дв S . 3399 Gb 3399 Gb Univ.- Bibl. Giessen Vorwort. Nachdem das Bedürfniß eines gemeinsamen, vollständigen und den gegenwärtigen kirchlichen Verhältnissen angemessenen Gesangbuchs fühlbar geworden war, und sich von vielen Seiten zu erkennen gegeben hatte, so wurden durch die Geſammt Synode der Grafschaft Mark und bald nachher durch die Provinzial- Synode von Jülich, Cleve und Berg Commissionen zur Redaction eines zweckmäßigen Gesangbuchs und darnach zur Revision desselben angeordnet, wobei der Grundſatz aufgestellt und festgehalten wurde, daß die beliebtesten Lieder der in diesen Landestheilen gebräuchlichen Gesangbücher beibehalten, die Sammlung derselben mit ausgesuchten Kernliedern aus älterer und neuerer Zeit vermehrt, und der ursprüngliche Text der Lieder, soweit es mit Sprachrichtigkeit, Erbaulichkeit und Verschiedenheit der bisher schon im Gebrauch befindlichen Recensionen vereinbar sein würde, möglichst unverändert beibehalten werden sollte. Diese Commissionen beider Synoden haben zuerst abgesondert von einander ihre Arbeit mit Eifer begonnen und fortgesetzt, darnach, da von der märkischen Gesangbuchs- Commission schon ein Probe- Gesangbuch gedruckt und zur Begutachtung vorgelegt war, sich brüderlich mit einander vereinigt, und unter dem göttlichen Segen und Beistand das vorliegende Werk zu Stande gebracht. Nachdem nun der Entwurf dieses Gesangbuchs durch die Präsides beider SynoA* IV den an die hochwürdigen Konsistorien zu Coblenz und Münster, und von denselben an das Königliche hochpreisliche Miniſterium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten zur Genehmigung eingereicht worden ist, so hat das gedachte hohe Ministerium sich wohlgefällig über die Vereinigung beider Synoden zur Bearbeitung eines gemeinschaftlichen Gesangbuchs geäußert, die verständige Berücksichtigung der noch bestehenden Gesangbücher beifällig anerkannt, und den Druck des vorliegenden Gesangbuchs, so wie die Einführung desselben in den evangelischen Gemeinen, bei welchen sie zur Zufriedenheit derselben bewerkstelligt werden könne, hochgeneigt genehmigt. Der gnadenreiche Gott, der dieses Werk bisher augenscheinlich gefördert hat, bahne dem Gesangbuche den Weg in Kirche und Schule, in Haus und Herz, und segne es zur Erhebung des Gemüths und zur Erweckung frommer Andacht, segne es zu gemeinsamer Gottesverehrung im Geist und in der Wahrheit, und zur Vereinigung im Glauben und in der Liebe, segne es zur Erbauung auf den einigen Grund alles Heiles und zur Ausbreitung des Reiches unseres hochgelobten Heilandes, des Sohnes Gottes, welchem sammt dem Vater und dem heiligen Geiste sei Ehre und Anbetung in alle Ewigkeit! Amen. Inhalts- Anzeige. Erste Abtheilung. Kirchliche Zeiten und kirchliche Handlungen. I. Lieder für kirchliche Zeiten. 1. Sonntagslieder. 1-21. 2. Adventslieder. 22-35. 3. Christfestlieder. 36-56. 4. Neujahrslieder. 57-64. 5. Passionslieder. 65-109. 6. Osterlieder. 110-135. 7. Himmelfahrtslieder. 136-146. 8. Pfingstlieder. 147-174. 9. Buß- und Bettagslieder. 175-191.( S. auch die Lieder von der Buße. 347-356.) 10. Reformationsfestlieder. 192-194.( S. auch die Lieder von der Kirche. 390-400.) II. Lieder für kirchliche Handlungen. 1. Lieder von der heiligen Taufe. 195-199. 2. Confirmationslieder. 200-208. 3. Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. 209-217. 4. Abendmahlslieder. 218-237. 5. Ordination und Einführung eines Predigers. 238-240. 6. Bei Beerdigungen und zum Gedächtniß der Verstorbenen. 241-260. ( Vergleiche Abtheilung III. 12.) Zweite Abtheilung. Gottes Wesen und Vollkommenheiten, Werke und Wohlthaten. I. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 261-283. II. Gottes Werke und Wohlthaten. A. Schöpfung, Erhaltung und Regierung der Welt. 284-298. B. Erlösung des Menschen. 1. Die Sünde und ihre Folgen. 299-306. 2. Die Erlösung im Allgemeinen. 307-316. 3. Der Erlöser. a) Jesu Geburt 2c. bis zu seiner Himmelfahrt.( S. die Lieder in der ersten Abtheilung.) b) Jesu göttliche Würde. 317. c) Jesu Name. 318-320. d) Jesu Wandel. 321-325. Jesu prophetisches Amt. 326-329. f) Jesu hohenpriesterliches Amt. 330-332. g) Jesu königliches Amt. 333-336. h) Jeju Wiederkunft zum Gerichte. 337-344. VI C. Heiligung durch den heiligen Geist. 1. Lieder von der Ausgießung des h. Geistes und seinen Wirkungen. ( S. in der ersten Abth. die Pfingstlieder.) Die Heilsordnung. 2. a) Erweckung und Erleuchtung. 345. 346. b) Buße. 347-356.( S. auch die Buß- und Bettagslieder in der ersten Abth.) c) Glaube und Rechtfertigung. 357-377. d) Wiedergeburt, Erneuerung und Heiligung. 378-385. e) Versiegelung und Verherrlichung. 386-389. 3. Die Kirche. 390-400.( S. auch die Reformationsfestlieder in der ersten Abth.) Die Gemeinschaft der Heiligen. 401. 402. Das Wort Gottes. 403-408. 4. 5. 1. 2. Dritte Abtheilung. Das christliche Leben. 3. Lob und Danf. 425-437. 4. Liebe zu Gott und Jesu. 438-473. 5. Ehrfurcht und Demuth. 474-478. 8. 9. Sorge für die Seele. 409-417. Das Gebet. 418-424. 6. Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 479-520. 7. Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid. 521-531. Nachfolge Jesu. Himmlischer Sinn. Selbstverleugnung. 532-540. Nächstenliebe. 541-545. Geistlicher Kampf und Sieg. 546-558. 10. 11. Würde und Seligkeit der Gläubigen in diesem Leben. 559-565. 12. Tod, Gericht und Ewigkeit. 566-598.( Vergl. auch erste Abth. II. 6.) 5. 6. Vierte Abtheilung. Besondere Zeiten und Verhältnisse. I. König und Obrigkeit. 599. 600. II. Allgemeine Landesangelegenheiten. 1. Saat und Erndte. 601-605. 2. Deffentliche Noth im Allgemeinen. 606-611. 3. Krieg und Frieden. 612-621. 4. Dürre. Nässe. Theurung. 622-626. Feuersnoth. 627-629. Seuchen. 630. 631. III. Lieder, zunächst für häusliche Erbauung. 1. Morgenlieder. 632-643. 644-646. 647-65. 2. Mittagslieder. 3. Abendlieder. 4. Ermunterung zur Gewissenhaftigkeit, zum Befen der heil. Schrift, zum Gebet, zur Selbstprüfung. 656-662. 5. Für Jünglinge, Greife, Eheleute, Eltern, Wittwen. 663-670. 6. Für Kranke, Genesende, Sterbende. 671-681. Erste Abtheilung. Kirchliche Zeiten und kirchliche Handlungen. I. Lieder für kirchliche Zeiten. 1. Sonntagslieder. Eigene Melodie. Eigene Melodie. Rang 1. Allein Gott in der Höh seis wolle Gott uns gnädig Ehr, Und Dank für seine fein, und seinen Segen Gnade, Darum, daß nun und nim- geben. Sein Antlig uns mit helmermehr Uns rühren kann ein Scha- lem Schein Erleucht zum ewgen de. Ein Wohlgefalln Gott an uns Leben, Daß wir erkennen seine hat, Nun ist groß Fried ohn Unter- Werk Und was ihm lieb auf Er laß, All Fehd hat nun ein Ende. den, Und Jefu Chrifti Heil und Stärk Bekannt den Heiden werde, Und sie zu Gott sich kehren. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich Für deine Ehr, wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich 2. So danken dir und loben Regierst ohn alles Wanken. Ganz dich, Herr Gott, die Heiden alle, unermess'n ist deine Macht, Fort Und alle Welt, die freue sich, Und g'schieht, was dein Will hat be- sing mit großem Schalle, Daß du dacht, Wohl uns des feinen Herren! auf Erden Richter bist, Und läß'st 3. Jesu Christ, Sohn einge- die Sünd nicht walten. Dein born Deines himmlischen Vaters, Wort die Hut und Weide ist, Versöhner der'r, die war'n verlor'n, Die alles Volk erhalten, In rechDu Stiller unsers Haders, Lamm ter Bahn zu wallen. Gottes, heil'ger Herr und Gott, 3. Es danke Gott und lobe Nimm an die Bitt von unsrer dich Das Volk in guten ThaNoth, Erbarm dich unser Aller. ten, Das Land bring Frucht und 4. O heilger Geist, du höchstes beffre sich, Dein Wort laß wohl Gut, Du all'rheilsamster Eröfter, gerathen. Uns segne Vater und Vor's Teufels G'walt fortan behüt der Sohn, Uns fegne Gott der Die Jesus Christ erlöste Durch heilge Geist, Dem alle Welt die große Mart'r und bittern Tod; Ehre thu, Vor ihm sich fürchte Abwend all unsern Jamm'r und allermeist. Nun sprecht von HerNoth, Dazu wir uns verlassen. zen: Amen. Eigene Sonntagslieder. Eigene Melodie. 3. Je Herr! Und schaun dich dort von Rehovah! Jehovah! Jeho- Angesicht In ewger Freud und vah, deinem Namen Sei selgem Licht. Ehré, Macht und Ruhm! Amen, 4. Ehr sei dem Vater und dem Amen! Bis einst der Tempel die- Sohn, Dem heilgen Geist, in Einem ser Welt Auf dein Wort in Staub Thron, Der heiligen Dreieinigkeit zerfällt, Soll in unsern Hallen Sei Lob und Preis in Ewigkeit. Das Heilig, heilig, heilig! erschallen. Halleluja, Halleluja! 8 Mel. Kommt her zu mir. Ach, Herr Gott, gib uns deinen Geift Von oben, Eigene Melodie. 6. 4. Liebster Jefu, wir sind hier, der uns Beistand leist Im Beten Dich und dein Wort anzuhören. Lenke Sinnen und Begier Auf die süßen Himmelslehren, Daß die Herzen von der Erden Ganz zu dir gezogen werden. und im Lehren. Die Sünd vergib, Andacht verleih, Das Herz- bereite, daß es sei Geschickt, dich zu verehren. 2. Den Glauben mehr, die Hoffnung stärk, Laß unsre Seel 2. Unser Wissen und Verstand bei diesem Werk Zu dir, Gott, fich Ist mit Finsterniß umhüllet, Wo erheben. Gib, daß wir Hörer nicht nicht deines Geistes Hand Uns allein, Vielmehr auch wahre Thäter mit hellem Licht erfüllet. Gutes sein, Und nach dem Worte leben. Denken, Thun und Dichten Must du selbst in uns verrichten. Mel. Wunderbarer König. 3. D du Glanz der Herrlich- 7. Gott ist gegenwärtig! Laffet keit, Licht vom Licht, aus Gott geuns anbeten, Und in boren, Mach uns allesammt bereit, Ehrfurcht vor ihn treten. Gott Deffne Herzen, Mund und Ohren. ist in der Mitte! Alles in uns Unser Bitten, Flehn und Singen schweige, Demuthsvoll vor ihm Laß, Herr Jesu, wohl gelingen. sich beuge. Wer ihn nennt, Wer ihn kennt: Fallt in Demuth nieder, Gebt das Herz ihm wieder. 2. Gott ist gegenwärtig, Dem uns wend, Den heilgen die Seraphinen Tag und Nacht geGeist du zu uns send. Mit Hülf beuget dienen. Heilig, heilig, heiund Gnad er uns regier, Und lig! Singen Engelchöre: Ihm, dem uns den Weg zur Wahrheit führ. Herrn, sei Preis und Ehre! Herr, Eigene Melodie. 5. Hert err Jefu Christ, dich zu vernimm Unfre Stimm, Wenn auch wir Geringen Unfre Opfer bringen. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, Bereit das Herz zur Undacht fein, Den Glauben mehr, stärk den Verstand, Daß uns dein Nam werd wohl bekannt. 3. Wir entfagen willig Allen Eitelkeiten, Die uns Sünd und Welt bereiten. Wir geloben heilig, Seele, Leib und Leben Dir zum Eigenthum zu geben. Du allein Soulst 3. Bis wir singen mit Gottes Heer Das: Heilig, heilig ist der Sonntagslieder. 9 Sollst es fein, Unser Herr und Fülle zu genießen, Streu das Wort Meister, Vater aller Geister. mit Segen ein, Laß es reich an Früchten sein. 4. Majestätisch Wesen, Möchten wir dich preisen, Und im Geist dir Dienst erweisen! Möchten wir wie Engel Immer vor dir stehen, Und dich gegenwärtig sehen! Laß uns dir Für und für, Einzig dir vor Allen, Trachten zu gefallen. 3. 3ünde selbst das Opfer an, Das auf meinen Lippen lieget, Und erhelle mir die Bahn, Wo kein Irrthum mich betrüget, Und kein fremdes Feuer brennt, Welches dein Altar nicht kennt. 5. Dudurchdringest Alles; Herr, 4. Laß mich heut und allezeit ach, zieh und richte Doch auch mich Heilig, heilig, heilig! singen, Und zu deinem Lichte. Wie die zarten mich in die Ewigkeit Mit des Blumen Willig sich entfalten Und Geistes Flügeln schwingen. Selig der Sonne stille halten: Laß mich schmeck ich dann schon hier, Wie's fo, Still und froh, Deine Strah- im Himmel ist bei dir. len fassen, und dich wirken lassen. 6. Mach uns nur einfältig, Innig, abgeschieden, Sanft und still in deinem Frieden. Mach uns reines Herzens, Daß wir deine Klarheit Völlig schaun in Geist und Wahrheit. Laß das Herz Himmelwärts Wie ein Adler schweben, Und in dir nur leben. 5. Dieser Tag sei dir geweiht, Weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit Einen Tempelzubereiten, Nichts sonst wollen, nichts sonst thun, Als in deiner Liebe rahn. 6. Du bist mehr als Salomo, Laß mich deine Weisheit hören. Ich will dich vor deinem Thron Mit gebeugten Knieen ehren, Bis das Licht der Ewigkeit Mich mit 7. Komm, in uns zu wohnen, Und laß schon auf Erden vollem Glanz erfreut. Uns zum Heiligthum dir werden. Wollst, o nahes Wesen, Dich in Mel. Herr Jesu Christ, dich zu. uns verklären, Alles Nichtige ver- 9. Gott, du höchster Gnadenzehren. Wo wir gehn, Wo wir hort, daß uns lehn, Laß uns dich erblicken, Ganz dein göttlich Wort Von Ohren fo zu dir uns schicken. zu Herzen dring, Daß es auch reiche Früchte bring. Mel. Meinen Jesum laß ich. 3. Licht vom Licht, erleuchte 2. Der wahre Glaube ist die Kraft, Die Heil durch Jefum mich Bei dem neuen Christum schafft. Die MenschenTageslichte, Gnadensonne, zeige lieb ist deffen Frucht, Die man ich Meinem frohen Angesichte. an Christi Jüngern sucht. Deiner Weisheit Himmelsglanz 3. Verschaffe bei uns, lieber schmücke meinen Sabbath ganz. Herr, Daß wir durch deinen Geist 2. Brunnquell aller Seligkeit, noch mehr In Heilserkenntniß mir deine Ströme fließen, nehmen zu, Und endlich bei dir ache Sinn und Herz bereit, Ihre finden Ruh. Mel. 10 Sonntagslieder. Mel. Christus, der ist mein Leben. Wahrheit, Das dem Irrthum uns 4. Heilges Wort der ewgen 10. Der Herr, in deffen Güte entreißt! Du erhellst die Nacht Sich Erd und Himmel zur Klarheit, Du durchstrahlst mit freun, Der segne, der behüte Dich, Licht den Geist. Nichts verhehlet seines Volks Verein! sich vor dir, Fehl und Schuld enthüllst du mir. Wo du, heilges Wort, erklungen, Hast du Mark und Bein durchdrungen. 2. Der Herr, reich ohne Gränzen An Gnad und an Geduld, Laß hell und mild dir glänzen Das Untlig seiner Huld. 5. Weinend und mit bangem 3. Der Herr, dein Gott, erhebe Zagen Trat ich oft ins HeiligDen Blick voll Freundlichkeit, Daß thum; Doch bald stillte meine er dir Frieden gebe, Wie keine Klagen, Herr, dein Evangelium. Welt ihn beut! 4. Gesegnet bleib im Namen Ich gab mich in Gottes Hand, 4. Gesegnet bleib im Namen und zum Mittler hingewandt, Des dreimal heilgen Herrn! Sein Hab ich, ganz in ihn versunken, ganzes Volk sprech: Amen! Er Gern den Leidenskelch getrunken. fegnet ja so gern. Mel. Werde munter, mein. 11. Hebr ehr und heilig ist die 6. Sink ich an des Altars Stufen, Ein gebeugter Sünder, hin, Hör ich heilge Stimmen rufen: Stätte, Wo die From- Sei getrost, dir ist verziehn! Dann men zu dir flehn. Laß, so oft ich sie steh ich begnadigt auf, Fördre betrete, Mich, o Herr, dein Antlig fröhlich meinen Lauf, und das sehn! Ueberall, wohin ich seh, Fühl Herz hofft, voll Vertrauen, Was ich deines Geistes Näh, Doch die es glaubt, dereinst zu schauen. Welt und ihr Getümmel Trübt mir meinen Blick zum Himmel. 2. Von dem Irdischen geschie7. Sieht mein Auge, naß von Thränen, Der Geliebten Stellen leer: Hier stillt sich mein banges den, Von dem Ewigen erfüllt, Sehnen Bei dem Zuruf: weint Find ich hier den hohen Frieden, nicht mehr! Aus der Welt voll Der des Geistes Sehnsucht stillt. Kampf und Streit Zu des Him Un dem Strom der Erdenluft mels Herrlichkeit, Zur Gemeine Darbet doch zuletzt die Brust, selger Frommen hat der Herr sie Und es wird dem Herzen bange aufgenommen. Bei des Lebens wildem Drange. 8. Theuer bleibst du meiner 3. Hör ich hier der Andacht Seele, Haus des Herrn, so lang Lieder, Dünkt es mir ein Engel- ich bin. Nimmt des Grabes chor; Sink ich bang und zweifelnd dunkle Höhle Einst den Staub nieder, Hebt der Glaube mich em- des Pilgers hin, Dann schweb vor. Bruderlieb erfüllt mein Herz, ich mit Preis und Ruhm n Es vergißt der Kränkung Schmerz, Seh zu den geweihten Hallen Ich die Mitanbeter wallen. das höhre Heiligthum, Daß ich ewig mich vereine Mit der himm lischen Gemeine. Mel. Sonntagslieder. 11 Mel. O Gott, der du ein Heerfürst bist. Mel. Herr Jefu Christ, dich zu. 12. Gott, du bist mein Preis und Ruhm, Mein Herz sei ganz dein Eigenthum! Las 14. Wie reizend schön, Herr mir den Sabbath heilig sein, Laß mich ihn deinem Dienste weihn. Zebaoth, Ist deine Wohnung, o mein Gott! Wie sehnet sich mein Herz zu gehen, Wo 2. Gib, daß ich mein Gemüth du dich haft geoffenbart, Und bald bewahr, Wenn ich mit deiner in deiner Gegenwart, Im Vorhof Christenschaar Zu deines Hauses nah am Thron zu stehen! Dort Stätte geh, Daß ich mit Ehr- jauchzet Fleisch und Geist in mir, furcht vor dir steh. O Gott des Lebens, auf zu dir. 3. Erinnre selber meinen Geist, 2. Die Schwalb, der Sperling Daß du mir gegenwärtig seist, find't ein Haus, Sie brüten ihre Damit ich deines Wortes Lehr Jungen aus; Du gibst BefriediMit Andacht und mit Nugen hör. gung und Leben. Herr Zebaoth, 4. Drück alles tief ins Herz hin- du wirst auch mir, Mein Herr, ein, Und laß mich nicht bloß Hörer mein Gott, ich traue dir, Bei sein. Steh mir mit deiner Gnade deinem Altar Freude geben. O bei, Daß ich des Wortes Thäter sei. felig, wer dort allezeit In deinem Lobe sich erfreut. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag Zu meinem Segen feiern mag. Be= wahr mich vor dem Geist der Welt, Die deinen Tag verächtlich hält. 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, Dich nur am Sabbath zu erhöhn, Herr, meine ganze Lebenszeit Sei deinem Dienst und Ruhm geweiht. Eigene Melodie. Gott, du unser Vater bist, Durch 3. Wohl, wohl dem Mann, der in der Welt Dich, Herr, für seine Stärke hält, Von Herzen deinen Weg erwählet! Geht hier sein Pfad durchs Thränenthal: Er findet auch in Noth und Qual, Daß Trost und Kraft ihm nimmer fehlet. Von dir herab fließt mild und hell Auf ihn der reiche Segensquell. 4. Wir wallen in der Pilger13. schaft, Und gehen fort von Kraft zu in Zion zu Gib deinen Geist uns allgemein, erscheinen. Hör mein Gebet, Herr Der uns zur Wahrheit leite. Erhör Zebaoth, Vernimm's, vernimm's, uns doch zu dieser Stund, Deffne o Jakobs Gott! Erquicke mich den Mund Dein's Dieners, daß er auch mit den Deinen, Bis wir dein Wort rein Und freimüthig aus- vor deinem Throne stehn, Und breite. Dazu, o Herr, gnädiglich dort anbetend dich erhöhn. Deffne uns Herz und Ohren, Daß 5. Du, unser Schild, Gott, wir das hören fleißiglich und stets schau uns an, Schau uns in dem getreu bewahren, Auf daß wir Gefalbten an. Ein Tag in deinem mögen fruchtbarlich Dein Lob Haus ist besser, Denn tausend ohn allzeit verklären. dich nah zu sehn; Ja, auf der Schwelle 12 Sonntagslieder. Schwelle nur zu stehn An meines Regiere mich, daß meine ganze Gottes Haus, ist größer, Als lang in stolzer Ruh der Welt zu wohnen in der Bösen Zelt. Seele Zum Trost dich wähle. 7. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte, Er bring mir Speil und lenke mein Gemüthe Auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, Da er gestorben. 6. Denn Gott der Herr ist Sonn und Schild, Er deckt uns, er ist gut und mild, Er wird uns Gnad und Ehre geben. Nichts mangelt dem, der in der Noth Auf Gott vertraut; er hilft im Tod, Er felber ist der Frommen Leben. Heil dem, der stets in dieser Welt, Herr Zebaoth, an dich sich hält. 8. Dich bet ich an, du Todesüberwinder, Der du an diesem Tag zum Heil der Sünder, Die fern von Gott im Todesschatten saßen, Dein Grab verlaffen. Eigene Melodie. ies ist der Tag zum Se15. Di 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erde; Gib, daß er mir zum wahren Sabbath werde. Lob sei, Erlöser, deinem großen gen eingeweihet, Ihn Namen Auf ewig, Amen. feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. O laß auch mich mit FreuMel. Schmücke dich, o liebe. den vor dich treten, Dich anzubeten. 16. Zeige dich uns ohne 2. der uns der Himmelsheere, Auch unser der Gnaden Fülle, Daß, o Herr, Tempel schallt von deiner Ehre, an deinem Tage Unser Herz der Auch unser Dank und unsres Welt entfage. Komm, Herr, der Geistes Flehen Soll dich erhöhen. du starbst, vom Bösen Uns Ge3. Wie freu ich mich, die fallne zu erlösen, Daß die glauStätte zu begrüßen, Wo Dürstent- bende Gemeine Mit dem Vater den des Lebens Bäche fließen, Und sich vereine. wo dein Heil von der Erlösten Zungen Froh wird besungen. 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden, Mein Geist soll sich auf Gottes Auen weiden. Sein heilges Wort, das seine Boten lehren, Das will ich hören. 2. O, daß unsre Seele würde Frei vom Druck der Erdenbürde, Frei von Sünde unser Wille, Unser Herz voll Sabbathstille! Daß von fern aus deinen Höhen Wir des Lichtes Aufgang sähen, Das uns alle dann verkläret, Wenn der Sabbath ewig währet! 5. Mit Andacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten. Der Thoren Glück, die sich der Sünde freuen, Wirst du zerstreuen. 3. Was ich strahlen seh am Throne, Ist es nicht der Sieger Krone? Was ich über'm Grab dort höre, Sind's nicht Ueberwinderchöre? Feiernd tragen sie die Palmen, Ihr Triumph erschallt in Psalmen. Herr, du wollest selbst 6. O laß auch heute deinen Geist mich lehren, Vom Weg, der dir mißfällt, mich abzukehren. mich Sonntagslieder. 13 mich weihen Diesem Sabbath dei-| mich schwingen, Wenn nicht dein ner Treuen. Arm mich aufwärts führt? Kann 4. Möge dein Verdienst bedecken ich ein reines Opfer werden, Wenn Meiner Seele Schuld und Flecken, nicht dein Feuer auf mich fällt, In Daß ich dort kann mit den Deinen mir verzehrt die Lust der Erden, Herrlich und geschmückt erscheinen, und mich belebt für jene Welt? Dort, wo du voll Huld und Gna- 5. Erkauft hat Jesus mich so den Uns zu deinem Mahl geladen, theuer, Zu seinem Tempel mich Wo die Streiter nicht mehr rin- geweiht. Hier sei dein Heerd, hier gen, Wo sie Siegeslieder singen. sei dein Feuer, Die Fülle deiner Herrlichkeit. Vollführe, was du angefangen, Neig auch zu mir dein Angesicht; Dann ist der Seele aufgegangen Des Sabbaths rechMel. Die Tugend wird durch's. 17. Beschwertes Herz, leg ab die Sorgen, Erhebe dich, gebeugtes Haupt! Es kommt tes Freudenlicht. der angenehme Morgen, Da Gott zu ruhen uns erlaubt. Die Ruhe Mel. Ach, was soll ich Sünder. hat er vorgeschrieben, und ſelbst 18. Herr, es ist der Tag erden Auf, auf, des Herrn Gebot zu üben, zu seinem Dienst sei gern bereit. schienen, dein gedenken heißt, Und mich zu dem Himmel weist. Sieh, ich komme, 2. Auf, laß die Welt aus dei- dir zu dienen, Richte du mich selnem Sinne, Dein irdisch Werk ber zu, Daß ich deinen Willen thu. muß ferne stehn. Du sollst zu 2. Halte fern an diesem Morhöherem Gewinne In deines Got- gen Von mir das Geräusch der tes Tempel gehn, Jhm zu erfüllen Welt, Die mir nur zu leicht gedeine Pflichten, Froh zu vermeh- fällt. Brich die Macht der eitlen ren seinen Ruhm, In tiefster Sorgen, Daß ich heut, von allem Demuth zu verrichten Dein geist- frei, Dir allein ergeben sei. lich Werk und Priesterthum. 3. Schmücke mich mit deinen 3. So bin ich, Gott, vor dir Gaben, Stärke mich mit deiner erschienen, Und fleh um deines Kraft, Die den neuen Menschen Geistes Kraft. Wie kann ich dir schafft. Welche Wonne werd ich wohl würdig dienen, Wenn er haben, Wenn in heiliger Begier nicht in mir wirkt und schafft? Ich mich freue, Herr, in dir! Wie soll ich freudig vor dich tre4. Gib, daß mich dein Wort ten, Wenn er nicht stillt der durchdringe, Steh mit deinem Geist Sünden Schmerz? Wie kann ich mir bei, Daß es in mir kräftig sei. gläubig zu dir beten, Wenn er Wenn ich bete, wenn ich singe, nicht stärkt mein blödes Herz? Siehe du mich gnädig an, Und 4. Kann meines Herzens Harfe laß mich dein Heil empfahn. klingen, Wenn sie dein Finger nicht 5. Laß mich nicht in Sünde berührt? Kann ich zu dir empor fallen, Laß mich fest im Glauben stehn, 14 Sonntagslieder. Wend ab all stehn, Voll Vertrauen auf dich| dir sein ergeben, fehn. Lieber Vater, hilf uns Al- Angst und Plag. Erfrisch Herz, len, Daß der Ruhe heilger Tag Sinn und Muth, Dir heut fest Uns ein Segen werden mag. Mel. Wie schön leucht't uns der. 19. Sei uns gesegnet, Tag anzuhangen, Ach stille mein Verlangen, Schenk mit der Seelen Gut. 4. Hilf, daß ich freudig höre Der Kirchen Ton und Klang. des Herrn! Zu Gottes Ach Gott, zu mir dich kehre, Preise, nah und fern, Erwacht Führ du selbst meinen Gang; der Christen Menge. Jhr Lobgefang Führ mich zur Wohnung hin, tönt spät und früh, Zum Heilig- Da schön und lieblich Wesen, thume wallen sie In festlichem Ge- Da kann und muß genesen Mein dränge. Froher Schallen Hier die Wille, Herz und Sinn. Lieder, wo die Brüder, anzubeten Sind vereint vor Gott getreten. 2. Komm, Geist der Andacht und der Ruh, Auch unsern Tempeln weihe du zu feierlicher Stille. Mach unser Herz vom Irrthum los, Uns werde Gottes Name groß, Sein Wille unser Wille. Fromme Liebe, Brudertreue mög aufs Neue uns beleben, Jefu Vorbild nachzustreben. 5. Hilf Gott, daß ich anhöre Mit Andacht deine Lehr, Hilf, daß ich mich bekehre, Und sich mein Glaube mehr. Laß mich in Hoffnung treu Nach dir allein mich richten, Hilf, daß mein Sinn und Dichten In dir recht heilig sei. 6. Hilf, daß ich meine Liebe Dem Nächsten willig zeig, Im Wohlthun mich so übe, Daß ich sein Herze beug. Laß mich den Nächsten nicht Ohn Wohlthun lassen stehen, Laß mir's zu Herzen gehen, Wenn's ihm an Hülf Mel. Aus meines Herzens Grunde. 20. Wohl auf, Herz und Gemüthe, Der Tag des gebricht. Herrn bricht an. Gott zeiget seine 7. Hilf mir den Tag vollbrinGüte, Die er an uns gethan. Weg, gen Zu deines Namens Ehr, weg, was irdisch heißt, Weich, fleischliches Beginnen, Weich, Welt und sündlich Sinnen, Komm an, du Himmelsgeist. Mein Beten, Lesen, Singen Zur Seligkeit erhör. Laß dieses Tages Ruh Mich führen zu den Tagen, Die ohne Weh und Klagen Der Himmel bringet zu. 2. Mein Gott, hilf mir bedenken, Wie heilig dieser Tag, Was fündlich, hilf versenken, Da- Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. mit ich ruhen mag, Erwecke Lust in mir, Jhn christlich zu begehen, Laß Gnade mir geschehen, Wend Herz und Sinn zu dir. 3. Mein Gott, hilf mir anheben Der Seelen Ruhetag. Laß mich 21. Unsfern Ausgang fegne Gott, Unsern Eingang gleicher Maßen. Segne unser täglich Brod, Segne unser Thun und Lafsen. Segne uns mit selgem Sterben, und mach uns zu Himmelserben. 2. Advents 2. Adventslieder. 15 Mel. Wer nur den lieben. Hoffnung weckt. So oft wir hier 22. Noch steht dein Bund wie versammelt flehn, Laß, Herr, uns Felfen stehen, Du Gott deine Gnade sehn. der Gnade, Gott der Treu! Jahr' und Jahrhunderte vergehen, Doch Mel. Heilig ist Gott, der Vater. deine Hulb ist täglich neu. Auch 23. Deinkönig kommt, o Zion, heute noch erheben wir mit Freuden unsern Geist zu dir. kehret bei dir ein, Auf, lasset uns ihm Palmen streun! 2. Sanftmüthig kommt er in sein Reich, Jauchzt ihm, alle Lande, freuet euch! Hosianna in der Höhe! 3. Der Herr ist da! Halleluja! Preiset seinen Namen! Hosianna! Amen, Amen. 2. Kein Feind zerstörte die Altäre, Kein Feind zertrat dein Heiligthum. Noch singen wir zu deiner Ehre, Noch predigt man von deinem Ruhm. Durch Tauf und Abendmahl und Wort Pflanzt sich auch hier die Kirche fort. 3. Doch fragst du nach des Mel. Ach, was soll ich Sünder. Wortes Früchten, Und bringst, was 24 Kommſt du, kommſt du, wir gethan, ans Licht, Um nach Licht der Heiden? Ja, den Werken uns zu richten, O du kommst, und säumest nicht, Richter, so bestehn wir nicht. Du Weil du weißt, was uns gebricht, trugst uns immer mit Geduld, Wir O du starker Trost im Leiden! aber häuften Schuld auf Schuld. Jesu, meines Herzens Thür Steht 4. Verwirf uns nicht, o Herr, dir offen, komm zu mir. verschone, Und gib uns nicht der 2. Ja, du bist bereits zugegen, Sünder Lohn. Wir schaun empor Du Weltheiland, Gottessohn! zu deinem Sohne, Und flehn ge- Meine Seel empfindet schon Deiz beugt vor deinem Thron: Vergib nen gnadenvollen Segen, Deines dem sündigen Geschlecht! Vor dir ist Keiner ja gerecht. Geistes Wunderkraft, Welche neue Herzen schafft! 5. O laß es, Bater, uns ge- 3. Adle mich durch deine Liebe, lingen, In diesem neuen Kirchen- Jesu, nimm mein Flehen hin, jahr Die Macht der Sünde zu Schaffe, daß mein Geist und Sinn bezwingen, Reich uns von oben Sich in deinem Lieben übe; Sonst Kräfte dar. Mach uns durch dei- zu lieben dich, m.in Licht, Steht. nen Geist geschickt, zu thun, was in meinen Kräften nicht. ewig uns beglückt. 4. Sesu, rege mein Gemüthe, 6. Laß ferner hier dein Wort Jesu, öffne mir den Mund, Daß ich erschallen, Daß es zum Heil den dich von Herzensgrund Innig preife Sünder schreckt, und alle, die für die Güte, Die du mir, o Seelendir wohlgefallen, 3u freudenreicher gast, Lebenslang erwiesen hast. 5. Laß 16 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, Durch Bereuung meiner Schuld, Mich mit dir Gemeinschaft haben. O dann will ich für und für Hosianna singen dir. Adventslieder. 6.Frisch auf in Gott, ihr Armen! Der König sorgt für euch. Sein gnädiges Erbarmen Macht auch die Aermsten reich. Der selbst des Thiers gedacht, Der wird auch euch ernähren, Was Menschen nur begehren, Das steht in seiner Macht. 7. Hat endlich uns betroffen Mel. Aus meines Herzens. 25. Auf, auf ihr Reichsgenos- Viel Kreuz, läßt er doch nicht Die, fen, Der König kommt welche auf ihn hoffen Mit rechter heran, Empfangt ihn unverdroffen, Zuversicht. Von ihm kommt Alles Den großen Wundermann. Empfangt ihn nach Gebühr, Laßt uns vor allen Dingen Ihm Hosianna singen, Mit herzlicher Begier. 8. Drum auf, ihr Hochbetrüb2. Auf, ihr betrübte Herzen, ten, Der König kommt mit Macht. Der König ist euch nah! Hinweg An uns, die Herzgeliebten, Hat all' Angst und Schmerzen! Der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort Hochtröstlich ist zu nennen, Da wir ihn finden können Im Nachtmahl, Tauf und Wort. er schon längst gedacht. Nun wird nicht Angst noch Pein, Noch Tod hinfort uns schaden, Weil Gott nun läßt aus Gnaden Uns seine Kinder sein. 3. Auf, auf! ihr Vielgeplagten, Der König ist nicht fern. Seid fröhlich, ihr Verzagten, Dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Noth Mit reichem Trost euch speisen, Er will euch Hülf erweisen Und retten von dem Tod. her, Er läffet auch im Sterben Die Seinen nicht verderben, Kein Kreuz kann sein zu schwer. 9. Auf, eilt mit schnellem Schritte, Den König selbst zu sehn, Er steht in eurer Mitte, Stark, herrlich, sanft und schön. O tretet All' heran, Den Heiland zu begrüßen, Der alles Leid versüßen Und uns erlösen kann. 4. Seid fromm, ihr Unterthanen, 10. Der König will bedenken, Der König ist gerecht. Laßt uns Die er so herzlich liebt, Mit köstden Weg ihm bahnen, Wir sind lichen Geschenken, Er, der sich ja sein Geschlecht. Fürwahr, er selbst uns gibt In seinem Gnadenmeint es gut, Drum laffet uns wort. König, hoch erhoben, die Plagen, Die er uns schickt, er- Wir Alle wollen loben Dich freutragen, Mit unerschrocknem Muth. dig hier und dort. 5. Und wenn gleich Krieg und 11. Nun, Herr, du gibst uns Fiammen Uns Alles rauben hin, reichlich, Wirst selbst doch arm und Stürzt auch die Welt zusammen: schwach, Du liebest unvergleichlich, Uns ist es doch Gewinn. Wenn gleich ein früher Tod, Die wir geliebt, genommen: Getrost! sie sind gekommen Ins Leben aus der Noth. Du gehst den Sündern nach, Drum wollen Alle wir Die Stimmen hoch erschwingen, Das Ho sianna singen, Und ewig danken dir, Mel. Adventslieder. 19 größten Leid, Als mir das Reich| In einem Augenblick. Er kommt, genommen, Wo Fried und Freude er kommt, ein König, Dem alle lacht, Bist du, mein Heil, gekom- Macht und List Der Feinde viel men, Und hast mich froh gemacht. zu wenig Zum Widerstande ist. 4. Ich lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; Ich stand in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß, Und hebst mich hoch zu Ehren, Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie Erdenreichthum thut. 10. Er kommt zum Weltgerichte, Zum Fluch dem, der ihm flucht, Mit Gnad und süßem Lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, Und leit uns allzumal Zum Licht der ewgen Wonne, In deinen Freudensaal. Mel Vater unser im Himmelreich. 5. Nichts, nichts hat dich ge= trieben Zu mir vom Himmelszelt, 30. Auf, meine Seele, ſei erAls das geliebte Lieben, Womit freut, Das Kirchenjahr du alle Welt In ihren tausend wird heut erneut, Da dir aufs Plagen Und ihrer Fammerlast, Neu das Heilwort klingt, Das Die kein Mund kann aussagen, dich erfreut, das dich verjüngt, Ja, So fest umfangen hast. das aus Gott dich neu gebiert, Und felbst zu Gott ins Leben führt. 6. Das schreibt in eure Herzen, Drückt euch die Last so schwer, Ihr, denen Gram und Schmerzen Sich häufen mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet Die Hülfe vor der Thür, Der eure Herzen labet Und tröstet, steht schon hier. 2. Der Geist aus Gott erfülle mich, Damit mein Geist erneure sich, Und ich, vom alten Menschen frei, Ganz rein, ganz neu und christ= lich sei, Damit mein Mund ermuntre sich Und Gott lobsinge ewiglich. 3. So findet auch, mehr als zuvor, Dein theures Wort ein offnes Ohr; Das Wort, das dem das Leben gibt, Der darnach thut, und Glauben übt. Ach Jesu, gib, daß dies in mir Zur Frucht ge= deihe für und für... 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, Noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen Mit eures Armes Macht; Er kommt, er kommt mit Willen, Ist voller Lieb und Lust, All' Angst und Noth zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer Sündenschuld; Nein, Eigene Melodie. Jesus will sie decken mit seiner Lieb 31. Hofianna, Davids Sohn, Der seines und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern Zu Trost und wahrem Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleib ihr Erb und Theil. Namen Sich erhebet auf den Thron Ueber Jakobs Haus und Samen! Welchem Gott ein Reich bestimmt, 9. Was fragt ihr nach dem Dem die Reiche dieser Erden EndSchreien Der Feind und ihrer lich müssen dienstbar werden, Und Tück? Der Herr wird sie zerstreuen das selbst kein Ende nimmt. 2. Sei B* 20 Adventslieder. 2. Sei gesegnet, theures Reich, 3. Ich kann der Sonne WunDas ein solcher Herr befißet, Dem der nicht, Noch ihren Bau ergrünkein Herr auf Erden gleich, Der den, Und doch kann ich der Sonne das Recht mit Nachdruck schützet! Licht Und ihre Wärm empfinden. Schwinge dich in stetem Flor, Groß 4. So kann ich auch nicht Gotdurch Frieden, reich an Freuden, tes Rath Von Jesu Tod ergrünUnter Juden, unter Heiden, Mit den, Allein das Göttliche der That, vermehrtem Glanz empor! Das kann mein Herz empfinden. werd ich angst3. Deines Königs Majestät 5. Nimm mir den Trost, daß Müsse jedes Volk verehren, Und Jesus Christ Nicht meine Schuld so weit die Sonne geht, Müsse getragen, Nicht Gott und mein sich sein Ruhm vermehren. Selbst Erlöser ist, So der kleinen Kinder Mund Mache zum Verdruß der Feinde, Und zur Freude seiner Freunde, Seinen großen Namen kund. 4. Schreibe, Herr, mich auch mit an Unter deine Unterthanen, Ich will dir, so gut ich kann, Jn mein Herz die Wege bahnen. Ich gefelle mich im Geist, Herr, zu jenen frohen Chören, Die mit lautem Dank dich ehren. Sohn des Höchsten, sei gepreist! 5. Jauchzt, ihr Kräfte, freuet euch! Seid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich Wird in euch nun Raum gewinnen. Kommt und schwört den Huld'gungseid, Kommt und küßt den Sohn der Liebe! Ach, daß Niemand draußen bliebe! Hier, o hier ist Seligkeit! voll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn, So werd ich irren müssen, Und wer Gott ist, und was ich bin Und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit Soll mir kein Spötter rauben! Ich fühle feine Göttlichkeit, Und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, Durch ihn des Himmels Erbe: Dies bin ich, und das ist mein Ruhm, Auf den ich leb und sterbe. 9. Er gibt mir seinen Geist, das Pfand, Im Glauben mich zu stärken, Und bildet mich durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich seinen Willen gern Mit reinem Herzen thue, So fühl ich eine Kraft des Herrn, Und schmecke Fried und Ruhe. Mel. Ich dank dir schon. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, Und ich zum Kreuze trete, 32.Gedanke, der uns Leben gibt, So weiß ich, daß er mein gedenkt, Wer kann dich ganz durch- Und thut, warum ich bete. denken? ,, Also hat Gott die Welt ge= liebt, Uns feinen Sohn zu schenken!" 2. Hoch über die Vernunft erhöht, Umringt mit Finsternissen, Füllst du mein Herz mit Majestät, Und stillest mein Gewissen. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Der mich einst aus der Erde Erweckt und zu dem Reich erhebt, Da ich ihn schauen werde. 13. Kann unsre Lieb im Glauben hier Für ihn jemals erkaltz Adventslieder. 21 Dies ist die Lieb, o Gott, zu dir:| friedenheit, Heil, Leben, ewge SeligDein Wort von Herzen halten. keit, Sei hoch dafür gepriesen! 14. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, So oft ich dich nur nenne, Und hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der Welt bekenne. Herr, zu arm und schwach sind wir, Die Treue zu vergelten dir, Die du an uns erwiesen! Da wir Ganz hier Im Verderben müßten 15. Soll ich dereinst noch sterben, bringst du Leben; O was würdig sein, Für dich hier kannst du Größres geben? Schmach zu leiden, So laß mich 4. Wir bringen dir ein dankkeine Schmach noch Pein Von bar Herz, Und wollen fromm in deiner Liebe scheiden. Freud und Schmerz Nach deinem 16. Und soll ich, Gott, nicht Vorbild wandeln. Verwirf dies für und für Des Glaubens Freud unser Opfer nicht, Und gib uns empfinden, So wirk er doch sein deines Geistes Licht, Wie dirs Werk in mir, Und rein'ge mich gefällt, zu handeln. Zeig dich von Sünden. Freundlich, Hilf uns Schwachen, 17. Hat Gott uns seinen Sohn daß wir wachen, beten, ringen, geschenkt:( Laß mich noch ster- Und zu deinem Reiche dringen. bend denken,) Wie sollt uns der, der ihn geschenkt, Mit ihm nicht Alles schenken? Eigene Melodie. acht hoch die Thür, die 34. Macht Thore weit! Es kommt Mel. Wie schön leucht't uns. der Herr der Herrlichkeit, Ein 33. Der Heiland kommt, König aller Königreich', Ein Heilobsinget ihm, Dem land aller Welt zugleich, Der Herrn, dem alle Seraphim Das Heil und Leben mit sich bringt. Heilig, heilig, singen! Er kommt, Deshalben jauchzt, mit Freuden der eingeborne Sohn, Verläßt des singt: Gelobet sei mein Gott, Himmels hohen Thron, Um Heil Mein Schöpfer, reich von Gnad! der Welt zu bringen. Preis dir, 2. Er ist gerecht, ein Helfer Daß wir Von den Sünden Ret- werth, Sanftmüthigkeit ist sein Getung finden, Gnad empfangen, fährt, Sein Königskron' ist HeiligUnd zum Himmelreich gelangen. keit, Sein Scepter ist Barmherzig2. Willkommen, Friedefürst und keit, All' unsre Noth zu End er Held, Erlöser, Mittler, Heil der bringt. Deshalben jauchzt, mit Welt, Willkommen hier auf Erden! Freuden singt: Gelobet fei mein Du kommst, der fünd'gen Welt zu Gott, Mein Heiland, groß von gut, Du kleidest dich in Fleisch und That! Blut, Willst unser Bruder werden. 3. D wohl dem Land, o wohl Ja du, Jefu, Kommst uns Armen der Stadt, Die diesen König bei voll Erbarmen mild entgegen, sich hat! Wohl allen Herzen insWandelst unsern Fluch in Segen. gemein, Da dieser König ziehet 3. Du bringst uns Trost, Zu- ein! Er ist die rechte Freudens fonn', 22 Chriftfestlieder. sonn', Bringt mit sich lauter| Empfang' ihn hoch erfreut Mit Freud und Wonn'. Gelobet sei deines Dankes Psalmen, Und mein Gott, Mein Tröster früh sprich: gepriesen sei Der Heiland und spat! Jesus Christ, Der aus des Vaters Schooß Auf Erden kommen ist. 3. Wir danken dir, o Herr, 4. Macht hoch die Thür, die Thore weit! Eu'r Herz zum Tem= pel zubereit't! Die Zweiglein der Daß du zu uns gekommen, Daß Gottseligkeit Steckt auf mit An- du hast Fleisch und Blut Wie Kindacht, Lust und Freud! So kommt der König auch zu euch, Ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, Voll Rath, voll That, voll Gnad'! der angenommen. Sanftmüthig kamst du, arm, Ein König ohne Pracht, Und doch der ewge Sohn, Voll Herrlichkeit und Macht. 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, Des Herzens Thür dir offen ist. Ach, zeuch mit deiner Gnade ein, Dein' Freundlichkeit auch uns erschein', Dein heil'ger Geist uns führ' und leit' Den Weg zur ew'gen Seligkeit, Und deinem Namen, Herr, Sei ewig Preis und Ehr'. 4. Erscheinst du, Gottes Sohn, Als Mensch auf dieser Erden: Muß dann nicht unser Herz Voll Trost und Frieden werden? D'rum hast du deinen Glanz In Niedrigkeit gehüllt, Daß uns're Angst und Furcht Auf ewig sei gestillt. 5. Erscheinen wirst du einst Zum großen Weltgerichte, O laß uns wandeln stets In deiner Wahrheit Lichte, Daß wir dann auch getrost Dir, unserm Richter, nahn, Und unsern GnadenAus deiner Hand empfah'n. 6. Das Hosianna wird Ats= dann von Neuem klingen, Dann werden wir vereint Mit Engelschaaren singen: Gelobt sei Gottes Sohn, Der ewig war und ist! Gelobet sei der Herr, Der Mel. Nun danfet Alle Gott. 35. Komm, Tochter Zion, komm, Den König zu lohn empfangen, Der unser Heiland ist Und aller Welt Verlangen. Erhebe seinen Ruhm, Stimm Hosianna an, Bring, was zu seinem Dienst Die Liebe bringen kann. 2. Statt ihm den Weg zu streu'n Mit grünem Laub der Palmen, Heiland Jesus Chrift! Christfestlieder. 3. Mel. Wachet auf, ruft uns die. kam, das Licht der Heiden, Der 36. Nacht umhüllte rings die Herr will selbst die Heerde weiden, Erde, Da sprach noch Seht, Gottes Sohn wird Meneinmal Gott: es werde! Und Licht schensohn. Er hat in unsre Nacht entströmte seinem Thron. Christus Der Wahrheit Licht gebracht. Jauchzet anoj Christfestlieder. 23 Jauchzet Alle! Aus ihm nur quillt, Was Herzen stillt, Und sie mit Zuversicht erfüllt. 4. Aus Dank will ich In Brüdern dich, Dich, Gottes Sohn, bekleiden, speisen, tränken, Der 2. Diese Sonn' erlischt nicht Frommen Herz In ihrem Schmerz wieder, Sie strahlt stets neu auf Mit Trost erfreun und dein daMenschen nieder, Die sonst in öde bei gedenken. Nacht gebannt. Wahrheit geht von Volk zu Volke, Vertreibt des Jrrthums düstre Wolke, Denn Jesus Christus wird erkannt. Ihr Völker, nehmt ihn auf, Und richtet euern Lauf Froh zum Himmel. Er geht voran Und macht euch Bahn, Um Ziel die Krone zu empfahn. 5. Rath, Kraft und Held, Durch den die Welt Und Alles ist, im Himmel und auf Erden! Die Christenheit Preist dich erfreut, Und Aller Knie soll dir gebeuget werden. 6. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, Und wer ihn ehrt, den wird sein Name trösten. Gelobt 3. Hör' im Geist der Engel sei Gott! Gelobt sei Gott! Freut Chöre, Auf, bring auch du ihm euch des Herrn, und lobt ihn, ihr Preis und Ehre, Bring ihm dich Erlösten! selbst zum Opfer dar! Du auch bist zum Fest geladen, Nimm aus der Mel. Vom Himmel hoch, da. Fülle seiner Gnaden! Ein jedes 38. Mir fingen dir, ImmaHerz sei ein Altar; Da brenne nuel, Du Lebensfürst Licht und Glut, Da flamme Glau- und Gnadenquell! Dir, Himbensmuth, Hoffnung, Liebe. Em- melslicht und Morgenstern, Dir, por, empor Schallt unser Chor, Zu Gottes Sohn, Herr aller Herrn! Gott, der uns zum Licht erkor. 2. Wir singen die in deinem Heer Aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, Daß du, o lang ge= Mel. Wir Christenleut'. 37. Auf, schicke dich Recht wünschter Gast, Dich nunmehr feierlich, Des Spei- eingestellet hast. lands Fest mit Danken zu be- 3. Von Anfang, da die Welt gehen! Lieb ist der Dank, Der gemacht, Hat manches Herz nach Lobgefang, Durch den wir ihn, dir gewacht, Dich hat gehofft fo den Gott der Lieb, erhöhen. lange Jahr Der Väter und Pro2. Sprich dankbar froh: Gott pheten Schaar. hat also Die Welt in seinem ' gen Sohn geliebet! O wer bin ich, Herr, daß du mich So herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 4. Ach, daß der Herr aus Bion käm, Und unfre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hülfe bräch herein, So würde Jacob fröhlich sein! 3. Er, unser Freund, Mit uns vereint Zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, Er wird uns gleich, 5. Nun bist du hier, mein Heiland du, Hältst in der Krippe deine Ruh, Bist klein und machst doch Um Gottes Reich Und seine Lieb Alles groß, Bekleidst die Welt als Mensch zu offenbaren. und kommst doch bloß. 6. Bin 24 Christfestlieder. 6. Bin ich gleich Sünd und arm, Daß er unfer sich erbarm, Schwachheit voll, Hab ich gelebt uns in dem Himmel mache reich, nicht wie ich soll, So kommst du und seinen lieben Engeln gleich. ja deswegen her, Daß sich der Halleluja! Sünder zu dir kehr. 7. Das hat er alles uns gethan, 7. So faff' ich dich nun ohne Seine Lieb zu zeigen an. Deß freu Scheu, Du machst mich alles sich alle Christenheit, Und dank Jammers frei, Du trägst den ihm das in Ewigkeit. Halleluja! Zorn, du würgst den Tod, Verkehrst in Freud all Angst und Noth. Mel. Wir Christenleut. 8. Du bist mein Haupt, mein Heil, mein Ruhm, Ich bin dein 40. Bringt frohen Dank Und Lobgefang Dem Herrn, Glied, dein Eigenthum, Und will, der uns zum Heile ward geboren! so viel dein Geist mir gibt, Dir Sein Licht erhellt Die dunkle dienen stets, wie dir's beliebt. Welt: Des Lichtes Kinder gehen nicht verloren. Eigene Melodie. 2. Welch' eine Nacht! Der 39. Gelobet feist du, Jesus Sterne Pracht Wich vor dem Christ, Daß du Mensch Glanz der frohen Himmelschöre, geboren bist, Von einer Jungfrau, Die Erd' erklang Vom Lobgewunderbar, Deß freuet sich der sang, Der jauchzend rief: Gott Engel Schaar. Halleluja! in der Höh' sei Ehre! 2. Des ewgen Vaters einig Kind Dort man in der Krippe find't, Mit unserm armen Fleisch und Blut Bekleidet sich das ewge Gut. Halleluja! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, Der liegt in Mariens Schooß, Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding erhält allein. Halleluja! 4. Das ewge Licht geht da herein, Gibt der Welt ein'n neuen Schein, Es leuchtet mitten in der Nacht, Und uns zu Lichtes Kindern macht. Halleluja! 5. Des Vaters Sohn geoffenbart, Gast in dieser Welt er ward, Und führt uns aus dem Jammerthal Zum Erbtheil in den Himmelsfaal. Halleluja! Mel. Warum sollt ich mich denn. 6. Er ist auf Erden kommen 41. Fröhlich laßt uns Gott lobsingen, Hocherfreut Laßt 3. So tönt es laut, Der Vater schaut Versöhnt herab, auf Erden herrscht sein Friede. Wem schlägt die Brust Nicht jeht voll Lust, Voll Seligkeit bei diesem Segensliede? 4. So singt auch ihr, Und danket hier Dem, dessen Ruhm die Himmel wiederhallen; Und lebt hinfort Nach seinem Wort, Dann ruht auf euch sein gnädig Wohlgefallen. 5. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank, Denn mir auch bringt dein Sohn des Himmels Segen. Tod und Gericht Erschreckt mich nicht, Der Zukunft Nacht geh' ich getrost entgegen. Chriftfestlieder. 25 Schaut den Stern, Unsern Herrn, Der uns Leben gönnet. Laßt uns heut' Dank und Ruhm ihm bringen! Euch ist heut der Herr geboren! Hört, wie's schallt, 9. Die ihr steht in großen Wiederhallt: Christus ist geboren! Leiden, Sehet, hier Ist die Thür 2. Heute geht aus seiner Zu den wahren Freuden. Fafft Kammer Gottes Held, Der die ihn wohl, er wird euch führen Welt Reißt aus allem Jammer. An den Ort, Wo hinfort Euch Gott wird Mensch, dir, Mensch, kein Kreuz wird rühren. zu Gute, Es vereint Unser Freund Sich mit unserm Blute. 10. Wer noch ist beschwert im Herzen, Eil herzu, Suche Ruh Für Gewissensschmerzen. Sei getrost, er ist gefunden, Ist dein Theil, Machet heil Deine tiefsten Wunden. 3. Wer kann Gottes Rathschluß fassen? Aber dies Ist gewiß: Er kann uns nicht lassen. Gott gibt, unserm Leid zu weh- 11. Die ihr angstvoll schaut ren, Seinen Sohn Von dem auf's Ende, Kemmt herbei, Füllet Thron Seiner Macht und Ehren. frei, Glaubensvoll die Hände! 4. Sollt' er von uns sein Hier sind alle guten Gaben, Reigekehret, Der sein Reich Und zu- nes Gold, Und ihr sollt Euer gleich Selbst sich uns gewähret? Herz nun laben. Sollt uns Gottes Sohn nicht 12. Süßes Heil, laß dich lieben, Der jest kömmt, Mächtig umfangen, Laß an dir, Meine hemmt, Was uns will betrüben? Zier, Unverrückt mich hangen! 5. Wenn er uns verworfen hätte, Du bist meines Lebens Leben; Nähm' er dann Menschheit an, Daß Nun kann ich mich durch dich er uns errette? Hätt' er Lust an un- Wohl zufrieden geben. serm Schaden: Gnadenreich Würd 13. Forthin soll ich nicht verer euch Dann nicht zu sich laden.[ zagen, Denn du hast Meine Last 6. Was ihm Schweres wird auf Selbst für mich getragen. Du Erden Angethan, Er nimmt's an, willst keine Schuld mehr finden, Unser Schuß zu werden; Unser Frei werd ich, Herr, durch dich, Lamm, das für uns stirbet, Und Frei von meinen Sünden. bei Gott Durch den Tod Fried und Heil erwirbet. 14. Rein bin ich um deinetwillen, Du gibst Muth, Ehr 7. Seht, er liegt in seiner und Gut, Kannst mein Sehnen Krippe, Ruft zu sich mich und stillen. In mein Herz will ich dich dich, Spricht mit süßer Lippe: schließen, Dich, mein Heil Und Laffet fahren, lieben Brüder, mein Theil, Selig zu genießen. Was euch quält! Was euch fehlt Bring ich alles wieder! 15. Treu soll dich mein Herz bewahren, Ich will dir Leben hier 8. so laßt uns zu ihm Und mit dir heimfahren. Mit dir eilen, Stellt euch ein, Groß und will ich endlich schweben, Ganz Klein, Laßt von ihm euch heilen! erneut, Hoch erfreut, Dort im Liebt ihn, der vor Liebe brennet, selgen Leben. Eigene 26 Chriftfestlieder. Eigene Melodie. 6. Du, deß sich meine Seele 42. Ermuntre dich, mein freut, Mein höchstes Gut, mein schwacher Geist, Und Leben, Was soll ich dir aus Danktrage groß Verlangen, Den Hei- barkeit Für deine Treue geben? land, den der Himmel preist, Mit Herr, was ich hab' und was ich Freuden zu empfangen! Dies ist bin, Das geb' ich dir zu eigen die Nacht, in der er kam, Und hin, Mich soll kein Glück, kein menschlich Wesen an sich nahm. Leiden Von deiner Liebe scheiden. Er will durch sein Erscheinen Uns ganz mit Gott vereinen. 7. Noch sieht dich zwar mein Auge nicht, Doch du wirst wieder2. Willkommen, Held aus Da- kommen, Dann schauen dich von vids Stamm, Du König aller Angesicht, Herr, alle deine From-. Ehren! Willkommen, Jesu, Gottes men. Dann werd' auch ich, Herr Lamm! Ich will dein Lob vermeh- Jesu Christ, Dich sehn, so herrlich ren, Ich will dir all mein Leben wie du bist, Und ewig dich dort lang Von Herzen sagen Preis und oben Mit allen Sel'gen loben. Dank, Daß du, da wir verloren, Für uns bist Mensch geboren. Mel. Lobe den Herren, den. 3. wie ist deine Huld fo 43. Ehre sei Gott in der Höhe! groß, Ich kann sie nimmer fassen! der Herr ist geboren! Du hast dich aus des Vaters Sündern zum Heiland vom HöchSchooß Zu uns herabgelassen. sten aus Gnaden erkoren! Lasset uns Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod, Und doch kamst du auf Erden, Der Menschen Heil zu werden. sein, Seiner Erbarmung uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? 2. Dunkel bedeckte den Erdkreis, in Finsterniß irrten Völker umher, wie die Heerden, verlassen vom 4. große That, o Wunder- Hirten. Jesus erschien: Nächte nacht, Von Engeln selbst besungen! verschwanden durch ihn, Die auch Du hast den Helfer uns gebracht, den Weisen verwirrten. Der Sünd und Tod bezwungen, 3. Menschen, berufen sich unter Und jetzt, zur Herrlichkeit erhöht, einander zu lieben, Folgten der Herrscht auf dem Thron der Zwietracht und Bitterkeit schändMajestät, Um Heil und ewges lichen Trieben. Jesus erschien, Leben Den Gläubigen zu geben. Lehrte den Menschenhaß fliehn, 5. O du, des Vaters ein'ges Lehrte den Frieden uns lieben. Kind, Du Hoffnung aller From- 4. Wahrheit und Tugend ent= men! Durch den nun Gottes Kin- keimten des Göttlichen Schritten, der sind, Die dich, Herr, aufgenom- Trost und Erquickung trug er in men, Komm, Jesu, in mein Herz der Weinenden Hütten. Selbst er, hinein, Und laß es deine Wohnung ihr Freund, Hatte vielfältig ge= sein; Dahin geht mein Verlangen, weint, Lasten getragen, gelitten. Dich würdig zu empfangen. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein Univ.- Bibl. Giessen Christfestlieder. 27 ein ewiges Leben Hat er durch 4. Nein, Gott kann mich nimihn, seinen Sohn, uns erbarmend mer haffen, Ob ich gleich ein gegeben. Bis in das Grab Stieg Sünder bin; Nimmer kann mein er vom Himmel herab, Einst Gott mich lassen, Denn er heget Baterfinn. Gnade schenkt er uns zum Himmel zu heben. 6. Seliger Glaube, daß einst seinen Knechten In dem Sohne, meinen Retter ich sehe, Jhn mit der mich kennt, Und mich seinen den Schaaren Vollendeter ewig Bruder nennt. Christus sigt zu erhöhe! Völlig beglückt, Sing Gottes Rechten; Durch ihn bin ich dann, himmlisch entzückt: ich Gott vereint, Gott mein Ehre sei Gott in der Höhe! Vater, Gott mein Freund. Mel. Sollt ich meinem Gott. 44. 5. Wird das Leben doch mein Leben, Leuchtet mir doch selbst wig fei dir Lob ge- das Licht. Alles Heil ist mir gefungen, Hier und geben, Was ist, das mir noch einst vor deinem Thron, Daß du gebricht? Seht, es fleußt der Quell uns das Heil errungen, Mensch- der Freuden Aus dem hohen Himgeword'ner Gottes Sohn. Uns zu melssaal In das niedre Erdengut ins Fleisch gekommen Bist du thal, Und erquickt mich unter voller Freundlichkeit; Ja du hast Leiden. Meine Lieb und Seligvor alter Zeit Dich schon unfer an- keit, Christus ist geboren heut. genommen. Sei gelobt, Herr Jesu 6. Du, o Gottes höchste Gabe, Christ, Daß du unser Bruder bist. Du, des Vaters ein'ger Sohn, 2. Sei gelobt, Herr, dir ge- Du, der Seelen reichste Habe, bühret Unser Dank in Wort und Und des Glaubens größter Lohn! That; Herrlich hast du ausge: Laß mich neu geboren werden, führet Deines Vaters Gnaden- Bilde mich nach deinem Sinn, rath. Huldreich hast du dich ver- Nimm mich ganz zu eigen hin, mählet Unfrer menschlichen Natur, Daß ich dein schon sei auf ErUnd vor aller Kreatur Sie allein den; Dann lobsingt mein Leben dir ausgewählet. Du erhobst sie, dir, Treuer Heiland, für und für. Gottessohn, Mit dir auf der GottMel. Jesus, meine Zuversicht. heit Thron. 3. Du erschienest hier auf Er- 45. Gottes und Mariens Sohn, den, Mittler zwischen uns und Den, um unser Leid zu Gott, Unser Friedefürst zu wer- wenden, Gott von seinem Himmelsden, Retter aus der Sündennoth. thron In die Welt hat wollen senHerr, du hast das Kreuz erduldet, den, Sei willkommen, großer Held, Haft mit Gott uns ausgeföhnt, Du gepries'nes Licht der Welt! Und mit seiner Huld gekrönt 2. Deine Freudenankunft macht, Uns, die wir so viel verschuldet. Daß wir alle fröhlich singen, Da Dies ist unsre Zuversicht Einst die Engel in der Nacht Die im Tod und im Gericht. gewünschte Botschaft bringen: Kommt, 28 Chriftfestlieder. Kommt, nun ist der Heiland da! steht von mir. Gott, deinen WilGott sei Dank, Halleluja! len thu ich gern, Gelobt sei, der da kommt vom Herrn. 3. Uns zu Liebe kommst du hier In das dunkle Thal der Erde; Ach 6. Herr, der du Mensch geboren daß Herz und Zunge dir Ewig, wirst, Immanuel und Friedefürst, ewig dankbar werde! Jauchzt, ihr Auf den die Väter hoffend sahn, Völker, rühmt und preist Den, Dich, Gott, meinHeiland, bet ich an. der euch nun leben heißt. 7. Du, unser Heil und höchstes 4. Jeßt ist Alles wieder da, Gut, Vereinigst dich mit Fleisch Was uns Adam einst verloren. und Blut, Wirst unser Freund Menschen, singt: Halleluja! Got- und Bruder hier, Und Gottes tes Sohn ist Mensch geboren! Kinder werden wir. Stimmet mit den Engeln an, Rühmt, was er an euch gethan! 8. Gedanke voller Majestät, Du bist es, der das Herz erhöht! 5. Ehre sei Gott in der Höh, Gedanke voller Seligkeit, Du bist Und auf Erden lauter Friede. es, der das Herz erfreut. Ferner mache Leid und Weh 9. Durch Eines Sünde fiel Nimmermehr die Christen müde, die Welt; Ein Mittler ist's, der Bis du uns, o Lebensfürst, Zu sie erhält. Was zag ich nun, dem Vater führen wirst. wenn der mich schüßt, Der in des Vaters Schooße sikt? Mel. Vom Himmel hoch, da. 46. Dies ies ist der Tag, den 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligGott gemacht, Sein sten Geburt! Und Erde, die ihn werd in aller Welt gedacht, Ihn heute sieht, Sing ihm, dem preise, was durch Jesum Christ Herrn, ein neues Lied! Im Himmel und auf Erden ist. 11. Herr, der du uns den 2. Die Väter haben dein ge- Tag gemacht, Der uns so großes harrt, Bis daß die Zeit erfüllet Heil gebracht, Dich preise, was ward, Da sandte Gott von sei- durch Jesum Christ Jm Himmel nem Thron Das Heil der Welt, und auf Erden ist. dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder faffen Mel. Wer nur den lieben Gott. will, So steht mein Geist vor Ehr- 47. Dies ist die Nacht, da furcht still, Er betet an, und er ermir erschienen Des mißt, Daß Gottes Lieb unendlich ist. großen Gottes Freundlichkeit. 4. Damit der Sünder Gnad Das Kind, dem alle Engel dieerhält, Erniedrigst du dich, Herr nen, Bringt Licht in meine der Welt, Nimmst selbst an unsrer Dunkelheit. Und dieses WeltMenschheit Theil, Erscheinst im und Himmelslicht Weicht hundert Fleisch, wirst unser Heil. tausend Sonnen nicht. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir, Er spricht: im Buche 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht den Gnas denschein. Christfestlieder. 29 denschein. Der Glanz in dieser| lornen Rühm sich, erlöst zu sein. Uns kleinen Höhle Dringt bald in alle ist das Kind gegeben, Geboren uns Welt hinein. Er treibet weg der der Sohn, Mit ihm erscheint das Hölle Macht, Der Sünden und Leben, Mit ihm des Himmels Lohn. des Todes Nacht. Chor. 3. In diesem Lichte kannst du 3. Er kommt, des Vaters Ebensehen Das Licht der klaren Selig- bild, Von schlichtem Pilgerkleid keit. Wenn Sonne, Mond und umhüllt, Und macht uns seiner Stern' vergehen, Vielleicht gar Hoheit gleich Auf Erden und im bald in legter Zeit, Wird dieses Himmelreich. Licht mit seinem Schein Dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen Dein Glaubens- und dein Le benslicht. Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du ge= nießen diesen Schein, So darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst. Dein Licht sei meine Weihnachtswonne, Und lehre mich die Weihnachtskunst, Wie ich im Lichte wandeln soll, Und sei des Weihnachtsglanzes voll. Mel. Vom Himmel hoch, da. Chor. Alle. 4. O du, dem jetzt die Menge Der Engel und Verklärten singt, Vernimm die Lobgesänge, Die dir dein Volk im Staube bringt. Du kamst, so geht die Sonne, Die Welt zu segnen, auf, Verbreitet Licht und Wonne In ihrem hohen Lauf. Du brachtest Heil und Gnade Auf unsre Welt herab, Ein Licht dem dunkeln Pfade, in Licht dem finstern Grab. 48. Empor zu Gott, mein Lobgefang! Er, dem der Engel Lied erklang, Der Tag, der Freudentag ist da. Ihr Christen, singt, Halleluja! Chor. 5. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, Der uns des Lebens Licht gebracht. Nun leuchtet uns ein milder Strahl, Wie Morgenroth im dunkeln Thal. Alle. 6. Frohlockt! ihr wart Genossen Der Sünde wie der Sterblichkeit; Nun ist euch aufgeschloffen Der Eingang in die Herrlichkeit. Zu unsrer Welt hernieder Kanf Gottes ew'ger Sohn, Nun hebt er seine Brüder Empor zu Gottes Thron. Er war 2. Vom Staub, in dem wir wal- das Heil der Sünder Und bleibt es len, Soll, Jesu Christ, dein Lobge- fort und fort, Hier sind sie Gottes fang Empor zum Himmel schallen, Kinder, Und Gottes Erben dort. Dir opf're jede Seele Dank. Und Mel. Nun lob, mein Seel, den. Alle. Chor. jeder der Gebornen Sei froh, ein 7. Er führet uns auf ebner Mensch zu sein, Und jeder der Ver- Bahn, Zum Himmel führt er uns hinan, 30 Chriftfestlieder. hinan, Und wandelt unser Pil- gelegt, Das alle Welt erhält und gerkleid In Sternenglanz und trägt. Herrlichkeit. Alle. 6. Deß laßt uns Alle fröhlich sein, Und mit den Hirten geh'n hinein, 8. Und sind wir einst zum Lohne 3u sehen, was Gott hat beschert, Der Himmelsbürger dort erhöht, Mit seinem lieben Sohn verehrt. Dann stehen wir am Throne, Und 7. Willkommen, Jesu, edler schaun, Herr, deine Majestät. Nicht Gast! Den Sünder nicht vermehr aus tiefer Ferne Dringt unser Dank zu dir, Denn über Sonn' und Sterne Erhoben, jauchzen wir. Und in des Himmels Chöre Schallt 8. Lob, Ehr' sei Gott im unser Löbgefang: Dem Ewigen sei höchsten Thron! Er schenkt uns Ehre, Dem Welterlöser Dank! seinen ein'gen Sohn; Deß freuet sich der Engel Schaar, Und sin schmähet hast, Und kommst in's Elend her zu mir, Wie soll ich immer danken dir? Chor. 9. Rein, wie der Engel Harfen- get uns ein neues Jahr. klang, Steig auf, du hoher Lobge= sang! Der Tag, der Freudentag ist da; Ihr Christen, singt, Halleluja! 50. Eigene Melodie. Eigene Melodie. obt Gott, ihr Christen, allzugleich, Vor seinem höchsten Thron, Der heut aufschleußt sein Himmelreich, Und schenkt uns seinen Sohn.:,: Der 49. Vom Himmel hoch, da komm ich her, Ich bring eirch gute neue Mähr, 2. Er kommt aus seines Va= guten Mähr bring ich so viel, ters Schooß, Ein Heiland uns zu Davon ich sing'n und sagen will. sein. Er liegt dort elend, arm und 2. Euch ist ein Kindlein heut' bloß, Uns ewig zu erfreun.:: gebor'n Von einer Jungfrau auserkor'n. Ein Kindelein, so zart und fein, Soll' eure Freud' und Wonne sein. 3. Er äußert sich der Allgewalt, Wird niedrig und gering, Und nimmt an sich die Knechtsgestalt, Der Schöpfer aller Ding.:,: 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, Der will euch führ'n aus aller Noth, Er will eu'r Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein.aldo 4. Er wechselt mit uns wunderbar, Nimmt unsre Armuth an, Uns aber beut er Güter dar, Die Niemand schäßen kann.:,: 5. Er wird ein Knecht, und ich 4. Er bringt euch All'n die Se- ein Herr, Das mag ein Wechsel ligkeit, Die Gott der Vater hat be- sein! Wie könnte er doch freundreit't, Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt ewig leben allzugleich. licher, Der theure Jesus, sein?:,: 5. So merket nun das Zeichen recht, Die Krippe, Windelein so schlecht, Da findet ihr das Kind 6. Heut schleußt er wieder auf das Thor Zum schönen Paradeis, Der Cherub steht nicht mehr davor, Gott sei Lob, Ehr und Preis.:,: Mel. Christfestlieder. 51.& in 31 Mel. Nun freut euch, lieben. Mel. Der Tag, der ist so. in Kindelein höchst lo- 52. hier,& Jefu, du mein steh an deiner Krippe O benswerth Auf Erden und ist erschienen; Des Höchsten Sohn Leben! Zu dir komm ich, ist uns beschert, Dem Himmels- schenke dir, Was du mir hast geister dienen. Wär Kindlein nicht gebor'n, uns das gegeben, Nimm hin, es ist mein So wär'n Geist und Sinn, Herz, Seel wir allzumal verlor'n, Das Heil und Muth, nimm Alles hin, ist unser Aller. O du süßer Je- Und laß dir's wohlgefallen. 2. Du hast mich ganz und gar sus Christ, Der du Mensch ge= boren ist, Behüt' uns vor der erfüllt Mit deiner Lieb und Güte, Hölle. Dein hoher Glanz, dein göttlich Bild Liegt stets mir im Gemüthe. Und wie könnt es auch anders sein? Wie könnt ich deinen Gnadenschein Aus meinem Herzen lassen? 2. Die Zeit ist nun ganz freudenreich, zu loben Gottes Namen, Daß Christus ist vom Himmelreich Auf Erden zu uns kommen. Es ist ein groß Barmherzigkeit, Die Gott vom Himmel uns verleiht. Ein Knecht ist Christus worden, Uns, doch 3. Da ich noch nicht geboren war, Bist du mir schon geboren, und hast mich dir zu eigen gar, Eh ich dich kannt, erkoren. Noch ohne Sünde, gleich, Daß wir war ich nicht ans Licht gebracht, werden ewig reich, Trug uns'rer Sünde Bürde. Da hast du schon bei dir bedacht, Wie mein du wolltest werden. 4. Ich lag in tiefer Todesnacht, 3. Wohl dem, der dieses Glaubens ist, Mit ganzem Her Du wurdest meine Sonne, Die zen trauet, Dem wird die Selig- mir im Herzen angefacht Licht, keit gewiß, Wohl dem, der darauf Leben, Freud und Wonne. D bauet, Daß Chriftus hat genug Sonne, die des Glaubens Licht, gethan Für uns, damit wir Heil In meinem Herzen aufgericht't, empfahn Von Gott, dem ew'gen Wie schön sind deine Strahlen! 5. Mit Freuden blick ich auf Vater. O wie große Wunderthat, Er trägt uns're Missethat, Und dich hin, und kann nicht fatt stillet unsern Hader! mich sehen, Doch nimmer wird 4. Deß dank ihm alle Christen- mein blöder Sinn Dein Wesen heit Für solche große Güte, Und ganz verstehen. O daß mein Geist bitte sein' Barmherzigkeit, Daß ein Abgrund wär, Und meine er uns fort behüte Vor falscher Seel ein tiefes Meer, Daß ich Lehr' und bösem Wahn, Der dich möchte faffen! unsern Seelen schaden kann, Er 6. Wenn bitterlich mein Herze woll' all' Schuld vergeben. Bater, weint, Und keinen Trost kann Sohn und heil'ger Geist, Gib finden, Dann rufft du mir: ich uns, was dein Wort verheißt: bin dein Freund, Jch tilge deine Laß uns in Frieden leben. Sünden! Was trauerst du in deinem Chrift festlieder. 32 Mel. Lobt Gott, ihr Christen. nem Sinn, Da ich dein Bruder worden bin, Die Kindschaft dir zu geben? 54. Mas in der heilgen Nacht 7. So hoff ich denn, du wer Geister Heer, Das sei auch unser erklang, Aus selger dest mir Dies Eine nicht verfagen: Lobgefang: Gott in der Höh set Daß ich dich möge für und für Ehr!:,: In meinem Herzen tragen. In mir soll deine Wohnung sein, Komm, komm und kehre bei mir ein Mit allen deinen Freuden! 2. Von aller Welt erschalle dir, Jesu, Dank und Lob! Dich, unsern Retter, preisen wir, Der uns vom Staub erhob.:,: Mel. Jesn, meine Freude. 53. esus ist gekommen! Sºf Danket ihm, ihr Frommen, Dankt ihm, daß er kam, Daß er hier auf Erden, Unser Heil zu werden, Seine Wohnung nahm. Mensch, wie wir, 3. Du sprachst zur Finsterniß: entweich! Da floh des Irrthums Nacht. Du hast das lichte Gottesreich In Herz und Welt gebracht.., und Schmerz Für unsrer Kind4. Nun bürgen Sorge selbst schaft Recht. Zum Vater hebt sich erschien er hier, Um des Vaters gnädgen unser Herz, Wir sind ja sein Geschlecht.:,: Willen An uns zu erfüllen. 5. Dank dir, daß du uns Brüder nennst! Darauf ruht unser Heil. Wen du als Bruder anerkennst, Hat ewig an dir Theil.:,: 2. Laßt uns niederfallen, Danken, daß er Allen Freund und Bruder ist. Gott Throne Liebt uns in dem Sohne, Hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil an seines Geistes Gaben, An Gott selbst zu haben! 3. Keine Macht der Sünden Wird uns überwinden, Er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen Gänzlich uns erlösen, Hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, Wird uns immer Hülfe senden, Daß wir siegreich enden. 4. Auf dem Richterthrone Wer den wir im Sohne Unsern Retter 3. Denn wo Jesus ist geboren, schaun. Heil und ewig Leben Wird Da erweiset sich gar bald Seine er Allen geben, Die ihm fest ver- göttliche Gestalt, Die im Herzen traun. Er ward hier versucht, wie war verloren. Seine Klarheit spiewir, Drum wird er der Schwachheit gelt sich In der Seele kräftiglich. schonen, Und aus Gnaden lohnen.' 4. Alles Fragen, alles Sagen Ist Mel. Ach, was soll ich Sünder. 55. Wer im Herzen will er fahren, Und darum bemühet ist, Daß der König Jesus Christ Sich in ihm mög offenbaren, Der muß suchen in der Schrift, Bis er diesen Schak antrifft. 2. Er muß gehen mit den Weisen, Bis der Morgenstern aufgeht, Und im Herzen stille steht. Dann kann man sich selig preisen, Weil des Herren Angesicht Glänzt von Klarheit, Recht und Licht. Chriftfestlieder. 33 Ist von Jesu nur allein Und von allein, Daß du mögest bei mir dessen Gnadenschein, Dem sie fort sein, Und ich dir mög' ähnlich und fort nachjagen, Bis die Seele werden In dem Leben dieser Zeit in der That Diesen Schaß ge- Und in jener Ewigkeit. funden hat. 5. Ach, wie weit sind die zurücke, Die nur fragen in der Welt: Wo ist Reichthum, Gut und Geld, Wo ist Ansehn bei dem Glücke, Wo ist Wollust, Ruhm und Ehr? Und nach solcher Thorheit mehr. 6. Ja, unfelig sind die Her 12. So will ich mit allen Weisen, Die die Welt für Thoren acht't, Dich anbeten Tag und Nacht, Und dich loben, rühmen, preisen, Liebster Jesu, und vor dir Christlich wandeln für und für. Mel. Wie schön leucht't uns der. zen, Und in ihrem Wandel blind, 56. Verzage, Volk der ChriDie also beschaffen sind, Weil sie nicht! Die Hei diesen Schaß verscherzen, Wählen, den sehen auch sein Licht, Und was die Erde bot, Das nichts finden den Erretter. Des wahren hilft in Noth und Tod. Gottes Sohn und Ruhm Stürzt 7. Auch heißt nicht nach Jefu aller Gößen Säulen um, Die fragen, Wenn man nur zur Kirche Bilder falscher Götter. Gott wird geht, und in der Versammlung Selbst Hirt Seiner Heerde, und steht, Eine Beichte herzusagen, Um zum Nachtmahl dann zu gehn, Meinend, dann sei gnug geschehn. die Erde sieht voll Freuden Gott selbst seine Heerde weiden. 2. Der Gottheit Fülle wohnt in dir, Durch dich, mein Heil, kommt Gott zu mir, Und schenkt mir seine Liebe. Wie dank ich dir, wie preif' ich, dich? Du wirst mir gleich, ein Mensch, wie ich, Daß ich nicht hülflos bliebe. Dankvoll, Herr, soll Mein Gemüthe deine Güte hoch erheben, Du, mein Heiland, bist mein Leben. 3. Es deckte Finsterniß die Welt, Du hast die finstre Welt erhellt, Deß freuen sich die Frommen. Vom Aufgang bis zum Niedergang Erschallt der Völker Lobgesang, Die anzubeten kommen. Wie blind, Herr, sind, Die dich hassen, sich nicht lassen Gott belehren, Sich zum Vater zu bekehren. 8. Nein, wenn dies in deinem Leben Nach Gewohnheit nur geschicht, So ist noch nichts ausgeric't. Du mußt dich Gott ganz ergeben, Und im Glauben Nacht und Tag Deinem Jesu folgen nach. 9. Dann läßt er sich auch bald finden In dem Tempel, bei der Beicht, In dem Nachtmahl, und bezeugt, Daß die vorbegangnen Sünden Sind vergeben, und sein Blut Reinigt Seele, Geist und Muth. 10. Dann kann man recht freudig treten Zu dem Gnadenstuhl und Thron, Und den König mit der Kron Als ein treuer Knecht anbeten, Der nichts suchet auf der Welt, Als was seinem Herrn gefällt. 11. Jesu, laß mich auf der 4. Ein Herz, das deine WahrErden Doch nichts suchen, als heit liebt, und sich dir willig überC gibt, 34 Neujahrslieder. gibt, Das kannst du nicht ver- sein, Mich gläubig deiner Liebe schmähen. Wer seine Hoffnung freun Und immer dein gedenken. auf dich sest, Und sich in deinem Mein Weihrauch sei Gebet und Wort ergößt, Der soll dich selbst Flehn; Hin auf dein Beispiel einst sehen. Dein Licht Jst nicht will ich sehn, Wenn hier mich Bei dem Sünder, deine Kinder Leiden kränken. Hab' ich Wenig sind die Frommen, Welche gläu- Gold im Leben hinzugeben: voll big zu dir kommen. Erbarmen Dien' ich, wie ich kann, den Armen. 5. Mein Glaube sei mein Dankaltar, Hier bring ich mich zum 7. Versich're mich durch deinen Opfer dar, Dir, der Verlassnen Geist, Daß du für mich erhöhet Tröster. Ich bete dich in De- seist, Den Himmel mir zu geben. muth an; Wer ist, der mich ver- Bin ich nur meines Heils gewiß, dammen kann? Ich bin ja dein Soll keine Macht der Finsterniß Erlöster. Von dir Strömt mir Mich hindern, dir zu leben. Für Gnadenfülle; Ruh und Stille, mich Kann ich nichts vollbrinLicht und Segen Find ich, Herr, gen; hilf mir ringen, Freund der auf deinen Wegen. Seelen, Ich will deinen Ruhm 6. Dir will ich ewig dankbar erzählen. 4. Mel. Jesu, meiner Seelen Ruh. 57. Menschen, unser Leben eilt, Immer eilt es unverweilt, Als im Flug eilt es da- 6. Wellenreich und ohne Ruh' von, Und bald ist es ganz entflohn. Stürzt ein Strom dem Meere 2. Unachtsam auf seine Pflicht, zu; Wenn dich stolzer Wahn erMerket dies der Jüngling nicht, füllt, Schau' in ihm, o Mensch, Sieht vor sich ein fernes Ziel, dein Bild. Rechnet noch der Jahre viel. 7. Schau', wie keine Welle bleibt, 3. Ihm dehnt sich die kurze Eine stets die andre treibt; Sie Zeit Aus zur langen Ewigkeit, verschlingt, das volle Meer, Hier Aber schaut der Greis zurück, ist keine Wiederkehr. Dünkt sie ihm ein Augenblick. 8. So vertreibet immerdar Die4. Leicht entflieht ein Morgen- ses Jahr das nächste Jahr, Und traum, Leicht zerschmilzt des das legte rauscht herbei, Eh' Wassers Schaum, Steigend noch man's merkt, wie nah' es sei. zergeht der Rauch: So ist unser Leben auch. 9. Auch auf Stunden habet Acht! Wirket Gutes, denn die Nacht 5. Selbst an Glück und Freu- Kommt und rücket schon heran, den reich, Ist es doch nur Blu- Wo man nicht mehr wirken kann. 10. Jest Neujahrslieder. men gleich; Die man früh noch prangen sieht, Sind am Abend schon verblüht. Neujahrslieder. 35 10. Jeht noch währt der Tag des Herr Jesu Christ, Daß du in Heils, Trefft die Wahl des besten mancherlei Gefahr Behütet uns Theils, Stellt euch dieser Welt nicht auch dieses Jahr. gleich, Seid an guten Werken reich. 2. Wir bitten dich, den ew'gen 11. Wenn ihr eure Zeit ver- Sohn Des Vaters auf dem höchsten träumt, Sie in träger Ruh' ver- Thron, Du woll'st dein' arme Chrifäumt, Sie in eitlem Tand ver- stenheit Bewahren ferner allezeit. derbt: Weh' alsdann euch, wann ihr sterbt! 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, Es ist der Seelen 12. Der Versäumniß eurer Heil und Hort. Vor falscher Pflicht Folgt im göttlichen Ge- Lehr', Abgötterei, Behüt uns, richt, Wann der Tod euch hin- Herr, und steh' uns bei. gerafft, Eine strenge Rechenschaft. 4. Hilf, daß wir meiden Sünd' 13. Aber so ist nicht der Christ, und Wahn, Und fromm zu werDer es in der Wahrheit ist; Ein- den fangen an. Der alten Schuld gedenk der Ewigkeit, Kauft er nicht mehr gedenk', Ein gnadenforgsam seine Zeit. reiches Jahr uns schenk'. 14. Jede Stunde, da sein Geist Sich der Erde mehr entreißt, Bleibet, flieht sie schon dahin, Ihm ein ewiger Gewinn. 5. Hilf christlich leben, feliglich Einst sterben, und dann froh durch dich Am jüngsten Tage auferstehn, Und mit dir in den Himmel gehn. 15. Jede Stunde, wo er nüßt, 6. 3u loben und zu preifen Waisen beisteht, Wittwen schüßt, dich Mit allen Engeln ewiglich. Arme speist die dauert dort O Jesu, unsern Glauben mehr' Stets in ihrem Lohne fort. Zu deines Namens Lob und Ehr'. 16. Wohl dem, der an Jesum gläubt, Männlich kämpft, sein Mel. Freu dich sehr, o meine. Fleisch betäubt, Seine Zeit zu 59. Hlingen, Hilf, das neue Herr Jesu, laß genüşen strebt, Gott und seinem Nächsten lebt. Jahr geht an, Laß es neue Kräfte 17. Wenn nun seine Stunde bringen, Daß aufs Neu ich wankömmt, Wird er nicht vor Angst deln kann. Laß mich dir befohlen beklemmt, Daß er nicht sein Heil sein, Auch daneben all das Mein'. bedacht, Und sein Lauf ist wohl Neues Heil und neues Leben Wollst vollbracht. du mir aus Gnaden geben. 18. Wohl ihm! er entschläft im Herrn, Stirbt getrost, gelassen, gern, Und schaut, Gott, in deinem Licht Ewig dort dein Angesicht. 2. Laß es sein ein Jahr der Gnade, Laß mich hassen meine Sünd', Hilf, daß sie mir nimmer schade, Sondern bald Verzeihung find'; Auch durch deine Gnad' verleih', Daß ich herzlich sie bereu'. Hilf 58. Das alte Jahr vergangen mir, Herr, denn du, mein Leben, ist, Wir danken dir, Kannst die Sünde mir vergeben. 3. Tröste Mel. Vom Himmel hoch. C* 36 Neujahrslieder. 3. Tröste mich mit deiner Liebe,| Läßt Gott uns, seine Kinder, Nimm, o Gott, mein Flehen hin, Wenn Noth und Trübsal blißen, Weil ich mich so sehr betrübe, Und In seinem Schooße sisen. voll Angst und Zagen bin. Wenn 6. Ach, Hüter unsers Lebens, ich schlafe oder wach', Sieh' du, Fürwahr, es ist vergebens Mit Herr, auf meine Sach', Stärke unserm Thun und Machen, Wo mich in meinen Nöthen, Daß mich nicht dein' Augen wachen. Sünd' und Tod nicht tödten. 7. Gelobt sei deine Treue, 4. Herr, du wollest Gnade Die alle Morgen neue, Lob sei geben, Daß dies Jahr mir heilig den starken Händen, Die alles sei, Und ich christlich möge leben, Herzleid wenden. Ohne Trug und Heuchelei, Dich 8. Laß ferner dich erbitten, und meinen Nächsten lieb', Und O Vater, und bleib mitten In denselben nicht betrüb', Auf daß unserm Kreuz und Leide Ein ich noch hier auf Erden Fromm Brunnen unsrer Freude. und selig möge werden. 5. Jesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefang'ne Jahr. Trage 9. Gib mir und allen denen, Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deiner Treue, Ein Herz, mich auf deinen Händen, Halte das dein sich freue. bei mir in Gefahr. Steh' mir 10. Schleuß zu die Jammerbei in aller Noth, Auch verlaß pforten, Und laß an allen Orten mich nicht im Tod. Freudig will Nach so viel Blutvergießen Die ich dich umfassen, Wenn ich soll Freudenströme fließen. die Welt verlassen. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, Laß Großen und auch Kleinen Mel. Nun laßt uns Gott dem. 60. Nun laßt uns gehn und Die Gnadensonne scheinen. treten Mit Singen und 12. Sei der Verlaff'nen Vater, mit Beten Zum Herrn, der unserm Der Frrenden Berather, Der Leben Bis hieher Kraft gegeben. Unversorgten Gabe, Der Armen 2. Wir geh'n dahin und wan- Gut und Habe. dern Von einem Jahr zum andern, Wir leben und gedeihen Vom alten bis zum neuen. 13. Hilf gnädig allen Kranken, Gib fröhliche Gedanken Den hochbetrübten Seelen, Die sich mit Schwermuth quälen. 3. Durch so viel Angst und Plagen, Durch Zittern und durch 14. Und endlich, was das Zagen, Durch Krieg und große Meiste, Füll' uns mit deinem Schrecken, Die alle Welt bedecken. Geiste, Der hier uns herrlich ziere, 4. Denn wie von treuen Müt- Und dort zum Himmel führe, tern Bei schweren Ungewittern 15. Das Alles wollst du ge= Die Kindlein hier auf Erden ben, meines Lebens Leben! Mit Fleiß bewahret werden: So segne, so bewahre Uns in 5. Also und auch nicht minder dem neuen Jahre, Mel. Neujahrslieder. 37 Mel. Es ist das Heil uns. Dich, d du allerhöchstes Gut, Und nicht die Welt zu lieben. 61. Gott, du biſt der Herr S der Zeit Und auch der 7. Die Welt vergeht, dies reize mich, Die Lust der Welt zu flieEwigkeiten. Laß mich mit froher hen, Um beff're Freuden müsse sich Dankbarkeit Auch jetzt dein Lob Mein Geist schon jetzt bemühen. verbreiten. Ein Jahr ist aber- Der Ewigkeit bin ich verwandt, mals dahin, Wem dank' ich's, Jm Himmel ist mein Vaterland, Gott, daß ich noch bin? Nur dei- Dahin laß, Herr, mich trachten. ner Macht und Güte! 8. Olehre selbst mich, meine 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich Zeit Mit Weisheit, Herr, veran, Unwandelbares Wesen, Dich, wenden, und laß den Lauf zur den kein Wechsel treffen kann! Ewigkeit Mit Treue mich vollenWir werden, sind gewesen; Wir den. Der Tage Last erleichtre blühen und verblüh'n durch dich, mir, Bis meine Seligkeit bei dir Nur du bist unveränderlich: Du Kein Wechsel weiter störet. warst, du bist und bleibest. Mel. Valet will ich dir geben. 3. Herr, ewig währet deine Treu', Mit Huld uns zu begeg= 62. Bis hieher ists gelungen, nen, Mit jedem Morgen wird sie Vorüber ist das Jahr. neu, Mit Wohlthun uns zu seg- Ich bin hindurch gedrungen Durch nen. Ich weiß von keinem Augenblick, Da nicht von ihr stets neues Glück Mir zugeflossen wäre. Sorgen und Gefahr. Nun schweige jede Klage, Mein ganz Gefühl fei Dank. Dir, Hüter meiner Tage, Erschalle Lobgesang. 2. Der du mich haft erhalten, Mein Schöpfer und mein Hort, Dich laß ich ferner walten, Und traue deinem Wort. Dir ist mein Will' ergeben, Er ist nicht weiter mein. Mein Herz, mein ganzes Leben Soll dir geheiligt sein. 4. Du hast auch im vergangnen Jahr Mich väterlich geleitet, Und, wenn mein Herz voll Sorgen war, Mir Hülf' und Trost bereitet. Von ganzer Seele preif' ich dich, Auf's Neue übergeb' ich mich, Gott, deiner weisen Führung. 5. Vergib mir die gehäufte Schuld Von den verfloff'nen Ta- 3. In deinen Rath sich schicken, gen; Du wollest mich mit Vater- Jft Weisheit und gibt Ruh. Soll huld In Chrifto ferner tragen. mich die Armuth drücken: Mein Laß mich in deiner Gnade ruh'n, höchstes Gut bist du. Soll mich Und lehre du mich selber thun Verfolgung plagen: So schüßest Nach deinem Wohlgefallen. du mich doch. Soll ich Verachtung 6. Gib neue Lust und neuestragen: Ich trage, Herr, dein Joch. Kraft, Vor dir gerecht zu wandeln, 4. Soll ich verlassen leben: Laß, Herr, mich stets gewiffen Verlaß nur du mich nicht. Soll ich haft Vor deinen Augen handeln. in Aengsten schweben: Sei meine Dein Geist belebe Herz und Muth, Zuversicht Und, soll ich Krankheit leiben: 38 Neujahrslieder. leiden: Wollst du Geduld verleihn.| wir in Chrifto flehen, Aus deiner Soll ich von hinnen scheiden: milden Vaterhand. Gott, sättige Führ' mich zum Leben ein. mit langem Leben Den König, den du uns gegeben, Durch FrömMel. Wie wohl ist mir, o Freund. migkeit besteh' sein Thron; Lehr 63. Herr, den die Sonnen und du ihn selbſt das Land beglücken, die ihren wir in ihm dein erBau voll Pracht erhöhn, Durch blicken, und sei sein Schild und dessen Machtwort Welten werden, großer Lohn. Und Welten wieder untergehn! 5. Tritt den Gewaltigen zur Herr, den durch laute Lobgesänge Seite, Die um den Thron des Der Kreaturen ganze Menge In Königs stehn, Daß ihren Rath aller Zeiten Lauf erhob! Der En- die Weisheit leite, Und sie des gel Chöre nachzuahmen, Preist Volkes Wohl erhöhn. Sei mit unsre Seele deinen Namen, Und den Obern unsers Landes, Auf unsern Mund erfüllt dein Lob. daß zur Wohlfahrt jedes Standes 2. Wie, Gott, dein Arm die Ihr Amt und Wirken wohl ge= Welt bewahre, Verkündigt jeder deih'. Du wollest deiner Güte Se= Tag der Nacht; Ein Jahr erzählt gen Auf alle treue Bürger legen, dem nächsten Jahre Die großen Daß jeder dir gehorsam sei. Wunder deiner Macht. Stuhl, o Gott, bleibt ewig stehen, Du bist und bleibest, wir vergehen, Wie schnell verströmet unsre Zeit! Schon wieder ist ein Jahr vom Leben, Das uns dein Gnadenrath gegeben, Im Abgrund der Vergangenheit. Dein 6. Des Heiligthumes Diener stärke Der Geist des Lichtes und der Kraft, Er, der zu ihrem Segenswerke Das Wollen und Vollbringen schafft. Der Lehrer Arbeit laß gerathen, Wenn sie mit treuer Hand die Saaten Der Weisheit und der Wohlfahrt streu'n. 3. Kommt, heut sei uns ein Bild' auch das zarte Herz der Tag des Bundes! Dem frommen Jugend, Laß wahre Weisheit, Bunde bleibet treu, Und den Ge- fromme Tugend Die Zierde unsrer lübden unsers Mundes Stimm' Jugend sein. ohne Falsch das Herz auch bei. 7. Dies Fleh'n sei vor dir Ja O Land, gelobe, Gott zu dienen, und Amen, Du kannst mehr thun, Und du wirst wie ein Garten als wir verstehn; Erhör' uns, Gott, grünen, Den er sich selbst ge- in Jesu Namen, Und laß uns pflanzet hat. Laß wandeln uns deine Hülfe sehn. Wir trauen deiauf seinen Wegen, Dann macht ner Macht und Gnade, Erhalt' mit ihrem vollen Segen Uns seine uns auf dem eb'nen Pfade, Den Batergüte satt. unser Herr uns wandeln lehrt. O 4. Gott, schau' herab aus dei- segne, Vater, dir zum Preise Auch nen Höhen Mit Huld auf unser dieses Jahr, und so beweise, Du Volk und Land. Gib uns, was seist es, der Gebet erhört. Mel. 1 39 fie zuerst Nach deinem Reiche Paffionslieder. Mel. Es ist das Heil uns. 64. Gott ruft der Sonn' und streben. schafft den Mond, Das 4. Gib mir, wofern es dir ge= Jahr darnach zu theilen. Er schafft fällt, Des Lebens Ruh' und Freues, daß man sicher wohnt, Und den. Doch, schadet mir das Glück heißt die Zeiten eilen. Er ordnet der Welt, So gib mir Kreuz und Jahre, Tag und Nacht: Auf, Leiden; Nur stärke mit Geduld laßt uns ihm, dem Gott der mein Herz, Und laß mich nicht Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! in Noth und Schmerz Die Glücklichern beneiden. 5. Hilfdeinem Volkeväterlich In diesem Jahre wieder; Erbarme der Verlaffnen dich, Und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, Und laß dich, Gott, mit Heil und Rath Auf unfern König nieder. 2. Herr, der da ist und der da war, Von dankerfüllten Zungen Sei dir für das verfloff'ne Jahr Ein heilig Lied gesungen: Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, Für Fried' und Ruh', für jede That, Die uns durch dich gelungen. 6. Daß Weisheit und Gerech3. Laß auch dies Jahr gesegnet tigkeit Auf seinem Stuhle throne, sein, Das du uns neu gegeben. Daß Tugend und Zufriedenheit In Verleih' uns Kraft, denn sie ist unserm Lande wohne, Daß Treu' dein, In deiner Furcht zu leben. und Liebe bei uns sei: Dies, Du schüßest uns und du ver- lieber Vater, dies verleih In mehrst Der Menschen Glück, wenn Christo, deinem Sohne. 5. Passionslieder. Mel. Der am Kreuz ist meine. deinem Strahl getroffen, Steh' 65. Sente dich auf uns her- es heil'ger Rührung offen. nieder, Geist, der uns 3. Laß den Mittler unfres Bunmit Feuer tauft! Alle sind wir des Uns in seiner Schönheit sehn. Christi Glieder, Alle durch sein Laß die Reden seines Mundes Blut erkauft. Füll' mit Andacht unsern Geist, Daß er sich der Welt entreißt, Und in Chrifto Ruhe finde Für die schwere Last der Sünde. Nicht vor uns vorübergehn. Führ' uns nach Gethsemane, Diesen Ort voll Angst und Weh', Wo die. Todesnacht ihn schrecket, Und mit blut'gem Schweiß bedecket. 2. Lehre selbst uns würdig 4. Zeig' uns ihn, den Weltfeiern Jesu Christi Leidenszeit, verföhner, Unter seiner Mörder Laß uns jenen Tag erneuern, Wo Schaar, Wie auf Erden keiner er sich dem Tod geweiht. Fülle schöner, Keiner so verachtet war; mit der Wehmuth Schmerz Das Wie er unter Spott und Hohn, zu ihm gewandte Herz, Und von Unter seiner Dornenkron', Geißels schläg'n 40 Paffionslieder. schläg'n und Todeswunden So ge= 7. Sie übersteigt die menschduldig ward erfunden. lichen Gedanken; Allein follt ich 5. Ja, du heilige Gemeinde, darum im Glauben wanken? Ich Blick zu deinem Haupt empor, bin ein Mensch, darf der sich unZum Erlöser, deinem Freunde, Den terwinden, Gott zu ergründen? zum Retter Gott erkor. Welche Wonn' und Seligkeit Schafft die stille Leidenszeit! Sie entreißt dem Weltgetümmel, Hebt den Geist empor zum Himmel. 8. Das Größt' in Gott ist Gnad' und Lieb' erweisen; Uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, 3u sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, Die Gnade steiget. 9. Mein Herz ergreift, Herr, dein Verdienst im Glauben, Nichts soll den Trost, den du erwarbst, mir rauben. Du starbst für mich, nun bin ich, wenn ich sterbe, Des Himmels Erbe. Mel. Herzliebster Jesu. 66. err, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, Mich in das Meer der Liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller Schuld des Bösen Uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, Und bis zum Mel. Herzliebster Jesu. Tod am Kreuz gehorsam werden, 67. Laß deinen Geist mich Un unsrer Statt gemartert und zerschlagen, Die Sünde tragen: lehren, 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, Mein Herz erbebt, ich seh' und ich empfinde Den Fluch der Sünde. stets, mein Heiland, Dein Kreuz im Glauben dankbar zu verehren, Daß ich getreu in dem Beruf der Liebe Mich christlich übe. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen, Gott ist die Lieb', und läßt die Welt erlösen: Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken Am Kreuz erblicken. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Könnt ich zugleich das Böse mir erlauben, und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahin gegeben: Wie dürft' ich noch 5. Es schlägt den Stolz und nach meinem Willen leben? Und mein Verdienst darnieder, Es beugt nicht vielmehr, weil ich dir anmich tief und es erhebt mich gehöre, Zu deiner Ehre? wieder, Entsündigt mich, macht mich aus Gottes Feinde Zu Gottes Freunde. 4. Wie sollt ich nicht des Lebens Kreuz und Plagen Mit stiller Demuth und Geduld ertragen, Da du so viel für uns, die wir's verschuldet, Liebreich erduldet? 5. Wie sollt ich meine Miterlösten haffen, Für welche du dein Leben selbst gelassen? Ich will für Alle, 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, Ich liege hier vor dir gebückt im Staube, Verliere mich mit dankendem Gemüthe In deine Güte. Passionslieder. 41 Alle, die mich untertreten, Gleichlich den Tod einst leide, Mir dir, noch beten. Fried und Freude. 5. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, Wenn Mel. O du Liebe meiner Liebe. man mich ſchilt, nicht rächend 68. Gefu, meines Lebens Lewieder du ben, Du, mein Heiland, Herr und Haupt der Glieder, schlummerst ein, Mir den größten Schaltst auch nicht wieder. Trost zu geben, Der die Seele 7. Ein reines Herz, gleich dei- kann erfreun. Du, Versöhner, nem reinen Herzen, Dies ist der neigest müde Auf die Brust dein Dank für deine Todesschmerzen, Haupt hinab, Du, du stirbst! Und Gott gibt uns die Kraft, in dein Tod ist Friede, Ruh' und deinem Namen, Dir nachzuahmen. Ehre ist dein Grab. 2. Ruhe sanft im Schooß der 8. Welch' großes Heil! du littest uns zu gute, Ich bin ver- Erde, Weihe du mein Grab mir söhnt in deinem theuren Blute; ein, Daß auch mir die Hoffnung Du hast mein Heil, da du für werde, Meiner Ruhe mich zu mich gestorben, Am Kreuz er- freun. Ach, du hast nun ausgeworben. litten, Wie noch nie ein Dulder 9. So bin ich denn schon selig litt, Haft den größten Sieg erstrithier im Glauben, So wird mir ten, Wie kein Sieger ihn erftritt. nichts, nichts meine Krone rauben, 3. Alle Früchte deiner Leiden, So werd' ich dort, von Herrlich- Deiner Siege sind auch mein, Ich keit umgeben, Einst ewig leben. foll aller deiner Freuden Froher 10. Ja, wenn ich stets der Tu- Mitgenosse sein. Welche Wonne, gend Pfad betrete, Fm Glauben welcher Segen Fließt aus deinem kämpf', im Glauben wach' und Tod mir zu! Führe du auf meibete: So ist mein Heil schon so nen Wegen Mich auch dieser gewiß erstrebet, Als Jesus lebet. Wonne zu. 11. Lockt böse Lust mein Herz 4. So sei denn dein bittres Leimit ihrem Reize, So schrecke mich den Ewig unvergeßlich mir. Dankdein Wort, das Wort vom Kreuze; bar schlag im letzten Scheiden Noch Und werd' ich matt im Laufe gu- der legte Pulsschlag dir. Dann ter Werke, So sei's mir Stärke. soll mich die Hoffnung trösten, 12. Seh' ich dein Kreuz den Dich, der für mich starb, zu sehn, Klugen dieser Erden Ein Aerger- Und im Kreise der Erlöften Dir niß und eine Thorheit werden: So zur Rechten einst zu stehn. sei's doch mir, trot alles frechen Spottes, Die Weisheit Gottes, Mel. Die Tugend wird durch's. 13. Wenn endlich, Herr, mich 69. Laß mir die Feier deiner meine Sünden kränken, So laß Leiden, Erhabner Mittdein Kreuz mir wieder Ruhe schen- ler, heilig sein! Sie lehre mich die ken, Dein Kreuz, das sei, wenn Sünde meiden und die mein ganzes Leben 42 Paffionslieder. Leben weihn. Ich seh' auf dich, was dir gefällt! Schau' meines der so entschlossen Für mich die Jesu Leiden, Der sich zum Opfer Last des Kreuzes trug, Der mir stellt! Entsagt den Fleischeslüften, zum Heil sein Blut vergossen, Deß Der Herr trägt Qual und Pein; Herz noch sterbend für mich schlug. Wie können wahre Christen Sich eitler Weltlust freun? 2. Wie seid ihr mir so lieb und theuer, Gethsemane und Golgatha, 2. Ach, seht sein Seelenschrecken! Ihr Stätten, wo die Welt die Feier Er zagt, er wird betrübt, Er muß Der allergrößten Liebe sah! Hier den Zornkelch schmecken, Den ihm lern' ich jede Tugend üben, In Noth sein Vater gibt. Seht, wie er, uns und Tod gelassen sein, Hier stärkt zu gute, Selbst mit dem Tode mein Herz sich, Gott zu lieben, Und ringt, Und wie sein Schweiß mit selbst dem Todfeind zu verzeih'n. Blute Ihm aus den Adern dringt! 3. Drum in den stillsten meiner 3. Wie frech wird er verrathen! Stunden Will ich nach deinem Man legt ihm Feffeln an! Ach, Kreuze sehn, Und dich, o Herr, unsre Missethaten, Die haben dies für deine Wunden Mit tief ge- gethan. Er läsfet sich verklagen, rührtem Dank erhöhn. O laß Er wird verhöhnt, verspeit, Vermich deine Huld ermessen, Mit spottet und geschlagen, Der Herr der dein Herz die Welt umfaßt, der Herrlichkeit. Und nie im Undank es vergessen, 4. Man schlägt im wilden Was du für mich erduldet hast. Hohne Mit Geißeln auf dich zu, 4. Mir sollen diese Feierzeiten Du trägst die Dornenkrone, Du Der größten Liebe heilig sein, Still Himmelskönig, du! Du wirst foll dein Kreuz mich stets beglei- an's Kreuz geheftet, Das du ge= ten, Und jede meiner Stunden tragen hast; Doch, was dich mehr weihn. Dein Leiden fei mein entkräftet, Ist unsre Sündenlast. höchster Segen, Dein Tod mein feligster Gewinn; Mein Herz schlägt dir voll Dank entgegen, Daß ich durch dich erlöset bin. 5. Bleibt mir zu allen Zeiten theuer, Gethsemane und Golgatha, Ihr Stätten, wo die Welt die Feier Der allergrößten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, Wo mein Erlöser litt und starb. Heil uns, wenn wir auf dich vertrauen, Der uns die Seligkeit erwarb. Mel. Ach Herr, mich armen. 70. Meg, Welt, mit deinen Freuden Und dem, 5. Wer hätte bei den Mördern Den Heiligsten gesucht? Den Segen zu befördern, Wirst du für uns verflucht. Die dich zu Boden treten, Dich schmäh'n in's Angesicht, Für die selbst willst du be= ten, Denn Rache kennst du nicht. 6. Dein Durst, o Lebensquelle, Geht auf mein Seelenheil, Du ringst mit Tod und Hölle, Das Leben ist mein Theil. Du wirst von Gott verlassen, Damit er bei mir sei, Und weil du mußt er= blaffen, Bin ich vom Tode frei. 7. Die Welt mag voller Freuden Den Weg zur Hölle gehn: Ich Passionslieder. 43 Ich will bei Jesu Leiden Und Freud' in Schmerzen, Himmelsseinem Kreuze stehn. O Jesu, ruh im Sterben gibt. deine Liebe Trieb dich in Tod 7. Deine Jünger, die mit Freuund Grab; Ich sterb' aus gleichem den Thränen trocknen, und im Triebe Nun meinen Lüften ab. Leiden Den Bedrängten gern er= freun, Die, gleich dir in eigner Plage, Tröstend stillen fremde Klage, Können nie verlaffen sein. 8. Wenn ich recht die Meinen Eigene Melodie. 71. Seht die Mutter dort voll Schmerzen, Weinend mit zerrissnem Herzen, Zu des liebe, Redlich sorge, Sanftmuth Sohnes Kreuze gehn! Seht in übe, Treu das Herz dem Freunde tiefen Gram verloren, Den vor schlägt, Hab ich schon die Hand Allen er erkoren, Seinen Jünger gefunden, Die auf meine lesten bei ihr stehn! Wunden Sanft der Liebe Balsam legt. 2. Was ist ohne ihn ihr Le ben? Nein, sie können nicht erbe9. Treu der Heil'gung nachzuben, Dem Getreuen treu zu sein. jagen, Treu das Kreuz dir nachSeiner Liebe Segen erben, Mit zutragen, Treu zu wirken vor ihm leiden, mit ihm sterben, Ist für sie noch Trost allein. der Nacht: Leuchtet dazu mir dein Leben, Wird dein Tod mir Muth einst geben, Wenn mein Lauf nun ist vollbracht. 10. Ach, wie du zurück dann schauen Kann ich nicht, doch mit Vertrauen, Wenn das Herz nur treu mich heißt. Treue rühmet sich der Gnade, Spricht mit dir am legten Pfade: Gott em= pfange meinen Geist. 11. Oder du die Deinen kennest, Mutter, Bruder, Freund sie nennest, Du bist selbst ihr Trost 5. Aller Erdensorg' enthoben, und Theil, Bist ihr Freudenquell Wendet sich sein Geist nach oben, im Leiden, Bist ihr Schirm und Sieht erhellt die dunkle Nacht, Fels im Scheiden; Ewig, ewig Sieht am Ziel sein Werk verklä- dort ihr Theil. 3. Er erkennet bald die Seinen, Hört ihr Klagen, sieht ihr Weinen, Sieht durchbohrt der Mutter Herz. In den letzten Kreuzesstunden Fühlt er nicht mehr eigne Wunden, Fühlt nur der Verlaffnen Schmerz. 4. Tröstend blicket er hernieder, Legt sein theures Erbe nieder, Gibt der Treue ewgen Lohn. Weib, so spricht er, nicht mehr Mutter, Du bist dieses Jünglings Mutter, Du, mein Jünger, bist ihr Sohn. ret, Sieht den letzten Kelch gelee= ret, Jesus ruft: es ist vollbracht! Eigene Melodie. 6. Nein, nicht trostlos, nicht 72. Meine Liebe hängt am verlassen, Sahn, Vollender, dich Kreuz, Ich will ihn erblaffen Sie, die du so treu ge- daselbst umfassen Und nicht laffen, liebt. Weihe, Herr, auch unsre Daß er durch sein theures Blut Herzen Durch dein Licht, das mache mich gerecht und gut. 2. Meine 44 Paffionslieder. 2. Meine Liebe hängt am Kreuz, 3. Andre mögen ihre Sinnen Was hang ich noch an der Erde Schärfen durch Verschlagenheit, Mit Beschwerde? Wäre nur die Welt doch mir Und auch ich gekreuzigt ihr! Daß sie Lob und Ruhm gewinnen Bei den Großen dieser Zeit. Ich will meines Heilands Schmach Ganz alleine denken nach; Christen will es nicht geziemen, Daß fie sich des Eitlen rühmen. 3. Meine Liebe hängt am Kreuz, Ich will seiner stets gedenken, Wenn mich kränken Sünde, Teufel, Höll' und Tod, Er erlöst aus aller Noth. 4. Meine Liebe hängt am Kreuz, Darauf will ich fröhlich sterben, Und ererben, Was mein Gott mir hält bereit In der ew'gen Seligkeit. 4. Andern mag es wohl behagen, Wenn sie hurtig und geschickt Große Schäße sich erjagen, Und wenn ihnen Alles glückt. mein Reichthum, Glück und Theil Ist der armen Sünder Heil. Dieses weiß mein Herz zu finden, Und die Welt zu überwinden. Mel. Christus, der uns selig. 73. 5. Ei, so komm, mein wahres hilf, Christe, Gottes Sohn, Durch dein Leben, Komm und unterweise mich, bittres Leiden, Daß wir, dir stets Dir will ich mein Herz ergeben, unterthan, All' Untugend meiden, Daß es wiffe nichts als dich! Deinen Tod und sein' Ursach' Theure, liebste Wissenschaft, Ach, Fruchtbarlich bedenken, Dafür, beweise deine Kraft, Daß ich einwiewohl arm und schwach, Dir zig an dir hange, Und nichts Dankopfer schenken. außer dir verlange. Mel. Der am Kreuz ist meine. 6. Weiß ich keinen Trost auf Erden, Klagt mich mein Gewissen 74. Prange, Welt, mit deinem an, Will mir angst und bange Wissen, Das du jetzt werden, Ist nichts, das mir helfen so hoch gebracht. Ich kann deine| kann, Drückt mich des Gesetzes Weisheit missen, Die mich doch Joch: So laß mich bedenken doch, nicht selig macht. Meines Jesu Daß du hast mit deinem Blute Kreuz und Pein Soll mein lieb- Gnad erlanget mir zu gute. ftes Wiffen sein. Weiß ich das im wahren Glauben, Wer will mir den Himmel rauben? 7. Ach, mein Jesu, pflanze weiter Dieses Wissen in mein Herz; Sei mein treuer Freund und Leiter, 2. Andre mögen Weisheit nen- Und laß deines Todes Schmerz, nen, Was hier in die Augen fällt, Deine schwere Kreuzespein Mir Ob sie gleich den nicht erkennen, stets in Gedanken sein. Du hast Dessen Weisheit Alles hält. Mir dich mir wollen schenken, Daran ſoll meines Jesu Pein Meine laß mich ewig denken. Kunst und Weisheit sein. Das 8. Endlich, wann des Todes Geheimniß seiner Liebe Ist die Grauen Alles Wissen von mir Schul', da ich mich übe. treibt, So laß meine Augen schauen Passionslieder. 45 schauen Diesen Trost, der ewig will ich lieben, Der Brüder keinen bleibt. Jesu Leiden, Kreuz und je betrüben, Für welche du gePein Soll mein letztes Wissen sein. storben bist. Auch unter Opfern Jesu, hilf mir dies vollbringen, So will ich dir ewig singen. und Beschwerden Will ich des Nächsten Helfer werden. werden. Hilf mir dazu, Herr Jesu Christ. Mel. Da Jesus an dem Kreuze. dein Leben, Von Liebe 76. Mit tiefer Ehrfurcht bete Kreuzes blaffen. Laß deiner Worte Gotteskraft Mich tief zu Herzen fassen. zeugte jede That. Zum Opfer dich für uns zu geben, War deines Ba- seh ich dich Für meine Schuld er= ters heil'ger Rath. Ihn zu vollziehn mit will'gem Herzen, Betratest du den Weg der Schmerzen, Und gingst in tausendfache Noth; Warst voll Erbarmen gegen Feinde, Du liebtest deine schwachen Freunde, Und liebtest sie bis in den Tod. 2. Dich traf der Feinde Hohn und Spott, Da flehtest du: vergib, o Gott! Du willst der Sünder Leben. Mich rege deiner Liebe Macht, Dem Feinde zu vergeben. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 75. Voll Liebe war, o Herr, 2. Liebe, Liebe sonder Glei- 3. Noch heute sollst du dich erchen, Wie göttlich groß, wie wun- freun, Mit mir im Paradiese sein, derbar! Kein Sterblicher kann dich Sprachst du zum Sünderherzen. erreichen, und keiner aus der Engel- Sprich auch zu mir dies selge schaar. Des ew'gen Vaters Thron Wort In meinen Todesschmerzen. verlassen, Um hier am Kreuze zu 4. Sieh, Mutter, sieh, das ist erblassen, Und uns vom Tode zu dein Sohn, Ich bin des Jüngers befrein, Des Himmels unnennbare großer Lohn! welcher Trost im Freuden Vertauschen mit der Erde Leiden, Kann eine Liebe größer sein? 3. Wer diese Liebe kennt, der bete Leide! Gedenke, Herr, der Meinen auch, Wenn ich von hinnen scheide. 5. Wie flehtest du für meine Sie mit der tiefsten Ehrfurcht an. Ruh: Mein Gott, mein Gott, war= Wir wollen deiner Todesstätte, Oum hast du Mich, deinen Sohn, Herr, uns gläubig, dankbar nahn. verlassen? In Todesqualen liebst du Hier stehn wir unter deinem Kreuze, Daß uns dein hohes Vorbild reize, 3u thun, was Liebe uns gebeut. Du lehrst uns, ohne Drohn und Klagen Die Lasten unsrer Brüder tragen, Wir sind zu folgen dir bereit. treu, Drum will ich dich umfassen. 6. Mich dürftet! rufst du in dem Schmerz, Nach mir verlangt dein brechend Herz, Ich falle dir zu Füsen. Laß, Herr, wenn meine Zunge lechzt, Mir deinen Trostquell fließen. 4. Das Herz zur Liebe zu ents 7. Es ist vollbracht! so sprach zünden, Blick ich hinauf nach Gol- dein Mund, Versiegelt ist der neue gatha; Der Kränkung Schmerz zu Bund, Errungen ist mein Erbe. überwinden, Erwäg ich fromm, was Ich finge froh: es ist vollbracht! dort geschah. Auch meine Feinde Wenn ich mit dir einst sterbe. 8. Ruf 46 Passionslieder. 8. Ruf mich zu deinen Sieges- sie schlagen! O unerhörte Liebeshöhn, Daß ich mit dir kann macht, Daß Gott, was nie ein freudig flehn An meinem letzten Mensch gedacht, Uns seinen Sohn Ende: O Vater, dir befehl ich gegeben. O Liebe, Liebe, du bist nun Die Seel in deine Hände. groß, Du senkest den in's Grabes Schooß, Vor dem die Felsen beben! 9. Wo flieh ich hin, wenn Alles weicht, Wenn sich mein Tag des Lebens neigt? Zu dir, zur Gnadenpforte! Zum Himmel führest du mich ein Durch deine legten Worte. 4. Du führest ihn zum Kreuzesstamm, Damit wir Gnade finden. Du läßt ihn schlachten, wie ein Lamm, 3um Opfer für die Sün10. Wenn sich mein Pfad in den. Für Alle stirbt er, auch für Nacht verliert, Mich deine Hand mich Ergießt sein theures Leben in Tiefen führt, Den Glauben sich In milden Strömen Blutes. zu bewähren: Dann laß der leß- Lamm Gottes, o wie soll ich dir ten Worte Licht Mir meine Nacht Genug es danken, daß du mir verklären. Erzeigest so viel Gutes? Mel. An Wasserflüssen Babylon. 77. Ein Lamm geht hin und 5. Mein ganzes Leben will ich dich Aus meinem Sinn nicht laſsen; Dich will ich stets, gleich trägt die Schuld Der wie du mich, Mit treuer Lieb Welt und ihrer Kinder; Es geht umfassen. Du bist mein Trost, und büßet in Geduld Die Sünden du bleibst mein Licht, Selbst wenn aller Sünder; Es geht dahin, wird mein Herz im Tode bricht, Sollst matt und krank, Und gibt sich auf die Marterbank, Entfaget allen Freuden; Es duldet willig Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod, Und spricht: ich wills gern leiden. du mein Leben bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiemit zu deinem Eigenthum Auf ewig nun verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieblichkeit Bei Nacht und Tage singen, 2. Dies Lamm ist Jesus, unser Mich selbst auch dir zu aller Zeit Freund, Der Heiland unsrer See- Zum Freudenopfer bringen. Mein len, Den wollte Gott, der Sünde Lebensquell soll sich nur dir Und feind, Zum Sündentilger wählen. deinem Namen für und für In Sohn, sprach er, nimm dich derer Dankbarkeit ergießen; Und was an, Die über sich im blinden Wahn du mir zu gut gethan, Das will Selbst Schuld und Strafe brachten. ich stets, so gut ich kann, In Die Schuld ist schwer, die Strafe mein Gedächtniß schließen. groß, Doch du vermagst es, mache 7. Wohlan, mein Herz, so öffne los, Die tief im Elend schmachten. dich, Dir soll ein Kleinod wer3. Ja, sprichst du, und von Her- den. Kein Schaß wie dieser findet zensgrund, Leg auf, ich will es sich Im weiten Schooß der Erden. tragen. Mein Wille hängt an dei- Weg, Ehr' und Lust der eitlen nem Mund, Mich magst du für Welt! Was mich erfreut, was mir Paffionslieder. 47 mir gefällt, hat nun mein Herz| den Weg zum wahren Heil? O daß gefunden. Dies ist mein Schaß mein Herz so schmelzen möcht, wie und höchstes Gut: Versöhnung, du, Und dir in voller Dankbarkeit Jefu, durch dein Blut, Und Heil zufließen, Dir dann die Früchte aus deinen Wunden. wieder bringen zu, Die mir aus deiner Todesangst entsprießen! 8. Dies Heil will ich mir allezeit Im Herzen tief erwägen. Es 2. Du hobst dein Leiden an in sei mein Schild in allem Streit, dunkler Nacht, Um mir die Nacht Im Mangel reicher Segen; Es der Sünden zu zertheilen. Ich sehe leuchte in der Nacht mir hell, dich aus Salems Pforten eilen, Und In Wüsten sei's mein Lebensquell, mir des Himmels Pforten aufgeBeim Hunger Seelenspeise, In macht. Du schwebst dahin durch Freuden sei's mein höchstes Glück, Kidrons schwarzes Thal, Um aus Zum Himmel leit es meinen Blick dem Schlamm der Sünden mich Auf meiner Pilgerreise. zu heben. Am Delberg wartet auf dich Angst und Qual, Um deines Friedens Delzweig mir zu geben. 3. Im Garten ward die Todes= mich trifft, Dein Kreuz muß frucht gepflückt, Im Garten war Schatten geben. Zieht auch das das höchste Gut verloren; Und du Wetter um mich her, Mag auf haft einen Garten dir erkoren, dem tief bewegten Meer Mein Le- Wo du der Strafe Gottes mich bensschiff oft schwanken: Du bist entrückt. Hier wurdest du in Traumein Anker in der Fluth, Du rigkeit versenkt, Mit Furcht und stärkst mich durch dein theures Blut, Schrecken um und um befangen, Drum kann ich nimmer wanken. Daß ich von Allem, was mich 10. Wenn endlich ich soll tre- nagt und kränkt, In deiner Angst ten ein In deines Reiches Freu- Befreiung möcht erlangen. den, Werd ich durch dich, Herr, 4. Der Lebenssaft zerbrach der selig sein, Durch deine Todesleiden. Adern Band, Und drang mit Dann reichst du mir die Ehren- Macht durch alle deine Glieder. kron, Mit welcher ich will zu dem Thron Des höchsten Vaters gehen, Und dir, dem er mich anvertraut, Auf den im Leben ich gebaut, Geschmückt zur Seite stehen. Du sankest in den Staub der Erde nieder, Warst als ein Wurm bedeckt mit Blut und Sand. Sonst müßt ich vor der Hölle Qual und Macht In Todesangst und rettungslos erbeben; Ich läge in des Abgrunds tiefster Nacht, Dem ewigen Gerichte übergeben. 5. Der Uebelthäter Schaar Wie kann ich gnug in Ewigkeit dringt auf dich ein In großem erkennen Die Liebesglut, darin du Grimm, mit Fackeln, Schwert wolltest brennen, Und öffnen mir und Stangen, Ein einzeln unbewehrtes 9. Was schadet mir des Todes Gift? Du, Heiland, bist mein Leben. Ob auch die Trübfalsglut Mel. Herr Gott, nach deiner. 78. Mein Lebensfürst, mein auserkornes Theil, 48 Paffionslieder. wehrtes Lamm zu fangen. Ach, wie viel öfter hab ich Treu ge: ohne dich würd' ich gefangen sein, brochen! Doch ist es mir, o Herr, Es würde ja der Hölle finstre wie Petro, leid; Und darum hast Schaar Als ein verlornes Schäf- den treulosen Knecht Beständig lein mich verschlingen, Hätt'st du noch zu lieben fortgefahren. Ach dich nicht dem Wolf gestellet dar, bring mich auch, wenn ich ver= Als Hirte seinen Raub ihm ab- irrt, zurecht, Laß deinen Geist zuzwingen. dies schwache Rohr bewahren. 6. Du ließest deinen anmuthsvollen Mund Mit einem schnö10. Man schleppt dich frühe vor Pilatus Haus. Weil du auch den Judaskuß beflecken, Um mei- willst für Unbeschnittne leiden, So nes Herzens Falschheit zu bedecken, Und deine Felsentreu zu machen kund. Die Jünger flohen, denn gibt man dich an Sünder aus den Heiden. Man schreit als einen Aufruhrstifter aus Dich, Friedensdu wolltst allein, Ohn' allen fürst, den König aller Welt! Herr, Trost, des Zornes Kelter treten, Für die, die sonst in steter Höllenpein Von dir verbannt zu jein verdienet hätten. ich bekenn die Schuld, ich war verloren, Weil ich mich deinen Feinden zugesellt, Und meine Lust zum König hatt' erkoren. 7. Man stellte dich vor's scharfe 11. O Unrecht, daß man dich Blutgericht, Die falschen Zeugen mit Barrabas, Dem Mörder, auf brachten ihre Klagen; Und du die Wagschaal durfte seßen! O haft nicht ein Wort drauf wollen Gräuel, daß man dich durft schlim fagen, Weil ich auf tausend konnt' mer schäßen! O Raserei, o mehr intworten nicht. Ich hatte deines als Kains Haß! Doch warum Namens Heiligkeit Mit Mund zürn ich mit der Juden Wuth? und That verlästernd Hohn ge- Bin ich nicht selbst so arg und sprochen: Drum wurde dir in blind gewesen, Da ich elenden Ungerechtigkeit Als einem Lästerer Dampf fürs höchste Gut, Da ich der Stab gebrochen. den Tod fürs Leben auserlesen? 8. Die Backenstreiche, die die böse 12. Das Mordgeschrei, das an Rott Mit Speichel mischte, die hatt' den Himmel stieß, War nicht so ich verschuldet. Du hast die aller schwer, als meine Sünden riefen. herbste Schmach erduldet, Sonst Die Ströme Bluts, die dir vom wär ich worden aller Teufel Spott. Leibe triefen, Da dich Pilatus Bornehmlich hat man deines Lehr- scheußlich geißeln ließ, Sind mir amts Ehr, O mein Prophet, recht zum Spiegel der blutrothen Schuld, freventlich verhöhnet, Daß die Ver- Der Höllenstreiche, die du hast achtung deiner Gnadenlehr, Die ich empfunden, Da du für mich gebegangen, möchte sein versöhnet. litten in Geduld, Daß ich genesen möcht durch deine Wunden. 9. Hat Petrus dreimal dich aus Furchtsamkeit Verleugnet, und damit dein Herz durchstochen: Ach 13. Der Ehrenkönig trägt ein Purpurkleid, Damit ich möcht in reiner Passionslieder. 49 reiner Seide glänzen. Den blutgen 17. Des Bundes Blut erwies Scheitel müssen Dornen kränzen, die erste Kraft Am Schächer, der 3u schenken mir den Kranz der noch in den legten Stunden Durch Herrlichkeit. Man tritt den Glanz wahre Buß und Glauben Gnad der höchsten Majestät Durch gefunden. Für alle Sünden war spöttisch Krönen freventlich mit nun Rath geschafft. Doch ist aus Füßen, Weil ich sonst ewiglich Tausend Einem dies geschehn, So verdienet hätt, Als Frevler wider ist dem sichern Fleisch nichts einGottes Kron zu büßen. geräumet; Der andre Schächer 14. Gottes Lamm, wie wil- muß zu Grunde gehn, Weil er lig trägest du Das Fluchholz, um die rechte Gnadenzeit versäumet. den Fluch von mir zu heben, Das 18. Der Tag ging Jesu unter, Holz, das mir sollt Lebensfrüchte und mir auf. Dem Sonnengeben, und unter seinem Schatten schöpfer will kein Licht mehr schaffen Ruh! Du Himmelszierde, scheinen. Der Helfer muß als ein du hängst nackt und bloß, Um Verlaffner weinen. Sein Angstmeiner Nacktheit Schande zu be- geschrei hemmt der Geschöpfe Lauf. decken; Du wirst zum Scheusal Wer zittert nicht? der Löw aus für mich Erdenkloß, Um von dem Juda brüllt! Den Sohn der Liebe Sündendienst mich abzuschrecken. trifft des Vaters Ruthe! Was 15. Du bist, du schauervolles Wunder, daß sich die Natur verGolgatha, Das Trau'rgerüste, hüllt? O Seelenlicht, was trägst drauf der Schöpfer litte, Der du mir zu gute! Kampfplag, da der Weibessame 19. Nun weiß ich, daß die stritte, Der Schauplas, da man's Macht der Finsterniß Zerstöret höchste Wunder fah. Hier hän ist; muß ich schon rathlos gehen get aller Opfer Gegenbild, Der Durch dunkle Thäler, und verlassen Bürge zahlet hier den letzten stehen Von allem Trost, so bin Scherfen, Hier wird durchbohrt ich doch gewiß: Die Sonne muß mein ein'ger Glaubensschild Vom vorher von Glut und Schein BePfeil, den Gottes Zorn auf mich raubet in des Abgrunds Kluft wollt werfen. sich senken, Eh ich von Jesu werd geschieden sein, Und eh' er nicht wird meiner mehr gedenken. 16. Der zwischen Erd und Himmel Frieden schafft, Hängt als ein Scheusal zwischen Luft und 20. Du wirst, o Lebensborn, Erden. Sollt ich der Engel Mit vor Durst verzehrt, Kaum ist ein genosse werden, Er mußte zwischen Tröpflein Essig, dich zu laben, Mördern sein verhaft't. Sein Und alle Ströme deiner Himmelsganzer Rock und sein geviertheilt gaben Sind meinem Durst im Kleid Zur Beute ward den Knech- Ueberfluß beschert. Du gibst dein ten überlassen. So soll das Kleid Leben endlich in den Tod, Dringst der Blutgerechtigkeit Die Welt durch den Tod ins Paradies zum in allen Theilen ganz umfassen. Leben, Um'mir in meiner letzten D Todesnoth 50 Paffionslieder. Todesnoth Aus freier Gnad die 2. Dein Blut, mein Schmuck, Lebenskron zu geben. mein Ehrenkleid, Dein' Unschuld 21. Drum soll, so lang ein' und Gerechtigkeit Macht, daß ich Ader in mir schlägt, Mein Herz kann vor Gott bestehn, Und zu dein Kreuzesbildniß in sich schlie- der Himmelsfreud eingehn. Ben, Mein Mund in Lobgesängen 3. Jesu Christe, Gottes sich ergießen, Mein Alles sein Sohn, Mein Trost, mein Heil zum Opfer dargelegt. Die Sünde, und Gnadenthron, Dein Blut, die dir solche Centnerlast Hat das mir Vergebung schafft, Gibt aufgebürdet, will ich stets ver- mir auch neue Lebenskraft. fluchen, Und was du für mich 4. Herr Jesu, in der legten abgetragen hast, Mit treuer Liebe Noth, Wenn mich schreckt Teuzu vergelten suchen. 22. Die Seite, die dir ist mit einem Speer Durchstochen, soll mir sein zur Zufluchtskammer, Darin ich mich fest an dein Herze klamfel, Höll und Tod, So laß dein Blut mein Labfal sein, Und mache mich von Sünden rein. Mel. Wer nur den lieben Gott, mer', Wenn Belial mich jagt mit 80. Du gehſt zum Garten, seinem Heer. Dein Blut mir stets um zu beten, O treuer ein offner Brunnen sei, Jn des Jefu, nimm mich mit. Laß mich sen Abgrund sich die Schuld ver- an deine Seite treten, Ich weiche liere. Schenk deines Geistes Was- von dir keinen Schritt; Und ser mir dabei, Der mit dem sehen will ich's andachtsvoll, Wie Schmuck der Heiligkeit mich ziere.| man im Glauben beten soll. 23. Kommst du mit Blut und 2. Du gehest zitternd und mit Wasser dann zu mir, Ich will 3agen, Und bist bis in den Tod dir Blut und Waffer wieder brin- betrübt. Ach, dieses soll ans Herz gen, Ich will nun durch den off- mir schlagen, Mir, der viel Sünnen Vorhang dringen, Mich den ausgeübt. Du willst es, daß nahen in Freimüthigkeit zu dir. ein Herz voll Reu Mein Anfang Ich will in meiner legten Todes- zum Gebete fei. noth Des Blutes Kraft, des 3. Die Jünger müssen ferne Geistes Pfand anrühren, Dein bleiben, Du suchst die stille EinBlut wird mich befrein vom samkeit. O hilf mir, Alles zu ew'gen Tod, Wird mich verklärt vertreiben, Was im Gebet mein in's Himmelserbtheil führen. Herz zerstreut. Fern sei die Welt, nimm mich allein, Und laß nur uns beisammen sein. Mel. Herr Jesu Christ, mein's. 79. Herr Jefu Chrift, dein theures Blut Ist meiner Seelen höchstes Gut; Das stärkt, das labt, das macht allein Mein Herz von allen Sünden rein. fonto 4. Du wirfst dich knieend hin zur Erden, Fällst nieder auf dein Angesicht. So soll die Demuth sich geberden, Wenn sich das Herz mit Gott bespricht. Tief beug ich vor ihm Passionslieder. 51 ihm meinen Sinn, Ich, der ich Staub und Asche bin. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 5. Man ſah dich in den tiefsten 81.So gehst du, Jeſu, willig= Schmerzen Als Sohn zu deinem lich, Leiden anVater flehn. Ach, laß auch mich zutreten, mit heißen Thränen auch mit Kindesherzen Zum lieben Ba- für mich zu kämpfen und zu beten. ter aufwärts sehn. Ich halte mich Du, der du nichts verbrochen hast, getrost an dich, Und rufe: Vater, Gehst hin, um aller Sünden Last höre mich! Auf dich allein zu laden. Da schon das Schwert gezücket war, Stellst du dich seinen Streichen dar, Da6. Lamm Gottes, o wie bist du stille, Hältst in der Bitte dreimal an; Ich soll, das ist mit sie uns nicht schaden. dein Liebeswille, Stets also thun, wie du gethan. Hilft Gott nicht gleich, wenn ich gefleht, Will ich doch halten am Gebet. 2. Du Held, der Andern Stärke gibt, Was kann dich so erschüttern? Ach, seine Seele wird betrübt, Des Helden Glieder zittern. Ach, hin7. Dein Wille senkt sich in den gefunken auf die Kniee, Arbeitet Willen Des allerbesten Vaters| er in schwerer Müh, Und kämpfet ein. So soll auch mein Gemüth im Gebete. Er wünscht den bangen sich stillen, Dann wird mein Kampf verkürzt; Wer sieht dies, Flehn erhöret sein. Drum bet und wird nicht bestürzt? O schauich in Gelaffenheit: Was mein dervolle Stätte! Gott will, gescheh allzeit. 3. Gott, wie bist du so wun8. Obgleich die Jünger dein derbar In allen deinen Werken! vergessen, Du denkst an sie mit Ein Knecht, ein Engel muß sogar treuem Sinn, Und ob dich alle Den Herrn vom Himmel stärken. Marter pressen, Voll Sorge gehst du dreimal hin. Mein Beten bleibet ohne Frucht, Wenn es des Nächsten Heil nicht sucht. Er ringt, von seinem Angesicht Träuft Schweiß, ach, wer entsegt sich nicht? Für Schweiß träuft Blut zur Erden! Der du in reinster 9. Den frommen Betern wirds Unschuld prangst, Wie konntest du gelingen; Es hörte Gott dein von solcher Angst, O Herr, be= heißes Flehn, Und sandte, Stär- stürmet werden? kung dir zu bringen, Den Engel 4. Ach Herr, der Sündenknecht von des Himmels Höhn. Auf war ich, Ich sollte Blutschweiß gleiches Beten folgt auch mir Der schwigen; Es sollten billig nur auf gleiche Segen, Herr, wie dir. mich Der Rache Wetter blißen. 10. Drum hilf mir, Jesu, so zu Ich Armer, wie entränn ich da? beten, Wie mich dein heilig Vorbild Vor Gottes, Zorne müßt ich ja lehrt; So kann ich frei zum Vater Ohn allen Trost versinken. Und treten, So werd ich stets von ihm da kommst du, daß du ihn stillst, erhört, So geh' ich betend himmel- Sohn Gottes, du, du selber willst ein, Und will dir ewig dankbar sein. Den ganzen Zornkelch trinken. D* 5. Speil 52 Passionslieder. Gnade Theil, Erkennet seine Liebe, Verwerft nicht euer Heil. 5. Heil mir! der Sohn des 4. Es präge eurem Herzen Sich Höchsten hat Für mich sich rich tief und kräftig ein: Der Preis ten lassen. Gott, welch ein wun- so vieler Schmerzen Soll eure dervoller Rath! Wer kann dein Rettung sein. O nehmt an seiner Thun doch faffen? Ach, da uns Fluch und Strafe drohn, Da richtet Gott für uns den Sohn, 5. Vernehmt es auch, ihr Den er uns selbst gegeben. Nun Spötter, Die ihr den Mittler jauchze, Seele, du kommst nicht schmäht. Kommt her zu eurem In Gottes schreckliches Gericht, Retter, Ach, höret sein Gebet: Du dringst hindurch ins Leben. Sie wissen nicht, was sie begehn, Vergib, O Vater, ihnen! War auch für euch sein Flehn. 6. Doch denk, um welchen theuern Preis Dein Heiland dich erkaufet; Für dich rang er im Todesschweiß, Für dich mit Blut getaufet! Ach, Seele, forge, daß dich nie Die Sünd in ihre Nege zieh, Nichts deine Treu erschüttre. Reizt dich das Fleisch: ach, höre nicht! Schau hin ins furchtbare Gericht, Das Jesum traf, und zittre! 6. Jhr, eurer Brüder Feinde, O schlagt an eure Brust, Und werdet Menschenfreunde, Verdammt der Rache Luft. Vergeltet euren Haffern nie, Selbst denen, die euch fluchen, Vergebt, und segnet sie. 7. Noch währen seine Qualen, Noch trägt er unsre Schuld; Er trinkt die vollen Schaalen Des Leidens mit Geduld. So hoch hat Gott die Welt geliebt, Daß in den Tod am Kreuze Er seinen Sohn uns gibt. 8. Vor deines Todes Schrecken Erblasst der Sonne Licht, Und Finsternisse decken Des Himmels Angesicht. Nun sinkt er in des Todes Nacht; Erbarm, o Gott, dich unfer! Er stirbt, es ist vollbracht! Mel. Wenn mich die Sünden. 82. H in an dein Kreuz zu treten, Versöhner, stärke mich, Dich gläubig anzubeten, Sehnt meine Seele sich. Laß mich mit Zittern und Vertraun, Was du für uns erlitten, In heilger Andacht schaun. 2. Des großen Mittlers Seele Ist bis zum Tod betrübt. So innig, meine Seele, Hat Jesus dich geliebt! In heißen Nengsten Mel. O Lamm Gottes, unschuldig. ſchwebt er da, Mit unsrer Schuld 83. Erlöfer, der im Staube Mit Angstschweiß lag beladen, Dem Opfertode nah. 3. Fallt nieder, bebt, ihr Sün- bedecket, Dein tröste sich mein der, Verhüllt das Angesicht! Jeßt Glaube, Wenn Tod und Sünd ist für Adams Kinder Der Mittler mich schrecket. Dein tiefer Schmerz, im Gericht. Wer nun der Sün- deh Klagen, Dein Todeskampf, den Gräul nicht hafft, Häuft dein Zagen Sei meine Ruhe, auf den Tag des Zornes Sich Herr Jesu. felbst des Bornes Last. 2. Du littest ganz unschuldig Von Paffionslieder. 53 Von Frevlern Schmach und 5. Nun kann ich aufs Todes= Schmerzen, Und trugst sie doch thal Noch mit Freuden sehen, geduldig Mit sanftem, stillem Und zu jener Welt einmal Ohne Herzen. Dein Geist soll uns Schrecken gehen. Du, Herr, haft beleben Zu dulden, zu vergeben, Wie du zu lieben, Herr Jesu. aus aller Noth Rettung mir errungen, Und durch deinen Kreuzestod Meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du Dein Tod belehr uns täglich, Wie mein So dich angenommen? Laß hoch du uns geachtet. Er schreck uns ab von Sünden, Er müff uns dir verbinden zu stetem Danke, Herr Jesu. die Frucht von deiner Pein Nun auch auf mich kommen. Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, Du haft sie in Händen, Was du mir zum Heil verschafft, Gläubig anzuwenden. 3. Am Kreuze hingst du kläglich Gemartert und verschmachtet. Mel. Christus, der uns selig. 84. Mein Erlöser, Gottes 7. Laß das Wort von deinem Sohn, Der du für Kreuz Mich mit Muth beleben, mich littest, Und auch auf der Standhaft jedem Sündenreiz Hier Himmel Thron Jeßt noch für zu widerstreben. Treib mich mächmich bittest, Welche Wohlthat tig dadurch an, Gottes Zorn zu ist für mich Dein versöhnend Lei- scheuen, Was ich Unrecht je geden! Dwie preif' ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden! than, Innig zu bereuen. 2. Unermessne Herrlichkeit War dir, Herr, gegeben, und du konn8. Drückt mich meine Sündennoth, Straft mich mein Gewiffen, O dann laß aus deinem Tod Mich test jederzeit Voller Freuden leben. den Trost genießen, Daß du auch Aber, o der großen Huld! Daß für meine Schuld Büßend bist geich selig würde, Uebernahmst du storben, Daß du Gnade haft und in Geduld Schwerer Leiden Bürde. Huld Mir bei Gott erworben. 3. Nun kann meine Missethat 9. Stärke mich durch deinen Noch Vergebung finden, Denn du Tod Auf die legten Stunden. starbst nach Gottes Rath Auch Wie du deine Todesnoth Siegfür meine Sünden. Unsre Strafe reich überwunden: O so hilf dazu trugest du, Uns vom Fluch zu auch mir, Laß mich fröhlich scheiretten, Daß wir im Gewissen den, Herr, so dank ich ewig dir Ruh, Mit Gott Frieden hätten. Für dein bitt'res Leiden. 4. Was ein neues Leben schafft Und zur Bessrung leitet, hat uns Mel. Ach Herr, mich armen. deines Leidens Kraft und dein 85. Du, deſſen Augen floſbereitet. vergebens sen, darf ich nun Mich um Kraft be- sahn, Zur Frevelthat entschloffen, werben, Gottes Willen noch zu Sich seinem Falle nahn, Wo ist thun, Sünden abzusterben. das Thal, die Höhle, Die, Jesu, dich 54 Passionslieder. dich verbirgt? Verfolger seiner im Staube, Dir, der uns Heil Seele, Habt ihr ihn schon er- gewann, Dich preist der Deinen würgt? Glaube, Nimm unser Opfer an. 2. Welch ängstlich banges Klagen Hörst du, Gethsemane? Wer Mel. Wenn mich die Sünden. ist der Mann der Plagen, Der 86. Von Furcht dahingeris sen langsam Sterbende? Es ist das Heil der Sünder, Der Mittler für die Welt, Der statt der Menschen kinder Hier ins Gericht sich stellt. 3. Seht, wie er tief im Staube Bedeckt mit Angstschweiß liegt, Und doch sein starker Glaube Jm heißen Kampfe siegt! Schon naht die freche Rotte, Die kein Erbarmen rührt, Die unter Hohn und Spotte Ihn zu dem Richtstuhl führt. 4. Sein Volt im wilden Grimme Erweicht sein Anblick dich, Bald straft ihn sein Gewissen, Da weint er bitterlich. Dein Blick, o Jesu, rührt sein Herz, Er fleht zu dir um Gnade, Und du stillst seinen Schmerz. 2. Betrübt ist meine Seele, Mit Reu und Schmerz erfüllt; Wenn ich es auch verhehle, Dir ist es doch enthüllt. Bekennen will ich es vor dir: Oft hab ich dich verleugnet, Vergib, vergib es mir! 3. Du haft sogar dein Leben, nicht, Und nicht des Mitleids 3um Segnen stets bereit, So wilStimme, Die aus dem Heiden lig hingegeben, Für meine Seligspricht. Mit frechem Hohngelächter keit. Wie undankbar, wie schwach Ruft ihre blinde Wuth: Auf war ich, Daß ich den Haß der unfre Söhn' und Töchter Komm, Sünder Mehr fürchtete als dich! wie auf uns, sein Blut. 4. Ich seh jest, ich empfinde 5. Sie häufen seine Plagen Noch Die Größe meiner Schuld. Verauf der Todesbahn. Er wird an's gib mir meine Sünde Nach deiKreuz geschlagen, D Seele bet ner großen Huld. Voll Mitleid ihn an. Ihn höhnt in Wort und sahst du Petrum an, Der reuig Mienen Sein Bolt bei seinem vor dir weinte: Auch mich sich Schmerz. Er ruft: vergib es ih- gnädig an. nen! In Liebe bricht sein Herz. 5. Laß dieses Herz voll Reue 6. Bald nahet sich sein Schei- Den Bund mit dir erneun, Dir den, Des Todesstille Nacht. Folgsamkeit und Treue Und fe= Nun enden seine Leiden, Er stirbt, sten Glauben weihn. Dich zu es ist vollbracht. Es hat nun verleugnen, Gottes Sohn, Das überwunden Aus Juda's Stamm fürchte meine Seele Weit mehr, der Held, Versöhnung ist gefun- als Qual und Hohn. den Für die gefallne Welt. 6. Bewahr ich deine Gnade, 7. Der du zum Heil der Sünder Folg' ich dir standhaft nach: Wer Dein Haupt am Kreuz geneigt, Du ist, der dann mir schade? Was Freund der Menschenkinder, Hier fürcht ich Hohn und Schmach? liegen wir gebeugt. Dir danken wir Der Spötter mag mich hierverſchmähn, Paffionslieber. 55 schmähn, Einst wird er mich mit| sam folche Treu ausbreiten? Kein Ehren Von dir verherrlicht sehn. Menschenherz vermag es auszu7. Von dir soll nichts mich denken, Was dir zu schenken. trennen, Dich will ich frei und 8. Ich kann's mit allen Singern Vor aller Welt bekennen, nen nicht erreichen, Womit doch Dich, meinen Gott und Herrn. dein Erbarmen zu vergleichen, Wie Dann tret ich freudig vor Ge- kann ich dir denn deine Liebesricht, und du, o Herr, verleug- thaten Im Werk erstatten? nest Mich vor dem Vater nicht. Eigene Melodie. 9. Doch Eines weiß ich, das wirst du annehmen: Ich will des Fleisches böse Lüste zähmen, Daß sie mein Herz aufs Neue nicht 87.5 erzliebster Jesu, was haft du verbrochen, Daß dir entzünden Mit alten Sünden. das Todesurtheil ward gesprochen? 10. Weil aber dies nicht steht Was ist die Schuld, in was für in eignen Kräften, Dem Kreuze Misfethaten Bist du gerathen? die Begierden anzuheften, So 2. Du wirst gegeißelt und zum gib mir deinen Geist, der mich Spott gekrönet, Ins Angesicht regiere, 3um Guten führe. geschlagen und verhöhnet, Mit Effig tränkt man dich, du wirst entkräftet Ans Kreuz geheftet. 11. Dann werd ich dankvoll deine Huld betrachten, Aus Liebe gegen dich die Welt nicht achten, Ich werde mich bemühen, deinen 3. Was ist doch wohl die Urfach solcher Plagen? Ach, meine Willen Stets zu erfüllen. Sünden haben dich geschlagen, Ich selbst, Herr Jesu, habe das verschuldet, Was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe: Der gute Hirte lei: det für die Schafe, Die Schuld bezahlt der Herr, er, der Gerechte, Für seine Knechte! 12. Ich werde dir zu Ehren Alles wagen, Kein Kreuz mehr achten, keine Schmach, noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen Nehmen zu Herzen. 13. Dies Alles, ob's gering zwar ist zu achten, Wirst du doch, mein Erbarmer, nicht verachten, Du wirst dies Opfer gnädig von mir nehmen, Mich nicht beschämen. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, Der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt, Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen, Der Herr gefangen! 6. große Lieb! o Lieb ohn' alle Maße, Die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit Loblied singen. der Welt in Lust und Freuden, Und du sollst leiden. 14. Wenn dort, Herr Jefu, einst vor deinem Throne Auf meinem Haupte glänzt die Ehrenkrone, Dann will ich dir, wenn Alles wohl wird klingen, Mein Mel. Ach Herr, mich armen. 7. Ach, großer König, groß zu 88 Haupt voll Blut und allen Zeiten, Wie kann ich gnugWunden, Boll Schmerz und 56 Paffionslieder. und voller Hohn, O Haupt, zum| 7. Es dient zu meinen Freu Spott umwunden Mit einer Dor- den, Und thut mir herzlich wohl, nenkron, Haupt, sonst schön Daß ich mich in dein Leiden, gekrönet mit höchster Ehr und Mein Heil, versenken soll. Ach, Zier, Jeßt aber gar verhöhnet: könnt ich, o mein Leben, An deiGegrüßet seist du mir! nem Kreuze hier Mein Leben von 2. Du edles Angesichte, Voll mir geben, Wie wohl geschähe mir! Huld und Freundlichkeit, Und den- 8. Ich danke dir von Herzen noch im Gerichte Geschlagen und O Jesu, liebster Freund, Für verspeit, Wie bist du nun er- deine Todesschmerzen, Da du's bleichet, Wie ist dein Augenlicht, so gut gemeint. Ach gib, daß ich Dem sonst kein Licht mehr glei- mich halte Zu dir und deiner chet, So schändlich zugericht't! Treu, Und wenn ich einst erkalte, In dir mein Ende sei. 3. Die Farbe deiner Wangen, Der rothen Lippen Pracht Ift| 9. Wenn ich einmal foll scheihin, ist ganz vergangen. Des den, So scheide nicht von mir. blaffen Todes Macht Hat Alles Wenn ich den Tod soll leiden, hingenommen, Hat Alles hinge- So tritt du dann herfür, Wenn rafft, Und daher bist du kommen mir am allerbängsten Wird um Von deines Leibes Kraft. das Herze sein, So reiß mich aus den lengsten, Kraft deiner Angst und Pein. 4. Nun, was du, Herr, er duldet, Ist alles meine Last, Ich hab es selbst verschuldet, Was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, Der Zorn verdienet hat, Gib mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Ghad. 10. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod, Und laß mich sehn im Bilde, Herr, deine Kreuzesnoth. Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll 5. Erkenne mich, mein Hüter, Fest an mein Herz dich drücken; Mein Hirte, nimm mich an! Wer so stirbt, der stirbt wohl! Du hast, Herr, aller Güter, Viel Gutes mir gethan; Oft haft Mel. Christus, der uns selig. du mich gelabet, Mit Himmels: 89. Gefu, deine Paffion Wit mich reich begabet, Durch deinen freud'gen Geist. ich jest bedenken, Wollest mir vom Himmelsthron Dazu. Andacht schenken. In dem Bilde jegt erschein, Jesu, meinem Herzen, Wie du, unser Heil zu sein, Littest alle Schmerzen. 6. Ich will hier bei dir stehen, Verachte mich doch nicht. Von dir will ich nicht gehen, Wenn dir dein Herze bricht; Wenn dein Haupt will erblaffen Im legten Todesstoß, Dann will ich dich noch faffen In meinen Arm und Schooß. 2. Gib, daß ich recht sehen mag Deine Angst und Bande, Deiner Leiden tiefe Schmach, Deine Kreus zesschande, Deine Geißel, Dornenkron, Speer- und Nägelwunden, Dadurch Paffionslieder. 57 Dadurch du, o Gottes Sohn, Dir 3. Und ich, für den du litteft, mich haft verbunden. Im Todeskampfe ftrittest, Für 3. Laß mich aber nicht allein den dein Herz dir brach, Ich Deine Marter sehen, Laß mich folgte ohne Sorgen, Am Abend auch die Ursach fein Und die wie am Morgen, Der Welt und Frucht verstehen. Ach, die Ursach ihren Lüsten nach. war auch ich, Ith und meine 4. Nein, nein, ich will sie Sünde, Diese hat gemartert dich, laffen, Sie ernstlich fliehn und Daß ich Gnade finde. haffen, Weil sie dich tief gebeugt. Du hast, von allem Bösen Mich ewig zu erlösen, Am Kreuz dein sterbend Haupt geneigt. 4. Lehre dies bedenken mich, Herr, mit Buß und Reue. Hilf, daß ich mit Sünde dich Mart're nicht aufs Neue. Weg mit aller 5. Du starbst mit einem Herz Sündenlust! Alles will ich mei- zen, Das selbst in Todesschmerden, Was du selber büßen mußt zen Für seine Feinde bat. Wie Mit so großem Leiden. du will ich mich üben, Auch meinen Feind zu lieben, Und beten, wie mein Heiland that. 5. Wenn der Sünde tiefe Noth Hat mein Herz zerrissen, Stille du durch deinen Tod, Herr, mir mein Gewissen. Dich und deine Passion Laß mich gläubig faffen; Liebst du mich, du Gottes Sohn, Wie kann Gott mich haffen? 6. Du tröstetest den Armen Am Kreuz, den dein Erbarmen Vom Himmel nicht verstieß. O sprich auch, wenn ich sterbe, Zu mir: du bist mein Erbe, Und folgest mir ins Paradies. 6. Gib auch, Jesu, daß ich gern Dir das Kreuz nachtrage, Daß 7. Du faheft auf die Deinen, ich Demuth von dir lern, Und Ge- Sahst sie am Kreuze weinen, duld in Plage, Daß ich dir geb Und ach, wie schlug dein Herz! Lieb um Lieb; Ach, laß doch dies Du lindertest voll Liebe, Und aus Lallen, Bis es kommt aus rei- dem wärmsten Triebe, Der Mutnerm Trieb, Jesu, dir gefallen. ter und des Jüngers Schmerz. Mel. Welt, sich hier dein. 90. Laß deine letzten Stunden, ‚ aß 8. Bei deiner Leiden Dauer, Im bängsten Todesschauer Warst du voll Zuversicht. Du klagtest, Da du so viel empfun- ach, verlassen, Doch hingst du, -den, Herr, mir heitig sein! Es stets gelassen, An deinem Gott lehre mich dein Leiden Den Dienst und wankteft nicht. der Sünde meiden, und die mich jetzt und ewig weihn. 2. An deinem Todestage, Bei deiner legten Klage Gelob ich treu zu sein. Du warst's, der ängstlich klagte, Und zitterte und zagte, In namenloser Todespein. 9. Du mußtest, matt von Plagen, Auch über Durst noch klagen. Und wer, wer labte dich? Wie sollt ich denn nun beben, Wenn Leiden mich umgeben? Du labst durch deine Freunde mich. 10. Es naht das Ziel der Lei= den, 58 Passionslieder. den, Wir fehn dich betend scheiden, 2. Schon zeigt der Blutberg Du rufft: es ist vollbracht! sich von weiten: Erfchrick und hilf auch mir's vollbringen, Hilf zittre, frommes Herz! Sieh dei lieben, dulden, ringen, 3um Ziele nen Retter, sieh ihn streiten, Und gehn durch finstre Nacht. werde ganz Gefühl, ganz Schmerz. 11. Du sprichst, o fel'ges Hier hing, den Mördern übergeben, Ende! Ich geb in deine Hände Am Holze Gottes Sohn, dein Den Geist, mein Vater, hin! Leben, Hier trug er unfrer Sünde Mir, der ich meine Seele Jhm Schuld, Empfand in jenen bangen einst, wie du, befehle, Auch mir Stunden, Was nie ein Sterbist Sterben nur Gewinn. licher empfunden, Und bracht uns wieder Gottes Huld. 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, Nimmt er sich seiner Feinde an; Vergib! fleht er mit heil'gem Herzen, Sie wissen nicht, was sie gethan! Der göttliche, der 13. Wird mir nach kurzen Ta- größte Beter Fleht liebreich noch gen Die Scheidestunde schlagen, für Misfethäter, Werkzeuge feiner Und öffnet sich mein Grab, Wird Pein und Schmach. O Mensch, meiner Seele bange, Fließt über den Rach' und Zorn verführen, Laß meine Wange Der kalte Todes- dich durch dieses Vorbild rühren, schweiß herab: Und bete dem Verföhner nach. 14. Dann sei mir diese Feier, Dein Sterbetag noch theuer, Mit ihm begann mein Glück. Daß ich alsdann nicht zage, Dies dank ich diesem Tage Und deinem legten Augenblick. 12. Für mich und meine Brüder Senkt, Herr, dein Haupt sich nieder, Im Frieden schläfst du ein. In meinen legten Stunden, Da sollen deine Wunden Mir Labsal und Erquickung sein. 4. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, Als unter Leiden ohne Zahl Der Herr dem Jünger seiner Liebe Die Mutter sterbend anbefahl! Ach, wird mein Aug' einst um die Meinen In meiner legten Stunde weinen, So soll dies Wort Mel. Wie- wohl ist mir, o Freund. mir Trost verleihn: Der, als der 91. Begleite mich, o Christ, Tod ihn schon umschwebte, Die wir gehen Zum schmer- Seinen noch zu schüßen strebte, zensvollen Golgatha, Auf deffen Wird auch der Meinen Pfleger sein. schauervollen Höhen, Was nie ein 5. Frohlockt, bußfertige VerEngel faßt, geschah. Erwäg an brecher! Wer glaubet, kommt nicht diesem heil'gen Orte Des sterben- ins Gericht; Hört, was zu dem den Erlösers Worte, Und rufe gebeugten Schächer Der Mund der Gott um Glauben an. Sie kön- Liebe sterbend spricht: Du wirst, so nen reichen Trost im Leben, Und ruft er ihm entgegen, Noch heute, einst im Tode Trost dir geben, deines Glaubens wegen, Mit Wenn hier dich nichts mehr trö- mir im Paradiese sein. D Herr, ften kann. laß an der Todespforte Einst diese Passionslieder. 59 diese gnadenvollen Worte Auch erwarb. Nun war das große meiner Seele Troft verleihn. Werk vollendet, Zu dem der Va ter ihn gesendet: Da neigt' er fanft sein Haupt und starb. 6. Wer kann die hohen Leiden faffen, Als Christus an dem Kreuze 10. Bewein' ibn fromm mit filrief: Mein Gott, wie hast du mith verlassen! Wie beuget ihn die len Zähren, O Christ, du hast ihn Last so tief, Die unsre Sünden sterben seh'n. Bald wirst du ihn auf ihn brachten! Vor Angst und durch Freuden ehren, Und jauchzend Pein müst er verschmachten, Wär seinen Ruhm erhöh'n. Den deine Gott nicht seine Zuversicht. Herr, Thränen jest beklagen, Der wird der für mich zum Tod gegangen, als Held nach dreien Tagen Vom Ich will dich glaubensvoll um- Grabe siegreich auferstehn. Den fangen, Mein Herr und Gott, freche Rotten hier entehrten, Den verlaß mich nicht. wirst du dort bei den Verklärten 7. Der Fürst des Himmels und Zur Rechten seines Vaters sehn. der Erde Rief schmerzlich aus: es dürstet mich! So trug er jegliche Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Beschwerde! So nahm er jede 92. Schwing dich auf gen Golgatha, Christ, an Qual auf sich. Mich dürftet! ruft er noch zur Stunde, Ruft es aus deines Heilands Kreuze, Nimms jedes Armen Munde, Den Noth zu Herzen, wie dich da Chrifti und Mangel niederdrückt. O selig, Tod zur Buße reize. Härter wärst wer den Ruf erfüllet! Denn wer du noch als Stein, Könntest du den Durst der Armen stillet, Der hier fühllos sein. hat den Heiland selbst erquickt. 2. Schaue doch das Jammer8. Nun enden sich die schweren bild Zwischen Erd' und Himmel Leiden, Der Heiland spricht: es ist hangen, Wie sein Blut in Strövollbracht! Wort des Sieges, men quillt, Daß ihm alle Kraft Wort der Freuden, Du nimmst dem vergangen. Schau, ach schau, Tode seine Macht. Heil uns, wer erschrickst du nicht? Wie sein darf es nun noch wagen, Uns, die sterbend Herz ihm bricht! Erlösten, zu verklagen, Da er für 3. Lamm Gottes, ohne uns genug gethan? Gib, daß am Schuld, Alles das hab' ich verEnde meiner Tage Auch ich, o schuldet, Und du hast aus freier Herr, mit Freuden sage: Boll- Huld Pein und Schmach für mich erbracht ist nun des Leidens Bahn! duldet. Aus der ew'gen Feuersglut 9. Das letzte Wort aus deinem Mich zu retten, fließt dein Blut. Munde, Versöhner Gottes, sei auch 4. Du für uns erwürgtes Lamm, mein; Laß es in meiner Todes- Groß, ach groß ist deine Liebe! stunde Mir Muth und Zuversicht Schau von deines Kreuzes Stamm, verleihn. Du rufeft: Bater, ich Wie ich mich um dich betrübe! Ich befehle In deine Hände meine bin schuldig, aller Schmerz, Der Seele, Die armen Sündern Heil dich trifft, durchbohrt mein Herz. 5. Herr, 60 Paffionslieder. 5. Herr, was kann ich dir dafür,| Ewigkeit Sei auch von uns dein Daß du mich so liebest, geben? Ruhm gesungen. Nimm, was ich vermag, von mir, Dir, nur dir gehört mein Leben. Wie du mein, so will ich dein, Lebend, leidend, sterbend sein. 3. Wenn uns die Schuldgefühle drücken, Ist's Golgatha', wohin wir fliehn, Wo wir des Blutes Ström' erblicken, Die auch für uns 6. Nur bei dir allein such' ich um Gnade schrien. Wir wollen, Hülfe in den bängsten Stunden. wo für unsre Sünden Du dich Schmachtend, lechzend sehn' ich mich Nach dem Trost aus deinen Wunden, Wie ein Hirsch nach Wasser schreit, Bis er meine Seel' erfreut. am Kreuz geopfert hast, Die Freiheit von der Sünde Last Und von der Sünde Herrschaft finden. 4. Dahin, wo dein Blut Heil 7. Kreuzige mein Fleisch und erstritten, Geh'n wir, dir unser Blut, Lehre mich die Welt ver- Blut zu weih'n. Wo du für uns schmähen, Laß auf dich, du höchstes Gut, Immer unverwandt mich sehen; Und im Kreuze führe mich Selig, wenn schon wunderlich. den Tod gelitten, Werd' unser Leben gänzlich dein. Wie du, o Herr, um unsertwillen Gehorsam wurdest bis zum Tod, So wollen freudig dein Gebot Auch wir, treu bis zum Tod, erfüllen. 8. Endlich laß mich alle Noth Freudig sterbend überwinden. Nirgend müsse mich der Tod, Als bei dir, mein Heiland, finden. Wer nur dich zur Zuflucht macht, Spricht getrost: es ist vollbracht. 5. Dein Leidenskampf, o Heiland, stärke, Dein Sieg befeure Muth und Kraft Zum Glaubenskampf, zu jedem Werke, Das Ehre dir und Freude schafft. Wie uns durch Lust die Sünd' auch reize, Sie hat an uns nicht weiter Theil, Wir fliehn zu dir, zu deinem Heil, Und holen Kraft von deinem Kreuze. Dommt, die ihr Jesu Kreuz erhebet, Heut ist des Heilands Todestag! Schaut ihn, durch dessen Tod ihr lebet, 6. Wir sollten Stolz und Un Auf dem auch eure Sünde lag! recht üben, Und du trägst Elend, Ihr Christen, laßt der Erde Freu- Kreuz und Schmach? Wir sollten den Und ihre Kümmerniß zurück, die nicht herzlich lieben, Für die dein Und richtet eures Geistes Blick Herz in Liebe brach? Der Rachsucht Auf eures Heilands Todesleiden. sollten wir nicht wehren, Nicht auch 2. Wir bringen Dank aus from- dem Feinde gern verzeihn? Vermen Herzen, In Lieb' entbrannt, föhner, o der ist nicht dein, Den erfüllt von Schaam, Dir, der die nicht dein Tod kann Liebe lehren. Last der bittern Schmerzen Als 7. Wir sollten je in Trübsal unser Mittler auf sich nahm. Heil klagen, Da wir dich schweigend dir, der uns das Heil errungen dulden sehn? Wenn uns VerfolIm bangen, schweren Todes- gung droht, verzagen, Da Leiden streit! Lamm Gottes, bis in deinen Sieg erhöhn? Befiehlst, in dunkler Mel. Mein Jesu, dem die. 93. Ko Passionslieder. 61 hab' ich verdient. dunkler Nächte Grauen, Von Gott ausgestanden, Das Alles, Herr, verlassen, du dich Gott: So wollen wir in Schmach und Spott, Wie du, dem Vater uns vertrauen. 6. Du nimmst auf deinen Rücken Die Lasten, die mich drücken, Du 8. Auch in den bängsten Todes- duldest meine Pein. Du wirst ein stunden Bleibst du, Herr, unsre Fluch, dagegen Schenkst du mir Zuversicht. Im Glaubensblick auf allen Segen, Dein Schmerz muß deine Wunden Erschreckt des Gra- mir ein Labsal sein. bes Nacht uns nicht. Wenn sich 7. Du gibst dich hin zum das Auge schon verdunkelt, So Bürgen, Du läsfest dich erwürsei des Geistes Aug' erfüllt Von gen Für mich und meine Schuld. deines Heldentodes Bild, Das wie Für mich läß'st du dich krönen der Morgenstern uns funkelt. Mit Dornen, dich verhöhnen, Und leidest Alles mit Geduld. Eigene Melodie. 94. Welt, fich hier dein Leben Am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren Mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 8. Du gehst in's Todes Rachen, Mich frei und los zu machen, Mit frohem Heldenmuth. Du stirbst, daß ich nicht sterbe, Nicht ewiglich verderbe; O unerhörte Liebesglut! 9. Hoch bin ich dir verbunden, Mein Heil, zu allen Stunden, Ich bin dein Eigenthum. Was 2. Tritt her und schau mit Seel' und Leib vermögen, Das Fleiße: Mit Blut und Todes- will ich dankbar legen Allein zu schweiße Ist ganz sein Leib be- deinem Dienst und Ruhm. deckt; Und namenlose Schmerzen 10. Ich kann zwar nicht viel Fühlt er in seinem Herzen, Da geben In diesem armen Leben, er den Kelch des Todes schmeckt. Eins aber will ich thun: Es soll 3. Wer hat dich so geschlagen, dein Tod und Leiden, Bis Seel' Mein Heil, und dich mit Plagen und Leib sich scheiden, Mir tief So übel zugericht't? Du bist ja in meinem Herzen ruhn. nicht ein Sünder, Wie wir und unsre Kinder, Von Missethaten weißt du nicht. 11. Ich will's vor Augen segen, Mich stets daran ergößen, Ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel Der Unschuld, und ein Siegel Der Lieb' und unverfälschten Treu'. 4. Ach, ich und meine Sünden, Der sich so viele finden, Wie Körnlein Sand am Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget, Und das betrübte Marterheer. 12. Wie furchtbar unf're Sünden Des Richters Blick entzün5. Ich bins, ich sollte büßen den, Wie seine Strafen gehn, In ew'gen Finsternissen, Was nun Wie schrecklich seine Ruthen, dein Tod verfühnt; Die Geißeln Wie voll des Zornes Fluthen, und die Banden, Und was du Will ich aus deinen Leiden sehn. 13. Jch 62 Passionslieder. 13. Ich will darin erblicken, 3. Der am Kreuz ist meine Wie ich mein Herz soll schmücken Liebe, Sünde, du besiegst mich Mit stillem, sanftem Muth, Und nicht; Weh' mir, wenn ich den wie ich mich soll üben, Aus betrübe, Der für mich ging in's Herzensgrund zu lieben, Wenn Gericht! Kreuzigt' ich nicht Got: mich verfolgt der Feinde Wuth. tes Sohn? Spräch' ich seinem 14. Wenn gift'ge Zungen Blut nicht Hohn? Der am Kreuz stechen, Wenn Spötter Hohn mir ist meine Liebe, Dem ich treu zu sprechen Und meines Falls sich sein mich übe. freu'n, Will ich das Unrecht dul- 4. Der am Kreuz ist meine den, Und alle ihre Schulden, Wie Liebe, Drum, mein Herz, verzage du, mein Heiland, gern verzeih'n. nicht, Gott zeigt seine Liebestriebe, 15. Ich will an's Kreuz mich Wenn dich Sünd und Tod anschlagen, All' dem mit Ernst ent- ficht. Schau', es floß auch dir zu sagen, Was dir, o Herr, miß- gut Seines Sohnes theures Blut. fällt; Was deine Augen hassen, Der am Kreuz ist meine Liebe, Das will ich fliehn und lassen, Dem ich treu zu sein mich übe. Gefiel es auch der ganzen Welt. 5. Der am Kreuz ist meine 16. Es ström' aus deinen Liebe, Keine Trübsal, schwer und Wunden In meinen leßten Stun- groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, den Mir Trost und Frieden zu. Nichts macht mich von Jesu los, Nimm mich an meinem Ende, Nicht Gewalt, nicht Geld, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. Herr, in deine Hände, Und führe mich zur ew'gen Ruh. Eigene Melodie. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe, Komm, o Tod, du bist mein 95. Der am Kreuz ist meine Liebe, Meine Lieb' ist Freund. Wenn ich einst wie Staub Jesus Christ. Weicht, ihr schnö- zerstiebe, Werd' mit Jesu ich vereint; den Fleischestriebe, Deren Frucht Dann steh' ich vor seinem Thron Verderben ist! Eure Lieb' ist nicht Und empfang der Treue Lohn. Der von Gott, Eure Lieb' bringt gar am Kreuz ist meine Liebe, Dem den Tod. Der am Kreuz ist ich treu zu sein mich übe. meine Liebe, Dem ich treu zu fein mich übe. Mel. Der am Kreuz ist meine. 2. Der am Kreuz ist meine 96. Sei mir tausendmal ge Liebe, Frevler, was befremdet's grüßet, Der mich je dich, Daß ich treu zu sein mich und je geliebt, Jesu, der du selbst übe? Jesus gab sich selbst für gebüßet Das, womit ich dich bemich. So ist er mein Friedens- trübt! Ach, wie ist mir doch so schild, Aber auch mein Lebensbild, wohl, Wenn ich knie'n und liegen Der am Kreuz ist meine Liebe, soll Un dem Kreuze, wo du starDem ich treu zu sein mich übe, best, Und um meine Seele warbest! 2. Heile Passionslieder. 63 2. Heile mich, o Heil der See-| bes Höhle. Finsterniß und Gram len, Der ich krank und traurig bedeckt Seiner Jünger Seele. bin; Nimm die Schmerzen, die 5. O weint nicht mehr! Kann mich quälen, Nimm den ganzen wohl der Herr Je die Verwesung Schaden hin, Den mir Adams sehen? Nein, er wird nach kurzer Fall gebracht, und ich selber mir Ruh Siegreich auferstehen. gemacht. Ganz wird unter deinen Händen, Treuer Gott, mein Jammer enden. Mel. Wer nur den lieben Gott, 98. Es ist vollbracht! so ruft 3. Schreibe deine blut'gen am Kreuze Des sterWunden, Jesu, in mein Herz benden Erlösers Mund. Wort hinein, Daß sie mögen alle Stun- voll Trost und Leben, reize Zur den Bei mir unvergessen sein. Du Freude meines Herzens Grund! bist doch mein schönstes Gut, Da Das große Opfer ist geschehn, Das mein ganzes Herz mir ruht. Laß Gott auch mir zum Heil ersehn. mich stets zu deinen Füßen Deiner Lieb' und Huld genießen. 2. Mein Jesus stirbt: die Felsen beben, Der Sonne Schein 4. Dich will ich umfangen verlieret sich, In Todte dringt halten, Herr, fo fest ich immer ein neues Leben, Der Heilgen kann. Schau, o schau mein Gräber öffnen sich, Der Vorhang Händefalten und mich selber reißt, die Erde kracht, Und die freundlich an, Von des hohen Versöhnung ist vollbracht. Kreuzes Baum, Und gib meiner 3. Wie viel, mein Heil, haft Bitte Raum; Sprich: laß all dein du vollendet, Als dir das Herz im Trauern schwinden, Jch, ich tilg Tode brach! Du hast den Fluch all deine Sünden! Mel. O Traurigkeit. 97. hinweggewendet, Der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns haft du genug gethan, Gott nimmt r hr Augen, weint! Der uns nun noch gnädig an. Menschenfreund, Der 4. Dankvolle Thränen, neßt die Heilge, der Gerechte Wird ver- Wangen! Mein Glaube sieht nun achtet, wird verschmäht, Stirbt den Tod der Knechte. offenbar Die Handschrift dort am Kreuze hangen, Die wider meine 2. Ihr Augen, weint! Der Seele war. Er, den mir Gott Menschenfreund Trägt unerhörte zum Heil gemacht, Rief auch für Plagen. Ach, für unsre Missethat mich: es ist vollbracht! Wird er so geschlagen. 5. Herr, laß mich nun auch 3. Ihr Augen, weint! Der vollbringen, Was wahre DankMenschenfreund Beschließt sein barkeit begehrt. Laß nach der Heitheures Leben. Wer wird nun den ligung mich ringen, Wozu dein Leidenden Trost und Hülfe geben? Tod mir Kraft gewährt. D stärke 4. Ihr Augen, weint! Der mich dazu mit Macht, Bis meine Menschenfreund Sinkt in des Gra- Bessrung ganz vollbracht. 6. Du 64 Passionslieder. 6. Du littst so viel zu meinem Daß ich nicht mehr darf fürchten Leben, Drum laß auch mich voll Der Hölle Angst und Glut. Eifer sein, Mich deinem Dienste 4. Drum sag ich dir von Her hinzugeben, und keine Schmach zen Jeßt und mein Leben lang darin zu scheun. Dein Dienst, o Für deine Pein und Schmerzen, Heiland, sei mein Ruhm, Denn O Jesu, Lob und Dank, Für ich bin ganz dein Eigenthum. deine Noth, dein Angstgeschrei, 7. Soll ich, mit dir ergebnem Für dein unschuldig Sterben, Für Herzen, Auch hier durch manche deine Lieb und Treu. Trübsal gehn, Und hat mein Gott 5. Herr, laß dein bittres Leiden gehäufte Schmerzen Zu meiner Mich reizen für und für, Mit Prüfung auserfehn, So laß auch mich den Trost erfreun: Es kommt das Ende meiner Pein. allem Ernst zu meiden Die sündliche Begier, Daß mir nie komme aus dem Sinn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. 8. Fühlt einst mein Herz des Todes Schrecken, Dann, Herr, er- 6. Mein Kreuz und meine Plaleichtre mir die Last. Laß mich gen, Solls auch sein Schmach und den Trost noch sterbend schmecken, Spott, Hilf mir geduldig tragen. Daß du ihn überwunden hast. Gib, o mein Herr und Gott, So tret ich in die Todesnacht Daß ich verleugne diese Welt, Mit dem Triumph: es ist voll- und folge dem Erempel, Das du bracht! mir vorgestellt. Eigene Melodie. 7. Laß mich an Andern üben, Was du an mir gethan, Und mei99. Wenn mich die Sün- nen Nächsten lieben, Gern dienen den kränken, O mein Jedermann Ohn Eigennuß und Herr Jesu Christ, So laß mich Heuchelschein, Und, wie du mir's wohl bedenken, Wie du gestorben erwiesen, Aus reiner Lieb allein. bist, Und alle meine Schuldenlast Am Stamm des heilgen Kreuzes Auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen! Betracht es, Seele, recht; Es hat sich martern lassen Der Herr für seinen Knecht. Es hat sich selbst mein Herr und Gott Für mich 8. Laß endlich deine Wunden Mich trösten kräftiglich In meinen legten Stunden, und deß versichern mich, Weil nur auf dein Verdienst ich trau, Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau. Mel. Alles ist an Gottes Segen. verlornen Menschen Gegeben in 100. Unter tausend frohen den Tod. Stunden, Die im 3. Was kann mir denn nun schaden Der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden, Leben ich gefunden, Blieb nur eine mir getreu, Eine, wo in. tausend Schmerzen Ich erfuhr in Und frei von aller Qual, Ver- meinem Herzen, Wer für mich föhnt durch Christi theures Blut, I gestorben sei. 2. Wenn 651 Paffionslieder. 2. Wenn sie Jesu Liebe wüß-| Jefu, nahe dich zu mir. Kröne ten, Alle Menschen würden Chri- mich mit Huld und Gnade, Daß sten, Ließen alles Andre stehn, kein Sündendorn mir schade. Ach, Liebten Alle nur den Einen, Wür- laß deine Todespein Nicht an mir den ewig ihn nur meinen, Ewig verloren sein. ihm zur Seite stehn. 6. Heile des Gewissens Plagen, Nimm von mir der Schmerzen Last, Durch die Geißeln, die Mel. Jesu, meines Lebens. ich böser Satans 101. Gefu, der du wolltest dich schlagen, Die du schwer embüßen Für die Sün- pfunden hast, Daß der Sünde den aller Welt Durch dein theures Knecht Blutvergießen, Der du dich hast Stricke nicht empfinde. Ach, laß dargestellt Als ein Opfer für die Sünder, Die verlornen Adamskinder, Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein. deine Todespein Nicht an mir verloren sein. 7. Ach, laß deine tiefen Wunden Frische Lebensbrunnen sein, 2. Rette mich durch deine Pla- Wenn mir alle Kraft verschwungen, Wenn mich meine Sünde den, Wenn ich schmacht in Seelenplagt. Laß, ach laß mich nicht pein. In den Abgrund deiner verzagen, Weil du selbst für mich Gnaden Senk die Schuld, die mich gezagt. Hilf, daß mich dein Angst- beladen. Ach, laß deine Todesschweiß kühle, Wenn ich Drang- pein Nicht an mir verloren sein. falshiße fühle. Ach, laß deine To= 8. Ach, zerbrich des Eifers despein Nicht an mir verloren sein.[ Ruthe, Ach, erzeige Gnad und 3. Mache mich durch deine Huld, Tilge doch mit deinem Blute Bande Von des Satans Banden Meine schwere Sündenschuld. Laß frei. Hilf, o Herr, daß deine mich in der Angst von Sünden Schande Meine Kron und Ehre Ruh bei deinem Kreuze finden. sei. Trost der Seele, Heil der Ach, laß deine Todespein Nicht Erden, Laß mich nicht zu Schan- an mir verloren sein. den werden. Ach, laß deine Todes- 9. Hilf, daß mich dein Dürsten pein Nicht an mir verloren sein. labe, Das am Kreuze dich geplagt, 4. Rede durch dein Stilleschwei- Wenn ich nirgend Trost mehr gen, Liebster Jesu, mir das Wort, habe, Und mein fündig Herz verWenn mich Sünden überzeugen, zagt: Daß ich dann dich LebensMich verklagen fort und fort. fürsten Seh nach meiner Seele Wenn mein bös Gewissen schreiet dürsten. Ach, laß deine Todespein Und mir mit Verdammniß dräuet, Nicht an mir verloren sein. Dann laß deine Todespein Nicht 10. Jesu, tomm, mich zu be= an mir verloren sein. freien Durch dein lautes Angstge5. Laß mich Freudenrosen bre- schrei, Wenn viel tausend Sünden chen, Liebster Jesu, meine Zier, schreien, Stehe dann mic Armen Von den Dornen, die dich stechen; bei. Wenn Gedank und Wort ents fallen, E Univ. Bibl. Giessen 66 Passionslieder. fallen, Laß mich sanft von hinnen| Stets erquicken mächtiglich. Herr, wallen; Laß mir deine Todespein laß deinen Tod mir geben AufLeben, Heil und Himmel sein.erstehung, Heil und Leben. 102. Sefu 6. Jesu, deine heil'gen WunMel. Der am Krenz ist meine. den, Deine Qual und bittern Tod Refu, deine heil'gen Laß mir geben alle Stunden Trost Wunden, Deine in Leibs- und Seelennoth. SonQual und bittern Tod Laß mir derlich am legten End' Hilf, daß geben alle Stunden Trost in Leibs- ich mich zu dir wend', Trost in und Seelennoth. Wenn mir fällt deinen Wunden finde, Und dann was Arges ein, Laß mich denken fröhlich überwinde. deiner Pein, Daß ich deine Angst und Schmerzen Wohl erwäg in meinem Herzen. Eigene Melodie. 103. Seu Zesu, meines Lebens 2. Will sich gern in Wollust Leben, Jesu, meines weiden Mein verderbtes Fleisch und Todes Tod, Der du dich für mich Blut, Laß mich denken, daß dein gegeben In die tieffte Seelennoth, Leiden Löschen muß der Hölle Glut. In das äußerste Verderben, Nur Dringt der Satan ein zu mir, daß ich nicht möchte sterben! Hilf, daß ich ihm halte für Deine Tausend, tausend mal sei dir, Wundenmaal' und Zeichen, Daß Liebster Jesu, Dank dafür. er von mir müsse weichen. 2. Du, ach, du hast ausge 3. Wenn die Welt mich will standen Lästerreden, Spott und verführen Auf die breite Sünden- Hohn, Speichel, Schläge, Strick bahn, Wollest du mich so regie- und Banden, Du gerechter Gottesren, Daß alsdann ich schaue an sohn! Nur mich Armen zu erretten Deiner Marter Centnerlast, Die Von des Teufels Sündenketten. du ausgestanden hast, Daß ich Tausend, tausend mal sei dir, mög in Andacht bleiben, Alle böse Liebster Jesu, Dank dafür. Lust vertreiben. 3. Wunden ließest du dir schla4. Gib für Alles, was mich gen, Schwere Wunden trugest du, kränket, Mir aus deinen Wunden Um zu heilen meine Plagen, Und Kraft; Wenn mein Herz hinein zu bringen mich zur Ruh. Ach, sich senket, Gib ihm neuen Lebens- du hast zu meinem Segen Lassen faft, Daß mich stärk in allem Leid dich mit Fluch belegen. Tausend, Deines Trostes Süßigkeit, Weil tausend mal sei dir, Liebster Jesu, du mir dein Heil erworben, Da Dank dafür. du bist für mich gestorben. 5. Laß auf deinen Tod mich trauen, mein Gott, mit Zuversicht. Laß mich standhaft darauf bauen, Daß den Tod ich schmecke 4. Bitter hat man dich verhöhnet, Dich mit großem Schimpf belegt ,. Und mit Dornen dich gekrönet, Was hat dich dazu bez wegt? Daß du möchtest mich ernicht. Deine Todesangst laß mich gögen, Mir die Ehrenkron' auffegen. Passionslieder. 67 segen. Tausend, tausend mal sei 3. O Lamm Gottes, Der du dir, Liebster Jesu, Dank dafür, trugest der Welt Sünden, Ver5. Du hast wollen sein ge- leih' uns deinen Frieden. schlagen, zu befreien mich von Pein; Ließest fälschlich dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein. Daß ich möchte trostreich prangen, Hast du ohne Trost gehangen. Das Licht der Wahrheit siegt! Tausend, tausend mal sei dir, Nun endlich wird Des Irrthums Liebster Jesu, Dank dafür. Nacht erhellt, Die auf der MenschMel. Gott ist getreu. 105. Es ist vollbracht! Das Opfer für die Welt, 6. Du bist tief in Noth ge- heit liegt. Der Welterlöser hat funken, Haft gelitten mit Geduld, vollendet, Wozu der Vater ihn Hast den Todeskelch getrunken, gesendet. Es ist vollbracht! Um zu büßen meine Schuld. Daß 2. Es ist vollbracht! Durch ich würde losgezählet, Hast du Leiden ohne Zahl That er für wollen sein gequälet. Tausend, uns genug. Er ruhet nun Von tausend mal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. aller bittern Qual, Die er aus Liebe trug. Sein Geist, entnommen dem Getümmel, Steigt triumphirend auf zum Himmel. Es ist vollbracht! 7. Deine Demuth hat gebüßet Meinen Stolz und Uebermuth, Dein Tod meinen Tod versüßet; Es kommt Alles mir zu gut, Dein Verspotten, dein Verspeien Muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausend mal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 3. Es ist vollbracht! Des Va= ters Rath erfüllt zu seinem Preis und Ruhm! Der Vorhang riß, Auf ewig ward enthüllt Der Liebe Heiligthum. Der seinen Mördern hat 8. Nun, ich danke dir von vergeben, Bringt Allen Heil und Herzen, Herr, für alle deine neues Leben. Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Wer sah Noth, Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den herben, nicht Gottes Spur, Als er am bittern Tod; Für dein Zittern, Kreuz entschlief? Die Sonn' er= für dein Zagen, Für die tausend- tosch, Verhüllt war die Natur, Die fachen Plagen, Für dein' Angst Erd' erbebte tief. Zerriffen wurden und tiefe Pein Will ich ewig Felsenwände, Bei des erhab'nen dankbar sein. Mittlers Ende. Es ist vollbracht! Eigene Melodie. 104. Lamm Gottes, Der du trugest der Welt Kreuz, Sünden, Erbarm' dich unser Aller. 2. O Lamm Gottes, Der du trugest der Welt Sünden, Erbarm' dich unser Aller. 5. Es ist vollbracht! Wie blieb ein menschlich Herz Wohl kalt und ohne Dank An desſen Der unterm tiefsten Schmerz Für uns zum Tode sank? Wer sollte nicht mit heißen Zähren Ihm heute Lieb' und Treue schwören? Es ist vollbracht! E* 6. Es 68 Passionslieder. 6. Es ist vollbracht! Herr, ewig 9. Ich preise dich, Erforsche feierlich Sei mir dein Todestag; mich, Und siehe, wie ichs meine. Dich preis' ich jest, Und einst noch Ja, du siehst es, wenn ich still preise dich Mein letter Herzens- Meinen Dank dir weine. schlag! Hinauf zu dir blick' ich 10. Herr, ich bin dein, Du am Ziele, Und ruf' in freud'gem wollest mein In Ewigkeit gedenDankgefühle: Es ist vollbracht! ken. Ganz will ich aus Herzensgrund Mich in dich versenken. Mel. Traurigkeit. 11. Vergesf' ich dein, So werde 106. Am Kreuz erblasst, mein In Ewigkeit vergessen! Herr, Der Marterlast ich will, so lang ich bin, Deine Nach schwerem Kampf entnom- Lieb ermessen. men, Ist im Grabe Jesus nun Erst zur Ruh' gekommen. Eigene Melodie, 2. Ein heil'ger Schmerz Durch- 107. Traurigkeit! Her dringt mein Herz, O Herr, was kann zeleid! Ist das nicht ich sagen? Nur an meine Brust kann zu beklagen? Gott des Vaters ich Boller Wehmuth schlagen. einig Kind Wird ins Grab ge= tragen. 3. Du schirmest mich, Und über dich Geh'n aller Trübsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, Göttlicher Erretter! 2. O große Noth! Der Herr ist todt, Am Kreuz ist er gestors ben, hat dadurch das Himmelreich Uns aus Lieb erworben. 4. Du hasts gethan, Dich bet' ich an, Du König der Erlösten! 3. O Menschenkind, Nur deine Dein will ich im Tode mich Glau- Sünd Hat dieses angerichtet, Da bensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! Riefst du mit Macht. Du zeigst, daß du dein Leben, Mein Versöhner, göttlich frei Für uns hingegeben. 4. Dein Bräutigam, Das Gotteslamm, Liegt hier mit Blut beflossen, Welches er ganz mildig6. Hochheil'ge That! Des lich Hat für dich vergossen. Höchsten Rath Faff ich hier 5. Bon Herzensgrund Preif' ihn nicht im Staube. Dort schau' dein Mund, Für dich ward er ich in hellem Licht, Was ich kind- zerschlagen. Alles, was er trug, lich glaube. hat er Auch für dich getragen. 7. Als er gebot, Gab einst der 6. O selig ist, Zu jeder Frist, Tod Zurück, was er bezwungen. Wer dieses recht bedenket, Wie der Leicht hat sich der Lebensfürst Herr der Herrlichkeit Wird ins Selbst dem Grab entschwungen. Grab gesenket! 8. Des Todes That Will ich ein- 7. Jesu du, Mein Hülf mal Durchwandeln ohne Grauen, und Ruh, Ich bitte dich mit Denn es wird durch deinen Tod Thränen, Hilf, daß ich mich bis Mir ein Weg zum Schauen. ins Grab Nach dir möge sehnen. Mel. du durch die Missethat Warest ganz vernichtet. Ofterlieder. Mel. Gott ist getreu. Mel. O Traurigkeit. 108. Ich bin erlöft! Es floß 109.Nun schlummerſt du In Mittlers Blut, Ruh, Der du für 69 Er starb den Kreuzestod. Mit Gott uns gestorben, Uns am Kreuz in versöhnt Empfind ich Glaubens- bitt'rer Noth Ewges Heil erworben. muth, Ich fürchte keine Noth. Die Weisheit hat mein Heil gefunden, Die Lieb hat glorreich überwunden. Ich bin erlöst! 2. Du bist erblafft, O Herr, und hast Doch in dir selbst das Leben; Wie die Sterblichen hält dich nun ein Grab umgeben. 2. Ich bin erlöft! Der Held zerriß das Band Der Feinde meiner Ruh. Zur Hölle hat Die Schlüssel seine Hand, Er schloß die Pforte zu. Nun können Feinde frommer Seelen Mich nicht mit Furcht und Schrecken quälen. Ich bin erlöst! 3. Doch, Heil fei mir! Du, Herr, wirst hier Nicht die Verwesung sehen, Bald vielmehr durch eigne Kraft Aus dem Grabe geben. 4, Ich weiß, du wirst, Mein Lebensfürst, Auch mich zum Leben wecken. Sollte denn mein gläubig Herz Vor der Gruft erschrecken? 3. Ich bin erlöst! Was ist 5. Hier werd ich einst, Bis du noch, das mich schreckt? Licht erscheinst, In fanftem Frieden liewird die Todesnacht, Aus der gen, Denn durch deinen Tod mich bald Der Herr des Lebens kann ich Tod und Grab besiegen. weckt Zu neuer Schöpfungspracht. 6. Thr, die die Welt Gefeffelt Ich ruh, werd ich ins Grab ge- hält, Ihr zagt vor der Verwesung; tragen, Nur von den schwülen Ich, ich hoff' in Christo einst Prüfungstagen. Ich bin erlöst! Meines Leib's Erlösung. 4. Ich bin erlöst! In Frieden 7. Nein, nichts vergeht, Was fahr ich hin, Ist meine Stunde hier gesät, Der Leib wird aufda. Der Tod wird mir Zum erstehen, Und, von Himmelsglanz feligsten, Gewinn, Mein Retter verklärt, Aus dem Grabe gehen. ist mir nah, Den Geist beim 8. So sink ins Grab, Mein Abschied von dem Leben Jns Land Leib, hinab, Mein Herz soll nicht der Engel zu erheben. Ich bin erschrecken. Du, o Heiland, wirst erlöst! mich einst Herrlich auferwecken. 6. Oft erlieder. Eigene Melodie. lich sein, Denn Christus unser 110. Christus ist erstanden Troft will sein. Halleluja! Von den Martern 2. Wär er nicht erstanden, Wär allen, Deß soll'n wir Alle fröh- die Welt vergangen. Seit er vom Tod 70 Ofterlieder. Tod erstanden ist, So loben wir| Wenn mein Gesicht vergeht; Ich den Herren, Christ. Halleluja! werde den wohl schauen, Der 3. Halleluja! Halleluja! Hal- mir zur Seite steht. leluja! Deß soll'n wir Alle fröhlich sein, Denn Christus unser Trost will sein. Halleluja! 4. Dein Grab schließt Stein und Siegel, Und du bist dennoch frei; Auch meines Grabes Riegel Bricht deine Macht entzwei. Du wirst den Stein schon rücken, Eigene Melodie. 111. Gefus Christus, unfer Heiland, Der den Tod überwand, Ist auferstanden, Die Sünd hat er gefangen. Halleluja. Der mich im Tode deckt, Dann werd ich dich erblicken, Der mich vom Tode weckt. 5. Du fährst zu Himmels: F höhen, und reichst mir deine Hand, 2. Der ohne Sünde war gebor'n, Daß ich dir nach kann gehen Ins Trug für uns Gottes Zorn, Hat rechte Vaterland. Da ist es sicher uns versöhnet, Daß Gott sein' wohnen Im Glanz der HerrlichHuld uns gönnet. Halleluja. keit, Da warten mein die Kronen, Die deine Hand mir beut. 3. Tod, Sünd', Teufel, Leb'n, Heil und Gnad In seiner Hand er hat. Er kann erretten Alle, die zu ihm treten. Halleluja. 6. O meines Lebens Leben, O meines Todes Tod! Dir will ich mich ergeben Auch in der letzten Noth. Dann schlaf ich ohne Kummer In deinem Frieden ein, Und, wach' ich auf vom Schlummer, Wirst du mein Loblied sein. Mel. Valet will ich dir geben. Ich geh zu deinem 112. Grabe, Du Sieges fürst und Held; Die Hoffnung, die ich habe, Ist nur auf dich Mel. Wachet auf, ruft uns die. geſtellt. Du lehrſt mich fröhlich 113. Ehre, Lob und Preis und Stärke sterben Und fröhlich auferstehn, Und mit den Himmelserben Jns Land des Lebens gehn. dem Vollender seiner Werke, Dem Todesüberwinder Dank! Singet 2. Du hast geweiht die Erde, ihm mit frohem Schalle, Ihr, In die man dich gelegt, Daß mir feine Himmel, fingt ihm alle, Der nicht bange werde, Wenn meine ganze Weltkreis sei Gefang! Ihm, Stunde schlägt. Was an mir ist der vom Tod erstand, Der herrvon Staube, Geb ich dem Staube lich überwand, Preis und Ehre! gern, Weil ich nun freudig glaube: Dank ihm erfreut, O Christenheit! Die Erde ist des Herrn! Sein Leben ist dir Seligkeit. 3. Du schlummerst in dem 2. Aus dem Staub empor, Grabe, Daß ich auch meine o Erde! Du dunkles Land der Ruh Im Schooß der Erde habe, Gräber, werde Ein Land des Schließt sich das Aug' einst zu. Lebens und des Lichts! Er, der Nun soll mir gar nicht grauen, siegreich auferstanden, Befreit dich von Ofterlieder. 71 von des Todes Banden Und von Da hast du den Sieg errungen, den Schrecken des Gerichts. Heil Dankend ward ein Lied gesungen dir! das Grab ist leer, Der Hölle Von den Himmelsfchaaren dir, drohend Heer Jft bezwungen. Des Todesüberwinder, dir. Todes Nacht, Der Hölle Macht Ist hin, uns strahlt des Himmels Pracht. 3. Bei den Todten ihn zu finden, Ging sie hin, wo Christus schlief. Ach, was mußte sie em3. Tag des Lebens, Tag der pfinden, Als er sanft: Maria! rief. Wonne, Wie wird uns sein, wenn Sel'ge, nie erlebte Stunden, Als Gottes Sonne Einst auch durch den Meister sie gefunden! Auch unfre Gräber bricht! O wie wird, ich seh dich, wie du bist, Wenn das Herz erglühen, Wenn hin die mein Staub verkläret ist. Erdennächte fliehen, Wenn uns 4. Hier, so lang ich wall' im umfließt des Himmels Licht! Preis Staube, Schau ich dunkel nur und dir, o Jefu, dir, Anbetung dort fern Dich, an welchem hängt mein und hier Dir, dem Sieger! Wo Glaube, Dich, die Herrlichkeit des ist noch Noth? Wo ist noch Tod? Herrn. Meine Seele darf nicht Uns strahlt ein ewges Morgenroth. beben, Du hast dich für mich ge4. Unser Herz darf nun nicht geben, und es strömet Trost und wanken, Die bangen, zweifelnden Ruh Mir dein Tod und Leben zu. 5. Gerne will ich hier noch wal= Gedanken Besiegt des Glaubens Zuversicht. Wie ein Fels des Herrn len, Herr, so lange du es willst. im Meere, Steht unerschüttert Knieen will ich, niederfallen, Jeſu Lehre, Umglänzt von ewig hellem Licht. Die Herrlichkeit der Welt, Des Himmels Bau zerfällt, Alles schwindet; Doch fort und fort Steht Jefu Wort, Uns Heil und Leben hier und dort. Flehn, bis du dich mir enthüllst. Stärke nur mein Herz, vor Mlen Dein hochheilig Lob zu lallen. Stets war selig, wen dein Lob, Herrlicher, zu dir erhob. 6. Als hinauf die Engel wallten, Und vom mächtigen Gefang Lauter ihre Harfen schallten, Als 114. önet, Harfen! jauchzt, ihr Lob zum Throne drang, Als Mel. Alle Menschen müssen sterben. ihr Pfalmen! Jesus es durch die Himmel tönet: ChriChristus hat gesiegt. Streut dem ftus hat die Welt versöhnet! Da, Ueberwinder Palmen, Die ihr bang da war der Sieg vollbracht, Leund weinend schwiegt. Freut euch, ben aus dem Tod erwacht. er hat überwunden, Euer Heil ift nun erfunden. Zu der selgen Geister Mel. Erschienen ist der herrlich'. Chor, Steig, o Siegeslied, empor. 115. Erinnre dich, mein Geiſt, 2. Da in Morgendämmerungen erfreut Des hohen Noch gehüllt, die Erde schwieg, Tags der Herrlichkeit. Halt im Da von Andacht tief durchdrun Gedächtnis Jefum Chrift, Der von gen, Gottes Engel niederstieg: dem Tod erstanden ist. Halleluja. 2. Fühl 72 Ofterlieder. 2. Fühl alle Dankbarkeit für| Cherubim, Mit allen Frommen ihn, Als ob er heute dir erschien, aller Zeit Soll ich mich freun in Als spräch' er: Friede sei mit dir! Ewigkeit. Halleluja. So freue dich, mein Geist, in mir. Halleluja. 3. Schau über dich und bet ihn an, Er misst den Sternen ihre Bahn, Er lebt und herrscht mit Gott vereint, Und ist dein König und dein Freund. Halleluja. 11. 3u welchem Glück, zu welchem Ruhm Erhebet uns das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, Sind wir auch auferstanden schon. Halleluja. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, Was ich, mein 4. Macht, Ruhm und Hoheit Heil, dir schuldig bin, Damit ich immerdar Dem, der da ist und mich, in Liebe treu, Zu deinem der da war! Sein Name sei ge- Bilde stets erneu. Halleluja. benedeit Von nun an bis in 13. Du bist's, der Alles in uns schafft, Dein ist das Reich, dein Ewigkeit. Halleluja. 5. Glaube, der das Herz er- ist die Kraft. Ich hoff auf dich, höht! Was ist der Erde Maje- Herr Jesu Christ, Der du vom stät, Wenn sie mein Geist mit Tod erstanden bist. Halleluja. der vergleicht, Die ich durch Gottes Sohn erreicht? Halleluja. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 6. Vor seinem Thron, in fei- 116. Seſus lebt, mit ihm nem Reich, Unsterblich, heilig, Tod, wo Engeln gleich, Und ewig, ewig find nun deine Schrecken? Er, felig fein, Herr, welche Herrlicher lebt, und wird auch mich Von keit ist mein! Halleluja. den Todten auferwecken. Er ver7. Mein Herz erfreut sich deß klärt mich in sein Licht, Dies ist schon hier, Lieb und Verwund' meine Zuversicht. rung kämpft in mir. Voll Ehr- 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich furcht, die im Herzen spricht, Fall Ueber alle Welt gegeben, Mit ihm ich, Gott, auf mein Angesicht. werd auch ich zugleich Ewig herrHalleluja. schen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, Dies ist meine 8. Du, der du in den Himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo Zuversicht. du wohnst! Und du erfüllst einst 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, mein Vertraun, Dich in der Herr- Schmähet ihn und Gottes Ehre, lichkeit zu schaun. Halleluja. Gnade hat er zugesagt, Daß der 9. Ich soll, wann du, o Lebens- Sünder sich bekehre. Gott verfürst, In Wolken herrlich kommen stößt in Christo nicht, Dies ist wirst, Erweckt aus meinem Grabe meine Zuversicht. gehn, Und rein zu deiner Rechten stehn. Halleluja. 4. Jefus lebt, sein Heil ist mein, Sein sei auch mein ganzes 10. Mit Engeln und mit Se- Leben! Reines Herzens will ich raphim, Mit Thronen und mit sein, Und den Lüsten widerstreben. Ofterlieder. 73 Er verläßt den Schwachen nicht, Dies ist meine Zuversicht. 5. Wohlan denn, Fürst des Lebens, Ich bring dir, was ich hab; 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, Ich matte mich vergebens Bei Nichts soll mich von Jesu schei- meinen Wunden ab. Ich kann sie den, Keine Macht der Finsterniß, nicht verbinden; Soll ich Genesung Keine Herrlichkeit, kein Leiden. finden, Du mußt sie rühren an. Er gibt Kraft zu jeder Pflicht, Dies ist meine Zuversicht. 6. Gib meinem Glauben Klarheit, Zu sehn, Herr Jesu Christ, 6. Jefus lebt, nun ist der Tod Daß du Weg, Leben, Wahrheit, Mir der Eingang in das Leben. Daß du mir Alles bist. Die finstern Welchen Trost in Todesnoth Wird er meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Wolken theile Der bangen Zweifel, heile Des Glaubens dürre Hand. 7. Laß mich nicht länger wanfen Gleich einem Rohr im Wind, Besänft'ge die Gedanken, Die voller Mel. Herr Christ, der ein'ge. Unruh sind. Du bist der Stuhl 117. Mein Fels hat über- der Gnaden, Wer mühsam und wunden Der Hölle beladen, Den rufst du ja zu dir. 8. Ich will nicht mehr vergeb ganzes Heer, Der Satan liegt gebunden, Die Sünde kann nichts lich Bei mir mich halten auf. mehr; Nicht durchs Geseß ver- Ich finde nichts erheblich, Zu dammen, Denn alle 3ornesflam- hemmen meinen Lauf Zu deinen men Hat Jesus ausgelöscht. offnen Armen, Die mir dein frei 2. Auf denn, mein Herz, und Erbarmen So huldreich aufgethan. 9. Hast du den Tod bezwungen, bringe Des Dankes Opfer dar! Vertreib die Furcht und singe Bezwing ihn auch in mir; Wo Mit der Erlösten Schaar. Wirf du bist durchgedrungen, Da laß des Gewissens Nagen, Dein Sor- mich folgen dir. Erfülle mein gen und dein Zagen, In Christi Verlangen, Und laß den Kopf der leeres Grab. Schlangen In mir zertreten sein. 3. Ist Jefus auferstanden, Mit Herrlichkeit geschmückt, So bist du ja den Banden Des Todes mit entrückt. Kein Fluch drückt das Gewissen, Der Schuldbrief ist zerriffen, Denn alles ist bezahlt. 10. Den Gößen Eigenliebe, Das Gift in meiner Brust, Zerstör durch deine Liebe, Daß alle Fleischeslust, Die dich ans Kreuz geheftet, Ganz möge fein entkräftet Durch deines Kreuzes Kraft. 11. Lebst du, laß mich, auch 4. Ach, willst du noch nicht glauben, Du ungewisser Geist? leben, Als Glied an deinem Leib, Kein Teufel kann dir rauben, Daß ich gleich einem Reben An Was Jefus dir verheißt, Der dir, dem Weinstock, bleib. Gib Licht, Kraft, Fried und Leben Geisteskraft zur Nahrung, Gib Geneigt ist dir zu geben, Als Stärke zur Bewahrung Der seines Sieges Frucht. Pflanzung deiner Hand. 12. Leb 74 Ofterlieder. 12. Leb in mir als- Prophete, des Hauch, Denn Jesus ist erUnd leit mich in dein Licht; Als standen. Jesus führt durch's GraPriester mich vertrete, Mein Thun besthor, Schenkt wieder, was das und Laffen richt'; Um deinen gan= Herz verlor, Sein Grab ist vor zen Willen Als König zu erfüllen, uns offen. Halleluja. Leb, Christe, leb in mir. 6. Sieger, reich uns deine Hand, Du eing'ger Troft auf Erden. Dein Sieg soll unsers Sieges Pfand Bei jedem Kampfe werden. Herr, dem Tod und Hölle Der Herr ist auferstanden! Ihn weicht, Bleib bei uns, bis der preiset laut mit Lobgefang Sein Tag sich neigt, Dann gehn wir Volk in allen Landen. Wo ihn ein ins Leben. Halleluja. Mel. Christ lag in Todesbanden. 118. D em Herrn sei Ehre, Preis und Dank, eine Zunge nennt, Wo ihm ein Herz in Lieb entbrennt, Ertöne seinem Namen: Halleluja. 2. Der Heiland lebt, des Graz bes Nacht Zerfloß in Morgenröthe. Der an dem Kreuz sein Werk vollbracht, Jft der von Gott Erhöhte. Friede, spricht er, fei mit euch! Wie machet feine Huld so reich! Er lebt, uns zu beleben. Halleluja. Mel. Es ist das Heil uns. 119. Mach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, Die Sonn ist aufgegangen. Er muntre deinen Geist und Sinn, Den Heiland zu empfangen, Der heute durch des Todes Thor Gebrochen aus dem Grab hervor, Der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der 3. Ins Leben kehrt er sieg- Sünden auf, Und such ein neues reich ein, Erhebt euch aus dem Leben, Vollführe deinen GlauStaube, Kommt, ewig seiner euch benslauf, Und laß dein Herz sich zu freun! Es siegt der Christen heben Gen Himmel, da dein Je= Glaube. Unser Herr, der aufer- fus ist, und such, was droben, stand, Hat Leben nun in seiner als ein Christ, Der geistlich aufHand. Wer kann das Heil uns erstanden. rauben? Halleluja. 3. Vergiß nur, was dahinten 4. Sei hier die Liebe gleich ist, Und tracht nach dem, was verkannt, Und mag sie einsam droben, Damit dein Herz zu jeder weinen, Durch ihn, der siegreich Frist Zu Jesu sei erhoben. Tritt auferstand, Wird einst ihr Lohn unter dich die böse Welt, Und erscheinen. Liebe wird durch Kreuz strebe nach des Himmels Zelt, bewährt, Mit Muth durch seinen Sieg verklärt, Die Welt soll uns nicht trüben. Halleluja. Wo Jesus ist zu finden.Als 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein: Dein Jesus wird ihn he 5. Verlaffen uns die Theuren ben; Es kann ein Christ bei Kreuauch, Die wir auf Erden fan- zespein In Freud und Wonne le= den: Uns schrecket nicht des To- ben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn, Ofterlieder. 75 Herrn, Und sorge nicht, er ist nicht allen Ueberwindern, Die überfern, Denn er ist auferstanden. wanden durch dein Blut; Herr 5. Mit Magdalena sollst du Jesu, gib uns Kraft und Muth, gehn, Mit Salome zum Grabe, Daß wir auch überwinden. Sollst hier den Dank der Liebe fehn, Und ihre fromme Gabe: So Mel. Wachet auf, ruft uns die. wirst du ſehn, daß Jeſus Chrift 120. Halleluja! jauchzt, ihr Tod Singt Und nicht im Grab zu finden. Christo Lob und Ehre! Sein 6. Es hat der Löw' aus Juda's herrlich großer Tag ist da. Er Stamm Heut siegreich überwun- zerriß des Todes Banden, Der den, und das erwürgte Gottes- Held ist aus dem Grab erstanden, lamm Hat uns zum Heil gefun- Der nimmer die Verwesung sah. den Das Leben, die Gerechtigkeit, Sein ist Gewalt und Macht, Er Weil er nach treu durchkämpftem hat sein Werk vollbracht. HalleStreit Den Feind zur Schau ge- luja! Des Menschen Sohn Trägt nun davon Des herben Kampfes tragen. reichen Lohn. 7. Drum auf, mein Herz, fang 2. Glorreich hat der Held gean den Streit, Weil Jesus überwunden! Auch du wirst über- rungen, Der Hölle finftre Macht winden weit, Weil er den Feind bezwungen, Und uns von Straf gebunden. Nun rüste dich, daß du aufstehst, und in ein neues Leben gehst, Und Gott im Glauben dienest. und Schuld befreit. Wir, die tiefgefall'nen Sünder, Sind nun durch Christum Gottes Kinder Und Erben seiner Seligkeit. Wir find durch ihn verföhnt, Den Gott mit Preis gekrönt. Halleluja! Wir sind nun sein, Und ihm allein Soll 8. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod, Selbst nicht der Hölle Wüthen, Dein Jefus lebt, er wird in Noth Und Aengsten dich unser ganzes Herz sich weihn. behüten. Er hilft den Schwachen 3. Nun kann uns der Tod in der Welt, Als ein gekrönter nicht schrecken, Einst wird der Siegesheld, Drum wirst du überwinden. Herr uns auferwecken, Durch seiner Stimme Wundermacht. Er 9. Ach, mein Herr Jesu, der wird unvergänglich Leben Und du bist Vom Tode auferstanden, Herrlichkeit den Seinen geben, Rett uns aus Satans Macht und Die ihren Lauf in ihm vollbracht. List, Und aus des Todes Ban- Wir werden auferstehn, Zu seiner den, Daß wir im seligen Verein Freud eingehn. Halleluja! O SieZum neuen Leben gehen ein, Das gesheld, In jene Welt Zeuch uns du uns hast erworben. ddir nach, wann dir's gefällt. 10. Sei hochgelobt in dieser 4. Tag des Lebens, Tag der Zeit Von allen Gotteskindern, Wonne! Wie wird uns sein, wenn Und ewig in der Herrlichkeit Von Gottes Sonne Durch unsers Grabes 76 Ofterlieder. bes Dunkel bricht! O was wer- Ruh In deinem Frieden finden. den wir empfinden, Wenn Nacht Pflanze deinen Sinn in mir, Daund Finsterniß verschinden, Und mit ich Gott ergeben hier Als uns umstrahlt des Himmels Licht! dein Erlöster wandle. Halleluja. Vollender, führe du Uns dieſem 6. Dein ist das Reich, dein Tage zu, Uns, die Deinen; Die ist die Macht, Die Todten zu Todesbahn Gingst du voran, Wir erwecken. Du rufft einst, und der folgen dir in deine Ruh. Gräber Nacht Wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, So werd auch ich, Herr Mel. Christ lag in Todesbanden. 121.Bringt Preis und Ruhm Jefu Chrift, Durch dich einst auferstehen. Halleluja. dem Heiland dar, Frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, Ist dem Gericht entnommen. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, Daß du für uns gestorben bist, Und siegreich auferstanden. Halleluja. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, Im Glauben an dich wandeln, Und jederzeit nach deinem Sinn Rechtschaffen sein und handeln, Daß ich, wenn ich aufersteh, Und dich, des Todes Sieger, seh, Vor dir dann nicht erschrecke. Halleluja. 2. Dein Leben in der Majestät Befestigt unfern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, 8. Da, wo du bist, da foll Uns nun den Trostgrund rauben: auch einst Dein Jünger mit dir Daß du für uns genug gethan, leben, Du wirst ihn, wann du Uns Sündern eine neue Bahn Zum nun erscheinst, zu deiner Freud ew'gen Heil eröffnet? Halleluja. erheben. Laß dies auch mein Erb3. Gott felbst, der dich dem Grab entrückt, Hat dem, was du gelehret, Der Wahrheit Siegel aufgedrückt, und dich als Sohn geehret. Deines Opfers hohen Mel. Sollt' ich meinem Gott. Werth Hat er aufs Herrlichste 122. Auferstanden, auferbewährt, Da er dich auferwecket. Halleluja. standen Ist der Herr, der uns versöhnt. Seht, 4. Erstand'ner, ich frohlocke wie hat nach Schmach und Bandir, Daß du nun ewig lebest, Du den Gott mit Ehren ihn gekrönt! lebst und siegst, daß du auch mir Dort, zu seines Vaters Rechten, Das ew'ge Leben gebest, Daß du Ueber Schmerz und Tod erhöht, mein Erretter feist, und neue Herrscht er nun in Majestät. Kräfte mir verleibst, Mit Freu- Freut euch seiner, ihr Gerechten, den Gott zu dienen. Halleluja. Und ihr, seine Feinde, bebt! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf Halleluja, Jesus lebt! mir dazu, Befreie mich von Sün- 2. Singt dem Herrn, er ist er den. Laß mich für meine Seele standen, Der da stard auf Golgatha, Rühmt theil sein, So werd ich ewig deß mich freun, Daß du vom Tod erstanden. Halleluja. 77 Ofterlieder. Rühmt es laut in allen Lan- trieben ist der Sünden Nacht, den: Was sein Mund verhieß, ge- Licht, Heil und Leben wiederschah. Wer kann ihm noch wider- bracht. Halleluja. streben? Mächtig steigt der Held 2. Wenn ich des Nachts oft empor, Im Triumph bricht er lieg in Noth, Verschlossen, gleich hervor. Seht, des Abgrunds Pfor- als wär ich todt, Lässt du die ten beben, Da ihr Sieger sich er- Gnadensonn aufgehn, Nach Trauhebt. Halleluja, Jesus lebt! rigkeit mich Freude sehn. Halleluja. 3. Uns vom Tode zu befreien, Sank er in des Grabes Nacht; Uns zum Leben einzuweihen, Steht 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang Mein Heiland bleibt in Todeszwang, Durch's Grab am er auf durch Gottes Macht. Tod, dritten Tag er dringt, Mit Ruhm du bist im Sieg verschlungen, Deine Schrecken sind gedämpft, Deine Herrschaft ist bekämpft, Und das Leben uns errungen. Ob man unsern Leib begräbt: Halleluja, Jesus lebt! die Siegesfahne schwingt.Halleluja. 4. Jeht ist der Tag, da mich die Welt Mit Schmach am Kreuz gefangen hält; Drauf folgt der Sabbath in dem Grab, Wo Ruhe ich und Frieden hab. Halleluja. 4. Aus dem Grab uns zu erheben, Ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre le ben, Dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden Im Gedächtniß Jesum Chrift, 6. Am Kreuz läßt Christus Der vom Tod erstanden ist. Dro- öffentlich Vor allem Volke tödten ben harren sel'ge Freuden, Wenn sich: Daß er durch Todes Kerker der Geist zum Himmel schwebt. bricht, Läßt er die Menschen sehen Halleluja, Jesus lebt! nicht. Halleluja. 5. Jn Kurzem wach ich fröhlich auf, Mein Ostertag ist schon im Lauf, Ich wach auf durch des Herr Gebot, Drum geh ich freudig in den Tod. Halleluja. 5. Freut euch sein, ihr Gottes7. Sein Reich ist nicht von diefinder, Er sei euer Lobgefang! ser Welt, Kein groß Gepräng ihm Bringt dem Todesüberwinder hier gefällt. Was arm und nieEwig Ehre, Preis und Dank! drig geht herein, Soll ihm das Rühmt's in der Versuchung Stun- Allerliebste sein. Halleluja. den, Wenn euch Sünd und Elend 8. Wie wundergroß ist er, der droht, Rühmt's in eurer Todes Held! Wo ist ein Feind, den er noth: Unser Herr hat überwun- nicht fällt? Kein Angststein liegt sa den! Jauchzet, wenn der Sün- schwer auf mir, Er wälzt ihn von der bebt: Halleluja, Jesus lebt! des Herzens Thür. Halleluja. 9. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebe. Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, G'nug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja. 10. Er Mel. Erschienen ist der herrlich'. 123. Früh Morgens, da die Sonn aufgeht, Mein Heiland Christus aufersteht. Ver 78 Ofterlieder. 10. Er nährt, er schüßt, er trö- hüten, Dann wird er gebieten stet mich, Sterb ich, so nimmt Seiner Engel Wacht; Das Geleit er mich zu sich, Wo er jegt lebt, zur Ewigkeit, Und zum rechten da komm ich hin, Weil seines Freudenleben Wird mein Herr Leibes Glied ich bin. Halleluja. mir geben. 11. Durch seiner Auferstehung Kraft Komm ich zur EngelbrüMel. Nun freut euch, lieben. derschaft, Durch ihn bin ich mit 125. Tod, wo ist dein Gott versöhnt, Durch ihn mit Stachel nun? Wo Gottes Huld gekrönt. Halleluja. ist dein Sieg, o Hölle? Was 12. Für solchen Trost, du kann uns jeßt der Teufel thun, großer Held, Herr Jesu, dankt Wie grausam er sich stelle? Gott dir alle Welt. Dort wollen wir sei gedankt, der uns den Sieg auf beff're Weis' Erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja. So herrlich hat nach diesem Krieg Durch Jesum Christ gegeben. Mel. Jesu, meine Freude. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, Da Christus mit ihr 124. Freut euch, Gottes kämpfte, Und, als ergrimmt ſie auf Kinder, Unser Ueber- ihn drang, Er bald winder, Jesus hat gesiegt! Sa- dämpfte! Ob sie ihn in die Fersen tan ist gefangen, und der Kopf sticht, So sieget sie darum doch der Schlangen Nun im Staube nicht, Der Kopf ist ihr zertreten. liegt. Jesus Christ hat ihre List 3. Lebendig geht der Herr Durch sein göttlich Wort gedäm- hervor Und nimmt den Feind pfet, Und für mich gekämpfet. gefangen, Zerbricht der Hölle 2. Was kann mich anfechten, Schloß und Thor, Trägt weg Weil mir steht zur Rechten Ein den Raub mit Prangen. Nichts so großer Gott? Laß sich schreck- kann in seinem Siegeslauf Den lich rüsten, Wider mich sich starken Helden halten auf, Der brüsten Kummer, Noth und Tod! Feind liegt überwunden. Einst zerfällt die ganze Welt; Ehre, Reichthum, Lust der Sünden Müssen dann verschwinden. 4. Der Heiland ist der Hölle Pest, Des Todes Gift geworden. Ob Satan auch noch ungern läßt 3. Mag der Satan stürmen, Vom Wüthen und vom Morden, Mich wird wohl beschirmen Mein Und, da er sonst nichts schaffen Immanuel. Mag es finster werden kann, Nur Tag und Nacht uns Hier auf dieser Erden, Er macht's klaget an: So ist er doch verfonnenhell. Er wird mir wohl für worfen. und für, Troß der Welt und ihren Tücken, Großen Schuß zuschicken. 5. Des Herren Rechte, sie behält Den Sieg und ist erhöhet. Des 4. Und wenn meine Glieder Herren Rechte mächtig fällt, Was Sich nun senken nieder In die ihr entgegen stehet. Tod, Höll Todesnacht, Wird mich Gott be- und aller Feinde List Durch Christi Sieg Osterlieder. 79 Sieg gedämpfet ist, Ihr Zorn zwang, Den herrlich Gott erhöhte. ist kraftlos worden. Der hohe Sieger überwand, Nacht 6. Es war getödtet Jesus war um ihn, und sie verschwand Christ, Doch seht, er lebet wie- In helle Morgenröthe. Bebet, der! Weil nun das Haupt er- Gebet, Stolze Spötter, unserm standen ist, Stehn wir auch auf, Retter Preis und Ehre, Glaubt die Glieder. So jemand Christi an ihn und seine Lehre. Worten gläubt, Im Tod und Grabe der nicht bleibt, Er lebt, ob er gleich stirbet. 2. Heil uns! Triumph! das Grab ist leer. Fest stehet, wie ein Fels im Meer, Das Wort, 7. Wer täglich hier durch wahre das er gesprochen. Oselig, wer Reu Mit Christo auferstehet, Ist sich ihm vertraut! Er hat den dort vom andern Tode frei, Der Tempel aufgebaut, Den blinde ihn nicht mehr angehet. Genom- Wuth gebrochen. Keine Macht men ist ihm seine Macht, Das hält Diesen Sieger, Gottes KrieLeben an das Licht gebracht, Und ger ist erstanden, Macht der Hölle unvergänglich Wesen. Wuth zu Schanden. 8. Das ist die rechte Osterbeut, 3. Leer ist die Gruft, die ihn Der wir theilhaftig werden, Fried, umgab. Sei mir gegrüßt, mein Freude, Heil, Gerechtigkeit, Jm künftig Grab, Du Wohnung ernHimmel und auf Erden. Hier ster Stille! Nach wen'ger Tage sind wir still und warten fort, schnellem Lauf Nimmst das VerBis unser Leib wird ähnlich dort wesliche du auf, Des Geistes Des Herrn verklärtem Leibe. morsche Hülle. Herrlich Werd ich Auferstehen, einzugehen zu dem Rott Hingegen wird zu Schanden, Leben, Das mein Heiland mir Erlegt ist er mit Schimpf und wird geben. 9. Der alte Drach mit seiner Spott, Da Christus ist erstanden. Die Glieder siegen mit dem Haupt, Mel. Dir, dir, Jehovah, will. Dem Satan ist die Macht geraubt, 127. Wie jauchzt mein Er kann uns nicht mehr schaden. Geist 10. O Tod, wo ist dein Stachel im Staube, Wenn er an dich, nun? Wo ist dein Steg, o Hölle? Erstand'ner, innig denkt! Wie Was kann uns jegt der Teufel triumphirt mein Christenglaube, thun, Wie grausam er sich stelle? Wenn er sich in dein offnes Grab Gott sei gedankt, der uns den versenkt! Ich schaue nun getrost Sieg So herrlich hat in diesem ins eig'ne Grab, Aus deiner Gruft Krieg Durch Jesum Christ gegeben. erblüht der Hoffnung Stab. 2. Ich seh den Frühling jetzt Mel. Wie schön leucht't uns. erwachen, Ein frohes Bild der 126. Triumph! Triumph! Auferstehung mir. Ich darf des bringt Lob und Dank Todes Drohn verlachen, Dem, der des Todes Nacht bestand'ner, neues Leben strahlt von Erdir. 80 Ofterlieder. dir. In jenes ew'gen Lebens Herr- Vor den Thron der Gnade tritt. lichkeit Bin ich von aller Todes- Gib uns Allen deinen Frieden, qual befreit. Gib uns Kraft und frohen Muth: 3. Hier ist noch Dunkel, dort Dann ist uns ein herrlich Gut ist Helle, Hier wein' ich manche Und ein lieblich Loos beschieden. bittre Thräne noch, Dort aber nichts erschreckt dann fern und strömt die Freudenquelle, Denn nah, Und man singt: Halleluja! dort bin ich erlöst vom Sündenjoch. Brich, morsche Hütte, brich nur immer ein, Mein Geist wird dort verklärt und selig sein. 4. Laß, o Sonne der Gerechten, Deinen Strahl ins Herz uns gehn; Gib Erleuchtung deinen Knechten, Daß sie geistig aufer4. Dir dank ich dieser Hoff- stehn. Hält der Schlaf uns noch nung Freude, Erstand'ner, weit gefangen, O so förd're unsern du lebst, so leb auch ich. Wenn Lauf. Rufe kräftig: wachet auf! ich in dir die Seele weide, Ver- Denn die Schatten sind vergangen, klärter, dann verklärt sie sich und der helle Tag ist da. Gott durch dich. Die Hoffnung seliger sei Dank, Halleluja! Unsterblichkeit Wirkt hier schon himmlische Zufriedenheit. Mel. Sollt ich meinem Gott.. 128. 11 reberwinder, nimm die 5. Zeige, wenn der blöde Kummer Ueber Gruft und Bahre weint, Wie die Schwachheit nach dem Schlummer Dort in voller Kraft erscheint. Deines geist'gen Leibes Palmen, Die dir Glieder Bleiben nicht des Todes Zion heute bringt, Das mit frohen Raub; Selbst des Erdenleibes Osterpsalmen Deinen großen Sieg Staub Wird verklärt und grünet befingt. Du hast dich empor ge- wieder, Denn dein Aug' bewacht schwungen Aus der dunkeln Gra- ihn ja. Gott sei Dank, Halleluja! besnacht, Hast dein hohes Werk vollbracht, Und der Feinde Wuth bezwungen. An dem Tag, wo dies geschah, Singen wir Halleluja. 6. Tilge das verzagte Grauen, Wenn die legte Stunde schlägt, Laß den Geist die Krone schauen, Die uns schon ist beigelegt. Laß 2. Pflanze deine Sieg'spaniere in unsern höchsten Nöthen, Laß Auf das Grab zu deinem Ruhm. in unsrer Todespein Felsenfest Großer König, komm, regiere Nun den Glauben sein, Daß der Tod die Welt, dein Eigenthum. Du, uns nicht kann tödten, Denn du, den alle Himmel loben, Unterwirf Herr, bezwangst ihn ja. Gott der Erde Kreis, Und es diene dir sei Dank, Halleluja! zum Preis Auch der Höllenmächte 7. Neige deines Zepters Spige Toben. Uns sei stets als Helfer Uns voll Gnad und voller Huld nah, Dann ertönt's: Halleluja! Einst von deinem Richtersige, Und 3. Theile, großer Fürst, die sich nicht auf unsre Schuld. Gib Beute Deiner armen Heerde mit, uns dann das ew'ge Leben, Und Die in froher Sehnsucht heute das ganz erlöste Herz Wird dann fcei Ofterlieder. 81 frei von Sünd und Schmerz Ewig| 6. Wir werden auch nach dies deinen Ruhm erheben; Denn wir fer Zeit, Wie Christus, auferfingen einst auch da: Gott sei stehen, und mit ihm in die Herrme 1000 Dank, Halleluja! dig Mel. Nun freut euch, lieben. 129. Der Hölle Pforten sind zerstört, Der Tod ist lichkeit Zur Himmelsfreud eingehen. Denn wo das Haupt ges blieben ist, Da müssen auch nach kurzer Frist DieGlieder alle wohnen. nun verschlungen, Des Satans Mel. O daß ich tausend. nicht Reich ist ganz verheert, Lob sei 130. Mein Jeſus lebt! ich dir, Gott, gesungen! Der Sünden Macht ist abgethan, Durch Christum ist die Himmelsbahn Uns wieder aufgeschlossen. 2. Was durch des ersten Adams Schuld Im Paradies verdorben, Hier steht mein Haupt und triumphirt. Nun muß auch ich das Leben erben, Weil Höll und Tod die Macht verliert. Mich schreckt nun keine Zukunft mehr: Mein Das, und noch mehr hat Christi Jesus lebt, sein Grab ist leer. Huld Uns wiederum erworben. 2. Mein Jesus lebt! er hat Der starke Held aus Davids bezwungen, Was mir das Leben Stamm Hat sterbend an dem rauben kann; Er hat mir Heil Kreuzes stamm Die Welt mit Gott und Sieg errungen, Und Alles verföhnet. ist ihm unterthan. Der Hölle 3. Heut ist er aus dem Grab tiefster Abgrund bebt, Denn überall hervor Mit großer Macht gebro- schallt's: Jesus lebt! chen, Er hebt sein Siegspanier 3. Mein Jesus lebt! das Grab empor, Wie er es hat versprochen. ist offen, So geh ich freudig in Er bringt nach wohlgeführtem Streit Uns wieder Fried und Freudigkeit und alle Himmelsschäge. die Gruft. Nun kann ich auch im Tode hoffen, Daß mich sein Wort in's Leben ruft. Wie lieblich schallt die Stimme hier: Ich leb und ihr 4. Drum lasset uns in Fröhlichkeit Herz und Gemüth erheben, lebt auch mit mir! Weil uns ist diese Gnadenzeit 4. Mein Jesus bleibt also mein Vom Himmel neu gegeben. Wir Leben, Mein Herz wallt nur für haben Christi Reich und Macht, Er ist besiegt, der Tag und Nacht Vor Gott uns hart verklaget. ihn allein. Soll ich ihm nun mein Leben geben, So wird kein Tod mir schrecklich sein, Weil er mich in den Himmel hebt, So wahr 5, Der alle Welt verführt in Noth, Liegt in dem Staub der als Jesus ist und lebt. Erden. Der vormals starke Seelentod Hat müssen kraftlos werden. Mel. Wachet auf, ruft uns die. Des Lammes Blut hat ihn bekriegt, 131. Halleluja! Jeſus lebet! Und uns das Heil errungen. ihr und erhebet Des großen Mittlers F Majestät! 82 Osterlieder. 5. Wandeln wir auf deinen Majestät! Hört's, betrübte Sün= der gebet Der Freude Raum, Wegen, O Auferstand'ner, welch denn Jesus lebet, Gott hat ihn ein Segen Erwartet uns am Ziel aus dem Staub erhöht. Ihm der Bahn! Nach des Lebens Kampf jauchze Preis und Dank, Ound Leiden Erhebst du uns zu Seele, dein Gefang. Halleluja! ew'gen Freuden, Die uns dein Dich, großer Held, Erhebt die Kampf und Sieg gewann. Bald Welt, Weil deine Hand den Sieg sind sie unser Theil, Bald krönet behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide, Lobsinget ihm, und nehmt voll Freude Am Siege Theil, den er erstritt. Seht, der Tod ist uns das Heil Deines Lebens. Halleluja! Der Herr ist nah, Bald ist der Tag des Sieges, da. Mel. Alle Menschen müssen sterben. überwunden, Die ganze Hölle ist 132. Trauernd und mit bangebunden, Er herrscht, der für gem Sehnen Waneuch starb und litt. Laßt feine delt dort ein Jünger- Paar. Jefu Feinde dräun, Ihr könnt getroft fließen ihre Thränen, Der ihr euch freun. Jesus lebet Von Freund und Lehrer war. Doch, Ewigkeit zu Ewigkeit, Derselbe eh sie's zu hoffen wagen, Nahet gestern und auch heut. er, um den sie klagen, Ihr Begleiter ist er schon, Schnell ist nun ihr Gram entflohn. 3. Jhr auch dürft nicht, trostLos beben, Ihr Sünder, Gott will euch vergeben, Wenn ihr die 2. Ach, es gehn noch manche Schuld mit Ernst bereut. Durch Herzen Ihrem stillen Kummer des Todes Ueberwinder Ist er nach, Sie bejammern, voll von versöhnt, und gegen Sünder Ein Schmerzen, Ihre Noth, ihr UnBater der Barmherzigkeit. Der gemach. Manches wandelt ganz Heiland steigt empor, Nun ist des alleine, Daß es in der Stille Himmels Thor Allen offen. Gott weine, Aber Jesu tröstend Wort ist verföhnt, Vom Himmel tönt Scheuchet jeden Kummer fort. Der Freudenruf: Gott ist verföhnt! 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, Verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben Sich aus des Todes Staub erheben, Wenn Jefus den Entschlafnen ruft. Dann 4. Treuster Freund von allen wird des Todes Feld zu einer re- Freunden, Bleibe ferner nah bei gen Welt; Alles lebet, So wie mir. Sucht die Welt mich anzu erneut zur Frühlingszeit Sich feinden, O so wend ich mich zu Alles regt, und Alles freut. Idir. Wenn mich Trübfalswetter 3. Oft schon hab auch ich empfunden: Jesus läßt mich nie allein, In den trüben Unglücksstunden Stellt er unverhofft sich ein. Wenn ich traurig mich beschwere, Als ob er zu ferne wäre, O so ist er mir schon nah, Und mit seiner Hülfe da. schrecken, Osterlieder. 83 schrecken, Wollst du mächtig mich Sklaverei, Wir sind nicht mehr ges bedecken; Hab ich zum Gefährten dich, Ist kein Feind mir fürchterlich. fangen, Weil du hervorgegangen. 3. Nun geht uns fröhlich wieder auf Die rechte Gnadensonne, 5. Bin ich traurig, tief betrü- Die, einst verhüllt in ihrem Lauf, bet, Dann ruf du mir in den Gibt Strahlen neuer Wonne, Sinn, Daß mich deine Seele lie- Jest ist die Seel Mit Freudenöl bet, Und daß ich der Deine bin. Von dir gefalbt zum Leben, Sich Laß in dir mich Ruhe finden, Auf ganz dir hinzugeben. dein Wort die Hoffnung gründen: Wer die Thränenfaat gestreut, Erntet einst die Seligkeit. 6. Tröst auch Andre, die voll Jammer Einsam durch die Fluren gehn, Oder in der stillen Kammer Tief bekümmert zu dir flehn. Wenn sie von der Welt sich trenDaß fie satt sich weinen können, So sprich ihrer Seele zu: 3agender, was trauerst du? 4. Die Kraft von deiner Majestät Bricht selbst durch Grab und Steine, Dein Sieg ist's, der uns mit erhöht Zum vollen Gnadenscheine. Des Todes Wuth, Der Höllen Gluth Hat alle Macht verloren, Und wir sind neu geboren. 5. O daß wir diesen theuern Sieg Genugsam möchten kennen, Und unser Herz bei diesem Krieg 7. Wenn es einst will Abend Im Glauben möchte brennen! werden, und der Lebenstag fich Denn anders nicht kann dieses neigt, Wo dem blöden Aug auf Licht Uns in das Leben führen, Erden Nirgends sich ein Helfer Wenn wir nicht Glauben spüren. zeigt: Bleibe dann an meiner 6. So komm denn selbst in unSeite, Gib mir Sieg im letzten ser Herz, O Jesu, Fürst der EhStreite, Daß ich bis ans Ende ren! Laß du in Freuden und im treu, Jener Krone würdig sei, Schmerz Den Glauben sich vermehren, Daß wir in dir Die offne Thür Zur ew'gen Ruhe finden, Und auferstehn von Sünden. 133. 7. Laß, Herr, mit dir uns aller Leben, Heut bringst du Frie- auferstehn Aus unserm Sündenden, da du wirst Zur Freude uns gegeben. Zuvor bracht Noth Dich in den Tod; Jeht bist du auferstanden Und frei von Todesbanden. Mel. Was Gott thut, das ist. auferstandner Siegesfürst, Du Leben grabe. Wir können noch das Licht nicht sehn, Die Kraft von deiner Gabe, Die deine Macht Zu uns gebracht; Führ uns hinaus zum Leben, und mach uns dir ergeben. 2. Die Last von unsrer Sün- 8. Es liegen tausend Hüter denschuld Ließ dich in Fesseln fal- hier, Die unser Herz berennen, len, Du gabest dich aus großer Daß wir aus dieser Grabesthüc Huld Am Kreuz zum Heil uns 3u dir nicht kommen können. Der Allen. Nun sind wir frei Von Sünden Macht Hält selbst die Wacht, F* 84 Osterlieder. Wacht, Die Welt mit ihren Schä- schafft. Der treue Beuge spricht: Ben Fängt an, es zu beseßen. Wer glaubt, der stirbet nicht! 9. Erscheine uns mit Freund- Deß tröst ich mich von Herzen. lichkeit, Wenn wir in Buße weinen. 4. Er lebt, der unbezwung'ne Gib uns den Frieden in dem Held; Besingt, ihr Engelchöre, Streit, Den du versprichst den Besingt, ihr Völker aller Welt, Deinen; So können wir, O Held, Des Mittlers Ruhm und Ehre! mit dir Die rechten Ostern feiern Erhebt des Siegers Macht, Der Und uns in dir erneuern. von dem Tod erwacht, Der un10. Ach, laß das wahre Auf- fern Tod bezwingt, Der uns das erstehn Im Herzen uns erfahren, Leben bringt, Und mächtig für Laß aus dem Sündengrab uns uns streitet. gehn, Daß wir den Schaß bewahren, Das theure Pfand, Das deine Hand Zum Siege uns gegeben, So gehn wir ein zum Leben. 5. Er lebt, o Christen, laßt uns heut Frohlockend ihn erheben; Laßt uns von nun an jeder= zeit Ihm wohlgefällig leben. Wir sind sein Eigenthum, Erkauft zu seinem Ruhm, Sein wollen wir allein Tod und lebendig sein, Und Mel. Ein' feste Burg. 134. Er lebt, o Freudenwort, sein auch ewig bleiben. er lebt, Der Heiland aller Sünder! Der Feinde Heer Mel. Sollt ich meinem Gott. erschrickt und bebt Vor ſeinem 135. Amen, deines Grabes Ueberwinder. Er stritt denmuth, Vergoß für uns sein Blut. Durch seinen Kreuzestod Erwarb er uns bei Gott Vergebung unsrer Sünden. Friede Wird auch unser Grab durchwehn, Wenn wir, von der Wallfahrt müde, Ruhn, um froher zu erstehn. Amen, Fürst der Auferstehung, Der des 2. Er lebt, des Vaters ew'ger Grabes Siegel brach, Zeuch durch Sohn, Erhöht zu seiner Rechten. Grab und Tod uns nach Zu des Er herrscht und hilft von seinem Wonnereichs Erhöhung, Wo dem Thron Auch seinen schwachen Tod, der uns versöhnt, Aller Knechten. Er lebt nun ewiglich, Himmel Loblied tönt. Und ewig schüßt er mich, Er thut 2. Großer Erstling deiner Brümit starker Hand Den Feinden der, Ja, du ziehest uns nach dir, Widerstand, Sie können mir nicht Du, das Haupt, ziehst deine schaden. Glieder, Und wie du, so leben 3. Er lebt, Gott hat ihn auf- wir. Ja, wir werden auferstehen, erweckt, Gott wird auch mich er- Weil du auferstanden bist, Werwecken. Der Tod, der Aller Her- den dich, Herr Jesu Christ, Einst zen schreckt, Kann mich nicht in voller Klarheit sehen. Jest, mehr erschrecken. Sein Stachel, o Herr, und ewiglich, Leben wir seine Kraft, Die Sünd ist wegge- allein durch dich. 7. Himmel time no.2 7. Wär er nicht hingangen, Der Tröster wär nicht kommen; Seitdem er hingegangen ist, Ward uns der Geist durch Jefum Chrift. Halleluja. Topmict model antido? Undan Himmelfahrtslieder. tomildo? opinit ma Freude, Stärk und Kraft, Und 136. Chriftus fuhr gen Him- Alles, was Erquichung schafft, Eigene Melodie. mel, Und fandte uns hernieder Den Tröfter, seinen heilgen Geist, Zum Trost der armen Christenheit. Halleluja. Wird uns von dir gegeben. Dringe, 3winge, Ew'ge Güte, mein Gemüthe, dich zu preifen, Lob und Ehr dir zu erweisen. Halleluja! Halleluja! Halleluja! Deß soll'n wir Alle froh sein. Christ will unser Trost sein. Halleluja. 85 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir, Hilf, daß wir künftig für und für Nach deinem Reiche trachten. Laß unsern Sinn und Wandel rein, Uns demuthsvoll von Herzen sein, All Ueppigkeit verachten. Unart, Hoffart Laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, Wo die Gnade sei zu finden. Mel. Wie schön leucht't uns. 5. Sei, Jefu, unser Schuß und 137. wundergroßer Sieges- Schat, Sei unser Ruhm und feſter held, Du Sünden- Plak, Auf den wir uns verlassen. träger aller Welt, Heut hast du Laß suchen uns, was droben ist, dich gesehet Zur Rechten Gottes Auf Erden wohnt viel Trug und in der Kraft, Der Feinde Schaar List, Es ist auf allen Straßen gebracht zur Haft, Bis auf den Lügen, Trügen, Angst und Pla= Tod verletzet. Mächtig, Prächtig Triumphirst du, und regierst du, Tod und Leben Sind dir, Jesu, übergeben. gen, die da nagen, die da quälen Stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, tomm vom Gnadenthron, Du Siegesfürst, Held, 2. Dir dienen alle Cherubim, Davids Sohn, Komm, stille mein Viel tausend hohe Seraphim Dich Verlangen. Du, du allein bist uns Siegesfürsten loben. Du hast das zu gut, O Jesu, durch dein theures Heil zurückgebracht, Mit Majestät Blut Ins Heiligthum gegangen. und großer Pracht Gen Himmel Dafür Soll dir Von uns Allen dich erhoben. Singet, Bringet Dank ihm; ehret den, der fähret auf gen Himmel Aus dem niedern Erdgetümmel. Dank erschallen. Herr, ohn Ende Heben wir zu dir die Hände. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 3. Du bist das Haupt, hin= 138. Der Herr fährt auf gegen wir Sind Glieder, ja es gen Himmel Mit kommt von dir Auf uns Licht, hellem Jubelschall, Mit jauchzen= Trost und Leben. Heil, Friede, dem Getümmel Und mit Posaunenhall. 86 Himmelfahrtslieder. nenhall. Lobsingt, lobsinget Gott!| wirst du sein, Da wir ihn mit Lobsingt, lobsingt mit Freuden Entzücken Zum erstenmal erblicken? Dem Könige der Heiden, Dem Tag, brich bald herein! Herrn Gott Zebaoth! 2. Der Herr wird aufgenomEigene Melodie. men In königlicher Pracht. Deß 139. Himmelan, nur himmeler hat frei gemacht. Es holen Jesum gehn! Was die Frommen wünein Des Himmels Engelsheere, schen, kann Dort erst ganz ge Die feiner Pracht und Ehre Sich, schehn; Auf Erden nicht, Freude gleich wie wir, erfreun. wechselt hier mit Leid. Richt hinauf zur Herrlichkeit Dein Angesicht! Dein Angesicht! 3. Mit freudigem Gebete Werd er von uns erhöht; Wir wissen nun die Stätte, Die uns bereitet 2. Himmelan schwing deinen steht. Der Heiland geht voran, Sinn Jeden Morgen auf, Schnell Läßt uns nicht von sich trennen; Daß wir ihm folgen können, Macht er uns freie Bahn. eilt er durchs Leben hin, Unser Pilgerlauf. Fleh täglich neu: Gott, der mich zum Himmel schuf, Präg ins Herz mir den Beruf: Mach mich getreu.:,: 4. Wir Pilgrime der Erden, Die hier das Elend baun, Wir follen himmlisch werden, Und Jesum ewig schaun. Auf, Kinder Gottes, auf! Wo Jesus hingegangen, Dahin steh das Verlangen, Dahin kehrt euern Lauf. 5. Gen Himmel laßt uns drin 3. Himmelan hat er dein Ziel Selbst hinauf gestellt. Sorg nicht muthlos, nicht zu viel Um den Tand der Welt; Flieh diesen Sinn; Nur was du dem Himmel lebst, Dir von Schäßen dort erstrebst, gen Mit herzlicher Begier; Mit Das ist Gewinn.:,: Inbrunst laßt uns singen: Dich, 4. Himmelan erheb dich gleich, Jesu, suchen wir. Zu dir, o Got- Wenn dich Kummer drückt, Weil tes Sohn, Soll sich der Geist er dein Vater, treu und reich, Stündheben; Du bist uns Licht und lich auf dich blickt. Was quält dich Leben, und unser großer Lohn. so? Droben, in dem Land des Lichts, Weiß man von den Sorgen nichts, Sei himmlisch froh.:: 6. Hinweg mit deinen Schäßen, Du falsche, arge Welt! Sollt uns dein Nichts ergößen? Dort ist, was uns gefällt. Er, unser Fleisch und Blut, Prangt auf der Gottheit Throne, Gibt uns sich selbst zum Lohne, Ist unser höchstes Gut. 5. Himmelan wallt neben dir Alles Volk des Herrn, Trägt im Himmelsvorschmack hier Seine Lasten gern. O schließ dich an! Kämpfe drauf, wie sichs gebührt; Denke, auch durch Leiden führt Die Himmelsbahn. 7. Wann wird es doch gesche hen, Wann kommt die frohe Zeit, Daß wir ihn werden sehen In seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann 6. Himmelan ging Jesus Christ, Mitten durch die Schmach; Eil, weil Himmelfahrtslieder. 87 weil du sein Jünger bist, Seinem führ Uns deine Himmelsstege, Bir Vorbild nach; Er litt und schwieg. irren leicht, Sind abgeneigt Dem Halt dich fest an Gott, wie er, rechten Lebenswege. Statt zu klagen, bete mehr; Erkämpf den Sieg!:: 4. Zeuch uns nach dir, So folgen wir Dir nach in deinen Himmel, Daß uns nicht mehr So oft beschwer Das böse Weltgetümmel. 7. Himmelan führt seine Hand Durch die Wüste dich, Ziehet dich im Prüfungsstand Näher hin zu sich, Im Himmelssinn. Von der Weltluft freier stets, Und mit ihm vertrauter, gehts Zum Himmel hin.:,: 5. Zeuch uns nach dir nun für und für, Und gib, daß wir nachfahren Dir in dein Reich, Und mach uns gleich Den auserwähl= IR. ten Schaaren. 8. Himmelan führt dich zulegt Selbst die Todesnacht, Sei's, daß sie dir sterbend jeßt Kurze Schrecken Mel. Jerusalem, du hochgebaute. macht. Harr aus, harr aus! Auf 141. Mein fiegend Haupt die Nacht wirds ewig hell, Nach dem Tod erblickst du schnell Des Vaters Haus.:: Dort in der Herrlichkeit, Du lebst, beglückst, regierst. Ich bin dein Glied; Doch lieg ich 9. Halleluja! himmelan Steigt noch im Streit, Bis du zum Friedein Dank schon hier. Einst wirst den führst. Noch kämpf ich viel du zum Schauen nahn, Und Gott hienieden Mit Sünd und Leidennaht zu dir, In Ewigkeit. Aller schaft; Doch du gibst deinen FrieJammer ist vorbei, Alles preist den Und Muth und Siegerkraft. 2. Zieh mich hinauf, Der du verklärt und neu In Ewigkeit.:,: 10. Halleluja singst auch du, die Stätte dort Auch mir bereitet Wenn du Jesum siehst, Untershaft. Ich schau empor Zu jenem Jubel ein zur Ruh, In den Him- fel'gen Ort, Und leicht wird jede mel ziehst. Lob sei dem Herrn! Last. Ich werde nie verderben. Der vom Kreuz zum Throne stieg, Bin ich doch Gottes Kind, Mit Hilft dir aus zu diesem Sieg. allen Himmelserben, Die ewig bei dir sind. Lob sei dem Herrn!:: Mel. Ach Gott und Herr. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 140. 3euch uns nach dir, 142. Herr, du fährſt mit So Glanz und Freuden Mit herzlichem Verlangen Hin, Auf zu deiner Herrlichkeit; Doch da du bist, O Jesu Christ, Aus mich drücken noch die Leiden dieser Welt gegangen. Dieses Lebens, dieser Zeit. Gib mir, Jesu, Muth und Kraft, Daß ich meine Pilgerschaft So in dir zurücke lege, Daß ich stets dein bleiben möge. 2. 3euch uns nach dir, In Liebsbegier, Ach, reiß uns doch von hinnen; So dürfen wir nicht länger hier Vor Kummer fast zerrinnen. 3. Beuch uns nach dir, O Jesu, 2. Laß mir deinen Geist zurücke, Aber 88 Himmelfahrtslieder. Aber zeuch mein Herz nach dir; meine Nachfahrt gründe, Und Wenn ich nach dem Himmel blicke, allen Zweifel Angst und Pein Deffne ihn dann gnädig mir. Neige iemit stets überwinde. Denn meinem Flehn dein Ohr, Trag es weil das Haupt im Himmel ist, deinem Vater vor, Daß er mir Wird seine Glieder Jesus Christ die Schuld vergebe, Daß ich mich 3ur rechten Zeit nachholen. bekehr und lebe. 2. Weil er gezogen himmelan, 3. Lehre mich die Welt ver- Und große Gab empfangen, Mein achten, Und was in mir Eitles Herz auch nur im Himmel kann, ist, und nach dem, was dort ist, Sonst nirgends, Ruh' erlangen, trachten, Wo du, mein Erlöser, Denn wo mein Schaß gekommen bist. Wollust, Ehrsücht und Ge- hin, Da ist auch stets mein Herz winn Soll mich nie zur Erde ziehn, und Sinn, Nach ihm mich sehr Da ich jenseits über'm Grabe Eine verlanget. größre Hoffnung habe. 4. Diese müsse nichts mir rauben, Du erwarbst sie theuer mir; Jest noch seh ich sie im Glauben, Droben find ich sie bei dir; Dort belohnst du das Vertrau'n Deiner Gläubigen durch Schau'n, Und verwandelst ihre Leiden In unendlich große Freuden. Mel. O, daß ich tausend. 5. Dort bereit auch mir die 144. 3um Himmel biſt du Stätte In des zu, Rufst du frühe oder späte Mich Preis gekrönt, Herr Jesu Christ. eingegangen, zu meines Grabes Ruh. Leucht Wie sollte mich nun nicht verauch mir in dieser Nacht Durch langen, Auch dort zu sein, wo die Stärke deiner Macht, Die des du nun bist? Ich bin ja nur ein Todes Macht bezwungen, Und für Pilgrim hier, Nimm in die Heiz uns den Sieg errungen. math mich zu dir. 3. Ach, Herr, laß deine Gnade mich Von deiner Auffahrt spüren, Daß mit dem wahren Glauben ich Mag meine Nachfahrt zieren, Und dann einmal, wann dir's gefällt, Mit Freuden scheide aus der Welt. Herr, höre dies mein Flehen.d 6. Kommst du endlich glorreich 2. Vom Tode standst du auf wieder, An dem Ende dieser Zeit, zum Leben, Du gingst verklärt O so sammle meine Glieder, Die zum Himmel ein; So muß sich Verwesung hier zerstreut; Heil'ge auch mein Geist erheben, Ich und verklär sie ganz, Daß der darf nicht todt in Sünden sein. Leib im Himmelsglanz, Dann Ein neues Leben wirk in mir, nicht mehr von Staub und Erde, So komm ich einst gewiß zu dir. Deinem Leibe ähnlich werde. 3. Am Delberg fingen deine Leiden Mit bittern Todesängsten an, Am Delberg gingst in hohen Freuden Du siegreich deine Him melsbahn. So folgt auf Leiden Herrlichkeit; Mel. Nun freut euch, lieben. 143. uf Chrifti Himmel fahrt allein Ich Himmelfahrtslieder. 89 Herrlichkeit; Zu beiden mache das Reich. Wer ist an Majestät mich bereit. dir gleich? Mensch, Engel, jede 4. Du bist von uns zwar auf- Kreatur Ist dein, du Herrscher gefahren, Doch ist dein Wort noch der Natur. Halleluja. immer hier. Laß dieses Kleinod 4. Umsonst, umsonst empörte mich bewahren; Im Worte redest sich Der Fürst der Hölle wider du zu mir, Dies leitet meines dich. Dein Thron steht fest, der Lebens Lauf Und schließt mir seine liegt, Durch deine Macht deinen Himmel auf. ist er besiegt. Halleluja. 5. Du hobest segnend deine 5. Du, unser triumphirend Hände Beim Scheiden von den Haupt, Wie felig ist, wer an dich Deinen auf; O hilf, daß einst glaubt! Du bist sein Licht, sein auch ich vollende, Von dir ge- Trost, sein Theil, Sein starker segnet, meinen Lauf. Wenn ich Schuß, sein ew'ges Heil. Halleluja. von dir gesegnet bin, Dann fahr in Frieden ich dahin. 6. Herr, unsre Herzen trau'n auf dich, Dein freuet unsre Seele 6. Ich sehe dir mit Glaubens- sich. Du Held in unserm Fleisch blicken In deinen Freudenhimmel und Blut Bist unser Trost und nach, Mein Herz soll sich an dir höchstes Gut. Halleluja. erquicken, Der mir die Bahn zum Himmel brach. Sieht dich auch hier mein Auge nicht, Bleibst du doch meine Zuversicht. 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt, Der Segen ist in deiner Hand. Von keinem Frommen bist du fern, Du siehst auf ihn und hilfft ihm gern. Halleluja. 7. Einst wirst du herrlich wiederkommen, Gleichwie du aufge= fahren bist, Dann werd ich völlig aufgenommen, Wo mir bereit mein Erbtheil ist. So leb ich nun im Glauben hier, Im Schauen aber dort bei dir. Mel. Erschienen ist der herrlich'. 145. Wir freuen uns, Herr P 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held; Als Herr und Richter aller Welt Wird dich dereinst der Erdkreis sehn, Laß uns dann Jesu Christ, Daß freudig vor dir stehn. Halleluja. 10. Dann triumphirt der Glaub an dich, Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ, Der du zur Rechten Gottes bist. Halleluja. du zur Rechten Gottes bist. Du starker Herr, Immanuel, O stärkt im Glauben unsre Seel. Halleluja. 2. Du sigest auf der Himmel Thron, Als unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht, Drum bleibst 8. Sieh gnädig auf uns allezeit Vom Throne deiner Herrlichkeit. Hilf unserm schwachem Glauben auf, Und heil'ge unsern Lebenslauf. Halleluja. Mel. Was Gott thut, das. du unsre Zuversicht. Halleluja. 146. Triumph! ihr Himmel, 3. Dein ist die Macht, dein ist freuet euch, Lobsinget Gottes 90 Pfingstlieder. Gottes Sohne! Er ziehet ein zut 3. So wahr, als Jesus Chriseinem Reich, Empfängt des Sie- ftus spricht: Ich leb und ihr follt gers Krone. Mit Majestät Wird leben! Erhebt sich einst zum ew'gen er erhöht Und herrscht nach Licht Der Geist, von Gott gege Kampf und Leiden, Umstrahlt ben. Still sinkt ins Grab Der Leib von Himmelsfreuden. hinab, Da ruht er aus von Leiden; Einst theilt er Himmelsfreuden. 4. Triumph! ihr Christen, freuet auf Erden. Noch sollen, die ihr euch, Der Tod ist nun bezwungen, Herz ihm weihn, Durch ihn be- Wir haben Theil an Jesu Reich, seligt werden. Mit Muth hinan Er hat es uns errungen. Auf, Die steile Bahn! Uns lohnt nach bringt ihm Dank Und Lobgefang! Kampf und Leiden Der Herr mit Wir gehn durch Kampf und Leiew'gen Freuden. den Mit ihm zu seinen Freuden. 2. Doch schließet ihn kein Himmel ein, Er wirkt noch fort Pfingstlieder. 8. Eigene Melodie. Mel. Wie schön lencht't uns der. 147. Nun un bitten wir den 148. Sheilger Geist, keht heil'gen Geist Um den bei uns ein, Und rechten Glauben allermeist, Daß laß uns deine Wohnung sein, er uns behüte An unserm Ende, komm, du Herzenssonne! Du Wenn wir heimfahren einst aus Himmelslicht, laß deinen Schein dem Elende. Erbarm dich, Herr. Bei uns und in uns kräftig sein, 2. Du werthes Licht, gib deinen Zu steter Freud und Wonne. Daß Schein, Lehr uns Christum kennen wir In dir Recht zu leben, uns ganz allein, Daß wir an ihm ergeben, und mit Beten Oft in bleiben, Dem treuen Heiland, Der Andacht vor dich treten. uns gebracht zum rechten Vaterlande. Erbarm dich, Herr. 2. Gib Kraft und Nachdruck deinem Wort, Laß es wie Feuer 3. Du süße Lieb, schenk deine immerfort In unsern Herzen brenGunst, Laß empfinden uns der nen, Daß wir den Vater und den Lieb Inbrunst, Daß wir uns von Sohn, Dich, beider Geist, auf Herzen Einander lieben, In Frie- Einem Thron, Für wahren Gott den stets auf Einem Sinne blei- bekennen. Bleibe, Treibe, Und ben. Erbarm dich, Herr. behüte das Gemüthe, daß wir 4. Du höchster Trost in aller gläuben, und im Glauben standNoth, Hilf, daß wir nicht fürchten haft bleiben. Schand noch Tod, Daß in uns 3. Du Quell, draus alle die Sinne Nicht einst verzagen, Weisheit fließt, Die sich in Wenn dort der Feind das Leben fromme Seelen gießt, Laß deinen will verklagen. Erbarm dich, Herr. Trost uns hören, Daß wir in Glaubenseinigkeit Pfingstlieder. 310 Glaubenseinigkeit Auch Andre in der Christenheit Dein wahres Mel. Aus meines Herzens. Zeugniß lehren. Höre, Lehre, 149. 3euchen, Sei meines Herz und Sinnen zu gewinnen, deinen Thoren, dich zu preisen, Gut's dem Näch- Herzens Gast, Der du, da ich geboren, Mich neu geboren hast; sten zu erweisen. 4. Steh uns stets bei mit hochgelobter Geist Des Vaters deinem Rath, Und führ uns und des Sohnes, Mit beiden selbst den rechten Pfad, Weil wir gleiches Thrones, Mit beiden den Weg nicht wissen; Gib uns gleich gepreist. Beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Auch wenn wir leiden müssen. Schaue, Baue, Was zerrissen und beslissen, dir zu trauen, Und auf dich allein zu bauen. 5. Laß uns empfinden deine Kraft, Und dann zur guten Ritterschaft Dadurch gestärket werden, Auf daß wir unter deinem Schuß Begegnen aller Feinde Truß, So lang wir sind auf Erden. Laß dich Reichlich Auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, Alles Unglück überwinden. 6. Du Himmelsthau, ergieße dich In unsre Herzen kräftiglich, Und schenk uns deine Liebe, Daß unser Sinn verbunden sei Dem Nächsten stets mit Liebestreu, Und sich darinnen übe; Kein Neid, Kein Streit Dich betrübe, reine Liebe wollst du geben, Demuthsvoll vor dir zu leben. 91 2. 3euch ein, laß mich empfinden Und schmecken deine Kraft, Die Kraft, die uns von Sünden Hülf' und Errettung schafft. Entfünd'ge meinen Sinn, Daß ich mit reinem Geiste Dir Ehr' und Dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, Du hast mich gut gemacht, Des rechten Weinstocks Leben Hast du in mich gebracht, Hast in der Taufe Kraft, Durch Christi blutges Ster= ben, In mir, dem Himmelserben, Den Tod hinweggeschafft. 4. Du falbst mit heil'gem Dele, Wodurch geweihet ist Mein Leib und meine Seele Dem Heiland Jesu Christ; Machst mich zum Eigenthum, Zum Priester und Propheten, Zum König, den in Nöthen Gott schüßt vom Heiligthum. 7. Hilf, daß in wahrer Heiligfeit Wir führen unsre Lebenszeit; Sei unsers Geistes Stärke, Daß uns hinfort sei wohl be wußt Die Eitelkeit der Fleischeslust Und ihrer Sündenwerke. Rühre, Führe Unser Sinnen und Beginnen von der Erden, Bis wir Himmelserben werden. 5. Du bist ein Geist, der lehret, Wie man recht beten soll, Dein Beten wird erhöret, Dein Singen klinget wohl; Es steiget himmelan, Fleht um die rechten Gaben, Bis wir von dem sie haben, Der Allen helfen kann. isdonor dall 6. Du bist ein Geist der Freuden, Vom Trauern hältst du nicht, Erleuchtest uns im Leiden Mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal Hast du mit süßen Worten 92 Pfingstlieder. Worten Mir aufgethan die Pfor- uns ist aus: So hilf uns fröhten Zum goldnen Himmelsfaal! lich sterben, und nach dem Tod 7. Du bist ein Geist der Liebe, ererben Des ew'gen Lebens Haus. Ein Freund der Freundlichkeit, Willst nicht, daß uns betrübe Mel. Gott woll'n wir loben. Zorn, Haß und Neid und Streit. 150. Zu Gottes Preiſe Tön Der bist du das Lied des DanDu willst durch Liebesflammen, kes, Jhm, der nun in Ewigkeit Stets schmelzen neu zusammen Der Wahrheit Sieg verleiht. GeDas, was getrennt erscheint. baut ist herrlich Seines Sohnes 8. Du, Herr, hast selbst in Kirche, Groß und fest in Gottes Händen Die ganze weite Welt, Hut, Der Völker Heil, sie ruht. Kannst Menschenherzen wenden, Zions Tempel ist nun aufgethan, Wie dir es wohlgefällt. Leit uns Und es fliehen Sünde, Trug und den Friedenspfad, Verknüpf' in Wahn. Preis dem Herrn! Nah allen Landen Mit sanften Liebes- und fern Strahlet Trost und banden, Was sich getrennet hat. ew'ges Licht Von Gottes An9. Erhebe dich, und steure Dem gesicht. Herzleid auf der Erd, Bring wieder und erneu're Die Wohlfahrt Mel. Werde munter, mein. deiner Heerd'. Zieh' du in deine 151. Gott du gibst uns Hut Die Länder, die verheeret, Die Kirchen, die zerstöret Durch befeuchtest Krieg und Feuerswuth. milden Regen, Und trocknes Land; Gib auch mir vom Himmel Segen, 10. Beschirm' die Obrigkeiten, Denn mein Herz ist dürr wie Bau' unsers Königs Thron. Laß Sand. Laß des heilgen Geistes Segen uns begleiten, Schmück, Gab Auf uns, von der Höh herab, als mit einer Kron', Die Alten Wie die starken Ströme fließen, mit Verstand, Mit Frömmigkeit und sich in mein Herz ergießen. die Jugend, Mit Gottesfurcht 2. Kann ein Vater hier im und Tugend Das Volk im gan- Leben, Der doch bös' ist von zen Land. Natur, Seinen Kindern Gaben 11. Erfülle die Gemüther Mit geben, und zwar gute Gaben nur: reiner Glaubenszier, Die Häuser, Solltest du denn, der du heißst und die Güter Mit Segen für Guter Vater, deinen Geist Mir und für. Vertreib den bösen nicht geben, mich nicht laben Geist, Der sich dir widersehet, Mit den guten Himmelsgaben? ¹ Und, was dein Herz ergößet, Aus unsern Herzen reißt. 3. Jefu, der du hingegangen Zu dem Vater, sende mir Deinen 12. Richt' unfer ganzes Leben Geist, den mit Verlangen Ich Allzeit nach deinem Sinn, Und erwarte, Herr, von dir. Laß den wenn wir's follen geben In's To- Tröster ewiglich Bei mir sein und des Rachen hin, Wenn's hier mit lehren mich, In der Wahrheit fest zu 95 Pfingstlieder. zu stehen, und auf dich im Glau- Wahrheit nicht. Komm, uns mit ben sehen. Weisheit zu erfüllen, Und unsers 4. Heilger Geist, du Kraft der Geistes Durst zu stillen. Komm, Frommen, Kehre bei mir Armen leuchte du mit hellem Schein Bis ein. Sei mir tausendmal will in des Herzens Grund hinein. kommen, Laß mein Herz dein O warn und strafe, wenn wir Tempel sein. Säubre dir hier fehlen, Und läutre aller Christen selbst ein Haus; Aus dem Her- Seelen. Halleluja, Halleluja. 3. Komm, milder Tröster, wer, zen wirf hinaus Alles, was mich je kann scheiden Von den süßen als du, Bringt bangen Herzen Himmelsfreuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, Mache mich neu, rein und schön; Laß mich wahre Liebe haben, und in deiner Gnade stehn. Gib mir einen starken Muth, Zu besiegen Fleisch und Blut; Lehre mich vor Gott hintreten, Und im Geist und Wahrheit beten. Trost und Ruh, Und Balsam für die innern Wunden, Und Himmelsthau in heißen Stunden? Komm, gib zu unsrer Ritterschaft Uns Heldenmuth und Glaubenskraft, Und rüste selbst zum Gotteswerke Geist, Seel und Leib mit deiner Stärke. Halleluja, Halleluja. 6. So will ich mich dir erge- 4. Komm, Quell der Liebe, geuß ben, Dir zu Ehren soll mein sie aus Ins Herz und über GotSinn Dem, was himmlisch ist, tes Haus. Gib, daß wir Gott nachstreben, Bis ich werde kom- mit reinen Trieben Und Christum men hin, Wo ich einst vor dei- in den Brüdern lieben. Entflamm nem Thron Dich sammt Vater in Leid und Freude stets Die Glut und dem Sohn Werde rühmen, des Dankes und Gebets. Erhöh loben, preisen, Mit den süßen uns vom Gewühl der Erde, Daß Engelweisen. unser Wandel himmlisch werde. Halleluja, Halleluja. Mel. Komm, heiliger Geist. 5. Weih uns zu deinem Tem= 152. Komm, Kraft des Höch- pel ein, Was unrein ist, das sten, komm herab, mache rein, Was nah am Staube Pfand, das uns Gottes Gnade kriecht, erhebe, Was schon er= gab; Du Segensquell, Born aller storben ist, belebe. Erwärme jedes Saben, Nichts kann, wie du, talte Herz, Lenk alle Seelen himdie Seele laben. Komm, Gottes melwärts, Vereine die zerstreuten Geist, in unsern Geist, Wie Him- Glieder, Und bringe das Verlorne melsthau hernieder fleußt; Komm wieder. Halleluja, Halleluja. mit der Friedenstaube Schweben, Und ruh auf uns, so lang wir leben. Halleluja, Halleluja. 6. Wenn du nicht Beistand ihm verleihst, So strebt umsonst des Menschen Geist. Laß auf uns deine Gnade regnen, Komm, uns mit deiner Kraft zu segnen. Dann find 2. Komm, Geist der Wahrheit, Gottes Licht, Wo du fehlst, ist die 94 Pfingstlieder. sind der guten Saat wir gleich, Buß' und Leid, In frommen SeeUnd bringen Frucht zum Himmel- len Trost und Freud' Und Muth reich. Dann führt zum Leben uns im Kampf der Sünden. In bandas Sterben, Und ewig sind wir gen Stunden schenkest du, So wie Gottes Erben.Halleluja, Halleluja. im Tode, Seelenruh, Und hilfst uns überwinden. Mel. Der Tag, der ist so. 5. Des Vaters und des Sohnes 153. Dir, Bater, dankt mein Geist, Du Quell' des Lichts, der Herz und singt, Daß Liebe, Den Gott den Betenden verdu den Sohn gegeben, Den Sohn, heißt, Ach, heil'ge meine Triebe. der Heil dem Sünder bringt, Und Schaff' du in mir ein neues Herz, unvergänglich Leben. Ich danke Gib wahre Buß und Sündendir, daß du den Geist, Der deinen schmerz, Hilf mir im Glauben Sohn durch Wunder preist, Zur beten. In bangen Stunden tröste Erde haft gesendet. Der Geist der mich, Und zeige voll Erbarmen Wahrheit kam herab, Der deinen dich Mir einst in Todesnöthen. Knechten Stärke gab, Daß sie dein Eigene Melodie, Werk vollendet. 2. Erfüllt von seiner Wunder- 154. kraft, Gehn sie, die Welt zu lehren; Der Geist, der neue Herzen schafft, deiner Gläubigen, Und entzünd in Hilft ihnen sie bekehren. Der ganze ihnen Das Feuer Deiner göttliErdkreis hört erfreut Die Botschaft chen Liebe, Der du durch Manunfrer Seligkeit, Er sieht die Wahr- nigfaltigkeit Der Zungen Die Völheit siegen. Der Sünde finst're ker Der ganzen Welt versammelt Nacht entflieht, Wo man den Fin- hast In Einigkeit Des Glaubens. ger Gottes sieht, Muß Satan un- Halleluja, Halleluja. terliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen, Der 155. Name Pomm, Geist, Erfüll die Herzen Eigene Melodie. heil' ger Geift, o heil'ger TröWort ist Kraft und Segen. Die ster werth, in aller Noth, Dich hat Jünger schreckt nicht Pein noch gefandt vom Himmelsthron Der Müh, Der Geist der Stärke stärkte Bater und sein ein'ger Sohn, D sie In Martern und im Tode. heil'ger Geist, o heil'ger Gott! Sie blieben ihrem König treu, 2. D heil'ger Geist, o heil'ger Bekannten seinen Namen frei, Gott, Wirk in uns Allen fort und Und lobten ihn im Tode. fort, Entzünd in uns der Liebe 4. Noch jetzt bist du der Geist Kraft, Die Eintracht, Heil und der Kraft, Noch jetzt der Men Frieden schafft, D heil'ger Geist, schen Lehrer, Der Jesu neue Jün- o heil'ger Gott! ger schafft, Des Höllenreichs Zerstörer. In Sündern wirkst du onl 3. O heil'ger Geist, o heil'ger Gott, Mehr unsern Glauben immerfort. Pfingstlieder. 95 merfort. Wer sich will Jesu ihm aus ganzer Macht vertrauen. Christo nahn, Der muß von dir Halleluja, Halleluja. Oheil'ger 3. Du heil'ge Inbrunst, süßer Trost, Nun hilf uns, fröhlich und getroft In deinem Dienst beständig bleiben, Laß Trübsal uns von Durch deine die Hülf empfahn, Geist, o heil'ger Gott! 4. heil'ger Geist, o heil'ger Gott, Erleucht' uns durch dein göttlich Wort; Mach uns den dir nicht treiben. Vater recht bekannt, Und Jefum, den er uns gesandt, heil'ger Geist, o heil'ger Gott! Kraft, Herr, uns bereit, Und stärk des Fleisches Blödigkeit, Daß wir hier ritterlich stets ringen, 5. heil'ger Geist, o heil'ger Durch Tod und Leben zu dir drinGott, Du zeigest uns die Him- gen. Halleluja, Halleluja. melspfort, Auf daß wir kämpfen Met. Wie wohl ist mir, o Freund. ritterlich, Zum Himmel dringen, stark durch dich, heil'ger Geist, 157. Geist Gottes, aus des Ewgen Fülle In o heil'ger Gott! Eigene Melodie. 156. Komm, heil'ger Geist, 6. heil'ger Geist, o heil'ger unsern Geist herabgesenkt, Der Gott, Verlaß uns nicht in Noth auch in unbemerkter Stille Des und Tod. Wir weih'n uns dir Herzens Trieb gen Himmel lenkt, zum Eigenthum, Und bringen dir Du, der einst Davids Psalm beLob, Ehr und Ruhm, O heil'ger flügelt, Den Sehern Aug und Geist, o heil'ger Gott! Mund entsiegelt, Uns auch noch jest mit Gluth durchdringt, Auch jest uns Gottes Weisheit lehret, Und Christi Wahrheit uns verklädu Herr und Gott! ret, O höre den, der dir lobfingt. 2. Du Quell der reinsten HimDer Gläubigen Herz, Muth und melsliebe, Die in das Herz lebenSinnen, Enzünde deine Lieb in ihnen. Herr, durch deines Lichtes Glanz Zum Glauben du versammelt haft Das Volk aus aller Länder Zungen, Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja. Erfüll mit deiner Gnaden Gut dig quillt, Und so des neuen Menschen Triebe Mit heilger Gottes= kraft erfüllt! Du bist es, der die Schwachheit stüßet, Im Pilgerlauf sie stärkt und schüßet, Wenn sich die Seel in Schlummer neigt; Der, o, geschäh es nicht vergebens! Als Unterpfand des ewgen Lebens, Uns hier des Himmels Krone zeigt. 3. Du bauest aus lebend'gen recht erkennen, Bon ganzem Her- Steinen Der Kirche reines Heiligzen Vater nennen. O Herr, behüt thum, Erhöhest durch des Herrn vor fremder Lehr, Daß wir nicht Gemeinen Des Kreuzes unbesiegMeister suchen mehr, Denn Jefum ten Ruhm. Und wo du sprichst Christ mit rechtem Glauben, und mit Feuerzungen, Weckst du zu selgen 2017. 2. Du heil'ges Licht, du edler Hort, Laß leuchten uns des Lebens Wort, Und lehre uns Gott 96 Pfingstlieder.. erringen. gen Huldigungen Der Heiden uns den heilgen Geist, Der uns großes Todtenfeld. Der Hölle in alle Wahrheit leite, Und uns Reich muß dir mit Beben Die zum Himmel zubereite. Er schens Schaar Gefangner wiedergeben, ket uns um Guten Kraft, Stärkt Die es in seinen Fesseln hält. uns in unsrer Pilgerschaft, Hilft 4. Wer kann, wie du, mit Don- uns den Lauf zum Ziel vollbrin nern reden, Wenn du im Schlaf gen, und einst des Lebens Kron den Sünder schreckst? Wer tröstet Halleluja, Halleluja. so, wie du, die Blöden, Wenn du 2. Die Schaar der Boten wagt die neue Sehnsucht weckst? Wenn den Streit, Durch deines Geistes sie in ihr Verderben schauen, So Kraft erneut, Kämpft gegen falscher Lehrst du sie dem Ruf vertrauen, Götter Heere, Siegt durch die Der sie mit Gottes Frieden grüßt; Wahrheit deiner Lehre. Gewaltig Wenn sich der Geist zwar willig geht des Lebens Wort Bis an zeiget, Doch ihn des Fleisches der Erde Gränzen fort, ErleuchSchwachheit beuget, Bist du es, tet alle Nationen, Dringt von den der das Leid versüßt, Hütten zu den Thronen. Halleluja, Halleluja. 5. Du drückest der Bewährung Siegel Den wohlgeprüften Seelen 3. Zu uns auch send ihn, deiauf, Du gibst den Zeugen Glau- nen Geist, Der uns den Weg bensflügel, Und führst sie im der Wahrheit weist; Sind dunkel Triumph hinauf. In aller Trübsal unsres Lebens Pfade, Erleucht er lehrst du beten, Du selbst willst sie durch deine Gnade. Er lehr uns unsre Noth vertreten, Auch ohne Gottes Heil verstehn, Er leit Wort, mit starkem Flehn. Die uns, wenn wir irre gehn; Und Liebe führest du zum Throne, Und sind wir in Gefahr zu fallen, ihren Werken wird zum Lohne Die Lehr er uns festen Schrittes wal Kraft, in Demuth fest zu stehn. len. Halleluja, Halleluja. 6. Wenn Christus einst hernie4. Wo wir vereint sind vor der schwebet Auf das geschloffne dem Herrn, Geist Gottes, sei von Todtenfeld, Mit mächt'gem Wort uns nicht fern. Auf uns, die wir es neu belebet, 3um Erbtheil in sind Christi Glieder, Komm deine der bessern Welt: Dann trägt in Segensfüll hernieder. Gib dem deiner Kraft die eine Bewährte Verstande helles Licht, Dem Herheilige Gemeine Zum Throne Herz zen feste Zuversicht, Daß uns von und Psalm empor. Dann ströme dem, den wir bekennen, Nie wes du durch alle Glieder Die höhre der Glück noch Leiden trennen. Glut der Himmelslieder, Zum Halleluja, Halleluja. Preise dem, der uns erkor. 5. Geöffnet ist dir unser Herz, Zeuch ein, und leit es himmelwärts, Wir wollen nimmer widerMel. Komm, heiliger Geist. 158. Welterlöfer, sei ge= streben, Regiere unser ganzes Le preist, Du sandtest ben. Und endet sich einst unfre Bahn, Pfingstlieder. Bahn, Dann nimm dich unsrer Schwachheit an, Daß wir in Christo freudig sterben, Mit ihm das Himmelreich ererben. Halleluja, Halleluja. Eigene Melodie. 159. D u Geist des Herrn, der du von Gott ausgehst, In frommen Seelen kindlich: Bater! flehst, O lehre mich doch Christum recht erkennen, Ihn meinen Herrn und meinen Gott zu nennen. 2. Das Herz erquick, entzünde mein Gemüth, Auf daß es schmecke neue Lieb und Güt. Du Balsamskraft, ich will dich froh erwarten, Komm, fanfter Hauch, durchwehe meinen Garten. 97 Mel. Komm, 160. heiliger Geist, Herre. theurer Tröster, heils ger Geist, Der du dich in die Herzen geußst, Die sich zu dir in Demuth kehren, Ich bitte dich, mich zu erhören: Wollst mein erkaltetes Gemüth Durchs süße Feuer deiner Güt Erwärmen, um es zu erneuern, So kann ich recht die Pfingsten feiern. Halleluja, Halleluja. 2. Durchdringe du mit deiner Kraft Des Herzens harte Eigenschaft, Zermalme diesen Fels der Sünden, Auf daß du dein Haus mögest finden; Ach, es ist leider angefüllt mit allem, was die Weltlust stillt, Es hängt noch fest am Tand der Erden, Wie kanns dann deine Wohnung werden? Halleluja, Halleluja. 3. Du reines Licht, brich an in deinem Glanz, Verklär in mir das Wort der Wahrheit ganz. Gotteskraft, schließ auf, was noch verborgen, Und zeige mir den hellen, lichten Morgen. 4. Du göttlich Feu'r, entzünde mein Gebet, Daß deine Glut recht hell in mir entsteht. Die Andacht laß mein ganzes Herz durchdringen, Daß es sich möge in den Himmel schwingen. 5. Zieh ein in mich, wie in 4. So elend ist des Herzens dein Gotteshaus, Und schmücke Haus, Ach, kehre ein und treibe mich inwendig herrlich aus. Ach, aus Die böse Lust, die mich beheilge mich, der du der Heilge trübet, Bau wieder auf, was heißest, Und unsern Sinn der Sünd und Welt entreißest. 6. Wirst du, o Lebensgeist, mein einzig Licht, So irre ich vom Lebenspfade nicht; Und wenn du mich inwendig wirst erneuern, So werd niederlieget, Zerstöre du der Sünden Macht, Und führe du mich aus der Nacht. O laß mich aus der Knechtschaft gehen, und in der süßen Freiheit stehen. Halleluja, Halleluja. ich jeden Tag ein Pfingstfest feiern. 5. Du edler Pfingstgast dring G herzu, 3. Der Wille liebt die Zeit: lichkeit, Und hält die Nacht für süße Freud, Verläßt die Ruh, das wahre Wesen, Und will durch Todesgift genesen. Dein theures Wort erkennt er nicht, Ja schmecket nicht im Glaubenslicht Die Himmelsspeisen unsrer Seelen; Wie kann ich dann dich, Gast, erwäh len? Halleluja, Halleluja. 98 Pfingstlieder. herzu, Und gib der Seele ihre sein, Und flöße deinen Trost mir Ruh, Arbeite selbst an meinem ein, Daß keine Sünd dich von Herzen, Gib du ihm Balsam in mir treibe, Und ich in deinem den Schmerzen, Schlag deine Bunde bleibe. Halleluja, Halleluja. Werkstätt bei mir auf, Und führe meinen Lebenslauf; So kann ich Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. durch die werthen Gaben Den 161. Geist der Wahrheit, innern Sabbath in mir haben. Halleluja, Halleluja. lehre mich Aller Weisheit Quelle kennen, Jesum 6. Du Geist der Kindschaft, kann ich nur durch dich Meinen zeige mir, Wie ich in Andacht Herrn und Heiland nennen. Du komm zu dir. Ach, lehre mich nur kannst ihn mir verklären, Und von Herzen beten, In wahrer mein Herz zu Gott bekehren. Kraft vor dich zu treten. Ich bin 2. Du nur machst das Herz ganz lau, ach stärke mich, Daß gewiß, Und erleuchtest meine Seele, Herz und Seel entzünden sich, Daß ich in der Finsterniß Nicht Und bloß in dir das Wesen sehen; den Weg des Heils verfehle. Du Das ist der Schaß von allen führst mich auf Gottes Pfade, Schäßen. Halleluja, Halleluja. Beugst von Wahrheit und von Gnade. 7. Leg du mir dieses Zeugniß 3. Unser Tröster heißest du, bei, Daß ich ein Kind des Vaters sei. Treib selber mich zu deinen Ueberschwenglich kannst du trösten. Wegen, Daß sich in mir die Lüste Du erfüllst mit Himmelsruh Die legen, Und ich in wahrem Glau- Gemüther der Erlösten, Daß sie ben kann Das: Abba, Vater! nach der Angst der Sünden Got stimmen an; Geuß aus durch deine tes Baterhuld empfinden. starken Triebe Die Ströme Gottes 4. Mächtig stärkst du zum reicher Liebe. Halleluja, Halleluja. Gebet, Weckst in uns inbrünstges 8. Umgürte mich in allem Sehnen, Das mit stillen Seuf Streit Mit wahrer Glaubens- zern fleht, Uns zur Wonne führt freudigkeit, Daß ich in deiner durch Thränen. Hoffnung und Kraft bestehe, Und nicht auf Geduld im Leiden Ist dein Werk, fremde Wege gehe. Du Geist der du Geist der Freuden. Wahrheit, lehre mich, Daß Herz 5. Heiligung und Reinigkeit, und Geist und Seele sich Nach Und ein gottgefällig Leben, Selige deiner hohen Weisheit sehnen, Zufriedenheit, Wahre Weisheit Und von dir alle Macht entlehnen. kannst du geben. Selig, die an Halleluja, Halleluja. deinen Gaben Theil durch Lieb 9. Geist, regiere meinen und Glauben haben. Geist, Daß er dir folge allermeist, 6. Was mir fehlt, find ich bei Daß er die Sündenmauer breche, dir, Nur durch dich kann ich ge Und Abba, Vater! freudig spreche. nesen. Komm, und wohne selbst Laß Ruh und Fried im Herzen in mir, Schaffe neu mein ganzes Wefen; Pfingstlieder. 99 Wesen; Dann wird meine Schwach- sers Erbes Unterpfand Bist du heit Stärke, Und ich wirke Got- vom Vater ausgesandt, Zum tes Werke. Tröster uns gegeben. Jesu Glie7. Sieh, ich öffne dir mein der Wirst du führen und regieHerz, Läutre du es, auch durch ren; deine Gnade Leit auch uns Leiden, Mache mich durch Noth auf unserm Pfade. und Schmerz Würdig deiner Himmelsfreuden. Hilf mir, Vater, beten, ringen, Und hindurch zum Ziele dringen. 2. O welch ein großer Tag erschien, Als man die Flammen sah erglühn Hell über jedem Haupte! Im Sturmwind thatest du dich kund, Dein Zeugniß heiligte den Bund Der Schaar, die freudig glaubte. Mächtig Kamſt du, Um neue die stark zu machen, und erklungen Ist das Heil in allen Zungen. Mel. Komm, Gott, Schöpfer. 162. Zu dir, Geift, Schöpfer, 3¹ flehen wir, Herzen in uns schafft. Des Segens Fülle kommt von dir, Durchdring uns ganz mit deiner Kraft. 2. Du bist, das ist dein Nam und Ruhm, Der Tröster, uns von Gott gesandt, Salbst uns zu seinem Eigenthum, Wirst unsers Erbes Unterpfand. 3. Dank für so viel göttlich Licht, Das jede Finsterniß durchbricht, Zur himmlischen Belebung! Den Menschenherzen alt und jung Schaffst Kräfte du zur Heiligung, 3u stiller Gottergebung. Preis 3. Erleucht uns mit der Wahr- dir, Dank dir, Daß du kräftig heit Licht, Entzünd in uns der und geschäftig uns belehrest, JeLiebe Glut, Schenk uns in Schwachheit Zuversicht, und stärk im Kampfe unsern Muth. sum Christum uns verklärest. 4. Auch wir, die Christus sich erkauft, Wir sind mit deiner Kraft getauft, Die Welt zu überwinden. Wirk in uns Allen Lieb und Zucht, Und laß in uns des Glaubens Frucht Sich hundertfältig finden. Gnädig Hilf du Gottes Erben einst im Sterben, daß sie droben Ewig deine Wunder loben. Mel. Wie schön leucht't uns der. 5. Wir beugen unsern Geist vor dir, Geist Gottes, Alle flehen wir: Du wollest bei uns bleiben. Geh ferner aus in alle Welt, Damit, von deinem Licht erhellt, Die Völker alle gläuben. Führe Christenheit, Du Gnädig Sie zur Wahrheit und Geist der Kraft und Herrlichkeit, zur Klarheit, daß die Erde, Geist Du, aller Geister Leben. Als un- des Herrn, dein Tempel werde. G* 163. Dir jauchzet froh die Mel. 4. Gib uns des Glaubens Freudigkeit, Den Frieden, den die Welt nicht kennt. Verbanne von uns Haß und Streit, Und was uns von den Brüdern trennt. 5. Ja, wohn in uns, du Geist des Herrn, Weih uns zu deinem Tempel ein; Wir folgen deinem Zuge gern, Und wollen dir gehorsam sein. 100 Pfingstlieder. bitten heißft, Demuthsvoll fleh ich u dir: Bater, fend ihn auch zu mir, Daß er meinen Geist erneue, fandte von des Vaters Thron, Und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohn ihn fehlet meinem Wif Geist der Kraft und Stärke. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. 164. Dies ist der Tag, da Gottes Sohn Dich Gottes Dich Du gosfest aus der Liebe Glut, sen Leben, Kraft und FruchtbarGabft Jefu Jüngern Heldenmuth keit, Und mein Herz bleibt dir Zu ihrem heilgen Werke. Groß entriffen, und dem Dienst der war die Erndte, schwer die Müh, feine Kraft Die Gesinnung in mir Welt geweiht, Wenn er nicht durch Doch, Geist des Herrn, du stärk- seine Kraft Die Gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz test sie. 2. Da machte seiner Zeugen ergebe Und zu deiner Ehre lebe. 3. Dich auch kann ich nicht Mund Die großen Thaten Gottes kund, Die Heiden zu bekehren. erkennen, Jefu, noch mit ächter kund, Die Heiden zu bekehren. Treu Meinen Gott und Herrn Die Gößentempel wurden leer, Es schwand der falschen Götter dich nennen, Stehet mir dein Geist Heer, Sammt Opfern und At- nicht bei. Drum so laß ihn kräftären. So siegreich war der tiglich In mir wirken, daß ich dich Zeugen Muth, Und schwiegen sie, so sprach ihr Blut. Glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Güter, Hochgelobter Gottesgeist, Der du menschliche Gemüther Befferst und mit Trost erfreust: Herr, nach dir verlangt auch mich, Ich ergebe mich an dich, Mache mich zu Gottes Preise Heilig, und zum Himmel weise. 3. Wie Gottes Bliße ging ihr Wort Bis an der Erde Gränzen fort, Die Nacht wich vor dem Lichte. Den beteten die Heiden an, Von dem wir einst die Kron empfahn, Wenn er kommt zum Gerichte. Das Kreuz des Mittlers überwand, Und ward des Heiles Unterpfand. 4. Die Kirche, die ihm ange= hört, und die du, Geist des Herrn, gemehrt, Wird ewiglich bestehen. Aus ihrer Mitte weichst du nie, Mit neuer Kraft belebst du sie, Sie kann nicht untergehen. seinen Augen wandle, Und rechtmach uns nur in deinem Reich schaffen denk und handle. Den ersten Boten Christi gleich. Liebe, Bilde mich nach deinem 6. Geist des Friedens und der Sinn, Daß ich Lieb und Sanft= Mel. Fren dich sehr, o meine. 165. D er du uns als Vater muth übe, Und mir's rechne liebest, Treuer Gott, zum Gewinn, Wenn ich je ein und deinen Geist Denen, die dich Friedensband Knüpfen kann mit bitten, giebest, Ja, uns um ihn treuer Hand, Und zur Lindrung der 5. Fülle mich mit heilgen TrieGut, Ueber Alles möge lieben, ben, Daß ich Gott, mein höchstes Daß ich mit getrostem Muth Seiner Vaterhuld mich freu, Und mit wahrer Kindestreu Stets vor Pfingstlieder. 101 der Beschwerden kann dem Näch- bens kämpfen, Gib uns Muth, sten nüßlich werden. Fleisch und Blut, Sünd und 7. Lehre mich, mich selber Welt zu dämpfen. Laß uns selbst kennen, Auch verborgne Fehler das herbste Leiden, Angst und fehn, Sie dem Herrn voll Demuth Noth, Schmach und Tod Nicht nennen, Und ihn um Vergebung von Jesu scheiden. flehn. Mache täglich Ernst und Treu, Sie zu beffern, in mir neu; Zu dem Heiligungsgeschäfte Gib mir immer neue Kräfte. 4. Hilf nach Gottes Reich uns streben, und verleih, Daß wir treu Unserm Heiland leben. Nimmer laß uns stille stehen, Treib uns an, Seine Bahn Festen 8. Wenn der Anblick meiner Sünden Mein Gewissen nieder- Muths zu gehen. schlägt, Wenn sich in mir Zweifel finden, Die mein Herz mit Zittern hegt, Wenn mein Aug in Nöthen weint, Gott mich nicht zu hören scheint: O dann laß es meiner Seelen Nicht an Trost und Stärkung fehlen. 5. Jedem, der noch ohne Rum= mer Seine Zeit Sünden weiht, Weck aus seinem Schlummer. Zeig ihm den Betrug der Sünde, Daß sein Herz Tief den Schmerz Wahrer Reu empfinde. 6. Sei in Schwachheit unfre 9. Was sich Gutes in mir Stüße, Mach uns treu, Steh findet, Ist dein Gnadenwerk in uns bei In der Trübfalshige. wir, Selbst den Trieb hast du Führ, wenn Gott uns nach dem entzündet, Daß mich, Herr, ver- Leide Sterben heißt, Unsern Geist langt nach dir. O so sege durch hin zur ewgen Freude. dein Wort Deine Gnadenwirkung fort, Bis sie durch ein selig Ende Herrlich sich an mir vollende. Mel. Freu dich sehr, o meine. 167. Geift vom Vater und Mel. Warum sollt ich mich denn. vom Sohne, Der du unser Tröster bist, Und von 166. Höchfter Tröfter, komm unsers Gottes Throne Hülfreich hernieder, Sei nicht auf uns Stehe fern, Geist des Herrn, Stärke du mir mächtig bei, Daß ich Christi Glieder. Er, der nie sein Gott ergeben sei, so wird Wort gebrochen, Christus hat Deinen Rath Seinem Volk versprochen. mein Herz auf Erden Schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege 2. Geist der Weisheit, gib uns Deine Weisheit mit mir sein, Allen Durch dein Licht Unterricht, Wenn ich bange Zweifel bege, Wie wir Gott gefallen. Lehr uns Deine Wahrheit mich erfreun. freudig vor ihn treten, Sei uns Lenke kräftig meinen Sinn. Auf nah, Sprich dein: Ja! Wenn mein wahres Wohlsein hin; Lehrst wir gläubig beten. du mich das Rechte wählen, Werd 3. Hilf den Kampf des Glau- ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige 102 Pfingstlieder. 3. Heilige des Herzens Triebe,[ Lebensbahn. O komm, du reines Daß ich über Alles treu Meinen Licht von oben, Verklär- uns, Gott und Vater liebe; Daß mir würdig dich zu loben. Halleluja, nichts so wichtig sei, Als in feiner Huld zu stehn, Seinen Namen zu erhöhn. Seinen Willen Halleluja. 2. Komm, du ersehnter Gottes= geist, Der uns der Sündenangst zu vollbringen Müsse mir durch entreißt. Ach, hart verklagt uns dich gelingen. das Gewissen, Verwundet, blutend 4. Stärke mich, wenn wo zur und zerrissen. Gib Zeugniß unSünde Mein Gemüth versuchet serm Geist, daß wir Des Vaters wird, Daß sie mich nicht über- Kinder sind schon hier, Von Gott winde. Hab ich irgend mich ver- durch Schuld nicht mehr geschie irrt, so strafe selbst mein Herz, den. Geist Gottes, gib uns deinen Daß ich unter Reu und Schmerz Frieden. Halleluja, Halleluja. Mich vor Gott in Demuth beuge, Und mein Herz zur Bessrung neige. 3. Komm, komm, Erneu'rer, Gottesgeist, Der uns dem Sün dendienst entreißt. Wie hat die 5. Reize mich, mit Flehn und Sünde uns gebunden, Wie böse Beten, Wenn mir Hülfe nöthig Lust oft überwunden! Brich alle ist, zu dem Gnadenstuhl zu tre- Fesseln nun entzwei, O mache ten, Gib, daß ich auf Jesum von uns selbst uns frei, Ganz Christ, Als auf meinen Mittler, schau, Und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen Von dem Vater zu empfangen. umgestaltet, neu geboren. Du bist zum Helfer auserkoren. Halleluja, Halleluja. 4. Komm, komm, o Tröster, Gottesgeist, Der uns der Erdennoth ent 6. Stehe mir in allen Leiden reißt. Du bist ein Geist der reinen Stets mit deinem Troste bei, Daß Freude, Mach uns getrost in jedem ich auch alsdann mit Freuden Leide. O du, der alles in uns schafft, Gottes Führung folgsam sei. Gib Gib Glaubensmuth, gib Heldenmir ein gelassnes Herz, Laß mich kraft, Daß wir von Weltangst uns felbst im Todesschmerz Bis zum erheben Jns friedenreiche Himmels frohen Ueberwinden Deines Geistes leben. Halleluja, Halleluja. Trost empfinden. Mel. Komm, beiliger Geist. 5. Komm, komm nun, ew'ger Gottesgeist, Der uns der Erdenlast entreißt, Daß wir zur Himmels168. Komm, overheißner freiheit dringen, Auf deiner ew'gen Gottesgeist, Der Gnade Schwingen. In Todesnacht uns der Sünde Nacht entreißt. sei unser Licht, Und Beistand droDein Licht verklär auch unsre ben im Gericht, Daß vor dem Seelen, Daß sie von deiner Hülf Richter wir bestehen, und selig erzählen: Wie du auch uns so ein zum Himmel gehen. Halleluja, wohl gethan, Erhellend unsre Halleluja. Mel. Pfingstlieder. 103 Mel. Nun sich der Tag geendet. Glanz empor. So sei durch deines Schöpferwortes Macht Der 169. Nicht um ein flüchtig Wahrheit Licht auch in mir angefacht. Gut der Zeit, Ich fleh um deinen Geist, O Gott, den mir zur Seligkeit Dein theures Wort verheißt. 3. Dich hat noch Niemand je. gesehen, Dein ewger Sohn nur hat dich uns verklärt; Doch wie kann 2. Die Weisheit, die vom Him- ich sein Wort verstehen, Wenn mel stammt, O Vater, lehr er nicht dein Geist den rechten Sinn mich, Die Weisheit, die das Herz mich lehrt? Drum gib mir, Gott, entflammt Zur Liebe gegen dich. von oben deinen Geist, Der mich in aller Wahrheit unterweist. 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt reinere Zufriedenheit, Als alles Glück der Welt. 4. Dann werd ich, Herr, dich recht erkennen, Dich, der in Chrifto uns so hoch geliebt, Und froh dich 4. Dann, dann hab ich Ver- meinen Vater nennen, Weil mir traun zu dir, Dann schenket selbst dein Geist der Kindschaft Zeugniß dein Geist Das freudige Bewußtsein gibt. Dann wird mir erst das mir, Daß du mir gnädig seist. Heil in Christo klar, Das deiner 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, Zur Tugend stärk er mich, Erweise, wenn ich traurig bin, Auch mir als Tröster sich. 6. Er schaff in mir ein reines Herz, Versiegle deine Huld, Und waffne mich in jedem Schmerz Mit Muth und mit Geduld. Gnade ewger Rathschluß war. 5. Ergreife, Herr, mit deiner Wahrheit Die, so noch wandeln in der Sünde Nacht; Sie leuchte hier mit sanfter Klarheit, Sie schrecke dort mit deines Donners Macht, Daß die verstockten Sünder in sich gehn, Und wahrer Reue voll, um Gnade flehn. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich. 170. Von on dir, mein Gott, kommt Licht und 6. Und merk ich selbst mit bangem Herzen, Daß ich bethört vom Weg des Heiles wich, Dann Leben, Der du das Licht und stille meine bittern Schmerzen Das Leben selber bist, Ich bin mit theure Wort: der Mittler starb Dunkel noch umgeben, und weiß für dich! Daß ich Vergebung find nicht, was dir wohlgefällig ist. in Jesu Blut; Du aber gib zur O sende mir der Wahrheit hellen Bessrung Kraft und Muth. Schein, Belebe mich, daß ich dir leb allein. 2. Du sprachst, und aus den 171. O Mel. Freu dich sehr, o meine. du allerhöchste Freude! Odu S Finsterniffen Ging auf dein Wort des Lichtes Strahl hervor. Nun allerschönstes Licht! Der du uns ward die Welt der Nacht entin Lieb und Leide Unbesuchet läſfest riffen, Die Sonne stieg in vollem nicht; Geist des Höchsten, höchster Fürst, 104 Pfingstlieder. Fürst, Der du hältst und halten auch Diesen edlen Sinn und wirst Ohn Aufhören alle Dinge, Brauch, Daß ich Freund und Hör, o höre, was ich singe! Feinde liebe, Keinen, 2. Du bist ja die beste Gabe, liebst, betrübe. den du Die ein Mensch nur nennen kann, Wenn ich dich erwünsch und habe, Geb ich alles Wünschen dran. Ach, ergib dich, komm zu mir In mein Herze, das du dir, Da ich ward auf's Neu geboren, Selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst aus des Himmels Throne Wie ein Regen ausge= schütt't, Bringst vom Vater und vom Sohne Nichts als lauter Segen mit. Laß doch, o du werther Gast, Gottes Segen, den du hast, Und vertheilst nach deinem Willen, Mich an Leib und Seel erfüllen. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, Wenn du mich nur nicht verstößst. Bleib von dir ich ungeschieden, Ei, so bin ich ganz getröst't. Laß mich sein dein Eigenthum, Ich versprech auch wiederum, Hier und dort all mein Vermögen Dir zur Ehre anzulegen. 8. Allem will ich gern entsagen, Was dir deinen Ruhm entreißt, Und mein Herz soll immer fragen Nur nach dem, was du verleihst. Was der Satan will und sucht, Will ich halten als verflucht, Ihm auf seinen schnöden Wegen Treten stets mit Ernst entgegen. 4. Weise bist du, voll Verstandes, Was geheim ist, ist dir kund, Zählst den Staub des kleinen Sandes, Schaust des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, Wie verderbt und blind ich sei. Drum gib Weisheit, und vor allen, Wie ich möge Gott gefallen. 9. Nur allein, daß du mich stärkest, Und mir treulich steheft bei! Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Daß mir Hülfe nöthig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, Nimm den alten Willen hin, Hilf mir, daß er sich erneue, Daß mein Gott sich meiner freue. 5. Du bist heilig, lässt dich finden, Wo man rein und lauter ist, Fleuchst hingegen Schand und Sünden, Wie die Taube rein 10. Sei mein Retter, halt mich eben, Wenn ich sinke, sei mein Stab, Wenn ich sterbe, sei mein Leben, Wenn ich liege, sei mein Grab, Wenn ich wieder aufersteh, du bist. Mache mich, o Gnaden- so hilf mir, daß ich geh Hin, quell, Durch dein Waschen rein und hell, Laß mich fliehen, was du fliehest, Gib mir, was du gerne fiehest. da du in ewgen Freuden Wirst die Auserwählten weiden. Mel. Errett mich, o mein lieber. 6. Du bist, wie ein Schäflein 172. daß doch bald dein pfleget, Frommen Herzens, sansFeuer brennte, ten Muths, Bleibst im Lieben unaussprechlich Liebender! Es bald unbeweget, Thuft uns Bösen alles die ganze Welt erkennte, Daß du Guts. Geist des Vaters, gib mir bist König, Gott und Herr! 2. Wohl Pfingstlieder. 105 2. Wohl brennt es schon infauf allen Wegen. Mit meiner heller Flamme, Jeht hier, jeßt Kraft ist nichts gethan, Du dort, in Ost und West, Dir, mußt mir Gnade geben, Fromm dem am Kreuz erwürgten Lamme, zu leben, und, wenn ich selbst Ein herrlich Pfingst- und Freu- nicht kann, Mein Herz zu dir denfest. erheben. 3. Und noch entzünden Him- 2. Geist Gottes, ach, was melsfunken So manches kalte, wäre ich, Der Gottes Bild todte Herz, Daß es, in Liebe verloren, Wenn du nicht durch hingesunken, Nicht ewig fühlt die Taufe mich Von neuem den Höllenschmerz. hätt'st geboren? Du hast durch 4. Verzehre Stolz und Eigen- deine Gnad in mir Den Glauz liebe, Und sondre ab, was unrein ben angezündet Und gegründet, ist, und mehre jener Inbrunst Daß nun mein Herz in dir Triebe, Die aus dem Quell des Trost, Fried und Freude findet. Lichtes fließt. 3. Herr, meine Kraft kommt 5. Erwecke, läutre und ver- nur von dir, Hilf mir im eine Des ganzen Christenvolkes Kampfe ringen, zu allem Guten Schaar, Und mach in deinem schenke mir Das Wollen und Vollbringen. Gnadenscheine Dein Heil einst Schwachheit irre geh, Gib, daß Wenn ich aus ich's bald empfinde, Und der Sünde Mit Eifer widersteh, Das Böse überwinde. Jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, Allmächtig starker Got teshauch, Dein Feuermeer ström nicht vergebens, Dzünd in un fern Herzen auch! 4. Du weißt es ja, wie schwach ich bin, Du kannst, du wirst mich stärken. Erneure täg= 7. Bring Alles, was sich trennt, lich meinen Sinn Zum Fleiß zusammen, Und baue deinen Tem- in guten Werken. Laß deines pel aus; Laß leuchten deine heil- Wortes Kraft und Licht Zur gen Flammen Durch deines Vaters Leitung im Gewissen Mich ge= ganzes Haus. nießen, So werd ich sicher nicht 8. Ja, weck, erleucht, erwärm, 3um Falle fortgeriffen. entflamme Doch bald die ganze 5. Und fühl ich, was mir weite Welt, Und zeig dich jedem noch gebricht, Dringt mich mein Völkerstamme Als Heiland, Friede- Herz zu beten: So laß mit fürst und Held. Mel. Ich ruf zu dir, Herr. Kindeszuversicht Mich zu dem Vater treten. Ach, lai, du werther Geist von Gott, Mich deinen Trost erblicken Und ergeist, Komm mit quicken, So wird die größte Boden mit Gnad entgegen; Sei du, den Noth Jesus uns verheißt, Mit mir drücken. 173. hochgelobter GottesMich nie zu 6. Ich 106 Pfingstlieder. 6. Ich achte nicht den Trost 4. Laß uns stets dein Zeugder Welt, Der mir zu bald niß fühlen, Daß wir Gottes verschwindet; Dein Trost ist's, Kinder sind, Die auf ihn allein der mich aufrecht hält, Der nur zielen, Wenn sich Noth und meine Hoffnung gründet. Du Drangfal find't; Denn des Vabist mir Siegel, bist mir Pfand, ters Liebesruth' Ist uns allerDaß ich als Kind und Erbe wege gut. Selig sterbe, Hingeh ins Vater- 5. Reiz uns, daß wir zu ihm land, Und nimmermehr verderbe. treten, Frei mit aller Freudig7. Nun die Verheißung ist keit. Seufz auch in uns, wenn geschehn, Wenn wir in Christi wir beten Und vertritt uns alleNamen Um Gottes Geist zum zeit, So wird unser Flehn erhöret, Vater flehn, Ist Alles Ja und Und die Zuversicht gemehret. Amen. Wir flehen, Herr, um 6. Wird um Trost dem Herdeinen Geist, Du wirst um zen bange, Daß es oftmals rufen Christi willen Das erfüllen, Was muß: Ach, mein Gott, mein uns dein Wort verheißt, Und Gott, wie lange? Mach' doch unsre Sehnsucht stillen. endlich den Beschluß! Dann sprich du uns tröstlich zu, Und gib Muth, Geduld und Ruh. Eigene Melodie, 7. O du Geist der Kraft und 174. Komm, o komm, du Geist des Lebens, Stärke, Du gewisser, neuer Geist, Wahrer Gott Gott von Ewigkeit! Förd're in uns deine Werke, Deine Kraft sei nicht vergebens, Wenn zum Kampf uns Satan Sie erfüll uns jederzeit, So reißt; Schenk uns Waffen in wird Licht und heller Schein In dem Krieg, Und erhalt in uns dem dunklen Herzen sein. den Sieg. 2. Gib in unser Herz und 8. Herr, bewahr' auch unsern Sinnen Weisheit, Rath, Ver- Glauben, Daß kein Teufel, Tod stand und Zucht, Daß wir an- und Spott Uns denselben möge ders nichts beginnen, Als nur, rauben, Du bist unser Schuß und was dein Wille sucht. Dein' Er- Gott. Sagt das Fleisch auch kenntniß werde groß, Und mach immer: nein! Laß dein Wort uns vom Irrthum los. gewisser sein. 3. Zeige, Herr, die Wahr- Wenn wir endlich sollen heitsstege, Halt uns auf der rech- sterben, So versichre mehr und ten Bahn, Räume Alles aus mehr Uns, als deines Reiches dem Wege, Was im Lauf uns Erben, Jener Herrlichkeit und hindern kann. Wirke Reu an Ehr, Die Gott gibt durch Jes Sünden Statt, Wenn der Fuß sum Christ, Und die unausgestrauchelt hat. fprechlich ist. Buß 107 Buß- und Bettagslieder. 9. Buß- und Bettagslieder. Eigene Melodie. 4. Christi Liebe dringe Mich, 175. Schaffe in mir, Gott, damit ich treu, Standhaft kämpfe, Ein reines Herze, ringe, Ueberwinder sei. Laß zum Und gib mir einen neuen gewissen Heil mich's schrecken, Daß so oft Geist. Verwirf mich nicht Vor ich fiel; Laß vom Schlaf mich deinem Angesicht, Und nimm dei- wecken, Herr, die Kron am Ziel, nen heiligen Geist nicht von mir. Vater und Vergelter, Sohn, für Tröste mich wieder mit deiner mich gestorben, Geist des Sohns Hülfe, Und dein freudiger Geist und Vaters! erhalte mich dir. Mel. Herzlich lieb hab ich dich. Mel. O wir armen Sünder. 177. t Gott, der du unfre 176. Saffet uns beweinen, Das, was wir geZuflucht bist, Herr, unser Mittler, Jesus Christ, Geist than. Gott nahm stets die Sei- Gottes, Geist der Gnaden! S nen, Die ihn suchten, an. Die Heiliger, wir flehn zu dir, Dein nicht reuig kamen, Diese traf sein Gnadenantlik suchen wir, MühFluch, Gott tilgt ihre Namen selig und beladen. Nimm von Aus des Lebens Buch. Schöpfer, uns unsre Sündenschuld, Du Richter, Vater, Mittler, Jesus Gott der Langmuth und Geduld. Christus, Geist, erbarm dich Erhöre gnädig unser Flehn, Daß unser. der Versöhnung Heil wir sehn. 2. Laßt uns innig klagen Ueber Herr, unser Gott, Verbirg uns unfre Schuld, Aber nicht verza- nicht dein Angesicht, Und geh mit gen An des Höchsten Huld. Sieh, uns nicht ins Gericht. ich komm und suche, Gott, dein 2. Wir haben unfern Bund Angesicht, Tilg aus deinem Buche entweiht, Und oft in UngerechtigMich, Erbarmer, nicht, Gott, keit, Herr, deinen Weg verlassen. der mich erschaffen, Gott, der Doch reuig kehren wir zurück. mich versöhnet, Gott, der mich geheiligt! richt auf uns der Gnade Blick, Zu der wir Hoffnung faffen. Sie 3. Von der ersten Liebe leit uns auf den ebnen Pfad, Ach, das ist mein Schmerz! Den uns dein Wort bezeichnet Von der ersten Liebe Wich mein hat, Daß nie Versuchung oder wankend Herz. Herr, du bleibst Wahn Der Sünd uns mache unErbarmer, Führest meinen Lauf, terthan. Herr, unser Gott, Groß Sieh, hier fleh ich Atmer, Nimm von Geduld, vor aller Schuld mich wieder auf, Gott, der mich Behüt uns deine Vaterhuld. erschaffen, Gott, der mich versöhnet, Gott, der mich geheiligt! 3. Schüß uns vor Frrthum und Gefahr, Erhalte deiner Frommen 108 Buß- und Bettagslieder. Frommen Schaar Der Glaubens- Kommt eilig, kommt und macht eintracht Segen. Uns leite, Gott, euch auf, Mühselig und beladen. dein guter Geist, Wie uns dein Hier öffnet sich des Heilands Herz theures Wort verheißt, Auf allen Für Alle, die in Neu und Schmerz unsern Wegen. Laß auch in Lehr Erkennen ihren Schaden. und Wandel rein Die Diener deines Wortes sein, Und gib an deiner Wahrheit Heil Auch Frren2. Es heißt: er nimmt die Sünder an, Drum komm, dein Jesus will und kann Dich retten den und Zweiflern Theil. Herr, und umarmen. Komm weinend, unser Gott, Breit aus dein Wort, komm in wahrer Buß, Und fall an jedem Ort, Und laß es wach- im Glauben ihm zu Fuß, Er sen fort und fort. wird sich dein erbarmen. 4. Dein Segen komm auf 3. Ein Hirt verläßt sein unser Land, Daß wir, beschirmt Schäflein nicht, Dem's in der von deiner Hand, Des Friedens Jrr an Hülf gebricht, Er sucht Glück genießen, Wend ab von es mit Verlangen. Er läffet neun uns durch deine Huth Der Fluthen und neunzig stehn, Und sie gar und der Flammen Wuth, Des in der Wüste gehn, Das eine zu Krieges Blutvergießen. Noch lange umfangen. sei der Vaterblick Des Königs 4. So fucht der theure Jesus seiner Völker Glück. O schütt' Christ Das Schäflein, das verauf ihn und auf sein Haus Die loren ist, Bis daß ers hat geFülle deines Segens aus. Herr, funden. Ach, laß dich finden von unser Gott, Schüß unser Land dem Herrn, O komm zu ihm, er mit starker Hand, Beglück und segne jeden Stand. hilft dir gern, Noch sind die Gnadenstunden. 5. Vernimm der Leidenden Ge- 5. O Jesu, deine Lieb ist groß, bet, Und wer zu dir im Glauben Ich komm mühselig, arm und fleht, Dem hilf aus seinen Nö- bloß, Ach, laß mich Gnade finthen. Gib Kranken Linderung und den! Ich bin ein Schaf, das sich Ruh, Die Sterbenden erlöse du, verirrt, Ach, nimm mich auf, Erhör ihr lehtes Beten. Mach weil ich verwirrt Jm Strick und alle Unterdrückten frei, Steh Netz der Sünden. Wittwen, Herr, und Waisen bei, Vernichte der Verfolger Rath, Und wehre jeder bösen That. Herr, unser Gott, Durch Freud und Leid der Pilgerzeit Führ uns zu deiner Herrlichkeit. 6. Ach, weh mir, daß zum Abgrund hin Von dir ich abge= wichen' bin, Ach, laß mich wiederkehren! Nimm, guter Hirt, mich gnädig an, Und mach mich frei von Fluch und Bann, Das, Herr, ist mein Begehren. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 7. Laß mich dein Schäflein ewig 178. ht hr armen Sünder, sein, Sei du mein treuer Hirt fommt zu Hauf, allein, Im Leben und im Sterben. Laß Buß- und Bettagslieder. 109 Laß du mich von der Welt aus- Wort Will ich dich mächtig fassen. gehn, Als Gottes Kind zum Ich will von dir, mein Fels, mein Leben gehn, Und deinen Himmel Hort, Nicht weichen, dich nicht erben. laffen. Wie viel auch meiner Sünden sind, Bin ich durch Christum doch dein Kind, Du, mein verföhnter Vater. 8. Ich will von nun an sagen ab Der Sündenlust bis in mein Grab, Und in dem neuen Leben Durch Glauben und Gerechtigkeit Dir dienen noch die kurze Zeit, Die mir zum Heil gegeben. 5. Wohl mir, so fürcht ich keinen Streit, Du kannst mich sieghaft machen. Du gibst dem Bangen 9. Ach, nimm dein armes Freudigkeit, Und Kraft und Muth Täublein ein, Und laß es sicher dem Schwachen. Du, Gott, bift bei dir sein, Wie in der Felsen- meiner Seele Licht, Hab ich nur höhle. Bewahre mich vor Sün- dich, so frag ich nicht Nach Himdenwerk, Und schenke deines Geistes mel und nach Erde. Stärk Dem Leibe und der Seele. Mel. Vater unser im. 180. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. ie ist mein Herz so fern von dir, Von dir, du Quell des Lebens! Mein 179. ie o wahr ich lebe, spricht dein Gott, Mir ist nicht lieb des Sünders Tod, Vielmehr ist dies mein Geist bekümmert sich in mir, Wunsch und Will, Daß in der Sucht Ruh und sucht vergebens. Verlaß mich, Gott, mein Vater, nicht, Verbirg mir nicht dein Angesicht, Du aller Geister Wonne! Sünd er stehe still, Von seiner Bosheit kehre sich, und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Men2. Umhüllt von Dunkelheit bin schenkind, Verzweifle nicht in deiich, Mich fasset Angst und Beben, ner Sünd; Hier findest du Trost, Mein Herz sucht Licht und äng- Heil und Gnad, Die Gott dir stet sich, Doch fruchtlos ist sein zugefaget hat, Und zwar mit Streben. Der Kampf, der täglich einem theuern Eid. O felig, dem sich erneut, Die Bürde meiner die Sünd ist leid! Sterblichkeit Beugt in den Staub mich nieder. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, Denk nicht: zur Buße ist 3. Ich bin zu schwach, aus noch Zeit, Ich will erst fröhlich eigner Macht zu dir mich auf sein auf Erd, Bis ich des Lebens zuschwingen, zu schwach, durch müde werd, Alsdann will ich diese dunkle Nacht Zum Licht bekehren mich, Gott wird wohl empor zu dringen. Wirst du nicht mein erbarmen sich. meine Stärke sein, Wo find ich 4. Wahr ist's: Gott ist wohl Trost? zu dir allein, D Gott, stets bereit Dem Sünder mit steht mein Vertrauen. Barmherzigkeit; Doch wer auf 4. Mit festem Glauben an dein Gnade sündigt hin, und bleibt bei 110 Buß- und Bettagslieder. bei seinem bösen Stnn, Wer seiner Seele selbst nicht schont, Dem wird einst nach Verdienst gelohnt. 3. Eröffne mir dein freundlich Herz, Dein Herz voll Lieb und Güte, Vergib die Sünd, heil mei5. Gnad hat dir zugesaget nen Schmerz, Erquicke mein GeGott, Durch Jesu Christi Blut müthe, Vollend, was dir gefällt an und Tod, Doch sagen hat er nicht mir, Lehr mich das Böse meiden, gewollt, Ob du bis morgen leben Bis ich hinfahr zur Engelschaar, sollt. Daß du mußt sterben, ist Da nichts als lauter Freuden. dir kund, Verborgen ist die To= desstund. Mel. Durch Adams Fall ist ganz. 6. Heut lebst du, heut bekehre 182. Wer sich auf ſeine dich, morgen ändern sich. Wer heut ist frisch, Der bleibt in Sünden liegen, gesund und roth, Ist morgen Wer nicht Herz, Sinn und Muth krank, vielleicht gar todt. Stirbst erneurt, Wird sich gewiß betrügen; du nun ohne Reu und Leid, So Den Himmelsweg, den schmalen büßest du in Ewigkeit. Steg Hat nie sein Fuß betreten, Auch weiß er nicht, in Gottes Licht, Was Kämpfen sei und Beten. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich noch heute komm zu dir, Und Buße thu den Augenblick, Eh mich der schnelle Tod hinrück, Auf daß ich heut und jederzeit Zu meiner Heimfahrt sei bereit. 2. Was jetzt die Welt nur Schwachheit heißt, Ist ihrer Bosheit Stärke, Dadurch vermehrt der böse Geist Gar mächtig seine Werke. Auf, Seele, auf! richt' deinen Lauf Zur Allmacht, die dich rettet. Des Heilands Blick Mel. Durch Adams Fall ist ganz. Rch Sünder 181. armer I komm zu dir Mit zerreißt den Strick, Womit du tief betrübtem Herzen. Dir, Gott, angekettet. der gnädig für und für, Bekenn 3. Der erste Schritt im Chris ich meine Schmerzen. Ich hab stenthum Macht von der Sünde ohn Scheu, ohn Leid und Reusscheiden. Strebst du nach wahrem In Sünden lang verweilet, Und Glaubensruhm, So mußt du doch gabst du mir Raum und Wollust meiden. Wenn Christi Ruh, Hast mich nicht übereilet. Geist die Seele reißt Aus ihren Todesbanden, So spürt sie Kraft, die Jesus schafft, Mit dem sie 2. O Vater der Barmherzigkeit, Ich falle dir zu Fuße, Verwirf nicht den, der zu dir schreit Und auferstanden. thut aufrichtig Buße. Dein Angesicht mit Gnaden richt' Auf mich betrübten Sünder. Dein Gnaden blick auch mich erquick, So wird die Angst bald minder. 4. Mein Heiland, fördre selbst dein Werk, Laß mich gekräftigt werden; Ist doch Gerechtigkeit und Stärk Mein bestes Theil auf Erden. Du machst gerecht uns, dein Buß- und Bettagslieder. 111 dein Geschlecht, Und willst zugleich| Gläubig mich mit dir vereinet, uns stärken, Daß wir in dir des Und mich deiner Huld gefreut! Glaubens Zier, Die Macht der Gnädig sahst du zu mir nieder, Gnade merken. Aber bald vergaß ich wieder Meine Pflicht und, Vater, dich, und die 5. Brich durch, o starker Gottessohn, Damit auch wir Welt besiegte mich. durchbrechen, Laß uns in dir, 4. Vater, du nur kannst mich o Gnadenthron, Nicht mehr von retten, Wenn mich Niemand retSchwachheit sprechen, Weil deine ten kann. Ach, zerschlage meine Hand, das theure Pfand Des Ketten, Nimm dich des GefangGeistes uns gegeben, Dadurch nen an! Reiß die Wurzel meiner wir frei von Heuchelei Im Streit Schmerzen, Reiß die Sünd aus stets fiegreich leben. meinem Herzen. Tief im Staube bitt ich dich: Leite selbst zur Tu6. Gib Kraft, wo keine Kraft mehr ist, Gib Kraft, das Fleisch gend mich. zu dämpfen, Gib Kraft, wenn 5. Sieh, mich dürftet nach dem Satans Macht und List Uns Guten, Früh und spät ruf ich schwächen will im Kämpfen. Wenn zu dir: Laß mein Herz nicht länger uns die Welt viel Neze stellt, Gib Kraft, sie zu vernichten; So wird in Noth, ja selbst im Tod Uns deine Kraft aufrichten. bluten, Deinen Geist verleihe mir. Hilf die böse Lust bezwingen, Und nach deinem Beifall ringen. Stärke mich mit hoher Kraft, Das zu thun, was Segen schafft. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 6. Ja, du hörst mein kindlich 183. Vate ater, heilig möcht Flehen, Du erquickst mein Herz ich leben, Recht mit Ruh. Leben werd ich, nicht thun wäre meine Lust! Doch. Be- vergehen, Meine Stärke, Gott, gierden widerstreben Dem Gefes bist bu. Ueberwinden, überwinden in meiner Brust. Ach der Sün- Werd in dir ich alle Sünden. dentrieb im Herzen Ist die Quelle Meine Seele, fasse Muth, Endmeiner Schmerzen. Mich beschwert lich, endlich wird es gut. der Sünden Joch, Was ich nicht will, thu ich doch. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. wie unermeßlich ist ich nicht. Lockende Begierden treten und Größe, Die des Kindes nicht 3wischen mich und meine Pflicht. vergist, Ob die Mutter sein verSelbst den heilgen Andachtsstun- gäße! Ja, du siehst mit Vatertreu den, Wo, der niedern Welt ent- Selbst die Thränen später Reu. schwunden, Ich zu dir von Treue sprach, Folgten Sündentage nach. bricht Uns ein Strahl durch finstre 3. O wie oft hab ich geweinet, Nächte. Mehr erfreun im Himmel Schmerzlich meinen Fall bereut, nicht Viel vollendete Gerechte, 2. Wie verirrten Wandrern Alls 2. Sich um Kraft mich Schwaz 184. chen beten, Meinem Vorsak trau 112 Buß- und Bettagslieder. Als wenn einer, lang bethört,| Kreuz mich hefte, Und mir die Welt Wieder heim zum Vater kehrt. gekreuzigt sei. Ach, wirk in mir 3. Dies entflamm' auch unsern zu deinem Ruhm, Mein Gott, Muth, Aus den schweren Sün- das wahre Christenthum. denketten Unser Heil und ewges 6. Laß in mir Glauben, Hoff Gut Nur bei dir, dem Herrn, nung, Liebe Lebendig, fest und zu retten. Sünde lohnt mit thätig sein, Daß ich bis an mein Reu und Leid, Deine Gnad ist Sterben übe Das Christenthum Seligkeit. ohn Heuchelschein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum. Mel. Wer nur den lieben Gott. 185. Mein Gott, ach lehre mich erkennen Den Selbstbetrug und Heuchelschein, 7. Wird dies mein Flehn er höret werden, Was frag ich nach der armen Welt? Ich schmecke Daß tausend, die sich Christen dann schon hier auf Erden. Was nennen, Mit nichten Christi Glieder sein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum. mir der Himmel aufbehält. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum. 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, sei. Laß bir mich sterben, die mich 186. ie oft hab ich, Mel. O Traurigkeit. err, an leben, und mach in mir, Herr, alles neu. Ach, wirk in mir zu Ich Sünder, dich verachtet! Sieh deinem Ruhm, Mein Gott, das die Seele gnädig an, Die nach wahre Christenthum. Hülfe schmachtet. 2. Herr, denk an mich! Es jamm're dich Mein Elend, o Er barmer! Wenn du meiner nicht gedenkst, Ach, was bin ich Armer? 3. Herr, denk an mich! Wie leicht kann ich In Wahn und Sünde fallen! Laß mich stets an 4. Regiere du selbst meine deiner Hand Deine Wege wallen. Seele, Damit ich Christo folge nach, Und stets den schmalen Weg erwähle, Ja, Ehre such in Christi Schmach. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum. 4. Herr, denk an mich! Dann nahe sich Die Stunde schwerer Leiden. Bin ich dein, o was vermag Mich von dir zu scheiden? 5. Herr, denk an mich! Ge stärkt durch dich, Geh ich dem 5. Gib mir zum Streite Muth Tod entgegen. Tod und Grab, und Kräfte, Hilf, daß ich dir ver- o Jesu, wird Mir durch dich bleibe treu, Daß ich an Christi zum Segen, nothin 6. Hert, 3. Reiß los das Herz mir von der Erden, Laß mich, der ich unsterblich bin, Nach deinem Bild erneuert werden, Und gib mir meines Heilands Sinn. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum. Buß- und Bettagslieder. 113 6. Herr, denk an mich! Froh kommen ist, So hilf mir treulich will ich dich Für deine Huld erheben, Wenn du mir das Paradies Wirft aus Gnaden geben. kämpfen, Daß ich des Satans Trug und List Durch Christi Sieg mög dämpfen, Auf daß mir Krankheit, Angst und Noth, Und dann der letzte Feind, der Tod, Nur sei die Thür zum Leben. Mel. Aus tiefer Noth. 187. Vater der Barmherzigkeit, Sch falle dir zu Fuße, Verstoß den nicht, der zu dir schreit, Und thut noch endlich Buße. Was ich begangen wider dich, Verzeih mir Alles gnädiglich, Herr von großer Güt und Treu, Durch deine große Güte. Und fühlen, leider! im Gewissen, Wie elend unser Zustand sei. Das Maaß der Sünden ist erfüllt, Ach, weh uns, wenn du strafen willt! 2. Durch deiner Allmacht Wun: derthat Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine Weisheit schaffe Rath, Worin es sonst mir fehlet. Gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, Daß ich mit dir all meine Werk Anfange und vollende. 2. Du bist gerecht, wir aber Sünder, Wie wollen wir vor dir bestehn? Wir, wir sind abgewichne Kinder, Die Wege des Verderbens gehn, Sind werth, daß deiner Rache Schwert, Gerechter Gott, uns längst verzehrt. 3. O Jesu Christe, der du hast Am Kreuze für mich Armen Getragen aller Sünden Laft, Wollst meiner dich erbarmen. O wahrer 3. Doch, Vater, denk an deis Gott, o Davids Sohn, Erbarm nen Namen, Gedenk an deinen dich mein, und mein verschon, Sieh lieben Sohn. Dein Gnadenwort an mein kläglich Rufen. bleibt Ja und Amen, Dein Eid4. Laß deiner Wunden theures schwur zeuget selbst davon: Du Blut, Dein' Todespein und Ster- willst den Tod des Sünders nicht, ben Mir kommen kräftiglich zu gut, Drum geh mit uns nicht ins Daß ich nicht muß verderben. Bitt Gericht. du den Vater, daß er mir Im Zorn nicht lohne nach Gebühr, Wie ich es hab verschuldet. Mel. Wer nur den lieben Gott. 188. ir liegen hier zu deinen Füßen, Ach 4. Wir liegen hier vor dir im Staube, O Vater, mit zerfnirschtem Geist. Uns hält und stärkt 5. O heilger Geist, du wahres allein der Glaube, Daß du noch Licht, Regierer der Gedanken, der Erbarmer seist, Der gern sein Wenn mich der Sünden Lust Herz zum Sünder neigt, Und statt anficht, Laß mich von dir nicht des Bornes Huld erzeigt. -wanken. Verleih, daß nun und nimmermehr Begier nach Wollust, Geld und Ehr In meinem Herzen herrsche. 5. Dein Sohn tritt selber in die Mitte, Ach, schaue seine Wunden an, Die er für unsre Schuld erlitte; Wie viel hat er für uns gethan! Er ist das Lamm, das 6. Und wenn mein Stündlein H für 114 Buß- und Bettagslieder. für uns litt, Und uns noch jetzt der, weicht von mir, Ich will bei Gott vertritt. euch nicht erkennen! Wer wollt es 6. Ach Blut, ach Blut von Unrecht nennen? Wer bist du, Gottes Sohne, Schrei für uns wer sind wir? um Barmherzigkeit! Sprich für 3. Doch heißt dein Ruf uns uns vor dem Gnadenthrone, Des kommen, Und merken wir nicht Vaters Herz ist ja bereit, Auf drauf, Ob wir ihn schon verJesu Opfer hinzusehn; Wir wer- nommen, So suchst du selbst uns den nicht verloren gehn. auf. Dein Herz, o Heiland, brennt, 7. Herr, laß die wohlverdiente Daß doch das Schaf zur Heerde Strafe Nicht über unsre Häupter Zurück geführet werde, Davon es gehn. Laß uns nicht als verlorne sich getrennt. Schafe Von deiner Huld verlassen 4. Nimmt nun der freche SünSo stehn. Verbreit die Gnade deiner der Den Gnadenruf nicht an, Hand Auf das geliebte Vaterland. bist du viel gelinder, Als man 8. Gib Fried im Land und im es denken kann. Sein Ziel verGewissen, Gesunde Luft und gute längerst du, Er kann noch Gnade Zeit. Laß uns stets deinen Schutz hoffen, Der Zugang steht ihm genießen, Befördre die Gerechtig- offen, Er eile nur herzu. keit. Krön unser Feld mit deinem Gut, Nimm Kirch und Haus in deine Huth. 9. So wollen wir dir Opfer bringen, Dir eigen sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob zum Himmel dringen, Und dein erlöftes Ifrael Wird mit vereinten Stimmen schrein: Der Herr soll mein Gott ewig sein. 5. Grretter unsrer Seelen, Mein Hirt, mein treuster Freund, Wie könnt ichs doch verhehlen, Wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht Ein Raub der schnöden Lüste, Doch du hast in der Wüste Mich huldreich aufgesucht. 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, Das mich zur Buße rief, Als ich zu deinen Schmerzen Den Weg zur Hölle lief; Du aber brachtest mich Von diesem breiten Wege Durch Kreuz zum schmalen Stege; Mein Hirt, ich preise dich. 7. Ach, daß ich deiner Liebe dir verirrte, Der elend, frank und Nur immer folgsam wär, Nicht schwach In sein Verderben läuft, oft zurücke bliebe, An Lieb und. Wenn deine Hand den Armen Eifer leer; Nicht, wie viel du Nicht selber aus Erbarmen, Eh gethan, Mir oft entfallen ließe, er versinkt, ergreift. Da ich ja mehr genieße, Als ich verdanken kann. 2. Wie tröstlich ist die Stimme, Die alle Sünder lockt! Ach, sprächeft du im Grimme: Weicht, die ihr euch verstockt, Weicht, SünMel. Von Gott will ich nicht. 189. Wie ie treu, mein guter Hirte, Gehst du dem Sünder nach, Der sich von 8. Nun, Jesu, ich beklage Den blöden Unverstand, Und daß ich meine Tage So übel angewandt. Verstoß Buß- und Bettagslieder. 115 Verstoß den Sünder nicht! Mich ich nur tracht. In Demuth schlag reut und schmerzt mein Schade, ich an die harte Brust: Hier liegt Verwandle deine Gnade Nicht in die Sünd, die mich, Herr, von ein Borngericht. dir trennet, Ich schäme mich auch 9. Für uns gemacht zum Fluche, der verborgnen Luft, In welcher Gabst du dein Leben dar, Daß so oft das Herz so heimlich brennet. dein Eifer suche, Was ganz verloren 3. Wo soll ich hin? ich will war. Ja, Nam und That erweist, zum Lebensgott, Kein Feind foll Daß du, Herr, nicht vergebens mich von meinem Fels abtreiben! Das rechte Brod des Lebens, Der Ich will mich meinem Jefu ganz. Sünder Heiland feist. verschreiben, Tod, Höll', dein Sieg 10. Das laß mich herzlich gläu- und Stachel ist nur Spott. Ich ben; Doch gib mir selber Kraft, bin ein Glied an dem siegbhaften Dem Heile treu zu bleiben, Das Haupt, Das Teufel, Tod und mir dein Tod verschafft, Und wie Hölle hat bezwungen, Ich bin ich glaubensvoll Aus deinem Ueber- durch ihn der Sünden Rach ent= fluffe, Zum wirklichen Genuffe, raubt, Gs ist dem Held aus DaStets Gnade schöpfen soll. vids Stamm gelungen. 11. Doch sollt ich mich aufs 4. Zu dir allein, o Heilbrunn, Neue, Ich schwach Geschöpf, ver- ich nun komm, Ich dürfte sehr gehn, So laß mir deine Treue, nach frischen Wasserquellen, An Mein Heiland, nicht entstehn. Er deiner Tafel will ich mich einstelweck und führe mich, Daß nichts von dir mich wende, So preiß ich ohne Ende Als meinen Hirten dich. Mel. Herr Gott, nach deiner. len, Verstoß mich nicht, du bist geneigt und fromm. Verborgnes Manna, speise meine Seel, Du offner Strom fannst meinen Durft bald stillen, Du treuer Hirt, dir ich mich ganz befehl, Laß Herz und Zung stets sein nach deinem 190. Menschenfreund, Jefu, Lebensquell, O Brunnen voller Gnad, o mein Willen. Erretter, Erbarme dich, o fräftiger Vertreter, Gedenk an mich, o mein Eigene Melodie. Immanuel! Ich stehe hier mit 191. Aus tiefer Noth ſchrei Angst und Furcht belegt, Ich flag ich zu es dir, du Prüfer meiner Nieren, Gott, erhör mein Flehen. Wend Du bist ein Arzt, der franke See- gnädiglich dein Ohr zu mir, Laß len trägt, Du bist ein Hirt, der Gnad für Necht ergeben. Denn felbft fein Schaf will führen. so du, Herr, willst sehen an, Was 2. Ich bin betrübt, ich fühle, Sünd und Unrecht ist gethan, Wer was mich plagt, Mein Auge darf fann dann vor dir bleiben? ich kaum zu dir erheben, Von 2. Vor dir gilt nichts denn ferne steh und seh ich nach dem Gnad allein, Die Sünde zu verLeben, Nach dir, o Seligmacher, geben; Es ist ja unfer Thun nicht H* rein Univ.- Bibl. Giessen 116 Reformationsfestlieder. rein Auch in dem besten Leben. Vor gen, Soll doch mein Herz an dir sich Niemand rühmen kann, Es Gottes Macht Verzweifeln nicht, muß dich fürchten Jedermann, Und noch sorgen. So thut ja stets ein deiner Gnade leben. rechter Christ, Der durch den 3. Drum will ich, Gott, allein Geist gezeuget ist, Er harret seines auf dich, Auf mein Verdienst nicht Gottes. bauen. Auf dich will ich verlassen 5. Ob bei uns sind der Sünmich, Und deiner Güte trauen, Die den viel, Bei Gott ist viel mehr mir gufagt dein werthes Wort, Das ist mein Trost und treuer Hort, Deß will ich allzeit harren. Gnade, Sein' Hand zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, 4. Und ob es währt bis in die Der Israel erlöfen wird Aus allen Nacht, Und wieder an den Mor- feinen Sünden. Reformationsfestlieder. 10. Eigene Melodie. 4. Das Wort sie sollen lassen 192. Ein feste Burg ist stahn, Und kein'n Dank dazu haunser Gott, Ein' ben; Er ist bei uns wohl auf dem gute Wehr und Waffen; Er hilft uns Plan Mit seinem Geist und Gafrei aus aller Noth, Die uns jeßt ben. Nehmen sie uns den Leib, bat betroffen. Der alte böse Feind, Gut, Ehre, Kind und Weib, Laß Mit Ernst er es jetzt meint. Groß fahren nur dahin, Sie haben's Macht und viele Lift Sein grau- kein'n Gewinn, Das Reich muß sam Nüftung ist, Auf Erd'n ist uns doch bleiben, nicht sein's Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts Mel. Was Gott thut, das ist. gethan, Wir sind gar bald verlo- 193. Feft wie ein Fels im ren; der rechte Mann, Den Gott selbst hat er- Jehovahs Worte. Kommt auch die koren. Und fragst du, wer er ist? Hölle selbst einher, Und öffnet ihre Er heißet Jesus Christ, Der Herre Sebaoth, Und ist fein andrer Gott. Das Feld muß er behalten. Pforte: Was zitterst du? Gott eilt berzu Mit tausend Engelschaaren, Die Seinen zu bewahren. 3. Und wenn die Welt voll Teu- 2. Auf hoher Felsenspiße hat fel wär, Und wollt uns gar ver- Der Herr mit starken Thürmen schlingen, So fürchten wir uns nicht Erbauet eine feste Stadt, Die so sehr, Es soll uns doch gelingen. widersteht den Stürmen. Ob auch Der Fürst von dieser Welt, Wie der Feind Vor ihr erscheint, Mit sauer er sich stellt, So thut er uns seiner Waffen Blißen, Der Herr doch nicht, Das macht, er ist ge- weiß ste zu schüßen. richt't, Eir Wörtlein kann ihn fällen. 3. Du wählest tapfre Streiter dir, Lieder von der heil. Taufe. 117 dir, Die Feinde sebn's und wei- 2. Wer sendet uns so treue chen; Am Thore weht dein Feld- Knechte, Von deiner Liebe Feuer banier Als hohes Siegeszeichen. ganz entbrannt? Noch sind dein Gelobt seist du, Du kannst im Licht und deine Rechte, Noch ist Nu, Umringt von deinen Treuen, dein Heil nicht überall bekannt. Die Himmelsstadt befreien. Das Feld ist weit, die Ernte groß und reich, Arbeiter sende du, den ersten gleich. 4. Du riefeft einen frommen Mann Zum Kampf in dunkeln Tagen, Du legteft ihm die Rü- 3. Breit' aus dein Wort durch stung an, Da sprach er sonder große Schaaren, Laß sie in Kraft Bagen: Ich stehe hier, Gott helfe Evangelisten sein. Laß alles Volk mir, In Jesu Chrifti Namen, Ich dein Heil erfabren, Füll jedes kann nicht anders, Amen. Land mit deiner Wahrheit Schein. 5. O gib uns, Herr, doch glei- Weck Israel aus seinem Schlaf chen Sinn, Durch deinen Geist mit Macht, Die Heiden reiß aus uns leite, Und führst du uns zum ihrer Blindheit Nacht. Kampfe hin, So stärk uns auch 4. Herr, beffr' auch deines Zions im Streite, Daß wir mit dir Stege, Und ebne deinem Worte Recht kämpfen hier, Und einst vor deinem Throne Empfahn die Siegeskrone. Lauf und Bahn. Was hindern fann, räum aus dem Wege, Dämpf und zerstör den falschen Glaubenswahn. Von Miethlingen mach deine Heerde frei, Daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. Mel. Dir, dir, Jehovah. 194. Mach auf, du Geift der ersten Zeugen, 5. Du selber haft in deinem Der Wächter, die auf Zions Worte Uns diese Bitte in den Mauern stehn, Die Tag und Mund gelegt; Du stehst, wie ste Nächte nimmer schweigen, Und an jedem Orte Die Herzen deiner unverzagt dem Feind entgegen gebn; Gläubigen bewegt; Drum neige Ja, deren Ruf die ganze Welt dich zu unserm heißen Flehn, Erdurchdringt, Und, Herr, der Völker bör uns, Herr, und sprich: es Schaaren zu dir bringt. soll geschehn. II. Lieder für kirchliche Handlungen. 1. Von der heiligen Taufe.d Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.[ lein kommt zu dir, Weil du den 195. Zieb, Herr Jesu, wir Befehl gegeben, Daß man Kinde sind hier, Deinem lein zu dir führe, Denn das SimWorte nachzuleben: Dieses Kind- melreich ist ihre. 2. Darum Lieder von der heil. Taufe. 118 2. Darum eilen wir zu dir, Nimm das Pfand von unsern Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. Armen, Sei mit deinem Glanze 197. Ich bin getauft auf dei hier, erzeige dein nen Daß es mag dein Kind auf Erden Und ein Himmelserbe werden. Vater, Sohn und heilger Geift, Und so ist Alles Ja und Amen, Was 3. Wasch es, Jesu, durch dein mir dein theures Wort verheißt. Blut, Von den angeerbten Flecken, Ich bin in Christum eingesenkt, Und zugleich mit dieser Fluth Laß Der mich mit seinem Geist beschenkt. es dein Verdienst bedecken. Schenk ihm deiner Unschuld Seide, Mit dir selber es bekleide. 4. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem -Gliede; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedensfürst, sei du sein Friede; Weinstock, bilf, daß dieser Rebe An dir bleibe, in dir lebe. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater, mich erklärt, Du haft die Frucht von deinem Sterben, Mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in Noth und Seelenpein, gus ter Geist, mein Tröster sein. 3. Ich habe, Herr, mich dir verschrieben, Und angelobt mich 5. Nun, wir legen an dein dir zu weihn, Dich als mein Herz, Wae von Herzen ist ge- höchstes Gut zu lieben, Treu und gangen, Führ die Seufzer him- gehorsam dir zu sein. Dem Dienst melwärts, Und erfülle das Ver- der Sünde sagt ich ab, Da ich langen; Ja, den Namen, den wir mich dir zu eigen gab. geben, Schreib ins Lebensbuch zum Leben. Mel. Christus, der ist mein Leben. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl feste stehn, Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn. Wo ich verließ die 196. Bater, nimm zum Bunde Dies Kindrechte Bahn, Nimm wieder mich lein gnädig auf, Ihm leuchte diese zu Gnaden an. Stunde 3m ganzen Lebenslauf. 5. Ich gebe dir, mein Gott, 2. Sohn Gottes, steb, wir aufs Neue Leib, Seel und Geist legen Dies Kindlein an dein Herz, zum Opfer hin. Erwecke mich zu Du wirst es liebend pflegen In fteter Treue, Dein Geist regiere Freuden und in Schmerz. meinen Sinn. Weich, eitle Welt, 3. Geist der Wahrheit, bilde du Sünde, weich, Gott hört es, Sein Herz für Heiligkeit; Durch jetzt entfag ich euch. Wahrheit, Reinheit, Milde Leit es zur Seligkeit. 4. Dreieiniger, erhöre, Um was wir innig flehn. Herr, in der Engel Chöre Laß dieses Kind eingehn. 6. Befestige dieß mein Verspres chen, Mein Vater, und bewahre mich, Daß ich es niemals möge brechen, Mein ganzes Leben preise dich. Gott meines Heils, sei ewig mein, Und laß mich stets dein eigen sein. Mel. Confirmationslieder. 119 gen Geift, Der ihm das Herz er= neuet. Olaß es stets, mit dir vereint, In dir das Leben finden, der Taufe Bund Und, bis sein Ende ihm erscheint, Heil Im Glauben überwinden. Laß uns fund, den Himmel erben." Mel. Christ, unser Herr, zum. 198. reis bir, daß durch Du uns zum Heil erkoren. uns! Dein Wille ward uns Wir sind nun neu geboren. Ins Buch des Lebens schriebeft du, Mel. Errett mich, o mein lieber. O Vater, unfre Namen, Du gabst 199. S Vater, fteh mit Wohlgefallen Dies uns fegnend Licht und Ruh, Und ſpracheft gnädig: Amen. Dein Kindlein an, das wir dir weihn, Pfad ist Licht und Friede. Und laß des Säugling schwaches 2. Ob Berge sinken in den Lallen Dir Lobgefang und Psalter Grund, Ob Hügel auch hinfallen, fein. Doch stehet fest dein heilger Bund, 2. O Hirt voll Liebe und ErBift gnädig, Herr, uns Allen. barmen, Nimm dieses zarte SchäfWir brachen oft das Wort der lein ein, Und laß in deiner Liebe Treu, Verirrt vom rechten Pfade, Armen Es immer wohl verwahDoch deine Huld war täglich neu, ret sein. In Christo schenkst du Gnade. Nimm hin das Herz auf ewig. 3. O Geift des Lichtes und der Wahrheit, Erfülle du mit fanf= 3. Herr, den daß Chor der tem Schein Das zarte Herz, laß Engel preist, Dir sei das Kind deine Klarheit Im Pilgerthal sein geweihet, Gib du ihm deinen heil Leitstern sein. 2. Confirmationslieder. Mel. Christus, der ist mein. 4. Wir flehn um deine Stärke, 200. Mir flehn um deine Du weißt, wie schwach wir sind. Gnade, Nichts find 3u jedem guten Werke Stärk wir ohne dich. Führ uns auf dei- jedes schwache Kind. nem Pfade, Und hilf uns mächtiglich. 2. Wir flehn um deine Wahrheit In unsers Lebens Nacht, Durch dich nur wird uns Klarheit In unsern Geist gebracht. 5. Wir flehn um deinen Segen Zum großen Bundestag, Daß wir auf allen Wegen Dir treulich folgen nach. Mel. Wer nur den lieben Gott. Dir, 3. Wir flehn um deinen Frie- 201. Wir übergeben uns den In dieser Welt voll Angst; Uns sei das Heil beschieden, Das du am Kreuz errangst. Vater, Sohn und heilger Geist, Geloben dir auf ewig Treue, Und glauben, 120 Confirmationslieder. glauben, Was dein Wort verheißt.| löslich uns vereine Mit der gläuSo schließen wir mit Herz und bigen Gemeine, Bis wir dort Mund Mit dir, o Gott, den heil- dich sehn, Und dein Lob erhöhn. gen Bund. 2. Gedenke nicht der JugendMel. Herr Jesu Christ, dich zu. fünden, Bater, nimm uns gnä- 203. Für dieſe Kinder beten dig an; Hilf, Jesu, daß wir wir mit heißer InGnade finden, Und führ uns stets brunst, Gott, zu dir. Nimm du auf deiner Bahn. Geift Gottes, dich ihrer gnädig an, Und leite der das Wollen schafft, Gib uns ste auf ebner Bahn. auch zum Vollbringen Kraft. 2. Grhalte sie vom Irrthum 3. Dreiein'ger, nimm uns an frei, Und mache fie im Glauben aufs Neue, Wir stehn gerührten treu, Und wenn Versuchung ihnen Herzens hier. O stärke du felbft naht, Sei du ihr Helfer, Schuß unsre Treue, Daß wir stets wan- und Rath. deln, Herr, vor dir. Dir weihn wir uns mit Herz und Mund, Und ewig, ewig sei der Bund. Mel. Seelenbräutigam. 202. Von des Himmels Thron Sende, Got3. In Schmerz und Kummer tröste sie, Und in der Noth verlaß fie nie. Gib ihnen hier Zufriedenheit, Und dort des Himmels Seligkeit. Mel. Alle Menschen müssen. tes Sohn, Deinen Geift, den Geist, 204. Geht im Glauben eure der Stärke, Gib uns Kraft zum Wege, Gott sei eure heilgen Werke, Dir uns ganz zu Zuversicht. Seid befohlen seiner weihn, Ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, Gib uns Freudigkeit, Unsern Glauben zu bekennen, Und dich unsern Herrn zu nennen, Deffen theures Blut Floß auch uns zu gut. Pflege, Scheut auch seine Prüfung nicht. Treffen Schmerzen euch und Leiden, Trübt euch schwerer Kampf die Freuden: Seid voll Glaubens; Kampf und Leid Führen euch zur Seligkeit. 3. Richte Herz und Sinn Zu 2. Geht in Liebe eure Wege, dem Himmel hin, Wenn wir un Lieb ist Christi neu Gebot. Daß fern Bund erneuern, Und gerührt ste slets in euch sich rege, Schaut vor dir betheuern, Deine Bahn zu auf seinen heilgen Lod. Schaut gehn, Weltluft zu verschmähn. der Liebe Sieg im Sohne, Denkt 4. Wenn wir betend nahn, Se- der euch verheißnen Krone, Die gen zu empfahn, Wollest du auf aus lichter Ferne schon Beut der unsre Bitten Uns mit Gnade treuen Liebe Lohn. überschütten; Licht und Kraft und Ruh Ströme dann uns zu. 3. Geht in Hoffnung eure Wege In des Geiftes Freudigkeit. 5. Gib auch, daß dein Geist, Und daß Niemand Zweifel bege, Wie bein Wort verheißt, Unauf- Cb fein Wirken wohl gedeiht! Treu Confirmationslieder. 121 Treu nur müßt thr sein und 4. Laß dein Heil im Tode fie, beten, Und der Geist wird euch Deine theu'r Erlöften, Weil ihr vertreten. Glaubend, liebend, hof- Glaube standhaft blieb, Unausfend lebt, Bis euch Gott zu sich sprechlich trösten. Sprich dann: erhebt. fie follen leben! Einst führe sle mit uns zugleich In dein unvergänglich Reich. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Trölöften. Laß ste ihr Vertraun auf ster! Allgütiger Gott! Sieh mit dich Unaussprechlich trösten. Wach Huld hernieder, Hör auf unser über ihre Seelen; Sie stehn und beißßes Flehn, Und erhör uns! schwören Alle dir: Herr, dein( Gi- Amen. Mel. Mitten wir im Leben. 205. Stärke, Mittler, stärke fie, Deine theu'r Ergenthum sind wir! Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Mel. Zeuch meinen Geist. Heiliger Gott, Lehrer und Trö- 206. Wie heilig ist mir dieſe ster! Allgütiger Gott! Laß sie nie Sie führt vergessen Ihrem Bunde treu zulmich, Gott, zu deinem Bunde, sein Bis an ihren Tod. Und dir gelob ich, treu zu sein, 2. Ach, wie viele schwuren auch, Mein ganzes Leben dir 311 weihn. Fest an dir zu halten! Aber treu- 2. Dich will ich über Alcs los ließen sie Ihre Lieb erkalten. lieben, Mit Eifer deinen Willen Verderben ward ihr Ende. Be- üben, Doch ach, du weißt, wie ständig laß dir diese sein, Die schwach ich bin, Drum stärk in dir schwören, dir sich weihn. Hei mir den frommen Sinn. liger Schöpfer, Gott! Heiliger 3. Und dir, mein Heiland, der Mittler, Gott! Heiliger Gott, sein Leben Für mich am Kreuz Lehrer und Tröster! Allgütiger dahin gegeben, Verpflicht ich mich, Gott! Stärke du die Deinen, mein Herr und Gott, Getreu zu Daß sie niemals irre gehn Von sein bis in den Tod. dem Weg des Heils. 4. Doch wenn ich jemals mich 3. Locken wird sie nun die verirrte, So suche mich, mein Welt, Herr, zu ihren Lüften. Ach, guter Hirte, Mit deinem treuen du wollest ste mit Kraft Aus der Liebesblick, Und bring zur Heerde Höhe rüsten. Laß streiten ste und mich zurück. flegen. Die Triebe zu verbotner 5. Geift Gottes, Geist der Luft Dämpfe früh in ihrer Brust. Kraft und Liebe, Dir weih ich Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger alle meine Triebe, Grieuchte mich Mittler, Gott! Heilger Gott, in Finsterniß, Und mach im GlauLehrer und Tröster! Allgütiger ben mich gewiß. Gott, Laß sie ihren Feinden, Allen 6.& rinnre du mich, wenn ich Haffern ihres Heils Kräftig wider- fehle, Und stärk im Kampfe meine Seele, Damit, von allem Bösen fret, ftehn. 122 frei, Mein Herz dein Tempel sei. Confirmationslieder. heilger flehn, Daß sie auf dem schmalen Pfade Stets den Weg zum Le7. So sei denn Treue dir ge- ben gehn. schworen, Dreieiniger, der mich 5. Halte ste mit starken Armen, erkoren; Und bis zum letzten Her- Wenn sie straucheln möchten, feft; zensschlag Sei heilig mir mein Laß sie fühlen dein Erbarmen, Bundestag. Daß fie nimmermehr verläßt. Und wenn eines sich verirrte, Und Mel. du Liebe meiner Liebe. verließe deine Bahn, Ach dann nimm dich, guter Hirte, Des verirrten Kindes an. O Die Gemeine. 6. 207. Mittler, fchau auf fle Keines, feines, ach von hernieder, Die sich allen, Die mit dir den Bund deiner Gnade freun, Und als dei- erneun, Laß aus deiner Gnade ner Kirche Glieder Dir geloben fallen, Und von dir geschieden dein zu sein; Dein, der mit der sein. Herr, verstegle ihren Glaugrößten Treue Auch für sie sein ben, Der fie ewig selig macht, Leben gab. Sie sind dein, Erbar- Keinem laß die Krone rauben, mer, wethe Sie dir ganz bis in Die du Allen zugedacht. das Grab. 7. Sich hernieder auf die Deis 2. Sie bekennen deine Lehre, nen, Die sich jetzt zu dir gewandt; Sind auf deinen Tod getauft. Ach, die Thränen, die sie weinen, Laß ste leben dir zur Ehre, Denn Beugen, was ihr Herz empfand. fie sind durch dich erkauft. Leite Laß die seligen Gefühle Nie erfalfie mit deinen Händen, Daß fie ten, nie vergehn, Bis zu ihrem auf der rechten Bahn Ihren Lauf Lebensziele Laß fie feft im Glaudurch dich vollenden, Immer wal- ben stehn. len himmelan. Die Confirmanden. 3. Laß die Blüthe ihrer Jugend Dir, nur dir, geheiligt sein, Daß sie nie vom Pfad der Tugend In Mel. An Wasserflüssen Babylon. die Irre sich zerstreun. Schüße 8. Otheure Eltern, helft und fie vor allen Sünden, Vor den fleht, Daß Gott uns Kraft vers Lockungen der Welt, Laß fie deine leihe, Und wer hier um und bei Näh' empfinden, Wenn sie ihnen uns steht, Der bitte Gott um Neßze stellt. Treue. Ja, tretet mit uns in den 4. Laß fie treu in deiner Liebe, Bund, Bekennt und schwört mit Fest in wahrem Glauben sein, Herz und Mund, Nur Jesu ans Und durch deines Geistes Triebe zuhangen. Denn wahrlich, anders Wunsch und That des Bösen kann man nicht Durch Noth und scheun. Stärke ste durch deine Tod und durchs Gericht Zu seiGnade, Wenn sie findlich zu dir ner Nuh gelangen. Mel. Confirmationslieder. 123 Mel. Jetzt komm ich als ein armer. 3um Gnadenthron Führt uns ber Chor. eingeborne Sohn. Chor. 208. Erhör uns, Bater, fieh, wir flehn, In Jeſu 5. Gib, Herr, uns Kraft durch Christi Namen. Laß uns dein deinen Tod, Daß wir dir treu anGnadenantlig sehn, Komm, sprich hangen, Und ob uns auch die Welt in uns dein Amen. Nimm, Va- bedroht, Doch nie vor ihr erbangen. ter, uns in Christo an, Daß wir Uns bleibe Ruhm die Kreazesdas Kleinod einst empfahn, Das schmach; Wir folgen dir, Erlöser, uns dein Sohn erworben. nach. Dem Treuen glänzt die Krone. Die Gemeine. Mel. Wachet auf, ruft uns die. Die Gemeine. 6. Wachet über eure Liebe, O, daß sie stets ein Feuer bliebe, Das läuternd flammt in eurer Brust. Nie vermag die Welt zu geben, Was Christus gibt, das ewge Leben; Die Welt vergeht mit ihrer Luft. 2. Kommt zu Jesu, dringt ins Leben, Er will euch gern die Schuld vergeben, Der Heiland nimmt die Sünder an. Das Verlorne sucht Das Verlorne sucht er wieder, Blickt gnädig auf den Schwachen nieder, Und führt ihn auf der schmalen Bahn. O kommt grünen Au, Zu der Quelle, Die und zögert nicht, In ihm allein ewig fließt, Sich voll ergießt, Wo ist Licht, Gottes Friede. O bleibet ihr vom Lebensbaum genießt. sein, Euch einst zu freun, In seiner Sieger langen Reihn. werdet nimmer lau! Er führt zur Chor. Chor. 7. Durchs Dunkel führst du uns zum Licht, Wie könnten wir verzagen? Wir baun auf dich mit 3. Gib du uns Kraft, daß Zuversicht; Uns wird der Morgen wir bestehn Im Kampfe mit den Sünden, Daß keiner möge von tagen. Und geht es auch durch Todespein: Wir ziehn mit dir zur dir gehn, Und Alle überwinden. Heimath ein, Uns kann der Tod Stehst du uns bei, dann stegen nicht scheiden. wir, Drum halten wir uns, Herr, zu dir, Nur du bist unser Leben. Die Gemeine. Die Gemeine. 8. Ueber eure Hoffnung wachet! Ob auch der Spötter euch verla4. Wachet über euren Glauben, chet, Gott winket, und er sinkt in Laßt nie die Welt ihn wieder Nacht. Wie ein Fels in Ungewitrauben, Das Wort von Gott sei tern, Steht fest der Chrift, wenn euer Licht. Schaut, wie Viele irre Spötter zittern, Denn er, der gehen, Nicht mehr mit ihm im treue Hüter, wacht. Ist doch das Bunde stehen, Sie beteten und Leid der Zeit nicht werth der wachten nicht. O betet, kämpft und Herrlichkeit, Die dort glänzet. Wir wacht, Bis zu der Todesnacht. Er siegen weit, Sn Ewigkeit, Du wird kommen, Mit ihm sein Lohn, hältst die Stätte uns bereit. 3. Vorbereitung 124 3. Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Ach, wer wird mich von dem 209. Ah, wann werd ich Bösen, Von der Sünde ganz ers von der Sünde, lösen? O ich Armer, wer befreit Gott, mein Vater, völlig frei, Mich vom Dienst der Sinnlichkeit? Daß ich ganz sie überwinde, Ganz 6. Gott, du läsfest Heil verdir wohlgefällig sei? Noch nicht, sprechen Unsrer fündigen Natur, ich gesteh's mit Zähren, Kann ich Tilgst durch Christum ihr Gebreihrer mich erwehren, Sie versucht mich wider dich, Und noch oft beflegt sie mich. chen, Zeigt sich wahre Reue nur. Ohne diese Hoffnung würde Allzuschwer mir meine Bürde, Und ich könnte niemals dein, O du 2. In der Andacht selgen Stunden, Wenn ich, Herr, dein Wort höchstes Gut, mich freun. gehört, hab ich oft das Glück empfunden, Daß die Frömmigkeit gewährt. Nichts wünscht ich alsdann hienieden Mir so sehr, als innern Frieden, Als ein Leben dir geweiht, In des Glaubens Seligkeit. 3. Mit beruhigtem Gewissen Der Erlösung mich zu freun, Tren den beiligsten Entschlüssen, 7. Laß mich merken, wo ich wanke, Daß ich strebe fest zu stehn, Und mich stärke der Gedanke, Met= nem Heiland nachzugehn. Führe, Gott, mich täglich weiter, Und dein Geist sei mein Begleiter, Bis ich in der Ewigkeit Dringe zur Vollkommenheit. Mel. Herzlich lieb hab ich dich. Folgfam deinem Wort zu sein, 210. ch komme, Heil der Meines Glaubens Frucht zu gen, In der Heiligung zu steigen, Treu zu leben, Herr, vor dir, War der heiße Wunsch in mir. Welt, zu dir, rbarmend rufst du ja auch mir, Den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer, 4. Doch die Sehnsucht wird Laß doch mein Herz von Troft zerstöret, Und der heiße Eifer kalt, nicht leer, Ach laß es Ruh erWenn sich Leidenschaft empöret, langen, Die Ruhe, welche selbst Und die Luft im Herzen wallt. dein Geist mir durch dein troftLeichtlich bin ich zu verleiten Durch voll Wort verheißt. Wer tröstet den Reiz der Eitelkeiten, Der mich mich, als du allein? Wer macht überall umringt Und mein schwa- mein Herz von Sünden rein? Herr ches Herz bezwingt. Jefu Chrift, Mein Trost und 5. Weh mir, daß ich deinen Licht, mein Troft und Licht! VerWillen, Den ich doch so lieb ge- wirf mich, o mein Heiland, nicht. wann, Nicht mit Freudigkeit erfülIen, Nicht beständig halten kann! 2. Anbetend steh ich, Herr, vor dir, Dein Antlitz neige du zu mir, Und Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. 125 Und sei mir Sünder gnädig. Weil Brunnquell aller Gnaden! Ich ich mich selbst nicht trösten fann, fomme mit gebeugtem Mutb, Wenn meine Sünd mich klaget an, Mühselig und beladen; Denn mei= So sei mir Sünder gnädig. Der ner Sünden großes Heer Belastet du am Kreuz gelitten hast, Du, mein Gewissen schwer, Und beugt Heiland, trugst auch meine Last, mich tief darnieder. Als du zum Heil der Sünder 2. Erbarm dich mein in solcher starbst, Und ihnen Gottes Huld Last, Nimm sie von meinem Hers erwarbst. Herr Jesu Christ, Mein zen, Weil du ste selbst gebüßet haft Herr, und Gott, mein Herr und Am Holz mit Todesschmerzen. Hilf, Gott, Befreie mich durch, deinen daß ich nicht vor Angst und Weh Tod. In meinen Sünden untergeh, Noch 3. Nur du bist meine Zuver- ewiglich verzage. sicht, Entzeuch mir deine Gnade 3. Fürwahr, gleich einem schwenicht. Mich reuen meine Sünden.ren Stein Drückt mich die Laft Laß mich, verdien ich gleich den Tod, der Sünden. Wer rettet mich aus Den Gottes Fluch den Sündern dieser Vein, Wo soll ich Ruhe sin= droht, Durch dich das Leben fin- den? Ja, ich weiß weder aus noch den. Dein Tod ist der Verlor'nen ein, Und müßte gar verloren sein, Heil, Gib mir an seinem Segen Wenn ich dein Wort nicht hätte. Theil; Er sei auch mir Beruhigung, Und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ, Ich hoff' auf dich, ich hoff auf dich, In dieser Hoffnung stärke mich. 4. Doch durch dies theure Wort erwacht Mein Herz zu neuem Leben; Erquickung hat es mir gebracht, Ich darf nicht trostlos beben, Denn Gnad und Seligkeit 4. Mein ganzes Leben preise dich; verheißt Dein Wort, wenn mit zerErlöst, mein Mittler, bin auch ich, knirschtem Geist Ich, Herr, zu dir Dein Eigenthum zu werden. Omich wende. bin ich dein, so fehlt mir nichts, 5. So fleh ich denn zu deiner Nichts einst am Tage des Gerichts, Huld: Laß mich Vergebung finden; Nichts, o mein Heil, auf Erden. Du wollest von der Sünden Schuld Auf dieser Bahn zum Vaterland Aus Gnaden mich entbinden, Daß Entzieh mir niemals deine Hand. sich mein Herz zufrieden geb, Und Zu deinem Dienste stärke mich, sir hinfort zu Ehren leb In kindDamit ich stege, Herr, durch lichem Gehorsam. dich. Herr Jesu Christ, Mein 6. Stärk mich mit deinem FreuHerr und Gott, mein Herr und dengeift, Heil mich durch deine Gott, Zum Leben führ uns durch Wunden, Der du allein zu helfen den Tod. weißt, In meinen letzten Stunden; Und nimm mich dann, wenn dir's gefällt, Im wahren Glauben auß Zu deinen Außererr Jesu Chrift, du der Welt Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 211. höchstes Gut, Du wählten. Mel. 126 Vorbereitung zum Mel. Wenn wir in höchsten. ier bin ich, Herr, 212. u Du ziehest mich, ich folge dir, Betrete freudig deine Bahn, Ach, Heiland, nimm mich gnädig an! 2. Ich fühl es tief, ich komme erquicken. spät, Lang hab ich deinen Ruf verschmäht, Und doch trugst du mich mit Geduld, 1nd gingst mir nach mit Gnad und Huld. heiligen Abendmahl. 2. Weil du heißest Alle kommen, Die beladen sind, zu dir, Bin auch ich nicht ausgenommen, Offen steht auch mir die du ew'ge Liebe, du, Willst, zu gründen meine Nuh, Von den Sünden, die mich drücken, Mich entbinden und 3. Herr, dein Wort bleibt ungebrochen, Was du einmal sagst, besteht; Nun haft du, o Gott, gesprochen: Such mein Antlig im 3. Nun aber fäum ich länger Gebet! Darum komm ich auch vor nicht, zu suchen, Herr, dein An- dich, Such dein Untlig, ach, laß gesicht. Ich komm, erfüllt von mich Bei dir Trost und Gnade wahrer Reu, Hilf, daß ich auch finden, Sprich mich los von meibeständig sei. nen Sünden. 4. Noch bin ich wie auf wildem Meer, Zu oft nur braust ein Sturm daher; Leicht stürzt mich schnöder Lüfte Macht Tief in des Abgrunds sinstre Nacht. 4. Nimm die Handschrift, steb, ich gebe Sie in deine Hand, mein Gott. Denn du sprichst: so wahr ich lebe, Ich will nicht des Sünders Tod. Wenn ein Sünder sich 5. Dreiche deine Hand mir bekehrt, Reuig Gnade nur bez dar, Daß ich entrinne der Gefahr. gehrt, Sich entschließt, nur dir Du weißt, o Herr, wie schwach ich bin, Hältst du mich nicht, so sint zu leben, Willst du Alles ihm vergeben. ich hin. Mel. Zion klagt mit Angst. 6. Dein Ruf hat mich zu dir 5. Nun woblan, du kannst nicht gebracht, Wie felig haft du mich trügen, Darum bau ich auf dein gemacht! Und nun erhalte deine Wort, Hand Mich auch in meinem Gnadenstand. Will auf meinen Knieen Demuthsvoll am heil'gen Ich bekenne meine Sünd', Ich bin das verlor'ne Kind, Das, vom Teufel oft verblendet, Deine Güter hat verschwendet. 213. du Schöpfer aller Dinge, Höre, höre 6. Mehr vermag ich nicht zu mein Gebet, Welches ich jetzt vor sagen, Ich kann nur an meine dich bringe, Weil mein Herz in Brust Mit dem armen Sünder Nengsten steht. Meine Sünden schlagen. Gott, es ist dir wohl ängsten mich, Darum komm ich bewußt, Daß ich hab gesündigt auch vor dich, Und bekenne meine dir, Aber sei doch gnädig mir. Sünden. Ach Herr, laß mich Sieh, ich fall in deine Arme: Gnade finden.. Ach Herr, meiner dich erbarme! Mel. liegen Ort. Mel. An Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. 127 5. Ja, Herr, mein Hell ist dein Wasserflüssen Babylon. Gebot, Ich will es treu erfüllen. 214. komme, Herr, und Verleihe mir durch deinen Tod suche dich, Mübfelig Nur Kraft für diesen Willen. Laf und beladen; Gott, mein Erbar- mich von nun an tüchtig sein, Mein mer, würd'ge mich Des Siegels ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, deiner Gnaden. Ich liege hier vor Und deinen Tod zu preisen. Laß deinem Thron, Sohn Gottes und mich den Ernst der Heiligung Durch des Menschensohn, Mich deiner eine wahre Besserung Mir und der zu getrösten. Ich fühle meiner Welt beweisen. Sünden Müh, Ich suche Ruh und finde ste Im Glauben der Erlöften. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 215. Resus nimmt die Sünan! Sagt doch Allen, Welche Itfus der 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, Du bist das Heil der Sünder, dieses Trostwort Du hast die Handschrift abgethan, von der rechten Bahn Auf ver= lind wir sind Gottes Kinder. Ich kehrten Weg verfallen. Hier ist, denk an deines Leidens Macht, Und an dein Wort: es ist vollbracht! Du haft mein Heil erworben. Du haft für mich dich dargestellt, Mit sich versöhnte Gott die Welt, Da du für sie gestorben. 2. Keiner Gnade sind wir werth, Dennoch hat in seinem Worte Er sich gnadenreich erklärt: Offen steht die Gnadenpforte, Allen ist sie aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. So freue dich, mein Herz, in mir, Er tilget deine Sünden, Und 3. Wenn ein Schaf verloren ist, läßt an seiner Tafel hier Dich Gnad Suchet es ein treuer Hirte. Jesus, um Gnade finden. Du rufft, und der uns nie vergißt, Suchet treuer erhört dich schon, Spricht lieb- lich das Verirrte, Zeiget ihm die reich: Sei getrost, mein Sohn, Die rechte Bahn: Jesus nimmt die Schuld ist dir vergeben. Du bist Sünder an. in meinen Tod getauft. Vergiß nicht dem, der dich erkauft, Zu Ehren stets zu leben. 4. Kommet Alle, kommt herzu, Kommet, ihr betrübte Sünder( Si verheißt der Seele Ruh, Macht aus Sündern Gottes Kinder. Ungesäumt laßt uns ihm nahn: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Dein, spricht er, ist die Seligkeit, Bewahr ste hier im GlauSen, Und laß durch keine Sichergeit Dir deine Krone rauben. Sieh, 5. Ich Betrübter komme hier, Ich vereine mich mit dir, Ich bin und bekenne meine Sünden. Laß, der Weinstock, bleib an mir, So mein Heiland, mich bei dir Gnade wirst du Früchte bringen. Ich helfe und Vergebung finden. Eins ist, dir, ich stärke dich, und durch die was mich trösten fann: Jesus Liebe gegen mich Wird dir der nimmt die Sünder an. Sieg gelingen. 6. Ich bin ganz getrosten Muths; Wie was ste retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 128 Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. Wie viel auch der Sünden wären, 4. Denke, daß dein Sohn auf Soll mich doch, fraft deines Bluts, Erden Drum vergossen hat sein Ihre Menge nicht beschweren, Daß Blut, Daß der könnte selig werich gläubig sprechen kann: Jesus den, Wer im Glauben Buße nimmt die Sünder an. thut. Ach, sein Kreuz, die Dors 7. Mein Gewissen schreckt mich nenfron' Bring ich hier vor deinicht. Wer will mich vor Gott ver- nen Thron, Laß von seinem Blutflagen? Der mir einst das Urtheil vergießen Auch mich Armen Heil. spricht, hat auch meine Schuld ge- genießen. tragen, Daß mich nichts verdammen 5. Längst schon hätt' ich sollen kann: Jesus nimmt die Sünder an. kommen In der langen Gnaden8. Jesus nimmt die Sünder an! zeit, Doch ist dadurch nichts beMich hat er auch angenommen, nommen Deiner großen Gütigkeit. Mir den Himmel aufgethan, Daß Keine Buße ist zu spät, Wenn ich sollte zu ihm kommen, Und auf sie nur von Herzen geht. Darum den Trost sterben kann: Jesus wird dir auch mein Flehen Heute nimmt die Sünder an. noch zu Herzen gehen. 6. Großer Gott, voll Lieb und Treue, Laß durch Jesu Wunden doch Meine späte Buß und Neue Vor dir etwas gelten noch). Denke, in Herz und Sinn, Der ich wegen Herr, nicht mehr daran, Was ich meiner Sünden So gebeugt und Böses hab gethan, Laß mein artraurig bin. Sieh, o Vater, wie mes Sündenleben Mir aus Gnaich hier Jetzt vor deiner Gnaden- den sein vergeben. thür Mit dem Zöllner schamroth stehe, Und dich um Vergebung flehe. 7. Wirst du nun mir armen Sünder, O mein Gott, barmher2. Du bist heilig, ich hingegen zig sein, In die Zahl der lieben Bin voll Ungerechtigkeit, Kann Kinder Nun mich wieder nehmen mich blos aufs Bitten legen, Trauen ein: Dann will ich von Herzen deiner Gütigkeit; Die nur gibt mir dich Dafür preisen ewiglich. Drum Zuversicht, Denn, wenn du, Herr, in Jesu Christi Namen Wollst du dein Gericht Ließest ohne Gnad er- mich erhören. Amen. gehen, Würd es übel um mich stehen. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 3. Aber, ach, nach deiner Lehre 217. Wo soll ich hin, wer du keines hilfet Mel. Zion flagt mit Angst. 216. Vater, laß mich Gnade finden, Gib mir Trost Sondern, daß er sich bekehre, führet mich zum Leben? Zu NieWerde frei von seiner Noth. Die- mand, Herr, als nur zu dir, Will fer Trost erquicket mich, Daß ich ich mich frei begeben. Du bist's, reuvoll suche dich, Wenn ich Angst der das Verlorne sucht, Du segund Leid empfinde Ueber meine neft, was sonst war verflucht, schwere Sünde. Hilf, Jesu, dem Elenden! 2. Herr, Abendmahlslieder. 129 2. Herr, meine Sünden ängsten] 4. Du bist der Arzt, der Kranke mich, Der Todesleib mich plaget. trägt, Auf dich will ich mich O Lebensgott, erbarme dich, Ver- legen. Du bist der Hirt, der gib mir, was mich naget. Du Schwache pflegt, Erquicke mich weißt es wohl, was mir gebricht, mit Segen. Ich bin gefährlich Ich fühl's, doch sagen kann ichs krank und schwach, Heil und nicht, Hilf, Jesu, dem Betrübten. verbind', hör an die Klag', Hilf', 3. Du sprichst: ich soll mich Jesu, dem Zerschlag'nen. fürchten nicht, Du rufft: ich bin 5. Ich thue nicht, Herr, was das Leben! Drum ist mein Trost ich soll, Wie kann ich doch besteauf dich gericht't, Du kannst mir hen? Es drücket mich, das weißt Alles geben. Im Tode kannst du du wohl, Wie wird es endlich ge= bei mir stehn, In Noth als Her- hen? Elender ich, wer wird mich zog vor mir gehn; Hilf, Jesu, doch Erlösen von des Todes Joch? dem Zerknirschten. Ich danke Gott durch Christum! 4. Abendmahlslieder. Mel. Wer nur den lieben. 4. Laß mich mit Ernst die 218. Hier ier bin ich, Jesu, zu Sünden scheuen, Für welche du, erfüllen, Was du dich opfernd, starbst, Durch schnöin deiner Leidensnacht, Nach dei- den Mißbrauch nie entweihen, nem gnadenvollen Willen, Zur Was du so theuer mir erwarbst. Pflicht und Wohlthat mir ge- Nie führe mich zur Sicherheit Der macht. Verleih zur Uebung dieser Trost, den mir dein Tod verleiht. Pflicht Mir deines Geiftes Kraft und Licht. 5. Ich übergebe mich aufs Neue, O du, mein Herr und Gott, an 2. Es werde, Herr, für mein dich, Gelobe dir beständ'ge Treue Gewissen Dein Abendmahl ein Vor deinem Tische feierlich. Dein Unterpfand; Auch mir sei deinj eigen will ich ewig sein, Du starbft versöhnend Büßen Von Gott aus für mich, drum bin ich dein. Gnaden zuerkannt; So freuet 6. Nie will ich mich vor Spötmeine Seele sich In deinem Heil, tern schämen Des Dienstes, den und lobet dich. man dir erweist, Mich nie zu 3. Bewundernd denk ich an einem Schritt bequemen, Den die Liebe, Mit der du unser mein Gewissen sündlich heißt. Heil bedacht. Wie stark sind dei- D flöße mir den Eifer ein, Wie nes Mitleids Triebe, Die dich du, o Herr, gesinnt zu sein. bis an das Kreuz gebracht! O 7. Laß mich mit Ernst den gib von deinem Todesschmerz Jetzt Nächsten lieben! Und, wenn er neuen Eindruck in mein Herz. strauchelnd was versteht, VersöhnI lich Abendmahlslieder. 130 lichkeit und Sanftmuth üben. Nie komm es mir aus dem Gemüth, Eigene Melodie. Du mir aus Huld erlassen haft. Welch eine schwere Schuldenlaft 220. Samm Gottes, un D schuldig, Am Kreu8. Gs stärke sich in mir der zesstamm geschlachtet, Erfunden Glaube, Daß meine Seele ewig stets geduldig, Wiewohl du warst lebt, Und daß einst aus des verachtet. All Sünd hast du geGrabes Staube Mich dein all- tragen, Sonst müßten wir verzamächt'ger Ruf erhebt, Wenn du gen, Erbarm dich unser, o Jesu! dich, großer Lebensfürst, Den Völkern sichtbar zeigen wirst. Eigene Melodie. 9. Gebeugt lieg ich zu deinen 221. Christe, di Lamm GotFüßen Mit Dank und Lob, Gez tes, Der du trägst bet und Flehn. Laß neue Gnade die Sünd' der Welt, Erbarm dich auf mich fließen, Mein Heiland, unser! laß es doch geschehn, Daß mir zur Stärkung meiner Treu Dein Abendmahl gesegnet sei. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd' der Welt, Erbarm dich unser! Mel. Wachet auf, ruft uns. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd' der Welt, 219. Herr, err, du wollft ste Gib uns deinen Frieden! Amen. vollbereiten Zu deines Mahles Seligkeiten, Sei Mel. Herr Jesu Christ, mein's. mitten unter ihnen, Gott. Lap 222. Herr, der du als ein fie, Leben zu Mit glaustilles Lamm Am benevollem Herzen nahen, und martervollen Kreuzesstamm, Zur sprich sie los von Sünd und Tod. Tilgung meiner Sündenlast, Für Sie sind, o Jeſu, dein, Dein laß fie ewig sein. Amen, Amen! Unbetung dir! Ginst feiern wir Das große Abendmahl bei dir. 2. Efft das Brod, das euch gegeben, lind trinkt den Kelch zum ew'gen Leben, Der Frieden 3. Hier labet. mich als deinen Chrifti sei mit euch). Einigt euch Gast Der Leib, den du geopfert mit ihm im Glauben, Und laßt haft! Dein Blut, das dir, Herr sein Heil euch nimmer rauben, Sefu Chrift, Am Kreuzesstamm Dann führt er euch zu seinem vergossen ist. O Reich. Wacht, eure Seele set 4. Heiland, hilf niir, daß Bis in den Tod getreu. Amen, ich ja Mit tiefer Ehrfurcht dir Amen! Der Weg ist schmal, mich nah. O Herr, mein Mund Bleibt in der Zahl, Die dort empfahe nicht Des Lebens Seife empfängt sein Abendmahl. zum Gericht. 5. Hili, mich auch dich geopfert haft! 2. Hier fei'r ich deinen Mitt lertod, Hier nährst du mich mit Himmelsbrod, Hier ist das unschätzbare Gut, Das du mir gibst, dein Beib und Blut. Abendmahlslieder. 131 5. Hilf, daß mühselig und be- jich Stets mich Wohl erquicke, und schwert Mein gläubig Herz dar- erblicke Seelenweide, Ja, die Wurnach begehrt, Der Wohlthat ganze zel aller Freude. Größ' ermisst, Auch deiner Liebe nie vergisst. 2. Dein Fleisch soll Lebensbrod mir sein, Dein Blut macht mich 6. Hier deinen liebevollen Tod von Sünden rein, Dein Kreuzholz Verkündigen, ist dein Gebot. Hilf, ist mein Stecken, Der mir in daß ich ihn als vor mir seh. Auch sein Geheimniß wohl versteb. 7. Laß hier mich schaun den Sündenfluch, Die Wunden, die auch ich dir schlug, Den Segen, den du, als du starbst, Durch deinen Tod auch mir erwarbst. Schwachheit Stüße ist, Ein Born, aus dem das Leben fließt, Ein Schild, der mich kann decken Mächtig, Wenn ich Uebertreter Sina's Wetter seh mit Zagen, Wenn mich Satan will verklagen. 8. Mein Herr und Gott, ich glaub an dich, Und weiß gewiß, du segneft mich. Wenn wir mit Glauben dir uns nahn, Willst du dich uns mit Gnade nahn. 3. Wie lieblich ist dein Liebesmahl! Da feh ich, mit welch großer Qual Die Liebe dich umhüllet. Da werd ich, als aus deiner Hand, mit deinem heil'gen Gnadenpfand Erquickt, mit Luft erfüllet, Wenn 9. 3ch Erd und Asche bin du, Jesu, In Grbarmen dich der nicht werth, Daß so viel Heil armen Seele schenfest, Und an mir widerfährt. Du willst, Er- deinen Eid gedenkest. habner, nicht verschmähn, 3u 4. Wer bin ich), o du Gottes= meinem Herzen einzugehn. lamm, Daß du starbst an demi 10. Mein Herz stebt offen, Kreuzesstämm, Zum Seil mich Heiland, du, Richt es zu deiner einzuladen? Ein Sünder, der ver Wohnung zu. Wirf alle Sünden diente Pein; Mich armen Sünder ganz hinaus, Schmück es mit führst du ein Zur Tafel deiner jeder Tugend aus. Gnaden, Deiner Neinen Himmel 8gaben, welche laben das Verlangen, Das auf Hoffnung war gefangen. 11. Du kommst, gesegnet seist du mir! Du bleibst in mir, ich bleib in dir. Ich end' in dir einst meinen Lauf, Und du weckft mich vom Tode auf. 223. 5. Ich habe den beschwor'nen Bund So oft gerissen in den Grund, Und mein Gelübd' verlaffen. Die Schuld ist groß, der Glaube klein, Doch willst du mir versöhnet sein, Und nimmermehr mich baffen. Dein Wort, Mein Hort, Bleibt bemeine Sünd' am Kreuzesstamm ständig, wie abwendig ich gewesen; Gemartert und geschlachtet! Dein Neu soll ich durch dich genesen. Leiden ist ein Garten mir, Der 6. Drum finkt vor dir ein ledig Früchte tråget für und für, Wo- Herz, das nichts die bringt als nach die Seele schmachtet; Wo Sündenschmerz, In Selbstverleng1* Mel. Wie schön leucht't uns. Fels des Heils, Gotteslamm, Für 132 Abendmahlslieder. nung nieder. Ich bin mir selber[ radeise, Wo du Manna gibst zur gram, daß ich, Mein Herr, so Speise. oft verlassen dich; In Demuth 11. Gib nur, daß so wie sich fomm ich wieder. Willig Bin für jetzt Mein Herz in deiner Füll ich, Dir aufs Neue Huld und ergößt, Es in dir möge bleiben; Treue zu verschreiben, Wenn dein Vom Bund, den ich erneuert hab, Geist mich nur wird treiben. Wird dann mich weder Furcht noch 7. Ach, komm in deinen Gar- Grab, Die Hölle selbst nicht treiben. ten dann, Ich will dir bringen, Ich will Nun still An dir fleben, was ich kann, Was du mir erst in dir leben. Tausend Welten gegeben. Willst du noch mehr, so können gegen dich nichts gelten. gib es mir, Ich will es wieder 12. Laß mich, durch dieser bringen dir; Der Weinstock gibt Speise Kraft Gestärket, meine den Reben Kräfte, Säfte, Die Wanderschaft Fortsetzen durch die von innen Raum gewinnen, auf- Wüste. Gib, daß Egyptens Fleischwärts bringen, Daß fie reife topf nie Von dir, o Himmelsbrod, Früchte bringen. mich zieh, Zur Dienstbarkeit der 8. Stärf meinen Glauben, um Lüfte. Komm bald, Herr, halt das Kleid Der ewigen Gerechtig- Deiner Tauben Treu und Glauben, keit Freimüthig anzuziehen. Ich unzerbrochen, Wie dein Wort und komm in fester Zuversicht, Dein Pfand versprochen. Bundesstegel fehlt ja nicht, Du baft es mir verliehen, Daß ich Eigene Melodie. Fröhlich Darf erſcheinen, denn in 224. Jeßt komm ich, als ein armer Herr, Zutritt nun gefunden. Bis zu deinem Tische, Den du für 9. Von dir hab ich das Prie- mich bereitet haft, Daß er mein sterthum, Daß ich ins innre Hei Herz erfrische, Wenn mich der ligthum Darf unverhüllet gehen. Seelenhunger nagt, Wenn mich Den Vorhang riß dein Tod ent- der Durft des Geistes plagt, zwei, Ich darf als Bundsgenoffe ich den Schweiß abwische. frei Vor deinem Antlitz stehen. 2. Nun sprichst du, SeelenGrämen, Schämen Hat ein Ende, bischof, dort: Ich bin das Brod weil die Hände find durchgraben, zum Leben; Dies Brod treibt auch Die für mich bezahlet haben. den Hunger fort, Den sonst nichts 10. Hier ist die Liebe mein mag aufheben. Ich bin der Trank, Vanier, Dein Liebesaltar brennt wer glaubt an mich, Den wird in mir, Du hast mein Herz ge- nicht dürften ewiglich, Ich will nommen. Du haft mir Lebensbrod ihm Labsal geben. geschenkt, Ich werd aus Edens 3. Drum führe mich, o treuer Strom getränft; Du wirst bald Hirt, Auf deine Himmelsauen, Bis selber fommen, und mich Ewig meine Seel erquicket wird, Wenn Dir vereinen in dem reinen Ba- du dich läsfest schauen. Laß stromen Abendmahlslieder. 133 men deine Gütigkeit, Die du für Lüfte werfe hin, Die mir gebracht Alle hältst bereit, So deiner Huth den Schaden. 10. So komm nun, treuer Seelenfreund, Laß in mein Herz dich schließen. Mit dir bin ich nun ganz vereint, Ich will von keinem wissen, Als nur von dir, o Gotteslamm, Der du auch mich am Kreuzesstammi Aus Noth und Tod gerissen. 11. D liebster Heiland, habe 5. So wie des Hirsches mat- Dank Für deine Süßigkeiten; Der tes Herz Nach frischem Wasser Liebe Sehnsucht macht mich krank, schreiet, So schreiet auch mein Drum wart ich auf die Zeiten, Seelenschmerz: Ach, laß mich sein In welchen du, o Lebensfürst, Mich befreiet! Du linderst meine Sün- fammt den Auserwählten wirst Zur denpein, Du flößeft deinen Trost Himmelstafel leiten. mir ein, So bin ich ganz erneuet. 6. Vor allem aber wirk in mir vertrauen. 4. 3ch armes Schäflein suche dich Auf deiner grünen Weide; Dein Lebensmanna speise mich Zum Troft in allem Leide. Es tränke mich dein theures Blut, Auf daß mich ja kein falsches Gut Von deiner Liebe scheide. Mel. Unser Herrscher, unser. Ein' ungefärbte Neue, Auf daß mein 225. Wohl mir! Jeſus, meine Herz sich für und für Vor aller Freude, Ladet mich Sünde scheue. Fach in mir, Herr, zu seinem Mahl. Auf, mein Herz, den Glauben an, Der dein Ver- und dich bereite, Eile mit der dienst ergreifen kann, Damit mein Frommen Zahl, Laß den Eifer Herz sich freue. nicht erkalten, Jesus will das Nachtmahl halten. 7. Entzünd in Andacht mein Gemüth, Daß von der Welt ich 2. Auf, o Chrift, auf Glaubens lasse, Und deine Bruderlieb' und Schwingen Eile deinem Jesu zu; Güt' In dieser Speise fasse; Daß Auf, dir soll es jetzt gelingen, Hier durch dein Lieben Lieb in mir 3u ist wahre Seelenruh. Ruhe sollst meinem Nächsten wachs' herfür, du, frei von Sünden, Nun bei Ich auch den Feind nicht haffe. Jesu Nachtmahl finden. 8. Ach, führe mich doch selbst 3. Ach, indem mein Herz bevon mir, Bei mir ist nichts als streitet Noth und Tod mit gleicher Sterben. Nimm aber mich, o Herr, zu dir, Bei dir ist kein Verderben. In mir ist lauter Höllenpein, In dir ist nichts als selig sein, Mit allen Himmelserben. Macht, Hat er dir den Tisch bereitet, Und aus reiner Lieb bedacht, Wie er sich mit dir verbinde, Dich erheb zu Gottes Kinde. 4. Hungrig komm auch ich nach 9. Erneure mich, o Lebensstab, Gnaden, Durstig nach BarmherMit deines Geistes Gnaden. Laß zigkeit, Bin auch ich doch eingemich der Sünde sterben ab, Mit laden Zu des Lammes Hochzeitsder ich bin beladen. Beherrsche freud. Himmlisch Manna mich ers meinen bösen Sinn, Daß er dielgöget, Jesu Blut die Seele neget. 5. Gott, 134 Abendmahlelieder. 5. Gott gib, daß ich dieses) 7. 8 steuert allem Stolz und Schenken Chrifti Leib's und Blu- Neid, Verknüpft zu Lieb und Eites hier Nehm' zu seinem Angeden- nigkeit, Gibt Trost, der nie das fen, Und betrachte für und für, Wie Herz verläßt, Und macht den gu sein Leib am Kreuz gestorben, Und ten Vorsatz fest. sein Blut mir Heil erworben. 8. Nun, Jesu, führ ihn selbst 6. Nun will ich mit Dank und zur That, Und leite mich nach Ehren Meines Jefu, weil ich bin, deinem Rath, So bringe ich in Lieb und Lob mit Lob vermehren. stiller Ruh Die Tage meiner WallMein durch ihn erneuter Sinn fahrt zu. Soll in Jesu fich erfreuen, Gott wird dazu Gnad' verleihen. 9. Und wenn du mich, o Lebensfürst, Zur Seligkeit vollenden wirst, Erquickt mit Freuden ohne Zahl Mich dort dein ewig AbendMel. Herr Jesu Christ, mein's. 226. Herr err, wie so großen mahl. Segen gibt Dein Bundesmahl dem, der dich liebt! Mel. Freu dich sehr, o meine. Ihm ist's ein Pfand der Selig- 227. der wundergroßen feit, Ein Siegel der Gerechtigkeit. Gnaden! Heißet das 2. Er überzeugt im Zweifel- nicht Gütigkeit; Daß uns Jesus muth Von der Erlösung durch hat geladen, Zu dem Tisch, den dein Blut, Auch von Erlassung er bereit't? Jesus ladet uns zu unsrer Schuld, Und Gottes uns Gast, Daß wir aller Sorgengeschenkter Huld. last, Aller Sünd und Noth entnommen, In den Himmel mögen kommen. 3. Ach, wie so reich ergießet sich Hier meines Gottes Lieb in mich! Hier schau ich seine Mildigkeit, Hier schmeck ich seine Freundlichkeit. 2. Er, der Heiland, will uns speisen, Und auch selbst die Speiſe 4. Wie himmlisch du, mein sein; Heißet das nicht Gnad ers Jesu, liebst, Bezeugt das Pfand, weisen? Ist er nun nicht dein das du mir gibst. Nichts scheidet und mein? Er gibt sich uns selbst ferner dich und mich, Mich liebest zu Theil, Daß wir möchten werdu, ich liebe dich. den heil Von den tiefen Seelen5. Dich, Herr, dich lieb ich un- wunden, Die sonst blieben unververrückt, Wenn Wollust lockt, wenn bunden. Drangsal drückt. Verschmachtet Leib und Seele mir, Doch lieb ich dich und bleib an dir. 3. Herr, du hast dich hingegeben Für uns Arme in den Tod, Daß wir möchten wieder leben, 6. Auch stärkt mich dieses Mah- Frei von Sündenstraf und Noth; les Kraft Auf meiner ganzen Pil- Aber deiner Liebe Macht Hat dich gerschaft, Den Feinden stark zu auch dabin gebracht, Daß du selbst widerstehn, Die mir nach meiner wirst Seelenspeise; O der nie erSeele stehn. hörten Weise! 4. Nun, 135 Abendmahlslieder. 4. Nun, zu dir fomm ich ge- tes Herz; Ach, das wollest du er= schritten, mein Heiland, Jesu quicken, Und wegnehmen meinen Christ. Laß dich jetzt von mir er- Schmerz. Nimm's zu deiner Wohbitten, Weil für mich bereitet ist nung ein, Laß es dir zum TemDein so theurer Gnadentisch, Daß pel sein, Du wollft selbst darinsich meine Seel erfrisch; Du wollst nen leben, Herr, dir sei es ganz ihren Hunger stillen, Und in ihrem ergeben. Durft sie füllen. Mel. Jesus Christus, unser. 5. Ach, du wollest, Herr, mich laben Mit dem rechten Himmels- 228. Tief gerührt, dein Bild brod, Und mit reichem Trost be= im Herzen, Denken Todesschinerzen, Die du gaben, Wider alle Sündennoth. wir der dem Kreuzesstamm. Ach, laß deinen Lebensquell Mich trugeft, Gotteslamm, Bluiend an auch machen rein und hell; Tränke mich mit Gnadenströmen, So will ich dich ewig rühmen. 2. Uns, o Herr, zum Heil und Leben Hast du dich dahin gegeben, 6. Räume, bitt' ich, Leib und Haft, im Todesfampf erbleicht, Seele Rein von allem Bösen aus, Auch für uns dein Haupt geneigt. Daß auch meines Herzens Höhle 3. Habe Dank für deine Treue, Werde deines Geistes Haus. Ach, Habe Dank, du willst aufs Neue verleihe, daß ich nicht Eff' und Deinem Bund, o Herr, uns weihn; trinke zum Gericht, Da du dich Lebend, sterbend sind wir dein. zum Heil und Leben Und Erlöfung mir gegeben. 4. Held und Friedefürst, du lebest, Herrlich kommst du einit, 7. Leite mich durch deine Güte und hebest Nach vollbrachtem Stets mit deinem guten Geist, Kampf und Lauf Uns verklärt zu Daß ich mich vor Sünden büte, dir hinauf. Und das suche allermeist, Was du 5. Heil! auch uns im Pilgerwillst und dir gefällt, Daß ich thale Ladest du zu deinem Mahle, mich der bösen Welt Mag in Zu dem Mahl des Segens ein, Gottesfurcht entziehen, Ihre bösen Willst uns stärken, und erfreun. Lüfte fliehen. 6. Sei uns nab, aus reinem 8. Gib mir auch Geduld im Munde Töne: Friede! unserm Leiden, Und des wahren Glaubens Bunde. Wir empfahn aus deiner Licht; Laß mich Geiz und Hoffart Hand, Jesu, deiner Liebe Pfand. # meiden, Hilf, daß ich ja zürne nicht, Wenn mein Nächster mich Eigene Melodie. betrübt, Sondern, wie du mich 229. Schmücké dich, o liebe geliebt, Und mir meine Schuld Seele, Laß die dunkle vergeben, Laß mich mit ihm fried- Sündenhöhle, Komm an's belle lich leben. Licht gegangen, Fange herrlich an 9. Dir, Herr Jefu, will ich zu prangen, Denn der Herr voll schicken Mein ganz müd und mat-, Hell und Gnaden Will dich jest zu 136 Abendmahlslieder. zu Gaste laden. Der den Himmel| dies Seeleneffen Deine Liebe recht fann verwalten, Will jetzt Woh- ermessen, Daß ich einst, wie jest nung in dir halten. auf Erden, Mög ein Gast im Himmel werden. 2. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. mit Thränen Mich nach deinem 230. Seele, willst du Ruhe Mahl zu sehnen! Ach, wie pfleget finden, Drücket dich mich zu dürften Nach dem Quell die Laft der Sünden: Komm, Verdes Lebensfürsten, Daß in diesem gebung zu empfangen, Denn dein Brod und Weine Christus sich mit Licht ist aufgegangen, Und der Herr voll Heil und Gnaden Hat mir vereine. 3. Beides, Wonne und auch zu sich dich eingeladen. Deinen Beben, Fühl ich jetzt im tiefsten Bund sollst du erneuen, Und dich Leben. Das Geheimniß dieser seines Todes freuen. Speise Und die unerforschte Weise 2. Gil, wie wahre Christen Machet, daß ich froh bemerke, pflegen, Glaubensvoll dem Herrn Herr, die Größe deiner Werke. entgegen. Komm, den gnaden= Ist auch wohl ein Mensch zu vollen Willen Deines Heilands finden, Der ste jemals könnt er zu erfüllen. Komm mit brünstigründen? gem Verlangen, Seine Güter zu empfangen. Daß er dich der Sünd entlade, Gibt er heute Gnad um Gnade. 4. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall ich zu deinen Füßen, Laß mich würdiglich genießen Diese deine Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise. 5. Herr, es hat dein treues reich mit Segen tränken, Und Lieben Dich vom Himmel her- dich ihnen selber schenken; O wer getrieben, Daß du willig haft darf sich unterwinden, Deine Liebe dein Leben In den Tod für uns zu ergründen? gegeben, Daß du haft ganz un- 4. Herr, o laß mich würdig verdroffen, Herr, dein Blut für nahen, Heil und Leben zu emuns vergossen, Uns am Lebens- pfahen. Ach, wie pflegt' ich oft quell zu tränken, Deiner Liebe mit Thränen Mich nach deinem zu gedenken. Mahl zu sehnen! Tilgung aller 6. Jesu, wahres Brod des Le- meiner Sünden Wünscht' ich, Herr, bens, Hilf, daß ich doch nicht bei dir zu finden. Laß, Erlöser, vergebens, Oder mir vielleicht laß mich nahen, Heil und Leben zum Schaden, Sei zu deinem zu empfahen. Mahl geladen; Laß mich durch 5. König, Hoherpriester, Lehrer, Du, 3. Herr, ich freue mich mit Beben, Laß mich Gnad empfahn und Leben. Du willst hier dich mit den Deinen Durch des Glaubens Band vereinen, Willst fle Abendmahlslieder. 137 Du, mein göttlicher Bekehrer, Du, drückt, Daß unser Schuldbrief fei der selbst sein eignes Leben Für zerrissen Und unsre Handschrift sei mich in den Tod gegeben, Hier, zerstückt, Daß wir Vergebung hier sink ich dir zu Füßen; Ach, unsrer Sünden In deinen blutgen laß würdig mich genießen Diese Wunden finden. deine Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise. 4. Und fester als es je gewesen, Wird nun das Band, das uns 6. Zum Gedächtniß deiner Lei- vereint. Durch dich vom Seelenden, Und zum Vorschmack jener schmerz genesen, Schaun wir in Freuden, Die du, Heiland, mir dir den höchsten Freund. Das erftrittest, Als du unaussprechlich Herz fühlt sich in solchen Stun= littest, Als dich Todesschweiße den Mit dir in Einem Geist ver= deckten, Dich die Schrecken Gottes bunden. schreckten, Als du selbst für mich 5. Dies Brod kann wahre Nahgestorben, Mir die Vaterhuld er- rung geben, Dein Blut erquicket worben. unsern Geist; 68 mehrt sich unser 7. Deines Heils will ich mich innres Leben, Wenn du dem Glaufreuen, Dir will ich mich ewig ben Kraft verleibst. Wir fühlen weihen. Eng ist deines Lebens neue Kraft und Stärke In unserm Pforte, Noch schau ich im dunk- Kampf und Glaubenswerke. len Worte; Einst werd ich dich 6. Wir treten nun in engre ganz erkennen, Ganz in deiner Bande Mit deines Leibes GlieLiebe brennen. Laß sie mich auch dern ein, Wir wollen All in solhier empfinden, Hilf mir, hilf chem Stande Ein Herz und Eine mir überwinden. Seele sein. Die Liebe muß uns fefter schließen, Da wir von Einem Brod genießen. Mel: Erquicke mich, du Heil. 231, Mein Sesu, der du vor dem Scheiden, 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, Daß unser Fleisch, In deiner letzten Trauernacht, Uns der Schwachheit voll, Einst herrhaft die Früchte deiner Leiden In lich aus dem Staube grünen, Und einem Testament vermacht, Gs unverweßlich werden soll, Ja, daß preisen gläubige Gemüther Dich du uns ein ewig Leben Nach dieStifter dieser hohen Güter. sem kurzen werdest geben. uns neu. 2. So oft wir dieses Mahl 8. Otheures Lamm, so edle genießen, Wird dein Gedächtniß in Gaben Hast du in dieses Mahl Man kann aus neuen gelegt. Da wir dich selbst zur Proben schließen, Wie innig deine Speise haben, Wie wohl ist unser Liebe sei. Dein Blut, dein Tod Geist verpflegt! Dies Mahl ist und deine Schmerzen Erneuern unter allen Leiden Ein wahrer sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewissen Ein neues Siegel aufgeVorschmack jener Freuden. 9. Drum sei dir Lob und Dank gesungen ,, Und deinem Namen Nuhu 138 Abendmahlslieder. 10. Nun bin ich losgezäblet Ruhm gebracht, und mit uns preisen Engelzungen, Herr, deine Von Sünden, und vermählet Mit große Gottesmacht. Wird unser dir, mein liebstes Leben, Was Geist zu dir erhoben, So wird er kannst du Werthres geben? dich vollkommen loben. 11. Gib, Heiland, daß die Seele Nur dich zum Freunde wäble. Laß stets sie mit Verlangen An deiner Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 232.Jefu, meine Wonne, Liebe hangen. Du, meiner Seelen 12. Laß mich die Sünde meiSonne, Du Freundlichster auf Er- den, Laß mich geduldig leiden, Laß den, Laß mich dir dankbar werden. mich andächtig beten, Und von der 2. Wie kann ich gnugsam Welt abtreten. schätzen Dies himmlische Ergößzen Und diese theuern Gaben, Die mich gestärket baben? 13. Laß stets es mich ermessen, Laß nimmer mich vergessen, Daß du mich hoch beglücket, Mich himmlisch haft erquicket. 3. Wie soll ich dir es danken, D Herr, daß du mich Kranken Gespeiset und getränket, Ja, selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen Für alle deine Schmerzen, Für deine Schläg' und Wunden, Der du so viel empfunden. Mel. Wie schön leucht't uns der. 5. Dir dank ich für dein Leiden, 233. Herr Sefu, dir ſei Preis und Dank Für diese Den Ursprung meiner Freuden, heil'ge Speis und Trank, Womit Dir dank ich für dein Sehnen, Für heißvergoßne Thränen. 14. Nun kann ich nicht verderben, Drauf will ich selig sterben, Und freudig auferstehen, D Jeſu, dich zu sehen. du uns begabet. Dein Brod und Wein, dein Leib und Blut Kommt 6. Dir dank ich für dein Lieben, uns wahrhaftig wohl zu gut, An Das standbaft ist geblieben; Dir ihm das Herz sich labet. Daß dank ich für dein Sterben, Das wir, Herr, dir, Dir vor Allen, mich dein Reich läßt erben. wohlgefallen, heilig leben, Golches wollest du uns geben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüthe Den Reichthum deiner Güte, Dies theure Pfand der Gnaden. Tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich nicht verges sen, Daß du mir zugemessen Die kräftge Himmelsspeise, Für die mein Herz dich preise. 2. Du fehrest, o Immanuel, Ja selber ein in unsre Seel, Dir Wohnung da zu machen. Drum uns ein solches Herz verleih, Das von der Weltlieb ledig fei Und allen eitlen Sachen. Bleibe, Treibe Unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten, Alles Eitle zu verachten. 9. Du wolleft doch die Sünde, Die ich noch jetzt empfinde, Aus meinem Fleische treiben, Und kräftig in mir bleiben. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht Dein werthes Nachtmahl Abendmahlslieder. 139 mahl zum Gericht. Ein Jeder recht daß ich dich nicht mehr betrübe, bedenke, Daß wir mit diesem Le- Der du für mich gestorben bist. Laß bensbrod Im Glauben stillen unsre deines Leidens Angst und Pein Noth, Der Fels des Heils uns Mir immerdar vor Augen sein. tränke, Züchtig, Tüchtig, Dich dort 2. Wie kann ich dich genug oben stets zu loben, wann wir wer- erheben, Jch, der ich Fluch und den Zu dir kommen von der Erden. Tod verdient? Ich soll nicht ster4. O daß wir solcher Seligkeit ben, sondern leben, Weil du mich Nur harren möchten allezeit, In selbst mit Gott verfühnt. Ach du, Hoffnung und Vertrauen, Und sein Sohn, du starbst für mich, endlich aus dem Jammerthal Ein- Wie preis' ich, Herr, wie preis gehen in den Himmelsfaal, Wo ich dich? wir den Vater schauen, Ewig, 3. Heil mir, mir ward dein Selig Uns als Gäste dann aufs Brod gebrochen, Ich trank, Herr, Beste bei ihm laben, und dann deines Bundes Wein. Voll Freude volle Gnüge haben! 5. Das gib du uns von deinem Thron, O Jesu Christe, Gottes Sohn, Gib's durch dein bittres nur deine Gnade mir. Leiden. O laß, so lang wir leben hier, Es uns betrachten für und für, Das Böse darum meiden. Amen, Amen, Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, Hilf uns fröhlich überwinden. hab ich dir versprochen, Dir, treuster Jesu, treu zu sein. Ich schwör es nun noch einmal dir, Schenk du 4. Ja, Hülfe willst du gnädig geben, Du liebtest mich bis in den Tod. O sei mir Stärke, Freude, Leben, und bleib mein süßes Himmelsbrod. O nimm dich meiner Ohnmacht an, Du weißt, wie leicht ich fallen kann. Mel. Gott sei gelobet. 5. O laß mich dankbar stets 234. Nun sei, o Herr, dir ermessen, Was du für mich gelitPreis und Dank ten hast, Und deine Liebe nie vergeweihet, Preis und Dank aus gessen, Die so viel Segen in sich Herzensgrunde, Der du mit uns faßt. Laß meinen Glauben thätig den Friedensbund erneuet, Heilge sein, Und mir zum Guten Kraft uns in deinem Bunde. Jesus verleihn. Christus, Der du dich für uns gegeben, Lebensfürst, o laß in dir uns leben, Bis wir droben im Licht Ewig schaun dein Angesicht. Halleluja. 6. Im Streite hilf mir überwinden, Und stärke mich zu meiner Pflicht, Bewahre mich vor neuen Sünden, Verlaß mich in Versuchung nicht, Und dein für mich vergoff= nes Blut Schenk mir im Todesfampfe Muth Mel. Wer nur den lieben Gott. 235. Nun habe Dank für 7. Mit dir mich näher zu verbinden, Wie sehnet sich mein dürgroßer Mittler, Jesus Chrift, Gib, stend Herz! In dir Gerechtigkeit zu deine Liebe, Du finden, Abendmahlslieder. 140 finden, Mit dir zu theilen Freud und Schmerz, Durch dich, was du gethan, zu thun, In deiner Ruh mit dir zu rubn. 8. Und ihr auch, seines Leibes Glieder, Die Jesu Heil wie mich erfreut, Euch lieb ich stets als seine Brüder, Als Erben seiner Herrlich feit. Wir haben Einen, Herrn und Gott, Uns speift und tränkt Ein Wein, Ein Brod. 2. Was frag ich nun nach Ehre, Lust und Schätzen? Der Lebensstrom fann mich genug er= götzen, Der Durft ist hin, wie bin ich so erquickt! Nun werd ich dort vollkommen selig werden, Den Vorschmack hab ich schon davon auf Erden, Doch mache mich, o Jesu, mehr geschickt. 3. bleibe du doch nahe deinem Kinde; Gib, daß ich Kraft 9. Wie jetzt in unsers Heilands in dir als König finde, Gib Muth Namen Sein Volk vor ihm ver- und Kraft, du meine Zuversicht! sammelt war, So stehn wir, die Sei mein Prophet, und leite mich wir zu ihm famen, Vor ihm mit zur Wahrheit, Und raubt die seiner Engel Schaar, Und preisen Sünde mir des Glaubens Klarals sein Eigenthum Dann ewig heit, Dann, Hoherpriester, sei dein seines Namens Ruhm. Kreuz mein Licht. 10. Hier will ich mich mit euch 4. Was will ich mehr, als dievereinen, Die ihr ihn ewiglich er-[ sen Himmelsfürsten? Mich wird höht, Und wenn wir einst vor hinfort in Ewigkeit nicht dürften, ihm erscheinen Im Glanze seiner Weil er mich tränft, der selbst Majestät, Dann geh ich im Triumph das Leben ist. Kein Hunger wird mit euch, Ihr Auserwählten, in die Seele jemals drücken, Des fein Reich. Himmels Manna wird mich stets erquicken, Und das bist du allein, Herr Jesu Chrift. 11. So soll denn weder Spott noch Leiden, Noch Ehre, Freud und Luft der Welt Mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, Die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, O laß mich deiner würdig sein. 5. Ich lebe nun, und will mich Gott ergeben, Jedoch nicht ich, nein, Christus ist mein Leben. So lebe denn in mir, o Gottessohn! Ich bin gewiß, daß droben und auf Erden Barmherzigkeit und Güte folgen werden, Als ein durchs Blut Eigene Melodie. 236. Auf, auf, mein Geift, des Lamms erworbner Lohn. erhebe dich zum Himmel, Weich von dem unbeMel. Herr Jesu Christ, mein's. ſtändigen Getümmel, Wodurch die 237. Die Frucht vom heilgen Welt ihr blindes Volk betrügt. Abendmahl, Dem höchIch habe nun vom Himmelsbrod sten Gut im Thränenthal, Soll gegessen, Hab an des guten Hir uns der herzlichste Verein Der ten Tisch gesessen, Der alte Feind brüderlichen Liebe sein. I zu meinen Füßen liegt. 2. Uns eint die Lieb, die er anpries, Lieder bei der Ordination und Einführung eines Predigers. 141 anpries, Eh er die Seinigen ver- Herrn, Und folgten wir auch dann ließ, Um die er sie so dringend bat, ihm gern, Wenn schwer das LeiEh er sein Haupt geneiget hat. den auf uns liegt, Nur kämpfend 3. daß er dies sein Tefta- unser Glaube flegt! ment Noch ganz an uns erfüllen 6. O möchten wir, wie ers gekönnt'! Erlöfte, reicht euch Herz bot, Vereint verkünden seinen Tod, und Hand, Viel Müh hat er an Bis daß er kommt, wir zu ihm euch gewandt. gehn, Wir in des Vaters Reich 4. Hier ist das Herz, hier ist ihn sehn! die Hand, Zur Wallfahrt bis ins Vaterland. Seht, daß sich Jeder, Dein Tag und Nacht, Auf seine Zukunft ruh. fertig macht. 7. Nun, Unsichtbarer, leite du Volk zur ewgen SabbathKomm bald, du, dem auch alle Welt Dereinst mit uns zu 5. D blieben wir doch bei dem Fuße fällt. 5. Ordination und Einführung eines Predigers. Mel. Wie schön leucht't uns der. mit Freuden thun, Wend ab, was ihn betrübet. Gib für die 238. Preis bir, o Herr der Wahrheit, die er lehrt, Ein Herz Herrlichkeit, Du sie hört, Sich uns, das willig König deiner Christenheit, Du froh im Guten übet. Stärke Lehrer Hirte deiner Heerde! Preis dir, der und Gemeine, laß ste deine Treue du dein Volk noch liebst, Noch sehen, und auf deinen Wegen Lehrer ihm und Führer gehen. giebst, Damit es selig werde. Dankvoll Rühmen Wir- aufs Neue deine Treue; unserm Pfade Strahlt die Sonne deiner Gnade. 2. Froh nehmen wir von deiner 4. Wenn einst dein großer Tag erscheint, Laß unfern Lehrer, unsern Freund Uns dir entge= gen führen. Die Seelen find ihm zugezählt, Heil ihm, wenn dort Hand Den Hirten, den du ihm feine fehlt, Laß keine sich uns gesandt. O segne sein Be- verlieren. Vor dir, Richter, Wird mühen, Die Seelen, die sich der Lehrer und der Hörer dann ihm vertraun, Durch Wort und sich freuen, Und dir Jubellieder Wandel zu erbaun, Zu dir ste hinzuziehen. Mächtig Steh ihm Stets zur Seite, daß er streite, bet und wache, Sich und Andre felig mache. weihen. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu. Das Amt der Lehrer, Herr, ist dein, Dein Dank und Ehre sein, Daß 239. 3. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, Laß ihn sein Amt soll auch 142 Lieder bei der Ordination und Einführung eines Predigers. Daß du der Kirche, die du liebst, Bauen Gib dein Gedeihn, o Herr, Noch immer treue Lehrer gibst. von oben ber, Und laß ihn reiche 2. Gesegnet sei ihr Amt und Früchte schauen Zu unserm Heil Stand; Sie sind, o Herr, von und deines Namens Ehr. Was bir gefandt, Und pflanzen durch er verkündiget aus deinem Wort, dein heilig Wort Auf Erden Licht Das bleib und wirke bei uns und Wahrheit fort. immerfort. 3. Wir wollen ihres Amts uns 3. Bewahre ihm die ganze freun, Das Herz soll ihnen offen Heerde, Die seiner Hirtentren du sein, Dann wird, was ihre Rede willst vertraun, Daß Reiner je lehrt, In uns durch deinen Geist verklärt. 4. Ermahnen, warnen, strafen sle, So fehle der Gehorsam nie; Was uns dein Mund durch ste gebeut, Das bringt uns Heil und Seligkeit. Paist 5. Des treuen Lehrers schwere Pflicht Erschwere Hohn und Un dank nicht, Denn das ist wahrlich uns nicht gut, Wenn er sein Amt mit Seufzen thut. 6. Nein, fromme Lehrer zu erfreun, Soll unsers Herzens Frende sein. D führe du, Herr, uns zugleich mit ihnen in dein Himmelreich. verloren werde, Daß Alle dort dein Antlitz mögen schaun. Laß deine Weisheit reichlich auf ihm ruhn, So wird ein leuchtend Vorbild uns sein Thun. ne 4. Dein Wort in seinem Munde gleiche Dem Strom, der jeden Widerstand zerstört; Vor seiner ernsten Rede weiche, Was gegen Gottes Wahrheit sich emSie sei ein Schwerdt, das pört. in die Herzen dringt, Und die Verstockten auch zur Buße zwingt. 5. Verleih ihm deines Geistes Waffen, Dem Spott und Drohn der Welt zu widerstehn; Und wenn er unser Heil soll schaffen, Laß ihn auf Lohn und Menschengunst nicht sehn. Gib, wenn er lehrt und warnt, ihm Kraft und Licht, Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich. 240. Erhöre gnädig unser Und wenn er tröstet, feste 3uversicht. Flehen Für deinen Knecht, den du uns zugesandt. 6. Wohlan, wir baun auf deine Stärk ihn mit Kraft aus deinen Gnade, Laß seinen Eingang hier Höhen, Und rüst ihn aus zu sei- gesegnet sein. Leit ferner ihn auf nem Amt und Stand. Durch dei- ebnem Pfade, Und laß sein Werk nen Geist nur wird er recht beSei deinem Ruhm gedeihn. zu lehrt, und seines Glaubens Zu- mit uns, Herr, wir sind auf dich versicht gemehrt. getauft, Mit deinem Blut baft 2. 3u seinem Säen, Pflanzen, du uns All' erkauft. 6. Lieder 143 6. Lieder bei Beerdigungen und zum Gedächtniß der Verstorbenen. Eigene Melodie. Mel. Gottes Sohn ist kommen. 241. Mitten wir im Leben 242. Heilge Ruhestätte, Wenn sind Mit dem Tod umfangen; Wer ist's, der uns ich: Herr, mach Ende! Treuer VaHülfe thut, Daß wir Gnab er- ter, sende Deinen Friedensboten! langen? Das bist du, Herr, alleine! Selig sind die Todten. Uns reuet unsre Missethat, Die 2. Hier, wo meine Brüder, dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Hier, wo Christi Glieder Nach erHerr und Gott, Heiliger starker kämpften Siegen Als ein Sam Gott, Heiliger, barmherziger Hei- forn liegen, Hier, bei Jesu Schaland, Du ewiger Gott, Laß uns fen, Wünsch ich auszuschlafen. nicht versinken In der bittern 3. Hier ruht der Verjagte, Hier Todesnoth. Herr, erbarme dich! hat der Geplagte, Nach den bit2. Mitten in dem Tod ansicht tern Stunden, Seinen Hafen funUns der Hölle Rachen; Wer will den; Auf den Thränenregen Wird uns von solcher Noth Frei und das Grab sein Segen. ledig machen? Das thust du, Herr, 4. Tod, dich nah zu schauen, alleine! Es jammert dein'r Barm- Bringet mir kein Grauen. Wenn berzigkeit Unsre Sünd und gro- die Kräfte schwinden, Sterben Bes Leid. Heiliger Herre Gott, Sorg und Sünden. Meines Leibs Heiliger starker Gott, Heiliger, Verwesung Ist dem Geist Genebarmherziger Heiland, Du ewiger sung. Gott, Laß uns nicht verzagen Vor der tiefen Höllenglut. Herr, erbarme dich! 5. Wenn ich in der Erde, Vater, schlafen werde, So sprich zu den Schaaren, Die dein Volk be3. Mitten in die Höllenangst wahren: Hütet der Gebeine, Denn Uns die Sünden treiben. Wohin hier schläft der Meine. fliehen dann, wohin, Da wir mö- 6. Freue dich, mein Glaube! gen bleiben? Zu dir, Herr Christ, Mit des Leibes Staube Thut der alleine! Vergoffen ist dein theures Gott der Stärke Neue WunderBlut, Das gnug für die Sünde werke: Er gibt alle Glieder Mir thut, Heiliger Herr und Gott, aus Staube wieder. Heiliger starker Gott, Heiliger, 7. Himmlische Posaunen Schalbarmherziger Heiland, Du ewiger len zum Erstaunen, Eine Welt Gott, Laß uns nicht entfallen Von der Todten Wird dann aufgebodes rechten Glaubens Trost. Herr, ten, Vor dem Herrn der Geden Dargestellt zu werden. erbarme dich! 8. Freudiges 144 Lieder bei Beerdigungen. 8. Freudiges Getümmel, Grä- Erde lässt du liegen, Zum Himmber werden Himmel, Was einst lischen Vergnügen, Ins Land der starb, erwachet, Was einst weinte, Freuden ziehst du hin. lachet, Fromme, gleich der Sonne, Jauchzen voller Wonne. 6. Befreit von Schmerz und Mühe, Gehst du von uns fo 9. Die vor tausend Jahren Längst frühe, Zieh hin, geliebtes Kind!. verweset waren, Fangen an zu le- Dein Schöpfer heißt dich schlafen, ben, Und sich zu erheben. Eltern, Und wohnen bei den Schafen, Kinder, Brüder, Seb ich alle wieder. Die ewig wohl versorget sind. 7. Du warst uns nur geliehen, Seele wacker, Daß ich mein Ge- Wir sollten uns bemühen, Dich schicke Nach dem Tod erblicke, Und christlich zu erziehn. Gott nimmt mein Nichts im Grabe Stets vor uns diese Sorgen; Sein Rath ist Augen habe. uns verborgen, Einst sehen wir im Himmel ibn. 10. Mache, Gottesacker, Meine Mel. Nun ruhen alle Wälder. 8. Dein Leib gehört der Erde, 243. Wenn junge Himmels- Daß er verwahret werde, Bis erben In ihrer Un-| Gottes Stimme ruft. Sie weckt schuld sterben, Verlieret man sie ihn, du wirst hören, Und eilen nicht. Sie werden nur dort oben mit den Chören Dem Herrn entVom Vater aufgehoben, Und gegen in der Luft. schauen Jesu Angesicht. 9. Auch unsre Tage fliehen, 2. Sie sind ja in der Taufe Wer weiß, wie bald wir ziehen Zu ihrem Chriftenlaufe Dem Mitte- In unser Vaterland. Thun wir, ler eingeweiht, Und noch bei Gott was Gott befohlen, Wird er uns in Gnaden. Was kann es ihnen zu dir holen, Und enden unsern schaden, Wenn er ste ruft zur Prüfungsstand. Ewigkeit? 10. Dort werden wir dich sehen 3. Ruft er ste doch aus Liebe, Bei Himmelsbürgern stehen, Und Daß nicht der Sünden Triebe, unsern Gott erhöhn. Nimm unNicht Bosheit sie entweihn. Eh fern letzten Segen, Und komm fie die Welt verführet, Da ste uns einft entgegen, Wenn wir noch Unschuld zieret, Führt er sie auch in den Himmel gehn. in den Himmel ein. Mel. Ich hab genug. 4. Bald schleicht von ältern Sündern Das Böſe sich bei Kin- 244. 3ich, liebes Kind, Zieh dern Ins unverwahrte Herz. D, hin! dich fordert Gott die ihr euch betrübet, Seht, wie So früh von dieser Welt. Wohl euch Gott geliebet, Der euch erschmerzet uns Dein, ach, so frü sparte manchen Schmerz. her Tod, Doch weil es Gott ge= 5. Dies Loos ift dir gefallen, fällt, So wollen wir nicht troftlos Gott heißt dich von uns wallen, flagen, Nein, mit gelaffner Seele Der Tod ist dein Gewinn. Die sagen: Zieh bin, mein Kind! 2, Dich, und zum Gedächtniß der Verstorbenen. 145 2. Dich, liebes Kind, Dich 3. O kurze Bahn, Kaum kennst hatte Gottes Hand Für diese Welt du Welt und Freuden, So führt geliehn. Er ist der Herr, Er dich Gott Vom Schauplatz deiner nimmt zurück, fein Pfand, Er will Leiden. Was Gott thut, das ist dich selbst erziehn. Er gibt und wohlgethan. nimmt; sein ist dein Leben, Was sein ist, wollen wir ihm geben: Du bist sein Kind. 3. In jener Welt, Im Himmel, findest du Was diese Welt nicht 4. Du bist beglückt. Entronnen den Gefahren, Trifft dich nun nicht, Was in den ernsten Jahren Dem Christen oft das Ziel verrückt. 5. In ewger Ruh, In ungegibt, Denn nur bei Gott Ist flörtem Frieden Wohnt nun dein wahre. Seelenruh, Von keinem Schmerz getrübt. Hier muß man oft in Unruh schweben, Dort ist ein ungestörtes Leben. Wohl dir, mein Kind! Geist; Erbarmend steht hienieden Gott deiner Eltern Thränen zu. 6. Klagt nicht zu sehr Bei eures Kindes Bahre, Gott führt es schon Im Frühling seiner Jahre 3um Himmel; er ist unser Herr. 4. Du gehst voran, Ginst folgen wir dir nach, Wenn es dem 7. Es war sein Pfand, Er hat Herrn gefällt. Du eilst nun fort, es euch geliehen; O gebts ihm Entgehst dem Ungemach, Den Lei- gern, heißt euren Liebling ziehen, den dieser Welt. Wer lange lebt, Er ziebt ja in sein Vaterland. hat viel zu leiden; Wer frühe 8. Zieh in die Gruft, Verbirg ftirbt, steht bald die Freuden Der dich eine Weile; Mit dir stehn beffern Welt. wir Einst auf zu Jesu Heile, 5. So zieh denn hin! Dort, Wenn er in unsre Gräber ruft. wo die Unschuld wohnt, Wo man den Vater preist, Wo Jesus Christ, Mel. Hört auf mit Trauern. Der Freund der Kinder, thront, 246. hr Trauernden, ſtillet dort lebt nun Geist. Geendigt sind die Leidensstunden, hemmet das Jammern und SebWohl dir, du haft nun überwun- nen! Wer wollte verzagend erbeden, Wohl ewig dir! ben? Das Grab ist das Thor zu dem Leben. Mel. Gott ist mein Lied. 2. Mag irdische Hütte zerfal245. 3ur frühen Gruft Wirst len, Mag irdische Freude verhaldu von uns begleitet. len, Mag Staub sich gesellen zum Dies, junger Chrift, Will Gott, Staube, Hoch über ihm jauchzet der dich bereitet, Und dich nun der Glaube. wieder zu sich ruft. 3. Hoch über den Gräbern da 2. Er nahm dich auf Zum thronet Das Licht und das Leben; Rinde seiner Gnade, Er reinigte da wohnet, Vom Leibe des Todes Dich in dem heilgen Bade, Und geschieden, Vollendet der Pilger sein Geist lenkte deinen Lauf. in Frieden. K 4. Da 146 Lieder bei Beerdigungen 4. Da scheiden nicht bittere Auf das ewge Erbtheil hin. Gib Schmerzen Die heilig verbundenen uns Allen, was wir flehen, Dort Herzen; Was hier noch die Liebe ein selges Wiedersehen. beweinet, Ihr droben verkläret erscheinet. Mel. Vater unser im Himmelreich. 5. D laßt uns die Häupter 248. Ach, was find alle Güz erheben! Dem Tode entquillet das ter werth, Die schnell Leben. Erst endet der Schlummer des Todes Macht verzehrt? Im die Sorgen, Dann folget der Sterben schwindet Erdenmacht, ewige Morgen. Gold glänzt nicht mehr in Grabesnacht. Denk an dein Grab, wenn irdisch Gut Dich reizen will Mel. Zion flagt mit Angst. 247. Soll denn Alles, Alles zum Uebermuth. enden In Verwesung 2. Cinst bringt der Herr vor und in Staub? Läßt der Tod aus sein Gericht, Was hier verborgen. seinen Händen Nimmermehr den war, an's Licht. Jenseits des theuren Raub? Blicket hoffnungs- Grabes reift die Saat, Die hier los hinab Unser Aug ins öde Grab? der Mensch gesäet hat. Denk an Ist auf ewig nun verloren, Was sich unser Herz erkoren? Streu den Tod, bestell dein Haus, weislich guten Samen aus. 2. Nein, du bist uns nicht ver- 3. Der Strom des Lebens rinloren, Ob dein Leib auch bald zer- net schnell, Bald ist er trüb, bald fällt, Denn dein Geist weilt neu- ist er hell. Denk an die Flucht geboren Schon in einer bessern der Zeit, wenn Licht In KumWelt. Was du Wahres hier ge- mernächten dir gebricht. Im Grab dacht, Was du Gutes treu voll- ist Ruh; Genesung, Heil Wird bracht, Reift zu ewgem Heil und frommen Duldern dort zu Theil. Segen Dort vergeltend dir ent= Mel. Der lieben Sonne Licht. gegen. 3. Auch bei uns, die dich be- 249. Die Christen gehn in weinen, Wirkest du in Segen Welt fort, Unvergessen von den Deinen mannigfachen Jammer, Bis nach Bleibt dein Beispiel und dein dem Weg zum Himmelszelt Sie Nach Wort. Uns, die deinen Werth ruhn in stiller Kammer. gesehn, Kann dein Bild nie un- wohl vollbrachtem Lauf Nimmt tergehn, Und dir folget noch im Gott die Seele auf. Das WeiGrabe Lieb und Dank als fromme zenkorn streut Gottes Hand Auf Gabe. Hoffnung in sein heilges Land. 4. Gott, der du ihn uns ge- 2. Die ihr schon aufgebrochen schenket, Dir sei Preis und Dank seid Aus eurer Brüder Mitten, dafür. Der du ihn zum Heil ge- Wir freun uns eurer Seligkeit, lenfet, Dank, o Jesu, Dank sei Und folgen euren Schritten. Der dir. Lenke stets auch unsern Sinn nun befreite Geift Ift himmelwärts und zum Gedächtniß der Verstorbenen. 147 5. D Herr, mach mir doch den Himmel, Und bitter sei mir diese Welt. Gib, daß mir in dem 3. Sie bleibt, bis ihre Stunde Weltgetümmel Die Ewigkeit sei schlägt, In heiliger Verwahrung, vorgestellt. Mein Gott,:,: Ich Bis sich das neue Leben regt Am bitt, durch Christi Blut, Mach's Tag der Offenbarung. Und dann, nur mit meinem Ende gut. welch selig Loos, In Jesu Arm 6. Ach Vater, deck all meine und Schooß! Die Liebe führ uns Sünde Mit dem Verdienste Chrifti gleiche Bahn So tief hinab, so zu, Drein ich mich fest und gläuhoch hinan. big winde, Das gibt mir recht erwünschte Ruh. Mein Gott,:,: Ich bitt, durch Christi Blut, Eigene Melodie. 250. Wer weiß, wie nahe mir Mach's nur mit meinem Ende gut. mein Ende, Hin 7. Ich weiß, in Jesu Blut wärts gereist, Die Hülle findet ihre Ruh Im Grab, und Liebe deckt ste zu. geht die Zeit, her kommt der Tod. und Wunden Da find ich meine Ach, wie geschwinde und behende Ruhestatt, Da sind ich Troft in Kann kommen meine Sterbensnoth! Mein Gott, Mein Gott, Ich bitt, durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. Todesstunden, Den mir dein Tod erworben hat. Mein- Gott,:,: Ich bitt, durch Chrifti Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 2.& s kann vor Nacht leicht 8. Nichts ist, das mich von anders werden, Als es am frühen Jesu leite, Nichts, es sei Leben Morgen war, Denn weil ich leb oder Tod. Ich leg die Hand. in auf dieser Erden, Leb ich in steter seine Seite, Und sage: mein Herr Todsgefahr. Mein Gott,:,: Ich und mein Gott! Mein Gott,:,: bitt, durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. Ich bitt, durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lehr mich stets mein 9. Ich habe Jesum angezogen End bedenken, Und, wenn dereinst Schon längst, in meiner heilgen ich sterben muß, Die Seel in Tauf, Du bist mir auch daher Jefu Wunden senken, Und ja gewogen, Hast mich zum Kind genicht sparen meine Buß. Mein nommen auf. Mein Gott,:,: Ich Gott,:,: Ich bitt, durch Christi bitt, durch Christi Blut, Mach's Blut, Mach's nur mit meinem nur mit meinem Ende gut. Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für, Und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's n.it mir. Mein Gott, Ich bitt, durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 10. So komm mein End heut oder morgen: Ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt, Ich bin und bleib in allen Sorgen Mit Jesu Blute schön geschmückt. Mein Gott, Jch bitt, durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. K* 11. 3d 148 Lieder bei Beerdigungen 11. Ich leb indessen ganz ver-| Hinweg gestorben sein. Drum bilde gnüget, Und sterb ohn alle Küm- dir, o Sünder, Dein Sterben merniß, Denn mir gefällt, wie täglich ein. Gott es füget. Ich glaube fest und 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bin gewiß, Mein Gott,:: In Bedenke das Gericht, Es müssen Gnad durch Christi Blut Machst du's mit meinem Ende gut. Mel. Herzliebster Jesu. 251. I'm Grabe stehen wir m und opfern Thränen, 3. Bedenke, Mensch, das Ende, Wir schauen in die Gruft mit Der Hölle Angst und Leid, Daß bangem Sehnen, Da du, o Va- dich nicht Satan blende Mit seiz ter, einen deiner Frommen Von uns genommen. ner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, Dort aber ewiglich Nur Schmerz und Klag und Schreien. Ach, Sünder, hüte dich. 4. Bedenfe, Mensch, das Ende, Bedenke doch die Zeit, Daß ja dich nichts abwende Von jener 3. Mit ihm ist uns ein Freund Herrlichkeit; Dort wird vor Gotin's Grab getragen, Sein treues tes Throne Die Seele wohl geHerz wird nicht mehr für uns pflegt, Dort ist die Lebenskrone schlagen; Nun kann sein Rath, Den Frommen beigelegt. deß wir uns sonst erfreuten, Uns nicht mehr leiten. 5. Herr, lehre mich bedenken Der Zeiten letzte Zeit, Daß, stch nach dir zu lenken, Mein Herz sei stets bereit. Laß mich den Tod betrachten Und deinen Nichterstuhl, Laß mich auch nicht verachten Der Hölle Feuerpfuhl. 2. Er liebte dich, und strebte deinen Willen Als Jesu Jünger treulich zu erfüllen, Gottselig war und deinem Rath ergeben Durch ihn sein Leben. alle Stände Vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen, Ein jeder muß beran, Und wird den Lohn bekommen, Nachdem er hat gethan. 4. Nimm Preis und Dank, daß du in diesem Leben Zum Segen den Entschiafnen uns gegeben. Du nahmst ihn uns, wir trauern und find stille, Gut ist dein Wille. 5. Er gab den Geist in seines 6. Hilf, Gott, daß ich in Zei Mittlers Hände; Im Glauben ten Auf meinen letzten Tag Mit selig sei auch unser Ende. Du Buße mich bereiten, Und täglich wollest, Herr, mit ihm und mit sterben mag. Im Tod und vor den Deinen Uns dort vereinen. Gerichte Steh mir, o Jesu, bet, Daß ich im Himmelslichte Zu wohnen würdig sei. Mel. Besicht du deine Wege. 252. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke deiMel. Ich hab mein Sach Gott. nen Tod. Der Tod kommt oft be- 253. Wie fleucht dahin det hende; Der heute frisch und roth, Menschen Seit! Wie Kann morgen und geschwinder eilen wir zur Ewigkeit! Wie man cher und zum Gedächtniß der Verstorbenen. 149 cher sinkt in Todesnacht, Eh er's ge2. Drum so will ich dieses Ledacht Und sich dazu bereit gemacht. ben, Wenn es meinem Gott be2. Das Leben ist gleich wie ein liebt, Auch ganz willig von mir Traum, Gleich einem leichten Was- geben, Bin darüber nicht betrübt; serschaum, Tem Grafe gleich, das Denn in meines Jefu Wunden heute steht, Und schnell vergeht, hab ich nun Erlösung funden, Sobald der Wind darüber weht. Und mein Trost in Todesnoth Ift des Herren Jesu Tod. 3. Nur du, mein Gott, du bleibeft mir Das, was du bist, ich 3. Jesus ist für mich gestorben, traue dir. Laß Berg und Hügel Und sein Tod ist mein Gewinn, fallen hin, Mir ist's Gewinn, Er hat mir das Heil erworben, Wenn ich bei meinem Jefu bin. Drum fahr ich mit Freuden hin, 4. So lang ich in der Hütte Hier aus diesem Weltgetümmel wohn', Erwecke mich, o Gottes In des großen Gottes Himmel, Sohn. Gib, daß ich zähle meine Da ich werde allezeit Preifen die Tag, Und immer wach'. Daß, Dreieinigkeit. eh ich sterb, ich sterben mag. 4. Da wird sein das Freuden5. Was hilft die Welt in leß- leben, Da viel tausend Seelen ter Noth? Lust, Ghr und Reich schon Sind mit Himmelsglanz thum einst im Tod? Bedenk's, o umgeben, Dienen Gott vor seinem Mensch, was eilest du Dem Schat- Thron; Da die Seraphinen pran= ten zu? Du kommst ja nicht zur gen Und das hohe Lied anfangen: wahren Ruh. Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der Vater, Sohn und Geist. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt, Das such ich eifrig für und für, Das bleibet mir, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir. 5. Da die Patriarchen wohnen, Tie Propheten allzumal, Wo auf ihren Ehrenthronen Sizet der Apostel Zahl; Wo in so viel tausend Jahren Alle Frommen beimgefahren, Da man Gott die Ehre bringt, Ewig Halleluja singt. 7. Was wird da sein, wenn ich dich seh, Und dort vor deinem Throne steh! Herr, unterdessen lehre mich, Daß stündlich ich Mit klugem Herzen suche dich. 6., Jerusalem, du schöne, Wie so helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne Hört man dort in stiller Ruh! O der großen Eigene Melodie. 254. Alle Menschen müssen Freud und Wonne! Ja, nun geht te auf, die Sonne, Und der belle Tag bricht an, Der kein Ende nehmen kann. sterben, Alles Fleisch vergeht wie Heu. Was da lebet, muß verderben, Soll es anders werden neu. Dieser Leib auch muß 7. Ach, ich habe schon erblicket verwesen, Wenn er anders soll Alle diese Herrlichkeit, Seh im genesen Zu der großen Herrlichkeit, Geist mich schon geschmücket Mit Die den Frommen ist bereit. dem weißen Himmelskleid; Mit der 150 Lieder bei Beerdigungen der goldnen Ehrenkrone Steh ich 2. Das schaffet Chriftus, Gottes dort vor Gottes Throne, Schaue Sohn, Der treue Heiland, Der solche Freude an, Die kein Ende reich an Gnad ist und an Lohn, nehmen kann. Wie's ist bekannt. Er ist unser 8. Dort will ich nun ewig woh- Leben und Heil In Noth und nen, Meine Lieben, gute Nacht! auch im Sterben. Gure Treu wird Gott belohnen, 3. Den hat Gott Allen vorgeDie ihr habt an mir vollbracht. stellt Mit großen Gnaden, Zu feiLiebste Kinder und Verwandte, nem Reich die ganze Welt Heißen Brüder, Freunde und Bekannte, laden Durch sein theuer und beilLebet wohl! zu guter Nacht! Gott sam Wort, Gepredigt aller Orten. sei Lob, es ist vollbracht! 4. Er ist das Heil und selge Licht Für alle Heiden, Erleuchtet, die ihn kennen nicht, Will ste Mel. Nun lasset uns den Leib. 255. Begrabt den Leib in weiden. Er ist des Volkes IsraelPreis, Chre, Freud und Wönne. feine Gruft, Bis ihn des Richters Stimme ruft. Wir säen ihn, einst blüht er auf, Mel. Nun lasset uns den. Und steigt verklärt zu Gott hinauf. 257. Am Grabe lerne, was 2. Staube du bist! Lern hier, der Herr, Er war schon Staub, was unser Leben ist! Ein Sarg und wird's nun mehr. Er liegt, nur und ein Leichenkleid Wird er schläft, verweft, erwacht Der- dir nach aller Herrlichkeit. einst aus dieser Todesnacht. 2. War dieser arm, ein Andrer 3. Nun, du Erlöfter, schlaf in reich: Im Grabe sind wir Alle Ruh! Wir gehn jetzt unsern Hüt- gleich. Wir Alle find des Todes ten zu, Und machen zu der Ewig- Raub, Und Aller Leib zerfällt zu feit Mit Freud und Zittern uns Staub. bereit. 3. Wer weiß, wie bald auch 4. Ach, Jesu Chrift, dein dich zur Gruft Der Herr des Tods Kreuz, dein Tod Stärk uns in und Lebens ruft! Drum. halte unsrer letzten Noth. Laß unsre dich zu jeder Zeit Auf Tod und ganze Seele dein, Und selig unser Ewigkeit bereit. Ende sein. 4. Herr, sei barmherzig, wenn du einst Als Nichter aller Welt erscheinst. Dein wollen wir, auf Eigene Melodie. 256. Mit Frieb und Freud ewig dein, Im Leben und im ich fahr dahin, Tode sein. Ift's Gottes Wille. Getroft ift mir mein Herz und Sinn, Sanft und stille. Wie Gott es mir ver- 258. Jeſus, heißen hat: Der Tod zum Schlaf ist worden. Eigene Melodie. Refus, meine Zuvers sicht Und mein Heis land, ist im Leben. Dieses weiß ich, und zum Gedächtniß der Verstorbenen. 151 8. Seid getroft und hocherfreut, ich, sollt ich nicht Darum mich zufrieden geben? Was die lange Jesus trägt euch, meine Glieder! Todesnacht mir auch für Gedan- Gebt nicht Raum der Traurigkeit, ken macht. Sterbt ihr, Jesus ruft euch wie2. Jesus, er, mein Heiland, der, Wenn einst die Posaune klingt, lebt, Ich werd auch das Leben Die durch alle Gräber dringt. schauen, Sein, wo mein Erlöser 9. Lacht der finstern Grabesschwebt, Warum sollte mir denn kluft, Lacht des Todes und der grauen? Lässet auch ein Haupt Höllen! Siegreich sollt ihr aus der sein Glied, Welches es nicht nach Gruft Euch dem Heiland zugesellen. Dann liegt Schwachheit und Verfich zieht? druß Ewig unter eurem Fuß. 3. Ich bin durch der Hoffnung 10. Nur, daß ihr den Geist erBand Zu genau mit ihm verbunden, Meine starke Glaubensband hebt Von den Lüften dieser Erden, Wird in seiner Hand gefunden, Und euch dem schon jetzt ergebt, Daß mich auch kein Todesbann Dem ihr wollt vereinigt werden. Ewig von ihm trennen kann. Schickt das Herz schon da binein, 4. Ich bin Fleisch und muß Wo ihr ewig wünscht zu sein. daher Auch einmal zu Staube werden, Ich bin sterblich, doch wird Eigene Melodie. er Mich erwecken aus der Erden, 259. Auferstehn, ja auf wirst Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög allezeit. Mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblich's Leben Wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja. 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät; Der Herr der Erndte geht, Und sammelt Garben Uns ein, uns ein, die starben. Halleluja. 6. Ob dies Aug im Tode 3. Tag des Danks, der Freubricht, Werd ich doch, o Herr, denthränen Tag, Du, meines Gotdich kennen; Ich, ich selbst, ein tes Tag! Wenn ich im Grabe Fremder nicht, Werd in deiner Genug geschlummert habe, Erweckft Liebe brennen, und die Schwach- du mich. heit um und an Wird von mir sein abgethan. 4. Wie den Träumenden wirds dann mir sein, Mit Jefu geh ich ein Zu seinen Freuden, Des müden Pilgers Leiden Sind dann nicht mehr. 7. Was hier kraftlos seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen. Irdisch werd ich ausgesät, Himmlisch werd ich auf- 5. Ach, ins Allerheiligste führt erstehen. Senket hier den Leib mich Mein Mittler, dann leb ich nur ein, Herrlich wird er dort Im Heiligthume, Zu seines Naeinst sein. mens Ruhme, Halleluja. Mel. 5. Einen Bau, von Gott erbaut, Werd ich haben, wie ich gläube. Gott wird werden ange= schaut In dem neu verklärten Leibe, Und in diesem Leib werd ich Jesum sehen ewiglich. 152 Lieder bei Beerdigungen u. z. Gedächtniß der Verstorbenen. Mel. Der Tag, der ist so. Leben feitet. Wir blicken in das tiefe Meer; Den Grund zu schauen, 260.& inst reift die Saat, ist zu schwer, Es sind die Tiefen mein Staub ersteht Gottes. Mehr, weit mehr als wir 3um neuen, ewgen Leben. Er, verstehn, Mehr als unsre Thräder da kommt voll Majestät, Wird nen flehn, Gibt uns, der ewig mir's aus Gnaden geben. Im liebet. Schooße Gottes ruht mein Geist 3. Sei, Seele, stark, und zage Von allen Mühen aus, und fleußt nicht, Durch's finstre Thal zu Von Wonn anbetend über. Ach, wallen. Nah an des Thales Nacht mein Auge schaute nie, Meinem ist Licht, Und laute Jubel schallen. Ohr ertönte nie Solch Heil auf Dem letzten Seufzer, der entflieht, dieser Erde. Mischt sich der Engel heilig Lied, 2. Das kommt in feines Men Bu des Erlösers Preise. Er er schen Herz, Was Gott uns dort füllt des Bundes Eid, Er ist bereitet, Uns Pilgern, die Gott ganz Barmherzigkeit, Dank sei ihm, durch den Schmerz Zum ewgen Preis und Ehre. Sweit Zweite Abtheilung. Gottes Wesen und Vollkommenheiten, Werke und Wohlthaten. 1004 I. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. Eigene Melodie. zum Vater geben hat, Daß wir 261. h glaub an Gott Ba- feine Kinder werden. Er will uns ch ter, Den allmächtigen allzeit ernähren, Leib und Seel Schöpfer Himmels und der Erde, auch wohl bewahren, Allem UnUnd an Jefum Chriftum, Sei- fall will er wehren, Rein Leid nen einigen Sohn, Unsern Herren, soll uns widerfahren. Er forget Der empfangen ist von dem heil'- für uns, schüßt und wacht, Und gen Geist, Geboren von Maria, Alles steht in seiner Macht. der Jungfrau'n, Gelitten unter 2. Wir glauben auch an Jesum Pontio Pilato, Gekreuziget, gestor- Chrift, Seinen Sohn und unsern ben und begraben, Niedergefahren Herren, Der ewig bei dem Vater zu der Hölle, Am dritten Tag er- ist, Gleicher Gott von Macht und standen ist Von den Todten, Auf- Ehren; Von Maria, der Junggefahren zu dem Himmel, Sizet frauen, Ist er wahrer Mensch ge= zu der rechten Hand Gottes, des boren, Durch den heilgen Geist Vaters, des Allmächtigen, Von im Glauben; Für uns, die wir dannen er kommen wird, zu rich- war'n verloren, Am Kreuz geftorten Die Lebendigen Und die Todten. ben, und vom Tod Auch auferIch glaub an den heiligen Geist, standen ist durch Gott. Eine heilige Chriftliche Kirche, die 3. Wir glauben an den heilgen Gemeinschaft der Heiligen, Verge- Geist, Gott mit Vater und dem bung der Sünden, Auferstehung Sohne. Der aller Blöden Tröfter des Fleisches Und ein ewiges Le- heißt, Uns mit Gaben zieret schöne, ben. Amen. Alle Christenheit auf Erden Häl: in Einem Sinn gar eben. Hier all' Sünd vergeben werden; Unser Fleisch soll wieder leben. Nach nen Gott, Schöpfer diesem( Slend ist bereit't Ein Leben Himmels und der irden, Der sich uns in Ewigkeit. Eigene Melodie. 262. Wir glauben All an EiMel, 154 Gottes Wesen und Vollkommenheiten. Mel. O Herre Gott, begnade. Eigene Melodie. 263. glaub an Einen 264. Wir glauben All an Gott allein, Der alle Einen Gott, Herrn Dinge, groß und klein, Den Him- und Vater aller Welt, Der durch mel und die Erden, Aus Nichts sein mächtiges Gebot Uns erschuf und uns erhält, Der voll Weishat lassen werden; Der mich auch beit, Güt und Macht Stets für felbst aus lauter Gnad Zu seinem Alles sorgt und wacht. Dienst erschaffen hat, Mir Leib und Seel gegeben, Sinn und Vernunft daneben. Durch seine Weis nunft daneben. Durch seine Weis beit, Macht und Güt All sein' Geschöpfe er behüt't. Er ist mein Vater und mein Gott, Der mir zu Hülfe kommt in Noth, Mich schützet und ernähret. 3. Wir glauben an den heilgen Kraft 2. Ich glaube auch an Jeſum An unsern Herzen sich erweist, Rath Chrift, Der Gott vom Vater ewig ist, Und auch ein Mensch geboren, Daß ich nicht werd verloren; Der mir sein's Vaters Huld erwarb, Am Stamm des Kreuzes für mich und Troft und Hülf uns schafft. Gott, für Zeit und Ewigkeit Segne deine Christenheit. 2. Wir glauben auch an Jesum Der Mensch für uns geworden ist, Chrift, Gottes eingebornen Sohn, Und nun herrscht auf Gottes Thron, Der, indem er litt und starb, Heil und Leben uns erwarb. Mel. Jesaia, dem Propheten. starb, Fuhr zu der Höllen nieder, 265. Anbetend stand der Stund auf vom Tode wieder, Und, Seher Gottes da, zu vollenden seinen Lauf, Fuhr er Als er im Geist Jehovah sizen zum Himmelsthron hinauf; Von sab Auf seinem hohen Thron, in da er kommen wird einmal, Zu hellem Glanz; Es füllt der Saum richten die sehr große Zahl Der des göttlichen Gewands Das Haus, Lebenden und Todten. es schweben Seraphim von fern, 3. Ich glaub auch an den heil- Und beten zu der Herrlichkeit des Erstaunend über Gott gen Geist, Der gleich ist wahrer Herrn. Gott und heißt Ein Lehrer unfrer verhüllen sie Ihr Antlitz mit Sinnen, Der ewig, ohn Begin- zween Flügeln, decken sie Den nen, Vom Vater und dem Sohn Fuß mit zween, und mit zween ausgeht, Der den Betrübten hier fliegen fle; Der sein wird, der er b.isteht, Daß fie Vergebung finden sein wird, singen fie, Heilig ist All ihrer Schuld und Sünden. Gott, Jehovah Bebaoth! Heilig Ich glaube, daß erhalten werd ift Gott, Jehovah Zebaoth! Heilig ( Sin' allgemeine Kirch auf Erd, ist Gott, Jehovah Zebaoth! Der Bei der stets bleibt des Geiftes Welten Kreis ist seiner Ehren voll. Gab'. Ich glaub, daß dieses Fleisch Von ihrer Anbetung Gesang erscholl vom Grab Werd auferstehn zum Das Haus, und ward von OpferLeben. wolken voll. Mel. Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 155 Wird er zur Seligkeit Aus seinem Mel. O Gott, du frommer Gott. Staub erweckt. Ich 7. Dies glaub ich feftiglich 266. glaub an Einen Gott Und allgemei- Mit allen Himmelserben, Und nen Vater, Des Volks der wei- darauf will ich auch Mit Gottes ten Welt Allgnugsamen Berather, Hülfe sterben. O Höchfter, stebe Der, was er immer will, Mit un- mir Bis an mein Ende bei, Daß umschränkter Kraft, Nach seinem fa mein Wandel stets Des Glauweisen Natb, Hier, wie auch dros bens Zeuge fei. ben schafft. 2. Ich glaub an Gott, den Mel. O Gott, du frommer Gott. Sohn Der unerschaffnen Liebe, In 267. Anbetungswürdger Gott, dessen reinem Dienst Und Beispiel ich mich übe; Der, seinem Vater zu nennen, Du bist unendlich) gleich, Vom höchsten Thron regiert, mehr, Als wir begreifen können. Und welchem Ehr und Preis In Ewigkeit gebührt. D flöß auch meinem Geift Die tieffte Demuth ein, Und laß mich 3. Ich glaub an Gott, den stets vor dir Voll Chrerbietung Geift Der Heiligkeit und Stärke, sein. 2. Du bist das höchste Gut, Des selgen Erbes Pfand, Den Schöpfer guter Werke; Der uns Du weißt von feinem Leide, Stets ein neues Herz Und Licht und ruhig in dir selbst Thronst du in Troft verleiht, Und aus den ewger Freude. Dein ist die HerrGläubigen Das Abba Vater! lichkeit, Auch ohne Kreatur Bist schreit. du dir selbst genug, Du Schöpfer 4. Es sammelt und erhält Sein der Natur. Ruf und Zug alleine Aus aller 3. Du riefft dem, das nicht Erden Volk Die heilige Gemeine, war, Um Luft und Seligkeiten Die Jefu eigen ist, Und ewiglich Aufs Mannigfaltigste Um dich her besteht, Wenn schon die Hölle auszubreiten. Die Liebe bist du tobt, Und alle Welt vergeht. selbst, Verstand und Rath find dein, Und du gebrauchst sie gern, 3u segnen, zu erfreun. 5. In dieser Kirche nur Wird Heil und Ruh gefunden. Was in dem Himmel lebt, Das ist mit ihr verbunden. Und wenn sie gleich auch hier noch so zertrennet scheint, Sind ihre Glieder doch Durch Einen Geist vereint. 4. Du sprichst, und es geschieht; Auf dein allmächtig: Werde! Entstand dein großes Werk, Der Himmel und die Erde. Mit deinem fräftgen Wort Trägst du die ganze Welt, Und deine Macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 6. Wer darin lebt und stirbt, Genießet aller Gnaden, Er ist von seinem Gott Der Sündenschuld. 5. Du bist der Herren Herr, entladen, Und wenn der letzte Der Erde Majestäten Sind, HöchTag Verruchte Seelen schreckt, ster, vor dir Staub; Dein Wort erschafft, 156 Gottes Wesen und Vollkommenheiten. erschafft, kann tödten. Wen du Frohlockt ihm, alle Frommen. Wer erniedrigeft, Gott, wer kann den ist ihm gleich? wer ist, wie er, erhöhn? Wen du erhöhen willst, So berrlich, so vollkommen? Der Deß Hoheit muß bestehn. Herr ist groß, sein Nam ist groß, Unendlich ist und grenzenlos Der Herr in seiner Größe. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit befizet, Ter Leben gibt und nimmt, Der unsern Odem schützet. Den Geist, der in uns lebt, Ihn haben wir von dir, Ihn forderst du zurück, Tu bleibest für und für. 2. 3hn trifft kein Wechsel flüchtger Zeit In seines Himmels Höhen, Und seine Größ und Herrlichkeit Wird ewiglich bestehen. Wir Menschen sind von gestern her, Eh noch die Erde war, war er, 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? War, eh die Himmel waren. Rein sterblich Auge reicht Bis zu 3. Des Ewgen Thron umgibt des Lichtes Höhen, Wo du voll ein Licht, Daß ihn vor uns verMajestät Auf deinem Stuble thronst, Und unter frohem Lob Der Himmelsbeere wohnst. büllet, Ibn faffen alle Himmel nicht, Wie weit er ste erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen, und auch offenbar In seiner Werke Wundern. 8. Was wir, Unendlicher, Von deinem Wesen wissen, Das hast du selbst zuvor Uns offenbaren 4. Wir sind allein durch seine müssen. Die Schöpfung zeugt von Kraft Das, was wir sind und werdir, Und deines Sohnes Mund den. Er kennet alles, was er schafft, Macht uns noch deutlicher, Gott, Im Himmel und auf Erden. Bei deinen Willen fund. ihm ist Weisheit und Verstand, Und er umfaßt mit seiner Hand Die Erde sammt dem Himmel. 9. Dod) hier erkennen wir Dich noch gar unvollkommen; Wird aber dermaleinst Der Vorhang weggenommen, Der jetzt das Heiligste Noch unserm Blick verschließt. Dann fehn wir klarer ein, Wie herrlich, Gott, du bist. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da fich dem Herrn Ein Mensch verbergen möge? Hüllt keine Schatten um 10. In Ehrfurcht sei schon jetzt euch her, Gedanken selbst erkennet Dein Ruhm von uns besungen, er, h wir noch Worte finden. Verschmähe nicht ein Lob Von 6. Wer schützt den Weltbau lallend schwachen Zungen. Dort ohne dich, O Herr, vor seinem foll, wenn wir dereinst Vor dir ver- Falle? Allgegenwärtig breitet fich herrlicht fehn, Gin Lied im höhern Dein Walten über Alle. Du bist Chor Dich, großer Gott, erhöhn. voll Freundlichkeit und Huld, Barmherzig, gnädig, voll Geduld, Ein Bater, ein Verschoner. Mel. Es ist das Heil uns. 268. Der Herr ist Gott, und keiner mehr, 7. Unsträflich bist du, heilig, gut, Und reiner, als die Sonne. Wohl Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 157 Wohl dem, der deinen Willen thut, oder ruhn; Ob sie die Welt er= Denn du belohnft mit Wonne. Du schüttern, Sie müssen doch durch gibst Unsterblichkeit allein, Bift ihn Wie Laub im Walde zittern, felig, wirst es ewig sein, Du, aller Freuden Fülle! Lind, will er, muthlos fliehn. 4. Allgegenwärtig schauet Sein 8. Nur dir gebühret Lob und allumfassend Aug umher, Und wer Dank, Dir Majestät und Ehre. nur ihm vertrauet, Den schützet, Kommt, bringt ihm euren Lobge- den versorget er; Hört das Gefang, Ihr alle seine Heere! Der schrei der Raben, Hat für die Herr ist Gott, und keiner mehr. ganze Welt, Hat für den Wurm Wer ist ihm gleich? wer ist, wie selbst Gaben, Und Schmuck für er, So herrlich, so vollkommen? Thal und Feld. Gebricht's, für uns zu sorgen, Ihm je an Rath und Macht? Ist er's nicht, der verborgen Uns hütet Tag und Nacht? Mel. Nun lob, mein Seel, den. 269, De er Herr ist in den Höhen, Auch in den Tiefen ist der Herr. Wo Menschen 5. Wie könnt ihr Sündenzu ihm fleben, Wo ihn die Engel fnechte Dem, der so nah euch ist, schaun, ist er. Selbst Wünschen entgehn? Könnt wähnen, der Geund Gedanken Und Sorgen ist er rechte Werd euer finstres Werk nab, Für ihn sind keine Schran- nicht sehn? Eh noch Gedanken fen Im ganzen Weltall da. Er werden, Von ferne steht er fle, faßt in seinen Händen Die Welten, Und alle Nächt' auf Erden Verund umspannt An allen ihren En- hüllen euch ihm nie. Wähnt nicht, den Sie mit allmächtger Hand. daß ers nicht wisse, Mit seinen 2. Er zündet dort der Sonne Schrecken füllt Er selbst die FinUnd aller Sterne Fackel an, Geußt sternisse, In die ihr euch verhüllt. Leben, Lust und Wonne Durch 6. Er wird, er wird euch fins Alles, was empfinden kann, Auf den, Denn in den Höhen herrscht aller Vögel Heere, Und was auf der Herr, Herrscht in den tiefsten Erden lebt, Was in dem tie- Schlünden, An allen Enden herrfen Meere Und hoch im Himmel schet er; Hat überall auch Schätze schwebt. Ihr, alle seine Werke, Von Kräften mancher Art, Zur Empfindet Tag und Nacht Die Rache der Gesetze, Für sein GeNähe seiner Stärke, Die Güte richt verwahrt. Und plößlich stürfeiner Macht. zen Flammen, Wenn ihr Betrogne glaubt, Er schlummre tief, zusam men Herab auf euer Haupt. 3. Von seinem hohen Throne Vertheilt er weislich Lust und Schmerz, Gibt Fürsten ihre Krone, 7. Wie schnell die Luft sich röLenkt, Wasserbächen gleich, ihr thet, Wenn ste des Blizzes Flug Herz. Es müssen seinen Willen durchfleugt, Trifft seine Strafe, Selbst fühne Frevler thun, Was tödtet, Wenn des Vertreters Bitte er beschließt, erfüllen, Sie wüthen schweigt. Sagt, Sünder: mir zur Rechten, 158 Gottes Wesen und Vollkommenheiten. Nechten, Zur Linken hier ist Gott;| Was deiner Feinde Nath beschließt, Am Tag, in allen Nächten, Und 3ft auch dir unverborgen, Dir, der wo ich bin, ist Gott! Sagt: wo du ihren Anschlag siehst, Gleichwie ich size, gehe Und liege, hier ist den lichten Morgen, Den keine Gott! Im Thal und in der Höhe, Schatten decken. Und überall ist Gott! 4. Was nach Verfließung vie 8. Er ist auch nahe denen, Die ler Zeit Noch künftig wird ge= willig thun, was er gebot, Hört schehen, Das steht dein Auge allste, zählt ihre Thränen, Sieht bereit Als gegenwärtig stehen; Du und verscheucht, was ihnen droht. machst es deinen Knechten kund, Sagt, Fromme: mir zur Rechten, Es weiter auszubreiten, Und läßst Zur Linken hier ist Gott, In durch ihren treuen Mund Die meines Kummers Nächten, Und größten Heimlichkeiten Der ganzen wo ich seufz', ist Gott; Wo kei- Welt entdecken. nen Freund ich habe, Wo Nie- 5. Bleibt gleich vor Menschen mand hilft, ist Gott; Im Sturm, Manches noch In dieser Welt im Tod und Grabe, Und überall ist Gott! Mel. Christ, unser Herr, zum. 270. Allwissender, vollkommverschwiegen: So wird vor ihrem Auge doch Einst Alles offen liegen. Herr, dein Gericht, dem nichts entflieht, Wird alles offenbaren. Was noch so heimlich jetzt gener Geist, Deß Auge schieht, Wird alle Welt erfahren, Alles stehet, Was Nacht und Ab- Und laut alsdann erzählen. grund in sich schleußt, Und unserm 6. Laß mich, o höchste MajeBlick entfliehet, Es kann vor dei- ftät, Dein helles Auge scheuen, nem hellen Licht Sich kein Ge- Das nie ein Heuchler hintergeht schöpf verstecken. Was in der Fin- Mit falschen Schmeicheleien. Laß sterniß geschieht, Das weißt du mich auch in der Einsamkeit Dich aufzudecken, Und an den Tag zu gegenwärtig denken; Laß Wahrbringen. heit und Rechtschaffenheit Bei als 2. Selbst die Gedanken kenneft lem Thun mich lenken, Und stets du, Eh ste in mir entstehen, Und mein Herz behüten. was ich wünsche, red und thu, Das kann dein Auge sehen. Vor Mel. Dir, dir, Jehovah. dir ist Alles offenbar, Du prüfest 271. Du bist mir nah mit Herz und Nieren, Und alle Gründe deiner Gnade, Versiehst du klar, Die unser Thun gibst in deinem Sohn mir alle regieren; Nichts bleibt vor dir Schuld, Du leitest mich des Leverborgen. bens Pfade, Gibst tausend Pro3. Was deiner Freunde Herz ben deiner Vaterhuld. Ich schmeck begehrt, Das weißt du, eh sie und sehe deine Freundlichkeit, Du beten, Ihr Seufzen wird von dir trugst und trägst mich mit Barmerhört, Eh sie noch vor dich treten. herzigkeit. 2. Du 20 Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 159 2. Du bist mir nah mit Vater-| Vater, nimm denn hin mein gantreue, Du lässt mich nicht, der zes Herz; O laß es ruhn in deiVater nicht sein Kind; Du hältst ner Liebe Schooß, Und mach es den Bund, wie oft auf's Neue ganz von aller Weltluft los. Des Kindes Schwüre schon ge= brochen sind. Gib du mir, Vater, treuen Kindessinn, Nimm Wankelmuth und Leichtsinn von mir hin. 8. Ich nahe dir mit tiefem Sehnen, Mit Kindeslieb und freu digem Vertraun. Ich will auf dich, mein Stab, mich lehnen, Laß bald 3. Du bist mir nah mit deinem dein Vaterangesicht mich schaun. Lichte, Erleuchtest mir die dunkle Ja, wohn in mir! Ein FreudenPilgerbahn, Vor deinem Strahlen- himmel ist, Wo du, mein Gott, angesichte Verschwinden Irrthum, der Seele nahe bist. Finsterniß und Wahn. So lang ich leb, erleuchte mich dein Licht, Von ihm geleitet, irr ich ewig nicht. Mel. Mach's mit mir, Gott. 272. Nie bist du, Höchster, 4. Du bist mir nah mit Kraft von uns fern, Du und Stärke, So oft ich bete, wirkst an allen Enden. Wo ich hilfft du mir im Streit, Durch nur bin, Herr aller Herrn, Bin dich nur üb ich gute Werke, Von ich in deinen Händen. Durch dich Ohnmacht und Verzagtheit ganz nur leb und athme ich, Denn befreit. Du wohnst, du wirkst in deine Rechte schützet mich. mir, Allmächtiger, Du gibst mir Muth ins Herz, Allliebender. 2. Was ich gedenke, steheft du, Du prüfest meine Seele. Du fiebst 5. Du bist mit deinem Trost es, wenn ich Gutes thu, Du stehst mir nahe, Denn meine Thränen es, wenn ich fehle. Nichts, nichts haft du, Gott, gezählt; Dein lie- kann deinem Aug entfliehn, Und bend Vaterauge sahe Mich gnädig nichts mich deiner Hand entziehn. an, so oft dein Kind gefehlt; Wie oft auch Noth und Kummer mich gedrückt, Du hast mich stets mit reichem Troft erquickt. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit Mein Herz an dich ergebe, Und, über deine Huld erfreut, Lobfingend dich erhebe: So hörst du es, und stehst mir bei, Daß ich 6. Du bist mir nah mit deinem Frieden, In mir und außer mir dir immer treuer sei. ist so viel Krieg; Ach, wär ich nie 4. Du merkst es, wenn des von dir geschieden, So hätt ich Herzens Nath Verkehrte Wege längst errungen jeden Sieg. Doch wählet, Und bleibt auch eine böse bin ich auch von meinem Ziel noch That Vor aller Welt verhehlet: fern, Stets foft ich mehr den So weißt du sie, und strafest mich, Frieden meines Herrn. Bu meiner Bessrung, väterlich. 7. Du bist mir nah mit deinem 5. Du höreft meinem Seufzen Segen, Ich fühl's, du ziehst mit zu, Daß Hülfe mir erscheine. Voll Macht mich himmelwärts, Drum Mitleid, Vater, zähleft du Die eil ich findlich dir entgegen, Nimm, Thränen, die ich weine. Du siehst und. 160 Gottes Wesen und Vollkommenheiten. und wägest meinen Schmerz, Und fassen mögen, Dennoch all dein stärkst mit deinem Trost mein Thun ist Segen. Herz. 5. Du führst mich dem Him. 6. O drück, Allgegenwärtiger, mel zu, Deinem Arm darf ich Dies tief in meine Seele, Daß, vertrauen; Ewge Weisheit, rede wo ich bin, nur dich, o Herr, du, Auf dein Zeugniß fann ich Mein Herz zur Zuflucht wähle, bauen. Bleibst du heute mir verDaß ich dein heilig Auge schen, borgen, Dich verklärt der nächste Und dir zu dienen eifrig sei. Morgen. 7. Laß überall gewissenhaft 6. Ginst erscheint mir sonnenNach deinem Wort mich handeln, hell, Was hier Dunkel noch umUnd stärke mich dann auch mit hüllet, Und an deinem ewgen Kraft, Vor dir getroft zu wandeln. Quell Wird des Geistes Durst Daß du, o Gott, stets um mich gestillet. Jetzt verleihe mir, auf seist, Das tröst und. bessre meinen Erden Weise durch dein Wort zu Geist. werden. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 273. Gott, Allweiser, wer Mel. Jauchzet dem Herren All auf Erden. bin ich, Deine 274. Wie groß ist des All. mächt'gen Güte! Der ist kein Mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem Gemüthe Den Dank erstickt, der ihm gebührt. Ja, seine Liebe recht ers Sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat meiner nie vergessen, Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. Weisheit zu ergründen? Alle Himmel rühmen dich, Jeder Wurm kann dich verkünden. Doch welch Auge kann erspähen Gottes Tiefen, Gottes Höhen? 2. Deiner Welten weites All messen, Rühmt im ungemessnen Kreise, Aller Himmel Wiederhall Jauchzt zurück: der Herr ist weise, Und in seiner Weisheit Händen Ruhn getroft der Himmel Enden. 3. Und der Mensch, der Erden staub, Will den Rathschluß Gottes fichten? Er, des kleinsten Lüftchens Raub, Wagt des Ewgen Weg zu richten? Ach, wie dürft er sich vergessen, Gott nach seinem Maß zu messen? 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langs muth mich geleitet? Er, dessen Nath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ift's nicht sein Arm, der Alles 4. Was dein Rath, o Herr, schafft? beschleußt, Wohl mir! kann kein 3. Schau, o mein Geist, in Thor verhindern, Walte fort und jenes Leben, Z3u welchem du ers sei gepreift Demuthsvoll von dete schaffen bist, Wo du, mit Herrnen Kindern. Ob fie's oft nicht lichkeit umgeben, Stets Gott wirft sehen, Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 161 sehen, wie er ist. Du hast ein was du gemacht, Und haft uns Recht zu diesen Freuden, Durch Sündern allen Das Leben zugeGottes Güte find fie dein; Sieh, dacht. darum mußte Christus leiden, Das mit du könntest selig sein. 2. Als du uns hießeft werden, Da schufft du uns zum ewgen 4. Sollt ich nun diesen Gott Wohl. Nicht nur auf dieser Ernicht ehren, Und seine Güte nicht den 3ft Alles deiner Güte voll, verstehn? Sollt er mir rufen, ich Auch in dem Himmel droben Hat nicht hören, Den Weg, den er deine Vaterhand Uns Güter aufmir zeigt, zu gehn? Sein Will gehoben, Die noch kein Aug erist mir ins Herz geschrieben, Sein fannt. Dorthin uns zu erheben, Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott Jst stets dein Wille, Gott, Drum soll ich über Alles lieben, Und gab für uns sein Leben Dein meinen Nächsten so wie mich. Sohn selbst in den Tod. 5. Das ist mein Dank, das ist 3. Wie groß ist deine Gnade! sein Wille: Ich soll vollkommen Wer ist so reich an Huld, wi sein, wie er. So lang ich dies du? Auch auf dem Sündenpfade Gebot erfülle, Stell ich sein Bild- Siehst du uns voller Langmuth niß in mir her. Lebt seine Lieb zu, Und lockest uns zur Buße; in meiner Seele, So treibt fte und fällt, voll Reu und Leid, mich zu jeder Pflicht, Und ob ich Der Sünder dir zu Fuße, So iftschon aus Schwachheit fehle, Herrscht ihm Trost bereit. Du sieheft auf doch in mir die Sünde nicht. den Armen Mit väterlicher Huld, Vergibst ihm aus Erbarmen Die ganze Sündenschuld. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe Mir immerdar vor Augen sein; Sie stärk in mir die guten 4. Mit jedem neuen Morgen Triebe, Mein ganzes Leben dir zu Wird über uns dein Wohlthun weihn; Sie tröste mich zur Zeit neu, Du kommst selbst unsern der Schmerzen, Sie leite mich zur Sorgen Zuvor mit deiner VaterZeit des Glücks, Und ste besteg in treu. Du Ursprung aller Gaben, meinem Herzen Die Furcht des Du weißt, was uns gebricht, Und letzten Augenblicks. was wir nöthig haben, Versagst du, Gott, uns nicht. Vom Wohlthun, das du übest, Sind unsre Gott, du bist die Tage voll, Auch wenn du uns Liebe, Uns wohl- betrübest, Geschieht's zu unserm zuthun ist deine Lust; Drum preist Wohl. Mel. Nun lob, mein' Seel, den. 275. mit frohem Triebe Dich unfre 5. Wer sollte dich nicht lieben? dankerfüllte Brust. Groß, herrlich, Du hast uns ja zuerst geliebt, ohne Gränzen Ist deine Gütig- Und bist stets treu geblieben, Wie feit, So weit die Himmel glän- viel wir wider dich verübt. zen, Uebst du Barmherzigkeit. Du, Gnade uns zu segnen, 3st ewig Herr, haft Wohlgefallen An dem, deine Lust, Mit Dank dir zu begegnen, L Sei, 162 Gottes Wesen und Vollkommenheiten. Sei, Herr, auch unsre Lust. Laß Und wenn du gleich umsonst ges uns, treu zu erfüllen, Was du be- sucht, Hörst du nicht auf zu bauen. fiehlst, nie ruhn. Wer sollte Du schoneft sein von Jahr zu deinen Willen Nicht gern, o Va- Jahr, Erbarmend hoffst du imter, thun? merdar Noch Frucht von ihm zu schauen. 6. Wer hier auf deinen Wegen Sich willig deinem Dienste 4. Langmüthiger, so große Huld weiht. Dem schenkst du Heil und Bezeugst du frechen Sündern, Und Segen, Schon hier, noch mehr in wie viel Nachsicht und Geduld Ewigkeit. Du kröneft seine Lei- Hast du mit deinen Kindern! Sie den Mit herrlichem Gewinn, Und werden ja, wenn Fleisch und Welt führest ihn zu Freuden, Zu ewgen Und Satan ihnen Neße stellt, Oft Freuden hin. Wie groß ist deine sicher, matt und träge; Sie straus Güte! Laß deiner Huld mich freun, cheln oft, vergehen sich, Sie falUnd stets mein ganz Gemüthe Voll ihres Ruhmes sein. len schwer, verlassen dich und deine heilgen Wege. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 276. St etreuer Gott, wie 5. Verdienen die nicht Fluch und Tod, Die dich, o Vater, flies hen? Du könntest wohl mit Recht, viel Geduld Erzei- o Gott, Dich ihnen ganz entziegest du uns Armen! Wir häufen hen. Doch nein, dein Herz ver= täglich unsre Schuld, Du häufest mag dies nicht, Dein Herz, daß dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, Sein Sinn ist dir entgegen; Und doch, o Vater, suchst du ihn Von seinem Irrthum abzuziehn, Zur Reue zu bewegen. von Erbarmen bricht, Wenn deine Kinder fehlen; Es hat bei ihrer Sündenschuld Mit ihrer Schwachheit gern Geduld, Und wacht für ihre Seelen. 6. Du warneft sie vor der 2. Der Menschen Elend jam- Gefahr, So oft ste irre gehen, mert dich; Selbst, wenn sie sich Reichst ihnen Kraft und Stärke verstocken, Willst du sie dennoch dar, Von Sünden aufzustehen. väterlich Durch Güte zu dir locken. Du lockest ste voll Lieb und Huld, Wie trugest du so lange Zeit Die Versprichst durch Christum ihre erste Welt mit Gürigkeit, Eh sie Schuld Und Fehler zu vergeben, die Fluth verheerte! Wie lange Schenkft ihnen deines Geistes sahst und riefest du So gnädig Kraft, Und nach vollbrachter Pil deinem Volke zu, Daß sich ihr gerschaft Sieg, Ruhe, Freud und Herz belehrte! Leben. 3. So gibst du Sündern Zeit 7. Laß deine Langmuth und und Raum, Der Strafe zu ent- Geduld, Gott, unsre Herzen rühgehen. Du lässt den unfruchtbaren ren. Nie müsse deine Baterhuld Baum Nicht ohne Pflege stehen. Zur Sicherheit uns führen. Trag. Du wartest sein, du suchest Frucht, luns erbarmend fernerhin, Doch gib Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 163 gib uns auch dabei den Sinn, Durch ihn unsern ganzen Sinn. Daß wir die Sünde haffen, Und Gib uns, wie du selbst verheiß'st uns, noch in der Gnadenzeit, Gib uns deinen guten Geist, Daß Durch deine große Gütigkeit Zur er unsern Geift regiere, Und zu Buße leiten lassen. allem Gute führe. Mel. Freu dich sehr, o meine. ott, vor dessen An277. 6. Keiner fündlichen Begierde Bleibe unser Herz geweiht, Unsers Wandels größte Zierde Sei rechtgefichte Nur ein schaffne Heiligkeit. Mach uns deireiner Wandel gilt, Ewges Licht, nem Bilde gleich, Denn zu deis aus dessen Lichte Stets die reinste nem Himmelreich Wirst du, Herr, Wahrheit quillt! Deines Namens nur die erheben, Die im Glauben Heiligkeit Werde stets von uns heilig leben. gescheut. Laß fie uns doch kräftig dringen, Nach der Heiligkeit zu ringen. Mel. Wer nur den lieben Gott, 2. Heilig ist dein ganzes We- 278. Noch nie haft du dein Wort gebrochen, Nie sen Und fein Böses ist an dir; deinen Bund, o Gott, verletzt. Ewig bist du so gewesen, Und so Du hältst getreu, was du verbleibst du für und für. Was dein sprochen, Vollführft, was du dir Wille wählt und thut, Ist unsträf- vorgesetzt. Wenn Erd und Himlich, recht und gut, Und mit dei- mel auch vergehn, Wird ewig doch nes Armes Stärke Wirkst du stets dein Wort bestehn. vollkommne Werke. 2. Du bist kein Mensch, daß 3. Herr, du willst, daß deine dich gereue, Was uns dein Mund, Kinder Deinem Bilde ähnlich sein. verheißen hat. Nach deiner Macht, Nie besteht vor dir der Sünder, nach deiner Treue Bringst du, Denn du bist vollkommen rein. was du versprichst, zur That. Du bist nur der Frommen Freund, Scheint die Erfüllung gleich noch Uebelthätern bist du feind. Wer weit, So kommt sie doch zur rechbeharrt in seinen Sünden, Kann ten Zeit. vor dir nicht Gnade finden. 3. Und wie du das unfehlbar 4. D so laß uns nicht verscher- giebest, Was deine Lieb uns zuzen, Was du uns haft zugedacht. gedacht: So wird, wenn du VerSchaff in uns stets reine Herzen, geltung übeft, Dein Drohwort Tödt in uns der Sünden Macht. auch gewiß vollbracht. Wer dich, Denn was sind wir, Gott, vor o Gott, beharrlich haßt, Fühlt dir? Du bist heilig, aber wir Sind deiner Strafe schwere Last. verderbt, und wer kann zählen, 4. O drücke tief es in mein Großer Gott, wie oft wir fehlen? Herze, Daß es vor deinem Wort 5. Uns von Sünden zu er- sich scheut. Gib, daß ich nie leichtlösen, Gabst du deinen Sohn da- sinnig scherze Mit deiner Strafhin; so reinige vom Bösen gerechtigkeit. Nie werde daß von L* mir 164 Gottes Wesen und Vollkommenheiten. mir gewagt, Was dein Befehl mirchen auferlegen. Er macht sein untersagt. gläubig Volk Von allen Banden 5. Doch laß mich auch mit fe- frei, Wenn große Noth entsteht; stem Glauben Dem Worte deiner Gott ist und bleibt getreu. Gnade traun. Wer kann den Trost 4. Gott ist und bleibt getreu! uns jemals rauben, Den wir auf Er tröstet nach dem Weinen, Und dein Versprechen baun? Du bist läßt in trüber Nacht Die Freuein Fels, dein Bund steht fest: densterne scheinen. Der Trübfal Wohl dem, der sich auf dich verläßt! stärkster Sturm Geht auf fein 6. Wie stark sind unsers Glau- Wort vorbei. Sei, Seele, nur gebens Gründe! Hier ist dein Wort, trost; Gott ist und bleibt getreu. das niemals trügt; Und daß es 5. Gott ist und bleibt getreu! allen Beifall finde, Hast du den Er stillet dein Begehren, Er will Eid hinzugefügt. Wahrhaftger, was dein Glaubensgold In Trübsalsdein Mund beschwört, 3st völlig gluth bewähren. Nimm an von unsers Glaubens werth. Gottes Hand Den Kreuzkelch ohne 7. Laß dies, o Seele, dich be- Scheu; Der Lebensbecher folgt. schämen, Vertraue Gott, der treu Gott ist und bleibt getreu. es meint. Sei, ihn zum Vorbild anzunehmen, Der Wahrheit Freund, der Lüge Feind. Beweife 280. dich als Gottes Kind, Dem Treu und Wahrheit heilig find. Eigene Melodie. Gott ist getreu, Sein Herz, sein Vaterherz Vergißt die Seinen nie. Gott ist getreu, Im Wohlsein und im Schmerz Erfreut und schützt er sie. Mich decken seiner Allmacht Flügel, Und stürzen Berge, fallen Hügel, Gott ist getreu. Mel. O Gott, du frommer Gott. 279. Gott ott ist und bleibt getreu! Es bricht sein Herz von Lieben, Pflegt er auch oft und tief Die Seinen zu 2. Gott ist getreu, Er ist mein betrüben. Er prüfet durch das treuster Freund, Dies glaub ich Kreuz, Wie rein der Glaube sei, Wie standhaft die Geduld; Gott ist und bleibt getreu. froh und fest. Ich bin gewiß, Daß er durch keinen Feind Mich gänzlich stürzen läßt. Er stärket 2. Gott ist und bleibt getreu! mich nach seinem Bunde In meiner Gott Er hilft ja selber tragen, Was er Prüfung trübster Stunde. uns auferlegt, Die Last der schwe- ift getreu. ren Plagen. Er braucht die Ruthe 3. Gott ist getreu, Er hält, was oft, Und bleibet doch dabei Ein er verheißt, Und sendet mir sein Vater, der uns liebt; Gott ist und Licht. Wem dieses Licht Den Weg bleibt getreu. zum Himmel weist, Der irrt und 3. Gott ist und bleibt getreu! gleitet nicht. Das Wort der WahrEr weiß, was wir vermögen, Und heit kann nicht lügen, Die Sünde nur nie wird er zu viel Den Schwa- sucht zu betrügen. Gott ist getreu. 4. Gott Gottes Wesen und Vollkommenheiten. 165 4. Gott ist getreu, Er, dessen Gottes Treu hat dieses Siegel: Kind ich bin, Führt mich auf Sie soll fest und ewig sein. Laßt rechter Bahn, Führt mich durch den Weltkreis untergehn, Gottes Glück Und Unglück zum Gewinn Gnade muß beftehn. Des ew'gen Heils hinan. Er reis nigt mich von meinen Sünden, Und läßt mich Trost durch Christum finden. Gott ist getreu. 2. Gott hat mir ein Wort ges sprochen, Seinen Bund mit mir gemacht. Dieser Bund ist nie gebrochen, Er hat Alles wohl voll5. Gott ist getreu, Er hat uns bracht. Er, die Wahrheit, trüget felbft befreit Von unsrer Sünde nicht, Was er saget, das geschicht. Noth, Durch seinen Sohn, Durch 3. Seine Gnade soll nicht weiseine Heiligkeit, Durch seinen Opfer- chen, Wenn gleich Alles bricht und tod. Damit wir möchten nicht ver- fällt, Sie soll ihren Zweck erderben, Ließ er den Eingebornen reichen, Den sie ewig sich gestellt. sterben. Gott ist getreu. 3ft die Welt voll Heuchelei: Gott ist fromm, gut und getreu. 4. Will die Welt den Frieden brechen, Hat sie Krieg und Streit im Sinn: Gott hält immer sein Versprechen, 3hm vertraun ist stets Gewinn, Denn er bleibet immerdar, Was er ist, und was er war. 5. Laß sein Antlit fich vers 6. Gott ist getreu, Stets hat sein Vaterfinn Auf seine Kinder Acht; Und führt sie auch Ihr Weg durch Wüsten hin, Sein treues Auge wacht. Was uns zu schwer wird, hilft er fragen, Und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu. 7. Gott ist getreu. Mein Herz, was fehlt dir noch, Um seiner stellen, 3ft sein Herz doch treu dich zu freun? Sei Gott getreu gefinnt, Und bezeugt in allen Fäl= Und fürchte nichts; mag doch Die len: Ich sei sein geliebtes Kind, Welt voll Falschheit sein: Selbst Dem er beide Hände reicht, Wenn falscher Brüder Neid und Tücke auch alle Hoffnung weicht. 6. Er will Frieden mit mir halten, Wenn sich auch die Welt 8. Gott ist getreu. Vergiß, o empört; Ihre Liebe mag erkalten, Seele, nicht, Wie treu, wie gut Ich bin seinem Herzen werth. Und er ist. Ihm treu zu sein, Sei wenn Höll und Abgrund brüllt, stets dir beilge Pflicht, Weil du Bleibt er doch mir Sonn und so werth ihm bist. Halt fest an Schild. Gott, sei stark im Glauben, Laß nichts den hohen Trost dir rauben: Gott ist getreu. Gereicht, wie Joseph, dir zum Glücke. Gott ist getreu. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, So hat er sich selbst ge= nennt. Welch ein Trost! nun werd ich Armer Nimmermehr von ihm getrennt. Sein Erbarmen läfset ihn Sich mir nimmer ganz entziehn. fallt, ihr Hügel! 8. Nun, so soll mein ganz VerBerg und Felsen, stürzet ein! trauen Unbeweglich auf ihm ruhn. Felsen Mel. Gott des Himmels und der. 281. Meicht, ihr Berge, 166 Gottes Wesen und Vollkommenheiten. Felfen will ich auf ihn bauen, Bosheit Lohn, Oft schon in dies Bas er sagt, daß wird er thun. sem Leben. Frd und Himmel kann vergehn, Doch sein Bund bleibt ewig stehn. Mel. Nun freut euch, lieben. 6. Der Untergang der ersten Welt, Die aus der Art geschlagen, Das Feuer, das auf Sodom fällt, Egyptens lange Plagen, Und Gerechter Gott, vor andre Wunder deiner Macht, Sind dein Gericht Muß Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, lle Welt sich stellen. Du wirst Wie du den Sündern lohnest. or ihrem Angesicht Auch mir 7. Bleibt hier viel Böses ungerein Urtheil fällen. D laß mich straft, Viel Gutes unbelohnet, So ein Gericht stets scheun, Und kommt ein Tag der Rechenschaft, ter mit Ernst beslissen sein, Vor Die feines Sünders schonet. Da ir einst zu bestehen. stellst du, Herr, ins helle Licht, 2. Du stehst von deinem hohen Wie recht und billig dein Gericht, bron Auf alle Menschenkinder, Dann triumphirt der Fromme. Jeftimmeft jedem seinen Lohn, 282. 8. Gerechter Gott, laß mid em Frommen und dem Sünder. wie du, Das Gute eifrig lieben. lie stehst du die Personen an, Gib selber mir die Kraft dazu, siehst nur auf das, was sie ge- Wirk inniges Betrüben, Wenn an, Du höchst gerechter Richter. Sünde noch in mir sich regt. Dein 3. Viel Gutes, viel Barmher- Herz, das nichts als Gutes hegt, gkeit Gibst du schon hier den Sei Vorbild meinem Herzen. rommen; Du schützest sie vor 9. Und weil vor dir, gerechter anchem Leid, In das die Sün- Gott, Nur die allein bestehen, er kommen. So zeigest du vor Die gläubig auf des Mittlers Tod ler Welt, Daß dir der Eifer Bei ihrer Reue sehen: So laß ohl gefällt, Den man der Tu- mich die Gerechtigkeit, Die mich end weihet. von Straf und Schuld befreit, Im Glauben eifrig suchen. 4. Ja, Herr, du liebst, was cht und gut, Und bist ein Freund r Frommen. Wer deinen Willen Mel. Wo Gott zum Haus nicht. ne thut, Wird von dir aufge: 283. 283. Aus deiner Quelle, ommen. Sein Werk und Dienst Schöpfer, nimmt fällt dir wohl, 3st gleich er nicht Der Mensch, zur Seligkeit be, wie er soll, Ganz rein von stimmt, Zahllose Freuden; täglich len Fehlern. fließt Ihr Strom, der unerschöpflich ist. 5. Doch dem, der dich, o Gott, cht scheut, Dem frevelnden Ver- 2. Er fließt durch deine echer, Der dein Gesetz und Recht Schöpfung hin, Und hat für tweiht, Bist du ein strenger einen jeden Sinn, Für jeden ächer. Verachtung, Elend, Schmerz heiligen Genuß Befriedigung und id Hohn Und Tod ist seiner Ueberfluß. 3. Vom Gottes Werke und Wohlthaten. 167 3. Vom Himmel strömt sein Fülle der Vollkommenheit, Der Segen her, Strömt burch Gebirg Reichthum deiner Herrlichkeit. und Thal und Meer. Wie schön 9. In allen Welten gleichet ist deine Welt, wie reich! Herr, nichts Dem Anschaun deines Anwas ist deinen Schätzen gleich? gefichts; Auch nur ein Strahl 4. Noch größre Freuden sendest davon zerstreut Die größten Leiden du Uns, wenn wir dich nur lieben, dieser Zeit. zu. Du beutst uns Seligkeiten an, 10. Der Engel dort an deinem Womit kein Sinn erfreuen kann. Thron Sieht durch Jahrtausende 5. Wenn wir dich kennen, wie dich schon; Wird immer weiser entzückt Ift, ihrer Finsterniß ent- stets, v Herr, Von deinem Anrückt, Die Seele, die sich deiner schaun seliger. freut, Was fühlt sie dann für Seligkeit! 6. Welch eine Wonne, wenn ste nun Beginnt, was du befiehlst, zu thun, Selbst füblet, wie der Tugend Werth Erhebt, beglücket und verklärt! 11. Und doch, wie hoch er strebt, umfaßt Er nimmer, was du bist und hast; Nur du durchschaust dich ganz allein, Wie selig, felig mußt du fein! 12. Und ewig, ewig! keine Zeit Umgränzet deine Seligkeit. Aus dir, o aller Wonne Meer, Strömt ewig Heil und Freude her. 13. Jauchzt, hohe Lieder unsers Danks! Frohlockt ihm, Jubel des Gesangs! Der Herr ist selig, nicht allein, Auch wir, wir sollens 7. Fließt so viel hohe Luft von dir Schon hier auf uns, kannst du schon hier mit solchen Gütern uns erfreun: Wie selig mußt du selbst nicht sein! 8. Unendlich selig! denn du bist felig! benn but Unendlich, und unendlich ist, ewig sein. II. Gottes Werke und Wohlthaten. Schöpfung, Erhaltung und Regierung der Welt. Mel. Wachet auf, ruft uns die. Heer, Das weite Meer, Den Engel 284. Unser Gott ist groß und und den Wurm ſchuf er. mächtig, Und seine 2. Gottes Allmacht sprach: es Schöpfung schön und prächtig, Voll werde! Da trat auch unsre schöne Weisheit und Vollkommenheit. Erde Vor ihren Herrn, und ehrte ihr, seiner Allmacht Heere, Ver- ihn. Wenn er spricht, so stürzen fündigt eures Schöpfers Ehre, Und Welten, Die Berge fliehn vor preiset seine Herrlichkeit. Sein Kleid Gottes Schelten, Und sinken schwer ist reines Licht, Er hält im Gleich- getroffen bin. Er hat wie ein gewicht Alle Welten. Der Wesen Gewand Die Himmel ausgespannt.. Durch 168 Gottes Werke und Wohlthaten. Durch ihn gehet, Schön wie ein mich seiner freun. Sein Lob ist Held Aus seinem Zelt, Die Sonne, Seligkeit, Er macht schon hier und erfreut die Welt. bereit Für den Himmel. Dort werd ich stehn, Entzückt ihn sehn, Und ewig seinen Ruhm erhöhn. 3. Er, der auf den Winden schwebet, Er schaut die Erde an: fie bebet; Rührt an den Berg, und steh, er raucht! Die Vögel Mel. Mein Herzens- Jesu, meine. nährt er, ſpeift die Heerde, Er- 285. Wenn ich, o Schöpfer, neuert die Gestalt der Erde, Erdeine Macht, Die freut, was auf ihr lebt und haucht. Weisheit deiner Wege, Die Liebe, Mit milder Freundlichkeit Gibt er die für Alle wacht, Anbetend überzu seiner Zeit Allen Speise, Liebt lege, So weiß ich, von Bewundrung und erhält Die ganze Welt, Sein voll, Nicht, wie ich dich erheben Segen kleidet Wald und Feld. foll, Mein Gott, mein Herr, mein Vater! 4. Gott voll Weisheit, Gott voll Stärke, Wie viel und groß 2. Mein Auge steht, wohin es sind deine Werke! Wie reich an blickt, Die Wunder deiner Werke, Gütern ist das Land! Hoch am Der Himmel, prächtig ausge= Himmel geht die Sonne, Sie schmückt, Preift dich, du Gott strahlet Licht herab und Wonne, der Stärke. Wer hat die Sonn Du hältst ste, Herr, in deiner an ihm erhöht? Wer kleidet sie Hand. Dwelche Herrlichkeit! mit Majestät? Wer ruft dem Heer Welch Leben weit und breit, Hier der Sterne? auf Erden! Wohin entzückt Mein 3. Wer mißt dem Winde seinen Auge blickt, Da ist die Welt mit Lauf? Wer heißt den Himmel Reiz geschmückt. regnen? Wer schließt den Schooß 5. Wer vergänglich Gras be- der Erde auf, Mit Vorrath uns kleidet, Die Vögel nährt und Läm- zu segnen? O Gott der Macht mer weidet, Der sorgt als Vater und Herrlichkeit, Gott, deine Güte auch für mich. Seele, wolltest du reicht so weit, So weit die Wolfür morgen Schon heute bang und ken gehen. ängstlich sorgen? Nein, sei getroft, 4. Dich predigt Sonnenschein ermanne dich. Vertraue Gott, auf und Sturm, Dich preist der Sand ihn Wirf alle Sorgen fühn: Er am Meere. Bringt, ruft auch der. wird sorgen, Er, der uns hört, geringste Wurm, Bringt meinem Und gern gewährt Was unser Schöpfer Ehre! Mich, ruft der wahres Wohl vermehrt. Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, Bringt unserm Schöpfer Ehre! 6. Dank dem guten Gott zu singen, Und stets mein Herz ihm darzubringen, Soll meine höchste 5. Der Mensch, ein Leib, den Freude sein; Laut soll ihm mein deine Hand So wunderbar be Lob erschallen, Mein Opfer wird reitet, Der Mensch, ein Geist, den ihm wohlgefallen, Gerührt will ich sein Verstand Dich zu erkennen leitet, Schöpfung, Erhaltung, Regierung. 169 leitet, Der Mensch, der Schöpfung 4. Er hat der Sonne hoch GeRuhm und Preis, Ist sich ein zelt, Die Himmel über seine Welt täglicher Beweis Von deiner Güt Für mich auch ausgebreitet. Wer und Größe. mußt die Erde mehr, als ich? Hat 6. Erheb ihn ewig, o mein ste mein Vater nicht für mich Geift, Erhebe seinen Namen. Gott, Gegründet und bereitet? Lächeln unser Vater, sei gepreist, Und alle Mir nicht Alle Wälder, alle FelWelt sag Amen! Und alle Welt der froh entgegen, Reich für mich fürcht ihren Herrn, Und hoff auf von seinem Gegen? ihn, und dien ihm gern. Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. Wie schön leucht't uns. 286. leuch auf, mein Psalm, 5. Wem blüht das Thal? für wen erhebt Sich das Gebirg? wem tönt und schwebt Der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt mein Lobgesang, An- der Thiere zahllos Heer Auf jährbetung, Ehre, Preis und Dank lich grünen Triften? Quellen RicVor Gottes Thron zu bringen. seln, Winde wehen, Flüss' und Er hört der Menschen Loblied Seen werden Meere, Mir zum gern, Wenn höhre Geister auch Segen, ihm zur Ehre. dem Herrn Erhabne Psalmen fin- 6. Noch strahlt mir ungeschwächt gen. Darum hat er Mit den sein Licht, Noch weigert die Natur Heeren, die ihn ehren, zu den sich nicht, Die Welt für mich zu Stufen Seines Throns auch uns schmücken. Noch hat sie Freuden gerufen. gnug für mich, Noch immer schön 2. Wie groß ist Gottes Herr- und jugendlich, Mein Auge zu lichkeit! Er sprach zu seinen Him- entzücken. Eher Werden Auch die meln: feid! Und zu dem Erd- Werke seiner Stärke nicht veralfreis: werde! Gleich standen da ten, Bis er kommt, Gericht zu voll Reiz und Pracht Vor ihm, halten. zum Preise seiner Macht, Die Him- 7. So hat mein Gott an mich mel und die Erde. Wie er's Aus- gedacht, Hat über sie durch seine sprach, Da begonnen tausend Son- Macht Zum Herrscher mich erhonen, und erhellten Ein unzählbar ben. Er gab mir meinen Leib und Heer von Welten. auch Die Seele, seines Odems 3. Wie sie so herrlich sind, so Hauch, Gleich Engeln ihn zu loschön, Einträchtig alle Gott er- ben. Rühm ihn, Seele, Jauchhöhn, Und seine Größe preisen! zend schalle von dem Halle deiner Wie fingen alle Lob und Dank, Lieder Gottes Erd und Himmel Ein hoher jubelnder Gesang, Dem wieder. Gütigen, dem Weisen! Ach, wie 8. Das Kind, der Jüngling und Könnt ich Fübllos schweigen, sol- der Mann, Die ganze Schöpfung cher Zeugen Lob vernehmen, Und bet ihn an, Und seiner Wunder doch seines Nuhms mich schämen? Menge. Strömt hin aus meiner vollen Gottes Werke und Wohlthaten. 170 vollen Bruft, Strömt hin, Empfindungen voll Luft, In hohe Dankgesänge. Schöpfer, Vater, Dich Mel. Ringe recht, wenn. erhebe, weil ich lebe, meine Seele, 288. Gott der Macht, in Meine hochbeglückte Seele. deinem Ruhme Keis nem, als dir selbst bekannt, Aus verborgnem Heiligthume Walteft du mit starker Hand. Mel. O daß ich tausend. 287. Der Himmel Ruf er2. Sterne glänzen und erblinzählt und ehret Des den, Berge wehst du weg wie Höchsten Weisheit, Lieb und Kraft. Spreu, Völker werden und vers Die ausgespannte Veste lehret: schwinden, Alles Fleisch vergeht Groß ist der Herr, der Alles wie Heu. schafft! Und alle Welten weit und 3. breit Verkünden seine Herrlichkeit. Erde, 2. Von einem Tag zum an- Hirten Reiche schmetterst du zur Königsstühle stürzen ein, rufft du von der Heerde, bern flinget Laut ihr gedankenvol- Herrscher ihres Volks zu sein. les Wort; Von einer Nacht zur 4. Wenn du anfängst auszuandern dringet Ihr Zeugniß un- gleichen, Herr, was kann vor dir aufhaltsam fort; Das Ohr hört beftehn? Alle Berge müssen weis nicht der Stimme Schall, Das Herz versteht sie überall. chen, Alle Thale sich erhöhn. 5. Was der Menschen Kunst 3. Das Loblied aller Welten- erhoben, Ist auf leichten Sand freise Geht mächtig aus in jedes gestellt; Du gebeutst: es ist zer= Pand, Und macht, zu seines Na- stoben, Wie das Laub im Herbste mens Preise, Ihn auch der fern fällt. ten Welt bekannt, Und der Getirne hehrer Lauf Ziebt unser Herz zu Gott hinauf. 4. Sein Arm bereitete der Sonne Hoch an dem Himmel ihr Bezelt; Sie geht heraus mit Freud und Wonne, Läuft ihren Weg, gleichwie ein Held. Ihr Blanz zerstreut die finstre Nacht, Ind strömt hernieder Licht und Bracht. 5. Wie deiner Sterne Heer dort ben Verkündigt deines Namens 6. Aber wo auf Felsengründen Deines Tempels Mauer Droht von Fluthen und von Winden Fruchtlos die vereinte Wuth. 7. Und ob Alles sich empöret, Ringsum Alles untergeht: Dieſer Bau bleibt unversehret, Und die Stadt des Herrn besteht. 8. Selbst der Feinde Troß und Mühe Muß dir ebnen deinen Pfad, Darum, komm, o Herr, und ziehe Ein in deine Gottesstadt. Ruuben, Voll Ehrfurcht in dem 289. Hem Himmel, Seb So unser Herz Mel. Die Tugend wird durch's. ier steh ich unter deiich Beiligtbum. Mehr noch, als dich er Himmel preist, Lobt dich durch tausend Welten über mir, Und. Shriftum unser Geift. fern vom rauschenden Getümmel, Fühlt Schöpfung, Erhaltung, Regierung. 171 Fühlt sich mein Herz erquickt in waren, Schon seine Huld und dir. Mein Geift sinkt betend vor Größe sahn. Ihr Heer, umstrahlt dir nieder, Vor dir, Herr, deffen von Licht, Bedeckt das Angesicht Allmachtruf Den Himmel dort, Vor dem Schöpfer. Voll Preis und meine Brüder Und mich, wie und Dank Tönt ihr Gesang Durch jenen Himmel schuf. alle Himmel Gottes hin. 2. Dich sing ich, Gott, der 2. Er nur zählt die Geisterjene Sterne Aus seiner Hand hin- heere, Die hoch im Himmel seine warf wie Saat, Der stets in un- Ehre Und seiner Größe Ruhm ermessner Ferne Sie leitet ihren erhöhn. Heilig, heilig ist Gott! lichten Pfad. Dort wandeln ste in rufen Sie tief anbetend an den fichern Kreisen So friedlich hin Stufen Des hohen Throns, um wie Freund an Freund, Ein gro- den sie stehn. So weit er herrscht, ses Chor, das, dich zu preifen, so weit Geht seine Herrlichkeit, In seinem Fluge sich vereint. Jauchzen Alle: Wer ist wie er? Frohlockt ihr Heer: Wer ist wie Gott, der uns erschuf? 3. Wer nennt, wer nennt die Wesen alle, Aus deren Mund dein Loblied steigt, Das mit der Welten Jubelschalle Bis zu dem Pfalm des Seraphs fleugt? Das in des Himmels höherm Tone Von Stern zu Stern das All durchbringt, Und sich geflügelt zu dem Throne Hinauf von goldnen Harfen schwingt? 3. Hohe Seligkeit ift's ihnen, Dem Gott, der sie erschuf, zu dienen, Von allem Eigenwillen fern. Seht ihr Beispiel, folgt, ihr Frommen, Sie alle, heilig und vollkommen, Gehorchen wonnevoll dem Herrn. Sie thun, was er gebeut, Und ihre Herrlichkeit 3ft 4. Auch mich schuf Gott zu Gehorfam. Sie zögern nie, r seiner Ehre, In diesem Staube sende ste, Wohin sein Wink ste wohnt ein Geift, Der, Engeln senden mag. gleich, fich in die Heere Des Him4. Winden gleich und gleich mele mischt und dankt und preift. den Blitzen, Gehn fle vom Thron Lobsing ihm, Seele, der zum Le- aus, segnen, schützen Und strofen, ben In fenen Höhn auch dich er- wie es Gott gebeut; Lagern sich for. Hinauf, hinauf! wann werd um Gottes Kinder, Und fördern ich schweben Zum lichten Sternenfeer empor? gern das Heil der Sünder, Und freun sich ihrer Seligkeit. Sie dienen, Jesu, dir, Frohlocken laut, wenn wir Uns bekehren, Wenn Mel. Wachet auf, ruft uns die. 290. Betet an, ihr Men- unser Dank Den Preisgesang Der schen, bringet Dem Himmel hier schon wiederhallt. pöchsten Ruhm und Preis, lobsins 5. Gott, mit allen diesen Heeet, Gott, unfern Schöpfer, betet ren Soll, der bier heilig wird, n. Zahllos sind der Geister Schaa- dich ebren, Einst ewig sich mit en, Die, eb wir noch geschaffen ihnen freun; Soll, erlöft durch dein 172 Gottes Werke und Wohlthaten. dein Erbarmen, Zu dir gebracht] 6. Wer macht, daß Heil und auf ihren Armen, Wie ste, einst Leben blüht? Wer hält mit seiner ewig selig sein. Bernehmt's, ihr Hand Den goldnen, werthen, edeln Menschen, hört: Wer sich zu Fried In unserm Vaterland? Gott bekehrt, Wird am Throne 7. Ach Herr, mein Gott, das In seinem Reich Auch, Engeln kommt von dir, Du, du mußt gleich, Das Antlitz seines Gottes Alles thun, Du hältst die Wach schaun. an unsrer Thür, Und lässt uns 6. Werdet heilig, seid vollkom- sicher ruhn. men, Wie Engel Gottes! Gott 8. Du nähreft uns von Jahr wird kommen Mit seinen Engeln zu Jahr, Bleibst immer fromm zum Gericht. Laßt ste jauchzen, daß und treu, Und stehst uns, wenn wir Alle, Dann aufgerichtet von wir in Gefahr Gerathen, treulich dem Falle, Gott sehn und seiner bei. Wonne Licht. Heil uns! wir beten dann Den hohen Schöpfer an Mit den Engeln. Ihr Preisgesang Und unser Dank Hallt dann durch alle Himmel hin. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld, Und schlägst nicht allzusehr, Ja, endlich nimmst du unfre Schuld, Und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herz auch seufzt und schreit, Wirst du gar 291. finge dir mit Herz leicht erweicht, Und gibst uns, und Mund, Herr, was uns hoch erfreut, Und dir sing zur Ehr gereicht. meines Herzen Luft, Ich und mach auf Erden kund, Was 11. Du zählst, wie oft dein Jünmir von dir bewußts ger wein', Und was sein Kummer 2. Ich weiß, daß du der Born sei; Kein Kindesthränlein ist so der Gnad Und ewge Quelle bist, klein, Du stehst's mit Vatertreu. Daraus uns Allen früh und spat Viel Heil und Segen fließt. 12. Du füllst des Lebens Man= gel aus Mit dem, was ewig steht, 3. Was sind wir doch, was Und führst uns in des Himmels haben wir Auf dieser ganzen Erd, Haus, Wenn uns die Erd entgeht. Das uns, o Vater, nicht von dir 13. Wohl auf, mein Herz, D Allein gegeben werd? sfing und spring, Und habe guten 4. Wer hat das schöne Him- Muth, Dein Gott, der Ursprung mekszelt Hoch über uns gesetzt? aller Ding, Ift selbst und bleibt Wer ist es, der uns unser Feld dein Gut. Mit Thau und Regen nett? 14. Er ist dein Schat, dein 5. Wer wärmet uns in Kält Erb und Theil, Dein Glanz und und Frost? Wer schützt uns vor Freudenlicht, Dein Schirm und dem Wind? Wer macht es, daß Schild, dein Hülf und Heil, Schafft man Oel und Most Zu seinen Rath und lässt dich nicht. Zeiten find't? 15. Was fränfft du dich in deinem Mel. Nun danket All und. Schöpfung, Erhaltung, Regierung. 173 deinem Sinn, Und grämst dich Herr, Was früh und spät ich thue, Tag und Nacht? Nimm deine Und er erforschet mich und dich. Sorg und wirf ste hin Auf den, 7. Er ist mir nah, Ich sige der dich gemacht. oder gehe, Ob ich ans Meer, Ob 16. Hat er dich nicht von Ju- ich gen Himmel flöhe, So ist er gend auf Versorget und ernährt? allenthalben da. Wie manchen schweren Unglückslauf Hat er zum Heil gekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem Regiment, Nein, was er thut und läßt geschehn, Das nimmt ein gutes End. 8. Er kennt mein Flehn Und allen Rath der Seele, Er weiß, wie oft Ich Gutes thu und fehle, Und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, Was er mir geben wollte, Schrieb in sein 18. i nun, so laß ihn ferner Buch, Wie lang ich leben sollte, thun, Und red ihm nicht darein, Da ich noch unbereitet war. So wirst du hier in Frieden ruhn, Und ewig fröhlich sein. 10. Nichts, nichts ist mein, Das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar Soll deines Namens Ehre, Dein Lob in meinem Munde Eigene Melodie. 292. Gott ist mein Lied! sein. Er ist der Gott der 11. Wer kann die Pracht von Stärke. Herr ist sein Nam, Und deinen Wundern fassen? Ein jegroß sind seine Werke, Und alle Himmel sein Gebiet. der Staub, Den du hast werden lassen, Verkündigt seines Schöpfers Macht. 2. Er will und spricht's: So sind und leben Welten; Und er 12. Der kleinste Halm Ist deigebeut: So fallen durch sein ner Weisheit Spiegel. Du, Luft Schelten Die Himmel wieder in und Meer, Ihr Auen, Thal und ihr Nichts. Hügel, Ihr seid sein Loblied und 3. Licht ist sein Kleid, Und sein Psalm. seine Wahl das Beste. Er herrscht 13. Du tränfft das Land, als Gott, Und seines Thrones Führst uns auf grüne Weiden; Beste Ist Wahrheit und Gerech- und Nacht und Tag, Und Korn tigkeit. und Wein und Freuden Empfan4. Unendlich reich, Ein Meerigen wir aus deiner Hand. von Seligkeiten, Ohn Anfang Gott, 14. Kein Sperling fällt, Herr, Und Gott in ewgen Zeiten! Herr ohne deinen Willen; Es soll mein aller Welt, wer ist bir gleich? Herz Sich mit dem Troste stillen, 5. Was ist und war Im Him- Daß deine Hand mein Leben hält. mel, Erd und Meere, Das kennet 15. 3ft Gott mein Schuß, Gott, Und seiner Werke Heere Will Gott mein Retter werden: Sind ewig vor ihm offenbar. So frag ich nichts Nach Himmel 6. Er ist um mich, Schafft, und nach Erden, und biete selbst daß ich sicher ruhe; Er schafft als der Hölle Truß. Mel. Gottes Werke und Wohlthaten. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Du in mir und ich in dir! Deis 6. Oder seligen Verbindung, 293. Dir, dem weifesten Re- ner Vaterhuld Empfindung Werde gierer, Tönt der Welz täglich neu in mir, Bis ich rein ten Preisgesang. Dir, du meines und ganz vollkommen Dich einst Lebens Führer, Singt auch meine schau mit allen Frommen, Dort, Seele Dank. Unter allen Millio- wo ich bin allezeit Bei dir in der nen, Die dein weites Reich bewoh- Ewigkeit. nen, Siehst du huldreich auch auf mich, Sorgest für mich väterlich. 174 Mel. Nun laßt uns Gott dem. Stellte, Herr, mich deine 2. Auf der Menschheit hohe 294. Nun laffet Gottes Güte Stufe Uns führen zu Ges Hand, Daß von deinem Gnaden- müthe, Kommt, lasset uns erwäs rufe Ich den tiefsten Sinn ver gen Des milden Vaters Segen. stand. Aus unendlichem Erbarmen 2. Sh wir ans Licht gesetet, 3ogst du mich mit Vaterarmen Hat er uns hochgeschäßet, Und In der Kindheit schon zu dir, hat uns eingeschrieben Zum Leben Gabst in Chrifsto Alles mir. und zum Lieben. 3. Täglich wareft du mir nahe, Deine Weisheit lehrte mich, Was ich hörte, was ich sahe, Zeigte mir, o Vater, dich. Ja, du kamst mit neuem Segen Jeden Morgen mir entgegen, Was der Seele heilsam war, Bot dein Geist mir reichlich dar. 3. Da wir noch sind gelegen Ohn Regen und Bewegen, Ohn Menschenhülf und Sorgen, Der Mutter selbst verborgen: 4. Da hat er uns gegeben Die Glieder und das Leben, Da hat er uns erhalten Ohn unser Thun und Walten. 4. Darum will ich dir mit 5. Er hat zur rechten Stunde, Freuden Dankbar und ergeben sein, Dankt's ihm mit Herz und Munde, Will auch unter Kreuz und Lei- Wie auf der Engel Wagen Uns den Dir ein Herz voll Demuth in die Welt getragen. weihn. Dich, o Herr, dich laß 6. Er hat uns aufgenommen ich walten, Du wirst mich stets In die Gemein' der Frommen, Ges aufrecht halten. Sende Freude, macht zu seinen Erben, Die nicht sende Schmerz: Immer preifet im Tode sterben. dich mein Herz. 7. Er gibt sich zu erkennen In 5. Herr, das höchsle Gut im seinem Wort; wir nennen Ihn Leben Ist und bleibt mir deine Vater und Ernährer Und alles Huld, Sie nur kann mir Frieden Guts Bescherer. geben, Und bedecken meine Schuld. 8. Er gibt für unsre Sünde, Anders hab ich kein Verlangen, In feinem ein'gen Kinde, Das er Als nur treu an dir zu hangen, für uns läßt würgen, Den rechFeft mit dir vereint zu sein, Um ten, treuen Bürgen. mich deiner ganz zu freun. 9. Dies laffet uns bedenken, Wenn Schöpfung, Erhaltung, Regierung. 175 Wenn uns die Sorgen fränken: er machts allein, Daß MenschenWer seinen Sohn hergiebet, Der rath gedeihe. auch aufs Höchste liebet. 3. Oft denkt der Mensch in 10. Sollt er uns was versagen, seinem Muth, Dies oder jenes Wenn wir ihm gläubig klagen? sei ihm gut, Und ist doch weit Sollt er nicht, uns zum Leben, gefehlet; Oft steht er auch als Auch Brod und Kleidung geben? schädlich an, Was Gott doch selbst 11. Der Vogel in den Lüften, erwählei. Das Thier in seinen Klüften, Die 4. So fängt auch mancher Blume an den Wegen Muß Sor- weise Mann Ein Werk oft stark und eifrig an, Und bringts doch gen widerlegen.gen 12. Der sie so treulich heget, nicht zu Stande; Er baut ein So fleißig ihrer pfleget, Sollt er Schloß und festes Haus, Doch den Himmelserben Gedenken zujnur auf nichts als Sande. verderben? 5. Wie mancher ist in seinem 13. Vater, ach, verleihe, Sinn Fast über Bergesspißen hin, Daß deine Güt und Treue Wir Und eh er sich's verstehet, So inniglich betrachten, Und so gering liegt er da, so hat sein Fuß Vernicht achten. gebens sich bemühet. 6. Drum, lieber Vater, der du Kron Und Zepter trägst im Himmelsthron, Und aus den Wolfen blißest, Vernimm mein Wort, und höre mich, Vom Stuhle, da du fizest. 14. Die Bitte uns gewähre, Daß wir zu deiner Ehre Dir immer recht vertrauen, Und gänzlich auf dich bauen. 15. Wenn wir nur Glauben haben, So werden uns die Gaben, Die wir zu diesem Leben Bedürfen, wohl gegeben. 7. Verleihe mir das reine Licht, Das fließt von deinem Angesicht, 16. Eh wird der Kreis der In frommen Seelen webet, Und Erden, Die Welt vernichtet wer- da der rechten Weisheit Kraft den,& h sollten sein verlassen, Die Durch deine Kraft belebet. Fleisches Sorge hassen. 8. Gib mir Verstand aus deiner Höh, Auf daß ich ja nicht ruh und steh Auf meinem eignen Mel. In dich hab ich gehoffet. 295. Ich weiß, o Gott, daß Willen. Sei du mein Freund Was gut ist, all mein Und und treuer Rath, Werk auf deinem Willen ruhn, zu erfüllen. Von dir kommt Glück und Segen. Was du regierst, das geht und steht Auf rechten guten Wegen. 9. Prüf Alles wohl, und was mir gut, Das gib mir ein, was Fleisch und Blut Erwählet, daß 2. Es steht in feines Menschen verwehre. Der höchste Zweck, das Macht, Daß sein Rath werd ins befte Theil Sei deine Lieb und Werk gebracht, Er seines Gangs Ehre. sich freue. Des Höchsten Rath, 10. Was dir gefällt, das laß auch 176 Gottes Werke und Wohlthaten. auch mir, O meiner Seelen Sonn meinen Stand Wohl halt und und Zier, Gefallen und belieben; herrlich stege. Was dir zuwider, laß mich nicht 18. Nur dir sei aller Ruhm In Wort und That verüben. und Ehr, Ich will dein Thun je 11. 3fts Werk von dir, so hilf mehr und mehr Aus bocherfreuter zum Glück, Ists Menschenwerk, Seelen Vor deinem Volk und aller so treibs zurück, Und ändre meine Welt, So lang ich leb, erzählen. Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von sich selbst In Kurzem zu zerrinnen. Mel. Ermuntre dich, mein. 296. Du bist ein Mensch, 12. Sollt aber dein und unser das weißt du wohl, Feind An dem, was dein Herz Was strebst du denn nach Dingut gemeint, Beginnen sich zu gen, Die Gott der Herr alleine rächen: Ist das mein Trost, daß soll Und kann zu Werke bringen? feinen Zorn Du leichtlich könneft Du fährst mit deinem Witz und brechen. Sinn Durch so viel tausend Sor13. Tritt du zu mir, und gen hin, Und denkst: wie will's mache leicht, Was mir sonst fast auf Erden Doch endlich mit mir unmöglich deucht, Und bring zum werden? guten Ende Was du selbst ange= fangen hast, Durch Weisheit deiner Hände. 2. 8 ist umsonst, du wirst fürwahr Mit allem deinem Dichten Nicht, was so klein ist, wie 14. 3st gleich der Anfang et- ein Haar, In aller Welt ausrichwas schwer, Und muß ich auch ten; Und dient dein Gram sonst ins tiefe Meer Der bittern Sor- nirgends zu, Als daß du dich aus gen treten, So treib mich nur ohn deiner Ruh In Angst und SchmerUnterlaß Zu seufzen und zu beten. zen stürzest, Und dir das Leben 15. Wer fleißig betet und dir kürzest. traut, Wird alles, davor sonst 3. Willst du das thun, was ihm graut, Mit tapferm Muth Gott gefällt, Und dir zum Heil bezwingen, Sein Sorgenstein wird gedeihet, So wirf dein Sorgen in der Eil In tausend Stücken auf den Held, Den Erd und springen. Himmel scheuet, Und gib dein 16. Der Weg zum Guten ist Leben, Thun und Stand Nur fast wild, Mit Dorn und Hecken fröhlich hin in Gottes Hand, So ausgefüllt, Doch wer ihn freudig wird er deinen Sachen Ein fröhgehet, Kommt endlich, Herr, durch lich Ende machen. dich dahin, Wo Freud und Wonne stehet. 4. Wer hat so treu gesorgt für dich, Gh du zur Welt gekommen? 17. Du bist mein Vater, ich Wer hat im Mutterschooße fich dein Kind, Was ich bei dir nicht Schon deiner angenommen? Wer hab' noch find', Hast du zu aller hat schon da dein Heil bedacht? Gnüge. So bilf nun, daß ich Was that da aller Menschen Macht, Schöpfung, Erhaltung, Regierung. 177 Macht, Als Geift und Sinn und und oft Ist das ganz umgeschlagen, Leben Dir ward zuerst gegeben? Was du gewiß und fest gehofft, 5. Durch wessen Kraft steht Mit Händen zu erfagen! Hingegen, dein Gebein In ordentlicher Fülle? wie so manches Mal 3st das geWer gab dem Auge Licht und schehn, was überall Kein Mensch, Schein? Dem Leibe Kraft und fein Rath, kein Sinnen Vermochte Hülle? Wer zog die Adern bier zu beginnen! und dort, Und fed' an ihre Stell 11. Wie oft bist du in große und Ort? Wer feßte hin und Noth Durch eigne Schuld gekomwieder So viele schöne Glieder? men, Da dein verblendter Sinn 6. Wo war bein Wille und den Tod Fürs Leben angenommen! Verstand, Als Waffer Alles deckte, Und hätte Gott sein Werk und Und über See und über Land That Ergehen lassen nach dem Sich Finsterniß erstreckte? Wer Rath, In dem du's angefangen, brachte Sonn und Mond herfür? Du warst zu Grund gegangen. Wer schuf die Kräuter, Bäum' 12. Der aber, der uns ewig und Thier', Und bieß fie deinen liebt, Macht gut, was wir vers Willen Nach Herzensluft erfüllen? wirren, Erfreut, wo wir uns selbst betrübt, Und führt uns, wo wir irren. Und dazu treibt ihn ſein Gemüth, Und die so reine Vatergüt, In der und arine Sünder 7. Heb auf dein Haupt, schau überall, Hier unten und dort oben, Wie Gottes Sorg auf jeden Fall Für dich sich hat erhoben. Dein Brod, dein Wasser und dein Kleid Er trägt als seine Kinder. War eher noch als du bereit, Die Milch, die du einst nahmest, War auch schon, da du famest. 13. Ach, wie so oftmals schweigt er still, Und thut doch, was uns nüßet, Da unterdessen unser Will 8. Die Windeln, die dich all- Und Herz in Aengsten fizet; Sucht gemach Umfingen in der Wiegen, bier und da und findet nichts, Dein Bettlein, Kammer, Stub und Will sehn, und mangelt doch des Dach, Und wo du solltest liegen, Lichts, Will aus der Angst fich Das war schon alles zugericht't, winden, Und kann den Weg nicht Eh noch dein Aug' und Angesicht finden. Aufblickte, daß es sehe, Was in der Welt geschehe... 14. Gott aber geht gerade fort Auf seinen weisen Wegen, 9. Und dennoch soll dein An- Er geht und bringt uns an den gesicht Dein ganzes Leben führen, Ort, Wo. Wind und Sturm sich Du trauft und glaubeft weiter nicht, legen. Hernachmals, wenn das Als was die Augen spüren; Was Werk geschehn, Dann kann der du beginnst, das soll allein Dein Mensch erst Elarer sehn, Bas der, Kopf, dein Licht und Meister sein, so ihn regieret, In seinem Rath Was du nicht außerkoren, Das geführet. bältst du für verloren!.. 15. Drum, liebes Herz, fei 10. Nun stehe doch, wie viel wohlgemuth, Und laß von Sorg M und 178 Gottes Werke und Wohlthaten. und Grämen. Gott hat ein Herz, Ursach auch entdeckt, Warum dein das nimmer ruht, Dein Bestes vor- Rath, der niemals fehlt, Den uns zunehmen. Er fann's nicht lassen, so dunklen Weg erwählt. glaube mir, Sein Herz ist ganz ge= 3. Nie sind die Tiefen zu kehrt zu dir Und uns hier allzu- ergründen Von deiner Weisheit, sammen, In heilger Liebe Flammen. Macht und Güt, Du kannst viel tausend Wege finden, Wo die Vernunft nicht einen steht. Aus Finsterniß bringst du das Licht, Du sprichst, o Gott, und es geschicht. 16. Gs glüht sein Herz von Gnad und Treu, Und also kannst du denken, Wie seinem Muth zu Muthe sei, Wenn wir uns oftmals fränken Vergeblich mit der Sorgenbürd, Als ob er uns nun gänzlich würd Aus lauter Zorn und Hassen Ohn Hülf und trostlos lassen. 4. So weicht denn, ängstliche Gedanken, Gott kann weit mehr, als ihr versteht; Bleib, Seele, in der Demuth Schranken, Die Des muth wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt, Und deiner Führung sich ergibt. 17. Das schlag hinweg, und laß dich nicht So jämmerlich bethören. Obgleich nicht allzeit das geschicht, Was Freude kann vermehren, So 5. Drum will ich dir mich wird doch wahrlich das geschehn, überlassen Mit Allem, was ich Was Gott, dein Vater, außersehn; hab und bin; Ich werfe, was ich Was er dir zu will kehren, Das nicht kann fassen, Auf deine Macht wird kein Mensch verwehren. und Weisheit hin. Der Ausgang 18. Thu als ein Kind und zeigt doch immerdar, Daß stets lege dich In deines Vaters Arme. dein Rath voll Güte war. Bitt ihn und flehe bis er sich Dein, wie er pflegt, erbarme, So wird er dich durch seinen Geist Auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, Nach wohlgehaltnem Ringen Aus allen Sorgen bringen. 6. Gib, daß dies mein Vertrauen mehre, In Glück und Uns glück, Freud und Leid. Schick Alles, Herr, zu deiner Ehre, Und meiner Seelen Seligkeit; So preis' ich einst vollkommen dich, Und freue dein auf ewig mich. Mel. Wer nur den lieben. Mel. Wie schön leucht't uns. 297. Fürwahr, du bist, o 298. Hina Gott, verborgen, Dein inauf, mein Geist, zu Rath bleibt vor uns wunderbar. Gott empor, Zum Umsonst find alle unsre Sorgen, Schöpfer, den im Jubelchor Die Du sorgtest, eb die Welt noch war, höhern Geister loben! Auch dich Für unser Wohl schon väterlich, hat er hervorgebracht, Auch dich Dies sei genug zum Trost für mich. mit weiser Huld und macht Zu 2. Dein Weg ist zwar in Fin- seinem Reich erhoben. Vater, Vasternissen Vor unsern Augen oft ter, So ihn nennen, so ihn kennen versteckt; Doch, wenn wir erst den und verehren, Was fann höhres Ausgang wissen, Wird uns die Glück gewähren? 2. Mit Die Erlösung des Menschen. 179 2. Mit welcher stillen, Sorgsam- Dann tröstet deine Gnade. Vater, keit Verfolgt dein Blick mich jeder- Vater, Wenn auch Leiden mich zeit Auf allen meinen Wegen! Du der Freuden oft berauben: Deiner weißt, wie schwach die Menschen Liebe will ich glauben. 6. Ich sehe, daß du Vater bist, Selbst dann noch, wenn mein Herz vergißt, Dir, Höchster, sich zu weis o wie stärkt mich der Gedanke: Du hen. Wie gränzenlos ist deine Huld! bist bei mir, wenn ich wanke! Wie gern willst du der Sünden 3. Mein Leben hier in dieser Zeit Schuld Bekümmerten verzeihen! Ist nur der Gang zur Ewigkeit, Vater, Vater, O wer wollte, wie Nur Bildungszeit der Jugend. Der sollte, dich nicht ehren, Nicht Gott, wie gut erziehst du mich! Wie getroft sich zu dir kehren? führeft du so väterlich Mich hin zur 7. Ergeb ich dir mein ganzes Herz, wahren Tugend! Vater, Vater, So wird einst über jeden Schmerz Alles leitest und bereitest du mit Mich deine Huld erheben. Bald ist Liebe, daß ich dir folgsam bliebe! das Thal hier durchgereift, Wie 4. Schau ich in deiner Welt herrlich schwingt sich dann mein umber, Wie sichtbar wird des Se- Geist Empor zum höhern Leben! gens Meer, Das hier schon mich Vater, Vater! Dann erst seh ich umfließet! Da strömen tausend ganz und ewig deine Treue. Ach, Freuden hin Für meinen Geist, wie ich schon jetzt mich freue! für jeden Sinn, Und selbst der 8. Daß diese Freude mich durchWurm genießet. Vater, Vater, dringt, Und dir mein frohes Herz Deinen Segen zu erwägen, das ist lobsingt, Das dank ich deinem weise, Das versüßt des Lebens Reise. Sohne. Er hat mit dir uns auß5. Dem Freudenbecher miſscheft du Zwar oft auch bittre Tropfen zu, Doch nur, daß er nicht schade. Und ist die Trauerstunde da, gesöhnt, Dein holder Vatername tönt Nun hier, wie dort am Throne. Vater, Vater! Nie verhalle, ewig ichalle selbst bei Schmerzen Dieser dann ist auch dein Beistand nah, Ton in Christenherzen. find, Und leitest mich, dein schwaches Kind, Dem Ziele sanft entgegen. Vater, Vater, Dir vertrau ich, Erlösung des Menschen. 1. Die Sünde und ihre Folgen. Mel. Auf meinen lieben Gott. schäfte, In Heiligkeit zu wandeln, 299. u, der kein Böses Stets recht vor dir zu handeln. thut, Du schufft 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? den Menschen gut. Du gabst ihm Ach, wir, dein Eigenthum, Wie Licht und Kräfte 3um feligen Ge- tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt M* unter Gottes Werke und Wohlthaten. 180 unter Allen Gin Mensch ganz rein von Sünden Vor dir, o Gott, zu finden? Verderben Wohnet Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 300, 2, mein Jesu, welch 3. Hier ist fein Unterschied. Dein belles Auge steht Auf alle nicht in meiner Beust! Denn mit Menschenkinder, Ach, sie sind alle andern Adamserben Steck ich vole Sünder, Da ist vor dir, Herr, kei- ler Sündenlust. Ach, ich muß es ner Unschuldig, auch nicht Einer. dir bekennen, Ich bin Fleisch vom 4. Verderbt ist Aller Sinn, Fleisch zu nennen. Die Weisheit ist dahin, Die uns regieren sollte, Nur, was dein Wille wollte, Mit freude vollen Trieben 34 wollen und zu üben. 2. Wie verkehrt sind meine Wege, Wie verderbt ist doch mein Sinn! Der ich zu dem Guten träge, Aber schnell zum Bösen bin. Ach, wer wird mich von den 5. Fleisch sind wir von Na- Ketten Und vom Tod der Sünde tur, Uns rühren leider nur Die retten? Güter dieser Erden, Die uns 3. Hilf mir durch den Geist entrissen werden, Mehr als die der Gnaden Aus der angeerbten höhern Gaben, Die uns auf ewig laben. Noth. Heile meinen Seelenschaden, Herr, durch deinen Kreuzes 6. Dir folgen dünft uns Zwang, tod; Schlage du die SündenglieDes Herzens böser Hang Reißt der Meines alten Adams nieder. uns mit starkem Triebe Zu schnö- 4. Ich bin unten von der Erder Sündenliebe; Und können wir den, Herr, ich bin in Sünden wohl zählen, Wie oft wir vor dir todt; Soll ich wieder lebend werfehlen? den, So mußt du in dieser Noth 7. D Herr, was uns gebricht, Mich durch deinen Geist gebären, Laß in der Wahrheit Licht So Und mir neue Kraft gewähren. beilsam uns erkennen, Daß wir von Ernst entbrennen, Der Sünde zu entfagen, Der Bessrung nach zujagen. 5. Schaff in mir ein reines Herze, Einen neuen Geist gib mir, Daß ich nun nicht länger scherze Mit der fündlichen Begier. 8. Wohl vert, der sie gewinnt! Laß mich ihre List bald merken, Gott, so verderbt wir sind, So Mich im Geist dagegen stärken. willst du uns doch heilen, Und 6. Lehr mich wachen, beten, Kräfte uns ertheilen, Schon wie- ringen, Und mein böses Fleisch derum auf Erden. Dir gleich ge- und Blut In des Geistes Joch finnt zu werden. zu zwingen, Weil es niemals Gus 9. Herr, diese deine Huld Laß tes thut. Was nicht fann dein uns durch unsre Schuld Nicht fre- Reich ererben, Laß, in deinem Tod sentlich verscherzen. Erwecke unsre ersterben. Herzen, Dir nicht zu widerstreben, Damit wir ewig leben. 7. Neize mich durch jene Krone, Die mir droben beigelegt, Daß ich meiner Die Erlösung.( Die Sünde und ihre Folgen.) 181 meiner niemals schone, Wann und sichern Raum Der bange Vogel wo ein Feind sich regt; Sondern findet, Wenn schwarz die Nacht, Hilf mir tapfer kämpfen, Teufel, Das Wetter kracht, In Angst fich Welt und Fleisch zu dämpfen. Alles windet: 8. Sollt ich etwa unterliegen, 8. Also, Herr Christ, Mein Oso hilf mir wieder auf. Laß Zuflucht ist In deinen Todeswunin deiner Kraft mich stegen, Daß den; Wenn Sünd und Tod Mich ich meinen Lebenslauf Unter dei- stürzt in Noth, Dann werd ich da nen Siegeshänden Möge ritterlich gefunden. vollenden. 9. Darin ich bleib, Und ob mein Leib und Seele sich auch scheiden, So werd ich dort Bet dir, mein Hort, Doch sein in ewgen Freuden. Eigene Melodie. 301. Gott und Herr, Wie groß und schwer Sind meine vielen Sün 10. Gott, dir sei Rubm! Dein den! Da ist kein Mann, Der Eigenthum Bleib ich in Jesu Nabelfen kann, In dieser Welt zu men. Ich zweifle nicht, Well finden. Chriftus spricht: Wer glaubt, wird selig! Amen. 2. Flöh ich gleich weit Zu aller Zeit, Bis an der Erde Enben, um frei zu sein Der Angst und Pein, Würd ich sie doch nicht wenden. Mel. Meinen Jefum laß ich nicht. 302. Freilich bin ich arm und bloß, du 3. Zu dit flieh ich, Verstoß großer Menschenhüter! Ach, nimm mich nicht, wie ich's wohl hab mich in deinen Schooß, Schenke verdienet. Geh mit mir nicht, mir des Himmels Güter. Echan, Gott, ins Gericht, Dein Sohn ich lieg in meinem Blut, Nimm bat mich verfühnet. mich auf, o höchstes Gut. 4. Solls ja so sein, Daß Straf und Vein Auf Sünden folgen müssen: So fahr hier fort, Nur schone dort, Und laß mich bter wohl büßen. 2. Allerhöchster Gottes Gobn, Meines Lebens einzig Leben, Komm berab vom Sternenthron, Komm, ich will mich dir ergeben. Geh doch nicht vor mir vorbei, Hör, o Jesu, mein Geschrei. 5. Gib, Herr, Geduld, Vergib die Schuld, Gib ein gehorsam 3. Gold und Silber acht ich Herze, Daß ich doch nie Durch nicht, Nicht der Welt vergänglich Sorg und Müh Mein ewges Prangen; Eines, Eines mir geHeil verscherze. bricht, Dieses such ich voll Verlangen: Der Maria beftes Theil Wähl ich aus, der Seelen Heil. 4. Weil ich bin in Sünden Seufs ich nach der Seele Les Jesu, huf aus dieser Noth, Hilf 6. Verfahr mit mir, Wie's dünket dir, Ich will es gerne leiden; Nur wollst du mich Nicht ewiglich Von deiner Gnade scheiden. todt, 7. Wie dort im Baum Den ben 182 Gottes Werke und Wohlthaten. Hilf dem Teufel widerstreben, Denn Jesu, Unter unsern schwachen Fuß. er steht nach meiner Kron, Hilf, Du kennst unser Unvermögen, o starker Davidssohn. Schenk uns deines Heils Genuß, f 5. Alles will ich geben hin, Daß wir deine Kraft verspüren, Wenn ich dich nur kann bestzen. Nie im Kampf den Muth verWeg mit allem Weltgewinn! Hier- lieren. auf will ich mich nicht stützen. Mein Erlöser ist mein Gold, Das ich nicht vertauschen wollt. 6. Fass uns an, o treuer Jesu, Führ uns durch die Pilgerstraß, Daß wir auf den rechten Wegen 6. Er wird nicht vorüber gehn, Gehen fort ohn Unterlaß. Laß Sollt ich schon im Blute liegen; uns meiden alle Stricke, Und nicht Treulich wird er bei mir stehn, wieder sehn zurücke. 7. Laß den Geist der Kraft, Herr Jesu, Geben unserm Geifte Kraft, Daß wir treulich dir nachwandeln, Nach der Liebe Eigenschaft. Ach, Herr, mach uns selMel. Herr, ich habe mißgehandelt. It is 303. Ah, was find wir ohne ber tüchtig, So ist unser Leben Jefum? Dürftig, richtig. fämmerlich und arm. Ach, was 8. Dann wird Lob und Dank, find wir? voller Elend! Ach, Herr Herr Jesu, Schallen aus des HerJesu, dich erbarm! Laß dich unsre zens Grund; Dann wird Alles Noth bewegen, Die wir dir vor dich bekennen, Und dir fingen Herz Augen legen. und Mund; Dann wird auf der 2. Wir sind nichts ohn dich, ganzen Erden Jesus hochgelobet Herr Jesu, Ueberall ist Finsterniß, werden. Und es quälet uns so heftig Des Gewissens Schlangenbiß. Sündengift steckt in dem Herzen, Und 304. bewußt Der innern Mel. Auf meinen lieben Gott. bin mir, Gott, verursacht bittre Schmerzen. 3. Ohne dich, getreuer Jesu, bösen Lust, Der Quelle meiner Schrecken Teufel, Welt und Höll, Sünden, Die Menschen nie erUnd erregen Angst und Zittern, gründen. O heile du aus Gnaden Nirgends, nirgends ist es hell. Der Seele tiefen Schaden. Aufgewacht ist mein Gewissen, Sch bin ganz von Angst zerrissen. 2. Wie oft gehorch ich ihr! Wie oft hab ich vor dir, Herr, 4. Darum stärk uns, liebster dein Gesetz verletzet, Und dir mich Jesu, Sei in Finsterniß uns Licht, widersetzet! Ach, willst du nicht Deffne unsers Geistes Augen, Zeig vergeben, Mein Gott, wie kann dein freundlich Angesicht. Strahl, ich leben? o Sonn, mit Lebensblicken, So wird sich das Herz erquicken. 3. Ein jegliches Gebot Zeugt wider mich, und droht Mit ewi5. Tritt den Satan, starker gem Verderben. Laß, Vater, mich nicht Und mich nimmermehr betrügen. Ich foll leben, sagt er mir; Was frag ich, o Welt, nach dir? Die Erlösung.( Die Sünde und ihre Folgen.) 183 - nicht sterben. Du kannst, du ihr Gott bin ich; Die Liebe lehr kannst vom Bösen Auch mich, und treibe nun, Daß gern ste o Herr, erlösen. meinen Willen thun. 4. Verwirf mich nicht vor dir, 5. So sandte Gott von seinem Beweise Gnad an mir. Erneure Thron Den eignen, eingebornen meine Seele, Daß sie das Gute Sohn. Der Vater thut durch wähle. Die Tilgung meiner Sün- Christi Mund Sein Wort und den Laß mich bei Jesu finden. feine Liebe fund. 5. Drückt mich ihr schweres 6. Des Sohnes Ruf ist: MenJoch, So sei, o Vater, doch noch schen, hört, Was euch der Gott stärker dein Erbarmen, Das hei der Liebe lehrt: Liebt den, der lige mich Armen. Du kannst, euch zuvor geliebt, Und euch den mein Gott, vergeben, Bei dir ist Sohn zum Heiland gibt. Heil und Leben. 7. Mit meiner Liebe liebet euch, 6. Hat sonst des Fleisches Macht Ihr seid durch mich einander gleich, Ihr Werk in mir vollbracht: So laß Und weiht die neuen Kräfte gern zu guten Werken Nun deinen Geist Dem Reiche Gottes, eures Herrn. mich stärken, Daß, folgsam deiner 8. Gott, der du selbst die Liebe Lehre, Ich nun dich fürcht und ehre. bift, Die feines Menschen Sinn 7. Hilf, wenn in meiner Bruft ermißt, Gieß aus den Geist der Sich regt die böse Lust, Daß ich Liebe nun, Daß Alle deinen Wilmich widersetze, Und nicht dein len thun. Recht verleßze, Dein Bild noch auf der Erde, Und dort vollendet werde. Mel. Jefus, meine Zuversicht. Mel. Wo Gott zum Haus nicht gibt 306. Guter Hirte, willst du sein' Gunst. nicht Deines Schäfleins dich erbarmen, Und es nach 305. Gott wollte nicht des der Hirtenpflicht Tragen beim auf Sünders Tod, Gab deinen Armen? Willst du mich ihm sein Wort und sein Gebot, nicht aus der Qual Holen in den That ernstlich seinen Willen kund, Freudensaal? Rief Israel in seinen Bund. 2. Schau, wie ich verirret bin 2. Im Donner bebte Sinai, Auf der Wüste dieser Erde, Komm, Als sein Gesetz der Herr verlieh. und bringe mich doch hin zu den Er grub's in Felsentafeln ein, Doch Schafen deiner Heerde. Führ mich auch des Volkes Herz blieb Stein. zu den Deinen hin, Wo ich wohl 3. Da sprach voll Huld des geborgen bin. Vaters Mund: Gestiftet werd ein 3. Mich verlangt, dich mit der neuer Bund, Kein todter Buchstab Schaar, Die dich loben, anzuauf dem Stein, Die Liebe schreib schauen, Die da weiden ohn Geins Herz ihn ein! fahr Auf den süßen Himmelsauen, 4. Dann herrscht mein Zepter Die nicht in der Furcht mehr stehn väterlich, Sie find mein Volf, Und nicht können irre gehn. 4. Denn 184 Gottes Werke und Wohlthaten. 4. Denn ich bin hier sehr be 5. O Herr Jefu, laß mich nicht brängt, Muß in steten Sorgen In der Wölfe Rachen kommen. leben, Weil die Feinde mich um Hilf mir nach der Hirtenpflicht, schränkt Und mit Lift und Macht Daß ich ihnen werd entnommen. umgeben, Daß ich armes Schäfe- Hole mich, dein Schäfelein, Su Lein Reinen Blick fann sicher sein. den ewgen Hütten ein. 2. Die Erlösung im Allgemeinen. Mel. Wie schön leucht't uns der. mich gehen. Herr, wenn ich dort 307. Brich, heller Morgen- ben Richterschluß Vom emgen stern, herein, Und Throne hören muß, Kann ich mit laß und deinen Freudenschein In dir bestehen, Weil ich Durch dich, hellen Strahlen sehen. Ermuntre Gnadensonne, lauter Wonne bort mich, du Gnadenlicht, Und laß die erlange, Und als ein Gerechter arme Seele nicht In Satans prange. Stricken gehen. Ruf mich, Daß ich In dem Herzen tiefe Schmerzen um die Sünde, Die sich an mir zeigt, empfinde. 5. So fleide meine Seele ganz In deinen reinen Schmuck und Glanz, Und rein'ge mein Gewissen. Uns bat ja deines Blutes Kraft, 2. Ach, gieße deinen edlen Die Alles rein und beilig schafft, Echein In mein versinstert Herz Der Sündenlust entrissen. Laß hinein, Und gib mir reine Triebe. doch Auch noch Selbst in Schmers Vertreib die schwarze Sündennacht, zen sich die Herzen zu dir neigen, Die mir so angst und bange macht, Und ihr Licht den Menschen zeigen. zeig mir deine Liebe. Was mich) 6. Tring in mein Herz, mein Swig Sollte plagen, willst du Licht, mein Heil, Ich find an dir tragen; zeig' die Wege, Wie ich mein bestes Theil, Drum will ich, zu dir kommen möge. auf dich hoffen. Du hast dich fest 3. Bekebre meinen harten Sinn, mit mir vereint; Gib, daß mein Gib, daß ich voller Reue bin, Um Herz es redlich meint, Da nun meine schweren Sünden. Zerschlag, der Bund getroffen. Herr, dich zerfnirsche Geist und Herz, Und Halt ich, Du der meine, ich der laß mich wahren Seelenschmerz Im deine, ach, uns beide Trenne Innersten empfinden. du Glaubenstriebe, reine Liebe und Verlangen, Dich, mein Heil, recht zu empfangen. Hiezu Gib weder Leid noch Freude. 7. Befestige mein wankend Herz, Damit es sich durch keinen Schmerz Von dir abwenden lasse. In dit, 4. Denn du bist ja mein Gnas mein Vater, gründe mich, Gib, denlicht, Dem niemals Glanz und daß mein fester Glaube dich Als Schein gebricht Laß nur mit dir seinen Schuß umfaffe. Halt mich Daß Die Erlösung des Menschen. 185 Daß ich Ja nicht weiche, komm| Dein Auge mich behüte, Daß ich und reiche mir die Hände, Daß in deiner Gnade steh Und darin fein Fall mich von dir wende. immer weiter geh Durch deine 8. Den Glaubensschmuck trag Wundergüte. Täglich, Stündlich ich an mir, Verleih auch, daß die Gib mir Gnade, daß kein Schade, Tugendzier Dem Glauben niemals daß kein Leiden Möge je von dir. feblet. Du hast mich, Herr, zu mich scheiden. deinem Ruhm, 3u deinem engen Eigenthum, Zu deinem Kind erMel. Wer nur den lieben Gott. wählet. Selig, Wenn ich Dieſe 308. Mein Gott, wie groß dein Sierde, diese Würde nie verliere, Und sie einst dort ewig führe. Das mir dein Gnadenbund be9. Verklär dich täglich mehr weist! Du nimmst mich auf mit in mir, Ein reich' Erkenntniß gib Liebesarmen, Und gibst mir deines von dir; Laß mich gewisser wer- Sohnes Geist, Daß ich, von Sünden, Daß ich in deiner Gnade steh, den rein und frei, Dein neuer Und auf des Himmels Wegen geh, Bundsgenosse sei. So lang ich wall auf Erden. Gänzlich Will ich mich verschreiben, dein zu bleiben, daß ich droben Dich kann ewig fehn und loben. 10. Erfreue mich, mein Seelenschap, Du haft in meinem Herzen Platz, Erfüll es mit Vergnügen. Gib ihm des Himmels Lebenssaft, Laß mich durch deiner Liebe Kraft Hier alles Leid bestegen. Laß mich Innig Voll Verlangen dich umfangen, dich genießen; Dies kann alle Noth versüßen. 2. Ich hielt, o Gott, mich für verloren, Da ich in meinem Blute lag, Doch weil du mich dir auserloren, Erschien mir ein ersehn ter Tag, Der that auch mir durch deinen Bund Heil, Segen und Gra lösung fund. 3. Aufs Neue hast du mich geboren, Mich deinen Kindern, zugezählt, Du hast mir Treue zuges schworen, Und mich in Chrifto auserwählt; Er hat mich durch sein Blut erkauft, Auf seinen Tod bin ich getauft. 11. Erhalte mich in deinem 4. 3war dein Gesetz macht' auch Licht, Laß alle List und Macht vor Zeiten Den Vätern deinen mich nicht Von deiner Gnade Bund bekannt; Es zeigte Chris trennen. Vollführ in mir dein stum schon von weiten, Ten, du Gnadenwerk, Gib Geifteskraft und zum Heil der Welt ernannt, Toch Glaubensstärk, Laß mich dich ewig konnte dieser Gnadenschein Noch fennen, und mich Stetig hier nicht ganz hell und heiter sein. bestreben, dir zu leben, bis ich 5. Nun, zu dem neuen Bund sterbe, und mit dir das Reich der Gnaden, Woraus uns Heil ererbe. und Segen quillt, Hat Christus 12. Umgib mich endlich überall selber eingeladen, Nachdem er das Mit Gnadenproben ohne Zahl, Gesez erfüllt. Nun sehen wir der Wahrheit 186 Gottes Werke und Wohlthaten. Wenn Wahrheit Licht Mit aufgedecktem Kreuz ein Gnadenschein. Angesicht. in der Noth wir beben, Sei uns 6. Dies Gnadenbündniß muß ein Freudenstrahl, In Krankheit bestehen, Ob Teufel, Höll und unser Leben, EinStern in Todesqual. Sünde stürmt. Wird Erd und 4. Herr, laß es uns gelingen, Himmel gleich vergehen, Bin ich Daß wir, wie Simeon, Auch doch sicher gnug beschirmt, Denn endlich mögen fingen Im frohen Chrifti, meines Bürgen, Blut Siegeston: Nun werden mir in Macht alle meine Schulden gut. Frieden Die Augen zugedrückt, 7. Eh müßten Berg und Hü- Nachdem ich schon hienieden Den gel weichen, Eh müßt die ganze Welt Heiland hab erblickt. vergehn, Als daß sein Bund, sein 5. Ja, ja, ich hab im GlauGnadenzeichen, Nicht ewig sollte ben, Mein Jesus, dich geschaut. fest beftehn. Sein Friedensbund, den er gemacht, Bleibt, wenn auch Erd und Himmel kracht. Kein Feind kann dich mir rauben, Dich, dem mein Herz vertraut. 3ch wohn in deinem Herzen, Und in dem meinen du, Uns scheiden keine Schmerzen, In dir ich ewig ruh. 6. Hier will es oft mir scheinen, Du sähst mich strafend an, Daß ich vor Angst und Weinen Dich kaum erfennen kann. Dort aber wirds geschehen, Daß ich von Angesicht Zu Angesicht soll sehen Dein immer klares Licht. 8. D Herr, laß mich bis an mein Ende Getreu in deinem Bunde stehn. Ach leitet mich, ihr Vaterhände, Daß meine Tritte richtig gehn. So hab ich einst an dir, mein Heil, Als Bundeskind im Himmel Theil. Mel. Balet will ich dir geben. 309. Herr err Jesu, Licht der Heiden, Der FromMel. Der Herr mein Licht ist. men Schatz und Lieb, Wir kom- 310. Liebesglut, die Erd men jetzt mit Freuden, Durch deiund Himmel paaret, nes Geiftes Trieb, In diesen dei- O Wunderfee, drein sich mein nen Tempel, Und suchen mit Be- Herz versenkt, Daß Gott noch Huld Nach Simeons Erempel, für seinen Feind bewahret, Und Dich, großer Gott, auch hier. seine Gnad dem schnödsten Sün2. Du wirst von uns gefun- der schenkt! Wie tief er mich im den, O Herr, an jedem Ort, Da Fluch und Blute fand, Sein gandu uns feft verbunden, Durch dein zes All dringt in mein Nichts Verheißungswort; Vergönnst noch hinein, Er will in einem Wurm alle Tage, Daß man dich, Gott verkläret sein, Und ladet mich zu zum Preis, Auf Glaubensarmen seinem Gnadenstand. trage, Wie dort der fromme Greis. 2. Hier staunt der Geister 3. Sei unser Glanz in Wonne, Schaar, die Seraphinen Bedecken Ein helles Licht in Pein, Im hier mit Flügeln ihr Gesicht; Der Schrecken unsre Sonne, Im Ewigkeit Geheimniß ist erschienen, Hier Die Erlösung des Menschen. 187 Hier kommt der Gottheit ganzer Rath ans Licht. Die Herrlichkeit, Mel. Werde munter, mein. die mit dem Werkbund war Ge- 311. Ewge Liebe, mein Geschändet, bricht mit neuem Glanz müthe Waget einen hervor, Entriegelt steht das goldne fühnen Blick In den Abgrund deiLebensthor, Gott selbst stellt sich zum Gut des Sünders dar. ner Güte; Send ihm einen Blick zurück, Einen Blick voll Heiterkeit, Der die Finsterniß zerstreut, Die von Gottes Wegen, Der Tiefen mein blödes Auge drücket, Wenn Schlüssel und des Wortes Kern. es nach dem Lichte blicket. 3. Dies ist der Mittelpunkt Hier trieft ein angenehmer Gna- 2. Ich verehre dich, o Liebe, denregen, Hier gebet auf ein hel- Daß du dich erbarmet haft, Und ler Morgenstern. Hier muß mein auß freiem, reinem Triebe Den träger Sinn entzücket stehn, Hier allweisen Rath gefaßt, Der im findet nichts als Thorheit mein Fluch versenkten Welt Durch ein Verstand, Und, hab ich Kraft theures Lösegeld, Durch des eig= und Fleiß schon angewandt, Kann nen Sohnes Sterben Gnad und ich doch kaum ein wenig schim- Freiheit zu erwerben. mern sehn. 3. O ein Rathschluß voll Er4. O Gwigkeit, laß deines barmen, Voller Huld und FreundLichtes Strahlen Mich bringen lichkeit! Welcher uns hülflosen auf die Spur der Weisheit hin, Armen Gnade, Troft und Hülfe Um mir dein Bundsgeheimniß beut. Liebe, die des Sohns nicht abzumalen, Wovon kein Fleisch schont, Der in ihrem Schooße noch Blut versteht den Sinn. wohnt, Um die Sünder zu erDes Geistes Augenfalbe leg mir retten Aus den schweren Sündenbei, Damit, was nie ein Mensch fetten. noch Engel denkt, Und was dein Wort von deinem Bunde schenkt, Mir nicht wie ein verstegelt Buch mehr sei. 4. Doch, du haft, o weife Lies be, Eine Ordnung auch bestimmt, Daß ein Jeder darin bliebe, Der am Segen Antheil nimmt. Nur 5. Doch nimm zugleich Ver- wer an den Mittler gläubt, Und stand und Herz gefangen, Da ihm treu ergeben bleibt, Der foll ich mich jetzt zu deinen Füßen nicht verloren gehen, Sondern setz, Um dir als Bundesgott Heil und Leben sehen. stets anzuhangen. Ach, spanne 5. Diesen Glauben anzuzünden, mich in deiner Liebe Neß. Zwing Gibst du deinen guten Geist, Den mich, zeuch mich, damit ich dir der Tilger unsrer Sünden Heilsnachlauf, Und da du dich willst begierigen verheißt, Der den Süngänzlich geben mir, So gib der kräftig zieht, Daß er seinen auch Kraft, daß ich mich gebe Jammer sieht, Zu dem Thron der dir. Herr Jesu, zeuch mein gan- Gnaden gehet Und um diesen zes Herz hinauf. Glauben flehet. 6. Da 188 Gottes Werke und Wohltbaten. 2. Die Liebe ist so groß in 6. Da du keinen zum Verterben Chne Grund verbannet baft, deinem Herzen, Daß du für mich Tragen Sünder, wenn sie sterben, das größte Wunder thuft; Tie Ihrer eignen Bosheit Laft. Wer Liebe macht macht dir meinetwegen nicht glaubt an deinen Sohn, Der Schmerzen, Daß mir zu gut du hat Sluch und Tod zum Lohn. Sein unter Dornen ruhst. O unerhörter muthwillig Widerstreben Echließt Liebesgrad, Der selbst des Vaters ihn aus vom Heil und Leben. Wort Ins Fleisch gesendet hat! 7. Gwig sei mit Dank befungen, 3. Die Liebe hat auf ewig mich Was dein Rath beschlossen hat, verbunden, Sie überströmt mich Mit uns preisen Engelzungen Die- mit Barmherzigkeit. Ich habe mei sen weisen, beilgen Rath, Den nen Vater nun gefunden, Die der Glaub in Demuth ehrt, Die Ewigkeit vermählt sich mit der Vernunft erstaunend hört, Wo Zeit; Das Leben ist mit uns verder Engel Tiefen findet, Die er niemals ganz ergründet. eint, Da der erloschne Glanz Der Herrlichkeit erscheint. 4. In ihm wird nun die Menschbeit ausgeföffnet, Die Reinigfelt der Seelen wiederbracht, Eie wird vom Vater selbst mit Huld gekrönet, Da ste der Himmel selbst so angelacht; Die Menschheit wird nun ganz erneut, Und als ein reiner Thron Der Gottheit eingeweiht. 9. Laß mich meinen Namen 5. Die Weisheit wohnt nun schauen In dem Buch des Lebens wieder auf der Erden, Dadurch stehn; Alsdann werd ich ohne das Paradies im Menschen grünt; Grauen Selbst dem Tod entgegen Nun können wir aus Gott gebogehn. Kein Geschöpf, o Gott, ren werden, Weil die Geburt des wird mich, Den du liebest ewig- Herrn uns dazu dient; Die neulich, Deiner Hand entreißen können, geborne Seele spürt, Daß fie ein Noch von deiner Liebe trennen. andrer Geist Aus ihrem Ursprung rührt. 8. Liebe, laß mich dahin stre ben, Meiner Wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes Leben So nach deinem Willen ein, Daß des Glaubens Frucht und Kraft, Die dein Geist in mir geschafft, Mir zum Zeugniß dienen möge: Sch sei auf dem rechten Wege. Mel. Mein Freund zerschmilzt. 6. Kein Glend kann nun unser 312. Liebe, die den Him- Herz beslegen, Immanuel ist bei mel hat zerrissen, und in der Noth. Ich darf ja nur Die sich zu mir ins Elend nieder- am Gnadenquelle liegen, So dient ließ, Was für ein Trieb hat dich mir selbst das Elend und der Tod. bewegen, müssen, Der dich zu mir Der Jammer hängt mir nur noch ins Jammerthal verwies? Die an, Der mir in Christo doch Nicht Liebe hat es selbst gethan, Sie schädlich werden kann. schaut als Mutter mich In meinem Jammer an, 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, Weil sie nun Die Erlösung des Menschen. 189 nun selbst durch ihn verdammet erfunden Für die sündge Welt, ist; Was schaden nun der Seele Durch dein Blut, o Held! ihre Flammen, Da nun in ste die 5. Höchste Majestät, König Biebe Chrifti fließt? Er stillt der und Prophet, Deinen Zepter will Sehnsucht heilgen Trieb, Er läßt ich füssen, Ich will stzen dir zu die Seele nicht, Er hat sie viel Füßen, Höre mein Gebet, Höchste zu lieb. Majestät, 8. Ein ewig Leben hab ich nun 6. Laß mich deinen Ruhm, Als gefunden, Viel Reichthum, Ehr dein Eigenthum, Durch des Geiund Freuden reicht er dar; Ich stes Licht erkennen, Stets in deibin mit ihm, er ist mit mir ver- ner Liebe brennen, Als dein Eigenbunden, Im Herzen wird sein Le- thum, Du, mein höchster Ruhm. ben offenbar. Ich bin vergnügt und 7. Seuch mich ganz in dich, ganz gestillt, Weil mich der lautre Daß die Liebe mich Ganz durchStrom Aus seiner Lieb erfüllt. ringe und erneue, Daß im Leiden 9. Auf, auf, mein Geist, vergiß ich mich freue, Das noch drücket die Trauerlieder, Erfreue dich in mich; Beuch mich ganz in dich. seiner Liebesmacht. Des Himmels 8. Deiner Sanftmuth Schild, Kraft und Glanz bestrahlt dich Deiner Demuth Bild Mir anlege, wieder, Und der Verlust ist völlig in mich präge, Daß kein Zorn, noch wiederbracht. D ewig, ewig wohl Stolz sich rege; Vor dir sonst ist mir; Seit ich dich, Jesu, lieb', nichts gilt, Als dein Ebenbild. Bin selig ich in dir. 825 9. Steure meinen Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ich nicht Mel. Seelenbräutigam. mög von dir wanken, Sondern 343. Mer ist wohl wie du, bleiben in den Schranken. Sei Jesu, süße Ruh? du mein Gewinn, Gib mir deinen Von dem Vater auserforen, Leben Sinn. derer, die verloren. Von dir strömt uns zu Licht und süße Ruh. 10. Wecke recht mich auf, Daß ich meinen Lauf Unverrückt zu dir 2. Leben, das den Tod, Mich fortsege, Und mich nicht in seinem aus aller Noth Zu erlösen, hat Nege Satan halte auf, Fördre geschmecket, Meine Schulden zu- meinen Lauf. gedecket, Und mich aus der Noth Hat geführt zu Gott! 11. Deines Geistes Trieb In die Seele gib, Daß ich wachen 3. Glanz der Herrlichkeit, Du mög und beten, Freudig vor dein bist vor der Zeit Zum Erlöser uns Antlig treten, Ungefärbte Lieb In geschenket, Und in unser Fleisch die Seele gib. versenket In der Füll der Zeit, 12. Wenn der Wellen Macht, Glanz der Herrlichkeit! In der trüben Nacht, Will des 4. Großer Siegesheld, Sünde, Herzens Schifflein decken, Wollst Tod und Welt Hast du mächtig du deine Hand ausstrecken. Habe überwunden, Und ein ewges Heil auf mich Acht, Hüter in der Nacht. 13. Einen 1 190 Gottes Werke und Wohlthaten. 13. Einen Heldenmuth, Der da 6. Und wenn wir weinen, tröst Gut und Blut Gern um deinet- uns bald Mit deiner Leidens- und willen lasse, Und des Fleisches Siegsgestalt; Laß vor den Augen Lüfte hasse, Gib mir, höchstes Gut, ste Uns immer schweben, Daß an Durch dein theures Blut. 14. Solls zum Sterben gehn, Wollst du bei mir stehn, Mich durchs Todesthal begleiten Und zur Herrlichkeit bereiten. Laß mich dann dich sehn, Dir zur Rechten stehn. uns Allen dein göttliches Leben 3u sehen sei. 7. Laß frohes Wesen, Kindlich. feit Uns immer schmücken in Freud und Leid. Muß auch die Thräne oft Die Wange neßzen, Wenn nur an dir sich unser Herz ergögen Und stillen kann. Mel. Nun bitten wir den. 314. Ah, mein Jesu, dein Nahesein Bringt 8. Du reichst uns die durchgrabne Hand, Haft so viel Treue großen Frieden ins Herz hinein, an uns gewandt, Daß wir alle Lind dein Gnadenanblick Macht Tage Beschämt da stehen, Und uns so selig, Daß Leib und Seele oft unser Auge muß übergehen ftets darüber fröhlich Und dank- Vor Lob und Dank. bar wird. 2. Wir schaun dein freundlich Mel. Wer nur den lieben. Angesicht Voll Huld und Gnade 315. Aus Gnaden soll ich selig werden. Herz, glaubst du's, oder glaubst du's nicht? Warum fühlst du noch stets Beschwerden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, So muß auch dieses Wahrheit sein: Aus Gnaden ist der Himmel dein. zwar leiblich nicht, Aber unfre Seele Kann dich gewahren, Und du kannst fühlbar dich ihr offen baren, Auch ungesehn. 3. O, wer nur immer, Tag und Nacht, Dein sich zu freuen recht wär bedacht! Der hätte ohn Ende Von Glück zu sagen, und seine Seele müßt immer nur fragen: Wer ist wie du? 2. Aus Gnaden! hier gilt kein Verdienen, Die eignen Werke fal len hin. Der Heiland, der aus Lieb 4. Barmherzig, gnädig, g'duldig erschienen, Hat diese Ehre zum sein, Uns täglich, reichlich die Gewinn, Daß uns sein Tod das Schuld verzeihn, Heilen, stillen, Heil gebracht, Und uns aus Gnatrösten, Erfreun und segnen, Und unseren Seelen als Freund begeg= nen Ist deine Lust. den selig macht. 3. Aus Gnaden! merk dies Wort: aus Gnaden, So oft dich 5. Ach, gib an deinem theuren deine Sünde plagt, So oft dir Heil Uns alle Tage vollkommnern will der Satan schaden, So oft Theil. Laß unsre Seele, Herr, dich dein Gewissen nagt. Was die Sich immer schicken, Aus Noth Vernunft nicht fassen kann, Das und Liebe nach dir nur zu blicken beut dir Gott aus Gnaden an. Ohn Unterlaß. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn zur Die Erlösung des Menschen. 191 zur Erden Und übernahm die| Glaubensfahn, Und geh getroft, Sündenlast. Was nöthigt' ihn, dein trotz allem Zweifel, Durchs rothe Freund zu werden? Sag an, was Meer nach Canaan. Ich glaub, du zu rühmen hast! Wars nicht was Jesu Wort verspricht, Sch aus Gnaden, daß er starb, Nicht glaub es fest und zweifle nicht. Gnade, was er dir erwarb? 5. Aus Gnaden! dieser Grund Mel. Wer nur den lieben Gott. wird bleiben, So lange Gott wahr- 316. Gott, deine Gnad is: haftig heißt. Was alle Knechte unser Leben, Sie Jesu schreiben, Was Gott in sei- schafft uns Heil und Seelenruh. nem Wort anpreift, Worauf allein Dein ist's, die Sünden zu ver= der Glaube ruht, Ist Gnade durch geben, Und willig ist dein Her, des Lammes Blut. dazu. Du willst den Tod des Sünders nicht, Sucht er voll Neu dein Angesicht. 6. Aus Gnaden! aber, sichrer Sünder, Denk nicht: wohlan, ich greif auch zu! Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder Aus Gnaden zur verheißnen Ruh; Doch den geht seine Gnad nicht an, Der noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! wer dies Wort gehöret, Tret ab von aller Heuchelei, Denn, wenn der Sünder sich bekehret, So lernt er erst, was Gnade sei. Beim Sündigen schätzt man sie nicht, Dem Glauben ist ste Kraft und Licht. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, Gabst du für uns selbst deinen Sohn. Er litt, damit wir Frieden hätten, Für uns den Tod, der Sünde Lohn. O Gott, wie hast du uns geliebt, Welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig Dank sei deiner Treue, Die Niemand gnug erheben kann! Nun nimmst du jede wahre Neue Mit Vaterhuld noch gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt Und gläubig seinen Mittler ehrt. 8. Aus Gnaden bleibt den blöden Herzen Das Herz des Vaters aufgethan, Wenns unter den Ver- 4. Den, Herr, befreist du von zweiflungsschmerzen Nichts steht den Plagen, Die dem Gewissen und nichts mehr hoffen kann. Wo furchtbar sind, Der kann getrost nähm, ach, nähm ich Stärke her, und freudig sagen: Gott ist für Wenn Gnade nicht, mein Anker wär? mich, ich bin sein Kind! Hier ist 9. Aus Gnaden! hierauf will der, welcher für mich litt, Und ich sterben, Ich fühle Muth, ja mich noch jetzt bei Gott vertritt. mir ist wohl. Ich kenn mein sünd- 5. O Herr, wie selig ist die liches Verderben, Doch auch den, Seele, Die sich in deiner Gnade der mich heilen soll. Mein Geist freut! Ob auch ein irdisch Glück ist froh, mein Lauf vollbracht, ihr feble, Fehlt ihr doch nicht Weil mich die Gnade selig macht. Zufriedenheit. Denn Gottes Fried 10. Aus Gnaden, weiche, Sünd ist weit mehr werth, Als alle und Teufel! Ich schwinge meine Schäße dieser Erd. 6. Dein 192 Gottes Werke und Wohlthaten. 6. Dein Friede stärkt mit fro-| 8. D laß mich dies im Glauhem Muthe Das Herz auch in der ben faffen, Und mich mit starker größten Noth, Gibt Hoffnung zu Zuversicht Auf deine Bundestreudem ewgen Gute, Und macht ge- verlassen; Wenn Alles wankt, ſo troft selbst in dem Tod. Wer die- wankt sie nicht. Wohl dem, der sen Frieden hat, genießt Luft, die sich auf dich verläßt, Sein Heil des Himmels Anfang ist. steht unbeweglich fest. 7. Laß, Vater, denn in diesem 9. Lobfingend will ich dich erFrieden Auch meine Seele freudig heben, Mich ewig deiner Gnade ruhn. Auch mir hast du das Glück freun, Und deinem Dienst mein beschieden, Denn auch für mich ganzes Leben In findlichem Ges genug zu thun, Ward sterbend der horsam weihn. Daß, Herr, bei am Kreuz ein Fluch, Der seines dir Vergebung sei, Das mach in Volkes Sünden trug. deiner Furcht mich treu. 3. Der Erlöser. Mel. Nun lob, mein Seel. und weben, Und was sie sind, 317. Kommt, Christen, kommt ist sein. Sie den he und schauet Des 3. Er träget alle Dinge Durch ewgen Sohnes Herrlichkeit. Gh seiner Allmacht fräftges Wort. Das Daß Gott die Welt gebauet, War er, Große, das Geringe Geht nur durch er war vor aller Zeit. Er ist aus seinen Willen fort. Sein weiser Gott geboren, Des Vaters Eben- Schluß regieret Die unterworfne bild, Der uns zum Heil erkoren, Welt, Weil er das Zepter führet, Mit Licht die Welt erfüllt. Er ist Geschicht, was ihm gefällt. Wird auf seinem Throne dem ewgen er die Stimm erheben, So werden Vater gleich. Kommt, huldigt Meer und Gruft Die Todten wies Gottes Sohne, Kommt, schaut dergeben, Die er zum Leben ruft. sein weites Reich. 4. Dir sei Lob, Preis und Ehre, 2. Noch eß die Berge waren, Erhabner Heiland, Licht aus Gott! Ch Thal und Hügel noch ent- Laß unsrer Andacht Chöre Bes stand, Eh der Geschöpfe Schaa- schämen deiner Feinde Spott. Die ren Gesetz und Ordnung noch Ehre dir zu rauben, Verschmähen verband, Vor Gründung dieser fie dein Joch, Dir wollen sie nicht Erden, War er von Ewigkeit. Er glauben, Erbarm dich ihrer noch. sprach, da mußten werden Welt, Laß sie dich bald erkennen, Laß Ordnung, Raum und Zeit. Der den, der dich erkannt, In deinerKreaturen Leben Schließt diesen Liebe brennen, Dein Ruhm füll Sohn nicht ein, In ihm sind sie jedes Land. Mel. Der Erlöfer. 193 Mel. Es ist das Heil uns. Wiederschall, Dem tausend Herzen brennen! O Jesus, Jesus 318. Mein Sefu, du haft Christus, wie Beugt tief genug unsre Schuld mit sich unser Knie Vor dir, o mein ihrer Strafe Plagen( O unerhörte Erlöser? Lieb und Huld!) Freiwillig wollen 2. O du, der ewig uns befreit tragen. Du, der Gerechte, ließeft Von Todesnoth und Schmerzen! dich Zur Sünde machen, daß ich Wer, Menschenretter, Heiland, mich In dir gerecht kann nennen. freut Sich deiner nicht von Herz 2. So heißest du nicht Jesus zen? Dein Nam ist Hülfe, Heil nur, Du bist auch, was du heißest, und Huld, Vor dir verschwindet Da du die menschliche Natur Aus Tod und Schuld, Wer ist, wie allem Jammer reißest. Die That du, ein Retter? stimmt mit dem Namen ein, Du 3. Erlöser, Jefu, ein'ger Sohn wollteft, was du heißest, sein: Des Vater aller Wesen, Sum Mein Heil, mein Seligmacher. König auf Jehovahs Thron, Sh 3. In keinem Andern ist ja Licht ward, außerlesen, Voll GotHeil, Rein Nam ist uns gegeben, tesweisheit, Licht aus Licht, Voll Darin wir könnten nehmen Theil Kraft, die durchdringt, wenn sie An Seligkeit und Leben. Du spricht, Voll reinster Gottesliebe! bists allein, der Jedermann Gin ewig Leben schenken kann. Gelobet sei dein Name! 4. Hoch über alle Namen geht Dein Name, Weltregierer, Du Hoberpriester und Prophet, Du 4. O Name, werde doch in aller Seelen Führer! Dein ist die mir Durch Gottes Geist verkläret, Tiefe, dein die Höh, O König Da, was verborgen ist in dir, aller Könige, Dein Alles, Jesus Kein fleischlich Herz erfähret. Denn Christus. die Vernunft begreift es nicht, Ohn deines Geistes Gnadenlicht Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Blieb es unaufgeschlossen. 320. Gefus ist der ſchönste 5. Laß mich empfinden deine Kraft, Von heißer Lieb entbren auf Erden kamen, Huldreich, nen, Mich, was dein Name Gu- prächtig, tugendsam, Ueber alle tes schafft, Stets aus Erfahrung andre Namen. Seiner großen kennen; So wird der Sünden- Herrlichkeit Gleicht kein Name noth gewehrt, In Hoffnung meine weit und breit. Furcht verkehrt, Und Seligkeit mein Erbe. 2. Jesus ist das Heil der Welt, Heilet uns von allen Sünden, Jesus ist ein starker Held, Unsern Feind zu überwinden. Willst du stark und siegreich sein, Laß nur Jesum bei dir ein. 3. Jesus ist der Lebensbaum, N Voller Mel. Es ist das Heil uns. 319. süßester der Namen all, Den Menschenzungen nennen, O du, der Himmel 194 Gottes Werke und Wohlthalen. Voller edlen Tugendfrüchte; Fin- Erfüllst für uns des Vaters Rath, det er im Herzen Raum, Wird Und bittest selbst für Feinde. Du das Unkraut ganz zu nichte. Alles starbst, gehorsam bis zum Tod, Gift und Unheil weicht, Was sein Und ehrtest auch im Tode Gott. Schatten nur erreicht. 6. Dies große Beispiel hast du 4. Jesus ist das höchste Gut mir Zur Richtschnur hinterlassen, In dem Himmel und auf Erden. Daß ich gesinnet sei gleich dir, Jesu Name macht mir Muth, In meinem Thun und Lassen. Daß ich nicht kann traurig wer- Komm, sprichst du, nimm dein den. Jesu Name soll allein Kreuz auf dich, Komm, folge der höchste Name sein. mir und thu wie ich. Mir Mel. Mach's mit mir, Gott. 7. Ich komme, Herr, gib Kraft und Licht, Daß ich mein 321. Welch hohes Beispiel Seil erkenne, Dein wahrer Jünger gabst du mir, sei, und nicht Mich fälschlich nur Mein Heiland, durch dein Leben! so nenne. Hilf, daß ich, deinem Dir möcht ich gern, mein Hei- Vorbild treu, Auch Andern selbst land, dir, Auch nachzuahmen ein Vorbild sei. streben. Führ mich den Weg, den du betratst, Daß ich gern thue, was du thatst. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 322. Heilgen eilger Jesu, Heil2. Dein Herz, von Sünden gungsquelle, Mehr nie entweiht, War rein, wie deine als Krystall rein, klar und helle, Lehre, Dein ganzer Wandel Hei- Du lautrer Strom der Heiligkeit ligkeit, Dein Endzweck Gottes Aller Glanz der Cherubinen Und Ehre. Du gibst uns hier Zufrieden- Heiligkeit der Seraphinen Ist heit, Und dort die ew'ge Seligkeit. gegen dich nur Dunkelheit. Cin 3. Darum entäußertest du dich Vorbild bist du mir, Ach, bilde Und stiegst vom Himmel nièder, mich nach dir, Du mein Alles! Warst Mensch, ein armer Mensch, Jesu, o du, Hilf mir dazu, wie ich Und meiner Schwachheit Daß ich auch heilig sei, wie du. Brüder. Du warst, obgleich der 2. Stiller Jesu, wie dein Wille Menschen Spott, In deinem Wan- Dem Willen deines Vaters stille del gleichwie Gott. Und bis zum Tod gehorsam war: 4. In Knechtsgestalt erschienest So laß auch in Gott mich fassen, du, Um uns zu Herrn zu machen. Mach Herz und Willen nur ges Den Kranken gabst du Trost und lassen, Ja, stille du sie ganz und Ruh, Warst mächtig in den gar. Mach dir mich gleich gestant, Schwachen. Du trugst die Leiden Wie ein gehorsam Kind, Stille, mit Geduld, Und trugst sie ohne stille. Jesu, o bu, Hilf mir dazu, eigne Schuld. Daß ich fein stille sei, wie du. 5. Ein Opfer unsrer Missethat, 3. Treuer Jesu, ohne Schlum Liebst du uns doch als Freunde, mer, In großer Arbeit, Müh' und Kummer Der Erlöfer. 195 Kummer Bist du gewesen Tagssen War züchtig, rein und ausund Nacht; Mußtest täglich viel erlesen, Ein Bild der reinsten ausstehen, Des Nachts lagst du Sittsamkeit. Dein Gefühl, dein vor Gott mit Flehen, und hast Denken, Sinnen, Blick, Wort gebetet und gewacht. Gib mir auch und jegliches Beginnen War alles Wachsamkeit, Damit ich allezeit beilger Zucht geweiht. O mein Wach und bete. Jesu, o du, Hilf Immanuel, Mach mir Geist, Leib mir dazu, Daß ich stets wachsam und Seel Keusch und züchtig. sei, wie du. Jesu, o du, Hilf mir dazu, Daß keusch und rein ich sei, wie du. 4. Gütger Jesu, ach wie gnädig, Wie liebreich, freundlich und 8. Mäß'ger Jesu, deine Weise gutthätig Bist du doch gegen Im Trinken und Genuß der Speise Freund und Feind! Deine Sonne Lehrt uns die rechte Mäßigkeit. leuchtet Allen, Dein Regen muß Deine Speise war's, den Willen auf Alle fallen, Wie undankbar Des Vaters treulich zu erfüllen, ihr Herz erscheint. Mein Gott, Und ihm zu dienen jederzeit. Herr, ach lehre mich, Damit auch hierin bilf mir meinen Leib Stets zähich Dir nachahme. Jesu, o du, men, daß ich bleib Rein und Hilf mir dazu, Daß ich auch nüchtern. Jesu, o du, Hilf mir gütig sei, wie du. dazu, Daß ich stets nüchtern sei, wie du. 5. Sanfter Jesu, stets unschuldig, Trugst du doch alle Schmach 9. Liebster Jesu, liebstes Leben, geduldig, Und übtest Rache nie- Du wollest mich zu dir erheben, mals aus. Wer kann deine Sanft- Und deinem Vorbild machen gleich. muth messen, Bei der du dennoch Gib, daß mich dein Geist durchnie vergessen Den Eifer für des dringe, Daß ich viel GlaubensVaters Haus. Mein Heiland, ach früchte bringe, Und tüchtig werd verleih Mir Sanftmuth und dabei zu deinem Reich. Ach, zeuch mich Frommen Eifer. Jesu, o du, Hilf ganz zu dir, Behalt mich für und mir dazu, Daß ich sanftmüthig für, Treuer Heiland! Jesu, o du, ſei, wie du. Laß mich, wie du, Und wo du 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, bist, einst finden Ruh. Du suchtest deine Ehre wenig, Und wurdest niedrig und gering. Mel. Auf meinen lieben. Immer sah man dich auf Erden 323. Weil du, Herr Jeſu Demuth und in den, Erhubst dich selbst in fei nem Ding. Herr, solche Demuth lehr Auch mich je mehr und mehr Stetig üben. Jesu, o du, Hilf Weisheit wollest geben. mir dazu, Daß ich demüthig sei, wie du. Weisheit bist, So hab ich dich erforen, Sobald ich war geboren, Damit du mir zum Leben Auch 2. Herr, deiner Weisheit Ruhm Sei stets mein Eigenthum, Denn 7. Keuscher Jesu, all dein We- Weisheit nur bestehet, Wenn AlN* les 196 Gottes Werke und Wohlthaten. les sonst vergehet, Ihr Licht strahlt| faßt die starken Triebe Deiner uns von oben, Drum ist es hoch treuen Menschenliebe? zu loben. 2. Ueber seine Feinde weinen, 3. Ach Herr, regiere mich, Jedermann mit Hülf erscheinen, Damit ich inniglich Nur deine Sich der Blinden, Lahmen, ArWeisheit liebe, Und stets in ihr men Mehr als väterlich erbarmen, mich übe, Damit Gemüth und Der Betrübten Klagen hören, Sich Sinnen Nichts Thörichtes beginnen. in Andrer Dienst verzehren: Das 4. Gib Weisheit, gib Verstand, sind Proben wahrer Güte, Und Daß Herz und Mund und Hand so, Herr, war dein Gemüthe. Folg immer deiner Lehre, Sie fleißig hör und ehre, Daß ich nie von dir weiche, Und einst das Ziel erreiche. 5. Die Weisheit laß allein Mein größter Reichthum. sein, Daß ich fte recht betrachte, Und mehr als Perlen achte, Daß sie vor allen Schätzen Mag meine Seel ergößen. 3. O du Zuflucht der Elenden, Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Hei! genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, Wenn dich Kranke angesprochen, Und wie pflegtest du zu eilen, Das Erbetne mitzutheilen! 6. Wohlan, so gib, daß ich, mein Herr Jesu, dich. Als aller Weisheit Quelle, Mir stets vor Augen stelle, Daß ich nur deinen Willen In Allem mög erfüllen. 4. Kinder an dein Herz zu drücken, Kummervolle zu erquicken, Die Unwissenden zu lehren, Die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Liebreich zu dir hinzulocken, Selbst den Niedrigsten zu dienen, Dazu warst du, Herr, erschienen. 7. Laß meines Glaubens Licht In aller Zuversicht Sich ganz in mir entzünden, Und deine Weisheit finden, Damit mein ganzes Leben Dir ewig sei ergeben. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für mich Armen Dein unschäßbar theures 8. Bis aus dem Prüfungsthal Leben In den ärgsten Tod gegeben, Ich geh zum Sternensaal; Bis ich Um zur Tilgung meiner Schulden. besitzen werde Den Himmel für die Meine Strafe zu erdulden, Und Erde, Und nach der Engel Weise Dich, ewge Weisheit, preise. mir Segen zu erwerben, Als ein Fluch am Kreuz zu sterben. Mel, Schmücke dich, o liebe. 324. He eiland, deine Men6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Liebe zu vergelten, schenliebe War die Deine Schmäher nicht zu schelten, Quelle fener Triebe, Welche dich Allen freundlich zu begegnen, Für ins Fleisch gezogen, 3u so großer die Lästerung zu segnen, Deine Treu bewogen, Dich mit Schmach Feinde zu vertreten, Und für und Schmerz bedecket, Dich vom Mörder selbst zu beten.: Kreuz ins Grab gestrecket. O wer 7. Demuth war bei Spott und Hohne Der Erlöser. 197 Hohne Deiner Liebe Schmuck und Christ, Dies tröstet mich zu jeder Krone. Nie haft du nach Ruhm Frist. getrachtet, Noch auf Menschenlob 4. Herr, du stehst meine Thrägeachtet. Deines Vaters heilgen nen an, Und du haft fte gezählet, Willen Mit Gehorsam zu erfüllen, Wenn ich sie selbst nicht zählen Und uns Heil und Troft zu geben, kann, Daß dir nicht eine fehlet; War der Zweck von deinem Leben. Sie bleiben immerdar vor dir, 8. Laß mich, Herr, zu reichem Und neigen bald dein Herz zu mir, Segen, Deinen Wandel oft erwä- Daß du erbarmend auf mich blickft, gen, Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden. Heilige auch meine Triebe 5. Wer in Geduld hier ThräZu rechtschaffner Menschenliebe. Laß nen fä't, Und seinem Gott bält mich immer mehr auf Erden Dei- stille, Der erndtet, wenn er aufnem Bilde ähnlich werden. Und gnädig schickft, Wodurch du wahrhaft mich erquickst. ersteht, Der Freuden reichste Fülle. Was dort an ihm wird offenbar, Ift hier noch keinem Auge flar, Mel. Allein zu dir, Herr. 325. Um 3ion, Sefu, flossen Allein der Erde Kreuz und Leid Wird nach der Zeit Den Frommen Himmelsseligkeit. einst Von deinen Augen Zähren, Wie du stets um die Sünder weinft, Wenn sie sich nicht bekehren. Wer reuevoll vor dir erscheint, Und über seine Sünden weint, Dem strömest, treuer Heiland, du Gewissensrub Aus deiner Gnadenfülle zu. 6. Für deine Thränen dank ich dir, Sie sind mir Troft im Leiden, Auch noch im Tode sind ste mir Die Bürgschaft selger Freuden. Mein Herr und Gott, wenn du dereinst In deiner Herrlichkeit er= 2. Herr, mache deine Thränen scheinst, Und führest zur Verklämir zu reichem Heil und Segen, rung mich, Dann preif' ich dich Daß ste, hab ich gefehlt vor dir, Für deine Thränen ewiglich. Zur Buße mich bewegen. Du bast, o heilger Menschenfreund, Für fremde Sünden einst geweint, Wie könnt ich meine eignen sehn, Ohn hinzugehn Zu dir, und Gnade zu erflehn? Mel. Vater unser im Himmelreich. 326. Lehrer, dem kein Lehrer gleich, An Weisheit, Lieb und Eifer reich, Des ewgen Vaters höchster Rath, 3. Hier muß ich oft im tief- Prophet, berühmt durch Wort sten Schmerz Viel bittre Thränen und That, Den Gott zu unserm weinen, Wie oft drückt eigne Noth Heil gesandt, Und ihn gefalbt mit mein Herz, Wie oft die Noth der eigner Hand! Meinen! Doch legt des Vaters 2. Du kamst aus deines Vaters Wille mir Das Kreuz auf, dann Schooß, Und machtest alle Siegel schau ich nach dir, Der du in los, Womit sein Nath verstegelt Noth gewesen bist, Herr Jesu war. Durch dich wird Alles offenbar, Gottes Werke und Wohlthaten. 198 bar, Und in das hellste Licht gestellt, Was Dunkelheit umschlossen hält. 327. 28 Mel. Valet will ich dir geben. rus irdischem Getüm3. Du weiseft uns die rechte mel, Wo nichts das Spur Zu Gott, dem Schöpfer Herz erquickt, Wer zeigt den Weg der Natur; Du hast den Weg zum Himmel, Wohin die Hoffuns recht gezeigt, Auf welchem nung blickt? Wer leitet unser man zum Himmel steigt. Was du Streben, Wenn es das Ziel vervom Vater selbst gehört, Das hast gißt? Wer führt durch Tod zum du unverfälscht gelehrt. Leben? Der Weg heißt: Jesus Chrift. 4. Du sahest in der Gottheit Licht Mit aufgeklärtem Angesicht, 2. Hier irren wir und fehlen, Was nach der ewgen Liebe Rath Gehüllt in tiefe Nacht, Durch wen Man künftig zu erwarten hat. wird unsern Seelen Ein wahres Du machtest Alles klärer kund, Licht gebracht? Von oben kommt Als jemals der Propheten Mund. die Klarbeit, Die Alles uns et 5. Das Lehramt, welches du hellt, Denn Christus ist die Wahrs geführt, Hast du mit Heiligkeit heit, Er ist das Licht der Welt. geziert, Mit vielen Wundern oft 3. Wer gibt uns hier schon bestärkt, Woraus man deine All- Freuden, Die Niemand rauben macht merkt; Ja endlich, als es kann? Wer zeiget uns im Leiden Gott geschickt, Gin blutig Siegel Den Himmel aufgethan? Wenn drauf gedrückt. vor dem Tod wir beben, Wer 6. Nachdem du hingegangen bist, gibt dem Herzen Ruh? Heil! Wo aller Weisheit Ursprung ist, Christus ist das Leben, Führt So sehest du an jedem Ort Dein uns dem Vater zu. Lehramt durch die Knechte fort, Die dein Beruf herbeigeführt Und fie mit Gaben ausgeziert. Mel. Dies ist der Tag zum. 11 7. Du aber sendest deinen Geift, 328. Du biſt der Weg, die Wahrheit und daß Den du den Gläubigen verheißft, Leben, Darauf hast du uns, Herr, Der allen Seelen, die er liebt, dein Wort gegeben. O leite uns, Erkenntniß, Licht und Weisheit die wir in Schwachheit wallen, gibt, Und der, wo man ihn nicht Daß wir nicht fallen. vertreibt, Dein Wort in Herz und 2. Du bist der Weg; wenn Sinne schreibt. deine Hand uns leitet, So stehn 8. Ach laß, o himmlischer Pro- wir fest, wenn unser Fuß auch phet, Mich schauen deine Ma- gleitet. Erhalt uns stets, o Hirt jestät, Mach mich vom Eigen voll Huld und Gnade, Auf rechdünkel frei, Damit ich dir gehor- tem Pfade. sam sei. Du sollst mein höchster 3. Du bist die Wahrheit; gehn Lehrer sein, Führ mich in deine wir gleich im Dunkeln, Doch muß Schule ein. dein himmlisch Sicht uns freundlich funkeln. Der Erlöfer, 199 funfeln. Du bleibst der Morgenstern in unserm Herzen, In Nacht Mel. Alle Menschen müssen sterben. und Schmerzen. 4. Du bist das Leben; ewig 330. Großer Mittler, der zur Rechten Seines bimmlisch Leben Wirst du, o Le- großen Vaters sitzt, Und die Schaar bensfürst, den Deinen geben. von seinen Knechten In dem Reich hilf, bis wir zum Himmel hingelangen, Darnach verlangen. der Gnaden schützt, Tir, auf dem erhabnen Throne, In der königlichen Krone, Bringet aller Engel Heer Tief anbetend Preis und Chr. 2. Mel. Jefus, meine Zuversicht. chweigt, Verächter, 329. fpottet nicht, Schmäbet nicht, was ich verebre! Mei- Grden Dein Geschäft auf diefer Und dein Opfer ist vollner Seele Zuversicht Und mein Licht bracht, Was vollendet sollte werist Jesu Lehre. Bebt! was euer den, Das vollführte deine Macht. fübner Spott Stolz verachtet, ist Da du bist für uns gestorben, Ift uns Gnad und Heil erworben, von Gott. 2. Sie verdrängen könnt ihr und dein fiegreich Auferstehn Läßt nie, nie verdunkeln ihre Klarheit, uns in die Freiheit gebn. 3. Nun, o Herr, ist dein GeGleich der Sonne leuchtet fte, schäfte In dem obern Heiligthum, Wahrheit ist sie, Gottes Wabr- zu verbreiten Lebenskräfte, Durch beit, Deren reines, belles Licht dein Evangelium. Allen willst du Alle Finsterniß durchbricht. Gnad ertheilen, Die zum Thron 3. Weffen starke Rechte hat uns der Gnade eilen; Nun wird uns des Irrtbums Macht entriffen? durch deine Hand Heil und Segen Wo ist Weisheit, wo ist Nath zugewandt. Für geängstete Gewissen? Wo, als da, wo der regiert, Dessen Wort zu Gott uns führt? 4. Deines Volkes werthe Namen Trägest du auf deiner Brust. Welche female zu dir kamen, Sind 4. Da ists Freude, da ists und bleiben deine Luft. Du verRuhm, Sich zu Gott empor zu trittst, die an dich gläuben, Daß fdwingen, Da ist Kraft, ins Hei- fie dir vereinigt bleiben, Und ligthum Seiner Wahrheit einzu- machst in des Vaters Haus Ihnen dringen, Und entfernt von Furcht eine Wohnung aus. und Graun Uebers Grab hinaus zu schaun. 5. Doch vergiffest du der Armen, Die der Welt noch dienen, 5. Da ist Freiheit, da ist Kraft, nicht, Weil dein Herz dir aus ErDa ist Muth, nur Gott zu leben, barmen Ueber ihrem Elend bricht. Und vor ihm gewissenhaft Nach Daß dein Vater ihrer schone, Daß des Geistes Heil zu streben, Da er nicht nach Werken lohne, Daß ist stets Zufriedenheit, Vorgefühl er ändre ihren Sinn, Ach, da zielt der Geligkeit. dein Bitten hin. 6. Ginst 200 Gottes Werke und Wohlthaten. 6. Einst in deines Fleisches| gen, um von Sünden Mich auf Tagen, Da die Sünden aller ewig zu entbinden. Welt Schwer auf deinen Schul- 2. Herr, unsere Gerechtigkeit! tern lagen, Haft du dich vor Gott Wie hoch wird dessen Geist er= gestellt, Bald mit Seufzen, bald freut, Der dich im Glauben ken= mit Weinen Uns zu gute zu er- net! Du bist sein Schmuck, bift scheinen. O in welcher Niedrig- seine Pracht, Die ihn vollkommen feit Batest du zu jener Zeit! herrlich macht, Für die sein Herz entbrennet. Laß mich Ewig, Himmelssonne, Seelenwonne, dich genießen, Und in deinem Lob zerfließen. Nun 7. Aber jetzt wird dein Begehren Von der Allmacht unterstützt, Da, wo unter Himmelschören Die verklärte Menschheit fitt. kannst du des Feindes Klagen Majestätisch niederschlagen, Und nun macht dein redend Blut Unsre böse Sache gut. 3. Holdfelig süßer Friedefürst, Wie hat dich nach dem Heil ges dürft't Der abgewichnen Kinder! Du stellest dich als Mittler dar, Verbindest, was getrennet war, Gott und verlorne Sünder. Freude! Beide Werden Eines, ungemeines Werk der Güte! Jefu, du bist unser Friede. 8. Die Verdienste deiner Leiden Stellst du deinem Vater dar, Und vertrittft nunmehr mit Freuden Deine theur erlöfte Schaar; Bitteft, daß er Kraft und Leben Woll dem Volk auf Erden geben, Und selbst die auch zu dir ziehn, Die noch deine Freundschaft fliehn. --4. O Gottes Lamm, dein treuer Sinn Nimmt Schuld und Strafe von mir hin, Sie liegt auf deinem Rücken. Du blutest an des Kreu9. Großer Mittler, sei gepiie- zes Pfahl, Da muß dich unerhörte sen, Daß du in dem Heiligthum Qual An Leib und Seele drücken. So viel Treu an uns bewiesen!| Diese Süße Fluth der Gnaden heilt Dir sei Ehre, Dank und Ruhin! den Schaden, durch die Wunden Mög uns dein Verdienst vertreten, Wenn wir zu dem Vater beten. Schließt auch unsern Mund der Tod, Sprich für uns in letzter Noth. Hab ich Fried und Heil gefunden. 5. Mitleidender Immanuel, E3 ist mein Leben, Leib und Seel Voll Mängel und Gebrechen. Doch ist dein Herz auch voller Gnad, Und du willst nicht die Misfetbat Am armen Staube rächen. Deine Mel. Wie schön leucht't uns der. 331. Wo ist ein solcher Gott Reine Treue Liebe steht im Triebe, hier im Leben Täglich, reichlich zu vergeben. wie du? Du schaffft den Müden süße Ruh, Ruh, die nicht zu ergründen. Ein Abgrund 6. Tie Gnade führt das Regis der Barmherzigkeit Verschlingt ein ment, Sie macht der Sklaverei Meer von Herzeleid, Du, Herr, ein End, Bestegt Gesetz und vergibst die Sünden. Jesu, O du Sünden; Drum, willst du frei Läßßt dich würgen, als den Bür- lund fröhlich sein, Laß Jefum und die Der Erlöser. 201 die Gnade ein, So kannst du über den, Wem er im Herzen wohnt, winden. Seelen- Quälen, Sün- Was wird erst dem beschieden, denwerke, Fleischesstärke, all der= Dem er dori oben lohnt! gleichen Muß der starken Gnade 5. Das Menschenleben schreitet, weichen. 3um ewgen Leben hin. Dorthin, 7. Gib, Jesu, burch dein theu- von dir geleitet, Schaut der verres Blut Mir hier der Seelen klärte Sinn. Zum Himmel wir höchstes Gut, Vertilg die Sün- verlangen, Wir sehnen uns von dentriebe. Du hast mich dir, Sm- bier; Du bist vorangegangen, Heil manuel, Gar theur erkauft mit uns! wir folgen dir. Leib und Seel, Zum Preise deiner Liebe. Kleiner, Reiner Muß ich werden noch auf Erden, bis ich droben Dich kann ohne Sünde loben. Mel. Nun danket All' und. 333. Mir schauen, Herr der Herrlichkeit, Zu deines Thrones Höhn, Vor dem, auf deinen Wink bereit, Viel tausend Engel stehn. enn Alle von mir 332. W 2. Du nahmst von deiner Herrscheiden, So schei- lichkeit Schon längst Bestz; nur det er doch nicht, Auch in der wir, Wir leben immer noch im Nacht der Leiden Bleibt er mein Streit, Und sehnen uns nach dir. Trost, mein Licht. Er liebt, fo 3. Doch du bist nah, wir zalang er lebet, Drum liebt er ewig- gen nicht, Uns schützet deine Hand. lich. Heil mir! auch mich erhebet Du gibst auf unserm Pfade Licht, Er einst hinauf zu sich. Und führst zum Vaterland. Mel. Befiehl du deine Wege. 4. Du stärfest unsers Glaubens Muth Mit deiner Gegenwart. 2. r liebt, er tröftet, heilet Das müde, wunde Herz, Und wer zu ihm nur eilet, Dem nimmt er allen Schmerz. Er liebt uns ohne Wohl dem, der deinen Willen Ende, 3ft Allen treu gesinnt, Ung thut, Und deiner gläubig harrt. segnen seine Hände, Die einst durchgraben sind. 5. Wie preisen dich in dieser Zeit, Dich, der solch Glück uns 3. Versöhnte Gotteskinder, Liebt schenkt, Der noch in seiner Herrihn nun lebenslang. Dem Todes- lichkeit Der schwachen Freunde überwinder Bringt ewig Preis und Dank. Ihm dürft ihr fest vers 6. Ja, Herr des Lebens, Jesus trauen, Er lebt, er lebt für euch; Chrift, Auf dich nur hoffen wir. Er will, ihr sollt ihn schauen In Wir suchen nun, was droben ist, seinem Himmelreich. Und sind im Geist bei dir. denkt. 4. Wer kann so kräftig trösten, 7. Vollenden wir einst unsern Wer kann so hoch erfreun? Wer Lauf, So eil uns beizustehn; kann so die Grlöften Beseligend Nimm uns in deinen Himmel auf, erneun? Den Himmel hat hienie- Dein volles Hell zu sehn. Mel, Gottes Werke und Wohlthaten. gung der Freunde, Und an GieMel. Schmücke dich, o liebe Seele. gen über Feinde. 6. Herrsche auch in meinem 334. König, dem kein König gleichet, Dessen Ruhm Herzen Ueber Zorn, Furcht, Luft fein Lob erreichet, Ebenbild von und Schmerzen. Laß mich deinen Gottes Wesen, Uns zum Mittler, Schuß genießen, Auf mich deine außerlesen, Sich der Welt zu of fenbaren, Als das Bild des Unsichtbaren! Dir gehört das Recht zum Throne, Als dem Mittler, als dem Sohne. Gnade fließen, Dich stets fürchten, ehren, lieben, und mich im Geborsam üben, Hier mit leiden, kämpfen, streiten, Dort mit herrschen, bir zur Seiten. 2. Himmel, Erde, Luft und Meere Sind, o Herr, voll deiner Mel. Alles ist an Gottes Segen. Shre; Ueber Lebende und Tobte 335. Jesus Christus herrscht Herrschen deine Machtgebote. Alles als König, Alles steht in deinen Händen, Daß du wird ihm unterthänig, Alles legt magst dein Werk vollenden, Und ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge auf wunderbaren Wegen Führst soll bekennen, Jesus sei der Herr du uns dem Ziel entgegen. zu nennen, Dem man Ehre geben muß. 202 3. In des Gnadenreiches Grän zen Sieht man deine Wunder 2. Fürstenthümer und Gewalglänzen, Wo viel tausend treue ten, Mächte, die die Thronwacht Seelen Dich zu ihrem Haupt balten, Geben ihm die Herrlichkeit. erwählen, Die nach deiner Vor- Alle Herrschaft dort im Himmel, schrift leben, Dir nur zu gefallen hier im irdischen Getümmel, Ist streben, Alles gern für dich ver- zu seinem Dienst bereit. laffen, Und, wie du, das Unrecht haffen. 3. Gehet aus dem Strom der Zeiten In das Meer der Ewig4. In dem Reiche deiner Eh- feiten, Forscht den fernen Tiefen ren Hört man stets dein Lob ver- nach: Kein Geift wird in allen mehren Von dem himmlischen Ge- Gründen Je Erhabners können schlechte, Von der Menge deiner finden, Als der Vater von ihm Knechte, Die dort ohne Furcht sprach. und Grauen Dein verklärtes Ant- 4. Gott, des Weltbaus großer lit schauen, Die dich unermüdet Meister, Liebt die Engel, zählt preisen, Und dir Chr und Dienst die Geister, Dienend ihm vor erweisen. seinem Thron. Sagt er aber 5, Herr in allen diesen Reichen, einem Knechte: Setze dich an meine Dir ist Niemand zu vergleichen Rechte? Nein, er sprach es zu An dem Ueberfluß der Schätze, dem Sohn. An der Ordnung der Gesetze, An 5. Gott ist Herr, der Herr ist der Unterthanen Menge, An des Giner, Und demselben gleichet Regimentes Länge, An Begnadi- Keiner, Nur der Sohn ist ihm ganz Der Erlöfer. 203 ganz gleich; Deffen Stuhl ist un- 12. Allen losgekauften Seelen umstößlich, Dessen Leben unauf- Soll's an feinem Gute fehlen, Gott zum löslich, Deffen Neich ein ewig Denn sie glauben Reich. Ruhm. Werthe Worte! theure 6. Gleicher Macht und gleicher Lehren! Möcht doch alle Welt dich Chren Sitzt er unter lichten Chö- hören, Süßes Evangelium! ren, Ueber allen Cherubim. An der Welt und Himmel Enden Hat er Alles in den Händen, Denn der Vater gab es ihm. 13. Zwar das Haupt trug die zum Hohne Ihm geflochtne Dornenkrone Einft am Kreuz in tiefer Schmach; Sterbend hat es über7. Alles, was Gott hat erwäh- wunden, Leben durch den Tod ge= let, Was er zu den Kindern zäh- funden, Durch die Nacht den let, 3ft in seinem Sohn geliebt; ewgen Tag. In ihm thront des Vaters Wille, Aus der ewgen Gottheit Fülle 3ft die Gnade, die er gibt. 14. Gleiches Kreuz drückt Chrifti Glieder hier auf kurze Zeiten nieder, Und das Leiden geht zuvor. 8. Jesus Christus ist der Eiue, Nur Geduld! es folgen Freuden, Der gegründet die Gemeine, Die Nichts kann sie von Jesu scheiihn ehrt als theures Haupt. Er den, Und ihr Haupt zieht sie hat sie mit Blut erkaufet, Mit empor. dem Geiste fie getaufet, Und sie lebet, weil sie glaubt. 15. Gehen Ehr und Gut verloren, Wird auch gar der Tod 9. Gebt, ihr Sünder, ihm die geschworen: Schmach und Sterben Herzen, Klagt, ihr Kranken, ihm ist Gewinn. Drobt mit Scandie Schmerzen, Sagt, ihr Arme, den! schreckt mit Beilen! Die nach ibm die Noth. Wunden müssen jenem Kleinod eilen, Sehen über Wunden heilen, Heilsöl weiß er Alles hin. auszutheilen, Reichthum schenkt er nach dem Tod. 16. Ihnen steht ein Himmel offen, Welcher über alles Hoffen, 10. Komm, aus fündigem Ge- Ueber alles Wünschen ist. Die schlechte Der Gerechte macht Ge- gereinigte Gemeine Weiß, daß eine rechte, Heilge aus der Sünder Zeit erscheine, Wo fie ganz ihr Rott. Komm, du wirst noch an- heil genießt. genommen, Komm beherzt, er heißt 17. Jauchz' ihm, Menge heilger dich kommen, Sag ihm nur: mein Knechte! Rühmt, vollendete GeHerr und Gott! rechte! Und du Schaar, die Val11. Eile, du darfst dich nicht men trägt, Und du Blutvolk mit schämen, Willst du Gnade? du der Krone, Und du Chor vor seisollst nehmen; Willst du Leben? nem Throne, Der die Gotteshardas soll sein; Willst du erben? fen schlägt! du wirsts feben; Soll der Wunsch 18. Ich auch auf den tiefften aufs Höchste gehen: Willst du Je- Stufen, Ich will glauben, reden, fum? er ist dein. rufen, Ob ich schon noch Pilgrim bin: 204 Gottes Werke und Wohlthaten. bin: Jesus Christus herrscht als 2. Dann hallt Posaunenruf König, Alles sei ihm unterthänig, hinab In aller Menschen weites Chret, liebet, lobet ihn! Grab, Er sammelt sie am Throne. Und Alles bebt, und Alles fleht, Wenn im Gericht ein Jeder Mel. Kommt und laßt uns. 336. Christus, unser Haupt steht Vor Gottes ewgem Sohne. und König, Welchem Durch jedes Herz ein Zittern Alles unterthänig, Und dem kein dringt, Wenn der Posaunen Ruf Geschöpf zu wenig, Herrscht im erklingt. Himmel und auf Erd. 3. Dann liegt das Buch vor 2. Leer dich aus, er wird dich aller Welt, Daß deine Thaten all füllen, Blick auf ihn, er wird dich enthält, Das Buch, wornach Gott stillen, Schweig, so sagt er seinen richtet; Dann sitzt der Richter auf Willen, Wisse nichts, so lernst du ihn. dem Thron, Und wäget Sedem seinen Lohn, Die Nacht wird dann 3. Zu der heil'gen Gottheit gelichtet. Nichts kann der Strafe Stätte Naht kein Mensch, wenn dann entgehn, Der Mensch muß er's nicht thäte und ins Mittel seinem Richter stehen. für uns träte, Unser Heiland, Jesus Christ. 4. Was sag ich dann, ich Armer, ich? Wer spricht dann im 4. Süßer Heiland, zeuch mich Gericht für mich, Wenn selbst Gehöher, Deinem Herzen immer nä- rechte beben? O König voller Majeher, Denn das meine kommt nicht stät, Der Fromme gnädig dann eher Zu des Vaters Herzen hin. erhöht, Aus Gnade laß mich le5. Gib mir deine Gnadenblicke, ben. Errette mich aus meiner Damit deine Huld mich schmücke. Schuld, Erbarme dich aus Lieb O dann preis ich mein Geschicke, und Huld. Bleibe dann mit dir vereint. 5. Du haft nach deinem Liebes6. Dahin eilet meine Liebe, rath Für mich erwählt den KreuDahin dringen meine Triebe, Daß zespfad, Die Marter statt der Freuich gerne Eins verbliebe, Eins mit den; Du suchtest mich mit Lieb dir, auf ewig Eins. und Huld, Du trugst am Kreuze meine Schuld, Umsonst sei nicht Mel Ewigkeit, du Donnerwort.dein Leiden. Durch deiner Schmer337. G& s naht der Tag, an zen tiefe Noth Befreie mich vom dem die Welt Auf ewgen Tod. Gottes Wort in Staub zerfällt, 6. Gerechter Richter, groß von Der Herr kommt zum Gerichte. Kraft, Noch vor dem Tag der Welch großes Schrecken wird ent- Rechenschaft Vergib mir meine stehn, Wenn wir den Richter kom- Sünden. Wohl bin auch ich des men sehn In seinem Flammen- Todes werth, Und furchtbar droht lichte! Es nabt der große Erntetag, das Richterschwert, Ach, laß mich Der Richter forschet strenge nach. Rettung finden Erhöre, Gott, mein Der Erlöser. 205 mein banges Flehn, Laß mich gen, Das Herz will ihr vor Freudein Gnadenantlitz sehn. den springen, Sie wachet und steht 7. Du hast Marien Huld ge- eikend auf. Ihr Freund kommt währt, Am Kreuz den Schächer vom Himmel prächtig, Von Gnanoch erhört, Gib Trost auch mei- den stark, von Wahrheit mächtig, nem Herzen. Ich bin nicht werth, 3hr Licht wird hell, ihr Stern erhört zu sein, Doch wirst du geht auf. Nun komm, du werthe Gnade mir verleihn, Mich retten Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! von den Schmerzen; Errette mich Hoftanna! Wir folgen All Zum durch deine Treu, Mach mich Freudensaal, Und halten mit das vom ewgen Tode frei. Abendmahl. 8. Hirt, führ mich zu den 3. Ehr und Preis sei dir geSchafen ein, Und von den Bösen sungen Mit Menschen und mit laß mich sein Durch deine Huld Engelzungen, Mit Harfen und geschieden. Gehn die Verfluchten mit Cymbeln schön. Von zwölf schuldvoll ein In ihre ewge Flam- Perlen sind die Thore An deiner menpein, So schenke mir den Frie- Stadt, wir stehn im Chore Der den. Das Wort erschalle dann von Engel hoch um deinen Thron. Kein dir: Gesegneter, o komm zu mir! Aug hat je gespürt, Kein Ohr 9. 3ermalmt wie Asche ist mein hat mehr gehört Solche Freude. Herz, Ich fleh gebeugt in meinem Deß jauchzen wir, Und singen Schmerz: Gib mir ein selges dir Das Halleluja für und für. Ende. Wenn einst der Thränentag aufgeht, Und dann der sündge Mel. Valet will ich dir geben. Mensch ersteht, Nimm mich in 339. Ermuntert euch, thr deine Uns schone, Vater, du. O Heiland, führe uns zur Ruh. Frommen, eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen, Bald bricht die Nacht herein. Es hat sich aufge= machet Der Bräutigam mit Pracht. 338. Machet auf, ruft uns Auf, betet, kämpft und wachet, Eigene Melodie. Bald ist es Mitternacht. die Stimme Der Wächter sehr boch auf der Sinne, 2. Macht eure Lampen fertig, Wach auf, du Stadt Jerusalem! Und füllet fte mit Del, Und seid Mitternacht heißt diese Stunde, des Heils gewärtig, Bereitet Leib Sie rufen uns mit hellem Munde: und Seel. Die Wächter Zions Wo seid ihr klugen Jungfrauen? schreien: Der Bräutigam ist nah! Wohlauf, der Bräutgam fömmt! Begegnet ihm in Reihen, Und Steht auf, die Lampen nehmt! singt Halleluja! Halleluja! Macht euch bereit Zur Hochzeitsfreud, Ihr müsset ihm entgegen gebn. 3. 3hr flugen Jungfrau'n alle, Hebt nun das Haupt empor, Mit Jauchzen und mit Schalle, Zum 2. Zion hört die Wächter sin frohen Engelchor. Die Thür ist aufgez 206 Gottes Werke und Wohlthaten. aufgeschlossen, Die Hochzeit ist be- Streit, Wir heben Haupt und reit: Auf, auf, ihr Reichsgenossen, Hände Nach der Erlösungszeit. Der Bräut'gam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen, Mel. Drum schlafet nicht mehr ein. Man 340. steht die Bäume blühen Im schönEwigkeit, du Donnerwort. Erhöhter Jeſu, Gottes Sohn, Der du schon sten Frühlingsschein. Es nahn Er- längst der Himmel Thron A18 quickungszeiten, Die Abendröthe Herrscher eingenommen, Du wirst zeigt Den schönen Tag von wei- dereinst zu rechter Zeit, In großer ten, Davor das Dunkel weicht. Kraft und Herrlichkeit, Vom Hims 5. Begegnet ihm auf Erden, mel wiederkommen. Gib, daß dann Shr, die ihr Zion liebt, Mit freu- froh und mit Vertraun Dich, Herr, digen Geberden, Und seid nicht auch meine Augen schaun. mehr betrübt. Schon glänzen Freudenstunden, Es wird der treuen Braut, Weil sie hier überwunden, Die Krone nun vertraut. 2. Wer fast, o Heiland, hier die Pracht, Die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen! Wenn du auf lichten 6. Die ihr Geduld getragen, Wolfen einst Mit deiner Engel Und mit gestorben seid, 3hr sollt Heer erscheinst, Die, Herr, vor nach Kreuz und Klagen Nun dir sich beugen, Dann sieht die leben ohne Leid; Ihr sollt mit Welt die Majestät, Dazu dich ihm regieren, Und vor des Lam- Gott, dein Gott, erhöht. mes Thron Mit Jauchzen triumphiren In eurer Siegeskron. 3.. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab, Ein Ruf der Allmacht, 7. Hier sind die Siegespalmen, tief hinab, Und schafft ein neues Hier ist das weiße Kleid, Hier Leben, Auf deinen Wink muß Erd tönen Freudenpsalmen In Frieden und Meer Das große nie gezählte nach dem Streit; Hier schweigen Heer Der Todten wiedergeben. Sie alle Klagen, Hier grünen die Ge- stehn durch dich, Herr, neu beseelt, bein, Die dort der Tod zerschlagen, Nun alle auf, und keiner fehlt. Der Tod wird nicht mehr sein. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, Um Jedem den bestimmten 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, Wo die Lohn Nach seiner That zu geben. Erlösten weiden, Und Jesus ist Dann trifft den Bösen Schmach ihr Hort; Hier sind die goldnen und Bein, Den Frommen aber Gassen, Hier ist das Hochzeits- führst du ein In das verheißne mahl, Hier soll sich niederlassen Leben. Wer leugnet dann noch, Die Braut im Rosenthal. Daß du der Erde ▸ Jesu Christ, Nichter bist? 9. O Jesu, meine Wonne, Komm bald und mach dich auf; 5. O gib, wenn nun dein Tag Geh auf, du Lebenssonne, Und erscheint, Daß ich dann noch in dir fördre deinen Lauf. O Jesu, mach den Freund Und Heiland wieders ein Ende, Und führ uns aus dem finde, Daß ich mit Freuden vor $ 247210 dir Der Erlöfer. 207 dir steh, Und mit dir in den Wenn du zur Rechnung rufft, Himmel geh, Ganz frei von Fluch Zur Himmelsfreud eingehn. und Sünde. Laß mich im Glauben wacker sein, Und auch die fleinste Sünde scheun. Mel. Was Gott thut, das ist. 342. Mir warten dein, o 6. Dein Name sei mir ewig Gottes Sohn, Und werth, Und was dein Wort von lieben dein Erscheinen. Bald ist die mir begehrt, Das laß mich treu- Wartezeit entflohn, Bald kommit lich üben. Niemals ermüde hier du zu den Deinen. Wer an dich mein Geist, Dich, den schon jetzt glaubt, Erhebt sein Haupt, Und der Himmel preist, Aus aller steht dir froh entgegen, Du brinKraft zu lieben. So hab ich in gest Himmelsfegen. der Ewigkeit Auch Theil an deiz ner Herrlichkeit. 2. Wir warten dein, doch mit Geduld, In unsern Prüfungstagen. Du hast dein Kreuz für unsre Schuld So demuthsvoll getragen, Wie sollten wir uns nicht mit nung will Gott dir Zum Kreuze gern bequemen, Bis du's hinweg wirst nehmen? ernstlich von dir haben. Thu Rechnung, spricht der Herr, Von allen 3. Wir warten dein, du hast deinen Gaben. Thu Rechnung, uns ja Das Herz schon hingenomfürchte Gott, Du mußt einst plöß- men. Stets bist du uns im Geiste lich fort; Thu Rechnung! denke nah, Doch willst du sichtbar komstets An dieses Donnerwort. Mel. O Gott, du frommer Gott. 341. Thu Rechnung! Rechmen; Und dann wirst du Bei dir 2. Sprich: Lieber Gott, wer uns Ruh, Bei dir uns Freude fann Vor deinem Thron bestehen, geben, und ewges Himmelsleben. Wenn du mit deinem Knecht In 4. Wir warten dein, du kommst dein Gericht willst gehen? Es ist gewiß, Dir klopfen schon die Herin weiter Welt zu finden nicht zen, Vergessen aller Kümmerniß, Ein Mann, Der dir auf tausend( Vergessen aller Schmerzen. Dernur Ein Wort antworten kann. einst, dereinst, Wann du erscheinst, 3. Laß Gnade gehn vor Recht, Soll unser Mund lobsingen Und Ach laß mich Gnade finden! Mach ewig Dank dir bringen. mich aus Gnaden los Von allen meinen Sünden. Laß deines Soh- Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. nes Blut Auch mein Herz machen 343. Laß alle meine Der Tag, an dem mein und vergessen sein. Heiland spricht: Kommt, Menschen, kommt vor 4. Laß mich in dieser Welt mein Gericht! Erfüllt mich nicht Nur dir zu Ehren leben ,. Daß ja mit Beben. Der mich zu seiner mein Leib und Seel Dir allzeit Schaar berief, Auf dessen Tod ich sei ergeben. Dein Geist regiere hier entschlief, Wird mich zu sich mich, So werd ich wohl bestehn, erheben. Ich kann auf die Vers heißung 208 Gottes Werke und Wohlthaten. heißung baun, Daß ich sein Ant- liebt, Oft in seine Strafen, Wenn litz werde schaun. fie sicher schlafen. 2. Wie freu ich mich der gro= 5. Wache, daß dich nicht die ßen Zeit, Da ich zu seiner Herr- Welt Durch Gewalt bezwinge, lichkeit Verklärt hinüber gehe! Heil Oder, wenn sie sich verstellt, Wiemir, wenn ich, von Sünden rein, der an sich bringe. Wach und Mich seiner ewiglich zu freun, Vor steh, Daß dich nie Falscher Brüseinem Throne stehe; Wo ich mit der Lügen Um dein Heil beden Erlöften dann Ein höhres trügen. Lied ihm stingen kann. 6. Wache, hab auf dich wohl 3. Da, wo mein Heiland Jesus Acht, Trau nicht deinem Herzen. ist, Wohnt Freude, die kein Geift Leicht kann, wer es nicht bewacht, ermißt, Und seliges Entzücken. Der Gottes Huld verscherzen. Ach, es Herr, mein Heil auf Erden schon, ist Voller Lift, Weiß sich selbst Wie wird er dort vor seinem Thron zu schmeicheln, Frommen Sinn zu Mich wunderbar erquicken! Von heucheln. ihm strömt Seligkeit und Ruh Mir dann in ewger Fülle zu. Eigene Melodie. 7. Bete aber auch dabei, Bete bei dem Wachen, Denn der Herr nur kann dich frei Von dem Allen machen, Was dich drückt 344. Mache dich, Mache dich, mein Und bestrickt, Daß du schläfrig Geist, bereit, Wa- bleibest, Und sein Werf nicht che, fleh und bete, Daß dir nicht treibest. die böse Zeit Plößlich nahe trete; 8. Ja, er will gebeten sein, Denn es ist Satans List Uleber Soll er etwas geben; Er verlanviele Frommen Zur Versuchung get unser Schrein, Wenn wir wollen leben, Und durch ihn Un2. Aber wache erst recht auf sern Sinn, Feind, Welt, Fleisch Von dem Sündenschlafe, Denn und Sünden Kräftig überwinden. es folget sonst darauf Eine lange! 9. Doch wohl gut, es muß Strafe, Und die Noth Sammt uns schon Alles glücklich gehen, dem Tod Möchte dich in Sünden Wenn wir ihn durch seinen Sohn Unvermuthet finden. Im Gebet anflehen. Denn er will Uns die Füll Seiner Gunst ausschütten, Wenn wir glaubend fommen. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht Unser Herr erleuchten; Wache, sonst wird Gottes Licht Dir noch bitten. ferne deuchten. Denn er will Für 10. Drum so laßt uns immerdie Füll Seiner Gnadengaben dar Wachen, flehn und beten, Offne Augen haben. Weil die Angst, Noth und Ge4. Wache, daß dich Satans List fahr 3mmer näher treten, Denn Nicht im Schlafe finde, Wo es die Zeit 3ft nicht weit, Da uns ihm ein Leichtes ist, Daß er über- Gott wird richten Und die Welt winde; Denn Gott gibt ,. Die er vernichten. Heiligung Die Heilsordnung. Heiligung durch den heiligen Geist. Die Heilsordnung. 209 Mel. Wer nur den lieben. Die Schafe, die noch irre gehn. 345. Erwecke, Jesu, stets die Erwecke mich, erinnre mich, Daß Herzen, Erinnre uns ich, mein Heil, nicht lasse dich. durch deinen Geist, Daß wir mit 7. Erwecke alle frommen Herzen, Sünden nicht mehr scherzen, Die Daß fie im Guten weiter gehn. dein Gebot uns fliehen heißt. Er- Zeig ibnen deine Todesschmerzen, wecke mich, erinnre mich! Ich will Und laß sie niemals stille stebn. dir danken ewiglich. Erwecke mich, erinnre mich, Daß ich stets hab und halte dich. 2. Erwecke mich, dir Dank zu geben Für dein Verdienst, Geburt 8. Erwecke mich zur Kraft im und Tod. Du starbst und gabst Leide, Mach mich an Troft und für mich dein Leben, Du littest Hoffnung reich. Dein Kreuz sei Schmerzen, Angst und Noth. Er- mir der Grund der Freude, Dein wecke mich, erinnre mich, Daß ich Herz mir stets an Huld sich gleich. mit Dank recht preise dich. Erwecke mich, erinnre mich, Daß ich im Kreuze seh auf dich. 3. Erwecke mich zur Bußß und Reue, Und mache mich von Sün- 9. Erwecke mich zum selgen den frei. Ach, Herr, ich bitte dich, Sterben, Mein Jesu, mache mich verleihe, Daß ja mein Herz nicht bereit, Laß mich, o Herr, dein ficher sei. Erwecke mich, erinnre Reich ererben, Und führe mich zur mich, Daß ich in Buße suche dich. Seligkeit. Erwecke mich, erinnre 4. Erwecke mich zum wahren mich, Daß ich im Sterben halte Glauben, Der nach dir dürftet, dich. seufzt und ringt. Auf Dornen 10. Nun, Jefu, böre meine wachsen keine Trauben; Gib Glau- Bitte, Nimm dich, o Heiland, ben, der auch Früchte bringt. Er meiner an. Ich walle noch in wecke mich, erinnre mich, Daß ich dieser Hütte; Dein Geist führ mich von Herzen glaub an dich." auf ebner Bahn. Erwecke mich, erinnre mich, Bis ich im Himmel V 5. Erwecke mich zur wahren Liebe, Zur Liebe, die stets feste, schaue dich. hält, Damit ich stets mich darin übe, Was dir, mein Jesu, wohl= Eigene Melodie. gefällt. Erwecke mich, erinnre mich, 346. Erleucht mich, Herr, Daß ich recht innig liebe dich. mein Licht, Ich bin 6. Erwecke die verstockten Sün- mir selbst verborgen Und kenne der, Die nicht in deiner Liebe stehn. mich noch nicht. Ich merke dieses Ich, suche doch die armen Kinder, zwar, Ich bin nicht wie ich war; 0 Indessen 210 Gottes Werke und Wohlthaten. Indessen fühl ich wohl, Ich bin bin ich, wie ich bin, Nimm mich nicht wie ich soll. zu eigen bin. 2. Ich konnt so sicher rubn, 9. Wer dies nicht gründlich Und wußt von keinen Sorgen; meint, Deß Glaub ist noch unDoch anders ist es nun: Voll Angst tüchtig, Der bleibt noch Gottes und ohne Rast, Bin ich mir selbst Feind; Sein Hoffnungsgrund ist zur Laft. Was vormals meine Sand, Und hält zuletzt nicht Stand, Freud, Macht mir nun Herzeleid. Der ein'ge Glaubensgrund 3ft die3. Rein zeitlicher Verlust Ver- ser Gnadenbund. ursacht diese Schmerzen, So viel 10. Hier, sorg ich, fehlt es mir ist bewußt: Sch misse feinen mir, Mein Trieb sei nicht so richFreund, Auch drücket mich fein tig, Den ich, Herr Christ, zu Feind, Mein Leib hat, was er dir Befinde, weil ich auch Nach will, Gesundheit, Hüll und Füll. Heuchelchriften Brauch Die Luft 4. Es ist der Seelen Bein, Es der Welt noch mehr Geliebt, als kommt mir aus dem Herzen, Und deine Chr. dringt durch Mark und Bein. Dies 11. Mein Herz, entschließ dich Eine liegt mir an, Daß ich nicht nun, Denn du mußt jetzt es wa spüren kann, Ob ich ein wahrer gen. Du kommst sonst nicht zur Chrift, Und du mein Jesus bist. Ruh. Sagst du hiermit der Welt 5. Es ist nicht so gemein, Ein Und was dem Fleisch gefällt Rein Chrift zu sein, als heißen; Sch ab, und Christo an, So ist die weiß, daß der allein Des Namens Sach gethan. würdig ist, Der seine liebste Luft 12. Du armer Staub, kannst Durch Christi Kraft zerbricht, Und du Dem König dich versagen, Dem lebt sich selber nicht. Alles stehet zu, Der allgenugsam 6. Es ist nur Selbstbetrug, Mit reich, Sa Alles ist zugleich? Mehr, diesem Wahn sich speisen, Als ob als kein Herz bedacht, Hat er in es schon genug Zur Glaubens- seiner Macht. probe sei, Daß man von Lastern frei, Die auch ein blinder Heid' Aus Furcht der Schande meid't. 13. Wenn Alles wird vergebu, Was Erd und Himmel hegen, So bleibt er feft bestehn; Sein Wesen 7. Der zieht recht Chriftum an, stirbt nicht ab, Die Gottheit weiß Der aus sich selbst gegangen, Des kein Grab; Und wen er einmal Fleisches eignen Wahn, Vermögen, fennt, Deß Wohlstand nimmt Luft und Rath, Gut, Chr und kein End. was er hat, Verläßt, verwirft und 14. Wer aber in der Zeit Mit spricht: Nur Jesus ist mein Licht, ihm sich nicht verträget, Der bleibt 8. Dies ist des Glaubens in Ewigkeit Von Gottes FreudenWort Und durftiges Verlangen; baus Ganz, ganz geschlossen aus, Herr Jesu, sei mein Hort, Ver- Vergöff er in den Web Schon föhner, Herr und Schild, Und einen Thränenſee. führ mich, wie du willt. Dein 15. Gewünscheter Vertrag, Den mjedne nur Die Heilsordnung. 211 nur ein Sawort schließet! Sag, wieder Ohne Wucher, träg und meine Seele, fag: So sei's, Herr, schlecht. Willst du ins Gericht noch Jesu, ja, Da haft du Alles, da, gehn, Wie wollt ich vor dir bes Nimm hin Leib, Seel und Blut, stehn? O ihr Berge, mich bedecket, Geift, Ehre, Hab und Gut! Und ihr Grüfte, mich verstecket! 16. Thu, was du willst, mit 5. Groß bist du von Güt und mir! Werd ich nur zugerichtet Zu Treue, Doch nicht dem, der ohne deinem Preis und Bier, Erneut Schuld, Sondern denen, die mit zur Herrlichkeit, Mit deinem Heil Reue Suchen deine Gnad und bekleid't, Geheiligt um und an: Huld. Drum straf nicht in deinem Wohl mir, so ist's gethan! Grimm, Wehre, Herr, der Donnerstimm, Und um deines Eides willen Wollest du mein Bagen stillen. 6. Mag ein Mutterherz wohl haft gelaufen Lang haffen, Was den Kindesnamen genug der Sünden Bahn! Willst hat? Wie kannst du denn mich du nicht zum Höllenhaufen, So verlassen Wegen meiner Uebelthat? schwing dich gen Himmel an. Nein, es jammert dich mein Leid, Jesus ladet in sein Haus, Will Boller Gnad bist du bereit Mich daselbst dir theilen aus Heil und schon wieder zu umarmen, Und Leben, dich zu laben; Auf, erkenn dich meiner zu erbarmen. die Gnadengaben! Mel, Freu' dich sehr, o meine. 347. Auf, mein Geist, du 7. Preis dir, Heil mir! alle 2. Wohl, ich komm und fühl Stunden, Die zur Buße sind verden Schaden, Darin ich geseßet wandt, Haben mich dir neu verbin; Könnt ich nun in Thränen bunden, Bringen mich in Ruhebaden, Ach, was gäb ich nicht fland. Nun ich Sodom bin entführt, brum hin! Eitles Wesen, sei ver- Soll nicht werden mehr gespürt flucht, Das ich bisher sehr ge- Irdisch Leben, blinde Werke. Jesu, sucht! Welt und Luft mit deinen meinen Vorsatz stärke. Schäßen, Weg nur! du kannst Eigene Melodie. nicht ergößen. 3. Meiner Sünden Angst und 348. Mein Helland nimmt Plagen Wie der Wellen wilde die Sünder an, Fluth Ueber mir zusammen schla- Die unter ihrer Laft der Sünden gen, Und ertödten allen Muth. Kein Mensch, fein Engel trösten Wie bedrängt ist, Herr, mein kann, Die nirgends Ruh und RetHerz! Endlos häuft sich Schmerz tung finden; Sie, denen selbst die auf Schmerz! Ach, mein Jesu, zu Welt zu klein, Die bang des Richmir kehre, Eh ich mich in Angst ters Auge scheun, Sie, denen längst verzehre. der Stab gebrochen, Die schon 4. Sieh, ich falle vor dir nie- der Hölle zugesprochen, Sehn dieſe der, Herr, ich bin der falsche Freiftatt aufgethan: Mein Jesus Knecht, Der das Pfund dir brachte nimmt die Sünder an. 0* 2. Sein 212 Gottes Werke und Wohlthaten. 2. Sein mehr als mütterliches Denkt deß nicht mehr, was sie Herz Trieb ihn von seinem Thron gethan! Mein Heiland nimmt die zur Erden; Ihn drang der Sün- Sünder an. der Web und Schmerz, An ihrer 6. Wie freundlich blickt er Statt ein Fluch zu werden; Er Petrum an, Obgleich er noch so sentie sich in ihre Noth, Und tief gefallen! Und dies hat er schmeckte für sie Angst und Tod. nicht nur gethan, Da er auf Erden Nun, da er denn sein eignes Le- mußte wallen: Nein, er ist immer Zur theuren Zahlung hin- einerlei, Gerecht und fromm, und gegeben, und seinem Vater gnug ewig treu. Und wie er unter getban, So heißt's: er nimmt die Schmach und Leiden, So ist er Sünder an. auf dem Thron der Freuden Den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 3. Nun findet man in seinem Schooß Ein sichres Schloß gejagter Seelen; Er spricht ste von der 7. So komme denn, wer SünStrafe los Und tilgt ihr jammer- der heißt, Und wen sein Sündenvolles Quälen. Es wird ihr gan gräul betrübet, Zu dem, der keinen zes Sündenheer Ins unergründlich von sich weist, Der sich gebeugt tiefe Meer Durch seinen Mittler- zu ihm begiebet. Wie? willst du tod versenfet, Und ihnen Gottes dir im Lichte stehn, Und ohne Geist geschenket, Durch den man Vater! rufen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. Noth verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, Da, dich zu retten, er erschienen? O nein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. So bringt er ste zum Vater hin In seinen blutbefloff'nen Armen, Und dieses neigt des Vaters 8. Komm nur mühselig und Sinn 3u lauter ewigem Erbar- gebückt, Komm nur, so gut du men. Er nimmt sie auf an Kin- weißt zu kommen. Wenn gleich die des Statt, Ja, Alles, was er ist Last dich niederdrückt, Gebeugt wirst und hat, Wird ihnen eigen über- du gern angenommen. Sieh, wie geben; Und selbst die Thür zum sein Herz dir offen steht, Und wie ewgen Leben Wird ihnen huldreich er dir entgegen geht! Wie oft hat aufgethan. Mein Heiland nimmt er nicht voll Verlangen Gesucht, die Sünder an. dich gnädig zu umfangen! Go 5. Okönntest du sein Herz komm denn, armes Herz, heran. nur sehn, Wie sichs nach armen Mein Heiland nimmt die Sünder an. Sündern sehnet, Sowohl wenn 9. Sprich nicht: ich habs zu sie noch irre gehn, Als wenn ihr arg gemacht, Und alle Güter seiner Auge vor ihm thränet! Wie eilt Gnaden So lang und schändlich er in Zachäus Haus, Und streckt durchgebracht, Er hat mich oft die Hand nach Zöllnern aus! Wie umsonst geladen. Wenn du es jetzt stillt er jener Magdalenen Den nur redlich meinst, Und deinen milden Guß erpreßter Thränen, Fall mit Ernst beweinst, So sol ihm Die Heilsordnung. 213 ihm nichts die Hände binden, Und Angst im Herzen, In deine beildu sollst jetzt noch Gnade finden. gen Bunden, Da ich stets Heil Er hilft, wenn sonst nichts helfen gefunden. kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. Durch dein unschuldig Blut, Durch deiner Thränen Fluth Laß, Herr, mich Ruhe finden, Und rein'ge mich von Sünden, Wollst ihrer nicht gedenken, Ins tiefste Meer sie senken. 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit, Ich muß erst diese Luft genießen, Gott wird ja eben nicht gleich heut Die offne Gnadenthür verschließen. Nein, weil er ruft, so höre du, Und greif mit Glaubenshänden zu. Wer diesen Tag sein Heil verträumet, Hat eine Gnadenzeit versäumet, Die wohl nie wieder kommen kann. Heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 5. Mir mangelt zwar sehr viel Doch, was ich haben will, Ist alles mir zu gute Erlangt mit deinem Blute, Damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 6. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Nun kann 11. Ja, zeuch du selbst uns ich nicht verderben, Dein Reich recht zu dir, Holdselig süßer Freund muß ich ererben, Denn du haft der Sünder. Erfüll mit sehnender mir's erworben, Da du für mich Begier Auch uns und alle Adams- gestorben. kinder. Zeig uns bei unserm See- 7. O führe Herz und Sinn lenschmerz Dein nur von Liebe Durch deinen Geist dabin, Daß wallend Herz. Und wenn wir unser ich mög Alles meiden, Was mich Glend sehen, So laß uns ja nicht von dir kann scheiden, Daß ich stille stehen, Bis daß ein jeder an deinem Leibe Ein Glied auf sagen kann: Gottlob, auch mich ewig bleibe. nimmt Jesus an! Eigene Melodie. Mel. Auf meinen lieben Gott. D 349. Wo soll ich flieben hin, 350. Ah, was soll ich Sünder machen? Da ich beschweret Ach, was soll ich fangen an? bin Mit viel und großen Sünden? Mein Gewissen Flagt mich an, Wo kann ich Rettung finden? G8 beginnet aufzuwachen. Dies Wenn alle Welt auch käme, Mein' ist meine Zuversicht: Meinen JeAngst sie nicht wegnähme. sum laß ich nicht. 2. O Jesu, voller Gnad, Auf 2. Zwar es haben meine Sündein Gebot und Rath Kommt mein den Meinen Jesum oft betrübt, betrübt Gemüthe Zu deiner großen Doch weiß ich, daß er mich liebt, Güte. Laß du auf mein Gewissen Denn er läßt sich gnädig finden. Ein Gnadentröpflein fließen. Drum, ob mich mein' Sünd an3. Ich, dein betrübtes Kind, ficht: Meinen Jefum laß ich nicht. Ich werfe meine Sünd Nebst al- 3. Obgleich schweres Kreuz und len meinen Schmerzen, Nebst aller Leiden, Das bei Christen oft entsteht, 214 Gottes Werke und Wohlthaten. steht, Mir sehr hart entgegen geht, 3. Bertreib aus meiner Seelen Soll michs doch von ihm nicht Des alten Adams Sinn, Und laß scheiden. Auf ihn ist mein Herz ge- mich dich erwählen Zum seligen richt't, Meinen Jesum laß ich nicht. Gewinn. Dir will ich mich ergeben, Und dir zur Ehre leben, Weil ich erlöset bin. 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben Nichts, als nur ein Nebel ift, Denn wir sind zu jeder Frist 4. Befördre dein Erkenntniß In Mit dem Tode hier umgeben; mir, mein Seelenhort, Und öffne Doch, wenn auch mein Auge bricht, mein Verständniß Durch dein hochMeinen Jefum laß ich nicht. heilig Wort; Damit ich an dich gläube, In deiner Wahrheit bleibe, Und wachse fort und fort. 5. Sterb ich bald, wohl mir, ich habe Dann die Ruhe schon erreicht, Ruhe, welcher keine gleicht, 5. Leit mich in dieser Wüste, Ruhe in dem stillen Grabe; Da Und unterdrück in mir Die Herrs ist Jesus noch mein Licht, Mei- schaft böser Lüfte, Und laß mich nen Jesum laß ich nicht. für und für Der eitlen Welt absterben, Dem Fleische nach verders ben, Mein Gott ,, so leb ich dir. 6. Ach, zünde deine Liebe In meiner Seele an, Daß ich aus innerm Triebe Dich ewig lieben kann, Und, dir zum Wohlgefallen, Beständig möge wallen Auf rechter Lebensbahn. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, Verleih mir Kraft und Muth. Das sind die Gnadenwerke, Die dein Geist in mir thut. Mein eigenes Beginnen, Mein Denken und mein Sinnen Ist nimmer Mel. Herr Christ, der ein'ge. 351. Herr Jefu, Gnadenſonne, recht und gut, Wahrhaftes Lebens- 8. Du Geber aller Gnaden, Du licht, Gib Leben, Licht und Wonne Vater aller Treu, Wend allen Dem blöden Angesicht. Nur du Seelenschaden, Und mach mich) fannst mich erfreuen Und meinen täglich neu; Gib, daß ich deinen Geift erneuen, Mein Gott, versag Willen Beständig mög erfüllen, mir's nicht. Und steh mir kräftig bei, 6. Durch ihn werd ich wieder leben, Er wird mich zur rechten Zeit Wecken zu der Seligkeit, Die er wird aus Gnade geben. Nicht erbeb ich im Gericht, Meinen Jefum laß nicht. 7. Nun, so will ich dein verbleiben, Denn ich traue deinem Wort. Von dir, Herr, mein Heil, mein Hort, Soll mich Noth und Tod nicht treiben. Heller glänzt mir einst dein Licht, Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Vergib mir meine Sünden, Und wirf sie hinter dich. Laß allen Eigene Melodie. Zorn verschwinden, Und hilf mir 352. Allein zu dir, Herr Jeſu Chrift, Mein Hoffgnädiglich. Laß deine Friedensgaben Die bange Seele laben. nung steht auf Erden. Ich weiß, Ach, Herr, erhöre mich. daß du mein Tröster bist, Kein Trost Die Heilsordnung. 215 Trost fann sonst mir werden. Von 2. Du bist und bleibst der Trost Unbeginn ist nichts erkorn, Auf der Erden Und der gepriesne WunErden ist kein Mensch geborn, Der dermann, Durch welchen wir er mir aus Nöthen helfen kann, Dich rettet werden, Der allen Menschen ruf ich an, Du bist's, der helfen helfen kann. Du hilsst und rettest will und kann. uns aus Gnaden Von allem Leid und allem Schaden. 2. Herr, meine Schuld ist übergroß, Und reuet mich von Herzen. 3. Der Blinde kann die Sonne Erbarme dich, und sprich mich sehen, Der Taube hört die Stimme los, Kraft deiner Todesschmerzen. an, Der Lahme muß auch grade Nimm meiner dich beim Vater an, gehen, Der Aussaß wird hinweg Der du für mich genug gethan, gethan. Den Todten hast du Geist Dann werd ich los der Sünden- und Leben Und allen Armen Troft last. Mein Glaub umfaßt, Herr, gegeben. was du mir verheißen haft. 197 3. Verleih mir aus Barmherzigkeit Des Glaubens Kraft und Stärke, Auf daß ich deine Freundlichkeit Im Glauben fühl und merke; Daß ich vor allen liebe dich, Und meinen Nächsten gleich als mich. Hilf mir in meiner letzten Noth, Mein Herr und Gott, Der du für mich besiegt den Tod. 4. Hast du vor diesem solche Thaten, O Herr, durch deine Hand gethan: So wollest du auch jetzt mir rathen, Nimm du dich meiner Seele an. Ach, zeige deine große Stärke Durch unverdiente Gnadenwerke. 5. Du weißt ja, was wir Menschen taugen, Verblender sind wir, sehen nicht; Darum erleuchte meine Augen Mit deinem Glanz und Gnadenlicht, Zu sehen, was sonst nicht zu sehen, Wenn wir in deiz nem Licht nicht stehen. 4. Preis sei Gott auf dem höchsten Thron, Dem Vater, reich an Güte, Und Jesu Christo, seinem Sohn, Der gnädig uns behüte, Und seinem werthen heilgen Geist, 6. Eröffne mir, Herr, meine Der uns den Weg zum Himmel Ohren, Und mache mich zu deinem weist! So singet alle Christenheir Knecht; Hier bin ich, du wollft Hier in der Zeit und dort in felger Ewigkeit. Eigene Melodie. Erquicke mich, du Heil der Sünder, Durch fie durchbohren, Daß ich dir diene treu und recht, Und auf dein heilig Wort stets merke, Darnach zu thun all meine Werke. 353. 7. Ich wanke noch auf schwachen Füßen, Bald sträuchl' ich hier, bald dich und deinen Gnadenschein, Und fall ich dort. Laß deine Kraft in laß, o Freund der Menschenfinder, mich einfließen, Daß ich mag gehen Dein Herz auf mich gerichtet sein. grade fort, Und meine Tritte nieKomm und erzeige dein Erbar- mals gleiten, Noch von dem Pfad men, Und schenke deine Huld mir der Wahrheit schreiten. Armen. 8. Wer will doch meinen Aussag heilen, 216 Gottes Werke und Wohlthaten. beilen, Der Krankheit allerschlimm- Wird von mir unterlassen, Mein sten Theil? Mein Arzt, du wolleft Herz ist ganz des Bösen voll, nicht verweilen, Ach, heile mich, Das ich soll fliehn und hassen. so werd ich heil. Laß deine Wunden, o mein Leben, Für meine Wunden Heilung geben. 4. O treuer Hort, was fang ich an Bei so verderbtem Wesen? Wo find ich, was mir helfen kann? 9. Ich bin ganz todt, und meine Wie soll ich doch genesen? Ach, Kräfte, Will' und Verstand find in mir selbst ist keine Kraft, Bur ohne Kraft, zu thun recht gött- Buße mich zu führen, Wo nicht liche Geschäfte. Herr, gib mir dein Geist, der Alles schafft, Mein neuen Lebensfaft, Daß ich gleich schwaches Herz will rühren. einem Baum ausschlage, Und tausendfache Früchte trage. 5. Steh du in dieser Noth mir bei, Du Urquell aller Gnaden. 10. Ich finde arm mich, im Und mach durch deine Kraft mich Elende, Entblößt von allem eig- frei, Heil meiner Seele Schaden. nen Ruhm; Die Friedensbotschaft Gib mir dein Licht, daß ich durch zu mir sende, Dein süßes Evan- dich mich selber kann verstehen, gelium, Daß ich dadurch noch hier Durch deine Wahrheit lehre mich auf Erden Gerecht und selig möge Erkennen mein Vergehen. werden. 6. Erweiche du mein hartes Herz, Daß es vor dir sich beuge, Daß es, erfüllt von Neu und Schmerz, Zu deinem Recht sich neige. Ach, mach es durch den Glauben rein, Und gib gerechte Werke; Ja kehre du selbst bei mir ein, O meiner Seelen Stärke. 7. Zerstör in mir die Eitelkeit, Brich meinen bösen Willen, und laß mich, was dein Wort gebeut, Durch deinen Geift erfüllen. Laß in mir Demuth, Mäßigkeit, Des Geistes Früchte prangen, Erfülle du mich jederzeit Mit heiligem Verlangen. Mel. Durch Adams Fall ist. 354. Jesu, meine Zuver sicht, Mein Heiland und mein Leben, Verstoße du mich Sünder nicht, Für den du dich gegeben; Du starbst für mich den bittern Tod, Mir Gnade zu erwerben, Drum hilf mir aus der Sünde Noth, Und laß mich nicht verderben. 2. Es fehlet meinem Geiste Licht, Mein Elend einzusehen, Und aus mir selber weiß ich nicht Den rechten Weg zu gehen. Im Herzen regt sich Eitelkeit, Stolz, Weltluft, Eigenliebe; Das Glück, das mir die Erde beut, Entzündet meine Triebe. 8. Du, Vater, bist's, der in uns schafft Das Wollen und Vollbringen. Verleih zur Heiligung mir 3. Die Macht der Sünde herrscht Kraft, Und laß es mir gelingen; in mir, Und schwächt der Seele Laß deinen Frieden auf mir rubu, Kräfte. Das Fleisch verhindert für Gib Trost, gib Muth und Stärke, und für Der Heiligung Geschäfte. Dann kann ich deinen Willen thun, Das Gute, das ich lieben soll, Dann wirk ich deine Werke. Mel. Die Heilsordnung. 217 Mel. O Herre Gott, begnade. 4. Dann thu mir meine Lippen auf, Beuch mein Gemüth zu dir 355., fei mir gnädig, hinauf, Dich, Gott, im Himmel Ach, Herr, mein Gott, oben, Mit Herz und Mund zu Nach deiner Güt in meiner Noth, loben. Kein Dant, fein Opfer dir Tilg durch dein reich Erbarmen gefällt, Wenn dir nicht ernst wird Die Sünde in mir Armen. Durch vorgestellt Gin Herz voll Angst deine Vatertren und Huld Befreie und Klagen, Zerbrochen und zer= mich von aller Schuld, Und reinge schlagen. Wer dir in wahrer Neu mich von Sünden, Die sich in und Buß Mit heißen Thränen mir befinden. Ach Herr, ach, ich fällt zu Fuß, Der hat ein Opfer bekenn es dir, Denn meine Sünd dir gebracht, Das niemals wird ist stets vor mir, Gefündigt hab von dir veracht't, Du nimmst es ich oft und schwer, Und meiner an in Gnaden. Sünden großes Heer Schwebt immer mir vor Augen. 5. Gott Vater in dem höchsten Thron, Gedenk an deinen 2. Nimm mich im Blute Chrifti eingen Sohn, Und laß um seinetan, Und laß die Schuld sein willen Die Herzensangst sich stilabgethan, Die Sünd, die ich er- len. Jesu Chrift, durch deinen erbet, Und die mein Herz verder- Tod Errette mich aus aller Notb, bet. Herr, wasche mich, und mach Ich weiß in meinen Sünden Sonst mich rein, So werd ich unbefle- keinen Troft zu finden. O heilger cket sein, Und weißer können wer- Geist, regiere mich Durch deine den, Als je der Schnee auf Er- Gnade kräftiglich, Daß ich dem den. O laß mich schmecken Wonn Bösen widerstreb, Und stets nach und Freud Nach dieser schweren deinem Willen leb, Bis an mein Traurigkeit, Daß die Gebeine, die letztes Ende. du haft Zermalmt durch deines Bornes Laft, Gestärkt und fröhlich Mel. Wer nur den lieben Gott, charmer Mensch, ich werden. 3. Denk nicht, wie ich gefün- 356. Suer Sünder Steh digt hab, Ach, kehr dein Antlig hier vor deinem Angesicht. Ach davon ab, Tilg meine Missethaten, Gott, ach Gott, verfahr gelinder, Darein ich bin gerathen. Schaff Und geh nicht mit mir ins Gein mir, Gott, aus Huld und Güt richt. Erbarme dich, erbarme dich, Ein reines Herze und Gemüth, Gott, mein Erbarmer, über mich! Durch wahre Buß und Neue In- 2. Wie ist mir doch so angst wendig mich erneue. Ach, Vater, und bange, Herr, wegen meiner ach, verwirf mich nicht. Im Zorn großen Sünd! Hilf, daß ich wievor deinem Angesicht. Gib, daß der Gnad erlange, Ich armes und ich wieder in mir merk Des guten verlornes Kind. Erbarme dich, erGeistes Kraft und Stärk, Laß ihn barme vich, Gott, mein Erbarmer, nicht von mir weichen. über mich! 3. Ach 218 Gottes Werke und Wohlthaten. 3. Ach, laß mich nicht vergeb- Vergelter seift, Und hier und ewig lich klagen, Verwirf mein armes ihn Mit deinem Heil erfreuft. Flehen nicht. Du kannst die Bitte 3. Wahrhaftig ist dein Wort, nicht versagen, Hör, was der ar- Laß mich ihm völlig trauen. Nie me Sünder spricht: Erbarme dich, wanket deine Treu, Laß mich darerbarme dich, Gott, mein Erbar- auf stets bauen. Gib, daß ich dir mer, über mich! im Glück Und Unglück stets ges 4. Nicht, wie ich hab verschul- treu, Und durch des Glaubens det, lohne, Und handle nicht nach Kraft Allzeit gehorsam sei. meiner Sünd. O treuer Vater, 4. Lehr mich, mein Jesu, dich schone, schone, Erkenn mich wie- 3m Glauben recht erkennen, Dich der für dein Kind. Erbarme dich, meinen Herrn und Gott Im Geist erbarme dich, Gott, mein Erbar- und Wahrheit nennen. Lehr mich mer, über mich! im Glauben thun, Was mich dein 5. Sprich nur ein Wort, so Wort gelehrt, Daß dich Herz, werd ich leben; Sag, daß ich ar- Mund und That Als meinen Heimer Sünder hör: Geh hin, die land ehrt. Sünd ist dir vergeben, Nur sündige binfort nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Mein König und Prophet, Komm, herrsch in meiner Seele, Regier und führe mich, Damit ich ja nicht fehle. Du sollst mein König sein, Dem ich gehorchen will, Mein Lehrer und Prophet, Deß Willen ich erfüll. 6. Ich will auch, Herr, an dich Als Hohenpriester gläuben. Laß, Sesu, dein Verdienst Den Grund des Glaubens bleiben. O glücklich, wenn mein Geist Hierauf sich treu und fest, Als auf sein einzig Mel, Gott, du frommer Gott. 357. Kein Mensch err, ohne Glauben Heil Und wahren Troft verläßt. 7. Ach, Jesu, stärke mich n vor dir bestehen; Drum wend ich diesem meinem Glauben. Laß mir mich zu dir Mit demuthsvollem ihn weder Tod, Noch Welt, noch Flehen. Dzünde selbst in mir Den wahren Glauben an, Weil ich durch meine Kraft Ihn mir nicht geben kann. Teufel rauben. Bleib durch den Glauben stets Genau mit mir vers eint; So bin ich dein, du mein, D theurer Seelenfreund! 2. Laß mich, Gott, daß du feift, Mit Ueberzeugung glauben. 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, Erhöret bin ich zweifelei, Weil sich der Trost im Herzen mehret, Drum will ich enden mein Geschrei: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Eigene Melodie. Nichts müsſe mir das Wort Aus 358. Eins iſt noth, ach Hent, dies Eine Lehre mich meinem Herzen rauben, Daß du dem, der dich sucht, Stets ein erkennen doch! Alles Andre, wie's aud Die Heilsordnung. 219 ein schwe- wenn ich nur Jefum recht kenne Herze sich und weiß, So hab ich der Weisnaget und plaget, Und dennoch heit vollkommenen Preis. kein wahres Vergnügen erfaget. 6. Nichts kann ich vor Gott Erlang ich dies Eine, das Alles ja bringen, Als nur dich, mein ersetzt, So werd ich mit Einem höchstes Gut. Jesu, es muß mir in Allem ergößt. gelingen, Rein zu werden durch 2. Seele, willst du dieses fin- dein Blut. Die höchste Gerechtigden, Such's bei keiner Kreatur. feit ist mir erworben, Da du bist Laß, was irdisch ist, verschwinden, am Stamme des Kreuzes geftorSchwing dich über die Natur, ben; Die Kleider des Heils ich Wo Gott und die Menschheit in da habe erlangt, Worinnen mein Einem vereinet, Wo alle voll- Glaube in Ewigkeit prangt. fommene Fülle erscheinet, Da, da 7. Nun so gib, daß meine Seele ist das beste, nothwendigste Theil, Auch nach deinem Bild erwacht. Mein Ein und mein Alles, mein Du bist's ja, den ich erwähle, feligstes Heil. Mir zur Heiligung gemacht. Was 3. Wie Maria war beslissen dienet zum göttlichen Wandel und Auf des Einigen Genieß, Als ste Leben, 3ft in dir, mein Heiland, sich zu Jesu Füßen Voller An- mir Alles gegeben. Entreiße mich dacht niederließ; Das Herz ihr aller vergänglichen Luft, Dein Leentbrannte dies einzig zu hören, ben sei, Jesu, mir einzig bewußt. Was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; Ihr Alles war gänzlich in Jefum versenkt, Drum wurde ihr Alles in Einem geschenkt: auch scheine, Ist ja nur res Joch, Darunter das 8. Ja, was soll ich mehr ver langen? Mich umströmt die Gng. denfluth. Du bist einmal einge gangen In das Heilge durch dein 4. Also ist auch mein Verlan- Blut; Da hast du die ewge Grgen, Liebster Jesu, nur nach dir, lösung erfunden, Daß ich nun Laß mich treulich an dir hangen, der höllischen Herrschaft entbunden; Schenke dich zu eigen mir. Ob Dein Eingang die völlige Freiheit Viel' auch umkehren zum größesten mir bringt, Im findlichen Geifte Haufen, So will ich dir dennoch das Abba nun klingt. in Liebe nachlaufen, Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 9. Volle Gmüge, Frieb unt Freude Meine Seele nun ergößt, Weil auf eine frische Weide Mein Hirt, Jesus, mich gesetzt. Nichts 5. Aller Weisheit höchste Fülle Süßes kann also mein Herze erIn dir ja verborgen liegt. Gib laben, Als wenn ich nur, Jeſu, nur, daß sich auch mein Wille dich immer soll haben; Nichts, Fein in solche Schranken fügt, In nichts ist, das also mich innig welchen die Demuth und Einfalt erquict, Als wenn ich dich, Jesu, regieret, Und mich zu der Weis im Glauben erblickt. heit, die bimmlisch ist, führet. Ach, 10. Drum auch, Jesu, du alleine 220 Gottes Werke und Wohlthaten. alleine Sollst mein Ein und Alles sen, Damit in deinen Wunden sein. Prüf, erfahre, wie ichs mei- ich Bleib allzeit eingeschlossen. Laß ne, Tilge allen Heuchelschein. Sieb, durch den Glauben mich die Welt, ob ich auf bösem, betrüglichem Und was sie für das Höchste hält, Stege, Und leite mich, Höchster, Nicht für mein Kleinod achten. auf ewigem Wege. Gib, daß ich 6. 3ft auch mein Glaube noch nichts achte, nicht Leiden, nicht so klein, Gin Senfkorn, kaum zu Tod, Nur Jesum gewinne, dies merken: Wollst du doch in mir Eine ist noth. mächtig sein, Und seinen Wachsthum stärken. Das schwache Rohr zerbrichst du nicht, Verlöscheft nicht Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 359. Gottes Sohn, Herr ein glimmend Licht, Bist mächtig Jesu Chrift, Du in dem Schwachen. weißt, daß wahrer Glaube Nicht 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig eignes Werk des Menschen ist, So fei, Den Glauben zu behalten, lang er wallt im Staube, Drum Von wissentlichen Sünden frei. hilf du mir von oben her, Den In Allem treu zu walten; Daß wahren Glauben mir gewähr, Da- ich sei lauter jederzeit, Ohn Anrin laß mich beharren. stoß in Gerechtigkeit, Erfüllt mit 2. Lehr du und unterweise mich, ihren Früchten. Daß ich den Vater fenne, Daß 8. Herr, durch den Glauben ich, o Christus Jesus, dich Den wohn in mir, Laß ihn sich immer Sohn des Höchften nenne, Und stärken, Daß er sei fruchtbar für den, der uns zum Himmel weist, und für Und reich an guten WerDes Vaters und des Sohnes Geift ken, Daß er sei thätig durch die Mit gleicher Ghrfurcht preise. Lieb, Mit Freuden und Geduld 3. Laß mich vom großen Gna- stch üb, Dem( Nächsten treu zu denheil Das wahr' Erkenntniß fin- dienen. den, Wie der nur an dir habe 9. O rüste mich mit deiner Theil, Dem du vergibst die Sün- Kraft, Daß ich bis an mein Ende den; Hilf, daß ich's such, wie mir Stets übe gute Ritterschaft, 3u getährt, Du bist der Weg, der dir allein mich wende; Daß ich in mich recht führt, Die Wahrheit meiner letzten Noth Des Glauund das Leben. bens Ziel durch deinen Tod, Die Seligkeit erlange. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort, Ins Herze es wohl faffe, 10. Herr Jesu, der du angeDaß fich mein Glaube immerfort zündt Das Fünflein in mir SchwaAuf dein Verdienst verlaffe, Daß chen, Was sich vom Glauben in zur Gerechtigkeit auch werd, Weil mir. findt, Das wollst du stärker ich von Sünden bin beschwert, machen. Was du gefangen an, Dein Tod mir zugerechnet. vollführ Bis an das End, daß 5. Mein Glaube, Sesu, tröfte dort bei dir auf Glauben folgt sich Des Bluts, das du vergos- das Schauen. Mel. Die Heilsordnung. 221 denthrone, Sezzt Liebe gegen Haß; Mel. O Gott, du frommer Gott. Wer gläubig dies verehrt, Wird 360. Verfuchet euch doch bald zur Liebe entflammt, Die selbst, Ob ihr im allen Haß verzehrt. Glauben stehet. Ob Chriftus in 7. Was uns nun Gott gethan, euch ist, Ob ihr ihm auch nach- Soll uns vor Augen schweben. gehet; Ob ihr auch in Geduld, Droht uns der Feind den Tod: In Sanftmuth, Freundlichkeit, In Wir zeigen ihm das Leben; Flucht Lieb dem Nächsten stets Zu dieer, so segnen wir; In Schande, nen seid bereit? Spott und Hohn Ist unser bester Trost Des Himmels Ehrenkron. 8. Schickt Gott zur Prüfung uns Ein schweres Kreuz zu tragen: der helle Morgen, Erweiset seine Der Glaube bringt Geduld, ErKraft, Macht Christo gleich ge- leichtert alle Plagen; Statt Mursinnt, Erneuert Herz und Muth, rens, Ungeduld, Wird das Gebet Macht dich zu Gottes Kind. erweckt, Weil aller Angst und Noth 2. Der Glaube ist ein Licht, Im Herzen tief verborgen, Bricht als ein Glanz hervor, Scheint als 3. Er schöpft aus Christo Heil, Von Gott ein Ziel gesteckt. Gerechtigkeit und Leben, Und will 9. Man lernet durch das Kreuz in Ginfalt es Dem Nächsten wie- Sein Glend recht verstehen; Man der geben. Weil er so überreich füblet Gottes Huld, hält an mit In Christo worden ist, Preist er stillem Flehen, Verzaget an sich die Gnade hoch, Bekennet Jesum selbst, Und trauet Chrifti Kraft, Christ. Fühlt, er sei es allein, Der Muth und Kräfte schafft. 4. Er bofft in Zuversicht, Was Gott im Wort zusaget, Er scheucht 10. Man traut auf sein Verden Zweifel fort, Die Schwer- dienst, Erlanget Geist und Stärke, muth wird verjaget. Sieb, wie In solcher Zuversicht zu üben gute der Glaube bringt Die Hoffnung Werke, Stebt ab vom Eigensinn, an den Tag, Hält Sturm und Flieht die Vermessenheit, Hält Wetter aus, Besteht im Unge- sich in Gottesfurcht Im Glück, mach! in böser Zeit. 5. Aus Hoffnung wächst die 11. So prüfe dich denn wohl, Lieb, Man nimmt aus Gottes Ob Chriftus in dir lebet, Denn Händen Die Fügung freudig an, Chrifti Leben ists, Nach denk der Wie Gott sie uns will senden. Weil Alles uns zum Heil, Zum Besten ist gemeint, Drumt dringt die Liebe durch, Umfasset Freund und Feind. Glaube strebet. Erst macht er dich gerecht, Dann gibt er Freudigkeit, Gewährt dir Licht und Kraft, Die ganz dein Herz erneut. 12. O Herr, vermehr in mir 6. Die Welt war Gottes Feind, Des Glaubens Licht und Stärke. Doch gibt er in dem Sohne Sein Gib, daß er bringe stets Die Frucht eingebornes Kind Zu einem Gna- der guten Werke. Wo Licht ist, geht 222 Gottes Werke und Wohlthaten. jeht der Schein Freiwillig davon wenn ste strauchelten, Beim Vater aus. Du bist mein Gott und Herr, fie vertratest, Ach, unterstüß auch Bewahr mich als bein Haus. jetzt Mein sehnliches Gebet, Und schenke Glaubenskraft Dem, der dich darum fleht. Mel. O Gott, du frommer Gott. 361. Herr, allerhöchster Gott, 7. In deiner Mittlerhand Ift Von dem wir alle Heil und aller Segen; Herr, unGaben, Und was uns nüßlich ist, terstüße mich Auf allen meinen Durch Gnad und Bitten haben, Wegen, Daß ich des Glaubens O steb erbarmend mich In mei- Ziel, Der Seelen Seligkeit Erlange ner Schwachheit an, Weil ich und dich preis' In alle Ewigkeit. nicht, wie ich will, Dir recht ver= trauen kann. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 2. Ich glaube zwar an dich, 362. Stark ist meines Jesu Doch nur mit schwachem Glauben. Hand, Und er wird Oft will die Zweifelsucht mir alle mich ewig fassen, Hat zu viel an Hoffnung rauben. Wer macht das mich gewandt, Um mich wieder Derz gewiß, Als du, o Herr, allein? Laß deine Hülfe doch Von mir nicht ferne sein. loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht, Das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmuth auch 3. O reiche du mir selbst Aus Gefahr, Fürcht ich auch zu unterGnaden deine Hände. Hilf meiner liegen: Christus beut die Hand mir Schwachheit auf, Daß mich nichts dar, Christus hilft dem Schwachen von dir wende. Ist schon, dem stegen. Daß mich Gottes Huld Senfforn gleich, Mein Glaube noch versicht, Das ist meine Zuversicht. sehr klein, So laß ibn doch bei mir In stetem Wachsthum sein. 3. Wenn der Kläger mich verElagt, Christus hat mich schon ver4. Gib, daß die Zuversicht In treten; Wenn er uns zu sichten meinem Geist sich mehre, Daß du wagt, Christus hat für mich ge mein Vater seist, Und ich dir beten. Daß mein Mittler für mich angehöre, Daß alle meine Schuld spricht, Das ist meine Zuversicht. Von dir vergeben sei, Damit mein Herz sich dein, Als seines Gottes freu. 4. Würd es Nacht vor meinem Schritt, Daß ich keinen Ausgang wüßte, Und mit ungewissem Tritt 5. Mach diese Zuversicht In Ohne Licht verzagen müßte: Chrimir, o Gott, so kräftig, Daß ich stus ist mein Stab und Licht, mein Lebenlang In deinem Dienst Das ist meine Zuversicht. geschäftig, Und stets beslissen sei, 5. Mag die Welt im Mißges 3u thun, was dir gefällt; So schick Beben oder ängstlich klagen, hab ich, Gott, in dir Den Himmel auf der Welt. Ohne Halt ist all ihr Glück, Wahrlich, ste hat Grund zu zagen. Daß 6. Mein Heiland, der du einst mein Anker nie zerbricht, Das ist Für deine Jünger bateft, Und, Imeine Zuversicht. 6. Will Die Heilsordnung. 223 6. Will der Herr durch strenge 3ft feft, mag auch die Welt verZucht, Mich nach seinem Bild ge- gehen. Sein Siegel ist des Mitte stalten, Dennoch will ich ohne lers Blut Und dessen glorreich Flucht Seiner Hand nur stille bal- Auferstehen. O Glaube, du, des ten. Er übt Gnad auch im Gericht, Das ist meine Zuversicht. Christen schönster Ruhm! Wie selig, wer dich hat zum Eigenthum! 2. Ich kannte nicht den Weg zum Heil, Mein Auge deckten dichte Hüllen, Nur Wahn und Irrthum war mein Theil, Nichts konnte meine Sehnsucht stillen, Bis ich das Wort des ewgen Lebens fand, Das Himmelslicht, vor dem die Nacht verschwand. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts; Wer will diesen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbst versprichts, Sollt ich seinem Wort nicht glauben? Jesus läßt mich ewig nicht, Das ist meine Zuversicht. Mel. Freu dich sehr, o meine. 363. eid gesegnet, beilge Stunden, Wo mich 3. Daß mich bei meiner Sünden Schuld Nicht Furcht und meine Schuld betrübt, Wo ich blick Zweifel ganz verzehren, Daß ich) auf Jesu Wunden, Fühle, wie er vertrau des Vaters Huld: Dies mich geliebt! Dann entweicht der dank ich Jefu heilgen Lehren. Ich 3weifel Heer, Furcht bedränget weiß, ich bin versöhnet durch sein mich nicht mehr, Und der Geist Blut, Und fühl im Herzen Zuder Kraft und Wahrheit Naht sich versicht und Muth. mir in Himmelsklarheit. 4. Ich war betrübt bis in den 2. Dann entwind ich mich dem Tod, Von Leid und Sorgen rings Staube, Schaue sehnend himmel- umgeben, Mich konnte nicht aus wärts; Auf zu Gott schwingt sich tiefer Noth Der Freunde Rath mein Glaube, Betend öffnet sich und Trost erheben. Der Glaube mein Herz, Christi Geist durch- nur hat stets mit seiner Macht bringet mich, und vertritt mich Ein neues Leben in mir angefacht. kräftiglich. Bald strömt Friede, 5. Erhalte mir, o Gott, dein Heil und Segen Mir von Gottes Wort, Als meines Lebens höchste Thron entgegen. Freude; Es sei mein Troft, mein 3. Aber der verlornen Tage Sind Licht, mein Hort, Mein letztes noch immer gar zu viel, Wo ich Labsal, wenn ich scheide. Dort müd am Abend klage: Heute keinen oben noch will ich dich, Herr, erSchritt zum Ziel! Das ist noch der höhn, Daß mir so großes Heil Geist der Welt, Der mich so gefan- durch dich geschehn. gen hält. Diese Knechtschaft, Herr, zerstöre, Daß ich ganz dir angehöre. Mel. 365. Ewigkeit, du Donnerwort. Ich schäme mich des Heilands nicht, Vor froher Zuversicht Mein dankbar beuget. Gott, welch Mel. Preis, Lob, Ehr, Ruhm. 364. Der Grund, auf dem dem voll mein Glaube ruht, Knie sich 224 Gottes Werke und Wohlthaten. nelch ein theures, werthes Wort: Schmerzen ringt, Dann sink ich, Ich, hier dein Kind, dein Erbe dort, Herr, zu deinen Füßen, Und 2Sie mir dein Geist bezeuget, Ich finde, was mir Tröstung bringt. soll durch Jefum Chriftum rein, Dann wird der Glaube mir ein Durch ihn gerecht und selig sein. Licht, Das meines Kummers Nacht 2. Froh fühlt mein Herz die durchbricht. Gotteskraft, Die in der selgen Wis- 2. Du, Heiland, bietest jedem senschaft Von dem Erlöser lieget, Müden Erquickung, Muth und Die alle Kenntniß dieser Welt, Hoffnung an, Und schenfest ihm Und was sie Reizendes enthält, den innern Frieden, Den ihm die Unendlich überwieget. Mein größ- Welt nicht geben kann. Durch tes Glück, mein höchster Ruhm dieses Friedens Kraft erfreut, Wird Ist Jesu Evangelium. ihm der Glaube Seligkeit. 3. Auf ewig ists mein bestes 3. Auch wenn wir zweifelnd Theil, In keinem Andern hab ich oft uns grämen, Wenn Kleinmuth Heil Und Kraft zum ewgen Leben; unsern Geist verstimmt, Willst du Vergebung meiner Sündenschuld, uns Schwache nicht beschämen, Der Beifall Gottes, seine Huld So lang ein Funke Glaubens Ist mir durch ihn gegeben. Ich glimmt; Du fachst ihn an, du steh im Glauben, bin ein Christ, nähreft ihn, Und bald wird er An dem nun nichts verdammlich ist. von Neuem glühn. 4. Mir widerfuhr Barmherzig4. Du stärkst die schon gesunkkeit, Mit himmlischer Zufriedenheit nen Hände, Du stärkst des Lohnt Gott mir schon hienieden. matten Kämpfers Fuß, Gibst Sch bete voller Zuversicht, Mich der Versuchung solch ein Ende, schreckt kein Tod und kein Gericht, Daß unser Dank dich preisen Mein Geist fühlt Gottes Frieden. muß. Du führest durch Gott, ewig ist mein Herz nun dein, lind ewig deine Gnade mein. die Prüfungszeit Uns hin zu deiner Herrlichkeit. 5. Ich weiß, worauf mein 5. Des Glaubens Kraft ist Glaube ruht, Nichts raubt mir unsre Stärke, Er überwindet eine meinen Trost und Muth, Nicht Welt, Und wirket in uns Gottes Leiden, nicht Gefahren. Durch den Werke, Und Tugend, die ihm ich Alles hier vermag, Du, Gott, wohlgefällt; Und jeder Sieg, den mirst mir auf jenen Tag Mein er uns schafft, Belebt das Herz Erbtheil wohl bewahren. Ja du, mit neuer Kraft. der mich berief, bist treu; Hilf, daß ichs auch im Glauben fei. 6. Verleih, o Herr, mir diesen Glauben, Laß ihn in Liebe. thätig sein. Nichts müsse dieses Heil mir rauben, Fern bleibe jeder Mel. Wer nur den lieben Gott. 366. Wenn heiße Thrä- Heuchelschein. Dann werd auch nen mir entflie- ich in jener Welt Den Auserforßen, Mein Herz mit Angst und nen zugesellt. Mel. Die Heilsordnung. 225 Mel. Mein Salomo. Se mehr wird es zur Heiligung erweckt. 367. Mein Friebefürst, Dein 6. Wenn sich in dir Des Höchfreundliches Regie- ften Klarheit spiegelt, Die Freundren Stillt alles Weh, das meinen lichkeit von seinem Angesicht, So Geist beschwert. Wenn sich zu dir fängt das Leben an, aus Nacht mein blödes Herze kehrt, So läßt wird Licht, Das Heimliche der sich bald dein Friedensgeist verspü- Weisheit wird entstegelt, Ja selbst ren. Dein Gnadenblick zerschmelzet dein Herz zu Gottes Bild vermeinen Sinn, Und nimmt die klärt, Und alle Kraft der Sünde Furcht und Unruh von mir hin. abgewehrt. 2. Gewiß, mein Freund Gibt 7. Was dem Geset Unmöglich solche edle Gaben, Als alle Welt war zu geben, Das schafft alsmir nicht verschaffen kann. Schau dann die Gnade selbst in dir, an die Welt, schau ihren Reich Sie wirket Luft zur Heiligkeit thum an, Er kann ja nicht die schon hier, Und ändert nach und müde Seele laben. Mein Jesus nach dein ganzes Leben, Indem kann's, er thut's im Ueberfluß, sie dich aus Kraft in Kräfte führt, Wenn alle Welt sich arm beken- Und mit Geduld und Langmuth nen muß. dich regiert. 3. O süßer Freund, Wie wohl 8. Möcht ich nur stets Auf ist dem Gemüthe, Das im Geseß dich, mein Heiland, schauen! Be= sich schwer ermüdet hat, Und nun suche mich, du Aufgang aus der zu dir, dem Seelenleben, naht, Höh, Daß ich das Licht in deinem Und schmeckt in dir die wunder- Lichte seh, Und könne feftiglich füße Güte, Die alle Angst, die der Gnade trauen. Kein Fehler alle Noth verschlingt, Und unsern sei so groß und schwer an mir, Geist zu sanfter Ruhe bringt. Der meinen Blick, o Herr, von 4. Mein trauter Freund, Wenn dir abführ. deiner Liebe Zeichen Dies arme 9. Wenn meine Schuld Mich Herz so lind und warm durchgeha, vor dir niederschläget, Wenn sie Fühl ich in mir ein reines Licht den Geist der Kindschaft in mir entstehn, Darin ich kann das Va- dämpft, Wenn das Gesetz mit terherz erreichen; Darin die Seele meinem Glauben kämpft, Und launur Vergebung spürt, Und eine ter Angst und Furcht in mir erGnadenfluth die andre rührt. reget: So laß mich doch dein Mutterherz dann sehn, Und neue Kraft und Zuversicht entstehn. 5. Je mehr sich dann Das Herz zum Vater kehret, Je mehr es Kraft und Seligkeit genießt, 10. So ruh ich nun, Mein So daß es ganz der Eitelkeit ver- Heil, in deinen Armen, Du selbst gist, Die sonst den Geist gedäm- follft mir wein ewger Friede sein, pfet und beschweret. Je mehr das Sch hülle mich in deine Gnade Herz des Vaters Liebe schmeckt, ein, Mein Element ist einzig dein P Erbarmen 226 Gottes Werke und Wohlthaten. Erbarmen. Und weil du mir 6. Nichts, nichts kann mich mein Ein und Alles bist, Hab verdammen, Nichts raubt mir meiich genug, wenn dich mein Geist nen Muth, Die Höll und ihre genießt. Flammen Tilgt Jesu Christi Blut. Kein Urtheil mich erschrecket, Rein Unheil mich betrübt, Weil mich Mel. Christ, Alles, was dich kränket. 368. t ft Gott für mich, so mit Flügeln decket Mein Heiland, trete Gleich Alles der mich liebt. wider mich! So oft ich sing und 7. Sein Geist wohnt mir im bete, Stärkt meine Seele sich. Herzen, Regieret meinen Sinn, Hab ich das Haupt zum Freunde, Vertreibt mir Sorg und SchmerBin ich geliebt von Gott: Was zen, Nimmt allen Kummer hin, schaden mir die Feinde, Was acht Gibt Segen und Gedeihen Dem, ich ihren Spott? was er in mir schafft, Hilft mir das Abba schreien Aus aller mei ner Kraft. 2. Ich weiß und glaub es feste, Ich rühm' es ohne Scheu, Daß Gott, der Höchst und Beste, Mein 8. Und wenn an meinem Orte Freund und Vater sei. Weil er in Sich Furcht und Schwachheit find't, allen Fällen Mir will zur Rechten So seufzt und spricht er Worte, stehn, So werd in Sturm und Die unaussprechlich sind; Sie töWellen Ich niemals untergehn. nen nicht vom Munde, Sind aber Gott bewußt, Der an des Herzens Grunde Erstehet seine Lust. 3. Der Grund, drauf ich mich gründe, Ist Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde 9. Sein Geist spricht meinem Das ewge, wahre Gut. An mir Geiste Manch süßes Troftwort zu, und meinem Leben Ist nichts auf Wie Gott dem Hülfe leiste, Der dieser Erd; Was Christus mir bei ihm suchet Rub, Und wie er gegeben, Das ist der Liebe werth. bat erbauet Dort eine neue Stadt, 4. Er ist mein Ruhm und Wo Aug und Herze schauet, Was Ehre Und meines Glaubens Licht; es geglaubet hat. Wenn er nicht in mir wäre, Hätt 10. Da ist mein Theil und ich den Frieden nicht. Ich könnte Erbe Mir prächtig zugericht't; nimmer stehen Vor Gottes Ster- Wenn ich einst fall und sterbe, nenthron, In Angst müßt ich ver- Fällt doch mein Himmel nicht. gehen Vor des Gesetzes Drohn. Verseufz ich auch hienieden Mit 5. Mein Jesus hat zerstöret, Thränen manche Zeit, Mein Herr Was mit sich führt den Tod, Er mit seinem Frieden Versüßet alles ist's, der Huld gewähret, Mich Leid. führt aus aller Noth. In ihm 11. Wer sich mit dem verbinkann ich mich freuen, Hab einen det, Den diese Welt noch haßt, Heldenmuth, Darf das Gericht Der wird verfolgt und findet Sein nicht scheuen, Wie sonst ein Sün- Theil von Noth und Last. Er der thut. muß fie dulden, tragen, Geräth in Spott Die Heilsordnung. 227 Spott und Hohn, Erfährt des Ter Schlund, Und wenn mein Herz Kreuzes Plagen, Die seiner Seele fich tief betrübte, Wem that ich drohn. meine Sorgen fund? 12. Das ist mir nicht verbor- 2. Ginsam verzehrt von heißem gen, Doch bin ich unverzagt, Gott Sehnen, Erschien mir nächtlich will ich lassen sorgen, Dem ich jeder Tag, 3ch folgte nur mit mich zugesagt. Es foste Leib und heißen Thränen Dem weiten Lauf Leben, und alles, was ich hab, des Lebens nach. Ich fände UnAn dir will ich fest kleben, und rub im Getümmel Und hoffnungsnimmer lassen ab. losen Gram zu Haus. Wer hielte 13. Mag mich die Welt ver- ohne Freund im Himmel, Wer kennen, Du liebst mich ewiglich. hielte da auf Erden aus? Kein Leiden soll uns trennen, Herr 3. Hat Christus sich mir fund Jesu, dich und mich. Kein Hun- gegeben, und bin ich seiner erst ger und kein Dürsten, Kein' Armuth, keine Bein, Kein Zorn der großen Fürsten Soll mir zur Hindrung sein. gewiß, O dann verzehrt ein lichtes Leben Die bodenlose Finsterniß. Nun schau ich erst des Chriften Würde, Mein Schicksal wird verflärt durch ihn, Und leichter trag ich jede Bürde, Seh in der Wüste Rosen blühn. 14. Rein Engel, feine Freuden, Kein Thron, fein' Herrlichkeit, Kein Lieben und kein Leiden, Kein' Angst, kein Herzeleid, Was man 4. Das Leben wird zur Lienur fann erdenken, Es sei flein besstunde, Die neue Welt spricht oder groß, Der keines soll mich Lieb und Lust, Und Balsam lenken Aus deinem Arm und träuft in fede Wunde, Und frei Schooß. und voll flopft jede Brust. Für 15. Mein Herz ist voller Freude alle seine tausend Gaben Bleib Und kann nicht traurig sein. Ich ich sein demuthsvolles Kind, Geweiß von keinem Leide, Seh| wiß, ihn unter uns zu haben, lauter Sonnenschein. Die Sonne, Wenn zwei auch nur versammelt die mir lachet, Bist du, Herr sind. Jesu Christ; Das, was mich 5. O geht hinaus auf allen fröhlich machet, 3st, was im Wegen, Und holt die Irrenden Himmel ist. herein. Streckt jedem eure Hand entgegen, Und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, Im Glauben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubens ich ohne dich, Herr, sein? Zu mit uns werden, Auch denen ist Furcht und Aengsten außerlesen, er aufgethan. Mel. Die Tugend wird durchs. 369. Was wär ich ohne dich gewesen? Was würd Ständ ich in weiter Welt allein. 6. Sin alter, schwerer Druck Nichts wüßt ich sicher, was ich der Sünde War fest auf unser liebte, Die Zukunft wär ein dunk- Herz gebannt; Wir irrten in der P* Nacht Gottes Werke und Wohlthaten. 228 Nacht wie Blinde, Von Neu und Luft zugleich entbrannt. Ein jedes Eigene Melodie. Werk schien uns Verbrechen, Der 370. Mein Jeſu, dem die 3m nur zu Und schien der Himmel uns zu sprechen, So sprach er nur von Tod und Bein. 7. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, Gab sich der Angst der Sünde hin, Und wards in unserm Geiste helle, So war nur Unruh der Gewinn. Der Sinne Lust hielt Glanz der höchsten Majestät, Selbst mit bedecktem Antlitz dienen, Wenn dein Befehl an fte ergebt, Reich deine Gnade meiner Seele, Die reuerfüllt vor dir sich beugt, Vor deiner Herrlichkeit sich neigt; Sprich: ja, du bist's, die ich erwähle. 2. O gönne meinen Glaubensan der Erde Die bebenden Ge- blicken Den Eingang in dein Heiligfangnen fest; Furcht vor des Todtenrichters Schwerte Verschlang der Hoffnung Ueberreft. thum, Und laß mich deine Gnad erquicken, Zu meinem Heil und deinem Ruhm. Ich weiß, du kannst 8. Da kam ein Heiland, ein mich nicht verstoßen; Wie könntest Befreier, Ein Menschensohn, voll du nicht gnädig sein Mir, den Lieb und Macht, Und hat ein all- dein Blut von Schuld und Bein belebend Feuer In unsern Herzen Erlöst, als es so reich geflossen? angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen, Als unser altes Vaterland, Wir konnten glauben, lieben, hoffen, Und fühlten uns mit Gott verwandt. 3. Ach, laß mich deine Weisheit leiten, Und nimm ihr Licht nicht von mir weg. Stell deine Gnade mir zur Seiten, Daß ich auf dir geweihtem Weg Beständig bis ans 9. Seitdem verschwand die Noth Ende wandle; Damit ich hier in der Sünde, Und fröhlich wurde dieser Zeit, In Lieb und Herzensjeder Schritt; Der Eltern Liebe freudigkeit, Nach deinem Wort gab dem Kinde Ins Leben diesen und Willen handle. Glauben mit; Durch ihn geheiligt 4. Reich mir die Waffen aus jog das Leben Vorüber, wie im der Höhe, Und stärke mich durch Morgenlicht, Und, ewger Lieb und deine Macht, Daß ich im Glauben Luft ergeben, Bemerken wir den Abschied nicht. steg und stehe, Wenn Stärk und List der Feinde wacht. So wird 10. Noch steht in wunderbarem dein Gnadenreich auf Erden, Darin Glanze Der heilige Geliebte hier, Gerechtigkeit regiert, Und Lieb und Gerührt von seinem Dornenkranze Huld das Zepter führt, Auch von Und seiner Treue, weinen wir. mir ausgebreitet werden. Ein jeder Mensch ist uns willkommel. Alle Menschen müssen sterben. men, Der seine Hand mit uns ergreift, In seinen Bund mit auf- 371. Schweiget, bange Zweis genommen Zur Frucht des Paradieses reift. fel, schweiget! Mein Erbarmer ist getreu, Und sein Geift in Die Heilsordnung. 229 in mir bezeuget, Daß ich Gott Chrift, Er, der auch für mich ge= versöhnet sei. Mir drohn nicht der storben, Auch für mich erstanden Hölle Flammen, Und will mich ist; Der zur Rechten Gottes mein Herz verdammen, Dennoch sizzet, Auf mich steht, mich machtäuscht mich nicht sein Schmerz: Gott ist größer als mein Herz. tig schützet, Mich vertritt, mich nie verstößt, Mich aus aller Noth 2. Er, der das Verborgne ken- erlöft. net, Kennt auch mich, und weiß 7. Trotz der Welt und ihres allein, Wie das Herz von Sehn- Spottes, Troß der Höll und ihrer sucht brennet, Ganz sich seinem Wuth! Mir bleibt doch die Liebe Dienst zu weihn; Schaut den Gottes, Hält mich feft in treuer Kummer meiner Seele, Der mich Hut. Was will je von ihm mich beugt, so oft ich fehle, Und nicht scheiden? Nein, ich werd in allen meiner Zweifel Wahn, Meinen Leiden Mehr als bloß geduldig sein, Glauben steht er an. Mich vor Gott auch ihrer freun. 3. Und wie nie sein Urtheil wanket, Wankt auch nie sein ewger Rath. Nühmt, o Christen, danfet, danket! Groß ist, was er an uns that. Uns, den Sündern, den Verlornen, Gab er seinen Gingebornen; Wahrlich, Alles, Alles gibt Er, der uns im Sohne liebt. 4. Mir auch ist sein Sohn gegeben, Durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben, und in ihm einst selig sein. Mich sah Gott von seinem Throne, Mich erwählt er in dem Sohne, Eh noch seiner Allmacht Ruf Mich und alle Wesen schuf. 8. Laß denn rauhe Wetter stürmen! Alles um mich her sei Nacht! Gott, mein Gott, wird mich beschirmen, Der für meine Wohlfahrt wacht. Ob ich lang auch bülflos bliebe, Leitet doch mich seine Liebe Durch die Nacht, drum fürcht ich nichts, In die Wohnungen des Lichts. 9. Reichthum sucht zwar zu bethören, Hinzuziehn zu niederm Geiz, Blendend ist der Glanz der Ehren, Süß der Wolluft falscher Reiz; Schlüpfrig sind des Glückes Pfade, Schmeichelnd ist der Hohen Gnade. Schmeichlerlob führt leicht von Gott, Und noch leichter bittrer Spott. 5. Wer will ferner den verklagen, Den Gott selber auserwählt, 10. Dennoch weiß ich: Schmerz Wer darf zu verdammen wagen, und Freuden, Tod und Leben, Den er zu den Seinen zählt? Lob und Schmach Werden mich Hier ist Gott, nichts fann mich von Gott nicht scheiden; Gott ist schrecken, Seine Gnade will mich stark, bin ich auch schwach. Gunst decken; War ich gleich der Sünde der Großen, Haß der Feinde, Knecht, Er, mein Gott, spricht Lockungen der falschen Freunde, mich gerecht. Nichts erschüttert meine Treu, Gottes Liebe steht mir bei. 11. Feft im Glauben will ich halten, 6. Theuer bin ich ihm erworben, Heil mir, hier ist Jesus 230 Gottes Werke und Wohlthaten. halten, Wird auch alles mir ge- 4. Nun laß die Tiefen immer raubt; Gottes Gnade laß ich wal- brausen, Es wüthe ungestüm daß ten, Und erhebe froh mein Haupt. Meer! Ich sehe ohne Furcht und Gnug, daß meiner der gedenket, Graufen Auf aller finstern Mächte Der mir seinen Sohn geschenket, Heer. Ihr werdet mich nicht mehr Und mich nimmermehr verläßt. erschrecken, Der Schild des GlauDieser Fels bleibt ewig fest. bens wird mich decken Auch in der allerschwersten Zeit. Laß Erd und Himmel selbst vergehen, Der Fels, auf dem ich ruh, bleibt stehen, erreichet, Worauf mein Und mit ihm meine Seligkeit. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 372. So hab ich nun den Fels Glaube sicher ruht, Den Fels, der keinen Stürmen weichet, An dem Eigene Melodie. sich bricht die wilde Fluth; Sin 373. Es ist das Heil uns Fels, an dem die Macht der kommen her Vons Höllen Doch endlich kraftlos muß Güt und lauter Gnaden, Die zerschellen, Schließt mich in seine Werk vermögen nimmermehr 3 Klüfte ein. Mein Herz, verbanne Furcht und Grauen! Auf diesen Felsen kannst du trauen, Hier wirst du ewig sicher sein. beilen unsern Schaden. Der Glaub steht Jesum Christum an, Der bat genug für uns gethan, Er ist der Mittler worden. Es war mit uns verloren. 2. Mich warf die Menge meiner 2. Da man, was Gott geboten Sünden Wie ein empörtes Meer hat, 3m G'setze nicht konnt' halherum, Ich ward ein traurig Spiel ten, Erhob sich Zorn und große den Winden, Ward des Verderbers Noth Vor Gott so mannigfalten: Eigenthum. Mir drohte mein be- Vom Fleisch wollt nicht heraus der fleckt Gewissen Mit grauenvollen Geist, Den Gott erfordert allermeist; Finsternissen, Mit unaussprechlich großer Noth; Ich schwebt auf diesen 3. Es war ein falscher Wahn wilden Wellen Verzweifelnd an dem dabei, Gott hätt' sein G'setz ges Rand der Höllen, Und rang mit geben, Als ob wir möchten selber Leben und mit Ted. frei Darnach vollkommen leben; 3. Doch mitten in den To- So ist es nur ein Spiegel zart, desnöthen Erblickte Jesus meinen Der uns zeigt an die sünd'ge Art, Schmerz; Es drang mein thränen- In unserm Fleisch verborgen. volles Beten In des Versöhners 4. Nicht möglich war's, dieselb liebend Herz. Er half mir, stärkte Unart Aus eignen Kräften laffen, meinen Glauben, Den mir der Zwei- Wiewohl es oft versuchet ward, fel wollte rauben, Und nun erquickt Doch mehrt' sich Sünd' ohn Maßen. mich Freud und Ruh. Wie groß ist, Sie nahm Ursache am Gebot, Das Jefu, dein Erbarmen! Wie sanft dräute mir den ew'gen Tod, Weil ruh ich in deinen Armen! Wer ich der Sünde diente. tröstet, wer erfreut, wie du? 5. Noch muß das G'setz erfüllet fein, Die Heilsordnung. 231 sein, Sonst wär'n wir All ver- rauben. Doch macht allein der dorben; Drum schickt Gott seinen Glaub gerecht, Die Werke find des Sohn herein, Der für uns ist Nächsten Knecht, Den Glauben gestorben. Das ganz' Gesetz hat dran zu merken. er erfüllt, Damit sein's Vaters 11. Die Hoffnung harrt der Born gestillt, Der über uns ging rechten Zeit, Was Gottes Wort Alle. zusaget, Wann das geschehen soll 6. Und weil es nun erfüllet ist zur Freud, Sett Gott kein Ziel Durch den, der es konnt halten, noch Tage; Er weiß wohl, wann's So lerne jetzt ein frommer Christ am Besten ist, Und braucht, an Des Glaubens recht Gestalten. uns nicht arge List, Deß soll'n Nicht mehr, denn: lieber Herre wir ihm vertrauen. mein, Dein Tod wird mir das 12. Ob sich's anließ, als wollt Leben sein, Du haft für mich be- er nicht, Laß dich es nicht er= zablet. schrecken, Denn wo er ist am 7. Daran ich keinen Zweifel Besten mit, Da will er's nicht trag, Dein Wort kann nicht be- entdecken. Sein Wort laß dir ge= trügen, Nun sagst du, daß kein wisser sein, Und ob dein Herz Mensch verzag, Das wirst du spräch lauter: nein! So laß dir nimmer lügen: Wer glaubt an doch nicht grauen. mich, und wird getauft, Dem ift 13. Sei Lob und Ehr mit der Himmel schon erkauft, Daß hohem Preis, Um dieser Gutthat er nicht werd verloren. willen, Gott, Vater, Sohn und 8. Der ist gerecht vor Gott heilgem Geift! Der woll mit Gnad allein, Der diesen Glauben faffet, erfüllen, Was er in uns begonnen Der Glaub gibt uns von ihm hat Zu ehren seiner Majestät, den Schein, So er die Werk Geheiligt sei sein Name. nicht lässet. Der Glaub ist wohl 14. Sein Reich zukomm, sein mit Gott daran, Du mußt auch Will auf Erd G'scheh wie ins lieben Jedermann, Bist du aus Himmels Throne. Das täglich Gott geboren. Brod uns heute werd, Und unsrer 9. Die Sünd wird durchs Ge- Schuld verschone, Als wir auch seg erkannt, Schlägt das Gewiffen unsern Schuldnern thun; Laß uns nieder, Das Evangelium kommt nicht in Versuchung nun, Lös zur Hand, Und stärkt den Sünder uns vom Uebel. Amen. wieder. Es spricht: eil nur zum Kreuz herzu, Im G'setz ist weder Mel. Zu dir ich mein Herz erhebe. Raft noch Nuh, Mit allen seinen will und gar Werken. 374. Snicht zweifeln, In 10. Die Werke kommen g'wiß- der guten Zuversicht Zu dir, Jeſu, lich her Aus einem rechten Glau- trotz den Teufeln! Was mein Gott ben; Denn das kein rechter Glaube will, das geschicht. Wenn die Himwär, Dem man die Werk wollt mel schon vergehn, Dieses Wort bleibt 232 Gottes Werte und Wohltbaten. Bleibt ewig feste: Soll die Erd( und Tröfter meiner Seelen, Mir auch nicht bestehn, Mein Erlöfer Erquickung fehlen. bleibt der Beste. 2. Deinem Rath ergeben, Freu 2. Du haft mir ins Herz ge- ich mich zu leben. Was du willst, schrieben, Allerhöchster Gottes ist gut. Nichts vermag ich Schwa Sohn, Daß du mich wirst ewig cher, Du, mein Seligmacher, Rüts lieben, Mich, mich Asche, Staub flest mich mit Muth. Wenn die und Thon. O du große Majestät, Welt erbebt und fällt, Wenn Ges Wer kann deine Liebe fassen, Die richt und Hölle schrecken, Willst wie Felsen ewig steht, Und den du mich bedecken. Sünder nicht fann lassen! 3. Ich kann ohne Grauen 3. Deine Gnad hat angefangen Gräber vor mir schauen, Mein Dieses gute Werk in mir, Daß Erlöser lebt. Ich weiß, wem ich ich freudig fann gelangen Zu der glaube, Weiß, daß aus dem schmalen Himmelsthür. Du wirst Staube Mich sein Arm erhebt. mich auch lassen ein, Du, der Todestag, dein Schrecken mag Weg, die Thür, das Leben, Alles Eines Frevlers Herz erschüttern, wirst du mir dann sein, Wenn du Was brauch ich zu zittern? dich mir selbst wirft geben. 4. Auch in mir ist Sünde, Doch 4. Laß die Lampe meiner Seele, ich überwinde Sie, mein Hort, Schönster Himmels- Bräutigam, durch dich. Sink ich oft noch Brennen von dem Glaubensöle, nieder, Du erhebst mich wieder, Wenn du kommst, o Gotteslanm, Du begnadigst mich. Deine Huld In der letzten Mitternacht, Da tilgt meine Schuld. Nie entziehst man wird Posaunen hören. Selig, du deinem Knechte Der Erlöften welcher munter wacht, Wenn sich Rechte. Alles wird verkehren. 5. Daß ich Gott erkenne, Und 5. Nun, ich weiß, Gott wird ihn Vater nenne Und mich ewig vollführen Was er angefangen sein, Daß ich hier am Grabe hat, Jesus wird mich auch regie- Troft und Hoffnung habe, Dank ren Durch des Geiftes Wunder- ich dir allein. Daß dein Geist mich that, Bis Jehovah ganz allein, unterweist, und mich führt auf ( Sr, das dreimal beilge Wesen, Wird mein Theil und Erbe sein, Dann wird meine Seel genesen. deinem Pfade, Das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und Leben Für mich hingegeben, Daß in meiner Noth Ich nicht hülflos bliebe, Groß ist deine Liebe, Stärker als der Tod, Herr, und ich, ich sollte mich Deiner Huld nicht dankbar Machst du meinen Geift! Alle, freuen, Dir mein Herz nicht weiben? die dir trauen, Führst du zu den 7. Würdig dir zu leben, Dies Auen, Wo du sie erfreuft. Nie- sei mein Bestreben, Meine Luft mals wird bei dir, o Hirt, Freund und Pflicht. Was die Welt ver Sund gnüget, Mel. Jesu, meine Freude. ie getroft und heiter, 375. W Du Gebenedeiter, Die Heilsordnung. 233 gnüget, mein Heil, das gnüget nicht in Allem völlig bleibt, Der Meiner Seele nicht. Hab ich dich, ist verflucht, wie Moses schreibt: wie gern will ich Das, wornach Thu das, so wirst du leben. die Heiden trachten, Reich in dir verachten. 3. Nun haben wir den ersten Bund Wie Adam überschritten, 8. Macht ein Gut der Erde, Erfahrung lehret alle Stund, Daß Daß ich glücklich werde Durch Zu- wir dein Recht beftritten. Wir friedenheit? Sind nicht auch die bleiben also in dem Tod, Wo nicht Ehren, Die die Welt bethören, ein Bürg in dieser Noth Ein göttTraum und Eitelkeit? Du erfreuft lich Mittel findet. des Menschen Geist. Herr, du willft, die dich verehren, Ewig wieder ehren. 4. Wahrhaftige Gerechtigkeit Ift leider ganz verscherzet, Die Schlang hat in der ersten Zeit Betrogen, ach, das schmerzet. Herr Jeſu, nimm dich unser an, Du bist der ich dort? Unbegränzte Zeiten, Vol- Gott, der helfen kann, Und darum ler Seligkeiten, Hoff ich auf dein Mensch geworden. Wort. Die sind mein, durch dich 5. Herr, unsere Gerechtigkeit, allein; Bleib ich dir getreu im Die nur vor Gott bestehet, Bift Glauben, Wer kann sie mir rauben? du allein; du bist bereit, Zu rufen: auf mich sehet! Darum mein 10. Voll Voll von deiner Güte Glaube zu dir spricht: Mein Gott Jauchzet mein Gemüthe, Gott, und Herr, verlaß mich nicht, Wenn mein Heiland, dir. Dieser Geist meine Sünd mich fränket. der Freuden Stärke mich im Lei9. Deinen hohen Frieden Schmeck ich schon hienieden; Und was hoff den, Weiche nie von mir! Laß Mel. Jesu, meines Lebens. mich so beherzt und froh Einst 377. Schöpfer aller Mendurchs Thal des Todes dringen, Dort dein Lob zu singen. schenkinder, Großer Richter aller Welt! Sieh, hier wird ein armer Sünder Vor dein streng Gericht gestellt, Der in 376. Wer er kann vor dir, o Sünden ist geboren, Der dein, EbenMel. Aus tiefer Noth schret ich. Herr, bestehn? Es bild verloren, Der mit Sünden ist mit uns verloren, Wenn du sich befleckt, Der in tiefen Schulwillst ins Gericht einst gehn. Mit den steckt. denen, die geboren. Wir können 2. Mein Gewiffen, das mich ja auf tausend nicht Ein Wörtlein quälet, Deine Strafgerechtigkeit, bringen an das Licht; Es heißt: Dein Gefeß, das nichts verhehlet, Du bist verfluchet. Sammt dem Satan, stehn bereit, 2. Unmöglich ist nun, daß man Meine Seele zu verklagen; Nichts kann Recht halten dein Gesetze; weiß ich darauf zu sagen, Denn Denn dieses will von Jedermann, ein Zeuge gibt sich an, Der geDaß es kein Mensch verletze. Wer fehn, was ich gethan. 3. Webe 234 Gottes Werke und Wohlthaten. 3. Wehe mir! ich muß verder- chen, Vater, der mich zärtlich liebt, ben, Sehe nichts als Höll und Mittler, der, was ich verbrochen Pein. Frecher Sünder, du mußt Und geraubt, Gott wieder gibt, sterben!" Wird mein strenges Ur- Geist, der mir den Glauben schentheil sein. Es erzittert meine Seele fet, Mich in Jesu Wunden senket, Vor des offnen Abgrunds Höhle; Gott der Gnade, dir sei Ruhm, Wer hilft mir in dieser Noth, Und mein Herz dein Eigenthum. Wer errettet mich vom Tod? 9. Laß mich nun die Sünde 4. Doch, Gottlob! die Furcht hassen, Die das Herz mit Angst verschwindet, Weil sich mir ein beschwert, Hilf mir Alles unterMittler zeigt, Weil sich ein Ver- lassen, Was den theuern Frieden treter findet, Vor dem der Ver- stört. Rein'ge täglich mein Gewiskläger schweigt. O beglückte, theure sen, Laß mich eifrig sein befliffen, Stunden! Gottes Sohn hat seine Mit Verleugnung dieser Welt Das Wunden Und sein blutig Lösegeld zu thun, was dir gefällt. Meinem Richter dargestellt. 5. Richter, stehe meinen BürMel. Nun freut euch, lieben. Siehe die Bezahlung an. 378. n Gottes Reich geht gen, Dieser ließ für mich sich würgen, Niemand ein, Dieser hat genug gethan; Der hat sei denn neu geboren, Sonst ist dein Gesetz erfüllet, Der hat dei- er bei dem besten Schein An Leib nen Born gestillet. Herr, ich glaube, und Seel verloren. Was fleischfteh mir bei, Sprich von Schuld liche Geburt verderbt, In der man und Straf mich frei. 6. Ach, was hör ich? Gnade, Gnade, Gnade schallet in mein 2. Soll man mit Gott, dem Ohr, Und vom finstern Todes- höchsten Gut, Schon hier vereinigt pfade Hebt mich sanft dein Zug leben: Muß er den neuen Geist empor. Gott spricht: ,, Sünder, und Muth Und neue Kräfte geben. du sollst leben! Deine Schuld Denn nur sein göttlich Ebenbild ist dir vergeben! Sei getroft, Ist das, was einzig vor ihm gilt. „ mein lieber Sohn, Komm zu Dies muß er in uns schaffen. meinem Gnadenthron!" 11 3. Ach, Vater der Barmherzig11 nichts als Sünde erbt, Das muß Gott selbst verbessern. 7. Seht, wie sich der Abgrund keit, Was Jesus uns erworben, schließet, Seht, wie sich der Him- Da er zu unsrer Seligkeit Am mel freut, Da das Blut des Lam- Kreuz für uns gestorben, Und wies mes fließet, Da mich die Gerech- der auferstanden ist, So, daß du tigkeit Des vollkommnen Mittlers nun versöhnet bist, Das. laß auch decket. Wer ist, der mich ferner uns genießen. schrecket? Wer ist, der mich nun, verklagt, Und mich zu verdammen wagt? 8. Richter, der mich losgespro4. Wirst du uns durch dein Gnadenwort Und deinen Geist erneuern, So wollen wir dir, treuer Hort, Mit Herz und Mund betheuern: Von Die Heilsordnung. 235 Von nun an nicht in Sicherheit, I stand sei, Und mir erwünschte Vielmehr mit Fleiß, Beständigkeit Hülfe leiste. Gott, stehe mir aus Und Treu vor dir zu wandeln. Gnaden bei, Und gib mir einen 5. Nimm uns, o Vater, gnä- solchen Geist, Der neu, gewiß und dig an; Obgleich wir schnöde Sün- heilig heißt. der Nicht das, was du befiehlst, 4. Doch, da ich meine Schwachgethan, So werden wir doch Kin- heit merke, Mein Vater, so verder, Wenn, uns dein Geist von wirf mich nicht, Und stoß mich Neuem zeugt, Und unser Herz wegen meiner Werke Ja nicht von zum Guten neigt, In Glauben deinem Angesicht. Laß mich hier und in Liebe. in der Gnade stehn Und dort in 6. Dann wollen wir, was du deinen Himmel gehn. uns gibst, Mit fester Treue fassen; 5. Nimm deinen Geist, den Wir wollen dich, weil du uns Geist der Liebe, Doch nun und liebst, nicht aus dem Herzen las- nimmermehr von mir; Ach, leite sen, Daß deine göttliche Natur In mich durch seine Triebe Und seiuns, der neuen Kreatur, Bestän- nen Beistand für und für. Ja dig sei und bleibe. führe du mich durch die Zeit Zu 7. Nun, Herr, laß deine Vater- jener reinen Ewigkeit. huld Uns jederzeit bedecken, Damit uns weder Sündenschuld Noch Mel. Aus meines Herzens Grunde. Zorn und Strafe schrecken. Mach 380. Du Geber guter Gauns der Kindschaft hier gewiß, ben, Und schenk uns einst das Para- höchstes Gut, Den wir zum Va= dies, Das Erbe deiner Kinder. ter haben, Der lauter Gutes thut, Du Ursprung alles Lichts, Von dir muß deinen Frommen Ja alles Mel. Wer nur den lieben Gott, 379. großer Gott, du Gute kommen, Wir selber haben S nichts. reines Wesen, Der du die reinen Herzen dir Zur fteten 2. Laß mein Gebet dich rühren, Wohnung auserlesen, Ach, schaff Das angefangne Werk In mir auch ein reines Herz in mir, Ein Herz, zu vollführen Durch deines Geistes das von der argen Welt Sich rein Stärk; Auf daß ich lauter sei, und unbefleckt erhält. Fest in der Wahrheit stehe, Im 2. Vor Allem mache mein Ge- Wandel richtig gehe und ohne müthe Durch ungefärbten Glau- Heuchelei. ben rein, Und laß es, Herr, durch 3. Gib, daß ich Welt und Sünde, deine Güte In Christi Blut ge- Und Satans Macht und Lift Durch waschen sein. Dann mache mich dich, Herr, überwinde, Der du zur Reinigkeit Des Wandels tüch- mein Helfer bist. Gib, daß ich tig und bereit. ritterlich Um jene Krone ringe, 3. Regiere mich mit deinem Und mir der Sieg gelinge, Denn Geiste, Der mein getreuer Bei- Alles kommt durch dich. 4. Gib 236 Gottes Werke und Wohlthaten. 4. Gib mir den Geift der Liebe, dein Loblied fingen, Stebn um Der Sanftmuth und der Huld, deinen Thron bereit, Freuen sich Den Geist der Demuthstriebe, der Seligkeit, Deinen Willen zu Der Stärke und Geduld, Den vollbringen; Nur der Mensch erGeist, der mich entzünd', Daß fennts oft nicht Für sein Glück ich recht findlich bete, Den Geift, und seine Pflicht. der mich vertrete, Daß ich Erhörung find'. 2. Dir gehorcht mit hoher Wonne Deiner höhern Geister Heer; 5. Gib, daß ich deinen Willen Deine Veste, deine Sonne, Sturm, Von Herzen gerne thu, Denn und Donner, Erd und Meer, Alles biefen zu erfüllen, Bringt wahre dienet deinem Willen, Alles, HöchSeelenrubh. Verleih, daß deine ster, was du schufft, Eilt und drängt Kraft Mich stärk und fester gründe, sich, wenn du rufft, Dein Gebot Bis ich das Leben finde, Daß Je- auch zu erfüllen. Nur der Mensch, fus in mir schafft. der Erdensohn, Spricht oft deinem Willen Hohn. 6. Entzünde meine Triebe, Daß ohne Heuchelei Nur dir und dei- 3. Stolz empört sich seine Seele, ner Liebe Mein Lob geweihet sei. Herr und Schöpfer, wider dich, Herr, bleibe lebenslang, Auch mit- Deinem göttlichen Befehle Widerten in dem Leide, Mein Ruhm segt er frevelnd sich, Läßt sich nicht und meine Freude, Mein Psalm von dir regieren, Folgt vielmehr und Lobgefang. dem eignen Wahn, Wählt sich 7. Wir arme Pilger wallen eine andre Bahn, Die ihn soll Hier als in trüber Nacht. Ach hilf, zum Heile führen, Und geht blind daß wir nicht fallen, Hab immer auf uns Acht. Wenn ich im Straucheln bin, Halt mich in deinen Schranken, Wenn meine Tritte wanken, So gib mich nicht dahin. mit sicherm Sinn Auf verkehrten Wegen hin. 4. Bater, laß uns doch empfin den, Daß uns unser Herz verführt, Und daß jeder Hang zu Sünden 8. Gib, daß ich, gleich den Lauter Angst und Noth gebiert. Müden, Einst sanft entschlafen mag. Mach uns deinen Willen wichtig, Erwecke mich zum Frieden, An Führ auf deine Bahn uns hin, deinem jüngsten Tag. Mach mich Lehr uns jeden Irrweg fliehn, Denn im Himmel froh, Schenk mir, dein Weg allein ist richtig. Gib, o Lebenssonne, Auf ewig deine daß unser Herz dir treu, Unser Wonne, Ja, es geschehe so! Wandel heilig ſet. Mel. Sollt' ich meinem Gott. 381. Gut ut und heilig ist 5. Dann, o Gott, wird hier auf Erden, Wie im Himmel, dein Gebot Stets und froh befolget dein Wille, Wie werden, Weg ist dann der Sünde du selbst es bift, o Gott, Du ge- Noth. Alle, Alle, die dich kennen, beutst, und festlich stille Hört die Werden unterthan dir sein, Wers Schöpfung dein Gebot. Engel, die den deiner sich erfreun, Und dich ihren Die Heilsordnung. 237 ihren Vater nennen. Denn wer 6. O wie thöricht, wenn ich deinen Willen thut, Dem gehts mich Noch verführen ließe, Jeſu, ewig, ewig gut. Mel. Schwing dich auf. 382. Sollt ich jetzt noch, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße; Da ich weiß, auf wessen Wort Ich die Hoffnung gründe, Daß auch ich unfehlbar da mir schon Deine dort Gnad und Leben finde! Güt erschienen, Dich verlassen ,, 7. Nicht das Leben, nicht der Gottes Sohn, Und der Sünde Tod, Nicht Gefahr noch Leiden dienen? Mit den Lüsten dieser Sollen mich, mein Herr und Gott, Zeit Wieder mich beflecken, Und Jemals von dir scheiden. Welt und nicht mehr die Süßigkeit Deiner Sünd und Eitelkeit und des FleiLiebe schmecken? sches Triebe, Alles überwind ich 2. Hab ich doch allein bei dir weit, Herr, durch deine Liebe. Meine Ruh gefunden! Mittler, heiltest du doch mir Meines HerMel. Was mein Gott will. zens Wunden! Drum kann ich nicht 383. Hilf mir, mein Gott, dein Gebot, dem 1 nach dir hassen, und mein Recht an deinen Von Herzen mich verlange, Und Tod nicht mehr fahren lassen. ich dich suche mit Begier, Wenn 3. Nein, ich bin und bleib ein mir wird angst und bange. VerChrist, Will dich treu verehren, leih, daß ich mit Freuden dich Lasse mir nicht Macht noch List In meiner Angst bald finde. Gib Meinen Glauben wehren. Fielen mir den Sinn, daß ich forthin Tausend ab, nicht ich! Mags die Meid alle Schand und Sünde. Welt verdrießen. Sie wird mein Vertraun auf dich Doch mir lassen müssen. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu und Schmerz Mich deiner Gnad ergebe, Hab immer ein zerknirsch4. Sie gibt ja fein Heil, wie tes Herz, In wahrer Buße lebe, du, Gibt nicht Kraft den Müden, Vor dir erschein, herzlich bewein Schenkt Bedrängten keine Ruh, All meine Missethaten, Die Hände Sündern nicht den Frieden. Sie mein laß milde sein, Dem Dürfgibt keine Zuversicht, Daß ich, tigen zu rathen. trotz dem Grabe, Deines Himmels ewges Licht Zu erwarten habe. 3. Die Lust des Fleisches dämpf in mir, Daß sie nicht überwinde, Rechtschaffne Lieb und Lust zu dir Im Herzen mir anzünde; Daß ich in Noth bis in den Tod Dich und dein Wort bekenne, Auch mich fein Truß noch Eigennuß Von deiner Wahrheit trenne. 4. Behüte mich vor Haß und Neid, Mein Herz mit Sanftmuth ziere, 5. Ach, sie schützt nicht, wenn vor Gott Einst die Völker stehen, Und das Leben und den Tod Ihm zur Seite sehen; Wenn der Sichre nun zu spät Aus dem Schlaf erwachet, Und der Spötter, der hier schmäht, Staunt und nicht mehr lachet. 238 Gottes Werke und Wohlthaten. ziere, Reiß aus die schnöde Eitel- 2. Ist das Licht süß anzusehen, keit, Zur Demuth mich anführe. Das die Sonne zu uns schickt: Was sich noch find't von alter Alles muß in Freuden stehen, Was Sünd, Durch deinen Geist ver- dein liebreich Herz erblickt. Du nichte, Daß allezeit, in Fried haft mitten aus der Nacht Licht und Freud, Mein Herz zu dir und Leben wiederbracht, Da die sich richte. Sonne sich verhüllte, Weil den 5. Den Glauben stärk, die Lieb Zorn ihr Schöpfer stillte. vermehr, Die Hoffnung, Herr, ent- 3. O wie sah man nicht im zünde, Daß ich in Demuth dich Dunkeln, Da du zwischen Mörverehr Und siegreich überwinde. dern hingst, Deiner Liebe Feuer Den Mund bewahr, daß nicht funkeln, Womit du dein Volk Gefahr Durch ihn mir werd er umfingst! Hättst du nicht durch wecket. Ernähr den Leib, doch daß Kampf und Blut Ausgelöscht der er bleib Von Wollust unbeflecket. Hölle Glut: Ewig müßten wir 6. Gib, daß ich treu und verderben, Könnten nicht den fleißig sei In dem, was mir Himmel erben. gebühret, Daß weder Geiz noch 4. Komm denn, Jesu, deine Heuchelei Das schwache Herz ver- Klarheit Durch die Nacht der führet. Leichtfertigkeit, Haß, Zank Sünde bricht. Zeige mir den Weg und Streit Laß doch in mir der Wahrheit, Zeig dein helles nicht bleiben, Verstockten Sinn Angesicht. Treib aus meinem Hers und Diebsgewinn Wollst du von mir wegtreiben. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rath, Vom falschen Wege trete, zen aus Alle Schatten, laß dein Haus, Drin du dich willst ewig spiegeln, Belial dir nicht verriegeln. 5. Siehst du nicht des Herzens Den Armen helfe mit der That, Höhle, Wie ste ist verwirrungsFür Freund und Feinde bete; voll? In dem tiefsten Grund der Dien' Jedermann, so gut ich kann, Seele Glänzt es noch nicht, wie Das Böse haff' und meide, Nach es soll. Ach, wann wird doch deinem Wort an jedem Ort, Bis einst dein Glanz Meinen Geist ich von hinnen scheide. verklären ganz? O daß Alles möchte sterben, Was nur kann Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. dein Licht verderben! 384. ebensfonne, deren 6. Warst du's nicht, der aus Strahlen Auch im der Tiefe, Drin die Welt verfunDunklen geben Schein, Dich nach fen lag, Durch ein Wort dem Würden abzumalen Ist der Son- Lichte riefe? Und wie plößlich ne Glanz zu klein. Aller Sterne ward es Tag! Starker Gott, goldne Pracht Gegen dich ist nichts gebricht, Sprich noch heut: lauter Nacht. Mond und Sonne es werde Licht! Laß das Fleisch müssen weichen Und vor deinem in seinen Lüften Nicht mehr wider Glanz erbleichen. dich sich rüsten. dem 7. Laß Die Heilsordnung. 239 7. Laß in deinem Licht mich 12. Ja, willst du dich auch wandeln, O du heller Morgen- verstecken Einen Augenblick vor stern, Lehr mich, daß ich recht zu mir, Es soll mich doch nicht erhandeln, Aus dem Wort des Le- schrecken, Ich will schweigen, trauen bens lern'. Und gleichwie du für dir. Du wirst deinen Bund und und für Bift des Vaters Bild Eid Halten fest in Ewigkeit. Wenn und Zier: Also laß, Herr, deine die Sonne wird vergehen, Bleibet Strahlen In mir auch dein Bild- doch dein Wort mir stehen. niß malen. 13. Du sollst auch im Finstern 8. Ich muß, wie du mich, dich heißen Meines Herzens einzig's kennen, Ich muß heilig sein, wie Licht. Tod und Grab kann nicht du, Und wie du in Liebe bren- zerreißen, Was dein Testament nen; Gib mir Licht und Kraft verspricht. Prüf, erforsch mich wie dazu. War des Tempels Dun- du willt, Du bleibst mir doch fel nicht Allzuenge deinem Licht: Sonn und Schild; Hast du dich Wird mein Elend dir nicht weh- mir schon entnommen, Du wirst ren, Bei mir Sünder einzukehren. eilend wieder kommen. 9. Wohne, herrsche, leuchte, 14. Komm nur bald, laß deine heile, Dir, dir räum' ich Herz Waise Dir nachschmachten nicht und Muth. Leuchte mir als Feuer- zu lang Auf des Lebens schwerer säule, Fülle mich mit Lieb und Reise, Da der Seele oft wird Glut. Eine Sonne wärmt die bang. Ende meinen Kampf und Welt, Eine Sonne mir gefällt. Lauf, Geh in Herrlichkeit mir auf, Ohne dieses Licht des Lebens Lebt Laß vor deinem Thron mich stehen, ich in der Welt vergebens. Und dein Antlitz ewig sehen. 10. daß ich dich hier möcht spüren Im Verborgnen unverrückt, Mel. Nun freut euch, lieben. Und in dir mich steis verlieren, 385. Dein bin ich, Herr, Wenn ich deinen Glanz dir will Weicht, ihr Sinne, schweig, Ver- Opfer ganz ergeben. Nechtschaffen, stand! Hier wird etwas mehr fromm und rein will ich Vor deierkannt, Als dein Auge kann er- nen Augen leben. Wie könnt ich reichen, Wiß und Künste müssen eines Andern sein? Bin ich nicht weichen. durch die Schöpfung dein? Und dein durch die Erlösung? 11. Muß ich schon in Mesechs Wohnung Seufzen, girren man- 2. Ich fiel und wandte mich ches Mal: Ach, ein Strahl ist von dir, Zur Finsterniß vom Lichte; gnug Belohnung, Ach, vom Herrn Doch wandtest du dich, Gott, zu ein süßer Strahl Hat viel größre mir Mit deinem Angesichte. ErLieblichkeit, Als die Hölle Bit- barmen war dein Angesicht, Mich terkeit, Und in dieser Liebeskammer Wird verschmerzt der Sünde Jammer. von der Finsterniß ins Licht Zu dir zurück zu rufen. 3. Dein, dein ist die Barmherzigkeit, 240 Gottes Werke und Wohlthaten. zigkeit, Du liebest selbst die Sün- Trübsal, Angst und Noth, Ja der. Seid, rufft du, geistlich mir selbst auch endlich in dem Tod. geweiht, Und meiner Gnade Kin- Er kann und will mich schützen. der. Ihr irrt und fündigt; fasset 2. Er hat mich schon von EwigMuth: Dort fließet der Versöh- keit Zum Eigenthum erforen. Er nung Blut, Von Sünden euch zu hat mich in der Gnadenzeit Durch waschen. 4. Dein Sohn erniedrigt sich und stirbt Zur Tilgung unsrer Strafen, Büßt für die Sünden mermehr gebrochen. und erwirbt Befreiung ihren Skla- 3. Der Gott ist unveränderlich, ven. Wie könnt ich eines Andern Der mich zum Heil ersehen. Er sein? Bin ich doch durch die Schö- fennet mich, er liebet mich: Wer pfung dein, Und dein durch die will mir widerstehen? Wer will Erlösung! verderben? seine Hand Wird mich und meinen Gnadenstand Beständiglich bewahren. 5. Durch ihn versöhnt und dir zum Ruhm Erkauft mit seinem Leiden, Will ich mich, Gott, dein 4. An meiner Statt hat Jesus Eigenthum, Von dir nie wieder sich Als Bürge hingegeben, Und scheiden. Gefreuzigt werde mir nicht umsonst hat er für mich Gr die Welt, Getödtet, was dir nicht worben Heil und Leben. gefällt, Damit ich dir nur lebe. Die Sündenschuld ist abgethan. Wer klaget mich nun wieder an? Wer kann mich nun verdammen? 6. Dies wirke deine Kraft in mir; Ich habe kein Vermögen, Die Sünd und Alles, Gott, was 5. Mit dem mein Glaube sich dir Verhaßt ist, abzulegen. Hier verband, Mein treuer Seelenretter, ist mein Herz, nimm mich ganz Mein Jesus ist zur rechten Hand hin, Und gib mir einen neuen Des Vaters mein Vertreter. Ihn Sinn, Damit ich dir gefalle. aber hört Gott allezeit, Wie könnt 7. So werd ich, der ich finster er nach Gerechtigkeit Mich denn war, Ein Licht in deinem Lichte, verderben lassen? Besteh einst mit der kleinen Schaar 6. Ich bins, auf den sein Auge Der Frommen im Gerichte, Froh- steht. Sollt er mich nicht regielocke dann und lobe dich, Daß ren? Er mein Haupt, ich bin deine Gnad und Treue mich Ge- sein Glied, Sollt er mich denn recht und selig machte. verlieren? Ich bin das Schaaf, er ist der Hirt, Der mich allmächtig schüßen wird, Wer will mich ihm denn rauben? Wort und Geist geboren. Der Gnadenrath, der starke Grund, Der ewig feste Friedensbund Wird nimMel. Nun freut euch, lieben. etroft, mein Herz, 386. G und zage nicht, Laß 7. Mein Erbtheil ist die Selig allen Kummer fahren! Weil mir keit, Die Jesus mir verheißen, mein Bundesgott verspricht, Daß Die er verdient, die schon bereit, er mich will bewahren, In aller Wer will ste mir entreißen? Dazu hat Die Heilsordnung. 241 hat er mir seinen Geist, Der Leh- gen hat! Das heißt die Wunde rer, Licht und Beistand heißt, recht verbinden! Hier findet kein Zum Unterpfand gegeben. Verdammen statt, Weil Jesu Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 8. Und dieser Gott soll ewiglich, Sagt Christus, bei mir bleiben. Er stärket und verstegelt mich, 5. Darein will ich mich gläuNichts kann ihn von mir treiben. big senken, Dem will ich mich ge= Durch ihn genieß ich alle Zeit trost vertraun, Und wenn mich Den Vorschmack jener Seligkeit, meine Sünden kränken, Auf GotDie ich ererben werde. tes Vaterherz hinschaun, Da finde 9. Laß mich doch diesen Geist ich zu aller Zeit Unendliche Barmnur nicht Durch Sünd, o Herr, herzigkeit. betrüben, Gib, daß ich mög bei 6. Wird alles Andre mir entseinem Licht Mich stets im Gu- rissen, Was Leib und Seel erquikten üben. Ach, mache mich je ken kann, Muß ich auch jeden mehr und mehr Bereit zu deines Troft vermissen, Nimmt auch kein Namens Ehr, Bis ich einst dort Freund sich meiner an, Scheint dich lobe. die Errettung noch so weit: Mir bleibt des Herrn Barmherzigkeit. Mel. O daß ich tausend.. 7. Wenn ich in meinem Laufe 387. ch habe nun den Grund gleite, Demüthigt seine Gnade gefunden, Der meinen mich, Ermuntert mich zu neuem Anker ewig hält. Wo anders, als Streite, Und unterstüßt mich väin Jesu Wunden? Da lag er vor terlich. Und wenn mir sein Gesetz der Zeit der Welt, Der Grund, auch dräut, So hoff ich doch der unbeweglich steht, Wenn Erd Barmherzigkeit. und Himmel unter geht. 8. Gott gibt zur Tugend Lust 2. Es ist das ewige Erbarmen, und Stärke, Doch flebt die Sünde Das alles Denken übersteigt; Der stets mir an; Ich habe keine Herr ist's, der mit Vaterarmen solche Werke, Mit denen ich mich Sich gnädig zu uns Sündern retten kann. Ich rühme bloß mich neigt, Weil ihm sein Herz vor hoch erfreut Der Hoffnung auf Mitleid bricht, Wir kommen, oder Barmherzigkeit. fommen nicht. 9. 8 gehe mir nach seinem 3. Wir sollen nicht verloren Willen; In Angst und Trübfal werden, Gott will, uns soll ge- wird er mich Mit seines Geistes holfen sein, Denn darum litt sein Trost erfüllen; Er hilft gewiß Sohn auf Erden Und nahm für und väterlich. Er ist, das glaub uns den Himmel ein; Deswegen ich hoch erfreut, Ein Helfer voll flopft er für und für So start Barmherzigkeit. an unsre Herzensthür. 10. Auf diesem Grunde will ich 4. O Abgrund, welcher alle bleiben, So lange mich die Erde Sünden In Chrifti Tod verschlun- trägt; Das will ich denken, thun Q und 242 Gottes Werke und Wohlthaten. und treiben, So lange sich ein Der steht, was ihr fehlet; Tros Glied bewegt. So sing ich ewig ftet fte im bittern Leiden, Führt hocherfreut: O Abgrund der Barm- sie dann Auf die Bahn Reiner herzigkeit! Himmelsfreuden. .8. Ihre Hoheit wird vermehret Bei dem Schmerz, Der ihr Herz was für ein herrlich Hier im Kreuz bewähret, Denn Wesen Hat ein Chrift, die Thräne schmückt die Krone, Die einmal Nach der Qual Sie bekommt zum Lohne. 9. Ewig wird sie triumphiren, Wenn ihr Hirt, Chriftus, wird 2. Wenn die Seele sich der In sein Haus sie führen. O dann Erde Ganz entreißt, Durch den öffnet er die Schäße, Daß das Geist, Daß sie heilig werde, So Herz, Nach dem Schmerz, Sidh ist das ihr hoher Adel, Der ste daran ergötze. schmückt Und beglückt, Frei von allem Tadel. 10. Dann wird ste kein Leid mehr beugen, Und ihr Glanz Wird 3. Erdenzepter, Erdenkronen sich ganz Offenbar dort zeigen. Sind ein Sand Und ein Tand, Sie wird leuchten wie die Sonne, Gleich den hohen Thronen. Eine Gott allein Wird dann sein Ihre Seel, die Gott regieret, Hat hier Freud und Wonne. schon Eine Kron, Die ste ewig zieret. Mel. Warum sollt ich mich denn. 388. Da er ist Necht in Gott genesen! Denn er ist aus ihm geboren Und hier schon In dem Sohn Als ein Kind erforen. 11. Dann wird sie mit Christo sigen Auf dem Thron, Ihre Kron 4. Köstlich ist sie ausgeschmüf- Wird von Golde blizen; Dann fet, Heiligkeit Ist ihr Kleid, Hoch wird Jedermann ste kennen Und ist sie beglücket. Innerlich glänzt sie frei, Ohne Scheu, Hoch von ste von Golde, Branget sehr, Lebt Adel nennen. in Ehr, Denn Gott ist ihr holde. 5. Doch ihr Glanz bleibt hier Eigene Melodie. verdecket Vor der Welt, Die fie 389.& glänzet der Chriſten bält, Als wär sie beflecket. Sie inwendiges Leben, Ob lebt jetzt in Gott verborgen, Hat hier auch von außen kein Schimoft Hohn Hier zum Lohn, Doch mer sie schmückt. Was ihnen der ste läßt Gott sorgen. König des Himmels gegeben, Daß 6. Hier steht diese Rof im wird nur vom Auge des Geistes Grunde, Und ihr Schein Bleibet erblickt. Was Viele verachten bei klein In der Prüfungsstunde. Man irdischem Trachten, Hat ihre ers tritt ste hier oft mit Füßen, Aber leuchteten Sinne gezieret, Und sie Gott Wird den Spott Ihr einmal versüßen. zu der göttlichen Würde geführet. 2. Sie gleichen im Neußern den 7. Christus, der sie hat erwäh- Kindern der Erde, Und tragen let, Und als Braut Sich vertraut, auch an sich des Irdischen Bild; Sie Die Heilsordnung. 243 Sie fühlen wie Andre der Mensch- Freuden, Sie scheinen getödtet den heit Beschwerde, Oft fehn sie die äußeren Sinnen, Und führen das Sonne der Freude verhüllt. Sie Leben des Glaubens von innen. stehen und wandeln, sie reden und 5. Wenn Chriftus, ihr Leben, handeln, Wie jeder es treibet in sich wird offenbaren, Wenn er sich zeitlichen Dingen; Doch kann sie einst Allen in Herrlichkeit zeigt, die weltliche Luft nicht bezwingen. Dann wird auch den frommen und 3. Denn innerlich sind sie von gläubigen Schaaren Die Krone des göttlichem Stamme, Geboren aus ewigen Lebens gereicht. Sie werGott durch sein mächtiges Wort; den regieren, mit ihm triumphiren, Es lodert in ihnen die himmlische Wie leuchtende Sterne des HimFlamme, Entzündet von oben, ge- mels dort prangen, Wenn aller nähret von dort. Die Engel, als Weltschimmer in Nacht ist verBrüder, erfreun sich der Lieder, gangen. Die hier von den Lippen der 6. Jefu, verborgenes Leben Frommen erklingen, Und bis in der Seelen, Du ewige Sonne der das innerste Heiligthum dringen. inneren Welt, Laß deinen verbor4. Sie wandeln auf Erden, und genen Weg uns erivählen, Wie leben im Himmel, Sie bleiben oft auch die Menge für thöricht ohnmächtig, und schützen die Welt. ihn hält, Hier wenig geschäßet, Sie schmecken den Frieden bei al- und oftmals verleßzet, Hier stille lem Getümmel, Sind arm, doch mit Christo im Vater gelebet: ste haben, was ihnen gefällt. Sie Das ist es, was einst uns zum stehen in Leiden, und bleiben in Himmel erhebet. Die Kirche. Mel. Jauchzet dem Herren All'. Haus nicht voll. ch lobe mein von dir Zwar Viele sind Doch 390. I uge schauet, Wie nur auserwählt, Sie wandeln auf du auf diesem Erdenkreis Dir eine des Weltfinns Pfaden, Und ManKirche haft erbauet, Su deines cher, den du rufeft, fehlt. Namens Lob und Preis, Daß 3. Herr, unter Völkern vieler Alle sich zusammen finden In Zungen, Hast du dein Haus nun einem heiligen Verein, Wo ste, aufgeführt, In dem dein Preis erlöst von ihren Sünden, Sich, dir wird gesungen, Das Glaube, Jesu, deines Reiches freun. 2. Du rufest auch noch heut zu Tage, Daß Jedermann erscheinen soll; Doch hört man stets auch deine Klage: Noch immer ist mein Lieb und Hoffnung ziert, Wo Alle unter Christus stehen, Als ihrem königlichen Haupt, Auf den fie Alle freudig sehen, Sie, deren Herz an Chriftum glaubt. Q* 4. Nicht 244 Gottes Werke und Wohlthaten. 4. Nicht eignem Werk gilt ihr| Heiligthume Des Menschen Sohn Vertrauen, Es ruht auf dir und gebauet hat. Er wohnt mit seis deinem Sohn. Er ist der Fels, auf ner Wahrheit In ihren Mauern den ste bauen, Er ist ihr Weg gern; Sie glänzt in hoher Klarzu Sieg und Lohn; Er ist der heit, Und freut sich ihres Herrn. Weinstock, sie die Neben, In Oft stürmten schon die Wogen ihm nur reifet ihre Frucht; Er Des Kampfes gegen ste: Umsonst, ist ihr Licht, ihr Heil und Le- die Feinde zogen Zurück und stegben, Durch Wahrheit, Lieb und ten nie. fromme Zucht. 2. Auf Felsengrund erbauet, 5. Ein Herr, Ein Glaub und 3st ste zur Gottesstadt erhöht, Eine Taufe Vereinigt ste zum Die ihm allein vertrauet, Und heilgen Bund; Ein Ziel erglänzt ewig durch sein Wort besteht. dem Pilgerlaufe, Ein Fels ist Von ihren Bergen funkelt Der ihres Friedens Grund; Ein Va- Wahrheit Sonnenlicht, Das, nieter waltet über Allen, Und Allen, mals mehr verdunkelt ,. Durch Gott, bist Vater du. Dir streben alle Nebel bricht. So bleibt Alle zu gefallen, Und du gibst dem Wahn entrissen Die gläubge ihnen Heil und Ruh. Schaar des Herrn; Sie reinigt ihr Gewissen, Gehorcht und dient ihm gern. 6. So weih uns denn zum neuen Leben, Daß wir nur deine Wege gehn, Zuerst nach deinem 3. Die Krone der Belohnung Reiche streben, Und niedern Lü- Winkt jedem Bürger dieser Stadt, sten widerstehn. Gib, daß wir, Der hier sich seine Wohnung Erals getreue Glieder, Fest halten wählt und treu geftritten hat. Er an dem Haupt und Herrn, Und fürchtet kein Verderben, Bleibt hier dann auch allesammt als Brü- in stchrer Ruh, Und eilet einst im der In Lieb ihm folgen treu Sterben Froh seiner Heimath zu. und gern. Vom Vater aufgenommen, Wird 7. Erhalt uns, Herr, im wah- er ganz selig sein, Mit den vers ren Glauben Noch fernerhin bis klärten Frommen, Die ihres Lohns an das End, Laß nichts uns deine sich freun. Schäßze rauben, Dein heilig Wort 4. Frohlocke denn und singe, und Sakrament. Erfülle deiner Stadt Gottes, deines Königs Christen Herzen, O. Gott, mit Ruhm! Breit aus sein Reich, deinem Gnadenheil, Und gib nach und bringe, Die draußen sind, ins überwundnen Schmerzen Uns dro- Heiligthum, Daß Alle selig werben einst das beffre Theil. Mel. Nun lob, mein Seel, den. 391. eft steht zu Gottes Ruhme Die Kirche, die geweihte Stadt, Die ihm zum den, Von seinem Wort belehrt, Und freudig thun auf Erden, Was seinen Namen ehrt, Vis alles Voll, erneuert Und in sein Licht verklärt, Ein Fest des Friedens feiert, Das ewig, ewig währt. Mel. Die Kirche. 245 fagt, treulich hält, und stets Erbarmen übet, Sieh gnädig an die Christenheit, Die du in dieser Kirche schützt, So Pilgerzeit Dir aus den Menschen mag die Hölle wüthen! Er, der sammelst. zur Rechten Gottes fitzt, Hat 2. Du willst sie als dein EigenMacht, ihr zu gebieten. Er ist mit thum Hier rein, dort herrlich maHülfe nah; Wenn er gebeut, stehts chen; Sie ist dein Volk, du bist da. Er schüßet seinen Ruhm, Und ihr Ruhm, Du selbst willst fle hält das Christenthum, Mag doch bewachen. Du kleine Heerde, hoffe die Hölle wüthen. still, Getroft! es ist des Vaters Mel. Ein' feste, Burg. We 392. W enn Christus seine 2. Gott steht die Fürsten auf Will, Das Reich dir zu bescheiden. dem Thron Sich wider ihn empö- 3. Es ist doch Christus unser ren, Denn den Gefalbten, seinen Heil. So viel nur an ihn glauSohn, Ihn wollen sie nicht ehren, ben, Die haben an ihm ihren Theil, Sie schämen sich des Worts, Des Den Satan nicht soll rauben. Von Heilands, unsers Horts, Sein ihm fließt stets den Seinen zu Kreuz ist selbst ihr Spott, Doch Erquickung, Trost und Schüß und ihrer. lachet Gott, Sie mögen sich Ruh, Und alle Gnadenfülle. empören. 4. Müßt auch Gebirg und Thal 3. Der Frevler mag die Wahr- ins Meer Durch Gottes Schelten heit schmähn, Uns kann er ste nicht sinken, Ja, selbst das ganze Wel= rauben. Der Unchrist mag ihr tenheer Vergehn auf Gottes Winwiderstehn, Wir halten fest am fen: So fällt doch seine Kirche Glauben. Gelobt sei Jesus Chrift! nie, Der Herr erhält und schützet Wer hier sein Jünger ist, Sein fie, Drum wird sie ewig bleiben. Wort von Herzen hält, Dem kann 5. So stärk uns denn, Herr die ganze Welt Die Seligkeit nicht unser Gott, Bei Christi Kreuzesrauben. fahnen. Mach aller Feinde Macht 4. Auf, Christen, die ihr ihm zu Spott, Hilf deinen Unterthavertraut, Laßt euch kein Drohn er- nen. Tröst uns mit deiner Geschrecken! Der Gott, der hoch vom genwart, Mach uns, ist die VerHimmel schaut, Wird uns gewiß folgung hart, Zu deines Namens bedecken. Der Herr, Herr Zebaoth, Zeugen. Hält feft auf sein Gebot, Gibt 6. Laß uns in froher Glaubensuns Geduld in Noth. Und Kraft fraft Dich ehren; fürchten, lieben, und Muth im Tod: Was will uns und eine gute Ritterschaft Für dann erschrecken? deine Wahrheit üben. Und kostet's denn auch Blut und Gut, Laß uns dein Wort mit Gut und Mel. Wo Gott, der Herr, nicht. 393. Bater, der die arge Blut Vor aller Welt bekennen. Welt In seinem 7. Steht gleich die Kirche hier Sohn geliebet, Der, was er zu- im Streit, Wo tausend Feinde toben, 246 Gottes Werke und Wohlthaten. toben, Wird fie doch einft zur schaun, Und unerschüttert im Vers Herrlichkeit Hoch im Triumph er- traun Auf deine Zukunft warten. hoben. Ach, nimm auch uns einst 5. Uns, deine Gläubgen, wolaus dem Krieg, Auch uns gib, wie lest du Fest in der Wahrheit gründen Andern, Sieg, Die jetzt schon den, Daß wir für unsre Seelen Kronen tragen. Ruh In deiner Gnade finden. 8. Wenn Menschen und der Mach unfres Glaubens uns gewiß, Engel Chor Einst Eine Kirche Vor Irrthum und vor Finsterniß werden, Dann steigt dein herrlich Lob empor, Vollkommner als auf Erden. Komm, Jesu, bald, wir bitten dich, Laß uns, die Deinen, ewiglich Bei dir im Himmel wohnen. Bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn, Und heilge unsern Willen; So wird dein Volk, dir unterthan, Gern dein Gesetz erfüllen, Bis du erscheineft zum Gericht, Und dann vor deinem Mel. Es ist das Heil uns. 394. Die Feinde beines KreuAngesicht Die Menschenkinder sam zes drohn Dein Reich, melst. Herr, zu zerstören; Du aber, Mitt- 7. Voll Zuversicht erwarten ler, Gottessohn, Kannst ihrem dich, Herr, alle deine Frommen, Troße wehren. Dein Thron be- und freun des großen Tages sich, stehet ewiglich, Vergebens wird sich Da du wirst wiederkommen. Dann wider dich Die Macht der Hölle werden wir, o Gottessohn, Den rüften. uns verheißnen Gnadenlohn, Dein Himmelreich ererben. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, Kein Werk von Menschenkindern. Drum kann auch keine Mel. Ein' feste Burg ist unser. Macht der Welt, Herr, seinen Fort- 395. Herr, deine Kirche dans gang Dein bleibt dir immerdar, Und wird selbst durch der Feinde Schaar Zu deinem Ruhm sich mehren. dein Wort im Lande. Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie je 3. Du wolleft deine Herrschaft in Gefahr Durch ihrer Feinde noch Auf Erden weit verbreiten, Schaar, Dann, o Herr Jesu Und unter deinem sanften Joch Christ, Bestege Macht und Lift, Zum Heil die Völker leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang Bring alle Welt dir Preis und Dank, Und herrsch in jedem Lande. 2. Sei, Herr, mit uns, verlaß uns nie, Uns, deines Leibes Glie Und glaub an deinen Namen. der. Hilf deiner Kirch und schütze 4. Auch deine Feinde, die dich ste, Denn wir sind deine Brüder. schmähn, Die frevelnd sich empö- Sie, die dir ist vertraut, Hast du ren, Laß deiner Gnade Wunder dir selbst erbaut; Ach, Herr, er, sehn, Daß sie sich noch bekehren. halt ste rein, Und die den Bund Lehr sie mit une gen Himmel entweihn, Die heilige dir wieder. 3. Cin Die Kirche. 247 3. Eins ist, Herr, was dein 2. In dieser legten, bösen Zeit Zion fränkt: Daß unter deinen Verleih uns, Herr, Beständigkeit, Christen Noch mancher deiner nicht Daß wir dein Wort und Safras gedenkt, Beherrscht von seinen ment Rein halten bis an unser Lüften. Ihr Glaube ist so schwach, End. Die Liebe falt, und ach! Sie denken daran nicht, Daß dort ein Mel. Erhalt uns, Herr, bei. ſchwer Gericht Auf sichre Sünder 397. Jefu Chrift, du wartet. wahres Licht, Erleuchte, die dich kennen nicht, Und bringe ste zu deiner Heerd', Auf daß ein Jeder selig werd. 4. Und du, o Jefu, bist so treu, Ach, daß wir frömmer wä ren! Mach alle Herzen rein und neu, Laß alle sich befehren. Gib 2. Erfülle, die im Irrthum sein, uns dein' Wissenschaft, Gib Glau- Mit deinem Geist und Gnaden= ben, Lieb und Kraft, Gib uns schein, Auch die, so beimlich fich Entschluß und Muth, Zu wagen tet an In ihrem Sinn ein fal Chr und Blut, Zum Preise deiner scher Wahn. Lehren. 3. Und was sich sonst ver5. Entferne 3wietracht, Krieg laufen hat Von dir, das suche und Mord, Erhalt uns Ruh und du mit Gnad, Und ihr verwund't Frieden, Laß uns, gestärket durch Gewissen beil, Am Himmel laß dein Wort, Im Guten nie ermü- fie haben Theil. den. Erleichtre was uns drückt, 4. Den Tauben öffne das GeOgib was stets beglückt; Und bör, Die Stummen richtig reden nach der Prüfungszeit Ruf uns lehr, Auf daß sie Alle sagen frei, zur Seligkeit, Zu deines Himmels Was ihres Herzens Glaube sei. Freuden. 5. Erleuchte, die da sind vers 6. Herr, deine Kirche streitet blend't, Bring her, die sich von noch, Hilf deiner Kirche siegen. uns getrennt; Versammle, die zerz Wie schwer ihr Kampf ist, müsse streuet gehn, Hilf Allen, die im doch kein Kämpfer unterliegen. Zweifel flebn. Erhör ihr findlich Blehn; Eil, Herr, ihr beizustehn, Damit sie standhaft fei, Stets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner Kirche stegen. Mel. Erhalt uns, Herr, bei. 396., bleib bei uns, Ah, 6. So werden sie mit uns zugleich Auf Erden und im Himmelreich, Hier zeitlich und dort ewiglich, Für solche Gnaden prei. sen dich. Mel. Christus, der ist mein, 2, bleib mit beiner Gnade Bet uns, Herr Jefu Chrift, 398, Weil es nun Abend worden ist. Dein göttlich Wort, das helle Herr Jesu Christ, Daß uns binLicht, Laß ja bei uns auslöschen fort nicht schade Des bösen Feina nicht, des Lift. 2. Ach, 248 Gottes Werke und Wohlthaten. 2. Ach, bleib mit deinem Worte ihr Licht, Sie suchen nicht Was Bei uns, Erlöser werth, Daß uns Leib und Gut nur birget. Es fiein diesem Horte Sei Troft und Heil beschert. get Gott, Sein Recht und Licht, Wird auch der Leib erwürget. 3. Ach, bleib mit deinem Glanze 4. Gelobt sei euer Heldenmuth, Bei uns, du werthes Licht. Dein' Ihr Streiter unsers Fürsten! Ihr Wahrheit uns umschanze, Damit fabt getroft nach eurem Blut Den wir irren nicht. Zorn der Feinde dürften. Ihr gen 4. Ach, bleib mit deinem Ge- wart bereit, Voll Muth zum Streit, Bei uns, o reicher Herr. Den Krieg des Herrn zu führen, Dein Gnad und Allvermögen In Drum wird euch dort Die Herruns, o Herr, vermehr. lichkeit Der Himmelskrone zieren. 5. Ach, bleib mit deinem Schutze Bei uns, du starker Held, Daß uns der Feind nicht truße, Noch 400. Herr, fäll' die böse Welt. Mel. Ach, was soll ich Sünder. err, wann wirst du Zion bauen, Zion, 6. Ach, bleib mit deiner Treue die geliebte Stadt, Die sich dir Bei uns, Herr, unser Gott. Be- ergeben hat? Ach, soll sie nicht ständigkeit verleihe, Hilf uns aus einmal schauen Ihre Mauern auf. aller Noth. gericht't? Ja, der Herr verläßt sie nicht. Mel. Das Jefulein soll doch. 399. D er Glaube bricht durch Fels und Stein, Weiß Berge zu versetzen; Er stürzt fie tief ins Meer hinein Nebst allen ihren Schätzen. Und wer sich feft Auf Gott verläßt, Fühlt göttliches Vermögen, Fängt freudig selbst Das Schwerste an, Wo Andre sich nicht regen. 2. O, wann wird die Stimm' erschallen, Da man rufet überall In der Auserwählten Zahl: Babel, Babel ist gefallen, Die mit ihrer stolzen Pracht Alle Welt zum Fall gebracht! 3. Höre, wie dein Zion klaget Unter Babels Dienstbarkeit, Jetzt in dieser finstern Zeit. Doch du wirft den, der ste plaget, Stürzen bald durch deine Macht, Und vertilgen Babels Pracht. 2. Die Zeugen unsers treuen Herrn, Des Glaubens Heldenschaaren, Sie wählen Noth und Armuth 4. Drücke uns dein heilges gern Und Trübfal und Gefahren. Siegel An die Stirne, an die Drum muthig an Die Glaubens- Hand, Dir zu Ehren, uns zum bahn! Der Herr ist vorgegangen; Pfand, Daß wir uns durch GlauUnd geht der Herr Als Held voran: beneflügel Können schwingen himWie könnte man erbangen? melan, Da uns Niemand schaden kann. 3. Und wenn die Zeugen Christi stehn, Wenn ste ihr Leben wagen, 5. Zeichne mit dem heilgen Zeis Mag ihrer keiner rückwärts gebn, chen Uns, dein Volk, dein Eigens Fühlt feiner Todeszagen. Gott ist thum, Schönster Jesu, höchster Rubm; Die Gemeinschaft der Heiligen. 249 Ruhm; So muß Satan von uns| Und in alle Ewigkeit Dich zu weichen, und der Mensch der loben sein bereit. - Sünde flieht, Wo er deine Siegel steht. 7. Zion, sei denn unbetrübet, Die Erquickungszeit ist da, Und 6. O wie wird dein Volk dich des Herren Hülf ist nah. Selig, ehren, Wenn es nun entrissen ist der sich ihm ergiebet, Und vor Babels Stolz, des Thieres List! seinem Heiland kann Siegeslieder Deinen Ruhm wird es vermehren, stimmen an. Die Gemeinschaft der Heiligen. Mel. Mein Jesu, dem die. Gnadenfülle aus: Hier wohnet Gott, die ew'ge Liebe. 401. Dein Wort, o Herr, bringt uns zusam4. Der Vater liebet uns als Kinder, Schenkt uns den Geist, men, Daß wir in der Gemein- der Abba schreit; Des Sohnes schaft stehn; Es läßt an uns die Treue schmückt uns Sünder Mit heilgen Flammen Des Glaubens ewiger Gerechtigkeit; Der heil'ge und der Liebe sehn. Wir wer Geist tritt mit dem Dele Des den durch das Wort der Gnaden Friedens und der Freude zu, Das Selbst zur Gemeinschaft fener Herz genießet Troft und Ruh, Schaar, Die längst vor uns hie- Und neue Kraft stärkt Leib und nieden war, Gelockt und kräftig Seele. eingeladen. 5. Und dieses heil'gen Bundes 2. Der Glaubensgrund, auf Brüder, Sie stehen auch für einen dem wir stehen, Ist Christus und Mann. Wagt sich der Feind an sein theures Blut. Das einz'ge Eins der Glieder, So nehmen sein Biel, auf das wir sehen, 3st sich Alle an. Sie fallen betend Christus, unser höchstes Gut. Gott zu Füßen, Und stegen in Die einz'ge Regel, die wir fen- des Heilands Kraft, Um von der nen, Ist sein lebend'ges, kräft'ges heil'gen Brüderschaft Auch nicht Wort. Nach keinem Mann, nach das Kleinste einzubüßen. feinem Wort Soll je sich die Gemeinde nennen. 6. So wallen die verbundnen Herzen Durch's Thränenthal in's 3. Was ist das für ein himm- Vaterland, Versüßen sich der Erde lisch Leben, Mit Vater, Sohn und Schmerzen, Eins reicht dem Unheil'gem Geift In seliger Gemein- dern seine Hand. Sie wollen sich schaft schweben, Wie Christus, mit Freuden dienen, Sie sehen unser Herr, verheißt! Was glühen mit des Glaubens Blick Auf Jeda für sel'ge Triebe! Gott schüttet sum und ihr künft'ges Glück, Sie in fein geistig Haus Die ganze sind in ihm und er in ihnen. Mel. 250 Gottes Werke und Wohltkaten. mehr denkt, Dem verleihet ewges Leben, Der sich ihm nur willig Mel. Gott, hier sind wir, deine. 402. Herz und Herz vereint schenkt. zusammen, Wärmt 6. Halleluja! welche Höhen, an Christi Herzen euch. Laßt Welche Tiefen reicher Gnad, Daß der Liebe heilge Flammen Euch wir dem in's Herze sehen, Der durchglühn in Gottes Reich. Chri- uns so geliebet hat! Daß der stus ist das Haupt, wir Glie- Vater aller Geister, Der des der, Er das Licht und wir der Lebens Quelle ist, Daß du, unSchein, Er der Meister, und wir sichtbarer Meister, Uns so fühlbar Brüder, Er der Herr, und wir nahe bist! find sein. 7. Du, mein Heiland, o ver2. Kommt, ach kommt, o Got- eine Deine dir geweihte Schaar, teskinder, Und erneuert euren Daß sie herzlich stets es meine, Bund. Schwöret unserm Ueber- Wie's dein letzter Wille war. Ja winder Lieb und Treu aus Her- verbinde in der Wahrheit, Die du zensgrund; Und wenn eurer Lie- selbst im Wesen bist, Alles, was beskette Festigkeit und Stärke fehlt,[ von deiner Klarheit In der That O so flehet um die Wette, Bis erleuchtet ist. ste Jesus wieder stählt. 8. So wird dein Gebet er3. Hänget euch, ihr Bundes- füllet, Daß der Vater alle die, glieder, Mit so treuer Liebe an, Deren Sehnen du gestillet, Auch Daß ein Jeder für die Brüder in seine Liebe zieh; Und daß, Auch sein Leben lassen kann. So wie du Gins mit ihnen, Also hat uns der Freund geliebet, So auch sie Eines sein, Sich in vergoß er dort sein Blut; Denkt wahrer Liebe dienen, Und einandoch, wie es ihn betrübet, Wenn der gern erfreun. ihr euch selbst Eintrag thut. 9. Liebe, hast du es geboten, 4. Einer mahne doch den An- Daß man Liebe üben soll: O so dern, Chrifto, der sich für uns mache doch die todten, Trägen gab, Kräftiglich stets nachzu- Geister Lebens voll! Zünde an die wandern, Selbst durch Leiden, Liebesflamme, Daß ein Jeder Tod und Grab. Einer soll den sehen kann: Wir, als die von Andern stärken,-Und erwecken Einem Stamme, Stehen auch für Tag für Tag, Daß in frommen Ginen Mann. Glaubenswerken Chrifto man gefallen mag. 10. Laß uns so vereinigt werden, Wie du mit dem Vater bist, 5. Nichts, als nur des Hei- Bis schon hier auf dieser Erden lands Stimme Sei die Regel Kein getrenntes Glied mehr ist; unsrer That, Weil er, daß er Und allein von deinem Lichte uns gewinne, Liebend sich ge- Nehme unser Licht den Schein, opfert hat; Weil er gnädig uns Daß, wenn auch die Welt uns vergeben, Uns'rer Sünden nicht richte, Wir doch deine Jünger sein. Das Wort Gottes. 251 Das Wort Gottes. Mel. Jesu, meine Freude. die Welt vergehet, Fällt er doch böchften nicht ein. Darauf will ich bauen, Engel So soll mein Vertrauen Evangemeines Bundes, Jesu, unser lisch sein. Auch will ich nun würRuhm! Bald, da wir gefallen, diglich In der Kraft, die mir geLießest du erschallen Evangelium, geben, Evangelisch leben. Eine Kraft, die Glauben schafft, 7. Jesu, deine Stärke Schaffet Eine Botschaft, die zum Leben gute Werke, Stehe du mir bei. Uns von dir gegeben. Nichts kann mich nun scheiden, Fort des 403. Wor Mundes, 2. Was dein Wohlgefallen Vor Hilf auch, daß mein Leiden Evan der Zeit uns Allen Fest bestimmet gelisch sei. Laß auch mich einmal hat, Was die Opferschatten Längst auf dich, Als ein Kind, mit dir verkündet hatten, Daß vollführt zu erben, Evangelisch sterben. dein Rath. Was die Schrift ver= spricht, das trifft Alles ein in Jeſu Mel. Befiehl du deine Wege. Namen, Und ist Ja und Amen. 404. Dein laß mich sein 3. Alles ist vollendet, Jesu und bleiben, Du Gnade wendet Alle Straf und treuer Gott und Herr. Von dir Schuld. Jesus ist gestorben, Je- laß mich nichts treiben, Halt mich sus hat erworben Alle Gnad und bei reiner Lehr. Ach Herr, laß Huld. Auch ist dies fürwahr ge- mich nicht wanken, Gib mir Be= wiß: Jesus lebt in Preis und ständigkeit. Dafür will ich dir Ehre. Derwünschte Lehre! danken In alle Ewigkeit. 4. Uns in Sünden Todten Machen Jesu Boten Dieses Leben Mel. Freu dich sehr, o meine. kund. Lieblich sind die Füße, Und 405. Gott, deß Zepter, Stuhl und Krone Herrschet die Lehre süße, Theuer ist der Bund. Aller Welt ist nun ver- über alle Welt, Der du deinem meldt Durch der guten Botschaft lieben Sohne Eine Hochzeit bast Lehre, Daß man sich bekehre. bestellt, Dir sei Dank ohn End 5. Kommt, zerknirschte Herzen, und Zahl, Daß zu deinem LiebesDie in bittern Schmerzen Das mahl Von den Zäunen an den Gesetz zerschlug, Kommt zu dessen Gassen Du mich auch haft laden Gnaden, Der für euch beladen, lassen. Alle Schmerzen trug. Jesu Blut 2. Herr, wer bin ich? und stärkt euren Muth; Gott ist hier, hingegen Wer bist du in deiner der euch geliebet Und die Schuld vergiebet. Pracht? Ich ein Würmlein an den Wegen, Du der König großer Macht; Ich nur Staub, mich 6. Dieser Grund bestehet, Wenn 252 Gottes Werke und Wohlthaten. nimmt der Tod, Du der Herr, Brod, davon zu zehren, Und den Gott Zebaoth; Ich ein Scherz Geist damit zu nähren. und Spiel der Zeiten, Du der 8. Ach, eröffne meine Ohren Herr der Ewigkeiten. Für die Stimm, die also klingt, 3. Ich bin unrein, ganz ver- Die zu deinen Freudenthoren, dorben, Du die höchste Heiligkeit; Jerusalem, mich bringt. Laß den, Ich verfinstert und erstorben, Du den du theur erkauft, Der zu deides Lebens Licht und Freud; Ich nem Bund getauft, nicht zur ein armes schwaches Kind, Lahm Nahrung seiner Seelen Ferner und Krüppel, taub und blind, eitle Träber wählen. Du das Wesen aller Wesen, Ganz vollkommen, auserlesen. 9. Laß der eitlen Welt Getümmel, Das wie Schatten wird 4. Und doch läsfest du mich entfliehn, Von des Lammes Mahl laden Zu dem großen Hochzeits- im Himmel, Das stets bleibt, mahl. O der übergroßen Gnaden! mich nicht abziehn. Kleide, Jesu, Ich soll in des Himmels Saal, in der Zeit Mich in dich, mein Mit dem lieben Gotteslamm, Hochzeitskleid, Daß ich deine Meinem Herrn und Bräutigam, Hochzeitsehren Möge feiern ohn Bei der Engel Chor und Reihen, Aufhören. Ewig, ewig mich erfreuen. 5. Wen nun dürftet, soll sich Eigene Melodie. laben Mit dem süßen Lebensquell; 406. Erhalt uns, Herr, bei Wen nun hungert, der soll haben Himmelsbrod für seine Seel. Osteure deinem Wort, Und deines Feindes Mord, Der ein süßes Mahl und Ort, Da an Jesum Chriftum, deinen Sohn, Zu Gottes Herz und Wort Sich die Gäste ewig laben, In ihm volle Onüge haben! 6. D du großer Herr und König, Der du rufft: kommt, kommt Daß sie dich lob in Ewigkeit. herbei! Ach, ich bin, ich bin zu 3. Gib, heilger Geist, du Tröwenig Aller deiner Lieb und Treu. ster werth, Uns Einen Sinn hier Ach, ich kann dir nimmermehr auf der Erd. Steh bei uns in der Danken gnug und also sehr, Wie letzten Noth, Leit uns ins Leben ich schuldig bin und sollte, Und aus dem Tod. wie ich wohl gerne wollte. stürzen sucht von seinem Thron. 2. Zeig deine Macht, Herr Jesu Chrift, Der du Herr aller Herren bist, Beschirme deine Christenheit, 7. Seuch du mich, dein Mahl Mel. Wo Gott, der Herr. zu schmecken, Aus der finstern Er- 407. Wir Menschen sind zu denkluft. Laß mich deine Stimme dem, o Gott, Was wecken, Die so hell und lieblich geistlich ist, untüchtig; Dein Weruft: Komm, o Mensch, komm, fen, Wille und Gebot Ist viel zu eile, komm, Komm zum Lebens- hoch und wichtig. Wir wissen und quell und Strom, Komm zum verstehn es nicht, Wenn uns bein göttlich Das Wort Gottes. 253 göttlich Wort und Licht Den Weg zu dir nicht zeiget. guten Lande, Und sein an guien Werken reich In unserm Amt und 2. Du haft vor Zeiten ausge- Stande, Viel Früchte bringen in sandt Propheten, deine Knechte; Geduld, Bewahren deine Lehr Du machtest uns durch sie bekannt und Huld In feinem, guten Dein Heil und deine Rechte. Zu- Herzen. letzt ist selbst dein eigner Sohn, 8. Laß uns, so lang wir leO Vater, von des Himmels Thron ben hier, Die Sünden ernstlich Gekommen, uns zu lehren. meiden. Gib, daß wir halten fest 3. Für solches Heil sei, Herr, an dir In Trübsal, Kampf und Leigepreist, Laß uns dabei verbleiben, den. Nott aus, was dir, Herr, Und gib uns deinen guten Geist, nicht gefällt, Hilf uns die Sorgen dieDaß wir dem Worte gläuben; ser Welt Und böse Lüfte dämpfen. Daß wir's annehmen jederzeit Mit 9. Dein Wort laß allewege sein Demuth, Ehrfurcht, Lust und Die Leuchte unsern Füßen, Erhalt Freud, Als Gottes, nicht der es bei uns klar und rein, Hilf, Menschen. daß wir draus genießen Kraft, 4. Hilf, daß der Frevler frecher Rath und Trost in jeder Noth, Spott Uns nicht vom Wort ab. Daß wir im Leben und im Tod wende, Denn du bist ein gerechter Darauf beständig bauen. Gott, Und strafft gewiß am Ende. 10. Laß sich dein Wort zu deiGib du selbst deinem Worte ner Ehr, O Gott, sehr weit verKraft, Und laß der Wirkung, die es schafft, Uns niemals wider streben. breiten, Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr Erleuchten mög und leiten. O beilger Geist, dein göttlich Wort 5. Ach öffne uns Verstand und Laß in uns wirken fort und Herz, Daß wir dein Wort recht fort Geduld, Lieb, Hoffnung, fassen, In Lieb und Leid, in Freud Glauben. und Schmerz Es aus der Acht nicht laffen; Daß wir nicht HöMel. Ach Gott und Herr. ver nur allein, Nein, auch bes 408. Gott ist mein Hort, Auf Jesu Wort Wortes Thäter sein, Frucht hun dertfältig bringen. meine Seele trauen. Ich wandle hier, Mein Gott, vor dir, Im Glauben, nicht im Schauen. 6. Der Sam' am Wege wird sofort Vom Feinde weggenommen, In Fels und Steinen kann das 2. Dein Wort ist wahr; Laß Wort Die Wurzel nicht bekom- immerdar Mich seine Kräfte schmef= Und wenn der Sam' in fen. Laß keinen Spott, O Herr, Dornen fällt, Hat Sorg und Wol- mein Gott, Vom Glauben mich luft dieser Welt Bald seine Kraft abschrecken. ersticket, men. 3. Wo hätt' ich Licht, Wofern 7. Ach, hilf, Herr, daß wir mich nicht Dein Wort die Wahrwerden gleich Dem fruchtbar'n heit lehrte? Ach, ohne sie Verständ e 1 11 3 5. Den ewgen Rath, Die Missethat Der Sünder zu verfühnen: Ihn kännt' ich nicht, Wär mir das Licht Nicht durch dein Wort verschienen. दर ST 2 ( 8 SASTOOD ASENAME E 254 Gottes Werke und Wohltbaten. ständ ich nie, Wie ich dich wür- nicht verzagen, Nein, du verzeihst, dig ehrte. Mich lehrt dein Geist Im Glaus 94 4. Dein Wort erklärt Der Seele ben: Vater! sagen. Werth, Unsterblichkeit und Leben, Daß diese Zeit Zur Ewigkeit Mir sei von dir gegeben. 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn, Ist meines Heils Ges schäfte. Durch eigne Macht Wirds. nie vollbracht, Dein Wort allein gibt Kräfte. 8. Herr, unser Hort, Laß uns dies Wort, Denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Theil, Es 6. Nun darf mein Herz In sei mein Heil, Und Kraft zum Neu und Schmerz Der Sünden ewgen Leben. Dritte Dritte Abtheilung. Das christliche Leben. 1. Sorge für die Seele. Mel. Liebster Jesu, wir sind. 409. Glaube, Lieb und Hoffnung sind Der wahrhafte Schmuck der Christen. Hier6. Mache meine Liebe rein, Daß mit muß fich Gottes Kind Stets ste nicht in Schein bestehe. Flöß bestreben auszurüsten. Nur durch ste wird Gott geehret, Seine Gnad in uns vermehret. mir Kraft des Geistes ein, Daß sie mir von Herzen gehe, Und ich aus rechtschaffnem Triebe Dich und auch den Nächsten liebe. 2. Glaube legt den ersten Stein Zu des Heils bewährtem Grunde, Sieht auf Jesum nur allein, Und bekennt mit Herz und Munde Sich zu seines Geistes Lehren, Läßt sich feine Trübsal stören. rauben. Laß das schwache Rohr nicht brechen, Und mein glimmend Tocht nicht schwächen. 7. Gründe meine Hoffnung fest, Stärke sie in allen Nöthen, Wenn mich alle Welt verläßt, Wenn du mich gleich wolltest tödten. Laß fle nach dem Himmel schauen, Und auf das, was ewig, bauen. 3. Liebe muß des Glaubens Frucht Gott und auch dem Näch- 8. Glaub und Hoffnung hören sten zeigen, Unterwirft sich Christi auf, Wenn wir zu dem Schauen Zucht, Und gibt sich ihm ganz zu kommen. Doch die Liebe dringt eigen, Lässet sich in allen Leiden hinauf, Wo ste Ursprung hat geNicht von ihrem Jesu scheiden. nommen. Ach, da werd ich erst 4. Hoffnung macht der Liebe recht lieben, und die Liebe ewig Muth, Alle Noth zu überwinden, üben. Sie kann in der Trübsalsfluth Ihren Anker sicher gründen, Sie Mel. Aus tiefer Noth. erwartet nach dem Leide Ewige, 410. Nach meiner Seelen Freude. Seligkeit Laß, 5. Jesu, du mein Herr und mich eifrig ringen. Sollt ich die Gott, Ach, bewahr in mir den kurze Gnadenzeit In Sicherheit Glauben, Mache du den Feind zu verbringen? Wie würd ich einst Spott, Der dies Kleinod denkt zu vor dir bestehn? Wer in dein Reich 11 Eigene Melodie. gen kann, Gott um Erbarmung 411. Es koſtet viel, ein Chrift ist der zum zu sein, Und nach dem ben nicht, Den uns, o Gott, dein Sinn des reinen Geistes leben, Unterricht In deinem Wort be- Denn der Natur geht es gar sauer zeichnet. ein, Sich immerdar in Chrifti 3. Du rufft uns hier zur Hei- Tod zu geben; Auch ist's mit Eiligung, Drum laß auch hier auf nem Kampf, den wir vollbracht, Erden Des Herzens wahre Besse- Nicht ausgemacht.:,: rung Mein Hauptgeschäfte werden. 2. Man muß hier stets auf Herr, stärke mir dazu den Trieb, Schlangen gehn, Die, ach, ihr Nichts sei so groß, nichts mir so Gift in unsre Fersen bringen, Da lieb, Das ich ihm nicht aufopfre. kostet's Müh, auf seiner Huth zu 4. Gewänn ich auch die ganze stehn, Daß nicht das Gift kann Welt Mit allen ihren Freuden, in die Seele dringen. Wenn mans Und sollte das, was dir gefällt, versucht, so spürt man mit der O Gott, darüber meiden: Was Zeit Die Wichtigkeit.:,: hälfe mir's? nie kann die Welt Mit allem, was sie in sich hält, Mir deine Gnad ersetzen. 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, Wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, Die ewiglich 5. Was führt mich zur Zufrie ein solcher Mensch erfährt, Der denheit Schon hier in diesem Le- sich hier stets aufs Himmlische ben? Was kann mir Trost und geleget. Sei hoch das Ziel, die Freudigkeit In Noth und Tod Gnade macht es leicht, Daß mans einst geben? Nicht Menschengunst, erreicht.:,: nicht irdisch Glück, Nur Gottes Gnade und der Blick Auf jenes Lebens Freuden. 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, Ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte, Wie wird 6. Herr, laß nach diesem Kleinod der Geist so stark, so hell und mich Vor allen Dingen trachten, rein, Im vollen Strahl von GotUnd, was mir daran hinderlich, tes, Angesichte, Weil dort ihn Mit edlem Muth verachten. Daß ziert die wesentliche Pracht, Die ich auf deinen Wegen geh im Gericht vor dir besteh, D meine größte Sorge. n T1 el J C Y S ( 3312SHE i 256 Das christliche Leben. Reich wünscht einzugehn, Muß stüßest? O stärke mich, mein Gott, reines Herzens werden. dazu, So find ich hier schon wahre Ruh Und dort das ewge Leben. ರ 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn Auf seine Sünden sehen, Und wenn man nicht mehr sündUnd schön ihn macht!:,: Sei 5. Da wird das Kind den Vater sehn, In seinem Anschaun 7. Doch, was vermag ich, Himmelslust empfinden, Wird an wenn du nicht Vor Trägheit mich dem Strom des Lebens selig stehn, beschüßest, Und mich zur Treu in Und sich mit Gott zu Einem dieser Pflicht Mit Kräften unter- Geist verbinten. Wer weiß, was da Sorge für die Seele, 257 da im Geiste wird geschehn? Wer 3. Dein Vater fordert nur das mag's verstehn?:: Herz, Daß er es selbst mit reiner 6. Dort schaust du einst die Gnade fülle. Der treue Gott will Weisheit ganz, Die dich mit Mut- ja nicht deinen Schmerz, Die Un terliebe stets geführet. Sie frönet luft schafft in dir dein Eigenwille. dich mit ihrem Berlenkranz, Und Drum übergib ihn willig in den wird als Brauf der Seele zuge- Tod, So hats nicht Noth.:,: führet. Verborgenes wird da ganz offenbar, Das Dunkle flar.:: 7. Was Gott besitzt, empfängst 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, Der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget. Erdu auch; Was Gott verheißt, wecke nur zum Glauben deinen wird dir in Gott gegeben. Der Sinn, Wenn Furcht und Weh am Himmel steht bereit dir zum Ge- schwachen Herzen naget. Sprich: brauch, Wie lieblich wirst du doch Vater, schau mein Elend gnädig mit Jesu leben! Nichts höher wird an! So ists gethan.:,: an Kraft und Würde sein, A18 Gott allein.:: 5. Faß nur die Seele in Geduld, Wenn du nicht gleich des 8. Auf, auf, mein Geist, er- Vaters Hülfe merfest. Verstehst müde nicht, Dich aus der Nacht du's oft und fehlst aus eigner der Finsterniß zu reißen! Was sor- Schuld, So steb, daß du dich gest du, daß dirs an Kraft ge- durch die Gnade stärkest; Dann ist bricht? Bedenke, was für Kraft vor Gott dein findliches Versehn uns Gott verheißen! Wie gut Als nicht geschehn.:: wird sichs doch nach der Arbeit ruhn, Wie wohl wirds thun!:,: 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, Wenn dich wird Nacht und Finsterniß bedecken; Dein Vater wird nichts Schlimmes mit Mel. Es kostet viel, ein Christ. 412. Es ist nicht schwer, ein dir thun, Vor keinem Sturme darfst du je erschrecken; Ja, stehst du endlich ferner keine Spur, So glaube nur.:;: Christ zu sein, Und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. Zwar der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in 7. So wird dein Licht auf's Christi Tod zu geben, Doch führt Neu entstehn, Und wirst dein Heil die Gnade selbst zu aller Zeit mit großer Klarheit schauen, Was Den schweren Streit.:: du geglaubt, wirst du dann vor 2. Du darfst nur werden wie dir sehn, Drum darfst du nur ein Kind, Du darfst ja, nur die dem treuen Vater trauen. O Seele, leichte Liebe üben. O blöder Geist, steh doch, wie ein wahrer Chrift wie gut ist Gott gefinnt! Das So selig ist!:: fleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr, Es ist nicht schwer.:,: 8. Auf, auf, mein Geist, was säumest du, Dich deinem Gott ganz findlich zu ergeben? Geb ein, mein Herz, genieß die süße Ruh, In FrieR den C ( NOC T 258 Das christliche Leben. den sollst du vor dem Vater leben. mit Barmherzigkeit, Und eilst, uns Die Sorg und Last wirf nur ge- beizustehen. Herr, meine Burg, troft und fühn Allein auf ihn.:: mein Fels, mein Hort, Vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, Denn ich will vor dir beten. Mel. Alle Menschen müssen. 413. Chaffet, daß ihr selig werdet, Die ihr wol2. Ich bitte nicht um Ueberfluß Und Schäße dieser Erden; let felig sein, Euch als Christen Laß mir, so viel ich haben muß, zwar gebehrdet, Doch davon tragt Nach deiner Gnade werden. Gib nur den Schein. Denket, daß der Herr wird kommen, Richten Böse sammt den Frommen. Darum schafft mit Furcht allein, Wie ihr möget felig sein. mir nur Weisheit und Verstand, Dich, Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, So sehr ste Menschen 2. Schaffet denn mit Furcht rühren; Des guten Namens Giund Zittern, O ihr Sünder allzu- genthum Laß mich nur nicht vermal, Wenn Gott wird die Welt lieren. Das sei mein Ruhm, vor erschüttern, Und sich naht die Höl- dir zu stehn, Den schmalen Weg lenqual, Daß ihr alle dann ent- getreu zu gehn, Im Umgang mit gehet, nicht zur Linken Jesu stehet! den Frommen. Schaffet doch mit Furcht allein, Daß ihr möget selig sein. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, Auch nicht um langes 3. Schaffet, daß ihr selig wer- Leben. Im Glücke Demuth, Muth det, Traut nicht eurem Fleisch in Noth, Das wollest du mir geund Blut, Das sich heilig hier ben. In deiner Hand steht meine gebehrdet Und es doch nie meinet Zeit; Laß du mich nur Barmhergut: Flieht das falsche Christen- zigkeit Vor dir im Tode finden. leben, Bleibet Jesu treu ergeben, Folgt ihm nach; dies schafft allein, Daß ihr möget selig sein. Mel. Wer nur den lieben Gott. 415. Wohl dem, der sich mit 4. D Herr, der du durch dein Ernst bemühet, Daß Leiden Uns so theur erlöset haft, er ein Jünger Christi sei, Det Laß doch nichts von dir uns schei- Chriftum als ein Kleid anziehet, den, Nimm hinweg von uns die Daß er im Glauben werde frei, Laft. Brich in uns die Macht der Der Christum stets zum Zweck Sünden, Laß uns Gnad und Le- ftch setzt, Ihn über Welt und ben finden! Deine treue Lieb allein Himmel schätzt. Schaffe, daß wir selig sein. 2. Wohl dem, der ihn erwählt zum Wege, Zum Lichte, dem er folget nach Auf der Verleugnung 414. Gott, deine Güte reicht schmalem Stege, Und auf sich Mel. Mein Herzens- Jesu. so weit, So weit nimmt des Heilands Schmach, die Wolken gehen, Du frönst uns Der sich befleißt, an seinem Heil Sorge für die Seele. 259 Heil Im Glauben stets zu haben Leben zum Verderben, Führst du Theil. die Luft nicht in sein Grab. Sein Kreuz bleibt dir ein todtes Bild, Wenn du dir selbst nur leben willt. 3. Was hilfts, daß Chriftus hier empfangen, Des Fleisches einst theilhaftig ward, Wenn wir nicht. 9. Was hilft sein Lösen und auch dazu gelangen, Daß er sich Befreien, Wo man nicht bleibt im selbst uns offenbart? Doch, soll Bunde stehn? Was hilfts, Herr, er bei dir fehren ein, So muß Herr und Meister schreien, Wenn dein Herz aufrichtig sein. man stets will zurück noch sehn? Was hilfts denn, daß sein Tod versöhnt, Wenn unser Sinn der Welt noch fröhnt? 4. Was hilfts, daß Christus ist geboren Und uns die Kindschaft wieder bringt? Dem bleibt dies bohe Recht verloren, Der nicht 10. Was hilft dir Chrifti Aufdarnach im Glauben ringt, Daß erstehen, Bleibst du noch in dem Gottes Geist ihn neu gebiert, Und Sündentod? Was hilft dir sein er ein göttlich Leben führt. gen Himmel Gehen, Wenn du 5. Was hilft dem Menschen noch zagst in Erdennoth? Was Christi Lehre, Der Sclave der hilft dir sein Triumph und Sieg, Vernunft noch bleibt, Nach eigner Führst du nicht mit dir selber Krieg? Weisheit, Wahn und Ehre Sein 11. Wohlan, so lebe, thu und Leben, Thun und Wesen treibt? leide, Wie Christus dir ein VorEin Christ, der die Verleugnung bild war. Sieh, daß dich seine ehrt, Folgt dem nur, was ihn Chriftus lehrt. 6. Was hilft uns Christi Thun und Leben, Was seine Lieb und Christi Glied zu sein. Freundlichkeit, Wenn wir, dem Stolz und Haß Mel. Mach's mit mir, Gott. ergeben, Nur schänden seine Heiligkeit? Was 416. Bald bin auch ich des hilfts, nur mit dem Mund allein, Todes Raub; Zwar Und nicht im Werk ein Christ wall ich noch auf Erden, Ich zu sein? Sterblicher, doch dieser Staub Soll 7. Was hilft uns Christi Angst einst unsterblich werden; Und dann, und Leiden, Wenn man nicht will dann ist mein ewig Theil, O Gott, ins Leiden gehn? Nur nach der Verwerfung oder Heil. Bein sind süß die Freuden, Und 2. Mit Furcht und Zittern soll nach der Schmach glänzt Purpur der Christ Nach seinem Heile rins schön. Wer hier nicht seinen Adam gen, Verachten das, was eitel ift, fränkt, Dem wird die Krone nicht geschenkt. Hinauf zu Gott sich schwingen; Getrost den Pfad der Trübsal gehn, 8. Was hilft uns Christi Tod Und standhaft in Versuchung stehn. und Sterben, Wenn wir uns selbst 3. Noch weiß ich, daß ich launicht sterben ab? Du liebst dein fen muß, Noch bin ich in den R* Schranken Unschuld kleide, So bleibst du in der Seinen Schaar. Wer Chrifti ist, der strebt allein Im Leben Y NOU 260 Das chriftliche Leben. Schranken, Noch nicht am Ziele, durch Jesu Blut erkäuft, Ich bin doch mein Fuß Beginnet oft zu auf seinen Tod getauft. manken. Herr, stärke mich durch deine Kraft Auf dieser kurzen Pilgerschaft. 10. Der mir in Christo Alles gibt, Schüßt bei des Todes Schrecken, Der mich bis in den Tod geliebt, Wird aus dem Grab mich wecken. Wenn Erd und HimSo schaff ein reines Herz in mir, mel untergehn, Werd ich zum LeEin Herz, das dir gefalle, Und ben auferstehn. leite mich auf ebner Bahn Durch deinen Geist zu dir hinan. 4. So lang ich noch, ein Fremdling hier, In diesem Leibe walle, 11. Nicht Trübsal mehr, nicht Leid und Schmerz Betrübet dort 5. Es sei mein Ruhm, dir die Seinen; Nicht klagen mehr werth zu sein, Was du gebeutst, wird unser Herz, Nur Freudenzu üben; Mein höchstes Gut, mich thränen weinen. Er, der für uns dein zu freun, Von Herzen dich sein Leben gab,& r. trocknet unfre zu lieben; Mein Troft, auf deinen Thränen ab. Schuß zu baun, Und meine Hoffnung, dich zu schaun. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit Soll nie mir meinen Glauben, Den süßen Trost der Ewigkeit, Des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth, Und was versüßt mir einst den Tod? 12. Dort schauen wir, und bes ten an Vor deinem Angesichte, Und die wir hier im Dunkel sahn, Wir werden dort im Lichte Die Wunder deiner Liebe sehn, Und deine Wege ganz verstehn. 13. Shr, die ihr ihn erhabner preist, Ihr Engel, meine Brüder: Dann singet mein verklärter Geist 7. Verzagt und schwach sind In eure Jubellieder, Und curer Fleisch und Blut, Und eitel unsre Harfen reiner Klang Ertönt in Werke, Der Glaub allein gibt meinen Lobgesang. Kraft und Muth, Verleiht in Christo Stärke. Sind wir in Angst und Traurigkeit: Getroft, wir überwinden weit. 14. Du, der du uns dies Heil erwarbst, Laß, Herr, auch miche ererben. Du, der du für die Sün der starbst, Laß, Jesu, dir mich 8. Was ist die Trübsal dieser sterben. Gib, daß ich dir im Leben Zeit Und alles Leid der Erden, treu, Getreu bis in den Tod dir sei. Gott, gegen deine Herrlichkeit, Die offenbar soll werden? Wie Mel. Meinen Jesum laß ich. schnell fleugt dies mein Leben hin, Hin, wo ich ewig selig bin! 417. Seele, was ermüdst du dich In den Dingen 9. Heil mir, ich bin sein Eigen- dieser Erden, Die doch bald verthum! Nichts soll von ihm mich zehren sich, Und zu Staub und scheiden! Nicht Wolluft, Güter, Asche werden? Suche Jesum und noch der Ruhm, Nicht Schmach, sein Licht, Alles Andre hilft dir nicht Tod, noch Leiden. Ich bin nicht. 2. Sammle Das Gebet. 261 2. Sammle den zerstreuten Sinn, 6. Schwinge dich recht oft im Laß ihn sich zu Gott aufschwingen; Geist Ueber alle Himmelshöhen, Richt ihn stets zum Himmel hin, Laß, was dich zur Erde reißt, Dir Laß die Gnade dich durchdringen. in weiter Ferne stehen. Suche JeSuche Jesum und sein Licht, Al- fum und sein Licht, Alles Andre les Andre hilft dir nicht. bilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, 7. Zu dem Strome mußt du Dein verschmachtet Herz zu laben: nahn, Der vom Thron des LamEil der Lebensquelle zu, Da kannst du fie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, Alles Andre bilft dir nicht. mes fließet, Gnad um Gnade zu empfahn, Die sich reichlich dort ergießet. Suche Jefum und sein Licht, Alles Andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Pein, So 8. Laß dir seine Majestät Imdas finstre Reich gebieret. Laß merdar vor Augen schweben; Laß nur ihn dein Labsal sein, Der zur mit innigem Gebet Sich dein Herz Glaubensfreude führet. Suche Je zu ihm erheben. Suche Jesum sum und sein Licht, Alles Andre und sein Licht, Alles Andre hilft hilft dir nicht. dir nicht. 5. Geh in Einfalt stets einher, Laß dir nichts das Ziel verrücken. Gott wird aus dem Liebesmeer Dich, den Müden, wohl erquicken. Suche Jefum und sein Licht, Alles Andre hilft dir nicht. 9. Ziehe du mich zu dir hin, Daß der Sünde ich abfterbe, Dann ist Sterben mein Gewinn, Dann erfreut mich dort dein Erbe. Bleibe, Jesu, stets mein Licht, Alles Andre hilft mir nicht. 2. Das Gebet. Hilf, daß zu dir aus Herzensgrund, großer Gott, wir rufen. 418. Mel. Aus tiefer Noth. Bater, unser Gott, 3. Beuch unser Herz zu dir es ist Unmöglich aus- hinauf, Im Beten und im Singen, zusinnen, Wie du recht anzurufen Und thu uns selbst die Lippen auf, bist, Hilf selber uns beginnen, Und Ein Opfer dir zu bringen. Laß geuß, wie uns dein Wort ver- dir gefallen, wenn wir dann Mit heißt, In unsre Herzen deinen Geist Herz und Lippen dir uns nahn, Der Gnad und des Gebetes. Sei, Herr, von uns nicht ferne. 2. Laß ihn bei dir uns kräf- 4. Im Geist und Wahrheit laß tiglich Mit Seufzen stets vertreten, zu dir Das Herz uns immer richSo oft wir kommen, Herr, vor ten, Mit Andacht beten für und dich, Zu danken und zu beten. Laß für, Nichts Fremdes denken, dichnicht nur sprechen unsern Mund, ten. Gib uns des Glaubens Zuversicht, 110 1 C HASIE NOA 262 Das chriftliche Leben. versicht, Daß wir die Bitte zweifeln zu Ewigkeit, Das Reich, die Kraft, nicht Durch Christum zu erhalten. die Ehre. 5. Fern sei's von uns, dir Zeit und Maß Im Beten vorzuschreiMel. Nun freut euch, lieben. ben. Hilf, daß wir flehn ohn Un- 419. Gott, unfer Bater, der terlaß, Bei dem allein auch bleidu bist Im Himmel ben, Was dir gefällt, was deine hoch erhoben, und schaueft ,, was Ehr Und unsre Wohlfahrt mehr auf Erden ift, Auf deinem Throne und mehr Befördert hier und ewig. oben, O unser Troft und Zuver 6. Laß uns allein auf deine sicht, Zu dir ist unser Herz ge= Güt, Auf unser Thun nicht bauen, richt't, Erhör uns, deine Kinder. Und dir mit kindlichem Gemüth Uns ganz und gar vertrauen. Und mögen wir's nicht würdig sein, So wollest du aus Gnab allein Die Bitte uns gewähren. 7. Du, Vater, weißt, was uns gebricht In unserm ganzen Leben, Es ist dir auch verborgen nicht, Wenn wir in Nöthen schweben. Um Beistand flehen wir dich an, Da doch dein Vaterherz nicht kann Vergessen deine Kinder. 8. Wir haben ja dir Freudig feit In Jesu Christ empfangen, Der Gnadenthron ist dort bereit't, Daß wir die Hülf erlangen; Drum laß hier und an allem End Uns stets aufheben heilge Händ, Zu dir gen Himmel schreien. 2. Hilf, daß wir deinem heifgen Nam Die Ehr in Allem geben, Wie groß du bist und wundersam, Mit Freudigkeit erheben; Dich, deine Weisheit, Macht und Treu Erkennen, und obn Heuchelei Dir und dem Nächsten dienen. 3. Laß uns in deinem Gnadenreich Des heilgen Geistes Gaben, Dein Wort und dessen Kraft zugleich, Glaub, Lieb und Hoffnung haben; Des Satans Sündenreich zerstör, Schüß deine Kirch und fte vermehr, In Einigkeit und Wahrheit. 4. Dein Will gescheh nach deis nem Wort Im Himmel und auf Erden. Laß meinen Willen fort und fort Dadurch gebrochen werden. Verleihe uns in Freud und Leid Gin ruhig Herz, daß jederzeit, Was du willst, uns gefalle. 9. Dein Nam, o Gott, gebeiligt werd, Dein Reich laß zu uns kommen, Dein Will- geschebe stets auf Erd, Gib Brod, Fried, Nuß und Frommen. All unsre Sünden 5. Gib uns heut unser täglich Brod Durch Arbeit unsrer Hände. uns verzeih, Steb uns in der Pest, Krankheit, Feur's- und WasVersuchung bei, Erlöf uns von serenoth, Und was sonst schad't, dem Uebel. abwende. Gib gute Obern, Fried 10. Dies alles, Vater, werde und Heil, Auch Jedem sein beschei wahr, Du wollest es erfüllen, Er- den Theil, Und daß uns dran genüge. bör und hilf uns immerdar Um 6. Vergib uns alle unsre Schuld Jefu Chrifti willen, Denn dein, Und fündhaft böses Leben, Hilf, o Herr, ist allezeit, Von Ewigkeit daß mit Liebe und Geduld Wir Andern Das Gebet. 263 Andern auch vergeben. Ach, übe 3. Drum komm auch ich mit an uns keine Rach, Und laß uns meinem Beten, Daß voller Herz Unrecht, Troß und Schmach Dem und Glauben ist; Der mich vor Nächsten auch verzeihen. dich heißt freudig treten, 3ft mein. 7. In der Versuchung, Herr, Erlöser, Jefus Chrift; Und der uns stärk, Und hilf uns überwin- in mir das Abba schreit, 3ft ja den Das Fleisch, die Welt, des dein Geist der Freudigkeit. Satans Werk, Und was uns reizt 4. Gib, Vater, gib nach deinem zu Sünden; Daß, wenn uns Willen, Weß ich, dein Kind, be= Wollust, Ehr und Geld Wird füß und listig vorgestellt, Wir doch dawider stegen. dürftig bin. Du kannst mir meis nen Hunger stillen, In dir muß aller Segen blühn; Doch sorge, Vater, allermeist Für das, was noth ist meinem Geist. 8. Von allem Uebel, Angst und Noth In Gnaden uns erlöse, Daß uns im Leben und im Tod Nicht schaden kann der Böse. Drückt uns auch manche Kreuzesnoth, Laß uns getroft bis in den Tod Des Glaubens End erhalten. 5. Verleih Beständigkeit im Glauben, Laß meine Liebe heilig sein. Will Satan mir die Krone rauben, So halte die Versuchung ein, Damit mein armes Fleisch und Blut Dem Feinde nichts zu Willen thut. 9. Dies alles, Vater, werde wahr, Du wolleft es erfüllen. Er hör und hilf uns immerdar, Um 6. Erweck in mir ein gut GeJefu Chrifti willen, Denn dein, wissen, Tas weder Welt noch o Herr, ist allezeit, Von Ewig- Teufel scheut, Und laß mich meine keit zu Ewigkeit, Das Reich, die Sünden büßen Noch hier in dieMacht und Ehre. fer Gnadenzeit; Durchstreich die Schuld mit Jefu Blut, Und mach das Böse wieder gut. Mel. Wer nur den lieben Gott. 420. Mein Gott, ich flopf 7. O Vater, ich darf wohl nicht an deine Pforte bitten, Daß mich das Kreuz verMit meinem Flehn und Seufzen schonen soll; Hat doch mein Je= an. Ich halte mich an deine sus selbst gelitten, Und also leid Worte: Klopft an, so wird euch ich billig wohl; Doch wird Geaufgethan. Ach, öffne mir die duld mir nöthig sein, Die wolleft Gnadenthür, Mein Jesus flopfet du mir, Herr, verleihn. felbft mit mir. 8. Das Andre alles wirst du 2. Wer kann von sich das fügen, Ich möge arm sein oder Gute haben, Das nur von dir reich; An deiner Huld laß ich mir den Ursprung hat? Du bist der gnügen, Die macht mir Glück Geber aller Gaben, Bei dir ist und Unglück gleich; Kommt zeitimmer Nath und That. Du bist der Vorn, der immer quillt, Du bist das Gut, das immer gilt. lich Gut nicht häufig ein, Mein täglich Bred wirst du verleihn. 9. Ich bitte nicht um langes Leben, I 264 Das chriftliche Leben. Leben, Nur, daß ich christlich leben Wenn ich Weltbefizer wäre Ohne mag; Laß mir den Tod vor Augen dich, wie arm wär ich! Nicht schweben Und meinen letzten Ster- um thränenlose Tage Bitte ich, betag, Damit mein Ausgang aus o Vater, dich: Sende Freude, der Welt Den Seligen mich zu- sende Plage, Zieht sie nur zú gefellt. Chrifto mich. 10. Gott, was soll ich 2. Weisheit gib, dich zu er mehr begehren? Du weißt schon, kennen, Nur ein stilles, frommes was ich haben muß; Du wirst Herz, Kindlich Vater dich zu mir, was mir nüßt, gewähren, nennen, Vater stets, in Freud Denn Jesus macht den heilgen und Schmerz. Dankgefühl bei den Schluß: Ich soll in seinem Na- Genüssen, Die du schenkest, wünsch men schrein, So wird es Ja und ich mir, Deinen Frieden im GeAmen sein. wissen, Und im Leiden Trost von dir. Mel. Lamm Gottes, unschuldig. 421. 3. Gib mir Muth und HerVater, Gott voll zensfreude, Meinen Brüdern wohl Gnade, Der lie- zuthun, Shnen Troft zu sein im bend uns getragen, Der auch auf Leide, Daß in dir ste lernen ruhn. steilem Pfade Sein Volk nicht Führe mich zu deinem Sohne, läßt verzagen, Ozieh uns aus Mache du durch ihn mich rein, Erbarmen Zu dir, mit Vaterar- Lehr mich ringen nach der Krone, men, Sei bei uns, ewiger Vater. Seines Heils mich zu erfreun. 2. O Sohn Gottes, gestorben, 4. Nur nach deinem Willen Uns Sündern zur Erlösung, Der handeln, Dich nur, nicht die du im Tod erworben Dem kran- Menschen scheun; Stets vor deifen Geist Genesung, Herr, deine nen Augen wandeln, Vater, bir Gnad und Milde Werd uns zum stets nahe sein: Wer kann diesen starken Schilde, Verein dich mit Wunsch erfüllen? Wer. vermag es, uns, o Jesu. außer dir? Gott, um Jesu Christi 3. O Geift Gottes, erfülle Mit willen, Bitt ich dich, erfüll ihn deinem Licht die Seelen, Daß mir! heilig werd der Wille, Dein Heil wir nicht verfehlen. Führ uns in Mel. Herr Jesu Christ, dich. ewgen Sei mit uns, heilsamer Tröster. alle Wahrheit, Führ uns zur 423. Zu dir, Erbarmer, alle auf zu Für Menschen beten wir. Du weißt, was Jeglichem gebricht, Versag ihm deinen Beistand nicht. Mel. Gott, hier sind wir, deine. 422. Nicht um Reichthum, 2. Der heut gebornen Kindlein Glanz und Ehre Zahl Weint jetzt vor dir zum Bitt ich, Gott, mein Vater, dich. erstenmal. In's Leben, Vater, riefft Das Gebet. 265 riefft du fie: So lang sie leben, mich doch nicht verzagen. Den laß fie nie. rechten Glauben, Herr, ich mein', 3. Wo heut die letzte Thräne Und daß ich möge streben, Dir zu fällt, Beim Scheiden aus der leben, Dem Nächsten nüß zu sein, Prüfungswelt, Wo Herzen bre- Das wollest du mir geben. chen, kräftge ste Durch Troft und Ruh nach Kampf und Müh. 2. Ich bitt noch mehr, o Herr, mein Gott, Du kannst es mir 4. An Thronen und in Hütten wohl geben, Daß ich nicht wieder sehn Viel Augen himmelan und werd zu Spott, Die Hoffnung flehn. An Thronen und in Hütten aib darneben; Und wenn ich einst fei Ein Helfer, mächtig, mild und muß hier davon, Daß ich dir mög treu. vertrauen, Und nicht bauen Auf eignes Werk und Thun, Daß ich dich möge schauen. 5. Gib, Herr, den Reichen die ser Welt Ein Herz, das dich in Ehren hält, Ein demuthsvolles, frommes Herz, Erweich es für des Bruders Schmerz. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund Den Feinden mög ver6. Dem Armen, deß die Welt geben. Verzeih mir auch zu dieser vergißt, Der oft sein Brod mit Stund, Schaff in mir neues LeThränen ist, Zeig du von fern ben. Dein Wort laß meine Speise die Ewigkeit, Das Ende seiner sein, Um meine Seel zu nähren, Prüfungszeit. Und zu lehren, Wenn Trübsal 7. Wenn dann sein Herz ge- bringt herein, Mich nicht von dir stillet ist, Weil du, Herr, seine zu fehren. Hoffnung bist: Dann werd ihm 4. Laß mich nicht Luft noch auch aus Menschenhand Die Hülfe Furcht von dir In dieser Welt freundlich zugewandt. abwenden, Beständig sein an's 8. Für deine heilge Christen- End gib mir, Tu haft's allein in heit, Die dir im heilgen Dienst Händen. Und wem du's gibst, der sich weiht, Für deine Kirche bit- hat's umsonst, Es mag Niemand ten wir, Sie ehret ja ihr Haupi ererben, Noch erwerben Durch) in dir. Werke deine Gunst, Die uns era löst vom Sterben. 9. Sie ist nur Eine, dein allein Will sie in ewger Liebe 5. Sch lieg im Streit und sein. Vollende durch der Wahr- widerstreb, Hilf, o Herr Christ, heit Strahl, Herr, ihrer Glieder dem Schwachen. An deiner Gnad ganze Zahl. allein ich kleb, Du kannst mich stärker machen. Kommt nut Anfechtung und Gefahr, Wollst 424. h ruf zu dir, Herr du mich nicht verlassen, Fest Eigene Melodie, imIch mich fassen, Behüt mich bitt, erhör mein Klagen; Verleih merdar, Ich weiß, du wirst's mir Gnad zu dieser Frist, Laß nicht laffen. 3. Lob HASTA 266 NOS Das chriftliche Leben. 3. Lob und Dank. Eigene Melodie. 425. He Herr ben wir, Herr Gott, wir danken dir! Tich, Gott Vater, in Ewigkeit Shret der Weltkreis weit und breit. Alle Engel und Himmelsheer, Und was da dienet deiner Ehr, Auch Cherubim und Seraphim Singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! err Gott, dich loDein göttlich Macht und Herrlichkeit Geht über Himmel und Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl, Und die lieben Propheten all, Die theuren Märt'rer allzumal Loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werthe Christenheit Rühmt dich auf Erden allezeit. Tich, Gott Vater, im höchsten Blut. Du haft dem Tod zerstört sein Macht, Und alle Christen zum Himmel bracht. Du fiz'st zur Rechten Gottes gleich T Mit aller Ehr in's Vaters Reich. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Die mit dein'm theuern Blut erLöset sein. Eigene Melodie. Deinen rechten und eingen Sohn, 426. Nun banket Alle Gott, Mit Herzen, Mund Den heiligen Geist und Tröster werth und Händen, Der große Dinge Mit rechtem Dienst fie lobt und ehrt. thut Hier und an allen Enden; Du Kön'g der Ehren, Jesu Christ, Der lebend uns erhält Von MutGott's Vaters ewger Sohn du bist, Du nahmest an, der Welt zu gut, Gleich Menschenkindern, Fleisch und Ein Richter du zukünftig bist, Alles, was todt und lebend ist. Laß uns im Himmel haben Theil Mit den Heilgen am eigen Heil. Hilf deinem Volf, Herr Jesu Chrift, Und segne, was dein Erbtheil ift. Wart und pfleg es zu aller Zeit, Und heb es hoch in Ewigkeit. Täglich, Herr Gott, wir loben dich, Und ehrn deinen Namen stetiglic). Behür uns heut', o treuer Gott, Vor aller Sünd und Missethat; Sei uns gnädig, o Herre Gott, Sei uns gnädig in aller Noth, Zeig uns deine Barmherzigkeit, Wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr, In Schanden laß uns nimmermehr. Amen. terleibe an, Und alles Gute thut, Mehr, als man zählen kann. 2. Es wolle unser Gott Ein fröhlich Herz uns geben, Er laffe uns, sein Volk, Im Frieden immer leben, Forthin zu unsrer Zeit, Daß seine Gnad und Treu Bei uns und unserm Land Beständig allweg sei. 3. Der große, starke Gott Woll uns von allem Bösen, Und was uns Lob und Dank. uns schaden möcht, Gewaltiglich erlösen. Er schüß und rette uns, Er helf uns allezeit, So lange er uns hier Das Leben noch verleiht. 267 5. Der Herr ist nun und ewig nicht Von seinem Volk geschieden. Er bleibet seine Zuversicht, Gibt Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen stetig bin und her; Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Gott Vater, dir sei Preis Hier und im Himmel droben. Gott Sohn, Herr Jesu Christ, Wir wollen dich stets loben. Gott heilger 6. Wenn Menschenhülfe nichts Geift, dein Ruhm Erschalle mehr mehr kann, Wenn Rath und und mehr. D Herr, dreieinger Trost verschwinden, Nimmt Gott Gott, Dir sei Lob, Preis und Ehr. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine. 427. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, Aus freudigem Gemüthe, Dem Gott, der alle Wunder thut, Dem Vater aller Güte. Er ist's, der allen Jammer stillt, Und uns mit reichem Troft erfüllt. Gebt unserm Gott dir Ehre! sich unser gnädig an, Läßt seine Hülf uns finden. Er neigt sich väterlich uns zu; Ach, außer ihm ist keine Ruh. Gebt unserm Gott die Ebre! 7. Ich will dich, Gott, mein Leben lang Von nun an freudig ehren; Man soll, Herr, meinen Lobgesang An allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre fich, Mein Geist und Leib, erfreue dich; Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danket dir des Himmels Heer, Herrscher aller Thronen, Und die auf Erd, in Luft und Meer, In deinem Schatten wohnen, Die preisen deine SchöpfersMacht, Die Alles hat so wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Shr, die ihr Chrifti Namen nennt, Gebt unserm Gott die Shre! 3hr, die ihr Gottes Macht bekennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gößen macht zu Spott! Der Herr ist Gott, 3. Was unser Gott geschaffen der Herr ist Gott! Gebt unserm hat, Das will er auch erhalten, Gott die Ehre! Darüber will er früh und spat Mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich Ist Alles recht, ist Alles gleich; Gebt unferm Gott die Ehre! 9, So kommt denn vor sein Angesicht, Und laßt sein Lob erflingen, Bezahlet die gelobte Pflicht, Und laßt uns fröhlich fingen: Der Herr hat Alles wohlbedacht, Und Alles, Alles recht gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod, Ließ Trost Eigene Melodie. mir angedeihen. Drum dank, 428. daß ich tauſend Zuno drum ich dir, danket, danket Gott mit mir, Gebt unserm Gott die Ehre! gen einen tausendfachen Mund: So stimmt' ich damit in die Wette Vom allertiefsten NO 268 Das christliche Leben. lertiefsten Herzensgrund Ein Lob- 8. Sch bab es ja mein Lebelied nach dem andern an Von dem, was Gott an mir gethan. tage So oftmals, o mein Gott, geſpürt, Daß du mich unter vieler 2. O daß doch meine Stimme Plage Durch manche Trübsal baft schallte Bis dahin, wo die Sonne geführt. Denn in der größesten steht! D daß mein Blut mit Gefahr Ward ich dein Troftlicht Jauchzen wallte, So lang in sei- stets gewahr. war ein nem Lauf es geht! jeder Puls ein Dank, Und jeder Odem ein Gesang! 9. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden In deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich nicht im tief3. Dir fei, o liebevoller Va- sten Leiden Einher als Held und ter, Unendlich Lob für Leib und Sieger gehn? Ja, fiele auch der Geist, Für Alles, mildester Bera Himmel ein, So will ich doch ther, Was deine Güte mir erweist, nicht traurig sein. Was du in deiner ganzen Welt Zu meinem Nußen haft bestellt. 10. Drum reiß ich mich jetzt aus der Höhle Der schnöden Eitela 4. Mein treuster Jesu, sei ge- keiten los, Und rufe mit erhöhter priesen, Daß du durch deinen To- Seele: Mein Gott, du bist sehr desschmerz Mir dein Erbarmen bast hoch und groß! Kraft, Rubm bewiesen, Geheilet mein verwundet Preis, Dank und Herrlichkeit GeHerz. Vom Teufel hast du mich bührt dir jetzt und allezeit. befreit, Mich dir zum Eigenthum geweiht. 11. Ich will von deiner Güte singen, So lange sich die Zunge 5. Auch dir sei ewig Ruhm regt; Sch will dir Freudenopfer und Ehre, D heiligwerther Got- bringen, So lange sich mein Herz tesgeist, Für deines Trostes süße bewegt; Ja, wenn der Mund wird Lehre, Die mich ein Kind des Le- sprachlos sein, So stimm ich doch bens heißt. Ach, wo was Gut's mit Seufzen ein. von mir geschicht, Das wirket nur dein göttlich Licht. 12. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen 6. Wer überströmet mich mit Gnaden hin. Im Himmel soll es Segen, Bist du es nicht, o rei- besser werden, Wenn ich wie Gotcher Gott? Wer schüßzet mich auf tes Engel bin. Da sing ich dir meinen Wegen? Du, du, o Herr, im höhern Chor Viel tausend Gott Zebaoth! Du trägst mit Halleluja vor. meiner Sündenschuld unsäglich Mel. Nun danket All' und. gnädige Geduld. 7. Deswegen küff ich deine Ru- 429. Du bist's, dem Chr gebührt, the, Mit der du mich gezüchtigt und Ruhm haft, Sie wirkt in mir so manches Und dies, Herr, bring ich dir; Gute Und ist mir eine sanfte Laft. Sie macht mich fromm und zeigt dabei, Daß ich von dir gelieber sei. Du hast mich väterlich geführt, Und warest stets mit mir. 2. Wenn Angst und Noth sich mir Lob und Dank. 269 mir genabt, So hörtest du mein nem Ruhm, Er hilft und rettet Flehn, Und ließest mich nach dei- gern. nem Rath Hülf und Errettung sehn. 12. Gr hilft und läßt die Tran3. Wenn ich in Schmerz und rigkeit Uns bald vorübergehn, Will Krankheit sank, Und rief: Herr, uns nach kurzer Prüfungszeit Zum rette mich! So halfst du; dich er- ewgen Glück erhöhn. hebt mein Dank, Denn ich genas durch dich. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, Und was er dir gethan. 4. Betrübte mich des Feindes Verehr und halte sein Gebot, UndHaß, So flagt' ich dir den bet ihn ewig an. Schmerz; Du halfft mir, daß ich ihn vergaß, Und gabst Geduld ins Herz. Eigene Melodie. C 5. Wenn ich den rechten Brab 430. Sollt ich meinem Gott Pfad nicht fingen? Sollt verlor, Mich schuldbeladen sah; ich ihm nicht dankbar sein? Denn Rief ich zu dir, mein Gott, em- ich seh in allen Dingen, Wie so por, Und Gnade war mir nah. gut er's mit mir meint. Ift's 6. Oft war um Troft der doch nichts, als lauter Lieben, Seele bang; Ich sucht' dein An- Was sein treues Herz bewegt, gesicht, Ich rief voll Inbrunst: Das ohn Ende hebt und trägt, Herr, wie lang? Da ließest du Die in seinem Dienst sich üben. mich nicht. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Du hilfft mir, Herr, mit Vatertreu, Denn du bist fromm 2. Wie ein Adler sein Gefieder und gut. Du stehst mir in Versu- Ueber seine Jungen streckt, Also chung bei, Und gibst zur Tugend Muth. hat auch hin und wieder Mich des Höchsten Hand bedeckt, Also8. Herr, für die Leiden dank bald im Mutterleibe, Da er mir ich dir, Dadurch du mich geübt; mein Wesen gab, Und das Leben, Und für die Freuden, welche mir das ich hab, Und noch dieſe Dein milder Segen gibt. Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Nicht sein Sohn ist ihm zu theuer, Nein, er gibt ihn für mich hin, Daß er mich vom ewgen 10. Selbst deinen Sohn gabst Feuer Durch sein theures Blut gedu für mich, Welch Wunder dei- winn'. O du unergründter Brunner Huld! Von ganzem Herzen nen! Wie will doch mein schwapreis ich dich, Denn du tilgst cher Geist, Ob er gleich sich hoch meine Schuld. befleißt, Deine Tief ergründen 11. Preif Gott in seinem Hei- fönnen? Alles Ding währt seine ligthum, Erheb ihn, Volk des Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Herrn! Die Erd ist voll von sei- 4. Seinen Geift, den edlen Führer, 9. Dir dank ich, Herr, daß die Natur Mich nährt und mich erfreut. Ich schau in jeder Kreatur, Herr, deine Freundlichkeit. NO HAK 270 Das christliche Leben. Führer, Gibt er mir in seinem noch bisher berührt; Gott hat von Wort, Daß er werde mein Regie- uns weggewendet Unsrer Seele rer, Durch die Welt zur Him- größten Feind, Der es immer böse melspført, Daß er mir mein Herz meint, Hat uns seinen Geift ges erfülle Mit des heilgen Glaubens sendet. Alles Ding währt seine Licht, Daß des Todes Nacht durch Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. bricht, Und die Hölle selbst macht 9. Wie ein Vater seinem stille. Alles Ding währt seine Zeit, Kinde Nimmer ganz sein Herz Gottes Lieb in Ewigkeit. entzeucht, Wenn es gleich, ver5. Meiner Seele Wohlerge- führt zur Sünde, Oft vom rechhen Hat er ja recht wohl be- ten Pfade weicht: Also hält auch dacht; Will dem Leibe Noth ent- mein Gebrechen Mir mein fromstehen, Nimmt er's gleichfalls mer Gott zu gut, Straft mich, wohl in Acht. Wenn, mein Kön- wie ein Vater thut, Will nicht nen, mein Vermögen Nichts ver- mit dem Schwerte rächen. Alles mag, nichts helfen kann, Kommt Ding währt seine Zeit, Gottes mein Gott und hebet an, Seine Lieb in Ewigkeit. Kraft mir beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Sind gleich bitter mir die Schläge Von des Höchsten mächtger Hand, Dennoch, wenn ich's 6. Himmel, Erd und ihre Heere recht erwäge, Sind ste nur ein Hat er mir zum Dienst bestellt, Liebespfand, Zeichen, daß er mein Wohin ich mein Aug nur fehre, gedenke, Und mich von der schnöFind ich, was mich nährt, erhält, den Welt, Die mich hart gefanThiere, Kräuter und Getreide, gen hält, Durch das Kreuz zu sich In den Tiefen, in der Höh, In nur lenke. Alles Ding währt seine den Wäldern, in der See, Ueber- Beit, Gottes Lieb in Ewigkeit. all ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Daß weiß ich fürwahr, und lasse Mir's nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat 7. Wenn ich schlafe, wacht sein seine Maße Und muß endlich stille Sorgen, Und ermuntert mein Ge- stehn. Wenn der Winter ausge= müth, Daß ich jeden lieben Mor- schneiet, Tritt der schöne Sommer gen Schaue neue Lieb und Güt. ein. Also wird auch nach der Wäre nicht mein Gott gewesen, Pein, Wer's erwarten kann, erHätte nicht sein Angesicht Mich freuet. Alles Ding währt seine geleitet, wär ich nicht Aus so Beit, Gottes Lieb in Ewigkeit. mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe findt, Ei, so heb ich meine Hände 3u dir, Vater, als ein Kind; Bitte, Hat der Satan hergeführt, Die wollst mir Gnade geben, Dich mich doch mein Lebetage Niemals aus aller meiner Macht Zu um8. Wie so manche schwere Plage fangen Lob und Dank. 271 Eigene Melodie. fangen Tag und Nacht, Hier in es nicht, dich ihm zu weihn. Er meinem ganzen Leben, Bis ich hat dein Sünd' vergeben, War dich nach dieser Zeit Lob' und liebgleich die Schuld sehr groß, Er in Ewigkeit. schützt dein armes Leben, Nimmt dich in seinen Schooß, Er tröstet und erquicket, Verjüngt, dem Adler 431. Lobe den Herren, den gleich. Der Herr schafft Recht, mächtigen König der beglücket, Er macht den Armen reich. Ehren, Lob ihn, o Seele, vereint 2. Er hat uns wissen lassen mit den himmlischen Chören! Kom- Sein heilig Recht und sein Gemet zu Hauf! Psalter und Harfe, richt, Auch seine Güt ohn Mawach auf! Lasset den Lobgesang| ßen, Es mangelt an Erbarmen hören. nicht. Den Zorn läßt er bald fab2. Lobe den Herren, der Alles ren, Straft nicht nach unsrer Schuld, so herrlich regieret, Der, wie auf Läßt Gnade uns erfahren, Den Flügeln. des Adlers, dich sicher ge- Blöden seine Huld. Die Huld ist führet, Der dich erhält, Wie es hoch erhaben Bei dem, der fürch)dir selber gefällt, Hast du nicht dieses verspüret? tet ihn. So fern der Oft vom Abend, Ift unsre Günd dahin. 3. Lobe den Herren, der künst- 3. Wie Väter sich erbarmen, lich und fein dich bereitet, Der dir Wenn ihre Kinder hülflos schrein, Gesundheit verliehen, dich freund- So will der Herr uns Armen, lich geleitet. In wie viel Noth Wenn wir ihn ehren, Vater sein. Hat nicht der gnädige Gott Ueber Er kennet unsre Schwäche, Er dir Flügel gebreitet! weiß, wir sind nur Staub, Wie 4. Lobe den Herren, der deinen Gras auf dürrer Fläche, Ein' Stand sichtbar gesegnet, Der aus Blum und fallend Laub. Der dem Himmel mit Strömen der Wind nur drüber wehet, So ist Liebe geregnet. Denke daran, Was es nimmer da, Also der Mensch der Allmächtige kann, Der dir mit vergehet, Sein Ende ist ihm nah. Liebe begegnet. 4. Nur Gottes Gnad alleine 5. Lobe den Herren und preise Steht fest und bleibt in Ewigdes Ewigen Namen, Alles, was feit. Heil dir, des Herrn Gemeine, Odem hat, preiſe des Heiligen Die stets in seiner Furcht bereit. Namen. Er ist dein Licht, Seele, Laßt seinen Bund uns halten, Er vergiß es ja nicht, Lob ihn in herrscht im Himmelreich. Ihr starEwigkeit! Amen. ken Engel, waltet Des Lobes, preift zugleich Den großen Herrn der Ehren, Und treibt sein heilig 432. Nun lob, mein Seel, Wort; Mein Geist soll auch verden Herren, Was mehren Sein Lob an jedem Ort. in mir ist, den Namen sein; Sein 5. Sei Lob und Preis und Wohlthat will er mehren, Vergiß Ehre Gott Vater, Sohn und heilgem Eigene Melodie. COS NOW 272 Das chriftliche Leben." heilgem Geist. Er gebe und ver- Erndte gab von Saaten. Großes mehre, Was er aus Gnaden uns Licht der Sonne, Bring im Feuerverheißt. Laßt uns ihm fest ver- unteere Deinem Gott Lob, Preis trauen, Verlassen uns auf ihn, und Ehre. Lobet gern, Mond Von Herzen auf ihn bauen, Daß und Stern, Ihr, des Schöpfers. unser Muth und Sinn Ihm alle- Werke, Zeugt von seiner Stärke. zeit anhangen, Ihn preisen jede 3. D du meine Seele, Singe Stund. Herr, laß uns dies erlangen, fröhlich, singe, Singe deine DanWir flehn aus Herzensgrund. feslieder. Was nur Odem schöpfet, Jauchze, preise, klinge, Wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Mel. Sollt ich meinem Gott. 433. eiliger, dem Engel Gott Zebaoth, Er ist nur zu lodienen In dem er g ben Hier und ewig droben. frohen Licht, Vor dir stehn die 4. Halleluja bringe, Wer den Seraphinen Mit verdecktem Ange- Herren kennet, Wer den Herren sicht; Sie, die Lob und Ehre bringen Jesum liebet; Halleluja singe, WeiDir, dem herrlich großen Gott, cher Christum nennet, Sich von Unserm Herrn, Herrn Zebaoth, Herzen ihm ergiebet. O wohl dir! Heilig, heilig, heilig! singen. Hei- Glaube mir, Endlich wirst du lige doch auch durch mich Deinen droben Ohne Sünd ihn loben. Namen ewiglich. 2. Stell mich unter ihre Chöre, Eigene Melodie. Denn mein Herz stimmt ihnen 435. Dir, dir, Jehovah bei; Gib, daß deines Namens will ich fingen, Denn Ehre Auch durch mich verherrlicht wo ist doch ein solcher Gott wie sei. Laß mich dir zur Ehre leben, du? Dir will ich meine Lieder Laß mich treu und fromm und rein bringen, Ach, gib mir deines GeiDir des Geistes Kräfte weihn, stes Kraft dazu, Daß ich es thu im Jeder Sünde widerstreben. Laß Namen Jesu Christ, So wie es mich stets dein Auge scheun, Und dir durch ihn gefällig ist. mich deiner Gnade freun. Eigene Melodie. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir. Dein Geist 434. Munderbarer König, in meinem Herzen wohne, Und Herrscher von uns meine Sinnen und Verstand reAllen, Laß dir unser Lob gefallen! gier', Daß ich den Frieden Gottes Deine Gnadenströme Läßst du auf schmeck und fühl, Und dir darob uns fließen, Ob wir schon dich im Herzen fing' und spiel'. oft verließen. Demuthsvoll, Freudig soll Unsre Stimm erklingen, Unser Herz dir singen. 3. Verleih mir, Höchster, folche Güte, So wird gewiß mein Sin gen recht gethan, So klingt es 2. Himmel, lobé herrlich Dei- schön in meinem Liede, Und ich nes Schöpfers Thaten, Der uns bet dich im Geist und Wahrheit an. git Lob und Dank. 273 an. So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. Mel. Kommt her zu mir, spricht. Lobethal, Darin der 4. Denn der kann mich bei bir 436. Mein Herz sei Gottes vertreten Mit Seufzern, die ganz Höchste allemal Sein Lob erschalunaussprechlich sind, Der lehret len höre. So lang du dich durch mich recht gläubig beten, Gibt Gott bewegst, So sieh zu, daß du Zeugniß meinem Geist, daß ich ihm ablegst Ruhm, Dank, Lob, dein Kind Und ein Miterbe Jesu Preis und Ehre. Chrifti fei, Daher ich Abba, lieber Bater! schrei.. 2. Ach, frage ja nicht erst: warum? Denn du bist Gottes 5. Wenn dies aus meinem Her- Eigenthum, 3u Gottes Lob bezen schallet, Durch deines heil'gen reitet, Durch Christi Blut und Geistes Kraft und Trieb, So Tod erlöst, Vom heil'gen Geist bricht dein Vaterherz und wallet gar reich getröft't, Geheiligt und Ganz brünstig gegen mich vor geleitet. heißer Lieb, Daß mir's die Bitte nicht versagen kann, Die ich nach deinem Willen hab gethan. 3. Du bist so oft von Gott erneut, Versöhnt, erquicket und erfreut, Aus Noth und Tod ge6. Was mich dein Geist selbst rissen; Drum sollst du ja zu bitten lehret, Das ist nach deinem jeder Zeit Für Gottes Lieb und Willen eingericht't, Und wird ge- Gütigkeit Zum Lobe sein beflissen. wiß von dir erhöret, Weil es im 4. Mein Gott, mein Herz ist Namen deines Sohns geschicht, nun bereit Zu deinem Lob nach Durch welchen ich dein Kind und Möglichkeit, Nimms hin in deine Erbe bin, Und nehme von dir Hände. Es ist dein Tempel, ach, Gnad um Gnade hin. vernimm Darin die laute Freu7. Wohl mir, daß ich dies denstimm: Lob, Lob sei Gott ohn Zeugniß habe! Drum bin ich Ende! voller Trost und Freudigkeit, Und 5. Lob für dein' Lieb und weiß, daß alle gute Gabe, Die Christi Blut, Lob für des heilgen ich von dir verlange jederzeit, Geistes Gut, Für Hülfe, Kraft Die gibst du, und thust über- und Stärke! Lob für so manchen schwenglich mehr, Als ich verstehe, Freudenblick, Für Seelenheil und bitte und begehr. Leibesglück, Lob für all deine Werke! ist 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rech- 6. Schau, wie mein Herz ten selbst vertritt; In ihm durchbrungen ist, und alles AnAlles Ja und Amen, Was ich dre gern vergißt, Mit Lob dich von dir im Geist und Glauben zu erheben! Gelobet sei Gott bitt'. Wohl mir, Lob dir, jetzt überall! Mein Herz bleibt Gotund in Ewigkeit, Daß du mir tes Lobethal 3m Sterben und schenkest solche Seligkeit! im Leben. S Mel I NO HAK Das chriftliche Leben. Mel. Die Tugend wird durch's. 437. De er Herr ist gut, ihr ist's, aller Sorg entladen, Hier unter deinen Flügeln ruhn! Ich preise dich, Fels meiner Stärke, Himmel, höret, Und Gott meiner Zuflucht, mein Pajauchzt mir nach: Der Herr ist nier; Wenn ich auf deine Fühgut! Er hat mein Leid in Lust rung merke, Wie weis und götts verkehret, Gott ist's, der große lich ist sie mir! Dinge thut. Zu ihm, von dem 4. Du führtest mich auf dunkwir Hülfe haben, Zu Gott rief len Wegen, Verbargst vor mir ich in meiner Noth, Als Angst dein Angesicht, Und warest doch und Elend mich umgaben, Und bei mir zugegen Und in der Fins keine Hand mir Hülfe bot. 274 sterniß mein Licht. Ihr goldnen Seile treuer Liebe, Zieht mich zu meinem Vater hin, Daß ich ihm mich gethan; Doch er vernahm weihe meine Triebe, Ich, der ich mein banges Ringen, Gott sah ihm so theuer bin. mich Armen gnädig an. Er ließ 5. So flieh ich des Betrognen die Fluthen grausend schwellen, Pfade, Der sich von Gott zur Und rettete mit starker Macht Welt gewandt, Des Herrn verMich mitten durch die schwarzen gist und seiner Gnade, Der Hülfe, Wellen, Durch alle Schrecken ban- die er ihm gesandt. So werd ich ger Nacht. noch nach fernen Zeiten Des gro3. Gott ist mit mir, was kann ßen Retters in der Noth, Des mir schaden? Was kann mir weisen Vaters Lob verbreiten, Das Staub und Asche thun? Wie gut Lob des Gottes Zebaoth. 2. Verderben wollte mich verschlingen, Vor Menschen war's um 4. Liebe zu Gott und Jesu. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 438. Quelle der Vollkomich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, Deine menheiten, Gott, Weisheit, Huld und Stärke, Wie mein Gott, wie lieb ich dich, Und befreiet er mein Herz Von Bemit welchen Seligkeiten Segnet kümmerniß und Schmerz! deine Liebe mich! Seel und Leib mag mir verschmachten, Hab ich dich, will ich's nicht achten. Mir soll deine Lieb allein Mehr als Erd und Himmel sein. 3. Gott, aus deiner Segensfülle Fließt mir lauter Gutes zu. Daß ich wurde, war dein Wille, Daß ich noch bin, wirkest du. Daß ich denke, fühl und wähle, 2. Denk ich deiner, wie erhe- Dafür dankt dir meine Seele, bet Meine Seele sich in mir! Dankt dir, daß sie dich erkennt, Wie getröstet, wie belebet Fühl Dich durch Sesum Vater nennt. 4. Du V Liebe zu Gott und Jesu. 275 4. Du erkaufteft vom Verder- fteh auf meine Willigkeit, Und ben Mich durch deinen Sohn, o rechne mir nach deiner Huld Die Gott, Ließest den Gerechten ster- Schwachheit, Vater, nicht zur ben, Mir zum Leben ward sein Schuld. Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, Hast du mir durch ihn gegeben, Ewig, ewig, Herr, mich dein, Dein und deiner Huld zu freun. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden Das thut, was dir, o Gott, mißfällt: Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, Ge5. Heil mir, daß ich es em- fiel es auch der ganzen Welt. Laß, pfinde, Wie so liebenswerth du Vater, mich behutsam sein, Die bist, Daß mein Herz vom Haß kleinste Sünde selbst zu scheun. der Sünde, Die dich haßt, durch- 6. Aus Liebe laß mich Alles drungen ist! Daß auf dein Gebot leiden, Was mir dein weiser Rath ich achte, Und es zu erfüllen bestimmt. Auch Trübsal führt zu trachte. Heil mir, du verbirgst mir ewgen Freuden, Wenn man sie nicht, Herr, dein Vaterangesicht. willig übernimmt. Wer sie er= trägt und weislich nützt, Wird mächtig von dir unterstützt. Mel. Wer nur den lieben. 439. D¹ u Vater deiner Men- 7. In deiner Liebe laß mich schenkinder, Der du sterben, Dann wird der Tod selbst die Liebe selber bist, Und dessen mein Gewinn; Dann werd ich Herz auch gegen Sünder Noch deinen Himmel erben, Wo ich dir gütig und voll Mitleid ist, Laß ewig nahe bin; Da lieb ich in mich von ganzem Herzen dein, Vollkommenheit Dich, Vater der Laß michs mit allen Kräften sein. Barmherzigkeit. 2. Gib, daß ich als ein Kind dich liebe, Da du mich als ein Mel. In dich hab ich gehoffet. freue mich, mein Gott, in dir, Du Bater liebst, Und so gestnnt zu 440. sein mich übe, Wie du mir dazu Vorschrift gibst. Was dir gefällt, bist mein Trost, was könnte mir gefall auch mir, Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. Bei deiner Liebe fehlen? Du, Herr, bist mein, und ich bin dein: Was mangelt meiner Seelen? 3. Vertilg in mir durch deine Liebe Den Hang zur Liebe dieſer 2. Der du in Chrifto mich erWelt, Und gib, daß ich Verleug- wählt, Und deinen Kindern zuges nung übe, Wenn mir das Eitle zählt, Nie wirst du mein vergesnoch gefällt. Wie sollt ich je die sen. Du liebst mein Wohl, hast Kreatur Dir vorziehn, Schöpfer gnadenvoll Mein Glück mir zugemessen. der Natur? 4. Laß mich um deines Namens willen Gern thun, was mir dein Wort gebeut. 3. Du trägst mich Sünder mit Geduld, Vergibst aus Gnaden mir Kann ich's die Schuld, Weil ich an Chrinicht, wie ich soll, erfüllen, So ftum glaube. Du gibst mir Theil S* an Das chriftliche Leben. 276 an seinem Heil, Wer ist, der mir es raube? 3. Ddu Licht der Ewigkeiten Und der Seiten, Blicke mich durch 4. An dir hab ich den treusten dringend an. Deiner Liebe Glanz Freund, Der es aufs Beste mit erscheine, Du alleine Bist's, der mir meint, Wo find ich deines wahrhaft lieben kann. Gleichen? Mit deiner Treu stehst 4. Stelle selbst in meinem Herdu mir bei, Und ob auch Berge zen Helle Kerzen Himmlischer Geweichen. danken auf. Wenn zu dir das 5. Du bist mein Leben, Troft Herz sie ziehen, Muß és glühen und Licht, Mein Fels, mein Heil, Für den heilgen Glaubenslauf. drum frag ich nicht Nach Him- 5. Flöße du mir Himmelsmel und nach Erde. Herr, ohne säfte, Reine Kräfte Deines Gnadich ist nichts für mich, Das mir denlebens ein. So werd ich nur, erfreulich werde. dich zu lieben, Recht mich üben, 6. Du segneft mich, wenn man Treu in deinem Dienste sein. mir flucht, Und wer mir auch zu 6. Denfe nicht mehr meiner schaden sucht, Es wird ihm nicht Sünde, Ach entwinde Ganz vielgelingen. Selbst, was mich kränkt, das muß, gelenkt Von dir, mir Segen bringen. mehr mich ihrer Schuld. Halte mich in deinen Armen, Voll Erbarmen Leuchte deine Vaterhuld. 7. Auf deiner Huld allein be- 7. Laß mich, Herr, aus deinen ruht Mein ganzes Glück, mein Schranken Nimmer wanken, Leb höchstes Gut; In dir leb ich zu- und wirke selbst in mir. Laß mich frieden. So dort als hier, Herr, nirgends je auf Erden Fröhlich bleiben wir In Liebe ungeschieden. werden Als, mein einzig Gut, 8. Du willst mein ewges Wohl- in dir. ergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, Dich, Ursprung wahrer Freuden. Wie leicht vergißt, wer felig ist, Des Lebens kurze Leiden! Mel. Fren dich sehr, o meine. 442. Gott, mein Vater, Mel. Thu, Herr, mein Geschrei. deine Liebe Reicht so weit der Himmel ist, Deines Wohlthuns starke Triebe Sind fo ewig, als du bift. Deiner Huld Unendlichkeit, Gott, erschöpfet keine Zeit; Und wer kann die vielen Proben Deiner Güte wür Herzen, dig loben? 441. Gott, nur du bist meine Sonne, Heil und Wonne, Du bist meiner Seele Licht. Nichts als Dunkelheit und Schmerzen Bleibt im Wenn dein Gnadenglanz gebricht. 2. Als ich noch, der Welt ver2. O vertreib die Finsternisse, borgen, In dem Schooß der MutWeichen müsse Deinem Lichte ter lag, Wachtest du, für mich zu meine Nacht. Nacht und Dunkel sorgen, Ueber mich schon Nacht mögen schwinden, Laß mich fin- und Tag. Durch den Beistand das den, Was mein Auge helle macht. deiner Macht Bin ich an Licht Liebe zu Gott und Jesu. 277 Licht gebracht; Und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? Mel. Nun lob, mein Seel'. 3. Nie gedenket mein Gemüthe 443. Man lobt dich in der Stille, Du gro Ohne heiße Dankbegier Meiner ßer, bocherhabner Gott, Des NühTaufe, wo voll Güte Du die mens ist die Fälle Vor dir, o Kindschaft schenkteft mir. Wem Herr, Gott Zebaoth! Du bist dies hohe Recht gewährt, Wen doch, Herr, auf Erden Der FromGott für sein Kind erklärt, Darf men Zuversicht, In Trübsal und des Segens der Erlösten Voller Beschwerden Läßst du die Deinen Zuversicht sich trösten. nicht. Drum soll dich stündlich ehren Mein Mund vor Jedermann, Und deinen Ruhm vermehren, So lang ich lallen kann. 4. In den zarten Jugendjahren Warst du meines Lebens Stab, Mein Beschirmer in Gefahren, Vater bleibst du bis ins Grab. 2. Es müsse dein sich freuen Ja, ein Vater, der mich liebt, Wer deine Gür' und Größe kennt Dessen Gnade immer gibt Was Und deinem Dienst sich weihen, zum wahren Wohl mir nüßet, Und dein schwaches Kind beschüßzet. Wer Jefu Chrifti Namen nennt. Dein Name sei gepriesen, Der 5. Du machst es mit uns stets große Wunder thut, Du haft auch besser, Als wir wünschen und mir erwiesen, Was mir ist nütz verstehn. Deine Güte, Gott, ist und gut. Drum geb ich mich mit größer Als die Kraft, dich zu er- Freuden Dir, Herr, zu eigen hin; höhn. Schallte gleich so hoch mein Nichts soll von dir mich scheiden, Dank, Wie der Seraphim Ge- So lang ich leb und bin. sang, Dennoch würde durch mein Loben Deine Huld nicht gnug erhoben. 3. Herr, du hast deinen Namen Sehr herrlich in der Welt gemacht, Und eh wir flehend ka6. D so zeuch durch deine Liebe, men, Hast du schon längst an Herr, mein ganzes Herz zu dir. uns gedacht. Ich habe Gnad emStärk und mehre selbst die Triebe pfangen, Herr, wie vergelt ich's Wahrer Dankbarkeit in mir. Laß dir? Laß fest mich an dir hangen, mich ganz dein eigen sein, So Dein Segen ruh auf mir. Dich mich deines Wohlthuns freun, will ich dann erheben, Mein Vas Daß auch mir auf dieser Erde ter. allezeit, Dich preisen hier im Wohlthun wahre Freude werde. Leben, und dort in Ewigkeit. 7. Laß mich jede deiner Gaben Recht zu brauchen mich bemühn, Mel. O daß ich tausend. Stets den Zweck vor Augen baben, 444.&, sagt mir nichts Dazu du sie mir verliehn. Deine von Gold Güte reize mich, Daß ich innig Schäßen, Von Pracht und Schönliebe dich, Daß ich deinen heilgen heit dieser Wer! Es fann mich Willen Freudig suche zu erfüllen. ja tein Ding ergößen, Das mir die NOW chriftliche Leben. 278 Das die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will, Ich liebe Mel. Komm, o komm, du Geist. Jesum, der mein Ziel. 445. Liebe, die du mich zum 2. Denn er allein ist meine Bilde Deiner Gottheit Freude, Mein Gold, mein Schatz, haft gemacht, Liebe, die du mich mein schönstes Bild, An dem ich so milde Nach dem Fall mit Heil meine Augen weide, Und finde, bedacht, Liebe, dir ergeb ich mich, was mein Herz mir stillt. Ein Dein zu bleiben ewiglich. jeder liebe, was er will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Liebe, die du mich erkoren, h ich noch geschaffen war, Liebe, 3. Die Welt vergeht mit ihren die du Mensch geboren, Und mir Lüften, Des Leibes Schönheit gleich wardst ganz und gar, Liebe, dauert nicht, Die Zeit kann alles vir ergeb ich mich, Dein zu bleidas verwüsten, Was Menschen- ben ewiglich. hände zugericht't. Ein jeder liebe, 3. Liebe, die für mich gelitten, was er will, Ich liebe. Jesum, Und gestorben in der Zeit, Liebe, der mein Ziel. die mir hat erftritten Ewge Luft 4. Sein Schloß kann keine und Seligkeit, Liebe, dir ergeb ich Macht zerstören, Sein Reich ver- mich, Dein zu bleiben ewiglich. geht nicht mit der Zeit, Sein 4. Liebe, die du Kraft und Le Thron bleibt stets in gleichen Gh- ben, Licht und Wahrheit, Geist ren Von nun an bis in Ewigkeit. und Wort, Liebe, die sich ganz Gin jeder liebe, was er will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. ergeben, Mir zum Heil und Sees lenhort, Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 5. Sein Reichthum ist nicht zu ergründen, Sein allerschönstes An5. Liebe, die mich hat gebunden, gesicht, Und was von Schmuck an An ihr Joch mit Geift und Sinn, ihm zu finden, Verbleichet und ver- Liebe, die mich überwunden, Und altet nicht. Ein jeder liebe, was er mein Herz bat ganz dahin, Liebe, will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. dir ergeb ich mich, Dein zu bleis ben ewiglich. 6. Er kann mich über Alles heben, Und seiner Klarbeit machen 6. Liebe, die mich ewig liebet, gleich; Er wird mir so viel Schätze Die für meine Seele litt, Liebe, geben, Daß ich werd unerschöpflich die das Lösgeld giebet, Mich so reich. Ein jeder liebe, was er will, fräftiglich vertritt, Liebe, dir er Ich liebe Jesum, der mein Ziel. geb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 7. Und muß ich auch noch viel entbehren, So lang ich wall' in 7. Liebe, die mich einst wird dieser Zeit, So wird er mir's doch führen Aus des Grabes Dunkelwohl gewähren Im Reiche seiner heit, Liebe, die mich dort wird Herrlichkeit. Drum thu ich billig, zieren Mit dem Kranz der Herrs wie ich will: Ich liebe Jesum, lichkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, der mein Ziel. Dein zu bleiben ewiglich. Mel. Liebe zu Gott und Jesu. 279 gehört, Kein Mensch gesehen noch Mel. Wie schön leucht't uns der. gelehrt, Und niemand kann's be446. Sefu, Jefu, Gottes- schreiben, Was denen dort für sohn, Mein Heiland Herrlichkeit Bei dir und von dir und mein Gnadenthron, Mein ist bereit, Die in der Liebe bleiben. Schaß und meine Wonne! Du Würdig Läßt sich nicht vergleiweißt ja, ob ich rede wahr, Vor chen noch so reichen Erdendir ist Alles sonnentlar, Und bel- schäßen, Was alsdann uns wird ler als die Sonne. Herzlich Such ergößen. ich Dir vor Allen zu gefallen, nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 6. Drum laß ich ernstlich das allein, O Jesu, meine Sorge sein, Daß ich dich herzlich liebe; Daß 2. Das ist mein Schmerz, das ich in dem, was dir gefällt, Und fränket mich, Daß ich nicht gnug mir dein Wort vor Augen stellt, kann lieben dich, Wie ich dich lie- Aus Liebe stets mich übe, Bis ich ben wollte. Je mehr die Lieb in Endlich Werde scheiden, und voll Aller mir entbrennt, Um so viel mehr Freuden zu dir kommen, mein Herz erkennt, Wie es dich Trübsal ganz entnommen. lieben sollte. Von dir Laß mir Deine Güte ins Gemüthe lieblich fließen, So wird sich die Lieb ergießen. 7. Da werd ich deine Süßigfeit, Du Himmelsmanna, allezeit In reiner Liebe schmecken, Und sehn dein liebreich Angesicht Mit 3. Gib, Jesu, daß ich treff das unverwandtem Augenlicht Ohn alle Ziel, Daß ich, so viel ich soll und Furcht und Schrecken. Reichlich will, Dich allzeit lieben könne. Werd ich Dann erquicket und geNichts auf der ganzen weiten schmücket dort am Throne Mit Welt, Macht, Wollust, Ehre, der schönen Himmelskrone. Glanz und Geld, So viel ich auch gewönne, Kann mich Ohn Mel. Ich ruf zu dir, Herr. dich G'nugſam laben, ich muß ha- 447. Jefu Chrift, mein ben reine Liebe, Die tröst, wenn ich mich betrübe. du in deiner Seelen So hoch mich 4. Denn, wer dich liebt, den liebst, daß ich es nicht Aussprechen liebeft du, Schaffft seinem Herzen kann noch zählen: Gib, daß mein Fried und Ruh, Erfreueft sein Herz dich wiederum Mit Lieben Gewissen; Wie sehr ihn auch das und Verlangen Mög' umfangen, Kreuz beschwert, Und sich die eigne Und als dein Eigenthum Nur Kraft verzehrt, Soll er doch dein einzig an dir hangen. genießen. Endlich Zeigt sich Nach 2. Gib, daß sonst nichts in dem Leide volle Freude, und die meiner Seel, Als deine Liebe Stunden Alles Trauerns sind verschwunden. wohne; Gib, daß ich deine Lieb erwähl Zum Schatz mir und zur Krone. Rott' Alles aus, nimm Alles 5. Kein Ohr hat jemals noch 280 Das christliche Leben. Alles hin, Was mich und dich Aufthäte und viel Thränen, Heiße will trennen, Und nicht gönnen, Thränen Vergöffe, wie die thun, Daß all mein Thun und Sinn Die sich in Liebe sehnen! In deiner Lieb entbrennen. 8. O, daß ich, wie ein kleines 3. Wie freundlich, selig, süß Kind, So lange dir nachginge, und schön Ist, Jesu, deine Liebe! Bis deine Gnade sanft und lind Wo diese wohnt, fann nichts ent- Mich Armen still umfinge! Bis stehn, Was meinen Geist betrübe. deine Seele mein Gemüth Zu Drum laß nichts anders denften voller süßer Liebe Still erhübe, mich, Nichts sehen, fühlen, hören, Und ich stets als bein Glied Mit Nichts verehren, Als deine Lieb dir vereinigt bliebe! und dich, Der du ste kannst vermehren. 9. Ach, zeuch mich, Heiland, ganz zu dir, Laß mich dein Heil 4. D, daß ich dieses hohe Gut genießen. Ich will mit sehnlicher Möcht ewiglich behalten! O, daß Begier Tief in mein Herz dich in mir die edle Glut Möcht nim- schließen. Dann werd ich, Herr, mermehr erkalten! Ach, hilf mir erquicft von dir, Den süßen Trost wachen Tag und Nacht, Und empfinden, Der die Sünden Und diesen Schatz bewahren Vor den alles Unglück hier kann leichtlich Schaaren, Die wider uns mit überwinden. Macht Aus Satans Reiche fahren. 10. Mein Trost, mein Schay, 5. Mein Heiland, du bist mir mein Licht, mein Heil, Mein Höchzu gut In Noth und Tod ge- stes Gut und Leben, Ach, nimm gangen, Und haft am Kreuz in mich auf zu deinem Theil, Dir deinem Blut, Ein Fluch für mich, hab ich mich ergeben! Denn außer gehangen, Verhöhnt, verlästert, dir ist Roth und Pein, Es werden matt und wund. Ach, laß mich selbst die Freuden Mir zu Leiden; deine Wunden Alle Stunden Zur Nichts fann mir tröstlich sein, Lieb im Herzensgrund Auch reizen Nichts meine Seele weiden. und verwunden. 11. Du aber bist die rechte 6. Dein Blut, das dir vergos- Ruh, Bei dir ist Fried und fen ward, 3st köstlich, gut und Freude. Herr, meiner Augen Luft reine, Mein Herz hingegen böser sei du, Du meines Herzens Weide! Art, Und hart, gleich einem Die Lebensflamme sei du mir, Sei Steine. O, laß doch deines Blutes Balsam mir, der theilet, Lindert, Kraft Mein hartes Herz bezwin- heilet Den Schmerz, der stets gen, Wohl durchdringen, Und diesen noch hier Tief in der Brust mit Lebenssaft Mir deine Liebe bringen. weilet. 7. O, daß mein Herz stets offen 12. Was ist, v Schönster, das stünd, Und fleißig möcht auffangen ich nicht In deiner Liebe habe? Die Tröpflein Bluts, die meine Sie ist mein Stern, mein SonSünd Im Garten dir abbrangen! nenlicht, Mein Quell, drin ich Ach, daß sich meiner Augen Brunn, mich labe, Mein Lebenswein, mein Himmels Liebe zu Gott und Jesu. 281 Himmelsbrod, Mein Schmuck vor nicht auf, Wie sollt ich ihn ver Gottes Throne, Meine Krone, lassen? Ich ließ ja in den Bünd Mein Schutz in aller Noth, Mein Mit ihm mich freudig ein, Drum Haus, darin ich wohne. foll er stets mir lieb, Er soll mir Alles sein. 13. Mein Heiland, ach, wenn du entweichst, Was hilft's, daß 2. Als ich sein Feind noch war, ich geboren? Wenn du mir deine Ist er für mich gestorben, Und Lieb entzeuchst, 3ft all mein Heil hat durch seinen Tod Das Leben verloren. Drum gib, daß ich dich, mir erworben. Was mir unmögmeinen Gaft, Wohl such und lich war, Hat er für mich gethan, bester Maßen Mög umfassen, Und, Ob ich's gleich ewiglich Ihm nicht wenn ich dich umfaßt, In Ewig- vergelten fann. feit nicht lassen. 3. Er hatte mich erlöst, Doch 14. Du hast mich je und je liebt ich noch die Sünden, Ich geliebt, Und mich zu dir gezogen; wollte mich noch nicht zu seiner Eh ich noch etwas Guts geübt, Heerde finden. Allein der treue Warst du mir schon gewogen. Ach, Hirt Ging mir so lange nach, laß doch ferner, edler Hort, Mich Bis daß sein Liebesruf Mein hardeine Liebe leiten, Und begleiten, tes Herze brach. So daß sie immerfort Mir fräftig steh zur Seiten. 15. Laß meinen Stand, in dem ich steh, Herr, deine Liebe zieren, Und wo ich etwa irre geh, Als- auch noch Von 4. Die Sünde drückte mich, Ich war mit Angst umfangen; Er ließ mich Ruh und Raft In seinem Blut erlangen. So spricht er mich allen Fehlern frei, bald zurecht mich führen. Laß fie Und steht mir jederzeit In der mich allzeit guten Rath Und rechte Versuchung bei. Werke lehren, Steuern, wehren Der Sünd, und nach der That Schnell wieder zu dir kehren. 5. Ihm darf ich meine Noth Zu allen Zeiten klagen, 3hm sag ich, was ich sonst nicht dürfte 16. Stets sei ste meine Freud Jemand sagen; Er sieht und hört im Leid, In Schwachheit mein mich an Mit Lieb und FreundVermögen, Bis ich nach wohl- lichkeit, Und wenn's mir nüßlich vollbrachter Zeit Mich soll zur ist, Hilft er mir allezeit. Ruhe legen. Alsdann laß deine 6. Zuweilen ist zwar auch Sein Liebestreu, Herr Jesu, mir bei- Angesicht verborgen, Dann wird stehen, Kühlung wehen, Daß ich alsbald mein Herz Umringt mit getroft und frei Mög in dein Furcht und Sorgen; Jedoch es Reich eingehen. währt nicht lang, Er böret auf froh Sein freundlich Antlig sehn. mein Flehn, Und läßt mich wieder Mel. O Gott, du fremmer Gott. 448. Mein Jesus liebet mich, Wie könnt' ich ihn 7. Kommt dann auf dieser Welt Das Ende meiner Tage, So denn haffen? Sein Lieben hört machet er mich frei Bon aller Angst NO12 282 Das chriftliche Leben. Angst und Plage, So führet er bist mein! mich ein Zu der Vollkommenheit, Jesusnamen Zur Freude nach dem Leid, Zur Herz hinein. Mit dir Alles thun felgen Ewigkeit. und Alles lassen, In dir leben 8. Laß sein, daß dieser Leib Zu und in dir erblaffen: Das sei bis Staub und Moder werde, Will zur letzten Stund Unser Wandel, doch mein Jesus ihn Erwecken unser Bund. aus der Erde. Da soll er schön verklärt In seinen Himmel gehn. Ach, war die Stunde da! Ach, möcht es bald geschehn! Drücke deinen süßen Brennend in mein 450. W Mel. Marter Christi, wer kann. Mel. Unser Herrscher, unser. enn ich nur den Hei land habe, Wenn er nur mein eigen ist, Wenn mein Herz nur bis zum Grabe Seiner O Treue nicht vergißt, dann weiß ich nichts vom Leide, Fühle nichts als Lieb und Freude. 449.& ines wünsch ich mir vor allem Andern, Eine Speise früh und spät; Selig läßt's im Thränenthal sich wan- 2. Wenn ich nur den Heiland dern, Wenn dies Eine mit uns habe, Laß ich alles Andre gern, geht: Unverrückt auf Einen Mann Folg an meinem Pilgerstabe Tres zu schauen, Der mit blutgem gefinnt nur meinem Herrn; Mi Schweiß und Todesgrauen Auf gen immerhin die Andern Auf sein Antlig niedersank, Und den dem breiten Wege wandern. Kelch des Vaters trank. 3. Wo ich nur den Heiland 2. Ewig soll er mir vor Augen habe, Da ist auch mein Vater stehen, Wie er, als ein stilles land, Und es fällt mir jede Gab Lamm, Dort so blutig und so Als ein Erbtheil in die Hand bleich zu sehen, Hänget an des Denn ich finde meine Brüder Kreuzes Stamm; Wie er dürftend Stets in Jesu Freunden wieder. rang um meine Seele, Daß fle 4. Wenn ich nur den Heiland ihm zu seinem Lohn nicht fehle, babe, Schlaf ich sanft und feli Und dann auch an mich gedacht, ein. Ewig wird die höchste Gab Als er rief: es ist vollbracht! Mir fein treues Lieben sein. Mit kann vor dem Tod nicht grauen Jenseits werd ich Jesum schauen 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen Meine Schuld und deine Huld. Da ich in der Finsterniß gesessen, Trugest du mit mir Geduld; Hattest längst nach deinem 451. Sem bleib ich erge Schaf getrachtet, Eh es auf des Resus mein Leben Ihm Hirten Ruf geachtet, Und mit ben Feft bis in den Tod. Sein theurem Lösegeld Mich erkauft von dieser Welt. treue Güte Stillet mein Gemüth Mel. Jesu, meine Freude. In der größten Noth. Jesus litt 4. Ich bin dein! sprich du dar- ich leide mit, Bis, wo er verklär auf ein Amen! Treufter Jesu, du regieret, Mein Geift triumphiret 2. Jefus Liebe zu Gott und Jesu. 283 2. Jesus wischt den Seinen, der Leiden Gingst du hin zu FreuTie mit ihm hier weinen, Einst den, hin zur bessern Welt. Sei die Thränen ab. Die mit Jefu bei mir, ich folge dir. Herr, fein sterben, Werden mit ihm erben, Tod, kein banges Leiden Soll Einkt der Leib ins Grab. Shre mich von dir scheiden. Kron, der Siegeslohn, Ist, wo Engel Gott dort loben, Ihnen Mel. Warum sollt ich mich. aufgehoben. 3. Die mit Thränen säen, 452. Meines Herzens reinste Wenn die Stürme wehen, Die Freude Bleibet die, der Feind erweckt, Werden dort Daß ich nie Mich von Jesu mit Freuden Erndten nach dem scheide; Daß ich ihn durch GlauLeiden, Wo kein Feind mehr ben ehre, Jederzeit Hocherfreut Seine Stimme höre. schreckt. Nach der Müh, die ste 2. Freundlich ruft er alle Müallhie Dulden, wird sie Gott er= götzen Mit des Himmels Schäßen. den, Und erfüllt Reich und mild 4. O ihr frommen Seelen, Ihren Geist mit Frieden. Seine Die ihr euch mit. Quälen Drän- Laft ist leicht zu tragen, Er macht get durch die Welt; Die ihr öf- Bahn, Geht voran, Stärkt uns, wenn wir zagen. ters weinet, Wenn kein Troft erscheinet, Kreuz euch niederhält: Denket doch bei diesem Joch Un stunden, Größern Schmerz Als das ewig frohe Leben, Das euch sein Herz Hat kein Herz empfunGott wird geben. den. Darum blickt, wenn seiner Brüder Einer weint, Unser Freund Mitleidsvoll hernieder. 3. Denn er kennt die Leidens5. Wenn die Sünden schrecken, Wird uns Gnade decken Und des Heilands Blut; Er hat für die 4. Will das Herz vor Jammer Schulden Liebreich wollen dulden, brechen, Ach, er trägt Und verEr starb uns zu gut. Kämpfen pflegt Uns in unsern Schwächen. wir nun mit ihm hier, So wird Selig, wer in bösen Zeiten, In er auch für uns kämpfen, Und Gefahr Immerdar Sich von ihm läßt leiten. die Sünde dämpfen. 6. Seid getreu, ihr Herzen, 5. Jesu, treusten Freund vor Bei des Kreuzes Schmerzen, Treu Allen, Mit dir will Froh und flill bis an das Grab! Jesus wird Ich durchs Leben wallen, Aud) euch trösten, Er nimmt den Er- der Tod kann mich nicht schrecken, löften Ganz ihr Kreuz einst ab. Denn du wirft, Lebensfürft, Einst Duldet nun, ihr sollt auch ruhn; mich auferwecken. Gott läßt bald euch nach dem Weinen Seine Sonne scheinen. Eigene Melodie. Nun, Herr Jeſu, stärke 453. Gefu, meine Freude, Meines Herzens Mich zu deinem Werke, Du, mein starker Held! Auf der Bahn Jesu, meine Zier, Ach, wie lang, ach, 284 Das chriftliche Leben. ach, lange 3st dem Herzen bange, bleibst du auch im Leide, Jeſu, Und verlangt nach dir! Gottes- meine Freude. famm, mein Bräutigam, Außer dir soll mir auf Erden Sonst nichts lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen Bin 454. ich vor den Stürmen Aller Feinde Eigene Melodie. Meinen Jeſum laß ich nicht! Weil er sich frei. Laß den Satan wüthen, Ich für mich gegeben, So erfordert kann Trotz ihm bieten, Mir steht meine Pflicht, Klettenweis an ihm Jesus bei. Ob's mit Macht auch zu kleben. Er ist meines Lebens blitzt und fracht, Ob auch Tod Licht: Meinen Jesum laß ich und Hölle schrecken, Jesus will nicht. mich decken. 2. Jesum, Jesum laß ich nicht, 3. Troß dem alten Drachen, Nun und nie mein ganzes Leben, Troß des Todes Rachen, Trotz Ihm hab ich voll Zuversicht, Was der Furcht dazu! Tobe, Welt, ich bin und hab, ergeben, Alles ist ich bringe Gott die Ehr und singe auf ihn gericht't: Meinen Jesum In gar sichrer Ruh. Gottes Macht laß ich nicht. hält mich in Acht; Erd und Himmel muß vergehen, Doch mein Fels bleibt stehen. 3. Laß vergeben das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weis chen, Laß das letzte Tageslicht 4. Weg mit eitlen Schäßen! Mich auf dieser Welt erreichen; Du bist mein Ergößen, Jesu, Wenn der Lebensfaden bricht: meine Lust. Weg, ihr eitlen Eh- Meinen Jesum laß ich nicht. ren, Ich mag euch nicht hören, 4. Ich werd ihn auch lassen Bleibt mir unbewußt! Elend, nicht, Wenn ich nun dahin ges Noth, Kreuz, Schmach und Tod langet, Wo vor seinem Angesicht Soll mich, ob ich viel muß lei- Meiner Eltern Glaube pranget. den, Nicht von Jesu scheiden. Mich erfreut sein Angesicht: Meis 5. Gute Nacht, o Wesen, Das nen Jesum laß ich nicht. die Welt erlesen, Mir gefällst du 5. Nicht nach Welt, nach Himnicht! Gute Nacht, ihr Sünden, mel nicht, Nur nach ihm mein Laßt euch) nimmer finden, kommt Herz sich sehuet; Sesum such ich nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, und sein Licht, Der mich hat mit du Stolz und Pracht! Ganz sei Gott versöhnet. Er befreit mich dir, ungöttlich Leben, Gute Nacht im Gericht: Meinen Jesum laß gegeben. ich nicht. 6. Weicht, ihr Trauergeister, 6. Jesum laß ich nicht von mir, Denn mein Freudenmeister, Jesus Geb ihm ewig an der Seiten; tritt herein. Denen, die Gott lie- Christus wird mich für und für ben, Muß auch ihr Betrüben Zu den Lebensbächen leiten. Ses Lauter Freude sein. Duld ich schon lig, wer mit mir so spricht: Meis Hier Spoit und Hohn, Dennoch nen Jesum laß ich nicht! ( Figene Liebe zu Gott und Jesu. 285 Eigene Melodie.. Eigene Melodie. 455. Herzlich lieb hab ich 456. Liebster Immanuel, du o Herr; VerLicht der Frommen, leibe du mir immer mehr Die Du meiner Seele Troft, ach Fülle deiner Gaben. Die ganze komm nur bald. Du Friedefürst Welt erfreut mich nicht, Nach haft mir das Herz genommen, Erd und Himmel frag ich nicht, Das ganz in Liebe dir entgegen Wenn ich nur dich fann haben. wallt. Nichts fann auf Erden Und wenn mir gleich mein Herz Mir lieber werden, Als wenn ich zerbricht, Bist du doch meine Zu- dich, mein Jesu, stets behalt. versicht, Du meines Herzens höch2. Dein Name ist so lieblich stes Gut, Der mich erlöst hat mir im Munde, Er ist so stärdurch sein Blut. Herr Jesu Christ, kend mir wie kühler Thau, Der Mein Gott und Herr, mein Gott Feld und Blumen netzt zur Morund Herr! In Schanden laß mich nimmermehr. genstunde. Du bist nun mein, dem ich mich ganz vertrau. Dann weicht vom Herzen Was mir macht Schmerzen, Wenn ich auf deine Liebe gläubig schau. 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab, Leib, Seel und Alles, was ich hab In diesem armen Leben. Daß ich es brauch zum Lobe dein, 3. Und ob das Kreuz auch mich Zum Nuß und Frommen der noch drückt und plaget, Wie es bei Gemein, Wollst du mir Gnade Christen oft pflegt zu geschehn: geben. Behüt mich, Herr, vor Wenn meine Seele nur nach dir, falscher Lehr, Des Satans Mord Herr, fraget, So kann das Herz und Lügen wehr, In allem Kreuz auch stets auf Rosen gehn. Kein erhalte mich, Daß ich es trag Ungewitter Sft mir so bitter, Mit geduldiglich. Herr Jesu Chrift, dir kann ich es fröhlich überstehn. Mein Herr und Gott, mein Herr 4. Wenn Satans Lift und Macht und Gott! Tröst mir mein Seel mich will verschlingen, Wenn das in Todesnoth. Gewissensbuch die Sünden sagt, 3. Laß deinen Engel bei mir Ob auch das Höllenheer mich will sein, Der mich nach überstandner umringen, Und selbst der Tod mir Bein Zur Ruh des Himmels trage. an dem Herzen nagt: Steh ich Den Leib laß sanft im Grabe rubn, doch feste, Denn du, der Beste, Bis du erscheinst, es aufzuthun, Du haft durch deinen Sieg den An fenem großen Tage. Alsdann Feind verjagt. erweck vom Tode mich, Daß meine 5. Mag auch die blinde Welt Augen schauen dich In selger Ruh, mich bitter baffen, Bin ich vero Gottessohn, Mein Mittler und achtet auch von Jedermann, Von mein Gnadenthron. Herr Jesu meinen Freunden selbst auch ganz Chrift, erhöre mich, erhöre mich! verlassen: Doch nimmst du meiner Ich will dich preisen ewiglich. dich, Herr, gnädig an. Du stärkst mich NOWO 286 Das chriftliche Leben. mich Müden, Sprichst: Sei zusammen finden, Schlagen unsre frieden, Ich bin dein bester Freund, Hände ein, Uns auf deine Marder helfen kann. ter zu verbinden, Dir auf ewig 6. Drum fahret immer hin, ihr treu zu sein. Und zum Zeichen, Eitelkeiten! Du, Jesu, du bist daß du auf uns höreft, Deine mein und ich bin dein; Ich will Gnad und Liebe uns gewähreft, mich von der Welt zu dir bereiten, Sage: Amen, und zugleich: Fries Du sollst in meinem Mund und de, Friebe sei mit euch! Herzen sein. Mein ganzes Leben Sei dir ergeben, Bis man der= Mel. Wie schön leucht't uns. einst mich legt in's Grab hinein. 458. Uns, die Gebundnen, zu Eigene Melodie. 457. Ma befrein, Der Unheilbaren Heil zu sein, 3st er herabarter Chrifti, wer gekommen. All unsre Schuld und kann dein verges- Noth und Qual Hat er aus Lieb sen, Der in dir sein Wohlfein in freier Wahl Von uns auf sich fand? Meer der Liebe, wer kann genommen. Müden Frieden, Und dich ermessen, Wer ist nicht von Elenden Heil zu senden, stieg er Lieb entbrannt? Unsre Seele soll nieder, Brachte das Verlorne wieder. sich an dir nähren, Unser Ohr 2. Der einst im Fleisch auf soll nichts je lieber hören. Alle Erden war, Ist auch noch heute Tage wird dies Bild Schöner unsichtbar Allwaltend hier zugegen. unserm Blick enthüllt. Er nimmt sich unsrer Schwachheit 2. Tausend Dank, du unser an; Wenn wir den steilen Pfad treuer Hirte! Leib und Seele be- binan Zu flimmen nicht vermögen, ten an, Daß du unter Martern für Verirrte Sterbend haft genug gethan; Laß uns Alle treulich an dir hangen, Nähre du das heilige Verlangen, Dich auf deinem Thron zu sehn, Deinen Ruhm dort zu erhöhn. Trägt er, Pflegt er, Die erliegen, gibt zum Siegen Muth und Stärke, Geift, zu wirken Gottes Werke. 3. Zu Gottes Ruhm hat er's vollbracht; Wo ist, o Tod, nun deine Macht? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wie weit uns auch der 3. Meine Seele, matt und Sturm verschlägt, Ans heimath schuldbeladen, Eilt auf deine Wun- liche Ufer trägt Uns doch die lette den zu; Denn sie findet in dem Welle. Fröhlich, Selig, Auch in Schooß der Gnaden Trost und Leiden, sind wir, scheiden voll VerLabsal, Fried und Ruh. Laß trauen, Ihn dort, wie er ist, zu vom Kreuz nur Stärkung mich schauen. anwehen, und dein Marterbild stets vor mir stehen, So geht mir bis in mein Grab Nichts 459. an Seligkeiten ab. Eigene Melodie. Mein Herzens- Se meine Lust, An 4. Die wir uns nun hier bei dem ich mich vergnüge, der ich an Liebe zu Gott und Jesu. 287 serwogen, Mein Anker, wenn ein Sturm entsteht, Mein sichrer durch deine Freundlichkeit Die Kompaß und Magnet, Der mich Macht der Welt bestege. an deiner treuen Brust Mit mei- Traurigkeit, Mein Schiff in Wasnem Herzen liege, Mein Mund ist dir zum Lob bereit, Weil ich 2. Du bist mein wunderbares Licht, Durch welches ich erblicke Mit aufgedecktem Angesicht, Daran ich mich erquicke. Nimm hin mein Herz, erfüll es ganz, O wahres Licht, durch deinen Glanz, Und weiche nicht zurücke. noch nie betrogen. 8. Was sollt ich, Schönster, weiter doch Von dir wohl sagen können? Ich will dich meine Liebe noch, Mein Ein und Alles nennen, Denn, was ich will, das bist du mir; Ach, laß mein Herz doch für und für Von deiner Liebe 3. Du bist mein sichrer Him- brennen. melsweg, Durch dich steht Alles offen, Wer dich versteht, der hat Eigene Melodie. din Steg Zur Seligkeit getroffen. 460. Gefus, meiner Seelen Ach, laß mich, hinUnd mein für Doch ja den Himmel außer bester Schatz bist du, Alles bist dir Auf feine Weise boffen. 4. Du bist die Wahrheit, dich allein Hab ich mir außerlesen, Denn ohne dich ist Wort und Schein, du mir allein, Sollst auch ferner Alles sein. 2. Liebet Jemand in der Welt Erdenschäße, Gold und Geld: In dir ist Kraft und Wesen. Ach, Jesus und sein theures Blut Ist mach mein Herz doch völlig frei, Daß es nur dir ergeben sei, Durch den es kann geneſen. mir mehr, denn alles Gut. 3. Stellen meine Feinde fich Deffentlich gleich wider mich: Jesus reißt aus aller Noth, Tilget Teufel, Höll und Tod. 5. Du bist mein Leben, deine Kraft Soll mich allein regieren, Dein Geist, der in mir Alles 4. Bin ich frank und ist kein schafft, Soll meine Seele führen. Mann, Der die Schwachheit heben Und wenn ich nun voll Leben bin, kann: Jesus will mein Arzt in Dann laß es, Jesu, mich forthin Bein Und mein treuer Helfer sein. Doch nimmermehr verlieren. 5. Ist mein Vorrath auch nicht 6. Du bist mein treuer Seelen- groß, Bin ich nackend, arm und hirt Und selber auch die Weide, bloß: Jesus hilft zur rechten Zeit Du haft, Herr, da ich war verirrt, Aller meiner Dürftigkeit. Mich heimgebracht mit Freude. 6. Muß ich in das Elend fort, Ach, nimm dein Schäflein nun in Hin an einen fremden Ort: SeAcht, Damit mich weder List noch sus selbst sorgt immerdar, Schüßt Macht Von deiner Heerde scheide. mich, hilft mir wunderbar. 7. Du bist mein starker Held 7. Muß ich dulden Hohn und im Streit, Mein Panzer, Schild, Spott Wider Gott und sein Geund Bogen, Mein Tröster in der bot: Jesus gibt mir Kraft und Macht, 288 Das christliche Leben. Macht, Daß ich allen Spott nicht] 4. Mein ganzes Herz sei dir geacht'. geben, Zu deiner Wohnung nimm 8. Drum, o Jesu, will ich es hin, Und hauch ihm ein dein dich Immer lieben festiglich. Du, selig Leben, Dein Geift regier o Jesu, sollst allein Meiner Seele allein darin. Die Liebe, die dich Alles sein. chmals nieder In dieses Erden9. Jesus sei mein Speis und wesen zog, Und, Mensch zu wer Trank, Jesus sei mein Lobgefang, den, dich bewog, Die zieh auch jetzt Jefus sei mein ganzes All, Jesus zu mir dich wieder. sei mein Freudenschall. 5. Zerbrichy, vertilge, ja zer malme, Was deinem Willen nicht gefällt. Ob mich die Welt an einem Halme, Ob sie mich an der Kette hält, Das gilt ja gleich in deinen Augen, Da nur ein ganz befreiter Geift, Der alles Sitle Mel. Mein Jesu, dem. 461. Wie ie dank ich's, Hei- von sich weist, Und nur die lautre land, deiner Liebe, Liebe taugen. Daß du von deinem Gnadenthron, 6. Ja, Amen, hier sind Herz Durch deines heilgen Geistes und Hände, Auf's Neue sei's dir Triebe, Mich haft erneut, o Got- zugesagt: Ich will dich lieben tessohn? Wie dank ich's deinem ohne Ende, Mein Alles werde treuen Herzen, Daß du mich von dran gewagt. Du gibst mir einen dem Fluch befreit, Und mir die neuen Namen. Der gilt in deiner ewge Seligkeit Erworben haft Treuen Zahl, Und gilt in deinem durch Todesschmerzen? Ehrenfaal, Wohin die Ueberwinder kamen. 2. Das hab ich an mir wahrgenommen, 3u deiner Stunde ists geschehn. Da bin ich meinem Feind Mel. Wer nur den lieben Gott. entkommen, Da hab ich in dein 462. b will dich lie lieben, Licht gesehn, Da wurde köstliches meine Stärke, Ich Geschmeide, Das Kleid des Heils will dich lieben, meine Zier! Ich mir zugewandt, Mir mitgetheilt will dich lieben durch die Werke, der Kindschaft Pfand, Des Gei- Mit immerwährender Begier. 34 stes selge Rub und Freude. will dich lieben, schönstes Licht, 3. Doch wär es, daß mein Herz Bis mir das Herz im Tode bricht. noch hinge Mit Einem Faden an der 2. Ich will dich lieben, Welt, Auf etwas seine Sehnsucht mein Leben, Als meinen allerginge, Was dir, mein Heiland, nicht besten Freund, Ich will dich lie gefällt: Ach, wäre dies, mein lieb- ben und erheben, So lang dein stes Leben, So bitt ich, zeige du Gnadenglanz mir scheint. Ich will Gewalt, Berreiße diesen Faden bald, dich lieben, Gotteslamm, Daß für Mein Wille sei dir übergeben. mich litt am Kreuzesstamm. 3. Ach, 10. Endlich laß, du höchstes Gut, Jefu, laß dein theures Blut, Deine Wunden, deine Bein Meinen Troft im Tode sein. Biebe zu Gott und Jefu. 3. Ach, daß ich dich so spät erkannte Du hochgelobter Hei289 Eigene Melodie. land, du! Daß ich nicht früher 463. Wie schön leucht't uns mein dich nannte, Du höchstes der Morgenstern, Gut und wahre Ruh! Wie tief Voll Gnad und Wahrheit von ist doch mein Herz betrübt, Daß dem Herrn, Der Aufgang aus der es nicht früher dich geliebt. Höbe! Tu Davids Sohn aus 4. Ich ging verirrt und war Jakobs Stamm, Mein König verblender, Ich suchte Ruh, und und mein Bräutigam, In dir fand sie nicht; Ich hatte mich den Stern ich sehe. Snnig Zeigt von dir gewendet, und liebte das geschaffne Licht; Doch nun ist es durch dich geschehn, Daß ich mein ewges Heil gesehn. sich Größ und Milde in dem Bilde dort vereinet, Das so herrlich mir erscheinet. 2. D meines Herzens Kron 5. Ich danke dir, du wahre und Lohn, Du Gottes und des Sonne, Daß mir dein Glanz hat Menschen Sohn, Du hocherhabLicht gebracht. Ich danke dir, du ner König! Hab ich nur dich, Himmelswonne, Daß du mich was brauch ich mehr? Der ganfroh und frei gemacht. Ich danke zen Erde Gold und Ehr Ift gedir, froh thu ichs fund: Du, gen dich nur wenig. Herzlich Will Seiland, machtest mich gesund! ich So dich preisen, mich erweisen, 6. Erhalte mich auf deinen daß man merke In mir deines Geistes Stärke. Stegen, Und laß mich nicht mehr 3. Geuß tief du in mein Herz irre gehn. Laß meinen Fuß auf hinein, Du, Heiland mir und deinen Wegen Nicht straucheln Herr allein, Die Flamme deiner oder stille stehn. Erleuchte Leib Liebe, Daß ich nur immer bleib und Seele ganz, Du reiner, hel- an dir, Daß nichts uns scheid und ler Himmelsglanz. nichts an mir Dich fränke und 7. Gib meinen Augen süße betrübe. Durch dich Laß sich Ohn Thränen, Gib meinem Herzen Aufhören in mir mehren Lieb und heilge Glut, Vermehre stets nach Freude, Daß der Tod uns selbst dir mein Sehnen, Du einzig Heil nicht scheide. und höchstes Gut. Laß meinen 4. Von Gott strahlt mir ein Sinn, Geist und Verstand Nur Freudenlicht, Wenn du dein freundimmer sein zu dir gewandt. lich Angesicht Mich gnädig läßst 8. Sch will dich lieben, meine erblicken. D Jesu, du mein süßes Krone, Dich lieben, meinen Herrn Gut, Dein Wort, dein Geist, und Gott, Dich lieben, auch bei dein Leib und Blut Kann meine Schmach und Hohne, Auch in Seel erquicken. Tröst mich Freundder allergrößten Noth. Ich will lich, Hilf mir Armen aus Grbardich lieben, schönstes Licht, Bis men, hilf in Gnaden, Dein Wort einst mein Herz im Tode bricht. ist's, das mich geladen. T 5. Du NO HUK 290 Das christliche Leben. 5. Du hast mich, Gott, mein 3. Wahrer Mensch und Gott, starker Held, Schon eh gegründet Trost in Noth und Tod! Dazu war die Welt, In deinem Sohn bist du Mensch geboren, Zu ers geliebet. Dein Sohn hat mich sehen, was verloren, Durch den ihm selbst vereint, Er ist mein Kreuzestod, Wahrer Mensch und Schatz, ich bin sein Freund, Den nun nichts mehr betrübet. Gott. Heil 4. Meines Glaubens Licht Laj mir! Heil mir! Himmlisch Leben verlöschen nicht. Salbe mich mit wird er geben mir dort oben; Freudenöle, Daß hinfort in mei Ewig soll mein Herz ihn loben. ner Seele Ja verlösche nicht Meis 6. Singt unserm Gott den nes Glaubens Licht. Herzensdank, Laßt andachtsvoll 5. So werd ich in dir Blei den Festgesang Zu seinem Ruhm ben für und für. Deine Liebe erschallen, Dem Menschensohn aus will ich ehren, Und in dir dein Lob Davids Stamm, Dem treuen vermehren, Weil ich für und für Seelenbräutigam 3u huldgen, zu Bleiben werd in dir. gefallen. Singet, Klinget, Jubellieder, hallet wieder, daß die Erde Voll von seinem Ruhme werde. 6. Held aus Davids Stamm, Deine Liebesflamm Mich ernähre und verkläre, Daß die Welt mid nicht verzehre, Ob sie mir gleid gram, Held aus Davids Stamm 7. O wie mein Herz so fröhlich ist, Daß du mein Herr und Heiland bist, Der Anfang und das 7. Großer Friedefürst, Wie be Ende! Du wirst mich auch zu dich gebürst't Nach der Mensche deinem Ruhm Ganz bringen in Heil und Leben, Und dich in de dein Heiligthum, Daß sich dein Tod gegeben, Weil du ries Werk vollende. Amen, Amen! mich dürft't, Großer Friedefürst! Komm, o Sonne, meine Wonne, ich verlange, Daß ich ewges Licht empfange. 8. Deinen Frieden gib, Auss großer Lieb, Uns den Deinen, di dich kennen, Und nach dir fl Christen nennen, Denen du bi lieb, Deinen Frieden gib. bi Eigene Melodie. 464. Seelenbräutigam, Je9. Wer der Welt abftir su, Gottes Lamm! Emsig sich bewirbt Um ein find Habe Dank für deine Liebe, Die liches Vertrauen, Der wird ball mich zieht aus reinem Triebe Zu mit Freuden schauen, Daß kei dem Kreuzesstamm, Jesu, Gottes Lamm! INGÉ Mensch verdirbt, Der der We abftirbt.dt 10. Nun ergreif ich dich, D mein ganzes Ich. Ich will nim 2. Deiner Liebe Glut Stärket Muth und Blut. Wenn du freundlich mich anblickest Und an mermehr dich lassen, Sonder deine Brust mich drückest, Macht gläubig dich umfassen, Weil is mich wohlgemuth Deiner Liebe Glauben ich Nun ergreife dich. Glut. 11. Wenn ich weinen mu Wirk Liebe zu Gott und Jesu. 291 Wird dein Thränenfluß Meine Nichts als deine freie Gnad, Die Thränen auch begleiten, Und zu du gibest, den du liebest, Und der deinen Wunden leiten, Daß mein dich liebt in der That. Laß dich Thränenfluß Sich bald stillen muß. finden, laß dich finden, Der hat Alles, der dich hat. 12. Wenn ich mich aufs Neu Wiederum erfreu, Hältst du mich, 4. Hör, wie kläglich und bedaß ich nicht weiche, Bis ich dort weglich Dir die treue Seele fingt, in deinem Reiche Ewiglich aufs Wie demüthig und wehmüthig Neu Mich mit dir erfreu. Deines Kindes Stimme klingt. 13. Hier durch Spott und Laß dich finden, laß dich finden, Hohn, Dort die Ehrenkron, Hier Denn mein Herze zu dir dringt. im Hoffen und Vertrauen, Dort 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, im Haben und im Schauen, Denn Reichthum, Weltluft, Ehr und die Ehrenkron Folgt auf Spott Freud, Sind nur Schmerzen meiund Hohn. nem Herzen, Welches sucht die 14. Jesu hilf, daß ich Immer Ewigkeit. Laß dich finden, laß ritterlich Alles durch dich über dich finden, Großer Gott, ich bin winde, Und in deinem Sieg em- bereit. pfinde, Wie so ritterlich Du ge= fämpft für mich. Mel. Gott des Himmels und der. 15. O mein Preis und Ruhm, 466. Refus, Jesus, nichts Werthe Saronsblum'! In mir foll als Jesus Soll nun nichts erschallen, Als was mein Wunsch sein und mein Ziel. dir nur kann gefallen, Werthe Ja, ich mache ein Verbündniß, Saronsblum', Du, mein Preis und Daß ich will, was Jesus will, Ruhm! Denn mein Herz, mit ihm er= füllt, Rufet nur: Herr, wie du willt! Eigene Melodie. 465. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, Lege mich vor deinen Thron, Schwache Thränen, findlich Sehnen Bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden, Bin ich auch nur Erd und Thon. 2. Giner ist es, dem ich lebe, Den ich liebe früh und spat. Sesus ist es, dem ich gebe, Was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt, Führe, mich, Herr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein 2. Sieh doch auf mich, Herr, Glücke, Und ist doch zuwider dir: das bitt' ich, Leite mich nach dei- Ach, so nimm es bald zurücke, nem Sinn; Dich alleine ich nur Jesu, gib, was nüßet mir. Gib meine, Dein erkaufter Grb ich dich mir, Herr Jesu, mild, Nimm bin. Laß dich finden, laß dich mich dir, Herr, wie du willt! finden, Gib dich mir und nimm mich hin. 4. Und vollbringe deinen Wil len In mir und durch mich, mein Gott. Deinen Willen laß er3. Herr, erhöre, ich begehre T* füllen 292 Das chriftliche Leben. füllen Mich in Freuden wie in würd ich jeden Tag durch dich Noth, Sterben als dein Eben- Noch mehr dein treuer Jünger! bild, Herr, wann, wo und wie 8. Der Glaub an dich und du willt. deine Kraft Sei Trieb von jedem 5. Sei auch, Jesu, stets ge- Triebe, Sei Trost in meiner Pil priesen, Daß du dich, und viel gerschaft, Du, meine Freud und dazu Haft geschenkt und mir er- Liebe. wiesen, Daß ich fing in heitrer Ruh: Es geschehe mir, mein Mel. Befiehl du deine Wege. Schild, Wie du willt, Hert, wie 468. Wenn Alle untreu were du willt. Mel. Ich dank dir schon. den, Erhalte mich dir treu, Daß Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, Du starbst bleib in mir, Und für mich in Schmerz, Drum geb alles Andre schwinde. Mein Herz ich dir mit Freuden Auf ewig hin sei täglich näher dir Und ferner mein Herz. von der Sünde. 467. Sesus Christus, 2. Oft möcht ich bitter weis nen, Daß Mancher dich vergißt, Der du doch für die Deinen Am Kreuz gestorben bist. Von Liebe nur durchdrungen, Hast du so viel gethan, Haft Heil der Welt errungen, Und ach, wer denkt daran? 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer Jedem bei, Und wenn dir keiner bliebe, So bleibst du dennoch treu. O diese Liebe steget, Und sie ergreift auch mich; Das Herz voll Nührung schmieget Sich inniger an dich. 4. Ich habe dich gefunden, D 5. Wohn immer herrlicher in laffe nicht von mir, Laß ewig mir, Voll Weisheit, Huld und mich verbunden, Eins ewig sein Freude, Ich sei ein lebend Bild mit dir. Einst schauen Alle wies von dir, Im Glück, und wenn der Voll Glauben himmelwärts, ich leide. Und sinken liebend nieder, Und fallen dir ans Herz. 2. Laß täglich deine Huld und Macht Um meine Schwachheit schweben. Dein Licht verschlinge meine Nacht, Und meinen Tod dein Leben. 3. Beim Sonnenstrahle deines Lichts Laß jeden Wahn verschwinden, Dein Alles, Christus, und mein Nichts Laß täglich mich empfinden. 4. Sei nahe mir, werf ich mich hin, Wein' ich vor dir im Stillen, Dein reiner, Gott ergebner Sinn Beherrsche meinen Willen. 6. Mach Alles in mir froh und gut, Daß stets ich minder fehle, Herr, deiner großen Liebe Glut Durchglübe meine Seele. Mel. Mein Salomo, Dein. 469. Mir wallt das Herz, 7. Gib, daß mein eignes eitles So oft es sein Ich Werd jeden Tag geringer. O gedenket, Den sein Erbarmen, seine Jollic treue Liebe zu Gott und Jefu. 293 treue Lieb Von seinem Thron mel schon auf Erden; Wer wollte berab ins lend trieb. Gedanke, nicht befeligt werden, Der in dir ber mich ganz auf Jefum lenket! suchet Rub und Luft? It's mir im Ernst um Seligkeit 2. Die Welt mag meine Feinzu thun, Kann ich getrost in sei- din heißen, es sei also, ich trau ner Liebe ruhn. ihr nicht, Wenn sie mir gleich 2. 3ch mag kein Heil Als will Lieb erweisen, Bei einem nur in Jesu haben; Ich mag freundlichen Gesicht. In dir verfein Licht, das nicht aus Jesu gnügt sich meine Seele, Du bist strahlt. Der Friede, den sein theu- mein Freund, den ich erwähle, res Blut bezahlt, Ist nirgend Du bleibst mein Freund, wenn sonst, er muß damit begaben, Freundschaft weicht. Der Welthaß Mein Jesus, der für mich am kann mich doch nicht fällen, Weil Kreuze starb, Und mir dadurch in den stärksten Trübfalswellen die Seligkeit erwarb. Mir deine Treu den Anker reicht. 3. Wie hoch der Geift Der 3. Will mich die Laft der SünJünger auch gestiegen, Ihr Höch- den drücken, Blizzt auf mich des stes Wissen blieb das Kreuz des Gesetzes Web, Beigt sich die Hölle Herrn; So finden auch die Gläub- meinen Blicken, Dann schau ich gen nah und fern In seinem auf zur Kreuzeshöh; Ich fliehe, Kreuz das seligste Genügen. Wer Herr, zu deinen Wunden, Da in ihm einzig sucht der Seele hab ich schon den Ort gefunden, Heil, Dem wird die höchste Weis: Wo mich kein Fluchftrahl treffen heit auch zu Theil. fann. Tritt Alles wider mich zusammen, Du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt 4. Wir sehen ja Die Schaaren feiner Zeugen, Wir kennen den, der uns erkauft sich hat; Er that, sich meiner an. er litt, er büßt' an unsrer Statt, 4. Lenkst du durch Wüsten Wir müssen uns vor seinem Sep- meine Reise, Ich folg und lehne ter beugen. Er ist so groß und ist zugleich so gut, Wir opfern ihm von Herzen Gut und Blut. mich auf dich; Du gibst mir aus den Wolken Speise, Und tränkest aus den Felsen mich; Ich traue beinen Wunderwegen, Sie enden. fich in Lieb und Segen, In Wüie wohl ist mir, often selbst bist du mein Stab. Eigene Melodie. 470. Wi Freund der Seele, Ich weiß, wen du willst herrlich Wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich zieren und über Sonn' und Stersteig aus meiner Schwermuths- ne führen, Den führest du zuvor höhle, Und eile deinen Armen zu. hinab. Da muß die Nacht des Trauerns 5. Der Tod mag Andern düscheiden, Wenn mit der Fülle bo- fter scheinen, Ich feb ihn an ait her Freuden Die Liebe strahlt aus frohem Muth, Denn du, mein deiner Brust. Hier ist mein Him Leben, bassest Keinen, Deß Herz und 294 Das chriftliche Leben. und Seele in dir ruht. Wie kann| Hand. Es ist dein Geschenk und des Weges Ziel mich schrecken, Da Gabe, Seefe, Leib und Ehrenaus der Nacht, die mich wird dek- stand. Habe Dank für deine Treu, ken, Ich eingeh in die Sicherheit? Welche alle Morgen neu, Habe Mein Licht! so will ich denn mit Dank für deinen Segen, An dem Freuden Aus dieser finstern Wild- Alles mir gelegen. niß scheiden, Zu deiner Ruh der Ewigkeit. 4. Ueber Laß auch ferner deine Güte mir sein Tag und Nacht; 5. 6. Wie ist mir dann, o Freund Mich auf meinem Weg behüte, der Seelen, So wohl, wenn ich Durch der starken Engel Wacht. mich lehn' auf dich! Mich kann Laß dieselben bei mir sein, Wenn Welt, Noth und Tod nicht quä- ich gehe aus und ein, Wenn ich len, Denn du, mein Gott, du reise, wache, schlafe, Wenn ich tröftest mich. Laß solche Nuh in etwas Gutes schaffe. dem Gemüthe, Nach deiner unSegne alle meine Thaten umschränkten Güte, Des Himmels Durch den werthen Segensgeist, süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, Daß sie mögen wohl gerathen, mit allen Schmeicheleien! Nur er, Und dein Name werd gepreist. mein Heil, kann mich erfreuen. Es ist dein und nicht mein Werk, O reicher Trost: Mein Freund ist Drum verleihe Muth und Stärk, mein! Daß ich möge grad durchgehen, Nicht auf Gunft und Ungunft sehen. Mel. Werde munter, mein. 471. Liebster Jefu, Gnaden6. Treuer Lehrer, wollst mich sonne, Meines Her- lehren, Gib mir Weisheit und zens Zuversicht, Meiner Seele Verstand, Nicht mein Thun zu Freud und Wonne, Ich komm deinen Ehren Und zu Dienft dem vor dein Angesicht. Ob ich schon Vaterland; Ja, darauf sei es geein Sünder bin, Werf ich doch richt't, Ach mein Gott, versag den Muth nicht hin; Bin ich mir's nicht. Wehre, daß des Saauch schon Asch und Erde, Du tans Tücke mir nicht dieses Ziel hilfft, daß ich selig werde. verrücke. 2. Herr, ich muß vor allen 7. Gib Geduld und hilf mir Dingen, Ob ich schon nicht völlig tragen Meines Amtes Last und fann, Dir ein Lob- und Dank- Bürd, Die mich oftmals pflegt lied fingen, Daß du mir viel zu plagen Und auch oft beschwer. Guts gethan, Von der zarten lich wird. Stößt ein Hinderniß Kindheit auf, Durch den ganzen mir auf, Und beschwert mir meiLebenslauf. Wollt' ich all dein nen Lauf, Laß mein Herz sich ja Wohlthun zählen, Würde mir es nicht quälen, Sondern Alles dir gänzlich fehlen... befehlen. be 3. Alles, was ich bin und habe, Kommt von deines Vaters 8. Dir befehl ich meine Sa chen, Dir sei Alles heimgestellt, Wolleft Liebe zu Gott und Jesu. 295 Wollest es mit ihnen machen, fleide: Dies ist meiner Seelen Wie es dir, o Herr, gefällt. Freude. 2. Sein will ich mich gläubig Kommt mir Kreuz und Leid zu Haus, Daß es scheint, als sei freuen, Meinen Bund mit ihm es aus, Laß mich folgen deinem erneuen, Denn auf meiner PilgerWillen, Und damit den Kummer reise Nährt er mich mit Himmels stillen. speise. Daß ich einen Heiland habe, 9. Muß ich etwa Spottred hö- Der mit treuem Hirtenstabe Mich ren, Werd ich hie und da ver- zu grünen Auen leitet: Dies hat acht't: Laß dies nicht mein Herz Liebe mir bereitet. beschweren. Bin ich von der Welt 3. Ewge Liebe, sei gepriesen, verlacht, Was ist's mehr? Welt. Die sich hülfreich mir erwiesen, wie du willt, Du, o Gott, bist Die den Mittler hat getrieben, doch mein Schild. Laß mich wider Mich bis in den Tod zu lieben. dich nichts sprechen, Auch mich Daß ich einen Heiland habe, Der nicht an Feinden rächen. mich liebte bis zum Grabe, Der nun lebt als lleberwinder: Dies gewähret Troft dem Sünder. 10. Soll ich hier noch länger leben, Nehm ichs gern und willig an, Will auch gar nicht wider- 4. Trot'ge und verzagte Herzen streben, Wenn ich nur dir dienen Achten nicht des Heilands Schmerkann. Schaff, daß ich dir treu zen, können, ach so leicht, ververbleib, Gib dabei gesunden Leib, gessen, Was sie ernstlich nie erUnd daß ich mir laß genügen, Wie du es mit mir willst fügen. messen. Daß ich einen Heiland habe, An dem ich mich weid und labe, Ginge mir dies Heil verloren, Wär ich besser nie geboren. 11. Soll ich aber von hier scheiden, Will ich auch zufrieden sein; Führst du doch zu ewgen 5. Fehlt er mir, so weicht mein, Freuden, Drum so schlaf ich selig Friede, Ohn ihn ist die Seele ein. Nimm in deine Händ die müde, Licht und Troft bleibt mir Seel, Senf den Leib zur Gra- verschwunden, Bis ich wieder ihn beshöhl. Ja, Herr, dies ist mein gefunden. Daß ich einen Heiland Begehren, Jesu, wollest mir's ge- babe, Reich an jeder Himmelswähren. gabe, Dies allein erweckt aufs Neue Meinen Muth und meine Treue. Mel. Schmücke dich, o liebe. 472. Nein, nichts Höhres 6. Sollte jemals meiner Seelen fennt mein Glaube, Kraft und Ruh und Freude fehlen, Nichts erhebt mich mehr vom Will ich flehend zu ihm blicken, Staube, Als daß mir zum Heil Und er wird mein Herz erquicken. und Leben Gottes Sohn sich hin- Daß ich einen Heiland habe, Deß gegeben. Daß ich einen Heiland ich bleibe bis zum Grabe, Der habe, Mich an seinen Gütern mich macht zum Himmelserben: labe, Und in sein Verdienst mich Darauf will ich freudig sterben. ( Sigene 296 Das christliche Leben. Höchfte kann mir Alles geben: Ich hab genug. Eigene Melodie. 473. Zch hab genug, Mein 3. Ich hab genug, Und sorge Herr ist Jesus für den Geift, Das Andre fällt Chrift, Mein Herr ist er allein. mir zu. Nur Gottes Reich, Das Wer nur sein Knecht Und treuer Jefus suchen beißt, Das gibt mir Jünger ist, Darf ohne Sorgen wahre Rub. Ich trachte nur des fein. Ich will ganz meinem Vaters Willen In Kraft des Gei Gott anbangen, Und nicht mehr ftes zu erfüllen: Ich hab genug. nach der Welt verlangen: Ich 4. Ich hab genug, Ich lieg an hab genug. Jefu Brust, Da schwindet aller 2. Ich hab genug, Ich bin der Schmerz. Was will ich mehr? Sorgen los, Und fränke nicht Dort find ich Himmelsluft, Dort mein Herz; Ich bin vergnügt stillt sich ganz mein Herz. Im Und si in Gottes Schooß, Der Vorschmack weiß ich schon auf lindert allen Schmerz. Ich forge Erben, Was mir im Himmel einst nicht mehr für mein Leben, Der soll werden: Ich hab genug. 5. Ehrfurcht und Demuth. Mel. Wer nur den lieben Gott. ganzen Welt Hilft dem ja nichts, 474. Vor bir, o Gott, sich der dir mißfällt. findlich scheuen, 3ft 4. Laß immer dein Gerich. anfre allergrößte Pflicht. Rein mich scheuen, Und wirke fteten Mensch fann deiner Huld sich Ernst in mir, Mein Leben deinem freuen, Scheut er dein heilges Dienst zu weiben. Dein guter Auge nicht. Drum wirk in mir Geist erhalt mich dir, Dir, der durch deinen Geist Die Furcht mich vom verdienten Fluch Befreit, vor dir; die findlich beißt. und stets mich liebreich trug. 2. In Allem, was ich thu und 5. Ja, Vater, laß mit Furcht denke, Laß, Herr, das meine und Bittern Mich schaffen meine Weisheit sein, Daß ich mein Herz Seligkeit. Soll nichts mein ewges zur Sorgfalt lenke, Vor jeder Glück erschüttern, So führ mich Sünde mich zu scheun. Denn, wer in der Gnadenzeit. Mit Vorsicht noch Luft zur Sünde bat, Der lehr mich Unrecht fliehn, Mich fürchtet dich nicht in der That. nur um deine Gunft bemühn. 3. Gib, daß ich stets zu Her- 6. Gib, daß ich stets ein gut zen nehme, Daß du allgegenwärtig Gewissen Vor dir zu haben sorgbift, Und das zu thun mich ernst- sam sei, Und mache von den Hinlich schäme, Was dir, mein Gott, dernissen Der wahren Tugend selbst zuwider ist. Der Beifall einer mich frei. Nie störe Furcht und Luft 297 Luft der Welt Mich, das zu thun, was dir gefällt. 3. Das Glück, deß ich mich freue, Hab ich durch deine Treue, 7. In deiner Furcht laß mich Du Herr der ganzen Welt. Du stets wandeln, Und überall, wo ordnest unsre Tage, Ihr Glück ich auch sei, Nach deiner Vorschrift und ihre Plage, Nur so, wie dir redlich handeln; Du hasseft alle es wohlgefällt. Heuchelei. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, Nur der ist dir, o Vater, werth. 4. Sollt ich mich denn erheben, Wenn mir in diesem Leben Viel Gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, Daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals Chrfurcht und Demuth. 8. In deiner Furcht laß mich einst sterben, So schreckt mich weder Tod noch Grab, So werd ich dessen werth? fenes Leben erben, Für das dein 5. Ich bin viel zu geringe, Sohn sein Leben gab. Dich fürch- Daß mir ein Werk gelinge Durch ten, Herr, bringt Segen ein, Groß wird der Lohn im Himmel sein. eigne Kraft allein. O laß mich's nicht vergessen, So werd ich nicht vermessen, Nicht stolz auf meine Kräfte fein. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 6. Das müßlich anzuwenden, 475. Komm, in uns dich zu verklären, Daß wir Was du mit Vaterhänden Mir dich würdiglich verehren, Mach un- gütig zugewandt, Dein treuer ser Herz zum Heiligthum. Wird Knecht zu werden, Das sei mein dein Licht uns ganz erfüllen, So Fleiß auf Erden, Dazu gib Dewird sich unser Sehnen stillen, So muth und Verstand. leben wir zu beinem Ruhm. Dir Mel. Zeuch meinen Geist. bringen lebenslang Wir herzlich Preis und Dank, Ewge Liebe! 477. Hier legt mein Sinn dein Von deinem Lob stets überfließt! einem 206 vor dir nieder, Mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; Herr, dein erfreuend Angesicht Verbirg vor meiner Armuth Mel. Nun ruhen alle Wälder. 476. Was ich nur Gutes nicht. habe, 3ft deine 2. Schau her, ich fühle mein milde Gabe, Du Vater alles Verderben, Laß mich in Chrifti Lichts. Mein Dasein und mein Tode sterben. O möchte doch in Leben Ward mir von dir gegeben, seiner Vein Mein ganzes Selbst Und ohne dich vermag ich nichts. ertödtet sein! Verstand und Muth und Kräfte 3um nützlichen Geschäfte Hab ich aus deiner Huld. ist's, wenn gute Thaten Schwachen wohl gerathen, 2. 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe Und mich in deinem Willen Dein übe, Jedoch ist von Unlauterkeit Mir Die Liebe noch nicht ganz befreit. Die 4. Ich muß noch mehr auf Mängel sind bloß meine Schuld. dieser Erden Durch deinen Geift geheiligt 298 geheiligt werden, Der Sinn muß Mel. Alle Menschen müssen. tiefer in dich gehn, Und unbeweg- 478. Gern in Alles mich zu lich muß ich stehn. fügen, Mich der Das christliche Leben. 5. Ich weiß mir zwar nicht still zu freun, Ohne Worte, mit selbst zu rathen, Hier helfen nichts Vergnügen Aller Knechte Knecht Ser Menschen Thaten, Wer macht zu sein, Nie mit Gaben stolz zu sein Herz wohl selber rein? Es prangen, Menschenruhm nie zu muß durch dich gewirket sein. verlangen: Diese Weisheit fleh ich mir, Hocherhabner Gott, von dir. 6. Doch fenn ich wohl dein treues Lieben, Du bist noch immer treu geblieben; Ich bin gewiß, du stehst mir bei, Und machst mich von mir selber frei. 2. Unbekannte Wege wandeln, Wege, die dein Aug nur fennt, Stille dulden, schweigend handeln, Wo kein Menschenmund mich 7. Indessen will ich treulich nennt: Das, du freundlicher Gekämpfen, Und stets die falsche Re- währer, Aller Demuth Quell und gung dämpfen, Bis du ersteheft Lehrer, Jesus Christus, lehre mich, deine Zeit, Und gibst mir Frieden Still und schweigend sehn auf dich. nach dem Streit. 3. Gott der Niedrigen und 8. Drum will die Sorge mei- Stillen, Die so gern im Schatten ner Seelen Ich dir, mein Vater, ruhn, Streng und fromm nach ganz befehlen. Ach, drück es fest deinem Willen Ginsam leiden oder in meinen Sinn, Daß ich in dir thun, Laß, o Vater, mich nicht klanur selig bin. gen, Sollt ich schwere Lasten tragen, Schweigend lieber in mich gehn, Demuthsvoll auf dich mir sehn. 9. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke Und mich in deine Tiefe senke, So werd ich von dir ange= blickt und in des Herzens Grund erquicft. 4. Gott, du bist mein Gott, ich falle Demuthsvoll zu Fuße dir. Du erquickst, begnadigst Alle, 10. So wächst der Eifer mir Schenfest Gnad und Ruh auch im Streite, Ich habe schon des mir, Unterstüßest mein Bestreben, Sieges Beute, Und fühle, daß 3mmer stiller dir zu leben, Meis es Wahrheit ist, Daß du die Liebe ner Ohnmacht nie zu traun, Fefter felber bist. stets auf dich zu baun. 6. Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. Eigene Melodie. Wolken, Luft und Winden Gibt 479. Befieht du deine Wege, Wege, Lauf und Bahn, Der wird Und was dein Herze auch Wege finden, Wo dein Fuß frånft, Der allertreusten Pflege gehen kann. Deß, der den Himmel lenft. Der 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, 299 Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. trauen, Wenn dir's soll wohl er- 8. Jhn, ihn laß thun und walgehn; Auf sein Werk mußt du ten, Er ist ein weiser Fürst, Und schauen, Wenn dein Werk soll wird sich so verhalten, Daß du bestehn. Mit Sorgen und mit dich wundern wirst, Wenn er, Grämen Und mit selbsteigner Bein wie's ihm gebühret, Mit wunderLäst Gott sich gar nichts nehmen, barem Rath Das Werk hinaußEs muß erbeten sein. geführet, Daß dich bekümmert hat. 3. Dein' ew'ge Treu und Gnade, 9. Er wird zwar eine Weile O Vater, weiß und steht, Was Mit seinem Troft verziehn, Und gut sei oder schade Dem sterbli- thun an seinem Theile, Als hätt' chen Geblüt; Und was du dann in seinem Sinn Er deiner sich erlesen, Daß treibst du, starker begeben, Und solltst du für und Held, Und bringst zu Stand und für In Angst und Nöthen schweWesen, Was deinem Rath gefällt. ben, So frag er nichts nach dir. 4. Weg haft du allerwegen, 10. Wirds aber sich befinden, An Mitteln fehlt dirs nicht; Dein Daß du ihm treu verbleibst, So Thun ist lauter Segen, Dein wird er dich entbinden, Da du's Gang ist lauter Licht. Dein Werk| am mindsten gläubst. Er wird Fann Niemand hindern, Dein' Ar- dein Herz erlösen Von der fo beit darf nicht ruhn, Wenn du, schweren Last, Die du zu keinem was deinen Kindern Ersprießlich Bösen Bisher getragen haft. ist, willst thun. 11. Wohl dir, du Kind der 5. Und ob gleich alle Teufel Treue, Du haft und trägst davon, Hier wollten widerstehn, So wird Mit Ruhm und Dankgeschreie, doch ohne Zweifel Gott nicht zu- Den Sieg, die Chrenkron. Gott rücke gehn. Was er sich vorge- selbst gibt dir die Palmen In nommen, Und was er haben will, deine rechte Hand, Und du fingst Das muß doch endlich kommen Freudenpsalmen Dem, der dein Zu seinem Zweck und Ziel. Leid gewandt. 6. Hoff, o du arme Seele, 12. Mach End, o Herr, mach Hoff, und sei unverzagt. Gott Ende Mit aller unfrer Noth, wird dich aus der Höhle, Da dich Stärk unsre Füß und Hände, Uns der Kummer plagt, Mit großen Und laß bis in den Tod Gnaden rücken; Erwarte nur die allzeit deiner Pflege Und Treu Zeit, So wirst du schon erblicken empfohlen sein, So gehen unsre Die Sonn der schönsten Freud. Wege Gewiß zum Himmel ein. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht. Laß fahEigene Melodie. ren, was das Herze Betrübt und 480. We er nur den lieben Gott läßt walten, traurig macht. Bist du doch nicht Regente, Der Alles führen soll; Und hoffet auf ihn allezeit, Den Gott fizt im Regimente Und füh- wird er wunderbar erhalten In ret Alles wohl. allem Kreuz und Herzeleid. Wer Gott, 300 Gott, dem Allerhöchsten, traut, Der hat auf keinen Sand gebaut. Eigene Melodie. 2. Was helfen uns die schwe- 481. Mas Gott thut, das ren Sorgen? Was hilft uns unist wohlgethan, Es ser Weh und Ach? Was hilft es, bleibt gerecht sein Wille; Wie er daß wir alle Morgen Befeufzen fängt meine Sachen an, Will ich unser Ungemach? Wir machen ihm halten stille. Er ist mein unser Kreuz und Leid Nur größer Gott, Der in der Noth Mich durch die Traurigkeit. wohl weiß zu erhalten, Drum laß 3. Man halte nur ein wenig stille, ich ihn nur walten. Und sei doch in sich selbst vergnügt, 2. Was Gott thut, das ist Wie unsers Gottes Gnadenwille, wohlgethan; Sein Wort kann ja Wie sein' Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. nicht trügen; Er führet mich auf rechter Bahn, Drum laß ich mir genügen An seiner Huld, Und hab Geduld. Er wird mein Uns glück wenden, Es steht in seinen Händen. 4.& r fennt die rechten Freudenstunden, Er weiß wohl, was uns nüßlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden, Und merfet feine Heuchelei, So kommt er, e wir's uns verfehn, Und lässet uns viel Guts geschehn. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Er wird mich wohl bedenken, Er, als mein Arzt und Wundermann, Wird mir nicht 5. Denk nicht in deiner Drang- Gift einschenken Statt Arzenei. falshize, Daß du von Gott ver- Gott ist getreu, Drum will auf laffen seist, Und daß nur der im ihn ich bauen, Und seiner Güte Schooß ihm sitze, Der sich mit trauen. stetem Glücke speist; Die Folge= 4. Was Gott thut, das ist zeit verändert viel, Und setzet Jeg- wohlgethan; Er ist mein Licht, lichem fein Biel. mein Leben, Der mir nichts Bö6. Es find ja Gott geringe ses gönnen fann; Ihm will ich Sachen und ist dem Höchsten mich ergeben In Freud und Leid. Alles gleich, Den Reichen klein Es kommt die Zeit, Da öffentund arm zu machen, Den Armen lich erscheinet, Wie treulich er es aber groß und reich. Gott ist der meinet. rechte Wundermann, Der bald erhöhn, bald stürzen kann. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Muß ich den Kelch 7. Sing', bet' und geh auf Got- auch schmecken, Der bitter ist nach tes Wegen, Verricht' das Deine meinem Wahn Laß ich mich doch nur getreu, Und trau des Him- nicht schrecken, Weil doch zuletzt mels reichem Segen, So wird er Ich werd ergötzt mit süßem Trost bei dir werden neu. Denn welcher, im Herzen, Dann weichen alle feine Zuversicht Auf Gott segt, Schmerzen. den verläßt er nicht. 6. Was Gott thut das ist wohle Das christliche Leben. Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. 301 wohlgethan, Dabei will ich verblei- 9. Seine Wunder sind der ben. Es mag mich auf die rauhe Zunder, Dran der Glaube Funken Bahn Noth, Tod und Elend treiben: So wird Gott mich Ganz väterlich In seinen Armen halten, Drum laß ich ihn nur walten. fängt. Alle Thaten sind gerathen Jedesmal, wie er's verhängt. 10. Wenn die Stunden sich gefunden, Bricht die Hülf mit Macht herein, Und dein Grämen zu beschämen, Wird es unversehens sein. 11. Eignen Willen zu erfüllen, Leidet sichy's noch ziemlich wohl; Da ist Plage, Noth und Klage, Wo man leiden muß und sell. 12. Drum wohl denen, die sich sehnen Nach der stillen Willensruh. Auf das Wollen fällt dem Sollen Die Vollbringungsfraft bald zu. Mel. Ringe recht, wenn Gottes. 482. Gott will machen, daß die Sachen Gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen um dich schwellen, Wenn du nur bei Jefu bist. 2. Wer sich fränket, weil er den fet, Seiner achte nicht sein Gott, Wird mit Klagen nur fich plagen Und nicht lindern seine Noth. 3. Du Verächter, Gott, dein Wächter, Schläfet ja noch schlummert nicht. Zu den Höhen aufzusehen, Das ist deines Glaubens Pflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen Bleibt ihm stets ein Vaterherz. Laß dein Weinen bitter scheinen, Dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 13. Nun so trage deine Plage Fein getroft und mit Geduld. Wer das Leiden will vermeiden, Häufet seine Sündenschuld. 14. Die da weichen und das Zeichen Ihres Bräutigams verschmähn, Müssen laufen zu den Haufen, Die zur linken Seite stehn. 5. Glaub nur feste, daß das 15. Aber denen, die mit ThräBeste Ueber dich beschlossen sei. nen Küssen ihres Jesu Joch, Wird Wenn dein Wille nur ist stille, So wirst du von Kummer frei. die Krone auf dem Throne Ihres Heilands werden noch. 16. Amen, Amen! in dem Namen Meines Jesu halt ich still. Es geschehe und ergebe Wie und wann und was er will. 6. Hoff und glaube, füs' im Staube Gottes Ruthe, die dich übt; Der fte führet und regieret, Hat nie ohne Frucht betrübt. 7. Willst du wanken in Gedanfen, Uebe nur Gelassenheit. Den Eigene Melodie. laß sorgen, der auch morgen Herr 483. Was mein Gott will, ist über Freud und Leid. gescheh allzeit, Sein 8. Gottes Hände sind ohn Ende, Will ist stets der beste. Zu helfen Sein Vermögen hat kein Ziel. Ift's ist er dem bereit, Der ihm nur beschwerlich, scheints gefährlich, glaubet feste. Er hilft aus Noth, Deinem Gott ist nichts zu viel. der treue Gott, Und züchtiget mit 302 Das christliche Leben. mit Maßen. Wer Gott vertraut, Gib, was mir dient zur Seligkeit, feft auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. Wend' ab all' Ungerechtigkeit In meinem ganzen Leben. 2. Gott ist mein Troft und Zu- 3. Wenn ich einmal nach deis versicht, Mein' Hoffnung und mein nem Rath Von dieser Welt foll Leben. Was mein Gott will, dem scheiden, O so verleih mir deine will ich nicht Undankbar widerstre- Gnad, Daß es gescheh mit Freu ben. Sein Wort ist wahr, und den. Herr, Leib und Seel befehl all mein Haar, Hat er, der Herr, ich dir; Gib nur ein selges Ende gezählet. Er schützt und wacht, mir Durch Jesum Chriftum, Amen. nimmt uns in Acht, Auf daß uns ja nichts feblet. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 3. Muß gleich ich Sünder von 485. In allen meinen Thaten Welt der Laß ich den Willen: Gott mache es, wie's rathen, Der alles kann und hat. ihm gefällt, Ich will doch halten Er muß zu allen Dingen, Solls stille. Mein' arme Seel ich Gott anders wohl gelingen, Selbst gebefehl In meinen letzten Stunden. ben guten Rath und That. O treuer Gott, Sünd, Höll und 2. Nichts ist es, spät und frühe, Tod Hast du mir überwunden. Um alle meine Mühe, Mein Sor4. Noch Eins, Herr, will ich gen ist umsonst. Er mags mit bitten dich, Du wirft mir's nicht meinen Sachen Nach seinem Wilversagen: Wenn mich der böse len machen, Ich stells in seine Geift ansicht, Laß mich ja nicht Vatergunst. verzagen. Hilf, steur' und wehr', 3. Es kann mir nichts geschehen, ach Gott, mein Herr, Zu Ehren Als was er hat ersehen, Und was deinem Namen. Wer das begehrt, mir selig ist. Ich nehm es, wie dem wird's gewährt, Drauf sprech' ich fröhlich: Amen. ers giebet, Was ihm mit mir be= liebet, Das hab ich auch getrost erkiest. Mel. Aus tiefer Noth. 484. err, wie du willst, so schicks mit mir, Im 4. Ich traue seiner Gnaden, Die mich vor allem Schaden, Vor allem Uebel schüßt. Folg ich des Leben und im Sterben. Mein Herz Herrn Gesetzen, So wird mich verlangt allein nach dir, Laß mich nichts verletzen, Nichts fehlen, was doch nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, Sonst wie du willst; gib mir Geduld: Dein Wille ist der beste. mir ewig nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden In Gnaden mich entbinden, Durchstreichen meine Schuld. Er wird 2. Zucht, Ehr und Treu ver- auf mein Verbrechen nicht gleich leihe mir, Und Lieb zu deinem das Urtheil sprechen, und haben Worte. Erhalte, Herr, mich treu noch mit mir Geduld. bei dir, Dem wahren Seelenhorte. 6. Leg ich mich späte nieder, Erwach Vertrauen auf Gott. Trost. Ergebung. 303 Erwach ich frühe wieder, Lieg| Nur vergebens wider dich; Soll dir oder zieh ich fort, In Schwach- Widriges begegnen, Wirst du ihm heit und in Banden, Ist irgend durch Widerstehn nicht entgehn. Noth vorhanden, So leitet mich sein kräftig Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein Verhängniß gehn. Kein Unfall unter allen Wird je so schwer mir fallen, Ich will ihn männlich überstehn. 6. Will ein Feind dir Angst 8. Ihm hab ich mich ergeben, erwecken, Seine Feindschaft, die Zu sterben und zu leben, Sobald dich fränkt, Sft durch Gottes er mir gebeut; Heut sei es oder Macht beschränkt. Will dich Noth morgen, Dafür laß ich ihn sorgen, und Tod erschrecken, Gott ist bei Er weiß die rechte Rettungszeit. dir in der Noth Und im Tod. 5. Wenn dich schwere Sorgen drücken, Und dein Herz in Nengsten schlägt: Sage nicht, der Alles trägt, Lenket es, dich zu beglücken; Deine Stunde kommt auch wohl, Wann fte soll. 9. So sei nun, Seele, seine, 7. Drum ergib dich Gott mit Und traue dem alleine, Der dich Freuden, Warte, bis des Höchsten geschaffen hat. Es gehe, wie es Hand Dir dein Glück hat zuergehe, Dein Vater in der Höhe, kannt. Schicke dich auch gern zum Der weiß zu allen Sachen Rath. Leiden, Schweig getroft zu Allem still, Was Gott will. Eigene Melodie. 8. Gott weiß Alles wohl zu 486. Mohl dem Menschen, machen; Darum, wer sich felsender von Herzen Al- fest Auf des Höchsten Huld vera. les, was ihn überfällt, In des läßt, Und sich gern in allen Sachen Höchsten Hände stellt, Der nicht In des Vaters Willen schickt, Lebt durch verborgne Schmerzen Sei- beglückt. nes Unglücks trübe Nacht Trüber Mel. Eins ist Noth. macht. 2. Denn es ist doch nur ver- 487. 3aget nicht, wenn Daß Mensch, der irrt und fehlt, Immer sich mit des Lebens Pfade ruhn. Gott ist Sorgen quält, Weil der Vater gut, er wird euch leiten, Ihm unsers Lebens Alles, wie es soll ists Freude, wohlzuthun. Sind geschehn, Vorgesehn. seine Gedanken nicht eure Gedan3. Eh du noch die Welt betra- fen, Laßt dennoch, o Christen, teft, Eh dir Gott dein Leben gab, den Glauben nicht wanken, Daß Wog er Glück und Unglück ab, er, der des Wurmes im Staube Gab dir Segen, eh du batest, gedenkt, Auch sorgsam und freundSah schon deine Thräne an, Ehlich durchs Dunkel euch lenkt. fle rann. 2. Alles Dunkel dieses Lebens 4. Wenn der Himmel dich will Glänzt vor Gott wie Sonnensegnen, So empört die Erde sich licht; Wir durchforschen's oft vera gebens 304 Das chriftliche Leben. gebens, Seinen Blick hemmt Dun- jetzt uns betrübet, soll einst uns fel nicht. Er kennet das Große, entzücken. O selige Hoffnung, wie das Kleine, das Ferne, Die Thrä- kannst du erquicken! Nun ångsten nen der Armen, die Schaaren der die künftigen Tage uns nicht; Der Sterne. Mit mächtiger Liebe ver Ewige spricht, und das Dunfel folgt er den Plan, Den seine uns wird Licht. endliche Weisheit erfann. 7. Schwinge dich empor vom 3. Von Erstaunen hingerissen Staube, Fasse Muth, verzagter Sinut der hohe Seraph nach. Geift! Siegen, flegen wird der Ach, beschränkt ist noch sein Wis- Glaube, Der den Herrn des Lesen, Ewig fühst er sich noch bens preift. O laß dich das Dunschwach. Was murren wir Men- fel der Erde nicht kümmern, schen von Kindesverstande? Wir Schon steht fa dein Glaube die find ja nur Wandrer im schatti- Herrlichkeit schimmern, Die jengen Lande. Nur Demuth erhe- feits der Sterne dir Sesus ent bet den ängstlichen Sinn, Sie hüllt. Da rufft du einst fauch wirft in die Arme des Vaters zend: das Herz ist gestillt. uns hin. 4. Ach, erkenne dich, o Seele, Eigene Melodie. Fühle, wie so schwach du bist. 488. Auf meinen lieben Gott still zu Gott, und wähle, Trau ich in Was von ihm verordnet ist. Der und Noth. Er kann mich allzeit Trübsal entströmen oft heilige retten Aus Trübfal, Angst und Freuden, Und Segen entsprießet den bittersten Leiden. Bedenk es, und jauchze, daß Gott dich regiert, Sei folgsam, auch wenn er durch Dornen dich führt. Nöthen; Mein Unglück kann er wenden, Es steht in seinen Händen. 2. Ob mich die Sünd ansicht, Verzag ich dennoch nicht; Auf Chriftum will ich bauen, und ihm 5. Nicht das sinnliche Vergnü- allein vertrauen. Ihm will ich gen Wird von Christen hochge- mich ergeben Im Tode, wie im ehrt, Schäßze nur, die nimmer trü- Leben. gen, Sind des heißen Strebens 3. Wenn mich der Tod nimmt werth. Hinweg denn, ihr bangen hin, Ift Sterben mein Gewinn, entehrenden Sorgen! In Gott Denn Christus ist mein Leben, sind die Schäße des Christen ver- Ihm hab ich mich ergeben. Ich borgen. Hier tilgt fle fein Un- sterb heut oder morgen, Mein' fall, fein tobender Schmerz; Auch Seel wird Gott versorgen. traurige Stunden bereichern das Herz. 4. Du mein Herr Jesu Christ, Der so geduldig ist Für mich am 6. Dulden wir gleich manche Kreuz gestorben, Du haft mir Plage, Der Allweise wägt sie ab. Heil erworben. Hilf mir, wenn Er durchschauet unsre Tage Von ich erbleiche, Zum ewgen Himmel der Wiege bis ans Grab. Was reiche. 5. Erhöre Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. 305 5. Erhöre gnädig mich, Mein lich macht, Läßt Gott es keinem Troft, das bitt ich dich, Hilf mir fehlen. Gesundheit, Ehre, Reicham letzten Ende, Nimm mich in thum, Pracht Erretten keine Seedeine Hände, Damit ich selig len. Wer Gottes Rath Vor Auscheide 3ur ewgen Himmelsfreude. gen hat, Dem wird ein gut Ges wissen Die Trübsab auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herr6. Amen, zu aller Stund Sprech ich aus Herzensgrund: Du wollest selbst uns leiten, Herr lichkeit? Wie bald ist sie verChrift, zu allen Zeiten, Daß wir schwunden! Was ist das Leiden einst deinen Namen Dort ewig dieser Zeit? Wie bald ist's überpreisen. Amen. wunden! Hofft auf den Herrn, Er hilft uns gern; Seid fröhlich, ihr Gerechten, Der Herr hilft feiMel. Was Gott thut, das ist. 489. Auf Gott, und nicht nen Knechten. auf meinen Rath Will ich mein Glück stets bauen, Mel. Nun ruhen alle Wälder. Und dem, der mich erschaffen hat, 490. Was soll ich ängstlich Mit ganzer Seele trauen.( Sr, flagen, und in der ✓ die Welt Allmächtig hält, Noth verzagen? Der Höchste sorgt Wird mich in meinen Tagen Als für mich. Er sorgt, daß meiner Gott und Vater tragen. Seele Kein wahres Wohlsein fehle: Genug zum Trost, mein Herz, für dich. 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wie viel mir nüßen würde, Bestimmte meine Lebenszeit, Mein 2. Was nüßt es, heidnisch sorGlück und meine Bürde. Was gen, Und jeden neuen Morgen zagt mein Herz? Ist auch ein Mit neuem Kummer sehn? Du, Schmerz, Der zu des Glaubens Vater meiner Tage, Weißt, eh Ehre Nicht zu besiegen wäre? ich's dir noch sage, Mein Leid und auch mein Wohlergehn. 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, 3. Auf deine Hand zu schauen, Mir gnädig, eh' ich's bat, ge- Dir kindlich zu vertrauen, Das, währt, Wenn's seine Weisheit Herr, ist meine Pflicht. Ich will litte. Er sorgt für mich Stets fie treulich üben, und dich, mein väterlich. Nicht, was ich mir er- Vater, lieben, Denn du verläßft sehe, Sein Wille, der geschehe. die Deinen nicht. 4. Oft ist ein ungestörtes Glück 4. Der du die Blumen kleiWeit schwerer noch zu tragen, Als dest, Und alle Thiere weidest, Du selbst das widrigste Geschick, Bei Schöpfer der Natur, Weißt alles, dessen Last wir klagen. Die größte was mir fehlet, Drum, Seele, Noth Hebt doch der Tod, Und was dich quälet, Befehl dem Ehre, Glück und Habe Verläßt Herrn, und glaube nur. mich doch im Grabe. 5. Herr, alle meine Sorgen, 5. An dem, was sicher glück. Die Noth auch, die verborgen U An 306 Das christliche Leben. An meinem Herzen aagt, Werf 2. Gott hat dir geschenkt das ich auf dich, den Treuen; Den Leben, Seel und Leib, Darum weißt du zu erfreuen, Der fromm bleib Shm allein ergeben. Er nach deiner Hülfe fragt. wird ferner Alles schenken; Traue 6. Wenn meine Augen thrä- fest, Er verläßt nicht, die an ihn nen Und sich nach Hülfe sehnen, denken. So klag ich's dir, dem Herrn. 3. Sage nicht: was soll ich Dir, Vater, dir befehle Ich jeden effen? Gott hat dir Allzeit hier Wunsch der Seele; Du hörst, du So viel zugemessen, Daß der Leib hilfft, du segneft gern. fich kann ernähren; Uebriges Wird 7. Der du mir hier im Leben indeß Gottes Hand bescheren. Schon größres Heil gegeben, Mir 4. Es ist mehr als Trank und deinen Sohn geschenkt: Du wirst Speise Dieser Leib, Darum gläub, mir Alles schenken, Und mir zum Gläub zu Gottes Preise, Daß er Besten lenken, Was mich zu Sor- Speis and Trank kann geben gen reizt und kränkt. Dem, der sich Festiglich Ihm ergibt im Leben. 8. Du führest, Herr, die Dei nen Nicht immer, wie ste's mei- 5. Sorgst du, wie du dich sollst nen, Doch stets nach deinem Rath. kleiden? Jesus spricht: Sorget Ob ich mich auch betrübe, Bleibt nicht, Solches thun die Heiden, doch dein Rath voll Liebe; Das Schau die Blumen auf den Felzeigt der Ausgang mit der That. dern, Wie so schön Diese stehn und die Bäum' in Wäldern. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, Und es nicht ganz verstehe, Was 6. Ach, der Glaube fehlt auf du mit mir gethan, Kann ich doch Erden; Wär er da, Müßt uns deß mich trösten: Du nimmst mich, mich Erlösten, Gewiß der einst zu Ehren an. 10. Dort bei der Frommen Schaaren, Dort werd ich es er= fahren, Wie gut du mich geführt; 7. Wer Gerechtigkeit nachtrach tet, Und zugleich Gottes Reich Da sing ich dir mit Freuden, Ueber Alles achtet, Der wird wah:Nach überstand'nen Leiden, Den lich nach Verlangen Speis und Dank, der deiner Huld gebührt. Trank Lebenslang Wie im Schlaf empfangen.. Mel. Warum sollt ich mich. 491. Wat arum willst du doch 8. Laß die Welt sich dann bemühen, Immerhin! Ach, mein für morgen, Ar- Sinn Soll zu Jesu fliehen. Er mes Herz, Immerwärts, Als ein wird geben, was mir fehlet, Ob Heide sorgen? Wozu dient dein ers oft Unverhofft Eine Weil vers täglich Grämen, Da Gott will hehlet. In der Still Sich der Noth annehmen? ja, Was uns noth ist, werden. Wer Gott kann im Glauben fass sen, Der wird nicht, Wenns gebricht, Von ihm sein verlassen. 9. Will er prüfen meinen Glauben Und die Gab, Die ich hab, Mit Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. 307 Mir gar lassen rauben: So muß Lob und Preis sei deinem Namir zum Besten kommen, Wenn men; Sei mein Theil, Hülf und Gott mir Alles hier Hat hinweg Heil, Liebster Jesu, Amen. genommen. 10. Er Alles wieder ge= Mel. Ach, was soll ich Sünder. ben; Wenn er nimmt, So be- 492. Sollt ich meinem Gott stimmt Er sein Wort zum Leben. Ach, wie viele fromme Seelen Leben so, Und find froh, Ohne Sorg und Quälen. nicht trauen, Der mich liebt so väterlich, Der fo herzlich sorgt für mich? Sollt ich auf den Fels nicht bauen, Der mir ewig bleibet feft, Der die Seinen nicht verläßt? Was 11. Sie befehlen Gott die Sorgen, Wie er will, Und sind still Vor der Welt verborgen. 2. Er weiß Alles, was mich Gott will, ist ihr Vergnügen, Und drücket; Mein Anliegen, meine wie er, Als der Herr, Wills mit ihnen fügen. Noth, Er steht bei mir bis zum Tod, Er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb und Vatertreu Bleibt mir jetzt und ewig neu. 3. Der die Vögel all ernähret, Er, der Blumen, Laub und Gras Kleidet schön ohn Unterlaß, Alles Gute uns bescheret, Sollte der verlassen mich? Nein, ich trau ihm feftiglich. 13. Ihre Sorg ist für die Seelen, Und ihr Lauf Geht hinauf Zu den Felsenhöhlen, Zu des 4. Wenn nach seinem Reich Herren Jesu Wunden, Da sind ich trachte, Wenn ich die Gerechste Aller Müh, Aller Noth ent- tigkeit, Die mir Christi Blut verbunden. leiht, Mehr als Gold und Silber 14. Nun, Herr Jesu, meine achte, Segnet Gott mir früh und Freude, Meine Sonn', Meine spat Worte, Werke, Rath und Wonn', Meiner Seelen Weide! That. 12. Doch kann ihnen nicht versagen Gott ihr Brod In der Noth, Wenn er hört ihr Klagen. Er kommt wahrlich ste zu trösten, Eh man's meint, Und erscheint, Wenn die Noth am größten. Sorge nur fürs Heil der Seelen, 5. Nun, so sorg ich nicht für So wird mir Auch noch hier morgen; Alles, was zukünftig ist, Nichts am Leibe fehlen. Irrt mich nicht, ich bin ein Chrift! 15. Alles sei dir unverholen, Meinen Gott nur laß ich sorgen. Was mir fehlt, Was mich quält, Alles war er alle Zeit Zu verGroßer Gott, befohlen; Sorge sorgen schon bereit. du, so will ich schweigen, Und 6. Gott sei Lob, der mich ers vor dir, Nach Gebühr, Meine freuet, Daß ich glaube feftigKniee beugen. 16. Ich will dir mit Freuden danken, Fort und fort, Hier und bort, Und will nimmer wanken. lich: Gott, mein Vater, sorgt für mich; Der mir diesen Trost erneuet, Daß ich weiß: Gott liebet mich, Gott versorgt mich ewiglich. U* Mel. 308 Das christliche Leben. Mel. Mache dich, mein Geist. Endlich wird der Kummer sich In das Grab verschließen. Durch den. 493. Weine nicht! Gott le- Tod Stirbt die Noth, Und wenn bet noch, Du be- der erscheinet, Hast du ausgeweinet. trübte Seele. O zum Vater schaue doch, Ob die Welt dich quäle. Nur Geduld! Gibt dir nach den Leiden Wieder Trost und Freuden. Mel. Was Gott thut, das ist. 494. Gott lebt! wie kann ich traurig sein, Als wär kein Gott zu finden? Gr 2. Weine nicht! Gott denkt weiß ja wohl von meiner Pein, an dich; Hat man dein vergessen, Die ich hier muß empfinden. Er O dann hat er längst bei sich, Was kennt mein Herz und meinen dir müßt, ermeffen. Eh zerfällt Schmerz. Drum darf ich nicht Diese Welt, Eh er dich kann verzagen, Soll ihm nur Alles haffen, Oder gar verlassen. flagen. 3. Weine nicht! Gott stehet 2. Gott hört, wenn Niehand dich, Ist er gleich verborgen. hören will; Wie sollte mir denn Trage nur geduldiglich Deine Last bangen, Als könnt an der Erhö der Sorgen. Der läßt, Glaub rung Ziel Mein Seufzen nicht es fest, Endlich nach dem Wei- gelangen? Nuf ich empor, So nen Seine Sonne scheinen. hört sein Ohr, Sein Amen schal 4. Weine nicht! Gott höret let wieder, Und sendet Hülf her dich, Hört in Noth dein Fleben. nieder. Hülfreich wird er gnädiglich Dir 3. Gott sieht! wie klaget denn zur Seite stehen. Immer hat, mein Herz, Als säh er nicht mein Wer ihn bat, In den Leidens- Weinen? Vor ihm muß auch stunden Rettung noch gefunden. der tiefste Schmerz Ganz offens 5. Weine nicht! Gott liebet bar erscheinen. Zur Erde fällt dich, Mag die Welt dich hassen, Nicht ungezählt Die kleinste meis Dir zu schaden freventlich Man- ner Zähren; Er wird mir Trost chen Anschlag fassen. Stark wird gewähren. er, Er, der Herr, Ob die Feinde stürmen, Dich, sein Kind, beschirmen. 4. Gott führt! drum geh ich ruhig fort, Auf allen meinen Wegen. Mag mir die Welt bald 6. Weine nicht! Gott forgt bier, bald dort Arglistig Schlin für dich, Was kann nun dir feh- gen legen, So wird er zwar Mich Ien? Wer wird nun mit Sor- wunderbar, Doch selig immer leigen sich noch vergebens quälen? ten, Daß nie mein Fuß kann Wirf auf ihn Alles hin, Er wird gleiten. sich bewähren, Seinen Gang ver= klären. 5. Gott gibt und wär ich noch so arm, Doch soll ich nicht 7. Weine nicht! Gott tröstet verderben. Was hilft mir denn dich, Ob die Thränen fließen. mein steter Harm, Als müßt ich Hungers Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. 309 Hungers sterben? Er hat ja Brod;| steht in der Noth. Er allein Soll Und wenn in Noth Ich müßt es sein, Den ich nur von Herzen durch Wüsten reisen, Doch würde mein'. er mich speisen. 2. Sagt mir, wer kann doch 6. Gott lebt, ich merk es über- vertrauen Auf ein schwaches Men= all, Gott hört, ihm darf ich fla- schenkind? Wer kann feste Schlösgen. Gott fleht, er kennt der ser bauen In die Luft und in den Thränen Zahl, Gott führt, ich| Wind? Es vergeht, Nichts besteht, darf nicht zagen. Drum nicht be- Was ihr hier auf Erden seht. trübt! Gott gibt und liebt, Wird mir die Gnade geben, Auch dort mit ihm zu leben. 3. Aber Gottes Güte währet Immer und in Ewigkeit; Vieh und Menschen er ernähret Durch erwünschte Jahreszeit. Alles hat Seine Gnad Dargereichet früh Mel. Auferstehn, ja. a, fürwahr, uns führt und spat. 495. mit fanfter Hand Sin Hirt durchs Pilgerland Der dunklen Erde, Uns, seine kleine Heerde. Halleluja. 2. Wenn im Dunkeln auch sein Häuflein irrt, Er wacht, der treue Hirt, Und läßt den Seinen Ein freundlich Sternlein scheinen. Halleluja. 3. Sicher leitet aus des Todes Graun Er uns zu grünen Au'n, Zu frischen Quellen, Zu ewgen Lebenswellen. Halleluja. 4. Freundlich blickt sein Aug' auf uns herab. Sein sanfter Hir4. Gibt er uns nicht Alles reichlich Und in großem Ueberfluß? Seine Lieb ist unvergleichlich, Wie ein starker Wasserguß. Luft und Erd Uns ernährt, Wenn es Gotz tes Gunst begehrt. 5. Danket nun dem großen Schöpfer, Durch den wahren Menschensohn, Der uns, wie ein freier Töpfer, Hat gemacht aus Erd und Thon. Groß von Rath, Stark von That Ift, der uns erhalten hat. Mel. Nun ruhen alle. tenstab Bringt Troft und Friede; 497. ch hab in guten పే nicht müde. HalStunden Des Leempfunden, leluja. bens Glück 5. Ja, fürwahr, er ist getreu Freuden ohne und gut; Auch unser Schicksal ruht In seinen Armen. Sein Name ist: Erbarmen. Halleluja. Und Zahl: So will ich denn gelassen Mich auch im Leiden fassen, Welch Leben hat nicht seine Qual? Eigene Melodie. 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, Und stets strafst du gelinder, 496. Meine Hoffnung ste- Alls es der Mensch verdient. het feste, Steht Sollt ich, beschwert mit Schulden, auf den lebendgen Gott. Er ist Kein zeitlich Weh erdulden, Daß mir der Allerbeste, Der mir beis doch zu meinem Besten vient? 3. Dir 310 Das chriftliche Leben. 3. Dir will ich mich ergeben, 3. Auf ihn will ich vertrauen Und, mehr als Ruh und Leben, In meiner schweren Zeit, Auf seine Dich lieben, meinen Herrn. Dir, Hülfe bauen; Er wendet alles Leid. Gott, will ich vertrauen, Und 3bm sei es heimgestellt; Leib, nicht auf Menschen bauen, Du Seele, Gut und Leben Sei Gott hilfft und du errettest gern. dem Herrn gegeben, Er mach's, 4. Laß du mich Gnade finden, wie's ihm gefällt. Mich alle meine Sünden Erken- 4.& fann ihm nichts gefalnen und bereun. Jetzt hat mein len, Als was uns nüglich ist; Gut Geift noch Kräfte; Sein Heil meint ers mit uns Allen, Er gab laß mein Geschäfte, Dein Wort uns Jesum Cbrift, Ihn, seinen mir Troft und Leben sein. ein'gen Sohn, Durch den er une bescheret, Was Leib und Seel etnähret. Lobt ihn auf seinem Thron! 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, Bin ich des Himmels Erbe, Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf dem Todespfade Vertrau ich deiner Gnade, Du, Herr, bift bei mir in der Noth. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, Ihn, der uns Alles schenkt. Wie selig ist die Stunde, In der man sein gedenkt! So braucht 6. Ich will dem Kummer weh- man recht der Zeit. Wir sollen ren, Gott durch Geduld verehren, schon auf Erden In ihm ja selig Im Glauben zu ihm flehn. Ich werden, noch mehr in GEwigkeit. will den Tod bedenken; Der Herr wird Alles lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn. 6. Auch wenn die Welt vergehet Mit ihrer Luft und Pracht, Nicht Ehr noch Gut bestehet, Das hier so groß uns macht, Dann werden nach dem Tod Wir in die Gruft begraben; Wenn wir geschlafen haben, Weckt uns der treue Gott. Eigene Melodie. 498. Von Gott will ich nicht lassen Denn er läßt nicht von mir, Führt mich 7. Die Seel wird unverloren auf rechter Straßen, Da ich sonst Gefübrt in Abrams Schooß; Der irrte hier. Er reicht mir seine Leib wird neugeboren, Von allen Hand. Am Abend wie am Mor- Sünden los. Durch Christum bin gen Will er mich wohl versorgen, ich rein; Wenn ich im Glauben Er schützt das ganze Land. sterbe, Dann bin ich Gottes Erbe, Dann werd ich selig sein. 2. Wenn Menschen Huld und Lieben In Ungunft sich verkehrt, 8. Obgleich ich jetzt noch dulde 3ft er doch treu geblieben Dem, Viel Leiden dieser Zeit, Das ich der ihn liebt und ehrt. Er hilft oft selbst verschulde, Naht doch aus aller Noth, Er hilft aus die Ewigkeit. Sie ist der Freude Sünd und Schanden, Von Ket- voll, Die, weil ich Christum kenne ten und von Banden, Und rettet Und mich von ihm nicht trenne, felbft vom Tod. Mir ewig werden soll. 9. Das Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. 311 9. Das ist des Vaters Wille, 7. Mein Vater, sorge du für Der uns erschaffen hat: Aus sei- mich, Mein' Hoffnung steht allein nes Sohnes Fülle zu nehmen auf dich. Sich mich mit VaterGnad um Gnad; Er gibt uns blicken an, Daß ich stets fröhlich seinen Geift, Damit er uns re- singen kann: Gott lebet noch. giere, Hinan zum Himmel führe. Hoch sei der Herr gepreift. Eigene Melodie. Mel. Erschienen ist der herrlich. 500. Segen Und an ſeiAlles ist an Gottes 499. Gott lebet noch und ner Gnad gelegen, Ueber alles stirbet nicht, Gott Geld und Gut. Wer auf Gott ist mein Troft und Zuversicht. die Hoffnung setzet, Der behält Ja, wenn die ganze Welt fällt ganz unverletzet Einen freien Glauein, Soll dies mein bestes Hoffen bensmuth. sein: Gott lebet noch. 2. Der mich hat bisher ernäh2. Gott lebet noch, was sorg' ret Und mir manches Glück beich denn? So lang ich Gott den scheret, Ist und bleibet ewig Vater fenn', Sezz ich die Sorgen mein; Der mich wunderbar ge= auf die Seir, Und singe fröhlich führet, nd mich leitet und reallezeit: Gott lebet noch. gieret, Wird hinfort mein Helfer sein. 3. Mein Herz, wenn du weißt keinen Rath, Wenn dich die Noth umgeben hat, Und dich gesetzt in großes Leid, So denke du nur allezeit: Gott lebet noch. 4. Gott lebet noch, und weiß gar wohl, Wie seine Hand dich retten soll; Dein Vater meint und macht es gut, Wenn er dich straft, drum wohlgemuth: Gott lebet noch. 3. Viele mühen sich um Sachen, Die nur Sorg und Unruh machen, und ganz unbeständig find. Ich begehr nach dem zu ringen, Was mir kann Vergnügen bringen Und man hier gar selten find't. 4. Hoffnung fann das Herz erquicken, Was ich wünsche, wird sich schicken, So es anders Gott 5. Gott legt dir auf ein gefällt. Meine Seele, Leib und schweres Joch, Wodurch er dich Leben Hab' ich seiner Gnad ergebetrübet hoch; Doch hilft er tra- ben Und ihm Alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem gen, was dich plagt, Und stärkt dich, drum sprich unverzagt: Gott Willen Mein Verlangen zu er= lebet noch. füllen, Es hat Alles seine Zeit, 6. Wenn dir nun wird dein Ich hab ihm nichts vorzuschreiben, Kreuz so schwer, Und dich fast Wie Gott will, so muß es bleidrücket allzu sehr, Wenn es dich ben. Wenn Gott will, bin ich fast zu Boden beugt, So hilft bereit. doch Gott und macht es leicht: Gott lebet noch. 6. Soll ich hier noch länger leben, Will ich ihm nicht widers streben, 312 streben, Ich verlaffe mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet, Mel. Alle Menschen müssen. Alles Irbische vergehet Und fährt 502. Du ſollst glauben, und wie ein Strom dahin. du Das chriftliche Leben. dich bangen Zweifeln hin? Du sollst beten zum Erbarmer, Und dir fehlt der Kindessinn? Kindlich Mel. Werde munter, mein. 501. Gottes Mund hat uns mußt du hier vertrauen, Dort verheißen, Gs soll wirst du den Ausgang schauen. uns aus seiner Hand Weder Welt Jesu Ausgang ward erst klar, Als noch Teufel reißen. Seine Wahr- er auferstanden war. heit ist bekannt. Darum fürchten 2. Glaube gibt der Andacht wir uns nicht, Wenn gleich Welt Flügel, Glaube hebt zu Gott emund Himmel bricht. Seine Treu por, Glaube bricht des Grabes kann ihr Versprechen Nicht ver- Riegel, Selbst der Ewigkeiten geffen oder brechen. Thor; Glaube geht durch Flamm' 2. Mögen doch die Berge wei- und Fluthen, Ließ die Zeugen Jesu chen, und die Felsen untergehn: bluten, Und sie überwanden weit, Nichts mag unserm Felsen glei- Sicher ihrer Seligkeit. chen, Gottes Bund bleibt ewig 3. Glaube hilft die Welt bestestehn. Fallt, ihr Hügel, immer gen, Macht die schwerste Prüfung bin! Unsers Gottes Vaterfinn leicht; Alles muß ihm unterliegen, Kann kein Schlag noch Fall erschüttern, Wenn gleich Erd und Himmel zittern. Selbst die Macht der Sünde weicht. Ob du schon im Kampf erlageft, Und nun an dir selbst verzageft: 3. Er hat sich mit uns verbun- Kämpfe stärker, kämpfe fort, Denn den Durch den Bund, der ewig der Herr ist Schuß und Hort. gilt. Dieser Bund wird fest er= 4. Willst du im Vertraun erfunden, Dieser Bund ist unfer müden, Wenn die Hülfe noch verSchild. Droht auch des Versu- zieht? Stehe fest in Gottes Fries chers Pfeil, Gott bleibt unser Erb den, Der die rechte Zeit erflebt. und Theil; Das hat uns sein Den hat Täuschung nie betroffen, Mund geschworen, Da sein Geist Der gehorsam blieb im Hoffen. uns neu geboren. Glaube fest: der Alles schafft, Gibt 4. Drum sei rubig, meine dir auch zum Glauben Kraft. Seele, Trau auf Gott, der für 5. Hast du nicht schon oft erdich wacht, Wenn in dieser Jam- fahren, Wie er dir zur Seite merhöhle Dir ein Zweifel Kum- stand? Hast du nicht des Wunmer macht. Wer sich nur auf derbaren Wunderausgang oft erGott verläßt, Der steht unbeweg- fannt? Mußt du denn ihn immer lich fest. Dein Erbarmer wird sehen, Ganz des Ewgen Rath verz dich stützen, Seine Treu wird stehen? Selig, selig, die nicht sehn, dich beschützen. Und doch fest im Glauben stehn! Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. 313 Mel. Wer nur den lieben Gott. Dank und Lobe sein: Der Herr, der für mein Heil gewacht, Hat 503. err, mache meine Alles mit mir wohlgemacht. Seele stille, Bei Mel. Jesu, meine Freude. allem, was mich fränkt und drückt. Geschieht doch einzig nur bein 504. Meine Seel ist stille, Wille, Der nichts zu meinem Weil ja Gottes Schaden schickt. Du bist's, der Wille Mir zu helfen steht. Mit Alles ändern kann, Und was du dem, was Gott füget, Ift mein thuft, ist wohlgethan. Herz vergnüget, Nimmt es, wie 2. Auch auf den allerrauhsten es geht. Geht die Bahn nur Wegen Führt deine Hand zur Se- himmelan Und von Jesu ungeligkeit, Aus Trübsal kommt der schieden, So bin ich zufrieden. ewge Segen, Und Herrlichkeit aus 2. Dir will ich anbangen, Das kurzem Leid; Die Thränenfaat fei mein Verlangen, Gott, bei dir muß Freude sein, Siehts gleich zu sein. Keinen will ich hören, der blöde Geist nicht ein. Der mich will bethören Mit dem 3. Drum laß mich stille sein falschen Schein. Was der Welt und hoffen, Wenn du mir Brü- allein gefällt, Luft und Ehr und fung haft bestimmt. Dein Vas irdisch Trachten, Will ich gar terherz steht dem noch offen, nicht achten. Der zu dir seine Zuflucht nimmt. 3. Nein, ach nein, nur Einer, Wer still in deiner Fügung Sag ich, und sonst Keiner, Wird ruht, Mit dem machst du es von mir geliebt. Jesus, der Geimmer gut. treute, Deß ich mich erfreue, Der 4. Gott, du nur kennst und sich ganz mir gibt, Er allein, er wählst das Beste. O Vater, mache soll es sein, Dem ich wieder mich selbst mein Herz In dieser Ueber- ergebe, Ginzig ihm nur lebe. 4. Gottes Güt' erwägen, Und sich gläubig legen In des Vaters Schooß, In sein Antlitz schauen, Und ihm kindlich trauen, Weld) 5. Die Stunde wird doch end- ein selig Loos! Ruhe fleußt aus lich kommen, Da mich vollkomm- ftillem Geist. Wer sich weiß i nes Glück erfreut; Denn einmal Gott zu schicken, Den wird er erführst du doch die Frommen Zur quicken. völligen Zufriedenheit, Und dann wird jedem offenbar, Daß, Gott, dein Rath der beste war. zeugung feste, So ehr ich dich im größten Schmerz, Und spreche mit Gelassenheit: Was mein Gott will, gescheb allzeit. Eigene Melodie. 505. Warum betrübst du 6. Dann wird von allen meidich, mein Herz, nen Plagen Der ewge Nußen mich Bekümmerft dich mit bangem erfreun; Dann wird mein Herz, Schmerz Nur um ein zeitlich Gut? statt aller Klagen, Voll von dem Vertrau auf Gott nur, der die 314 Das chriftliche Leben. Welt Erschaffen hat und auch er- Sohn, Daß du mir haft des Glauhält. bens Lohn Im Wort geoffenbart. 2. r fann und will dich Verleih auch mir Beständigkeit, laffen nicht, Er weiß gar wohl, Zu meiner Seelen Seligkeit. was dir gebricht; Die ganze 10. Lob, br und Preis fei Welt ist sein. Er ist dein Vater dir gebracht, Der du es immer und dein Gott, lind steht dir bei wohl gemacht. In Demuth bitt in jeder Noth. ich dich: Verwirf vor deinem An3. Weil du mein Gott und gesicht, Mein Herr und Gott, Vater bist, Verläsfest du dein verwirf mich nicht. Kind auch nicht, Du väterliches Herz. Ich Staub und Asche habe hier Sonst keinen Trost, als nur 506. von dir. Eigene Melodie. Schwing dich auf zu deinem Gott, Du 4. Ein Thor nur trotzt auf betrübte Seele! Warum liegst du Ghr und Gut, Ich trau auf Gott Gott zum Spott In der Schwermit stillem Muth, Bei Wenigem muthshöhle? Merkst du nicht des vergnügt. Mir bleibt die frohe Satans Lift? Er will durch sein Zuversicht: Wer Gott vertraut, Kämpfen Deinen Troft, den Jesus dem fehlt es nicht. Chrift Dir erworben, dämpfen. 2. Auf, ermuntre dich und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneuft du deinen Stich, Machst mir angst und bange? 3ft dir doch der Kopf zerknickt, 5. So groß auch immer die Gefahr Für alle Kinder Gottes war, Gott führte ste heraus. Wo Menschenrath und Hülfe schwand, Da schützte seine Vaterhand. 6. Ach Gott, so reich bist du Und ich bin durchs Leiden Meinoch heut, Als du es warst von nes Heilands dir entrückt In den Ewigkeit; Zu dir steht mein Ver- Saal der Freuden. traun. Mach mich an meiner 3. Hab ich wo nicht recht geSeele reich, So gilt mir alles than, Ist mirs leid von Herzen, Andre gleich. Da hingegen nehm ich an Christi 7. Des Zeitlichen entbehr ich Blut und Schmerzen; Denn das gern, Hab ich das Ewige vom ist das Lösegeld Meiner MissethaHerrn, Das Jesus mir erwarb ten, Dadurch ist der ganzen Welt Durch seinen herben bittern Tod; Und auch mir gerathen. Das gib du mir, du treuer Gott. 4. Stürme, Satan, und du 8. Denn Alles, was die eitle Tod! Was könnt ihr mir schaWelt Für Leben, Glück und den? Deckt mich doch in meiner Freude hält, Geld, Ehre, Wollust, Noth Gott mit seiner Gnaden, Pracht, Das währt nur eine kurze Der Gott, der mir seinen Sohn Zeit, Und hilft uns nichts zur Hat geschenkt aus Liebe, Daß der Seligkeit. Sünden Fluch und Hohn Mich dort nicht betrübe. 9. Ich danke dir, o Gottes 5. Schreie, Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. 315 5. Schreie, arge Welt, es fei 11. Gi, so faß, o Christenherz, Mir Gott nicht gewogen! Gott Alle deine Leiden, Wirf ste fröh bleibt immer mir getreu, hat mich lich hinterwärts, Schau auf jene nie betrogen. Wäre Gott nicht Freuden. Trau auf Gott je mehr gut gefinnt, Würd er seine Ga- und mehr, Gib dem großen Naben, Die mein eigen worden sind, men Deines Gottes Preis und Wohl behalten haben. Chr; Er wird helfen, Amen. 6. Denn was ist im Himmels= zelt, Was im tiefen Meere, Was Eigene Melodie. ift Gutes in der Welt, Das nicht 507. Mag ich Unglück nicht gut mir wäre? Glänzt mir nicht der Sterne Licht? Ist mir nicht mich verschmähn Die Welt um gegeben Luft und Wasser? dient meinen Glauben: Ich hab Vergees nicht mir zu meinem Leben? bung meiner Schuld, Des Va= 7. Ich bin Gottes, Gott ist ters Huld, Sie muß mir das ers mein, Wer ist, der uns scheide? lauben. Gott ist nicht weit, Ein' Dringt das liebe Kreuz herein Mit kleine Zeit Er fich verbirgt, Bis dem bittern Leide: Laß es drin- er erwürgt, Die mich des Worts gen, kommt es doch Von gelieb berauben. ten Händen; Schnell zerbricht des 2. Richt, wie ich bitt, auch Kreuzes Joch, Wenn es Gott will jetzt mein' Sach, Weil ich bin schwach, Und Gott mich Furch 8. Kinder, die der Vater soll läßt finden. Ich weiß, daß fein Siehn zu allem Guten, Die ge- Macht bleibt fest. Das ist das rathen selten wohl Ohne Zucht Best', Was zeitlich, muß verund Ruthen. Bin ich nun ein schwinden. Das ewge Gut Macht Gotteskind, Warum will ich flie- rechten Muth, Dabei ich bleib, hen, Wenn er mich von meiner Wag Gut und Leib; Gott, hilf Sünd Will zum Guten ziehen? mir überwinden. wenden. 9. Es ist herzlich gut gemeint 3. All Ding' ein' Weil', ein Mit der Christen Plagen; Wer im Sprüchwort ist. Herr Jesu Chrift, Glauben hier geweint, Darf nicht Du wirst mir stehn zur Seiten, ewig klagen, Sondern gehet freu- Und sehen auf das Unglück mein, dig ein, Dort in Chrifti Garten, Als wär es dein, Wenns wider Weil er lernte stille fein Und im mich will streiten. Muß ich denn Glauben warten. dran Auf dieser Bahn: Welt, wie 10. Gottes Kinder säen zwar du willt! Gott ist mein Schild, Traurig und mit Thränen, Aber Der wird mich wohl begleiten. endlich bringt das Jahr, Wonach fte sich sehnen. Mel. Singen wir aus. Denn es kommt die Erntezeit, Wo fie Garben bin= 508. Auf den Nebel folgt Wo ste nach dem kurzen Leid Ewge Freude finden. die Sonn', Auf daß Trauren Freud und Wonn', uf die 316 Das chriftliche Leben. die schwere bitte Bein Stellt sich bald, Heilt und hielt mich derges Troft und Labsal ein. Meine Seele, ftalt, Daß ich, was sein Arm gedie zuvor Sank bis zu dem Höl- than, Nie genugsam preisen kann; lenthor, Steigt nun bis zum Him- Da ich weder hier noch da Einen melschor. Weg zur Rettung sah, Hatt' ich seine Hülfe nab. 2. Der, vor dem die Welt er schrickt, Hat mir meinen Geift er= 8. Als ich furchtsam und verquickt; Seine starke Vaterhand zagt Mir oft selbst das Herz geHilft, zerreißt das Höllenband. plagt, Als ich manche liebe Nacht Alle seine Lieb und Güt Ueber- Mich mit Wachen krank gemacht, strömet mein Gemüth, Daß es A18 mir aller Muth entfiel, Tranun in Lieb erglüht. test du, Gott, in das Spiel, Gabft dem Unfall Maß und Ziel. 9. 3. Hab ich vormals Angst gefühlt, Hat der Gram mein Herz Nun, so lang ich in der zerwühlt, Hat der Kummer mich Welt Haben werde Haus und beschwert, Hat der Satan mich Zelt, Soll mir dieser Wunderbethört:( Si, so bin ich nunmehr schein Stets vor meinen Augen frei, Heil und Rettung, Schuß sein. Ich will all mein Lebenund Treu Stehn mir wieder treu- lang Meinem Gott im Lobgesang lich bei. Bringen freudig Preis und Dank. 4. Gott läßt feinen traurig 10. Allen Jammer, allen stehn, Noch mit Schimpf zurücke Schmerz, Den des ewgen Vaters gehn, Der sich ihm zu eigen Herz Mir schon jetzt hat zugeschenkt Und sich in sein Herz ver- zählt Oder fünftig auserwählt, fenft, Wer auf Gott die Hoff Will auf meiner Lebensbahn Ich, nung setzt, Findet Tröstung auch so viel ich immer kann, Frisch zuletzt, Die ihm Leib und Seel und fröhlich nehmen an. ergößt. 11. Ich will gehn in Angst 5. Gehts nicht heute wie man und Noth, Ich will gehn bis in will, Sei man nur ein wenig den Tod, Ich will gehn ins Grab still; Ist doch morgen auch ein hinein, Und doch allzeit fröhlich Tag, Da die Wohlfahrt kommen sein. Wem der Stärkste bei mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt. will stehn, Wen der Höchste will Wenn die kommt, kommt unsre erhöhn, Der kann nicht zu Grunde Bitt Und die Freude reichlich mit. gehn. 6. Ach, wie oftmals dacht ich doch, Da mir noch des Trübfals Zoch Auf dem Haupt und Halſe 509. I aller Pein, In allem Mel. Wo Gott der Herr. Gott für uns in lag, Und mir fast das Herz zer= brach: Nun ist keine Hoffnung Kreuz und Leiden, Wer mag uns mehr, Auch kein Ruhen, bis ich dann zuwider sein? Wer mag von kehr In das schwarze Todtenmeer. ihm uns scheiden? Ist Gott für 7. Aber mein Gott wandt, es uns in Angst und Noth, So Fann Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. 317 Durch kann uns Satan, Höll und Tod, Ihr freundliches Geleite. Kein Feind kann uns dann schaden. ste wird, wenn es Gott bestellt, 2. 3ft Gott für uns, so kön- Allein in Einer Nacht gefällt Ein nen wir Verrichten große Thaten, ganzes Heer der Feinde. Denn er ist bei uns für und für, 8. Ist Gott für uns, so muß Und weiß uns wohl zu rathen. die Welt Mit ihrer Macht erBestegen können wir mit Gott liegen, Mit Gott behält man stets Das Kriegsvolk, daß es noch mit das Feld, Mit Gott kann man Spott Und Schande uns muß obflegen. Der Satan selbst fann weichen. nicht bestehn, Er muß beschämt 13. Ist Gott für uns, so kann von dannen gehn Und kann kein die Macht Der Stolzen nicht be- Haar uns krümmen. stehen; Sie werden alle umge- 9. Ist Gott für uns, was kann bracht, und müssen schnell ver- der Grimm Des Todes uns dann gehen. Wo dieser Gott nur will schrecken? Uns wird einst Christi allein Bei uns und unser Helfer Donnerstimm' Vom Tode aufer sein, Da ist uns wohl geholfen. wecken, Zur Himmelsfreud und Seligkeit, Da wir in alle Ewigfeit Bei Gott dort leben sollen. 4. Ist Gott mit uns, so dürfen sich Die Feind' an uns nicht wagen, Er kann sie alle mächtig- 10. Drum wollen wir zu keiner lich Mit seinem Schwerte schla- Zeit Von unserm Gott uns scheigen. Gott fennet feine Kinder den; Von seiner Lieb und Gütigwohl, Und weiß wohl, wann er keit Trenn uns kein Schmerz, kein helfen soll Den Schafen seiner Leiden. Der Krieg, das Schwert, Weide. der Hohn und Spott Soll uns 5. Ist Gott für uns, wie er und unsern lieben Gott In Ewigdenn ist Bei uns aus lauter feit nicht trennen. Gnaden, Was kann uns dann Betrug und List, Haß, Neid und Mel, Freu dich sehr, o meine. Feindschaft schaden? Gott ist so 510. Meine Sorgen, Angst stark, daß Roß und Mann Er Laufen auch mit Einem Wörtlein kann mit der Zeit zu End. Alles SeufGar leicht zu Boden fällen. zen, alles Klagen, Daß der Herr 6. Ist Gott für uns, so wird allein nur kennt, Wird, Gott er wohl Für seine Lehre fämpfen, Lob! nicht ewig sein; Nach dem Und wird wohl wissen, wie er Regen wird ein Schein. Von viel soll Der Feinde Bosheit dämpfen. tausend Sonnenblicken Meinen Er schickt es oft so wunderlich, matten Geist erquicken. Daß selbst noch die Verfolger sich Zu ihm bekehren müssen. 2. Meine Saat, die ich gesäet, Wird zur Freude wachsen aus. 7. Ist Gott für uns, so haben Wenn die Dornen abgemähet, wir Die Engel auch zur Seite; Träget man die Frucht nach Haus. Sie geben uns durchs Leben hier Wenn ein Wetter ist vorbei, Wird der os 318 der Himmel wieder frei; Nach dem Ringen, nach dem Streiten Kommen die Erquicklungszeiten. Mel. Von Gott will ich nicht. 3. Wo man will sich Rosen 511. Was willst du dich bebrechen, Muß man leiden in der Still, Daß uns auch die Dornen stechen; Alles geht wie Gott es will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, Das man nur im Kampf erreicht; Will man hier das, Kleinod finden, So muß man erst überwinden. trüben, O meine liebe Seel'? Sich, daß du den mögst lieben, Der beißt Immanuel. Vertraue ihm allein, Er wird gut Alles machen, Und fördern deine Sachen, Wie dirs wird selig sein. Das chriftliche Leben. 2. Denn Gott verlässet Keinen, Der sich auf ihn verläßt, Er bleibt 4. Unser Weg geht nach den getreu den Seinen, Die ihm verSternen, Ist mit Kreuzen wohl trauen fest. Läßt sichs an wunders besetzt; Hier muß man sich nicht lich, So laß dir doch nicht grauen, entfernen, Ift er gleich mit Blut Mit Freuden wirst du schauen, benetzt. Zu dem Schloß der Ewig- Wie Gott wird retten dich. feit Kommt kein Mensch hin sonder 3. Auf ihn magst du es wagen Streit; Die in Salems Mauern Mit unerschrocknem Muth, Du wohnen, Zeigen ihre Dornenkronen. wirst mit ihm erjagen, Was nüß 5. Es sind wahrlich alle From- dir ist und gut. Was Gott bemen, Die des Himmels Klarheit schlossen hat, Das kann nie Jesehn, Aus viel Trübsal bergekom- mand hindern Aus allen Menmen, Vor des Lammes Stuhl zu schenkindern, Es geht nach seinem stehn; Prangend in der Ehrenkron', Rath. Stehen sie vor Gottes Thron; 4. Gott hab ich mich ergeben, Weil sie glücklich triumphiret, Sind Ihm Alles heimgestellt, Und will mit Palmen ste gezieret. nach Nichts sonst streben, Denn 6. Gottes Ordnung stehet feste, nur, was ihm gefällt; Drauf wart Und bleibt ewig unverrückt; Seine ich und bin still. Sein Wille ist Freund und Hochzeitsgäste Wer- der beste, Das glaub ich ganz und den nach dem Streit beglückt; fefte: Gott mach es, wie er will. Ifrael erhält den Sieg Nach ge- 5. Gib, daß ich deine Ehre, O führtem Kampf und Krieg; Ka- Gott, mein Lebenlang Von Herz naan wird nicht gefunden, Wo zensgrund vermehre, Dir sag ich man nicht hat überwunden. Lob und Dank. O Vater, Sohn 7. Darum trage deine Ketten, und Geist, Der du aus lauter Meine Seel', gedulde dich, Gott Gnaden Abwendest Noth und wird dich gewiß erretten, Das Schaden, Sei immerdar gepreist. Gewitter leget stch. Nach dem Blitz und Donnerschlag Folgt ein Eigene Melodie. angenehmer Tag; Auf den Abend 512. Ach Gott, erhör mein folgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen. Seufzen und mein Klagen, Laß mich in meiner Noth nicht Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. 319 nicht gar verzagen. Du weißt den schau empor Im Siegerchor, Und Schmerz, Erkennst mein Herz, Du bringe Preis dir für mein Leiden, haft mir's aufgelegt, drum hilf Amen. mir's tragen. 2. Ohn deinen Willen kann Eigene Melodie. mir nichts begegnen, Du kannst 513. Sollt es gleich bisweiverfluchen und auch wieder segnen. len scheinen, Als verZwar hat dein Kind Die Straf ließe Gott die Seinen, O so glaub verdient; Doch laß den Thau der und weiß ich dies: Gott hilft endGnade auf mich regnen. lich doch gewiß. 3. Pflanz mir Geduld durch 2. Hülfe, die Gott aufgeschoben, deinen Geist ins Herze, Hilf, daß Hat er drum nicht aufgehoben, ich nicht mein wahres Heil ver- Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft scherze. Zu deiner Zeit Wend aber doch, wann's heilsam ist. mein Leid, Sei mir ein Licht in 3. Wie nicht gleich die Väter meinem tiefen Schmerze. geben, Wonach ihre Kinder streben, So gibt Gott auch, wann er will. Harre seiner und sei still. 4. Ich weiß gewiß, du haft mein nie vergessen, Was mir zum Heil gereicht, hast du ermessen. 4. Seiner kann ich mich geDu treuer Gott Hilfft mir in trösten, Wenn die Noth am Noth, Ob auch die Leiden Thrä- allergrößten; Er ist gegen mich, nen mir auspressen. sein Kind, Mehr als väterlich gefinnt. 5. Trotz der Welt und ihren Rotten! Ich kann ihre Macht verDrückt auch schwer des Kreuzes Joch, Gott, mein Vater, lebet noch. 5. Kein Unglück hat noch je so lang gewähret, Es hat doch endlich einmal aufgehöret. Zum Giegesstand Reich mir die Hand. Du spotten. steheft, daß mein Herz sonst nichts begehret. 6. Willst du mich noch auf 6. Mögen mich die Menschen steile Pfade leiten, So stehe mir kränken Und auf mein Verderben mit deiner Kraft zur Seiten, denken, Sind ste mir ohn Ursach Daß bis aufs Blut Mit frohem feind: Gott im Himmel ist mein Muth Ich möge wider alle Feinde Freund. streiten. 7. Darf ich von der Welt nichts 7. Laß mich gestärkt im Glau- hoffen, Steht mir doch der Himben überwinden, In deinem Va- mel offen, und ist da mein Plaz terhause Frieden finden, Zum Preis bestellt, Was frag ich dann nach und Dank, Zum Lobgesang, Um der Welt? mich mit dir auf ewig zu verbinden. 8. Wenn ich bis zu meinem Grabe Dich, mein Herr und 8. Dann folg ich denen, die Gott, nur habe, Dann hab ich schon zu dir kamen, In schweren das beste Theil, Und bei dir einst Leiden priefen deinen Namen. Schewges Heil. Mel. 320 Das Mel. Das Jesulein soll doch mein. hab in Gottes 6. Du denkest zwar, wenn du 514. Sund Sim Mein Herz nicht hast, Was Fleiſch und Blut und Sinn ergeben; Was böse begehret, Als sei mit einer großen cheint, ist mir Gewinn, Der Tod Last Dein Lebensgang beschweret; felbst ist mein Leben. Denn Gott haft spät und früh Viel Sorg ist mein, Und ich bin sein, Was und Müh, Zu deinem Wunsch zu ist wohl, das mir schade? Ob er kommen, Und denkest nicht, Das, gleich schlägt, Und Kreuz auflegt, was geschicht, Gescheh zu deinem Bleibt doch sein Thun voll Gnade. Frommen. 2. Das kann mir fehlen nim- 7. Fürwahr, der dich geschaffen mermehr, Mein Vater muß mich hat Und sich zur Ehr erbauet, Der lieben; Schickt er auch Trübfal, hat schon längst in seinem Rath groß und schwer, So will er mich Beschlossen und geschauet, Aus nur üben, Und mein Gemüth In wahrer Treu, Was dienlich seiner Güt Gewöhnen fest zu ste- Dir und den Deinen allen. Laß hen. Halt ich dann Stand, Weiß ihm doch zu, Daß er nur thu seine Hand Mich wieder zu erhöhen. Nach seinem Wohlgefallen. christliche Leben. diene, Und was er thut, Ist alles gut, Ob's noch so traurig schiene. 3. Was ich nur bin und hab, 8. Wie's Gott gefällt, so muß ist sein, Von ihm hab ich das es sein, Zuletzt wird's dich erfreuen; Leben; Sein Werk bin ich, er hat Was du jetzt nenneft Kreuz und allein Mir Leib und Seel gegeben. Bein, Wird dir zum Troft ges Ich gab mir nicht Des Geistes deihen. Wart in Geduld, Die Licht, Er läßt es in mir schei- Gnad und Huld Wird sich doch nen. Wer so viel thut, Deß Herz endlich finden; AI Angst und und Muth Kann's nimmer böse meinen. Qual Wird auf einmal Gleich wie ein Rauch verschwinden. 4. Woher wollt ich den Auf- 9.& fann bei lauter Sonnenenthalt Auf dieser Erd erlangen? licht Das Feld nicht Früchte tras Ich wäre längst schon todt und gen. So reift auch Menschenwohlfalt, Wo mich nicht Gott um- fahrt nicht Bei lauter guten Ta fangen. Mit seinem Arm Hält gen. Wie bitter sei Die Arzenei, er mich warm, Daß es mir wohl- Schafft sie doch neues Leben. So ergehet. Was er nicht hält, Das muß das Herz Sich oft durch bricht und fällt, Was er erfreut, Schmerz Zu seinem Heil erheben. bestehet. 10. Ei nun, mein Gott, so fall 5. Bei Gott ist Weisheit und ich dir Getroft in deine Hände, Verstand, Und Liebe ohne Maßen. Nimm du mich auf und mach's Die rechte Zeit ist ihm bekannt, mit mir, Wie du willst, bis ans Wie Zu thun und auch zu lassen; Er Ende. Nur du, Herr, weißt, weiß, wann Freud, Er weiß, meinem Geift Sein wahres Heil wann Leid Uns, seinen Kindern, entstehe, Und deine Ehr' Sich mehr Vertrauen auf Gott. Troft. Ergebung. 321 mehr und mehr Vor aller Welt hat bewährt, Läßt sie zu dem erhöhe. Frieden kommen, Den schon lange 11. Willst du mir geben Son- ste begehrt. Bleib, o Seele, fromm nenschein, So nehm ichs an mit und flille, Denk, es waltet GotFreuden. Soll's aber Kreuz und tes Wille. Trübsal sein, Will ich's geduldig 5. Nach dem Negen scheint die leiden. Soll für mich hier Des Sonne, Freude folgt auf Trau Lebens Thür Noch ferner offen rigkeit, Angst verwandelt sich in stehen: Wie du mich führst Und Wonne, Und in Himmelslust das führen wirst, So will ich gern Leid. Bleib, o Seele, fromm mitgehen. und stille, Denk, es waltet Hottes Wille. 12. Soll ich dann auch des Todes Weg Und finstre Straßen ge- 6. Sollst du von der Erde hen, So zeige du mir Bahn und scheiden, Scheide nur getroft zu Steg, Und laß dein Licht mich se- Gott; Gott gibt dir des Him hen. Du bist mein Hirt, Der Al- mels Freuden, Warst du treu bis les wird zu solchem Ende kehren, in den Tod. Bleib, o Seele, Daß ich einmal Im Himmelssaal fromm und stille, Denk, es walDich ewig möge ehren. tet Gottes Wille. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. Mel. Armselig Hüttlein. 515. Meine Seele, laß es 516. Was as fränfst du dich gehen, Wie in diein deiner Seelen, ser Welt es geht; Laß auch gerne Otheurer Christ, was suchst du das geschehen, Was dein Herz doch In dem dir auferlegten Joch hier nicht versteht. Bleib, o Seele, Dich selber mit Verdruß zu quäfromm und stille, Dent, es waltet len? Dein Haupt und Heiland Gottes Wille. leidet Pein, Und du, du willst befreiet sein? Sieh deines Herr schers tiefe Wunden, Die dich zu gleichem Bund verbunden. 2. 3ft dir gleich die Welt zuwider, Bist du selbst der Freunde Spott, Drücken Feinde dich darnieder, So vertraue deinem Gott. 2. Du leideft wegen deiner Bleib, o Seele, fromm und stille, Sünde, Er litt unschuldig in GeDenk, es waltet Gottes Wille. duld, Für deine schwere Sünden3. Sst auch in dem bangen schuld, Damit er dich mit Gott Herzen Nichts als Kummer, Sorg verbinde. Du haft's verbrochen, und Leid, Zagst du unter herben hast's versehn, Er will für dich Schmerzen Hier in dieser Sterb- zur Marter gebn. Du haft den lichkeit: Bleib, o Seele, fromm bittern Tod verschuldet, Und er und stille, Denk, es waltet Gottes hat ihn für dich erduldet. Wille. manchmal hat dein 4. Gott erbarmt sich seiner Fuß gegleitet! Wie oft hat die Frommen, Wenn das Kreuz sie verwegne Hand Sich zum Ver 3. Wie X. botnen 322 Das christliche Leben. botnen hingewandt! Wie oft hatl 2. Ruhe fuchet Jedermann, Aldich dein Aug verleitet! Was lermeist ein Chrift; Denk auch du, von der Sünde angehaucht, Das mein Herz, daran, Wo du immer bast du vielmals mit gebraucht, bist. O suche Ruh! In dir selber Dein Herz hat aus des Geistes wohnt sie nicht; Such mit Fleiß, Schranken Durch Sündentrieb oft was dir gebricht. Gott ist die müssen wanken. Ruh. 4. Drum leide, was Gott auf- 3. Ruhe giebet nicht die Welt In geleget, Er meint es herzlich mit der Freud und Pracht. Ruhe gibt dir gut, Du kennst ja seinen Vas nicht Gut und Geld, Luft und Gunst termuth, Womit er deine Schwach- und Macht. Drum fiehe zu! Wer heit träget. Dies Joch, die Last, aus Gott geboren ist, Sieht auf die Bürd und Pein Laß dir ein das, was droben ist. Gott ist fichres Merkmal sein, Daß, wer die Ruh. auch nicht auf Rosen gehet, Doch oft bei Gott in Gnaden stehet. 4. Rube geben kann allein Jefus, Gottes Sohn, Der uns alle ladet 5. leichtes Joch, du fanfte ein Vor des Himmels Thron, Zur Vürde, O segensreiche Kreuzes- wahren Ruh. Wer den Ruf verlaft, Die du mir es erworben nommen hat, Gehe ein zur Gothast, Daß ich mit Gott vereinigt tesstadt. Gott ist die Ruh. würde! Wie leicht ist, was Gott auferlegt, Weil Christus selber hebt und trägt, Und mir als er dich, Wie es Niemand kann. Freund gibt das Geleite Zum Siege in dem heilgen Streite! 5. Ruhe beut er williglich Den Mühselgen an, Und erquicken wird Drum komm herzu. Trägst du gleich der Leiden viel, Gott segt allem Leid ein Ziel. Gott ist die Ruh. 6. Tilg, ach Herr Jesu, mein Gebrechen, Zünd an in mir die heilge Glut, Und, wo mir Sünde 6. Ruhe kommt aus Glauben her, Schaden thut, Laß doch für mich Der an Jesu hält. Jesus machet dein Leiden sprechen. Laß, Herr, leicht, was schwer, Richtet auf, was das Gut, daß du erwarbst, Als du fällt. Sein Geist bringt Ruh. Gib für mich am Kreuze starbst, Mich im Glauben Herz und Sinn Gots deinen Knecht, dein Kind, ererben, tes Geift zu eigen hin. Gott ist So werd ich in dir selig sterben. die Ruh. Eigene Melodie. 7. Ruhe zeigt sich allermeist, Wo Gehorsam blüht. Ein in Gott 517. Ruhe ist das beste ergebner Geist Macht ein still Ge Gut, Das uns la- müth, Wirkt Seelenruh. Selig ben kann. Stille und ein guter ist, der also liebt, Daß Muth Steigen himmelan. Die Gottes Willen übt. Gott ist die suche du! Hier ist keine wahre Nuh. Nuh, Wende dich dem Himmel zu. Gott ist die Nuh. 8. Ruhe hat, wer willig trägt Chrifti fanftes Joch; Alle Last, die Trost. Ergebung. 323 Vertrauen auf Gott. die er auflegt, 3st ja lieblich doch, Und schaffet Ruh. Trage still die Last des Herrn, Gottes Hülf ist dir nicht fern. Gott ist die Ruh. 6. Satan, Welt und ihre Rotten Können hier Wahrlich mir nichts thun als nur spotten. Laß sie spotten, laß ste lachen: Gott, mein den machen. 9. Nun, so suche Ruh, mein Heil, Wird in Eil Sie zu SchanHerz, Ruh sei dein Gewinn; Auf, und steige himmelwärts, Auf, zu 7. Unverzagt und ohne Grauen Jesu hin! Er ist die Rubh. In der Soll ein Chrift, Wo er ist, Stets Zeit ist keine Ruh, Wende dich sich lassen schauen; Wollt ihn auch dem Ew'gen zu. Gott ist die Ruh. der Tod aufreiben, Soll der Muth Dennoch gut und fein stille bleiben. Eigene Melodie. 518. Marum sollt ich mich W 8. Kann uns doch der Tod denn grämen? Hab nicht tödten, Sondern reißt Unich doch Chriftum noch, Wer will sern Geist Aus viel tausend Nömir ihn nehmen? Wer will mir then; Schließt das Thor der bitden Himmel rauben, Den mir tern Leiden, Und macht Bahn, schon Gottes Sohn Beigelegt im Daß man kann Gehn zu HimGlauben? melsfreuden. 2. Nackend lag ich auf dem Boden, Als ich kam, Da ich nahm Meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch hinziehen, Wenn ich werd Von der Erd Als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben Ist nicht mein, Gott allein Ift's, der es gegeben; Will er's wieder zu sich kehren, Nehm er's hin; Ich will ihn Dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Pein, Sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der kann es wenden; Er weiß wohl, Wie er soll All mein Unglück enden. 9. Da will ich mit süßen Schäßen Dann mein Herz Nach dem Schmerz Ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden, Was die Welt In sich hält, Muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand Voller Sand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, Da mein Hirt, Christus, wird Mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden; Ich bin dein, weil du dein Leben Und dein Blut Mir zu gut In den Tod gegeben. 5. Gott hat mich bei guten Ta= 12. Du bist mein, weil ich dich gen Oft ergötzt, Sollt ich jetzt Auch faffe, Und dich nicht, O mein Licht, nicht etwas tragen? Gott ist treu, er Aus dem Herzen lasse. Laß mich, kann nicht haffen, 3m Gericht laß mich hingelangen, Wo du Wird mich nicht Seine Huld ver- mich, Und ich dich Ewig werd laffen. umfangen. X* Eigene 324 Das chriftliche Leben. Eigene Melodie. Christ: Ist auch der Mütter eine, Die ihres Sohns vergißt? Und 519. Chrift, Alles, was dich könnt sie sein vergessen, Verges fränket, Befiehl ge- ich doch nicht dein. Wer könnte troft dem Herrn, Er, der die dies ermessen, Und dennoch trostHimmel lenket, 3st auch von dir los sein? nicht fern. Warum willst du ver= 7. Ergreif im festen Glauben zagen? In Gott erhebe dich; Er Den Trost der Ewigkeit; Wer höret deine Klagen, und liebt dich kann das Heil dir rauben, Das väterlich. Gott den Frommen beut? Auf 2. Wenn dich die Sünden furze Prüfungstage Folgt ewger schmerzen, So fühle deine Schuld, Preis und Dank; Dann schweiDoch trau mit ganzem Herzen get jede Klage Und wird ein Lob. Auf deines Mittlers Huld. Zu gefang. wahrer Ruhe führet Die Reu, die Gott gefällt; Allein den Tod gebieret Die Traurigkeit der Welt. 520. 3. Wenn deine Feinde wüthen, Eigene Melodie. Gott lebet noch! Seele, Wie groß ihr Zorn auch sei: Dein Gott ist was verzagst du doch? gut, der aus Erbarmen Gott wird dich behüten, Bleibst Alle Hülf auf Erden thut, Der du nur ihm getreu. Gehorchen seinen Winken Nicht immer Grd und Meer? Laß deinen Muth nicht sinken, Dein Schirm und Schild ist er. mit Huld und starken Armen Machet Alles wohl und gut. Gott kana besser, als wir denken, Alle Noth zum Besten lenken. Seele so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 4. Auch in den bängsten Leiden Sei stark in seiner Kraft. 2. Gott lebet noch, Seele, was Ergib dich ihm mit Freuden, Er verzagst du doch? Sollte den ein ist's, der Hülfe schafft. Er weiß Schlaf beschweren, Der das Auge ja, was dir fehlet In jedem Au- hell gemacht? Sollte der nicht genblick; Und, was dein Vater Alles hören, Der das Ohr herwählet, Führt dich zum wahren vorgebracht? Gott, der Vater, Glück. hört und siehet, Wo den From 5. Der Gott, auf dessen Se- men Weh geschiehet. gen Dein ganzes Wohl beruht, bedenke doch: Ist stets in seinen Wegen Gerecht Herr Gott noch! und weis und gut. Will auch Seele, was dein Herz oft wanken, Als dächt verzagst du doch? Der den Erdes deiner nicht, Wirst du ihm treis jetzt verhüllet Mit den Wol einst noch danken, Er hält, was ken weit und breit, Der die ganze er verspricht. Welt erfüllet, Der ist auch von 6. Denk jenes Worts, und uns nicht weit. Wer Gott liebt, weine Voll Freud und Dank, o dem will er senden Hülf und simpia Lebt 3. Gott lebet noch, Trost Seele, fo doch unser Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid. 325 Trost an allen Enden. Seele, so aus noch ein: Gott wird dennoch bedenke doch: Lebt doch unser Herr dich umfassen, und im Leiden bei Gott noch! dir sein. Gott ist's, der es herz4. Gott lebet noch, Seele, was lich meinet, Wo die Noth am verzagst du doch? Bist du schwer größten scheinet. Seele, so bemit Kreuz beladen, Nimm zu denke doch: Lebt doch unser Herr Gott nur deinen Lauf. Gott ift Gott noch! groß und reich von Gnaden, Hilft 7. Gott lebet noch, Seele, was dem Schwachen gnädig auf; Got- verzagst du doch? Laß den Himtes Gnade währet immer, Seine mel sammt der Erden Immerhin Treu vergehet nimmer. Seele, so zu Trümmern gehn, Laß die Höll bedenke doch: Lebt doch unser entzündet werden, Laß den Feind Herr Gott noch! erbittert stehn, Laß den Tod und Teufel blißen: Wer Gott traut, den will er schützen. Seele, fo bedenke doch: Unser Herr Gott lebet noch! 8. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen Auf der harten Dornenbahn, Es ist Gottes Wohlgefallen, Dich zu führen himmelan. Gott wird nach dem Prüfungs6. Gott lebet noch, Seele, was leben Friede, Freud und Wonne verzagst du doch? Will dich alle geben. Seele, so bedenke doch: Welt verlassen, Weißt du weder Unser Herr Gott lebet noch! 5. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden fränken, Dein Verbrechen quält dich sehr: Komm zu Gott, er wird versenken Deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen Kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid. Mel. Wo Gott, der Herr. nicht bau, Noch mich darum be521. Herr, deine Rechte trübe; Daß großer Leute Gnad und Gunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Witz und Kunst Mir nicht zum Abgott werde. und Gebot, Darnach wir sollen leben, Wollst du mir, o getreuer Gott, Ins Herze felber geben, Daß ich zum Guten 3. Laß deinen Namen, deinen willig sei, Und ohne Falsch und Bund Mit Ehrfurcht mich bekenHeuchelei, Was du befiehlst, voll- nen, Auch niemals dich mit meibringe. nem Mund Ohn Herzensandacht 2. Gib, daß ich dir allein ver- nennen, Daß ich gedenke alle Tag", trau, Allein dich fürcht und liebe, Wie stark mich meine Taufzusag' Auf Menschen Trost und Hülf Zu dienen dir verbindet. 4. Am 42 326 Das chriftliche Leben. 4. Am Tage deiner heilgen jederzeit Am Lästern und am Ruh Laß mich früh vor dich tre- Lügen. ten, Die Zeit auch heilig bringen 10. Laß mich des Nächsten zu Mit Danken und mit Beten, Haus und Gut Nicht wünschen, Daß ich hab meine Lust an dir, noch begehren, Was aber mit Dein Wort gern höre und dafür vonnöthen thut, Das wollst du Umt alles Guts dich preise. mir gewähren; Doch, daß e 5. Die Eltern, Lehrer, Obrigkeit, Niemand schädlich sei, Ich auch Die vorgesetzt mir werden, Laß ja ein ruhig Herz dabei Und deine mich ehren allezeit, Daß mir's Gnad behalte. wohl geh auf Erden. Für ihre 11. Ach, Herr, ich wollte deine Treu und Sorg laß mich, Auch Recht' Und deinen heil'gen Willen, wenn sie werden wunderlich, Ge- Wie mir gebühret, deinem Knecht, horsam sein und dankbar. Vollkommen gern erfüllen; Doch fühl ich wohl, was mir gebricht, Und wie ich das Geringste nicht Vermag aus eignen Kräften. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Nach Aus Zorn und Feindschaft übe, Dem, der mir anthut Truß und Schmach, Verzeihe und ihn liebe; 12. Drum gib du mir von deiSein Glück und Wohlfahrt jedem nem Thron, Gott, Vater, Gnad gönn', Schau, ob ich jemand die- und Stärke. Verleih, o Jesu, nen könn', Und thu es dann mit Gottes Sohn, Daß ich thu rechte Freuden. Werke. beilger Geist, hilf, daß 7. Unreine Werk der Finsterniß ich dich Von ganzem Herzen, Laß mich von Herzen meiden, Daß und als mich Den Nächsten trent ich für böse Luft nicht müss' Dort lich liebe. Höllenqualen leiden. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, Daß Mel. Freu dich sehr, o meine. ich schandbare Wort und Scherz 522. Kommt, laßt euch vom Und jeden Frevel hasse. Herrn belehren, 8. Verleih, daß ich mich redlich Kommt und lernet allzumal, Welche nähr' Und böser Ränke schäme, Mein die sind, die gehören In der recht Herz von Geiz und Unrecht kehr, ten Christen Zahl, Die bekennen Nichts durch Gewalt hinnehme; mit dem Mund, Glauben fest von Und von der Arbeit meiner Händ', Herzensgrund, Und aufrichtig fich Was übrig ist, auf Arme wend', bestreben, Guts zu thun, so lang Und nicht auf Pracht und Hof- ste leben. fahrt. 2. Selig sind, die Demuth bas 9. Hilf, daß ich meines Näch- ben Und find allzeit arm im sten Ehr Zu retten mich befleiße, Geist, Rühmen sich auch keiner Gern Schmach und Schimpf von Gaben, Daß Gott werd allein ges ihm abkehr, Doch Böses nicht preist; Danfen ihm auch für und gut heiße. Gib, daß ich lieb' für, Denn das Himmelreich ist Aufrichtigkeit, und habe Abscheu ihr. Gott wird dort zu Ehren setzen, 327 Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid. setzen, Die sich selbst gering bier Sich bemühn ohn Unterlaß, Daß schätzen. man gern in allen Sachen Fliehen 3. Selig sind, die Leide tragen, möge Streit und Haß; Die da Welche göttlich trauernd sind, Die stiften Fried und Ruh, Rathen befeufzen und beklagen Ihre und des allerseits dazu, Sich des FrieNächsten Sünd, Auch deßhalben dens selbst befleißen, Werden Gottraurig gebn, Oft vor Gott mit tes Kinder heißen. Thränen stehn; Diese sollen schon 9. Selig sind, die müssen dulauf Erden, Und einst dort getrö- den Schmach, Verfolgung, Angst ftet werden. und Pein, Da sie es doch nicht 4. Selig find die frommen Herzen, verschulden, Sind erfunden fromm Wo man Sanftmuth spüren kann, und rein. Obgleich ist des KreuWelche Hohn und Trotz verschmerzen, zes viel, Sezzet Gott doch Maß Weichen gerne Jedermann; Die von und Ziel, Und darauf wird ers Haß und Rache fern, Sich befehlen belohnen Ewig mit den Ehrenihrem Herrn, Diese will er also fronen. schützen, Daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich flreben Nach Gerechtigkeit und Treu, Daß an ihrem Thun und Leben Nie Gewalt noch Unrecht sei; Die da lieben Licht und Recht, Nimmer sind der Sünde Knecht, Meiden Geiz und Trug auf Erden, Diesen soll die Fülle werden. 10. Herr, regiere hier auf Erden Meinen Wandel allezeit, Daß ich möge fähig werden Solcher großen Seligkeit. Gib, daß ich demüthig sei, Stets mein Flehn zu dir erneu, Sanftmuth auch ama Feinde übe, Die Gerechtigkeit ftets liebe. 11. Gib, daß Andern gern ich diene, Smmer hab ein reines Herz, Die in 6. Selig sind, die aus Erbarmen Unfried stehn, verfühne, Dir anbang Lindern ihres Nächsten Noth, Haben in Freud und Schmerz. Vater, bilf Mitleid mit den Armen, Für sie bit- von deinem Thron, Daß ich glaub ten oft zu Gott. Die behülflich sind an deinen Sohn, Und durch deimit Rath, Auch wo möglich mit nes Geistes Stärke Mich befleiße der That, Werden wieder Hülf guter Werfe. empfangen, Und Barmherzigkeit erlangen. Mel. Freu dich sehr, o meine. Herren scheuet, 7. Selig, die gefunden werden 523. Wohl dem, der den Reines Herzens jederzeit, Die in Werk, Wort und Geberden Lieben Der da fürchtet seinen Gott! Zucht und Heiligkeit; Diese, wel- Wohl dem, der sich herzlich freuet, chen nicht gefällt Die unreine 3u erfüllen sein Gebot! Wer den Luft der Welt, Sondern sie mit Höchsten liebt und ehrt, Wird er= Ernst vermeiden, Werden schauen fahren, wie sich mehrt Alles, was Gott mit Freuden. in seinem Leben Ihm vom Himmel ist gegeben. 8. Selig sind, die Friede machen, 2. Seine 328 Das driftliche Leben. 2. Seine Kinder werden stehen umsonst erfüllt mit Neide, Wird Wie die Rosen in der Blüth, nicht, was er wünschet, fehn. Sein Geschlecht einher wird ge- Wenn der Haß, der in ihm brennt, ben Froh durch Gottes Vatergüt, Uns das Gute auch nicht gönnt: Und was diesen Leib erhält, Wird Unserm Gott kann ers nicht webder Schöpfer aller Welt Reichlich ren, Und wird nur sich selbst verund mit vollen Händen Ihnen in zehren. die Häufer senden. 400123 Gott, du frommer Gott, Du Brunn524. 3. Das gerechte Thun der Frommen Steht gewiß und wanket nicht; Sollt auch gleich ein Wetter fommen, Bleibt doch Gott, quell aller Gaben, Durch den wir der Herr, ihr Licht; Tröstet, stär- Alle find, Von dem wir Alles fet, schützt und macht, Daß nach haben, Gefunden Leib gib mir, außgestandner Nacht Und nach tief Und daß in solchem Leib Ein' betrübtem Weinen Freud und unbefleckte Seel Und rein GewisSonne wieder scheinen. sen bleib. 4. Wenn die schwarzen Wolken 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß blitzen, Donner rollen in der Luft, Was mir zu thun gebühret, WoWird er ohne Sorgen sizzen, Wie zu mich dein Befehl In meinem ein Vöglein in der Kluft; Er Stande führet. Gib, daß ich wird bleiben ewiglich, Auch wird thue bald Zu der Zeit, da ich sein Gedächtniß sich Segensreich soll, Und wenn ichs thu, so gib, in ferne Seiten Wie die edlen Daß es gerathe wohl. 3weig ausbreiten. 3. Hilf, daß ich rede stets, 5. Wenn die Unglückszeit wird| Womit ich fann besteben, Laß fommen, Welche rohe Sünder kein unnützes Wort Aus meinem plagt, Bleibt der Muth ihm un- Munde gehen; Und wenn in met benommen, Und das Herz ihm nem Amt Ich reden soll und muß: unverzagt; Muthig, ohne Angst So gib den Worten Kraft Und und Pein Bleibet immer, wer sich Nachdruck ohn Verdruß. fein Seinem Gott und Herrn er- 4. Droht mir Gefährlichkeit, giebet Und verlassne Arme liebet. So laß mich nicht verzagen; Gib 6. Wer Betrübte gern erfreuet, einen Heldenmuth, Das Kreuz Wird vom Höchsten wohl ergößzt, hilf selber tragen. Gib, daß ich Was die milde Hand ausstreuet, meinen Feind Mit Sanftmuth Wird vom Himmel hoch ersetzt. überwind', Und Tvenn ich Rathe Wer viel gibt, erlanget viel; Was bedarf, Nuch guten Rath erfind. fein frommes Herz nur will, Das wird Gott nach seinem Willen Schon in rechter Zeit erfüllen. 5. Laß mich mit Jedermann In Fried und Freundschaft leben. So weit als christlich ist. Wilft 7. Aber seines Feindes Freude du mir etwas geben An Reichs Wird am Ende untergebn; Ter, thum, Gut und Geld, So gib and Eigene Melodie. Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid. 329 auch dies dabei, Daß von unrech- mich, Daß ich der argen Welt tem Gut Nichts untermenget sei. Nicht folge, wenn sie mich Von 6. Soll ich in dieser Welt deinem Wort abhält. Mein Leben höher bringen, Durch 4. Entzünde du mein Herz Mit manchen fauern Tritt Hindurch deiner wahren Liebe, Und gib, ins Alter dringen, So gib mir, daß ich zugleich Am Nächsten Herr, Geduld, Vor Sünd und Liebe übe. Verleihe mir Geduld, Schand bewahr, Auf daß ich tra- Wenn Trübsal bricht herein, Und gen mag Mit Ehren graues Haar. hilf, daß ich im Glück Demüthig 7. Laß mich auf Christi Tod möge sein. Einst sanft von hinnen scheiden, 5. Verleihe, daß ich stets Nach Die Seele nimm zu dir Hinauf deinem Reiche ringe, Auf daß zu deinen Freuden; Dem Leib ein dein Segen dann Zu mir herunRäumlein gönn Bei frommer ter dringe. Wer nach dem EwiChristen Grab, Auf daß er seine gen Vor allen Dingen tracht't, Ruh An ihrer Seite. bab. wird auch wohl mit dem, zeitlich ist, bedacht. Der 8. Wenn du an jenem Tag| Was Die Tooten wirst erwecken, So 6. Mein Herz sei nie dem wollst du deine Hand Zu meiner Haß, Der Falschheit nie ergeben, Gruft ausstrecken; Durch deiner Vom Uebermuthe frei Set, Herr, Allmacht Wort Ruf meinen Leib mein ganzes Leben. Gewalt und hervor, Und führ ihn schön ver- List und Geiz Und Unbarmherzigflärt 3um auserwählten Chor. feit Sei meinem Herzen fremd, O Gott, zu jeder Zeit. 7. Mit deiner rechten Hand, Herr, wollest du mich leiten, Mich schüßen Tag und Nacht, Daß nicht die Leben, Leib, Seele und Vernunft Tritte gleiten. Du wolleft meine Aus Gnaden haft gegeben, Re- Burg, Mein Schutz in Nöthen giere ferner mich Durch deinen gu- sein, Wenn ich in meinem Amt ten Geist, Daß er in allem Thun Ausgehe oder ein. Mir Kraft und Beistand leist'. 8. Zulegt erlöse mich Von al2. Hilf, daß ich allzeit fern lem Kreuz und Leiden, Und wenn Von Fleischeslüften bleibe, Dage- ich soll einmal Von dieser Welt gen emsiglich Des Geistes Werke abscheiden, So stehe du mir bei treibe, Daß gute Ritterschaft Ich Mit deiner Gnadenhand, Und führe üb' in wahrer Treu, Daß ich in mich hinauf Ins rechte Vaterland. Hoffnung stark, Und fest gegründet ſei. Mel. O Gott, du frommer Gott. 525. Herzallerliebster Gott, Der du mir dieses Mel. Wer nur den lieben. 3. Gib, daß ich als ein Chrift, Wie Christus mich bezeige, Und willig stets mein Ohr Zu seiner feiner ganz verloren sei! Verlorne Lehre neige. Im Glaube stärke Stunden, ach, ste nagen Das Herz 526. 526. daß von meinen Lebenstagen Doch 330 Das christliche Leben. Herz zu spät mit Gram und Reu,| fein Ungemach Von der Liebe Jesu Und den entflohnen Augenblick scheiden, Murre nicht mit Weh Bringt mir kein Wunsch, kein und Ach. Denke, wie er allezeit Flehn zurück. Dir zu helfen war bereit. Gile, 2. Laß jeden meiner Augenblicke, gläubig ihn zu fassen, und er O Gott, mir werth und theuer sein; wird dich nimmer lassen. Laß mich die Zeit, die du zum 2. Sei getreu in deinem GlauGlücke Mir gabst, durch Sünde nie ben, Stehe feft in deinem Bund, entweihn. Fern sei die Lust der Niemand kann das Heil dir rauEitelkeit, Die mich verblendet und ben, Baust du auf den rechten zerstreut. Grund. Sieh, Gott nahm dich 3. Noch ist es Tag, jetzt, Herr in der Tauf Einft zu seinem der Stärke, Gib Wollen mir und Kinde auf, Darum sei dein ganKraft zur That, Damit ich wirke zes Leben Deinem Gott zum gute Werke, Eh Nacht, da nie- Dienst ergeben. mand wirket, naht. Wie viel ift 3. Sei getreu in deiner Liebe noch für mich zu thun! Nur nach Gegen Gott, der dich geliebt. An der Arbeit laß mich ruhn. dem Nächsten Gutes übe, Auch wenn er dich hat betrübt. Denke, was dein Heiland that, Als er für die Feinde bat; Zu verzeihen mußt du streben, Soll dein Vater dir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Hoffen, Hilft Gott gleich nicht, wie du 5. Auf, auf, mein Geift, laß willt; Er hat bald den Weg ges feine Stunde Des Lebens ungenüßt troffen, Wo dein Wünschen wird vorbei! Ich sag es zu mit Herz erfüllt. Hoffe feft, Gott ist schon und Munde, Mach, Gott, mich hier, Nahet stets in Liebe dir. dem Gelübde treu: Dir, Herr der Hoffe nur, Gott ist vorhanden, Zeit und Ewigkeit, Sei jeder Au- Hoffnung macht dich nicht zu genblick geweiht. Schanden. 4. Wie schwach ist noch mein Herz, wie schwanfet Es zwischen dieser Welt und dir! Wie oft, o Gott der Liebe, kranket Der Bruberliebe Sinn in mir! Ach, gib mir, Gott, du gibst ja gern, Die Kraft und Liebe meines Herrn. 6. Ginst seb ich an der Lauf5. Sei getreu in Todesnöthen, bahn Ende Dann froh auf meine Kämpfe fühn den letzten Streit. Tage bin, Und sage: Herr, durch Sollte dich der Herr auch tödten: deine Hände Empfing ich, was ich Du gehst ein zur Herrlichkeit. hab und bin. Hier ist mein Tage- Wer da recht mit Jesu ringt, werk, nicht mein, Dein ist der Und, wie Jakob, ihn bezwingt, Ruhm, die Ehre dein! Wird erfahren, daß am Throne Schon ihm glänzt die Siegerfrone. Mel. Freu dich sehr, o meine. 6. Sei getreu bis an das Ende, 527. Sei getreu in deinem Leiden, Laffe dich Ob der Herr auch bis zum Tob Nicht Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid. 331 Nicht von dir die Trübsal wende; und Lohn, Stets treu zu sein Tod und Grab verschlingt die Noth, verlangen; Es wird sein neuUnd das Leiden dieser Zeit 3ft nicht geborner Sinn 3u Gott und zu werth der Herrlichkeit, Die dein dem Nächsten hin Sich voller Jesus dir wird geben, Dort in je- Liebe neigen. nem Freudenleben. 5. Die Kraft, die er hier nö7. Nun wohlan, so will ich lei- thig hat, Sst ihm bereits erworden, Glauben, lieben, hoffen fest, ben Von Christo, der an unfrer Und getreu sein bis zum Scheiden, Statt Zu unserm Heil gestorben. Weil mein Jefus mich nicht läßt. Was die Natur unmöglich meint, Heil der Seele, die ihn liebt Und Uns sanft und leicht sogar er= im Kreuz sich ihm ergibt! Ihm scheint, Wenn Christus in uns befehl ich meine Sachen, Jesus lebet. wird's zuletzt wohl machen. Mel. Es ist das Heil uns. 6. Fehlt unserm Halten gleich noch viel, Thut man nicht, was man wollte, Erreicht man nicht das weitste Ziel, Wie man's erreichen sollte: So steht doch Gott ster Gott, Herr den Willen an, Und das, was über Tod und Leben, Dein maje- Jesus hat gethan, Die Mängel stätisches Gebot Uns nicht umsonst zu ersetzen. 528. Du haft, allerhöchgegeben. Du willst, daß wir auß 7. Nimmt unser Glaube diesen aller Kraft, Die deine Wirkung an, So wird ihm Alles eigen, in uns schafft, Es stets und treu- Was er gelitten und gethan, Dann lich halten. muß der Kläger schweigen. Wen Gott in seinem Sohne findt, Ten liebt er als sein eignes Kind, Und ist mit ihm zufrieden. 2. Zwar wer in Sündenstricken liegt, Der wird sich nicht bequemen, Dein Joch, das ihn gar nicht vergnügt, Mit Lust auf sich zu 8. Die Luft, die noch im nehmen. Sein Sinn, der nichts Fleische steckt, Muß völlig unterals irren kann, Ist dem Gesetz liegen; Der Geist, der Christi nicht unterthan, Er haffet dessen Liebe schmeckt, Kann ihren Trieb Bande. bestegen; Man wandelt nicht mehr nach dem Fleisch, Man lebet fromm, gerecht und keusch, Man thut des Vaters Willen. 3. Wo aber, Herr, dein guter Geist Sich in der Seele reget, Da thut sie gern, was du ste heißst, Was du ihr vorgeleget. Wer dich von reinem Herzen liebt, Und sich in deiner Liebe übt, Der wird dein Wort auch halten. 9. Mein Heiland, mache dein Gebot Mir angenehm und süße, Dein Wille sei bis in den Tod Die Leuchte meiner Füße. Schreib 4. Er wird an deinem theuren dein Geseß in meinen Sinn, Fall Sohn Im wahren Glauben han- ich, so gib mich ja nicht hin, gen, Und ihm, als seinem Schild Stärk mich durch deine Gnade. Mel. 332 Das christliche Leben. Mel. Wer nur den lieben Gott. Rachsucht dir befreit; Jeßt sollst eine Schmach verschmerzen, 529. Nicht, daß ichs schon und sich, dein Herz wallt auf ergriffen hätte, Die und bräut, Und schilt so lieblos beste Tugend bleibt noch schwach; und so hart, Als es zuerst geDoch, daß ich meine Seele rette, scholten ward. Sag ich dem Kleinod eifrig nach; 7. Oft denkt, wenn wir der Denn Tugend ohne Wachsamkeit Stille pflegen, Das Herz im Verliert sich bald in Sicherheit. Stillen tugendhaft; Kaum Lachet 2. So lang ich hier auf Er- uns die Welt entgegen, So regt den walle, Bin ich ein Kind, sich unsre Leidenschaft. Wir wer das strauchelnd geht. Der sehe den im Geräusche schwach, Und zu, daß er nicht falle, Der, geben endlich strafbar nach. wenn sein Nächster fällt, noch 8. Du opferft Gott die leichtern steht. Auch die bekämpfte böse Triebe Durch einen strengern LeLust Stirbt niemals ganz in benslauf; Doch opferst du, wills unsrer Brust. seine Liebe, Ihm auch die liebste Neigung auf? Das ist das Auge, dies der Fuß, Die sich der Chrift 3. Oft ist die Aendrung deiner Seelen Ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz entreißen muß. und Ruhmsucht quälen, Du dämpfft 9. Du fliebst, geneigt zu Rub ste; doch du wechselft nur: Dein und Stille, Die Welt, und liebst Herz fühlt einen andern Neiz, die Einsamkeit; Doch bist du, Dein Stolz wird Wollust oder forderts Gottes Wille, Auch dieGeiz. ser zu entfliehn bereit? Dein Herz 4. Oft ist es Kunst und Ei- haßt Habsucht, Neid und Zank; genliebe, Was Andern strenge Fliehts Unmuth auch und MüßigTugend scheint. Der Trieb des gang? Neids, der Schmähsucht Triebe 10. Du bist gerecht; denn auch Erwecken dir so manchen Feind. bescheiden? Liebst Mäßigkeit; denn Du wirst behutsam, schränfft dich auch Geduld? Du dienest gern, ein, Fliehst nicht die Schmähsucht, wenn Andre leiden; Vergibst du nur den Schein. Feinden auch die Schuld? Von 5. Du denkst, weil Dinge dich allen Lastern sollst du rein, 3u nicht rühren, Durch die der An- aller Tugend willig sein. dern Tugend fällt, So werde 11. Sei nicht vermessen, wad nichts dein Herz verführen; Doch und streite, Denk nicht, daß du jedes Herz hat seine Welt. Den, schon gnug getban. Dein Herz welchen Stand und Gold nicht hat seine schwache Seite, Die rührt, Hat oft ein Blick, ein greift der Feind der Wohlfahrt Wort verführt. an. Die Sicherheit droht dir den 6. Oft schläft der Trieb in dei- Fall, Drum wache stets, wach nem Herzen. Du scheinst von überall. Mel. Gehorsam. Treue. Wahrheitsliebe. Der Eid. 333 meine Seele leiten Zur Uebung meiner Pflicht. Gib Klugheit, daß ich wisse, Wann ich für Andrer Wohl Und meines reden müsse, Und wann ich schweigen soll. Mel. Befiehl du deine Wege. 530. Wohl dem, der richtig wandelt, Der als ein Wahrheitsfreund In Wort und Werken handelt, Und daß 7. Wenn ja, um mich zu drücken, ist, was er scheint; Der Recht Des Feindes Anschlag gilt, Der sich und Treue liebet, Und von dem bei bösen Tücken In guten Schein Sinn der Welt, Die Trug und verhüllt: So stärke meine Seele, Falschheit übet, Sich unbefleckt Daß sie nicht unterliegt, Und Alerhält. les dir befehle, Durch den die Unschuld slegt. 2. Wohl dem, der Lügen hasſet, Und der, so oft er spricht, Stets seine Reden fasset Vor Gottes Angesicht; Die Wahrheit nie verletzet, Und der an jedem Ort Sich dies vor Augen seßzet: Gott merkt auf jedes Wort! 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, Daß, Gvit, zu dir sich hält, Das soll mir Niemand rauben; Froh scheid ich aus der Welt. Die Hoffnung bleibt mir stehen: Dich werd ich als dein Kind Dort mit den 3. Wohl ihm, daß sein Ge- Frommen sehen, Die reines Her müthe, Herr, deine Rechte übt! zens find. Ihn leitet deine Güte, Er wird von dir geliebt. Du wirft ihn Mel. Jesus, meine Zuversicht. einst erhöhen, Wenn in der Eid Euch, ihr Chrischen stehen, Geschreckt durch dein sten, die ihr schwöret. Denkt an Gericht. die Gerechtigkeit Eures Richters, Wahrheit Licht Beschämt die Fal- 531. Heilig, heilig ſei der 4. Herr, präge mir dein Leben der euch höret. Alles bringt er Tief in das Herz hinein, Dann an das Licht, Alles muß vor sein werd ich darnach streben, Der Lüge Gericht. feind zu sein. Erinnre mein Ge- 2. Hebt ihr eure Hand zum wiffen: Du hasfest Heuchelei, Da- Schwur, Dann ergreif euch heilmit ich stets beslissen Der Treu ger Schrecken; Weiß es keine und Wahrheit sei. Kreatur, Gott, der weiß es, 5. Nie laß mich das verspre- wirds entdecken, Wenn ihr frevel= chen, Was ich nicht halten kann, haft den Eid Durch ein falsches Und nie Gelübde brechen, Die Wort entweiht. ich einmal gethan; Mich nie den 3. Sittert das Gewissen wacht, Stolz verleiten, Und nie des Ja, es wird mit Feuerflammen Beispiels Macht, Als Wahrheit Euch beim Graun der Mitterauszubreiten, Was ich doch selbst nacht, Selbst beim Tageslicht vererdacht. dammen. Wo man falsche Eide 6. Doch laß zu allen Zeiten schwört, Droht ein furchtbar RaAuch deiner Weisheit Licht, Herr, chefchwert, 4. Selbst 334 Das chriftliche Leben. 4. Selbst das höchste Lebensglück 5. Drum für aller Welt GeMuß zum Fluch dem Meineid wer- winn Geb ich nicht des Herzens den, Gott nimmt alle Huld zurück, Ruhe, Nicht die Ueberzeugung hin, Alles Heil verdorrt auf Erden, Jede Recht und wahr sei, was ich thue. Freude wird vergällt, Und zur Wüste Arm und niedrig mag ich sein, wird die Welt. Bleib ich nur vom Meineid rein. 8. Nachfolge Jesu. Himmlischer Sinn. Selbstverleugnung. Mel. Mach's mit mir, Gott. 532. Mir nach! spricht ChriIch kämpfe selbst, ich brech die Bahn, Bin Alles in dem Streite. stus, unfer Held, Mir Ein böser Knecht, der still will stehn, Sieht er voran den Feldherrn gehn. nach, ihr Christen alle! Verleugnet euch, verlaßt die Welt, Folgt mei nem Ruf und Schalle; Nehmt 6. Wer seine Seel zu finden meint, euer Kreuz und Ungemach Auf Wird sie ohn mich verlieren. Wer euch, folgt meinem Wandel nach. fte hier zu verlieren scheint, Wird 2. Ich bin das Licht, ich leucht sie in Gott einführen. Wer nicht euch für Mit heilgem Tugendleben, sein Kreuz nimmt und folgt mir, Wer zu mir kommt und folget 3st mein nicht werth und meiner mir, Darf nicht im Finstern schwe- Sier. ben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, Wie man wahrhaftig wan deln soll. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn Mit Leib und Seel nachgehen, Und wohlgemuth, ge3. Mein Herz ist voll Demü- troft und gern Bei ihm im Leiden thigkeit, Voll Liebe meine Seele, stehen. Denn, wer nicht kämpft, Und tränkt die Schwachen jeder- trägt auch die Kron Des ewgen zeit Mit füßem Sanftmuthsöle. Lebens nicht davon. Mein Geift, Gemüthe, Kraft und Sinn Ift Gott ergeben, schaut auf ihn. Mel. Sollt ich meinem Gott. 533. affet uns mit Jefu 4. Ich zeig euch das, was ziehen, Seinem Vorschädlich ist, zu fliehen und zu bild folgen nach, In der Welt der meiden, Und euer Herz von arger Welt entfliehen, Auf der Bahn, List Zu rein'gen und zu scheiden. die er uns brach. Laffet uns zum Ich bin der Seelen Fels und Hort Himmel reisen, Irdisch nicht, schon lind führ euch zu der Himmels- himmlisch sein, Glauben recht und pfort'. leben rein, Glauben in der Lieb 5. Fällts euch zu schwer, ich geh erweisen. Treuer Jesu, bleib bei voran, Ich steh euch an der Seite. mir, Geh voran, ich folge dir. 2. Laffet Nachfolge Jesu. Himmlischer Sinn. Selbstverleugnung. 335 2. Lasset uns mit Jesu leiven, 3rgend unser Herz, Kümmert uns Seinem Vorbild werden gleich. ein fremdes Leiden: Herr, gib du Nach dem Leiden folgen Freuden, Geduld zu beiden; Richte du den Armuth hier macht dort uns Sinn Auf das Ende hin. reich; Thränensaat bringt Heil und 4. Ordne lebenslang Also unWonne, Hoffnung tröstet mit Ge- sen Gang. Halt uns auch auf duld, Denn es scheint durch Got- rauhem Wege Stets in deiner tes Huld Nach dem Regen bald treuen Pflege, Und nach solchem die Sonne. Jesu, hier leid ich mit Lauf Thu dein Reich uns auf. dir, Dort gib deine Freude mir. 3. Laffet uns mit Jefu sterMel. Das Jefulein soll doch mein. ben, Sein Lod wehrt dem ewgen 535. So folg ich dir, mein Rettet uns von dem Christ, Das derben, Daß dem sichren Sünder Kreuz ich dir nachtrage. Steh du droht. Laßt uns sterben, weil wir mir bei zu jeder Frist, Daß ich leben, Sterben unsern Lüften ab, nicht gar verzage. Schwer ist die So wird er uns aus dem Grab Last, Die du mir haft Beschlossen In des Himmels Leben heben. aufzulegen, Steh mir zur Seit, Jesu, sterb ich, sterb ich dir, Daß Daß nicht mein Leid Sei über ich lebe für und für. mein Vermögen. 4. Lasset uns mit Sesu leben! 2. Herr, verlaß die Seele Weil er auferstanden ist, Muß nicht, Die ganz auf dich vertrauet; das Grab uns wiedergeben, Jesu, Auf dich, o meine Zuversicht, unser Haupt du bist, Wir sind Mein Herz und Auge schauet. In deines Leibes Glieder, Wo du lebst, Angst und Qual, Noth und da leben wir. Ach, erkenn uns für Trübsal, Kannst du nur Troft und für, Seelenfreund, für deine mir geben; In aller Noth, Ja Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, selbst im Tod, Bleibst du mir Und auch ewig dort bei dir. Hülf und Leben. 534. err, du gingst vor3. Und scheinst du auch zu mancher Zeit Dein Antlitz zu verbüllen, So stehst du doch mein Kreuz an Auf der Lebens- und Leid, Willst meinen Jammer ftilbahn, Und wir wollen nicht ver- len, Befreist mein Herz Von allem weilen, Dir getreulich nachzueilen. Schmerz, Sprichst mein Gemüth Hin zum Vaterland Leit uns deine zufrieden; Denn ich bin dein, Hand. Und du bist mein, Wir bleiben un2. Sollt es hart ergehn, Hilf geschieden. uns feste stehn, Daß wir nie in 4. Herr, wie du selbst den schweren Tagen Unter'm Kreuze Dornenpfad Gebahnt und vorgemuthlos klagen; Denn durch Trüb- gangen, und mir dein Wort besal hier Geht der Weg zu dir. fohlen hat, Die Reis auch an3. Rührt ein eigner Schmerz zufangen: So folg ich dir, D meine Mel. Seelenbräutigam. 336 Das christliche Leben. salbate meine Zier, Und kost es tausend nieder. Getroft, getroft, denn dich Zähren. Ich zweifle nicht, Du erquickt Der Herr nach Drangfal Herr, mein Licht, Wirst die Ge- wieder. duld mir mehren. 6. Schau hin zum Land der Herr5. Ich weiß gar wohl, daß lichkeit, Wo Lebensströme fließen; alles Leid Und Elend dieser Er- Dies wird dir in der Prüfungsden Nicht werth ist jener Herr- zeit Den bittern Kelch versüßen. lichkeit, Die offenbart soll werden. 7. Dort oben ist des Vaters An jenem Tag Trägt Frucht die Haus, Er theilt zum GnadenPlag, Die mit Geduld erlitten; lohne Den Ueberwindern Kronen Dort wird der Lohn, Die Ehren- aus, Auch deiner harrt die Krone. fron Dem, der als Held gestritten. 8. Dort herrscht dein Heiland, 6. Ach, darum will ich alle Jesus Christ, Sm Kreise seiner Qual, O Jesu, gerne leiden. Frommen. Zu ihm, durch den du Kann doch kein Elend, kein Trüb- selig bist, Sollst du hinan einst fal Von deiner Lieb mich schei- kommen. den. Nach dieser Zeit Wirst du 9. Dort waltet ewig Gottes die Freud. Der Seligkeit mir ge- Geist, Mit Licht und Glanz umben. Dann werd ich sein Befreit geben. Glück, das dir sein von Pein, Und mit dir ewig leben. Wort verheißt! Dort sollst du ewig leben. Mel. Ich dank dir schon. 536. 10. Dort ist's den Engeln füße Christ, erhebe Herz Pflicht, Dem Höchsten Dank und Sinn, Was bringen. O Seele, sehnest du dich suchst du hier auf Erden? Hin- nicht, mit ihnen zu lobsingen? auf, binauf, zum Himmel hin! 11. Erlöser, hilf, ach hilf du Ein Cbrift soll himmlisch werden. mir Der Weltluft widerstreben, 2. Was bist du in der Welt? ein Und meinen Geift empor zu dir, Gaft, Ein Fremdling und ein Wan- Empor zum Himmel heben. drer. Wenn du einst ausgesammelt haft, Dann erbt dein Gut ein andrer. Mel. Nun lob, mein Seel. 537. Laß uns doch nicht be 3. Was hat die Welt? was gehren, liebste beut fle an? Nur Land und eitle Seel, in dieser Zeit, Das, Dinge. Wer einen Himmel hoffen dich fann beschweren, Ja hindern fann, Der schätzt die Welt geringe. an der Seligkeit. Was wills was 4. Sieh doch empor wie kannst du Ehre suchen, Die doch verdu noch Den Sinn aufs Niedre gänglich ist, Auch wohl gar zu lenken? An deinen Schöpfer denke verfluchen? Sie währt nur furge doch! Sein soll der Chrift ge- Frift, Und läßt uns oftmals fallen In Trübsal, Angst un Pein. Drum suchen wir vor Allen Bei Gott geehrt zu sein. denken. 2. Was 5. Wenn dich die Laft der Leiden drückt, Schau drum nicht mutblos Nachfolge Jefu. Himmlischer Sinn. Selbstverleugnung. 337 2. Was kann uns Wollust verderben, Dort rührt mich feine nüßen, werthe Seel, in dieser Qual. Welt? Wie kann uns Reichthum 6. Das aber kann ich zeugen, schützen, Wenn uns der Würger Das kann ich rühmen Tag und überfällt? Die rechte Luft ist Nacht, Daß mir mein Gott zu eigen droben, Wo mein Herr Jesus Sein Königreich hat zugedacht. Ihr wohnt, Den alle Zungen loben, Sterblichen auf Erden, Lebt wohl in Der uns so reich belohnt, Daß dieser Welt! Ich soll gekrönet wers wir gekrönet werden Im bohen den, Mir ist ein Reich bestellt; Ich Himmelsfaal. Ach, eilt doch von soll mit Gott regieren, Den Erd der Erden Zu seinem Hochzeits- und Himmel preist, Ich soll ein mahl. Leben führen, Das unvergänglich heißt. 7. O Jesu, meine Freude, Wann kommt die liebe Zeit heran, Daß ich von hinnen scheide, Daß ich dich herzlich lieben kann? Wann werd ich doch gezieret Mit Kleidern weiß allen Schätzen Erquicket Geist und und schön? Wann werd ich bingeMuth; In Jesu Reichthum haben, In Jesu sein geehrt, Kann uns ohn Ende laben, Wie er uns selbst gelehrt. 3. Was Pracht, was fröhlich Leben? Was Neichthum, Ehr und Herrlichkeit? Der Himmel kann uns geben, Was uns an Leib und Seel erfreut. In Jesu fich ergößen, Bleibt ewig süß und gut; Sein Reich vor führet 3u deinen Himmelshöhn, Daß ich dort Kronen trage, Die unvergänglich sind, Und Lob und Preis dir fage, Als dein geheiligt Kind? 4. In Jesu hab ich Güter, In Jesu bab ich Lieb und Luft; Das ist, du Menschenhüter, Du freundlicher, Mel. Jesus, meine Zuversicht. dir wohl bewußt. Mag mich die Welt 538. Himmelan geht unfre verachten, wahrlich 1 nicht; Ich will nach Ehren trachten, Gäfte nur auf Erden, Bis wir Die mir kein Feind ansicht. Mag mich die Welt auch bassen, Ich will mit Lieb und Treu Nur meinen Jesum fassen, So bleib ich sorgenfrei. dort nach Canaan Durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimstand, Droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, Denn du bist ein himmlisch Wesen, Und du kannst, was irdisch heißt, Nicht zu deinem Ziel erlesen. Ein von Gott erfüllter Sinn Kehrt zu seinem Ursprung hin. 5. Die Welt mag mich verfluchen, Ist doch mein Segen Jesus Christ; In Jesu kann ich suchen Und finden, was mir nüßlich ist. Laß mich die Welt nur setzen In Angst und Traurigkeit, Mein Jesus kann ergößen Das Herz zu aller Zeit. Und sollt ich schon hier sterben Noch mehr als tausendmal, Kann ich doch nicht et 3. Himmelan! ruft Gott mir zu, In des heilgen Wortes Lehren; Das weist mir den Ort der Rub, Dem ich einst soll angehören. Wähl Y ich 338 Das christliche Leben.splofbate ich dies zur Leuchte mir, Wandl'| Der Dornen uns in Menge Und ich schon im Himmel hier. manches Kreuzchen trägt: Doch 4. Himmelan! Mein Glaube fürchten wir uns nicht, Wir zie zeigt mir das schöne Loos von hen fröhlich weiter, Und folgen ferne, Daß mein Herz schon auf- unserm Leiter und seinem hellen wärts steigt, Ueber Sonnen, über Licht. Sterne, Denn ihr Licht ist viel 5. Wir wandeln eingefehret, Vetzu klein Gegen jenen Glanz und achtet und verkannt, Man stehet, Schein. kennt und höret Uns kaum im frem5. Himmelan wird mich der den Land; Und höret man uns ja, Tod In die rechte Heimath füh- So höret man uns singen Von ren, Da ich über alle Noth Ewig Gottes großen Dingen, Die unser werde triumphiren. Jesus geht warten da. mir selbst voran, Daß ich freudig folgen kann. 6. Auf, Brüder, laßt un gehen, Der Heiland gehet mit.. Er selbst will bei uns stehen Bei jedem sauren Tritt. Er will uns machen Muth, Mit füßen Gnadenblicken Uns locken und Mel. Aus meines Herzens. 539. Ro ommt, Christen, laßt uns gehen, Der Abend kommt berbei; Es ist ge- erquicken; Gewiß, wir habens fährlich stehen In dieser Wüstenei. gut. Kommt, stärket euren Muth, Zur 7. Und sollt ein Schwacher Ewigkeit zu wandern, Von einer fallen, So greif der Stärkre zu; Kraft zur andern, Und denkt: trage, helfe Allen, Und das End ist gut. Lieb und Ruh. Kommt, euch fester an! Ein jeder Man pflanze schließt 2.( 88 wird uns nicht gereuen sei der Kleinste, Doch auch wohl gern der Reinste, Auf unsrer Pil gerbahn. Der schmale Pilgerpfad, Wir ken= nen ja den Treuen, Der uns gerufen hat. Kommt, folgt und frauet dem; Ein jeder sein Gesichte wandern, Der Weg fürzt stel 8. Kommt, laßt uns munter Von ganzem Herzen richte Hinsich ab; Es folgt ein Tag dem an gen Jerusalem. dern, Bald fällt der Leib ins Grab. 3. Laßt uns wie Pilger wan- Nur noch ein wenig Muth, Nur deln, Gevuldig, frei und leer; noch ein wenig treuer, Von allen Viel Sammeln, Halten, Handeln Dingen freier, Gewandt zum en Macht unsern Gang nur schwer. gen Gut! Wer will, der trag sich todt; Wir reisen abgeschieden, Mit Wenigem ren, Drum haltet muthig aus, Ge 9. Es wird nicht lang mehr wäbzufrieden, Und brauchens nur zur wird nicht lang mehr währen, Noth. Go kommen wir nach Haus; Da wird 4. Wohl ist der Weg oft enge, man ewig ruhn, Wenn wir mit 3ft einsam, frumm und schlecht, allen Frommen Dabeim zum Vater kommen, Nachfolge Jefu. Himmlischer Sinn. Selbstverleugnung. 339 kommen, Wie wohl, wie wohl Nez in Stücken? Fels des Heils, wirds thun! erbarme dich, Hilf mir aus der 10. So wollen wir's denn Hölle Stricken! wagen, Es ist wohl wagens4. Jesu, Stärke der Verzagten, werth, Und gründlich dem ab- Der du gibst den Matten Rub, sagen, Was aufhält und beschwert. Wahre Zuflucht der Geplagten. Welt, du bist uns zu klein! Wir 3wing mein Herz, ja zwings dazu, gehn durch Jesu Leiten Hin in Daß die ganze Kreatur Nichts in die Ewigkeiten; Es soll nur Je- meinen Augen scheine, Und ich darfus fein. auf denke nur, Wie ich ewig sei der Deine. Mel. Pf. 25. Zu dir ich mein Herz. 5. Ach, zermalme das Ver540. Höchfterwünschtes See- langen, Daß noch etwas Eitles lenleben, Ach, wie will. Nimm den bösen Sinn geunbekannt bist du! Wo des Gei- fangen, Der nicht hält in Allem stes Kräfte streben Nach der gold- still; Gib, daß ich in dieser Welt nen Himmelsruh. Ach, wie eitel Nichts der Sorge werth mag achten, ist der Wahn, Der des Fleisches Weil du mich hinein gestellt, Um Sinn verblendet, Wenn er flebt nach besserm Gut zu trachten. zur Erde an, Sich zum Rauch und Schatten wendet! 6. Gib mir Augen, um zu sehen Deines Reiches Gnadenschein, Gis 2. Ach, wie oft bin ich gerathen mir Kräfte, um zu gehen Bis ins In die alte Blindheitsnacht, Wenn Heiligthum hinein. Mache mich mit ich Regungen und Thaten nicht dir bekannt, Laß in deinen Liebessorgfältig hab bewacht! Hat nicht flammen Herz und Seele sein entdie Erfahrung mir Meine Thorheit oft gelehret, Wenn ich, Herr, ich flag es dir, Mich in Unruh abgezehret? brannt, Knüpfe dich und mich zusammen. 7. Weichet, weicht, ihr Weltgedanfen, Stört nicht ferner meine Ruh! 3. Zwar der Schluß ist oft Ich will in des Lebens Schranken genommen, Daß ich mich wollt Eilen meinem Jesu zu. Jesu will reißen los; Aber wenn's zur That ich geben Ehr, In ihn will ich follt kommen, Fand ich mich von mich versenken, Und hinfort mich Kräften bloß. Ich Gefangner, um nichts mehr, Als um seine Armer ich! Wer reißt mir das Liebe fränken. Y* 9. Nächstenliebe. 340 Das christliche Leben. 9. Nächstenliebe. Mel. O Gott, du frommer Gott. 6. Die Rach ist dein, o Gott, is 541. Gib mir, o Gott, ein Du sprichst: Sch will vergelten! Herz, Daß jeden Drum laß mich stille sein, Wenn Menschen liebet, Bei seinem Wohl Menschen auf mich schelten. Gib, fich freut, Bei seiner Noth be- daß ich dem verzeih, Der mir zu trübet; Ein Herz, das Eigennuß schaden sucht, Den liebe, der Und Neid und Härte flieht, Und mich haßt, Den segne, der mir sich um Andrer Glück Wie um flucht. fein Glück bemüht. 7. Doch laß mich nicht allein 2. Seh ich den Dürftigen, So Auf zeitlich Wohlergehen Mit einlaß mich gütig eilen, Von dem, geschränktem Blick Bei meinem was du mir gibst, Ihm hülfreich Nächsten sehen. Noch stärker müsse mitzutheilen; Nicht aus dem eit- mich Sein ewig Glück erfreun, len Trieb, Groß vor der Welt Und ihm zum Seelenheil Mein zu sein, lind mich verehrt zu seyn, Herz behülslich sein. Nein, Menschen zu erfreun. 8. Den, der im Glauben wanft, 3. Dies sei mein Gottesdienst. Im Glauben zu bestärken, Den, Auch unbemerkt von ihnen Müss der noch sicher ist Bei seines Andern stets mein Herz Mit Rath Fleisches Werken, Von der vers und Hülfe dienen. Mich treibe fehrten Bahn Zum rechten Weg nicht erst Dank Zu milder Wohl- zu ziehn, Dazu verleih mir Kraft, that an, Nein, was ich Brü- Und segne mein Bemühn. dern thu', Gott, daß sei dir gethan. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe Durch deine 4. Gin Trunk, mit dem mein Lieb und Furcht Zu wahrer Dienst Tem Dürftenden begegnet, Menschenliebe. Wer nicht den Ein Blick voll Troft, mit dem Mein Nächsten liebt, Geht nicht zum Herz Bedrängte segnet, Ein Rath, Himmel ein, Laß diese Wahrmit dem mein Mund Im Kum= heit, Gott, Mir stets vor Aumer Andre stärkt: Nichts bleibt, gen sein. so klein es ist, Von dir, Herr, unbemerkt. 5. Sucht wo ein boshaft Herz 542. Unfrieden anzurichten, So laß femand spricht: ich liebe Gott, Und mich sorgsam sein, Der Brüder haßt doch seine Brüder, Der treibt 3wift zu schlichten. Aus Schmäh- mit Gottes Wahrheit Spott, Und sucht fränke nie Mein Wort des tritt ste frech darnieder. Gott ist Nächsten Nuh, s rühme sein die Lieb, und will, daß ich Den Verdiens Deck seine Fehler zu. Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer Mel. Mach's mit mir, Gott. Nächstenliebe. 341 2. Wer dieser Erde Güter bat, neigt, die Pflicht Getreulich auß Und macht, wenn Brüder leiden, zuüben, und wünscheft dir die Die Hungrigen nicht liebreich satt, Kraft dazu, Und sorgft dafür: so Will Nackende nicht fleiden: Der liebest du. übertritt die erste Pflicht, Und hat die Liebe Gottes nicht. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, So such ihn zu beleben. 3. Wer seines Nächsten Ehre Sprich oft: Gott ist die Lieb, und schmäht, Und gern sie schmäben mir hat er sein Bild gegeben. böret, Sich freut, wenn sich sein Denk oft: Gott, was ich bin, Feind vergeht, Und nichts zum Be- ist dein, Sollt ich, gleich dir, nicht sten fehret, Verläumdern niemals gütig sein? widerspricht: Der liebet feine Brüder nicht. 10. Wir haben Einen Gott und Herrn, Sind Gines Leibes Glieder: 4. Wer zwar mit Rath, mit Drum diene deinem Nächsten gern, Troft und Schuß Den Nächsten Denn wir sind Alle Brüder. Gott anterstüßet, Doch nur aus Stolz schuf die Welt nicht bloß für und Eigennus Und Weichlichkeit mich, Mein Nächster ist sein Kind, ihm nüßet, Nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: Auch der liebt seinen Nächsten nicht. wie ich. 11. Ein Heil ist unser Aller Gut, Nie darf ich Brüder hassen, 5. Wer harret, bis ihn an- Die Gott durch seines Sohnes zuflehn Ein Armer erft erscheinet, Blut So hoch erkaufen lassen; Nicht eilt, dem Bruder beizustehn, Daß er mich hat mit sich verDer im Verborgnen weinet, Nicht, fühnt, hab ich dies mehr als ste gütig forscht, obs ihm gebricht, verdient? Den ziert die Nächstenliebe nicht. 12. Du schenkst mir täglich so viel 6. Wer Andre, wenn er ste Schuld, Du Herr von meinen Tabeschirmt, Mit Härt und Vorwurf gen, Drum will ich, Vater, auch Ge quälet, Und ohne Nachficht straft duld Mit meinen Brüdern tragen, und stürmt, Sobald sein Nächster Dem gern verzeihn, dem du verfehlet: Wie bleibt bei solchem gibst, Den lieben, den du selber Ungestüm Die Liebe Gottes wohl liebst. in ihm? 13. Was ich den Frommen hier 7. Wer für der Armen Heil gethan, Den kleinsten auch von und Zucht Mit Rath und That diesen, Das steht er, mein Ernicht wachet, Dem Uebel nicht zu löser, an, Als hätt ichs ihm erwehren sucht, Das oft fte dürftig wiesen. Wie könnt ich Jesu Jünmachet, Nur sorglos ihnen Ga- ger sein, Und ihn in Brüdern ben gibt, Hat so nur wenig sie nicht erfreun? geliebt. 14. Gin unbarmherziges Gericht 8. Wohl wahr ists, du vermagst Wird über den ergehen, Der unes nicht, Stets durch die That barmherzig ist, und nicht Hört, zu lieben; Doch bist du nur ge- die um Hülfe siehen, Drum gib mir 342 Das christliche Leben. mir, Gott, durch deinen Geift nüßen fönnen. Nur der Liebe Ein Herz, daß dich durch Liebe reine That 3st der wahren Freu preift. den Saat. In artmas Mel. Sollt ich meinem Gott. 5. Glaube, Hoffnung, Liebe leiten Uns nicht nur im Pilgers stand; Ihre Kraft wird uns be 543. Unter allen großen Gütern, Die uns Chri- gleiten In das wahre Vaterland. ftus zugetheilt, 3ft die Lieb in den Ja es strecken ihre Gränzen Sid Gemüthern Himmelsbalsam, der bis in die Ewigkeit, Und doch wird die fte heilt; Ist ein Stern, der herr Liebe weit Ueber Glaub und Hoff lich strahlet, Und ein Kleinod, nung glänzen. Sie schafft heil deffen Preis Niemand auszuspre- und Segen bier, Sie befeligt chen weiß, Weil kein Gold es je für und für. bezahlet; Ist die Macht, die Je= bermann 3wingen und erfreuen fann. 6. O du Geist der reinen Liebe, Segensquell in Freud und Schmerz, Laß mich spüren deine Triebe, Komm 2. Liebe kann uns Alles geben, und senk dich in mein Herz. Laß Was auf ewig nützt und ziert, mich kräftig widerstreben Allem, Uns zum höchsten Stand erheben, was nicht gut es meint Mit Der die Seelen aufwärts führt. dem Freunde, mit dem Feind, Menschen- oder Engelzungen, Wel- Und mich reizt, nur mir zu leben. che Kraft ste auch beseelt, Wenn Geist der Liebe, lenke hin zu der dabei die Liebe fehlt, Sind noch Liebe meinen Sinn. nie ins Herz gedrungen; Nur ein Erz- und Schellenklang Jit ihr flüchtiger Gesang. Mel. Unser Herrscher, unser. 3. Was ich von der Weisheit 544. Mohlzuthun und mit böre, Die in alle Tiefen bringt, bas vergesfet nicht! Mitleidsvoll zutheilen, Christen, Von geheimnisvoller Lehre, Die sich und willig eilen, Armen beizustehn, auf zum Höchsten schwingt; Selbst ist Pflicht, Pflicht, die Jesus selbst die Berge zu versetzen Durch des uns lehret, Und die Gott, den Glaubens starke Kraft, Die der Höchsten, ehret. Wunder Fülle schafft: Alles ist für nichts zu schäßen, Wenn dar in der Liebe Geist Sich nicht kräf- tränkt; tig auch beweist. 2. Speiset die, die Hunger leiden, und die durstig sind, die Gilt, die Nackenden zu fleiden, Tröstet die, die Kump mer fränft; Schwache sucht zu unterstüßen, Unterdrückte zu bes schützen. 4. Gab ich alle meine Habe Auch den Armen freudig bin, Opfert' ich mich selbst dem Grabe, Meinem Nächsten zum Gewinn, Ließ ich meinen Leib gleich brennen, Und ertrüge jeden Schmerz: 3ft von Liebe 3. Nicht nur denen, die euch lieben, Ober euch um Hülfe flehn, Allen eilt, von Gott getrieben, leer mein Herz, Würd es mir nichts nach Vermögen beizustehn. Fübrt दुध Nächstenliebe.d 343 könnt ich begen bittern Zorn, Da aus der Gnade süßem Born Nur Heil mir quillt und Leben? 4. Und dies sei dir keine Bürde, Keine Last, beglückter Chrift. Du 2. Ein Vater hat uns außer= beweiseft Chriftenwürde, Wenn du wählt zu feines Hauses Kinmild und bülfreich bist. Welch ein dern; Gin Heiland brachte, was Glück für dich Erlöften, Arme uns fehlt, fehlt, Versöhnung allen Brüder Jesu trösten! Sündern; Ein Geist uns alle= 5. Und wie schafft es sanfte fammt regiert, Und zu des Him Freuden, Der Verlaffnen Helfer mels Erbe führt, Wenn wir ihn fein, Sehn, wie sie in ihren Leis nur nicht hindern. den Sich, durch uns gestärkt, 3. Wie dürft ich wegen kleiner erfreun! Sin betrübtes, Herz er- Schuld Den schwachen Bruder quicken, Welch ein himmlisches bassen, Da Gottes Langmuth Entzücken! und Geduld Mir große Schuld 6. Heil und Glück auf un- erlassen? Nein, immer sei mein fern Wegen, Innige Zufriedenheit, Herz bereit, In wahrer Lieb und Huld bei Menschen, Gottes Se- Einigkeit Den Nächsten zu umgen Folgen auf Barmherzigkeit; faffen. Und dereinst zum Gnadenlobne 4. In Einem Herrn ließ GotSchenkt ihr Gott des Himmels tes Rath Uns Heil und Gnade Krone. finden; Ein gnadenreiches Wass 7. Laßt uns eilen, unsre Ga- serbad Macht rein uns von den ben, Weil es Zeit ist, auszustreun. Sünden; Ein Abendmahl uns Was wir hier gefäet haben, Erndten Alle speist: Wie sollte nicht Ein wir einst reichlich ein. Seid bärm- Herz und Geift Uns allesammt berzig, liebt die Armen, Gott will verbinden? euer sich erbarmen. ju unverhofften Freuden Die auch, die im Stillen leiden. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine. 5. Nimm hin, o Bruder, meine Hand, Reich deine mir zum Frieden! Aus unserm Herzen ſei 545. Verleih mir, Jesu, verbannt, Was uns bisher gedeinen Sinn, Dem schieden. Den Seligen im Him Feinde zu vergeben. Laß mich, melreich Sind wir durch wahre der ich dein Jünger bin, Nach Liebe gleich, Und selig schon hie Fried und Eintracht streben. Wie nieden. addon LutⒸ opin und mitocht 10. Geistlicher 344 Das chriftliche Leben. 10. Geistlicher Kampf und Sieg. Mel. Wer nur den lieben Gott. 546. Wie ie wanket ihr, beenge, Voll Dornen und voll rauher Stein', Bringt euch die Welt oft ins Gedränge, Stellt Satan sich ges trogne Seelen, harnischt ein, Erhebet sich sein Noch stets auf beiden Seiten hin? ganzes Reich: Immanuel ist auch Fällt's euch zu schwer, das zu bei euch. erwählen, Was bringt den ewiz 7. Gott fordert nur, daß ihr gen Gewinn? Ihn feht mit offnen euch haltet An ihn, den Herrn, Augen an, Und wandelt auf der der mit euch geht, Daß ihr die schmalen Bahn. schwachen Hände faltet, Bu ihm 2. Bedenkt, es sind nicht Köz um Kraft des Geistes fleht; ET nigskronen, Nicht Reichthum, Chr kämpft für euch, er macht euch und Lust der Welt, Womit euch Bahn', Schaut ihn in eurem Gott will ewig lohnen, Wenn euer Kampfe an. Kampf den Sieg erhält: Gott selbst ist's und die Ewigkeit, Voll Lust und Ruh, voll Seligkeit. 8. Die Allmacht stebet euch zur Seiten, Die Weisheit hält bei euch die Wach, Die Gottheit 3. Drum gilt hier kein getheil- selber will euch leiten; Folgt tess Leben, Gott krönet kein ge- nur mit festen Schritten nach. theiltes Herz. Wer Jesu sich nicht Wie Manche hat nicht diese Hand recht ergeben, Der macht sich selber| Schon durchgeführt ins VaterMüh und Schmerz, Und träget, land! zum verdienten Lohn, Hier Schmerz und dort die Qual davon. 9. Nur wartet nicht auf andre Seiten, 3hr babt schon jetzt so viel 4. Wer aber mit Gebet und Rin- versäumt; 3hr mehrt euch selbst gen Der Welt auf ewig Abschied die Schwierigkeiten, Wenn ihr das gibt, und seinen Herrn in allen süße Heut verträumit. Gilt, eilet, Dingen Von Herzen und allein denn die Gnadenzeit Gilt flügel. nur liebt: Der wird der Krone schnell zur Ewigkeit. werth geschäßt, Und auf des Königs Stuhl gefeßt. 10. Laßt euch das Fleisch nicht träge machen, Verfluchet feine Zärts 5. Berreißet denn die morschen lichkeit; 3hr gebt euch ja um Schlingen, Die euch in diesem eitle Sachen In tausend Müb schönen Lauf Verhindern und zum und Fährlichkeit; Wie solltet ihr Säumen bringen, Und rafft euch mit festem Muth Nicht ringen heut von Neuem auf. Auf, auf, um das ewge Gut? verlaßt die falsche Ruh! Auf, auf, es geht dem Himmel zu! 6. Auf! auf, ist dieser Weg schon 11. Gilt, faßt einander bei den Händen, Geht, wie ist unser Ziel fe nah! Wie bald wird unser Kampf steh enden! Geiftlicher Kampf und Sieg. 345 enden! Dann stehet unser König setze; Sie sind es, die das Herz da; Er führt uns ein gur stillen erfreun, Sie sind des Lebens Rub, Und spricht uns selbst das Schätze. Er spricht in uns durch Kleinod zu. den Verstand, Er spricht durch daß Gewissen, Was nir, Geschöpfe seiner Hand, Fliehn oder wählen müssen. Mel. Durch Adams Fall ist ganz. 547. ft flagt dein Herz, wie schwer es sei, Den 6. Ihn fürchten, das ist WeißWeg des Herrn zu wandeln, Und heit nur, Und Freiheit ist's, fte täglich seinem Worte treu Zu den- wählen. Das Thier folgt Trieben ken und zu handeln. Wahr ist's, der Natur, Der Mensch dem Licht die Tugend foftet Müh, Sie ist der Seelen. Was ist des Geiftes der Sieg der Lüste; Doch richte Eigenthum? Was sein Beruf auf selbst: was wäre fie, Wenn fie Erden? Die Tugend; was ihr nicht kämpfen müßte? Lohn und Ruhm? Gott ewig ähn2. Gie, die sich ihrer Lafter lich werden. freun, Trifft sie kein Schmerz bie- 7. Lern nur Geschmack am nieden? Sie sind die Sklaven eig- Wort des Herrn Und seiner Gnade ner Pein Und haben keinen Frie- finden, Und übe dich getreu und den. Der Fromme, der die Lüfte gern, Dein Herz zu überwinden. dämpft, Hat auch oft seine Lei- Wer Kräfte hat, wird durch Geden, Jedoch der Schmerz, mit brauch Von Gott noch mehr bedem er kämpft, Verwandelt sich kommen; Wer aber nicht hat, in Freuden. dem wird auch Das, was er hat, 3. Des Lasters Bahn ist an- lgenommen. fangs zwar in breiter Weg durch 8. Du ftreiteft nicht durch eigne Auen, Allein sein Fortgang wird Kraft, Drum muß es dir gelinGefahr, Sein Ende Nacht und gen; Gott ists ja, welcher beides Grauen. Der Tugend Pfad ist an- schafft, Das Wollen und Vollbrinfangs steil, Läßt nichts als Mühe gen. Bot je der Vater einen blicken; Doch weiter hin führt er zum Stein Dem Sohn, der Brod Heil, Und endlich zum Entzücken. begehrte? Bet oft: Gott müßte 4. O hätte Gott es uns ver- Gott nicht sein, Wenn er dich gönnt, Nach unsers Fleisches Wil- nicht erhörte. len, Wenn. Wollust, Neid ud 9. Dich stärket auf der Tugend Zorn entbrennt, Die Lüste frei zu Pfad Das Beispiel felger Geifter; stillen, Ließ er den schnoden lin- Ihn zeigte dir, und ibu betrat dank zu, Die freche Lust zu krän- Dein Heiland, Herr und Meister. fent, Und Menschenhaß, was Dich müsse nie des Frechen Spott würdest du Von folchem Gotte Auf diesem Pfade hindern; Der denken? wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, Und nicht bei Menschen5. Gott will, wir sollen glück lich sein, Drum gab er uns Ge- findern. 10. Set 346 Das chriftliche Leben. 10. Sei stark und männlich und beiter. Unfrer Hoffnung winkt allezeit, Tritt oft an deine Bahre, der Lohn, Heiland, dort an deis Vergleiche mit der Ewigkeit Den nem Thron.c Kampf so kurzer Jahre. Das 5. Auf denn, Streitgenossen, Kleinod, das dein Glaube bält, geht Muthig durch des Lebens Wird neuen Muth dir geben; Wüste. Seht auf euren Führer, Und Kräfte der zukünftgen Welt, fleht, Daß er selbst zum Kampf Die werden dich beleben. euch rüste; Seine Gotteskraft al11. Und endlich, Christ, sei lein Kann in Schwachen mäch unverzagt, Wenn dir's nicht tig sein. immer glücket, Wenn dich, so viel dein Muth auch wagt, Stets neue Schwachheit brücker. Mel. Wachet auf, ruft uns. Gott 549. Rüftet, Chriften, euch steht lein, zum Streite! Die & r sieht auf deinen Wil- Feinde suchen euch zur Beute, Sieb, daß Verdienst des Ja, Satan selbst hat euch begehrt. Herrn ist dein, Dies muß dein Waffnet euch mit Gottes Worte, Her; dir stillen. Und kämpft getroft an jedem Orte, Dann bleibt ihr stark und unversehrt. Ist euch der Feind zu Mel. Jesus, meine Zuversicht. 548. Steil und dornicht ist schnell: Hier ist Immanuel, Jesus der Pfad, Wel- Christus! Der Starke fällt Durch cher zur Vollendung leitet. Selig diesen Held, Mit ihm behalten ist, wer ihn betrat, Und mit fro- wir das Feld. bem Muthe streitet. Selig, wer 2. Reinigt euch von euren Lüsten, den Lauf vollbringt, Und das hohe Besteget ste, seid tapfre Chriften, Ziel erringt. Steht muthig in des Herren Kraft. 2. Ueberschwenglich ist der Lohn Stärket euch in Jesu Namen, Der bis in den Tod Getreuen, Daß ihr nicht strauchelt, wie die Die, der Lust der Welt entflohn, Lahmen! Zeigt, was der Glaube Ihrem Heiland ganz sich weißen, kann und schafft. Wer hier erDeren Hoffnung unverrückt Nach müden will, Der schaue auf das der Siegeskrone blickt. Ziel, Da ist Freude. Wohlan so 3. Den am Kreuz wir bluten feid Zum Kampf bereit, So sehn, Jesus hat das Ziel errun- frönet euch die Ewigkeit. nicht auf die That algen, Und sich zu des Himmels 3. Streitet recht die wen'gen Höhn Triumphirend aufgeschwun- Jahre, Eh ihr fommt auf die gen; Als er rief: es ist vollbracht! Todtenbahre; Kurz, kurz ist unWar besiegt des Todes Macht. ser Lebenslauf. Wird Gott einst 4. Preis, gekrönter Sieger, dir, die Todten wecken, Und Christus Zieh dir nach die Schaar der sichre Sünder schrecken, So stehen Streiter. Wandeln sie durch wir mit Freuden auf. Gottlob, Stürme bier: Senseits ist es flill wir sind verföhnt! Daß une die Welt Geistlicher Kampf und Sieg. 347 Welt noch höhnt, Währt nicht schüttern, Wenn der Feinde Macht lange; Und Gottes Sohn Hat dir dräut. längst uns schon Dort beigelegt 7. Deine Krone halte fefte, die Ehrenkron. Halte treulich, was du haft. Recht beharren ist das Beste, Rückfall bringt dir neue Laft. 4. Jefu, bilf du deinen Kindern, Und mache die zu Ueberwindern, Die du erkauft haft durch dein Blut. 8. Laß bein Auge ja nicht Schaff in uns ein neues Leben, gaffen Nach der schnöden EitelGib, daß wir uns zu dir erheben, feit. Bleibe Tag und Nacht in Wenn uns entfallen will der Waffen, Fliehe alle Sicherheit. Muth. Geuß auf uns aus den 9. Laß dem Fleische nicht den Geift, Aus dem die Liebe fleußt Willen, Folge deinen Lüften nicht; In die Herzen; So halten wir Willst du die Begierden stillen, Getreu an dir Im Tod und Le- So erlischt das Gnadenlicht. ben für und für. Eigene Melodie. 550. Ringe recht, wenn Gottes Gnade Dich nun ziehet und bekehrt, Daß dein Geist sich ganz entlade Von der Baft, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, Und der Lebensweg ist schmal. Immer stehn hier im Gedränge Chrifti Streiter allzumal. 10. Wahre Treu liebt Chrifti Wege, Steht beherzt auf ihrer Hut, Suchet Ruhe nicht, noch Pflege, Hält sich selber nichts zu gut. 11. Wahre Treu fommt dem Getümmel Gitler Weltluft niemals nah; Ist ihr Schaß doch in dem Himmel, Darum ist ihr Herz auch da. 12. Wahre Treu führt mit der Sünde Bis ins Grab beständig Krieg, Sorgt nur, wie sie über3. Kämpfe bis aufs Blut winde, Kämpft, bis sie erlangt und Leben, Dring in Gottes den Sieg. Reich hinein; Mag dir Satan 13. Drum wohlauf, ihr tapfern widerstreben, Du darfst nimmer Streiter, Kämpfet recht und macht furchtsam sein. euch Bahn. Geht auf Chrifti 4. Ninge, deine Lieb erglübe, Wegen weiter, Denn so geht ihr Halbe Liebe hält nicht Stand; himmelan. Daß dein Herz der Welt entfliehe, 14. Denkt in jedem AugenSei es ganz für Gott entbrannt. blicke, Ob's vielleicht der letzte sei. 5. Hast du nun die Perl er- Laßt die Lampen nicht zurücke, rungen, Denke nicht: nun ist's Holt sters neues Del herbei. gethan; Noch ist alles nicht be- 15. Ach, bie Welt, fie liegt im zwungen, Was der Seele scha- Bösen, Sodom sinkt in Feuersden kann. gluth. Seele, wer soll dich erlö6. Schaffe ja mit Furcht und fen? Gilen, eilen ist hier gut. Zittern Deiner Seele Seligkeit. 16. Lauf der Welt doch aus Laß dein Herz durch nichts er den Händen, Dring ins stille Boar elit, 348 Das christliche Leben. ein, Gile, daß du magst vollenden, Kämpfern reicht zum Lohne Dort Mache dich vom Bösen rein. der Herr die Ehrenkrone. 17. Gile, zähle Tag und Stun- 5. Sich der Welt noch gleich zu den, Bis dir der Erlöser winkt, achten, Findet nicht bei Christen statt. Und, wenn du nun überwunden, Sinnenluft und titles Trachten Dich zum Schauen Gottes bringt. Schwächt den Geist und macht ihn 18. Gile, laufe ihm entgegen, matt. Auf der schmalen GlaubensSprich: mein Licht, ich bin be- bahn Kommt man keinen Schritt reit, Soll die Hülle ich ablegen, binan, Wenn man mit getheilFühre mich zur Seligkeit. tem Herzen Will mit Welt und Sünde scherzen. Mel. Freu dich sehr, o meine. chaffet, schaffet, Men551. 6. Auf, Erlöfte, Christi Glies der, Die sein Geift erhält und schenkinder, Schaf- trägt, Schlaget alles in euch nies fet eure Seligkeit, Bauet nicht, der, Was sich noch von Sünde wie sichre Sünder, Auf die un- regt. Was euch ärgert, senkt ins gewisse Zeit. Unverweilt bekeh- Grab, Was euch hindert, werfet ret euch, Ringet nach dem Him- ab; Denket stets an Chrifti Worte: melreich, Und bemüht euch hier„ Dringet durch die enge Pforte!" auf Erden, Wie ihr möget felig werden. 7. Bittern will ich vor der Sünde Und dabei auf Jesum 2. Soll nun dies an euch ge- sehn, Daß ich seinen Beistand fajeben, So bekämpfet Fleisch und finde, In der Gnade zu beftehn.. Blut; Und der Welt zu widerste- Ach, mein Heiland, geh doch nicht ben, Rüftet euch mit Kraft und Mit mir Armen ins Gericht. Gib Diuth. Gottes Wille muß allein mir deines Geistes Waffen, Meine Cures Lebens Richtschnur sein, Seligkeit zu schaffen. Mag es dem bethörten Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 8. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, Daß 3. Selig, wer im Glauben ich treu in Jesu Namen Meinen kämpfet, Selig, wer im Kampf Glaubenskampf vollführ'. Er verbesteht, Wer des Fleisches Lüfte leihe Kraft und Stärk, Und redämpfet, Und den Reiz der Welt giere stets das Werk, Daß ich verschmäht. Unter Christi Kreuzes- wache, bete, ringe, Und also zum schmach Jaget man dem Frieden Himmel bringe. nach. Wer den Himmel will erer= ben, Muß zuvor mit Christo sterben. Mel. Alle Menschen müssen. 4. Werdet ihr nicht treulich 552. Nicht nur ſtreiten, überringen, Sondern träg und lässig winden Muß, wer sein, Gure Neigung zu bezwingen, nach der Krone ringt. Mühvoll So bricht eure Hoffnung ein. Ohne ist der Kampf der Sünden, Setapfern Streit und Krieg Folget lig, wem der Sieg gelingt. Ihn niemals rechter Sieg; Treuen empfangen Jubellieder, Freudig schaut Geistlicher Kampf und Sieg. 349 schaut vom Ziel er pieder Auf Ringt ihm nach in seiner Kraft; des heißen Streits Gefahr, Der Er ists, der den Sieg verschafft. sein Loos hienieden war. 2. Kein Erlöster müsse sagen, 2. Glorreich, Herr, hat überwun- Ihm gebreche Kraft und Muth den Deiner Zeugen glänzend Heer; 3u dem Kampf mit Fleisch und Ja, ste saben dunkle Stunden, Und Blut. Alles soll der Jünger wagen, ihr Kampf war heiß und schwer; Weil der Herr die Wunden heilt, Schwerer als im Lauf der Zeiten Und den Schwachen Kraft ertheilt. Ich ihn femals werde streiten, 3. Sind wir schwach: bei ihm Denn das Schwert der Feinde ist Stärke; Sind wir arm: der ruht, Trieft nicht mehr von Chri- Herr ist reich. Wer ist unserm ftenblut. Führer gleich? Seine Macht thut Wunderwerke, Sagt, ob der nicht helfen fann, Dem der Himmel unterthan? 3. Ueberwunden, überwunden Hast du, Herr der Herrlichkeit. Todesschweiß und Blut und Wun- 4. Ja, er fann und will uns den Zeugen von dem ernsten schirmen; Höret auf verzagt zu Streit. Tausendfache Angst und sein. Auf den Feind bringt muthig Schmerzen Lasteten auf deinem ein, Mag er drohen, mag er stürHerzen; Dennoch unterlagst du men. Wißt, der Weg zur Seligkeit nicht Selbst im härtesten Gericht. Fordert Muth, Geduld und Streit. 4. Wer kann das Geheimniß 5. Nun so wachet, kämpft und fassen, Wer, wie hoch er sich ringet, Bleibet wacker im Gebet, auch schwingt? Gott hat seinen Bis ihr auf der Höhe stebt. Sohn verlassen, Welcher mit dem Wenn ihr Siegesfahnen schwinTode ringt! Dennoch ist Triumph get, Wenn der Erde Werk gethan, sein Ende, Er gibt sich in Gottes Hebt des Himmels Wonne an. Hände; Schon umhüllt von Todesnacht Ruft er aus: es ist vollbracht! Eigene Melodie. 5. Was find meine kurzen Lei- 554. Fabre fort, Fahre fort, den Gegen so litt, Und was gegen jene Freuden, Licht, Mache deinen Leuchter helle, Die mir Christi Tod erstritt? Laß die erste Liebe nicht, Suche Herr, ich folge ohne Beben; Hilf stets die Lebensquelle. Zion, bringe mir dringen in dein Leben, Du, durch die enge Pfort, Fahre fort, der mir zum Heile starb, Und mir Fahre fort. Kraft zum Kampf erwarb. Mel. Ach, was soll ich Sünder. 553. Nuf, ihr Streiter, durch gedrungen, Auf, und folgt dem Heiland nach, Selbst durch Marter, Tod und Schmach. Wie er sich hat aufgeschwungen, 2. Leide gern,:: Zion, leide ohne Schen Trübsal, Angst mit Spott und Hohne, Sei bis in den Tod getreu, Siehe auf die Lebenskrone. Zion, scheint der Troft dir noch so fern, Leide gern. 3. Folge nicht,:,: Zion, folge nicht der Welt, Die dich suchet groß 350 Das chriftliche Leben. groß zu machen; Achte nichts ihr Wie könnt ich kämpfen und fle Gut und Geld, Laß ste deines gen im Streite? Glaubens lachen. Zion, wenn sie 2. Jesu, bilf stegen, ein sünd dir viel Lust verspricht, Folge lich Verlangen Kämpfet in mir nicht.:;: mit des Höchsten Gebot. Nimm 4. Prüfe recht, Zion, prüfe du den Willen des Fleisches ge= recht den Geist, Der dir ruft zu fangen, Bring durch dein Sterbeiden Seiten, Thue nicht, was bèn der Sünde den Tod; Und er dich heißt, Laß nur deinen daß mir möge, was gut ist, geStern dich leiten. Zion, meide lingen, Gib du das Wollen und das, was frumm und schlecht, gib das Vollbringen. Prüfe recht.:,: 3. Jesu, bilf stegen, sonst muß 5. Dringe ein,:: Zion, dringe ich verzagen, Wenn mein Geein in Gott, Stärke dich mit wiffen das Urtheil mir spricht, Geift und Leben, Sei nicht, Wenn mich die Sünden der Ju wie die andern, todt, Sei du gend verklagen, Und ich erbebe vor gleich den grünen Reben. Zion, Gottes Gericht. Wenn solche in das Wesen, nicht in Schein, Schrecken die Seele bestürmen, Dringe ein.:,: Wollest du mich, o Versöhner, beschirmen. 6. Brich hervor,:,: Zion, brich hervor in Kraft, Weil die Bru- 4. Sefu, bilf stegen, wer mag berliebe brennet; Beige, was der sonst bestehen Wider den trüglich in dir schafft, Der als seine verschlagenen Feind? Wer mag Braut dich kennet; Zion, durch dem Vater der Lügen entgeßen, das dir erbrochne Thor Brich Wenn er als Engel des Lichtes hervor.:,: erscheint? Du bist die Wahr7. Halte aus,:: Zion, halte heit, mein göttlicher Meister, Lehr deine Treu, Laß doch nimmer lau mich sie finden und prüfen die dich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei, Auf, beftege alle Sünden! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß Halte aus. Geister. 5, Jesu, bilf stegen, hilf wa chen und beten. Herr, durch dein Flehen, das Alles vermag, Wolleft du mich bei dem Vater vertreten. Hüter, dein Auge bleibt immerdar wach; Will mich der Mel. Großer Prophete, mein. 555. Gefu, bilf flegen, du Schlummer der Trägheit befallen, Fürste Lebens! mich zu werfen, dein Rufen Sieh, wie ich schweb in Gefahren erschallen. und Noth. Schwach ist mein 6. Jefu, hilf stegen, wenn Wollen, mein Ringen vergebens, alles verschwunden, Was ich auf Furchtbar die Macht, die mich Erden mein eigen genannt. Wenn täglich bedroht. Stehst du mir, auch die Freunde, sonst treu mir Jesu, nicht schützend zur Seite, verbunden, Kalt und entfremder sich Geistlicher Kampf und Sieg. 351 sich von mir gewandt: Dennoch Menschen Gunst Ist eitler Dunst. soll nimmer mein Herz sich be- Mag sich ihr Haß entzünden, trüben, Bist du, o Jesu, mein Doch werd ich überwinden. Theil nur geblieben. 5. Die Welt mit ihrem Spott 7. Jesu, hilf stegen, wenn und Hohn Erhebet mich zu Eheinst ich soll sterben, Mache von ren; Sie muß an meiner HimFurcht vor dem Tode mich frei; melsfron Die Edelsteine mehren. Beige das Reich mir, das der Der Herr ertrug, Daß man ihn foll ererben, Der bis ans Ende schlug, Er ließ sich schmähn und will übergeblieben dir treu. Laß auch zu- binden; Auch ich letzt mich im Kampf nicht erliegen, Reiche die Hand mir, o Jesu, hilf flegen! winden. Mel. Was Gott thut, das ist. 6. Leb ich in steter Traurigfeit, Sind wenig gute Stunden In meiner kurzen Lebenszeit: Ich habe Gott gefunden. Der tröftet 556. in Chrift, ein tapf mich Gar väterlich, Will mich rer Kriegesheld Voll vom Schmerz entbinden, Drum Geist und Kraft und Stärke, kann ich überwinden. Verleugnet sich, bezwingt die 7. Und wie ich immer führte Welt, Zerstört des Satans Werke, Krieg Mit meinen GlaubenswafRämpft innerlich Und äußerlich; fen, So werden sie den letzten Wo fich auch Feinde finden: Er Sieg Im Sterben mir verschafMinn fie überwinden. fen. Ob Grab und Tod Auch 2. Ich habe fruchtlos mich ge- furchtbar droht: Die Schrecken quält, Und gab mich fast verlo- bald verschwinden, Und ich werd ren, Bis ich den Helfer mir er- überwinden. wählt, Deß Geist mich neu gebo8. Das Kleinod ist mir vorgeren. Wer will die Kraft, Die steckt, Ich soll nur tapfer kämbleibt mein Arm Alles schafft, Wer Christi Macht pfen. Drum ergründen, Durch die wir über- ftets ausgestreckt, Mit Gott den Feind zu dämpfen. Nur unver3. Auf Gitles war mein Sinn zagt, Und frisch gewagt! Ich gestellt, Auf falsche Luft und seb die Krone binden, Drum will Ehre, Ich lebte nach dem Lauf ich überwinden. winden? der Welt, Und nicht nach Chrifti Lehre. So ist's nicht mehr, Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Gott sei die Ehr! Ich streite 557. mit den Sünden, Und will fie überwinden. wge Wahrheit, deren Treue Unsre Hoffnung stüßt und hält, Ich bekenne 4. Die Menschen flößten Furcht und bereue, Daß mich Zweifelmir ein, Gefallen wollt ich allen; muth befällt. Ach, wie hängt Jeßt aber fürcht ich Gott allein, mein Herz an Dingen, Die mich Und will nur ihm gefallen. Der nicht zur Ruhe bringen! Gott, wie Das christliche Leben. 7. Da mein Haupt sich aufgeschwungen Und auf Gottes Thron 2. Ach, vergib mir diese Sünde, gesetzt, Bin auch ich mit durchges Nimm die Strafe von mir hin; drungen und den Engeln gleich Schenke deinem armen Kinde, Va- geschätzt. Ich befiß ein ewig Le ter, einen andern Sinn, Den nicht ben, Das mir Jesus selbst ges falsche Hoffnung binder, Die wie geben. Ich bin auch im Glau dünner Reif verschwindet, Die wie ben schon mit erhöht auf seinen leichter Rauch entflieht, Und das Thron. Herz zur Erde zieht. 352 wie leicht vergeß ich dein, Wenn mein Troft soll sichtbar sein! 8. Hier muß ich als Vilger 3. Laß mich eitle Sorgen mei- wallen, Droben ist mein Vaterden, Weil du für mich sorgft und land; Dort, wird einst die Welt wachst, Und in Trauern, wie in zerfallen, Find' ich meinen Ep Freuden, Dich um mich zur Mauer renstand. Ich erwarte nur die machst. Laß, Herr, auf dein Wort Stunden, Da ich, von der mich hoffen, Das noch stets ist Sünd entbunden. Meinen Heiland eingetroffen. Hoffnung, die auf werde sehn, Und verfläret vor dich nicht traut, hat auf losen ihm stehn. Sand gebaut. 9. Interdessen laß mich hoffen 4. Laß den Anfer meiner See- Auch in Trübsal auf dein Licht. len Unter aller Stürme Wuth Beige mir den Himmel offen, Se Nur dein Herz zum Grunde wäh-| schreckt Tod und Grab mich nicht. len, Wo er fest und sicher ruht. Laß mich, Herr, voll Trost und O dann wirds kein Zweifel wagen, Freuden Aus dem Thal der ThräMich zum Unmuth zu verschlagen. nen scheiden, Und einst, was ich Unbeweglich werd ich stehn, Wenn hoffe hier, Dort mich schauen, auch Berge untergehn. Herr, bei dir. 5. Laß mein Herz versichert werden, Daß dein Wort wahrhafMel. O du Liebe meiner Liebe. SJ Durchbrecher aller Bande, Der du immer bei uns bist, Bei dem Schade, Spott und Schande Lauter Lust und Himmel ist, Stebe ferner im Gerichte Wider unsern Adamss sinn, Bis du uns zum bellen Lichte tig sei, so werd ich schon auf 558. Erden Vieler Sorg und Unruh frei; So werd ich im Glauben beten Und erhört zurücke treten; So wächst meine Zuversicht, So wankt meine Hoffnung nicht. 6. Vater, meine Hoffnung gründet Sich auf deines Sohnes Führest aus dem Kerker hin. Tod; Ach, in seinem Blute fin- 2. Ist's doch deines Vaters det Meine Seele Trost in Noth. Wille, Daß du endest dieses Werk; Durch sein stegreich Auferstehen Dazu wohnt in dir die Fülle Aller Kann ich neu geboren gehen Zu Weisheit, Lieb und Stärk; Daß den Bürgern jener Welt, Wenn du nichts von dem verlierest, Was der Erdenbau zerfällt. er dir gegeben hat, Und uns aus dem Geistlicher Kampf und Sieg. 353 dem Treiben führest Zu der süßen Mach fie frei, die arme Seele, Ruhestadt. Durch des neuen Bundes Blut, Daß sie sich nicht länger quäle, Nimm ste auf in deine Hut. 3. Schau denn her auf unsre Ketten, Da wir mit der Kreatur Seufzen, ringen, schreien, beten 7. Lange hält uns schon gefanUm Erlösung von Natur; Von gen Lust und Selbstgefälligkeit; dem Dienst der Eitelkeiten, Der Ach, laß uns nicht länger hangen uns hart darnieder drückt, Ob der In dem Tod der Eitelkeit. Ja, Geist sich auch in Zeiten Schon die Laft treibt uns zu rufen, Alle auf etwas Beffres schickt. flehen wir dich an: Zeig uns nur 4. Herr, zermalme, Herr, zer- die ersten Stufen Der gebrochnen störe Diese Macht der Finsterniß. Freiheitsbahn! Der preist nicht mehr deine Ehre, 8. Theuer sind wir ja erwor= Den sie fort zum Tode riß. Heb ben, Knechte nicht der Welt zu uns aus dem Staub der Sünden, sein; Drum, so wahr du bist ge= Wirf die Schlangenbrut hinaus, storben, Mußt du uns auch ma= Laß uns wahre Freiheit finden chen rein. Der wird rein und In des Vaters Hochzeitshaus. ganz vollkommen, Aehnlich dei= 5. Wir verlangen keine Ruhe nem heilgen Bild, Der die Gnade Für das Fleisch in Ewigkeit, Was bat genommen, Die aus deiner du nöthig findst, das thue Noch Fülle quillt. vor unsrer Abschiedszeit. Aber tinfer Geist, der bindet Dich im Glauben, läßt dich nicht, Bis er die Erlösung findet, Welcher Zeit und Maß gebricht. 9. Zeuch uns, Jesu, in dein Sterben, Laß mit dir gekreuzigt sein, Was dein Reich nicht kann ererben, Führ ins Paradies uns ein. Herr, ich weiß, du wirst 6. Herrscher, herrsche! Sieger, nicht säumen, Laß nur uns nicht flege! König, brauch dein Registräge sein. Werden wir, als die ment! Führe deines Reiches Kriege, da träumen, Doch einst gehn zur Mach der Sklaverei ein End! Freiheit ein. 11. Würde und Seligkeit der Gläubigen in diesem Leben. Mel. Ach, wie nichtig, ach, wie. 559. 2. O wie richtig und wie wie richtig und wie wichtig Sind der Christen Tage! wichtig Ist der Chri- Wer sich durch die Zeit gerungen sten Leben! Weder heute noch Und zum Ewgen aufgeschwungen, auch morgen Darf man vor Ver- Dem ist jeder Tag gelungen. derben sorgen, Denn es ist in Gott verborgen. 3. Dwie richtig und wie wichtig 3st der Christen Freude! 2 Freude, 354 Das christliche Leben. Freude, die in Gott gegrün- Irdischgesinnten allein Tönen die det Und den Geist mit ihm ver- Worte vergebens. bindet, Freude, die kein Ende findet. 2. Göttliche Würde, entzückende Hoheit des Chriften! Wallt a 4. O wie richtig und wie gleich dürftig und einsam in traus wichtig Ist der Christen Schöne! rigen Wüsten, Findet er gleich Tugendschönheit im Gemüthe Ist Thoren geachtet und reich: Wie bei Gott von größrer Güte, Als kann nach Eitlem ihn lüsten! der Lenz in seiner Blüthe. 3. Immer das Auge gerichtet 5. O wie richtig und wie nach heiligen Höhen, Sieht a wichtig Ist der Christen Stärke! die Güter der Thoren im Sturm Welt und Fleisch muß unterlie- verwehen. Wohl ihm, er faßt gen, Christenkräfte müssen stegen, Statt der vergänglichen Last Gü Wenn sie ihren Feind bekriegen. ter, die nimmer vergehen. 6. Dwie richtig und wie 4. Alles, was Freude gewähret wichtig Ist der Christen Segen! im irdischen Leben, Alles, wovor Was ste Gott zum Preis ersin- noch die Kinder der Welt hier nen Und darauf in ihm begin- erbeben, Leben und Tod Ist euch nen, Muß stets Glück und Heil auf Gottes Gebot Unter die Füße gewinnen. gegeben. 7. O wie richtig und wie 5. Alles ist euer! o Christen wichtig 3st der Christen Ehre! vom Himmel hernieder Schaue Sie sind Gottes Freund' und der Mittler auf seine erlöseten Kinder, Christi Brüder auch nicht Glieder; Höret, er spricht: Fürchte, minder, Richter aller Feind' und du Häuflein, dich nicht, Alles ist Sünder. euer, ihr Brüder! 8. O wie richtig und wie wich- 6. Seid ihr auch elend, ver tig Sind der Christen Schäße! lassen, verfolgt und gefangen Was die wahren Christen haben, Fließen auch Zähren des Gram Sind ganz unschätzbare Gaben, von erbleichenden Wangen, Dro Wenach keine Diebe graben. ben im Licht, Freut euch, da flie 9. O wie richtig und wie wich- ßen sie nicht, Dort ist das Alte tig Sind der Christen Sachen! vergangen. Gott wirkt selbst ihr Thun und 7. Die ihr mit Chrifto einf Dichten, Heißt sie treu ihr Werk herrschet, singt Lieder der Feier, verrichten, Das kann keine Zeit Freut euch der Hoheit, die Chri vernichten. stus errungen so theuer, Die e erwarb, Als er auf Golgatha starb. Amen, ja, Alles ist euer! Mel. Lobe den Herren, den. 560. lles ist euer! o Worte des ewigen Lebens! Mel. Wie schön leucht't uns der. Fähle ste, gläubige Seele, voll 561. Wie groß ist unte heiligen Bebens. Alles ist dein! Gott schon Würde und Seligkeit der Gläubigen in diesem Leben. 355 schon in der Prüfungszeit, Selbst federzeit, So tragen wir mit Wilunter viel Beschwerden! Wenn ligkeit Der kurzen Leiden Bürde. unser Herz sich dir ergibt, Und Herr, gib Den Trieb In die treu in Jesu Dienst sich übt, Seelen, dich zu wählen, und das Wie groß wird sie einst werden! Leben Ganz in Jesu Dienst zu Wenn sich Herrlich Jenes Le- geben. ben wird anheben, wo man Freuden Erndtet von der Saat Mel. Wachet auf, ruft uns die. err, welch Heil kann der Leiden. 2. Dwie erhaben ist das Recht, 562. Here we get ich erringen! Sn Das du uns gibst, Herr, dein welche Höhn darf ich mich schwinGeschlecht Und Bundesvolk zu gen! Mein Wandel soll im Himheißen! Bei dir ist unser Vater- mel sein! O du Wort voll heilland, Und wer will deiner starken gen Bebens, Und doch voll Wonn Hand, Allmächtger, uns entreißen? und ewgen Lebens: 3m Himmel Wenn wir Gleich hier Müffen soll mein Wandel sein! Ich finke streiten, Und zu Zeiten schwach staunend hin, Ich ahne, wer ich uns finden, Hilfft du bin, Wer ich sein kann. Ich trage überwinden. noch Des Todes Joch, Im Himmel soll ich wandeln doch. doch uns 3. Du deckest unsre Schulden zu, Schenkst unsern Seelen wahre 2. Schwing dich denn zu diesen Ruh, Und stärkest uns mit Höhen, Und lern im Lichte Gottes Freude. Dein Sohn ist unser sehen, Wer du, versöhnte Seele, Haupt und Ruhm, Wir sein bist. Mit dem seligsten Entzücken erkauftes Eigenthum Und Schafe Wirst du in diesem Licht erblicken, seiner Weide. Gutes Muthes Sind Wer, Seele, dein Versöhner ist. auf Erden In Beschwerden unsre Du, durch sein Opfer rein, Bist Seelen, Herr, was kann bei dir stark, dich ihm zu weihn Ohne uns fehlen? Wanken. Er, Gottes Sohn, Gibt 4. G8 bleibet zwar der hohe reichen Lohn Den Gläubigen an Werth Der Gnade, die uns wi- seinem Thron. derfährt, Verborgen hier auf Er- 3. Wort von Anfang, Eingeden; Doch wenn dereinst vor aller borner, Eh du herabkamst, AusWelt Er, unser Haupt, Gerichts- erformer, Lag auf dem Erdkreis tag hält, Dann wird er sichtbar Dunkelheit; Du erschienst, du Licht werden. Alsdann Sieht man Ihn vom Lichte, Wir schaun in deis mit Kronen uns belohnen, und nem Angesichte Nun deines Va= mit Ehren Für sein treues Volk ters Herrlichkeit. Ja, Wahrheit, erklären. Troft und Ruh Strömt, Herr, 5. Wie selig, Gott, sind wir von dir uns zu, Wenn wir glaualsdann, Wie viel hast du an ben: Du haft's vollbracht! Des uns gethan! Wie groß ist unsre Irrthums Nacht, Die Sünde felbft Würde! Laß auf sie sehn uns weicht deiner Macht. Z* 4. Wenn P 356 Das christliche Leben. 4. Wenn die Seel in tiefe Bilde 3m Licht und Recht h Stille Versunken ist, wenn ganz aufgericht't, Und unter solche ihr Wille Der Wille deß ist, der klaren Schilde Durch alle falsch fie liebt; Wenn ihr inniges Ver- Höhen bricht! trauen Sich fast erhebt zum sel2. Was Andern schön und lieb gen Schauen, Und Liebe fte für lich scheinet, Ist solchem Herze Liebe gibt; Wenn sie versichert Kinderspiel; Was Mancher fi ist, Dein Tod, Herr Jesu Christ, unschuldig meinet, 3st solchen Sei ihr Leben: Wie hoch entzückt, Herzen schon zu viel. Warum Wie reich erquickt Sst ste, schon es gilt der Welt absagen; Hie ganz der Erd entrückt. heißt's: rührt fein Unreines am 5. Ja, dann ist ihr schon ge- Das Kleinod läßt sich nicht er geben Ihr neuer Nam und ew- jagen, es sei denn Alles abge ges Leben, Im Himmel ist ihr than. Wandel dann. Stark, den Streit 3. Die Einfalt weiß von fei des Herrn zu streiten, Sieht sie ner Zierde Als die im Blut die Krone schon von weitem, Die Chrifti liegt; Die reine himmlisch Kron am Ziel, und betet an. Begierde Hat alle Eitelkeit besiegt Preis, Ehr und Sieg und Kraft An einem reinen Gotteskinde Sei dem, der neu uns schafft, Ihm zu leben. Und ihm sei Dank, Und Lobgesang, Der für uns ging des Todes Gang. Glänzt Gottes Name schön unt rein: Wie könnt es denn vom eitlen Winde Der Welt nod eingenommen sein? 6. Preis auf seinem Himmels- 4. Von Sorgen, Noth und throne Dem Vater und dem ew- allen Plagen, Damit die Welt gen Sohne, Ihm, der da ist, und sich selbst ansicht, Vom Neid der da war! Lauter Weisheit, damit sich Andre tragen, Weiß Gnad und Stärke, Und Wunder Christi Sinn und Einfalt nicht. find, Herr, deine Werke, Dort Den Schatz, den sie im Herzen sind ste ganz uns offenbar. Dort heget, Behält ste wider allen strahlt dein Angesicht Im rein- Neid; Ift jemand, der Lust dazu sten Himmelslicht Allen From- träget, Das macht ihr lauter Het men. Dort werden wir, Barm- zensfreud'. herz'ger, dir Ein Lob bereiten für und für. Mel. Die Tugend wird durchs. 5. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, Das sich mit Christi Einfalt schmückt! Gebt hin, ihr thörichten Jungfrauen, Ihr säumt füßer Stand, o selig bis euch die Nacht berückt. Was Leben, Das aus der sind die Lampen ohne Dele? 68 wahren Einfalt quillt! Wenn sich mangelt Einfalt, Christi Sinn; ein Herz so Gott ergeben, Daß Sucht etwas Veffres für die Chrifti Sinn es ganz erfüllt; Seele, Und gebt der Welt das Wenn sich der Geist nach Christi Ihre bin. 563. Mel. Würde und Seligkeit der Gläubigen in diesem Leben. 357 Mel. Valet will ich dir geben. auch gottselig handeln, Und kann bald anders nicht. Herr Jesu, 564. Vor seinen Augen le- lehr uns wandeln In deiner ben Ist wahre Se- Augen Licht. 6₂ ligkeit; Sich ihm zu eigen geben It was allein erfreut. Nichts fönnen und nichts wissen, Nichts 201 Mel. Nun freut euch, lieben. =? wollen und nichts thun Als Sefu 565. Der Herr ist mein folgen müssen: Das heißt in getreuer Hirt, Dem ich mich ganz vertraue. Zur Weid' Frieden ruhn. 2. Der Christ steht aus dem er mich, sein Schäflein, führt, Auf schöner, grüner Aue. Zum Schlafe In Christi Freundschaft auf, Und fürchtet keine Strafe frischen Wasser führt er mich, Und labt die Seele träftiglich Durchs selge Wort der Gnade. 3m Und So ganzen Tag ist der 2. Er führet mich auf rechter legt er sich zur Ruh, Von Chrifto unverwendet Thun fich Bahn Um seines Namens Willen; die Sinne zu. Und wenn auch Trübsal naht 3. So geht er fest und stille beran, Kann alle Furcht er stillen. Dahin bei Tag und Nacht; Auf 3m finstern Thal ist er bei mir, Jefum ist sein Wille, Nicht auf Drum fürcht ich auch kein Undie Welt bedacht. Er hört und glück hier, Er ist mein Stab und sieht und fühlet, Hört, fleht und Stecken. fühlt doch nicht, Und weiß, vom Schmerz durchwühlet, Kaum, daß ihm Weh geschicht. at en ! s te Tageslauf. vollendet, 3. Er speiset mich mit Himmelsbrod, Er falbet meine Seele, Wenn mich umgibt viel Angst 4. Gewiß, wer erst die Sünde und Noth, Mit seinem Freuden= Getilgt durch Christi Blut, Und öle. Und Gutes und Barmhergleich dem frommen Kinde Auf zigkeit Läßt er mir folgen allezeit, ihn lenkt Sinn und Muth, Kann Sch bleib in seinem Hause. 12. Tod, Gericht und Ewigkeit. Mel. O Gott, der du ein Heerfürst. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, 566. Mein Leben ist ein Ich reise nach dem Vaterland. Pilgrimstand, Ich 2. So schnell ich Land und reiſe nach dem Vaterland, Nach Sand verlaß, Läuft schnell des dem Jerusalem, das droben; Wo Lebens Stundenglas, Und was Gott mir eine feste Stadt Auf vorbei ist, kommt nicht wieder. Bundesblut gegründet hat, Da Ich eile zu der Ewigkeit, Herr werd ich meinen Gott stets loben, efu, mach mich nur bereit, nd öffne 358 Das chriftliche Leben. dit öffne meine Augenlieder, Daß Gnadenfüll', Vor Durst nach bir ich, was zeitlich ist, veracht', verschmachten will, So laß mich Und nur nach dem, was ewig, bich zum Labsal finden. Und tracht'. wenn ich schließ die Augen zu, 3. Kein Reisen ist ohn Unge- So bring mich zu der stillen mach, Der Lebensweg hat auch Ruh, Wo Streit und Mühe sein Ach, Man wandelt nicht auf ganz verschwinden. Ja, laß mich weichen Rosen. Der Weg ist sein in Abrams Schooß Dein eng, der Feinde viel, Die mich Liebling und dein Hausgenoß. abwenden von dem Ziel, Ich 8. Bin ich in diesem fremden muß mich oft in Dornen stoßen. Land Der blinden Welt gleich unSch muß durch dürre Wüsten bekannt: Dort find die Freunde, gehn, Und kann oft keinen Aus- die mich kennen, Dort werd ich weg fehn. mit der Himmelsschaar Dir jauchs 4. Der Sonne Glanz mir oft zend dienen immerdar, Und in gebricht, Der Sonne, die mit der reinsten Liebe brennen. Mein Gnadenlicht In unverfälschte Her- Heiland, komm, o bleib nicht zen strahlet. Wind, Regen stür- lang, Hier in der Wüste wird men auf mich zu, Mein matter mir bang. Geist find't nirgend Ruh; Doch alle Müh ist schon bezahlet, Wenn ich das goldne HimmeléMel. Christ, Alles, was dich. thor Mir stell in Glaub und Hoff- 567. Die auf der Erde wal len, Die Sterblichen nung vor. 5. Israels Hüter, Jefu Chrift, sind Staub, Sie blühen auf und Der du ein Pilgrim worden bist, fallen, Des Todes fichrer Naub. Da du mein Fleisch haft ange- Die Stund ist uns verborgen, nommen, Zeig mir im Worte Da Gottes Stimme ruft: Doch deine Tritt, Laß mich bei einem jeder neue Morgen Bringt näher jeden Schritt Zu deinem Heil stets uns zur Gruft. näher kommen. Mein Leben fleugt, ach eile du, Und fleug mit Gnad und Hülf herzu. 2. Getroft gehn Gottes Kinder Die öde, dunkle Bahn, Zu der verstockte Sünder Mit bangem 6. Durch deinen Geist mich Herzen nahn; Wo selbst der freche heilig leit, Gib in Geduld Be- Spötter Nicht mehr zu spotten. ständigkeit, Vor Straucheln mei- wagt, Und vor der Gläubgen. nen Fuß beschüße. Ich falle stünd- Retter Erzittert und verzagt. lich, hilf mir auf, Ach zeuch mich, Wenn, diese Bahn zu gehen, daß ich dir nachlauf, Sei mir Dein Will einst mir gebeut, ein Schirm in Trübsalshize. Laß Wenn nahe vor mir stehen Gedeinen füßen Gnadenschein In richt und Ewigkeit, Wenn meine Finsterniß nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, 3. Kräfte beben, Und nun das o Herz mir bricht: Herr über Tob und Tod, Gericht und Ewigkeit. 359 und Leben, dann verlaß mich gen, Wenn allen Sinnen Kraft gebricht: Thust du es, Gott, nicht. 4. Hilf, Todesüberwinder, Hilf mein Heiland, nicht? mir in solcher Angst, Der du 3. Mich dünft, schon lieg ich zum Heil der Sünder Selbst mit fraftlos da, Dem letzten Augendem Tode rangst. Wenn bei des blicke nah, Von Todesangst schon Kampfes Ende Mich Todesschrecken überfallen; Gehör und Sprache faßt, Dann nimm in deine Hände nehmen ab, Die Augen starren Den du erlöseft baft. bin aufs Grab; Doch fränkt die allen; Die 5. Des Himmels selge Freuden Sünde mich vor Ermißt fein sterblich Herz; O Trost Stimme des Gewissens spricht: für kurze Leiden, Für kurzen Todesschmerz! Dem Sündenüberwinder Sei ewig Preis und Dank; Preis ihm, der für uns Sünder Den Kelch des Todes trank! Gerecht ist Gott, er hält Gericht! 6. Heil denen, die auf Erden Sich schon dem Himmel weihn, Und aufgelöst zu werden Mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, Sobald ihr Gott gebeut, Gehn fie getroft durchs Leben Hin zur Unsterblichkeit. 4. Ich höre der Posaune Ton, Ich sehe meinen Richter schon, Und um ihn alle Völker stehen; Geöffnet liegt vor ihm sein Buch, Schon hör ich des Gesetzes Spruch, Ihn wendet nicht mein ängstlich Flehen; Verdammniß ist des Sünders Theil, Er hat kein Recht an Gottes Heil. Mel. O Gott, der du ein Heerfürst. 5. Kein Geld noch Gut errettet mich, Umsonst erbeut ein Bruder fich, Den sündgen Bruder zu er= lösen. Ein jeder wird alsdann emRch bin, o Herr, in pfahn Den Lohn für das, was deiner Macht, Duser gethan; In dem Gericht schützt haft mich an das Licht gebracht, nichts den Bösen. Wer hilft Und du erhältst mir auch das mir sonst in dieser Noth? Thuft Leben. Du kennest meiner Mon- du es nicht, mein Herr und den Zahl, Weißt, wann ich Gott? diesem 568. Erdenthal Auch wieder 6. In meiner Seelen großem gute Nacht muß geben; Wo, Schmerz Erheb' ich zu dir Aug wie und wann ich sterben soll, und Herz, Der du die Missethat Das weißt du, Herr des Lebens, vergiebest; Den Tod des Sünders wohl. willst du nicht, Drum schreckt mich 2. Wen hab ich doch, als dich nicht dein streng Gericht, Weil allein, Der mir in meiner letzten du auch mich in Chrifto liebest. Pein Kann Trost und Rath und Drum fahre Furcht und Zweifel Hülfe bringen? Wer nimmt sich bin! Ich weiß, daß ich des Hermeiner Seele an, Wenn nun ren bin! mein Leben nichts mehr fann, 7. Herr Jesu Chrift, dein theuUnd ich muß mit dem Tobe rin- res Blut Vergoffest du auch mir zu 360 Das christliche Leben. zu gut, Ich weiß, daß ich dir an- Dann erschreckt dich kein Gericht: gehöre. Fällt ja in meiner To- Gott ist deine Zuversicht. despein Mir noch ein banger 5. Daß du dieses Herz erwirbst, Zweifel ein, So rette deines Lei- Fürchte Gott, und bet und wache. dens Ehre; Du hast so viel an Sorge nicht, wie früh du stirbst, mich gewandt, DO laß mich nicht Deine Zeit ist Gottes Sache. aus deiner Hand. Lerne nur den Tod nicht scheun, 8. Nein, nein, ich glaube feft, Lerne seiner dich erfreun. mein Heil, Ich hab an dir auf 6. Ueberwind ihn durch Ver ewig Theil, Du bist im Tode noch traun; Sprich: ich weiß," an wen mein Leben. So sieg ich über ich gläube, Und ich weiß, ich werd Angst und Noth, Ob auch die ihn schaun Einst in dem verklärHölle und der Tod Mit ihren ten Leibe. Er, der rief: es ist Schrecken mich umgeben. So lang vollbracht! Nahm dem Tode seine ich lebe, bin ich dein, Dein werd Macht. ich auch im Tode sein. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, Siehe dein Gebein versenken; Sprich: Herr, daß ich fterblich bin, Lehre du mich ernst bedenken; Lehre du mich's jeden Tag, Daß ich weiser werden mag. Mel. Meinen Jesum laß ich. 569. Meine Lebenszeit verstreicht, Stündlich eil ich hin zum Grabe, Und wie wenig ist's vielleicht, Das ich noch Mel. Wer weiß, wie nahe mir. zu leben habe! Denk, o Seele, 570. Sein Leben Silt iman den Tod, Säume nicht, denn Eins ift noth! mer zu dem Grabe hin. Wer 2. Lebe, wie bu, wann du kann mir sichre Bürgschaft geben, ftirbst, Wünschen wirst, gelebt zu Daß ich noch morgen lebend bin? haben. Güter, die du hier er- Der Tod, Der Tod Kommt her, wirbst, Würden, die dir Men- hin geht die Zeit, Ach, wär ich schen gaben, Nichts wird dich im täglich doch bereit! Tod erfreun, Diese Güter sind nicht dein. 2. 68 schickt der Tod nicht immer Boten, Eh er die Sichern 3. Nur ein Herz, das Jesum überfällt. Drum, mußt du schnell liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, in's Land der Todten: Wohl Das vor Gott dir Beugniß gibt, dir, ist Herz und Haus bestellt! Wird dir deinen Tod versüßen. Oft hängt:: An einem AuDieses Herz, von Gott erneut, genblick Dein ewges Unglück oder Gibt im Tode Freudigkeit. Glück. 4. Wenn in deiner letzten Noth 3. Herr aller Herren, Tob Freunde troftlos dich umgeben, und Leben Haft du allein in deiDann wird über Welt und Tod ner Hand; Wie lange du mir Dich dies reine Herz erheben; Frist gegeben, Das ist und bleibt mir Tod, Gericht und Ewigkeit. 361 mir unbekannt. Drum gib:: Herr,| mein, Den Himmel zu gewinnen, daß ich jeden Tag An meinen Ab- Und dort bei ihm zu sein. schied denken mag. 3. Nun hab ich überwunden 4. Es kann vor Abend anders Kreuz, Leiden, Angst und Noth, werden, Als es den Morgen mit Durch seine heilgen Wunden Bin mir war; Wo ich auch wandle ich versöhnt mit Gott. hier auf Erden, Steht neben mir 4. Wenn meine Kräfte brechen, die Todtenbahr. Ein Schritt:,: Mein Athem stockt im Lauf, Der Nur ist es bis dahin, Wo ich des Grabes Beute bin. Mund nicht mehr kann sprechen, Dann nimm mein Seufzen auf. 5. Wenn Sinne und Gedan5. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, Wenn sich am Ziel ken Vergehen wie ein Licht, Daß mein Auge schleußt; Drum bet hin und her muß wanken, Wenn's ich in gesunden Tagen: Herr, dir ihm an Oel gebricht: befehl ich meinen Geist! Und wenn 6. Alsdann fein sanft und stille :: Ich kaum noch feufzen kann, Laß mich, Herr, schlafen ein. Herr, Dann nimm des Heilands Für- es gescheh dein Wille, Wann sprach an. fommt mein Stündelein. 6. Kann ich nicht fegnen' dann 7. Dann laß mich an dir kle= die Meinen, O segne du ste, ben, Wie eine Klett' am Kleid, Herr, für mich; Wenn um mich Und ewig bei dir leben In reiner her ste zagend weinen, O Va- Himmelsfreud. ter, so erbarme dich. Dann 8. Dort an des Himmels laß:: Auch der Verwaisten Throne Sing ich dir Ehr und Schrein Durch deinen Sohn er- Preis, Wenn ich einst bei dir hörlich sein. wohne Im schönen Paradeis. 7. Dringt endlich mir der Tod zum Herzen, So schließ mir, Herr, Mel. Ich hab mein Sach Gott. den Himmel auf; Verkürz des 572. Dein bin ich, Gott, letzten Und In führe mich zu dir hinauf. Dann deiner Hand steht meine Zeit. sterb: Ich ohne Angst und Du haft der ganzen MenschenBein, Und selig wird mein Ende schaar 3hr Todesjahr Bestimmt sein. schon, eh die Zeit noch war. Eigene Melodie. 2. Wenn meiner Tage Ende kömmt, Und deine Hand das Le571. Christus, der ist mein ben hemmt, Dann bilf mir in Leben, Und Ster- der Todesnoth, Getreuer Gott, ben mein Gewinn, Ihm hab ich Gin sanfter Schlaf werd mir der mich ergeben, Mit Fried fahr ich Lod. dahin. 3. Nimm nach vollbrachtem 2. Mit Freud fahr ich von Lebenslauf Zur Ruh der Seligen binnen, 3u Christ, dem Bruder mich auf. Verwirf, wenn einst das 362 Das chriftliche Leben. das Herz mir bricht, Verwirf ster Theil Sft eine Frift zu une mich nicht, Herr, Herr, vor dei- ferm Heil. nem Angesicht. 5. Der Tod rückt Seelen vors 4. Drückt mich auch schwerer Gericht, Da bringt Gott Alles Krankheit Schmerz Vor meinem an das Licht, und macht, was Tod, so still mein Herz, Daß es hier verborgen war, Den Rath auch in der Schmerzen Wuth der Herzen offenbar. Mit starkem Muth In deiner weisen Fügung ruht. 6. Drum, da dein Tod dir täglich bräut, So sei doch wacker 5. O Jesu, bring mich denn und bereit; Prüf deinen Glauben, zur Ruh, In meinem Herzen als ein Chrift, Ob er durch Liebe wirke du, Daß ich mit gläu- thätig ist. bigem Vertraun. Mög ohne Graun Hin in die Nacht des Todes schaun. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, Gin Wunsch, durch des Erlösers Tod Vor Gottes Thron gerecht zu sein, Macht dich noch nicht von Sünden rein. 6. Hilf meiner Schwachheit, Geist des Herrn, Beig mir den Himmel dann von fern, Daß ich, 8. Ein Herz, das Gottes wenn ich zum Vater fleh, Ge- Stimme hört, Ihm folgt und tröftet seh, Wie er mich liebt, zu sich vom Bösen kehrt, Gin gläns dem ich geh. big Herz, von Lieb erfüllt: Dies ist es, was bei Chrifto gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh, Du wirkt sie nicht, Gott wirket fie; Du aber ringe stets Mensch, der Staub! nach ihr, Als wäre sie ein Werk von dir. Sein Leben ist ein fallend Laub, Und dennoch schmeichelt er fich 10. 3hr alle seine Tage weihn, gern, Der Tag des Todes fei Heißt eingedenk des Todes sein, noch fern. Und wachsen in der Heiligung Sft wahre Tobserinnerung. Mel. Herr Jesu Christ, mein's. 573. Wie ficher lebt der 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, Der Mann noch 11. Wie leicht vergess ich diese seiner Jahre viel, Der Greis zu Pflicht! Herr, geh mit mir nicht vielen noch ein Jahr, Und keiner ins Gericht. An meinen Tod ers nimmt den Irrthum wahr. innre mich, Daß ich dir wandle 3. Sprich nicht: ich denk beiswürdiglich. Glück und Noth Im Herzen oft 12. Gib, Herr, daß ich an jean meinen Lod. Der, den der dem Tag Mein Herz vor dir erTod nicht weiser macht, hat nie forschen mag, Ob Glaube, Liebe, mit Ernst an ihn gedacht. Demuth, Treu, Die Frucht des Geiftes, in mir sei. 4. Wir leben hier zur Ewigfeit, 3u thun, was uns der Herr 13. Daß ich zit dir um Gnade gebeut, Und unsers Lebens klein- fleh, Stets meinen Lüften wider steh, Tod, Gericht und Ewigkeit. 363 steb, Und endlich in des Glan- 13ch befehle meine Seele deinen bens Macht Mit Freuden ruf: Händen; So laß mich den Lauf vollenden. es ist vollbracht! Mel. Wie schön leucht't uns. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, Ich bin vielleicht noch fern 574. Wie wird mir dann, vom Ziel, An dem die Krone mein Heiland, sein, schimmert. Bin ich von meinem Wenn ich, mich deiner ganz zu Ziel noch weit, So sei mein Lefreun, In dir entschlafen werde! ben dir geweiht, Bis einst mein Dann, Seele, wirst bu, ganz be- Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, freit Von Sünde und von Sterb- dir Ganz mein Leben hinzugeben, lichkeit, Entfliehen dieser Erde. daß ich droben Dich unendlich Freu dich Innig, Stärke, tröste könne loben. dich, Erlöfte, mit dem Leben, Daß dir dann dein Gott wird geben. 6. Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, Wenn ich, mich deiner ganz zu freun, Einst dort dir 2. Ich freue mich, und bebe leben werde! Dann bin ich, frei doch, So drückt mich meines von Sünd und Leid, Ein Mitges Glends Joch, Der Fluch der noß der Herrlichkeit, Nicht mehr Sünde, nieder. Doch du, o Herr, ein Mensch von Erde. Preis dir, erleichterst mir Dies Joch, mein Daß mir Durch dein Leiden jene Herz stärkt sich in dir, Glaubt Freuden offen stehen; Ewig will und erhebt sich wieder. Jesus ich dich erhöhen. Christus, Laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben Und bein Himmelreich zu erben. tr Mel. O höchster Gott, o unser. 575. 575. Dir sterb ich einft, wenn ich dir, Jeſu, daß. dein Bild im daß dein Bild im O 3. Verachte denn des Todes Graun, Mein Geist, er ist der Weg lebte. zum Schaun In jenem bessern Le- lebte. ben. Er sei dir nicht mehr fürchter- Sterben vor mir schwebte! Dann lich, Zur Freud und Herrlichkeit wird geh ich still, in Gott getroft, wie dich Der Herr durch ihn erheben. du, Durch dich gerecht in meines Grabes Rub. Hier wird Dein Hirt Nach den 2. Wer also stirbt, der weihei Thränen, nach dem Sehnen dich Erlösten Völlig und auf ewig durch sein Sterben Die Seinen auch zu frohen Himmelserben. Vera trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die herrlicht wird durch ihn die GotStunde nicht, Die mich, wenn teskraft, Die aus dem Schmerz nun mein Auge bricht, zu deinen am Grabe Wonne schafft. Todten sammelt. Vielleicht umgibt 3. Bin ich zu schwach, dich stermich ihre Nacht Noch eh ich die- bend noch zu preisen, So wollft ses Flehn vollbracht, Mein Lob du doch die Gnade mir erweisen, dir ausgestammelt. Vater, Vater, Daß nicht mein Tod dem Schwa chen 364 Das chriftliche Leben. chen Anstoß sei, Mein letztes Wort hier gewesen, Wer kommt ins noch zeige meine Treu. Himmelsschloß; Auf ewig ist geSchooß. 4. Getrosft und sanft aus from- nesen, Der bleibt in deinem mer Christen Mitte Zu dir zu gehn, das, Herr, ist meine Bitte. 5. Schreib meinen Nam'n aufs So wird mein Tod Erhöhung dei- Beste Ins Buch des Lebens ein, nes Ruhms, Und ein Beweis der Und bind' mein' Seel' fein feste Ins Kraft des Christenthums. schöne Bündelein Von denen, die 5. Zum Lobgefang für mein er- dort grünen Und vor dir leben frei, fülltes Hoffen Steht mir ja dort So will ich ewig rühmen, Wie die Ewigkeit auch offen. Hier gib treu dein Herz mir ſei. mir nur, daß, wenn mein Haupt sich neigt, Das Flebn zu dir in meinem Geist nicht schweigt. Eigene Melodie. 577. Wenn mein Stündlein Eigene Melodie. vorhanden ist, 3 fahren meine Straße, So leite 576. Valet will ich dir ge mich, Herr Jeſu Chriſt, Mit Hülf ben, Du arge, fal- mich nicht verlasse. Mein' Seel sche Welt! Dein fündlich böses an meinem letzten End Befehl Leben Durchaus mir nicht gefällt. ich, Herr, in deine Händ, Du Im Himmel ist gut wohnen, wirst sie wohl bewahren. Hinauf steht mein' Begier, Da 2. Die Sünde wird mich frånwird Gott den belohnen, Der ken sehr Und mein Gewissen treu ihm diente hier. nagen. Der Schuld ist viel, wie 2. Rath mir nach deinem Her- Sand am Meer, Doch will ich zen, D Jefu, Gottes Sohn. Sollt nicht verzagen. Bedenken will ich ich noch dulden Schmerzen, Hilf deinen Tod, Herr Jesu, deine mir, Herr Christ, davon. Verkürz Wunden roth, Die werden mich mir alles Leiden, Stärk meinen erhalten. blöden Muth, Laß felig mich verscheiden, Setz mich in dein Erbgut. 3. Ich bin ein Glied an, deinem Leib, Deß tröst ich mich von Herzen, Von dir ich ungeschieden 3. In meines Herzens Grunde bleib In Todesnoth und SchmerDein Nam' und Kreuz allein Mirzen. Wenn ich gleich sterb, fo funkelt jede Stunde, Drauf kann sterb ich dir, Ein ewges Leben ich fröhlich sein. Erscheine mir im hast du mir Mit deinem Tod erBilde, Zu Trost in meiner Noth, worben. Zeig mir, wie du so milde Für mich erlittft den Tod. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, Werd ich im Grab nicht 4. Verbirg mein' Seel' aus bleiben, Mein höchster Troft dein' Gnaden In deine offne Seit, Ausfabrt ist, Kann Todesfurcht Rüd sie aus allem Schaden Zu vertreiben. Denn wo du bist, da deiner Herrlichkeit. Der ist wohl komm ich bin, Daß ich stets bei Tod, Gericht und Ewigkeit. 365 7. Ein fröhlich Aufstehn mir verleih, In dem Gericht mein Für5. So fahr ich hin zu Jesu sprach sei, Und meiner Sünd nicht Christ, Mein' Arm' will ich aus- mehr gedenk, Aus Gnaden mir strecken. Ich schlafe ein, und rube das Leben schenk. fein, Kein Mensch kann mich aufwecken. Denn Jesus Christus, Gottes Sohn, Der wird die Him melsthür aufthun, Er führt zum ewgen Leben. dir leb und bin, Drum fahr ich hin mit Freuden. Mel. Nun lasset uns den Leib. Eigene Melodie. 578. Hem Jeſu, wahrer 579. h hab mein Sach Gott heimgestellt, 8. Wie du haft zugesaget mir In deinem Wort, das trau ich dir: Fürwahr, fürwahr, dem helfe ich, Wer mein Wort hält und glaubt an mich. Mensch und Der du littst Marter, Angst und Er mach's mit mir, wie's ihm Spott, Für mich am Kreuze end- gefällt. Soll ich noch länger leben lich starbst, Und mir dein's Va- bier, So folg ich dir. Dein Wille, -ters Huld erwarbst! Herr, gescheh an mic! 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will, Ich schreib ihm nicht vor Maß noch Ziel. Es find gezählt all Haare mein, Beid, groß und klein, Fällt feines ohn den Willen sein. 3. Es ist hier nur ein Jammerthal, Angst, Noth und Trübsal überall. Des Bleibens ist ein kleine Zeit, Mühseligkeit 3ft unser Loos, und steter Streit. 2. Ich bitt durchs bittre Leiden dein, Du wollst mir Sünder gnädig sein, Wenn ich nun komm in Sterbensnoth, Und ringen werde mit dem Tod. 3. Wenn mir vergeht all mein Geficht, Und meine Ohren hören nicht, Wenn meine Bunge nicht mehr spricht, Und mir vor Angst das Herz zerbricht; 4. Wenn mein Verstand sich nicht befinnt, Mir aller Menschen Hülf zerrinnt: So komm, o Herr Chrift, mir behend Zu Hülf an meinem letzten End. 5. Und führ mich aus dem Jammerthal, Verkürz mir auch des To- er hinfällt. des Qual, Das, was mich schrecken! kann, vertreib, Mit deinem Geist ftets bei mir bleib, 4. Was ist der Mensch? ein Erdenklos, Vom Mutterleibe nackt und bloß, Nichts bringt er mit sich auf die Welt, Kein Gut noch Geld, Nichts nimmt er mit, wenn 5. Es hilft kein Reichthum, Geld noch Gut, Nicht Kunst, noch Gunst, noch stolzer Muth. Dem Tod kein Kraut gewachsen ist, Mein frommer Chrift, Denn, was da lebet, 6. Wenn sich die Seel vom Leibe trennt, So nimm fie, Herr, in deine Händ'. Der Leib bat in der Erde sterblich ist. Ruh, Bis fommt der jüngste Tag berzu. 6. Heut sind wir frisch, gesund und stark, Und morgen liegen wir im 366 Das Criftliche Leben. im Sarg; Heut blühend, wie die sten Tag, Ohn' alle Plag, Werd Rosen roth, Bald frank und todt, Und überall ist Müh und Noth. auferstehn zum ew'gen Tag. 15. Mein frommer und getreurt 7. Man trägt Eins nach dem Gott Bewahrt die Saat auch in Andern hin, Wohl aus den Augen, dem Lod; Da darf nicht, weder aus dem Sinn; Die Welt vergis- groß noch flein, Vom Leibe mein fet unser bald, Sung oder alt, Sei Auf ewig ganz verloren sein. unsre Chr auch mannigfalt. 16. 3ch werde Gott von Anges 8. Ach Herr, lehr uns bedenken sicht Einst schauen, daran zweifl wohl, Daß jeder von uns sterben ich nicht, In ewger Freud und Se foll, Ja, daß wir hier kein Blei- ligkeit, Die mir bereit. Shm sei ben fehn, Wir müssen gehn, Ge- Lob, Preis in Ewigkeit. lehrt und reich, jung, alt und schön. 17. Jefu Chrifte, Gottes Sohn, Versöhner vor des Richters Thron, Schließ mich in deine Wuns den ein, Du bist allein Der ein'ge Trost und Helfer mein. 9. Das macht die Sünd, o treuer Gott, Dadurch kam in die Welt der Tod; Er nimmt ein jedes Menschenkind, Wie er es find't, Fragt nicht, von welchem Stand wir sind. 18. Amen, mein lieber, treuer Gott, Bescher' uns einen sel'gen 10. Ich hab hier wenig gute Tod. Hilf, daß wir mögen allzu Tag', Mein täglich Brod ist gleich Sn deinem Reich Bald mit Müh und Plag; Wenn mein dir leben ewiglich. Gott will, so fahr ich hin, GeMel. Christ, Alles, was dich. troft im Sinn, Denn Sterben ist nun mein Gewinn. 11. Und ob mich schon die Sünd 580. Herzlich ist mein Ver. langen Nach einem ansicht, Will ich dennoch verzagen sel'gen End, Weil ich hier bin nicht, Sch weiß, daß mein getreuer umfangen Mit Trübsal und Glend. Gott Mir hilft in Noth, Der seinen Sohn gab in den Tod. Ich habe Luft zu scheiden Von dieser bösen Welt Zu fenen ewgen 12. Ich weiß, daß mein Herr Freuden, Sobald es Gott gefällt. Jesus Christ Für meine Sünd' ge- 2. Du kamst, von allem Bösen, storben ist, und auferstanden mir Von Teufel, Tod und Höll Mich zu gut, Der Höllen Glut Hat er Sünder zu erlösen, Drauf ich gelöscht mit seinem Blut. mein' Hoffnung stell. Wie sollte 13. Dem leb und sterb ich im- mir denn grauen, Wenn meine merfort, Uns trennt der Tod nicht Kraft zerrinnt? Auf dich, Herr, hier und dort, Im Tod und Leben will ich bauen, Ich bin deinbin ich sein. Er wird allein Mein selig Kind. ein'ger Troft und Helfer sein. 3. Set noch so süß das Leben, 14. Das ist mein Troft zu al- Der Tod auch bitter mir, Ich will ler Zeit, In allem Kreuz und Trau- mich doch ergeben, zu sterben wil rigkeit; Ich weiß, daß ich am jüng- lig dir. Ich weiß ein beff'res Leben, Tod, Gericht und Ewigkeit. 367 Leben, Zu dem mein Geist geht bin, so betrüben Die Trennung durch den Das willst du, Herr, mir geben: Tod. Beharret im Vertrauen, Gs Der Tod ist mein Gewinn. währt nur furze Zeit, Dann wet4. Der Leib wird in der Erde den wir uns schauen Dort in der Verscharret und verzehrt, Doch, Ewigkeit. um erweckt zu werden, Durch 10. Hilf, daß ich mich nun Christum neu verflärt. Dann wende Zu dir, Herr Chrift, alleucht' ich als die Sonne, Dann lein! Gib mir ein selig Ende, leb' ich ohne Noth In ew'ger Laß bald mich bei dir sein. Führ Freud und Wonne, Was schadet mich in's ewge Leben, Daß du mir der Tod? erworben hast, Du haft, ich darf 5. Ob mich die Welt auch rei- nicht beben, Getilgt der Sünden zet, zu bleiben länger hier, Und Last. mancher immer geizet, Um reich zu fein in ihr: Gottlob, daß ich's nicht achte! Es währt nur furze Zeit; Das Gut, wonach ich trachte, Das bleibt in Ewigkeit. 6. Und wenn auch gleich das Scheiden Von Freunden wehe thut, Daß sie und ich viel leiden: Gott gibt uns Trost und Muth. Dort Eigene Melodie. in des Himmels Freuden, Die uns 581. Freu dich ſehr, o meine erwarb sein Sohn, Wird uns kein Seele, vergiß Tod mehr scheiden, Vereint vor der Noth und Qual! Christus, seinem Thron. dem ich mich befehle, Ruft mich 7. Muß ich auch hinterlassen aus dem Jammerthal. Aus der Die Kindlein, hülflos, klein: Gott Trübsal dieser Zeit Führt er mich wird sie nicht verlassen, Ihr Trost zur Herrlichkeit, Die kein Ohr je und Helfer sein. Drum will ich hat gehöret, Und die ewig, ewig gerne sterben Und trauen meinem währet. Gott, Er läßt sie nicht verderben, Er hilft aus aller Noth. 11. Hilf, daß ich ja nicht weiche Von dir, Herr Jesu Christ. Dem Glauben Stärke reiche In mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, Nimm, Heiland, mich in Acht, Daß ich mag fröhlich fingen: Gottlob, es ist vollbracht! 2. Tag und Nacht hab ich gebeten Zu dem Retter, meinem Herrn. 8. Warum wollt ihr verzagen, Ach, ich war in manchen Nöthen, Wenn ihr so früh verwaist? Gott Und der Trost war mir oft fern. kann euch nichts versagen, Der Wie ein müder Wandrer klagt, junge Raben speist. Die Wittwen Und nach seinem Biele fragt, So und die Waisen Schüßt er mit muß ich mich oft in Thränen Nach Vatertreu, Er wird ste gnädig dem Lebensziele sehnen. speisen, Das glaubt ohn' alle Scheu. 3. Denn wie unter Dornen blühen Rosen, schön wie Morgen9. Ihr alle, meine Lieben, Euch roth, Also gehn durch Angst und fegne, fegne Gott! Laßt euch nicht Mühen Christen hin in Noth und Tod. 368 Das christliche Leben. Tod. Wie die Meereswellen sind,| pfort. Du wirst selig mich reUnd der ungeftüme Wind: So gieren, Und die Bahn zum Himmuß oft im Christenleben Sich mel führen. der Leiden Sturm erheben. 9. Laß einft auf Elias Wagen 4. Welt und Teufel, Tod und Deine Engel bei mir sein, Und wie Hölle, Unser eigen Fleisch und Blut Lazarum mich tragen In den schöSind so vieler Leiden Quelle, Rau- men Himmel ein, Wo die Seel in ben oft den frohen Muth; Trüb- deinem Schooß Ruht erquickt und sal folgt der Freude nach, Und leidenlos, Vis der Leib kommit aus sein Kreuz hat jeder Tag: Ach, den der Erde, Und mit ihr vereinigt heitern Lebensmorgen Trüben oft werde. die bangen Sorgen. 10. Freu dich sehr, o meine 5. Wenn die Morgenröthe schim- Seele, Und vergiß der Noth und mert, Und der Schlaf sich von uns Qual. Christus, dem ich dich bes wend't, Gibts so viel, das uns be- fehle, Ruft dich aus dem Jammerkümmert, Müh und Plag an al- thal. Seine Freud und Herrlichlem End; Und wir essen unser teit Sollst du sehn in Ewigkeit, Brod Oft mit Thränen, Sorg und Mit den Engeln ihm zu singen, Noth; Hört die Sonne auf zu Ihm auf ewig Preis zu bringen. scheinen, So währt doch noch unser Weinen. Mel. Alle Menschen müssen. 6. Leuchte mir mit deiner Gnade, 582. Du, u, o schönes WeltJesu, heller Morgenstern, Daß ich gebäude, Magst ge= deine Kreuzespfade Als dein Jün- fallen, wem du willt! Deine, ach, ger gehe gern. Hilf, daß ich mit so kurze Freude Ist mit lauter Fried und Freud Fahr in deine Herr- Angst umhüllt. Denen, die den lichkeit. Steh mir bei mit deinem Himmel haffen, Will ich ihre Worte Bis an meines Grabes Weltlust lassen; Mich verlangt Pforte. nach dir allein, Jesu, nur bei dir 7. Gläubig will ich zu dir flie- zu sein. hen Auf dem bittern Todesgang, 2. Műde, die der Arbeit Menge Gern zu dir, zur Heimath, ziehen, und der heiße Strahl beschwert, Mit der Liebe reinem Dank. Herr, Wünschen, daß des Tages Länge der einst das Baradies Jenem Gläubigen verhieß, Dahin wollft du mich auch führen, Und mit ewger Klarheit zieren. Werde durch die Nacht verzehrt, Daß sie nach so vielen Lasten Möchten sanft und süße raften; Ich wünsch jetzt bei dir zu sein, Deiner Liebe mich zu freun. 8. Ob mir schon die Augen breben, Und vergeht mir das Gehör, 3. Andre mögen durch die WelKann die Zung auch nicht mehr len Und durch Wind und Klippen sprechen, Und bestnn ich mich nicht gehn, Ihren Handel zu bestellen, mehr: Bist du doch mir Licht und Und da Sturm und Noth ausHort, Leben, Weg und Himmels- istehn; Ich will auf des Glaubens Tod, Gericht und Ewigkeit. 369 bens Schwingen Zu den Ster- gleich, die schnell verblüht; Drum nenhöhen dringen, Ewig da bei mache täglich mich bereit Zumt dir zu sein, Nimm mich in den Hingang in die Ewigkeit. Himmel ein. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, 4. Tausend Brüder, ganze Heere wie ich sterbe, Wie mich des ToVon Bekannten schlafen schon, Und des Hand berührt. Dem Einen ich schiffe noch im Meere, Wo ver- wird das Scheiden herbe, Sanft borgne Klippen drohn, Wo bei wird der Andre heimgeführt. Doch schnellen Wirbelwinden Kein ge- wie du willst! nur das verleih, wisser Weg zu finden. Mich ver- Daß ich getroft im Scheiden sei. langt nach sichrer Ruh, Drum eil ich dem Hafen zu. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher Hügel 5. Komm, o Tod, du Schlafes- einst mich deckt; G'nug, wenn ich bruder, Wenn es Gott will, nimm dieses nur ererbe, Daß ich zum mich fort, Löfe meines Schiffleins Leben werd' erweckt. Wo dann Ruder, Bringe mich zum sichern mein Grab auch möge sein, Die Port. Es mag, wer da will, dich Erd ist allenthalben dein. scheuen, Du fannst mich viel 5. Nun, treuer Vater, wenn mehr erfreuen. Jesu, durch den ich sterbe, So nimm du meinen Tod allein Kann ich ewig Geift zu dir, Ich weiß, daß ich dir sein. dann nicht verderbe, Lebt Christus und sein Geist in mir. Darum erwart ich glaubensvoll, Wo, wie und wann ich sterben soll. bei 6. Soll ich dort die grünen Auen Und den goldnen Himmelsfaal Noch nicht, wie ich wünsche; schauen, Soll ich wandern noch im Thal: O dann fei mein ganzes Leben Dir, o Mel. Alle Menschen müssen. Jeſu, treu ergeben! Das ſei 584. Wenn ich vors Gericht meine Sorg einst bei dir zu sein. man nicht entfliehen kann, Ach, so wollest du mich retten, Und dich meiner nehmen an. Du als Met. Wer nur den lieben Gott. 583. Mein Gott, ich weiß lein, du kannst es wehren, Daß wohl, daß ich ich nicht den Fluch darf hören: sterbe, Ich weiß, wie bald der 3hr, zu meiner linken Hand, Seid Mensch vergeht, und finde hier von mir noch nie erkannt. kein sichres Erbe, Kein Gut, das 2. Herr, ich glaube, hilf mir ewiglich besteht; Drum zeige mir Schwachen, Laß mich ja verzagen in Gnaden an, Wie ich recht selig nicht. Du, du fannst mich stärker sterben kann. machen, Wenn mich Sünd und 2. Mein Gott, ich weiß nicht, Tod ansicht. Deiner Güte will wann ich sterbe, Ob es nicht ich trauen, Bis ich fröhlich werde heute noch geschieht, Daß mich des schauen Dich, Herr Jesu, nach dem Todes Hauch entfärbe, Der Blume Streit In der frohen Ewigkeit. Aa Eigene Das chriftliche Leben. Eigene Melodie. denluft Den Himmel mir ents sen! Gott rief so oft, du hörteft Ewigkeit, du Donner- nicht; Nun trifft dich sein gerecht wort, Du Schwert, Gericht. das unser Herz durchbohrt, Du Anfang sonder Ende! Ewig585. feit, Zeit bhne Zeit! Ich weiß 6. Nun ewig, ewig, ewig fer Von deinem Heil, von deinem Herrn, Den du so frech verachtet! vor Angst und Traurigkeit Nicht, Wie strahlte dir sein Angesicht Im wo ich mich hinwende. Mein Dornenkranz, im Himmelslicht! ganzes Herz erschrickt und bebt, Doch war dein Herz umnachtet. Wenn mir dein Bild vor Augen Du stießest selbst dein ewig schwebt. Glück, Des Heilands Retterhand zurück. 2. Wo ist doch eine Noth der Welt, Die mit der Zeit nicht 7. Nur Sünden kannst du um endlich fällt, Und aufhört uns zu dich sehn, Kein Unheil machst du quälen? Doch ewig, ewig, ewig ungeschehn, Daß du einst angeLeid Erwartet nach der Prüfungs- richtet. Wie starrt des Menschenzeit Die gottverworfnen Seelen. glückes Saat Dich an, durch deine Nie stirbt ihr Wurm, wie Je- Frevelthat Zerschmettert und versus spricht, Erlöschen wird ihr nichtet! Und Giftsaat hast du Feuer nicht. ausgestreut, Die ewig wuchernd sich erneut. 3. Ewigkeit, du machst uns bang, Dewig, ewig ist zu lang! 8. Sieh da, des Elends JamErzittert, sichre Herzen, Erzittert merbild! Es war der Herr, der vor der ewgen Nacht! Da leuch- nun vergilt, Der zu dir kam im tet keiner Sonne Pracht, Kein Armen; Wie leicht war dirs, ihn zu Schein der Himmelskerzen; Nichts, erfreun, Ihm Troft und Schild nichts als tiefe Finsterniß Und und Stab zu sein! Du hattest des Gewissens Schlangenbiß. fein Erbarmen. Ach, hättest du dir Heil gesät! Doch alle Neu ist nun zu spät! 370 4. Nach Kühlung lechzt umsonst daß Herz, Starr blickt das Auge himmelwärts Nach jenen ew'gen 9. Noch ist es Zeit. Wach Freuden; Sieht neiderfüllt die auf, wach auf, Steh still in deiSelgen dort, Und dunkler wird nem Sündenlauf! Sieh bin, º der Schreckensort Und gräßlicher steh mit Beben: Dem tiefsten Ab sein Leiden. Wie Blitz schlägts in die Seel hinein: Auch du, du fönntest selig sein. grund eilest du Wie mit verschlosſnen Augen zu. Steh auf zum neuen Leben! Sieh, ewiges Verderben droht! Steh auf, steh auf vom 5. Und wieder Nacht, und wieder Blitz Herab vom ewgen Rich- Seelentod! terfiß Ins bebende Gewissen! Es 10. Noch ist es Zeit. Auf, beute ruft, sich schwerer Schuld bewußt: noch Wirf ab der Sünde schmählich Weh, weh, daß schnöde Sün- Soch), Und folge deinem Netter, Der Heute Tod, Gericht und Ewigkeit. 371 heute dir so freundlich ruft! Ach, wogen weit Von jenes Lebens morgen droht vielleicht die Gruft, Herrlichkeit! Flammt des Gerichtes Wetter. 4. Im Himmel lebt die ChriEntreißet euch doch schnell, ent- flenschaar Bei Gott viel tausend, reißt Der Sünd euch, weil's noch heute heißt. tausend Jahr, Wird nimmer des sen müde; Umringt vom schönen En 11. Ewigkeit, du Donner- gelchor, Schwingt sie sich froh zu wort. Du Schwert, daß durch Gott empor, Und ewig währt ihr die Seele bohrt! Du Anfang son- Friede; Denn Christus gibt, wie der Ende! Ewigkeit, Zeit ohne er verheißt, Das Manna, das Seit! Ich weiß vor Angst und die Engel speift. Traurigkeit Nicht, wo ich mich 5. Ach, wie verlangt mich of hinwende. Herr Jesu, wenn es von hier, Mein mattes Herz sehni dir gefällt, Nimm mich zu dir sich nach dir, Du überselig Leben! ins Himmelszelt. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. 586. Wann reichst du, Vater, mir die Hand, Wann wirst du mich ins Heimathland, Mich Pilger, einst erheben? Der Welt will ich ver Ewigkeit, du Freu- gefsen ganz, Mich sehnen nach denwort, Das mich des Himmels Glanz. erquicket fort und fort, Du An- 6. Ewigkeit, bu Freudenfang sonder Ende! O Ewigkeit, wort, Das mich erquicket fort und Freud ohne Leid! Ich weiß vor fort, O Anfang ohne Ende! D Herzensfröhlichkeit Nun nichts mehr Ewigkeit, Freud ohne Leid! Sch vom Elende, Das sonst mich hier weiß von feiner Traurigkeit, Wenn im Leben plagt, Weil mir ein ich mich zu bir wende. Herr Jesu, ewger Morgen tagt. mache du mich frei, Damit ich 2. So herrlich ist nichts in ewig bei dir sei. der Welt, Das endlich mit der Seit nicht fällt Und gänzlich muß vergeben. über S alle Zeit 3ft nur die ferne. Ewige 587. wie felig seid ihr doch, ihr Fromfeit, Die wechsellos bleibt ste- men, Die ihr durch den Tod zu hen. Sie strömt von Gottes ew- Gott gekommen! Ihr seid entgan gem Licht, Sie bleibet und ver- gen Aller Noth, die uns noch altet nicht. hält gefangen. Eigene Melodie, 3. Was ist doch aller Christen 2. Muß man hier doch wie im Qual, Die Pein der Märt'rer Kerker leben, Wo nur Furcht und allzumal, So vieles Kreuz und Schrecken uns umschweben; Was Leiden? Was ist's, wenn mans wir hier kennen, Ift meist Mah zusammen trägt, Und alles auf die und Herzeleid zu nennen. Wage legt, Wohl gegen Him- 3. Ihr hingegen ruht in eurer melsfreuden? Wie wird es über- Kammer Sicher und befreit von A a* allem 372 Das christliche Leben. allem Jammer, Kein Kreuz noch mel allezeit Friede, Freud und Leiden 3ft euch hinderlich an euren Seligkeit. Freuden. 4. Unaussprechlich herrlich fins 4. Christus hat getrocknet eure get Gottes auserwählte Schaar, Thränen, Ihr befizet, wonach wir Und das Heilig, Heilig! klinget uns sehnen, Ihr hört und sehet, In dem Himmel immerdar. Welt, Was hier feines Menschen Geist bei dir ist Spott und Sohn, Und verstehet. des Sammers bittrer Ton, Aber 5. Ach, wer wollte denn nicht dort ist allezeit Friede, Freud und gerne sterben, Gern den Himmel Seligkeit. für die Welt ererben? Wer hier noch weilen Und nicht freudig zur Vollendung eilen? 5. Unserm Lachen folgt bald Weinen, Denn die Freude bleibet nicht. Will uns auch die Sonne 6. Komm, o Christe, komm scheinen, So hemmt doch die uns auszuspannen, Lös uns auf, Nacht das Licht. Welt, in dir und führ uns bald von dannen. ist Angst und Noth, Sorgen und Bei dir, o Sonne, Ist der From- zuletzt der Tod, In dem Himmen Herrlichkeit und Wonne. mel allezeit Friede, Freud und Seligkeit. Mel. Alle Menschen müssen. 6. Heil mir! denn es wird 588. Welt hinweg! ich bin geschehen, Daß auch ich in kurzer dein müde, Sch Zeit Meinen Heiland werde sehen, will nach dem Himmel zu. Da In der großen Herrlichkeit. Heil mir! wird sein der rechte Friede Und denn bei uns ist Noth, Müh und des Herzens wahre Ruh. Welt, Furcht, zuletzt der Tod, Aber bei dir ist Krieg und Streit, dort ist allezeit Friede, Freud und Nichts, denn lauter Eitelkeit; In Seligkeit. dein Himmel allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 7. Heil dem, der dorthin gelanget, Wo der schöne große 2. Wenn ich werde dahin kom- Chor In des Himmels Kronen men, Werd ich aller Krankheit pranget, Und die Stimme schwingt los, Und, der Traurigkeit entnom- empor! Denn die Welt hat men, Ruhen sanft in Gottes Schooß. Krieg und Streit, All ihr Thun In der Welt ist Angst und Noth, ist Eitelkeit, In dem HimEndlich gar der bittre Tod, Aber mel allezeit Friede, Freud und dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch 3. Was ist dieser Erde Freude? anbrechen, Stunden, o wann schlaNebel, Dampf und Herzeleid. Hier get ihr, Daß ich nun mit dem auf dieser öden Haide Ist viel Un- tann sprechen, Der mich liebte kraut ausgestreut. Welt, bei dir ist für und für? Welt, in dir ist Sturm Krieg und Streit, Nichts denn und Streit, Trübsal, Noth lauter Eitelkeit, In dem Him- und Traurigkeit, Aber dort ist allezeit Lod, Gericht und Ewigkeit. 373 allezeit Friede, Freud und Se- nen Seligkeiten Wird uns dort ligkeit. der Mittler leiten, Der am Kreuze 9. So will ich mich fertig für uns starb Und uns dieses Heil machen, Daß mein Thun vor dir erwarb. besteh, Daß, mag auch der Welt5. Da wird deiner Frommen bau frachen, Ich zu dir, Herr Menge Ein Herz, Eine Seele Jefu, geb. Welt, in dir ist Angst- sein, Liebe, Dank und Lobgegeschrei, Sünde, Falschheit, Heu- fänge Dir, erhabner Gott, zu chelei, In dem Himmel allezeit weihn, Dir und dem, der selbst Friede, Freud und Seligkeit. fein Leben Willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm besten Freund, Sind wir ewig daim vereint. E Mel. Alle Menschen müssen. 589, wie unausſprechlich 6. Dwer sollte sich nicht seb= selig Werden wir nen, Aufgelöst und da zu sein, im Himmel sein! Da, da erndten Wo, nach ausgeweinten Thräwir unzählig Unfres Glaubens nen, Gwge Güter uns erfreun? Früchte ein. Da wird frei von Wo die Kämpfer stehn mit PalMan statt Klagelieber Leid und Zähren Unser Leben men, ewig währen. Gott, zu welcher Psalmen, Und statt Seufzer JuSeligkeit Führst du uns durch bel hört, Die fortan fein Kumdiese Zeit! mer stört. 2. Hier ist zwar, was du den 7. Was ist unser Loos auf Erden, Frommen Dort für Heil bereitet Obs auch noch so köstlich sei? Ifts haft, Noch in Keines Herz ge- doch nimmer von Beschwerden, Sorg kommen; Welcher Mensch auf und Kummer völlig frei. Schnell Erden faßt Deines Himmels folgt hier auf Lust oft Weinen! große Freuden? Doch nach dieses Dort erst wird die Seit erschei Lebens Leiden Werden Alle, die nen, Wo kein Wechsel mehr dir traun, Mehr noch, als ste uns beugt, Wo das Glück behoffen, schaun. ständig steigt. 3. Neue Wunder deinerGüte Wer- 8. Sei, o Seele, hocherfreuet Ueber den dort ihr Glück erhöhn, Und mit das erhabne Glück, Das dir einst dein staunendem Gemüthe Wird es unser Gott verleihet; Richte deinen GlauAuge sebn, Deine Huld sei über- bensblick Oft nach fener Stadt der schwenglich, Und das Gute un Frommen, Ringe standhaft hinzus vergänglich, Welches dem, der kommen, Trachte, weil du hier recht dich liebt, Deine Vaterhand noch bist, Nur nach dem, was drobort gibt. ben ist. 4. Dann wirst du dich unsern 9. Ohne Heiligung wird KeiSeelen Offenbaren, wie du bist; ner, Herr, in deinen Himmel Keine Wonne wird uns fehlen Da, gehn; Mache denn mein Herz wo Alles Wonne ist. Zu vollkomm- stets reiner, Frömmer mich, dich einst 374 Das chriftliche Leben. einft zu sehn. Hilf du selber ßen Werth. Den Gott der Liebe meiner Seele, Daß sie nicht den werd ich sehn, Ihn lieben, ewig Weg verfehle, Der mich sicher ihn erhöhn. dahin bringt, Wo dein ewges Lob erklingt. 6. Da wird der Vorsicht heilger Wille Mein Will und meine Wohlfahrt sein, Und lieblich Wesen, Heil die Fülle Am Throne Gottes mich ers freun. Dann läßt Gewinn stets 590. Nach einer Prüfung auf Gewinn Mich fühlen, daß ich furzer Tage Er ewig bin. wartet uns die Ewigkeit. Dort, 7. Da werd ich das im Licht erkenbort verwandelt sich die Klage In nen, Was ich auf Erden dunkel sab, göttliche Zufriedenheit. Hier übt Das wunderbar und heilig nennen, die Tugend ihren Fleiß, Und jene Was unerforschlich bier geschab, Welt reicht ihr den Preis. Da denkt mein Geist mit Preis und Dank Die Schickung im Zusammenhang. Mel. Wer nur den lieben. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden Schon manchen selgen Augenblick, Doch alle 8. Da werd ich zu dem Throne Freuden, die ihm werden, Sind dringen, Wo Gott, mein Heil, ihm ein unvollkommnes Glück; fich offenbart, Ein Heilig, heilig, Er bleibt ein Mensch, und seine beilig! singen Dem Lamme, das Ruh Nimmt in der Seele ab erwürget ward, Und Cherubim und zu. und Seraphim Und alle Engel jauchzen ihm. des Kör3. Balb stören ihn pers Schmerzen, Bald das Ge- Schaaren Mich ihnen gleich und 9. Da werd ich in der Engel räusche dieser Welt, Bald kämpft in seinem eignen Herzen Ein heilig sehn, Das nie gestörte Glück Feind, der oft den Sieg erhält, stets umzugehn; Da wird in jes Bald sinkt er durch des Nächsten dem Augenblick Ihr Heil mein Schuld In Kummer und in Ungeduld. erfahren, Mit Frommen fromm Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank 4. Hier, wo die Tugend of bezahlen, Der Gottes Weg mich ters leidet, Das Laster öfters gehen hieß, Und ihn zu Millioglücklich ist, wo man den Glück- nenmalen Noch segnen, daß er mir lichen beneidet, Und des Beküm- ihn wies; Da sind ich in des merten vergißt, Hier kann der Höchsten Hand Den Freund, den Mensch nicht frei von Pein, Nicht ich auf Erden fand. frei von eigner Schwachheit sein. 11. Da rust: o möchte Gott 5. Hier such ich's nur, dort werd es geben! Vielleicht auch mir ein iche finden, Dort werd ich, heilig und Selger zu: Heil sei dir, denn du haft serklärt, Der Tugend ganzen Werth mein Leben, Die Seele mir ge empfinden, Den unaussprechlich gro- rettet, du! O Gott, wie muß das Glüd Tod, Gericht und Ewigkeit. 375 Glück erfreun, Der Retter einer| Hand, Nun ich den Kampf vollenSeele sein! det In jenem Thränenland. Ewigkeit 12. Was sind die Leiden dieser 5. Propheten groß, Apoftel Erden Doch gegen jene Herrlichkeit, hehr und hoch, Blutzeugen ohne Die offenbart an uns soll werden Zahl, Und wer dort trug des schweVon Ewigkeit! ren Kreuzes Joch Und der Tyrannen Wie nichts, wie gar nichts ge- Qual: Ich seh fie ruhmwoll schwegen fie Ist doch ein Augenblick ben 3n felger Freiheit Glanz, Daß voll Müh! eble Haupt umgeben Bon lichtem Sternenglanz. zu Eigene Melodie. 591. 6. Und lang ich an Im schöZerusalem, Du hoch- nen Paradies, Im Heiligthum des gebaute Stadt, Wollt Herrn, Dann schaut mein Geist, Gott, ich wär in dir! Mein Was er einst glaubend pries, hoffend Herz, Das deinen Vor- Was er gesehn von fern. O welche schmack hat, Wie sehnt es sich Jubelklänge Hört mein entzücktes von hier! Weit über Berg und Ohr, Welch hohe Lobgefänge Von Thale, Weit über Flur und aller Selgen Chor! Feld Fleugt's auf zum Himmelssaale, Vergißt die nicht'ge Welt. 7. Da tönen dann Der Engel Harfen laut Um ihren Schöpfer her. Ihr Lied erklingt Dem Gott, 2. O schöner Tag, O selger Aus der Welten baut, Wer ist so groß genblick, Wann bricht dein Glanz wie er? Und Heilig, heilig, beihervor, Da frei und leicht 3u lig! Schallt alle Himmel durch. reinem Himmelsglück Sich schwingt Auf, Seele, fliege eilig Hinauf die Seel empor? Da ich ste zu Gottes Burg. 8. Du bist mein Ziel, Erbabne. Gottesstadt, Wie schlägt mein Herz in mir! Des 3rdischen Und 3. Himmelsburg, Gegrüßet seist seiner Freuden satt Schwing ich du mir! Thu auf die Gnadenpfort. mich auf zu dir, Weg über Erd Wie lange schon Hat mich ver- und Sterne, Reicht, Engel, mir langt nach dir! Ich eile freudig fort, die Hand, Ich seh es in der Fort aus demi böfen Leben, Aus Ferne, Mein hohes Vaterland. jener Nichtigkeit, Der ich war hingegeben In meiner Prüfungszeit. übergebe In Gottes treue Hand, Auf daß sie ewig lebe In jenem Vaterland. 592. Meir Mel. Wie schön leucht't uns der. ein ganzer Geift, Gott, wird ent4. Was für ein Volk, Welch eine edle Schaar Kommt dort ge- zückt, Wenn er zu jenem Himzogen schon! Was in der Welt mel blickt, Den du für uns beVon Auserwählten war, Bringt reitet, Wo deine milde Vaterhand mir die Ehrenfron. Sie wird Aus neuen Wundern wird erkannt, mir zugesendet Aus meines Jesu Die du daselbst verbreitet. Mächtig 376 Das chriftliche Leben. tig Fühl ich mich erhoben, dich 6. Gott, welche Schaar ist dort zu loben, der zum Leben Droben dort will mich erheben. vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, Die find ich droben 2. Was sind die Freuden dieser wieder. Dort sammelt deine Vaters Zeit, Herr, gegen jene Herrlich- band, Die deine Liebe hier verfeit, Die dort bei dir zu finden? band, Herr, alle deine Glieder. Du stellft uns bier auf Erden Ewig Werd ich Frei von Mäns zwar Viel Wunder deiner Güte geln selbst mit Engeln Freund dar, Zu fröhlichem Empfinden: schaft pflegen, O, ein Umgang Doch hier Sind wir Bei den Freu- voller Segen! den noch mit Leiden stets umgeben, Dort nur ist vollkommnes Leben. 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, Der für mich starb? wo glänzt der Thron In jenen Him3. Kein Tod ist da mehr und melshöhen? Dich werd ich da, Herr kein Grab, Dort trocknest du die Jesu Chrift, Der du der Deinen Thränen ab Von deiner Kinder Wonne bift, Einft mit Entzücken seWangen; Da ist kein Leid mehr, hen. Da wird, Mein Hirt, Nichts kein Geschrei, Denn du, o Herr, mich scheiden von den Freuden, machst Alles neu, Das Alte ist die du droben Deinen Freunden vergangen. Hinfort Sind dort Für aufgehoben. gerechte Gottesfnechte keine Blagen Mehr zur Prüfung zu ertragen. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, Die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann ste 4. In deinem höhern Heilig- erwerben. O Jesu, Herr der thum Erschallet deines Namens Herrlichkeit, Du haft die Stätt Ruhm Von lauter frohen Zungen. auch mir bereit't, Hilf fte mir Hier strahlt die Herrlichkeit des auch ererben. Laß mich Eifrig Herrn, Hier schaut man sie nicht Darnach streben, also leben auf mehr von fern, Hier wird sie ganz der Erde, Daß ich dort dein befungen. Völlig Gibt sich Den Erbe werde. Erlöften, sie zu trösten, der zu kennen, Den schon hier fie Vater Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. nennen. 5. Vor seinem Antlitz wandeln 593. 8 ist noch eine Ruh borhanden! Auf, fie, Auf ewig frei von Sorg und müdes Herz, und werde Licht! Du Müh, Und schmecken seine Güte. feufzeft hier in schweren Banden, Nichts stört den Frieden ihrer Und deine Sonne scheinet nicht. Brust Und ihre tausendfache Lust Sich auf das Lamm, das dich Im innersten Gemütbe. Kein mit Freuden Dort wird auf Neid, Kein Streit Hemmt die feinen Auen weiden, Wirf hin Triebe reiner Liebe in den See- die Laft und eil hinzu. Bald len, Die hinfort nun nicht mehr ist der heiße Kampf geendet, fehlen. Bald ist der schwere Lauf vollendet, Tov, Gericht und Ewigkeit. 377 endet, Und du gehst ein zur reichen, Und Jesum, den Erlöser, ergen Ruh. sehn. Da wird er trocknen unsre Thränen Und ftillen seiner Freunde Sehnen, Und mit uns ein zur 2. Gott selber hat sie uns erforen, Die Ruhe, die kein Ende nimmt, Eh noch ein Mensch zur Welt gebo- Freude gehn. ren, hat uns die Liebe sie bestimmt. 6. Kein Durft noch Hunger Der Heiland wollte darum sterben, wird uns schwächen, Denn die Uns diese Ruhe zu erwerben. Er Erquickungszeit ist da. Die Sonne ruft, er lockt une allzumal: Kömmt wird uns nicht mehr stechen, Gott her zu mir, ihr müden Seelen, ist uns, seinem Volke, nah; Er will Bei mir foll euch die Rub selbst bei den Seinen wohnen, Und nicht fehlen, Ich mach euch frei von aller Qual! ihre Treue wohl belohnen Mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Da werden ihre Balmen grünen, Der große Sabbath ist erschienen, Da man von keiner Arbeit weiß. 3. So kommet denn, ihr müden Seelen, Die manche schwere Bürde drückt. Gilt, eilt aus euren Kummerhöhlen. Der Freund ist da, der euch erquickt. Ihr habt des Tages 7. Da ruhen wir und sind in Last getragen, Dafür läßt euch der Frieden, Von Arbeit, Müh und Mittler fagen: Ich selbst will Sorgen los. Ach, fasset dieses Wort, eure Ruhe sein. Ihr, die ihr ihr Müden: Kurz ist die Müh, der seid des Kampfes müde, Mit Lohn ist groß. Drum schwingt euch euch ist Gott, mit euch sein auf, wir müssen eilen, Wir dürfen. Friede; Kommt, geht zur Ruhe hier nicht länger weilen, Dort Gottes ein! wartet schon der Sel'gen Schaar. Wohl auf, mein Geist, zum ew= gen Lohne Erkämpfe deine Siegeskrone; Auf, auf, es kommt 4. Wie fühlt der Kranke sich erquicket, Wenn ihm sein Lager Ruhe schenkt! Der müde Wandrer wird entzücket, Wenn ihn die frische das Rubejahr! Quelle tränft. Doch, was sie beide hier gefunden, Es sind nur flüchtge Mel. Nun preiset Alle. Ruhestunden, Sie währen eine 594. Ich hab von Ferne, Zeit. Die Herr, deinen Thron nur dort oben, Dort ist fte Allen erblickt, und hätte gerne Mein aufgehoben, und bleiber uns in Herz voraus geschickt, und hätte Ewigkeit. gern mein müdes Leben, O Gott der Geister, Dir hingegeben. 5. Dort wird man Freudengarben bringen, Denn unsre Thrä- 2. Das war so prächtig, Was nensaat ist aus. O welch ein Jubel ich im Geist gefehn, Du bist allwird erklingen! Das Kind kehrt mächtig, Drum ist dein Licht so in des Vaters Haus. Schmerz, schön. Könnt ich an diesen hellen Leid und Tod muß von uns wei- Thronen Doch schon von heut an chen, Wir werden unser Ziel er- Auf ewig wohnen! 3. Nur 378 Das chriftliche Leben. 3. Nur ich bin sündig, Der Erde du mußt sterben! Verzage nicht, noch geneigt, Das hat mir bündig betrübter Geift! Der deinen Leib Dein heilger Geist gezeigt. Ich bin zu Moder reißt, Der Tod kann noch nicht genug gereinigt, Noch dich ja nicht verderben. Wenn nicht ganz innig Mit dir verei- Jesu Ruf einst Gräber bricht, nigt. Bleibt auch dein Leib im Staube nicht. 4. Doch bin ich fröhlich, Daß mich fein Bann erschreckt; Ich bin 4. Doch, welch ein Schrecken schon selig, Seitdem ich das ent- ficht mich an, Daß ich nicht ohne deckt. Ich will mich noch im Lei- Schauder kann An Tod, an Grab, den üben, Und dich zeitlebens In- an Zukunft denken? Schrecken, brünftig lieben. der die Seele faßt, Wenn der 5. Ich bin zufrieden, Daß ich die gehäuften Sünden Laft Mich Stadt gesehn, und ohn Ermüden will zum finstern Abgrund senWill ich ihr näher gehn, Und fen, Wenn des Gewissens streng ihre Hellen, goldnen Gassen Nie Gericht Mir mein verdientes Uraus den Augen Mir schwinden theil spricht. laffen. 5. Heil mir, in meines Jesu Blut Wird meiner Thränen bittre Fluth Dich, Vater, zum Verzeihn bewegen! Ich weiß, o Gott, dein Herze bricht, Du willst den Tod Und rafft uns aus der Sterblich- des Sünders nicht, Drum eil feit Zu künftgen Qualen oder ich dir zerknirscht entgegen. Freuden! Kein Geist ist, der so Ich laß dich nicht, ich halte schnell gedenkt, Als sich die schnelle dich, Gott, mein Erbarmer, fegne Zeit versenkt, In's Meer der Ewig- mich. keit zu scheiden. Es eilt ein jeder Augenblick, Er eilt und fehret nie zurück. 6. Du Freund, den meine Seele liebt, Den meines Herzens Noth betrübt, Ich komm zu dir, ach, laß 2. Mein Gott, dir ist allein dich finden. Ich setze mein Verbekannt, Wie, wann und wo traun auf dich, Mein Jesu, du einst deine Hand Mir winkt, dies starbst auch für mich, Lu tilgest Leben hier zu enden. Ach, laß ja auch meine Sünden. Ich bleib denn aus Barmherzigkeit Mich an dir, mein Glaub, ist groß, meine furze Lebenszeit In schnö- Tein Blut spricht mich von Sün der Weltluft nicht verschwenden, den los. Erfülle mich mit Sterbensfraft, Eh mich der Tod von binnen rafft. Mel. O Gott, der du ein Heerfürst. 595. Mie eilend fleucht des Lebens Zeit 7. So sterb ich mit getrostem Muth, Ich feb ihn, seb sein Sühnungsblut, Ich sehe seinen Himmel 3. Mich weck und rühre fort offen. Mein Jesus läßt von sei und fort Das traurige, doch selge nem Thron Mich den erworbnen Wort: Bestell dein Haus, denn Gnadenlohn, Der Seligkeiten Fülle hoffen, hoffen. Fleuch hin, des Lebens furze Zeit! Ich freue mich der Ewigkeit. Tod, Gericht und Ewigkeit. 1 Mel. Meinen Jesum laß ich. 597. Endlich, endlich muß Eigene Melodie. es doch mit der Noth ein Ende nehmen, Endlich bricht uletzt gehts wohl dem, das harte Joch, Endlich schwindet der gerecht auf Erden, Angst und Grämen, Auch der Durch Christi Blut ein Erbe schwerste Sorgenstein Wird dann Gottes war. Es kommt zuletzt ganz gehoben sein. 596. 2 das angenehme Jahr, Der Tag 2. Endlich bricht man Rosen des Heils, an dem wir fröhlich ab, Endlich kommt man durch die werden. Wüsten, Endlich muß der Wan2. Zulegt gibt Gott, wonach derstab Sich zur letzten Reise rü-* wir uns gesehnet, Wenn Glaub sten, Endlich bringt die Thränenund Lieb im Kreuz bewähret ist, saat, Was die Freudenerndte hat. Und man Geduld an unsern Stirnen liest, Wenn wir genug sind von der Welt verhöhnet. 3. Endlich sieht man Canaan Nach Egyptens Diensthaus liegen. Endlich trifft man Tabor an, 3. Bulegt reicht man den Sie- Wenn der Delberg überstiegen. gern ihre Kronen, Und führet fie Endlich geht ein Jacob ein, Wo vom Feld ins Vaterland, Wo kein Esau mehr wird sein. schon bereit der selge Ruhestand, 4. Endlich, o du schönes Wort! Dadurch der Fürst den Kampf Du kannst alles Kreuz versüßen. pflegt zu belohnen. Wenn der Felsen ist durchbohrt, 4. Zuletzt macht. Gott das Läßt er endlich Balsam fließen. Wasser selbst zu Weine, Der al- O mein Herz, drum merke dies: len Gästen Herz und Sinn er Endlich, endlich kommt gewiß! freut, Im Glauben stärkt die neuen Hochzeitsleut'; Da sieht man nun, wie gut er's mit uns 598. Noch wallen wir im Mel. Kommt her zu mir, spricht. meine. Thränenthal, Ge5. 3ulest nimmt Gott nach lan- drückt von Kummer, Müh und gem Kampf die Seinen Ins Pa- Qual, Doch nur noch wenig Tage, radies, ins Lebens liebe Reich, Und Dann ruft uns Gott aus dieser machet fle den Engeln Gottes gleich; Zeit Hinüber in die Ewigkeit, Zuvor läßt er sie manche Thränen, Und endet jede Plage. weinen. 379 513513 ins 2. Den Leib legt man 6. Zuletzt! merk's wohl und halte stille Grab, Zum Staube sinkt nur fein stille, O liebes Herz, dem, der Staub hinab, Sinft wird ihn der dich erst betrübt, lind doch Gott beleben. Mit freiem Flug dabei fürwahr dich herzlich liebt. und frohem Blick Kehrt der ent= Gedenfe nur: es ist so Gottes bundne Geist zurück Zu dem, der Wille. ihn gegeben. 3. D 380 Das chriftliche Leben. 3. D welch ein Glück, vor lig leben. Ich Sünder werd von Gott zu stehn! O Freude, Jesus, Günden rein, Ich Sterblicher un dich zu sehn Und deines Reiches sterblich sein, Anbetend dich ers Glieder! Bu sehen dich in deinem heben. Licht Von Angesicht zu Angesicht, Dich, ersten aller Brüder! 6. Und aller hohen Geiftet Schaar, Und was auf Erden 4. Wie werd ich dann mich heilig war, Sind Alle meine deiner freun, Wenn zahllos der Brüder; Sie alle sind vereint mit Erwachten Reihn Vor dir ver- mir, Und singen, treuer Heiland, sammelt stehen! Wenn du dann dir Des Dankes Jubellieder. meinen Namen nennst, Und vor 7. Wie ist der Seligkeit so den Engeln mich bekennst, Die viel! O Freuden ohne Maß und dich mit mir erhöhen! Ziel, Weit über alles Hoffen! O 5. Ich, der noch forget hier Ewigkeit! o Ewigkeit! Was ist und weint, Ich werde, wenn dein das Leiden dieser Zeit? 3ch seb Tag erscheint, Verklärt und se- den Himmel offen. Vierte Vierte Abtheilung. Besondere Zeiten und Verhältnisse. I. König und Obrigkeit. Mel. Freh dich sehr, o meine. Die das Herz des Volks erneut, Daß es unserm Königsstamme 599. Vater, fröne du mit Liebe bis zum Tode weiht. In Segen Unsern Kö- der Zeiten langer Nacht Haft du nig und sein Haus, Führ durch über ihn gewacht, Du erhieltest ihn auf deinen Wegen Herrlich ihn uns gnädig, Segne, segne deinen Rathschluß aus. Deiner unsern König. Kirche sei er Schutz, Deinen Fein- 5. Fürchtet Gott, den König den biet er Truß. 2. Rüft ihn mit des Glaubens Schilde, Reich ihm deines Geistes Schwert, Daß Gerechtigkeit und Sei du dem ehret! Das, o Herr, ist dein GeGesalbten gnädig, Segne, segne bot, Und du hast es selbst bewähunsern König. ret, Warst gehorsam bis zum Tod. Wer dich liebt, der folget dir. Drum so beten alle wir: Vor dem Bösen schüß uns gnädig, Gott, Milde Ihm des Friedens Heil erhalte unsern König. gewährt. Mach ihm leicht die 6. Gib uns Muth in den Geschwere Last, Die du auferlegt fahren, Wenn der Feind uns ihm baft. Sei in Jesu du ihm ernst bedroht, Daß wir Treue gnädig, Schütze, segne unsern dann bewahren, Gehen freudig König. in den Tod. Du bist unser 3. Sammle um den Thron die Siegspanier! Gott mit uns! ſo Treuen, Die mit Rath und from flegen wir.. Deine Treuen frönst mem Flehn Fest in deiner Streiter du gnädig: Segne, segne unsern Reihen Für des Landes Wohlfahrt König. stehn. Baue um den Königsthron Eine Burg, Gottessohn. Sei du ihm auf ewig gnädig, Leite, fegne unfern König. 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden Auch in unserm Lande aus, Daß wir deine Bürger wer den, Bieben in dein Vaterhaus. Frieden und Gerechtigkeit Gib 4. Nähre du die heilge Flamme, uns, Allgemeine Landesangelegenheiten. 3. Laß uns, von ihrer Macht beschüßt, Des Friedens Glück ge nießen, Erwerben, was dem Leben müßt, Und seine Müh versüßen. Nie fehle einer guten That, Die 600. Erhalt uns, Herr, die sie mit dir begonnen hat, Dein Mel. Es spricht der Unweisen. Obrigkeit, Die du segnendes Gedeihen. uns gabft auf Erden, Mit Wohl- 4. Gib denen Eifer, Fleiß und stand und mit Sicherheit Durch Treu, Die ihr sind untergeben, ffe beglückt zu werden. Verleih Taß Jedermann befliffen sei Nach ihr Weisheit, Luft und Kraft, seiner Pflicht zu leben. Erleichtre ibr Was wahres Wohl dem Lande des Lebens Müh, Mit deinem Seschafft, Mit Sorgfalt wahrzu- gen kröne sie, Und sei ihr Lohn nebmen. auf ewig. 382 uns, Gott, zu aller Zeit. Set du deinem Volke gnädig, Segne, segne unsern König. 2. Gib, daß fie, gleich gefinnet 5. Laß sie mit uns vereinet bir, Uns väterlich regiere, Daß sein, In deiner Furcht zu leben, jeder Bürger unter ihr Ein ruhig Und vor der Rechenschaft fid Leben führe. Laß sie der Unschuld scheun, Die fie dir einst muß ges Zuflucht sein, Und jeden Redli- ben; Daß so vor deiner Majestät, chen erfreun, Dem Unrecht kräftig Die über alle Hoheit geht, Re steuern. gent und Volk fich beuge. II. Allgemeine Landesangelegenheiten. 1. Saat und Erndte. Mel. Nun freut euch, lieben. gen. Der Landmann baut umsonst das Land, Wenn deine milde 601. baut, Gott auf Vaterhand nicht seine Arbeit dein Geheiß Der segnet. Menschen Hand die Erde, Voll 3. So fröne denn mit FruchtHoffnung, daß ihr reger Fleiß barkeit Das Land nach deiner Von dir geſegnet werde. Auf Güte, Und wenn die Aussaat dein Versprechen trauen fie: Du uns gedeiht, O Vater, so versollst dein Brod bei Fleiß und büte, Daß Froft und Sturm und Müh, So lang du lebest, essen. Hagelschlag Sie nicht zerstörend 2. Noch immer traf dies Wort treffen mag, Nicht Fluth fte überauch ein; Gib ferner deinen Se schwemme. gen, Daß Saat und Pflanzen wohl 4. Wir traun auf dich, o gugedeihn, Gib Sonnenschein und Rester Gott, und lassen dich nur malten. Saat und Erndte. 383 walten. Du kennst am besten nach deinem Reiche lenken, Dich unsre Noth, Und kannst uns leicht preisen stets durch fromme That. erhalten. So wirst du uns zu 5. Was du uns gabst, wohl andeinem Ruhm, Auch uns, dein zuwenden, Verleih uns Weisheit Volk und Eigenthum, Noch fer- und Verstand. Bewahr uns, daß ner wohl versorgen. Mel. Die Tugend wird durch's. wir nicht verschwenden Die rei= chen Gaben deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen, 602. Wir Alle, Gott und Und dankbar im Genusse fein. Vater, bringen Dir Gib, daß mit ruhigem GewisPreis und Dank im Heiligthun, sen Wir deiner Güte stets uns Und unsre frohen Herzen sin- freun. gen Von deines Namens hohem 6. Auch für den Armen kam Rubm. Gekrönt hast du mit dei- dein Segen In solcher Füll auf ner Milde Rings um uns her das uns herab, Wir wollen liebreich ganze Land, Dein Segen strömt seiner pflegen Von dem, was auf die Gefilde Aus deiner rei- deine Milde gab. Er danke heute chen Vaterhand. mit uns Allen, Frohlocke laut, 2. Du schenktest Sonnenschein und bete an, Daß du nach deinem und Regen Für jede Frucht zu Wohlgefallen So Großes baft an rechter Zeit, Und gabft Gedeihen, uns gethan. Kraft und Segen Dem Samen, den wir ausgestreut. Für MilMel. O, daß ich tausend. lionen deiner Kinder Reicht deiner 603. Dir, milder Geber alGaben Fülle hin, Du nährst den ler Gaben, Herr, dir Frommen und den Sünder it gebühret Dank und Ruhm, Denn ewig treuem Vaterfinn. Alles, was wir sind und haben, 3. Du gibst, uns liebreich zu 3st ja dein Werk und Eigenversorgen, Mehr, als wir bitten thum. Mein Lobgefang steigt auf und verstehn; Du wachst am zu dir, O neige, Herr, dein Ohr Abend und am Morgen, Und hö- zu mir. rest unser gläubig Flehn. Selbst 2. Die kleinste deiner Kreatuunsern Undank, unsre Sünden ren Macht deine Weisheit offenVergibst du, der die Liebe ist, Wir bar, Du zeigest deiner Güte Spuschmecken täglich und empfinden, ren Und deine Macht von Jahr Wie gütig, Herr, du Allen bist. zu Jahr. Der kleinste Halm ruft laut uns zu, Daß niemand mächtig sei als du. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, Die weiter als die Wolken reicht? Wer dürfte undank- 3. Du sorgft für uns nach bar vergessen Die Treue, die nie Vaterweise, Erhältst die Werfe von uns weicht? Wir wollen dei- deiner Hand, Gibst allem, was ner stets gedenken, Deß Wohlthun da lebet, Speise, Beschirmst und uns begnadigt hat, Das Herz fegneft jedes Land. Du liebest un. veränderlich, 384 Allgemeine Landesangelegenheiten. veränderlich, Der Bösen selbst er- Geben. Was wir aus feiner Hand barmst du dich. empfahn, Genüget uns zum Leben. 4. Voll ist der Erdkreis deiner Er nimmt und gibt, Weil er Güte, Und deiner Weisheit ist er voll. uns liebt. Laßt uns in Demuth Herr, unterweise mein Gemüthe, schweigen, Und vor dem Herrn uns Wie ich dich würdig loben soll. beugen. Dir dankt nur wahrhaft, wer dich liebt, Dich, der uns so viel Gutes gibt. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Wer darf sein Walten richten, Wenn er, eh man noch ernd5. Das Saatkorn wird in dei- ten kann, Den Segen will vernem Namen Auf Hoffnung in nichten? Weil allein Der das Land gestreut, Du schirmst, Schatz will sein, So nimmt er Allmächtiger, den Samen, Dein unsre Güter, Zum Heile der Geist der Erde Fruchtbarkeit. Du müther. gibst allein zur Arbeit Kraft, Du bist's, der das Gedeihen schafft. wohlgethan, Es geh nach seinem 4. Was Gott thut, das ist 6. Mild öffnest du den Schooß Willen! Läßt es sich auch zum der Erde, Du tränfft die Flur von oben her, Gibst, daß die Mangel an, Weiß er ihn doch Sagt erquicket werde, Und machst zu stillen. Wer als ein Chrift die Aehre segenschwer, Du träu- Genügsam ist, kann auch in wefelst mit dem fühlen Thau Die nig Gaben Mit Dankbarkeit sich Fruchtbarkeit auf Feld und Au. laben. 7. Kommt, preift des Schöpfers 5. Was Gott thut, das ist Huld und Stärke, Bringt seinem wohlgethan! Das Feld mag trauNamen Ehre dar! Groß ist der rig stehen: Wir gehn getroft auf Herr, und seine Werke Sind herr- seiner Bahn, Und wollen ihn erlich, groß und wunderbar. Wie höhen. Sein Wort verschafft Uns köstlich ist dein Lob, wie schön! Lebenskraft, Es nennt uns GotKommt, laßt uns seinen Ruhm tes Erben: Wie können wir vererhöhn. derben? 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Wie er's auch mag beschlie sien! Und blüht um uns kein Ganaan, Wo Milch und Honig flies denken Gottes Kinder. Wer auch ßen: Er, unser Gott, Weiß, was nicht reichlich erndten kann, Den uns noth, Und wird es gern uns liebt Gott doch nicht minder. Er geben. Kommt, laßt uns ihn erzieht das Herz Doch himmelwärts, heben. Obgleich wir oft auf Erden Beim Mel. Was Gott thut, das. 604. Was Gott thut, das ist wohlgetban! So Mangel traurig werden. Mel. Nun laßt uns Gott dem. 2. Was Gott thut, das ist 605. Der Vater sei gepries wohlgethan, Im Nehmen und im Der Cardumy fich Deffentliche Noth im Allgemeinen., 385 sich bewiesen. Am frohen Erndte-| 6. Wenn wir die Armen nähtage Verstumme jede Klage. ren, Den Kranken Trost ge2. Wir streuten unsre Saaten, währen, Die Irrenden Irrenden beraUnd hofften ihr Gerathen; Sie then, Dann streun wir Gottes schliefen still verborgen Zum fro- Saaten. hen Erndtemorgen. 7. Das Gute, das wir säen, 3. Der Leben uns geschenket, Kann nimmer untergehen; Sind Hat sie mit Thau getränket, Der wir schon längst geschieden, Blüht Liebe treues Walten Hat unsre Gottes Saat im Frieden. Saat erhalten. 8. 8 naht der Erndtemorgen, 4. Der Sturm, der Frost und Wo Freude kommt aus Sorgen. Regen Ward ihr zum reichen Se- Die hier im Glauben starben, Sie gen; Aus eines Körnleine Hülle bringen volle Garben. Erwuchs die Segensfülle. 9. Was kümmern uns die 5. O säet froh im Glauben, Stürme? Ob sich die Fluth Laßt euch den Muth nicht rau- auch thürme, Wir freuen uns ben, Wenn ihr auch hier nicht im Hoffen, Uns bleibt der Himsehet, Daß eure Saat erstehet. mel offen. 2. Deffentliche Noth im Allgemeinen. Eigene Melodie. lich, Herr, allen, die drum bitten dich, Im Namen des Herrn Jesu enn wir in höch- Christ, Der unser Heil und Mittften Nöthen sein, ler ift. 606. Wen Und wissen nicht, wo aus noch 5. Drum kommen wir, Herr, ein, Und finden weder Hülf noch unser Gott, Und klagen dir all Rath, Ob wir gleich sorgen früh unsre Noth, Weil wir jetzt stehn und spat: verlassen gar In großer Trübsal 2. So ist das unser Troft al- und Gefahr. ein, Daß wir zusammen insge= 6. Zwar unsre Sünd ist schwer mein Zu dir dann rufen, treuer und groß, Doch sprich uns, Herr, Gott, Um Rettung aus der Angst und Noth; aus Gnaden los, Steh uns in unserm Elend bei, Mach uns von allen Plagen frei. 3. Und heben unser Aug und Herz Zu dir in wahrer Reue 7. Dann danken und lobsingen Schmerz, Und flehn dich um Be- wir Mit freuderfülltem Herzen dir, gnadigung Und aller Strafen Lin- Gehorchen deinem theuren Wort, derung; Und preisen, Herr, dich hier und 4. Die du verheißest gnädig- dort. Bb Mel. 386 Allgemeine Landesangelegenheiten. liebt, So wird, was uns betrübt, Uns doch zum Heil gedeihen. Wer deiner fich kann freuen, Dem wird auch deine Gnade Zum Licht auf Mel. Auf meinen lieben Gott. 607. szüchtigt deine Hand, DHöchster, jetzt das Land. Zu deinem Vaterherzen Er- dunklem Pfade. hebt in bittern Schmerzen Sich 9. So stärke denn das Herz, Daß das Geschrei der Armen, Erhör auch im größten Schmerz És nie es aus Erbarmen. an Muth uns fehle. O sprich zu 2. Du siehst des Landes Noth, unfrer Seele: Getrost! dich soll Sie kam auf dein Gebot. Du kein Leiden Von meiner Liebe kannst mit mächtgen Händen Sie scheiden. lindern und auch enden. Ein 10. Am Schluß von unserm Lauf, Wort aus deinem Munde Ver- Dann klärt sich Alles auf, Dann ändert Zeit und Stunde. wird die Aussicht heiter, Dann 3. Herr, wir murren nicht, thränt kein Auge weiter, Und die Gerecht ist dein Gericht Bei Al- ses Lebens Leiden Verwandeln sich lem, was wir dulden, Denn groß in Freuden. sind unsre Schulden, Und du bestrafft uns minder, Als wir's Mel. Auf meinen lieben Gott. verdient, wir Sünder. 4. Doch, Bater, deine Huld 608. 2, uns bedrückt jest Noth, Komm, bili Sft größer als die Schuld. Ge- uns, treuer Gott! Von Keinem denke an die Deinen, Die reuig kann auf Erden Uns sonst gevor dir weinen, Gedenke mit Er- holfen werden; Hörst du nicht barmen An die gebeugten Armen. unser Flehen, Dann müssen wir 5. Verkürze, gnäd'ger Gott, Die vergehen. Dauer unfrer Noth. Laß uns, die ängstlich flehen, Trost und Erquicklung sehen, Verwandle alles Leiden In neue Lebensfreuden. 2. Es kommt von dir ja her, Und nicht von Ungefähr, Ift Strafe unsrer Sünden, Ach laß dich gnådig finden, Vergib doch aus Er 6. Doch wenn, Herr aller Welt, barmen Die Sündenschuld uns Es dir noch nicht gefällt, Die Armen. Trübsal zu entfernen, So stärk 3. Gib uns jetzt deine Gnad, uns, daß wir lernen Mit ehr- Geduld und guten Rath, Laß furchtsvollem Schweigen Vor dir, unser heißes Flehen Dir wohl zu Herr, uns zu beugen. Herzen gehen. O laß um Jesu wil7. Ja, deine Züchtigung Führ len Sich diese Noth bald stillen. uns zur Besserung. Laß ste die 4. Sprich, mein Gott, nur ein Sichern schrecken, Die Schläfri- Wort, So muß das Unglück fort. gen erwecken, Auf dein Gebot Bedrohe, mein Erretter, Du doch zu merken, Und redlich Fromme das Unglückswetter. Du kannst, stärken. du kannst es wenden, Und Hülfe 8. Wenn dich das Herz nur zu uns senden. 5. Ach, Deffentliche Noth im Allgemeinen. 387 5. Ach, nimm von uns die Laft, 7. Trau auf Gott, wenn's stürmt Der du Erbarmen haft. Geheiligt fei dein Wille, O mache du uns stille, Nimm, was dir ist zuwider, Sieh gnädig auf uns nieder. und schneiet, Wenn die Donnerwolke schreiet, Wenn dich trifft das böse Wetter, Denn Gott ist allein dein Retter. 6. Dir sei es heimgestellt; 8. Trau auf Gott in allen Wenn es dir woblgefällt, So Sachen, Denn er kann den Aushilf, hilf; uns ist bange, Ver- schlag machen. Trau auf Gott in ziehe nicht so lange. Wir spre- allen Dingen, Dann wirst du ein chen darauf: Amen, In unsers Danklied singen. Jesu Namen. Eigene Melodie. 610. Mel. Was sorgest du, sei stille. Gott, mein Schuß, was sollt in bösen 609. Trau auf Gott in allen Sachen, Die dich Zeiten, Was sollt ich fürchten in jetzt so traurig machen. Trau auf Gefahr? Wer dir vertraut, hat Gott in allen Dingen, Die dir dich zur Seiten, Du hilfft ihm zu dem Herzen dringen. wunderbar. 2. Trau auf Gott in Seelen- 2. Wenn über ihm die Wolken plagen, Wenn dich deine Sünden Flammen speien, Geht er getroft nagen, Denn Gott ist in solchen an deiner Hand, Getroft durch Schmerzen Balsam deinem wun- dürre Wüsteneien Und brennend den Herzen. beißen Sand; 3. Trau auf Gott, wenn böse 3. In franker Luft und mitten Seuchen Weit umber im Lande unter Leichen, Wenn wüthet rings schleichen, Denn er fann dich soumher der Tod, Auf schwarzen bedecken, Daß dich keine darf an Flügeln fauler Seuchen Ein schnell stecken. Verderben droht. 4. Trau auf Gott in Kriegsge 4. Getrost durch dich, getrost fahren, Denn er weiß dich zu be- in dem Gewissen, Verachtet er wahren. Er kann machen, daß des Schmähers Wuth, Und tritt die Feinde Werden deine besten in Gottes Kraft mit Füßen Auf Freunde. ihre Natternbrut. 5. Trau auf Gott in Hungersnöthen, Dann wird dich kein Hunger tödten. Wächset gleich kein Korn auf Erden, Dann wird Brod aus Steinen werden. 5. Spricht glaubensvoll: Der Herr steht mir zur Seiten, Der Herr ist meine Zuversicht! Und er, sein Retter, hilft ihm streiten, Sein Gott verläßt ihn nicht. 6. Trau auf Gott bei dürren Zeiten, Denn er wird vom HimMel. Wer nicht mit den. mel leiten Seines Segens reiche 611. Heil, seil dem Man Quellen, dein zufries den stellen. der vom Rath Fern fliehet, nicht betritt Bb ber 388 Allgemeine Landesangelegenheiten. der Sünder Pfad, Und sich vom losen, nein, Die sind wie Spreu, Sig der Spötter weit entfernet! ein Wind wird ste zerstreun. Det Dem Manne Heil, der ruhig Sünder, die des Herrn Gesetz verWeisheit lernet, Der fich das schmähen, Soll keiner je in dem Recht des Herrn zur Freude macht, Gericht bestehen. bestehen. Wenn Wenn Gott Und sein Geseß erforschet Tag das Recht in der Gemeine spricht, und Nacht. So gehen sie mit den Gerechten 2. Ein Baum, am Bach ge- nicht. pflanzt, strebt hoch empor, Bringt 4. Des Frommen Weg, um Blüth und Frucht zur rechten Himmel ganz gewandt, Geht eins Zeit hervor, Steht unentlaubt, fach fort, steht unter Gottes Hand. mit hoher Pracht geschmücket, Daß Gott blickt herab auf ihn mit sich an ihm der Wanderer er- Wohlgefallen, Schüßt seine Tritt quicket. So grünet der Gerechte und läßt ihn ficher wallen. Allein jederzeit, Er lebt und wächst, und der Weg, der den Gottlosen führt, all sein Thun gedeiht. Weicht immer ab, bis er sich 3. So ist es nicht mit den Gott- ganz verliert. 3. Krieg und Friede. Mel, Wer nur den lieben. Herr, zu uns geführt. Du 612. & giebt, o Gott, ein rufft: ihr Völker, rüstet euch! Kriegeswetter Setzt Sei du für uns, so fehlt ihr über unserm Haupt einher. Bist Streich. du, Herr, hier nicht unser Retter, 4. Je weniger sich uns will zeiSo ist's für unser Land zu schwer. gen, Woher die Hülfe kommen Sieh, wie die Fürsten sich ent- soll, Je mehr Gefahr und Blage zwein und sich zu unterdrücken steigen, Sich alles zeiget schreckens voll: Se größer mache das Ver 2. Drum laß uns hier allein, traun, Gott, allein auf dich dräun. o Vater, Auf dich und deine zu schaun. Vorsicht schaun, Auf dich, den 5. Was hilft der Heere große mächtigsten Berather, Und nicht Menge? Was hilft dem Riesen auf Menschenhülfe baun, Die seine Macht? Der Roff und ohne dich uns gar nicht nüßt, Wagen dicht Gedränge Hat nie Die nur durch dich uns fräftig allein den Sieg gebracht. Der schützt. Mensch vertraut darauf so gern, 3. Kein blinder Zufall herrscht Jedoch der Sieg kommt nur vom auf Erden, Du bist es, der die Herrn. Welt regiert. Laß uns der Heere 6. Drum werf ich mich in deine Spott nicht werden, Die du, o Arme, Du Vater der Barmhers zigkeit, Krieg und Friede. 389 sigkeit, Und flebe voll Vertraun: Herr geftritten! Die Sieger nur erbarme Dich über uns in schwe- hat er verföhnt, Als er für uns rer Zeit. Laß Gnade noch für gestritten. Recht ergehn, So bleiben wir noch aufrecht stehn. 2. Miterben, baltet an und sebt Empor zum großen Lohne, Denn 7. Doch findet, Herr, dein nur durch unsre Feinde geht Der weifer Wille Noch ferner Züch- Weg zu fener Krone. Ob tautigung für gut: Wohlan, so send auch Zur Rechten euch, Zur sänken: Geschweig ich, und bin stille Bei Linken tausend dem, was deine Weisheit thut. troft! ihr kämpft für Gottes Ich, dein Geschöpf und auch dein Reich, Er wird die Kron euch Kind, Weiß, daß es Vaterschläge schenken. find. 3. 3mar groß ist unfres Kampfs 8. Herr, nimmer schreibe meine Gefahr, Doch laßt uns nicht erSeele Dir etwas vor im stolzen schrecken. Mit uns ist Gott, und Wahn, Und wenn ich so vermessen wunderbar Wird uns sein Schild feble, So zeig mir meine Thor- bedecken. Es stärkt der Held, Der Wenn wir um beit an. 3ft gleich, was deine stärken kann, Weisheit thut, Mir oft ein Räthfel, ifts doch gut. Hülfe fleben. Er reicht den Har nisch, legt ihn an, So könnt ihr muthvoll stehen. 9. Ja, nicht im Borne, nicht 4. Mit seiner Hölle Graun umim Grimme Ergeht dein ernstes Strafgericht. Wir hören unsers hüllt Schießt Satan Flammenpfeile. Vaters Stimme, Zeigt sich auch Ergreift, ergreift des Glaubens ernst dein Angesicht. Du läuterst Schild, Schüßt euch mit Christi unser fündges Herz Durch Angst Heile. Mit diesem Helm Deckt euer und Bein, durch Noth und Haupt, Kämpft mit des Geistes Schmerz. Schwerte, Das ist es, was kein Tod euch raubt, Das mächtige, bewährte. 10. Zuleht wird jeder sagen müfsen: Das hat Gott, unser Gott, 5. Wer überwindet," soll den gethan; So brach er nach verborgnen Schlüssen Zum bessern Siele Tod, Den- ewgen Tod nicht sehen. uns die Bahn. Zuletzt errettet deine Verging er auch in seiner Noth, Hand, Barmherz'ger Gott, das Vaterland. Dort wird er nicht vergehen. 3ft wobl vollbracht Der ernste Streit: Nach seinen kurzen Leiden Wird euch der Unschuld weißes Kleid, Gerechtigkeit bekleiden. O 613. Mel. Herre Gott, dein göttlich. hr Mitgenossen, auf zum Streit, Damit 6. Ach, Hüter, ist die Nacht uns Gott belohne! Es gilt das bald hin, Die dunkle Nacht der Reich der Herrlichkeit, Der Ueber- Erden? Wenn ich einft Ueberwinwinder Krone. Der Weichende der bin, Wird Licht das Dunkel Wird nicht gekrönt. Wie bat der werden. Dann seh ich dort Im Lebensbuch, 390 Allgemeine Landesangelegenheiten. Lebensbuch, Dank sei dir! meinen ren? Willst du dein freundlich Namen. Des Kampfs, des Lei- Angesicht Nicht wieder zu und dens ist genug, Erlöset bin ich, fehren? Gott, unser Heiland, o Amen. erfreu mit deinem Gnadenschein aufs Neu Uns, die dein Zorn ers schrecket. Eigene Melodie. 614. Mär Gott nicht mit 3. würde mit Posaunenuns diese Seit, schall Des Ewgen Wort gehöret, So soll Ifrael sagen, Wär Gott Daß Frieden sein soll überall, Wo nicht mit uns diese Zeit, So Christus wird verehret, Daß Alle, müßten wir verzagen, Die so ein denen er bekannt, Die Waffen armes Häuflein find, Veracht't legten aus der Hand, Und bauten von so viel Menschenkind, Die an Friedenshütten! uns setzen alle. 4. Ihr zagt nicht, Heilige bes 2. Auf uns ist zornig stets ihr Herrn! Der Muth, der euch be Sinn. Hätt Gott es zugegeben: feelet, Hält die Verzweiflung von Verschlungen hätten sie uns hin euch fern, So Gottvergeffne quäMit ganzem Leib und Leben. let. Gott, der da waltet weit Wir wären, wie mit Fluth er- und breit, Ift auch zu helfen fäuft, Als über die groß Was stets bereit All'n denen, die ihn fer läuft, Und mit Gewalt ver- fürchten. schwemmet. 5. Su ihm sei unser Herz ges 3. Gott Lob und Dank, der nicht wandt, Er wird zu uns fich zugab, Daß uns ihr Schlund mög wenden. Der Herr mit seinet fangen. Wie Vögel kommen Strickes starken Hand Wird alle Drangs ab, 3st unsre Seel entgangen; sal enden, Auf daß zu seines Na Strick ist entzwei, und wir sind mens Ruhm Des ganzen Volkes frei. Der Nam' des Herren steh Eigenthum Sei Wohlfahrt, Sucht uns bei Des Himmels und der und Ehre. Grden. 615. H Herr 6. Wo Chriften jetzt in blutgem Streit Einander treffen müſs Mel. Ach Gott, vom Himmel. sen, Da wird dann die Gerech err, der du vormals tigkeit Sich mit dem Frieden haft dein Land Mit küssen. Es werden da, wo jezi Gnaden angeblicket, Und, wenn das Schwert In Feindeshand du Strafen ihm gesandt, Es wie die Flur verheerr, Sich Güt und derum erquicket, Der du mit vä- Treu begegnen. terlicher Huld Verziehen deinem Volk die Schuld, Gelöset seine Bande! 7. Sann wird mit Regen und mit Thau Gott unsern Boden neßen, Daß uns der werthen Heis 2. Soll nun dein ernstes Straf- math Au Erfreu mit ihren Schägericht, Herr, ohn Ende wäb- ten. Doch bleibt, so viel er une auch Krieg und Friede. 391 auch gibt, Ein Herz, das ihn vor Sünden, Vergib die Schuld, laß Allem liebt, Die höchste seiner Gaben. Vaterhuld Uns doch in Chrifto finden. Eigene Melodie. 4. Und willst du, daß wir in den Streit Für deine Ehre ziehen, 616. Verleih uns Frieden So gib du selbst uns das Geleit, gnädiglich, Herr Daß wir nicht feige fliehen. Gott, zu unsern Zeiten. Es ist Entflamm den Muth, Daß Gut doch ja kein Andrer nicht, Der und Blut Wir für das Gute für uns könnte streiten, Denn du, wagen, In Todesgraun auf dein Herr Gott, alleine, Wort traun, Dein Morgen werde tagen. 5. D leite du mit starker Hand Die Mächtigen auf Erden. Laß, Völkerhirt, bald jedes Land Nur dir geweihet werden. Gib uns dein Wort, Daß fort und fort Bald Alles fsich bekehre, Dann Mel. O Herre Gott, dein göttlich. blühen neu die Lieb und Treu, 617. Dann bringt dir Alles Ehre. Eigene Melodie. Jesu, deinem Sohne, Laß uns des Friedens Heil empfahn, Von 618. Du Friedensfürst, Herr deinem Gnadenthrone. Ach, komme Du 2. Gib unserm König und aller Obrigkeit Fried und gut Regiment, Daß wir unter ihnen in geruhiges und stilles Leben führen mögen In aller Gottseligkeit Und Ehrbarkeit. Amen. Gott des Friedens, nimm uns an, In Jefu Chrift, du Und schaffe Rub, Lösch aus Helfer in der Noth, Du weißt, die Kriegesflamme, Den Haß und wie groß das Elend ist, Womit Er ruft Neid, der uns entzweit, Bertilg der Feind uns droht. am Kreuzesstamme. zum Krieg und will den Sieg 2. O welches hohe Glück ge- Uns durch Gewalt entreißen. währt Der Friede, den du schen- 2. Schon ziehet von der Heifest! Dann wird uns mild das math aus Der Söhne theure Herz genährt, Wenn du zu dir Schaar, Verödet stebet manches es lenfeft. Die Wohlfahrt blüht, Haus, Das Armen Obdach war. Das Herz erglüht Auf deines Rei- Schon flammt die Glut, und ches Auen, Daß wir mit Dank, Brüderblut Entweihet deine Erde. mit Preisgesang, Des Glaubens Früchte schauen. 3. Hilfft du uns nicht in unsrer Noth, Ach, wer kann dann bez 3. Doch schwingest du zur bö- ftehn? Versöhnst du nicht durch sen Zeit Des Krieges Geißel wie- deinen Tod, Dann müssen wir der, Dann weckst du aus der vergehn. Drum flehen wir, o Herr, Sicherheit, Und beugest uns dar- zu dir: Erbarme du dich unser. nieder. Inbrünftig fleht, Wer in fich geht: Gedent nicht unsrer 4. Zwar ward der Dank dir nicht gebracht Für deine große Huld, Wir 392 Allgemeine Landesangelegenheiten. Wir sanken tief in Sünden ner Frommen, Erhört die Thränacht Und häuften Schuld auf nen, das Gebet. Der Throne Schuld. Geh mit uns nicht, Herr, baut und stürzt, Er hat den in's Gericht, Sei du uns Sün- Kampf verkürzt, Ihm die Ehre! dern gnädig. Sein Wink gebeut, So ruht der 5. Du willst den Tod des Sün- Streit, Und Frieden Gott der ders nicht, Drum floß für uns Welt verleiht.. dein Blut. Auch durch die Nacht führst du zum Licht, Du stärkst im Kampf den Muth. In Sturm und Nacht hältst du die Wacht; Wohl Allen, die dir trauen! Mel. Nun danket Alle Gott. 620. err Gott, dich loben Hen wir Für deine großen Gnaden, Du haft das Va6. D leite unser Kriegesheer, terland Der Kriegeslaft entladen, Daß es den Sieg erkämpft, Durch Huft gnädig uns verliehn Des deines Geiftes tapfre Wehr Die Friedens goldne Bier, Drum Wuth des Bösen dämpft. Laß jauchzei alles Volk: Herr Gott, deine Hand das Vaterland In dich loben wir! böser Zeit beschirmen. densau'n 2. Herr Gott, wir danken dir! 7. O laß doch bald uns Frie- Du sendest uns zwar Strafe, Dein Erblühn durch deine Ernst hat uns geweckt Aus unGnad, Und sicher unsre Felder serm Sündenschlafe: Doch wieder baun, Und erndten ihre Saat. Zer- aufgethan Ward uns die Gnaden brich das Schwerdt, das nur verheert. Dein Reich, o Jesu, komme. thür, Deß freut sich unser Herz, Herr Gott, wir danken dir! Mel. Wachet auf, ruft uns die. 3. Herr Gott, dich loben wir. Könnt unser Mund wohl schwei619. Halleluja! Preis und gen? Du haft den Königsstamm Ehre! Die Tempel Bewahrt mit seinen Zweigen, Haft schmücket, die Altäre Ihm, der uns Kirch und Land geschüßt, Gibst großes Heil gesandt. Singt dem Gnade für und für. Die Nachmächtigen Erretter, Er sandte nach welt singe noch: Herr Gott, dich dem Schlachtenwetter Sein Frie- loben wir! denswort aufs blutge Land. Des 4. Herr Gott, wir danken dir, Krieges Donner schweigt, Der Und preisen deinen Namen. Herr Friedensbogen neigt Sanft sich Gott, dich loben wir, Und alle nieder. Gott hielt Gericht, Und Welt sagt: Amen. Was lebt und herrlich bricht Aus langer Nacht Odem hat, Preift dich voll Dankhervor das Licht. begier. Herr Gott, wir loben dich, Herr Gott, wir danken dir! 2. Endlich, endlich ist errungen, Was nah und fern in allen Zungen Die hart Bedrängten beiß erfleht! Gnädig hat der Herr vers Mel. Nun danfet All' und. nommen Die stillen Seufzer fei- 621. Bringt Gott, ihr Christen, Preis und Dank, Dürre. Näffe. Theuerung. 393 Dank, Ihm, der den Frieden des Wuth Wird jedes Werk vollschafft, Erhebt mit frohem Lobge- bracht. fang Die Wunder seiner Kraft. 7. Allgütiger, allein von dir 2. Wer ist ihm gleich? wer Fließt dieses Heil uns zu. Dein kann wie er, Was er beschließt, waren, sind und bleiben wir, Und auch thun? Den Streitenden und unser Gott bist du. ihrem Heer Gebeut er, und fle ruhn. 8. Erweck uns selbst durch deinen Geist Zum Dank, der dir 3. Er, aller Welten Herr und gefällt, Dich durch ein from= Gott, Vernahm der Völker Flehn, mes Leben preift, Daß beine Des blutgen Krieges Angst und Noth Ließ er vorübergehn. Rechte hält. 9. Lehr uns des Friedens ho4. Rein feindlich Schwerdt und hen Werth Mit weisem Ernst verkein Geschoß Drohn uns mehr stehn, Und was das eitle Herz fürchterlich. Wo Menschenblut in begehrt, In deiner Furcht verStrömen floß, Ergießet Segen sich. schmähn. 5. Die Saat wird nun mit 10. Verleihe, daß GerechtigSicherheit Dem Boden anver- feit, Daß wahre Lieb und Treu, traut, Das Feld gibt Frucht zu Vertrauen und Zufriedenheit Im seiner Zeit Dem Landmann, der Lande herrschend sei. es baut. 11. Wir sehen, Gott, auf deine 6. In jedem Stand ist nun Hand Mit freudigem Gemüth, der Muth Zur Arbeit neu er- Und hoffen auf das Vaterland, wacht, Und sicher vor des Fein- Wo ewger Friere blüht. 4. Dürre. Nässe. Theuerung. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. Bähren Deinen Zorn in Gnade 622. Gott, deß Güte nim- fehren. mer endet, Haft du 3. Sieh, Herr, wie die Früchte denn die Vaterhand Gänzlich von trauern, Wie da dürften Flur und uns abgewendet? Strafft du uns Au'n; Unsre Necker sind wie und unser Land? Willst durch viel Mauern, Sind wie Felsen anzugedrohte Plagen Du uns ganz schaun. Gleich dem Eisen sind mit Unglück schlagen? die Felder, Und verirocknet stehn 2. Warum willst du, Gott die Wälder. voll Güte, Ueber uns so zornig 4. Willst du denn den Himmel sein? Ach, wir welfen wie die schließen? Sollen wir nur Zorn Blüthe, Wie ein Blatt im Son- empfahn? Soll kein Regen fich nenschein. Laß doch unsre heißen ergießen, Keine Wolke sich uns nahn 394 Allgemeine Landesangelegenheiten. nahn? Werden nimmermehr die So strömt es aus den Wolken Quellen Wiederum von Segen ber, Drum trauert Feld und Aehre. schwellen? Ja, jeder Halm steht tief gebeugt, 5. Soll das Land zur Wüste Betrübt er sich zur Erde neigt, werden? Soll das Feld verödet Und ahnet sein Verderben. stehn? Sollen wir, sammt unfern 3. Herr, unsre große SündenHeerden, Gar verschmachten, gar schuld Verdienet dies zum Lohne, vergehn? Ach, Herr, laß dich doch Doch hoffen wir auf. Gnad und bewegen, Schenke du uns milden Huld, In Chrifto, deinem Sohne. Regen. Wir nahn uns dir voll Reue 6. Denke doch an deinen Bo- nun, Wir wollen ernstlich Buße gen, Den du in die Luft gestellt, thun, Und unser Leben bessern. 21s du deinen Bund vollzogen 4. Wer hilft uns hier? o Gott, Nach der Sündfluth erster Welt. wir sehn Auf dich bei unsern KlaDu, Herr, haft noch nie gebro- gen. Du thuft weit mehr, als wir chen, Was du vormals haft ver- verstehn, Und dich zu bitten wasprochen. gen. Du, der's mit uns auf's Beste 7. Ja, du haft mit deinem Se- meint, Kannst leicht, was uns gen Uns zu jeder Zeit beschenkt, Verderben scheint, In Wohlthat Haft mit Früh- und spätem Re- uns verkehren. gen Unser dürres Land getränkt; 5. Herr, thue, was dir wohl Denn dein Wort bleibt ewig gefällt, Erquick auch, uns zur stehen, Muß auch einst die Welt Wonne, Das schon so lang durchvergehen. näßte Feld Durch heitern Schein 8. Freudig wollen wir dir der Sonne. Doch findest du es trauen, Du erhöreft unser Flehn. uns nicht gut, So stärk, AllweiRegen strömt auf dürre Auen ser, uns den Muth Auch diese Gnädig von des Himmels Höhn. Noth zu tragen. Du wirst uns mit Fülle spei= sen, Dankbar wollen wir preiſen. dich 6. Durch Hoffen und durch Stillesein Soll unser Herz dich ehren, Was du schickft, muß uns doch erfreun, Im Glauben uns bewähren. Denn nach dem WechMel. Aus tiefer Noth schrei ich. 623. Gott, du kannst fel dieſer Zeit Wird dir das Herz den Himmel ganz in Ewigkeit Auch für die Leiden Mit Wolken überziehen, Doch danken. müssen vor der Sonne Glanz Sie, wenn du willst, entfliehen. Laß Mel. Ach Gott und Herr. doch, bei dir ist Rath und Macht, 624. Mir sind in Noth! Lak Laß doch der Sonne Glanz und Pracht Uns wiederum erfreuen. uns, o Gott, Die Fluth nicht überschwemmen. Nimm 2. Als ob der Himmel in ein uns in Acht, Wehr ihrer Macht, Meer Des Zorns verwandelt wäre, Du kannst die Wogen Hemmen. 2. Verbirg Dürre. Nässe. Theuerung. 395 2. Verbirg jetzt nicht Dein An- durch bitteren Schmerz, Leite ung geftcht, Gedenk an uns in Gna- Alle zum ewigen Leben. den. Bist du nur da, Mit Hülfe nah, Was kann die Fluch uns schaden? Mel. Von Gott will ich nicht. 3. Ach hilf uns, Herr, All- 626. Du reicher Trost der wilHerr len. Du, du allein Kannst uns der ganzen Welt, Du Vater voll befrein, Kannft Sturm und Wel- Erbarmen, Der Alles trägt und len stillen. hält, Du, Gott, erhörst Gebet; 4. Erbarme dich, Hilf väterlich, Erhöre, was im Staube Ver= Beschüß uns Gut und Leben. trauensvoll der Glaube Von dir Groß ist die Noth, Herr, unser in Noth erfleht. Gott, Nur du kannst Rettung geben. 2. Sonst zeigte jeden Morgen Dein Segen fich uns neu; D mach auch jetzt von Sorgen Die bangen Herzen frei. Zu belfen ist dir leicht, Du kannst dem Mel. Meine Seele lobfinget dem. 625. Meine Seele lobsinge Mangel wehren, In Ueberfluß dem Herrn, Der ihn kehren, Wenn's uns unmögdas leben des Glaubens erhörte, lich beucht. Schien uns Allen die Hülfe auch fern, Seine Gnade in Nöthen gewährte. 3. Den Reichen gib Erbarmen Bei der Bedrängten Schmerz, Und zu erfreun die Armen, Sei 2. Furchtbar drohten die Wel Freude für ihr Herz, Damit ste Den dürftgen len den Tod, Und wir fahen nur mild thr Brod unser Verderben, Da entschwand Brüdern brechen, Und diese dankauf dein Winken die Noth, Herr, bar sprechen: Euch lohn und segne du spracheft: Ihr sollet nicht Gott! sterben! 4. Die Früchte laß gerathen, 3. Aus dem Schlafe hast du uns wieder zu erfreun, Und aluns geweckt, Haft zum Sohne len unsern Saaten Gib Wachsuns liebreich geführet, Mit dem thum und Gedeihn. Mit milder Wärme, Thau Schilde der Huld uns bedeckt, Vaterhand Gib Unsre Herzen zur Buße gerühret. und Regen, Dann kehret reicher 4. Gnädig haft du uns Sün- Segen Zurück in unser Land. der versöhnt, Uns in Christo das 5. Allgütiger, wir hoffen Auf Leben geschenket, Uns mit ewigem dich und deine Treu. Oft hat Frieden gekrönt, Unsern Durst uns Noth betroffen, Doch standeft nach der Gnade getränket. 5. Nimm, o Vater, auf ewig das Herz, Auch im Leiden sei dir es ergeben, Sei's durch Freude, du uns bei. Du hilfft und retteft gern. So sei denn unser Leben Vertrauensvoll ergeben Dir, unferm Gott und Herrn. 5. Feuerßnoth, 396 Allgemeine Landesangelegenheiten. 5. Feuers noth. Mel. Nun danket Alle Gott. mann Rief himmelan: Erbarmen, 627. Wir mahn zu deinem Gott, Erbarmen! Hilf aus der Thron, Gott, mit Noth, Herr Zebaoth, gerührtem Herzen. Daß du so bilf uns Armen. gnädig halfft, Da wir voll Angft hilf, o 3. Da börtest du das bange und Schmerzen Uns in Gefahr Schrein In deinem Himmel dround Noth Von Feuerflammen ben. Du sprachst: ihr Flammen, sahn, Und nun gerettet sind, Gott, haltet ein, und höret auf zu toben. das hast du getban! Schnell wich der Brand, Denn 2. Dank sei dir, großer Gott, deine Hand Hat mächtig ihm ges Du hast das Leid gewendet, Das wehret. Als die Gefahr am höchuns so nah umschloß, Und Hülfe ften war, Hast du uns Schutz uns gesendet. Heil uns, daß noch bescheret. dein Lob Von unsern Lippen 4. Ja, hättest du, Herr, nicht schallt, Gott, an Erbarmen reich, gewacht, Und wärst du nicht geUnd mächtig an Gewalt! kommen, Wohl hätte dann des 3. Steh den Bedrängten bei, Feuers Macht Uns Alles wegges Die jetzt noch traurig weinen. nommen, Und nirgend wär in Hör auf der Frommen Flehn, Obdach mehr, Rein Haus ringe Wenn sie vor dir erscheinen, um zu sehen, Wohl würden wir, Und segne du mit Glück, Nach wir alle hier In unsrer Noth ver väterlichem Rath, Was jetzt bei gehen. Andrer Noth Die Menschenliebe that. 5. Drum nimm, nimm unser Loblied an, Und unsre Psalmen höre; Allmächtiger, du hast's gethan, Dir, Herr, sei Preis und Ehre! Ja, Preis dem Herrn! Er kommt von dir, war nicht fern, Als Gluth und Wenn Feuersnoth entstehet. Und Flamme blizte, Er war's allein, deine Hand erkennen wir, Wenn deß Gnadenschein Uns väterlich wild die Flamme wehet. Du beschüßte. Mel, Herre Gott, dein göttlich. 623. Gerechter Gott, es wirfft den Brand Auf Stadt und 6. Beschirmst du nicht mit Rath Land, Treibst Gluth und Rauch und Macht Uns vor des Feners zusammen. Die Wolken glühn Wüthen, Vergebens dann der Wächund ringsum sprühn Die Funken und die Flammen. ter wacht, Er kann uns nicht bes hüten. Drum breite aus In jedem 2. So ließeft, Herr, du dein Haus Die mächtgen GnadenGericht Auch über uns ergeben. hände. Wo eine Noth uns naht Man sah dein heilig Angesicht In und droht, Da komm, das UnFeuerflammen wehen. Und Jeder glück wende. 7. Bewahr Feuersnoth. 397 7. Bewahr uns vor des Wet- manche Zähre, Mittler, deinem ters Strahl, Vor der Gewalt der Volk geweint, Und du bist zu Blite. Auf Bergeshöhn, im tie- deiner Ehre Noch derselbe Mensen Thal, Die Stadt, das Dorf schenfreund. 3. So wie treue Mütter eilen, Kinbeschüßze. Wo Hütten stehn Und Flammen wehn, Da zeige dein dern, die um Hülfe flehn, Liebreich Erbarmen. O sei bereit zu jeder Hülfe zu ertheilen, Eile, Herr, Zeit Mit Rath und That uns uns beizustehn. Ja, das haft du Armen. uns verheißen, Deine Worte trü8. Doch strafft du abermals das gen nicht; Nichts soll uns den Land, Dann laß die Feuerglocken, Troft entreißen, Daß dein Mund Laß Angstgeschrei und Noth und die Wahrheit spricht. Brand Das Herz zur Buße locken. 4. Jetzt wohl jammern wir im Beig uns die Schuld, Die mit Staube, Aber fest und unberührt Geduld Du lange haft getragen. Laß uns an's Herz Voll Reu und Schmerz In heißen Thränen schlagen. Stehe unser Christenglaube, Daß. dir ewig Ruhm gebührt. Herr, einst sehn wir, was jetzt trübe, Was jetzt Nacht ist, sonnenklar, Sehn, daß deine höchste Liebe Un9. Hilf, daß nach deinem Zuchtgericht Sich jeder zu dir kehre, Und sers Leidens Quelle war. daß, wenn deine Stimme spricht, 5. Herr, nun laß uns auch Dich jede Seele höre. Nach Brand dem Guten Nachzujagen uns beund Gluth, Nach Krieg und mühn. Laß die Herzen, die jetzt Blut, Strahlt herrlicher Bogen. Drum werd das durch Gnad und Schmerz dir hinauf gezogen. dein bluten, Auch des Lasters Lockung Herz fliehn. Deine Güte rief zur Buße, Zu Wir vergaßen dein Gericht; Jetzt wirft Noth uns dir zu Fußze: Vater, ach, verwirf uns nicht. Mel. Gott, hier sind wir, deine. 6. Führ uns selbst auf ebnem 629. Blick herab auf unsre Pfade; In dir, Heiland, ist das Schmerzen, Blick Heil. Immer ist ja deine Gnade auf unsern Sammerstand; Gott, Der wahrhaften Frommen Theil. wie bluten unsre Herzen Von den Nach vollbrachtem frommen LeSchlägen deiner Hand! Obne Ob- ben Wirst du uns, o Menschendach sind wir Armen, Ohne Decke, freund, In ein beffres Reich erohne Brod, Darum hilf uns voll heben, Wo das Auge nicht mehr Erbarmen, Hilf den Deinen in weint. der Noth. 2. Der du weißt, wie Leis Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. den drücken, Und sie selbst ge- 630. Du, Gott, bist unfre Macht; tragen hast, Jesus, komm, uns zu erquicken Mindre du des Wenn uns dein Auge nicht bes Kreuzes Last. Vorms hast du wacht, Wer wacht, wer hilft uns Armen? Allgemeine Landesangelegenheiten. 398 Armen? Erretter, dir, dir flehen wir, Du wolleft dich erbarmen. Mel. Warum verstöß'st du uns. 2. Der Seuchen Gift verbreitet 631. welche Lieb erweist sich Weit um uns her; erbarme mein Vater mir, dich, Laß uns nicht plötzlich sterben. Der all mein Flehn auf seinem Entzeuch dem Tod uns, der uns Thron erhöret, Und der sein Ohr droht, Entreiß uns dem Ver- zum tiefften Seufzer kehret! So derben. lang ich leb, ruf ich, o Gott, 3. Du bist ein Gott, der gern zu dir! verzeiht, Laß uns denn noch Barm- 2. Erschütterte mich bittrer Toherzigkeit Vor deinem Throne findesschmerz, Ergriff mich ganz die den, Und dein Gericht vertilg uns Angst und Furcht der Hölle, Traf nicht In unbeweinten Sünden. lauter Noth und Jammer meine 4. Kein Reichthum schüßt, Seele: So schüttet' ich ihm findfein Stand, kein Ort, Hier lich aus mein Herz. weinen Wittwen, Eltern Und da verwaiste Kinder. Seuch erreicht auch den, fleucht, Den frommen wie den Sünder. dort, 3. Ich rief zu ihm: o Herr, Die erlöse mich, Mach meine Seel von der Missethaten ledig. Der Herr ist groß, er ist gerecht und gnädig, Und unser Gott hört und erbarmet fich. 5. Deß alles sind wir werth, doch wir Beweinen's, Gott, und 4. Die Frommen stehen unter flehn zu dir, Du wolleft uns ver- Gottes Hut. Ich lag in Noth, geben. Dein Volk will gern, dir, er kam zur Hülf hernieder, Drum, unserm Herrn, Gehorchen, dir nur Seele, fehr zu deiner Ruhe wieleben. der, Gott thut dir wohl, er ist dein höchstes Gut. 6. Auch glauben wir an deinen Sohn, Um Jesu willen duld' und 5. Du führeft mich vom Tod schon, Und laß uns Troft erschei- zum Lebenslicht, Mein Aug ist nen. Streck aus die Hand, und laß froh, mein Fuß wird nicht mehr das Land Nicht länger hülflos gleiten. Du wirst in's Land der weinen. Lebenden mich leiten, Ich wandle fort, vor deinem Angesicht. 7. Set mit den Sterbenden, daß sie Dein Antlitz schaun, und 6. Ich glaub an Gott, drum alle, die noch leiden, die be- red' ich ohne Scheu: Die Welt wahre; Tilg ihren Schmerz, daß bald ihr Herz, Wie gern du hilfft, erfahre. ließ oft mich in der Noth verzagen, Ich mußt in Angst von allen Menschen sagen: Sie trügen stets, doch Gott ist ewig treu. 8. Das ganze Volk frohlockt dir dann, Und betet dich, Erret- 7. O wie vergelt ich Gott, ter, an, Und preifet deine Gnade. was er mir that, Da Wohlthat Dann wandeln wir, o Gott, vor mich auf Wohlthat überhäufen? dir Mit Freuden deine Pfade. Wohlan, ich will den Kelch des Heils Morgenlieder. 399 Heils ergreifen, Gelobet sei sein haft auf mich, den dir Erkauften, Name früh und spat! Recht. 8. Ich that dem Herrn Ges 10. Nimm meinen Dank, nimm lübd' in meiner Noth, Die mich zum Opfer hin, Laut will, will ich jetzt vor allem Volk be- o Herr, ich deinen Namen preizahlen. Der Herr bewies zu sen, Vor allem Volk dir mit der wiederholten Malen, Daß köft- That erweisen, Daß ganz ich dein, lich sei vor ihm der Frommen dir Alles schuldig bin. Lod. 11. In's Haus des Herrn will 9. Du bist mein Herr! o ich mit Freuden gehn, In seiner Herr, ich bin dein Knecht, Sohn Stadt will ich ihn froh erheben. deiner Magd, du haft mir bei Er ist mein Heil, er ist mein gestanden, Du machst mich los, Licht, mein Leben, Mein Lob soll befreiest mich von Banden. Du ihn in Ewigkeit erhöhn, III. Lieder zunächst für die häusliche Erbauung. 1. Morgenlieder. Mel. Gott des Himmels und der. 632. Großer Gott, den Alles preiset, Der uns je 4. Was ist selger, als Gott dienen? Was ist süßer, als sein Wort? Laßt uns sammeln gleich und je geliebt, Sich als Vater den Bienen, Jeder trage Segen uns erweiset, Uns den Sohn fort. Selig ist, wer Nacht zum Heiland gibt, Heute weckt und Tag Gern darin sich üben des Tages Lauf Mich zur lauten mag. Andacht auf. Alles mehre deinen 5. O mein Gott, sprich sel2. Dwie lieb ich diese Stun- ber Amen, Denn wir sind dein den, Wo die Welt mich ruhen Eigenthum. Alles preise deinen läßt, Wo wir, treu in ihm ver- Namen, bunden, Feiern unsers Heilands Ruhm, Bis es fünftig wird Fest, Und er uns durch seinen geschehn, Daß wir dich im HimGeift Selbst den Weg zum mel weist! Himmel sehn. 3. Habe Dank für diesen MorMel. Wer nur den lieben Gott, gen, Der mir Kraft zum Guten 633. Ein neuer Tag, ein neus sind doch die besten es Leben mit der Sorgen, Wenn sein Heil der Mensch neuen Woche an; Du wolleft, bedenkt, Wenn er betèt, wenn er Gott, auf's Neu mir geben Was fingt, Daß es durch die Wolken mir sonst Niemand geben kann. bringt. Denn hab ich deine Gnade nicht, Woher 400 Woher nähm ich dann Trost und Licht? Morgenlieder. zu uns richte, Und vectreib durch deine Macht Unsre Nacht. 2. Ich grüße diesen lieben Mor- 2. Deiner Gnade Morgenthau gen, mich schüßte deine Vater- Senk, o Herr, auf uns sich niehand. Ich bin getroft, denn tau- der, Daß, gleich Blumen auf send Sorgen Hast du schon gnä- der Au, Sich die Seel erhebe dig abgewandt. Ach Herr, wer bin wieder. Segen ström auf deine ich Armer doch? Du sorgst für Schaar Immerdar. mich, drum leb ich noch. 3. Gib, daß deiner Liebe Gluth 3. Nun, das erkenn ich, Herr, Unsers Herzens Kält' ertödte, Und und gebe mich freudig dir zum erwecke Sinn und Muth Bei der Opfer hin. Doch, weil ich hier, neuen Morgenröthe, Daß wir, so lang ich lebe, Mit Noth und deine Bahn zu gehn, Recht aufTod umfangen bin, So weich stehn. auch heute nicht von mir, Die Hülfe steht allein bei dir. 4. Schmück uns mit Gerechtigfeit; Als mit einem weißen Kleide, 4. Mein Glück in dieser neuen Nie werd es von uns entweiht, Nie Woche Soll nur in deinem Naan seinem Glanz es leide. Laß men blühn. Erlöse mich vom uns hell und sündenrein Vor dir Sündenjehe, Und laß mich jedes sein. Unrecht fliehn. Gib deinen Geift, der mich regier, Und stets auf ebner Bahn mich führ. 5. Ach, du Aufgang aus der Höh, Gib, daß auch an jenem Tage Deine gläubge Schaar ersteh, 5. Soll ich mein Brod mit Kum- und, erlöst, von aller Plage, mer efsen, So laß es doch gesegnet Auf der ewgen Freudenbahn Walsein, Und was du sonst mir zuge- len kann. messen, Das richte mir zum Beften ein; Ich bitte nicht um leberfluß, Gib, Vater, was ich haben muß. 6. Du thust gewiß, mein Gott, das Deine, Ich will mit dir das Meine thun. Behüte beide, Groß' und Kleine, Laß sie in deiner Liebe ruhn, Und hilf, daß Jeder diesen 635. Tag Mit dir, o Herr, beschließen mag. 6. Leucht uns selbst in fene Welt, Du verklärte Gnadensonne! Führ uns durch das Thränenfeld In das Land der süßen Wonne, Wo, was selig uns erhöht, Nie vergeht. Mel. Nun laßt uns Gott dem. ach auf, mein Herz und singe Dem Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Güter, Dem treuen Menschenhüter! Eigene Melodie. 634. Morgenglanz der Ewig2. Als Nacht und dunkle Schatten Michy ganz umgeben hatten, erschaffnen Lichte, Hilf in dieser hat mich kein Leid gestöret, Gott Morgenzeit, Daß dein Schein sich hat es abgewehret. feit, Licht vom un3. Ja, Morgenlieder. 401 3. Ja, Gott, ob auch Gefah- Herzen, Daß du mich in dieser ren mir noch so nahe waren: Ich Nacht Vor Gefahr und Noth lag an deinem Herzen, Befreit und Schmerzen Haft behütet und von allen Schmerzen. bewacht, Daß des bösen Fein4. Schlaf, sprachst du, Kind, in des Lift Mein nicht mächtig worFrieden, Ich bin dein Schuß hie- den ist. nieden, Schlaf wohl, laß dir 3. Laß die Nacht auch meiner nicht grauen, Du sollst die Sonne Sünden So wie diese Nacht verschauen. gehn, Herr Jesu, laß mich fin5. Dein Wort, Herr, ist ge- den Deine Wunden offen stehn, schehen, Ich kann das Licht noch Da alleine Hülf und Rath Ift sehen. Von Noth bin ich befreiet, für meine Missethat. Dein Schutz hat mich erneuet. 4. Hilf, daß ich mit diesem 6. Du willst ein Opfer haben, Morgen Geistlich auferstehen mag, Hier bring ich meine Gaben: Ich fall in Demuth nieder und bring Gebet und Lieder. Und für meine Seele sorgen, Eh erscheint dein großer Tag. Dann beb ich als Sünder nicht, Wenn du kommst und hältst Gericht. 7. Du wirst sie nicht verschmähen, Du kannst in's Herz mir 5. Führe mich, o Herr, und sehen, Und weißt wohl, daß zur leite Meinen Gang nach deinem Gabe Ich ja nichts Beffres habe. Wort. Sei und bleibe du auch 8. Du wollst dein Werk voll- heute Mein Beschützer und mein enden, Mir deinen Engel senden, Hort. Nirgend als bei dir allein Der mich an diesem Tage Auf Kann ich recht bewahret sein. seinen Händen trage. 6. Meinen Leib und meine 9. Sprich: ja! zu meinen Tha- Seele, Sammt den Sinnen und ten, Hilf selbst das Beste rathen, Verstand, Großer Gott, ich dir Zum Guten Alles wende Vom befehle Unter deine starke Hand. Anfang bis zum Ende. 10. Erhöre meine Bitte, Mein Herz sei deine Hütte, Dein Wort sei meine Speise Auf meiner Pilgerreise. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, Schüße mich, dein Eigenthum. 7. Deinen Engel zu mir sende, Der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende, Und mich halt in guter Acht, Der auch endlich mich zur Ruh Trage deinem Himmel zu. 8. Höre, Gott, was ich begehre, es Tag und Nacht läßt werden, Vater, Sohn und heilger Geist. Sonn und Mond uns scheinen heißt, Dessen starke Hand die Welt, Und was drinnen ist, erhält! Meine Bitt, o Herr, gewähre, Der du selbst mich bitten heiß'st. So will ich dich hier und dort 2. Gott, ich danke die von Herzlich preisen fort und fort. Сс Mel. Eigene Melodie. 636. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, Der 402 Morgenlieder. 10. Daß ich als dein getreues Mel. Ich dank dir schon durch. Kind Nach deinem Retche strebe, 637. Mein erst Gefühl sei Und frohen Muths und fromm Preis und Dank, gesinnt In deiner Gnade lebe. Erhebe Gott, o Seele! Der Herr 11. Daß ich, dem Nächsten bört deinen Lobgefang; Lobsing beizustehn, Nie Fleiß und Arbeit ihm, meine Seele! scheue, Mich gern an Andrer 2. Mich selbst zu schüßen ohne Wohlergehn Und ihrer Tugend Macht, Lag ich und schlief in Frie- freue. den. Wer schafft die Sicherheit 12. Daß ich das Glück der Leder Nacht und Ruhe für die benszeit In deiner Furcht genieße, Müden? Und meinen Lauf mit Freudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließe. 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mich in der ArMel. O Gott, du frommer Gott. beit Fleiß, Und schüßt mich vor 638. Jeſu, füßes Licht, Gefahren? Nun ist die Nacht 4. Wer lehrt das Auge seine vergangen, Nun hat dein GnaPflicht, Sich sicher zu bedecken? denglanz Auf's Neue mich umfanWer ruft dem Tag und seinem gen, Nun ist, was an mir ist, Licht, Mich wieder aufzuwecken? Vom Schlafe neu erwacht, Drum 5. Du bist es, Gott und Herrsinget nun mein Herz: Dir, Herr, der Welt, Und dein ist unser Le- sei Dank gebracht! ben, Du bist es, der es uns er= 2. Was soll ich dir denn nun, hält, Und jetzt mir's neu gegeben. Mein Gott, für Opfer schenken? 6. Gelobet seist du, Gott der Ich will mich ganz und gar In Macht, Gelobt sei deine Treue, deine Gnad versenken. Mein Leib Daß ich nach still durchschlafner und Seel und Geist Sei dein Nacht Mich dieses Tags erfreue. den ganzen Tag, Das soll mein 7. Laßt deinen Segen auf mir Opfer sein, Weil ich sonst nichts rubn, Mich deine Wege wallen, vermag. Und lehre du mich selber thun Nach deinem Wohlgefallen. 3. Drum stehe da, mein Gott, Da hast du meine Seele, Sie sei 8. Nimm meines Lebens gnä- dein Eigenthum, Daß ihr kein dig wahr, Auf dich hofft meine Gutes fehle. Dir geb ich meinen Seele, Sei mir ein Retter in Geist, Verschmäh die Gabe nicht, Gefahr, Ein Vater, wenn ich Verkläre dich in ihm Durch deis nes Geistes Licht. feble. 9. Gib mir ein Herz voll 4. Ich will auch meinen Leib Zuversicht, Erfüllt mit Lieb und zum Tempel dir ergeben, Darin Ruhe, Ein weises Herz, das du wohnen magst, D Herr, mein seine Pflicht Erkenn und freudig Heil, mein Leben! Ach wehn, ach thue. leb in mir, Beweg und rege mich, SD Morgenlieder. 403 So hat Geift, Seel und Leib ingt in ihre Chöre, In ihren Mit dir vereinigt sich. HD Jubelklang! Grtönet, Sarf und 5. Dem Leibe bab ich jetzt Psalter, In's Lied der Seraphim; Die Kleider angeleget, Laß meiner Den Schöpfer, den Erhalter ErSeele sein Dein Bildniß einge- hebt, lobsinget ihm! präget, Im goldnen Glaubens- 3. Von die ist mir gegeben, schmuck, In der Gerechtigkeit, Herr, was ich hab und bin; Die allen Seelen ist Das rechte Doch dies mein irdisch Leben Ehrenkleid. Flieht schnell zum Tode hin. 6. Mein Jesu, schmücke mich Bald ist sie ganz verschwunden, Mit Weisheit und mit Liebe, Der Wallfahrt kurze Zeit! Dod Mit Keuschheit, mit Geduld, bängt an ihren Stunden Dae Durch deines Geistes Triebe. Vor Heil der Ewigkeit. allem leite mich Zur wahren Demuth an, So bin ich wohl geschmückt, Und föftlich angethan, 4. O füßer, boher Glaube: Nicht ewig zu vergehn! Ss foll der Mensch vom Staube Einfl 7. Gib, daß es diesen Tag wieder auferstehn! Ach, laß Mir stets vor Augen schwebe, mich's nie vergessen, Der heils Daß deine Gegenwart Mich wie gen Hoffnung voll, Laß täglich die Luft umgebe, Damit mein mich ermessen, Was ich einst ganzes Thun, Durch Herz und werden soll. Sinn und Mund, Dich lobe 5. Sollt ich nach Reichthum inniglich, Mein Gott, zu aller trachten? Nie komm es mir ins Stund. Herz; Nach Ehr und Wollust 8. O segne was ich thu, Mein schmachten? Ihr Lohn ist Reu Reden und mein Denken, Durch und Schmerz. Hienieden schon beines Geistes Kraft Wollst du auf Erden Soll meine Seele rein es weislich lenken. Laß alles nur Und Gottes Tempel werden, Ganz geschehn Zu deines Namens Rubm, ihm gebeiligt sein.. Auf daß ich unverrückt Verbleib dein Sigenthum. Mel. Valet will ich dir geben. 639. ob fei Gott, der den 6. 3war dieses Lebens Freuden Sind nicht der Christen Loos; Doch ist in ihren Leiden Des Herrn Erbarmen groß. Wir leiden nicht vergebens, Und schaun Morgen Uns sendet von ferne schon Die Wonne jenes nach der Nacht, Der, wenn wir Lebens, Der Ueberwinder Lohn. ohne Sorgen Entschlummern, für 7. Getrost, mein Geift, ermüde uns wacht, Der uns im Schlaf In deinem Kampfe nicht. Dich erquicket, Und unsre Kraft erneut, stärke Gottes Friede Mit GlauIhm, der die Erde schmücket, Und, benszuversicht. Ermuntre dich und was er schuf, erfreut. streite, Dein Retter ist dir nah. 2. Der Engel beilge Heere Getrost, vielleicht ist heute Des Erhöhn ihn mit Gesang. Auf, Kampfes Ende da. Cc* Mel. 404 Morgenlieder. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. Sein Auge schläft und schlummert jenem Schlummer, nie an Kraft gebricht. 640. Wen enn ich einst von ewig nicht, Weil es der Gottheit Welcher Tod heißt, aufersteh, Und, 3. Gott ist mein Schöpfer und befreit von allem Kummer, Jenen mein Vater, Deß Huld mir Leib schönern Morgen seh, D dann und Seel und Alles gab. Er ist wach ich anders auf, Schon am mein Freund und mein Berather, Ziel ist dann mein Lauf, Träume Was an mir gut ist, kommt von find des Pilgers Sorgen, Großer ihm herab. Er nährt und pflegt, Tag, an deinem Morgen. er hält und träget mich, Und 2. Ach, laß keinen von den seine Treu erneuert täglich sich. Tagen Dieser ernsten Prüfungszeit 4. Oft ging ich irr auf finMich an jenem Tag verklagen, stern Wegen, Da zeigt' er mir Daß ich frevelnd ihn entweiht. sein freundlich Angesicht, Ich spürte Auch noch heute wacht' ich auf: seines Geistes Regen Und kam zu Dank sei dir! zu dir hinauf Führe seinem wunderbaren Licht. Mir jeder meiner Tage Mich durch war, als sei ich aus dem Schlaf Freude wie durch Plage. erwacht, und hinter mir läg eine tiefe Nacht. 3. Würd ich auch zum letzten Male Heut den Tag des Lebens 5. In Christo hat er mich gefehn, Müßt ich gleich zum dunk- liebet, Durch Christi Tod bin ich feln Thale In die Nacht des mit ihm versöhnt. O große Huld, Todes gehn: Hoffnungsvoll ent- die mir vergiebet, O größre Huld, schlief ich dann, Denn mein Geist die mich mit Chrifto krönt! Ja, geht himmelan, Und wird dort durch den Sohn bin ich des Vaauf Himmelsauen Cinen ewgen ters Kind, Und erbe Güter einst, Morgen schauen. die ewig sind. 6. Gott hat mir seinen Geist Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich. gegeben, Ein himmlisch Licht dem 641. D er frohe Morgen irrenden Verstand, Der leitet mich kommt gegangen, zum wahren Leben, Ist mir der Das Dunkel weicht, der neue Gnade sichres Unterpfand. Und Tag bricht an. Bald wird die wenn ich schwach, gebeugt und Sonn am Himmel prangen, Seht, elend bin, Labt er mit Fried und schon beginnt sie ihre Gegensbahn. Troft den blöden Sinn. Was in der Nacht erstarrt und 7. Drum will ich, Gott, mich schlafend lag, Das reget sich, ist dir ergeben, und deiner Treu mich munter, frisch und wach. ewig anvertraun. Geheiliget sei 2. Auch du, mein Geist, ihr, dir mein Leben, Mein Auge soll meine Kräfte, Ermuntert euch, legt beständig auf dich schaun, Daß alle Trägheit ab. Gott loben, sei dieser Tag, zu dem ich bin ermein erft Geschäfte, Den treuen wacht, Dir wohlgefällig werde zuGott, der Seinen Schutz und Stab. gebracht. 8. Ja, Morgenlieder. 405 8. Ja, segne, Vater, und be- zu Ende geht, Er gibt und nimmt, hüte An Leib und Seele mich, macht wie er's will, Drum sprech denn ich bin dein. Das Antlig auch ich fein in der Still: Das deiner Lieb und Güte Erleuchte walte Gott! mich mit seiner Klarheit Schein. 7. Gott steht mir bei in aller Oricht auf mich dein gnädig Noth, Und gibt mir auch mein Angesicht, Und gönne mir dein Stücklein Brod. Nach seinem alhimmlisch Friedenslicht. ten Vaterbrauch Thut er mir Guts, drum sprech ich auch: Das walte Gott! Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. as walte Gott, der 642. 8. Drum walle ich nach Gothelfen kann! Mit tes Rath Auf seinem schmalen Gott fang ich die Arbeit an, Mit Lebenspfad, Dann geht es mir in Gott nur geht es glücklich fort, Allem gut, Drum spreche ich mit Drum ist auch dies mein erstes frohem Muth: Das walte Gott! Wort: Das walte Gott! Mel. Auf meinen lieben Gott. 2. Wenn Gott nicht hilft, so kann ich nichts, Wo Gott nicht 643. schenket, da gebrichts. Gott gibt So tret ich demnach an, So gut ich imund thut mir alles Guts, Drum mer kann, Mein' Arbeit, Thun sprech ich auch nun gutes Muths: und Wesen, Dazu mich Gott erDas walte Gott! lesen; Der wird mir seinen Se3. Will Gott mir etwas gegen Auch wissen beizulegen. ben hier, So will ich dankbar 2. Dir, Vater, sag ich Dank, sein dafür. Mein Netz werf ich Daß du mein Lebenlang So reichauf sein Geheiß, Und sage bei lich mich ernähret, Mir manches der Arbeit Schweiß: Das walte Glück bescheret. Laß deine Güt Gott! und Gaben mich auch noch fer= 4. Legt Gott mir seinen Se- ner laben. gen bei, Nach seiner großen Güt 3. Ach, mein Herr Jesu Christ, und Treu, So gnüget mir zu Der du mein Helfer bist, Ach, jeder Zeit, Drum sprech ich auch segne meine Werke, Und mich mit Freudigkeit: Das walte Gott! vom Himmel stärke, Damit ich 5. Trifft mich ein Unglück, un- deinen Willen In Allem mög erverzagt! Ist doch mein Werk füllen. mit Gott gewagt; Er wird mir 4. Behüte Seel und Leib, Und Hülfe stets verleihn, Drum soll alles von mir treib, Was meine auch meine Losung sein: Das Arbeit hindert Und deinen Segen walte Gott! mindert, Und laß in Fried und 6. Er kann mich segnen früh Freuden Mich einst von hinnen und spät, Bis einst mein Thun scheiden. 2. Mittagslieder 406 Mittagslieder. in 2. Mittagslieder. Mel. Schmücke dich, o liebe. 644. Speif uns, o Gott, deine Kinder, Tröste ODDY zen alle Sorgen, Und führ uns. aus der Nacht zum hellen Morgen. 6. Bei treuem Fleiß wirst du uns Alles geben, Was wahrhaft die betrübten Sünder, Sprich den dient zu einem frommen Leben. Segen zu den Gaben, Die wir 7. D Vater, stärke uns, daß nun hier vor uns haben, Daß sie wir dir trauen, Bis du uns führst uns zu diesem Leben Stärke, Kraft zu ewig grünen Auen. und Nahrung geben, Bis wir 8. Da wollen wir dir Preis endlich mit den Frommen An die und Ehre bringen, Dir ewig Dank Himmelstafel kommen. für deine Güte fingen. 2. Gib, daß wir täglich deine Huld ermessen Und nie dich, Geber alles Guts, vergessen.. Mel. Danket dem Herren, denn. Mel. Ringe recht, wenn Gottes. 645. Herr, fegne uns aus 646. Danft dem Herrn! mit deiner reichen Fülle, frohen Gaben Füllet lind mache unfre Seelen frommer das ganze Land, Alles, Alles, und stille. was wir haben, kommt aus seiner Vaterhand. 3. Verleih den Armen Brod, das fle ernähret. Gib uns ein Herz, das Wohlthat gern gewähret. 4. Mach uns zufrieden mit den 2. Dankt dem Herrn! er gibt uns Leben, Gibt uns Nahrung und Gedeihn. O wer wollt ihn nicht erheben, und sich seiner Güte freun? 3. Danft dem Herrn! vergiß, guten Gaben, Die wir von dir Seele, Deines guten Vaters nie; durch Jesum Chriftum haben. Werd ihm ähnlich und erzähle 5. Verbanne aus dem Her- Seine Wunder spät und früh. Abendlieder. ES 158 74 siguro 3. Mel. Nun sich der Tag geendet. Du stehst auf mich vom Himmels zelt, Hör auch mein Seufzen an. 647. Mun un bricht die finstre Nacht herein, 98 3. Der Tag, den ich nunmehr glänzt der Abendstern; Doch du vollbracht, War dein, vor allen mein Herz, schlaf ja nicht ein, dein, Drum soll er mir bis in die Komm, sprich erst mit oem Herrn. Nacht, Vor allen heilig sein. 2. D Gott, du großer Herr der 4. Doch ach, mich reizte heute Welt, Den Niemand sehen kann, noch Die Luft der blinden Welt, Noch Abendlieder. 407 Noch trage ich das Sündenjoch, Das mich gefesselt hält. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk, Der Geist, mit dem ich 5. Drum such ich deinen Gna- bein gedenk, Gin ruhiges Gedenthron: Sieh meine Schuld nicht müthe; Was ich vermag bis dies an, Und laß durch deinen lieben sen Tag, Ist Alles deine Güte. Sohn Vergebung mich empfahn. 4. Sei auch nach deiner Lieb 6. Was heute mich dein Wort und Macht Mein Schußz gelehrt, Schreib in das Herz mir Schirm in dieser Nacht, Vergib ein, Laß mich und Alle, die's ge- mir meine Sünden. hört, Dir auch gehorsam sein. mein Tod, mein Herr und Gott, 7. Erhalt uns fernerhin dein So laß mich Gnade finden. Wort, Es sei uns helles Licht, Daß wir dir dienen immerfort, In froher Zuversicht. und Und kommt Eigene Melodie. Gemüthe, Alles 8. Jetzt aber such ich meine 649. Merde munter, mein Rub, O Vater, steh mir bei, Und rege sich in dir, Daß ich preise sende deine Wacht mir zu, Die Gottes Güte, Die er hat gethan schützend um mich sei. an mir, Daß er diesen ganzen 9. Gib Allen eine gute Nacht, Tag Vor so mancher Noth und Die christlich heut gelebt, Und Plag, Vor Betrübniß, Schmach beffre den, der unbedacht Der und Schaden Mich behütet hat in Gnade widerstrebt. Gnaden. 10. Wofern dir auch mein 2. Lob und Dank sei dir gesunThun gefällt, So hilf mir morgen gen, Vater der Barmherzigkeit, Daß auf, Daß ich noch ferner in der mir ist mein Werk gelungen, Daß Welt Fortsetze meinen Lauf. du mich so hoch erfreut, Und vor 11. Und endlich führe, ist es Sünden mancher Art So getreulich Zeit, Mich in den Himmel ein, haft bewahrt, Auch den Feind hinDa wird in deiner Herrlichkeit weggetrieben, Und ich unversehrt Mein Sabbath ewig sein. geblieben. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. 648. Für ür alle Güte sei ge3. Ach, kein Geist kann ganz erkennen Deiner Güte Wunderthat, Und kein Wort es würdig preist, Gott Vater, nennen, Was sie mir erwiesen Sohn und heilger Geist! 3hr bin hat. Deiner Wohlthat ist zu viel, ich zu geringe. Vernimm den Sie hat weder Maß noch Ziel. Dank und Lobgesang, Den ich Herr, du hast mich so geführet, dir kindlich singe. Daß fein Unfall mich berühret. 2. Du nabmst dich meiner Herz4. Dieser Tag ist nun vergangen, lich an, Haft Großes heut an mir Und die dunkle Nacht bricht an, gethan, Mir, was ich bat, gewäh- Und ich sehe mit Verlangen, Herr, ret; Sast väterlich mein Haus und zu deinem Licht hinan. Stehe mir, mich Beschüßet und genähret. o Mater, bei, Daß dein Glanz ftets 408 Abendlieder. stets in mir sei, Und mir auch im Brüder, Hausgenossen Sind in Finstern scheine, Denn ich hoff auf dich alleine. deinen Schutz geschlossen. 10. Ach bewahre mich vor 5. Herr, verzeihe mir aus Gna- Schrecken, Schüßze mich vor Ueberden Alle Sünd und Missethat, fall, Laß nicht Krankheitsschmerz Damit sich mein Herz beladen, mich wecken, Nicht Tumult noch Und dich hoch erzürnet hat. Schüße Kriegesschall. Wend ab Feu'r- und vor des Satans Macht Mich bei Wassersnoth, Pestilenz und schnelTage wie bei Nacht, Laß es ja len Tod. Laß mich nicht in Sünihm nicht gelingen, Mich in Sünd den sterben, Noch an Leib und und Noth zu bringen. Seel verderben. 6. Bin ich gleich von dir ge- 11. O du großer Gott, erhöre, wichen, Stell ich mich doch wie- Was dein Kind gebeten hat. Jesu, der ein, Denn dein Sohn, am den ich stets verehre, Bleibe du Kreuz verblichen, Will mein Heil mein Schutz und Nath. Odu und Mittler sein. Ich verleugne werther heilger Geist, Zeig, daß du nicht die Schuld, Aber deine Gnad der Tröster heißft. Herr, erhöre und Huld Ueberwieget weit die dies mein Flehen; Amen, ja, es Sünden, Welche sich in mir be- soll geschehen. finden. 7. O du Licht der frommen SeeMel. Werde munter, mein. len, du Glanz der Ewigkeit, Dir 650. Sink ich einft in tes will ich mich ganz befehlen Diese nen Schlummer, Nacht und allezeit. Bleibe doch, Aus dem feiner mehr erwacht, mein Gott, bei mir, In dem fin- Geh ich aus der Welt voll Kumstern Thale hier; Tröste mich mit mer, Todesruh, in deine Nacht, deiner Liebe, Daß kein Unfall mich O dann schlaf ich anders ein, betrübe. Weg aus dieses Lebens Bein Wall' ich zu den ewgen Hütten De rer, die schon ausgelitten. 8. Wenn des Tages Mühn gleich machen, Daß die Augen schlafen ein, So laß doch mein Herz noch 2. Jetzt noch schlaf ich, aufzuwachen, Und zu dir gerichtet sein. wachen Für die Tage dieser Zeit; Herr, mein ganzer Geist und Möcht ich stets mich fertig machen, Sinn Gehet immerfort dahin, Vater, zu der Ewigkeit, Daß ich Daß von dir mich gar nichts wie ein Pilger sei, Leicht, bereit, treibe, Und ich dein im Schlaf, von Bürden frei, Froh zu scheiden auch bleibe. von der Erde, Wenn ich nun un9. Laß mich diese Nacht em- sterblich werde. pfinden Eine stille, süße Ruh. Al- 3. Gerne laß den Tag mich les Uebel laß verschwinden, Decke sehen, Der als Retter mir erscheint, mich mit Gnade zu. Leib und Wenn mit nicht erhörtem Flehen, Seele, Muth und Blut, Auch mein Wer mich liebet, um mich weint. zeitlich Hab und Gut, Freunde, Stärker als mein Freund im Schmerz Abendlieder. 409 Schmerz Sei mein gottverlangend meinen Sinn, Dich laß ich nicht, Herz, Daß ich, voll von deinem mein Licht; der Tag ist hin. Preise, Ihn zu dir gen Himmel weise. Eigene Melodie. 652. Nun fich der Tag geendet hat, Die Sonne Mel. O höchster Gott, o unser. 651. D er Tag ist hin, mein nicht mehr scheint, Schläft, was Jesu, bei mir bleibe! von Arbeit müd und matt, Und O Seelenlicht, der Sünden Nacht was zuvor geweint. vertreibe! Geb auf in mir, Glanz 2. Nur du, mein Gott, wirkst der Gerechtigkeit, Grleuchte mich sonder Raft, Du schläfft und in dieser Dunkelheit. schlummerst nicht, Ob uns die Fin2. Lob, Preis und Dank sei sterniß umfaßt, Bleibst du doch dir, mein Gott, gesungen, Die unser Licht. Chr ist dein, wenn mir ein Werk 3. Gedenke, Herr, doch auch an gelungen. Versteh ich auch nicht mich In dieser dunklen Nacht, Und immer deinen Rath, Du führeft schenke du mir gnädiglich Den stets mich auf den besten Pfad. Schirm von deiner Wacht. Sünden Schuld, Die mich bei 4. 3war fühl ich wohl der 3. Nur Eines ist, das mich empfindlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet. Du dir verklagt, Doch bat mir deiweißt, o Gott, wie fehr mein nes Sohnes Huld Vergebung zuHerz dich liebt, Und doch wird gesagt. noch dein Geift von mir betrübt. 5. Den setz ich dir zum Bür4. Vergib mir, Herr, es fagt richt. Ich kann ja nicht verloren gen ein, Wenn ich geh vors Gemir mein Gewissen, Daß Sünd sein In solcher Zuversicht. und Welt mich oft von dir ge6. Drauf thu ich meine Augen riffen. Es schmerzt mich tief, zu, Und schlafe fröhlich ein. Mein ich stell mich wieder ein, Da Gott wacht über meine Ruh, ist die Hand: du mein und ich Wer wollte traurig sein? bin dein. 7. Weicht, nichtige Gedanken, 5. Du starker Schutz, mein hin! Hemmt nicht der Andacht Hüter und mein Hirte, Zu mei- Lauf, Jch baue jetzt in meinem nem Troft dein steghaft Schwert Sinn Gott einen Tempel auf umgürte. Wenn über mich stets 8. Soll diese Nacht die letzte. deine Gnade wacht, So fürcht sein In diesem Prüfungsthal: So ich nicht des Bösen List und führ mich, Herr, zum Himmel Macht. ein, 3ur auserwählten Zahl. 6. Du schlummerst nicht, wenn 9. Und also leb und sterb ich meine Kräft' erschlaffen. O laß dir, O Herr, Gott Zebaoth. Im die Seel im Schlaf auch Gutes Tod und Leben hilfft du mir Aus schaffen. D Lebensfonn, erquicke aller Angst und Noth. Mel, 410 Abendlieder. Mel. Ach, was soll ich Sünder. Schüße mich mit deiner Macht, Dir befehl ich meine Sache, Dir 653. Ah, mein Jesu, sich, vertrau ich, laß mich dein Waich trete, Da der chend und auch schlafend sein. Tag nunmehr sich neigt, Und die Finsterniß sich zeigt, hin zu deis Eigene Melodie. nem Thron und bete. Neige du 654. Nun ruhen alle Walzu deinem Sinn Auch mein Herz und Sinnen hin. der, Vieh, Men2. Meine Tage gehn geschwinde schläft die ganze Welt. Ihr aber, Wie ein Pfeil zur Ewigkeit, Selbst meine Sinnen, Auf, auf, ihr sollt die längste Lebenszeit Rauscht vor beginnen, Was eurem Schöpfer über, wie die Winde, Strömt da- wohlgefällt. hin, schnell wie ein Fluß, Mit dem stärksten Wasserguß. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrie3. Und, mein Jesu, steh, ich ben, Die Nacht, des Tages Feind. Armer Nehme mich doch nicht in Fahr hin, ein' andre Sonne, Acht, Daß ich dich bei Tag und Mein Jesus, meine Wonne, Gar Nacht Herzlich suchte, mein Er- hell in meinem Herzen scheint. barmer. Mancher Tag geht so dahin, Da ich nicht recht wacker bin. 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen, Du erhältst und schüßzeft mich Tag und Nacht so gnädiglich, Und ich will mich nicht be= quemen, Daß ich ohne Heuchelei Dir dafür recht dankbar sei. schen, Städt und Felder, 3. Der Tag ist nun vergangen, Die goldnen Sternlein prangen Am blauen Himmelsfaal. Also werd ich auch stehen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammerthal. Sind nie 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, Legt ab das Kleid und Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit; Die ziel 5. Doch ich komme mit Ver- ich aus, dagegen Wird Chriftus langen, O mein Herzensfreund, zu mir anlegen Den Rock der Ehr dir, Neige du dein Licht zu mir, und Herrlichkeit. Da der Tag nunmehr vergangen; Sei du selbst mein Sonnenlicht, Das durch alles Dunkel bricht. 5. Das Haupt, die Füß und Hände Sind froh, daß nun zum Ende Die Arbeit kommen sei. Herz, freu did. 6. Laß mich wohl die Tage du sollst werden Vom Elend diezählen, Die du mir noch gönnen ser Erden Und von der Sünde willt; Mein Herz sei mit dir erarbeit frei. füllt, so wird mich nichts kön= 6. Nun geht, ihr matten Glienen quälen, Denn, wo du bist der, Geht, geht und legt euch nieTag und Licht, Schaden uns die der, Der Betten ihr begehrt. G Nächte nicht. kommen Stund und Zeiten, De 7. Nun, mein treuer Heiland, man euch wird bereiten Zur Rub wache, Wache du in dieser Nacht. ein Bettlein in der Erd. 7. Mein' Ermunterung zur Gewissenhaftigkeit. 411 7. Mein' Augen stehn ver- ser Nacht, Bewahre uns vor allem droffen, Im Nu find sie geschlos- Leid, Gott, Vater der Barmherfen, Wo bleibt dann Leib und zigkeit. Seel? Nimm ste zu deinen 3. Vertreib den Sündenschlaf, Gnaden, Sei gut für allen Scha- Herr Chrift, Uns schade nicht des den, Du Aug und Wächter Feindes Lift. Gib, daß der Leib Ifrael! auch züchtig sei, So sind wir mancher Sorgen frei. 8. Breit aus die Flügel beide, Jesu, meine Freude, Und nimm 4. Wenn unsre Augen schlafen dein Küchlein ein. Will Satan ein, Laß unsre Herzen wacker ſein. mich verschlingen, So laß die Beschirm uns, Gott, mit deiner Englein fingen: Dies Kind soll Hand, Und löse unfrer Knechtunverleßzet sein. schaft Band. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, 5. Beschirmer, Herr der ChriSoll heute nicht betrüben Ein Unfall noch Gefahr. Gott laß euch stenbeit, Dein Hülf' sei allzeit une ruhig schlafen, Stell euch die gold- bereit. Hilf uns, Herr Christ, aus nen Waffen Um's Bett, und seiner Kreuzestod. aller Noth, Durch deinen bittern Engel Schaar. Paul Gather Eigene Melodie. 655. Chrifte, ber du bist kelheit, Daß sanft wir schlummern Tag und Licht, im Vertraun, Bis wir gestärkt Vor deinem Aug' ist's dunkel den Morgen schaun. nicht. Du väterliches Lichtes 7. Dir sei Lob, Dank und Preis Glanz, Lehr uns den Weg der gebracht, Bis in des Lebens letter Wahrheit ganz. Nacht, Bis wir den ewgen Mor2. Wir bitten deine heilge gen fehn Und herrlicher dein Lob Macht, Behüt' uns, Herr, in die- erhöhn. 6. Gedenk an uns in finstrez Zeit, Gib uns dein Licht in Dun4. Ermunterung zur Gewissenhaftigkeit, zum Lesen der heiligen Schrift, zum Gebet, zur Selbstprüfung. Mel. Ach, was soll ich Sünder. 656. Mer geht froh durch's 2. Mag dich auch die Welt verhöhnen, Spricht dich dein GeErdenleben An der wissen frei, Bleibst du deinem Liebe Vaterhand? Der in Christo Herrn getreu: O dann wird er Frieden fand, Der sich ganz ihm dich auch krönen,( Er wird dein bat ergeben. Ganz sein Eigen- Vertreter sein; Halte dein Gethum zu sein, Hält er sein Ge- wissen rein. wiffen rein. 3. Gab dir Gott auf hober Stufe Gerhardt 412 Ermunterung zur Gewissenhaftigkeit. Stufe Macht und Ehre, Geift 10. Bauest du im grünen Lenze und Kraft: Dann gedenk der Das dir anvertraute Land: Leg Rechenschaft, Folg in Demuth vom Pfluge nicht die Hand, Kürze Gottes Rufe, Strebe, Gutes aus- nie des Nachbars Gränze. Streu zustreum, Halte dein Gewissen in Gottes Namen; Halte dein rein. Gewissen rein. 4. Du sollst laut von Jesu zeugen, Christi Knecht, o sei ihm 11. Deines Hauses Schmut sei Friede, Die dir dienen, liebe du, Warne, strafe, tröst und Gönne ihnen Sabbathruh. Sie zu dräu, Daß die Sünder sich ihm bilden sei nicht müde, Daß sie beugen, Treffe dich auch Schmach dort noch Dank dir weihn; Halte und Bein: Halte dein Gewissen dein Gewissen rein. rein. 12. Hast du dich zum Dienst 5. Lehrst du in der Kinder verpflichtet, Dien' dem Hause all Kreise, dann führe ste zum dem Herrn, Diene redlich, treu und Herrn. Er sei dir der Morgen- gern. Gott belohnet, Christus stern. Walte in der Schule weise, richtet. Haffe allen Heuchelschein, Weihe sie zum Tempel ein; Halte Halte dein Gewissen rein. dein Gewissen rein. 13. Theilest du des Todten 6. Ruft dich Gott, das Recht Erbe: Friedlich sei dann, fromm zu sprechen: Denke, daß Gott im und treu, Sorg, daß nicht zu Gericht Dir das Urtheil auch einst späte Reu Einst dein Seelenspricht, Laß die Welt dich nie glück verderbe. Dort des Erbes bestechen, Achte weder Groß noch dich zu freun, Halte dein Gewiss Klein, Halte dein Gewissen rein. sen rein. 7. Hast du den Beruf zu hei14. Prüfe dich wenn du len, dann lindre gern den Schmerz, sollst schwören, Daß des Meins Blicke hin auf Jesu Herz, Lern eids Frevel nicht Dich verklage von ihm zu Armen eilen. Laß du im Gericht. Laß die Luft dich deinen Arzt ihn sein; Halte dein nicht bethören, Gott wird schnel Gewissen rein. ler Beuge sein; Halte dein Ge wissen rein.ustrum 8. Mußt du kaufen und verfaufen, Gib den Frieden dann 15. Stürmt es auch in Ungenicht hin. Was ist aller Welt wittern, Sänke Noth auf dich Gewinn? Erde sind die Goldes- herab, Deffnet sich auch dir das haufen. Kauf die Eine Perle ein; Grab: Dennoch wirst du nimHalte dein Gewissen rein. mer zittern, Gott wird dir ein 9. Redlich geh auf Gottes We- Helfer sein, Hältst du dein Gegen, Unrecht Gut gedeihet nicht, wissen rein. Falsches Maß und falsch Gewicht 16. Wohl dem Christen, der Rauben dir nur Gottes Segen. im Leben Gottes Ruf im Hers Strebe, reich in Gott zu sein; zen ehrt; Christus, der sich ihm Halte dein Gewissen rein. Wird ihm Troft im Tode verklärt, Ermunterung zum Lesen der heiligen Schrift. 413 Tode geben. Halte dein Gewissen| Herrn, Der sei der Schrift gerein, Dann gehst du zum Him- weiht. mel ein. 6. Rührt dich ein starker Spruch, So ruf ihn, dir zum Mel. O Gott, du frommer Gott. Glücke, Des Tags oft in dein 657. Soll dein verderbtes Herz, Im Stilllen oft zurücke; Herz Zur Heili- Empfinde seinen Geist, Und stärke gung genesen, Christ, so versäume dich durch ihn Zum freudig fromnicht, Das Wort des Herrn zu men Muth, Das Gute zu volllesen. Bedenke, daß dies Wort ziehn. Das Heil der ganzen Welt, Den 7. Uns ganz dem Herrn zu Rath der Seligkeit, Den Geist weihn, Dazu sind wir auf Erden. aus Gott enthält. Thu, was die Schrift gebeut, 2. Merk auf, als ob dir Gott, Dann wirst du's inne werden, Dein Gott dir selber riefe. Merk Die Lehre sei von Gott, Die auf, als spräch er selbst Aus sei- dir verkündigt ist, Und dann das ner Weisheit Tiefe. Drum lies, Wort verstehn, Dem du gehor= mit Ehrfurcht lies, Mit Luft und sam bist. mit Vertraun, Und mit dem from= men Ernst, In Gott dich zu erbaun. 8. Spricht sie geheimnißvoll, So laß dich das nicht schrecken; Ein endlicher Verstand Kann 3. Sprich fromm: O Gott, Gott nie ganz entdecken, Gott vor dem Ich meine Hände falte, bleibt unendlich hoch; Wenn er Gib, daß ich dein Gebot Für sich dir erklärt, So glaube was dein Wort ewig halte, Und laß er spricht, Nicht, was dein Wiß mich deinen Rath Mit hellem begehrt. Geist verstehn, Die Wunder am Gesetz, Am Wort vom Kreuze sehn. 9. Sich seines schwachen Lichts Bei Gottes Licht nicht schämen, Ist Ruhm, und die Vernunft 4. Er, aller Weisheit Gott, Alsdann gefangen nehmen, Wenn Kann dich nicht irren lassen; Lies Gott sich offenbart, Ist der Ge= Chrift, sein heilig Buch, Lies oft, schöpfe Pflicht, Und weise De= du wirst es faffen, So viel dein muth ist, Das glauben, was Gott Heil verlangt. Gott ist's, der spricht. Weisheit gibt, Wenn man fle 10. Drum laß dich, frommer redlich sucht, Weil man fle red- Chrift, Durch keinen Zweifel fränlich liebt. ken. Hier bist du Kind, doch Gott 5. Lies frei von Leidenschaft Wird höhres Licht einst schenken. Und frei von Weltgeschäften, Und Dort wächst mit deinem Glück sammle deinen Geift Mit allen Dein Licht in Ewigkeit; Dort ist seinen Kräften. Der beste Theil die Zeit des Schauns, Und hier des Tags, Des Morgens Hei- des Glaubens Zeit. terkeit, Und dann der Tag des 11. Verehre stets die Schrift, Und 100% MORE pro Ermunterung zum Gebet. 414 Und stehst du Dunkelheiten, So Fleiß zu allen guten Werken, Ist laß dich deinen Freund, Der mehr eine Pflicht, die nie betrübt, als du steht, leiten. Ein forschen- 4. Bet oft in Einfalt deiner der Verstand, Der sich der Schrift Seelen, Gott steht auf's Herz, er geweiht, Ein angefochines Herz ist ein Geift. Nie können bir Hebt manche Dunkelheit. die Worte fehlen, Wofern dein 12. Halt fest an Gottes Wort, Herz dich beten beißt. Nicht Töne Es ist dein Glück auf Erden, Und find's, die Gott gefallen, Nicht wird, so wahr Gott ist, Dein Worte, die die Kunst gebeut. Glück im Himmel werden. Ver- Gott ist kein Mensch, ein gläubig achte chriftlich groß Des Bibel- Lallen, Das ist vor ihm Beredfeindes Spott, Die Lehre, die er samkeit. schmäht, Bleibt doch das Wort aus Gott. 5. Wer das, was uns zum Frieden dienet, Im Glauben sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, Was er nicht Mel. Jauchzet dem Herren, All'. 658. Dein Heil, o Christ, wünscht, entehret Gott. Wer täg nicht zu verscher- lich Gott die Treue schwöret, Und zen, Sei wach und nüchtern zum dann vergißt, was er beschwur, Gebet. Ein Flehn aus reinem, Und flagt, daß Gott ihn nicht guten Herzen Hat Gott, dein Va- erhöret, Der spottet feines Schi ter, nie verschmäht. Erschein vor pfers nur. seinem Angesichte Mit Dank und 6. Bet oft zu Gott, und schmed Demuth oft und gern, Und prüfe in Freuden, Wie freundlich et dich in seinem Lichte, Und Elage dein Vater, ist. Bet oft zu Gott, deine Noth dem Herrn. und fühl in Leiden, Wie göttlic 2. Welch Glück, so hoch geehrt er das Leid verfüßt. Bet oft zu werden, Und im Gebet vor Gott wenn dich Versuchung quälet, zu stehn! Der Herr des Himmels Gott hörr's, Gott ist's, der Hülfe und der Erden Bedarf nicht eines schafft. Bet oft, wenn innre Menschen Flehn; Doch sagt er: Troft dir fehler, Er gibt den bittet, daß ihr nehmet! Und des Müden Stärk und Kraft. Gebetes Frucht ist dein. Wer sich der Pflicht zu beten schämet, Der schämt sich Gottes Freund zu sein. 7. Bet oft und heiter im Ge müthe, Schau dich an seinen Wundern satt. Blick auf den Ernst, blick auf die Güte, Mit 3. Sein Glück von diesem Gott der er dich geleitet hat. Hier begehren, das ist keine schwere irrtest du in deiner Jugend, Sm Pflicht, Und seine Wünsche Gott Alter dort, er trug Geduld, Rief erklären, Erhebt das Herz zur dich durch Glück und Leid zur Zuversicht. Sich in der Furcht Tugend: Erkenn und fühle seine des Höchsten stärken, In dem Huld. Vertraun, daß er uns liebt, Sm 8. Bet oft und schau mit sel gen DIA 415 Ermunterung zum Gebet. Muthe gen Blicken Hin in des Ewigen dacht zu entdecken, Wie es dein Gezelt, Und schmeck in gläubigem Mitchrift dir entdeckt, und ihn Entzücken Die Kräfte der zukünftgen zur Inbrunst zu erwecken, Wie Welt. Ein Glück von Millionen er zur Inbrunst dich erweckt. Jahren, Welch Glück! doch ist's 13. Bist du ein Herr, dem von jenem Glück, Daß dem der Herr Andre dienen, So sei ihr Vorwird offenbaren, Der ihm hier dient, bild, sei es stets, Und feire tägfein Augenblick. lich gern mit ihnen Die selge 9. Bet oft, durchschau mit Stunde des Gebets. Nie schäme heilgem Die herzliche dich des Heils der Seelen, Die Barmherzigkeit Deß, der mit Gottes Hand dir anvertraut; Rein seinem theuern Blute Die Welt, Knecht des Hauses müsse fehlen, der Sünder Welt, befreit. Nie Er ist ein Chrift, und werd er= wirst du dieses Werk ergründen, baut. Denn es ist eine Gottesthat, 14. Bet oft zu Gott für deine Erfreu dich ihrer, rein von Sün- Brüder, Für alle Menschen als ihr den, Und ehr im Glauben Gots Freund. Gib für den Fluch nur tes Rath. Segen wieder, Und bet auch 10. Bet oft und flag am stil- selbst für deinen Feind. Bet oft, len Orte Gott ohne Zagen deinen so wirst du Glauben halten, Dich) Schmerz. Er schließt vom Herzen prüfen und das Böse scheun, auf die Worte, Nicht von den Wor- An Lieb und Eifer nicht erkalten auf das Herz. Nicht dein gebog- ten, Und selbst zum Guten weise nes Knie, nicht Thränen, Nicht sein. Worte, Seufzer, Psalmenton, Nicht dein Gelübd rührt Gott; dein Seh- Mel. Ermuntre dich, mein schwacher. nen, Dein Glaub an ihn und seinen Sohn. 11. Bet oft, Gott wohnt an 659, ie füß, mein Vater, ist die Pflicht, jeder Stätte, An keiner minder Als Kind vor dich zu treten, Dich oder mehr. Denk nicht: wenn bemuthsvoll, mit Zuversicht In ich mit Vielen bete, Find eher Christo anzubeten! Ein Glück, ich bei Gott Gehör. Gott ist fein das Alles übersteigt, Wird im Mensch, ist dein Begehren Ge- Gebete mir erzeigt, Wenn ich mit recht und gut, so hört er's gern; Kindestreue Mein Herz dir, VaIft's nicht gerecht, so gelten Zäh- ter, weihe. ren Der ganzen Welt nichts vor dem Herrn. 2. Heil mir, Barmherziger, wenn dich Mein betend Herz em12. Doch säume nicht, in den pfindet. Und Ehrfurcht, Dank und Gemeinen Auch öffentlich Gott Liebe sich In meiner Brust ent anzuflehn, Und seinen Namen mit zündet! Heil mir, wenn Demuth, den Seinen, Mit deinen Brüdern Freundlichkeit, Wenn zu erhöhn, Dein Herz voll An- Ergebenheit Und Fleiß findliche in guten Werken 416 Ermunterung zur Selbstprüfung. Werken Durch das Gebet sich kannst, Durch Gottes Kraft und stärken! Geist, Daß du in Wahrheit auch Ein Jünger Chrifti seift. 3. Hejl mir, wenn in der Einsamkeit Ich mich zu dir erhebe, Voll 2. Du sagst: ich bin ein Chrift; gläubiger Zufriedenheit Dir Alles Der ist's, der Jesum kennet, Ihn übergebe! Durch dich allein empfang seinen Gott und Herrn Auch vor ich Kraft Und Muth im Kampf den Menschen nennet, Und thut der Leidenschaft, Erquickung stets dann auch mit Fleiß, Was Chriim Leiden, Und Hoffnung ew'ger stus ihm gebeut. Thust du das Freuden. nicht, so ist Dein Ruhm nur Eitelfeit. 4. Für eine Welt vertauscht ich nicht Die wonnevollen Stunden, Da 3. Du sagst: ich bin ein Chrift; ich gesehn dein Angesicht, Und deine Doch wer ein Christ will heißen, Lieb empfunden. Wenn ich mit Muß leben, wie er glaubt, Dem Thränen vor dir stand, Und deine Bösen sich entreißen. Der liebet Vaterhuld empfand, Die mich so Christum nicht, Der noch die weise führet: Wie ward mein Herz Sünde liebt, 3st auch kein Christ, gerühret! ob er Sich gleich den Namen 5. Dein denk ich, wenn der gibt. Tag entflieht, Wenn Schatten 4. Du sagst: ich bin ein Christ, mich umgeben, Und singe dir mein Denn ich bin ja getaufet Auf Abendlied, Denn du bewachst Christi Tod, der sich Sein Volk mein Leben. Dich rühm ich, mit Blut erkaufet. Allein, mein wenn nach sanfter Nacht Zu neuer Chrift, wie steht's Um deinen heilLust mein Herz erwacht, Und gen Bund, Den du mit Gott fauchze in die Chöre Der Schöpfung deiner Ehre. gemacht In jener Gnadenstund? 5. Hast du ihn nicht vorlängst 6. Kann auch, vollendet sich mein Gar oft und viel gebrochen? Hast du Lauf, Die Lippe nicht mehr beten, als Gottes Kind Dich, wie du haft Dann fleht mein Blick zu dir hin- versprochen, In allem Thun ers auf Um Trost in Todesnöthen. zeigt, Dem Guten nachgestrebt? Dann lehre du mich, guter Geist, Hat nicht der alte Mensch Bisher Der du mir Kraft und Ruh in dir gelebt? verleihst, Die letzten Kräfte 6. Du sagst: ich bin ein Chrift, sammeln, Und sterbend: Vater! Weil ich die Gnadenlehre, Ju stammeln. Haus und öffentlich, Beständig les und höre. Ja, Lieber, thust du auch, Was dieses Wort dich lehrt? Nur, wer es hört und thut, Der ist des Namens werth. Mel. O Gott, du frommer Gott. 660. Du fagst: ich bin ein Chrift; Wohl dir, wenn Werk und Leben Dir dessen, 7. Du sagst: ich bin ein Christ, was du sagst, Beweis und Zeug- Bekenne meine Sünden, und lasſe niß geben. Nur zeige, wie du oft mich auch Bei Jesu Nachtmahl Ermunterung zur Selbstprüfung. 417 mahl finden. Doch findet sich, mein ste dich dort Vor deinem NichFreund, Ich bitte, sag es mir, ter an. Die Nach solchem heilgen Brauch Auch 13. Sag nicht: ich bin ein Besserung bei dir? Christ, Bis daß dir Werk und Le-. 8. Ach, du bleibst nach wie vor ben Auch dessen, was du sagst, BeBei deinem alten Leben, Selbst weis und Zeugniß geben. ärger wirst du oft Im Vorsatz Worte sind nicht gnug, Gin Christ und Bestreben. Dich führt der muß ohne Schein Das, was er alte Trieb, Und was noch gut heißen will, Im Wesen selber soll sein, Ist, wenn man's fein. recht besteht, Nur lauter Heus chelschein. 14. Gott, schenke mir doch Kraft, Mich ernstlich zu befleißen, Zu sein 9. Du sagst: ich bin ein Chrift; ein wahrer Christ, Und nicht nur Ich kann dir's nicht gestehen, Es so zu heißen. Denn, wer den Nasei denn, daß ich's kann Aus dei- men hat Und nicht die That zunem Wandel sehen. Denn wer: gleich, Gelanget nimmermehr zu Herr! Herr! nur sagt, Ach, der dir in's Himmelreich. betrügt sich sehr; Ein Jünger Jesu muß Auch wandeln, gleichwie er. Mel. Dies ist der Tag, zum. 661. Coll sich mein Geist, o Gott, zu dir ers 10. Wenn aus des Herzens heben, und dich zu kennen glückQuell Die reine Liebe rinnet, lich sich bestreben, So mußt du Wenn du, wie Jesus war, Auch selbst, um groß von dir zu denimmer bist gesinnet, Wenn dich ten, Die Kraft mir schenken. die Demuth schmückt, Wenn du fanfimüthig bist, Wie unser Heiland war: Dann sag, du seist ein Christ. 2. Laß doch, o Herr, dein Licht mich stets erfreuen, Und meiner Seele Finsterniß zerstreuen; Erleuchte mich, daß mich zu deiner Ehre Dein Glanz verkläre. 11. Jedoch so lang dich noch Der Sinn der Welt regieret, 3. Was ist im Himmel, Gott, Dein Stolz zur Eitelkeit, Zur was ist auf Erden, Das so wie Schmähsucht dich verführet, Nicht du verdient erkannt zu werden? Sanftmuth in dir herrscht, Nur Was ist, das meinen Durst nach Born und Haß und Neid, So Glück so stille, Als deine Fülle? bist du ganz gewiß Vom Christen- 4. Dich suchen ist die edelste thum sehr weit, der Sorgen. Zwar bist du uner= 12. Du sagst: ich bin ein forschlich und verborgen, Doch Christ, Und rühmst dich deß mit willst du, wenn wir nur dein Freuden. Allein thust du auch Licht nicht hassen, Dich finden mebr Als andre fluge Heiden? lassen. Thust du des Guten nicht Weit 5. Mit lauter Stimme lehren mehr, als sie gethan, So flagen deine Werke Uns deine Weisheit, deine Dd 418 Ermunterung zur Selbstprüfung, deune Gür' und Stärke. Auch haft dein Untertban, erweist. Erinnre du selbst, sei hoch dafür gepriesen! mein Gewissen, Wie in der Wahrs Uns unterwiesen. heit und im Geist Die dich ver6. Und immer mehr willst du ehren müssen, Die dir gefallen dich offenbaren, Wenn wir getreu, was du uns lehrst, bewahren, Wenn wir, was deine Lebren wirken follen, Uns bessern wollen. wollen. 2. Die kommen nicht in's Himmelreich, Die Herr! zu Jesus sagen, Und nicht mit rechtem Ernst 7. Ach, möcht, ich, Gott, aus zugleich Der Heiligung nachjagen. allen meinen Kräften Dich suchen, Nur die, die deinen Willen thun, ruhn von Sorgen und Geschäften, Läßst du als deine Kinder, D Und mein Gemüth, um mich zu Gott, in ew'gem Frieden ruhn, dir zu schwingen, Zur Stille Wenn heuchlerische Sünder Von bringen. dir verstoßen werden. 8. Doch mein Verstand ist uns 3. Drum laß mich doch vom stät, träg, er scheuet Der Ueber Glauben nie Ein beilig Leben tren legung Müh, und schnell zer- nen, Mich nicht für Jesu Jünger streuet, Sinkt er, wenn ich zu hie Bloß äußerlich bekennen. Gib, dir gezogen werde, Zurück zur daß mein Glaube thätig sei Und Erde. Tugendfrüchte bringe, Daß ich, 9. Auch täuscht mein Herz ihn, vom Sündendienste frei, Mit Gimachet ihn vermessen, Verführt ihn, fer darnach ringe, Sm Guten zuseine Gränzen zu vergessen, Will zunehmen. mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, Von dir erkennen. 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, Und liebst, die 10. Ergreife mich und leite redlich handeln. O laß in Freude meine Seele, Daß sie den Weg wie im Schmerz Mich richtig vor zum Lichte nicht verfehle; Gewäbre dir wandeln. Dein Wille fei mir, damit sie nicht ermüde, Ernst, mein Augenmerk, Hilf mir selbst Lust und Friede. ihn vollbringen. Durch dich 11. Dann werd ich immer hel- muß jedes gute Werk Dem glück ler dich erkennen, Und täglich mehr lich noch gelingen, Der deine von deiner Lieb' entbrennen, Dir Hülfe suchet. gern geborchen, fröhlich dich erheben, Dir, Gott, nur leben. 5. Doch, wenn ich aus Unwissenheit Und Uebereilung fehle, So thu an mir Barmherzigkeit, Und richte meine Seele Durch deine Mel. Es wolle Gott uns gnädig. 662. Bewahre mich, Herr, Gnade auf vom Fall; Erhalt daß der Wahn Sie mich bei dem Einen, Daß id mein Gemüth bethöre, Als wär dich fürchte überall, Bis ich einst es schon genug gethan, Wenn mit den Deinen Dir ohne Fehls dir nur äußre Ehre Der Mensch), tritt diene. 5. Für Für Jünglinge. 5. Für Jünglinge, Greise, Eltern, Eheleute, Wittwen. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher.| schnöden Scherz, Auf Unzuchts663. ich bich kannte, worte hören, und bielt die Träg haft du mich, All- heit meinen Lauf, Der Stolz mich mächtiger, bereitet, Und durch die in der Demuth auf: Dann lag Kindheit väterlich Mich bis hier zu solchen Sünden Nie, Gott, her geleitet. Jetzt, Herr, da ich mich willig finden. dir danken kann, Nimm dich auch 6. Wenn sich auf meiner Jumeiner Jugend an, Daß ich auf gend Bahn, Mich in ihr Netz zu meinem Wege Unfträflich wandeln ziehen, Verführer meiner Seele möge. nahn, So laß mich flüglich flie2. O präg es tief in meinen hen. Ihr süßes Locken lenke nicht Sinn, Daß ich, noch fern vom Mein Herz von dir und meiner Biele, Ein unerfahrner Jüngling Pflicht. Ihr Spotten und ihr bin, Voll schwankender Gefühle. Lachen Laß nie mich wankend Ach, mache mich mir selbst be- machen. fannt Und gib mir Weisheit 7. Der Glaub an Jesum bleibe und Verstand, Stets auf dein mir Mein Schild und meine KroWort zu schauen, Und nie mir ne, Anbetend schau ich dann schon felbst zu trauen. hier Den Vater in dem Sohne. 3. Vor meinem Blicke prangt Dein Wort sei meines Geiſtes die Welt Mit ihren tausend Schwert, s sei mir mehr als Freuden; Herr, lehre mich, was Perlen werth, Und wenn ich geh dir mißfällt, mit heilgem Ernste und streite, Steht Jefus mir zur meiden. Mein junges Herz ver Seite. geff es nicht: Du kommst dereinst 8. Der Wahrheit beilige mich und hältst Gericht, Daß auch die ganz, Mein Schöpfer und ErJugendsünde Die sichre Strafe balter! Dein Wort sei meiner finde. Jugend. Glanz, Und einst mein 419 4. Von dir, o Gott, werd ich Trost im Alter. Erhalte mein bewacht, Bin ganz von dir um- Gewissen rein, Laß keinen meiner geben. Vor dir bedeckt nicht Mit- Tage sein, Der nicht zu deiner ternacht, Noch Einsamkeit mein Ehre Geschmückt mit Tugend Leben. Die Sünde, die im Fin wäre. stern schleicht, Verbirgt vor 9. Ach lehre mich den Werth Menschen sich vielleicht, Vor dei- der Zeit, Daß ich sie nicht vernem Angesichte Steht sie in hel- schwende, Daß ich mit frommer lem Lichte. Thätigkeit Auf Weisheit sie ver5. Herr, ließe sich mein schwa- wende. Gott, meiner Jugend ches Herz Zum Leichtsinn je be- Fleiß und Müh Laß nicht umthören, Sa wollt ich je auf sonst sein, segne ste. Laß auch Dd* durch Für Greife. Dein schaun! Den Heiland hat sein Aug' erblickt, Ihn hat er an sein Herz gedrückt, Nun steht er fertig und bereit, Zur Einfahrt in die Ewigkeit. 7. Auch mir ward deines FrieWodurch der Säugling dich erhöht, dens Heil, Auch meiner harrt das Du hörst den Greis noch gnädig befte Theil. Ich warte dein getrost an, Obgleich auch er nur stam- und still, Bis mich dein Ruf vollmeln kann. O Brunnquell aller senden will. O Herr, dein Stecken Seligkeit, Dir sei mein Dank, und dein Stab Sei meine Stärke mein Lob geweiht. bis in's Grab. 420 durch mich auf Erden Werk gefördert werden. Mel. Bater unser im Himmelreich. 664. D u, der das Lallen nicht verschmäht, 2. Herr, deine Huld war stets 8. Bis hierher hast du mich gemit mir, Aus ganzer Seele dank bracht, Und Alles, Alles wohl ge= ich dir, Daß deine Gnad auch mich macht. O wohl mir, auch beim erwählt, Und deinem Erbe zuge- letzten Schritt Geht deines Trostes zählt. Welch Heil, das daraus Engel mit, Und führt mich durch auf mich fließt, Und mir das Er- das dunkle Thor Zum Lobgefang denleid versüßt! im höhern Chor. 3. Wie langmuthsvoll ertrugst du mich, Wenn ich von deinem Wege wich! Und lockte mich ein Mel. Fren dich sehr, o meine. falsches Glück: Dein guter Gein 665. Mer den Ehstand will erwählen, Daß er hielt mich zurück, Dein Arm entriß ihn bei guter Ruh Ohne Sorgen, mich der Gefahr, Wenn mir um Gram und Quälen Möge glückNettung bange war. lich bringen zu, Fange ihn mit 4. Durch Wolken brach dein Beten an, So ist's recht und Sonnenschein, Durch Nächte brach wohlgethan, Und Gott wird es dein Tag herein. Hier nahmest gnädig fügen, Daß er kann das und dort mehrtest du, Gabft Heil Herz vergnügen. zur Arbeit und zur Ruh; Und kommt die Zeit, wo Kraft gebricht, deinen Schutz verlier' ich nicht. 5. Freun Andre sich an Erdengut, Auf dem die bange Sorge ruht: Ist mein der Schatz, der ewig währt, Den weder Zeit noch Rost verzehrt, Mein der auch, der von oben fam, Und der die Macht dem Tode nahm. 2. Wohl ist er dann angefangen, Wenn Gebet und reifer Nath Beiderseits vorhergegangen. Da vers spürt man in der That, Daß Gott knüpft das Liebesband, Und mit milder Vaterhand Segen und ein friedlich Leben Will dem neuen Paare geben. 3. Dieser Friede, dieser Segen Bringet Ehre, Gut und Freud. Wo man bleibt auf Gottes We6. Wie darf voll Hoffnung und gen, Gibt er auch die Seligkeit. Vertraun Ein Simeon gen Himmel Glücklich geht der Ehstand an, Wenus Für Eheleute. 421 Wenn's heißt: das hat Gott ge-| Mannes Sonne, Hauses Wonne than, Gott selbst hat es so gefü- Ehren- Krone, Gott denkt dein auf get, Daß zwei Herzen sind ver- seinem Throne. gnüget. 5. Den Kinderfegen theilt er aus, Und mehrt mit Freuden euer Haus, Sein Reich daraus zu bauen. Sein Wunderwerk geht immer Herr Jesu Chrift, fort, Und seines Mundes starMel. Wie schön leucht't uns. 666. Wie schön ist's doch, Im Stande, da dein Segen ist, kes Wort Läßt eure Augen schauFreude, Wenn, Im Stande heilger Che! Wie steigt en: Freude, und neigt sich deine Gab, Und alles gleich Saaten, sie gerathen, und Gut so mild herab, Aus deiner auf Allen Ruhet Gottes Wohlbeilgen Höhe! Wenn sich An dich gefallen. Fleißig halten Jung und Alten, die im Orden Eines Lebens einig worden. 6. Seid gutes Muths, wir sind es nicht, Die solchen Stand uns aufgericht't, Es ist Gott, unser 2. Wenn Mann und Weib sich Vater; Der bat uns je und je wohl begehn, Und unverrückt bei- geliebt, und bleibt, wenn unfre fammenstehn, Im Bunde reiner Sorg uns trübt, Der beste Freund Treue, Da geht das Glück in vol- und Nather. Anfang, Ausgang lem Lauf, Da steht man, wie der Aller Sachen, die zu machen wir Engel Hauf Im Himmel selbst sich gedenken, Wird er wohl und weißfreue. Kein Sturm, Kein Wurm lich lenken. 7. Zwar bleibt's nicht aus, es Kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet Dem Paar, das kommt ja wohl Ein Stündlein, in ihm sich liebet. da man leidensvoll Die Thränen 3. Zwei Herzen sind auf ihn läsfet fließen. Doch, wer sich still gericht't, Drum thut er, wie sein gibt in Geduld, Teß Leid wird Wort verspricht, 3st mitten unter Gottes große Huld In reichen ihnen. Von erster bis zu letzter Freuden schließen. Trage, Hoffe Stund Bleibt er der Dritt' in Nur ein wenig, unser König wird ihrem Bund, Dem fle mit Freu- bebende Machen, daß die Angst den dienen. Stets wird Ihr Hirt sich wende. Treu sie weiden, bis mit Freuden fte einst kommen Zu dem Vaterland der Frommen. 8. Wohl her, mein König, nah' herzu, Gib Rath im Kreuz, in Nothen Rub, In Aengsten Trost und 4. Der Mann wird einem Bau- Freude. Deß sollst du haben Ruhm me gleich, An Aesten schön, an und Preis, Wir wollen fingen 3weigen reich; Das Weib gleich bester Weis, Und danken alle einem Reben, Der seine Träublein beide, Daß wir, Bei dir Deizu erfüllen, deiträgt und nährt, Und sich je mehr nen Willen und mehr vermehrt Mit Früchten, nen Namen Ewig loben werden. die da leben. Wohl dir, o Zier, Amen. Mel, 422 Für Cheleute. deren Werth Und Dauer keine Zeit zerstört. 2m Stillen wollen wir 7. 3war oft wird auch der 667. mien Dich, Kelch der Leiden Den Deinen, Gott, der frommen Wandel liebt, Herr, von dir gesandt. Oft muß Und Bittenden, was sie begehren, die Tod und Trennung scheiden, Wenn's ihnen nüßet, willig gibt. Die Blut und Treue fest verband, Schon oft sind wir erquickt, er- Oft wird das in dir frohe Herz hört Von deinem Thron zurück- Beschwert von Krankheit, Sorg gekehrt, und Schmerz. 2. Uns Alle, die wir flehn, ver= bindet Des Blutes und der Freundschaft Band, Und unser Dank, o Gott, empfindet Die milde Leitung deiner Hand, Und preist dich, groBer Menschenfreund, Der uns durch dieses Band vereint. 8. Doch trinken sie den Kelch gelassen, Den du, ihr Vater, eingeschenkt. Du wirst und fannst fle nicht verlassen, Du, Gott, der seiner Kinder denkt, Und, wenn ihr Glaube flandhaft ringt, Durch Leis den ste zur Wonne bringt. 9. Drum mag des Todes Arm uns trennen: Wir werden einst und wiedersehn, Vor deinem Thron die Unsern kennen, Mit ihnen dankend vor dir stehn; Da, wo kein Tod mehr trennen kann, Stehn wir vereint und beten an. Mel. O daß ich tausend. 3. Wohl dem, der in der Che Bunde In treuer Lieb und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Le bensstunde Mit Luft und Seligkeit durchwebt, Gr blickt mit Ruh und heiterm Sinn Auf seiner Zukunft Tage bin. 10. Wir preisen ewig dann die Güte, Die unaussprechlich uns geliebt, Dem gottgeheiligten Gemüthe Schon hier des Himmels Vorschmack gibt, Durch Liebe uns zur Ewigkeit, Zur Wonne der Vers flärten weiht. 4. Wohl ihm, wenn frommer Kinder Segen Der Ehe Bund noch schöner macht, Wenn sie im Her zen Tugend begen, In ihren Blicken Unschuld lacht, Wenn sie der- tern Beispiel rührt, Und auf den Weg zum Heile führt. 5. Wohl ihm, wenn seinen Hausgenossen Die Furcht des Herrn im Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem. Herzen lebt, Benn jeder treu und 668. Hilf Gott, bafi ta the Nach seiner Pflicht Erfüllung strebt, Wenn Eintracht und Zufriedenheit Ein Haus zum Sig des Segens weibt! Kinderzucht Gebeibe stets zu reicher Frucht, Daß aus der Kinder Mund dir werd EinLob bereitet auf der Erd. 6. Den Frommen, die dich find= 2. Laß sie den Eltern Liebe lich ehren, O Vater, strömt dein Se- weihn, Den Lehrern auch gehorgen zu, Sie wandeln folgsam deinen sam sein, Und meiden, was den Lehren, Und traun auf dich und Sinn bethört, Das Herz vom finden Ruh; Sie finden Freuden, rechten Wege fehrt. 3. Øib Für Eltern, 423 2. Der du ste bisher erhalten 3. Gib ja, daß ihnen mangle nicht Heilsamer Lehre Unterricht, Bei so manchem Unglücksfall, WolDamit durchy's Wort aus deinem left über ste nun walten, Immerdar Mund Ihr Glaube babe feften und überall. Bricht Gefahr für Grund. ste herein, Wollst du ihr Beschü4. Mach fest ihr Herz, fest und ger sein, Wenn in Noth sie gewiß, Und schütze sie vor Aerger- zu dir flehen, Laß sie deine Hülfe niß. Herr, laß sie nie auf We- sehen. gen gehn, Wo böse Buben lockend ffehn. 3. Dringt auf sie von allen Seiten Der Verführer Schaar heran, Laß 5. Durch deine Weisheit, Macht doch ihren Fuß nicht gleiten, Halte und Güt Vor allem llebel ste beste auf rechter Bahn. Regt in ihhüt. Führ du ste selbst auf rech- rer eignen Brust Sich mit Macht ter Bahn, Damit ihr Fuß nicht die böse Lust, Gib dann, daß fle muthig kämpfen, Und den Reiz gleiten kann. 6. Hilf, daß sie dich, Gott, der Sünde dämpfen. überall Vor Augen halten allzumal, Und sich befleißen jederzeit Der Tugend, Zucht und Ehrbarkeit. 4. Herr, erhalte deinem Reiche Unsre Kinder stets getreu. O daß feines von dir weiche Und dereinst 7. Und wo ste gehen aus und verloren fei! Immer geh ihr fromein, Da laß du sie gesegnet sein, mer Sinn und ihr Streben darauf Daß sie an Weisheit jedes Jahr, hin, Christo ganz sich zit ergeben, An Gnade wachsen immerdar. Und zur Ehre dir zu leben. 5. Haben sie den Kampf geen8. Und wenn sich endet dann ihr Lauf, So nimm ste, Herr, zu dir det, Obgesteget in dem Streit, Hahinauf. Dann preifen ste mit uns ben sie den Lauf vollendet, In des zugleich Dich droben, Herr, in dei- Glaubens Freudigkeit: Dann, o nem Reich. Bater, führe du Sie der ewgen Und laß sie nach 9. Gott Vater, Sohn und heil- Heimath zu, ger Geist, Von dem der Strom sanftem Sterben Deines Himmels der Gnade fleußt, Wir loben dich), Frieden erben. wir danken dir Mit unsern Kindern für und für. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 670. Auf Gott nur will 669. ich sehen, Er hört orge, Herr, für unire der Wittwen Fleben, und nimmt In meinen tiefKinder, Sorge für sich meiner an. ihr wahres Heil. Sind sie gleich, sten Schmerzen Bleibt er doch wie wir, nur Sünder, Haben sie meinem Herzen Der Fels, auf an dir doch Theil. Sie sind in den ich bauen kann. 2. Mich tröstet seine Gnade, Er der Taufe schon Dir geweiht und deinem Sohn, Darum leite deine ist auf jedem Pfade Bei mir, bis an Gnade Sie auf ihrem Lebenspfade. das Grab. Er wird mich nicht verlaffen! Mel. Werde munter, mein. 424 Für Kranke. laffen! Dies Troftwort will ich unter Last und Plage, Wie Träume faffen, Er sei mein Stecken und mein Stab. schnell dabin; Und ohne Widerstreben Verlaß ich einst das Leben 3. Gott will ich gläubig lieben, Mit stillem, ibm ergebnen Sinn. Und gute Werke üben In stiller Wenn ich dann einst dich Einfamkeit. Er steht es, wie ich's schaue, Auf den ich hier vertenue, meine, Er sieht auch, wenn ich Mein Vater und mein Freund, weine, Und gibt mir, was mein Wie will ich dann dich ebren, Wie Herz erfreut. danken für die Zähren, Die id 4. Auch wenn ich mehr noch als Wittwe hier geweint! litte, Bis zu dem letzten Schritte 7. Den Gatten, den ich liebte, Will ich ihm folgfam sein. Er Deß Abschied mich betrübte, Find prüft mich nur durch Leiden, Und führt zu höhern Freuden Mich einst mit frommen Duldern ein. ich in Gottes Hand. Wie wollen wir uns freuen, Und unfre Lieb erneuen Sm thränenfreien Vater5. So eilen meine Tage, Auch land! 6. Für Kranke, Genesende, Sterbende. lich Angesicht. Verleih mir nur in meinem Schmerz Geduld und ein Mel. Wer nur den lieben Gott. 671. Der Morgen kommt, zufriednes Herz. noch währt die 4. Noch ist das Schicksal mir Plage, Sie wird mit jedem Mor- verborgen, Das diesen Tag mich gen neu. Wie traurig fließen treffen soll, Doch dich, o Vater, mir die Tage Der bangen Prüfungszeit vorbei! Das Licht, der neuen Sonne Licht, Grheitert meine Seele nicht. laß ich sorgen: Du kennst und willst mein wahres Wohl. Dein Rath, was der beschließt und thut, 3ft beilig, ift gerecht und gut. 2. Noch immer bin ich auf 5. Soll ich die Laft noch länder Erde, Wo mich Gefahr und ger tragen, So halt ich deiner Noth umringt, Wo mich die Fügung still, Mich lehret ja mein drückende Beschwerde Zum Klein- Heiland sagen: Wie du, Gott, muth und zur Klage bringt. Id willst, nicht wie ich will! Stärk boff auf Lindrung meiner Pein, mich auch in der Krankheit Vein, Doch meine Hoffnung trifft nicht Gelaffen, so wie er, zu sein. ein. 6. Einst kommen doch der Rube 3. Herr, eile doch mir beizuste- Stunden, Des Lebens Ende rückt hen, Verlaß mich in der Schwach- berbei. Dann ist das Leiden überheit nicht. O neige auf mein wunden, Ich bin von aller Trübbrünftig Flehen Su mir dein freund- fal frei. Du selbst gibst mir, o Gottes Für Kranke, Genesende. 425 5. O welcher Seligkeiten Menge Erweckte dieses Heil in mir! Dent Danke ward mein Herz zu enge, Und brannt und wallte nur von o will den Tod des Sünders nicht. Mel. Die Tugend wird durch's. 672. wahr der Aller- dir. O würde ich die Angst nicht höchste lebet, Er wissen, In die mich deine Sucht geführt: So müßt ich deine Liebe Der ganz zerknirscht vor ihm er- missen, Die jetzt mich doch so inbebet, Und sich sein eignes Ur- nig rührt. theil spricht. Er züchtigt uns zu 6. Ich weihe, was ich von dir seiner Ehre Und unserm Heil mit habe, Mein Herz, dir ganz zum Vatertreu. Nur, daß man sich zu Opfer ein. Es wird, o Schöpfer, ihm bekehre, Und zu dem Leben tüchtig fei. deine Gabe Ja theu'r in deinen Augen sein. Ich weiß nun, was 2. Du milder Gott, ich selber es sei zu leben, Da ich, was sehe Den theuern Gid an mir er- Sterben sei, erfuhr ,. Nun wird mir füllt. Wenn ich mit Reu um Gnade stets im Sinne schweben, Was ich flehe, Wird meiner Seele Angst dir in der Brüfung schwur. gestillt. Da meine Werke nichts 7. Es ist genug, daß ich vor verdienen, Bleibt deiner Gnade Zeiten Nach meines Fleisches Lüaller Preis; Die ist an mir so ften ging, Und in dem Netz der groß erschienen, Daß ich's nicht auszusprechen weiß. Eitelkeiten Verstricht mit Leib und Seele bing. Ich bin ja darum nur 3. Sch sah die Welt und Alles genesen, Daß ich die Seele retschwinden, Und Sinn und Sprache ten kann, So fang ich denn ein starben schon, Ich fühlte nichts andres Wesen Mit deiner Gnade als meine Sünden, Und sah nur Beistand an. deinen Richterthron. Da rührte] dich mein letztes Sehnen, Mein Mel. So gehst du nun, mein Jeſu. Jammer brach dein Vaterherz, 673. Das ist mein Trost Es schrieen für mich Jesu ThräHerr Jesu Chrift, nen, Und mich erbat sein Blut In meinen bangen Stunden, Daß und Schmerz. du für mich gestorben bist, Für 4. Bald kam dein ganzer Troft mich haft überwunden. Welch hernieder, Der bolte mich vom bohes Heil Ward mir zu Theil! Tod berauf, Und stärkte mich 3ch lag in tiefen Schmerzen, Da vollkommen wieder Zu einem riefest du Mir freundlich zu: Komm neuen Lebenslauf. Du sprachest zu des Freundes Herzen. freundlich mit mir Müden, Und 2. Wie zieht die Liebe mich em= ich vernahm dein Gnadenwort: por, Die dich herab gezogen! Du Nun gehe hin, mein Kind, im öffneft mir das Lebenstbor, Mir Frieden, Und fündige nicht mehr glänzt der Friedensbogen. Nun irr' hinfort! ich nicht, Mir strahlt dein Licht Auf Gottes Sohn, Nach diesem Kampf den Gnadenlohn. 426 Für Sterbende. Auf dunklem Lebenspfade. Du rufft| Sch unverrückt und hoch entzückt mir zu: Bei mir ist Rub, Enipfange Dich, o mein Heiland, fehe. Gottes Gnade! 3. Hab' ich auch manche lange Eigene Melodie. Nacht, Warum sollt ich verzagen? 674. Kein Stündlein geht ja ge= wacht, Für mich das Kreuz ge- in dem Sinn, Ich bin auch imtragen. Du stehst mir bei, Bleibst mer, wo ich bin, Daß mich der immer treu, Ob Menschen vor Tod Wird sehen in die letzte Noth. mir fliehen. Ich bleibe dein Und Ach Gott, verläßt mich Alles hier, nie allein, Denn du willst mit So thu das Beste du bei mir. mir ziehen. 2. Hier ist kein Aufenthalt, Der 4. Du wanktest nicht auf steiler Tod har die Gewalt, Er nimmt Bahn, Du littest gottergeben. Zur und würget Jung und Alt.( Sr Herrlichkeit gingst du hinan, 3u reißt uns fort Aus unserm Orden, ihr mich zu erheben. O mache mich Stand und Ort. Ach Gott, verläßt Ganz frei durch dich Von Fesseln mich Alles hier, So thu das Beste dieser Erde, Daß ich dir treu Im du bei mir. Leiden sei, Und einst dein Erbe werde. 3. Kein Nath, kein Arzenei, Kein Rufen noch Geschrei, Kein Bruder 5. Wenn auch die Liebe um kann mich machen frei. In aller mich bat, Ich muß doch endlich Welt Ist nichts, das endlich mich scheiden; Doch folget auf die erhält. Ach Gott, verläßt mich Alles Thränenfaat Die Erndte ewger hier, So thu das Beste du bei Freuden. Was sich verband Durch mir. deine Hand, Kann ewig sich nicht trennen. Du wirst uns einst, Wenn du erscheinst, Vereint bei Namen nennen. 4. Kein Reichthum, Geld noch Gut, Kein fühner Heldenmuth Hilft vor des Todes Grimm und Wuth. All Chr' und Gunft Hilft nichts, hier rettet keine Kunst. Ach Gott, verläßt mich Alles bier, So thu das Beste du bei mir. 6. Du willst, daß ewig bei dir fein, Die dir dein Gott gegeben, Drum bleiben auch im Tode dein, Die dein sind in dem Leben. Welch große Schaar, Die treu dir war, und Pein, O Bringt Preis dir, ewig Ehre! Es naht dein Tag, Dann folg' ich nach In ihre Engelchöre. 5. Welch Leid, welch Angst Gott, wird um mich sein, Wenn nun der Tod wird brechen ein! Wer wird alsdann Mit Trost sich meiner nehmen 7. Herr, wann kommt meine an? Ach Gott, verläßt mich letzte Nacht, Wann naht der ewge Alles hier, So thu das Beste du Morgen? Ich weiß, du rufft: es bei mir. ist vollbracht! Drum lasse ich dich 6. Wenn mein Gewissensbuch forgen. Ich halte mich Stets feft Und des Gefeßes Fluch), Wein an dich, Bis ich zum Himmel gehe, Sünd und Satan zum Versuch Tritt Für Sterbende. 427 Tritt wider mich, Wer ist, der 2. Wie liebreich sammelst du die mein erbarmet fich? Ach Gott, Deinen, Um ste mit Himmelsspeise verläßt mich Alles hier, So thu zu erfreun! Mit dir sie ewig zu das Beste du bei mir. vereinen, Sprichst du im Ster= 7. Wenn Sprach, Verstand und ben noch: gedenket mein! Auch Sinn Auf einmal fällt dahin, ich will nun dein Lebensbrod Und ich nicht mehr bin, der ich empfahn, Du willst dich mir in bin, Wer ruft mir zu, Wenn meinem Leiden nahn. mir der Schmerz läßt keine Ruh? 3. Auch mir reichst du zu meiAch Gott, verläßt mich Alles nem Leben Dein Brod, der Gnade hier, So thu das Beste du bei sichres Unterpfand, Auch mir willst mir. du den Kelch des Friedens geben, 8. Wenn meiner Augen Licht Drum nehm ich dankbar ihn aus Mir ferner leuchtet nicht, Und mir deiner Hand. Wo zwei und drei das Herz im Tode bricht Vor Angst vor dir versammelt sind, Da bist und Qual, Wer führt mich durch auch du, da stärkest du dein das finstre Thal? Ach Gott, ber- Kind. läßt mich Alles hier, So thu das Beste du bei mir. 4. Für mich hast du dich hingegeben, Du starbst für mich, für Das ist Sündenschuld. Trost, ich werde ewig le= Du gibst dem Vaters Huld. verbunden geh ich in den Tod, Du stärkest mich auch in der letzten Noth. Reuigen Mit dir 5. Wie litteft du im Kampf so ich vollendet meinen Lauf. Ich stille, Wie brach für uns in Liebesruf zu dir, So lang ein Odem ist in mir: Ach Gott, verläßt mich Alles hier, So thu das Beste du an mir. treu dein Herz! So sei gehorsam dir mein Wille, So mache du mich still in meinem Schmerz. Ruf du mir stets ins Herz: gedenke mein! So kann ich frob und dir ergeben sein. 9. Herr Jefu, du allein Sollst meine mir in Todespein Die beste Hülf mein und Labsal sein. Auf dich will ich ben, Die Welt gesegnen ewiglich. Ach des Gott, verläßt mich Alles hier, So thu das Beste du bei mir. 10. Herr Jesu, nimm mich auf, Zu dir im Himmel auf, Wenn Mel. Ach, sieh ihn dulden, bluten. 6. 675. Und muß ich noch in leite' mich in Nächten weinen, Wenn die ErStunde, Das lösung mir noch lange währt: rin du segnend haft an mich ge- Doch wird der Morgen bald erdacht, Dein Abendmahl zum ewgen scheinen, Der allen Schmerz in Ein Glied Bunde Geweiher haft in deiner Freude mir verklärt. heilgen Nacht. Sei jetzt auch mei- an deinem Leibe, find ich dann nem Geiste liebend nah, Begleite Die Selgen wieder, die ich lieb segnend mich nach Golgatha. gewann. err, jene 428 Für Sterbende. Mel. Mag ich Unglück nicht. Gottes Throne. Ja, ich weiß, daß ich das Licht, Dem ich hier 676. Mein Lauf, Gottlob! vertraue, Nämlich Gottes Anges ift bald vollbracht, sicht, Dort auf ewig schaue. Welt, gute Nacht, Wir werden 3. Dieser schnöden bösen Welt uns nun scheiden! In Jesu Na- Jämmerliches Leben mir nun länmen sanft und still Ich wandeln ger nicht gefällt, Drum ich mich erwill Zur Seligkeit mit Freuden. geben Meinem Jesu, da ich bin In dieser Welt War mir bestellt Jetzt in lauter Freuden, Denn sein Viel Angst und Noth, Zuletzt Tod ist mein Gewinn, Mein Verder Tod, Jetzt endet sich mein dienst sein Leiden. Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund', 2. In Jesu Namen schlaf ich Alle meine Lieben! Alle, die ihr ein, Er führt allein Mich aus um mich weint, Laßt euch nicht dem Tod in's Leben. Sein an betrüben. Schließ ich auch mein dem Kreuz vergoffnes Blut Kommt Auge zu, Sink in's Grab ich mir zu gut, Shm will ich mich nieder: Schaut, die Sonne geht ergeben. Er ist mein Hort, Sein zur Rub, Kommt doch morgen Lebenswort Stärkt mir mein Herz wieder. Im Todesschmerz, Kann Freud und Wonne geben. 3. In Jesu Namen fahr ich Mel. Sollt es gleich bisweilen. bin, Denn mein Gewinn 3 678. h. daß doch mein Christus, wenn ich sterbe. Ich Und weiß, daß er mich nicht verläßt, die Seele bald wegnähme hier Und glaube feft: 3m Tod ich aus diesem Jammerthal, 3u sich nicht verderbe. Mir ist bereit in in den Freudensaal! Ewigkeit Von Gottes Sohn Die 2. Sft doch hier nichts mehr Ehrenkron, Das rechte Him- als Klagen, Seufzen, Weinen, laumelserbe. ter Plagen. Alle unsre beste Zeit Ist nur Müb und Herzeleid. Mel, Schwing dich auf zu deinem. 3. Nichtig, flüchtig find die Tage, 677. inen guten Kampf Unser Leben ist nur Plage, Alles hab ich Auf der ist nur Eitelkeit hier in dieser Welt gekämpfet, Denn der Herr Sterblichkeit. hat gnädiglich All mein Leid ge= 4. Was wir schauen hier auf Erdämpfet, Daß ich meines Lebens den, Muß zu Staub und Asche were Lauf Selig nun vollendet, Und den. Was wir sehen, das vergebt, mein arme Seel hinauf Gott Gleichwie Rauch und Staub verdem Herrn gesendet.. weht. 2. Forthin ist mir beigelegt 5. Drum begehr ich nicht zu Der Gerechten Krone, Die mir lebert, Hier in dieser Welt zu wahre Freud erregt Dort vorschweben, Jefu, laß bei dir mich fein, Für Sterbende. 429 fein, So verschwindet Angst und mich zum Licht, Erfüll mein heiPein. Bes Sehnen, Und führe mir die 6. Gehe hin, du Weltgetümmel, Meinen nach, Damit wir dort Weil mein Wandel steht gen Him- vereint den Tag Des ew'gen Lemel, Gern scheid ich von Gut und bens schauen. Geld, Fahre Fahre hin, du falsche Welt! 6. Drum laßt uns hier schon Hand in Hand Auf Gottes Wegen gehen, Damit wir einst im Vaterland Uns freudig wiederseer Trennung Schmerz hen. Wie wird's uns sein, wenn liegt schwer auf mir, wir uns sehn, Wenn wir uns Gott ruft mich von den Meinen. froh entgegen gehn, Und FreudenDas Herz erbebt, doch hoffen wir thränen weinen! 679. D Uns wieder zu vereinen. Drum nah ich mit der Frage mich Zu Eigene Melodie. bir, mein Vater, werde ich Die 680. Herr Gott, nun ſchleuß Theuern wiederfinden?. den auf, Mel. Wenn mein Stündlein. 2. Da macht mir Gottes Wort es kund, Dies Wort aus Himmelshöhen: Nie reißt, nie bricht der Liebe Bund, Du wirst sie wieder. sehen! Die Frommen trennt nicht gestritten, Grab, nicht Tod, Der Heiland wird zum Morgenroth, Zum Licht vereint sie führen. Die Zeit eilt mir zum Ende, Vollendet hab ich meinen Lauf, Nimm mich in deine Hände. Hab gnug gelitten, Mich müd Schick mich fein zur ewgen Ruh, Laß fahren, was auf Erden, Will lieber felig werden. 3. Der Freund steht seine 2. Wie du mir, Herr, befohlen Freunde dann An Gottes Throne baft, Trag ich in wahrem Glauben wieder, Die Gattin trifft den Das Kreuz dir nach, die sanfte Gatten an, Der Bruder seine Laft, Dich soll mir Niemand rauBrüder. Die Mutter steht, um- ben. Hoff zu bestehen, Will frisch armt ihr Kind, Denn alle from- eingehen Vom Thränenthal zum men Seelen sind In Gottes Stadt Freudensaal, Laß fahren, was beisammen. auf Erden, Will lieber felig werden. 4. Zum Berge Zion kommen wir. Zu Gottes Stadt, dort oben. 3. Laß mich nur, Here, wie Dort stehen Engel, Herr, vor dir, Simeon, In Frieden zu dir fabSie beten an, ste loben. Vereint ren. Befiehl mich Christo, deinem mit ihnen werden wir, Im heil- Sohn, Der wird mich wohl bewahgen Chore, Herr, vor dir, Alls ren, Wird mich recht führen, 3m felge Geister stehen. Himmel zieren Mit Ehr und Kron; 5. Dann schaun wir Gottes fahr nun davon, Laß fahren, was Angesicht, Getrocknet sind die auf Erden, Will lieber felig Thränen. Komm, süßer Tod, führ werden. Mel. 430 Für Sterbende. vollbracht, Bist du erwacht Bum Leben aus des Todes Nacht. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 3. Welcher Glanz hat dich um 681. Halleluja! Amen! Amen! Du starbft auf Chrifti fangen, Geit dir der Tag ist aufge beilgen Namen, Vor dem sich gangen, Das Leben nach des Todes Erd und Himmel beugt. Gläubig Macht! Sei gesegnet, Amen, Amen! gabst in seine Hände Du ihm Du flegst in Jesu Chrifti Namen, an deiner Laufbahn Ende Die Der sterbend auch für dich vollbracht. Seele, die der Crd entfleucht. Nicht du, der Herr allein Macht Heil dir, erlöster Geist, Der nun dich von Sünden rein, Aus Erbaram Thron ihn preist, Deinen men. Du fällst nicht mehr, Der Heiland! Der dich versöhnt, Den Sel'gen Heer Kennt feine Sünd Gott gekrönt, Der ist's, dem nun und Schwachheit mehr. dein Lob ertönt. 4. Mag den Leib die Erde decken, 2. Wenn dich hier die Sünd' Er ruhe; der Verwesung Schrecken erschredte, Und dir der Gnade Troft Ergreifen deine Seele nicht. Weis verdeckte, Verdammte dich doch nur nend gehn wir, ihn zu säen, Der dein Herz; Nun kann sie dich nicht unverweslich soll erstehen Zur Herrmehr schrecken, Nicht mehr die lichkeit, nicht zum Gericht. Wir Gnade dir verdecken, Der Herr ist fenfen ihn hinab, Der Herr bewahrt größer als dein Herz. Mehr als du das Grab, Wo er schlummert. Nach je gefleht, Mehr, als der Mensch kurzer Ruh Erstehst auch du, Und versteht, Ist dir worden. Weil er's leilft dann der Verklärung zu. New( Decht Register. Register. A. Ach, bleib bei uns, Herr Jesu Christ Ach, bleib mit deiner Gnade. • Ach, daß doch mein Jesus fame. Ach Gott, erhör mein. Seufzen und Ach Gott und Herr. Ach Herr Gott, gib uns deinen Geist Ach mein Jesu, dein Nahesein Ach mein Jesu, steh ich trete. Ach mein Jesu, welch Verderben Ach, sagt mir nichts von Gold und Ach, sei mir gnädig. Herr, mein Ach, uns bedrückt jetzt Noth. 4 Ach Vater, der die arge Welt Ach, wann werd ich von der Sünde Ach, was sind alle Güter werth Ach, was sind wir ohne Jesum. Ach, was soll ich Sünder machen Allein Gott in der Höh sei( Shr. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. Alle Menschen müssen sterben. Alles ist an Gottes Segen Alles ist euer, o Worte des ewigen Allwissender, vollkommner Geist Amen, deines Grabes Friede. Am Grabe lerne, was du bist Am Grabe steben wir, und opfern Am Kreuz erblaßt ♦ • • Anbetend stand der Seher Gottes du Anbetungswürd'ger Gott Auf, auf, ihr Reichsgenossen Auf, auf, mein Geist, erhebe dich Auf Christi Himmelfahrt allein Auf den Nebel folgt die Sonn' Auferstanden, auferstanden ist der . Nummer. Verfasser, 396 Nikolaus Selnecker. Josua Stegmann. 298 678 512 301 6 314 Jac. Pet. Schechs. . 1-6. M. Rutilius. V. 7-10. Joh. Groß. Gräfin von Singendorf, nach And. Ch. Gregor. 653 Levin Joh. Schlicht. Ludw. Andr. Gotter. S. Scheffler( Angelus). 300 444 355 608 393 209 Balthasar Münter, 248 303 Peter Lackmann. 350 Johann Flittner. Nikolaus Decius. Johann Schneesing. 1 352 254 Joh. Georg Albinus. 500 Johann Kohlros. 560 Ch. F. D. Schubart. 270 Joh. Jak. Nambach. Karl Bernh. Garve. 135 257 251 106 Christ. Fr. Neander. 265 267 25 Johann Nist. Fr. Gottl. Klopstock. Joh. Jaf. Rambach. 236 Joachim Neander. 143 Jofua Wegelin. 508 Paul Gerhardt. 122 Joh. Casp. Lavater. 432 Register. Auferstehn, ja auferstehn wirst du. 259 Auf Gott nur will ich sehen 670 489 553 ♦ Auf Gott und nicht auf meinen Rath Auf, ihr Streiter, durchgedrungen Auf meinen lieben Got ♦ Auf, meine Seele, sei erfreut Auf, mein Geist, du hast gelaufen Auf, schicke dich, recht feierlich Aus deiner Quelle, Schöpfer Aus Gnaden soll ich felig werden Aus irdischem Getümmel. Aus tiefer Noth ruf ich zu dir B. Bald bin auch ich des Todes Raub 416 Gottfr. Bened. Funk. Bedenke, Mensch, das Ende 252 Benjam. Schmolle. 479 ♦ • • • ◆ Vis hieher ist's gelungen Blick herab auf unsre Schmerzen Brich, heller Morgenstern, herein. Bringt frohen Dank 4 • Bringt Gott, ihr Christen, Breis Bringt Preis und Ruhm dem CS. ♦ Befiehl du deine Wege Begleite mich, o Christ, wir gehen Begrabt den Leib in seine Gruft. ♦ Beschwertes Herz, leg ab die Sorgen Betet an, ihr Menschen, bringet Bewahre mich, Herr, daß der Wahn . • ● ♦ Chrift, Alles, was dich kränket.. Christe, der du bist Tag und Licht. Christe, du Lamm Gottes.. Christus, der ist mein Leben. 488 Siegmn. Weingärtner. 30 Philipp v. Befen. 347 Fr. Gottl. Klopstock. Joh. Casp. Lavater. Ch. Fürchteg. Gellert. 37 Chr. Fürchteg. Gellert. 283 Joh. Andr. Cramer. 315 Chr. Ludw. Scheidt. 327 6. Jul. Aschenfeld. 191 Martin Luther. 91 255 17 290 Paul Gerhardt. F. H. Bachhof v. Echt. Fr. Gottl. Klopstock. Christ. Wegleiter. Job. Andr. Gramer. 3. Sam. Dieterich. 662 62 629 307 40 F. Fugger. Gottfr. Wilh. Sacer. 3... Schmidt. Chr. Fr. Förster. 621 Wilh. Albr. Teller. 121 3. Sam. Dieterich. D. Dankt dem Herrn! mit frohen Gaben 646 Das alte Jahr vergangen ist 58 519 Chr. Fr. Neander. 655 Michael Weiß. 221 Martin Luther. 571 Simon Graf. Christus fuhr gen Himmel Christus ist erstanden 110 136 Martin Luther. Martin Luther. Nif. Ludw. Graf von Zinzendorf. Christus, unser Haupt und König. 336 3. 5. V. Nölting. . 1-2 3. Steuerlein. 3-6 3. Tappius. Register. Das Amt der Lehrer, Herr, ist dein Das ist mein Troft, Herr Jesu.. Das walte Gott, der helfen kann Dein bin ich, Gotf, in Ewigkeit Dein bin ich, Herr, dir will ich Dein Heil, o Christ, nicht zu Dein König kommt, o Zion. Dein laß mich sein und bleiben Dein Wort, o Herr, bringt uns Dem Herrn sei Ghre, Preis und Der am Kreuz ist meine Liebe Der du uns als Vater liebest Der frohe Morgen kommt gegangen. Der Glaube bricht durch Fels und. ✦ • Der Grund, auf dem mein Glaube Der Heiland kommt, lobsinget ihm. Der Herr fährt auf gen Himmel Der Herr, in dessen Güte ♦ • ♦ ♦ Der Herr ist Gott und keiner mehr. Der Herr ist gut, ihr Himmel, höret Der Herr ist in den Höhen. Der Herr ist mein getreuer Hirt. Der Himmel Ruf erzählt und ehret. Der Hölle Pforten sind zerstört. Der Morgen kommt, noch währt die Der Tag, an dem mein Heiland. Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir Der Trennung Schmerz liegt schwer Der Vater sei gepriesen Die auf der Erde wallen. • Die Christen gehn in dieser Welt Die Feinde deines Kreuzes drohn Die Frucht vom heilgen Abendmahl Dies ist die Nacht, da mir erschienen Dies ist der Tag, da Gottes Sohn Dies ist der Tag, den Gott gemacht Dies ist der Tag, zum Segen Dir, dem weisesten Regierer. Dir, dir, Jehovah, will ich singen Dir jauchzet froh die Christenheit Dir, milder Geber aller Gaben. • Dir sterb ich einst, wenn ich dir. Dir, Vater, dankt mein Herz und. 239 Joh. Andr. Cramer. Wilh. Hülsemann. 642 Johann Betichius. Fr. Gottl. Klopstock. 673 572 385 Job. Andr. Cramer. 658 Chr. Fürchteg. Gellert. 23 404 Nikolaus Selnecker. 401 118 Wilh. Hülsemann. 95 165 641 399 364 33 138 10 671 343 651 679 .605 268 437 269 565 287 Wolfgang Mosel. Michael Schirmer. Chr. Christ. Sturm. 129 433 Johann Menger. David Bruhn. 3. Fredlinghausen. Chr. Christ. Sturm. Gottfr. Wilh. Sacer. Karl Bernh. Garve. Joh. Andr. Cramer. Joh. Pet. Ut. Joh. Andr. Cramer. Cornel, Becker. 567 249 394 Balthasar Münter. 237 47 293 435 163 603 575 153 Du bist der Weg, die Wahrheit und 328 Joachim Neander. Ch. F. D. Schubart. Wilh. Hülsemann. Gottfr. Bened. Funk. N. L. G. v. Zinzendorf. 164 C. Fr. Nachtenhöfer. Johann Rist. 46 Ch. Fürchteg. Gellert. Chr. Chrift. Sturm. Joh. Casp. Lavater. Barth. Graffelius. 15 Karl August, Döring. Ehrenfried Liebich. Joh. Casp. Lavater. Ee 8434 Du bist ein Mensch, das weißt du. Du bist mir nah mit deiner Gnade Du bist's, dem Ehr und Ruhm Register. Du, der das Lallen nicht verschmäht Du, der fein Böses thut ♦ • Du, dessen Augen flossen. 85 Du Friedefürst, Herr Jesu Christ. 618 Du Geber guter Gaben . 380 • . Du gehst zum Garten, um zu beten Du Geist des Herrn, der du von Du, Gott, bist unsre Hülf und Macht Du hast, o allerhöchster Gott Du, o schönes Weltgebäude. Du reicher Trost der Armen Du sagst, ich bin ein Chrift Du sollst glauben, und du Armer Du Vater deiner Menschenkinder C. Eh ich dich kannte, hast du mich Ehre, Lob und Preis und Stärke Ehre sei Gott in der Höhe Ein Christ, ein tapfrer Kriegesheld. Ein' feste Burg ist unser Gott Einen guten Kampf hab ich. ( Sin Kindelein höchst lobenswerth. Ein Lamm geht hin und trägt die Ein neuer Tag, ein neues Leben Eins ist noth, ach, Herr, dies Gine Einst reift die Saat ♦ . • . . ● . Eines wünsch ich mir vor allem.. Empor zu Gott, mein Lobgesang Endlich, endlich muß es doch Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Erhalt uns, Herr, die Obrigkeit. Erhöhter Jesu, Gottes Sohn Erhöre gnädig unser Flehn Erhör uns, Vater, steb, wir flehn. Erinnre dich, mein Geist, erfreut Er lebt, o Freudenwort, er lebt Erleucht mich, Herr, mein Licht. Erlöser, der im Staube Ermuntre dich, mein schwacher Geist Ermuntert euch, ihr Frommen 271 429 664 664 299 . Karl Wilh. Ramler. Wilh. Hülsemann. Philipp Fr. Hiller. 80 Johann Menter. Samuel König. 159 3. 3. 2. Jungheim. Joh. Jak. Nambach. Johann Frank. 630 528 582 626 660 502 Gottlieb Reiber. 439 Benjam. Schmolke. 663 113 Chr. Christ. Sturm. 43 Aug. Herm. Niemeyer. 556 633 358 260 Paul Gerhardt. Karl August Döring. Ch. Fürchteg. Gellert. Karl Bernh. Garve. 3. Sam. Dieterich. 192 Martin Luther. 677 Heinrich Albert. 51 Martin Luther. Baul Gerhardt. 77 449 48 597 406 F. Hiller. Joh. Adam Haßlocher. 600 340 240 42 339 Benjam, Schmolke. 3. Heinr. Schröder. Fr. Gottl. Klopstod. Albert Knapp. F. Ad. Krummacher. Benjam. Schmolfe. Martin Luther. 3. Sam. Dieterich. Chr. Sam. Ulber. 208 Wilh. Hülsemann. 115 Ch. Fürchteg. Gellert. 134 Ehrenfried Liebich. 346 83 Th. Untereyk. Heinr. Jul. Tode. Johann Rift. Laurentius Laurenti. Register. 345 601 Erquicke mich, du Heil der Sünder 353 Erwecke, Jesu, stets die Herzen. Es baut, o Herr, auf dein Geheiß Es glänzet der Christen inwendiges Es ist das Heil uns kommen her Es ist nicht schwer, ein Chrift zu sein 88 ist noch eine Ruh vorhanden 389 373 8 foftet viel, ein Chrift zu sein Es ist vollbracht, das Opfer für die Es ist vollbracht, so ruft am Kreuze Es naht der Tag, an dem die Welt 337 Es wolle Gott uns gnädig sein. 2 Es zieht, o Gott, ein Kriegeswetter Es züchtigt deine Hand Ewge Liebe, mein Gemüthe Ewge Wahrheit, deren Treue Ewig sei dir Lob gesungen • Freilich bin ich arm und bloß Freu dich sehr, o meine Seele Freut euch, Gottes Kinder F. Fahre fort, fahre fort, Zion. Feft steht zu Gottes Ruhme Feft wie ein Fels im wilden Meer 193 Fleug auf, mein Psalm, mein 286 • ● ● ♦ Fröhlich laßt uns Gott lobsingen Früh Morgens, da die Sonn aufgeht Für alle Güte sei gepreist Für diese Kinder beten wir Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen Gedanke, der uns Leben gibt Geht in Glauben eure ege. Geist der Wahrheit, lehre mich Geift Gottes, aus des Ewgen Fülle Geift vom Vater und vom Sohne. Gelobet seist du, Jesu Christ Gerechter Gott, es fommt von dir Gerechter Gott, vor dein Gericht Gern in Alles mich zu fügen Getreuer Gott, wie viel Geduld. 412 593 411 • ♦ 105 98 554 391 612 6. 3. Borchward. David Bruhn. 607 311 Joh. Jak. Rambach. 557 Job. Jak. Nambach. Grasm. Finr, genannt Francisci. 44 124 41 123 648 203 297 435 Gottfried Kleiner. Barthol. Ningwald. Chr. Fr. Richter. Baul Speratus. Chr. Fr. Richter. Joh. Siegm. Kunth. Chr. Fr. Richter. 3. G. Sinz. 3. Sam. Dieterich. 302 581 Simon Graf. 32 204 Wilh. Hülsemann. Martin Luther. Joh. Gus. Schmidt. Christian Nonne. Joh. Andr. Cramer, Joachim Neander. Gustav v. Mengede. Paul Gerhardt. Johann Heermann. Ch. Fürchteg. Gellert. 3. Sam. Dieterich. Ch. Fürchteg. Gellert. Sam. Gottl. Bürde. Karl Bernh. Garve. Gottfr. Hoffmann. Martin Luther. Chriftian Nonne. 161 157 167 39 628 282 Joh. Jaf. Rambach. 478 3pb. Gasp. Lavater. 276 3. Sbr. Simmermann. Ee Register. 436 Getroft, mein Herz, und zage nicht Gib mir, o Gott, ein Herz. Glaube, Lieb und Hoffnung find Gott, Allweiser, wer bin ich Gott, deine Gnad ist unser Leben Gott, deine Güte reicht so weit Gott, der du unsre Zuflucht bist Gott der Macht, in deinem Ruhme Gott des Himmels und der Erden Gott, deß Güte nimmer endet Gott, deß Scepter, Stuhl und Krone Gott, du gibst uns milden Regen Gottes Mund hat uns verheißen Gottes und Mariens Sohn Gott ist gegenwärtig Gott ist getreu, sein Herz + → · H. Hallelujah! Amen, Amen Hallelujah! jauchzt, ihr Chöre Hallelujah! Jesus lebet Hallelujah! Preis und Ehre. Hehr und heilig ist die Stätte Heiland, deine Menschenliebe Heilger Jesu, Heilgungsquelle Heilge Ruhestätte • 622 405 151 501 45 7 280 Gott ist mein Hort, auf Jesu Wort 408 Gott ist mein Lied 292 Ch. Fürchteg. Gellert. Ch. Fürchteg. Gellert. 279, 3. Chrift. Wilhelmi. 499 Moritz Cramer. 520 Joh. Friedrich Zihn. 494 Benj. Schmolke. 442 + 4 6 + Gott ist und bleibt getreu Gott lebet noch und stirbet nicht Gott lebet noch, Seele, was verzagst Gott lebt, wie kann ich traurig sein Gott, mein Vater, deine Liebe Gott, nur du bist meine Sonne Gott ruft der Sonn und schafft den. + Gott sei Dank in aller Welt. Gott, unser Vater, der du bist Gott, vor dessen Angesichte Gott will machen, daß die Sachen Gott wollte nicht des Sünders Tod Großer Gott, den Alles preiset Großer Mittler, der zur Rechten Guter Hirte, willst du nicht Gut und heilig ist dein Wille 386 541 Chr. Fürchteg. Gellert. 409 Benjam. Schmolke. 273 Karl Bernh. Garve, 316 Chr. Fürchteg. Gellert. 414 Chr. Fürchteg. Gellert. 177 3. 3. Eschenburg. 288 Karl Bernh. Garve. 636 Heinr. Albert: Johann Frank. Heinr. Georg Neuß. Moritz Cramer. Jeremias Huberich. Christ. Pfeifer. Christ. Tersteegen. Ehrenfried Liebich. 441 64 Ch. Fürchteg. Gellert. 27 Heinr. Held. 419 482 305 277 3. Ch. Zimmermann. I. D. Herrnschmidt. Karl Bernh. Garve. Caspar Neumann. Joh. Jak. Nambach. 306 Johann Scheffler. 381 Balthasar Münter. 632 .330 681 Fr. Gotil. Klopstod. 120 Gottfr. Bened. Funk 131 619 Aug. Herm. Niemeyer. 11 Aug. Herm. Niemeyer. 324 Job. Jak. Nambach. 322 Gottfried Arnold. 242 Ehrenfried Liebich. Register. Heil, Heil dem Manne, der vom Heiliger, dem Engel dienen Heilig, heilig fei der Eid Herr, allerhöchster Gott Herr, deine Kirche danket dir Herr, deine Rechte und Gebot Herr, denk an mich ♦ ♦ ** ♦ . Herr, den die Sonnen und die Erden Herr, der du als ein stilles Lamm. Herr, der du vormals haft dein Land Herr, du fährst mit Glanz und. Herr, du gingst voran. Herr, du wollst ste vorbereiten Herr, es ist der Tag erschienen Herr Gott, dich loben wir, Herr Herr Gott, dich loben wir für deine Herr Gott, nun schleuß den Himmel Herr Jesu Christ, dein theures Blut 79 Herr Jesu Christ, dich zu uns wend 5 ♦ ♦ ♦ Herr Jesu, Licht der Heiden Herr Jesu, wahrer Mensch und Gott Herr, leite mich in fene Stunde Herr, mache meine Seele stille Herr, ohne Glauben kann 611 433 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. 211 Herr Jesu, dir sei Preis und Dank Herr Jesu, Gnadensonne 233 351 Herr, segne uns aus deiner reichen. Herr, stärke mich, dein Leiden zu Herr, wann wirst du Zion bauen Herr, welch Heil kann ich erringen. Herr, wie du willst, so schick's mit Herr, wie so großen Segen Herzallerliebster Gott. Herzlich ist mein Verlangen Herzlich lieb hab ich dich, o Herr Herzliebster Jesu, was hast du Herz and Herz vereint zusammen Hier bin ich, Herr, du rufest mir Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen. Hier legt mein Sinn sich vor dir Hier steh ich unter deinem Himmel Hilf Gott, daß ja die Kinderzucht. 531 Joh. Andreas Cramer. 361 395 3. M. Uhlich. 521 David Denicke. 186 63 222 615 142 534 219 18 425 620 680 437 66 400 309 Joh. Frank. 578 Paul Eberus. 675 Wilh. Hülsemann. 503 3. Sam. Dieterich. 562 484 226 Chr. Christ. Sturm. 2. Schlegel. 3. Ad. Schlegel. Paul Gerhardt. Caspar Neumann. 357 Peter Busch. 645 Wilh. Hülsemann. Fr. Gottl. Klopstock. Caspar Neumann. Martin Luther. Johann Frank. Tobias Kiel. Johann Olearius. Wilh. II., Herzog von Sachsen- Weimar. Josua Stegmann. Bernh. Derschau. Ludw. Andr. Gotter. 402 212 218 477 289 668 Ch. Fürchteg. Gellert. 3. Lange. Fr. Gottl. Klopstock. Casp. Bienemann. 525 Johann Scheffler. 580 455 Christoph Knoll. Martin Schalling. 87 Johann Heermann. Ch. R. v. Zinzendorf. Joh. Jak. Rambach. David Bruhn. Ch. Fr. Nichter. Fr. v. Köpken. 438 Register. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 59 Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach 383 Himmelan geht unsre Bahn Himmelan, nur himmelan Hin an dein Kreuz zu treten Hinauf, mein Geift, zu Gott empor Höchster Tröfter, komm hernieder Höchfterwünschtes Seelenleben Hoftanna, Davids Sohn I. Ja, fürwahr, uns führt mit Ich armer Mensch, ich armer Ich armer Sünder komm zu dir Ich bin erlöst, es floß ♦ Ich bin getauft auf deinen Namen Ich bin mir, Gott, bewußt. Ich bin, o Herr, in deiner Macht. Ich freue mich, o Gott, in dir Ich geh zu deinem Grabe Ich glaub an Einen Gott allein Ich glaub an Einen Gott, und Ich glaub an Gott, Vater Ich hab genug, mein Herr ist Jefus Ich habe nun den Grund gefunden. Ich hab in Gottes Herz und Sinn. Ich hab in guten Stunden. Ich hab mein Sach' Gott heimgestellt Ich hab von ferne.. • ● ● ♦ → ● ♦ ♦ Ich komme, Heil der Welt, zu dir Ich komme, Herr, und suche dich Ich lobe dich, mein Auge schauet Ich ruf zu dir, Herr Jesu Chrift Ich schäme mich des Heilands nicht Ich finge dir mit Herz und Mund. Ich steh an deiner Krippe hier Ich sterbe täglich und mein Leben. Ich weiß, o Gott, daß all mein Ich will dich lieben, meine Stärke. Ich will ganz und gar nicht zweifeln Jehovah, Jehovah, Jehovah, deinem Jerusalem, du hochgebaute Stadt Jefu, deine hellgen Wunden. Jesu, deine Paffion ● ● Johann Rift. Johann Heermann. 538 Benj. Schmolke. 139 3. Gottfr. Schöner. 82 Gottfr. Bened. Funk. 298 Joh. Wilh. Reche. 166 Ehrenfried Liebich. 540 Fr. Adolph Lampe. 31 Benj. Schmolke. 495 Fr. Ab. Krummacher. 356 Christoph Titius. 181 Joh. Heermann. 108 197 Job. Jak. Rambach. 304 568 Simon Dach. 440 Salomon Liskov. 112 Benjam. Schmolke. 263 Juftus Gesenius. 266 261 473 387 Job. Andreas Rothe. 514 Vaul Gerhardt. 579 497 Ch. Fürchteg. Gellert. Johann Bappus. Joh. Timoth. Hermes. Sam. Gottl. Bürde. Ch. Fürchteg. Gellert. 594 210 214 390 Sam. Großer. 424 Baul Speratus. 365 3. H. H. Lüder. 291 Paul Gerhardt. Paul Gerhardt. 52 570 Benjam. Schmolke. 295 Vaul Gerhardt. Johann Scheffler. Joachim Neander. 591 Gottl. Kont. Pfeffel. 3. Matth. Meyfart. 102 Jobann Heermann. 89 Siegmund v. Birken. 462 374 3 Register. büßen Jesu, der du wolltest Jesu, bilf stegen Jesu, meine Freude Jesu, meiner Seelen Ruh Jesu, meines Lebens Leben, Du Jesu, meines Lebens Leben, Jesu Jesus Christus herrscht als König Jesus Christus, unser Heiland Jesus, Jesus, nichts als Jesus Jesus ist der schönste Nam Jesus ist gekommen Jesus ist mein Leben Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Zuversicht ♦ ◆ Ihr Mitgenoffen, auf zum Streit Ihr Trauernden, stillet die Thränen Im Stillen wollen wir dich ehren. In allen meinen Thaten In Gottes Reich geht Niemand ein Ist Gott für mich, so trete Ist Gott für uns in aller Pein.. K. 439 Joh. Georg Franke. 3. Heinr. Schröder. Johann Frank. 453 460 Lufas Backmeister. Kein Stündlein geht dahin König, dem kein König gleichet. Komm, heilger Geist, du Herr und Komm, heilger Geist, erfüll die. Komm, in uns dich zu verklären Komm, o komm, du Geist des Komm, Kraft des Höchsten Komm, o verheißner Gottesgeist. Kommst du, fommst du, Licht der Kommt, Chriften, kommt. Kommt, Christen, laßt uns gehen Kommt, die ihr Jesu Kreuz erhebet Kommt, laßt euch vom Herrn belebren Komm, Tochter Bion, komm . 101 555 68 103 335 215 Jesus nimmt die Sünder an. Jetzt komm ich als ein armer Gast 224 Ihr armen Sünder, kommt zu Hauf Ihr Augen, weint. 178 111 466 320 53 451 116 258 97 613 246 667 485 Ernst Chr. Homburg. Phil. Fr. Hiller. Martin Luther. Ludemil. Elisab. Gräfin zu Schwarzburg. Johann Scheffler. Balthasar Münter. 539 93 Ch. Fürchteg. Gellert. Luise Henr., Churfürstin 522 35 von Brandenburg. Erdm. Neumeister. Justus Sieber. Laurentius Laurenti. Karl Wilh. Namler. Fr. Gottl. Klopstock. nach Brudentius. Daniel Schiebeler. Paul Flemming. 378 368 Paul Gerhardt. Chr. v. Stöcken. 509 Konr. Gebh. Stübner. 674 Michael Frank. 334 Job. Jak. Nambach. 156 Martin Luther. 154 Herm. Contractus. 475 174 Joachim Neander. 152 Carl Bernhard Garve. 168 Karl Aug. Döring. 24 317 Ernst Chr. Homburg. Joh. Sak. Rambach. Gerhard Tersteegen. Karl Bernh. Garve. Joh. Heermann. Chrenfried Dürr. 440 Register. L. Lasset uns beweinen Lasset uns mit Jesu ziehen Laß deine letzten Stunden. Laß deinen Geist mich stets, mein Laß mir die Feier deiner Leiden Laß uns doch nicht begehren. Lebenssonne, deren Strahlen... Licht vom Licht, erleuchte mich Liebe, die du mich zum Bilde Liebster Immanuel. Liebster Jesu, Gnadensonne Liebster Jesu, wir sind hier Lobe den Herren, den mächtigen. Lob sei Gott, der den Morgen. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich M. Mache dich, mein Geist, bereit.. Macht hoch die Thür, die Thore weit Mag ich Unglück nicht widerstehn Man lobt dich in der Stille. Marter Chrifti, wer kann dein Meine Hoffnung stehet feste Meine Lebenszeit verstreicht Meine Liebe hängt am Kreuz Meinen Jesum laß ich nicht Mein Erlöser, Gottes Sohn. Mein erst Gefühl sei Preis und. Meine Seele, laß es gehen Meine Seel' ist stille ♦ · • Meine Seele lobsinge dem Herrn Meines Herzens reinste Freude Meine Sorgen, Angst und Plagen Mein Fels hat überwunden Mein Friedefürst, dein freundliches Mein ganzer Geist, Gott, wird. Mein Gott, ach lehre mich erkennen Mein Gott, ich klopf an deine Pforte Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich Mein Gott, wie groß ist dein Mein Heiland nimmt die Sünder Mein Herzens- Jesu, meine Lust. • 176 533 90 Fr. Gottl. Klopstock. Siegmund v. Birken. Ch. G. Ludw. Meister. €. C. G. Langbecker. Chr. G. 2. Meister. Joh. Jof. Beck. 384 Fr. Adolph Lampe. 8 Benj. Schmolke. 445 Johann Scheffler. Ahasv. Fritsch. 67 69 537 456 471 4 Tobias Clausnitzer. 431 Joachim Neander. Gottfr. Bened. Funk. Nikolaus Hermann. 639 50 3. Burch. Freystein. Georg Weiffel. Maria, König. v. Ung. 344 34 507 443 Joachim Neander. 457 Ch. t. v. Zinzendorf. 496 Joachim Neander. 569 Ch. Fürchteg. Gellert. 72 Adam Tribbechow. 454 Erdm. Neumeister. 84 3. Sam. Dieterich. 637 Ch. Fürchteg. Gellert. 515 504 Joh. Casp. Schade. 625 Joachim Neander. 452 Sam. Gottl. Bürde. 510 117 Fr. Adolph Lampe. 367 Chr. Fr. Richter. 592 3. Sam. Dieterich. 185 420 Benjamin Schmolke. 583 Benjamin Schmolke. 308 Joh. Aug. Bonih. 348 Leop. Franz Fr. Lehr. 459 Joh. Chr. Lange. Register. Mein Herz sei Gottes Lobethal Mein Jesu, dem die Seraphinen Mein Jesu, der du vor dem. Mein Jesu, du haft unsre Schuld Mein Jesus lebt, ich soll nicht Mein Jesus liebet mich ♦ ● ♦ Menschen, unser Leben eilt Mir nach, spricht Christus, unser Mir wallt das Herz, so oft es . Nach einer Prüfung kurzer Tage Nach meiner Seelen Seligkeit Mein Lauf, Gottlob! ist bald Mein Leben ist ein Bilgrimstand. Mein Lebensfürst, mein außerkornes Mein siegend Haupt ♦ 676 566 78 141 57 532 Johann Scheffler. 469 Valentin Thilo. Mit Ernst, o Menschenkinder. 26 Mit Fried und Freud fahr ich dahin 256 Mitten wir im Leben find 241 Mit tiefer Ehrfurcht bete ich 76 207 S. v. Lehr. Mittler, schau auf sie hernieder Morgenglanz der Ewigkeit 634 Chr.Knorrv. Rosenroth. N. ♦ ♦ ♦ Nun habe Dank für deine Liebe Nun laßt uns gehn und treten Nun laßt uns Gottes Güte Nun lob, mein Seel, den Herren Nun schlummerst du ♦ + ♦ Nun sei, o Herr, dir Preis und Nun sich der Tag geendet hat Nun ruhen alle Wälder • ♦ ♦ Nacht umhüllte rings die Erde Nein, nichts Höhres kennt mein. * Nicht, daß ich's schon ergriffen hätte Nicht nur streiten, überwinden Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit Nicht um Reichthum, Glanz und Nie bist du, Höchster, von uns fern Noch nie hast du dein Wort Noch steht dein Bund, wie Felsen Noch wallen wir im Thränenthal Nun bitten wir den heilgen Geist. Nun bricht die finstre Nacht herein Nun danket Alle Gott. ♦ ♦ ♦ + . ● ♦ 436 370 Wolfgang Deßler. 231 Joh. Jaf. Nambach. 318 130 Benjamin Schmolke. 448 8. G. Peithmann. 441 598 147 647 Fr. Adolph Lampe. Fr. Adolph Lampe. Karl August Döring. Martin Luther. Martin Luther. Wilh. Hülfemann. 590 Ch. Fürchteg. Gellert. 410 3. Sam. Dieterich. 36 Karl August Döring. 472 529 Gh. Fürchteg. Gellert. 552 Fr. Gottl. Klopstock. 169 Christ. Fr. Neander. Joh. Casp. Lavater. 422 272 Chr. Christ. Sturm. 278 Joh. Jaf. Rambach. 22 Joh. Casp. Lavater. Martin Luther. Caspar Neumann. 426 Martin Rinfart. 235 Joh. Casp. Lavater. 60 Paul Gerhardt. 294 Joh. Michael Dilherr. 432 Johann Graumann. 109 Franck. 234 652 Joh. Fr. Herzog. 654 Paul Gerhardt. 442 Register. D. Danferstandener Siegesfürst O Chrift, erhebe Herz und Sinn O daß doch bald dein Feuer brennte O daß ich tausend Jungen hätte daß von meinen Lebenstagen Oder wundergroßen Gnaden. du allerhöchste Freude D du Schöpfer aller Dinge. O Durchbrecher aller Bande O Ewigkeit, du Donnerwort. DEwigkeit, du Freudenwort ● Fels des Heils, o Gotteslamm Oft flagt dein Herz, wie schwer es Gott des Friedens, nimm uns an O Gott, du bist der Herr der Zeit D Gott, du bist die Liebe O Gott, du bist mein Preis und O Gott, du frommer Gott • + O Gott, du höchster Gnadenhort O Gott, du unser Vater bist O Gott, du kannst den Himmel D Gottes Sohn, Herr Jesu Christ. O Gott, mein Schuß, was soll in D großer Gott, du reines Wesen D Haupt voll Blut und Wunden Oheilger Geist, kehr bei uns ein Oheilger Geist, o heilger Gott Dhilf Christe, Gottes Sohn O hochgelobter Gottesgeist O Jesu Christ, du wahres Licht O Jesu Christ, mein schönstes Licht DJesu, Jesu, Gottes Sohn Jesu, meine Wonne Jesu, meine Zuversicht. DJesus Christus, bleib in mir O Jesu, süßes Licht O Lamm Gottes, der du trugest O Lamm Gottes, unschuldig Lehrer, dem kein Lehrer gleich O Liebe, die den Himmel hat zerriffen D Liebesgluth, die Erd und Himmel D Menschenfreund, o Jesu • ♦ • 133 536 172 Frickert. 428 Juft. Henn. Böhmer. hrenfried Liebich. 526 Aug. Herm. Niemeyer. 227 2. Soph., Ldgr. v. Hess. 171 Paul Gerhardt. 213 Joh. Heinr. Calistus. Gottfr. Arnold. 558 585 Joh. Rift. 586 Johann Menger. Erasmus Francisci. Fr. Adolph Lampe. Ch. Fürchteg. Gellert. Wilh. Hülsemann. 3. Sam. Dieterich. Johann Heermann. 9 Konrad Hubert. Johann Uttenhofen. David Denicke. 13 David Denicke. Joh. Peter Up. 223 547 617 61 275 12 524 623 359 610 379 88 148 155 Barth. Helder. Paul Gerhardt. Michael Schirmer. 73 Michael Weiß. 173 Johann Neunherz.ee 397 Johann Heermann. 447 Baul Gerhardt. 446 Johann Heermann. Johann Rift. 232 354 Ludw. Andr. Gotter. 467 3. Casp. Lavater. 638 Joachim Lange. 104 220 326 312 310 190 Nikolaus Decius. Joh. Jak. Rambach. Chr. Fr. Richter. Fr. Adolph Lampe... Joachim Neander, k Register. O süßer Stand, o selig Leben O süßester der Namen all Otheurer Tröster, heilger Geist. O Tod, wo ist dein Stachel nun O Traurigkeit, o Herzeleid O Vater der Barmherzigkeit. ● ♦ Vater, Gott voll Gnade Vater, nimm zum Bunde O Vater, steh mit Wohlgefallen O Vater, unser Gott was für ein berrlich Wefen ◆ ♦ ♦ O welche Lieb erweist mein Vater O Welterlöfer, fei gepreist O Welt, steh hier dein Leben O wie richtig und wie wichtig Dwie selig seid ihr doch. O wie unaussprechlich selig O wie unermeßlich ist. O wundergroßer Siegesheld P. + ♦ • • 4-> ♦ . 187 . 421 W. Hammerschmidt. 196 Wilh. Hülsemann. 199 F. Ab. Krummacher. ♦ Quelle der Vollkommenbeiten. N. Ringe recht, wenn Gottes Gnade Ruße ist das beste Gut Rüftet, Christen, euch zum Streite. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz Schaffet, daß ihr selig werdet Schaffet, schaffet, Menschenkinder Schmücke dich, o liebe Seele. Schöpfer aller Menschenkinder. Schweiget, bange Zweifel, schweiget. Schweigt, Verächter, spottet nicht Schwing dich auf zu deinem Gott. Schwing dich auf gen Golgatha. Seelenbräutigam. Seele, was ermüdst du dich 563 319 Job. Jof. Winkler. Joh. Casp. Lavater. 160 3. H. Böhmer. 125 Juftus Gesenius. 107 Johann Nift. David Denicke. Prange, Welt, mit deinem Wissen 74 Preis dir, daß durch der Taufe Bund 198 Preis dir, o Herr der Herrlichkeit 238 D.. + 418 Johann Arndt. 388 631 443 158 Ch. Christ. Sturm. 559 Paul Gerhardt. 559 Joh. Christ, Ruben. 587 Simon Dach. 589 Benf. Schmolke. 184 137 Jakob Gabriel Wolf. 175 413 Spalding. . Chrift. Homburg. Joh. Job. Wilh. Hülsemann. 438 Balthafar Münter. 550 Job. Jof. Winkler. Joh. Gasp. Schade. 517 549 W. Grasm. Arends. Franz. Barb. Reizin. 551 Ludw. Andr. Gotter. 229 Jobann Frant. 377 Joh. Jak. Rambach. 371 371 Job. Ad. Schlegel. 329 Joh. Andr. Cramer. 506 Paul Gerhardt. 92 Benjam. Schmolke. 464 Adam Drese. 417 Jakob Gabriel Wolf, Register. 444 Seele, willst du Ruhe finden Seht die Mutter dort voll Schmerzen Seid gesegnet, heilge Stunden Sei getreu in deinem Leiden Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut Sei mir tausendmal gegrüßet Sei uns gesegnet, Tag des Herrn Senfe dich auf uns hernieder. Sieh, Herr Jesu, wir sind hier Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig Sink ich einst in jenen Schlummer So folg ich dir, mein Jefu Chrift So gehst du, Jesu, williglich So hab ich nun den Fels erreichet. So jemand spricht: ich liebe Gott Soll dein verderbtes Herz. + ♦ ♦ • U1. leberwinder, nimm die Palmen Um Zion, Jesu, flossen Uns, die Gebundnen, zu befrein. 4 ♦ Tief gerührt, dein Bild im Herzen. Thu Rechnung, Rechnung will Tönet, Harfen, fauchzt, ihr Psalmen Trau auf Gott in allen Sachen. Trauernd und mit bangem Sehnen Triumph, ihr Himmel, freuet euch Triumph, Triumph, bringt Lob und Soll denn Alles, Alles enden Soll sich mein Geist, o Gott, zu dir 661 Sollt es gleich bisweilen scheinen 513 Sollt ich jetzt noch, da mir schon Sollt ich meinem Gott nicht singen. Sollt ich meinem Gott nicht trauen. Sorge, Herr, für unsre Kinder. So tret ich demnach an . So wahr der Allerhöchste lebet.. So wahr ich lebe, spricht dein Gott Speif' uns, o Gott, deine Kinder. Stärke, Mittler, stärke sie Stark ist meines Jesu Hand Steil und dornicht ist der Pfad + 230 Fr. Gottl. Klopstock. 71 363 527 427 ♦ 96 Paul Gerhardt. 19 Aug. Herm. Niemeyer. 65 195 Tobias Claußnitzer. 465 Joachim Neander. 650 535 81 372 Benj. Prätorius. Joh. Jak. Schüßz. 542 Ch. Fürchteg. Gellert. 657 Ch. Fürchteg. Gellert. 247 382 430 492 669 643 672 180 644 205 Fr. Gottl. Klopstock. Chriftian Kortholt. Christian Titius. Balthasar Münter. Paul Gerhardt. Joh. Olearius. 2. 3. Schloffer. 3. 5. v. Hippen. Joh. Jak. Spreng. Johann Heermann. Johann Heermann. Balthasar Münter. 362 Karl Bernh. Garve. Sam. Gottl. Bürde. 548 228 341 Joh. Olearius. 114 Fr. Gottl. Klopstock. 609 132 Joh. Neunherz. 146 126 Daniel Schiebeler. 128 Karl Ludw. Taddel. 325 Joh. Heermann. 458 S Register. Unser Gott ist groß und mächtig 284 21 Unsern Ausgang segne Gott Unter allen großen Gütern Unter tausend frohen Stunden + + + Valet will ich dir geben Vater, heilig möcht ich leben Vater, kröne du mit Segen Vater, laß mich Gnade finden Verleih mir, Jesu, deinen Sinn Verleih uns Frieden gnädiglich Versuchet euch doch selbst Verzage, Volk der Christen, nicht Voll Liebe war, o Herr, dein Leben Vom Himmel hoch, da komm ich Von des Himmels Thron. Von dir, mein Gott, kommt Licht. Von Furcht dahingerissen. Von Gott will ich nicht lassen. Vor dir, o Gott, sich findlich scheuen Vor seinen Augen leben. W. Wach auf, du Geist der ersten Wach auf, mein Herz, die Nacht Wach auf, mein Herz, und singe Wachet auf, ruft uns die Stimme Warum betrübst du dich, mein Herz Warum sollt ich mich denn grämen. Warum willst du doch für morgen Warum willst du draußen stehen Was Gott thut, das ist wohlgethan, es Was Gott thut, das ist wohlgethan, so Was ich nur Gutes habe ➜ ● ♦ Was in der heilgen Nacht erklang Was fränkst du dich in deiner + Was mein Gott will, gescheh allzeit + Was soll ich ängstlich klagen Was wär ich ohne dich gewesen Was willst du dich betrüben Wär Gott nicht mit uns diese Zeit. 543 Ernst Lange. 100 Friedrich Ludw. v. Hardenberg. 576 Valerius Herberger. 183 Joh. Casp. Lavater. 599 Wilh. Hülsemann. 216 Chr. G. v. Breitenau. 545 Munbisch. 616 Martin Luther. 360 3. Juft. Breithaupt. 56 75 Chr. Christ. Sturm. 49 Martin Luther. Marot. 202 170 86 498 474 564 445 Friedr. Wilh. Loder. Hartmann Schenk. 194 K. Heinr. v. Bogatky. 119 Laurentius Laurenti. 635 Paul Gerhardt. Balthasar Münter. Ludwig Helmbold. Benjam. Schmolke. Nif. Ludw. Graf von Zinzendorf. 338 Philipp Nikolai. 505 518 491 54 516 483 28 Paul Gerhardt. 481 Samuel Rodigast. 604 Benjam. Schmolke. 476 Hans Sachs. Paul Gerhardt. Laurentius Laurenti. Ch. Fürchteg. Gellert. Albrecht d. j. Markgraf zu Brandenburg. Chr. Christ. Sturm. Fr. 2. v. Hardenberg. 490 369 511 Johann Heermann. 614 Martin Luther. 446 Register. Weg, Welt, mit deinen Freuden 70 Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel 281 Weil du, Herr Jesu Christ 323 Weinet nicht, Gott lebet noch Welch hohes Beispiel gabst du mir. Welt hinweg, ich bin dein müde Wenn Alle untreu werden Wer den Ehstand will erwählen Wer geht froh durch's Erdenleben Wer im Herzen will erfahren ● Wenn Alle von mir scheiden Wenn Christus seine Kirche schützt Wenn heiße Thränen mir entfließen. Wenn ich einst von jenem Schlummer Wenn ich nur den Heiland habe Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht Wenn ich vor's Gericht soll treten Wenn junge Himmelserben Wenn mein Stündlein vorhanden ist Wenn mich die Sünden fränken Wenn wir in höchsten Nöthen sein. Werde munter, mein Gemüthe ◆ ● ♦ Wer ist wohl, wie du Wer kann vor dir, o Herr, bestehen Wer nur den lieben Gott läßt walten Wer sich auf seine Schwachheit steurt Wer weiß, wie nahe mir mein Ende ● • * Wie sicher lebt der Mensch, der. Wie soll ich dich empfangen. Wie süß, mein Vater, ist die Pflicht Wie treu, mein guter Hirte • 493 Benjamin Schmolke. 321 Joh. Jak. Rambach. 588 Joh. Georg Albinus. 468 392 Fr. L. v. Hardenberg. 332 Karl August Döring. Ch. Fürchteg. Gellert. Sam. Gottl. Bürde. F. Gottl. Klopstock. 366 640 450 Fr. L. v. Hardenberg. Ch. Fürchteg. Gellert. Johann Rift. 285 584 243 Wie dank ich's, Heiland, deiner Liebe 461 Wie eilend fleugt des Lebens Zeit. Wie fleugt dahin der Menschen Beit Wie getroft und heiter Wie groß ist des Allmächtgen Güte Wie groß ist unsre Seligkeit. Wie heilig ist mir diese Stunde Wie jauchzt mein Geist schon hier Wie ist mein Herz so fern von Wie reizend schön, Herr Zebaoth Wie schön ist's doch, Herr Jesu Wie schön leucht't uns der Job. Andr. Rothe. 577 Nikolaus Hermann. 99 Justus Gesenius. Paul Eberus. Johann Rift. Johann Olearius. Wehrhahn. Phil. Fr. Hiller. 606 649 665 656 Wilh. Hülsemann. 55 Laurentius Laurenti. 3. 2. Freylinghausen. 313 376 480 182 250 595 253 Georg Neumark. B. W. Marperger. Emilie Julie, Gräfin zu Schwarzb.- Rudolstadt. Joachim Neander. Joachim Neander. 375 274 561 Joh. Euf. Schmidt. 206 Christ. Fr. Neander. Ch. Fürchteg. Gellert. 127 Karl August Döring. 179 Gottfr. Bened. Funk. 14 Martin Jorissen. 666 Paul Gerhardt. 463 Philipp Nicolai. 573 29 659 189 Ch. Fürchteg. Gellert. Paul Gerhardt.. Fr. Wilh. Loder. Gottlob Adolph. Register. Wie wanket ihr, betrogne Seelen Wie wird mir dann, mein Heiland Wie wohl ist mir, o Freund der Wir Alle, Gott und Vater, bringen Wir flehn um deine Gnade Wir freuen uns, Herr Jesu Christ. Wir glauben All an Einen Gott, Herrn Wir nahn zu deinem Throne. Wir schauen, Herr der Herrlichkeit Wir sind in Noth. Wir singen dir, Immanuel Wir übergeben uns auf's Neue. Wir warten dein, o Gottes Sohn Wohlauf, Herz und Gemüthe 3. Baget nicht, wenn Dunkelheiten Beige dich uns ohne Hülle 264 Wir glauben All an Einen Gott, Schöpfer 262 Martin Luther. Wir liegen hier zu deinen Füßen 188 Benjam. Schmolke. 407 David Denicke. Wir Menschen sind zu dem, o Gott 627 333 624 38 Paul Gerhardt. Beuch ein zu deinen Thoren Beuch uns nach dir ♦ + • ● Wohl dem, der sich mit Ernst Wohl dem, der den Herren scheuet. Wohl dem, der richtig wandelt Wohl dem Menschen, der von Wohl mir, Jesus, meine Freude Wohlzuthun und mitzutheilen.. Wo ist ein solcher Gott, wie du Wort des höchsten Mundes Wo soll ich fliehen hin Wo soll ich hin, wer hilfet mir Wunderbarer König.. ♦ 6 ♦ . ● ➜ Zieh, liebes Kind, zieh hin ♦ Zu dir, Erbarmer, auf zu dir Zu dir, Geist, Schöpfer, fleben wir Zu Gottes Preise tönt das Lied. Buleßt geht's wohl dem, der gerecht Bum Himmel bist du eingegangen Bur frühen Gruft wirst du 447 1. 546 574 Fr. Gottl. Klopstock. Wolfg. Chr. Deßler. 470 602 Ch. G. Ludw. Meister. 200 Karl August Döring. 145 Chrift. v. Stöcken. 201 342 Philipp Fr. Hiller. 20 Michael Schernack. 415 523 530 486 Joh. Ad. Schlegel. Jaf. Gabriel Wolf. Paul Gerhardt. David Bruhn. 225 Paul Weber. 544 Job. Ludw. Paulmann. 331 3. L. Konr. Allendorf. 403 Heinr. Konr. Hecker. 349 Johann Heermann. 217 Joachim Neander. 434 Joachim Neander. 487 Joh. Wilh. Neche. 16 Fr. Gottl. Klopstod. 149 Paul Gerhardt. 140 Ludw. Elisab. Gräfin zu Schwzb.- Rudolstadt. 244 Gottfr. Hoffmann. 423 162 150 596 144 245 A. Schlegel. A. W. Möller. Chr. Andr. Bernstein, 709 304 kunnio 1. S Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 6 7 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 19 4 10 Red T 11 12 5 13 Magenta 14 ( O) 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8