allmacht kommen. doch Auch meiner ferner noch 3. Ach nimm doch, nimm dich In gnaden an, und hüte, Du unerschöpfte güte, Daß mich kein unfall rühre Und keine sünd abführe. 4. Den teufel und die welt, So tausend neßze stellt, Die deinigen zu binden, Laß mich, Herr, überwinden. Laß deine guade scheinen Mir und den lieben meinen. 5. Gieß deines geistes schein In meine seele ein, Daß ich heut deinen willen In allem mög erfüllen, Nur nach der tugend strebe, Und außer fünden lebe. 6. Rühr meinen unverstand Mit deiner weisheit hand, Daß ich in deinen wegen Durch deines geistes segen In ehrbarm Morgen: Gesänge. 237 thun und wandel Vollführe 7. Gedenk, daß dich dein Herr meinen handel. und Gott Zu seinem bild erschaffen hat, Daß du ihn erfennest. 7. Ach, unterrichte mich; Herr Jesu, ohne dich Und deines geistes gaben Ist alles, was wir haben, Nur finsterniß, drum lehre Und rede, Herr: ich höre. 8. Eröffne du das herz, Daß es sich sonder scherz Nach dir und nach der ehre Der wahren weisheit kehre, Daß meine blöden sinnen Nichts wider dich beginnen. 9. D großer Gott, gib du Doch meiner seelen ruh; Dir sei es heimgestellet, Thu, was dir wohlgefället, Beschütze, segne, lehre, Enthalte, nähre, mehre. Joh. Balthasar Schupp. 8. Und liebest ihn aus herzensgrund, Bekennest auch mit deinem mund, Sein also genießest. 9. Weil du nun seinen Geist gekost Und seiner gnad genoffent hast, So dank ihm von herzen. 10. Sei munter, fleißig, bet und wach, Sieh, daß du stets in deiner sach Tren erfunden werdest. 11. Du weißt nicht, wann der Herre kommt; Denn er dir keine zeit bestimmt, Sondern stets heißt wachen. 12. So üb dich nun in seinem bund, Lob ihn mit herzen, that und mund, Dank ihm seiner wohlthat. 333. Der tag vertreibt die finstre nacht; Shr lieben Christen, seid munter und wacht, Preiset Gott den Herren. 2. Die engel singen immerdar Und loben Gott mit großer schaar, Der alles regieret. 13. Sprich: o Vater in ewigkeit, Ich dank dir aller gütigkeit, Mir bisher erzeiget 14. Durch Jesum Christum, 3, Die hähn und vögel man- deinen Sohn, Welchem sammt cherlei Die loben Gott mit ihrem g'schrei, Der sie speist und dir im höchsten thron All engel lobsingen. fleidet. 4. Der himmel, erd, und auch das meer Dem Herren geben lob und ehr, Thun sein wohlgefallen. 5. Alles, was je geſchaffen ward, Ein jeglich ding nach seiner art Preiset seinen schöpfer. 6. Ei mensch, du edele natur, du vernünftig creatur, Sei nicht so verdrossen. 15. Hilf, Herr, daß ich dich gleicher weis Von nun an allzeit lob und preis In ewigkeit. Amen. Böhmische Brüder. Met. Aus meincs herzens grunde. 334. Gott, ich thu dir danken, Daß du durch deine güt Mich hast vors teufels wanken In dieser nacht behüt Also, daß er mich fein Hat müssen lassen schlafen, Und mir 238 Morgen- Gesänge. mit seinen waffen Nicht können mir dein hülfe senden Und sei schädlich sein. nicht allzuweit, Wann ich heim 2. Beschüßze mich auch heute schlafen geb, Auf daß ich friedVor großer angst und noth, lich fahre Und mit der ChristenVor gott- vergeßnen leuten Und schare Zum leben aufersteh. vor ein'm schnellen tod, Vor and Barthol. Ringwaldt. sünden und vor schand, Vor wunden und vor schlägen, Vor 335.( Seele:) O Christe, ungerechtem segen, Vor wasser und vor brand. 3. An meinem geist mich stärke, So wohl auch an dem leib, Daß ich meins amtes werke Mit allen freuden treib, Und thu nach meiner pflicht, So viel als mir befohlen, Bis daß du mich wirst holen Zu deinem helfen licht. morgensterne, Leucht uns mit hellem schein; Schein uns vons bimmels throne An diesem dunkeln ort Mit deinem reinen wort. 2. O Jesu, trost der armen, Mein herz heb ich zu dir. Du wirst dich mein erbarmen, Dein gnade schenken mir; Das trau ich gänzlich dir. 3. Ich kann und mag nicht schlafen, Ich kann nicht fröhlich sein; Mir ist verwundt mein seele Und fürcht der hölle pein: O Christ, erbarm dich) mein. 4. Mein g'sichte mir verleihe Bis an mein letztes end, Und gnädig benedeie Die arbeit meiner händ, Damit ich auch was hab Für mich in schweren zeiten, Und davon armen leuten Kann geben eine gab. 5. Vor allem mich regiere Mit deinem gnaden geist, Daß ich mein g'danken führe In himmel allermeist, Und ja nicht ganz den- thron. mich, Herr, genießen, Tröst mich durch deine güt: Hilf mir, das ist mein bitt. und gar Sei mit dem geiz be- 5. Du hast für mich vergoffen fessen Und schändlich mög ver- Dein rosinfarbes blut; Des laß gessen Des lieben himmels klar. 6. Erhalt mir leib und leben, So lang es dir gefällt, und thu mir, Herr, nur geben Den schatz in jener welt: So gilt mir alles gleich, Und bin es wohl zufrieden, Ob ich schon nicht hienieden Bin vor den menschen reich. ther 7; O Herr, hilf mir vollenden Mein saure lebenszeit, Thu 4. O Jesu, lieber Herre, Du ein'ger Gottes Sohn, Von herhülfe thun: Du bist der gnazen ich begehre, Du wollst mir 6.( Jesus:) Ist dir verwundt so sehre Die arme seele dein, Thu dich nur zu mir kehren, Ich will dein helfer sein, Ver. geben schuld und pein. 7. Laß du von sünden abe, und sei ein frommer Christ: Ich will dich selber laben Und schen Morgen- Gesänge. fen meinen geist, Der dich zum bimmel weist. 8. Ich will dich selber speisen Mit meinem leib und blut, Mein lieb an dir beweisen Und will dir theilen mit Mein schatz und höchstes gut. 239 sehen Und weißt wohl, daß zur gabe Ich ja nichts bessers habe, 8. So wollst du nun vollenden Dein werk an mir und senden, Der mich an diesem tage Auf seinen händen trage. 9. Sprich ja zu meinen thaten; Hilf selbst das beste rathen; Den anfang, mitt'l und ende, Ach Herr, zum besten wende. 10. Mit segen mich beschütte, Mein herz sei deine hütte, Dein wort sei meine speise, Bis ich gen himmel reiſe. Paul Gerhardt. 9.( Seele:) O Jesu, lob und ehre Sing ich dir allezeit; Den glauben in mir mehre, Daß ich nach dieser zeit Mit dir eingeh zur freud. ( Aus dem 16. Jahrhundert) Mel. Aus meines herzens grunde. 336. Wach auf, mein herz, und singe Dem schöpfer aller dinge, Dem geber aller güter, Dem frommen menschen- hüter. 337. Bewahr mich, Gott mein 2. Heint, als die dunklen Herre, In dieser morgen- zeit, schatten Mich ganz umgeben Dein gnade zu mir kehre, Die hatten, Hat satan mein begeh- erd und himmel breit't, Und ret, Gott aber hats gewehret. wie du mich behüt Die nacht, 3: Ja, Vater, als er suchte, daß ich in schaden Darin nicht Daß er mich fressen möchte, Lag bin gerathen, Den tag mich auch ich in deinem schooße, Dein flü- vertritt. gel mich beschlosse. 4. Du sprachst: mein kind, nun liege; Trotz dem, der dichy betrüge. Schlaf wohl, laß dir nicht grauen: Du sollst die sonne schauen. 5. Dein wort das ist geschehen; Ich kann das licht noch sehen, Vor noth bin ich befreiet, Dein schutz hat mich verneuet. 6. Du willst ein opfer haben: Hier bring ich meine gaben; Mein weihrauch, farrn und widder Sind mein gebet und lieder. 2. Bewahr mir, Gott, mein seele, Dein allertheurstes pfand, Denn ich sie dir befehle, Halt sie in deiner hand, Daß sie nicht fall in sünd, Von deiner gnad nicht wanke, Allzeit an dich ges Des himmels gut denke, empfind. 7. Die wirst du nicht verschmähen; Du kannst ins herze 3. Bewahr mir, Gott, mein Leben, Mein leib, der seele haus, Den du mir hast gegeben, Mein werk zu richten aus, Daß ich es wohl vollbring, Zu deinem willen lebe, Nach gottseligkeit strebe Und mir all's wohl ge= ling. 4. Bewahr mir, Gott, mein 240 Morgen: Gesänge. sinne, Die hüter meiner seel, Deiner lieb, gnad und huld. Daß all's, was ich beginne, Dein guter geist mich treib, Folge deinem befehl. Wend ab Daß ich das böse meide, Dir mein ganz gemüth Von all'n ir- trau in allem leide, Ans end dischen dingen, So leicht zu falle beständig bleib. bringen: Auf dich mein auge fieht. Josua Stegmann. Mel. Ich dank dir lieber Herre. 5. Bewahr mir, Gott, mein glieder, Des Leibes dienerin, 338. Dank sei Gott in der Mein zung und augenlieder, höhe In dieser morgenstund, Händ, füß, all's was ich bin. Durch den ich wied'r aufstehe Dein geist mein kraft beweg, Vom schlaf frisch und gesund. Daß meine zung dir singe, Dein Mich hatte zwar gebunden Mit hand mein werk vollbringe, Dir finsterniß die nacht: Ich hab sie ganz zu ehren leb. überwunden Durch Gott, der mich bewacht. 6. Bewahr mir, Gott, mein ehre, Behüt vor sünd und schand, 2. Wiedrum thu ich dich bitDaß ich fein ehrbar fübre Mei- ten, Dschutzherr Israel, Du nen beruf und stand. Mein ziel die tugend sei, Darnach ich allzeit trachte, All üppigkeit verachte, Die weltlust mir verzeih. wollst treulich behüten Den tag mein leib und feel. All Christ lich obrigkeiten, Unser schul und gemein In diesen bösen zeiten Laß dir befohlen sein. 7. Bewahr mir, Gott, mein güter Dem leib zum unterhalt, Daß ich niemand zuwider Mein amt glücklich verwalt, Und nach des himmels schluß Im schweiß mein brod erwerbe, Den segen Gottes erbe, Der allein nähren muß. 8. Bewahr mir, Gott, mein freunde, All die mir sind verwandt, Bei welchen ich trost finde In allem unglücksstand. Wend ab all ungemach, Mein feinde fehr zurücke, Zu schanden mach ihr tücke: Dir stell ich heim die sach. 3. Erhalt uns durch dein güte Bei g'sunder reiner lehr, Vor kezzerei behüte, Streit für dein wort und ehr, Daß wir dich allzusammen Loben in einem geist, Sprechen: des Herren namen Sei groß und hoch ge preist. 4. Dem leibe gib darneben Nahrung und guten fried, Ein g'sund und mäßig leben, Dazu ein froh gemüth, Daß wir in allen ständen Tugend und ehr barkeit Lieben und fleiß drauf wenden, Als rechte Christenleut. 9. Bewahrmir, Gott, mein glauben, Mein hoffnung und geduld; Die sünd'n mich nicht berauken Wandeln auf guten wegen, 5. Gib mildiglich dein segen, Daß wir nach dein'm geheiß Morgen Gesänge. 241 Thun unfer amt mit fleiß, Daß liebe, Die hoffnung mach in ein jeder sein neße Auswerf und nöthen fest, Hilf, daß ich mich auf dein wort Sein trost mit aufs allerbest Auch in der dePetro sebze: So geht die Arbeit muth übe, Daß deine furcht fort. estets vor mir steh, Und ich auf 6. Was dir gereicht zu ehren, guten wegen geh. Und der gemein zu nuß, Das will der satan wehren Mit list und großem truß: Doch fann ers nicht vollbringen, Weil du, Herr Jesu Christ, Herrschest in allen dingen, Und unser beistand bist. 4. Herr, halte meinen gang gewiß, Treib von mir aus die finsterniß Und bosheit meines herzens, Behüte mich den ganzen tag Vor aberglauben, zorn und plag, Auch vor verbotnem scherzen, Bewahre mich vor stolzem pracht Und allem, was mich lästern macht. 7. Wir sind die zarten reben, Der weinstockt selbst bist du, Daran wir wachs'n und kleben 5. Gib, daß ich dir gehorsam Und bringen frucht dazu. Hilf, sei, Und mich vor zank und hadaß wir an dir bleiben und der scheu, Auf daß der sonne wachsen immer mehr; Dein gu- strahlen Mich diesen tag nicht ter geist uns treibe Zu werken deiner ehr. Johann Mütmann. zornig sehn Und nachmals traurig untergehn; Ach, laß mich nicht bezahlen Dem nächsten 339. Gott, der du selber bist seine bitterfeit Mit eifer, feinddas licht, Deß güt und treue schaft, grimm und neid. stirbet nicht, Jetzt sei dir lob ge- 6. Bor unzucht und vor böser sungen, Nachdem durch deine große macht Der helle tag die finstre nacht So kräftig hat verdrungen Und deine gnad und wunderthat mich, als ich schlief, erhalten hat. lust, Vor kargheit und des geizes wust Behüte mich in gnaden; Gib, daß die falschheit dieser zeit Zusammt der ungerechtigkeit Mein berz ja nicht beladen; Ach, daß dein helles angesicht Doch solche sünd erblicke nicht. 2. Laß ferner mich in deinem schutz, O Vater, vor des satans truß Mit freuden jetzt aufstehen, Damit ich diesen ganzen tag Dich ja zu meinem nutzen mag Im glauben fröhlich sehen, Vor allem sei du selber mir Das licht des lebens für und für. 3. Des glaubens licht in mir bewahr, Ach stärk und mehr es immerdar, Erwecke treu und 7. O treuer Gott, erweck in mir Nur einen hunger stets nach dir, Daß mich die welt verliere; Ja lehre mich, du starker held, zu thun allein, was dir gefällt; Dein guter Geist mich führe, Damit ich außer bösem wahn Stets wandeln mög auf ebner bahn. 16 242 Morgen- Gesänge. noth, Wend einen bösen, schnel len tod. 8. Befiehl auch deiner engel wahr uns auch vor krieges schar, Daß sie mein leben vor gefahr Den ganzen tag beschützen Und auf den händen tragen mich, Daß nicht der satan grausamlich mich könn allhier beschmißzen: So werd ich gegen löwen stehn Und unverzagt auf drachen gehn. 13. Gib, lieber Herr, zu dieser frist, So viel zum leben nöthig ist, Doch nur nach deinem willen; Wenn du die speiß und nahrung hie Mit gnaden segnest spät und früh, Kannst du mich reichlich füllen, Doch, daß man deine milde gab Auch nicht zum bösen mißbrauch hab. 9. So nimm von mir, o Vater, hin Mein herz, gedanken, muth und sinn, Hilf, daß ich dir vertraue. Behüt auch, du 14. Allein zu dir hab ich gegetreuer hort, Mein dichten, setzt mein herz, o Vater: gib reden, werk und wert, Damit zuletzt Auch mir ein feligs ende, ich klüglich schaue, Mein Gott, Auf daß ich deinen jüngsten auf deines namens ehr, Auch tag Mit großer freud erwarten meines nächsten nuts vermehr. mag, Drauf streck ich aus die hände: Ach komm, Herr Jeſu, fomm, mein ruhm, Und nimm mich in dein eigenthum. Christlicher Segen. 10. Herr Jesu Christe, laß allein Mich armen ein gefäße sein Und werkzeug deiner gnaden; Richt all mein thun, beruf und stand, Halt über mir dein hülf und hand, So kann mir niemand schaden; Auch wollest du ganz gnädiglich Vor den verläumdern schützen mich. 11. Mit herz und mund ich dir befehl, Herr Jesu, meinen leib und seel, Auch ehr und gut darneben. Wann ich nun size, geh und steh, Alsdann so schaffe, daß ich seh, Herr, über mich dich schweben; Gib ja, daß deine gnaden- hand Sei nimmer von mir abgewandt. 15. Mein Gott und Vater segne mich, Der sohn erhalte gnädiglich, Was er mir hat gegeben, Der Geist erleuchte tag und nacht Sein antlig über mich mit macht, Und schüßze mir mein leben. Nur dieses wünsch ich für und für: Der friede Gottes sei mit mir. Johann Rist.( Joh. Arndt's Mors gensegen.) 2. Mittags- Gesänge. 12. Vor bösen pfeilen, die bei tag Auf erden bringen große 340. Mitten wir am tage plag, Als vor des todes seuche, sind Von der sonn umgeben. Vor pestilenz behüte mich, Da- Wie soll doch ein menschen- kind mit sie nicht so gransamlich Bei Sein thun wohl antegen? Mit nacht herummer schleiche; Be- dir, Herr Gett, alleine; Wers Mittags: Gesänge also angefangen hat, Dem muß weiters gehn von statt Alles mit seinem Gott, Alles in seiner noth. Alles, was er ihm vorge nommen, O ewiger Gott, Das muß wohl bekommen, Dir zur ehr und ihm zu trost. Erbarm dich unser. 243 rechten glauben rein Dir, Herr, allein Heut dienen und gehorsam sein. 2. Mitten an dem tage fehrt Uns die schöne sonne, Wem der himmel sei beschert, Und wer drein soll kommen: Die glaubigen alleine, So bereun ihr missethat, Und glauben an Gottes gnad, Allein das heil suchend, Allein das heil findend, Allein bei Christo ihrem Herren. O ewiger Gott, Laß uns bald hinFehren Zu der rechten trost- sonne. Erbarm dich unser. 2. Erbarm dich unser, Jesu Christ, Du quellend brunn der gnaden, Und hilf uns; denn allein du bist, Der wehren kann all'm schaden. Errett dein volk aus aller noth, Das du mit deinem theuren blut Erlöset hast von schuld und pein Der sünden sein: Mit trost und rath allzeit erschein. 3. Erbör, Gott Vater, unser bitt; Hilf uns und sei uns gnädig. Herr Christ, hör uns und für uns tritt, Auf daß wir sein freimüthig. Erhör uns, heilger Geist, zugleich: In unsrer noth nicht von uns weich. Du willst ja nicht des sünders tod, O treuer Gott; Hilf uns endlicy aus aller noth. 3. Abend Gesänge. 3. Mitten durch den tage fommt Keins besser im leben, Als welches zu aller stund keib und seel ergeben Thut dir, Herr Gott, alleine, Darneben fort treibt sein arbeit, Sich übt in gottseligkeit: Das lebet recht 342. Werde munter, Christlich, Das leidt geduldig lich, Das stirbt darauf seliglich. Dewiger Gott, Laß uns bußfertiglich Also den tag vollenden. Erbarm dich unser. Josua Begelin. mein gemüthe, Und, ihr sinnen, geht herfür, Daß ihr preiset Gottes güte, Die er hat gethan an mir, Daß er mich den ganzen tag Vor so mancher schweren plag Hat erhalten und beschüßzet, Daß mich satan nicht beschmißzet. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 341. Vergib uns, lieber 2. Lob und dank sei dir gesunHerre Gott, Du vater aller gen, Vater der barmherzigkeit, güte, All unser sünd und misse- Daß mir ist mein werk gelunthat, Vor schaden uns behüte gen, Daß du mich vor allem Und wend von uns dein streng leid Und vor sünden mancher gericht; mit deinem geist ver- art So getreulich haft bewahrt, laß uns nicht, Daß wir im Auch die feind hinweg getrie16* 244 Abend Gesänge. ben, Daß ich unbeschädigt blie- ich mich so sehr betrübe, Tröste ben. mich mit deiner liebe. 8. Schütze mich vors teufels neßzen, Vor der macht der fin sterniß, Die mir manche nacht zusehen, Und erzeigen viel verdrieß; Laß mich dich, o wahres licht, Nimmermehr verlieren nicht: Wenn ich dich nur hab im herzen, Fühl ich nicht der seelen schmerzen. 4. Dieſer tag ist nun vergan= 9. Wenn mein augen schon sich gen, Die betrübte nacht bricht schließen Und ermüdet schlafen an, Es ist hin der sonne pran- ein, Muß mein herz dennoch gen, So uns all erfreuen kann. geflissen Und auf dich gerichtet Stehe mir, o Vater, bei, Daß sein. Meine seele mit begier dein glanz stets vor mir sei Und Träume stets, o Gott, von dir, mein kaltes herz erhiße, Wenn Daß ich fest an dir bekleibe, ich gleich im finstern site. Und auch schlafend dein verbleibe. bir arandiy 5. Herr, verzeihe mir aus gnaden Alle sünd und missethat, Die mein armes herz beladen Und so gar vergiftet hat, Daß auch fatan durch sein spiel Mich zur hölle stürzen will: Da kannst du allein erretten: Strafe nicht mein übertreten. 10. Laß mich diese nacht empfinden Eine sanft und süße ruh. Alles übel laß verschwinden, Decke mich mit segen zu. Leib und seele, muth und blut, Weib und kinder, hab und gut, Freunde, feind und hausgenos sen, Sein in deinen schuß geschlossen. 3. Keine Klugheit kann ausrechnen Deine güt und wunderthat, Ja kein redner kann aussprechen, Was dein hand erwiesen hat. Deiner wohlthat ist zu viel, Sie hat weder maß noch ziel. Ja du hast mich so geführet, Daß kein unfall mich berühret. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, Stell ich mich doch wieder ein. Hat uns doch dein 11. Adch bewahre mich vor Sohn verglichen Durch sein schrecken, Schüße mich vor angst und todes pein. Ich ver- überfall; Laß mich frankheit läugne nicht die schuld, Aber nicht aufwecken, Treibe weg deine gnad und huld Ist viel des krieges schall, Wende feur größer als die fünde, Die ich und wassersnoth, Pestilenz und stets in mir befinde. schnellen tod. Laß mich nicht in sünden sterben, Noch an leib und seel verderben. 7. O du licht der frommen seelen, du glanz der ewigkeit, Dir will ich mich jetzt befehlen 12. O du großer Gott, erhöre, Diese nacht und allezeit. Bleibe Was dein kind gebeten hat; doch mein Gott bei mir, Weil Jesu, den ich stets verehre, es nunmehr dunkel schier; Da Bleibe ja mein schuß und rath; Abend- Gesänge. Und mein hort, du werther Mel. Erhalt uns Herr, bei. Geist, Der du freund und trö- 344. Christe, der du bist tag ster heißt, Höre doch mein sehnlichs flehen. Amen, ja es soll geschehen. Johann Rist. und licht, Vor dir ist, Herr, ver= borgen nicht; Du väterliches lichtes glanz, Lehr uns den weg der wahrheit ganz. 343. Christe, du bist der helle tag, Vor dir die nacht nicht bleiben mag; Du lenchtest uns vom Vater her, Und bist des lichtes prediger. 245 2. Wir bitten dein göttliche kraft: Behüt uns, Herr, in dieser nacht; Bewahr uns, Herr, vor allem leid, Gott Vater der barmherzigkeit. 2. Ach lieber Herr, behüt uns heint In dieser nacht vorm bö- 3. Vertreib den schweren schlaf, sen feind, Und laß uns in dir Herr Christ, Daß uns nicht schad ruhen fein, Daß wir vorm sa- des feindes list; Das fleisch in tan sicher sein. züchten reine sei, So sind wir mancher sorgen frei. 3. Ob schon die augen schlafen ein, So laß das herz doch 4. Wann unsre augen schlawacker sein; Halt über uns dein rechte hand, Daß wir nicht wacker sein; Beschirm uns, rechte hand, Daß wir nicht fen ein, So laß das herz doch fall'n in sünd und schand. Gottes rechte hand, Und lös uns von der sünden band. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, Behüt uns vor des teufels list, Der stets nach unsrer ſeelen tracht, Daß er an uns hab keine macht. 5. Sind wir doch dein ererbtes gut, Erworben durch dein theures blut: Das war des ewgen Vaters rath, Als er uns dir geschenket hat. 6. Befiehl dein'm engel, daß er komm Und uns bewach, dein eigenthum; Gib uns die lieben wächter zu, Daß wir vorm sa 5. Beschirmer, Herr der Christenheit, Dein hülf allzeit sei uns bereit: Hilf uns, Herr Gott, aus aller noth Durch dein heilig fünf wunden roth. tan baben ruh. 7. So wir im dein, Dieweil die engel bei uns sein. Du heilige Dreieinigkeit, Wir loben dich in ewigkeit. Erasmus Alberus, übersetzter Hymnus Christe qui lux. 6. Gedenk, o Herr, der schweren zeit, Darinn der leib gefangen leit; Die Seele, die du bast erlöst, Der gib, Herr Jesu, deinen trost. 7. Gott Vater sei lob, chr und preis, Dazu auch seinem Sohne weis, Des beilgen Geistes gütigkeit, Von nun an bis in ewigkeit. Wolfgang Meußlin.( Musculus), übersegter Hymnus Christe qui lux es. 246 Abend- Gesänge. Mel. Ich dank dir, lieber Herre. ben, Haus, ehr und all mein gut, fehl ich in dein hut, In dein Was du mir hast gegeben, Befehl ich in dein hut, In dein 345. Der tag hat sich geneiget, Die nacht hervorgethan; Gott sei gebenedeiet, Der uns göttliche hände; Behüt mich beschüßzet hat. Durch seine gnädiglich, Gib mir ein sel'ges milde güte Erhält er leib und ende, Und nimm mich in dein seel: Gott woll uns fort behü- reich. ten Vor allem ungefäll. 2. Nichts ist auf dieser erden, Das da beständig bleibt: Allein die güt des Herren Währt bis in ewigkeit, Drauf steht all'r menschen hoffnung. Gott läßt die seinen nicht, In ihn setz ich all hoffen, Mein trost und zu: versicht. 3. Ihm hab ich mich ergeben In dieser argen welt. Es ist der menschen leben Wie blümlein auf dem feld. Des morgens in dem thauen Stehn sie gefärbet schön: Bald werd'n sie abgehauen, Verderb'n von stunden an. 4. Vergib mir, lieber Herre, Mein sünd und missethat; Ich hab gesündigt sehre, Und bitt, Herr, um genad. Wenn du mir wollst zuschreiben Mein sünd und auch mein schuld, Wie sollt ich vor dir bleiben? Den tod hätt ich verschuldt. 5. Ich bitt, nur gnädiglichen Durch Christum allermeist, Mel. Christe, der du bist tag. 346. Des morgens, wann ich früh aufsteh, Und des abends zu bette geh, Sehn meine augen, Herr, auf dich; Herr Jesu, dir befehl ich mich. 2. In die heilig fünf wunden dein Da kann ich rub'n und sicher sein Mit leib und seele, hab und gut; Mein schatz ist dein heiliges blut. 3. Denn, o Herr Christ, am freuzesstamm Dein heilges blut die sünd hinnahm; Drum, ich wach oder schlafe ein, Thust du, Herr, allzeit bei mir sein. 4. Dein engel mir stets halten wacht; Drum ich tod, teuf'l und feind nicht acht, Denn wo ich bin, bist du bei mir; Mein glück und freuz kommt all's von dir. 5. Jch leb od'r sterb, so bin ich dein; Darum ich dir die seele mein Befehl jetzund und auch im tod: Nimm sie zu dir, Mach mich von sünden ledig, o treuer Gott. Gib mir den heilgen Geist, Der Mel. Ach bleib bei uns Herr. mich weise und lehre, Ja, der mich leit und führ, Auf daß ich 347. Hinunter ist der sonnimmermehre Dein gnad und hülf verlier. 6. Mein leib, mein seel, mein lenen schein, Die finstre nacht bricht stark herein: Leucht uns. Herr Christ, du wahres licht, Abend Gesänge. 247 Laß uns im finstern wandeln deine gnad Und deine große nicht. güte, Die uns bisher beschirmet hat Vor unsrer feinde wüthen. Laß uns ohn alle plag und klag Erwachen mit dem hellen tag, Ohn sorgen, traum und weinen. Herr, der du nimmer schläfeſt nicht, Laß über uns dein angesicht Mit gnadenglanze scheinen. 4. Wenn aber diese finstre nacht Die letzte sollte werden, Und daß des todes schnelle macht Uns raffte von der erden: So laß uns selig schlafen ein, Daß wir auch bei den schäfelein Zur rechten hande stehen Und nicht mit jener böcke schaar Verstoßen werden immerdar Und in die hölle gehen. 5. Indem wir aber noch zur zeit Das elend müssen bauen, So laß uns stets die ewigkeit Vor unsern augen schauen, Daß wir dir, höchster Gott, allein In wahrer furcht ergeben sein, Und unsern nächsten lieben, Und unsers namens ehr und ruhm Erlangen in dem Christenthum, Wie Gott uns vorgeschrieben. Georg Philipp Harsdörfer. 2. Dir sei dankf, daß du uns den tag Vor schaden, g'fahr und mancher plag Durch deine engel haft behüt Aus gnad und väterlicher güt. 3. Womit wir hab'n erzürnet dich, Dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn' es unsrer seel nicht zu; Laß schlafen uns in fried und ruh. 4. Durch deine eng'I die wacht bestell, Daß uns der böse feind nicht fäll: Vor schreck, gespenst und feuersnoth Behüt uns heint, o trener Gott. Nicolaus Hermann. Mel. An wasserflüssen babylon. 348. Herr Jesu Christ, du Gott der ruh, Du schutzherr deiner glieder, Schickst uns der sorgen anstand zu, Indem die nacht kommt wieder. Du bist der hüter Israel, Ein hirt der bußbetrübten seel: In deiner firche hürden Sind wir gesichert tag und nacht, Daß uns der höllen wölfe macht Nicht macht zu beute- bürden. 2. Sind wir, o Gott, auf dei ner weid Des tages irr gegangen, So ist uns solches herzlich leid, Und tragen nun verlangen Zu laufen nach der rechten herd, Die keine plag und seuch gefährt, Die hier wohl wird bewachet. Getreuer Gott, schau doch nicht an Das übel, so wir heut gethan, Und uns betrübet machet. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 349. Walts Gott, mein werk ich lasse, Die sonn fei'r= abend meld: Sie bat vollendt ihr straße, Schleicht wieder in ihr zelt: So mögen auch mein sachen Ruhen zu dieser zeit, Ich will fei'rabend machen Mit schuld'ger dankbarkeit. 3. Verzeih uns, Herr, durch 2. Mein augen, herz und hände, 248 Abend- Gesänge. Jesu, Gottes Sohn, Zu dir propheten; Bald fiel schwefel ich nunmehr wende, Zum schuld' und feur, Macht den gottlosen gen tage- lohn; Denn du bist städten Thr freud und frevel selbst getreten An meine werk- theur. statt gut, Hast mir helfen arbeiten, Regiert mein'n sinn und muth. 8. Gleicher weise wir lesen, Da Eli der Prophet Jm bungerland gewesen, Hört, was der Herre thät: Vögel gebienet haben Zu tisch dem Gottesmann, Abends und morgens raben Brod und fleisch brachten b'ran. 3. Mein haupt hast du gestärket, Mein'n fingern geben kraft, Hab dein segen vermerket, Der allein frommen schafft; Daher ist wohlgerathen Mein arbeit und mein funst: Ohn dich geht nichts von statten, Ohn dich ist all's umsonst. 4. Drum ich von herzensgrunde, Dich Herr Gott lob und preis In dieser abendstunde, Und bitt mit ganzem fleiß, Du wollest gnädig hören Mein arm vespergebet, Das gut in mir vermehren Durch dein barmherzigkeit. 5. Gleich wie vor alten zeiten Du hast viel guts erzeigt Des abends denen leuten, Der'n herz sich zu dir neigt Und fest aufdich gebauet: So wollst du auch geruhn, Wie unser herz dir trauet, Uns liebs und guts zu thun. 6. Als Noah hat gelassen Ein täublein aus ſein'm schiff, Kehrt es wieder sein straßen Und bringt ein friedens- brief, Zur vesperzeit im munde Führets ein ölblatt grün, Daraus Noah verstunde, Des Herren zorn wär hin. A 7. Zwei heilge engel kamen Des abends zu dem Loth, In ihren schuß ihn nahmen Wider die gottlos rott, Erlösten den 9. So wollst du, Herr, uns geben Abend- und morgenbrod, Und was zu diesem leben Uns allenthalb'n ist noth: Dein'n engel wollst du schicken, Auf daß er uns bewahr Vors teufels list und stricken: So sein wir ohn gefahr. 10. Erhöre unser bitten, Ach Herr, du treuer Gott: Die stadt wollst du behüten Vor feur und aller noth, Und weil die völker toben, Erregen frieg und streit, So sende uns von oben Den fried zu unsrer zeit. 11. Ja, weils will finster wer den Ums wort, der gnaden licht, Der satan auf der erden Viel feßerei anricht: So bleib bei uns, Herr Christe, Mit deiner gnad und schein, Dein werthes wort uns friste: Alsdann wir sicher sein. 12. Hiermit ich denn vollende Mein tagsgeschäft und sach, Und bitt herzlich: zu ende, Herr den feirabend mach, Drauf der sabbath angehet, Der ohne zahl der jahr, Der ewiglich bestehet. Amen das werde wahr. Michael Bigenspect. Abend- Gesänge. 249 Mel. O Christe, Morgensterne. 9. Hilf, daß ich wohl erwäge, 350. In dieser abendstunde Was doch der schlaf andeut: Erheb ich meine stimm, Und lob Wann ich mich niederlege, Ist aus herzensgrunde Gott mit mir das bett allzeit Des grabes den Seraphim: Herr mein ähnlichkeit. O lied vernimm. 2. Du hast ganz abgewendet Noth und gefährlichkeit, Und dich zu mir gewendet In dieser bösen zeit, Die voller angst und leid, 10. Da sterb ich gleichsam abe, Da hör und seh ich nicht, Da ruh ich wie im grabe; Weiß nicht, was dann geschicht, Bis daß der tag anbricht. 5. Die arbeit meiner hände Hast du befördert heut, Daß sie gebracht zum ende Mit großer mußbarkeit; Drum ich dein lob ausbreit. 3. Die fünde mir vergeben, Die strafen abgelenkt, Und'deinen reichen segen Mir völlig eingeschenkt, Gespeiset und getränkt. 12. Also werd ich in wonne 4. Mich und mein hausgenosfen Sammt meinem hab und Dort lieblich schauen an Dich, gut Hast du ganz unverdrossen Jesu, meine sonne; Denn du Genommen in dein hut, reiche für jedermann, Für mich auch gnug gethan. liebes fluth. 11. Bald steh ich auf mit freuden, Empfinde neue kraft Und schmeck in meinem leiden Des wortes Gottes saft, Welchs trost und friede schafft. 6. Ich gebe dir die ehre, O wahrer Herr und Gott, Hilf daß ich sie vermehre In freud und aller noth, Und endlich in dem tod. 7. Ich rühme deine gaben, Und bitte ferner dich: Wollst leib und seele laben, Des satans macht zerbrich; So schlaf ich sicherlich. 13. Darum ob ich gleich sterbe Am letzten stündelein, Dennoch ich nicht verderbe: Zur ruhe geh ich ein, Befreiet aller pein. 8. Dein starker arm mich decke, Wann ich entschlafen bin, Daß mich kein unglück schrecke, Noch etwas meinen sinn Zum bösen neige bin. 14. Eh ich von hinnen fahre, Bitt ich, o frommer Gott: Mich väterlich bewahre Vor bösem schnellen tod; Hilf mir aus aller noth. 15. So bet ich alle stunden n meinem lob- gedicht, Und seh auf Christi wunden; Alsdann mir nichts gebricht, herzens zuversicht. 16. Zu singen lob und ehre Dir, Herr, bin ich bereit; Den schwachen glauben mehre, Daß ich nach dieser zeit Mit dir eingeh zur freud. Heinrich Gäsar. 250 Abend- Gesänge. Mel. Freu dich sehr, o meine. Unsern leib zu fällen tracht, noch ein böjer traum mich schrecke. 351. Unsre müden augenlie- Mich nicht mit dem netz umdecke, der Schließen sich jetzt schläfrig zu, Und des leibes matte glieder Grüßen schon die abendruh), 6. Laß mich, Herr, von dir Denn die dunkel finstre nacht nicht wanken: In dir schlaf ich Har des hellen tages pracht In sanft und wohl; Gib mir heilige der tiefen see verdecket Und die gedanken, Und bin ich gleich sterne aufgestecket. schlafes voll, So laß doch den 2. Ach, bedenk, eh du gehst geist in mir zu dir wachen für schlafen, Du, o meines Lebens und für, Bis die morgenröth gast, Ob du den, der dich erschaffen, Heute nicht erzürnet hast? Thu, ach thu bei zeiten buß, Geh und fall ihm auch zu fuß, Und bitt ihn, daß er aus gnaden Dich der strafe woll entladen. angebet, Und man von dem bett aufstehet. 7. Vater, droben in der höhe, Dessen nam uns theur und werth, Dein reich komm, dein will geschehe, Unser brod werd uns beschert; Und vergib uns unser schuld, Schenk uns deine gnad und huld, Laß uns nicht versuchung tödten: Hilf uns, Herr, aus allen nöthen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, daß ich diesen tag vollbracht Anders, als du mir befohlen: Ja ich habe nicht betracht Meines amtes ziel und zweck, Habe gleichfalls deinen weg Schändlich, o mein Gott, verlassen, Bin gefolgt der wolluft straßen. Mel. O welt, ich muß dich lassen. 352, Nun ruben alle wälder, Vieh, menschen, städt und felder, Es schläft die ganze welt: Ihr aber, meine sinnen, Auf, auf, ihr sollt beginnen. Was eurem 4. Ach, Herr, laß mich gnad erlangen, Gib mir nicht verdienten lohn; Laß mich deine Schöpfer wohlgefällt. huld umfangen, Sieh an deinen lieben Sohn, Der für mich genug gethan: Vater nimm den bürgen an, Dieser hat für mich erduldet, Was mein unart hat verschuldet. 2. Wo bist du sonne blieben? Die nacht, hat dich vertrieben, Die nacht, des tages feind: Fahr hin; ein andere sonne, Mein Jesus, meine wonne, Gar hell in meinem herzent scheint. 5. Deffne deiner güte fenster, Sende deine wacht herab, Daß die schwarzen nachtgespenster, Daß des todes finstres grab, Daß das übel, so bei nacht ich auch stehen, Wann mich wird 3. Der tag ist nun vergangen, Die güldnen sterne prangen Am blauen himmelsfaal: Also werd Abend: Gesänge. heißen gehen Mein Gott aus diesem jammerthal. 4. Der leib eilt nun zur ruhe, Legt ab das kleid und schuhe, Das bild der sterblichkeit; Die zieh ich aus: dagegen Wird Christus mir anlegen Den rock der ehr und herrlichkeit. 5. Das haupt, die füß und hände Sind froh, daß nun zum ende Die arbeit kommen sei; Herz, freu dich: du sollst werden Vom elend dieser erden Und von der sünden arbeit frei. -251 353, Das walt nun zu diefer frist Gott Vater in ewigkeit; Das walt mein Herr Jesus Christ, Mein beschüßer allezeit; Das walt Gott der heilig Geist, Der mir allzeit hülfe leist, Hochgelobet und gepreist. 6. Nun geht, ihr matten glieder, Geht hin und legt euch nieder, Der betten ihr begehrt: Es kommen stund und zeiten, Da man euch wird bereiten Zur ruh ein bettlein in der erd. 7. Mein augen stehn verdros sen, Im bui sind sie geschlossen: Wo bleibt dann leib und seel? Nimm sie zu deinen gnaden, Sei gut für allen schaden, Du aug und wächter Israel. 2. Gott Vater ins himmelsthron, Dir sag ich lob, ehr und dank; Jesu Christe, Gottes Sohn, Dich preis ich mein lebenlang; Und du, Gott heiliger Geist, Meine seel dich rühmt und preist, Weil ein athem in mir ist 3. Daß du mich aus lauter gnad Heut diesen vergangnen tag Vor gefahr und allem schad haft behütet und bewacht. Ich bitte noch ferner dich, Lieber Gott, behüte mich Diese nacht genädiglich. 4. Denn in deine händ allein ( Gänzlich mich befehlen thu, Meinen leib und all das mein, Auch mein arme seel dazu: Schüß mich durch der engel wacht, Daß der satan gar kein macht An mir finde tag und nacht. SE 8. Breit aus die flügel beide, DJesu, meine freude, Und nimm dein füchlein ein; Will satan mich verschlingen, So laß die englein singen: Dieß find soll 354. Mein augen schließ ich unverletzet sein. *) Psalm 103, V. 20. jetzt in Gottes namen zu, Die9. Auch euch, ihr meine lieben, weil der müde leib begehret Soll heinte nicht betrüben Ein feine ruh, Weiß aber nicht, ob unfall noch gefahr; Gott laß ich den morgen werd erleben; euch selig schlafen, Stell euch Es könnte mich vielleicht der die güldnen waffen Ums bett tod noch heint umgeben. und seiner heldenschaar*). 2. Drum sag ich dir, o Gott, von herzen lob und dank. Ichy will auch solches thun hinfort Paul Gerhardt. 252 Morgen Mittag- und Abend- Gesang. mein lebenlang, Weil du mich 3. Ach bleib mit deinem glanze diesen tag hast wollen so be- Bei uns, du werthes licht, Dein wahren, Daß mir kein ungelück wahrheit uns beschanze, Damit hat können widerfahren. wir irren nicht. 3. Du hast des teufels list von mir ganz abgekehrt, Der als ein grimm'ger löw zu fressen mich begehrt: Beschütz auch diese nacht mich, Herr, durch deine waffen, Wann als ein todtes Bei uns, du starker held, Daß bild der leib wird liegen schlafen. 4. Regiere mein gemüth, und richt es ganz zu dir, Daß keine böse lust durch träume mich berühr; Auch deinen engel mir an meine seite sege, Daß mich der satan nicht mit seiner list verletze. 5. Also, wenn morgens ich das tageslicht erblick, Ich mich gar willig dann zu deinem lobe schick. Ihr sorgen, weichet hin: du aber, Herr, verleihe Den gliedern ihre ruh, daß mir der schlaf gedeihe. 6. Und so ja diese nacht mein ende käm herbei, So hilf, daß ich in dir, o Jesu, wacker sei, Auf daß ich seliglich und sanft von hinnen scheide: Dann führe meine seel hinauf zur himmels. freude. Mel. Christus der ist mein. Ach bleib mit deiner Ad 355. gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfört nicht schade Des bösen feindes list. 2. Ach bleib mit deinem worte Bei uns, erlöser werth, Daß uns beid hier und dorte Sei trost und heil beschert. 4. Ach bleib mit deinem segen Bei uns, o reicher Herr, Dein gnad und all's vermögen In uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem schuße uns der feind nicht trußze Und fäll die böse welt. 6. Ach bleib mit deiner treue Bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller noth. Josua Stegmann. Morgen- Mittag- und AbendGesang. 356. Für deinen thron tret ich hiemit, O Gott, und dich de müthig bitt: Wend dein genädig angesicht Von mir, dem armen sünder, nicht. 2. Du hast mich, o Gott Va ter mild, Gemacht nach deinem ebenbild, In dir web, schweb und lebe ich, Vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft Ganz wunderlich und unverhofft, Da nur ein schritt, ja nur ein haar Mir zwischen tod und leben war. 4. Verstand und ehr hab ich von dir, Des lebens nothdurft gibst du mir, Dazu auch einen treuen freund, Der mich in glück und unglück meint. 5. Gott sohn, du hast mich durch dein blut Erlöset von der Morgen Mittag- und Abend Gesang. 253 höllen gluth, Das schwer gesetz 11. Drum danke ich mit herz für mich erfüllt, Dadurch des Vaters zorn gestillt. und mund Dir, Gott, in dieser ( morgen-)( mittag-)( abend-) stund, Für alle güte, treu und gnad, Die meine seel empfangen hat. 12. Und bitt, daß deine gnadenhand Bleib über mir heut( heint) ausgespannt: Mein amt, gut, ehr, freund, leib und seel In deinen schuß ich dir befehl. 6. Wann sünd und satan mich anklagt Und mir das herz im leib verzagt, Alsdann brauchst du dein mittler- amt, Daß mich der Vater nicht verdammt. 7. Du bist mein fürsprach allezeit, Mein heil, mein trost und meine freud, Ich kann durch dein verdienst allein Hier ruhig und dort selig sein. 8. Gott heilger Geist, du höchste kraft, Deß gnade in mir alles schafft: Ist etwas guts am leben mein, So ist es wahrlich lauter dein. 13. Hilf, daß ich sei von herzen fromm, Damit mein ganzes Christenthum Aufrichtig und rechtschaffen sei, Nicht augenschein und heuchelei. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, Ihn meinen Herrn und Vater nenn, Sein wahres wort 14. Erlaß mich meiner fündenschuld, Und hab mit deinem find geduld: Zünd in mir glauben an und lieb, Zu jenem leben hoffnung gieb. und sacrament Behalt, auch lieb 15. Ein selges ende mir bebis an mein end, scher; Am jüngsten tag erweck mich, Herr, Daß ich dich schaue ewiglich; Amen, amen, erhöre Bodo von Hodenberg. 10. Daß ich fest in anfechtung steh, Und nicht in trübsal untergeh, Daß ich im herzen trost mich). empfind, Zuletzt mit freuden überwind. s JUST siniz 254 Zehnter Theil. In welchem verfaffet Bitt und Dank- Lieder, vor und nach dem Essen, wie auch Reise: und Wiegen- Lieder. 1. Vor dem Essen. hunger, seuch und streit Behüt uns, Herr, zu aller zeit. Mel. Erhalt uns, Herr, bei. 6. Unser lieber Vater du bist, 357. Bescher uns, Herr, das Weil Christus unser bruder ist: täglich brod, Vor theurung und Drum trauen wir allein auf vor hungers- noth Behüt uns dich, Und woll'n dich preisen durch dein lieben sohn, Gott ewiglich. Nicolaus Hermann. Vater in dem höchsten thron. 2. D Herr, thu auf dein milde hand, Mach uns dein gnad und güt bekannt, Ernähr uns deine kinderlein, Der du speist alle vögelein. 3. Erhörst du doch der raben stimm: Drum unser bitt, Herr, auch vernimm; Denn aller ding du schöpfer bist, Und allem vieh sein futter gibst. 4. Gedenk nicht unsrer missethat Und sünd, die dich erzürnet hat, Laß scheinen dein barmherzigkeit, Daß wir dich lob'n in ewigkeit. Mel. Ach bleib bei uns, Herr. 358. Zwei ding, o Herr, bitt ich von dir, Die wollest du nicht weigern mir, Weil ich in dieſem leben bin, Eh mich mein stündlein nimmt dahin. Auch lügen ferne von mir ſei; 2. Verfälschte lehr, abgötterei, Armuth und reichthum gib mir nicht, Doch dieses ich noch ferner bitt: 3. Ein ziemlich nothdurft schaff dem leib, Daß ich kann nähren find und weib, Daß kein groß noth und mangel sei, Und auch kein überfluß dabei. 5. O Herr, gib uns ein fruchtbar jahr, Den lieben forn- bau 4. Sonst, wann ich würd zu satte sein, Verläugnet ich den uns bewahr, Vor theurung, Herren mein Und sagte: was Gesänge vor dem Effen. frag ich nach Gott? Ich bin versorgt in aller noth. 5. Oder, wann armuth drückte mich, Zum stehlen möcht gerathen ich, Oder mit sünd trachten nach gut Ohn Gottes scheu, wie mancher thut. 255 Denn das berz ist frechheit voll, Weiß oft nicht, wann ihm ist wohl, Wie es sich erheben soll. 5. Wiedrum, wann es stehet bloß Und die armuth wird zu groß, Wird es untreu, stiehlt und stellt Nach des nächsten gut und geld, Thut gewalt, braucht ränk und list, Ist mit unrecht ausgerüst, Fragt gar nicht, was Christlich ist. 6. Ach, mein Gott, mein schatz, mein licht, Dieser feines ziemt mir nicht. Beides schändet deine ehr, Beides stürzt ins höllenmeer: Drum so gib mir füll und hüll Also, wie dein herze will, nicht zu wenig, nicht zu viel. Aus Sprüchw. 30. V. 7-9. 6. Des Herren segen machet reich Ohn alle sorg, wann du zugleich In dein'm stand treu und fleißig bist Und thust, was dir befohlen ist. Paul Eber.( Aus Sprüchw. Cap. 30, 2. 7-9.) Mel. Singen wir aus herzensgrund. 359. Zweierlei bitt ich von dir, Zweierlei trag ich dir für, Dir, der alles reichlich gibt, Was uns dient und dir beliebt: Gib mein'm bitten, das du weißt, Eh ich sterb, und sich mein geist Aus des leibes ban= den reißt. Mel Herr Christ, der einig. 360. Dich bitt'n wir deine kinder, Vater, Herre Gott, Mach unser sorgen minder, Gib uns das täglich brod. Erhalt uns unser leben, Das du uns haft gegeben, Bis wir jens erben dort. 2. Gesegne mit dem munde, Was du uns hast beschert, Daß es uns sei gesunde; Die kraft werd in uns g'mehrt, In deinem dienst zu bleiben, Die werk der lieb zu treiben, Allzeit geg'n 2. Gib, daß ferne von mir sei Lügen und abgötterei: Armuth, das die maße bricht, und groß reichthum gib mir nicht: Allzu arm und allzu reich Ist nicht gut, stürzt beides gleich Unsre seel ins fünden- reich. id 3. Laß mich aber, o mein heil, Nehmen mein bescheiden theil, Und beschere mir zur noth Hie mein täglich bißlein brod; Ein jedermann. klein wenig, da der muth Und ein gut gewissen ruht, Ist für wahr ein großes gut. 4. Sonsten möcht im überfluß Ich empfinden überdruß, Dich verläugnen, dir zum spott Fra gen: wer ist Herr und Gott? 3. Wollst deine lieb beweisen, Und allen schaffen rath, All hungerige speisen, Mit gütern machen fatt, Daß wir dich alle loben, Dein güt herab von oben Erkennen stets mit dank. ( Aus dem 16. Jahrhundert). Gesänge nach dem Essen. 2. Nach dem Essen. ihn, Daß er uns geb des geistes sinn, Daß wir solches recht 361. Singen wir aus her- verstehn, Sters nach sein'n ge zens- grund, Loben Gott mit unserm mund, Wie er sein güt an uns beweist, So hat er uns auch gespeist; Wie er thier und vög'l ernährt, So hat er uns auch beschert, Welchs wir jetzund hab'n verzehrt. boten gehn, Seinen namen machen groß In Christo ohn unterlaß: So sing'n wir recht das gratias 2. Lob'n wir ibn als seine knecht, Das sind wir ihm schuldig von recht, Erkenn'n, wie er uns hat geliebt, Dem menschen aus gnaden gibt, Daß er von bein, fleisch und haut Artlich) ist zusammen gebaut, Daß er des tages licht anschaut. 3. Alsbald der mensch sein leben hat, Seine küche vor ihm staht: In dem leib der mutter sein Ist er zugerichtet fein, Ab'r es ist ein kleines kind: Keinen mang'I doch nirgends findt, Bis es auf die Welt herkömmt. 256 4. Gott hat die erde zugericht, Läßts an nahrung mangeln nicht: Berg und thal die macht er naß. Daß dem vich auch wächst sein gras, Aus der erden wein und brød Schaffet Gott und gibts uns satt, Daß der mensch sein leben hat. * Das gratias das singen wir, Herr Gott Vater, wir danken dir, Daß du uns reichlich haft gespeist, Dein lieb und treu an uns beweist. Darum wir dir dankbar sein, Loben auch den namen dein. Herr, dir sei die ehr allein. Bartholomäus Ringwaldt. 362, Dantet dem Herren; denn er ist sehr freundlich Und seine gute und wahrheit bleibet ewiglich. 2. Der als ein barmherziger, gütiger Gott Uns dürftige freaturen gespeiset hat. 3. Singet ihm aus herzens grund mit innigkeit: Lob und dank sei dir, Gott Vater in ewigkeit. bi im 4. Der du uns als ein reicher, milder Vater Speisest und kleidest deine elende finder. 5. Verleih, daß wir dich recht lernen erkennen, Und nach dir, ewigem Schöpfer, uns sehnen. 5. Das wasser muß uns geben fisch, Die läßt Gott tragen zu 6. Durch Jesum Christum,. tisch; Ei'r von vögeln eingelegt, dein allerliebsten Sohn, Wel Werden junge draus geheckt, cher unser mittler ist worden Müss'n der menschen speise sein; vor deinem thron. Hirsche, schafe, rinder und schwein Schaffet Gott und gibts allein. 6. Dank'n wir sehr und bitten 7. Der belf uns allesammt allhie zugleiche, Und mach uns erben in seines vaters reiche, 8. 3u lob und ehren seinem Reise: Gesänge. 257 heilgen namen: Wer das be- uns halt mit seinen gaben mannigfalt, Tröst, stärke uns in aller noth Und führ uns wieder heim mit Gott. Kyrieleison. gehrt, der sprechy von herzen: Amen.( bun vid adms) 13 Böhmische Brüder.( Vers 1-6). 130219 720ind jed Mel. Herr Christ der einig. 363. Herr Gott, nun sei gepreiset, Wir sag'n dir großen dank: Du hast uns wohl gespeiset, Und geben guten trank, Dein mildigkeit zu merken Und unsern glaub'n zu stärken, Daß du seist unser Gott. 120 2. Ob wir solchs hab'n genommen Mit lust und übermaß, Dadurch wir möchten kommen Vielleicht in deinen haß; So 3. Vorm bösen feind und schnelwollst du uns aus gnaden, Olen tod, Vor räubern, feur- und Herr, nicht lassen schaden Durch wassers- noth, Vor bösen thieren, Christum, deinen Sohn. sünd und schand, Sei sicher durch schuß deiner hand. 3. Also wollst allzeit nähren, 192 Herr, unser seel und geist, In 4. Zur reis und zum vorhaben Christo ganz bekehren Und in dir machen feist, Daß wir ihr'n hunger meiden, Stark sein in allem leiden Und leben ewiglich. Nicolaus Selneccer. desnood mo me mein Sprich dein göttlichen segen drein, Damit ich schaffe muß und rath Und alles nützlich geh von statt.ms pilia 5. Dein heilgen Engel send zu mir, Daß er mich sicher leit und hid 3. Reise- Gesänge. sführ, Den teufel und all böse Mel. Dieß sind die heilgen. We leut Von mir vertreib und fern NIST Mrl. Wann wir in höchsten. 365. Herz- allerliebster Bater mein, Ich bitt durch Christ den Sohne dein, Vor unfall wollst behüten mich Auf dieser reise gnädiglich. gel, dull n 2. Wollst selbst nach der verheißung dein Ein feurig mauer um mich sein, Damit ich hier an seel und leib, Daheim an haus, hof, kind und weib, 364. In Gottes namen reisen wir, Seiner gnaden begehren wir: Des Vaters güt behüt uns heut, Bewahr uns unser seel und leib. Kyrieleison. 2. Christus sei unser geleitsmann, Bleibe stets bei uns auf der bahn, Und wend von uns des feindes list, Auch was seim wort zuwider ist. Kyrieleison. 3. Der heilig Geist auch ob abtreib. puthj 6. Mein Gott, geleit mich glücklich aus, Und fröhlich wieder bring zu haus: Lob, preis und ehr will ich dafür Aus herzensgrunde sagen dir. m 4. Wiegen- Gesänge. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 366. Nun schlaf, mein liebes kindelein, Und thu dein äuglein 17 258 zu; Der lieb Gott will dein Vater sein, Drum schlaf in guter ruh, Drum schlafoc. d 391 Wiegen Gesänge. lein rührt, Und macht dich gar spanneu, Und macht 20. 9. Er sendt dir audy sein enge lein Zu hüten tag und nacht, Daß sie bei deiner wiegen sein Und halten gute wacht, Und 08 2. Dein vater ist der liebe Gott Und wills auch ewig sein, Der leib und feel dir geben hat Wohl durch die eltern dein, Wohl halten 2c. apmbb- napal HIM sdi ane E Drum bist ein selges find 2c. durch die cd nid dhe niv10. Damit der böse feind kein 3. Und da du warst in sünd theil An deiner Seele find. Das geborn, Wie menschen finder bringt dir alles Christi beil; all, Und lagst dazu in Gottes zorn Um Adams sünd und fall, Um Adams sünd 2c.se paid 4. Da schenkt er dir sein lieben sohn, Den gibt er in den tod, Der fam auferd'n vons himmels thron, Half dir aus aller noth, Half dir aus aller c. 11. Dem vater und der mut ter dein Befiehlt er dich mit fleiß, Daß sie dein' treue pfle ger sein, Ziehn dich zu Gottes preis, Ziehn dich zu 20.4 12. Dazu das liebe Sefulein Gesellt sich zu dir fein, Will dein Emanuelchen sein Und lie non d 5. Ein findlein klein ward er geborn, Am kreuz sein blut ver-, bes brüderlein, Und liebes c. goß, Damit stillt er seins Ba- 13. Drum schlaf, du liebes ters zorn, Macht dich von sün- kindelein, Preis Gott den vater den los, Macht 2c. dein, Wie Zacharias Hänselein: 6. Hör, was dir Christ erwor- So wirst du selig sein, So ben hat mit seiner marter groß: wirst zc. Die heilig tauf, das selig bad Aus seiner seite floß, Aus seiner ic. bitar 15 nint 7. Darum bist du nun neu geborn Durch Christi wunden roth, Verschlungen ist Gott's 15. Amen, amen, das ist ja grimmig zorn, Dein'r schuld bist wahr, Das sagt der heilig quitt und los, Dein'r schuld zc. Geist. Geb Gott, daß du von 8. Mit seinem Geist er dich heut zu jahr Ein Gottselig find regiert Auslauter lieb und seist, Ein Gottselig kind seist. treu, Der auch dein zartes herz14. Der heilig Geist der segne dich, Bewahr dich allezeit, Sein heilger nam behüte dich, Schüß dich vor allem leid, Schüß dich vor allem leid. Soyan Mathesius. befind islop m bus jod Stsdislatunn but noe duser dull auf d સોની wrist bod sendir ho dgn niset ils ont do prima gilid na ના તેમ જ વિ als sel ou d બાપુએ 259 apmamis ng miód si Insp badet bid annis intim nog 15 disid the ind os d d d ambis of her gasd and Toh mil in mod look side 13 del mix 15 700 me ammin de inserin og idolop ind mot bid ma al dod dial 13 dub, und minnist Bor nd delfter do eick Theil. p Bor op'uis i onu 100l anilo 139 pat Romi na 16 In welchem verfasset no noi ming me ibit Sterb: und Leichen Gesänge. pri hod ad 367. Wann mein ſtündlein dein auffahrt ist, Tods furcht vorhanden ist, Und ich soll fahrn kann sie vertreiben; Denn wo mein straße: So g'leit du mich, du bist, da komm ich hin, Daß Herr Jesu Christ, Mit hülf mich ich stets bei dir leb und bin: Drum fahr ich hin mit freuden. nicht verlasse. Mein feel an 5. So fahr ich hin zu Jesu meinem legten end Befehl ich, Herr, in deine händ: Du wirst Christ, Mein arm thu ich ausstrecken; Ich schlafe ein und sie wohl bewahren. ruhe fein, Kein mensch kann mich aufwecken: Denn Jesus Christus, Gottes Sohn, Der wird die himmels- thür aufthun, Michy führ'n zum ew'gen leben. 2. Mein fund mich werden tränken sehr, Mein g'wissen wird mich nagen; Denn ihr sind viel, wie sand am meer: Doch will ich nicht verzagen; Geden fen will ich an dein tod, Herr Jefu, deine wunden roth Die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein glied von dei nem leib, Deß tröst ich mich von berzen; Von dir ich unge schieden bleib, In todesnoth und schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir: Ein ewigs leben hast du mir Mit deinem tod erworben. dip * Da nun Elias seinen lauf Und wunder hat vollendet, Da g'leit ihn Gott in himmel h'nauf, Ein wagen er ihm sendet,( Wagen und roß war'n wie ein feur,) Darauf fuhr der prophet so theur Im Wetter h'nauf gen himmel.mid toin * Mit leib und seel er dahin fuhr, Mit feu'r flamm'n umgeben, uns zum beispiel, trostund figur, Daß wir nach diesem leben zu Gott auffabren allzugleich Mit leib und feel ins himmel4. Weil du vom tod erstanden bist, Werd ich im Grab nicht bleiben; Mein höchster trost 17* 260 Sterb- und Leichen- Gesänge. reich, Wann Christ der Herr des todes qual; Die bösen gei wird kommen. * Eliam auf dem berg Thabor Die jünger Christi sahen, ster von mir treib; Mit deinem geist stets bei mir bleib, 6. Bis sich die seel vom leib Der viel jahr hat gelebt zuvor: abwendt: So nimm sie, Herr, Drum soll kein mensch verzagen. Ein ew'ges leben ist gewiß; Da jetzt Elias lebt und ist, Dahin soll'n wir all fommen. in deine händ; Der leib hab in der erd sein ruh, Bis sich der jüngst tag naht herzu. 7. Ein fröhlichaufstehn*) mir * Elias vor dem jüngsten tag verleih, Am jüngsten g'richt Soll wieder komm'n auf erden, mein fürsprech sei, Und meiner Daß er der bösen welt ansag, sünd nicht mehr gedenk, Aus Wie Christus kommen werde, gnaden mir das leben schenk. Aber der theure Gottes- mann ursprünglich: urstånd. Hat sich schon hörn und sehen lan: Drum ist das end nicht ferne. Nicolaus Hermann. 368, Herr Jesu Christ, wahr'r mensch und Gott, Der du litt'st marter, angst und spott, Für mich am kreuz auch endlich starbst Und mir deins vaters huld erwarbst. 8. Wie du hast zugesaget mir In deinem wort, das trau ich dir: Fürwahr, fürwahr, euch sage ich: Wer mein wort hält und glaubt an mich, 9. Der wird nicht kommen ins gericht Und den tod ewig schme cken nicht, Und ob er gleich hie zeitlich stirbt; Mit nichten er drum gar verdirbt; 10. Sondern ich will mit starker hand Jhn reißen aus des todes band, Und zu mir nehmen in mein reich; Da soll er dann mit mir zugleich the them 11. In freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich. Ach Herr, vergib all unser schuld; Hilf, daß wir warten mit geduld, 2. Jch bitt durchs bitter leiden dein, Du wollst mir fünder gnädig sein. Wann ich nun komm in sterbens- noth, Und ringen werde mit dem tod; 3. Wann mir vergeht all mein gesicht, Und meine ohren hören nicht; Wann meine zunge nichts mehr spricht, Und mir vor angst mein herz zerbricht; 4. Wann mein Verstand sich 12. Bis unser stündlein kommt nicht besinnt, Und mir all herbei; Auch unser glaub stets menschlich hülf zerrinnt, So wacker sei, Deim wort zu trauen komm, o Herr Christ, mir be- feftiglich, Bis wir einschlafen hend Zu hülf an meinem letzten seliglich. Paul Eber. end, med hon in Swah 5. Und führ mich aus dem 369. Ich hab mein sach Gott jammerthal; Verkürz mir auch heimgestellt: Er machs mit mir, Sterb- und Leichen Gesänge. 261 wies ihm gefällt, Soll ich all- ken wohl, Daß wir sind sterblich hier noch länger leb'n: Nicht widerstreb'n, Sein'm will'n thu ich mich ganz ergeb'n. allzumal, Auch wir allhier kein bleibens han, Müss'n all davon, Gelehrt, reich, jung, alt oder schön. no hi h 2. Mein zeit und stund ist, wann Gott will; Ich schreib ihm nicht vor maß noch ziel, Es sind gezählt all härlein mein, Beid groß und klein, Fällt feines ohn den willen sein. 3. Es ist allhier ein jammerthal, Angst, noth und trübsal überall; Des bleibens ist ein kleine zeit, Mühseligkeit, Und wers bedenkt, bleibt imm'r im streit. - 4. Was ist der mensch? ein erden klos; Von mutt'rleib kommt er nackt und blos, Bringt nichts mit sich auf diese welt, Kein gut noch geld, Nimmt nichts mit sich, wann er hinfällt. 9. Das macht die sünd, o treuer Gott; Dadurch ist komm'n der bittre tod, Der nimmt und frißt all menschen- kind, Wie er sie findt; Fragt nicht, weß stands od'r ehr'n sie sind. 5. Es hilft kein reichthum, geld noch gut, Kein kunst noch gunst, noch stolzer muth: Für'n tod kein kraut gewachsen ist, Mein frommer Christ; Alles, was lebet, sterblich ist. 10. Sch hab hie wenig guter tag, Mein täglich brod ist müh und klag, Wann mein Gott will, so will ich mit Hinfahrn im fried; Sterb'n ist mein g'winn und schadt mir nicht. 11. Und ob mich schon mein sünd ansicht, Dennoch will ich verzagen nicht; Ich weiß, daß mein getreuer Gott Für mich in tod Sein lieben Sohn gegeben hat. 6. Heut sind wir frisch, gesund und stark, Morg'n sind wir todt, und lieg'n im sarg; Heut blüh'n wir wie die rosen roth, Bald frank und todt, st allenthalben müh und noth. 12. Derselbig mein Herr Jesus Christ Für all mein sünd gestorben ist. Und auferstanden mir zu gut, Der höllen gluth Geli, ht mit seinem theuren blut. 13. Dem leb und sterb ich allezeit, Von ihm der bitt'r tod mich nicht scheidt. Ich leb od'r sterb, so bin ich sein: Er ist allein Der einig trost und helfer mein.doid any le 14. Das ist mein trost zu aller zeit, In allem freuz und traurigkeit: Ich weiß, daß ich am jüngsten tag Ohn alle klag Werd auferstehn aus meinem grab. 15. Mein frommer und ge treuer Gott All mein gebein 7. Man trägt eins nach dem andern hin: Wohl aus den aug'n, wohl aus dem sinn; Die welt vergisset unser bald, Sei jung od'r alt, Auch unsrer ehren mannigfalt. 8. Ach Herr, lehr uns beden 262 Sterb und Leichen Gesänge. bewahren thut; Da wird nicht sterben willig dir. Ich weiß ein eins vom leibe mein, Sei groß besser leben, Da mein feel fäh od'r klein, Umkommen noch ver- ret hin: Deß freu ich mich gar loren sein. puthier eben; Sterben ist mein ge winn. Sau ng mall; 16. Mein lieben Gott von angesicht Werd ich anschau'n, dran zweif'l ich nicht, In ewger freud und seligkeit, Die mir bereit: Ihm sei lob, preis in ewigkeit. 17. O Jesu Christe, Gottes Sohn, Der du für mich haft gnug gethan; Ach, schleuß mich in die wunden dein; Du bist allein Der einig trost und helfer mein. 18. Amen, mein lieber, from mer Gott, Bescher uns all'n ein felgen tod: Hilf, daß wir mögen allzugleich Bald in dein reichy Kommen und bleiben ewiglich. Hot Johann Pappus. 4. Der leib zwar in der erden Von würmern wird verzehrt: Doch auferwecket werden Durd Christum schön verklärt; Wird leuchten als die sonne, Leben ohn alle noth In himmlisch'r freud und wonne: Was schadt mir dann der tod? 5. Ob mich die welt auds of reizet Länger zu leben hier, Und mir auch immer zeiget Ehr, geld, gut, all ihr zier: Doch deß ich gar nicht achte; Es währt ein kleine zeit; Das himmlisch icy betrachte: Das bleibt in ewigfeit. 1403 Mel. Ach Herr, mich armen sünder. 370. Herzlich thut mich verlangen Nach einem sel'gen end, Weil ich hie bin umfangen Mit trübfal und elend. Ich hab lust abzuscheiden Von dieser bösen welt, Sehn mich nach ewgen freuden: O Jesu, komm nur bald. dal hadis in chim 6. Wann ich auch gleich nun scheide Von meinen freunden gut, Das mir und ihn'n bringt leide, Doch tröst't mir meinen muth, Daß wir in großen freu den Zusammen werden komm'n, Und bleiben ungeschieden m himmelischen thron. dl bo 7. Ob ich auch hinterlaffe Be trübte finderlein, Der'n noth mich über die maße Jammert im herzen mein, Will ich dody gerne sterben, Und frauen mei nem Gott, Der wird sie wohl versorgen, Retten aus aller noth. en oud dne 8. Was thut ihr so sehr zagen, Ihr armen waifelein? Sollt euch Gott bülf versagen, Der speist die raben klein? Frommer 2. Du hast mich ja erlöset Von sünd, tod, teuf'l und höll; Es hat dein blut gekostet, Drauf ich mein hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen Vorm tod und höll'schen g'sind? Weil ich auf dich thu bauen, Bin ich ein sel'ges find. doijajua das 3. Wenn gleich süß ist das leben, Der tod sehr bitter mir: Will ich mich doch ergeben, zu wittwen und waisen Ist er der Sterb und Leichen Gesänge. 263 vater treu: Troß dem, der sie stes gabe An dir allein die beste thut naisen,*) Das glaubt ohn lust In meinem herzen habe, alle scheu. 07 omnes Und g'wißlich glaub, daß du *) beleidigen.) i én allein Michy hast von sünden og 9. Gesegn euch Gott der g'waschen rein Und mir dein Herre, Ihr vielgeliebten mein; reich erworben: sid that lie Trauret nicht allzusehre Ueber 3. So bitt ich dich), Herr Jesu den abschied mein. Beständig Christ, Halt mich bei den gedanbleibt im glauben. Wir werd'n fen, Und laß mich ja zu keiner in furzer zeit Einander wieder frist Von dieser meinung wan schauen Dort in der ew'gen ken, Sondern dabei verharren freud.lin bilion@ op fest, Bis daß die feel aus ihrem 10. Nun will ich mich ganz wenden Zu dir, Herr Christ, al lein: Gib mir ein selges ende, Send mir dein engelein: Führ mich ins ewig leben, Daß du erworben hast Durch dein leiden und sterben Und blutiges verdienst. nest Wird in den himmel kommen. gardrig die m 4 Kanns sein, so gib durch deine hand Mir ein vernünftig ende, Daß ich mein feel fein mit verstand Befehl in deine bände, Und so im glauben sanft und so froh Auf meinem bettlein oder stroly möge von hinnen fahren. thi tedran 5. Wo du mich aber in dem feld, Durch raub auf fremder grenze, In wassers= noth, hisz oder fält, Oder durch pestilenze Nach deinem rath wollst nehmen hin: So richt nicht, Herr, nach meinem sinn, Den ich im leben s führe, n'p pians all orier.n and 11 Hilf, daß ich ja nicht wanke Von dir, Herr Jesu Christ; Den schwachen glauben stärke In mir zu aller frist. Hilf mir ritterlicy ringen, Dein hand die halt mich fest, Daß ich mag fröhlich singen Das consummatum est.*) Christoph Knoll. *) Andere: Gott lob, es ist voll Jubracht. dim Mel. Wann mein stündlein. is 371. Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl, Daß ichy einmal muß sterben; Wann aber das geschehen soll, Und wie ich werd verderben Dem leibe nach, das weiß ich nicht; Es steht allein in dein'm gericht, Du weißt mein letztes ende. uit 6. Wo aber ich aus schwachheit groß Mich ungebührlich hielte; Ging etwa oder läge blos, Und unbescheiden redte: So laß michs, Herr, entgelten nicht, Weils wider mein bes wust geschicht, und mich nicht kann befinnend tol di 7. D Herr, gib mir in todesSpein: Ein säuberlich gebärde, 2. Und weil ich denn, als dit Und hilf, daß mir das herze bewußt, Wohl durcy deins Geis mein Fein sanft gebrochen werde, 264 Sterb- und Leichen Gesänge. Und wie ein licht ohn alles nicht nähm, Daß ich ein ein'g weh Auf dein unschuldig blut minute Zu euch in dieß elend vergeh, Das du für mich ver- mehr käm, So groß ist jetzt das goffen. ond his mielin gute, Das mir Gott hat gege 8. Jedoch ich dich nicht lehren ben ein Im himmel. O welch will, Noch dir mein end vor- freude! Kommt bald hernach, schreiben, Sondern dir allweg ihr liebsten mein: Was habt halten still, Bei deinem wort ihr hie? nur leiden. verbleiben Und glauben, daß du als ein fürst Des lebens mich erhalten wirst, Ich sterb gleich, wie ich wolle. 4. Ade, behüt euch Gott, ade, Die ihr denkt nachzukommen. Den weg zum himmel ich jest geh, Da g'wißlich alle from 9. Derhalben ich in meinem men Zusammen bringt der sinn Mich dir thu ganz ergeben; jüngste tag. Was acht'n wir Denn sieh, der tod ist mein ge- denn dieß scheiden? Ohn einig winn, Du aber bist mein leben, leid, ohn alle klag Wir uns Und wirst mein'n leib ohn alle werd'n ewig freuen. flag, Das weiß ich g'wiß, am jüngsten tag Zum leben auf erwecken.d in to And Bartholomäus Ringwaldt. Mel. Mein wallfahrt ich vollendet. 372. Nun gute nacht, ihr liebsten mein: Jetzt trägt man mich von hinnen, Mein leib 5. Ach Gott, verleih, wer nach mir bleibt In diesem armen leben, Daß er fromm werd in der gnad'nzeit Und sich dir ganz ergebe, Daß er dort hör: du frommer Christ, Geh ein zu deins Herrn freuden. Ach hilfs, du fromm'r Herr Jesu Christ, In allen gnaden, Amen. zu leg'n ins grab hinein, 2 si cutión con Daß er sanft ruh darinnen; Die feel ist allbereit bei Gott, Da wird sie ewig g'tröstet, Mit mir hats nunmehr feine noth, Bin von all'm leid erlöset. d 373. Mitten wir im leben sind Mit dem tod umfangen: Wen suchen wir, der hülfethut, Daß wir gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns 2. Was traurt ihr denn, daß reuet unser missethat, Die dich, ich hie scheid? Laßt nur eu'r Herr, erzürnet hat. Heiliger trauren fahren: Ich bin kom- Herre Gott! Heiliger starker men zur ew'gen freud, Jhr lebt Gott! Heiliger, barmherziger in all'n gefahren. Ich geh vor- Heiland! Laß uns nicht versine an, ihr kommt hernach: Denkt, fen In der bittern todesnoth, wie werd'n wir uns freuen, Kyrie, eleison.itog mind w Wann Gott von allem unge mach Uns ewig wird befreien. 3. Fürwahr, die ganz welt ich 2. Mitten in dem tod ansicht Uns der hölle rachen: Wer will uns aus solcher noth Frei und Sterb- und Leichen: Gesänge. 265 ledig machen? Das thust du, 3. Solch ewig leben hat er Herr, alleine. Es jammert dein barmherzigkeit Unser sünd und großes leid. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! heiliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht verzagen Vor der tiefen höllengluth, Kyrie, eleiſon. mir Und all'n Christen erworben. Der tod hat g'wart't vor meiner thür, Bis ich jetzt bin gestorben; Und dieses ist der sünden schuld: Wir müssen einmal sterben, Jedoch beweist er noch sein huld: Sein gläub'gen de nicht verderben, 3. Mitten in der höllen angst Unser sünd uns treiben: Wo soll'n wir denn fliehen hin, Da 4. Sondern wie ein weizkörnelein Gesäet wird mit fleiße, Vermod'rt und grünt hernach wir mögen bleiben? Zu dir, sehr fein: Also auch gleicher Herr Christ, alleine. Vergossen weise All fromme Christen hie ist dein theures blut, Das gnug auf erd Ein weil verscharret für die sünde thut. Heiliger bleiben, Stehn doch hernach Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht entfallen Von des rechten glaubens trost, Kyrie, eleison. Dr. Martin Luther. B. 1 verdeutschtes: Media vita in morte. auf unversehrt mit schönen, klaren leibern. 5. Ich hab auf mein Herrn Jesum Christ Mein hoffnung, thun und lassen Gestellt, der auch zu jeder frist Mein Heiland ist gewesen; Der wird time that thì p mein liebe freunde hier, Welche 374. Mein wallfahrt ich ich hinterlassen, Beschirmen und vollendet hab In diesem bösen mit großer zier Endlich auch zu leben: Jegund trägt man mich sich fassen. er in das grab, Darauf thut sich anheben Ein neue freud und seligkeit Bei Christo, meinem Herren, Die allen frommen ist bereit: Dieß ist die kron der ehren. 6. Darum laßt fahrn all traurigkeit, Thut mich nicht mehr beweinen; In mir ist nichts denn lauter freud, Weils Gott so gut thut meinen. Mein seele si preifet Gott den Herrn Für solch freudenreich leben: Was könnt ich herrlichers begehr'n? Gott woll's euch all'n auch geben. Ludwig von Hörnigt. 2. Der feib thut zwar verwesen gar Und muß zu staube werden, Doch wird daraus ein förper klar, Welcher nicht mehr auf erden, Sondern hiernächst bei Jefu Christ Ohn jammer 375. Mit fried und freud und elende Wird sein und bleib'n fahr ich dahin In Gottes wilzu aller frist, Der sich von Gott len; Getrost ist mir mein herz nicht wende.mg you hid und sinn, Sanft und stille. Wie 266 Sterb- und Leichen Gesänge. Gott mir verheißen hat: Der 4. Auf Gott steht mein ver tod ist mein schlaf worden. im trauen, Sein ang'sicht will ich 2. Das macht Christus, wahr'r schauen Wahrlich durch Jesum Gottes Sohn, Der treue Heis Christ, Der für mich ist gestor land, Den du mich, Herr, hast ben, Des Vaters huld erwor fehen lan, Und machst bekannt, ben, Mein mittler er auch wor Daß er sei das leb'n und heil, den ist. o 11t() spion d In noth und auch im sterben. 5. Die fünd mag mir nicht schaden, Erlöst bin ich aus gnaden Umsonst durch Christi blut. Kein werk kommt mir zu from men, So will icy zu ihm fom men Allein durch wahren glauz ben gut. 3. Den hast du allen fürgestellt Mit großen gnaden, Zu seinem reich die ganze welt Heißen laden Durch dein theuer heilsam wort, An allem ort erfchollen. son 4. Er ist das heil und selig licht Für die heiden, Zur leuch ten, die dich kennen nicht, Und zu weiden. Er ist deins volts Israel Der preis, ehr, frend und Wonne. Dr. Martin Luther ( Verdeutschtes Nunc dimittis aus Lucas, Cap. 2, Vers 29-32). ban 376. welt, ich muß dich S laffen: Ich fahr dahin mein straßen Ins ewig vaterland. Mein geist will ich aufgeben, Dazu mein leib und leben Setzen in Gottes gnädig hand.is 2. Mein zeit ist nun vollendet, Der tod das leben endet; Sterben ist mein gewinn: Kein blei ben ist auf erden, Das ewig muß mir werden; Mit fried und freud ich fahr dahin. not 3. Ob mich gleich hat betrogen Die welt, von Gott gezogen Durch schand und büberei, Will ich doch nicht verzagen, Sondern mit glauben sagen, Daß mir mein sünd vergeben feil du tjan and du 6. Ich bin ein unnütz knechte, Mein thun ist viel zu schlechte, Denn daß ich ihm bezahl Damit das ewig leben: Umsonst will er mirs geben, Und nicht nach mein'm verdienst und wahl. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, Das bimmelreich ererben, Wie er mirs bat bereit. Hie mag ich nicht mehr bleiben, Der tod thut mich vertreiben; Mein seel sich von mein'm leibe scheidt. 8. Damit fahr ich von hinnen: welt, thu dich besinnen, Denn du mußt auch hernach. Thu dichy zu Gott bekehren, Und von ihm gnad begehren; Im glauben sei du auch nicht schwach. 9. Die zeit ist schon vorhan den: Hör auf von fünd und schanden, Und richt dich auf die bahn Mit beten und mit wachen: Sonst all irdische fachen Sollst du gütlich hinfahren lan. no 10. Das schenk ich dir am ende. Ade, zu Gott mich wende, Zu ihm steht mein begehr. Hüt dich vor pein und schmerzen, 267 378, Auf meinen lieben Gott Trau ich in angst und noth; Er kann mich allzeit retten Aus trübfal, angst und nöthen, Mein unglück fann er wenden: Steht all's in seinen händen. Sterb- und Leichen Gesänge. Nimm mein abschied zu herzen: Meins bleibens ist jetzt hie nicht mehr. this in Johann Heffe. vid ug ting misste id ng bi 377. Christus der ist mein leben, Sterben ist mein gewinn; Dem thu ich mich ergeben, Mit freud fahr ich dahin. chie 2. Mit freud fahr ich von dan nen Zu Christ, dem bruder mein, Auf daß ich zu ihm fomme llnd ewig bei ihm sei. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, leiden, angst und noth; Durch sein heilig fünf wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wann meine augen brechen, Mein athem geht schwer aus, Der mund nicht mehr fann sprechen: Herr, nimm mein seufzen auf; and empot 2. Ob mich mein sünd ansicht, Will ich verzagen nicht; Auf Christum will ich bauen Und ihm allein vertrauen; Shm thu ich mich ergeben Im tod und auch im leben. 3. Ob mich der tod nimmt bin, Sterben ist mein gewinn, Und Christus ist mein leben; Dem thu ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, Mein feel wird Gott versorgen. sind dp 4. O mein Herr Jesu Christ, Der du so g'duldig bist Für mich am freuz gestorben: Haft mir das heil erworben, Auch 5. Wann mein Herz und ge- uns allen zugleiche Das ewig danken Vergehn gleich wie ein himmelreiche.at and has licht, Das hin und her thut 5. Amen zu aller stund Sprechy wanken, Wann ihm die flamm ich aus berzen- grund. Du wolgebricht: ang left uns thun leiten, Herr Christ, zu allen zeiten, Auf daß wir deinen namen Thun ewig preisen. Amen. din showers dot dum 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein Nach deinem rath und willen, Wann kommt mein stündelein; Sigismund Weingärtner. 7. Und laß mich an dir kleben, dat is mo antiot) o Gleich wie ein flett am fleid, 379. Herzlich lieb hab ich Und ewig bei dir leben In ewger wonn und freud.lgad nism dich, o( mein) Herr: Ich bitt, ( du) wollst sein von mir nicht fern mit deiner hülf und gnaden. Die ganze welt nicht( er)freuet mich, Nach himmel und erd( en) frag ich nicht, Wenn ich dich nur fann haben. Und wenn mir gleich mein herz zer8. Amen, das wirst du, Christe, Verleihen gnädiglich, Mit deinem Geist mich rüste, Daß ich fahr seliglich. Unna, Gräfin von Stotberg(?).( Uus Philipper, Cap. 1. 2. 21.) 268 Sterb: und Leichen Gesänge. bricht Mein theil und mei- gegeben Ich bitt, Herr, sei genä bricht; So bist du doch mein in deine händ, Die du mir hast zuversicht, nes herzens trost, Der mich durch sein blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, Mein Gott und Herr, Mein Gott und Herr: In schanden laß mich nimmermehr. 2. Es ist ja, Herr, dein g'( e)schenk und gab Mein leib, seel, ( und) alles, was ich hab In die sem armen leben: Damit ichs brauch zum lobe dein, Zum nuß und dienst des nächsten mein, Wollst mir dein gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher lehr, Des satans mord und lügen wehr; In allem kreuz erhalte mich, Auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, Mein Herr und Gott: Tröst mir mein seel in todes noth. 3. Ach Herr, laß dein lieb( e) engelein Am letzten end( e) die seele mein In Abrahams schooß tragen; Den leib in sein'm schlafkämmerlein Gar sanft ohn einig qual und pein Ruhn bis an jüngsten tage. Alsdann vom tod erwecke mich, Daß meine augen sehen dich In aller freud, o Gottes Sohn, Mein Heiland und mein gnaden- thron. Herr Jesu Christ, Erhöre mich, Erhöre mich: Ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling. dig mir Und nimm mich väterlich zu dir; Mein geist zu dir thut streben. 2. Weil ich hie leb in dieser zeit, Hab ich viel sünd begangen, Dein väterlich barmherzigkeit Nicht dankbarlich empfangen. Solchs reut mich, Herr, von herzen- grund All augenblick und alle stund: Laß mich, Herr, gnad erlangen. 380. Herr Gott, mein jammer hat ein end, Ich fahr aus diesem leben; Mein seel befehl 3. Mein hoffnung steht zu aller frist Auf deine große gute Und meinen Heiland Jesum Christ; Der woll mein feel behüten, Daß sie nicht weich von deiner gnad, Und mir des feinds ge walt nicht schad, Noch sein grausames wüthen. 4. Christus hat für mich gnug gethan, Am stamm des freuz's gelitten. Den sehe ich mit glauben an: Für mich hat er ge stritten, Den tod, teuf'l und höll überwund, Und sie vertilget gar zu grund, Ihr macht gänzlich zerschnitten. 5. Deß halt ich mich, mein Herr und Gott, Thu mich darauf verlassen, Daß mir nicht schad der leiblich tod; Fröhlich fahr ich mein straßen Zu meinem Herren Jesu Christ, Der jekund mein begleiter ist: Das weiß ich bester maßen. Mel. Aus tiefer noth schrei. 6. Amen, das ist gewißlich a wahr Und kann mich nicht bes trügen, Daß ich ins ewig leben fahr; Mein glaub wird mirs nicht lügen. Denn ich mit Christo Sterb- und Leichen Gesänge. 269 ewiglich Und allen heilgen selig- uns wendt: Sorg und kummer lich Des tods macht will obsie- daher streichet, Müh findt sichy gen. an allem end. Unsre thränen sind das brod, So wir essen früh und spat; Wann die sonn nicht mehr thut scheinen, Ists nichts denn klagen und weinen. Michael Franc. i id od 381. Freu dich sehr, o meine seele, Und vergiß all noth und qual, Weil dich nun Christus, dein Herre, Ruft aus diesem jammerthal. Aus trübsal und großem leid Sollst du fahren in die freud, Die fein ohre hat gehöret, Und in ewigkeit auch währet. 2. Tag und nacht hab ich gerufen Zu dem Herren meinem Gott, Weil mich stets viel kreuz betroffen, Daß er mir hülf aus der noth. Wie sich sehnt ein wandersmann, Daß sein weg ein end mög han: So hab ich gewünschet eben, Daß sich enden möcht mein leben.*) *) 3u ende neigt. 6. Drum, Herr Christ, du morgensterne, Der du ewiglich aufgehst, Sei von mir jetzund nicht ferne, Weil mich dein blut hat erlöst. Hilf, daß ich mit fried und freud Mög von hinnen fahren heut. Ach sei du mein licht und straße, Mich mit beistand nicht verlasse. 7. In dein seite will ich fliehen An mein'm bittern todesgang; Durch dein wunden will ich ziehen Ins himmlische vaterland. In das schöne paradeis, Drein der schächer thät sein reis, Wirst du mich, Herr Christ, einführen, Mit ewiger klarheit zieren. 8. Ob mir schon die augen brechen; Das gehöre gar verschwindt; Und mein zung nicht mehr kann sprechen; Der vers stand sich nicht besinnt: Bist du doch mein licht, mein hort, Das leben, der weg, die pfort; Du wirst mich selig regieren, Die recht bahn gen himmel führen. 9. Laß dein engel mit mir fahren Auf Elias wagen roth, Und mein seele wohl bewahren, Wie Lazrum nach seinem tod. Laß sie ruhn in deinem schooß, Erfüll sie mit freud und trost, Bis der leib kommt aus der erden, Mit ihr wird vereinigt werden. 10. Freu dich sehr, o meine 3. Denn gleich wie die rosen stehen Unter dornen spißig gar: Also auch die Christen gehen In lauter angst und gefahr. Wie die meeres- wellen sind und der ungestümme wind: Also ist allhier auf erden Unser lauf voller beschwerden. 4. Die welt, teufel, sünd und hölle, Unser eigen fleisch und blut Plagen stets hier unsre seele, Lassen uns bei keinem muth. Wir sind voller angst und plag, Lauter freuz sind unsre tag; Wann wir nur geboren werden, Jammer gnug findt sich auf erden, hi 5. Wann die morgenröth herLeuchtet, Und der schlaf sich von 270 Sterb. und Leichen- Gesänge. seele, Und vergiß all noth und lassen Mit deinem schnöden qual, Weil dich nun Christus, pracht, und fahr dahin mein dein Herre, Ruft aus diesem straßen. Ade, zu guter nacht. jammerthal. Seine freud und Christo bin ich ergeben: Die herrlichkeit Sollt du sehn in welt fahr immer hin, Denn ewigkeit, mit den engeln jubi- Christus ist mein leben, Ster liren, Sn ewigkeit triumphiren. ben ist mein gewinn. o ad ind15 Rady 1600. 6. Nach leid viel freud und Mel. Ach Herr, mich armen. wonne Werd ich im himmel opban, Und leuchten wie die sonne 382. Sdy hab mich Gott er- Ewig bei Gottes Sohn, Daß geben, Dem liebsten Bater mein. leib und feel sich freuen Und Hier ist kein immer- leben; Es sag'n ihm lob und dank In muß geschieden sein. Der tod jenem schönen maien Mit meibringt mir kein schaden, Er ist nem lobgefang. and i woln nur mein gewinn: Darum in Johann Siegfried(?). Gottes gnaden Fahr ich mit And stronted freud dahin. 1 383. Eitelkeit, eitelkeit, vie 2. Dwelt, wer dir vertrauet, Du schnöde böse welt, O welt, wer auf dich bauet, Derselb gewißlich fällt. Gunst die thut manchen blenden; Eh er sich recht bedenkt, Thust du dich von ihm wenden, Dein falschheit manchen frånft. adora 3. Welt, deiner ich nicht achte Mit deinem übermuth; Vielmehr ich höher achte Christum, das höchste gut, Mit ihm kann ich bestreiten Mein feinde ritter lich, Die jetzt an allen feiten Sich legen wider mich. 4. Er fann mit freud erfüllen Das traurig berze mein, Und all mein fummer stillen, Dazu 4. Ewigkeit, ewigkeit, ach mein des todes pein. Drum will ich verlangen, Ewigkeit, freuden fröhlich bringen Aus diesem zeit, laß dich umfangen; Komm, jammerthal, Jch weiß, mir o mein aufenthalt, komm, o mein wirds gelingen, Ewig in Got hoffen; Treff ich dich, alsdann tes saal. haft ist alles getroffen. smak. c 5. Drum welt, ich thu dich 5. Packe dich, eitelkeit, vieler ler verderben, Eitelkeit, allezeit fertig zum sterben, Meide mein ganzes herz, meide mein leben, Welches dem ewigen bleibet er geben. Jen sota E 2. Nichtigkeit, nichtigkeit zittert als blätter, Wankende frühlings- zeit, trügendes wetter, Laß dich nur andere suchen und finden; Mich soll der himmel ihm ewig verbinden.spun d 3. Flüchtigkeit, flüchtigkeit, fin fende brücke, Arm an lust, reich an leid, schule der tücke, Jch will mich nimmermehr mit dir verstricken, Sondern ins ewige himmels- feld rücken.d Sterb- und Leichen- Gesänge. 271 verderben; Nichtigkeit, deine zeit 6. Ei, nimm mich in dein'n eilet zum sterben; Packe dich, flüchtigkeit, folge dem winde; Aber, o ewigkeit, komme geschwinde.du freuden- saal, Bon dir bereitet droben, Da dich die patriarchen all Mit den propheten loben, Und da die schaar Der engel flar Um deinen thron hermatoid no lon 384. So wünsch ich nun ein gute nacht Der welt und laß sie fahren; Ob sie mir gleich viel jammers macht, Gott wird mich wohl bewahren. Ich meint, die welt Wär eitel geld, Befind es nun viel anders dim 2. Ein hirsch von schlangen angesteckt Nach frischem wasser schreiet: Also hat mich zum durst erweckt Die welt vermaledeiet. Auch macht mir bang Die alte schlang, Daß ich zu Gott muß weinen. schweben. 7. Was fränkst du dich, meint arme seel, Sei ſtill und thu nicht wanken; Gott ist mein burg, mein trost und heil, Deß werd ich ihm noch danken. Drück dich und leid Ein kleine zeit: Nach angst kommt freud und wonne. istism act 3. Wann komm ich in dein paradeis, Da schon viel Christen wohnen, Und singen dir lob, ehr und preis, Bekleidet mit der sonnen? Wann holst du mich Ins himmelreich, Daß ich dein antlit schaue? 8. Das träutlein patientia* Wächst nicht in allen garten. Ach Gott, schaff du mir immerdar, Daß ich könn' deiner warten; Sonst bin ich sehr Betrübt und schwer Von angst auf dieser erden. Geduld. 9. Ich seh, daß dein zorn wie ein fluth Dem ganzen land begegnet, Und daß es schrecklich brausen thut, Wo sich dein grimm erhebet. Die wellen gar Ich auch erfahr, Sammt deinen 4. Mein feel hat noth und leidet qual, Daß ich so lang wasserwogen. muß harren, Gespannet auf dem jammerthal, Als zög ich schwere farren: Da treibt ihr'n spott Die falsche rott Mit mir in meinen nöthen. 10. Darum bin ich der welt so müd, All tag und nacht ich weine, Und laß nicht ab, bis deine gut Verheißen mir erscheine. Nun eil doch fort, Mein 15. Sie fragen: ja, wo bleibt treuer hort, Und nimm mich hin dein Gott? Ja, daß er dir er mit freuden. der dull do scheine: Der hobn fränkt mir 11. Wie lang soll ich hie tranmein herz und blut, Daß ich rig gehn, Darmich die feinde vor trübsal weine. Ei, fomm plagen? Es ist ein mord in doch bald, Mein aufenthalt, meinen bein'n,*) Daß sie ganz Und reiß mich von der erden.) pfalm 42, Bere 11. alleg Sterb- und Leichen Gesänge. 272 höhnisch fragen: Sag an, wo ist Dein Jesus Christ? Ja, daß er dich erlöse. his naudos 12. Geduld, geduld, du traurig seel, Geduld ist hie vonnöthen, Bis uns der lieb Immanuel Von diesen argen fröten Wohl zu sich reiß Ins paradeis: Da werden wir ihm danken. Philipp Nicolai. sind 385. Ich weiß, daß mein erlöser lebt, Ob ich schon hier auf erden Hab sünd gethan, und sterbe. All meine feinde sind erlegt, Nicht einer kann mir schaden; So groß ist Gottes gnade, Welcher mir seinen lieben Sohn Jesum Christ hat geschenket. Liebers war nicht in seinem thron, Liebers war nicht in seinem thron: Hieran mein herz gedenket. 2. Er wird hernach mich aus der erd Leiblich wieder erwecken, Mich soll kein feind mehr schrecken. Höll, teufel, tod, oder was mehr Entgegen ist der freuden, Räumt er auf mit sein'm leiden. Troß, daß ihm etwas widerbell; Zertreten ist die schlange. O Herr, mein seel ich dir befehl, Herr, mein feel ich dir befehl, Gnad ist bei dir die menge. den'n, so deinen namen Erkennen und in ewigkeit, Erkennen und in ewigkeit Neu dich anschauen. Amen. gian d Ludwig Helmbold. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 386. Valet will ich dir geben, Du arge falsche welt; Dein sündlich böses leben Durchaus mir nicht gefällt. Sm himmel ist gut wohnen: Hinauf ſteht mein begier, Da wird Gott ewig lohnen Dem, der ihm dient allhier. 2. Rath mir nach deinem her zen, O Jesu, Gottes Sohn. Soll ich je dulden schmerzen, Hilf mir, Herr Christ, davon. Verkürz mir alles leiden, Stärk meinen bidden muth, Laß mich selig abscheiden, Seß mich in dein erbgut. 3. In meines herzens grunde Dein nam und freuz allein Fun felt allzeit und stunde: Drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem bilde 3u trost in meiner noth, Wie du, Herr Christ, so milde Dich haft geblut zu tod. 4. Verbirg mein seel aus gnaden In deine offne seit', Rück sie aus allem schaden In deine herrlichkeit. Der ist wohl hie gewesen, Der kommt ins him mels- schloß; Der ist ewig ge nesen, Der bleibt in deinem schooß. 3. Zu dir hab ich mein zuversicht, Und werde nicht betrogen. Sei bei den unerzognen, Auf daß sie durch dein wort erleucht't, Christen werden und bleiben, 5. Schreib meinen nam'n aufs Himmlische güter lieben, Selig beste Ins buch des lebens ein, vollenden diese zeit, Sammt Und bind mein seel gar feste Sterb- und Leichen- Gesänge. 273 Ins schöne bündelein Der'r, die Der gerechten krone, Die mir im himmel grünen Und vor dir wahre freud erregt, In des leben frei: So will ich ewig himmels throne. Forthin meirühmen, Daß dein herz treue sei. nes lebens licht, Dem ich hie Valerius Herberger. vertrauet, Nehmlich Gottes angesicht, Meine seele schauet. 3. Dieser schnöden bösen welt Jämmerliches leben mir nun länger nicht gefällt: Drum ich mich ergeben Meinem Jesu, da ich bin Jeßt in lauter freuden; Denn sein tod ist mein gewinn, Mein verdienst sein leiden. 4. Gute nacht, ihr meine freund, Alle meine lieben; Alle, die ihr um mich weint, Laßt euch nicht betrüben Diesen abtritt, den ich thu In die erde nieder. Schaut: die sonne geht zur ruh, Kommt doch morgen Heinrich Albert. wieder. Mel. Wo Gott der Herr. 387. Herr, wie du willst, so schicks mit mir Im leben und im sterben. Allein zu dir steht mein begier: Laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt michy nur in deiner huld, Sonst wie du willst: gib mir geduld; Dein will der ist der beste. 2. Zucht, ehr und treu verleih mir, Herr, Und lieb zu deinem worte, Behüt mich, Herr, vorfalscher lehr, Und gib mir hier und dorte, Was mir dient zu der seligkeit, Wend ab all ungerechtigkeit In meinem ganzen leben. dein müde, Sch will nach dem himmel zu; Da wird sein der rechte friede Und die stolze seelenruh. Welt, bei dir ist krieg und streit, Nichts denn lauter eitelkeit; In dem himmel allezeit Friede, ruh und seligkeit. 3. Wann ich einmal nach dei- 389. Welt hinweg, ich bin nem rath Von dieser welt soll scheiden, Verleih, o Herr, mir deine gnad, Daß es gescheh mit freuden. Mein leib und feel befehl ich dir; Herr, ein seligs end gib mir Durch Jesum Christum. Amen. Caspar Melissander( Bienemann). Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott, 388. Einen guten kampf hab entnommen, Ruhe sanft in Gotich Auf der welt gekämpfet; tes schooß. In der welt ist Denn Gott hat genädiglich All angst und noth, Endlich gar mein leid gedämpfet, Daß ich der bittre tod; Aber dort ist almeines Lebens lauf Seliglich lezeit Friede, freud und seligvollendet, Und mein arme seel feit, hinauf Gott dem Herrn gesen2. Wann ich werde dahin kommen, Werd ich aller frankheit los Und der traurigkeit det. 3. Was ist hier der erden freude? Nebel, dampf und herzeleid. Hier auf dieser schmer2. Forthin ist mir beigelegt 18 274 Sterb: und Leichen- Gesänge. zen heide Find't sich laster aus- sten für und für? Welt, du hast gestreut. Welt, bei dir ist krieg nur sturm und streit. Lauter und streit, Nichts denn lauter qual und traurigkeit; Aber dort eitelkeit; In dem himmel alles ist allezeit Friede, ruh und se zeit Friede, ruh und seligkeit. ligkeit. 4. Unaussprechlich schöne sin get Gottes auserwählte schaar; Heilig, heilig, heilig klinget In dem himmel immerdar. Welt, bei dir ist spott und hohn Und ein bittrer jammer ton; Aber dort ist allezeit Friede, freud und seligkeit. 9. Jetzt will ich mich fertig machen, Daß mein thun vor dir besteht, Daß, wann alles wird zerkrachen, Es heißt: kommet, und nicht: geht. Welt, bei dir ist angst geschrei, Sorge, furcht und heuchelei; In dem himmel allezeit Friede, ruh und seligkeit. Joh. Georg Albinus. = 5. Nichts ist hier denn lauter weinen, Keine freude bleibet nicht. Will uns gleich die sonne scheinen, So verhemmt die nacht das licht. Welt, bei dir ist angst und noth, Sorgen und der bittre tod; In dem himmel allezeit Friede, freud und seligfeit. 6. Nun es wird dennoch geschehen, Daß ich auch in kurzer zeit Meinen heiland werde sehen In der großen herrlichkeit. Denn bei uns ist lauter noth, Müh und furcht, zuletzt der tod; Aber dort ist allezeit Friede, freud und seligkeit. 7. O, wer nur dahin gelanget, Wo jeßund das schöne chor In vergüldten kronen pranget, Und die stimme schwingt empor! Denn die welt hat krieg und streit, All ihr thun ist eitel keit; In dem himmel allezeit Friede, ruh und seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr, Daß ich mich dochy mag besprechen mit dem schön di Mel. Herr Jesu Christ, ich. 390. Spann aus, ſpann aus, ach frommer Gott, Spann mich aus meinem farren; Erlös mich von der qual und noth: Ich kann kaum länger harren. Der welt und lebens bin ich fatt, Vor angst der seelen müd und matt, Daß ich begehr zu sterben. 2. Denn was ist doch die schnöde welt? Was ist auch unser leben? Ein nichtig nichts, das nicht gefällt Dem, der ist dir ergeben. Drum eil ich aus dem fammerthal Zu dir in deinen freudensaal, Daß ich bei dir stets bleibe. 3. Gleichwie der, welcher auf dem meer Ein schiffbruch soll erleiden, Sich nach der anfuhrt sehnet sehr, Die wellen zu vermeiden: So dürstet meine feel nach dir; Drum komm, o Herr, und hilf nur mir, Daß ich den port erlange. 4. So bitter kann der tod nicht Sterbe und Leichen- Gesänge. 275 sein; Will ihn fröhlich umfan- fahren was auf erden, Will 2004 gen, Weil mein Herr Jesus hat allein Mit ihm so umgegangen, Daß er ihn bis aufs haupt er. legt Und fraft in seinen hän den trägt, Daß er zum schlaf muß werden. diser 010 5. Wie ich mich demnach niemals schen In meinem bett zu schlafen, Also von herzen ich mich freu, Daß du, Gott, wollst verschaffen, Daß nur ein süßer schlaf soll sein Der tod mir ohne furcht und pein, Daß er mich zu dir führe. lieber selig werden. 3. Laß mich nun, Herr, wie Simeon Im frieden zu dir fahren, Befiehl mich Christo, deinem Sohn, Der wird mich wohl bewahren, Wird mich recht führen, Im himmel zieren. Mit ehr und fron: Fahr drauf davon, Laß fahren was auf er-: den, Will lieber selig werden. Michael Attenburg.( Aus Lucas Cap.I 2 2. 28 bis 30.) Mel. Wann mein stündlein. 392.Ach Gott, ich muß in 6. So spann doch aus, ach traurigkeit Mein leben nun befrommer Gott, Spann mich schließen, Dieweil der tod von aus meinem farren; Erlös mich meiner ſeit So eilends hat ge von der qual und noth, Ich riffen Mein treues berz, der tukann nicht länger harren. Der gend schein, Deß muß ich jetzt welt und lebens bin ich satt, beraubet sein. Wer kann mein Vor angst der seelen müd und elend wenden? al- quobt heit matt, Daß ich begehr zu sters 2. Wenn ich an ihre freundben. 18 Onlichkeit Gedenk in meinem herzen, Die sie mir hat zu jeder zeit In freud und auch in schmerzen Erwiesen ganz beständiglich: Mein kreuz und weiz nen mehret sich, Vor angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser welt Rechtschaffne liebe finden? Der meiste theil nicht glauben hält, Die treu will gar verschwinden. Ich glaub und red es ohne scheu: Die best ist doch getraute treu, Die muß ich jetzt entrathen. 391. Herr Gott, nun schleuß den himmel auf: Mein zeit zu end sich neiget: Ich hab vollendet meinen lauf, Deß sich mein feel sehr freuet, Hab g'nug ge litten, Mich müd gestritten. Schick mich fein zu Zur ew'gen ruh, laß fahren was auf erden, Will lieber selig werden. 2. Wie du mir, Herr, befohlen hast, hab ich mit wahrem glauben Mein lieben heiland aufgefaßt In mein arm, dich zu schauen, Hoff zu bestehen, Will frisch eingeben Aus'm thränen- thal In freuden- saal, Laß 4. Fürwahr, mir geht ein scharfes schwerdt Jegund durch meine seele, Die abzuscheiden 18* 276 Sterb- und Leichen- Gesänge. oft begehrt Aus ihres leibes himmelreich, Daß du mit leib höhle. Wo du nicht, o Herr und feel zugleich, Bei ihm sollt Jesu Christ, Sn solchem freuz ewig bleiben. mein tröster bist, muß ich vor leid verzagen. 10. Du kommst nicht wieder her zu mir In dieß betrübte 5. O treugeliebtes sel'ges herz, leben: Sch aber komm hinauf Zu dir will ich mich wenden zu dir. Da werd ich mit dir In diesem meinem großen schweben In höchster freude, schmerz, Ob sich mein angst wonn und lust, Die deine seele wollt wenden. Ich will betrach- täglich fost, Drauf ich mich ten deinen stand, Wie Gott dir al- herzlich freue. les freuz gewandt In höchste 11. O wie mit großer freufreud und wonne. 6. Kein angst und trübsal, weh und noth Kann dich jetzund verletzen. Im himmel thut der fromme Gott Mit liebe dich ergötzen. Dein seele schaut mit lust und freud Die heilige dreifaltigkeit mit allen auser wählten. digkeit Woll'n wir einander kennen. Da wird uns dann zu feiner zeit Der bittre tod mehr trennen. Ach, welche freude wird da sein, Wann ich dich, die ich jetzt bewein, Mit freuden werd umfangen. 12. Dieß will ich stets in traudi due rigkeit Mir zu gemüthe führen, 7. Der höchst hat dich in sei- Erwarten in geduld der zeit, nem schooß Und wischt dir ab die thränen, Erfüllet dich mit freuden groß, Darnach wir uns auch sehnen. Du stebest bei der engel schaar, Lobsingest Gott, frei von gefahr, Mit süßem ton und schalle. Wie Christen will gebühren. Gott alles trostes, steh bei mir, Und mich durch seinen geist re gier zu seines namens ehre. Johann Heermann. In voriger Melodie. 8. Der leib der ruht gar sanft 393. Ein würmlein bin ich und fein Ohn alle qual und arm und klein, Mit todes- noth sorgen: Vor allem unglück, umgeben; Kein trost weiß ich groß und klein, Liegt er darin in mark und bein, Im sterben verborgen: Kein beinlein, ja und im leben, Denn daß du kein stäubelein, Wird dir davon verloren sein: Die engel dich bewahren. selbst, Herr Jesu Christ, Ein armes würmlein worden bist. Ach Gott, erhör mein klagen. 2. Laß mich, o Christ, an deinem leib Ein grünes zweiglein bleiben, mit deinem Geist, Herr, bei mir bleib. Wann sich mein feel soll scheiden; Wann mir mal suda 9. In kurzer zeit wird Jesus Christ Dich wieder auferwecken; Und weil du auch sein schäflein bist, Wird er die hand aus strecken, Dich führen in sein * 81 Sterb- und Leichen- Gesänge. 277 vergeht all mein gesicht; Und leben mit dem tode ringt, Vermeines bleibens ist mehr nicht Allhier auf dieser erden:, nunft und alle sinn sind matt: Meins lebens bin ich müd und satt. D 2. Darum, Herr Jesu, zu mir eil, Vertreib des teufels feurig pfeil, Der um mich jetzt thut brüllen her, Gleichwie ein löw und grausam bär, Daß mich von deiner lieb nicht scheid Rein anfechtung, kein angst noch leid. 3. Herr, laß mich in dem reiche dein Nur der geringste diener sein. Den festen glauben mir verleih, Daß ich gerecht und selig sei, Erlöset durch dein theures blut Von sünd, tod und der höllen- gluth. 4. Herr, wann mein stündlein kommt heran, So laß dein engel um mich stahn, Daß sie mein feel ins himmels saal Heimführen aus dem jammerthal, Und sie da bleib in deiner hand, Als dein durchs blut erworbnes pfand. 3. So laß mich nicht in dieser noth Umkommen noch verzagen; Komm mir zu hülf, du treuer Gott, Mein angst hilf mir auch tragen. Denk, daß ich bin am leibe dein Ein glied und grünes zweigelein: Im fried laß mich fried laß mid hinfahren. 4. Gedenk, Herr, an den theuren eid, Den du selbst hast geschworen: So wahr du lebst von ewigkeit, Ich soll nicht sein verloren Und soll nicht kommen ins gericht, Den tod ewiglich schmecken nicht; Dein heil wollst du mir zeigen. 5. Ach Gott, laß mir ein leuchte sein Dein wort zum ew'gen leben. Ein seligs ende mir verleih. Ich will mich dir ergeben, Ich will dir traun, mein Herr und Gott, Denn du verläßt in feiner noth, Die deiner hülf erwarten. * Ehr sei Gott in dem höchsten thron Und Christo, sein'm einigen sohn, Sammt dem tröster, dem heil'gen Geist, Der uns sein hülf allzeit beweist; Dem sei lob, preis gesagt allzeit, Von nun an bis in ewigkeit. Martin Moller. 6. Drauf will ich nun befehlen dir Mein feel in deine hände. Ach treuer Gott, steh fest bei mir, Dein geist nicht von mir wende; Und wann ich nicht mehr reden kann, So nimm den letzten seufzer an, Durch Jefum Christum. Amen. Bartholomäus Fröhlich. Mel. Bater unser im himmelreich. Mel. O welt, ich muß dich lassen. 395. Gott lob, die stund ist 394. Hier lieg ich armes kommen, Da ich werd aufgewürmelein, Kann regen weder nommen Ins schöne paradeis. arm noch bein; Vor angst mein Ihr eltern dürft nicht klagen; herz im leib zerspringt, Mein Mit freuden sollt ihr sagen: Sterbe und Leichen- Gesänge. 278 Dem höchsten sei lob, ehr und preis. om 2. Wie fanns Gott besser maBetrübt sich euer herz. Doch wenn ihrs recht betrachtet, Und was Gott thut, hoch achtet, chen? Er reißt mich aus dem Wird sich bald lindern euer rachen Des teufels und der schmerz. welt, Die jetzt wie löwen brüllen, Ihr grimm ist nicht zu stillen, Bis alles übern haufen fällt. stoltail/ sm 3. Dieß sind die letzten tage, Da nichts als angst und plage Mit haufen bricht herein. Mich nimmt nun Gott von hinnen, Und läsfet mich entrinnen Der überhäuften noth und pein. 4. Kurz ist mein irdisch leben: Ein bessers wird mir geben Gott in der ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, In keiner noth verderben: Mein leben wird sein lauter freud. 9. Gott zählet alle stunden, Er schlägt und heilet wunden; Er kennet jedermann. Nichts ist jemals geschehen, Das er nicht vorgesehen: All's was er thut, ist wohl gethan. 10. Wann ihr mich werdet finden Vor Gott frei aller sünden In weißer seide stehn Und tragen sieges palmen In händen und mit psalmen Des Her ren ruhm und lob erhöhn; 11. Da werdet ihr euch freuen; Es wird euch herzlich reuen, Daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes willen Gedenfet zu erfüllen Und ihm sich in geduld ergibt. 12. Ade, nun seid gesegnet. Was jepund euch begegnet, St andern auch geschehn; Viel müssens noch erfahren. Nun Gott woll euch bewahren. Dort wollen wir uns wieder sehn. Johann Heermann. 5. Gott eilet mit den seinen, Läßt sie nicht lange weinen In diesem thränenthal. Ein schnell und selig sterben Ist schnell und glücklich erben Des schönen himmels ehren- saal. 6. Wie öfters wird verführet Manch find, an dem man spüret Rechtschaffne frömmigkeit. Die welt voll list und tücke Legt heimlich ihre stricke Bei 396. Hie lieg ich armes würtag und nacht zu jederzeit. 7. Ihr nebze mag sie stellen; Mich wird sie nun nicht fällen, Sie wird mir thun fein leid. Denn wer kann den verletzen, Den Christus jetzt wird setzen Ins schloß vollkommner sicherheit? melein, Und schlaf in mein'm ruh- bettelein. Mein leib bescheid ich dieser erd, Bis daß ich auf erwecket werd; Mein seel befehl ich dir, Herr Christ, Die mit dein'm blut besprenget ist. 2. Du hast mich g'schaffen und erlöst, Drum bist du auch mein ein'ger trost. Dir hab ich g'lebt und g'traut herzlich, Dir 8. Zuvor bracht ich euch freude. Jetzt, nun ich von euch scheide, Sterb- und Leichen- Gesänge. 279 bin ich g'storben feliglich: Drum meine lust, Mein labfal, meine in kann ich auch keins andern sein, Denn dein allein, O Herr Gott mein. mbi min beste kost. 4. Was frag ich nun nach jener welt? Mein Jesulein mich füßt und hält, In ihm erfreu ich mich allein, Ohn es kann ich nicht fröhlich sein. 3. Wann dein zeit ist, so komm, Herr Christ; Du weißt wohl, wanns am besten ist. Ruf mir, und weck mich fröhlich auf, Laß mich sein bei dem sel'gen hauf, Der ewig dich wird schauen an Und in dir freud und wonne han. 5. Mit weinen war ich erst geborn; Zum jauchzen bin ich nun erkorn: Ich singe mit der engel schaar Das ewig neue jubel- jahr. 4. Nun segn' euch Gott, der Herre mein, Shr lieben brüd'r und schwesterlein, Die ihr in mein schlaf- fämmerlein Aus lieb mich habt begleitet fein. Hilf Gott, daß wir im himmelreich Einander wieder sehn zu gleich. 5. Nun geht zu haus, ihr Christenleut, Und schicket euch auch allezeit Zur sel'gen stund und ruhestatt. Christus uns all'n erworben hat Ein ew'ges leben im himmelreich, Dahin helf uns Gott all'n zugleich. Mel. O Jesu Christ, meins. 397. Nun lieg ich armes würmelein, Und ruh in mein'm schlaf- kämmerlein. Ich bin durch einen sanften tod Entgangen aller angst und noth. 2. Was schadets mir, daß mein gebein Muß in der erd verscharret sein? Mein seelchen schwebet ohne leid In himmelsglanz und herrlichkeit. 3. In solchem schmuck, in solcher zier, Prang ich vor Goites thron allhier; Mein Jesulein ist 6. Nichts liebers meine zunge singt, Nichts reiners meinen obren klingt, Nichts süßers meinem herzen ist, Als mein herzliebster Jesus Christ. 7. Drum, liebe eltern, höret auf Zu klagen meinen kurzen lauf. Ich bin vollkommen wor den bald; Wer selig stirbt, ist gnugsam alt. 8. Bedenket meinen freudenstand Und wie es in der welt bewandt: Bei euch rumoret krieg und streit, Hier herrschet fried und fröhlichkeit. 9. Wer auf der erde lange lebt, Derselb auch lang an sünden klebt, Muß streiten oft mit fleisch und blut, Das manchem weh und bange thut. 10. Ja leiden muß er freuz und noth, Und noch wohl einen langen tod: Hier hab ich schon nach furzem streit Erlangt die fron der herrlichkeit. 11. Wie manches find fällt sich zu tod, Wie manches stirbt in wassers noth, Wie leidet manches lange qual, Eh es kommt aus dem jammerthal. 280 Sterb- und Leichen- Gesänge. # 12. Sollt es euch denn nicht tröstlich sein, Daß ich so sanft geschlafen ein, Daß mir das liebe Jefulein Verkürzet meine todes pein? 4. Ade, ihr meine lieben, Du vat'r- und mutter herz, Thut euch nicht mehr betrüben, Vergesset diesen schmerz: Mir ist sehr wohl geschehen, Ich leb in 13. Drum legt die hand auf wonn und freud, Ihr sollt mich euren mund, Und seht auf Gott, wieder sehen Dort in der ewig. der euch verwundt, Der euch feit. zu heilen ist bereit, Wenns dient zu eurer seligkeit. 399. Mein junges leben hat 14. An jenem tag wir werden ein end, Mein freud und auch gehn, Da vor Gott groß und mein leid: Mein arme seele soll fleine stehn, Zur himmelischen behend Scheiden von meinem leib. Mein leben kann nicht länger stehn, Es ist sehr schwach, es muß vergehn, Es fährt da hin mit freud. Sindhi dh Christags- freud Mit höchster ehr und herrlichkeit. Michael Schirmer. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 398. Ich war ein kleines kindlein Geborn auf diese welt: Aber mein sterbe- stündlein Hat mir Gott bald bestellt. Ich weiß gar nichts zu sagen, Was welt ist und ihr thun; Nichts denn noth in mein'n tagen Hab ich gebracht davon. 2. Mein allerliebster Vater, Der mich zur welt erzeugt, Und mein herzliebste mutter, Die mich selbst hat gesaugt, Die folg'n mir nach zum grabe Mit seufzen inniglich, Ab'r Gott hats so woll'n haben: Er nimmt mich auf zu sich. 3. Er nimmt mich auf zu gnaden, Zum erben in sein reich; Der tod kann mir nicht schaden, Ich bin den engeln gleich; Mein leib wird wieder leben In rub und ew'ger freud, Mitsammt der seele schweben In großer herrlichkeit. 2. Es fährt dahin ein weiten weg Mein feel mit großem leid: Mein leib man traurig ins grab legt, Wie asche er zerstäubt, Als wenn er nie gewesen wär, Auch nimmermehr wär kommen her Aus meiner mutter leib. 3. Ade, ade, o welt, ade, Verlassen muß ich dich, In dir hab ich kein freud noch ruh, Man drückt mir denn die augen zu; Das muß ich klagen dir. 4. Ich flag nicht, daß ich scheiden soll Von dir, du schnöde welt; Allein mein herz ist traurens voll, Daß mich mein sünd üb'rfällt, Die ich mein tag be gangen hab, Die hilft mir von mein'm leben ab, Und bringt mein'n leib ins grab. 5. Jefulein, du höchster Gott, Was hab ich doch gethan? All meine sünd und mis serhat Klagen mich heftig an: Sterb: und Leichen Gesänge. 281 reit. Dennoch will ich verzagen nicht feit, Die den frommen ist beVor dein'm göttlichen angesicht, Um gnad ruf ich dich an. 6. Ach Herre Gott, mein kreuz und pein Ertrag ich mit geduld, Und bitt dich, liebes Jesulein, Wollst mir verzeihn mein schuld, Und mich nehmen zu gnaden an, Gefaßten zorn setz weit hintan, Du edler ehrenpreis. 2. Drum so will ich dieses leben, Weil es meinem Gott beliebt, Gern und willig von mir geben, Bin darüber nicht betrübt; Denn in meines Jesit wunden hab ich nun erlösung funden, Und mein trost in todesnoth Ist des Herren Jesu tod. 7. Ach, sich doch an die höchste flamm, Jesu, du könig mild, Angst schlägt über mein haupt zusamm, Und mich verzehren will; Mein herz glüht wie ein glühend stein, Und ist bekleidt mit angst und pein: Ach hilf mir doch davon. 8. Kein freud ich in der welt mehr hab, Verlassen will ich sie: All meine freund gesegnen nun, Es muß geschieden sein; Darum will ich jetzt lassen ab, Zurichten mir ein traurigs grab, Darin mein leib ruh hab. 3. Jesus ist für mich gestorben, Und sein tod ist mein gewinn; Er hat mir das heil erworben: Drum fahr ich mit freuden hin, hin aus diesem welt- getümmel In den schönen Gottes- himmel, Da ich werde allezeit Schauen die Dreifaltigfeit. hosilce 4. Da wird sein das freudenleben, Da viel tausend seelen schon Sind mit himmels- glanz umgeben, Dienen Gott vor seinem thron; Da die Seraphinen prangen Und das hohe lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 9. Gefeg'n euch Gott stern, sonn und mond, Deßgleichen laub und gras, Und alles auf der erbengrund Und was der 5. Da die patriarchen wohhimmel schleußt. Ich b'fehl nen, Die propheten allzumal; mich nun dem schutzherrn mein Mit allen lieben engelein. Ade, zu guter nacht.si Wo auf ihren ehren- thronen Sitet die gezwölfte zahl; Wo in so viel tausend jahren Alle frommen hingefahren; Da wir unserm Gott zu ehrn Ewig Alleluja hörn. 6. Jerusalem, du schöne, Ach wie helle glänzest du. Ach wie lieblich lobgetöne Hört man da in sanfter ruh. Oder großen freud und wonne: Jetzo 400. Alle menschen müssen sterben; Alles fleisch vergeht wie heu; Was da lebet, muß verderben, Soll es anders werden nen. Dieser leib der muß verwesen, Wenn er anders soll ge nesen Der so großen herrlich 282 gehet auf die sonne, Jetzo gehet an der tag, Der kein ende neh men mag. im of mun 7. Ach ich habe schon erblicket Alle diese herrlichkeit: Jezzo stes gut. werd ich schön geschmücket Mit 6. Hier muß ich sehn, was ei dem weißen himmels- kleid, Und tel ist, Die welt mit ihrem der güldnen ehren- frone, Stehe pracht: Dort aber werd ich da vor Gottes throne, Schaue dich, Herr Christ, Schauen und folche freude an, Die ich nicht dein allmacht. beschreiben kann. Sterb: und Leichen- Gesänge. 8. Hier will ich nun ewig wohnen, Liebsten freund, zu guter nacht. Eure treu wird Gott belohnen, Die ihr habt an mir vollbracht. Liebsten finder und verwandten, Schwäger, nachbarn und bekannten: Lebet wohl zu guter nacht. Gott sei dank, es ist vollbracht. and Joh. Georg Albinus. 401.2d wie sehnlich wart ich der zeit, Wann du, Herr, kommen wirst, Und mich aus diesem herzeleid zu dir in himmel führst. 2. Hier ist mein leib der krankheit voll, Bis er kommt in den tod: Dort aber wirst du's machen wohl, Daß er sei ohne noth. 14145 197ll 3. Hier legt man den beib in die erd, Die würmer ihn verzehrn: Dort aber wird er schön verklärt Durch dich, als wie die stern. IM 4. Hier fehlts der feel an dem verstand, Ihr wissen stückwerk ist: Dort wirst du in dem vaterland Geben weisheit ohn list. 5. Hier bin ich mit der fünd befleckt, Muß streit'n mit fleisch und blut: Dort wird es all's sein weggelegt Bei dir, du höch 7. Hier ist die freud ein schlechte freud, Und währet auch nicht lang: Dort wird sie währ'n in ewigkeit mit aller engel g'sang. dill Johann Saubertus. Mel Laffet ab ihr meine. 402. Gleichwohl hab ich über wunden, Gleichwohl selig obge siegt; Aber web den höllen- hunkriegt. Des erwürgten lammes den, Die so feindlich mich be blut Hat verlöscht der pfeile gluth, Welche von des satans schaaren In mein herz geschof sen waren. 2. Laßt mir auch den sarg bestecken, Und den schönsten sie geskranz Meines leichnams haar bedecken, Gleich als ging ich an den tanz, Weil die seele triumpbirt Und sich mit der krone ziert, Die im himmel alle frommen, So recht wohl ge kämpft, bekommen. 3. Jhr, die ich muß hinterlas sen, Was soll dieser unmuth sein? Diese klag ohn alle maßen Hat der misgunst großen schein. Kränkt es etwa euren sinn, Daß sich abgeschieden bin? Mein, er Sterb und Leichen- Gesänge. 283 wägt, was ist mein scheiden? 3. Scepter und die güldne Welt und ihren kummer meiden. kron Mögen nicht dem tod entlaufen, Kriegen eben solchen 4. Und daß niemand sich be- lohn, Wie der arme bettlerstrübe, Wißt, daß mich nicht haufen. Klein und groß hat angst und noth Scheiden kann seine noth, Jung und alt ervon Gottes liebe, Weder leben, wischt der tod. Kommet die noch der tod. Nicht was herr- stunde, Gehen zu grunde Alle fchet in der luft, Nicht des zugleiche, Arme und reiche. finstern abgrunds klust, Noch was sonst mag sein zu nennen, Wird von Gott mich ewig trennen. 4. Nun bedenk ein jeder Christ, Ob auch Gottesfurcht und liebe Noch allhie zu finden ist. Wie sieht deutsche treu so trübe? Die gerechtigkeit ist krank; Neid und feindschaft, frieg und zank Gehen im schwange; Christen ist bange, Wünschen ihr leben Von sich zu geben. 5. Ja, es wird ein tag sich finden, Daß auch ihr, befreit der welt Und geschieden von den sünden, Mir sollt werden beigesellt, Da wir, Gott, das wahre licht, Werden sehn von 5. Drum verlanget mich allein angesicht; Dann soll insge- Selig aus der welt zu gehen, fammt kein Leiden Uns von Und bei meinem Gott zu sein, Jesu Christo scheiden. Daß ich vor ihm möge stehen, An do in tehom the Simon Dach. Anzuschauen seine macht Und un pip der auserwählten pracht, Da 403. Nun Gott lob! es ist sie jetzt alle Christum mit schalle vollbracht Aller jammer, angst Loben und singen, Jauchzen und und schmerzen. Welt zu tausend springen. guter nacht: Ich erfreue mich 6. Zwar dem fleisch kommts von herzen, Daß ich jezzo soll sauer an, Von den freuden abhinfahrn Zu den auserwählten zuscheiden; Doch wann ich geschaarn, Da wird mir geben denk daran, Wie ich komm zu Christus, mein leben, Ewige großen freuden, Scheid ich gern, freude, Englische weide. weils Gott gefällt, Dem ich 2. Denket doch, was ist die alles heimgestellt, Der wird welt? Was ist aller menschen euch geben Segen und leben, leben? Was ist großes gut und Der wird euch lehren, Schüßen geld, Und in hohen ehren schwe- und nähren. ben? Nichts als lauter eitel feit, Sorg, fummer und herzeleid. Endlich zum grabe, Da- fahren. Nun zu tausend guter mit schab abe, Und wird ver- nacht, Gott der wolle euch begessen, Wo wir gesessen. wahren. Alle, die ihr mich ge7. Nun, Gott lob! es ist vollbracht: So will ich mit freuden 284 liebt Und euch über mich betrübt, Machet ein ende, Folget behende, Lasset euch geben Himmlisches leben. Sterb und Leichen- Gesänge. Heut die Hände höflich küssen, Tritt man morgen gar mit füßen. 8. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der menschen dich ten! Der, so funst hat lieb ge wonnen, Und manch schönes werk erfonnen, Wird zulest vom tod erronnen. 9. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der menschen wis fen! Der das wort fonnt prachtig führen, Und vernünftig dis curiren, Muß bald allen wi verlieren.de s hält innen: So fährt unsre zeit 10. Ach wie nichtig, ach wie von hinnen. 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der menschen freude! Wie sich wechseln stund und zeiten, Licht und dunkel, fried und streiten: So sind unsre fröhlichkeiten. flüchtig Sind der menschen schäßze! Es kann gluth und fluth entstehen, Dadurch eh wir uns versehen, Alles muß zu trümmern gehen. 300 403 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der menschen schöne! Wie ein blümlein bald vergehet, Wann ein rauhes lüftlein wehet: So ist unsre schöne, fehet! 11. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der menschen herrschen! Der durch macht ist hoch gestiegen, Muß zuletzt aus unvermögen In dem grab darnie der liegen. 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der menschen stärke! Der sich wie ein löw erwiesen, Ueberworfen mit dem riesen: Den wirft bald ein kleine drü- 13. Ach wie nichtig, ach wie 12. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der menschen pran gen! Der in purpur hoch vermessen Ist als wie ein Gott ges sessen, Dessen wird im tod ver geffen. fen. flüchtig Sind der menschen sachen! Alles, alles, was wir sehen, Das muß fallen und vergehen: Wer Gott fürcht, bleibt ewig stehen. Onn 404.Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der menschen leben! Wie ein nebel bald entstehet, Und bald wiederum vergehet: So ist unser leben, fehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Sind der menschen tage! Wie ein strom beginnt zu rinnen, Und mit laufen nicht 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der menschen glücke! Wie sich eine fugel drehet, Die bald da, bald dorten stehet: So ist unser glücke, sehet! her Michael Franc. ms bildng dal 405. Fleuch, mein feelchen, auf 7. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der menschen ehre: Ueber den, dem man hat müssen zu Gott, Laß der welt ihr un Sterb und Leichen- Gesänge. 285 gelücke, Folge du dem frommen 2. O Jesu Christ! Gestorben Loth, Sich nur nicht einmal zurücke. Für die nichtigkeit der erden, Für die flüchtigkeit der zeit Soll dir nun der himmel werden In der langen ewigkeit. 2. Da du deinen Schöpfer grüßt, Da du deines heilands wunden In den treuen händen siehst Und den tröster hast gefunden. Alles, alles, wirst du wissen; Wo wir hier im duns keln gehn, Und im finstern straucheln müssen, Wird vor dir im lichte stehn. bist Am kreuzes- stamm. O Got tes- lamm, Dein wunden roth In aller noth, Dein theures blut Komm mir zu gut; Dein leid'n und sterb'n Mach mich zum erb'n In deinem reich, Dein'n engeln gleich. 3. O heilger Geist! Ein tröster heißt: An meinem end Dein'n trost mir send, Verlaß mich nicht, Wann mich anficht Des teufels g'walt Und tod's gestalt. Nach deinem wort, o treuer bort, Wollst du mir geben Das ewig leben. nur day Nikolaus Selneccer. 3 3. Trinkest du den thränen. bach, Und mußt hier viel angst brod essen: Wohl dir, all dein ungemach Wirst du ewiglich vergessen; Denn dich wird dein Gott vergnügen Nach so mancher jammer see. O wie sanfte wirst du liegen In dem schooße Abrahä, anib your visi 4. Bis der jüngste tag anbricht, Da du wirst dein leib anziehen Und dein frohes ange: sicht Wieder aus der erden rast. 210000 10821 blühen. Eile, Jesu: mit verlan- 3. Was ist unsre frömmigkeit? gen Warten viel der seelen 2. Ach was ist doch unsre zeit? Nicht als nur ein steter streit, Da nur eins das andre haßt, Da kein fried, kein ruh noch dein, Laß mich dich doch bald Eine unvollkommenheit: Nieumfangen, du liebstes Jesu- mand kann damit bestehn, Wann Gott ins gericht will lein. Unna Margarethe Meisterin. gehn. 407. Ach was ist doch unser leben? Nichts, als nur im elend schweben: Wenn es gut gewesen ist, Ist es müh zu jeder friston ed 4. Ach was ist doch gut und geld? Nichts als nur ein kotly im feld: Heute reich und morhilfest mir. Mein leib und feel gen arm, Reichthum bringet Ich dir befehl In deine händ, sorg und harm. Mel. Vater unser im himmelreich. 406. Herre Gott! In meiner notly Ruf ich zu dir: Du Dein engel send, Der mich be5. Ach was ist doch amt und ehr? Nur ein leben mit bewahr, Wann ich binfabr Von dieser welt, Wanns dir gefällt. schwer: Wer viel gaben hat all Sterb- und Leichen Gefänge. 286 hier, Wird geneidet für und für. 0-25 mi 6. Ach was ist doch menschen gunst? Nur ein blauer nebeldunst. Lieber, trau dem freunde nicht, Weil auch brüder glaube bricht. 7. Ach was ist doch fröhlichfeit? Eine ungesunde zeit, Davon oft die seel verdirbt, Mancher vor der zeit hinstirbt. 8. Ach was haß und was für neid Tragen gegen uns die lent? Hier ist zorn, verläumdung dort: Also gehets fort und fort. dal pion op 9. Ach wie frank und ungesund Sind wir menschen manche stund, Daß kein glied zu finden ist, Dem nichts mangelt, noch gebricht, 1999 T Bad 10. Ach was ist doch unser tod? Nur ein ende aller noth, Da wir ohne kreuz und pein Bei Gott können ewig sein. 11. Darum freu ich mich allzeit Auf die wahre himmels. freud, Da uns gar nichts mangeln wird, Da nur freude wird geſpürt. 12. Freude, die fein ohr berührt, Die keins menschen herz gespürt, Freude inn- und äußerlich: Auf die freude freu ich mich. 408. Sag, was hilft alle welt mit ihrem gut und geld? Alles verschwindt geschwind, Gleich wie der rauch im wind. 2. Was hilft der hohe thron, Das scepter und die fron? Scepter und regiment Hat alles bald ein end. 3. Was hilft sein hübsch und fein, Schön wie die röselein? Schönheit vergeht im grab, Die rosen fallen ab.1 and 2 m 4. Was hilft eit gold- gelbs haar, Augen crystallen- klar, Lefzen corallen- roth? Alles vergeht im tod. on nad duif isl 5. Was ist das gülden stück, Von gold, zierd und geschmück? Gold ist nur rothe erd, Die erd ist nicht viel werthun labu 6. Was ist das roth gewand, Das purpur wird genannt? Von schnecken aus dem meer Kommt aller purpur her. det 7. Was ist der seiden- pracht? Wer hat den pracht gemacht? Es haben würm gemacht Den ganzen seiden- pracht. 8. Was sind denn solche ding, Die wir nicht schätz'n gering? Erd, würm, koth, schnecken- blut Ists, das uns zieren thut. bit 9. Fahr hin, o weft, fahr bin, Bei dir ist kein gewinn, Das ewig acht'st du nicht, Hast hie dein erndt und schnitt. 10. Fahr hin, leb wie du willt, Hast g'nug mit mir geſpielt. Die ewigkeit ist nah: Zu leben ich anfah. Joh. Matthäus Meyfart. Mel. Werde munter mein gemüthe. 409. Lasset ab von euren thränen Und vergesset euer leid. Die sich nach dem himmel ſeh nen, Nach der kron der herrlich keit, Denen ist auf erden bang, Sterb: und Leichen- Gefänge. 287 Und das leben viel zu lang; der sonnen, Einem ausgehenden Eins ist, das sie hoch betrau: ren: Wann sie lang im elend 167 dauren. a Bam fie lang in licht, Einem kurzen saiten- schall, Einem schnellen wasser fall, Einer luft, so nicht zu haschen, Einem fünflein in der aschen. 2. Was ist, das jemand auf erden Lang zu bleiben halten 7. Heute prangt der mensch sollt, Und zu wünschen alt zu und prahlet, Gleich als wär er werden? Welchem menschen gar ein Gott; Morgen er die Gott ist hold, Mit dem eilet er schuld bezahlet, Die von allen beraus In sein schönes freuden- mahnt der tod. Wie sich ein haus. Lang in dieser welt um aprilen- tag Leichtlich oft vergehen, Heißt viel kreuz und noth wandeln mag, So ists auch mit ausstehen. redact thome ihm geschehen, Eh man sich recht 3. Eine wahre Christen seele umgesehen. Wünscht ihr allezeit den tod Und begehrt des grabes höhle, Da der körper wird zu foth; Denn sie fährt zum leben hin, Und der tod ist ihr gewinn. Wann der ferker muß zerfallen, Kann sie frei gen himmel wal20 Mins s! len. 1015p 9. Denn wer selig dahin fähret, Da kein tod mehr klopfet an. Der ist alles des gewähret, Was er ihm nur wünschen kann. Er ist in der festen stadt, Da Gott selber wohnung hat, Er ist in das schloß geführet, gall d Das fein unglück nicht berühret. id por 10. Wen Gott dahin hat er. hoben, Der verlacht noth und gefahr. Ein tag ist viel besser droben, Denn hier unten tausend jahr. Stehn die zarten blumen wohl, Sind die sterne glanzes voll: Den wir jezund hier beweinen, Der wird dort noch heller scheinen. 11. Drum laßt uns die thrä4. Was verweslich in der er den Die vermoderung verzehrt: Unverweslich muß ihr werden Wiederum der leib gewährt. Sterblich wird geschmelzet ein, Was dort soll unsterblich sein; Wann wir werden auferwa chen, Das heißt: gold aus kupfer machen. 8. Wohl dem, der in seiner jugend, In der zarten altersblüth, Jung von jahren, alt von tugend, Seines jammers ende sieht, Und- gent himmel steigt empor Zu der engel freudenchor, Da leid, schmerzen, angst und zähren Sich in fröhlichkeit verkehren.time 5. Wem vergleicht sich dieses leben? Einem übergüldten glas, Einer zarten pinnenweben, Einer dünnen wasser- blas, Einem nichtes werthen schaum, Einem anmuthigen traum, Einem gräslein auf der heide, Einem lang gebrauchten kleide, 6. Einem faden, schwach gesponnen, Einem bau, der fracht und bricht, Einem stäublein in 288 Sterb- und Leichen- Gesänge. nen sparen Und uns schicken sehrt, Der ins sichre grab ge auch mit fleiß, Daß wir selig kehrt. and fun mögen fahren Die gewünschte himmelsreis, Und des lebens 6. Bin ich todt, was ist es mehr? Ich bin auf die welt ge kurze zeit Geben um die ewige kommen. Klaget ihr dann nun feit. Christlich in dem Herren sterben Heißt: das himmelreich ererben. Georg Rifisch. so sehr, Daß ich bin hinweg genommen? Man kommt in der welt ihr haus, Daß man wie der geh hinaus. Mel Nicht so traurig, nicht. 410. Freunde, stellt das weinen ein, Wischt die thränen von den wangen. Was soll doch das klagen sein, Daß ich von euch weggegangen? Trauret nicht um meinen tod; Ich bin frei von aller noth. CONT 7. Ferner hat mein Jesus mir Dort die seligkeit erworben. Geh ich ein zur grabes- thür, Sch bindennoch unverdorben. Durch des Herren auferstehn Werd ich in den himmel gehn. 8. Seht mit munterm ange sicht, Wie ich werd ins grab gesenket; Denn es ist mein leben nicht Ewig von mir abgelenket, Es soll mir in jener welt Schö ner werden zugestellt. 9. Stirbt ein Christ, so stirbt sein leid, Auch sein tod stirbt mit dem sterben. Ich erwarte nur der freud, Die ich ewig soll ererben. Zeitlichkeit fahr immer hin, Weil ich jetzt verewigt bin. d 2. Da mein leib darnieder fiel, Fiel auch mit mein feind darnieder; Meiner seele höchstem ziel Ware je mein fleisch zuwi der. Weil mein leib nun weggerafft Ist mir süße ruh geſchafft. me 3. Aus dem kerker geh ich aus, Aus der angst und aus dem jammer, Bis mich Gott ins himmelshaus Ruft aus meiner erden- kammer. Was klagt ihr den tod so an, Der nichts ar ges mir gethan? Sagt, was dieses leben sei? Ist es nicht ein weg zu nennen, Der von dornen niemals frei? Alle müsset ihr bekennen, Daß mein schwerer gang vollbracht, Da ich gebe gute nacht. Mel. Nun laßt uns den leib. 5. Was für elend und für leid 411. Hört auf mit trauren Müßt ihr täglich noch erfahren, und klagen; Ob dem tod soll Die ihr auf der erden seid? Wie niemand zagen. Er ist gestorben könnt ihr euch gnug verwah- als ein Christ, Sein tod ein ren? Der nur bleibet unver- gang zum leben ist. 10. Freunde, stellt das wei nen ein, Wischt die thränen von den wangen. Was soll doch das klagen sein, Daß ich von euch weggegangen? Trauret nicht um meinen tod: Ich bin frei von aller noth. Johann Heermann. Sterb- und Leichen- Gesänge. 289 2. Der sarg und grab drum big tag, Da Christus nach seiwird geziert, Der leib ehrlich ner zusag Wird hervor bringen begraben wird, Daß wir glau- ganz und gar, Was in die ben, er sei nicht todt, Sondern erd verscharret war. schlaf und rub in Gott. Nicolaus Hermann. 3. Wohl scheints, als sei nun all's dahin, Weil er da liegt ohn muth und sinn; Doch soll sich bald finden wieder Leben und kraft in all'n gliedern. 4. Bald werden diese todtenbein Erwarmen und sich fügen fein Zusammen mit fraft und leben; Gott wirds herrlich wieder geben. 5. Der leichnam, der jetzt liegt und starrt, Wird nun gar bald in schneller fahrt Schweben in lüften unbeschwert, Gleich wie die seele leicht hinfährt. 6. Ein weizen- körnlein in der erd Liegt erst ganz todt, dürr und unwerth, Doch kommts hervor gar fein und zart, Und bringt viel frucht nach seiner art. 7. Der leib, gemacht vom erden- klos, Soll liegen in der erden schooß Und soll da ruhen ohne leid, Bis er vom tod wieder aufsteht. mel. 3ion klagt mit angst und schmerzen. 412. Lasset ab, ihr meine lieben, Laffet ab von traurigkeit. Was wollt ihr euch noch betrüben? Weil ihr deß versichert seid, Daß ich alle qual und noth Ueberwunden und bei Gott Mit den auserwählten schwebe Voller freud und ewig lebe. 2. Derer tod soll man beklagen, Die dort in der höllen- pein Müssen leiden alle plagen, So nur zu erdenken sein. Die Gott aber nimmt zu sich In den himmel, gleich wie mich, Und mit lauter wollust tränket, Wer ist's der sich darob fränket? 3. In des Herren Jesu wunden Hab ich mich geschlossen ein, Da ich alles reichlich funden, Wodurch ich kann selig sein. Er ist die gerechtigkeit, Die vor Gott gilt jederzeit: Wer dieselb ergreift im glauben, Dem kann nichts den himmel rauben. 8. Der leib war der seele häuslein, Die blies Gott mit sein'm athem drein. Ein edel herz, recht muth und sinn, War durch die gabe Christi drin. 4. Niemand sag, ich ſei umkommen, Ob ich gleich gestorben bin; Mein Gott hat mich hingenommen, Sterben ist jetzt mein gewinn. Vor dem unglück hat er mich Hingerafft so väter9. Den förper nun die erd bedeckt, Bis ihn Gott wieder auferweckt, Der sein's geschöpfs lich: Jetzt kann mich fein trübgedenken wird, Welchs war nach seinem bild formirt. sal pressen, Aller angst ist nun vergessen. 10. Ach! daß nun käm dersel5. Der leib schläft in seiner 19 Sterb- und Leichen- Gesänge. 8. Euch wird, meine liebsten freunde, Die ihr weinet in der welt, Schüßen wider alle feinde Gottes Sohn, der starke held. Seid und bleibt ihm nur gefreu: Seine gnad ist täglich neu. Wer betrübte will betrüben, Der muß wie die spreu verstieben. 6. In der welt ist nichts zu 9. Nun ich will euch dem be finden Als nur theurung, pest fehlen, Der sich euren vater und streit, Und was mehr die nennt, Der die thränen pflegt großen sünden Bringen für beschwerlichkeit, Sonderlich kommt noch ein schwerdt, Das der Christen herz durchfährt. O! viel besser selig sterben, Denn durch diesen zwang verderben. zu zählen, Dem sein herz vor liebe brennt. Der wird euch in eurem leid Trösten, und zu ſeiner zeit An den ort, da ich bin, führen, Und mit höchster klar heit zieren. 10. Da wird uns der tod nicht scheiden, Der uns jetzt geschieden hat: Gott selbst wird uns alsdann weiden Und erfreu'n in seiner stadt. Ewig, ewig werden wir In dem paradies allhier mit einander jubi liren Und ein englisch leben führen. Johann Heermann. 290 kammer Ohne sorgen, sanft und wohl, Und verschläft den großen jammer, Dessen jetzt die welt ist voll. Meine seele schauet an Den, so nichts als lieben kann, Der auf seinen schooß mich seßet Und mit höchster freud ergößet. 7. Solcher noth bin ich entgangen; Nichts ist, das mich ängsten kann, Fried und freud hat mich umfangen, Rein feind kann mich springen an: Ich bin sicher ewiglich In des Herren hand, der mich Ihm zum eigenthum erworben, Da er ist am kreuz gestorben. Gemeinde. 413. Nun last uns den leib begraben; Daran wir kein zweifel haben, Er wird am jüngsten tag aufstehn, Und unverweslich hervor gehn. 2. Erd ist er und von der erden, Wird auch zur erd wieder werden, Und von der erd wieder aufstehn, Wann Gottes posaun wird angehn. 3. Sein seele lebt ewig in Gott, Der sie allhier aus lauter gnad Von aller sünd und Shor. So grabet mich nun immerhin, Da ich so lang verwahret bin, Bis Gott, mein treuer seelenhirt, Mich wieder auferwecken wird. 2. Ja freilich werd ich durch den tod Zu asche, erden, staub und foth: Doch wird das schwache fleisch und bein Von meinem Gott verwahret sein. 3. Mein leib wird hier der würmer spott, Die seele ist bei meinem Gott, Der durch seins Sterb- und Leichen- Gesänge. 291 missethat Durch seinen Sohn sohns tods bitterkeit Sie hat erlöſet hat. erlöst zur seligkeit. 4. Sein jammer, trübsal und elend Ist kommen zu ein'm selgen end. Er hat getragen Christi joch, Ist gestorben und lebet noch. 4. Was hier für trübsal mich verletzt, Wird jetzt mit himmels- lust versetzt; Die welt ist doch ein jammerthal, Dort ist der rechte freuden- saal. 5. Die seele lebt ohn alle klag, Der leib schläft bis an jüngsten tag, An welchem Gott ihn verflären, Und ew'ger freud wird gewähren. 6. Hier ist er in angst gewesen, Dort aber wird er genesen, In ewiger freud und wonne Leuchten wie die helle sonne. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen Und gehn all heim unser straßen, Schicken uns auch mit allem fleiß; Denn der tod kommt uns gleicherweis. 5. Wann alle welt durchs feu'r zerbricht Und Gott wird halten sein gericht; So wird mein leib verkläret stehn Und in das himmelreich eingehn. 6. Wie manche widerwärtigfeit Betraf mich in der lebenszeit. Nun aber ist mir nichts bewußt, Denn ewigliche himmels- lust. 7. So laßt mich nun in fanfter ruh Und geht nach eurer wohnung zu; Ein jeder denke nacht und tag, Wie er auch selig sterben mag. 8. Das helf uns Christus, unser trost, Der uns durch sein blut hat erlöst Vons teufels g'walt und ew'ger pein: Ihm sei lob, preis und ehr allein. Böhmische Brüder. Chor von Georg Neumark, V. 8 von Dr. Martin Luther. 19* 292 3 wölfter Theil. Gefänge vom jüngsten Gericht und Auferstehung der Todten und darauf folgender Ewigkeit in Himmel oder Hölle. 414. Gott hat das Evange- Das ist ein zeichen vor dem lium Gegeben, daß wir werden jüngsten tag. fromm: Die welt acht't solchen schaß nicht hoch, Der mehre theil fragt nichts darnach. Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag. 5. Es ist doch eitel büberei; Die welt treibt große schinde rei, Als ob kein Gott im himmel wär; Das armuth muß sich leiden sehr. Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag. 6. Die schäß der kirchen cher noch vielmehr hat über- nimmt man hin: Das wird hand genommen gar; Noch sprechen sie: es hat kein g'fahr. Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag. 2. Man fragt nicht nach der guten lehr, Der geiz und wuwu= ihn'n bringen kein gewinn. Die armen läßt man leiden noth, Und nimmt ihn'n aus dem mund das brod. Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag. 3. Täglich erdenkt man neue ränk', Das sind jetzt der gottlosen schwänk, Damit sie alles gut zu sich Gern wollten reißen g'waltiglich. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten tag. 7. Die schätz der kirchen sind ihr gift*), Sie sind von ihnen nicht gestift't: Noch nehmen ſie das kirchen- gut. Sieh, was der leidig geiz nicht thut. Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag. *) Mitgift, Aussteuer. 8. Man fragt nach Gott, dem Herrn, nicht mehr. Die welt 4. Man rühmt das Evangelium: Und will doch niemand werden fromm. Fürwahr man spott't den lieben Gott; Noch sprechen sie: es hat kein noth. stinkt gar nach eitel ehr, Die Vom jüngsten Gericht u. Auferstehung der Todten. 293 hoffart nimmt ganz überhand; Mel. Nun freut euch Gottes. Betrügen, lügen ist kein schand. 415. Shr lieben Christen, freut Das ist ein zeichen vor dem euch nun: Bald wird erscheinen jüngsten tag. Gottes Sohn, Der unser bruder worden ist; Das ist der lieb Herr Jesus Christ. 9. Wo bleibt die brüderliche lieb? Die ganze welt ist voller dieb. Kein treu noch glaub ist in der welt; Ein jeder spricht: hätt ich nur geld. Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag. 10. Die welt will ihr nicht 2. Der jüngste tag ist nun nicht fern: Komm, Jesu Christe, lieber Herr. Kein tag vergeht, wir warten dein, Und wollten gern bald bei dir sein. lassen wehrn. An Gott's wort will sich niemand kehrn: Sie haben nichts gelernet mehr, Denn nur fressen und faufen sehr. Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag. 3. Verrathen ist der widerchrist; Sein heuchelei und arge list Sind offenbar und gar am tag, Deß führt er täglich große flag. 13. Der mond und sterne ängsten sich, Und ihr gestalt sieht jämmerlich: Wie gern sie wollten werden frei von solcher großen büberei. Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag. 14. Darum fomm, lieber Herre Christ. Das erdreich überdrüssig ist, zu tragen solche höllen- bränd, Drum machs ein mal mit ihr ein end, Und laß uns sehn den lieben jüngsten tag. Erasmus Ulberus im Jahr 1548. 4. Du treuer heiland Jesu Christ, Dieweil die zeit erfüllet ist, Die uns verkündigt Daniel: So komm, lieber Emmanuel. 11. Ihr größte kunst ist banquetirn, und in der büberei studirn, Das kann sie aus der maßen wohl, Die welt ist aller schalkheit voll. Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag. 12. Die liebe sonne kann nicht mehr Zusehen und entsetzt sich sehr: Darum verliert sie ihren schein. Das mag ein große 6. Er sprach: mun will ich trübsal ſein. Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag. 5. Sankt Simeon wart auch auf dich, Und deiner zukunft freuet sich; Er ward auch seiner bitt gewährt, Da er sah, was sein herz begehrt. sterben gern, Weil ich geſehn hab meinen Herrn; Doch soll es nicht gestorben sein, Sondern im frieden fahr ich fein. 7. So warten wir nun auch der stund Und bitten dich von herzen- grund: Du wollest nicht ausbleiben lang, Und straf'n einmal die alte schlang, d 8. Die alle welt ermordet hat, Und kann nicht lügens werden fatt, Die nimm samit ihrer läster- schul, Und wirf sie in den feur'gen pfuhl. 9. Dein lieben kinder warten 29403 Vom jüngsten Gericht zij mo all, Wann doch einmal die welt all, Wann du erscheinst mit zerfall Und wann des teufels großem schall, Mit aller lieben reich zergeh Und er in ew'gen engel schaar; drauf warten sie schanden steh. manch hundert jahr. 10. Er ists, der deinen namen schändt Und der die armen leut verblendt: Der böse geist sucht seinen ruhm Und hindert, daß dein reich nicht komm. 18. Ei, lieber Herr, eil zum gericht, Laß sehn dein herrlich angesicht, Das wesen der Dreifaltigkeit. Das helf uns Gott in ewigkeit. Erasmus Alberus. 11. Was du beftehlst, das lästert er, Und tobt dawider greulich sehr; Was uns be- 416. Es ist gewißlich an schert dein milde hand; Das nähm uns gern der höllen brand. der zeit, Daß Gottes Sohn wird kommen In seiner großen herrlichkeit, zu richten bös und frommen. Da wird das lachen werden theur, Wann alles wird vergehn im feur, Wie Petrus davon schreibet.* 12. Der satan läßt nicht ab zu wehrn, Daß sich so wenig leut befehrn; Er wendt die leut von deinem wort, Und richtet an haß, neid und mord. ( 2. Petr. Cap. 3 B. 7. 10.) 2. Posaunen wird man hören gehn An aller welte ende; Da wird Gott fordern vor sein'n thron All menschen gar behende. Da wird der tod erschrecken sehr, Wann er wird hören neue mähr, Daß alles Fleisch soll leben. 14. Die welt fann nun nicht länger stehn, Ist schwach und alt, sie muß vergehn; Sie fracht an allen orten sehr, Und kann die last nicht tragen mehr. 15. Die creatur nicht länger 3. Ein buch wird da gelesen bald, Darinnen steht geschrie ben, Wie Gott wird richten jung und alt; Soll nichts verkann Der eitelkeit sein unter borgen liegen. Da wird ein than, Und wollt gern wieder werden frei Vons türken mord und heuchelei. jeder seinen lohn Empfangen, was er hat gethan In seinem ganzen leben. 13. Der teufel brächt uns gern zu fall, Und wollt uns gar verschlingen all, Er tracht nach leib, seel, gut und ehr; Herr Christ, dem rothen drachen wehr. 16. Der papst hat sie so hart beschwert, Und alle gut ordnung verkehrt; Drum wär sie gern sammt uns erlöst: Wir hoffen all auf deinen trost. 17. Die alten väter warten 4. Hilf, du heilig Dreifaltig feit, Daß mein nam werd ge funden Im buch des Lebens allezeit. In meiner letzten ſtunden Weich nicht von mir, Herr Jesu Christ, Der du allein mein und Auferstehung der Todten. helfer bist: Du wollst von mir nicht scheiden. 5. Was werd ich armer sünder dann Vor deinem richtstuhl sagen? Was werd ich für ein fürsprach han, Der mein sach wird austragen? Das wirst du thun, Herr Jesu Christ, Dieweil daß du gestorben bist, All sünder zu erlösen. 6. Wenn ich Herr meine sünd bedenk, Mein augen die thun weinen; Wenn ich die ewig freud bedenk, mein herz thut sich erfreuen. Herr, hilf, daß ich dein angesicht Mög sehen mit mein'm augen- licht In dem ewigen leben. 295 All todten gar behende; Die aber noch das leben han, Die wird der Herr von stunden an Verwandeln und verneuen. 7. Herr Jesu Christ, du machst es lang In diesen bösen tagen. Es wird den leuten werden bang, Laß sie doch nicht verzagen. Schick ihn'n den tröster, heilgen Geist, Der sie leit in das himmelreich Durch Jesum Christum. Amen. 3. Darnach wird man ablesen bald Ein buch, darin geschrieben, Was alle menschen, jung und alt, Auf erden hab'n getrieben: Da dann gewiß ein jedermann Wird hören, was er hat gethan In seinem ganzen leben. 4. O weh demselben, welcher hat Des Herren wort verachtet, Und nur auf erden früh und spat Nach großem gut getrachtet. Der wird fürwahr gar kahl bestehn, Und mit dem satan müssen gehn Von Christo in die hölle. 5. O Jesu, hilf zur selben zeit Von wegen deiner wunden, Daß ich im buch der seligkeit Werd eingezeichnet funden. Daran ich denn auch zweifle nicht; Denn du hast ja den feind gericht, Und meine schuld bezahlet. Ein anderes Lied. Mel. Nun freut euch lieben. Es ist gewißlich an der zeit, Daß Gottes Sohn wird kommen In seiner großen herrlichkeit, zu richten bös und from men. Dann wird das lachen werden theur, Wann alles wird vergehn im feur, Wie Petrus davon schreibet. 6. Derhalben mein fürsprecher sei, Wann du nun wirst erscheinen, Und lies mich aus dem buche frei, Darinnen stehn die deinen; Auf daß ich sammt den brüdern mein Mit dir geh in den himmel ein, Den du uns hast erworben. 7. D Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten 2. Posaunen wird man hören tage. Den menschen wird auf gehn An aller welte ende, erden bang Von wegen vieler Darauf bald werden auferstehn plage: Komm doch, komm doch, 296 Vom jüngsten Gerichts du richter groß, Und mach uns fnecht, für dich? Bald wird in genaden los Von allem übel. Amen. dich Christus fragen: Mensch, warum schlugst du mich? Barthol. Ringwaldt. Mel. Ach Herr mich armen. 6. Hab ich nicht gern vergo fen Mein blut für deine schuld? 417. Last ab von sünden Ward ich nicht fest geschlossen? alle, Laßt ab und zweifelt nicht, Litt ich nicht mit geduld Die Daß Christus wird mit schalle nie verdienten strafen Und marBald kommen zum gericht. Sein ter tag und nacht, Bis ich, am stuhl ist schon bereitet; Der freuz entschlafen, Hab alles Herr kommt offenbar, Er vollenbracht? kommt und wird begleitet Von einer großen schaar. 2. Erschrick, o sichre seele: Dieß ist der letzte tag. Dein leib kommt aus der höhle, Darin er schlafend lag. Da mußt zum spott und hohn In sicher du stehn entkleidet Und hören heit gelaufen. War das nicht an mit scheu, Wie Christus feiner lohn? selber scheidet Den weizen von der spreu. 3. Wohl dir, so du geschmücket In wahrem glauben bist; Alsdann wirst du gerücket Hinauf zu Jesu Christ. Weh aber dir von herzen, Drückt dich der sünden joch; Der satan wird mit schmerzen Dich stürzen in sein loch. 9. Wie wird der sünder schreien, Wann ihn der richter fragt: Warum er nicht mit 4. Was wird der richter ma- treuen Gethan, was ihm ges chen? Der richter nicht allein, sagt? Wie wird er können Er wird zugleich in sachen Dein wahrer zeuge sein. Dann wirst du sehr erschrecken, Wann auf dem urtheils- plan Der richter wird aufdecken, Was heimlich du gethan. schauen Ein solches angesicht, Das ihm mit angst und grauen Leib, seel und geist zerbricht? 10. Wer kann die schand er reichen, Die der erdulden muß, Der durch den tod thut schlei 5. Wie willst du doch bestehen chen Ins grab ohn alle buß, Vor seinem großen zorn, Wann Und soll hernachmals sehen er dich lässet sehen Die wunden, Viel heilige mit pracht Bei schläg und dorn, Und was er Gott, dem richter, stehen, Der mehr getragen, O schnöder ihm sein urtheil macht. 7. Wie hast du nun vergolten Mir, was ich dir gethan? Oft hast du mich gescholten, Bist oft der sünden bahn Mit dem verfluchten haufen Nur mir 8. Ach Gott, wie wird erschüt tern Alsdann ein sünden- kind! Israel mußte zittern, Als es den starken wind, Das donnern und das blißen Sammt der posaunen schall Hört auf des berges spißen: Da schrie es überall. und Auferstehung der Todten. 297 11. Die großen Gottes- män- freund kommt vom himmel ner Verfluchen den zugleich, prächtig, Von gnaden stark, Den frechen friedens- trenner, von wahrheit mächtig; Shr Der satans kirch und reich Ge- licht wird hell, ihr stern geht suchet zu vermehren, Aus böser lust allein, Und muß nun aller ehren Dafür entseßet sein. auf. Nun komm, du werthe fron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all Zum freuden- saal, Und halten mit das Abendmahl. = 12. O himmel! es erschallet Der sünder klag- geschrei: Ihr 3. Gloria sei dir gesungen berg und hügel fallet Und knir- Mit menschen und mit engelschet uns entzwei, Bedeckt uns vor dem pfuhle, Dieweil zu dieser frist Das lämmlein auf dem stuhle So gar ergrimmet ist. bilo zungen, Mit harfen und mit cymbeln schon. Von zwölf perlen sind die pforten An deiner stadt; wir sind consorten Der da engel hoch um deinen thron. Kein aug hat je gespürt, Rein ohr hat je gehört Solche freude. Deß sind wir froh: Jo, jo, jo, jo! Ewig in dulci jubilo.*) *) Unfang des Weihnachtsliedes; auf deutsch: in süßer Jubelwonn. Philipp Nicolai. 13. Herr, lehre mich bedenken Doch diesen jüngsten tag, Daß ich zu dir mich lenken Und Christlichy leben mag. Und wann ich dann soll stehen Vor deinem angesicht, So laß mich fröhlich sehen Dein klares himmels= licht. 418. Wachet auf! ruft uns die stimme Der wächter sehr hoch auf der zinne: Wach auf, du stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese stunde. Sie rufen uns mit hellem munde: Wo ſeid ihr klugen jungfrauen? Wohl auf, der bräut'gam kömmt. Steht auf, die lampen nehmt. Alleluja! Macht euch bereit Zu der hochzeit: Ihr müs set ihm entgegen gehn. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 419. Wacht auf, ihr Christen alle, Wacht auf mit ganzem fleiß In diesem jammerthale, Wacht auf: es ist nun zeit. Der Herre wird bald kommen, Der tag will abend han: Die sünd'r wird er verdammen. Wer mag vor ihm bestahn? 2. Geld, gut kann uns nicht rathen, Uns hilft nicht hoher muth; Du mußt es ganz verlaffen, Wann kommt der bitter tod. All bist du schön von farben, All bist du jung und reich; Gott kann dich bald verderben 2. Zion hört die wächter singen: Das herz thut ihr vor freuden springen: Sie wachet Im augenblick der zeit. und steht eil end auf. Ihr 3. Darum, ihr Christen alle, 298 Vom ewigen Leben. d Herr mich wird erlösen, Bereitet ich mir weiß. Die ihr die kirche seid, Laßt Darin von allem bösen Der euren hochmuth fallen, Und wartet auf die zeit. Wollet ihr bei Gott leben, So sucht das ewig gut; Er wirds euch reichlich geben Und helf'n aus aller noth. 2. Ein tag ist angeſetzet Von Gott dem Herren mein: Mein herz sich sehr ergößet, Wann ich gedenk dahin: Den jüngsten tag ich mein' Da mich der 4. Gott's wort ist uns gegelich wird erquicken mit seinen gütern rein. ben Aus groß'r barmherzigkeit, Herr erwecken, Und fröhDaß wir darnach soll'n leben, Und machen uns bereit. So laßt uns das nun fassen Und kleben fest daran. Woll'n wir das nun verlassen, So ists mit uns gethan. 3. Tod, sünd, noth, krankheit, schmerzen, Angst, jammer und elend, Und was betrübt die herzen, Im himmel hat ein end. Fahr hin all traurigkeit Mein Gott, dem ich vertrauet, Ein freuden- saal gebauet, Hat mir in ewigkeit. 5. Ach! wär der nicht geboren, Der Gottes wort veracht; Es ist mit ihm verloren, Er wan delt in der nacht, Voll laster und voll schande, Und spottet Gottes wort. Oweh dem groß'n elende: Sein feel ist ew'g ermordt. 6. So laßt uns nun Gott danken Mit pflegen und geschenk An arme leut und kranken; Der seid stets eingedenk. Christ wird sich eu'r erbarmen Und also reden an: Was ihr gethan den armen, Das habt ihr mir gethan. Michael Frank. 4. Er wird freundlich umfangen Und trösten meine seel. Darnach steht mein verlangen, Das ist mein, trost und heil, Da wird sein lieber sohn Abwischen alle thränen Von denen, die hie weinen Und leiden schmach und hohn. fläret, Soll leuchten wie die 5. Mein leib, mein feel ver sonn, Und was mein herz begehret, Wird kommen ihm zu lohn, Denn dort in jenem reich An schönheit und geberden Wir alle sollen werden Den lieben engeln gleich. Vom ewigen Leben. Mel. Aus meines herzens grunde. 420. Herr Christ, thu mir verleihen, zu singen deinem geist; Mich thut herzlich er: freuen, Was himmlisch ist und 6. Da werden wir mit freuden Den heiland schauen an, Der durch sein blut und leiden Den himmel aufgethan. Da wird vor augen klar Gott, Vaheißt. Ein himmlisch paradeis, ter mit dem Sohne, Dazu die Vom ewigen Leben. 299 dritt persone, Uns werden of gen Das himmlisch saiten- spiel; fenbar. Des himmels chor wird brin7. Hier müssen wir noch lallen, gen In Gott der freuden viel. Gleich wie die kinder klein; Das liebe Jesulein Inmittels Dort aber in uns allen Der uns fein drücken Und freundHerr wird selber sein. In jener lich wird anblicken mit seinen sommer- zeit Wird Gott mit äugelein. freud und wonne Erscheinen wie die sonne Der ganzen Christenheit. 8. Da findet sich beisammen, Was scheidet hie der tod: Die nur auf Christi namen Entschlafen sind in Gott; Der eh'mann sein gemahl, Söhn, töchter und bekannten, Freund, brüder und verwandten: Die leben allzumal. 13. Mit den engeln ganz fröhlich Wir singen werden Gott: O heilig, heilig, heilig Ist der Herr Zebaoth. Ein neues freuden- lied: Glorie, lob, ehr und weisheit, Kraft, reichthum, heil, und klarheit Sei Gott in ewig= keit. 14. Kein ohr hat nie gehöret, Es hat kein aug gesehn Die freud, so den'n bescheret, Die 9. Dazu viel tausend menschen, Gottes erben sein. Wann ich So wir niemals gesehn, Die solchs nehm in acht, Thut sich alten patriarchen, Propheten mein herz hoch schwingen Und groß und klein, Der zwölf geht in vollen springen, Daß apostel zahl, Die märtrer mit ich die welt veracht. den kronen, Viel manns- und weibs- personen, Die Gott gedienet all. 10. Die werden uns annehmen Als ihre brüderlein; Auch wer. den sich nicht schämen Die eng'I hiebei zu sein. Die frommen geisterlein Uns werden mit verlangen Ganz brüderlich umfangen Und mengen mitten ein. 11. Da dürfen wir nicht fragen: Wer ist der oder die? Was unsre augen sehen, Das alles kennen sie. Das stückwerk höret auf; Wir werden uns wohl kennen, Von rechter liebe bren15. Drum woll'n wir nicht verzagen, Die jetzt in trübfal sind, Ob uns die welt thut plagen Und ist uns spinnen- feind. Es währt ein kleine zeit: Der held wird bald hertraben Und ewiglich uns laben: Sein hülf ist g'wiß nicht weit. Jeremias Nicolai. 421. Ich weiß mir ein ew'ges himmelreich, Das ist ganz schön gebauet, Nicht von silber noch rothem gold, Mit Gottes wort gemauert. 2. Darinnen wohnet Gottes nen, Die nimmer höret auf. Sohn, Das Jesus kindlein 12. Da wird man hören klin- fromme, Zu welchem all mein H 300 Vom ewigen Leben. hoffnung steht, Bis daß ich zu Mel. Herzlich thut mich verlangen. ihm komme. 422. Herzlich thut mich erfreuen Die liebe sommers- zeit, Wann Gott wird schön verneuen Alles zur ewigkeit. Den himmel und die erden Wird Gott neu schaffen gar; All creatur soll werden Ganz herrlich, hübsch und klar.. 3. Ein armer pilgrim bin ich genannt, Muß wandern meine straßen Wohl in das ew'ge vaterland; Bitt: wollst mich nicht verlassen. 4. Du bist erlöst mit dem blut mein, Ich hab dich lieb von herzen: Trag nur geduld im leiden dein, Will wenden deine schmerzen. 5. Wenn du bist fromm und brauchst bei zeit Die heiligen sacramenten, All deiner sünd und missethat Will ich nicht mehr gedenken. 6. Wenn du gleich bist von jedermann Verlassen hie auf erden, Will ich auf deiner sei ten stahn, Dein trost und zu flucht werden. 7. Weinen das war meine erste stimm, Mit weinen war ich geboren; Mit weinen trägt man mich wieder hin, Den würm'n zur speis erkoren. reine, Der mond, die sternen 2. Die sonn wird neu und all Gar vielmal heller scheinen, Daß man sich wundern soll. Das firmament gemeine Wird Gott auch schmücken fein: Das wird er thun alleine Zur freud den kindern ſein. 8. Doch weiß ich, daß dieser mein leib Im grab nicht werde bleiben, Am jüngsten tag von engeln schon Erweckt zur ewgen freuden. 9. Das woll uns helfen Jesus Christ, Der für uns ist gestorben, Und uns durch seinen bittern tod Das himmelreich erworben. Alles so wunderlich; Vor schön3. Also wird Gott neu machen beit soll es lachen und alles freuen sich. Von gold und edelg'steine Die welt wird sein ge schmückt, Mit perlen groß und kleine, Als wär es ausgestickt. reichen Die ewig zierheit groß; 4. Kein zung kann nicht erMan kanns mit nichts vergleichen, Die wort sind viel zu blos. Drum müss'n wir solches sparen Bis an den jüngsten tag: Dann wollen wirs erfahren, Was Gott ist und vermag. 5. Denn Gott wird uns bald alle, Was je geboren ist, Durch sein posaun mit schalle In sein'm Sohn Jesu Christ Mit unserm fleisch erwecken Zu grogleich Den Herren allzusam- ßer herrlichkeit, Und uns klärmen Für seine große gütigkeit, lich entdecken Die ewig seligDurch Jesum Christum. Amen. keit. 10. Laßt uns bitten alle zu Vom ewigen Leben. 301 6. Er wird uns unser leben, Die sünd mit baarem geld Den leib mit haut und haar Den teufel und sein rotte, Die Ganz völlig wieder geben: Das heuchl'r und mammons- knecht ist gewißlich wahr. Uns leib Wird Gott zu schand und spotte und feel verklären, Schön hell, Verurtheilen gerecht. gleich als die sonn; Nach lust, wie wirs begehren, Uns geben freud und wonn. 12, Wird sich ganz zornig stellen Zu den'n zur linken hand, Ein recht gleich urtheil fällen, 7. Sein engel wird auch schik- Mit worten so genannt: Geht fen Der Herr Christ, unser hin, ihr ganz verfluchten, Zum trost, Entgegen ihm zu zücken, höll'schen feu'r erkannt, Ins Der uns aus lieb erlöst; Wird uns gar schön empfangen Mit aller heil'gen schaar, In seine arm umfangen, Und uns erfreuen gar. teufels strick geflochten, In ew'gen tod und band. 13. Also wird Gott erlösen Uns ganz von aller noth, Vom teufel, allem bösen, Von trübsal, angst und spott, Von trauren, weh und klagen, Von krank heit, schmerz und leid, Von Den himmel aufgethan. Die schwermuth, sorg und plagen, lieben Patriarchen, Propheten allzumal, Die Märtrer und Apostel, Bei ihm in großer zahl, Von aller bösen zeit. 14. Dann wird der Herr Christ führen Uns, die wir ihm vertraut, Mit großem jubiliren Zum Vater, seine braut. Der wird uns bald schön zieren Und freundlich lachen an, Mit edlem balsam schmieren, Mit schmuck begaben schön. 10. Er wird zur rechten seiten 15. Die braut wird Gott neu fleiden Mit ſeinem eignen schmuck, In gülden stück und Uns freundlich sprechen zu: seiden, In einem bunten rock. Kommt, ihr gebenedeiten, Zu meiner ehr und ruh. Nun sollet ihr ererben Meins lieben va ters reich, Welchs ich euch that erwerben: Drum seid ihr erben gleichailoer sand Ein gülden ring anstecken, Der lieb zum wahren pfand, Ihr schand auch wohl zudecken, Daß sie nicht werd erkannt, 11. Alsdann wird Gott recht richten Die gottlos böse welt: Das höllisch feu'r soll schlichten 8. Da werden wir mit freuden Den Heiland schauen an, Der durch sein blut und leiden 9. Die werden uns annehmen, Als ihre brüderlein, Sich unser gar nicht schämen, Und mengen mitten ein. Wir werden alle treten Zur rechten Jesu Christ, Als unsern Gott anbeten, Der unsers fleisches ist. ag 16. Gott wird sich zu uns kehren, Ein'm jeden setzen auf Ein gülden fron der ehren Und herzen freundlich drauf, Wird uns an sein brust drücken Aus 302 Vom ewigen Leben. lieb ganz väterlich, An leib und Auf Gottes tisch und saal. Wir feel uns schmücken Mit gaben mildiglich. dr hand 17. Er wird uns fröhlich leiten Ins ewig paradeis, Die hochzeit zu bereiten, Zu seinem lob und preis. Da wird sein freud und wonne In rechter lieb und treu Aus Gottes schatz und brunne, Und täglich werden neu. Spets 18. Da wird man hören klin23. All unser lust und willen, Was unser herz begehrt, Was wir nur wünschen wollen, Soll alles sein gewährt. Des werden wir uns freuen, Gott loben w ewiglich, In wahrer lieb und treuen Uns lieben herziglich. gen Die rechten saiten spiel, 24. Wir werden stets mit Die musica wird bringen In Gott der freuden viel. Die en gel werden singen, All heil'gen Gottes gleich Mit himmelischen zungen Ewig in Gottes reich. 19. Kein ohr hat je gehöret, Kein menschlich aug gesehn Die Sei lob und dank gethan. freud, so den'n bescheret, Die, 25. Solch freudenlied ohn Gott ihm außersehn. Sie wer- scherzen Wird sein der lobgeden Gott anschauen Von hellem sang, Aus freud und lust des angesicht Leiblich mit ihren au- herzens Der auserwählten dank. gen, Das ewig wahre licht. und nimmermehr vergehn, Viel Die freud wird ewig bleiben Gott im werke stehn. größer, denn wirs glauben, Vor schalle Vor Gottes stuhl und thron In freuden fingen alle Ein neues lied gar schön: Lob, ehr, preis, kraft und stärke Gott Vater und dem Sohn, Des heil'gen Geistes werke 20. Gott werden sie erkennen, Die heilig Trinität; In Gottes liebe brennen; Sein wesen und sein rath Wird Gott ihr'n augen gönnen Und was er ist und Fröhlich pfleg ich zu singen, hat, Auch seine finder nennen In Gottes kraft und that. 21. Also wird Gott erfüllen Alles durch seine kraft; Wird alles sein in allem Durch seinen Geist und saft; Wird sich selbst ganz zu eigen Uns geben völliglich, Und all sein gut uns zeigen In Christo stetiglich. Wann ich solch freud betracht, Und geh in vollem springen, Mein herz vor freuden lacht, Mein g'müth thut sich hoch schwingen Von dieser welt mit macht, Sehn' mich nach solchen dingen; Die welt ich gar nicht acht. 27. Drum wollen nicht ver 22. Mit Gott wir werden zagen, Die jetzt in trübsal sind, halten Das ewig abendmahl, Und die die welt thut plagen Die speis wird nicht veralten Und ist ihn'n spinnen- feind. Sie werden früchte essen Vom baum des lebens gut, Vom brunn des lebens flüsse Trinken zugleich mit Gott.rityse.bo Vom ewigen Leben. 303 wollen ihr frenz tragen In friede Den glauben, deine gaben, Zu mit geduld, Auf Gottes wort geben recht bescheid. sich wagen, Sich trösten seiner huld. 33. Ach Gott! durch deine güte, Führ mich auf rechter 28. Wer Gottes reich und bahn; Herr Christe, mich begaben Mit Christo erben will, hüte, Sonst möcht ich irre Der muß hie trübsal haben, gahn; Halt mich im glauben Verfolgung leiden viel: Das feste In dieser bösen zeit; Hilf, soll ihn aber laben; Es währt daß ich mich stets rüste Zur ein kleine zeit, Der held wird ew'gen himmels- freud. bald hertraben, Sein hülf ist g'wiß nicht weit. 34. Hiermit will ich beschlieBen Das fröhlich sommer- lied: 29. Indeß die welt mag heu Es wird gar bald aussprießen cheln, Gott spotten immerhin, Die ewig sommer- blüth, Das Um g'nießeswillen schmeicheln, ewig jahr herfließen: Gott geb Klug sein in ihrem sinn, Ihr im selben jahr, Daß wir der fachen listig beugen, Nachdem frücht genießen. Amen, das der wind herweht, Aus furcht werde wahr. Johann Walther. der wahrheit schweigen, Wies jetzt im schwange geht. 30. Man laß die welt nur to. 423, ben, Und redlich laufen an: Es sitzt im himmel droben, Gott lob, ein starker mann, Der wird gar bald aufwachen, Der ewig strafen kann: Der richter aller sachen, Er ist schon auf der bahn. Mel. Was mein Gott will. Blindheit! bin ich denn der welt Zu dienen nur erschaffen, Und hat mein schöpfer mich bestellt, Daß ich soll emsig gaffen Nach eitlem gut, Und meinen muth, Auf solche thorheit setzen, Die leichtlich kann Den flügsten mann An leib und seel verletzen? 31. Der bräut'gam wird bald rufen: Kommt all, ihr hochzeitgäst. Hilf Gott, daß wir nicht schlafen, In sünden schlummern fest, Bald hab'n in unsern händen Die lampen, öl und licht, Und dürfen uns nicht wenden Von seinem angesicht. 32. Der könig wird bald kommen, Die hochzeit- gåst be sehn. Wer vor ihm wird ver- 3. Laß fleisches- welt- und stummen, Dem wirds gar übel augen- lust In mir nicht länger gehn. Gott! hilf, daß wir walten; Ein bessers ist mir ja haben Das rechte hochzeit- kleid, bewußt, Dazu ich mich soll hal2. Mein Gott, erschaffen hast du mich zu deinem freuden- leben: Das weiß und glaub ich festiglich, Kann doch nicht recht erheben Mein herz zu dir Und für und für Nach solchem leben trachten. Es ist mir leid, Daß in der zeit Ich dieses nicht kann achten. 304 Vom ewigen Leben. ten. Laß meinen sinn Sich 8. Ach! ach! wann wird mein schwingen hin zu dir mit freud und wonne; Du bist mein licht und zuversicht, Ja meiner seelen sonne. 4. O Vater! laß dein schwaches kind Stets deine liebe suchen. Welt ist nur dampf, welt ist nur wind: Die welt will ich verfluchen. Dein unterthan Lauf in der bahn Zu dienen seibräutigam Mich einmal kommen heißen? Wann wird er mich aus diesem schlamm Und eitlem leben reißen? Wann werd ich doch Dieß schwere joch Von meinen schultern legen? Wann wird sich mir Doch thun berfür Des himmels freud und segen? 9. Wann soll ich doch dein angesicht, O liebster Jesu, sehen? nem fürsten; Es soll fürwahr Wann werd ich einst in deinem Mich immerdar Nach deiner gnade dürsten. licht, D licht der seelen, stehen? Du lieblichs bild, Treu, fromm und mild, Wann werd ich auf genommen, Daß aus der zeit Zur ewigkeit Ich schleunig möge kommen? 5. Wann kreuz und trübsal kommt heran, So laß mich nicht verzagen; Dein wort ist, das mir helfen kann Mein elend leicht ertragen. Ich weiß ja wohl, Wie daß ich soll Mit dir, Herr, ewig leben. Sollt ich denn nicht, du mein licht, Nach solcher wohlfahrt streben? 10. Was irr ich hier im jammerthal, In diesem fremden lande; Ja, leid hie selbst so manche qual, So manchen spott und schande. Ich will heraus; Des Vaters haus Kann ich zur wohnung haben, Ja dieser ort Wird mich hinfort Mit höchster wollust laben. 6. Was ist doch alles freuz und noth? Was ist doch alles leiden? Was herzens angst, was gar der tod? Was schnell 11. O möcht ich armer doch und traurig scheiden? Wenn ich nur mag Den großen tag Der herrlichkeit bedenken, Und aus der welt Jus himmels- zelt zu Zions stadt mich lenken. befreit Von aller angst und schrecken Dein unaussprechlich herrlichkeit In jenem leben schmecken. O süße kraft, O lebenssaft, Wann werd ich dich empfinden? Laß mich die welt Doch als ein held Ganz siegreich überwinden. H 7. O schönste stadt! o Gotteshaus! O haus voll frend und wonne! Ich wünsch aus dieser welt hinaus, Daß ich die freu- 12. O schönste stadt! o klares den- sonne, Das klare licht Und licht! O süßigkeit ohn ende! D angesicht Des Allerhöchsten freud! o fried! o zuversicht Er schaue, Ja, daß ich mich Herz- greif mich doch behende. Laß inniglich Mit meinem Gott mich von hier, Du schönste zier, vertraue. Zur herrlichkeit bald scheiden. Vom ewigen Leben. 305 Denn ich bin dein Und du bist große qual So manches jahr, mein: Drauf fahr ich hin mit als an der zahl Hie menschen freuden. Johann Rist. sich ernähren, Als manchen stern der himmel hegt, Als manches laub das erdreich trägt, Noch endlich sollte währen: So wäre doch der pein zuletzt Ihr recht bestimmtes ziel geſetzt. 424. Ewigkeit, du don nerwort, schwerdt, das durch die seele bohrt, anfang sonder ende! O ewigkeit, zeit ohne zeit: Ich weiß vor großer traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes herz erbebt, Daß mir die zung am gaumen klebt.did 2. Kein unglück ist in aller welt, Das endlich mit der zeit nicht fällt und ganz wird aufgehoben: Die ewigkeit hat nur tein ziel; Sie treibet fort und fort ihr spiel, Läßt nimmer ab zu toben. Ja, wie mein Heiland selber spricht: Aus ihr ist kein erlösung nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang. Dewig, ewig ist zu lang: Hier gilt fürwahr kein scherzen; Denn wenn ich diese lange nacht Zusammt der großen pein betracht, Erschreck ich recht von herzen. Nichts ist zu finden weit und breit So schrecklich, als die ewigkeit. i 8. Ach! was ist das? der höllen pein Wird nicht wie leibes krankheit sein, Und mit der zeit sich enden; Es wird sich der verdammten schaar Im feur 4. Was acht ich wasser, feur und schwefel immerdar Mit und schwerdt? Dieß alles ist zorn und grimm umwenden. kaum nennenswerth, Es kann Und dieß ihr unbegreiflichs leid nicht lange dauren. Was wär es, wenn gleich ein tyrann, Der fünfzig jahr kaum leben kann, Mich endlich ließ vermauren? Gefängniß, marter, angst und pein, Die können ja nicht ewig sein. Soll währen bis in ewigkeit. 5. Wenn der verdammten 6. Nun aber, wenn du die gefahr Viel hundert tausend tausend jahr Hast kläglich ausgestanden, Und von den teufeln folcher frist Ganz grausamlich gemartert bist: Ist doch kein schluß vorhanden. Die zeit, so niemand zählen kann, Die fänget stets von neuem an. 7. Liegt einer frank, und ruhet gleich Im bette, das von golde reich, Recht fürstlich ist gezieret: So hasset er doch solchen pracht Auch ſo, daß er die ganze nacht Ein kläglichs leben führet. Er zählet jeden glocken- schlag, Und seufzet nach dem lieben tag. 9. Ach Gott! wie bist du so gerecht, Wie strafest du die bösen fuecht Im heißen pfuhl der schmerzen: Auf kurze sünden dieser welt hast du so lange pein gestellt. Ach! nimm dieß wohl zu herzen, Und merk auf 20 306 Vom ewigen Leben. dieß, o menschenkind! Kurz ist gebieten. Schau an die große die zeit, der tod geschwind. al sicherheit, Die falsche welt und 10. Ach! fliehe doch des teus böse zeit, Zusammt des teufels fels strick. Die wollust kann ein wüthen. Vor allen dingen hab augenblick Und länger nicht er- in acht Die vorerwähnte lange gößzen: Dafür willst du dein nacht. arme seel Hernachmals in des teufels höhl hin zur vergeltung setzen? Sa schöner tausch, ja wohl gewagt, Das bei den teufeln wird beklagt. 15. D du verfluchtes menschen- kind, Von sinnen toll, von herzen blind, Laß ab die welt zu lieben. Ach, ach! soll denn der höllen pein, Da mehr denn tausend henker sein, Ohn ende dich betrüben? Wo lebt ein so beredter mann, Der dieses werk aussprechen kann? 11. So lang ein Gott im himmel lebt, Und über alle wolken schwebt, Wird solche marter währen: Es wird sie plagen fält und hitz, Angst, hunger, schrecken, feur und blitz, Und sie doch nicht verzehren. Dann wird sich enden diese Wann Gott nicht mehr ewig ſein. 12. Die marter bleibet immerdar, Als anfangs sie beschaffen war, Sie kann sich nicht vermindern: Es ist ein arbeit sonder ruh, Sie nimmt an klag und seufzen zu Bei jenen satans findern. O sünder, deine missethat Empfindet weder trost noch rath. 12010 16. O ewigkeit, du donnerwort, schwerdt, das durch die seele bohrt, O anfang ohne pein, ende! O ewigkeit, zeit ohne zeit: wird Ich weiß vor großer traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wann es dir ge fällt, Herr Jesu, in dein freuden- zelt. Johann Rift. = 13. Wach auf, o mensch, vom sünden- schlaf, Ermuntre dich, verlornes schaf, Und beff're bald dein leben: Wach auf, es ist doch hohe zeit: Es kommt heran die ewigkeit, Dir deinen lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte tag: Wer weiß noch, wie man sterben mag? 14. Laß doch die wollust dieser welt, Pracht, hoffart, reichthum, ehr und geld Dir länger nicht Von Verklärung unserer Leiber in dem ewigen Leben. Mel. An wasserflüffen Babylon. 425. Ach Gott! wann kommt die liebe zeit, Sn der ich werd ablegen Des fleisches last, der sünden kleid, Und einst der ruhe pflegen? Wann wird dein schönster himmels- glanz Denn meinen leib verklären ganz? Wann wirst du mich begaben Mit der versprochnen ehr und wonn, Auf daß ich wie die klare sonn Im himmel möge traben. 2. Dieß leben ist ein siechenhaus, Darin wir uns stets in Vom ewigen Leben. 307 quälen. So bald wir aber gehn 6. Weg, Alerander, trolle dich heraus, Uns fröhlich zu ver- Mit deinen goldnen lumpen mählen Mit Gott in seinem Der Eröfus ist nur lächerlich freuden saal; So wissen wir mit so viel silber- klumpen. Hier von keiner qual Noch krankheit sollen nicht geachtet ſein Darius mehr zu sagen: Da findet sich auserles'ne stein, Und was fein zipperlein, Kein schlag, kein sonst herrlich pranget. Weit schwindel, gicht und stein, Noch größer ist derselbe schatz, Den andre leibes- plagen. der besitzet, der den platz In Gottes reich erlanget. 3. Wir werden sein den engeln gleich, Wie Christus selbst befennet: Nun ist kein geist in Gottes reich, Den etwa krank heit brennet. Ein engel lebt gesund und stark: So wird auch unser fleisch und mark Von keiner schwachheit wissen. Ein solcher leib, frisch, klar und rein, Wird dort in jenem leben sein Von aller plag entrissen. 4. Da werden wir nicht als ein licht, Noch wie das gold im dunkeln, Noch als ein lieblichs angesicht Der schönsten weiber funkeln. Ach nein! der belle morgen- stern Der leuchtet nicht so klar und fern, Als wir dort werden glänzen. Wir werden so verkläret sein, Daß unser glanz der sonnen schein Am himmel wird ergänzen. 5. Da werden als der sterne glanz Getreue lehrer leuchten, Und wie die sonn am abend- 9. Wird das nicht große herrtanz, Wann sie sich will befeuch- lichkeit Im himmel sein zu nenten; Ja, diesen leib, der nichtig nen, Wann wir, von sünd und ist, Wird unser Heiland Jesus tod befreit, Die menschen werChrist Mit solchem pracht ver den kennen, Die wir mit augen flären, Daß wir in seiner herr- nie gesehn, Wie dort dem Adam lichkeit, Der fehler ganz und ist geschehn Mit Eva feinem gar befreit, Nichts werden mehr weibe; Wie Petrus Mosen bald begehren. nderkannt, Und Stephanus den 20* = 7. Wir werden mit behendigfeit Den engeln uns vergleichen, Ja gar im augenblick der zeit Plaß, ort und ziel erreichen, So, daß wir fahren in der luft Viel schneller, als der donner pufft Vom himmel bis zur erden. Der leib, ganz hurtig, frisch und schlank, Soll ohne brod, fleisch und getrank Gar schön erhalten werden. 8. Hier muß man von der bösen welt Viel plag und trübsal leiden; Uns wird vom satan nachgestellt, Man fürchtet sich vor beiden. In jenem leben wohnen wir In friedenshäusern für und für; Man darf nicht sorge tragen, Daß uns der feinde tyrannei Noch böse list beschwerlich sei, Noch uns die teufel plagen. 308 Herren fand, Als er noch war im leibe. 10. Hie muß man durch den tod zuletzt noch gar zersplittert werden, Und dieser leichnam wird versetzt In seinen schooß der erden. Dort weiß man nichts von solcher noth: Da soll, da kann, da muß der tod Durchaus nicht mehr regieren; Da werden wir alsdann zugleich, O freud, o wonn, in Gottes reich Ein ew'ges leben führen. 11. Ach Gott! wann kommt die süße stund, In der ich werde stehen Verkläret, herrlich und gesund, Mit freuden anzusehen, Wie meine feind erleget sind, Und ich, als Gottes erb und find, Soll ewig, ewig wohnen, Mit weißen kleidern angethan, In seiner fried- und freudenbahn, Geschmückt mit güldnen kronen? Johann Rist. Von der ewigen Verdammniß. Vonder ewigen Verdammniß. Mel. Es ist gewißlich an der 426. Erschrecklich ist es, daß man nicht Der höllen pein betrachtet, Ja, daß sie fast als ein gedicht von vielen wird geachtet: Da doch fein augenblick vergeht, Daß nicht ein hauf im farge steht, Vom würger abgeschlachtet. pfuhl, des satans joch mit rech tem ernst besehen, an en 3. Merk auf, der du mit großem Pracht Hie läsfest häuser bauen: Du wirst in jener finstern nacht Dergleichen nimmer schauen. Der höllen wohnung ist ein schlund, Ja tiefe pfüß, in welcher grund Du fallen wirst mit grauen. 4. Da findet sich kein schöner saal, Kein vorhaus, feine fammer: Es heißt und ist ein ort der qual, Den satans starke flammer Fest aneinander hat verpicht, Es ist ein wohnhaus ohne licht, Ein schwefel- loch voll jammer. 5. Man wird dich auch an die sen ort Nicht sanft zu wagen bringen: Ach nein, du mußt mit grauen fort, Und in den abgrund springen. Es wird, sobald du fährst davon, Wie Dathan und den Abiron, Die hölle dich verschlingen. 6. Gedenk jetzt nicht, wie kann es sein, Daß dieser ort kann fassen Solch eine meng, und so viel pein Die sünder fühlen las sen? O menschen- kind, die höll ist weit, Ihr feld ist groß, die stätt ist breit Von angst- und marter- gaffen. 7. In diesem loch ist gar kein licht noch heller glanz zu finden: 2. Halt inn, o mensch, mit dei Die liebe sonne scheint hie nicht, nem lauf; Es ist ja leicht ge- Man tappet wie die blinden. schehen, Daß dich gereu der Hie leuchtet weder mond noch schlimme kauf, Drum bleib ein stern, Ein höllen- kind das lebt wenig stehen. Wir wollen erst von fern In schwarz verbranndas höllen- loch, Den schwefel- ten gründen. Von der ewigen Verdammniß. 309 8. Hie steiget auf ein dicker ecken. Es prasselt stets an dierauch, Erschrecklich anzusehen, sem ort, Die winde brausen fort Ein rechter pech- und schwefel- und fort, Der hagel bleibt nicht schmauch, Der überall muß ge- stecken. hen. Ein schmauch, der billig wird genannt Angst, jammer, marter, qual und brand, Davor man nicht kann stehen. 13. Ein jeder sünder hat sein loch, In dem er sich muß qualen: Denn unter diesem teufelsjoch Hat einer nicht zu wählen. Man darf nicht schweifen hin und her: Des satans macht fällt viel zu schwer, Er hat da zu befehlen. 14. Die stolzen werden allzumal Dort bei einander sigen; Die säufer werden in der qual Den süßen wein ausschwitzen; Den schindern wird die gnade theur; Die hurer wird das höllisch feur In ewigkeit erhitzen. 9. Wer mag ermessen den Gestank, Der hier auch wird gefunden? Der strenge gift kann machen krank Urplötzlich die gesunden: Er ist wie dicker foth und feur, Durch ihn wird alles ungeheur, Das stinket, überwunden. 10. Dieß große feld hegt einen brand, Der schwarz und traurig scheinet; Doch brennet dieß verfluchte land Mehr, als der fünder meinet. Bei diesen flammen kann er sehn Die plagen, welche dort geschehn, Die man zu spät 15. Wer ist, der das erdulden kann, Was die verdammten leiden? Ihr frechen fünder, denkt daran, Ihr müsset plötzlich schei den. Ist euch der kerker hier zu viel? Ach Gott! es ist nur finder- spiel; Dort wird es anders schneiden.d onid hand beweinet. 11. Dieß höllen- feur ist schrecklich heiß, Kann stein und stahl verzehren. Der ewig angst- und todesschweiß Wird die verdammten nähren. Dieß feuer brennet grausam zwar, Verbrennet doch nicht ganz und gar Die, so den tod begehren. 16. Magst du nicht hier gefangen sein, Wie wirst du dann ertragen, O mensch, der höllen angst und pein, Den rauch, gestank, das klagen, Die finsterniß 12. In dieser traur- und jam- des donners macht? Heut ist mernacht Ist lauter angst und die zeit, bald gute nacht Der schrecken. Ach höret, wie der argen Welt zu sagen. majlisd donner fracht, Es blißt an allen na din store s019 1989 CON SPITIC S Die Litanei oder demüthige Fürbitte für die allgemeine Noth.rouled mi dal sun idag 10 foot dir mo maist Eleiſon!( erbarme dich)! Eleison! 72 1602 dus op : undig 427. Kyrie,( Herr): Christe: 310 Kyrie: Christe, in Litanei. 1 dol Eleison! Erhöre uns! 37p Erhöre uns! med dit Tapi ordina de stat op Rum Nords@ dobl R 52 nol Herr Gott Vater im Himmel: Erbarme dich über uns! Herr Gott Sohn, der Welt Heiland: Erbarme dich über uns! Herr Gott heiliger Geist: Erbarme dich über uns! dub) 09: amont un inmense ond Grind ons Intip njdsf med nations hom TOR 2. dan Sei uns gnädig: Verschon uns, lieber Herre Gott! 15g 1 Sei uns gnädig: Hilf uns, lieber Herre Gott! Für allen Sünden, Für allem Irrsal, Für allem Uebel, Für des Teufels Trug und List, Für bösem schnellem Tod, Für Pestilenz und theurer Zeit, Für Krieg und Blutvergießen, Für Aufruhr und Zwietracht, Für Hagel und Ungewitter, m st hip aptari 150 mil bat z tal shid sim 3 120 toms toad dui i lammat dan 10 Für Feuer- und Wassers- Noth, is Für dem ewigen Tod: Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todes- Kampf und blutigen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, lind on ou Durch deine heilige Auferstehung und Himmelfahrt, In unsrer letzten Noth, Am jüngsten Gericht: Behüt uns, lieber Herre Gott! sign d spe Hilf uns lieber Herre, Gott. Wir armen Sünder bitten: 00 300 dhe puno thin thod tume!! Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott. and of si Und deine heilige Christliche Kirche regieren und führen, Alle( wahre) Bischöfe, Pfarrherrn und Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben behalten, Allen Rotten und Aergernissen wehren, il Alle Irrige und Verführte wieder bringen, Den Satan unter unsre Füße treten, do istral Treue Arbeiter in deine Erndte ſenden, Deinen Geist und Kraft zum Wort geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Allen Königen und Fürsten in dir Fried und Eintracht geben: Erhör uns, lieber Herre Gott! Unserm Kaiser( König, Fürsten u. s. w.) steten Sieg wider deine Feinde gönnen, 4o Litanei. Litanei. Unsere hohe Landes- Fürstliche Obrigkeit und Fürstliche Herrschaft, sammt allen deren höchsten Angehörigen und Verwandten, leiten, segnen und schützen, Die Fürstlichen Räthe, Befehlshaber, Beamten und Diener mit deinem Geist regieren, Die Christlichen hohen und anderen Schulen kräftiglich erhalten, THE Unsere ganze Stadt, Rath und Gemeine segnen und behüten, Allen, so in Noth und Gefahr sind, mit Hülf erscheinen, Allen Schwangern und Säugern fröhliche Frucht und Gedeihen geben, en 2 YEARS IN Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle, die um Unschuld gefangen sind, los und ledig lassen, Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen. Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben, und sie bekehren: Erhöre uns, lieber Herre Gott! Die Früchte auf dem Lande geben und sie bewahren; Erhöre uns lieber Herre Gott! Und uns gnädiglich erhören: Erhör uns, lieber Herre Gott! O Jesu Christe, Gottes Sohn: Erhör uns, lieber Herre Gott! O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt: Erbarm dich über uns! O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt: Erbarm dich über uns. dongines qui n du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt: Verleih uns steten Fried. Christe: Just ni 163 Kyrie: Christe: Kyrie: Erhöre uns. en Eleison, Eleison, i Eleison, Amen. 311 e non 12 12 dull in boden Erhör uns, lieber Herre Gott! 312 Von der Welt Bosheit, so zur Buße vermahnet. 428. Ach Gott, thu dich erbarmen Durch Christum, deinen Sohn Ueb'r reich und über armen, Hilf, daß wir buße thun, Und sich ein jed'r erkennen thut: Ich fürcht, Gott hab gebund'n ein ruth, Er will uns damit strafen, Den hirten mit den schafen: Es wird ihm fein'r entlaufen. Von der Welt Bosheit. 3. Es g'schehn groß wunderzeichen; Noch schlag'n wir all's in wind, Die uns sollten erweichen. So gar sind wir verblendt, Daß wir die wahrheit kennen nicht, Wie uns jetzt Got tes wort bericht, Daß wir uns daran kehrten. Und seiner gnad begehrten, Nicht so dawider sperrten. 5. Wer kann alles ermessen, Was treibt die welt mit macht, Mit ihrem sauf'n und fressen, Hochmuth und großem pracht! Gott wirds die länge leiden nicht: Schau, daß dich nicht er hasch sein g'richt, Sonst bist ewig verloren, Dem teufel auserkoren, Wär besser: nie geboren. 2. Gott hat uns lang gerufen Durch seine treuen knecht', Die ohr'n sind uns nicht offen, Darum geschieht uns recht. Sein straf wir haben in dem land; Ich fürcht, ihr'r sind mehr vor 7. Die welt läßt nun nicht der hand: Gott woll sie von abe, Das wild vielköpfig thier, uns wenden Und seine gnade Man werf sie denn ins grabe: senden; Es steht in seinen Es wird geschehen schier. Der händen. moteufel hats dahin gebracht, Daß man Gott und sein wort veracht, Fragt nichts nach sein'm gebote, Treibt daraus nur ein spotte, Sagt wohl, es sei kein Gotte. 4. Alerger ists nie gewesen Von anbeginn der welt. Ein jeder mags wohl lesen, Was Christus hat gemeldt. Kein lieb noch glaub auf erden ist, Ein jeder braucht sein tück und list, Der reich den armen zwinget, Und ihm sein schweiß abbringet, Daß nur sein groschen klinget. 6. Gott eilt gewiß zuim ende, Das zeigt all creatur; Er wird kommen behende, Des hab'n wir schön figur. Das glaubet der gottlose nicht, Der wohl in seinem berzen spricht: Es kann noch lang zeit währen, Wir woll'n schlemmen und zehren: Der teufel thut sie's lehren. 8. Die art ist schon geleget Dem baum an seine wurz, Als uns Johannes zeiget, Ins feuer muß er kurz. Wohl dem, der es zu herzen nimmt, Und wacht, wann sein erlöser kömmt, Liebt allezeit das gute, Der wird sein wohl behütet Vor der höllischen gluthe. 9. Christus sein prophezeien Ist nun erfüllet zwar; Ein jeder merk dabeie, Und nehm es eben wahr, Daß er sein leben anders schick Und Christum in 313 kein gut noch schatz Beim tod findt plaß: Du mußt mit ihm von hinnen. Nützliche Todes- Betrachtung. sein herz verstrick. Niemand weiß seine stunde, Spricht Gott aus seinem munde, Die welt wird gehn zu grunde. -107 643 10. Solchs alles ist verborgen In der gottlosen sinn: Das sieht man alle morgen. Wie läuft die welt dahin, Daß sie nur kriegt das zeitlich gut, Das ewig sie vergessen thut: Daran will niemand denken, Thut leib und seel versenken, Manch Christen thut es fränken. 2. Wann dir das letzte stündlein kommt, So heißts urlaub genommen: All freund verlassen dich die stund, Kein g'sell wird mit dir kommen. Du mußt allein Dich geben drein Zu reisen fremde straßen. Hast guts gethan, So trags davon: Sonst wird man dir nichts lassen. 3. Dein angesicht wird fallen ein, Dein äuglein werden bredhen, Das berz in großen ångsten sein, Der mund fein wort mehr sprechen. Dein schön gestalt Wird werden alt, Der puls wird nimmer laufen, Der todesschweiß Macht dir gar heiß: Da kommt die noth mit haufen. 11. Gott bat in seiner hute All, die er hat erweckt, Erkauft durch Christi blute, Am kreuz hoch ausgestreckt, Da er uns all erlöset bat Vom teufel, sünd und ew'gen tod, Ist selbst für uns gestorben, Des vaters huld erworben; Sonst wärn wir all verdorben. mas bon- ma 4. Dem du zuvor warst lieb 12. Dieß lied sei jest gesungen und werth, Dem bringst du jeszt Der ganzen Christenheit, Den ein grausen; Der vor bei dir alten und den jungen. Und dem all tag einkehrt, Der bleibet jetzt sein sünd ist leid, Der bitte wohl draußen, Schleicht heimGott allzeit um gnad, Daß er lich für Bei deiner thür, Kein nimmer in fünden bad. Der helf g'sell will dich mehr kennen: Du uns all zusammen, 3u lobe sei- liegst im bett Und seufzest stet, nem namen Durch Jesum Chri- Das g'wissen wird dich brennen. stum. Amen. Erasmus Alberus. 5. Das fleisch wird stinken wie in od bil ein aas, Kein mensch mag bei Nützliche Todes Betrachtung, ihm bleiben, Wird ihm verstopfen mund und nas, Dich aus Mel.: Mein wallfabrt ich vollendet. der g'mein vertreiben. Du mußt 429. Der grimmig tod mit hinaus Bald aus dein'm haus; feinem pfeil Thut nach dem le- Die leut ob dir erschrecken, Man ben zielen, Sein bogen schießt deckt dich zu. Du schläfst in ruh; er ab mit eil, mit ihm läßt er Niemand wird dich aufwecken. nicht spielen. Das leb'n ver- 6. Bald nach dem tod mit deischwindt Wie rauch im wind, nem leib Wird man dem grab Kein fleisch mag ihm entrinnen, zueilen. Der letzte trost von find 314 und weib Ist weinen sehr und heulen. Ein halben tag Ist kaum ihr klag, Alsdann so werdens lachen. Man wirft dich h'nein; Es muß nun sein: Man thuts fein'm anders machen. Nützliche Todes Betrachtung. 11. Ein engen sarg wird er da han Für seinen königs- faale, Das dach wird auf der nasen stahn, Merft auf, ihr fürsten alle: Ihr majestät Wird dert sein rath Bei bettlern halt'n und wohnen. In wenig jahr So habt ihrs gar; Die welt pflegt so zu lohnen. 2001 7. Im grab verborgen warten dein Viel kröten und auch schlangen, Die werden dann dein hausg'sind sein, Dich grüßen mit verlangen. Ihr gasterei Wird dort sein frei, Reins darf die zech bezahlen, Sie kriechen h'nein Bis auf die bein, Machens nach ihrem g'fallen. 12. Wo bleibet dann dein land und leut, Dein großes gut und leben? Ein'm fremden ist der sitz bereit. Kein hahn wird nach dir frähen. Deine palläst Und mauren fest Wird man darnieder reißen; Du liegst im grab 8. Dein freundschaft wird ein kleine zeit Um deinen tod sehr Und bist schab ab, Mußt jest klagen, Ein mantel und ein die würmer speisen. schwarzes kleid Ein halbes jähr- 13. Wenn du nun bist genom lein tragen. Dann sagt die rott: men hin, Kein mensch wird nach Genad ihm Gott; Dein werd'n dir fragen. Wohl aus den ausie bald vergessen, Theilen dein gen, aus dem sinn, Thut das hab; So du im grab Von wür- g'mein sprichwort sagen. All mern wirst gefressen. lieb und treu Wird man ohn 9. Wenn dann verflossen ist scheu Ins grab mit dir einein jahr, Dann bist du schon scharren; Denn wem die welt verwesen: Der dich sucht, findt So wohl gefällt, Muß letztlich fein haut noch baar, Fragt: wer zu ihr fahren.de andm bist du gewesen? Deine hirn- 14. Der tod urplötzlich, als schal Ist worden kabl, Dein äuglein sind gefressen, Man sieht allein Die todtenbein: Die welt ein dieb, Thut heimlich herein schleichen: Es sei dir gleich leid oder lieb, Du kannst ihm nicht hat dein vergessen. dial entweichen; Sein pfeil ist gift, Wann er dich trifft, Mußt du dich bald aufmachen, Er nimmt dich mit, Es hilft kein bitt: Drum sich zu deinen sachen. 10. Kein mensch auf erd uns fagen kann, Wann wir von hinnen müssen. Bald der tod kommt und flopfet an, So muß man ihm aufschließen. Er nimmt mit g'walt Hin jung und alt, Thut sich vor niemand scheuen: Des königs stab Bricht er flugs ab, Und führt ihn an den reihen. 15. Vielleicht ist das der letzte tag, Den du noch haft zu leben. mensch, veracht nicht, was ich sag; Nach tugend sollt du streben. Wie mancher mann Wird müssen dran, So hofft auf lange jahren, Und muß noch heint, Weil die sonn scheint, Zur höll hinunter fahren. 16. O fleisch, du schändlich'r maden- sack, Wie viel hast du betrogen, Die dir geglaubet und vertraut; Dein wahrheit ist erlogen. Wer dir vertraut, Schaut auf sein haut: Er wirds wohl nüssen zahlen Im höll'schen feu'r, Da all ding theu'r; Reut ihn zu tausendmalen. Nützliche Todes- Betrachtung. SUN T thed t 17. Darum, o mensch, sei stets bereit, Thu allzeit männlich wachen. Wann der tod kommt zu seiner zeit, Will dir den garaus machen; So kannst du dich Ganz sicherlich In kampf mit ihm begeben. Die ewig kron oder morgen. spind and s4 bin 315 Trägst du davon, Wenn du wohl end'st dein leben. da ni nit 18. All creatur laß fahren hin, Dein'n Schöpfer sollst du lieben; Was du verlierst, ist dein gewinn; Kein eitel laß dich b'trüben. Mit seel und leib Dich ihm verschreib, Und laß ihn darnach walten; So wird er dich, Glaub sicherlich, In seinem schutz erhalten. 19. Wer dieses liedlein hat gemacht Und erstlich neu gesun gen, Der hat den tod går oft betracht, Letztlich mit ihm gerungen, Liegt jetzt im hohl, Es thut ihm wohl, Tief in der erd verborgen. Schau auf dein sach; Du mußt hernach, Es sei heut par le 110 m 10 - mis and mot 12.00 st 10/ Gdyting sdorp snied her now onts Ind is tundas di dunficarial 100 ty dut don trou andisar) dont sid slimmo10marop 9mm conlod side thailand touring and loner ti thing ing dong wde in entraine Ande) hune nothie il mi dan 151 som me 00.0 dr jall hist 316 Neuer Anhang erbaulicher Haus- u. Kirchen- Lieder. * del dwel hill Mel. Wann wir in höchsten. 430. Jesu Christe, wahres licht, Erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner heerd, Daß ihre seel auch selig werd. 2. Erfüll mit deinem gnadenschein, Die in irrthum verführet sein, Auch die, so heimlich fichtet an In ihrem sinn ein falscher wahn; 3. Und was sich sonst verlaufen hat Von dir, das suche du mit gnad, Und ihr verwundt gewissen heil, Laß sie am him gewissen heil, Laß sie am himmel haben theil; 4. Den tauben öffne das gehör; Die stummen richtig reden lehr, Die, so bekennen wollen frei, Was ihres herzens glaube ſei; 5. Erleuchte, die da sind verblendt; Bring her, die sich von uns gewendt; Versammle, die zerstreuet gehn; Mach feste, die im zweifel stehn: 200 6. So werden sie mit uns zugleich Auf erden und im himmelreich, Hier zeitlich und dort ewiglich, Für solche gnade preisen dich. Johann Heermann. Mel. Herzliebster Jesu, was. 431. Wend ab deinen zorn, lieber Gott, mit gnaden, Und laß nicht wüthen deine blut'ge ruthe; Richt uns nicht streng nach unsern missethaten, Son dern nach güte. verdienste strafen, Wer könnte 2. Denn so du wollest nach deinen grimm und hand ertragen? All's müßt vergeben, was du hast geschaffen, Vor deinen plagen. 3. Vergib, Herr, gnädig unsre große schulden, Laß über das recht deine gnade walten, Der du zu schonen pflegst nach gro ßer hulde, Uns zu erhalten. 4. Sind wir doch arme würm lein, staub und erden, Mit erb sünd, schwachheit, noth und tod beladen: Warum sollen wir gar zu nichte werden Im zorn ohn gnaden? 5. Sich an deines sohns kreuz Neuer Anhang. 317 und bitter leiden, Der uns er- Ach, erneure, meinen sinn, Daß loset hat mit seinem blute, Und eröffnen lassen sein herz und seiten, Der welt zu gute. ich nicht sei, was ich bin. 8. Jesu, Jesu, segne mich, Soll ich anders lassen dich. Sprich mir trost und leben zu, du himmels- wollust du. 9. Deine starke liebes- gluth Löschet keine wasser- fluth, Sie ist tiefer als das meer, Höher als der sternen heer. Barthol. Ringwaldt, verdeutschtes 10. Laß mich dir sein eingeAufer immensam von Georg senkt; Außer dir mich alles Thym. in t 6. Darum, ach Vater, laß uns nicht verderben; Dein gnad und Geist durch Christum wollst uns geben, Mach uns zugleich des himmelreiches erben, mit dir zu leben. sufränkt, Laß, ach liebster Heiland, mich Stets vollkömmlich schmekken dich. 11. Deines namens füßigkeit Sei versiegelt jederzeit Fest in meines herzens- schrein; Mir laß lauter Jesus sein. 2. Freie mich der sünden- last, 12. Jesu, was durchs obre Wie du mir versprochen hast. O du meines heils ein horn, Stille deines Vaters zorn. bricht; Jesus, was das angesicht; Jesus, was die zunge schmeckt, Und wornach die hand sich streckt. 13. Jesus sei mein speis und trank; Jesus sei mein lobgesang; Jesus sei mein ganzes all; Jesus sei mein freudenschall. maro 14. Endlich laß, du höchstes gut, Jesu, laß dein theures blut, Deine wunden, deine pein, meine rast im tode sein. Mel. Ach, was ist doch unser. 432. Jesu, retter in der noth, Jesu, wahres seelen- brod, Du mein hort und mein panier; Deffne mir die himmels- thür. 3. Wende seinen herben grimm, Meine plagen von mir nimm, Laß des wahren glaubens licht Ja bei mir verlöschen nicht. 4. Schaue, Jesu, meine noth: Ohne dich, so bin ich todt, Ohne dich ist ganz dahin Meines herzens muth und sinn. 5. Jesu, ach, entzeuch mir nicht Dein huldreiches ange= sicht, Siehe mich in gnaden an, Der du für mich g'nug gethan. 6. Meine sünden sind sehr groß, Mache mich derselben los; Hilf, daß deine lieb und huld Uleberwiege meine schuld. Mel. Herr ich habe mißgehandelt. 433. Wohl mir! Jesus, meine freude, Ladet mich zu seinem mahl: Auf, mein herz, und dich bereite, Eile zu dem kirchenfaal; Laß den eifer nicht erkalten: Jesus will das nachtmahl 7. Säubre meinen sünden- geist Von der welt- lust allermeist; halten. 318 Neuer Anhang. 2. Auf, mein herz, in vollem ehren Meines Jesu, weil ich springen Eile deinem Jesu zu. Auf, dir soll es jetzt gelingen, Hier ist wahre seelen- ruh. Rube soll sie, frei von sünden, Bei des Herren nachtmahl fins verleihen. den. bin, Lieb und lob mit lob vermehren, Mein durch ihn erneurter sinn Soll in Jesu sich erfreuen: Gott wird dazu gnad Paul Weber. Mel. Ach Herre Gott, dein. 3. Ach, indem sein herz bestreitet Noth und tod mit gleicher macht, hat er dir den tisch bereitet, Und aus reiner lieb bedacht, Wie er sich mit dir mög letzen, Dich zu einem erben fetzen.de 434. Mein seel, dich freu Und lustig sei, Mit glauben wohl ge zieret; Zur mahlzeit schön Wirst du heut gehn, Zu der dich Chri stus führet. Merk auch mit fleiß Die werthe speis, Sein leib für dich gegeben; Der trank ist gut, Sein theures blut Stärft dich zum ew'gen leben. 4. Hier hast du das brod, das leben, Hier hast du den frohnen leib, Den er in den tod gegeben Dir zu gut, auf daß er bleib 2. Wenn deine fünd Dich woll'n Deine kost, und, meine seele, geschwind Zur höllen niederSeelen- hunger dich nicht quäle. 5. Siehst du, was da kommt geronnen, Wie mit rothem lebens- saft Fließen fünf frei offne brunnen? Jesu, deiner liebe kraft Allen armen hieher winfet, Spricht: ihr lieben, alle trinket. BONA DE drücken: Dief'r edle tisch Machet dich frisch, Thut dich lieb lich erquicken. Ihr sünder schwer, Kommt doch hieher, Die last legt von dem herzen: Der arzt so reich, Christus, wird euch Heilen all eure schmerzen. 3. 3um gastmahl hier All 6. Hungrig komm ich auch pflegen wir mit kleidern uns nach gnaden, Durstig nach zu schmücken: Puß dich auch barmherzigkeit, Der( die) ich fein Im herzen dein, Thu dich gleichfalls bin geladen Zu des lammes hochzeit- freud. Himmlisch manna mich ergößet, Jesu blut die seel benetzet. recht dazu schicken. Mit himmels- brod Versieht dich Gott Bei diesem tisch von oben; Der fels dich tränkt, Das leb'n dir schenkt: Drum thu ihn herzlich loben. na dom 7. Gott geb, daß ich dieses schenken Christi leibs und bluts allhier Nehm zu seinem angedenken, Und betrachte für und für, Wie sein leib am freuz entblößet Und sein blut mich hat erlöſet. 8. Nun will ich mit dank und 4. Von herzen ich Will freuen mich, Daß mich der Herr gela den. Er ist ja mein, Und ich bin sein; Mein'r feel ist wohl ge rathen. Sehr ich beklag, Daß mancher mag Die freude nicht Neuer Anhang. 319 bedenken, Und läßt sich nicht mein Zu der herrrlichen speise. Mit zuversicht Aus diesem felch so tränken. Aus priesters hand Dieß edle pfand Mir armen wird gegeben, Dadurch ich mich Stärk sicherlich, Daß ich werd ewig leben.deser 5. Ab'r ich komm heut Mit höchster freud, Herr Christ, zu deinem tische, Und stell mich ein Zur mahlzeit dein: Mein leib und seel erfrische. Wasch mich je rein Von sünden mein, Du höchster Gott, aus gnaden: So kann mir nicht Der bösewicht An meiner seele schaden. 10. Ach Gott, wie stark Durch bein und mark Dein freud mir jetzt thut dringen: Wie sehn ich mich, Herr Christ, durch dich Nach himmelischen dingen. Mich dünft, als sei Der himmel frei, 6. Ein ängstigs herz, Zer- Wie Stephano mir offen; Dein schlag'n mit schmerz Von we- liebe hat In höchster gnad Mein gen seiner fünden, Sehnlich ich seel so süß getroffen. bitt, Veracht ja nicht; Laß mich verzeihung finden. Kein opfer sonst Ich deiner gunst Auf dieser welt kann bringen: Herr, laß mein Erschreckt gebein Vor freuden wieder springen. 11. 3ur freude mein Violen rein Beweglich laßt erklingen, Von herzen thut Mutäten gut In harmonie bald singen. Die orgeln auch, Nach altem brauch, Im tempel Gottes schöne, Posaunen klang Ziert den gesang Mit lieblichem getöne, 7. Die mahlzeit dich, Herr Christ, und mich Verbindt himmlischer weise: Bleib doch in mir Und ich in dir, Daß ich dich ewig preise. Gewiß ich weiß, Daß da mit fleiß Viel tausend engel stehen, Wann wir so fein Im glauben rein Zum tisch des Herren gehen. 8. Wenn in der näh Jch recht anseh Den felch in dieser stunden, Denk ich, dein blut Als eine fluth Fließ aus dein'n heilgen wunden. Wie es zugeh, Ich nicht versteh, Und will nicht disputiren. Wort und el'ment Ein sacrament Heilig constituiren. 9. In dieser sach Bin ich zu schwach. Garwunderbarer weise Der glaube fein Führts herze 12. Auf daß die gäst Zu diesem fest Hierüber jubiliren Und sich möcht heut Ihr traurigkeit Aus ihrem g'müth verlieren. Ei, daß nur bald Die eng'l mit schall Mein seel führten aus'm leben Ins himmels- thron, Da mir ein fron Die hand des Herrn wird geben. 13. Herr, laß die freud Zu feiner zeit Aus meinem herzen weichen; Dein's geists gewiß Ist wahrlich dieß, Der in mir wohnt, ein zeichen. D daß ich sollt, Wie ich gern wollt, Dein antliß nur bald schauen; Doch ich deß will In hoffnung still Erwarten mit vertrauen. 14. Erhalt nur mich Ganz 320 Neuer Anhang. sicherlich Im glauben auf dein Mein herz mit lieb und glauben worte: So will ich schlecht Ein zier, Und was sonst ist von tu treuer knecht All augenblick dein gend mehr, Das pflanz in mir warten. Unterdeß ich Ergeb ich zu deiner ehr. mich, Und laß im kreuz dich walten. Ich werd einmal Ins himmels- saal Die ewig tafel halten. Sigismund Scher- Erz( Schereßius). Mel. O Jesu Christ, meins. 435. Jesu, du mein bräutigam, Der du aus lieb ans kreuzes- stamm Für mich den tod gelitten hast, Genommen weg der sünden laſt. 2. Ich komm zu deinem abendmahl, Verderbt durch manchen fünden- fall; Ich bin krank, un. rein, nackt und blos, Blind und arm: ach mich nicht verstoß. 3. Du bist der arzt, du bist das licht, Du bist der Herr, dem nichts gebricht, Du bist der brunn der herrlichkeit, Du bist das rechte hochzeitkleid. 11. Mein leben, sitten, sinn und pflicht Nach deinem heilgen willen richt. Ach, laß mich meine tag in ruh Und friede christlich bringen zu, 12. Bis du mich, o du himmels- fürst, zu dir in himmel nehmen wirst, Daß ich bei dir dort ewiglich An deiner tafel freue mich. Johann Heermann. bil net h 5. Erleuchte mein verfinstert herz: Zund an die schöne glau- 436. Warum sollt ich mich bens- kerz. Mein armuth in reichthum verkehr Und meinem fleische steur und wehr, 6. Auf daß ich dich, du wahres brod Der engel, wahrer mensch und Gott, Mit solcher ehrerbietung nehm, Wie dir das rühmlich, mir bequem. denn grämen? Hab ich doch Jesum noch: Wer will mir den nehmen? Wer will mir den himmel rauben, Den mir schon Gottes Sohn Beigelegt im glauben. 7. Lösch alle laster aus in mir, 8. Gib, was mir nüß an seel und leib; Was schädlich ist, fern von mir treib. Komm in mein berz, laß mich mit dir Vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch deiner wahrheit*) fraft Das bös in mir werd abgeschafft, Erlassen alle sünd und schuld, Erlangt des Vaters lieb und huld. *) Ursprünglich: dieser Mahlzeit kraft. 10. Vertreibe alle meine feind, Die sichtbar und unsichtbar sind. Den guten vorsatz, den ich führ, Durch deinen geist mach fest in mir. 4. Darum, Herr Jesu, bitt ich dich: In meiner schwachheit heile mich; Was unrein ist, das mache rein Durch deinen hellen gnaden- schein. 2. Nackend lag ich auf dem som boden, Da ich kam, Da ich nahm Meinen ersten odem; Neuer Anhang. 321 Nackend werd ich auch hin Ich mein herz Auf den schmerz ziehen, Wann ich werd Von der erd Als ein schatten fliehen. 3. Gut und blut, leib, seel und leben Ist nicht mein; Gott Ewiglich ergößen: Hier ist kein recht gut zu finden; Was die welt In sich hält, Muß im hui verschwinden. allein Ist es, ders gegeben; 10. Was sind dieses lebens Will ers wieder zu sich kehren: Nehm ers hin! Ich will ihn Dennoch fröhlich ehren. güter? Eine hand Voller sand, Kummer der gemüther. Dort, dort sind die edlen gaben, Da mein hirt, Christus, wird Mich ohn ende laben. 4. Schickt er mir ein freuz zu tragen; Dringt herein Angst und pein: Soll ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden: Er weiß wohl, Wie er soll All mein unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten tagen Oft ergößt: Sollt ich jetzt Auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott, und schärft mit maßen Sein gericht, Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. 6. Satan, welt und ihre rotten können mir nichts mehr hier Thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen: Gott, mein heil, Wird in eil Sie zu schanden machen. 11. Herr, mein hirt, brunn aller freuden, Du bist mein, Ich bin dein; Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein leben Und dein blut Mir zu gut In den tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe Und dich nicht, mein licht, Aus dem herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Da du mich Und ich dich Lieblich werd umfangen. Paul Gerhardt. 7. Unverzagt und ohne grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der tod aufreiben, Soll der muth Dennoch gut Und fein stille bleiben. mo 8. Kann uns doch kein tod nicht tödten, Sondern reißt Unsern geist Aus viel tausend nöthen, Schleußt das thor des bittern leiden, und macht bahn, Daß man kann Gehn zur himmels- freuden. 9. Allda will in süßen schätzen Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 437. Gott ist mein heil, glück, hülf und trost, Mein hoffnung und vertrauen, Er hat mich durch sein blut erlöst: Auf ihn will ich fest bauen. Er bilfet mir aus aller noth, Und steht mir bei im leb'n und tod: Drum hab ich diese zuversicht Und bins bericht, Daß Gott verläßt die seinen nicht. 2. Verläßt mich welt, freund, hab und gut, Und was sonst ist auf erden, So glaub ich doch mit freiem muth: Von Gott soll mir hülf werden; Er will uns weder hie nech dort Verlassen 21 322 Neuer Anhang. wie er uns im wort Durch sei- überall, Bis wir in himmel nen lieben Sohn verspricht. Er gehen ein Zu dir und deinen trügt uns nicht; Denn Gott engelein. verläßt die seinen nicht. 3. Die seinen hat der liebe 439. Mein gemüth erfreuet Herr Allzeit aus noth gerissen, sich, Jesu, wenn ich denk an Wie Daniel und andre mehr dich, Mein betrübter sinn und Thun offenbar zu wissen. Der muth, Jesulein, mein himmels fromme Joseph war in noth, gut. Deßgleichen Moses, ab'r zu 2. Wann ich meinen Jesum Gott Hatten sie ihre zuversicht: seh, Und in großen sorgen steh, Das band nicht bricht; Denn Gott verläßt die seinen nicht. So erwallet mein gemüth, Jesulein, von deiner güt. 4. Nicht mehr begehr ich hier von Gott, Denn daß ich mög ererben Ein ehrlich leb'n nach sein'm gebot Und darnach selig sterben; Daß ich hie leb nach seinem wort Also, daß ich auch lebe dort, Wann er wird kommen zum gericht, Damit man sicht, Daß Gott verläßt die seinen nicht. Mel. O Jesu Christ, meins. 438. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du vom himmel kommen bist, Und hast, als ein könig gerecht, Erlöst das menschliche geschlecht. 2. Und zu Jerusalem zeuchst ein Sanftmüthig auf ein'm efelein. Das volk singt Hosianna schon, Und: ehr sei Gott im höchsten thron. 3. Also wollst, Herr, auch bei uns sein, In unsre herzen ziehen ein, Daß uns der teufel, tod und sünd, Mit seiner macht nicht überwind: 4. So wollen wir mit großem schall Dein'n namen rühmen 3. Alle musik in der welt, Was der mensch für lieblich hält: Lauten, harfen, zinkenklang mit der geige spielet dank. 4. Posaun- und trompetenhall, Und der dulcianen schall mit der flöten sanftem ton Lobet Jesum, Gottes Sohn. 5. Ihr regalen, blaset auf, Spielet süße lieder drauf, Seßt den zinken an den mund, Lobet Jesum alle stund. 6. Rühren nicht die vögelein Morgens ihre züngelein? So geschwind der tag anbricht, Lassen sie das danken nicht. 7. An des tages zwölfter stund Aus der wasser tiefem grund Spielen alle fischelein, Und dem Schöpfer dankbar sein. 8. Alles wild auf grüner heid, Wann es geht nach seiner weid, So vertraut es seinem Gott, Der versorgt es in der noth. 9. Mensch, o mensch, du ebenbild, Wie erzeigst du dich so wild, Sorgest nur dein leben Neuer Anhang. lang Für die kleider, speis und tranf. dal 1107 10. Denke doch an jenen tag, Da man ewig leben mag, Mit den kleidern angethan, Die niemand zerreißen kann. 323 5. Jm himmel wird das kreuz der erden, Und was mich hier zu boden drückt, zu lauter güldnen kronen werden. Ach, wär ich doch schon hingerückt. Sch bin betrübet allzusehr: Ach, wenn ich nur im himmel wär! 6. Ei du, mein liebster Jesu, führe, Ei führe mich doch aus der welt, Schleuß auf die güldne himmels thüre, Worauf mein herz am meisten hält. Ich achte nun der welt nicht mehr: Ach, wenn ich nur im himmel wär! Georg Michael Pfefferkorn. 11. Diese kleider, solche zier, Christus ist das hülfs- panier, So er uns aus lieb erwarb, Da er an dem kreuze starb. h Mel. Wer nur den lieben Gott. 440.2ch, wie betrübt sind fromme seelen Allhier in dieser jammer- welt. Wer kann ihr leiden alles zählen, Das sie gar wie gefangen hält? Es quälet mich und fränket sehr: Ach, wenn ich nur im himmel wär! 2. Ich mag mich, wo ich will, hinwenden, So seh ich nichts als tausend noth: Ein jeder hat sein freuz in händen Und sein bescheiden thränen- brod. Ich bin betrübet allzusehr: Ach wenn ich nur im himmel wär! 3. Hier lebt der mensch ja stets im jammer, Mit jammer kommt die abend ruh, Mit jammer geht er aus der kammer, Mit jammer bringt er alles zu. Das macht das leben freilich schwer: Ach, wenn ich nur im himmel wär! Mel. Ich dank dir, lieber Herre. 441. Die nacht ist nun verschwunden Mit ihrer dunkelheit, Die sonn hat überwunden Des schlafens stille zeit; Jhr helles licht bestrahlet Den runden erdenklos, Den nur die luft bepfahlet: Gott, deine güte ist groß. 2. Wie kann ich g'nug erheben, Herr, deine güt und treu? Du fristest mir mein leben, Dein güt ist täglich neu. Du hast mich so beschüßzet In der vergangnen nacht, Daß ich nicht bin beschmißet Durch satans große macht. 4. Hier kann das glücke zwar 3. Dir hab ichs, Herr, zu danwas machen, Doch kommts ken, Daß ich erhalten bin In nicht jedem in sein haus: Dem sichern wohlfahrts- schranken. einen bringt es stets zu lachen, Ach nimm das opfer hin, Das Dem andern preßt es thränen opfer meiner zungen, Das dir aus. Ich bin betrübet allzusehr: zu diensten steht; Drauf sei dir Ach, wenn ich nur im himmel lob gesungen, So weit der wär! himmel geht. 21* 324 Neuer Anhang. 4. Verzeib es mir aus guaden, Jesu, sei mein stetes wort Auf Was ich mißthan an dir; Bes der zunge fort und fort. hüte mich vor schaden, Bleib heut und stets bei mir. Was du mir haft gegeben: Gesundheit, ehr und gut, Dazu mein armes leben, Steht all's in deiner hut.s 4. Jesu, laß mich zu dir stei gen An das freuze, laß es zu, Und nach dir mein haupte neigen. Ich weiß, Jesu, ich weiß, du Wirst dich dessen weigern nicht, Du erwünschte zuversicht. 5. Laß mich in die wunden kriechen, Laß mich als ein bienelein Gnügig deinen balsam riechen, Seelen- honig saugen ein, Ferner an das freuz hinan Mich sehr feste schwingen an. 5. Dir will ich das befehlen, Was mir am liebsten ist, Mich aber selbst vermählen An dich, Herr Jefu Christ. Gib, daß ich ja vor fünden Mich hüte diesen tag, Auch selbst mich überwinden Und dir vertrauen mag. 6. Dein engel müssen bleiben Zu jeder zeit bei mir Und alles unglück treiben Sehr weit von meiner thür. Herr, gibst du mir von oben Glück, ruh und sicherheit, So soll mein herz dich loben Hier und in ewigkeit. Johann Rift. Wind Mel. In dem leben hier auf. 442. Sei gegrüßet, licht der heiden, Sei gegrüßet, heil der welt, Der du durch dein bitter leiden, Nicht durch rothes gold und geld, Mich erlöset und gebracht Aus der finstern höllen macht. 6. Ich will sterben, ich will leben, Jesu, jederzeit bei dir, Deinem willen mich ergeben, Willig mit dir leiden hier: Was dich fümmert, fümmert mich; Was du willst, das will auch ich. 7. Hilf nur, daß auch meine liebe Gegen dich beständig sei; Daß sie keine weltlust trübe, Sondern bleibe rein und frei; Meine freude sei allein Deine franke kreuzes- pein. 8. Weichet nur, ihr welt- ge danken; O du tand der eitelkeit, Du magst, wo du willst, hin wanken: Ich ergebe mich bereit Meinem Jesu, deß ich bin: Es mag alles fallen hin. Mel. In dich hab ich gehoffet. 2. Ich, ich habe zugerichtet, Jeſu, diesen jammer dir, Den du gänzlich haft geschlichtet. Jesu, dir ſei dank dafür, Dir 443. Komm, himmlisch licht, sei dank in ewigkeit Für erlangte heiliger geist, Der du ein schuß sicherheit. And in der menschen heißt, Mit dein'm göttlichen glanze, An diesem ort Dein geist und wort In unsre herzen pflanze. 3. Sei bei mir in meinem her zen, Rege, trauter Jesu, mich, Daß ich sehne mich mit schmerzen, Aechze nach dir stetiglich. 2. Du bist der brunn der Neuer Anhang. 325 weisheit schon, Das leben und das leben. Dies ist der Christen die ehren- fron, Ein geber aller unterhalt, Dieß macht die seelen gaben. Von dir, o Gott, Was wohlgestalt, Dieß ist der engel odem hat, Durch deinen geist speis und trank, Dafür ich muß haben. dank Gott singen will mein lebenlang. 3. Eröffne auch zu dieser stund Unsern verstand, herz, ohren, mund; Dein göttlich flamm uns sende, Damit trübsal Uns ja niemal Vom wahren glauben wende. 4. Für solche wohlthat wollen wir mit herz und mund lobsingen dir, Unser gemüth verneuen, In diesem fest Aufs allerbest Uns deiner gnaden freuen. 4. Hier ist die rechte bundeslad; Hier ist der leib des Herren, Von weisheit, güt und großer gnad; Hier schau ich gleich von ferren Die wunderschöne himmels- schul, Den tempel sammt dem gnaden- stuhl; Hier find ich ja das höchste gut, Das theure blut, So mir erquicket feel und muth. 5. Hier ist die rechte himmelspfort; Hier steht der engel leiter, Israels auserwählter ort Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. werk, das stündlich in uns soll Durch seine kraft vermehren Bereuung unsrer schweren schuld, Furcht, glauben, hoffnung und geduld, Zucht, lieb, und aller fugend zahl. O himmels- saal, hochgepriesnes abendmahl. 444. Ogroßes werk, geheim- Und seiner lust bereiter: Hier nißvoll, Das höchlich zu ver- steigen wir mit vollem lauf ehren, In Christo straks zum himmel auf, Der uns durch ihn ist zuerkannt. O herrlichs pfand, O allerliebstes vaterland! e 6. Ach, schauet, wie der Herr uns liebt, Wie hoch er uns verehret, Indem er sich uns selber gibt, Und freundlich zu uns kehret. Bedenket, wie er uns gemacht zu bürgern seiner großen pracht, Ja, wie er unser fleisch ergößt, Das er zuletzt Zu seiner rechten hat gesetzt. ind all 7. Das fleisch, das nun erhöhet ist, In Gottes stadt zu leben, Das wird uns hier zu dieser frist Durch Christum selbst gegeben. So wird sein wesen uns zu theil, So finden wir der seelen beil, So bleiben wir in Gottes huld, Und unsre 2. Hier ist der lebens- baum geſetzt, Desselben blätter heilen, Was durch den satan war verletzt Mit so viel sünden- pfeilen; Hier ist das holz ganz voller faft, Von früchten süß, sehr groß von fraft, Ja dessen edle füßigkeit zu aller zeit Vertreibt des todes bitterfeit. 3. Hier ist das rechte bimmels- brod, Von Gott uns selbst gegeben, Das für den wohlverdienten tod Uns wieder bringt 326 Neuer Anhang. schuld Wird übersehen mit ge- Mel. Es ist gewißlich an der. duld. 445. Say will von meiner 8. Wie kann uns der zuwider missethat Zum Herren mich be sein, Der uns so freundlich rei- kehren: Duwollest selbst mir bülf chet Sein fleisch und blut im und rath Hierzu, o Gott, be brod und wein, Der nimmer scheren, Und deines guten geivon uns weichet? Wie kann stes fraft, Der neue herzen in uns lassen aus der acht, Der uns schafft, Aus gnaden mir uns so trefflich hat bedacht, gewähren. Indem er unser missethat, O Gottes rath, Durch seinen Sohn vertilget hat? 9. Wie kann forthin des satans stärk Uns Christen überwinden, Dieweil durch dieses gnaden- werk Wir große kraft empfinden? Hat doch dieß mahl uns so erquickt, Daß uns kein feind mehr unterdrückt. Drum, fatan, komme nur zum streit: Wir sind bereit, Zu spotten dei ner grauſamkeit. 10. Was achten wir des leibes noth, Der franken glieder schmerzen? Hie ist arznei in aller noth, Ein edler trank zum herzen. Ja, Christi fleisch ist folcher art, Da alles durchgeheilet ward, Hier ist sein seitenwasser feil, Dadurch in eil Gelöschet wird der höllen- pfeil. 11. Gottes fleisch, o heiligs blut, Das auch die engel ehren, Dhimmels speis, o höchstes gut, Wozu in furcht sich fehren Die kräft' und thronen wunder voll. Herr, meiner seelen ist so wohl, Es trifft sie schon in die. ser qual Ein freuden- strahl, O hochgepriesnes abendmahl! Johann Rift. 2. Natürlich kann ein mensch doch nicht Sein elend selbst empfinden: Er ist ohn deines wortes licht Blind, taub, ja todt in sünden; Verkehrt ist will, verstand und thun: Des großen jammers wollst du nun, O Vater, mich entbinden. 3. Klopf durch erkenntniß bei mir an, Und führ mir wohl zu sinnen, Was böses ich vor dir gethan. Du kannst mein herz gewinnen, Daß ich aus fummer und beschwer Laß über meine wangen her Viel heißer thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt Den reichthum deiner gnaden: Mein leben dank ich deiner hand, Du hast mich überladen Mit ebr, gesundheit, ruh und brod; Du machst, daß mir noch keine noth Bis hieher können schaden. 5. Du hast in Christo mich erwählt Tief aus der bölle fluthen; Es hat mir sonsten nicht gefehlt An irgend einem guten; Bisweilen bin ich auch dabei, Daß ich nicht sicher leb und frei, Gestäupt mit vater- ruthen. 6. Hab ich denn nun noch ge Neuer Anhang. 327 gen dir Gehorsam mich beflis- meer! Bedecket mich, fallt auf sen? Ach nein, ein anders saget mich her, Ihr klippen, berg und mir Mein herze und gewissen; hügel! Darin ist leider nichts gesund, 12. Ach, all's umsonst, und An allen orten ist es wund, Vom sündenwurm gebissen. 7. Die thorheit meiner jungen jahr Und alle schnöde sachen Verklagen mich ja offenbar: Was soll ich armer machen? Sie stellen, Herr, mir vors gesicht Dein unerträglich zorn gericht, Der hölle offnen rachen. wenn ich gar Könnt in den himmel steigen, Und wieder in die höll allda Mich zu verkriechen neigen: Dein auge dringt durch alles sich, Du wirst ja meine schand und mich Der lichten sonnen zeigen. zu 13. Herr Jesu, nimm mich zit dir ein: Ich flieh zu deinen wunden, Laß mich da eingeschlossen sein Und bleiben alle stunden. Dir ist ja, o du Gottes Lamm, All meine schuld ám kreuzes- stamm zu tragen auf gebunden. 8. Ach, meine greuel allzumal Schäm ich mich zu bekennen; Ihr ist auch weder maß noch zahl, Ich weiß sie kaum zu nennen, und ist ihr keiner noch so klein, Um welches willen nicht 14. Dieß stell du deinem Vaallein Ich ewig müßte brennen. ter für, Daß er sein herze lenke, 9. Bisher hab ich in sicherheit Daß er sich gnädig fehr zu mir, Fast unbesorgt geschlafen, Ge- Nicht meiner sünden denke, sagt: es hat noch lange zeit, Und wegen dieser straf und Gott pflegt nicht bald zu stra- last, Die du auf dich genomfen, Er fähret nicht mit unser schuld So strenge fort; es hat geduld Der hirt mit seinen schafen. men hast, Ins meer sie alle senfe. 15. Hierauf will ich zu jederzeit Mit ernst und sorgfalt meiden All böse lust und eitelkeit, und lieber alles leiden, Denn daß ich sünd aus vorsatz thu. Ach, Herr, gib du stets kraft dazu, Bis ich von hier werd scheiden. 10. Setzt aber all's zugleich erwacht: Mein herz will mir zerspringen, Ich sehe deines donners macht, Dein feuer auf mich dringen; Du regest wider mich zugleich Des todes und der höllen reich, Die wollen mich verschlingen. 11. Wo bleib ich denn in solcher noth? Nicht helfen thor und riegel, Wo flieh ich hin? o mor. genroth, Ertheil mir deine flügel! Verbirg mich, o du fernes Louise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg( verändert). Mel. Wie schön leuchtet der. 446. Jesu, Jesu, Gottes Sohn, Mein bruder, freund und gnaden- thron, Ein vorbild 328 Neuer Anhang. wahrer liebe, Du hast zuerst dir ist bereit, Die in der liebe geliebet mich, Daß ich, o Jesu, bleiben. Gründlich Läßt sich liebe dich, In deinem wort mich Nicht erreichen, Noch verglei übe. Sehnlich Lieb ich Dich im chen Den welt- schätzen, Was herzen; Laß mich schmerzen alsdann uns wird ergötzen. Oder leiden Nicht von deiner liebe scheiden. 6. Drum laß ich billig dieß allein, O Jesu, meine sorge sein, Daß ich dich herzlich liebe, Daß ich in dem, was dir ge fällt, Und mir dein klares wort vermeldt, Aus liebe mich stets übe, Bis ich Endlich Werd abscheiden Und mit freuden Zu dir kommen, Aller trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine süßig feit, Das himmlisch manna, al lezeit In reiner liebe schmecken, Und seh'n dein liebreich ange sicht Mit unverwandtem augenlicht, Ohn alle furcht und schrekken. Reichlich Werd ich Sein erquicket, Und geschmücket Vor dein'm throne Mit der schönen himmels- krone. Johann Heermann.( Vers 1 und 2 verändert.) 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffst seinem her= 447. O Bater, allmächtiger zen fried und ruh, Erfreuest Gott, zu dir schreien wir in sein gewissen. Es geh ihm, wie der noth: Durch deine große es woll auf erd, Ob ihn auch barmherzigkeit Erbarm dich gleich das kreuz verzehrt, Soll über uns! er doch dein genießen, Ewig Herrlich Nach dem leide Große freude Wieder finden; Alles trauren muß verschwinden. 2. Christe, wollst uns erhören, Für uns bist du geboren Von Maria der Jungfrauen: Erbarm dich über uns! 2. Denn dieß allein erfreuet mich: Zu lieben, o mein Jesu, dich. Wenn ich nur, wie ich wollte, So völlig könnte lieben dich, Und als dein wort geheiBen mich, Daß ich dich lieben sollte, Drum mir Von dir, Deine güte Jns gemüthe Laß herfließen: So wird sich die lieb ergießen. 3. Durch deine fkraft treff ich das ziel, Daß ich, so viel ich soll und will, Dich herzlich lieb gewinne, Daß auf der ganzen weiten welt Pracht, wollust, freude, ehr und geld, Wenn ich mich recht besinne, Ohn dich, Völlig Nicht kann laben; Deine liebe Die erhält, wenn alles trübe. 5. Kein ohr hat jemals dieß gehört, Kein mensch gesehen noch gelehrt, Es kanns niemand beschreiben, Was denen dort für herrlichkeit Bei dir und von 4. O heil'ger Geist wollst uns 3. Vergib uns all unsre sünde, Hilf uns in der letzten stunde; Für uns bist du gestorben: Erbarm dich über uns! non Neuer Anhang. 329 geben, Dich allzeit herzlich zu dir bleiben für und für, Wenn lieben, und nach deinem willen zu leben: Erbarm dich über uns! wir uns leiden müssen. Schaue, Baue, Was zerrissen Und geflissen, Dir zu trauen Und auf dich allein zu bauen. Mel. Wie schön leuchtet der. 448.heil'ger Geist, kehr 5. Laß uns dein edle balsams= bei uns ein, Und laß uns deine fraft Empfinden, und zur ritterwohnung sein; O komm, du schaft Dadurch gestärket werherzens sonne! Du himmelslicht, laß deinen schein Bei uns und in uns kräftig sein Zu ste ter freud und wonne, Daß wir In dir Recht zu leben Uns ergeben, und mit beten Oft deßhalben vor dich treten. den, Auf daß wir unter deinem schuß Begegnen aller feinde truß, So lang wir sein auf erden. Laß dich Reichlich Auf uns nieder, Daß wir wieder Trost empfinden, Alles unglück überwinden. 6. Du süßer himmelsthau, laß dich In unsre berzen kräftiglich, Und schenk uns deine liebe, Daß unser sinn verbunden sei Dem nächsten stets mit liebestreu, Und sich darinnen übe; Kein neid, Kein streit Sie betrübe, Reine liebe Wollst du geben, Sanft- und demuth auch darneben. 2. Gib fraft und nachdruck deinem wort, Laß es wie feuer immerfort In unsern berzen brennen, Daß wir den Vater und den Sohn, Dich beider Geist in einem thron Für wahren Gott bekennen. Bleibe, Treibe, Und behüte Das gemüthe, Daß wir glauben, Und im glauben standhaft bleiben. 7 Hilf, daß in wahrer heiligkeit Wir führen unfre lebenszeit. Sei unsers geistes stärke, 3. Du quell, draus alle weis heit fleußt, Die sich in fromme seelen geußt: Laß deinen trost uns hören, Daß wir in glau- Daß uns forthin sei wohlbebenseinigkeit Auch andre in der wußt, Wie eitel ist des fleisches Christenheit* Dein wahres lust Und seine sünden- werke. zeugniß lehren. Höre, Lehre, Rübre, Führe Unsre sinnen Und Herz und sinnen zu gewinnen, beginnen Von der erden, Bis Dich zu preisen, Guts dem näch- wir bimmels- erben werden. sten zu erweisen, wached Boot ursprünglich: Auch können alle Christenheit. Michael Schirmer( Verändert). 4. Steh uns stets bei mit dei nem rath, Und führ uns selbst den rechten pfad, Weil wir den weg nicht wissen. Gib uns beständigkeit, daß wir Getreu Mel. Christ unser Herr zum. 449. O meine seel, erhebe dich, Mit andacht zu betrachten, Wie Gott hat offenbaret sich, Und wie man ihn soll achten: Daß er der allerhöchste ist Im Neuer Anhang. macht, zu retten, die dich lieben, Und wenn der gottlos did veracht, Die rache auch zu üben. Gib, daß sich deiner allmacht 2. Gott, du bist einig für und schuß Fort über mich erstrecke, für; Nichts sind der heiden göt- Mich auch nicht menschen ter. Kein heil noch trost ist grimm und truß, Nur deine außer dir, Rein helfer noch straf, erschrecke; Du tödtest leib erretter. Laß mich, o Herr, auf und seele. dich allein Von ganzem Herzen 7. Voll höchster Weisheit bist trauen, Dir lediglich ergeben du, Gott, Niemand kann sie ersein, Auf niemand anders bauen, gründen; Wie wunderschwer Dir, Gott, allein anhangen. auch ist die noth, Weißt du 3. Herr, mein Gott, du bist doch rath zu finden. Gib, daß ein Geist, Und theilest bei uns ich dir stets traue zu, Auf dich allen Angaben aus, was geistlich werf meine sorgen, Auch übels heißt, Nach deinem wohlgefallen. weder denk noch thu, Weil du Laß mich stets geistlich sein gesinnt, Daß wann ich vor dich trete, Ich deine fraft in mir empfind, Erhörlich dich anbete Im geist und in der wahrheit. siehst ins verborgen, Und prü fest Herz und nieren. 4. Du bist, o Gott, von ewigfeit, Ohn anfang und ohn ende, Gib, daß mein herz von aller freud Des zeitlichen sich wende, Auf daß ich möge immerdar Drum bitten und drauf den ken, Wie alles hier so wan- 9. Du bist sehr gnädig, fromm delbar, Und daß du mir wollst und gut, Wo sich bekehrt ein schenken Dort unvergänglichs erbe. sünder; Erbarmst dich, wie ein Vater thut, Von herzen deiner kinder. Herr, laß von deiner lieb und gnad Mich allweg trost bekommen, Von mir auch meine missethat So fern sein hingenommen, Als morgen ist vom abend. 330 himmel und auf erden, Und soll gerühmt zu jeder frist, Auch angerufen werden, Als wahrer Gott ohn ende. 5. O Gott, du bist an allem ort, Und gar nicht zu ermessen; Ob einer hier ist oder dort, Ist er dir nicht entsessen. Laß mich nicht zweifeln, wo ich sei, Du könnst dich mein annehmen; Auch was ich thu, laß mich dabei Des bösen vor dir schämen Und überall dich fürchten. 6. Unendlich ist, Herr, deine 8. Gott, du bist heilig und gerecht, Du kannst die sünd nicht leiden. Wer sagen will, er sei dein knecht, Der muß das böse meiden. Gib, daß ich mich zu jeder zeit Der heiligkeit be fleiße, Nachjage der gerechtigfeit, Auch dein gericht gut heiße, Ob ichs schon nicht begreife. 10. Gott, deine wahrheit stets besteht, Und wohl dem, der dir glaubet. Der himmel und die erd vergeht, Dein wort, Herr, Neuer Anhang. 331 ewig bleibet. Gib daß ich fürchte mein erbarm, Und meine sach dein gericht Und alles, was du ausführ mit seinem starken arm. dräuest; Auch hoffe, was dein 2. Er wird mich an das licht, wort verspricht, Daß du mirs Wenns ihm gefället, bringen, gern verleihest: Hoffnung wird nicht zu schanden. Da mein begehren mir Nach wunsche wird gelingen, Daß ich mein's herzens lust An seiner gnade schau, Und auf dieselb allein Mein heil und wohlfahrt 11. Allselig bist du, Gott, und frei, Du thust, was dir beliebet, Du bist ein milder Herr dabei, der reichlich gutes giebet, bau. Laß mich mit dir zufrieden sein, Was ist dein heilger wille; Gib auch, daß ich von dir allein Und deiner güter fülle Erwarte all's in allem. 12. Gott, wenn ich dich so kenn und ehr, Dein wort zum grunde setze: Kann ich mich drob erfreuen mehr Als über alle schätze, Bis ich dort, o mein heil und licht, Ohn lallen dich werd nennen, Von angesicht zu angesicht Anschauen und erkennen, Und ohn aufhören loben. 3. D Gott, du großer Gott, Vater, hör mein flehen; S Jesu, Gottes Sohn, Laß deine fraft mich sehen; werther, heilger Geist, Regiere mich allzeit, Daßi ch dir diene hier Und dort in ewigkeit. Mel. Liebster Jesu, wir sind. 451. Höchster Gott, wir danken dir, Daß du uns dein Wort gegeben: Gib genade, daß auch wir Nach demselben heilig leben, und im glauben also stärke, Daß er thätig sei im werke. 2. Unser Gott und Vater du, Der uns lehret, was wir sollen, Schenk uns deine gnad dazu, Gib zu diesem auch das wollen, Laß es ferner noch gelingen: Gib zum wollen das vollbringen. 3. Gib uns, eh wir gehn nach haus, Deinen väterlichen segen, Breite deine hände aus, Leite uns auf deinen wegen, Laß uns hier im segen gehen, Dort gesegnet auferstehen. Mel. Nun danket alle Gott. 450. Ich will des Herren Johann Adam Haßlocher. Mel. Freu dich sehr, o meine seele. zorn Fortan geduldig tragen; Denn ich durch meine sünd Verdienet solche plagen, Bis er 452. Liebster Gott, wann mir schaffe recht, Daß er sich werd ich sterben? Meine zeit 13. Gott Vater, Sohn und heilger Geist, Der du auch willst auf erden von mir und allen sein gepreist, Laß deinen Ruhm groß werden. Verleih mir gnade, kraft und stärk, Daß ich zu allen zeiten, Herr, deinen nam und deine werk Könn' mehr und mehr ausbreiten, So lang ich hab das leben. David Denike. 332 Neuer Anhang. werde. Caspar Neumann. läuft immer hin, Und des alten erde Nimmermehr zu schanden Adams erben, Unter denen ich auch bin, Haben das zum vatertheil, Daß wir eine kleine weil Arm und elend sein auf erden, Und dann wieder erden wunden, Voll schmerz und vol werden. w ler höhn, O haupt zu spott 2. Zwar ich will mich auch gebunden mit einer dornen nicht widern, zu beschließen kron, O haupt sonst schön ge meine Zeit; Trag ich doch in zieret Mit höchster ehr und zier, allen gliedern Samen von der Jetzt aber hoch schimpfiret: sterblichkeit, Geht doch immer Gegrüßet seist du mir! hier und dort Einer nach dem andern fort, Und schon mancher liegt im grabe, den ich wohl gekennet habe. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 453. Haupt voll blut und 2. Du edles angesichte, Davor sonst schrickt und scheut Das große weltgewichte, Wie bist du so bespeit, Wie bist du so 3. Aber, Gott, was werd ich erbleichet, Wer hat dein angedenken, Wenn es wird aus sicht, Dem sonst kein licht nicht sterben gehn? Wo wird man gleichet, So schändlich zuge den leib hinsenken? Wie wirds um die seele stehn? Ach was fummer fällt mir ein? Wessen wird mein vorrath sein, Und richt? wie werden meine lieben Nach wie werden meine lieben Nach einander hier verstieben? 4. Doch was darf ich dieser sorgen? Soll ich nicht zu Jesu gehn Lieber heute noch als morgen? Denn mein fleisch wird auferstehn. Ich verzeih es gern der welt, Daß sie alles hier behält, und bescheide meinen erben Einen Gott, der nicht kann sterben. Der rothen lippen pracht st 3. Die farbe deiner wangen, hin und ganz vergangen: Des blaffen todes macht Hat alles hingenommen, Hat alles hinmen Von deines leibes kraft. gerafft, Und daher bist du kom4. Nun, was du, Herr, erdul det, Ist alles meine last, Ich hab es selbst verschuldet, Was du getragen hast. Schau her, hier steh ich armer, Der zorn verdie net hat: Gib mir, o mein erbarmer, Den anblick deiner gnad. 5. Erkenne mich, mein hüter; Mein hirte, nimm mich an. Von dir, quell aller güter, Ist mir viel guts gethan, Dein mund hat mich gelabet Mit milch und süßer fest, Dein geist hat mich begabet Mit mancher at 5. Herrscher über tod und leben, Mach einmal mein ende gut, Lehre mich den geist auf geben mit recht wohl gefaßtem muth; Gib, daß ich ein ehrlichs grab Neben frommen Christen hab, Und auch endlich in der himmels- lust. Neuer Anhang. 333 sus aus Für uns in seinem herzen. schmerz, o große pein, O marter, angst und noth: O weh! mein Jesus ist Betrübt bis in den tod. 6. Jdy will hier bei dir stehen, und schmerzen Eteht unser JeVerachte mich doch nicht. Von dir will ich nicht gehen, Wann dir dein Herze bricht. Wann dein herz will erblassen Im letzten todes- stoß, Alsdann will ich dich faffen In meinen arm und schooß. 2. Ach! sehet, welch ein mensch: 7. Es dient zu meinen freuden Wie muß sich Jesus quälen. Und kommt mir herzlich wohl, Die schmerzen seiner feel Sind Wenn ich in deinem leiden, hier nicht zu erzählen. Er trauMein heil, mich finden soll. Ach, möcht ich, o mein leben, An deinem freuze hier Mein leben von mir geben: Wie wohl geschehe mir! ret, zittert, zagt Vor großer herzens pein, Ach! seht den jammer an: Er muß des todes sein. od stor ada 8. Ich danke dir von herzen, 3. Ach! fehet, welch ein mensch, Der mit dem tode rinJesu, liebster freund, Für, get; Seht, wie sein theures blut deine todes- schmerzen, Da du's Aus seinem leibe dringet; so gut gemeint. Ach gib, daß Wie herzlich flehet er: Ach! ich mich halte zu dir und dei- Vater, nimm von mir Den bitner treu, Und wann ich nun erfalte, In dir mein ende sei. tern freuzes tod, Wenn es geTrinid fället dir. 4. Ach! schet, welch ein mensch. Der ganz und gar verlassen, Den seine jünger selbst Noch fangen an zu hassen, Der böse Judas der Verräth den Herren Christ Mit einem falschen fuß: böse teufels- list! 9. Wann ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir, Wann ich den tod soll leiden, So tritt du dann herfür. Wann mir am allerbängsten Wird um das herze sein, So reiß mich aus den angsten Kraft deiner angst und pein. od 10. Erscheine mir zum schilde, 3um trost in meinem tod, Und laß mich sehn dein bilde In deiner freuzes noth. Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubens voll Dich fest an mein herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt. 5. Ach! sehet, welch ein mensch, Der nie hat bös begangen, Den greift man mit gewalt, Den nimmet man gefangen, Gleich einem mörder, und Führt ihn gebunden fort Ins hohenpriesters haus, Da hört man lästerwort. Mel. O Gott! du frommer Gott. 6. Ach! sehet, welch ein mensch, Seht, wie sie den verklagen, Der ganz unschuldig ist. Von welchem niemand sagen kann 454. Ach! sehet, welch ein mensch, Ach! seht, was angst eine missethat Von dem wird ein 334 Neuer Anhang. großer pein Und schmerzen ängstiglich: Mein Gott, mein Gott, warum, Warum verläßt du mich? geschrei, Daß er,( der selbst ist kreuz geschlagen. Er ruft vor Gott,) Ein gottes- låstrer sei. 7. Ach! sehet, welch ein mensch. Ach, seht die großen plagen, Die Jesus leiden muß. Ach! ſeht, er wird geschlagen Mit fäusten ins gesicht. O schande, spott und hohn: Sie speien ins gesicht Dem wahren Gottes Sohn. 13. Ach! sehet, welch ein mensch. O weh in meinem herzen! O weh! ach! ich vergeh Vor großer angst und schmerzen; jam8. Ach! sehet, welch ein mensch, Den man gebunden bringet In mer, ach! o weh! O schmerz! o große noth, D weh, o weh, o weh! Ach! Jesus, ach! ist todt. des landpflegers haus; Ach! 14. Ach! sehet, welch ein seht, wie auf ihn dringet Der Juden grausamkeit; Sie rufen: kreuzge ihn, Pilate, Barrabam Gib los, nimm diesen hin. mensch! Der für uns menschen stirbet, Der uns das leben durch Den bittern tod erwirbet, Der uns durch seine pein Befreit von aller noth, Der uns erlöset von Dem ew'gen höllen- tod. 15. O Jesu, dir sei dank, Daß du für uns gestorben, und hast durch deinen tod Das leben uns erworben! Führ uns durch deinen tod Ins ew'ge leben ein, So wollen wir auch dort Dir ewig dankbar sein. 9. Ach! sehet, welch ein mensch. O marter, angst und plagen. Ach! sehet, Jesus wird Mit geißeln hart geschlagen. Ach seht den blutgen Leib; Ach! seht die wunden an; Ach! seht, er wird gequält, Daß er kaum leben kann. 10. Ach! sehet, welch ein mensch. Seht, wie die bösen rotten Den Herrn der herrlichkeit Verhöh nen und verspotten; Sie krönen ihm sein haupt Mit einer dor. nen- fron, Und neigen sich vor ihm Aus lauter spott und hohn. Mel. Nun freut euch lieben. 455. Der Herr hat alles wohl gemacht, Er wird nichts böses machen. Dieß, fromme 11. Ach! sehet, welch ein mensch. seele, wohl betracht In allen Ach! lasset thränen fließen, deinen sachen, In freud und Laßt eure augen sich Gleich einer fluth ergießen. Ach! seht leid, In gnüg und noth, In krankheit, jammer, freuz und das elend an; Seht, unser tod, In kummer, angst und Herr und Gott, Der Heiland, trägt das freuz Zu seinem bittern tod. schmerzen. 2. Der Herr hat alles wohl gemacht, Noch eh er uns ge 12. Ach! sehet, welch ein mensch. schaffen; Er hat uns mit dem O plagen über plagen. Ach! heil bedacht, Das einig unser sehet, Jesus, ach! Wird an das waffen, Ja unser schild und ret Reuer Anhang. 335 tung ist; Er hat uns vor der zeit Gen himmel, da ein herz hin-= erfiest, Eh man die sterne zählet. 3. Der Herr hat alles wohl gemacht, Dieß rühme wer es höret, Als er uns hat hervor gebracht und nach der hand gemehret, Da er das menschliche geschlecht Gesegnet, daß auch früchte brächt Das erdreich und was drinnen. tracht, Das trübsal hat erfahren; Er hat die stätt uns da bereit, Da wir nach dieser kurzen zeit In freuden sollen schweben. 9. Der Herr hat alles wohl gemacht, Wenn seinen geist er sendet Zu uns herab, der uns bewacht Und unsre herzen wendet Von dieser welt zu Gott hinauf, Und daß wir endlich unsern lauf Ganz seliglich vollziehen. 10. Der Herr hat alles wohl gemacht, Auch wenn er uns betrübet, Wenn uns die finstre freuzesnacht Befällt und allzeit übet In kreuz und widerwärtigkeit, In angst und trübsal und im leid, Wenn er uns stärkt im glauben. 4. Der Herr hat alles wohl gemacht. Da schon der mensch gefallen, Da hat er dennoch fleißig acht Auf ihn und auf uns allen; Er rief und ruft noch mich und dich Aus lauter lieb, und sehnet sich In lauter süßen flammen. 5. Der Herr hat alles wohl gemacht, Der uns sein wort gegeben, Davon oft unser herze lacht, Wann wir in ängsten schweben; Da ist er unsre zuversicht, Er tröstet uns und läßt uns nicht In allen unsern nöthen. 6. Der Herr hat alles wohl gemacht, Da er für uns gestor ben, Und heil und leben wieder bracht, Und durch sein blut erworben. Was willst du mehr, betrübter geist? Komm her, schau hier, was lieben heißt: Sollt der nicht all's dir geben? 7. Der Herr hat alles wohl gemacht, Da er vom tod erstanden, Und aus ganz eigner kraft und macht Uns von der hölle ban den Und ihren ketten hat befreit, Daß unser muth getrost aus schreit: Wo ist der sieg der hölle? 11. Der Herr hat alles wohl gemacht, Wenn er in lieb und treue Noch immerzu an uns gedacht, Und macht uns wieder neue; Wenn er den alten menschen bricht, Und die verkehrten wege richt Nach seinem frommen willen. 12. Der Herr hat alles wohl gemacht, Wann er wird wieder kommen; Und ob gleich alles bricht und kracht, Wird er doch seine frommen zu sich aufziehen in die höh, Und retten sie von allem weh: Da soll'n sie sein erhoben. ARE C 13. Der Herr hat alles wohl gemacht: Es wird kein sinn erreichen Hier seines ruhmes große pracht, Er muß zurücke weichen 8. Der Herr hat alles wohl gemacht, Da er ist aufgefahren 336 Neuer Anhang. Und schreien aus mit voller sum hat und Jesum liebt, Der macht: Der Herr hat alles wohl liebt den, der den himmel gibt. gemacht, Dafür wir ihn stets loben. 5. Wer Jesum liebt, kann sich ergößen, Wenn ihn sein liebster Jesus füßt, Wenn er ins leben ihn wird setzen, Und alles herzeleid versüßt. Wer Jeſum hat und Jesum liebt, Der liebt den, der den himmel gibt. 14. Nun, er hat alles wohl gemacht, Er wird nichts böses machen; Er träget dich gar fanft und sacht: Drum in all deinen sachen, In freud und leid, in gnüg und noth, In krankheit, jammer, kreuz und tod Dank ihm von ganzem Herzen. Heinrich Müller. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 456. Wer seinen Jeſum recht will lieben, Der achtet nicht der eitelkeit; Ihn kann kein ungemach betrüben, Er bleibt auch treu bei rauher zeit. Wer Jefum hat und Jesum liebt, Der liebt den, der den himmel gibt. 2. Wer Jesum liebt, muß alles lassen, Was falschen schein der liebe macht, Nur seinen Je. sum muß er fassen, Auf ihn alleine sein bedacht. Wer Jesum hat und Jesum liebt, Der liebt den, der den himmel gibt. 3. Wer Jesum liebt, verlangt den himmel Und ruht an seines Seſu brust; er läßt das böse weltgetümmel, Und seufzet nach der himmels- lust. Wer Jesum hat und Jesum liebt, Der liebt den, der den himmel gibt. 4. Wer Jesum liebt, der kann nicht sterben, Er lebt auch in dem tode noch, Sein Jesus läßt ihn nicht verderben, Ob ihn hier drückt der sünden joch. Wer JeMel.: Uch was soll ich sünder. 457. Sollt ich meinem Gott nicht trauen, Der mich liebt so väterlich, Der so herzlich sorgt für mich? Sollt ich auf den fels nicht bauen, Der mir ewig blei bet fest, Der die seinen nicht verläßt? red. 2. Er weiß alles, was mich drücket, Mein anliegen, meine noth; Er steht mir bei bis in tod; Er weiß, was mein herz treu Bleibt mir jetzt und ewig erquicket; Seine lieb und vater neu. 3. Der die vögel all ernähret, Der die blumen, laub und gras Kleidet schön ohn unterlaß, Der uns alles guts bescheret, Sollte der verlassen mich? Nein, ich trau ihm sicherlich. 4. Denn nach seinem reich ich trachte, Wann ich durch gerech tigkeit Finde meine himmelsfreud; Wann ich geld und gut verachte, Segnet Gott mir frith und spat Wort und werke, rath und that. 5. Ei, so mag der andre mor gen Bleiben. Was noch künftig ist, Irrt mich nicht: Ich bin ein Christ, Ich laß meinen Gott 337 5. Jesus nimmt die fünder an: Dieses ists, was mich ergößzet, Wenn mich alle welt betrübt Und in lauter trauren seget. Wenn mich das gewissen schreckt Und verfluchet zu dem bann, So ergötzt mich dieser trost: Jesus nimmt die sünder an. Neuer Anhang. versorgen Alles, weil doch aller zeit Ihre sorgen schon bereit. 6. Gott sei lob, der mich erfreuet, Daß ich glaube festiglich, Gott, mein Vater, sorgt für mich; Der mir diesen troft erneuet, Daß ich weiß, Gott lie bet mich, Gott versorgt mich ewiglich. Johann Olearius. dord is nodod 458. Jesus nimmt die sünder an. Drum so will ich nicht verzagen, Wenn mich meine missethat Und die sünden heftig plagen. Drücket das gewissen mich, Ei, so denk ich nur daran, Daß mir Gottes wort verspricht: Je sus nimmt die fünder an. 6. Jesus nimmt die sünder an. Laß es alle welt verdrießen; Laß den satan alle pfeil, Nur auf mein gewissen schießen; Pharisäer murret nur: Troßz, wer unter allen kann Diesen trost vertilgen mir: Jesus nimmt die sünder an. 7. Jesus nimmt die fünder an: Diesen trofst hab ich erkoren. hat sich schon das schaf verirrt; Ist der groschen gleich verloren: Gott hat schon ein licht bereit, Das erleuchtet jedermann, Dieses bringt mich auch zurecht: Jeſus nimmt die fünder an. riser 8. Jesus nimmt die fünder an: Diesem theuren hirt der seelen Will ich jetzt und immerdar Michy zu treuer hand befehlen. Führe mich nach deinem rath, Daß ich endlich rühmen kann, Wie du mich verloren schaf, Jesu, hast genommen an. Gottfried Hofmann. s Mel. Ermuntre dich mein. 459. Du bist ein mensch, das weißt du wohl. Was strebst du denn nach dingen, Die Gott der ich schier verzweifeln möcht: höchst alleine soll Und kann zu Ach! es ist ein bloßer wahn: werke bringen? Du fährst mit Ich glaub dennoch festiglich: deinem wiß und sinn Durch so Jesus nimmt die sünder an. viel tausend sorgen hin, Und 22 2. Jesus nimmt die fünder an, Wenn sie sich zu ihm bekehren Und vergebung ihrer sünd Nur in wahrer buß begehren. Sünden- lust, drum gute nacht! Ich verlasse deine bahn; Mich erfreuet, daß ich hör: Jesus nimmt die fünder au. 119 3. Jesus nimmt die fünder an. Wehe dem, wer diesen glauben, Diese feste zuversicht Sich vom fatan läffet rauben, Daß er in der fünden angst Nimmer fröh lich sagen kann: Ich bin dennoch ganz gewiß: Jesus nimmt die sünder an. ndi gibi 4. Jesus nimmt die fünder an. Bin ich gleich von ihm geirret; Hat der satan schon mein herz Oftermalen so verwirret, Daß Neuer Anhang. 338 denkst: wie wills auf erden Doch endlich mit mir werden? 12. Es ist umsonst: du wirst fürwahr Mit allem deinen dich ten Auch nicht ein einges kleinstes haar In aller welt ausrich ten; Und dient dein gram sonst nirgends zu, Als daß du dich aus deiner ruh In angst und schmerzen stürzest, Und selbst das leben kürzest. Wer brachte sonn und mond herfür? Wer machte fräuter, bäum und thier, Und hieß sie deinen willen Und herzens- lust erfüllen? 10 7. Heb auf dein haupt, schau überall Hier unten und dort oben, Wie Gottes sorg auf al len fall Für dich sich hab er hoben. Dein brod, dein wasser und dein kleid War eher noch als du bereit; Die milch, die du erst nahmest, War auch schon, da du famest. sadidl d 8. Die windeln, die dich allgemach Umfingen in der wie gen, Dein bettlein, kammer, stub und dach, Und wo du solltest liegen, Das war ja alles zugericht Eh, als dein aug und an gesicht Eröffnet ward und sahe, Was in der welt geschahe. 9. Noch, dennoch soll bein an gesicht Dein ganzes leben füh ren; Du traust und glaubest weiter nicht, Als was dein augen spüren. Was du beginnst, da soll allein Dein kopf dein un licht und meister sein; Was der nicht auserforen Das hältst du als verloren. pan modnet 5. Durch wessen kunst steht dein gebein In ordentlicher fülle? Wer gab den augen licht 10. Nun siehe doch, wie viel und schein, Dem leibe haut und und oft Ist schändlich umge hülle? Wer zog die adern hie schlagen, Was du gewiß und und dort, Ein jede an ihr stell fest gehofft Mit hånden zu er und ort? Wer setzte hin und jagen. Hingegen, wie so manwieder So viel und schöne chesmal Ist doch geschehn, was glieder? ispaid on md überall Kein mensch, kein rath, 6. Wo war dein herz, will kein sinnen Ihm hat ersinnen und verstand, Da sich des him fönnen, old is as mels decken Erstreckten über see und land Und aller erden ecken? $$ 3. Willst du das thun, was Gott gefällt, Und dir zum heil gedeihet: So wirf dein sorgen auf den held, Den erd und himmel scheuet, Und gib dein leben, thun und stand Nur fröhlich hin in Gottes hand; So wird er deiner sachen Ein fröhlich ende machen. 4. Wer hat gesorgt, da deine feel Im anfang deiner tage Noch in der mutter leibes- höhl Und finsterm kerker lage? Wer hat allda dein heil bedacht? Was that da aller menschen macht. Da geist und sinn und leben Dir ward ins herz gegeben? 11. Wie oft bist du in große noth. Durch eignen willen kom Neuer Anhang. 339 men, Da dein verblendter sinn hier allzusammen Voll allzuden tod Fürs leben angenom süßer flammen.artic men; Und hätte Gott dein wort 16. Er hißt und brennt von und that Ergehen lassen nach gnad und treu, Und also kannst dem rath, Indem du's angefangen, Du wärst zu grunde gangen.te du denken, Wie seinem muth zut muthe sei ,, Wenn wir uns oftmals fränken Mit so vergebner sorgen bürd, Als ob er uns nun gänzlich würd' aus lauterm zorn und hassen Hinfort ganz trostlos lassen. 1@ 8 17. Das schlag hinweg und laß dich nicht So lüderlich bethören. Ob gleich nicht das allzeit geschicht, Was freude kann vermehren, So wird doch wahrlich das geschehn, Was Gott, dein Vater, ausersehn; Was er dir zu will kehren, Das wird kein mensche wehren. 12. Der aber, der uns ewig liebt, Macht gut, was wir verwirren, Erfreut, wo wir uns selbst betrübt, und führt, wo wir uns irren; Und dazu treibt ihn sein gemüth Und seine reine vater- güt, In der uns arme sünder Er trägt als seine kinder. 13. Ach, wie so oftmals schweigt er still, Und thut doch, was uns nüßet, Da unterdessen unser will Und herz in ängsten siset, Sucht hier und da, und findet nichts, Will sehn, und mangelt doch des lichts; Will aus der angst sich winden, Und fann den weg nicht finden. 18. Thu als ein kind und lege dich In deines Vaters arme; Bitt ihn und flehe, bis er sich Dein, wie er pflegt, erbarme: So wird er dich durch seinen geist Auf wegen, die du jetzt nicht weißt, Nach wohlgehaltnem ringen Aus allen sorgen bringen. dan Paul Gerhardt. 14. Gott aber geht gerade fort Auf seinen weisen wegen, Er geht und bringt uns an den ort*) Da wind und sturm sich legen. Hernachmals, wenn das werk geschehn, So kann alsdann der mensche sehn, Was der, so Mel.: Erstanden ist der heilig. ihn regieret, In seinem rath ge- 460. Gelobt sei Gott im führet. höchsten Thron Sammt seinem eingebornen Sohn, Der für uns hat genug gethan, Alleluja. *) ursprünglich: Port( Hafen). 15. Drum, liebes herz, sei wohlgemuth Und laß von sorg und grämen. Gott hat ein herz, das nimmer ruht, Dein bestes vorzunehmen; Er fanns nicht lassen, glaube mir; Sein herz 3. Nach welchem er gefalbet und sinn ist gegen dir Und uns ward, Begraben nach jüdischer 22* 2. Als er allhier gewandelt hat, Versöhnet sünd und misses that, Durch seinen unschuldigen tod. Alleluja. 340 Neuer Anhang. art, Und er mit hütern wohl stehn vom tod, Und wißt, daß verwahrt. Alleluja. 19 fichs ergangen hat, Alleluja. 14. Geht hin, und sagts fein'n jüngern frei, Daß er vom tod erstanden sei, Und denket seiner wort dabei. Alleluja. 4. Des morgens früh am dritten tag, Weil noch der stein am grabe lag, Erstund er frei ohn alle plag, Alleluja. 5. Ein engel stieg vom himm'l herab Und that den großen stein vom grab, Welches den hütern schrecken gab, Alleluja. 6. Da er also das grab auf brach, Bald ein groß erdbeben geschah, Davon der hüter kraft zerbrach. Alleluja. 7. Der engel setzt sich auf den stein, Sein kleid war weiß, sein antlig scheint Gleich wie der bliß ganz hell und rein. Alleluja, 8. Da kamen weibesbilder dar, Wurden des engels auch gewahr, Und entsetzten sich ganz und gar. Alleluja. 15. Heißt sie in Galiläa gehn, Daß sie daselbst vor ihme stehn, So bald ein wenig tag vergehn. Alleluja. 16. Die weiber folgten dieser lehr, Und sagten dem betrübten heer, Wie Jesus weggegangen wär. Alleluja. 12 17. Doch glaubten dieß die jünger nicht, Weil ihnen diese wahr' geschicht noch nicht recht käme vor gesicht. Alleluja. 18. Nun bitten wir dich, Jesu Christ, Weil du vom tod erstanden bist, Verleih uns, was uns selig ist. Alleluja. 19. D, mach unser herzen be reit, Anzunehmen deine wahrheit Ohn alle eigensinnigkeit. 9. Der engel sprach: ei, fürcht euch nicht, Denn ich weiß wohl, was euch gebricht: Ihr sucht Alleluja. Jefum, den findt ihr nicht. Al- 20. Damit wir von sünden leluja. 10. Er ist erstanden von dem tod, Hat überwunden alle noth; Kommt, seht, wo er gelegen hat. Alleluja. deit Frei mögen singen allezeit befreit, Deinem namen gebeneAlleluja. Böhmische Brüder. Mel. In dich hab ich gehoffet. 461. Ach frommer Gott, wo soll ich hin Mit meinem hochbe trübten sinn Und tiefen ſeelenschaden? Mein krankes herz Ist wie mit erz Und steinen überladen. 11. Sie gingen furchtsam in das grab, In dem da saß ein andrer knab, Deß glanz ihn'n auch erschrecken gab. Alleluja. 12. Da sagten die engel zu ihn: Den ihr sucht, der ist schon dahin, In Galiläa findt ihr ihn. Alleluja. 2. Wie klagt mich mein ge bills wissen an, Es thut mich grau 13. Denkt, was er euch ge- fam in den bann; Ich muß mich faget hat, Wie er wird aufer- selbst verklagen, Und seinen Neuer Anhang. 341 mord An allem ort In meinem 10. Vergib, o vater, aus gebusen tragen. duld Mir alle meine sündenschuld, Laß meine seele leben, Errette sie, Damit ich nie In schanden möge schweben. 3. Gleich wie ein wild durch schnelle flucht Den pfeilen zu entgehen sucht, Die schon sein herz empfunden: So eil auch ich Und trage mich Mit meinen höllen- hunden. 11. Denn sieh, ich trau allein auf dich; Durch schlecht und berecht behüte mich. Gott will aus Und Israel Aus aller noth erSimon Dach. lösen. 4. Wer hilft in diesen nöthen allem bösen Mein arme seel, mir? Herr, mein verlangen steht nach dir, Ich stell auf dich vertrauen Und hoffnung. Gott, Laß keinen spott Bei deiner furcht mich schauen. ods 5. Denk: keiner, der geduldig dein Kann harren, wird in schanden sein; Laß den zu schanden werden, Der deiner macht Verächtlich lacht, Und traut der schnöden erden. Mel. 3ion klagt mit angst und. 462. O du schöpfer aller dinge, Höre, höre mein gebet, Das ich jetzo vor dich bringe, Weil mein herz in ängsten steht. Meine sünden ängsten mich, Da rum komm ich auch vor dich, Und bekenne meine sünden: Ach Herr, laß mich gnade finden. 2. Weil du heißest alle kommen, Die beladen sind, zu dir, Bin ich auch nicht ausgenommen, Noch gewiesen von der 7. Sieh meine thorheit über- thür Der genaden, sondern du hin: Nach deiner großen lang- Willst und wirst mich noch dazu muth sinn Laß doch mein herz sich stillen; Gedenke mein In lieb allein Um deiner güte willen. Von den sünden, die mich drükfen, Ganz entbinden und er quicken. 121640 3. Dein wort bleibet ungerochen, Das du einmal hast geredt. Nun hast du, o Gott, gesprochen: Such mein antlig im gebet, Darum komm ich auch vor dich, Such dein antliß: ach, laß mich Bei dir trost und gnade finden, Sprich mich los von meinen sünden. 4. Sieh die handschrift, die ich gebe Dir in deine hand, o Gott. Hier sprichst du: so wahr ich 6. Gedenk an die barmherzigfeit, Die du erwiesen allezeit, Seit daß die welt gestanden; Gedenke nicht An dein gericht Und meiner jugend schanden. 8. Gib deinem großen namen statt, Sei gnädig meiner missethat, Die ich dir nicht verhehle, 3st gleich kein ziel, Und ihr so viel, Daß ich sie gar nicht zähle. 9. Mach mich von meinem fummer los; Denn meines herzens angst ist groß; Entführ mich meinen nöthen, Schau gnädig her Auf mein beschwer, Es drohet mich zu tödten. 342 Neuer Anhang. lebe, Ich will nicht des sünders Jesu, dich, und schmeck, wie süß tod, Sondern, daß er sich be- Und wie freundlich du bist kehr Von den sünden, und be- denen, Die sich nach dir herzgehr Ewiglich mit mir zu leben: lich sehnen. Joh. Heinr. Califius. So will ich ihm all's vergeben. 5. Nun wohlan, du wirst nicht Mel. Herr Jesu Christ, dich. lügen; Ich halt mich an deine 463. O süßes wort, das wort, Will darauf in demuth Jesus spricht Zur armen wittbiegen Meine knie an diesem we: weine nicht! Es kommt mir ort, Und bekenne meine sünd; Ich bin das verlorne find, Das, vom teufel oft verblendet, Deine güter hat verschwendet. nie aus meinem sinn, Zumal wenn ich betrübet bin. 6. Weiter will ich nichts mehr sagen, Und allein an meine brust Mit dem armen zöllner schlagen: Gott, es ist dir wohl bewußt, Daß ich hab gesündigt dir, Aber sei doch gnädig mir. Ich fall dir in deine arme: Ach Herr, meiner dich erbarme. 2. Es wird geredt nicht in ein ohr Leis, sondern unterm freien thor Laut, daß es höret jedermann Und sich hierüber freuen fann.vnd p 3. Er redets aber zu der zeit, Da tod und leben warn im streit; Drum soll es auch erquicken mich Im tod und leben träftiglich. 4. Wenn noth und armuth mich ansicht, Spricht doch mein Jesus: weine nicht! Gott ist dein Vater, trau nur ihm, Erhört er doch der raben stimm. 5. Bin ich sehr kraftlos, frank und schwach, Und ist nichts da, denn weh und ach, So tröst't mich Jesus noch und spricht: Ich bin dein arzt, drum weine nicht! 7. Ich verläugne nicht die sünden, Ich verläugne nicht die schuld, Aber laß mich gnade finden, Trage, Herr, mit mir geduld. Alles, was ich schuldig bin, Will ich zahlen, nimm nur hin Die bezahlung meines bürgen, Der sich ließ für mich erwürgen. 8. Nun, o Vater aller gnaden, Siehe dessen leiden an; Denn er hat ersetzt den schaden, Er hat für mich gnug gethan. Durch 6. Raubt mir der feind mein ihn bin ich ganz erlöst, Dessen gut und hab, Daß ich muß fort ich mich jetzo tröst, Weil in sei- mit einem stab, Sagt Jesus wienen tiefen wunden Ich nun fried der: weine nicht! Denk, was und ruh gefunden. idem frommen Job geschicht. 9. Ich will auch hierauf ge- 7. Vertreibt mich des verfolnießen Christi wahren leib und gers hand, Und gönnt mir keiblut, meiner seelen und gewis- nen siß im land, Schreit Jesus sen Zur erquickung und zu gut. in mein herz und spricht: Dein Gib, daß würdig ich genieß, ist der himmel, weine nicht! 343 Da die noth ist täglich gast; Gott gibt unter allen plagen Trost und endlich ruh und rast. Wer sein kreuz in demuth trägt, Und sich ihm zu füßen legt, Dem wird er sein herz erquicken, Keine last darf ihn erdrücken. Neuer Anhang. 8. Wann lofe hund bund- ketten sein, Ich habe feind und falsche freund, Spricht Jesus: weine nicht! und glaub, Dir kann nicht schaden asch und staub. 9. Reißt mir der tod das liebste hin, Sagt Jesus: weine nicht! ich bin, Ders wieder gibt, gedenke dran, Was ich zu Nain hab gethan. 10. Muß ich selbst ringen mit dem tod, Ist Jefus da, ruft in der noth: Ich bin das leben, weine nicht! Wer an mich glaubt, wird nicht gericht. 11. O süßes wort, das Jesus spricht In allen nöthen: weine nicht! Ach, klinge stets in meinem sinn, So fähret alles trauren hin. Johann Hoefel( Aus Lucas Cap. 7. 2. 13.) 4. Selig sind die frommen herzen, Die mit fanftmuth ange= than, Die der feinde zorn verschmerzen, Gerne weichen jedermann, Die auf Gottes rache schaun, Und die sach ihm ganz vertraun: Die wird Gott mit gnaden schützen, Und das erdreichy lang besißen. thaips 5. Selig sind die im gemüthe Hungert nach gerechtigkeit; Gott wird sie aus lauter güte Sättigen zu rechter zeit. Selig sind, die fremder noth Aus erbarmung flagen Gott, Mit betrübten sich betrüben; Gott wird sie hinwieder lieben. unt 6. Er wird sich zu ihnen kehMel. Zion klagt mit angst. 464. Kommt, ihr Christen, kommt und höret, Kommt und höret mit gebühr, Was euch ren Mit barmherzigkeit und euer Heiland lehret, Was er treu, Und wird allen feinden euch wird sagen für, Der sich auf den Berg geseßt, Und durch seine lehr ergößzt Alle die, so sich nicht schämen Ihn und sein wort anzunehmen. 2. Selig sind die geistlich armen, Die betrübt und traurig gehn, Die nichts suchen, als erbarmen Und vor Gott mit thränen stehn: Denen öffnet er gewiß Sein schön herrlich paradies, Daß sie sollen vor ihm schweben Voller freud und ewig leben. Sed de sin 3. Selig sind, die leide tragen; wehren, Die sie plagen ohne scheu. Selig sind, die Gott befindt, Daß sie reines herzens sind, Und den unzucht- teufel meiden: Diese schauen Gott mit freuden. 7. Selig sind, die allem zanfen, Allem zwiespalt, haß und neid, So viel möglich ist, abdanken, Stiften fried und einigfeit: Die sinds, die ihm Gott erwählt, Unter seine kinder zählt. Selig die verfolgung leiden; Gott nimmt sie zu ſeinen freuden. 8. Selig möcht ihr euch auch 344 Neuer Anhang. schätzen, Wenn euch wird die und nacht Muß mein lager flieschnöde welt Ueberall mit schmach ßen Von den thränen- güssen. zusetzen, Tragen in ein ander feld. Wenn euch wird ihr falscher mund Lästern als ein toller hund, Seid getrost; für ihre lügen Soll sie wohl ihr trankgeld kriegen. 9. Aber euch, euch will ich lohnen, Die ihr mir treu blieben 6. Weicht, ihr feinde, weicht seid, mit der unverwelkten kro- von mir; Gott erhört mein be nen Dort im reich der ewigkeit; ten. Nunmehr darf ich mit beDa follt ihr recht fröhlich sein, gier Vor sein antlig treten. Teu Leuchten als der sonnenschein fel weich! Hölle fleuch! Was Mit den heiligen Propheten, mich vor gekränket, Hat mir Die gesteckt in gleichen Nöthen. Gott geschenket. Aus Matthäus Cap. 5. V. 1 ff. Der 6. Psalm. 465. Straf mich nicht in deinem zorn, Großer Gott, ver: schone. Ach, laß mich nicht sein verlorn, Nach verdienst nicht lohne. Hat die sünd Dich entzündt, Löschy ab in dem lamme Deines grimmes flamme. 2. Herr, wer denkt im tode dein? Wer dankt in der hölle? Rette mich aus jener pein Der verdammten ſeele, Daß ich dir Für und für Dort an jenem tage, Höchster Gott, lob sage. 3. Zeig mir deines Vaters huld, Stärk mit trost mich schwachen. Ach Herr, hab mit mir geduld; Mein gebeine krachen, Heil die seel Mit dem öl Deiner großen gnaden; Wend ab allen schaden. 5. Ach, ich bin so müd und matt Von den schweren plagen, Mein herz ist der seufzer satt, Die nach hülfe fragen: Wie so lang Machst du bang Meiner armen seele In der schwermüths höhle? the end sind 7. Vater, dir sei ewig preis Hier und auch dort oben, Wie allzeit zu loben; Heilger Geist, auch Christo gleicher weis, Der Sei gepreist, Hoch gerühmt, ges ehret, Daß du mich erhöret. Johann Georg Ulbinus. Mel. Nun danket all und bringet. 466, Nun sich der tag geendet hat, und keine sonn mehr scheint, Schläft alles, was sich abgematt, Und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast feine rast: Du schläfst noch schlummerst nicht: Die finsterniß ist dir verhaßt, Weil du bist selbst das licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich, In dieser schwarzen 4. Ach, sieh mein gebeine an, nacht, Und schenke mir genädigWie sie all erstarren, Meine lich Den schirm von deiner wacht. seele gar nicht kann Deiner hülfe 4. Wend ab des satans wütheharren. Ich verschmacht, Tag rei Durch deiner engel schaar: Neuer Anhang. 345 So bin ich aller sorgen frei, Und 4. Aus der tiefe rufe ich Ach bringt mir nichts gefahr. O 5. 3war fühl ich wohl der sünden schuld, Die mich bei dir klagt an, Ach, aber deines sphnes huld Hat gnug für mich gethan. schon lang erbärmiglich! Kreuz und leiden halten an, Jesus mich draus retten kann. 5. Aus der tiefe rufe ich: Warum, Jesu, läßt du mich? Ich harr, warte, seufze, ach! Bis zur andern morgen- wach. 6. Aus der tiefe rufe ich: Jesu gnade tröstet mich. Ob es mir schon gehet hart, Ich doch der erfösung wart. 7. Aus der tiefe rufe ich: Jesus wird erlösen mich, Jesus machet, daß ich rein Werd von allen sünden sein. 8. Nunmehr hab ich ausgeruft. Jesus kommt und machet luft. Seele, schwing dich in die höh, Sage zu der Welt: ade! 9. Soll diese nacht die letzte sein In diesem jammerthal, So führ mich, Herr, in himmel ein Zur auserwählten schaar. 10. Und also leb und sterb ich dir, Du starker Zebaoth: Im Georg Christoph Schwämlein. mel. O Jesu Christ, meins. 468. Du unbegreiflich höchstes gut, An welchem klebt mein tod und leben hilfst du mir Aus herz und und muth, Ich dürst, aller angst und noth. do lebensquell, nach dir; Ach Johann Friedrich Herzog. hilf! ach lauf! ach komm zu mir! 6. Den setz ich dir zum bürgen ein, Wann ich muß vor gericht; Ich kann ja nicht verloren sein In solcher zuversicht. 7. Darauf thu ich mein angen zu Und schlafe fröhlich ein, Mein Gott wacht jest in meiner ruh: Wer wollte traurig sein? 8. Weicht, nichtige Gedanken, hin, Wo ihr habt euren lauf, Ich baue jetzt in meinem sinn Gott einen tempel auf. 105NG Der 130. Psalm. 467. Aus der tiefen rufe ich Zu dir, Herr: erhöre mich, Dei ne ohren gnädig neig, Merk die flehend stimm zugleich. 2. Aus der tiefe rufe ich; Sünden gehen über mich: Willt du rechten, Herr, mit mir, So besteh ich nicht bei dir. 3. Aus der tiefe rufe ich: Will denn niemand hören mich? Ach ſo hör, o Jesu mein; Du wirst ja der helfer sein. d) 2. Ich bin ein hirsch, der durstig ist von großer hißz; du, Jesu, bist Für diesen hirsch ein seelen- trank; Erquicke mich: denn ich bin frank.n 3. Ich schreie zu dir ohne stimm, Sch seufze nur: o Herr, vernimm, Vernimm es doch, du gnadenquell, und labe meine dürre feel. 4. Ein frisches wasser fehlet mir: Herr Jesu, zeuch, zeuch mich nach dir; Nach dir ein großer 346 durst mich treibt, Ach dir nur einverleibt. Neuer Anhang. wär ich Mel. Hast du dann Jesu dein.00 470. Soll ich denn, Jeſu, 5. Wo bist du denn, o bräuti- mein leben in trauren beschliegam? Wo weidest du, o Got: tes lamm? An welchem brünnlein ruhest du? Ich dürste, laß mich auch dazu. sen? Soll ich denn stündlich mit tbränen die wangen begießen? Willst du mich nicht, Jesu, mein leben und licht, Lassen die freu den genießen? 2. Ich will, was zeitlich ist, gerne und willig verlassen, Wan deln mit Jesu, dem Heiland, die himmlische straßen; Ewige rub Fühlet mein herze ja nu, Weil ich dich, Jesu, thu fassen. 3. Ist doch dieß zeitliche flüch tig und nichtige leben Immer mit krieg und streit häufig und stundlich umgeben: Hier ist kein ruh. Jesu, dir fliehe ich zu, Schenk mir das freudige leben. 4. Schaue, wie thränen und seufzen mein herze abnagen, Wie ich muß dulden und leiden viel schmerzen und plagen, Daß ich vor noth Mir öfters wünsche den tod, Dazu das ewige leben. 5. Ade, du falsche welt, ade, du zeitliches leben. Nunmehr werd ich bei Jesu dort ewiglich schweben. Freue dich nu, Meine seel, weil du hast ruh, Dazu das ewige leben. pinup artis 6. Ich kann nicht mehr, ich bin zu schwach, Ich schreie, dürft und ruf dir nach: Der hirsch muß bald gekühlet sein, Du bist ja sein, und er ist dein. Joachim Neander. 469. Welt, pacte dich! ich sehne mich nur nach dem himmel; Denn droben ist lachen und lieben und leben: Hier unten ist alles dem eiteln ergeben. 2. Welt, packe dich! du hältst nicht stich, du trügerinne! Ich lobe den himmel und liebe das leben, Das Jefus im himmel den frommen wird geben. 3. Nun fort mit dir; des himmels zier ist meine freude. Ich fuche den himmel, und lobe das leben, Das Jesus im himmel den seinen wird geben. 4. O himmels- lust! o lust, du mußt mein herz erfreuen. Ich fuche den himmel, und lobe das leben, Das Jesus dort oben den armen wird geben. 5. Nur fort, du welt! fomm, sternen- zelt, mich zu ergößen! Ich suche den himmel, das frendige leben: Das wolle mir Jesus, der lebens- fürst, geben. Justus Sieber. 471. Auf, auf, mein herz, und du, mein ganzer sinn, Wirf alles das, was welt ist, von dir hin. Im fall du willt, was gött lich ist, erlangen, So laß den leib, in dem du bist gefangen. 2. Die feele muß von dem ge säubert sein, Was nichts nicht Neuer Anhang. ist, als nur ein falscher schein; Muß durch den zaum der tugend dämpfen können Die schnöde lust der äußerlichen sinnen. 3. Ein jeder mensch hat etwas, daß er liebt, Das einen glanz der schönheit von sich gibt. Der suchet geld, und trauet sich den wellen; Der gräbet fast bis an den schlund der höllen. 4. Viel machen sich durch frieges- that bekannt, Und stehn getrost für Gott und für ihr land; Der denket hoch und strebet ganz nach ehren; Und jener läßt die liebe sich bethören. 347 was nicht den augen zeiget sich, Was niemand kann beschließen in den schranken Der sterblichkeit und flüchtigen gedanken. 10. Vollbringst du das, mein herz, und du mein sinn; Und legst die last der erden von dir hin; Sagst ab dem leib, in dem du bist gefangen: So wird Gott dich, und du wirst Gott erlangen. Martin Opiß. Mel. Herr ich habe mißgehandelt. 472. Ei, was frag ich nach der erden, Wenn Jehova bei sto mir ist! Es muß mir der himmel werden Trotz der welt und teufels- list. O Herr Jesu, meine krone, Komm, in meinem herzen wohne. l dali introd 5. Indessen bricht das alter bei uns ein, In dem man pflegt um nichts bemüht zu sein; Eh als wir es recht mögen innen werden, So kommt der tod, und rafft uns von der erden. 6. Wer aber hier dem leib ist abgethan, Und nimmt sich nur der himmels- sorgen an, Sett allen trost auf seines Gottes gnaden: Dem kann nicht welt, noch tod, noch teufel schaden. 7. Den Anker hat der Noah eingesenkt Da, als er war mit luft und see umschränkt; Der große trost hat Abraham erquicket, Als er sein schwerdt nach Isaac hat gezücket. is 8. Der glaube muß von Gott erbeten sein, Der einig macht, daß keine noth noch pein Und todes- angst auch den geringsten schmerzen Erwecken kann in frommer leute herzen. 9. Drum schau, o mensch, hinauf und über dich Nach dem, 2. Ei, was frag ich nach ducaten: Reich genug, wer Gott nur hat. Ich verachte ehrenstaaten; Droben ist die ehren stadt. O mein schöpfer, hilf doch glauben Deiner blöden turteltauben. 3. Ei, was frag ich nach dem himmel! Himmels gnug, wer Sesum liebt. Pfui, du schnödes welt- getümmel: Ach, wie hast du mich betrübt. Nun will ich mich erst ergößzen In den unsicht baren schätzen. 10 mp3 4. Ei, was frag ich nach dem schmähen, Wenn ich meide böse that; Wie Gott will, so muß es gehen. Oder lügen wird wohl rath! Endlich wird der wahrheit leben Hellen mittags- glanz doch geben. 3 5. Ei, was frag ich nach dem 348 Neuer Anhang. euch schon darüber schlecht, Ei, so habt ihr dennoch recht. loben: Darum bin ich frömmer uns was böses zeihen? Gehts nicht; Wahres lob kommt nur von oben, Von dem, der ins herze sicht. So viel wird der mensch nur taugen, Als er gilt in Gottes augen.de 5. Unrecht muß zu grunde gehn, Recht muß recht und ewig bleiben. Alle so dieß recht ver 6. Ei, was frag ich nach euch stehn, Werden hier sich unterallen, Himmel, erde, geld und schreiben. Jeder spreche nur ehr Wenn ich kann nur Gott gefallen! Ei was will, was will ich mehr? Gott allein ich will betrachten, Wenn mir leib und seel verschmachten. von sich: Schlecht und recht behüten mich. ( Aus Pfalm. 25, V. 21.) Joachim Neander( Uus Psalm 73, 3. 25. 26.) 212 Mel. Alle menschen müssen sterben. 474. Sesu, liebster schatz der frommen, Schönster bräutgam, the Mel. Jesus meine zuversicht. Gottes Sohn, Schaue deine braut jest kommen, Wie sie sich 473. Schlecht und recht be- vor deinem thron Zu der erden hüten mich: So bin ich sehr wohl niederleget Und auf ihre brust behütet, Und kann ruhen süßig, anschläget, Weil ihr hochbe lich; Da hingegen schmerzlich trübtes herz Fühlt den schweren wüthet Das unruhig bös ge- sünden- schmerz. schlecht, So nichts hält auf schlecht und recht. mine 2. Ach! es ist nicht zu beschrei ben Die sehr große sünden schuld; Ich kann kaum ver wehmuth bleiben, Weil, o Jesu, deine huld Gegen mich ist nun verscherzet, Welches mich so heftig schmerzet. Lieber stür ich tausendmal, Als ich leide 2. Ich will meinem Gott und Herrn, Der mich ihm bat ausersehen, Treulich und von herzen gern Dienend unter augen gehen. Ist mein thun vor ihm gleich schlecht, Dennoch spricht er mich gerecht. muppale große qual. ryton 3. Gott der höchste liebt das 3. Selbst das Herz fängt a recht, Pflegt es auch mit ernst zu bluten, Das dein scharf ge zu hegen, Dem verbosten schal- setz zerbricht; Die sehr herber fes knecht Seine strafen anzu- thränen- fluthen Ueberschwem legen: Ich bin Gottes kind und men mein gesicht; Alle mein ge freund, Drum bin ich dem un- bein erzittert, Weil dein grimm recht feind. 100 in mir so wittert; Ach ich bin lebendig todt In so großer seelen noth. 4. Nun, ihr frommen thut nur recht, Jhr dürft euch vor niemand scheuen; Tröstet euch des 4. Willst du mich denn ewig rechts und sprecht: Wer kann haffen? Deine lieb und freund Neuer Anhang. 349 lichkeit Wird ja die nicht sterben ben, Meinem Jefu halt ich still; lassen, Die nach deiner hülfe Mir geschehe, was er will. schreit. Ach, ich weiß dein Weil ich hauchen kann und berz wird brechen, Und mir ar- schnieben, Bleib ich ihm getreu men trost versprechen, Weil du verpflicht: Meinen Jesum laß meine fünden- last, Jesu, selbst ich nicht, diellor dull ertragen hast. 4. Meinen Jesum will ich lie5. Deine wunden sind die ben, Meinen Jesum halt ich quelle, Wo ich soll mein laster- fest. Ob mich alle welt verläßt; kleid Waschen als ein schnee so Wollt auch aller trost verstieben; helle Von dem koth der eitelkeit. Ob der tod durchs herze sticht: Ach wie will ich mich dann Dennoch laß ich Sesum nicht. laben, Kann ich nur ein tröpf- 5. Meinen Jesum will ich lielein haben Von dem balsam ben, Bis man mich ins grab deines bluts, Des hoch theuern hinstreckt, Und bis er mich auf seelen- guts. 6. Wirf dein liebreich angesichte, Herr, auf dein betrübtes kind, Weil ich mich jetzt zu dir richte, Und bereue meine sünd. erweckt. Mir werd auf den sarg geschrieben: Jesus ist mein helles licht, Meinen Jeſum laß ich nicht. Mel Jefu, meine freude. Laß doch mein geängst't gewis 476, Menschen- hülf ist nichsen Einen gnaden= blick genießen, Einen blick, o bruderherz: So verschwindet angst und schmerz. tig, Gunst und kunst ist flüchtig, Geld und welt vergeht: Allein Gottes gnade Macht, daß ohne schade mein herz sicher steht. Gottes huld Deckt meine Mel. Uch! was soll ich sünder.. 475. Meinen Jefum will schuld, Dem ich allezeit vertraue, ich lieben, Weil ich noch im Und fest auf ihn baue. ping leben bin; Ihm ergeb ich muth 2. Daß ich die welt haffe, und sinn, Er bleibt mir ins Und die lüste lasse, Und mein berz geschrieben. Wenn mir fleisch bezwing, Geb mir Gott alles sonst gebricht: Laß ich meinen Jesum nicht. die stärke, Daß ich glaubenswerte Williglich vollbring, Daß mein sinn niemals gewinn, Daß mein geist empor sich hebe, Ewig bei Gott lebe. hod Mw bed 2. Meinen Jesum will ich lieben, Ob mich angst und unfall plagt, Ob mich mein gewissen nagt; Nichts ja nichts fann 3. Wenn ich folchermaßen mich betrüben. Ob mich fünd Geh auf rechterstraßen, Die und höll ansicht: Meinen Je zum himmel führt, Wird mich sum laß ich nicht. mindig nicht betrüben Mein thun und 3. Meinen Jesum will ich lie- verüben, Das aus sünd herrührt; * Neuer Anhang. 350 Gott wird mir Die ewig zier Und die kron der ehren geben Dort in jenem leben. 4. Zilg allen haß und bitter 4. Wann ich werd erwachen, feit, D Herr, aus meinem her Wird mein mund voll lachen zen; Laß mich die sünd in dieser Und voll rühmens sein. Wann zeit Bereuen ja mit schmerzen; die himmel weichen; Sonn und Du heißgebratnes Osterlamm, mond erbleichen: Gibt Gott licht Du meiner ſeelen bräutigam, und schein. Dann will ich Dort Laß mich dich recht genießen. ewiglich Mit banksagen und 5. 3war bin ich deiner gunst lobsingen Allezeit zubringen. nicht werth, Als der ich jetzt 5. Stein mensch hat gesehen, erscheine, Mit sünden allzuviel Keiner kann verstehen, Was da beschwert, Die schmerzlich ich fei für luft; Kein ohr hat gehöret, Niemand das gelehret, Reiner hat gewußt, Was das sei: Von sünden frei, Gott anschauen und Gott loben Ewiglich dort oben. Johann Flittner. beweine: In solcher trübfal tröstet mich, Herr Jesu, daß di gnädiglich Der fünder dich er barmest. sind all mich, Auf daß ich möge würdig lich An deiner tafel sizzen. 6. Ich bin ein mensch voll sünden- grind: Laß deine hand mich heilen; Erleuchte mich, Mel. Wann mein stündlein. 477. Du lebens- brod, Herr Jefu Christ, Mag dich ein fün denn ich bin blind, Du kannst mir gnad ertheilen: Ich bin der haben, Der nach dem him. verdammt: erbarme dich; Ich mel hungrig ist, und sich mit bin verloren: suche mich Und dir will laben: So bitt ich dich hilf aus lauter gnade: demüthiglich, Du wollest recht 7. Mein bräutigam, komm bereiten mich, Daß ich recht her zu mir, Und wohn in mei würdig werde. ad and nem herzen; Laß mich dich fü 2. Auf grünen auen wollest sen für und für, Und lieblich du mich diesen tag, Herr, leis mit dir scherzen. Ach, laß doch ten, Den frischen wassern füh- deine süßigkeit Für meine seele ren zu, Den tisch für mich be- sein bereit Und stille ihren jam reiten; Ich bin zwar sündlich, mer. matt und krank, Doch laß mich 8. Du lebens- brod, Herr Jesu deinen gnaden trank Aus dei- Christ, Komm selbst dich mir nem becher schmecken.) isdie zu schenken; O blut, das du 3. Du zucker- süßes himmels- vergossen bist, Komm eiligst brod, Du wollest mir verleihen, mich zu tränken: Ich bleibe dir, Daß ich in meiner seelen- noth du bleibest mir, Drum wirst du, Zu dir mag findlich schreien; güldne himmels thür, Auch mich Dein glaubens rock bedecke dort auferwecken. Johann Rist. Neuer Anhang. 351 Mel. Es ist das heil uns kommen. schafft, Kann leib und feele 478. Mein Herzens Jesu, meiné lust, An dem ich mich vergnüge, Der ich an deiner liebes- brust Mit meinem herzen liege: Mein mund hat dir ein lob bereit, Weil ich von deiner freundlichkeit So großes labsal friege. 2. Mein herze wallt und ist in labe: rühren, Daß ich voll geist und leben bin. Mein Jesu, laß mich nun forthin Das Leben nicht verlieren.de 40 ast 7. Du bist mein liebes himmels- brod, Des Vaters höchste gabe, Damit ich mich in hungers noth Als einer stärkung D brod, bas fraft und bich Mit heißer lieb entzündet; leben gibt, Gib, daß ich, Es singt, es springt, es freuet was der welt beliebt, Niemals fich, So oft es dich empfindet, zur nahrung habe.aspber So oft es dich im glauben füßt, 8. Du bist mein trant, und Der du dem herzen alles bist, deine frucht 3st meiner fehle süße: Wer von dir trinkt, der Das dich im glauben findet. selbe sucht, Daß er dich stets genieße. O quell, nach der mein herze schreit, Gib daß der strom der süßigkeit Sich ganz in mich ergieße. sh ped 9. Du bist mein allerschönstes kleid, Mein zierrath, mein ges schmeide; Du schmückst mich mit gerechtigkeit, Gleidy als mit reiner seide: Ach gib, daß ich die schnöde pracht, Damit die welt sich herrlich macht, Als einen Unflath meide.s 10. Du bist mein schloß und sichres haus, Da ich in freiheit siße; Da treibet mich kein feind heraus, Da sticht mich keine hißze: Ach, laß mich, liebes Jesulein, Allzeit in dir erfunden sein, Daß deine huld mich schüße. islam 11. Du bist mein treuer feelengenesen.ndsid oor hirt, Und selber auch die weide; 6. Du bist mein leben; deine fraft Soll mich allein regieren; Dein geist, der alles in mir 3. Du bist mein wunderbares licht, Durch welches ich erblicke Mit aufgedecktem angesicht, Da ran ich mich erquicke: Nimm hin mein herz, erfüll es ganz, O wahres licht, durch deinen glanz, und weiche nicht zurücke. 4. Du bist mein sichrer him mels- weg, Durch dich steht alles offen. Wer dich versteht, der hat den steg Zur seligkeit getroffen: Ach, laß, mein liebstes heil, bin für Doch ja den himmel außer dir Auf keine wege hoffen. 5. Du bist die wahrheit: dich allein Hab ich mir auserlesen; Denn ohne dich ist wort und schein, In dir ist kraft und wesen. Ach, mach mein herz doch völlig frei, Daß es nur dir er geben sei, Durch den es kann Du hast mich, da ich war verirrt, Geholt mit großer freude: Ach nimm dein schäflein nun in acht, 352 Neuer Anhang. damit es weder list noch macht herzeleid, Mein fust- spiel, wann Von deiner heerde scheide. ich lache, Mein tagewerk, das 12. Du bist mein holder bräu- mich erfreut, Mein denken, wann tigam, Dich will ich stets um- ich wache, Im schlaf mein fassen, Mein hoherpriester und traum und süße ruh, Mein vormein lamm, Das sich hat schlach- hang, den ich immer zu Mir um ten lassen, Mein könig, der mich mein bette mache. ganz besitzt, Der mich mit seiner allmacht schüßt, Wenn mich viel feinde baffen.vd 13. Du bist mein anserkorner freund, Der mir mein herz be weget, Mein bruder, der es treu lich meint, Die mutter, die mich pfleget, Mein arzt, wann ich verwundet bin, Mein balfam, meine wärterin, Die mich in schwach8. Was soll ich, schönster, wohl von dir Noch weiter sa gen können? Ich will dich meine liebs- begier, Mein einig alles nennen; Denn was ich will, das bist du mir: Ach laß mein Herze für und für Von deiner liebe brennen. d d d Mel. Selig, ja selig, wer willig. 479. Jefu, hilf siegen, du Fürste des lebens! Sich, wie die finsterniß dringet herein; Wie sie ihr höllisches heer nicht vergebens Mächtig aufführet, mir schädlich zu sein. Satan der sinnet auf allerhand ränke, Wie er mich sichte, verstöre und heit tråget. 14. Du bist mein starker held im streit, mein panzer, schild und bogen, mein tröster in der trau rigkeit, Mein schiff in wasserwogen, Mein anker, wann ein sturm entsteht, Mein sichrer compaß und magnet, Der mich noch nie betrogen.de fränke. 15. Du bist mein leitstern 2. Jesu hilf siegen, der du und mein licht, Wann ich im finstern gehe, Mein reichthum, wann es mir gebricht, In tiefen meine höhe, Mein zucker, wann es bitter schmeckt, Mein festes dach, das mich bedeckt, Wann ich im regen stehe. sit michy erkaufet! Rette, wann fleisch und blut, satan und welt Mich zu berücken ganz grimmig anlaufet, Oder auch schmeichelnd sich listig verstellt. Wenn Babel wüthet von außen und innen, Saß mir, Herr, niemals die 14. Du bist mein garten, da hülfe zerrinnen.sid teist ich mich In stiller lust ergöße, 3. Jesu, bilf siegen! ach! wer Mein liebstes blümlein, welches muß nicht klagen: Herr, mein ich Darein zur zierde setze; gebrechen ist immer vor mir. Mein röschen in dem freuzes. Hilf, wann die sünden der ju thal, Da ich mit dornen ohne gend mich nagen, Die mein ge zahl Den schweren gang verleßze. wissen mir täglich hält für. Ach! 17. Du bist mein trost in laß mich schmecken dein kräftig Neuer Anhang. 353 hen, Der wie ein engel des lichtes erscheint? Ach Herr, wo du weichst, so muß ich ja irren, Wann mich der schlangen list sucht zu verwirren. 9. Jesu, hilf siegen! und laß mich nicht sinken, Wann sichy die kräfte der lügen aufblähn, und mit dem scheine der wahrheit sich schminken, Laß doch viel heller dann deine kraft sehn, Steh mir zur rechten, o könig und meister, Lehre mich kämpfen und prüfen die geister. 10. Jesu, hilf fiegen! in wachen und beten. Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein; Laß dein gebet mich unendlich vertreten, Der du versprochen, mein fürsprach zu sein. Wann mich die nacht mit ermüdung will decken, Wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 11. Jesu, hilf siegen! Wenn alles verschwindet, Und ich mein nichts und verderben nur seh; Wann kein vermögen zu beten sich findet; Wann ich muß ſein ein verschüchtertes reh: Ach 7. Jesu, hilf siegen! In aller- Herr, so wollst du im grunde lei fällen Gib mir die waffen der seelen Dich mit dem innerund wehre zur hand; Wann sten seufzen vermählen. mir die höllischen feinde nach- 12. Jesu, hilf siegen! und laß stellen, Dich mir zu rauben, o mirs gelingen, Daß ich das edelstes pfand, Šo hilf mir zeichen des sieges erlang, So schwachen mit allmacht und will ich ewig dir lob und dank stärke, Daß ich, o liebster, dein singen, Jesu, mein heiland, mit dasein vermerke. frohem gesang. Wie wird dein name da werden gepriesen, Wo du, o held, dich so mächtig er wiesen! 8. Jesu, hilf siegen! Wer mag sonst bestehen Wider den listigverschmitzeten feind? Wer mag doch dessen versuchung entge- 13. Jesu, hilf siegen! Laß bald 23 versöhnen Und dieß zu meiner demüthigung dienen. 4. Jesu, hilf siegen! Wann in mir die fünde, Eigen- lieb, hoffart und mißgunst sich regt; Wann ich die last der begierden empfinde, Und sich mein tiefes verderben darlegt: So hilf, daß ich vor mir selbst mag erröthen, Und durch dein leiden mein sündlich fleisch tödten. 5. Jesu, hilf siegen! und lege gefangen In mir die lüfte des fleisches, und gib, Daß bei mir lebe des geistes verlangen, Auf wärts sich schwingend durch heiligen trieb. Laß mich eindringen ins göttliche wesen, So wird mein geist, leib und seele genesen. 6. Jefu, hilf siegen! damit auch mein wille Dir, Herr, sei gänzlich zu eigen geschenkt, Und ich mich stets in dein wollen verhülle, Wo sich die seele zur ruhe hinlenkt. Laß mich mir sterben und alle dem meinen, Daß ich mich zählen kann unter die deinen. 354 Neuer Anhang. doch erschallen, Daß Zion rufet: uns hat verschenkt: Wird seinem es ist nun vollbracht; Babel, die stolze ist endlich gefallen, Die da bishero so lang hat gekracht. Ach! Herr, komm, mache ein ende des krieges, Schmücke dein Zion mit palmen des sie ges. 14. Jesu, hilf stegen! damit wir uns schicken, Würdig zur hochzeit des lammes zu gehn; Kleide dein Zion mit güldenen stücken, Laß uns den untergang Babels einst sehn. Doch wohlan! kracht es, so wirds auch bald liegen; Auf Zion! rüste dich: Jesus hilft siegen. * 15. Jesu, hilf siegen! Wanns nun kommt zum sterben, Mach du mich würdig und stetig bereit, Daß ich mich könne recht nennen dein erben, Dort in der ewigkeit, hie in der zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben: Hilf du mir siegen, mein heil, trost und leben. 16.* Jesu, hilf siegen! Wann ich nun soll scheiden Von dieser jammer und leid- vollen welt; Wann du mich rufest: gib, daß ich mit freuden Zu dir mög fahren ins himmlische zelt. Laß mich, ach Jesu! recht ritterlich ringen, Und durch das leben und tod zu dir dringen. Joh. Heinrich Schröder. Gott zu ehren Ein liedlein las sen hören, In andacht sein verfenft. 2. Er schloß den himmel offen, Und schicket uns herab, Was kein mensch durfte hoffen, Noch suchen; ja er gab Sein allerliebstes theil: Der himmel mußt sich neigen, Sein Sohn hernieder steigen, Zu sein der sünder heil. H 3. Wie soll ichs immer machen, Du große vaters- treu? Wie stell ich meine sachen, daß ich dir dankbar sei? Du hast es wohl verdient, Da du durch deinen erben Mir halfst von gluth und sterben, Mich mit dir ausversühnt. 4. Dieß ist mein leid und grämen, Dieß thut mir schmerz lich weh, Ich muß mich billig schämen Vor dir, daß ich nicht eh Mich dir zu dienst gestellt, Daß ich dich nicht geliebet, Noch in der that verübet, Was dir recht wohl gefällt. 5. Ich will mich dir verschrei ben, Noch ist es hohe zeit, Dein kind und diener bleiben: Mach du mich nur bereit. Wirst du, ich flehe dich, Mir deinen Geist auch geben, So werd ich dir stets leben. Mein Gott! erhöre mich. Mel. Von Gott will ich. 480. Wer herzlich überleget, Was uns der höchste gibt; Wer recht und wohl erwäget, Wie fest du? Kennest du jetzt nicht das, was Gott geliebt, Er an mich armen? Sprichst du weiter Mel. Wie nach einer wasserquelle. 481. Laß es, Jesu, dich erbarmen! Treuer mittler, schlä Neuer Anhang. 355 mir nicht zu? Gott, mein Gott, ken In den tiefen abgrund hin, ach wie so lang? Meiner seel ist angst und bang. Schaust du doch, mein freund, durchs gitter* In dem schweren ungewitter. Hoheslied Cap. 2 V. 9. 2. Hölle, jatan, welt und sünde Seßen, stürmen auf mich zu. Ach! daß ich die stätte finde, Wo ich hätte schirm und ruh. Hilf mir, Herr, mein fels, mein hort, Mein herz hält dir vor dein wort: Herr, ich soll nicht sein verloren, Hat dein wahrer mund geschworen. 3. Sünde, was magst du nun drücken Und mich plagen ohne rast? hier auf meines Jesu rücken Liegt die mir zu schwere last: Der hat schon bezahlt für mich, Was so schwer verschuldet ich, Gott hat selbst gestraft am kinde, Was der knecht gethan für fünde. Auch im zorn nicht mehr gedenken, Wie bös ich gewesen bin. Deine fürbitt und geschrei Bei dem Vater kräftig sei; Zeig ihm mich und deine wunden: So bin ich quitt und entbunden. 7. Ich alsdann will täglich fingen Von der hohen liebestreu, Ich will dank und opfer bringen, Rühmen, daß Gott gnädig sei. Sein altar und heiligthum Wisse stets von solchem ruhm, Wo mein herz ibn täglich ehret. Amen, ja es wird er höret. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 482. Wie lange soll es währen, Mein zartes Jefulein, Daß ich kann nach begehren, Mein Sesu, bei dir sein? Mein herz das sucht dein wesen Und deine herrlichkeit, Da wird es recht genesen: Ach, wär schon da die zeit! 4. Kommet, kommet, her, ihr armen; Sein selbst theurer mund ausschreit: Eurer will 2. Wie sollte mir behagen ich mich erbarmen, Die ihr hoch Die welt mit ihrer noth? Ich beladen seid. Nun ich komme mit begier Als ein matter hirsch zu dir: Laß es, Jesu, mir gelingen, Und dein lebens- wasser springen. höre nur von klagen, Angst, marter, schmerz und tod. In denen rechten freuden, Die du mir hast bereit, Ist weder tod noch leiden: Ach war schon da die zeit! 3. Komm, Jesu. Wie so lan ge? Nicht wollst verziehen mehr; Mir ist nach dir so bange, Mein herz sich sehnet sehr: Es mag der leib verderben, Das alte erden- kleid, Ich will auch gerne sterben: Ach wär schon da die zeit! 5. Du, mein Jesu, wirst gewähren mich der oft erholten bitt, Zählen meine heißen zähren, Neuen trost ertheilen mit, Stärken mein erschrockne seel Mit dem süßen freuden- öl Und erleichtern mein gewissen Nach so viel bekümmernissen. 6. Du wirst meine sünden sen23* 356 Neuer Anhang. 4. Weg teufel, höll und sün- augen: Laß sie auf dinge sehn, den, Ihr seid ganz abgethan; Die mir zu hülfe taugen, Und Mein Jesus kann euch binden, Und fetten legen an: Ihr könnet nicht mehr toben, Ich bin von euch befreit. Gott will ich schauen droben Dort in der Ewigkeit. dir zum ruhm geschehn; Sonst wünsch ich mir kein licht. Will mich die Welt verstören Und durch ein bild bethören, So sieht mein auge nicht. 6. Mein Gott, hier sind die ohren: Behalt sie unversehrt; Mel. Helft mir Gottes Güte. Die zeit ist doch verloren, Wenn 483. Ach Gott, in was für man dein wort nicht hört. schmerzen Bringt mich die misse- Drum wann die welt verspricht, that, Weil sie mit mund und Von ungerechten dingen Was herzen Dich oft verläugnet hat! süßes vorzubringen, So hört Ach! nimm dich meiner an, Da- mein ohre nicht. mit ich nach der buße Dem satan zum verdrusse Mich selbst verläugnen kann. 7. Nimm unter meinen gliedern Die zunge gleichfalls an; Denn mit gebet und liedern Wird alles wohlgethan: So 2. In diesem hohen werke Bin ich allein zu schwach: Komm wird der glaube fund. Soll ich du mit deiner stärke Mir als ein von andern sachen Vergebne helfer nach; Schrei mir im worte machen, So hab ich kei Geiste zu, Daß ich mein heil nen mund. bedenke, Den alten menschen fränke, Und deinen willen thu. 3. Mein Gott, hier sind die hände, Weil du ihr schöpfer bist, Daß ich damit vollende, Was dir gefälli ist; Sonst sei mir nichts bekannt. Will mich die welt verführen, Was schnödes anzurühren, So hab ich keine hand. 8. Mein Gott, hier ist das herze, Das sich in dich verliebt, Das weit von eitlem scherze Sich deiner gunst ergiebt: Bleib meine zuversicht. Will mich die welt verkehren, Was neues zu begehren, So lebt mein herze nicht. 9. Gott, hier sind die gedan ken: Nimm sie zur wohnung ein, Und laß sie niemals wanken, Wofern sie göttlich sein. Die welt fahr immerhin: Will sie mit ihren träumen Mich spotten und versäumen, So hab ich kei nen sinn. 4. Mein Gott, hier sind die füße: Zeig mir die rechte bahn, Auf daß mich nichts verdrieße, Wann ich dir folgen kann: Doch wann ich hören muß, Was manche bei den fünden Für breite wege finden, So hab ich keinen fuß. 5. Mein Gott, hier sind die 10. Ach Jesu! nimm die gabe Gleich als dein eigen gut; Denn alles, was ich habe, Das kost Neuer Anhang. dein theures blut: Und also bleib ich dein. Wohl dem, der dich bekennet; Was mit der welt verbrennet, Kann leicht verläugnet sein. 357 6. Mutter- herze will zerbrechen Ueber ihres findes schmerz: Du wirst dich an mir nicht rächen, Mel. Herr ich habe mißgehandelt. 484. 3euch mich, zeuch mich, mit den armen Deiner großen freundlichkeit, Jesu Christe; dein erbarmen Helfe meiner blödigfeit. Wirst du mich nicht zu dir ziehen, Ach! so muß ich von dir fliehen. du mehr als mutterherz. Zeuch mich von dem bösen haufen: Nach dir, Jesu, will ich laufen. Joachim Neander. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 485. Wo soll ich hin? wer hilfet mir? Wer führet mich zum leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir Will ich mich frei begeben. Du bist, der das verlorne sucht; Du segnest das, Suche dein verirrtes Schaf. so war verflucht: Hilf, Jesu, Wem soll ich mich sonst befeh- dem elenden. len? Weck mich aus dem sünden- schlaf: Guter meister laß mich laufen Nach dir und nach deinem haufen. 2. O du hirte meiner seelen, 3 Wie ein wolf den wald erfüllet Mit geheul bei finstrer nacht, Also auch der satan brüllet Um mich, wie ein löwe wacht: Herr, er will dein kind verschlin gen: Hilf im glauben ihn bezwingen. 4. Seelen- mörder, alte schlange, Tausend- künstler, schäme dich, Schäme dich: mir ist nicht bange; Denn mein Jesus tröstet mich. Weil er ziehet, muß ich laufen; Er will mich ihm selbst erkaufen. 2. Herr, meine sünden ängsten mich, Der todes- leib mich plaget. O lebens- Gott, erbarme dich, Vergib mir, was mich naget; Du weißt es wohl, was mir gebricht, Ich weiß es auch, und sag es nicht: Hilf, Jesu, dem betrübten. 5. Zeuch mich mit den liebesfeilen, Zeuch mich kräftig, o mein Gott! Ach wie lange, lange weilen Machst du mir, Herr Zebaoth. Doch ich hoff in allen nöthen, Wenn du mich gleich wolltest tödten. 3. Du sprichst: ich soll mich fürchten nicht; Du rufft: ich bin das leben. Drum ist mein trost auf dich gericht, Du kannst mir alles geben: Im tode kannst du bei mir stehn, In noth als herzog vor mir gehn: Hilf, Jesu, dem zerknirschten. 4. Bist du der arzt, der kranke trägt? Auf dich will ich mich legen. Bist du der hirt, der schwache pflegt? Erquicke mich mit segen. Ich bin gefährlich frank und schwach: Heil und verbind, hör an die klag. Hilf, Jesu, dem zerschlagnen. 5. Jch thue nicht, Herr, was Neuer Anhang. 358 ich soll; Wie kann es doch bestehen? Es drücket mich, daß weißt du wohl: Wie wird es endlich gehen? Elender ich, wer wird mich doch Erlösen von dem todes- joch? Ich danke Gott durch Christum. Joachim Neander. Mel. Vater unser im himmelreich. 486. So soll ich denn noch mehr ausstehn? O Jesu, soll ich Mel. Herr ich habe mißgehandelt. dir nachgehn Durch deinen schon 487. Weg mit allem, was da gebahnten weg, Durch freuzund elend- volle steg? Ach hilf denn tragen dieses Joch, Damit ich sterbend lebe noch. scheinet Irdisch klug in dieser welt, Was mich nicht mit dem vereinet, Dem der finder herz gefällt, Welcher ist ein Gott von machten, Unbegreiflich zu betrachten. 2. Hier ist es nichts als eitel feit, Hier lebt der mensch in sicherheit, Er denket wenig an das end, Das augenblicklich her sich wendt, Der arme sünder ist zu blind, Drum wälzet er sich in der sünd. nächstes blut Das führt dich oft vom höchsten gut. 6. Nun, seele, geh mit freuden fort Durch dornen und durch stachel- wort: Dein Heiland, der die sanftmuth war, Geht vor dir her, er stirbet gar. Fabr fort, so lang es dir gefällt, Mich recht zu hassen, falsche welt! Joachim Neander. 2. Was mich, sag ich, nicht hinführet Zu dem allerhöchsten Gott, Das ist nichts: ja mir gebühret Dieß zu nennen lauter ten, Die mit Jefu mich verhäften. foth. Es sind andre wissenschaf 3. Fragst du, wo dieß in bes stehet, Das mein herz so sehr begehrt? Wenn ein mensch in furchten gehet, Und den großen schöpfer ehrt. Das ist weisheit, melsbürger haben. das sind gaben, Die nur him4. Böses meiden, gutes suchen, Jagen nach gottseligkeit, Alle lust der welt verfluchen, So verschwindet mit der zeit: Das heißt recht verstand zu haben, 5. Ei, seele, muntre dich denn Welcher leib und feel kann laben. auf: Dieß ist der rechte tugend- 5. Willt du dieses jetzt nicht lauf. Du mußt allhie gehaffet glauben, du falsch- berühmte sein Von allen, und dieß nicht kunst? Wahrlich, du wirst doch allein Von feinden, ach! dein verstauben, Und wo bleibt dann 3. O falsche freude, fahr nur hin! Du bist verflucht in meinem sinn; O falsches lob! ver fehrte lust! Mir ist ein anders lob bewußt, Das hier besteht in spott und schand, In haß und neid durchs ganze land. 4. So ist das leben allezeit Gewesen, die der ewigkeit Mit eifer haben nachgedacht, Und allen fleiß dahin gebracht, 3u drücken aus das ebenbild Des Jesu, welcher unser schild. Neuer Anhang. 359 menschen- gunst? Ach! wie bald, lehre mich, Daß stetig ich Mit wie bald verschwindet, Was sich klugem herzen suche dich. nicht auf Christum gründet. Joachim Neander. Joachim Neander. Mel. Nun laßt uns den leib. Mel. Ich hab mein sach Gott. 489. Schaff in mir, Gott, 488. Wie fleucht dahin der ein reines herz, Ein herz, das menschen zeit? Wie eilet man sich stets himmelwärts Aufzur ewigkeit? Wie wenig denkt schwinge, und von sünden frei man an die stund Von herzens- Mit lust dir diene ohne scheu. grund? Wie schweigt hievon der träge mund? 2. Das leben ist gleich wie ein traum, Ein nichtes- werther wasser- schaum: Im augenblick es 2. Erneure, was verblichen ist In mir durch satans trug und list; Befestige den schwachent sinn, Daß nicht der feind iht reiße hin. bald vergeht, Und nicht besteht, 3. Dein auge hat es wohl geGleich wie ihr dieses täglich selt. 3. Nur du, Jehova, bleibest mir Das, was du bist: ich traue dir. Laß berg und hügel fallen hin, Mir ist gewinn, Wenn ich allein bei Jefu bin. fehn, Was durch betrug der lust geschehn. Ich bin nicht werth, dein angesicht Zu sehen: doch, Herr, zurne nicht. 4. So lang ich in der hürten wohn, Ei lehre mich, o Gottes Sohn; Gib, daß ich zähle meine tag, Und munter wach, Daß eh ich sterbe, sterben mag. 5. Was hilft die welt in letzter noth? Lust, ehr und reichthum in dem tod? D mensch, du läufst dem schatten zu; Bedenk es nu, Du kommst sonst nicht zur wahren ruh. 6. Weg eitelkeit, der narrenlust; Mir ist das höchste gut bewußt, Das such ich nur, das bleibet mir. O mein begier, Herr Jesu, zeuch mein herz nach dir. 4. Dein geist, das theure liebes- pfand, Den deine gunst mir zugewandt, Nimm nicht, wie ichs verdient, von mir, Weil ich gesündigt hab an dir. 5. Laß aber seiner gnaden fraft, Die fried und freude in uns schafft, Den trost einflößen meinem geist, Darauf dein wort uns hoffen heißt. 6. So werd ich auch ohn furcht und zwang Mit freuden richten meinen gang Zu deiner ehr, nach deinem wort, Und selig sein so hier als dort. Mel. Hast du dann Jesu, dein. 490. Lobe den Herren, den. mächtigen könig der ehren, Meis ne geliebete seele; das ist mein 7. Was wird das sein, wann ich dich seh, Und bald vor deinem throne steh? Du unterdessen begehren. Kommet zu hauf, Neuer Anhang. 360 Psalter und harfe, wacht auf: Lasset die musicam hören. 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, Der dich auf adelers fittigen sicher geführet, Der dich erhält, Wie es dir selber gefällt; Hast du nicht dieses verspüret? 5. Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den namen, Alles, was odem hat, lobe mit Abrahams samen. Er ist dein licht, Seele, vergiß es ja nicht, Lobende schließe mit Amen. Joachim Neander. 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, Der dir gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet: In wie viel noth Hat nicht der gnädige Gott Ueber dir flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen stand sichtbar gesegnet, Der aus Deines kindes stimme klingt. dem himmel mit strömen der liebe geregnet. Denke daran, Was der allmächtige kann, Der dir mit liebe begegnet. Laß dich finden, Laß dich finden; Dann mein herze zu dir dringt. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 491. Sieh, hie bin ich, Ehren- könig! Lege mich vor deinen thron; Schwache thränen, kindlich sehnen Bring ich dir, du menschen- sohn: Laß dich finden Laß dich finden Von mir, der ich asch und thon. 3. Jch begehre nichts, o herre, Als nur deine freie gnad, Die du giebest, Den du liebest Und der dich liebt in der that. Laß dich finden, Laß dich finden: Der hat alles, wer dich hat. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, Lenke mich nach deinem sinn. Dich alleine Jch nur meine, Dein erkaufter erb ich bin. Laß dich finden, Laß dich finden; Gib dich mir, und nimm mich hin. 4. Himmels- sonne, Seelenwonne, Unbeflecktes Gottes Lamm! In der höhle Meine seele Suchet dich, o bräutigam! Laß dich finden, Laß dich finden, Starker held aus Davids stamm. 5. Hör, wie kläglich, Wie beweglich Dir die treue seele singt; Wie demüthig Und wehmüthig 6. Dieser zeiten Eitelkeiten, Reichthum, wollust, ehr und freud, Sind nur schmerzen Meinem herzen, Welches sucht die ewigkeit. Laß dich finden, Laß dich finden: Großer Gott, ich bin bereit. Joachim Neander. Mel. Es ist das heil uns kommen. 492. Wer kann vor dir, o Herr, bestehn? Es ist mit uns verloren. Wo du willt ins gerichte gehn Mit denen, die ge boren, So kann auf tausend niemand nicht Ein wörtlein brin gen an das licht: Es heißt: du bist verfluchet. 2. Unmöglich ists nun, daß man kann Recht halten dein ge setze; Denn dieses will von jedermann, Daß kein mensch es verletze: Wer auch in allem nicht verbleibt, Der ist verflucht, wie Neuer Anhang. 361 3. Nun haben wir den ersten bund Wie Adam überschritten; Erfahrung lehret alle stund, Daß wir dein recht bestritten. Wir bleiben also in dem tod, Wo nicht ein bürg in dieser noth Ein göttlich mittel findet. 3. O du meine seele, Singe fröhlich, singe, Singe deine glaubens- lieder. Was den odem holet, Jauchze, preise, klinge; Wirf dich in den staub darnieder: Er ist Gott Zebaoth, Er ist nur zu loben Hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, Wer den Herren kennet, Wer den Herren 4. Wahrhaftige gerechtigkeit Jesum liebet; Halleluja singe, Ist lüderlich verscherzet; Die Welcher Christum nennet, Sich schlang hat in der ersten zeit von herzen ihm ergiebet. Owohl Betrogen: ach das schmerzet! dir! Glaube mir: Endlich wirst Herr Jesu, nimm dich unser an, du droben Ohne sünd ihn loben. Joachim Neander. Du bist ein Gott, der helfen kann Und darum menfch ge worden. Moses schreibt, Thu das, so wirst du leben. 494. Auf, ihr meine geiſter, Werdt dem fleische meister, Schwinget euch hinauf, Greift des vaters hände, Küsset sie ohn ende, Hemmt des zornes lauf. 2. Zwar ich habs verdienet, Daß Gott unverfühnet Mich noch mehr verließ, Daß er hårter schlüge, Und mich nicht mehr trüge, Sondern gar verstieß; 493. Wunderbarer könig, 3. Denn ich nicht erwogen, Herrscher von uns allen, Laß dir unser lob gefallen. Deines vaters güte Hast du lassen triefen, Ob wir schon von dir wegliefen; Hilf uns noch, Stärk uns doch, Laß die zunge singen, Laß die stimme klingen. Wie er mich gezogen Und zu sich gebracht, Seine wunder- wege Und die vater- schläge Ziemend nicht geacht. 4. Nun der sünden menge Mich in diese enge Hat gebracht: was rath? Soll ich denn verzagen? Lieber will ichs wagen Auf des höchsten gnad. 5. Herr, unsere gerechtigkeit, Die nur vor Gott bestehet, Bist du allein; du bist bereit Zu rufen: auf mich sehet! Darum mein glaube zu dir spricht: Gerechter Herr, verlaß mich nicht, Wann mein gewissen naget. Joachim Neander. 2. Himmel, lobe prächtig Deines schöpfers thaten, Mehr als aller menschen staaten; Großes licht der sonnen, Schieße deine strahlen, Die das große rund bemalen; Lobet gern, Mond und stern, Seid bereit zu ehren Einem solchen Herren. 5. Herr, in deinen armen Findt sich noch erbarmen: Wer hilft mir hinein? Jesu, mein erretter, Sei du mein vertreter, Weils gewagt muß sein. 6. Gott, ich halt ja stille, Es 362 Neuer Anhang. gescheh dein wille. Ach! vergiß kranke seele letze, Und mit rei der rach. Gib, daß ich gelassen chem trost ergößze. Dieß kreuz mag umfassen Und dir tragen nach. 7. Willt du weiter schlagen, Ich wills gerne tragen: Schlag hier, schon' nur dort. Gerne will ich büßen, Und zu deinen füßen Liegen fort und fort. 8. Wollest nur indessen Meiner sünd vergessen, Richten mich empor, Denken ans versprechen, Und doch nicht zerbrechen Das zerstoßne rohr. neue; Adle meines herzens sinn; 3. Meinen geist in mir verGib mir glauben, trost und 9. Was mein herz verlange, bin. Jesu, Jesu, laß mich nicht; reue, Daß ich nicht sei, was ich Wies von dir abhange, Ist dir ja bekannt: O du treuer leiter, Führe mich nun weiter An der gnaden hand. zu dir hab ich zuversicht. Laß mich sammt dem schächer fin den Gnade, gnade für die fün den. 10. Zeig mir deine wege Und der wahrheit stege, Daß ich unverrückt Immer weiter gehe, Nimmer stille stehe, Wo ich sonst gezückt. 11. Bös und gut gerüchte, Falsch otterngezüchte Lenke mich nicht ab; Was auch schreckt, vertreibe; Mache, daß ich bleibe Treu bis in mein grab. 12. Dann ich kann dir danken, Daß mich nichts zum wanken Bracht in meiner pflicht. Alle deine wege Sind gut, auch die schläge: Drum laß ich dich nicht. 2. Bei dir, Jesu, kann ich finden, Bei dir, Jesu, treff ich an Heil und gnade für die fünden; Zeuchst mich von der wollust bahn. Allerliebster Jesu Christ! Du allein mein schutz- Herr bist; In dir wohnet, sag ich eben, Huld- und freudenvolles leben. Mel. Freu dich sehr, o meine. 495. Jesu, meine luft und freude, Jesu, meines Lebens licht, Aufenthalt in angst und leide, Helfer, dem nie was gebricht: Gib mir deinen freuden- geist, Der im leiden allermeist Meine 4. Jesu, böre mein begehren: Mache mich von sünden los; Schaue, schaue meine zähren. Mein versprechen ist sehr groß, Groß ist meine missethat. Hier auf erden ist kein rath, Wenn du, Jeſu, nicht erscheinest, Und mit mir es herzlich meinest. 5. Jesu, trage mit mir schwachen, Liebster Jesu, trag geduld; Dein verdienen wird gut machen Meine schwere sünden- schuld. Hilf, hilf, daß ich liebe dich, Meinen nächsten gleich als mich; Mir dein hülf am letzten ende, Liebster Jesu, treulich sende. 6. Jesu, Jesu, meine sonne, Wahrer hüter Israel, Meine freude, meine wonne, Die ich einzig mir erwähl: Ach! nimm bin der sünden last; Jesu, gib mir ruh und rast, Daß ich nicht im Neuer Anhang. 363 kampf erliege, Und verzweiflung nicht ein mann, Der dir auf mich besiege. tausend nur Ein wort antworten kann. 3. Laß gnade gehn für recht, Ach! laß mich gnade finden, Mach mich aus gnaden los Von allen meinen sünden, Laß deines Sohnes blut Auch mein herz machen rein, Laß alle meine schuld Todt und vergessen sein. 7. Dich allein hab ich erreget, Dich allein entrüstet ich, Und zu tiefem zorn beweget: Straf, ach strafe ja nicht mich Nach der größe meiner schuld; Jesu, Jesu, trag geduld Um der striemen, um der wunden, Die du selbst für mich empfunden. 8. Du, ich weiß, wirst dich erbarmen, Du, ich weiß, wirst gnädig sein, Jesu, mir verirrten armen, Und dein zürnen stellen ein. Denn ja du zu jeder frist Mein erwünschter retter bist, Du, du bist mein trost und leben: Laß mich dir sein ganz ergeben. 4. Laß mich in dieser welt Nur dir zu ehren leben, Laß ja mein leib und seel Dir allzeit sein ergeben, Dein geist regiere mich: So werd ich wohl bestehn in meiner rechnung, und Zur himmels- freud eingehn. Johann Olearius. 9. Schließlich gib ein keusches herze, Gib mir, Jesu, muth und sinn Frei von bosheit, argem scherze; Laß mich nirgends denken hin Als an dein allwissen heit, Keusches thun und heiligfeit; Ja du wollest das gedeihen, Jesu, mildiglich verleihen. Mel. Machs mit mir Gott. Christenmensch, 497. Auf, auf, auf zum streit! Auf, auf zum überwinden! In dieser welt, in dieser zeit Ist keine ruh zu finden. Wer nicht will streiten, trägt die kron Des ew'gen lebens nicht davon. Mel. O Gott! du frommer Gott. 2. Der teufel kommt mit seiner list, Die welt mit pracht und 496, Thu rechnung: rech- prangen, Das fleisch mit wolnung will Gott ernstlich von dir haben; Thu rechnung spricht der Herr, von allen deinen gaben, Thu rechnung, fürchte Gott; Du mußt sonst plötzlich fort; Thu rechnung! denke stets An diese donner- wort. lust, wo da bist, zu fällen dichy und fangen. Etreit'st du nicht wie ein tapfrer held, So bist du hin und schon gefällt. 2. Sprich: lieber Gott, wer kann Vor deinem thron bestehen, Wenn du mit deinem knecht In dein gericht willst gehen? Weil in der ganzen welt zu finden 3. Gedenke, daß du zu der fahn Dein's feld- herrn hast geschworen; Denk ferner, daß du als ein mann Zum streit bist auserkoren; Ja denke, daß ohn streit und sieg Nie keiner zum triumph aufstieg. 4. Wie schmählich ists, wenn 364 Neuer Anhang. ein soldat Dem feind den rücken Vielmehr drin wie ein englisch kehret; Wie schändlich, wenn er seine statt Verläßt, und sich nicht wehret; Wie spöttlich, wenn er noch mit fleiß Aus zagheit wird dem feind zum preis. licht Und güldne säule stehen; Der name Gottes unsers Herrn Soll leuchten vor ihm nah und fern. 5. Bind an! der teufel ist bald hin, Die welt wird leicht verjaget; Das fleisch muß endlich aus dem sinn, Wie sehr dichs immer plaget. O ew'ge schande, wenn ein held Vor diesen dreien buben fällt. 6. Wer überwindt, und kriegt den raum Der feinde, die vermessen, Der wird im paradies vom baum Des ew'gen lebens effen. Wer überwindt, den soll kein leid Noch tod berührn in ewigkeit. 7. Wer überwindt, und seinen lauf Mit ehren kann vollenden, Dem wird der Herr alsbald darauf Verborgnes manna senden, Ihm geben einen weißen stein Und einen neuen namen drein. 8. Wer überwindt, bekommt gewalt, Wie Christus, zu regieren, Mit macht die völker mannigfalt In einer schnur zu führen. Wer überwindt, bekommt vom Herrn Zum feld- panier den morgenstern. ( 9. Wer überwindet, der soll dort In weißen kleidern gehen, Sein guter name soll sofort Im buch des lebens stehen, Ja, Christus wird denselben gar Bekennen vor der engel schaar). 10. Wer überwindt, soll ewig nicht Aus Gottes tempel gehen, 11. Wer überwindt, soll auf dem thron Mit Christo Jesu sitzen, Soll glänzen wie ein Gottes Sohn Und wie die sonne blißen, Ja ewig herrschen und regiern, Und immerdar den himmel ziern. feck und fühn, Daß du mögst 12. So streit denn wohl, streit überwinden! Streng an die träfte, muth und sinn, Daß du dieß gut mögst finden. Wer nicht will streiten um die fron, Bleibt ewiglich in spott und bohn. Johann Angelus. Mel. Jesus meine Zuversicht. 498. Guter hirte, willst du nicht Deines schäfleins dich erbarmen, Und nach deiner schuld und pflicht Tragen heim auf deinen armen? Willst du mich nicht aus der qual Holen in den freuden faal? 2. Schau, wie ich verirret bin Auf der wüsten dieser erde. Komm und bringe mich doch hin zu den schafen deiner heerde; Führ mich in den schaf stall ein, Wo die heil'gen lämmer sein. 3. Mich verlangt, dich mit der schaar, Die dih loben, an zuschauen, Die da weiden ohn gefahr Auf den fetten himmelsauen, Die nicht mehr in furch Neuer Anhang. 365 dich, Ich auch rief: dich kenne ich. 4. Heerden ihre hirten hören, Folgen ihrer stimm allein; Hirten auch zur heerd sich kehren, Wann sie blöcken groß und klein. Laß mich hören, wann du schreiest, Laß mich laufen, wann du drauest, Laß mich horchen stets auf dich: Jesu, höre du auch mich. 5. O Herr Jesu, laß mich nicht In der wölfe rachen kommen; Hilf mir nach der hirten- 5. Höre Jesu und erhöre Meine, pflicht, Daß ich ihnen werd deines schäfleins, stimm; Mich entnommen, Hole mich, dein auch zu dir schreien lehre, schäfelein, In den ew'gen schaf: Wann sich naht des wolfes stall ein. grimm. Laß mein schreien dir gefallen, Deinen trost herwieder schallen; Wann ich bete, höre mich, Jesu sprich: ich höre dich. Johann Angelus. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 499. Jesu, frommer menschen- heerden Guter und ge- 6. Höre, Jesu, und erhöre, treuer hirt: Laß mich auch dein Wann ich ruf, anklopf und schäflein werden, Das dein schrei; Jesu, dich von mir nicht stab und stimme führt. Ach, kehre, Steh mir bald in gnaden du hast aus lieb dein leben Für bei. Ja du hörst; in deinem die schafe hingegeben, Und du namen Drum ist alles ja und gabst es auch für mich: Laß amen. Nun ich glaub, und fühle mich wieder lieben dich.$ 74 schon Deinen trost, o Gottes 2. Heerden ihren hirten lieben, Sohn. s Und ein hirt liebt seine heerd: Laß uns auch so liebe üben, Du im himmel, ich auf erd. Schal. 500. Schönster* Immanuel, Sigmund von Birken( Betulius.) let deine lieb hernieder, Soll dir meine schallen wieder; Wann du rufft: ich liebe dich, Ruft mein herz: dich liebe ich. Herzog der frommen, Du meiner seelen trost, fomm, komm nur bald. Du hast mir, höchster schatz, mein herz genommen, So ganz vor liebe brennt und nach dir wallt! Nichts kann 3. Schafe ihren hirten kennen, Dem sie auch sind wohl bekannt: Laß mich auch nach dir so ren- auf erden Mir liebers werden, nen, Wie du kamst zu mir ge- Als wenn ich meinen Jesum rannt. Als des höllen- wolfes stets behalt. rachen Eine beut aus mir wollt machen, Riefest du: ich kenne den stehn, Und nicht können irre gehn. 4. Denn bier bin ich sehr betrångt, Muß in steten sorgen leben, Weil die feinde mich umschränkt, Und mit list und macht umgeben, Daß ich armes schäfe. lein Reinen blick kann sicher ſein. Undere: Liebster. 2. Dein nam ist zucker= süß, 366 Neuer Anhang. honig im munde, Holdselig, zes leben Sei dir ergeben, Bis lieblich, frisch, wie fühler thau, man mich einsten legt ins grab Der feld und blumen neßt hinein. Ahasverus Fritsch. zur morgenstunde: Mein Jesus ist es mir, dem ich vertrau. Mel. O Herre Gott, dein. Dann weicht vom herzen, Was 501. Herr Zebaoth, dein mir macht schmerzen, Wann ich im glauben ihn anbet und schau. heilig wort, Welchs du uns hast gegeben, Daß wir darnach an allem ort Soll'n richten lehr 3. Ob mich das kreuze gleich und leben, Ist worden fund hier zeitlich plaget, Wie es bei Aus deinem mund, Und in der Christen oft pflegt zu geschehn: schrift beschrieben Rein, schlecht Wenn meine seele nur nach und recht Durch deine knecht, Jesu fraget, So kann das herze Vom heilgen Geist getrieben. schon auf rosen gehn. Kein ungewitter Ist mir zu bitter: Mit Jesu kann ichs fröhlich überstehn. 2. Dieß wort, welchs jetzt in schriften steht, Ist fest und unbeweglich. Zwar himmel und die erd vergeht, Gott's wort 4. Wann satans list und bleibt aber ewig: Kein höll, macht mich will verschlingen; kein plag Noch jüngster tag Wann das gewissens buch die Vermag es zu vernichten; sünden sagt; Wann auch mit Drum denen soll Sein ewig ihrem heer mich will umringen wohl, Die sich darnach recht Die hölle; wann der tod am richten. herzen nagt: Steh ich doch feste; Jesus der beste Ist, der sie alle durch sein blut verjagt. 5. Ob mich auch will die welt verfolgen, hassen, Und bin dazu veracht bei jedermann, Von meinen freunden auch gänzlich verlassen; Nimmt Jesus meiner doch sich gänzlich an, Und stärkt mich müden, Spricht: sei zufrieden; Ich bin dein bester freund, so helfen kann. 6. Drum fahret immer hin, ihr eitelkeiten. Du, Jesu, du bist mein, und ich bin dein; Ich will mich von der welt zu dir bereiten, Du sollt in meinem herz und munde sein, Mein gan3. Es ist vollkommen hell und klar, Die richtschnur reiner lehre; Es zeigt uns auch ganz offenbar Gott, seinen dienst und ehre, Und wie man soll Hier leben wohl, Lieb, hoffnung, glauben üben: Drum fort und fort Wir dieses wort Von her zen sollen lieben. 4. Im freuz gibts luft, in traurigkeit Zeigt es die freudenquelle: Den sünder, dem die sünd ist leid, Entführet es der hölle; Gibt trost an hand, Macht auch bekannt, Wie man soll willig sterben, Und wie zu gleich Das himmelreich Durch Christum zu ererben. Neuer Anhang. 367 5. Sieh, solcher nuß, so große gib, daß ich zugleich Am nächkraft, Die nimmer ist zu schätzen, Des Herrn wort in uns wirkt und schafft: Darum wir sollen setzen Zurück gold, geld, Und was die welt Sonst herrlich pflegt zu achten, Und jederzeit, In lieb und leid, Nach dieser perle trachten. sten liebe übe. Verleihe mir geduld, Wann trübsal bricht herein, Und hilf, daß ich im glück Demüthig möge ſein. 5. Verleihe, daß ich stets Nach deinem reiche ringe, Auf daß dein jegen sich zu mir herunter dringe; Wer nach dem ewigen Vor allen dingen tracht, Der wird auch wohl mit dem, Was zeitlich ist, bedacht. 6. Nun, Herr, erhalt dein heilig wort, Laß uns sein kraft empfinden; Den feinden steur an allem ort, Zeuch uns zurück von sünden: So wollen wir Dir für und für Von ganzem herzen danken. Herr, unser hort, Laß uns dein wort Fest halten und nicht wanken. 6. Haß, falschheit, übermuth Und heuchelei darneben Laß ja an mir nicht sein In meinem ganzen leben; List, unrecht, frevel, geiz Und unbarmherzigkeit Sei ferne weg von mir, O Gott, zu aller zeit. Mel. O Gott! du frommer. 7. Mit deiner rechten hand, 502. Herz allerliebster Gott, Herr, wollest du mich leiten Der du mir dieses leben, Leib, Und schüßzen tag und nacht, seele und vernunft Aus gnaden Daß meine tritt nicht gleiten. haft gegeben, Regiere ferner Du wollest meine burg Und mich Durch deinen guten Geist, schuß in nöthen sein, Wann ich Daß er in allem thun Mir kraft in meinem amt Ausgehe oder und beistand leift. ein. 8. Zuletzt erlöse mich Von allem kreuz und leiden; Und Geistes werke wann ich soll einmal Von dieser 2. Hilf, daß ich allezeit Des fleisches lüste meide, Hingegen emsiglich Des treibe Und gute ritterschaft Aus- welt abscheiden: So stehe du übe, auch dabei In hoffnung immer stark Und fest gegründet sei. 3. Gib, daß ich als ein Christ Wie Christus mich bezeige, Und meine ohren stets Zu seiner lehre neige; Im glauben stärke 503, wie ist der weg so mich, Daß ich der argen welt schmal, Der uns einig führet Nicht folge, wann sie mich Von deinem wort abhält. Zu des lebensfürsten saal! Wie so manche rühret Das verlanmir bei Mit deiner gnadenhand, Und führe mich hinauf Ins rechte vaterland. Mel. Christus, der uns selig. 4. Entzünde du mein herz gen selger lust, Welche doch Mit deiner wahren liebe, Und nicht kommen Wegen weltge 368 Neuer Anhang. sinnter brunst In das reich der So man will erwerben, Jesu, frommen. deiner kronen schein, Und recht selig sterben. Seine fanfte we hung kann, Wann wir steigend schwißen, Uns erquicken auf der bahn Nach der freuden spitzen. 2. Denn sie scheuen gar zu sehr Rauhe stein und dörner Und was andre mühen mehr, Die des hochmuths hörner Von sich stoßen; ja man muß Herz und 8. Ach, so send uns deinen stirne rißen Ohn verzagen und geist, laß hin auf uns schweben, verdruß An viel stachel- spitzen. Wie du deinen jüngern hast 3. Und die himmels- pfort ist Ihn zum trost gegeben: Komm, klein. Wer hindurch will gehen, ach komm, du werther Geist, Und nicht gleichfalls klein mag Daß auch wir einst kommen, sein, Bleibet draußen stehen. Da wohin dein trieb uns weist: Dieses nadel- ohr verschmäht In das reich der frommen. Den, der seinen rücken Nicht darnach geschicklich dreht, Noch kann niedrig bücken. Mel. Es ist gewißlich an der. 504. Gottes Sohn, Herr 4. Ach wer hilft denn mir Jesu Christ, Daß man recht durchhin, Der ich gleich kamee- könne gläuben Nicht jedermanlen Von den lastern höckricht nes ding es ist, Auch standhaft bin? Wer hilft meiner seelen zu verbleiben: Drum hilf du mir Von der bösen hindrungs- last, von oben her, Des wahren Jesu, mein verlangen, Daß ich glaubens mich gewähr, Und daß als ein himmelsgast Möge dich ich drin beharre. umfangen? 2. Lehr du und unterweise 5. Thut es nicht dein heil'ger mich, Daß ich den vater kenne, Geist? Ja er ist es eben, Hei- Daß ich, o Jesu Christe, dich land, der uns zu dir weist. Den Sohn des höchsten nenne, Denn wer kennt dich, leben? Daß ich auch ehr den heilgen Licht, wer findet ihn zu dir Geist, Zugleich gelobet und geAußer diesen gaben, Die von preist In dem dreiein'gen deiner strahlen zier Wir ge- wesen. taufte haben? 3. Laß mich vom großen gna 6. Er muß uns des glaubens den- heil Das wahr erkenntniß licht Zünden und erhalten; finden, Wie der nur an dir Seine gluth ists, die uns nicht habe theil, Dem du vergibst die Läßt in lieb erkalten; Friede, sünden. Hilf, daß ich such, wie sanftmuth, trost, geduld Und ein mir gebührt: Du bist der weg, muth im leiden Sind geschenke der mich recht führt, Die wahr. seiner huld Sammt den herzens- heit und das leben. freuden. 7. Dieser muß erbeten sein, 4. Gib, daß ich traue deinem wort, Ins herze es wohl fasse, Neuer Anhang. 369 Daß sich mein glaube immer- Des glaubens end durch deinen fort Auf dein verdienst verlasse, tod, Die seligkeit, erlange. Daß zur gerechtigkeit mir werd, Wann ich von sünden bin beschwert, Mein lebendiger glaube. 5. Den glauben, Herr, laß trösten sich Des bluts, so du vergossen, Auf daß in deinen wunden ich Bleib allzeit eingeschlossen, Und durch den glauben auch die welt, Und was dieselb am höchsten hält. Für koth allzeit nur achte. Mel. O Gott! du frommer. 6. War auch mein glaub wie 505. Der gnaden- brunn fenfforn klein, Und daß man ihn kaum merke, Wollst du doch in mir mächtig sein, Daß deine gnad mich stärke, Die das zerbrochne rohr nicht bricht, Das glimmend docht auch vollends nicht Auslöschet in den schwachen. fleußt noch, Den jedermann kann trinken. Mein geist, laß deinen Gott Dir doch umsonst nicht winken; Es lehrt dich ja das wort, Das licht für deinen fuß, Daß Christus dir allein Von sünden helfen muß. 10. Herr Jesu, der du angezündt Das fünklein in mir schwachen, Was sich von glauben in mir findt, Du wollst es stärker machen; Was du gefangen an, vollführ Bis an das end, daß dort bei dir Auf glauben folg das schauen. David Denicke. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sei Den glauben zu behalten, Ein gut gewissen auch dabei, Und daß ich so mög walten, Daß ich sei lauter jederzeit Ohn anstoß, mit gerechtigkeit Erfüllt und ihren früchten. 8. Herr, durch den glauben wohn in mir; Laß ihn sich immer stärken, Daß er sei fruchtbar für und für Und reich in guten werken, Daß er sei thätig durch die lieb, Mit freuden und geduld sich üb, Dem nächsten fort zu dienen. 9. Insonderheit gib mir die kraft, Daß vollends bei dem ende Ich üb die gute ritterschaft, Zu dir allein mich wende In meiner letzten stund und noth, 2. Dein thun ist nicht geschickt Zu einem bessern leben; Auf Christum richte dich, Der kann dir solches geben; Der hat den zorn versöhnt mit seinem theuren blut, Und uns den weg gebahnt Zu Gott, dem höchsten gut. 3. Die sünden abzuthun, Kannst du dir ja nicht trauen; Dein glaube muß allein Auf Gotte hülfe bauen. Vernunft geb, wie sie will, Der ſatan kann sie drehn: Hilft Gottes Geist dir nicht, So ist's um dich geschehn. 4. Nun, Herr, ich fühle durst Nach deiner gnaden- quelle, Wie ein gejagter hirsch, Auf so viel fünden- fälle. Wo komm ich aus der noth, Als durch den gna24 370 Neuer Anhang. saft? Hilf mir durch deinen das seine gibt? Dich kann ich geist; In mir ist keine kraft. mein herzlieben nennen, Du hast 5. Du hast ja zugesagt: Du mich in den tod geliebt. Mein wollst, die durst empfinden herz dein herz, ein herz allein, Nach der gerechtigkeit, Befrein Soll dein und keines andern von ihren sünden: Nun weiset sein. Karl Friedrich Lochner. mir den weg Dein Sohn, der wahre Christ; Nur du mußt helfer sein, Weil du voll hülfe bist. 6. O selig, willst du mir Von diesem wasser geben! Das tränket meinen geist Zu der gerechten leben. Gib diesen trank Mel. Werde munter mein gemüthe. 507. Auf! mein geist du hast gelaufen Lang genug der sünden bahn. Willt du nicht zum teufels- haufen, So schwing jetzt dich himmelan. Jesus ladet in mir stets, Du brunn der gütig- sein haus, Will daſelbsten thei keit: So ist mir immer wohl len aus Heil, gnad, und was In der gelassenheit. mehr erquicket: Sei nur recht dazu geschicket. Christian Knorr von Rosenroth. 2. Wohl! ich komm und fühl den schaden, Darin ich gesehet bin. Könnt ich nun in thränen baden, Ach, was geb ich nicht drum hin! Eitles wesen sei verflucht, Das ich bisher sehr gesucht; Welt und lust mit deinen schätzen Weg nur, du kannst nicht ergößen. 3. Meiner sünden centner- plagen Wie der wellen tolle fluth Mich zu tausend trümmern schlagen, Und ertödten allen muth. Mein herz ist gar sehr bedrängt Und in fummer eingezwängt. Ach mein Jesu, zu mir fehre, Eh ich mich in angst verzehre. Mel. Wer nur den lieben Gott. 506. Was gibst du denn, o meine seele Gott, der dir täglich alles gibt? Was ist in deines leibes höhle, Das ihn vergnügt und ihm beliebt? Es muß das liebst und beste sein: Gib ihm, gib ihm das herz allein. 2. Du mußt, was Gottes ist, Gott geben. Sag, seele, wem gebührt das Herz? Dem teufel nicht; er haßt das leben, Wo dieser wohnt, ist höllenschmerz. Dir, dir, o Gott, dir soll allein Mein herz aufwärts gewidmet sein. 3. So nimm nun hin, was du verlangest, Die erstgeburt ohn alle list, Das herz, damit du, Schöpfer, prangest, Das dir so sauer worden ist: Das geb ich willig; du allein Hast es bezahlt, es ist ja dein. 4. Denn vor dir fall ich jest nieder, Sagend, daß ich sei der knecht, Welcher dir das pfund gab wieder Ohne wucher allzuschlecht. Willt du ins ge 4. Wem sollt ich mein herz richte gehn, Wie wollt ich vor lieber gönnen Als dem, der mir dir bestehn? O ihr berge, mich Neuer Anhang. 371 findern steht es frei Väter anzuflehen. Vater, deine gnad und treu Laß mich armen sehen. 3. Liebster Vater, willst du dich Vater lassen nennen, Ei reue Suchen deiner gnaden so wirst du lassen mich Vahuld: Drum nicht straf in dei- ters- sinn erkennen; Denn das nem grimm, Lenke ab die don- wär ja viel zu schlecht, Blos ner- stimm, Und um deines eides den namen führen, Und nicht willen Thu hinfort mein za- thun nach Vaters- recht, Wie gen stillen. sichs will gebühren. 6. Mag ein mutterherz wohl 4. Hast du doch in deinem hassen, Was den findesnamen wort Gnade mir versprochen, hat? Wie wollst du denn Laß mich an der gnaden- pfort mich verlassen Wegen mei- Nicht vergeblich pochen, Laß ner übelthat? Nein, derselben der matten seufzer stärk Durch ernstes leid Machet, daß du die wolken dringen, Und von bist bereit Mich schon wieder deinem himmels- berg Mir gezu umarmen Und dich meiner nade bringen. zu erbarmen. 5. Ich laß doch nicht eher ab, Bis du mir gewähret Gnade, die ich von dir hab Inniglich begehret. Segne mich, so laß ich dich Eher nicht: ich hange Wie die klett am fleid, bis ich Gnad von dir erlange. bedecket, Und ihr grüfte in euch stecket! 5. Groß bist du von güt und treue Nicht dem, welcher ohne schuld, Sondern denen, die mit 7. O glückselig dann die stunden, Die zur buß sind angewandt, Neu an Jesu mich verbunden, Bringen mich in ruhestand. Nun ich Sodom bin entführt, Soll nicht werden mehr gespürt Irdisch leben, blinde werke: Jesu, meinenvorfaßstärke. 6. Du bist Gott, und heißest gut, Weil du gutthat übest Und gleich wie ein vater thut, Deine finder liebest: Dieser gutthat laß mich auch, Vaterherz, genießen; Laß auf mich nach deinem brauch Deine gnade fließen. Mel. Christus der uns selig. 508. Liebster Vater, ich, dein kind, Komm zu dir geeilet, Weil ich sonsten niemand find, Der mich armen heilet. Meine wunden sind sehr groß, Groß 7. Ach verzeih mir, ach vergib, sind meine sünden: Mach mich Was ich mißgehandelt, Weil von denselben los, Laß mich ich nach der sünden trieb Ofter= gnade finden. mals gewandelt. Ach! sehr 2. Führst du väterlich ge- groß ist meine schuld, Groß schlecht Und hast Vaters sitten, sind meine sünden: Decke mich Ei, so hab ich finderrecht Und mit deiner huld, Laß mich darf kindlich bitten; Denn den gnade finden. 24* 372 Neuer Anhang. 8. Nun so nimm dich meiner 4. Ich bin vergnügt, dieweil an, Wie die väter pflegen; ich lebe. Hab ich nicht viel und Meine buß- und thränenbahn mancherlei, So glaub ich, daß Laß dich doch bewegen. Meine mir alles gebe, Der da mein sünden bringen schmerz, Die Gott und vater sei. Ob gleich ich hab begangen: Ach du der arme unten liegt, So heißt liebstes Vaterherz, Laß mich es doch: Ich bin vergnügt. gnad erlangen. 5. Ich bin vergnügt. Wenn 9. Klagt mich mein gewissen meiner spotten Der satan und an Und will mich verdammen; die falsche welt, Was schaden Will der schwarze höllen- mann mir die argen rotten? Ein Dich zur rach anflammen: Ei frommer Christ behält das feld, so denke mit geduld, Daß ich Wenn er sich nur geduldig staub und aschen, Und daß schmiegt Und demuth liebt. Ich mich von meiner schuld Hab bin vergnügt. dein blut gewaschen. 16. Sch bin vergnügt auch in Christoph Titius. dem sterben, Wenn nun der geist vom förper eilt; Ich weiß, uns vor längsten zugetheilt. daß wir die kron ererben, Die Weil Gott in seinem wort nicht fügt, Drum fag ich noch: ich bin vergnügt. 7. Ich bin vergnügt in Jesu armen, Und ruhe sanft in seinem schooß; Er nimmt mich an blos aus erbarmen, Und machet meine seufzer los. So habe ich die welt besiegt, und bleib dabei: Ich bin vergnügt. Mel. Wer nur den lieben Gott. 509. Ich bin vergnügt und halte stille, Ob mich schon manche trübsal drückt, Und denke, daß es Gottes wille, Der mir das kreuze zugeschickt. Und hat er mir es zugefügt, So trägt ers mit: Ich bin vergnügt. 2. Ich bin vergnügt in meinem hoffen, Denn hilft Gott gleich nicht, wie ich will, So hat er doch den schluß getroffen, Er weiß die beste zeit und ziel. Ich harr auf ihn, denn so betrügt Die hoffnung nicht: Ich bin vergnügt. Ludämilia Elisabetha, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt. Mel. O Gott! du frommer. 510. Du sagst: ich bin ein 3. Ich bin vergnügt in allem Christ. Wohlan! wenn werk leiden, Dieweil es doch nicht ewig und leben Dir dessen, was du währt. Es soll mich nichts von sagst, Beweis und zeugniß ge Jesu scheiden, Weil leid in freu- ben, So steht es wohl um dich. den wird verkehrt. Mein Hei- Ich wünsche, was du sprichst, land hat die angst besiegt, Die Zu werden alle tag, Nehmlich ganze welt: Ich bin vergnügt, ein guter Christ. Neuer Anhang. 373 2. Du sagst: Ich bin ein ich beichte meine sünden, Und Christ. Der ists, der Jesum laß beim beichtstuhl mich Auch fennet, Und seinen Gott und oftermalen finden. Find't aber Herrn Ihn nicht alleine nen- sich, mein freund, Ich bitte, sag net; Sondern thut auch mit es mir, Nach abgelegter beicht fleiß, Was fordert sein gebot. Die beßrung auch bei dir? Thust du nicht auch also, Ist, was du sagst, ein spott. 8. Ach! du bleibst nach wie dvor, Dein' worte, werk und sin3. Du sagst: ich bin ein nen Wird oftmals ärger noch. Christ. Wer sichs will nennen lassen, Muß lieben, was ist gut, Mit ernst das böse hassen; Der liebet Christum nicht, Der noch die fünde liebt; Ist auch kein Christ, ob er Sich gleich den namen gibt. Dein vorsatz und beginnen Geht nach dem alten trieb Und, was noch gut soll sein, Ist, wenn mans recht besteht, Ein lauter heuchel- schein. 9. Du sagst: ich bin ein Christ; Laß speisen mich und tränken 4. Du sagst: ich bin ein Christ, Mit dem, was Christus mir Denn ich bin ja besprenget Mit Im abendmahl will schenken. wasser in dem wort,*) Mit Wohl! aber zeige mir, Ob Christi blut vermenget. Ja Christi leib und blut In dir zur wohl; hast aber du Gehalten heiligung Auch seine wirkung auch den bund, Den du mit thut. Gott gemacht In jener gnaden stund? *) Undere: in der tauf. 10. Du sagst: ich bin ein Christ; Ich bete, les und singe, Ich geh in Gottes haus: Sind das nicht gute dinge? Sie sind es; aber wenn Sie werden so verricht, Daß Gott auch stets dabei Ein reines herze sieht. lebt? 5. Hast du ihn nicht vorlängst Gar oft und viel gebrochen? Hast du, als Gottes find, Dich, wie du hast versprochen, In allem thun erzeigt, Dem guten 11. Du sagst: ich bin ein Christ. nachgestrebt? Hat nicht der Ich kann dirs nicht gestehen, alte mensch In dir bisher ge- Es sei denn, daß ichs werd Aus deinem wandel sehen, Wer 6. Du sagst: ich bin ein Christ, sagt und rühmet, daß Er Weil Gottes wort und lehre Christo angehör Und auch sein Ohn allen menschen- tand Sch jünger sei, Muß wandeln, gleich fleißig les und höre. Ja, lieber, wie er. thust du auch, Was dieses wort dich lehrt? Nicht, der's hört, sondern thut, Der ist bei Gott geehrt. 7. Du sagst: ich bin ein Christ; 12. Bist du ein solcher Christ, So mußt du sein gesinnet, Wie Jesus Christus war. Wenn reine liebe dringet Aus deines herzens quell; Wenn du demi 374 Neuer Anhang. thig bist Bon herzen, wie der Herr Jesu, meine seele; Die Herr: So sag, du seist ein Christ. wünschet mit begier Aus dieſer leibeshöhle zu kommen bald zu dir. 2. Wann doch, wann werd ich kommen, Mein herz voll seufzen spricht, Zu sehen mit den frommen, O Gott, dein an gesicht? O Jesu, mein vergnü gen, Nach dir verlanget mich. Wann wird die zeit sich fügen, Zu leben stets um dich? 3. Ach! daß ich möchte hören Die süßen lebens wort, Die alles leid verzehren, Wie bei dem schächer dort: Heut wirst du mit mir leben Im paradieſes schloß, Und ewig bei mir schwe ben In Abrams vater- schooß. 4. O wie werd ich voll freu den In Salems theren stehn! Ach muß ichy ferner leiden Ber zug, dahin zu gehn? Wie ist mir doch so bange Nach dieser felig feit, Wie wart ich schon so lange Auf solche freuden- zeit! 5. Was man sich außerlesen, Und jetzt bildt lieblich ein, Das allerschönste wesen Wird nichts dagegen sein. Kein mensch hats noch vernommen, Auch ist es dieser zeit In keines herz noch kommen, Was Gott daselbst be reit.de 6. Da wird, o freud und wonne, Sich Jesus stellen dar Viel schöner als die sonne, Mel. Herzlich thut mich verlangen. Nicht, wie er vormals war, 511, Gleich wie mit durft In knechts gestalt erschienen umfangen Ein hirsch nach was Wir werden allezeit Ihm sehn fer schreit, So träget auch ver- die engel dienen In seiner herrlangen Nach deiner ewigkeit, lichkeit. 13. So lang ich aber noch An dir erseh und spüre, Daß stolz und übermuth Dein sinn und herz regiere; Wenn an der fanftmuth stell Sich zeiget haß und neid: So bist du ganz gewiß Vom Christenthum sehr weit. 14. Sagst du: ich bin ein Christ; Und rühmst dich deß mit freuden: Thuft aber du auch mehr Als andre kluge hei den? Achy! öfters nicht so viel, Was gutes sie gethan; Sie werden dorten dich Gewißlich klagen an. 15. Sag nicht: ich bin ein Christ; Bis daß dir werk und leben Auch dessen, was du fagst, Beweis und zeugniß geben. Die wort sind nicht genug; Ein Christ muß ohne schein Das, was er wird genannt, Im wesen selbsten ſein. 16. Ach! mein Gott, gib genad, Mich ernstlich zu befleißen, Zu sein ein wahrer Christ, Und nicht nur so zu heißen; Denn welcher nam und that Nicht hat und führt zugleich, Der kommet nimmermehr zu dir ins himmelreich. espan citize?! Johann Adam Haßlocher. = 375 noth, Halt fest bei mir im leiden, Und dann, wann kommt der tod, So lehre mich bedenfen, Daß du auf solche weis Und anders nicht willst schenfen Dein freuden- paradeis. Neuer Anhang. 7. Wir werden fröhlich hören Der engel musik- klang, Die Jesum stets verehren Mit einem lobgesang. Auch werden wir erblicken Gott selbst von angesicht. O was fann mehr erquicken Als Gort in seinem licht? Mel. Lebt jemand so wie ich. 8. D freud! o lieblichs wesen! 512. Wer seinen Jesum hält, O wollust ewiglich! O seliges So lang ihn quält die welt, genesen! Ach Gott! wie sehn, Und Jesum nicht will lassen ich mich, Wie wünscht mein Auf seines lebens straßen, Der herz zu kommen Aus dieser kum- schaut in Jefu hier Die off'ne merwelt. Wann werd ich auf. himmels- thür. genommen In Gottes wohngezelt? 9. Wer oft mit nassen wangen Nach seinem vaterland Entbecket sein verlangen, Der lebt im fremben land: Also wünsch ich auf erden Zur himmels- va- 3. Wer schwinget feinen sinn terstadt Bald abgeführt zu Zu seinem Jesu hin, Und läßt werden, Da frieb ist ewig fatt. 2. Wer seinen Jesum fast In aller freuzes last, Und sie von seinem rücken Auf Jeſum nur kann drücken, Dem macht sie Jesus leicht, Und hat die ruh erreicht. bie glaubens- flügel Gehn über alle hügel, Der tritt bie himmels bahn Mit seinem Jefu an. 4. Wer Jesu lippen hört Und 10. So schick es denn mit freuden, O Jesu, bald mit mir; Mein wunsch ist abzuscheiden Und bald zu sein bei dir. Fahr seine stiftung ehrt, Wer Jesu hin, was irdisch heißet, Und reine wunden Auf seine ſeel gewas mit falschem schein In bunden, Dem gehet Jesu blut pracht und hoffart gleißet: Bei Durch seel, geist, blut und Christo will ich sein. muth. 11. Doch so es abzuscheiden Vielleicht noch nicht ist zeit; 5. Wem Jesus alles ist, Der recht den himmel küßt; Sein Ich muß noch mehrers leiden herze schon auf erden Muß Jesu In dieser sterblichkeit: Herr, himmel werden, Sein leben ist thu nach deinem willen, Laß vergnügt, Sein tod den tod obmich in deiner huld Das leidens- siegt. loos erfüllen, Indessen gib geduld. 6. Ich halte Jesum feft; Mein Jesus mich nicht läßt. Die zu12. Hilf mir die sünden mei- geschickten plagen Hilft Jeſus den, Tröst mich in angst und mir mittragen. Ich flieh gen Neuer Anhang. 376 himmel h'nauf, Mein Jesus ist mein lauf. 7. Die flügel sind zwar schwer, Ach Jesu, hilf und wehr, Vom heißen freuz geschwärzet, Von Jesu hand geherzet: Ich flieh, ich flieh allzeit In meines Jesu feit. 9. Ich bin im himmel schon, Jesu meine kron: In Jesu ich stets schwebe, Im tod mit Jesu lebe. Mein Jesus bleibet mir Mein alles für und für. 8. Ich höre deine wort, O Jesu, lebens- hort. Dein leib 3. Ich glaub auch an den und blut mich stärken In allen heil'gen Geist, Der gleich ist meinen werken: Du bist Herr wahrer Gott, und heißt Ein Jesu mein; Ich bin Herr Jesu dein. Mel. O Herr Gott! begnade. 513. Ich glaub an einen Gott allein, Der alle dinge groß und klein, Den himmel und die erden Aus nichts hat lassen werden, Der auch mich selbst aus lauter gnad zu seinem dienst erschaffen hat, Mir leib und feel gegeben, Sinn und vernunft darneben. kreuzes für mich starb, Fuhr zu der höllen nieder, Stund auf vom tode wieder. Durch seine weisheit, macht und güt All sein geschöpfe er behüt. Er ist mein Vater und mein Gott, Der mir zu hülfe kommt in noth, Mich schüßzet und ernähret. Und zu vollenden seinen lauf, Fuhr er ins himmels thron hinauf, Von da er kommen wird einmal, Daß er die menschen richte all, Die lebenden und todten. lehrer unsrer sinnen, Der ewig ohn beginnen Vom Vater und dem Sohn ausgeht, Der den betrübten hier beisteht, Daß sie vergebung finden All ihrer schuld und sünden. Ich glaube, daß erhalten werd Ein allgemeine kirch auf erd, Bei der stets bleib des Geistes gab. Ich glaub, daß dieses fleisch vom grab Werd auferstehn zum leben. Mel. Ich dank dir lieber Herre. 514. Befiehl du deine wege, Und was dein herze fränkt, Der allertreusten pflege Deß, der den himmel lenkt. Der wolken, luft und winden Gibt wege, lauf und bahn, Der wird auch wege finden, Da dein fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, Wenn dirs soll wohl ergehn; Auf sein werk mußt du schauen, Wenn dein werk 2. Ich glaube auch an Jesum Christ, Der Gott vom Vater ewig ist, Und dann ein mensch soll bestehn. Mit sorgen und geboren, Daß ich nicht würd verloren; Der mir seins Vaters mit grämen Und mit selbst eigner pein Läßt Gott ihm gar nichts huld erwarb, Am stamm des nehmen: Es muß erbeten sein. Neuer Anhang. 377 3. Dein' ew'ge treu und 8. Jhn, ihn laß thun und gnade, O Vater, weiß und sieht, Was gut sei oder schade Dem sterblichen geblüt; Und was du dann erlesen, Das treibst du, starker held, Und bringst zum stand und wesen, Was deinem rath gefällt. walten: Er ist ein weiser fürst, Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wann er, wie ihm gebühret, Mit wunderbarem rath Das werk hinaus geführet, Das dich bekümmert hat. 4. Weg' hast du aller we- 9. Er wird zwar eine weile gen, An mitteln fehlt dirs nicht: Mit seinem trost verziehn, Und Dein thun ist lauter segen; thun an seinem theile, Als hätt Dein gang ist lauter licht; in seinem sinn Er deiner sich Dein werk kann niemand hin- begeben, Und sollst du für und dern; Dein' arbeit kann nicht für In angst und nöthen schweruhn, Wenn du, was deinen ben, So fragt er nichts nach findern Ersprießlich ist, willt thun. dir. 10. Wirds aber sich befin5. Und ob gleich alle teufel den, Daß du ihm treu verbleibst, Hie wollten widerstehn, So So wird er dich entbinden, Da wird doch ohne zweifel Gott du's am mindsten gläubst; Er nicht zurücke gehn: Was er wird dein herze lösen Von der ihm vorgenommen, Und was er so schweren last, Die du zu haben will, Das muß doch end- feinem bösen Bisher getragen lich kommen zu seinem zweck hast. und ziel. 11. Wohl dir, du find der 6. Hoff, o du arme seele, treue; Du hast und trägst daHoff und sei unverzagt: Gott wird dich aus der höhle, Da dich der kummer plagt, Mit großen gnaden rücken; Erwarte nur der zeit, So wirst du schon erblicken Die sonn der schönsten freud. von Mit ruhm und dank- geschreie Den sieg und ehren- fron. Gott gibt dir selbst die palmen In deine rechte hand, Und du singst freuden- psalmen Dem, der dein leid gewandt. 7. Auf! auf! gib deinem schmerze Und sorgen gute nacht; Laß fahren, was das herze Betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht regente, Der alles führen soll; Gott sitzt im regimente, Und führet alles wohl. 12. Mach end, o Herr, mach ende An aller unsrer noth, Stärf unsre füß und hände, Und laß bis in den tod Uns allzeit deiner pflege Und treut empfohlen sein: So gehen unsre wege Gewiß zum himmel ein. Paul Gerhardt( Aus Psalm 37. V. 5. 378 Neuer Anhang. Mel. Jesus meine zuversicht. 515. Meine hoffnung läst mich nicht; Alles mag mich sonst verlassen. Ruht mein herz in Gott und spricht: Ich will ihn getrost umfassen; Ach! so hab ich trost und heil; Jesus ist mein seelentheil. 2. O wie eitel ist die welt! Hier schläft man auf spinnenweben: Aber wers mit Jesu hält, Nür allein ihm denkt zu leben, Nähret sich mit honigthau Auch auf dieser wermuths au. 3. Zweifel tödtet nur das herz; Edle geister müssen hoffen. Der mich schlägt mit angst und schmerz, Läßt mir auch den himmel offen. Ist Gott meine zuversicht, Trotz dem, der mir widerspricht. 4. Zähren sind die jammersaat; Ich muß mich mit thränen salben: Nur getrost! der dornenpfad Geht zum himmel allenthalben. Ein gelaßnes herze schweigt, Bis der sturm die sonne zeigt. ihn: Nach dem trauren folgt gewinn. 7. Hoffnung, o du fester grund, Ach! so laß mich nimmer sinken; Und wann mein erblaßter mund Soll des todes wermuth trinken, Ei! so stell in hoffnung mir Nichts als meinen Jesum für. Benjamin Schmold. Mel. Werde munter mein. 516. Sei zufrieden, mein ge müthe, Nimm dich keines fummers an; Schaue nur auf Got tes güte: Was Gott thut, ist heimgestellt, Mir beliebt, was wohl gethan. Ihm sei alles ihm gefällt; Also sprech ich: Gottes fügen Bleibt im leben mein vergnügen. 2. 3war ich hätte viel zu klagen, Aber doch was hilft mich? dies Denn das klagen meiner plagen Mehrt nur die bekümmerniß. Lieber hoff ich in geduld Auf des lieben Gotteshuld; Also bleibet Gottes fi gen Auch im kreuze mein vergnügen. 3. Will es noch zur zeit ver5. Otter- gift und blasser neid ziehen, Was mein sehnend herze Hat die unschuld oft verlegzet; sucht; Wird doch mit der zeit Redlichkeit wird doch allzeit noch blühen Meiner wünsche Nach dem unglückssturm süße frucht. Dieß vertrauen ergößzet. Ein gewissen, das stehet fest, Das mich gar nicht Gott weiß, Trägt der tugend fallen läßt; Denn es bleibet ehren- preis. Gottes fügen In der hoffnung mein vergnügen. 6. Schweige demnach, ungeduld; Centner- sorgen sind nur 4. Schreibet sich gleich mein plagen. Hast du deines Gottes vermögen Nicht zu tonnen golhuld, Ei so darfst du nicht ver- des an, Dennoch hab ich Gotzagen; Ruhe nur und hoff auf tes segen, Dem kein reichthum Neuer Anhang. 379 gleichen kann: Gott und alles wort versprichts. Wenn ich gnug ist mein: Kann ein schaß dich nur habe, Dich, du theure wohl größer sein? Ja, so blei- gabe, Weiter mag ich nichts: bet Gottes fügen Auch, wo Du bist mein Und ich bin dein. nichts ist, mein vergnügen. Ach ich kann den trost der seelen 5. Weicht, ihr sorgen, aus der Nicht genug erzählen. seelen, Weil sie Gott zur wohnung nimmt. Ich will das zur lust erwählen, Was er mir zum trost bestimmt. Stellt sichs heute noch nicht ein, Ei, so fanns wohl morgen sein, Und indeß ist Gottes fügen Statt der for gen mein vergnügen. 4. Jesu, meine liebe, Nichts ist, das mich trübe Oder traurig macht. Deine süße güte Labet mein gemüthe, Daß das herze lacht. Auch kein freuz Wird beiderseits Mich und dich in allem leiden Nimmermehr nicht scheiden. 6. Bin ich auch des Lebens müde, So bestellt er mir die ruh; Denn da drücket er im friede Mir die augen selig zu. Wann und wo es ihm gefällt, Geb ich gute nacht der welt; Also bleibet Gottes fügen Auch im sterben mein vergnügen. Mel. Jesu meine freude, meines. 517. Jesu, meine freude, Ich und du, wir beide Sind nunmehr vereint. Weg ist alle sünde: Mir, als seinem Kinde, Ist Gott nicht mehr feind, Denn dein blut Macht alles gut: Dieß, und deinen leib darneben Hast du mir gegeben. 2. Jesu, meine wonne, Gottes gnadensonne Leuchtet nun um mich. Nun ist mein gewissen Aus der angst gerissen, Und erquicket mich. Ach! gib doch, Daß öfters noch Mich dein nachtmahl speis und tränke, Und ich dein gedenke. 3. Jesu, du mein leben, Du bleibst mir ergeben; Denn dein 5. Jesu, mein vergnügen, Was du nur wirst fügen, Das beliebet mir. Wie du mich regierest, Wie du mich nur führest, Also folg ich dir. Gehts in noth, Und gar in tod, Will ich dennoch bei dir halten Und dich laffen walten. 6. Sesu, du mein segen, Nichts soll mich bewegen, Was der welt gefällt. Ob sie geld und schätze, Oder strick und neßze mir vor augen stellt: Dennoch soll Kein weh und wohl, Auch kein teufel mir den glauben, Der dich hält, nicht rauben. 7. Jesu, meine krone, Ach, vor deinem throne Werd ich ewig stehn. Wirds dann nicht bald werden, Daß ich von der erden Kann in himmel gehn? Schleuß den lauf Und nimm mich auf; Heute wünsch ich diesem leben Gute nacht zu geben. Mel. 3ion klagt mir angst. 518. Ach was hab ich angerichtet? Ach was hab ich doch 380 Neuer Anhang. gethan? Wer ist, der die sache zeit, da ich gesuchet, Was mir schlichtet? Mein gewissen klagt höllen- angst gebiert, Was mir mich an; Ich bin selber wider Gottes wort verbeut, Sei vermich, Weil ich also freventlich flucht in ewigkeit; Ewig sei verMich mit laster- foth beflecket, flucht die stunde, Da ich sünden Und des Höchsten zorn erwecket. lust empfunden. 2. Gott, ich muß mit zittern 7. O wie bist du, sünde, sünde, sagen, Daß ich sei ein sünden- Eine last, die felsen schwer. An fnecht. Jezzo fühl ich deine pla- mir ich nichts reines finde: gen, Aber du, du bist gerecht. Wie fränkt mich doch das Mein verderbtes fleisch und so sehr! Gott, dein zorn hat blut Hat das rechte wahre gut mich erschreckt: Ach! wer ist Durch des teufels trieb verach- der mich versteckt? Keine kreatur tet Und den lüſsten nachgetrach- kann rathen Meinen schweren miſsethaten. tet. 3. Vorhin hab ich mich ge- 8. Herr, es steht in deinen freuet Meiner schweren sünden- händen: Du alleine hilfft aus last; Jezzo, da mich solches reuet, noth, Du kannst meinen kummer Hab ich weder ruh noch rast. wenden, Du kannst retten aus Ach, was mich vorhin ergößzt, dem tod. Es steht nur allein Hat mich jetzt in angst gesetzt; bei dir: Niemand kann sonst Was vorhin den leib erquicket, helfen mir, Du kannst gnädig Ist, das jetzt die seele drücket. mich verneuen, Und in ewigkeit erfreuen. 4. So viel jahr hab ich gelaufen Den verbosten irreweg, Und mit dem verruchten haufen Ausgesetzt den guten steg, Der zur himmels- pforte führt; Selten hab ich recht gespürt Eine deinen schooß, Stärk mich der reue meiner sünden. Wo soll ich nun rettung finden? ich abgeschwächt, Laß genade gehn für recht. Wirst du ins gerichte gehen, Herr, wer kann vor dir bestehen? 5. Gott, ich soll gen himmel sehen, Aber ich sah unter mich. Wie ist mir, mein Gott, gesche- 10. Deines Sohnes marterhen, Daß ich so verlassen dich? Ich bin werth, daß mich dein grimm Mit erzürnter donnerstimm Möcht in tausend trümmern schlagen, Ja zur höllen ewig jagen. zeichen Stell ich zwischen mir und dir: Laß mich hiermit gnad erreichen. Seinen tod halt ich dir für, Glaube steif und festiglich, Daß mein Jesus auch für mich Hat gelitten, ist gestorben; Jch auch soll sein unverdorben. 11. Du hast uns gewiß ver 6. Alle freude sei verfluchet, So von sünden hergerührt; Diese 9. Jch verdamme seel und glieder: Sprich du sie in gnaden los. Bittlich fall ich vor dir nieder: Nimm du mich in Neuer Anhang. 381 heißen Herzliche barmherzigkeit, blut: Machs nur mit meinem Dafür sollen wir dich preisen. ende gut. Denk an deinen theuren eid, Der den fündern trost verspricht; Du willst ihren tod ja nicht, Leben willst du ihnen schenken, Wenn sie sich nur zu dir lenken. 12. Herr, so sei nun auch erhöret, Bitt ich, der verlorne sohn, Der zu seinem vater kehret. Blicke von des himmels thron; Ich bring ein zerknirschtes herz Voller reue, voller schmerz, Das nach deiner gnade trachtet: Solches hast du nie verachtet. 2. Es kann vor nacht leicht anders werden, Als es am frühen morgen war. Dieweil ich leb auf dieser erden, Leb ich in steter tods- gefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi blut: Machs nur mit meinem Ende gut.. 3. Herr, lehr mich stets mein end bedenken Und, wann ich einmal sterben muß, Die seel in Jesu wunden senken, Und ja nicht sparen meine buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi blut: Machs nur mit meinem ende gut. 4. Laß mich bei zeit mein haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für, Und sage frisch in allen fällen: Herr, wie du willt, so schicks mit mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi blut: Machs nur mit meinem ende gut. 5. Mach mir stets zucker- süß den himmel Und gallen= bitter diese welt; Gib, daß mir in dem weltgetümmel Die ewigfeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi blut: Machs nur mit meinem ende gut. Mel. Wer nur den lieben Gott. 6. Ach Vater! deck all meine sünde Mit dem verdienste Jesu zu, Darin ich mich fest gläubig winde: Das gibt mir recht erwünschte ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi blut: Machs nur mit meinem ende gut. 519. Wer weiß, wie nahe mir mein ende? Hingeht die zeit, herkommt der tod. Ach! wie geschwinde und behende Kann kommen meine todesnoth. 7. Ich weiß, in Jesu blut und wunden hab ich mir recht und Mein Gott, ich bitt durch Christi wohl gebett, Da find ich trost 13. Laß die engel fröhlich werden, Daß ein sünder buße thut. Weil ich lebe noch auf erden, Will ich dieß, was fleisch und blut Hat bisher so hoch geacht, Was mich fälschlich angelacht, Haffen, fliehen, ernstlich meiden, Und mich gänzlich dir vereiden. 14. Wirst du mir zur feiten stehen Durch des guten Geistes fraft, Will ich nicht wie vor mals gehen Den weg, der zur hölle rafft. Gott ich kehre mich zu dir, Kehre du dich auch zu mir; Dafür will ich deinen namen Ewig loben. Amen, amen. Gottfried Wilhelm Sacer. 382 in todes- stunden Und alles was ich gerne hätt. Mein Gott, ich bitt durch Christi blut: Machs nur mit meinem ende gut. Neuer Nanhng. 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei leben oder tod; Ich leg die hand in seine feite Und sage: mein Herr und mein Gott. Mein Gott, ich 520. Ach Herr Gott! gib Mel. Kommt her zu mir, spricht. bitt durch Christi blut: Machs nur mit meinem ende gut, Machs nur mit meinem ende gut.* * Ursprünglich: Durch deine gnad und Christi blut Machst dus mit meinem ende gut. Aemilia Juliana, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt. 10. Ich habe Jesu leib geges sen, Sein blut hab ich getrunfen hier: Nun kann er meiner nicht vergessen, Ich bleib in ihm, und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi blut: Machs nur mit meinem ende gut. Ich habe Jesum angezogen Schon längst in meiner heilgen tauf; Du bist mir auch daher deinen ehren. gewogen, Hast mich zum kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi blut: Machs nur mit meinem ende gut. uns deinen Geist Von oben, der uns beistand leist Im hören und andacht verleih, Das herz bes im lehren; Die sünd vergib, reite, daß es sei Munter zu 12. Ich leb in Jesu wohl vergnüget, Und sterb ohn alle kümmerniß; Mir gnüget, wie es mein Gott füget; Ich glaub und weiß es ganz gewiß. Mein Gott, ich bitt durch Christi blut: 2. Den glauben mehr, die hoffnung stärk; Laß unsre seel bei diesem werk Zu dir, Gott, sich erheben. Gib, daß wir nicht hörer allein, Sondern auch wahre thäter sein, Und nach dein'm worte leben. Mel. Ach Gott und Herr. 521. Es hat mich fast Der sünden last Ganz hinter sich ge riffen; Mich drückt und plagt, Mich quält und nagt Mein ängstiges gewissen. 11. Nun komm mein end heut oder morgen, Ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; Ich bin und bleib in seinen sorgen, Mit 2. Die last liegt mir Ja für und für Auf meinem schwachen Jesu blut schön ausgeschmückt. rücken: schwere bürd, Die Mein Gott, ich bitt durch Christi blut: Machs nur mit meinem ende gut. mich noch wird Fast gar zur höllen drücken. 3. Was soll ich thun? Ich will sie nun Einmal von mir ablegen: Ein sünders herz, Voll reu und schmerz, Ist Gott nicht zu entgegen. 4. Der schmale steg Und enge weg Lehrt mich behutsam gehen: Neuer Anhang. Mein Gott ist nah, Der wird mir ja Genädiglich beistehen. 5. Herr, reich mir dar In der gefahr Den finger deiner gnaden, Daß ich daran Mich halten kann; Sonst komm ich tief zu schaden. 383 rühmet, Und in aller welt bekannt; Wo die warmen sonnenstrahlen Nur erleuchten einig land, Da ruft himmel, da ruft erde: Hochgelobt Jehova werde! 6. Herr, mein herrscher, o wie herrlich Ist dein name meiner seel: Drum ich auch vor deinen augen Singende mich dir befehl; Gib, daß deines findes glieder Sich dir ganz ergeben Joachim Neander. wieder. 6. Laß meinen fuß Nicht an den fluß Des höllen- pfubls abwanken, Erhalte mich Beständiglich In solchen buß- gedanfen. Mel. In dem leben hier auf. 523. Seelen- bräutigam, Je522. Unser herrscher, un su, Gottes Lamm, Habe dank ser könig, Unser allerhöchstes für deine liebe, Die mich zieht gut, Herrlich ist dein großer aus reinem triebe Von der sünname, Weil er wunderthaten den schlamm, Jesu, Gottes thut, Löblich nah und auch von Lamm. ferne, Von der erd bis an die sterne. 2. Deine liebes- gluth Stärfet muth und blut. Wenn du freundlich mich anblickest Und an deine brust mich drückest: Macht mich wohlgemuth Deiner liebe gluth. tet. 3. Wahrer mensch und Gott, Trost in noth und tod, Du bist darum mensch geboren, zu er setzen, was verloren, Durch dein blut so roth, Wahrer mensch 3. Es ist leider! zu beklagen, Ja, wem bricht das herze nicht, Wenn man siehet so viel tausend und Gott. Fallen an dem hellen licht? Ach, 4. Meines glaubens licht Laß wie sicher schläft der sunder! verlöschen nicht; Salbe mich Ist es nicht ein großes wunder? mit freuden- öle, Daß hinfort in 4. Unterdessen, Herr, mein meiner seele Ja verlösche nicht herrscher, Will ich treulich lie- Meines glaubens licht. ben dich; Denn ich weiß, du 5. So werd ich in dir Bleiben treuer Vater, Daß du heimlich für und für; Deine liebe will liebest mich. Zeuch mich kräftig ich ehren, und in dir dein lob von der erden, Daß mein herz vermehren, Weil ich für und mag himmlisch werden. für Bleiben werd in dir. 5. Herr, dein nam ist hoch ge6. Held aus Davids stamm, 2. Wenig sind zu diesen zeiten, Welche dich von herzensgrund Lieben, suchen und begehren: Aus der säugelingen mund Hast du dir ein lob bereitet, Welches deine macht ausbrei 384 Neuer Anhang. Deine liebesflamm Mich er- im haben und im schauen; nähre, und verwehre, Daß die Denn die ehrenkron Folgt auf welt mich nicht versehre, Ob sie spott und hohn. mir gleich gram, Held aus Davids stamm. 14. Jesu, bilf, daß ich Allhier ritterlich Alles durch dich überwinde, Und in deinem sieg empfinde, Wie so ritterlich Du gekämpft für mich. 7. Großer friedefürst, Wie hast du gedürst Nach der menschen heil und leben, Und dich in den tod gegeben, Da du riefst: mich dürst, Großer friedefürst! Mel. Un wasserflüssen Babylon. 524. Ein lämmlein geht und 8. Deinen frieden gib Aus so großer lieb Uns, den deinen, die dich kennen Und nach dir sich Christen nennen; Denen du bist lieb, Deinen frieden gib. 9. Wer der welt abstirbt, Emsig sich bewirbt Um den trägt die schuld Der welt und lebendigen glauben, Der wird ihrer finder; Es geht und bald empfindlich schauen, Daß büßet in geduld Die sünden niemand verdirbt, Der der welt aller sünder. Es geht dahin, abſtirbt. wird matt und frank, Ergibt sich auf die würge- bank, Verzieht sich aller freuden, Es nimmet an schmach, hohn und spott, Angst, wunden, striemen, freuz und tod, Und spricht: ich wills gern leiden. 2. Das lämmlein ist der große freund Und Heiland meiner seelen, Den, den hat Gott zum sündenfeind Und fühner wollen wählen. Geh hin, mein kind, und nimm dich an Der finder, die ich ausgethan Zur straf und zornes- ruthen: Die straf ist schwer, der zorn ist groß; Du kannst und sollst sie machen los Durch sterben und durch bluten. 10. Nun ergreif ich dich, Du mein ganzes ich. Ich will nimmermehr dich lassen, Sondern gläubig dich umfassen, Weil im glauben ich nun ergreife dich. dospese tash d 11. Wenn ich weinen muß, Wird dein thränen-fluß Nun die meinen auch begleiten Und zu deinen wunden leiten, Daß mein thränen- fluß Sich bald stillen muß. 12. Wenn ich mich aufs neu Wiederum erfreu, Frenest du dich auch zugleiche, Bis ich dort in deinem reiche Ewiglich aufs neu Mich mit dir erfreu. 15. Du, mein preis und ruhm, Werthe Sarons- blum, In mir soll nun nichts erschallen, Als was dir nur kann gefallen, Werthe Sarons- blum, Du mein preis und ruhm! Adam Drese. 13. Hier durch spott und hohn: Dort die ehren fron; Hier im 3. Ja, Vater, ja von herzens hoffen und im glauben: Dort grund, Leg auf, ich will dirs Neuer Anhang. 385 7. Erweitre dich, meins hertragen. Mein wollen hängt an deinem Mund, Mein wirken ist zens schrein, Du sollt ein schatzdein sagen. O wunderlieb! o haus werden Der schätze, die liebesmacht! Du kannst, was viel größer sein Als himmel, nie fein mensch gedacht, Gott meer und erden. Weg mit dem seinen Sohn abzwingen. O liebe, gold arabia, Weg calmus liebe, du bist stark; Du senkest myrrhen, casia, Ich hab ein' den ins grab und farg, Vor besfres funden; Mein großer dem die felsen springen. schatz, Herr Jesu Christ, Ist dieses, was geflossen ist Aus deines leibes wunden. 4. Du marterst ihn am freuzes stamm Mit nägeln und mit spießen, Du schlachtest ihn 8. Das soll und will ich mir als wie ein lamm, Machst herz zu nuß zu allen zeiten machen, und adern fließen, Das herze Im streite soll es sein mein mit der seufzer kraft, Die adern schuß, In traurigkeit mein lamit dem edlen saft Des pur- chen, In fröhlichkeit mein faitenpurrothen blutes. O süßes spiel, Und wann mir nichts lamm! was soll ich dir Erwei- mehr schmecken will, Soll mich sen dafür, daß du mir Erzeiget dieß manna speisen; In durst so viel gutes? solls sein mein wasserquell, In einsamkeit mein sprach- gesell, zu haus und auch auf reisen. 9. Was schadet mir des todes gift? Dein blut das ist mein leben. Wann mich der sonnen hitze trifft, So kann mirs schatten geben. Seßt mir der schwermuths schmerzen zu, So find ich bei dir meine ruh, Als auf dem bett ein franker. Und wann des freuzes ungestümm Mein schifflein treibet um und um, So bist du dann mein anfer. 10. Wann endlich ich soll treten ein In deines reiches freuden, So laß dieß blut mein purpur sein; Ich will mich darein fleiden; Es soll sein meines hauptes fron, In welcher ich will vor den thron Des höchsten Vaters gehen, Und dir, dem er mich anvertraut, Als 25 5. Mein lebetage will ich dich Aus meinem sinn nicht lassen, Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit liebes- armen fas fen. Du sollt sein meines herzens licht, Und wann mein herz zu stücken bricht, Sollt du mein herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster ruhm, Hiermit zu deinem eigenthum Beständiglich verschreiben. * 6. Ich will von deiner lieblich keit Bei nacht und tage singen, Mich selbst auch dir nach möglichkeit zum freuden opfer bringen. Mein bachy des lebens soll sich dir Und deinem namen für und für In daufbarkeit er: gießen; Und was du mir zu gut gethan, Das will ich stets, so tief ich kann, In mein gedächtniß schließen. * Undere: Zu aller Zeit. 386 Neuer Anhang. eine wohlgeschmückte braut An schone, schone, Erkenn mich deiner seite stehen. Paul Gerhardt. wieder für dein find: Erbarme -dich, erbarme dich, Gott, mein erbarmer, über mich. Mel. Wer nur den lieben Gott. 525. Schy armer mensch, ich 7. Sprich nur ein wort, so armer sünder Steh hier vor werd ich leben: Sag, daß der Gottes angesicht: Ach Gott! arme sünder hör: Geh bin, die ach Gott! verfahr gelinder, Und geh nicht mit mir ins gericht, Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein erbarmer, über mich. 2. Wie ist mir doch so angst und bange Von wegen meiner großen sünd! Hilf, daß ich wieder gnad erlange, Ich armes und verlornes Kind: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein erbarmer über mich. sünd ist dir vergeben; Hinfür der sünd'ge nur nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein erbarmer, über mich. 8. Ich zweifle nicht: ich bin erhöret; Erhöret bin ich zweifels frei, Weil sich der trost im herzen mehret; Drum will ich enden mein geschrei: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein erbarmer über mich. Christoph Titius. 3. Hör, ach erbör mein seufzend schreien, Du allerliebstes vaterherz: Wollst alle sünde mir verzeihen Und lindern meines herzens schmerz: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein erbarmer über mich. Mel. Christus der uns selig. 526. Jesu leiden, pein und tod, Jesu tiefe wunden haben menschen, die nur koth, Heilsamlichy verbunden. Menschen, schafft 4. Wie lang soll ich vergeb- die sünden ab; Wir sind Chrilichy klagen? Hörst du denn nicht, sten worden, Sollen kommen ach hörst du nicht? Wie kannst aus dem grab In der engel du das geschrei vertragen? Hör, was der arme sünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein erbarmer, über mich. 5. Wahr ist es, übel steht der schade, Den niemand heilet, außer du; Ach! aber ach! genad, genade! Ich laß dir doch nicht eher ruh: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein erbarmer, über mich. orden. 2. Jesus in den garten ging Traurig von geberden, Mit gebet das werk anfing, Knieet auf die erden, Seine seel bis in den tod Heftig war betrübet. Schau, in was für große noth Er für dich sich giebet. 3. Wachet, betet, Jesus spricht, Daß ihr nicht verzaget; Der geist sich zwar hoch verpflicht, 6. Nicht, wie ich hab verschul- Das fleisch sich nicht waget. det, lohne Und handle nicht nach Mit gebet fah alles an, Wenn meiner sünd; O treuer Vater, es soll gelingen; Sei nicht ein 156 290626 Neuer Anhang. 387 vermeßner mann In so schwe- Der allein gerechte: Und du ren dingen. 43 fündige gestalt, Willst zu tod dich härmen, Wenn verfolgung mit gewalt Auch auf dich los stürmen. 4. Jesu, dem der engel chor Unverwendt aufwarten, Den zu stärken kam bervor Ein engel im garten: Wann kommt 10. Petrus, der nicht denkt meine letzte zeit, Dein engel zurück, Seinen Gott verneinet, mich stärke, Damit ich im letzten Der doch auf ein ernsten blick streit Todes- angst nicht merke. Bitterlichen weinet: Jesu, blicke 5. Jesu, dein blut- rother mich auch an, Wenn ich nicht schweiß, Dein betrübtes zagen will büßen; Wenn ich böses Macht die schwarzen sünden hab gethan, Rühre mein gewisweiß, Kann wehmuth verjagen. sen. Menschen, zaget nicht so sehr; Christus hat erduldet, Was ich, du und andre mehr Tausendmal verschuldet. 6. Mit ein'm fuß Judas, der feind, Ward ein Gott's verräther, Der doch nennet einen freund Diesen übelthäter. Wenn dich auch die falsche welt Also will betrügen, Böses mit gutem vergelt, Alsdann wirst du siegen. 12. Jesu blut den Juden ist Tod und lauter hölle: Prüfe sich ein jeder Christ, Daß er 7. Alle jünger laufen weg, sich recht stelle. Wenn er will 7. Alle jünger laufen weg, das theure blut Würdiglich geLassen Jesum stecken, Petrus das theure blut Würdiglich geselbst, der vor so tect, Weiset nießen, Sollen aus betrübtem ihm den rücken: Gott hält aus muth Zuvor thränen fließen. 13. Jesus sein freuz selber geduldiglich, Der hat auch gelitten, Der mir hilft und läßt trägt, Dran man ihn will befnoch nicht Ab für mich zu bitten. 8. Jesus ohne missethat Im garten vorhanden, Da man dich gebunden hat Fest mit harten banden: Wenn uns will der bdse feind Mit der sünde binden, So laß uns, o menschen- freund, Dadurch lösung finden. 11. Judas henkt sich; und darauf, Den landpfleger reizend Schreit des voltes ganzer hauf: Weg, nur weg ans freuze! Nicht nur Judas, sondern ich Und die missethaten Haben unbarmherziglich Meinen Gott verrathen. 9. Falsche zeugniß, hohn und spott, Speichel auch der knechte, Leidet der viel fromme Gott, ten; Simon, dems auch aufgelegt, Trägt mit allen fräften, Doch gezwungen solchs erfaßt. Gib, Herr, kraft und gaben, So will ich ein theil der last Ungezwungen tragen. 14. Jesus angenagelt ist An das kreuz sehr feste, Beides durch gewalt und list Seiner freund und gäste. Menschen, die ihr lose seid, Könnt euch ihm 25* 388 Neuer Anhang. verbinden, Wenn ihr von un- Seine mutter noch bedacht, recht bei zeit Wollt zurecht ench Setzt er ein vormunden. O finden. mensch, mache richtigkeit, Gott und menschen liebe, Stirb darauf ohn alles leid Und dich nicht betrübe. 15. Jesu, deine beide händ Und auch deine füße, Alle viere für vier end Aller welt jetzt büßen: Hier ist gar kein unterschied Unter jud und türken; Gnade allen ist bereit, Wo dein geist thut wirken. 21. Jesus dem das paradies Offenherzig schenket, Mit ein'm schwur ihm das verhieß, Der nur sprach: gedenke! Denk, o mensch und bitte Gott, Daß er dein gedenke, In so vielfäl tiger noth Linderung dir schenke. 16. Jesu, unter deinem freuz Stehe ich und weine, Weil ich seh, daß allerseits Vom haupt auf die beine Fleußt dein blut, der edle saft, Als der leib zerbirstet; Das gibt mir vollkommne kraft, Wonach mich sehr dürftet. 22. Unglück dem das leben bracht, Der schon war verloren Und hieran wohl nie gedacht, Wird von Gott erkoren: Also kann dir deine noth Auch nicht wenig dienen, Treibet dich mit deinem Gott Durch buß zu verfühnen. 23. Mein Gott, mein Gott, Jesus rief, Wie bin ich verlassen! Fühle in der angst so tief Leiden ohne maßen. Ruf auch du, wann noth ist da, Gott an, deinen Herren: Er will dennoch dir sein nah, Ob er gleich ist ferren. Hay 3190 17. Jesus hier von Nazareth, Ein könig der jüden, Auf des volkes seine bitt Schmerzlich ist verschieden. Wenn der böse jude kann Reinen Heiland leiden, So will ich sein unterthan Sein mit allen freuden. 18. Die friegs- knechte theilen sich In des Herren kleider, Spielen drum gar lüderlich: Also geht es leider. Wer zu Christo sich bekennt, Den will der feind fressen, Darum raubet er und brennt Ueberall vermessen. 19. Jesus hanget an dem holz, Und bitt für die thäter, Die ihn haffen steif und stolz, mehr als sein verräther Deine sünden tödten ihn, O mensch, das bereue; Sein fürbitt ist dein gewinn, Dich hinwieder freue. 20. Er nahm alles wohl in acht: In der letzten stunden 24. Jesu gab man bittre gall, Unserm lebens- fürsten; Der da ist mein einig all, Muß für ar muth dürsten. Jesu, wenn ich leide noth, Will mit dir ich leis den, Daß ich mag bei dir, o Gott, Bleiben ungescheiden. 25. Jesus alles hat vollbracht, Was nur von propheten Lange vorher ist gesagt; Nichts mehr ist von nöthen. Weine nicht; nur Christi werk Haben all's erworben. Wenn der trost mich Neuer Anhang. 389 nicht gestärkt, Wär ich längst mich, wann ich sterben werd, verdorben. 26. Vater! Jesus allermeist Rief an seinem ende, Ich befehle meinen geist Dir in deine hände. Meine seele meinem Gott Will ich stets befehlen: O! da wird sie keine noth Nimmer nicht mehr quälen. Ruh im grabe haben: So werd ich, Herr Jesu Christ, Durch dein fraft und wunden Dermaleinst, wann es zeit ist, Sicher wieder funden. 27. Als geschehen war die bitt, Jejus sein haupt neiget, Hangend am holz, so verschied, Seine kniee beuget; Hören will er deine wort, Küssen sein erlösten; Seinem Vater loben dort, Die sich seiner trösten. 32. Jesu, selig werd ich sein; Ich bins schon durch hoffen, Weil ich von der sünden- pein, So mich je betroffen, Durch dein blut erlöset bin. Theure, theure schätze, Daran ich mit herz und sinn Ewig mich ergößze. 33. Jesu, deine passion Ist mir lauter freude; Deine wunden, kron und hohn Meines herzens weide; Meine seel auf rosen geht, Wenn ich dran gedenke. In dem himmel eine stätt Mir deswegen schenke. 34. Jesu, der du warest todt, lebest mun ohn ende: In der letzten todes noth Nirgends hin mich wende Als zu dir, der mich versöhnt, O mein trauter Herre! Gib mir nur, was du verdient; Mehr ich nicht begehre. Paul Stockmann. 28. Finsterniß die ganze welt Decket, das erdbeben Auch die harten felsen spält, Todte sich erheben. Kann mein todter Jesus nun Solches thun jetzunder, Wie vielmehr wird er dann thun Herrschend große wunder! 29. Jesus ist ein frommer mann, Gottes Sohn gewesen, Wie wir denn von dem hauptmann, Auch viel andern lesen, Die sich schlugen an die brust, Ließen ab von sünden: Wer zur besserung hat lust, Mag bei zeit sich finden. = 30. Ein schand bube und soldat Jesum in die seite mit ein'm spieß gestochen hat. Da ſahen viel leute, Wie das blut und wasser rann h'Runter auf die erden; Wodurch beides, weib und mann, Sollen selig werden. 31. Jesu, du liegst in der erd Als ein wurm begraben: Laß 527. Der lieben sonnen licht und pracht hat nun den lauf vollführet; Die welt hat sich zur ruh gemacht: Thu, seel, was dir gebühret, Tritt an die himmels- thür, Und sing ein lied dafür, Laß deine augen, herz und sinn Auf Jesum sein gerichtet hin. 2. 3hr hellen sterne leuchtet wohl Und glänzt mit licht und strahlen; Ihr macht die nacht des prachtes voll: Doch noch 390 Neuer Anhang. zu tausendmalen Scheint heller Dein aufficht soll die decke in mein herz Die ewig himmels- sein, Mein lager dein erbarkerz, Mein Jesus, meiner seelen men, Mein kiffen deine brust, ruhm, Mein schutz, mein schatz, Mein traum die süße lust, Die mein eigenthum. aus dem wort des lebens fleußt Und dein'n Geist in mein herz eingeußt. 3. Der schlaf wird fallen diese nacht Auf menschen und auf thieren: Doch einer ist, der dro- 8. So oft die nacht mein ader ben wacht, Bei dem kein schlaf zu spüren. Es schlummert, Jesu, nicht Dein aug, auf mich gericht: Drum soll mein herz auch wachend sein, Daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht das schlechte lied, Das ich dir, Jesu, singe; In meinem herzen ist kein fried, Eh' ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann; Ach! nimm es gnädig an, Es ist doch herzlich gut gemeint, O Jesu, meiner seelen freund. schlägt, Soll dich mein geist umfangen; So vielmal sich mein herz bewegt, Soll dies sein mein verlangen, Daß ich mit lautem schall Möcht rufen überall: O Jesu, Jesu, du bist mein, Und ich auch bin und bleibe dein. 9. Nun, matter leib, schick dich zur ruh, Und schlaf fein sanft und stille; Ihr müden angen schließt euch zu, Denn das ist Gottes wille, Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So ist der schluß recht wohl gemacht. Nun liebster Jesu! gute nacht! Mel. In dem leben hier auf. 5. Mit dir will ich zu bette gehn, Dir will ich mich befehlen: Du wirst, mein hüter, auf mich sehn, Und rathen meiner seelen. Ich fürchte keine noth, 528. Wer sind die vor GotKein hölle, welt noch tod; Denn wer mit Jesu schlafen geht, Mit freuden wieder auf ersteht. 6. Ihr höllen- geister, packet euch; Hier habt ihr nichts zu schaffen: Dieß haus gehört in Jesu reich; Laßt es ganz sicher schlafen. Der engel starke wacht Hält es in guter acht; Ihr heer und lager ist sein schuß, Drum sei auch allen teufeln truts! 7. So will ich denn nun schlafen ein, Jesu, in deinen armen. Christian Scriver. tes throne? Was ist das für eine schaar? Deren jeder trägt ein krone, Glänzet gleich den sternen klar; Halleluja singen all, Loben Gott mit hohem schall. 2. Wer sind die, die palmen tragen, Wie ein sieger, in der hand, Wann er seinen feind geschlagen Und gelegt hat in den sand? Welcher streit und welcher frieg Hat gezeuget diesen sieg? 3. Wer sind die in reiner seide, Neuer Anhang. 391 Welche ist gerechtigkeit, Ange- dienen, Leib und seel geopfert than mit weißem kleide, Welchs zerreibet feine zeit, Und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? gern: Nun sie stehen all herum Vor dem stuhl im heiligthum. 10. Welche wie ein hirsch gelechzet Nach dem strom, der frisch und hell, Also ihre seel geächzet Nach der rechten lebens quell: Nun ihr durst gestillet ist, Da sind sie bei Jesu Christ. 11. Auf dem Zionsberg sie 5. Herr, du weißt es, sprach weidet Gottes lamm, die lebensJohannes Zu dem alten mit be- sonn, Mitten in dem stuhl sie scheid: Merk des theuren Got- leitet Zu dem rechten lebenstes- mannes Demuth und be- brunn; Hirt und lamm, das scheidenheit. Drauf der alte ewig gut, Lieblich sie erquicken im gesicht Gab ihm weitern unterricht. thut. 4. Fragte einer von den alten Christi hocherleuchten knecht, Den der Herr sehr werth gehalten, hat ihm dieß gezeiget recht, Daß er sabe im gesicht Die erwählte schaar im licht. 6. Es sind die, die wohl gekämpfet Für des großen Gottes ehr, Haben fleisch und blut gedämpfet, Nicht gefolgt des satans heer; Die erlanget auf den krieg Durch des lammes blut den sieg. 12. Es sind die, die hart gedrücket Manche schwere trübsals- hitz: Nun sind sie hinweg gerücket Dahin, wo des Herren sis, Wo die hütte Gottes ist, Wo fein feind, kein arge list. 7. Es sind die, die viel erlitten Trübsal, schmerzen, angst und noth, Sm gebet auch oft gestritten Mit dem hochgelobten Gott: Nun hat dieser kampf 13. Es sind die, von deren wangen Thränen sind geflossen stark, Deren herz die angst umfangen Und das leid verzehrt ihr mark: Nun Gott ihre seel erfrischt Und die thränen abgewischt. ein end; Gott hat all ihr leid 14. Ach, Herr Jesu, meine gewendt. hände Ich zu dir nun strecke 8. Es sind zweige eines stam- aus, Im gebet mich zu dir mes, Der uns huld und heil wende, Der ich noch in deinem gebracht; Haben in dem blut haus Hier auf erden steh im des lammes Ihre kleider hell streit: Jag, o Herr, die feinde gemacht, Sind geschmückt mit weit. heiligkeit, Prangen nun im ebren- kleid. 15. Hilf mir fleisch und blut besiegen, Teufel, sünde, höll und welt, Laß mich nicht darnieder liegen, Wann ein sturm mich überfällt; Führe mich aus aller 9. Es sind die, so stets erschienen hier als priester vor dem Herrn, Tag und nacht bereit zu Neuer Anhang. 392 noth, Herr, mein fels, mein treuer Gott. 16. Gib, daß ich sei neu geboren; An dir als ein grünes reis Wachse, und sei auserforen, Durch dein blut gewaschen weiß; Meine kleider halte rein, Meide allen falschen schein. 17. Daß mein theil sei bei den frommen, Deinem bild die ähnlich sind Und aus großer trüb. kommen. Hilf, daß ich auch überwind Alle trübsal, noth und tod, Bis ich komm zu meinem Gott. 18. Mache mich bereit zu dienen, Daß ich als ein priester dein Im gebet mich darf erfühnen, Dich zu nennen Vater mein. Deine hütte decke mich Vor dem heißen sonnen- stich. 19. Meinen durst und hunger stille Auf der fetten 3ions- au; Mein verlangen auch erfülle, Deines angesichtes schau, Meine thränen wische ab; Meine seel dein geiste lab. 20. O wie groß wird sein die wonne, Wenn wir werden alfermeist Schauen auf dem hohen throne Vater, Sohn und heilgen Geist. Amen, lob sei dir bereit, Dank und preis in ewigfeit. Heinr. Theobald( Theodor?) Schenck. mancher fünd Und übertretung lag, Und dich, o frommer Gott, Erzürnet alle tag? 2. Sehr große lieb und gnad Erwiesest du mir armen; Ich fuhr in bosheit fort, Du aber in erbarmen; Ich widerstrebte dir Und schob die buße auf, Du schobest auf die straf, Daß sie nicht folgte drauf. 3. Daß ich nun bin bekehrt, Hast du allein verrichtet; Dut haft des satans reich Und werk in mir zernichtet; Herr, deine güt und treu, Die an die wolken reicht, hat auch mein steinern herz Zerbrochen und er weicht. 4. Selbst konnt ich allzuviel Beleidgen dich mit sünden, Ich konnte aber nicht Selbst gnade wieder finden. Selbst fallen konnte ich Und ins verderben gehn, Ich konnte aber nicht Von meinem fall aufstehn. 5. Du hast mich aufgericht, Und mir den weg geweiset, Den ich nun wandeln soll: Dafür sei, Herr, gepreiset. Gott sei gelobt, daß ichy Die alte sünd nun baß, Und willig ohne furcht Die todten werke laß. 6. Damit ich aber nicht Aufs neue wieder falle, So gib mir deinen geist, Dieweil ich hier noch walle, Der meine schwach heit stärk, Und darum mächtig sei, Und mein gemüthe stets zu deinem preis erneu. Mel. O Gott! du frommer Gott. 529, Was kann ich doch für dank, O Herr, dir dafür sagen, Daß du mich mit geduld So 7. Ach leit und führe mich, So lang ich leb auf erden; Laß lange zeit getragen, Da ich in mich nicht ohne dich Durch mich Neuer Anhang. 393 Mel. Straf mich nicht in deinem. 531. Mache dich, mein geist, bereit: Wache, fleh und bete, Daß ich nicht die böse zeit Unverhofft betrete; Denn es ist Satans list Ueber viele O Vater, hör mein flehen! frommen Zur versuchung komJefu, Gottes Sohn, Laß deine fraft mich sehen! D werther heil'ger Geist, Regier mich alle zeit, Daß ich dir diene hier Und dort in ewigkeit. Justus Gesenius. geführet werden. Führ ich mich ohne dich, So werd ich bald verführt; Wenn du mich führest selbst, Thu ich, was mir gebührt. 8. D Gott, du großer Gott, O men. 2. Aber wache erst recht auf Von dem sünden- schlafe; Denn es folget sonst darauf Eine lange strafe; Und die noth Sammt dem tod Möchte dich in sünden Unvermuthet finden. 3. Wache auf: sonst kann dich nicht Unser Herr erleuchten; Wache: sonsten wird dein licht Dir noch ferne deuchten; Denn Gott will Für die füll Seiner gnaden- gaben Offne augen haben. 4. Wache, daß dich satans list Nicht im schlaf antreffe, Weil er sonst behende ist, Daß er dich beäffe; Und Gott gibt, Die er liebt, Oft in seine strafen, Wann sie sicher schlafen. 3. Wer da will ins himmelszelt Und in schönen himmels- 5. Wache, daß dich nicht die garten, Darf auf dieser fum- welt Durch gewalt bezwinge, mer- welt Keine rosen- bluth er- Oder, wenn sie sich verstellt, warten; Wer will Jesum recht Wieder an sich bringe: Wach anfassen, Muß sich dornen ste- und sieh, Damit nie Viel von chen lassen. falschen brüdern Unter deinen gliedern. 4. Selig, wer wie Hiob thut, Und geduldiglich erträget, Was des glückes wankelmuth Def ters wider ihn erreget; Dem will Gott im himmel machen Last die füll in allen sachen. Mel. Liebster Jesu, wir sind. 530. Fromme herzen finden nicht, Was erfüllet ihr belieben. Dem der himmel heil verspricht Und hat in sein buch geschrieben, Dieser muß angst, noth und leiden, Was Gott ihm auf legt, nicht meiden. 2. Ein Christ soll in seinem stand Und mit allem sein vergnüget, Was ihm seines Jesu hand Aus bedachtem rath zu füget; Denn nach vielem frenz und leiden Will uns Gott mit wollust weiden. 6. Wache dazu auch für dich, Für dein fleisch und herze, Damit es nicht lüderlich Gottes gnad verscherze; Denn es ist Voller list, Und kann sich bald 394 Neuer Anhang. heucheln Und in hoffart schmei- duld, Bin mit meinem glück cheln. zufrieden, So mir gönnet Got tes huld. Menschen, seh ich, sind betrüglich; Du, mein herze, gehe flüglich. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem wachen; Denn der Herre muß dich frei Von dem allen machen, Was dich drückt 3. Mancher freund, der hülfe Und bestrickt, Daß du schläfrig gerne, Sein vermögen ist zn bleibest Und sein werk nicht schwach; Mancher heuchler tritt treibest. von ferne, Der doch wüßte rath 8. Ja, er will gebeten sein, zur fach. Sollt ich nun auf Wenn er was soll geben; Er menschen bauen? Nein, auf verlanget unser schrein, Wenn Jesum will ich trauen. wir wollen leben, und durch ihn Unsern sinn, Feind, welt, fleisch und sünden Kräftig überwinden. 4. Wunderlich hilft der erretter, So den armen kann erböhn; Wunderlich die stolzen ſpötter Müssen noch zu grunde gehn. Wunder- Gott, du wirsts wohl machen: Dir befehl ich meine 9. Doch wohl gut, es muß uns schon Alles glücklich gehen, Wenn wir ihn durch seinen sachen. Sohn Im gebet anfleben; Denn er will Uns mit füll Seiner gunst beschütten, Wenn wir glaubend bitten. 10. Drum so laßt uns immerdar Wachen, flehen, beten, Weil die angst, noth und gefahr Immer näher treten; Denn die zeit Ist nicht weit, Da uns Gott wird richten, Und die welt vernichten. Joh. Burchard Freystein. Mel. Herr ich habe mißgehandelt. 532. Wohl mir! Jesus, meine freude, Lebet noch, und schafft mir ruh. Wenn ich angst und trübsal leide, Spricht er mir bald freundlich zu. Nun ich will bei Jesu halten: Jesus, Jesus soll es walten. 5. Lasse gift den satan ſpeien Und mit funken blißen drein; Laß die flatsche- mäuler schreien, Und die neider spöttisch sein: Gottes hülf und wunder- schicken Soll und darf kein feind verrücken. Benjamin Prátorius. 533. Meine hoffnung stehet feste Auf den lebendigen Gott; Er ist mir der allerbeste, Der mir beisteht in der noth. Er al lein Soll es sein, Den ich nur von herzen mein. 2. Sagt mir: wer kann doch vertrauen Auf ein schwaches menschen- kind? Wer kann feste schlösser bauen In die luft und in den wind? Es vergeht; Nichts besteht, Was ihr hie auf erden ſeht. 2. Was soll grämen mich er- 3. Aber Gottes güte währet müden? Unfall trag ich mit ge- Immer und in ewigkeit; Vieh Neuer Anhang. 395 und menschen er ernähret Durch Weil wir die theuer erkaufeten erwünschte jahres- zeit; Alles sein. Herrsche, liebwürdigster hat Seine gnad Dargereichet Heiland, als König; Menschenfrüh und spat. freund, schüße die deinen, die wenig. 4. Gibet er nicht alles reich lich, Und mit großem überfluß? Seine lieb ist unbegreiflich, Wie ein starker wasser- guß. Luft und erd Uns ernährt, Wenn es Gottes gunst begehrt. 5. Danket nun dem großen Schöpfer Durch den wahren menschen- Sohn, Der uns, wie ein freier töpfer, Hat gemacht aus erd und then. Groß von rath, Stark von that Ist, der uns erhalten( geſpeiset) hat. Joachim Neander. Mel. Jesu, bilf fiegen. 534, Großer Prophete, mein herze begehret Von dir inwendig gelehret zu sein; Du, aus des Vaters schooß zu uns gefehret, Hast offenbaret, wie du und ich ein; Du hast als mittler den teufel bezwungen, Dir ist das schlangen- kopf- treten gelungen. 4. Nun denn, so soll auch mein alles erklingen: Ich als ein Christe will treten herbei, Will nicht ermüdet, aus liebe dir singen, Sondern vermehren dies jubel- geschrei; Ich will dich, herzog des lebens, verehren. Alles, was odem hat, lobe den Herren!( Oder: Höre doch, Jeſu, das glaubige fallen, Laß dir die stimme der seelen gefallen). Joachim Neander. Mel. Nun ruhen alle wälder. Oder: In deinen großen 3oren. ( Pf.6. Lobwaffer.) 535. In allen meinen thaten Laß ich den Höchsten rathen, Der alles kann und hat; Er muß zu allen dingen, Soll es endlich gelingen, Selbst geben ( seinen) rath und that. 2. Nichts ist es spät und frühe Mit aller meiner mühe; Mein sorgen ist umsonst: Er mags mit meinem sachen Nach seinem willen machen; Ich stells in seine( Vaters) gunst. 2. Priester in ewigkeit, meine gedanken Denken mit brennendem eifer an dich: Bringe mein seufzen in heilige schranken, Der du ein opfer geworden für 3. Es kann mir nichts gemich; Du bist als fürsprach gen schehen, Denn was er hat verhimmel gefahren, Kannst auch sehen Und was mir selig ist: dein eigenthum ewig bewah- Ich nehm es, wie ers gibet; Was ihm von mir geliebet, Das( selbe) hab ich auch erkiest. ren. 3. König der ehren, dich wollen wir ehren! Stimmet ihr saiten der liebe mit ein, Laffet das loben und danken nun hören, Vor allem übel schützt. Leb ich 4. Ich traue seiner gnaden, Die mich vor allem schaden, Neuer Anhang. Mel. Meine seele laß es gehen. 536. Unser leben bald verschwindet, Es vergehet wie ein traum. Nichtes ist, was sich hie sen, So will ich unverdrossen findet, Nichtes als ein wasserAn mein verhängniß gehn: schaum; Eines bleibet feste Kein unfall unter allen Wird stehn: Gott wird nimmermehr mir zu harte fallen; Er hilft vergehn.mir( männlich) überstehn.*) *). Ursprünglich: Ich will ihn über 396 nach seinen säßzen, So wird mich nichts verlegen, Nichts fehlen, was mir( ewig) nüßt. 5. Hat Gott es denn beschlos stehn. 2. Wenn die hohen bergespitzen Sich schon stürzen in den grund, Bleibet doch Jeho 6. Ihm hab ich mich ergeben, vah sitzen Ewiglich zu aller Zu sterben und zu leben, So stund; Aber wir, die staub und bald er mir gebeut. Es sei heut erden, müssen bald zu aſche oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen; Er weiß die( aller) beste zeit. werden. 3. Unbegreiflich höchstes we 7. So sei nun, feele, seine, sen, Gott von aller ewigkeit, Und trane dem alleine, Der Der du alles auserlefen, Was dich geschaffen hat. Es gehe, geschiehet in der zeit: Laß mich wie es gehe: Dein Vater in der höhe( Der) weiß( zu) allen meinen tod bedenken, dahin meine sinne lenken. sachen rath. 8. Er wolle meiner fünden In gnaden mich entbinden, Durchstreichen meine schuld; Er wird auf mein verbrechen Nicht stracks das urtheil sprechen, Und haben noch( mit mir) geduld. 9. Leg ich mich späte nieder, Erwach ich frühe wieder, Lieg oder ziehe fort: In schwachheit und in banden, Und was mir stößt zu handen, So tröstet mich sein( göttlich) wort. 10. Gefällt es seiner güte, Und sagt mir mein gemüthe Nicht was vergeblichs zu: So werd ich Gott noch preifen In manchen schönen weisen Daheim in meiner( sanften) ruh. Paul Fleming.( Abgekürzt.) 4. Lehre mich die tage zählen, Die vielleicht noch übrig sind: Laß mich dir schon jetzt befehlen; Gib, daß ich dich ewig sind. Ob schon alles geht verloren: Gnug, wenn du mich hast erforen. 5. Gib mir dieß recht zu er kennen, Gib ein kluges herze mir; Laß dich meinen Vater nennen, Zeuch mich kräftiglich) zu dir: Laß mein herz die Tage zählen Und sich ewig dir befellen. Mel. O Gott, du frommer Gott. 537. Was frag ich nach der welt Und allen ihren schätzen, Wenn ich mich nur an dir, Herr Jesu, kann ergößen! Dich Neuer Anhang. hab ich einzig mir Zur wollust vorgestellt, Du, du bist meine ruh: Was frag ich nach der Welt! 397 meinen Gott: Was frag ich nach der welt! 7. Was frag ich nach der welt! Im hui muß sie verschwinden; Ihr ansehn kann durchaus Den blassen tod nicht binden; Die güter müssen fort, Und alle zeit bestehet; Mein Jesus aber lust verfällt. Bleibt Jesus nur bleibt, Wann alles bricht und fällt; Er ist mein starker sels: Was frag ich nach der welt! 2. Die welt ist wie ein ranch, Der in der luft vergehet, Und einem schatten gleich, Der kurze bei mir: Was frag ich nach der welt! 8 Was frag ich nach der welt! Mein Jesus ist mein leben, Mein schatz, mein eigenthum, Dem ich mich ganz ergeben, mein ganzes himmelreich, Und was mir sonst gefällt. Drum sag ich noch einmal: Was frag ich nach der welt! Georg Michael Pfefferkorn. 3. Die welt sucht ehr und ruhm Bei hocherhabnen leuten, und denkt nicht einmal dran, Wie bald doch diese gleiten; Das aber, was mein herz Vor andern rühmlich hält, Ist Jesus nur allein: Was frag ich nach der welt! Mel. Wer nur den lieben Gott. 4. Die welt sucht geld und gut, und kann nicht eher rasten, 538. Ich bin mit allem Sie habe denn zuvor Den mam- wohl zufrieden, Befind mich mon in dem kasten; Ich weiß ein besser gut, Wornach mein herze stellt. Ist Jesus nur mein schatz: Was frag ich nach der ruhig und vergnügt, Weil ich hab Gottes lieb hienieden; Mein Jesus mir im herzen liegt; Der heilig geist mich lehrt und leit't Und Gottes wort mein herz erfreut. welt! 5. Die welt bekümmert sich, Im fall sie wird verachtet, Als wenn man ihr mit list Nach ihren ehren trachtet; Sch trage Christi schmach, So lang es ihm gefällt. Wenn mich mein Heiland ehrt: Was frag ich nach der welt! 2. Es troßzt mein herz in meinem leibe Auf Gott, weil ich sein eigen kind: Troß dem, der mich von ihm abtreibe, Es sei welt, satan, oder sünd; Gott ist mein alles ohne trug, Sch habe Gott, und hab genug. 6. Die welt fann ihre lust 3. Soll leid und freud mir Nicht hoch genug erheben, Sie fein gesendet, Und für das darf noch wohl dazu Den him- leben gar der tod, Ich bins zumel dafür geben. Ein anderer frieden, weil es wendet Zu meihalt's mit ihr, Der von sich nem besten alles Gott. Wie selbst nichts hält; Ich liebe Gott will, so ist auch mein Neuer Anhang. 398 will; Wie er es macht, so schweig ich still. SemantanGELANG Mel. Auf Christen- mensch. 539. Machs mit mir, Gott, nach deiner güt, Hilf mir in meinem leiden; Was ich dich bitt, versag mir nicht. Wann sich mein seel soll scheiden, So nimm sie, Herr, in deine händ: Ist alles gut, wann gut das end. 2. Gern will ich folgen, lieber Herr: Du wirst mich nicht verderben; Denn du bist ja von mir nicht fern, Ob ich gleich hier muß sterben, Verlassen meine lieben freund, Dies herzlich gut mit mir gemeint. 3. Ruht doch der leib sanft in der erd, Die seel zu dir sich schwinget, In deine händ sie unversehrt Vom tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein jammerthal, Angst, noth und trübsal überall. 4. Höll, teufel, tod, die welt, und sünd mir nicht mehr mögen schaden. Bei dir, o Herr, ich rettung find; Ich tröst mich deiner gnaden. Dein ein'ger Sohn aus lieb und huld Für mich bezahlt hat alle schuld. 5. Warum soll ich denn traurig sein, Weil mirs so wohl thut gehen? Bekleid't mit Christi unschuld fein, Wie eine braut ich stehe. Gehab dich wohl, du schnöde welt: Bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Hermann Schein. 4. Um mich hab ich mich ausbekümmert; Die sorge ist auf Gott gelegt. Ob erd und himmel ganz zertrümmert, So weiß ich doch, daß er mich trägt; Und wenn ich habe meinen Gott, So frag ich nichts nach noth und tod. 5. Gott, einen solchen sinn laß haben mich jetzt und bis ins grab hinein; Mit deinen leidund freuden- gaben, Wie du sie gibst, zufrieden sein, Und spüren die vergnüglichkeit Zur lebens- und zur sterbens- zeit. Uemilie Juliane Gräfin zu Schwarz- 540. Herr, ich zähle tag Mel. Freu dich sehr o meine. burg Rudolstadt. und stunden Und der jahre schnellen lauf. Ach! wo sind sie hin verschwunden? Hört doch alles bei uns auf, Geht doch endlich alles ein; Doch es soll jetzt also sein: Nach dem wandel hier auf erden Da werd id erst ewig werden. 2. Gott, der ursprung aller dinge, Der du warest, da nichts war: Unser alter ist geringe, Aber du lebst alle jahr; Ewig wird dein reich bestehn, Ewig dein befehl ergehn, Und, wann alles sollte schweigen, Werdens höll und himmel zeigen. 3. Wohl demnach und deinen freunden, Wann wir werden ewig ruhn; Aber weh auch deinen feinden, Die beständig böses thun. Ihre wohl verdiente pein Die wird unaufhörlich sein, Und sie werden alle müssen Ihre thorheit ewig büßen. Reuer Anhang. 399 4. Denkt, ihr menschen, an allen meinen nöthen, Auch wann die länge, Die niemand aus- du mich willst tödten, Will ich, denken kann. Gebet acht auf mein Gott, dein eigen sein. eure gänge, Stellet alles Christlich an. Denn in einem kleinen nu Geht die gnaden- thüre zu Und darnach ist nichts zu hoffen; Jetzt nur steht der himmel offen. 5. O wie wohl ist uns gesche hen, Daß ein Christ das wissen kann. Eh wir jene welt noch sehen, hat es Gott uns kund gethan. Jhm sei dank in dieser so hab acht auf mich. zeit! Ihm sei dank in ewigkeit! Ewig soll mein herz ihn ehren, Ewig seinen ruhm vermehren. 542. Hab acht auf mich in aller noth, O großer Gott, Herr aller herren. Wann satans wuth, die hölle roth Den rachen gegen mich aufsperren; Wann sie mich suchen zu verschlingen, Und in die höchste noth zu bringen: So bitt ich dich herzinniglich, Mein vater, 2. Hab acht auf mich! wann mich die sünd Will von dem höchsten gut abwenden, So halte mich, Herr, als dein kind, mit deinen treuen Vaters- händen; Bleib du mir stets in den gedanken: Laß mich von deinem wort nicht wanken. Wann sünden in mir regen sich, Mein vater, so hab acht auf mich. 3. Hab acht auf mich, wanns gehet wohl, Wann mir die glückessonn will scheinen, Die meine seel macht freuden voll, Daß sie nichts wissen mag vom weinen, Daß ich dem blinden glück nicht traue, Vielmehr auf deine gute schaue; Weil oft das glücksrad wendet sich, Mein vater, so hab acht auf mich. 3. Und wann ein sturm kommt wieder, Der will mich schlagen nieder, So stehe, Herr, mir bei; 4. Hab acht auf mich und Dem feind laß nicht gelingen, steh mir bei, Wann mir das Wornach er stets thut ringen; unglück braust entgegen, Daß Mach mich von allen sorgen frei. ich nicht zu verzaget sei, Und weichen möcht von deinen wegen, Die mir zu wandeln sind befohlen; Und wann mir auch des kreuzes fohlen Mein herze Mel. Nun ruhen alle wälder. 541. Du unrub meiner feelen, Wie lang willst du mich quälen? Sei still und lege dich. Wie lang wollt, ihr gedanken, So hin und wieder wanken, Und sein so gar hart wider mich? 2. Herr Jesu, thu aufwachen, Und komm zu hülf mir schwachen, Daß ich nicht gar vergeh. D Herr, durch deine gute In ruh setz mein gemüthe, Die sünde, mein Gott, überseh. 4. Nun, Herr, ich hoff und schaue, Auf dein zusag ich baue: Du bist mein trost allein. In Neuer Anhang. BenettoR 400 brennen bitterlich, Mein vater, Mel. Freu dich sehr, o meine. so hab acht auf mic). 543. Kommt, last ench den 5. Hab acht auf mich, wann Herren lehren, Kommt und ich gesund, Wann ich empfinde lernet allzumal, Welche die keine schmerzen, Wann keine sind, die gehören In der rechten flag in meinem mund, Noch Christen zahl: Die bekennen trauren ist in meinem herzen, mit dem mund, Glauben fest Damit ich bei gesundem leibe von herzens grund, Und bemüDir dankbar und gehorsam hen sich daneben Fromm zu bleibe, Auf daß ich nicht vergesse sein, dieweil sie leben. dich: Mein vater, so hab acht auf mich. 2. Selig sind, die demuth haben Und sind immer arm im 6. Hab acht auf mich, auch geist, Rühmen sich gar keiner wann ich krank, Wann die ge- gaben, daß Gott wird allein sundheit will verschwinden, Daß ich geduldig und mit dank gepreist, Danken dem auch für und für; Denn das himmelAnnehm die arzenei der fünden; reich ist ihr. Gott wird dort zu Laß mich nicht ungeduldig wer- ehren feßen, Die sich selbst ge den Und denken, daß ich staub ring hier schätzen. und erden; Auch wann die schmerzen mehren sich, Mein vater, so hab acht auf mich. 7. Hab endlich dann auch acht auf mich, Wann ich der welt valet soll geben, Daß ich im glauben halte dich, Bis ich komm in ein ander leben, Da mir das frohe glaubens- ende Ertheilen werden deine hände, Daß ich bei dir leb ewiglich: Mein vater, so hab acht auf mich. 3. Selig sind, die leide tragen, Da sich göttlich trauren findt, Die beseufzen und beklagen Ihr und andrer leute sünd, Auch deßhalben traurig gehn. Oft vor Gott mit thränen stehn; Diese sollen noch auf erden Und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen herzen, Da man sanftmuth spüren kann, Welche hohn und truß verschmerzen, Weichen 8. Achh! laß mich doch nicht gerne jederman, Die nicht suaus der acht, Wann uns dein chen eigne rach, Und befehlen jüngster tag erscheinet, Der tag, Gott die sach: Alle die will er da vor gericht wird bracht Auch so schüßen, Daß sie noch das das, so man nicht hier gemeinet; land besitzen. Laß mich zu deiner rechten stehen, Und zu des Lammes hochzeit gehen. Mein Jesu, dann hab acht auf mich, So will ich ewig preisen dich. and 5. Selig sind, die sehnlich streben Nach gerechtigkeit und treu, Daß an ihrem thun und leben Kein gewalt noch unrecht sei, Die da lieben gleich und Neuer Anhang. recht, Sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, betrug und unrecht hassen: Die wird Gott fatt werden laffen. 6. Selig sind, die aus erbar men Sich annehmen fremder noth, Sind mitleidig mit den armen, Bitten treulich für sie Gott. Die behülflich sind mit rath, Auch, wo möglich, in der that, Werden wieder hülf empfangen, Und barmherzigkeit erlangen. 401 genaden fähig werd. Hilf, daß ich mich acht gering, Oft dir meine noth vorbring, Auch am feinde sanftmuth übe, Die ges. rechtigkeit stets liebe. 11. Daß ich armen helf und diene, Immer hab ein reines berz, Die im unfried stehn, ver= fühne, Dir anhang in freud und schmerz. Vater hilf von deinem thron, Daß ich glaub an deinen Sohn, Und durch deines geistes stärke Mich befleiße. rechter Johann Heermann. werke. verbessert durch David Denike. 7. Selig sind, die funden werden Reines herzens jederzeit, Die in werk, wort und gebärden Lieben zucht und heiligkeit. Dieſe, welchen nicht gefällt Die unreine lust der welt, Sondern sie mit ernst vermeiden, Werden schauen Gott mit freuden. Mel. Uch bleib bei uns Herr. 544. Ich will, so lang ich lebe hier, Den Herren preisen für und für: Viel gutes hat er mir gethan, Weit mehr, denn ich erzählen kann. 8. Selig sind, die friede machen, Und drauf sehn ohn unter 2. Er bat geholfen überall, laß. Daß man mög in allen Und sonderlich zu diesem mal fachen Flieben hader, streit und haß. Die da stiften fried und ruh, Helfen allerseits dazu, Sich auch friedens selbst befleißen, Werden Gottes finder heißen. Hat er allein durch seine hand Das unglück von mir abge= wandt. 3. Niemand mir sonst zu hülfe kam, Noch meines elends sichy annahm, Auch war der menschen bülf zu schwach: Darum befehl ich Gott die sach. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, verfolgung, angst und pein, Da sie es doch nicht verschulden, Und gerecht befunden sein. Ob des freuzes gleichy ist viel, Seget Gott doch maß und ziel, Und hernach wird ers belohnen Ewig mit der ehren- 5. Der bitte hat er mich ge4. Zu ihm rief ich bei tag und nacht, Daß seine weisheit, güt und macht Mich reißen wollt aus der gefahr, Damit ich ganz umringet war. fronen. währt, Und solche rettung mir beschert, Daß ich erkenn, wie seine treu Ist alle morgen an uns neu. 10. Gib, o Herr, zu allen zeiten, Daß ich hier auf dieser erd Aller solcher seligkeiten Aus 26 402 Neuer Anhang. 6. Durch seinen engel hat er zugesendt, Daß ich dem golde mich Aus meiner noth gewal- gleich mög sein Und durch dieß tiglich Errettet und zu rechter feuer werden rein. zeit Von trübsal, sorg und furcht befreit. 15. Daß ich auch alsbald vor dich tret Mit glauben, hoffnung 7. Sehr groß, o Herr, ist und gebet, Damit anhalt und deine gut, Die mich beschützet laß nicht ab, Bis ich die hülf und behüt, Ich will sie rühmen erlanget hab. hier auf erd, So lang ich athem haben werd. 8. Ich will dir sagen lov und preis, Daß du auf wunderbare weis mir diese schwere kreuzes. last So gnädig abgenommen hast. 16. Und wann die rettung kommen ist,( Denn du, Gott, allzeit gnädig bist,) Daß ich dir danke tag und nacht, Mit Herz und munde also sag: 17. Gelobet ſei des Herren 9. Wiewohl ichs hatte grob nam, Der mächtig ist und wunverschuldt, So hat doch deine dersam, Erschallen müsse seine lieb und huld Mit viel erbar- chr In allen landen mehr und men mein verschont und nach mehr. Beverans verdienste nicht gelohnt. Mel. Es ist gewißlich an der. 10. Nun seh ich, daß dein vaz 545. Gott, Vater aller gü tigkeit, Sm himmel hoch dort oben, Erbarm dich deiner Christenheit, Und steur der feinde toben; Die sache geht dich selber an, Drum mache dich nur auf den plan, Und sei das heil der armen. auflegt ter- herz Mir deshalb pein und schmerz, Daß du mich ziehen willst zu dir, Weil ich auch gnad im strafen spür. 11. Drum ich mit freuden dieß erwäg, Wie Gott die ruth bald niederlegt, Wie willig er die hülfe schick Und zürnet kaum ein'n augenblick. 12. Und ob es schon was länger scheint, Doch ists zum besten stets gemeint; Er weiß wohl mittel, zeit und rath, Ich habs erfahren in der that. 13. Verleihe, Herr, daß mirs gereich Hinfort zur lehr und trost zugleich, Wenn mich vielleicht noch in der welt Neu unglück wieder überfällt. 14. Gib, daß ich denke, zu was end Mir solche prob werd 2. Gott Sohn, du allerhöchstes gut, Vom Vater uns geschenket, Stärk in uns unser herz und muth, Welchs ist bis her gefränket Vom teufel und den gliedern sein; Erhalt uns bei der lehre dein, Laß uns derselben g'nießen. 3. Gott heilger Geist, du tröster werth, Du wollst von uns nicht weichen. Der teufel ficht mit lüg'n und schwerdt, Und will uns gar umschleichen. Ach Neuer Anhang. 403 hilf, heilge Dreieinigkeit, Und mir stehu Und mich nimmermehr tröst uns ja in dieser zeit. Nun betrügen. Ich soll leben, sagt singt von herzen Amen. er mir: Was frag ich, o welt, nach dir? Joachim Neander. Mel. Meinen Jesum laß. 546. Freilich bin ich arm Mel. Singen wir aus herzensgrund. und blos, O du großer men- 547. Ich bin der reichste schen hüter. Ach! nimm mich auf deinen schooß, Schenke mir des himmels- güter. Schau, ich lieg in meinem blut; Nimm mich auf, o höchstes gut. Mensch auf erden: Ich hab genug und mache viel; Ein andrer mache sich beschwerden, Wie er den mamon finden will. Wer mehr nicht sucht, als Gott be 2. Allerhöchster Gottes- Sohn, schert, Dem ist der größte schaß Meines lebens einzig leben, gewährt. Komm herab vom sternen- thron, Komm; ich will mich dir ergeben. Geh doch nicht vor mir vorbei, Hör, o Jesu, mein geschrei. 3. Gold und silber acht ich nicht, Es find lauter finder possen; Eines, eines mir gebricht, Dieses such ich unverdrossen: Der Mariä bestes theil Wähl ich aus, der seele heil. 2. Der reichthum lieget in gemüthern: Wer sich vergnügt, ist nimmer leer. Viel bleiben arm bei großen gütern, das macht: fie wollen immermehr; Und wer sich selbsten nicht besitzt, Hat einen schatz, der niemand nützt. 3. Ein Geizhals hat bei ſeinem grämen Nicht eine stunde fröhlichkeit; Er hat und darf sich doch nicht nehmen, Weil er 4. Weil ich bin in fünden sichs immer selbst verbeut: So todt, Seufz ich nach der seele wird er von sich selbst verzehrt leben: Jesu hilf aus dieser noth, Und ist nicht eines thalers Hilf dem teufel widerstreben; werth. Denn er steht nach meiner kron: Hilf, o starker Davids Sohn. 5. Alles will ich geben hin, Wenn ich nur dich kann besißen. Weg mit allem weltgewinn, Hierauf will ich mich nicht stüßen. Mein erlöser ist mein gold, Das ich nie vertauschen wollt. 4. Wie fröhlich aber kann hingegen Mein herz bei der vergnügung sein? Gibt mir der himmel einen segen, so bild ich mir groß reichthum ein, Und denke: Gott gibt einen tag Mehr, als ein kaiserthum vermag. 5. Hab ich die nothdurft meinem leibe, Mein brod und auch 6. Er wird nicht vorüber mein salz dazu, So nehm ichs mit gehn, Sollt ich schon im blute der überbleibe, Und brauch es so liegen; Treulich wird er bei in stiller ruh. Gott leihet mir 26* Neuer Anhang. 404 sein eigenthum Zu meinem nutz und seinem ruhm. kein teufel nicht noch mörder tödten. 6. Das ist mein wucher in 5. Wer Jesum bei sich hat, gedanken, Der mich nicht leicht ist wohl beschüßzet, Wann heftig betrügen kann; Und wollte die donnert es und schrecklich blitzer. vergnügung wanken, So schreib Wer Jesum bei sich hat, darf ich diese losung an: Es gilt nicht erschrecken, Wann seine dem höchsten alles gleich, Ein sünd ihm furcht und angst erChriste sei arm oder reich). wecken. 7. Ein geizhals gehet zum verderben, Der nur nach geld und gut gestrebt; Sch aber kann mit freuden sterben, Weil mir kein geld am herzen klebt. So fährt die seele selig hin, Wo ich bei Gott der reichste bin. Christian Friedrich Connow. Mel. Zion klagt mit angst und. 549. Abermal ein jahr( tag) ( die nacht) verflossen Näher zu der ewigkeit. Wie ein pfeil wird abgeschossen, So vergeher meine zeit. getreuer Zebaoth! Unveränderlicher Gott! Ach was soll, was soll ich bringen, Deis ner langmuth dank zu singen? 3. Wer Jesum bei sich hat, der mag nicht haben Die eitelkeit der welt und ihre gaben. Wer Jesum bei sich hat, hat gnug auf erden, Und mag in ewigkeit nicht reicher werden. 2. Ich erschrecke, mächtig we sen; Angst und furcht bedecket mich; Denn mein beten, singen, lesen Ach! das ist so schläferig. Heilig, heilig, heiliger, Großer Seraphinen Herr! Wehe mir, ich muß vergehen; Denn wer kann vor dir bestehen? 4. Wer Jesum bei sich hat, kann sicher reisen; Er wird ihm schon den weg zum himmel weisen. Wer Jesum bei sich hat 3. Schrecklich ist es ja zu fal len In die hand von solchem Gott, Der rechtfertig zuruft allen: Niemand treibe mit mir spott. Frret nicht: wo das ge schicht, Sch Jehova, leid es in höchsten nöthen, Den kann nicht; Ich bin ein verzehrend 548. Wer Jesum bei sich hat, kann feste stehen, Wird auf dem unglücksmeer nicht untergehen. Wer Jesum bei sich hat, was kann dem schaden? Sein herz ist überall mit trost beladen. 6. Wer Jesum bei sich hat, darf nicht verzagen, Und kann den teufel auch fern von sich jagen. Wer Jesum bei sich hat, wird nicht verderben. Wer Jesum bei sich hat, kann fröhlich sterben. 2. Wer Jesum bei sich hat, der hat den himmel, Wünscht zu verlassen nur das weltgetümmel. Wer Jesum bei sich hat, der lebt vergnüget Mit dem, was Gott und glück ihm zugefüget. Neuer Anhang. 405 feuer, Ewig brennend unge- bin ich dein; Ich bitt: laß mich heuer. mit dir zugleich Ein erbe sein in deinem reich. 2. Denn was wär sonst dein sterbensnoth, So viel striemen und wunden roth, Wenn ich auch nicht der seligkeit Genießen soll in ewigkeit? 4. Aber du bist auch sanft müthig, getreues vaterherz! In dem bürgen bist du gütig, Der gefühlt des todes schmerz. Steh ich nicht in deiner hand Angezeichnet als ein pfand, So du ewig willst bewahren Vor des alten drachen schaaren? 5. Auf, mein herz, gib dich nun wieder Ganz dem friedensfürsten dar, Opfre dem der seelen lieder, Welcher krönet tag und jahr; Fang ein neues leben an, Das dich endlich führen kann Mit verlangen nach dem sterben, Da du wirst die fron ererben. 3. Warum hätt'st du dein'n leib und leb'n Im grab verschlossen und aufgeb'n, Wenn nicht mein tod durch deinen tod Verjagt sollt werd'n, o treuer Gott? 4. Darum, o Jesu, steh mir bei, Gewissen trost und bülf verleih, Verlaß den nicht, Herr Jesu Christ, Der mit dein'm blut besprenget ist. 5. Im friede laß mich schlafen ein Und in dir haben ruhe fein, Ein seligs ende mir bescher, Dein antlig laß mich sehen, Herr. 6. Soll ich denn in dieser hütten Mich ein zeitlang plagen noch, So wirst du mich überschütten Mit geduld: das weiß ich doch. Setze dann dein herz 6. Jch bitt durchs bitter leiden auf mich, Jesu Christe; du und ich Wollen ewig treu verbleiben, dein, Laß dieß mein letztes Und von neuem uns verschreiben. wünschen sein, So will ich loMartin Moller. O 7. An dem abend und dem ben allezeit Dich, o Herr Gott, morgen, mein rath, besuche in ewigkeit. mich; Laß der heiden nahrungs- Mel Werde munter mein gemüthe. sorgen Nimmer scheiden mic und dich. Prüf in jedem augenblick Meine nieren und mich schick, Schick mich, daß ich wachend stehe, Ehe denn ich schnell vergehe. 551. Der am kreuz ist meine liebe meine lieb, ist Jesus Christ. Weg, ihr argen seelen- diebe, Satan, welt und fleisches- lüst'! Eure lieb ist nicht von Gott, Eure lieb ist gar der tod. Der am kreuz ist meine liebe, Weil Mel. O Jesu Christ, meins. ich mich im glauben übe. 2. Der am freuz ist meine O melein, Ich leb oder sterb, so liebe. Frevler, was befremdet Joachim Neander. 550, Jesu, Gottes Läm 406 Neuer Anhang. dich, Daß ich mich im glauben liebe, Weil ich mich im glauübe? Jesus gab sich selbst für ben übe. mich. So wird er mein friedeschild, Aber auch mein lebensbild. Der am freuz ist meine licbe, Weil ich mich im glauben übe. 3. Der am freuz ist meine liebe. Sünde, du verlierst den sturm. Weh mir, wenn ich den betrübe, Der statt meiner ward ein wurm. Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? Trät ich nicht sein blut mit hohn? Der am freuz ist meine liebe, Weil ich mich im glauben übe. Johann Ernst Greding. Mel Erhalt uns, Herr, bei. 552. Die helle sonn leucht jetzt herfür; Fröhlich vom schlaf aufstehen wir: Lobt Gott, der uns heint diese nacht Behütet vor des teufels macht. 2. Herr Christ, den tag uns auch behüt Vor sünd und schand durch deine güt; Laß deine lie ben engelein Unsre hüter und wächter sein. 3. Daß unser herz in g'horsam 4. Der am freuz ist meine leb, Dein'm wort und will'n liebe. Schweig, gewissen! nie- nicht widerstreb, Daß wir dich mand mahnt: Gott preist seine stets vor augen han In allem, liebes triebe, Wenn mir von was wir fangen an. der handschrift ahnt. Schau, 4. Laß unser werk gerathen wie mein halsbürge zahlt, wohl, Was ein jeder ausrichten Gottes blut hat sie durchmalt. soll, Daß unser arbeit, müh Der am freuz ist meine liebe, und fleiß Gereich zu deinem lob Weil ich mich im glauben übe. und preis. Nicolaus Hermann. 5. Der am freuz ist meine liebe, Drum, tyranne, foltre, stoß! 553. Es ist genug! mein Hunger, blöße, benkers hiebe, matter sinn Sehnt sich dahin, Nichts macht mich von Jesu Wo meine väter schlafen. Sch los; Nicht gewalt, nicht gold, habe endlich guten fug: Es ist nicht ruhm, Engel nicht, kein genug! Ich muß mir ruh verfürstenthum. Der am kreuz ist schaffen. meine liebe, Weil ich mich im glauben übe. 2. Ich bin ermüdt; ich hab geführt Des tages bürd': Es muß ein abend werden. Erlös mich, Herr, spann aus den pflug: Es ist genug! Nimm von mir die beschwerden. 6. Der am freuz ist meine liebe. Komm, tod, komm, mein bester freund! Wenn ich wie ein staub zerstiebe, Wird mein Jesus mir vereint; Da, da schau ich Got- 3. Die große last hat mich tes lamm, Meiner seelen bräu- gedrückt, Ja fast erstickt So tigam. Der am freuz ist meine viele lange jahre. Adhy, laß mich Neuer Anhang. 407 finden, was ich such; Es ist klebet; Der ist geſegnet, wer genug Mit solcher freuzeswaare. Jesu nur lebet. 4. Nun gute nacht, ihr meine freund, Ihr meine feind, Ihr guten und ihr bösen, Euch folg die treue für betrug; Es ist genug: Mein Gott will mich) auflösen. 5. Es ist nur eine lebendige quelle Kräftig zu stärken die durstige seele; Löchrichte brunnen sind menschen= gedanken, Wolken ohn regen, die hin und her wanken. 5. So nimm nur hin, Herr, meine seel, Die ich befehl In deine händ und pflege, Schreibe sie in das lebens- buch. Es ist genug, Daß ich mich schlafen lege. 6. Nicht besser soll es mir ergebn, Als wie geschehn Den vätern, die erworben Durch ihren tod des lebens g'ruch. Es ist genug! Es sei also gestorben. 6. Aber der Heilige bleibet der meine, Und ich in ewigkeit bleibe der seine: Ehre sei diesem Gott hoch in der höhe, Sein allerheiligster wille geschehe. Mel. Schönster Immanuel. 555. Höchster formirer der löblichsten dinge, Der du mich armen so ferne gebracht, Rühr mir die zunge, damit ich dir singe, Und eins beginne nach äußerster macht, Dich zu erheben Und dir zu leben, Weil du mich mit so viel gnaden bedacht. 2. Danket, ihr augen, dem ewigen lichte, Daß ihr so sehend und offen da steht; Danfet ihm 2. Sagt mir, wem haben wir für das erlangte gesichte, Daß alles zu danken, Daß wir ge- es noch dauret und noch nicht laufen in tugenden- schranken? vergeht; Schauet mit wonne Daß wir das lebens- brod häu- Auf ihn, die sonne, Bis er euch fig noch baben, Sind das nicht unter die sterne erhöht. Gottes langmüthige gaben? 554. Ehre sei jeßo mit freuden gesungen; Wünschen und beten ist kräftig gelungen. Den majestätischen könig der ehren Wollen wir preisen: Wer kann es uns wehren? 3. Danket, ihr ohren, dem worte des lebens, Daß ihr vernehmen könnt, was er euch heißt; Deffnet euch, daß es nicht rufe vergebens; Laßt euch regieren den ewigen Geist, Bis ihr könnt hören, Wie man mit chören Dorten ihn ewig erhebet und preist. 4. Elend ist, wer auf die fürsten vertrauet; Selig wer auf den mächtigen bauet! Der 4. Danke, du riechen, dem ist betrogen, wer menschen an- schöpfer der nasen, Daß dich 3. Freilich es ist so. Jehova der lebe, Nimmer vergessende herzen uns gebe; Lebe Jehova: dir wollen wir singen Und dir das opfer der lippen herbringen. Neuer Anhang. 408 so mancherlei geistwerk ergößt, Daß er den lebens- geist in dich geblasen, Daß er dir Christi fußstapfen vorsetzt, Fleißig zu spüren, Wie dich die führen, Alles zu meiden, was ewig verTeßt. 5. Danke, du zunge, für reden und schmecken, Werde nicht stumm zu erheben die macht, Daß du dein reden kannst wei ter erstrecken, Als wie die thiere das mundwerk gebracht; Kerne die speisen Einzig hoc preisen, Welche, was Christum nur fennet, hoch acht. 10. Und weil denn noch ein geschenke vorhanden, Welches viel höher als himmel und welt, Nemlich dein Sohn, der uns rettet aus schanden, Und dich nun wieder zufrieden gestellt, Welches mit weisen Nie gnug zu preisen, Bis du die seele 6. Danket, ihr glieder, Gott alle fürs fühlen, Hände, fürs zu engeln gefellt: 11. So nimm denn an, was greifen, und, füße, fürs gebn; im himmel erklinget: Macht, Lasset den wandel doch einzig reichthum, weisheit, kraft, ehre drauf zielen, Daß ihr dort ewig und preis, Danksagung, und wohl fönnet bestehn, Wollt ihr was das engel- volk singet Gott in sunden Dort nicht empfinden, und dem lamme mit ewigem Wie sich die strafen der hölle fleiß. Alles sprech: Amen, Wo nur dein name Je wird genennet von kreise zu kreis. erhöhn. Christian Knorr von Rosenroth. 7. Danket, gedanken, verstand und du wille, Danket, gedächtniß und urtheil dazu, Schwinget die flügel zur ewigen fülle, Laßt euch nicht halten das zeitlidhe nu; Eu'r lobgefieder Sinke nicht nieder, Bis ihr gelanget zur himmlischen ruh. 9. Nun denn, du geber so herrlicher gaben, Weil du mir gibest mehr, als ich begehrt, Laß mich die augen stets inner mir haben, Daß ich nichts mehr acht, als was du beschert. Mach mich geringe Schöpfer der dinge, Bis sich mein etwas in nichtes verkehrt. 8. Wenn nun das innere Gott so gepriesen, Stimmet das äußere gleichfalls mit an. Frei lich, o Vater, du hast mir erwies sen Tausendmal mehr, als ich aussinnen kann; Nahrung die hülle, Güter die fülle Melden, dieß habe Gott alles gethan. Mel. Ich hab mein sach Gott. 556. Ich hab mich dir, Gott, heimgestellt: Nachs nur mit mir, wie dirs gefällt; Ich bin ja, Herr, dein liebes find, All meine sünd Durch Christum mir vergeben sind. 2. Herr Jesu Christe, Gottes Sohn, Mein Heiland und mein gnaden- thron, Ich weiß von keinem andern heil: Du bist mein theil, Mein trost und hülf: zu dir ich eil. Neuer Anhang. 409 3. Dein blut und tod bezahlt aus stillem geist; Wer sich weiß die schuld, Und schenket mir des in Gott zu schicken, Den kann Vaters huld; Du hast für mich er erquicken. genug gethan, Das nehm ich an. Du hältst, was ich nicht halten kann. 5. Meine seele harret Und sich ganz verscharret Tief in Jesu brust: Sie wird stark durch. hoffen; Was sie je betroffen, Träget sie mit lust, Fasset sich ganz männiglich Durch geduld und glauben feste: Am end kommt das beste. 4. Mein Vater, sieh, ich bringe dir Den mann, den du gestellet mir, Daß er mein bürg und helfer fei, Der mich macht frei Von aller schuld und sclaverei. Mel Jesu, meine freude. 557. Meine feel ist stille Zu Gott, dessen wille Mir zu helfen steht; Mein herz ist vergnüget Mit dem, wies Gott füget, Nimmt an, wie es geht. Geht es nur zum himmel zu, Und bleibt Jesus ungeschieden: So bin ich zufrieden. 2. Meine seele banget An dir, und verlanget, Gott, bei dir zu sein Aller ort und zeiten, Und mag keinen leiden, Der ihr rede ein; Von der welt, ehr, lust und geld, Wornach so viel sind befließen, Mag sie gar nichts wissen. 6. Amen, es geschiehet. Wer zu Jesu fliehet, Wird es recht erfahrn, Wie Gott seinen tindern Pflegt das freuz zu mindern Und das glück zu sparn Bis zu end; Alsdann sich wendt, Das zuerst gekostet leiden, Und gehn an die freuden. Johann Caspar Schade. 3. Nein, ach nein, nur einer, Sagt sie, und sonst keiner Wird von mir geliebt, Jesus der getrene, In dem ich mich freue, Sich mir ganz ergiebt: Er allein, er soll es sein, Dem ich wieder mich ergebe, Und ihm einzig lebe. Mel. Wer nur den lieben Gott. 558. Mein Gott, du weißt am allerbesten Das, was mir gut und nützlich sei. Hinweg mit allen menschenfesten, Weg mit dem eigenen gebäu! Gib, Herr, daß ich auf dich nur bau, Und dir alleine ganz vertrau. 2. Reiß alles aus aus meiner seelen, Was dich nicht sucht und deine ehr; Ja wollte es sich auch verhehlen, So prüfe selbst je mehr und mehr Mein innere beschaffenheit, Und gib mir herzens- redlichkeit. 3. Daß ich könn in der wahrheit sprechen: Du bist mein Abba, licht und heil, Du heilest alle mein gebrechen, Und schenfest mir an Christo theil; Du bist mein allerbester freund, 4. Gottes güt erwäge, Und dich gläubig lege Sanft in seinen schooß; Lerne ihm vertrauen: So wirst du bald schauen, Wie die ruh so groß, Die da fleußt 410 Neuer Anhang. Ders allzeit herzlich mit mir ner liebesgluth; Ach gib, daß meint. = deine gegen treu Doch stets in meiner seele sei. 4. Denn kann ich dich nur Vater nennen, O abgrund der barmherzigkeit, So muß mir alles nüßen können, Was man sonst heißet freuz und leid; Denn auch das bittre süße ist, Wenn du, o Gott, im her zen bist. 5. Drum gib, daß ich recht 11. Du mußt das gute selbst findlich glaube, Und nur fein vollbringen In worten, werken frisch und unverzagt, Jedoch in und verstand, Drum reiche mir demuth, mir zuschreibe, Was in allen dingen Aus gnaden dein so beiligs wort mir sagt. deine Vater- hand; Denn hier Dein geist erkläre meinem geist, gilt nicht, wer rennen kann, Was deine vater- treue heißt. men an. Bloß kommts auf dein erbar6. Du unerschaffnes höchstes wesen, Hast vor der welt an mich gedacht, Und da ich gar noch nicht gewesen, Den liebes vollen schluß gemacht, Daß ich in Christo dein soll sein Und frei von aller böllenpein. 7. Dein kind, mein Jesus, hat vollendet, Was du beschlossen vor der zeit, Hat schuld und strafen abgewendet, Und mir geschenkt die seligkeit. Dein Geist der dieß mir macht bekannt, Ist alles dessen unterpfand. 8. Ich weiß nicht, was ich sonst soll sagen Von der treu, die ich stets gespürt, Daß du mich hast in meinen tagen Bis hieher wunderbar geführt; Ja dort bei dir in ewigkeit Ist mir das beste noch bereit. 10. Und weil ich auf so viele weise, Mein Vater, bin dein eigenthum, So gib, daß ich auch dir zum preise Und deines gro ßen namens ruhm Stets diene in gerechtigkeit Und dir beliebter heiligkeit. 12. Legst du was auf, so hilfs auch tragen, Gib nur geduld in leidens- zeit, Und sei in gut und bösen tagen Mein trost, mein rath und meine freud. Gib demuth, einfalt, lieb und zucht; Was falsch und hoch ist, sei verflucht. 13. Nun amen, es sei fest geschlossen; Nur daß des heilgen Geistes kraft Bleib über mir stets ausgegossen, Als welche alles gute schafft: So bleibts in ewigkeit dabei, Daß du mein und ich deine sei. Israel Glauder. Mel. Gott! du frommer. 559. Jesu, süßes licht, Nun ist die nacht vergangen; 9. Nun, Herr, ich falle dir zu Nun hat dein gnaden- glanz füßen, Und bitt, o allerhöchstes Aufs neue mich umfangen; gut, laß mich wie wachs doch Nun ist, was an mir ist, Vom ganz zerfließen In dieser dei schlafe aufgeweckt Und hat nun Neuer Anhang. 411 wie die luft umgeben, Auf daß mein ganzes thun Durch herz, durch sinn und mund Dich lobe inniglich, Mein Gott, zu aller stund. 8. Ach segne, was ich thu, Ja rede und gedenke; Durch deines geistes kraft Es also führ und lenke, Daß alles nur gescheh Zu deines namens ruhm Und daß ich unverrückt Verbleib Joachim Lange. in begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, Mein Gott, für opfer schenken? Ich will mich ganz und gar In deine gnad einsenken Mit leib, mit feel, mit geist, Heut diesen ganzen tag: Das soll mein opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. full 3. Drum siehe da, mein Gott: Da hast du meine seele; Sie dein eigenthum. ſei dein eigenthum, Mit ihr dich heut vermåble In reiner liebesfraft: Da hast du meinen geist, 560. O wie selig seid ihr Darinnen wollst du dich Verklären allermeist. doch, ihr frommen, Die ihr durch den tod zu Gott gekommen: Ihr seid entgangen Aller noth, die uns noch hält gefangen. 4. Da sei denn auch mein leib Zum tempel dir ergeben, Zur wohnung und zum haus. Ach, allerliebstes leben, Ach, wohn, ach, leb in mir, Beweg und rege mich: So hat geist, feel und leib Mit dir vereinigt sich. 2. Muß man hier och wie im ferker leben, Da nur sorge, furcht und schrecken schweben: Was wir hier kennen, Ist nur müh und herzeleid zu nennen. 5. Dem leibe hab ich jetzt Die fleider angeleget: Laß meiner 3. Ihr hergegen ruht in eurer seelen sein Dein bildniß einge- fammer Sicher und befreit von präget In güldnem glaubens- allem jammer, Kein freuz und schmuck, In der gerechtigkeit, leiden Ist euch, hinderlich in So allen seelen ist Das rechte euren freuden. ehren- kleid. 4. Christus wischet ab euch 6. Mein Jesu, schmücke mich Mit weisheit und mit liebe, alle thränen; Habt das schon, Mit keuschbeit, mit geduld wornach wir uns erst sehnen; Durch deines geistes triebe; Euch wird gesungen, Was Auch mit der demuth mich Vor durch keines ohr allhier geallem kleide an: So bin ich drungen. wohl geschmückt und köstlich angethan.com 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben Und den himmel 7. Laß mir doch diesen tag für die welt ererben? Wer Stets vor den augen schweben, wollt hie bleiben, Sich den Daß dein allgegenwart Mich jammer länger lassen treiben? 412 Neuer Anhang. 6. Komm, o Christe, fomm, einen steht, Dem bleibet wohl uns auszuspannen; Lös uns gerathen. auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o sonne, Ist der frommen seelen freud und Simon Dach. wonne. 5. Sei Gott getreu, sein liebes wort Standhaftig zu bekennen; Steh fest darauf an allem ort, Laß dich davon nicht trennen. Was diese welt In armen hält, Muß alles noch vergehen; Sein liebes wort Bleibt ewig fort Ohn alles wanken stehen. 6. Sei Gort getreu, als wel cher sich Läßt treu und gnädig finden; Streit unter ihm nur ritterlich, Laß über dich den sünden Ja wider pflicht Den zügel nicht; Wär je der fall geschehen, So sei bereit Durch buß bei zeit Nun wieder aufzustehen. Mel. Was mein Gott will. 561. Sei Gott getren, halt seinen bund, O mensch, in dei nem leben! Leg diesen stein zum ersten grund: Bleib ihm allein ergeben. Denk an den kauf In deiner tauf, Da er sich dir verschrieben Bei seinem eid, In ewigkeit Als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu, laß keinen wind Des freuzes dich abkehren! Ist er dein vater, du sein kind: Was willt du mehr begehren? Dieß höchste gut Macht rechten muth; Kann seine huld dir werden: Nichts bessers ist, Mein lieber Christ, Im himmel noch auf erden. 3. Sei Gott getreu von jugend auf; Laß dich kein lust noch leiden In deinem ganzen lebens- lauf Von seiner liebe scheiden. Sein alte tren Wird täglich neu, Sein wort steht nicht auf schrauben; Was er verspricht, Das bricht er nicht: Das sollt du kühnlich glauben. 4. Sei Gott getreu in deinem stand, Darein er dich gesetzet; Wenn er dich hält mit seiner hand? Wer ist, der dich verletzet? Wer seine gnad Zur brustwehr hat, Kein teufel kann ihm schaden; Wo dieß stacket Um 7. Sei Gott getreu bis in den tod Und laß dich nichts abwenden: Er wird und kann in aller noth Dir treuen beistand senden. Und käm auch gleich- Das höllisch reich Mit aller macht gedrungen, Wollt auf dich zu, So glaube du: Du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben treu, Wird er sich dir erweisen, Daß er dein lieber Vater sei, Wie er dir hat verheißen; Und eine kron Zum gnaden- lohn Im himmel dir aufseßen: Da wirst du dich Fort ewiglich In seiner treu ergößen. Michael Franck. Mel. Es ist das heil uns kommen. 562. Sei lob und ehr dem höchsten gut, Dem Vater aller güte, Dem Gott, der alle wunder thut, Dem Gott, der mein Neuer Anhang. 413 gemüthe Mit seinem reichen findet ruh: Gebt unserm Gott trost erfüllt, Dem Gott, der allen jammer stillt: Gebt unserm Gott die ehre! 2. Es danken dir die himmelsheer, herrscher aller thronen; Und die auf erden, luft und meer In deinem Schatten wohnen, Die preisen deine Schöpfersmacht, Die alles also wohl be dacht: Gebt unserm Gott die ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten; Darüber will er früh und spat Mit seiner gute walten. In seis nem ganzen königreich Ist alles recht, ist alles gleich: Gebt unserm Gott die ehre! die ehre! 7. Ich will dich all mein le= benlang, Gott, von nun an ehren; Man soll, o Gott, dein lobgesang An allen orten hören, Mein ganzes herz ermuntert sich; Mein geist und leib erfreuet sich: Gebt unserm Gott die ehre! 8. Jhr, die ihr Christi namen nennt, Gebt unserm Gott die ehre; Ihr, die ihr Gottes macht bekennt, Gebt unserm Gott die ehre! Die falschen gözzen macht zu spott; Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott: Gebt unserm Gott die ehre! 9. So fommet vor sein angesicht Mit jauchzen- vollem springen: Bezahlet die gelobte pflicht, Und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht Und alles, alles recht gemacht: Gebt unserm Gott die ehre! Joh. Jacob Schüß. 4. Jch rief dem Herrn in meiner noth: Ach Gott, vernimm mein schreien! Da half mein helfer mir vom tod, Und ließ mir trost gedeihen. Drum dank, adh) Gott, drum dank ich dir; Ach danket, danket Gott mit mir: Gebt unserm Gott die ehre! Mel Ach Gott! vom himmel. 5. Der Herr ist noch und 563. Ach fünder, sei doch nimmer nicht Von seinem volk nicht so blind Der fleisches- lust geschieden; Er bleibet ihre zu ergeben; Schlag nicht so versicht, Shr segen, heil und schändlich in den wind Dein frieden. Mit mutterhänden lei- ewig heil und leben, Da oft mit tet er Die seinen stetig hin und vollen sporen läuft Der höllen her: Gebt unserm Gott die zu, frißt, spielt und säuft Die ehre! welt nach ihrer weise. 6. Wenn trost und hülf er mangeln muß, Die alle welt erzeiget, So kommt, so hilft der überfluß, Der Schöpfer selbst, und neiget Die Vatersaugen deme zu, Der sonsten nirgends mord und zank, Als wo man 2. Ach fünder, sei doch nicht so toll hier lustig mit zu machen, Wo teufelsbrüder blind und voll In saus. und schmause lachen. Wo ist mehr weh, leid, 414 Neuer Anhang. sich bei starkem tranf Säuft wasser- tröpfelein, Die zunge endlich gar von sinnen? 3. Ach fünder, sei doch nicht so frei, 3u deiner feelen schaden Mit speis und trank in völlerei Dich je zu überladen. Dem teu fel machst du dich zum spott, Du treibst von dir aus deinen Gott: Wo bleibt das herz zu beten? 4. Ach sünder, sei doch nicht so frech, Ach, meide solche haufen, Die oft bei ihrem lust- gezech Gar in die wette saufen. So spielt man recht dem teufel auf, Als wäre auch die seel zu kauf, Die doch leicht geht verloren. 5. Ach fünder, ach, so gottlos nicht Im trunk dich übernommen! Wie, wenn dein Je sus zum gericht Zu der Zeit follte kommen; Ja, wenn der tod dich raffte hin, Da du bist von verstand und sinn: Wie wird die seele fahren. 6. Ach fünder, ach, so sicher nicht! Da eben so vermessen Der Belsazar*) des nachts bei licht In vollem schmaus geses sen, Da malet ihm die wunder hand Sein urtheil plößlich an die wand: So fanns dir auch ergehen. abzukühlen. 8. Ach sünder, nicht so unbedacht; Dich möcht sonst überfallen Die lange schwarze höllen- nacht; Da wird die stimm erschallen: Schenkt ein, schenkt ein den schwefel- trank Von feuer, pech, rauch,' qual und stank, Fürs böse, das begangen. stund Halt dich in guten schran. 9. Ach sünder, ach, zu jeder ken; Setz kein getränk an deinen mund, Hab dieses in geter wein, Dein gallen- trant, danken: Jesu, dein vermyrrhdein durst und pein, Lehr mich ja mäßig leben. Mel. Herr Jesu Christ, du. 564. Ich komm jetzt als ein armer gast, O Herr, zu deinem tische, Den du für mich bereitet. hast, Daß er mein herz er frische, Wann mich der seelenhunger nagt, Wann mich der durst des geistes plagt, Bis ich den schweiß abwische. 2. Nun sprichst du, seelenbischof, dort: Ich bin das brod zum leben; Dieß brod treibt auch den hunger fort, Den sonst nichts mag aufheben. Ich bin der brunn: wer glaubt an mich, Dem wird der durst nicht ewiglich Im herzen stiche geben. *) Daniel Cap. 5. 7. Ach fünder, ach, so ruchlos nicht! Hör, wie der schlemmer brüllet, Als ihm die flamm zum hals ausbricht. Der sich stets angefüllet In üppigkeit mit Wann du sie läsfest schauen starkem wein, Hat dort kein Die ströme deiner gütigkeit, Die 3. Drum führe mich, o treuer hirt, Auf deine himmelsauen, Bis meine seel erquicket wird, Neuer Anhana. du für alle haft bereit, So dei ner hut sich trauen. 415 9. Erneure mich, o lebensstab, mit deines geistes gaben; Laß mich die sünde danken ab, Die mich sonst pflegt zu laben; Regiere meinen trägen sinn, Daß er die lüste werfe hin, Die er sonst pflegt zu haben. 4. Ich armes schäflein suche dich Auf deiner grünen weide; Dein lebens- manna speise mich 3u trost in allem leide; Es tränke mich dein theures blut, Auf daß mich ja kein falsches gut Von deiner liebe scheide. 5. Gleichwie des hirsches mattes herz Nach frischem wasser schreiet, So schreiet auch mein seelen- schmerz: Ach, laß mich sein befreiet Bon meiner schweren sünden- pein, Und schenkemir die trostfluth ein; Damit ist mir gedienet. = 10. So komm nun, o mein feelen- schaß, Und laß dich freundlich füssen: Mein herze gibt dir raum und platz, Und will von keinem wissen, Als nur von dir, mein bräutigam, Dieweil du mich am freuzesstamm Aus noth und tod gerissen. 11. O liebster Heiland, großen dank Für deine süßigkeiten! 6. Vor allen dingen wirk in Ich bin vor lauter liebe frank, mir Ein ungefärbte reue, Daß, Drum wart ich auf die zeiten, wie vor einem wilden thier, In welchen du, o lebens- fürst, Ich mich vor fünden scheue; Mich sammt den auserwählten Wirf mir den rock des glaubens an, Der dein verdienst ergreifen kann, Damit mein herz sich freue. wirst Zur himmels- tafel leiten. Justus Sieber. 7. Entzünd in mir die andachtsbrunst, Daß ich die welt verlasse, Und deine treu und bruder- gunst In dieser speise faffe, Daß durch dein lieben lieb in mir zu meinem nächsten wachs herfür, Und ich fort niemand hasse. 8. Ach, führe mich nur selbst von mir: Bei mir ist nichts denn sterben; Nimm aber mich, o Herr zu dir: Bei dir ist kein verderben. In mir ist lauter höllen- pein, In dir ist nichts denn selig sein Mit allen him mels- erben. 565. O Jesu, mein bräut'gam, wie ist mir so wohl! Dein' liebe die macht mich ganz trunken und voll: O selige stunden! Ich habe gefunden, Was ewig erfreuen und sättigen soll. 2. Du hast mich, o Jesu, recht reichlich erquickt, und an die trost- brüste der liebe gedrückt, Mich reichlich beschenket, Mit wollust getränket, Ja gänzlich in himmlischer freude verzückt. 3. Nun, herzens- geliebter, ich bin nicht mehr mein; Denn was ich bin um und um, alles ist dein; Mein lieben und hassen 416 Neuer Anhang. Hab ich dir gelassen: Dieß al wonne, Dich, ewige sonne, D les wirft in mir dein göttlicher Jesu, o schönster, o einige wein. zier? Mel. O Gott! du frommer. 4. Was ist es, daß hier und dort mich noch ansicht Der eltern, der brüder, der finder 566. Ach, wenn ich mich doch gesicht? Weg, weg, ihr ver- könnt In Jesu liebe senken, Und wandten, Ihr freund und be- alle augenblick An Jefu liebe fannten; Schweigt alle nur denken! Mich deucht, ich höre stille: ich kenn euch ja nicht. stets. Als wenn mir was zu 5. Kommt, jauchzet, ihr from spricht: Vergiß bei leibe du men, frohlocket mit mir: Ich Der liebe Jesu nicht. habe die quelle der freuden selbst hier; Kommt, lasset uns springen Und singen und klingen, Sa gänzlich entbrennen in liebesbegier. 6. O liebster, wie hast du mein herze verwundt, Wie hat mich dein heiliges feuer entzündt! 3. Ich bin ganz durch und Ach, schaue die flammen, Sie durch Mit Jesu angefüllet, Kein schlagen zusammen; Nicht him- ader ist in mir, Die nicht von mel noch erden weiß, was ich Jesu quillet, Das herz das trieempfind. fet noch Vons liebsten Jesu blut, Und brennet lichter- foh In Jesu liebesgluth. In Jesu liebesgluth. Thust du mir, Jesu, gnade; 4. Zu viel, ach, gar zu viel Ich armes stücklein erd Bekenne zu gerade: Ich bin der keines werth, So du an mir gethan, Und weiß auch nimmermehr, Wie ich g'nug danken kann. 5. Dieß denken und den dank Laß stetig dazu kommen In allem, was auch wird von mir 7. Trots teufel, welt, hölle, fleisch, sünde und tod! Ich fürchte fein trübfal, tein leiden noch noth. Will Jesus mich lieben, Was kann mich betrüben? All's, was mir entgegen, muß werden zu spott. 2. Ach, wie könnt ich doch auch, Mein Jesu, dein vergessen? Das, was ich oftmals hab Getrunken und gegessen, Dein eigen leib und blut, Das hat mein herz und sinn Verwandelt, daß ich nichts Denn lauter Jesus bin. 8. Weg kronen, weg scepter, weg hoheit der welt, Weg reichthum und schäßze, weg güter und geld, Weg wollust und prangen! Mein einzig verlangen Ist Jesus, der schönste im himmlischen zelt. nur vorgenommen: So leb in 9. Wann nimmst du, o lieb. Jesu ich Mit einem frischen muth, Und sterbe, wann Gott ster, mich gänzlich zu dir? Wie will, Auf Jesum und sein blut. lang, ach, wie lang soll ich war- emilie Juliane, Gräfin zu Schwarzten allhier? Wann seh ich, o burg- Rudolstadt. Neuer Anhang. Mel. Wer nur den lieben Gott. 567, Die liebe leider nicht gesellen, Im fall sie treu und redlich brennt. Zwo sonnen mögen nicht erhellen Beisammen an dem firmament: Wer Her ren, die einander feind, Bedienen will, ist keines freund. 417 leibes kleid Sind würmer; ihre seele sitzt In ewig heißer gluth und schwitzt. 2. Was hinkst du denn auf beiden seiten, feel? ist Gott der Herr dein schaß, Was haben dann die eitelkeiten Für einen anspruch, theil und platz? Soll er dich nennen seine braut, Kannst du nicht andern sein vertraut. 3. Im fall du Christum willst behalten, So halt ihn einig und allein. Die ganze welt soll dir erfalten, Und nichts als lauter greuel sein; Dein fleisch muß sterben, eh die noth Der sterblichkeit dir bringt den tod. 4. Warum sollt ich doch das umfangen, Was ich so bald verlassen muß, Was mir nach abgekürztem prangen Brächt ewig ekel und verdruß? Sollt ich um einen dunst und schein Ein scheusal heil'ges Geistes sein? 7. Die welt senkt ihre todten nieder, Und weckt sie nimmer wieder auf: Mein schatz ruft seine todten wieder zum unbeschränkten lebens lauf, Verklärt sie wie das morgen- roth, Wann jene nagt der andre tod. oor 8. Was hab ich denn, o welt, jene der andre tod. zu schaffen Mit deiner leichten rosenkron? Fleuch hin, und gib fie deinen affen: Laß mir des freuzes dorn und hohn. Besitz ich Jesum nur allein, Ist alles, was zu wünschen, mein. Erasmus Francisci( Finr). Mel. Freuet euch ihr Christen. 568, Herr, wann wirst du Zion bauen, Zion, die geliebte stadt, Die sich dir ergeben hat? Ach! soll sie nicht einmal schauen Ihre mauren aufgericht? Ja der Herre läßt sie nicht. Freude freude über freude: Christus wehret allem leide! Wonne, wonne über wonne: Er ist die genaden sonne!! ughing 2. O! wann soll die stimm 5. Die augen dieser erden la- erschallen, Da man rufet überchen Zwar weidlich in der all In der auserwählten zahl: sterblichkeit, Beweinen aber in Sie, die stolze, ist gefallen Mit dem rachen Der höllen ihr un- der stolzen huren- pracht, Die endlich leid; Der engel traub vormals war hochgeacht. hergegen träntt Den, der mit Freude, frende über freude: thränen hier sichy kränkt. Christus webret allem leide! Wonne, wonne über wonne: Er ist die genaden- sonne! 3. Höre, wie dein Zion klaget Unter Babels dienstbarkeit Jetzt 27 6. Ach Gott, wo sind die, die vor jahren Ergeben aller eitelkeit und in die welt so brünstig waren Verliebt? des schnöden 418 Neuer Anhang. in dieser finstern zeit; Doch du es vermehren Und in alle ewigwirst den, der sie plaget, Stür- keit Dich zu loben sein bereit. zen bald durch deinen geist, Freude, freude über freude: Der die frommen singen heißt: Christus wehret allem leide! Freude, freude über freude: Wonne, wonne über wonne: Christus wehret allem leide! Er ist die genaden- sonne! Wonne, wonne über wonne: Er ist die genaden- sonne! 8. Darum, Zion, unbetrübet! Die erquickungs- zeit ist da Und 4. Gib nur, Jesu, daß wir des Herren hülf ist nah. Selig, wachen Und im glauben munter der sich ihm ergiebet Und vor sein, Wann du kommst und seinem Heiland kann Stimmen brichst herein Mit posaunen und dieses liedlein an: Freude, mit krachen, zu erlösen deine freude über freude: Christus braut, Die du ewig dir vertraut. wehret allem leide! Wonne, Freude, freude über freude: wonne über wonne: Er ist die Christus wehret allem leide! genaden- sonne! Wonne, wonne über wonne: Er ist die genaden- sonne. Joh. Christian Lange. Mel. Nun sich der tag geendet. 569. Mein Gott, das herz ich bringe dir Zur gabe und geschenk; Du forderst dieses ja von mir, Deß bin ich eingedenk. 5. Drücke uns dein heilges siegel An die Stirne, an die hand, Dir zu ehren, uns zum pfand, Daß wir uns durch glaubensflügel Können schwingen himmelan, Da uns niemand schaden kann. Freude, freude über freude: Christus, wehret allem leide! Wonne, wonne über wonne: Er ist die genaden- sonne! 2. Gib mir, mein sohn, dein herz, sprichst du; Das ist mir lieb und werth: Du findest an ders auch nicht ruh Im himmel und auf erd. 3. Nun du, mein vater, nimm es an Mein herz, veracht es nicht; Ich gebs, so gut ichs geben kann. Kehr zu mir dein gesicht. 6. Zeichne mit dein'm heilgen zeichen Uns dein volk, dein eigenthum, Schönster Jesu, höchster ruhm: So muß satan von uns weichen, Weichen muß der sünden kind, Weil wir dein erkaufte sind. Freude, freude über freude: Christus wehret allem leide! Wonne, wonne über wonne: Er ist die genaden- sonne! 4. Zwar ist es voller sündenwust Und voller eitelkeit, Des guten aber unbewußt, Der wahren frömmigkeit. 7. Ach wie wird dein volk 5. Doch aber steht es nun in reu, Erkennt sein übelstand Und dich ehren, Wenn es nun ent- tråget jetzo vor dem scheu, Danommen ist Babels stolz, des thieres list: Deinen ruhm wird vons zuvor lust fand. 6. Hier fällt und lieget es zu Neuer Anhang. 419 fuß und schreit: nur schlage 15. Hilf, daß ich sei von her zu, Zerknirsch, o vater, daß ich buß Rechtschaffen vor dir thu. 7. Zermalm mir meine härtigkeit, Mach mürbe meinen sinn, Daß ich in seufzer, reu und leid Und thränen ganz zer: rinn. zen fest Im hoffen und geduld, Daß, wenn du nur nicht mich verläßt, Mich tröste deine huld. 16. Hilf, daß ich sei von herzen rein Jm lieben, und erweis, Daß mein thun nicht sei augenschein, Durchs werk zu deinem preis. 8. Sodann nimm mich, Herr Jesu Christ, Tauch mich tief in dein blut; Ich glaub, daß du gefreuzigt bist Der welt und mir zu gut. 17. Hilf, daß ich sei von herzen schlecht, Aufrichtig, ohn betrug, Daß meine wort und werke recht, Und niemand schelt ohn fug. 9. Stärk mein sonst schwache glaubenshand, zu fassen auf 18. Hilf, daß ich sei von herdein blut, Als der vergebung zen klein, Demuth und sanftunterpfand, Das alles machet muth halt, Daß ich von aller welt- lieb rein Vom fall aufgut. in far o stehe bald. 100 tar 10. Schenk mir nach deiner Jesus huld Gerechtigkeit und 19. Hilf, daß ich sei von herheil, Und nimm auf dich mein zen fromm Ohn alle heuchelei, sündenschuld Und meiner strafe theil. Damit mein ganzes Christenthum Dir wohlgefällig sei. 11. In dich wollst du mich fleiden ein, Dein unschuld ziehen an, Daß ich von allen sünden rein Vor Gott bestehen kann. 20. Nimm gar, o Gott, zum tempel ein Mein herz hier in der zeit, Ja laß es auch dein wohnhaus sein In jener ewigkeit. 12. Gott heilger Geist, nimm du auch mich In die gemeinschaft ein, Ergieß um Jesu willen dich Tief in mein herz hinein. The 21. Dir geb ichs ganz zu eigen hin: Brauchs, wozu dirs gefällt; Ich weiß, daß ich der deine bin, Der deine, nicht der welt..fallibian dal 13. Dein göttlich licht schütt 22. Drum soll sie nun und in mich aus Und brunst der nimmermehr Dieß richten aus reinen lieb, Lösch finsterniß, haß, bei mir, Sie lock und droh auch falschheit aus, Schenk mir stets noch so sehr, Daß ich soll diedeinen trieb. suld innen ihr. 14. Hilf, daß ich sei von her- 23. In ewigkeit geschieht das zen treu Im glauben meinem nicht, Du falsche teufels- braut; Gott, Daß mich im guten nicht Gar wenig mich, Gott lob, anmach scheu Der welt list, macht sicht Dein glänzend schlangenund spott, ble haut. D 160: 910 1969 27* Neuer Anhang. 420 24. Weg welt, weg sünd, dir geb ich nicht mein herz; nur Jesu dir Ist dieß geschenke zugericht: Behalt es für und für. so nuo Johann Kaspar Schade. was du Geheilget, nimm von mir. ring nabitia 6. Mein Jesus komme mir Stets vor in seinem leiden Und sage, daß mich nichts, Nichts, nichts von ihm soll scheiden; Er hält mich mit der hand, Da ich Mel. O Gott! du frommer. 570. Du Dreieinger Gott, gezeichnet ein, Und rufet stets: Den ich mir auserlesen, Gedenk ich soll Nicht, nicht verloren an deine güt, Die vor der welt sein. LL gewesen, Und sei mir fünder doch, D Gott, stets gnädig hier, Daß ich recht Christlich leb Und sterbe sanft in dir. 7. Vor sünden, höll, und tod Und vor des satans schrecken Mein Jesus stelle sich, Er laß sein blut mich decken, Und sei ein vorschmack mir Der ew'gen seligkeit, Daß ich vor freud nicht fühl Des todes bitterfeit. 2. Ich lege leib und seel, Gott, in deine hände. Ach! lehre du mich stets Gedenken an mein ende, Auch sterben, eh ich sterb, Und hören alle stund: Mensch, du mußt sterben auch; Es ist der alte bund. 3. Weil Jesus mir zu gut Gestorben und geboren, So glaub ichy gar gewiß, Ich werd nicht sein verloren. Weck mich nur stetig auf, Daß ich bereitet sei, Wie du mich haben willt, Wann mein end kommt herbei. 19 4. Ich traue deiner tren Durch Jesu blutvergießen, Und will auch weder zeit Noch ort zum tod ausschließen: Komm, wann, wie, wo du willt, Nur daß ich selig sterb, Durch Jesu blut und tod Das himmelreich ererb. 5. So lang allhier ich leb Und wann ich werd entschlafen, Geb ich, Gott Vater, dir, Das, was du hast erschaffen; Gott Sohn, was du erlöst, Das geb ich wieder dir; Gott heilger Geist, * 19 8. Das, was ich hinterlaß, Versorg er, schütz und liebe, Und geb, daß mich im tod Nichts hindre noch betrübe, Erhalt mich bei verstand Und einem frischen muth, Daß mitten im gebet Ich sterb auf Jesu blut. 9. Nun ich geb meinen geist Nochmals in Gottes hände, Und warte, bis er kommt Mit einem felgen ende, Daß er mir nach dem tod Drück selbst die augen zu, Und bis an jüngsten tag Schenk eine sanfte ruh. 10. Ich weiß: durchs lammes blut Werd ich schon überwinden, Und einen gnädgen Gott Im tod und leben finden. Ich halte mich an Gott Und meines Jesu blut; Ich weiß, Gott macht es schon mit meinem ende gut. to t 12 497) 11. Ich sage amen drauf In meines Jesu namen; Es sage gleichfalls auch Der Herr, mein Neuer Anhang. 421 Gott, das amen. Ich sage ja ist der mensch geschätzt, Den zu mir: Dreieinger Gott, komm du; Ach sage: sei getrost, Mein find; ich komme nu. Gott in kreuz und trübsal setzt! 2. Je größer freuz, je besser Christe; Gott streicht uns an den probestein. Wie mancher garten lieget wüste, Wo keine thränenregen sein. Das gold wird auf dem feuer- heerd, Ein Christ in mancher noth bewährt. 3. Je größer kreuz, je stärker glauben; Die palme wächſet bei der last, Die süßigkeit fleußt aus der traube, Wenn du sie wohl gefeltert hast. Im kreuze wächset uns der muth, Wie perlen in gefalzner fluth. Mel. Ach Gott und Herr. 571. O Jesu Christ, Der du mir bist Der liebst auf dieser erden, Gib, daß ich ganz In deinem glanz Mög aufgezogen werden. 2. Zeuch mich nach dir, So laufen wir mit herzlichem be lieben In dem geruch, Der uns den fluch Verjagt hat und vertrieben. 3. Zeuch mich nach dir, So lau fen wir In deine süße wunden, Wo in geheim Der bonigseim Der liebe wird gefunden. 4. Zeuch mich nach dir, So laufen wir, Dein liebstes berz zu küssen, Und seinen saft Mit aller fraft Aufs beste zu genießen. 5. 3euch mich in dich Und ſpeiſe mich: Du ausgegoßnes öle, Geuß dich in schrein Meins herzens ein Und labe meine seele. 4. Je größer kreuz, je größre liebe: Der wind bläst nur die flammen auf; Und scheinet gleich trübe, So 6. O Jesu Christ, Der du mir bist Der liebst auf dieser erden, Gib, daß ich ganz In deinem glanz Mög aufgezogen werden. doch die Sonne drauf. Das freuz vermehrt der liebe gluth, Gleich wie das öl im feuer thut. 5. Je größer kreuz, je mehr gebete: Geriebne kräuter riechen wohl; Wenn um das schiff kein sturmwind wehte, So fragte man nicht nach dem pol. Wo kämen Davids psalmen her, Wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Freuz, je mehr verlangen: Im thale steiget man bergan; Wer durch die wüsten oft gegangen, Der sehnet sich nach Sanaan. Das täublein findet hier nicht ruh, Drum fleucht es nach der arche zu. Mel. Wer nur den lieben Gott. je 572. Je größer kreuz, näher himmel: Wer ohne kreuz, ist ohne Gott; Bei dem verlarvten weltgetümmel Vergißt man hölle, fluch und tod. O selig 7. Je größer freuz, je lieber sterben: Man freut sich recht auf seinen tod; Denn man 422 Neuer Anhang. entgehet dem verderben, Es seine Vaterband Noch geben, stirbt auf einmal alle noth. die von dir So viel noth abges Das freuze, das die gräber wandt. ziert, Bezeugt, man habe trium-. 4. Komm nur, komm freudig phirt. her In Jesu Christi namen, 8. Je größer freuz, je schönre Sprich: lieber Vater, hilf, Ich krone, Die Gottes schaß uns bin dein kind; sprich: amen. beigelegt, Und die einmal vor Ich weiß, es wird geschehn, seinem throne Der überwinder Du wirst mich lassen nicht; Du scheitel trägt. Ach dieses theure kannst, du willst, du mußt Thun, kleinod macht, Daß man das was dein wort verspricht. größte freuz verlacht. Johann Olearius. 9. Gefreuzigter, laß mir dein kreuze Je länger und je lieber 574. Lebt doch unser Herr sein! Daß mich die ungeduld nicht reize, So pflanz ein solches herz mir ein, Das glaube, lieb und hoffnung hegt, Bis dort mein kreuz die krone trägt. Benjamin Schmolce. Gott noch: Fasse dich, du arme seele. Was betrübet dich die noth? Suche trost bei deinem Gott, Und in Jesu feiten- höhle. Bist du doch durch den erwählt, Welcher deine thränen zählt Und dein elend abgemessen. Denke nicht, Gott sei zu hoch Oder, habe dein vergessen: Lebt doch unser Herr Gott noch. 2. Lebt doch unser Herr Gott noch: Ei, warum willst du verzagen, Oder dein bedrängtes herz Ferner mit vergebnem schmerz Und verzweiflungspeitschen schlagen? Gottes gnad und wunder- treu Ist ja alle morgen neu; Er ist deines heils erstatter. Liebste seel, begreif es doch: Lebet doch dein treuer Vater, Lebt doch unser Herr Gott noch! Mel. Nun danket alle Gott.: 573. Wohl auf, mein herz, zu Gott Dein andacht fröhlich bringe, Daß dein wunsch und gebet Durch alle wolken dringe, Weil dich Gott beten heißt, Weil dich sein lieber Sohn So freudig treten heißt Vor seinen gnadenthron.c 2. Dein vater ists, der dir Befohlen hat zu beten, Dein bruder ists, der dich Vor ihn getroft heißt treten, Der werthe Tröster ists, Der dir die wort gibt ein: Drum muß auch dein gebet Gewiß erhöret sein. 3. Lebt doch unser Herr Gott 3. Da siehst du Gottes herz, noch! Will dich gleich dein herz Das dir nichts kann versagen; verdammen; Schreckt dich schon Sein mund, sein theures wort die sünde sehr; Schlägt sie als Vertreibt ja alles zagen. Was ein tobend meer Ueber deinem dir unmöglich deucht, kann haupt zusammen: Zage nicht, Neuer Anhang. 423 denn Jesu blut Sagt für deine Mel. Christus, der uns selig.- schulden gut, Deine handschrift ist in stücken, Und die last, das sünden- bloch, Liegt auf deines Jesu rücken: Lebt doch unser Herr Gott noch. 4. Lebt doch unser Herr Gott noch! Fürchte nicht des todes schrecken; Denn du wirst im legten streit Von des todes bitterkeit Seinetwegen gar nichts schmecken, Ja du wirst durch Gottes macht Nach der schwarzen todes nacht Ueber deinem staube stehen, und der faule todten- knoch Soll das leben wieder sehen: Lebt doch unser Herr Gott noch. 575.2ch wo flieh ich sünder hin Seelenruh zu finden, Weil ich ganz umringet bin Mit viel tausend fünden? Des gesetzes donner fracht, Höll und satan stürmen, Mein gewissen ist erwacht: Wer will mich beschirmen? 2. Ach wie kann ich deiner hand, Großer Gott, entgehen? Zög ich über meer und land, Ueber berg und höhen, Deine rechte würde mich Allenthalben finden. Großer Gott, ich bitte dich: Laß den zorn verschwinden. 5. Lebt doch unser Herr Gott 3. Herr, ich fliehe nur zu dir, noch! Macht dir gleich der teu fel bange; Greift er dich schon listig an: Jesus hält die sieges fahn Und zertritt die alte schlange; Aber dich wird Got tes hand Dort in jenem freuden- land Mit wahrhaftem trost vergnügen, Wenn die schlang im schwefel- loch Ewig wird gefangen liegen; Lebt doch unser Herr Gott noch. Wann mich sünden plagen. Meine seele schreit in mir: Laß mich nicht verzagen. Gott, ich opfre dir mein herz, Das zerfnirscht vom büßen: Laß mich, Herr, in meinem schmerz Gnad und huld genießen. i 6. Lebt doch unser Herr Gott noch! Lebe du ihm auch zu ehren, Gib dich ihm, wie er sich dir, Und bemüh dich für und für Deinen glauben zu vermehren, Folge ihm in lieb und leid, Laß dich keine erdenfreud Und kein elend von ihm trennen, Sondern trag ein sanftes joch, Welches alle Christen kennen: Lebt doch unsers Herr Gott noch! Ludwig Undreas Gotter. 4. Groß ist meine missethat, Größer deine gute; Was dein Sohn erlitten hat, Tröstet mein gemüthe. Ob die sünden blutroth sein, Die in mir erwachen, Jesu blut, das ewig rein, Kann sie schnee- weiß machen. 5. Hätt ich aller menschen schuld, Aller welt verbrechen, Würde deine gnad und huld Dennoch los mich sprechen, Wenn ich mich auf den verließ, Der am freuz sich neiget Und das offne paradies In den wunden zeiget. Sindstr 6. Nun, mein Gott, ich trage 424 Neuer Anhang. dir Auf den glaubens- armen 6.( Jesus). Ich will es dir Deinen Sohn am kreuze für: geben, dem teufel zu spott; Ich Hilf durch dein erbarmen. Le will dich erretten aus ewiger bensbrunn, der ewig fleußt, noth: Ich will es thun als ein Wasche mich von sünden. Hilf wahrhaftiger Gott. Joachim Neander. mir, Herr, durch deinen Geist Selig überwinden. Salomo Frank. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 577. Ich bin ein Herr, der ewig liebt, Und nur ein'n au576. O starter Zebaoth, du genblick betrübt, zu bessern leben meiner feel, Und meines deine seele. Ich bin der, so dir geistes fraft, o mein Immanuel, helfen kann: Ein jeder, der mich Du schöpfer deines finds, schaff rufet an, Sich treulich mir be doch ein reines berz; O Jesu, fehle. mehre doch in mir den sünden- 2. Das weiche mutterherze schmerz. bricht, Wenn sie des Kindes 2.( Jesus) Zufrieden, o seele, elend sicht: Kann sie des wohl zufrieden und still, Anschaue vergessen? Mit worten und bevon weitem dein seliges ziel, dachter that Hilft sie, und Und denke, daß dieses mein gnä- bringet trost und rath; Du diger will. kannst es selbst ermessen. 3.( Der Christ). Ach ja, mein feelen- freund, ich bin noch weit von dir: Zeuch mich, zeuch mich hinauf, Und gib dich gänzlich mir. O Gott, ein reines herz ist das die seele sucht; Unreis nigkeit ist hie: ach, ach, ich bin verflucht. 3. Wie ängstet sich ein zartes weib Um einen sohn von ihrem leib; Das zeiget ihr erbarmen. Ein weib ist eine sünderin; Ich aber selbst die liebe bin, Treu ist in meinen armen. 4. Getrost! mein erbe, traure nicht, Mein ewig vater- herze bricht, Das heiliglich dich liebet; Ich bin kein eitel menschen- kind, Das heute ja, bald nein erfind, Wort ohne werke giebet. 5. Und wenn ein mutter- herze schon Verhärtet wird auf ihren sohn, Ich dennoch treu verbleibe. Mein wort dir Ja und Amen ist, Troß sünde, tod und teufelslist; Mit eid ich mich verschreibe. 6. Du bist ein auserwähltes pfand, Ich finde dich in meiner Der um ein reines Herz bittende Christ. 4.( Jesus) Du bist nicht verfluchet; ich mache dich neu, Jch, Ich, dein erlöser: sei du nur getreu! Ich will dich verneuen, Ich spreche dich frei. lub 5.( Der Christ). Was freiheit? bin ich doch gefangen von der fünd! Was treue? der ich stets die untreu mehr befind! Wo ist das neue herz, Das du verheißen hast? Wo der gewisse geist bei meiner sünden- last? Neuer Anhang. 425 Und stets auf seine bülfe bau. hand Von mir selbst angeschrie- nur glaub und ihm vertrau ben; Ich denk an dich, ich helfe dir, Ichy laß dich nicht, das glaube mir, Ich will dich ewig lieben Joachim Neander. ( aus. Jesaja Kap. 49, 2. 15. 16). Mel. Wer nur den lieben Gott. 578. Ach komm, o sonne meiner seele, Komm, Jesu, meines lebens licht, 3u mir in meine herzenshöhle, Eh dann die flamme ihm gebricht, Daß ich durch deines geistes stärk Erkennen möge deine werk. 6. An Jesum will ich stets gedenken, Bis ich end meines lebens lauf; Dann wird sich meine seele lenken Zu dir, Herr Jefu, himmelauf. So ruf ich: Jesu nimm mich hin; Bei dir ich wohl versorget bin.id 7. Ich will alsdann vergnüget leben mit auserwählter Christen- schaar; Gott wird mir freud für leiden geben. Mach, Jesu, bald mein wünschen wahr, So will ich dafür preisen dich, Herr Jesu Christ, dort ewiglich. na d 2. Und du, mein berz, sollst nicht mehr wanken Von seinen worten und gebot; Bleib stetig in gesetzes schranken, Hab deine freud allein in Gott; Sonst keine frend ist mir bewußt, Als nur allein die bimmels- luft. 579. Auf, auf, mein geist, erhebe dich zum himmel, Weich von dem unbeständigen getümmel, Dadurch die welt ihr blindes volk betrügt. Ich habe nun vom himmelsmanna gessen, Bin an des guten hirten tisdy gesessen: Der alte feind zu meinen füßen liegt. 2. Was frag ich nun nach ehre, luft und schätzen? Ein les bensstrom der kann mich gnug tergötzen; Der durst ist hin: wie bin ich so erquickt. Nun wird die seel in wollust fetter werden; Den vorschmack hab ich schon auf dieser erden; Doch mache mich, o Jesu, mehr geschickt. 3. Gebeut als Herr dem theur erkauften finde; Gib, daß ich fraft in dir, als König, finde; Sei mein Prophet, so werd ich Gott gelehrt. Bist du mein haupt? dann hab ich dich zum führer; Bist du mein mann? 3. Ich will mich stets an Je fum halten, Weil ich allhier das leben hab, Ich will ihn alles laf sen walten, Bis daß mein leib kommt in das grab: So rufet sterig hier mein geist, Bis Jesus hin mich zu ihm heißt. 4. Rein andern ich mir nur erwähle, Als Jesum nur, das höchste gut; Ihn ganz allein liebt meine seele, Weil mich erlabt sein theures blut. Troß teufel, welt und aller sünd; Mit Jesu ich sie überwind. 5. Ich suche meine lust im leben Sonst nirgends als bei ihm allein; Er kann und wird mir alles geben, Was mir mag nüß und selig sein, Wenn ich 426 Neuer Anhang. so bist du mein regierer; Als Ist er doch mit dir vereint. Hier hoherpriester ist dein opfer werth. spricht er dir zu aufs süßte, Er, als dein bewährter freund; 4. Was will ich mehr als die- Andre, die sich freunde nennen, sen himmels fürsten? Ich werd Die mußt du erst lernen kennen; hinfort in ewigkeit nicht dürsten, Rühmt gleich mancher seine Weil der mich tränkt, der selbst treu, Red und herz ist zweierlei. das leben ist. Kein hunger wird 4. Jesus ist dein freund in die seele jemals pressen; Denn freuden, Jesus ist es in dem mir ein theil vom manna zuge- leid; Nichts kann dich von Jesu messen, Das du allein, o süßer scheiden. Kreuz gereicht zur Jefu, bist. nußbarkeit; Alles was dir freud erwecket, Hat er unterm freuz verstecket: Steig getrost ans freuz hinan, So triffst du die himmels- bahn. osando 5. Ich lebe nun, und will mich Gott ergeben. Doch nicht ich, sondern Christus ist mein leben: So lebe dann in mir, o Gottes Sohn; Ich bin gewiß, daß dro- 5. Christ und freuz gehört zu ben und auf erden Barmherzig- sammen, Kronen folgen auf keit und güte folgen werden, den kampf. Hegst du reine lie Als ein durchs blut des lamms besflammen; Hassest, was erworbner lohn.vordam bringt höllen- dampf: Wohl! Joachim Neander. so bleib bei den gedanken Und in wahren tugendschranken. Mel. Jesu, der du meine feele. Auf wohl ausgehaltnen streit 580, Liebe Gott, o Christen- Lohnt dir Jesu gütigkeit. seele; Richtig führ dein Christen thum; Ohne Gott sonst nichts erwähle Und erweitre seinen ruhm; Unterwirf dich seinem willen; In gehorsam auf sein wort Ohr und herz merk immerfort. 6. Ein gemüthe, das Gott liebet, Traut auf ihn unabgewendt, Bleibt auch, ob gleich wird be trübet, Treu, bis sich das leben endt; Erndtet nach dem freuz und leiden Lieblichs wesen wahrer freuden In dem leben, dessen man Nie verlustig werden kann. id 2. Sollst du gleich ins angstmeer sinken, Laß dich das erschrecken nicht; Er läßt dich Mel. Wo Gott zum Haus. 581. Weg lust, du unlustdoch nicht ertrinken, Fest sei nur die zuversicht: Christus volle seuch, Du pest der seelen wird sich bald einfinden, Furcht und schrecken muß verschwinden, Auch aufhören alle noth, Ringst du auch schon mit dem tod. 3. Treibt er dich in eine wüste, aus mir weich; Komm göttlich liebe, himmlisch taub, Komm, fomm, und dich mir ewig raub. 2. Treib aus, was mich gleich macht dem wild; Ergänz in Neuer Anhang. mir der Gottheit bild, Daß ich mit herzens- reinigkeit Nur dich zu lieben sei bereit.. 3. Laß mich bedenken jene lieb, Die Gottes Sohn zum tod selbst trieb, Daß ihm zu lieb mein fleisch ich haß Und niemals mich gelüsten laß. 4. Denn warum sollt ich meine brust Besudeln mit verbotner lust, Indem ihr end ein elend heißt, Das endlich ab zur höllen reißt? 427 verdrossen; Viel greuel hab ich drein gebracht, Es stinkt jetzt wie ein garstig schacht, Darin der satan wohnet. 3. Mich überzeuget herz und sinn, Ich muß es frei bekennen, Daß ich der größte sünder bin, Darf mich nicht anders nennen; Doch wenn ich dich, o Gott, schau an, Mit nichten ich verzweifeln kann: Du kannst und willst mir helfen. und 4. Groß ist zwar meine missethat, Die mich bisher besessen; Doch ist weit größer deine gnad, Niemand kann sie ermessen. So groß, o großer Gott, du bist, So groß ist auch zu aller frist Bei dir die gnad und güte. 5. Die hast du keinem je versagt, Weil diese welt gestanden; Wer dir vertraut und nicht verzagt, Wird nimmermehr zu schanden. Ich bitt, ich fleh, ich schrei, ich ruf, Auf deine gnad ich wart, und hoff: Ach laß undsde mich gnade finden. 6. Ich bin das ungerathne kind, Das sich von dir gewendet Und mit dem frechen weltgesind Sein erbtheil hat verschwendet, Dich, als des lebens brod ohn scheu Hintan gesetzt, als wie die sau Mit trebern sich gefüllet. 5. Ein augenblick, der hier ergößt, Geschwind in ewig trauren setzt. So heil'ge, Herr, mir meinen sinn, Zeuch mich von hinnen zu dir hin. 6. Schaff in mir, Gott, ein reines herz, Daß ich den himmel nicht verscherz, Erneure meinen geist und gib, Daß ich, was droben ist, nur lieb. usel 7. Bis daß ich komme gar zur lust, Die keinem herzen noch bewußt, Wo nichts unreines, eitel rein, Ganz heilig und gerecht wird sein.d Mel. Aus tiefer noth schrei. 582. Wel mir, daß ich so oft und viel, Als wär ich gar verblendet, Gefündigt ohne maß und ziel, Von Gott mich abgewendet, Der mir doch nichts denn lauter gnad Und wohlthat stets erwiesen hat In meinem ganzen leben. 2. Weh mir, daß ich vor meinem Gott Mein herz so fest verschlossen, Darinnen er mein schutz in noth zu sein war un7. Ich habe dir oft widerstrebt, Gefolget meinen lüften, Und den begierden nachgelebt, Die was recht ist, verwüsten. Das höchste gut hab ich veracht, Auf dieß, was zeitlich ist, gedacht, Und in der welt hoch pranget. 428 Neuer Anhang. allein Eine liebe wohnung sein. 8. Doch aber bitt ich dich: aus empfangen, dir soll dieses haus gnad Wollst du nicht mehr gedenken, Was ich geliebt für frevel- that, Ins meer wollst du sie senken; Die sünd erlaß, die straf abführ, Ein neues herze schaff in mir Um deines Sohnes willen. Johann Heermann. 6. Bleibe, wohne, herrsche drinnen Und besitz es ganz und gar; Treibe weg der lüste schaar, Und umzäune meine sinnen: So wirst du und ich allein Tisch und haus- genosse sein. Mel. Ach was soll ich sünder. Mel. Herr Christ, der einig. 583. Weicht, ihr eitelen ge- 584. Herr Jesu, gnadendanken; Es ist hier kein ort sonne, Wahrhaftes lebens- licht, für euch. Teufel, tod und sünde Laß leben, licht und wonne fleuch: Ich verriegle thür und Mein blödes angesicht Nach schranken. Jesu leben, licht und deiner gnad erfreuen, Und meischein Zieht in meinem herzen geist erneuen: Mein Gott, ver ein. e fag mirs nicht. 2. Vergib mir meine sünden Und wirf sie hinter dich; Laß allen zorn verschwinden, Und hilf genädiglich; Laß deine frie densgaben Mein armes herze laben: Ach, Herr, erhöre mich. 3. Er hat selbst mein herz verschlossen, Hält mit mir das abendmahl. Ach was trachten ohne zahl Hab ich schon durch ihn genossen, Ja ihn selbst; drum bleibts dabei, Daß er wirth und gast auch sei. 3. Vertreib aus meiner seelen Den alten Adams- sinn, Und laß mich dich erwählen, Daß ich mich künftighin zu deinem dienst ergebe Und dir zu ehren lebe, Weil ich erlöset bin. 3. Befördre dein erkenntniß In mir, mein seelen- hort, Und 4. Sollte ich mich denn erküh- öffne mein verständniß Durch nen, Daß ich euch das thor auf dein geheiligt wort, Damit ich macht; Wär ein frevel wohl an dich gläube Und in der wahrerdacht, Der mir zum behuf heit bleibe, Zu trotz der höllenfönnt dienen. Ließ ich Jesu pfort. dog styl feind hinein, Könnt ein undank 5. Tränk mich an deinen brügrößer sein? n sten, Und freuzge mein begier Sammt allen bösen lüsten, Auf daß ich für und für Der sündenwelt absterbe Und nach dem fleisch da 5. Nimm, mein heiland, mein verlangen; Dir ist dieser playz geweiht. Ich hab anders keine zeit, Als dich, liebster, zu verderbe, Hingegen leb in dir. 2. Ihr möcht lang vergebens stehen, Macht euch nur zur flucht gefaßt: Ich hab einen lieben gast, Der mir nimmer soll entgehen, Jesus, meiner seelen zier, Wohnt mit seinem geist in mir. Neuer Anhang. 429 6. Ach zünde deine liebe In 4. Aller kummer, der euch meiner seele an, Daß ich aus nagt, Sei verbannt auf heut innerm triebe Dich ewig lieben und morgen; Christus hat ihn kann, Und dir zum wohlgefallen untersagt: Heget also keine sorBeständig möge wallen Auf gen. Weil er selber sorgen will, Ach so seid getrost und still. rechter lebens- bahn. 5. Eure gottgelassenheit Bleibe fest gegründt im glauben. Eh euch der genuß erfreut, Last euch nicht die hoffnung rauben; In vergnügter herzens- ruh Nehme sie beständig zu. 7. Nun, Herr, verleih mir stärke, Verleih mir kraft und muth; Denn das sind gnaden werke, Die dein geist schafft und thut; hingegen meine sinnen, Mein lassen und beginnen Ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der gnaden, Du Vater aller treu, Wend allen seelen- schaden Und mach mich täglich neu, Gib daß ich deinen willen Gedenke zu erfüllen Und steh mir fräftig bei.t Ludwig Andreas Gotter. Mel Jesus, meine zuversicht. 585. Folgt mir, wollt ihr Christen sein, Ruft der Herr in seinem worte; Auf dem kreuzweg geht herein, Und ringt nach der engen pforte; Laßt euch keinen eitlen blick Oder weltbrauch ziehn zurück. Mel. O mensch, beweine dein. 586. Wir sagen, daß wir allzumal Sind sterblich, und daß überall Der tod uns könne finden; Doch schicken wir uns nicht zum tod, Stell'n uns, als hätts noch lang kein noth, Und fahren fort in fünden. Man schreit: die stund sei ungewiß, Der tod komm plößlich wie ein riß Des fadens in dem weben, Wie rauch und schatten, so weg fleucht; Doch keinem dieß ins herze leucht, Indem wir sicher leben.at of bed 2. Unverdrossen schickt euch nun Jesu joch auf euch zu nehmen, Seinen willen gern zu thun, Euern aber zu bezähmen; Christen wissen anders nicht Abzustatten ihre pflicht. 3. Tief erniedrigt sei der sinn, Hochmuth aber ausgetrieben: Arm am geist sein bringt gewinn, Reich gnug sind die, die Gott lieben; Ist die welt euch gram und feind, Nennt sich doch Gott turen freund. 2. Wir sagen auch, der ewig tod Folg dem gericht mit angst und noth, Die zeit sei kurz auf erden, Man muß verläugnen diese welt; Doch keiner ist, dem dieß gefällt, So lang ihm wohl mag werden. Wir sagen viel auch allzumal Von unaussprechlich großer qual, Von straf und pein der höllen; Doch ist ja unter tausend mann Kaum einer, der sich fehrte dran und sichs recht that vorstellen. 3. Wir rufen auch zwar oft 430 Neuer Anhang. zu Gott, Daß er uns helf aus leiden; man sagt: wie wird aller noth, Schenk uns den geist dem sein zu muth, Der ewig in der gnaden; Doch wenn er uns der höllen- gluth Sich von dem schon helfen will, So thut ihm Herrn soll scheiden: Jedoch be niemand halten still, Fleucht tracht man dieß nicht recht, als vor einem schaden. Wir Noch, wie dort soll der wissend wollen gerne allzugleich Mit knecht Zwiefache schläge fühlen. herrschen in dem himmelreich; Man denkt nicht, daß der höllenKein mensch will aber leiden, mann Kein tröpflein wassers ha( Wie Christus selbst litt angst ben kann Sein zung damit zu und spott, Ging in sein reich fühlen. durch freuz und tod,) Noch von der welt sich scheiden. 7. Hieran und an die ewigkeit Recht zu gedenken allezeit, Wollst du, Herr, gnade geben. Ach hilf, daß wir von deiner lehr Nicht nur viel reden, sondern mehr Auch nach derselben leben; Verleih uns weisheit, kraft und geist, Daß wir doch trachten allermeist Auf diesen grund zu bauen, Den Christus uns gezeiget hat, Und hilf uns beten durch dein gnad In völligem vertrauen. 4. Wir wollen wohl gen himmel gehn; Woll'n doch nicht recht den weg bestehn, Weil er ist rauh zu steigen. Wir sagen: ach wär ich bei Gott! Doch will das herz in glück und noth Sich zu Gott nicht recht neigen. Ein jeder wünscht die seligkeit, Die doch nur denen ist bereit, So Christo nachgegangen Und die gekämpfet um die fron; Die sollen dort den gnaden- lohn Aus Gottes hand empfangen. 5. Wir schreien viel zu jederzeit Von der so langen ewigkeit, Die nie kein end soll kriegen; Wir sagen: wann ein vogel käm, Vom meeres- sand ein körnlein nehm All tausend jahr im fliegen, So wär je noch ein hoffnung zwar, Daß nach viel tausend tausend jahr Der sand wird weggetragen, Das ewig aber hat kein ziel; Doch keiner dem nachsinnen will Zu fliehen ewge plagen. 8. Herr, der du bist von ewigfeit Ein Gottvon großer herrlich keit, Von güte, macht und ehre, Dich rufich an herzinniglich: Mit deiner gnad umfabe mich, Dein wort und recht mich lehre; Den heilgen Geist verleihe mir, Der mich zu Jesu Christo führ, Daß ich recht glaub und lebe; Du selbst, o Herr, regiere mich zu deinen ehren, auf daß ich Der sünd stets widerstrebe. 9. Den glauben, lieb und hoff nung stärk, Daß ich im stande guter werk Stets mög erfunden 6. Man weiß, daß wir nach werden; Daß ich zieh Jesum dieser zeit Gleichy treten in die Christum an, Und folge seiner ewigkeit Zur frend oder zum tugend- bahn, So lang ich leb Neuer Anhang. 431 mancher lust geneußt, Ihr ach und weh wird finden. auf erden; Daß ich meid alle der freche geist, Der nun so heuchelei, Von herzen recht gottselig sei, Wie du befiehlst den frommen: So werd ich auch nach dieser zeit, D Gott, in deine herrlichkeit Mit fried und freude kommen. 3. Erbarme dich selbst über dich Und deine arme seele, Damit sie nicht so grausamlich In jenem feu'r sich quäle. Gedenke doch, du sünden- knecht, Daß Gott allwissend und gerecht Und deine laster zähle. Auf, auf! ermuntre dich mit fleiß, Die sünden- neßze bald zerreiß, Du arm verirrte ſeele. 10. Lob, ehr und preis im süßen ton Gott Vater hoch im himmelsthron Von herzen sei gefungen; Dem Heiland Christo, seinem Sohn, Der lehr uns Gottes willen thun: So ists uns wohl gelungen; Dem heil- 4. Gib gute nacht der eitelkeit gen Geist, desselben gleich, Der Und ihrem wüsten wesen, Verstärk in uns das himmelreich giß der vor'gen sünden- zeit, Und Und treib uns recht zusammen, suche dein genesen In wahrer Daß wir Christum, den gnaden- schatz, Zum heil finden in Gottes g'saß. Wer das begehrt, sprech: Amen. buß ohn heuchelei, Ohn falschheit und ohn trügerei Nach Gottes heilger Lehre; Eröffne deiner thränen bach, Ruf über deine sünde ach! Und ernstlich weils 10 dich bekehre. 5. Noch ist die heil'ge himmelsthür Für deine buße offen: Es ist noch heute auch für dir Was guts von Gott zu hoffen: Auf! dich zu wahrer reu anschick, Versäume nicht der gnade blick; Noch scheint dir deine sonne: So wird auf deinen thränenguß Erfolgen Gottes gnadenfluß Und fünftig ew'ge wonne. 6. Sprich zu den fünden insgemein, Die dich so sehr vergiftet: Kommt bei mir nur nicht weiter ein; Ich hab ein haus gestiftet Für Gott in meines berzens saal, Entweicht und schon das feu'r, Darin dein fliehet allzumal, Ihr schändleib ganz ungeheur, Der aufent- lichen verräther. Es fliehet halt der sünden, Die arme secl, meine arme seel In der felsMel. An Wasserflüssen Babylon. 587, wüster sünder, denkst du nicht, Was dein verruchtes leben An jenem großen weltgericht Für lohn dir werde geben? Gedenkst du nicht in deinem muth An Gottes zorn und seine ruth, Damit er grimmig dräuet Den sündern, die im tollen sinn Gelebet, und von anbeginn Vor ihm sich nicht gescheuet. 2. Vergissest du der höllengluth, Darin die teufel wohnen, Und deiner mit viel graus und wuth Künftig nicht werden schonen? Zur ewigkeit brennt * 432 Neuer Anhang. löcher süße höhl, Zu Jesu, dem reich, Hätte baarschaft liegen; vertreter. son mp Wär ich Alerandern gleich An 7. Ach Jesu! süßes gnaden- triumph und siegen; Müßte heil, Du vater deiner finder, gleichwohl siech und schwach Ach Jesu! zum erbarmen eil Pfühl und bette drücken: Würd Für mich betrübten fünder. Ich auch mich im ungemach All komme: ach komm, nimm mich mein gut erquicken? an, Du großer gnad- und wundermann, Ich bitte um erbarmen! Ich weiß, daß noch wird übrig sein In deinem süßen herzensschrein Ein trost- blick für mich armen. 4. Stünde gleich mein ganzer tisch Voller lust und freude; hätte wildpret, wein und fisch Und die ganze weide, Die den hals und schmack ergößt: Wozu würd es nützen, Wenn ich dennoch aufgesetzt müßt in schmerzen sizzen? $ 70 8. Herr Jesu, meer der gütigfeit, Laß deine gnade fließen, Und wie ein strom in dieser zeit 5. Hätt ich aller ehren pracht; Auch auf mich sich ergießen. Säß im höchsten stande; wär Hier steh ich elend, blind und ich mächtig aller madyt Und ein bloß, Eröffne mir der liebe herr im lande; Mein leib aber schooß, Und laß mich gnade hätte doch Auf- und angenom finden; Führ auch durch deinen men Der betrübten frankheit guten geist Mich so, daß ich joch: Was hätt ich für fromfort allermeist Ersterbe allen men? sünden. Tid Joh. Laffenius. 6. Ich erwähl ein stücklein brod, Das mir wohl gedeihet, Mel. Schwing dich auf zu deinem. Für des rothen goldes foth, 588. Wer woblauf ist und Da man ach! bei schreiet. gesund, Hebe sein gemüthe Und Schmeckt mir speis und mahlerhöhe seinen mund Zu des zeit wohl Und darf mein nicht Höchsten güte. Laßt uns dan- schonen, Halt ich ein gerichtlein ken tag und nacht Mit gesang kohl Höher als melonen. und liedern Unserm Gott, der uns bedacht Mit gesunden gliedern. 7. Samm't und purpur hilft mir nicht, Mein elende tragen, Wenn mich hauptweh, stein und 2. Ein gesundes, frisches blut gicht Und die schwindsucht plaHat ein fröhlichs leben. Gibt gen. Lieber will ich fröhlich uns Gott dieß einge gut, Sft gehn Sn geringem kleide, Als uns gnug gegeben hier in dieser mit leid und ängsten stehn Sn armen welt, Da die schönsten der schönsten seide. gaben Und des güldnen himmels zelt Wir noch künftig haben.. 3. Wär ich gleich wie Erösus 8. Sollt ich stumm und sprachlos sein; Oder lahm an füßen; Sollt ich nicht des tages schein Neuer Anhang. Sehen und genießen; Sollt ich gehen spät und früh mit verschloßnen ohren: Wollt ich wünschen, daß ich nie Wär ein Mensch geboren. 433 14. Gib, so lang ich bei mir hab Ein lebendig hauchen, Daß ich solche theure gab Auch wohl möge brauchen; Hilf, daß mein gesunder mund Und erfreute sinnen Dir zu aller zeit und stund Alles liebs beginnen. 15. Halte mich bei stärk und kraft, Wann ich nun alt werde, Bis mein stündlein hin mich rafft In das grab und erde; Gib mir meines Lebens zeit Ohne sonder leide, Und dort in der ewigkeit Die vollkommne Paul Gerhardt. freude. 9. Lebt ich ohne rath und witz; Wär im haupt verwirret; Hätte meiner seelen sitz, Mein herz sich verwirret; Wäre mir mein muth und sinn Niemals guter dinge: Wär es besser, daß ich hin, wo ich her bin, ginge. 10. Aber nun gebricht mir nichts An erzählten stücken: Ich erfreue mich des lichts Und der sonnen blicken, Mein gesichte sieht sich um, Mein gehöre höret, Wie der vöglein süße stimm Ihren schöpfer ehret. 11. Händ und füße, herz und geist Sind bei guten kräften, Alle mein vermögen fleußt Und geht in geschäften, Die mein herrscher hat bestellt Hier in meinem bleiben, Also lang es ihm gefällt, In der welt zu treiben. 12. Ist es tag, so mach und thu Ich, was mir gebühret; Kommt die nacht und süße ruh, Die zum schlafen führet, Schlaf und ruh ich unbewegt, Bis die sonne wieder mit den hellen strahlen regt Meine augenlieder. 13. Hab dank, du milde hand, Die du aus dem throne Deines himmels mir gesandt Diese schöne krone Deiner gnad und großen huld, Die ich all mein tage Niemals hab um dich verschuldt Und doch an mir trage. Mel. Christ unser Herr zum. 589. Herr Jesu, gib uns gnad und stärk, Daß wir der blinden heiden Ungöttlich wesen, thun und werk Verläugnen stets und meiden; Erleucht auch, die im irrweg sein, Bring sie zu deiner heerden, Führ sie zu deinem schaf- stall ein, Daß aller zung auf erden Dich, Jesum Christ, bekenne. 2. Wie du vor diesem hast dein Wort Durch heil'ge fromme leute Gebreitet aus an manchem ort, So thu es, Herr, auch heute. Gib treute hirten, die zu dir Fortan auch andre bringen, Mit deiner lehre für und für Durchs herze aller dringen Und alle dir zuführen. 3. Hilf, daß sie fleißig allezeit Ermahnen, trösten, strafen, Im glauben, lieb, gottseligkeit Vorgehen ihren schafen. Laß uns ja alle thäter sein Des wortes, nicht nur hörer, Daß überall 28 434 und allgemein Wir all und unsre lehrer Des glaubens end erhalten. Neuer Anhang. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 590. Du weinest für Jerusalem, Herr Jefu, heiße zähren, Bezeugst, es sei dir angenehm, Wenn sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit buß erschein Und über meine sünden wein, So wäschst du ab aus lauter gnad Die missethat, So mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines vaters zorn entbrennt Von wegen meiner sünde, Zu deinen thränen ich mich wend, Da ich erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt: Wer damit seine fünde neßt, Den blickt Gott an mit gütigkeit Zu jeder zeit Und sein betrübtes herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im thränen- haus Vor großer angst oft weinen, Der Welt aushalten manchen strauß: Sie martert stets die deinen. Auf allen seiten, wo sie kann, Fängt sie mit mir zu hadern an. Dieß tröstet mich zu aller frist, Herr Jesu Christ: In noth du auch gewesen bist. 4. Du zählest alle thränen mein; Sch weiß: sie sind gezäh. let; Und ob sie nicht zu zählen sein, Dennoch dir keiner fehlet, So oft sie vor dir regen sich, So oft sie auch bewegen dich, Daß du dich mein erbarmen mußt, Wie dir bewußt; Denn du mir allzeit hülfe thust. 5. Wer jeßund säet thränen aus, Hält in geduld Gott stille, Wird fröhlich sein in deinem haus, da freude ist die fülle; Ja solche freude, die kein mann Mit seiner zung aussprechen kann, Und die da bleibt in ewigkeit. Mein freuz und leid Wird werden dort zu lauter frend. 6. Für diese thrånen dank ich dir, Daß du die freuden- krone, Herr Christ, dadurch erworben mir Bei dir ins himmels throne. Wann du mich holen wirst hinauf Zu deinem auserwählten Hauf, Dann will ich recht lobsingen dir, O höchste zier, Für deine thränen für und für. Joh. Heermann. 591. Ach! laß dich jetzt finden, komm, Jesu, komm fort; Mein herze will binden dein herze, mein hort. Nach Jesu ich schreie, den hab ich erwählt; Mein Jesus ist treue, ihm bin ich vermählt. 2. Troß dem, der nicht denket, daß seine ich sei, Ich bin nun verschenket: es bleibet dabei. Nichts bringet mir schmerzen, weil Jesus ist hier; Der trägt mich im herzen: ihm dank ich dafür. 3. O weichet, ihr feinde; mein Jesus ist mein, Ihn hab ich zum freunde, sein bin ich allein, Ich bleibe sein eigen; er hat mich erkauft, Sein blut wird er zeigen, damit ich getauft. 4. Auch kann ich ermessen, daß Jesus mich liebt, Weil er Neuer Anhang. 435 mir zu essen sich selbsten dar- ich loben. Es mögen gleich gibt. So geb ich nun wieder, bliße und donner drein knallen, was Jesu gehört; Leib, seele So will ich von Jesu doch nimund glieder ihn nochmals ver- mermehr fallen. ehrt. 4. Und wenn es schon sollte in trümmern zergehen, Daß nichtes mehr sollte bleiben bestehen, So soll doch mein herze bei Jesu verbleiben, Von welchem mich ewig kein teufel soll treiben. 5. Ja, ja, ich bin seine, wir beide sind eins; Ich bin nicht mehr meine, uns scheidet nun feins. Bleib ich gleich auf erden, so lange er will, So hab ich den werthen, dem halte ich still. 6. Ihm kann mich nichts rauben; der stärkste der stegt: An den will ich glauben, am herzen mir liegt, Im schlafen und wachen ist Jesus mir nah: Ei sollt ich nicht lachen, daß Jesus steht da? 7. An Jesu ich klebe, in Jesu ich ruh; In Jesu ich lebe und sterbe dazu. An Jesu ich klebe, in Jesu ich ruh; In Jesu ich lebe und sterbe dazu. 592. Ach! alles was himmel und erden umschließet, Sei von mir viel tausendmal schönstens gegrüßet. Was hören kann, höre: ich will sonst nichts wissen, Als meinen gekreuzigten Jesum zu küssen. 2. Ich rühme mich einzig der blutigen wunden, Die Jesus an händen und füßen empfunden; Drein will ich mich wickeln, recht christlich zu leben, Daß einsten ich himmelan fröhlich kann streben. 3. Es mag die welt stürmen, gleich wüthen und toben: Den lieblichen Jesum will dennoch 5. Denn Jesus betrachtet die schmächtigen herzen, Versüßet mit freuden die bitteren schmerzen: Das weiß ich nun alles; drum will ich nicht lassen Bon meinem herz- Jesu, ich muß ihn umfassen. 6. Ach fehet: mein Jesus kommt freundlich gegangen, Und will mich vor liebe fast brünstig umfangen. O liebe! o freude! o liebliches leben! Wer wollte an Jesu nicht immerdar kleben. 7. Auf Jesum sind alle gedanken gerichtet, Dem hab ich mich gänzlich mit allem verpflichtet, Den hab ich mir einzig vor allen erlesen, So lange mich träget das irdische wesen. 8. Wenn augen und herze im tode sich beugen, So will ich doch endlich mit seufzen bezeugen, Daß Jesus, nur Jesus, mein Jesus soll heißen, Von welchem mich ewig kein teufel soll reißen. 593. Ich bin vergnügt, wies Gott mit mir wird fügen, Ihm soll mein herz und sinn ganz ei28* Neuer Anhang. 436 gen sein: Denn er läßt mich nicht stets im unfall liegen, Er gönnt mir auch nach regen sonnenschein. Er läßt mich freude spüren, Und will mich einstens führen Aus diesem jammerthal Dahin, wo schon die engel musiciren, Und wo man schaut den schönen freuden- faal. 2. Muß ich auch gleich zuweilen wechsel fühlen, Daß leid und freud mit untermenget ist; Ja will das glück mit mir den ballen spielen Und übt an mir auch seine tück und list: So bin ich doch im leiden Als wie bei großen freuden In meinem Gott vergnügt. Man kann nicht stets im rosengarten weiden, Weil man auf sonn auch wieder regen kriegt. 3. Gott ist mein trost, der wird mich nicht verlassen. Ich hang an ihm, mir sei weh oder wohl; Denn er liebt mich beständig über maßen, Sein herz ist ja stets von erbarmung voll. Ob gleich nichts als beschwerden Sich findet hier auf erden, Doch unterdrückts mich nicht; Denn ohn von Gott kein unfall mir kann werden, Ja nicht ein haar von meinem haupt ge bricht. will. Er ist mein Gott: zu ihm geschieht mein lallen, Und mein gebet geht zu ihm in der still. 5. Bin ich schon nicht begabt mit vielen schäßzen, Hab ich jedoch stets einen frischen muth. Kann sich die welt an ihrer lust ergößen, So such ich nur das allerhöchste gut, Und hab ein gut gewissen, Und suche zu ge nießen, Was meine seele liebt, Und kann auch einst das sternen- chor genießen, Wo mir mein Gott erst recht vergnügung gibt. 6. Nun sei, o seel, in deinem Gott zufrieden. Ob er dich schon zuweilen traurig macht, Er hat dir schon die freudenstund beschieden. Laß nur vorbei die schwarze trauernacht, Laß welt und feinde toben, Gedenke, was dort oben Dein Jesus dir bestellt, Wohin du selbst zur freude wirst erhoben, Zum thron der gnad ins schöne himmelszelt.binte risa dit Mel. Nun sich der tag geendet. 594. Nun sich die nacht geendet hat, Die finsterniß zertheilt, Wacht alles, was am abend spat In sanfter ruh verweilt. 4. Ich bin vergnügt, und trau in allen sachen Dem Gott von macht, der mich erschaffen hat; Denn wie ers will doch endlich mit mir machen, Das werd ich schon erfahren in der that. Ich lasse mir in allem Ja herzlich 3. Und du, der seelen liebster gast, Du edler leib, steh auf wohlgefallen, Wie er es haben Vom sünden- schlaf, als deinem 2. So wacht nun auf, ihr sinnen, wacht, Legt allen schlaf bei seit; Zum lobe Gottes seid bedacht, Macht euch zum dank bereit. Neuer Anhang. feind; Zu Gott richt deinen lauf. 4. So kann ich, o du seelenlicht, Von herzen dankbar sein, Wenn leib und seel nach ihrer 13. Kehr meine augen gänzpflicht Bei dir sich stellen lich ab Von der welt eitelein. keit, Damit auch bis ins 5. Dir, Jesu, geb ich diese schwarze grab Jch alles bösemeid. gab zu einem unterpfand, Dieweil ich sie empfangen hab Von deiner liebeshand. 14. Gib deinen segen diesen tag Zu meinem rath und that, Damit ich gläubig sagen mag: Wohl dem, der Jesum hat. 6. Und diese deine liebeshand Hat heut bei mir ge- 15. Wohl dem, der Jesum wacht, Auch allen schaden bei sich führt, Schleußt ihn ins abgewandt In dieser finstern herz hinein; So ist sein gannacht. zes thun geziert, Und er kann selig sein. 7. In deinen armen schlief ich ein, Drum konnte satan nicht mit seiner list mir schädlich sein, Die er auf mich gericht. 16. So fang ich denn mein amtes- werk In Jesu namen an, Der sei selbst meine hülf und stärk, Daß ichs vollenden kann. Joh. Friedrich Möckel. 8. Vor feuer und vor wassers noth Hat mich, Herr, deine güt, Auch vor dem bösen schnellen tod Heint diese nacht behüt. 437 keine sünd Heut diesen tag begehn; Sonst möcht ich armes menschenkind Nicht wohl vor dir bestehn. 595. Schaffe in mir, Gott, ein reines herz, Und gib mir einen neuen gewissen geist; 9. O Jesu, habe herzens- Verwirf mich nicht, Verwirf dank Für deine lieb und mich nicht, Von deinem angesicht, treu; Hilf, daß ich dir mein Von deinem angesicht, Und lebenlang Von herzen dankbar sei. nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 10. Gedenke, Herr, doch auch an mich Heut diesen ganzen tag, Und wend von mir genädiglich All leibs- und seelenplag. 11. Erhör, o Jesu, meine bitt, Nimm meine seufzer an, Laß alle meine tritt und schritt Hingehn auf rechter bahn. 12. Laß mich, Herr Jesu, 2. Tröste mich wieder mit deiner hülfe, Und der freudige geist enthalte mich; Wasche mich wohl, Wasche mich wohl Von meiner missethat, Von meiner missethat Und reinige mich von meiner fünde. Psalm 51. Mel. Herr Jesu Christ, ich. 596. Ach frommer Gott, dir seis geklagt, Was mich in mei 438 Neuer Anhang. nem herzen Für angst und elend bald gestillt, Und meine pein drückt und plagt: Mein leib ist gedämpfet. voller schmerzen, Ich bin mit krankheit hart beschwert, Und meine fraft ist fast verzehrt Von deinem zorn und drauen. 2. Du hast für meine missethat Mich selber so zerschmissen, Daß ich nun deinen treuen rath und hülfe muß vermissen: Ich liege da ganz ohne ruh, Auch nimmt die schwachheit immer zu Und muß den tod besorgen. 3. Weil aber du dich hast erflärt Und väterlichy verheißen Den, der dich suchet und begehrt, Aus seiner noth zu reiBen, So komm ich auch vor deine thür: Ach frommer Vater, hilf du mir Und wende meine plage. 4. Denn du bist doch ein starfer held, Der tod und leben zwinget; Ein treuer arzt für alle welt, Dem alles wohl gelinget: Darum so stärke meinen geist, Nimm weg, was noth und frankheit heißt, Und heile meine schmerzen. 7. Nun, treuer Gott, ich traue dir. Hast du mich selbst geschlagen, Du wirst auch meine schwachheit mir Erfreulichst helfen tragen, Daß mich die schwere schmerzenslast, Die du mir aufgeleget hast, Nicht gänzlich unterdrücke. 8. Soll aber ich in dieser noth Und frankheit unterliegen, So gib, daß über meinen tod Sch gläubig möge siegen, Daß ich durch jammer, freuz und leid Zu deines himmels herrlichkeit Getrost und fröhlich bringe. Salomo Liscovius. Mel. Ach Gott, vom himmel. 597. Das elend weißt du, Gott, allein, Das mir ist angeerbet, Und wie mir alle kräfte sein Durch Adams fall verders bet; Denn mein verstand verfinstert ist, Sch kann dich gar nicht, wie du bist, Noch deinen rath erkennen. 2. Mein wille ist so sehr ver 5. Beschenke mich mit deiner kehrt In meinem thun und lass huld, Erhalte mich in gnaden, sen, Daß er am meisten das beVerleihe Christliche geduld; gehrt, Was du befiehlst zu has Was aber mir kann schaden, sen; Dagegen, vater, was du Laß, liebster Gott, entfernet sein, willt, Bei mir sehr wenig oftUnd gib mir trost und leben ein mals gilt, Ich setz es aus den Durch deines geistes gaben. augen. 3. Es geht des alten Adams 6. Jesu, treuer seelen- hort, Von wegen deiner wunden trieb Nur immerdar zur fünSprich nur ein einzigs liebes den; Das recht vertrauen, rechte wort, So bin ich schon verbunlieb Sich in mir nicht befinden, den; Ja wenn du, lieber meiDaß ich dem nächsten diene ster, willt, So wird mein leiden nicht, Wenns nicht zu meinem Neuer Anhang. muß geschicht, Und suche nur das meine. 4. Ja, wenn ich alles recht betracht, So wird gar leicht auf erden Ein abgott aus mir selbst gemacht, Dem fort gedient müßt werden; Denn eigne lieb und eigne ehr, Auch eigennuß und was des mehr mir leider! sehr anhanget. 439 9. Ach Gott, ich hab nach solcher art Gar lang mit großem schaden, Eh ich zu dir bekehret ward, Gelebet außer gnaden. Ich bin auch noch nicht ohn gefahr, Dieweil mir jetzt und immerdar Die sündenlust anklebet. 10. Herr, in dieser meiner noth Sich mich an mit erbarmen; Komm mir zu hülf, du treuer Gott, Und steh mir bei, Erleucht durch mir armen. deine gnad und güt Mein unverständiges gemüth, Daß ich dich recht erkenne. 11. Den willen leit nach deinem wort, Daß ich dich herzlich liebe, Dir fest vertrau, und fort und fort In Gottesfurcht mich übe, Daß ich dir meine tauf- zusag Mit starkem vorsatz alle tag Aufs neue wiederhole. Christina, Prinzessin von Mecklenburg- Schwerin. Mel. Alle menschen müssen sterben. 598. Frommes herz, sei unbetrübet Und vertraue deinem Gott, Halte still dem, der dich liebet, Der abzählet deine noth; Laß du deinen vater walten, Der so lange haus gehalten: Er ist deine zuversicht, Er vers läßt die seinen nicht. 2. Mußt du gleich viel leid erfahren, Wundre dich deßwegen nicht. Schaue nur vor alten jahren Aller heiligen geschicht: Ist auch jemand ohne leiden Kommen in den saal der freuden? Nein, sie haben alle theil, So am freuze, wie am heil. 5. Das ist die wurzel und der grund, Draus alles unheil rühret, Daß ich zu aller zeit und stund Von dir werd abgeführet; Es steht mir stets mein herz und muth Nach wollust, ehre, geld und gut Und solchen eiteln dingen. 6. Da ich mich nun der sündenlust Nicht soll gefangen geben, Und, wie mirs macht dein wort bewußt, Ihr allzeit wider streben, So denk ich nicht so fleißig dran, Ruf dich nicht fort um hülfe an, Ich bin oft träg und sicher. 7. Wenn mir was böses kommt in sinn, Dawider ich sollt kämpfen, So tracht ich nicht als bald dahin, Das feur mit macht zu dämpfen; Das nimmt dann in mir überhand, Darüber ich in sünd und schand Oft gröblich bin gefallen. 8. Oft will mich auch die arge welt, Die ich doch stets soll fliehen, Wenn meinem fleisch ihr werk gefällt, Mit zur gesellschaft ziehen; Sie will, daß ich auch übels thu Und andre reizen soll dazu, Daß sie auch sünd begehen. 440 Neuer Anhang. 3. Nimm vor dich in allen 8. Drum laß sie das maß der stücken Deines Jesu lebenslauf; sünden Nach gelüsten machen Nimm sein kreuz auf deinen voll; Laß ihrn knäuel sie voll rücken, Nimm es doch nur willig winden, Weil es ja so gehen auf. Gott wird dir in seinem soll; Laß sie nur so ferner maleben Seligkeit und himmel ge- chen, Und zu ihrem Unglück waben; Denn da wird auch aller chen: Gott weiß schon maß, zeit hohn Dir zu einer ehrenkron. und ziel, Und wird kommen, wann er will. 4. Jesus ist durch schweres leiden Gangen ein zur herrlichfeit, Und du wolltest nur in freuden Hier zubringen deine zeit? Wahrlich, du mußt hier mitweinen, Wenn dir dort das licht soll scheinen. Wenn der knecht ist wie sein Herr, Was will dann der knecht ihm mehr? 5. Und was siehest du zurücke Auf das thun der argen welt? Was siehst du auf ihre tücke, Auf das netz, das sie dir stellt? Schaue nur auf deinen Schöpfer, Und gedenk, es sei der töpfer, Der bereitet dir die fron, Solchen topf aus solchem thon. 6. Laß den alten drachen wütthen, Laß ihn toben, weil er kann; Laß ihn seine frucht ausbrüten, Daß sein ziel bald nah heran: Gott wird seine zeit schon finden, Ihn mit ketten anzubinden; Dann wird er ihn von dem stuhl Stoßen in den feuerpfuhl. 7. Aber dich wird er erhöhen, Wenn du treu verbleiben wirst; Du wirst in die freud eingehen, Wann dein weh vorüber ist; Du wirst in dem freudensaale Sitzen bei dem abendmahle Mit der Patriarchenschaar, Wann das heil wird offenbar. 9. Aber harre du indessen, Leid' und traue deinem Gott: Der wird deiner nicht vergessen, Wird in hunger geben brod; Er wird dich von allem bösen Mit gar starkem arm erlösen, Daß kein unfall ewiglich Stürz und überwinde dich. 10. Du vielmehr wirst überwinden, Weil dein Jesus dich erhält; Du wirst bei Gott gnade finden, weil dein wesen ihm gefällt. Er wird hier in allen nöthen Als dein helfer zu dir treten, Und dort in der herrlichkeit Wohl belohnen alles leid. Heinrich Georg Neuß. Mel Von Gott will ich nicht laffen. 599. Gott ist ein Gott der liebe, Ein freund der einigkeit; Er will, daß man sich übe In dem, was wirket freud Und fried in einem sinn, Der zwistigkeit absage, Sich brüderlich vertrage In sanftmuth immerhin. 2. Der satan ist ein störer Des friedens und bedacht, Daß ja des wortes hörer Ganz laſ: sen aus der acht, Was wider haß und neid Der Heiland treulich lehret, Und wie von Gott abkehret Die unversöhnlichkeit. Neuer Anhang. 441 3. Wer hier den frieden liebet In freundschaft, und nachjagen In wahrheit ohn verdruß, Dem Dem köstlichen gewinn. nächsten sich ergiebet Ohn ab- Wilhelm Gottlieb Tafinger. sicht auf genuß, Der hat am himmel theil, Da fried und liebe wohnet, Da friede wird belohnet; Gott ist und bleibt sein heil. 4. Hergegen wer beladen Mit bitterm haß und zorn, Der hat des großen schaden, Er ist und bleibt verlorn; Es kommt das theure blut, So Christus unverdroffen Aus liebe hat vergossen, Ihm nimmermehr zu gut. 5. Wer seinen nächsten hafset, Der haffet selbsten Gott; Drauf Gottes zorn ihn faffet Und stürzt in solche noth, Darinnen er verdirbt, Wo selbsten kein erretten; Der höllen band und ketten Ihn fesseln, wann er stirbt. 6. Wer dieses recht bedenket, Der wird der sonnen licht, Wann es zur erd sich lenket Und eh' der glanz gebricht, Nicht lassen untergehn, Bevor sich hab geleget Der zorn, den er gehee get: Wohl! wohl! wanns ist geschehn. 7. O Christe, steur und wende Des satans bitterkeit, Damit er nicht behende Erwecke zorn und streit Bei denen, die der geist Des friedens soll regieren Und in der stille führen Zu dem, was lieblich heißt. Mel. O Gott, du frommer Gott. 600. Herr Christ, der du allein Die weisheit bist von oben, Wer deine weisheit findt, Hat schäß genug erhoben. All wis sen ohne dich Ist albre flügelei: Gib, daß ich nur in dir Weis und verständig sei. 2. Der höllen finsternis Hat mein gemüth verblendet, Und eitler eigenwiß Hat den verstand geschändet: Wer führt mich tappenden Und blinden auf die bahn, Wo man in ebnem feld 3ur wahrheit wandeln kann? 3. Du, Herr, du mußt es thun, Du wahrheit, weg und leben, Du aller heiden licht, Der du das licht gegeben Der welt von anbeginn, Da du dem tage rufſt Und selbst der nacht zu dienst Das kleine licht erschufst. 8. Hilf uns ja fleißig halten Die einigkeit im geist, Daß über uns mög walten Dein segen allermeist, Nach deinem geist und sinn Einander uns vertragen 4. Ich bitt, o sonne, dich, Brich an in meinem herzen. Mein stern, erleuchte mich, Steck dei ner klarheit kerzen In dem verstande auf, Vertreib die dunkelheit Durch deines Geistes glanz, Der dich in mir verneut. 5. Bekennen muß ich zwar: Ich bin ein armer fünder, Ein recht unnüßer knecht, Und habe nichtes minder, Als diese buld verdient; Doch dein hoch theures blut Macht meine schlimme sach, Das glaub ich, wieder gut. 6. Um reichthum ists mir nicht, Auch nicht um eitle ehre; Nur Neuer Anhang. 442 weisheit ists, die ich So sehr von dir begehre. Du, Herr der ehren, bist Allzeit mein ehr und ruhm, Mein trost, schatz, theil und gut, Gewinn und eigen thum. 5. Durch deine weisheit, macht und güt Vor allem unfall sie behüt, Führ du sie selbst auf rechter bahn, Damit ihr fuß nicht gleiten kann. 6. Hilf, daß sie dich, Gott, 7. Dein sind, du hast, du kannst überall Vor augen haben allzuDie guten gaben geben: Laß mal, Und sich befleißen jederdeinen himmelsstrahl Den fin- zeit Der tugend, zucht und ehrstern sinn beleben, Durchhell das finstre herz; Ich rufe dich drum an, Weil niemand außer dir Mich des gewähren kann. barkeit. 7. Wo sie ausgehen oder ein, Da laß du sie gesegnet sein, Daß sie die lebenszeit und jahr Zu bringen Christlich immerdar. 8. Wenn sie dann enden ihren lauf, So nimm sie, Herr, zu dir hinauf, Auf daß sammt ih nen wir zugleich Dich preisen dort in deinem reich. 9. Gott Vater, Sohn und heilger Geist, Von dem uns alle gnad herfleußt, Wir loben dich, wir danken dir Mit unsern kindern für und für. 8. Herr, hör, erhöre mich, So will ich dir lobsingen, Dazu mein ganzes herz Zum dankesopfer bringen: Nimm es für gut, nimm an Den willen für die that; Du weißt wohl, daß dein find Sonst nichts zu geben hat. Mel. Wo Gott zum haus. 601. Hilf, Gott, daß ja die finderzucht Geschehe stets mit nuß und frucht, Daß aus der finder mund dir werd Ein lob bereitet auf der erd. 2. Laß sie den eltern insgemein, Den obern auch gehorsam sein, Und meiden all ihr leben. lang Den eigensinn und müßiggang. 3. Gib ja, daß ihnen mangle nicht Heilsame lehr und unterricht, Damit aus deinem wort und mund Ihr glaub mög haben festen grund. 4. Darinnen laß sie sein gewiß, Auch fliehen schand und ärgerniß, Daß man daselbsten sie nicht find, Wo sich versammlet leicht gesind. Mel. Jesu deine heilgen wunden. 602. Liebe seele, nun dich schwinge Von dem ort der eitel keit; Du mußt über alle dinge Die gedanken haben heut, Anzuschauen deinen Gott, Deinen helfer in der noth, Deinen bräutgam, der jetzt eben Kommt, sich selber dir zu geben. 2. Er will meine speise wer den, von ihm ich geladen bin: Schwing dich, seele, von der erden Zu dem seelen- speiser hin, Rüst dein herz mit demuth aus, Daß es werde Gottes haus, Ein haus, das ihm wohl gefalle, Das von meinem Jesu lalle. Neuer Anhang. 443 3. Weg von mir, ihr welt- wird erneuen Und im himmel gedanken; Hier ist meiner feelen speis. Auf dein wort will ich nicht wanken, Jesu, ehren dein geheiß; Was du hast versprochen mir, Kannst du auch wohl geben hier. Du willst deinen leib mir geben Und dein wahres blut darneben. führen ein, Prächtig stets bei dir zu sein. 5. Nun hab ich den besten orden: Gott in mir und ich in dir; Nun bist du mein bruder worden: O mein Jesu, bleibe hier. Laß mich immer bleiben dein; Du sollst stets mein eigen sein. Dich ich, der mich liebet, liebe, Und mich dir ganz eigen giebe. 5. Zung und herze wird da flingen Und dem Herren Jesu singen; Ewig werd ich stimmen ein Mit den lieben engelein. 6. Besser leben werd ich finden Ohne tod und ohne sünden: O wie selig werd ich sein Bei 4. Nun umfang mit höchsten freuden, Seele, deinen bräuti- den lieben engelein! gam; Nun kannst du mit ihm dich weiden, mit dem fromment Gotteslamm. Auf der au des glaubens dein Wirst du stetig bei ihm sein, Bis dir Gott wird recht zulassen Deinen Jesum zu umfaſſen. 603. Allenthalben, wo ich gehe, Size, liege oder stehe, Sehn ich mich nach Jesu Christ, Der für mich gestorben ist. 2. Von der bösen welt zu schei den Nach so vielem kreuz und leiden, Wenn es ihm gefällig ist, Bin ich fertig und gerüst. 3. Wann ich werde mit ihm leben, Herrschen und in freuden schweben, wie selig werd ich sein Bei den lieben engelein! 4. Herzlich werd ich mich er freuen, Wann mich Christus Johann Angelus. Mel. Herr Jesu Christ, du. 604. Ach Gott, wie mancher fummer macht, Daß ich mich herzlich kränke! Wenn ich bei mancher trüben nacht An tausend dinge denke, So gehn die seufzer zu dir auf: Ach lieber Gott, ach merke drauf, Und tröste mein gemüthe. 2. Solls sein, daß ich mein bischen brod Mit thränen noch muß essen: So wirst du doch in keiner noth Mich, als dein kind, vergessen, Dein kind, das du von findheit an Auf mancher dorn- und rosenbahn Recht wunderlich geführet. 3. Mein herze sorgt zwar früh und spat, Wie dieß und das wird kommen; Und wenns nun alle sorgen hat Recht ängstlich durchgenommen, So hat es doch nichts ausgericht: Drum will ich meine zuversicht Auf dich, und sonst nichts, stellen. 4. Gib mir geduld, damit ich stets Die sorgen überwinde, Und sich der anfer des gebets Auf deine sorgen gründe. Der geist 444 Neuer Anhang. ist willig, aber doch Das fleisch Denn wie könnte Gott dann fühlt seine schwachheit noch: Drum sei du meine stärke. mein Und der meinen vater sein? Consten wäre Gott nicht richter Und der waisen- sachen schlichter. 5. Hab ich nur dich, so hats nicht noth Mit mir und mit den meinen, So muß durch le ben und durch tod Die gnaden sonne scheinen, So streicht der fummer gänzlich hin: Zufrieden, unvergnügter sinn! Denn Gott bleibt mein vergnügen. 5. 3war der armen wittwen zähren Fließen auf die backen los, Aber ihre seufzer kehren Sich zu Gottes sternenschloß, Schreien über diesen mann, Der die wittwen ängsten kann, Bis der höchste Gott das ende Und den wittwen hülfe sende. Mel. Freu dich sehr, o meine ist 605. Nichts betrübters 6. Wittwen sind in Gottes auf erden, Nichts kann so zu armen, Waisen sind in Gottes herzen gehn, Als wenn arme schooß: Ihrer will er sich erbar. wittwen werden, Wenn ver- men, Wär die noth noch eins laßne waisen stehn Ohne vater, so groß. Ein solch ungerechter ohne muth, Ohne freunde, ohne gut. Wittwen sind verlaßne frauen; Wer thut auf die waisen schauen? mann Tastet Gottes auge an, Der die armen waisen zwicket, Und der wittwen herzen drücket. 7. Wenn sie bleiben in den schranken, Darin sie Gott hat gestellt, Und von ihme nicht abwanken, Weil er sich zu ihnen hält, Sollen sie im himmelsschloß Werden alles kummers los: Da soll nicht mehr, wie auf erden, Wittwennoth gehöret werden. Michael Hunold. 2. Wo die zäune sind zerlücket, Jedermann hinüber steigt; Auch ein kind die früchte pflücket, Da die äste sind gebeugt; Wo die mauren sind zerspalt, Da findt sich der feind gar bald; Wem der schirm und schatten weichet, Den die hißze bald erreichet. 3. Also müssen stets die armen Leiden alles ungemach: Wenig ihrer sich erbarmen. Wittwen schreien weh und ach Ueber den, der sie so preßt Und in nöthen stecken läßt; Waisen müssen sich nur schmiegen, Unter andern füßen liegen. 4. Also muß es hier ergehen In der welt auch mir und dir: Waisen müssen traurig stehen, 2. Bedenke, mensch, das ende, Wittwen müssen leiden hier; Bedenke das gericht. Es müs Mel. Herzlich thut mich verlangen. 606. Bedenke, mensch, das ende, Bedenke deinen tod; Der tod kommt oft behende: Der heute frisch und roth, Kann morgen und geschwinder Hinweg gestorben sein: Drum bilde dir, o sünder, Ein täglich sterben ein. Neuer Anhang. sen alle stände Vor Jesus angesicht, Kein mensch ist ausgenommen, Hier muß ein jeder dran, Und wird den lohn bekommen, Nachdem er hat gethan. 3. Bedenke, mensch, das ende, Der höllen angst und leid, Daß dich nicht satan blende Mit seiner eitelkeit. Hier ist ein kurzes freuen, Dort aber ewiglich Ein kläglich schmerzensschreien: Ach sünder, hüre dich! 4. Bedenke, mensch, das ende, Bedenke stets die zeit, Daß dich ja nichts abwende Von jener herrlichkeit, Damit vor Gottes throne Die seele wird verpflegt; Dort ist des lebens krone Den frommen beigelegt. 445 deine; O du Gott der freundlichkeit, Sorge du alleine. 2. Sorge, wann der Tag anbricht, Für mein leib und seele; Sorge, daß ich niemand nicht Sie, als dir, befehle; Sorge, lieber Gott, allhier Auch für meine sinne; Sorge, daß zuwider dir Ich ja nichts beginne. 3. Sorge doch, und laß mir auch Dein wort bis ans ende; Laß mir, Herr, den rechten brauch Deiner Deiner sakramente; Sorge für die obrigkeit, Diener deines wortes, Und dazu für alle leut Jedes stands und ortes. 4. Sorge, großer menschenfreund, Für uns, deine kinder; Sorge, Herr, für freund und feind, Sorge für uns sünder; Sorge für mein stücklein brod; Sorge doch für alle, Die da sind mit mir in noth; Sorge, wann ich falle. 5. Herr, lehre mich bedenken Der zeiten letzte zeit, Daß sich nach dir zu lenken Mein herze ſei bereit; Laß mich den tod betrachten Und deinen richterstuhl; Laß mich auch nicht verachten Der höllen feuerpfuhl. 5. Sorge, wann sich schließen zu Meine augenlieder; Sorge, wann ich bin zur ruh, Und erwache wieder; Sorge für mein 6. Hilf, Gott, daß ich in zei- amt und stand, Wort, vernunft ten Auf meinen letzten tag Mit und dichten, Für die arbeit meibuße mich bereiten, Und täglich ner hand, Lassen und verrichten. sterben mag: Im tod und vor 6. Sorge für mein hab und gerichte Steh mir, o Jesu, bei, gut, Ehr und guten namen; Daß ich ins himmels lichte zu Sorge, wann mir leides thut wohnen würdig sei. Die welt und ihr samen; Sorge, wann zur sünd und spott Mich mein fleisch will leiten; Sorge, wann ich mit dem tod Ringen soll und scheiden. 7. Sorge, Herr, wann mich ansicht Satan auf der erde; Mel. Christus, der uns selig macht. 607. Sorge, Bater, sorge du, Sorge für mein sorgen; Sorge, Jesu, sorge nu, Sorge heut und morgen, Sorge für mich allezeit, Sorge für das Sorge, wann vor dein gericht 446 Neuer Anhang. Ich gefordert werde; Sorge für wehen, Und du verlachst des mein grabstättlein; Sorge immerforten; Sorge für mich, du bist mein; Sorge aller orten! todes pfeil? Jetzt wirst du müss sen gehen. Du hältst dein grab auf tausend schritt, Und hast dazu kaum einen tritt; Den tod trågst du im busen. Mel. Es ist gewißlich an der. 6. Sprich nicht: ich bin frisch 608. Komm, sterblicher, be- noch das essen. Ach! es wird und gesund, Mir schmeckt auch trachte mich: Du lebst, ich lebt wohl jetzt diese stund Dein sarg auf erden; Was du jetzt bist, dir abgemessen. Es schneidet das war auch ich; Was ich bin, dir der schnelle tod Ja täglich wirst du werden. Du mußt in die hand das brod: Bereite hernach, ich bin vorhin: Ge- dich zum sterben. denke nicht in deinem sinn, Daß du nicht dürfest sterben. 7. Dein leben ist ein rauch, ein schaum, Ein wachs, ein 2. Bereite dich, stirb ab der schnee, ein schatten, Ein thau, welt, Denk auf die letzten stun- ein laub, ein leerer traum, Ein den! Wenn man den tod ver- gras auf dürren matten. Wenn ächtlich hält, Wird er sehr oft mans am wenigsten gedacht, gefunden. Es ist die reihe heut So heißt es wohl: zu guter an mir: Wer weiß, vielleicht nacht! Ich bin nun hier gewe gilts morgen dir, Ja wohl noch sen. diesen abend. Ludämilia Elisabetha, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt. 8. Indem du lebest, lebe so, Daß du kannst selig sterben; Du weißt nicht, wann, wie, oder wo Der tod um dich wird werben. Ach denk, ach denke doch zurück: Ein zug, ein klei ner augenblick Führt dich zur ewigkeiten. 9. Du seist dann fertig oder nicht, So mußt du gleichwohl wandern, Wann deines lebens ziel anbricht; Es geht dir wie den andern: Drum laß dirs eine warnung sein. Dein auf erstehn wird überein Mit deinem sterben kommen. 5. So oft du athmest, muß 10. Ach! denke nicht: es hat nicht noth, Ich will mich schon ein theil Des lebens von dir bekehren, Wann nur die krank3. Sprich nicht: ich bin noch gar zu jung, Ich kann noch lange leben. Ach nein! du bist schon alt genug, Den geist von dir zu geben. Es ist gar bald um dich gethan; Es sieht der tod fein alter an: Wie magst du anders denken? 4. Ach ja! es ist wohl klagens werth, Es ist wohl zu beweinen, Daß mancher nicht sein heil begehrt, Daß mancher mensch darf meinen, Er sterbe nicht in seiner blüth; Da er doch viel erempel sieht, Wie junge leute sterben. Neuer Anhang. 447 3. O Jesu, herzensfreud und wonn, O lebensbrunn, o wahre sonn, Ohn dich ist alle freud unwerth, Und was man auf der welt begehrt. 4. O Jesu, deine lieb ist süß. heit zeigt den tod; Gott wird mich wohl erhören. Wer weiß, ob du zur krankheit kömmst, Ob du nicht schnell ein ende nimmst? Wer hilft alsdann dir armen? 11. Zudem, wer sich in sünden freut, Und auf genade Wenn ich sie tief ins herze bauet, Der wird mit unbarm- schließ, Erquicket sie mich ohne herzigkeit Der höllen anver zahl Viel tausend tausend tauDrum lerne sterben, sendmal. eh du stirbst, Damit du ewig nicht verdirbst, Wann Gott die welt wird richten. trauet. 12. 3um tode mache dich geschickt, Gedenk in allen dingen: Würd ich hierüber hingerückt, Sollt es mir auch gelingen? Wie könnt ich jetzt zu grabe gehn? Wie könnt ich jetzt vor Gott bestehn? So wird dein tod zum leben. 5. Ach! liebt und lobet doch mit mir Den, der uns liebet für und für; Mit lieb belohnet lieb allzeit Und hört nicht auf in ewigkeit. 6. Mein Jesulein liegt mir im sinn, Ich geh, und steh, und wo ich bin. Wie froh und selig werd ich sein, Wann es wird sein und bleiben mein! 7. An dir mein herz hat seine 13. So wirst du, wann mit lust; Wie süß du seist, ist mir feldgeschrei Der große Gott bewußt; Mein ruhm ist all auf wird kommen, Von allem ster- dich gestellt, O Jesu, heiland ben frank und frei, Sein ewig aller welt! aufgenommen. Bereite dich, auf daß dein tod Beschließe deine pein und noth. O mensch, bedenk das ende! Gottfried Wilhelm Sacer. Mel. Wo Gott zum Haus. 609. An Jesum denken oft und viel Bringt freud und wonn ohn maß und ziel; Recht aber honigsüßer art Ist seiner gnaden gegenwart. 2. Nichts liebers meine zunge singt, Nichts reiners meinen ohren klingt, Nichts süßer meinem herzen ist, Als mein herzliebster Jesu Christ. 610. Kein stündlein geht dahin, Es liegt mir in dem sinn, Ich bin auch immer, wo ich bin, Daß mich der tod Wird setzen in die letzte noth. Ach Gott, wenn alles mich verläßt, So thue du bei mir das best. 2. Hier ist kein aufenthalt; Der tod hat die gewalt, Er frißt und würget jung und alt, Er reißt uns fort Aus unserm orden, stand und ort. Ach Gott, wenn alles mich verläßt, So thue du bei mir das best. 3. Kein rath, kein arzenei, Kein heulen, noch geschrei, Kein 448 Neuer Anhang. bruder mich kann machen frei; läßt, So thue du bei mir das In aller welt Ist nichts, das best. endlich mich erhält. Ach Gott, wenn alles mich verläßt, So thue du bei mir das best. 9. Herr Jesu, du allein Sollst mir in todes pein Die beste hülf und labsal sein; Auf dich will ich Die welt gesegnen williglich. Ach Gott, wenn alles mich verläßt, So thue du bei mir das best. 4. Kein reichthum, geld noch gut, Kein kühner heldenmuth Hilft vor des todes grimm und wuth; All ehr und gunst Und macht ist vor ihm ganz umsonst. Ach Gott, wenn alles mich verläßt, So thue du bei mir das best. 10. Herr Jesu, nimm mich auf, Zu dir in himmel h'nauf, Wann ich vollendet meinen lauf. Ich ruf zu dir, So lang ein odem ist in mir: Ach Gott, wenn alles mich verläßt, So thue du bei mir das best. Michael Frank. 5. Was schmerz, was angst und pein, O Gott, wird um mich sein, Wenn nun der tod wird brechen ein! Wer wird alsdann Mit trost sich meiner nehmen an? Ach Gott, wenn alles mich verläßt, So thue Mel. Was mein Gott will. Seele. e du bei mir das best. 611. So gehst du denn, mein 6. Wenn mein gewissens- buch, Jesu, hin Den tod für mich zu Wenn des gesetzes fluch, Wenn leiden, Für mich, der ich ein sünd und satan zum versuch sünder bin, Der dich betrübt Tritt wider mich; Wer ists, in freuden. Wohlan, fahr fort, der mein erbarmet sich? Ach Du edler hort! Mein augen Gott, wenn alles mich verläßt, sollen fließen, Ein thränen- see, So thue du bei mir das best. Mit ach und weh Dein leiden zu begießen. 7. Wenn sprach, verstand und sinn Auf einmal fällt dahin, Und ich nicht mehr bin, der ich bin: Wer schreit mir zu, Wenn mir der schmerz läßt feine ruh? Ach Gott, wenn alles mich verläßt, So thue du bei mir das best. Jesus. 2. Ach sünd, du schädlich schlangen- gift, Wie weit kannst du es bringen? Dein lohn, der fluch, mich jetzt betrifft, In tod kann er mich zwingen. Jetzt kommt die nacht, Der sünden macht, Fremd schuld muß ich abtragen. Betracht es recht, Du sünden knecht: Du darfst 8. Wenn meiner augen licht Mir ferner leuchtet nicht, Und mir das Herz im leibe bricht Vor angst und qual: Wer führt nun nicht verzagen. mich durch das finstre thal? Ach Gott, wenn alles mich verSeele. 3. Ich, ich, Herr Jesu, sollte Neuer Anhang. zwar Der sünden strafe leiden, An leib und seel, An haut und haar; Auch ewig aller freuden Beraubet sein, Und leiden pein: So nimmst du hin die schulde; Dein blut und tod Bringt mich vor Gott: Jch bleib in deiner hulde. 4. Was kann für solche liebe dir, Herr Jesu, ich wohl geben? Ich weiß und finde nichts an mir; Doch will, weil ich werd leben, Mich eigen dir, Herr, nach gebühr Zu dienen ganz verschreiben, Auch nach der zeit In ewigkeit Dein diener sein und bleiben. Caspar Friedrich Nachtenhöfer. Mel. Nuu freut euch Gottes. 612. Nach dir, o Herr, verlanget mich: Du bist mein Gott, ich hoff auf dich, Ich hoff und bin der Zuversicht, Du werdest mich beschämen nicht. 2. Der wird zu schanden, der dich schändt, Und sein gemüthe von dir wendt; Der aber, der sich dir ergibt Und dich recht liebt, bleibt unbetrübt. 449 an den sündenlauf, Den ich geführt von jugend auf? 6. Gedenk an deine gütigkeit Und an die große süßigkeit, Damit dein herz zu trösten pflegt Das, was sich dir zu füßen legt. 7. Der Herr ist fromm und herzlich gut Dem, der sich prüft und buße thut; Wer seinen bund und zeugniß hält, Der wird erhalten, wenn er fällt. 8. Ein herz, das Gott von herzen scheut, Das wird in seinem leid erfreut, Und wenn die noth am tiefsten steht, So wird sein kreuz zur wonn erhöht. 9. Nun, Herr, ich bin dir wohl bekannt; Mein geist der schwebt in deiner hand: Du siehst, wie meine ſeele thränt Und sich nach deiner hülfe sehnt. con dist 10. Die angst, so mir mein herze dringt Und daraus so viel seufzer zwingt, Ist groß; du aber bist der mann, Dem nichts zu groß entstehen kann. 11. Drum sieht mein auge stets nach dir Und trägt dir mein begehren für: Ach laß doch, wie du pflegst zu thun, Dein aug auf meinen augen ruhn. 3. Herr, nimm dich meiner seele an, Und führe sie die rechte Bahn! Laß deine wahrheit leuchten mir Im steige, der uns bringt zu dir. can 4. Denn du bist ja mein einigs licht; Sonst weiß ich keinen helfer nicht. Ich harre dein bei tag und nacht: Was ists, das dich so säumend macht? 5. Ach wende, Herr, dein' 13. Die welt ist falsch; du augen ab Von dem, wo ich ge-, bist mein freund, Ders treulich sündigt hab! Was denkst du und von herzen meint. Der 12. Wann ich dein darf, so wende nicht Von mir dein aug und angesicht; Laß deiner antwort gegenschein mit meinem beten stimmen ein. 29 Neuer Anhang. 450 menschen gunst steht nur im mund; Du aber liebst von herzens- grund. 14. Zerreiß die net, heb auf die strick, Zerbrich des feindes list und tück, Und wann mein unglück ist vorbei, So gib, daß ich dir dankbar sei. Halt ohr und augen zu; Vernunft geht hier zu grunde. Weg mit dem speculirn, Die sach ist dir zu schwer. Drum grüble nicht zu sehr, Wie dieses möglich wär. Mel. O Gott, du frommer Gott. 613. Die mahlzeit ist bereit, Von Christi abgesandten Der tisch ist schon gedeckt; Des himmels musikanten Die stimmen allbereit Ihr Heilig, Heilig an: Wen hungert oder dürst, Der trete nur heran. 4. Wies möglich könne sein, Da laß du den drum sorgen, Der dieses hat gesagt. Dir ist die weis verborgen; Ob du mit deinem witz Den weg nicht kannst ersehn, So kanns doch außer dir Und deinem wiß geschehn. 15. Laß mich in deiner furcht bestehn, Fein, schlecht und recht stets einher gehn; Gib mir die einfalt, die dich ehrt Und lieber duldet, als beschwert. 16. Regier und führe mich zu dir, Auch andre Christen neben mir; Nimm, was dir mißfällt, von uns hin, Gib neue herzen, neuen sinn. 5. Ergründen kannst dus nicht, Nicht finden oder fassen; Das, was man glauben soll, Will sich nicht sehen lassen. Schmeckst du gleich nur das brod, Und 17. Wasch ab all unsern sünden- foth, Erlös aus aller angst mit dem brod den wein, So und noth, Und führ uns bald mit gnaden ein Zum e'wgen fried- und freuden- schein.. kann nicht minder fleisch Und blut zugegen sein. Paul Gerhardt( aus Psalm 35.) 6. Was über meinen wiß, Das kann ich nicht ausdenken; Ich muß mich nach der schrift, Und sie nach mir nicht lenken: Ich glaube gerne das, Was Gottes wort verspricht; Was aber dieses schweigt, Das glau be ich auch nicht. 7. Er selber hats gesagt, Dran laß ich mir genügen; Denn er, der dieses sagt, Der 2. Sehr kostbar ist die kost, will und kann nicht lügen. Sehr kostbar das getränke. Mich Wer mich, warum ich doch Dieß wundert immermehr, Je mehr alles glaube? fragt, Dem soll ich ihm nachdenke. Hier wird zur antwort sein: Er selber ein lamm, das Gott Zum Va- hats gesagt. ter hat, gespeist, Gespeiset wird ein lamm, Das selber hirte heißt. 3. Des Herren leib und blut Empfähst du mit dem munde: Mel. Nun freut euch liebe. 614. Was Jesus thut, ist wohl- gethan. Mein herz gib Neuer Anhang. dich zufrieden! Niemand doch Jesum tadeln kann: Was willt du dich betrüben? Laß fahren deine Ungeduld; Sonst machst du größer deine schuld, Sprich: hab ichs doch verdienet. 2. Was Jesus thut, ist wohlgethan. Bedenkts: er ist allmächtig, Dazu der beste helfers: mann; Sein wort dich tröstet kräftig. Warum sinkt doch so bald der muth? Hat Jesus doch sein theures blut Tröstlich für dich vergossen. 3. Was Jesus thut, ist wohlgetban. Denkst du, du bist verlassen, Weil dich betrübt fast jedermann, Und fränket höchster maßen? Willst du denn mehr als Jesus sein Und bleiben ohne kreuz und pein? Das laß dir nicht nachsagen. 451 mindert. Am end hat neid gar bösen lohn, Das wirst du sehn und hören schon: Dein grämen laß nur fahren. 4. Was Jesus thut, ist wohl gethan. Der will dich so probiren, Ob du rechtschaffen als ein mann Dein Christenthum kannst führen. Meinst du, daß er an dich nicht denk? Ach nein, drum du dich nicht so fränk: Es wird bald besser werden. 7. Was Jesus thut, ist wohlgethan: Auf den trost kannst du bauen. Die falsche welt laß nur hinan, Lern Jesu recht vertrauen; Es geht doch, wie ers haben will. Hättst du der neider noch so viel, So bleibt er doch dein Jesus. 8. Was Jesus thut, ist wohl= gethan. Hat er doch selbst versprochen: Wenn dir unrecht wird angethan, Es soll werden gerochen. Sei du im leiden immer still, Dein Jesus es recht machen will Am lieben jüngsten tage. 9. Was Jesus thut, ist wohlgethan. Ich will nur fleißig beten. All angst und noth er wenden kann, In einer kürz erretten. Der Goliath muß doch noch dran, Mein Jesus ihn bald dämpfen kann: Jesu, mein seufzen höre. 10. Was Jesus thut, ist wohlgethan. Mit dank will ich ihn 5. Was Jesus thut, ist wohl ehren Für alles, was gethan. Wann man sich recht gewann, Und stets sein lob verbedenket: Der ist mit Gott am mehren. Dein Jesus gibt, dein besten dran, Dem er den kreuz- Jesus nimmt: Den Herren Jefelch schenket. Ach glaube mir: sum preist und rühmt; Mein weil du in noth Mußt essen Jesus wirds wohl machen. lauter thränenbrod, Dort wirst. 11. Was Jesus thut, ist wohldu ewig leben. gethan. Nun kann mich nichts 6. Was Jesus thut, ist wohl- betrüben; Er führet mich auf gethan. Obgleich die mißgunst seiner bahn. Die welt mag ich hindert, Laß alles gerne so hin- nicht lieben; Das kleine leiden gahn; Doch endlich wirds ge- dieser zeit Nicht werth ist ew'ger 29* Neuer Anhang. 452 herrlichkeit, Die ich empfangen werde. 12. Was Jesus thut, ist wohl gethan. Ich soll ewig regieren; Shn soll ich ewig schauen an Und ewig triumphiren. Ich halt an hoffnung und geduld, Mein Sesus hats also gewollt. Nun sprech ich fröhlich: Amen. Mel. 3ion klagt mit angst. 615. Liebster Jesu, gnadensonne, Meines herzens zuversicht, Meiner seelen freud und wonne, Ich komm vor dein angesicht. Ob ich schon ein sünder bin, Werf ich doch den muth nicht hin; Ich bin asch, und will doch treten, O mein heil, vor dir zu beten. ich gehe aus und ein, Wann ich reise, wache, schlafe, Wann ich etwas gutes schaffe. 5. Segne alle meine thaten Durch den werthen segens- geist, Daß sie mögen wohl gerathen, Und dein name wird gepreist. Ist es dein und nicht mein werk, So verleihe muth und stärk, Daß ich möge gleich durchgehen, Nicht auf gunst und ungunst sehen. 6. Treuer lehrer, wollst mich lehren, Gib mir weisheit und verstand, Daß mein thun zu deinen ehren Und zu nuß dem ort und land, Wo ich bin, sei eingericht. Ach mein Gott, versag mirs nicht; Wehre, daß des satans tücke mir nicht dieses ziel verrücke. 2. 3war ich muß vor allen dingen, Ob ich schon nicht völ- 7. Gib geduld und hilf mir lig kann, Dir, o Herr, ein dank- tragen Alle aufgelegte bürd, lied singen, Daß du mir viel Alles, was mich pflegt zu plaguts gethan Von der zarten gen, Oder sonst beschwerlich kindheit auf Durch den ganzen wird. Gibt es etwan hinderlebenslauf. Wollt ich deine niß Und dahero auch verdrieß, gutthat zählen, Würde mirs Laß mein herz sich ja nicht quäan worten fehlen. len, Sondern alles dir befehlen. 8. Dir befehl ich meine sachen, Dir sei alles heimgestellt, Wollest es mit ihnen machen, Wie es dir, o Herr, gefällt. Kommt mir kreuz und leid zu haus, Daß es scheint, als sei es aus; Laß mich folgen deinem willen Und damit den kummér stillen. 4. Laß auch ferner deine güte 9. Muß ich etwa spottred höUeber mir sein tag und nacht, ren; Werd ich hie und da Mich auf meinem weg behüte veracht: Laß mein herz sich Durch der engel starke wacht; nicht dran kehren. Bin ich von Laß dieselbe bei mir sein, Wann der welt verlacht, Was ists 3. Alles, was ich bin und habe, Kommt von deines vaters- hand; Es ist dein geschenk und gabe Seele, leib, gut, ehr und stand. Habe dank für deine treu, Welche alle morgen neu; Habe dank für deinen segen, An dem alles ist gelegen. Neuer Anhang. 453 mehr? Welt, wie du willst; laß begnügen, Wie du es mit Du, o Gott, bist doch mein mir willst fügen. schild. Laß mich wider dich nichts sprechen, Auch mich nicht an jenen rächen. 11. Soll ich dann von hinnen scheiden, Will ich auch zui frieden sein; Wollst mich nur 10. Soll ich hier noch länger zum tod bereiten, Denn so schlaf leben, Nehm ichs gern und wil- ich selig ein. Nimm in deine lig an; Will auch gar nicht händ die seel, Laß den leib ins widerstreben, Wenn ich dir nur grabes höhl Ruhen; dies ist dienen kann. Schaff, daß ich mein begehren: Jesu, wollest dir treu verbleib! Gib dabei mirs gewähren! gesunden leib, Und daß ich mir 3ugabe. 616. Eins ist noth: ach, Herr, sich zu Jesu füßen Voller andies eine Lehre mich erkennen doch! Alles andre, wie's auch scheine, Ist ja nur ein schweres joch, Darunter das herze sich naget und plaget Und dennoch kein wahres vergnügen erjaget. Erlang ich dies eine, das alles erfeßt, So werd ich mit einem in allem ergößt. dacht niederließ: Ihr herze entbrannte dies einzig zu hören, Was Jesus, ihr heiland, sie wollte belehren; Ihr alles war gänzlich in Jesu versenkt, Und wurde ihr alles in einem geschenkt. 2. Seele, willst du dieses finden, Suchs bei keiner creatur; 4. Also ist auch mein verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir. Laß mich treulich an dir hangen, Schenke dich zu eigen mir. Ob Laß, was irdisch ist, dahinten: viel auch umkehrten zum größeSchwing dich über die natur. Wo Gott und die menschheit in einem vereinet; Wo alle vollkommene fülle erscheinet: Da, da ist das beste, nothwendigste theil, Mein ein und mein alles, mein ſeligstes heil. sten haufen, So will ich dir dennoch in liebe nachlaufen; Denn dein wort, o Jesu, ist leben und geist: Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 3. Wie Maria war beflissen Auf des einigen genieß, Da sie 5. Aller weisheit höchste fülle In dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein wille Fein in solche schranken fügt, 454 Zugabe. Worinnen die demuth und ein- Nichts süßers kann also mein falt regieret Und mich zu der herze erlaben, Als wenn ich nur, weisheit, die himmlisch ist, füh- Jesu, dich immer soll haben; ret. Ady wenn ich nur Jesum Nichts, nichts ist, das also mich recht kenne und weiß, So hab innig erquickt, Als wenn ich ich der weisheit vollkommenen dich, Jesu, im glauben erblickt. preis. 10. Drum auch, Jesu, du 6. Nichts kann ich vor Gott alleine Sollst mein ein und ja bringen Als nur dich, mein alles sein; Prüf, erfahre, wie höchstes gut. Jesu, es muß mir ich's meine, Tilge allen heuchelgelingen Durch dein rosenfarb- schein. Sieh, ob ich auf bösem nes blut. Die höchste gerechtig- betrüglichem stege, Und leite keit ist mir erworben, Da du mich, Höchster, auf ewigem bist am stamme des kreuzes wege; Gib, daß ich hier alles gestorben: Die kleider des heils nur achte für foth Und Jesum ich da habe erlangt, Worinnen gewinne: dies eine ist noth. mein glaube in ewigkeit prangt. Joh. Heinrich Schröder( nach Lu 7. Nun, so gib, daß meine feele Auch nach deinem bild erwacht: Du bist ja, den ich erwähle, Mir zur heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen wandel und leben, Ist in dir, mein heiland, mir alles gegeben; Entreiße mich aller vergänglichen lust: Dein leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. cas Cap. 10, V. 42. 1. Corinther Cap. 1, V. 30). Mel. Kommt her zu mir, spricht. 617. Geh aus, mein herz, und suche freud In dieser lieben sommerzeit An deines Gottes gaben; Schau an der schönen gärten zier Und siehe, wie sie mir und die Sich ausgeschmükfet haben. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich beschwemmt die gnadenfluth: Du bist einmal eingegangen In das heilge staub Mit einem grünen kleide. durch dein blut. Da hast du die Narcissen und die tulipan Die ew'ge erlösung erfunden, Daß ich nun der höllischen herrschaft entbunden: Dein eingang die völlige freiheit mir bringt, Sm findlichen geiste das Abba nun klingt.( Gal Cap. 4. V. 6). ziehen sich viel schöner an Als Salomonis seide. 9. Volles gnügen, fried und freude Jezzo meine feel ergötzt, Weil auf eine frische weide Mein hirt, Jesus, mich gesetzt. 4. Die glucke führt ihr völk2. Die bäume stehen voller laub, Das erdreich decket seinen 3. Die lerche schwingt sich in die luft, Das täublein fleucht aus seiner fluft Und macht sich in die wälder. Die hochbegabte nachtigall Ergößt und füllt mit ihrem schall Berg, hügel, thal und felder. Zugabe. 455 lein aus, Der storch baut und heller schein Wird dort in Christi bewohnt sein haus, Das schwälb- garten sein; Wie muß es da lein äßt ihr jungen. Der schnelle wohl klingen, Da so viel tauhirsch, das leichte reh Ist froh send seraphim Mit eingestimmund kommt aus seiner höh Ins tem muth und stimm Ihr halletiefe gras gesprungen.nlujah singen? 5. Die bächlein rauschen in 11. D wär ich da! Ach stünd dem sand Und malen sich an ich schon, Ach süßer Gott, vor ihrem rand Mit schattenreichen deinem thron Und trüge meine myrthen; Die wiesen liegen palmen: So wollt ich nach der hart dabei Und flingen ganz engel weis Erhöhen deines navon lustgeschrei Der schaf und mens preis Mit tausend schönen ihrer hirten. psalmen. 6. Die unverdroßne bienenschaar Fleugt hin und her, sucht hier und dar Ihr edle honig speise. Des süßen weinstocks starter saft Bringt täglich neue stärf und fraft In seinem schwachen reise. 7. Der waizen wächset mit gewalt; Darüber jauchzet jung und alt Und rühmt die große güte labt Und mit so manchem gut begabt Das menschliche ge= müthe. 13. Hilf nur und segne meinen geist Mit segen, der vom himDeß, der so überflüssig mel fleußt, Daß ich dir stetig blühe; Gib, daß der sommer deiner gnad In meiner seelen früh und spat Viel glaubensfrücht erziehe. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn; Des großen Gottes großes thun Erweckt mir alle sinnen: Ich singe mit, wenn alles singt, Und laffe, was dem Höchsten klingt, Aus meinem herzen rinnen. 12. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch Hier trage dieses leibes joch, Auch nicht gar stille schweigen; Mein herze soll sich fort und fort An diesem und an allem ort zu deinem lobe neigen. 9. Ach, denk ich, bist du hier so schön, Und läßt du uns so lieblich gehn Auf dieser armen erden: Was will doch wohl nach dieser welt Dort in dem festen himmelszelt Und güldnen schlosse werden! 10. Welch hohe lust, welch 14. Mach in mir deinem geiste raum, Daß ich dir werd ein guter baum Und laß mich wohl bekleiben. Verleihe, daß zu deinem ruhm Sch deines gartens schöne blum und pflanze möge bleiben. 15. Erwähle mich zum paradeis, Und laß mich bis zur letzten reis An leib und seele grünen: So will ich dir und deiner ehr Allein, und sonsten feinem mehr, Hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt. 456 Zugabe. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Die gingen fort und fort Und 618.Jch bin ein gast auf änderten mit quälen Den erst erden Und hab hier keinen stand: bewohnten ort; Sie zogen hin Der himmel soll mir werden, und wieder, Ihr freuz war inDa ist mein vaterland. Hier mer groß, Bis daß der tod sie reis ich aus und abe: Dort in nieder Legt in des grabes der ew'gen ruh Ist Gottes gnaschooß. dengabe, Die schleußt beit zu. noth all ar7. Ich habe mich ergeben In 7. Ich habe mich ergeben In gleiches glück und leid: Was will ich besser leben, Als solche große leut? Es muß ja durch= gedrungen, Es muß gelitten rungen, Geht nicht zur freud sein; Wer nicht hat wohl gehinein. 2. Was ist mein ganzes we sen Von meiner jugend an Als müh und noth gewesen? So lang ich denken kann, Hab ich so manchen morgen, manche So liebe nacht Mit fummer und mit sorgen Des herzens zugebracht. ben Mein leben durch die welt; 8. So will ich zwar nun treiDoch denk ich nicht zu bleiben In diesem fremden zelt. Ich wandre meine straßen, Die zu der heimath führt, Da mich ohn alle maßen Mein vater trösten wird. 9. Mein heimath ist dort droben, Da aller engel schaar Den großen herrscher loben, Der alles ganz und gar In seinen händen träget Und für und für erhält, Auch alles hebt und leget, Nachdems ihm wohlgefällt. 3. Mich hat auf meinen we gen Manch harter sturm erschreckt; Blizz, donner, wind und regen Hat mir oft angst er weckt; Verfolgung, haß und neiden, Obs ich gleich nicht verschuldt, Hab ich doch müssen leiden Und tragen mit geduld. 4. So gings den lieben alten, An deren fuß und pfad Wir uns noch täglich halten, Wenns fehlt an gutem rath: Wie mußte sich doch schmiegen Der vater Abraham, Eh als ihm sein ver: gnügen und rechte wohnstatt 10. Zu dem steht mein verfam! iod Langen, Da wollt ich gerne hin: Die welt bin ich durchgangen, Daß ich fast müde bin. Je länger ich hier walle, Je wen'ger find ich freud, Die meinem geist gefalle, Das meist ist herzeleid. 11. Die herberg ist zu böse, Der trübsal ist zu viel. Ach fomm, mein Gott, und löse Mein herz, wenn dein herz will. 5. Wie manche schwere bürde Trug Isaak sein sohn! Und Jakob, dessen würde Stieg bis zum himmelsthron, Wie mußte der sich plagen; In was für weh und schmerz, In was für angst und zagen Sank oft sein armes herz! did n 6. Die frommen heilgen seelen Zugabe. 457 Komm, mach ein seligs ende Gottes treue hände Zum auserAn meiner wanderschaft; Und wählten pfand, Daß sie mit was mich fränkt, das wende heil anlände In jenem vaterDurch deinen arm und kraft. land? b) sont 12. Wo ich bisher gesessen, 3. Im augenblick wird sie erIst nicht mein rechtes haus. heben sich Bis an das firmaWenn mein ziel ausgemessen, ment, Wann sie verläßt so sanft, So tret ich dann hinaus, Und was ich hie gebrauchet, Das leg ich alles ab, Und wann ich ausgehauchet, So scharrt man mich ins grab. so wunderlich Die stätt der element; Fährt auf Eliä wagen Mit engelischer schaar, Die sie in händen tragen, Umgeben ganz und gar. 13. Du aber, meine freude, Du, meines lebens licht, Du zeuchst mich, wann. ich scheide, Hin vor dein angesicht, Ins baus der ew'gen wonne, Da ich stets freudenvoll Gleich als die helle sonne Nächst andern leuch ten soll. 4. D ehrenburg, sei nun gegrüßet mir: Thu auf der gnaden pfort! Wie große zeit hat mich verlangt nach dir, Eh ich bin kommen fort Aus jenem bösen leben, Aus jener nichtigkeit, Und mir Gott hat gegeben 154 Das erb der ewigkeit. 14. Da will ich immer wohnen, Und nicht nur als ein gast, Bei denen, die mit kronen Du ausgeschmücket hast. Da will ich herrlich singen Von deinem großen thun Und frei von schnöden dingen In meinem erbtheil ruhn. Paul Gerhardt. 619. Jerusalem, du hochgebaute stadt: Wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnlich herz so groß verlangen hat, Und ist nicht mehr bei mir. Weit über berg und thale, Weit über blache feld Schwingt es sich über alle, Und eilt aus dieser welt. 5. Was für ein volk, was für ein edle schaar Kommt dort gezogen schon? Was in der welt von auserwählten war, Seb ich; die beste kron, Die Jesus mir, der Herre, Entgegen hat gesandt, Da ich noch war von ferne In meinem thränenland. 6. Propheten groß und patriarchen hoch, Auch Christen insgemein, Die weiland dort trugen des kreuzes joch Und der tyrannen pein, Schau ich in ehren schweben, In freiheit überall, mit klarheit hell umgeben, Mit sonnenlichtem strahl.n 7. Wann dann zuletzt ich angelanget bin Im schönen paradeis, Von höchster freud erfüllet wird der sinn, Der mund von lob und preis. Das Halle2. O schöner tag und noch viel schönste stund: Wann wirst du kommen schier, Da ich mit lust und freiem freudenmund Die seele geb von mir In lujah reine Spielt man in hei 458 Zugabe. ligkeit, Das Hosianna feine Gnade und vergebung finden, Ohn end in ewigkeit. Daß dieß wort mich trösten 8. Mit jubelklang und instru- kann: Jesus nimmt die sünder menten schon Auf chören ohne an. zahl, Daß von dem schall und von dem süßen ton Sich regt der freudensaal: Mit hundert tausend zungen, Mit stimmen noch vielmehr, Wie von anfang gesungen Das himmelische heer. Joh. Matth. Meyfart. Mel. Jesus meine Zuversicht. 620. Jesus nimmt die fünder an! Eaget doch dies trostwort allen, Welche von der rechten bahn Auf verkehrten weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die sünder an. 3190 370 2. Keiner gnade bin ich werth; Doch hat er in seinem worte Eidlich sich dazu erklärt; Sehet nur, die gnadenpforte Sft bier völlig aufgethan: Jesus nimmt die sünder an. Te THR 3. Wann ein schaf verloren ist, Suchet es ein treuer hirte; Jejus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das verirrte, Daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die fünder an. 4. Kommet alle, kommet her, Kommet ihr betrübten fünder; Jesus rufet euch, und er, Macht aus sündern Gottes finder. Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die sünder 6. Ich bin ganz getrosten muths; Ob die sunden blutroth wären, müssen sie kraft deines bluts Sich dennoch in schneeweiß fehren, Da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die fünder an. bundayun 7. Mein gewissen beißt mich nicht, Moses darf mich nicht verklagen; Der mich frei und ledig spricht, hat die sünden abgetragen, Daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die sünder an. dun 8. Jesus nimmt die fünder an! Er hat mich auch angenommen und den himmel aufgethan, Daß ich selig zu ihm kommen Und auf den trost sterben kann: Jesus nimmt die sünder an. Erdmann Neumeiſter. ( Lucas Cap. 15, V. 4.) Mel. Vater unser im himmelreich. 621. Jn Christi wunden schlaf ich ein, Die machen mich von sünden rein: Ja, Christi blut und g'rechtigkeit Das ist mein schmuck und ehrenkleid; Damit will ich vor Gott bestehn, Wann ich zum himmel werd eingehn. 2. Mit fried und freud ich fahr dahin, Ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, mein tod, mashed du führest mich, Ins ewig leben an. 5. Jch betrübter komme hier wander ich, Mit Christi blut Und bekenne meine fünden; Laß, gereinigt fein: Herr Jesu, stärk mein Heiland, mich bei dir den glauben mein. Paul Eber. Zugabe. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 622. Las mich dein sein und bleiben, Du treuer Gott und Herr: Von dir laß mich nichts treiben, Halt mich bei deiner* lebr. Herr, laß mich nur nicht wanken, Gib mir beständigkeit: Dafür will ich dir danken In alle ewigkeit. * Andere: reiner. Nicolaus Selneccer. 623. Mir nach, ſpricht Christus, unser held, Mir nach, ihr Christen alle; Verleugnet euch, verlaßt die welt, Folgt meinem ruf und schalle: Nehmt euer kreuz und ungemach Auf euch, folgt meinem wandel nach. 2. Ich bin das licht; ich leucht euch für Mit beilgem tugendleben: Wer zu mir kommt und folget mir, Darf nicht im finstern schweben. Ich bin der weg; ich weise wohl, Wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein berz ist voll demithigkeit, Voll liebe meine seele, Mein mund der fleußt zu jederzeit Von süßem sanftmuthsöle, Mein geist, gemüthe, kraft und finn Ist Gott ergeben: schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, Und euer herz von argelift zu reingen und zu scheiden. Ich bin der seelen fels und hort Und führ euch zu der himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer? ich geh voran, Ich steh' euch an der Seite; Ich kämpfe selbst, ich 459 brech die bahn, Bin alles in dem streite. Ein böser knecht, der still darf stehn, Wenn er den feldherrn an ſieht gehn. 6. Wer seine feel zu finden meint, Wird sie ohn mich verlieren; Wer sie hier zu verlieren scheint, Wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein kreuz nimmt und folgt mir, Ist mein nicht werth und meiner zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn Mit leib und feel nachgehen Und wohlgemuth, getrost und gern In allen leiden stehen! Wer nicht gekämpft, trägt auch die fron Des ewgen lebens nicht davon. Joh. Angelus. Mel. Nun ruhen alle wälder 642. Nun sich der tag ge= endet, Mein herz zu dir sichy wendet Und danket inniglich: Dein holdes angesichte Zum segen auf mich richte, Erleuchte und entzünde mich. 2. Ich schließe mich aufs neue In deine vatertreue Und schußz und herze ein: Die fleischlichen geschäfte Und alle finstern kräfte Vertreibe durch dein nahesein. 3. Daß du mich herzlich liebest, Daß du mich stets umgibest Und rufft zu dir hinein; Daß du vergnügst alleine So wesent= lich und reine: Laß allezeit mir heilig ſein. biuro 4. Ein tag der sagts dem andern, Mein leben sei ein wandern Zur großen ewigkeit. D 460 ewigkeit, du schöne, Mein herz an dich gewöhne! Mein heim ist nicht in dieser zeit. Zugabe. 625. du liebe meiner liebe, Du erwünschte seligkeit, Die du dich aus höchstem triebe In das jammervolle leid Deines leidens mir zu gute Als ein schlacht schaf eingestellt, Und bezahlt mit deinem blute Alle missethat der nes lebens jammerpein In dem blutverwundten herzen Sanft in dir gestillet sein. ben Und ein immerwährend 6. Liebe, die für mich gestorgut An dem kreuzesholz erworben, Ach, wie denk ich an dein blut! Ach, wie dank ich deinen wunden, Du verwundte liebe du! Wenn ich in der letzten stunden Sanft in deiner seiten ruh. welt. 2. Liebe, die mit schweiß und thränen An dem ölberg sich betrübt; Liebe, die mit blut und sehnen Unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem willen Gottes zorn und eifer trägt! Den, so niemand konnte stillen, hat der feelen heil erworben! Nimm dein sterben hingelegt. 7. Liebe, die sich todt gekrånfet Und für mein erkaltes herz n ein faltes grab gesenket, Ach, wie dank ich deinem schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, Daß ich ewig leben kann, Und mich ewig liebend an! 3. Liebe, die mit starkem herzen Alle schmach und hohn gehört; Liebe, die mit angst und schmerzen tod versehrt! Liebe, die sich lie: bend zeiget, Als sich kraft und athem endt, Liebe, die sich liebend neiget, Als sich leib und feele trennt! Joh. Angelus. Mel. Wachet auf! ruft uns die stimme. 626. Rüstet euch, ihr christenleute! Die feinde suchen euch zur beute, Ja, satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottesworte Und kämpfet frisch 4. Liebe, die mit ihren armen an jedem orte, Damit ihr bleiMich zuletzt empfangen wollt; bet unversehrt. Ist euch der Liebe, die aus liebserbarmen feind zu schnell? Hier ist ImMich zuletzt in höchster huld manuel. Hosianna! Der starke Shremvater überlassen, Die selbst fällt Durch diesen held, Und starb und für mich bat, Daß mich wir behalten mit das feld. nicht der zorn sollt fassen, Weil 2. Reinigt euch von euern mich ihr verdienst vertrat! 5. Liebe, die mit soviel wunden Gegen mich, als seine braut, Unauflöslich sich verbunden Und auf ewig anvertraut! Liebe, wie die lahmen. Wo ist des laß auch meine schmerzen, Mei- glaubens eigenschaft? Wer lüsten; Besieget sie, die ihr seid Christen, Und stehet in des Herren kraft. Stärket euch in Jesu namen, Daß ihr nicht strauchelt Zugabe. 461 hier ermüden will, Der schaue 2. Wie ein adler sein gefieder auf das ziel! Da ist freude. Ueber seine jungen streckt, Also Wohlan, so seid Zum kampf hat auch hin und wieder Mich bereit: So krönet euch die des Höchsten arm gedeckt, Alsoewigkeit. novi bald im mutterleibe, Da er mir mein wesen gab Und das leben, das ich hab Und noch diese stunde treibe. Alles ding währt seine zeit: Gottes lieb in ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer; Nein, er gibt ihn für mich hin, Daß er mich vom ew'gen feuer Durch sein theures blut gewinn. O du ungegründter brunnen! Wie will doch mein schwacher geist, Ob er sich gleich hoch befleißt, Deine tief ergründen können? Alles ding währt seine zeit: Gottes lieb in ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig jahre, Eh ihr kommt auf die todtenbahre; Kurz, kurz ist un ser lebenslauf. Wann Gott wird die todten wecken, Und Christus wird die welt erschrekfen: So stehen wir mir freuden auf. Gott lob! wir sind verföhnt. Daß uns die welt verhöhnt, Währt nicht lange; Und Gottes sohn Hat längstens schon Uns beigelegt die ehrenfron. 4. Jesu, stärke deine kinder Und mache die zu überwinder, Die du erkauft mit deinem blut. Schaff in uns ein neues leben, Daß wir uns stets zu dir erheben, Wann uns entfallen will der muth. Geuß aus auf uns den geist, Dadurch die liebe fleußt In die herzen: So halten wir Getren an dir Im tod und leben für und für. Wilhelm Erasmus Arends. 627. Sollt ich meinem Gott nicht singen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen dingen, Wie so gut ers mit mir meint. Ist doch nichts als lauter lieben, Das sein treues herze regt, Das ohn ende hebt und trägt, Die in seinem dienst sich üben. Alles ding währt seine zeit: Gottes lieb in ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen führer, Gibt er mir in seinem wort, Daß er werde mein regierer Durch die welt zur himmelspfort; Daß er mir mein herz erfülle Mit dem hellen glaubenslicht, Das des todes nacht zerbricht Und die hölle selbst macht stille. Alles ding währt seine zeit: Gottes lieb in ewigkeit. 5. Meiner seelen wohlergehen Hat er ja recht wohl bedacht; Will dem leibe noth zustehen, Nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein können, mein vermögen Nichts vermag, nichts helfen kann: Kommt mein Gott und hebt mir an Sein vermögen beizulegen. Alles ding währt seine zeit: Gottes lieb in ewigkeit, 462 Zugabe. 6. Himmel, erd und ihre heere 10. Seine strafen, seine schläge, Hat er mir zum dienst bestellt. Ob sie mir gleich bitter seind, Wo ich nur mein aug hinkehre, Dennoch, wenn ichs recht erFind ich, was mich nährt und wäge, Sind es zeichen, daß hält. Thier und fräuter und mein freund, Der mich liebet, getreide, In den gründen, in mein gedenke Und mich von der der höh, In den büschen, in der schnöden welt, Die uns hart fee: Ueberall ist meine weide. gefangen hält, Durch das kreuze Alles ding währt seine zeit: zu ihm lenke. Alles ding Gottes lieb in ewigkeit. währt seine zeit: Gottes lieb in ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein sorgen Und ermuntert mein 11. Das weiß ich fürwahr gemüth, Daß ich alle liebe mor- und lasse Mirs nicht aus dem gen Schaue nene lieb und güt. sinne gehn: Christenkreuz hat Wäre mein Gott nicht gewesen; seine maße Und muß endlich Hätte mich sein angesicht Nicht stille stehn Wann der winter geleitet: wär ich nicht Aus so ausgeschneiet, Tritt der schöne mancher noth genesen. Alles sommer ein: Also wird auch ding währt seine zeit: Gottes nach der pein, Wers erwarten lieb in ewigkeit. kann, erfreuet. Alles ding währt seine zeit: Gottes lieb in ewigkeit. 12. Weil denn weder ziel noch Ei, so heb ich meine hände Zu ende Sich in Gottes liebe findt: dir, Vater, als dein kind; Bitte, wollst mir gnade geben, Dich aus aller meiner macht Zu umfangen tag und nacht hier in meinem ganzen leben, Bis ich e dich nach dieser zeit Lob und lieb 9. Wie ein vater seinem finde in ewigkeit. Paul Gerhardt. Sein herz niemals ganz ent- 201 zeucht, Db es gleich bisweilen Mel. Wie schön leuchtet der morgenstern. sünde Thut und aus der bahne weicht: Also hält auch mein verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, Will mein fehlen mit der ruth Und nicht mit dem schwerdte rächen. Alles ding währt seine zeit: Gottes lieb in ewigkeit. 628. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, Sm Stande, da dein segen ist, Im stande heilger ehe! Wie steigt und neigt sich deine gab Und alles gut so mild herab Aus deiner heilgen höhe, Wenn sich An gests dich Fleißig halten Jung und 8. Wie so manche schwere plage Wird vom satan h'rumgeführt, Die mich doch mein lebetage Niemals noch bisher berührt: Gottes Engel, den er sendet, Hat das böse, was der feind Anzurichten war gemeint, In die ferne weggewendet. Al les ding währt seine zeit: Gottes lieb in ewigkeit. Zugabe. 463 Alten, Die im orden Eines lebens einig worden.de Söhne Und die Tocken,*) Die den rocken Fein abspinnen Und 2. Wenn mann und weib sich mit kunst die zeit gewinnen. wohl begehn Und unverrückt) Töchter. Typistoang tib beisammen stehn Sm bunde 6. Sei gutes muths: wir sind reiner treue, Da geht das glück in vollem lauf, Da sieht man wie der Engel hauf Jm himmel selbst sich freue. Kein sturm, Kein wurm Kann zerschlagen, Kann zernagen, Was Gott gibet Dem paar, das in ihm sich liebet. ml ball es nicht, Die diesen orden aufgericht; Es ist ein höhrer vater: Der hat uns je und je geliebt Und bleibt, wenn unsre sorg uns trübt, Der beste freund und rather: Anfang, Ausgang Aller sachen, Die zu machen Wir gedenken, Wird er wohl und weislich lenken. 3. Vor allen gibt er seine gnad, In deren schooß er früh und spat Sein hochgeliebten heget. Da spannt sein arm sich täglich aus, Da faßt er uns und unser haus, Gleich als ein vater pfleget. Da muß Ein Fuß Nach dem andern Gehn und wandern, Bis sie kommen in das zelt und siß der from 7. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl Ein stündlein, da man leidensvoll Die thränen läsfet schießen: Jedennoch wer sich in geduld Ergibt, deß leid wird Gottes huld In großen freuden schließen. Siße, Schwiße Nur ein wenig: Unser könig Wird behende Machen, daß die angst sich wende. men. 001 on the 4. Der mann wird einem 8. Wohl her, mein könig, nah baume gleich, An ästen schön, herzu! Gib rath im freuz, in an früchten reich; Das weib nöthen ruh, In ängsten trost gleich einem reben, Der seine und freude! Deß sollst du haben träublein trägt und nährt Und ruhm und preis: Wir wollen sich je mehr und mehr vermehrt singen bester weis Und danken Mit früchten, die da leben. alle beide, Bis wir Bei dir, Wohl dir, O zier, Mannes- Deinen willen Zu erfüllen, Deisonne, Hauseswonne, Ehren- nen namen Ewig loben werden. frone: Gott denkt dein bei sei- Amen. Paul Gerhardi. nem throne. 5. Dich, dich hat er ihm aus- 629. Wie wohl ist mir, o erkorn, Daß aus dir werd her ausgeborn Das volk, das sein reich bauet; Sein wunderwerk geht immerfort, Und seines mundes starkes wort Macht, daß dein auge schauet Schöne Wenn mit so angenehmen freufeeund der seelen, Wenn ich in deiner liebe ruh. Ich steige aus der schwermuthshöhlen Und eile deinen armen zu: Da muß die nacht des traurens scheiden, 464 Zugabe. den Die liebe strahlt aus deiner den felfen mich. Ich traue deibrust. Hier ist mein himmel nen wunderwegen; Sie enden schon auf erden. Wer wollte sich in lieb und segen: Genug, nicht vergnüget werden, Der in wenn ich dich bei mir hab. Jdhy dir suchet ruh und lust! weiß: wen du willst ehrbezieren Und über sonn und sternen führen, Den führest du zuvor hinab. 2. Die welt mag meine feindin heißen: Es sei also; ich trau ihr nicht, Wenn sie mir gleich will lieb erweisen Bei 5. Der tod mag andern düster einem freundlichen gesicht. In scheinen: Mir nicht, weil dir vergnügt sich meine seele: seele, herz und muth In dir, Du bist mein freund, den ich der du verläsfest feinen, O alerwähle; Du bleibst mein freund, lerliebstes leben, ruht. Wen wann freundschaft weicht. Der kann des weges end erschrecken, welthaß kann mich doch nicht Wenn er aus mördervollen hef= fällen, Weil in den stärksten ken Gelanget in die sicherheit? unglückswellen Mir, deine treu Mein licht, so will ich auch mit den anker reicht. freuden Aus dieser finstern wildniß scheiden Zu deiner ruh der ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o freund der seelen, So wohl, wenn ichy mich lehn auf dich! Mich kann welt, noth und tod nicht quälen, Weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche ruh in dem gemüthe Nach deiner unumschränkten güte Des himmels süßen vorschmack sein. Weg, welt, mit allen schmeicheleien! Nichts kann als Jesus mich erfreuen. O reicher trost: mein freund ist mein! Wolfgang Christoph Deßler. 3. Will mich des Moses eifer drücken; Blitzt auf mich des gesetzes weh; Droht straf und hölle meinem rücken: So steig ich gläubig in die höh Und flich in deine seitenwunden; Da hab ich schon den ort gefunden, Wo mich fein fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zu sammen: Du bist mein heil! Wer will verdammen? Die liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die kreuzeswüsten, Ich folg und lehne mich auf dich. Du nährest aus den wolkenbrüsten Und labest aus Ja, komm, Herr Jesu! Amen. 1. Verzeichniß der Liederdichter. Die Zahlen bedeuten die Nummern der von jedem aufgenommenen Lieder. emilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt, geb. 1637, geborne teste Gräfin von Barby, geft. 1706, dichtete 587 Lieder. Das bekannteste davon, 519, ist auf den plößlich bei einer Jagd erfolgten Tod des Herzogs Johann Georg von Sachsen- Eisenach gedichtet. 519. 538.566. Agricola( Schnitter) Johann, geb. zu Eisleben, gest. 1566 zu Berlin als Hofprediger. Er war ein Gesegesstürmer, bereute seine Irrthümer, half das Interim 1548 mit verfertigen. 73. Alberti, Heinrich, geb. 1604 zu Lobenstein, geft. 1688 als Organist zu Königsberg als ein der Sterblichkeit Beflissener." Von ihm sind die Melodien zu seinem und seiner Freunde Dach und Roberthin Lieder. 330. 388. Alberus( Alber) Erasmus, der wetterauische Sänger, geb. zu Sprendline gen bei Darmstadt, besuchte die Schule zu Nidda, dann die Universität zu Wittenberg, wo er Luthers Schüler und Freund ward. Führte die Reformation in seiner Heimath ein, Pfarrer zu Sprendlingen, dann zu Babenhausen. Darauf ward er Hofprediger in Berlin, in Magdeburg, zulcht Mecklenburgischer General Superintendent zu Neu- Brandenburg wo er 1553 starb. Er ward um des evangelisch- lutherischen Beugnisses willen siebenmal vertrieben, ein Feuereiferer für die reine Lehre und wider das Interim, voll heiliger Sehnsucht nach dem liebe.. jüngsten Tag." 6. 29. 76. 343. 414. 415. 428. Albinus, Johann Georg, geb. bei Weißenfels 1624, geft. 1679, Pfarrer zu Naumburg. 389. 400. 465. Albrecht der Jüngere, Markgraf zu Brandenburg- Gulmbach, geb. 1522 zu Unsbach, ein kriegs- und streitlustiger Fürst, der aber nie sein Streitroß bestieg ohne zu beten: Das walt' der Herre Jesus Chrift Mit dem Vater, der über uns ist. Wer stärker ist als dieser Mann, Der komm und thu ein Leid mir an! Des treulosen Churfürsten Morik von Sachsen Verbündeter, dann Feind, floh er geächtet nach Frankreich, wo er arm und krank sich vor Gott in Buße beugte und starb, nach Deutschland zurückgekehrt, reuig und gläubig zu Pforzheim in Baden 1557. In der Verbannung dichtete er 227. Altenburg, Michael, geb. zu Tröchtelborn in Thüringen, geft. zu Erfurt als Pfarrer 1640. 391. Soll auch einzelne Verse von 289 gedichtet haben. 30 466 Ambrosius, der große selbst gegen den römischen Kaiser Theodosius die Kirchenzucht übende Kirchenvater, erst Statthalter, und dann Bischof zu Mailand( 374 bis 397). Von ihm sind bestimmt 12 lateinische Hymnen( 9. 91), nach ihm heißt 311 der Umbrosianische Lobgefang, Beförderer des Kirchengesangs in der abendländischen Kirche. Angelus, Johann, oder Angelus Silesius nannte sich Johann Scheffler, geb. 1624, gest. 1677 zu Breslau. Urzt, nach seinem Uebertritt zur römischen Kirche, Priester und Jesuit. Hat wohl die meisten Lieder vor seinem Uebertritt gedichtet. ,, Papa eus hic angelus, sed bonus" fagt Neumeister. 315. 497. 498. 603. 623. 625. Urends, Wilhelm Erasmus, geb.?, geft. 1721 als Pfarrer zu Halberstadt. 626 Becker, Cornelius, geb. 1561, gest. 1604 zu Leipzig als Pfarrer und Profeffor. 147. 171. 172. Bernhard, Ubt von Clairvaur in Frankreich, Stifter des CistercienserOrdens, der Evangelist des Mittelalters, geb. 1091, geft. 1153. Luther nennt ihn einen wahren gottesfürchtigen und frommen Mönch, der feines Gleichen nicht gehabt. Nach seinen lateinischen Liedern sind 41. 196. 197. 453 gedichtet. Bidem bach, Balthasar, geb. 1533 zu Grünberg in Hessen, des Reformators Brenz Nachfolger als Stiftsprediger zu Stuttgart, gest. 1578. 429, Bienemann s. Melissander. Bindemann, Martin. 262. Birken, Siegmund von,( Betulius), geb. 1626 in Böhmen, von da mit seinem Vater um des evangelischen Glaubens willen vertrieben, lebte und starb 1681 zu Nürnberg, 499. Blaurer( Blaarer) Umbrosius, geb. 1492 zu Conftang, erst Mönch, dann Reformator in Constanz, Ulm, Eslingen und in Würtemberg, ging seiner 3winglischen Lehre halber nach der Schweiz, lebte meist in Winterthur, gest. 1567. Von ihm soll 268 sein. Blaurer Thomas, um 1540. 117. Böhme( Behemb) Martin, aus Lauban in der Lausik geb. 1557, Oberpfarrer daselbst, gest. 1622. Von ihm 300 Reimgebete. 61. 207. Böhme, David, geb, 1605, geft. 1657, Pfarrer zu Bernstadt in Schlesien. 225. Böhmische Brüder, die geläuterten Reste der Hussiten an der Oſt grenze Böhmens, seit 1467 eine kirchliche Gemeinde. Ihr Ober- Bischof Lucas gab 1501 das erste Gesangbuch in böhmischer Sprache mit 400 Liedern heraus. Ihr Pfarrer Michael Weiß oder Weisse übersehte eine Unzahl davon ins Deutsche und gab sie mit eigenen Liedern 1531 heraus. Luther lobte sie und viele wurden in die lutherischen Gesangbücher aufgenommen. 30. 49. 224. 333, 362. 413. 461. Cäsar, Heinrich, Pfarrer zu Leuenhagen in Preußen, sonst unbekannt. 350. Calisius, Johann Heinrich, geb. 1633 zu Wohlau in Schlesien, Pfarrer zu Göppingen, dann zu Sulzbach( Würtemberg), geft. 1698. 462. Capito( Köpfel) Wolfgang, geb. 1478 zu Hagenau im Elsaß, Reformas tor in Basel, Hofprediger des Erzbischofs Albrecht von Mainz, zulegt Professor und Pfarrer zu Straßburg, gest. 1511 an der Pest. 287. Christian II. Churfürst zu Sachsen, geb. 1583, geft. 1611. 208. Christina, Prinzessin von Mecklenburg- Schwerin, geb. 1639, geft. 1693. 597, 467 Chyträus( Kochhafe) Nathan, geb. 1543 in der Unterpfalz, Professor zu Rostock, Rector zu Bremen, geft. 1599. ,, Vom Schifflein Christi." 275. Clauder, Israel, geb. 1670 zu Delizsch in Sachsen, Inspector und Hofprediger zu Darmstadt, darauf Pfarrer zu Halberstadt, Bielefeld, gest. 1721. 558. Clausniger, Tobias, geb. 1619 zu Thun bei Unnaberg, im 30jährigen Kriege von 1644 an schwedischer Feldprediger, dann Pfarrer zu Weyden ( Oberpfalz), geſt. 1681. 3. Connov, Christian Friedrich, geb. 1612 zu Brandenburg, Rector der Schulen zu Prißwalk und Tangermünde, gest. 1682 an der Pest. 548. Creußiger, Elisabetha, Ehegattin des Professors der Theologie Caspar Creuziger zu Wittenberg, eine große Liederfreundin, gest. 1558. 190. Dach, Simon, geb. 1605 zu Memel in Preußen, erst Lehrer an der Domschule, später Professor der Dichtkunst an der Universität zu Königsberg, früher weltlicher, späterhin ausschließlich geistlicher, auf die Ewigkeit gerichteter Dichter, geft. 1659. 402. 461.560. Dachstein, Wolfgang, im 16. Jahrhundert, Organist und Vicarius zu Straßburg. 146. 181. Decius, Nicolaus, Mönch in Wolfenbüttel, bekannte sich zur evanges lischen Lehre, Lehrer in Braunschweig, 1524 Pfarrer in Stettin, ſoll 1529 von den Katholischen vergiftet worden sein. Ein Meister im Harz fenspiel, von dem auch die Melodien zu seinen Liedern. 51. 312. Denicke, David, geb. 1603 zu Zittau in Sachsen, Consistorialrath in Hans nover, gab mit Just Gesenius das Hannoversche Gesangbuch heraus, geft. 1680. 449.504. Deßler, Wolfgang Christoph, geb. 1660 zu Nürnberg, anfangs wie sein Vater Goldschmied, studirte dann wegen Kränklichkeit, Lehrer an der Schule zu Nürnberg, für die er arbeitete und betete, gest. nach zweijähriger Krankheit 1722. 629. Dilherr, Johann Michael, geb. 1604 zu Themar in Thüringen, Profeffor in Jena, Prof. und Pfarrer in Nürnberg, gest. 1669. 319. Drese,( Dresen) Adam, geb. um 1630, anfangs Gapellmeister zu Weimar, durch Speners und Luthers Schriften bekehrt, später in Arnstadt, gest. 1718. Bon ihm Lied und Melodie 523. Eberus,( Eber) Paul, geb. 1511 zu Kihingen in Franken, der treue Freund und Gehülfe Melanchthons( Repertorium Melanchthonis), Professor und General Superintendent zu Wittenberg, gest. 1569. 40. 98. 240. 358. 368. 621. Englisch,(?) Johann. lebte um 1560. 96. Fabricius, Jacob, geb. 1593 in Pommern, Feldprediger des Königs Gustav Adolf von Schweden, soll deffen Feldliedlein" 289. B. 1. 4. 8 in deutsche Reime gebracht haben, später General Superintendent in Stettin, gest. 1654. Fleming, Paul, geb. 1606 zu Hartenstein im Voigtlande, Arzt, einer der bedeutendsten weltlichen Dichter seiner Zeit, dichtete 536 vor Antritt einer Gesandschaftsreise nach Moskau, ging später auch mit nach Ispahan in Persien, gest. 1640 in Hamburg 536. 2 Flittner, Johann, geb. 1618 zu Suhla in Thüringen, Cantor und Dia conus zu Grimmen in Neu- Vorpommern, gest. auf der Flucht in Stralfund 1678. 251, 258. 286, 476. 30* 468 Förtsch, Fasilius, geb. zu Roßla in Thüringen, Pfarrer zu Gumperda bei Orlamünde, gest. 1619.( 69) 135. Fortunatus, Venantius, aus Oberitalien, Bischof von Poitiers, gest. 600. Lateinische Festlieder 70. Franzisci,( Finx) Erasmus, geb. 1627 zu Lübeck, lebte und starb zu Nürnberg, 1694. 567. Franck, Johann, geb. 1618 zu Guben in der Nieder- Lausit, Anwalt und Bürgermeister dafelbst, gest. 1677. 110 geistliche Lieder. Nächst Paul Gerhardt einer der ersten geistlichen Dichter. 85. 94, 123, 128. 132. 158 (?) 163. 217. 250. 254. 321. 351. Franck, Melchior, geb. zu Zittau um 1580, Kapellmeister in Coburg, vers fertigte die Melodien zu Meyfarts Liedern, geft. 1639. 78. Frant, Michael, geb. 1609 zu Schleusingen in Thüringen, konnte wegen Armuth nicht weiter studiren, 12 Jahre Bäcker in Heldburg,-dann 4 Jahre Bäckergeselle in Coburg, endlich 1644 Lehrer an der Stadtschule daselbst, gekrönter Dichter( Freund des Kreuzes"), gest. 1667. 380. 404. 419. 561.610. Franck, Salomon, geb. 1659 zu Weimar, Consistorial- Secretär daſelbst, geft. 1725. 575. Freystein, Johann Burchard, ein durch Speners Predigten erweckter Jurist, Justizrath in Dresden, geft. 1720. 531. Fritsch, Uhasverus, geb. zu Mücheln bei Merseburg 1629, gerieth wäh rend des 30jährigen Krieges 6 mal in Feindeshand, studirte die Rechte, zulegt Consistorial- Präsident und Canzler zu Rudolstadt, ein frommer und gewandter Staatsmann, schrieb über 300 geistliche und weltliche Schriften, Stifter der ,, fruchtbringenden Jefus- Gesellschaft", geft. 1701. 500. Fröhlich, Bartholomäus, Pfarrer zu Perleberg in der Priegniß, gest. 1587, 393. Fuger( Füger, Fugger) Caspar, geb. zu Dresden, Conrector und Diaconus daselbst, gest. 1617. 27. Gerhard, Paul, geb. 1606 zu Gräfenhainichen in Sachsen, erst Pfarrer zu Mittenwalde, dann 1657 zu Berlin, 1667 vom reformirten großen Churfürsten abgesetzt, ein Muster lutherischer Treue im Bekenntniß, nächst Luther der größte Kirchenliederdichter, 1669 Pfarrer zu Lübben im Gebiete des Herzogs von Merseburg; gest. 1676. Sein Testament an seinen einzigen Sohn schloß er mit den Worten: ,, Summa: bete fleißig, studire was ehrliches, lebe friedlich, diene redlich und bleibe in deinem Glauben und Bekenntniß redlich, so wirst du einmal auch sterben und von dieser Welt scheiden williglich, fröhlich und seliglich. Umen". Seiner Lieder sind 120, außer 3 neuerdings aufgefundenen. 11. 12. 34. 42. 88( abgekürzt) 89, 161. 196, 197, 220. 223. 226. 261. 263. 279, 280, 281, 323. 336. 352, 436. 453. 459, 514. 524. 588, 612. 617. 618. 627. 628. Gesenius, Justus, geb. 1601 zu Esbeck( Hannover), General- Superintendent und Hofprediger zu Hannover, gest. 1671. Gab mit Denicke das Hannoversche Gesangbuch heraus, worin zuerst ältere Lieder nach Opig'schen Grundsägen über Reinheit der Sprache verändert wurden. 194. 529. Gesius, Bartholomäus, um 1600, Cantor zu Frankfurt an der Oder. 8. 69. Gigas,( Heune) Johann, geb. 1514 zu Nordhausen, erster Rector der Schulpforte, Pfarrer zu Freystadt und Schweidnie, geft. 1581. 305. 307. 469 Gotter, Ludwig Andreas, geb. 1661 zu Gotha, Hof- und Assistenzrath daselbst, gest. 1735. 574.584. Gramann oder Graumann( Poliander) Johann, geb. 1487 zu Neustadt in Baiern, Ecks Schreiber bei der Leipziger Disputation 1519, dann zu Wittenberg bei Luther, Pfarrer in Königsberg, half die Reformation in Preußen einführen, kämpfte viel gegen die Schwärmer, geft. 1540 oder 1541. 164 für den Herzog Albrecht von Preußen gedichtet, dessen sowie mancher frommen Fürsten Lebens- und Sterbenslied es gewesen ist. Greding, Johann Ernst, geb. 1676 zu Weimar, Rector der lutherischen Schule zu Hanau, Pfarrer in Altheim bei Dieburg, gest. 1748. 551. Greitter, Matthäus, Cantor zu Straßburg, gest. 1550. 144. 156. 167. 168.170. Groß,( Major) Johann, geb. 1564 in Thüringen, Superintendent und Professor zu Jena. 3u 120 Vers 7. 8. Gustav Adolf, König von Schweden, geb. 1594, gest. 1632 in der Schlacht bei Lügen, soll die 3 Verse von 289 in Prosa verfaßt haben, f. Fabricius. Hagenbruch, Bernhard 109. Hagius, Peter, aus dem Hennebergischen gebürtig, seit 1602 Rector der Schule zu Königsberg in Pr., dann gräflich Erbachischer Rath und Umt= mann zu Breuberg, gest. 1620. 79. Harsdörffer, Georg Philipp, geb. 1607 zu Nürnberg aus vornehmem Geschlechte, Rathsherr daselbst, Stifter des Blumenordens zur Verehrung Gottes und Förderung deutscher Treue, sowie Cultivirung der deutschen Sprache", geft. 1658. 259. 348. Haßlocher, Johann Adam, geb. 1645 zu Speyer, Hofprediger und Consistorialrath zu Weilburg, gest. 1726. 451.510. Heermann, Johann, geb. 1585 zu Rauden in Niederschlesien, als Schüler zu Fraustadt in des Valerius Herberger Hause, gekrönter Dichter, Pfarrer zu Köben in Schlesien, in fortwährender Leibesschwachheit, Noth des 30 jährigen Krieges und der Pest, so wie Verlust von Weib und Kind, 11 Jahre vor seinem Tode mußte er das Predigen aufgeben, geft. 1647. Wenige Dichter haben so wie er geduldet und Undere dulden gelehrt. Etwa 400 Lieder. 38. 56. 57. 122. 126. 130. 193. 221. 244. 257. 293, 302. 392. 395. 410. 412. 430. 435. 446, 543, 582.590. Hegenwalt, Erhard, vielleicht ein Würtembergischer Theologe, der die Schmalkaldischen Artikel 1537 mit unterschrieb. 155. 180. Held, Heinrich, geb. zu Guhrau in Schlesien, Rechtsgelehrter daselbst, gest. 1643. 195. Helder, Bartholomäus, aus Gotha, Pfarrer zu Remstädt, gest. 1635. 438. Helmbold, Ludwig, geb. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, Superintendent daselbst, geft. 1598, vom Kaiser Maximilian II. gekrönter Dichter. Viele lateinische und deutsche Gedichte für Kirche, Schule und Haus. 28. 100. 216, 249, 292. 318. 325. 385. Herberger, Valerius, geb. 1562 zu Fraustadt in Großpolen, Pfarrer am Kripplein" Christi daselbst, dichtete während der Pest, welche 17 Jahre dauerte in Folge des 30jährigen Krieges, 386, geft. 1627. 386. Hermann, Nicolaus, des Matthesius im Joachimsthal( Böhmen) Cantor und Freund, dichtete für Kinder und Haus und für seine Bergleute; Musiker und Beförderer des Kirchengesanges, geft. 1561. 26, 67, 68, 77, 118, 246, 301, 347, 357, 367, 411. 552, 470 Herzog, Johann Friedrich, geb. 1648 zu Dresden, Rechtsgelehrter, gest. 1699. 466. Heffe, Johann, geb. 1490 zu Nürnberg, nach hohen päpstlichen Wemtern erster lutherischer Pfarrer in Breslau, Versorger der Urmen, gest, 1547. auf der Kanzel vom Schlage gerührt. 376. Heyd,( Heyden) Sebaldus, geb. 1498 zu Nürnberg, Rector der Schule daselbst, gest. 1561. 46. 131, 162.( in Pestzeit gedichter) Hodenberg, Bodo von, Landdrost zu Osterrode am Harz um 1640. 356. Höfel, Johann, geb. 1600 zu Uffenheim in Franken, Rechtsconsulent der Reichsstadt Schweinfurt, gest. 1683. 463. Hörnigk, Ludwig von, aus Darmstadt, Arzt zu Frankfurt am Main. 374. ( 1633 gedruckt). Hofmann, Gottfried, geb. 1658 in Schlesien, flüchtete als Kind mit seiz nen Eltern vor den Jesuiten nach Sachsen, Rector der Schulen zu Lauban, Zittau ,,, ein sich selbst, und die ihn hören, selig zu machender Schullehrer," geft. 1712. 458. Hojer, Conrad, um 1612. 242. Homburg, Ernst Christoph, geb. 1605 zu Mühla bei Eisenach, RechtsConsulent zu Naumburg, geft. 1681, den das Hauskreuz" dichten lehrte. 10. 59. 99. 183. Huber,( Huober, Hubert) Konrad, gest. 1557., Pfarrer zu Straßburg. 101. 151. Hunold, Michael, geb. 1621 zu Leißnig in Sachsen, Pfarrer zu Rochlik, geft 1672. 605. Huß, Johann, der böhmische Reformator, geb. 1373 in Böhmen, Pfarrer und Professor zu Prag, verbrannt auf der Kirchenversammlung zu Gostnig 1415, dichtete in böhmischer Sprache. Sein Lied 133 hat Luther verbessert. Janus, Martin, Pfarrer zu Sorau in Schlesien, geft, 1678. 255. Johann Friedrich der Großmüthige, Churfürst zu Sachsen, geb. 1503, geft. 1554 zu Weimar, Luthers Freund, der standhafte Bekenner, der um seines Glaubens willen Land und Leute verlor, ja sein Leben hins geben wollte. Ihm wird wohl mit Unrecht 268 zugeschrieben. s. Blaarer. Jonas, Justus, geb. 1493 zu Nordhausen, Luthers treuer Gehülfe, Profeffor zu Wittenberg, Pfarrer zu Halle, Coburg, Eisfeld, gest. 1555. 174. 201.( B. 4-6). Karl der Große, erster deutscher Kaiser( 771-814), eifriger Beförderer des( Gregorianischen) Kirchengefanges, errichtete Gefangschulen, dichtete lateinisch) 82. Keßler, Andreas, geb. 1595 zu Coburg, General- Superintendent zu Coburg, gest. 1643. 265. Keymann, Christian, geb. 1607 in Böhmen, Rector der Schule in Zittau ( Sachsen), geft. 1662, 206, 209. Knoll, Christoph, geb. 1563 zu Bunzlau( Schlesien), Pfarrer zu Sprottau( Schlesien). 370( zur Pestzeit 1599). Knöpfen,( Cnophius) Andreas, Beförderer der Reformation in Pommern und Liefland, erster lutherischer Pfarrer zu Riga. 1522. 139. 149. 231(?). Knorr von Rosenroth, Christian, geb. 1636 in Schlesien, Geheimer Rath des Pfalzgrafen zu Sulzbach, gest. 1689, 505. 555. Kohlros( Rhodanthracius) Johann, in Niedersachsen, soll 1558 geftor: ben sein. 178, 328. 471 Lange, Joachim, geb. 1670 zu Gardelegen in der Ultmark, Professor der Theologie zu Halle, geft. 1744. 559. Lange, Johann Christian, geb. 1669 zu Leipzig, Professor in Gießen, General- Superintendent zu Idstein, geft. 1756. 478. 568. Lassenius, Johann, geb. 1636 in Pommern, Hofprediger und Professor zu Kopenhagen, gest. 1692. 587. 324. Lindemann, Johann, von 1580 an Cantor in Gotha, gest. 1630. Liscovius, Salomo, geb. 1640 in der Niederlausis, Pfarrer in Wurzen ( Sachsen), gest. 1689. 596.606. Lobwasser, Umbrosius, geb. 1515 zu Schneeberg( Sachsen), Rath zu Königsberg in Preußen, übersetzte die Psalmen aus den französischen Versen ins Deutsche, welche lange Zeit das einzige Gesangbuch der Reformirten waren; gest. 1585. 228. Lochner, Karl Friedrich, geb. 1634 zu Nürnberg, Pfarrer zu Fürth, gest. 1697, 506. Löwenstern, Matthäus Upelles von, geb. 1594 in Schlesien, Staatsrath des Herzogs von Münsterberg, geft. 1648. 354. Louise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, geb. 1627 im Haag, Tochter des Prinzen von Oranien, 1646 Gemahlin des großen Kurfürsten, gest. zu Berlin 1667, eine gottselige, demüthige, um Underer leibliches und geistliches Wohl besorgte Fürstin. 72. 445. Ludämilia Elisabetha, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt, geb. 1640, gest. als Braut 1672 auf einen Tag mit ihrer Schwester. Von ihr 207 Lieder. 509. 607. Luther, Dr. Martin, geb. 10. Nov. 1483, gest. 18. Febr. 1546 zu Eisleben, Professor und Pfarrer zu Wittenberg, der große Reformator. Seine 36 Lieder sind theils Bearbeitungen von Psalmen und andern Schriftstellen, theils Uebersegungen alter lateinischer, theils Verbesserungen deutscher Volksgesänge, theils frei gedichtet. Ein Katholik sagte: ,, Luthers Lieder haben mehr Seelen verderbt als seine Schriften und Predigten." Auch Melodien sind von ihm, ganz sicher die zu 93. 106. 154, wahrscheinlich noch zu 6-12 andern. 9. 16. 17. 18. 19. 44. 63. 64. 81. 82. 91. 104. 105. 106, 115, 133, 134. 143, 145, 154, 159, 173. 178. 179. 189. 201.( V. 1-3). 202. 311. 373. Majors. Groß Maria, Königin von Ungarn, Kaiser Karts V. Schwester, geb. 1505, schon 1526 Wittwe des Königs Ludwig von Ungarn, an welche Luther mehrere Trostschreiben richtete. Das Lied 243 ist entweder von ihr selbst oder doch auf ihren Namen gedichtet. Mathesius, Johann, geb. 1504 zu Rochlik( Meißen), Luthers Schüler und Tischgenosse zu Wittenberg, dessen Leben er auch in 16 Predigten erzählt hat, anfangs Rector der Schule, später Pfarrer im Joachimsthal( Böhmen), wurde auf der Kanzel vom Schlage gerührt, als er vom Jüngling zu Nain predigte, und starb 3 Stunden darauf 1565. 114. 326. 366. Meisterin, Unna Margaretha, eine Sängerin, 1675 zu Giebichenstein bei Halle als eine Kindesmörderin enthauptet, wo sie auf dem Richtplak vier von ihr verfertigte Lieder sang. 405. Melanchthon, Philipp( Schwarzerd), Luthers Freund und Gehülfe, der Lehrer Deutschlands, geb. 1497 zu Bretten( Baden), Professor zu Wittenberg, gest. 1560. Von ihm lateinische Lieder( 98. 240). Melissander, Caspar( Bienemann), geb 1540 zu Nürnberg, Hofmeister 472 der Prinzen von Sachsen zu Weimar, General- Superintendent zu Altenburg, geft. 1591. In den theologischen Streitigkeiten zweimal abges segt und Landes verwiesen. 387. Meußlin, Wolfgang( Mösel, Mosel) soll Musculus sein, geb. 1497 in Lothringen, anfangs Mönch, durch Luthers Schriften für die evange lische Lehre gewonnen, arbeitete anfangs als Weber in Straßburg, während seine Frau diente, Pfarrer erst bei, dann in Straßburg, Augsburg, der Schweiz, gest. 1563 Professor in Bern. 148.344. Meyfart, Johann Matthäus, geb. 1560 im Gothaischen, Rector des Gymnasiums zu Coburg, Professor und Pfarrer zu Erfurt, gest. 1642. Sein Leben fällt in die Drangfale des 30jährigen Krieges. 276. 408, 619. Möckel, Johann Friedrich, geb. 1661 zu Culmbach, Pfarrer zu Steppach ( Franken), geft. 1729. 594. Moller, Martin, geb. 1547 bei Wittenberg, Pfarrer zu Görlik, verlor ein Jahr vor seinem Tode sein Gesicht, predigte aber doch fort bis an sein Ende 1606. 41. 241. 394. 550. Müller, Heinrich, unbekannter Dichter von 48 aus dem 16. Jahrhundert. 48. Müller, Heinrich, geb. 1631 zu Lübeck, Professor und Superintendent zu Rostock, drang wie Arnd und Spener auf ein eifriges Christenthum, geft. 1675. 284. 285. 455. Mülmann, Johann, geb. 1573 zu Pegau( Sachsen), Professor und Pfarrer zu Leipzig, geft. 1613. 264. 338. Nachtenhöfer, Caspar Friedrich, geb. 1624 zu Halle, Pfarrer zu Coburg, gest. 1685. 611. Neander, Joachim, Speners Freund, der bedeutendste Dichter der refor mirten Kirche, geb. 1640 zu Bremen, Rector der Schule zu Düffeldorf, von da vertrieben, Pfarrer zu Bremen, von ihm auch manche Melodie, gest. 1680. 468. 472. 484. 485, 486. 487, 488. 490, 461. 492, 493, 522. 533. 534. 546. 549. 576. 577. 579. Neumann, Caspar, geb. 1648 zu Breslau, Pfarrer und Professor dafelbst, gest. 1715. Seine Lieder sind seinem Kern aller Gebete" ange: hängt. 452. Neumard, Georg, geb. 1621. zu Mühlhausen, nach mancherlei Noth und Armuth Bibliothekar zu Weimar, geft. 1681. 238. 413. Neumeister, Erdmann, geb. 1670 bei Weißenfels, Pfarrer zu Sorav, dann zu Hamburg, gest. 1756. 620. Neuß, Heinrich Georg, geb. 1654 zu Elbingerode am Harz, Superintens dent zu Wernigerode, gest. 1716. 598. Nicolai, Jeremias, geb. zu Mengeringhausen in Waldeck, Pfarrer daſelbst 420. Nicolai, Philipp, des Vorigen Bruder, geb. 1556 zu Mengeringhausen ( Waldeck), erst Pfarrer daselbst, dann zu Hardeck, Köln, Wildungen, Unna in Westphalen, wo er während der Pest schrieb den, Facudenspie: gel des ewigen Lebens", darin seine Lieder stehen, zuleht zu Hamburg, geft. 1608, Kämpfer für die lautere Lehre gegen Katholiken und Reformirte. 205( Anfangebuchstaben der 7 Verse bedeuten den Namen seines früheren Landesherrn: Wilhelm Ernft Graf und Herr zu Waldeck) 384. 418. Es sind Lieder im höhern Chor", vieler Frommen Freud- und Sterbelieder. Dehler( Deler) Ludwig, zu Straßburg, im 16. Jahrhundert. 138. 140. 473 Olearius, Johann, geb. 1611 zu Halle, Hofprediger daselbst, GeneralSuperintendent zu Weißenfels, gest. 1684. 457. 496. 573. Opik, Martin, geb. 1597 zu Bunzlau, gest. als Secretär und Rath zu Dangig 1639, der Vater der heutigen, deutschen Poeterei." 142. 471. Pappus, Johann, geb. 1549 zu Lindau am Bodensee, Professor und Pfarrer zu Straßburg, gest. 1610. 369. Pfefferkorn, Georg Michael, geb. 1646 im Eisenachischen, Superintendent zu Gräfen- Tonna, gest. 1732. 440.537. Pollio, Symphorianus, ein Straßburger Theologe um 1525. 7. Polianders. Gramann. Prätorius, Benjamin, aus Weißenfels, Pfarrer zu Großlissa bei Deligsch um 1660. 532. Reimann, Georg, aus Lemberg in Schlesien, kaiserlicher Rath, geft. 1615. 253. Reißner( Reußner) Adam, geb. 1471, Geheimschreiber des Georg von Freundsberg, Rechtsgelehrter, lebte und gest. zu Frankfurt am Main 1563. 150. Rifisch, Georg. 409. Rinckart, Martin, geb. 1586 zu Eilenburg( Sachsen), Pfarrer daselbst während des ganzen 30jährigen Krieges( 1618-1648), geft. 1649, begleitete in der Pestzeit 4480 Personen zu Grabe, speiste Tausende. 320. Ringwaldt, Bartholomäus, geb. 1530 zu Frankfurt a. d. Oder, Pfarrer zu Langfeld in der Neumark, gest. um 1598, ein gar eifriger Zeuge der Wahrheit. 127. 213. 334. 361, 371, 416. 431. Rist, Johann, geb. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, Pfarrer zu Wedel an der Elbe, gest. 1667, der fruchtbarste Dichter seiner Zeit. 32 43( abgekürzt). 53. 58. 87. 121. 137. 277. 299. 304. 314. 339, 342. 423. 424. 425, 441. 444. 477. Rodigast, Samuel, geb. 1649 zu Gröben bei Jena, Rector des Gymnasiums zu Berlin, gest. 1708. Das Lied 239 dichtete er zu Jena für seinen todtkranken Freund, den Cantor Severus Gaftorius, welcher die Melodie dazu machte und es bei seiner Beerdigung zu singen befahl. 239. Rollenhagen, Georg, geb. 1542 zu Bernau in der Mark, Rector und Prediger zu Magdeburg, gest. 1609. 125. Rutilius, Martin, geb. 1550 zu Düben, Pfarrer zu Weimar, gest. 1618. 120( V. 1-6). Sacer, Gottfried Wilhelm, geb. 1635 zu Naumburg, ein frommer Rechtsgelehrter, Kammerconsulent zn Braunschweig, gest. 1699. 518.608. Sachs, Hans, geb. 1494 zu Nürnberg, Schuhmacher und Meistersänger daselbst, gest. 1576. 245. Sandörfer, Johann,( Sanfdörfer), im 16. oder 17. Jahrhundert. 248. Saubertus, Johann, geb. 1592 zu Altdorf, Pfarrer zu Nürnberg, geft. 1646. 401. Schade, Johann Caspar, geb. zu Kühndorf im Hennebergischen 1666, Francke's und Speners Freund, Pfarrer zu Berlin mit Spener an einer Kirche, welcher ihm die Leichenrede hielt über: der Eifer um dein Haus hat mich gefressen", geft. 1698. 557.569. Schalling, Martin, geb. 1532 zu Straßburg, studirte unter Melanchthon zu Wittenberg, erst Pfarrer in der Oberpfalz, dann zu Nürnberg, geft. 1608. 379.( Von dem 2. Verse sagt Gellert, daß er mehr werth sei als ganze Bände ,, neuer" Lieder). 474 Schechs, Jakob Peter, geb. 1607 bei Nürnberg, Pfarrer in Nürnberg, geft. 1659. 256. Schein, Johann Hermann, geb. 1586 zu Grünhayn bei Zwickau, Cantor zu Leipzig, geft. 1631, ein berühmter Musiker. 539. Schenk, Hartmann, geb. 1634 zu Ruhla bei Eisenach, Pfarrer zu Ostheim vor der Rhön und Völkershausen, geft. 1681. 5b, Schenck, Heinrich Theobald( oder Theodor), geb. bei Alsfeld, Pfarrer zu Gießen, gest. 1727. 528. Schererz, Sigismund, geb. 1584 zu Annaberg, Pfarrer zu Prag, mußte von da fliehen, Superintendent zu Lüneburg, gest. 1639. 434. Schirmer, Michael, geb. 1606 zu Leipzig, Conrector zu Berlin, gest. 1673. 13. 397. 448. Schmolck, Benjamin( Schmolke), geb. 1672 zu Brauchitschdorf in Schlefien, Pfarrer zu Schweidnig. Als ihm der Schlag 1730 feine ganze rechte Seite gelähmt hatte, predigte er doch 5 Jahre noch fort, und weil er später erblindete, ließ er sich auf die Kanzel tragen, darauf war er 2 Jahre lang bettlägerig und starb 1737. Einer der fruchtbarsten Dichter für die Kirchen- und Hausandacht. Seine 1188 Lieder erschienen nach und nach in 16 Sammlungen. 515. 572. Schmuck, Vincentius, geb. 1565 zu Schmalkalden, Professor und Superintendent zu Leipzig, geft. 1628. Hat Böschensteins Lied verbessert. 50. Schneegaß, Cyriacus, Pfarrer zu Friedrichsrode im Gothaischen, gest. 1597, 36. 141. 288. Schneesing, Johann,( Chiomosus), aus Frankfurt am Main, 1534 Pfarrer zu Friemar bei Gotha, geft. 1567. 119. Schottel, Juftus Georg, geb. 1612 zu Eimbeck, Hof- und Kirchenrath zu Wolfenbüttel, geft. 1676. 272. Schröder, Johann Heinrich, geb. 1666 zu pallerspringe( Hannover), Pfarrer zu Meseberg im Magdeburgischen, gest. 1728. 479.616. Schük, Johann Jacob, geb. 1640 zu Frankfurt am Main, verschiedener Reichsstädte Rath und Rechtsconsulent daselbst, Speners vertrautefter Freund, zulett Separatist, gest. 1690. Sein einziges Lied erschien 1673. 562. Schupp, Johann Balthasar, geb. 1610 zu Gießen, Professor und Superintendent zu Marburg, hielt die erste Friedenspredigt 1648 zu Münster, Pfarrer zu Hamburg, geft. 1661. 332. Schwämtein, Georg Christoph, geb. 1632 zu Nürnberg, Rector der Schule daselbst, geft. 1705. 467. Scriver, Christian, geb. 1629 zu Rendsburg in Holstein, Heinrich Müllers Schüler in Rostock, Pfarrer zu Stendal in der Mark, von 1667 bis 1690 in Magdeburg, Oberhofprediger zu Quedlinburg, gest. 1693. Der ,, Thisbiter von der Elbe", einer der frömmsten und geistreichsten Theologen der lutherischen Kirche, ein gewaltiger Beter und Prediger. 527. Sedulius, Cölius, aus Irland um 450. Luther hat nach seinem lateinischen Gedichte 2 Lieder deutsch bearbeitet. 16. 44. Selneccer, Nicolaus, geb. 1530 zu Hersbruck bei Nürnberg, Melanchthons Schüler zu Wittenberg, Hofprediger in Dresden, durch die Crypto:( d. i. heimlichen) Calvinisten vertrieben, Professor in Jena, seines Amtes hier entseßt, Professor in Leipzig, darauf General- Superintendent zu Wolfenbüttel, wo er die Reformation der braunschweigischen Kirche durchführte, dasselbe that er darauf in Oldenburg, nach Leipzig zurückgerufen verfaßte er mit den würtembergischen und braun 475 schweigischen Theologen 1577 die Concordienformel, mußte vor den Calvinisten aus Sachsen flüchten, Superintendent zu Hildesheim, ordnete die Kirche in Ostfriesland, schlichtete Streitigkeiten in Minden und Augsburg, nach Leipzig zurückberufen starb er am fünften Tage nach seiner Ankunft 1592, ein frommer und sanftmüthiger Mann, aber kein Wetterhahn und Wendehals in der Lehre christlicher Religion", zum täglichen Gebete hatte er sich 622 gedichtet, ein Kenner und Pfleger der heiligen Musik. 112. 157(?). 185. 212(?). 363. 406. 622. Sieber, Justus, geb. 1628 zu Eimbeck, Pfarrer zu Schandau in Sachsen, geft. 1695. 267. 469. 564. Siegfried, Johann, geb. 1564, Superintendent zu Schleiz, geft. 1637., 382( von einigen dem Joh. Leon zugeschrieben), Solius, Christophorus, zu Luthers Zeit Pfarrer in Straßburg. 74. Spener, Philipp Jacob, geb. 1635 zu Rappoltsweiler im Ober- Elsaß, zuerst Prediger und Professor in Straßburg, 1666 Senior des geistlichen Ministeriums in Frankfurt am Main, führte die Katechismusübungen und die Confirmationsfeier ein, hielt zuerst Erbauungsstunden in seinem Hause, durch Wort und Schriften ein Wecker vieler Seelen, ein helles Licht in der lutherischen Kirche; 1686 Oberhofprediger in Dresden, ein Warner und Wecker auch seines Kurfürsten, der sich darum seiner zu entledigen suchte, daher ward Spener 1691 nach Berlin als Probst und Consistorialrath berufen, half die Universität Halle gründen, starb 1705, ein gewaltiger Beter, der geistliche Vater vieler Seelen, der geistliche Rathgeber fast von ganz Deutschland, voll Weisheit und Sanft muth, voll Leben und Wissen aus Gott, der demüthige Urheber einer großen Bewegung in der evangelischen Kirche. 71. Spengler, Lazarus, geb. 1479 zu Nürnberg, seit 1507 Rathsschreiber dafelbst, gest. 1534, einer der frühesten und eifrigsten Beförderer der Reformation, Luthers Freund, der auch sein Glaubensbekenntniß herausgab. 187. Speratus, Paul, geb. 1484 aus der schwäbischen Familie von Spretten, Lehrer und Prediger des lautern Wortes Gottes in Salzburg, Wien, Iglau in Mähren, von wo er nach Errettung aus vielen Verfolgungen 1523 nach Wittenberg zu Luther kam, 1525 Hofprediger des Herzogs Albrecht von Preußen und Bischof von Pomefanien, führte mit Graumann die Reformation in Preußen ein, gest. 1554. 188. Ungewiß, ob auch 215. Stegmann, Jofua, geb. 1588 zu Sulzfeld in Franken, Superintendent und Professor zu Rinteln, gest. 1632. 337. 355. Steuerlein, Johann, geb. 1546 zu Schmalkalden, Stadtschultheiß zu Meiningen, gest. 1613. 39. V. 1. 2. Stockmann, Paul, geb. 1603 zu Lügen, Pfarrer daselbst, gest. 1636 an der Pest. 526. Stolberg, Anna Gräfin von, um 1600, foll 377 gedichtet haben, welches Undere dem Simon Graf zuschreiben. Tafinger, Wilhelm Gottlieb, geb. 1691 zu Vaihingen in Würtemberg, Prälat und Stiftsprediger zu Stuttgart, gest. 1757, 599. Tapp, Jacob, Superintendent zu Schöningen im Braunschweigischen um 1620. 39. V. 4-6. Thilo, Valentin, der Jüngere, geb. 1607 zu Königsberg, Professor der Redekunst daselbst, gest. 1662. 15. 476 Titius( Tiege), Christoph, geb. 1641 in Schlesien, Pfarrer zu Hersbruck bei Nürnberg, geft. 1703. 219. 508. 525. Tig, Joh. P. Willst du in der Stille singen. Vischer( Fischer) Christoph, aus dem Joachimsthale, 1555 Superintendent zu Schmalkalden, General Superintendent zu Celle, gest. 1600.60. Vogel, Johann, geb. 1589 zu Nürnberg, Rector der Schule daselbst, gest. 1663. 5. Bogther, Heinrich, um 1616. 182. Waldis, Burcard, im 16. Jahrhundert, eine Zeitlang Hofprediger der Landgräfin Margaretha von Hessen, lebte in drückender Armuth. 165. Walther, Johann, Luthers Freund, Kapellmeister der Kurfürsten von Sachsen zu Wittenberg und zu Dresden, lebte noch 1566, gab das erste lutherische Choralbuch 1524 heraus. 422. Weber, Jeremías, geb. 1600 zu Leipzig, Pfarrer und Professor zu Leipzig, geft. 1643. 276. V. 9. Weber, Paul, geb. 1625 zu Lauff bei Nürnberg, Pfarrer zu Nürnberg, geft. 1696. 433. Wegelin, Josua, um 1633 Pfarrer in Augsburg, in Presburg in Ungarn, geft. 1640(?) 80.340. Weingärtner, Sigismund, Pfarrer zu Anfang des 17. Jahrhunderts in oder bei Heilbronn. 378. Weiß, Michael, f. Böhmische Brüder. Weissel, Georg, geb. 1590 zu Domnau in Preußen, Pfarrer zu Königsberg, gest. 1635. 14, 35. Werner, Georg, geb. 1607 zu Bopfingen in Würtemberg, Professor der Rechte zu Helmstädt, gest. 1671. 33. Wiesenmayer, Burchard, ein alter Dichter. 331. Wilhelm II., Herzog zu Sachsen- Weimar, geb. 1598 zu Altenburg, ein Held im 30jährigen Kriege, Freund des Gesanges und der Musik, geft. 1662. 4. Winter, Erasmus, geb. um 1548 im Joachimsthal, Pfarrer zu Meuselwie im Altenburgischen, gest. 1611. 266.303. Wigstadt, Hans, aus Wertheim, soll 1528 unter den Wiedertäufern zu 3wickau gewesen sein. 199. 214. Zehner, Samuel, geb. 1594 zu Suhla, Superintendent in Schleusingen, geft. 1635. Als daselbst 1633 die Croaten sengten und brennten, dichtete er zu 289 den Zusah B. 9. 10. Biegenspect, Michael, Pfarrer zu Rahnis bei Saalfeld, um 1630. 349. 3wick, Johann, geb. zu Constanz, Rechtsgelehrter, Pfarrer zu Constanz, gest, 1542, einer der ältesten reformirten Dichter. 37. 75. 102. 103. II. Erklärung fremder und alter Wörter. A und O, der erste und legte Buchstabe des griechischen Alphabets. Unser Heiland nennt sich so Offenb. 1. V. 8, weil er der Anfänger und Follender, der Erste und Letzte oder der Ewige ist. 2bb a bedeutet: lieber Vater! Röm. 8. V. 15. Ublaßbriefe( Lied 118, V. 11), Schreiben oder Zettel im Namen des Papstes, worin denen, welche sie für Geld kauften, Erlaß der Strafen, ja Bergebung der Sünden zugesagt war. Nedern( 142, V. 7), ausädern, abfleischen, f. v. a. martern. Alexander der Große, König von Macedonien, geft. 323 vor Chr. Geb., der Gründer des dritten Weltreiches. Allelujah oder Hallelujah, hebr.: Lobet den Herrn! Banquetiren, schwelgen, in Gesellschaft fressen und saufen. Baß, gut, recht, wohl. 477 Beiten( 50, 2. 8), bleiben. Bekleiben( 316, V. 5), kleben, bleiben, anwachsen, fortkommen von Pflanzen, welche versegt sind. Benedeien, lateinisches Wort: segnen. Bis( 18, V. 8 und sonst), sei. Claffen, plaudern, schwäßen. Constituiren( 434, 2. 8), festsegen, bestimmen, ausmachen. Confummatum est, ist lateinisch: es ist vollbracht. Gröfus, war der reichste König in Asien. Cythara, die Laute, ein Saiteninstrument. Datum( 98, V. 4. 207, V. 4), s. v. a. Absicht. Darius, König des persischen Weltreiches. Dulcianen( 439, V. 4), ein veraltetes Blas- Instrument von Holz, durch dessen Verbesserung das Fagott entstanden ist. Eleis und Eleison ist griechisch: erbarme dich. Emanuel oder Imanuel, hebräisch: Gott mit uns, der Name des Mensch gewordenen Gottessohnes. Erglasten, erglänzen. Erwinden, fehlen, mangeln( 180, V. 3). Fast, sehr. Fehde, Krieg, Streit, Hader. Figur( 367 V. 7), Bild, Vorbild. Finstre, Finsterniß. Formiren, lateinisches Wort: bilden, schaffen. Formirer, Bildner, Schöpfer. Fron, Herr, herrlich( 148, V. 2). Gebresten( 7, 3), Mangel haben, gebrechen. Geding( 214, B. 2) Bedingung. Geit, gibt. 478 Gethon, gethan. Gloria und Glorie, lateinisch: Herrlichkeit, Ehre und Preis. Gneist, knisternder, sprühender Funke. Gnügig, genug. Gratias, lateinisch: Danksagung, Danklied. Gratiosa Coeli Rosa, ist lateinisch: holdselige Himmelsrose. Hallelujah s. Allelujah. Horen, Horn( 96, V. 1). Hosianna, hebräisches Wort aus Psalm 118 2. 25: ach hilf doch! Imanuels. Emanuel. Isop( Ysop), eine Pflanze, welche zu Reinigungen, Entsündigungen gebraucht wurde, Psalm 51, B. 9 Just,( 71, B. 3), richtig. Lahr, Lehre. Lan, lassen. Leit, liegt. Lind, gelind, süß, anmuthig. Lilium, lateinisch: Lilie. Litanei, griechisch: herzlich demüthige Bitten. Lucerne, lateinisch: Leuchte. Maßen, mäßigen, Maß und Ziel geben( 215, B. 5). Mutäte, Motette, mehrstimmiger Kirchengefang, dem gewöhnlich ein biblischer Spruch zu Grunde liegt( 434, V. 11). Naisen, näsen, an der Nase herumführen, spotten und beleidigen ( 370, 2. 8). Orden, Stand, Ordnung. Orion, helles, glänzendes Sternbild. Pandor, Mandoline, eine Urt kleiner viersaitiger Laute( 321, B. 9). Patientia, lateinisch: Geduld. Patron, Beschüßer. Polizei, Regierung des Staates, Obrigkeit, vom griechischen Worte: Politeia. Port der, vom lateinischen Portus, Seehafen, Ort, wo die Schiffe sicher liegen. Port die, vom lateinischen Porta, Thüre, Pforte. 1 Mose 18, V. 17. Potentaten, lateinisch: Machthaber, Regenten. Psalter, musicalisches Instrument. Quat( 213, V. 16) sprechen, verleumden, Arges reden. Quitt, los, frei, ohne Schuld. Ranzion, Lösegeld, das für einen Gefangenen bezahlt wird. Regal, ein Orgelregister, die sogenannte Menschenstimme. Rosinfarben, rosenfarben, blutroth. Sapphir, ein himmelblauer Edelstein. Saronsblume, Saron eine blumenreiche Aue im gelobten Lande, Hoheslied 2, V. 1. Schlecht, schlicht, gerade, richtig. Schon, steht sehr oft für schön. Schrein, Schrank, Behältniß. Spanneu( 366, V. 8) ganz neu. 479 Susannine, Suse, ein altes Wort, das man gebrauchte um die Kinder einzuschläfern; 18, 3. 18 bedeutet es die selige Ruhe, die ein Chrift empfindet, wenn der Herr Jesus sein Herz zu seiner Ruhestatt erwählt hat. Tocken, Töchter. Triumphiren, ein Siegsgepränge nach erlangtem Siege über die Feinde halten, und sie, zum Zeichen ihrer Ueberwindung öffentlich aufführen; sonst auch: seine Freude auf starke außerordentliche Weise bezeugen. Tüglich, tauglich, tüchtig. Valet, Ubschied, aus dem Lateinischen. Verjähen,( 7, V. 1), bekennen, sagen. Versehen, vorsehen, vorhersehen( 268, V. 3). Viole, Streich- Instrumente, Geige, Violine. Vor, zuvor, vorher( 28, B. 1), Was, s. v. a. war( 46, V. 20. 50, V. 5). Widern, widerstreben, sich widersegen. Wittern, wettern, donnerwettern. Xerres, König von Persien, der das größte Heer zusammengebracht hatte, und doch von einem kleinen Heere der Griechen besiegt ward. Ysop s. Isop. Berkleben( 49, V. 5) auseinanderfallen, nicht fest bleiben. 480 III. Uebersicht der Lieder nach den zwölf Theilen. Gefänge, welche zum Eingang und Schluß des Gottesdienstes gesungen werden: 1-5, 443, 451. 520. 554.589. 1. Theil. Fest- und Dank Lieder wegen der Empfängniß, Geburt, Leiden, Sterben, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Chrifti, Sendung des heil. Geistes, der heil. Dreieinigkeit, der Engel: 6-100. 438. 442. 447, 448, 453. 454. 460. 524. 526. 549. 551, 611, 625. II. Theil. Catechismus- Gesänge.( Die heil. zehn Gebote, Glaube, Vater Unser, Taufe, Buße, Beichte und Absolution, heil. Abendmahl): 101-137, 433. 434, 435, 444. 445. 449, 462, 474. 477. 485. 507. 508. 513. 517, 518, 525, 564. 565, 566. 575. 5. 507. 579. 582, 583. 591, 602. 613. III. Theil. Psalmen Lieder: 138-186. 461. 465. 467, 473. 595. 612. IV. Theil..Lehr- Gesänge von der Rechtfertigung, Wort Gottes und der christlichen Kirche: 187--212. 458. 492. 498.499. 500. 501. 504, 505. 512. 523. 534. 545, 548. 556, 568. 571, 609.616. 620. 629. V. Theil. Christlichen Lebens und Wandels, wie auch gemeiner Noth Lieder: 213-239, 430, 432. 439. 446, 450. 456. 459. 464. 468. 469. 471. 472, 475. 476, 478. 479. 480. 481. 482. 483. 484. 487. 489. 491. 494. 495. 496, 497. 502, 503. 506. 510. 521. 529. 531. 535. 536. 537. 538, 541. 542. 543. 546. 547. 558. 561, 563. 567. 569. 573, 576. 578. 580. 581. 584. 585. 586. 588. 592. 593. 597. 599. 600, 601, 607, 615. 622. 623. 626. 628. VI. Theil. Kreuz- und Anfechtungs- Lieder: 240-286. 436, 437. 440. 457, 463. 470, 486. 509, 514, 515, 516. 530. 532, 539. 557. 572. 574. VII. Theil. VIII. Theil. IX. Theil. X. Theil. XI. Theil. XII. Theil. Lieder in Kriegs- und Friedenszeiten, bei Theurung, Ungewitter und Sterbensläuften: 287-310, 431. 596. Lob- und Dank- Lieder: 311-325. 455, 490, 493. 522. 544. 555. 562. 617. 627. Morgen-, Mittag- und Abend- Lieder: 326-356.441, 466. 527 552 559. 594. 624. Bitt- und Dank Lieder vor und nach dem Effen, Reise- und Wiegen Lieder: 357-366.533. = Sterb- und Leichen Gesänge: 367-413. 452. 488. 519. 550, 553. 560, 570, 606. 608. 610. 618. 621. 2 Lieder vom jüngsten Gericht, Auferstehung der Todten, und darauf folgender Ewigkeit im Himmel oder Hölle: 414429. 511. 528. 510. 587, 603, 619. IV. Verzeichniß der Lieder. Seite Abermal ein jahr verflossen 404 Uch alles, was himmel und erden 435 Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ. Uch bleib mit deiner gnade Uch frommer Gott, dir sei's 437 Uch frommer Gott, wo soll ich hin 340 Uch Gott, ach Gott, ach haft du mein 180 Uch Gott, dein arme Christenheit. Ach Gott, erhör mein seufzen Uch Gott, ich muß in traurigkeit 275 Uch Gott, in was für traurigkeit 356 Uch Gott, mein Herr, wo kommts 192 Uch Gott, thu dich erbarmen Ach Gott und Herr, wie groß Ach Gott, vom himmel sieh . 2ch wie elend ist unsre zeit Seite 217 2ch wie nichtig, ach wie flüchtig 284 Uch wie sehnlich wart ich der zeit 282 Uch wo flieh ich sünder hin. 423 2ll ehr und lob soll Gottes sein 223 Allein auf Christi himmelfahrt 50 Allein auf Gott seg' dein vertraun 141 Allein Gott in der höh' sei ehr 222 Allein zu dir, Herr Jesu Christ 71 2lle menschen müssen sterben 281 178 Alle welt, was kreucht und webet 205 139 252 312 Als Christus geboren war 71 90 306 75 Uch Gott, wann kommt die liebe Uch Gott, wem soll ich's klagen Ach Gott, wie lang vergißt du 91 Uch Gott, wie mancher kummer 443 Uch Gott, wie manches herzeleid 166 Uch Herr, du allerhöchster Gott 188 Uch Herr, du Vater Jesu Christ 196 Uch Herr Gott, gib uns deinen 382 Uch Herr, mich armen sünder Uch Herr, wie sind meiner feind Ach Herre, du gerechter Gott Uch höchster Gott, wie können wir 210 Ach komm, o sonne meiner seele 425 Uch laß dich jetzt finden 89 88 213 434 Uch lieben Christen, seid getrost 215 2ch sehet, welch ein mensch. 333 Ach sünder, sei doch nicht so 413 Uch wann ich mich doch könnt 416 Ach was hab ich angerichtet Ach was hat dich doch bewogen 14 Uch was ist doch unser leben Uch was soll ich sünder machen 180 Uch wie betrübt sind fromme. 323 379 285 107 443 Allenthalben, wo ich gehe Ullmächtiger und starker Gott 211 15 ● 481 . . Als Jesus Christus unser Herr 80 ls vierzig Tag nach Ostern ✦ war'n. 48 Also hat Gott die Welt geliebt 126 21so heilig ist der tag, daß 44 Um sabbath früh Marien drei 43 Un Jesum denken oft und viel 447 Un wasserflüssen Babylon . 116 Auf, auf, mein geist, erhebe 425 Auf, auf, mein herz und du 346 Auf, Christenmensch, auf, auf. 363 Auf diesen tag bedenken wir 47 Auf ihr, meine geister, werdt 361 2uf, mein geist, du hast gelaufen 370 2uf meinen lieben Gott trau ich 267 Aus der tiefe rufe ich zu dir 345 Aus meines herzens grunde 232 Aus tiefer noth schrei ich zu dir 115 444 376 Bedenke, mensch, das ende Befiel du deine wege. Bescher uns, Herr, das täglich 254 Betrübtes herz, sei wohlgemuth 157 Bewahr mich, Gott mein Herre 239 Brunnquell aller güter 53 31 482 Seite Christe, du bist der helle tag. 245 Christe, der du bist tag und licht 245 Christe, du lamm Gottes Christe, könig auserkor'n Christ fuhr gen himmel, da Christ ist erstanden von dem tod Christ ist erstanden von der marter Christ lag in todesbanden Christum wir wollen loben Christ, unser Herr, zum Jordan Christus, der ist mein leben Christus, der uns selig macht. - . • Das neugeborne kindelein Das walt nun zu dieser frist Den weisen scheint ein neuer Da Jesus an dem kreuze stund 109 Da Jesus an den Jordan kam Da Israel aus Aegypten zog Danket dem Herrn, denn er ist 256 Danksagen wir alle Gott 15 .240 rer spiegel 33 79 Du bist ein mensch, das weißt du 47 wohl 42 Du friedensfürst, Herr Jesu 267 32 Christ 206 40 Du lebensbrod, Herr Jesu Christ 350 40 Du, o schönes weltgebäude 176 9 Durch Adams fall ist ganz ver69 Dank sei Gott in der höhe Da nun Elias seinen lauf 259 Das alte Jahr vergangen ist 21 Das elend weißt du Gott allein 438 + 32 69 19 251 stern Der am kreuz ist meine liebe Der du bist drei in einigkeit 58 Der gnadenbrunn fleußt noch. 369 Der grimmig tod mit seinem pfeil 25 405 313 Der Herr erhör' dich in der noth 92 Der Herr hat alles wohlgemacht 334 Der Herr hat mich verlassen. 158 Der Herr ist mein getreuer hirt 93 Der Herr sprach in sein'm Der lieben sonnen licht. 108 Seite Dieß sind die heil'gen zehn gebot 64 Dreieinigkeit, der gottheit wah59 389 Der tag der ist so freudenreich 11 Der tag hat sich geneiget 246 Der tag vertreibt die finst're nacht .. . derbt 122 Du sagst: ich bin ein Chrift. 372 Du unbegreifllich höchstes gut 345 Du unruh' meiner seelen 399 Du weinest für Jerusalem 434 337 Ehre sei jego mit freuden gefungen Ein Engel schon aus Gottes thron Einen guten Kampf hab' ich Ein' feste burg ist unser Gott Ein kindelein so löbelich wort Ermuntre dich, mein schwacher geist 16 Erschienen ist der herrlich' tag 42 Erschrecklich ist es, daß man nicht 308 Erstanden ist der heilig' Christ 41 Erzürn' dich nicht, o frommer Chrift 237 Des heil'gen Geistes reiche gnad 57 Des morgens, wann ich früh aufsteh' 95 Es hat mich fast der sünden last 382 Es ist das heil uns kommen her 123 Es ist genug, mein matter sinn 406 Es ist gewißlich an der zeit 246 Die helle sonn' leucht' jegt her294 für 406 Es ist gewißlich an der zeit 295 Die liebe leidet nicht gesellen Die mahlzeit ist bereit 417 Es sind die heiden wild und herb 104 Es sind doch selig alle die 450 111 Die nacht ist nun verschwunden Es spricht der unweisen mund 91 Dich bitt'n wir deine kinder Dieß ist doch ja die legte zeit 323 255 Es steh'n vor Gottes throne 62 159 Es woll' uns Gott genädig sein 103 407 3 273 100 11 Ein kind gebor'n zu Bethlehem 12 Ein lämmtein geht und trägt 384 Eins ist noth, ach Herr dies eine 453 Ein würmlein bin ich arm und klein 276 Eitelkeit, eitelkeit, vieler verderben 270 Ei was frag' ich nach der erden 347 Ephraim, was soll ich machen. 181 Erbarm' dich mein, o Herre Gott 100 Erhalt uns, Herr, bei deinem 132 ◆ Seite Fleuch, mein feetchen, auf zu Gott Vater, der du deine sonn 212 Gott 284 Großer prophete, mein herze bes 429 403 Folgt mir, wollt ihr Christen ſein Freilich bin ich arm und bloß . Freu dich sehr, o meine seele Freunde, stellt das weinen ein Freut euch, ihr Christen alle Frisch auf mein seel' verzage nicht Fröhlig pfleg ich zu singen Fröhlich soll mein herze springen Fröhlich wollen wir Hallelujah singen. . Fromme herzen finden nicht Frommes herz, sei unbetrübt Für deinen thron tret' ich hiermit Für g'richt, Herr Jesu, steh ich hie. Gebenedeit sei Gott der Herr Geh aus, mein herz und suche freud Gelobet seist du Jesu Christ Gelobet sei Gott im höchsten thron Gen himmel aufgefahren ist Gib fried' o frommer, treuer Gott • Seite . 269 288 50 46 393 439 252 132 60 454 10 339 49 483 gehret Groß- fürst hoher cherubinen Gute nacht, ihr eiteln freuden Guter hirte, willst du nicht. Hab Ucht auf mich in aller noth 399 Hast du denn, Jesu, dein angesicht 172 157 302 Helft mir Gott's güte preisen. 22 18 Herr Christ, der du allein die Herr Christ der einig Gott's 441 Sohn Gott, mein Gott, du wollst beistehen 119 Gott sei gelobet und gebenedeiet 83 Gott sei uns gnädig und barmherzig. Gott Vater aller gütigkeit 59 402 . 203 Gib fried' zu unsrer zeit, o Herr 203 Gleichwie mit durst umfangen 374 Gleich wie sich fein ein vögelein 72 Gleichwohl hab' ich überwunden 282 Gott, der du selber bist das licht 241 Gott, der uns diesen tag bewacht 219 Gott der Vater wohn' uns bei 58 Gott des himmels und der erden 234 Gott, du stifter aller wonne 226 292 321 Gott hat das Evangelium Gott ist ein Gott der liebe 440 Herr Jesu Christ, du höchstes Gott ist mein heil, glück, hülf Gott ist mein heil, mein hülf 156 Gottlob die stund' ist kommen. 277 Gottlob und dank, daß ich nicht frank gut, Du Herr Jesu Christ, du höchstes gut Von Herr Jesu Christ, du Gott der ruh' 218 Herr Jesu Christ, ich schrei zu dir. Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl Herr Jefu Christ, wahr mensch und Gott 395 61 174 364 125 Herr Christ, thu mir verleihen 298 Herr, der du vormals hast dein land 105 Herr Gott, dein' treu' mit gnaden 63 117 Herr Gott, der du erforschest mich Herr Gott, der du mein Vater bist 68 Herr Gott, dich loben alle wir 61 Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott 221 Herr Gott, dich loben wir: Regier' 229 Herr Gott, du bist in ewigkeit 231 Herr Gott, mein jammer hat. 268 Herr Gott, nun schleuß den 275 himmel Herr Gott, nun sei gepreiset 257 Herr Gott und schöpfer aller ding 189 Herr, ich bekenn' von herzensgrund. 126 Herr, ich habe mißgehandelt 78 Herc, ich zähle tag und stunden 398 Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. 2 77 159 247 160 263 260 484 Herr Jesu gib uns gnad' und stärk' Herr Jesu, gnadensonne Herr, nicht schicke deine rache Herr, schaff uns wie die kleine kind 70 Herr straf' mich nicht in deinem 98 Herr, wann wirst du 3ion bauen? 417 Herr, wie du willst, so schick's mit mir . 273 Herr, wie lange willst du noch 171 Herr Zebaoth, dein heilig wort 366 Herzallerliebster Vater mein 257 Herzlich lieb hab ich dich, o Herr 267 Herzlich thut mich erfreuen 300 Herzlich thut mich verlangen Herzliebster Jesu, was hast du Heut ist das rechte jubelfest Heut triumphiret Gottes sohn Hier lieg ich armes würmelein, Kann 262 . Hier lieg ich armes würmelein Und Seite 433 428 89 35 54 44 277 278 Hilf, Gott, aus deinem gnadenthron. 102 31 Hilf, Gott, daß ja die kinderzucht 442 Hilf, Gott, daß mirs gelinge Hilf, Gott, wie geht es immerzu Hilf, Herre Gott, dem völklein dein 87 156 205 24 Hilf, Herre Gott, uns würmelein Hilf, Herr Jesu, laß gelingen. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir . 79 68 Himmlischer Vater lobesam Hinunter ist der sonnenschein 246 Höchster formirer der löblichsten 407 Höchster Gott, wir danken dir 331 Hört auf mit trauren und klagen 288 Jammer hat mich ganz umgeben 194 Jauchz, erd, und, himmel, dich ergell 52 Ich armer mensch, ich armer sünder. 386 Ich bin der reichste Mensch auf 403 Ich bin ein gaft auf erden und 456 Ich bin ein Herr, der ewig liebt 424 Ich bin mit allem wohl zufrieden 397 Ich bin vergnügt und halte still 372 Seite Ich bin vergnügt, wies Gott 435 Ich dank dir, lieber Herre.. 233 Ich dank dir schon durch deinen 234 Ich erhebe, Herr, zu dir Meiner 197 Ich glaub an einen Gott allein. 376 Ich glaub an Gott den Vater. 66 Ich hab in Gottes herz und sinn 150 Ich hab mein sach Gott heimge gestellt. Ich hab mich dir, Gott heimges stellt 408 Ich hab mich Gott ergeben 270 Ich heb mein augen sehnlich auf 112 Ich komm jest als ein armer gast 414 Ich ruf zu dir, Herr Jefu Chrift 144 Ich war ein kleines kindelein 280 Ich will des Herren zorn fortan 331 Ich will, o Vater, allezeit 226 Ich will, so lang ich lebe hier: 401 Ich will von meiner missethat. 326 Ich weiß, daß mein erlöser lebt 272 Ich weiß ein blümlein hübsch 83 Ich weiß mir ein ew'ges himmelreich 299 Je größer kreuz, je näher himmel 421 Jerusalem, du hochgebaute stadt 457 Jesaja dem Propheten das geschah - 260 Jesu, deine tiefen wunden Jesu, der du meine seele. Jesu, du mein liebstes leben. Jesu, frommer menschenherden Jesu, heil und leben, Als du Jesu, hilf siegen, du fürste des Lebens. . . . 352 Jesu, Jesu, du bist mein Weil. 191 Jesu leiden, pein und tod 386 Jesu, liebster Schaß der frommen 348 Jesu, meine freude, Ich und Du 379 Jesu, meine freude, Meines Her. ● 58 36 72 223 365 84 zens 173 225 Jesu, meine liebe, die ich oft Jesu, meine lust und freude. Jesu, meiner feelen licht ,. 362 128 Jesu, meiner seelen wonne. 176 Jesu, meines herzens freud. - 174 38 21 Jesu, meines Lebens leben Sesa, nun sei gepreiset zu Jesu, retter in der Noth. Jesu, wollst uns weisen Jesus Christus, unser Heiland, der den 317 230 41 Jesus Christus, unser Heiland, Der von Jesus meine zuversicht und mein Jesus nimmt die sünder an, Drum so. Seite Jesus nimmt die sünder an! Saget doch Jegund so bitten wir dich, Herr Ihr Christen auserkoren Freut euch. Ihr lieben Christen, freut euch nun. 293 Im finstern stall, o wundergroß 19 In allen meinen thaten ● Keinen hat Gott verlassen Kein stündlein geht dahin Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist 395 In Christi wunden schlaf ich ein 458 In dem leben hier auf erden 153 In dich hab ich gehoffet, Herr. 94 In diesen schweren zeiten Wer. 218 In dieser abendstunde erheb ich 249 In dulci jubilo, Nun singet und In Gottes namen reisen wir In unsrer kriegesnoth Traun wir 208 Ist Gott für mich, so trete. 12 257 147 82 45 337 458 64 17 Komm, heiliger Geist, erfüll die Komm, heiliger Geist, Herre Gott 51 1 51 Komm, himmlisch licht, heiliger geist 324 5 Komm, sterblicher, betrachte mich 446 Kommst du? kommst du, licht Kommt her zu mir, spricht Gottes 142 Kommt, ihr Christen, kommt und 343 Kommt, ihr traurigen gemüther, 199 Kommt, laßt euch den Herren lehren ♦ 400 Kyrie, Gott Vater in ewigkeit. 1 289 Laß es, Jesu, dich erbarmen 354 Laß mich dein sein und bleiben. 459 Laffet ab, ihr meine lieben Laffet ab von euren thränen Laßt ab von sünden alle Lebt doch unser Herr Gott noch 422 Lebt jemand so wie ich, so lebt er jämmerlich 286 296 ♦ Lebt jemand so wie ich, so lebt er seliglich 200 201 485 Liebe Gott, o Christenseele. Liebe seele, nun dich schwinge Liebster Gott, wann werd ich sterben. Liebster Jesu, das ist pein Liebster Jesu, deine liebste Liebster Jesu, gnadensonne Liebster Jesu, wir sind hier. Liebster Vater, ich dein kind. Litanei ♦ Mache dich, mein geist, bereit. 393 Machs mit mir Gott nach deiner 398 Mag ich unglück nicht widerstahn 167 Man spricht: wen Gott erfreut 180 185 Mein augen schließ ich jetzt. 251 447 1 371 309 Lobe den Herren, den mächtigen 359 Lobet den Herren, lobet den • Seite 426 442 Herren. 120 Lobet den Herren, ihr heiden all 110 Lobet Gott unsern Herren 121 Lobet Gott, ihr Christen all. 208 Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich Lob und dank sag ich dir. 331 74 190 452 Mein seel erhebt den Herren Meine seel ist stille zu Gott. Meinen Jesum laß ich nicht, Denn er Meinen Jesum laß ich nicht, Weil er 14 236 Meine Hoffnung läßt mich nicht 378 Meine Hoffnung stehet feste. Meine seel, laß es gehn 394 200 -60 409 138 138 349 Meinen Jesum will ich lieben Mein Gott, das herz ich bringe dir Mein Gott, du weißt am allerbeßten 409 Mein gemüth erfreuet sich 322 Mein Herzens- Jesu, meine luft 351 Mein junges leben hat ein end 280 Mein sach hab ich zu Gott gestellt 214 Mein schönster und liebster 418 freund 135 Mein feel, dich freu und lustig sei 318 Meinseel erhebt den Herren mein 4 Mein seel, oHerr, muß loben dich Mein seele soll aus herzensgrund 119 Mein wallfahrt ich vollendet hab 265 Mensch, willt du hinfort selig sein 146 486 Seite Mensch, willt du leben seliglich. 65 Menschenhülf ist nichtig 349 Mir nach, spricht Christus,. 459 Mit ernst, o menschenkinder, 9 Mit fried und freud ich fahr dahin 265 Mitten wir am tage sind. Mitten wir im leben sind 242 264 449 198 110 Nach dir, o Herr, verlanget mich Nicht so traurig, nicht so sehr Nichts betrübters ist auf erden. 444 Nicht uns, nicht uns, o ewger Herr Nimm von uns, Herr, du treuer 165 Noch dennoch mußt du drum nicht 181 Nun bitten wir den heilgen geift 50 Nun danket alle Gott Mit herzen 228 Nun danket all und bringet ehr 230 Nun freut euch, Gottes kinder all 47 Nun freut euch, lieben Christen g'mein. Nun gibt mein Jesus gute nacht Nun Gott lob, es ist vollbracht, Singen Nun Gott lob, es ist vollbracht, Aller Nun gute nacht, ihr liebsten mein, Nun höret zu, ihr Christenleut, Nun jauchzet, all ihr frommen, Nun ist auferstanden du schöpfer aller dinge, Höre 341 O ewigkeit, du donnerwort 305 fürstenkind, aus Davidsstamm 16 O Gott, du frommer Gott 148 O Gott, du höchster gnadenhort 63 Gott, du unser Vater bist Gott, ich thu dir danken. O Gott, verleih mir deine gnad O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ 2 368 193 425 D großer Gott, von macht D großes werk geheimnisvoll O haupt voll blut und wunden. 332 D heilger Geist, kehr bei uns ein 329 Herr, dich thun wir rufen an 134 Herre Gott, begnade mich 101 O Herre Gott, dein göttlich wort 133 Herre Gott, in meiner noth. 285 D Herr, wer wird sein wohnung han. 92 2 O Jesu Christ, der du mir bist 421 O Jesu Christe, wahres licht 316 283 Jefu Chrift, meins lebens licht 39 O Jesu, du mein bräutgam 320 264 131 . 124 37 O du allersüßte Freude, o du du dreieinger Gott, den ich- 420 du liebe meiner liebe, du 460 • Seite 56 O Jesu, mein bräutgam, wie ist 415 O Jefu, Gottes lämmelein 405 8 Jesu, Jesu, Gottes Sohn. 44 O Jesu, süßes licht Nun ist die. 15 O Jesu süß, wer dein gedenkt 9 O Jesu, wie so lang soll ich allhier. 227 192 290 O meine feel, erhebe dich. 329 23 33 O lamm Gottes unschuldig Omensch, bewein dein sünde groß 26 O mensch, wollest bedenken Oreicher Gott im throne 34 130 Nun ist es zeit zu singen hell Nun kommt der heiden heiland Nun lasset Gottes güte Uns Nun laßt uns den leib begraben Nun laßt uns gehn und treten Nun laßt uns Gott den Herren 227 Nun lieg ich armes würmelein. 279 Nun lob mein seet den Herren. 107 Nun mach uns heilig, Herre Gott 207 O starker Gott ins himmelsthron 136 Nun ruhen alle wälder 250 O starker Zebaoth, du leben. 424 Nun schlaf, mein liebes kindelein, 257. O süßes wort, das Jesus spricht 342 Nun sieh, wie fein und lieblich ist 116 O traurigkeit, o herzeleid Nun sich der tag geendet hat, 344 Nun sich der tag geendet, Mein 459 Nun sich die pacht geendet hat. 436 Nun welche hie ihr hoffnung gar 114 Nun wolle Gott, daß unser g'sang 19 33 68 . . 237 171 . 327 410 22 O Vater aller frommen Vater allmächtiger Gott. O welt, ich muß dich lassen O welt, sieh hier dein leben. O wie ist der weg so schmal, der Owie selig seid ihr doch ihr frommen . 411 328 . 266 153 367 O angst und leid! O traurigkeit 74 Oblindheit! bin ich denn der welt 303 O Christe, morgensterne. 238 O wüster sünder, denkst du nicht 431 O wir armen fünder, unser. 34 Cette 12 Rüstet euch, ihr Christenleute. 460 Sag, was hilft alle welt Schaff in mir, Gott, ein reines Herz Puer natus in Bethlehem 286 359 Schaff in mir, Gott, ein reines Herze Und 437 Schönster Jesu, liebstes leben 139 Schönster Immanuel, herzog der 365 Schöpfer himmels und der erden 66 Schlecht und recht behüte mich. 348 Schmücke dich, o liebe seete, laß 81 Schwing dich auf zu deinem Gott 183 Seelenbräutigam, Jesu, Gottes lamm • ♦ 70 So wünsch ich nun ein gute nacht 271 Sorge, Bater, sorge du, Sorge. 445 Spann aus, spann aus, ach from= mer. 274 Straf mich nicht in deinem zorn 344 Such, wer da will, ein ander ziel 8 Thu rechnung! rechnung will. 363 Trau auf Gott in allen sachen. 186 Treuer Gott, ich muß dir klagen Treuer wächter Israel, Deß sich 206 76 487 Unser herrscher, unser könig Unser leben bald verschwindet. 396 Uns ist ein kindlein heut geborn 13 Unsre müden augenlieder Schließen. Unsrer obrigkeit woll Gott geben Ursprung wahrer freuden Komm 172 68 Bater unser im himmelreich. 67 Vergib uns, lieber Herre Gott, 243 Verleih uns frieden gnädiglich. 133 Verzage nicht, du häuflein klein, 204 Verzage nicht, o frammer Christ, 169 Vom himmel hoch da komm ich her 10 383 11 Sei Gott getreu, halt seinen bund 412 Von allen menschen abgewandt. 93 Vom himmel kam der engel. Sei gegrüßet, Jesu gütig 175 324 144 Sei gegrüßet, licht der heiden Von Gott will ich nicht lassen Von grund des herzens mein 145 Sei lob und ehr dem höchsten gut 412 Valet will ich dir geben Du arge Vater unser, der du bist in dem Seite 383 Sei mir tausendmal gegrüßet 129 378 Sei wohl gegrüßet, guter Hirt. 130 Wach auf, mein herz und singe 239 Sei zufrieden, mein gemüthe Selig, ja selig, wer willig ertraget 202 Sieh hier bin ich, Ehrenkönig. 360 Singen wir aus herzensgrund. 256 Singet dem Herrn ein neues lied 13 Soll ich denn, Jesu, mein leben 346 Sollt es gleich bisweilen scheinen 146 Sollt ich meinem Gott nicht sin gen? Wachet auf, ruft uns die stimme 297 Wacht auf, ihr Christen alle, 297 Walts Gott, mein werk ich lasse 247 Wär Gott nicht mit uns diese zeit 113 Wann dich unglück thut greifen an 461 Sollt ich meinem Gott nicht trauen. 336 So gehst du denn, mein Jesu, hin 448 So grabet auch nun immer hin 290 So soll ich denn noch mehr ausstehn 358 So wahr ich leb, spricht Gott der Herr 250 233 53 . . 186 Wann ich in angst und nöthen. 112 Wann meine sünd mich kränken 128 Wann mein herz sich Gott ergibet 149 Wann mein stündlein vorhanden . ist 259 Wann nun erlösen wird der Herr 114 Wann wir in höchsten nöthen sein 165 Warum betrübst du dich, mein herz. 168 162 Warum bist du so betrübet Warum sollt ich mich denn grämen. Warum willst du draußen stehen Was frag ich nach der welt und allen Was fürchtst du, feind Herodes sehr. 25 Was gibst du denn, o meine seele 370 Was Gott thut, das ist wohlgethan. 163 Was Jesus thut, ist wohlgethan 450 Was kann ich doch für dank.. 392 Was lobes solln wir dir, o Vater 229 320 7 396 488 Seite 154 Was willst du dich betrüben.. 168 Weg lust, du unlustvolle seuch Weg, mein herz, mit dem gedanken 426 Was mein Gott will, das g'scheh allzeit . 196 Weg mit allem, was da scheinet 358 Weh mir, daß ich so oft und viel 427 Weicht, ihr eitelen gedanken, 428 Welt, hinweg, ich bin dein müde 273 Weltlich ehr und zeitlich gut 152 Welt packe dich, ich sehne mich. 346 Wend ab deinen zorn, lieber Gott 316 Wenn dein herzliebster Sohn, o Gott 127 Werde munter, mein gemüthe 243 Wer Gott vertraut, hat wohl ge= baut • ● 184 Wer herzlich überleget, Was uns 354 Wer in dem schuß des höchsten ist 106 Wer kann vor dir, o Herr, be: stehn? 360 Wer Jesum bei sich hat, kann feste 404 Wer nur den lieben Gott läßt 162 Wer seinen Jesum hält, 375 Wer seinen Jesum recht will lies ben. 336 Wer sind die vor Gottes throne? 390 Wer weiß, wie nahe mir mein ende? Wer wohlauf ist und gesund Wie der hirsch in großem dürften Wie fleucht dahin der menschen 381 432 99 359 zeit. Wie groß, o Gott, ist deine macht 210 Wie lange soll es währen, Mein 355 Wie mire Gott schickt, so nehm ichs 188 Wie nach einer wasserquelle. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ ,. 155 .. 462 Wie schön leuchtet der morgenstern, Voll 135 Wie schön leuchtet der morgenstern Vom Wie soll ich dich empfangen. Wie tröstlich hat dein treuer mund 235 6 214 Wie wohl hast du gelabet Wie wohl ist mir, o freund der feelen Wies Gott gefällt, so gefällt mirs aud). Willst du in der stille singen. Wir Christenleut Hab'n jekund freund. ◆ nicht Wohl mir, Jesus, meine freude, Ladet Wohl mir, Jesus, meine freude Lebet Seite 85 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du für. Wir danken dir, Herr Jesu Chrift, Daß du vom Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer Wir glauben all an einen Gott, Bater. Wir sagen, daß wir allzumal Wo Gott der Herr nicht bei uns hält.. 113 Wo Gott zum haus nicht gibt sein 115 Wohlauf, mein herz, zu Gott. 422 Wohl dem, der den Herrenscheuet 108 Wohl dem, der in Gottes furcht 115 Wohl dem menschen, der wandelt 87 463 187 1 ◆ 15 39 322 65 65 429 317 394 Wohl mit fleiß das bittre leiden 29 Wohl stehts im land, In allem. 209 Wo soll ich fliehen hin, Weil ich 73 Wo soll ich hin? wer hilfet mir? 357 Wunderbarer könig, Herrscher von. 361 3euch ein zu deinen thoren, Sei 55 3euch mich, zeuch mich mit den 357 armen 3ion klagt mit angst und schmer: 179 zen 3u dir allein in dieser noth 216 3u Gott allein hab ichs gestellt. 137 3u 3ion wird dein nam erhoben 103 3wei ding, o Herr, bitt ich von dir 3weierlei bitt ich von dir. 254 255 Gl Inches 1 Centimetres Blue ¹2 3 4 Cyan 2 15 3 14,00 6 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 __5.... 13 12 Magenta 14 6 15 White 17 | 16 117 118 3/ Color 19 B.I.G. Black