Gb 3679 Grün. Feitlingen Ama auß. F.D. STEINLE DEL. Düsseldorf. Verlag von Julius Buddeus Jos. KELLER SCPT. Himmlisches Palmgärtlein. Katholisches Gebet- und Erbauungsbuch. Von dem ehrwürdigen Priester Wilhelm Nakatenus aus der Gesellschaft Jesu vor mehr als zwei Jahrhunderten zuerst in deutscher dann in Lateinischer Sprache verfaßt. Neu überarbeitet und mit verschiedenen Zusäßen vermehrt durch Joseph Laurent. Die darin enthaltenen Lieder größtentheils übersetzt oder bearbeitet von Friedrich Schlosser. y Mit sechs Stahlstichen. Miche Ab. Gro k. Bweite, gänzlich durchgesehene und vermehrte Auflage. Düsseldorf, Verlagshandlung von Julius Buddens. 1856. Gb 3 6 7 9 Imprimatur. Coloniae 15 Maji 1856. Baudri, Vicar. Gener. Univ.- Bibl. Giessen Tabelle der beweglichen feste Kalender Unterricht über das gebet Morgenandacht. Kurze Unterweisung für den Morgen und den ganzen Tag Morgengebet Inhalt. Vom Nugen der Betrachtung zur Morgenzeit Beim Glockenzeichen. Bei der Tafel Vom öftern Lesen geistlicher Bücher Heilige Sprüche, Seufzer und Schußgebete Abendandacht. Unterricht über das Abendgebet und die Gewissenserforschung Abendgebete Geistlicher Schwanengesang der nach ihrem Jesu schmachtenden Seele. Kurzes Morgen- und Abendgebet des heil. Alphonsus Maria von Liguori Unterricht über das heilige Meßopfer. Meßgebete. Das Amt der heil. Messe zur Ehre der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Nach dem Missale Andere Gebete bei der h. Messe Gebete und Betrachtungen über das Leiden und Sterben Christi bei der H. Messe Bußandacht. Unterricht über das Sakrament der Buße Gewissenserforschung Allgemeine und besondere Mittel wider die Laster Die sieben Bußpfsalmen mit Gebeten wider die sieben Hauptsünden Bußgebete vor der Beichte Gebete nach der Beichte 1 Kommunionandacht. Unterricht über das allerheil. Sakrament des Altars Gebete vor der H. Communion Gebete nach der H. Communion Verschiedene andächtige Lieder vor und nach der H. Communion zu gebrauchen Seite 2 من ان 3 15 20 24 28 28 30 32 33 42 44 49 53 55 59 76 87 98 107 111 117 127 139 143 148 161 169 Inhalt. Ablaßgebete. Unterricht über den Ablaß Gebete um einen vollkommenen Ablaß zu gewinnen Sammlung von Gebeten die mit Abläßen begabt sind Kleine Tagszeiten mit Litaneien und Gebeten. Erste Woche. IV Am Sonntag. Tagszeiten von der allerheil. Dreieinigkeit. Litanei zur allerheil. Dreifaltigkeit Lobgesang der HH. Ambrosius und Augustinus Das Glaubensbekenntniß des h. Athanasius Verschiedene Gebete zur allerh. Dreifaltigkeit Am Montag. Tagszeiten vom H. Geiste Litanei vom h. Geiste Lobgesang von dem h. Geifte. Veni sancte Spiritus Gebete zum h. Geiste Am Dinstag. Tagszeiten vom heiligsten Namen Jesu Litanei vom süßen Namen Jesu Gebete zu Jesu Wonnelied des H. Bernhard Am Mittwoch. Tagszeiten von den H. Engeln Litanei von den H. Engeln Gebete zu den H. Engeln and Betheuerungen des H. Karl Borromäus vor dem Schußengel zur Erlangung eines feligen Todes Am Donnerstage. Tagszeiten vom allerheiligsten Sakramente Litanei vom hochwürdigsten Sakramente Gebet: Die Seele Christi, mit andächtiger Ausführung Frohnleichnams- Sequenz Lauda Sion Lebung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe vor dem h. Sakramente Verschiedene Gebete zu Jesu im heiligsten Sakramente Am Freitag. Tagszeiten vom H. Kreuze Litanei vom bittern Leiden und Sterben Jesu Christi Zuflucht der Seele zu Jesu dem Gekreuzigten und seinen heil. fünf Wunden Eine andere Weise die h. fünf Wunden zu begrüßen Gebet vom Leiden Christi Gebet von den sieben Blutvergießungen Christi wider die sieben Hauptsünden. Gebet von den sieben Worten Christi am Kreuze Fünfzehn andächtige Gebete der H. Brigitta vom Leiden Christi Rosenkranz zu Ehren der h. fünf Wunden Am Samstage. Tagszeiten von der unbefleckten Empfängniß der allerseligsten Jungfrau Maria Seite 174 176 180 188 192 195 197 199 202 205 208 209 212 215 217 223 228 232 235 237 238 241 245 247 249 250 252 255 260 263 265 267 268 270 276 277 Inhalt. V Seite 284 286 289 Verschiedene Gebete zur allerseligsten Jungfrau Maria 290 Sieben Gebete zur allersel. Jungfrau Maria auf alle Tage der Woche 292 Sieben Bitten durch die sieben Freuden Mariä 299 Weise den Rosenkranz zu Ehren der allerseligsten Jungfrau zu beten 302 Zweite Woche. Die Lauretanische Litanei Kirchliche Antiphonen zur H. Mutter Gottes Das Magnifikat Am Sonntage. Kleine Tagszeiten von allen Heiligen Gottes Litanei von allen lieben Heiligen Gottes Lied von der Glorie des Paradieses Allgemeine Gebete auf die Festtage der Heiligen Am Montag. Kleine Tagszeiten für die Abgestorbenen Litanei für die abgestorbenen Christgläubigen Kirchliche Gebete für die Abgestorbenen Sieben Bitten für die Abgestorbenen durch das bittere Leiden und Sterben Jesu Christi Sequenz aus der Messe für die Abgestorbenen Am Mittwoch. Kleine Tagszeiten vom heiligen Joseph Litanei vom heiligen Joseph Besondere Andachtsübungen zum H. Joseph Gebete von den 7 Schmerzen und den 7 Freuden des h. Joseph Am Dinstag. Kleine Tagszeiten von den H. Ignatius und Xaverius 334 Kirchliche Gebete zu den Heiligen der Gesellschaft Jeſu 339 Am Donnerstage. Kleine Tagszeiten von der H. Jungfrau und Blutzeugin Barbara, um einen seligen Tod zu erlangen Sieben Bitten durch die Fürsprache der H. Barbara Am Freitage. Kleine Tagszeiten von den sieben Schmerzen der heil. Gottesgebärerin Maria Litanei von den Schmerzen der allerseligsten Jungfrau Maria Klage der allerfeligsten Jungfrau Maria Stabat mater Am Samstage. Kleine Tagszeiten von den heil. Joachim und Anna, den Eltern der seligsten Jungfrau Maria Gebete zu dem H. Joachim u. Anna. Verschiedene Gebete in öffentlichen und besonderen Anliegen. Andächtige Ausführung des Vater unser Ausführung des englischen Grußes Gebet in Kriegszeiten Gebet des H. Franciscus Xaverius zur Bekehrung der Heiden, der 303 309 315 318 Irrgläubigen und Sünder Gebete gegen ansteckende Krankheiten 321 326 330 331 332 340 345 347 349 352 356 357 363 366 368 372 374 376 377 379 379 VI Inhalt. Gebete gegen Bliz, Donner zc. Gebet in Theuerung und Hungersnoth Klagegebet des h. Augustinus Gebet in Trübsál Gebet in großer Betrübniß Gebet des h. Augustinus zur Vermehrung der Hoffnung Gebet des H. Thomas von Aquin um Erlangung der christlichen Tugenden Gebet um eine besondere Gnade von Gott zu erlangen Andacht zum Herzen Jesu Andacht des Kreuzweges Reisegebet Unterricht über die Standeswahl Gebete zur Erwählung eines seligen Standes Kirchengebete auf alle Sonn- und Festtage des Jahres mit kurzen Betrachtungen und Angabe der Evan: gelien nach dem römischen Ritual Gebete und Hymnen auf die Feste der vorzüglichern Heiligen mit kurzer Angabe ihrer Lebensgeschichte und einer christlichen Nachahmung Krankengebete. Unterricht für die Kranken Erster Theil der Krankengebete Zweiter Theil Dritter Theil Vierter Theil Fünfter Theil 411 413 Unterricht vom Predigt- Hören Ein kräftiges Gebet für das allgemeine Anliegen der Christenheit 416 Das kath. Glaubensbekenntniß nach dem Concilium von Trient Das Leiden unsers Herrn Jesu Christi, nach den vier Evangelisten. Ewige Wahrheiten, oder Betrachtungen auf jeden Tag der Woche Am Sonntag. Ueber das Ziel und Ende des Menschen Am Montag. Von der Wichtigkeit unserer Bestimmung Am Dinstag. Von der Todsünde Am Mittwoch. Vom Tode Am Donnerstag. Vom Gerichte Am Freitag. Von der Hölle Am Samstag. Vom Himmel . Seite 382 384 385 386 386 387 387 388 390 393 406 409 417 480 555 557 561 562 581 592 599 601 609 610 612 613 614 616 617 619 Himmlisches Palmgärtlein. Sonntagsbuchstabe. fe d 1858 C 1859 b a g 1860 1861 f 1862 e 1863 d 1864 cb 1865 a Jahreszahl. 1856 1857 1866 g 1867 f 1868 ed C 1869 1870 b 1871 1872 1873 a g f e 1874 d 1875 C ba 1876 1877 g 1878 f 1879 e 1880 dc 1881 b 1882 a 1883 g 1884 fe 1885 d 1886 C 1887 b 1888 a g 1889 f 1890 e Tabelle der beweglichen Feste. Aschermittwoch. 6. Febr. 25. Febr. 17. Febr. 9. März. 22. Febr. 13. Febr. 5. März. 18. Febr. 10. Febr. 1. März. 14. Febr. 6. März. 25. Febr. 10. Febr. 2. März. 22. Febr. 14. Febr. 26. Febr. 18. Febr. 10. Febr. 1. März. 14. Febr. 6. März. 28. Febr. 11. Febr. 2. März. 22. Febr. 7. Febr. 27. Febr. 18. Febr. 10. März. 23. Febr. 15. Febr. 6. März. 19. Febr. Ostern. 23. März. 12. April. 4. April. 24. April. 8. April. 31. März. 20. April. 5. April. 27. März. 16. April. 1. April. 21. April. 12. April. 28. März. 17. April. 9. April. 31. März. 13. April. 5. April. 28. März. 16. April. 1. April.. 21. April. 13. April. 28. März. 17. April. 9. April. 25. März. 13. April. 5. April. 25. April. 10. April. 1. April. 21. April. 6. April. Pfingsten. 11. Mai. 31. Mai. 23. Mai. 12. Juni. 27. Mai. 19. Mai. 8. Juni. 24. Mai. 15. Mai. 4. Juni. 20. Mai. 9. Juni. 31. Mai. 16. Mai. 5. Juni. 28. Mai. 19. Mai. 1. Juni. 24. Mai. 16. Mai. 4. Juni. 20. Mai. 9. Juni. 1. Juni. 16. Mai. 5. Juni. 28. Mai. 13. Mai. 21. Juni. 24. Mai. 13. Juni. 29. Mai. 20. Mai. 9. Juni. 25. Mai. 1234567890 Januar, 31 Tage. a Beschneidung Christi. b Makarius, Abt. C Genovefa, Jungf. d Titus, Pauli Schüler. Simon Stylites, Beicht. f Erscheinung Christi. g Lucian, Priest. u. Mart. a Gudula, Jungf. e b c - Adelhart, Abt. 17 c Antonius, Abt. 18 d 11 --Julian, Mart.- Bafilissa, Jungf. Agathon, Papst und Mart. Wilhelm von Aquitanien, Bisch. und Beicht. 11 d Hyginus, Papst und Mart. 12 e Tatiana, Martyrin. 13 f Godfrid, Beicht. 14 g Hilarius, Bisch. u. Kirchenl. 15 a Paulus, Einsiedler. 16 b Marcellus, Papst u. Mart. Apritius, Bisch. u. Beicht. Gerlach, Einsiedler. Reinold, Mart. - T Petri Stuhlfeier zu Nom. Prisca, Jungf. u. Mart. 19 Marius und Martha, Mart.- Kanutus, König u. Mart. 20 f Fabian und Sebastian, M. M. e 21 g Agnes, Jungf. u. Mart. Vincent, M. 22 a 23 b Maria Vermählung. Felix, Priest. u. Bekenner. Anastasius, M. Emerentiana, J. u. M. 24 C 25 d Pauli Bekehrung. 26 e Polykarpus, Bisch. u. M. Paula, Wittwe. 27 f Johannes Chrysostomus, Bisch. u. Kirchenl. 28 1 Timotheus, Schüler des h. Paulus. g Karl d. Große, Beicht. Bisch. u. Beicht. 29 a Franz von Sales, Bisch. u. Beicht. 30 b Martian, Jungf. u. M.- Aldegundis, J. 31 c Petrus Nolascus, Beicht. Marcella, Wittwe. Cyrillus von Alexandrien, 4 1234 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 22 23 d Ignatius, Bisch. u. M. Mariä Lichtmeß. Blasius, Bisch. u. M.- Rembert, Bisch. u. Beicht. und Beicht. e f g a b e c Romuald, Abt. d f Februar, 28 Tage. g a b c 24 f 25 g 26 a 27 b b 28 Agatha, J. u. M. Avitus, Bisch. u. Beicht. Dorothea, J. u. M. - - Sieben Stifter des Serviten Ordens. Eulalia, J. u. M. Julian, M. Valentin, Priest. u. M. 15 d Faustinus u. Jovita, M. M. 16 e Juliana, J. u. M. 17 f Silvinus, Bisch. u. M. 18 g Simeon, Bisch. u. M. Gabinus, Priest. u. M. 19 a 20 b Eucherius, Bisch. u. Beicht. 21 C Severianus, Bisch. und M. Einsiedler. d Petri Stuhlfeier zu Antiochia. tona, Büßr. e Petrus Damianus, Bisch. u. Beicht. und Beicht. Brigida, J. Anschar, Bisch. u. Beicht. Andreas Corsinus, Bisch. Richard, König u. Beicht. Apollonia, Jungf. u. M. Scholastika, J. Johannes von Matha, Beicht. Mathias Apost. Walburga, Abtisfin. Nestor, Bisch. u. M. Leander, Bisch. u. Beicht. C Oswald, Bisch. u. Beicht. - Gumbert, Bisch. und Margaretha von Kor Willegis, Bisch. Baldomer, Beicht. Romanus, Abt. 1234567 8 9 März, 31 Tage. d Suitbert, Bisch. u. Beicht. e Simplicius, Papst und Beicht. f Kunigunde, Kaiserin u. J. g Kasimir, König u. Beicht. a Phokas, M. b Chrodegang, Bisch. u. Beicht. Coleta, Jungf. Thomas von Aquin, Kirchenl. u. Beicht. Perpetua u. Felicitas, M. M. c - Lucius, Papst u. M. Johann Joseph vom Kreuz, Beicht. d Johannes von Gott, Beicht. Franciska, Wittwe. e und Beicht. 14 c C 10 f Alexander und Cajus, M. M. 11 g Sophronius, Bisch. u. Beicht. 12 Mathildis, Königin. - a Gregorius der Große, Papst u. Kirchenl. 13 b Nicephorus, Bisch. u. Beicht.-- Euphrasia, J. EXER 15 d Longinus, M. 16 e Heribert, Bisch. u. Beicht. 17 f Gertrudis, Abtissin. 18 g Gabriel, Erzengel. und Beicht. - - E Cyrillus u. Methodius, Bisch. Mariä Verkündigung. g a Ludger, Bisch. u. Beicht. b Rupert, Bisch. u. Beicht. 19 a Joseph, Pflegevater Christi. 20 b Joachim, Vater der seligsten Jungfrau Maria. Benediktus, Abt. 21 C 22 d Deo Gratias, Bisch. u. Beicht. Lea, Wittwe. 23 e Viktorianus, Mart. 24 f Simeon, Knabe M. 25 26 27 28 c Guntram, König u. Beicht. 29 d Custasius, Abt. 30 e Quirinus, Mart. 31 f Balbina, Jungf. Patricius, Bisch. u. Beicht. Cyrillus von Jerusalem, Bisch. 5 Castulus, Mart. Johannes Klimatus, Abt. Guido, Abt. 6 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 g a b 29 30 April, 30 Tage. Hugo, Bisch. u. Beicht. Franz von Paula, Beicht. Nichard, Bisch. u. Beicht. C Isidor, Bisch. u. Beicht. d Vincentius Ferrerius, Beicht. f e Sixtus, Papst u. M.- Cälestinus, Papst u. Beicht. f Hermann Joseph, sel. Beicht.- Hegesippus, Beicht. g Dionysius, Bisch. Walter, Abt. 2 Maria Kleophä.-- Waltrude, Abtissin. Mechtildis, J. Abtissin. Leo d. G., Papst u. Kirchenl. 11 C 12 d Julius, Papst u. Beicht. 13 e Hermenegildus, Mart. Ida, I. 14 Tiburtius, Valerian u. Maximus, M. M.- Lidwina, - - ſel. J. g Basilissa und Anastasia, M. M. a Paternus, Bisch. u. Beicht.- Drogo, Einsiedler. Rudolph, Knabe M. Eberhard, Abt. - 15 16 17 b C Eleutherius, Bisch. u. M. 18 19 d Ursmar, Bisch. u. Abt. 20 e Wiro, Bisch. u. Beicht. 21 f Anselmus, Bisch. u. Beicht, 22 g Soter und Cajus, Päpste u. M. M. 23 a Georg, M. Adalbert, Bisch. u. M. 24 b Fidelis von Sigmaringen, M. 25 C Marcus, Evangelist. 26 d Cletus und Marcellinus, Päpste und M. M. 27 Zita, J. 28 Diogenus u. Theodor, Theodora, J. u. M. Maria von Aegypten, Büßr. Zosimus, Abt. - e Anastasius, Papst und Beicht. f Vitalis und Valeria, M. M. M. M. g Petrus, M. a Katharina von Siena, J.- - Ulrich, Abt. Emma, Wittwe. Oda, Jungf. - Werner, Knabe M. Hildegund, J. Sophia, J. u. M. 123456 7890 Mai, 31 Tage. bPhilippus u. Jacobus, Apost. C c Athanasius, Bisch. u. Kirchenl.- Germanus, Bisch. u. M. d Kreuz- Erfindung. Alexander, Papst u. M. e Monica, Wittwe. Godhard, Bisch. u. Beicht. f Pius, Papst und Beicht. g Johannes vor der latein. Pforte. Johannes Damaşcenus, Kirchl. a Stanislaus, Bisch. u. M.-- Flavia Domitilla, J. u. M. b Michaels Erscheinung.- Viftor, M. c Gregorius von Nazianz, Bisch. u. Kirchl. C 10 d Antonius, Bisch. u. Beicht.- Isidor, Beicht. 11 e Franz von Hieronymo, Beicht. Gangulf, M. 12 f Pankratius, M. Nereus u. Achilleus, M. 13 g Servatius, Bisch. u. Beicht. 14 a Bonifacius, Mart. Paschalis, Papst u. Beicht. 15 b 16 e 17 d Bruno, Bisch. 18 19 - 20 21 22 23 c Desiderius, Bisch. u. M. 24 d 25 26 27 28 29 30 c 31 d Petronilla, J. - Dympna, J. u. M. Johannes von Nepomuk, M. Simon Stock, Beicht. Restituta, J. u. M. e Erich, Kög. u. M. Venantius, M. f Pudentiana, J.— Jvo, Beicht. g Bernardinus, Beicht. Bafilla, J. u. M. Hospitius, Einf. Godrich, Einf. a b Julia, J. u. M.- Nita, Wittwe. 5.080 - Mariä Hülf. e Maria Magdalena v. Pazzi, I. und Beicht. f Philippus Neri, Beicht. Johannes, Papst u. M. Beda, Beicht. - a Wilhelm, Herzog, Beicht. - - 7 - - b Theodosia, M.- Maximin, Bisch. u Beicht. Felix, Papst u. M. Ferdinand, Kög. u. Beicht. Angela Merini, J. Gregor VII., Papft Eleutherius, Papst u. M. 1 2 34567 10 11 e Pamphilus, M. f Eugenius, Papst u. Beicht. M. M. g a b c . a b Junt, 30 Tage. Klothildis, Königin. Optatus, Bisch. u. Beicht. Bonifacius, Bisch. u. M., Norbert, Bisch. u. Beicht. Gottschalk, M. Medardus, Bisch. u. Beicht. 17 18 a d 8 e 9 f Primus u. Felicianus, M. M.- Pelagia, J. u. M. g Margarita, Königin. Getulius, M. Barnabas, Apost. 12 13 C 14 d Bafilius, Bisch. u. Beicht. - - Antonina, M.- Leo III., Papst u. Beicht. Antonius von Padua, Beicht. 15 e Vitus, Modestus, Crescentia, M. M. 16 f Ludgardis, J.- g Reiner, Beicht. Franz Regis, Beicht. X - - Franz Carracioli, Beicht. Apostel von Deutschland. Philipp, Diafon. - 1 Adolph, Beicht. Marcus und Marcellianus, M. M. Schönau, J. - Petrus u. Marcellinus, - 19 b Gervasius u. Protasius, M. M. 20 c Silverius, Papst u. M. Florentina, J. 21 d Eusebius, Bisch.- Aloisius Gonzaga, Beicht. 22 e Paulinus, Bisch. u. Beicht.- Albanus, M. f Agrippina, J. u. M. Edeltrud, Königin. g Johannes der Täufer. 23 24 a Prosper, Bisch.- Gallifanus, M. 25 26 b Johannes u. Paulus, M. M. 27 c 28 29 e 30 f Pauli Gedächtniß. - Elisabeth v. Crescens, M. Ladislaus, König. Leo II., Papst u. Beicht.- Irenäus, Bisch. u. M. Petrus u. Paulus, Apostelfürsten. Lucina, Matrone. Vigilius, Bisch. u. M. 1 2 3 4 5 67899 10 128 13 11 c d g Rumoldus, Bisch. u. M. Maria Heimsuchung. a b C c d Zoa, M. 25 26 Hyacinthus, M. Bertram, Bisch. Ulrich, Bisch. Jult, 31 Tage. - 19 20 e 21 f 22 g 23 a - e Goar, Baht. Dominika, J. u. M. Philomena, J. - Bertha, Abtissin. f Willibald, Bisch. u. Beicht.- Edilburg, J. g Kilian, Bisch. u. M. Elisabeth, Königin. a Ephrem, Kirchl. Veronika Juliani, J. Felicitas mit 7 Söhnen, M. M. b J. u. M. M. Pius, Papst u. M. Johannes Walbert, Abt. e Anacletus, Papst u. M.- Eugenius, B. u. M. 14 f Bonaventura, Bisch. u. Beicht. 15 g Heinrich, Kaiser. 16 a Faustus, M.-- Reinaldis, J. u. M. Alexius, Beicht. Marcellina, J.. 17 b 18 c Symphorosa mit 7 Söhnen, M. M. Bisch. u. Beicht. 24 b Christina, J. u. M. Apollinaris, Bisch. u. M. Hidulf, Bisch. u. Abt. d Vincent von Paul, Beicht. Margaretha, J. u. M.- Hieronymus Aemilianus, Beicht. Praxedis, J. Maria Magdalena. - 27 e 28 f Innocent, Papst u. Beicht. 29 30 31 - c Jacobus, Apost.-- Christoph, M. d Anna, Mutter Mariä. Rufina u. Secunda, - Franz Solanus, Beicht. 9 Friedrich, Pantaleon, M. Sieben Schläfer, Bekenner. - Nazarius u. Celsus, M. M. g Martha, J.- Lucilla u. Flora, J. u. M. M. a Abdon u. Sennen, M. M., Julitta, J. u. M. b Ignatius von Loyola, Beicht. Johannes Columbini, Beicht. 10 1 2 45674 8 9 10 c Petri Kettenfeier. d e 31 f e f 11 12 g 13 a 14 b August, 31 Tage. Stephan des ersten M. Auffindung. Dominicus, Beicht. Euphronius, Bisch. u. Beicht. Maria Schnee.- Afra, M. g a Christi Verklärung. Eystus, Papst u. M. b Donatus, Bisch. u. M.- Kajetan, Beicht. c Cyriacus, Pargus u. Smaragdus, M. M. d Nomanus, M. Laurentius, M. Tiburtius u. Susanna, M. M. Stephan, Papst u. M. Bisch. u. Beicht. Fides, Spes, Charitas, J. u. M. M. Portiuncula. Alfonsus, - Clara, J. Hippolyt, M.- Cassianus, M. Radegund, Königin. Eusebius, Priest. u. Bet.- Benno, Eins. u. Bisch. Mariä Himmelfahrt. - - 15 C 16 d Rochus, Beicht. Hyacinth, Beicht. 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 Liberatus u. Gefährten, M. M. Helena, Mutter Constantins. e f g Sebaldus, Eins. a Bernhard, Abt u. Kirchl. b Johanna Franziska, Witt. C Timotheus, M. d Philipp Benitius, Beicht. e Bartholomäus, Apost. f Ludwig, König u. Beicht. Rosa von Lima, J. 1 29. c Johannes Enthauptung. 30 d e Raimund, Beicht. Söhnen, M. M. - gZephyrinus, Papst u. M. Cäsarius, Bisch. u. Beicht. b Augustinus, Bisch. u. Kirchenl. a - -- --- 11 - - Agapitus, M. Richard, Bisch. u. Beicht. Claudius, M. Genesius, M. Joseph Calasanft, Beicht. Sabina, M. Bonifacius u. Thekla mit 12 Isabella, lebtiff. 6 7 8 9 1 2 g 3 a 4 b Rosalia, J. Nosa von Viterbo, J. 5 C Laurentius Justinianus, Bisch. u. Beicht. Bisch. u. M. 0123 September, 30 Tage.. 18 f Aegidius, Abt. Lupus, Bisch. u. Beicht. Justus, Bisch. u. Eins. Mansuetus, Bisch. u. Beicht.- Serapia, J. u. M. Viktorin, 21 22 Stephan, König. d e f g Dorotheus u. Gorgonius, M. M.- Audomar( Omar) Bisch. u. Beicht. a Nikolaus Tolentinus, Beicht. Theodard, Bisch. u. M. 11 b Peotus u. Hyacinthus, M. M. Theodora, Büßerin. C Guido, Beicht.- Juventius, Bisch. u. Bek. d Amatus, Bisch. u. Beicht. e Kreuzerhöhung.- Maternus, Bisch., Schüler Petri. ದ 11 13 14 15 f Nicomedes, M. 16 g 17 - a Magnus, Abt.- Onesiphor, M. Regina, J. u. M.- Klodoald, Beicht. Mariä Geburt. • Valerian, M. Cornelius u. Cyprianus, M. M.- Euphemia, J. u. M. Franzisci Wundmale. Lambertus, Bisch. u. M. Hildegard, J. b Thomas von Villanova, Bisch. u. Beicht. - 23 24 a Gerhard, Bisch. u. M. 25 b Cleophas, Jünger Christi. 26 C Cyprian u. Justina, M. M. 27 d Cosmas u. Damian, M. M. Beicht. 28 29 f Michael, Erzengel. 30 g Hieronymus, Kirchl. Wittwe. von Kupertin, Beicht. 19 e 20 d Januarius, Bisch. u. M. und seine Gefährten. Eustachius u. Theopista mit ihren 2 Söhnen, M. M. e Mathäus, Apost. u. Evangelist. f Mauritius u. Gefährten, M. M. u. M. - - -- 11 g Linus, Papst u. M.- Thekla, J. u. M. German, Abt. Firminus, Bisch. u. M. Elzear u. Delfina, 14 e Wenzeslaus, M. Lioba, Abtiss. - -Joſeph Emmeran, Bisch. - Leopardus, M. Sophia, 12 1234 5 678 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 a Remigius, Bisch. u. Beicht. b Schußengelfeſt. -Leodegar( Leger), Bisch. u. M. c Maximianus, Bisch. u. M. Brüder Ewald, M. d Franz von Assist, Beicht. Oktober, 31 Tage. e Placidus u. Gefährten, M. M.- Palmatius u. Gef. ( Trierische), M. M. e f g a b Dionysius, Rusticus u. Eleutherius, M. M. c Franz von Borgias, Beicht.- Gereon u. Gef., M. M. Gummar, Beicht. Placidia, J. d Walfried, Bisch. u. Beicht.- Serafinus, Beicht. Bruno, Beicht. Adalbero, Bisch. Marcus, Papst u. Beicht.- Sergius u. Bakchus, M. M. Brigitta, Wittwe. Pelagia, Büßerin. c C d -- - f Eduard, König u. Beicht. g Kallistus, Papst u. M. g a - a Teresa, J. b Lullus, Bisch. u. Beicht. - c Hedwig, Wittwe. d Lucas, Evangelist. e Petrus von Alcantara, Beicht. M. M. - -- Colmann, M. Burkhard, Bisch. Gallus, Abt. f Johannes v. Kent, Beicht. g Ursula u. Gefährtinnen, J. u. M. M.- Hilarion, Abt. Cordula, J. u. M.- Wendelinus, Beicht. a Severinus, Bisch. u. Beicht. Johannes Capistran, Beicht. Raphael, Erzengel. Evergist, Bisch. u. M. Chrysanthus u. Daria, M. M.- Crispin u. Criss pinian, M. M. 1 c Wolfgang, Bisch. u. Beicht. 26 e Evaristus, Papst u. M.- Bernward, Bisch. u. Beicht. 27 f Frumentius, Bisch. u. Beicht. 28 29 30 31 Ptolemäus u. Lucius, Simon u. Judas, Apostel. Narcissus, Bisch. u. Beicht. Lucanus u. Marzellus, M. M. - Foilan, M. Quintin, M. November, 30 Tage. Aller Heiligen Fest. e Gedächtniß aller Seelen. Hubertus, Bisch. u. Beicht. Karl Borromäus, Bischof u. Beicht. f g Agricola, M. M. Zacharias u. Eliſabeth. 5 a 6 b Leonhard, Beicht.- Winof, Abt. 7 e Engelbert, Bisch. u. Beicht. Willibrord, Bisch. und Willehad, Bisch. u. Beicht. 1234 6.8 9 10 d Beicht. d Gekrönte Brüder. e Theodor, M. f Andreas Avellinus, Beicht. 11 12 13 14 15 16 17 f - d e - g Martinus, Bisch. u. Beicht. Mennas, M. a Martinus, Papst u. M.- Kunibert, Bisch. u. Beicht. b - - Didacus, Beicht.- Stanislaus Kostka, Beicht. Jucundus, Bisch. u. Beicht. Serapion, Beicht. - Leopold, Herzog, Beicht. Gertrud, J. Edmund, Bisch. u. Beicht.- Othmar, Abt. Gregorius, Wunderthäter. Bisch. u. Beicht. 18 g Maximus, Bisch. u. Bek.- Odo, Abt. 19 a Elisabeth, Wittwe.- Pontianus, Papst u. M. 20 b Felix von Valois, Beicht. Edmund, König u. M. 21 C Maria Aufopferung. d. Cäcilia, J. u. M. 22 e Clemens, Papst u. M. - 11 23 24 f Johannes vom Kreuz, Beicht. 25 g Katharina, J. u. M. 26 27 28 29 30 - Sylvia, Wittwe. -M - Vitalis und Philemon u. Appia, M. M. Trudo, Beicht. Chrysogonus, M. 13 -- Gregorius von Tours, a Conrad, Bisch. u. Beicht. Siricius, Papst u. Beicht. b Virgilius, Bisch. u. Beicht. Bilhild, Abtiss. C Sosthenes, M.- Jakobus Picenus, Beicht. d Saturninus u. Sisurnius, M. M. e Andreas, Apoſtel. 1 2 g 3 a 4 667899 5 f 10 b C e 483 f Dezember, 31 Tage. Crispina, M.— Sabbas, Abt. d Nicolaus, Bisch. u. Beicht.- Asella, J. Ambrosius, Bisch. u. Kirchl. Mariä unbefleckte Empfängniß. a Eligius, Bisch. u. Beicht. Bibiana, J. u. M. Franziscus Xaverius, Beicht. M. M. Barbara, J. u. M. Kirchl. g Leokadia, J. u. M. - e Claudius u. Hilaria, Petrus Chrysologus, Bisch. u. Melchiades, Papst u. M. Damasus, Papst u. Beicht. Synesius, M. - Natalia, Wittwe. Hauses von Nazareth nach Loreto. b c d Lucia, J. u. M.- Othilia, I. 1 - 11 12 13 14 15 16 17 a 18 b 19 e Fausta, Mutter der h. Anastaſia. - - - Epimachus u. Alexander, M. M. go Nicasius, Bisch. u. M. Spiridion, Bek. f Valerian, Bisch. u. M. Christina, J. g Eusebius von Vercelli, Bisch. u. M. Lazarus, Bisch. u. Bek. Begga, Wittwe. Gratian, Bisch. u. Beicht. Winebald, Abt. Uebertragung des h. - Albina, J. u. M. 20 d Philogonius, Bisch. u. Beicht. 21 e Thomas, Apostel. 23 22 f Honoratus, Demetrius u. Florus, M. M. g Victoria, J. u. M.- Servulus, Beicht. Gregorius v. Spoleto, M. Irmina, J. Christi Geburt. 24 a 25 b 26 C Stephanus, Erzmartyrer. 27 d Johannes, Apost. u. Evang. 28 e Unschuldige Kindlein. 29 f Thomas von Canterbury, Bisch. u. M. 30 g Eugenius, Bisch. u. Beicht. 31 a Silvester, Papst u. Beicht. Melania, Matrone. Unterricht über das Gebet. 1. Was das Gebet sey. Der h. Augustinus sagt: ,, Das Gebet ist ein Aufsteigen der Seele vom Irdischen zum Himmlischen; eine Erforschung des Uebersinnlichen und ein Verlangen nach dem Unsichtbaren." Wenn du liest," sagt derselbe Heilige an einer andern Stelle, so spricht Gott zu dir, wenn du betest, so sprichst du zu Gott." In ähnlicher Weise drücken sich andere Kirchenväter über das Gebet aus; alle stimmen darin überein, daß es eine andächtige Erhebung unseres Gemüthes zu Gott sei, wodurch wir alles, was uns und andern heilsam ist, vertrauungsvoll begehren, Gottes Gnade und Macht preisen und seiner ewigen Majestät gebührende Ehre und Dankbarkeit erzeigen. 2. Wie vortrefflich das Gebet sey. 11 Kein Werk ist öfter in der heil. Schrift empfohlen, feins ist frommen und heiligen Männern geläufiger, keins ist nothwendiger als das Gebet. Höre den h. Chrysostomus im, 1. Buch über das Gebet: Wer soll nicht über die Güte Gottes gegen uns staunen und sich verwundern, da Er uns würdigt, Gespräche mit Ihm zu halten und Ihm unsere Wünsche vorzutragen. Durch das Gebet werden wir mit den Engeln vereinigt und entziehen uns der Gemeinschaft, die wir mit den unvernünftigen Thieren haben. Denn das Gebet ist ein Werk der Engel." Und gegen das Ende sagt er:„ Das Gebet ist die Wurzel und Grundfeste aller übrigen Tugenden." Ferner schreibt er im 2. Buche: Wer mit ehrbaren und weisen Männern häufig und vertraulich umgeht, nimmt allmählich deren Sitten an und wird in ihre Weisheit eingeführt: was wird denn jenem widerfahren, der im Gebete häufig mit Gott verkehrt? Nachdem Moses mit dem Herrn gesprochen, war sein Antlig von Strahlen umflossen." 11 3. Wie nothwendig das Gebet sey. Der h. Chrysostomus sagt im 1. Buche über das Gebet: Wer nicht zu Gott betet und nicht beständig des göttlichen Gespräches zu genießen begehret, der ist todt und der gesunden Vernunft beraubt; denn das ist eben der deutlichste Beweis der Thorheit, daß einer die Größe dieser Ehre nicht einsieht, und das Gebet nicht liebt, und nicht die Ueberzeugung hegt, die Seele ſei todt, die sich Gott nicht zu Füßen wirft. Daniel wollte lieber sterben, als sich drei Tage des Gebetes enthalten. Unmöglich ist es, ohne die Hülfe des Gebetes ein tugendhaftes Leben zu führen. Denn wie möchte Giner Tugend üben, wenn er sich nicht beständig dem zu Füßen wirft, der dem Menschen 16 Ueber das Gebet. alle Kraft verleiht." Und im 2. Buche spricht er: Wenn du das Gebet unterläßt, so thust du dasselbe, als ob du einen Fisch aus dem Wasser zögest. Denn wie das Wasser des Fisches Leben, so ist deines das Gebet." 4. Wie groß die Kraft und Wirkung des Gebetes sey. 1. Das Gebet reinigt die Seele von ihren Sünden; dieß sehen wir am Zöllner, der durch das kurze Gebet:, Herr sei mir Sünder gnädig", gerechtfertigt nach Hause kehrte. So spricht Chrysostomus, 1. Buch über das Gebet: ,, Wenn wir auch mit Sünden bedeckt sind, werden wir durch das Gebet gereinigt; sobald der Aussäßige Jesu zu Füßen fiel, war er rein." 2. Es leistet Genugthuung für die zeitlichen Strafen, welche wir durch unsere Sünden verdient haben. Manasses betete inständig zu Gott, und Gott erhörte sein Gebet und führte ihn nach Jerusalem in sein Reich zurück. Für die täglichen kleinen Sünden, ohne welche dieses Leben nicht geführt wird, thut das Gebet der Gläubigen genug. " 1 3. Die sichtbaren und unsichtbaren Feinde des Leibes und der Seele werden durch das Gebet überwunden. Augustinus, Ned. 22. Während Moses auf dem Berge betete, besiegte Josua den Amalech. Durch das Gebet wurde Jeremias im Kerker gestärkt, frohlockte Daniel in der Löwengrube, freute sich Job auf dem Düngerhaufen, machte Susanna ihre Ankläger zu Schanden, erlangte der Schächer am Kreuze das Paradies." Augustinus, über die Stadt Gottes 10, C. 22. Durch wahre Frömmigkeit vertreiben die Kinder Gottes die feindliche Gewalt des Teufels, und alle seine Versuchungen besiegen sie durch das Gebet." " 1 4. Durch das Gebet erlangen wir alles, was wir an Leib und Seele bedürfen. So spricht der Apostel Jacobus 6. 5, 13:" Ist jemand traurig unter euch, der bete." V. 15. Das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen." V. 16. Betet für einander, daß euch Heil widerfahre; denn viel vermag das inständige Gebet des Gerechten. Elias war ein Mensch, den Nöthen ausgesetzt wie wir, er betete flehend, daß es nicht regnen möchte im Lande; und es regnete nicht, drei Jahre und sechs Monate. Und er betete abermals, und der Himmel gab Regen, und die Erde brachte ihre Frucht." Ezechias wurde durch Gebet geheilt und erlangte Gesundheit des Leibes und der Seele, und sein Leben wurde um 15 Jahre verlängert. 5. Das Gebet durchdringt den Himmel. Eccl. 35, 21. Das Gebet des Demüthigen dringt durch die Wolken, er ist nicht getröstet, bis es oben ist, und er läßt nicht ab, bis der Allerhöchste darauf schaut." Aug. zu dem 29. Ps.: Aus der Tiefe schrie Jonas aus dem Bauche des Wallfisches, er befand sich nicht bloß unter den Fluthen, sondern in den Eingeweiden des Thieres, doch konnte weder dieser Leib noch jene Fluthen seinem Gebete den Weg zu Gott versperren; es durchdrang Alles, bis es zu den Ohren Gottes fam." Das Gebet," spricht Lud. Blos. C. 4., vertreibt die Traurigkeit, lindert das Elend', bringt den Frieden zurück, vereinigt den Menschen mit Gott und erhebt den Gottvereinigten zur ewigen Glorie." 11 Ueber das Gebet. 5. Was zum Gebet erfordert wird. Höre die Ermahnung Sirachs Eccl. 18, 23: Vor dem Gebete bereite deine Seele, und sey nicht wie ein Mensch, der Gott versucht." sollen nicht bloß beten," spricht der H. Chrysostomus zum 7. Ps., so beten, daß wir erhört werden." Dazu aber sind folgende Bedingungen erforderlich: " Wir sondern 17 1. Ein lebendiger, fester Glaube. ,, Um was immer ihr bitten werdet im Gebete," spricht der Heiland Marc. 11, 24., glaubet, und ihr werdet es erhalten." Und zu allen, die im Evangelium erhört worden sind, spricht Jesus: Dein Glaube hat dir geholfen." Jac. 1, 5.: Wenn einer von euch der Weisheit bedarf, so bitte er Gott darum, der Allen mildreich giebt und nicht zögert: und sie wird ihm gegeben werden. Er bete aber im Glauben und zweifle nicht; denn der Zweifelmüthige gleicht der Welle des Meeres, die vom Winde bewegt und umhergetrieben wird. Mensch vermeine also nicht, etwas vom Herrn zu erlangen." Ein solcher 2. Hoffnung und Vertrauen. Weil er auf Mich gehofft hat, will Ich ihn befreien. 11 Er wird Mich anrufen, und Ich werde ihn erhören." Ps. 90, 14. ,, So laffet uns denn hintreten mit Zuversicht zu dem Throne der Gnaden, auf daß wir Erbarmung finden, und Gnade erlangen in der hülfsbedürftigen Zeit." Hebräer 4, 16. 3. Liebe. " Ich habe den Herrn geliebt, und Er hat die Stimme meines Flehens erhört." Ps. 114. Wenn ihr in Mir bleibet, und Meine Worte " 1 in euch bleiben, so bittet, um was ihr wollt, und es wird euch gegeben." Joh. 15, 7. 4. Demuth. Wer betet, sege sein Vertrauen nicht auf sich, sondern auf die Barmherzigkeit Gottes, wie der betende Zöllner gethan hat. Das Gebet des Demüthigen durchdringt die Wolken." Eccl. 35. Ich schauen," spricht der Herr bei Jesaias 66, 2., wenn nicht auf den „ Auf wen werde Armen und im Geiste Gebeugten, auf den, der vor Meinen Worten zittert." Der Herr hat geschaut auf das Gebet der Demüthigen und ihr Flehen nicht verachtet." Pf. 101, 18. 11 6. Eifer. Der h. Chrysostomusß bemerkt zu dem Pf. 129.: Aus der Tiefe 2c. Aus dem tiefften Herzen, aus dem Innersten der Seele rief David, denn solche Gebete haben große Gewalt und werden nicht erschüttert noch ges stört, wenn der Teufel sie auch noch so heftig angreift." 7. Verlangen nach dem, was uns selig macht. nicht, weil ihr unrecht bittet." Jac. 4, 3. Das Vertrauen haben wir zu " Ihr bittet und erhaltet Gott, daß Er uns erhört, wenn wir nur seinem Willen gemäß bitten. Der H. Hieronymus sagt in seinem Briefe an Salvina: Nebridius habe immer zu Gott gebetet, daß ihm widerfahren möge, was ihm am besten sey. Der H. Augustinus zu Joh. Tr. 73 räth uns: wir sollen bitten, daß uns bitten/ 5. Verzeihung erlittener Beleidigungen. Wenn ihr steht, um zu beten, so verzeiht, wenn ihr wider Jemanden etwas habet." Marc. 11, 25. Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen." Matth. 5, 7. 11 18 Uleber bas Gebet. das nicht gewährt werde, was wir aus Unwiffenheit zu unserm Nachtheile begehren. 8. Beharrlichkeit. Jesus selbst empfiehlt fie bei Luc. 11, 9. ,, Bittet, und euch wird gegeben werden; suchet, und ihr werdet finden; klopfet an, und euch wird aufgethan." Der H. Chrysostomus spricht in seiner Homilie 35. zu Joh.: ,, Laßt uns unsere Trägheit im Gebete beweinen. Acht und dreißig Jahre lang saß der Gichtbrüchige am Fischteiche und wartete auf seine Heilung: und sein Verlangen wurde nicht erfüllt, es war aber nicht seine Nachlässigkeit, daß er nicht geheilt wurde, sondern Andere kamen ihm zuvor, und dennoch verzweifelte er deswegen nicht. Wenn wir aber nur zehn Tage dem Gebete obliegen und nicht erhört werden, so werden wir schon lau." Hören wir also den H. Gregorius zum 129. Ps.: Sey beharrlich im Gebete und zudringlich in deinen Bitten, und hüte dich, daß du vom Gebete nicht ablasfest. Wenn der, den du bittest, sich stellt, als höre er dich nicht, so reiße das Himmelreich an dich und thue dem Himmel Gewalt an. Denn was ist lohnender, als solch ein Raub, und was rühmlicher, als diese Gewalt? eine heilsame Gewalt, denn durch sie wird Gott nicht beleidigt, sondern versöhnt; der Nächste nicht beschädigt, sondern unterstüzt; die Sünde nicht vermehrt, sondern vermindert." 11 6. Mittel gegen die Zerstreutheit. Es ist dem Menschen schwer, alle Geisteßzerstreutheit gänzlich zu vermeiden, doch gibt es Mittel, sie zu vermindern. 1. Wenn wir unser Herz von irdischen Sorgen abwenden und uns dieser Welt gebrauchen, als ob wir uns ihrer nicht gebrauchten. 2. Wenn wir uns an die Gegenwart Gottes erinnern, der das Innerste unseres Herzens durchschaut. 3. Wenn wir uns fromme Seufzer und Gebetlein angewöhnen, wodurch das Gemüth zu Gott erhoben und in Ihm befestigt wird. 4. Wenn wir nach unsern Geschäften und Zuſammenfünften mit Menschen, nach Gastmählern und andern Gelegenheiten, die sehr zu zerstreuen pflegen, unsern Geist sammeln und uns von allem, was wir gethan oder gesprochen haben, Rechenschaft geben. 5. Wenn wir uns auf das Gebet vorbereiten. 6. Wenn wir Gott um die Gnade der Aufmerksamkeit, und nach dem Gebete für unsere Nachlässigkeit um Verzeihung bitten. Denn alle gute und vollkommene Gabe kommt von obenher. 7. An welchem Orte und zu welcher Zeit wir beten müssen. Es ist kein bestimmter Ort zum Gebete vorgeschrieben, denn der Apostel sagt im 1. Briefe an Tim. 2, 8.: ,, Ich will, daß die Männer aller Orten beten, reine Hände erhebend."" Jeremias," sagt der h. Basilius in seiner 13. Homilie, betete im Schlamm und zog den Herrn zu sich; Daniel versöhnte den Herrn in der Löwengrube; die drei Knaben im Feuerofen lobten den Herrn; der Schächer hat am Kreuze das Paradies erlangt; Job erflehte auf dem Misthaufen die Barmherzigkeit Gottes." Wo du also immer bist, bete; beffer aber ist es in der Kirche oder in einem Bethause zu beten. Darüber brückt sich der h. Chrysostomus in seiner 79. Homilie also aus: ,, Magst du Ueber das Gebet. 19 auf dem Markte seyn, oder auf dem Wege, oder auf dem Meere, oder im Gasthause, oder in der Küche, oder wo immer, du kannst Gott anrufen und Erhörung finden. Auch zu Hause kannst du beten, doch nicht so gut wie in der Kirche, wo so viele Väter versammelt sind und einmüthig zu Gott rufen; für dich allein betend, wirst du nicht so leicht erhört werden, als mit deinen Brüdern; denn etwas höheres ist die Einmüthigkeit und die Gemeinschaft, und das Band der Liebe, und die Gebete der Priester." Ueber die Zeit des Gebetes, sagt Chrysostomus bei Luc. 11.: ,, Man muß immer beten," und der Apostel befiehlt den Thessalonichern 1. 5, 17., ohne Unterlaß zu beten. Der h. Anselmus bemerkt zu diesem Texte: Ohne Unterlaß beten, heißt, keinen Tag zu bestimmten Zeiten das Gebet unterlassen, aber auch das beständige Verlangen des Herzens ist ein fortwährendes Gebet." 11 8. In welcher Haltung des Körpers das Gebet zu verrichten sey. 1. Das Knieen ist im alten und neuen Testamente gebräuchlich und durch das Beispiel Christi und der hh. Petrus, Paulus und Stephanus bewährt. Der H. Apostel Jacobus hat, wie der h. Hieronymus über ihn schreibt, so viel auf gebogenen Knieen für das Volk gebetet, daß seine Kniee so hart wie eine Kameelhaut geworden. Derselbe schreibt über den Einsiedler Paulus, der noch zu seinen Lebzeiten gestorben:„ Als der h. Antonius in seine Höhle trat, sah er den entseelten Leib auf den Knieen liegen mit aufgerichtetem Haupte und nach oben ausgestreckten Händen. Und da Antonius anfangs glaubte, er lebe noch, begab er sich gleichfalls ins Gebet. Als er ihn aber keine Seufzer ausstoßen hörte, wie er es immer beim Gebete zu thun pflegte, küßte er ihn unter Thränen, und sah, daß auch noch der Leichnam des Heiligen zu Gott, vor Dem alles lebt, in geziemender Stellung betete." Diese Stellung lehrt uns die Natur selbst als das Zeichen eines demüthigen und unterwürfigen Herzens. Verwandt mit derselben und nur noch demüthiger ist 2. das Ausstrecken auf der Erde, dessen sich auch Christus und der H. Jacobus bedienten. Auch ist 3. das aufrecht Stehen in gewissen Zeiten und Umständen eine geziemende Körperhaltung beim Gebete. Denn stehend beteten der Zöllner und der H. Stephanus. Zulegt wird 4. noch die Erhebung der Hände angewandt. So beteten Moses und Aaron, und der Apostel schreibt 1. Tim. 2.:„ Ich will, daß die Männer an allen Orten beten, reine Hände erhebend." Gute Meinung vor dem Gebete. Eröffne, o Herr, meinen Mund, deinen H. Namen zu preisen, und reinige mein Herz von allen eiteln, verkehrten und fremden Ge banken; erleuchte meinen Verstand, entzünde mein Gemüth, damit ich würdig, aufmerksam und andächtig mein Gebet verrichte, 2* 20 Ueber das Gebet. Morgenandacht. und vor dem Angesichte deiner göttlichen Majestät erhört werden möge. Durch Christum, unsern Herrn. Amen. Herr Jesu, in Vereinigung der göttlichen Meinung, mit welcher Du selbst auf Erden Gottes Lob gepriesen hast, will auch ich den Herrn loben. Gute Meinung nach dem Gebete. Der allerheiligsten und unzertheilten Dreieinigkeit, der Menschheit unseres gekreuzigten Herrn Jesu Christi, der fruchtbaren Reinigkeit der allerseligsten und glorwürdigsten und steten Jungfrau Maria, den sämmtlichen Schaaren aller Heiligen sei ewiges Lob, Ehre, Kraft und Herrlichkeit von allen Kreaturen, und uns Verzeihung aller Sünden, in Ewigkeit. Amen. * Selig ist der Leib Mariä der Jungfrau, welcher des ewigen Vaters Sohn getragen hat. Und selig sind die Brüste, welche Christum den Herrn gesäugt haben.. Vater unser 2. Gegrüßet seyst du ac. Kurze Unterweisung für den Morgen und den ganzen Tag. 1. Wenn die Stunde gekommen ist, daß du aufstehen sollst, so verzeuch nicht. Eccl. 32, 15. Höre wie dir der Apostel Paulus zuruft Röm. 13, 11.: ,, Die Stunde ist da, vom Schlafe aufzustehen. Die Nacht ist vorüber, der Tag aber herangekommen. Lasset uns denn ablegen die Werke der Finsterniß und uns rüsten mit den Waffen des Lichtes." Welche des Morgens früh zu mir erwachen, werden mich finden," spricht die ewige Weisheit, Sprüchw. 8, 7. Aber der Faule dreht sich in seinem Bette, wie die Thüre in ihrer Angel." Sprüchw. 26, 14. Die ewige Weisheit wird nicht gefunden im Lande derer, welche in Lust und Gemächlichkeiten leben." Job. 28, 13. Schön spricht der H. Ambrosius zu Ps. 1, 8. Schändlich ist es, wenn dich die aufgehende 21 Morgenandacht. Sonne bescheint, während du müßig im Bette dich herumwälzest, und das helle Licht dir in die schlaftrunkenen Augen fällt." Das Manna, die Speise der Israeliten in der Wüste, konnte vom Feuer nicht verzehrt werden, aber beim ersten Sonnenstrahl zerschmolz es, damit kund würde Allen, man müsse der Sonne zuvorkommen, Dir Dank zu sagen, und bei Aufgang des Lichtes Dich anbeten." Weish. 16, 28. Daneben führe zu Herzen, daß dem leidigen Satan keine Zeit, kein Ort gelegener sey, den Menschen zur Sünde zu reizen, als wann die Vernunft durch vorhergegangenen Schlaf noch verfinstert, und der Leib zu sinnlichen Begierden mehr denn sonst geneigt ist. Darum steh auf, ruf durch die Nacht, beim Beginn der Wachen; gieße wie Wasser aus dein Herz vor dem Angesicht des Herrn; hebe auf zu Ihm deine Hände". Klagl. 2, 19. Wenn früh du dich erhebest hin zu Gott und zum Allmächtigen du flehest, wenn rein und recht du wandelst, dann wird alsbald Er wach seyn über dir, und Friede geben der Wohnung deiner Gerechtigkeit, dergestalt, daß, obwohl dein Ersteres nur klein gewesen, dein Leßtes doch viel seyn wird über Maaß." Job. 8, 5 ff. 2. Richte deine ersten Gedanken auf Gott. Jederzeit hat Gott an den Erstlingsfrüchten ein besonderes Wohlgefallen gehabt; darum ermahnet uns der weise Mann Sprüchw. 3, 9.: Herrn mit deiner Habe, gieb ihm von den Erstlingen aller deiner Früchte." Ehre den Füglich spricht hierauf der H. Bonaventura: Sobald du erwachest, räume aus deinem Herzen alle Gedanken, Phantasieen und Träume, welche dir im Schlafe vorgekommen sind, mit welchen der Teufel dich gern beschäftigen möchte, und opfere die Erstlinge deiner Gedanken Gott deinem Herrn, und die eiteln Gedanken, welche dann am meisten deinen Geist bestürmen, wirf von dir, so wirst du zu jeglichem Werke des bevorstehenden Tages andächtiger und bereitwilliger seyn." Es ist," wie der H. Climacus sagt( Grad. 26, C. 3.), ,, einer unter den bösen Geistern, welcher der Vorläufer heißt, welcher wartet, um, so bald wir erwachen, unsere ersten Gedanken zu verunreinigen und an sich zu ziehen: denn der wird den ganzen Tag haben, welcher des Morgens zuerst Besitz genommen hat." Merke, wie ernstlich der H. Ambrosius dich anredet: ,, Weißt du nicht, o Mensch, daß du die erste Frucht deines Herzens und deiner Stimme Gott täglich schuldig bist? Alle Tage hast du die Erde, alle Tage kannſt du Früchte haben, Ihm dieselbigen aufzuopfern. Deswegen rufe mit dem königlichen Sänger sobald du erwachest:" O Gott, mein Gott, zu dir erwach' ich mit dem Lichte. Nach Dir dürstet meine Seele, ebenso sehr nach Dir mein Fleisch." Ps. 62, 1. 3. Mache eine gute Meinung und opfere Gott dem Herrn alle Gedanken, Worte und Werke des kommenden Tages. Der dir, o Gott- liebende Seele, gesagt hat: ,, Ich will mich dir vermählen in Gerechtigkeit und Recht und in Erbarmung und in Gnade," Osea 2, 19., derselbige redet nunmehr als ein Bräutigam dir also zu: Setze Mich wie " 1 22 Morgenandacht. ein Siegel auf dein Herz und wie einen Siegelring auf deinen Arm." Hohe Lied 8, 6. Damit begehret Er, du sollst alle deine Gedanken, Worte und Werke auf Ihn richten; dein Auge soll auf nichts anderes, als auf Ihn zielen; gleichwie der Schüße seinen Bogen bloß nach dem Absehen des rechten Auges anlegt, und das linke verschlossen hält, so soll deine Meinung allein nach Gottes Ehre und Wohlgefallen geordnet werden; anderer Meinungen böse und schädliche Absicht soll bei dir gar keine Stelle finden. Also wird deine Seele von ihrem Geliebten hören: Du hast mein Herz verwundet, meine Schwester, meine Braut, du hast mein Herz verwundet mit einem deiner Blicke." Hohe Lied 4, 9. Christus lehrt uns, Matth. 6, 22.: Dein Auge ist deines Leibes Leuchte, wenn nun dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib lichtvoll seyn, ist aber dein Auge schlecht, so wird dein ganzer Leib finster seyn. Das heißt, wie der H. August. sagt Tom. 3. I. de oper. Mon. C. 26.: #Alfo werden deine Werke beschaffen seyn, wie deine Meinung ist. Ist deine Meinung einfältig auf Gott gerichtet, so werden auch alle darauf folgenden Werke Gott angenehm und Werke des Lichtes sein; ist dagegen deine Meinung schalkhaft und zur Eitelkeit gerichtet, werden alle darauf folgenden Werke, wie der Apostel sagt, Werke der Finsterniß seyn. So ihr also esset oder trinket, oder etwas anderes thut, thut alles zur Ehre Gottes." 1. Cor. 10, 31. Ernstlich ermahnet uns Christus bei Matth. 6, 1.: ,, Habt Acht, daß ihr eure Gerechtigkeit nicht thut vor den Menschen, um von ihnen gesehen zu werden; sonst werdet ihr keinen Lohn haben bei euerm Vater, der im Himmel ist." Manche meinen, große Schäße im Himmel zur Belohnung wegen vieler gethanenen guten Werke zu finden, die der Spruch Davids treffen wird:„ Sie haben ihren Schlaf geschlafen, und alle Männer des Reichthums haben nichts gefunden in ihren Händen." Ps. 75, 6. Sprich deshalb aus dem Grunde des Herzens mit demselben königlichen Propheten:„ Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib die Ehre." Ps. 113, 1. Besonders opfere die vornehmsten Werke des kommenden Tages namentlich Gott dem Herrn auf. Sollten sich nachher den Tag hindurch Gedanken eitler Ehre oder menschlicher Rücksichten erheben, so gib ihnen zur Antwort: Ihr kommt jetzt zu spät, ich habe schon heute früh meinem Gott und Herrn alles zugesagt; Gott diene ich und nicht den Menschen." Ephes. 6, 7. Ihm will ich auch fette Opfer( die nämlich von keiner bösen Meinung befleckt sind) bringen." Pf. 65, 15. " 1 4. Mache einen festen Vorsatz mit Gottes Gnade alle Sünden, besonders jene, zu welchen du vorzugsweise neigest, zu meiden, und Tugenden, besonders jene, welche dir am meiſten mangeln, zu üben. Ein Kriegsmann wird besser seinem Feinde Widerstand thun, wenn er die feindlichen Anfälle vorsieht und sich dagegen gefaßt hält, als wenn er unversehends angegriffen wird. Des Menschen Leben auf Erden ist ein Krieg." Job 7, 1. Wir haben immer mit den Lastern, zu welchen wir von innerlichen 11 Morgenandacht. 11 und äußerlichen, sichtbaren und unsichtbaren Feinden täglich angeregt werden, zu streiten. Sprich denn von Herzen: Ich will tausendmal lieber sterben, o Herr, als Dich diesen Tag oder sonst jemals schwer erzürnen, besonders durch dieſes Laster...( wozu ich am meisten geneigt bin.) Ich will Dir heute und immer dienen, besonders durch Ausübung dieser Tugend. Komm " P mir zu Hülfe o Herr, denn durch Dich vermag ich alles und ohne Dich kann ich nichts." Es ist ein heilsamer Rath der heiligen Augustinus, Bafilius, Gregorius und anderer: wir sollen so zu leben streben, als ob der gegenwärtige Tag der letzte unseres Lebens wäre. Dieses scheint auch Job gethan zu haben." Ich erwarte," spricht er, alle Tage, in welchen ich jetzt streite, daß meine Verwandlung komme." Dadurch hat er im Guten also zugenommen, daß er vertrauensvoll sagen durfte: ,, Du rufe mich, und ich antworte Dir." Job 14, 15. Der morgende Tag," sagt Thomas von Kempen, ist ungewiß, und woher weißt du, daß du bis morgen leben wirst?" Wie viele tausend Menschen sind ewig verloren gegangen, weil sie den gegenwärtigen Tag wohl anzuwenden vernachlässigten. Daher bedenke wohl, was der H. Gregorius in seiner 12. Homilie zu den Evangelien sagt:„ Der dem Büßer Verzeihung versprochen hat, der hat dem Sünder den morgenden Tag nicht versprochen." Wir müssen uns immer vor dem letzten Tage fürchten, da wir ihn nie voraussehen können. Was du also Gutes thun willst, das nimm dir vor, ohne Aufschub an dem gegenwärtigen Tage zu thun, wirke so lang es Tag ist, denn es kommt die Nacht, wo niemand wirken kann". Joh. 9, 4. Deswegen seyd bereit, denn des Menschen Sohn wird kommen zur Stunde, die ihr nicht wisset." Matth. 24, 44. 5. Bitte um göttliche Hülfe und Beistand. - 23 11 Der Ausspruch der ewigen Wahrheit lautet: Ohne mich könnt ihr nichts." Joh. 15. Dieses hatte der Apostel erkannt und er sprach: Wir vermögen nicht etwas von uns, als aus uns selbst zu denken, sondern all unser Vermögen ist aus Gott." 2. Kor. 3, 5. allen Dingen täglich anflehen. Denn alles können wir in dem, der uns Deshalb müssen wir Gottes Hülfe in stärkt". Philipp. 4, 13. Welches Vertrauen, sagt der H. Bernhard, spricht sich in diesen Worten aus. Durch nichts wird die Allmacht Gottes so verherrlicht, als daß durch fie diejenigen alles zu thun mächtig werden, die auf sie hoffen und vertrauen. Wer mit der Kraft aus der Höhe angethan ist, den kann keine Gewalt, keine List, keine Kränkung zu Fall bringen, wann er steht, noch stürzen, wann er herrschet: Wer also steht und nicht fallen will, der traue nicht auf sich, sondern auf das ewige Wort, welches war im Anfang, und selbst Gott war. Wir können uns weder zum Guten entschließen, noch im Guten beharren, ohne dieses Wort unendlicher Kraft. Von uns wird außerdem verlangt, daß wir mitwirken, denn der dich erschaffen hat ohne dich, wird dich nicht selig machen ohne dich", d. h. ohne deine Mitwirkung, wie der h. Augustinus ſagt. sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist." Nicht ich," spricht der Apostel, 1. Kor. 15, 10. 24 Morgenandacht. Morgen- Gebet. Sobald du erwacheft, bezeichne dich mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sprich: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Erhebe dein Herz gen Himmel und sprich: Gott, mein Gott, ich wache zu Dir, wann der Tag anbricht, meine Seele dürstet nach Dir, mein Fleisch hat nach Dir großes Verlangen. Gelobt und gebenedeit sei die allerheiligste Dreifaltigkeit, die unzertheilte Einigkeit, zu ewigen Zeiten. Amen. Ehre sey dem Vater, der uns erschaffen hat. Ehre sey dem Sohne, der uns erlöset hat. Ehre sey dem h. Geiste, der uns geheiliget hat. Beim Aufstehen. Im Namen meines Herrn Jesu Christi des Gekreuzigten, der mich mit seinem kostbaren Blute erlöset hat, stehe ich auf; Derselbe wolle mich segnen, regieren, beschüßen und führen zum ewigen Leben. Amen. Auch wolle uns segnen mit ihrem lieben Sohne die heilige Jungfrau Maria. Und du heil. Engel Gottes, mein liebreicher Schutzengel, dem die göttliche Huld mich als Pflegkind anvertrauet hat, erleuchte, schütze, lenke und führe mich heufe und allezeit. Amen.*) Beim Ankleiden betrachte das Leiden Christi, oder sprich einen der Bußpsalmen, oder eines der folgenden Gebete. 1. Herr, gib mir das hochzeitliche Kleid, damit ich nicht aus Mangel desselben verworfen werde in die äußerste Finsterniß, sondern vor Dir bei der ewigen Hochzeit des unbefleckten Lammes bestehen möge. 2. Dhimmlischer Vater, bewaffne mich mit den christlichen Waffen, damit ich am bösen Tage allen feindlichen Anfällen wider*) Pius VII. hat jedem, der dieses Gebet mit Andacht verrichtet, für jedesmal 100 Tage Ablaß verliehen. Morgenandacht. 25 stehen könne; umgürte meine Zenden mit der Wahrheit, lege mir an den Panzer der Gerechtigkeit, bereite und rüste meine Füße zum Evangelium des Friedens, beschüße mich mit dem Schilde des Glaubens, kraft dessen ich alle feurigen Pfeile des Widersachers auslöschen könne, seße mir auf den Helm des Heiles, und gib mir das Schwerdt des Geistes, welches ist dein göttliches Wort. 3. Lasse nicht zu, o Jesu, daß ich mich hier so kleide, wie der reiche Mann, den nachher die höllischen Flammen bekleidet haben. 4. Ach möchte ich wie die Auserwählten, die Heiligen und Geliebten Gottes anziehen herzliche Erbarmung, Milde, Demuth, Sanftmuth, Geduld, damit ich andere ertrage und ihnen gern, was ich wider sie zu flagen habe, verzeihe. 5. Vor allem, o Herr, bekleide und ziere mich mit deiner Liebe, welche ein Band der Vollkommenheit ist; und der Friede Ehristi, der über alle Sinne ist, bewahre mich und herrsche in meinem Herzen. Amen. Nach dem Ankleiden. 1. Sage Dank der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Dallerheiligste Dreifaltigkeit, ich bete Dich an, ich lobe und preise Dich aus allen Kräften. Jch danke Dir, o himmlischer Vater, daß Du mich aus nichts erschaffen hast; ich danke Dir, o göttlicher Sohn, daß Du mich mit Deinem theuren Blute erlöset hast; ich danke Dir, o heiliger Geist, daß Du mich in der heiligen Taufe gereinigt und zu dem alleinfeligmachenden Glauben berufen haſt. O heiligste Dreifaltigkeit, o mächtiger Gott, welche große Gnade und Güte erzeigest Du mir täglich! Du hast mich barmherzig diese Nacht erhalten, in welcher manche Seele, die nicht so oft, noch so schwer, wie ich, deine göttliche Majestät beleidigt hatte, vor dein Gericht gefordert und nach Deinem gerechten Urtheil ewig ist verdammt worden. Wie soll ich Dir, o mein höchstes Gut, genugsamen Dank sagen? ihr lieben Heiligen Gottes, du vor allen, o Gottes- Gebärerin Maria, und du mein getreuer Schutzengel und ihr meine besonderen Schußheiligen.... helfet mir Gott loben und Ihm danken, damit durch euch erstattet werde, was an meiner Schuldigkeit ermangelt. Lasset uns sämmtlich benedeien den Vater, den Sohn und den 26 Morgenandacht. heiligen Geist; laßt uns Ihn loben und hoch erheben in alle Ewigkeit. Amen. 2. Opfere dich auf dem himmlischen Vater. Dewiger Vater, meines Herzens erster Liebesseufzer geht zu Dir. Leib und Seele und alle meine Sinne und Kräfte und was sonst in mir ist, opfere ich Dir willig auf, weil ich alles von Dir habe. Nimm mich, dein Geschöpf, an in Vereinigung Deines eingebornen Sohnes Jesu Christi. O Vater, wann werde ich kommen und vor Deinem Angesichte erscheinen? Nichts begehre ich im Himmel, nichts auf Erden außer Dir, o Du Gott meines Herzens und mein Theil, o Gott in Ewigkeit. 3. Drdne deine Werke nach Christi Lehre und Beispiel. Dallersüßester Jesu! der Du bist der Anfang und das Ende, der Weg, die Wahrheit und das Leben; sieh, ich nehme mir vor, den Weg deiner Gebote zu wandeln und alles zu thun, was einem frommen Christen gebührt, insonderheit heute, dieses gottselige Werk.... zu verrichten, und sonst alles um Deines göttlichen Namens willen zu thun, zu lassen und zu leiden. Jesu, Du meine Hoffnung, meine Liebe, ich wünsche und begehre heute und zu allen Beiten, so oft ich Athem schöpfe und mein Herz schlägt, Dich zu lieben, zu ehren und zu preisen. Wollte Gott, ich könnte zu solchem Willen und Werke alle Geschöpfe antreiben! Stärke Du, o Jesu, meinen Willen. Nichts anderes begehre ich, als daß alle meine Worte und Werke in Deinem Namen geschehen. 4. Fasse den Vorsaß, mit dem Beistande des heiligen Geistes die Sünde zu meiden. Oheiliger Geist, Du meiner Seele Trost und Hülfe! steh mir bei, damit ich allen Anfechtungen tapfer widerstehe. Sollte ich denn wieder meine Seele aus den liebreichen Händen meines Gottes reißen und dem Rachen des höllischen Feindes überantworten? Sollte ich abermals mit Wissen und Willen diese Sünde.... begehen? Ach, nur zu oft bin ich in dieselbe gefallen! Von heute an hoffe ich, mich standhaft zu bessern. Du, o heiliger Geist, gib mir Kraft und Macht, dann werde ich über Schlangen und Basilisken gehen und Löwen und Drachen zertreten. Univ.- Bibl. Giessen Morgenandacht. 5. Begehre Hülfe von allen Heiligen Gottes. Dihr lieben Auserwählten Gottes, helfet mir in meinem guten Vorhaben, du vornehmlich o allerseligste Jungfrau und Gottes- Gebärerin Maria, meine mildreiche Mutter, sammt deinem himmlischen Bräutigam, dem h. Joseph, und du mein getreuer Schutzengel, desgleichen ihr meine besonderen Schußheiligen N. N., ihr auch namentlich, deren Gedächtniß heute gefeiert wird, reichet mir Schwachen eure hülfreiche Hand; ermahnet mich Unbedachtsamen, führet mich Blinden auf den rechten Weg zurück, damit ich alles, was ich mir heute vorgenommen, im Werke vollbringe. Du, o mein Gott und Herr, wollest zu allem deinen Beistand geben, denn auf Dich, o Herr, habe ich gehofft, und werde in Ewigkeit nicht zu Schanden werden. 27 Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. Ich glaube ic. D Herr, würdige Dich, diesen Tag uns vor aller Sünde zu bewahren. Erbarme Dich unser, o Herr, erbarme Dich unser. Deine Barmherzigkeit komme über uns, gleichwie wir auf Dich gehoffet haben. Auf Dich, o Herr, habe ich gehoffet, laß mich in Ewigkeit nicht zu Schanden werden. Besondere Anbefehlung an Jesu. O liebenswürdigster Jesu, in deine Hände befehle ich mich heute und allezeit, gleichwie Du am Stamme des H. Kreuzes deine Mutter dem Jünger Johannes und diesen deiner Mutter, und besonders wie Du deine eigene Seele in die Hände deines himmlischen Vaters befohlen haft und deine Mutter sich Dir befohlen hat. In deinen göttlichen Willen ergebe ich mich ganz und gar, dein eigen begehre ich zu leben und zu sterben. Dieselbe Guade, o Jesu, gib auch allen meinen Freunden und Feinden, besonders.. durch dein bitteres Leiden und Sterben, durch die Fürbitte deiner holdseligen Mutter und aller lieben Heiligen. Amen. ( Segen. Segne mich, o liebster Jesu, mit dem Vater und dem h. Geiste und führe mich zum ewigen Leben. Amen. 28 Morgenandacht. Vom Nußen der Betrachtung zur Morgenzeit. Die Erfahrung lehrt, wie nüglich und heilsam es jedem christliebenden Menschen sey, zur Erlangung der Vollkommenheit, wozu wir alle berufen sind, täglich eine halbe oder doch eine Viertelstunde über eine Heilswahrheit Be trachtung anzustellen, oder aus einem geistlichen Buche langsam und betrachtungsweise zu lesen. Denn durch dieses Mittel werden die Andacht und der Eifer im Herzen erneuert, die Laster vermindert, und die Tugenden gepflanzt und vermehrt. Das bekennt der König David in seinem 38. Pſ. v. 4. Mein Herz in mir erglühte, und bei meinem Nachsinnen entbrannte Feuer." Dieses ist das Feuer der göttlichen Liebe und Andacht. Und im 76. Pi. v. 7. „ Ich sann nach des Nachts in meinem Herzen, und hatte nicht Nast und durchforschte meinen Geist." Der Mensch wird geneigt, Gott zu lieben, der Tugend nachzustreben und das Laster zu verfolgen, wenn er bet sich die Ursachen erwäget, warum es billig sey, seinen Gott zu lieben, die Sünde zu meiden und sich der Tugend zu befleißigen. Denn was der Verstand ergründet hat und dem Willen als gut und nüglich vorhält, das liebt und umfängt der Wille gern, und strebt demselben nach. Obgleich nun eine jede Zeit zur Betrachtung angewendet werden kann, so ist doch die Morgenzeit die passendste. Denn 1. ist der Geist noch nicht von Geschäften eingenommen und das Gemüth noch nicht verstört und deswegen fähiger zur Erkenntniß der göttlichen Dinge. 2. Wird durch die Betrachtung das Gemüth gewaffnet und gestärkt zu vollkommener Verrichtung aller Werke des bevorstehenden Tages. 3. Wird Gott eine besondere Liebe und Ehre erzeigt, indem Ihm durch die Betrachtung der erste und beste Theil des Tages geheiligt und aufgeopfert wird. Und diese Freigebigkeit wird von Gott durch eine reichlichere Gnadenspende belohnt. Entschuldige dich nicht mit deinen Geschäften, als ließen sie dir keine Zeit zur Betrachtung. Der König David hat bei seinen viel schwereren königlichen Geschäften noch täglich Beit dazu gefunden. Pf. 76. v. 13. Betrachten will ich alle deine Werke und mit deinen Rathschlüssen mich beschäftigen." Wüßte man einen zeitlichen Gewinn durch das tägliche Betrachten zu erhalten, man würde ohne Zweifel Zeit dazu finden." Ihr Menschenkinder, wie lange noch seyd ihr harten Herzens? wie sehr liebet ihr die Eitelkeit und gehet der Lüge nach?" Pf. 4, 3. Siehe die Betrachtungen auf jeden Tag der Woche, am Ende dieses Buches. Beim Glockenzeichen zum Ave Maria, Morgens, Mittags und Abends. 1. Der Engel des Herrn brachte Mariä die Botschaft, und sie empfing vom h. Geiste. Gegrüßet 2c. Morgenandacht. 29 2. Sieh, ich bin die Dienstmagd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort. Gegrüßet 2c. 3. Und das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnet. Gegrüßet 2c. . Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißung Christi. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, Du wollest deine Gnade in unsere Herzen eingießen, daß wir, die wir durch die Botschaft des Engels die Menschwerdung Christi deines Sohnes erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung geführet werden; durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Die Seelen der Christgläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden. Amen. Beim Schlagen der Uhr sprich: Gegrüßet 2c. Oder: Gott, verleihe uns eine selige Stunde zu leben und zu sterben. Amen. Damit du immer im Stande der Gnade seyn mögest, gewöhne dich, stündlich oder so oft dir möglich, im Herzen oder mündlich, vollkommene Neue und Leid, welche aus Liebe zu Gott und nicht aus Furcht vor Strafe oder aus Hoffnung auf Belohnung entspringt, zu erwecken, auf folgende oder andere beliebige Weise: Mein Gott und Alles! es thut mir leid, daß ich Dich, den ich über alles liebe, jemals erzürnet habe. Durch die Verdienste Jeſu Christi und die Fürbitte der h. Jungfrau Maria sey mir Sünder gnädig. Gin jedes Werk beginne mit dem Zeichen des H. Kreuzes und sprich: v. Komm heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen. R. Und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe. Gebet. O Gott, der Du die Herzen deiner Gläubigen durch die Erleuchtung des H. Geistes gelehret hast; gib uns in demselbigen Geiste das, was recht ist, zu erkennen und uns seines Trostes allzeit zu erfreuen, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 30 Morgenandacht. Oder also: Zu Deiner größern Ehre, o Gott, will ich dieses Werk verrichten, und opfere Dir dasselbige auf in Vereinigung mit den unendlichen Verdiensten Jesu Christi. Zur Erlangung des Gnadenstandes, in welchem alle Werke geschehen müssen, um für das ewige Leben verdienstlich zu sein, erwecke Reue und Leid( wie oben) und mache eine gute Meinung nach den Worten des Apostels: 11 Alles, was ihr thut im Wort oder Werk, das thut im Namen des Herrn Jesu Christi." Coloff. 3. Bei der Arbeit erhebe dein Herz und Gemüth oft zu Gott, denn der H. Augustinus spricht: Was hindert den Diener Gottes, während er mit der Hand arbeitet, das Gesek des Herrn zu betrachten, und den Namen des Allerhöchsten zu singen?" Folge also dem Beispiele Davids: Ich will lobsingen dem Herrn mein Leben lang, Psalmen spielen meinem Gotte, so lange ich lebe." Pf. 103, 33. Auf dem Wege zur Kirche sprich: „ Von deiner Gnade überhäuft fomme ich in dein Haus: ich bete an bei deinem heiligen Tempel in Furcht vor Dir." Ps. 5, 8. ,, Darüber freute ich mich, da mir gesagt ward: Zum Hause des Herrn wollen wir gehen." Ps. 121, 1. Ach möchte ich mit solcher Andacht, Liebe und solchem Gifer in deinen Tempel, o Herr, eingehen, wie Maria und Joseph, da sie Jesum zum Tempel trugen und begleiteten. o Möchte ich Dich, Jesu, wie der greife Simeon im Tempel empfangen, damit ich mit ihm getröstet sagen könnte:„ Herr, nun läsfest Du deinen Diener im Frieden fahren, denn meine Augen haben Dein Heil gesehen." Luc. 2, 29. Beim Eintritt in die Kirche besprenge dich mit Weihwasser und sprich: Besprenge mich mit Ysop, und rein werd' ich sein; wasche mich, und ich werde weißer werden als der Schnee." Pf. 50, 9. Alsdann erwecke Reue und Leid: O Gott, es ist mir leid, daß ich Dich, den ich über alles liebe, jemals erzürnet habe. Vom heil. Meßopfer, siehe weiter unten. Bei der Tafel. Sey eingedenk, was der Apostel Paulus sagt:„ So Ihr efset oder trinket oder sonst was thut, thut alles zur Ehre Gottes." 1. Cor. 10. Beherzige die Worte Christi Luc. 21.:, Hütet euch, daß euere Herzen nicht beschweret werden mit Fraß und Trunkenheit und mit den Sorgen dieses Lebens." Morgenandacht. 31 Vergiß nicht zu beten vor und nach dem Effen. Chriftus hat nie selbst gegessen oder andere gespeiset ohne Segen und Danksagung dabei zu sprechen, und der H. Chrysostomus sagt:„ Der Tafel wird nichts abgehen, welche mit Gebet angefangen und beschlossen wird." Gebet vor dem Essen. Aller Augen warten auf Dich, o Herr, und Du gibst ihnen ihre Speise zu rechter Zeit, Du thust deine Hand auf und fülleſt mit Segen alles, was da lebet. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war im Anfange so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. Herr, erbarme Dich unser. Herr, erbarme Dich unser. Christus, erbarme Dich unser. Vater unser. Gegrüßet 2c. Herr, segne uns und diese Gaben, die wir von deiner milden Güte empfangen, durch Christum unsern Herrn. Amen. Was bei dem Essen zu thun sey. Es ist ein heilsamer und löblicher Brauch in vielen christlichen Familien, während des Effens aus einem geistlichen Buche durch ihre Kinder oder einen der Hausgenossen vorlesen zu lassen; dadurch werden nicht allein böse Gedanten abgekehrt, eitles, ehrenrühriges, unkeusches und anderes schädliche Geschwäß vermieden, sondern auch das Gemüth zu gottseligen Begierden angetrieben, und Stoff und Anleitung zu einer erbaulichen Unterhaltung geliefert. Der h. Augustinus hat nach dem Berichte des Bischofs Possidius, der meh rere Jahre sein Tischgenosse gewesen, die Lesung bei Tische nie unterlassen, und über seiner Tafel war der Spruch geschrieben: Quisquis amat dictis alienam rodere famam Hanc mensam vetitam noverit esse sibi. Wer mit Geschwäge kränkt des Nächsten Ruf und Ehren, Dem will ich keinen Plaß an diesem Tisch gewähren. Der H. Bernhard sagt: Bei der Tafel soll nicht allein die Speise vom Munde empfangen werden, sondern die Ohren sollen zugleich das göttliche Wort schöpfen." Dadurch zeigt der Mensch, daß er auf andere Weise Speise und Trank von Gottes Hand annehme, als das unvernünftige Vieh. Gebet nach dem Essen. Wir danken Dir, allmächtiger Gott, für alle deine Wohlthaten, der Du lebest und regierest in alle Ewigkeit. Amen. Herr, erbarme Dich unser. Christe, erbarme Dich unser. Herr, erbarme Dich unser. Vater unser. Gegrüßet 2c. *. Der Name des Herrn sey gebenedeit! R. Von nun an bis in Ewigkeit. 32 Morgenandacht. Würdige Dich, o Herr, allen unsern Wohlthätern um deines Namens willen zur Belohnung das ewige Leben zu geben, und die Seelen der Christgläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden. Amen. Vom öfteren Lesen geistlicher Bücher. 11 H Nicht weniger nothwendig und heilsam als das Gebet ist das Lesen geiſtlicher Bücher. Der H. Hieronymus sagt: Betest du, so redest du zu Gott: liest du, so redet Er zu dir." Der h. Augustinus hat auf des Herrn Stimme gehört, und ist aus einem großen Sünder ein großer Heiliger geworden, wie er selbst im 8. Buche seiner Bekenntnisse 12 C. erzählt: Eine Stimme im Garten habe ihm zugerufen: Nimm und lies, nimm und lies." Darauf habe er die Sendschreiben des h. Apostels Paulus aufgeschlagen und seine Augen seien gerade auf die Stelle gefallen, wo er schreibt: Lasset uns einen ehrbaren Wandel führen, als am Tage: nicht in Fraß und Völlerei, nicht in Schlafgemächern und Unzucht, nicht in Hader und Neid, sondern ziehet an den Herrn Jesum Christum, und pfleget nicht des Leibes um seiner Gelüste willen." Röm. 13, 13. Davon sey er so ergriffen worden, daß er alsbald bei sich beschlossen, von seinem bösen Leben abzustehen und ein besseres anzufangen. Viele sind gleicher Weise durch Lesen geistlicher Bücher bekehrt und gebessert worden. Wie also kein Tag vorübergeht, an welchem du nicht zwei oder mehrmal deinen Leib speisest, so lasse auch keinen Tag vorübergehen, ohne deiner Seele diese geistliche Nahrung zu gewähren. Wie leicht findest du Zeit, einen Freund oder Bekannten anzuhören, und du solltest keine Zeit haben, deinem Gott und Herrn, der durch die geistlichen Bücher mit dir redet, Gehör zu schenken? Sprich vielmehr mit dem königlichen Propheten: Ich will hören, was zu mir spricht der Herr," Ps. 84, 9. und du wirst aus dieser täglichen Lesung einen merklichen Fortschritt im christlichen Leben und großen Trost in deiner Todesstunde empfinden. Solltest du wirklich verhindert seyn, alle Tage diesem Lesen obzuliegen, so unterlasse es doch nicht an Sonn- und Feiertagen, weil diese Tage allein zum Dienste Gottes verordnet sind, an welchen nicht nur die knechtliche Arbeit unterbleiben, sondern alle Sorge für das Zeitliche hintangesegt und der Blick auf die Ewigkeit gerichtet werden soll. Denn das ist eigentlich den Sabbat heiligen. 11 Viel auf einmal zu lesen, ist nicht rathsam, das Wenige aber ist wohl zu beherzigen, und zu überlegen, wie man demselben im Leben am besten nachkomme. Deswegen sprich, so oft du zu lesen anfängst, mit dem h. Augustinus: Gieb mir, o Herr, die Gnade, aufmerksam und andächtig zu lesen, zu verstehen und zu beherzigen die Briefe, welche mir zukommen von meinem himmlischen Vaterlande, von Dir meinem höchsten König und liebsten Vater." Morgenandacht. 33 Unter den vielen geistlichen Büchern sind besonders zu empfehlen: daß Leben der Heiligen, die Bücher von der Nachfolge Christi, Philothea vom H. Franz von Sales, an Sonn- und Feiertagen die Handpostille, und vor allem die H. Schrift, denn diese ist durch Einsprechung des H. Geistes geschrieben und enthält das göttliche Wort und die unfehlbare Lehre unseres Heiles. Aber man beachte wohl, daß sie nicht vorwißig durchforscht, noch nach eigenem Verstande ausgelegt, sondern mit aller Demuth gelesen, und nach der Erklärung der heiligen unfehlbaren Kirche verstanden werden soll. Denn gleichwie das allerheiligste Sakrament des Altars dem einen zum Leben, dem andern zum Tode gereichet, also auch das Lesen der h. Schrift. Sie ist ein Schwerdt und ein Feuer; beide können zum Heile und zum Verderben gebraucht werden, wie letzteres an den Irrgläubigen zu sehen ist. Deswegen vergesse man nicht, was der H. Petrus über die Briefe des Apostels Paulus und andere Schriften sagt: 2. Petr. 3. 16: in welchen Einiges schwer zu verstehen ist, was Unkundige und nicht fest Bestehende verkehren, wie auch die anderen Schriften, zu ihrem eigenem Verderben. Deswegen, meine Brüder, dieweil ihr solches zuvor wisset, hütet euch, daß ihr nicht durch den Irrthum der Unbesonnenen hingerissen werdet und von euerm festen Stande abfallet." Darum empfiehlt und verordnet die heilige Kirche große Vorsicht bei der Lesung der H. Schrift, damit das Lesen derselben den Gläubigen nicht zum Verderben, sondern zum Heile gereiche; und die Gläubigen gehen am sichersten, wenn sie der Vorschrift der h. Kirche gemäß über die Lesung der H. Schrift dem Rathe eines weisen und gewissenhaften Seelenführers und vornehmlich ihres Beichtvaters folgen. Heilige Sprüche, Seufzer und Schußgebete, welche aus der H. Schrift entnommen sind und sowohl unter der Arbeit als sonst statt des Gebetes und der Betrachtung mit großer Andacht und zum Troste des Herzens in und außerhalb der Kirche gebraucht werden können. 1. Bußseufzer um Verzeihung der Sünden zu erlangen. Ich habe gesündiget, was soll ich thun, o Du Menschenhüter? Warum hast Du mich Dir zuwider gesetzet, und bin ich mir selbst zur Last geworden? Warum nimmst Du meine Sünde nicht hinweg, und warum hebest Du meine Missethat nicht auf? Job 7, 20. Ich will meine Worte wider mich gehen lassen und reden in der Bitterfeit meiner Seele. Zu Gott will ich sagen: verdamme mich nicht. Job 10, 1. Sieh an meine Niedrigkeit und mein Elend, und verzeihe mir alle meine Sünden. Ps. 24, 18. 3 34 Heilige Sprüche 2c. Gedente nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Thorheiten. Sey meiner eingedenk nach deiner Barmherzigkeit, o Herr, um deiner Güte willen. Pf. 24, 7. Sieh auf mich und erbarme Dich meiner, denn ich bin verlassen und arm. Ps. 24, 16. Erbarme Dich meiner, o Gott, nach deiner großen Barmherzigkeit. Ps, 50, 1. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte, und deinen H. Geist nimm nicht von mir. Ps. 50, 13. Du kennst, o Gott, meine Thorheit, und meine Sünden find Dir nicht verborgen. Ps. 68, 6. Laß deine Erbarmungen über mich kommen, so werde ich leben. Pf. 118, 77. Wende deine Augen auf mich und sey mir gnädig. Ebbs. 132. Ich habe geirret wie ein verlorenes Schaaf, suche deinen Knecht. Ps. 118, 176. Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte, denn vor deinem Angesichte wird kein Lebendiger gerechtfertiget seyn. Pf. 142, 2. Und nun, Herr!- unser Vater bist Du, wir aber, wir sind der Thon, und unser Bildner bist Du, und deiner Hände Werk wir Alle, zürne nicht, o Herr! allzusehr, und nicht fortan gedenke unsers Unrechts. Ifai. 64, 8. Wer wird meinem Haupte Wasser geben und meinen Augen einen Brunnen der Thränen? und weinen will ich Tag und Nacht. Jer. 9. 1. Warum haft auf ewig Du unser vergessen, uns verlassen auf so lange Tage? Bekehre Du uns, Herr, zu Dir, und wir wollen uns bekehren. Klagl. Jer. 5, 20. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündiget wider den Himmel und vor dir; ich bin fortan nicht werth, dein Sohn genannt zu werden. Luc. 15, 18. Jesu, Du Sohn Davids, erbarme Dich meiner. Luc. 18, 38. 2. Zur Erweckung der Demuth. Ich will zu meinem Herrn reden, obwohl ich Staub bin und Asche. Gen. 18, 27. Heilige Sprüche 2c. 35 Ich will mich verdemüthigen in meinen Augen. 2. König 6, 22. Wie Moder muß ich schwinden, wie ein Gewand, an dem die Motte zehrt. Job 13, 28. Zur Verwesung sage ich: mein Vater bist du; meine Mutter und meine Schwester zu den Würmern. Job 17, 14. Wenn du sündigest, was wirst Ihm du schaden? und so auch viel geworden deine Frevel, was thust du wider Ihn? Und wenn gerecht du handelst, was gewährst du Ihm, oder was nimmt Er von deiner Hand? Job 35, 6. Ich aber bin ein Wurm und nicht ein Mensch; der Leute Spott und des Volkes Verachtung. Pf. 21, 7. O Herr, ich bin dein Knecht, dein Knecht bin ich und der Sohn deiner Magd. Ps. 115, 6. Es ist mir gut, daß Du mich erniedrigt hast. Pf. 118, 71. Unser Herr Jesus Christus hat Sich selbst erniedriget und ist gehorsam worden bis zum Tode, ja bis zum Tode des Kreuzes. Philip. 2, 2. Und ich sollte mich erheben? 3. Zur Erkenntniß dieses kurzen und armseligen Lebens. Fremdlinge sind wir vor Dir, und Ankömmlinge gleich allen unsern Vätern. Unsere Tage sind wie Schatten auf dem Boden, und kein Bleibens ist. 1. Paral. 29, 15. Laß ab von mir, o Herr, denn ein Nichts sind meine Tage. Job 7, 16. Gedenke doch, daß wie Thon Du mich geformt hast, und zu Staub mich wieder machen wirst. Job 10, 9. Werden meine wenigen Tage noch nicht bald ein Ende nehmen? Darum geſtatte mir, daß ich meinen Schmerz ein wenig beweine. Job 10, 20. Thue mir kund die kleine Zahl meiner Tage, und nimm mich nicht hinweg in der Hälfte meiner Jahre. Ps. 101, 24. 4. In Betrübniß, Verlassenheit und Kleinmüthigkeit. Hilf mir, o Herr, denn meine Gebeine sind zerschlagen, und meine Seele ist tief erschüttert. P₁. 6, 3. Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge flebt an meinem Gaumen; und Du bringst mich in den Staub des Todes. Ps. 21, 16. Heilige Sprüche zc. Es stecht mein Leben hin vor Gram, und meine Jahre vor Seufzen. Ps. 31, 11. O Herr, vor Dir ist all mein Sehnen und mein Seufzen ist Dir nicht verborgen. Ps. 37, 10. Warum bist du traurig, meine Seele, und was betrübst du mich? Hoffe auf Gott, denn ich will Ihn noch preisen, Er ist das Heil meines Angesichtes und mein Gott. Ps. 41, 6. Erfreue die Seele deines Knechtes, denn zu Dir, o Herr, erhebe ich meine Seele. Ps. 85, 4. Meine Seele ist vor Dir, wie wasserloses Erdreich; erhöre eiligst mich, o Herr, mein Geist verschmachtet. Wende Dein Angesicht nicht von mir ab, sonst werde ich denen gleich, die ins Grab hinunter steigen. Pf. 142, 6. 7. Müde bin ich in meinem Seufzen und Ruhe find ich nicht. Jer. 45, 3. Herr, meines Seufzens ist viel und mein Herz ist traurig. Klagelied 1, 22. Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Matth. 26. Gieb mir wieder die Freude deines Heiles. Ps. 50, 14. 36 5. Zur Ergebung in den Willen Gottes. Er ist der Herr, was gut ist in seinen Augen, thue Erl 1. König 3, 18. Spricht Er zu mir: Ich habe an dir keinen Gefallen! hier bin ich, Er thue was gut ist in seinen Augen. 2. Kön. 15, 26. Mein Herz ist bereit, o Gott, mein Herz ist bereit. Pf. 58, 8. Wie es der Wille ist im Himmel, also geschehe es. I. Mach. 3, 60. Herr, was willst Du, daß ich thun soll? Apostg. 9, 6. Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Math. 26. 6. Zur Erlangung der Geduld in Widerwärtigkeiten. Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen; wie es dem Herrn gefallen hat, also ist es geschehen: der Name des Herrn sey gepriesen. Job 1, 21. Haben wir das Gute von der Hand Gottes empfangen, warum sollen wir nicht auch das Böse annehmen? Job 2, 10. Wer bin ich, daß ich meinem Herrn widersprechen soll. Judith 12, 13. Heilige Sprüche że. 37 Der Herr hat's befohlen, und wer ist der fragen dürfe, warum Er solches gethan habe. 2. König 16. Ich bin der Geiffel preisgegeben, und mein Schmerz ist immerdar vor meinem Angesichte. Pf. 37, 18. Den Kelch des Heils will ich ergreifen und den Namen des Herrn anrufen. Ps. 115, 4. 7. Wider die Versuchungen. Wie kann ich dies Böse thun und wider meinen Gott sündigen? Gen. 39, 9. Der Herr bewahre mich, daß ich solches nicht thue. 1. Kö nig 24, 7. Mein Herr und Gott, stärke mich zu dieser Stunde. Jud. 13, 9. Herr, sey mir gnädig, denn ich bin gar elend. Pſ. 6, 3. Ich will Dich lieben, o Herr, meine Stärke! Du Herr bist meine Veste, meine Zuflucht, mein Erlöser, mein Gott, mein Helfer, auf den ich vertraue. Ps. 17, 2 ff. Sey mir zum Schirme, Gott, und zur Zufluchtstätte, daß Du mich errettest. Pſ. 30, 3. Errette mich o Gott, denn die Wasser dringen mir an's Leben. Pf. 68, 1. Errette mich aus dem Schlamme, daß ich nicht versinfe. Ps. 68, 18. Gieb nicht Preis den Thieren die Seelen Derer, so Dich preisen, und die Seelen deiner Armen vergiß nicht auf immer. Pf. 73, 19. Wenn der Herr mir nicht zu Hülfe gekommen wäre, so hätte meine Seele schier im Todtenreiche gewohnet. Ps. 93, 17. Wende meine Augen ab, daß sie die Eitelkeit nicht sehen. Pf. 118, 37. Laß mich nicht von der Unzucht Begierlichkeit erfaßt werden, und einer unverschämten zügellosen Seele gib mich nicht Preis. Eccl. 23, 6. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Uebel. Amen! Matth. 6. 8. Zur Erweckung des Vertrauens auf Gott. Auch wenn Er mich tödtet, will ich auf Ihn hoffen. Job 13, 15. Erlöse mich, o Herr, und stelle mich Dir zur Seiten, dann mag eines jeglichen Hand wider mich streiten. Job 17, 3. Peilige Sprüche 2c. Mein Gott, auf Dich vertraue ich, laß mich nicht zu Schanden werden. Ps. 24, 2. Wenn ich schon mitten im Schatten des Todes wandelte, so will ich doch kein Uebel fürchten, denn Du bist mit mir. Pf. 22, 4. Auf Dich, o Herr, habe vertrauet ich, und in Ewigkeit werd' ich nicht zu Schanden werden. Ps. 30, 1. Es ist mir gut daß ich Gott anhange, und alle meine Zuversicht auf Gott den Herrn sege. Pf. 72, 28. Der Herr ist mein Helfer, ich will mich nicht fürchten, was sollte der Mensch mir thun? Ps. 117, 6. Herr, Du bist meine Stärke und mein Hort, und meine Zuflucht am Tage der Trübsal. Jerem. 16, 19. 38 9. Uebung der Gottesfurcht. Gewähre mir, daß ich meinen Schmerz nur ein wenig beweine, ehe dann ich hingehe, und nicht wiederkehre, zum finstern Lande, bedeckt mit Todesschatten; zum Lande des Jammers und der Finsterniß, wo Schatten des Todes und keine Ordnung ist, nur ewiger Schauer wohnt. Job 10, 20 ff. Wer giebt mir, daß Du im Todtenreiche mich beschirmest und mich bergest, bis dein Grimm vorüber gehe, und Du mir eine Zeit segest, in welcher Du mein gedächtest? Job 14, 13. Was soll ich thun, wenn Gott zu richten sich erhebet; und wenn Er fragt, was soll ich Ihm antworten? Job 31, 14. Ich habe Gott allzeit gefürchtet, gleich Fluthen, die über mich aufsteigen, und habe nicht vermocht seine Majestät zu ertragen. Job 31, 23. Die Schmerzen der Hölle hielten mich umfangen und die Schlingen des Todes hatten mich erfaßt. Pf. 17, 6. Durchstich mit deiner Furcht mein Fleisch, denn vor deinem Ge richte hab ich mich gefürchtet. Ps. 118, 120. 10. Zur Behutsamkeit im Neden. Ich habe gesagt: meine Wege will ich wahren, daß ich nicht sündige mit meiner Zunge. Pf. 38, 1. Seße, o Herr, eine Wache an meinen Mund und feste Thüren an meine Lippen. Ps. 140, 3. Heilige Sprüche. Wer wird meinem Munde eine Wache seßen und auf meine Pippen ein unverbrüchlich Siegel, damit ich ihrethalben nicht zum Falle komme und meine Zunge mich nicht in's Verderben stürze? Eccl. 22, 33. 39 Wer in keinem Worte anstößt, der ist ein vollkommener Mann. Jac. 3, 2. 11. 3ur Erlangung himmlischen Lichtes, um den Willen Gottes in zweifelhaften Dingen zu verstehen, besonders bei Erwählung eines Standes. Rede, o Herr, denn dein Diener höret. 1. König 3, 10. Herr, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Pfade. P₁. 24, 4. Erhalte, o Herr, meine Schritte auf deinen Fußsteigen, und laß meine Tritte nicht wanken. Ps. 16, 5. Du, Herr, erhellest meine Leuchte; mein Gott, erleuchte meine Finsterniß. Pf. 17, 29. Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten und führen zu deinem heiligen Berge und zu deinen Hütten. Pf. 42, 3. Mein Herz ist bereit, o Gott, mein Herz ist bereit. P₁. 56, 8. Gott erbarme Sich unser und segne uns; Er lasse leuchten sein Angesicht über uns und erbarme Sich unser, damit man auf Erden seinen Weg erkenne. Ps. 66, 2. Führe mich, o Herr, auf deinen Weg, und ich will in deiner Wahrheit wandeln. Ps. 85, 11. Richte meine Gänge nach deinem Wort, damit keine Ungerechtigkeit über mich Herr werde. Pj. 118, 133. Zeige mir den Weg, den ich wandeln soll, denn zu Dir habe ich meine Seele erhoben. Ps. 142, 8. Lehre mich deinen Willen thun, denn Du bist mein Gott; dein guter Geist wird mich führen auf der rechten Bahn. Ps. 142, 10. Herr, was willst Du, daß ich thun soll? Apostelg. 6, 9. 12. Nach gefaßtem Entschlusse Gott zu dienen. Du hast meine Bande zerrissen; ich will Dir Lobopfer darbringen und den Namen des Herrn anrufen, meine Gelübde will ich dem Herrn lösen vor dem Angesichte seines ganzen Volkes. P₁. 115, 7. Heilige Sprüche. Kehre zurück, meine Seele, in deine Ruhe, denn der Herr hat dir Gutes gethan. Ps. 114, 7. Um der Worte deiner Lippen willen habe ich harte Wege eingehalten. Ps. 16, 1. Ich habe vorgezogen, lieber verachtet zu seyn in dem Hauſe meines Gottes, als zu wohnen in den Zelten der Sünder. Pf. 83, 11. Rufe von nun an zu Mir: Du bist mein Vater, der Führer meiner Jungfräulichkeit. Jer. 3, 4. 40 13. Zur Erinnerung an die Gegenwart Gottes. Um meiner Feinde willen lenke meinen Weg vor deinem Angesichte. Pf. 5, 9. Wohin soll ich gehen vor deinem Geiste? und wohin vor deinem Angesichte fliehen? Steig' ich zum Himmel auf, so bist Du da, fahr ich zum Todtenreich hinab, so bist Du da. Nähm' ich als Flügel mir die Morgenröthe, und wohnte ich an des Meeres Grenzen, selbst da geleitet mich deine Hand, und erfaßt mich deine Rechte. Und so ich spräche: vielleicht wird die Finsterniß mich decken, die Nacht sei meine Leuchte in meinen Lüsten, auch Finsterniß verdunkelt nicht vor Dir, und hell gleich dem Tage wird die Nacht; ihre Finsterniß ist vor Dir gleichwie sein Licht. Pſ. 138, 7 ff. Deine Augen, o Herr, sind viel heller denn die Sonne; sie sehen auf alle Wege der Menschen und durchforschen die Tiefe des Abgrundes und die Herzen der Menschen. Eccl. 23, 28. Deine Augen stehen offen über alle Wege der Menschenfinder; um einem jeglichen zu vergelten nach seinen Wegen und nach der Frucht seiner Bestrebungen. Jer. 32, 19. 14. Lob Gottes und Danksagung. Mein Herr und Gott, Dich will ich preisen in Ewigkeit. Pf. 29, 13. Alle meine Gebeine werden sagen: Herr, wer ist Dir gleich? Pſ. 34, 10. Erfülle meinen Mund mit deinem Lobe, o Herr, auf daß ich finge deine Herrlichkeit und deine Größe den ganzen Tag. Pf. 70, 8. Preise meine Seele den Herrn, und alles was in mir ist seinen heiligen Namen. Pf. 102, 1. Heilige Sprüche. 41 Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gieb die Ehre. Ps. 113, 1. Was soll ich dem Herrn vergelten für alles, was Er mir gegeben hat? Ps. 115, 3. Ich will Dich preisen, weil Du mich erhöret haft und mir zum Heil geworden bist. Ps. 117, 21. 15. Erweckung der Liebe zu Gott und zu den himmlischen Freuden. Habe ich Gnade gefunden vor deinen Augen, so zeige mir dein Angesicht. Erod. 33, 13. Nur Eins habe ich vom Herrn verlangt, danach sehne ich mich, daß ich wohnen dürfe im Hause des Herrn alle die Tage meines Lebens. Pf. 26, 4. Zu Dir spricht mein Herz: Dich sucht mein Angesicht; o Herr, dein Untlig suche ich. Pf. 26, 8. Wie sich der Hirsch sehnt nach den Wasserquellen, so sehnt meine Seele sich nach Dir, o Gott. Es dürstet meine Seele nach Gott, dem mächtigen, dem lebendigen; wann werd' ich kommen und erscheinen vor dem Angesichte Gottes? Ps. 41, 1 ff. Wer wird mir Flügel geben gleich der Taube, daß ich fliege und zur Ruhe komme? Ps. 54, 7. Was hab' ich denn im Himmel? und was verlange außer Dir ich auf Erden? Vergeht auch mein Fleisch und mein Herz: meines Herzens Gott und mein Theil ist Gott in Ewigkeit. Pf. 72, 25. Wie lieblich sind deine Wohnungen, o Herr der Heerschaaren! Es sehnt sich und schmachtet meine Seele nach den Vorhöfen des Herrn. Mein Herz und mein Fleisch frohlocken in Gott, dem lebendigen. Ps. 83, 1 ff. Glückselig sind, o Herr, die wohnen in deinem Hause, alle Zeit werden sie Dich preifen. Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser denn tausend. Das. Weh mir, daß meine Pilgerfahrt so lange währt. Pf. 119, 5. Jerusalem, wenn ich deiner vergäße, so sei vergessen meine Rechte. Pf. 136, 5. Führe meine Seele aus dem Sterfer, auf daß ich deinem Namen Lobsinge. Ps. 141, 8. Univ.- Bibl. Giessen Abendandacht. Meine Seele hat nach Dir verlangt. Jesaias 26, 9. Ich unseliger Mensch! wer wird mich doch erlösen von dem Leibe dieses Todes? Nöm. 7, 24. Ich verlange aufgelöst zu werden und bei Christo zu seyn. Philipp. 1, 23. 42 Unterricht über das Abendgebet und die Gewissenserforschung. 11 Mit Gebet, sagt der h. Chrysostomus( lib. 1. de orando Deum), müssen wir den Tag anfangen, und mit Gebet denselben beschließen; ja er will, daß wir alle Stunden etwas beten sollen, damit unser Gebet mit der Tageszeit gleichen Schritt halte." Da es in der Nacht leicht geschehen kann, spricht der H. Bafilius, daß wir von einem unversehenen Tode überrascht werden, so laßt uns dem Herrn unsere Seele befehlen, damit, wenn ein plößlicher Tod uns ereilt, er uns nicht unvorbereitet finde." Wenn du also nach dem Abendessen in deine Schlafkammer gehest und alles in Ruhe ist, fährt der h. Chrysostomus fort, so laß das Gericht deines Gewissens anheben; fordere Rechenschaft von allen Gedanken, nach der Lehre Davids Ps. 4, 5.: Was ihr in eurem Herzen redet, das bereuet in euern Schlafkammern. Sollen wir nun die bösen Gedanken bereuen und bestrafen, wie viel mehr die bösen Worte und Werke!"" Ich bekenne meinen Frevel und meine Sünde ist immerdar vor meinen Augen," so klagt der königliche Büßer; und Chrysostomus ruft darüber aus:, welch' eine fromme Seele, welch' ein aufrichtiges Gemüth, daß der Sünde nie vergiffet, obgleich dieselbe verziehen ist!" Je mehr wir unsrer Sünden mit Schmerzen gedenken, desto weniger gedenkt Gott derselben. Wenn die Sünden in unser Herz mit Bitterkeit eingeschrieben werden, so werden sie bei Gott ausgelöscht. - " Ich gedachte der Tage des Alterthums und die Jahre der Urzeit hatte ich im Sinne. Und ich sann nach des Nachts in meinem Herzen, und hatte nicht Rast und durchforschte meinen Geist." Pf. 76, 6. Sich selbst( spricht der H. Augustinus) befrug er, sich selbst erforschte er, gegen sich selbst trat er als Nichter auf. O möchten wir so uns alle täglich richten, damit wir nicht gerichtet würden. Was du den Tag hindurch gethan hast, fügt der H. Bafilius hinzu, das führe am Abend zu Gemüth, vergleiche es mit den Werken des vorigen Tages, und bemühe dich eifrig, täglich besser zu werden." Lerne dir selbst vorstehen," lehrt der heil. Bernhard, dein Leben recht anordnen, deine Sitten züchtigen, dich selbst ins Gericht führen und anklagen, 11 Abendandacht. 43 nicht dich entschuldigen, oft gegen dich selbst das Urtheil sprechen, und laß dir nichts ungestraft hingehen. Das Erste also sey, daß du zu dir zurückkehrest und in dein Herz eindringest, und deine Seele schägen lernest. Erwäge, was du bist, was du gewesen bist, was du seyn sollst, und was du seyn kannst. Auf diesem Wege dringen wir ins Innerste und erheben uns zum Höchsten." Es ist die übereinstimmende Meinung aller H. Väter: die tägliche Erfor= schung des Gewissens sei eins der kräftigsten Mittel, die Laster auszurotten und die Tugenden ins Gemüth einzupflanzen. Selbst die Heiden haben dieses anerkannt. Denn von den Pythagoräischen Philosophen berichtet der heil. Kirchenlehrer Hieronymus*): sie hätten ihren Lehrjüngern anbefohlen, zwei Zeiten besonders in Acht zu nehmen, die Morgen- und die Abendzeit; Morgens solle alles wohl angeordnet werden; Abends solle jeder sich fragen: Was habe ich Böſes gethan, was habe ich Gutes, das ich zu thun schuldig war, unterlassen?" Wer Uebels gethan hat, bereue es, wer Gutes gethan, freue sich. Der Christ aber soll nach wohl verrichteter Sache Gott danken, seiner Gnade alles Gute zuschreiben, und Ihm allein die Ehre geben. Führe wohl zu Herzen folgende Gleichnisse: 1. In einem Staate, wo weder dem Guten noch dem Bösen nachgeforscht wird, wo man kein Gericht hält, wo die Tugenden unbeachtet und das Laster unbestraft bleiben, da kann kein Friede noch' Wohlstand herrschen: viel weniger in eines Menschen Herz und Gemüth, der die Gewissenserforschung versäumt. 2. Der gute Samen kann nicht aufwachsen und Frucht bringen im Schatten und in der Finsterniß; der Sonne Licht bringt ihm Leben und Gedeihen. Der göttliche Samen kann nicht Frucht bringen, als bei dem innerlichen Lichte des Herzens, welches aufgehet in der Gewissenserforschung. 3. In einem Garten, wo das Unkraut nicht ausgerottet wird, können keine köstlichen Blumen und Kräuter wachsen; noch weniger werden die Tugenden in der Seele eines Menschen wachsen, der nicht durch Erforschung seines Gewiffens die bösen Begierden und Laster vertilget. Die Verminderung der bösen Begierden ist das Gedeihen der Liebe." Augustinus. 11 4. Laß keine zwei Tage vorübergehen, spricht der H. Chrysostomus zu Pf. 4., ohne mit deinem Knechte Rechnung zu halten, damit aus Vergessenheit keine Verwirrung entstehe: also fordere jeden Abend deine Seele zur Rechenschaft, und verdamme die Gedanken, womit sie gesündigt hat. 5. " Wir Menschen," spricht der H. Gregorius,( 1. 25. moral. C. 7.) nehmen von Tag zu Tag an Leibeskräften ab, werden alt und grau und gewahren es nicht. Gleicherweise geht es mit dem geistlichen Leben unserer Seele; sie wird durch stetige Sorgen und Geschäfte, durch Verstörung und vielerlei Begierden geschwächt, daß uns oft der Spruch trifft: Fremdlinge haben seine Kraft verzehrt, und er hat es nicht gemerkt; grau sind seine Haare geworden, und er weiß es nicht." Dsea 7, 9. 11 *) contra Rufinum lib. 3. 44 Abendandacht. Durch tägliche Gewissenserforschung kommen wir diesem Unheil zuvor, vertilgen durch die Buße alle schädlichen Laster, stärken und erneuern den Geist durch Anrufung und Erlangung der göttlichen Gnade, nach des Apostels Ermahnung: Ephef. 4, 23. ,, Erneuert euch im Geiste eures Gemüthes, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in Gerechtigkeit und in wahrer Heiligkeit." Diesen Ermahnungen wird jeder leicht nachkommen, der bedenkt, ihm sey gesagt: Diese Nacht wird man deine Seele fordern"( Luc. 12, 20.) zum Gerichte, wo strenge Rechenschaft muß gegeben werden.„ Nichten wir uns also selbst, so werden wir nicht gerichtet." 1. Cor. 11, 31. - Abend- Gebete. 1. Sage Dank, und verehre dabei die H. Wunde der rechten Hand Jesu Christi, weil dich die allmächtige Hand Gottes erschaffen und erlöset hat. D Du mein allergütigster Gott und Herr, mein Schöpfer, mein Erlöser, mein Beschützer und Beschirmer; Dich lobe und preise ich mit allen lieben heiligen Engeln und Auserwählten; Dir sage ich nach meinem besten Vermögen Dank für alle Wohlthaten, welche Du mir heute und mein ganzes Leben hindurch an Leib und Seele erwiesen hast. Wie soll ich dieselbigen Dir, o. Herr, vergelten? Leib und Seele und alles, was Du mir gegeben hast, opfere ich Dir auf in Vereinigung mit dem Leiden Jesu Christi und seinen unendlichen Verdiensten. O fönnte ich Dir Dank und Lob und Ehre erweisen, wie deine Engel und lieben Freunde im Himmel und auf Erden. Siehe, mein Herz ist bereit, o Gott, mein Herz ist bereit. Pf. 56, 8. 2. Bitte um Licht, und verehre dabei die H. Wunde der linken Hand Jesu Christi, damit du die Gnade erlangest, deine Sünden recht zu erkennen und herzlich zu bereuen. Komm, o heiliger Geist, erleuchte mein Herz mit den Strahlen deines ewigen Lichtes, damit ich alle meine Sünden und Versäum Abendandacht. 45. nisse dieses Tages in der Bitterfeit meiner Seele überdenken, Dir bekennen und von Herzen bereuen möge, und ich also mit Dir, meinem höchsten Gut, wieder versöhnet werde. Deine Augen haben meine Unvollkommenheit gesehen und auf alle meine Schritte geachtet. Wie groß und viel sind dann, o Herr, meine Missethaten und Sünden? thue mir fund meine Frevel und Uebertretungen. Job. 13, 23. 3. Erforsche dein Gewissen, und bei der H. Wunde des rechten Fußes Jesu Christi überdenke all deine Gänge und siehe, worin du die göttlichen Gebote übertreten hast. Gehe alle Stunden des Tages durch, erforsche, was du Gutes versäumt und Böses begangen hast in Gedanken, Worten und Werken. 4. Bitte um Verzeihung, und die h. Wunde des linken Fußes Jesu Christi andächtig verehrend, beweine mit Magdalena deine Sünden und bitte, daß du mit ihr hören mögest: Dir sind deine Sünden vergeben." " 1 Sieh, mein Gott und Herr, was hab ich Dir vergolten für all das Gute, welches Du mir erwiesen hast? Ach, ich finde nichts als Sünde und Undankbarkeit. Was habe ich gethan! Wie habe ich Dich, meinen so liebreichen Vater, jemals erzürnen und deiner so vielen und großen mir erwiesenen Wohlthaten vergessen können? Dir allein habe ich gesündigt und Uebels vor deinen Augen gethan. Erbarme Dich meiner, o Gott, nach deiner großen Barmherzigkeit! Ich habe mich verirret wie ein verlorenes Schaf, suche meine arme Seele und führe sie wieder zu der Heerde deiner Auserwählten. Ich bekenne meine Bosheit, und alle Sünden, die ich heute und jemals begangen habe, sind mir aus Grund meines Herzens leid, nur darum, weil ich Dich, o Gott, den ich über alle Dinge liebe, dadurch erzürnet habe. Ach, hätte ich nie gesündigt! verzeihe es mir, o himmlischer Vater, durch die Seufzer, die Thränen, das Wehklagen und das bittere Leiden und Sterben unseres Heilandes Jesu Christi. Auf Dich, o Jesu, steht all meine Hoffnung; in dein heiliges Blut und deine unendlichen Verdienste versenke ich alle meine Sünden und Missethaten; da vertilge du sie und ersetze alles, was an meiner Abendandacht. Genugthuung mangelt, denn Du bist das Sühnopfer für unsere Sünden. 1. Joh. 2, 2. 46 5. Fasse einen festen Vorsatz, dich zu bessern, und berge dich in die heil. Seitenwunde unseres Herrn Jesu Christi, damit du darin künftig vor allen Anfechtungen sicher seyest. Sollte ich denn abermals sündigen, deine H. Wunden, o Jesu, erneuern und dein kostbares für mich vergossenes Blut verachten? Ich muß mich schämen, o Herr, vor deinem göttlichen Angesichte, und darf meine Augen nicht gen Himmel erheberi. Ach, wie oft habe ich die Hölle verdient! Daß ich die Zeit der Gnade noch erlebe, ist, o Jesu, das Werk deiner Gnade und unendlichen Gütigfeit. Was werde ich denn künftig thun? werde ich von neuem dieſe Sünden.... begehen? Soll ich nicht einmal anfangen, mir selbst und meinen bösen Gewohnheiten Gewalt anzuthun und die Gelegenheiten zur Sünde zu vermeiden? Solltest Du denn, o Jesu, mir nicht lieber seyn, als solche niedrige Luft und Ergöglichkeit? Ich habe es gesagt, jegt fang ich an. Ps. 76, 11. O Jesu, gieb mir Gnade und steh mir bei. Rufe alle lieben Heiligen zu Hülfe. Von nun an will ich meine Feinde, das ist, meine bösen Begierden verfolgen; ich will sie mit Gottes Gnade unter die Füße bringen. Kommt, ach fommt mir zu Hülfe, ihr auserwählten Bürger des himmlischen Jerusalems, unsere Mitbrüder, du vor allen, o Mutter der Barmherzigkeit, o Zuflucht der Sünder, die du keinen verläsfest, der deine Hülfe in seinen Nöthen begehret. Stehe mir bei, o du mein getreuer Schußengel; ihr desgleichen, meine lieben Schußheiligen h. h. N. N., erhaltet mir durch eure Fürbitte von Gott überflüssige Gnade, damit ich durch dieselbe gestärkt alle Sünden meide, besonders die...., wozu ich am meisten geneigt bin, und mich in allen gottseligen Werken übe, besonders in denen...., die mir am schwersten fallen. Entbiete, o Gott, deine Macht und befestige, was Du in mir gewirkt hast. Ps. 67, 29. Abendandacht. Gebet zur allerheiligsten Dreifaltigkeit um ein seliges Ende. O ewiger Vater, durch deine unendliche Gütigkeit und durch das Leben und Sterben deines eingebornen Sohnes Jesu Christi, verleihe mir immer in deiner Gnade zu leben und zu sterben. Amen. O holdseligster Jesu, durch die Liebe deines himmlischen Vaters, womit er Dich von Ewigkeit her umfangen hat, und durch die letzten Worte, mit welchen Du, am Kreuze hangend, deinen Geist in die Hände deines Vaters befohlen hast, bitte ich Dich, nimm meinen Geist auf, wenn er von hinnen scheidet. O heiliger Geist, entzünde in mir das Feuer der vollkommenen Liebe, und bestärke in ihr meinen Geist, besonders in der Stunde des Todes. Oheiligste Dreifaltigkeit, einiger Gott, erbarme Dich meiner, jetzt und in der Stunde meines Todes. Amen. 47 Befiehl dich Gott, der h. Jungfrau und den Heiligen. In deine gebenedeiten Hände, o Herr, mein Gott, und in den Schooß deiner Barmherzigkeit, o h. Jungfrau Maria, und in euern Schuß, ihr heiligen Engel und Auserwählten Gottes, befehl ich meinen Leib und meine Seele jetzt und immerdar. Amen. Abendlied der Kirche. Jetzt flehn wir, weil die Nacht will nahn, Dich, aller Dinge Schöpfer, an, Daß deine Güte mildiglich Uns schüß' und schirme kräftiglich. Fern weiche jedes Truggebild, Und Traumgesichte, scheu und wild; Durch Dich vor Feindes Macht gedeckt, Sey unser Leib stets unbefleckt. Dies, Vater, gieb vom Gnadenthron, Und Du, dem Vater gleicher Sohn, Dem, mit dem Geist, der Trost verleiht, Sey Ehr' und Preis in Ewigkeit. Amen. 48 Abendandacht. Errette uns, o Herr, wann wir wachen, behüte uns, wann wir schlafen, damit wir mit Christo wachen und im Frieden ruhen. Schüße uns, o Herr, wie den Apfel des Auges; Unter dem Schatten deiner Flügel berge uns. Herr, erhöre mein Gebet, *. R. . . Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebet. Suche, o Herr, diese Wohnung heim, und wehre alle Nachstellungen des bösen Feindes weit ab von ihr; laß deine H. Engel darin wohnen und uns im Frieden bewahren, und dein Segen bleibe allezeit über uns, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit Dir in Einigkeit des h. Geistes lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Beim Auskleiden bete den vierten Bußpsalm oder betrachte die schmerzhafte Entkleidung unseres Herrn Jesu Christi. Beim Einsteigen in's Bett. Im Namen unseres Herrn Jesu Christi des Gekreuzigten begebe ich mich zur Ruhe; derselbe wolle uns segnen, regieren, bewahren und führen zum ewigen Leben. Amen. Im Bette. In deine Hände, o Herr, befehl ich meinen Geist, Du hast uns erlöset, o Gott der Wahrheit. Mein Engel, den Gott Mir zum Schüßzer entbot, Mich, den dir befohlen die himmlische Güte, Erleuchte, leite, regiere, behüte. Im Namen Jesu schlaf' ich ein, Er wolle mein Beschüßzer seyn. Dann lege dich ehrbar nieder, erinnere dich an die Gegenwart Gottes und beschäftige deinen Geist mit frommer Betrachtung bis zum Einschlafen, und beherzige die Worte des H. Bernhard: Wenn du des Schlafes gewarten wirst mit heilsamen Gedanken, dann wird die Nacht deiner Seele wie ihr Tag erleuchtet werden. Hüte dich, das Abendgebet und die Gewissenserforschung jemals ganz zu unterlassen. Hast du keine Zeit zu obigen Gebeten, so danke wenigstens Gott dem Herrn, wenn auch nur mit einem Seufzer deines Herzens, für alle den Abendandacht. 49 Tag hindurch empfangenen Wohlthaten, bitte Ihn um Erleuchtung, erforsche dein Gewissen, und hast du das Unglück gehabt, Gott mit einer schweren Sünde zu beleidigen, so erwecke vollkommene Reue mit dem festen Vorsage dich zu bessern und bei nächster Gelegenheit zu beichten, damit, wenn ein plößlicher Tod dich bei der Nacht übereilet, du gerettet werden könnest. Ohne wahre Neue würde dein Gebet ohne Kraft und ohne Verdienst seyn. das Lob Gottes ist nicht schön im Munde des Sünders." Eccl. 15, 9. Denn Geistlicher Schwanengesang der nach ihrem Jesu schmachtenden Seele. O Jesu, meine Wonne, Du Trost der Seelen mein, Du bist des Geistes Sonne, Des Herzens Freud' allein; Du bist's, den ich erwähle Zum Allerliebsten mein, Dem ich mich ganz befehle: Du sollst mein Herrscher seyn. Die Welt mit ihren Schäßen, Mit ihrer Pracht und Zier, Kann nicht mein Herz ergößen, Das stets nur seufzt nach Dir. Bei Dir all' Zeit und Stunde, Mein Jesu, will ich seyn; Ich sag' aus Herzens Grunde: Freud' ohne Dich ist Pein. Könnt' eines von den Dingen Der Welt Dich je erfreu'n, Zum Opfer würd' ich's bringen, Und Dir zu eigen weih'n; Nimm, Herr, mein Leib und Leben, Nimm Herz und Seele hin, Dein sey mein Thun und Streben, Und was ich hab' und bin. 4 50 Abendandacht. Und hätt' ich tausend Herzen, Die wollt' ich alle gar, In Freuden und in Schmerzen, Dir, Jesu, bringen dar; Hätt' ich auch tausend Seelen, O Herzgeliebter mein, Dir wollt' ich sie befehlen, Daß sie dein eigen sey'n. Wär' auch in meinen Händen Die Welt und all ihr Gut, Zu deinem Ruhm verwenden Würd' ich's mit freud'gem Muth; Wenn auch die Menschen wären Mir alle unterthan, Dein Lob und Preis zu mehren, Führt' ich sie sämmtlich an. Wie fonnt ich doch, mein Leben, Jemals erzürnen Dich? Verirrt war all mein Streben. Die Sünde schmerzet mich, Und bitterlich beklage Ich meine schwere Schuld; Daß ich nicht ganz verzage Erzeig' mir Gnad' und Huld. Bei Dir, mein Jesu, finden Wir Gnad' zu aller Zeit, Und Schuld und Sünde schwinden Vor deiner Gütigkeit; Erzeig' dein mild Gemüthe Uns Sündern dann auch heut, Gedenke deiner Güte, Entzeuch uns unserm Leid. In deinem Blut versenke Erbarmend meine Schuld; Ein neues Herz mir schenke Durch deine Gnad' und Huld. Abendandacht. Herr, auf der weiten Erden, Ohn' deiner Gnaden Licht, Kann keine Rast mir werden, Und Ruhe find' ich nicht. Weit lieber will ich sterben, In Noth und Jammer steh'n, Will lieber ganz verderben, Als Sünde mehr begeh'n; Drum ich vertraulich trete In meinem Leid zu Dir: Erhör', Herr, mein Gebete, Vergieb, mein Jeſu, mir. In deinem Herzen findet Die Seele all ihr Heil: Dir laß mich seyn verbündet, Dein Herz gieb mir zu Theil; In ihm will ich verbleiben, Ihm mich mit Herz und Sinn Auf immer einverleiben, Und also sterben hin. Woll' deine Lieb' erzeigen Und, Herr, mir gnädig seyn, Zu mir Dich, Jesu, neigen, Mir deine Huld verleih'n. Auf Dich allein ich baue, Früh Morgens, Abends spät, Auf Dich ich ganz vertraue, Auf Dich mein Hoffen steht. An meinem letzten Ende, O liebster Jesu mein, Zu mir Dich gnädig wende, Du bist mein Trost allein; Mit sehnendem Vertrauen, Du, meiner Seelen Hort, Harr' ich Dich anzuschauen In deinem Reiche dort. 4* 51 52 Abendandacht. Ach, wann wird doch erscheinen Der hochgewünschte Tag, Da ich ohn' Furcht und Weinen Mit Dir mich freuen mag? Wann werd' ich einst Dich droben In deiner Herrlichkeit Mit deinen Engeln loben In alle Ewigkeit! Die Freuden dieses Lebens Sind flüchtig und voll Pein; Hier sucht man Freud' vergebens, Du bist die Freud' allein; O Ueberschwang der Freuden, Von Dir uns zubereit't, Wer wollt' nicht gerne scheiden Zu Dir aus diesem Leid! Bei Dir ohn' Ende klinget Musik mit süßem Schall, Und ew'ge Lust durchdringet Die Auserwählten all'; Bei Dir ist nicht umkleidet Die Luft mit schwarzer Nacht, Die Sonne nimmer scheidet Und ew'ger Frühling lacht. Die Sonne, die ich meine, Ist, Herr, dein Angesicht: Aus dieser Sonnen Scheine Quillt Lebensglut und Licht. Du machst die Blümlein sprießen, O Sonne, rein und hell; Die klaren Brünnlein fließen Aus Dir, Du Lebensquell. Kein Leid, kein Neid verborgen Wird da im Herzen seyn, Du scheuchest Müh' und Sorgen, Und Noth und Angst und Pein; Abendandacht. O wonnevolles Leben Der Auserwählten dein, Die stets dein Lob erheben, Und dein sich ewig freu'n. Zu Dir schrei ich mit Thränen, Du, meiner Seele Licht, Du kennst des Herzens Sehnen, Mein Jesu, säume nicht; Laß mich dein Antlig sehen, Komm, Trost der Seelen mein, Erhör' mein banges Flehen, Entreiß mich meiner Pein. Ach, könnt' ich zu Dir scheiden Aus diesem Jammerthal! Die Welt und ihre Freuden, Freund', Lieben allzumal, Gern ließ' ich Alles schwinden, Um Dir, o Jesu, mein, Mich ewig zu verbinden, In deiner Sel'gen Reih'n. Komm', Jesu, meine Wonne, Komm', zögre länger nicht, Laß deiner Gnaden Sonne Bald leuchten mir, mein Licht; Nimm mich, wann ich geschieden Aus diesem Thränenthal, Auf in den ew'gen Frieden Im lichten Himmelssaal. Kurzes Morgen- und Abend- Gebet des heil. Alphonsus Maria von Liguori. Bezeichne dich mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sprich: Mein Gott, ich bete Dich an, und danke Dir für alle Wohlthaten und besonders dafür, daß Du mich diese Nacht erhalten haſt. 53 Abendandacht. Ich liebe Dich von ganzem Herzen und opfere Dir alles auf, was ich heute thun und leiden werde, in Vereinigung mit den Handlungen und dem Leiden Jesu und Mariä, damit ich Nachlaß meiner Sünden erlange, und aller Ablässe theilhaft werde, die ich gewinnen kann. 54 Ich nehme mir vor heute alle Sünden zu meiden, und bitte Dich, mir um der Liebe Jesu willen Standhaftigkeit zu verleihen. Ich nehme mir besonders vor, mich in allen Widerwärtigkeiten mit deinem H. Willen zu vereinigen und immer zu sprechen:" Herr, dein Wille geschehe." O mein Jesu, halte heute deine Hand über mir. Heilige Maria, beschüße mich. Heiliger Schutzengel und ihr meine H. Patronen N. N., stehet mir bei. Vater unser 2c. Ich glaube an Gott 2c. und drei Ave Maria zu Ehren der fruchtbaren Reinigkeit Maria. Vor der Arbeit sprich: Herr, ich opfere Dir diese Anstrengung auf. Vor dem Essen: O mein Gott und Herr, segne diese Speisen und mich, damit ich keinen Fehltritt begehe und alles zu deiner Ehre verrichte. Nach dem Essen: Ich danke Dir, o Herr, daß Du einem deiner Feinde Gutes gethan hast. Wenn die Stunde schlägt: Mein Jesus, ich liebe Dich, laß nicht zu, daß ich Dich noch ein Mal beleidige. Zur Zeit der Versuchung rufe öfters: Jesus und Maria. Sobald du glaubst eine Sünde begangen zu haben, sprich: O mein Gott, ich bereue es und will es nicht wieder thun. Und war es eine schwere Sünde, so gehe sogleich, oder sobald wie möglich zur Beichte. Am Abend danke Gott für alle empfangenen Gnaden. wissen, erwecke Neue und Leid, und sprich die christlichen vor den Betrachtungen am Ende des Buches finden. Erforsche dein Ge Uebungen, die sich 20 Ueber das H. Meßopfer. Unterricht über das h. Meßopfer. 55 1. Von der hohen Würde dieses Opfers. Um seiner geliebten Braut, der Kirche, ein sichtbares Opfer, wie es die menschliche Natur verlangt, zu hinterlassen, wodurch jenes blutige einmal am Kreuze zu verrichtende Opfer vorgestellt würde, und dessen Gedächtniß bis an das Ende der Zeit bliebe, und dessen heilsame Kraft zur Vergebung der von uns täglich begangenen Sünden angewandt würde, hat unser Herr beim legten Abendmal, in der Nacht da Er verrathen wurde, sich als Priester nach der Ordnung Melchisedechs in Ewigkeit eingesetzt erklärend, seinen Leib und sein Blut unter den Gestalten des Brodes und des Weines Gott dem Vater dargebracht. Und dies ist jenes reine Opfer, welches durch keine Unwürdigkeit oder Böswilligkeit der Opfernden verunreinigt werden kann, wovon der Herr durch den Propheten Malachias 1, 18. weissagte, es werde seinem Namen, der groß bei den Völkern seyn werde, an allen Orten ein reines Opfer dargebracht werden. Concil. Trident. sess. 22. C. 1. Und weil in dem heiligen Opfer, welches in der Messe verrichtet wird, derselbe Christus enthalten ist und unblutiger Weise geopfert wird, der Sich auf dem Altar des Kreuzes einmal blutiger Weise selbst dargebracht hat, so ist jenes Opfer ein wahres Versöhnungsopfer, und wird durch dasselbe bewirkt, daß, wenn wir mit aufrichtigem Herzen und ächtem Glauben, mit Furcht und Ehrerbietung, zerknirscht und reumüthig vor Gott treten, wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden in rechtzeitiger Hülfe. Denn durch sein Opfer versöhnt, giebt der Herr uns die Gnade und Gabe der Buße, und verzeihet uns unsre Vergehungen und Sünden, auch die noch so großen. Denn es ist zugleich dasselbe Opfer und derselbe Opfernde durch das Amt der Priester, der Sich selbst einst am Kreuze dargebracht hat. Daher wird es nicht nur für die Sünden, Strafen, Genugthuungen und andere Bedürfnisse der noch lebenden Gläubigen, sondern auch für die in Christo abgestorbenen und noch nicht völlig gereinigten rechtmäßig nach der Ueberlieferung der Apostel dargebracht." Conc. Trident. sess. 22. C. 2. 2. An den Früchten des h. Mesopfers nehmen nicht nur die Priester Theil, sondern auch alle Christgläubigen, besonders die, welche dem Opfer beiwohnen. Auch jene Messen, in welchen der Priester allein communicirt, müssen für gemeinsam gehalten werden, theils weil das Volk darin geistlicher Weise communicirt, theils weil in ihnen der Priester, als allgemeiner Diener der Kirche, nicht für sich allein, sondern für alle Christgläubigen, die zu dem Leibe Christi gehören, opfert. Conc. Trid. sess. 22. C. 6. Die H. Messe ist also nicht allein ein Opfer des Priesters, sondern auch des christlichen Volks, besonders aber derer, welche diesem h. Opfer beiwohnen, wie dieses beweist die öftere Wiederholung der Worte: Dominus vobiscum, der Herr sey mit euch," und der Friede des Herrn sey immer bei euch," und nach der Händewaschung 56 Ueber das H. Meßopfer. das: ,, orate fratres, betet Brüder, daß mein und euer Opfer Gott dem allmächtigen Vater genehm sey." Ferner im Canon die Erinnerung für die Lebendigen: ,, Gedenke, o Herr, deiner Diener und Dienerinnen N. N. und aller Anwesenden, deren Glaube und Andacht Dir bekannt ist, für welche wir Dir opfern, oder die Dir dieses Lobopfer für sich und alle die Ihrigen, für die Erlösung ihrer Seelen, für die Hoffnung ihres Heiles und ihrer Wohlfahrt entrichten, und welche Dir, als ihrem ewigen, lebendigen und wahren Gott ihre Gelübde darbringen." Solchen Antheil haben diejenigen, welche dem H. Meßopfer beiwohnen; die aber mit dem Priester in demselben die H. Communion empfangen, werden in jenes fromme Gebet des Priesters eingeschlossen, welches er nach der Wandlung mit geneigtem Haupte spricht: Wir bitten Dich demüthig, allmächtiger Gott, laß dieses Opfer vor das Äntlig deiner gött lichen Majestät, durch die Hände deines heiligen Engels, auf deinen erhabenen Altar tragen, damit wir alle, die wir im gemeinschaftlichen Genusse von dem Altare den allerheiligsten Leib und das Blut deines Sohnes empfangen, mit allen himmlischen Segnungen und Gnaden erfüllet werden, durch eben denselben Christum unsern Herrn. Amen." Mit Recht spricht daher der H. Rupertus: bei der H. Messe zugegen seyn, sey eben so viel, als dem Begräbniß Christi beiwohnen, ja es sey gleichsam mit der allerfeligsten Jungfrau Maria, mit Johannes und Magdalena treulich beim Kreuze Christi stehen, oder Ihm bei seinem legten Abendmahle dienen. 3. Wie man dem Opfer der h. Messe beiwohnen soll. Das Opfer der h. Messe ist das vorzüglichste Werk des Christen. Daher vereinige vor oder beim Anfang der Messe deine Meinung mit der Meinung des Heilandes, in welcher Er dieses H. Opfer eingesetzt hat, erwecke dich zur Andacht, begehre Gnade dazu, und um dieselbe zu erlangen, reinige dein Herz durch Uebung vollkommener Neue. Wie man sich während der heil. Messe verhalten soll, lehrt der goldene Mund Chrysostomus tom. 3. ser. de Eucharistia. ,, Seht ihr nicht, wie man um die Gunst eines sichtbaren, bestechlichen, zeitlichen und irdischen Königes sich bemühet? Und es soll Einer gefunden werden, der bei diesem großen Geheimniß in Gegenwart des Königs aller Könige sich eitlem Geschwäge oder Berstreuungen hingeben dürfte? Was thust du, o Mensch? Hast du nicht dem Priester, wo er dich ermahnt, dein Herz zu erheben, geantwortet: dein Herz sey zum Herrn erhoben? Fürchtest oder schämest du dich nicht, lügenhaft erfunden zu werden? Ach, der Altar ist voller Geheimnisse, das Lamm Gottes wird für dich aufgeopfert, der Priester wird deinetwegen beängstiget, das geistliche Feuer kommt vom Himmel herab, die Seraphim bedecken ihr Antlig, alle Engel beten sammt dem Priester für dich, das Blut Christi wird aus seiner h. Seite geschöpft zu deiner Reinigung, und du bist dabei frech und unverschämt, und suchest nicht Gott den Herrn zu versöhnen. Klagt dich nicht dein Gewissen an? Hundert acht und sechszig Stunden sind in der Woche, diese einzige Stunde hat Gott Sich vorbehalten, und du wagst in derselben so eitel, unachtsam und zerstreut zu sein? Wie willst du das verantworten? Mit welchem Vertrauen wirst du künftig vor Ihn treten?" Ueber das H. Meßopfer. 57 Widme dich also gänzlich entweder der Betrachtung der Geheimnisse des H. Mesopfers und des bittern Leidens Christi, oder dem mündlichen Gebete. Folge nach den drei Weisen aus Morgenland, welche dem Heilande, der in der H. Meffe gegenwärtig ist, zu Füßen gefallen sind, und mit demüthigster Anbetung Ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen zum Geschenke dargebracht haben. Thue du ebenfalls die Schäße deines Herzens auf, und opfere Ihm statt des Goldes inbrünstige Liebe, statt des Weihrauchs dein andächtiges Gebet, statt der Myrrhen ein Bußwerk, welches du noch denselben Tag verrichtest. Gott hat im alten Bunde befohlen( Deut. 16, 6.): keiner soll vor Ihm mit leeren Händen erscheinen, sondern ein jeder, was er hat, opfern. Nichts befferes aber kannst du Ihm geben, als dich selbst; darüber höre das 4te Buch von der Nachfolge Christi 8. C., wo der Herr spricht:„ Wie Ich Mich selbst mit ausgespannten Armen und bloßem Leibe am Kreuze für deine Sünden meinem himmlischen Vater williglich aufgeopfert habe, so daß nichts an Mir geblieben, das nicht ganz in das Opfer göttlicher Versöhnung eingegangen wäre: also sollst auch du dich selbst täglich in der H. Meffe Mir freiwillig mit allen deinen Kräften und Begierden von Grund des Herzens zum lautern und H. Opfer darbringen." 11 4. Von den Cäremonieen der h. Messe. Darüber redet das Concil. von Trient. sess. 22. 6. 5. also: Weil der Mensch von Natur also beschaffen ist, daß er sich nicht leicht ohne äußerliche Hülfe zur Betrachtung göttlicher Dinge erheben kann, darum hat die kathol. Kirche, als eine fromme Mutter, angeordnet, daß im Amt der H. Messe einige Worte laut, andere in der Stille sollen gesprochen werden; außerdem hat sie Ceremonien vorgeschrieben, als: Segen, Lichter, Räucherwerk, besondere Kleidung und anderes dergleichen nach apoftolischer Disciplin und altem Herkommen, damit dadurch das majestätische Ansehen des großen Opfers befördert, und der Gläubigen Gemüther durch diese sichtbaren Zeichen des Gottesdienstes und der Andacht zur Betrachtung der höchsten in diesem h. Opfer verborgenen Geheimnisse angetrieben werden." 5. Erklärung der priesterlichen Kleidung. Wie oben 1. gesagt worden, ist das unblutige Opfer der H. Messe eine Darstellung jenes blutigen Opfers, welches Christus auf dem Altare des Kreuzes seinem ewigen Vater für das Heil der Welt dargebracht hat, und Er hat befohlen, daß dasselbe zum Gedächtniß seines bittern Leidens und Sterbens gehalten werde. Daher sind auch die Gewänder des Priesters zur Bezeichnung des Leidens und Sterbens Chrifti von der Kirche angeordnet worden. 1. Das Humerale oder Tuch, welches der Priester um die Schultern bindet, bezeichnet das Tuch, womit die verblendeten Juden das gebenedeite Angesicht unsers Herrn bedeckt haben, wobei sie Ihn schlugen und sprachen: weissage uns: wer ist es, der dich geschlagen hat? 2. Die Alba, oder das lange weiße Kleid erinnert uns, wie Christus von Herodes und seinem Kriegsheere in einem weißen Kleide als ein Wahnfinniger verachtet und verspottet worden ist. 58 Ueber das H. Meßopfer. 3. Die Stola oder das Band, welches dem Priester vom Halse kreuzweis über der Brust herunterhängt, der Manipulus, das Band, welches er am linken Arme trägt, und der Gürtel, bedeuten die Stricke und Bande, womit das unschuldige Lamm, Jesus Christus, durch Jerusalem hin und her gezerret, und endlich zur Schlachtbank geschleppt worden ist. 4. Die Casula, das Meßgewand, stellt uns das Purpurkleid vor, worin die wüthende Notte Christum als einen falschen König verspottet hat. 5. Die Tonsur oder Krone, welche dem Priester auf dem Wirbel in das Haar eingeschnitten ist, bedeutet die Dornenkrone, welche die Kriegsknechte dem Herrn auf sein gebenedeites Haupt drückten. 6. Das Kreuz, auf der Rückseite des Meßgewandes soll uns erinnern an das Kreuz, welches der Herr getragen, und an welchem Er für uns den bittern Tod gelitten hat. 7. Der Altar, auf welchem Jesus Christus jetzt als ein unblutiges Opfer aufgeopfert wird, stellt den Calvarienberg vor, auf welchem unser Heiland Sich als ein blutiges Opfer seinem himmlischen Vater zur Erlösung der Welt auf geopfert hat. 8. Bei dem Kelche gedenke an das Grab, worein Christus gelegt worden. 9. Die Tücher, womit der Kelch bedeckt wird, erinnern an die Leinwand, worin des Herrn Leichnam gewickelt worden ist. 10. Die Kreuzzeichen, welche der Priester oft während der Messe macht, bedeuten das vielfältige Kreuz und Leiden, welches Christus sein ganzes Leben hindurch und besonders an seinem Ende für uns getragen hat. Welcher Christ soll nun nicht dem Opfer der H. Messe täglich beizuwohnen suchen, um all der Früchte desselben theilhaftig zu werden. Was die Sonne unter den Gestirnen, das ist das H. Meßopfer und die Theilnahme an demO Mensch, wenn du selben unter den übrigen guten Werken des Christen. doch die Gabe Gottes erkenntest! ED STEINLE DEL. IN Düsseldorf Verlag von Julius Buddeus. Jos.KELLER SCPT. der allerheiligen Dreifaltigkeit. Sta. Miffate. Das Stufengebet hes Vaters und des In nomine Patris et Filet Splitus sancti. Amers bes hell. Gelftes iff eingehen jum meine toßen, und w tig einherg bet Feinb mi Gente nas bein Berg timbu beinen Sacordos. Introibo ad alta re Dei. Minister. Ad eum, qui inti ficat Juventaret Das Amt der heiligen Mesſe zur Ehre der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Nach dem Missale. Das Stufengebet. Im Namen des Vaters und des In nomine Patris et Filii et Spiritus sancti. Amen. Sohnes und des heil. Geistes Amen. Priester. Ich will eingehen zum Altare Gottes. Diener. Zu Gott, der meine Jugend erfreuet. Pr. Richte mich, o Gott, und scheide meine Sache von dem unheiligen Volke: von den boshaften und arglistigen Menschen errette mich. Dr. Denn Du, o Gott, bist meine Stärke: warum hast Du mich verstoßen, und warum muß ich traurig einher gehen, während der Feind mich bedränget? Pr. Sende ans dein Licht und deine Wahrheit, fie leiten mich und führen mich auf deinen heiligen Berg und zu deinen Belten. Sacerdos. Introibo ad altare Dei. Minister. Ad Deum, qui laetificat juventutem meam. S. Judica me Deus, et discerne causam meam de gente non sancta, ab homine iniquo et doloso erue me. M. Quia tu es Deus, fortitudo mea: quare me repulisti, et quare tristis incedo, dum affligit me inimicus? S. Emitte lucem tuam et veritatem tuam: ipsa me deduxerunt et adduxerunt in montem sanctum tuum et in tabernacula tua. Meßgebete. 60 Dr. Und ich werde eingehen zum Altare Gottes, zu Gott, der meine Jugend erfreuet. Pr. Ich will Dir lobsingen auf der Zither, o Gott, mein Gott: warum bist du traurig, meine Seele, und warum betrübest du mich? Dr. Hoffe auf Gott, denn ich werde Ihn noch preisen; Er ist das Heil meines Angesichtes und mein Gott. Pr. Ehre sey dem Vater und dem Sohne und dem h. Geist. Dr. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. Pr. Ich will eingehen zum Altare Gottes. Dr. Zu Gott, der meine Jugend erfreuet. Pr. Unsere Hülfe ist im Namen des Herrn. Dr. Der Himmel und Erde gemacht hat. Pr. Ich bekenne Gott dem Allmächtigen, der seligen Jungfrau Maria, dem seligen Erzengel Michael, dem seligen Johannes dem Täufer, den H. Aposteln Petrus und Paulus, allen Heiligen, und euch, Brüder, daß ich allzusehr gesündigt habe in Gedanken, Worten und Werken, durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine größte Schuld; darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, den M. Et introibo ad altare Dei, ad Deum, qui laetificat juventutem meam. S. Confitebor tibi in cithara Deus, Deus meus: quare tristis es, anima mea, et quare conturbas me? M. Spera in Deo, quoniam adhuc confitebor illi: salutare vultus mei et Deus meus. S. Gloria Patri et Filio et Spiritui sancto. M. Sicut erat in principio, et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen. S. Introibo ad altare Dei. M. Ad Deum, qui laetificat juventutem meam. S. Adjutorium nostrum in nomine Domini.. M. Qui fecit coelum et terram. S. Confiteor Deo omnipotenti, beatae Mariae semper Virgini, beato Michaeli Archangelo, beato Joanni Baptistae, sanctis apostolis Petro et Paulo, omnibus Sanctis et vobis, fratres, quia peccavi nimis cogitatione, verbo et opere, mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa; ideo precor beatam Mariam semper Virginem, beatum Michaëlem Archangelum, beatum Joannem Baptistam, Meßgebete. sel. Erzengel Michael, den sel. Johannes den Täufer, die h. Apostel Petrus und Paulus, alle Heiligen und euch, Brüder, für mich zu beten zum Herrn unserm Gott. Dr. Es erbarme sich dein der allmächtige Gott, und nach Vergebung deiner Sünden führe Er dich zum ewigen Leben. Pr. Amen. Dr. Ich bekenne Gott dem Allmächtigen u. s. w. ( statt: und euch Brüder, zuerst: und Dir Vater, und am Ende: und Dich Vater.) Pr. Es erbarme sich euer der allmächtige Gott, und nach Vergebung eurer Sünden führe Er euch zum ewigen Leben. Dr. Amen. Pr. Nachlassung, Lossprechung und Vergebung unserer Sünden verleihe uns der allmächtige und barmherzige Herr. Dr. Amen. Pr. Wende Dich zu uns, o Gott, und Du wirst uns beleben. Dr. Und dein Volk wird sich erfreuen in Dir. Pr. Erzeige uns, o Herr, deine Barmherzigkeit. Dr. Und dein Heil verleihe uns. Pr. Herr erhöre mein Gebet. 61 sanctos apostolos Petrum et Paulum, omnes Sanctos et vos, fratres, orare pro me ad Dominum Deum nostrum. Dr. Und mein Nufen komme zu Dir. M. Misereatur tui omnipotens Deus, et demissis peccatis tuis perducat te ad vitam aeternam. S. Amen. M. Confiteor etc. endinstal S. Misereatur vestri omnipotens Deus, et demissis peccatis vestris perducat vos ad vitam aeternam. M. Amen. S. Indulgentiam, absolutionem et remissionem peccatorum nostrorum tribuat nobis omnipotens et misericors Dominus. M. Amen. S. Deus tu conversus vivificabis nos. M. Et plebs tua laetabitur in te. S. Ostende nobis Domine misericordiam tuam. M. Et salutare tuum da nobis. S. Domine exaudi orationem meam. M. Et clamor meus ad te veniat. mis eid aster 62 Pr. Der Herr sey mit euch. Dr. Und mit deinem Geiste. Meßgebete. S. Dominus vobiscum. M. Et cum spiritu tuo. Pr.( Beim Hinaufsteigen zum Altar.) Lasset uns beten: O Herr, wir bitten Dich, nimm unsere Missethaten von uns, damit wir mit reinem Herzen in das Allerheiligste einzugehen würdig werden, durch Christum unsern Herrn. Amen. ( Indem er den Altar küffet, betet er weiter:) Wir bitten Dich, o Herr, durch die Verdienste deiner Heiligen, deren Reliquien hier aufbehalten werden und aller Heiligen, Du wollest uns alle unsere Sünden gnädig verzeihen. Amen.. Introitus oder Eingang der Messe. Introitus, Collecte, Epistel, Graduale, Evangelium, Secreta, Präfation, Communion und Postcommunion sind nach den Festen verschieden. Hier folgen die Gebete, wie die Kirche sie an den Festen der allerheiligsten Dreifaltigkeit vorschreibt. Eingang( Introitus). Gebenedeit sey die heil. Dreifaltigkeit und unzertheilte Einheit. Wir wollen Ihr danken, weil Sie Barmherzigkeit an uns gethan. ( Ps. 8.) Herr, unser Herr, wie wunderbar ist dein Name auf dem ganzen Erdkreise! Ehre sey dem zc. Pr. Herr, erbarme Dich unser. Dr. Herr, erbarme Dich unser. Pr. Herr, erbarme Dich unser. Dr. Christe, erbarme Dich unser. Pr. Christe, erbarme Dich unser. Dr. Christe, erbarme Dich unser. Pr. Herr, erbarme Dich unser. Dr. Herr, erbarme Dich unser. Pr. Herr, erbarme Dich unser. S. Kyrie eleison. M. Kyrie eleison. S. Kyrie eleison. M. Christe eleison. S. Christe eleison. M. Christe eleison. S. Kyrie eleison. M. Kyrie eleison. S. Kyrie eleison. Der englische Lobgesang. ( Dieser wird nicht gebetet: 1. im Advent, 2. von Septuagefima bis Ostern, 3. in den Gelübdemessen, 4. in den Seelenmessen.) Gloria in excelsis Deo et in terra pax hominibus bonae voluntatis. Laudamus te, beneEhre sey Gott in der Höhe und Frieden auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind. Wir loben Dich, wir benedeien Dich, wir beten Dich an, wir verherrlichen Dich; wir danken Dir um Deiner großen Herrlichkeit willen. Herr Gott, himmlischer König, Gott allmächtiger Vater; Herr Eingeborner Sohn Jesu Christe, Herr Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters. Der Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser. Der Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, nimm auf unser Gebet. Der Du sizest zur Rechten des Vaters, erbarme Dich unser. Denn Du allein bist heilig, Du allein Herr, Du allein der Allerhöchste, Jesu Christe, mit dem h. Geiste, in der Herrlichfeit Gottes des Vaters. Amen. Meßgebete. 63 dicimus te, adoramus te, glorificamus te; gratias agimus tibi propter magnam gloriam tuam. Domine Deus, rex coelestis, Deus Pater omnipotens; Domine Fili unigenite Jesu Christe; Domine Deus, agnus Dei, Filius Patris. Qui tollis peccata mundi, miserere nobis. Qui tollis peccata mundi, suscipe deprecationem nostram. Qui sedes ad dexteram Patris, miserere nobis. Quoniam tu solus sanctus, tu solus Dominus, tu solus altissimus, Jesu Christe, cum sancto Spiritu, in gloria Dei Patris. Amen. Pr. Der Herr sey mit euch. ( Der Priester wendet sich zum Volke und spricht: Dr. Und mit deinem Geiste. Die Collecte( Gebet der Gemeinde). Pr. Lasset uns beten! Allmächtiger ewiger Gott, der Du uns, deinen Dienern, verliehen hast, im Bekenntnisse des wahrhaften Glaubens die Glorie der ewigen Dreieinigkeit zu erkennen, und in der Macht der Herrlichkeit die Einheit anzubeten: gewähre unsere Bitte, daß wir durch die Festigkeit dieses Glaubens gegen alle Widerwärtigkeiten beschützt werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. Die Epistel oder Lection. ( An d. Nömer 11.) O Tiefe der Reichthümer, der Weisheit und der Erkenntniß Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte, und wie unerforschlich seine Wege! Denn wer hat den Sinn des 64 Meßgebete. Herrn erkannt, oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat zuvor Ihm gegeben, daß es Ihm wieder vergolten werde? Denn aus Ihm, durch Ihn und in Ihm ist alles; Ihm sey die Ehre in Ewigkeit. Amen. Dr. Gott seyy Dank. Das Graduale( Psalmengebet). ( Daniel 7.) Gebenedeit bist Du, o Herr, der Du thronest über Cherubim, und die Abgründe durchschauest. Gebenedeit bist Du, o Herr, im Firmamente des Himmels, und lobwürdig in Ewigkeit, Alleluja. Alleluja. Gebenedeit bist Du, o Herr, Gott unserer Väter, und lobwürdig in Ewigkeit. Alleluja. ( Von Septuagesima bis Ostern bleibt das Alleluja aus.) Darauf geht der Priester in die Mitte des Altares und spricht: Allmächtiger Gott, reinige mein Herz und meine Lippen, der Du die Lippen des Propheten Isaias mit der glühenden Kohle gereiniget hast: also würdige Dich durch deine huldvolle Barmherzigkeit, mich zu reinigen, damit ich dein heiliges Evangelium würdig verkündigen möge, durch Christum unsern Herrn. Amen. Herr, segne mich! der Herr sey in meinem Herzen und auf meinen Lippen, damit ich sein Evangelium würdig und geziemend verkündige. Amen. Pr. Der Herr sey mit Euch. Dr. Und mit deinem Geiste. Pr. Die Folge des h. Evangeliums nach Matthäus. Dr. Preis sey Dir, o Herr. Pr. In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:„ Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Gehet also hin und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des H. Geistes, und lehret sie Alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, Ich bin bei euch, alle Tage bis zum Ende der Welt." Dr. Lob sey Dir, o Christe. Das Credo. ( Glaubensbekenntniß des h. Conciliums von Nicäa.) Ich glaube an Einen Gott, den allmächtigen Vater, den Credo in unum Deum, Patrem omnipotentem, factorem Meßgebete. Schöpfer des Himmels und der Erde, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und an Einen Herrn Jesum Christum, den Eingebornen Sohn Gottes, aus dem Vater geboren von Ewigkeit, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahren Gott vom wahren Gott, welcher geboren, nicht erschaffen, glei chen Wesens mit dem Vater, durch den Alles gemacht ist; der für uns Menschen und um unseres Heiles willen vom Himmel herabgestiegen ist, und durch den H. Geist aus Maria der Jungfrau Fleisch angenommen hat und Mensch geworden ist, der auch gekreuziget für uns, unter Pontius Pilatus gelitten hat, und begraben wurde; und auferstanden ist am dritten Tage, der Schrift gemäß, und aufgefahren in den Himmel, fizet zur Rechten des Vaters, und wiederum kommen wird in Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Todten; dessen Reiches kein Ende seyn wird. Und an den H. Geist, den Herrn und Lebendigmacher, der aus dem Vater und dem Sohne ausgehet, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und verherrlicht wird; der gesprochen hat durch die Propheten. Und Eine, heilige katholische und apostolische Kirche. Ich bekenne eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Und 65 coeli et terrae, visibilium omnium et invisibilium. Et in unum Dominum Jesum Christum, filium Dei unigenitum, et ex Patre natum ante omnia saecula, Deum de Deo, lumen de lumine, Deum verum de Deo vero, genitum, non factum, consubstantialem Patri, per quem omnia facta sunt: Qui propter nos homines et propter nostram salutem descendit de coelis: Et incarnatus est de Spiritu sancto ex Maria Virgine, et homo factus est. Hier wird niedergekniet. Crucifixus etiam pro nobis, sub Pontio Pilato passus et sepultus est. Et resurrexit tertia die secundum scripturas: Et ascendit in coelum, sedet, ad dexteram Patris: Et iterum venturus est cum gloria judicare vivos et mortuos, cujus regni non erit finis. Et in Spiritum sanctum, Dominum et vivificantem: qui ex Patre Filioque procedit, qui cum Patre et Filio simul adoratur et conglorificatur: Qui locutus est per prophetas. Et unam, sanctam, catholicam et apostolicam Ecclesiam. Confiteor unum baptisma in remissionem peccatorum: Et expecto resurrectionem mortuorum: Et vitam venturi saeculi. Amen. 5 Meßgebete. 66 ich erwarte die Auferstehung der Todten, und das Leben der zukünftigen Ewigkeit. Amen. Pr. Der Herr sey mit euch, Dr. Und mit deinem Geiste. S. Dominus vobiscum. M. Et cum spiritu tuo. S. Oremus. Alsdann spricht der Priester: Laffet uns beten: und liest das Offertorium, wie es bei jeder Messe vorgeschrieben ist, und zwar hier wie folgt: Gebenedeit sey Gott der Vater, und der eingeborne Sohn Gottes, und der h. Geist, denn Er hat Barmherzigkeit an uns gethan. Dann wird das Brod geopfert. Nimm auf, heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott, diese unbefleckte Hostie, welche ich, dein unwürdiger Diener, Dir meinem lebendigen und wahren Gott darbringe, für meine unzählbaren Sünden, Beleidigungen und Unterlassungen, und für alle Umstehenden, aber auch für alle Christgläubigen, lebende und abgestorbene, damit es mir und ihnen zum Heile des ewigen Lebens gedeihe. Amen. Der Priester geht an die Seite des Altars, um Wein und Wasser in den Kelch zu gießen. Gott, der Du die Würde der menschlichen Natur wunderbar erschaffen und noch wunderbarer wieder hergestellet hast: verleihe uns durch dieses Wassers und Weines Geheimniß, an der Gottheit desjenigen Gemeinschaft zu erlangen, der sich gewürdigt hat, unserer Menschheit theilhaft zu werden, Jesus Christus, dein Sohn unser Herr, der mit Dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Der Priester geht in die Mitte des Altars und opfert den mit Wasser vermischten Wein. Wir opfern Dir, o Herr, den Kelch des Heils, deine Güte anflehend, daß er im Angesichte deiner göttlichen Majestät für unser und der ganzen Welt Heil mit lieblichem Geruche empor steige. Amen. Dann fährt er fort mit geneigtem Haupte: Jm Geiste der Demuth und mit zerknirschtem Gemüthe mögen wir, o Herr, von Dir angenommen, und unser Opfer heute so vor deinem Angesichte verrichtet werden, daß es Dir, o Gott, wohlgefalle. Komm, heiligmachender, allmächtiger, ewiger Gott und segne dieses Opfer, welches deinem heil. Namen bereitet ist. ED. STEINIE DEL Düsseldorf, Verlag von Julus Buddeus. Jos. KELLER SCPT. Meßgebete. Der Priester wäscht sich die Hände und spricht: P₁. 25. Unter den Unschuldigen will ich meine Hände waschen und hintreten zu deinem Altar, o Herr! damit ich die Stimme deines Lobes höre, und alle deine Wunderthaten verkünde. Herr, ich habe die Zierde deines Hauses geliebet und den Ort wo deine Herrlichkeit wohnet. Raffe meine Seele nicht hinweg mit den Gottlosen, mein Leben nicht mit den Blutdürftigen, an deren Händen Unrecht klebt, und deren Rechte voll ist von Bestechungen. Ich aber bin in meiner Unschuld gewandelt: erlöse mich und sey mir gnädig. Mein Fuß ist auf dem rechten Wege gestanden: in den Versammlungen, o Herr, will ich Dich loben. Ehre sey dem Vater 2c. 67 Der Priester kehrt in die Mitte des Altars zurück und betet in gebeugter Stellung: Nimm auf, o heil. Dreifaltigkeit, dieses Opfer, welches wir Dir darbringen zum Gedächtnisse des Leidens, der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi, unsers Herrn, und zur Ehre der seligen Jungfrau Maria, des seligen Johannes des Täufers, der h. Apostel Petrus und Paulus, und dieser und aller Heiligen, auf daß es ihnen zur Ehre, uns aber zum Heile gereiche, und sie für uns im Himmel bitten, deren Gedächtniß wir auf Erden feiern, durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. Pr. Betet Brüder, daß mein und euer Opfer wohlgefällig werde bei Gott dem allmächtigen Vater. Dr. Der Herr nehme dies Opfer an von deinen Händen, zum Lobe und zur Glorie seines Namens, auch zu unserm Nußen und zum Besten seiner ganzen heiligen Kirche. Pr. Amen. S. Orate fratres, ut meum ac vestrum sacrificium acceptabile fiat apud Deum Patrem omnipotentem. M. Suscipiat Dominus hoc sacrificium de manibus tuis ad laudem et gloriam nominis sui, ad utilitatem quoque nostram, totiusque ecclesiae suae sanctae. S. Amen. Secreta( die stillen Gebete). Wir bitten Dich, o Herr, heilige dieses Opfer durch die Anrufung deines heiligen Namens, und mache durch dasselbe uns selbst Dir zu einem ewigen Opfer, durch unsern Herrn Jesum Christum 5* 68 Meßgebete. deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret in Ewigkeit des heiligen Geistes, Pr. Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Dr. Amen. Pr. Der Herr sey mit euch, Dr. Und mit deinem Geiste. Pr. Erhebet eure Herzen. Dr. Wir erheben sie zum Herrn. Pr. Lasset uns Dank sagen dem Herrn unserm Gott. Dr. Würdig ist es und gerecht. Pr. Wahrhaft würdig ist es und gerecht, geziemend und heilsam, daß wir Dir allezeit und aller Orten Dank sagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, der Du mit deinem eingebornen Sohne und dem h. Geiste Ein Gott, Ein Herr bist, nicht in der Einzelnheit Einer Person, sondern in der Dreifaltigkeit Eines Wesens. Denn was wir, deiner Offenbarung gemäß, von deiner Herrlichkeit glauben, dasselbe glauben wir auch ohne Unterscheidung von deinem Sohne, dasselbe vom heil. Geiste; auf daß in dem Bekenntnisse der wahren und ewigen Gottheit in den Personen die Besonderheit, und im Wesen die Einheit, und in der Majestät die Gleichheit angebetet werde. Sie preisen die Engel und die Erzengel, die Cherubim und auch die Seraphim, die in nie endendem LobS. Per omnia saecula saeculorum. n M. Amen. S. Dominus vobiscum. M. Et cum spiritu tuo. S. Sursum corda. M. Habemus ad Dominum. S. Gratias agamus Domino Deo nostro. die M. Dígnum et justum est. S. Vere dignum et justum est, aequum et salutare, nos tibi semper et ubique gratias agere, Domine sancte, Pater omnipotens, aeterne Deus. Qui cum unigenito filio tuo et Spiritu sancto unus es Deus, unus es Dominus: non in unius singularitate personae, sed in unius Trinitate substantiae. Quod enim de tua gloria, revelante te, credimus, hoc de Filio tuo, hoc de Spiritu sancto, sine differentia tas. discretionis sentimus: ut in confessione verae, sempiternaeque Deitatis et in personis proprietas, et in essentia unitas, et in majestato adoretur aequaliQuam laudant Angeli atque Archangeli, Cherubim quoque ac Seraphim: qui non cessant clamare quotidie, una voce dicentes: Sanctus, sanctus, sanctus, Dominus Deus Sabaoth! Pleni sunt coeli et terra glo Meßgebete. gesange einstimmig rufen: Heilig, heilig, heilig, Herr Gott Sabaoth; Himmel und Erde sind deiner Herrlichkeit voll. Hosannah in der Höhe! Gebenedeit sey, der da kommt im Namen des Herrn. Hosannah in der Höhe! 69 ria tua, Hosanna in excelsis. Benedictus, qui venit in nomine Domini, Hosanna in excelsis. Canon der Messe. Dich also, gütigster Vater, bitten wir demüthig, durch Jesum Christum deinen Sohn unsern Herrn: Du wollest wohlgefällig annehmen und segnen diese Gaben, diese Geschenke, diese heiligen unbefleckten Opfer, die wir Dir darbringen vornehmlich für deine heil. katholische Kirche, welche Du in Frieden bewahren, beschützen, in Eins versammeln und regieren wollest auf dem ganzen Erdkreise, sammt deinem Diener unserm Papste N. und unserm Bischofe, allen Rechtgläubigen und Bekennern des katholischen und apostolischen Glaubens. Erinnerung an die Lebenden. Sey eingedenk, o Herr, deiner Diener und Dienerinnen. und aller Umstehenden, deren Glaube und Andacht Dir bekannt sind, für welche wir Dir opfern oder welche Dir darbringen dieses Opfer, für sich und alle die Ihrigen, für die Erlösung ihrer Seelen, für die Hoffnung ihres Heiles und ihrer Wohlfahrt, und welche Dir dem ewigen, wahren und lebendigen Gott ihre Gelübde entrichten. ... Dabei stehen wir in Gemeinschaft und verehren das Andenken zuvörderst der glorreichen, unversehrten, allzeit jungfräulichen Maria, der Gebärerin unseres Gottes und Herrn Jesu Christi; aber auch deiner sel. Apostel und Blutzeugen: Petrus und Paulus, Andreas, Jacobus, Johannes, Thomas, Jacobus, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Simon und Thaddäus, Linus, Cletus, Clemens, Xystus, Cornelius, Cyprianus, Laurentius, Chrysogonus, Johannes und Paulus, Cosmas und Damianus, und aller deiner Heiligen, durch deren Verdienste und Gebete Du verleihen wollest, daß wir in Allem durch die Hülfe deines Schußzes bewahret werden: durch Christum unsern Herrn. Amen. 72 Meßgebete. dein Name, zukomme uns dein Reich, dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden; unser tägliches Brod gieb uns heute, und vergieb uns unsre Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern, und führe uns nicht in Versuchung; Dr. sondern erlöse uns von dem Uebel. adveniat regnum tuum, fiat voluntas tua, sicut in coelo et in terra; panem nostrum quotidianum da nobis hodie, et dimitte nobis debita nostra, sicut et nos dimittimus debitoribus nostris, et ne nos indućas in tentationem: allezeit mit euch, Dr. Und mit deinem Geiste. Pr. Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser. Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser. Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, schenke uns den Frieden. M. sed libera nos a malo. Pr. Amen. S. Amen. Erlöse uns, wir bitten Dich, o Herr, von allen Uebeln, den vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen, und durch die Fürbitte der seligen und glorreichen allezeit jungfräulichen Gottesgebärerin Maria, deiner seligen Apostel Petrus, Paulus und Andreas und aller Heiligen, verleihe gnädig den Frieden in unsern Tagen, damit wir durch den Beistand deiner Barmherzigkeit allzeit von Sünde frei und vor jeder Drangsal gesichert seyen, durch denselben Jesum Christum unsern Herrn, deinen Sohn, der mit Dir lebt und regiert in der Einheit des h. Geistes, Gott Pr. von Ewigkeit zu Ewigkeit. D. Amen. Pr. Der Friede des Herrn sey S. Per omnia saecula saeculorum. M. Amen. S. Pax Domini sit semper vobiscum, M. Et cum spiritu tuo. S. Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis. Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis. Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, dona nobis pacem. Communion. O Herr Jesu Christe, der Du deinen Aposteln gesagt hast: den Frieden hinterlasse Ich euch, meinen Frieden gebe Jch euch, siehe Meßgebete. 73 nicht auf meine Sünden, sondern auf den Glauben deiner Kirche und würdige Dich, sie nach deinem Willen in Frieden und Einigkeit zu erhalten. Herr Jesu Christe, Sohn des lebendigen Gottes, der Du nach dem Willen des Vaters, in Mitwirkung des H. Geistes, durch deinen Tod die Welt belebet hast, befreie mich durch dieses dein hochheiliges Fleisch und Blut von allen meinen Sünden und von allen Uebeln, und gieb, daß ich allzeit deinen Geboten anhange, und laß nicht zu, daß ich jemals von Dir getrennt werde. Herr Jesu Christe, laß die Genießung deines Leibes, den ich Unwürdiger zu empfangen mich erkühne, mir nicht zum Gerichte und zur Verdammung gereichen, sondern nach deiner Milde zum Schutze und zum Heile des Leibes und der Seele gedeihen; der du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heil. Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Die H. Hoftie in die Hand nehmend:) Das himmlische Brod will ich empfangen und den Namen des Herrn anrufen. O Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingehest unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, und meine Seele wird gesund.( dreimal.) Der Leib unseres Herrn Jesu Christi bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Domine, non sum dignus, ut intres sub tectum meum, sed tantum dic verbo, et sanabitur anima mea.( ter.) ( Der Priester nimmt den Kelch und spricht:) Was soll ich dem Herrn vergelten für Alles, was Er mir verliehen hat? Ich will den Kelch des Heiles empfangen, und den Namen des Herrn anrufen. Lobpreisend will ich den Herrn anrufen, und ich werde erlöset seyn von meinen Feinden. Das Blut unsers Herrn Jesu Christi bewahre meine Seele zum ewigen Leben. ( Zur Abspülung der Hände und des Kelches.) Was wir mit dem Munde empfangen haben, o Herr, laß uns mit reiner Seele erfassen, und die Gabe, die wir hier in der Zeit genossen haben, laß uns zum ewigen Heilmittel gedeihen. Meßgebete. Dein Leib, o Herr, den ich genossen, und dein Blut, welches ich getrunken habe, bleibe stets in meinem Innersten, damit in mir, den die reinen und h. Sacramente gelabet, kein Flecken der Sünden zurückbleibe, der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. 74 Antiphon( genannt Communio). Lasset uns loben den Gott des Himmels, und vor dem Angefichte aller Lebendigen Ihm danken, denn Er hat Barmherzigkeit an uns gethan. Pr. Der Herr seyy mit euch, Dr. Und mit deinem Geiste. Letzte Collecte( Postcommunio). Pr. Lasset uns beten. Die Genießung dieses H. Sacramentes, so wie das Bekenntniß der ewigen Dreifaltigkeit und ungetheilten Einheit, gedeihe uns zum Heile des Leibes und der Seele, durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Ite missa est und Segen. Laß Dir, o heiligste Dreifaltigkeit, diesen Dienst meiner Knechtschaft gefallen, und verleihe, daß dieses Opfer, welches ich Unwürdiger den Augen deiner Majestät dargebracht, Dir annehmlich sey, mir aber und allen, für welche ich es dargebracht, durch deine Erbarmung zur Versöhnung gereiche, durch Christum unsern Herrn. Amen. ( Der Priester wendet sich zum Volke und giebt ihm den Segen.). Es segne euch der allmächtige Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Dr. Amen. Pr. Der Herr sey mit euch, Dr. Und mit deinem Geiste. Pr. Anfang des Evangeliums S. Initium S. Evangelii secundum Joannem. des heiligen Johannes. Dr. Preis sey dir o Herr. M. Gloria tibi Domine. Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott: Dasselbe war von Anfang bei Gott. In principio erat Verbum, et Verbum erat apud Deum, et Deus erat Verbum: Hoc erat in principio apud Deum. Omnia Meßgebete. 75 per ipsum facta sunt, et sine ipso factum est nihil, quod factum est. In ipso vita erat, et vita erat lux hominum. Et lux in tenebris lucet, et tenebrae eam non comprehenderunt. Fuit homo missus a Deo, cui nomen erat Joannes: hic venit in testimonium, ut testimonium perhiberet de lumine, ut omnes crederent per illum. Non erat ille lux; sed ut testimonium perhiberet de lumine. Erat lux vera, quae illuminat omnem hominem venientem in hunc mundum. In mundo erat et mundus per ipsum factus est, et mundus eum non cognovit. In propria venit; et sui eum non receperunt. Quotquot autem receperunt eum, dedit eis potestatem filios Dei fieri, his qui credunt in nomine ejus; qui non ex sanguinibus, neque ex voluntate carnis, neque ex voluntate viri, sed ex Deo nati sunt. Et Verbum caro factum est, et habitavit in nobis: et vidimus gloriam ejus, gloriam quasi unigeniti a Patre, plenum gratiae et veritatis. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht von Allem was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsterniß, und die Finsterniß hat es nicht begriffen. Es war ein Mensch von Gott gesandt, dessen Name war Johannes; dieser fam zum Zeugnisse, damit er Zeugniß gäbe von dem Lichte, auf daß alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht; sondern damit er Zeugniß gäbe von dem Lichte. Dieses war das wahrhaftige Licht, das erleuchtet einen jeglichen Menschen, der in diese Welt kommt. Es war in der Welt, und die Welt ist durch Ihn gemacht, und die Welt hat Ihn nicht erkannt. Er fam in sein Eigenthum, und die Seinigen nahmen Ihn nicht auf. So Viele Ihn aber aufnahmen, denen gab Er Macht Kinder Gottes zu werden, die nämlich an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Geblüte, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist. Fleisch geworden,( hier wird das Knie gebeugt) und hat unter uns gewohnet; und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, eine 76 Meßgebete. Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, die Völle der Gnade und Wahrheit. Dr. Gott sey Dank. M. Deo gratias. Andere Gebete bei der heiligen Messe. Vorbereitungsgebet. Komm heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe: Der Du in Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker zur Einigkeit des Glaubens versammelt haſt. *. Sende aus deinen Geist und sie werden erschaffen, R). Und erneuern wirst Du das Angesicht der Erde. Gebet. O Gott, der Du die Herzen deiner Gläubigen durch die Erleuchtung des heil. Geistes gelehret hast, verleih uns in demselben Geiste das Rechte zu verstehen und uns seines Trostes allezeit zu erfreuen, durch Christum unsern Herrn. Amen. Gute Meinung. Gott himmlischer Vater, der Du mich nach deinem Ebenbilde erschaffen hast; o Gott Sohn, der Du zu meiner Erlösung die menschliche Natur angenommen, dein H. Blut für mich vergossen und den bittern Tod gelitten hast; o Gott h. Geist, der Du mich in der h. Taufe geheiligt, und zum wahren Glauben geführet hast; o Du allerheiligste Dreifaltigkeit, gieb mir deine Gnade, daß ich diesem H. Meßopfer andächtig beiwohne, und dasselbe mit dem Priester deiner göttlichen Majestät aufopfere: 1. zum Ruhme und zur Ehre deines H. Namens, um zu bekennen, daß Du der einige, höchste Gott und Herr über uns Menschen und alle Geschöpfe seyst, dem dieses Opfer allein gebühret; Meßgebete. 77 2. zum Andenken an dein bitteres Leiden und Sterben, o Jesu, wozu Du dieß h. Opfer eingesetzt hast; 3. zur Danksagung für alle mir erzeigten Gnaden und Wohlthaten; 4. zur Genugthuung für alle meine Sünden und Miſsethaten, die ich bei diesem heiligsten Opfer in dein H. Blut, o Jesu, versenke; zur Erlangung deiner göttlichen Hülfe in allen meinen 5. Nöthen; 6. für meine lieben Eltern, Verwandten und Freunde, für meine geistlichen und weltlichen Obern und alle Wohlthäter, besonders für.... 7. für die Seelen aller in Christo Abgestorbenen, insonderheit für Nimm, o barmherziger Gott und Herr, dieses Opfer gnädig auf, laß Dir diese Meinung gefallen, und erhöre mein Gebet, durch unsern Herrn Jesum Christum deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret in" Einigkeit des h. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Beim Confiteor. Jesu, wie groß ist deine Güte und Barmherzigkeit gegen mich! Es ist Dir nicht genug gewesen, für mich Mensch zu werden, zu leiden und zu sterben; sondern Du hast auch bei deinem Hinscheiden aus dieser Welt dieß h. Opfer eingesetzt, in welchem Du Dich selbst deinem himmlischen Vater für mich aufopferst. Wie soll ich diese Liebe, o gütigster Jesu, genugsam erkennen und zu vergelten suchen! Ach! statt Dir zu danken, höre ich nicht auf zu fündigen und Dich täglich zu erzürnen. Darum flage ich mich an und spreche: Ich armer Sünder bekenne Gott dem Allmächtigen, der seligen Jungfrau Maria, dem seligen Johannes dem Täufer, den h. Aposteln Petrus und Paulus, allen Heiligen, und euch, Brüder, daß ich allzusehr gesündigt habe in Gedanken, Worten und Werken, durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine größte Schuld; darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, den seligen Erzengel Michael, den seligen Johannes den Täufer, die h. Apostel Petrus und Paulus, alle Heiligen und euch Brüder, für mich zu beten beim Herrn unsern Gott. Meßgebete. Beim Kyrie eleison sprich mit dem Priester: Herr! erbarme Dich unser( dreimal). Christe! erbarme Dich unser( dreimal). Herr! erbarme Dich unser( dreimal). 78 Zum Gloria( wenn es gebetet wird). Ehre sey Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind. Wir loben Dich, wir benedeien Dich, wir beten- Dich an, wir verherrlichen Dich; wir danken Dir um deiner großen Herrlichkeit willen. Herr Gott, himmlischer König, Gott allmächtiger Vater; Herr Eingeborner Sohn Jesu Christe; Herr Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters. Der Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser. Der Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, nimm auf unser Gebet. Der Du fizest zur Rechten des Vaters, erbarme Dich unser. Denn Du allein bist heilig, Du allein Herr, Du allein der Allerhöchste, Jesu Christe, mit dem h. Geiste, in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen. Bei den Collecten, der Epistel und dem Graduale. Höre an, o himmlischer Vater, das Gebet deiner heiligen Kirche, mit welchem sie deine göttliche Majestät im Namen unseres Herrn Jesu Christi demüthig anfleht, und deine Hülfe und deinen Beistand in allen Nöthen für ihre geliebten Kinder begehret. Wende nicht ab von uns dein väterliches Angesicht, sondern sieh uns mit gnädigen Augen an; auf daß wir von allem Uebel befreit, Dir gefällig leben, selig sterben, und zu deinem Reiche und zu deiner Herrlichkeit gelangen mögen, durch Christum unsern Herrn. Amen. Uebung des Glaubens. Mein Gott und Herr, ich glaube alles, was Du durch Propheten und durch deinen eingebornen Sohn unsern Herrn Jesum Christum und durch die h. Apostel geoffenbaret hast, und mir durch die h. Kirche, die eine Säule und Grundfeste der Wahrheit ist, zu glauben vorstellest; in diesem h. katholischen Glauben will ich leben und sterben. O Gott gieb mir deine Gnade dazu! Uebung der Hoffnung. Auf Dich, o gütigster Vater, Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, setze ich alle meine Hoffnung und mein Vertrauen. Meßgebete. 79 Obgleich ich mich vieler und großer Sünden schuldig weiß, so ist mir dagegen auch deine unermessene Barmherzigkeit nicht unbekannt, die unendlich größer ist, als meine Bosheit. Du begehrest nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Auf deine unermeßliche Güte vertrauend, hoffe ich zuversichtlich Verzeihung aller meiner Sünden und das ewige Leben zu erlangen. Uebung der Liebe. Wie ist es möglich, daß ein Mensch gefunden werde, der Dich nicht liebe, o Du Gott meines Herzens, der Du uns in ewiger Liebe geliebet und deinen eingebornen Sohn für uns dahingegeben hast! Hätte ich tausend Herzen, ste sollten alle in deiner Liebe brennen. Nichts wünsche ich im Himmel, nichts suche ich auf Erden außer Dir, mein Herr und Gott, in Dir begehre ich zu leben und zu sterben. Wann werde ich kommen, und vor deinem Angesichte erscheinen, und Dich besigen in Ewigkeit! Zum Evangelium. Mein Herz und Gemüth richtet sich auf, o Christe Jesu, zu deinem H. Evangelium. Oh. Geist, sende dein Licht von oben herab, damit ich die fröhliche Botschaft des himmlischen Baters und sein H. Wort, durch Dich, o Jesu, seinen einigen Sohn uns verfündigt, recht verstehe und dessen Gnade erkenne. Entzünde meinen Willen, o Du ewiges Feuer, damit ich das neue Gesetz der Liebe mit Lust und Begierde umfange; gib meinem Gedächtniß Kraft, daß ich die heilsame Lehre fasse und nimmer vergesse. Biehe auch mein Herz zur Vollkommenheit der evangelischen Räthe, damit ich mit der Heerde deiner Auserwählten, die deine Stimme hören, in diesem Leben so vereinigt werde, daß ich dereinst, mit ihnen zu deiner Nechten stehend, die tröstlichen Worte vernehme: Kommet her ihr Gebenedeite meines Vaters, und befizet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Amen. Zum Credo. Ich glaube an Einen Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und an Einen Herrn Jesum Christum, den eingebornen Sohn Gottes, 80 Meßgebete. aus dem Vater geboren von Ewigkeit, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahren Gott vom wahren Gott, welcher geboren, nicht erschaffen, gleiches Wesens mit dem Vater, durch den Alles gemacht ist: der für uns Menschen und um unseres Heiles willen vom Himmel herabgestiegen ist, und durch den h. Geist aus Maria der Jungfrau Fleisch angenommen hat und Mensch geworden ist, der auch gekreuziget für uns, unter Pontius Pilatus gelitten hat und begraben wurde. Und auferstanden ist am dritten Tage, der Schrift gemäß, und aufgefahren in den Himmel; figet zur Rechten des Vaters, und wiederum kommen wird in Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Todten; dessen Reiches kein Ende seyn wird. Und an den H. Geist, den Herrn und Lebendigmacher, der aus dem Vater und dem Sohne zugleich ausgehet, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und verherrlicht wird; der gesprochen hat durch die Propheten. Und Eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. Ich bekenne Eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Und ich erwarte die Auferstehung der Todten und das Leben der zukünftigen Ewigkeit. Amen. Zum Offertorium. O Gott, himmlischer Vater, der Du dieß allerheiligste Opfer des neuen Bundes durch Jesum Christum deinen eingebornen Sohn eingesetzt hast, der sich darin selbst durch die Hände deines Priesters für uns aufopfert: mit demselben opfere ich mich gleichfalls deiner göttlichen Majestät auf. Nimm dieß unblutige Opfer von meinen unwürdigen Händen gnädig an; ich übergebe Dir hiermit auch zugleich meinen Leib und meine Seele, und alles was ich bin und habe. Laß dieß alles mit dem blutigen Opfer vereinigt seyn, welches Jesus Christus einmal am Stamme des heil. Kreuzes für das menschliche Geschlecht Dir, o allmächtiger Gott, dargebracht hat. Mit Jesu und seinen unendlichen Verdiensten begehre ich mich und all mein Thun und Lassen ewig zu verbinden; in Jhm und seinem bittern Leiden und Sterben ruhet meine Hoffnung und mein Vertrauen, und in Ihm ist mein Glaube gegründet und befestigt, Er ist der Quell meiner Liebe und mein Heil in Ewigkeit. Ich opfre Dir auch hiermit auf, o himmlischer Vater, all mein Kreuz und Leiden, all mein Glück und meine Wohlfahrt, meine Meßgcbete. 81 Eltern und Verwandte und meine nächsten und liebsten Freunde auf Erden. Laß mich und all die Meinigen Dir ein wohlgefälliges Opfer seyn, und nimm uns sämmtlich auf in dein Reich, wo wir Dich und deinen Sohn unsern Herrn zugleich mit dem heil. Geiste immer und ewig loben und preisen. Amen. Zur Präfation. Zu Dir, o Gott, erheben wir unsere Herzen und sagen Dank deiner göttlichen Majestät. Es ist in Wahrheit billig, rechtmäßig und heilsam, daß wir jederzeit und an allen Orten Dir, o h. Herr, o allmächtiger Vater, o ewiger Gott, Dank sagen durch Christum unsern Herrn, durch welchen deine Majestät die Engel und Erzengel loben, die Herrschaften anbeten, die Mächte erzittern, die Himmel und alle Himmelskräfte und die seligen Seraphim mit einhelligem Frohlocken preisen: mit ihnen laß auch unsere Stimmen, also bitten wir, zu Dir gelangen, die wir in demüthigem Bekenntniß sprechen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott der Heerschaaren; Himmel und Erde sind voll deiner Herrlichkeit, Hosannah in der Höhe! gebenedeit sey, der da kommt im Namen des Herrn, Hosannah in der Höhe! Beim Memento oder Andenken an die Lebenden. Barmherziger Gott und Herr, sieh an mit gnädigen Augen mich und alle, die zum Ruhme deines großen Namens bei diesem heil. Opfer zugegen sind; und damit mein Gebet desto kräftiger sey, so begehre ich es zu vereinigen mit der Fürbitte der allerseligsten Jungfrau Maria, der H. h. Apostel, Märtyrer, Beichtiger, Jungfrauen und aller Heiligen. Laß, o himmlischer Vater, dieses Opfer, worin dein eingeborner Sohn Sich unblutiger Weise aufopfert, meiner Seele zum ewigen Leben gedeihen. Ich bitte auch, o Herr: daß Du die Vorsteher der Kirche, deinen Diener unsern Pabst, alle Bischöfe, Hirten und Seelsorger erleuchten und regieren wollest, damit die Seelen, die ihrer Hut anbefohlen sind, durch ihre h. Lehre und ihren Wandel zur Zahl der Auserwählten unfehlbar geführet werden; daß Du die Häupter der Erde, die christlichen Fürsten und Herren, welche die Ehre deines göttlichen Namens wider alle feindlichen Angriffe beschüßen und befördern sollen, in ihrer Macht stärken 6 82 Meßgebete. und in Gnade, Frieden und Einigkeit, welche die Welt nicht geben kann, erhalten wolleft; daß Du meinen lieben Eltern, Verwandten, Freunden und Wohlthätern und allen Lebenden, für welche ich zu beten schuldig bin, zeitliche und ewige Wohlfahrt verleihen wollest. Gieb ihnen, o Herr, durch deine mildreiche Güte, was sie begehren, wenn solches deiner Ehre nicht zuwider und ihnen heilsam ist. Ferner bitte ich, daß Du alle Sünder zur wahren Buße und Besserung ihres Lebens bekehren, nnd alle, die in schweren Versuchungen sind, mit deiner kräftigen Gnade stärken und vor dem Falle behüten wolleft; daß Du alle Irrgläubigen, Heiden und Juden erleuchten und zur Erkenntniß des wahren Glaubens berufen und führen wolleft. Gedenk, o himmlischer Vater, daß dein eingeborner Sohn Jesus Christus auch für diese den bittern Tod gelitten hat, und vornehmlich der Sünder wegen in diese Welt gekommen ist; führe sie alle zur Gemeinschaft der Gläubigen, damit sie deiner väterlichen Gnade und Güte theilhaftig werden, und dein heil. Name desto mehr in Ewigkeit gepriesen werde: Durch denselben unsern Herrn Jesum Christum deinen Sohn, der mit Dir und dem heil. Geist lebet und regieret Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Bei der Aufhebung der h. Hoftie. Sey gegrüßt, o Du mein Heiland und Erlöser Jesu Christe, meine Hoffnung und Zuflucht. Du bist das ewige Wort des Vaters, Du bist der wahre Sohn Mariä, Du bist mein Gott und Alles. O Jesu, der Du am Stamme des H. Kreuzes Dich deinem himmlischen Vater aufgeopfert hast, mache mich theilhaftig deines h. Leidens, deines wahren Leibes und Blutes in diesem H. Sacramente, jetzt und in der Stunde meines Todes. Amen. Bei Erhebung des Kelches. Sey gegrüßt, Du wahres und lebendiges Blut, welches aus den H. Wunden meines Herrn Jesu Christi geflossen und mit seinem h. Leibe in diesem Sacramente vereinigt ist. Otheurer Schatz! o edles Bad des theuersten und reinsten Blutes! wasche und reinige Meßgebete. 83 mich von allen meinen Sünden; heile und stärke meine Seele zum ewigen Leben. Amen. Rhythmus des h. Thomas von Aquin zur Wandlung. Ich bet' Dich an in Demuth, Gottheit ganz verdeckt, Die in diesen Bildern wahrhaft ist versteckt: Dir bringt sich mein Herze ganz zum Opfer dar, Weil es Dich betrachtend unterlieget gar. Sehen, Fühlen, Schmecken täuschet sich in Dir, Dem Gehör alleine glauben sicher wir: Alles glaub' ich, was uns Gottes Sohn gelehrt, Nichts ist mehr als dieses Wahrheits- Wort bewährt. An dem Kreuz verborgen war die Gottheit nur, Doch hier birgt sich auch die menschliche Natur: Beide dennoch glaubend und bekennend gern, Bitt' ich, was der Schächer reuig bat den Herrn. Deine Wunden seh' ich zwar, wie Thomas, nicht, Doch auf Dich, mein Gott, ist Herz und Mund gericht't: Laß mich immer fester an Dich gläubig seyn, Dir allein vertrauen, lieben Dich allein. O du Angedenken von des Herren Tod, Das dem Menschen Leben giebt, o Lebensbrod, Laß mein Herz sich nähren nur von Dir allein, Und Dich immer schmackhaft meiner Seele seyn. Frommer Pelikan, o süßer Jesu mein, Mich Unreinen mach' in deinem Blute rein, Wovon auch ein einz'ger Tropfen waschen gar Kann die ganze Welt von allen Fehlen klar. Jesu, den mein Auge jezo sieht verhüllt, Laß des Herzens Sehnsucht einstens seyn gestillt, Daß ich ohne Hülle schau dein Antlig frei, Und im Anschau'n selig deiner Glorie sey. Gebet nach der Wandlung. Amen. süßester Jesu, mit festem Glauben bekenne, verehre und bete ich Dich an unter den gegenwärtigen Gestalten des Brodes und des Weines. Jch bitte demüthiglich, laß mich an jenem Tage Dich 6* Univ.- Bibl. Giessen Meßgebete. unverdeckt mit fröhlichen Augen anschauen und der Zahl deiner Auserwählten beigesellet werden, und mit höchster Freude deine liebliche Stimme hören: Kommet ihr Gebenedeite! Erbarme Dich meiner, o Jesu, erbarme Dich meiner, und laß dein bitteres Leiden und Sterben an mir nicht verloren seyn; laß dein kostbares Blut für mich nicht vergeblich vergossen seyn, sondern laß es mir, wie allen deinen Auserwählten, zur ewigen Freude und Seligkeit gedeihen. Amen. Zur Erinnerung an die Abgestorbenen. 84 ... Gedenke auch, o mildreicher Jesu, aller im wahren Glauben aus diesem Leben verschiedenen Seelen, besonders... Laß ihnen die Kraft und Wirkung dieses allerheiligsten Opfers und die Fürbitte deiner H. Kirche zu gut kommen, mache sie theilhaftig deiner unendlichen Verdienste, gieße den Gnadenregen deines H. Blutes reichlich über sie aus; lösche ihre Gluth und lindere ihre Pein. Nimm sie auf von der zeitlichen Strafe zur ewigen Ruhe und Seligkeit, damit sie mit allen Heiligen in deinem Reiche( und ich nach meinem Hinscheiden mit ihnen) Dich loben und preisen mögen: Der Du mit dem Vater und dem h. Geiste lebest und regierest Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Zum Pater nofter. Vater unser 2c. Erlöse uns, o Herr, von allen vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Uebeln. Gieb uns gnädig deinen Frieden in unsern Tagen durch die Fürbitte der seligen glorwürdigen stäten Jungfrau und Gottesgebärerin Maria, wie auch deiner h. Apostel Petrus und Paulus und aller Heiligen, auf daß wir durch den Beistand deiner Barmherzigkeit von allen Sünden befreit und vor aller Verstörung und Betrübniß sicher seyn mögen: durch unsern Herrn Jesum Christum deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Der Friede des Herrn sey und bleibe allezeit bei uns. Amen. Zum Agnus Dei( sprich dreimal:) O du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt: Erbarme Dich unser. ( Beim dritten Male:) Gieb uns den Frieden. Meßgebete. Vorbereitung zur geistlichen Communion. Sanftmüthigster und demüthigster Jesu, weil Du uns mit den Worten zu Dir rufest: Kommet alle zu Mir, die ihr mit Müh' und Arbeit beladen seyd, Ich will euch erquicken, darum trete ich mit demüthigem und vertrauensvollem Herzen zu Dir und begehre, mich deines H. Leibes und Blutes bei diesem h. Opfer und Sacramente, so viel ich es vermag, theilhaftig zu machen, und diese Speiſe der Engel geistlicher Weise zu genießen. Komm, o Jesu, komm in mein Herz hinein, erquicke und erfülle dasselbe mit deinem Geiste und deiner Gnade. O Du Süßigkeit meines Herzens, o Du Leben meiner Seele! verzeihe mir alle meine Sünden und Unvollkommenheiten; nimm alles von mir weg, was mich abkehret von Dir. Ich bin verwundet, o Jesu, heile mich. Ich bin schwach und matt, erquicke und stärke mich. Ich bin in Finsterniß, erleuchte mich. Ich bin unwissend, lehre mich. Ich bin hungrig, speise mich. Ich bin durstig, tränke mich. Ich bin unrein und befleckt, reinige mich. Meine Sünden und Unvollkommenheiten sehe und erkenne ich, o liebster Jesu, bekehre mich; führe und regiere mich; bereite Dir eine angenehme Wohnung in mir, damit Du jederzeit in mir bleibest und ich in Dir, der Du lebest und regierest mit dem Vater und dem h. Geiste von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 85 Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingehest unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund werden.( dreimal) Hier gedenke, du communicirst mit dem Priester, und sprich: Der Leib unsers Herrn Jesu Christi bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Amen. Oh. Mahlzeit, in welcher Christus empfangen, das Gedächtniß seines bittern Leidens begangen, das Gemüth mit Gnade erfüllet und das Pfand der künftigen Herrlichkeit mitgetheilt wird. O Christe Jesu, wasche und reinige mich mit deinem H. Blute von allen meinen Sünden und verleihe mir die Gnade, daß meine Seele, wann sie vom Leibe scheidet, vor deinem Nichterstuhle rein und unbefleckt erscheine. Amen. Seele Christi heil'ge mich, Leib des Herrn erlöse mich, 86 Meßgebete. Blut des Heilands tränke mich, Sein Seitenwasser wasche mich, Leiden Christi stärke mich; O Herr voll Huld, erhöre mich, In deine Wunden berge mich, Von Dir laß nimmer scheiden mich, Vor Feindes Grimm beschirme mich, Im letzten Streit' berufe mich, Und laß zu Dir gelangen mich, Daß ich mit deinen Heil'gen Dich, Mein Jesu preise ewiglich. Amen. Danksagung nach der geistlichen Communion. O Jesu, Du Schönheit meiner Augen, Du Licht meines Herzens, Du Freude und Wonne meiner Seele; Dir sage ich Dank in Ewigkeit, Dich lobe und preise ich aus allen meinen Kräften, weil Du mich dein unwürdiges Geschöpf mit deinem H. Leibe und Blute geistlicher Weise gespeist und deines himmlischen Mahles theilhaftig gemacht hast. Du mein Heiland, mein Gott und Alles, durch dieſe deine unermeßne Liebe, nimm alles von mir weg, was Dir mißfällt; erneuere meinen Geist in mir und erfülle meine Seele mit deiner Gnade; entzünde meinen Willen mit dem Feuer deiner Liebe, und mache ihn deinem allerheiligsten Willen ganz gleichförmig; damit ich fünftig sagen könne: Ich lebe, aber nunmehr nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Bei den letzten Collecten. Wie soll ich Dir, o liebster Jesu, für die große Wohlthat danfen, daß Du mich dieses allerheiligsten Opfers, wobei ich das Andenken an dein bitteres Leiden und Sterben erneuert habe, theilhaftig gemacht hast? O Jesu, alles was in mir ist, soll deinen H. Namen ewiglich loben und preisen. Ach, möchte ich die Kraft und Wirkung dieses Hochwürdigsten Sacramentes allezeit empfinden! Verleihe mir gnädiglich, o Jesu, daß ich am Ende meines Lebens mit diesem und den andern H. Sacramenten versehen und gestärkt, im wahren Glauben, in tröstlicher Hoffnung und in vollkommener Meßgebete. 87 Liebe aus dieser Welt scheiden, und Dich meinen Herrn sammt dem Vater und dem H. Geiste ewig loben und preisen möge. Amen. Zum Segen. Es segne uns der allmächtige Gott Vater+ Sohn+ und heil. Geist+ Amen. Evangelium des h. Johannes. Im Anfang war das Wort, u. s. w. S. 74. Nach der h. Messe. O himmlischer Vater, nimm an von mir diesen schuldigen Dienst, den ich Dir durch Beiwohnung dieses heil. Meßopfers geleistet habe; und verzeihe mir alle dabei begangenen Sünden und Nachlässigkeiten. Dir befehle ich mich jetzt und zu allen Zeiten, und begebe mich gänzlich in die Hand deiner göttlichen Barmherzigkeit. Laß deinen H. Willen allzeit an mir erfüllt werden, und mich dereinst nach einem seligen Tode zu deinem Reiche und zu deiner Herrlichkeit gelangen. Um dieses bitte ich Dich für mich und alle die Meinigen durch die Verdienste deines eingebornen Sohnes Jesu Christi, und durch die Fürbitte Mariä, seiner jungfräulichen Mutter. Amen! Gebete und Betrachtungen über das bittere Leiden und Sterben Jesu Christi bei der heiligen Messe. Vor der Messe. Während der Priester sich zur Verrichtung des heil. Opfers ankleidet und vorbereitet, betrachte, andächtige Seele, mit welcher Sehnsucht unser liebender Heiland darnach verlangt hat, das Osterlamm mit seinen Jüngern zu essen. Mit Sehnsucht hab Ich darnach verlangt, dieses Osterlamm mit euch zu effen" so spricht Jesus beim letzten Abendmahle zu seinen Jüngern, und offen11 bart mit diesen Worten sein glühendes Verlangen, sich mit uns in der heil. Meßgebete. Communion zu vereinigen. In derselben Nacht, in welcher die Menschen dars auf dachten, dem Heilande Qualen und den Tod zu bereiten, beschloß unser liebevoller Erlöser, sich uns selbst im H. Sacramente zu hinterlaffen. O liebevoller Herr, wie hast Du die Menschen so lieben können, daß Du bei ihnen auf Erden hast bleiben wollen, um ihre Speise zu werden, nachdem sie Dich mit solcher Undankbarkeit von der Erde vertrieben haben. 88 O liebevoller Herr, wie vieles hast Du durch die Gewalt deiner unermeßlichen Liebe zu mir gethan und gelitten! Ach! wie hab ich Dir vergolten, wie soll ich Dir vergelten? Ich bereue aus Grund meines Herzens, daß ich Dich je beleidigt habe, der Du mich so sehr geliebet hast. Ich glaube an Dich mit lebendigem Glauben, o Du ewige Wahrheit; denn Du bist Gott und Mensch, mein Herr und mein Erlöser. Ich hoffe auf Dich, o Herr, Du einzige Hoffnung und wahres Heil meiner Seele. Ich liebe Dich über alles aus ganzem Herzen, o Du mein höchstes Gut; laß das Feuer deiner glühenden Liebe mich verzehren, auf daß mich nichts mehr scheide von der Liebe Jesu Christi meines Heilandes. Denn was hab ich im Himmel und was will ich auf Erden außer Dir? Beim Confiteor. Betrachte wie Christus mit seinen Jüngern, nachdem er die Sünden der ganzen Welt auf Sich geladen, zum Delberge geht, auf sein Angesicht fällt und betet, und aus Angst vor dem bevorstehenden Leiden und Tode, mehr aber noch aus Abscheu vor unsern Sünden, sein Schweiß wie Blutstropfen wurde, die auf die Erde hinabrannen. Und ich sollte Dich noch ferner durch meine Sünden beleidigen! O süßester Herr, der Du so vieles durch die Gewalt deiner unermeßlichen Liebe für mich gethan und gelitten hast, ach! wie hab ich Dir vergolten! wie soll ich Dir vergelten? Ich bereue aus Grund meines Herzens u. s. w. wie oben. Wenn der Priester den Altar küßt und den Introitus betet. Sieh wie Christus sein gebenebeites Antlig wie ein sanftmüthiges Lamm dem gottlosen Verräther zum Kusse darreicht, und so durch ein Zeichen der Liebe seinen Feinden verrathen wird. Meßgebete. Und ich soll Dich um eines eiteln Geschöpfes willen verrathen oder verlassen, o sanftmüthigster Herr, der Du mich so sehr geliebet, daß Du Dich, um mich aus den Händen meiner Feinde zu befreien, in die Hände der Gottlosen überliefert hast! 89 Beim Kyrie eleiſon. Betrachte wie Petrus nach so ausdrücklichen Versprechungen von Standhaftigkeit und Treue seinen Herrn dreimal verleugnet hat, und nicht eher in sich gegangen ist, bis der Herr ihn barmherzig anblickte. Da hast du einen Spiegel des menschlichen Elendes. Wie leicht fallen wir, aber wir stehen nicht wieder auf, bis die Barmherzigkeit Gottes uns zu Hülfe kommt. Daher müssen wir diese oft, ja immer anrufen. Dieß bezeichnet die öftere Wiederholung des Kyrie eleison, denn es ist das größte Werk der göttlichen Barmherzigkeit, daß ein Sünder sich bekehre. Aber welche Freude haben auch die Engel über einen Sünder, der Buße thut! Ach, barmherzigster Jesu, wie unbeständig und wankelmüthig bin auch ich in meinen guten Vorsäßen gewesen! Wie oft hab auch ich, meines Versprechens uneingedenk, Dich, o Herr, mit Petrusverleugnet! Aber wie selten hab ich mit wahren Neuethränen mit Petrus meine Sünden beweint! O möchte ich ihn, den ich in der Sünde übertroffen, in der Buße erreichen, und dann im Guten verharrend, mich mit den Engeln erfreuen und in ihren Lobgesang einstimmend Dir singen: Ehre sey Gott in der Höhe! Bei der Collecte, der Epistel und dem Graduale. Denke an alle Anklagen des Volkes gegen Christum, an den Rath im Hause des Caiphas, an die mannichfaltigen Unbilden, die er dort erlitten, daß Anspeien, die Backenstreiche, die Verspottungen 2c. O sanftmüthigster Herr, wie vieles hast Du gelitten durch die Gewalt deiner unermeßlichen Liebe zu mir! Ach wie hab ich Dir vergolten, wie soll ich Dir vergelten? u. s. w. s. S. 88. Beim Evangelium. Wenn der Priester von der Rechten zur Linken geht, erinnere dich, wie Christus von Caiphas zu Pilatus geführt, über seine Lehre und seine Jünger von den Gottlosen befragt, wegen seines Evangeliums angeklagt, und daher mit vielen Unbilden und Schmähungen überhäuft wurde. O weisester Herr, Du bist als Lehrer vom Himmel gekommen, um uns den Weg Gottes in der Wahrheit zu lehren und uns von der Erde zum Himmel zu führen; und um dein Werk vollkommener 90 Meßgebete. zu erfüllen, hast Du eher angefangen zu handeln als zu lehren. Und doch leidest Du Schmach! Neine Wahrheit war in deinen Worten, in deinen Handlungen Heilige Güte und Gerechtigkeit, in deinem ganzen Wandel Aufrichtigkeit, denn wer konnte Dich einer Sünde beschuldigen? Und dennoch läßt Du Herr, Lehrer und Richter aller Menschen, Dich von den Gottlosen und Sündern richten und verwerfen. O möchte ich mit gutem und fruchtbarem Herzen den Samen deines Wortes aufnehmen und vielfältige Früchte bringen in Geduld! Beim Credo. Betrachte, wie Christus von Pilatus zu Herodes geschickt, und von diesem in einem weißen Gewande, als ein Wahnwiziger, verspottet wurde. Beherzige, wie die Mutter des Herrn Ihm auf seinem Leidenswege gefolgt, welche Schmerzen fie in ihrem Herzen gelitten, und im Glauben, in der Hoffnung und Liebe zu ihrem Sohne bis zum Ende verharret. Wahrhaftig groß war deine Trübsal, o du Gebenedeite unter den Weibern, und dein Schmerz gleich dem endlosen Meere. Aber Glaube, Hoffnung und Liebe nahmen bei Dir nicht ab. Festiglich glaubtest du, du werdest einst sehen die Güter des Herrn im Lande der Lebendigen. Auf Gott seztest du deine Hoffnung und bist nicht schamroth worden. Ihn hast du geliebet aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele, aus allen deinen Kräften. Durch deine Fürbitte, o Mutter des Herrn, vermehre in mir den Glauben, stärke die Hoffnung, mache vollkommen die Liebe. Denn du bist die Mutter der schönen Liebe. Bei der Aufopferung. Bedenk o meine Seele, wie geduldig Christus die schmerzvolle Geißelung und die schmachvolle Krönung für uns gelitten, und fich ganz für unsere Sünden aufgeopfert hat. O Du Schönster unter den Menschenkindern, Du Sehnsucht und Erwartung der Völker, Du, den die Engel zu schauen verlangen, und an dem der himmlische Vater sein Wohlgefallen hatte, Du bist jegt der Spott der Menschen und der Verworfene des Volkes. Du bist für uns aufgeopfert worden, weil Du es selbst also gewollt hast, und ach, wie wirst Du verhöhnt und verachtet! Sieh, o Herr, ich opfere mich Dir ganz auf mit Leib und Seele, o verachte mich nicht, für den Du dich ganz hast aufopfern wollen! Meßgebete. Beim Händewaschen. Betrachte, wie Pilatus durch Waschung seiner Hände den äußern Schein der Unschuld gesucht, in der That aber die Sünde nicht gemieden. 91 Wie oft und vielfältig suche ich, o Herr, den äußern Schein der Tugend und befleißige mich so wenig der wahren innerlichen Vollkommenheit! Reinige mich, o Herr, von meinen verborgenen Sünden und wegen fremder Sünden schone deines Dieners. Beim Drate fratres. Betrachte, wie Christus von Geißelstreichen zerriffen, mit Dornen gekrönt, dem wüthenden Volke mit den Worten: Sehet den Menschen! vorgestellt wurde. Jesu, wie werde ich vor deinen Augen bestehen an jenem Tage, wann Du, den ich durch meine Sünden gegeißelt und mit Dornen gekrönt, als Richter der Lebendigen und der Todten erscheinen wirst! Wo werd ich mich alsdann verbergen vor deinem Borne? Herr, sieh nicht auf die Größe meiner Sünden, sieh an die Größe deiner Schmerzen, die Du für mich gelitten hast, und laß Dich durch den Schmerz versöhnen, den ich über meine Sünden empfinde. Ich bereue aus Grund meines Herzens, daß ich Dich je beleidigt habe u. s. w. s. S. 88. Beim Sanctus. Erwäge den heftigen Schmerz Christi und die Betrübniß seiner Seele, als Er Sich von den Juden dem Mörder hintangesetzt sah und sie mit rasender Wuth rufen hörte: Kreuzige ihn! kreuzige ihn! Bist Du es nicht, o Herr, dem wenige Tage zuvor das Volk bei seinem Einzuge in Jerusalem Zweige und Kleider auf den Weg streute und zujauchzte: Hosanna, gebenedeit sey, der da kommt im Namen des Herrn? Bist Du es nicht, dem die Engel heilig, heilig, heilig singen? O der menschlichen Unbeständigkeit! Wehe mir, der ich jetzt spreche, daß ich in Ewigkeit nicht werde bewegt werden, und bald vielleicht mit den Juden schreie: Kreuzige ihn. Auf Dich, o Herr, allein will ich fünftig mein Vertrauen setzen, sey Du meine Hülfe. Richte meine Füße auf deinen Fußsteigen, damit meine Tritte nicht wanken. Beim Canon. Betrachte, wie Jesus von allen Jüngern verlassen, mit dem schweren Kreuze beladen den Calvarienberg hinaufsteigt. Meßgebete. O Herr, wohin führt Dich meine große Sündhaftigkeit und deine unermeßliche Liebe! Mich erwartete ewiges Kreuz, und Du nimmst es auf deine Schultern. Wahrhaft hast Du o Herr unsere Schmerzen gelitten und unsere Schwachheiten getragen. O gütigster Herr, wie vieles hast Du gethan durch die Gewalt deiner unermeßlichen Liebe zu mir! Ach, wie hab ich Dir vergolten, wie soll ich Dir vergelten! u. s. w. s. S. 88. 92 Bei Erhebung der H. Hoftie und des h. Kelches. Betrachte, andächtige Seele, wie Christus mit Händen und Füßen an's Kreuz genagelt, am Kreuze emporgehoben und dem ganzen Volke gezeigt wurde. O Christe Jesu, ich bete Dich an, der Du von der Erde erhoben worden, um alles an Dich zu ziehen. Ich sehe Dich mit ausgespannten Armen am Kreuze hangen, bereit, uns zu umarmen und höre Dich die Worte rufen: Kommet alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seyd, und Ich will euch erquicken. D Herr, wenn ich säume, zu Dir zu kommen, ziehe mich mit den Banden deiner Liebe, welche Du uns am Kreuze sterbend bewiesen hast. Jesum den Gekreuzigten zu bekennen und zu suchen, sey meine höchste und einzige Freude. Es sey ferne von mir, mich zu rühmen außer in dem Kreuze meines Herrn Jesu Christi. O ewiger Vater, sieh hier ist dein geliebter Sohn, an welchem Du dein Wohlgefallen hast. Sieh an das Antlig deines Gesalbten, und wende dein Angesicht ab von meinen Sünden, für welche dein eingeborner Sohn sich gedemüthigt hat und Dir gehorsam worden ist bis zum Tode des Kreuzes. Siehe, Er ist unser Fürsprecher bei Dir und die Versöhnung für unsre Sünden. Denn Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leibe getragen auf dem Holze, und durch seine Wunden sind wir heil geworden. Daher schlage ich mit dem Zöllner an meine über so viele Sünden von innigem Schmerze durchdrungene Brust; denn nur sie haben deinem Eingebornen alle diese Qualen verursacht. Durch Ihn sey mir Sünder gnädig. Sieh das Blut deines Sohnes schreit zu Dir auf von der Erde, nicht um Nache, nein um Gnade. Laß sein Leiden und seinen Tod mir zum Heile und zur Verzeihung meiner Sünden gereichen. Aus den Wunden seines heiligen Leibes laß Balsam für meine franke Meßgebete. 93 11 Seele fließen. Gönne ihr ein Tröpflein jenes Blutes, das die ewige Liebe für uns am Kreuze vergossen, damit sie in Gegenliebe entbrenne und ich in Wahrheit mit dem Apostel sagen könne: Wer wird mich scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Bedrängniß? oder Hunger? oder Blöße? oder Gefahr? oder Verfolgung? oder das Schwerdt? Ich bin gewiß, daß weder Tod, noch Leben, weder Engel, noch Fürstenthümer, noch Gewalten, weder Gegenwärtiges, noch Zukünftiges, weder Macht, noch Höhe, noch Tiefe, noch irgend was geschaffen ist, mich zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die ist in Christo Jesu unserm Herrn." Amen. Nach der Wandlung. Bedenke, wie sich bei der Kreuzigung Christi Finsterniß über die ganze Erde verbreitet hat, und bete für die Seelen der Abgestorbenen, die noch nicht zur Anschauung des ewigen Lichtes gelangt sind und noch in den Finsterniſsen und in den Schatten des Todes sigen. Herr Jesu Christe, Du König der Glorie, errette die Seelen aller im Glauben Verstorbenen von den Peinen der Hölle und von dem Abgrunde der Tiefe, errette fie aus dem Rachen des Löwen, daß die Hölle sie nicht verschlinge, und sie nicht in die Finsterniß fallen, sondern der Erzengel Michael, dein Bannerträger ste geleitend führe zum seligen Lichte, welches Du dem Abraham verheißen haft und seinem Samen. Beim Vater unser. Bei den sieben Bitten betrachte, christliche Seele, die sieben letzten Worte, welche Jesus am Kreuze gesprochen hat. Vater unser, der Du bist in den Himmeln, 1. geheiliget werde dein Name. O Herr, verleihe mir, daß ich Dich unser aller Vater ehre, liebe und fürchte, und meinen Nächsten um Deinetwillen mit Wahrheit und Aufrichtigkeit liebe. Du hast uns ein Beispiel dieser Liebe hinterlassen, als Du am Kreuze hangend und für deine Feinde sterbend für sie batest:, Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. 11 O wunderbare Liebe! Möchten wir, die wir uns Christen nennen, sie nachahmen. Denn keiner, o Christe, ehrt deinen Namen mehr, und keiner beweist besser, daß 11 94 Meßgebete. er dein Jünger, daß er ein Christ sei, als wer nach deinem Beispiele auch seine Feinde liebt. 2. Bukomme uns dein Reich. Jenes Reich, welches Du dem Schächer am Kreuze mit den Worten versprochen hast: ,, Heute wirst du bei mir im Paradiese seyn." O möchte ich dieses süße Wort in meiner Todes= stunde zu hören verdienen. Gieb mir o Herr, den Glauben, die Hoffnung und die Reue jenes Mörders, und vor dem bösen Rufe wird mein Herz sich nicht fürchten. 3. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Du willst, o Jesu, daß vor allem die, welche Dir am liebsten sind, auch Gefährten deines Kreuzes seyen; ja Du giebſt dieſes als ein Zeichen und einen Beweis deiner Liebe. Mit welchem Herzeleid standen deine süßeste Mutter und der Jünger, den Du liebtest, am Fuße deines Kreuzes; es war dein heiliger Wille, daß das Schwerdt des Schmerzes die Seele deines Jüngers und ein siebenfaches das Herz deiner Mutter durchdränge, aber Du ließest sie nicht ohne Trost leiden, und sprachest zu ihr: Weib, sich deinen Sohn," und zum Jünger:„ Sieh deine Mutter. 11 11 D Herr, sieh ich bin dein; willst Du mich zum Gefährten deines Leidens, mein Herz ist bereit; willst Du mich zum Gefährten deiner Tröstungen, mein Herz ist bereit. Es geschehe an mir in allem dein heiliger Wille, wie er an deinen Auserwählten im Himmel, deinen Geliebtesten erfüllt worden ist. Ich wünsche Dir in Allem zu gefallen, in Allem zu gehorchen; aber ich bitte dazu um deine Gnade; ich weigere mich nicht, mit Dir zu leiden; aber vermehre Du meine Geduld: darum bitte ich Dich durch die Liebe deiner schmerzhaften Mutter, welcher Du mich in deinem Jünger zum Sohne gegeben hast. 4. Unser tägliches Brod gieb uns heute. Denn wenn Du Herr mich nicht stärkest, werde ich bald ermatten. Herr, der Du mich nährest von meiner Jugend an bis zum hohen Alter, verlasse mich nicht, wenn meine Kräfte schwinden. Gedenke, daß Du meinetwegen, in deiner Angst verlassen, zu deinem Vater gerufen hast: Mein Gott, mein Gott, wie hast 11 Meßgebete. 95 Du mich verlassen!" Auf Dich sind Aller Augen gerichtet, und Du giebst ihnen Speise und Stärkung zu rechter Zeit. Auch ich rufe zu Dir in meinem Hunger und in meiner Noth. Wenn Du mich verachtest, wer wird mich ansehen? Wenn Du mich verläßt, wer wird mich aufnehmen? Wenn Du mich zurückstößt, wer wird mich erquicken? 5. Und vergieb uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Denn deswegen hast Du dein Blut so reichlich vergossen, daß wir reichliche Erlösung fänden, und Du mit dem höchsten Preise unsere Schulden tilgest, die außer Dir niemand tilgen konnte. O welche Liebe, welche Sehnsucht nach unserm Heile! Hinschwindend vor Liebe, verblutet und verdorret riefst Du am Kreuze: Mich dürstet!" Wonach dürstete Dich, als nach dem Kelche des Leidens und des Todes, den Du bis auf die Hefe leertest, um unsere Schulden und Vergehen gänzlich zu tilgen? 11 6. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern wie ein guter Hirt führe und lenke uns als die Schafe deiner Weide, und als unser Mittler befiehl uns deinem Vater, dem Du sterbend Dich selbst befohlen hast mit dem Rufe: Vater! in deine Hände befehle ich meinen Geist." Laß uns nicht verloren gehen, o Herr, der Du gekommen bist, um zu suchen und zu retten, was verloren war. 11 7. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Amen. Denn wozu alle die Mühseligkeiten und Schmerzen deines ganzen Lebens, wozu das ganze Werk deiner Erlösung, wovon Du am Kreuze gerufen hast:„ Es ist vollbracht!" wozu anders, als daß wir von allem Uebel befreit werden, und uns in Dir, dem höchsten und einzigen Gute, erfreuen mögen? O möchte es mir vergönnt seyn, Dich dereinst zu besitzen. Amen, so sey es, o Christe Jesu, so sey es, o Du mein Heil und mein Leben und mein Theil, o Gott, in Ewigkeit. Bei der Theilung der H. Hoftie und beim Agnus Dei. Betrachte die Trennung der Seele Christi von seinem Leibe, d. i. seinen Tod, den Er wie ein unschuldiges Lamm, zur Schlachtbank geführet, ertrug, um die Sünden der Welt hinweg zu nehmen. 96 Meßgebete. O Herr, Du Urquell des Lebens stirbst, damit ich des Todes Schuldiger lebe. Wer giebt mir, daß ich der Welt und dem Fleische sterbe und Dir allein lebe? O Herr, wie vieles hast Du durch die Gewalt deiner unermeßlichen Liebe u. f. w. s. S. 88. Bei der Communion des Priesters. Betrachte wie der Leichnam Christi in das Grab gelegt wird, und empfange auch du deinen Heiland, wenigstens geistlicher Weise, durch eine Lebendige Erweckung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Jch bete Dich an, o Herr Jesu; mit lebendigem und wahrhaftigem Glauben, daß Du in diesem h. Sacramente mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut, durch die Kraft deiner Allmacht, Weisheit und Güte, wahrhaft gegenwärtig bist; ich hoffe auf Dich, o Du Urquell aller Güte und Barmherzigkeit: denn ich bin nicht würdig, daß Du unter mein Dach eingehest, sondern sprich nur ein Wort, und meine arme, kranke Seele wird gesund. Ich liebe Dich, Du liebevoller Herr, aus meinem ganzen Herzen, über mich und über alles; und deßwegen begehre ich Dich wenigstens geistlicher Weise zu empfangen, durch den Mund des Priesters deines Dieners, der jetzt am Altare das heil. Opfer für uns alle darbringt, damit ich Dich genießend, in Dich verwandelt und ein Geist mit Dir werde, auf daß nichts mehr mich von Dir. scheide, und ich Dir anhange in Ewigkeit. Mache, o Herr, durch dieses Geheimniß, durch dieses große Geschenk deiner Liebe, daß ich deinen H. Leib mit den Gewürzen und den Wohlgerüchen der Tugenden salbe, und in das weiße Linnen eines reinen Gewissens gehüllt, in ein neues und reines Herz lege, auf daß Du in mir und ich in Dir beständig bleiben und ruhen möge. Nach der Communion. Betrachte die glorreiche Auferstehung des Herrn. Möchte auch ich jetzt von dem Tode der Sünde wahrhaft auferstehen und fortan mit Dir in einem neuen Leben wandeln. Denn Du bist gestorben wegen unserer Sünden und auferstanden zu unserer Rechtfertigung. O Herr, wie vieles hast Du durch die u. s. w. 1. S. 88. Meßgebete. Beim Ite missa est, dem Segen und dem Evangelium Johannis. 97 Betrachte, wie Christus, nachdem er das Werk der menschlichen Erlösung vollbracht hat, glorreich zum Himmel auffährt, und wie die Apostel nach Empfang des Segens Christi in alle Welt gehen und das Evangelium verkündigen allen Geschöpfen. O glorreichster Jesu, soll ich noch mit niedriger Gesinnung an der Erde haften, da ich weiß, daß Du mein Vater im Himmel bist? Führe mich mit Dir hinauf, damit ich suche, was droben ist, und teinen Geschmack finde an dem, was auf Erden ist. Gieb, daß mein Wandel im Himmel sey. O Christe Jesu, der Du im Himmel, wie auf dem Throne deiner Majestät wohnest, und doch auf dem Altare zugegen zu seyn und durch die Hände dieses Priesters aufgeopfert zu werden Dich gewürdiget hast; ich bete Dich an, lobe und liebe Dich aus ganzem Herzen; aber ich lasse Dich nicht, bevor Du mich gesegnet hast. Sey unser Mittler, wo Du zur Rechten Gottes sizest, und bitte deinen Vater unaufhörlich für uns; zeige Jhm dein Blut und deine Wunden und alle deine Verdienste; wie könnte Er zürnen bei so vielen Beweisen der Liebe? O süßester Herr, wie vieles u. s. w. ₁. S. 88. Unterricht über das Sacrament der Buße. 1. Was das Sacrament der Buße sey. Unser Herr Jesus Christus, wohl erwägend, daß bei der allgemeinen Schwäche und Verderbniß der menschlichen Natur nur wenige Auserwählte das hochzeitliche Gewand der Unschuld, womit die Kirche sie in der Taufe bekleidet, unverlegt und makellos bewahren würden, hat in der Fülle seiner Barmherzigkeit uns armen Sündern ein Sacrament hinterlassen wollen, wodurch wir von unsern nach der Taufe begangenen Sünden gereinigt und der Verdienste seines Leidens von Neuem theilhaftig werden könnten. Daher erschien Jesus am Abend desselbigen Tages, wo Er glorreich von den Todten auferstanden, seinen versammelten Jüngern und stand mitten unter ihnen und Wie Mich der Vater gesandt hat, also sprach: Der Friede sey mit euch. " sende Ich euch." Da Er dieses gesagt hatte, hauchte Er sie an und sprach zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden vergebet, denen sind sie vergeben; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten." Mit diesen ausdrücklichen Worten hat Jesus den Aposteln und ihren rechtmäßigen Nachfolgern die Gewalt ertheilt, die Sünden zu vergeben oder zu behalten, und das Sacrament der Buße eingesetzt. Demnach ist die Buße dasjenige Sacrament, wodurch dem Gläubigen nach reumüthiger, gültiger Beichte die priesterliche Lossprechung von allen nach der Taufe begangenen Sünden ertheilt wird. Conc. Trident. sess. 14. C. 1. und sess. 6. C. 14. Die Wirkungen dieses H. Sacramentes sind: 1) Nachlassung der Sündenschuld, 2) Versöhnung mit Gott und Wiedererlangung oder Verstärkung der heiligmachenden Gnade, 3) Frieden und Ruhe der Seele. 2. Was zur gültigen Empfangung dieses h. Sacramentes erfordert werde. Drei Stücke werden von Seiten des Sünders zum würdigen Empfang des Bußsacramentes erfordert: I. Reue und Leid über die begangenen Sünden, mit dem festen Vorsage, nicht mehr zu sündigen; II. die Beichte, oder das aufrichtige Bekenntniß der Sünden; III. die Genugthuung. Denn alsdann, spricht der hellige Chrysostomus, ist die Buße wirksam, wenn wir uns auf dieselbe Weise mit Gott versöhnen, wie wir Ihn erzürnet Ueber das Sacrament der Buße. 99 haben. Wir erzürnen aber Gott mit Gedanken, Worten und Werken. Deshalb sollen wir im Herzen Neue und Leid erwecken, mit dem Munde bekennen, und im Werke Genugthuung leisten. I. Von der Reue. 1. Was die Neue sey. Die Neue ist ein Schmerz der Seele und eine Verabscheuung der begangenen Sünden, mit dem festen Vorsage, nicht wieder zu sündigen. Damit die Reue aber wirksam sey und uns der Vergebung der Sünden würdig mache, muß sie verbunden seyn mit einem kindlichen Vertrauen auf die göttliche Barmherzigkeit und dem ernstlichen Willen alles andere zu vollbringen, was zum würdigen Empfange des heil. Bußsacramentes erfordert wird. Concil. Trid. a. a. D. Demnach besteht das Wesen der Neue nicht bloß in der Besserung des Lebens, sondern besonders in dem Schmerze und Abscheu ob der begangenen Sünden, wovon die Besserung nur eine nothwendige Folge ist. So rief David im Schmerze seiner Seele: Abgemattet bin ich durch mein Seufzen; jede Nacht beneze ich mein Lager und bade meine Ruhestätte mit meinen Thränen;" Ps. 6, 7., und Ezechias schrie zum Herrn: Dir alle meine Jahre in der Bitterfeit meiner Seele." Isaias 38, 15. Wieder überdenken will ich vor 2. Wie die Reue eingetheilt werde. Die Neue wird nach ihren Beweggründen eingetheilt in die natürliche und übernatürliche. Die natürliche Neue hat bloß den durch die Sünden zugezogenen irdischen Verlust an Hab und Gut, an der Gesundheit, der Ehre u. s. w. im Auge, und kann uns keine Vergebung von Gott erwirken, weil sie an Gott nicht denkt. Die Reue muß also immer eine übernatürliche seyn, d. h. sie muß aus übernatürlichen Beweggründen hervorgehen oder sich auf Gott beziehen. Diese übernatürliche Reue ist wieder eine zweifache, eine vollkom- mene und eine unvollkommene. Die vollkommene Neue wurzelt in der vollkommenen Liebe Gottes, sie beweint und verabscheut die Sünden, weil sie Gott, das höchste, liebenswürdigste, vollkommenste Gut dadurch beleidigt haben, und macht den Menschen bereit, eher alle Güter der Welt zu verlieren und den bittersten Tod zu leiden, als Gott noch einmal durch eine schwere Sünde zu erzürnen. Die unvollkommene Neue entspringt aus der Furcht vor Gott dem gerechten Richter, und verabscheut die Sünde, weil sie den Himmel ver-. wirkt und die ewigen Höllenstrafen nach sich zieht. 3. Welches die Wirkung der vollkommenen Neue sey. Durch die vollkommene Reue erlangen wir von Gott gänzliche Nachlaffung aller unserer Sünden, und zwar ohne die Beichte, falls wir keine Gelegenheit zu beichten haben. És versteht sich aber, daß wir den Willen haben müssen, mit nächster Gelegenheit zu beichten; denn wer den Heiland wahrhaft liebt, 7* 100 Ueber das Sacrament der Buße. kann und darf die von ihm eingesegten Heilsmittel nicht vernachlässigen. Außerdem sind wir der Vollkommenheit unserer Reue nie gewiß, zumal wenn wir öfters Gott mit schweren Sünden beleidigt haben. Doch sollen wir uns befleißigen, dieselbe so gut wir können zu erwecken, und zwar besonders in Todesgefahr und so oft wir fürchten, in eine schwere Sünde gefallen zu seyn, und zwar eines Theils, um der Gefahr der ewigen Verdammniß zu entgehen, und andern Theils, um den guten Werken, die wir üben, ihre verdienstliche Kraft für die Ewigkeit nicht zu entziehen. Denn alle guten Werke, welche im Stande der Ungnade vollbracht werden, sind gleichsam todte Werke, und werden in der Ewigkeit nicht belohnt. Gleichwohl wird die göttliche Güte durch des Sünders gute Werke öfters bewogen, ihn nicht gänzlich zu verwerfen, Deswegen soll der sondern ihm die Gnade der Bekehrung zu verleihen. Mensch, wenn er die heiligmachende Gnade verloren, sich besonders in guten Werken üben und der Sünden enthalten. Denn wer weiß, welche Sünde das unbekannte Maaß seiner Bosheit voll macht, und den Zorn Gottes und die ewige Verwerfung nach sich zieht? 4. Wie man die vollkommene Reue erwecken könne. Die vollkommene Neue kann mit einem einzigen Seufzer des Herzens, mit einem einzigen Worte erweckt werden. So sprach der König David, nachdem ihm der Prophet Nathan seinen Mord und Ehebruch vorgehalten: Ich habe vor dem Herrn gesündigt!" und alsbald erwiderte Nathan: Der Herr hat deine Sünde hinweggenommen, du wirst nicht sterben." Wie innig aber auch David bei diesem Worte von der Liebe zu Gott, vom Schmerze über die Ihm zugefügte Beleidigung und vom Verlangen nach Abbüßung und Genugthuung durchdrungen gewesen, das beweist sein ganzes folgendes Leben, wodurch er allen wahrhaft reumüthigen Büßern zum Vorbilde geworden. Lasset uns also, und die wir ihm in der Sünde gefolgt sind, auch in der Buße ihm folgen, öfters zum Herrn rufen: Du mein Gott und Herr, mein höchstes Gut, ich liebe Dich, aus allen Kräften meiner Seele, über alles, und bereue aus innerstem Herzensgrunde, Dich jemals mit einer Sünde beleidigt zu haben; fortan will ich nicht mehr sündigen, und in allem will ich deinen heiligen Willen erfüllen. Amen. Es wolle aber keiner, sich auf die Erweckung der vollkommenen Neue als ein allzeit gegenwärtiges Mittel wider die Gefahr ewiger Verdammniß verlassend, in seinem sündigen Leben beharren, denn wie könnte ein solcher beharrlicher Sünder die besondere zur Erweckung der vollkommenen Neue erforderliche Gnade von Gott erwarten? Täuschet euch nicht," spricht der Apostel, Gott läßt mit Sich nicht spotten." Gal. 6, 7. 11 11 5. Von den Wirkungen der unvollkommenen Neue. Die unvollkommene Reue kann uns nicht wie die vollkommene, wenn wir im Stande der Ungnade sind, mit Gott ohne Beichte versöhnen; doch ist sie, mit der Beichte verbunden, hinreichend, die priesterliche Lossprechung, und somit von Gott die Nachlassung unserer Sünden zu erlangen. Um sie zu er wecken, betrachte der Sünder die Abscheulichkeit, Größe und Menge seiner Ueber das Sacrament der Buße. 101 Sünden, den Verlust der Gnade Gottes und seiner ewigen Belohnungen, den Born des gerechten Richters und die Strafen der Hölle. 6. Das Sacrament der Buße wird ungültig empfangen, wenn die Erweckung der Rene nicht der Lossprechung vorhergeht. Wer nicht vor der Lossprechung alle seine Sünden von Herzen bereut, erlangt nicht nur keine Verzeihung derselben, sondern begeht durch den unwürdigen Empfang des Sacramentes eine neue schwere Sünde, und hätte beffer gethan, sich der Beichte zu enthalten. Hat es dem Saul genügt," spricht der H. Bernhard, daß er auf Samuels Ermahnung seine Sünde gestand? Schuldvoll war ohne Zweifel jenes Bekenntniß, welches die Schuld nicht getilgt hat," weil es nämlich nicht aus einem zerknirschten und demüthigen Herzen kam. Reiner," schreibt der heil. Augustinus, der dieses Sacrament empfängt, kann zum ewigen Leben gelangen, es sey denn, daß ihm sein vergangenes Leben herzlich leid sey, und er sich ernstlich vornehme, künftig nicht mehr zu sündigen." Hom. 50. 6. 2. Und an einer andern Stelle: Der Sünder wird gerettet, weil er bereut: er wird befreit, weil er büßt." 11 7. Ob man bei denen eine hinreichende Neue voraussetzen dürfe, die immer wieder von Neuem dieselben schweren Sünden begehen? " 1 Darauf antwortet uns der H. Augustinus:„ Viele bekennen fortwährend, sie seyen Sünder, und doch gefällt es ihnen noch zu fündigen. Das ist ein Bekenntniß, keine Besserung; die Seele klagt sich an, aber sie wird nicht geheilt; die Beleidigung wird gestanden, aber nicht getilgt." Serm. 7. Damit stimmt überein der H. Gregorius: Buße thun heißt, das begangene Böse beweinen, und nichts Beweinenswerthes mehr begehen. Wer seine Sünden beweint, um wieder neue zu begehen, der weiß nicht, was Buße thun heißt." Hom. 34. Was würde man von einem Sohne halten, der, nachdem er seinen Vater gröblich mißhandelt, demselben seine Schuld eingesteht, und sobald er Verzeihung erlangt, zu denselben Mißhandlungen zurückkehrt, dann von Neuem um Verzeihung fleht, und abermals seine Mißhandlungen wiederholt? Hieße das nicht, die Güte seines Vaters schmählich mißbrauchen und sich der fernern Vergebung unwürdig machen? Siehe zu, ob du nicht also gegen Gott handelt. Du bereuest deine Bosheit, beichtest deine Sünden, versprichst Besserung, erhältst die Lossprechung, und überlieferst dich bald wieder deinen alten Gelüsten, um mit denselben Sünden belastet zum Richterstuhle der Buße zurückzukehren. Was ist das für eine Versöhnung mit Gott? Welches Ende haft du bei solchem Leben zu erwarten? Wie viele müssen ewig in der Hölle leiden, die nie ernstlich mit der Sünde gebrochen, und immer zwischen Beichte und Todsünde geschwebt, bis der unversehene Tod dem Gespötte, welches sie mit der göttlichen Langmuth getrieben, ein Ende gemacht und sie vor das Gericht ihres erzürnten Gottes gerufen. Das ist wahre Buße," spricht der heil. Augustinus, wenn einer sich so bekehrt, daß er nicht wieder zur Sünde zurückkehrt; wenn er sie so bereuet, daß er sie nicht wiederholt." A. a. D. 11 102 Ueber das Sacrament der Buße. 8. Wir dürfen nicht fündigen in der Hoffnung, Barmherzigkeit zu erlangen. Viele reden der Freiheit zu sündigen das Wort, indem sie immer die göttliche Barmherzigkeit erheben, und die göttliche Gerechtigkeit gern in Vergessenheit bringen möchten. Wohl ist Gott die unendliche Barmherzigkeit, aber Er ist nicht minder die unendliche Gerechtigkeit, und verzeiht nur den Sündern, die sich von ganzem Herzen zu Ihm bekehren. Wie darf aber der Sünder hoffen, daß er an seinem Ende den wahren Haß gegen die Sünde empfinden werde, nachdem er sie sein ganzes Leben lang geliebt und ihr gefröhnt, und Gottes Gnade von sich gestoßen? Würde er nicht von Neuem zu sündigen anfangen, wenn Gott ihm längeres Leben schenkte? Die h. Schrift ist voll von Beispielen, daß Gott die größten Sünder zu Gnaden aufgenommen, so David, Manasses, Magdalena, Petrus, Paulus, Zachäus u. A.; aber keiner von ihnen ist nach seiner Bekehrung rückfällig geworden, und nur vom Schächer am Kreuze wissen wir, daß er noch in seiner Todesstunde Verzeihung erlangte. Höre wie der Siracide dich ermahnt: ,, Sage nicht, des Herrn Erbarmen ist groß, Er wird die Menge meiner Sünden aus Gnaden verzeihen. Denn Erbarmen und Born kommen schnell von Ihm heran, und sein Zorn schaut auf die Sünder." Eccl. 5, 6. u. f. Und ferner: Mein Sohn, hast du gesündigt, thue es nicht wiederum: sondern leiste auch Abbitte für die vorigen Sünden, daß sie dir verziehen werden." Eccl 21, 1. 11 9. Die Buße soll nicht aufgeschoben werden. Der H. Clemens, dritter Papst nach dem heil. Petrus, schreibt in seinen Apostolischen Constitutionen, 2. B. 23. C.: Amon, der Sohn des Königs Manasses, hat sich selbst bei der Befriedigung seiner bösen Gelüste mit den Worten ermuthigt: Mein Vater Manasses hat viele Sünden begangen in seiner Jugend, und nachdem er alt geworden, hat er sie bereut und Buße gethan; ich will jest ebenfalls nach meines Herzens Wunsch der Wollust genießen, und hernach mich zu Gott bekehren und Buße thun. Aber er erlangte weder das Alter seines Vaters, noch die Gnade der Bekehrung. Denn schon im zweiten Jahre seiner Herrschaft wurde er mitten in seinen Lüsten von einem seiner Diener umgebracht." Säume nicht," spricht Sirach, dich zum Herrn zu bekehren, und verschieb es nicht von Tag zu Tag; denn plözlich kommt sein Zorn, und zur Zeit der Vergeltung wird Er dich vernichten." Eccl. 5, 8. Mit welchem Rechte glaubst du, daß Gott anders mit dir verfahren werde, denn mit Amon? Morgen, sagst du, will ich mich bekehren, und der H. Augustinus antwortet:„ dem Bekehrten hat Gott Gnade verheißen, aber den morgenden Tag hat dir niemand versprochen." Serm. 59. Söre den Rufer in der Wüste: Ihr Nattergezüchte, wer hat euch gelehrt, dem kommenden Borne zu entfliehen? Darum thut rechtschaffene Früchte der Buße." Matth. 3, 7. Und der Heiland selbst rufet uns allen zu: Wo ihr nicht Buße thut, werdet ihr alle gleicherweise umkommen." Luc. 13, 3. verschiebst du auf den morgenden Tag?" ermahnt der h. Ambrosius:„ Hüte dich, daß du nicht den heutigen verlierest, und jenen nicht erreichest." Brief 82. „ Die Strafe wird den Sünder treffen, daß er sterbend seiner selbst vergeſse, 11 " Was 11 Ueber das Sacrament der Buße. 103 da er im Leben Gottes vergessen hat." Aug. Hom. 41. die ein schwacher Kranker thut, ist schwach. Wer daher bei Gott Barmherzig,, Denn die Buße, keit finden will, der thue Buße hienieden in seinen gesunden Tagen, damit er droben selig seyn möge." Augustinus ser. 57. 10. Durch Vorstehendes lasse sich keiner zur Kleinmüthigkeit verleiten. 11 Reiner, auch selbst nicht der größte Sünder, soll an seiner Rettung verzweifeln; denn die Sünde der Verzweiflung ist schlimmer, als die Sünde der Vermessenheit; diese vergißt der Gerechtigkeit Gottes, während jene seine Barmherzigkeit leugnet. ,, Wenn der Gottlose Buße thut," spricht der Herr beim Propheten Ezechiel 18, 21. für alle seine Sünden, die er begangen hat, und alle meine Gebote hält und Recht übt und Gerechtigkeit, so soll er leben und nicht sterben; aller seiner Missethaten, die er begangen hat, will Ich nicht gedenken." „ So wahr Ich lebe, spricht Gott der Herr, Ich will nicht den Tod des Gottlosen, sondern daß sich der Gottlose bekehre von seinem Wege und lebe. Bekehret euch, bekehret euch von euren so schlimmen Wegen! warum auch wollet ihr des Todes sein?"" Die Ungerechtigkeit des Gottlosen wird ihm nicht schaden an dem Tage, da er sich bekehren wird von seinem Frevel." Ezechiel 33, 11. 12. II, Von der Beichte oder dem Bekenntniß. 1. Die Beichte oder das Bekenntniß der Sünden muß vor einem Priester geschehen, der von seinem Bischof die Befugniß dazu erhalten hat. Als unser Heiland Jesus Christus zu den Aposteln sprach: Welchen ihr die Sünden vergebet, denen sind sie vergeben, welchen ihr sie vorbehaltet, denen sind sie vorbehalten," und ihnen und ihren rechtmäßigen Nachfolgern damit die Binde- und Lösegewalt ertheilte, hat Er zugleich den Gläubigen die Verpflichtung auferlegt, dem Priester an Gottes Statt ihre Sünden zu bekennen, damit dieser wissen könne, ob er dieselben vergeben oder vorbehalten solle. Unsere H. Mutter, die Kirche, hat daher allen Gläubigen, welche sich durch das Sacrament der Buße von ihren Sünden reinigen wollen, dieses Bekenntniß oder die Beichte als unerläßliche Bedingung vorgeschrieben. Wir leſen in der Apostelgeschichte 19, 18.: Gś kamen Viele, die gläubig geworden, be kannten und sagten was sie gethan hatten." uns: Bekennet einander eure Sünden." C. 5, V. 18. Der Apostel Jacobus ermahnt Sünden bekennen," spricht der Lieblingsjünger Christi, ,, Er( Gott) ist treu Wenn wir unsere und gerecht, daß Er uns unsere Sünden vergebe, und uns reinige von aller Ungerechtigkeit. 1. Joh. 1, 9. Damit stimmen überein die Zeugnisse der H. Väter. Hieronymus zum 19. Cap. des Eccl. lehrt:„ Wenn die Schlange, der Teufel, Einen im Geheimen gebissen, und ihn mit dem Gifte der Sünde zum Tode gebracht hat, und es schweiget derjenige, der getroffen ist, und will 11 11 104 Ueber das Sacrament der Buße. die Wunde seinem Meister( dem Priester) nicht entdecken, so wird der Meister, der eine Zunge zu heilen hat, ihm nicht helfen können; denn was der Arznei verborgen ist, das heilet fie nicht." Gleicherweise lehrt der h. Augustinus ( über den Besuch der Kranken C. 4.): Einige glauben, es sey zu ihrer Seligkeit hinreichend, wenn sie Gott allein, dem nichts verborgen und keines Menschen Gewissen verdeckt ist, ihre Sünden bekennen. Denn sie wollen nicht, oder schämen sich, oder verschmähen es, sich dem Priester zu zeigen. Aber laß dich durch ihre Meinung nicht verführen. Bediene dich des Priesters, an Gottes Statt, als des Arztes für deine Wunden, und eröffne ihm deine Wege." 2. Wie die Beichte beschaffen seyn müſſe. Die Beichte muß seyn: 11 1. Demüthig. Gott widersteht den Hoffärtigen, den Demüthigen aber giebt Er Gnade." Jac. 4, 6. 3um Muster nimm dir Magdalena, die sich zu den Füßen ihres Heilandes niederwarf, den verlorenen Sohn, der seinem Vater zu Füßen fiel, und den Zöllner, der nicht wagte, die Augen gen Himmel zu erheben. 2. Aufrichtig und einfältig. Denn seine Sünden entschuldigen, verkleinern, ist, wie der H. Bernhard( 16. Nede über das hohe Lied) lehrt, kein Bekenntniß, sondern eine Vertheidigung, sie versöhnt nicht, sondern fordert heraus. Eine solche Entschuldigung ist es, wenn wir unsere Schuld auf einen andern schieben." Dies ist, was der H. Chrysostomus( zum 14. Pf.) am meisten an unsern Eltern Adam und Eva beweint: Da sie hätten einfach bekennen sollen: Wir haben gesündigt, schiebt Adam die Schuld auf Eva und diese auf die Schlange. So aber legen sie nicht nur kein Geständniß ab, sondern suchen sich sogar zu vertheidigen. Siehe, wie David keine Entschuldigung sucht, als er gesündigt hatte, sondern bekennt: Ich habe gefün digt vor dem Herrn." Viele," sagt der H. Augustinus( Hom. 12.),„ flagen den Teufel an, als habe er sie zu der That gezwungen und ihnen Gewalt angethan; dieser kann aber nur anreizen und verführen, zwingen kann er nicht." Daher sey die Beichte eine einfältige Anklage seiner selbst, nicht eines andern. 3. Kurz. Ohne alle Umschweife und unnöthige Erzählungen, wodurch eines andern Ehre verletzt werden könnte. Denn im Beichtstuhle sind wir dem guten Rufe des Nächsten noch größere Schonung schuldig, wie außerhalb deffelben. 4. Deutlich. Mit Vermeidung allgemeiner zweideutiger Ausdrücke, die zu Mißverständnissen führen. Gedenke, daß du vor Gott deine Sünden bekennst, dem nichts verborgen ist, daher gestehe dieselben, wie dein Gewissen sie dir vorhält, und wie sie Gott bekannt sind. So ist es z. B. nicht hinreichend, wenn du dich anklagst, du habest böse Gedanken gehabt, sondern du mußt hinzusetzen, welcher Art sie waren, ob du darin eingewilligt, dich darin erlustigt, ob du bereit gewesen, ihnen im Werke nachzukommen, wenn du Gelegenheit gehabt hättest u. s. w. 5. Vollständig, d. h., sie muß sich über alle schweren Sünden, über die Anzahl derselben und über die erschwerenden Umstände erstrecken, denn ein Kranker kann nicht geheilt werden, wenn er dem Arzte nicht seine tödtlichen - Ueber das Sacrament der Buße. 105 11 Wunden entdeckt. Sollte durch zu große Nachlässigkeit bei Erforschung des Gewissens, oder gar vorsäglich, eine schwere Sünde in der Beichte verschwiegen werden, so würden wir nicht nur die Lossprechung nicht erlangen, sondern eine neue schwere Sünde begehen. Alles, was dein Gewissen drückt," spricht der H. Bernhard, bekenne demüthig, aufrichtig und gläubig." Keiner lasse sich durch unzeitige Scham verleiten, irgend etwas dem Priester verheimlichen zu wollen. Um deiner Seele willen, schäme dich nicht, die Wahrheit zu sagen."( Eccl. 4, 24.)„ Beim Bekenntniß der Sünden, die wir begangen haben, sollen wir uns vor Niemand scheuen, nur Gott allein, wie es sich ziemt, fürchten."( Chrysost. Hom. 33.) Fürchtest du dich, zu bekennen, da du doch durch Nicht- Bekenntniß nicht verborgen bleiben kannst? Schweigend wirst du verdammt werden, während du bekennend hättest gerettet werden können."( Aug. zum 66. Ps.) Ach, warum schämst du dich zu bekennen, was du zu begehen dich nicht geschämt hast? besser ist es, vor einem Einzelnen Beschämung zu erleiden, als am Tage des Gerichtes vor so viel tauſend Menschen verworfen zu werden."( Aug. über den Krankenbesuch 2. B. G. 5.) III. Von der Genugthuung. Unter Genugthuung verstehen wir im Allgemeinen die Verrichtung guter Werke zur Abbüßung der zeitlichen Strafen, deren wir uns durch unsere Sünden schuldig gemacht. Denn durch die Lossprechung wird die Sündenschuld und die ewige Strafe erlassen, nicht aber die zeitlichen Strafen der Sünde aufgehoben. Die H. Schrift ist voll von Beweisen dieser Wahrheit. Man erinnere sich nur an David, der sein ganzes Leben in strengen Bußübungen zubrachte, nachdem ihm der Prophet Nathan die Vergebung seiner Schuld schon angekündigt hatte. Im engern Sinne bezeichnen wir mit dem Worte Genugthuung die von dem Priester vorgeschriebenen Bußwerke, und diese gehören zur Vollständigkeit des Bußsacramentes, so daß derjenige der Lossprechung nicht theilhaftig wird, welcher nicht schon vor derselben den festen Willen hatte, die ihm auferlegten Bußwerke zu verrichten. Daher erfolgte sogar in den ersten Zeiten der Kirche die Lossprechung erst nach geleiſteter Genugthuung. Diese unsere Genugthuung aber, welche wir für unsere Sünden leisten,( spricht das Conc. v. Trient sess. 14, 6. 8.) ist nicht der Art, daß sie nicht auch ihre Verdienstlichkeit durch Jesum Christum hätte. Denn wie wir aus uns, als aus uns selbst, nichts vermögen, so vermögen wir alles unter Mitwirkung dessen, der uns stärkt. So hat der Mensch nichts, deffen er sich rühmen könnte, sondern all unser Ruhm ist in Christo, in dem wir leben, in dem wir uns regen, in dem wir verdienstlich wirken, in dem wir genugthun, würdige Früchte der Buße wirkend, die aus Ihm ihre Kraft haben, von Ihm dem Vater dargebracht, und durch Ihn vom Vater angenommen werden. Es müssen also die Priester des Herrn, so viel ihnen der Geist und die Klugheit eingiebt, nach der Beschaffenheit der Vergehen und der Fähigkeit der Büßenden, heilsame und passende Bußwerke zur Genugthuung auferlegen. 106 Ueber das Sacrament der Buße. Sie sollen aber vor Augen haben, daß die Genugthuung, welche sie auferlegen, nicht bloß zum Schuße für das neue Leben und zum Heilmittel gegen die Schwäche diene, sondern auch zur Strafe und Züchtigung für die begangenen Sünden." 19 Hören wir darüber noch die Neußerungen der vier großen Kirchenväter: Es reicht nicht hin, bessere Sitten anzunehmen und von bösen Thaten abzulassen, wenn wir nicht zu gleicher Zeit für unsere Vergehungen Gott genugthun durch Schmerz der Neue, durch demüthiges Seufzen, durch das Opfer eines zerknirschten Herzens, verbunden mit Almosen u. s. w."( August. Hom. 50.) Der Körper muß gezüchtigt werden, welcher sich vielen Ergöglichkeiten hingegeben; langes Gelächter muß gesühnt werden durch Weinen; weichliche, kostbare Kleider müssen vertauscht werden mit dem rauhen Bußgewande."( Hieron. Brief 27 an Eustach.) 12 Wer Buße thut, muß nicht bloß durch Thränen seine Sünde abwaschen, sondern auch durch bessere Werke seine frühern Vergehen tilgen und bedecken. Ein schweres Verbrechen erfordert eine schwere Genugthuung."( Ambrosius an eine gefallene Jungfrau, C. 8.) 19 Wer Unerlaubtes begangen zu haben sich bewußt ist, der enthalte sich künftig auch von einigem Erlaubten, damit er dadurch seinem Schöpfer genugH thue. ( Gregor. Hom. 34.) Die vorzüglichsten Werke der Genugthuung sind: Beten, Fasten, Almosengeben. Denn durch unsere Sünden vergehen wir uns gegen Gott, gegen unsere Nächsten, gegen uns selbst, darum sollen wir Gott durch Gebet versöhnen und verehren, unserm Nächsten durch Almosen helfen, und unser Fleisch durch Fasten züchtigen. Auch liefern diese drei Werke die beste Gewähr gegen neue Rückfälle, und sind die sichersten Schußmittel gegen die Feinde des Heiles; denn Fasten tödtet die Begierlichkeit des Fleisches, thätiges Mitleid mit fremder Noth schwächt die Begierlichkeit der Augen, und demüthiges Gebet zum Herrn aller Dinge dämpft die Hoffart des Lebens. Vernehmen wir noch zum Schlusse den H. Chrysostomus Hom. 10. über Matth. 3.: Durch die zur Genugthuung bereitwillig übernommenen Bußwerke erlan gen wir nicht allein Verzeihung unserer Sünden und Abwendung der zeitlichen Strafen, sondern auch die Belohnung der ewigen Herrlichkeit. Wirke deßhalb, o Mensch, würdige Früchte der Buße: hast du fremde Güter geraubt, gieb nicht allein, wie du schuldig bist, dieselben oder deren Werth ihrem rechtmäßigen Herrn zurück, sondern theile auch reichlich aus von deinem eigenen Erbtheil; hast du in Unzucht gelebt, gedenke, wie du dich künftig auch der erlaubten Genüsse enthaltest; hast du Einen mit Worten oder Werken verletzt, erzeige künftig demselben besondere Huld, und erfreue ihn mit Gaben und angenehmen Wohlthaten. Denn dem Verwundeten müssen nicht bloß die Pfeile ausgezogen, sondern es müssen auch Heilmittel angewandt und ihm Labung und Erquickung gereicht werden. Bist du zuvor dem überflüssigen Genusse von Speise und Trank ergeben gewesen, entziehe dir künftig auch etwas an der nothwendigen Nahrung, damit du also den Ueberfluß durch einen freiwilligen Mangel erstattest. Uleber das Sacrament der Buße. Kräftiger Antrieb zur Beichte. Aus dem h. Gregorius Nissenus. ( Gegen die, welche andere zu hart beurtheilen.) Erwähle dir den Priester zum Theilnehmer und Gefährten deiner Trübsal, wie einen Vater. Wer aber trüge den Vaternamen so unverdient, oder wäre so steinbarten Herzens, daß er nicht mit seinen trauernden Kindern weinen, und ihrer Wohlfahrt sich erfreuen sollte? Also betrübt sich der Priester über die Sünde dessen, den ihm die Religion an Sohnes Statt gegeben hat, wie Jacob sich betrübte über den blutbefleckten Rock seines Sohnes Joseph, wie David weinte über den Tod Absalons, wie Heli über Ophni und Phineas, die in der Schlacht umkamen, wie Moses über das gottlose Volk, welches neuerungssüchtig sich ein goldenes Kalb zum Gözen errichtet hatte. Deßwegen sollst du größeres Zutrauen haben zu dem, der dich in Christo geboren, als zu denen, welchen du dein leibliches Daseyn verdankest. Zeige ihm fühn, was in dir verborgen ist; entdecke ihm die Geheimnisse deines Herzens, wie dem Arzte die verborgenen Wunden. Er wird für deine Ehre und Gesundheit Sorge tragen, denn die Schande der Kinder empfinden die Eltern mehr, als die Kinder selbst. Denn wie der Kinder Ehre den Eltern zu gut kommt, so kommt auch auf sie der Kinder Schande und Unehre. Dieselbe Beschaffenheit hat es mit den geistlichen Vätern. Gewissenserforschung. 107 Anrufung des heil. Geistes. O Gott, dem jedes Herz offen steht und zu dem jeder Wille redet, und vor dem kein Geheimniß verborgen ist: reinige durch Eingießung des H. Geistes die Gedanken meines Herzens, erleuchte meine Seele mit deinem Lichte und deiner Wahrheit, daß ich alle meine Vergehen der Größe und Zahl nach erkenne, sie von Herzen beweine und aufrichtig beichte. Darum bitte ich Dich durch die Verdienste deines eingeborenen Sohnes unseres Herrn Jesu Christi, der allerseligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen. Amen. Gewissensspiegel. Gewissensspiegel nach den zehn Geboten; besonders bei einer General- Beichte zu gebrauchen. Bei allen schweren Sünden ist die Zahl nebst allen erschwerenden Umständen hinzuzusehen. Dabei darf nicht verschwiegen werden, ob wir Andern durch unsere Sünden Aergerniß gegeben, oder sie zum Sündigen verleitet haben. 108 Sünden wider das erste Gebot. Ich bin der Herr dein Gott, du sollst keine fremden Götter neben Mir haben, du sollst dir kein geschnittes Bild machen, dasselbe anzubeten. Ungültig beichten, aus Mangel an gehöriger Gewissenserforschung, oder an Neue und festem Vorsage; in solchem Zustande unwürdig communiciren. Freiwilliger Zweifel an Glaubenswahrheiten; Verleugnung des katholischen Glaubens durch Worte oder Werke; vorwigige Grübelet; Hinneigung zu abergläubischen Gebräuchen oder Ahnungen, Zeichendeuterei; Lesung verbotener, in Gefahr des Unglaubens oder Irrglaubens führender Bücher; Spott über Heilige Gegenstände; Vernachlässigung des Unterrichts in der Religion. Mißtrauen gegen Gottes Barmherzigkeit; Verzweiflung an der Besserung seines Lebens und der Verzeihung seiner Sünden; Kleinmüthigkeit, freiwilliger Mißmuth; vermessentliches Beharren in der Sünde aus Mißbrauch der Güte Gottes; Aufschieben der Buße und Bekehrung; Wohlgefallen finden an seinen Sünden und sich derselben rühmen. Murren gegen Gottes Vorsehung und Gerechtigkeit; Widerstreben gegen seine innern Einsprechungen; Gotteslästerung; Nachlässigkeit in Verhinderung des Bösen; all zu sehr festhalten an irdischen Gütern, und sie Gott und den ewigen Gütern vorziehen; stolz seyn auf körperliche und geistige Vorzüge, und nicht Gott die Ehre geben. Wider das zweite Gebot: Du sollst den Namen Gottes deines Herrn nicht vergeblich führen. Falscher Eidschwur; lügenhafte Betheuerungen, oder doch übertriebene Bekräftigungen, beim Namen Gottes, bei seiner Seele, bei den Sacramenten. Sich verschwören Böses zu thun, oder Gutes zu unterlassen. Brechung ei= nes Gelübdes. Schwur ohne Absicht ihn zu erfüllen, Fluchen oder Verwünschungen. Aussprechung des Namens Gottes ohne Ehrfurcht. Spöttische Verdrehung heiliger Worte oder lächerliche Anwendung derselben bei Nichtswürdigkeiten. Wider das dritte Gebot: Gedenke, daß du den Sabbath heiligest. Verrichtung knechtlicher Arbeit an Sonn- und Feiertagen, oder Veranlassung geben, daß Andere solche Arbeit verrichten; Vernachlässigung der H. Meffe, der Predigt, des Gottesdienstes; unehrerbietiges Betragen in der Kirche; freiwillige Berstreuung bei der Messe; Entweihung der Sonn- und Feiertage durch Gewissensspiegel. 109 eitle oder gar sündhafte Ergögungen. Seine Untergebenen zur Heiligung des Sonntages, zum Besuche der Kirche nicht anhalten oder gar davon abhalten. Wider das vierte Gebot: Du sollst Vater und Mutter ehren, auf daß du lange lebest auf Erden. Seinen Eltern den schuldigen Gehorsam, die schuldige Ehrfurcht, Liebe und Treue nicht gewähren, sie erzürnen, betrüben, hassen, verachten, sich ihrer schämen, sie in ihren Nöthen verlassen, ihnen den Tod oder ein anderes Uebel wünschen, ihren legten Willen nicht pflichtmäßig vollziehen. Sich der rechtmäßigen Obrigkeit und seinen Vorgesetzten in gerechten und billigen Dingen nicht unterwerfen, ihnen Uebels nachreden, widerstreben u. s. w. Seinen Kindern und Untergebenen Böses befehlen, schlechtes Beispiel geben, den nöthigen Unterricht nicht ertheilen, sie mit Härte oder Grausamkeit behandeln, ihnen keine Gerechtigkeit widerfahren und es zu rechter Zeit an Züchtigung und Ermahnung fehlen lassen. Wider das fünfte Gebot: Du sollst nicht tödten. Jede vorsätzliche Verlegung des Nächsten oder seiner selbst, Haß, Neid, Verwünschung. Sich an des Nächsten Unglück erfreuen, ihm den Tod wünschen; absichtlich oder unbehutsam Feindschaft zwischen Andern erregen. Einem Verwundeten, Hungrigen oder Kranken nicht helfen, wenn man es könnte. Sein eigenes Leben ohne Noth in Gefahr sehen oder durch Unmäßigkeit verkürzen. Wider das sechste Gebot: Du sollst nicht ehebrechen, und das neunte: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib. Alle Sünden der Unreinigkeit. In Gedanken: Bei unkeuschen Gedanken freiwillig verweilen, Gefallen daran finden, in unkeusche Begierden willigen. In Worten: unreine, zweideutige Reden führen, dergleichen Lieder singen, oder mit Willen anhören. In Werken: leichtfertigen Umgang führen oder dulden, wo man es verhindern könnte oder müßte, üppige, freche, unzüchtige Bilder lüstern anschauen, oder dergleichen Bücher lesen oder Andern mittheilen, sich verführerisch kleiden, ausgelassene gefährliche Gesellschaften besuchen oder Andere hinführen; sich sinnliche Freiheiten gegen sich oder Andere herausnehmen oder Ändern zulassen; sich leidenschaftliche Zärtlichkeiten erlauben; schmachvolle, abscheuliche, geheime Gewohnheiten an sich selbst verüben; und zwischen Eheleuten alles, was die eheliche Keuschheit verletzt oder den Zweck der Ehe verhindert. Sie mögen bedenken, was Tobias zu seiner Sara sprach: Wir sind Kinder der Heiligen und können nicht zusammen kommen wie die Heiden, die Gott nicht kennen." 11 Wider das siebente Gebot: Du sollst nicht stehlen, und das zehnte: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Acker u. s. w. Täuschung und Unredlichkeit im Kauf und Verkauf; ungerechte Vorenthaltung fremden Gutes, Wucher, Verschenkung fremden Eigenthums, Ankauf 110 Gewissensspiegel. gestohlener oder dem rechtmäßigen Besiger auf irgend andere Weise entwendeter Güter, Hehlerei, Dieberei, Fälschung aller Art, Nachlässigkeit in Führung übernommener Geschäfte, Vorenthaltung des verdienten Lohnes, Verschwendung seines eigenen Vermögens; das Zahlen der Schulden ohne Noth aufschieben, verweigern; gefundene Sachen zurückhalten; kirchliche Pfründen kaufen oder verkaufen, und jede Lüsternheit nach fremdem Eigenthume. Wider das achte Gebot: Du sollst kein falsches Zeugniß geben wider deinen Nächsten. Lüge, Verläumdung durch Andichtung ersonnener Vergehungen; üble Nachrede oder Ehrabschneiden in an sich wahren, aber nicht bekannten Dingen: Anhören, Nichtverhindern derselben, Veranlassen derselben durch vorwißige Fragen: Spottlieder, Schmähschriften verfassen, verbreiten; Schmeichelei; unverdientes Lob; Offenbarung anvertrauter Geheimnisse, Ohrenbläserei; Beifall zu argen oder dem Nächsten schädlichen Dingen; vorschnelles, hartes, freventliches Urtheil, Zwischenträgerei zur Beförderung der Zwietracht, und alle Gleißnerei und Heuchelei. Sünden wider die fünf Gebote der Kirche. 1. Die gebotenen Sonn- und Feiertage durch knechtliche Arbeit entweihen. 2. An Sonn- und Feiertagen die H. Messe versäumen, oder ohne Andacht hören. 3. Den Unterschied der Speisen nicht beobachten und dem Fastengebote an den vorgeschriebenen Tagen nicht nachkommen. 4. Die Beichte über ein Jahr aufschieben. 5. Die österliche Communion unterlassen. Die sieben Hauptsünden. 1. Hoffart. 2 Geiz. 3. Unkeuschheit. 4. Neid. 5. Fraß und Völlerei. 6. 3orn. 7. Trägheit. Die sechs Sünden gegen den h. Geist. 1. Vermessentlich auf Gottes Barmherzigkeit fündigen. 2. An Gottes Gnade verzweifeln. 3. Der erkannten christlichen Wahrheit widerstreben. 4. Seinen Bruder wegen der göttlichen Gnade beneiden. 5. Ein verstocktes Herz haben. 6. In der Unbußfertigkeit vorsäglich verharren. Die vier Sünden, welche in den Himmel schreien. 1. Vorsätzlicher Todtschlag. 2. Die sodomitische Sünde. 3. Unterdrückung der Armen, Wittwen und Waisen. 4. Vorenthaltung oder Entziehung des verdienten Tagelohnes. Mittel wider die Sünden. Die neun fremden Sünden. 1. Zur Sünde rathen. 2. Einen Andern sündigen heißen. 3. In eines Andern Sünde willigen. 4. Andere zur Sünde verleiten. 5. Fremde Sünde loben. 6. Dazu stillschweigen. 7. Sie übersehen oder verhehlen. 8. Durch Sünde Erworbenes mitgenießen. 9. Fremde Sünde vertheidigen. 111 Allgemeine Mittel wider alle Lafter. 1. Häufige und gewissenhafte Beichte bei demselben Priester und würdiger Empfang des allerheiligsten Altarsfacraments. 2. Tägliche Gewissenserforschung und wiederholte Erweckung der Neue den Tag hindurch. 3. Vermeidung alles Müßiggangs, böser Gesellschaften und aller Gelegenheit zur Sünde. 4. Zucht der äußern Sinne, besonders der Augen, Ohren, Zunge und Hände. 5. Aufmerksames Anhören der Predigt. 6. Tägliches Lesen eines geistlichen Buches. 7. Eifriges und andächtiges Gebet. 8. Erinnerung an die Gegenwart Gottes, an die h. Jungfrau, an den Schußengel. 9. Betrachtung über das Leben, Leiden und Sterben Christi, den Tod, das Gericht, die Hölle und die ewige Seligkeit. 10. Deftere Anrufung Gottes durch heilige Sprüche und kurze kräftige Gebetseufzer. 11. Züchtigung seines Leibes durch Fasten und andere Bußwerke. 12. Almosen und andere Werke der Barmherzigkeit. 13. Widerstand im Anfang der Versuchung. Besondere Mittel wider einzelne Laster. I. Wider die Hoffart und Eitelkeit. Die 1. Betrachte wohl den Ausspruch des H. Geistes beim Straciden: Hoffart ist der Anfang aller Sünde; wer damit behaftet ist, wird mit Fluch erfüllet werden, und sie wird ihn endlich zu Grunde richten. Eccl. 10, 15. # 1 2. Halte dir deine Sünden und Unvollkommenheiten vor Augen; ihre Größe und Menge wird dir alle Ursache zu Lob und Ruhm benehmen. Den stolzen König Manasses zwang die Betrachtung seiner begangenen Sünden auszurufen: Ich bin nicht würdig, den hohen Himmel anzuſchauen." 3. Unser Herr, Jesus Christus, hat Sich selbst erniedrigt." Phil. 2. Und ein elender Erdwurm dürfte sich erheben? 4. Welchen Nußen bringt eitle Ruhmsucht? Sie treibt uns an, Spinngewebe zu spinnen und nimmt den ewigen Lohn hinweg. Hütet euch, daß ihr eure Gerechtigkeit nicht übet vor den Menschen, damit ihr von ihnen gese hen werdet, sonst werdet ihr keine Belohnung haben bei euerm Vater, der im Himmel ist." Matth. 6, 1. 5. Wer nach eitler Ehre strebt, verliert auch dieselbe bei den Menschen, denn wir werden von denen verachtet, bei welchen wir Ruhm und Ehre suchen. Daher laßt uns der heilsamen Stimme des Herrn nachkommen: Wer sich rühmet, der rühme sich in dem, daß er wisse und erkenne, daß Ich der Herr bin." Jerem. 9, 24. Mittel wider die Sünden. II. Mittel wider den Geiz. 1. Fasse tief zu Herzen die Worte des Siraciden:„ Es ist nichts Lasterhafteres, als ein Geiziger. Es ist nichts Ungerechteres, als das Geld lieb haben; denn ein solcher trägt seine Seele feil." Eccl. 10, 9." Die Wege des Geizigen raffen hinweg die Seelen derjenigen, die zeitliches Gut befizen." Sprichw. 1, 19. Der Apostel Paulus nennt den Geiz eine Abgötterei. Ephes. 5, 5. und an Timotheus schreibt er G. 6, 10.: Der Geiz sey eine Wurzel alles Bösen. Wie schwer ein Reicher, der geizig ist, ins Himmelreich eingehen könne, sagt Jesus selbst:„ Es ist leichter, daß ein Kameel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher in das Reich der Himmel eingehe." Luc. 18, 25. 112 2. Der Geiz ist eine Thorheit und eine Strafe Gottes, wie Salomon sagt:„ Es ist ein Mann, dem Gott Reichthum gegeben und Güter und Ehre, und seiner Seele mangelt nichts von allem, was sie begehrt; jedoch hat Er ihm nicht Fähigkeit gegeben, daß er davon genieße, sondern ein fremder Mensch Pred. 6, 2. wird's verzehren. Das ist Eitelkeit und ein großes Elend." 11 3. Der Geiz erweckt eine unersättliche Begierlichkeit. Des Geizigen Auge sättigt sich nicht an einem Theile des Unrechts; es wird nicht satt, bis es ausgetrocknet und verzehrt hat seine eigene Seele." Eccl. 14, 9. Viele sind um des Gol11 4. Wer das Gold liebet, bleibt nicht gerecht. des willen zu Fall gekommen." Eccl. 31, 5. 6. 11 5. Wenn Gott einem Menschen Reichthum und Güter verliehen hat, und hat ihm auch Befähigung gegeben, davon zu essen und seines Antheils zu genießen und von seiner Arbeit sich zu erfreuen: das ist eine Gabe Gottes." Pred. 5, 18. Folgen wir des Sohnes Sirach's Ermahnung: Mein Sohn, wenn du etwas hast, so thue dir Gutes, und opfere Gott die gebührenden Gaben." Eccl. 14, 11. 11 III. Mittel wider die Unkenschheit. 1. Fliehe, sobald du die geringste Anfechtung zu diesem Laster merkest: wider andere Laster kannst du streiten, dieses wird nur durch die Flucht besiegt. Nicht umsonst sagt der Apostel: Fliehet die Unzucht." 1. Cor. 6. Die Wollust ist ein Feuer, das um so größer wird, je mehr man ihm Nahrung giebt. Und nimmer spricht das Feuer, es ist genug." Sprichw. 30, 16. Giebst du ihr heute nach, so verlangt sie morgen desto mehr. Widersegest du dich, so wird sie Gewalt brauchen. Wenn man der Wollust dient, spricht der h. Augustinus 86. Bekenntniß G. 5, entsteht allgemach eine Gewohnheit, darauf folgt ein harter Zwang, der dem Menschen das Joch der Dienstbarkeit auflegt." 11 2. Bewahre deine Augen, Hände und Ohren, damit diesem schlüpfrigen Laster aller Zugang versperrt werde." Ich habe einen Bund mit meinen Augen gemacht," spricht Job. C. 31, 1., daß ich nicht an eine Jungfrau denEs ist dem Menken möchte, denn welchen Theil soll Gott an mir haben?" schen gut," spricht der Apostel, 1. Cor. 11, 1., daß er kein Weib berühre." 3. Fliehe die Gelegenheiten und Gesellschaften, wodurch du schon ein11 113 Mittel wider die Sünden. mal in Versuchung gerathen bist, am meisten den Umgang mit dem andern Geschlechte, denn wer die Gefahr liebt, wird darin umkommen". Eccl. 3. 7. 11 4. Gedenke an den vielfältigen Schaden an Ehre, Gütern, Gesundheit, an die Unruhe deines Gemüthes, die Traurigkeit, die Verfinsterung des Getstes und andere unzählige Uebel, welche außer dem göttlichen Zorn und dem Verlust seiner Gnade aus diesem Laster entspringen. Darum so höre mich, mein Sohn, und habe Acht auf die Worte meines Mundes, damit dein Herz nicht werde auf ihre( des lüsternen Weibes) Wege gezogen, und laß dich nicht täuschen durch ihre Pfade. Ihr Haus sind Wege der Hölle, die führen zu den Gemächern des Todes." Sprichw. 7, 24. 5. Der h. Remigius sagt: daß, einen kleinen Theil ausgenommen, wegen des Lasters der Unkeuschheit von den Erwachsenen nur wenige gerettet würden. Natürlich, denn wenn ein Geiler eine weise Nede höret, so wird sie ihm mißfallen, und er wird sie hinter seinen Rücken werfen". Eccl. 21, 18. lich ist, was der Prophet Osea von den Unzüchtigen sagt: Sie werden ihre ErschreckGedanken darauf nicht richten, sich zu bekehren zu ihrem Gott; denn der Geist der Unzucht ist mitten unter ihnen, und sie kennen den Herrn nicht. Sie werden hingehen mit ihren Heerden und mit ihren Rindern, den Herrn zu suchen, und werden Ihn nicht finden, denn Er ist von ihnen gegangen." Osea 5, 4. u. 6. Dieses Lasters wegen ist nicht nur Sodoma und Gomorrha durch Feuer, sondern das ganze Menschengeschlecht in der Sündfluth vertilgt worden, weil auf keine andere Weise dieses scheußliche Laster ausgerottet werden konnte. 6. Stelle dir die in Verwesung übergegangenen, von den Würmern zerfreffenen Leichen verstorbener Bekannten vor Augen, und sieh ob du sie umfangen möchtest; höre, wie sie dir zurufen: Gedenke des Gerichtes über mich: also wird auch das über dich seyn. Mir gestern, und dir heute." Eccl. 38, 23. 11 7. Gedenke an die Qual der in diesem Lafter Hingestorbenen in dem Schwefelpfuhl voll brennenden Feuers". Offenb. Joh. 19, 20. Ach Eines Augenblickes Lust bringt ewige Pein. Die das hier nicht bedenken, werden hernach mit jenen Verdammten ewiglich ausrufen: Wege der Wahrheit. Alles ist wie ein Schatten vergangen." Weish. 5, 6. u. 9. Wir waren abgeirrt vom 11 8. Erinnere dich an die Gegenwart Gottes: Gott ist allenthalben, seine Augen stehen offen über alle Wege der Menschenkinder". Jer. 32, 19. 9. Bändige die Lust des Fleisches durch Fasten und strenge Bußwerke, nach dem Beispiele Davids und so vieler anderen heiligen Büßer, und folge dem Apostel Paulus, der von sich sagt: Ich kasteie meinen Leib und bringe ihn zur Unterwürfigkeit." 1. Cor. 9, 27. " 1 10. Fliehe in die ausgespannten Arme deines gekreuzigten Heilandes, der dich zur Liebe auffordert und deiner Umarmung harrt. wie viel größere Freuden werden hier deine Seele durchströmen, als die sind, welche das Fleisch verspricht. Eile hinzu und sprich aus innerstem Herzen: Hier ist meine Ruhe, hier will ich wohnen." Siehe h. Sprüche, Seufzer u. s. w. wider die Anfechtungen des Fleisches. S. 33. 8 114 Mittel wider die Sünden. IV. Wider Zorn und Haß. Vergib deinem Nächsten, der dir Unrecht gethan, dann werden auch dir, wann du bittest, die Sünden nachgelassen werden. Ein Mensch beharret gegen den andern im Zorne: und von Gott erwartet er Heilung? Gegen einen Menschen, der seines Gleichen ist, hat er kein Erbarmen: und er bittet ab für seine Sünden? Er, da er Fleisch ist, verharret im Zorne: und Verzeihung verlangt er von Gott? Wer wird Sühne bringen für seine Vergehen? Ge= Eccl. 28, 2. ff. denke des Endes und laß ab feindselig zu sein." 2. Wie oft hat Gott seinem rechtmäßigen Zorne wider dich Einhalt gethan und deiner verschont, während Er weit kleinere Sünder, als du bist, Verachtest du denn die Reichthümer seiner gerichtet und verdammet hat. Das Gericht wird Güte und seiner Geduld und Langmuth?" Nöm. 2, 4. ohne Barmherzigkeit über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit geübt hat." Jac. 2, 13. 11 3. Wie vieles duldet an dir nicht allein Gott, sondern wie vieles ertragen an dir selbst deine Mitmenschen, was du von Eigenliebe verblendet nicht siehst. So miß denn die Fehler Anderer mit demselben Maße, womit du die deinigen gemessen haben willst." 4. Schau und thue nach dem Vorbilde, das dir der leidende Heiland gegeben hat, Der, als Er gelästert ward, nicht wieder lästerte, und da Er litt, nicht dräuete." 1. Petr. 2, 23. 5. Bedenke, daß du mit heldenmüthiger Selbstüberwindung mehr bei Gott verdienen kannst, als durch Fasten, Beten und Kafteiungen. dem Herrn keinen angenehmern Dienst geleistet, als da er schworenen Feind, verschont und ihm Gutes erwiesen hat. vertraulich zu Gott sagen: Gedenke, o Herr, an David Mildigkeit. Pf. 131. David hat Gott Saul, seinen geDarum durfte er und an all seine V. Wider das Uebelnachreden. 11 1. Erwäge, daß die üble Nachrede schlimmer ist, als ein Diebstahl, denn ein guter Name ist besser, als viele Reichthümer." Sprichw. 22, 1. Und gleich wie die Sünde des Diebstahls nicht nachgelassen wird, es sey denn, das gestohlene Gut werbe wiedergegeben, so wird keinem die Ehrabschneidung verziehen, wenn er die geraubte Ehre nicht so viel wie möglich und selbst auf Kosten seiner eigenen erstattet. 2. Erwäge, wie viele und große Sünden aus der übeln Nachrede entstehen, deren aller der Ehrenschänder schuldig wird; denn wie oft wird nicht die einmal ausgesprochene Schandrede wiederholt? Siehe ein kleines Feuer, welch einen großen Wald zündet es an! also ist auch die Zunge ein Feuer, ein Inbegriff der Ungerechtigkeit." Jac. 3, 5. 11 3. Welchen Nußen hat der Ehrabschneider von seiner übeln Nachrede? Auf sein eigenes Haupt fällt zurück, was er auf Andere wälzen wollte; denn indem er Andere richtet, verdammet er sich selbst". Röm. 2, 1. Mittel wider die Sünden. VI. Gegen Fluchen und Schwören. 1. Gedenke an das strenge Urtheil Gottes, der von jedem müßigen Worte Rechenschaft fordern wird, wie viel mehr vom Fluchen und Schwören, wodurch der Name Gottes entheiligt und verunehrt wird. 2. Bedenke, daß das Schwören keinen Nugen bringt, ja vielmehr falsch zu schwören verleitet. Darum gewöhne deinen Mund nicht zu schwören, denn dadurch kommen viele zu Falle. in deinem Munde, und mische auch die Namen von Heiligen nicht in deine Führe nicht immer den Namen Gottes Reden; denn dadurch wirst du nicht ohne Sünde bleiben." Eccl. 23, 9. oft schwört, dem glaubt man schwerlich, auch wenn er die Wahrheit beschwört.“ Wer Chrysost. Hom. 7. 3. Erwäge, daß Gott diejenigen, welche immer zu schwören und zu fluchen pflegen, auch schon in diesem Leben mit Strafen heimsucht.„ Der Mann, der viel schwört, beladet sich mit Ungerechtigkeit, und die Plage wird von seinem Hause nicht weichen." Eccl. 23, 12. Der h. Chrysostomus räth allen die diesem Laster ergeben sind, sich selbst freiwillig eine Strafe aufzuerlegen, so oft sie von neuem hineinfallen. 115 VII. Wider die Trunksucht. 1. Betrachte, welche schrecklichen Strafen Gott in der H. Schrift denen andeuten läßt, die dem Trunke ergeben sind. Wehe? wem Streit? wem Grube? wem Wunde ohne Ursache? wem sind die ,, Wem ist Wehe? wessen Vater Augen dunkel? Denjenigen, die stets beim Weine figen und sich befleißigen, die Becher zu leeren." Sprichw. 23, 29. verzehren das Herz." Osea 4, 11. Trüget euch nicht, weder UnzüchtigeUnzucht, Wein und Trunkenheit noch Diebe noch Säufer werden das Neich Gottes besigen." 1. Cor. 6, 10. Die Trunkenheit ist eine Mutter aller Bosheit, eine Feindin aller Tugend und weiß von feiner Gerechtigkeit."( Bafilius Hom. über die Trunkenheit.) Wo Trunkenheit ist, da ist der Teufel." Chrysost. Hom. 57. 2. Bedenke, wie tief selbst sonst vortreffliche Männer durch die Trunkenheit gefallen sind. Loth, den die gottlose Stadt Sodoma nicht zur Sünde verführen konnte, gerieth durch Trunkenheit in doppelte Blutschande. Samson wurde in der Trunkenheit den Händen seiner Feinde überliefert u. s. w. Darum ermahnt uns Christus: Hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden durch Fraß und Trunkenheit." Luc. 21, 34. 3. Enthalte dich von Gast- und Trinkgelagen, des vielfältigen Schadens wegen an Leib und Seele. Siehe den Wein nicht an, ein, aber am Ende wird er beißen wie eine Schlange und Gift aussprizen er geht lieblich wie eine Natter. Da werden deine Augen nach fremden Weibern sehen und dein Herz wird verkehrte Dinge reden. mitten auf dem Meere schläft, und wie ein schlaftrunkener Steuermann, der Und du wirst seyn wie einer der das Ruder verloren." Sprichw. 23, 31. ff. Sey daher nicht bei Gelagen der Säufer, noch bei Schlemmereien, und Gastereien geben, gehen zu Grunde, und in Lumpen kleidet sich die Schlafdenn die dem Saufen sich zuwenden sucht." Sprichw. 23, 20. ff. 11 8* 116 Mittel wider die Sünden. VIII. Wider unmäßige Traurigkeit und Verstörung des Gemüthes. " 1 1. Nichts ist kräftiger, uns ein fröhliches und ruhiges Gemüth zu verschaffen, als ein reines Gewissen. Das ist unser Ruhm, das Zeugniß unseres Gewissens, daß wir in Einfalt des Herzens und in Lauterkeit vor Gott, nicht in fleischlicher Weisheit, sondern in der Gnade Gottes unsern Wandel in dieser Welt geführt haben." 2. Cor. 1, 12. Außerdem befleiße dich des öftern Empfanges des heiligen Altarssacramentes, denn in ihm wird dir die Quelle alles Friedens und aller Herzensruhe einverleibt. 2. Befleißige dich immer, sanftmüthig und demüthig zu seyn, denn Christus spricht: Lernet von Mir, denn Ich bin sanftmüthig und demüthig von Herzen, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen." Matth. 11, 29. " 1 3. Mische dich nicht in fremde Angelegenheiten, und erwäge die Lehre des Wir könnten viel Frieden haben, wenn gottseligen Thomas von Kempen: wir uns mit Anderer Reden und Thaten, die uns nicht angehen, nicht be schäftigen wollten." Nachfolg. Chriſti 1, 11. 4. Gieb dich ganz in Gottes Hand, und vertraue dich seiner Vorsehung Der Herr führt mich, und nichts an. Und sprich mit dem Psalmisten: wird mir fehlen." Pf. 22, 1. Und ich will in Frieden hierüber schlafen und ruhen". Pſ. 4, 9. Kurzer Gewissensspiegel, für solche die öfters beichten. Sünden durch Gedanken: eitle, hochmüthige, unkeusche, begierliche, neidische, mißgünstige, ungeduldige, zornige, rachgierige, argwöhnische mit fre ventlichem Urtheil, betrügliche, gotteslästerliche, un- oder irrgläubige, abergläubische, zweifelsüchtige. Sünden durch Worte: gotteslästerliche, hoffärtige, eitle, ruhmsüchtige, lügenhafte, meineidige, schmähsüchtige, betrügerische, zornige, zänkische mit Fluchen und Verwünschungen; unkeusche, verführerische, schmeichlerische, gleißnerische, ehrenrührige, verläumderische. Sünden durch Werke: Trägheit im Gottesdienst, Unterlassung des Gebetes und guter Werke, Versäumniß der Messe, Entweihung der Sonnund Feiertage, Uebertretung der Fastengebote, freiwillige Zerstreutheit im Ge bete. Andern Schaden zufügen, Verlegung des Nächsten, Entwendung oder Vorenthaltung fremden Gutes, Ungehorsam gegen Eltern, Vorgesegte, geift und weltliche Obrigkeit, Verführung Anderer, Unbarmherzigkeit gegen die Armen, Unordnung in Geschäften, Müßiggang, übele Anwendung der Zeit, Unkeuschheit mit sich oder Andern, Ausbrüche des Zornes, Unmäßigkeit. Die sieben Bußpsalmen mit gebeten gegen die sieben Hauptſünden. ( Vor und nach der Beichte heilsam zu gebrauchen.) Erster Bußpfalm. Pf. 6. Demüthiges Gebet eines Sünders, der sich vor dem göttlichen Gerichte fürchtet: Herr, in deinem Grimme strafe mich nicht, und in deinem Borne züchtige mich nicht. Erbarme Dich meiner, o Herr, denn ich bin frank; heile mich, o Herr, denn meine Gebeine sind erschüttert; Und meine Seele ist sehr betrübt: aber Du, o Herr, wie lange noch? Wende Dich, o Herr, und errette meine Seele; hilf mir um deiner Erbarmung willen. Denn im Tode ist keiner, der Dein gedenke; in der Hölle aber, wer wird dort Dich preisen? Abgemattet bin ich von Seufzen; mein Lager benetz' ich alle Nächte, mit Thränen bade ich meine Ruhestätte. Mein Auge ist trüb geworden vor Gram; gealtert bin ich unter allen meinen Feinden. Weichet von mir alle, die ihr Ungerechtigkeit übet: denn der Herr hat die Stimme meines Weinens erhöret. Erhöret hat der Herr mein Flehen, der Herr hat mein Gebet angenommen. - Erröthen müssen und heftig erschrecken alle meine Feinde; zurückweichen müssen sie und jähling schamroth werden. Ehre sey dem Vater u. s. w. 118 Beichtgebete. Gebet gegen die Hoffart. Unser Herr Jesus Christus hat Sich selbst erniedrigt, und ist gehorsam worden bis zum Tode, ja bis zum Tode des Kreuzes: und ich elender Erdwurm, ich Staub und Asche, der tausendmal die Hölle verdient, sollte mich nicht scheuen, mich im Herzen zu erheben? Sey mir gnädig, o Herr; ich erkenne und verabscheue meinen fluchwürdigen Hochmuth. Stürze mich nicht mit dem stolzen Lucifer in den Abgrund der Hölle: wende Dich, o Herr, und entreiße meine Seele; eile mir zu Hülfe und errette mich um deiner Barmherzigkeit willen. Ich habe erwählet, künftig lieber in dem Hause meines Herrn verachtet zu seyn, als zu wohnen in den Hütten der Sünder." Pf. 83, 11. Zweiter Bußpsalm. Ps. 31. Seligkeit des Büßers, Unglückseligkeit des verstockten Sünders. Selig, deren Missethaten vergeben sind, und deren Sünden bedecket find. Selig der Mann, dem der Herr die Sünde nicht zugerechnet hat, und in dessen Geiste kein Falsch ist. Da ich schwieg, alterten meine Gebeine; während ich stöhnete den ganzen Tag. Denn Tag und Nacht lastete auf mir deine Hand; ich kehrte mich um in meinem Jammer, da sich einbohrte der Stachel. Meine Schuld habe ich Dir bekannt, und meine Ungerechtigkeit nicht verborgen. Ich sprach: meine Ungerechtigkeit will ich dem Herrn bekennen wider mich; und Du vergabst den Frevel meiner Sünde. Um dieses wird beten zu Dir jeder Heiliger, zur rechten Zeit. Aber in der Fluth vieler Gewässer werden sie ihm nicht nahen. Du bist meine Zuflucht von der Trübsal, die mich umgeben hat; mein Jubel, entreiß mich denen, die mich umlagern. Verstand will Jch dir geben, und dich unterweisen in diesem Wege, den du wandeln sollst; fest will Jch auf dich meine Augen richten. Wollet nicht werden wie Roß und Maulthier, die ohne Verstand sind. Beichtgebete.. 119 Mit Zaum und Gebiß zügle deren Backen, die sich zu Dir nicht wenden. Viel sind der Geißeln des Sünders: wer aber auf den Herrn vertraut, den wird Barmherzigkeit umfangen. Freuet euch im Herrn und frohlocket, ihr Gerechten; und rühmt euch in Ihm alle, die ihr aufrichtigen Herzens seyd. Ehre sey dem Vater u. s. w. Gebet wider den Geiz. Was hab ich im Himmel und was will ich auf Erden, außer Dir, Du Gott meines Herzens und mein Theil, o Gott, in Ewigkeit? Das Auge sieht sich nicht satt, und das Ohr hört sich nicht satt; ich werde ersättigt werden, wenn deine Herrlichkeit erscheinet. Ach, warum habe ich denn bis jetzt dem Mammon so eifrig gedienet? Was wird es mir denn nüßen, wenn ich die ganze Welt gewinne, und an meiner Seele Schaden leide? Es schliefen ihren Schlaf alle Männer des Reichthums und nichts fanden sie in ihren Händen. Bekennen will ich dem Herrn meine Ungerechtigkeit, und Du wirst, so hoffe ich, den Frevel meiner Sünde vergeben: alles ungerecht Erworbene will ich ersetzen, den Nothleidenden helfen und mich eifrig deinem Dienste weihen. Eile mir zu Hülfe, o Herr, der Du mein Verlangen mit Gütern erfüllest. Pf. 102, 5. Dritter Bußpsalm. Ps. 37. Leiden des Sünders und reuige Ergebung. Herr, strafe mich nicht in deinem Grimme, und züchtige mich nicht in deinem Zorne. Denn deine Pfeile sind in mich gebohret, und deine Hand ließest Du gewaltig werden über mir. Nichts Heiles ist an meinem Fleische vor dem Angesichte deines Bornes; tein Friede ist in meinen Gebeinen vor dem Angesichte meiner Sünden. Denn meine Missethaten sind über mein Haupt gestiegen, und wie eine schwere Bürde lasten sie auf mir. Faul geworden und stinkend sind die Male meiner Wunden, vor dem Angesichte meiner Thorheit. 120 Beichtgebete. Elend bin ich worden und ganz gekrümmt; den ganzen Tag schritt ich trauernd einher. Denn meine Lenden sind mit Täuschungen erfüllet, und nichts Heiles ist an meinem Fleische. Zerschlagen bin ich und sehr gedemüthiget; ich stöhnte vor Seufzen meines Herzens. Herr, vor Dir ist all mein Verlangen, und mein Seufzen ist Dir nicht verborgen. Mein Herz ist erschüttert, meine Kraft hat mich verlassen; und das Licht meiner Augen, auch dieses ist von mir gewichen. Meine Freunde und meine Nächsten traten heran und stellten sich wider mich. Und die um mich waren, blieben von ferne stehen; und Gewalt übten, die meiner Seele nachstelleten. Und die mein Verderben suchten, redeten Lügen, und sannen Listen den ganzen Tag. Ich aber, gleich einem Tauben, hörte nicht, und war wie ein Stummer, der seinen Mund nicht aufthut. Und bin worden wie ein Mensch, der nicht höret, und der feine Widerrede hat in seinem Munde. Denn auf Dich, Herr, hab ich gehoffet: Du wirst mich erhören, Herr, mein Gott. Weil ich sprach: mögen nicht meine Feinde frohlocken über mich; denn wie meine Füße wankten, sprachen sie Hohn über mich. Denn für die Geißeln bin ich bereit, und mein Schmerz ist immerdar vor meinem Angesichte. Meine Missethat will ich fund machen, und meiner Sünde gedenken. Meine Feinde aber leben, und sind mächtig worden über mich; und gemehret haben sich, die mich ungerecht hassen. Die Böses für Gutes vergelten, verleumdeten mich, weil ich dem Guten nachstrebte. Verlasse mich nicht, o Herr, mein Gott; weiche nicht von mir. Hab Acht auf meine Hülfe, Herr, Gott meines Heiles. Ehre sey dem Vater u. s. w. Gebet wider den Zorn. 11 Ein Mensch hegt Zorn wider den andern, wie suchet er denn Heilung bei Gott? Er erzeiget keine Barmherzigkeit einem Menschen, Beichtgebete. 121 der ihm doch gleich ist, und bittet ab für seine Sünden? Wer wird für seine Missethaten Verzeihung erflehen?" Mit diesen Worten sprichst Du, Herr, mein Gott, zu mir durch deinen Diener, den Sohn Sirachs. Und ich sollte fünftig noch wagen gegen Einen Born oder Haß zu hegen? Schone, Herr, schone meiner Bosheit und Hartnäckigkeit, worin, ich bis jetzt verharrte. Aus ganzer Seele verzeihe ich jetzt allen, die je wider mich sich vergangen haben, und bitte flehentlich, Du wollest mich, Herr, nicht strafen in deinem Grimme, noch züchtigen in deinem Zorne; laß mich wie ein Tauber nicht hören und wie ein Stummer meinen Mund nicht aufthun, wenn meine Feinde wider mich aufstehen, und Gewalt üben, die meiner Seele nachstellen. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott, weiche nicht von mir: denn Du bist meine Geduld. Pf. 70, 6. Vierter Bußpfalm. Ps. 50. Demüthiges Gebet des reuigen Sünders um Verzeihung und geistige Erneuerung. Erbarme Dich meiner, o Gott, nach deiner großen Barmherzigkeit; und nach der Menge deiner Erbarmungen tilge meine Schuld. Mehr und mehr wasche mich von meiner Missethat, und von meiner Sünde reinige mich. Denn meine Schuld erkenne ich, und meine Sünde ist allezeit vor mir. Dir allein habe ich gesündiget und Uebels vor Dir gethan, so daß Du gerechtfertigef bist in deinen Worten, und obsiegest, wann du gerichtet wirst. Denn siehe, in Schuld bin ich empfangen, und in Sünden empfing mich meine Mutter. Denn siehe, die Wahrheit liebtest Du; die Dunkelheiten und die Geheimnisse deiner Weisheit hast Du mir offenbaret. Besprenge mich mit Ysop, und ich werde gereiniget seyn; wasche mich, und ich werde weißer denn Schnee seyn. Gib meinem Gehöre Freude und Wonne: und frohlocken werden die zerschlagenen Gebeine. Wende dein Antlitz ab von meinen Sünden, und tilge alle meine Misfethaten. ¹122 Beichtgebete. Ein reines Herz schaff' in mir, o Gott, und einen aufrichtigen Geist erneue in meinem Innern. Verstoße mich nicht von deinem Angesichte, und deinen H. Geist nimm nicht von mir. Gieb mir wieder die Wonne deines Heiles, und mit dem ursprünglichen Geiste kräftige mich. Lehren will ich die Ungerechten deine Wege, und die Gottlosen werden sich zu Dir wenden. Befreie mich von der Blutschuld, o Gott, Gott meines Heiles! und meine Zunge wird deine Gerechtigkeit preisen. Herr, eröffne meine Lippen, und mein Mund wird dein Lob verfünden. Denn hättest Du ein Opfer gewollt, gern hätte ich es dargebracht; Brandopfer erfreuen Dich nicht. Opfer vor Gott ist ein betrübter Geist; ein zerknirschtes und gedemüthigtes Herz wirst Du, o Gott, nicht verstoßen. Huldvoll handle, o Herr, in deinem gnädigen Willen mit Sion, daß erbauet werden die Mauern Jerusalems. Dann wirst Du annehmen das Opfer der Gerechtigkeit, Gaben und Brandopfer; dann werden sie Kälber darbringen auf deinem Altar. Ehre sey dem Vater u. s. w. Gebet wider die Unkeuschheit. Vater, ich habe gesündigt wider den Himmel und vor Dir, und bin nicht mehr werth, dein Sohn zu heißen. Was soll ich Elender thun? Denn dein Geist bleibt nicht im Menschen, weil er Fleisch ist. Ach, erbarme Dich meiner, erbarme Dich. Daß ich mit so vielen Tausenden Verworfner, welche die scheußliche Pest der Wollust in die Hölle gestürzt, nicht weggerafft worden bin, das verdanke ich allein deiner unendlichen Güte. Sollte ich denn abermals sündigen? sollte ich abermals das kostbarste Blut, welches Du, o Jesu, zur Tilgung meiner Schuld vergossen hast, thierischen Gelüsten zu Lieb, mit Füßen treten? Es sey fern, o Jesu', es sey fern von mir; ich bitte Dich, o Sohn der reinsten Jungfrau Maria! vom Geiste der Unlauterkeit befreie mich. Mehr und mehr wasche mich von meiner Schuld, und von meiner Sünde reinige mich. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte, und deinen heil. Geist nimm nicht von mir. Beichtgebete. 123 Fünfter Bußpfalm. Pf. 101. Gebet um Abwendung der Sündenstrafen. Herr, erhöre mein Gebet, und mein Schreien dringe zu Dir. Wende dein Angesicht nicht ab von mir; an jedem Tage, da ich geängstiget bin, neige dein Ohr zu mir. An jedem Tage, da ich Dich anrufe, erhöre mich unverweilt. Denn meine Tage schwinden hin wie der Rauch, und meine Gebeine verdorren wie dürres Reis. Zerschlagen bin ich wie Heu, und verdorrt ist mein Herz; denn ich vergaß, mein Brod zu essen. Ob der Stimme meines Seufzens flebte mein Gebein an meinem Fleische. Gleich ward ich dem Pelikan der Wüste, ich ward wie die Nachteule in dem Gemäuer. Ich wachte, und ward wie der einsame Sperling auf dem Dache. Den ganzen Tag höhnten mich meine Feinde, und die mich gepriesen hatten, verschwuren sich wider mich. . Denn Asche aß ich wie Brod, und meinen Trank mischte ich mit Thränen. Vor dem Angesichte deines Bornes und deiner Ungnade; denn indem Du mich emporhubst, stießest Du mich nieder. Meine Tage neigten sich wie ein Schatten, und wie Heu verdorrete ich. Du aber, o Herr, bleibest in Ewigkeit, und dein Gedächtniß von Geschlechte zu Geschlechte. Du wirst Dich erheben und Dich Sions erbarmen; denn die Zeit ist da, Dich seiner zu erbarmen, die Zeit ist gekommen. Denn deine Knechte lieben seine Steine, und seiner Erde wird sie dauern. Und fürchten werden die Völker deinen Namen, o Herr, und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit. Denn erbauet hat der Herr Sion, und zeigen wird Er Sich in seiner Herrlichkeit. Er blickte herab auf das Gebet der Demüthigen, und verachtete nicht ihr Flehen. Schreiben soll man dieß für das kommende Geschlecht; und das Volk, das geschaffen soll werden, wird den Herrn preisen. 124 Beichtgebete. Denn Er schauete herab von seiner heiligen Höhe; der Herr blickte nieder vom Himmel auf die Erde, Daß Er vernehme die Seufzer der Gefesselten, daß Er löse die Söhne der Erschlagenen; Auf daß sie verkünden in Sion den Namen des Herrn, und seinen Ruhm in Jerusalem, Wann die Völker sich versammeln in Einmuth, und die Könige, zu dienen dem Herrn. Er antworte Ihm auf dem Wege seiner Kraft: Verkünde mir die Kürze meiner Tage. Rufe mich nicht ab in der Mitte meiner Tage; von Geschlecht zu Geschlecht währen deine Jahre. Im Anbeginne hast Du, o Herr, die Erde gegründet, und die Himmel sind das Werk deiner Hände. Sie werden vergehen, Du aber wirst bleiben; und alle werden sie veralten wie ein Gewand, Und wie eine Decke wirst Du sie wandeln, und sie werden verwandelt seyn: Du aber bist derselbe, und deine Jahre werden nicht schwinden. Die Söhne deiner Knechte werden wohnen, und ihr Same wird bestehen immerdar. Ehre sey dem Vater u. s. w. Gebet wider Fraß und Völlerei. Ich Elender! Dich meinen Herrn und Gott, die Quelle des lebendigen Wassers, hab ich verlassen, und grub mir Brunnen irdischer Ergögungen. Wahrhaft vergaß ich mein Brod zu essen, das Brod des Lebens, das alle Süßigkeit und allen Wohlgeschmack in sich begreift. Einst war noch die Speise im Munde der Kinder Israel, als der Zorn Gottes über sie herabstieg: und meiner hast Du so oft geschont, o Gott, da ich doch dein Bild und Gleichniß durch Unmäßigkeit in Speise und Trank nicht selten den vernunftlosen Thieren gleich machte. Laß mich fortan Asche als Brod essen, und meinen Trank mit Thränen mischen; und dann laß meine Speiſe seyn, daß ich in Allem deinen heiligen Willen thue, der Du mit dem Strome deiner Wonne uns tränkest. Pf. 35, 9. Beichtgebete. 125 Sechster Bußpfalm. Pf. 129. Gebet um Verzeihung der Sünden. Aus der Tiefe rufe ich zu Dir, o Herr! Herr, erhöre meine Stimme. Laß deine Ohren aufmerksam seyn auf die Stimme meines Flehens. Wolltest Du gedenken der Missethaten, o Herr! Herr, wer wird bestehen? Doch bei Dir ist Versöhnung, und um deines Gesetzes willen vertraue ich auf Dich, o Herr. Es vertrauet meine Seele auf sein Wort, es hoffet meine Seele auf den Herrn. Von der Morgenwache bis zur Nacht hoffe Israel auf den Herrn. Denn bei dem Herrn ist Barmherzigkeit, und bei Ihm reichliche Erlösung, Und Er wird Israel erlösen von allen seinen Sünden. Ehre sey dem Vater u. s. w. Gebet wider den Neid. Also, mein Gott, hast Du die Welt geliebet, daß Du deinen eingeborenen Sohn dahingegeben, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe. Du läsfeſt deine Sonne aufgehen über Gute und Schlechte, und regnest über Gerechte und Gottlose: und ich werde von Neid genagt, wenn es andern wohl geht; mir müßte alles nach Wunsch gehen: und das fleinste Glück des Nächsten betrübt mich. O unmenschliche Bosheit! o Gift der Hölle! Verzeihe, gütigster Vater, was ich bis jetzt dadurch gesündigt habe. Du bist freigebig und barmherzig, mache, daß auch ich von jetzt an, wie ein Auserwählter Gottes, anziehe die Werke der Barmherzigkeit: Freigebigkeit und vor allem die Liebe, welche ist das Band der Vollkommenheit. Coloff. 3, 14. Siebenter Bußpfalm. Ps. 142. Andächtiges Verlangen von dem Wege der Andäch Sünde zurückzukehren. Herr, erhöre mein Gebet, vernimm mit deinen Ohren mein Flehen in deiner Wahrheit; erhöre mich in deiner Gerechtigkeit. 126 Beichtgebete.. Und gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte; denn vor deinem Angesichte wird kein Lebendiger gerechtfertiget seyn. Denn der Feind hat meine Seele verfolgt, und mein Leben zu Boden gedrücket. Er stieß mich in die Finsterniß wie die Todten der Vorzeit; und geängstiget ist in mir mein Geist, mein Herz in mir beklommen. Ich gedachte der alten Tage, ich sann nach über alle deine Werke, über die Thaten deiner Hände sann ich nach. Ich breitete meine Hände zu Dir aus: meine Seele ist wie Erdreich ohne Wasser vor Dir. Ungesäumt erhöre mich, o Herr! mein Geist verschmachtet. Wende nicht ab von mir dein Antlitz; sonst werde ich gleich denen, die zur Grube hinabfahren. Vernehmen laß mich am frühen Morgen deine Barmherzigkeit, denn auf Dich hab ich vertraut. Thue mir fund den Weg, den ich wandeln soll; denn zu Dir erhebe ich meine Seele. Errette mich von meinen Feinden, o Herr, zu Dir nahm ich meine Zuflucht; lehre mich deinen Willen thun, denn Du bist mein Gott. Dein guter Geist leite mich zum rechten Lande; um deines Namens willen, o Herr, wirst Du mich lebendig machen in deiner Billigkeit. Du wirst der Trübsal meine Seele entreißen, und in deiner Barmherzigkeit wirst du meine Feinde zersprengen. Und wirst vertilgen alle die meine Seele quälen: denn ich bin dein Knecht. Ehre sey dem Vater u. s. w. Gebet wider die Trägheit. Wann, o mein Gott, werde ich endlich anfangen, Dich zu lieben und zu loben aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und aus allen Kräften, wie es sich geziemt, da Du uns in immerwährender Liebe geliebet und Dich uns verbunden hast in Ewigkeit. Ach, meine Seele ist eingeschlafen vor Trägheit. Weh mir, der ich bisher in deinem Dienste so lau war, daß ich mit Recht anfange zu fürchten, Du möchtest mich aus deinem Munde ausspeien. Aber schone, o Herr! geh nicht in's Gericht mit deinem Knechte, denn vor deinem Angesichte wird kein Lebendiger gerechtfertigt seyn. Ich breite meine Beichtgebete. 127. Hände aus zu Dir; meine Seele ist wie ein Erdreich ohne Wasser vor Dir. Unverweilt erhöre mich, o Herr; es verschmachtet in mir mein Geist. Dein guter Geist aber wird mich führen in das rechte Land. Und um deines Namens willen, Herr, wirst Du mich lebendig machen. Bußgebete vor der Beichte. Erstes Bußgebet. Nach dem Beispiele der büßenden Magdalena. Wer will meinem Haupte Wasser und meinen Augen einen Brunnen der Thränen geben, damit ich Tag und Nacht weinen möge über meine so vielen und schweren Sünden, mit welchen ich Dich, mein liebster Jesu, so oft beleidiget habe! O mein Heiland, ich habe nicht weniger gesündigt als Magdalena: dennoch bleibt mein Herz wie Stein verhärtet und fühlt nicht seine tödtlichen Wunden. Der Du Moses Kraft gegeben, mit seinem Stab an den Felsen zu schlagen, daß reichliches Wasser herausgefloffen, ich bitte Dich, schlage mit deinem Kreuze, o Jesu, an mein steinhartes Herz, damit es reichliche Zähren durch die Augen vergieße. Mit Magdalena lege ich mich zu deinen Füßen, o liebster Jesu, und umfange und füffe sie im Geiste; o könnte ich sie, wie jene heilige Büßerin, mit meinen Thränen waschen und mit diesen zugleich meine eigene Seele reinigen! Ich bitte Dich demüthiglich, durch deine unendliche Liebe, o Jesu, Du wollest den Mangel meiner Neue und meiner Zähren durch dein reichlich für mich vergoffenes Blut ersetzen, und in demselben meine Seele immer mehr und mehr waschen, damit sie, von allen Sünden und Unvollkommenheiten gereinigt, weißer als der Schnee vor deinen Augen erscheine. Zu deinen Füßen nehme ich mit Magdalena meine Zuflucht, sie umfange ich als den Hoffnungsanfer meiner Seele in den ungestümen Wogen meiner Leidenschaften und den Widerwärtigkeiten dieser Welt; sie sind meines betrübten Herzens einziger Trost: verstoß mich nicht, laß mich in Ewigkeit 128 Beichtgebete. nicht von ihnen scheiden. Gedenke, o herzliebster Jesu, wie viele mühselige Schritte Du mir zu Liebe gethan hast; sieh an die Wunden, die deutlichen Zeichen deiner Liebe, die Du an deinen heiligen Füßen getragen hast; laß mich von ihnen nicht aus menschlicher Rücksicht verscheucht oder durch die Menge meiner Sünden vertrieben werden. Ich bereue sie aus Grund meines Herzens. O wäre ich des jähen Todes gestorben, bevor ich Dich, o Jesu, so gröblich beleidigt hatte! Alle Pein und Marter will ich künftig lieber ausstehen, als Dich noch einmal durch eine Todsünde beleidigen. Nimm mich denn in Gnaden auf, o Jesu, der ich von deiner Stimme geladen zu Dir komme, und die Bürde meiner Missethaten zu deinen h. Füßen niederlege, mit der herzlichen Bitte, Du wollest sie in den Strom deines H. Blutes und in das Meer deiner unendlichen Güte und Barmherzigkeit versenken. Ich weiche nicht von hinnen, bis Du mich segnest und ich jene unendlich trostvollen Worte vernehme: Gehe hin, deine Sünden sind dir vergeben. Ich nehme mir auch vor, von jetzt an den Weg deiner Gebote ernstlich zu wandeln, und allen Versuchungen mit deiner Hülfe tapfer zu widerstehen. Du, o Jesu, unterstütze mich; Du, o Jesu, führe mich; Du, o Jesu, stärke mich! dann werde ich auf der Natter und Schlange wandeln und den Löwen und Drachen zertreten. Zweites Bußgebet. Nach dem Beispiele des verlorenen Sohnes. Vater, ich habe gesündigt wider den Himmel und vor Dir, und bin nicht würdig dein Kind genannt zu werden. Ach, was habe ich gethan! Dich meinen getreuesten Vater habe ich verlassen, um meinen fleischlichen Begierden und Lüsten, nachzugehen, die doch mein Herz weder ersättigen noch befriedigen können. Ach, wie werde ich bestehen vor deinem Angesichte, wenn ich von allen meinen Gedanfen, Worten und Werken Rechenschaft geben soll? O himmlischer Vater, im Stande der Sünde kann mein Herz nicht ruhig seyn; Furcht und Bittern ist über mich gekommen und die Beinen und Schmerzen der Hölle haben mich umgeben. O ich armseliger Mensch, der ich jetzt in einem fremden, weit von Dir, o Gott, entlegenen Lande wie ein verlorenes Kind umherirre, und außer Dir nirgends Hülfe und Trost finde! Jetzt erfahre ich, daß weder Friede noch Beichtgebete. 129 Ruhe sey bei den Gottlosen. Was soll ich aber thun? Soll ich in meinem Elende verzagen und in meinem Schmußze vergehen? O himmlischer Vater, ich weiß, daß deine Erbarmungen über alle Werke sind, und daß deiner Gütigkeit kein Ende ist. Darum komme ich zu Dir, und werfe mich nieder vor deinem Angesichte und rufe ohne Unterlaß: O Vater, Vater! ich habe gesündiget wider den Himmel und vor Dir, und bin nicht mehr werth, dein Kind genannt zu werden. Ach, möchte ich nur als einer unter deinen Tagelöhnern gelitten werden! Vater der Barmherzigkeit, erbarme Dich meiner und sey mir ein gnädiger Vater; gieb mir wieder das Kleid deiner Gnaden, ziere mich wieder mit dem Ringe deiner Liebe, den ich aus Liebe zu den Geschöpfen verloren habe, auf daß ich mit diesem Schmucke bekleidet Dir angenehm an deiner Tafel erscheinen möge. Ich nehme mir festiglich vor, o holdseligster Vater, durch deine Hülfe gestärkt, Dich künftig nie mehr zu erzürnen. In deinem Hause begehre ich nunmehr als ein gehorsames Kind zu leben und zu sterben. Gieb mir Gnade, o Vater, daß mich fünftig keine Anreizungen des Teufels, der Welt noch des Fleisches aus deinem Hause entführen. Denn selig sind, o Herr, die in deinem Hause wohnen, sie werden Dich loben in alle Ewigkeit. Drittes Bußgebet. Nach dem Beispiel des heil. Petrus. ( Für alle welche abermals in dieselbe Sünde gefallen find.) Bu Dir, Herr Jesu, von dem ich so oft durch meine Sünden abgefallen bin, kehre ich abermals flehentlich zurück; denn wohin soll ich gehen, als zu Dir? Wenn Du mich zurückstößest, wer wird mich aufnehmen? Wenn Du mich verdammnest, von wem werde ich Verzeihung hoffen? Aufs ernstlichste hatte ich mir vorgenommen, deine Gebote zu halten und alle Sünden, besonders.... zu meiden. Ich sprach im Ueberströmen meines Herzens, als meine Seele mit deinen himmlischen Tröstungen erfüllet war und das Feuer deiner Liebe in mir brannte: Ich will in Ewigkeit nicht fündigen, tausendmal lieber will ich sterben, als Dich, mein höchstes Gut, verlassen! Dennoch habe ich abermals gesündigt; meine Begierlichkeit hat mich zu Fall gebracht, wie den Petrus die Dienstmagd; deine Freundschaft, o Jesu, habe ich aufgekündigt, Dich, den Brunnen des Lebens, verlassen, deinen heiligen Namen verunehrt, meinem Nächsten 9 Beichtgebete. Aergerniß gegeben, deiner Gnaden mich unwürdig gemacht. Ach, mein Jesu, wie kann ich leben von Dir geschieden? Wie kann ich ruhen, wenn Du wider mich bist? Wie kann mir wohl seyn im Stande der Ungnade? Wie lange, o Jesu, willst Du dein Angesicht von mir abwenden, o Jesu, wie lange noch? Sieh mich mit gnädigen Augen an, wie Du den Petrus angesehen hast, und erbarme Dich meiner. Durchbohre mein Herz mit dem Blicke deiner erbarmenden Liebe, und laß es von Neuethränen überfließen, damit ich mit Petrus bitterlich und unablässig meine Sünden beweine und ihm, dem ich in der Sünde gefolgt bin, auch in der Buße und in der Standhaftigkeit folge. Auf deine Barmherzigkeit, o Jesu, die größer ist, als meine Bosheit, seße ich alle meine Hoffnung; Du kannſt mehr verzeihen, als ich sündigen. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte, weise mich nicht hinweg! denn zu wem soll ich gehen, Herr? Du hast Worte des ewigen Lebens. 130 Viertes Bußgebet. Nach dem Beispiele des 3achäus, zur Erstattung des verübten Unrechts an Ehre und Gütern. D Oholdseligster Jesu, wie groß ist deine Güte, wie tief deine Demuth! Obgleich ich der größte Sünder bin, so begehrest Du dennoch in dem hochheiligsten Sakramente des Altars in mein Herz, vollkommener als in das Haus des Zachäus, einzukehren und ewig bei mir zu verbleiben. Ich aber muß wie jener Hauptmann bekennen: Herr, ich bin nicht würdig, daß Du unter mein Dach eingehest, denn mein Herz ist von Liebe zu den zeitlichen Dingen ganz eingenommen und mit vielen Sünden behaftet. Jch bekenne, Herr, meine Ungerechtigkeit wider mich; ich habe nicht nur gesündigt wider die Ehre deiner göttlichen Majestät, sondern auch wider die Liebe des Nächsten, den Du mir wie mich selbst zu lieben befohlen hast. Oft und schwer habe ich mich gegen dieses Gebot vergangen, begierig nach eigenem Vortheil gehascht und dem Nächsten geschadet, Es thut nach eigenem Ruhme gegeizt und den Nächsten verachtet. mir von Herzen leid, daß ich so schwer und vielfältig gesündigt habe, und ich begehre mich ernstlich mit deiner Gnade zu bessern. Allen Schaden, den ich andern jemals an Ehre und Gut zugefügt habe, will ich bei nächster Gelegenheit erstatten, und außerdem zu meinem und des Nächsten Heile den Armen nach Kräften spenden. Ach Beichtgebete. 131 was würde mir alles Gut der Welt helfen, wenn ich an meiner Seele Schaden litte? was würde ihr Ruhm mir nügen, wenn ich in die Hölle hinabführe? O Herr, laß mein Herz nicht den Reichthümern dieser Erde ankleben, damit ich Dich desto mehr lieben und die ewigen Güter, die Du mir anbietest, desto höher schätzen möge. Mein Gott und Alles! was ich auf Erden besize, kommt von deiner Hand her und ist dein eigen. Darum lege ich es jetzt zu deinen Füßen, mit herzlichem Verlangen, mich keines Dinges hinfort anders zu gebrauchen, als nach deinem göttlichen Willen und zu deiner Ehre. Laß mich nun, o Jesu, mit Zachaus die tröstlichen Worte hören: Heute ist deiner Seele Heil widerfahren. Nimm von mir, was ich bisher gehegt habe, mein steinernes, hartes, neidisches Herz, und gieb mir ein neues, das menschlich und mild und deiner Güte gleichförmig sey, damit ich den Söhnen Abrahams und deinen Auserwählten beigezählt zu werden verdiene. Denn Du bist gekommen selig zu machen, was verloren war. Fünftes Bußgebet. Nach dem Beispiele des Schächers am Kreuze. ( Wenn die Buße lange verschoben worden ist.). Gar spät komme ich zu Dir, o Du mein gekreuzigter Jesu! Den besten und sichersten Theil meines Lebens habe ich in Sünden zugebracht. Es ist hohe Zeit, daß ich mich um deine Gnade bewerbe. Denn wie viele Jünglinge und Greise hat der Tod weggerafft, während ich meinen Lastern fröhnete? Hätte ich nicht auch mit ihnen hinfahren und ewig verdammt werden können? Wie viele tausend Seelen brennen in der Hölle, die weniger als ich gesündigt haben? Was wäre aus mir geworden, wenn ich in meinen Sünden gestorben wäre? Wer hat damals, o Herr, die Hand deiner Gerechtigkeit gebunden, wer hat die Geißel deiner Strafe eingehalten? Während ich nicht aufhörte zu fündigen und Dich zum Borne zu reizen, hast Du nicht aufgehört mich zur Bekehrung und zur wahren Buße zu berufen. Jesu, deiner grundlosen Barmherzigkeit habe ich zu danken in alle Ewigkeit. Nun aber, o Jesu, bitte ich Dich, Du wollest mich nicht verstoßen, da kein Sünder, der wahre Buße zu thun begehret, Dir zu spät kommt. Dem Schächer am Kreuze hast Du 9* 132 Beichtgebete. in der letzten Stunde seines Lebens alles verziehen, was er in all seinen Lebensjahren Uebels gethan hatte, und ihn am selben Tage in den Himmel aufgenommen. Durch dieses überaus große Werk deiner Barmherzigkeit und Güte bitte ich Dich, o Jesu, Du wahrer sanftmüthiger König und Herr der ganzen Welt, Du wollest Dich meiner erbarmen und mir alle meine Missethaten barmherzig verzeihen. Ich bekenne, daß meine Sünden eine Ursache deines so bittern Leidens und Sterbens sind; daß deine Hände und Füße so grausam von Nägeln durchbohrt worden, weil ich meine Hände nach verbotenen Dingen ausgestreckt habe, und meine Füße von den Stegen der göttlichen Gebote abgewichen und vergänglichen Lüften nachgegangen sind. Ach, mein Jesu, es schmerzt mich von Herzen und ich wünsche aus Grund meiner Seele jetzt des büßenden Schächers Neue empfinden und Dir, o Jesu, beweisen zu können. Ach, erbarme Dich meiner, o Jesu, erbarme Dich meiner, und laß deinen so bittern Kreuzestod an mir nicht verloren seyn! Sey mir ein gnädiger Nichter, wenn ich vor deinem Angesichte um Rechenschaft zu geben erscheinen werde. Gedenke meiner, o Jesu, der Du jetzt in deinem Reiche mit dem Vater und dem H. Geiste herrschest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Sechstes Bußgebet. Nach dem Gleichniß vom verlorenen Schäflein. Luc. 15. O Herr, ich habe geirret wie ein verlorenes Schäflein, ich bin von dem rechten Wege deiner Gebote abgewichen und in alles Elend gekommen. Du aber, o Herr, bist mir als ein guter Hirte nachgegangen. Dein Leben hast Du dargegeben, um mich aus dem Rachen der Hölle und vom ewigen Tode zu befreien. Was hat mich doch bewegen können, von Dir, o Jesu, dem rechten Wege, der unfehlbaren Wahrheit, dem ewigen Leben abzuweichen und die schöne Heerde deiner Auserwählten zu verlassen? Ach, der leidige Satan, die schnöde Welt und meine unmäßige Begierlichkeit haben mich durch Vorspiegelung eitler Freuden und falscher Lüste verführet; ihnen bin ich nachgegangen und der Hölle zugeeilt. Jetzt aber, o Jesu, kehre ich zu Dir zurück mit demüthigster Bitte, Du wollest an mir beweisen, daß Du ein guter und getreuer Hirte seyest. Verbinde meine Wunden, stärke meine Schwachheit, heile meine Krank Beichtgebete. 133 heit, nimm mich verlorenes Schäflein auf deine Schultern und führe mich wieder zu der Heerde deiner Auserwählten! dann werde ich getrost sagen können: Der Herr führt mich und nichts wird mir mangeln; an den Ort der Weide hat Er mich gesetzt; zum Wasser der Erquichung leitet Er mich hin. Meine Seele hat Er befehret. Ps. 22. Siebentes Bußgebet. Nach dem Gleichniß dessen der in die Hände der Räuber gefallen. Luc. 10. Dich elender Mensch, der ich von Jerusalem nach Jericho hinabgestiegen bin! Den Ort des wahren Friedens habe ich verlaffen, bin den trügerischen Freuden der Welt und des Fleisches nachgegangen, und in die Hände der höllischen Mörder gerathen, die mich des Kleides der Unschuld beraubt und bis auf den Tod der Seele jämmerlich verwundet haben. Sieh mich mit gnädigen Augen an, o Du wahrer Samarite, und erbarme Dich meiner, denn ich liege hier von allen verlassen im Blute meiner Sünden, und außer Dir ist einer der mir Hülfe leisten kann noch mag. Auf Dich allein, o Jesu, steht die Hoffnung meines Heiles; Du bist der einzige Arzt meiner Wunden. Du barmherziger Samarite, Du wahrer Heiland, Christe Jesu, verlaß mich nicht, verwirf mich nicht in diesem meinem Glende; strecke deine gnädige Hand aus und eile mir zu helfen. Gieße in die Wunden meiner Seele den kräftigen Wein deiner Liebe und das linde Del deiner Barmherzigkeit. Nimm mich gnädig auf und führe mich zur guten Herberge in deine gebenedeite Seitenwunde, laß mich deinem liebreichen Herzen nahen, da werde ich die gewünschte Pflege finden; da werde ich in deinem rosenfarbigen Blute von allem Wuste meiner Sünden gereinigt und von dem Feuer deiner göttlichen Liebe erwärmt werden; da werde ich den Preis finden, um alle meine Schulden dem himmlischen Vater zu zahlen; da werde ich eine feste Burg haben gegen alle feindlichen Angriffe. So sey denn, o Jesu, deine h. Seitenwunde meine Zuflucht, hier sey meine Wohnung, denn dieſe hab' ich erwählet. ₁. 131, 14. Achtes Bußgebet, des Königs Manasses. Allmächtiger Herr, Gott unserer Väter, der Du Himmel und Erde mit all ihrem Schmucke geschaffen, und dem Meere seine 134 Beichtgebete. Grenzen gesetzet durch das Wort deines Befehles, und den Abgrund geschlossen und versiegelt hast mit deinem furchtbaren und lobwürdigen Namen! vor Dir erzittert und erbebt Alles ob dem Angesichte deiner Kraft; denn unerträglich ist die Herrlichkeit deines Ruhmes und unwiderstehlich der Zorn deines Dräuens wider die Sünder. Unermeßlich aber und unergründlich ist die Barmherzigkeit deiner Verheißung; denn Du bist der Herr, der Allerhöchste, der Gütige, der Langmüthige und voll Erbarmen mit der Menschen Bosheit und Schwachheit. Du hast, o Herr, nach deiner vielfältigen Gütigkeit, denen, welche Dir gesündigt haben, Neue und Verzeihung verheißen, und nach der Menge deiner Erbarmungen den Sündern die Buße verordnet zu ihrem Heile. Du hast also, o Herr, Du Gott der Gerechten, die Buße nicht eingesetzt für deine Gerechten, für den Abraham, Isaak und Jakob, die nicht wider Dich gesündigt haben, sondern Du hast die Buße verordnet um meinetwillen, der ich ein Sünder bin. Denn meiner Sünden sind mehr geworden, als Sand am Meere, meine Missethaten haben sich gehäufet, und ich bin nicht würdig, deinen hohen Himmel anzuschauen, ob der Menge meiner Sünden. Nun aber, o Herr, beuge ich vor Dir die Knie meines Herzens und flehe zu Dir um Gnade. Ich habe dem Herrn gesündigt, ich habe gesündigt und ich erkenne meine Missethaten. Darum bitte ich flehentlich zu Dir, o Herr, verzeihe mir, o Herr, verzeihe mir und vertilge mich nicht in meinen Missethaten; gedenke nicht ewiglich meiner Bosheit und verstoße mich nicht in den Abgrund der Hölle; denn Du, o Gott, bist ein Gott der Büßenden, und wirst an mir deine Güte beweisen und mir Unwürdigem helfen nach deiner großen Barmherzigkeit. Dafür will ich Dir alle Tage meines Lebens immerdar Lob und Dank sagen, sowie Dich loben und preisen alle Kräfte der Himmel, denn Dir, o Herr, gebührt Ehre, Lob und Preis von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Neuntes Bußgebet, des h. Bernhardus. In Vereinigung mit deinem Schmerze, mit welchem Du die Ursache meines Schmerzes auf Dich geladen und die Genugthuung für meine Sünden übernommen hast, o Herr Jesu Christe, in Gemeinschaft aller von Herzen reumüthigen und wahrhaft Dich suchenden Büßer, bekenne ich Dir alle meine Sünden, alles was ich Bö Beichtgebete. 135 ses begangen, und was ich Gutes versäumt, oder aus unreiner Absicht, oder nachlässig verrichtet habe, wie Du es erkannt hast nach Zahl, Gewicht und Maß; und ich beweine vor Dir meine verlorenen Lebenstage, an welchen ich Dich beleidigt und dein Lob geschmäfert, und Dich, mein höchstes Gut, verlassen und meinen Nächsten mit mir zu Fall gebracht habe. Nimm, o Herr, von meinem elenden Leben den Rest meiner Jahre gnädig auf. Für die aber, welche ich in sündigem Leben verloren, wollest Du, o Gott, ein zerknirschtes und gedemüthigtes Herz nicht verschmähen. Meine Tage haben sich zu Ende geneigt und sind hingeschwunden ohne Frucht, unmöglich ist es, sie zurückzurufen, aber Du, o Gott, gewähre mir, daß ich sie in der Bitterfeit meiner Seele überdenke. Herr, der Abgrund meines tiefsten Elendes fleht zu dem Abgrunde deiner Barmherzigkeit. Halte nicht erzürnt deine Erbarmungen zurück, und laß den Brunnen deiner unerschöpflichen Barmherzigkeit um meiner Sünden willen für mich nicht versiegen; denn Du erbarmest Dich Aller, und hasfest nichts von dem was Du gemacht hast, und vergissest die Sünden der Menschen um der Buße willen. Dir kommt es zu, o Herr, die Sünden zu vergeben; erbarme Dich meiner, weil die Zeit der Gnade und Erbarmung noch nicht vorüber ist, und laß mich, so lange die Zeit der Besserung noch währt, mein ewiges Heil wirken, damit am Tage der Vollendung mich nicht treffe das Wort der Verdammung. Mache doch, o Herr, daß ich von meinen bösen Gewohnheiten ablasse und Dir wohlgefällige Werke verrichte, und den Eifer, den ich bisher auf meine Sünden verwandt, mit deiner Hülfe fortan zu Erfüllung deines Willens anwende, damit, wo das Verbrechen überfloß, auch deine Gnade überströme. Und ich bitte Dich, durch Dich selbst und durch die Liebe deiner zärtlichsten Mutter, der glorwürdigen Jungfrau Maria, und durch die Fürbitte aller deiner Heiligen und Auserwählten, verzeihe mir alle meine Sünden, Vernachlässigungen und Thorheiten; vertilge mich nicht in meinen Missethaten und spare in deinem Zorne meine Bosheit nicht auf bis zu Ende. Gedenk, o Herr Jesu, daß es Dir nicht angemessen ist, etwas von dem zu verlieren, was dein Vater Dir gegeben hat; sondern 136 Beichtgebete. daß es deiner Natur gemäß ist, Dich immer zu erbarmen und zu schonen, keinen zu verderben, sondern zu erretten; denn Dein Vater hat Dich in die Welt gesandt, nicht, damit Du die Welt richtest, sondern damit wir das Leben durch Dich haben; damit Du für uns seyst, nicht wider uns. Denn was wir verschuldet, hast Du gezahlt, und was wir gesündigt, hast Du gesühnt, und was wir unterlassen, hast Du erfüllt. Mir werde also zu Theil, o Herr, jetzt und in meiner letzten Stunde, deine volle, ja überflüssige Genugthuung, dein bitterer Tod und der Werth deines vergossenen Blutes, die Erneuerung deines Leidens, das hochheilige Geheimniß deines Leibes und Blutes, welches Dir täglich in der Kirche für das Heil der Gläubigen auf geopfert wird, in welchem Du Priester und Opfer bist, der, welcher opfert, und zugleich, welchem und was geopfert wird, um mir hienieden die Gnade zu erlangen, die ich nicht verdiene, und droben die Nuhe und Herrlichkeit zu erwerben, die uns dein bitterster Tod erkauft hat. Deine Augen, o Herr, haben meine Unvollkommenheit gesehen, aber Du bist gütig und barmherzig und erhaben über die Bosheit, daher rechne sie mir nicht an zur ewigen Strafe, da Du alles zur höchsten Vollkommenheit am besten und vollkommensten und weisesten angeordnet hast; und streiche mich nicht aus dem Buche des Lebens, sondern gewähre mir den zu meiner Rettung nöthigen Antheil an deinem kostbaren Leiden, durch welches Du den Menschen zu deinem Miterben im Lande der Lebendigen gemacht hast. Laß Dich also, o Herr, in Ansehung der menschlichen Gebrechlichkeit zur Barmherzigkeit bewegen, denn Du hast das Wesen des Menschen erkannt und weißt, daß Du ihn nicht vergeblich auf Er den gesetzet hast. Erhalte mich, das Werk deiner Liebe, laß dein Leiden daran nicht verloren gehen und die Vergießung deines unbefleckten Blutes an mir nicht fruchtlos seyn. Gott, der Du die Reinigung der Sünder wirkest, verleihe, daß ich von den Makeln meiner Sünden gereinigt und im Geiste er leuchtet Dich erkenne, und Dich erkennend in der Nichtung meines Herzens immer nach Dir strebe und trachte, und endlich durch einen seligen Tod zu Dir zu kommen gewürdigt werde, o Jesu Christe, der Du mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes le best und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Beichtgebete. Zehntes Bußgebet, des gottseligen Canisius. 1. O süßester Herr Jesu Christe, ich unwürdiger Sünder erinnere Dich an alle heiligen Gedanken, die Du von Ewigkeit her bis zu diesem Augenblicke gehabt hast, besonders an jenen, durch welchen Du, o ewiges Wort, Mensch zu werden gedacht hast. Ich erinnere Dich auch an alle gottseligen Gedanken, welche jemals zur Ehre deines Namens die Heiligen im Himmel und die frommen Menschen auf Erden gehabt haben, oder noch haben werden. O gütigster Herr, ich bitte Dich aus innerstem Herzen, verzeihe Du mir hingegen alle eiteln, schändlichen und bösen Gedanken, die ich bis jetzt gegen deinen Willen gehabt, oder bei Andern veranlaßt habe. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst du Maria 2c. 2. O gütigster Herr Jesu Christe, ich elender Sünder erinnere Dich an alle guten und heilsamen Worte, welche Du jemals auf Erden gesprochen hast, oder Andere in deinem Namen vorgebracht haben, oder noch vorbringen werden. 137 Jch bitte Dich demüthig, o gütigster Jesu, verzeihe mir alle Worte, die ich bis jetzt gegen deinen göttlichen Willen gesprochen, oder Andere zu sprechen veranlaßt habe. Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. 3. O sanftmüthigster Herr Jesu Christe, ich unwürdiger, aber mit deinem kostbaren Blute erkaufter Sünder, erinnere Dich an alle guten Werke, welche Du um unseres Heiles willen auf Erden vollbracht hast, oder welche von Andern in deinem Namen jemals verrichtet worden sind, oder noch verrichtet werden sollen. Ich bitte Dich, o gütigster Herr, verzeihe mir alles Böse, dasich jemals gegen dein Gebot und die Ehre deines Namens wissentlich oder unwissentlich begangen, oder Andere zu begehen veranlaßt habe. O gütigster Herr, lenke und richte hinführo alle meine Gedanken, Worte und Werke nach deinem göttlichen Wohlgefallen und nach der Ehre deines Namens, und ordne sie nach dem vollkommensten Beispiel deines heiligsten Wandels und Lebens. Dein bin ich und will ich bleiben, o Herr, im Leben und im Tode. In deine Hände befehle ich mich und alles das Meinige. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. Gebet des heil. Augustinus zur Vermehrung der Hoffnung.( Siehe Verschiedene Gebete.) Univ.- Bibl. Giessen 138 Beichtgebete. Gebet des heil. Alphonsus zu Maria, um Verzeihung der Sünden zu erlangen.( Nach den Tagszeiten von der unbefleckten Empfängniß.) Eilftes Bußgebet, vor der Gewissenserforschung. ( Aus Merlo- Horstius.) O mein Herr und Gott, der Du jeden Menschen erleuchtest, der in diese Welt kommt, erleuchte mit dem Strahl deiner Gnade mein Herz, damit ich alle meine Fehler und Sünden vollständig erkenne, mit wahrer, schmerzlicher Reue, wie es sich vor Dir und deinem Diener, dem Priester, ziemt, bekenne und vollständige Genugthuung für dieselben leiste, und zu deinem Ruhme und zur Ehre deiner gebenedeiten Mutter und aller Heiligen und zu meinem eigenen Seelenheile mein Leben aufrichtig bessere. Amen. Zwölftes Bußgebet, Erweckung der Neue. O möchte ich Dich, mein Herr und Gott, aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und aus allen meinen Kräften über Alles lieben! Möchte ich Dich lieben, wie deine Engel und Auserwählten im Himmel Dich lieben, und ewig in dieser Liebe beharren. Du weißt, o Herr, daß ich Dich liebe und immer mehr zu lieben begehre, daß ich tausendmal lieber sterben will, als in meine alten Sünden zurückfallen. O wie bereue ich aus innerstem Herzensgrunde, daß ich Dich, mein höchstes und liebwürdigstes Gut, jemals beleidigt habe. Auf deinen Beistand vertrauend, nehme ich mir ernstlich vor, Dich nie mehr, auch nicht mit der kleinsten Sünde, zu beleidigen. Denn Du bist aller Liebe, Ehre und Anbetung würdig, und ich begehre, in allem deinen heiligsten Willen zu erfüllen. Gib, o Jesu, deine Gnade dazu. Amen. Im Beichtstuhle sprich nach empfangenem Segen: Ich armer Sünder bekenne Gott dem Allmächtigen, der seligen, allezeit jungfräulichen Gottesgebärerin Maria, allen Heiligen und seinem Priester an Gottes Statt, daß ich seit meiner letzten Beichte, welche. geschehen ist, oft und viel gesündigt habe in Gedanken, Worten und Werken, besonders klage ich mich an: .... Hier lege ein demüthiges, reuiges, klares und vollständiges Bekenntniß deiner Sünden ab, mit möglichster Angabe der Zahl und erschwerenden Um Beichtgebete. 139 stände, gleich als klagtest du dich an vor dem Angesichte des lebendigen Gottes, dem nichts verborgen ist. Dem Priester antworte auf seine Fragen, als ob du Christo dem Herrn antwortetest. Nachdem du dich über alles, dessen du dir bewußt, angeklagt hast, sprich: Diese und alle meine Sünden sind mir leid aus Grund meines Herzens, weil ich Gott, das höchste Gut, dadurch erzürnet habe; ich nehme mir fest vor, mein Leben zu bessern, alle Gelegenheit zur Sünde zu meiden, mich der Heilsmittel fleißig zu bedienen und Dich, o Gott, nie mehr zu beleidigen. Amen. Die Ermahnungen des Beichtvaters und die Buße, welche er dir zur Genugthuung auferlegt, nimm mit bereitwilligem Herzen an, als kämen sie von Jesus selbst, und stelle dir vor, du lägest wie der verlorene Sohn auf dem Angesichte vor seinem Vater, oder wie Magdalena zu den Füßen Christi, und erwecke also herzliche Neue über deine Sünden besonders vor der Lossprechung, weil diese ohne vorhergegangene Reue ungültig wäre. Gebete nach der Beichte. 1. Gebet. Laß Dir, o Herr, durch die Verdienste deiner seligen, allzeit jungfräulichen Gebärerin Maria und aller Heiligen, diese meine Beichte wohlgefällig und angenehm seyn; und was mir mangelte jetzt und sonst an Innigkeit der Neue und an Aufrichtigkeit und Vollständigkeit der Beichte, das ersetze deine milde Barmherzigkeit, und kraft dieser laß mich vollkommen im Himmel losgesprochen seyn. Amen. 2. Danksagung nach der Beichte, nach dem Beispiele des gereinigten Aussäßigen. Zu Dir, o gütigster Jesu, kehre ich zurück, und sage Dir Dant, daß Du mich von dem häßlichen Aussage meiner Sünden gereinigt haft. Dein Name, o Jesu, sey gebenedeit in Ewigkeit. Wahrlich Du bist Jesus, der Heiland, der keinen auch noch so schuldbefleckten Bußgebete nach der Beichte. Sünder von Sich stößt, sondern alle wahrhaft büßenden in Gnaden annimmt und der Zahl seiner Kinder beigesellt. Ich erkenne und verehre, o Jesu, deine grundlose Barmherzigkeit, und weihe mich fortan ganz deinem Dienste. Hilf, ich bitte Dich, meiner Schwäche, auf daß ich niemals dieser mir erzeigten Wohlthat uneingedenk einer irdischen Lust zu Liebe in meine früheren Sünden zurückfalle und mich abermals von Dir scheide. Umfange also mein Herz und meine Seele mit den Armen deiner Liebe, daß ich mit dem Apostel ausrufen darf: Wer wird mich scheiden von der Liebe Christi." Róm. 8, 35. M 140 3. Danksagung für erlangte Versöhnung mit Gott, und fester Vorsaß. Was soll ich Dir, o Herr, vergelten für alles, was Du mir erwiesen hast? Wer bin ich, o Du liebster Bräutigam meiner Seele, daß Du mich undankbaren Menschen, mich armseligen Erdwurm mit so liebreichen Augen angesehen, zur Buße geführet, und zur Gnade und ewigen Liebe aufgenommen hast? Wer bin ich, daß Du Dich gewürdigt, mich zu dem H. Kusse deines Friedens zuzulassen? Dir, o Jesu, sey Lob und Dank von mir und allen Geschöpfen in Ewigfeit. Deine Barmherzigkeit und Güte will ich ehren und preisen immerdar. Soll ich Dich denn fünftig von Neuem erzürnen, besonders durch jene Sünden, zu welchen ich am meisten geneigt bin? O Jesu, laß mich eher in Gnaden sterben, als daß ich Dich jemals wieder mit einer schweren Sünde beleidige. O hätte ich Dich nie erzürnt! möchte ich Dich fünftighin auch nicht einmal mit einer läßlichen Sünde beleidigen! Sieh, o Jesu, von nun an begehre ich nach deinem Wohlgefallen zu leben; reiche mir gnädig dazu deine hülfreiche Hand. Auch wünsche ich, o Jesu, deine Barmherzigkeit, Gnade und Hülfe allen denjenigen, für welche Du Dich gewürdigt hast, den bittern Tod zu leiden, besonders für..... Verleihe auch, o Jesu, dieselbe Gnade allen andern, für die ich am meisten zu beten schuldig bin, besonders denjenigen, welche durch mich zur Sünde veranlaßt worden sind. Dieses bitte und begehre ich durch alle deine Mühseligkeiten, Peinen und Schmerzen, die Du für uns ausgestanden; Bußgebete nach der Beichte. 141 durch deine bittern Zähren und dein kostbares Blut, welches Du für uns vergossen, und durch den schmählichen Kreuzestod, den Du für uns gelitten hast. Der Du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 4. Danksagung nach dem 102. Psalm. Lobe, meine Seele, den Herrn, und Alles was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe, meine Seele, den Herrn, und vergiß nicht aller seiner Wohlthaten: Der allen deinen Sünden Vergebung schenket, der alle deine Schwachheiten heilet; Der dein Leben vom Untergange errettet, der dich frönet mit Barmherzigkeit und Erbarmungen; Der deine Begierde mit Gütern erfüllet; erneuen wird sich deine Jugend, wie die des Adlers. Der Herr ist gnädig und barmherzig, langmüthig und von großer Erbarmung. Er wird nicht immerdar zürnen, noch ewiglich drohen. Er hat uns nicht gethan nach unsern Sünden, noch uns vergolten nach unsern Missethaten. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, hat Er seine Barmherzigkeit befestigt über diejenigen die ihn fürchten. So weit der Aufgang vom Niedergang ist, so weit hat er unſere Sünden von uns hinweggethan. Wie sich ein Vater erbarmet seiner Kinder, also erbarmet Sich der Herr derer, die Ihn fürchten. Denn Er fennet unser Gebilde; Er ist eingedenk, daß wir Staub sind. Des Menschen Tage sind wie Gras: er verblühet wie eine Blume des Feldes. Wenn ein Wind hingeht über ihn, so besteht er nicht mehr, und man erkennt nicht mehr seine Stätte. Die Barmherzigkeit des Herrn aber ist von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so Ihn fürchten. Und seine Gerechtigkeit geht bis auf die Kindeskinder, bei denen, 142 welche seinen Bund erfüllen. Bußgebete nach der Beichte." halten, und seiner Gebote gedenken, um sie zu Der Herr hat im Himmel seinen Thron bereitet, und sein Königthum herrschet über Alles. Lobet den Herrn, alle seine Engel, ihr Helden an Kraft, die ihr sein Wort ausrichtet, sobald ihr den Laut seiner Rede höret. Lobet den Herrn alle seine Heerschaaren, ihr seine Diener, die ihr seinen Willen thut. Lobet den Herrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe, meine Seele, den Herrn. Ehre sey dem Vater 2. Nach Belieben kann noch eins der folgenden Gebete gewählt werden: Gebet des h. Thomas von Aquin um Erlangung der christlichen Tugenden. Andächtige Ausführung des Vater unsers.( S. Verschiedene Gebete.) Gebet des H. Alphonsus zur allerseligsten Jungfrau um Standhaftigkeit im Guten.( Nach den Tageszeiten von der unbefleckten Empfängniß.) Bitte um den Segen: O Jesu, der Du mich von allen meinen Sünden gereinigt, von allen Krankheiten erledigt und gesund gemacht: gieb mir deinen allerheiligsten Segen, kraft dessen ich hingehe im Frieden und nicht mehr sündige. Amen. Unterricht über das allerheiligste Sakrament des Altars. 1. Was dieses Sakrament sey und zu welchem Ende es von Jesu Christo eingesetzt worden. Da unser Heiland aus dieser Welt zum Vater scheiden wollte, hat Er dieses Sakrament eingesetzt, in welchem Er den Reichthum seiner göttlichen Liebe gegen uns Menschen gleichsam ausgegossen und ein Gedächtniß seiner Wunder aufgerichtet hat. Und bei Empfangung desselben gebot Er uns, sein Andenken zu feiern und seinen Tod zu verkündigen, bis Er selbst komme, die Welt zu richten. Er wollte aber, daß wir dieses Sakrament empfangen sollen als eine geistliche Seelenspeise, wodurch wir Lebendigen ernährt und gestärkt werden sollten mit dem Leben desjenigen, der gesagt hat: Wer mich iffet, der wird auch leben um meinetwillen," und als ein Heilmittel, wodurch wir von täglichen Schulden befreit und vor Todsünden bewahrt würden. Außerdem sollte es uns ein Pfand seyn unserer zukünftigen Herrlichkeit und ewigen Seligkeit. 11 2. Welche große Liebe gegen die Menschen Gott in diesem Sakramente offenbare. Höre darüber den H. Chrysostomus( Hom. 60): Unser Heiland hat seine größte Liebe zu uns bewiesen, indem Er sich denen, die danach verlangen, nicht nur sichtbar und fühlbar zeigt, sondern Sich ihnen auch zur Speise giebt. Es giebt Mütter, die ihre Kinder von andern ernähren lassen, Ich aber, spricht Jesus, nicht also; sondern mit meinem Fleisch ernähre Ich euch, Mich selbst reiche Jch. euch dar, und will, daß ihr alle veredelt werdet und gute Hoffnung heget für das Zukünftige; denn wenn Ich mich hier darbringe, wie vielmehr werde Ich Mich euch darbringen in der Zukunft. Ich habe euer Bruder seyn wollen, und Fleisch und Blut um euretwillen angenommen; und wiederum geb' Ich euch mein Fleisch und Blut, wodurch Ich euch verwandt worden bin."„ Laßt uns also den Muth nicht verlieren ,. uns sein Fleisch und Blut in diesem h. Sacramente gegeben hat, wird uns nichts für unser Seelenheil abschlagen." Ders. Hom. 2. denn Der ... " In Mariä Schooß," spricht der H. Augustinus,„ hat Er Fleisch ange= nommen, und Der im Fleische gewandelt, hat uns sein Fleisch als Speiſe zu unserm Heile hinterlassen." Darum sind wir wahrhaft ein auserwähltes Geschlecht, das königliche Priesterthum, der heil. Stamm, daß erworbene Volk". 144 Ueber das H. Altarssakrament. 1. Pet. 2, 9. Und wohl können wir sagen:„ Es ist kein anderes Volk so groß, zu dem seine Götter so nah herankommen, wie unser Gott bei uns gegenwärtig ist." 5. B. Mos. 4, 7. 3. Wie nothwendig dem Menschen der Empfang dieses h. Sakraments sey. #f Wenn ihr nicht essen werdet," sagt der Heiland, das Fleisch des Menschensohnes, und nicht trinken werdet sein Blut, so werdet ihr das Leben in euch nicht haben." Wer mein Fleisch isset und mein Blut trinket, der hat das ewige Leben, und Ich will ihn auferwecken am jüngsten Tage." Joh. 6, 53. ff. Demgemäß redet der H. Cyprian: Gleichwie das Brod, das wir täglich effen, des Leibes Leben ist: so ist jenes übernatürliche Brod das Leben der Seele und die Gesundheit des Geistes."( Ueber das legte Abendmahl.) Vernachlässige also nicht, dich mit dieser geistlichen Speise zu nähren, damit du nicht mit dem Psalmisten ausrufen mußt: Ich bin zerschlagen wie Heu, und mein Herz ist verdorret: denn ich vergaß mein Brod zu essen." 4. Von den Früchten der h. Communion. 11 1. Der Mensch wird durch diese Speise auf's innigste dem Leibe und der Seele nach mit Christus dem Herrn verbunden, wie Er selbst es mit deutlichen Worten bezeuget: Wer mein Fleisch isset und mein Blut trinket, der bleibt in Mir und Jch in ihm." Joh. 6, 57. Darüber bemerkt Chrysostomus: ,, Da Er uns seine Liebe verkündigen wollte, hat Er durch seinen Leib Sich uns vereinigt und in Eins verwandelt, damit der Leib mit seinem Haupte verbunden würde." Chrys. Hom. 45. 2. Sie reinigt die täglichen Flecken und heilt die Wunden der Seele. Dieses übernatürliche Brod gereicht zum Leben und zur Wohlfahrt des ganzen Menschen: es ist eine Arznei, welche die Gebrechlichkeiten heilt und die Unlauterfeit reinigt."( Cypr. über das Abendmahl.) Begehrest du deine Wunden zu heilen? Jesus im h. Sacramente ist die Arznei. Liegst du in großer Fieberhige? Er ist der Brunnquell. Beschweren dich deine Missethaten? Er ist die Gerechtigkeit. Bedarfst du Hülfe? Er ist die Stärke. Fürchtest du den Tod? Er ist das Leben. Begehrest du den Himmel? Er ist der Weg. Scheuest du die Finsterniß? Er ist das Licht. Suchest du Speise? Er ist die Nahrung. Koste denn und sieh, wie süß der Herr sey." 11 3. Sie bändigt die unordentlichen Triebe des Geistes und des Leibes, schwächt die Versuchungen und schüßt uns gegen schwere Sünden. Zwei Dinge wirkt dies h. Sacrament in uns: es schwächt die Neigung zu kleinen Sünden, und verhindert gänzlich die Einwilligung in schwere. Ist einer unter euch, der jetzt nicht so oft gereizt wird zum Zorn, zur Mißgunst, zur Unkeuschheit oder dergleichen Lastern, der sage Dank dem Leibe und Blute des Herrn; denn in ihm wirket die Kraft des H. Sacramentes."( Bernh. Nede über das H. Abendmahl.) Dieser heilige Tisch ist die Kraft unserer Seele, der Nerv unseres Geistes, das Band des Vertrauens, unsere Hoffnung, unser Heil, Licht und Leben." Chrys. Hom. 24. Du hast einen Tisch vor meinem Angesichte bereitet wider die, welche mich plagen," spricht David in prophetischem 11 Ueber das H. Altarssakrament. 145 11 Geiste. Ps. 22. Und der H. Chrysostomus bemerkt dazu: Wer sind jene, die uns plagen? Die Einflüsterungen des bösen Feindes, Leidenschaften, Be gierlichkeiten, Lüste, weltliche Ehren u. s. w. Aber am Tische des Mächtigen werden die Trübsale zu Tröstungen; was des Fleisches ist, wird ausgetrieben, und eingegeben, was des Geistes ist." H 4. Sie vermehrt die heiligmachende Gnade. mein Blut trinket, der hat das ewige Leben," spricht der Heiland selbst. Wer mein Fleisch iffet und Joh. 6, 55. Die Gnade Gottes aber ist das ewige Leben in Christo Jesu." Röm. 6, 23. Und die h. Kirche stimmt darin ein: O h. Gastmahl, in welchem Christus empfangen, das Andenken seines Leidens erneuert, das Gemüth mit Gnaden erfüllt, und uns ein Pfand der zukünftigen Glorie gegeben wird." 5. Sie zündet in uns an die Liebe Gottes, und stärkt uns, harte Kämpfe für Christus zu bestehen. Wie mit Löwenmuth kehren wir von diesem Tische zurück, und sind dem Teufel fürchterlich geworden." Chrys. Hom. 60. Daher wurde einst den Märtyrern vor dem Kampfe die heilige Wegzehrung ge= reicht. Den Tapfern und Lebendigen müssen wir die heilige Communion reichen, damit wir die, welche wir zum Kampfe ermahnen, nicht unbewaffnet und entblöst laffen, sondern mit dem Schilde des Leibes und Blutes Christi beschützen." Cypr. Brief. 54. Aus derselben Ursache wird auch den Christen im letzten Todeskampfe die heilige Communion gereicht. 1 6. Sie stärkt uns auf dem Wege der Tugend. Denn mit dieser heiligen Speise gelabt, können wir mit dem Apostel ausrufen: mehr nicht ich, sondern Christus lebt in mir." " Ich lebe, doch nunEmpfang des Heiligen Liebesmahles nahen wir uns Gott, und des NeußerGal. 2, 26. Durch den lichen vergessend, dringen wir in das Innere; und keinen Sinn habend für diese Welt, sondern die Lüste des reichen Mannes verachtend, hangen wir dem Kreuze an." Cypr. Br. 54. 7. Sie ist endlich die Wegzehrung auf unserer Pilgerschaft in das Haus der Ewigkeit und das Unterpfand der künftigen Glorie. Leben wandern und an diesem Geheimnisse mit reinem Gewissen Theil nehmend Die aus diesem ihren Geist aufgeben, die werden von den Engeln, die ihren Leib wie Dienee umgeben, geraden Weges von hier in den Himmel geführt. Ueber d. Priester. 11 Chrysost. B. 6. Worte des höchsten Trostes! O wahrhaft ein Sakrament der Liebe, eingesetzt aus Liebe zu uns! 5. Wie man sich zur heiligen Communion vorbereiten müsſe. Das Concil von Trient lehrt uns: Wenn du communiciren willst, so rufe dir ins Gedächtniß die Vorschrift des Apostels: 1. Cor. 11, 28. Der Mensch prüfe sich selbst, und dann esse er von diesem Brode und trinke von diesem Kelche." Die kirchliche Uebung aber erklärt, es sey eine solche Prüfung nothwendig, damit niemand im Bewußtseyn einer schweren Sünde, so sehr er auch reuig zu seyn meine, ohne vorausgegangene sakramentalische Beichte, zum heiligen Altarssakrament hinzutrete. Denn wer unwürdig isset und trinket, der isset und trinket sich das Gericht, weil er den Leib des Herrn nicht unterM 10 146 Ueber das H. Altarssakrament. H scheidet." Sess. 13, c. 7. Der h. Chrysostomus will, wir sollen bedenken, daß wir dessen Leib und Blut genießen, der in den Himmeln wohnt, von den Engeln angebetet wird, und dem allmächtigen unsterblichen Gott zunächst sitet. Hom. 3. Möge der lebendige Glaube dieser Heiligen unsere Lauheit in der Reinigung des Gewissens beleben und anfeuern. Hören wir noch die Worte des 6. Augustinus: Im Leibe Christi besteht unser Leben, wie Er selbst geſagt hat. Daher ändere sein Leben, wer das Leben empfangen will; denn wenn er sein Leben nicht ändert, empfängt er das Leben zum Gerichte, und wird dadurch mehr verwundet, als geheilt, mehr getödtet, als belebt." Nede 1 über die Zeit. Ein frommer Christ wird sich aber nicht dabei begnügen, sein Gewissen durch die Beichte von Todsünden zu reinigen, sondern sich auch bemühen, seine täglichen Sünden und Unvollkommenheiten abzubüßen und seine Leidenschaften zu dämpfen und zu ersticken, nach der Lehre des H. Ambrosius, der zu den Worten Christi:„ Wer gewaschen ist, bedarf anders nichts, als daß er die Füße wasche," bemerkt: Wer zu dem Tische des Herrn gehen will und seine Seele von schweren Sünden gereinigt hat, soll auch den Staub von seinen Füßen waschen, d. h. alle irdischen Neigungen ablegen." H 2. Vor allem verlangt dieß heilige Sakrament ein demüthiges Herz, wie der Heiland selbst gelehrt hat, als Er seinen Jüngern die Füße gewaschen. Ich habe euch ein Beispiel hinterlassen," sprach Er, damit wie Ich gethan habe, auch ihr thuet." O wie groß ist die Demuth Christi des Gottmenschen! Er giebt sich den Menschen zur Speise, und läßt sich sogar von den Unwürdigen empfangen. In seinem Leibe und seinem Blute wollte Er, daß unser Heil bestehe. Woher aber empfahl Er sein Fleisch und Blut? Aus Demuth. Denn wenn Er nicht demüthig wäre, würde Er weder gegessen, noch getrunken werden." Aug. zum 32. Ps. Wenn du also den Leib und das Blut des Herrn genießest, so kehrt der Herr bei dir ein; dann demüthige dich selbst und sprich mit dem Hauptmanne: Herr, ich bin nicht würdig, daß Du usgehest unter mein Dach u. j. w. - 3. Wir müssen eben sowohl mit re nem und keuschem Leibe, wie mit reiner Seele zu diesem heiligen Sakramente hinzutreten. Denn wenn David und seine Diener sich drei Tage lang auch des erlaubten Umgangs mit ihren Frauen enthalten mußten, bevor sie von den Schaubroden essen durften, wie viel mehr sind wir diese Ehrfurcht dem Brode der Engel schuldig, worin der Sohn der Jungfrau sich als Bräutigam unsern Seelen vermählt? 4. Die heilige Communion erfordert große Andacht und ein heißes Verlangen, damit der Geist, in frommen Betrachtungen und Gebeten darauf hingewandt, an nichts anderes denke.„ Kein Träger, kein Gleichgültiger," spricht der h. Chrysostomus,, trete hinzu, sondern alle seyen eifrig und liebentbrannt." Reiner esse diesen Leib, der ihn nicht zuvor angebetet." Augustinus zum 98. P₁. 5. Endlich verlangt die diesem heiligen Sakramente schuldige Ehrfurcht, daß wir nüchtern hinzutreten, nach der Lehre des H. Augustinus, Brief 118. Seit der Zeit"( nämlich seit dem letzten Abendmahle mit den Aposteln) gefiel 17 es dem heil. Geiste, daß zur Ehre eines so großen Sakramentes der Leib des Herrn eher, als jede andere Speise in den Mund des Christen eingehe." Ueber das h. Altarssakrament. 6. Was man nach der h. Communion zu thun habe. Wunderbar ist die Kraft der heil. Communion, welche sich nach frommen Betrachtungen und verrichteten Dankgebeten in uns ergießt, und zwar um so reichlicher, je eifriger und brennender wir uns der Andacht hingeben. Wenn die H. Communion dir keine Früchte bringt, so liegt die Schuld daran, daß du nach dem Empfange die gehörigen Danksagungen unterläßt. Daher folgen hier einige Anleitungen. 147 1. Thue wie jene fünftaufend Menschen, die, von Christus mit fünf Gerstenbroden gespeiset, Ihn aus Dankbarkeit zum König machen wollten. Du also, den Jesus nicht mit Gerstenbrod, sondern mit dem Brøde der Engel, mit seinem eigenen Fleische und Blute gespeiset, mache Ihn zum König deines Herzens und deines Geistes, und gieb Ihm die Herrschaft über alle deine Sinne und Fähigkeiten. 2. Ahme dem Hausvater nach, der alle seine Kinder zusammenruft, um den theuern Gast zu begrüßen, wohlwollend aufzunehmen und zu ehren: so rufe du alle deine Sinne und Geistesfähigkeiten auf zu Lob- und Danksagungen:, Lobe meine Seele den Herrn, und Alles, was in mir ist, lobsinge seinem heiligen Namen." 3. Lade die Engel und alle Geschöpfe ein, den Herrn deinen Gott mit dir zu loben und zu preisen, wie die drei Knaben im Feuerofen.( Sieh unter den Gebeten nach der heil. Communion.) 4. Eröffne dem Heiland alle Geheimnisse deiner Seele und all dein Elend. Schütte dein Herz aus, wie Wasser, vor dem Angesichte des Herrn; hebe deine Hand zu Ihm auf für die Seele deiner kleinen, welche vor Hunger vergehen." Selaglied. Jerem. 2, 19. 5. Opfere dich ganz auf und schenke du hast, ohne irgend etwas auszunehmen. dich deinem Erlöser mit allem, was Denn so spricht der Sohn Sirach's: 19 Gib dem Allerhöchsten nach Maaß seiner Gabe, und mit heiterem Auge opfere nach dem Erwerb deiner Hände, denn der Herr ist der Vergelter, und wird dir siebenfältig wiedergeben." Eccl. 35, 12 ff. Es ist also billig, daß du dich Christo ganz hingebest, der Sich dir ganz in diesem Sacramente gegeben hat. 7. Wie oft man die h. Communion empfangen soll. " Im Anfange der christlichen Kirche verharrten die Gläubigen alle Tage einmüthiglich im Tempel und brachen das Brod( der Engel) in den Häuſern, nahmen auch die Speise mit Freuden und in Einfalt des Herzens, und lobten Gott." Apostelg. 2, 46. Als später dieser Eifer nur zu sehr erkaltete, befahl die Kirche, daß alle Gläubigen, welche das gehörige Alter erreicht hätten, wenigstens einmal im Jahre und zwar um die österliche Zeit die H. Communion empfangen sollten. Es ermahnt aber zum öftern Empfange der h. Ignatius, der Schüler der Apostel: Bemühet euch, öfter zum Empfange der H. Communion und zum Lobe Gottes zusammen zu kommen. Denn wenn ihr öfter euch dazu versammelt, werden die Kräfte des Satans erschüttert und seine feurigen Pfeile zur Sünde werden abprallen." 11 Wie oft und wann wir uns dem heil. Tische nahen sollen, lehrt uns der. Augustinus, oder der Verfasser des Buches über die Dogmen der Kirche, G. 53. 10* Ueber das H. Altarssakrament. 11 11 Daß man täglich die heil. Communion empfange, will ich weder loben noch tadeln. Doch rathe ich Allen und ermahne sie, an allen Sonntagen zu communiciren, jedoch wenn das Gemüth ohne gegenwärtige Neigung zu sündigen ist." Der H. Justinus bekräftigt dieses.( Apostelg.) Am Sonntage," spricht er, kommen Alle, die in Städten und Dörfern wohnen, an einen Ort zusammen, und nach vollendetem Gebete macht sich ein Jeder dessen, was gesegnet ist,"( nämlich des H. Sakramentes) theilhaftig." Wohl ermahnt uns der H. Hilarius: Es ist zu fürchten, daß wer lange sich des Leibes Christi enthält, sein ewiges Heil verfehle: wer aufgehört hat zu fündigen, der lasse nicht ab zu communiciren."" Da dieses dein tägliches Brod ist," sagt der H. Ambrosius, warum nimmst du solches nur einmal im Jahre? Nimm täglich, was dir täglich nügt, lebe also, daß du es täglich zu empfangen verdienest, wie Job für seine Kinder täglich opferte." Ueber die Sakramente 5, 4. 11 148 Gebet vor der H. Communion. 1. Gebet. O Herr Jesu Christe, im Vertrauen auf deine unendliche Güte und Barmherzigkeit will ich mich deinem heiligen Mahle nahen: aber wenn ich armer Sünder der Menge meiner Vergehen und der Größe meiner Unwürdigkeit gedenke, werde ich von Angst und Bittern befallen. Denn ich bin schuldbefleckt an Leib und Seele, und habe weder meinen Geist, noch meine Zunge im Baume gehalten. Darum, o gütige Gottheit, o furchtbare Majestät, flieh ich in meiner Noth zu Dir, der Quelle der Barmherzigkeit; zu Dir eile ich, um geheilt zu werden, bei Dir suche ich Schuß, bei Dir flehe ich um Gnade, weil ich vor deinem Gerichte nicht bestehen kann. Dir, o Herr, zeige ich meine Wunden, Dir gestehe ich mein heimliches Elend. Ich kenne die Menge und Größe meiner Sünden, und zittere, aber ich hoffe auf deine Erbarmungen, die ohne Zahl sind. Sieh mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit, o Herr Jesu Christe, ewiger König, Gott und Mensch, der für uns Menschen gekreuzigt worden. Erhöre mich, da ich auf Dich hoffe; und da ich voll Elend und Sünden bin, erbarme Du Dich meiner, weil die Quelle deiner Erbarmung nie verrinnt. Sey gegrüßt, Du Opfer des Heiles, das für mich und das ganze Menschengeschlecht am Gebete vor der H. Communion. 149 Stamme des Kreuzes dargebracht worden. Sey gegrüßt, Du edles, fostbares Blut, das aus den Wunden meines gefreuzigten Herrn Jesu Christi hervorfließend, der ganzen Welt Sünden hinwegnimmt. Sey eingedenk, o Herr, deines Geschöpfes, welches Du mit deinem Blute erlöset hast. Es reut mich, daß ich gesündigt, und ich wünsche zu ersetzen, was ich verbrochen habe. Nimm also weg von mir, o gütigster Bater, alle meine Sünden und Missethaten, damit ich an Leib und Seele gereinigt das Allerheiligste würdig empfangen möge, und verleihe, daß der Genuß deines heiligsten Leibes und Blutes, dem ich Unwürdiger mich zu nahen wage, mir gereichen möge zur Nachlaffung meiner Sünden, zur vollkommenen Reinigung aller Makel, zur Verscheuchung unreiner Gedanken, zur Wiedererweckung guter Gesinnungen, zur verdienstlichen Vollbringung Dir wohlgefälliger Werke und zum sichern Schuße gegen alle Nachstellungen meiner Feinde des Leibes und der Seele. Amen. 2. Gebet des h. Thomas von Aquin. Allmächtiger, ewiger Gott, sieh ich nahe mich dem Sakramente deines eingeborenen Sohnes unseres Herrn Jesu Christi. Jch komme als ein Kranfer zum Arzte des Lebens, ein Unreiner zur Quelle der Barmherzigkeit, ein Blinder zum Lichte der ewigen Klarheit, ein Armer und Dürftiger zum Herrn des Himmels und der Erde. Ich flehe also zu der Fülle deiner unendlichen Freigebigkeit, Du wollest meine Krankheit heilen, meine Makel abwaschen, meine Blindheit erleuchten, meine Armuth bereichern, meine Nacktheit bekleiden, damit ich das Brod der Engel, den König der Könige, den Herrn der Herrscher, mit solcher Ehrfürcht und Demuth, mit solcher Zerfnirschung und Andacht, mit solcher Neinigkeit und Gläubigkeit, mit solcher Gesinnung und Meinung empfange, wie es meinem Seelenheile ersprießlich ist. Gieb mir, ich bitte Dich, daß ich nicht nur das Saframent deines Leibes und Blutes empfange, sondern auch der Kraft und Wirkung desselben theilhaftig werde. Gott, verleihe mir den Leib deines eingebornen Sohnes unseres O gütigster Herrn Jesu Chrifti, den Er aus der Jungfrau Maria angenommen, also zu empfangen, daß ich seinem geistlichen Leibe einverleibt und seinen Gliedern beigezählt zu werden verdiene. Vater, verleihe mir deinen geliebten Sohn, den ich jegt verhüllt O liebevollster 150 Gebete vor der H. Communion. auf meiner Pilgerschaft empfangen will, dereinst von. Angesicht zu Angesicht ewiglich zu schauen, der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des heil. Geistes, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Besondere Andachtsübung vor der H. Communion. Mit Betrachtung des bittern Leidens und Sterbens Chrifti. " So oft ihr"( spricht der Apostel 1 Cor. 11) dieses Brod essen, und diesen Selch trinken werdet, sollet ihr den Tod des Herrn verkündigen bis Er fomme." Vorbereitungsgebet. Oliebreichster Jesu, der Du dein Fleisch und Blut mir zur Speise und zum Tranfe bereitet und mir befohlen hast, beim Empfang desselben das Gedächtniß deines Leidens und Sterbens zu verehren: gib mir die Gnade, diesen deinen heiligsten Willen zu erfüllen und der reichlichen Früchte dieses heiligen Sakramentes theilhaftig zu werden. Amen. 1. Betrachte Christi Liebe beim letzten Abendmahle. Da Du die Deinigen, o Jesu, geliebet, hast Du sie wahrhaft bis zu Ende geliebet; denn bei deinem Scheiten aus dieser Welt hast Du Dich selbst unter den Gestalten des Brodes und des Weines auf Erden zurückgelassen, um immerdar bei uns zu seyn. Was soll ich Dir, o Jesu, dagegen vergelten? Nimm an meinen Leib und meine Seele und besiße mich ganz, da Du Dich ganz mir zur Speise hingegeben hast. 2. Christi Demuth bei der Fußwaschung. Zu den Füßen deiner Jünger, selbst des treulosen Judas, bist Du, o Jesu, niedergefniet und hast sie mit deinen Händen gewaschen. Demuth meines Heilandes und Seligmachers! Und ich Staub und Asche, ich Erdwurm, ich gottloser Mensch soll noch in meinem Hochmuth verharren? Mache, o Herr, daß ich geringer werde, als ich gewesen bin, und demüthig sey in meinen Augen. Gebete vor der h. Communion. 3. Christi Angst und Blutschweiß. 41 Deine Angst und Traurigkeit im Garten hat Dir, o Jesu, blutigen Schweiß ausgepreßt und Dich in die Worte ausbrechen lassen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod." Wehe mir, um meiner Sünden willen hast Du, o Jesu, Dich also betrübet und Blut geschwißet, und ich empfinde so geringen Schmerz über dieselben. Wer wird meinem Haupte Wasser geben und meinen Augen einen Thränenquell, damit ich weine Tag und Nacht?, 151 4. Christi Stärkung durch einen Engel. Fin Engel hat Dich, o Jesu, gestärkt, den Kelch des bittersten Leidens, welchen dein himmlischer Vater Dir dargereicht, bereitwillig zu empfangen. Soll ich mich denn weigern, denselben von deiner gnadenreichen Hand anzunehmen? Den Kelch des Heiles will ich empfangen und den Namen des Herrn anrufen. 5. Des Judas Verrath durch einen Kuß. Den falschen Kuß hast Du, o Jesu, von Judas angenommen, und dem Verräther mit einem väterlichen Kuße liebevoll erwiedert. Ach mein Jesu, laß nicht zu, daß ich Dich mit einem so gottlosen Kuße in diesem allerheiligsten Sakramente empfange. Nimm daher weg von mir alle unordentliche Neigung zu den Geschöpfen, auf daß ich Dich von ganzem Herzen liebe und mit aufrichtiger Liebe umfange. Denn Du bist wahrhaft der Gott meines Herzens. 6. Christi Gefangennehmung. Der Geist unseres Mundes, Christus der Herr, ist gefangen worden in unsern Sünden. Und ich sollte, o Jesu, das sanfte Joch deiner Gebote abwerfen und mich dem Muthwillen des Lebens dahingeben und mit den Ketten der Sünde mich beladen? Ziehe mich, o Herr, ziehe mich mit den Banden deiner Liebe, und ich werde Dir folgen auf dem Wege deiner Gebote. 7. Christi Anklagung vor Annas und Caiphas. Zu den Hohenpriestern Annas und Caiphas wirst Du, o Jeſu, wie der größte Missethäter geschleppt, fälschlich angeklagt, mit Backenstreichen geschlagen, bespieen, verhöhnt und verspottet: und aus Liebe zu mir erträgst Du alles mit Geduld wie ein Lamm, das seinen 152 Gebete vor der H. Communion. Mund nicht aufthut. Wo ist denn meine Geduld? Ich bitte Dich, o Jesu, gib mir in diesem allerheiligsten Sakramente Geduld und Langmuth, damit ich alle Unbilden nach deinem Beispiel ertrage. 8. Chrifti Neberantwortung an Pilatus. Dem Nichter Pontius Pilatus läßt Du Dich, o Jesu, zur Verurtheilung vorführen, da Du von deinem Vater eingesetzt bist zum Richter der Lebendigen und der Todten: und das alles, um mich nur von dem Ausspruche der ewigen Verdammniß zu befreien. Dank sey Dir, o Jesu, in alle Ewigkeit; o laß nicht zu, daß ich jemals durch unwürdigen Empfang deines heiligen Leibes und Blutes, oder durch irgend eine schwere Sünde mich deines Gerichtes, o Jesu, schuldig mache. 9. Christi Verspottung vor Herodes. Herodes verspottet Dich, mein Jesu, mit seiner Kriegsrotte wegen deiner Bescheidenheit und Demuth, und schickt Dich in einem weißen Kleide mit Hohn zum Pilatus zurück: laß nicht zu, o Jesu, daß ich deine demüthig unter der weißen Gestalt des Brodes verhüllte Gegenwart jemals verspotte oder geringschäßze, denn Du bist wahrhaft der hier verborgene Gott. 10. Christus wird dem Mörder Barrabbas nachgeſetzt. Mit gelassenem Muthe hörtest Du, o Jesu, wie das gottlose Volk mit einhelliger Stimme Dir den Mörder Barrabbas vorzog. Laß mich niemals die Güter, Ehren oder Wollüste dieser Welt Dir, o Jesu, vorziehen. Denn was hab' ich im Himmel, und was will ich auf Erden außer Dir! 11. Chrifti Geißelung. Ich zittere, o Jesu, wenn ich gedenke, wie dein jungfräulicher Leib von der gottlosen Notte entblößt und grausam mit Ruthen und Geißeln zerfleischt worden, also daß von deiner Fußsohle bis zum Scheitel deines Hauptes keine gesunde Stelle an Dir zu finden war. Flehend werfe ich mich hier vor deinem in dem allerheiligsten Saframente errichteten Gnadenthrone nieder, Du wollest an mir, dem Urheber aller deiner Leiden, diese unmenschliche Grausamkeit nicht rächen; mit Job schreie ich in der Bitterfeit meiner Seele: Wolle mich nicht verdammen." H Gebete vor der H. Communion. 12. Christi Krönung. Geht heraus, ihr Töchter Sion, und sehet den König in seiner Krone. Schönster unter den Menschenkindern, o König der Glorie, Christe Jesu, Dich seh' ich mit Dornen gekrönt, dein Antlig mit Blut überronnen, alle Schönheit deiner Gestalt verschwunden! und ich soll fürder noch der Eitelkeit fröhnen und aus Gefallsucht meinen. Körper schmücken? O Gott, ich schäme mich, und erröthe, meine Augen zu Dir zu erheben. Laß mich fortan nur darauf bedacht seyn, daß meine Seele mit deiner Gnade gezieret, deinen göttlichen Augen wohlgefällig sey. 153 13. Christus dem Volke vorgestellt. 11 Mit zerrissenem Purpurmantel angethan, mit Dornen gekrönt, mit einem Rohr statt des Scepters in der Hand, wirst Du, o Jeſu, von Pilatus dem Volke mit den Worten vorgeſtellet: Sehet den Menschen," und von dem wüthenden Pöbel mit einhelligem Geschrei zum Tode verlangt. Ach Jesu, sey mir gnädig, schone meiner, wenn Du an jenem Tage in der Herrlichkeit deines Vaters auf der Wolke mit großer Macht erscheinen wirst, zu richten die Lebendigen und die Todten. 14. Christi Verurtheilung. Von den Gottlosen hast Du Dich, o Jesu, unschuldig verurtheilen lassen, um das Urtheil der ewigen Verdammniß von mir, dem Schuldigen, abzuwenden. Laß mich dereinst, o Jesu, mit deinen Auserwählten an jenem Tage die Worte hören:„ Kommet, ihr Gebenedeite meines Vaters." 15. Christi Kreuztragung. Dein Kreuz, welches dein himmlischer Vater mit allen unsern Missethaten belastet, hast Du, o Jesu, meinetwegen bereitwillig aufgenommen, und bist damit beladen den Kalvarienberg hinangestiegen. Stärke mich durch dieses heilige Sakrament, daß ich anfange, mich selbst zu verleugnen, mein Kreuz auf mich nehme und Dir nachfolge. 16. Christi Kreuzigung. Als Du, o Jesu, am Kreuze hingest, hat sich die Sonne verfinstert, die Erde gebebt und die Felsen sind zersprungen. Und ich 154 Gebete vor der b. Communion. follte bei Betrachtung deines Leidens nicht vor Scham mein Anges sicht bedecken! meine Seele wird nicht von Furcht erschüttert und meines Herzens Hartnäckigkeit will nicht vor Neue zerspringen! Aus den breiten Wunden der heil. Hände und Füße fließen die Quellen des Lebens, und ich eile nicht, in diesem heil. Sakramente von der Fülle deiner Gaben und Gnaden zu schöpfen! Werde ich mit tauben Ohren die Worte des Propheten vernehmen, wo er spricht: An jenem Tage werdet ihr in Freuden Wasser schöpfen von den Quellen des Heilandes?" Eile hin, meine Seele, cile zu deinem Jesu, denn bei Ihm ist der Brunnen des Lebens. 71 17. Christi letzte Worte. H Als Du am Kreuze starbst, war deine erste Sorge, o Jesu, alle Sünder, selbst deine Henker, mit deinem himmlischen Vater zu versöhnen. Vater," sprachst Du, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun." Und ich sollte nicht jedem, der mich beleidigt, verzeihen, da ich mich mit Dir im Sakramente der Liebe vereinigen will? Ja, mein Jesu, allen die mich je beleidigt haben, verzeihe ich von Herzen aus Liebe zu Dir. Laß mich, o Jesu, in meiner Todesstunde mit dem reumüthigen Schächer die Worte vernehmen: Heute wirst du bei mir im Paradiese sein." 11 Deine jungfräuliche Gebärerin hast Du, o Jesu, deinem geliebten Jünger mit den, Worten: Sieh deine Mutter!" und in seiner Person uns allen als liebevolle Mutter hinterlassen. O, so empfiehl mich ihr auch, wie Du deinen Jünger empfohlen, sich deinen Sohn!" und laß mich durch ihre mütterliche Fürbitte würdig werden, Dich in diesem heiligen Sakramente als Bruder zu umarmen. Voll brennenden Verlangens nach meinem Heile hast Du, o Jesu, am Kreuze Mich dürftet!" gerufen: o, laß meine Seele dürsten nach Dir, dem lebendigen Brunnen, auf daß sie, stets mit deiner Gnade getränket, nicht dereinst mit dir im Todeskampfe ausrufen müsse: Gott mein Gott, wie hast du mich verlassen!" Verlaß mich nicht in meiner Noth, steh' mir bei in Kreuz und Leiden, laß es mich in christlicher Ergebung Dir nachtragen, bis ich am Ende meines Lebens freudig mit Dir ausrufen könne:„ Es ist vollbracht!" und meine Seele deiner Barmherzigkeit mit den Worten übergebe: 11 Gebete vor der b. Communion. 155 Bater, in deine Hände befehl ich meinen Geist!" Komm, Herr Jesu, komme! 18. Christi Tod. O daß es mir erlaubt gewesen wäre, den letzten Hauch deines Lebens mit Herz und Mund zu empfangen, auf daß ich mit dem Apostel sagen könnte:„ Ich lebe, nunmehr nicht ich, sondern Christus lebt in mir." Wie unendlich ist deine milde Barmherzigkeit! Denn, wonach ich sehnsüchtig verlange, das gewährst Du mir in diesem hochwürdigsten Sakramente, und läßt mich deinen Leib und deine Seele, deine Gottheit und deine Menschheit mit Herz und Mund empfangen. Ofönnte ich diese unendliche Liebe nur einigermaßen erwiedern! Nimm alle irdische Neigung aus meinem Herzen, laß mich der Welt sterben, auf daß ich Dir lebe und Dich liebe aus ganzem Gemüthe, aus ganzer Seele und aus allen Kräften. 19. Christi Seitenwunde. Damit meine Seele jederzeit eine sichere Zuflucht zu deinem mildreichen Herzen habe, hast Du, o Jesu, deine h. Seite mit einem Speer eröffnen lassen. Hier ist nun meine Ruhestätte, hier ist meine Wohnung, denn sie hab' ich mir erwählet. 20. Christi Begräbniß. Dein jungfräulicher Leib, o Jesu, ist in reine Leinwand gewickelt und in ein neues Grab gelegt worden. Wasche mich mehr und mehr, o Jefu, und reinige mich von meinen Sünden. Erschaffe in mir ein reines und neues Herz, damit ich deinen nunmehr lebendigen Leib im heiligen Sakramente würdig empfange, und so in Liebe mit ihm vereinigt werde, daß ich wahrhaft sagen könne: Weder Tod, noch Leben, noch irgend ein Geschöpf wird mich scheiden von der Liebe Gottes, die ist in Chrifto Jeju unserm Herrn. Amen. Sieben andächtige Betrachtungen und Gebete bei der h. Communion. 1. Jesus, beim letten Abendmahl, unser König. Meine Seele, stelle dir Christum vor im allerheiligsten Sakramente als den glorreichen König Himmels und der Erde, sigend beim feierlichen Mahle, wo alle Engel und Geschöpfe bereitwillig und 156 Gebete vor der H. Communion. 11 freudig Ihm dienen, und höre, wie Er spricht:„ Mir ist alle Gewalt gegeben, im Himmel und auf Erden",( Math. 28, 18) und bei Mir ist Neichthum und Ehre, herrliche Schätze und Gerechtigkeit, um zu bereichern die mich lieben, und ihre Schatzkammern zu füllen." ( Sprüchw. 8, 18. 21.) Als armer, verlassener Bettler nahe dich demüthig dem Throne des sanftmüthigsten Königs und flehe um seine Gnade. Gebet. O Christe Jesu, Du König der Glorie! ich armer, elender Mensch komme zu Deiner königlichen Tafel, bei welcher ich nicht wagen würde zu erscheinen, wenn Du mich nicht so ernstlich und freundlich dazu einlüdest, um mich zu erquicken. Sieh denn gnädig herab auf meine Noth und Armuth; ich begehre weder Reichthum noch zeitliche Ehre und verzichte gern auf alle Freuden dieses Lebens; um Eins nur flehe ich, o Jesu, um Deine Gnade allein, sie wird mit Gütern mein Verlangen stillen. 2. Jesus, im Garten Gethsemani, unser Richter. Betrachte, meine Seele, wie Christus im Garten Gethsemani ( gelegen im Thale Josaphat), wo sein Leiden begonnen, einst Gericht halten wird über die Lebendigen und die Todten. Schuldbeladen stelle dich vor seinen Richterthron und flehe, Er möge dir gnädig seyn an jenem Tage. Gebet. O Jesu, Dir ist von deinem himmlischen Vater alle Gewalt gegeben zu richten die Lebendigen und die Todten. Wie werde ich vor deinem Angesichte bestehen, wenn Du an demselben Orte, wo Du um unserer Sünde willen mit der Todesangst gerungen, Dich erheben wirst, um über alle meine Gedanken, Worte und Werke die strengste Rechenschaft zu fordern? um deiner unendlichen Liebe willen, die Du uns in diesem heiligen Sakramente erweiſeft, ſey alsdann mir armen Sünder gnädig. Sieh' an die Wunden deiner Hände und Füße, sieh' an deine heilige Seitenwunde, in welcher Du uns den Zugang zu deinem mildreichen Herzen eröffnet, und schone meiner. Auf diese offenbaren Zeichen deiner Liebe will ich, o Jesu, jetzt und allezeit die Augen meiner Seele richten, und Gebete vor der H. Communion. 157 unablässig rufen und flehen: Wann Du kommen wirst zu richten, wolle mich nicht verdammen. 3. Jesus, in der Geißelung, unser Arzt. Betrachte, meine Seele, Christum bei der Geißelung als Arzt, durch dessen Striemen wir geheilt werden". Jsai. 53, 5. Flehe zu Ihm um Heilung, wie Einer, der von den Räubern verwundet worden. Gebet. O barmherziger Samaritan, du Arzt meiner Seele, Christe Jesu! dein jungfräuliches von grausamen Geißeln zerrissenes Fleisch, dein rosiges so reichlich für mich vergossenes Blut sind das einzige Heilmittel für meine Wunden. O laß mich seine Kraft in dieser heiligen Communion erfahren, und in meiner Todesstunde stärke mich durch diesen Trank der Unsterblichkeit, auf daß meine Seele dadurch vom Untergange errettet, ewig mit Dir lebe und deinen H. Namen immerdar lobe und preise. Amen. 4. Jesus, mit Dornen gekrönt, unser Bräutigam. Betrachte, meine Seele, den mit Dornen gekrönten Heiland als deinen Bräutigam, der sich dir verlobt auf ewig. Ofe. 2, 19. Deine Seele soll dagegen wie seine Braut Ihn lieben und Ihn bitten, daß Er ihr Verlangen nach den himmlischen Freuden erfüllen möge. Gebet. O Jesu, für mich mit Dornen gekrönt! wer bin ich, daß Du Dich herablassest mir zu sagen: In ewiger Liebe hab' Ich dich geliebet; Ich will Mich dir verloben in Barmherzigkeit und in Erbarmungen." Wie könnte mir, o Jesu, größere Ehre und Liebe von Dir erzeigt werden. Freue dich und frohlocke, meine Seele, denn der Schönste unter den Menschenkindern erhebt dich in sein Brautgemach und will Sich in ewiger Liebe mit dir vermählen. Was suchst du denn noch auf dem Wege nach Ägypten, um trübes Wasser zu trinken? willst du dir noch länger Gisternen trügerischer Lüste graben? Wirst du nicht endlich in heiliger Liebe entbrannt deinem Bräutigam zueilen, der mit dem Strome seiner Wonne dich tränket?- 158 Gebete vor der H. Communion. O Jesu, sieh' ich hebe flehend meine Hände zu Dir empor; strecke deine Arme nach mir aus, umfange und verbinde mich Dir ewiglich. In deinen Armen begehre ich zu leben und zu sterben. Amen. 5. Jesus, das Kreuz tragend, unser Heerführer. Betrachte, meine Seele, den freuztragenden Heiland als Heerführer, der Allen zuruft: ,, Vertrauet, ich habe die Welt überwunden." Als furchtsamer Streiter nahe dich Ihm, und bitte Ihn, daß Er im Kampfe mit der Welt, dem Teufel und dem Fleische dich führen und stärken wolle. Gebet. O starker Held, o glorwürdigster Obsieger, Christe Jesu, der Du am Kreuzesholze die Welt, das Fleisch und den Teufel besiegt hast! wie soll ich schwaches Geschöpf gegen so mächtige Feinde bestehen, wenn Du mir nicht beistehst? Das Fleisch reizt, die Welt verführt, der Satan treibt zu allem Bösen an. Ohne deine Hülfe, Jesu, gehe ich verloren. Darum fliehe ich zu Dir in diesem heiligsten Sakramente; stelle mich unter deine Kreuzesfahne, führe mich, vertheidige mich, und stärke mich mit deinem allerheiligsten Fleische und Blute; dann werde ich meinen Feinden obsiegen und Dir folgen, wohin Du immer gehest. 6. Jesus, der Gekreuzigte, unser Sühnopfer. Betrachte, meine Seele, den gekreuzigten Heiland, als Sühnopfer für unsere Sünden. Bringe dich Ihm als Opfer dar und flehe, daß Er es in Gnaden aufnehmen wolle. Gebet. Jesu, du Erlöser des ganzen Menschengeschlechtes, der Du deinem himmlischen Vater um meines Heiles willen Dich zum vollfommenen Brand- und Sühnopfer dargebracht und nichts Dir vor behalten hast! siehe, in diesem heiligsten Sakramente mit Dir vereinigt, will ich mich mit Leib und Seele Dir und deinem himmlischen Vater und dem H. Geiste zum Opfer darbringen. Mache, o Jesu, daß ich mit Dir aufgenommen werde zum süßen Wohlgeruche. 7. Jesus, in's Grab gelegt, unser Leben. Betrachte, meine Seele, wie mit deinem gestorbenen und in's Gebete vor der t. Communion. 159 Grab gelegten Heilande dein Leben verborgen ist in Gott. Bitte Ihn flehentlich, daß Er dich vom Staube erwecken und selig machen wolle. Gebet. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und daß ich am jüngsten Tage aus dem Staube auferstehen werde; und ich werde wiederum mit meiner Haut umgeben werden, und in meinem Fleische meinen Gott ſehen, den ich jetzt, unter den Gestalten des Brodes und des Weines verborgen, empfangen will. Dein Tod und dein Begräbniß, o Jesu, hat mir diesen Weg zur Unsterblichkeit eröffnet. So laß mich denn fortan Alles ablegen was Dir mißfällig. ist, und trachten nach dem, was droben ist. Bekleide mich mit herzlichem Erbarmen, mit Milde, Demuth, Sanftmuth und Geduld, und dann komme und bringe mir deine heilige Liebe, weiche ist das Band der Vollkommenheit, und dein heiliger Friede wird in meinem Herzen walten. O mein Jeſu, wann werde ich kommen und erscheinen vor deinem heiligen Angesichte? Amen. Drei inbrünstige 1. O süßer Jesu, entzünde mein Herz, welches ich Dir zum Brandopfer darbringe, mit dem Feuer deiner Liebe, und lösche in demselben aus alle irdischen Liebesflammen, auf daß nichts in der Welt mir gefalle außer Dir. In deiner Liebe will ich leben und wünsche ich zu sterben. Liebesseufzer zn Jesn vor der h. Communion. 2. Du rufft mir zu, o liebster Jesu: kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid, und Ich will euch erquicken. Mit ausgebreiteten Armen harrest Du meiner am Kreuze. Sieh ich komme, o Jesu, nimm mich auf, umarme mich, und laß mich Dir in heiliger Liebe verbunden bleiben in Ewigkeit. 3. Du befiehlst mir, nicht mit leeren Händen vor deinem Angesichte zu erscheinen. Aber was soll ich Dir geben, o mein Jesu? Nimm an die Gaben deiner Güte, die Kräfte meiner Seele, mein Gedächtniß, meinen Verstand, meinen Willen. Laß mich, o Jesu, nur Deiner allein gedenken, nichts wissen außer Dir, nichts lieben außer Dir, und laß in allen Dingen nicht meinen, sondern deinen heiligen Willen geschehen. Amen. Gebete vor der H. Communion. Außer den vorstehenden kannst du, andächtiger Leser, noch eins der hier angegebenen Gebete nach Belieben wählen: 160 Liebreiches Gebet zu Jesu.( Nach den Tagszeiten am Dienstag.) Litanei vom hochwürdigsten Sakramente. Anbetung Christi im h. Sakramente.( Nach den Tagszeiten am Donnerstag.) langen. Gebete über das Leiden Christi.( Nach den Tagszeiten am Freitag.) Gebete des h. Bernhard, durch Maria Zutritt zu Christo zu er( Nach den Tagszeiten von der unbefleckten Empfängniß.) Gebet zum H. Joseph um die Gnade einer würdigen Communion. ( Nach den Tagszeiten vom H. Joseph.) Heilige Sprüche, Seufzer und Schußgebete. Gebet des h. Augustinus zur Erweckung der Hoffnung.( Unter den Verschiedenen Gebeten.) Während du zum Tische des Herrn gehest, bitte die heil. Maria, deinen Schußengel und deine Schußheiligen, dich zu begleiten. Stehe mir bei, o du seligste Jungfrau, mit deinem Bräutigam dem h. Joseph, auch du, mein getreuer Schußengel, und ihr, meine auserwählten Schutzheiligen N. N., kommt und bereitet mir den Weg zum Tische des Herrn, führet und geleitet mich und ersetzet durch eure Verdienste meine Mängel, auf daß ich meinen Jesum hier unter der Gestalt des Brodes würdig empfange, und Ihn dereinst mit euch von Angesicht zu Angesicht im Himmel loben und preisen möge ewiglich. Amen. Am Tische des Herrn, während du das h. Sakrament erwartest, übe deine Andacht mit inbrünstigen Gemüthserhebungen, und vernimm die Worte des Priesters, wenn er sich am Altare den Gläubigen zuwendet und die h. Hostie zur Anbetung emporhält: Ecce agnus Dei, fehet das Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt hinwegnimmt." Darauf sprich im Herzen mit tiefster Demuth und vollkommenster Reue die folgenden Worte mit dem Priester: Domine, non sum dignus: Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingehest unter mein Dach; sondern sprich nur ein Wort, und meine Seele wird gesund werden.( Dreimal.) Dann halte dein Herz gesammelt in Zerknirschung und Liebe, und wenn der Priester dir deinen Heiland gereicht mit den Worten: Corpus Domini nostri etc. der Leib unseres Herrn Jesu Christi bewahre deine Seele zum ewigen Leben," so erschließe Ihm alsbald dein Herz mit den Gefühlen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe: Gebete nach der H. Communion. 161 Dir, o unfehlbare Wahrheit, glaube ich festiglich; auf Dich, o unendliche Gütigkeit, hoffe und vertraue ich; Dich, mein Herr und Gott, liebe ich über alles.. Ein Mehres wird dir, frommer Leser, die eigene Andacht eingeben. Gebete nach der H. Communion. 1. Gebet des h. Thomas von Aquin. Ich sage Dir Dank, o heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, daß Du mich Sünder, deinen unwürdigen Knecht, ohne mein Verdienst, durch deine Barmherzigkeit allein, mit dem kostbaren Leibe und Blute deines eingeborenen Sohnes, unseres Herrn Jesu Christi, zu sättigen Dich gewürdigt hast. Ich bitte flehentlich zu Dir, laß diese heilige Communion mir nicht eine neue Schuld zur Bestrafung, sondern eine heilsame Vermittlung zur Vergebung seyn. Sie gereiche mir zur Rüstung des Glaubens, zum Schilde des guten Willens, zur Tilgung meiner Fehler, zur Ausrottung meiner Begierden und Lüste, zur Vermehrung der Liebe und Geduld, der Demuth und des Gehorsams; zum Schutz und Schirm gegen alle Nachstellungen meiner sichtbaren und unsichtbaren Feinde, zur vollkommenen Beruhigung aller geistigen und fleischlichen Leidenschaften, zur treuen Anhänglichkeit an Dich, den einen und wahren Gott, und zur seligen Vollbringung meines Bieles und Endes. Jch bitte Dich auch, daß Du mich Sünder zu jenem unaussprechlichen Gastmahle gelangen laffest, wo Du mit deinem Sohne und dem heiligen Geiste deinen Heiligen das wahre Licht bist, die volle Sättigung, die immerwährende Freude, die vollendete Anmuth und die vollkommene Seligkeit. Durch denselben Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 2. Gebet des h. Bonaventura. Durchbohre, süßester Jesu, das innerste Mark meiner Seele mit deiner aufrichtigen, freudigen und heiligsten Liebe, damit sie ver11 Gebete nach der H. Communion. schmachte und vergehe aus Liebe und Sehnsucht nach Dir, daß sie Dein begehre und in den Vorhöfen deines Tempels hinsinke, daß sie verlange aufgelöst zu werden und bei Dir zu seyn. Gieb, daß meine Seele hungere nach Dir, dem Brode der Engel, der Erquickung heiliger Seelen, unserm täglichen übernatürlichen Brode, das alle Ergötung und Süßigkeit in sich enthält; daß mein Herz sich ersättige in Dir, den die Engel zu schauen gelüftet, und meine Seele in ihrem Innersten erfüllt werde mit deiner Süßigkeit. Laß sie dürften nach Dir, dem Quell des Lebens, dem Quell der Wissenschaft und der Weisheit, dem Quell des ewigen Lichtes, dem Strome der Freuden, und dem Ueberflusse des Hauses Gottes; daß sie Dir nachgehe, Dich suche, Dich finde, nach Dir strebe, zu Dir gelange, Dich betrachte, von Dir rede, und alle ihre Werke verrichte zum Lobe und Ruhme deines Namens, in Demuth und Bescheidenheit, in Freude und Fröhlichkeit, mit Eifer und Innigkeit, und mit Beharrlichkeit bis zum Ende. Sey Du allein immerdar meine Hoffnung, mein Vertrauen, mein Reichthum, meine Ergößung, meine Freude, meine Lust, meine Ruhe, mein Frieden, meine Lieblichkeit, mein Wohlgeruch, meine Süßigkeit, meine Speise, meine Erholung, meine Zuflucht, meine Hülfe, meine Weisheit, mein Erbtheil, mein Besik, mein Schatz, in welchem mein Herz und Sinn immerdar Wurzel schlage und unerschütterlich befestigt bleibe. Amen. 162 3. Gebet. O Herr Jesu Christe, ich flehe demüthiglich zu deiner unaussprechlichen Barmherzigkeit, es gereiche mir das heiligste Sakrament deines Leibes und Blutes, welches ich Unwürdiger empfangen habe, zur Reinigung meiner Vergehen, zur Stärke meiner Schwäche, zum Schuß und Schirm gegen die Gefahren der Welt, zur Erlangung der Verzeihung, zur Befestigung in deiner Gnade, zur Arznei des Lebens, zum Gedächtniß deines bittern Leidens, zur Erwärmung meiner Lauheit und zur Wegzehrung auf meiner Pilgerschaft. Gieb, daß es mich führe auf dem Wege des Heiles, mich zurückbringe, wenn ich mich verirre, mich aufnehme, wenn ich zurückkehre, mich halte, wenn ich wanke, mich aufrichte, wenn ich falle, und mich im Guten beharrend zu deiner ewigen Herrlichkeit geleite. O allmächtiger, barmherziger Gott, laß die glückselige Gegenwart deines Leibes Gebete nach der H. Communion. 163 und Blutes also mein Herz verwandeln, daß es außer Dir feine Süßigkeit foste, keine Schönheit liebe, keine unerlaubte Liebe suche, keine Tröstung wünsche, sich keine Ergögung gestatte, nach keiner Ehre trachte, und keine Qual fürchte. Der Du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Unter folgenden Gebeten kann nach Belieben und Bedürfniß gewählt werden. Gebet des Simeon: Herr, nun laß 2c.( Bei der Complet.) Seele Christi, heilige mich zc.( Nach den Tagszeiten am Donnerstag.) Vater unser, mit der Ausführung.( Verschiedene Gebete.) Uebung der Liebe zur allerheiligsten Dreifaltigkeit.( Nach den Tags= zeiten.) Jesu, wahrer Gott 2c.( Nach der Litanei vom süßen Namen.) Zuflucht der Seele zu Jesu dem Gekreuzigten und seinen heil. fünf Wunden.( Tagszeiten am Freitag.) Lobgesang vom heil. Geiste.( Veni creator etc. am Montag.) Uebung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe vor dem heil. Saframente.( Um Donnerstag.) Lobgesang des heil. Ambrosius und Augustinus.( Nach den Tagszeiten von der allerheiligsten Dreifaltigkeit.) Aus dem Lobgesang der drei Knaben im Feuerofen. Dan. 3. Lobet den Herrn alle Werke des Herrn; preiset und erhebet Ihn hoch in Ewigkeit. Lobet den Herrn ihr Engel des Herrn; lobet ihr Himmel den Herrn. Lobet den Herrn alle Wasser, die über den Himmeln sind; lobet den Herrn alle Kräfte des Herrn. Lobe du Sonne und Mond den Herrn; lobet ihr Sterne des Himmels den Herrn. Lobet aller Regen und Thau den Herrn; lobet alle Geister des Herrn den Herrn. Lobet Feuer und Hiße den Herrn; lobet Kälte und Wärme den Herrn. Lobet Thau und Reif den Herrn; lobet Frost und Kälte den Herrn. 11* Gebete nach der H. Communion. Lobet Eis und Schnee den Herrn; lobet ihr Tage und Nächte den Herrn. Lobet Licht und Dunkel den Herrn; lobet ihr Bliße und Wolken den Herrn. Lobe du Erde den Herrn, preise und erhebe Ihn hoch in Ewigkeit. Lobet ihr Berge und Hügel den Herrn; lobe was auf Erden grünet den Herrn. Lobet ihr Quellen den Herrn; lobet ihr Meere und Flüsse den Herrn. Lobet ihr Wallfische und alles was im Wasser sich reget, den Herrn; lobet alle Vögel des Himmels den Herrn. Lobet alle wilden und zahmen Thiere den Herrn; lobet ihr Menschenkinder den Herrn. Lobe Israel den Herrn, preise und erhebe Ihn hoch in Ewigkeit. Lobet den Herrn ihr Priester des Herrn; lobet den Herrn ihr Diener des Herrn. 164 Lobet ihr Geister und Seelen der Gerechten den Herrn; løbet ihr Frommen und Demüthigen von Herzen den Herrn. Lobet Ananias, Azarias, Misael den Herrn, preiset und erhebet Ihn hoch in Ewigkeit. Lasset uns loben den Vater und den Sohn sammt dem H. Geiste, laßt uns Ihn preisen und hoch erheben in Ewigkeit. Eine andere Andachtsübung nach der H. Communion. Ich habe Ihn gefunden, den meine Seele liebt; ich halte Ihn und laß Ihn nicht. Dich, mein Jesu, umarme ich und genieße die Freuden deiner Liebe. Dich, den Schatz meines Herzens, umfange ich, und in Dir besige ich alles. Laß, ich bitte Dich, meine Seele die Kraft deiner Gegenwart empfinden, laß sie inne werden, wie süß Du bist, o Herr, daß sie von deiner Liebe erfüllt nichts suche außer Dir, nichts liebe als um deinetwillen. Du bist mein König, Gebete nach der H. Communion. 165 vergiß nicht meiner Dürftigkeit und Trübsal. Du bist mein Richter, schone meiner Sünden und erbarme Dich meiner. Du bist mein Arzt, heile alle meine Schwachheiten. Du bist der Bräutigam meiner Seele, verbinde Dich mir in ewiger Liebe. Du bist mein Führer und Beschirmer, stelle Dich mir zur Seite, und eines jeden Hand mag wider mich streiten. Du bist zum Sühnopfer für mich geworden, und ich will Dir Lobopfer bringen. Du bist mein Erlöser, erlöse meine Seele aus der Hand des Todes und errette mich. Du bist mein Gott und Alles, denn was hab' ich im Himmel, und was will ich außer Dir auf Erden, Du Gott meines Herzens und mein Theil, o Gott, in Ewigkeit! Danksagung und Aufopferung seiner selbst. 1. An Gott den Vater. O Vater der Erbarmungen! Du hast also die Welt geliebet, daß Du deinen eingeborenen Sohn hingegeben, nicht nur in den Tod, um uns von der ewigen Verdammniß zu erlösen, sondern auch zur Speise unserer Seelen, auf daß Er bei uns bleibe bis an das Ende der Welt. Was soll ich Dir, o Gott, dafür vergelten? Sich, ich opfere Dir deinen geliebtesten Sohn, den ich Unwürdiger jest durch deine Gnade empfangen habe, und mit Ihm opfere ich Dir mich selbst auf mit Leib und Seele und Allem was ich bin und habe. Sieh nicht auf mich elenden Sünder, sondern schau auf das Antlig deines Gejalbten, und in Betrachtung deines Sohnes laß Dich zur Barmherzigkeit mit deinem Knechte bewegen, und während seine Wunden offen stehen, wollest Du gnädig meine Sünden bedecken. Dieß ist dein geliebter Sohn, an dem Du dein Wohlgefallen hast; gieb, daß ich durch Ihn Dir also gefalle, daß ich unter die Zahl deiner Auserwählten aufgenommen zu werden verdiene. Mögen auch sie meinem Unvermögen zu Hülfe kommen und statt meiner mit allen himmlischen Geistern Dir unaufhörlich Dank sagen und heilig, heilig, heilig, singen. Mich aber, barmherzigster Vater, laß deinen H. Namen hienieden immerdar ehren, bis ich dereinst in ihren ewigen Lobgesang einzustimmen gewürdigt werde, wo ich Dich sammt dem Sohne und dem h. Geiste in deiner Herrlichkeit schauen und preisen werde in Ewigkeit. Amen. Gebete nach der H. Communion. 2. An Gott den Sohn. Wie soll ich Dir, o Sohn des lebendigen Gottes, deine Liebe vergelten? Du hast Dich gewürdigt, nicht nur den menschlichen Leib anzunehmen, sondern auch mit Leib und Seele zu mir zu kommen, auf daß durch die Vereinigung deines Leibes mit dem meinigen und deiner Seele mit der meinigen ich gleichsam Eins mit Dir würde, und da ich deiner Menschheit theilhaftig geworden, ich auch an deiner Gottheit Theil nähme. O welche Herablassung deiner unermeßlichen Liebe! Was ist der Mensch, daß Du ihn also erhöhest? Oder wozu schenkst Du ihm dein Herz? Wenn du ihn erhöhest, kann er Dir nichts geben; wenn Du ihn verdammeſt, kann er Dir nichts nehmen. O mein Jesu, auf welche Weise soll ich Dir Dank sagen? Was soll ich Dir wiedergeben für die unendliche Liebe, mit welcher Du mich geliebet hast? Nimm mich ganz, denn da ich ganz verloren war, hast Du Dich ganz für mich dahingegeben. Aber da ich Dir kein würdiges Opfer seyn kann, so opfere ich Dir deinen eigenen göttlichen Väter sammt dem heiligen Geiste. Ich opfere Dir deine geliebteste Mutter, die heilige Jungfrau Maria, welche Dir nach dem Vater und dem heiligen Geiste das Liebste im Himmel> und auf Erden ist. In Vereinigung mit diesem heiligsten Opfer, nimm mich Unwürdigen auf, o Jesu, und laß mich deiner Herrlichfeit, deren Unterpfand Du mir in dem empfangenen heiligen Saframente gegeben hast, ewig mit Dir genießen. Amen. 166 3. An Gott den heiligen Geist. Oheiliger Geist, Du bist der Quell und Ursprung aller mir vom Vater und Sohne erwiesenen Liebe. Durch Dich hat der Vater seinen eingebornen Sohn, durch Dich hat der Sohn Sich selbst für unsere Erlösung aufgeopfert. Du hast Ihm die Jungfrau Maria zur Mutter bereitet und in ihrem jungfräulichen Schooße seinen reinsten Leib gebildet, den ich jetzt ebenfalls durch deine Wohlthat in dem allerheil. Sakramente der Liebe empfangen habe. Du machſt mich seiner Verdienste theilhaftig; von Dir fließen alle Gnadengaben her. Wie soll ich Dir denn danken, o heiliger Geist? Nimm hin mein Herz, welches Du Dir zum Ziele deiner Liebe und Güte aus ersehen hast; o ich bitte Dich, reinige es von allen Flecken der Sünde, ziere es mit den siebenfachen Gaben deiner Gnade und Gebete nach der H. Communion. 167 bereite es Dir zu einer angenehmen Wohnung. Komm herab, o heil'ger Geist, Vater hör' der Armen Schrei'n, Komm uns Gaben zu verleih'n; Ohne deiner Gottheit Strahl Kann im Menschen nichts zumal, Nichts von Sünde ledig seyn. Woll' der Tugend Lohn verleih'n, Laß das Ende selig seyn, Dort uns ewig Dein zu freu'n. Amen. Andächtige Bitte um Verzeihung aller Fehler, deren wir uns beim Empfang der heiligen Communion schuldig gemacht. Von Dir eingeladen, o gütigster Jesu, bin ich zu deinem heiligen Mahle gekommen, nicht im Vertrauen auf meine Verdienste, sondern auf deine unendliche Güte und Barmherzigkeit. Dein heiliges Fleisch und Blut hab' ich genossen, obgleich ich dessen unwürdig war. Denn Du hast gesagt: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esset, werdet ihr das Leben in euch nicht haben." Ohuldreichster Jesu, gedenke nicht meiner Sünden, mit denen ich mein ganzes Leben befleckt habe, und sich nicht auf die Vernachlässigungen, deren ich mich selbst beim Empfang deines heiligsten Leibes schuldig gemacht. O wie wenig Eifer habe ich angewandt, mein Gewissen zu reinigen! wie kalt war meine Neue über meine vielen und ungeheuern Missethaten! mit wie lauem Herzen hab' ich dieses Sakrament der glühendsten Liebe empfangen! wie furze Zeit hab' ich auf die Vorbereitung und schuidige Danksagung verwendet! Ach Herr, wenn Du der Sünden und Nachlässigkeiten gedenken wirst, Herr, wer wird bestehen mögen? Jch bekenne meine Ungerechtigkeit wider mich, und Du wirst, hoffe ich, den Frevel meiner Sünde vergeben. Groß ist das Vertrauen des Sünders, dem die Güte seines Heilandes bekannt ist. Vergieb, o Jesu, vergieb, was ich beim Empfang dieses heiligsten Mahles gesündiget habe, und ersetze meine Mängel durch deine Güte und unendlichen Verdienste. Amen. Bitte zu Jesu, um in Zukunft durch keine schwere Sünde mehr von Ihm geschieden zu werden. Möchte ich, o Jesu, in Zukunft so fest mit Dir verbunden bleiben, daß ich in Ewigkeit nicht von Dir geschieden würde! aber ach, in mir, in meinem Fleische wohnt nichts Gutes. Das Gute wollen liegt mir wohl nahe, aber das Gute thun ist fern von mir. 168 Gebete nach der H. Communion. Denn nicht thue ich das Gute, welches ich will, sondern ich ver= richte das Böse, das ich nicht will. Deswegen fliehe ich zu Dir, mein Jesu; deine Augen sehen meine Unvollkommenheit, und in Dir ist all meine Zuversicht. Du, o Führer meiner Seele, lenke meinen Weg vor deinem Angesichte, und führe mich in deiner Gerechtigkeit. Nichts kann ich ohne Dich, aber Alles vermag ich in Dir, der mich stärket. Darum hilf mir, o Jesu, daß ich vor allen Sünden besonders diejenigen vermeide, zu welchen die Bosheit und Schwäche meiner verderbten Natur mich am meisten hinzieht, und diejenigen Tugenden am eifrigsten übe, von welchen meine Trägheit mich am meisten abhält. Reiche mir deine hülfreiche Hand, und ich werde deiner Stärke lobsingen. Laß deine Rechte mich umfangen, auf daß ich mit Sicherheit ausrufen möge: Wer wird mich scheiden von der Liebe Christi?" H Gebet des heil. Thomas von Aquin um Erlangung der christlichen Tugenden.( Verschiedene Gebete.) Gebet, daß auch unsere Freunde und Andere der Früchte dieses h. Sakramentes theilhaftig werden. O Jesu, Du bist unser mächtigster Fürsprecher bei Gott dem Vater, Du bist die Versöhnung für unsere Sünden, nicht bloß für die unsrigen, sondern für die Sünden der ganzen Welt; Du hast dein Fleisch zur Speise gegeben für das Leben der Welt, Du willst, daß alle Menschen selig werden. Laß, ich bitte Dich, uns Alle der Früchte dieses heiligsten Sakramentes theilhaftig werden, besonders aber meine Verwandten, Wohlthäter, Freunde und Feinde, vor allem diejenigen, welche ich zur Sünde veranlaßt habe. Führe sie alle mit mir zum ewigen Leben, gieb gnädig unsern Herzen den Geist der Buße und die Liebe zur Tugend, damit wir dereinst würdig werden, zum Hause deines Vaters und zur ewigen Herrlichkeit zu gelangen. Selig sind, die in deinem Hause wohnen, o Herr, fie werden Dich loben in Ewigkeit. Gebet, eine besondere Gnade von Gott zu erlangen.( Siehe: Ver schiedene Gebete.) Anbefehlung und Bitte um den Segen: Oliebreichster Jesu 2c. und: Segne mich 2c.( Nach den Tagszeiten am Donnerstag.) Andächtige Lieder bei der H. Communion. Verschiedene andächtige Lieder vor und nach der heil. Communion zu gebrauchen. 1. Andächtige Bitte des h. Augustinus. Gib, Herr, daß ich erkenne mich, Gib, daß mein Herz erkenne Dich: Nur Dich laß mein Verlangen seyn, Mich haffen, lieben Dich allein; Auf Dich in allem Thun mich sehn, Mich niederbeugen, Dich erhöhn; Nichts denken laß mich außer Dir, Mir sterben, leben nur in Dir. Laß, Herr, welch Loos Du mir gesandt, Mich's nehmen an aus deiner Hand: Verfolgen mich, Dich folgen nur, Stets folgsam nachziehn deiner Spur. Mich fliehend, laß mich fliehn zu Dir, Daß Du mein Schirm seyst für und für: In Furcht um mich, Dich scheu'n allein, Dir wohlgefällig stets zu seyn. Mißtrauend mir, nur Dir vertrau'n, Auf Dich laß mich gehorsam schau'n: Auf Dich gelenkt sey jeder Trieb, Arm sey ich, Jesu, Dir zu lieb. Daß ich Dich liebe, blick auf mich, Ruf mir, Herr, daß ich schaue Dich: Laß mich mein Gott, in Dir erneut, Genießen dein in Ewigkeit. Amen. 169 Gebet. Herr Jesu Christe, ich bitte Dich, laß die feurige und süße Gewalt deiner Liebe mein Herz von Allem abziehen, was unter dem Himmel ist, damit ich für deine Liebe sterbe, da Du am Stamme des Kreuzes für meine Liebe gestorben bist: Der Du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des h. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 170 2. Andächtige Lieder bei der H. Communion. Herzensgabe, dem süßesten Jesu in dreifachem Liebesbande dargebracht. O Jesu mein, was kann es seyn, Das ich Dir mögte geben? Zeig's mir doch an, auf daß ich kann, Mein Jesu, ruhig leben. Es kömmt mir für, als ob Du mir Gar leise lassest sagen: Mein Herz soll ich Dir ewiglich Zu eigen übertragen. Hin geb' ich's Dir, doch schenke mir, Daß ich dein Herz mög' haben: Dies Gut allein mag mich erfreu'n, Nicht acht' ich Andrer Gaben. Nimm's hin als Pfand von meiner Hand, Nicht beffres kann ich finden, Das Dich mit mir, und mich mit Dir, Mein Jesu, mag verbinden. O Liebesglut, o höchstes Gut, Mein Jesu, den ich meine, In sel'gem Schmerz schmelz' hin mein Herz Mit deinem im Vereine, Gib, daß im Tod, in letzter Noth Die Flammen nicht vergehen: Laß über Zeit in Ewigkeit Den Liebesbund bestehen. 3. Liebesseufzer des h. Franciscus Xaverius. O Gott, von Herzen lieb' ich Dich, Nicht, daß Du gnädig rettest mich, Noch, weil Du, die nicht lieben Dich, Mit Feuer strafest ewiglich. Du, Jesu, Du hast gänzlich mich Am Kreuz umschlungen inniglich. Du trugst die Nägel, trugst den Speer, Auch viele Schmach, und Leiden schwer, Andächtige Lieder bei der H. Communion. Und Schmerzen ohne Zahlen, Und blut'gen Schweiß und Qualen, Und Tod: dies trugst Du all für mich, Für mich, den Sünder, gnädiglich. Wie sollt' ich dann nicht lieben Dich, Dich, Jesu, der so liebte mich? Nicht, daß Du einst beseligst mich, Und ew'ger Pein entreißest mich, Nicht, daß Du lohnest mildiglich, Nein, so wie Du geliebet mich, So lieb' und will ich lieben Dich: Allein weil Du mein König bist, Allein nur, weil mein Gott Du bist. Amen. 4. Andächtiges Gebet zu unserm Herrn Jesu Christo. Guter Hirte, mich zu weiden, Gabst Du willig und mit Freuden Dich für mich in Tod und Leiden, Bittre Kreuzes- Pein; Daß ich neu geboren würde, Riefst Du mich zu deiner Hürde, Trugst Du meiner Sünden Bürde, Wusch dein Blut mich rein. Undank gab ich Dir zum Lohne, Lohnte deine Huld mit Hohne, Bin nicht werth, daß meiner schone Deines Zornes Dräu'n. 171 In dem Glaubens- Sakramente*), In der Geistesgabenspende, Reichtest Du die Gnadenhände Mir, mich zu erneu'n; Wann, von Sünde neu beschweret, Neuig ich zu Dir gekehret, Hast Vergebung Du gewähret, Mild erhört mein Schrei'n; *) Die h. Taufe heißt bei den heil. Vätern das Sakrament des Glaubens. 172 Andächtige Lieder bei der H. Communion. Du, daß nichts von Dir mich treibe, Daß ich treu in Dir verbleibe, Nährtest mich mit deinem Leibe, Mit dem Blute dein; Siebenfält'ge Heilesgabe Spendest Du zur Seelenlabe, Von der Wiege bis zum Grabe Kraft und Trost zu leih'n. Dennoch ließ ich von den Schlingen Deines Feindes mich umringen, Mein bethörtes Herz bezwingen Durch die Listen sein. Blick o Jesu, Quell der Liebe, Auf dein Schäflein, Schonung übe, Sieh auf meiner Neue Triebe, Komm mich zu befrei'n. Tief zerknirscht von Schuld und Neue, Fleh' ich, Herr, vergieb aufs neue, Zeig', o Hirte, deine Treue, Lindre meine Pein. Laß in meines Herzens Gründen Deine Liebe mich entzünden, Daß, gereint von Schuld der Sünden, Liebesbanden fest mich binden Nur an Dich allein; Daß, bis aus dem Thal der Zähren Du Befreiung wirst gewähren, All mein Sinnen und Begehren Ich allein zu deiner Ehren, Frommer Hirte, möge kehren, Dir allein mich weih'n. Einst an jenem Tag der Wehen, Wann, zum Weltgericht zu gehen, Die Entschlaf'nen auferstehen, Hör', o Gott, mein banges Flehen, Andächtige Lieder bei der H. Communion. Laß mich dein Erbarmen sehen, Mich zu deiner Rechten stehen Mit den Schafen dein. Amen. 5. Lied von der göttlichen Liebe. ( Von Johann Angelus Silesius, in erneuernder Bearbeitung.) Liebe, die Du mich zum Bilde Deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die Du mich so milde Nach dem Fall hast wiederbracht: Liebe, Dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Liebe, die Du mich erforen, Eh' ich noch geschaffen war; Liebe, die Du Mensch geboren Und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, Dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit; Liebe, die Du mir erstritten Ew'ge Wonn' und Seligkeit: Liebe, Dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Liebe, die Du mich gebunden An dein Joch mit Beib und Sinn; Liebe, die mich überwunden Und mein Herze nahm dahin: Liebe, Dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Liebe, die mich ewig liebet Und die Seele mir befreit; Liebe, die Versöhnung giebet Und mich seliglich erneut: Liebe, Dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 173 174 Andächtige Lieder bei der h. Communion. Liebe, die Sich mir zur Speise Gibt auf meiner Pilgerbahn; Liebe, die am Ziel der Reise Mich hebt zu Sich selbst hinan: Liebe, Dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Liebe, die mich läßt erstehen Aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich wird erhöhen Aus dem Staub zur Herrlichkeit: Liebe, Dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Unterricht über den Ablaß. 1. Was der Ablaß sey. Der Ablaß ist die Nachlaffung der zeitlichen Strafe, welche wir durch unsere Sünden verdient haben. Durch das Sakrament der Buße wird zwar die Sündenschuld und die damit verbundene ewige Strafe hinweggenommen, aber die zeitlichen Strafen werden nicht immer zugleich erlassen, und müssen durch Fasten, Beten und Almosengeben, durch geduldiges Ertragen der Wider wärtigkeiten dieses Lebens und andere genugthuende Werke getilgt werden. Weil aber unsere Werke sehr unvollkommen und in Vergleich mit der Menge unserer Sünden und den dafür verdienten Strafen gar gering sind; so kommt die h. Kirche als eine liebevolle Mutter unserer Schwäche zu Hülfe und öffnet uns den unerschöpflichen Schaß der unendlichen Verdienste Christi und der überflüssigen seiner Heiligen, deren Ausspendung der Heiland selbst ihrem sicht baren Oberhaupte mit den Worten übertragen:„ Dir will ich die Schlüssel des Himmelreichs geben. Was du binden wirst auf Erden, das soll auch im Himmel gebunden seyn: und was du wirst lösen auf Erden, das soll auch im Himmel gelöset seyn." Matth. 16, 19. Bei diesem Versprechen ist nichts ausgenommen, und wenn dadurch der h. Kirche in ihrem sichtbaren Oberhaupte die Gewalt ertheilt wird, von allen, Ueber den Ablaß. 175 auch den größten und schwersten Sünden loszusprechen, so wird ihr dadurch um so mehr die Gewalt gegeben, die zeitlichen Strafen zu erlassen, welche nach Vergebung der Sünden noch abzubüßen bleiben. Uebrigens ist dieses Gebetbuch nur für gläubige Katholiken bestimmt, die sich in allem den unfehlbaren Entscheidungen der Kirche unterwerfen, und für sie wird es hinreichen, den Ausspruch des Concils von Trient zu kennen, Sess. 25, cap. XXI: Da die Gewalt, Ablässe zu ertheilen, von Jesus Christus seiner Kirche gegeben worden, und diese sich derselben seit den frühesten Zeiteu bedient hat, so bestimmt das h. Concil, daß der Gebrauch der Ablässe, welcher dem christlichen Volke sehr heilsam und von den Concilien bestätigt ist, in der Kirche beibehalten werden soll, und belegt alle mit dem Bannfluche, welche behaupten, die Ablässe seyen unnüß, oder der Kirche die Gewalt, Ablässe zu ertheilen, absprechen." Die Ablässe werden in zwei Klassen eingetheilt, in vollkommene und unvollkommene. Durch den vollkommenen Ablaß werden uns alle zeitlichen Strafen in dieſem und dem zukünftigen Leben vor Gott erlassen, und wer nach Gewinnung desselben stürbe, würde, nach der Meinung der Theologen, von Mund auf zum Himmel gelangen. Ein unvollkommener Ablaß heißt derjenige, welcher nur einen Theil der zeitlichen Strafe erläßt und auf eine bestimmte Zahl von Tagen und Jahren beschränkt ist. Es bezieht sich diese Form des Ablaffes von so viel Tagen und Jahren auf die alte Kirchenzucht, wonach gemäß den Bußgesegen eine Buße von so viel Tagen und Jahren geleiſtet werden mußte. Wenn wir also jetzt einen hunderttägigen Ablaß gewinnen, so heißt dieses, es wird uns so viel an der zeitlichen Strafe erlassen, als wir durch eine hunderttägige Kirchenstrafe vor Gott abgebüßt haben würden. Die Ablässe können bittweise auch den Seelen im Fegfeuer zugewendet werden. 2. Was zur Gewinnung des Ablasses erforderlich sey. 1. Daß wir im Stande der Gnade seyen, denn wer mit einer schweren Sünde behaftet und der ewigen Strafe schuldig ist, kann unmöglich die Nachlaffung der zeitlichen Strafe gewinnen. Wer daher Ablaß verdienen will, der reinige sich vorerst von seinen Sünden durch eine reumüthige Beichte, oder wenn er daran verhindert seyn sollte, durch Erweckung vollkommener Neue, und beherzige das Wort des Propheten Jeremias: Pflüget euch einen neuen Acker und fäet nicht unter die Dornen." 11 Jer. 4, 3. 2. Da die Kirche die Gewinnung des Ablasses immer an die Erfüllung einiger vorgeschriebenen guten Werke geknüpft hat, so müssen diese und zwar genau in der vorgeschriebenen Weise verrichtet werden. Denn der Ablaß wird nicht gewonnen, wenn die Bedingungen nicht genau erfüllt werden. 3. Zur Gewinnung des vollkommenen Ablasses ist es endlich nöthig, daß wir auch alle und jede läßliche Sünde von Herzen bereuen und verabscheuen. Denn um von allen Sündenstrafen befreit zu werden, müssen auch alle Sünden vorher vergeben ſeyn. Ablaßgebete. Schließlich wird noch bemerkt, daß in der Regel die Ablaßgebete in der Meinung der Kirche zu verrichten sind, und zwar: a) für die Erhöhung und Ausbreitung der H. römisch katholischen Kirche, b) für die Ausrottung aller Irrlehren und Spaltungen, c) für die Beförderung des Friedens und der Einigkeit unter den christlichen Fürsten. 176 Gebete, deren man sich, bei Erfüllung der übrigen vorgeschriebenen Bedingungen, zur Gewinnung des Ablasses bedienen kann. Vorbereitungsgebet. Allmächtiger ewiger Gott, ich glaube und vertraue, durch deine unendliche Barmherzigkeit von allen meinen Sünden und der Strafe der ewigen Verdammniß losgesprochen zu seyn; aber den vielen zeitlichen Strafen bleibe ich noch unterworfen, für welche meine geringen und unvollkommenen Werke nicht genug zu thun vermögen. Deshalb nehme ich meine Zuflucht zu der unerschöpflichen Schatzkammer der Verdienste deines eingeborenen Sohnes unseres Herrn Jesu Christi und aller Heiligen, damit ihr Ueberfluß meiner Armuth und Dürftigkeit zu Hülfe fomme. Ich bin bereit, alle guten Werke zu leisten, welche zur Gewinnung des Ablasses vorgeschrieben sind. Nimm fie gnädig auf, o Vater der Erbarmungen, in Vereinigung mit dem bittern Leiden und Sterben deines Sohnes Jesu Christi, und laß mich Unwürdigen dieses vollkommenen Ablasses theilhaftig werden. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst du Maria zc. 1. Gebet zu Gott dem Vater um Erhöhung unserer H. Mutter der Kirche. Barmherziger, ewiger Gott, mildreichster Vater, gedenk der Genossenschaft, welche Du von Anbeginn in Besitz gehabt. Erkenne die Kirche an als die Braut deines eingeborenen Sohnes, für welche Er sein theures Blut vergossen hat. Erhebe und ziere sie mit dem Schmucke der Heiligkeit, den Schäßen der Gnade, und der Fülle der Nachkommenschaft, damit sie ihres göttlichen Bräutigams und Ablaßgebete. seiner kostbaren Erlösung würdig erscheine. Sieh auch mit gnädigen Augen auf die Kinder dieser H. Mutter und versammele alle Völker in ihren Schooß, damit alle Dich Gott den Vater, und den Du gesandt hast, Jesum Christum, sammt dem h. Geiste in lebendigem Glauben erkennen, mit fester Hoffnung anrufen, und mit vollkommener Liebe umfahen, loben und preisen in Ewigkeit. Amen. Vater 2c. Gegrüßet 2c. t. Sieh an, o Herr, und besuche deinen Weingarten, R. Und vollende ihn, den deine Rechte gepflanzt hat. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, sieh gnädig an die Hausge nossenschaft, für welche unser Herr, Jesus Christus, Sich nicht gescheut hat, den Händen der Gottlosen überantwortet zu werden und die Schmerzen des Kreuzes auf Sich zu nehmen. Der mit Dir lebet u. s. w. 2. Gebet zu Gott dem Sohne für Ausrottung der Irrlehren. 177 Jesu, Du wahres Licht, welches jeglichen Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt, verscheuche durch die unschäßbare Kraft deines Leidens und Sterbens alle Finsternisse der Irrlehren und Spaltungen, und mache, daß alle Menschen das Licht deiner Wahrheit erkennen und in den Schooß deiner Kirche zurückkehren. O guter Hirt, der Du dein Leben für deine Schaafe hingegeben hast, beschüße deine Heerde; führe und pflege uns als auserlesene Schäflein deiner Weide; behüte und beschirme die Seelen derer, die Dich aufrichtig bekennen, gegen alle Gewalt und Nachstellungen der falschen Propheten, die in Schaafskleidern herankommen, aber inwendig reißende Wölfe sind. Mache, daß wir alle einen Hirten erkennen und daß ein Schaafstall sey. Bleibe bei uns, o Herr, weil Du versprochen hast: Ich will bei euch seyn alle Tage bis an's Ende der Welt. Zeige, daß deine Kirche auf dem Felsen gegründet ist, wo die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen können. Amen. Vater 2c. Gegrüßet 2c. 12 Ablaßgebete. . Nicht übergib, o Herr, den wilden Thieren die Seelen derer, die Dich bekennen, R. Und vergiß die Seelen deiner Armen nicht bis zu Ende. 178 Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, Du wollest das Gebet deiner Kirche versöhnt annehmen, damit sie nach Vertilgung aller Widerwärtigkeiten und Irrthümer Dir in sicherer Freiheit diene. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 3. Gebet zum h. Geiste für die Einigkeit der christlichen Fürsten. Oh. Geist, Du Geist des Friedens und der Liebe, der Du so viele und so verschiedene Völker in Ginigkeit des Glaubens versammelt haft: verleihe den christlichen Fürsten und ihren Rathgebern die Fülle deiner Gnade, und drücke das neue Gebot deiner Liebe, welches Du aus dieser Welt scheidend deinen Jüngern gegeben hast, tief ihren Herzen ein, damit man daran erkenne, daß sie unter die Zahl deiner Auserwählten zu rechnen und des christlichen Namens würdig seyen. Der Friede Gottes, welcher allen Sinn übersteigt, bewahre ihnen Herz und Verstand in Christo Jesu, damit sie von keiner weltlichen Hoheit, noch eiteln Ehre, oder vergänglichem Gewinn verführt, etwas unternehmen, wodurch deine göttliche Ehre verletzt, Frieden und Einigkeit des christlichen Volkes und die Ruhe der katholischen Kirche gestört werden könnte. Laß sie vielmehr mit vereinten Kräften danach streben, daß sie sich und ihre Völker dem ewigen Frieden und dem himmlischen Jerusalem zuführen. Amen. Vater 2c. Gegrüßet 2c. *. Es werde Friede in deiner Kraft, R. Und Ueberfluß in deinen Thürmen. Gebet. Gott, von dem alle heilige Begierden, richtige Rathschlüsse und gerechte Werke herkommen, gib deinen Dienern jenen Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen deinen Geboten ergeben, und von aller Furcht vor den Feinden befreit, die Zeiten unter deinem Schuße ruhig seyn mögen. Durch unsern Herrn Jeſum Christum. Amen. Ablaßgebete. 179 4. Gebet zur allerheiligsten Dreifaltigkeit, worin ihr die verrichteten, zur Gewinnung des Ablasses vorgeschriebenen Werke aufgeopfert werden. O allmächtiger Vater, o ewiger Sohn, o heiliger Geist, o einige und unzertheilte Dreifaltigkeit! ich glaube jetzt geleistet zu haben, was zur vollkommenen Nachlaffung der verdienten Strafen zu verrichten vorgeschrieben war. Weit mehr als dieses wäre ich auch ohnedieß deiner göttlichen Majestät zu leisten schuldig gewesen; denn Du bist mein Schöpfer, mein Erlöser und Seligmacher, und ich bin dein Geschöpf, dein Ebenbild und unwürdiges Kind; deine Güte höret nicht auf, mir alle Stunden und alle Augenblicke Gutes zu thun, ich aber höre nicht auf, Dich zu beleidigen; und wenn ich alles thäte, was in meinen Kräften steht, ja Blut und Leben für Dich dahingäbe, so würde ich dennoch weder deiner Güte genugsam danken, noch für meine Sünden genugsam büßen. Aber Du, o Gott, haft in deiner unendlichen Güte und Freigebigkeit gegen uns unwürdige Sünder den geringen Werken meiner schuldigen Knechtschaft reichlichen Lohn verheißen. Nimm sie also gnädig auf, o allerheiligste Dreifaltigkeit; laß ihre Mangelhaftigkeit ersetzt werden durch das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesu Christi und sein kostbares für uns vergossenes Blut; und mache mich( oder: jene Seele im Fegfeuer) dieses vollkommenen Ablasses theilhaftig. Für diese Wohlthat sollen Dir Himmel und Erde mit mir lobfingen und Dank sagen jetzt und in Ewigkeit. Amen. Vater 2c. Gegrüßet 2c. Lobgesang des h. Ambrosius und Augustinus.( Nach den Tagszeiten von der allerheiligsten Dreifaltigkeit.) 12* 180 Ablaßgebete: Ablaßgebete. ( Aus der von der Kirche approbirten Raccolta di orazioni e pie opere coll' indulgence. Roma 1836.) I. 3ur allerheiligsten Dreifaltigkeit. 1. Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott der Heerschaaren; die Erde ist deiner Herrlichkeit voll. Ehre sey dem Vater, Ehre sey dem Sohne, Ehre sey dem h. Geiste. Wer obiges Gebet einmal im Tage andächtig mit reumüthigem Herzen verrichtet, gewinnt jedesmal 100 Tage Ablaß. Alle Sonntage und in der Oktav des Dreifaltigkeitsfestes kann derselbe dreimal gewonnen werden. Wer es einen Monat hindurch alle Tage betet, hat einmal im Monat nach vorhergegangener Beichte und Communion und Gebet in der Meinung der Kirche, vollkommenen Ablaß. Clemens XIV. hat diesen Ablaß auf ewige Zeiten bestätigt den 26. Juni 1770. 2. Dreimal: Ehre sey dem Vater u. s. w. Pius VII., den 11. Juli 1815, bewilligte auf immer allen Gläubigen 300 Tage Ablaß, welche Morgens, Mittags und Abends drei Ehre sey ic. beten zur Danksagung der allerheiligsten Dreifaltigkeit für die der heil. Jungfrau, besonders bei ihrer glorreichen Aufnahme in den Himmel verliehenen Vor rechte; ferner für jedes einzelne Mal 100 Tage Ablaß; wer einen Monat hindurch diese dreimaligen Gebete verrichtet, hat an einem beliebigen Tage, wenn er beichtet und. communicirt, vollkommenen Ablaß. Alle diese Ablässe können bittweise auch den armen Seelen zugewendet werden. II. Zu Gott dem Herrn. 3. Glaube, Hoffnung und Liebe.( Sieh bei der Messe S. 78.) a. Für die jedesmalige Uebung dieser drei göttlichen Tugenden verheißt. die Kirche 7 Jahre und 7mal 40 Tage Ablaß. b. Bei täglicher Uebung einmal im Monat mit Beichte und Communion vollkommenen Ablaß; auch anwendbar für die armen Seelen. c. Vollkommener Ablaß in der Todesstunde, für alle, welche dann dieſe Uebung mit andächtigem und zerknirschtem Herzen verrichten. Benedikt XIII., 15. Juni 1728, und Benedikt XIV., 28. Juni 1756. Ablaßgebete. III. Sum h. Geiste. 4. Veni sancte spiritus. Komm herab, o heil'ger Geist. ( Nach den Tagszeiten am Montag.) 181 a. Hundert Tage Ablaß für das jedesmalige Gebet dieses Hymnus. b. Am Pfingsttage und während der Oktav jedesmal 300 Tage. e. Vollkommener Ablaß einmal im Monat bei täglicher Verrichtung, nach vorhergegangener Beichte und Communion. Alle diese Abläffe sind anwendbar für die Abgestorbenen. Pius VI., den 26. Mai 1796. IV. 3u Jesu. 5.. Gelobt sey Jesus Christus. R. In Ewigkeit. Amen. a. Sixtus der V., den 11. Juli 1587, verleiht für diesen frommen Gruß jedesmal 100 Tage Ablaß. b. Ferner für das jedesmalige Anrufen der hh. Namen Jesus und Maria 25 Tage Ablaß. c. Und jedem, der sich obigen Grußes bedient oder die hh. Namen öfters angerufen hat, vollkommenen Ablaß in der Sterbestunde, wenn er mündlich oder bloß mit reuigem Herzen die hh. Namen ausspricht. V. 3um leidenden Erlöser. 6. O mein geliebter, holdseligster Jesu, steh, vor deiner heiligsten Gegenwart im Staube liegend, flehe ich mit tiefster Inbrunst, Du wollest meinem Herzen einprägen Gesinnungen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, der Neue über meine Sünden und des Vorsages, Dich nicht wieder zu beleidigen; während ich von Liebe und Mitleid durchdrungen, deine fünf Wunden betrachten will, beginnend mit dem, was von Dir, o mein Jesu, schon der Prophet David sagte: Sie haben durchbohret meine Hände und Füße; sie haben gezählet alle meine Gebeine.( Ps. 21, V. 17 u. 18.) Wer nach aufrichtiger Beichte und Communion obiges Gebetlein mit andächtigem und zerknirschtem Herzen vor einem Bildnisse des Gekreuzigten verrichtet und für die Erhöhung der Kirche 2c. betet, erlängt vollkommenen Ablaß. Verliehen von Clemens dem VIII., Benedikt dem XIV., auf immer bestätigt von Pius VII. den 1. April 1821. Leo XII., 17. September 1824, hat die Anwendung dieses Ablaffes für die armen Seelen gewährt. 7. Ewiger Vater, ich opfere Dir das kostbarste Blut Jesu Christi zur Tilgung meiner Sünden und für die Wohlfahrt der h. Kirche. Für die jedesmalige andächtige Verrichtung dieses Gebetleins hat Pius VII., 29. März 1817, hundert Tage Ablaß bewilligt. Ablaßgebete. 8. Ewiger Vater, ich opfere Dir das Blut Jesu, welches Er für uns mit so vieler Liebe und so großen Schmerzen aus der Wunde seiner rechten Hand vergoffen hat; und kraft der Verdienste desselben flehen wir zu deiner göttlichen Majestät, uns deinen heiligen Segen zu verleihen, damit wir durch denselben vor unsern Feinden beschützt und von allen Uebeln befreit werden, indem wir sprechen: Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des h. Geistes komme über uns, und bleibe allezeit bei uns. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. Gegrüßet 2c. Ehre sey dem Vater 2c. 182 Für obiges Gebetlein, zur Erlangung des göttlichen Segens und zur Danksagung für alle erhaltenen Wohlthaten verrichtet, verleiht Leo XII., 25. Oktober 1823, jedesmal 100 Tage Ablaß, und allen, die es täglich einen Monat lang beten und am Ende desselben beichten, communiciren und in der Meinung der Kirche beten, an einem beliebigen Tage vollkommenen Ablaß. Auch anwendbar für die armen Seelen. VI. 3u Jesu im allerheiligsten Sakramente. 9. Pius der VII. verleiht( 11. Februar 1815 und 6. April 1816) a. auf immer vollkommenen Ablaß allen Gläubigen, welche am grünen Donnerstag entweder in der Kirche oder zu Hause irgend einer andächtigen Uebung während einer Stunde zur Erinnerung an die Einsetzung des allerheiligsten Sakraments obliegen, und entweder an demselben Tage oder an einem der folgenden Woche beichten und communiciren. b. Denselben vollkommenen Ablaß gewinnt man unter denselben Bedingungen am Frohnleichnamsfeste. c. Für dieselbe Uebung ist an allen Donnerstagen des ganzen Jahres 300 Tage Ablaß verliehen. ( Beichte und Communion sind für legtern Ablaß nicht erforderlich.) Alle diese Ablässe sind auch für die Verstorbenen anzuwenden. 10. Schau herab, o Herr, von deinem Heiligthume und von deiner erhabenen Wohnung des Himmels, und sich an diese geheiligte Hostie, welche Dir unser Hohepriester, dein heiliger Sohn Jesus, für die Sünden seiner Brüder darbringt, und vergieb uns die Menge unserer Missethaten. Sieh die Stimme des Blutes Jesu unseres Bruders schreit zu Dir auf vom Kreuze: Herr erhöre, Herr laß Dich versöhnen; merke auf und thue es; zögere nicht, mein Gott, um Deiner selbst willen, weil dein Name angerufen ist, über diese Stadt und über dein Volk, und verfahre mit uns nach deiner Barmherzigkeit. a. Wer dieses Gebet nach reumüthiger Beichte und Communion den ersten Donnerstag im Monat vor dem allerheiligsten Sacrament, sey es aus Ablaßgebete. 183 gestellt oder im Tabernakel verschlossen, andächtig betet, erlangt vollkommenen Ablaß. b. Wer es an jedem andern Donnerstag nach vorhergegangener Beichte und Communion knieend vor dem allerheiligsten Sakramente betet, gewinnt 7 Jahre und 7mal 40 Tage Ablaß. c. An jedem andern Tage vor dem heiligen Sakramente knieend mit reumüthigem Herzen gesprochen, ertheilt es 100 Tage Ablaß. Alle diese Ablässe können auch den armen Seelen zugewendet werden. Pius VI., den 17. Oktober 1796. 11. Pange lingua etc. Künd, o Zunge, des verklärten u. s. w. ( Findet sich bei den Tagszeiten vom allerheiligsten Sakrament.) a. Dieser Hymnus nebst dem Vers: Das Brod vom Himmel 2c. und dem Gebet: Gott, der Du uns im wunderbaren 2c., gewährt jeden Tag dem, welcher ihn andächtig betet, 300 Tage Ablaß. b. Für den Vers: Tantum ergo, Sieh erhabenes Bundeszeichen, nebst dem Responsorium und Gebete, gewinnt man täglich 100 Tage. c. Wer den Hymnus oder bloß den Vers Tantum ergo häufig, oder wenigstens zehnmal des Monats betet, erlangt nach vorhergegangener Beichte und Communion und Gebet nach der Meinung der Kirche vollkommenen Ablaß 1. am grünen Donnerstag, 2. am Frohnleichnamstage oder an einem Tage in der Oktave, 3. an irgend einem andern nach Belieben gewählten Tage. Auch für die armen Seelen anwendbar. Pius VII., 25. August 1818. 12. Laßt uns lobsingen und Dank sagen jeden Augenblick dem heiligsten und göttlichsten Sakramente. a. Für dieses Gebetlein mit zerknirschtem Herzen gewährt Pius VI.( 24. Mai 1776) einmal im Tage 100 Tage Ablaß. b. Für dreimalige Wiederholung an allen Donnerstagen des Jahres und in der Frohnleichnams- Oktav 300 Tage. c. Allen, die es einen Monat lang täglich beten, einmal im Monat, an welchem Tage sie beichten und communiciren und nach Meinung der Kirche beten, vollkommenen Ablaß. VII. 3um heiligsten Herzen Jesu. 13. Um Dir dankbar zu seyn und für meine Treulofigkeiten Ersatz zu leisten, schenke ich N. N. Dir, liebenswürdigster Jesu, mein Herz, und weihe mich Dir ganz und gar, und nehme mir vor, mit deinem Beistande nicht mehr zu fündigen. Pius VII. verleiht am 9. Juni 1807 und 26. Sept. 1817 auf immer allen Gläubigen, welche obige Aufopferung an das H. Herz Jesu vor seinem H. Bildnisse beten, 184 Ablaßgebete. a. 100 Tage Ablaß, einmal täglich zu gewinnen, b. vollkommenen Ablaß, wenn sie dieselbe einen Monat hindurch täglich verrichten und an einem beliebigen Tage beichten, communiciren und in der Meinung der Kirche beten. Auch anwendbar für die armen Seelen. VIII. 3ur heiligen Jungfrau Maria. 14. Die Lauretanische Litanei. a. Wer diese betet, gewinnt für jedesmal 300 Tage Ablaß. b. Wer sie alle Tage betet, gewinnt vollkommenen Ablaß an folgenden fünf Festtagen: Mariä unbefleckte Empfängniß, Mariä Geburt, Mariä Verkündigung, Mariä Reinigung und Mariä Himmelfahrt; wenn er nämlich an diesen Festtagen beichtet, communicirt und in einer Kirche nach der Meinung des h. Vaters betet. Auch für die armen Seelen anwendbar. Pius VII., 30. Sept. 1817. 15. Der Engel des Herrn 2c.( wie nach dem Morgengebete S. 28). a. Täglich Morgens, oder Mittags, oder Abends beim Glockenzeichen knieend gebetet, gewährt jedesmal 100 Tage Ablaß; b. und einmal im Monat nach vorhergegangener Beichte und Communion mit Gebet nach der Meinung der Kirche vollkommenen Ablaß. Samstag Abend und Sonntag wird es stehend gebetet. Während der österlichen Zeit wird statt des: Engel des Herrn folgendes Gebet stehend gebetet: Himmelskönigin, erfreue dich, Alleluja. Den du hast getragen würdiglich, Alleluja. Er erstand, wie er versprach, Alleluja. Bitt für uns zu Gott, Alleluja. *. Freue dich und frohlocke, o Jungfrau Maria, Alleluja. R. Denn der Herr ist wahrhaftig auferstanden, Alleluja. Gebet. O Gott, der Du durch die Auferstehung deines Sohnes, unseres Herrn Jesu Christi, die Welt zu erfreuen Dich gewürdigt hast: verleihe gnädiglich, daß wir durch seine Gebärerin, die H. Jungfrau Maria, die Freuden des ewigen Lebens erlangen. Durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. beten. Wer dieses nicht auswendig weiß, kann auch das:„ der Engel des Herrn" Gläubige, die sich an Orten befinden, wo das Glockenzeichen nicht ge Ablaßgebete. 185 geben wird, erlangen dieselben Ablässe, wenn sie dieses Gebet zu den drei Tageszeiten verrichten. Benedikt XIII., 10. Jan. 1725, Benedikt XIV., 20. April 1742, Pius VI., 18. März 1781. 16. Salve Regina, oder: Gegrüßet seyst du Königin, und: Unter deinen Schutz und Schirm.( Beide Gebete nach den Tagszeiten von der unbefleckten Empfängniß.) Gegrüßet seyst du Königin, mit dem. Würdige mich, dich zu loben, o geheiligte Jungfrau. R. Gieb mir Kraft gegen deine Feinde.. Gelobt seyy Gott in seinen Heiligen. R. Amen, wird Morgens gebetet; Abends: Unter deinen Schutz und Schirm mit denselben Zusägen. Dabei macht man die Meinung: Zu einigem Ersatz für die Unbilden gegen die Ehre der Mutter Gottes und der Heiligen, und zur Vertheidigung und Ausbreitung ihres Cultus, und der Verehrung ihrer Bildnisse. Dadurch gewinnt man: a. Jeden Tag 100 Tage Ablaß. b. Alle Sonntage 7 Jahre und 7 mal 40 Tage. c. Wenn man die Gebete täglich verrichtet, zweimal im Monat an zwei beliebigen Sonntagen, nach verrichteter Beichte und Communion und Gebet nach der Meinung der Kirche, vollkommenen Ablaß. d. Unter denselben Bedingungen vollkommenen Ablaß an allen Festtagen der seligen Jungfrau und an Allerheiligen. e. Endlich vollkommenen Ablaß in der Todesstunde für alle, welche obige Gebete im Leben verrichtet, sey es, daß sie beichten und communiciren, oder bloß zerknirschten Herzens sind. Pius VI., 5. April 1786. 17. Sieben Gebete zur allerseligsten Jungfrau, auf alle Tage der Woche, vom H. Alphonsus Liguori.( Diese finden sich nach den Tagszeiten von der allerseligsten Jungfrau.) Diese Gebete werden jedes an dem bestimmten Wochentage nebst drei Gegrüßet seyst du Maria verrichtet, zum Ersatz für die vielen Schmähungen gegen die h. Jungfrau. Dafür verleiht Papst Pius VII., 21. Juni 1808, jeden Tag 300 Tage und einmal im Monat, nach vorhergegangener Beichte und Communion, vollkommenen Ablaß. Auch anwendbar für die Seelen im Fegfeuer. 18. Sieben Gegrüßet seyst du Maria, mit dem Zusage: Heilige Mutter, dies bedenke, Deines Sohnes Wunden senke In des Herzens Tiefe mir. a. An jedem Tage, an welchem man diese Gebete reuigen Herzens verrichtet, gewinnt man 300 Tage Ablaß. 186 Ablaßgebete. b. Wer sie täglich betet, hat einmal im Monat, an einem Beicht- und Communiontage mit Gebet nach Meinung der Kirche, vollkommenen Ablaß. Auch für die armen Seelen zu gewinnen. Pius VII., 1. December 1815. 19. a. Vollkommener Ablaß für alle, welche am Charfreitage von 3 Uhr Nachmittags bis Ostersamstag 10 Uhr Morgens eine ganze oder wenigstens eine halbe Stunde die sieben Schmerzen Mariä betrachten, oder den schmerzenreichen Rosenkranz oder andere dahin passende Gebete verrichten, zur Verehrung des Schmerzes, welchen Maria nach dem Tode ihres Sohnes empfunden; diesen Ablaß gewinnen diejenigen gleich, welche ihre österliche Communion schon gehalten haben, die andern, sobald sie dieſe Verpflichtung erfüllen. b. Ablaß von 300 Tagen für alle, welche obige Andacht an jedem andern Freitage von 3 Uhr Nachmittags bis Sonntags Frühe verrichten. c. Vollkommener Ablaß einmal im Monat für alle, welche diese Andacht wöchentlich verrichten, an dem Tage, wo sie beichten und communiciren. Auch den armen Seelen zuzuwenden. Pius VII., 18. Juni 1822. IX. Zum h. Schußengel. 20. Mein Engel, den Gott Mir zum Schüßzer entbot, Mich, den dir befohlen die himmlische Güte, Erleuchte, leite, regiere, behüte. a. Für jedesmal 100 Tage Ablaß. b. Vollkommener Ablaß am Schußengelfeste, für alle, welche es täglich Morgens und Abends beten, wenn sie an diesem Tage beichten, communiciren und für den H. Vater in der Kirche beten. c. Vollkommener Ablaß in der Todesstunde allen, die es häufig zu beten pflegten. d. Vollkommener Ablaß einmal im Monat allen, die es wenigstens einmal täglich den Monat hindurch beten, an einem beliebigen Beicht- und Communiontage, mit Gebet nach Meinung des h. Vaters. Alle diese Ablässe können den Seelen im Fegfeuer zugewendet werden. Pius VI., 5. Oft. 1795, 20. Sept. 1796, Pius VII., den 15. Mai 1821. X. 3um h. Joseph. 21. Gebete von den sieben Schmerzen und Freuden des h. Joseph.( Nach den Tagszeiten desselben.) a. 100 Tage Ablaß an jedem Tage. b. 300 Tage an jedem Mittwoch, und jedem der neun Tage vor dem Hauptfeste des H. Joseph am 19. März und jedem der neun Tage vor dem Patronatsfeste des H. Jofeph, dem dritten Sonntage nach Ostern. Ablaßgebete. 187 c. Vollkommener Ablaß an genannten beiden Festtagen allen, welche beichten, communiciren und obige Gebete sprechen. d. Vollkommener Ablaß an einem beliebigen Beicht- und Communiontage mit Gebet nach Meinung des H. Vaters einmal im Monat allen, welche obige Gebete den Monat hindurch täglich verrichten. Auch den armen Seelen zuzuwenden. Pius VII., 9. Dez. 1819. Wer an sieben auf einander folgenden Sonntagen diese Gebete verrichtet, gewinnt an jedem dieser Sonntage 300 Tage und am legten vollkommenen Ablaß, wenn er an demselben beichtet, communicirt und für den H. Vater betet. Gregorius XVI. am 22. Januar 1836. XI. 3um Trost der armen Seelen. 22. Fünfmal das Gebet des Herrn und den englischen Gruß mit dem Zusaße: *. Dich also bitten wir, komme deinen Dienern zu Hülfe, die Du mit deinem kostbaren Blute erlöset hast. R. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. Sie ruhen in Frieden. Amen. Für obige Gebete, mit reumüthigem Herzen und andächtiger Betrachtung des Leidens Christi verrichtet, verleiht die h. Kirche: a. 300 Tage Ablaß für jedesmal. b. Vollkommenen Ablaß allen, die dieselben täglich beten, einmal im Monat an einem beliebigen Tage, an welchem sie beichten, communiciren und in der Meinung der Kirche und für die ewige Ruhe der Verstorbenen ihr Gebet verrichten. Auch den Abgestorbenen zuzuwenden. Pius VII., 7. Febr. 1817. XII. Geistliche Betrachtungen. 23. Allen Gläubigen, welche täglich eine halbe oder wenigstens eine Viertel Stunde der Betrachtung einer christlichen Wahrheit obliegen, bewilligt Benedikt XIV. vollkommenen Ablaß einmal im Monat an einem beliebigen Beicht- und Communiontage, mit Gebet nach der Meinung der Kirche. Auch den Abgestorbenen zuzuwenden. XIII. Werke der Barmherzigkeit. 24. Wer zur Ehre von Jesu, Maria und Joseph drei Arme speiset, gewinnt: a. 7 Jahre und 7mal 40 Tage Ablaß, so oft er es mit Reue über seine Sünden thut. 188 Ablaßgebete. b. Vollkommenen Ablaß, wenn er an demselben Tage beichtet, communicirt und nach der Meinung des h. Vaters betet. e. 100 Tage Ablaß für die Mitglieder seiner Familie und seine Haußgenoffen, welche dabei behülflich oder nur zugegen sind. Alle diese Ablässe können auch den Abgestorbenen zugewendet werden. Pius VII., den 13. Juni 1815. Kleine Tagszeiten mit Litaneien und gebeten. Erste Woche. Am Sonntag. Tagszeiten von der allerheiligsten Dreieinigkeit. Zu der Metten. Gebenedeit sey die heilige und unzertheilte Dreieinigkeit jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen. *. Herr, eröffne meine Lippen, . Und mein Mund wird dein Lob verkündigen. *. Gott, merke auf meine Hülfe, R. Herr, eile mir zu helfen. *. Ehre sey dem Vater und dem Sohne und dem h. Geiste, . Gleichwie es war im Anfange und jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen. Alleluja. ( Von Septuagesima bis Ostern wird statt Alleluja gesprochen: Ehre sey Dir, o Herr, König der ewigen Glorie.) Lobgesang. O Licht, sel'ge Dreifaltigkeit, Und Wesens- Urquell, Einigkeit, Schon weicht der Sonne Flammenschein, Geuß Licht in unsre Herzen ein. Am Sonntag. 189 Antiphon. Drei sind, die Zeugniß geben im Himmel, der Vater und der Sohn und der H. Geist, und diese drei sind eins. ( 1. Joh. 5, 7.) . Lasset uns benedeien den Vater und den Sohn sammt dem h. Geiſte; B. Laßt uns Ihn loben und hoch erheben in Ewigkeit. Gebet. Allmächtiger ewiger Gott, der Du deinen Dienern verliehen hast, in der Erkenntniß des wahren Glaubens die Glorie der ewigen Dreifaltigkeit zu erkennen, und in der Macht der Herrlichkeit die Einheit anzubeten: wir bitten Dich, daß wir durch die Festigkeit desselben Glaubens vor allen Widerwärtigkeiten jederzeit beschützt werden. Durch unsern Herrn Jesum Chriftum deinen Sohn, der mit Dir lebt und regieret in Einigkeit des h. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. . Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. . Laßt uns den Herrn loben, R. Und Gott Dank sagen. *. Die Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden. B. Amen. Zu den Laudes. Gebenedeit sey die heilige und unzertheilte Dreieinigkeit jest und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen. O Gott, merke 2c. Herr, eile 2c. Ehre sey dem Vater 2c. Lobgesang. Dich, Vater, Gott von Ewigkeit, Dich, Sohn, gezeugt vor aller Zeit, Dich, Geist auch, der aus beiden fleußt, Der Engel Schaar, der Weltkreis preist. Ant. Sie riefen einer zu dem andern und sprachen: Heilig, 190 Tagszeiten von der allerheil. Dreifaltigkeit. heilig, heilig ist der Herr, der Gott der Heerschaaren, die ganze Welt ist seiner Herrlichkeit voll. *. Laßt uns benedeien u. s. w. mit dem Gebete wie oben. Zu der Prim. Gebenedeit sey 2c. wie zu den Laudes. Lobgefang. Der Morgenstern erglänzt mit Macht, Dem Lichte weicht die dunkle Nacht: Er fündet uns der Sonne Nah'n; Dein heil'ges Licht zünd' in uns an. Ant. Dank sey Dir, o Gott, Dank sey Dir, o wahre und einige Dreifaltigkeit, Eine und höchste Gottheit, heilige und Eine Einheit. *. Laßt uns benedeien 2c. wie oben. Zu der Terz. Gebenedeit sey 2c. wie zu den Laudes. Lobgesang. O Herr voll Huld und Gütigkeit, Gott Schöpfer hochgebenedeit, In deines Wesens Einigkeit Dreifaltig, Gott, in Ewigkeit. Ant. Dich rufen wir an, Dich preisen wir, Dich beten wir an, o Du unsere Hoffnung, unsere Ehre, erlöse uns, erhalte uns, belebe uns, o allerheiligste Dreifaltigkeit. . Laßt uns benedeien 2c. wie oben. Zu der Sert. Gebenedeit sey 2c. wie zu den Laudes. Lobgesang. Reich' uns Erwachenden die Hand. Nein sey das Herz, klar der Verstand. Daß brünstig wir zur Ehre dein Dir würd'ge Dankgesänge weih'n. Am Sonntag. 191 Ant. Die Liebe ist der Vater, die Gnade der Sohn, die Gemeinschaft der H. Geist: Wahrheit ist der Vater, Wahrheit der Sohn, Wahrheit der h. Geist: der Vater und der Sohn und der h. Geist sind Eine Wesenheit, o selige Dreifaltigkeit. . Laßt uns benedeien 2c. wie oben. Zu der Non. Gebenedeit seyy 2c. wie zu den Laudes. Lobgesang. Du Einheit der Dreifaltigkeit, Die mächtig aller Welt gebeut, Dich preisen wir inbrünstiglich: Nimm an dieß Loblied gnädiglich. Ant. Dir sey Lob, Dir sey Nuhm, Dir sey Danksagung in Ewigkeit, und der Name deiner Herrlichkeit sey gebenedeit, heilig und lobwürdig und hoch erhoben in Ewigkeit, o selige Dreifaltigkeit. *. Laßt uns benedeien 2c. wie oben. Zu der Vesper. Gebenedeit sey 2c. wie zu den Laudes. Lobgesang. Dich fleh'n wir, wann der Morgen graut, Dich, wann der Abend niederthaut, Dir singen wir demüthlich Zu allen Zeiten ewiglich. Ant. Dich Gott den Vater ungeboren, Dich eingebornen Sohn, Dich heiligen Geist, den Tröster, Dich heilige und unzertheilte Dreifaltigkeit bekennen wir mit Herz und Mund, Dich loben und preisen wir, Dir sey Ruhm in Ewigkeit. *. Laßt uns benedeien 2c. Zur Complet. Gebenedeit sey die heilige und unzertheilte Dreifaltigkeit fest und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen. 192 Litanei zu der allerheil. Dreifaltigkeit. . Bekehre uns, o Gott, unser Heiland, R. Und wende deinen Zorn von uns ab. . Gott, merke 2c. R. Herr, eile 2c. Lobgesang. Preis, göttliche Dreifaltigkeit, Dir, wesenhafte Einigkeit, Gott, vor dem Anbeginn der Zeit, Jetzt, und in alle Ewigkeit. Ant. Ehre sey dem Vater, der uns erschaffen; Ehre sey dem Sohne, der uns erlöset; Ehre sey dem h. Geiste, der uns geheiliget; Ehre sey der höchsten und unzertheilten Dreifaltigkeit, unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. . Laßt uns benedeien 2c. Befehlung. Meiner Tagsgebete Kranz, Herr, dein Lob zu mehren, Heiligste Dreifaltigkeit, weih' ich Dir zur Ehren: Steh', o Gott, mir gnädig bei in dem letzten Streite; Nimm mich huldvoll auf zu Dir in des Himmels Freude. Amen. Litanei zur allerheiligsten Dreifaltigkeit. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater, aus dem alles ist, Sohn, durch den alles ist, Heiliger Geist, in dem alles ist, Heilige und unzertheilte Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Unbegreifliche Majestät, Unwandelbare Macht, Unendliche Weisheit, Unerschöpfliche Gütigkeit, Allherrschende Würde, Geseßgebende Gottheit, Ewige Wahrheit, erbarme Dich unser! Am Sonntag. Gott allmächtiger König, Der Du einzig und allein Gott bist, In dem wir leben, bewegt werden und sind, Dessen Majestät die ganze Erde erfüllt, Dem allein Ruhm und Ehre gebührt, Der Du uns in unserer Drangsal tröſteſt, Der Du Wunderbares allein wirfst, Der Du bist, warst, und sein wirst. Im Gerichte gerecht und furchtbar, In der Herrschaft glorreich und wunderbar, Vater ungeboren, Eingeborner Sohn, Heiliger Geist, vom Vater und Sohne ausgehend, Oheiligste Dreifaltigkeit ein einiger Gott, Sey uns gnädig, verschone uns, o Herr. Sey uns gnädig, erhöre uns, o Herr. Von allem Uebel erlöse uns, o Herr. Von aller Sünde, Von aller Treulosigkeit, Von Uebertretung deiner Gebote, Von Vernachlässigung deines heiligen Dienstes, Von dem ewigen Tode, Durch die Stärke deiner Allmacht, Durch deine ewige Weisheit, Durch deine unendliche Gütigkeit, Durch deine große Barmherzigkeit, Durch deine Geduld und Langmuth, Wir Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns. Daß wir Dich, den wahren Gott, immer und an allen Orten bekennen mögen, Daß wir Dich, den Einen Gott, in der Dreifaltigkeit verehren und die Dreifaltigkeit in der Einheit anbeten mögen, Daß wir Dich von ganzem Herzen lieben mögen, Daß Du das deinem Heiligen Namen geweihte Volk erhalten und erretten wollest, Daß Du den Irrenden Licht, auf den Weg der Gerechtigkeit zurückzukehren, verleihen wollest, 13 193 erbarme Dich unser! erlöse uns, 0 Herr! wir bitten Dich, erhöre uns. 194 Litanei zu der allerheil. Dreifaltigkeit. Daß Du allen hingeschiedenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, Daß Du uns erhören wollest, Oheiligste Dreifaltigkeit, erlöse uns. Oheiligste Dreifaltigkeit, errette uns. Oheiligste Dreifaltigkeit, belebe uns. Herr, erbarme Dich unser. Christe, erbarme Dich unser. Herr, erbarme Dich unser. Vater unser 2c. v. Laßt uns benedeien den Vater und den Sohn sammt dem wir bitten Dich, erhöre uns. H. Geiste; R. Laßt uns Ihn loben und hoch erheben in Ewigkeit. *. Gebenedeit bist Du, o Herr, im Firmamente des Himmels, R. Und lobwürdig und ruhmvoll und hoch erhaben in Ewigkeit. . Es segne uns Gott, unser Gott, es segne uns Gott, R. Und fürchten sollen Ihn alle Grenzen der Erde. Gebet. Allmächtiger ewiger Gott, der Du deinen Dienern verliehen haft, in der Erkenntniß des wahren Glaubens die Glorie der ewigen Dreifaltigkeit zu erkennen, und in der Macht der Herrlichkeit die Einheit anzubeten: wir bitten Dich, daß wir durch die Festigkeit desselben Glaubens vor allen Widerwärtigkeiten jederzeit beschützt werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum deinen Sohn, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des h. Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. . Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. . Laßt uns den Herrn loben, R. Und Gott Dank sagen. . Die Seelen der Christgläubigen ruhen durch die Barmherzigfeit Gottes in Frieden.). Amen. Es segne uns die göttliche Majestät und einige Gottheit, der Vater und der Sohn und der h. Geist. Am Sonntag. Lobgefang der h.h. Ambrofius und Augustinus. Dich Gott loben wir, Dich Herrn bekennen wir. Du, zu befreien das Menschengeschlecht, verschmähtest nicht den Schooß der Jungfrau. Du, nach besiegtem Stachel des Todes, eröffnetest den Gläubigen das Reich der Himmel. 195 Te Deum laudamus, te Dominum confitemur. Te aeternum Patrem omnis terra veneratur. Tibi omnes Angeli, tibi coeli et universae Potestates, Tibi Cherubim et Seraphim incessabili voce proclamant: Sanctus, sanctus, sanctus Dominus Deus Sabaoth. Dich ewigen Vater verehret der ganze Erdkreis. Dich preisen alle Engel, Dich die Himmel und alle Mächte, Dich Cherubim und Seraphim mit unablässigem Lobgesang: Heilig, heilig, heilig der Herr Gott der Heerschaaren. Voll find Himmel und Erde der Majestät deiner Herrlichkeit. Dich lobt der Apostel glorreicher Chor, Dich der Propheten ruhmvolle Schaar, Te Prophetarum laudabilis numerus, Dich der Märtyrer weißgekleide- Te Martyrum candidatus laudat tes Heer; Dich bekennt durch den ganzen Erdenkreis die heil. Kirche, Den Vater unermeßlicher Majestät, Deinen anbetungswürdigen, wahren und einigen Sohn, Auch den Tröster, den heiligen Geist. Du, König der Herrlichkeit Christe, Du bist des Vaters ewiger Sohn. Pleni sunt coeli et terra majestatis gloriae tuae. Te gloriosus Apostolorum chorus, exercitus; Te per orbem terrarum sancta confitetur Ecclesia, Patrem immensae majestatis, Venerandum tuum verum et unicum filium, Sanctum quoque paracletum Spiritum. Tu Rex gloriae Christe, Tu Patris sempiternus es Filius. Tu ad liberandum suscepturus hominem non horruisti Virginis uterum. Tu devicto mortis aculeo aperuisti credentibus regna coelorum. 13* Gebete zu der allerheil. Dreifaltigkeit. 196 Du sigest zur Rechten Gottes, in der Herrlichkeit des Vaters. Du kommst dereinst, also glauben wir, als Richter der Welten. Dich also flehen wir an, deinen Knechten komme zu Hülfe, welche Du durch dein theures Blut erlöſet haſt. Laß sie deinen Heiligen in der ewigen Herrlichkeit beigezählet seyn. Errette dein Volk, o Herr, und segne dein Erbe, Und regiere sie, und hebe sie empor bis in Ewigkeit. An jeglichem Tage benedeien wir Dich, Und preisen deinen Namen im merdar, und von Geschlecht zu Geschlechte. Würdige Dich, o Herr, an diesem Tage uns ohne Sünde zu bewahren. Erbarme Dich unser, o Herr: erbarme Dich unser. Tu ad dexteram Dei sedes, in gloria Patris. Judex crederis esse venturus. Erweise deine Barmherzigkeit, o Herr, über uns: gleichwie wir gehoffet haben auf Dich. Te ergo quaesumus: tuis famulis subveni, quos pretioso sanguine redemisti. Aeterna fac cum sanctis tuis in gloria numerari. Salvum fac populum tuum, Domine, et benedic haereditati tuae; Et rege eos, et extolle illos usque in aeternum. Per singulos dies benedicimus Te, Et laudamus Nomen tuum in saeculum, et in saeculum saeculi. Dignare Domine die isto sine peccato nos custodire. Miserere nostri, Domine, miserere nostri. Fiat misericordia tua, Domine, super nos, quemadmodum speravimus in Te. Auf Dich, Herr, habe ich gehof- In te, Domine, speravi: non confundar in aeternum. fet: laß mich nicht zu Schanden werden in Ewigkeit. Amen. • Amen. Am Sonntag. Das Glaubensbekenntniß des h. Athanafius. Wer immer selig werden will, dem ist vor allen Dingen nöthig, daß er den katholischen Glauben halte. Wer diesen nicht ganz und unversehrt bewahrt, wird ohne Zweifel ewig verloren gehen. Der katholische Glaube aber ist dieser: daß wir den einen Gott in der Dreifaltigkeit, und die Dreifaltigkeit in der Einheit verehren, Weder vermischend die Personen, noch trennend die Wesenheit. Denn eine andere ist die Person des Vaters, eine andere die des Sohnes, eine andere die des h. Geistes. Aber des Vaters und des Sohnes und des h. Geistes Gottheit ist Eine, gleich groß ihre Herrlichkeit, gleich ewig ihre Majestät. Wie der Vater ist, also ist der Sohn, also der h. Geist: Unerschaffen der Vater, unerschaffen der Sohn, unerschaffen der h. Geist; Unermeßlich der Vater, unermeßlich der Sohn, unermeßlich der h. Geist; Ewig der Vater, ewig der Sohn, ewig der h. Geist. Und doch sind nicht drei Ewige, sondern Ein Ewiger; Gleichwie auch nicht drei Unerschaffene, noch drei Unermeßliche, sondern Ein Unerschaffener und Ein Unermeßlicher. 197 Gleicherweise ist allmächtig der Vater, allmächtig der Sohn, allmächtig der h. Geiſt: Und doch sind nicht drei Allmächtige, sondern Ein Allmächtiger. Also ist der Vater Gott, der Sohn Gott, der h. Geist Gott: Und doch sind nicht drei Götter, sondern es ist Gin Gott. Also ist der Vater Herr, der Sohn Herr, der h. Geist Herr: Und doch sind nicht drei Herren, sondern es ist Ein Herr. Denn wie wir eine jede Person einzeln als Gott und Herrn zu bekennen durch die christliche Wahrheit verpflichtet sind, so verbietet uns die katholische Religion drei Götter oder Herren zu befennen. Der Vater ist nicht von Einem gemacht, noch erschaffen, noch erzeugt. Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht, noch erschaffen, sondern erzeuget. Der h. Geist ist vom Vater und Sohne, nicht gemacht, noch erschaffen, noch erzeuget, sondern ausgehend. Daher ist nur Ein Vater, nicht drei Väter; Ein Sohn, nicht drei Söhne; Gin heiliger Geist, nicht drei heilige Geister. 198 Gebete zu der allerheil. Dreifaltigkeit. Und in dieser Dreieinheit ist nichts früher oder später, nichts größer oder kleiner; sondern alle drei Personen sind gleich ewig und einander gleich. Also daß in Allem, wie schon oben gesagt worden, die Einheit in der Dreifaltigkeit und die Dreifaltigkeit in der Einheit zu verehren ist. Wer daher selig werden will, der soll also von der h. Dreifaltigkeit denken. Es ist aber auch nothwendig zum ewigen Heile, daß er getreulich die Menschwerdung unseres Herrn Jesu Christi glaube. Der rechte Glanbe aber ist: daß wir glauben und bekennen, daß unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, Gott und Mensch ist. Gott ist Er aus der Wesenheit des Vaters vor aller Zeit erzeugt, und Mensch ist Er aus der Wesenheit der Mutter in der Zeit geboren; Vollkommener Gott, vollkommener Mensch, aus vernünftiger Seele und menschlichem Leibe bestehend; Dem Vater gleich nach der Gottheit, minder als der Vater nach der Menschheit. Und obgleich Er Gott und Mensch ist, so sind doch nicht zwei, sondern es ist Ein Christus: Einer aber, nicht durch Verwandlung der Gottheit in die Menschheit, sondern durch Aufnahme der Menschheit in Gott; Giner überhaupt, nicht durch Vermischung der Wesenheit, sondern durch die Einheit der Person. Denn wie die vernünftige Seele und der Leib Einen Menschen ausmachen, so ist Gott und Mensch Ein Christus. Der für unser Heil gelitten hat, hinabgestiegen ist zu der Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Todten; Aufgefahren zu den Himmeln, siget zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen Er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten. Bei dessen Ankunft alle Menschen auferstehen werden mit ihren Leibern und Rechenschaft geben von ihren eignen Thaten; Und die Gutes gewirkt haben, werden in das ewige Leben eingehen, die aber Uebels gethan, in das ewige Feuer. Gebete zu der allerheil. Dreifaltigkeit. 199 Dieses ist der katholische Glaube: wer denselben nicht treu und festiglich hält, kann nicht selig werden. Ehre sey dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, Gleichwie es war im Anfange, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. Aufopferung seiner selbst an die allerheil. Dreifaltigkeit. 1. Gott dem Vater. O mildreichster Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes! fieh, ich elender Erdenwurm, der ich nicht würdig bin, dein Sohn zu heißen, stelle mich, vertrauend auf die unendlichen Verdienste deines Sohnes, meines Erlösers Jesu Christi, vor das Angesicht deiner göttlichen Majestät, meines Schöpfers und Herrn; Leib und Seele, und was ich immer habe( was alles ich als dein Geschenk anerkenne), bringe und übergebe ich Dir bereitwillig zum ewigen Opfer. Nimm diese geringfügige Gabe auf in Vereinigung mit jenem Opfer, welches dein geliebter Sohn Dir auf dem Altar des Kreuzes dargebracht hat. O barmherzigster Vater, sieh auf das Antlitz deines Sohnes und erkenne in mir das Werk deiner Hände, welches Du nach seinem Vorbilde erschaffen hast. Seine Würdigkeit entschuldige meine Nichtswürdigkeit, und seine Heiligkeit leiste Ersatz für meine Bosheit, auf daß ich Dir in ewiger Liebe verbunden lebe und sterbe. Amen. 2. Gott dem Sohne. O gütigster Sohn des allmächtigen Vaters, Du Glanz seiner Herrlichkeit und Ebenbild seines Wesens, der Du alles durch das Wort deiner Kraft trägst und erhältst! Da Du in der Gestalt Gottes warest, hast Du Dich selbst erniedrigt und bist gehorsam worden bis zum Tode des Kreuzes, um mich, den Sklaven des Satans, von der Schuld ewiger Berdammniß zu erlösen. Was soll ich Dir, Herr Jesu, vergelten für alles, was Du mir erwiesen hast? Bin ich nicht mich ganz Dir schuldig, da Du mich dem höllischen Feuer Verfallenen und Verlorenen der Gnade deines Vaters und der ewigen Seligkeit wiedergegeben hast? Nimm mich auf, o Jesu, nimm auf dein Pfand, welches Du, ach! so gar theuer erkauft hast; 200 Gebete zu der allerheil. Dreifaltigkeit. nimm auf, was ohnehin dein ist, denn alles, was in mir gefunden wird, ist das Werk deiner Allmacht. Nimm es auf und erhalte es, damit der unendliche Werth deines heiligsten Blutes daran nicht verloren gehe. Amen. 3. Gott dem heil. Geiste. Oheiliger Geist, der Du vom Vater und Sohne ausgehend in der Gottheit, Wesenheit und Herrlichkeit Eins bist mit dem Vater und dem Sohne! O Du Leben und Trost meiner Seele, ich erkenne, daß ich in Dir durch das Wasser der H. Taufe dem Himmel wiedergeboren und durch Dich im Glauben der wahren katholischen Kirche Dir meinem Gott verlobt bin, und durch den Einfluß und den Beistand deiner Kraft und Gütigkeit regiert und beschützt werde. Wie soll ich Dir deine unzähligen Wohlthaten vergelten? Da Du nichts anders willst, als mich selbst, so opfere ich Dir mein Herz, meine Sinne und alles was in mir ist. Du, o Band der ewigen Liebe, verbinde mich mit Dir und dem Vater und dem Sohne, entzünde und reinige mich durch deine Flammen, damit ich Dir mit feuschem Leibe dienen und mit reinem Herzen allezeit gefallen möge. Amen. Danksagung an die allerheiligste Dreifaltigkeit. O allerheiligste Dreifaltigkeit, mein einiger Gott, Vater, Sohn und h. Geist, ich sage Dir herzlichen Dank für alle Wohlthaten, welche Du mir von meiner Geburt an bis auf die gegenwärtige Stunde erzeiget hast. Ich danke Dir, o himmlischer Vater, daß Du mich durch deine Allmacht nach dem Gleichniß deiner Gottheit zu einer vernünftigen Creatur aus nichts erschaffen haft und noch beständig erhältst, zu dem Ende, daß ich deinen H. Namen erkennen und Dich und deinen Sohn und den H. Geist mit deinen Engeln und Auserwählten ewiglich loben und besitzen soll. Ich danke Dir, o eingeborener ewiger Sohn, Christe Jesu, daß Du mir zu liebe die menschliche Natur angenommen, dein Blut für mich vergoffen und den bittersten Tod erlitten hast, um mich von der ewigen Verdammniß zu erlösen und mit deinem himmlischen Vater zu versöhnen. Ich danke Dir, o h. Geist, daß Du durch deine Eingießung 201 Gebete zu der allerheil. Dreifaltigkeit. im Bade der Wiedergeburt mich geheiligt und zum Christen und Erben des ewigen Reiches gemacht hast. Oheiligste Dreifaltigkeit, wie soll ich Dir nach dem Wohlgefallen deiner göttlichen Majestät Dank sagen? Jhr, o selige Geister, o Auserwählte Gottes, und Du vor allen, die alle Geschlechter selig preisen, Du Gebenedeite unter den Weibern, Jungfrau und Mutter Maria, bringet eure Lob- und Danksagungen für mich dar; denn wenn ich tausend Zungen hätte, würde ich doch nicht im Stande seyn, Dir meinem dreieinigen Gott den schuldigen Dank zu sagen. Oheiligste Dreieinigkeit, nimm mich in Gnaden auf, und verleihe mir Kraft, daß ich nach deinem Wohlgefallen leben, selig sterben und deine Herrlichkeit ewiglich in der Klarheit deines Lichtes anschauen möge. Amen. Uebung der Liebe zur allerheiligsten Dreifaltigkeit. O mein Gott, meine süße Liebe, Du mein höchstes Gut und Verlangen! Wie ist es möglich, daß es ein Geschöpf gebe, welches Dich nicht liebe? Ich liebe Dich, mein Gott, aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und aus allen meinen Kräften. Ich freue mich ob deiner großen Macht und Herrlichkeit und wollte tausendmal lieber zu Nichte werden, als daß Dir nur der kleinste Theil des Gutes, welches Du bist, abginge. Aber Du, mein Herr und mein Gott, bist der Brunnquell aller Güter, aus dem alles Gute geflossen ist, das außer Dir jemals war, ist und seyn wird. Wer soll Dich nicht lieben, o süße Liebe, o einziges und höchstes und allein liebwürdiges Gut! O Feuer, welches allzeit brennet und nimmer erlischet; Liebe, die Du immer inbrünstig bleibst und niemals erfaltest! entzünde mich, und ich werde entzündet werden, entzündet, um ganz Dich allein zu lieben; denn der liebt Dich zu wenig, der neben Dir noch etwas liebt, das er nicht um Deinetwillen liebt. ( August. Selbstgespräche.) Befehlung. Herr mein Gott, ich berge mich mit Leib und Seele in den Schooß deiner gütigen Vorsehung und deines heiligsten Willens; verfüge über mein Leben und alles das Meinige nach deinem Wohl Am Montag. gefallen. Nur um Eins rufe ich Dich flehentlich an: laß mich von Dir niemals geschieden werden; behüte mich vor Sünde und Schande und vor des bösen Feindes Gewalt; gedenke, daß ich nach deinem Ebenbilde und für Dich erschaffen bin, errege daher und erhalte in mir einen lebendigen Glauben, eine feste Hoffnung und eine inbrünstige Liebe, und führe mich auf dem Wege deiner Gebote, bis ich zu Dir komme und vor deinem Angesichte erscheine. Amen. 202 Segen. Es segne mich, seine unwürdige Creatur, Gott der Vater und der Sohn und der h. Geist. Die Allmacht des Vaters erhalte mich, die Weisheit des Sohnes lehre mich, die Liebe des h. Geistes entzünde mich, damit ich Dich meinen Gott, in der Einheit des Wesens und in der Dreifaltigkeit der Personen hier auf Erden demüthig erkennen, lieben und preisen, und dort im Himmel glorreich anschauen und befißen möge in Ewigkeit. Amen. Am Montag. Tagszeiten vom heiligen Geiste. Zu der Metten. Die Gnade des h. Geistes erleuchte unsere Sinne und Herzen. Amen. . R. . R. Herr, eröffne meine Lippen, Und mein Mund wird dein Lob verkündigen. Gott, merke auf meine Hülfe, Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater c. Tagszeiten vom heil. Geiste. Lobgesang. Laß deine Gnad', o heil'ger Geist, auf uns hernieder thauen, Die reichlich überschattet hat die Jungfrau der Jungfrauen, Als aus des heil'gen Engels Mund der Gruß an sie erginge, Das Wort ward Fleisch, die reine Magd die sel'ge Frucht empfinge. Ant. Komm, h. Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe. . Sende aus deinen Geist, und sie werden erschaffen werden, R. Und erneuern wirst Du das Angesicht der Erde. Gebet. Es stehe uns bei, wir bitten Dich, o Herr, die Kraft des heil. Geistes, die unsere Herzen mildiglich reinige und vor allen Widerwärtigkeiten beschirme. Durch unsern Herrn Jesum Christum deinen Sohn, der mit Dir in Einigkeit desselben heil. Geistes lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Zu der Prim. Die Gnade des h. Geistes erleuchte unsere Sinne und Herzen. Amen. . R. 203 Gott, merke auf meine Hülfe, Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. Lobgesang. Der hehren Jungfrau Schooß gebar den Heiland hoch erhaben, Der, uns am Kreuze zu befrei'n, gestorben und begraben: Vom Grab erstanden zeigt der Herr Sich seiner Jünger Schaaren, Bis Er vor ihrem Angesicht gen Himmel aufgefahren. Ant. Komm, h. Geist sc. mit. R. und Gebet wie oben. Zu der Terz. Die Gnade des h. Geistes c. wie zu der Prim. Lobgesang. Vom Himmel hat des Herren Huld den h. Geist gesendet, Der an dem Pfingstfest Kraft und Trost den Jüngern, hat gespendet: 204 Am Montag. In Feuerzungen senkt Er Sich entflammend auf die Treuen, Auf daß sie nicht verlassen steh'n, und nicht verwaiset seyen. Ant. Komm, h. Geist ic. mit dem Gebete wie oben. Zu der Sert. Die Gnade des h. Geistes 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. Der Gaben Fülle siebenfach ward auf sie ausgegoffen, Wodurch die Sprachen mannigfalt sich ihrem Geist erschlossen: Drauf zogen sie in alle Welt, auf daß den Völkern allen Aus ihrem Munde nah und fern des Lebens Wort' erschallen. Ant. Vers und Gebet wie oben. Zu der Non. Die Gnade des h. Geistes 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. O heil'ger Geist, Dich preisen wir, sey Tröster werth gegrüßet, Dich, Gabe Gottes, Liebesborn, Quell, draus uns Leben fließet: Dich, Geistessalbung, Gluten euch, die uns das Herz durchglühen, O Gnadenfülle stebenfalt, Geschenk vom Herrn verliehen. Ant. Vers und Gebet wie oben. Zu der Vesper. Die Gnade des h. Geistes 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. Der Rechten Gottes Finger Du, o Geistes Kraft, Du hehre, Sei uns're Hülfe, unser Schirm, und Schade von uns wehre: Bewahr' uns vor des Feindes List, des Bösen mach' uns ledig, Beschüße und erwärm' uns, Herr, mit deinen Flügeln gnädig. Ant. Vers und Gebet wie oben. Zu der Complet. Die Gnade des h. Geistes erleuchte unsere Sinne und Herzen. Amen. . R. . R. Tagszeiten vom h. Geiste. Bekehre uns, o Gott, unser Heiland, Und wende deinen Zorn von uns ab. Gott, merke auf meine Hülfe, Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater c. Lobgesang. O neig' Dich, Tröster, heil'ger Geist, erbarmend unsrer Bitte, Beherrsche, lent, erleucht' uns, Herr, bei jedem unsrer Schritte: Daß, wann an jenem großen Tag Gott wird das Urtheil fällen, Sein Spruch uns wolle mildiglich zu seiner Rechten stellen. Ant. Vers und Gebet wie oben. Befehlung. Nimm die Gebete huldvoll auf, die jetzt zu deiner Ehren, Dir, heil'ger Geist, ich bringe dar, dein hehres Lob zu mehren; Mit deiner Gaben Fülle steh' mir gnädiglich zur Seiten, Nimm mich erbarmend auf zu Dir einst in des Himmels Freuden. Amen. Litanei vom heiligen Geiste. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Heiliger Geist vom Vater und Sohne ausgehend, Geist des Herrn, des Gottes Israel, Beherrscher der Menschen, 205 Der Du den Erdkreis erfüllest, Der Du alle Kraft befizest, Der Du alles Gute wirkest und vorhersiehst, Geist der Wahrheit, der alles eingiebt und anordnet, Geist der Weisheit und des Verstandes, Geist des Rathes, der Stärke, der Wissenschaft und der Frömmigkeit, Geist der Gottesfurcht und der Klugheit, Geist, auf dessen Eingebung die heiligen Gottesmänner gesprochen haben, erbarme Dich unser! 206 Am Montag. Geist, der das Bukünftige verkündet, Du Gabe und Verheißung des Vaters, Heiliger Geist, Tröster, der die Welt überführt, Geist in dem die Teufel ausgetrieben werden, Geist aus dem wir wiedergeboren werden, Geist durch den die Liebe Gottes unsern Herzen eingegossen ist, Geist der Kindschaft der Kinder Gottes, Geist der Gnade und Barmherzigkeit, Geist, der unserer Schwäche beisteht und unserm Geiste das Beugniß gibt, daß wir Kinder Gottes sind, Geist, Du Unterpfand unserer Erbschaft, der uns in das rechte Land führt, Geist der belebt und stärkt, Geist des Heiles, des Urtheils und der Freude, Geist des Glaubens, Friedens und Eifers, Geist der Demuth, Liebe und Keuschheit, Geist der Freigebigkeit, Güte, Langmuth und Sanftmuth, Geist der Milde, Wahrheit, Einigkeit und Tröstung, Geist der Zerknirschung, Verheißung, Erneuerung und Heiligung, Geist des Lebens, der Geduld, Enthaltsamkeit und Mäßigkeit, Geist aller Gnaden, Sey uns gnädig, verschone uns, o h. Geist! Sey uns gnädig, erhöre uns, o h. Geist! Vom Geiste des Irrthums, Vom Geiste der Unreinigkeit, Vom Geiste der Gotteslästerung, Von aller Vermessenheit und Verzweiflung, Von aller Anmaßung und allem Widerstreben wider die Wahrheit, Von aller Bosheit und schlechter Gewohnheit, Von Mißgunst und Beneidung der den Brüdern verliehenen Gnade, Von aller Lauigkeit und Trägheit im Guten, Von unmäßiger Traurigkeit, Von endlicher Unbußfertigkeit, erbarme Dich unser! erlöse uns, o h. Geist! ED STEINLE DEI Düsseldorf Verlag von Julius Buddeus DA 00 Jos. KELLER SEPT. Litanei vom h. Geiste. Durch dein ewiges Ausgehen vom Vater und Sohne, Durch deine unsichtbare Salbung, Durch alle Gnadenfülle, mit welcher Du die Jungfrau Maria allezeit erfüllet haſt, Durch das überfließende Meer der Heiligkeit, womit Du bei der Empfängniß des Wortes die Mutter Gottes überströmet haſt, Durch deine heilige Erscheinung bei der Taufe Christi, Durch deine heilbringende Ankunft über die Apostel, Durch deine unaussprechliche Güte, womit Du die Kirche regierest, ihre Vorsteher leitest, die Märtyrer stärkest, die Lehrer erleuchtest, die Orden einsetest, Wir Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns. Daß wir im Geiste wandeln und die Begierden des Fleisches nicht erfüllen mögen, Daß wir Dich nie betrüben, Daß Du alle Ketzereien ausrotten wollest, Daß Du die Kinder der wahren Kirche durch deine Gnade lebendig machen und heiligen wollest, Daß Du alle Völker zur. Erkenntniß und Einigkeit des wahren Glaubens bringen wollest, Daß Du alle Stände der Kirche in der h. Religion und im wahren Geiste erhalten wollest, Daß Du dem ganzen christlichen Volke ein Herz und eine Seele verleihen wollest, Daß Du uns die Fülle aller Tugenden verleihen wollest, Daß Du uns erhören wollest, Geist Gottes, 207 erlöse uns, D Univ.- Bibl. Giessen h. Geist! wir bitten Dich, erhöre uns! O Du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, Gieß über uns den h. Geist! O Du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, Sende aus den verheißenen Geist! Du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, Gieb uns den guten Geist! Heiliger Geist, höre uns! Geist Tröster, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! 208 Vater unser 2c. Gegrüßet zc. *. Erschaffe ein reines Herz in mir, o Gott, . Und einen aufrichtigen Geist erneuere in meinem Innern. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte, Und deinen heiligen Geist nimm nicht von mir. Gieb mir wieder die Freude deines Heiles, Und mit dem Geiste der Kraft befestige mich. Herr, erhöre mein Gebet, Und laß mein Schreien zu Dir kommen. *. R). . R. Am Montag. . R. Gebet. O Gott, der Du die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des h. Geistes belehret hast, gieb uns in demselbigen Geiste das Rechte zu erkennen und seiner Tröstung uns allezeit zu erfreuen. Durch Christum unsern Herrn. Amen. Lobgesang von dem h. Geiste. Veni sancte Spiritus. Komm herab, o heil'ger Geist, Geuß den Strahl, der Dir entfleußt, In der Deinen Herzen ein. Vater, hör der Armen Schrei'n, Komm, uns Gaben zu verleihn, Komm, der Seelen lichter Schein. Unsre Tröstung, unsre Nast, Du der Seelen süßer Gast, Süße Läbung, zeuch herein. Du in Arbeit unsre Nuh, In der Hiße Kühlung Du, Hülf und Trost in aller Pein. Heil'ger Lichtquell, sel'ge Lust, Fülle deiner Gläub'gen Brust Mit dem Licht der Gnaden dein. Gebete zum h. Geiste. Ohne deiner Gottheit Strahl Kann im Menschen nichts zumal, Nichts von Sünde ledig seyn. Was befleckt ist, wasche rein, Was verwelft ist, woll' erneun, Und den Wunden Heilung leihn. . R. Mache weich, was spröd und hart, Wärme, was von Frost erstarrt, Was verirrt ist, lenke ein. Gieb, Herr, deiner Gläub'gen Schaar, Die auf Dich vertrauet gar, Deiner Gaben Siebenschein. Woll der Tugend Lohn verleih'n, Laß das Ende selig seyn, Dort uns ewig Dein zu freun. Die Gnade des h. Geistes Erleuchte unsere Sinne und Herzen. . Herr, erhöre mein Gebet, P. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Amen. Gebet. Gott, dem jedes Herz offen steht und zu dem jeder Wille spricht, und dem kein Geheimniß verborgen ist: reinige durch Eingießung des H. Geistes die Gedanken unseres Herzens, auf daß wir Dich vollkommen zu lieben und gebührend zu loben gewürdigt werden. *. Herr, erhöre mein Gebet, R. 209 Barmherziger Gott, wir bitten Dich, verleihe deiner Kirche, daß fie, vom H. Geiste regiert, von feinem feindlichen Anfalle gestört werde. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Die Seelen der Gläubigen mögen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden.). Amen. 14 Am Montag. Andächtige Anrufungen des H. Geistes um Erlangung seiner sieben Gaben. 210 1. Komm herab, o heil'ger Geist, Lichtes- Strahl, der Dir entfleußt, Gieß von oben uns ins Herz. Komm, o Geist der Weisheit! belehre mein Herz, daß ich die himmlischen Güter zu schäßen und zu lieben und allen irdischen vorzuziehen wisse, zeige mir auch den Weg, auf welchem ich jene erlangen und ewig befißen möge. Bater unser 2c. 2. Komm herab, o heil'ger Geist zc. Komm, o Geist des Verstandes! Erleuchte mein Gemüth, daß ich alle Geheimnisse des Heiles verstehe und erfasse, und in deinem Lichte dereinst das ewige Licht zu schauen und zur vollen Erkenntniß Deiner wie auch des Vaters und des Sohnes zu gelangen gewürdiget werde. Vater unser 2c. 3. Komm herab, o heil'ger Geist 2c. Komm, o Geist des Rathes! Stehe mir bei in allen Angelegenheiten dieses unbeständigen Lebens, lenke mein Herz zum Guten und schrecke es ab vom Bösen, und leite mich auf dem rechten Pfade deiner Gebote zu dem erwünschten Ziele des ewigen Heiles. Vater unser 2c. 4. Komm herab, o heil'ger Geist 2c. Komm, o Geist der Stärke! Gieb meinem Herzen Kraft und befestige es gegen alle Verwirrung und in aller Widerwärtigkeit, verleihe mir Gewalt gegen die schädlichen Angriffe meiner Feinde, daß ich niemals besiegt und von Dir, meinem höchsten Gute, ge schieden werde. Vater unser 2c. Gebete zum H. Geiste. 5. Komm herab, o heil'ger Geist 2. Komm, o Geist der Wissenschaft! Unterweise mich, daß ich die Hinfälligkeit und Eitelkeit der Güter dieser Welt erkenne und verachte, und mich ihrer nicht anders bediene, als zu deiner alleinigen Ehre und zu meinem Heile, deine ewigen Belohnungen aber allen irdischen Dingen vorziehe. Vater unser 2c. 6. Komm herab, o heil'ger Geist 2c. Komm, o Geist der Gottseligkeit! Bewege mein Herz zu wahrer Frömmigkeit und zu heiliger Liebe Gottes meines Herrn, damit ich Ihn in aller Andacht suchen und in wahrer Liebe finden möge. Vater unser 2c. 211 7. Komm herab, o heil'ger Geist 2c. Komm, o Geist der Furcht des Herrn! Durchbohre meine Glieder mit deiner heilsamen Furcht, damit ich Dich meinen Gott und Herrn stets vor Augen habe und alles sorgfältig vermeide, was den reinsten Augen deiner göttlichen Majestät mißfallen könnte. Vater unser 2c. . Romm, heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen, . Und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe . Herr, erhöre mein Gebet, . Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, Du wollest gnädig den heiligen Geist unsern Herzen eingießen, durch dessen Weisheit wir erschaffen sind, und durch dessen Fürsehung wir gelentet werden. Durch unsern Herrn Jesum Chriftum. Amen. . Die göttliche Hülfe bleibe allezeit bei uns. R. Amen. 14* Am Dinstag. Gebet zu dem h. Geiſte, den erkalteten Eifer im Gebete wieder zu erwärmen und die Gnade wahrer Andacht zu erlangen. 212 Sieh an mit gnädigen Augen, o H. Geist, mein erkaltetes Herz, und erbarme Dich meiner. Du hast befohlen, auf deinem Altare soll das Feuer immer brennen. Ach wie ist dieses göttliche Feuer in mir so gar erloschen, und aller Eifer und inbrünstige Andacht in mir verschwunden. Mein Herz hat sich ganz in Liebe zu den irdischen Dingen verzehrt, meine Kraft ist verdorret und dahin geschwunden, und meine Zunge flebt an meinem Gaumen. Owie werde ich an jenem Tage vor dem Angesichte Gottes bestehen! Komm, ach komm mit deiner gewaltigen Kraft, o h. Geist, und bringe mir wieder den verlorenen Eifer. Du allein bist mächtig, das erkaltete Herz wieder zu entzünden. So entzünde mich denn, o Du ewiges Feuer, das immer brennt und nie verlischt, auf daß mein Gebet fortan wie ein süßer Weihrauch zu deinem göttlichen Angesichte aufsteige. Amen. *. R. #. B. Am Dinsta g. Tageszeiten vom heiligsten Namen Jesu. Zu der Metten. Der Name des Herrn sey gebenedeit in Ewigkeit. Amen. Herr, eröffne meine Lippen, Und mein Mund wird dein Lob verkündigen. O Gott, merke auf meine Hülfe, perr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. Lobgesang. Jesu, dein süß Gedächtniß macht, Daß mir das Herz vor Freuden lacht: Doch nichts so honigsüße ist, Wie wenn Du selbst zugegen bist. Ant. Unser Herr und Heiland Jesus Christus hat Sich selbst Tagszeiten vom heiligsten Namen Jesu. 213 erniedrigt, und ist gehorsam worden bis zum Tode, ja bis zum Tode des Kreuzes: um deswillen hat Ihn auch Gott erhöhet, und Jhm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, damit im Namen Jesu sich beugen sollen alle Kniee derer die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind. *. Die ganze Welt soll Dich anbeten, Gott, und Dir Lob fingen; R. Sie singe Psalmen deinem Namen. Gebet. O Gott, der Du den glorwürdigen Namen Jesu Christi, deines eingebornen Sohnes unsers Herrn, deinen Gläubigen ganz lieblich und anmuthig, den bösen Geistern aber furchtbar und erschrecklich gemacht hast: verleihe gnädiglich, daß alle, welche den Namen Jesu auf Erden andächtig verehren, die Süßigkeit der heiligen Tröstung in diesem Leben empfangen, und im zukünftigen die ewige Freude und unendliche Seligkeit im Himmel erhalten und genießen mögen. Durch denselben unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Zu der Prim. Der Name des Herrn sey gebenedeit in Ewigkeit. Amen. *. O Gott, merke auf meine Hülfe. R). Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater zc. Lobgesang. Nichts Lieblichers man fingen fann, Nichts Wonnevollers höret man, Nichts Süßers zu gedenken ist Als Du, Sohn Gottes, Jesu Christ. .Ant. Vers und Gebet wie oben. Zu der Terz. Der Name des Herrn 2c. wie zu der Prim. Lobgefang. Jesu, der Reue Hoffnungsfold, Wie bist den Bittenden Du hold, 214 Am Dinstag. Wie gnadevoll den Suchenden: Was wirst du seyn den Findenden? Ant. Vers und Gebet wie oben. Zu der Sert. Der Name des Herrn 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. Jesu, Du Herzens Freud' und Wonn', Lebend'ger Brunnquell, Geistessonn', Dir gleichet nichts auf dieser Erd', In Dir ist, was man je begehrt. Ant. Vers und Gebet wie oben. Zu der Non. Der Name des Herrn 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. Kein Mund es je aussprechen mag, Die bloßen Worte sind zu schwach, Nur wer's erfahren, glaubt es frei, Wie süß es, Jesum lieben, sey. Ant. Vers und Gebet wie oben. Zu der Vesper. Der Name des Herrn 2c. wie zu der Prim. * B). Lobgesang. Jesu, Du König hehr und klar, Du Sieger stark und wunderbar, Du unnennbare Süßigkeit, Nach Dir verlangt mich allezeit. Ant. Vers und Gebet wie oben. Zu der Complet. Der Name des Herrn sey gebenedeit in Ewigkeit. Amen. Bekehre uns, o Gott, unser Heiland, Und wende deinen Zorn von uns ab. Litanei vom süßen Namen Jeju. *. O Gott, merke auf meine Hülfe. Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. Lobgefang. Bleib bei uns, Herr, und weiche nicht, Erleuchte uns mit deinem Licht, Treib' aus der Seele Dunkelheit, Füll an die Welt mit Süßigkeit. Ant. Vers und Gebet wie oben. Befehlung. Meiner Tagsgebete Kranz, Herr, dein Lob zu mehren, Süßer Jesu, opfr' ich ganz, Dir zu Preis und Ehren: Steh mir Sünder gnädig bei in dem legten Streite, Daß ich ewig bei Dir sey in des Himmels Freude. Amen. Litanei vom süßen Namen Jesu. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater von den Himmeln, Gott Sohn Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Jesu, Sohn des lebendigen Gottes, Jesu, Abglanz des Vaters, Jesu, Strahl des ewigen Lichtes, Jesu, König der Glorie, Jesu, Sonne der Gerechtigkeit, Jesu, Sohn der Jungfrau Maria, Liebenswürdiger Jesu, Wunderbarer Jesu, 215 Jesu, starker Gott, Jesu, Vater der Zukunft, Jesu, Bote des großen Rathschlusses, erbarme Dich unser! 216 Mächtigster Jesu, Geduldigster Jesu, Gehorsamster Jeſu, Am Dinstag. Jesu, sanft und demüthig von Herzen, Jesu, Liebhaber der Keuschheit, Jesu, unser Liebhaber, Jesu, Gott des Friedens, Jesu, Quell des Lebens, Jesu, Vorbild der Tugenden, Jesu, Eifrer der Seelen, Jesu, unser Gott, Jesu, unsere Zuflucht ,. Jesu, Vater der Armen, Jesu, Schatz der Gläubigen, Jesu, guter Hirt, Jesu, wahres Licht, Jesu, ewige Weisheit, Jesu, unendliche Gütigkeit, Jesu, unser Weg und unser Leben, Jesu, Freude der Engel, Jesu, König der Patriarchen, Jesu, Erleuchter der Propheten, Jesu, Meister der Apostel, Jesu, Lehrer der Evangelisten, Jesu, Stärke der Märtyrer, Jesu, Licht der Beichtiger, Jesu, Neinheit der Jungfrauen, Jesu, Glorie der Priester, Jesu, Krone aller Heiligen, Sey uns gnädig, verschone uns, o Jesu! Sey uns gnädig, erhöre uns, o Jesu! Von aller Sünde erlöse uns, o Jesu! Von deinem Zorne, Von den Nachstellungen des Teufels, Von dem Geiste der Unlauterkeit, Von dem ewigen Tode, Von der Vernachlässigung deiner Eingebungen, erbarme Dich unser! 0 Jesul erlöse uns, Litanei vom süßen Namen Jesu. Durch das Geheimniß deiner H. Menschwerdung, Durch deine Geburt, Durch deine Kindheit, Durch dein göttliches Leben, Durch deine Mühseligkeiten, Welt, verschone unser, o Jesu! D Du Lamm Gottes 2c., erhöre uns, o Jesu! Durch deinen Todeskampf und dein Leiden, Durch dein Kreuz und deine Verlassenheit, Durch deine Ermattungen, Durch deinen Tod und dein Begräbniß, Durch deine Auferstehung, Durch deine Himmelfahrt, Durch deine Freuden, Durch deine Glorie, Durch die allersüßeste Jungfrau, deine Mutter, D Du Lamm Gottes, welches Du dahinnimmst die Sünden der D Du Lamm Gottes 2c., erbarme Dich unser, o Jesu! Jesu Christe, höre uns! Jesu Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser, Christe, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. *. Und führe uns nicht in Versuchung, Sondern erlöse uns von dem Uebel. Der Name des Herrn sey gebenedeit R. . R. Von nun an bis in Ewigkeit. .. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. 217 Gebet. O Gott, der Du 2c. wie Seite 213. erlöse uns, o Jesu! Dreinnddreißig Anrufungen und Bitten zu Jesu, zu Ehren seiner 33 Lebensjahre. Jesus wahrer Gott. Jesu, wahrer Gott vom wahren Gott! sey mir ein beschirmender Gott und ein Haus der Zuflucht, daß Du mich errettest. Am Dinstag. O Jesu, Du Ebenbild des Vaters! erneuere den Geist meines Gemüthes, daß ich, wie ich das Bild des irdischen Menschen getragen habe, so auch das Bild des himmlischen trage. 218 O Jesu, Du ewige Weisheit, vertilge in mir alle eitle Wissenschaft; denn ich begehre nichts zu wissen, als Dich meinen Jesum, den Gekreuzigten. Jesus wahrer Mensch. O Jesu, Du fleischgewordenes Wort, das unter uns gewohnet! Mache mich theilhaftig deiner göttlichen Natur. Jesu, Du Menschensohn! da Du in der Gestalt Gottes warst, hast Du Knechtsgestalt angenommen: laß den Stolz nie in meinem Herzen Herschen. O Jesu, Du Erstgeborener unter vielen Brüdern! bereite mir, wie Du verheißen hast, eine Stätte im Reiche deines Vaters, auf daß, wo Du bist, auch ich sey. Jesus unser Erlöser. O Jesu, mein Erlöser, ich bin dein eigen: nimm mich auf, denn Du hast mich mit deinem Blute, wahrlich mit theuerm Werthe, erkauft. Jesu, mein Heiland, mache mich selig: denn es ist kein anderer Name den Menschen unterm Himmel gegeben, in dem wir können selig werden. Jesu, Du Urheber meines Lebens, Dir lebt meine Seele; denn Du, Christus, bist mein Leben, und Sterben mein Gewinn. Jesus unser Herr. Jesu, mein Herr und mein Gott! besige mich: denn ich bin dein Knecht, dein Knecht bin ich und der Sohn deiner Magd. Jesu, mein König, gebiete über mich: ich erkenne, daß dein Joch wahrhaft süß ist und deine Bürde leicht. Jesu, mein Schutz und Schirm, unter deinem Schatten berge mich; stelle mich Dir zur Seite, und eines Jeden Hand mag wider mich streiten. Jesus unser Bräutigam. Jesu, Du bist mir ein Bräutigam des Blutes! vermähle Dich mir in Barmherzigkeit und in Erbarmungen auf ewig. Gebete zu Jesu. O Jesu, meine Liebe, Du Schönster unter den Menschenkindern:. was hab ich im Himmel und was will ich auf Erden außer Dir! O Jesu, mein Trost und meine Freude, führe mich in deine Kammer, und ich will in Dir frohlocken und fröhlich seyn. 219 Jesus unser Hirt. Jesu, Du guter Hirt, der Du dein Leben für deine Schaafe hingegeben hast; um deines Namens willen wirst Du mich führen und ernähren. O Jesu, Du lebendiges Brod, das vom Himmel herabgestiegen ist, Du allein bist es, der meine Begierde mit Gütern erfüllt. O Jesu, Du Quelle des Lebens, meine Seele dürftet nach Dir, mache, daß ich mit Freuden Wasser schöpfe aus den Brunnen des Heilandes. Jesus unser Lehrer. D Jesu, Lehrer uns von Gott gesandt, lehre mich was gut ist, Bucht und Erkenntniß, denn ich habe deinen Geboten geglaubt. O Jesu, mein Lehrer und Meister, führe mich auf den Pfad deiner Gebote, denn ich habe ihn gesucht. Jesu, Du Licht der Welt, sende aus dein Licht und deine Wahrheit: laß sie mich leiten und hinführen auf deinen heiligen Berg und zu deinem Heiligthume. Jesus unser Mittler. O Jesu, unser Fürsprecher bei dem Vater, sey Du die Versöhnung, nicht nur für meine, sondern für der ganzen Welt Sünden. O Jesu, mein Mittler, versöhne mich deinem Vater, denn Du allein, Christe Jesu, bist der Mittler zwischen Gott und den Menschen. Jesu, meine Zuflucht, in deine Wunden berge mich; hier will ich in Frieden schlafen und ruhen. Jesus unser Arzt. Jesu, Du Arzt meines Leibes und meiner Seele, der Du unsere Schmerzen selbst getragen hast, durch dein Blut sind wir geheilt worden. Jesu, Du wahrer Samarite, gieße Del und Wein in meine Wunden und heile meine Seele, denn ich habe vor Dir gefündiget. Um Dinstag. O Jesu, Du unschuldiges Lamm, welches für mich zum Tode geführt worden: reinige mein Herz, denn Du nimmst hinweg die Sünden der Welt. 220 Jesus unser Richter. Jesu, Nichter, der kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten, geh nicht in's Gericht mit deinem Knechte. O Jesu, meine Gerechtigkeit, antworte für mich, denn ich kann nicht Eines auf tausend antworten. O Jesu, Du Urheber meiner Hoffnung, stelle mich zur Nechten unter deine Schaafe, und ich werde mich vor dem bösen Rufe nicht fürchten. Jesus unser Verherrlicher. O Jesu, Du Theil meines Erbes und mein Loos im Lande der Lebendigen: gieb mir mein Erbe wieder. O Jesu, Du mein übergroßer Lohn, führe mich ein in die Güter des Herrn, die Du denen bereitet hast, die Dich lieben. Jesu, mein Leben, mein Heil und meine Auferstehung, ich begehre aufgelöst zu werden und bei Dir zu seyn, denn was hab ich im Himmel und was will ich auf Erden außer Dir? Beschluß. O Jesu, Du Freude und Krone aller Auserwählten, wann werde ich kommen und erscheinen vor deinem Angesichte? Ach, wann werde ich einverleibt werden der Zahl deiner geliebten Kinder und erlangen die hochgewünschte Krone des ewigen Lebens? Komm, ach komm, Herr Jesu! Liebreiches Gebet zu Jesu. O gütigster Jesu, o liebreichster Jesu, o süßester Jesu! O Jesu Du Sohn der Jungfrau Maria, voll Barmherzigkeit und Liebe! Dholdseligster Jesu, nach deiner großen Barmherzigkeit erbarme Dich meiner. Omildreichster Jesu, ich bitte Dich durch das föstliche Blut, welches Du für die Sünder vergoffen hast, Du wollest alle meine Missethaten abwaschen, und deine Augen auf mich armseligen und unwürdigen Menschen wenden, der ich Dich demüthig um Verzeihung bitte und deinen H. Namen Jesus anrufe. O Namen Gebete zu Jesu. 221 Jesu, süßer Name! stärkender Name! Namen Jesu, freudvoller Name! Namen Jesu, Denn was heißt Jesus anders als Heiland? Darum, o Jesu, um deines heiligen Namens willen, rette mich! Laß mich nicht verloren gehen, der Du mich aus nichts erschaffen hast. O gütigster Jesu, laß nicht meine Bosheit mich verderben, den deine allmächtige Gütigkeit erschaffen hat. O süßer Jesu, erkenne an mir, was dein ist, und nimm hinweg, was Dir fremd ist. D holdseligster Jesu, erbarme Dich meiner, weil noch die Zeit des Erbarmens währet, damit Du mich nicht verwerfest zur Zeit des Gerichtes. Denn was würde dein Blut nüßen, wenn ich in die ewige Verdammniß hinabstürze! Nicht die Todten werden Dich loben, Herr Jesu, noch die, welche in die Hölle fahren. Oliebreichster Jesu! ersehnter Jesu! O mildreichster Jesu! O Jesu, Jesu, Jesu, laß mich eingehen in die Zahl deiner Auserwählten! O Jesu, Du Heil der an Dich Glaubenden! Jesu, Du Trost der zu Dir Fliehenden! O Jesu, Du süße Vergebung aller Sünden! D Jesu, Du Sohn der Jungfrau Maria, gieße mir ein deine Gnade, Weisheit, Liebe, Keuschheit, Geduld und Demuth: damit ich Dich vollkommen lieben, Dich loben, deiner genießen, Dir dienen, und mich in Dir rühmen könne, mit allen, welche deinen Namen anrufen, der da ist Jesus. Amen. Sieben Liebespfeile auf Jesu Herz gerichtet. 1. Wann werde ich Dich, mein Jesu, mit den Armen meiner Liebe umfangen? O wolle mir dieses meiner Sünden wegen nicht verwehren, denn ich bereue sie jetzt um deiner Liebe willen aus Grund meines Herzens. 2. Ach möchte ich, o Jesu, Dich allein besigen, und aller andern Güter beraubt seyn! denn was ist aller Welt Gut mit Dir verglichen? In Dir hab ich alles. 3. Selig, wer von aller irdischen Sorge befreit, sich Dir allein, mein Jesu, widmet und erfährt, wie überaus süß in allen Dingen dein göttlicher Geist ist! 4. Ich liebe Dich, mein süßester Jesu, über Himmel und Erde und alles, was darin ist; in Dir allein findet mein Herz Ruhe und Genüge. Am Dinstag. 5. Otheuerster Freund meiner Seele, fieh ich stehe vor deiner Thüre und klopfe an, laß mich ein: allen Lüften dieser Welt entsage ich gern. 6. O Jesu, laß mich ruhen an deiner heiligsten Brust, damit mein Herz von den Liebesflammen deines Herzens entzündet in deiner Liebe immer brenne. 222 7. O Jesu, mein Leben, durch Dich lebe ich, ohne Dich bin ich todt: laß mich Dir vereinigt werden und in deiner Umarmung sterben. Amen. Fünf Seufzer auf die fünf Buchstaben des süßen Namens Jesus. Jesu mein Gott und alles! wie hab ich Dich beleidigen können, da Du mich bis zu Ende geliebet hast! Und ich sollte Dich nicht aus ganzem Herzen lieben und fraft dieser Liebe meine Sünden bereuen? So Einer unsern Herrn Jesum Christum nicht lieb hat, der sey verbannt. Ewige Weisheit, nach welcher die Allmacht des Vaters alle Dinge erschaffen hat, sende aus dein Licht und deine Wahrheit: sie werden mich leiten und führen auf deinen h. Berg und zu deinem Heiligthume; da werde ich mit Sicherheit frohlocken in Dir, o Jesu, meinem Gott. Sey gegrüßt, Du Ebenbild des ewigen Vaters! Du Schönster unter den Menschenkindern, den zu schauen die Engel gelüftet. D Du Sehnsucht meines Herzens, zeige mir dein Angesicht und ich werde gerettet seyn. Unendliche Gütigkeit, Du Schlachtopfer der Liebe, möchte ich ganz mich Dir hinwiederum zum Liebesopfer weihen! O mache, daß ich in Wahrheit sagen könne: mir ist die Welt gekreuzigt und ich der Welt. Süßester Jesu, nimm meinen Geist hinweg und gieße mir den deinigen ein, damit ich von deinem Geiste beseelt ausrufe: ich lebe, aber nunmehr nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Gebete zu Jesu. Bonnelied des heiligen Bernhard. Jesu, dein süß Gedächtniß macht, Daß mir das Herz vor Freuden lacht: Doch süßer über Honig ist Dein' Gegenwart, o Jesu Christ. Nichts Lieblichers man singen fann, Nichts Wonnevollers höret man, Nichts Süßers zu gedenken ist Als Du, Sohn Gottes selber bist. Jesu, Hoffnung der Neuenden, Wie hold bist Du den Bittenden, Wie gnadevoll den Suchenden: Was wirst Du seyn den Findenden? Jesu, Du Herzens- Freud und Wonn, Lebend'ger Brunnquell, Geistes- Sonn, Dir gleichet nichts auf dieser Erd, In Dir ist was man je begehrt. Kein Mund es je aussprechen mag, Die bloßen Worte sind zu schwach, Nur wer's erfahren glaubt es frei, Wie süß es Jesum lieben sey. Jesum such ich im Bette mein, Im stillen Herzens- Kämmerlein, Daheim und draußen öffentlich Such ich aus Lieb Ihn emsiglich. Früh mit Maria wach ich auf, Nach Jesu Grabe geht mein Lauf, Jhn sucht des bangen Herzens Schrei'n, Im Geiste, nicht im Augenschein. Das Grab mit Thränen neß ich dann, Den Ort füll' ich mit Seufzern an, Zu Jesu Füßen wind ich mich, Um Ihn mit Inbrunst schling ich mich. 223 224 Am Dinstag. Jesu, Du König hehr und klar, Du Sieger stark und wunderbar, Du unnennbare Süßigkeit, Nach Dir verlangt mich allezeit. Bleib bei uns, Herr, und weiche nicht, Erleuchte uns mit deinem Licht, Treib aus der Seele Dunkelheit, Füll an die Welt mit Süßigkeit. Zeuchst Du in unser Herze ein, So leuchtet ihm der Wahrheit Schein, All Eitelkeit fleucht dann dahin, Und innen Liebesflammen glühn. Herr, deine Lieb ist Süßigkeit, Und wahre Wonne- Seligkeit, Entzückender viel tausendfach Als je ein Mund aussprechen mag. Dieß zeiget uns sein Leiden groß, Da Er sein theures Blut vergoß, Wodurch Erlösung uns und Heil, Und Gottes Anschaun ward zu Theil. Jesum erkennet allzumal, Nach seiner Liebe dürftet all, Jesum sucht auf inbrünstiglich, Nach Ihm verlanget ewiglich. So liebet Jhn, der erst geliebt, Den Liebenden hinwieder liebt, Auf seinen Spuren holt Ihn ein, Mit Liebe lohnt die Liebe sein. Jesu, Du Quell der Gütigkeit, Du Hoffnung aller Fröhlichkeit, Der Süßigkeit und Gnaden Bronn, Des Herzens wahre Lust und Wonn. Olaß mich fühlen, Jesu mein, Den Ueberfluß der Liebe dein, Gieb, daß ich hier, in Dir erneut, Dich schau in deiner Herrlichkeit. Gebete zu Jesu. Nicht würdig preist die Lippe Dich, Doch singt mein Mund Dich ewiglich: Dazu giebt mir die Liebe Muth, Du meines Herzens einz'ges Gut. Jesu, deine Lieb' allein Kann meiner Seele Labsal seyn, Sie sättigt ohne Ueberdruß, Der Hunger wächst im Ueberfluß. Die von Dir essen, hungern noch, Die von Dir trinken, dürften noch: Doch all ihr Sehnen ewig bist Du, den sie lieben, Jesu Christ. Wer deiner Liebe trunken ist, Jesu, weiß, wie süß Du bist: Oselig der so satt in Dir, Sein Herz ruht ewig nur in Dir. Jesu, Du Zier der Engelschaar, Dem Mund ein Honig wunderbar, Dem Ohr ein wonniger Gesang, Dem Herzen sel'ger Himmelstrank. Ich sehn mich tausendmal nach Dir; Mein Jesu, wann kömmst Du zu mir? Wann soll in Dir mein Herz sich freun, Und ich in Dir gesättigt seyn? Herr, deiner Lieb' Beständigkeit Erfüllt mein Herz mit Zärtlichkeit, O Jesu, Honig- Süßigkeit, Du Wonnefrucht der Seligkeit. Jesu, Du höchste Freundlichkeit, Du meines Herzens Fröhlichkeit, Du unermeßne Gütigkeit, Du meine Lieb' in Ewigkeit. O süße Lust zu lieben Jhn, Und nichts zu suchen als nur Jhn, Mir selber ganz gestorben seyn, Und Jesu leben nur allein. 15 225 226 Am Dinstag. O Jesu, meine Süßigkeit, Der Seele Trost, die zu Dir schreit, Die frommen Zähren fließen Dir, Des Herzens Angstschrei ruft nach Dir. Wo ich mich je befinden mag, Dir seufzt mein sehnend Herze nach, Entzückt, wenn ich gefunden Dich, Selig, wenn ich erfasset Dich. Dann froh Umarmen, Kuß um Kuß, In süßem Liebesüberfluß, Dann Christi seliger Verein, Doch bald enteilt die Wonne mein. Was ich gesuchet schau ich nun, Was ich verlanget faß ich nun, Ich schmacht in heißer Liebespein, In Liebe glüht das Herze mein. Wer Dich, o Jesu, also liebt, Dem wird die Liebe nie getrübt, Nie wird sie lau, nie stirbt sie hin, Sie wächst in seligem Erglühn. Heiß brennet dieser Liebe Flamm, Von Süßigkeit sehr wundersam, Sie kosten ist die höchste Wonn, Sie ist der Freuden sel'ger Bronn. Vom Himmel diese Liebe stammt, Die mir das innre Mark entflammt, Das Herz durchglüht sie inniglich, Deß freuet meine Seele sich. O Gluten sel'ger Zärtlichkeit, Und heißer Sehnsucht Seligkeit, Des Herzens süßer Freudenlohn, Dich lieben, Jesu, Gottes Sohn. Der Jungfrau ewig blühn'der Sohn, Jesu, meine Lieb und Wonn, Lob und Anbetung sey geweiht Dir, und das Reich der Seligkeit. Gebete zu Jesu. Komm, König hochgebenedeit, Komm, Vater ew'ger Herrlichkeit, Mein Herz erleucht' in lichtem, Strahl, Komm, längst ersehnt viel tausendmal. Jesu, Dir weicht der Sonne Zier, Des Balsams Düfte weichen Dir, Dir weichet jede Süßigkeit, Und jeder Liebe Lieblichkeit. Herr, dein Geschmack erfreut so hehr, Dein Wohlgeruch erquickt so sehr, Daß meiner Seele Kraft erliegt Dir, der die Liebe ganz vergnügt. Du meiner Seele Seligkeit, Und meiner Lieb Vollkommenheit, Du meines Herzens Heiligung, Jesu, der Welt Beseligung. O fomm zurück, Du Freundlicher, Komm von des Vaters Rechten her, Der Du besiegt der Feinde Schaar, Und herrschst im Himmel immerdar. Wohin Du gehest folg ich Dir, Dich keine Macht entreiffet mir, Du nahmst mein Herz zum Eigenthum, Jesu, der Menschheit Heil und Ruhm. Ihr Himmelsbürger, eilt zu ihm, Und eure Pforten öffnet Ihm, Dem Sieger singt im Jubelton, Heil, Jesu, König, Gottes Sohn. König der Kraft und Herrlichkeit, König des Siegs in Ewigkeit, Jesu, Du milder Gnadenbronn, Des Himmels Zier und Ehrenkron. Du Brunnquell der Barmherzigkeit, Du Licht der wahren Seligkeit, Treib aus der Seele Dunkelheit, Schenk uns dein Licht der Herrlichkeit. 15* 227 228 Am Mittwoch. Dich preist des Himmels sel'ge Schaar, Und macht dein Lob stets offenbar, Jesu, der Du die Welt erfreust, Und Gottes Frieden uns erneust. Du herrschst im Frieden, Jesu Chrift, Der über alle Sinnen ist, Nach dem mein sehnend Herz verlangt, Und meine Seele ewig bangt. Jesus zum Vater fuhr hinan, Ihm sind die Himmel unterthan: Von mir entwich das Herze mein, Mit Jesu nur wills ewig seyn. Jhm tönet unsers Lobes Klang, Ihm Flehn, Gebet und Hochgesang, Daß seine Gnad uns mög verleihn, Mit Ihm im Himmel uns zu freun. Amen. Am Mittwoch. Tagszeiten von den heiligen Engeln. Zu der Metten. Lobet den Herrn, ihr Engel des Herrn, preiset und erhebet Ihn hoch in Ewigkeit. v. Herr, eröffne meine Lippen, R. Und mein Mund wird dein Lob verkündigen. Gott, merke auf meine Hülfe, . R. Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater zc. Lobgefang. Den Ruhm der Engelschaaren zu erheben, Tön' unser Lied, die uns zur Huth gegeben, Auf daß nicht arge Feindeslist uns schade, Des Vaters Gnade. Tagszeiten von den H. Engeln. 229 Ant. Heilige Engel, unsere Schüßzer, stehet uns bei im Kampfe, auf daß wir nicht verworfen werden im furchtbaren Gerichte. . Er hat seinen Engeln von dir befohlen, R. Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Gebet. O Gott, der Du in deiner unaussprechlichen Fürsehung deine HH. Engel zu unserer Bewahrung zu senden Dich würdigst: verleihe allen die Dich flehentlich bitten, daß sie durch ihren Schußz jederzeit behütet werden und sich ihrer Gesellschaft ewig erfreuen mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum deinen Sohn. Amen. Zu der Prim. Lobet den Herrn, ihr Engel des Herrn, preiset und erhebet Ihn hoch in Ewigkeit. . R. Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. Gott, merke auf meine Hülfe, Lobgesang. In neid'scher Brust, entkleidet seiner Ehren, Hegt stets der Fürst der Sünde dies Begehren, Daß er, die Gott berief zu Himmelserben, Stürz' ins Verderben. Ant. O Herr, der Du unter Ezechias, dem Könige von Juda, deinen Engel gesandt, und vom Heerlager Senacheribs hundert fünf und achtzig tausend Mann erschlagen hast: sende auch jetzt, o Herrscher der Himmel, deinen guten Engel vor uns her. 2. Mach. 15, 22. . Der Engel des Herrn wird einkehren im Kreise derjenigen die Ihn fürchten, R. Und wird sie erretten. Gebet. O Gott, der Du 2c. Zu der Terz. Lobet den Herrn, wie zu der Prim. 230 Am Mittwoch. Lobgesang. Drum stellt euch, Hehre, schirmend uns zur Seiten, Vom euch vertrauten Land scheucht herbes Leiden: Was trübt die Seele, scheucht, daß Ruh' und Frieden Uns sey beschieden. Ant. Wenn ein Engel, Einer aus Tausenden, für ihn redet, des Menschen Gerechtigkeit fund zu thun, so wird der Herr sich über ihn erbarmen. Job. 33. v. Der Engel, der vor seinem Angesichte ist, R. Hat ihnen ausgeholfen. Gebet. Gott, der Du 2c. Zu der Sert. Lobet den Herrn, wie zu der Prim. Lobgesang. Held Michael, der zwang des Drachen Wüthen, Deß mächt'ger Arm errang der Himmel Frieden, Nah' oft, daß wir ihn auf den ird'schen Auen Als Netter schauen. Ant. Zu derselben Zeit wird der große Fürst Michael sich erheben, der für die Kinder deines Volkes steht. Daniel 12, 1. *. Der Engel des Herrn wird sich lagern rings um diejenigen, die Ihn fürchten, R). Und Er wird sie erretten. Gebet. Gott, der Du xc. Zu der Non. Lobet den Herrn, wie zu der Prim. Lobgesang. Auch Gabriel, der Heilesbote, kehre, Die Stärke Gottes, bei uns ein: gewähre, Daß Segen uns sein Nah'n, und heil'ge Freude Und Heil bereite. Ant. Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin ausgesandt, mit dir zu reden und dir diese gute Botschaft zu bringen. Tagszeiten von den H. Engeln. . Gebenedeit sey Gott, der seinen Engel gesandt hat, . Und seine Diener errettet, die an Ihn geglaubt haben. Gebet.. O Gott, der Du 2c. Zu der Vesper. Lobet den Herrn, wie zu der Prim. Lobgefang. Und Raphael, der Heil und Heilung spendet, Werd' oft von dir zu uns herab gesendet: Genesung schenk er, lenk' auch unsre Thaten Zum Ziel der Gnaden. Ant. Der Engel Raphael sprach zu Tobias: ich will deinen Sohn gesund hinführen, und will ihn auch gesund wieder zu dir bringen. . Ihr Gebet ist vor dem Angesichte deines Allerhöchsten erhöret worden, . Und der Engel Raphael ist gesandt worden ihnen zu helfen. Gebet. Gott, der Du 2c. Lobet den Herrn, hoch in Ewigkeit. 231 Zu der Complet. ihr Engel des Herrn, preiset und erhebet ihn . Bekehre uns, o Gott, unser Heiland, R. Und wende deinen Zorn von uns ab. *. O Gott, merke auf meine Hülfe, ). Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater zc. Lobgesang. O Christe, Du der Engel Zier und Krone, Der Menschheit Herr und König, unser schone: Gesell' uns ewig einst, befreit von Mängeln, Zu deinen Engeln. Ant. Sind sie nicht alle miteinander dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienste um derentwillen, die da erben sollen die Seligkeit? Univ.- Bibl. Giessen Am Mittwoch. . Vor dem Angesichte deiner Engel will ich, o Herr, Dich loben, R. Und will anbeten bei deinem h. Tempel, und deinen Namen preisen. 232 Gebet. Gott, der Du 2c. Befehlung. Meiner Tagsgebete Kranz, Gottes Lob zu mehren, Mein Schutzengel, sey geweiht dir zu Ruhm und Ehren: Steh mir schirmend hülfreich bei in dem letzten Streite; Führe mich an deiner Hand zu des Himmels Freude. Mein Engel den Gott mir zum Schüßzer entbot, Mich, den dir befohlen die himmlische Güte, Erleuchte, leite, regiere, behüte. Amen. Litanei von den h. Engeln. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater von den Himmeln, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Heilige Maria, erbarme Dich unser! Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heiliger Michael, der du das Volk Gottes immer beschirmet hast, H. Michael, der du Lucifer mit seinem aufrührerischen Anhang aus dem Himmel gestoßen hast, H. Michael, der du den Ankläger unsrer Brüder in die Tiefe der Hölle hinabgestürzt hast, H. Gabriel, der du dem Daniel die göttlichen Gesichte aufgedeckt hast, H. Gabriel, der du die Geburt und das Amt Johannis des Täufers vorher verkündigt hast, H. Grabiel, der du die Botschaft gebracht hast von der Menschwerdung des göttlichen Wortes, bitte für uns! Litanei von den H. Engeln. H. Raphael, der du den Tobias gesund hingeführt und wieder zurück gebracht hast, H. Raphael, der du den Teufel von der Sara ausgetrieben haſt, H. Raphael, der du Tobias den ältern erleuchtet hast, Heilige Engel, bittet für uns! Die ihr an dem hohen und erhabenen Throne Gottes stehet, Die ihr Gott dem Herrn immer heilig, heilig, heilig finget, Die ihr die Finsternisse verscheucht und unsern Geist erleuchtet, Die ihr den Menschen die göttlichen Dinge verkündigt, Die ihr mit der Bewahrung der Menschen von Gott beauftragt seyd, Die ihr immer das Angesicht des Vaters schauet, der im Himmel ist, Die ihr über den büßenden Sünder euch erfreuet, Die ihr die Sodomiten mit Blindheit schluget, Die ihr Loth mitten aus den Sündern herausführtet, Die ihr auf der Leiter Jakobs auf- und abgestiegen seyd, Die ihr auf dem Berge Sinai dem Moses die Gebote Gottes überreichet, Die ihr bei Christi Geburt den Menschen Freude verkündigt, Die ihr Lazarus in Abrahams Schooß getragen, Die ihr am Grabe Christi in weißen Kleidern geseffen, Die ihr bei Christi Himmelfahrt seinen Jüngern erschienen seyd, Die ihr vor Christus, wann Er zu Gerichte kommt, mit dem Zeichen des Kreuzes einhergeht, Die ihr die Auserwählten am Ende der Zeiten versammeln. werdet, Die ihr die Bösen von den Gerechten scheiden werdet, Die ihr unsere Gebete vor Gott bringet, Die ihr den Sterbenden beistehet, Die ihr die Seelen der Gerechten, von aller Makel gereinigt, zum Himmel führet, Die ihr Zeichen und Wunder in der Kraft Gottes wirket, Die ihr allen, welche ihr Heil wirken, zum Dienste gefandt werdet, Die ihr über Königreiche und Länder gesetzt seyd, Die ihr der Feinde Heere oft zerstreut, 233 bitte für uns! bittet für uns! 234 Am Mittwoch. Die ihr die Diener Gottes oft aus Kerkern und andern Lebensgefahren errettet, Die ihr den heiligen Märtyrern in ihren Qualen Trost und Beistand geleistet, Die ihr die Vorsteher und Fürsten der Kirche und ihre Pflegefinder mit besonderer Sorgfalt behütet, Alle Chöre der seligen Geister, Von allen Gefahren, durch deine H. Engel, erlöse uns, o Herr! Von heimlichen Nachstellungen des Teufels, erlöse uns, o Herr! Von aller Keßerei und Spaltung, Von Pest, Hunger und Krieg, Vom jähen und unversehenen Tode, Von der ewigen Verdammniß, Wir Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns! Durch deine h. Engel, Daß Du unser schonest, Daß Du uns verzeiheſt, Daß Du deine Kirche regieren und erhalten wollest, Daß Du den apostolischen Oberhirten und alle tirchlichen Stände beschirmen wollest, Daß Du allen christlichen Königen und Fürsten Frieden und Einigkeit verleihen wollest, Daß Du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest, Daß Du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, erlöse uns, o Herr! bittet für uns! #. R. wir bitten Dich, erhöre uns! Lamm Gottes, welches Du dahinnimmst die Sünden der Welt, schone unser, o Herr! Lamm Gottes, welches Du zc. erhöre uns, o Herr! Lamm Gottes, welches Du 2c. erbarme Dich unser, o Herr! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. *. Lobet den Herrn alle seine Engel, B). Die ihr mächtig seyd an Kraft, und richtet sein Wort aus, der Stimme seiner Rede zu gehorchen. Lobet den Herrn alle seine Kräfte, Seine Diener, die ihr seinen Willen thut. . R. . R. v. R. . R). Litanei von den H. Engeln. Er hat seinen Engeln von dir befohlen, Daß sie dich bewahren auf allen deinen Wegen. 235 Der Engel des Herrn wird sich lagern rings um diejenigen, die Ihn fürchten, Und wird sie erretten. Im Angesichte der Engel will ich Dir singen, mein Gott; Ich will anbeten bei deinem h. Tempel und deinen Namen bekennen, o Herr. Herr, erhöre mein Gebet, Und laß mein Schreien zu dir kommen. Gebet. O Gott, der Du in wunderbarer Ordnung die Dienste der Engel und Menschen austheilest; verleihe uns gnädiglich, daß von denen, welche Dir im Himmel beständig dienen, auf Erden unser. Leben beschüßet und beschirmet werde. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Gebete zu den h. Engeln. Gebet zu dem h. Erzengel Michael. OFürst der himmlischen Heerschaaren, h. Michael, der du den stolzen Lucifer mit seinem Anhang in den Abgrund der Hölle gestürzet hast, du Schutz- und Schirmherr der streitenden Kirche, du Vorsteher aller aus diesem Leben scheidenden Seelen: komm zu Hülfe dem Volke Gottes, vertheidige die Kirche gegen alle feindlichen Angriffe, sey unser Schüßzer im Leben und Sterben, komm uns zu Hülfe im Todeskampfe, wende von uns ab alle Nachstellungen der bösen Geister und führe uns endlich zu der Zahl der Auserwählten, wo wir mit dir und allen lieben h. Engeln Gott ewig loben und preisen mögen. Amen. Gebet zum h. Gabriel. du Stärke Gottes, h. Gabriel, der du der Jungfrau Maria die Menschwerdung des eingebornen Sohnes Gottes verkündigt und Christum im Garten in höchster Angst und Betrübniß getröstet und gestärket hast: dich lobe und verehre ich, o du auserwählter himmlischer Geist, und bitte flehentlich, du wollest bei meinem Heilande 236 Am Mittwoch. und Seligmacher Jesu Christo und bei seiner gebenedeiten Mutter der Jungfrau Maria mein Fürsprecher seyn, mich in allen meinen Aengsten und Betrübnissen jederzeit trösten und stärken, damit ich niemals von den Versuchungen überwältigt meinen Gott, mein höchstes Gut beleidige. Amen. Gebet zum h. Raphael. O du himmlischer Arzt und treuer Geleitsmann, H. Raphael, der du dem greisen Tobias sein Gesicht wiedergegeben und den jüngern auf der Reise begleitet und unversehrt zurückgebracht haft: ich bitte dich, du wolleft in allen Leibs- und Seelenkrankheiten mein treuer Arzt und Helfer seyn; verscheuche alle Finsternisse der Unwissenheit, führe mich beständig auf der gefahrvollen Pilgerfahrt dieses Lebens, damit ich sicher zum gewünschten Lande der Lebendigen gelange, wo ich mit dir und allen lieben Auserwählten das göttliche Antlitz ewig schauen werde. Amen. Gebet zu dem h. Schutzengel. du getreuester, von Gott mir zum Schuße gegebener Begleiter, mein Hüter und Beschirmer, der nie von meiner Seite weicht, welchen Dank soll ich dir zollen für deine Treue und Liebe und die unzähligen mir erwiesenen Wohlthaten? Wann ich schlafe, wachest du bei mir; wann ich traurig bin, tröstest du mich; wann ich zaghaft und schwach bin, stärkest du mich; wann ich in Gefahr bin, errettest du mich. Von Sünden hältst du mich ab, zum Guten treibst du mich an; wenn ich gefallen bin, ermahnest du mich zur Buße und versöhnest mich mit Gott. Schon längst wäre ich vielleicht in die Hölle gestürzt worden, wenn du den göttlichen Born nicht von mir abgewendet hättest. Ich bitte dich, du wollest mich niemals verlassen; in Widerwärtigkeiten tröste mich, im Glücke mäßige mich, in Gefahren beschüße mich, in Versuchungen unterstüße mich, auf daß ich ihnen nicht erliege. Meine Bitten und Seufzer und alle meine guten Werke bringe vor Gottes Angesicht und mache, daß ich im Gnadenstande aus diesem Leben scheide und zur ewigen Seligkeit gelange. Amen. Gebete zu den H. Engeln. Betheuerungen des h. Karl Borromäus vor dem Schutzengel zur Erlangung eines seligen Todes. 237 1. Im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit, des Vaters, des Sohnes und des h. Geistes. Ich unglücklicher armseliger Sünder betheuere vor dir meinem lieben mir von Gott zugeeignetem Schutzengel, daß ich in dem einigen Glauben zu sterben begehre, den die H. römische und apostolische Kirche hält und bekennt, in welchem alle Heiligen des neuen Bundes gestorben sind, und außer dem kein Heil ist. 2. Auch betheuere ich, o Engel Gottes, daß ich unter deinem h. Schutz und Schirm aus diesem Leben scheiden will mit der festen Hoffnung, die göttliche Barmherzigkeit zu erlangen, ungeachtet der Menge und Schwere meiner Sünden, indem ich sicher glaube, daß ein einziges Tröpflein des kostbarsten Blutes Jesu Christi hinreichend sey, nicht nur meine, sondern der ganzen Welt Sünden zu tilgen. 3. Gleicherweise betheuere ich, o h. Engel, daß ich aus innerstem Herzen begehre, der Verdienste Jesu Christi und seiner Güte und Barmherzigkeit theilhaftig zu werden, die er keinem, selbst nicht dem größten und abscheulichsten Sünder, wenn er wahre Buße thut, persagt; o hätte ich meinen Gott, den ich über Alles liebe und immer mehr zu lieben wünsche, nie beleidigt! es gereuet mich aus ganzem Herzen, und bereitwillig verzeihe ich allen, die mich jemals beleidigt haben, und um alle meine Schuld zu tilgen, versenke ich sie in das mildreiche Herz meines Heilandes Jesu Christi. 4. Ferner betheuere ich, mein Schußengel, daß ich die göttliche Gütigkeit demüthigst anflehe, mich in die Zahl derjenigen aufnehmen zu wollen, die sie von Ewigkeit her ausersehen und zu Erben ihrer Herrlichkeit bestimmt hat. Aus Sehnsucht nach dem Himmel erbiete ich mich, nicht nur alle Leiden dieses elenden Lebens zu ertragen, sondern auch alle Qualen des Fegfeuers bis zum jüngsten Tage auszustehen, wenn ich nur einst durch die unendliche Barmherzigkeit Gottes zur ewigen Seligkeit gelange. 5. Endlich betheuere ich vor dir, o mein getreuester Schutzgeist, daß ich dich zum Vollstrecker meines letzten Willens-einseße. Drei Gnaden bitte ich dich, mir von Gott zu erlangen: zuerst, daß ich nicht aus diesem Leben scheide, bevor ich mit allen H. Sakramenten der Kirche gehörig versehen bin; zweitens, daß ich von den vielen Am Donnerstage. kläglichen Seufzern, die Jesus Christus am Kreuze hangend ausgestoßen, nur einen einzigen erlangen möge, kraft dessen meines Herzens betrübte Seufzer in meiner Todesstunde gemildert werden, und daß die allersüßeste Mutter Jesu mich eines einzigen jener Blicke würdige, mit welchen sie unter dem Kreuze stehend nach dem Antlige ihres geliebten mit dem Tode ringenden Sohnes aufgeschaut, und mich so in die Zahl derjenigen aufnehme, welche durch ihren mütterlichen Schutz am Tage des Gerichtes das ewige Heil erlangen werden; drittens endlich, daß du mein getreuester Schußengel mir besonders in jener Stunde beistehen mögest, wann meine Seele vom Leibe scheiden wird, und mir den Richter versöhnest, dessen väterliches Herz am Kreuzesstamme in heißem Liebesfeuer für das Heil der Sünder brannte. Laß dir, o liebster Schußengel, meine Seele herzlich anbefohlen seyn, und übergib sie, von den Banden des Körpers befreit, in die Hände ihres Schöpfers und Erlösers, auf daß sie Ihn mit dir und allen Heiligen in den Freuden des Himmels flar erkennen, vollkommen lieben, und gänzlich in alle Ewigkeit Sein genießen möge. Amen. 238 Zu der Metten. Das Brod der Engel hat der Mensch genossen, und der Tisch des Herrn wird ihm bereitet. . R. Am Donnerstage. Tagszeiten vom allerheiligsten Sakramente. . B. Herr, eröffne meine Lippen, Und mein Mund wird dein Lob verkündigen. O Gott, merke auf meine Hülfe, Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. Lobgefang.( Pange lingua.) Künd', o Zunge, des verklärten Frohnleichnams Mysterium, Tagszeiten vom allerheil. Sakramente. Und des Bluts, des hochbewährten, Das zur Weltentsündigung Gab die Frucht des unversehrten Leibs, der Völker Heil und Ruhm. Ant. Oh. Gastmahl, in welchem Christus empfangen, das Andenken seines Leidens verehrt, das Gemüth mit Gnaden erfüllt und uns ein Pfand der zukünftigen Glorie gegeben wird. #. Das Brod vom Himmel hast du ihnen, o Herr, gegeben, R. Das alle Süßigkeit in sich schließt. Gebet. O Gott, der Du uns im wunderbaren Saframente das Andenken deines Leidens hinterlassen haft; wir bitten Dich, verleihe uns die h. Geheimnisse deines Leibes und Blutes also zu verehren, daß wir die Früchte deiner Erlösung in uns allzeit empfinden. Der Du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heil. Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 239 Zu der Prim. Das Brod der Engel hat der Mensch genossen, und der Tisch des Herrn wird ihm bereitet. . R. Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater zc. Gott, merke auf meine Hülfe, Lobgefang. Uns geboren, uns gegeben Aus dem Schooß der reinen Magd, Als Er in der Welt sein Leben Und des Wortes Saat vollbracht, Schloß der Herr sein irdisch Leben Durch ein Werk der Wundermacht. Ant. O h. Gastmahl 2c. Zu der Terz. Das Brod der Engel 2c. wie zu der Prim. 210 Am Donnerstage. Lobgesang. Bei dem letzten Mahl im Kreise Sißend mit der Brüder Schaar, Als in der gebotnen Speise Das Gesetz erfüllet war, Reicht zur Speise gleicher Weise Er sich selbst den Zwölfen dar. Ant. und Gebet wie zur Metten. Zu der Sert. Das Brod der Engel 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. Wort und Fleisch, schafft mit dem Worte Wahres Brod in Fleisch Er um; Wein wird Blut fraft seiner Worte, Und, ob auch der Sinn verstumm', Zu des treuen Herzens Horte Gnügt des Glaubens Heiligthum. Ant. und Gebet wie zur Metten. Zu der Non. Das Brod der Engel 2c. wie zu der Prim. Lobgefang*). Seht, das Brod, das Engel nähret, Reicht der Herr den Seinen dar; Knechten, Armen Sich gewähret Er zur Speise wunderbar; Hell erstrahlt, in Lieht verkläret, Was im Bild verhüllet war. Ant. und Gebet wie zur Metten. Zu der Vesper. Das Brod der Engel 2c. wie zu der Prim. *) Dieser Vers ist zur Non eingeschaltet aus dem Liede Sacris Solemniis, bas, wie Pange lingua, den H. Thomas von Aquin zum Verfasser hat. Tagszeiten vom allerheil. Sakramente. Lobgesang.( Tantum ergo Sacramentum.) Solch erhabnes Bundeszeichen Beten wir mit Ehrfurcht an; Und der alte Brauch muß weichen, Da der neue Brauch begann; Wo die Sinne zagend schweigen, Steigt der Glaube himmelan. Ant. und Gebet wie zur Metten. Zu der Complet. Das Brod der Engel hat der Mensch genossen, und der Tisch des Herrn wird ihm bereitet. V. Bekehre uns, o Gott, unser Heiland, R. Und wende deinen Zorn von uns ab. . R). O Gott, merke auf meine Hülfe; Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. Lobgesang.( Genitori genitoque.) Gott dem Vater und dem Sohne, Preis und steter Jubelsang; Heil und Ehre schall' zum Throne, Lob und Ruhm und Segensklang; Beider Geist in gleichem Tone Grüße unser Hochgesang. Ant. und Gebet wie zur Metten. Befehlung. Meiner Tagsgebete Kranz, Herr, dein Lob zu mehren, Frommer Jesu, opfr' ich ganz, Dir zu Preis und Ehren: Dein Frohnleichnam stärke mich zu dem letzten Streite; Laß dort Sein genießen mich in des Himmels Freude. Amen. Litanei vom hochwürdigsten Sakramente. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! 241 16 Am Donnerstage. Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater von den Himmeln, Gott Sohn Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, 242 Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Brød der Engel, Lebendiges Brod, das vom Himmel herabgestiegen, Brod das alle Süßigkeit in sich begreift, Brod welches der Welt das Leben giebt, Verborgener Gott und Heiland, Weizen der Auserwählten, Wein der Jungfrauen gebiert, Brunnquell der Gnaden, Immerwährendes Opfer, Makelloses Lamm, Verborgenes Manna, Andenken der göttlichen Wunderwerke, Uebernatürliches Brod, Wort, das Fleisch geworden, und unter uns wohnet, Kelch des Heiles, Geheimniß des Glaubens, Erhabenes und hochwürdiges Satrament, Heiligstes aller Opfer, Wahres Sühnopfer für Lebende und Abgestorbene, Himmlisches Schußmittel gegen die Sünde, Ueber Alles staunenswürdiges Wunder, Heiligstes Gedächtniß des bittern Leidens, Gabe, die alle Fülle übersteigt, Vorzügliches Denkmal der göttlichen Liebe, Ueberfluß der göttlichen Freigebigkeit, Hochheiliges und allerhöchstes Geheimniß, Arznei der Unsterblichkeit, Fruchtbares und lebendigmachendes Sakrament, Brød durch des Wortes Allmacht Fleisch geworden, Unblutiges Opfer, Speise und Gast, Süßestes Gastmahl, bei dem die Engel dienen, erbarme Dich unser! Titanei vom- Hochwürdigsten Sakramente. Sakrament der Gütigkeit, Band des Friedens und der Liebe, Priester und Opfer, Geistliche Süßigkeit, an der Quelle selbst gekostet, Erquickung heiliger Seelen, Wegzehrung der im Herrn Sterbenden, Unterpfand der zukünftigen Glorie, Sey uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sey uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Von der unwürdigen Empfangung deines Fleisches und Blutes erlöse uns, o Herr! Von der Begierlichkeit des Fleisches, Von der Begierlichkeit der Augen, Von der Hoffart des Lebens, Von aller Gelegenheit zur Sünde, Durch deine Sehnsucht, womit Dich dieses Osterlamm mit deinen Jüngern zu essen verlangt hat, Durch deine tiefste Demuth, mit welcher Du deinen Jüngern die Füße gewaschen, Durch die inbrünstige Liebe, mit welcher Du dieses göttliche Sakrament eingesetzet, Durch dein kostbares Blut, welches Du uns auf dem Altare hinterlassen, Durch die fünf Wunden dieses deines allerheiligsten Leibes, welche Du für uns empfangen, Wir Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du in uns den Glauben, die Ehrfurcht und Andacht gegen dieses wunderbare Sakrament vermehren und erhalten wollest, Daß Du uns, durch aufrichtige Beichte und Buße gereinigt, zu dem häufigen Empfange desselben gelangen lassest, Daß Du uns von aller Ketzerei, Treulosigkeit und Blindheit des Herzens befreien wollest, Daß Du uns die kostbaren himmlischen Früchte dieses heiligsten Sakramentes gewähren wollest, Daß Du uns in unserer Todesstunde mit dieser himmliſchen Wegzehrung stärken und rüsten wolleſt, Sohn Gottes, 16* 243 erbarme Dich unser! erlöse uns, o Herr! wir bitten Dich, erhöre uns! 244 Am Donnerstage. O Du Lamm Gottes, welches Du dahinnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, 2c. erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, 2c. erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns, Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser, Christe, erbarme Dich unſer! Vater unser 2c. . Ein Andenken seiner Wunder hat gewirkt der gnädige und barmherzige Herr, Er hat Speise gegeben denen, die Ihn fürchten. Brod vom Himmel hast Du ihnen, o Herr, gegeben, Welches alle Süßigkeit in sich begreift. Auf deinem Altar, o Herr, empfangen wir Chriſtum, In welchem sich unser Herz und Fleisch erfreut. Herr, erhöre mein Gebet, Und laß mein Schreien zu Dir kommen. R. V. R. . R. V. R). Gebet. O Gott, der Du uns 2c. wie S. 239. Andächtiges Gebetlein, welches der H. Ignatius viel zu beten pflegte. Seele Christi, heil'ge mich! Leib des Herrn, erlöse mich! Blut des Heilands, tränke mich! Wasser seiner Seite, wasche mich! Leiden Christi, stärke mich! Herr voll Huld, erhöre mich, Birg in deine Wunden mich, Von Dir laß nie scheiden mich, Vor des Feindes Grimm beschirme mich, In der Todesstunde berufe mich, Laß zu Dir gelangen mich, Daß ich mit den Heil'gen Dich, Jesu, preise ewiglich. Amen. Gebete zu Jesu im heiligsten Sakramente. Andächtige Ausführung dieses Gebetleins. Seele Christi mit allen Gaben und Gnaden des H. Geistes gezieret, heilige mich durch einen lebendigen Glauben, eine feste Hoffnung und eine vollkommene Liebe, die weder Trübfal noch Bedrängniß, noch selbst der Tod auflösen kann. O Seele, die Du nach der Natur Christo angehörst, sey auch mein durch gnadenreiche Vereinigung und heilige mich mit gottseligen Gedanken und Begierden. Sey Du die Seele und das Leben meiner Seele, denn ohne Dich ist alles Leben Tod. 245 Leib Christi, nicht nur in den bittersten Tod, sondern auch zur heilsamsten Speise meiner Seele, zur Arznei der Unsterblichkeit und zum immerwährenden Opfer hingegeben, erlöse mich. Odu göttliches Haupt, mit allen Schäßzen der Weisheit Gottes erfüllt, regiere mich. O ihr gütigen Augen, die so oft für mich in Thränen zerflossen, schauet mich an. Du Zunge des Heilandes, die Du Worte des ewigen Lebens hast, belehre mich. Ihr mächtigen Hände, durch deren Berührung Krankheiten geheilt, Blinde sehend, Todte auferweckt wurden, nehmet hin alle Schwachheiten und Krankheiten meines Leibes und meiner Seele, vertreibt die Blindheit, und gebt mir wieder das Leben der Gnade. O ihr schönen Füße, ihr väterlichen Kniee, die der ganzen Welt das Heil gebracht, wer verleiht mir, daß ich euch mit Magdalena umfange und füsse und Verzeihung meiner Sünden bei euch finde? O mildreiche Brust, o Schrein der Gottheit, o Altar der Liebe, neige dich zu meinem Herzen, und entzünde es mit deiner Liebe, dann wird Christus mein Leben, und Sterben mein Gewinn seyn. Blut Christi, ganz aus Liebe zu mir vergossen, tränke mich, auf daß meine Seele nicht dürfte nach den Gisternen der vergänglichen Freuden und Lüste dieser Welt; damit ich liebe mit Liebe vergelte und eher mein Blut vergieße, als Dich Herr mit einer Sünde beleidige. Wasser der Seite Christi, aus der offenen Seitenwunde herausgeflossen, wasche mich. Mehr und mehr wasche mich, und reinige mich von meinen Sünden, damit ich durch die Deffnung der H. Seite zum Kusse des liebreichen Herzens zugelassen werden möge. Am Donnerstage. Leiden Christi, o kräftiges Leiden, das alle unsere Sünden getragen, stärke mich in allen Widerwärtigkeiten und gieb mir Kraft, Schmach und Unbilden für meinen Herrn Jesum Christum tapfer und freudig zu ertragen. O gütiger Jesu, aller Güte Quell und Ursprung, erhöre mich, obgleich ich ein großer Sünder bin, denn deine Milde und Gütigkeit erhöret auch die Sünder. 216 In deine Wunden, die Zufluchtstätte armseliger Sünder, berge mich, daß ich nicht dem Feinde zum Naube werde, oder in die Hände des gerechten von mir so oft und schwer erzürnten Richters falle. Da werde ich gesichert wohnen und deine Erbarmungen, o gütigster Jesu, in Ewigkeit preisen. Von Dir laß nimmer, durch die Menge und Schwere meiner Missethaten scheiden mich. Darum bitte ich Dich durch deine heiligsten Wunden, durch dein kostbarstes Blut, durch dein bitterstes Leiden und Sterben. Denn von Dir geschieden würde ich bald hören müssen: Gott hat ihn verlassen, verfolget und greifet ihn, denn es ist keiner, der ihn errette. Darum flehe ich abermals zu Dir, mein Jesu, laß mich in Ewigkeit nicht von Dir geschieden werden. Vor dem Grimm des Feindes, der wie ein brüllender Löwe umhergeht und sucht, wen er verschlinge, beschirme mich, damit ja nie mein Feind sich rühme, er habe mich überwältigt. In meiner Todesstunde, wann mich alle Geschöpfe verlassen werden, wann ich zitternd aus dieser unbeständigen Welt in das Haus der Ewigkeit eingehen werde, berufe mich, dein verlorenes Schaf, welches so oft deiner Stimme kein Gehör gegeben. Rufe mich, obgleich ich den Namen deines Schäfleins nicht verdiene, denn deine Schafe folgen deiner Stimme. Dennoch rufe mich, nicht meiner Verdienste halber, sondern nach deiner Gütigkeit, denn welcher Nußen ist in deinem Blute für mich, wenn ich ins Verderben hinabstürze? Und laß zu Dir, meinem höchsten Gute, für dessen Befiß ich geschaffen bin, gelangen mich. Heiße mich zu Dir kommen, Du allein genügst mir. Denn was hab ich im Himmel, und was suche ich auf Erden außer Dir, du Gott meines Herzens und mein Theil, o Gott, in Ewigkeit! Daß ich mit deinen Heilgen Dich, meinen Gott, meinen Heiland, durch deine unendliche Barmherzigkeit mit ihnen vereinigt, Gebet zu Jesu im heiligsten Sakramente. mein Jesu, preise ewiglich. Amen. Ach, wann werd ich kommen, o Jesu, und erscheinen vor deinem Angesichte? V. Herr, erhöre mein Gebet, . Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Gebet. Gott, der Du denen, die Dich lieben, unsichtbare Güter bereitet hast, gieße deine Liebe unsern Herzen ein, daß wir Dich in allem und über alles lieben, und deiner Verheißungen, welche alle Begierden weit übertreffen, theilhaftig werden. Durch unsern Herrn Jefum Christum deinen Sohn, der mit Dir und dem H. Geiste gleicher Gott lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Frohnleichnams- Sequenz. Rhythmus des h. Thomas von Aquin. Preis', o Sion, deinen Führer, Deinen Hirten und Regierer, Mit Gebet und Lobgesang; Was du kannst, das laß erklingen, Denn Ihn würdig zu besingen Ist zu schwach des Liedes Klang. Heute laß dein Lob vor allen Zu des Brodes Ruhm erschallen, Welches lebt und Leben beut, Das beim heil'gen Mahl, im Kreise Seiner Jünger, hat zur Speiſe Selbst der Heiland eingeweiht. Jauchzend tön', in süßen Klängen, Schall' empor in Lobgesängen, Jubel, der das Herz entzückt; Denn dies Fest ist ausersehen, Die Einsetzung zu begehen Jenes Mahls, das uns erquickt. Seht den neuen Herrn sich weihen, Neues Osterlamm des neuen Lauda Sion Salvatorem, Lauda ducem et pastorem, In hymnis et canticis. Quantum potes, tantum aude, Quia major omni laude, Nec laudare sufficis. Laudis thema specialis, Panis vivus et vitalis, Hodie proponitur. Quem in sacrae mensa coenae Turbae fratrum duodenae Datum non ambigitur. Sit laus plena, sit sonora, Sit jucunda, sit decora, Mentis jubilatio. Dies agitur solemnis, Qua recolitur perennis Mensae institutio. 247 In hac mensa novi Regis, Novum pascha novae legis Am Donnerstage. 248 Bunds; das alte Vorbild weicht. Altes schwand, das Neue sieget, Schatte vor dem Licht entflieget, Vor dem Tag die Nacht entfleucht. Was beim Mahle Christus dorten That, thun, folgsam seinen Worten, Wir, zum Denkmal seiner Huld; Weihend, treu des Herrn Geheiße, Brod und Wein, geheimer Weise, Zum Sühnopfer unsrer Schuld. Dies ist unsers Glaubens Lehre, Daß das Brod in Fleisch sich kehre Und in Christi Blut der Wein; Zagt Verstand, sehn's nicht die Sinne, Kühner Glaube doch wird's inne, Ungetäuscht vom äußern Schein. Unter den Gestalten beiden Zeichen nur, nicht Wesenheiten, Liegt Hochheiliges verhüllt; Blut ist Trank und Fleisch ist Speise, Doch bleibt Christus gleicher Weise Ganz in beiderlei Gebild. Vom Empfänger nicht versehret, Nicht gebrochen, nicht zerstöret, Ungetheilt er sich gewährt; Einer, Tausend Jhn empfangen, Der erlangt, was Die erlangen, Nicht verzehrt Jhn, der Ihn zehrt. 1 Gute, Böse Ihn genießen, Doch verschieden unter diesen Sind die Loose,- Leben, Tod: Tod den Bösen, Guten Leben, Sieh, ungleiches End erstreben, Die genießen gleiches Brod. Phase vetus terminat. Jam Vetusta novitati, Umbra cedit veritati, Noctem lux eliminat. Quod in coena Christus gessit, Faciendum hoc expressit In sui memoriam. Docti sacris institutis, Panem, vinum in salutis Consecramus hostiam. Dogma datur christianis, Quod in carnem transit panis, Et vinum in sanguinem. Quod non capis, quod non vides, Animosa firmat fides, Praeter rerum ordinem. Sub diversis speciebus, Signis tantum, et non rebus, Latent res eximiae. Caro cibus, sanguis potus: Manet tamen Christus totus Sub utraque specie. A sumente non concisus, Non confractus, non divisus, Integer accipitur. Sumit unus, sumunt mille, Quantum isti, tantum ille, Nec sumptus consumitur. Sumunt boni, sumunt mali, Sorte tamen inaequali, Vitae vel interitus. Mors est malis, vita bonis: Vide paris sumptionis Quam sit dispar exitus. Gebete zu Jesu im heiligsten Sakramente. Sind gebrochen die Gestalten, Wanke nicht, woll' fest es halten, So viel sey im Theil enthalten, Als das Ganze in sich schloß; Nicht das Wesen wird zerrissen, Nur das Zeichen wird zerschlissen, Stand und Maß bleibt, wie wir wissen, Jm Bezeichneten gleich groß. Seht das Brod, das Engel nähret, Pilgern jetzt zur Kost bescheeret, Hehres Brod, dem Kind gewähret, Nicht vor Hunde hingestellt; In Vorbildern ist bedeutet, Wie zum Opfer Isaak schreitet, Zum Passah das Lamm bereitet Wird, den Vätern Manna fällt. Wahres Brod, sieh auf uns Arme! Guter Hirte, Dich erbarme, Weid' uns, birg in deine Arme Uns, daß wir einst, frei von Harme, Heil im Land des Lebens seh'n; Der Du siehst in Näh' und Weiten, Hier im Todesthal der Leiden Mild uns weidest, zu den Freuden Deines Mahl's woll' uns, zur Seiten Deiner Heil'gen, dort erhöhn. Amen. Fracto demum Sacramento, Ne vacilles, sed momento, Tantum esse sub fragmento, Quantum toto tegitur. Nulla rei fit scissura: Signi tantum fit fractura, Qua nec status, nec statura Signati minuitur. Ecce panis Angelorum Factus cibus viatorum, Vere panis filiorum, Non mittendus canibus. In figuris praesignatur, Cum Isaac immolatur, Agnus Paschae deputatur, Datur manna patribus. Bone pastor, panis vere, Jesu nostri miserere! 249 Tu nos pasce, nos tuere, Tu nos bona fac videre In terra viventium. Tu, qui cuncta scis et vales, Qui nos pascis hic mortales, Tuos ibi commensales, Cohaeredes et sodales Fac sanctorum civium. Amen. Uebung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe vor dem h. Sakramente. Dunendliche Weisheit! o ewige Wahrheit! o unermeßliche Gütigkeit, die Du weder betrogen werden noch betrügen kannst! ich glaube an Dich, und glaube alles was Du geoffenbaret hast, und durch die Kirche mir zu glauben vorstellst. Besonders aber glaube 250 Am Donnerstage. ich, daß Du wahrhaftig in diesem allerheiligsten Sakramente des Altares gegenwärtig bist, weil Du solches mit klaren Worten gesagt hast, denen ich mehr Glauben schenke, als meinem Verstande und meinen Sinnen. Und für diesen Glauben bin ich durch deine Gnade bereit zu sterben. Ich vertraue auf Dich, o unendliche Barmherzigkeit, und hoffe, Du wirst mir armen Sünder durch deine kostbaren Verdienste Verzeihung und Gnade angedeihen lassen und mich dereinst in das Reich der ewigen Glorie aufnehmen. Ich liebe Dich, o Jesu, mein einiges und allerhöchstes Gut, Du Brunnquell aller Güte und Liebe, der Du uns Sünder von Ewigkeit her geliebet und dieses H. Sakrament zum Zeichen und Bande der Liebe eingesetzet hast. O Jesu, verbinde mein Herz also deinem Herzen, daß ich in Ewigkeit nicht von deiner Liebe geschieden werde. Ich freue mich über deine unendliche Vollkommenheit, Seligkeit und Liebwürdigkeit, und über alles Lob und Ehre, welches Dir deine Auserwählten und alle Geschöpfe jemals erwiesen haben und in Ewigkeit erweisen werden. Ich unterwerfe mich Dir und deinem H. Willen in allen Dingen, und verehre und umarme Dich mit allen Gefühlen von Ehrfurcht, Vertrauen, Liebe und Andacht. Alle Anhänglichkeit an die Geschöpfe übertrage ich auf Dich allein. Was alles ich in Ewigkeit thun oder leiden werde, soll zu deinem Lobe gereichen. Dein bin ich ganz: mache mit mir, was Du willst, jetzt und in Ewigkeit. Amen. Anbetung Chrifti im h. Sakramente. O Da mein Heiland und Seligmacher, Christe Jesu, wahrer Gott und Mensch, ich bekenne, daß Du hier im H. Sakramente wahrhaft mit Fleisch und Blut, mit Leib und Seele gegenwärtig bist, und bete Dich demüthiglich an. Wie vermag ich Dir zu vergelten, daß Du aus Liebe zu mir vom Himmel herabgestiegen bist, Dich auf dem Altare des Kreuzes für mich hingegeben, und Dich Gebete zu Jesu im heiligsten Sakramente. zum unsterblichen Denkmal deiner Liebe im h. Sakramente hinterlassen hast! O ihr himmlischen Geister, die ihr hier zu Tausenden euerm Gott und Herrn zu allen Diensten bereit stehet, lehret mich mit euch denselbigen mir verborgenen Gott hier gebührend erkennen, verchren, lieben, loben und anbeten, damit ich Ihn dereinst mit euch im Himmel ewiglich zu loben und zu preisen gewürdigt werde. Amen. 251 Lob des hochwürdigsten Sakramentes. Gelobt und gebenedeiet sey das allerheiligste Sakrament des Altares mit so vielen Lobsprüchen als Sterne am Himmel, Vögel in der Luft, Tröpflein im Meere und Sandkörnlein auf Erden; als Blumen im Frühling, Körner im Sommer, Blätter im Herbste und Schneeflöckchen im Winter sind; denn hier ist das lebendige Brod, das vom Himmel zur Erde gekommen ist und alle Güter in sich begreifet. Gelobt und gebenedeiet sey das allerheiligste Sakrament so viel mal als aller Menschen Zungen aussprechen und aller Herzen erdenken und wünschen können; denn hier ist das unbefleckte Lamm, durch dessen Blut wir gereinigt und erlöset sind. Gelobt und gebenedeict sey das allerheiligste Sakrament mit ſo vielen Lobsprüchen, als alle Engel und Heiligen hervorbringen, erdenken können; denn Du bist ihrer würdig, o Christe Jesu, der Du nicht nur deine Menschheit, sondern auch deine Gottheit mir zur Speise gegeben, Du mein Herr und mein Gott, in Wahrheit lobwürdig und herrlich und hoch erhoben in Ewigkeit. Bitte. Oholdseligster Jesu, in dem uns alle Güter zufließen, und durch den alle Uebel von uns abgewendet werden: wende von mir ab alle Eitelkeit, allen Geistes- Hochmuth, alle Fleischeslust, alle Leichtfertigkeit der Zunge, alle Verachtung der Armen, alle Habsucht und alles was deiner göttlichen Majestät mißfällig ist; auf daß ich Dir meinem Gott in Wahrheit diene und mit vollkommenem Herzen Dich lobe und preise in Ewigkeit. Amen. Am Freitage. Selbstaufopferung und Anbefehlung. Oliebreichster Jesu, dein eigen will ich seyn in Ewigkeit, mit herzlicher Bitte, Du wollest hingegen auch mein eigen seyn.. Berge mich in dein liebevolles Herz und laß mich nimmer davon geschieden werden. Sey mein Trost im Leben, im Tode meine Wegzehrung, und in der Ewigkeit mein Lohn. Darum bitte ich Dich für mich und alle meine Freunde, durch deine Thränen und Schweißtropfen und dein H. Blut. Amen. 252 Bitte um den Segen. Segne mich, o Jesu, mit dem Vater und dem h. Geiste, und verleihe mir die Gnade, daß ich immer und in allen Dingen deinen heiligsten Willen erfüllen und Dich im allerheiligsten Sakramente zur Zeit meines Hinscheidens empfangen und also ewiglich mit Dir vereinigt seyn möge. Amen. Am Freitage. Tagszeiten vom heiligen Kreuze. Zu der Metten. Durch das Zeichen des H. Kreuzes erlöse uns, o Gott, von unsern Feinden. v. Herr, öffne meine Lippen, R. . . Und mein Mund wird dein Lob verkündigen. Gott, merke auf meine Hülfe, Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater zc. Lobgesang. Gottes Wort, des Vaters Sohn, Gott von gleichem Wesen, Welcher Mensch geworden ist, uns vom Fluch zu lösen, Als der Herr verrathen ward, und gelegt in Banden. Morgens früh zur schnellen Flucht sich die Jünger wandten, Tagszeiten vom H. Kreuze. 253 Ant. O du ehrwürdiges Kreuz, das uns Elenden das Heil gebracht, mit welchen Lobsprüchen soll ich dich erheben! denn du hast uns das himmlische Leben bereitet. V. Wir beten Dich an, o Christe, und benedeien Dich. B. Denn durch dein H. Kreuz hast Du die Welt erlöset. Gebet. O Herr Jesu Christe, Sohn des lebendigen Gottes, stelle dein Leiden, Kreuz und Tod zwischen dein Gericht und meine Seele, jetzt und in der Stunde meines Todes; verleihe mir deine Gnade und Barmherzigkeit, den Lebendigen und Abgestorbenen Nuhe und Vergebung der Sünden, deiner Kirche Friede und Eintracht und uns Sündern die ewige Glorie und Seligkeit. Der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Zu der Prim. Durch das Zeichen des H. Kreuzes erlöse uns, o Gott, von unsern Feinden. V. O Gott, merke auf meine Hülfe, B. Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2. Lobgesang. Zu Pilatus hingeführt in der ersten Stunde, Fälschlich klagen sie Ihn an aus der Zeugen Munde, Schlagen auf die Wangen Ihm, Wuth in frechen Blicken, Spei'n in Gottes Angesicht, das der Welt Entzücken. Ant. O siegreiches Kreuz und wunderbares Zeichen, hilf, daß wir im Himmelssaale zum Triumphe gelangen. Vers und Gebet wie zur Metten. Zu der Terz. Durch das Zeichen 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. In der dritten Stunde drauf, kreuz'ge", schreit die Rotte, Wirft den Purpurmantel Ihm um mit wüth'gem Spotte, 254 Am Freitage. Krönet mit dem Dornenkranz Ihm das Haupt voll Gnaden, Neißet Ihn zum Marterort mit dem Kreuz beladen. Ant. Christus wird zur schimpflichen Todesstrafe verdammt und hat am Kreuze die Bande unserer Sünde gebrochen. Vers und Gebet wie zur Metten. Zu der Sert. Durch das Zeichen, 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. In der sechsten Stunde wird Er an's Kreuz geschlagen, Mit den Mördern muß der Herr gleiche Strafe tragen; Galle reichen sie Ihm dar, als Jhn Durst bedränget, Höhnen frech das Gotteslamm, das am Kreuze hänget. Ant. Das Holz hat uns zum Knecht gemacht, das H. Krenz hat uns erledigt: die Frucht des Baumes hat uns verführet, der Sohn Gottes hat uns erlöset. Vers und Gebet wie zur Metten. Zu der Non. Durch das Zeichen, zc. wie zu der Prim. Lobgesang. In der neunten Stunde haucht Jesus aus sein Leben; Seht Ihn in des Vaters Hand seine Seele geben. Seine Seite wird durchbohrt von des Hauptmanns Lanze, Erd' erbebt, die Sonne läßt ab von ihrem Glanze. Ant. O großes Wert der Liebe! der Tod ist damals gestorben, als das Leben am Kreuze verschieden ist.. Vers und Gebet wie zu der Metten. Zu der Vesper. Durch das Zeichen, 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. Ab vom Kreuze nehmen sie Ihn in Abends Stille; In dem Geist verhüllet lag seiner Kräfte Fülle. Tagszeiten vom bittern Leiden. Solchem Tode gab Sich hin unsers Lebens Leben, Unsre Ehrenfrone lag, ach! von Schmach umgeben. Ant. O gebenedeites Kreuz! du allein warest würdig, den Schatz der Welt zu tragen. O süßes Holz, o süße Nägel, die ihr die süße Bürde getragen! du bist höher, denn alle Gedernbäume, an dir hat das Heil der Welt gehangen, an dir hat Christus obgesieget und der Tod den Tod auf ewig überwunden. Vers und Gebet wie zur Metten. Zu der Complet. . Durch das Zeichen des H. Kreuzes, n. Erlöse uns, o Herr, von unsern Feinden. . Bekehre uns, o Gott, unser Heiland, R. Und wende deinen Zorn von uns ab. . O Gett, merke auf meine Hülfe, B). Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. 255 Lobgesang. Drauf zum Grab' in später Stund' tragen Ihn die Seinen, Unsers ew'gen Lebens Pfand, Christi Leib, den reinen, Salben Jhn mit Spezerei'n, wie die Schrift verheißen; Ewig soll man seinen Tod, seine Liebe preisen. Ant. Heiland der Welt, mache uns selig, der Du uns durch dein Kreuz und Blut erlöset hast: hilf uns, wir bitten Dich, o unser Gott! Vers und Gebet wie zur Metten. Befehlung. Meiner Tagsgebete Kranz, Herr, dein Lob zu mehren, Milder Jesu, opfe' ich auf, Dir zu Preis und Ehren; Der Du liebend Dich für mich in den Tod gegeben, Nimm mich nach dem letzten Streit auf ins ew'ge Leben. Amen. Litanei vom bittern Leiden und Sterben Jesu Christi. Unser Herr Jesus Christus hat sich selbst erniedriget und ist gehorsam worden bis zum Tode, ja bis zum Tode des Kreuzes. 256 Litanei vom bittern Leiden. Darum hat Ihn auch Gott erhöhet und Ihm einen Namen gege= ben, der über alle Namen ist, damit im Namen Jesu sich beugen alle Kniee derer die im Himmel, auf Erden und unter der Erde sind: und alle Zungen bekennen, daß unser Herr Jesus Christus in der Herrlichkeit Gottes des Vaters iſt. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater von den Himmeln, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geiſt, Heilige Dreifaltigkeit ein einiger Gott, Jesu, der Du uns Menschen bis zu Ende geliebet, Jesu, der Du zum Zeichen deiner Liebe und zum Gedächtniß deines bittern Leidens uns dein Fleisch und Blut zur Speise gegeben hast, Jesu zu den Füßen deiner Jünger niedergebeugt, Jesu in der Todesangst mit Blutschweiß überronnen, Jesu vom Engel geſtärkt, Jesu von dem treulosen Judas mit einem Kusse verrathen, Jesu von den Knechten mit Stricken gebunden, Jesu von deinen Jüngern verlassen, Jesu dem Annas und Kaiphas als ein Missethäter vorgestellt, Jesu vom Knechte des Hohenpriesters in's Angesicht geschlagen, Jesu von falschen Zeugen angeklagt, Jesu des Todes schuldig erklärt, Jesu verspottet, bespieen, verhüllt und verhöhnt, Jesu von Petrus dreimal verleugnet, Jeju gebunden dem Pilatus überliefert, Jesu von Herodes in einem weißen Kleide verspottet, Jesu dem Mörder Barrabas nachgeſetzt, Jesu mit Geißeln zerschlagen und zerfleischet, Jeju mit dem Purpurmantel schimpflich bekleidet, Jesu mit Dornen gekrönt, Jesu mit einem Rohr aufs Haupt geschlagen, Jesu von den Juden mit einhelligem Geschrei zum Kreuze ge= fordert, erbarme Dich unser! Litanei vom bittern Leiden. Jesu zum schimpflichsten Tode verdammt, Jesu mit der Last des Kreuzes beladen, Jesu wie ein Lamm zur Schlachtbank geführet, Jesu unter der Last des Kreuzes oftmal zusammengesunken, Jesu deiner Kleider beraubt, Jesu mit Nägeln an's Kreuz geschlagen, Jesu am Kreuze von den Juden verspottet und gelästert, Jesu am Kreuze für deine Feinde zum Vater betend, Jefu am Kreuze dem Schächer das Paradies verheißend, Jesu am Kreuze den Jünger Johannes deiner Mutter zum Sohne empfehlend, Jesu am Kreuze in höchster Betrübniß rufend: Mein Gott, mein Gott, wie hast Du mich verlaffen! Jesu am Kreuze mit Galle und Essig getränkt, Jesu am Kreuze rufend: Es ist vollbracht! Jesu am Kreuze mit dem letzten Worte deinen Geist in die Hände deines himmlischen Vaters befehlend, Jesu bis zum Tode des Kreuzes gehorsam, Jesu mit der Lanze durchbohrt, erbarme Dich unser! Sey uns gnädig, verschone uns, o Jesu! Sey uns gnädig, erhöre uns, o Jesu! Von allem Uebel erlöse uns, o Jesu! Von aller Sünde, Jesu unsere Sühnung geworden, Jesu durch deinen Tod uns die Thüre des ewigen Lebens eröffnend, Von Zorn, Haß und allem bösen Willen, Von Pest, Hunger und Krieg, Von allen Gefahren der Seele und des Leibes, Vom ewigen Tode, Durch deine unendliche Liebe, mit welcher Du uns dein Fleisch und Blut im Abendmahle hinterlassen hast, Durch deinen blutigen Angstschweiß, Durch deine Gefangenschaft und Verlassenheit von allen Jüngern, Durch deine grausame Geißelung, Durch deine schimpfliche und schmerzliche Krönung, Durch deine mühselige Kreuztragung, 257 17 erbarme Dich unser! erlöse uns, o Jeſu! 258 Am Freitage. Durch deine erbarmungswürdige Kreuzigung, Durch deine heiligen fünf Wunden, Durch dein H. Blut, das reichlich daraus geflossen, Durch deinen Durst, deine Thränen und deine Blöße, Durch deinen bittern Tod, In der Stunde unsers Todes, Am Tage des Gerichtes, Wir armen Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du unser durch dein bitteres Leiden und Sterben verschonest, Daß wir in Betrachtung deiner Bein und Marter alle Schmerzen und Krankheiten mit Geduld ertragen, Daß wir in Traurigkeit, Angst und Noth nicht verzagen, noch Dich erzürnen, Daß wir alle Schmach, Verspottung, Armuth und Widerwärtigkeit von deiner Hand bereitwillig annehmen, Daß wir falsche Anklage und ungerechtes Urtheil nach deinem Beispiel stillschweigend ertragen, Daß Du uns zu wahren und beständigen Liebhabern des Kreuzes machest, Daß Du uns die Früchte deines Leidens mittheilen wollest, Daß Du am Stamme des Kreuzes erhöht uns von der Erde zu Dir hinauf zichen wollest, Daß wir durch die Kraft deines Kreuzes den Teufel, die Welt und das Fleisch überwinden mögen, Daß wir in deinem h. Blute von allen Sünden gereinigt werden, Daß Du uns verleihest unser Kreuz täglich auf uns zu nehmen und Dir bereitwillig nachzutragen, Daß aus Liebe gegen Dich uns die Welt und wir der Welt gekreuzigt seyen, Daß Du unser Fleisch sammt seinen Lastern und Begierlichfeiten kreuzigen wollest, Daß Du uns durch dein Kreuz und deinen bittern Tod in unsern Todesnöthen stärken und beschüßen wollest, Daß Du uns durch dein Kreuz in deine Glorie einführen wollest, erlöse uns, D Jesu! wir bitten Dich, erhöre uns! Litanei vom bittern Leiden. 259 Jesu Christe, für uns geängstigt, verspottet, gegeißelt, gekrönt und gefreuzigt, wir bitten Dich, erhöre uns! O Du Lamm Gottes, welches Du dahinnimmst die Sünden der Welt, verschone unser, o Jesu! O Du Lamm Gottes 2c., erhöre uns, o Jesu! O Du Lamm Gottes 2c., erbarme Dich unser, o Jeſu! Jesu, Du Gekreuzigter, höre uns! Jesu, Du Gekreuzigter, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. t. Sie haben durchgraben meine Hände und Füße; R. Sie haben gezählet alle meine Gebeine. . Ich bin wie Wasser ausgeschüttet, R. Und alle meine Gebeine sind zerstreut. . Mein Herz ist geworden wie geschmolzenes Wachs, Inmitten meines Leibes. R. . Meine Kraft ist verdorret wie eine Scherbe, R. Meine Zunge flebet an meinem Gaumen. *. Alle, die Mich gesehen, haben mich verlachet; R. Sie haben den Mund aufgesperrt und den Kopf geschüttelt. V. Sey, o Herr, eingedenk deiner Erbarmnisse, R). Und deiner Barmherzigkeit, die von Anbeginn gewesen sind. V. Sieh' an meine Erniedrigung und Mühseligkeit, R. Und vergieb mir alle meine Missethaten. *. Wir beten Dich an, o Christe, und benedeien Dich. R. Denn durch dein H. Kreuz hast Du die Welt erlöset. . Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. O Herr Jesu Christe, der Du vom Himmel aus deines Vaters Schooß zur Erde herabgestiegen bist, und dein kostbares Blut zur Vergebung unserer Sünden vergossen hast; wir bitten Dich demüthiglich, Du wollest uns am Tage des Gerichtes zu deiner Rechten die Worte hören lassen: Kommt, ihr Gebenedeite! Der Du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Ewigkeit. Gebetlein um ein seliges Ende. Mein Herr Jesu! durch die Bitterkeit, welche Du um meinetwillen am Stamme des Kreuzes gelitten hast, besonders da beine 17* Am Freitage. gebenedeite Seele verschieden ist, erbarme Dich meiner Seele in ihrem Hinscheiden. Amen. 260 Fünf Seufzer zu den h. fünf Wunden. O Christi Wunden roth, Hülf' in der letzten Noth, Mein Trost im bittern Tod. O Seite, Hände, Füß'! Mit Rüssen ich euch grüß, Ihr macht die Pein mir süß. Wenn euch berührt der Mund, Heil wird das Herz zur Stund, Die Seel' alsbald gesund. Bei euch, wann's Herz schon bricht, Der Mund auch nicht mehr spricht, Stirbt doch die Seele nicht. O Füße, Hände, Seit', Mein Sieg im letzten Streit, Pfand meiner Seligkeit! Zuflucht der Seele zu Jesu dem Gekreuzigten und seinen h. fünf Wunden. Vorbereitungsgebet. Zu deinen Füßen werfe ich mich nieder, o Du mein Bräutigam des Blutes, süßester Jesu, und grüße Dich aus Grund meines Her zens, um Dir meine schuldige Liebe und Dankbarkeit zu erzeigen. Sollte ich Dich nicht, o Jesu, aus ganzem Herzen und aus allen meinen Kräften lieben, da Du mich ohne Ziel und Maaß zu lieben nicht aufhörst? Du hast mich nicht allein in deine Hände und Füße, sondern auch in dein Herz mit großen, blutigen Zeichen eingeſchrie ben. O möchten deine h. fünf Wunden also mir ins Herz geschrieben werden, daß, wie Du meiner, so ich Deiner nie vergäße und Dich über alles unaufhörlich liebte! Jesu, mit welcher überströmenden Liebesgluth hast Du mich umfangen! Deine Hände und Füße, dazu dein schaßreiches Herz, hast Du mir eröffnen lassen, um daraus mit der unerschöpflichen Fülle himmlischer Güter mein Ver Gebete zum leidenden Heiland. 261 langen zu stillen. Was kann ich Dir dagegen erweisen? Deine h. fünf Wunden will ich demüthiglich begrüßen und meine Bitten und Anliegen bei ihnen niederlegen. O holdseligster Jesu, wolle mir Elenden den Zugang zu diesen Quellen des Lebens nicht verschließen. 1. Zu der H. Wunde des linken Fußes. Sey gegrüßt, o gebenedeite Wunde des linken Fußes meines Herrn Jesu Christi, die ich demüthig im Geiste küsse, Dich herzlich, o Jesu, bittend, Du wollest in Ansehung dieser deiner H. Wunde meine Füße aus den Stricken ziehen, die meine Feinde mir gelegt haben, und meine Seele vor dem tödtlichen Falle bewahren. Laß den Fuß der Hoffart mir nicht nahen, noch mich wandeln in wunderbaren Dingen, die über mich sind; sondern laß mich mit zerknirschtem Herzen und im Geiste der Demuth von Dir aufgenommen werden. Bei dieser deiner H. Wunde, o Jesu, lege ich nieder und opfere Dir auf all mein Kreuz und Leiden; laß dieses mit deinem Kreuz und Leiden verbunden seyn, und gieb mir die Gnade, alle Widerwärtigkeit und alles Elend Dir zu Liebe zu überwinden und allezeit deinem h. Willen gemäß zu leben. Amen. Vater unser 2c. 2. Zu der H. Wunde des rechten Fußes. Sey gegrüßt, o gebenedeite Wunde des rechten Fußes meines Herrn Jesu Christi, die ich demüthig im Geiste küsse, Dich herzlich, o Jesu, bittend, Du wollest in Ansehung dieser deiner H. Wunde meine Füße lehren den Weg deiner Gebote zu wandeln, damit ich von Tugend zu Tugend aufsteige, bis ich Dich, meinen Gott und Herrn, in Sion sehe. Bei dieser deiner H. Wunde lege ich all mein Glück und meine Wohlfahrt nieder, die mir die Anordnung deiner göttlichen Fürsehung gnädig hat zu Theil werden lassen, und opfere sie Dir auf, damit mein Geist sich nicht darob im Stolze erhebe und Dich, mein höchstes Gut, erzürne. Amen. Vater unser 2. Am Freitage. 3. Bu der h. Wunde der linken Hand.. Sey gegrüßt, o gebenedeite Wunde der linken Hand meines Herrn Jesu Christi, die ich demüthig im Geiste küsse, Dich, o Jesu, herzlich bittend, Du wollest, in Ansehung dieser deiner h. Wunde, Dich meiner Gebrechlichkeit und Unbeständigkeit erbarmen, mich in allen guten Vorsäßen bestärken, und mich deiner Liebe also genießen lassen, daß ich in Wahrheit sagen könne: Seine Linte ist unter meinem Haupte und seine Rechte hält mich umfangen. Bei dieser deiner H. Wunde lege ich all meine Sünden nieder, die ich wissentlich oder unwissentlich jemals begangen habe. Du wollest sie, o Jesu, mit deinem kostbarsten Blute abwaschen, damit sie mich nicht vor deinem göttlichen Richterstuhle verklagen und das Urtheil der ewigen Verdammniß von deiner Gerechtigkeit über mich rufen. Amen. Vater unser c. 262 4. Bu der h. Wunde der rechten Hand. Sen gegrüßt, o gebenedeite Wunde der rechten Hand meines Herrn Jesu Christi, die ich demüthig im Geiste füffe, Dich, o Jesu, herzlich bittend, Du wollest in Ansehung dieser deiner H. Wunde mir reichliche Gnade und Hüife gegen alle Angriffe meiner sichtbaren und unsichtbaren Feinde verleihen, und mich am jüngsten Tage zu deiner Rechten stellen, wo ich mit deinen Auserwählten die freudigen Worte hören werde: Kommt, ihr Gebenedeite meines Vaters, befizet das Reich, das euch von Anbeginn der Welt bereitet iſt. Bei dieser deiner H. Wunde lege ich nieder und opfere Dir auf, o Jesu, alle meine guten Werke, die ich jemals durch deine Gnade verrichtet habe, mit demüthigster Bitte, Du wolleft sie, mit deinen heiligsten Werken vereinigt, deinem himmlischen Vater darbringen, und ihre Mangelhaftigkeit durch deine unendlichen Verdienste ersetzen. Amen. Vater unser 2c. 5. Zu der h. Seitenwunde. Sey herzlich gegrüßt, o gebenedeite Seitenwunde meines Herrn Jesu Christi! Sey gegrüßt, Du Brunnquell der Liebe, Du Schatzkammer aller Gnaden, Du Ruhestätte meiner Seele! Darf ich Gebete zum leidenden Heiland. 263 wagen, o holdseligster Jesu, mich diesem h. Altare, diesem innersten Heiligthume, zu nahen und vor Liebe brennend dein mildes Herz zu küssen? Durch deine unendliche Gütigkeit bitte ich Dich, o mein Jesu, Du wollest mich dieser Tröstung nicht berauben, und mich von diesem Hause meiner Zuflucht nicht ausschließen. Wohlan denn, meine bekümmerte Seele, eile vertrauensvoll zu dem Brautgemach deines süßesten Bräutigams, hier entledige dich aller Sorgen und Beschwerden, die dich niederdrücken; hier erfülle deine Begierden und Wünsche; hier ruhe im süßesten Frieden. Schon bedünkt mich, o Jesu, ich sey von deiner Liebe geführt, durch die liebreichste Wunde deiner H. Seite zu deinem Herzen eingelassen. Hier bitte ich Dich, o Jesu, in tiefster Demuth, aus allen Kräften meiner Seele, verzeihe mir, was immer ich mit dem Herzen, mit dem Munde oder im Werke gegen Dich gesündigt habe. Durch dieses H. Bad deines Blutes reinige mein Herz, und drücke ihm die Gestalt deines gebenedeiten Herzens ein; entzünde es mit dem Feuer deiner Liebe, damit es fünftig nichts außer Dir suche oder begehre, sondern Dich in allem und über alles ohne Maß und Ziel liebe. Bei dieser deiner H. Herzenswunde, mein Jesu, lege ich alle Begierden und Wünsche meines Herzens nieder. Verbinde mein Herz, ich bitte Dich, also mit deinem Herzen, daß es nie davon getrennt werde und ich in Wahrheit mit dem Apostel ausrufen könne: Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst, Hunger oder Blöße, Gefahr oder Verfolgung, oder Schwerdt? Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, noch Engel, noch Fürstenthum, noch Kräfte, noch was gegenwärtig, noch was zukünftig ist, noch Stärke, noch Höhe, noch Tiefe, noch irgend eine andere Creatur uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die ist in Christo Jesu unserm Herrn. Amen. Vater unser 2c. Eine andere Weise die h. fünf Wunden zu begrüßen. Frei nach des H. Bernhards Lied: Salve mundi salutare. 1. Zu den h. Füßen Jesu. Dich, o Heil der Welt, zu grüßen, Fall' ich, Jesu, Dir zu Füßen; 264 Am Freitage. Meine Sünden zu beweinen, Laß dein Gnadenlicht mir scheinen, O Jesu, süße Wonne mein. Heil'ge Füße! ach, sie haben Ganz mit Nägeln sie durchgraben; Wer, erblickt er deine Schmerzen, Muß nicht inniglich im Herzen Mit Dir, o Jesu, traurig seyn! Laß von deinem bittern Leiden Meine Seele nimmer scheiden; Wann mich beugen meine Sünden, Laß bei Dir mich Zuflucht finden, Jesu, zu den Füßen dein. 2. Zu den H. Händen. Heil'ge Hände, seyd gegrüßet, Draus uns Menschen Heil entsprießet; Weh, durchbohret sind die Hände, Draus uns süße Segensspende. Verleihet deine Gütigkeit. Meine Seele trägt Verlangen, Daß von euch sie werd' umfangen; Dank euch für die herben Wunden, Die mich fest an euch gebunden, Ihr tragt mit mir mein Kreuz und Beid. Euch, ihr Hände, ich befehle Meinen Leib und meine Seele; Haltet mich im Stand der Gnaden, Daß ich nicht, mit Schuld beladen, Verstoßen sey in Ewigkeit. 3. Zu der H. Seite. Seitenwunde, seyy gegrüß Draus ein Lebensquell uns fließet; Die, wenn uns der Feind bedräuet, Kraft zum Kämpfen uns verleihet, Und uns erquickt in Streites Noth. Gebete zum leidenden Heilande. Hier find' ich das wahre Leben, Ruhe wird mir hier gegeben; Hier wird's wohl dem bangen Herzen, Auch im Drang der höchsten Schmerzen, In Wonne kehrest du den Tod. Laß in Dir mich Ruhe finden, Meinem Jesu mich verbinden; Keine Schätze, keine Ehren, Nichts will je mein Herz begehren, Denn Dich allein, mein Herr und Gott. 265 Ein anderes Gebet zu den h. fünf Wunden Christi. Ich bitte Dich, o Herr Jesu, durch jene segensreichen Wunden, welche Du am Kreuze für unser Heil gelitten hast, aus denen das kostbare Blut unserer Erlösung geflossen ist: verwunde meine sündige Seele, für welche Du auch hast sterben wollen; verwunde sie mit dem glühenden starken Pfeile deiner überschwänglichen Liebe, auf daß meine Seele sagen könne: Deine Liebe hat mich verwundet, und aus dieser Liebeswunde Tag und Nacht reichliche Thränen fließen. Durchbohre, o Herr, durchbohre meinen harten Sinn mit dem sanften und starken Speere deiner Liebe, und laß deine gewaltige Kraft mein Innerstes durchdringen. Der Du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet vom Leiden Christi. O Gott, der Du für das Heil der Welt haft wollen geboren, beschnitten, von den Juden verworfen, von Judas mit einem Kusse verrathen, mit Stricken gebunden, wie ein unschuldiges Lamm zur Schlachtbank geführet, dem Annas, Caiphas, Pilatus und Herodes vorgeführt, fälschlich angeklagt, gegeißelt, bespieen, mit Dornen gefrönt, mit Backenstreichen ins Angesicht, mit einem Rohr aufs Haupt geschlagen, mit einer Hülle über die Augen verhöhnt, verurtheilt, entblößet, ans Kreuz genagelt, den Mördern zugesellet, mit Galle und Essig getränket und mit einem Speer verwundet werden: ich bitte Dich, o Herr, durch diese deine verdienstvollen Schmerzen, welche ich Unwürdiger jetzt betrachte, und durch dein H. Kreuz und deinen Tod, Du wollest mich von der Qual der Hölle befreien und 266 Am Freitage. dorthin führen, wohin Du den mit Dir gefreuzigten reumüthigen Schächer geführet hast, der Du mit dem Vater und dem h. Geiste wahrer Gott lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Gegrüßet seyst du h. Haupt unseres Heilandes Jesu Christi, vor welchem alle Mächte erzittern, um unsertwillen mit Dornen gekrönt und mit einem Rohr geschlagen. Gegrüßet seyst du schönstes Antlitz unseres Heilandes Jesu Christi, unserthalben bespieen und mit Backenstreichen geschlagen. Gegrüßet seyd ihr holdseligsten Augen unseres Heilandes Jesu Christi, unsertwegen mit Thränen übergossen. Gegrüßet seyst du honigfließender Mund und süßeste Kehle unseres Heilandes Jesu Christi, um unsertwillen mit Galle und Essig getränkt. Seyd gegrüßt ihr edelsten Ohren unseres Heilandes Jesu Christi, unsertwegen mit Schmäh- und Scheltworten beleidigt. Sey gegrüßt du demüthigster Hals und heiligster Rücken Jesu Christi, für uns hart geschlagen und gegeißelt. Seyd gegrüßt ihr ehrwürdigen Hände und Arme unseres Herrn Jesu Christi, unfertwegen am Kreuze ausgespannt. Sey gegrüßt du allerreinste Brust unseres Heilandes Jesu Christi, für uns im Leiden geängstigt. Sey gegrüßt du glorwürdige Seite unseres Herrn Jesu Christi, unsertwillen mit des Kriegers Speer' durchstochen. Seyd gegrüßt ihr gnädigen Kniee unseres Heilandes Jesu Chriſti, für uns im Gebete gebogen. Seyd gegrüßt ihr ehrwürdigen Füße unseres Herrn Jesu Chrifti, für uns mit Nägeln durchbohrt. Sey gegrüßt du ganzer Leib unseres Heilandes Jesu Christi, unsertivegen ans Kreuz geheftet, verwundet, gestorben und begraben. Sey gegrüßt du allerköstlichstes Blut vom Leibe unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi, reichlich für uns vergossen. Sey gegrüßt du allerheiligste Seele unseres Heilandes Jesu Christi, um unsertwillen am Kreuze in die Hände deines Vaters befohlen. In alle deine H. Glieder befehle ich Dir heute und alle Tage meine Seele, mein Leben, mein Herz und meinen Leib, alle meine Sinne und Werke, alle Freunde und Wohlthäter, Kinder und Ver Gebete zum leidenden Heilande. 267 wandte, die Seelen meiner Eltern, Brüder und Schwestern und aller meiner Freunde und Feinde, damit Du uns da beschüßen, erlösen und beschirmen wollest wider alle Nachstellungen unserer sichtbaren und unsichtbaren Feinde, jetzt und in Ewigkeit. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst du 2c. ( Dreimal.) Gebet von den sieben Blutvergießungen Christi wider die sieben Hauptsünden. 1. Bei der Beschneidung. Wider die Hoffart. O Jesu, Heiland der Welt, der Du am achten Tage nach deiner menschlichen Geburt Dich der Beschneidung unterworfen hast, um uns dadurch ein Beispiel wahrer Demuth und vollkommenen Gehorsams zu hinterlassen; ich bitte Dich durch dein unschuldiges in zarter Kindheit für mich vergossenes Blut, Du wollest mir allen Hochmuth benehmen und ein demüthiges Dir wohlgefälliges Herz verleihen. Amen. 2. Im Garten. Wider Fraß und Völlerei. O Jesu, Du unüberwindlicher Held und Beschirmer meiner Seele, der Du aus unaussprechlicher Angst und Traurigkeit im Garten Blut geschwißet, um alle Sünden, die aus Unmäßigkeit seit dem Genusse der verbotenen Frucht bis an's Ende der Welt begangen werden, zu tilgen; bezähme durch dieses dein H. Blut alle Lüsternheit meines Gaumens, und treibe mich an, in Dir, meiner wahren Seelenspeise, fortan alle Ergöglichkeit zu suchen. Amen. 3. Bei der Geißelung. Wider die Unkeuschheit. Jesu, Du Bräutigam aller keuschen Seelen, der Du deinen jungfräulichen Leib hast entblößen und grausam zergeißeln lassen, um dadurch meine unverschämten Wollüste und schmählichen Verweichlichungen des Leibes abzubüßen; ich bitte Dich durch dieses reichlich vergossene Blut, durchstich mein Fleisch mit dem heilsamen Stachel deiner Furcht, damit ich mich jederzeit vor deinem strengen Gerichte fürchte und Dich nimmer durch Unkeuschheit beleidige. Amen. 4. Bei der Krönung. Wider den Zorn. O Jesu, Du König der Ehren, wie schimpflich und schmerzlich 268 Am Freitage. ist dein H. Haupt mit Dornen gekrönt und mit einem Rohre geschlagen worden! und dennoch hast Du nicht den geringsten Born oder Unwillen gezeigt; durch dieses dein h. Blut, daß aus deinem gebenedeiten Haupte gepreßt worden, gieb, daß mich der Zorn nie jählings übereile, sondern daß ich deiner Güte und Sanftmuth allezeit nachfolge. Amen. 5. Bei Abziehung der Kleider. Wider den Geiz. O Jesu, Du Ursprung und Spender aller Gaben und Gnaden, der Du dein heiliges Kleid, welches an deinem blutigen Leibe anklebte, bereitwillig haft abziehen und dadurch alle deine Wunden erneuern lassen; kraft dieser Blutvergießung entreiße mir die Neigung zu den zeitlichen Gütern, und gieb mir die Gnade, Dir zu Liebe den Armen und Dürftigen allezeit nach Kräften beizustehen. Amen. 6. Bei der Kreuzigung. Wider den Neid. O Jesu, Du Brunnquell der Gütigkeit, wie reichlich hast Du dein heil. Blut aus Händen und Füßen am Stamme des Kreuzes zum Heile aller Menschen, selbst deiner Kreuziger, vergossen; nimm hinweg, kraft dieses Blutes, allen Neid, alle Mißgunst aus meinem Herzen und verleihe, daß ich allen Menschen die zeitliche und ewige Wohlfahrt anfrichtig gönne und bei allen Gelegenheiten dieſelbe zu befördern trachte. Amen. 7. Bei Eröffnung der h. Seite. Wider die Trägheit. O Jesu, Du Leben aller Menschen, Du hast deinen H. Leib selbst nach deiner Verscheidung am Kreuze mit einem Speere durch hoben lassen, um auch noch im Tode unser Heil zu wirken; o laß aus deiner offenen Seite das heil. Blut und Wasser über meine in Todesschlaf der Sünde versunkene Seele fließen, damit sie aus ihrer Trägheit erwache, und endlich anfange, Dich o Jesu, herzlich zu lieben und Dir mit beharrlichem Eifer bis in den Tod zu dienen. Amen. Gebet von den sieben Worten Christi am Kreuze. Herr Jesu Christe, du Sohn des lebendigen Gottes, der Du am Kreuze hangend gesagt hast: Vater, vergieb ihnen, Gebete zum leidenden Heilande. 269 denn sie wissen nicht, was sie thun; gieb, daß ich Dir zu Liebe allen, die mir Uebels gethan haben, gerne verzeihe. Und der Du dem Schächer tröstlich zugesprochen: Heute wirst du bei mir seyn im Paradiese; laß mich also leben, daß ich in meiner Todesstunde gleicherweise von Dir hören möge: Heute wirst du bei mir im Paradiese seyn. Und der Du zu deiner Mutter gesagt haft: Weib, sieh deinen Sohn, und zum Jünger: sieh deine Mutter; gieb, daß die wahre Liebe mich deiner Mutter zugeselle, und mich mit ihr auf das vollkommenste vereinige. Und der Du mit lauter Stimme gerufen: Mein Gott, mein Gott, wie hast Du mich verlassen! laß mich in aller Angst und Noth ausrufen: O Vater, o Herr, erbarme Dich meiner! hilf mir, mein König und mein Gott, der Du mit deinem Blute mich armen Sünder erlöset hast. Und der Du gesagt haft: Mich dürftet, gieb, daß mich immer dürfte nach Dir, dem Brunnen des lebendigen Wassers. Und der Du nach vollzogenem Willen deines himmlischen Vaters gesprochen hast: Es ist vollbracht, laß mich ebenfalls meinen Lebenslauf nach deinem göttlichen Willen in Gnaden vollbringen. Und der Du endlich dein Leben mit den Worten: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, beschlossen hast; gieb, daß ich mit denselben Worten mein Leben beschließe, und meine Seele von Dir hören möge: Komm, meine Freundin, meine Geliebte, meine Braut, geh ein in mein Neich, und freue dich dort mit allen meinen Engeln und Heiligen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet um Christi blutiges Antlig also in unser Herz einzi drücken, wie es in Mariä Herz und Veronika's Schweißtuch eingedrückt gewesen. Ist dieß dein göttliches Angesicht, o Du Schönster unter den Menschenkindern! ist dieß das Antlitz, welches die Engel immer zu schauen gelüftet? Dein H. Haupt seh ich, o König der Ehren, mit Dornen gekrönt, deine Stirne mit Blut überronnen, deine Lippen in Todesfarbe erblichen. Wer denn hat Dich so grausam mißhandelt? Ach, meine Sünden haben diese Grausamkeit verübt! und ich soll noch zu sündigen fortfahren! Laß, o Jesu, mein Herz vor Liebe 270 Am Freitage. und Leid zerspringen! Du hast mich bis in den Tod geliebt, und ich sollte Dir diese Liebe mit Sünden vergelten! Wie kann ich, o Jesu, vor deinem Angesicht bestehen? Doch deine Gütigkeit und Liebe gegen die Sünder ist so groß, daß Du sie sogar deines Russes gewürdigt; diese überschwängliche Liebe giebt mir Muth und Vertrauen, zu Dir, o Jesu, meine Zuflucht zu nehmen und dein väterliches Angesicht mit einem herzlichen Kusse unterthänigst zu begrüßen, in Demuth bittend, Du wollest dein heiliges Angesicht also auf mein sündhaftes legen, wie der Prophet Elisäus an jenem todten Kinde gethan, und dadurch demselben das Leben wiedergegeben hat. Aus deinem Munde, o Jesu, schöpfe ich deinen lebendigmachenden Geist, damit ich mit dem Apostel sagen könne: Jch lebe, aber nunmehr nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Dein demüthiges, dornengekröntes Haupt dämpfe in mir alle Hoffart und Eitelkeit des Lebens; deine göttlichen Augen mögen dieser Welt Begierlichkeit verscheuchen, deine blutlosen Lippen alle unordentlichen Regungen des Fleisches ersticken. O du liebes, bluttriefendes Antlig! präge dich also meinem Herzen ein, daß ich fortan nur dich als den Spiegel aller Schönheit anschaue, als den Quell aller Freude umfange, und als den Schatz aller Güter bewahre, und nur danach trachte, der klaren Anschauung deines Angesichts in deinem Reiche ewig zu genießen. Amen. Fünfzehn andächtige Gebete der heiligen Brigitta vom Leiden Christi. 1. Christi Leiden im Garten, Gefangennehmung, Verurtheilung 2c. Christe Jesu, Du ewige Süßigkeit aller Dich liebenden. Seelen, und beständige Freude derer die nach Dir verlangen; Du Heiland der Sünder, der Du deine Lust hast, bei den Menschenkindern zu wohnen, denen zu Lieb Du die menschliche Natur angenommen haft: gedente der großen Betrübniß und Bitterkeit, die Du in deiner Seele empfunden, als Du beim letzten Abendmahle deinen Jüngern dein Fleisch und Blut zur Speise gegeben, ihnen die Füße gewaschen und geküßt, und dein herannahendes Leiden verkündigt hast. Gedenke aller Aengsten und Schmerzen, die Du an deinem zarten Gebete zum leidenden Heilande. 271 Leibe vor dem Kreuzestode erlitten, als Du im Garten zu deinem himmlischen Vater kläglich gerufen und blutigen Schweiß vergossen hast, als Du von dem treulosen Judas mit einem Kusse verrathen, von der Kriegsrotte gefangen, zu den ungerechten Richtern geschleppt, von falschen Zungen angeklagt, in der auserwählten Stadt Jerusalem, um die Osterzeit, in der Kraft deiner Jugend unschuldig verurtheilt, deiner Kleider beraubt, mit Fäusten geschlagen, mit Stricken und Ruthen gegeißelt, mit Dornen gekrönet, mit einem Rohre verspottet und geschlagen und nach unsäglichen Qualen und Verhöhnungen zum schmählichsten Tode verdammt worden. Ich bitte Dich, o Jesu, durch die Erinnerung dieser vor deiner Kreuzigung erlittenen Schmerzen, Du wollest mir vor meinem Tode wahre Reue und wahres Leid, eine aufrichtige Beichte, würdige Genugthuung und Vergebung aller meiner Sünden verleihen. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. 2. Christi Anheftung an's Kreuz. O Jesu, Du Schöpfer der Welt, Du unermeßlicher Gott, der die Erde mit der Hand umspannt, gedenke des bittern Schmerzes, den Du gelitten, als die Henker deine allerheiligsten Hände und Füße mit stumpfen Nägeln durchbohrt und an's Kreuz geschlagen, und alle Glieder deines heiligen Leibes so grausam in die Länge und Breite des Kreuzes gedehnet, daß kein Gelenk unverrückt geblieben. Ich bitte Dich, in Erinnerung dieses bittersten Schmerzes, Du wollest mir deine heilsame Furcht und Liebe verleihen. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. 3. Christi Gebet für seine Feinde. Jesu, Du himmlischer Arzt, gedenke der Schwachheiten und Schmerzen, die Du, am Kreuze hangend, in deinen zerrissenen Gliedern erlitten hast. Wo giebt es einen Schmerz, der mit deinem Schmerze zu vergleichen wäre, da von deiner Fußsohle bis zum Scheitel deines Hauptes nicht Heiles an Dir war! und dennoch hast Du aller Schmerzen vergessend zu deinem himmlischen Vater für deine Mörder gefleht: Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun! Durch diese deine Barmherzigkeit und die dabei erlittenen Schmerzen verleihe, daß mir deines bittern Leidens Erinnerung zur vollkommenen Vergebung aller meiner Sünden gereiche. Amen. Vater unser ic. Gegrüßet seyst zc. Am Freitage. 4. Christi Verspottung am Kreuze. O Jesu, Du wahre Freude der Engel, Du Paradies der Ergöglichkeiten, gedenke deines Grams und Schreckens, als deine Feinde Dich wie grimmige Löwen umringten und Dich mit Schlägen, Stößen, Anspeien und andern unerhörten Greuelthaten peinigten und quälten: durch diese Peinen und Schmähungen und grausamen Qualen, welche deine Feinde Dir angethan, bitte ich Dich, erlöse mich von allen sichtbaren und unsichtbaren Feinden und laß mich unter dem Schatten deiner Flügel zum ewigen Heile gelangen. Amen. Vater unser 2. Gegrüßet seyst 2c. 272 5. Erhörung des Schächers am Kreuze. O Jesu, Du Spiegel der ewigen Liebe, gedenke der Traurigkeit, die Du empfunden, als Du im Spiegel deiner göttlichen Majestät neben der Zahl der Auserwählten, die durch dein Leiden selig werden sollten, auch die große Anzahl der verworfenen Gottlosen gesehen hast, welche sich muthwillig die ewige Verdammniß durch ihre Sünden zuziehen: durch die unergründliche Tiefe deiner Barmherzigkeit, mit welcher Du damals uns arme verlorene Sünder bemitleidet und zum Schächer am Kreuze gesprochen hast:„ Heute wirst du bei mir seyn im Paradiese", bitte ich Dich, o Jesu, erzeige mir Barmherzigkeit in meiner Todesstunde. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. 6. Christi Mitleiden mit Maria seiner Mutter. Jesu, Du liebreicher König und hochwerthester Freund, ge denke jener Betrübniß, die Du empfunden, als Du nackt und elend am Kreuze hangend, unter allen Freunden und Bekannten keinen fandest der Dich tröstete, als deine geliebte Gebärerin, welche in der Bitterfeit ihrer Seele Dir getreulich beistand und von Dir mit den Worten: Weib, sich deinen Sohn", deinem Jünger empfohlen 11 wurde. Durch das Schwerdt des Schmetzes, welches damals ihre Seele durchdrang, bitte ich Dich, o mildreichster Jesu, Du wollest mir in allen Aengsten und Nöthen des Leibes und der Seele beistehen und mir Trost verleihen in meiner Trübsal und in der Stunde meines Todes. Amen. Vater unser xc. Gegrüßet seyst 2c. 273 Gebete zum leidenden Heilande. 7. Christi Durst am Kreuze. O Jesu, Du Brunnquell der unerschöpflichen Güte, der Du aus innerstem Herzen am Kreuze gerufen: ,, Mich dürftet!" nämlich nach dem Heile des Menschengeschlechtes: ich bitte Dich, entzünde in unsern Herzen das Verlangen nach aller Vollkommenheit, und lösche und vertilge in uns den Durst fleischlicher Begierden und die brennende Luft nach weltlichen Freuden. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. 8. Christi bitterer Trank am Kreuze. O Jesu, Du Süßigkeit der Herzen und überschwängliche Lieblichkeit der Gemüther, durch die Bitterkeit des Essigs und der Galle, die Du für uns gekostet hast, gewähre uns, daß wir in der Todesstunde dein heiligstes Fleisch und Blut zum Heile und Troste unserer Seelen würdig genießen mögen. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet seyft 2c. 9. Christi Klageruf am Kreuze. O Jesu, Du königliche Macht und Freude des Geistes, gedenke deiner Angst und deines Schmerzes, als Du, von den Juden verhöhnt, im Schrecken des Todes ausgerufen: ,, Mein Gott, mein Gott, wie hast Du mich verlassen!": durch diese deine Angst bitte ich Dich, verlasse uns nicht in unsern Aengsten, Herr, unser Gott. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. 10. Christi unaussprechliche Marter am Kreuze. O Jesu, Du Anfang und Ende, Du Leben und Kraft in aller Zeit, erinnere Dich, daß Du vom Scheitel des Hauptes bis zu den Fußsohlen Dich für uns in das Meer des Leidens versenkt hast: durch die Länge und Breite deiner Wunden, lehre mich dein Gesetz, das ich nur zu oft durch meine Sünden übertreten, nach seiner ganzen Ausdehnung in wahrer Liebe erfüllen. Amen. Bater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. 11. Tiefe der Wunden Christi. Jesu, Du Abgrund der Barmherzigkeit, durch die Tiefe deiner Wunden, welche das Mark deiner Gebeine und deine Eingeweide 18 Am Freitage. durchdrangen, bitte ich Dich: Du wollest mich tief in Sünden versenkten Menschen herausziehen, und in die Spalten deiner Wunden vor dem Angesichte deines Zornes verbergen, bis dein Grimm, o Herr, vorübergegangen. Amen. Vater unser 2. Gegrüßet seyst ic. 274 12. Menge der Wunden Christi. O Jesu, Du Spiegel der Wahrheit, Du Siegel der Einigkeit, Du Band des Friedens und der Liebe, gedenke der unzähligen Menge Wunden, welche deinen jungfräulichen Leib vom Haupte bis zu den Füßen bedeckten und mit deinem heiligsten Blute rötheten. Barmherzigster Jesu, was hättest Du für uns noch thun können, das Du nicht gethan hast? Schreibe, o Jesu, mit deinem kostbaren Blute alle deine Wunden meinem Herzen ein, auf daß ich in ihnen Lese deinen Schmerz und deinen Tod, und in beständiger Danksagung verharre bis zum Ende. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. 13. Sechstes Wort Christi: Es ist vollbracht. Jesu, Du starker Löwe, Du unsterblicher und unüberwindlicher König, gedenke deines Schmerzes, als Dir nach deinem heiligsten Willen alle Kräfte des Herzens und des Leibes schwanden und Du mit gesenktem Haupte riefest:„ Es ist vollbracht!" Durch diese deine Angst und Pein erbarme Dich meiner an meinem letzten Ende, wenn meine Seele sich ängstigt und mein Geist sich trübt. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. 14. Christi Befehlung in die Hände seines Vaters. O Jesu, Du eingeborener Sohn des allerhöchsten Vaters, Du Abglanz und Ebenbild seines Wesens, gedente der kräftigen Gmpfehlung, mit welcher Du dem Vater deinen Geist befohlen hast mit den Worten: In deine Hände, o Herr, befehle ich meinen Geist!" und dann mit zerrissenem Leibe, gebrochenem Herzen und lauter Stimme, die Eingeweide deiner Barmherzigkeit für unsere ErLösung öffnend, verschieden bist: durch diesen deinen fostbarsten Tod flehe ich zu Dir, Du König der Heiligen, stärke mich zum Widerstande gegen den Teufel, die Welt und das Fleisch, auf daß ich, der Gebete zum leidenden Heilande. 275 Welt gestorben, Dir lebe, und wann in der Stunde meines Absterbens meine Seele aus der Verbannung zu Dir wiederkehrt, nimm fie gnädig auf in deine ewige Freude. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. 15. Eröffnung der h. Seite. Jesu, Du wahrer und fruchtbarer Weinstock, gedente der überfließenden Vergießung deines Blutes, welches Dir wie einer gepreßten Traube reichlich entströmte, als Du am Kreuze die Kelter allein getreten, und von der Lanze des Kriegsknechtes in der Seite durchbohrt, Blut und Wasser vergossen hast, so daß kein Tröpflein in Dir geblieben, und Du wie ein Myrthenbüschlein hingest und dein zarter Leib verschmachtete: durch dieses dein bitterstes Leiden und deine kostbare Blutvergießung bitte ich Dich flehentlich, o süßer Jesu, nimm meine Seele auf nach ihrem Todestampfe. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. Schlußgebet. Herr Jesu Christe, Du Sohn des lebendigen Gottes, nimm dieses Gebet auf in jener überschwänglichen Liebe, mit welcher Du alle Wunden deines heiligsten Leibes getragen hast, und erbarme Dich über mich, deinen Knecht. Gieb allen Sündern, allen Christgläubigen, lebenden und abgestorbenen, Barmherzigkeit, Gnade, Verzeihung und das ewige Leben. Amen. Andächtiges Gebet vor einem Bilde des Gekreuzigten. ( Aus Merlo Horstius.) gütigster, liebreichster Jesu, zu Dir kehre ich zurück, nimm mich in Gnaden, auf. Aber ich erröthe und vergehe vor Schaam, wenn ich deine Wunden schaue, deine Dornenkrone anblicke, und erkenne, daß Du das alles um meinetwillen gelitten hast. Denn ich, ich bin es, der Dir jene grausamen Wunden schlug; ich habe Dir diese Dornenkrone auf das Haupt gedrückt, ich habe Dich an dieſes Kreuz geschlagen. Dwie groß ist deine Liebe, wie unendlich deine mildreiche Barmherzigkeit! Ich habe gesündigt, und Du büßest und leideſt für mich die Todesstrafe, die ich verschuldet. Ich war dein Feind, 18* 276 Am Freitage. und durch dein Kreuz machst Du mich zum Sohne; ich war Sklave, und Du erwirbst mir die Freiheit mit deinem Blute. O gewähre mir nur einmal, süßer Jesu, daß ich ganz in Liebe zu Dir entbrenne; dann will ich Dir, dem ich mich und alles verdanke, auch gern mein ganzes Leben weihen. Amen. Rosenkranz zu Ehren der h. fünf Wunden. 1. Beim Kreuze sprich: Unser Herr Jesus Christus hat Sich selbst erniedrigt und ist gehorsam worden bis zum Tode, ja bis zum Tode des Kreuzes. Ich glaube an Gott den Vater 2c. 2. Beim Antlig Christi sprich: Gott, unser Schützer, blick auf uns, und sieh an das Antlit deines Gesalbten. Vater unser 2. Bei den drei kleinen Körnern sprich: Gegrüßet seyst 2c. zu Ehren der Nägel, mit welchen Christi Hände und Füße durchbohrt worden. Nach dem dritter englischen Gruße sege hinzu: Heil'ge Mutter, dies bedenke, Deines Sohnes Wunden senke In des Herzens Tiefe mir. 3. Bei der H. Wunde der Seite Christi bitte um eine Wohnstätte in derselben und um die Liebe zu Jesu und Maria, sprechend: Erhör mich, süßer Jesu mein, Verbirg mich in die Wunden dein. Vater unser 2c. Bei den folgenden fünf kleinen Körnern sprich fünfmal den englischen Gruß und nach dem fünften sege hinzu: Heil'ge Mutter, dies bedenke, 2c. wie oben. 4. Bei der H. Wunde des linken Fußes bitte um wahre Neue und Vergebung deiner Sünden, sprechend: Erhör mich, süßer Jesu mein, 2c. wie oben. Vater unser 2c. und fünf Gegrüßet 2c. mit dem Zusage: Heil'ge Mutter, dies bedenke, zc. wie oben. Gebete zum leidenden Heilande. 277 5. Bei der H. Wunde des rechten Fußes bitte, mit dem Vorsage dich zu bessern, um die Gnade den Versuchungen zu widerstehen und an Tugend zuzunehmen, sprechend: Erhör mich, süßer Jesu mein, 2c. wie oben. Vater unser 2c. wie oben. 6. Bei der H. Wunde der linken Hand bitte um die Furcht Gottes und Befreiung von der ewigen Verdammniß, sprechend: Erhör mich, süßer Jesu mein, 2c. wie oben. Vater unser 2c. 7. Bei der H. Wunde der rechten Hand bitte um die ewige Seligkeit, sprechend: Erhör mich, süßer Jesu mein, 2c. wie oben. Vater unser 2c. So kehrest du zurück zur H. Seitenwunde und zum Herzen Jesu und sprichst zum Schlusse: Sieh, mein Jesu, meine Seele kehrt, wie die Taube Noah's, zu ihrer Arche zurück; denn wo soll sie sich sicherer niederlassen? Ja meine Seele, deine Taube, welche Du auf Erden gesandt, kehrt zurück zu den Spalten des Felsens, zu der Höhle der Mauer. ( Hohe Lied 2, 14.) . R. Am Samstage. Tagszeiten von der unbefleckten Empfängniß der allerfeligsten Jungfrau Maria. Zu der Metten. Deine Empfängniß, o Jungfrau Gottesgebärerin, hat der ganzen Welt Freude gebracht. Meine Lippen öffnet euch, singt und preist der hehren Unbefleckten Magd des Herrn Herrlichkeit und Ehren. Herrin, mir zu helfen eile, Und vor'm Feinde Schuß ertheile. Ehre sey dem Vater 2c. Alleluja. Am Samstage. Von Septuagesima bis Ostern sprich statt Alleluja: Lob sey Dir, o Herr, König der ewigen Glorie! 278 Lobgefang*). Weltgebieterin, gegrüßet Seyst du, Jungfrau der Jungfrauen, Königin des Himmels, süßer Morgenstern, zu dem wir schauen! Sey gegrüßt in Gnadenfülle, Und von Himmelslicht verkläret; Aller Welt sey deine Hülfe, Große Herrscherin, gewähret. Schon vom Anfang hat der Vater Seinem Wort, Jhm eingeboren, Wodurch alle Ding' erschaffen, Dich zur Mutter außerfohren. Drum Er herrlich dich geschmücket, Und als Braut dich hoch geehret, Daß allein von Adams Sünde Frei du bliebst und unversehret. Ant. Der Allerhöchste hat seine Wohnung geheiligt, Gott ist mitten in ihr, sie wird nicht erschüttert werden: am frühen Morgen wird ihr Gott helfen. *. Wie schön bist du, meine Freundin, wie schön bist du! R. Deine Augen sind wie Taubenaugen, hinter deinem Schleier. Gebet. Heilige Maria, Königin des Himmels, Mutter unseres Herrn Jesu Christi und Gebieterin der Welt, die du Niemanden verläsfeſt und Niemanden verschmähst: sich mich gnädig an mit den Augen deiner Barmherzigkeit, und erlange mir bei deinem geliebten Sohne Verzeihung aller meiner Sünden, auf daß ich, jetzt deine heilige Empfängniß mit herzlicher Andacht verehrend, im zukünftigen Leben den Lohn der ewigen Seligkeit erlange, durch unsern Herrn Jeſum *) Die Uebersegung des Hymnus ist aus J. E. Veith's Gebetbuch: Jesus meine Liebe. Tagszeiten von der unbefleckten Empfängniß. 279 Christum, den du als Jungfrau geboren, und der mit dem Vater und dem h. Geiste lebet und regieret in vollkommener Dreieinigkeit, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. V. Herrin, schüße mein Gebet, B. Und laß mein Schreien zu Gott gelangen. v. Paffet uns den Herrn loben, R. . R. Und Gott Dank sagen. Die Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden. Amen. Zu der Prim. Deine Empfängniß, o Jungfrau Gottesgebärerin, hat der ganzen Welt Freude gebracht. . Herrin, mir zu helfen eile, R). Und vor'm Feinde Schutz ertheile. Ehre sey dem Vater zc. Alleluja. Loblied. Sey gegrüßt, o weise Jungfrau, Haus, dem Höchsten eingeweihet, Goldner Opfertisch mit Säulen Siebenfältig eingereihet; Von der Erbschuld gift'gem Keime Durch die Vorsicht ausgenommen, Schon im Mutterschooß geheiligt, Eh' du auf die Welt gekommen; Pforte zu dem Heiligthume, Stern aus Jakobs Haus erschienen, Aller der Lebend'gen Mutter, Fürstin, der die Engel dienen; Schrecklich unserm Feind und furchtbar, Wie ein Heer in festen Reihen, Sichern Port und offne Zuflucht Mögst den Christen du verleihen! Ant. Wer ist diese, die hervortritt wie die aufgehende Morgenröthe, schön wie der Mond, prächtig wie die Sonne, furchtbar wie ein geordnetes Kriegsheer? 280 Am Samstage. Du bist ganz schön, meine Freundin, Und an dir ist keine Makel. Gebet. Heilige Maria, 2c. wie oben. Zu der Terz. Deine Empfängniß, o Jungfrau xc. wie zur Prim. . P. Loblied. Sey gegrüßt, Thron Salomonis, Unverwesne Bundeslade, Flammend Dorngesträuch von Horeb, Himmelsbogen, Bund der Gnade, Aarons Stab mit grünem Keime, Gedeons Vließ am Segensorte, Honigros', Samsons Geheimniß, Stets verschlossne Gottespforte! Denn wohl ziemt es dem erhabnen Sohn, der deine Brust gesogen, Vor der Makel dich zu wahren, Die uns Eva zugezogen; Drum Er dich, die Er zur hohen Gottgebärerin erwählet, Daß kein Uebel in dir wohne, Ganz mit Gnade hat beseelet. Ant. In die Sonne hat Er seine Wohnung gesetzt, und Er geht hervor wie ein Bräutigam aus seiner Kammer. . In den höchsten Räumen hab ich gewohnet, R. Und mein Thron war in der Wolkensäule. Gebet. Heilige Maria, 2c. wie oben. Zu der Sert. Deine Empfängniß, o Jungfrau 2c. wie zur Prim. Loblied. Sey gegrüßt, Jungfrau und Mutter, Tempel Gottes, des Dreieinen, Sig der makellosen Tugend, Lust der Engel und der Reinen; Tagszeiten von der unbefleckten Empfängniß. Trost für allen Gram hienieden, Luftgefild in Edens Mitte, Palme der Geduld, des Friedens, Hohe Geder keuscher Sitte; Erdreich, wunderbar gesegnet, Land der priesterlichen Würde, Ganz geheiligt, unbeschweret Von der Erbschuld harter Bürde; Stadt des Herrn, des Allerhöchsten, Pforte, die gen Aufgang führet, Dir, vor Allen einz'ge Jungfrau, Aller Gnaden Preis gebühret! Ant. Ihre Grundfesten sind auf den heiligen Bergen: der Herr liebet die Thore Sions mehr, denn alle Hütten Jakobs. . Herrliche Dinge sind von dir gesagt, du Stadt Gottes, R). Der Allerhöchste hat sie gegründet. Gebet. Heilige Maria, 2c. wie oben. Zu der Non. Deine Empfängniß, o Jungfrau 2c. wie zur Prim. Loblied. Sey gegrüßt, o Zufluchtsstätte, Davids Thurm auf Felsengrunde ,. Mit den Zinnen wohl versehen, Und mit Waffen in der Runde. Du, o Jungfrau, sonder Makel, Ganz in Gottes Lieb' entzücket, Hast die Macht des alten Drachen Nieder in den Staub gedrückct. Starke Frau, und Zier des Weltalls, Heldin Judith unbeweget, 281 Und holdsel'ge Abisai, Die den wahren David pfleget! Rachels Sohn war von der Vorsicht Für Aegyptens Heil erforen; 282 Am Samstage. Der die ganze Welt erlöset, Aus Maria ward geboren. Ant. Du bist die Ehre Jerusalems, du bist die Freude Israels, du bist die Herrlichkeit unseres Volkes. . Wie eine Lilie unter den Dornen, R. So ist meine Freundin unter den Töchtern. Gebet. Heilige Maria, c. wie oben. Zu der Vesper. Deine Empfängniß, o Jungfrau, ic. wie zur Prim. Loblied. Sey gegrüßt, o Stundenzeiger, Wo die Sonne rückgegangen, Um zehn Linien ihres Kreises, Als der Gottmensch ward empfangen; Um den Menschen aus dem Abgrund Zu dem Höchsten zu erschwingen, Will der Höchste eine Stufe Unter Engel sich verringen. Und mit neuem Glanz verschönet Durch der Gnadensonne Strahlen, Schimmerst du als Morgenröthe Ueber dunkeln Erdenthalen. Du, die Lilie unter Dornen, Haft des Drachen Haupt zertrümmert, Wie der Mond, so deine Schönheit, Dem Verirrten hülfreich schimmert. Ant. Der Herr sprach zur Schlange: Ich will Feindschaft segen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; und sie wird dir den Kopf zertreten. . Du bist gebenedeit unter den Weibern, R. Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. Gebet. Heilige Maria, c. wie oben. Tagszeiten von der unbefleckten Empfängniß. Zu der Complet. Deine Empfängniß, o Jungfrau Gottesgebärerin, hat der ganzen Welt Freude gebracht. 283 V. Durch deine Fürbitte, o Jungfrau, versöhnet, bekehre uns dein göttlicher Sohn, . Und wende ab seinen Zorn von uns. . Herrin, mir zu helfen eile, R). Und vor'm Feinde Schutz ertheile. Ehre sey dem Vater 2c. Alleluja. Loblied. Sey gegrüßt, o reinste Mutter, Jeffe's Zweig mit Himmelsblüthe, Mit dem Sternenkranz umwundne Königin der Mild' und Güte; Hoch erhöht ob allen Engeln, Unbeflecket, unversehret, Die zur Rechten steht des Königs, Hell im Goldgewand verkläret; Gnadenmutter, süße Hoffnung Aller, die vom Weg geschritten; Lichter Stern auf Meereswogen, Port für die, so Schiffbruch litten; Himmelsthor, für uns erbauet, Heil und Helferin der Kranken, Hilf uns deinen Sohn einst schauen, Amen. Ewig seiner Gnade danken. Ant. Ich bin eine Mutter der schönen Liebe, und der Furcht, und der Erkenntniß und der heiligen Hoffnung: bei mir ist alle Hoffnung des Lebens und der Tugend. . Tretet zu mir alle, die ihr ein Verlangen nach mir habt, R. Und ersättiget euch an meinen Früchten. Gebet. Heilige Maria, c. wie oben. Befehlung. Dieses Lob in Demuth wir Dir, o Jungfrau, bringen, 284 Am Samstage. Deiner Hoheit für und für Ruhm und Preis zu singen; Auf dem fernen Pilgergang Mütterlich uns leite, Schirm' uns unser Leben lang Und im letzten Streite. Die Lauretanische Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater von den Himmeln, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, empfangen ohne Makel, Heilige Gottesgebärerin, Heiligste Jungfrau der Jungfrauen, Mutter Christi, Mutter der göttlichen Gnade, Du reineste Mutter, Du keuscheste Mutter, Du ungeschwächte Mutter, Du unbefleckte Mutter, Du liebliche Mutter, Du wunderbarliche Mutter, Du Mutter des Schöpfers, Du Mutter des Erlösers, Du weiseste Jungfrau, Du ehrwürdige Jungfrau, Du lobwürdige Jungfrau, Du mächtige Jungfrau, Du gütige Jungfrau, Du getreue Jungfrau, Du Spiegel der Gerechtigkeit, Du Sitz der Weisheit, Du Ursache unserer Fröhlichkeit, bitte für uns! Du geistliches Gefäß, Du Gefäß der Ehre, Lauretanische Litanei. Du vortreffliches Gefäß der Weihe, Du mystische Rose, 285 Du Thurm Davids, Du elfenbeinener Thurm, Du goldenes Haus, Du Arche des Bundes, Du Pforte des Himmels, Du Morgenstern, Du Heil der Kranken, Du Zuflucht der Sünder, Du Trösterin der Betrübten, Du Hülfe der Christen, Du Königin der Engel, Du Königin der Patriarchen, Du Königin der Propheten, Du Königin der Apostel, Du Königin der Märtyrer, Du Königin der Beichtiger, Du Königin der Jungfrauen, Du Königin aller Heiligen, O du Lamm Gottes, welches du dahinnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, 2c. erlöse uns, o Herr! O du Lamm Gottes, erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! . Bitte für uns, o h. Gottesgebärerin, R). Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. bitte für uns! Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin! verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöthen, sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren. O du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau! unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin, versöhne uns mit deinem Sohne, befiehl uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne. Am Samstage. Wir bitten Dich, o Herr, Du wollest deine Gnade in unsere Herzen eingießen, auf daß wir, die wir durch des Engels Botschaft deines Sohnes, Christi, Menschwerdung erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung geführt werden, durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. 236 *. Bitte für uns, o allerseligster Joseph, R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Wir bitten Dich, o Herr, daß uns durch die Verdienſte des Bräutigams deiner heiligsten Gebärerin werde geholfen; damit, was unser Vermögen nicht erlangen kann, durch seine Fürbitte uns ge währet werde. Der Du lebest und regierest Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Kirchliche Antiphonen. 1. In der Adventszeit:. Alma Redemptoris Mater. Gnadenbeseligte Mutter des Herrn, o geöffnete Pforte Du des Himmels, und Meeresgestirn, nah helfend dem Volke, Welches versinkt und nach Rettung verlangt: du, welche den Schöpfer, Daß die Natur drob staunend erbebt, im heiligen Schooß trugst, Jungfrau zuvor und nach der Geburt: aus dem Munde des Engels Tönt dir der Gruß; o vernimm ihn, und trag mit uns Sündern Erbarmen. *. Der Engel des Herrn brachte Mariä die Botschaft; R. Und sie empfing von dem heiligen Geiste. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, Du wollest deine Gnade in unsere Herzen eingießen, 2c. wie oben. *. Die göttliche Hülfe bleibe allezeit bei uns. R. Amen. Von Christtag bis Mariä Reinigung wird nach obiger Antiphon folgendes gebetet: . Nach der Geburt bist du unversehrte Jungfrau geblieben; Gottesgebärerin, bitte für uns. R. Gebete zur allerfeligsten Jungfrau. Gebet. Gott, der Du durch die fruchtbare Jungfräulichkeit der seligen Maria dem Menschengeschlechte die Belohnungen des ewigen Heiles gewähret hast: wir bitten Dich, verleihe uns, daß wir die Fürbitte derjenigen empfinden, durch welche wir gewürdigt worden sind den Urheber des Lebens zu empfangen, deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum. Amen. *. Die göttliche Hülfe bleibe allezeit bei uns. R.. Amen. 2. Von Maria Reinigung bis Ostersonntag ausschließlich: Ave Regina coelorum. Himmelskön'gin, Heil und Ehre, Herrin, dir, der Engelchöre; Wurzel, Pforte außerforen, Draus das Licht der Welt geboren; Preis dir, Jungfrau, gnaderfüllte, Aller Schönheit schönstes Bilde; Heil'ger Liebe Ehrenkrone, Bitt' für uns zu deinem Sohne. . O würd'ge mich, zu preisen dich, Jungfrau, du hehre: R. Verleihe mir Stärke wider deine Feinde. 287 Gebet. Gewähre, barmherziger Gott, unserer Gebrechlichkeit Beistand, damit wir, das Andenken der heiligen Gottesgebärcrin verehrend, durch ihre hülfreiche Fürbitte von unsern Sünden erstehen. Durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. *. Die göttliche Hülfe bleibe allezeit bei uns. R. Amen. 3. Von Ostersamstag bis zum Samstag nach Pfingsten, ausschließlich: Regina Coeli laetare, Alleluja. Himmelskönigin, freue dich, Alleluja. Den du getragen würdiglich, Alleluja. 288 Am Samstage. Er erstand, wie Er verheißen, Alleluja. Bitt für uns zu Gott. Alleluja. *. Freue dich und frohlocke, o Jungfrau Maria, Alleluja. R. Denn der Herr ist wahrhaft erstanden. Alleluja. Gebet. Gott, der Du durch die Auferstehung deines Sohnes, unseres Herrn Jesu Christi, die Welt zu erfreuen Dich gewürdiget hast: verleihe gnädiglich, daß wir durch seine Gebärerin, die heilige Jungfrau, die Freuden des ewigen Lebens erlangen. Durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. *. Die göttliche Hülfe bleibe allezeit bei uns. R. Amen. Vom Samstag nach Pfingsten bis zum Advent. Salve Regina. Gegrüßet seyst du Königin, Mutter der Barmherzigkeit, unser Leben, unsere Süßigkeit, unsere Hoffnung, sey gegrüßt! Zu dir schreien wir elende Kinder Eva's, zu dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Thale der Zähren. O wende, du unsere Fürsprecherin, deine erbarmungsvollen Augen auf uns, und nach diesem Elende zeige uns Jesum, die gesegnete Frucht deines Leibes, o gü tige, o milde, o süße Jungfrau Maria. . Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin, R). Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Chriſti. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du den Leib und die Seele der glorreichen Jungfrau und Mutter Maria zu einer würdigen Wohnung deines Sohnes durch die Mitwirkung des H. Geistes vorbereitet hast: gieb, daß wir, die wir uns ihres Andentens erfreuen, durch ihre milde Fürbitte von den bevorstehenden Uebeln und von dem ewigen Tode gerettet werden. Durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. *. Die göttliche Hülfe bleibe allezeit bei uns. R. Amen. Lobgesang der seligsten Jungfrau. ( 3 preiset meine Seele den Magnificat anima mea DomiHerrn; num; Und es frohlockt mein Geist in Gott, meinem Heile. Denn Er hat angesehen die Niedrigkeit seiner Magd; siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter. Denn große Dinge hat Er an mir gethan, der da mächtig ist, und heilig ist sein Name, Und seine Erbarmung währet von Geschlecht zu Geschlecht, über alle die Ihn fürchten. Er hat Gewalt geübt mit seinem Arm; Er hat zerstreuet die da waren stolz in ihres Herzens Sinn. Von den Thronen hat Er die Mächtigen gestürzt, und die Niedrigen erhöhet. Die Hungrigen hat Er mit Gütern erfüllet, und die Reichen leer entlaffen. Er hat Israel, seinen Knecht, aufgenommen, eingedenk seiner Barmherzigkeit, Gleichwie Er verheißen hat unsern Vätern, dem Abraham und jeinen Nachkommen in Ewigfeit. Ehre sei dem Vater 2. Et exultavit spiritus meus in Deo salutari meo. Quia respexit humilitatem ancillae suae; ecce enim et hoc beatam me dicent omnes generationes. 289 Quia fecit mihi magna qui potens est, et sanctum nomen ejus, Et misericordia ejus a progenie in progenies, timentibus eum. Fecit potentiam in brachio suo, dispersit superbos mente cordis sui. Deposuit potentes de sede, et exaltavit humiles. Esurientes implevit bonis divites dimisit inanes. Suscepit Israel puerum suum, recordatus misericordiae suae. Gloria Patri etc. bonis, et Sicut locutus est ad patres nostros, Abraham et semini ejus in saecula. 19 290 Verschiedene gebete zur allerfeligsten Jungfrau Maria. Gebet des h. Augustinus. O seligste Jungfrau Maria, wer könnte dir würdiglich lobsingen und danfsagen, da du durch deine Zustimmung in den Gruß des Engels der verlorenen Welt zu Hülfe gekommen bist? Welche Lobsprüche soll dir das gebrechliche Menschengeschlecht darbringen, da es allein durch deine Vermittelung den Zutritt zur Aussöhnung mit Gott erlangt hat? Nimm also an unsere Danksagungen, wenn sie auch noch so dürftig und deiner Verdienste unwürdig sind; und wenn du unsere Gebete aufgenommen hast, dann erlange uns durch deine Fürbitte Nachlassung unserer Schuld. Trage unsere Bitten in das Heiligthum der Erhörung, und bringe uns wieder das Heilmittel der Versöhnung. Durch dich werde verziehen, um was wir durch dich bitten, durch dich werde erlangt, was wir durch dich vertrauensvoll begehren. Nimm an, was wir bringen; gewähre, warum wir flehen; entsühne, was uns ängstigt: denn du bist die einzige Hoffnung der Sünder, durch dich erwarten wir Verzeihung unserer Vergehen, auf dich, o Seligste, steht die Zuversicht unseres Lohnes. Heilige Maria, stehe bei den Elenden, hilf den Kleinmüthigen, tröste die Weinenden, bitte für das Volt, vertritt die Priesterschaft, beschirme die Gott verlobten Frauen, laß alle deine Hülfe erfahren, die dein heiliges Andenken feiern. Unterstüße gnädig die Gebete der Flehenden und erlange allen die gewünschte Erhörung. Laß es dir angelegen seyn, beständig zu bitten für das Volk Gottes, da du Gebenedeite, gewürdigt worden den Erlöser der Welt zu tragen, welcher lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet des h. Bernhard. Durch dich werde uns der Zutritt gewährt zu deinem Sohne, o du gebenedeite Auffinderin der Gnade, Gebärerin des Lebens, Mutter des Heiles, auf daß durch dich uns aufnehme, der durch Gebete zur allerfeligsten Jungfrau. 291 dich uns gegeben wurde. Deine Unversehrtheit entfühne bei Ihm die Schuld unserer Verderbtheit, und deine Gott gefällige Demuth erlange Verzeihung unserer Eitelkeit und Hoffart. Die Fülle deiner Liebe bedecke die Menge unserer Sünden, und deine glorreiche Fruchtbarkeit verleihe uns die Fruchtbarkeit der Verdienste. Unsere Herrin, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin! Deinem Sohne befiehl uns, deinem Sohne versöhne uns, deinem Sohne stelle uns vor. Erlange uns, o Gebenedeite, durch die Gnade, die du gefunden, durch die Barmherzigkeit, welche du geboren hast, daß derjenige, der sich gewürdigt hat durch deine Vermittelung an unserer Schwäche und unserm Elende Theil zu nehmen, uns auch durch deine Fürbitte Theil nehmen lasse an seiner Seligkeit und seiner Herrlichkeit, Jesus Christus dein Sohn, unser Herr, der über Alles hoch gelobt ist in Ewigkeit. Amen. Ein anderes Gebet. Gedenke, o mildreichste Jungfrau Maria, wie es niemals erhört worden, daß Einer, der zu dir seine Zuflucht genommen, deine Hülfe angefleht, oder um deine Fürsprache gebeten, von dir verlassen worden sey. Von diesem Vertrauen beseelt, o Jungfrau der Jungfrauen, Maria, Mutter Jesu Christi, fliehe ich zu dir, zu dir komme ich, zu dir eile ich, vor dir stehe ich Sünder seufzend und zitternd. Wolle nicht, o Herrin der Welt, wolle nicht, o Gebärerin des ewigen Wortes, meine Worte verschmähen, sondern höre ste gnädig und erhöre mich Elenden, der zu dir in diesem Thal der Zähren schreit. Stehe mir bei, ich bitte Dich, in allen meinen Nöthen, jetzt und immerdar und vornehmlich in der Stunde meines Todes, o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria. Dreifacher Gruß zur h. Jungfrau, dessen sich die h. Mechtildis zu bedienen pflegte, um einen seligen Tod zu erlangen. O meine Herrin, heiligste Jungfrau Maria, gleichwie Gott der Vater durch seine Allmacht dich zur Mächtigsten aller Geschöpfe gemacht hat: also wollest du mir in meiner Todesstunde beistehen und alle Gewalt des bösen Feindes kräftig von mir abwenden. Gegrüßet seyst 2c. 19* Gebete zur allerfeligsten Jungfrau. O meine Herrin, heiligste Jungfrau Maria, gleichwie Gott der Sohn dich mit seiner göttlichen Wissenschaft und Weisheit erfüllet hat: also wollest du meine Seele in meiner Todesstunde mit dem Lichte des Glaubens erleuchten und stärken, damit sie nicht durch Irrthum oder Unwissenheit verführt und ins Verderben gestürzt werde. Gegrüßet seyst 2c. 292 O meine Herrin, heiligste Jungfrau Maria, gleichwie der heil. Geist dir die Fülle seiner Liebe eingegossen hat: also wollest du in meiner Todesstunde mir die Süßigkeit der göttlichen Liebe einträufeln, damit sie alle Angst und Bitterkeit wegnehme und mein Herz mit himmlischer Tröstung erquicke. Gegrüßet seyst 2c. Gebet um die seligste Jungfrau zur Schützerin zu erwählen. Heiligste Jungfrau, Mutter Gottes Maria, obgleich ich ganz unwürdig bin, unter die Zahl deiner Diener aufgenommen zu werden, so erwähle ich dennoch, im Vertrauen auf deine wunderbare Gütigkeit und aus Eifer dir zu dienen, dich heute vor deinem keuschesten Bräutigam, dem H. Joseph, und vor meinem Schutzengel und allen Auserwählten Gottes zu meiner besondern Herrin, Schüßzerin und Mutter, und nehme mir fest vor, dir fünftig zu folgen, dir zu dienen und dahin zu wirken, daß auch von andern dir schuldiger Dienst geleistet werde. Daher bitte ich dich demüthiglich, o gütigste Mutter, durch das heiligste Blut, welches dein Sohn Jesus Christus für mich vergossen hat, du wollest mich unter die Zahl deiner Kinder aufnehmen, und mir von Gott die Gnade erlangen, mich in allen meinen Gedanken, Worten und Werken also zu verhalten, daß nichts in mir weder den Augen Gottes noch den deinigen mißfalle und du meiner eingedenk seiest in der Stunde meines Todes. Amen. Sieben Gebete zur allerfeligsten Jungfrau Maria, auf alle Tage der Woche. ( Aus dem Italiänischen des H. Alphonsus von Liguori. Die darauf von Pius VII. verliehenen Ablässe sind angeführt unter den Ablaßgebeten.) I. Sonntag. Gebet um Verzeihung der Sünden. Sieh, zu deinen Füßen, o Mutter Gottes, einen elenden Sünder, Gebete zur allerfeligsten Jungfrau. einen Sklaven der Hölle, der zu dir flieht und auf dich vertrauet. Ich verdiene zwar nicht einmal, daß du mich ansiehest, aber ich weiß, daß du anschauend deinen Sohn, der für das Heil der Sünder gestorben ist, das größte Verlangen trägst, ihnen beizustehen. D Mutter der Barmherzigkeit, sich an mein Elend und habe Mitleid mit mir. Ich höre von Allen dich nennen die Zuflucht der Sünder, die Hoffnung der Verlorenen und die Hülfe der Verlassenen. So sey denn meine Zuflucht, meine Hoffnung, meine Hülfe; an dir ist es, mich durch deine Fürbitte zu retten. Durch die Liebe Jesu Christi fleh' ich um deinen Beistand; reiche die Hand einem armen Gefallenen, der sich dir empfiehlt. Ich weiß, daß es deine Freude. ist, einem Sünder zu helfen, wenn du es vermagst. Hilf mir also jetzt, wo du mir helfen kannst. Durch meine Sünden habe ich die göttliche Gnade und meine Seele verloren. Nun aber gebe ich mich in deine Hände; sage mir, was ich zu thun habe, um in die Gnade meines Herrn zurückzukehren, und ich will es alles thun. Er weiset mich zu dir, damit du mir beistehest, und will, daß ich zu deiner Barmherzigkeit meine Zuflucht nehme, damit nicht allein die Verdienste deines Sohnes, sondern auch deine Fürbitte mir zur Seligkeit verhelfen. Zu dir also nehme ich meine Zuflucht; die du für so viele andere bittest, bitte Jesum auch für mich. Sage Jhm, daß Er mir verzeihe, und Er wird mir verzeihen; sage Jhm, daß du meine Rettung wünschest, und Er wird mich retten. Laß mich das Gute erfahren, das du jedem zu erzeigen weißt, der auf dich vertraut. Amen, also hoff ich, also sey es. 293 Drei Ave Maria, zum Ersag für die Schmähungen gegen den H. Namen Mariä. II. Montag. Gebet um die Standhaftigkeit im Guten. OKönigin des Himmels, heiligste Maria, ich, der ich einst ein elender Sklave des Teufels gewesen, weihe mich jetzt zu deinem immerwährenden Dienste, und erbiete mich, dich zu ehren und dir zu dienen all mein Leben lang; nimm mich auf und verschmähe mich nicht, wie ich es verdiente. O meine Mutter, auf dich habe ich all meine Hoffnung gesetzt, von dir erwarte ich all mein Glück. 294 Gebete zur allerfeligsten Jungfrau. Preis und Dank sey Gott, der durch seine Barmherzigkeit mir dieses Vertrauen zu dir gegeben hat, welches ich für ein großes Unterpfand meiner Seligkeit halte. Es ist wahr, daß ich im vergangenen Leben elendig in Sünden gefallen bin, weil ich nicht zu dir meine Zuflucht nahm; doch hoffe ich nunmehr, durch die Verdienste Jesu Christi und deine Fürbitte Verzeihung erlangt zu haben. Aber ich kann die göttliche Gnade neuerdings verlieren; die Gefahr ist nicht vorüber, der Feind schläft nicht. Wie viele neue Versuchungen habe ich noch zu bestehen! Ach, meine süßeste Herrin, beschirme mich und laß nicht zu, daß ich von neuem ihr Sklave werde, sondern komme mir zu Hülfe immerdar. Ich weiß, daß du mir hilfst, und daß ich mit deiner Hülfe stegen werde, wenn ich dir mich anbefehle; aber das ist, was ich fürchte, daß ich in der Stunde der Versuchung unterlassen möchte, dich anzurufen, und so zu Grunde ginge. Um diese Gnade also bitte ich dich, erlange mir, daß ich bei den Angriffen der Hölle immer zu dir meine Zuflucht nehme und rufe: Maria hilf! meine Mutter, laß nicht zu, daß ich meinen Gott verliere. Amen. Drei Ave Maria. III. Dinstag. Gebet um einen seligen Tod. O heilige Maria, wie wird mein Tod beschaffen sein? Wenn ich jetzt meine Sünden betrachte, und an den über meine ewige Seligkeit oder meine ewige Verdammniß entscheidenden Augenblick denke, wo ich den Geist aufgeben werde und vor Gericht erscheinen soll, dann erzittere ich und bin beklommen. O meine süßeste Mutter, auf Jesu Blut und deine Fürsprache steht meine Hoffnung. O Trösterin der Betrübten, alsdann verlaß mich nicht, und tröste mich in jener großen Bedrängniß. Wenn jetzt schon die Gewissensbisse über meine Sünden, die Ungewißheit der Vergebung, die Gefahr des Rückfalls und die Strenge der göttlichen Gerechtigkeit mich so sehr erbangen machen, wie wird es erst alsdann mir ergehen? Wenn du mir nicht hilfst, werde ich verloren seyn. Ach, meine Herrin, erlange mir vor jener Stunde einen tiefen Schmerz über meine Sünden, eine wahrhafte Besserung und die Treue gegen Gott für meine übrige Lebenszeit. Und wenn dann mein letztes Stündlein schlägt, dann hilf mir, o Maria, in jenen großen Aengsten und stärke mich, Gebete zur allerfeligsten Jungfrau. daß ich beim Anblick meiner Schulden, die der Teufel mir vorhalten wird, die Hoffnung nicht verliere. Verschaffe, daß ich alsdann noch viel öfter dich anrufe, damit ich mit deinem und Jesu Namen im Munde mein Leben beschließe. Und bevor ich den letzten Hauch ausathme, fomm, o meine Herrin, und tröste mich durch deine Ge genwart. Diese Gnade, welche du so vielen deiner Diener erzeigt hast, begehre und hoffe auch ich. Es ist wahr, ich bin ein Sünder und ihrer nicht würdig, aber ich bin dein Diener, ich liebe dich und sebe mein ganzes Vertrauen auf dich; o Maria, ich erwarte dich, laß mich nicht trostlos harren. Wenn du mich aber so großer Gnade nicht würdigest, so sende mir wenigstens Hülfe vom Himmel her, damit ich hinscheide in der Liebe zu Gott und zu dir, um euch ewig im Himmel zu lieben. Amen. Drei Ave Maria. 295 IV. Mittwoch. Gebet um Befreiung von der Hölle. Oheiligste Jungfrau Maria, wie danke ich dir, daß du mich von der Hölle errettet, die ich schon so oft durch meine Sünden verdient hatte. Ich Elender war schon jenem Kerker verfallen, und vielleicht würde schon seit langer Zeit der Richterspruch vollzogen worden seyn, wenn du mir nicht mitleidig zu Hülfe geeilt wärest. Ohne daß ich dich darum gebeten, hast du aus reiner Güte die göttliche Gerechtigkeit aufgehalten, und dann, meine Härte besiegend, mir Vertrauen zu dir eingeflößt. Und in wie viele andere Fehltritte wäre ich nicht, bei den Gefahren, die mir zustießen, ge= fallen, hättest du, o Maria, mich nicht liebevoll durch die Gnaden, welche du mir erlangt, davor bewahrt. O meine Königin, fahre fort, mich vor der Hölle zu schützen; denn was wird deine Barmherzigkeit, was wird all deine Güte mir fruchten, wenn ich verloren gehe? Wenn es eine Zeit gab, wo ich dich nicht liebte, nun so liebe ich dich jetzt, nächst Gott, über Alles. Ach, laß nicht zu, daß ich mich jemals wieder abwende von dir, und von Gott, der durch deine Fürbitte mir so viele Erbarmungen gespendet hat. Meine liebenswürdigste Herrin, laß nicht zu, daß ich dich auf ewig in der Hölle hassen und verwünschen sollte. Ertrügest du wohl, einen deiner Diener, der dich liebte, verworfen zu sehen? O Maria, könnte es Gebete zur allerfeligsten Jungfrau. geschehen, daß ich verloren ginge? Ja, es wird geschehen, wenn ich von dir lasse. Aber wer wird das Herz haben können, dich zu verlassen? Wie soll ich der Liebe vergessen, die du zu mir getragen hast? meine Gebieterin, da du schon so viel für mein Seelenheil gethan hast, so vollende das Werk, fahre fort, mir beizustehen. Und fönnte ich wohl daran zweifeln? Wenn du mir so viele Güte crwiesen hast, als ich deiner uneingedenk lebte, was darf ich denn jetzt nicht von dir hoffen, da ich dich liebe und mich dir anbefehle? Nein, nicht geht verloren, wer sich dir befiehlt; nur der geht verloren, der zu dir nicht seine Zuflucht nimmt. Ach, meine Mutter, überlaß mich nicht mir selbst, verschaffe, daß ich stets an dich mich wende! Errette mich, o meine Hoffnung, errette mich vor der Hölle, und mehr noch vor der Sünde, die allein mich in die Hölle stürzen kann! Drei Ave Maria. 296 V. Donnerstag. Gebet um den Himmel zu erlangen. OKönigin des Himmels, die du über alle Chöre der Engel erhoben Gott zunächst thronest, ich elender Sünder grüße dich aus diesem Thale der Zähren und bitte dich, wende zu mir deine mitleidigen Augen, die, wohin sie blicken, Gnaden ausstreuen. Betrachte, o Maria, in welcher Gefahr ich mich befinde, und so lange ich auf Erden lebe, mich befinden werde, meine Seele, den Himmel und meinen Gott zu verlieren. Auf dich, meine Herrin, habe ich nächst Gott alle meine Hoffnung gebaut. Ich liebe dich und seufze nach dem Augenblicke, dich im Himmel zu schauen und zu preisen. Wann, o Maria, wann wird der Tag kommen, da ich mich beseligt zu deinen Füßen erblicken, und schauen werde die Mutter meines Herrn und meine Mutter, die so viel für meine Nettung gethan hat? Wann werde ich endlich die Hand küssen, die mich so oft von der Hölle befreit und mir so viele Gnaden ertheilt hat, während ich durch meine Sünden verdiente, von allen gehaßt und verlassen zu werden. Wahr ist es, meine Mutter, ich bin in meinem Leben sehr undankbar gegen dich gewesen; aber wann ich in den Himmel komme, werde ich nicht mehr undankbar seyn; dort werde ich dich jeden Augenblick lieben, so viel ich vermag, die ganze Ewigkeit hindurch Gebete zur allerseligsten Jungfrau. 297 und für meinen Undank durch immerwährende Lob- und Danksagungen Ersatz leisten. Ich danke Gott aus ganzem Herzen, daß Er mir ein so großes Vertrauen zu Christi Blut und zu deiner Fürbitte gegeben hat; du mußt mich retten, du mußt mich von meinen Sünden befreien, mir Licht und Kraft erlangen, den göttlichen Willen zu erfüllen, du mußt mich endlich zur Pforte des Himmels geleiten. Auf das Alles haben deine Diener gehoffet, und keiner von ihnen ist getäuscht worden. Auch ich werde mich nicht getäuscht sehen. O Maria, es kann nicht anders seyn, du mußt mich retten. Bitte deinen Sohn Jesum, wie auch ich durch die Verdienste seines Leidens zu Ihm flehe, daß er dieses Vertrauen in mir erhalte und immer mehr befestige, und ich werde zur ewigen Seligkeit gelangen. Amen. Drei Ave Maria. VI. Freitag. Gebet um die Liebe zu ihr und zu Jesu Christo. O Maria, jetzt erkenne ich, daß du die Edelste, die Erhabenste, die Neinste, die Schönste, die Gütigste, die Heiligste, die Liebenswürdigste bist unter allen Geschöpfen. O meine Herrin, daß alle dich erkennen und lieben möchten, wie du es verdienst! Aber es tröstet mich der Gedanke, daß so viele glückliche Seelen im Himmel und auf Erden leben, die von Liebe zu deiner Güte und Schönheit glühen. Vor allem freue ich mich, daß Gott selbst dich allein mehr liebt, als alle Menschen und Engel zusammen. Meine liebenswürdigste Königin, auch ich elender Sünder liebe dich, aber ich liebe dich zu wenig; ich wünschte eine größere, eine innigere Liebe zu dir, und diese mögest du selbst mir erlangen, denn dich lieben ist ein sicheres Zeichen der Auserwählung, welches Gott nur denen gewährt, die zur Seligkeit gelangen. Ich sehe auch, o meine Mutter, wie überaus verpflichtet ich bin, deinen Sohn zu lieben, ich sehe, daß er einer unendlichen Liebe würdig ist. Du aber wünschest nichts anderes, als Ihn geliebt zu sehen, und um diese Gnade bitte ich dich vor Allem, daß du mir eine große Liebe zu Jesu Christo erwerbest. Du erhältst ja von Gott, was du willst; ach so erflehe mir die Gnade, so innig mit dem göttlichen Willen vereinigt zu werden, daß nichts mehr mich davon scheide. Ich suche bei dir nicht Erdengüter, nicht Ehren, nicht Reichthümer; ich suche dasjenige, wonach dein 298 Gebete zur allerfeligsten Jungfrau. Herz am meisten verlangt: ich will meinen Gott lieben. Wäre es möglich, daß du dieses mein Verlangen, welches dir so wohlgefällig ist, nicht unterstützen solltest? Nein, schon stehest du mir bei, schon bittest du für mich. Bitte, bitte und laß nicht ab für mich zu bitten, bis du mich im Himmel siehst, wo ich außer Gefahr bin, meinen Herrn zu verlieren, und sicher bin, Ihn ewig zu lieben, zu gleich mit dir meiner holdseligsten Mutter. Amen. Drei Ave Maria. VII. Samstag. Gebet um sich in ihre besondere Obhut zu befehlen. O meine heiligste Mutter, ich sehe die Gnaden, die du mir er worben hast, und ich sehe meinen bisherigen Undank, womit ich sie so übel angewendet habe. Der Undankbare ist nicht mehr würdig deiner Wohlthaten, dennoch will ich nicht verzweifeln an deiner Barmherzigkeit, die größer ist, als meine Undankbarkeit. O meine große Fürsprecherin, habe Mitleid mit mir! Du bist die Ausspenderin aller Gnaden, die Gott uns Armseligen gewährt, und darum hat Er dich so mächtig, so reich und so gütig gemacht, damit du uns in unserm Elende beistehest. Mutter der Barmherzigkeit, verlasse mich nicht in meiner Armuth. Du bist die Fürsprecherin der elendesten und verlassensten Sünder, die zu dir ihre Zuflucht nehmen; vertheidige auch mich, da ich mich dir befehle. In deine Hand lege ich mein ewiges Heil, dir vertraue ich meine Seele; sie würde verloren seyn, wenn du sie nicht durch deine Fürsprache retteteſt. Ich will unter deine besondern Diener gerechnet werden, weise mich also nicht zurück. Du suchst die Armseligen auf, um sie zu trösten, so verlaß auch nicht einen elenden Sünder, der zu dir sich flüchtet. Sprich für mich; dein Sohn gewährt Alles, was du begehrst. Nimm mich unter deinen Schuß und ich verlange nichts weiter; denn wenn du mich beschüßest, fürchte ich nichts mehr; nicht meine begangenen Sünden, denn du erlangst mir ihre Verzeihung; nicht den bösen Feind, denn du bist mächtiger als die ganze Hölle; selbst nicht meinen Richter Jesum Christum, denn deine Fürbitte wird Ihn mir versöhnen. Ich fürchte nur, daß ich unterlassen möchte, mich dir zu befehlen und also verloren ginge. Beschirme mich also, meine Mutter, und erlange mir Verzeihung meiner Sünden, Liebe Gebete zur allerfeligsten Jungfrau. 299 zu Jesu, die heilige Beharrlichkeit, einen seligen Tod und endlich den Himmel; vor Allem faber erlange mir die Gnade, daß ich immer mich dir anbefehle. Es ist wahr, diese Gnaden sind zu viel für mich und meine Unwürdigkeit, aber sie sind nicht zu viel für dich, da Gott dich so unendlich liebt und dir Alles gewährt, was du begehrst. Du darfst nur die Lippen öffnen, und er verweigert dir nichts. Bitte also Jesum für mich, sage Jhm, daß du mich unter deinen Schutz genommen, und Er wird nicht umhin können, Erbarmung mit mir zu haben. D Maria, meine Mutter, auf dich vertraue ich, in dieser Hoffnung ruhe und lebe ich, und mit dieser Hoffnung will ich sterben. Amen. Drei Ave Maria. Sieben Bitten durch die sieben Freuden Mariä. 1. O Maria, gedenke der Freude, die dein Herz empfunden, als die allerheiligste Dreifaltigkeit dich durch die Botschaft des Engels zur Mutter des eingebornen Sohnes erwählet hat; ich bitte dich, du wollest mich der Früchte dieser fröhlichen Botschaft theilhaftig machen und mir das ewige Heil erwerben. Amen. 2. O Maria, gedenke, mit welchem Troste dein Herz übergossen worden, als du deinen Sohn, ohne Schmerzen geboren, umarmet und geküsset hast; ich bitte dich, erwirb mir die Gnade, Jesum, meinen Heiland, herzlich zu lieben und ewiglich mit Ihm verbunden zu bleiben. Amen. 3. O Maria, gedenke der Freude, die du empfandest, als die drei Weisen aus Morgenland dein Kind als König des Himmels und der Erde mit dreifachen Gaben, Gold, Weihrauch und Myrrhen, verehrt und angebetet haben; ich bitte dich, du wollest mir die Gnade erlangen, daß ich Jesu, deinem Sohne, meinen Verstand, Willen und mein Gedächtniß gänzlich aufopfere und im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe beständig verharre. Amen. 4. O Maria, gedenke, welche Freude dein Herz durchströmte, als du deinen verlorenen zwölfjährigen Sohn, den du drei Tage mit Schmerzen gesucht, im Tempel mitten unter den Schriftgelehrten wiedergefunden hast; ich bitte dich, erwirb mir die Gnade, daß ich meinen geliebten Jesum, den ich so oft durch meine Sünden verloren, durch wahre Buße in Freuden finde und nicht wieder verliere. Amen. Gebete zur allerfeligsten Jungfrau. 5. Maria, gedenke des unaussprechlichen Jubels, der dein Herz erfüllte, als dein Sohn nach seiner glorreichen Auferstehung dir am Ostertage erschienen; ich bitte dich, du wollest auch mir bei diesem deinem geliebten Sohne an jenem Tage eine fröhliche Auferstehung erlangen. Amen. 300 6. Maria, gedenke der innigen Fröhlichkeit, die du empfunden, als dein geliebter Sohn glorreich gen Himmel aufgefahren ist; ich bitte dich, gieb meinem Herzen Flügel, damit es sich von der Erde lossage und mit Jesu gen Himmel steige, wo es allein seine Ruhe und sein Genügen findet. Amen. 7. O Maria, gedente der unbegreiflichen Wonne, womit am Pfingsttage der h. Geist dein Herz überschüttet und mit neuen Gaben und Gnaden gezieret hat; ich bitte dich, erwirb mir die Gnade, daß der h. Geist mein erkaltetes Herz mit dem Feuer seiner Liebe entzünde, und ich dereinst gewürdigt werde, Gott, mein höchstes Gut, in ewiger Liebe mit dir und allen Heiligen zu besitzen. Amen. Ein anderes Gebet zu Ehren der sieben Freuden der allerseligsten Jungfrau und Gottesgebärerin Maria. Frohlock', o Maria, laß Zagen und Bangen, Dein Schooß hat den Herren der Herren empfangen, Als Gabriel's himmlischer Mund dich begrüßt; O woll' uns, o Mutter, Errettung gewähren, Denn, daß wir dich, Jungfrau, als Mutter verehren, Geziemt uns, da Gott dich zur Mutter erkiest. Frohlock', o Maria, vom Herren erforen, Demüthige Magd, die den Heiland geboren, Ohn' Schmerzen, begnadet von göttlicher Huld: Verleih' uns, mit feuschen und heiligen Trieben Dein göttliches Kind, und dich, Mutter, zu lieben, Daß rein uns das Herz sey von sündiger Schuld. Frohlocke, weil, folgend dem leitenden Sterne, Die Weisen aus Morgenland kamen von ferne, Um Gaben dem göttlichen Sohne zu weihn; O schenk' uns, im Bund mit den heiligen Dreien, Gebete zur allerfeligsten Jungfrau. Glaub', Hoffnung und Liebe dem Kinde zu weihen, Mit Lilien der Keuschheit in frommem Verein. Frohlocke, weil, als du gesehen mit Schmerzen Verscheiden dein Kind, du, mit jauchzendem Herzen, Vom Grabe erstanden, erblicktest den Sohn; Daß wir aus dem Grabe der Sünden erheben Das Herz und Gemüth, und ein heiliges Leben Dem Herrn weih'n, erbitt' uns am ewigen Thron. Frohlocke, Maria, dieweil du gesehen Auffahren den Sohn zu den himmlischen Höhen, Wo du mit ihm thronest in sel'gem Verein; Hilf, daß unsre Herzen, verweilend dort oben, Mit Christo vereinigt, der Erden enthoben, Und daß unser Wandel im Himmel mag seyn. Frohlocke, und freu' dich des Trösters, gesendet Vom Himmel, der Feuer der Liebe gespendet, Die Herzen entflammend mit göttlicher Glut; Verleih' uns, entzündet in göttlicher Liebe, Dem Herrn uns zu weihen mit heiligem Triebe, Und hilf uns erringen das ewige Gut. Frohlocke, dieweil du, in seligen Freuden, Zum Himmel erhoben, nun thronest zur Seiten Dem Sohn, und erschließest das himmlische Thor; O bitte für uns zu dem göttlichen Sohne, Daß Er Sich erbarme und mildiglich schone, Und heb uns zu dir in den Himmel empor. Seufzer zu der Mutter Gottes. O schönes Morgenlicht, Dein Licht entzeuch uns nicht; Dein liebes Angesicht Auf unsre Seelen richt'; Wann unser Augenlicht In Todesnöthen bricht, O schönes Morgenlicht, Dein Licht entzeuch uns nicht. 301 Gebete zur allerfeligsten Jungfrau. Anbefehlung. O meine Herrin, heiligste Maria, in deine gebenedeite Treue und in deinen besondern Schuß und in den Schooß deiner Barmherzigkeit befehle ich dir heute und alle Tage und in der Stunde meines Todes meine Seele und meinen Leib. All meine Hoffnung und Tröstung, meine Noth und Armseligkeit, mein Leben und meines Lebens Ende vertraue ich dir, auf daß durch deine heiligste Fürsprechung und durch deine Verdienste alle meine Werke nach deinem und deines Sohnes Willen gelenkt und geleitet werden. Amen. 302 Bitte um den Segen. Wohlan, meine Seele, wirf dich nieder zu den Füßen deiner Mutter Maria, und stehe nicht auf, bis sie dich geſegnet hat. O du von Gott Gesegnete und mit allen Segnungen Ueberhäufte, segne nach deiner Milde und Güte meine betrübte Seele, und erlange mir von deinem geliebtesten Sohne überflüssige Gnade, Jhm und dir hier auf Erden also zu dienen, daß ich dereinst der ewigen Herrlichkeit theilhaftig werde. Amen. Weise, den Rosenkranz zu Ehren der allerfeligsten Jungfrau zu beten. Bei dem Streuze sprich: Ich glaube an Gott den Vater 2c. Bei den größern Körnern: Ehre sey dem Vater 2c. nebst einem Vater unser. Bei den kleinen Körnern: Gegrüßet seyst du Maria zc. Dabei schalte nach dem Namen Jeſus ein: a) bei den drei Ave, die den fünf Gesegen vorhergehen: 1. Der in uns den Glauben vermehre. 2. Der in uns die Hoffnung stärke. 3. Der in uns das Feuer seiner Liebe entzünde. b) Bei den fünf Gesegen die folgenden Geheimnisse: I. Geheimnisse des freudenreichen Rosenkranzes. 1. Den du Jungfrau vom h. Geist empfangen hast. Gebete zur allerfeligsten Jungfrau. 2. Den du zu Elisabeth getragen hast. 3. Den du Jungfrau geboren hast. 4. Den du im Tempel aufgeopfert hast. 5. Den du im Tempel wiedergefunden hast. • II. Geheimnisse des schmerzenreichen Rosenkranzes. 1. Der für uns Blut geschwitzet hat. 2. Der für uns gegeißelt worden. 3. Der für uns mit Dornen gekrönet worden. 4. Der für uns das Kreuz getragen hat. 5. Der für uns gekreuzigt worden. III. Geheimnisse des glorreichen Rosenkranzes. 1. Der von den Todten auferstanden ist. 2. Der gen Himmel aufgefahren ist. 3. Der den h. Geist gesandt hat. 4. Der dich in den Himmel aufgenommen hat. 5. Der dich im Himmel gekrönet hat. Zweite Woche. Am Sonntage. Kleine Tagszeiten von allen Heiligen Gottes. 303 Zu der Metten. Lobet den Herrn in seinen Heiligen, lobet Ihn im Firmamente jeiner Kraft. . Herr, eröffne meine Lippen, R. Und mein Mund wird dein Lob verfündigen. . Gott, merke auf meine Hülfe, B. Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. 304 Am Sonntage. Lobgefang. Sieh, Herr, versöhnt herab mit Huld Auf deiner reu'gen Knechte Schuld, Für die dem Vater bringet dar Ihr Fleh'n die Magd, die Dich gebar. Ant. Selig werden Dich preisen alle Geschlechter: denn große Dinge hat an Dir gethan, der da mächtig ist und sein Name ist heilig, und seine Barmherzigkeit währt ewig. . Du bist gebenedeit unter den Weibern, R. Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du die seligste Jungfrau Maria, mit unzähligen Gaben und Gnaden gezieret, zur Mutter deines eingeborenen Sohnes erwählet und über alle Engel und Auserwählte in deinem Reiche erhöhet hast: verleihe gnädiglich, daß wir, die wir fie hier auf Erden gebührend verehren, durch ihre Fürbitte die ewige Seligkeit erlangen mögen. Durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. v. Herr, erhöre mein Gebet, R). Und laß mein Schreien zu Dir kommen. *. Laßt uns den Herrn loben, R. Und Gott Dank sagen. t. Die Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden. R. Amen. Zu den Landes. Lobet den Herrn in seinen Heiligen, lobet ihn im Firmamente seiner Kraft. P₁. 150. *. Gott, merke auf meine Hülfe, R. Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. Lobgesang. Ihr, die ihr in neun Chören freist, Und selig Gottes Glorie preist, Tagszeiten von allen Heiligen. Wehrt ab von uns die alte Noth, Die jetz'ge und die fünftig droht. Ant. Im Angesichte deiner Engel will ich Dir lobsingen, mein Gott: ich will anbeten bei deinem h. Tempel und deinem Namen bekennen. *. Er hat seinen Engeln von dir befohlen, R. Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du deine Herrlichkeit in der Zahl und Heiligkeit der Engel zeigest, und uns dieselben zu Schüßern und Lehrern gegeben hast, verleihe gnädiglich, daß wir nach ihrem Beispiele Dir also dienen auf Erden, daß wir gewürdigt werden, mit ihnen Dich ewig zu loben im Himmel. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. . Herr, erhöre mein Gebet 2c. S. 304. Zu der Prim. Lobet den Herrn 2c. wie zu den Laudes. 305 Lobgesang. Ihr Väter, hoch von Gott erhöht, Für uns zum strengen Richter fleht, Daß Er aufricht'ger Neue Sich Erbarm', und schone gnädiglich. Ant. Auf Dich, o Herr, haben unsere Väter gehoffet; ste haben gehoffet, und Du hast sie befreiet; sie haben zu Dir gerufen, und sind errettet worden. v. Du hast mir die Wege des Lebens fund gethan, R. Und wirst mich durch dein Angesicht mit Freuden erfüllen. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du die heiligen Erzväter des alten Bundes wegen ihrer treuen Beobachtung deiner Gebote und ihres Vertrauens auf deinen verheißenen eingebornen Sohn, den Erlöser der Welt, deines Reiches theilhaftig gemacht hast: verleihe gnädiglich, daß wir mit gleicher Standhaftigkeit und Zuversicht auf 20 306 Am Sonntage. dem Wege deiner Gebote beharren und einst zur Anschauung deiner göttlichen Herrlichkeit gelangen mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. . Herr, erhöre mein Gebet 2c. S. 304. Zu der Terz. Lobet den Herrn 2c. wie zu den Laudes. Lobgesang. Jhr, die von fern im Geist verzückt, In der Geschichte Dunkel blickt, Der Seher Schaar, erfleht voll Huld Für uns Vergebung unsrer Schuld. Ant. Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tödtest und steinigst, die zu dir sind gesandt worden; wie oft hab ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel sammelt! und du hast nicht gewollt. . Gieb denen Belohnung, die Deiner harren, R. Damit deine Propheten wahrhaftig erfunden werden. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du deine Propheten, mit der Gnade des H. Geistes erleuchtet und gestärkt, durch viele Widerwärtigkeiten dieses Lebens zum ewigen Lichte deiner Herrlichkeit ge führet hast; verleihe gnädiglich, daß wir durch dasselbe Licht des h. Geistes erleuchtet, Dich, den wahren Gott, und Ihn, den Du gesandt hast, unsern Herrn Jesum Christum, so auf Erden bekennen und verehren, daß wir Dich im Himmel flar anschauen und vollkommen besigen mögen. Durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. . Herr, erhöre mein Gebet 2c. S. 304. Zu der Sert. Lobet den Herrn 2c. wie zu den Laudes. Lobgesang. Dich, Täufer, fleh'n wir brünstiglich, Beschließer auch des Himmels, Dich, Tagszeiten von allen Heiligen. Für uns, mit der Apostel Schaar, Bringt Gott dem Herrn Gebete dar. Ant. Wahrlich sage Ich euch, daß ihr, die ihr Mir nachgefolgt seyd, in der Wiedergeburt, wenn des Menschen Sohn auf dem Stuhle seiner Majestät sigen wird, auch sigen werdet auf zwölf Stühlen, zu richten die zwölf Stämme Israels. . Hoch geehret worden sind deine Freunde, o Gott, Ueberaus gestärkt ist ihre Herrschaft. R. Gebet. Herr Jesu Christe, der Du unsern Herzen ein neues Gesetz der Liebe durch deine heiligen Apostel eingeschrieben hast, verleihe gnädiglich durch ihre Fürbitte, daß wir dieses sanfte Joch deines neuen Bundes mit bereitwilligem Herzen annehmen und im Werke vollkommen erfüllen mögen. Der Du lebest und regierest in Ewigfeit. Amen. . Herr, erhöre mein Gebet 2c. S. 304. Zu der Non. Lobet den Herrn 2c. wie zu den Laudes. aspili 307 Lobgesang. Du, Christi lorbeerreiches Heer, sie Im Purpurschmuck, ihr Märtyrer, Ruft uns, die elend und verbannt, Durch euer Fleh'n ins Vaterland. Ant. Dieß sind diejenigen, welche aus großer Trübsal gekommen sind und haben ihre Kleider gewaschen und weiß gemacht im Blute des Lammes: darum sind sie vor dem Throne Gottes und dienen Ihm Tag und Nacht in seinem Tempel. *. Frohlocken werden die Heiligen in der Herrlichkeit; . Sie werden sich erfreuen in ihren Gemächern. Gebet. Herr Jesu Christe, durch dessen bitteres Leiden und Sterben alle Märtyrer überflüssige Gnade erlangt haben, zum Bekenntniß deines Namens ihr Blut zu vergießen; verleihe gnädiglich, daß auch 20* 308 Am Sonntage. wir durch den Ueberfluß deiner Verdienste und die Fürbitte deiner Märtyrer standhaft deinen Glauben bekennen und immer deine Abtödtung an unserm Leibe darstellen mögen. Der Du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. . Herr, erhöre mein Gebet 2c. S. 304. Zu der Vesper. Lobet den Herrn 2c. wie zu den Laudes. Lobgesang. Der Lehrer Chor, an Weisheit reich, Jhr, heil'ge Beicht'ger, auch zugleich, Wascht uns, die wir die Schuld bereu'n, Durch euer Fleh'n von Sünden rein. Ant. Die Gerechten werden in großer Beständigkeit stehen wider diejenigen, die sie beängstigt und die ihre Arbeit dahin genommen haben. t. Siehe, wie sie sind unter die Kinder Gottes gerechnet worden, R. Und haben ihr Theil unter den Heiligen. Gebet. O Herr Jesu Christe, durch dessen Lehre und Beispiel die heiligen Bekenner sanftmüthig und demüthig geworden sind und Ruhe gefunden haben für ihre Seelen in diesem und in dem andern Leben; gieb uns die Gnade, auf ihren Pfaden hier also andächtig zu wandeln, daß wir einst an dem Orte der ewigen Ruhe glücklich anlangen mögen. Der Du lebest und regierefst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. *. Herr, erhöre mein Gebet 2c. S. 304. Zu der Complet. Lobet den Herrn in seinen Heiligen, lobet Ihn im Firmamente seiner Kraft. *. Bekehre uns, o Gott, unser Heiland, R. Und wende deinen Zorn von uns. . R. Tagszeiten von allen Heiligen. Gott, merke auf meine Hülfe, Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. Lobgesang. Und ihr, holdselig anzuschau'n, Du keuscher Reigen der Jungfrau'n, In Kronen prangend, weiß und rein, Führt uns zur sel'gen Nuhstatt ein. Ant. Und ste sangen gleichwie ein neues Lied, und Niemand konnte dasselbige Lied singen. Dieß sind diejenigen, die sich mit Weibern nicht befleckt haben, und die sind Jungfrauen, dieselben folgen dem Lamme, wohin es gehet. *. Diese sind aus den Menschen erkauft zu Erstlingen Gott und dem Lamme, R). Und in ihrem Munde ist keine Lüge gefunden worden. Gebet. O Herr Jesu Christe, Du Bräutigam und vorzüglicher Liebhaber keuscher Seelen, die Du vor den übrigen Heiligen in deinem Reiche mit einem besondern Lorbeerkranze frönest; verleihe uns die Gnaden, daß wir, in ihren Fußstapfen wandelnd, auch dieselben Belohnungen erlangen mögen. Der Du lebest und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. V. Herr, erhöre mein Gebet 2c. S. 304. Befehlung. Ihr, die ihr hoch vom Herrn erhöht, Um Gottes Thron als Fürsten steht, Neigt aus den lichten Himmelshöh'n Euch mild erbarmend unserm Fleh'n. 309 Litanei von allen lieben Heiligen Gottes. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater von den Himmeln, erbarme Dich unser! 310 Am Sonntage. Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, H. Michael, H. Gabriel, H. Naphael, Alle heiligen Engel und Erzengel, Alle heiligen Chöre der seligen Geister, H. Paulus, H. Andreas, H. Johannes der Täufer, H. Joseph, Alle heiligen Patriarchen und Propheten, bittet für uns! H. Petrus, H. Jakobus, bitte für H. Johannes, uns! H. Thomas, H. Jakobus, H. Philippus, H. Bartholomäus, H. Matthäus, H. Simon, H. Thaddäus, H. Mathias, H. Barnabas, H. Lukas, H. Markus, Alle heiligen Apostel und Evangeliſten, Alle heiligen Jünger des Herrn, Alle heiligen unschuldigen Kindlein, H. Stephanus, H. Laurentius, H. Vincentius, H. Fabianus und Sebastianus, H. Johannes und Paulus, H. Cosmas und Damianus, H. Gervasius und Protasius, Alle heiligen Märtyrer, H. Sylvester, H. Gregorius, bitte für H. Ambrosius, uns! H. Augustinus, bitte für uns! H. Hieronymus, H. Martinus, H. Nicolaus, bittet für uns! bitte für uns! bitte für uns! bittet für uns! bitte für uns! bittet für uns! bitte für uns! ED. STEINLE DEL. TAM Dusseldorf Verlag von Julius Buddeus. Jos.KELLER SCPT. Litanei von allen Heiligen. Alle heiligen Bischöfe und Beichtiger, Alle heiligen Kirchenlehrer, H. Antonius, H. Benedictus, bitte für uns! H. Bernhardus, H. Dominicus, H. Franciscus, Alle heiligen Priester und Beviten, Alle heiligen Mönche und Einsiedler, H. Maria Magdalena, H. Agatha, H. Lucia, H. Agnes, bitte für uns! H. Cäcilia, H. Katharina, H. Anastasia, Sey uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sey uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Von allem Uebel erlöse uns, o Herr! Von aller Sünde, Von deinem Zorne, Von jähem und unversehenem Tode, Von den Nachstellungen des Teufels, Von Zorn und Haß und allem bösen Willen, Vom Geiste der Unreinigkeit, Von Blizz und Ungewitter, Von der Geißel des Erdbebens, Von Pest, Hunger und Krieg, Vom ewigen Tode, Durch das Geheimniß deiner H. Menschwerdung, Durch deine Ankunft, Durch deine Geburt, Durch deine Taufe und dein h. Fasten, Durch dein Kreuz und Leiden, Alle heiligen Jungfrauen und Wittwen, bittet für uns! Alle lieben Auserwählten Gottes, bittet für uns! Durch deinen Tod und deine Begräbniß, Durch deine glorreiche Auferstehung, Durch deine wunderbare Himmelfahrt, Durch die Ankunft des h. Geistes, des Trösters, Am Tage des Gerichtes, Wir Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns! 311 bittet für uns! > bitte für uns! bittet für uns! bitte für uns! erlöse uns, D Herr! 312 Daß Du unser schonest, Daß Du uns unsere Sünden verzeihest, Daß Du uns zur wahren Buße bekehreſt, Daß Du deine h. Kirche regieren und erhalten wollest, Daß Du den Apostolischen Oberhirten und alle geistlichen Stände in der H. Religion erhalten wollest, Daß Du die Feinde der h. Kirche demüthigen wollest, Daß Du den christlichen Königen und Fürsten Frieden und wahre Einigkeit verleihen wollest, Daß Du dem ganzen christlichen Volke Frieden und Eintracht geben wollest, Daß Du uns in deinem h. Dienste stärken und erhalten wollest, Daß Du unser Gemüth zu himmlischen Begierden erhebest, Daß Du allen unsern Wohlthätern mit den ewigen Gütern lohnest, Daß Du unsere Seelen und die Seelen unserer Brüder, Verwandten und Wohlthäter von der ewigen Verdammniß erretteſt, Daß Du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest, Daß Du allen verstorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, Daß Du uns erhören wollest, Du Sohn Gottes, Am Sonntage. wir bitten Dich, erhöre uns! O Du Samm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! Du Tamm Gottes 2c., erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes 2c., erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. v. Und führe uns nicht in Versuchung, R). Sondern erlöse uns von dem Uebel. Psalm 69. Gott, merke auf meine Hülfe; Herr, eile mir zu helfen. Schamroth und zu Schanden sollen werden, die meiner Seele nachstellen. Sie müssen zurückweichen und erröthen, die mir Uebels wollen. Litanei von allen Heiligen. 313 Beschämt sollen alsbald sich abwenden, die mir nachrufen: siehe da, siehe da. Aber frohlocken und sich erfreuen in Dir sollen alle, die Dich suchen; und die dein Heil lieben, sollen immerdar sagen: Hochgelobt sey der Herr. Ich aber bin dürftig und arm; o Gott, hilf mir. Du bist mein Helfer und mein Erlöser; Herr, säume nicht. Ehre sey dem Vater 2c. . Errette deine Diener, B. Die auf Dich hoffen, mein Gott. *. Sey uns, o Herr, ein Thurm der Stärke R. Vor dem Angesichte des Feindes. V. Nichts vermöge der Feind wider uns, R. Und der Sohn der Bosheit schade uns nicht. V. Herr, nicht nach unsern Sünden handle mit uns, R. Noch vergilt uns nach unsern Ungerechtigkeiten. Laßt uns beten für unsern obersten Hirten: . B. . R. Der Herr erhalte und belebe ihn und mache ihn selig auf Erden und überliefere ihn nicht dem Willen seiner Feinde. Laßt uns beten für unsere Wohlthäter: Verleihe, o Herr, allen unsern Gutthätern um deines Namens willen das ewige Leben. Laßt uns beten für die verstorbenen Christgläubigen: Herr, gieb ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. . Laß sie ruhen in Frieden. R. Amen. . R. v. Laßt uns beten für unsere abwesenden Brüder: R). Nette, o Gott, deine Diener, die auf Dich hoffen. . Herr, sende ihnen Hülfe von deinem Heiligthume, R. Und von Sion beschüße sie. V. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Gebet. O Gott, dessen Eigenschaft es ist, sich allezeit zu erbarmen und zu verschonen, nimm an unser flehentliches Gebet, auf daß uns und 314 Am Sonntage. alle deine Diener, welche die Bande der Sünde umstricken, deine erbarmende Güte gnädig von derselben befreie. Wir bitten Dich, o Herr, erhöre unser demüthiges Gebet, und schone derer die ihre Sünden bekennen; auf daß wir zugleich Verzeihung und Frieden nach deiner Güte erlangen. Herr, erzeige uns gnädiglich deine unaussprechliche Barmherzigkeit, damit Du uns zugleich von unsern Sünden befreiest und von den Strafen, die wir dafür verdienet haben, errettest. O Gott, der Du durch die Sünde beleidigt und durch die Buße versöhnet wirst, sieh gnädig auf das Gebet deines flehenden Volkes, und wende ab die Geißel deines Zornes, die wir für unsere Sünden verdienen. Allmächtiger, ewiger Gott, erbarme Dich deines Dieners N....., unseres obersten Hirten, und leite ihn nach deiner Milde auf den Weg des ewigen Heiles, auf daß er mit deiner Hülfe was Dir wohlgefällig ist begehre, und mit aller Kraft vollbringe. Gott, von dem die heiligen Begierden, guten Vorsätze und gerechten Werke entspringen; gieb deinen Dienern jenen Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen deinen Geboten ergeben, und unsere Zeiten durch deinen Schutz von Feindes Furcht befreit und friedsam seyen. Herr, entzünde unsere Nieren und Herzen mit dem Feuer deines Geistes, damit wir Dir mit keuschem Leibe dienen und mit reinem Herzen wohlgefallen mögen. O Gott, Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung aller Sünden, auf daß sie die gnädige Nachlassung, welche sie allezeit gewünscht haben, durch gottselige Fürbitte erlangen. O Herr, wir bitten Dich, komm unsern Handlungen durch deine Einsprechung zuvor und begleite sie mit deiner Hülfe, damit alle unsere Gebete und Werke von Dir jederzeit anfangen, und was durch Dich angefangen hat, auch durch Dich geendet werde. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du herrschest über die Lebendigen und die Abgestorbenen, und Dich aller erbarmest, welche Du aus dem Glauben und den Werken für die Deinigen erkenneft; wir bitten Dich flehentlich, daß die für welche wir unsere Gebete darzu Litanei von allen Heiligen. 315 bringen beschlossen haben, mögen sie noch in dieser Welt am Leben, oder bereits davon abgeschieden seyn, durch die Fürbitte aller deiner Heiligen nach deiner milden Gütigkeit Verzeihung aller ihrer Sünden erlangen mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des h. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. . Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. . Lasset uns den Herrn loben, R. Und Gott Dank sagen. *. Es erhöre uns der allmächtige und barmherzige Gott. R. Amen. . Die Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden. R. Amen. Lied von der Glorie des Paradieſes. Ad perennis vitae fontem. Nach der ew'gen Lebensquelle Lechzend in der Wüste Sand, Glüht die Seele, in der Zelle Ihres Leibes fern verbannt; Seufzend ringt sie nach der Helle In dem süßen Vaterland. Ach, bedrängt von Last und Mühen, Schaut zum Himmel sie empor, Wo in ew'gen Wonnen blühen Die, so Gott zum Licht erfor; Und vor Harm will sie zerglühen, Daß durch Schuld sie ihn verlor. Wann, o wann wird sie erscheinen, Jenes Friedens Lieblichkeit, In der Stadt, der ewig reinen, Durch die Gottheit selbst erfreut, 316 Am Sonntage. Wo sich aus lebend'gen Steinen Strahlend jede Wohnung reiht? Nur von Perlen und Juwelen Glänzt der Bau an diesem Ort; Gold, befreit von allen Fehlen, Deckt, wie Glas, die Straßen dort; Nie ein Schatten trübt die Seelen, Schmerz und Harm sind ewig fort. Sommersglut und Winterstosen Dringt nicht in des Himmels Thor; Purpurn glühen dort die Rosen, Schneeig glänzt der Lilien Flor; Süßer Balsamdüfte Kosen Steigt dort allerwärts empor. Wiesen grünen, Saaten blinken, Milde Frühlingslüfte wehn, Und aus Honigbächen trinken Palmen, die am Ufer stehn; Aus dem grünen Hainen winken Goldne Früchte in den Höh'n. Nimmer folgt der Sterne Flimmer Hier der Sonne noch dem Mond; Lichtvoll hellt des Lammes Schimmer Jene Stadt, die oben thront, Nacht, im ew'gen Tag, ist nimmer, Da hier keine Zeit mehr wohnt. Sonnen ähnlich, strahlen alle Heiligen im Himmelssaal; Und in lautem Jubelschalle, Sieggefrönt beim ew'gen Mahl, Feiern froh in Gottes Halle Nun sie ihrer Siege Zahl. Alle Schuld ist längst vergeben, Ferne ist des Fleisches Streit; Einen Sinn, Ein himmlisch Streben Fühlt es mit dem Geist erneut; Lied von der Glorie des Paradieses. Ewig schweben sie, umgeben Von des Friedens Bieblichkeit. Und vom Pilgerkleid befreiet, Wandelnd in des Ursprungs Zier, Schau'n, der Wahrheit nur geweihet, Alle froh sie mit Begier; O wie labet und erfreuet Sie der Quell des Lebens hier! Unverändert diese Freuden Halten alle ewiglich; Klar, lebendig, jauchzend kleiden Sie in stete Jugend sich, Da das Alter und das Leiden Und die Krankheit ferne wich. Ewig gleich verfließt ihr Leben, Denn Vergänglichkeit verging; Und unsterblich blühend schweben Sie im unermeßnen Ring, Da des Todes Recht im Leben Längst zertrümmert unterging. Wo die Weisheit selber schaltet, Was ist dorten unbewußt, Wo das Tiefste sich entfaltet Jedem in des Andern Brust? Nur ein einz'ger Wille waltet In der Eintracht höchster Luſt. Glänzen Kronen auch verschieden Nach der Kämpfer Sieg und Muth, Doch liebt jeder, höchst zufrieden, Alle in der Liebe Glut; So als eigen wird beschieden Jedem aller Andern Gut. Was der Seele Trost gewähret, Dahin sehnt die Seele sich; Heil'gen Seelen hier bescheeret Mit den Engeln ewiglich 317 318 Am Sonntage. Wird das Brod, das stärkt und nähret, Und sie Gott eint inniglich. Satt und gierig immerwährend Wünschen sie, was Gott verlieh; Sättigung wird nie beschwerend, Und der Hunger quälet nie; Stets begehrend, stets sich nährend, Wünschen und genießen sie. Ewig neue Harmonien Singt der Sänger sel'ger Chor, Und in Wonnemelodien Wallet Preis zu Gott empor, Der in Huld den Kampf verliehen, Und zu Siegern sie erfor. Heil der Seele, die auf immer Klar des Himmels König steht! Hoch und fern vom Erdgewimmer Schaut sie, wie der Erdball flieht, Wie hier Schimmer, dort Geflimmer Tiefer Sterne wogt und glüht. Christus, deiner Sieger Krone! Führe mich in dieses Schloß; Gieb von deinem Gnadenthrone, Bin ich einst des Kampfes los, Daß, zum Lohne, dort ich wohne, Deiner Heiligen Genoß. Willst du, daß mein Kampf noch währe, Oso gib mir Kraft im Streit; Doch dem Sieger dann gewähre Ruhe in der Seligkeit, Und bescheere, Dir zur Ehre, Mir Dich selbst in Ewigkeit! Gebet des h. Augustinus zu allen Heiligen. Oglückselige Heiligen Gottes, die ihr schon über das Meer dieser Sterblichkeit angelangt seyd in dem Hafen der ewigen Ruhe, Gebete zu den Heiligen. der Sicherheit und des Friedens, wo ihr sorglos immerwährende Freudenfeste feiert; ich bitte euch bei eurer Liebe, die ihr ohne Sorgen send um euch, tragt Sorge für uns; und da ihr unbesorgt seyd um eure unvergängliche Herrlichkeit, seyd besorgt um unser vielfältiges Elend. Bei Ihm rufe ich euch an, der euch erwählet und heilig gemacht hat, an dessen Schönheit ihr euch sättigt, durch dessen Unsterblichkeit ihr unsterblich geworden, an dessen seligster Anschauung ihr euch immerdar erfreuet. Amen. 319 Gebet zu dem Schutzheiligen, dessen Namen man führt. Oheiliger N...., der mir im Bade der heiligen Taufe zum Schüßer gegeben worden, auf deine Hülfe setze ich meine besondere Hoffnung. Lenke meine Füße auf den Weg der Tugend, damit ich nach deinem Beispiele meinen Beruf würdig erfülle. Lehre und führe mich in allen Gefahren des Leibes und der Seele, besonders aber komme mir in meiner Todesstunde zu Hülfe, auf daß ich mit dir und allen Heiligen der ewigen Herrlichkeit im Himmel theilhaftig werden, und mit euch den Vater und den Sohn und den H. Geist ewig lieben und loben möge. Allgemeine Gebete auf die Festtage der Heiligen. An den Vigilien der Apostel. Allmächtiger Gott, wir bitten Dich, verleihe, daß die ehrwürdige Gedächtnißfeier deines seligen Apostels N...., auf die wir uns bereiten, uns zur Vermehrung unserer Andacht und zum Heile gereiche. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Am Feste eines Märtyrers und Bischofes. Allmächtiger Gott, sieh gnädig auf unsere Schwachheit, und weil die Schwere unserer Schuld uns drückt, laß durch die glorreiche Fürbitte deines Märtyrers und Bischofes des seligen N.... uns beschützet werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Am Feste eines Märtyrers. Wir bitten Dich, allmächtiger Gott, verleihe, daß wir durch die Fürbitte deines heiligen Märtyrers N.... von allen Widerwärtigkei 320 Am Sonntage. ten des Leibes befreit und von allen bösen Gedanken der Seele gereinigt werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Am Feste mehrerer Märtyrer. Gott, der Du uns durch die jährliche Feier deiner heil. Märtyrer N. N... beglückest, verleihe gnädiglich, daß wir durch die Betspiele derjenigen angefeuert werden, an deren Verdiensten wir uns erfreuen. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Am Feste eines Beichtigers. Sieh gnädig herab, o Herr, auf unsere Gebete, welche wir Dir am Festtage deines h. Beichtigers N... darbringen, auf daß uns, die wir auf unsere Gerechtigkeit fein Vertrauen haben, durch die Fürbitte desjenigen, der Dir wohlgefällig war, geholfen werde. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Am Feste eines Kirchenlehrers. Gott, der Du deinem Volke den h. N... zum Diener des ewigen Heiles gesandt hast; wir bitten Dich, laß ihn, den wir auf Erden zum Lehrer des Lebens gehabt haben, im Himmel unsern Fürsprecher seyn. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Am Feste einer Jungfrau und Märtyrerin. Gott, der Du unter den übrigen Wundern deiner Allmacht auch dem schwachen Geschlechte den Sieg des Marterthums gewähret hast; verleihe gnädiglich, daß wir, die wir die h. N... als Jungfrau und Märtyrerin verehren, durch ihr Beispiel zu Dir gelangen. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Am Feste einer Jungfrau. Erhöre uns, o Gott, unser Heiland, daß wie wir uns des Festes deiner seligen Jungfrau N.... erfreuen, wir von ihren frommen und heiligen Gesinnungen durchdrungen werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Am Feste mehrerer Jungfrauen und Märtyrerinnen. Laß uns, o Herr unser Gott, die Siegespalmen der H. Jungfrauen und Märtyrerinnen N. N... in unaufhörlicher Andacht feiern, Tagszeiten für die Abgestorbenen. 321 auf daß wir die wenigstens in Demuth verehren, die wir nicht mit würdiger Gesinnung zu preisen vermögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Am Montag. Kleine Tagszeiten für die Abgestorbenen. Zu der Metten. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. Ich glaube an Gott 2c. Herr Jesu Christe, König der Glorie, erlöse die Seelen aller verstorbenen Gläubigen von den Beinen der Hölle und aus der tiefen Grube; errette sie aus dem Nachen des Löwen, auf daß die dunkle Kluft sie nicht verschlinge und sie nicht in die Finsterniß fallen, sondern dein Fahnenträger, der h. Michael, sie führe zum seligen Lichte, das Du einst dem Abraham verheißen hast und seinen Nachkommen. Dir, o Herr, bringen wir dar Sühnopfer und Gebet; nimm es an für die Seelen, deren Gedächtniß wir heute begehen. Verleihe, daß sie vom Tode zum Leben eingehen, das Du einstmals dem Abraham verheißen hast und seinen Nachkommen. .. Herr, gieb ihnen die ewige Nuhe, R. Und das ewige Licht leuchte ihnen. Lied. Tag des Zorns, der Tag der Fülle, Deckt die Welt mit Aschenhülle, David zeugt es und Sibylle.. Welch ein Graun wird seyn und Beben, Wird der Richter niederschweben, Strenge Prüfung zu erheben. Die Posau'n im Wundertone, Aus den Gräbern jeder Zone, Sammelt Alle her zum Throne. 21 Um Montag. Ant. Ich habe gesündigt, was soll ich Dir thun, o Du Hüter der Menschen; warum hast Du mich Dir zum Zielpunkt gesetzet, und bin ich selber mir zur Last worden? Warum nimmst Du meine Sünde nicht hinweg? und warum hebst Du meine Missethat nicht auf? Siehe, ich werde jegt im Staube schlafen, und wann Du mich am Morgen suchen wirst, werde ich nicht bestehen. 322 . R. Von den Pforten der Hölle Errette, o Herr, ihre Seelen. Gebet. O Gott, Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung aller Sünden; auf daß sie die gnädige Nachlassung, welche ste allezeit gewünscht haben, durch fromme Fürbitten erlangen. Der Du lebest und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. . Herr, erhöre mein Gebet, R). Und laß mein Schreien zu Dir kommen. *. Die Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden. R). Amen. Zu der Prim. Vater unser sc. Gegrüßet seyst 2c. v. Dir, o Herr, bringen wir dar Sühnopfer und Gebet 2c. wie zu der Metten. Lied. Tod, Natur mit Staunen sehen Dann die Greatur erstehen Zur Verantwortung zu gehen. Und ein Buch wird aufgefalten, So das Ganze wird enthalten, Ob der Welt Gericht zu halten. Alle werden zitternd stehen, Werden hören, werden sehen, Wie das Urtheil wird ergehen. Tagszeiten für die Abgestorbenen. 323 Ant. Meine Seele hat Ueberdruß an meinem Leben. Ich will meine Worte wider mich selbst herauslassen und reden in der Bitterfeit meiner Seele. Zu Gott will ich sagen: Verdamme mich nicht. v. Ich habe gehört eine Stimme vom Himmel zu mir sprechend: R). Selig sind die Todten, die im Herrn sterben. Gebet. O Gott, Schöpfer und Erlöser 2c. und alles folg. wie S. 322. Zu der Terz. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. v. Dir, o Herr, bringen wir dar Sühnopfer und Gebet 2. wie zu der Metten. Lied. Wann der Richter also richtet, Wird, was dunkel war, gelichtet, Ungerochen nichts geschlichtet. Ach, was werd' ich Armer sagen? Wer vertritt mich vor den Klagen, Da Gerechte selber zagen? Herr, dem sich der Weltkreis beuget, Der aus Gnade Gnad' erzeiget, Rette mich, zur Huld geneiget. Ant. Erbarmet euch meiner, erbarmet euch meiner, wenigstens ihr, meine Freunde, denn die Hand des Herrn hat mich getroffen. . Uebergieb nicht den wilden Thieren die Seelen derer die Dich bekennen. R. Und vergiß nicht bis zum Ende der Seelen deiner Armen. Gebet. O Gott, Schöpfer 2c. und alles folg. wie S. 322. Zu der Sert. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. v. Dir, o Herr, bringen wir dar Sühnopfer und Gebet 2c. wie zu der Metten, 21* 324 Am Montag. Lied. Milder Jesu, woll' erwägen, Daß Du kamest meinetwegen, Um mein Heil alsdann zu hegen. Ich war Ziel ja deines Strebens, Kreuzestod der Preis des Lebens; So viel Müh' sey nicht vergebens. Richter der gerechten Nache, Nachsicht üb' in meiner Sache, Eh' zum letzten ich erwache. Ant. Gehen nicht die wenigen meiner Tage bald zu Ende? So laß mich nun, daß ich ein wenig meinen Schmerz beweine, ehe dann ich hingehe, und nicht wiederkehre, zum Lande der Finsterniß, bedeckt von Todesschatten. v. Ich glaube, daß ich die Güter des Herrn sehen werde, R. Im Lande der Lebendigen. Gebet. O Gott, Schöpfer 2c. und alles folg. wie S. 322. Zu der Non. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. y. Dir, o Herr, bringen wir dar Sühnopfer und Gebet 2. wie zu der Metten. Lied. Bang erseufz' ich, schuldbefangen, Reue röthet meine Wangen; Laß mich Fleh'nden Gnad' erlangen. Du, der lossprach einst Marien, Und dem Schächer selbst verziehen, Hast mir Hoffnung auch verliehen. Mein Gebet gilt nicht so theuer; Schonung übe, Du Getreuer, Rette mich vom ew'gen Feuer. Ant. Ja, wär' ich auch gerecht, ich würde nicht entgegnen; zu meinem Richter nur würd' ich um Gnade flehen. Tagszeiten für die Abgestorbenen. *. Ich sprach: Herr, erbarme Dich meiner, R. Mache meine Seele gesund, denn ich habe vor Dir gesündigt. Pſ. 40. Gebet. O Gott, Schöpfer c. und alles folg. wie S. 322. Zu der Vesper. Vater unser 2. Gegrüßet seyst zc. v. Dir, o Herr, bringen wir dar Sühnopfer und Gebet 2c. wie zu der Metten. Lied. Mit den Schafen woll' mich weiden, Von den Böcken mich zu scheiden Stell mich Dir zur rechten Seiten. Wann Verworfnen ohne Schonen Du mit Flammenpein wirst lohnen, Laß mich mit den Sel'gen wohnen. Schuldgebeugt zu Dir ich schreie, Ganz das Herz zerknirscht von Neue; Sel'ges Ende mir verleihe. Ant. Beben und Barmherzigkeit hast Du mir gegeben und deine Heimsuchung hat meinen Geist bewahret. Und ob Du wohl solches in deinem Herzen verbirgst, so weiß ich doch, daß Du aller Dinge eingedenk bist. v.. Wende Dich, Herr, und errette meine Seele; B. Hilf mir um deiner Barmherzigkeit willen. 325 Gebet. O Gott, Schöpfer 2c. und alles folg. wie S. 322. Zu der Complet. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. t. Dir, o Herr, bringen wir dar Sühnopfer und Gebet 2c. wie zu der Metten. 326 Am Montag. Lied. Thränen bringt der Tag der Wehen, Wo, zum Weltgericht zu gehen, Die Entschlaf'nen auferstehen. Tief zerknirscht in Herzens Gründen, Zagend denken sie der Sünden; Laß sie, Gott, Erbarmen finden. Sieh, o Herr der Huld und Treue, Gnadenvoll auf ihre Neue; Und den Todten Ruh verleihe. Ant. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und ich werde am jüngsten Tage aus dem Staube erstehen, und werde wiederum mit meiner Haut umgeben werden, und in meinem Fleische meinen Gott sehen, und meine Augen werden Ihn schauen. Job. 19, 25. v. Meine Seele, kehre zurück in deine Ruhe, R. Denn Gutes gethan hat Dir der Herr. Gebet. O Gott, Schöpfer 2c. und alles folg. wie S. 322. Befehlung. Deiner Huld, o Herr, befehlen Wir die abgeschiednen Seelen. Die der Läutrung Flammen quälen. Laß des Blutes Ströme fließen, Laß sie, Herr, gereint durch Büßen, Deines Friedens Heil genießen. Laß uns einst in Dir versterben, Und, mit deines Reiches Erben, Ew'ge Seligkeit erwerben. Amen. Litanei für die abgestorbenen Christgläubigen. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Litanei für die Abgestorbenen. Gott Vater von den Himmeln, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, H. Maria, H. Gottesgebärerin, H. Jungfrau aller Jungfrauen, H. Michael, H. Paulus, H. Johannes, Alle h. Apostel und Evangelisten, Alle h. unschuldigen Kinder, H. Stephanus, Alle h. Engel und Erzengel, Alle H. Chöre der seligen Geister, H. Johannes der Täufer, H. Joseph, Alle h. Patriarchen und Propheten, bittet für die Seelen 2c. H. Petrus, H. Gregorius, H. Ambrosius, H. Augustinus, H. Hieronymus, Alle h. Bischöfe und Beichtiger, Alle h. Kirchenlehrer, Alle h. Priester und Leviten, Alle h. Mönche und Einsiedler, H. Maria Magdalena, H. Katharina, H. Barbara, Alle h. Jungfrauen und Wittwen, Alle Heiligen Gottes, Erbarme Dich der Seelen der Christgläubigen! Sey ihnen gnädig, verschone sie, o Herr! Sey ihnen gnädig, erhöre sie, o Herr! Von allem Uebel erlöse sie, o Herr! 327 bitte für die Seelen der Christgläubigen! H. Laurentius, Alle h. Märtyrer, bittet für die Seelen der Christgläubigen! bittet für die Seelen der Christgläubigen! bitte für die Seelen der Christgläubigen! bitte für die Seelen der Christgläubigen! bittet für die Seelen der Christgläubigen! bitte für die Seelen der Christgläubigen! bitte für die Seelen der Christgläubigen! bittet für die Seelen der Christgläubigen! bitte für die Seelen der Christgläubigen! bittet für die Seelen der Christgläubigen! 328 Von deinem Borne, Von der Strenge deiner Gerechtigkeit, Von der Gewalt der bösen Geister, Am- Montag. Von dem nagenden Wurme des Gewissens, Von der immerwährenden Betrübniß, Von den grausamen Flammen, Von der unerträglichen Kälte, Von der schrecklichen Finsterniß, Von dem fürchterlichen Heulen und Wehklagen, Durch deine wunderbare Empfängniß, Durch deine heilige Geburt, Durch deinen süßesten Namen, Durch deine Taufe und dein h. Fasten, Durch deine tiefe Demuth, Durch deinen bereitwilligen Gehorsam, Durch deine Reuschheit, Durch deine äußerste Armuth, Durch deine liebreiche Sanftmuth, Durch deine unendliche Liebe, Durch deine Angst und Noth, Durch deinen blutigen Schweiß, Durch deine Gefangenschaft, Durch deine Geißelung, Durch deine Krönung, Durch deine Kreuztragung, Durch deinen bittern Tod, Durch deine heiligsten Wunden, Durch dein Kreuz und bitteres Leiden, Durch deine h. Auferstehung, Durch deine wunderbare Himmelfahrt, Durch die Ankunft des h. Geistes, des Trösters, Am Tage des Gerichtes, Wir Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns! Der Du Marien losgesprochen und den Schächer erhöret hast, Der Du aus Gnade Gnad' ertheileſt, Der Du hast die Schlüssel des Todes und der Hölle, erhöre uns! erlöse sie, 0 Herr! Dich, wir bitten t Litanei für die Abgestorbenen. Daß Du die Seelen unserer Eltern, Verwandten, Freunde und Wohlthäter von den Strafen der Hölle erretten wollest, Daß Du alle abgestorbenen Christgläubigen von der ewigen Verdammniß befreien wollest, Daß Du Dich der Seelen, deren Gedächtniß auf Erden nicht begangen wird, erbarmen wollest, Daß Du sie alle verschonen und begnadigen wolleft, wir bitten c. Daß Du ihr Verlangen erfüllen wollest, wir bitten Dich, 2c. Daß Du sie zur Gemeinschaft deiner Auserwählten aufnehmen wollest, wir bitten Dich, erhöre uns! König der furchtbaren Herrlichkeit, wir bitten Dich, erhöre uns! Sohn Gottes, wir bitten Dich, erhöre uns! O Du Lamm Gottes 2c., gieb ihnen die Ruhe! O Du Lamm Gottes 2c., gieb ihnen die ewige Ruhe! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Vater unser 2. 329 erhöre wir bitten Dich, uns! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, gieb ihnen die Ruhe! . Von den Pforten der Hölle Errette, o Herr, ihre Seelen. R. . Herr, erhöre mein Gebet, B. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. v. Herr, gieb ihnen die ewige Ruhe, R. Und das ewige Licht leuchte ihnen. . Laß sie ruhen in Frieden. B). Amen. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, erzeige den Seelen deiner Diener und Dienerinnen immerwährende Barmherzigkeit; auf daß es ihnen zum ewigen Heile gereiche, daß sie auf Dich gehoffet und an Dich geglaubt haben. Durch unsern Herrn Jesum Christum deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am Montag. Kirchliche Gebete für die Abgestorbenen. Für einen Priester. O Gott, der Du unter den apostolischen Priestern deinen Diener N..... mit der priesterlichen Würde gezieret hast; verleihe, wir bitten Dich, daß er ihrer immerwährenden Gemeinschaft im Himmel beigezählt werde. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 330 Für verstorbene Eltern. O Gott, der Du uns geboten hast, Vater und Mutter zu ehren; erbarme Dich gnädig der Seelen meiner Eltern und verleihe, daß ich sie in der Freude der ewigen Klarheit wiedersehe. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. ( Wer nur seinen Vater oder seine Mutter verloren hat, erwähne bloß der einen Seele.) Für verstorbene Geschwister, Freunde, Wohlthäter zc. O Gott, Du Ausspender der Gnade und Liebhaber des menschlichen Heiles, wir bitten deine Gütigkeit, Du wollest die Brüder, Anverwandten und Wohlthäter unserer Versammlung, die aus dieser Welt abgeschieden sind, durch die Fürbitte der seligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen zur Gemeinschaft der ewigen Seligkeit gelangen lassen. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Für einen Verstorbenen. Neige, o Herr, dein Ohr zu unsern Bitten, damit wir deine Barmherzigkeit demüthig anflehen, daß Du die Seele deines Dieners N...., die Du aus dieser Welt abgerufen, in das Land des Friedens und des Lichtes aufnehmen und deinen Heiligen beigesellen wollest. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Für eine Verstorbene. Wir bitten Dich, o Herr, Du wollest Dich nach deiner Gütigkeit der Seele deiner Dienerin N.... erbarmen, und sie, von den Makeln der Sterblichkeit erledigt, in den Antheil der ewigen Seligkeit einsetzen. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 331 Gebete für die Abgestorbenen. Sieben Bitten für die Abgestorbenen durch das bittere Leiden und Sterben Jesu Christi. 1. O Jesu, unser Leben und unsere Auferstehung, der Du, aus dieser Welt scheidend, dein Fleisch und Blut uns zur Speise und zum Tranke hinterlassen hast; durch diese deine unendliche Liebe bitte ich Dich flehentlich, erbarme Dich aller verstorbenen Christgläubigen, besonders..... Führe sie zu den Quellen des Lebens, und laß sie bald an deinem Mahle in deinem Reiche erquickt und ersättigt werden. Vater unser 2c. 2. O Jesu, unser Schutz und unser Heil, der Du unsertwegen im Garten so große Angst erlitten, daß dein Schweiß wie Blutstropfen wurde, die auf die Erde herabrannen; durch dieses dein kostbarstes Blut bitte ich Dich demüthiglich, erbarme Dich aller verstorbenen Christgläubigen, besonders.... Befreie sie von aller Angst, trockne alle Thränen von ihren Augen und führe sie in den Garten des Paradieses. Vater unser 2c. ..... 3. O Jesu, unser Erlöser und Seligmacher, der Du die Fesseln unserer Sünden auf Dich genommen hast; durch diese deine harten Bande flehe ich zu Dir, erbarme Dich der abgestorbenen Christgläubigen, besonders Löse alle Bande ihrer Sünden, womit die menschliche Schwäche sie in diesem Leben gefesselt hielt, auf daß sie freudig ausrufen mögen: Du hast meine Bande zerrissen, Dir will ich Lobopfer bringen und deinen Namen preisen in Ewigkeit. Vater unser 2c. 4. O Jesu, Du Freude unseres Herzens, der Du dein gebenedeites Angesicht, worein die Engel zu schauen gelüstet, hast verhüllen, bespeien und zerschlagen lassen; durch diese deine unbegreifliche Geduld bitte ich Dich, erbarme Dich der abgestorbenen Christgläubigen, besonders.... Laß sie zur Klarheit deines Lichtes gelangen und erfülle sie durch dein Anschauen mit ewiger Freude. Vater unser 2c. 5. O Jesu, Du Krone unseres Ruhmes, der Du mit Geißelstreichen zerschlagen und um unseres Stolzes willen grausam und schimpflich mit Dornen gefrönet worden; durch diese deine höchste Demuth flehe ich Dich an, erbarme Dich aller abgestorbenen Christgläubigen, besonders..... Verleihe gnädig, daß sie bald zur Krone der ewigen Herrlichkeit gelangen, denn Du frönest sie in Barmherzigkeit und Erbarmungen. Vater unser 2c. Am Montag. 6. Jesu, unser Fürsprecher und Richter, der Du durch das ungerechteste Urtheil zun bittersten Tode hast wollen verdammet werden, um uns von der Strafe der ewigen Verdammniß zu erlösen; durch den Abgrund deiner Barmherzigkeit flehe ich zu Dir, erbarme Dich der abgestorbenen Christgläubigen, besonders..... Laß sie bald jenes Wort des Trostes hören: Eure Missethat ist vergeben. Vater unser 2c. 332 7. O Jesu, unser höchstes und einziges Gut, der Du mit des Kreuzes Last unsere Missethaten auf Dich genommen, und unsere Sünden an deinem Leibe auf'm Holze getragen hast; durch diese deine unermeßliche Wohlthat bitte ich demüthiglich, erbarme Dich aller abgestorbenen Christgläubigen, besonders.... Laß ihnen bald die Thüre zur ewigen Herrlichkeit aufschließen, und sie die freudenvollen Worte vernehmen: Kommet, ihr Gebenedeite meines Vaters, befizet das Reich, das euch bereitet ist vom Anbeginne der Welt. Vater unser c. Anrufung der Heiligen für die Abgestorbenen. Oihr heiligen Engel und ihr Auserwählten Gottes, kommt zu Hülfe den Seelen der abgestorbenen Christgläubigen; vor Allen hilf du ihnen, und zeige ihnen deinen geliebten Sohn, o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria. Amen. Sequenz aus der Messe für die Abgestorbenen. Dies irae, dies illa Solvet saeclum in favilla, Teste David cum Sibylla. Quantus tremor est futurus, Quando Judex est venturus, Cuncta stricte discussurus! Tuba mirum spargens sonum Per sepulchra regionum Coget omnes ante thronum. Mors stupebit et natura, Cum resurget creatura, Judicanti responsura. Tag des Zorns, der Tag der Fülle, Deckt die Welt mit Aschenhülle, David zeugt es und Sibylle. Welch ein Graun wird seynu. Beben, Wird der Richter niederschweben, Strenge Prüfung zu erheben. Die Posaun' im Wundertone, Aus den Gräbern jeder Zone Sammelt Alle her zum Throne. Tod, Natur mit Staunen sehen, Dann die Creatur erstehen, Zur Verantwortung zu gehen. . Gebete für die Abgestorbenen. Und ein Buch wird aufgefalten, So das Ganze wird enthalten, Ob der Welt Gericht zu halten. Wann der Richter also richtet, Wird, was dunkel war, gelichtet, Ungerochen nichts geschlichtet. Ach, was werd' ich Armer sagen? Wer vertritt mich vor den Klagen, Da Gerechte selber zagen? Herr, dem sich der Weltkreis beuget, Der aus Gnade Gnad' erzeiget, Nette mich, zur Huld geneiget. Milder Jesu, woll' erwägen, Daß Du kamest meinetwegen, Um mein Heil alsdann zu hegen. Ich war Ziel ja deines Strebens, Kreuzestod der Preis des Lebens; So viel Müh' sey nicht vergehens. Nichter der gerechten Rache, Nachsicht üb' in meiner Sache, Eh' zum letzten ich erwache. Bang erseufz' ich, schuldbefangen, Neue röthet meine Wangen; Laß mich Fleh'nden Gnad' erlangen. Du, der lossprach einst Marien, Und dem Schächer selbst verziehen, Hast mir Hoffnung auch verliehen. Mein Gebet gilt nicht so theuer, Schonung übe, Du Getreuer, Nette mich vom ew'gen Feuer. Mit den Schafen woll mich weiden, Von den Böcken mich zu scheiden Stell' mich Dir zur rechten Seiten. 333 Liber scriptus proferetur, In quo totum continetur, Unde mundus judicetur. Judex ergo cum sedebit, Quidquid latet, apparebit, Nil inultum remanebit. Quid sum miser tunc dicturus? Quem patronum rogaturus? Cum vix justus sit securus. Rex tremendae majestatis, Qui salvandos salvas gratis, Salva me fons pietatis. Recordare Jesu pie, Quod sum causa tuae viae, Ne me perdas illa die. Quaerens me sedisti lassus, Redemisti crucem passus, Tantus labor non sit cassus. Juste judex ultionis. Donum fac remissionis Ante diem rationis. Ingemisco tanquam reus, Culpa rubet vultus meus: Supplicanti parce Deus. Qui Mariam absolvisti, Et latronem exaudisti, Mihi quoque spem dedisti. Preces meae non sunt dignae, Sed tu, Bonus, fac benigne, Ne perenni cremer igne. Inter oves locum praesta Et ab haedis me sequestra Statuens in parte dextra. 334 Wann Verworfnen ohne Schonen Du mit Flammenpein wirst lohnen, Laß mich mit den Sel'gen wohnen. Schuldgebeugt zu Dir ich schreie, Ganz das Herz zerknirscht von Neue; Sel'ges Ende mir verleihe. Thränen bringt der Tag der Wehen, Wo vom Staube wird erstehen, Zum Gericht der Mensch voll Sünden; Am Dinstag. Laß ihn, Gott, Erbarmen finden, Jesu, milder Herrscher Du, Gib den Todten ew'ge Ruh. Amen. *. . Confutatis maledictis, Flammis acribus addictis, Voca me cum benedictis. Oro supplex et acclinis, Cor contritum quasi cinis, Gere curam mei finis. Lacrymosa dies illa, Qua resurget ex favilla Judicandus homo reus! Huic ergo parce Deus! Pie Jesu Domine, Dona eis requiem. Am Dinstag. Kleine Tagszeiten von den H. Ignatius und Xaverius. Zu der Metten. Lasset uns loben die ruhmwürdigen Männer und unsere Vorfahren nach ihren Geschlechtern. *. Herr, eröffne meine Lippen, R. Und mein Mund wird dein Lob verkündigen. O Gott, merke auf meine Hülfe, Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. Dir, Jgnatius, gebühret, Dir, Xaverius, zugleich, Lobgefang. Amen. Ehr' und Ruhm, die ihr geführet Seelen viel zum Himmelreich; Tagszeiten von den H. Ignatius u. Xaverius. An des Morgens fernem Strande Habt ihr Thaten viel vollbracht, Euer wird im Abendlande Stets mit Preis und Dank gedacht. Ant. Von ihrer Weisheit erzählen die Völker, und ihren verkündet die Kirche. . Ihr Schall ist ausgegangen in alle Lande, R. Und ihre Worte bis an das Ende des Erdkreiſes. Ruhm Gebet. Gott, der Du verherrlichest, die Dich verherrlichen, und in der Verehrung deiner Heiligen geehret wirst, verleihe gnädig, daß wir, die wir die glorwürdigen Verdienste deiner seligen Bekenner Ignatius und Xaverius verehren, auch ihrer milden Fürbitte bei Dir genießen mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. . Herr, erhöre mein Gebet, R). Und laß mein Schreien zu Dir kommen. v. R. . Lasset uns den Herrn loben, Und Gott Dank sagen. 335 Die Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden. R. Amen. Zu der Prim. Laffet uns loben die ruhmwürdigen Männer und unsere Vorfahren nach ihren Geschlechtern. . O Gott, merke auf meine Hülfe, R). Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater c. Lobgesang. Viel von irrem Wahn Bethörten Brachte Licht Ignatius, Und der Heiden Viel' bekehrten Sich durch dich, Xaverius. 336 Am Dinstag. Hier auf Erden wird euch loben Christi Kirche immerdar, Und die Krone reichet droben Christus seinen Kämpfern dar. Ant. Ihr Andenken ist im Segen und ihre Gebeine grünen fort an threr Stätte, und ihr Name soll bleiben in Ewigkeit. Vers und Gebet wie oben S. 335. Zu der Terz. Lasset uns loben 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. Wo die Sonn' erwacht im Morgen, Wo sich niedersenkt ihr Strahl, Brachtet ihr mit treuem Sorgen Rettung vielem Volk zumal; Steht uns bei, daß wir nicht fallen, Nettet uns von Sündennoth, Daß dem Herrn wir wohlgefallen, Und befolgen sein Gebot. Ant. Wie der Morgenstern im Nebel, und wie der Vollmond, wann er leuchtet in seinen Tagen, und wie die Sonne in ihrem Blanze, also leuchteten sie im Tempel Gottes. Vers und Gebet wie oben S. 335. Zu der Sert. Lasset uns loben 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. Mag der Sonne Glanz sich einen Mit dem Mond und Sternenheer, Und in lichter Glorie scheinen, Strahlen sendend weit umher; Licht'res Glänzen ist beschieden Denen in der Ewigkeit, Die der Seelen viel' hienieden Führen zur Gerechtigkeit. Tagszeiten von den H. Ignatius u. Xaverius. 337 Ant. Die von dir belehret worden, werden leuchten, wie der Glanz des Firmamentes; und diejenigen, welche Viele zur Gerechtigfeit unterweisen, wie die Sterne immer und ewiglich. Vers und Gebet wie oben S. 335. Zu der Non. Lasset uns loben 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. Kein Geschick und kein Verlangen, Nicht Gefahr, wie schwer sie droht, Weder ird'sche Lust, noch Bangen, Weder Furcht noch Todesnoth, Mochten von der Liebe scheiden Gottes und des Nächsten euch, Die der Herr nun lohnt euch Beiden Dort in seinem sel'gen Reich. Ant. In Wenigem geplagt, werden sie im Großen wohl bedacht werden; denn Gott hat sie geprüft und Seiner würdig befunden. Vers und Gebet wie oben S. 335. Zu der Vesper, Lasset uns loben 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. Wie viel' aus der Sünde Banden Habt der Seelen ihr befreit? Wie viel, die zum Herrn sich wandten, Führtet ihr zur Heiligkeit? Eurer Huld ich mich befehle, Führt mich auf des Heiles Bahn, Schirmt mir hülfreich Leib und Seele, Schüßt mich, wann Gefahr will nah'n. Ant. Jene sind Männer der Erbarmung, deren Gottseligkeit nicht wankte: mit ihrer Nachkommenschaft bleiben ihre Güter. Vers und Gebet wie oben S. 335. 22 Am Dinstag. Zu der Complet. Lasset uns loben die ruhmwürdigen Männer, und unsere Vorfahren nach ihren Geschlechtern. 338 . Bekehre uns, o Gott, unser Heiland, Und wende deinen Born von uns ab. B. *. R. O Gott, merke auf meine Hülfe, Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. Lobgesang. Weithin glänzt durch alle Lande Cures Doppellichtes Schein, Die uns Gottes Huld entsandte, Daß sie uns Vorbilder sey'n. Wann des Tages Licht erblasset, Habt auf unsere Seelen Acht, Daß sie nicht von Schuld erfasset, Sinten in der Sünde Nacht. Ant. Ihre Leichname sind in Frieden im Grabe, doch ihr Name lebt von Geschlecht zu Geschlecht. Vers und Gebet wie oben S. 335. Befehlung. Heil'ge Väter, euch zu ehren, Euch zu preisen immerdar, Bring ich, euren Ruhm zu mehren, Diese Tagsgebete dar; Laßt sie huldvoll euch gefallen, Gnädig blickt auf mein Gebet, Neigt euch meinen Bitten allen, Und mein Flehen nicht verschmäht. Daß wir wandeln eure Pfade, Und das Ziel verfehlen nicht, Fleht für uns, daß Gottes Gnade Uns erleucht' mit seinem Licht. Kirchliche Gebete. Wann werd' ich, der Nacht entronnen, In des hehren Lichtes Schein, Dort in wandellosen Wonnen. Sel'gen Friedens mich erfreu'n? Kirchliche Gebete 339 zu den Heiligen der Gesellschaft Jesu. Zum H. Ignatius. D Gott, der Du zur größern Ehre deines Namens die streitende Kirche durch den h. Ignatius mit neuer Hülfe gestärket hast; verleihe, daß wir mit seinem Beistande und nach seinem Beispiele hier auf Erden also streiten, daß wir mit demselben im Himmel gekrönt zu werden verdienen. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Zum. Franciscus Xaverius. O Gott, der Du die Völker Indiens durch die Predigten und die Wunderwerke des y. Franciscus zu deiner Kirche haft versammeln wollen; verleihe gnädig, daß wir, die wir seine glorreichen Verdienste verehren, auch seine Tugendbeispiele nachahmen. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Zum h. Aloisius, um die Gabe der Keuschheit zu erlangen. O Gott, Ausspender der himmlischen Gaben, der Du in dem engelreinen Jüngling Aloisius wunderbare Unschuld des Lebens mit gleichem Bußeifer verbunden hast; verleihe durch seine Verdienste und Fürbitten, daß wir ihm, dem wir in der Unschuld nicht gefolgt sind, in der Buße nachahmen. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 3um h. Stanislaus, um Erlangung eines seligen Todes. O Gott, der Du durch die Hände der h. h. Engel den seligen Stanislaus mit dem heiligsten Leibe deines Sohnes unseres Herrn Jesu Christi gestärket hast; gieb, daß wir nach seinem Beispiele daß hochheilige Sakrament deines Leibes und Blutes immer würdig empfangen, und durch dasselbe in unserer Todesstunde gestärkt, zur fröhlichen Anschauung deines göttlichen Antliges mit ihm gelangen mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 22* 340 Am Dinstag. Zum h. Franciscus Borgias, zur Erlangung der Demuth. O Herr Jesu Christe, Du wahrhaftes Vorbild und Preis der Demuth, wir bitten Dich, wie Du den h. Franciscus in Verachtung irdischer Ehren zu deinem Nachfolger gemacht hast, also wollest Du auch uns an seiner Nachahmung und an seiner Herrlichkeit Theil nehmen lassen. Der Du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. Zum h. Johannes Franciscus Regis, zur Erlangung der Geduld. O Gott, der Du deinen Bekenner, den seligen Johannes Franciscus, zur Ertragung aller Mühseligkeiten für das Heil der Seelen mit wunderbarer Liebe und unüberwindlicher Geduld gezieret haft; verleihe gnädig, daß wir durch sein Beispiel belehret, und durch seine Fürbitte unterstüßt, den Sohn des ewigen Lebens erlangen. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Zu den heiligen Japanischen Märtyrern Johannes, Paulus und Jacobus, um Stärke in Widerwärtigkeiten. O Gott, der Du die seligen Johannes, Paulus und Jacobus mit der Marterkrone gezieret hast, wir bitten Dich, verleihe gnädig, daß wir, die wir ihre himmlische Glorie verehren, auch dem Beispiel ihrer Standhaftigkeit im Zeiden nachfolgen. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Am Mittwoch. Kleine Tagszeiten vom heiligen Joseph. Zu der Metten. Sen gegrüßt, du Zierde der Patriarchen und Haushalter der Kirche Gottes, der du das Brod des Lebens und den Weizen der Außerwählten bewahret hast. Tagszeiten vom h. Joseph. V. Herr, eröffne meine Lippen, R. Und mein Mund wird dein Lob verkündigen. Gott, merke auf meine Hülfe, v. R. Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater zc. Lobgesang. Du, aus Davids Stamm geboren, Joseph, Schutz der Jungfrau rein: Jesus hat dich außerkoren, Ihm an Vaters Statt zu seyn. Treuer Joseph, mir auch biete Deine Hand mit Vaterhuld, Und beständiglich behüte Mich, dein Kind, vor Sünd' und Schuld. Ant. Er bestellte ihn zum Herrn über sein Haus, und zum Obersten über alles, was er hatte. *. Bitte für uns, o seligster Joſeph, R). Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. 341 Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, daß uns durch die Verdienste des Bräutigams deiner allerheiligsten Gebärerin geholfen werde; damit, was unser Vermögen nicht erlangen kann, durch seine Fürbitte uns gegeben werde. Der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Zu der Prim. Sey gegrüßt, du Zierde der Patriarchen und Haushalter der Kirche Gottes, der du das Brod des Lebens und den Weizen der Auserwählten bewahret hast. v. Gott, merke auf meine Hülfe, R. Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater zc. Lobgesang. Da du sahest, daß empfangen Deine Braut die heil'ge Frucht, 342 Am Mittwoch. War dein Herz erfüllt von Bangen, Und von schwerer Zweifel Wucht; Doch befreit durch Engels Lehre Ward von Sorgen dir die Brust: Hilf, daß mir auch sich verkehre Angst und Pein in Wonn' und Lust. Ant. Joseph, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria dein Gemahl zu dir zu nehmen; denn was in ihr geboren ist, das ist vom h. Geiste. Vers und Gebet wie S. 341. Zu der Terz. Sen gegrüßt, du Zierde 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. Als nach Bethlehem der hehren Magd du gabest das Geleit, Kam die Zeit, da sie gebären Sollt' den Herrn der Herrlichkeit; In das Heu, als treuer Hüter, Legst das Kind du sänftiglich; Bitt', daß 68 auf mich hernieder Blick vom Himmel mildiglich. Ant. Joseph ging hinauf von Nazareth in Galiläa nach Judäa, zur Stadt Davids, welche Bethlehem heißt, mit Maria seinem vermählten Weibe, die empfangen hatte. Und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn, und wickelte Ihn in Windeln, und legte Jhn in eine Krippe. Luc. 2, 4. 5. 7. Vers und Gebet wie oben S. 341. Zu der Sert. Sen gegrüßt, du Zierde 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. Du entrannst Herodis Grimme, Führtest nach Aegyptenland, Tagszeiten vom H. Joseph. Wie gebot des Engels Stimme, Mit der Magd das süße Pfand; Durch das Leid, das du getragen Auf der rauhen Pilgerbahn, Woll mir Beistand nicht versagen, Wann mir Kreuz und Leiden nahn. Ant. Steh auf und nimm das Kind und seine Mutter und fliehe nach Aegypten, und bleibe dort, bis ich es dir sage: denn Herodes wird das Kind suchen, um Es zu tödten. Vers und Gebet wie oben S. 341. Zu der Non. Sey gegrüßt, du Zierde 2c. wie zu der Prim. Lobgefang. Kehrend aus Aegypten wieder, Bogst nach Galiläa du, Ließt in Nazareth dich nieder, Lebend dort in sichrer Ruh; Dein Gemüthe reich an Blüthe Dient zur Gartenlust dem Kind; Hilf, daß meine Seel fich reine Und dem Herrn zum Garten grünt. 343 Zu der Vesper. Sey gegrüßt, du Zierde 2c. wie zu der Prim. Ant. Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter, und kam in das Land Israel, und im Traume ermahnt, zog er sich zurück in die Galiläischen Lande, und kam und wohnte in der Stadt, welche Nazareth heißt. Vers und Gebet wie oben S. 341. Lobgesang. Wie mit Schmerzen suchst von Herzen Du das Kind im zwölften Jahr, Bis zur Stunden, da's gefunden Und dein Herz voll Freuden war; ucis 344 Am Mittwoch. Hilf, daß Jesum, meiner Seelen Wonn', ich nimmermehr verlier', Daß mein Herz, gereint von Fehlen, Ihm geweiht sei für und für. Ant. Sohn, warum hast Du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben Dich mit Schmerzen gesucht. Vers und Gebet wie oben S. 341. Zu der Complet. Sey gegrüßt, du Zierde der Patriarchen und Haushalter der Kirche Gottes, der Du das Brod des Lebens und den Weizen der Auserwählten bewahret hast. R. . Bekehre uns, o Gott, unser Heiland, Und wende deinen Zorn von uns ab. O Gott, merke auf meine Hülfe, . R. Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. Lobgesang. Jesum hattest du zur Seiten, Und die Magd die Gott erfor, Als die Zeit kam zum Verscheiden, Und dein Geist sich schwang empor; Steh' mit Jesu und Marien Mir einst bei in meinem Tod, Wann die Seele wird entfliehen, In des letzten Kampfes Noth. Ant. Ich will in Frieden hierüber schlafen und ruhen: denn Du, o Herr, hast mich absonderlich in der Hoffnung befeſtiget. Vers und Gebet wie oben S. 341. Befehlung. Dieser Tagsgebete Krone Bring' ich dir zur Gabe dar; Schent erwiedernd mir zum Lohne Deinen Beistand immerbar; Litanei vom h. Joseph. Hilf mir in der letzten Stunde, Daß ich, nach vollbrachtem Streit, Einst, mit dir in stetem Bunde, Selig sey in Ewigkeit. Amen. Litanei vom heiligen Joseph. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater von den Himmeln, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott h. Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Braut des h. Joseph, Heiliger Joseph, Bräutigam der Jungfrau Maria, Beschüßzer und Nährvater Jesu, Mann nach dem Herzen Gottes, Getreuer und kluger Knecht, Schüßer der Jungfräulichkeit Mariä, Begleiter und Trost Mariä, In der Jungfräulichkeit der Reineſte, In der Demuth der Tiefste, In der Liebe der Glühendste, 345 In der Betrachtung der Erhabenste, Der du in den göttlichen Geheimnissen vor allen erleuchtet warst, Der du als gerechter Mann durch das Zeugniß des h. Geistes selbst bewähret bist, Der du über das h. Geheimniß der Menschwerbung vom Himmel belehret wurdest, Der du mit Maria, deiner verlobten Braut, nach Bethlehem zogest, Der bu in der Herberge keinen Platz findend, in einen Stall einkehren mußteft, Der bu das neugeborene Rinblein in der Krippe anzubeten gewürdiget wurdeft, Der du nach himmlischer Weisung Ihm den Namen Jeju beilegteſt, bitte für uns! 346 Am Mittwoch. Der du den Knaben Jesus im Tempel mit seiner Mutter Maria dem Herrn aufgeopfert, Der du auf Geheiß des Engels, den Knaben und seine Mutter genommen und mit Ihnen nach Aegypten geflohen bist, Der Du nach Herodis Tode mit Ihnen in das Land Israel zurückgekehrt bist, Der du den in Jerusalem verlorenen Sohn mit Maria seiner Mutter drei Tage lang mit Schmerzen gesucht, Der du Jhn nach dreien Tagen sigend unter den Lehrern mit Freuden wiedergefunden, Der du den Herrn der Herren dir auf Erden unterthänig geſehen hast, Der du im Evangelium mit Ruhm genannt wirst: der Mann Mariä, von welcher geboren ist Jesus, Unser Fürsprecher, höre uns, H. Joſeph! In allen unsern Nöthen, hilf uns, H. Joseph! In allen unsern Drangsalen, In der Stunde unseres Todes, Durch deine keuscheste Vermählung, Durch deine väterliche Sorgfalt und Treue, Durch deine Arbeiten und Mühseligkeiten, Durch alle deine Tugenden, Durch deine höchste Ehre und ewige Seligkeit, Durch deine treue Fürbitte, Wir, deine Schutzbedürftigen, wir bitten dich, höre uns! Daß du uns von Jesu Verzeihung unserer Sünden erlangen wollest, Daß du uns Jesu und Mariä getreulich befehlen wollest, Daß du Allen im jungfräulichen und ehelichen Stande Lebenden die standesmäßige Reinigkeit erlangeſt, Daß du allen Gemeinden vollkommene Liebe und Eintracht erwerben wollest, Daß du allen Vorgesetzten in der Regierung ihrer Untergebenen beistehen wollest, Daß du den Hausvätern in der christlichen Erziehung ihrer Kinder helfen wollest, bitte für uns! hilf uns, H. Joseph! wir bitten dich, höre uns! Litanei vom H. Joseph. Daß du alle auf deinen Schutz Vertrauende beschirmen wollest, Daß du allen unter deinem Namen und Schuße errichteten Versammlungen mit väterlicher Hülfe beistehen wollest, Daß du mit Jesu und Maria uns in der Todesstunde heimsuchen und Beistand leisten wollest, Daß du allen abgestorbenen Christgläubigen mit deiner Fürbitte zu Hülfe kommen wollest, O keuscher Gemahl Mariä, O getreuer Nährvater Jesu, O heiliger Joseph, 347 wir bitten dich, höre uns! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesu! O Du Lamm Gottes 2c., erhöre uns, o Jesu! O Du Lamm Gottes 2c., erbarme Dich unser, o Jesu! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. v. Bitte für uns, seligster Joseph, R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Gebet. Gott, der Du den H. Joseph zum Gemahl der seligen allzeit unversehrten Jungfrau und zum Beschützer und Ernährer deines geliebten Sohnes unseres Herrn Jesu Christi erwählet hast; wir bitten Dich demüthiglich, verleihe uns gnädig durch seinen Schuß die Reinigkeit des Leibes und der Seele, damit wir von aller Makel rein und mit dem hochzeitlichen Kleide geschmückt zur himmlischen Hochzeit zugelassen werden. Durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn, deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Besondere Andachtsübungen zum h. Joseph. Erstes Gebet. Um den H. Joseph zum Schußheiligen zu erwählen. Oh. Joseph, du getreuer Haushalter und Ernährer meines Erlösers Christi Jesu, du keuschester Bräutigam der jungfräulichen Am Mittwoch. Gottesgebärerin; ich erwähle dich heute zu meinem Beschützer und Fürsprecher, und nehme mir fest vor, nie von dir abzulassen noch zuzulassen, daß von einem meiner Untergebenen etwas gegen deine Ehre verübt werde. Dich bitte ich also flehentlich, du wollest mich auf immer zu deinem Pflegekinde annehmen, in zweifelhaften Fällen belehren, in Widerwärtigkeiten trösten und endlich in meiner Todesstunde beschützen und beschirmen. Amen. 348 Zweites Gebet. Um durch die Fürbitte des h. Joseph die Gnade einer würdigen Communion zu erlangen. O seligster Joseph, welche Gnade ist dir von Gott zu Theil geworden, daß du seinen eingebornen Sohn, nach dem so viele Könige sich vergebens gesehnet, nicht nur gesehen, sondern auch mit deinen Armen väterlich umfangen und getragen hast! O möchte ich, durch dein Beispiel angefeuert, und durch deine Fürbitte unterſtüßt, meinen Herrn und Erlöser Jesum Christum mit gleicher Liebe und Ehrfurcht in dem heiligsten Sakramente des Altares umfangen, damit ich würdig werde, Denselben nach diesem Leben ewig mit dir im Himmel zu besigen. Amen. Drittes Gebet. Um den H. Joseph auf dieser Lebensreise zum Führer und Begleiter zu erhalten. Oh. Joseph, der du Jesum Christum in seiner Kindheit als Vater an der Hand geführet und Ihn in seiner Jugend auf allen Wegen der irdischen Wanderschaft getreulich begleitet hast; ich bitte dich, sey auch mein Führer und Begleiter auf der Pilgerfahrt dieses Lebens, und laß mich nie vom Wege der Gebote Gottes abweichen. Sey in Widerwärtigkeiten mein Schuß, in Drangsalen mein Trost, bis ich dereinst zum Lande der Lebendigen gelange, wo ich mich mit dir und deiner heiligsten Braut Maria und allen Heiligen, ewig in Jesu, meinem Gott, erfreuen werde. Amen. Viertes Gebet. Um die Fürbitte des h. Joseph in einem besondern Anliegen. Oh. Joseph, dem Jesus hier auf Erden unterthänig und gehorsam war, und immerdar besondere Liebe und Ehrfurcht erwiesen hat; wie könnte Er dir im Himmel, wo jetzt deine Verdienste Gebete zum h. Joſeph. 349 belohnet werden, etwas versagen? So bitte denn für mich, o h. Joseph, und erlange mir vor allem die Gnade, daß ich alle Sünden, besonders ernstlich verabscheue und meide, mein Leben bessere, mich aller christlichen Tugenden befleißige, von allen Versuchungen und Gelegenheiten zur Sünde, wodurch mein ewiges Heil gefährdet werden könnte, befreiet werde, und, wenn es nicht dem göttlichen Willen und meinem Seelenheile zuwider ist, auch in dieser Angelegenheit Hülfe erlange. In diesem aber und in allem andern unterwerfe ich mich ganz und gar der Fügung und Anordnung Gottes und deiner väterlichen Treue. .... Fünftes Gebet. Um einen seligen Tod zu erhalten. Oh. Joseph, der du in der Umarmung deines Pflegefindes Jesu und der Gegenwart deiner Braut Mariä aus diesem Leben geschieden bist; komm mir zu Hülfe, o heiligster Vater, mit Jesu und Maria, vornehmlich dann, wann der Tod meinem Leben ein Ende machen wird, und erlange mir, ich bitte dich inständigst, daß ich auch in den heiligsten Armen Jesu und Mariä meine Seele aushauche. In Eure Hände befehle ich lebend und sterbend meinen Geist, Jesu, Maria, Joseph. Amen. Gebete von den sieben Schmerzen und den sieben Freuden des h. Joseph*). ( Aus der Raccolta di orazioni etc. coll' indulgenze.) 1. O keuschester Bräutigam der allerseligsten Jungfrau Maria, glorreicher H. Joseph! So groß dein Kummer und die Angst deines Herzens war, als du glaubtest, deine makellose Braut verlassen zu müssen, eben so unaussprechlich war deine Freude, als dir vom Engel das Geheimniß der Menschwerdung offenbart wurde. Durch diesen Schmerz und diese Freude bitten wir dich, du wollest jetzt und in unsern letzten Nöthen unsere Seelen trösten mit der Freude eines guten Lebens und eines seligen Todes gleich dem deinigen in den Armen Jesu und Mariä. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. Ehre sey dem Vater 2c. 2. O seligster Patriarch, glorreicher h. Joseph, auserwählt zu der Würde des Nährvaters des fleischgewordenen Wortes! Der *) Die dafür verliehenen Ablässe siehe unter den Ablaßgebeten. Am Mittwoch. Schmerz, den du empfandest, als du das Kind Jesus in so großer Armuth geboren werden sahest, hat sich bald in himmlischen Jubel verwandelt, da du den Gesang der Engel vernahmest und Zeuge warst von den Herrlichkeiten jener glanzvollen Nacht. Durch diesen Schmerz und diese Freude bitten wir dich, erlange uns, daß wir nach diesem Lebenslauf gewürdigt werden, den Lobgefang der Engel zu hören und uns zu erfreuen am Glanze der himmlischen Herrlichkeit. Vater unser 2. Gegrüßet seyst 2c. Ehre sey dem Vater 2c. 3. O gehorsamster Vollstrecker der göttlichen Gebote, glorreicher H. Joseph! Der Anblick des Blutes, welches unser Erlöser in zarter Kindheit bei der Beschneidung vergossen, hat dein Herz durchbohret, aber der Name Jesus hat es wieder belebet und mit Tröstung erfüllet. Durch diesen Schmerz und diese Freude erlange uns, daß wir im Leben von aller Sünde gereinigt, mit dem heil. Namen Jesus im Herzen und im Munde jubelnd den Geist aufgeben. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. Ehre sey dem Vater 2c. 350 4. O getreuester Heiliger, dem die Geheimnisse unserer Erlösung mitgetheilt wurden, glorreicher H. Joseph! Wenn die Weissagung Simeons von den Leiden, welche Jesu und Mariä bevorständen, dir einen tödtlichen Schmerz verursachte, so erfüllte sie dich auch mit einer heiligen Freude über die Rettung, und glorreiche Auferstehung unzähliger Seelen, die nach derselben Weissagung dadurch erwirkt werden sollte.. Durch diesen Schmerz und diese Freude erlange uns, daß auch wir zur Zahl derjenigen gehören, welche durch die Verdienste Jesu Christi und durch die Fürbitte der allerseligsten Jungfrau Maria glorreich auferstehen sollen. Vater unser 2. Gegrüßet seyst 2c. Gegrüßet seyst 2c. Ehre sey dem Vater zc. 5. D wachsamster Hüter des menschgewordenen Sohnes Gottes, glorreicher h. Joseph! Wie vieles hast du erduldet, um den Sohn des Allerhöchsten zu erhalten und Ihm zu dienen, vornehmlich auf der Flucht nach Aegypten; aber wie mußtest du dich auch freuen, deinen Gott immerdar bei dir zu haben, und zu sehen, wie die Gößenbilder Aegyptens vor Ihm zusammenstürzten. Durch diesen Schmerz und diese Freude erlange uns, daß, indem wir uns dem Fürsten der Hölle besonders durch Vermeidung Gebete zum h. Joseph. 351 aller gefährlichen Gelegenheiten fern halten, in unserm Herzen jeder Götze irdischer Neigung zusammenstürze, und wir ganz dem Dienſte Jesu und Mariä geweiht, für Sie allein leben und glückselig sterben mögen. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. Ehre sey dem Vater 2c. 6. Engel der Erde, glorreicher H. Joseph, der du den König des Himmels deinem Winke gehorsam gesehen! Wenn auch der Trost, den du bei der Heimkehr aus Aegypten empfandest, durch die Furcht vor Archelaus getrübt wurde, so kehrtest du doch bald, durch den Engel beruhigt, freudig mit Jesus und Maria in Nazareth ein. Durch diesen Schmerz und diese Freude erlange uns, daß unser Herz von schädlicher Furcht befreit den Frieden des Gewissens genieße, und wir mit Jesus und Maria in Sicherheit leben und in ihren Armen sterben. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. Ehre sey dem Vater 2c. 7. Muster aller Heiligkeit, glorreicher H. Joseph! Ohne deine Schuld hast du den Knaben Jesum verloren, und drei Tage lang mit Schmerzen gesucht, bis du zu deinem höchsten Jubel dein Leben im Tempel unter den Lehrern wiederfandest. Durch diesen Schmerz und diese Freude, flehen wir zu dir mit Herz und Mund, du wollest für uns bitten, daß wir Jesum niemals durch schwere Schuld verlieren; sollten wir Ihn aber zu unserm größten Unglück verlieren, daß wir dann mit unermüdlichem Schmerze Ihn suchen, bis wir Ihn glücklich wiederfinden, besonders in der Todesstunde, damit wir uns Seiner im Himmel erfreuen, und dort mit dir seine göttlichen Erbarmungen preisen mögen in Ewigkeit. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst 2c. Ehre sey dem Vater 2c. Ant. Jesus begann das dreißigste Jahr seines Alters, und wurde gehalten für den Sohn Josephs. . Bitte für uns, o h. Joseph, R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Gebet. Gott, der Du in deiner unaussprechlichen Fürsehung Dich gewürdigt hast, den seligen Joseph zum Bräutigam deiner allerhei 352 Am Donnerstage. ligsten Gebärerin zu erwählen: verleihe gnädiglich, daß wir, die ihn auf Erden als Schüßer verehren, ihn im Himmel zum Fürsprecher zu haben gewürdiget werden. Der Du lebest und regierest in Ewigfeit. Amen. Am Donnerstage. Kleine Tagszeiten von der heiligen Jungfrau und Blutzeugin Barbara, um einen feligen Tod zu erlangen. Zu der Metten. Holdseligkeit ist ausgegossen über deine Lippen; darum hat Dich Gott gesegnet auf ewig. . Herr, eröffne meine Lippen, R). Und mein Mund wird dein Lob verkündigen. . O Gott, merke auf meine Hülfe, R. Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater zc. Lobgesang. Die du im letzten Streite Uns schirmend stehst zur Seite, Voll Huld, o Barbara; Dir, heil'ge Magd, befehle Ich mich mit Leib und Seele, Sey mir im Tod mit Hülfe nah. Ant. Ich will dich auf ewig Mir vermählen; und Ich will dich mir vermählen in Gerechtigkeit und in Gericht, in Barmherzigkeit und in Erbarmungen; und Ich will Mich dir vermählen im Glauben, und du sollst wissen, daß Ich der Herr bin. . Bitte für uns, h. Jungfrau und Blutzeugin Barbara, B. Daß unsere Todesstunde selig sey. Gebet. Die Fürbitte deiner heiligen Jungfrau und Blutzeugin Barbara wolle uns, o Herr, zu Hülfe kommen; daß wir, die wir ihren Tagszeiten von der H. Barbara. 353 Schuß in unsern Aengsten und Nöthen anflehen, auch ihres Beistandes besonders in der Todesstunde genießen mögen. V. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Lasset uns den Herrn loben, . R. . Und Gott Dank sagen. Die Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden. Amen. R. Amen. Zu der Prim. Holdseligkeit ist ausgegossen über deine Lippen; darum hat dich Gott gesegnet auf ewig. *. O Gott, merke auf meine Hülfe, R. Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. Lobgesang. Der Lilien Glanz erbleichet Und ihre Reinheit weichet Vor deiner Keuschheit Licht; Daß ich, gleich dir, o Hehre, Mich rein und keusch bewähre, Entzeuch mir deinen Beistand nicht. Ant. Viele Wasser vermögen die Liebe nicht auszulöschen, und Ströme werden sie nicht überfluthen. Vers und Gebet wie S. 352. Zu der Terz. Holdseligkeit ist ausgegossen 2c. wie zu der Prim. Lobgefang. Der Rosen Zier nicht achtet, Wer, Nose, dich betrachtet, Gefärbt im eignen Blut; Hilf mir, dem Herrn ergeben, Ihm heil'gen Herz und Leben, Wie du, o Magd, mit freud'gem Muth. 23 Am Donnerstage. Ant. Dieß sind diejenigen, die aus großer Trübsal kommen sind, und haben ihre Kleider gewaschen und weiß gemacht im Blute des Lammes. Vers und Gebet wie S. 352. 354 Zu der Sert. Holdseligkeit ist ausgegossen 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. Vor deinem Glanz, dem reinen, Erblaßt der Sterne Scheinen, Du heil'ger Liebesstern; Hilf mir, in heil'ger Liebe All meines Herzens Triebe, Gleich dir, zum Opfer weihn dem Herrn. Ant. O wie schön ist ein keusches Geschlecht, das mit Tugenden leuchtet, denn sein Gedächtniß ist unsterblich, weil es bei Gott und den Menschen bekannt ist. Vers und Gebet wie S. 352. Zu der Non. Holdseligkeit ist ausgegossen 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. In Krankheit und in Schmerzen, Wie hast du viel' der Herzen Mit Hülf und Trost erquickt; O steh' auch mir zur Seiten, Wann Todesnoth und Leiden Die bange Seele niederdrückt. Ant. Du hast mich errettet nach der Fülle der Erbarmung deines Namens von den Händen derjenigen, die meiner Seele nachstellten, und von den Pforten der Bedrängnisse, die mich umringt hatten. Vers und Gebet wie S. 352. Tagszeiten von der H. Barbara. Zu der Vesper. Holdseligkeit ist ausgegossen 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. Wann, von dem- Tod bezwungen, Dereinst ich ausgerungen, Und mir das Auge bricht; Dann vor des Nichters Throne, Daß Er erbarmend schone, Versag mir deinen Beistand nicht. Ant. Um Mitternacht erscholl der Ruf: Sehet, der Bräutigam kommt, gehet heraus Ihm entgegen. Vers und Gebet wie S. 352. Zu der Complet. Holdseligkeit ist ausgegossen über deine Lippen; darum hat dich Gott gesegnet auf ewig. V. Bekehre uns, o Gott, unser Heiland, B. Und wende deinen Zorn von uns ab. . O Gott, merke auf meine Hülfe, Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. R. Lobgefang. Dich will in allen Weisen, Oheil'ge Magd, ich preisen Hier in dem Thränenthal; Dhilf mir einst dort oben Des Herren Huld zu loben, Vereint mit dir, im Himmelssaal. 355 Ant. Der Winter ist schon vergangen, vorüber ist der Regen und weggezogen; stehe auf, meine Freundin, meine Holde, und komme! Vers und Gebet wie S. 352. Empfehlung. O Barbara, erhöre Dies Fleh'n, das, dir zur Ehre, Dem Herrn ich bringe dar; 23* 356 Am Donnerstage. Fleh' Ihn, daß, dir zur Seiten, Ich einst, in sel'gen Freuden, Mit dir Ihn preiſe immerdar. Sieben Bitten durch die Fürsprache der h. Barbara. Um Verachtung aller Eitelkeiten dieser Welt. O gnadenreiche Jungfrau, H. Barbara, die du in der ersten Blüthe deines Alters dich aller Freuden und Eitelkeiten entschlagen und ganz dem Streben nach christlicher Vollkommenheit gewidmet haft; bitte für mich, daß auch ich mein Herz von allen sündhaften irtischen Bestrebungen abwende und mich ganz dem Dienste Jesu Christi weihe. Amen. Vater unser 2c. Um die Gabe der Keuschheit. Heilige Barbara, du geliebte Braut Christi, die du deine jungfräuliche Reinigkeit Jesu Christo zum stäten Opfer dargebracht; bitte für mich, daß auch ich meinem Herrn Jesu Christo immer mit keuschem Leibe und reinem Herzen zu gefallen suche. Amen. Vater unser 2c. Zur Erlangung der Erkenntniß Gottes. Heilige Barbara, du weise und kluge Jungfrau, die du eine besondere Erkenntniß der allerheiligsten Dreieinigkeit von Gott erlangt und den Ungläubigen mitgetheilt haft; bitte für mich, daß ich gleicherweise in der Erkenntniß Gottes zu seiner Ehre und meinem Heile täglich zunehme. Amen. Vater unser 2c. Um Standhaftigkeit in der Tugend. O tugendreiche Blutzeugin, H. Barbara, die du standhaft im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe bis zum Tode verharrtest; bitte für mich und erlange mir die Gnade der Beharrlich Gebete zur H. Barbara. 357 feit in diesen heilbringenden Tugenden, bis mich Gott aus diesem unbeständigen Leben in sein Reich abruft. Amen. Vater unser 2c. Um Hülfe in Krankheiten. O auserwählte Magd Christi, h. Barbara, deren tödtliche Wunden Jesus durch Berührung mit seiner Hand im Kerker geheilet hat; bitte für mich, daß auch mich mein Heiland Jesus in meinen. Krankheiten besuchen und alle Wunden meines Herzens und meiner Seele heilen wolle. Amen. Vater unser 2c. Um Stärke in Widerwärtigkeiten. O tapfere Heldin der Kirche, h. Barbara, die du mit månnlicher Stärke alle Schmähungen, Qualen und Peinen aus Liebe Chrifti ertragen hast; bitte für mich, daß auch ich alle Trübsal dieses Lebens immer mit Gleichmuth annehme und mit Geduld ertrage. Amen. Vater unser 2c. Um Erlangung der Sterbsakramente. Heilige Barbara, du Trost der Sterbenden, der vor den übrigen Heiligen von Gott die besondere Gnade ertheilt worden, uns Elenden im Todeskampfe beizustehen; bitte für mich, daß ich nicht ohne würdigen Empfang der h. Saframente der Kirche aus diesem Leben scheiden möge. Amen. Vater unser 2c. Am Freitage. Kleine Tagszeiten von den sieben Schmerzen der heiligen Gottesgebärerin Maria. Die Seufzer deiner Mutter wolle nicht vergessen. Zu der Metten. Erster Schmerz: Bei der Weisfagung Simeons. Gegrüßet seyst du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Weibern, und gebenedeit ist die 358 Am Freitage. Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen. v. Herr, eröffne meine Lippen, R. . R. Und mein Mund wird dein Lob verkündigen. O Gott, merke auf meine Hülfe, Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. Lobgesang. Heil'ge Mutter, welche Schmerzen Fühltest du im tiefsten Herzen Bei dem Spruche Simeons; Daß die Seele dir durchschneiden Werd' ein Schwerdt, mit herben Leiden, In dem Leiden deines Sohns. Ant. Womit soll ich dich vergleichen, oder was dir ähnlich finden, du Tochter Jerusalems? wem soll ich dich gleich stellen, und dich trösten, o Jungfrau, Tochter Sion? Denn groß wie das Meer ist deine Betrübniß. . Deine eigene Seele wird ein Schwerdt durchdringen, R). Auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Gebet*). O schmerzhafte Mutter, mit dir leide ich jene Betrübniß, die dein zartes Herz empfand bei der Weissagung des heiligen Greisen Simeon. Theure Mutter, durch dein also betrübtes Herz erlange mir die Tugend der Demuth und die Gabe der heil. Gottesfurcht. Zu der Prim. Zweiter Schmerz: Bei der Flucht nach Aegypten. Gegrüßet seyst du, Maria, voll der Gnade, der Herr 2c. *) Dieses und die folgenden Gebete bei den Horen sind entnommen aus ber Raccolta di orazioni etc. coll' indulgenze. Für die jedesmalige Vers richtung derselben mit hinzugefügten 7 Ave Maria zur Ehre des schmerzhaften Herzens Mariä hat Pius VII. den 14. Januar 1815 und 26. Septbr. 1817 dreihundert Tage Ablaß verliehen, der auch den Abgestorbenen zugewendet werden kann. . R. Tagszeiten von den sieben Schmerzen Mariä. Gott, merke auf meine Hülfe, Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. Lobgesang. Heil'ge Mutter, welche Schmerzen Fühltest du im tiefsten Herzen, Als Herodis Grimm entbrannt, Und du aus dem Heimathlande Mit dem hehren Gottespfande Hinflohst nach Aegyptenland. Ant. Siehe, o Herr, wie ich geängstigt bin, erschüttert ist mein Eingeweide, es kehrt mein Herz sich um in meinem Innern, denn ich bin mit Bitterkeit erfüllet; draußen wüthet das Schwert, und daheim die Pest desgleichen. . Herr, vor Dir ist all mein Verlangen, R. Und mein Seufzen ist Dir nicht verborgen. 359 Gebet. O schmerzhafte Mutter, mit dir leide ich die Drangsale, die dein gefühlvollstes Herz erfuhr auf der Flucht und bei dem Aufenthalte in Aegypten. Theure Mutter, durch dein also bekümmertes Herz erlange mir die Tugend der Mildthätigkeit, besonders gegen die Armen, und die Gabe der Frömmigkeit. Zu der Terz. Dritter Schmerz: Als sie ihren zwölfjährigen Sohn drei Tage lang vermißte. Gegrüßet seyst du Maria 2c. Lobgesang. Heil'ge Mutter, welche Schmerzen Fühltest du im tiefsten Herzen, Welchen Jammer, welches Leid; Als der Sohn, den du geboren, Dir drei Tage war verloren, Und gesucht mit Bangigkeit. Ant. Ohne Aufhören weinet sie des Nachts, und ihre Thränen 360 Am Freitage. rinnen über ihre Wangen: keiner ist der sie tröste, von ihren Lieben allen. t. Du hast mich trostlos gemacht, R. Und den ganzen Tag von Gram verzehrt. Gebet. O schmerzhafte Mutter, mit dir empfinde ich jene Angst, in die dein besorgtes Herz gerieth bei dem Verluste deines Sohnes. Theure Mutter, durch dein also geängstigtes Herz erlange mir die Tugend der Keuschheit und die Gabe der Wissenschaft. Zu der Sert. Vierter Schmerz: Bei der Kreuztragung Christi. Gegrüßet seyst du 2c. Lobgesang. Heil'ge Mutter, welche Schmerzen Fühltest du im tiefsten Herzen, Als du deinen Sohn erblickt; Wie der Herr der Huld und Gnade Hinzog auf dem blut'gen Pfade, Unter Kreuzeslast gebückt. Ant. Herr, sieh' an meine Trübsal, denn der Feind hat sich erhoben. Seine Hand hat der Feind ausgestrecket nach allem, was meine Lust war. . Wer giebt meinem Haupte Wasser, und meinen Augen einen Brunnen der Thränen? R. Und ich will weinen Tag und Nacht. Gebet. O schmerzhafte Mutter, mit dir empfinde ich jene Bestürzung, die dein mütterliches Herz befiel, als du deinem mit dem Kreuze beladenen Sohne begegnetest. Theure Mutter, durch dein liebendes, also schmerzlich bewegtes Herz erlange mir die Tugend der Geduld und die Gabe der Stärke. Zu der Non. Fünfter Schmerz: Bei der Kreuzigung Christi. Gegrüßet seyst du zc. Tagszeiten von den sieben Schmerzen Maria. Lobgesang. Heil'ge Mutter, welche Schmerzen Fühltest du im tiefsten Herzen, Als erfüllt von bitt'rer Qual Du den Sohn am Kreuz sahst leiden, Wie die Seel' Er im Verscheiden In des Vaters Hand befahl. Ant. ihr alle, die ihr am Wege vorübergehet, merket auf und sehet, ob ein Schmerz sey, gleich meinem Schmerze. . Es schlugen über dich ihre Hände zusammen alle die vorübergingen auf dem Wege, R. Sie zischen und schütteln ihr Haupt über die Tochter Jeru salem. Klagl. 2, 15. Gebet. O schmerzhafte Mutter, mit dir leide ich die Marter, die dein edles Herz ertrug, als du unter dem Kreuze deines sterbenden Sohnes standest. Theure Mutter, durch dein also gemartertes Herz erlange mir die Tugend der Mäßigkeit und die Gabe des Rathes. Zu der Vesper. Sechster Schmerz: Bei der Kreuzabnahme. 361 Gegrüßet seyst du zc. v. O Gott, merke auf meine Hülfe, R). Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. Lobgefang. Heil'ge Mutter, welche Schmerzen Fühltest du im tiefsten Herzen, Als den Sohn vom Kreuz herab Sie genommen, und mit Bangen Deine Arme Jhn umfangen, Bis fie trugen IJhn ins Grab. Ant. Nennet mich nicht Noemi, das ist: schön, sondern nennet mich Mara, das ist: bitter, denn mit Bitterfeit hat mich sehr erfüllt der Allmächtige. Am Freitage. . Ein Myrrhenbüschlein ist mein Geliebter, R. An meiner Brust wird Er weilen. 362 Gebet. O schmerzhafte Mutter, mit dir trifft mich jene Wunde, die dein mitleidiges Herz empfing, als der Speer die Seite deines Sohnes durchstach und bis zu seinem liebevollsten Herzen drang. Theure Mutter, durch dein also durchbohrtes Herz erlange mir die Tugend der brüderlichen Liebe und die Gabe des Verstandes. Zu der Complet. Siebenter Schmerz: Bei der Grablegung. Gegrüßet seyst du, Maria, voll der Gnade, der Herr 2c. . Bekehre uns, o Gott, unser Heiland, Und wende deinen Zorn von uns ab. Gott, merke auf meine Hülfe; Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. R. . R). Lobgesang. Heil'ge Mutter, welche Schmerzen Fühltest du im tiefsten Herzen, Als Ihn barg des Grabes Nacht! Als dein Stöhnen und dein Sehnen Du, zerfließend ganz in Thränen, Gott zum Opfer dargebracht. Ant. Darob weine ich und mein Auge ist thränennaß, weil mir fern ist der Tröster, der meine Seele erquickte. v. Schwach worden vor Thränen sind meine Augen, R. Erschüttert ist mein Eingeweide. Gebet. O schmerzhafte Mutter, mit dir empfinde ich jene Wehmuth, die dein liebevollstes Herz befiel bei der Grablegung deines Sohnes. Theure Mutter, durch dein heiliges, bis in den Tod betrübtes Herz erlange mir die Tugend des Eifers und die Gabe der Weisheit. v. Bitte für uns, o schmerzhafte Mutter, R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Tagszeiten von den sieben Schmerzen Mariä. Gebet. Laß unsere Fürsprecherin bei deiner Gütigkeit, wir bitten Dich, Herr Jesu Christe, jetzt und in unserer Todesstunde seyn die seligste Jungfrau Maria, deine Mutter, deren allerheiligste Seele in der Stunde, deines Leidens das Schwert des Schmerzes durchdrang.. Durch Dich, o Jesu Christe, Heiland der Welt, der Du mit dem Vater und dem h. Geiste lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Befehlung. Dies Gedächtniß deiner Schmerzen Bring ich, tiefgebeugt im Herzen, Dar dem Herrn, zur Ehren dein; Laß mich, Reinste, rein von Sünden, Deinen Schmerz mit dir empfinden, Und im Tod erbarm dich mein. Amen. Litanei von den Schmerzen der allerseligsten Jungfrau Maria. 363 Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater von den Himmeln, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Du schmerzhafte Mutter, bitte für uns! Die du zu Bethlehem in der Herberge keinen Platz fandest, Die du in einen Stall einkehren mußteſt, Die du deinen erstgebornen Sohn in eine Krippe legteſt, Die du der Beschneidung deines Sohnes mitleidig beiwohnteſt, Die du hörtest, daß dein Sohn zum Zeichen gestellt sey, dem viele wiedersprechen würden, Die du hörtest, daß deine eigene Seele ein Schwerdt durchdringen sollte, Die du mit deinem Sohne nach Aegypten fliehen mußteſt, bitte für uns! 364 Am Freitage. Die du den Mord der unschuldigen Kinder betrauertest, Die du deinen zwölfjährigen Sohn drei Tage mit Schmerzen suchtest, Die du den immerwährenden Haß der Juden gegen deinen Sohn empfinden mußteſt, Die du am Tage des letzten Abendmahles von deinem zu seinem Leiden gehenden Sohne den traurigsten Abschied nahmeſt, Die du vernahmest, daß dein Sohn von Judas verrathen und gefangen genommen worden, Die du deinen Sohn wie einen Missethäter dem Hohenpriester vorführen sahest, Die du deinen Sohn fälschlich anklagen hörtest, Die du vernahmest, wie das gebenedeite Antlig deines Sohnes mit einem frevelhaften Backenstreich zerschlagen worden, Die du hörtest, wie dein Sohn von den Juden und den Schergen aufs grausamste mißhandelt worden, Die du deinen Sohn von Geißeln zerrissen und mit Dornen gekrönt erblicktest, Die du das ungerechteste Todesurtheil gegen deinen Sohn sprechen hörtest, Die du deinem mit dem schweren Kreuze beladenen Sohne entgegen gingest, Die du deines Sohnes Hände und Füße mit fürchterlichen Nägeln durchbohren hörtest, Die du die letzten Worte deines Sohnes am Kreuze vernahmest, Die du deinem Sohne in seinem Todeskampfe beistandeſt, Die du den vom Kreuze herabgenommenen entseelten Leichnam deines Sohnes in deinen mütterlichen Schooß aufnahmeſt, Die du nach der Grablegung deines Sohnes ganz betrübt und trostlos heimkehrtest, Königin der Märtyrer, O Spiegel der Betrübten, O Trost der Kranken, O Stärke der Kleinmüthigen, DZuflucht der Sünder, bitte für uns! Litanei von der schmerzhaften Mutter. Durch das bittere Leiden und Sterben deines Sohnes, Durch die herbsten Schmerzen deines Herzens, Durch deine tiefste Betrübniß und Trostlosigkeit, Durch deine großen Aengsten, Durch deine Seufzer und Thränen, Durch dein mütterliches Mitleiden, Durch deinen kräftigsten Schutz, Von unmäßiger Traurigkeit, Von Kleinmüthigkeit, Von aller Gelegenheit und Gefahr zur Sünde, Von den listigen Nachstellungen des Teufels, Von Verhärtung des Herzens, Von Unbußfertigkeit, Von einem jähen und unversehenen Tode, Von der ewigen Verdammniß, Wir Sünder, wir bitten dich, erhöre uns! Daß du uns im wahren Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe durch deine Fürbitte erhalten wollest, Daß du uns von deinem Sohne vollkommene Neue und Abbüßung unsrer Sünden erlangen wollest, Daß du Allen die dich anrufen Trost und Hülfe bringen wollest, Daß du uns im Todeskampfe beistehen wollest, Daß du uns eine selige Sterbestunde erlangen wolleſt, Mutter Gottes, 365 befreie uns, o Königin der Märtyrer! wir bitten dich, erhöre uns! O du Lamm Gottes, welches du dahinnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes, 2c. erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, 2c. erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. Gegrüßet seyst du, Maria, 2c. . In aller Trübsal, Angst und Noth, R: Komm uns zu Hülfe, allerseligste Jungfrau Maria. 366 Am Freitage. Gebet. Laß unsere Fürsprecherin 2c. S. 363. Klage der allerseligsten Jungfrau Maria. Stand die Mutter qualentragend An dem Kreuze, und erklagend, Wo der Vielgeliebte hing; Deren Seele bang erstrebend, Angstbeladen und erbebend, Tief ein scharfes Schwert durchging. Owie trauernd in dem Leide Stand die hochgebenedeite Mutter in des Sohnes Noth: Welche zagte und erklagte, Und verzagte, weil sie dachte Des Geliebten bittern Tod. Wer verginge nicht im Wehe, So er Jesu Mutter sähe In der Leiden schwerem Drang? Wer erwehrte sich vom Schmerze, Wie der frommen Mutter Herze Mit des Sohnes Qualen rang? Für der Brüder Sünd' und Schulden Sah ste Jesum Qualen dulden, Ihn den Geißeln unterthan; Sah sie Ihn, den Vielgeliebten, In den Tod den Tiefbetrübten, Seinem Ende sterbend nahn. Mutter, reich an Liebessehnen, Laß mich fühlen beine Thränen; Deinen Schmerzen mich verein; Du entzünde meine Triebe, Du mein Herz zu Jesu Liebe, Wohlgefällig Ihm zu seyn. Stabat mater dolorosa Juxta crucem lacrymosa, Dum pendebat filius: Cujus animam gementem Contristatam et dolentem Pertransivit gladius. O quam tristis et afflicta Fuit illa benedicta Mater unigeniti: Quae moerebat, et dolebat, Et tremebat, cum videbat Nati poenas inclyti. Quis est homo, qui non fleret, Christi matrem si videret In tanto supplicio? Quis posset non contristari, Piam matrem contemplari Dolentem cum filio? Pro peccatis suae gentis, Vidit Jesum in tormentis, Et flagellis subditum: Vidit suum dulcem natum Morientem desolatum, Dam emisit spiritum. Eja Mater, fons amoris, Me sentire vim doloris Fac ,. ut tecum lugeam Fac, ut ardeat cor meum In amando Christum Deum, Ut sibi complaceam. Klage der allerfeligsten Jungfrau Maria. Heil'ge Mutter, dieß bedenke, Deines Sohnes Wunden senke In des Herzens Tiefe mir: Der mit Hulden meine Schulden Sich gewürdigt hat zu dulden, Seine Qualen theil mit mir. Laß mich zagen, Leide tragen, Und den Sohn mit dir beklagen, Weil das Leben mir verliehn; An dem Kreuze dir zur Seite, Dir vereinet in dem Leide Stets zu seyn ist mein Bemühn. Jungfrau, hochverklärt vor allen, Laß mein Flehen dir gefallen, Gieb mir Theil an deiner Qual; Laß mich erben Christi Sterben, Seines Leidens Pein erwerben, Und der Wunden große Zahl. Laß die Wunden mich empfinden, Laß das Kreuze mich entzünden Mit der Liebe deines Sohns; Dann, entflammet und in Gluten, Nimm mich auf in deine Huten An dem Tag des Richterthrons. Laß das Kreuze mich befreien, Christi Sterben mich erneuen, Seine Gnade mich erhöhn; Wann der Leib dereinst verftirbet, Daß die Seele dann erwirbet, Ein ins Paradies zu gehn. Amen. Sancta mater, istud agas, Crucifixi fige plagas Cordi meo valide: Tui nati vulnerati, Tam dignati pro me pati, Poenas mecum divide. Fac me vere tecum flere, Crucifixo condolere, Donec ego vixero: Juxta crucem tecum stare, Te libenter sociare In planctu desidero. Virgo virginum praeclara, Mihi jam non sis amara, Fac me tecum plangere: Fac ut portem Christi mortem, Passionis fac consortem, Et plagas recolere. Fac me plagis vulnerari, Cruce hac inebriari, Ob amorem filii. Inflammatus et accensus, Per te, Virgo, sim defensus In die judicii. Fac me cruce custodiri, Morte Christi praemuniri, Confoveri gratia: Quando corpus morietur, Fac ut animae donetur Paradisi gloria. 367 Amen. 368 Am Samstage. Kleine Tagszeiten von den heil. Joachim und Anna, den Eltern der seligen Jungfrau Maria. Zu der Metten. Gebenedeit seyen die heiligen Joachim und Anna, von welchen die gebenedeite Jungfrau und Gottesgebärerin Maria ohne Erbsünde empfangen und geboren worden. v. Herr, eröffne meine Lippen, R. Und mein Mund wird dein Lob verkündigen. Gott, merke auf meine Hülfe, . R. Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. Lobgesang. O Paar, die ihr als Muster seyd Des Ehebunds gepriesen, An euch hat Gottes Gütigkeit Der Gnaden viel erwiesen: Euch ehrt der Tochter Kron' und Zier, Der Enkel hoch erhaben; Wer, Joachim, vergleicht sich dir, Wer, Anna, dir an Gaben? Ant. O wie schön ist ein keusches Geschlecht, das mit Tugenden leuchtet! denn sein Gedächtniß ist unsterblich, weil es bei Gott und bei den Menschen bekannt ist. . Bittet für uns, ihr H. Joachim und Anna, R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Gebet. O Gott, der Du vor allen Heiligen die seligen Joachim und Anna zu Eltern der Gebärerin deines Sohnes erwählet hast: wir bitten Dich, verleihe gnädig, daß wir, die wir sie andächtig verehren auf Erden, auch ihrer Fürbitte genießen im Himmel. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Tagszeiten von den H. Joachim und Anna. R. . V. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. . Laßt uns den Herrn loben, Und Jhm Dank sagen. Die Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden. R. Amen. Zu der Prim. Gebenedeit seyen die Heiligen Joachim und Anna, von welchen die gebenedeite Jungfrau und Gottesgebärerin Maria ohne Erbsünde empfangen und geboren worden. . O Gott, merke auf meine Hülfe, R). Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater zc. Lobgesang. Im Ehstand habt ihr, frommes Paar, Gelebt in stillem Frieden, Und freudig trugt ihr's immerdar, War euch ein Leid beschieden. Lang mochtet ihr von Gottes Huld Nicht Leibesfrucht erhalten; Doch fromm ergabt ihr in Geduld Das Herz in Gottes Walten. Ant. Viele Wasser vermögen die Liebe nicht auszulöschen, und Ströme werden sie nicht überfluthen. . Bittet für uns 2c. nebst Gebet u. ff. S. 368. 369 Zu der Terz. Gebenedeit seyen 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. Als euch der Jahre viel entflohn, Und schon das Alter nahte, Und Hoffnung war entschwunden schon, Ward durch des Herren Gnade 24 370 Am Samstage. Der Treue Lohn, ein Töchterlein, Euch, edles Paar, gegeben, Das von der Sünde Makel rein Empfangen hat das Leben. Ant. Ihre Kinder treten auf und preisen sie als die Allerseligste. Vers und Gebet u. ff. wie S. 368. Zu der Sert. Gebenedeit seyyen 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. Bald, als noch kaum die zarte Magd Vollendet drei der Jahre, Habt ihr dem Herrn sie dargebracht Zum Opfer am Altare; In Gottes Hände gibt sich gern Das Mägdlein sonder Gleichen, Daß wir mit ihr uns weihn dem Herrn, Und geben Ihm zu eigen. Ant. Ich will kommen in dein Haus, mit Brandopfern Dir lösen meine Gelübde. Vers und Gebet u. ff. wie S. 368. Zu der Non. Gebeneteit seyen 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. Wie hattet ihr so emsiglich Das Jungfräulein erzogen, Dem alle Himmelsmächte sich Grzeigten wohl gewogen; Denn als es Gott geweihet war, In seinem Dienst zu leben, Hat sich der lieben Engel Schaar Gern seinem Dienst ergeben. Ant. Denen die Gett lieb haben gereichen alle Dinge zum Guten. Vers und Gebet u. ff. wie S. 368. Tagszeiten von den H. Joachim und Anna. Zu der Vesper. Gebenedeit seyen 2c. wie zu der Prim. Lobgesang. O Joachim, im Himmelreich Zu sel'gem Dienst erforen, O Anna, Mutter, gnadenreich, Der Magd, die Gott geboren: Als aller Tugend Muster seyd Ihr uns vom Herrn gegeben; O schenkt uns Licht; daß wir allzeit Gott heil'gen unser Leben. Ant. wächst bis zum vollen Tag. Die Bahn der Gerechten glänzt wie das Licht, und Vers und Gebet u. ff. wie S. 368. Zu der Complet. Gebenedeit seyen die Heiligen Joachim und Anna, von welchen die gebenedeite Jungfrau und Gottesgebärecrin Maria ohne Erbsünde empfangen und geboren worden. . Bekehre uns, o Gott, unser Heiland, R. Und wende deinen Zorn von uns ab. Gott, merke auf meine Hülfe, . R). Herr, eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater 2c. Lobgesang. Wie freut ihr nun mit heil'ger Luft Euch cures Kindes Ehren; Wie drückt ihr's an die treue Brust Mit sel'gen Wonnezähren; Voll Liebe schlingt der Jungfrau'n Bier Die Arme um euch Beide. 371 Ach, würd' ein kleines Theil auch mir Von eurer Wonn' und Freude! 24* Am Samstage. Ant. Ihre Nachkommenschaft und ihr Ruhm wird nie unter gehen. Ihre Leichname sind in Frieden im Grabe, doch ihr Name lebet von Geschlecht zu Geschlechte. Vers und Gebet u. ff. wie S. 368. 372 Befehlung. O Sterne, deren lichter Glanz Der Gläub'gen Herz erfreuet, Nehmt dieser Tagsgebete Kranz Als Gabe euch geweihet; Zum Opfer bring' ich sie euch dar, Verschmähet nicht mein Flehen; Wollt mit Erbarmen, heil'ges Paar, Auf mich hernieder sehen. Mit Liebe bleib' ich allezeit Dir, Joachim, ergeben; Dir, Anna, sey mein Herz geweiht Im Sterben und im Leben; steht mir bei im letzten Streit, Wann Leib und Seel' sich scheiden, Daß ich in ew'ger Seligkeit Vereint sey mit euch Beiden. Amen. Gebet zum h. Joachim. Oheil. Joachim, mit Recht ist dir dieser Name gegeben worden, welcher Vorbereitung des Herrn bedeutet; denn du bist von Gott erwählet worden, den lebendigen Tempel Gottes zu bereiten, in weichem sein eingeborner Sohn hat Wohnung nehmen wollen. O seligster Vater, von dem jene Tochter entsprossen, welche zur Mutter Gottes und zur Königin des Himmels und der Erde erhoben wurde; o mit welcher Liebe und Ehrfurcht hast du sie auf genommen! Mit welcher Sorgfalt und Zärtlichkeit hast du sie gepfleget! Mit welchem herrlichen Beispiel von Demuth, Andacht und Gottesfurcht hast du deinem geliebtesten Kind und allen Sterblichen vorgeleuchtet! Durch deine Fürbitte, h. Joachim, hilf mir, daß auch ich dem Herrn eine wohlgefällige Wohnung in meinem Herzen bereite, und sie mit beständiger Andacht zieren möge. Amen. Gebete zu den H. Joachim und Anna. Gebet zur h. Mutter Anna. O gnadenreiche Frau, o hochgesegnete Mutter Anna! wohl geziemt dir der Name Anna, das ist: Gnade, weil dir von Gott gewähret worden, den lebendigen Himmel, der größer als alle Himmel ist, in deinem gebenedeiten Leibe zu tragen, und an das Licht dieser Welt zu bringen; denn Den den die Himmel nicht fassen konnten, hat deine Tochter in ihrem makellosen Schooße eingeschlossen. Du, o auserwählte Mutter, bist jene Wurzel des Zweiges Jesse, von dem die schönste Blüthe und die süßeste Frucht unseres Lebens, Jesus Christus, hervorgegangen. Freue dich, o du Unfruchtbare, denn aus deiner Tochter ist uns ein Sohn geboren, dessen Name ist: Wunderbar, Rathgeber, Gott, starker Held, Vater der Zukunft und Fürst des Friedens. Laß auch mich, o gebenedeite Mutter, jener Gnade, die du aus der Quelle der Gnaden reichlich geschöpfet, theilhaftig werden, damit ich in der Liebe Jesu, deines geliebten Enkels, und unter dem Schuße Mariä, deiner süßesten Tochter, lebe und sterbe. Amen. 373 Gebet zu den Heiligen Joachim und Anna. O du keusches, seliges Paar, H. Joachim und Anna, euch sind alle Geschöpfe Dank schuldig; denn durch euch haben sie ihrem Schöpfer die köstlichste aller Gaben dargebracht, nämlich die keuscheste Jungfrau, die allein gewürdiget worden, Mutter des Schöpfers zu seyn. Eure hohe Würdigkeit giebt sich kund durch die makellose Frucht eures Leibes, die ihr bereitwillig dem Herrn zu immerwährendem Dienste weihtet. O wollet auch mein Herz, mit eurem Opfer verbunden, durch eure Hände Gott dem Allmächtigen zum Opfer bringen, und was an meiner Gabe mangelt, durch eure Gnade, die ihr bei Gott gefunden, ersegen. Amen. ( Diese drei Gebete sind gezogen aus den Neden des H. Johannes Damascenus und des h. Epiphanius.) Verschiedene gebete in öffentlichen und besondern Anliegen. Andächtige Ausführung des Vater unser 2c. Vater unser, der Du uns durch deine unermessene Güte aus nichts nach deinem Ebenbild erschaffen, und, da wir gefallen waren, durch deinen eingebornen Sohn von der ewigen Strafe erlöset und zu Kindern des ewigen Lebens aufgenommen hast, und uns bis auf den heutigen Tag mit mehr als väterlicher Liebe liebest; möchten wir Dich, unsern Vater, also lieben und ehren, daß wir wahrhaft deine Kinder genannt zu werden verdienen. Du bist in den Himmeln nach deiner Glorie und Herrlichkeit, wo unzählbare Schaaren von Engeln Dir dienen und deines Befehles warten; aber wir, deine elenden Kinder, schweifen irrend umher in diesem Thal der Zähren. Wohlan denn, unser Vater, der Du in den Himmeln bist, erhöre gnädig die Gebete und Wünsche deiner Kinder, und ziehe unsere Herzen zu Dir hinauf, daß unser Wandel bei Dir im Himmel sey. Geheiliget werde dein Name, der in sich ganz heilig ist und glorwürdig, und verleihe uns die Gnade, daß wir an allen Orten und zu allen Zeiten deinen H. Namen erkennen, verehren und erheben; denn vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang ist preiswürdig der Name des Herrn. Zukomme uns dein Reich, es nehme ein unser Herz und Gemüth, und treibe aus die Welt, den Teufel und das Fleisch. Dein Reich ist das Reich der Gnade, durch welches wir zu dem Reich deiner Herrlichkeit zu gelangen streben. Dein Wille, der heiligste und verehrungswürdigste, geschehe wie im Himmel, mit höchster Freude und Bereitwilligkeit unter Ausführung des Vater unser. 375 den Engeln und Auserwählten, also auch auf Erden, unter den Menschen, mit vollkommenster Ergebung, sowohl im Leid, als in der Freude. Es verschwinde und vergehe, was immer deinem göttlichen Willen zuwider ist. Unser tägliches Brod, nicht nur das welches den Leib ernähret, sondern auch das welches die Seele speijet, dein lebendigmachendes Wort und das Brod der Engel, gieb uns heute. Siche an, o Vater, deiner Kinder Armuth, und laß uns keinen Tag Mangel leiden. Und vergieb uns, gütigster Vater, unsere Schuld, die wir durch die schwersten Sünden und Nachlässigkeiten auf uns geladen, für welche weder wir, noch irgend cin Geschöpf genug thun können. Darum flehen wir demüthig zu deiner unendlichen Barmherzigkeit, Du wollest sie uns vergeben, wie auch wir aus Liebe zu Dir vergeben unsern Schuldnern, die uns beleidigt haben. Du, mildreichster Vater, erweiche die widerstrebende Härte und Bitterfeit unseres Herzens, auf daß wir alle in dem h. Geiste deiner Liebe auf's engste mögen verbunden werden. Und führe uns gebrechliche Gefäße nicht in Versuchung, der wir leicht unterliegen möchten. Das Fleisch liebkost, die Welt reizt, der Satan bekämpft uns; von Dir, o Vater, wollen sie uns losreißen. Du allein bist unsere Zuflucht und Stärke; laß uns nicht, wir bitten Dich, versucht werden über unser Vermögen. Sondern erlöse uns von dem Uebel, der Seele, wie des Leibes, das uns in- zahlloser Menge umgiebt. Vor allem aber befreie uns von dem Uebel der Schuld, wodurch Du, o Gott, unser höchstes Gut, beleidigt wirst. Befreie uns auch, wenn es zu deiner Ehre und zu unserm Heil gereicht, von dem Uebel der Strafe, von Betrübniß, Schande, Krieg, Hungersnoth, Krankheit, Armuth und allem dergleichen was wir durch unsere Sünden verdienen, und laß uns endlich der Gesellschaft derjenigen einverleibt werden, die Dich das höchste Gut ewig im Himmel genießen. Denn was habe ich im Himmel und was will ich auf Erden außer Dir, Du Gott meines Herzens und mein Theil, o Gott, in Ewigkeit. Amen, laß geschehen, o Vater, um was wir bitten durch die Tiefen deiner Barms herzigkeit, durch die Verdienste deines Sohnes und durch die Liebe des heiligen Geistes. Ausführung des englischen Grußes. Ausführung des englischen Grußes. Gegrüßet seyst du Maria, freue dich und frohlocke, o Königin des Himmels und Herrin der Erde. Du bist voll der Gnade, denn das unendliche Gnadenmeer hat sich in dich ausgegossen. O Fülle der Gnaden, die dem Himmel Ruhm, der Erde ihren Gott und den Menschen das Heil gebracht hat. Verleihe, o Mutter der Gnade, daß der Ueberfluß deiner Gnade in mein Herz überströme. Der Herr ist mit dir, wie er mit feinem der Engel oder Menschen je gewesen ist. Mit dir ist Gott der Vater, der seinen der Sohn zu dem deinigen machet. Mit dir ist Gott der Sohn, Sich dein jungfräuliches Fleisch und Blut in ewigem Bunde verbindet. Mit dir ist der heilige Geist, der mit dem Vater und dem Sohne deinen Schooß heiliget. Durch deine Fürbitte, o Maria, erlange mir, daß der Herr auch mit mir sey. Du bist gebenedeit unter den Weibern, denn der Fluch des Weibes hat dich nie getroffen; als Jungfrau hast du empfangen und ohne Schmerzen geboren. Eva hat die Strafe in die Welt geführet, du hast der Welt das Heil wiedergebracht. Der Sünden Ursprung ist Eva, der Gnaden Anfang bist du, o Maria; Eva hat uns in den Tod gestürzt, du hast uns das Leben wiedererlangt; sie hat uns verwundet, du hast uns geheilet. Zu dir flehe ich, o du Gesegnete unter den Weibern, du wollest mich deines Segens theilhaftig machen. 376 Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, die alles Segens Urquell ist. O gebenedeite Jungfrau, wer wird deinen Verdiensten würdig Lob und Dank sagen, da du der Welt Denjenigen geboren hast, in dem alle Völker gesegnet werden! Deiner Güte Ueberfluß wolle die Mängel unserer Pflichtleistung entschuldigen und ersetzen. Verleihe uns auch, o Pforte der Gnaden, o Gebärerin des Lebens, o Mutter des Heiles, daß Der welcher durch dich an unserm Fleische und unserm Elende hat Theil nehmen wollen, durch dich auch uns hienieden seines Segens und droben seiner Herrlichkeit theilhaftig mache, Jesus Christus, dein Sohn, unser Herr, der mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Heilige Maria, deren Heiligkeit aller Engel und Auserwählten Heiligkeit weit überstrahlt, du wahrhaftige Mutter Gottes: Gebet in Kriegszeiten. 377 da dein Sohn dir nichts versaget, bitte für uns Sünder, jetzt, wo wir der göttlichen Gnade und Barmherzigkeit noch fähig sind, und in der Stunde unseres Todes, wann wir vom bösen Feinde angefochten, von allen Freunden verlassen, und von den Schrecken- des Todes geängstiget werden. Ach, getreue Mutter, bitte alsdann für uns, daß wir nach aufrichtiger Buße und würdig empfangenen hh. Sacramenten, in beständigem Glauben, in fester Hoffnung und. in vollkommener Liebe unser Leben beschließen und mit dir ewig Gott anschauen mögen. Amen. Gebet in Kriegszeiten. Ant. Hilf uns, o Gott, unser Heiland, und um der Ehre deines Namens willen befreie uns; und sey gnädig unsern Sünden um deines Namens willen. Pf. 78. Daß Gott uns Hülfe sende gegen den Feind. O Gott, die Heiden kamen in dein Erbtheil und entweihten deinen heiligen Tempel; sie machten Jerusalem zur Wachhütte im Baumgarten. Sie warfen hin die Leichname deiner Diener zur Speise den Vögeln des Himmels und das Fleisch deiner Heiligen den Thieren des Feldes. Sie vergossen deren Blut wie Wasser rings um Jerusalem her, und Niemand war, der sie begrub! Wir sind unsern Nachbarn zur Schmach worden, zum Hohn und Spott denjenigen die rings um uns sind. Wie lange, Herr, willst Du zürnen bis zum Ende? wie lange soll dein Eifer brennen wie Feuer? Gieße aus deinen Zorn über die Heiden, die Dich nicht kennen, und über die Reiche, die deinen Namen nicht anrufen. Denn sie haben Jakob aufgezehrt, und seine Stätte verwüſtet. Gedenke nicht unserer alten Missethaten, eilend laß deine Erbarmungen uns zuvorkommen: denn wir sind elend geworden gar sehr. Hilf uns, Gott, unser Heiland, und um der Ehre deines Namens Gebet in Kriegszeiten. willen, o Herr, befreie uns, und fühne unsere Sünde um deines Namens willen: 378 Damit man nicht etwa sage unter den Heiden: Wo ist ihr Gott? und damit kund werde unter den Völkern vor unsern Augen die Nache für das Blut deiner Diener, das vergossen ward. Es komme vor dein Angesicht das Seufzen der Gefangenen. Nach der Stärke deines Armes nimm Dir zum Eigenthum die Kinder der Getödteten. Und vergilt unsern Nachbaren siebenfältig in ihren Schooß die Schmach, die sie Dir, o Herr, angethan haben. Wir aber, dein Volk und die Schafe deiner Weide, wollen dankend Dich preisen in Ewigkeit; Von Geschlecht zu Geschlecht wollen wir verkündigen dein Lob. Ehre sey dem Vater 2c. Ant. Hilf uns, o Gott, unser Heiland, und um der Ehre deines Namens willen befreie uns, und sey gnädig unsern Sünden um deines Namens willen. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. . Mache selig deine Diener, R. Die auf Dich hoffen, mein Gott. V. Sende ihnen, Herr, Hülfe von deinem Heiligthume, R. Und von Sion herab beschirme sie. *. Nichts vermöge der Feind unter uns, R. Und das Kind der Bosheit schade uns nicht. . Nicht nach unsern Sünden handle mit uns, R). Noch vergilt uns nach unsern Miſsethaten. . Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Gebet. Barmherziger Gott, wir bitten Dich, Du wollest deiner Kirche verleihen, daß sie, im heiligen Geiste versammelt, von keinem feindlichen Angriffe geſtört werde. Wir bitten Dich, o Herr, verwirf den Hochmuth unserer Feinde und ihren Trotz schlage zu Boden durch die Kraft deiner Nechten. 1 Gebet in Kriegszeiten. 379 Allmächtiger Gott, verschmähe nicht dein Volk, das in der Trübsal zu Dir schreit; sondern um der Ehre deines Namens willen fomm den Bedrängten gnädig zu Hülfe. Durch unsern Herrn Jesum Christum deinen Sohn. Amen. y. Die göttliche Hülfe bleibe allezeit bei uns. R. Amen. v. Die Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden. R. Amen. Gebet des h. Franciscus Xaverius zur Bekehrung der Heiden, der Irrgläubigen und Sünder. Gott, ewiger Schöpfer aller Dinge, gedenke, daß Du die Seelen der Ungläubigen, Irrgläubigen und Sünder erschaffen und nach deinem Ebenbilde gemacht hast. Siehe, o Herr, zu deiner Verunehrung wird mit ihnen die Hölle angefüllt. Gedenke, daß Jesus, dein geliebter Sohn, für das Heil ihrer Seelen den bittersten Tod gelitten hat; wolle nicht zulassen, o Herr, daß dein Sohn noch ferner von den Ungläubigen, Irrgläubigen und Sündern verachtet werde, sondern durch die Bitten deiner H. Kirche, der geliebtesten Braut deines Sohnes, besänftigt, gedenke deiner Erbarmung, und vergiß ihrer Abgötterei, ihres Unglaubens, ihrer Hartnäckigkeit und Bosheit, und mache, daß auch sie dereinst erkennen, fürchten und lieben Ihn, den Du gesandt hast, unsern Herrn Jesum Christum, welcher ist unser Heil, Leben und unsere Auferstehung, durch den wir gerettet und befreit sind, dem Ehre sey von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebete gegen ansteckende Krankheiten. Gebet zu Gott. Sey eingedenk, o Herr, deines Bundes, und sprich zu dem Engel der Verwüstung: deine Hand lasse ab, und die Erde werde nicht zur Wüste, und tödte nicht jede lebende Seele. V. Hilf uns, o Gott, unser Heiland, R. Und sey gnädig unsern Sünden. 380 V. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir fommen. Gebete gegen ansteckende Krankheiten. Gebet. Erhöre gnädig, o Herr, die Bitten deines Volkes, daß wir, die wir nach Gerechtigkeit für unsere Sünden leiden, zur Ehre deines Namens aus Gnaden befreiet werden. Gott, der Du nicht den Tod des Sünders verlangst, sondern seine Buße, sieh gnädig auf das Volk, das sich zu Dir wendet; auf daß Du, während es in Andacht vor Dir sich beugt, die Geißel deines Zornes gütig von ihm abwendest. Wir bitten Dich, o Herr, verleihe unserm andächtigen Gebete Wirksamkeit, und wende die ansteckenden Krankheiten gnädig von uns ab; auf daß die Herzen der Sterblichen erkennen, daß diese Geißeln von deinem Zorne ausgehen und durch deine Erbarmung einhalten. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Gebet zur allerseligsten Jungfrau. O Maria, Du bist das vortreffliche Gefäß des heiligen Geistes, des Trösters. Du bist die glorreiche Stadt Gottes. Du bist das starke Weib, welches der Schlange den Kopf zertreten. Du bist glänzender, als die Sonne, schöner als der Mond, strahlender als die Morgenröthe, heller als die Sterne. Zu dir wollen wir Sünder andächtig kommen und reumüthig an die Brust schlagen und sprechen: Heilige, heilige, heilige Maria, unsere gütige und liebe Frau, durch deine Fürbitte befreie uns von der ansteckenden Krankheit und dem jähen Tode und vor aller Trübsal, und mache uns theilhaftig der himmlischen Glorie. . In aller unsrer Angst und Noth R). Komm uns zu Hülfe, du mildeste Jungfrau Maria. Gebet. Gott der Barmherzigkeit, Gott der Güte, Gott der Verzeihung, der Du Dich erbarmet haft der Trübsal deines Volkes und zu dem Engel, der dein Volk schlug, gesprochen: Es ist genug, halte deine Hand ein; wegen deiner Liebe und der Liebe deiner glorreichen Gebete gegen ansteckende Krankheiten. 381 Mutter, deren keusche Brust du gegen das Gift unserer Sünden gesogen hast, verleihe uns die Hülfe deiner Gnade, daß wir von aller ansteckenden Krankheit und dem unversehenen Tode befreit und von allem Andrange des Verderbens gerettet werden, durch Dich, o Jesu Christe, Heiland der Welt, König der Glorie, der Du mit Gott dem Vater und dem heiligen Geiste lebest und regierest Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. V. Herr, erhöre mein Gebet, R). Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Gebet zu den H. Sebastianus, Rochus und Antonius. Oihr Heiligen Sebastianus, Rochus und Antonius, bittet für uns bei dem Herrn Jesus Christus, daß wir von der ansteckenden Krankheit und von aller Gebrechlichkeit des Leibes und der Seele befreit werden. Bittet für uns ihr Heiligen Sebastianus, Rochus und Antonius, R). Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du durch die Verdienste deiner Heiligen Sebastianus, Rochus und Antonius die Menschen von ansteckenden Krankheiten befreit hast; verleihe uns, deinen Dienern, daß wir, die wir um dieselbe Gnade zu Dir flehen, durch ihre Fürbitte vor aller Gefahr der Seuchen gesichert werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Gebet zu Gott. In der Mitte unseres Lebens sind wir im Tode: wen sollen wir zum Helfer suchen, als Dich, o Herr? der Du mit Recht über unsere Sünden zürnest. Heiliger Gott, heiliger Starker, heiliger Unsterblicher, erbarme Dich unser! v. Befehre uns, o Gott, unser Heiland, R). Und wende deinen Zorn von uns ab. Gebet. Erhöre uns, o Gott, unser Heiland, und befreie dein Volk von den Schrecken deines Bornes, und laß es durch deine milde Gebete gegen Bliz, Donner zc. Barmherzigkeit gesichert werden. Durch unsern Herrn Jeſum Christum. 382 Amen. v. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Laßt uns den Herrn loben, *. R. Und Jhm Dank sagen. V. Die göttliche Hülfe bleibe allezeit bei uns. R. Amen. Gebete gegen Blitz, Donner, Winde, Platzregen und andere Unwetter. Ant. Kein Uebel soll dir nahen. Ps. 90. Qui habitat etc. 3ur Erweckung des Vertrauens and auf Gott. Wer unter dem Schuße des Allerhöchsten wohnet, der wird im Schirme Gottes des Himmels weilen. Er wird sagen zum Herrn: Du bist mein Hort und meine Zuflucht, mein Gott, ich will auf Dich hoffen. Denn Er hat mich errettet vom Stricke der Jäger, und vom scharfen Worte. Er wird dich mit seinen Schultern decken, und unter seinen Flügeln wirst du hoffen. Mit einem Schilde wird dich seine Wahrheit umgeben; du wirst dich nicht fürchten vor dem nächtlichen Schrecken, Vor dem Pfeile, der am Tage einher flieget, vor dem Geschäft, das im Finstern umherschleicht, und vor Angriff des bösen Geis stes am Mittag. Fallen werden an deiner Seite Tausende und zehn Tausende zu deiner Rechten, dir aber wird nichts nahen. Doch mit deinen Augen wirst du schauen und der Sünder Vergeltung sehen. Denn Du bist, Herr, meine Hoffnung! Auf den Allerhöchsten hast du deine Zuflucht geschzet. Kein Uebel wird dir zustoßen, und die Geißel wird deiner Hütte nicht nahen. Gebete gegen Blizz, Donner 2c. 383 Denn Er hat seinen Engeln deinethalb befohlen, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Auf den Händen werden sie dich tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Ueber Natter und Schlange wirst du wandeln, und zertreten Löwen und Drachen. Weil er auf Mich gehoffet hat, will Jch ihn erretten; beschirmen will Jch ihn, weil er meinen Namen erkannt hat. Zu Mir wird er rufen, und Ich will ihn erhören; bei ihm bin Jch in der Trübsal, Ich will ihn erretten und verherrlichen. Mit Länge der Tage will Jch ihn sättigen und mein Heil ihm zeigen. Ehre sey dem Vater 2c. Ant. Kein Uebel wird dir zustoßen und die Geißel wird deiner Hütte nicht nahen. Vater unser ic. *. Er hat seinen Engeln deinethalb befohlen, R. Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Gebet. Barmherziger, ewiger Gott, der Du die Elemente und alle Geschöpfe in deiner Hand hast und nach deinem Wohlgefallen lenkeſt; der Du die Sünder mit Schrecken deine Stimme vernehmen läsfest; schone derer, die Dich fürchten, siehe gnädig auf unser flehentliches Gebet, und wende ab von deinem Volfe alle teuflische Bosheit, und alles schädliche Ungewitter, damit wir deinen großen Namen loben und preisen mögen immerdar. Durch Christum unsern Herrn. Amen. Ein anderes Gebet. Ant. Jesus von Nazareth. P₁. 6. Herr, in deinem Grimme strafe mich nicht 2c. ( Siehe den ersten Bußpsalm S. 117.) Ant. Jesus von Nazareth, König der Juden! Der TriumphsTitel beschüße und beschirme uns. Sehet das Kreuz des Herrn; flieht, ihr widerwärtigen Rotten; es hat gesiegt der Löwe vom Stamme Juda, die Wurzel Davids. Alleluja. Herr, erbarme Dich unser.. Christe, erbarme Dich unser. Herr, erbarme Dich unser. 384 Gebete gegen Bliß, Donner sc. Vater unser 2c. . Lasset uns loben und benedeien den Vater und den Sohn sammt dem H. Geiste, R. Lasset uns Ihn loben und erhöhen in Ewigkeit. Gebet. Erhöre, o Herr, uns, die wir zu Dir rufen, und verleihe unsern Bitten Heiterkeit der Luft; daß wir, die wir für unsere Sünden nach deiner Gerechtigkeit Strafe leiden, durch deine zuvorkommende Barmherzigkeit deine Güte empfinden. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Gebet zur allerseligsten Jungfrau und allen Heiligen. glorwürdigste Jungfrau Maria, du glänzender Stern der Versöhnung des menschlichen Geschlechtes! O Mutter der Gnaden, die du den Zorn des himmlischen Vaters durch Aufopferung deines gebenedeiten Sohnes gesühnet hast! o du Vorläufer des Herrn, o ihr h. h. Apostel, Märtyrer, Beichtiger und Jungfrauen, sammt allen lieben Freunden und Auserwählten Gottes, fommet uns zu Hülfe, auf daß durch eure Fürbitte dieses Ungewitter gestillet werde. Haltet ein die ausgestreckte Hand des Herrn, damit Er uns nicht in seinem Grimm erschlage, und ewiglich von Sich verstoße. Amen. Litanei zur Mutter Gottes, siehe S. 284. In Theuerung und Hungersnoth. Wir bitten Dich, o Herr, Du wollest unserm demüthigen Gebete gewünschte Wirkung geben und die Hungersnoth gnädig von uns abwenden; damit die Herzen der Sterblichen erkennen, daß solche Geißeln von deinem Zorne ausgehen und durch deine Erbarmung einhalten. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Gebet um Regen. Gott, in dem wir leben, weben und sind, sende uns gedeihlichen Regen; auf daß wir, mit den zeitlichen Gütern hinreichend versehen, nach den ewigen vertrauensvoller verlangen. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Gebete in öffentlichen und besondern Anliegen. Klaggebet des h. Augustinus. Vor deine Augen, o Herr, tragen wir unsere Schulden, und die Streiche auch, die wir erhalten haben, bringen wir vor Dich. Erwägen wir das Uebel, das wir gethan haben, so ist geringer was wir leiden, größer was wir verdienen. Schwerer ist was wir begangen haben; leichter was wir erdulden. Der Sünden Strafe empfinden wir, und die Hartnäckigkeit im Sündigen meiden wir nicht. Unter deinen Geißeln wird unsere Schwäche zermalmet, und die Bosheit nicht geändert. Das franke Gemüth wird gequält, und der Nacken nicht gebeugt. Das Leben erseufzet in Schmerzen, und im Werke bessert es sich nicht. 385 Wenn Du säumest, bessern wir uns nicht; wenn Du strafest, bestehen wir nicht. Wir bekennen in der Züchtigung, was wir begangen haben; wir vergessen nach der Heimsuchung, was wir beweint haben. Wenn Du deine Hand ausstreckest, versprechen wir zu thun; wenn Du dein Schwerdt einhältst, erfüllen wir nicht das Versprechen. Wenn Du schlägst, schreien wir um Schonung; wenn Du schonest, fordern wir abermals Dich auf zu schlagen. Siehe, Herr, wir bekennen uns schuldig; wir wissen, daß, so Du nicht vergiebst, Du mit Recht uns vertilgest. Verleihe, allmächtiger Vater, ohne unser Verdienst, um was wir flehen, der Du aus Nichts erschaffen hast die zu Dir Flehenden. Durch Christum unsern Herrn. Amen. . Herr, erhöre mein Gebet, P. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Gebet. Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß wir durch keine Störungen erschüttert werden, der Du auf dem Felsen des apostolischen Bekenntnisses uns befestiget und durch die Fürbitte so vieler tausend Märtyrer Dir verbunden hast. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 25 Gebete in öffentlichen und besondern Anliegen. Gebet in Trübfal. P. 90. Qui habitat. Siehe S. 382. Nach der Antiphon bete: Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. . Seinen Engeln hat Gott deinethalb befohlen, R. Daß sie dich beschirmen auf allen deinen Wegen. 386 . R. Gebet. Gott, der Du durch die Sünde beleidigt und durch die Buße versöhnet wirst, sich gnädig an das Gebet deines flehenden Volkes, und wende ab die Geißeln deines Bornes, die wir für unsere Sünden verdienen. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Herr, erhöre mein Gebet, Und laß mein Schreien zu Dir kommen. *. Herr, erhöre mein Gebet, R. . R. . R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Laßt uns den Herrn loben, Und Jhm Dank sagen. Die göttliche Hülfe bleibe allzeit bei uns. Amen. Gebet in großer Betrübniß. Ist Einer traurig unter euch, der bete. Jak. 5, 13. Komm mir zu Hülfe, gütigster Jesu, denn mein Herz ist erschüttert in mir, und meine Kraft hat mich verlassen; den ganzen Tag gehe ich traurig einher, denn fern von mir ist entwichen der Trost. Mit Dir, o Isu, muß ich ausrufen: Meine Seele ist bes trübt bis in den Tod. Wehe mir, daß ich gesündigt habe, darum ist mein Herz beängstigt worden. Ich habe gesündigt, ich bekenne cs, ich habe Uebels gethan, und gottlos bin ich gewandelt. Herr, mein Gott, in deiner Gerechtigkeit, flehe ich, wende deinen Zorn von mir ab; siehe an meine Niedrigkeit und vergieb mir alle meine Sünden. Durch alle Angst und Traurigkeit, o gütigster Jesu, wo Gebete in öffentlichen und besondern Anliegen. 387 von dein Herz im Garten und auf dem Altar des Kreuzes befallen wurde, flehe ich demüthig zu Dir, Du wollest mir helfen in meiner Noth, und mich nicht auf ewig von Dir scheiden lassen. Denn es ist mir gut, Dir meinem Gott anzuhangen, und auf Dich, o Herr, meine Hoffnung zu setzen. Mein Herz will ich ausschütten wie Wasser vor deinem Angesichte, meine Hände will ich gen Himmel erheben und zu dir schreien in der Bitterfeit meiner Seele; deinen Namen will ich ohne Unterlaß anrufen aus der Tiefe meines Elendes und meiner Betrübniß, bis Du vom Himmel herabblickest und mir wiedergiebst die Freude beines Heiles. Amen. Gebet des H. Augustinus zur Vermehrung der Hoffnung. Gefündigt habe ich, o Herr, schwere Sünde, und ich bin mir vieler Missethaten bewußt; aber dennoch will ich nicht verzweifeln, denn wo die Sünden überfließen, da ergoß sich auch deine Gnade noch reichlicher; wer an der Verzeihung seiner Sünden zweifelt, der leugnet, daß Du ein barmherziger Gott bist. Eine große Schmach thut Dir an, wer deiner Barmherzigkeit mißtraut. Ich kann nicht erschreckt werden durch die Menge meiner Sünden, wenn ich an deinen Tod, o Jesu, gedenke. Die Nägel und die Lanze rufen mir zu, daß ich Dir wieder versöhnt bin, sobald ich Dich liebe. Longinus hat mir deine Seite eröffnct, da will ich einziehen, da werde ich sichere Nuhe finden. Nichts treibt mich mehr zu deiner Liebe, als dein Tod, mein Jesu, durch den Du mich erlösest haft. Sterbend neigst Du dein Haupt, um mir dem Sünder den Friedenskuß zu geben; du breitest deine Arme aus am Kreuze und öffnest deine Hände, bereit mich zu umfangen. In deinen Armen will ich leben und begehre ich zu sterben. Amen. Gebet des h. Thomas von Aquin um Erlangung der christlichen Tugenden. Verleihe mir, barmherziger Gott, was Dir wohlgefällig ist, inbrünstig zu begehren, weislich zu erforschen, wahrhaftig zu erkennen, vollkommen zu erfüllen, zum Lobe und zur Ehre deines Namens. Ordne meinen Stand, und was Du von mir verlangst daß ich thun sell, das laß mich wissen, und gieb daß ich es vollbringe, wie es sich gebührt und meiner Seele heilsam ist. Gieb mir, o Herr 25* 388 Gebete in öffentlichen und besondern Anliegen. mein Gott, daß ich im Glück und im Unglück nicht wanke, in jenem mich nicht erhebe, in diesem nicht unterliege; über nichts mich freue oder betrübe, als was führt zu Dir, oder wegführt von Dir; daß ich Niemanden zu gefallen wünsche, oder zu mißfallen fürchte, als Dir allein. Werthlos sey mir, o Herr, alles Vergängliche, und theuer sey mir alles was dein ist, um Deinetwillen, und Du, o Gott, über Alles. Laß mich anekeln alle Freude die ohne Dich ist, und nichts begehren was außer Dir ist. Angenehm sey mir, o Herr, alle Mühe für Dich, zuwider alle Ruhe ohne Dich. Oft laß mich, o Herr, mein Herz zu Dir erheben, und meine Gebrechen mit dem Vorsatze der Besserung wehmüthig überdenken.- Mache mich, Herr, mein Gott, gehorsam ohne Widerspruch, arm ohne zu erliegen, feusch ohne geheime Verderbniß, geduldig ohne Murren, demüthig ohne Heuchelei, fröhlich ohne Leichtfertigkeit, traurig ohne Kleinmüthigkeit, ernst ohne Härte, heiter ohne Leichtsinn, Gott fürchtend ohne Verzweiflung, wahrhaft ohne Doppelzüngigkeit, Gutes wirkend ohne Dünkel, den nächsten belehrend ohne Anmaßung, durch Wort und Beispiel ihn erbauend ohne Verstellung. Gieb mir, o Herr und Gott, ein wachsames Herz, das kein fürwitziger Gedanke von Dir entferne; ein edles, das kein unwürdiger Trieb hinabziehen; ein gerades, das keine Nebenabsicht ablenke; ein unbesiegliches, das keine Drangsal überwinde; ein freies, das keine verkehrte und gewaltsame Leidenschaft beherrsche. Verleihe mir, o Herr, mein Gott, eine Einsicht, die Dich erkennt; einen Eifer, der Dich sucht; eine Weisheit, die Dich findet; einen Wandel, der Dir gefällt; eine Beharrlichkeit, die treulich auf Dich harret; ein Vertrauen, das Dich endlich umfängt. Laß den Leiden deines Sohnes mich verbunden sein durch die Buße; deiner Wohlthaten auf meiner Wanderschaft mich gebrauchen durch die Gnade; und endlich deiner Freuden im Vaterlande genießen durch die Glorie. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. - Gebet um eine besondere Gnade von Gott zu erlangen. Allmächtiger, ewiger Gott, deine Erbarmungen sind zahllos, und endlos ist der Schatz deiner Güte. Sieh, ich elender aber reumüthiger Sünder nahe mich mit kindlichem Vertrauen deiner unendlichen Majestät; wolle nicht, den Du durch deine Allmacht aus nichts erschaffen, Gebete in öffentlichen und besondern Anliegen. nach deiner unermeßlichen Güte durch den Tod deines eingeborenen Sohnes von der ewigen Verdammniß errettet, und durch deine höchste Liebe zum Kind und zum Erben deiner himmlischen Glorie ange= nommen hast, wolle mich nicht, nachdem Du das alles für mich höchst Unwürdigen gethan hast, von deinem Angesichte verstoßen. Durch deine unaussprechliche Barmherzigkeit, welche auch die größten Sünder, wenn sie wahrhaft reumüthig sind, in einem Augenblick aus dem Abgrund ihrer Laster herauszieht; durch die Verdienste deines geliebtesten Sohnes, unseres Herrn Jesu Christi; durch die brennende Liebe des h. Geistes, womit er den Vater sammt dem Sohne umfängt; durch die allerseligste Jungfrau Maria, die von Dir zur Tochter, von deinem Sohne zur Mutter, und von dem h. Geiste zur Braut von Ewigkeit her erwählet und vorherbestimmt worden; endlich durch die Verdienste und Lobgesänge aller Engel und Heiligen flehe ich zu Dir, Du wollest Dich meiner erbarmen und meinen Bitten geneigte Erhörung schenken. O gütigster Vater, eröffne die Schätze deiner unerschöpflichen Güte und mache mich theilhaft deiner unendlichen Milde. Jch bitte Dich, Du wollest ...... 389 ( Hier trage deine Bitte Gott dem Herrn vor.) Wende, o Herr, deine gütigen, huldvollen Augen auf mich, dein unwürdigstes Geschöpf, und erhöre gnädig mein Gebet. Herr, mein Gott, bei Allem was Dir im Himmel und auf Erden theuer ist flehe ich abermals zu Dir, daß Du gnädig, was ich begehre, mir verleihen wolleft. Amen. Wenn das Begehrte etwas an sich Gutes und zum Seelenheile Nothwendiges ist, so endigt hier das Gebet. Bittet man aber um ein zweifelhaftes Gut, um Gesundheit, Gelehrsamkeit, Frieden, Ehre u. s. w., dann ist noch folgendes hinzuzufügen: Durch dieselbe Güte und Milde bitte ich Dich, o Gott, Du mögest mir mein Begehren, wenn es deinem heiligen Willen zuwiderläuft, nicht gewähren. Ich will einzig, o Gott, was Du willst, und was Du nicht willst, das will auch ich nicht. Ich weiß, o ewige. Güte, daß nur das mir schadet, was Dir mißfällig ist, und daß all mein Gut in deinem heiligsten Wohlgefallen besteht. Daher soll nicht mein, sondern in allen Dingen dein heiligster Wille geschehen. Amen. 390 Andacht zum Herzen Jesu. Andacht zum Herzen Jesu. ( Aus der Raccolta di orazioni etc. coll' indulgenze.) Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnet. Ewiges Wort, aus Liebe zu uns Mensch geworden, siehe, demüthig zu deinen Füßen niedergeworfen beten wir Dich an in tiefster Ehrfurcht unserer Seele, und um unsern Undank für eine so große Wohlthat zu erstatten, vereinigen wir uns dem Herzen aller die Dich lieben, und bringen Dir unsere demüthigsten und innigsten Danksagungen dar. Ergriffen von jenem Uebermaß der Demuth, Güte und Milde deines göttlichen Herzens, bitten wir Dich um deine Gnade, damit wir Dir in diesen Dir so wohlgefälligen Tugenden nachfolgen. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst du zc. Ehre sey dem 2c. Der auch gekreuziget für uns, gelitten hat unter Pontius Pilatus und begraben wurde. Jesu, unser liebwürdigster Erlöser, demüthig zu deinen Füßen niedergeworfen beten wir Dich an in tiefster Ehrfurcht unserer Seele, und um Dir unsern Schmerz zu beweisen über unsere Gefühllosigkeit bei all den Schmähungen und Schmerzen, die dein liebendes Herz Dich für unser Heil bei deinem bittern Leiden und Sterben ertragen ließ, vereinigen wir uns dem Herzen aller derer die Dich lieben, um Dir aus ganzer Seele Dank zu sagen. Wir bewundern die unendliche Geduld und Großmuth deines göttlichen Herzens, und bitten Dich, erfülle unser Herz mit jenem Geiste der christlichen Abtödtung, mit welchem Du freudig dein Leiden übernommen hast, auf daß wir unsern ganzen Trost und unsern ganzen Ruhm in deinem Kreuze suchen. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst du 2c. Ehre sey dem 2c. Das Brod vom Himmel hast Du ihnen gegeben, das alle Süßigkeit in sich begreift. Jesu, in Liebe zu uns entbrannt, siehe! demüthig zu deinen het Andacht zum Herzen Jesu. 391 ligen Füßen niedergeworfen beten wir Dich an in tiefster Ehrfurcht unserer Seele, und um Dir Ersatz zu leisten für die Beleidigungen, die dein göttliches Herz täglich im allerheiligsten Sacramente des Altares erduldet, vereinigen wir uns dem Herzen aller derer die Dich lieben und Dir den innigsten Dank sagen. Wir lieben in deinem Herzen jenes unbegreifliche Feuer der Liebe zu deinem ewigen Vater und bitten Dich, entzünde unsere Herzen in brennender Liebe zu Dir und zu unsern Nächsten Vater unser 2c. Gegrüßt seyst du zc. Ehre sey dem 2c. Endlich, o liebwürdigster Jesu, bitten wir Dich, bei der Milde deines göttlichen Herzens, Du wollest die Sünder bekehren, die Betrübten trösten, den Sterbenden beistehen und die Seelen im Fegfeuer erlösen. Binde unsere Herzen mit dem Bande des wahren Friedens und der Liebe; behüte uns vor dem unversehenen Tode und laß unser Ende heilig und friedvoll seyn. Amen. *. Herz Jesu, brennend in Liebe zu uns, R. Entflamme unser Herz in Liebe zu Dir. Gebet. Allmächtiger Gott, wir bitten Dich, verleihe, daß wir, die wir in dem heiligsten Herzen deines geliebten Sohnes unsern Nuhm haben und die vorzüglichen Wohlthaten seiner Liebe zu uns verehren, uns auch ihrer Wirkung und Frucht erfreuen mögen. Durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. O göttliches Herz meines Jesu! Jch bete Dich an aus allen Kräften meiner Seele, und widme Dir dieselben auf immer, sammt meinen Gedanken, Worten und Werken, und allem was ich bin und habe. Ich wünsche Dir Anbetung, Liebe und Nuhm zu erweisen, so viel ich es vermag, gleichwie Du deinem himmlischen Vater sie erweisest. Leiste Du, ich bitte Dich, Ersatz für meine Fehler, sey der Schüßer meines Lebens, und meine Zuflucht und meine Freistätte in der Stunde meines Todes. Gewähre mir durch die Seufzer und die Bitterkeiten, worin Du während deines ganzen sterblichen Lebens versenkt warst, eine wahre Neue über meine Sünden, eine aufrichtige Verachtung aller irdischen Güter, ein brennendes Verlangen nach der ewigen Herrlichkeit, ein festes Vertrauen auf deine unendlichen Verdienste und die endliche Beharrlichkeit in deiner Gnade. Andacht zum Herzen Jesu. Herz Jesu, lautere Liebe! ich opfere Dir dieses demüthige Gebet für mich und alle diejenigen, die sich im Geiſte mit mir zu deiner Anbetung vereinigen; würdige Dich, dasselbe aufzunehmen und zu erhören, besonders für denjenigen, der zuerst unter uns dieſes sterbliche Leben beschließen wird. Süßestes Herz meines Heilandes, gieße in seiner Todesangst deine Tröstungen über ihn aus, berge ihn in deine heiligen Wunden, und reinige ihn in diesem Glutofen der Liebe von allen Makeln, auf daß er eingehe in deine Herrlichkeit, und dort bei Dir zum Fürsprecher werde für alle, die noch in diesem Elende verweilen. Heiligstes Herz meines liebwürdigsten Jesu, ich wünsche diese meine Anbetung und meine Bitten für mich elenden Sünder und alle, die sich zu deiner Verehrung verbinden, zu erneuern und aufzuopfern jeden Augenblick meines Lebens bis zu meinem letzten Athemzuge. Ich befehle Dir, o mein Jesu, die heilige Kirche, deine geliebte Braut, und unsere wahrhafte Mutter, die Seelen derer welche die Gerechtigkeit lieben, und alle armen. Sünder, die Betrübten und Sterbenden, und alle Menschen. Gestatte nicht, daß dein Blut vergebens für sie geflossen sey, und laß es endlich den Seelen im Fegfeuer zur Erlösung gereichen, besonders denjenigen, die in ihrem Leben Dich andächtig verehrten. Liebwürdigstes Herz Mariä, du unter allen erschaffenen Herzen das reinste, in Liebe zum Herzen Jesu das glühendste, und zugleich gegen uns arme Sünder das mitleidvollste, erlange uns vom Herzen Jesu unseres Erlösers die Gnaden, um die wir dich bitten. Mutter der Barmherzigkeit, eine einzige Bewegung, eine einzige Erhebung deines flammenden Herzens zum Herzen Jesu, deines göttlichen Sohnes, wird uns vollkommenen Trost erlangen. Gewähre uns also diese Gnade, und das göttliche Herz Jesu wird aus findlicher Liebe zu dir uns sicherlich erhören. Amen. 392 Für vorstehende Gebete zum Herzen Jesu hat Pius VII., den 12. Februar 1808, allen Gläubigen folgende Ablässe verliehen: 1. 300 Tage Ablaß einmal im Tage; 2. vollkommenen Ablaß allen, die sie täglich verrichten, einmal im Monate an einem beliebigen Tage, an welchem sie beichten, communiciren und für die Wohlfahrt der Kirche beten. Diese Ablässe können auch den Seelen der Abgestorbenen zugewendet werden. Andacht zum Herzen Jesu. Andächtige Aufopferung seiner selbst an das heiligste Herz Jesu. 393 O mein geliebtester Jesu, um Dir meinen Dank zu erweisen und für meine Treulosigkeit Ersatz zu leisten, schenke ich Dir mein Herz und weihe mich Dir ganz, und nehme mir vor, mit deiner Hülfe nicht mehr zu sündigen. Wer dieses Gebet zum Herzen Jesu vor seinem Bildnisse mit reumüthigem Herzen verrichtet, gewinnt: 1. 100 Tage Ablaß einmal im Tage; 2. bei täglicher Verrichtung vollkommenen Ablaß einmal im Monat an einem beliebigen Beicht- und Communiontage, an welchem er nach der Meinung des h. Vaters betet. Diese Ablässe sind auch den Abgestorbenen zuzuwenden. Pius VII., den 26. Sept. 1817. Andacht des Kreuzweges. Kräftige gebete und Seufzer der gott liebenden Seele, die ihr Kreuz auf sich nimmt und den blutigen Spuren ihres leidenden Heilandes nachfolgt. Vorbereitungsgebet. O allerheiligste Dreifaltigkeit, nimm diesen Dienst meiner Knechtschaft gnädig an. Ich opfere ihn Dir auf zum Lob und Preis deiner göttlichen Majestät, zur Danksagung für die unschäßbare Wohlthat unserer Erlösung, zur Genugthuung für meine Sünden, zum Heil der Lebendigen und zum Trost der Abgestorbenen. Und damit das geringe Opfer meines Gebets Dir angenehm werde, vereinige ich es mit den unendlichen Verdiensten Jesu Chrifti, der allerseligsten Jungfrau und aller Heiligen. Andacht des Kreuzweges. O gebenedeite Mutter meines Heilandes, die Du deinem göttlichen Sohn auf seinem blutigen Kreuzwege treulich nachfolgtest, und sein Leiden wie ein Schwerdt in deiner Seele empfandest, würdige mich, dein Begleiter zu seyn, und laß mich Theil nehmen an deinen Schmerzen und an dem bittern Leiden deines Sohnes, meines Erlösers Jesu Christi, welchem sammt dem Vater und dem h. Geiste sey Lob und Ehre und Ruhm in Ewigkeit. Amen. 394 Erste Station. Christus wird zum Tode verurtheilt. Betrachte, meine Seele, wie Jesus deinetwegen dieses ungerechte Urtheil erlitt, um dich von dem Urtheil der ewigen Verdammniß zu erlösen. Er hat ausgetilget die Handschrift des Urtheils wider uns, und hat sie hinweggenommen und an's Kreuz geheftet. Und wir sollten Ihn nicht wieder lieben? Ant. Die Gottlosen sprachen bei sich selbst in ihren Gedanken, wiewohl unrecht: Lasset uns den Gerechten hintergehen, denn er ist unsern Werken zuwider; er rühmet sich, daß er Gott zum Vater habe; lasset uns denn sehen, ob er der wahre Sohn Gottes ist, jetzt errette Er ihn aus unsern Händen. Wir wollen ihn verdammen zum allerschändlichsten Tode. Christe, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. Herr, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! V. Gott hat seines eigenen R. Sondern Ihn für uns alle dahingegeben. Sohnes nicht geschonet, *. Er ist aufgeopfert worden, weil Er selbst es gewollt hat, R. Und seinen Mund hat Er nicht aufgethan. y. Herr, erhöre mein Gebet, R). Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Gebet. O Gott, der Du durch die Demuth und Geduld deines un schuldig zum Kreuzestode verurtheilten Sohnes, die Hoffart und Schmach unseres Urfeindes zerstöret und uns von dessen Tyrannei und dem Gerichte des ewigen Todes barmherzig befreiet hast; wir bitten, laß uns sein Leiden tief zu Herzen fassen, und der Menschen falsches Urtheil und alle Widerwärtigkeiten mit Geduld ertragen, Andacht des Kreuzweges. damit wir an jenem Tage hören mögen: Kommet, ihr Gebenedeite. Durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des h. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. v. Heiliger Gott, heiliger Starker, heiliger Unsterblicher, Erbarme Dich unser. R. . R. V. R). Lasset uns den Herrn loben, Und Gott Dank sagen. Die Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden. Amen. Auf dem Wege von einer Station zur andern bete: Heil'ge Mutter, dies bedenke, Deines Sohnes Wunden senke In des Herzens Tiefe mir. 3weite Station. Christus wird mit dem Kreuze beladen. Betrachte, meine Seele, wie Christus mit dem Kreuze deine und aller Menschen Sünden auf sich ladet, und unsere Schmerzen trägt. Und du wolltest dich noch beschweren, daß süße Joch und die leichte Bürde seiner Lehre auf dich zu. nehmen? 395 Ant. Sey gegrüßt, unser König, Du allein hast dich unserer Sünden erbarmet. Deinem Vater gehorsam bis zum Tode, wurdest Du zur Kreuzigung geführet, wie ein sanftmüthiges Lamm zur Schlachtbank. Dir sey Nuhm, Hosanna! Dir sey Triumph und Sieg, Dir sey die Krone des höchsten Lobes und der Ehren. Herr, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. *. Die Züchtigung wegen unseres Friedens war über Ihm, . Und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. *. Der Herr hat unser aller Missethat auf Ihn gelegt, R. Er hat Ihn geschlagen wegen der Sünden seines Volkes. V. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Andacht des Kreuzweges. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du gewollt, daß dein eingeborner Sohn zum Vorbilde des Gehorsams und der Geduld unser Fleisch annahm und mit der Last des Kreuzes als der wahre Isaak vor uns hinwandelte; verleihe gnädig, daß wir aus Begierde ihm nachzufolgen das süße Joch deines Gesetzes und das Kreuz der Abtödtung gern annehmen und standhaft bis in den Tod tragen. Durch denselben Jesum Christum unsern Herrn. Amen. . Heiliger Gott 2c. wie oben S. 395. 396 Dritte Station. Jesus fällt unter dem Kreuze zum ersten Male. Betrachte, meine Seele, wie schwer die Last deiner Sünden ist, da derjenige darunter niederfällt, der alle Dinge trägt durch das Wort seiner Kraft. O Jesu, laß mich deine Kreuzeslast nicht durch neue Sünden vermehren. Ant. Unser Herr Jesus Christus hat sich selbst erniedriget bis zum Tode, ja bis zum Tode des Kreuzes, darum hat Ihn auch Gott erhöhet und IJhm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. v. Er hat wahrhaftig unsere Krankheiten auf Sich geladen, R. Und unsere Schmerzen hat Er getragen. Er ist verwundet worden um unserer Missethat willen, Und um unserer Sünden willen ist Er zerschlagen worden. Herr, erhöre mein Gebet, . R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Gebet. v. R. O Gott, der Du durch die unüberwindliche Standhaftigkeit deines unter der schweren Last des Kreuzes niederfallenden Sohnes die Welt vom Fall errettet hast; verleihe uns die Hülfe deiner Gnade, daß wir ohne Anstoßen den Weg deiner Gebote wandeln, und vor dem Falle des ewigen Todes bewahret werden. Durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. V. Heiliger Gott 2c. wie oben S. 395. Andacht des Kreuzweges. Vierte Station. Jesus begegnet Mariä seiner Mutter. Betrachte, meine Seele, wie bei dem Anblicke des mit Wunden bedeckten, mit Dornen gekrönten, mit dem Kreuze beladenen Heilandes ein Schwerdt des Schmerzes das Herz Mariä seiner Mutter durchdringt. Wirst du denn nicht vor Mitleid verzehret? Nimm weg, o Jesu, mein hartes Herz, und gieb mir ein mitleidiges. Denn ein hartes Herz wird sich übel befinden an seinem Ende. Ant. O ihr Alle, die ihr auf dem Wege vorüber gehet, merket auf und sehet, ob ein Schmerz sey, der meinem Schmerze gleiche. Darum weine ich und meine Augen fließen von Wasser; denn der Tröster ist weit von mir, der meine Seele erquicke. Meine Augen schwanden hin von Weinen, und mein Eingeweide iſt erschüttert. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. V. Groß ist dein Elend, wie das Meer. R. Wer wird vermögen, dir zu helfen? . Deine Seele wird ein Schwerdt durchdringen, R. Auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. 397 *. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir fommen. Gebet. Herr Jesu Christe, der Du gewollt hast, daß das milde Herz deiner Mutter bei ihrer Begegnung mit Dir auf dem Kreuzwege vom Schwerdt des Mitleides durchdrungen wurde; wir bitten Dich, verleihe, daß auch wir über deine Schmerzen, die Du um unserer Sünden willen gelitten, heiße Thränen des Mitleides vergießen, und bei Dir und deiner lieben Mutter in aller Trübsal Troft und Hülfe finden. Der Du lebest und regierest Gott von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. V. Heiliger Gott 2c. wie oben S. 395. Fünfte Station. Simon von Cyrene wird gezwungen, Christo das Kreuz tragen zu helfen. Betrachte, meine Seele, wie Simon gezwungen werden mußte, das Kreuz mit Christo zu tragen. Welches Verdienst hätte er sich erworben, 398 Andacht des Kreuzweges. wenn er es bereitwillig gethan hätte. Bist du denn bereit, mit Verachtung der Welt, dein Kreuz dem Heilande nachzutragen? Ant. Fern sey von mir, daß ich mich rühme, denn nur in dem Kreuz unseres Herrn Jesu Christi, durch welchen mir die Welt gekreuziget ist und ich der Welt. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. *. Sieh an, o Herr, meine Erniedrigung und Mühseligkeit, Und vergieb mir alle meine Missethaten. . . R. . R. Wir beten Dich an, o Christe, und benedeien Dich, Denn durch dein H. Kreuz hast Du die Welt erlöset. Herr, erhöre mein Gebet, Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Gebet. Herr Jesu Christe, der Du alle Dinge trägst durch das Wort deiner Kraft, und dennoch unter dem schweren Kreuze so matt und schwach hast werden wollen, daß ein elender Mensch gezwungen werden mußte, Dir dein Kreuz tragen zu helfen; durch diese deine Mattigkeit verleihe uns Kraft, das Kreuz, das Du uns auflegest, mit Liebe zu umfangen und Dir auf dem mühevollen Wege des Kreuzes durch Ehre und Schande standhaft nachzufolgen und die verheißene Belohnung zu erlangen. Der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. . Heiliger Gott 2c. wie oben S. 395. Sechste Station. Die h. Veronika begegnet Christo. Betrachte, meine Seele, welchen Spiegel Christus der Veronika und uns allen hinterlassen hat. Schaue immerdar hinein und lerne die Schwere deiner Sünden erkennen. Ant. Wir haben Ihn gesehen, und es war an Ihm weder Gestalt, noch Schönheit; Er war verachtet und der geringste unter den Männern, ein Mann der Schmerzen, der die Schwachheit wohl erfahren hat. Sein Angesicht war gleichwie verborgen und voll Schmach, darum haben wir Ihn für nichts geachtet. Andacht des Kreuzweges. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. . Herr, Gott der Kräfte, bekehre uns, R. Zeige uns dein Angesicht, und wir werden gerettet seyn. #. Wende dein Antlitz nicht von uns, R). Und weiche nicht im Zorne von deinen Dienern. . R). Herr, erhöre mein Gebet, Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Gebet. O Jesu, Du Ebenbild des ewigen Vaters und Abglanz seiner Herrlichkeit, der Du uns im Schweißtuch die blutigen Mahlzeichen deines heiligsten Antlitzes, welches die Engel zu schauen gelüstet, hinterlassen hast; dämpfe in uns alle Hoffart und Eitelkeit und laß uns vor deinem Angesichte hier also in Demuth wandeln, daß wir Dich im Himmel in deiner Klarheit schauen, selig lieben und vollkommen besigen mögen. Der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. *. Heiliger Gott 2c. wie oben S. 395. 399 Siebente Station. Jesus fällt zum zweiten Male. Betrachte, meine Seele, wie Jesus zum zweiten Male unter der Last des Kreuzes niederfällt. Deine wiederholten Sünden sind es, die den Heiland abermals niederwarfen. Willst du denn nicht aufhören, zu sündigen? Ant. Sie haben mich übergeben in die Hände der Gottlosen, und Mich unter die Ungerechten gezählet; sie haben meiner Seele nicht geschonet: die Starken haben sich wider Mich versammelt, und find wie die Niesen wider Mich gestanden; mit furchtbaren Augen haben sie mich angestarret, und Mich grausam geschlagen und verspottet. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. *. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, R. Eine Schmach der Leute und ein Spott des Volkes. 400 Andacht des Kreuzweges. Alle, die mich sehen, spotten Meiner, Sie grinzen mit ihren Lippen und schütteln den Kopf. Herr, erhöre mein Gebet, . R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. . B. Gebet. O Gott, der Du zugelassen, daß dein unschuldigster Sohn unter die Uebelthäter gezählet und mit Schmach erfüllet wurde, um uns vom Fluche der Verdammniß zu befreien; wir bitten Dich, laß uns, von der Sünde aufgestanden, nicht wieder in dieselbe hineinfallen und standhaft das Joch deiner Gebote tragen bis zum Ende. Der Du lebeft und regierest in Ewigkeit. Amen. . Heiliger Gott 2c. wie oben S. 395. Achte Station. Jesus tröstet die weinenden Weiber. Betrachte, meine Seele, wie oft du über vergängliche Dinge weinest, und wie selten du eine Thräne vergießest über deine Sünden und die Wunden, die sie dem leidenden Heilande geschlagen haben. Wer wird meinem Haupte Wasser geben und meinen Augen einen Quell der Thränen, daß ich weine Tag und Nacht? Ant. Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über Mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder; denn sieh, es werden die Tage kommen, da man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren, und die Leiber die nicht geboren, und die Brüſte die nicht gesäuget haben. Alsdann werden sie anfangen zu den Bergen zu sagen: Fallet über uns, und zu den Hügeln: Bedecket uns. Denn thun sie dies am grünen Holze, was wird am dürren geschehen? Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. V. Die Freude unseres Herzens hat ein Ende, R. Unser Reigen hat sich in Traurigkeit verwandelt. Die Krone unseres Hauptes ist abgefallen: *. Weh uns, daß wir gesündigt haben. . Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. R. Andacht des Kreuzwegs. Gebet. O gütigster Jesu, Du Trost der Betrübten und Zuflucht der Bedrängten, der Du Dich gewürdigt hast, die Töchter Jerusalems, welche auf deinem blutigen Kreuzweg über Dich weinten, zu trösten und sie zum Weinen über sich und ihre Kinder zu ermahnen; wir bitten Dich, verleihe uns reichliche Thränenquellen, mit denen wir die Schandflecken unserer Sünden abwaschen, und deinem bittern Leiden und allen bedrängten Mitmenschen herzliches Mitleid beweisen mögen. Der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. . Heiliger Gott 2c. wie oben S. 395. Neunte Station. Jesus fällt zum dritten Male. Betrachte, meine Seele, daß durch Häufung deiner Sünden die Last des Kreuzes Christo vermehrt wird; höre wie der Heiland beim Pfalmisten Flagt: Die Sünder haben auf meinem Rücken geschmiedet, sie haben Ungerechtigkeit lange geübt. Herr, sich nicht auf meine Sünden, sondern auf die Leiden deines Gesalbten. - Ant. Mein Volk, was habe Ich dir gethan, oder womit habe Ich dich betrübet? antworte Mir. Ich habe dich geführt aus Egyptenland, und du führst Mich zum schmachvollen Holze des Kreuzes. Ich habe dich vierzig Jahre lang in der Wüste mit Manna gespeiset, und du hast mich mit Backenstreichen und Geißelhieben geschlagen. Ich habe dir das königliche Scepter gegeben, und du kröntest mein Haupt mit Dornen und giebst Mir ein Rohr in die Hand. Mein Volk, was hätte Jch dir noch thun sollen, das Ich nicht gethan habe? Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. *. R. . Gleich einem Schafe ist Er zum Tode geführet worden, Und Er schwieg wie ein Lamm vor dem der es scheeret. R. *. B). 401 Er hat seine Seele dahingegeben in den Tod, Auf daß Er sein Volk lebendig mache. Herr, erhöre mein Gebet, Und laß mein Schreien zu Dir kommen. 26 Andacht des Kreuzweges. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du weißt, daß wir unter der Last so vieler Widerwärtigkeiten und den Nachstellungen des bösen Feindes in unserer Schwäche nicht bestehen können; wir bitten demüthig deine göttliche Majestät, verleihe uns durch den schmerzlichen Fall deines göttlichen Sohnes am Kalvarienberge Hülfe und Stärke in allen Nöthen und Versuchungen, und laß uns dereinst mit deiner Hülfe den Berg der Glorie glücklich ersteigen. Durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. *. Heiliger Gott 2c. wie oben S. 395. 402 Zehnte Station. Jesus wird seiner Kleider beraubt und mit Galle und Essig getränket. Betrachte, meine Seele, mit welcher Grausamkeit die Schergen Jesum behandelten. Uebest du nicht zuweilen gleiche Härte gegen die Armen, von denen der Heiland sagt: Was ihr dem Geringsten aus den Meinigen thut, das thut ihr Mir? Ant. Mein Volk, was habe Ich dir gethan, oder womit habe Ich dich betrübet? antworte Mir. Ich habe dich geführet aus dem Lande der Dienstbarkeit in das Land der Verheißung; und da Jch aus dem Schooße des Vaters zu dir hinabgestiegen bin, hast du Mich hinausgeführet zum Tode des Kreuzes. Ich habe dich zu meinem schönsten Weingarten gepflanzet, und du bist Mir überaus bitter worden. Ich habe dich getränket mit dem Wasser des Heiles, und du hast mich getränket mit Galle und Essig. Mein Volk, was hätte Ich dir noch thun sollen, das Ich nicht gethan habe? Herr, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. Gebet. O Herr Jesu Christe, der Du Dich mit Galle und Essig haft tränken lassen und gelitten hast, daß durch Abreißung deiner Kleider all deine Wunden erneuert und Du vor allem Volke entblößet wurdest; wir bitten Dich, durch dein kostbares für uns vergoffenes Blut, bewege unsere Herzen zu größerem Mitleid mit Dir und unsern leidenden Nebenmenschen, und durch deine Blöße vertilge in uns Andacht des Kreuzweges. alle Sinnenlust und alle unordentliche Neigung zu den Geschöpfen. Der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. . Heiliger Gott 2c. wie oben S. 395. 403 Eilfte Station. Jesus wird an das Kreuz genagelt. Betrachte, meine Seele, die starken Liebesbande, mit denen Jesus sich dir verbindet. Wird denn noch immer dein hartes Herz nicht von Gegenliebe verwundet, daß du mit dem Apostel ausrufen könnest: Ich bin mit Christo an das Kreuz geheftet? Ant. Mein Volk, was habe Jch dir gethan, oder womit habe Ich dich betrübet? antworte Mir. Ich habe dich erhöhet mit großer Kraft, und du hast mich aufgehenkt an dem schmachvollen Holze des Kreuzes. Ich habe dich erhoben über alle Völker und du hast Mich gesättiget mit Spottreden und Verwünschungen. Ich habe vor dir das rothe Meer aufgethan, und du hast meine Seite mit der Lanze eröffnet. Mein Volk, was hätte Jch dir noch thun sollen, das Jch nicht gethan habe? Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. . Welche Wunden sind das in Mitten deiner Hände? R). Verwundet bin Jch mit ihnen im Hause derjenigen die Mich lieb hatten. . Sie haben meine Hände und Füße durchbohret, R. Gezählet haben sie alle meine Gebeine. . Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Gebet. O Herr Jesu Christe, Du Sohn des lebendigen Gottes, der Du zur Erlösung der Welt Dich wie ein unschuldiges Lamm auf dem Kreuzholze hast ausspannen und grausam durch Hände und Füße annageln lassen; verleihe gnädig, daß wir unser Fleisch durch christliche Abtödtung freuzigen, und laß uns mit den Nägeln der Liebe mit Dir an's Kreuz geheftet werden und in Ewigkeit verbunden bleiben. Der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. . Heiliger Gott 2c. wie oben S. 395. 26* 404 Andacht des Kreuzweges. 3wölfte Station. Jesus stirbt am Kreuze. Betrachte, meine Seele, wie Christus sterbend seinen Geist in die Hände seines Himmlischen Vaters befiehlt. O Jesu, sey Du künftig mein Leben, so wird Sterben mein Gewinn seyn! Ant. Sieh, wie der Gerechte stirbt, und keiner nimmt es zu Herzen; die gerechten Männer werden getödtet und keiner bedenkt es; von dem Angesichte der Bosheit ist der Gerechte hinweggenommen, und sein Andenken wird in Friede seyn. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. . Er ist gehorsam worden bis zum Tode, B. Ja bis zum Tode des Kreuzes. V. Wir beten Dich an, o Christe, und benedeien Dich, R. Denn durch dein H. Kreuz hast Du die Welt erlöset. *. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Gebet. O Herr, wir bitten Dich, sieh gnädig herab auf deine Gemeinde, für welche unser Herr Jesus Christus Sich den Händen der Sünder überantwortet und den bittern Kreuzestod gelitten hat. Der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des H. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. . Heiliger Gott 2c. wie oben S. 395. Dreizehnte Station. Jesus wird vom Kreuze genommen und in den Schooß seiner Mutter gelegt. Betrachte, meine Seele, welches Schwerdt des Schmerzes das Herz der Gottesmutter durchdrang, als der heilige Leichnam ihres Sohnes vom Kreuze genommen und in ihren Schooß gelegt wurde. O Maria, Mutter der Schmerzen, laß mich Tag und Nacht meine Sünden beweinen, und ihnen abgestorben, laß mich in deinem Schooße ruhen. Ant. Wem soll ich dich vergleichen, oder wem soll ich dich ähnlich halten, du Tochter Jerusalem? Wen soll ich dir an die Andacht des Kreuzweges. 405 Seite stellen, um dich zu trösten, o Jungfrau, Tochter Sion? Denn groß wie das Meer ist deine Betrübniß. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. #. Sion hat ihre Hände ausgestrecket, R. Und feiner ist der sie tröste. . Mein Herz hat sich in mir umgewendet, . Denn erfüllet bin ich mit Bitterfeit. . Herr, erhöre mein Gebet, B. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Gebet. O Maria, du schmerzenreiche Mutter, welches Schwerdt des Schmerzes hat deine Seele durchdrungen, als du den entseelten Leichnam deines göttlichen Sohnes mit deinen liebreichen Armen umfingest! ach, erlange mir, daß ich die Sünde, die Ursache seines Todes und deiner Schmerzen, aus allen Kräften verabscheue und beweine, und nach meinem Hinscheiden nimm meine Seele auf in deinen mütterlichen Schutz. Amen. V. Heiliger Gott 2c. wie oben S. 395. Vierzehnte Station. Betrachte, meine Seele, das glorreiche Grab deines Heilandes, und laß deinen alten Menschen zugleich mit Ihm gekreuziget seyn, auf daß der Leib der Sünde zerstöret werde und du hinfort der Sünde nicht mehr dienest. Ant. An demselbigen Tage werden die Heiden anbeten die Wurzel Jesse, denselben, der zum Zeichen der Völker stehet, und sein Grab wird glorreich seyn. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. . Mein Fleisch wird in Hoffnung ruhen; R. Du wirst nicht gestatten, daß dein Heiliger die Verwesung sehe. *. Tod, wo ist dein Sieg? o Tod, wo ist dein Stachel? R). Der Tod ist verschlungen in dem Sieg. #. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Andacht des Kreuzweges. Gebet. Jesu, mein Heiland und Erlöser, gieb, daß ich der Welt abgestorben Dir allein lebe, und wann Du mich dereinst vom Leibe dieses Todes erlösest, laß mich im Himmel der Früchte deines Leidens und deines schmerzvollen Todes genießen. Amen. . Heiliger Gott 2c. wie oben S. 395. 406 Schlußgebet. Gott, der Du durch das kostbare Blut deines eingeborenen Sohnes die Fahne des Lebenbringenden Kreuzes geheiliget hast; verleihe gnädig, daß Alle, die sich dieses heiligen Kreuzes rühmen, sich auch deines Schußes überall erfreuen mögen. Durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. Neise- Gebet. Lobgesang Zachariä. Luc. 2, 68 ff. Gebenedeit sey der Herr, der Gott Israel! denn Er hat heimgesucht und erlöset sein Volk; Und Er hat uns ein Horn des Heiles aufgerichtet, in dem Hause Davids seines Dieners; Wie Er geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, welche von Anfang der Welt gewesen sind: Daß Er uns errette von unsern Feinden, und aus der Hand aller die uns hassen; Um Barmherzigkeit zu erzeigen unsern Vätern, und eingedenk zu sein seines heiligen Bundes, Des Eides, den Er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, Daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, Ihm dienen ohne Furcht, Andacht des Kreuzweges. In Heiligkeit und Gerechtigkeit vor Jhm, alle die Tage unseres Lebens. Und du, Knäblein, wirst ein Prophet des Allerhöchsten genannt werden: denn du wirst vor dem Angesichte des Herrn hergehen, seine Wege zu bereiten, Und Erkenntniß des Heiles zu geben seinem Volke, zur Vergebung ihrer Sünden, Durch die innigliche Barmherzigkeit Gottes, durch welche Er uns heimgesucht hat aufgehend aus der Höhe; Zu erleuchten die so in der Finsterniß und im Schatten des Todes figen, und zu leiten unsere Füße auf den Weg des Friedens. Ehre sey dem Vater 2c. Ant. Auf den Weg des Friedens und der Wohlfahrt führe uns der allmächtige und barmherzige Herr; und der Engel Raphael begleite uns auf dem Wege, auf daß wir in Frieden, Gesundheit und Freude zu unserer Heimath zurückkehren. Herr, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. . Mache selig deine Diener, R. Mein Gott, die auf Dich hoffen. *. Sende uns Hülfe, o Herr, von deinem Heiligthum, R. Und von Sion beschüße uns. . Sey uns, o Herr, ein Thurm der Stärke, R. Vor dem Angesichte des Feindes. . Nichts vermöge der Feind wider uns, R. Und das Kind der Bosheit schade uns nicht. . Gebenedeit sey der Herr alle Tage! R). Eine glückliche Reise gebe uns der Gott unseres Heiles. . Beige uns, o Herr, deine Wege, R. Und lehre uns deine Pfade. V. Mögen unsere Wege geleitet werden R. Zur Beobachtung deiner Gerechtigkeit. . Und das Krumme wird gerade, R. Das Rauhe wird zu ebenen Wegen. . Gott hat seinen Engeln von dir befohlen, R. Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. . Herr, erhöre mein Gebet, B. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. 407 Andacht des Kreuzweges. Gebet. O Gott, der Du die Kinder Israel mitten durch das Meer trockenen Fußes geführet, und den drei Weisen den Weg zu Dir durch einen Stern vorgezeichnet hast; verleihe uns, wir bitten Dich, eine glückliche Reise und ruhige Zeit; auf daß wir, von deinem hei ligen Engel begleitet, glücklich an das Ziel unserer Wanderschaft und endlich zu dem Hafen des ewigen Heiles gelangen mögen. 408 O Gott, der Du deinen Diener Abraham aus Ur, der Stadt der Chaldäer, herausgeführet und auf allen Wegen seiner Wanderung unversehrt bewahret hast; wir bitten Dich, Du wollest uns deine Diener behüten. Sey du, o Herr, bei der Vorbereitung unsere Hülfe, auf dem Wege unser Trost, in der Hiße unser Schatten, in Regen und Kälte unsere Bedeckung, in der Müdigkeit unsere Erquickung, in Widerwärtigkeiten unser Schuß, auf schlüpfrigem Pfade unser Stab, beim Schiffbruch unser Hafen; damit wir unter: deiner Führung glücklich unser Ziel erreichen und dereinst unversehrt zu unserer Heimath zurückkehren. Sey gnädig, o Herr, unsern demüthigen Bitten, und lenke den Weg deiner Diener in der Wohlfahrt deines Heiles; damit wir unter allen Wechseln dieses Weges und dieses Lebens durch deine Hülfe jederzeit beschüßet werden. Verleihe uns, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß deine Diener auf dem Wege des Heiles einhergehen, und den Ermahnungen deines Vorläufers, des h. Johannes, folgend, sicher zu dem gelangen, den Er vorherverkündet, unsern Herrn Jesum Christum deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. . Lasset uns wandeln im Frieden, R. Im Namen des Herrn. Amen. Unterricht über die Standeswahl. 1. Von welcher Wichtigkeit die richtige Standeswahl sey. Die zeitliche sowohl als die ewige Wohlfahrt hängt größtentheils von der richtigen Standeswahl ab. Fast alles Elend des Menschen hat seinen Ursprung daher, daß er nicht nach dem göttlichen Beruf und Willen den Stand seines Lebens erwählet hat. Einige leben im geistlichen Stande, die besser im weltlichen wären, und umgekehrt. Selten aber nimmt es dort ein gutes Ende, wo kein guter Anfang gemacht worden. Wenn wir nun nach Ermahnung des Sohnes Sirachs Eccl. 37, 20. allen unsern Werken ein treues Nachforschen und all unserm Thun eine beständige Berathschlagung voraufschicken sollen; wie vielmehr muß dieses geschehen bei der Wahl des Standes, worin wir unser Leben zubringen und unser ewiges Heil wirken sollen. Wer aber durch seine Nachlässigkeit den unrechten Stand ergriffen hätte und ihn nicht mehr verlassen könnte, der bedenke, Gott habe dieses zur Strafe seiner Sünden geschehen lassen; er suche aus der Noth eine Tugend zu machen und sich in seinem Stande zu vervollkommnen. Wie in jeder andern, so ist auch in dieser Noth der häufige Empfang der hh. Sacramente das beste Heilmittel. 2. Wann man sich mit der Standeswahl beschäftigen ſoll. Weil nichts übereilt werden darf, so ist bei Zeiten an die Standeswahl zu denken. Denn was Ein Mal beschlossen werden soll, will lange überlegt seyn. Einige werden im frühen Alter von Gott zu einem Stande berufen, weil sie aber der Stimme Gottes nicht Gehör geben, werden sie später taub für dieselbe. Man hüte sich die Ueberlegung anzustellen und noch weniger einen Entschluß zu fassen, wenn das Gemüth durch Traurigkeit, Zorn, Haß oder irgend eine andere Leidenschaft verstört ist; noch während man angenehmen Gesellschaften, Gastmählern, Tänzen und Freudenspielen beiwohnet. Denn bei solchen Gelegenheiten findet der Geist des Rathes, der uns den göttlichen Willen offenbaren muß, im Gemüthe keine Stätte und kein Gehör; vielmehr wird alsdann unser Geist durch seine Leidenschaften auf die eine oder die andere Seite getrieben und ist nicht bereit, den von Gott gezeigten Weg einzuschlagen. Die Neigung, die im verstörten Gemüthe entsteht, hat keinen Bestand, und wer ihr unvorfichtig folgt, geht großem Elend entgegen. Die rechte Zeit und Gelegenheit, fich wegen seines Standes mit Gott zu berathen, ist, wenn wir mit demselben durch die Buße versöhnt und durch das h. Altarssacrament verbunden sind. Denn alsdann können wir zu Gott, während Er mit seiner Gottheit und Unterricht über die Standeswahl. Menschheit in uns gegenwärtig ist, getroft mit Samuel sprechen: Nede, Herr, denn dein Diener höret. 410 3. Was weiter zu beobachten sey, um eine richtige Standeswahl zu treffen. 1. Stelle dir verschiedene Stände vor Augen, zu welchen du geeignet zu seyn glaubst( denn Gott beruft Niemand zu einem Stande, wozu er nicht fähig ist), und erwäge bedachtsam, wie du in diesem oder jenem Stande dein Ziel, wozu du geschaffen bist, nämlich die ewige Seligkeit erreichen könnest, welche Hindernisse du in demselben zu befürchten, welche Hülfsmittel du zu erwarten habest. Es ist nicht unrathsam, die Antriebe und Gründe für und wider diesen oder jenen Stand niederzuschreiben, öfters zu lesen und aufmerksam gegen einander abzuwägen. 2. Bedenke, was du deinem besten Freunde, dessen ewiges Heil dir zumeist am Herzen liegt, wenn er unter ähnlichen Verhältnissen Rath mit dir pflöge, rathen würdest, und mache dir dieses selbst zu Nuge. 3. Betrachte, was du in deiner Todesstunde wünschen würdest gethan zu haben; wann alle Dinge, deren du in deinem Leben mit Freuden genoffen, seyn werden, als seyen sie nicht gewesen; wenn Verwandte und Freunde dich verlassen werden; wann du allein vor dem strengen Richter erscheinen mußt, vor dem kein Ansehen der Person gilt, der durch keine Geschenke bestochen, durch keine Bitten und Thränen bewegt werden kann; wann der Mensch eingehen wird in das Haus seiner Ewigkeit. Aus Erwägung dessen folgt noch nicht, daß du dich zum geistlichen Stande entschließen müssest, denn obgleich dieser der vollkommnere ist, so sind doch nicht alle dazu berufen, und wie der Apostel sagt: ,, Ein Jeder hat seine eigene Gabe von Gott; der eine in dieser, der andere in jener Weise." 1. Cor. 7, 7. Besser ist es kein Gelübde zu thun, als es aus Unenthaltsamkeit zu brechen. 4. Während du mit der Wahl beschäftigt bist, reinige dein Gewissen öfters durch Empfang der H. Sakramente. Bete fleißig nach dem Beispiele des Weisen: Sende, Herr, deine Weisheit herab aus deinen heiligen Himmeln und von dem Throne deiner Hoheit, daß sie bei mir sey und mit mir arbeite, damit ich wiffe was Dir angenehm sey." Buch d. Weisheit 9, 10. Nimm auch deine Zuflucht zu Maria, der Mutter des guten Rathes, daß sie als Stern des Meeres dir auf der unsichern Fahrt dieses Lebens vorleuchte; und bete zu deinem Schußengel, der dir von Gott, wie Naphael dem Tobias, zum treuen Begleiter auf deiner Pilgerschaft zugeordnet ist. 11 Bevor du einen Entschluß fassest und dich für einen Stand bestimmst, be= rathe dich mit einem weisen und frommen Manne, am besten mit deinem Beichtvater, dem deine Natur, deine Anlagen und deine Schwächen bekannt sind, damit deine Eigenliebe oder der böse Feind, der sich zuweilen in einen Engel des Lichtes verwandelt, dich nicht verführe und betrüge. Wisse, Gott habe es mit dem Menschen, um ihn in der Demuth zu erhalten, also angeordnet, daß er sich in geistlichen Dingen nicht nach eigenem Gutdünken richten, sondern von andern unterweisen lassen soll. Als Paulus bei seiner Bekehrung ausrief: " Herr, was willst du, das ich thun soll?" antwortete ihm der Herr: Unterricht über die Standeswahl. 411 , Stehe auf und gehe in die Stadt, da wird mandir sagen, was du zu thun hast." unterrichtet. Mein 11 Und er ging hin und wurde von Ananias im Glauben Sohn, thue nichts ohne Rath, so wird es dich nach der That nicht gereuen." Eccl. 32, 24. Höre aber nicht den Rath derjenigen, die nach Fleisch und Blut urtheilen und nur zeitlichen Gewinn im Auge haben. Denn was nügt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und an seiner Seele Schaden litte?" Matth. 16, 26. Darum halte die ewigen Jahre immerdar im Gedächtnisse". Pf. 76, 6. Hast du einen Stand erwählt, so blicke nicht mit Verachtung auf die übrigen, sondern halte dich an die Lehre des h. Bernhard: ,, Ich lobe und liebe alle Stände, wo man in der Kirche andächtig und aufrichtig lebt. Einen Stand umfange ich in der That, alle anderen in der christlichen Liebe." Gebete zur Erwählung eines seligen Standes. 1. Gebet zu Gott dem Vater, um die göttliche Weisheit und den h. Geist zu erlangen. Allmächtiger, ewiger Gott, Herr der Barmherzigkeit, der Du alle Dinge durch dein Wort erschaffen hast und auch den Menschen durch deine Weisheit leitest; sende diese Weisheit herab von deinen heiligen Himmeln und vom Throne deiner Hoheit, daß sie bei mir sey, und mit mir arbeite, damit ich wisse was Dir wohlgefällig sey. Denn wer ist unter den Menschen, der den Nath Gottes wissen könne, und wer kann denken, was Gott wolle? Denn der Menschen Gedanken sind furchtsam, und unsere Vorsicht ist unsicher. Denn der Leib, der verweslich ist, beschweret die Seele, und die irdische Wohnung drückt das Gemüth nieder, das mit vielen Gedanken umgeht. Wer wird aber deinen Willen erkennen, es sey denn, daß Du ihm Weisheit gebest und deinen heiligen Geist vom allerhöchsten Orte sendest, und also die Wege derjenigen, die auf Erden sind, recht gerichtet werden und die Menschen lernen, was Dir wohlgefällig ist. Komm herab, o heil'ger Geist 2c. wie S. 208. Gebete zur Erwählung eines seligen Standes. 2. Gebet zu Jeſu, in welchem man sich bereit erklärt, jeden Stand zu ergreifen. Sieh, o Jesu, ich stelle mich vor dein göttliches Angesicht, willig und bereit, jeden Stand einzugehen, zu welchem Du mich berufest. Willst Du, daß ich hinausziehe aus meinem Vaterlande, aus meiner Verwandtschaft, aus dem Hause meiner Eltern? Mein Herz ist bereit. Weder Vaterland, noch Verwandte, noch Neichthümer, noch Freuden, nichts soll mich halten. Willst Du, daß ich Allem entsage und Dir in klösterlicher Armuth, Keuschheit und Gehorsam diene? Mein Herz ist bereit. Willst Du, daß ich im geistlichen Stande lebe? Mein Herz ist bereit. Aber laß mich nicht auf unerlaubten Wegen dazu gelangen, noch unehrbar in demselben leben. Viel eher rufe mich durch einen frühen Tod aus dieser Welt. Willst Du, daß ich unverehlicht bleibe oder die Ehe in Ehrbarkeit eingehe? Gieb mir ein Zeichen deines Wohlgefallens, und mein Herz ist bereit. Zu Freude und Trauer, zu Süßem und Herbem erbiete ich mich; ich bin bereit, mit Dir in den Kerfer und in den Tod zu gehen. 412 Weil aber keiner zu Dir kommen kann, es sey denn, dein himmlischer Vater ziehe ihn; so bitte ich, Du wolleft bewirken, daß ich träftig von Ihm gezogen werde. Und weil keiner Dir nachziehen fann, er nehme denn sein Kreuz auf sich und folge Dir nach, so bitte ich, Du wollest mir Kraft verleihen, das Kreuz zu tragen, das Du mir auflegst. Handle mit mir nach deinem Wohlgefallen. Denn Du bist der Herr, und ich bin dein Diener; Du bist der König und ich bin dein Unterthan; Du bist mein Vater und ich bin dein unwürdiges Kind; Du bist mein Hirte und ich bin dein Schäflein. So laß mich denn auf deine Stimme hören und Dir folgen: denn Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. 3. Gebet zur allerseligsten Jungfrau. O auserwählte Mutter meiner Seele, du Gebenedeite unter den Weibern, du bist, nächst Gott, meine Hoffnung und Zuflucht in allen Nöthen. Zu dir, o Stern des Meeres, erhebe ich meine Augen aus den unstäten Wogen dieses Lebens. Lenke, o Mutter Gebete zur Erwählung eines seligen Standes. 413 des ewigen Lichtes, mein Herz zu seiner Sonne, deinem Sohne, unserm Herrn Jesu Christo, und führe mich zu einem Stande, in dem ich deinem Sohne würdig dienen, und endlich zum gewünschten Bafen des himmlischen Vaterlandes gelangen möge. Amen. 4. Gebet zum H. Schutzengel. O mein Engel, dessen Schutze ich von Gott anvertrauet bin, du mein Führer und Begleiter auf dieser Pilgerschaft: stehe mir bei in diesem wichtigsten Geschäfte meines Heiles, zeige mir den Weg, den ich einschlagen soll, damit ich zu meinem Biele, zur ewigen Seligkeit gelange, und mit dir vereint meinen Gott und Herrn ewig anschauen und preisen möge. Amen. 5. Gebet um Beharrlichkeit im gefaßten Entschlusse. gütigster Gott, Du hast mir den Weg gezeigt, auf dem ich wandeln soll, Du hast mir deinen Willen offenbaret. So gelobe ich Dir denn, o Herr, vor deinem göttlichen Angesichte den Stand, zu dem Du mich berufen haft, einzugehen, und die Tage meines Lebens in demselben zu deinem Dienste anzuwenden. Ich bitte Dich, durch das Blut beines eingebornen Sohnes, Du wollest mir die Gnade verleihen, meinem Vorhaben getreu nachzukommen und also die ewige Seligkeit zu erwerben. Amen. Unterricht vom Predigt- Hören. Wer aus Gott ist, der höret Gottes Wort; deswegen höret ihr es nicht, weil ihr nicht aus Gott seyd. Joh. 8, 47. 1. Wie die Predigt gehört werden soll. 1. Jede Predigt, die von einem rechtmäßigen Diener der Kirche, besige er auch wenig Gelehrsamkeit und Heiligkeit, gehalten wird, muß angesehen werden, als käme sie aus dem Munde Gottes selbst. Denn also spricht Gott bei Isaias 51, 16. zu jedem rechtmäßigen Prediger: Ich habe meine Worte in deinen Mund gelegt." Auf diese Weise haben die Thessalonicher nach dem Zeugnisse des Apostels die Predigt gehört. Wir danken Gott ohne Unterlaß, daß ihr, nachdem ihr von uns das Wort der göttlichen Predigt 11 Unterricht vom Predigt- Hören. empfangen habt, dasselbige nicht angenommen habt als Menschen Wort, sondern, wie es auch in Wahrheit ist, als Gottes Wort." 1. Theff. 2, 13. " Ihr seyd es nicht," spricht Christus zu seinen Jüngern, Matth. 10, 20. die da reden, sondern der Geist eures Vaters, der in euch redet." 2. Wenn du zur Predigt gehst, glaube nicht, du selbst seyst weiser und gelehrter, als der Prediger. Denn also hat Gott angeordnet, daß ein Mensch vom andern, auch von dem der geringer ist, unterrichtet werden soll, damit die Demuth, diese Grundfeste des gottseligen Lebens, erhalten und befördert werde. Maria behielt alle diese Worte( welche die Hirten redeten) und er= wog sie in ihrem Herzen." Luc. 2, 19. 414 2. Wie nützlich und nothwendig es sey, die Predigt zu hören. 11 11 Unser Herz und Gemüth, durch die Sünde verfinstert, verkehrt und zum Bösen geneigt, wird durch das göttliche Wort wieder für alles Gute empfänglich gemacht. Die Erklärung deines Wortes erleuchtet und giebt Verstand den Kleinen." ,, Dein Wort ist meinen Füßen eine Leuchte und ein Licht auf meinen Pfaden." Ps. 118. Das göttliche Wort ist dem Herzen ein Spiegel, worin es seine Mängel sieht und erkennt, und dadurch zu seiner Reinigung angetrieben wird. Wäre ein Herz im Bösen verhärtet, das Wort Gottes ist gleich einem Hammer, der auch die Felsen zerschmettert". Jer. 23, 29. Ist dein Herz mit den Banden schändlicher Begierden an die Geschöpfe gebunden, das Wort Gottes ist schärfer als ein zweischneidiges Schwerdt und dringet durch bis zur Trennung der Seele und des Geistes. Hebr. 4, 12. Ist deines Herzens Eifer erkaltet, das Wort Gottes ist wie ein Feuer. Jer. 26, 20. Ist dein Herz vertrocknet, das Wort Gottes ist gleich wie der Regen, der vom Himmel herabkommt und die Erde tränket. Isaias 55, 10. Ist dein Herz unfruchtbar, das Wort Gottes ist ein Samen Luc. 8, 11. der Früchte trägt zum ewigen Leben. Ist dein Herz bang und zaghaft, das Wort Gottes ist ein Schild denen die auf Ihn vertrauen. Sprüchw. 30, 5. Ist dein Herz krank und verwundet, das Wort Gottes ist es das alles heilet. B. d. Weish. 16, 12. Ist dein Herz mit Bitterfeit erfüllt, das Wort Gottes ist süßer denn Honig. Ps. 118, 103. Ist dein Herz von Hunger abgemattet, das göttliche Wort ist eine Speise, die der Sohn Gottes uns vom Himmel gebracht hat, und welche der h. Augustinus mit dem lebendigen Brode der Engel, mit dem allerheiligsten Fleische und Blute Jesu Christi vergleicht. Ist dein Herz gar erstorben, wohlan, die Worte Gottes sind Geist und Leben. Joh. 6, 64. Selig also, die das Wort Gottes hören und es bewahren. Luc. 11, 28. 3. Was vor der Predigt zu thun sey. 1. Aus aufrichtiger Meinung, nicht aus Neugierde sollen wir das Wort Gottes vernehmen, damit wir dadurch zur Erkenntniß unserer Sünden und Unterricht vom Predigt- Hören. 415 Unvollkommenheiten gelangen und zur wahren Besserung unseres Lebens are getrieben werden. 2. Neinige dein Herz durch Erweckung aufrichtiger Reue: Denn die Weisheit wird in eine böswillige Seele nicht eingehen, noch wohnen in einem Leibe, der den Sünden unterthan ist." B. d. Weish. 1, 4. Versammle dein Gemüth und verscheuche alle irdischen Sorgen, denn was vom Samen des göttlichen Wortes auf den Weg, das ist in ein zerstreutes Herz fällt, wird von den Vögeln, von den bösen Geistern, die den Unbewachten überfallen, hinweggenommen; was unter die Dornen, das ist in ein mit weltlichen Sorgen umstricktes Herz fällt, wird von den Sorgen und Reichthümern und Wollüsten dieses Lebens erstickt; was aber auf den Felsen, das ist in ein hartes, sündhaftes Herz fällt, das greift keine Wurzel und verdorret bald in der Gluth der aufgehenden Versuchungen. Laßt uns also dem guten Lande gleichen, worin der Same aufgeht und hundertfältige Frucht bringt, das heißt, laßt uns denen gleichen, welche das Wort hören und es behalten in einem guten und besten Herzen, und Frucht bringen in Geduld. Luc. 8, 15. Deffenungeachtet geschieht es zuweilen, daß einer ohne Vorbereitung zur Predigt geht und dennoch sein ewiges Heil daraus schöpfet, obgleich er es nicht gesucht hatte. Der h. Antonius hörte zufällig in einer Kirche die Worte: „ Willst du vollkommen seyn, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, und komm und folge mir nach." Matth. 19, 21. Und alsbald ging er hin und that nach den Worten des Heilandes. 4. Was während der Predigt zu thun sey. 1. Der Prediger soll angehört werden, als ein Gesandter Gottes. „ Siehe, Ich sende euch," spricht der Sohn Gottes Matth. 10, 16. Und der Apostel bekennt von sich, wir sind Gesandte an Christi Statt, als ermahnte Gott durch uns." 2. Cor. 5, 20. 2. Was zur Strafe und Besserung gesagt wird, wende man auf sich selbst an, nicht auf andere. So ermahnt Paulus den Timotheus: Habe Acht auf dich selbst." 1. Tim. 5. Was nach der Predigt zu thun sey. 1. Sage Gott dem Herrn Dank: denn eine größere Wohlthat erzeigt dir Gott, wenn er deine Seele mit seinem göttlichen Worte, als wenn er deinen Leib mit dem täglichen Brode speiſet. 2. Suche das Gehörte zu bewahren, und vor Allem es im Werke zu er= füllen." Mein Wort wird nicht leek wieder zu Mir kommen," spricht der Herr, Isaias 55, 11., sondern alles ausrichten, was Ich will, und heilbringend wirken in Denen, wozu Ich es ge= sandt habe." Folgen wir der Ermahnung des Apostels Jacobus 1, 22.: Seyd Thäter des Wortes und nicht bloß Hörer, euch selbst betrügend." Denn," wie Paulus lehrt, Röm. 2, 13. bei Gott sind nicht gerecht, die das Geseg hören; sondern die das Gesez vollbringen, werden gerechtfertiget."" 11 Gebete vor und nach der Predigt. Gebet vor der Predigt. Ich will hören, was der Herr in mir redet. O Jesu, Du Licht der Welt, erleuchte meinen Verstand, damit ich den Sinn des göttlichen Wortes recht verstehe, und reinige mein Herz, damit der Samen deines göttlichen Wortes die erwünschte Frucht darin bringe. Amen. 416 Oder bete: O Gott, der Du die Herzen deiner Gläubigen 2c. 1₁. S. 76. Gebet nach der Predigt. Dir sey Dank, o Herr, daß Du Dich gewürdiget hast, meine Seele mit deinem Worte zu speisen. In deinen Geboten will ich mich üben, und deinen Wegen nachsinnen; o Herr, lenke meine Schritte nach deinem Worte. Ps. 118. Ein kräftiges Gebet für das allgemeine Anliegen der Christenheit. Allmächtiger, ewiger Gott, Herr, himmlischer Vater, sieh an mit den Augen deiner grundlosen Barmherzigkeit unsern Jammer, unser Elend und unsere Noth. Erbarme Dich aller Christgläubigen, für welche dein eingeborner Sohn, unser Herr und Heiland, Sich willig in die Hände der Sünder übergeben und sein kostbares Blut am Stamme des H. Kreuzes vergossen hat. Durch diesen Herrn Jesum wende ab, o gütigster Bater, die wohlverdiente Strafe, gegenwärtige und zukünftige Gefahren, schädliche Empörung und Krieg, Theuerung, Krankheiten und betrübte, armselige Zeiten. Erleuchte auch und stärke in allem Guten unsere geistliche und weltliche Obrigkeit, damit sie alles befördern, was zu deiner göttlichen Ehre, zu unserm Heile und zum allgemeinen Frieden und zur Wohlfahrt der Christenheit gereicht. Verleihe uns, o Gott des Friedens, wahre Vereinigung im Glauben, ohne alle Spaltung und Trennung. Bekehre unsere Herzen zur wahren Buße und Besserung unseres Lebens; zünde in uns an das Feuer der Liebe; gieb uns einen Hunger und Eifer Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. 417 nach der Gerechtigkeit, damit wir als gehorsame Kinder im Leben und Sterben Dir angenehm und wohlgefällig seyen. Wir bitten auch, wie Du willst, o Gott, daß wir bitten sollen, für Freunde und Feinde, für Gesunde und Kranke, für alle betrübten und bedrängten Christen, für Lebende und Abgestorbene. Dir sey immerdar befohlen, o Herr, all unser Thun und Lassen, unser Handel und Wandel, unser Leben und Sterben. Laß uns jetzt hier deiner Gnade genießen, und dort mit allen Auserwählten erlangen, daß wir in ewiger Freude und Seligkeit Dich loben und preisen mögen. Amen. Kirchengebete auf alle Sonn- und Festtage des Jahres mit kurzen Betrachtungen und Angabe der Evangelien nach dem römischen Ritual. Gott hatte im alten Bunde befohlen, das Feuer solle allezeit auf seinem Altar brennen. Gleicherweise gebietet Gott im neuen Bunde, wie der heil. Gregorius lehret, lib. 25. moral. c. 7., daß das Feuer der Liebe in den Herzen der Gläubigen immerdar brenne, und das ganze Herz Ihm als ein Brandopfer dargebracht werde. In den hier folgenden kurzen Betrachtungen über die Evangelien wird dazu Anleitung gegeben. Bereitet eure Herzen dem Herrn, und dienet ihm allein. 1. B. König. 7, 3. 1. Sonntag im Advent. Evang. Luc. 21, 25-33. Es werden Zeichen geschehen an der Sonne und an dem Mond. des Menschen Sohn kommen sehen Dann werden sie in einer Wolke. 27 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Bedenke, meine Seele, daß Gott nichts anders von dir will, und daß du ihm keine andere Gabe darzubringen hast, als das beständige Opfer deines Herzens. So mache denn Heute den Anfang, und betrachtend die zweite Ankunft des Gottmenschen, worin Er, wie der h. Auguſtinus lehrt, Hom. 36., Rechenschaft fordern wird von allem, was Er uns bei der ersten gnädig verliehen hat, opfere Jhm auf ein furchtsames Herz, und sprich mit dem Pfalmisten: Mein Herz hat sich gefürchtet vor deinen Worten." Ps. 118, 161. 418 Hymnus. Creator alme siderum. Gott, Schöpfer, hochgebenedeit, Der Gläub'gen Licht in Ewigkeit, Neig', Herr, aus deinen sel'gen Höh'n, Dich deiner niedern Knechte Fleh'n. Der Du, daß Feindes List und Wuth Sie nicht verderb', in Liebesgluth Entbrannt, zum Heiltrank, Jesu Christ, Der kranken Welt geworden bist; Der Du für unsre Sünd' und Schuld Am Stamm des Kreuzes, voller Huld, Dich, aus dem Schooß der reinen Magd, Zum Sühnungsopfer dargebracht; Vor dessen Macht und Herrlichkeit Und hehrem Namen weit und breit Der Himmel sich andächtig beugt, Der Hölle Schaar erbebt, erbleicht; Der Du am großen Tag dereinst Als Nichter aller Welt erscheinst, Sey uns barmherzig, Jesu Christ, Und schüß' uns vor der Feinde List. Preis, Ehr' und Lob erschall' zum Thron Dem Vater und dem ew'gen Sohn, Dem heil'gen Tröster auch geweiht Sey Ruhm und Preis in Ewigkeit. Amen. Ant. Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade gefunden bei dem Herrn; siehe, du wirst empfangen und einen Sohn gebären. Alleluja. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. 419 . Ihr Himmel, thauet von oben herab, und ihr Wolken regnet den Gerechten; R. Die Erde thue sich auf und sprosse den Heiland hervor. Gebet. Erwecke, wir bitten Dich, o Herr, deine Macht und komme, damit wir den drohenden Gefahren unserer Sünden unter deinem Schuße entgehen und durch deine Erlösung gerettet werden mögen. Der Du lebest und regierest Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 2. Sonntag im Advent. Evang. Matth. 11, 2. 10. Johannes im Gefängnisse sandte zwei seiner Jünger zu Christo, die ihn fragen sollten: Bist Du derjenige, der da kommen soll? Nicht seinetwegen, sagt der h. Hieronymus, schickte Johannes zu Christo, sondern um seiner Jünger willen, damit diese zur Erkenntniß des wahren Messias kommen möchten. Denn Johannes hatte nicht die geringste Unbeständigkeit, wie Jesus selbst von ihm im heutigen Evangelium bezeugt. Siehe zu, meine Seele, daß du dich nicht von jeglichem Winde wie ein Rohr hinund hertreiben und deinem Heilande entführen lassest, sondern folge der muthigen Standhaftigkeit des Vorläufers Christi, und opfere deinem Heiland ein beständiges Herz, damit von dir wie von Johannes gesagt werden könne: " Sein Herz ist befestiget, er wird nicht bewegt werden." Ps. 111, 8. Hymnus. Gott, Schöpfer, hochgebenedeit x. s. S. 418. Ant. Bist Du es, der da kommen soll, oder sollen wir einen andern erwarten? Verkündiget Johannes was ihr gesehen habet: die Blinden werden sehend, die Todten stehen auf, den Armen wird das Evangelium gepredigt. Alleluja. *. Ihr Himmel, thauet 2c. s. oben. Gebet. Erwecke, o Herr, unsere Herzen, deinem Eingebornen die Wege zu bereiten, damit wir durch seine Ankunft Dir mit gereinigten Gemüthern zu dienen gewürdiget werden. Der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. 3. Sonntag im Advent. Evang. Joh. 1, 19-28. Die Juden sandten zu Johannes, um ihn zu fragen: Wer bist du? Ich bin die Stimme des Rufenden in der Wüste. 27* Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Der Demüthige, sagt der H. Bernhard Brief 87, bedeckt auch das, was in ihm ist, damit ihm von andern nicht das zugeschrieben werde, was nicht in ihm ist. So hat der H. Johannes gethan; du, meine Seele, folge seinem Beispiele, und opfere Christo ein demüthiges Herz, denn ein zerknirschtes und demüthiges Herz wird Gott nicht verstoßen. Pſ. 50, 18. Hymnus. Gott, Schöpfer, hochgebenedeit 2c. s. S. 418. 420 Ant. Selig bist du, Maria, die du dem Herrn geglaubt hast; in dir wird in Erfüllung gehen, was dir vom Herrn gesagt worden. Alleluja. V. Ihr Himmel, thauet 2c. s. S. 419. Gebet. Neige dein Ohr, wir bitten Dich, o Herr, unsern Bitten, und erleuchte die Finsternisse unseres Geistes durch die Gnade deiner Heimsuchung. Der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Die größern Antiphonen welche vom 17. Dezbr. bis Weihnachten gesprochen werden. Man kann ſich deren auch täglich während des ganzen Advents bedienen. 17. Weisheit, die Du aus dem Munde des Allerhöchsten hervorgegangen, und reichest von einem Ende zum andern mit Macht, und alle Dinge lieblich ordnest; komme uns zu lehren den Weg der Erkenntniß. 18. Adonai, und Führer des Hauses Israel, der Du dem Moses im Feuer des flammenden Dornbusches erschienen bist, und ihm auf Sinai das Gesch gegeben hast; komme uns zu erlösen mit ausgestrecktem Arme. 19. Wurzel Jesse, die Du zum Zeichen der Völker stehst, über den die Könige ihren Mund verschließen, den die Heiden anflehen werden; komme uns zu befreien, und wolle nicht säumen. 20. Schlüssel Davids und Scepter des Hauses Israel, der Du öffnest, und Niemand schließet, schließest, und Niemand öffnet; komme und führe aus dem Kerker den Gefesselten, der in den Finsternissen fizet und im Schatten des Todes. 21. Aufgang, Glanz des ewigen Lichtes und Sonne der Gerechtigkeit, komme und erleuchte die in den Finsternissen sigen und im Schatten des Todes. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. 421 22. König der Völker, und ihr Ersehnter, und Eckstein, der Du aus beiden Eines machest; komme und errette den Menschen, den Du aus Erde gebildet hast. 23. Emanuel, unser König und Gesetzgeber, Erwartung der Völker und ihr Heiland; komme uns zu erlösen, Herr unser Gott. Am Mittwoch der Quatember im Advent. Evang. Luc. 1, 26-38. Der Engel Gabriel wurde gesandt. Hymnus. Gott, Schöpfer, hochgebenedeit 2c. s. S. 418. Wenn dieser Tag vor dem 17. fällt, wird folgende Antiphon gesprochen: Ant. Siehe, ich bin die Dienerin des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort. . Ihr Himmel, thauet 2c. f. S. 419. Gebet. Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß das herannahende Fest unserer Erlösung uns im gegenwärtigen Leben Hülfe gewähre, und die Belohnung der ewigen Seligkeit erwerbe. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Am Freitag der Quatember. Evang. Luc. 1, 39-47. Maria stand auf und ging eilends in das Gebirge. Hymnus. Gott, Schöpfer, hochgebenedeit 2c. s. S. 418. Fällt dieser Tag vor dem 17., so wird folgende Antiphon gesprochen: Ant. Dieses ist das Zeugniß, das Johannes ablegte: Der nach mir kommt, ist vor mir gewesen. V. Ihr Himmel, thauet 2c. s. S. 419. Gebet. Erwecke, o Herr, deine Macht und komme; daß die, welche auf deine Güte vertrauen, baldigst von aller Widerwärtigkeit befreiet werden. Der Du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am Samstag der Quatember. Evang. Luc. 3, 1-6. Johannes kam in die Gegend am Jordan und predigte die Taufe der Buße. 422 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Hymnus. Gott, Schöpfer, hochgebenedeit 2c. s. S. 418. Ant. Siehe S. 420 u. 421 die auf den Tag passende. . Ihr Himmel, thauet 2c. f. S. 419. Gebet. Gott, der Du siehst, wie wir durch unsere Bosheit in Trübsal sigen; verleihe gnädig, daß wir durch deine Heimsuchung getröstet werden. Der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. 4. Sonntag im Advent. Evang. Luc. 3, 1-6. Johannes predigte die Taufe der Buße. Ich bin die Stimme des Rufenden in der Wüste. Die rufende Stimme ist angenehm vor dem Herrn, aber angenehmer ist Ihm ein rufendes Herz; ein solches trage dem kommenden Heilande entgegen, damit du in Wahrheit mit David sprechen könnest: Ich habe gerufen aus meinem ganzen Herzen." Ps. 118, 145. Hymnus. Gott, Schöpfer, hochgebenedeit 2c. s. S. 418. Ant. Siehe S. 420 und 421 die auf den Tag passende. *. Ihr Himmel, thauet 2c. f. S. 419. Gebet. Erwecke, wir bitten Dich, o Herr, deine Macht, und komme und stehe uns bei mit großer Kraft; auf daß durch die Hülfe deiner Gnade, was unsere Sünden verzögern, die Nachsicht deiner Versöhnbarkeit beschleunige. Der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Am Vorabend des h. Christtages. Evang. Matth. 1, 18-21. Als Maria die Mutter Jesu dem Joseph vermählet war. Hymnus. Gott, Schöpfer, hochgebenedeit 2c. f. S. 418. Ant. Wann die Sonne am Himmel aufgegangen seyn wird, werdet ihr sehen den König der Könige von seinem Vater hervorgehen, wie ein Bräutigam aus seinem Gemache. *. Am morgenden Tage wird die Bosheit der Erde vertilget werden, R. Und es wird herrschen über uns der Heiland der Welt. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Gebet. Gott, der Du uns alljährlich durch die Erwartung deiner Erlösung erfreuest; verleihe, daß wir deinen Eingeborenen, den wir als Erlöser mit Freude aufgenommen, auch mit Zuversicht als Nichter kommen sehen. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn. Amen. 423 Am h. Christtage. I. Evang. Luc. 2, 1-14. Joseph ging hinauf mit Maria nach Bethlehem, und sie gebar ihren erstgebornen Sohn, und wickelte Ihn in Windeln, und legte Ihn in eine Krippe, da sie keinen Platz in der Herberge fanden. Betrachte, meine Seele, das Kindlein in der Krippe, und siehe, welch enger Raum dem eingeborenen Sohne Gottes auf Erden vergönnt ward. So wirf denn alles Irdische aus deinem Herzen hinaus und biete Ihm statt der Krippe ein weites Herz an. Bitte Jhn, darin einzukehren, und sprich mit dem Apostel:, Unser Herz hat sich erweitert." 2. Cor. 6, 11. Hymnus. Jesu Redemptor omnium. Jesu, der die Welt befreit, Dem Vater gleich an Herrlichkeit, Der, eh' das Licht geschaffen war, Dich, Sohn, von Ewigkeit gebar; ODu, des Vaters Glanz und Licht, Du Aller Trost und Zuversicht, Woll' deine Knechte nicht verschmäh'n, Die allerwärts zu Dir nun flehn. Bedenk', o Schöpfer aller Welt, Daß einst Du unsres Leibes Zelt, Als Dich gebar der Jungfrau'n Zier, Bezogst und wurdest Mensch wie wir. Der heut'ge Tag, der wiederkehrt In Jahres Kreislauf, dies bewährt, Daß Du aus Vaters Schooß zum Heil Der Welt gekommen bist in Eil. O mehr als tageshelle Nacht, Die Licht und Leben uns gebracht, 424 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Ihr jauchzt die Erde, ihr das Meer, Ihr aller Himmelssterne Heer. Christe, da auch uns dein Blut Gelöschet hat der Hölle Gluth, So weihe des Geburtstags Dank Dir deiner Gläub'gen Lobgesang. Preis Dir, o Jeſu, immerdar, Dir, den die Jungfrau uns gebar, Dir, Vater, Tröster, Dir, geweiht Sey Ruhm und Preis in Ewigkeit. Amen. Ant. Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erde den Menschen, die eines guten Willens sind. Alleluja. . Der Herr hat fund gemacht Alleluja. R. Sein Heil. Alleluja. Gebet. Gott, der Du diese geweihte Nacht durch die Erscheinung des wahren Lichtes erleuchtet hast; gieb, wir bitten Dich, daß, da wir dieses Lichtes Geheimnisse auf Erden erkannt haben, wir auch dessen Freuden im Himmel genießen. Der mit Dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. II. Evang. Luc. 2, 13-20. Die Hirten sprachen zu einander: lasset uns hinübergehen nach Bethlehem. Bringe mit den Hirten dem Kindlein in der Krippe ein freudiges Herz, wie es David begehret: ,, Es erfreue sich das Herz derjenigen, die den Herrn suchen." Ps. 104, 3. Hymnus, Ant. und Vers wie S. 423 u. 424. Gebet. Verleihe uns, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß, da das neue Licht des Fleisch gewordenen Wortes sich in uns ergießt, in unserm Werke das widerscheine, was durch den Glauben in unserm Gemüthe leuchtet. Durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. III. Evang. Joh. 1, 1. 14. Jm Anfang war das Wort. Jetzt hat Gott, wie der h. Augustinus sagt, erfüllet, was Er versprochen hat durch Ezechiel 11, 19: Das steinerne Herz will Ich aus ihrem Leibe nehmen, und ihnen dagegen ein Herz von Fleisch geben." Opfere also, meine Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Seele, deinem Heilande ein Herz von Fleisch, das ist ein mildes und sanftmüthiges Herz. Hymnus, Ant. und Vers wie S. 423 u. 424. Gebet. 425 Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß uns, welche die alte Knechtschaft unter dem Joche der Sünde fesselt, die neue leibliche Geburt deines eingeborenen Sohnes befreie. Durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. Die Gebete an den Festen des H. Stephanus, des h. Johannes, der unschuldigen Kinder, suche unter den Festtagen der Heiligen. Am Sonntage in der Oktav des Christfestes. Evang. Luc. 2, 33-40. Simeon sprach zu Maria: deine Seele wird ein Schwerdt durchdringen. Unter allen erschaffenen Dingen war Gott nichts angenehmer, als das verwundete Herz Mariä. So opfere auch du Ihm ein von Liebe und Neue verwundetes Herz, dann wird dein himmlischer Bräutigam zu dir sprechen: " Du hast mein Herz verwundet, meine Schwester, meine Braut." Hohe Lied 4, 9. Hymnus. O Jesu, der die Welt befreit 2c. s. S. 423. Ant. Der Knabe Jesus nahm zu an Alter und Weisheit vor Gott und den Menschen. V. Das Wort ist Fleisch geworden, Alleluja. R. Und hat unter uns gewohnet. Alleluja. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, lenfe unser Thun nach deinem Wohlgefallen, damit wir im Namen deines geliebten Sohnes an guten Werken Ueberfluß haben mögen. Der mit Dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Feste der Beschneidung. Evang. Luc. 2, 21. Sein Name wurde Jesus genannt. 11 Moses spricht: Der Herr, dein Gott, wird dein Herz beschneiden, damit du den Herrn, deinen Gott, liebest aus ganzem Herzen. 5. B. 30, 6. Aber Gott will auch, daß wir selbst unser Herz beschneiden sollen: Beschneidet euch dem Herrn und thut die Vorhaut eures Herzens hinweg." Jer. 4, 4. Thue dieses, meine Seele, durch Abtödtung deiner sinnlichen Begierden, und opfere dem Herrn ein beschnittenes Herz, damit dich nicht seine Klage beim Propheten Jeremias treffe: Das ganze Haus Israel ist unbeschnitten am Herzen.“ Jer. 9, 26. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Hymnus. O Jesu, der die Welt befreit 2c. f. S. 423. Ant. Groß ist des Erbes Geheimniß: zum Tempel Gottes ist geworden der Leib derjenigen, die keinen Mann kannte; nicht befleckt worden ist, der von ihr Fleisch annahm; alle Völker werden kommen und sagen: Ehre sey Dir, Herr. 426 . B. Der Herr hat fund gemacht Alleluja. Sein Heil. Alleluja. Gebet. Gott, der Du durch die fruchtbare Jungfräulichkeit der seligen Maria dem Menschengeschlechte die Belohnungen des ewigen Heiles gewähret hast, wir bitten Dich, verleihe uns, daß wir die Fürbitte derjenigen empfinden, durch welche wir gewürdigt worden sind den Urheber des Lebens zu empfangen, unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. Am Feste der Erscheinung des Herrn. Evang. Matth. 2, 1-12. Siehe, da kamen die Weisen vom Aufgang. Und sie thaten ihre Schätze auf und opferten Ihm Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhen. Dein größter Schat, meine Seele, ist dein Herz. Diesen öffne, und opfere dem Heilande ein offenes Herz, mit allem, was darin ist. Denn was willst du Tem verschließen, der die Herzen und Nieren durchforschet. Hymnus. Crudelis Herodes, Deum. Was fürchtest du, in grimmem Wahn, Grauser Herodes, Gottes Nahn? Nicht ird'scher Kronen Glanz begehrt, Der Himmelskronen uns bescheert. Die Weisen zogen her von fern, Nachfolgend dem geseh'nen Stern, Das Licht sie suchen auf im Licht, Bekennen Gott mit Opferpflicht. Der reinen Woge Taufe nahm Für seinen Leib das Gotteslamm. Selbst rein von aller Sündenschuld, Wäscht rein es uns durch seine Huld. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Der Allmacht Kräfte thun sich kund, Die Welle röthet sich zur Stund; Des Wassers Element umschafft Der Herr in Wein durch Gottes Kraft. Dir, Jesu, Preis und ew'ger Dienst, Der du den Völkern einst erschienst; Dir, Vater, Tröster, Dir, geweiht Sei Ruhm und Preis in Ewigkeit. Amen. 427 Ant. Als die Weisen den Stern sahen, sprachen sie unter einander: Das ist das Zeichen des großen Königs; laßt uns gehen und Ihn aufsuchen und Ihm Gaben darbringen, Gold, Weihrauch und Myrrhen. Alleluja. . Die Könige von Tharsis und von den Inseln werden Geschenke darbringen, R. Die Könige von Arabien und von Saba werden Gaben opfern. Gebet. Gott, der Du am heutigen Tage deinen eingeborenen Sohn den Heiden durch den führenden Stern geoffenbaret hast; verleihe gnådig, daß wir, die wir Dich schon durch den Glauben erkannt haben, bis zur Anschauung des Glanzes deiner Hoheit geführet werden. Durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. Am 1. Sonntage nach der Erscheinung des Herrn. Evang. Luc. 2, 42-52. Jesus lehrt im Tempel. Dein Vater und ich haben Dich mit Schmerzen gesucht. Der weiseste Lehrer eröffnet dir heute seine Schule, und ladet dich mit den Worten ein:" Nimm meine Lehre wohl zu Herzen." Sprichw. 22, 17. So komme denn und bringe deinem Jesu ein gelehriges Herz mit, wie Salomon es sich von Gott begehrte und erhielt: Gieb deinem Knechte ein gelehriges Herz." 3. B. König. 3, 9. PP Hymnus. Was fürchtest du 2c. wie S. 426. Ant. Mein Sohn, warum hast Du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben Dich mit Schmerzen gesucht. Was ist es, daß ihr mich gesucht habet? Wußtet ihr nicht, daß Ich seyn muß in dem was meines Vaters iſt? . Die Könige von Tharsis 2c. wie oben. 428 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Gebet. O Herr, wir bitten Dich, erfülle mit himmlischer Güte die Wünsche deines bittenden Volkes, auf daß Alle sehen was zu thun sey, und gestärkt werden zu erfüllen was sie gesehen haben. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Am 2. Sonntage nach der Erscheinung des Herrn. Evang. Joh. 2, 1-18. Von der Hochzeit zu Cana in Galiläa. Der mit dem besten Wein die Gäste bei dieser Hochzeit bewirthete, ist auch bereit, dein Herz mit dem Wein seiner Gnade zu erfüllen, sofern du es von allen irdischen Neigungen ausleerest. Gieße dein Herz aus wie Wasser vor dem Angesichte des Herrn." Klagl. Jer. 2, 19. Dann opfere ihm ein ausgegossenes Herz, damit seine Gnade darin einziehen könne. " 1 Hymnus. Lucis Creator optime. D Lichtesschöpfer, Gott, deß Macht In Tag gewandelt hat die Nacht, Der mit dem Reiz des neuen Lichts Geschmückt die Welt ersteh'nd dem Nichts. Auf deß Geheiß wird Tag genannt Mit Abend Morgen im Verband; Grau'n der Verwüstung bricht herein: Erhör', Erbarmer, unser Schrei'n! Daß nicht die Seel', von Schuld umstrickt, Dem Tag des Lebens werd' entrückt, Wann sie, vom Ew'gen abgekehrt, Mit Laft der Sünden sich beschwert. Am Himmelsthore flopf sie an, Den Preis des Lebens zu empfahn; Hilf, daß wir alle Sünden scheu'n, Von aller Schuld uns waschen rein. Dieß, Vater, gieb vom Gnadenthron, Und Du, dem Vater gleicher Sohn, Dem, mit dem Geist, der Trost verleiht, Sey Ehr' und Preis in Ewigkeit. Amen. Ant. Da es an Wein gebrach, befahl Jesus, die Wasserkrüge mit Wasser zu füllen, welches in Wein verwandelt wurde. Alleluja. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. . Es steige auf, o Herr, mein Gebet, R. Wie ein Rauchwerk vor deinem Angesichte. 429 Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du die himmlischen und irdischen Dinge zugleich regierest; erhöre gnädig die Bitten deines Volkes und gewähre deinen Frieden unsern Beiten. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 3. Sonntage nach der Erscheinung des Herrn. Evang. Matth. 8, 1. 13. Jesus, vom Berge herabsteigend, heilt einen Aussägigen und den gichtbrüchigen Knecht des Hauptmannes. Mit dem gereinigten Aussägigen opfere deinem Heilande heute ein reines Herz. Damit du aber, meine Seele, diese angenehme Opfergabe erlangest, thue, was Jesus dem Aussägigen befiehlt: Gehe hin und zeige dich dem Priester," wasche dein Herz im Bade der Buße und flehe mit David zum Herrn: Ein reines Herz erschaffe in mir, o Gott." Ps. 50, 11. 11 11 Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Herr, wenn Du willst, kannst Du mich reinigen; und Jesus sprach: Ich will, sey gereinigt. *. Es steige auf, o Herr 2c. wie oben. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, sieh gnädig auf unsere Schwachheit, und strecke aus die Rechte deiner Majestät, uns zu beschützen. Durch unsern Herrn 2c. Am 4. Sonntage nach der Erscheinung des Herrn. Evang. Matth. 8, 23-27. Jesus gebietet dem Winde und dem Meere. Wenn die vernunftlosen Elemente Jesu gehorchen, wie vielmehr ist dieses deine Pflicht. Bringe also, meine Seele, deinem Heilande das schuldige Opfer eines gehorsamen Herzens, dem die herrliche Verheißung gegeben wird: Wenn du seinen Befehlen gehorchest, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, so wird der Herr sich deiner erbarmen." 5 B. Moſ. 30, 2. " 1 Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Herr, rette uns, wir gehen zu Grunde: gebiete, o Gott, und es wird stille. . Es steige auf, 2c. wie oben. Kirchengebete anf alle Sonn- und Feiertage. Gebet. Gott, der Du weißt, daß wir in so großen Gefahren nach unserer menschlichen Schwachheit nicht bestehen können; gieb uns Heil an Seele und Leib, damit wir das was wir für unsere Sünden leiden mit deiner Hülfe überwinden. Durch unsern Herrn Jesum Chriftum c. 430 Am 5. Sonntage nach der Erscheinung des Herrn. Evang. Matth. 13, 24. 30. Da aber die Leute schliefen, fam der Feind und säete Unkraut. Meine Seele, opfere deinem Heilande ein wachsames Herz, und mache, daß du in Wahrheit sagen könnest:„ Ich schlafe, aber mein Herz wachet;" damit du dem Bräutigam, wann er anklopfet, öffnest, und er nicht vorübergehe. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott zc. wie S. 428. nt. Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel zu verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheune, spricht der Herr. *. Es steige auf 2c. wie S. 429. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, behüte deine Dienerschaar mit beständiger Milde; damit sie, die sich allein auf die Hoffnung deiner himmlischen Gnade verläßt, durch deinen Schuß immerdar beschirmet werde. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 6. Sonntage nach der Erscheinung des Herrn. Evang. Matth. 13, 31. 35. Das Himmelreich ist gleich einem Senfkörnlein und einem Sauerteige. Das Senfkörnlein ist nach der Lehre des h. Ambrosius 7. B. zu Luc. 13 die Lehre Christi, woraus das Reich Gottes erwächst. Ergreife diese Lehre, so wirst du Gott ein weises Herz darbringen können, denn des Weisen Herz suchet Lehre". Sprichw. 15, 14. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteige, den ein Weib nahm und vermengte ihn unter drei Meßen Mehl, bis es durchsäuert ward. . Es steige auf 2c. wie S. 429. 431 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Gebet. Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß wir immerdar vernünftig denken, und was Dir wohlgefällig ist in Worten und Werken vollziehen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Sonntag Septuagefima. Evang. Matth. 20, 1-16. Von den Arbeitern im Weinberge. Meine Seele, biete dich demüthig deinem Herrn Jesu Christo an zur Arbeit in seinem Weinberge, und opfere ihm ein arbeitsames Herz, und wisse, daß deine Arbeit nicht umsonst ist im Herrn. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Der Hausvater sprach zu seinen Arbeitern: Was stehet ihr hier müßig? Aber sie antworteten und sprachen: Es hat uns Niemand gedungen. Gehet auch ihr in meinen Weinberg und was Recht seyn wird, werde ich euch geben. v. Es steige auf 2c. wie S. 429. Gebet. Herr, wir bitten Dich, erhöre gnädig die Bitten deines Volkes, daß wir, die wir um unserer Sünden willen gerechter Weise leiden, zur Ehre deines Namens barmherzig befreit werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Sonntag Sexagesima. Evang. Luc. 8, 4-15. Vom Sãemann und guten Samen. Was vom guten Samen auf gutes Land fiel, ging auf und trug hundertfältige Frucht. Soll der Same des göttlichen Wortes Frucht bringen, so muß es mit einem guten und besten Herzen aufgenommen werden. Darum opfere heute deinem Heilande ein gutes und bestes Herz, und bringe Frucht in Geduld. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Euch ist gegeben zu verstehen das Geheimniß des Neiches Gottes, den übrigen aber in Gleichnissen, sprach Jesus zu seinen Jüngern. *. Es steige auf 2c. wie S. 429. Gebet. Gott, der Du siehst, daß wir auf feine unserer Thaten vertrauen, verleihe gnädig, daß wir durch den Schutz des Lehrers der 432 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Völker gegen alle Widerwärtigkeit bewaffnet werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Sonntag Quinquagesima. Evang. Luc. 18, 31-43. Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem. Da saß ein Blinder an dem Wege. Der dem Blinden das Gesicht wieder gab, der erleuchtet auch unsere Herzen, wie der Siracide lehrt:„ Die ihr den Herrn fürchtet, habet Ihn lieb, so sollen eure Herzen erleuchtet werden." Eccl. 2, 10. Meine Seele, liebe den Herrn, damit du Jhm ein erleuchtetes Herz zum Opfer bringen könnest. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Jesus aber stand still und befahl, ihn zu Ihm zu führen, und sprach zu ihm: Was willst du, daß Ich dir thun soll? Herr, daß ich sehe. Und Jesus sprach zu ihm: Sey sehend! dein Glaube hat dir geholfen. Und er ward alsbald sehend, und folgte Ihm nach und pries Gott. *. Es steige auf 2c. wie S. 429. Gebet. D Herr, wir bitten Dich, erhöre gnädig unser Gebet, und da Du uns von den Fesseln der Sünden erledigt, beschirme uns vor aller Widerwärtigkeit. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Zur Fastenzeit. Am Aschermittwoch. Evang. Matth. 6, 16-21. Wenn ihr fastet, so sollet ihr euch nicht traurig gebärden wie die Heuchler. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Sammelt euch Schäße im Himmel, wo sie weder Nost noch Motten fressen. *. Es steige auf 2c. wie S. 429. Gebet. Verleihe, o Herr, deinen Gläubigen, daß sie die ehrwürdige Feier der Fasten mit gebührender Frömmigkeit beginnen und mit ruhiger Andacht vollenden. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Am Donnerstag. Evang. Matth. 8, 5-13. Als Jesus nach Kapharnaum gekommen war, trat ein Hauptmann zu Ihm. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingehest unter mein Dach; sondern sprich nur ein Wort, und mein Knecht wird gesund werden. . Es steige auf 2c. wie S. 429. 433 Gebet. Gott, der Du durch die Schuld beleidigt, durch die Buße versöhnet wirst; sieh gnädig an das Gebet deines flehenden Volkes, und wende ab die Geißel deines Zornes, die wir für unsere Sünden verdienen. Durch unsern Herrn Jesum Christum- 2c. Am Freitag. Evang. Matth. 5, 43-48 bis 6, 1. 6. Du sollst deinen Nächsten lieben. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Du aber, wenn du betest, gehe in dein Kämmerlein, und schließe die Thüre zu, und bete zu deinem Vater im Verborgenen. . Es steige auf 2c. wie S. 429: Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, Du wollest die angefangene Fasten mit deiner milden Güte begleiten; damit wir den Gehorsam, den wir körperlich beweisen, mit aufrichtigem Gemüthe üben mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c.. Am Samstag. Evang. Marc. 6, 47-56. Da es nun Abend worden, war das Schiff mitten auf dem Meere. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten Höhn, Auf unsre Thränen, unser Flehn, 28 434 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Das in der heil'gen Fastenzeit Die Schaar der deinen Dir geweiht. Du schauest in des Herzens Grund, All' unsre Schwächen sind Dir fund; Mit Schmerz erfüllt uns unsre Schuld, Erzeig uns Sündern deine Huld. Viel Uebels haben wir gethan, Nimm unsre Neue gnädig an, Mach' uns von unsern Schäden rein, Zu Ehr' und Preis dem Namen dein. Der Fasten und der Buße Frucht Sey des bezähmten Leibes Zucht, Daß unser Herz von Sünden frei, Und unser Wandel heilig sey. Du Brunnquell aller Heiligkeit, Oseligste Dreieinigkeit, Laß unser Fasten uns gedeihn Und ewig uns dein eigen seyn. Amen. Ant. Dann wirst du anrufen, und der Herr wird erhören; du wirst schreien, und Er wird sagen: siehe, hier bin Jch. . Gott hat seinen Engeln von dir befohlen, R. Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Gebet. Neige Dich, o Herr, zu unserm Flehen, und verleihe, daß wir diese feierliche Fasten, welche zur Gesundheit unserer Seele und unseres Leibes heilsam eingesegt ist, mit andächtigem Gehorsam beobachten. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 1. Sonntag in der Fasten. Evang. Matth. 4, 1-11. Jesus wird vom Teufel versucht. Jesu Herz war allen Versuchungen verschlossen. Möchtest du, meine Seele, ihnen das deinige auch verschließen und mit einem Siegel versehen, damit du deinem Heilande ein versiegeltes Herz aufopfern könnest. Als Siegel aber bietet sich dir der Bräutigam deiner Seele selbst an:„ Seze mich wie ein Siegel auf dein Herz." Hoh. Lied 8, 6. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. 435 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Ant. Siehe, jetzt ist die angenehme Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heiles; in diesen Tagen also wollen wir uns erweisen als Diener Gottes, in großer Geduld, in Fasten, in Wachen und in ungeheuchelter Liebe. V. Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Gott, der Du deine Kirche durch die jährliche Haltung der vierzigtägigen Fasten reinigest; verleihe deiner Dienerschaft, daß sie das was sie durch Enthaltsamkeit zu erhalten strebt, durch gute Werke erlangen möge. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Montag in der ersten Fastenwoche. Evang. Matth. 25, 31-46. Vom jüngsten Gerichte. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Was ihr einem unter meinen geringsten Brüdern gethan habt, das habt ihr Mir gethan. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Bekehre uns, o Gott, unser Heiland, und damit die vierzigtägige Fasten uns zum Heil gereiche, wollest Du unsern Geist mit himmlischen Lehren unterweisen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Dinstag in der ersten Fastenwoche. Evang. Matth. 21, 10-17. Jesus treibt die Käufer aus dem Tempel. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Es steht geschrieben, mein Haus ist ein Bethaus allen Völkern, ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht. Und Er war täglich im Tempel und lehrte. V. Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Sieh an, o Herr, deine Dienerschaft, und verleihe, daß unser Herz, welches sich durch Züchtigung des Fleisches abtödtet, mit Ver28* 436 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. langen nach Dir vor deinem Angesichte glänze. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Mittwoch der Quatember in der Fasten. Evang. Matth. 12, 38-50. Meister, wir begehren ein Zeichen von Dir zu sehen. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Gleichwie Jonas drei Tage und drei Nächte im Bauche des Wallfisches gewesen ist, also wird des Menschen Sohn im Herzen der Erde seyn. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Erhöre gnädig, wir bitten Dich, o Herr, unser Gebet, und gegen alles, was uns widerwärtig ist, strecke aus die Rechte deiner Majestät. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Donnerstag in der ersten Fastenwoche. Evang. Matth. 15, 21-28. Und siehe ein Cananäisches Weib kam und rief: Herr, Du Sohn Davids, erbarme Dich meiner. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Weib, dein Glaube ist groß: dir geschehe, wie du willst. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Herr, wir bitten Dich, sieh gnädig auf die Andacht deines Volkes; auf daß die welche durch Enthaltsamkeit ihren Leib abtödten, durch die Frucht der guten Werke im Gemüthe erquickt werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Freitag der Quatember in der Fasten. Evang. Joh. 5, 1-15. Jesus heilet einen Rahmen am Schafteiche. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Der mich gesund gemacht, der hat zu mir gesagt: Nimm dein Bett, und wandle. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Gebet. Sey gnädig, o Herr, deinem Volke, und da Du es Dir ergeben machest, belebe es erbarmend mit deiner gütigen Hülfe. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. 437 Am Samstag der Quatember in der Fasten. Evang. Matth. 17, 1-9. Jesu Verklärung auf dem Berge Tabor. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Das Gesicht, das ihr gesehen habt, sollet ihr Niemanden sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten wird auferstanden seyn. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, sieh gnädig auf dein Volk, und wende die Geißel deines Bornes gütig von ihm ab. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am zweiten Sonntag in der Fasten. Evang. Matth. 17, 1-9. Jesu Verklärung auf dem Berge, Tabor. Große Freude empfand Petrus in seinem Herzen, als er ausrief: Herr, hier ist es gut seyn." Solche Freude empfinden Alle, die sich mit Christo vereinigen. So vereinige dich dann, meine Seele, deinem Heiland und opfere ihm ein freudiges Herz, denn in Ihm wird sich unser Herz erfreuen". P₁. 32, 21. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Das Gesicht, das ihr gesehen habt, sollet ihr Niemanden sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten wird auferstanden seyn. v. Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Gott, der Du uns von aller Kraft verlassen siehst, behüte uns von innen und von außen, damit wir vor allen Widerwärtigkeiten am Leibe beschirmet und von allen bösen Gedanken im Herzen gereinigt werden. Durch unsern Herrn Jesum Chriftum 2c. Stirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Am Montag in der zweiten Fastenwoche. Evang. Joh. 8, 21-29. Wo Jch hingehe, da könnet ihr nicht hinkommen. 438 Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Der Mich gesandt hat; der ist bei Mir, und läßt Mich nicht allein, denn Jch thue allzeit, was Ihm wohlgefällig ist. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß die Schaar deiner Diener, die sich zur Züchtigung des Fleisches an ihrer Nahrung abbricht, im Streben nach der Gerechtigkeit sich aller Schuld enthalte. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Am Dinstag in der zweiten Fastenwoche. Evang. Matth. 23, 1-12. Wer der Größte ist unter euch, der soll euer Diener seyn. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Ihr alle aber seyd Brüder. Und ihr sollet keinen euern Vater nennen auf Erden, denn Einer ist euer Vater, der im Himmel ist. Lasset euch auch nicht Meister nennen, denn Einer ist euer Meister, Christus. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, vollende in uns das Heilmittel des heiligen Gehorsams, damit wir, was wir durch deine Eingebung als Pflicht erkannt haben, mit deinem Beistande erfüllen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Mittwoch in der zweiten Fastenwoche. Evang. Matth. 20, 17-28. Von der Mutter der Kinder des Zebedäus. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Er wird den Heiden überantwortet werden zur Verspottung, zur Geißelung und zur Kreuzigung. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, sieh gnädig auf dein Volk, und da Du ihnen befiehlst, sich der Fleischspeisen zu enthalten, verleihe ihnen auch, sich schädlicher Laster zu entschlagen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. 439 Am Donnerstag in der zweiten Fastenwoche. Evang. Luc. 16, 19-31. Es war ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Um einen Tropfen Wasser bat jener Reiche, der dem Lazarus die Brosamen verweigert hatte. t. Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Verleihe uns, wir bitten Dich, o Herr, die Hülfe deiner Gnade, auf daß wir, dem Fasten und Beten nach Gebühr obliegend, von den Feinden der Seele und des Leibes befreit werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum c. Am Freitag in der zweiten Fastenwoche. Evang. Matth. 21, 33-46. Es war ein Hausvater, der pflanzte einen Weingarten. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Da sie Ihn zu fangen suchten, fürchteten sie das Volk, denn es hielt Ihn für einen Propheten. *. Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß Du uns durch heiliges Fasten gereinigt, mit lauterem Gemüthe zu dem herannahenden Feste gelangen lassest. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Samstag in der zweiten Fastenwoche. Evang. Luc. 15, 11-32. Vom verlornen Sohne. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Der Vater aber sprach zu seinen Knechten: Bringet ei 440 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. lends das beste Kleid und thut es ihm an, und gebet ihm einen Ning an seine Hand und Schuhe an seine Füße. v. Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, gieb unserm Fasten heilsame Wirfung, auf daß die übernommene Züchtigung des Fleisches uns zum Wachsthum unserer Seele gereiche. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am dritten Sonntag in der Fasten. Oculi. Evang. Luc. 11, 14-28. Jejus trieb einen Teufel aus, der stumm war. Ein jegliches Reich, das in sich selbst getheilt und uneins ist, wird, wie das heutige Evangelium lehrt, verwüstet werden. Deshalb suche du mit deinem Mitbruder friedlich zu leben und opfere deinem Heilande ein einiges Herz, wie es die ersten Christen hatten, die Ein Herz und Eine Seele waren. Apostelgesch. 4, 32. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Ein Weib aus dem Volke erhob seine Stimme und sprach: Selig ist der Leib, der Dich getragen hat, und selig die Brüste, die Du gesogen hast. Jesus aber sprach: Ja selig sind, die Gottes Wort hören und es bewahren. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Wir bitten Dich, allmächtiger Gott, sieh an die Wünsche deines demüthigen Volfes, und zu unserer Beschirmung strecke aus die Rechte deiner Majestät. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Montag in der dritten Fastenwoche. Evang. Luc. 4, 23-30. Arzt, hilf dir selbst. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Jesus aber ging mitten durch sie hinweg. *. Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, gieß deine Gnade mildreich unsern Herzen ein, damit wir, gleichwie wir uns von Fleischspeisen enthal Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. ten, so auch unsere Sinne von schädlichen Uebertretungen abziehen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. 441 Am Dinstag in der dritten Fastenwoche. Evang. Matth. 18, 15--22. Wenn dein Bruder gegen dich gesündigt hat. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin Jch mitten unter ihnen, spricht der Herr. V. Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Erhöre uns, allmächtiger und barmherziger Gott, und verleihe uns gnädig die Gaben heilsamer Enthaltsamkeit. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c: Am Mittwoch in der dritten Fastenwoche. Evang. Matth. 15, 1-20. Warum übertreten deine Jünger die Sagung der Aeltesten. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Essen mit ungewaschenen Händen verunreinigt den Menschen nicht. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Verleihe uns, wir bitten Dich, o Herr, daß wir, durch heilsames Fasten belehrt, auch von schädlichen Lastern uns enthaltend, deine Gnade desto leichter erlangen mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Donnerstag in der dritten Fastenwoche. Evang. Luc. 4, 39-44. Jesus aber stand auf aus der Synagoge und ging in das Haus Simons. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Alle, welche Kranke hatten, brachten sie zu Jesum, und fie wurden gesund. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Stirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Gebet. Es verherrliche Dich, o Herr, das selige Fest deiner Heiligen Cosmas und Damianus, an welchem Du ihnen die ewige Glorie und uns nach deiner unaussprechlichen Fürsehung Hülfe verliehen hast. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. 442 Am Freitag in der dritten Fastenwoche. Evang. Joh. 4, 5-42. Vom samaritanischen Weibe. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Herr, ich sehe, daß Du ein Prophet bist; unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Begleite unser Fasten, wir bitten Dich, o Herr, mit gnädiger Huld, damit wir, gleichwie wir uns der Nahrung des Leibes enthalten, also auch von den Sünden im Herzen ablassen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Samstag in der dritten Fastenwoche. Evang. Joh. 8, 1-11. Von dem im Ehebruch ergriffenen Weibe. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Weib, hat dich Niemand verdammt? Niemand, Herr. So will ich dich auch nicht verdammen, gehe hin und sündige fürder nicht mehr. v. Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß die welche zur Züchtigung des Fleisches sich an der Nahrung abbrechen, imStreben nach der Gerechtigkeit sich aller Schuld enthalten. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am vierten Sonntag in der Fasten. Lätare. Evang. Joh. 6, 1-14. Von den fünf Gerstenbroven und zwei Fischen, womit Jesus fünftausend Menschen speiſte. Nicht allein mit Brod, sondern auch mit seiner Lehre hat Jesus das ermattete Volk gestärkt. Bitte, meine Seele, den Herrn, daß Er dein Herz mit Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. 443 dem Brode stärke, wovon David sagt: ,, Das Brod stärket des Menschen Herz", 103, 14, damit du heute deinem Heilande ein starkes Herz aufopfern könnest. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und setzte Sich daselbst mit seinen Jüngern. *. Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß wir, die wir um unserer Werke willen gerechter Weise leiden, durch die Tröstung deiner Gnade wieder erquicket werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Montag in der vierten Fastenwoche. Evang. Joh. 2, 13-25. Jesus treibt die Käufer aus dem Tempel. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Zerstört diesen Tempel, und Ich will ihn nach dreien Tagen wieder aufbauen; dies sagte Er aber von dem Tempel seines Leibes. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß wir, die heiligen Gebräuche jährlich andächtig erneuernd, Dir mit Leib und Seele wohlgefällig sein mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Dinstag in der vierten Fastenwoche. Evang. Joh. 7, 14-31. Jesus stieg hinauf in den Tempel und lehrte. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Niemand legte Hand an Jhn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, laß die Beobachtung der heiligen Fasten uns zur Vermehrung eines frommen Wandels und zur be Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. ständigen Hülfe deiner Erbarmung gereichen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. 444 Am Mittwoch in der vierten Fastenwoche. Evang. Joh. 9, 1-38. Von dem Blindgeborenen. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Jener Mensch, der Jesus genannt wird, machte einen Teich mit seinem Speichel, und bestrich meine Augen, und jetzt sehe ich. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Gott, der Du den Gerechten die Belohnungen ihrer Verdienste, und den Sündern durch Fasten Verzeihung ertheileft; erbarme Dich über dein flehendes Volt, auf daß wir durch das Bekenntniß unserer Schuld die Nachlassung unserer Sünden erlangen mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Donnerstag in der vierten Fastenwoche. Evang. Luc. 7, 11-16. Von der Wittwe zu Naim. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Ein großer Prophet ist unter uns aufgestanden, und der Herr hat sein Volk heimgesucht. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß die welche sich durch Dir geweihetes Fasten züchtigen, auch die heilige Andacht erfreue, damit wir durch Bändigung unserer irdischen Neigungen leichter das Himmlische ergreifen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Freitag in der vierten Fastenwoche. Evang. Joh. 11, 1-45. Von der Erweckung des Lazarus. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Herr, wärest Du hier gewesen, so wäre Lazarus nicht gestorben; siche, schon faulet er vier Tage im Grabe. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Gebet. Gott, der Du durch unaussprechliche Geheimnisse die Welt erneuerst; wir bitten Dich, verleihe, daß deine Kirche durch deine ewigen Anordnungen gefördert werde, und der zeitlichen Hülfsmittel nicht entbehre. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Samstag. Evang. Joh. 8, 12-20. Ich bin das Licht der Welt. Hymnus. Sieh, Herr, aus deinen lichten 2c. wie S. 433. Ant. Ich bin der Jch Zeugniß gebe von Mir Selbst; und der Vater giebt Zeugniß von Mir, der Mich gesandt hat. . Gott hat seinen Engeln 2c. wie S. 434. Gebet. Laß, o Herr, wir bitten Dich, unsere Andacht durch deine Gnade fruchtbar werden; weil das übernommene Fasten uns dann erst heilsam sein wird, wenn es deiner Milde wohlgefällig ist. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. 445 Am Passionssonntag. Judica. Evang. Joh. 8, 46. 58. Wer ist unter euch, der Mich einer Sünde beschuldigen kann? Da hoben sie Steine auf, um Ihn zu steinigen. - Härter als Steine waren die Herzen derjenigen, welche Christum steinigen wollten. Hüte dich, meine Seele, daß dein Herz nicht also beschaffen sey, den ein hartes Herz wird sich übel befinden an seinem Ende". Eccl. 3, 28. Daher opfere deinem Heilande ein weiches Herz und sprich mit Job:" Gott hat mein Herz erweicht." Job. 23, 16. Hymnus. Vexilla regis prodeunt. Des Königs Banner wallt hervor, Hell leuchtend strahlt das Kreuz empor, Woran in Tod das Leben sank, Und Leben in dem Tod errang; Das von der scharfen Lanze Stich Grausam verwundet, mildiglich Von uns zu waschen unsre Schuld, Strömt' Blut und Wasser aus voll Huld. 446 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Erfüllt ist, was in heil'gem Drang Jm treuen Liede David sang, Als er den Völkern Kunde gab: Es herrschte Gott vom Kreuz herab. Baum schöngeschmückt und lichtumstrahlt, Vom Königspurpur reich umwallt, Deß würd'ger Stamm erforen ward Zu rühr'n die heil'gen Glieder zart. Heil Dir, deß Arm umschlungen hält Das Lösegeld der sünd'gen Welt, An dem der reinste Leib sich wiegt, Der Tod und Hölle obgesiegt. Kreuz, unsre Hoffnung allezeit, In dieser heil'gen Leidenszeit Mehre den Frommen Gnad' und Huld, Zu nichte mach der Sünder Schuld. Dir, Heiles Quell, Dreieinigkeit, Lob, Ehr' und Preis in Ewigkeit; Zum Kreuzes Sieg den schenkest Du, Schenk uns, o Herr, den Lohn hinzu. Amen. Ant. Abraham, euer Vater, war froh, daß er meinen Tag sehen sollte; er hat ihn gesehen, und hat sich erfreuet. *. Errette mich, o Herr, von dem bösen Menschen, R. Von dem ungerechten Manne errette mich. Gebet. Wir bitten Dich, allmächtiger Gott, sieh gnädig auf deine Dienerschaar, damit sie durch deine Gnade geleitet werde im Leiblichen, und durch deine Obhut beschirmet an der Seele. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Montag in der fünften Fastenwoche. Evang. Joh. 7, 33-39. Ihr werdet mich suchen, und werdet mich nicht finden. Hymnus. Des Königs Banner 2c. wie S. 445. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. 447 Ant. Wenn einen dürstet, der komme zu Mir und trinfe; und aus seinem Leibe werden lebendige Wässer fließen, spricht der Herr. . Errette mich, o Herr 2. wie S. 446. Gebet. Heilige, wir bitten Dich, o Herr, unsre Fasten; und gewähre uns gnädig Verzeihung aller unsrer Schulden. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Dinstag in der fünften Fastenwoche. Evang. Joh. 7. 1-13. Darnach zog Jesus nach Galiläa. Hymnus. Des Königs Banner 2c. wie S. 445. Ant. Ziehet ihr hinauf auf diesen Festtag, Ich will aber nicht hinaufziehen, denn meine Zeit ist noch nicht gekommen. . Errette mich, o Herr, wie S. 446. Gebet. Laß Dir, o Herr, wir bitten Dich, unser Fasten wohlgefällig seyn, damit es durch Sühnung uns deiner Gnade würdig mache und zu den ewigen Heilsmitteln führe. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Mittwoch in der fünften Fastenwoche. Evang. Joh. 10, 22-38. Es war aber das Fest der Tempelweihe zu Jerusalem. Hymnus. Des Königs Banner 2c. wie S. 445. Ant. Ich habe euch viele guten Werke erzeiget; um welches Werkes willen wollet ihr mich denn tödten? *. Errette mich 2c. wie S. 446. Gebet. Gott, Erbarmer, erleuchte durch dieses heilige Fasten die Herzen deiner Gläubigen, und, welchen Du die Empfindung der Andacht verleihest, denen gewähre gnädig auf ihr Flehen milde Erhörung. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Donnerstag in der fünften Fastenwoche. Evang. Luc. 7, 36-50. Von Maria Magdalena. Hymnus. Des Königs Banner 2c. S. 445. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Ant. Mit Sehnsucht habe Ich danach verlanget, dieses Osterlamm mit euch zu essen, bevor Jch leiden werde. . Errette mich 2c. wie S. 446. Gebet. Wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß die Würde des menschlichen Geschlechtes, welche durch Unmäßigkeit entheiligt worden, durch heilsame Enthaltsamkeit erneuert werde. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. 448 Am Freitag in der fünften Fastenwoche. Fest von den sieben Schmerzen der allerseligsten Jungfrau Maria. Evang. Joh. 19, 25-27. Sie standen bei dem Kreuze Jesu. Klage. Stand die Mutter 2c. S. 366. Ant. Deine Seele( sprach Simeon zu Maria) wird ein Schwerdt durchdringen. *. Bitte für uns, o schmerzenreichste Jungfrau, R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Gebet. Gott, bei dessen Leiden, nach der Weissagung Simeons, die süßeste Seele der glorreichen Jungfrau und Mutter Maria das Schwerdt des Schmerzes durchbohret hat; verleihe gnädig, daß wir, die wir die schmerzhafte Durchbohrung ihres Herzens andächtig verehren, durch die glorwürdigen Verdienste und Fürbitten aller Heiligen, die treu bei deinem Kreuze stehen, die glückselige Wirkung deines Leidens empfinden. Der Du lebest und regierest 2c. Antiphon des Wochentages. Die Hohenpriester hielten Rath, um Jesum zu tödten; sie sprachen aber: nicht am Festtage, damit nicht etwa Aufruhr entstehe im Volke. *. Errette mich 2c. wie S. 446. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, gieß deine Gnade gütig unsern Herzen ein, damit wir, durch freiwillige Abtödtung unsere Sünden Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. 449 büßend, lieber hier zeitlich gezüchtigt, als den ewigen Strafen überantwortet werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Samstag in der fünften Fastenwoche. Evang. Joh. 12, 10-36. Die Hohenpriester dachten darauf auch Lazarum zu tödten. Hymnus. Des Königs Banner 2c. S. 445. Ant. Gerechter Vater, die Welt hat Dich nicht erkannt; Ich aber kenne Dich, weil Du Mich gefandt hast. . Errette mich 2c. wie S. 446. Gebet. O Herr, wir bitten Dich, laß das Dir geweihte Volk in gottseligem Andachtseifer zunehmen; damit es, durch heilige Werke belehrt, je angenehmer es deiner Majestät wird, mit desto höheren Gaben bereichert werde. Durch unsern Herrn Jesum Christum c. Am Palmsonntage. Evang. Matth. 21, 1-9. Christi Einzug in Jerusalem. Bei diesem Triumphzuge Christi, hast du, meine Seele, wohl Ursache, mit deinem Himmlischen Bräutigam zu trauern, denn sein Leiden naht heran. Darum entschlage dich aller Weltfreuden und opfere deinem Heilande ein schmerzvolles Herz, und sprich mit dem Apostel: Große Traurigkeit und stäte Schmerzen trage ich in meinem Herzen." Nöm. 9, 2. 11 Hymnus. Des Königs Banner 2c. wie S. 445. Ant. Es steht geschrieben, ich will den Hirten schlagen, und die Schafe der Heerde werden sich zerstreuen; wenn Jch aber wieder auferstanden seyn werde, will Ich vor euch hergehen nach Galiläa, dort werdet ihr Mich sehen, spricht der Herr. . Errette mich, o Herr 2c. wie S. 446. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du um dem Menschengeschlechte ein Beispiel der Demuth zur Nachahmung zu hinterlassen, unsern Erlöser hast Fleisch annehmen und den Kreuzestod erleiden lassen; verleihe gnädig, daß wir Ihm nachfolgen in seiner Geduld, und Mitgenossen sein mögen seiner Auferstehung. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. 29 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Am Montag in der Charwoche. Evang. Joh. 12, 1-9. Jesus fam nach Bethania. Hymnus. Des Königs Banner 2c. wie S. 445. Ant. Du hättest keine Gewalt über Mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre. . Errette mich, o Herr 2c. wie S. 446. Gebet. 450 Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß wir, die wir in so vielen Widerwärtigkeiten bei unserer Schwäche ermatten, durch das vermittelnde Leiden deines Sohnes wieder gestärket werden. Der mit Dir lebet und regieret 2c. Am Dinstag in der Charwoche. Evang. Marc. K. 15 u. 16. Die Leidensgeschichte. Hymnus. Des Königs Banner 2c. wie S. 445. Ant. Ich habe Macht meine Seele dahinzugeben, und sie wieder zu nehmen. *. Errette mich, o Herr 2c. wie S. 446. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, gieb, daß wir die Geheimnisse des Leidens unseres Herrn also begehen, daß wir Verzeihung zu erlangen gewürdigt werden. Durch unsern Herrn 2c. Am Mittwoch in der Charwoche. Evang. Luc. K. 22 u. 23. Die Leidensgeschichte. Hymnus. Des Königs Banner 2c. wie S. 445. Ant. Eine Magd sprach zu Petrus: Wahrlich, du bist auch einer von ihnen; denn auch deine Sprache verräth dich. . Errette mich, o Herr 2c. wie S. 446. Gebet. Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß wir, die wir durch unsere Uebertretungen unablässig bedrängt sind, durch das Leiden deines eingeborenen Sohnes befreit werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Am grünen Donnerstag. Evang. Joh. 13, 1-15. Wie Er die Seinigen lieb hatte, so liebte Er sie bis ans Ende. Hymnus. Des Königs Banner 2c. wie S. 445. Ant. Da sie aber zu Nacht aßen, nahm Jesus das Brod und segnete es, brach es und gab es seinen Jüngern. . Christus ist für uns gehorsam worden, R). Bis zum Tode. 451 Gebet. Sieh an, wir bitten Dich, o Herr, diese deine Dienerschaar, für welche unser Herr Jesus Christus Sich nicht gescheut hat den Händen der Sünder überantwortet zu werden, und die Qual des Kreuzes zu erleiden. Der mit Dir lebet und regieret 2c. Am Charfreitag. Evang. Joh. Kap. 18. u. 19. Die Leidensgeschichte. Ant. Da Er den Essig genommen hatte, sprach Er: Es ist vollbracht; und Er neigte das Haupt und gab den Geist auf. *. Christus ist für uns gehorsam worden bis zum Tode, R. Ja bis zum Tode des Kreuzes. Gebet. Sieh an, wir bitten Dich, 2c. wie oben. Am Ostersamstag. Ant. Die Weiber saßen am Grabe und klagten und beweinten den Herrn. v. Christus ist für uns gehorsam worden bis zum Tode, ja bis zum Tode des Kreuzes. R. Darum hat Ihn auch Gott erhöhet, und Ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist. Gebet. Sieh an, wir bitten Dich, 2c. wie oben. Am Osterfonntag. Evang. Marc. 16, 1-7. Er ist auferstanden und ist nicht hier. Feget den alten Sauerteig aus," spricht der Apostel, 1. Cor. 5, 7. auf daß ihr ein neuer Teig seyd, denn unser Osterlamm, Christus, ist geschlach tet." Opfere also, meine Seele, deinem erstandenen Heilande ein neues Herz, wie der Herr durch Ezechiel befiehlt: ,, Werfet von euch alle Uebertretungen, und machet euch ein neues Herz." Ezech. 18, 31. 29* 452 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Sequenz. Victimae Paschali laudes. Dem Oster- Opferlamme, Bringt, Christen, Lobgesänge! Das Lamm erkaufte die Schafe; Christus, der Unschuldige, versöhnte dem Vater die Sünder. Da kämpften Tod und Leben einen wunderbaren Kampf: Der Fürst des Lebens war todt, Nun lebt er und herrscht. Sag an, Maria, was sahst du auf dem Weg? Ich sah das Grab Christi des Lebenden, Und die Herrlichkeit des Erstandenen; Ich sah Engel, die Zeugniß gaben, Und das Schweißtuch und die Gewande. Erstanden ist Christus, meine Hoffnung: Er wird euch vorgehen nach Galiläa. Wir wissen, daß Christus vom Tod erstanden: Owolle Dich unser, siegreicher König, erbarmen! Amen. Alleluja. Ant. Und hinblickend sahen sie, daß der Stein abgewälzt war, denn er war sehr groß. Alleluja. t. Dieß ist der Tag, den der Herr gemacht hat; R. Lasset uns frohlocken und fröhlich seyn an demselben. Gebet. Gott, der Du am heutigen Tage durch deinen eingeborenen Sohn uns die Pforte der Ewigkeit durch Besiegung des Todes auf geschlossen hast; wolle unsere Entschließungen, die Du durch deine zuvorkommende Gnade erweckest, auch mit deiner Hülfe begleiten. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Ostermontag. Evang. Luc. 24, 13-35. 3wei Jünger gingen nach Emmaus. Ihr Herz entbrannte, als Jesus mit ihnen redete: möchte, meine Seele, auch dein Herz durch sein göttliches Wort entzündet werden, damit du deinem Heilande ein brennendes Herz zum Opfer bringen und mit David ausrufen könnest:" Mein Herz ist entbrannt in mir, und in meiner Betrachtung ist ein Feuer entzündet worden." Ps. 38, 4. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Sequenz. Dem Oster- Opferlamme 2c. wie S. 452. Ant. Welche Reden sind es, die ihr mit einander führet auf dem Wege, und seyd traurig? Alleluja. *. Dieß ist der Tag 2c. wie S., 452. 453 Gebet. Gott, der Du durch die österliche Feier der Welt Heilsmittel ertheilet hast; wir bitten Dich, Du wollest deinem Volfe mit himmlischer Gabe beistehen, damit es zur vollkommenen Freiheit gelange und das ewige Leben erwerbe. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Ofterdinstag. Evang. Luc. 24, 36-47. Der Friede sey mit euch. Sie setzten Ihm vor ein Stück eines gebratenen Fisches und Honigseim. Da Jesus den Frieden also liebte, daß Er Sich seinen Jüngern immer mit dem Friedensgruße zu erkennen gab, so bringe heute dem Heilande ein friedliches Herz zum Opfer, wie es der Apostel den Coloffern wünschet:„ Der Friede Christi frohlocke in euern Herzen." Coloff. 3, 15. Sequenz. Dem Ofter- Opferlamme 2c. S. 452. Ant. Sehet meine Hände und meine Füße, denn Ich bin es. Alleluja. Alleluja. *. Dieß ist der Tag 2c. wie S. 452. Gebet. Gott, der Du deine Kirche immer mit neuer Frucht vermehrest; verleihe deinen Dienern, daß sie das Geheimniß, welches sie durch den Glauben empfangen haben, im Leben bewahren. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 1. Sonntag nach Ostern, oder weißen Sonntag. Evang. Joh. 20, 16. 29. Nach acht Tagen fam Jesus wieder bei verschlossenen Thüren, und verwies dem Thomas seinen Unglauben. Kniee nieder, meine Seele, vor deinem Heilande, und lege mit Thomas deine Hand in seine Seite, thue mit dem Munde dein Bekenntniß, und glaube mit dem Herzen, und bringe Ihm ein gläubiges Herz, wovon der Apostel sagt: Mit dem Herzen glaubt man zur Gerechtigkeit." Nöm. 10, 10. 454 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Hymnus. Ad regias Agni dapes. Da wir dem Mahl des Lamms uns nahn, Mit weißen Kleidern angethan, Erweist dem Fürsten Christo Ehr', Der uns geführt durch's rothe Meer; Des priesterliche Liebesglut Butrinket uns sein theures Blut, Und seinen Leib gebenedeit Zum Liebesopfer für uns weiht. Sieh, der Würgengel flieht entsetzt Vor'm Blute, das die Pfosten nett; Es theilt und scheidet sich das Meer, Die Fluth verschlingt der Feinde Heer, Uns ward zum Osterlamm der Herr, Uns auch zum Osteropfer Er, Und wollt' im Herzen treu und rein Das ungesäu'rte Brod Er sein. O wahres Opfer, Jesu Christ, Dem unterthan die Hölle ist, Der aus des Todes Banden Sich Aufschwang zum Leben mächtiglich; Des Arm der Hölle Trotz bezwingt, Der hoch sein Siegesbanner schwingt; Den Himmel öffnend, schlägt mit Macht In Fesseln Er den Fürst der Nacht. Daß deiner Ofterwonnen sich Die Herzen freu'n beständiglich, Gieb, daß, vom Sündentod befreit, Wir leben, Herr, in Dir erneut. Preis sey dem Vater, unserm Gott, Dem Sieger über Grab und Tod, Dem Sohn, und Jhm, der Trost verleiht, Von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Ant. Nach acht Tagen kam der Herr bei verschlossenen Thüren zu ihnen herein und sprach: Der Friede sey mit euch. Alleluja, Alleluja. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. . Bleibe bei uns, Herr, Alleluja. R. Denn es will Abend werden. Alleluja. Gebet. 455 Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß wir, die wir die Osterfeier gehalten haben, das Andenken derselben durch deine milde Gnade im Leben und im Wandel bewahren. Durch unsern Herrn Jesum Christum c. Am 2. Sonntag nach Ostern. Evang. Joh. 10, 11-16. Jch bin der gute Hirt. Wohl ist das Schäflein behütet, dessen Hirt Jesus ist. Wenn Er unsere Seelen weidet, wer wird sie aus seinen Händen entreißen? Treibe also, mcine Seele, dein Herz auf seine Weide und zu seiner Heerde, so kannst du Jhm heute ein bewachtes Herz opfern, wie uns solches wünschet der H. Paulus: Der Friede Gottes, der allen Sinn übersteigt, bewache eure Herzen in Chriſto Jesu." Philipp. 4, 7. " Hymnus. Da wir dem Mahl 2c. wie S. 454. Ant. Ich bin der gute Hirt und weide meine Schafe; und für meine Schafe gebe Jch meine Seele. Alleluja. . Bleibe bei uns 2c. wie oben. Gebet. Gott, der Du durch die Erniedrigung deines Sohnes die gefallene Welt wieder aufgerichtet hast; verleihe deinen Gläubigen immerwährende Fröhlichkeit, damit die, welche Du dem Falle des ewigen Todes entrissen hast, der ewigen Freude genießen mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 3. Sonntag nach Ostern. Evang. Joh. 16, 16-22. Eine kurze Zeit, und ihr werdet Mich nicht sehen. Ihr werdet weinen und jammern, aber Jch werde euch wiedersehen und euer Herz wird sich erfreuen. Willst du, meine Seele, auch dereinst an dieser Freude, die Niemand von uns nehmen kann, Theil nehmen, so weine mit den Jüngern, wenn die Welt 1 sich freut, und opfere deinem Heilande ein bedrängtes Herz, wie der Apostel batte, als er den Corinthern schrieb:„ Ich habe euch geschrieben mit vielen Thränen, in großer Traurigkeit und Bedrängniß meines Herzens." 2. Cor. 2, 4. Hymnus. Da wir dem Mahl ac. wie S. 454. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Ant. Wahrlich, Ich sage euch, ihr werdet weinen und jammern, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein, doch soll eure Traurigkeit in Freude verwandelt werden. . Bleibe bei uns 2c. wie S. 455. Gebet. Gott, der Du den Irrenden, damit sie auf den Weg der Gerechtigkeit zurückkehren können, das Licht deiner Wahrheit zeigest; gieb daß alle die sich zum christlichen Glauben bekennen, auch das verschmähen was diesem Namen zuwider ist, und nach dem was ihm gemäß ist trachten. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. 456 Am 4. Sonntag nach Ostern. Evang. Joh. 16, 5-15. Ich gehe zu Dem der Mich gesandt hat. Weil Ich dies zu euch geredet habe, hat Traurigfeit euer Herz erfüllt. Wenn Ich aber nicht hingehe, wird der Tröster nicht zu euch kommen. Je mehr sich unser Herz nach seinem Bräutigam sehnt, und je trauriger es ist über die Trennung von demselben, um so wohlgefälliger wird es Ihm. Darum verspricht auch Jesus seinen Jüngern, deren Herz mit Traurigkeit er füllet war, den Tröster. So opfere du, meine Seele, in diesem Elende abermals deinem Heilande ein trauervolles Herz auf, damit du würdig werdest, den H. Geist, den Tröster zu empfangen. Hymnus. Da wir dem Mahl zc. wie S. 454. Ant. Ich gehe zu Dem der Mich gesandt hat, aber weil Ich dieses zu euch geredet habe, ist euer Herz mit Traurigkeit erfüllet worden. Alleluja. . Bleibe bei uns 2c. wie S. 455. Gebet. Gott, der Du die Herzen der Gläubigen Eines Willens machest; gieb deinen Völkern, daß sie das lieben was Du gebietest, das begehren was Du verheißest, damit bei dem irdischen Wechsel unsere Herzen dahin gerichtet seyen, wo wahre Freuden sind. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 5. Sonntag nach Ostern. Evang. Joh. 16, 23-30. Um was ihr den Vater bitten werdet, das wird Er euch geben. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. 457 Jetzt ist die Zeit des Bittens und Begehrens; wohlan denn, meine Seele, kniee vertrauensvoll nieder und opfere deinem Heilande ein verlangendes Herz, und habe deine Lust im Herrn, so wird Er dir geben, was dein Herz begehrt". Pf. 36. 4. Hymnus. Da wir dem Mahl 2c. wie S. 454. Ant. Bittet, und ihr werdet erhalten, auf daß eure Freude vollkommen sey; denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr Mich geliebt habet und geglaubet. Alleluja. . Bleibe bei uns 2c. wie S. 455. Gebet. Gott, von dem alles Gute herkömmt, gewähre unserm Flehen, daß wir durch deine Eingebung denken was recht ist, und unter deiner Leitung dasselbe vollbringen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Montag in der Kreuzwoche. Evang. Luc. 11, 5-13. Freund, leihe mir drei Brode. Hymnus. Da wir dem Mahl 2c. wie S. 454. Ant. Bittet, und ihr werdet erhalten; suchet, und ihr werdet finden; klopfet an, und es wird euch aufgethan werden. Alleluja. #. Bleibe bei uns 2c. wie S. 455. Gebet. Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß wir in unsrer Trübsal auf deine Güte vertrauend, gegen alle Widerwärtigkeiten durch deinen Schuß beschirmet werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Dinstag in der Kreuzwoche. Evang. Luc. 11, 5-13. Freund, leihe mir drei Brode. Hymnus. Da wir dem Mahl 2c. wie S. 454. Ant. Ich bin hinweggegangen vom Vater, und in die Welt gekommen; wiederum verlasse Jch die Welt, und gehe hin zum Vater. Alleluja. . Bleibe bei uns 2c. wie S. 455. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Gebet. Gott, von dem alles Gute herkömmt, 2c. wie S. 457. Am Mittwoch in der Kreuzwoche. Evang. Luc. 11, 5-13. Freund, leihe mir drei Brode. Hymnus. Da wir dem Mahl 2c. wie S. 454. Ant. Vater, die Stunde ist gekommen, verherrliche deinen Sohn mit der Herrlichkeit, die Jch bei Dir gehabt habe, bevor die Welt war. Alleluja. . Bleibe bei uns 2c. wie S. 455. 458 Gebet. Gott, von dem alles Gute herkommt, 2c. wie S. 457. Am Feste der Himmelfahrt Christi. Evang. Marc. 16, 14-20. Nachdem Er zu ihnen geredet hatte, wurde Er aufgenommen in den Himmel. Täglich, meine Seele, ruft dir der Priester in der H. Messe die Worte zu: sursum corda, d. h. hebet empor eure Herzen. So sey denn fürder nicht schweren Herzens, und laß es nicht haften an den irdischen Dingen, sondern schwinge es auf zum Himmel, wo dein Heiland sißt zur Rechten Gottes, und opfere Ihm ein sich erhebendes Herz, denn selig ist der Mann, der Erhebungen angeordnet hat in seinem Herzen". Ps. 83, 6. Hymnus. Salutis humanae sator. Der Du der Menschheit Heiland bist, Der Herzen Wonne, Jesu Christ, Du Schöpfer der erlösten Welt, Deß Licht der Seelen Nacht erhellt; Wie zwang Dich deine Güt' und Huld, Auf Dich zu nehmen unsre Schuld? Schuldlos zu tragen Todes Pein, Vom Tod uns Sünder zu befrei'n? Du brichst der Hölle Thor entzwei, Machst, die in Banden liegen, frei, Schwingst, nach vollbrachtem Siegeslauf, Dich zu des Vaters Nechten auf. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Erbarme Dich, Du, unser Heil, Und unsre Schäden alle heil'; Hilf uns, Dich, Herr, von Angesicht Zu schau'n in deinem sel'gen Licht. Sey Weg uns auf der Himmelsbahn, Seyy Ziel des Wegs, und führ' uns an; Sey unsrer Thränen Wonne Du, Sey unser Lohn, und ew'ge Ruh. Amen. 459 Ant. OKönig der Glorie, Herr der Kräfte, der Du triumphirend heute über alle Himmel aufgestiegen bist, verlasse uns Verwaisete nicht, sondern sende in uns den verheißenen Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet. #. Der Herr hat im Himmel Alleluja. R. Seinen Sitz bereitet. Alleluja. Gebet. Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, da wir glauben, daß dein eingeborner Sohn, unser Erlöser, am heutigen Tage gen Himmel aufgefahren ist, daß auch wir mit unserm Gemüthe in den himmlischen Dingen verweilen mögen. Durch denselben unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Sonntag nach Christi Himmelfahrt. Evang. Joh. 15, 26. bis 16, 4. Der Tröster, der Geist der Wahrheit, wird Zeugniß von Mir geben. Dieses hab Ich zu euch geredet, auf daß ihr daran gedenket. Wohl magst du, meine Seele, immerdar an alles gedenken, was dein Erlöser zu dir geredet und für dich gethan hat; denn dein ewiges Heil hängt davon ab. Opfere Jhm dann heute ein unvergessenes Herz, wie Gott vorschreibt: Vergiß der Dinge nicht, die deine Augen gesehen haben, und laß fie alle die Tage deines Lebens aus deinem Herzen nicht entsinken." 5. B. Mos. 4, 9. 11 Hymnus. Der Du der Menschheit 2c. wie S. 458. Ant. Dieses habe Ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Stunde kommen wird, ihr daran gedenket, daß Ich es euch gesagt habe. Alleluja. . Der Herr hat im Himmel 2c. wie oben. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, verleihe, daß wir Dir immerdar einen unterthänigen Willen erzeigen, und Dir mit aufrichtigem Herzen dienen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. 460 Am heiligen Pfingstfeste. Evang. Joh. 14, 23-31. So Mich jemand liebet, der wird mein Wort halten. Euer Herz betrübe sich nicht und fürchte sich nicht. Das heutige Evangelium, meine Seele, belehrt dich, daß du deinem Heilande ein unerschrockenes Herz darbringen sollst. Ein Gleiches befahl Gott im alten Bunde seinem Volke: Euer Herz werde nicht zaghaft." 5. B. Moſ. 20, 3. Darum vertreibe heute alle Zaghaftigkeit und alle Menschenfurcht aus deinem Herzen, auf daß der Tröster, der Geist der Stärke und der Gottesfurcht, darin einziehe. 11 Hymnus. Veni Creator Spiritus., Komm, Schöpfer, Geist, kehr' in uns ein, Der Deinen Herzen harren Dein; Füll' an mit lichter Gnaden Strahl Die Seelen, die Du schufft, zumal. Dich preisen wir, o Tröster werth, Dich, den uns Gottes Huld bescheert, Lebend'ger Born, Feu'r, Liebe, Dich, Und Geistes Salbung kräftiglich. Du siebenfält'ger Gaben Pfand, Du Finger an des Vaters Hand, Von Gott verheißner Gnadenhort, Du schenkst der Zunge Flammenwort. Die Sinn' erleucht mit lichtem Schein, Geuß Lieb' in unsre Herzen ein; Wann unser müder Leib erschlafft, Stärk' uns mit deiner ew'gen Kraft. Des Feindes Grimm scheuch von uns weit, Und schenk' uns Fried' in aller Zeit; O leit' uns stets auf rechtem Pfad, Und schüß' uns, wann Gefahr uns naht. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Den Vater auf dem ew'gen Thron Lehr uns erkennen, und den Sohn; Geist, der aus beiden strömt, an Dich Glaub' unser Herz beständiglich. Preis sey dem Vater unserm Gott, Dem Sieger über Grab und Tod, Dem Sohn, und Ihm, der Trost verleiht, Dem heil'gen Geist in Ewigkeit. Amen. 461 Ant. Heute sind die Tage der Pfingsten erfüllt, Alleluja; heute ist der h. Geist in Feuerzungen den Jüngern erschienen und ertheilte ihnen die Gaben der Gnaden; Er sandte sie in die ganze Welt, zu predigen und Zeugniß zu geben: wer glaubt und getauft ist, wird selig. Alleluja. . Die Apostel redeten in verschiedenen Sprachen Alleluja. R. Die herrlichen Thaten Gottes. Alleluja. Gebet. Gott, der Du am heutigen Tage die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des h. Geistes belehret hast; gieb, daß wir in demselben Geiste das Rechte erkennen und uns seines Trostes. immerdar erfreuen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Pfingstmontage. Evang. Joh. 3, 16-21. Also hat Gott die Welt geltebet, daß Er seinen eingeborenen Sohn dahingab. Sollte diese überschwängliche Liebe Gottes gegen uns nicht unsere Gegenliebe erwecken? So flehe denn, meine Seele, mit aller Inbrunst zum h. Geiste, daß Er mit einem Funken dieser Liebe dein Herz entzünde, damit du deinem Heilande ein entflammtes Herz aufopfern und mit dem Propheten rufen könnest:" Mein Herz ist entflammt." Ps. 72, 21. Hymnus. Komm, Schöpfer, Geist 2c. wie S. 460. Ant. Wenn Mich jemand liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Alleluja. . Die Apostel 2c. wie oben. Gebet. Gott, der Du deinen Aposteln den heiligen Geist gegeben hast; 462 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. verleihe deinem Volke die Wirkung seines andächtigen Gebetes, damit Du denen, welchen Du den Glauben gegeben hast, auch den Frieden ertheilest. Durch Durch unsern Herrn. Am Pfingstdinstag. Evang. Joh. 10, 1-10. Wer durch die Thüre eingeht, der ist Hirt der Schafe, und er gehet vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach. Als ein gutes Schäflein der Heerde Christi, opfere Jhm, deinem Hirten, heute ein folgsames Herz, damit du mit dem Propheten Daniel und allen Heiligen in Wahrheit ausrufen könnest: Nun folgen wir Dir von ganzem Herzen." Dan. 3, 41. 11 Hymnus. Komm, Schöpfer, Geist 2c. wie S. 460. Ant. Meinen Frieden lasse Ich euch, meinen Frieden gebe Ich euch; nicht wie ihn die Welt giebt, gebe Jch ihn euch. Alleluja. . Die Apostel ic. wie S. 461. Gebet. Es stehe uns bei, wir bitten Dich, o Herr, die Kraft des heiligen Geistes, welche unsere Herzen gnädig reinige und vor allen Widerwärtigkeiten beschirme. Durch unsern Herrn Jesum Christum x. Am Mittwoch der Quatember nach Pfingsten. ( Evang. Joh. 6, 44-52. Jch bin das lebendige Brod. Hymnus. Komm, Schöpfer, Geist 2c. S. 460. Ant. Ich bin das lebendige Brod, welches vom Himmel herabgestiegen; wer von diesem Brode isset, wird leben in Ewigkeit, und das Brod, das Ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt. Alleluja. t. Die Apostel 2c. wie S. 461. Gebet. Unsere Gemüther, wir bitten Dich, o Herr, wolle der Tröster, der von Dir ausgeht, erleuchten, und uns einführen in alle Wahrheit, wie dein Sohn verheißen hat. Der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit desselben h. Geistes 2c. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Am Freitag der Quatember nach Pfingsten. Evang. Luc. 5, 17-26. Jesus heilt einen Gichtbrüchigen. Hymnus. Komm, Schöpfer, Geist 2c. wie S. 460. 463 Ant. Der Tröster aber, der heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch alles eingeben was Ich euch gesagt habe. Alleluja. *. Die Apostel 2c. wie S. 461. Gebet. Barmherziger Gott, wir bitten Dich, verleihe deiner Kirche, daß ste, durch den heiligen Geist vereiniget, durch keinen feindlichen Anfall gestört werde. Durch unsern Herrn zc. Am Samstag der Quatember nach Pfingsten. Evang. Luc. 4, 38-44. Simons Schwiegermutter war mit einem starken Fieber behaftet. Hymnus. Komm, Schöpfer, Geist 2c. wie S. 460. Ant. Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch seinen uns inwohnenden Geist. Alleluja. *. Die Apostel 2c. wie S. 461. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, gieße gnädig in unsere Herzen deinen heiligen Geist, durch dessen Weisheit wir erschaffen sind und durch dessen Fürsehung wir gelenkt werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Feste der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Evang. Matth. 28, 18-20. Lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Da du durch Adams Sünde im Tode der Erbschuld begraben lagst, bist du durch das Bad der Taufe, unter Anrufung der allerheiligsten Dreifaltigkeit, zum Leben der Gnade wiedergeboren worden. Darum, meine Seele, opfere heute der heiligsten Dreieinigkeit ein Lebendiges Herz. Denn den Herrn werden loben, die Ihn suchen, und ihre Herzen werden leben in alle Ewigkeit." Pf. 21, 27. 464 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Hymnus. Jam sol recedit igneus. Du, ew'ger Lichtquell, Einigkeit, Hochheiligste Dreifaltigkeit, Schon weicht der Sonne Flammenschein, Geuß Lieb' in unsere Herzen ein. Dich flehn wir, wann der Morgen graut, Dich, wann der Abend niederthaut; Schent uns, mit deiner Sel'gen Schaar Dir Lob zu preisen immerdar. Dem Vater auf dem Himmelsthron, Und mit dem Geist, dem ew'gen Sohn, Gleichwie Er sein wird, ist und war, Lob, Preis und Ehre immerdar. Amen. Ant. Dich Gott den Vater ungeboren, Dich eingeborenen Sohn, Dich heiligen Geist, Tröster; die heilige und unzertheilte Dreifaltigkeit, bekennen, loben und benedeien wir mit ganzem Herzen und Munde, Dir sey Ehre in Ewigkeit. *. Gebenedeit bist Du, o Herr, im Firmamente des Himmels, x). Und lobwürdig und ruhmvoll in Ewigkeit. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du deinen Dienern verliehen haft im Bekenntniß des wahren Glaubens die Herrlichkeit der ewigen Dreifaltigkeit zu erkennen, und in der Macht der Majestät die Einheit anzubeten; wir bitten Dich, daß wir durch die Festigkeit desselben Glaubens vor allen Widerwärtigkeiten immerdar beschirmet werden. Durch unsern Herrn 2c. Am Feste des Frohnleichnams Christi. Evang. Joh. 6, 56-59. Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise. Oft beklagst du dich, meine Seele, daß dein Herz schwach werde und gleichsam verdorre. Wohlan, auf dem Altare ist die Speise, die es stärkt und nährt; tritt hinzu, und opfere deinem unter den Brodesgestalten verborgenen Heilande dein verdorrtes Herz und sprich in tiefster Demuth mit dem reuigen David: ,, Verdorret ist mein Herz, denn ich vergaß meine Speiſe zu essen." Ps. 101, 5. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage.. Hymnus. Pange lingua gloriosi. Künd', o Zunge, des verklärten Frohnleichnams Mysterium, Und des Bluts, des hochbewährten, Das zur Weltentsündigung Gab die Frucht des unversehrten Leibs, der Völker Heil und Ruhm. Uns geboren, uns gegeben Aus dem Schooß der reinen Magd, Als Er in der Welt zu leben Und des Wortes Saat vollbracht, Schloß der Herr sein irdisch Leben Durch ein Werk der Wundermacht. Bei dem letzten Mahl im Kreise Sißend mit der Brüder Schaar, Als in der gebotnen Speise Das Geseß erfüllet war, Reicht zur Speise gleicher Weise Er Sich selbst den Zwölfen dar. Wort und Fleisch, schafft mit dem Worte Wahres Brod in Fleisch Er um; Wein wird Blut fraft seiner Worte; Und, ob auch der Sinn verstumm', Zu des treuen Herzens Horte Gnügt des Glaubens Heiligthum. Solch erhabnes Bundeszeichen Beten wir mit Ehrfurcht an; Und der alte Brauch muß weichen, Da der neue Brauch begann; Wo die Sinne zagend schweigen, Steigt der Glaube himmelan. Preis dem Vater und dem Sohne, Preis und steter Jubelsang; Heil und Ehre schall' zum Throne, Lob und Segens- Wonneklang; 30 465 466 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Auch den Geist in gleichem Tone Singe unser Hochgesang. Ant. O heiliges Gastmahl, in welchem Christus genossen wird; erneuert wird das Gedächtniß seines Leidens, das Gemüth wird mit Gnade erfüllt, und uns ein Unterpfand der ewigen Herrlichkeit gegeben. Alleluja. #. Das Brod vom Himmel hast Du ihnen gegeben, Alleluja, R. Welches alle Süßigkeit in fich enthält. Alleluja. Gebet. Gott, der Du uns im wunderbaren Sacramente das Andenken deines Leidens hinterlassen hast; verleihe uns, die h. Geheimnisse deines Leibes und Blutes also zu verehren, daß wir die Frucht deiner Erlösung immerdar in uns empfinden. Der Du lebest und regierest. Am Sonntag in der Frohnleichnamsoctav. Evang. Luc 14, 16-24. Vom großen Gastmahle. Alle die sich entschuldigten wurden auf ewig von dem großen Mahle ausgeschlossen. Darum folge du allzeit bereitwillig den Einladungen der Gnade und bringe deinem Heilande ein bereites Herz, und sprich mit dem Propheten: Mein Herz ist bereit, o Gott, mein Herz ist bereit." Ps. 107, 1. Hymnus. Künd', o Bunge 2c. wie S. 465. 11 Ant. Geh eilends hinaus auf die Straßen und Gaffen der Stadt, und führe die Armen und Schwachen und Blinden und Lahmen herein, auf daß mein Haus voll werde. Alleluja. . Er hat sie gespeiset mit dem Fette des Weizens, Alleluja. B. Und mit Honig aus dem Felsen hat Er sie ersättigt. Alleluja. Gebet. D Herr, mache daß wir deinen H. Namen allzeit fürchten und lieben, weil Du diejenigen deiner Beschirmung nimmer beraubest, die Du in deiner Liebe befestigest. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 3. Sonntag nach Pfingsten. Evang. Luk. 15, 1-10. Vom verlorenen Schafe und Groschen. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. 467 Laß dein Herz nicht allerwärts herumschweifen, damit dich nicht der Spruch des Propheten Ofee treffe: ,, Ephraim ist worden wie eine verlockte Taube, die kein Herz hat." Ofee, 7, 11. Opfere vielmehr deinem Heilande ein wohi bewahrtes Herz und folge der Ermahnung Salomo's: Bewahre dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus kommt alles Leben." Sprichw. 4, 23. 11 Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Welches Weib, die zehn Groschen hat, wenn sie einen verliert, zündet nicht ein Licht an, und kehret das Haus, und sucht mit Fleiß bis sie ihn finde? *. Es steige auf, o Herr, mein Gebet, R. Wie ein Rauchwerk vor deinem Angesichte. Gebet. Gott, Du Schützer aller die auf Dich hoffen, ohne welchen nichts beständig, nichts heilig ist; vermehre über uns deine Barmherzigkeit, auf daß wir unter deiner Lenkung und Führung also durch die zeitlichen Güter hindurch wandern, daß wir die ewigen nicht verlieren. Durch unsern Herrn Jesum 2. Am 4. Sonntag nach Pfingsten. Evang. Luc. 5, 1-11. Jesus lehret aus dem Schifflein. Alle unsere Werke, die im Vertrauen auf den Namen des Herrn geschehen, haben einen erwünschten Ausgang. Nimm dir vor, meine Seele, nach dem Beispiele des h. Apostelfürsten Petrus deinen eigenen Kräften zu mißtrauen und alle deine Hoffnung auf das Wort des Herrn zu setzen. Darum opfere Ihm heute ein vertrauenvolles Herz und blick in deiner Noth gen Himmel wie Susanna, deren Herz sein Vertrauen gesetzt hatte auf den Herrn". Dan. 13, 35. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. *. Es steige auf 2c. wie oben. Gebet. Verleihe, wir bitten Dich, o Herr, daß dieser Welt Lauf friedlich nach deiner Anordnung gelenkt werde, und deine Kirche sich ungestörter Andacht erfreue. Durch unsern Herrn. 30% Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Am 5. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Matth. 5, 20-24. Gehe hin zuvor und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe. 468 So sehr will Christus, daß wir alle durch das Band der Liebe vereinigt seyen, daß Ihm ohne dieses keine Gabe angenehm seyn kann. Darum opfere heute deinem Heilande ein liebevolles Herz und bemühe dich den Christen anzugehören, von welchen der Apostel sagt: ,, Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen." Nöm. 5, 5. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Wenn du deine Gabe auf den Altar opferst, und erinnerst dich, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß deine Gabe allda vor dem Altare und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Alleluja. . Es steige auf 2c. wie S. 467. Gebet. Gott, der Du denen die Dich lieben unsichtbare Güter bereitet hast, gieße ein in unsere Herzen das Feuer deiner Liebe, damit wir Dich in allem und über alles liebend, deiner Verheißungen, die alles Verlangen übersteigen, theilhaftig werden mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 6. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Marc. 8, 1-9. Jesus speiset 4000 Menschen mit sieben Broden. Wie oft widerfährt es uns in den Drangsalen des Lebens, daß, wie Eze= chiel klagt, unser Herz verschmachtet und unsere Hände kraftlos werden“. Ezech. 21, 7. So bringe denn heute dein verschmachtetes Herz deinem Heilande zum Opfer und bitte Jhn, daß Er es speise und stärke mit den sieben himmlischen Broden, das ist: mit den sieben Gaben des Heiligen Geistes. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Mich erbarmet des Volkes; denn siehe, sie haben schon drei Tage bei Mir verharret und haben nichts zu essen; und wenn Ich sie ungespeist von Mir entlasse, werden sie auf dem Wege erliegen. . Es steige auf 2c. wie S. 467. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Gebet. Gott der Kräfte, von dem Alles herkömmt was am besten ist; pflanze in unsere Herzen die Liebe deines Namens, und vermehre die Gottesfurcht in uns, damit Du was gut ist nährest, und in unserm gottesfürchtigen Eifer das Genährte bewahrest. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. 469 Am 7. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Matth. 7, 15-21. Hütet euch vor den falschen Propheten. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Sey vorsichtig in allen Dingen, denn die falschen Propheten kleiden sich in Schafskleider und sind inwendig reißende Wölfe, und nicht selten verkehret fich der böse Feind in einen Engel des Lichtes. Dies erwägend, opfere deinem Heilande heute ein vorsichtiges Herz, denn also gebietet der Herr: Sehet zu, daß euer Herz nicht etwa betrogen werde, daß ihr vom Herrn abweichet und fremden Göttern dient." 5. B. Mos. 11, 16. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen, und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der keine guten Früchte bringet, wird umgehauen und in's Feuer geworfen werden. . Es steige auf 2c. wie S. 467. Gebet. Gott, dessen Fürsehung in ihrer Anordnung sich nicht täuschet, wir bitten Dich demuthvoll, daß Du alles Schädliche von uns abwendest und alles Nützliche uns gewährest. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 8. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Luc. 16, 1-9. Von dem übel berüchtigten Verwalter, der Rechenschaft geben sollte und klüglich mit den Schuldnern handelte. Ordne deine Dinge flüglich, damit du bestehest, wann du Gott dem Herrn Rechenschaft geben solst; zu dem Ende bitte Ihn um ein kluges Herz und opfere es deinem Heilande auf, denn wer klug von Herzen ist, der wird fürfichtig genannt werden". Sprichw. 16, 21. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. 470 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Ant. Was soll ich thun, da mein Herr die Verwaltung von mir nimmt? graben kann ich nicht und zu betteln schäme ich mich. Ich weiß, was ich thun will, daß, wenn ich von der Verwaltung abgesetzt werde, sie mich in ihre Häuser aufnehmen. . Es steige auf ic. wie S. 467. Gebet. Verleihe uns gnädig, wir bitten Dich, o Herr, den Geist, dasjenige zu denken und zu thun, was recht ist; damit wir, die wir ohne Dich nicht sein können, nach deinem Willen leben mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 9. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Luc. 16, 41-46. Jesus weinet über Jerusalem. Nicht nur über das Verderben dieser Stadt, sondern auch über deine Sünden weinet Jesus. Wenn wir nun nach des Apostels Lehre weinen sollen mit den Weinenden, so wirst du heute, meine Seele, gewiß mit Jesu weinen und seufzen. Opfere ihm also ein seufzendes Herz und sprich mit David: " Ich heulte vor Seufzen meines Herzens." Ps. 37, 9. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott zc. wie S. 428. Ant. Denn es steht geschrieben, mein Haus ist ein Bethaus allen Völkern, ihr aber habet es zu einer Räuberhöhle gemacht. *. Es steige auf 2c. wie S. 467. Gebet. Eröffne, Herr, das Ohr deiner Barmherzigkeit denen die Dich demüthig anflehen, und damit Du ihnen verleihest, was sie begehren, gieb daß sie begehren, was Dir wohlgefällig ist. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 10. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Luc. 18, 9-14. Von dem Pharisäer und dem Zöllner. Der Zöllner stand von fern und wollte nicht seine Augen gen Himmel erheben, und schlug an seine Brust und sprach: Gott sey mir Sünder gnädig. Also schlage auch du in tiefster Demuth und Zerknirschung an deine Brust und opfere deinem Heilande ein büßendes Herz, wovon Salomon spricht: Wenn sie Buße thun in ihrem Herzen, und sich bekehren, so wollest Du im Himmel auf deinem festen Throne ihr Gebet und Flehen erhören." 3. B. Kön. 8, 47. 49. - Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Dieser ging gerechtfertiget hinab in sein Haus vor jenem. Denn jeglicher der sich erhöhet wird erniedrigt werden, und der sich erniedrigt, wird erhöhet werden. . Es steige auf 2c. wie S. 467. 471 Gebet. Gott, der Du deine Allmacht vornehmlich durch Verschonen und Erbarmen offenbarest; vermehre über uns deine Barmherzigkeit, damit Du uns, indem wir nach deinen Verheißungen eilen, der himmlischen Güter theilhaftig machest. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 11. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Marc. 7, 31-37. Von dem Taubstummen. Diesen Menschen hat Christus durch seine Güte und Allmacht von seinem Elende befreit. Wie oft, meine Seele, bist auch du taub für die heilsamen Mahnungen der Gnade, und stumm für die Lobgesänge Gottes. Geh vertrauensvoll zu deinem Heilande, der all deine Schwachheiten heilet, und opfere ihm ein hörendes und redendes Herz, nach der Ermahnung des Siraciden Eccl. 16, 25.: In deinem Herzen höre auf meine Worte," und nach dem Beispiele der Mutter Samuels: die redete in ihrem Herzen und ihre Lippen bewegten sich nur." 1. B. König. 1, 13. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Er hat alles wohlgemacht, Er machte die Tauben hören und die Stummen reden. *. Es steige auf 2c. wie S. 467. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du in der Fülle deiner Liebe die Verdienste und Wünsche der Flehenden übertriffst, gieße aus über uns deine Barmherzigkeit, damit Du erlässest, was unser Gewissen fürchtet, und verleihest, was wir zu begehren uns nicht getrauen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 12. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Luc. 10, 23-37. Ein Mensch ging von Jerusalem gen Jericho und fiel unter die Räuber. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Liebe nach dem Beispiele des Samariten deinen Nächsten wie dich selbst um Jesu Christi willen, der mit seinem Blute unsere Wunden geheilet, und opfere deinem Heilande ein mildthätiges Herz, damit du Ihm ähnlich werdest, der von Sich sagt: ,, Ich bin mild von Herzen." Matth. 11, 29. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. 472 Ant. Ein Mensch ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber, die zogen ihn aus, schlugen ihm Wunden und gingen davon, und ließen ihn halbtødt liegen. . Es steige auf 2c. wie S. 467. Gebet. Allmächtiger und barmherziger Gott, von dessen Gnade es herfommt, daß deine Gläubigen Dir würdig und wohlgefällig dienen; verleihe, wir bitten Dich, daß wir deinen Verheißungen ohne Anstoß zueilen mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 13. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Luc. 17, 11-19. Von den zehn Aussäßigen. Wie oft reinigt dich Jesus durch das Sacrament der Buße vom Aussage deiner Sünden. Ist es denn nicht billig, daß du Ihm heute und allzeit ein dankbares Herz zum Opfer bringest und der Lehre des Apostels nachkommest: Singet und spielet dem Herrn in euerm Herzen und saget Gott und dem Vater allezeit Dank für alles im Namen unseres Herrn Jesu Christi." Ephes. 5, 19. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Einer aber aus ihnen, da er sahe, daß er gereinigt war, kehrte wieder um, und lobte Gott mit lauter Stimme. Alleluja. *. Es steige auf 2c. wie S. 467. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, vermehre in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe, und damit wir verdienen zu erlangen was Du verheißest, mache daß wir lieben was Du gebietest. Durch unsern Herrn Jesum Christum x. Am 14. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Matth. 6, 24-33. Niemand kann zweien Herren dienen. Ein Herz, das zwei Wege eingehet, wird keinen Erfolg haben", Eccl. 3, 28. und wie nichts Gott dem Herrn mißfälliger ist, als ein solches doppeltes Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. 473 Herz, so ist Ihm nichts wohlgefälliger, als ein einfältiges, das Ihm allein anhängt. So opfere denn heute deinem Heilande ein einfältiges Herz und bete mit David:" Ich weiß, mein Gott, daß Du die Herzen prüfest, und liebest die Einfalt; darum habe ich Dir auch in der Einfalt meines Herzens dies alles geopfert." 1. Kön. Chronik. 29, 17. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Suchet vor allem das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und alles andere wird euch zugeworfen werden. *. Es steige auf 2c. wie S. 467. Gebet. Bewahre, o Herr, wir bitten Dich, deine Kirche mit stäter Güte, und weil der sterbliche Mensch ohne Dich hinsinkt, so wollest Du ihn durch deine Hülfe von schädlichen Dingen allezeit abziehen und zu heilsamen hinführen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Mittwoch der Quatember des Septembers. Evang. Marc. 9, 16-28. Von dem Sohne, der von einem stummen Geiste besessen war. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Diese Art Geister kann durch nichts ausgetrieben werden als durch Beten und Fasten. . Es steige auf 2c. wie S. 467. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, Du wollest durch die Heilmittel deiner Barmherzigkeit unsere Gebrechlichkeit aufrecht erhalten; damit das was seiner Natur nach hinschwindet, durch deine Güte erneuert werde. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am Freitag der Quatember des Septembers. Evang. Luc. 7, 36-50. Von der reuigen Magdalena. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Ein Weib, die eine Sünderin in der Stadt war, stand hinten zu Füßen des Herrn, und fing an mit Thränen seine Füße zu neßen, und trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, und füßte seine Füße und salbte sie mit Salben. *. Es steige auf 2c. wie S. 467. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Gebet. Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß wir, die hetligen Gebräuche mit jährlicher Andacht feiernd, Dir an Leib und Seele gefallen mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum ac. 474 Am Samstag der Quatember des Septembers. Evang. Luc. 13, 6-17. Von dem Feigenbaume, der keine Frucht brachte. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Erleuchte, o Herr, die in den Finsternissen sigen, und leite unsere Füße auf den Weg des Friedens, Du Gott Israels. . Es steige auf 2c. wie S. 467. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du durch heilsame Enthaltsamteit Leib und Seele heilest; wir flehen demüthig deine Majestät an, daß Du, durch das fromme Gebet der Fastenden versöhnt, uns die gegenwärtigen und zukünftigen Hülfsmittel gewährest. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 15. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Luc. 7, 11-16. Von der Wittwe zu Naim. " 1 In dem heutigen wie in vielen andern Evangelien lesen wir, welches tiefe Mitleiden unser göttlicher Erlöser mit allen Nothleidenden und Betrübten trug, und mit welcher Liebe Er sie tröstete. So betrübe auch du eines Dürftigen Herz nicht, und verwirf nicht die Bitte eines Beängstigten", Eccl. 4, 3. 4. sondern fleh zu deinem Heilande um die Gabe des Mitleidens und opfere Ihm ein Herz, das trostreich ist für die Betrübten, damit du mit Job sagen könnest: ich habe das Herz der Wittwen getröstet." Job 29, 13. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Ein großer Prophet ist unter uns aufgestanden und der Herr hat sein Volk heimgesucht. *. Es steige auf 2c. wie S. 467. Gebet. Wolle, o Herr, durch beständige Erbarmung deine Kirche reinigen und befestigen, und da sie ohne Dich nicht unversehrt bestehen fann, regiere sie allzeit durch deine Gnade. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. 475 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Am 16. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Luc. 14, 1-11. Die Pharisäer beobachteten Jesum. Er heilt einen Wassersüchtigen. Wer sich erhöhet, wird erniedrigt werden. Hoffart ist der Anfang aller Sünde, und wer damit behaftet ist, der wird mit Fluch erfüllet werden." Eccl. 10, 15. Willst. du aber dereinst erhöhet werden, so folge hienieden deinem Heilande nach, der demüthig war von Herzen, und opfere Jhm auf ein in Demuth versunkenes Herz, wie der Stracide lehrt: ,, Demüthige dich in deinem Herzen und leide." Eccl. 2, 2. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Wenn du zur Hochzeit geladen wirst, so setze dich unten an, damit, wenn der kommt der dich geladen hat, er zu dir spreche: Freund, rücke hinauf; dann wirst du Ehre haben vor denen die mit zu Tische sizzen. Alleluja. . Es steige auf 2c. wie S. 467. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, laß deine Gnade uns immerdar zuvorkommen und uns begleiten, und gieb, daß wir stets auf gute Werke bedacht seien. Durch unsern Herrn 2c. Am 17. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Matth. 22, 34-46. Vom größten Gebote. Du sollst Gott deinen Herrn lieben aus deinem ganzen Herzen. " 1 Das große Gebot der Liebe Gottes und des Nächsten verlangt ein großes Herz, wie es in der H. Schrift heißt: Der Herr thue euch Gutes, daß ihr Ihn ehret und seinen Willen thut mit großem Herzen." 2. Machab. 1, 1. Dieses große Herz aber sollst du deinem Heilande mit allen Seelenkräften ungetheilt und ganz zum Opfer bringen, denn es steht geschrieben: Du sollst den Herrn deinen Gott lieben aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Gemüthe." Matth. 22, 37. 11 Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Was dünket euch von Christus? Wessen Sohn ist Er? Sie sprachen zu Ihm: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihr denn David im Geiste einen Herrn? da er spricht: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Seße Dich zu meiner Rechten. . Es steige auf 2c. wie S. 467. Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, verleihe deinem Volke, daß es alle teuflischen Ansteckungen meide, und Dir, dem einigen Gott, mit reinem Gemüthe anhange. Durch unsern Herrn 2c. 476 Am 18. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Matth. 9, 1-8. Christus sprach zum Gichtbrüchigen: Sey getröstet, mein Sohn, dir werden deine Sünden vergeben. Der Gichtbrüchige fürchtete, daß die Sünden, deren er sich bewußt war, seiner Heilung hinderlich seyn möchten, darum kam Jesus seiner Angst zuvor und sprach: deine Sünden sind dir vergeben. Damit auch du, meine Seele, die tröstlichen Worte vernehmest, opfere im Gefühle deiner Schuld deinem Heilande ein geängstigtes Herz und sprich mit David:„ Ich habe zu Dir ge rufen, da mein Herz in Nengsten war." Ps. 60, 2. Hymnus. D Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Der Gichthrüchige nahm sein Bett, darin er lag, und pries Gott, und alles Volk, da es dieses sah, gab Gott die Ehre. . Es steige auf 2c. wie S. 467. Gebet. Allmächtiger und barmherziger Gott, wende alle Widerwärtigkeiten gnädig von uns ab, damit wir, an Leib und Seele gekräftiget, was zu deinem Dienste gehört, mit freiem Gemüthe verrichten. Durch unsern Herrn 2c. Am 20. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Joh. 4, 47-53. Von dem König, dessen Sohn krank lag. Voll Glauben und Vertrauen ließ der Vater nicht ab, den Heiland anzuflehen, bis er das Leben seines Sohnes erlangt. Wenn deine Seele im tödtlichen Fieber schwerer Sünden liegt, so eile zu Jesu, durch dessen Blut wir geheilet worden, und höre nicht auf zu flehen, bis Er deine Seele gesund mache. Opfere Jhm dann mit Zuversicht ein flehendes Herz und sprich mit David: Ich habe zu deinem Angesichte geflehet aus der Fülle meines Herzens." Pf. 118, 58. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott zc. wie S. 428. Ant. Der Vater aber erkannte, daß es jene Stunde war, in Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. 477 welcher Jesus gesagt hatte: Dein Sohn lebt, und er glaubte und sein ganzes Haus mit ihm. *. Es steige auf 2c. wie S. 467. Gebet. Verleihe, gnädig, wir bitten Dich, o Herr, deinen Gläubigen Nachlaß und Frieden, damit sie von allen Sünden gereiniget werden und Dir mit ruhigem Gemüthe dienen mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 21. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Matth. 18, 23-35. Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der Rechnung halten wollte. 11 Wie du täglich bittest: Vergieb uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldnern," so übe es auch im Werke, damit du nicht, wie der hartherzige Knecht, den Peinigern überantwortet werdest, bis du die ganze Schuld bezahlest. Darum opfere heute deinem Heilande ein erbarmungsvolles Herz und gedenke seiner ernsten Mahnung: Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, wenn ihr nicht ein jeglicher seinem Bruder von Herzen verzeihet." Matth. 18, 35. H Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Du schalkhafter Knecht, Ich habe Dir die ganze Schuld nachgelassen, weil du mich gebeten hast. Solltest Du dich denn nicht auch erbarmt haben über deinen Mitknecht, wie Jch Mich deiner erbarmt habe? . Gs steige auf 2c. wie S. 467. Gebet. Herr, wir bitten Dich, bewahre dein Volk mit stäter Güte, damit es unter deinem Schuße von allen Widerwärtigkeiten frei, und in guten Werken deinem Namen ergeben sei. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 22. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Matth. 22, 15-21. Gebet dem Kaiser, was des Kaisers iſt. Mit falschem und listigem Herzen sprachen die Pharisäer zu Christus: ,, Met= ster, wir wissen, daß Du wahrhaftig bist." Du aber, meine Seele, wirf hinaus alle Falschheit und Hinterlist, und opfere deinem Heilande, der die ewige 478 Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. Wahrheit ist, ein wahrhaftiges Herz nach der Ermahnung des Apostels: Laffet uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in der Fülle des Glaubens und gereiniget im Herzen vom bösen Gewissen." Hebr. 10, 22. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Gebet also dem Kaiser was des Kaisers ist, und Gott was Gottes ist. Alleluja. . Es steige auf 2c. wie S. 467. Gebet. Gott, unsere Zuflucht und Stärke, erhöre, Du der Urheber aller Andacht, das andächtige Gebet deiner Kirche, und verleihe, daß wir wirksam erlangen, um was wir gläubig bitten. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 23. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Matth. 9, 18-26. Die Tochter eines Obersten wird auf erweckt und ein Weib wird vom Blutfluße befreit. Jesus trieb das Volk hinaus, bevor Er des Mägdleins Hand berührte um sie vom Tode zu erwecken: so treibe auch du den Schwarm irdischer Gedanken und Neigungen aus deiner Seele, damit die Gnade dein Herz berühre, und du ein neubelebtes Herz opfern könnest,„ dem Hohen und Erhabenen, der wohnet bei dem der eines zerknirschten und demüthigen Geistes ist, damit Er das Leben gebe dem Geiste der Demüthigen, und das Herz der Zerknirschten lebendig mache." Isaias 57, 15. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Jesus aber wandte Sich um, und als Er fie sah, sprach Er: Sey getrost, Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. *. Es steige auf 2c. wie S. 467. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, vergieb die Missethaten deines Vol fes, auf daß wir von den Banden der Sünden, die wir aus Schwachheit begangen haben, durch deine Güte befreit werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum 2c. Am 24. Sonntage nach Pfingsten. Evang. Matth. 24, 15-35. Vom Greuel der Verwüstung. Werde nicht zaghaft, meine Seele, sondern thue Buße in der Zeit. Denn wer Gott fürchtet, bekehret sich im eigenen Herzen". Sir. 21, 7. Darum Kirchengebete auf alle Sonn- und Feiertage. 479 opfere heute deinem Heilande, in welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden", ein bekehrtes Herz und bewahre es in Geduld, damit Er dir ein gnädiger Richter sei an jenem Tage der Schrecken. Hymnus. O Lichtesschöpfer, Gott 2c. wie S. 428. Ant. Wahrlich, Ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis Alles dies geschehen sein wird. Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen, spricht der Herr. *. Es steige auf 2c. wie S. 467. Gebet. Erwecke, wir bitten Dich, o Herr, den Willen deiner Gläubtbigen, daß sie die Frucht der guten Werke williger hervorbringen und größere Hülfe von deiner Güte empfangen. Durch unsern Herrn Jesum Christum deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Anm. Wenn in einem Jahre nur 23 Sonntage nach Pfingsten sind, so fällt auf den 23. Sonntag das Evangelium vom Greuel der Verwüstung nebst dem dazu gehörigen Kirchengebete. Sind 25 Sonntage nach Pfingsten, so wird statt des 24. der 6. Sonntag nach der Erscheinung des Herrn eingeschaltet. Wenn 26 Sonntage nach Pfingsten sind, werden der 5. und 6., wenn 27 Sonntage sind, der 4., 5. und 6. und wenn 28 Sonntage find, ber 3., 4., 5. und 6. nach der Erscheinung des Herrn eingeschaltet. Auf den legten Sonntag fällt aber immer das Evangelium vom Greuel der Verwüstung. Gebete und Hymnen auf die Feste der vorzüglichern Heiligen mit kurzer Angabe ihrer Lebensgeschichte und einer chriftlichen Tugend zur Nachahmung. Feste im Januar. Den 17. Januar. Antonius, Einsiedler. 18 Der h. Antonius, ein Egypter von vornehmer Abkunft, hörte einst in etner Kirche das Evangelium: Willst du vollkommen seyn, so gehe hin, verkaufe was du hast und gib es den Armen;" und alsbald zog er in die Wüste. Dort wurde er zum Vater vieler Einsiedler und gelangte zu solchem Rufe der Heiligkeit daß der Kaiser Constantin und seine Söhne sich öfter seinem Gebete empfahlen. Er verachtete die Welt, besiegte die Versuchungen des Teufels, und führte das härteste Bußleben. Dem Gebete oblag er Tag und Nacht; der sichtbaren Schöpfung bediente er sich als eines Buches, worin er Gottes Allmacht und Güte las; durch göttliche Gesichte wurde er öfters erleuchtet; seinen Schülern gab er die Lehre: zu leben, als sollten sie täglich sterben. Er starb um das Jahr des Heiles 361 tm 105. seines Alters. Sein Leben hat beschrieben der hl. Athanasius. Vorbereitung zum Tode. Selig sind die Knechte, welche der Herr wachend findet, wann Er kommen wird." Luc. 13, 37. Evang. Luc. 12, 35-40. Gure Lenden seyen umgürtet. Hymnus. Iste confessor domini colentes. Am Feste eines h. Beichtigers insgemein. Der Beicht'ger Christi, dessen Ehren alle Die Völker fromm begehn mit Jubelschalle, Stieg auf am heut'gen Tag vom Thränenthale Zum Himmelssaale. Feste im Januar. Fromm, demuthvoll, bewahrt' er rein von Fehle Jm unbefleckten Leib die keusche Seele, So lang die rauhe Pilgerschaft hienieden Ihm war beschieden. Durch ihn, daß seine Tugend sich erweise, Kehrt Heil und Heilung, auf des Herrn Geheiße, Burück den Siechen, die gelähmten Glieder Erstarken wieder. Drum ziemt's der Gläub'gen gottgeweihten Chören, Mit Lobgesängen sein Verdienst zu ehren, Daß wir durch sein Gebet Erlaß der Sünden Und Trost empfinden. Gott, dem dreicin'gen Herrn, sey Preis und Ehre, Der Erde, Meer, und alle Himmelshcére Allwaltend lenkt, die stets sein Lob verbreiten Durch ew'ge Zeiten. Amen. Wenn dies Lied nicht am Gedächtnißtage des Sintritts des Heiligen ges fungen wird, ist der erste Vers in folgender Weise abzuändern: Dem Beicht'ger Christi, dessen Ehren alle Die Völker fromm begehn mit Jubelschalle, Sey an dem heut'gen Tage Lob gesungen Von allen Zungen. 481 Ant. Dieser Mann, der die Welt verachtete und über das Irdische obsiegte, hat mit Wort und Werk sich Schäße im Himmel gesammelt. . Den Gerechten führte der Herr auf geraden Pfaden, R. Und Er zeigte ihm das Reich Gottes. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, laß durch die Fürbitte des h. Abtes Antonius uns geholfen werden, damit wir durch seine Fürsprache erlangen, was wir durch unsere Verdienste nicht vermögen. Durch unsern Herrn 2c. 31 482 Feste im Januar. Den 18. Januar. Petri Stuhlfeier. ( Die Kirche feiert am heutigen Tage die Erhebung des h. Petrus auf den päpstlichen Stuhl zu Rom.) Als die zwölf Apostel, nachdem sie die Gabe der Sprachen vom h. Geiste empfangen, die Länder der Erde zur Einführung des Evangeliums unter sich vertheilten, wählte der H. Petrus, der Fürst der Apostel, Rom, die Hauptstadt des römischen Reiches, zu seinem Theil, damit das Licht der Wahrheit, welches zum Heile aller Völker offenbart wurde, desto wirksamer vom Haupte durch den ganzen Weltkörper sich ergösse. Denn damals befanden sich zu Nom Menschen aus allen Nationen, und was zu Rom gelehrt wurde, konnte keinem Volke unbekannt bleiben.( Nach dem röm. Brevier.) Festigkeit im katholischen Glauben. Für dich, Petrus, hab Ich gebetet, auf daß dein Glaube nicht abnehme; und wann du einst bekehret seyn wirst, stärke deine Brüder." Evang. Matth. 16, 13-19. Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will Ich meine Kirche bauen. Hymnus. Quodcunque in orbe nexibus revinxeris. Was irgend du auf Erden wirst binden, wird zugleich Gebunden seyn, o Petrus, auch in dem ew'gen Reich; Und was du hier wirst lösen, gelöst seyn wird's sofort, Wie Christus hat verheißen, auch in dem Himmel dort; Am Ziel der Tage richtet die Welt dein Richterwort. Dich preisen alle Wesen, o Vater immerdar, Dir, ew'ger Sohn, auch bringen wir Jubelhymnen dar, Auch dir, o heil'ger Tröster, sey Lobgesang geweiht; Zu aller Zeit erschalle, heil'ge Dreifaltigkeit, Dir Preis und Ruhm und Ehre, jetzt und in Ewigkeit. Amen. Ant. Während er der oberste Bischof war, fürchtete er nicht das Irdische, sondern wanderte glorreich zu den himmlischen Reichen. . Dich hat der Herr sich zum Priester auserwählt, R). Um Ihm Lobopfer darzubringen. Gebet. Gott, der Du dem seligen Petrus, deinem Apostel, die Schlüffel des Himmelreichs übergeben und die Gewalt zu binden und zu lösen Feste im Januar. übertragen hast; verleihe, daß wir durch die Hülfe seiner Fürsprache von den Banden unsrer Sünden befreit werden. Der Du lebest und regierest 2c. 483 An demselben Tage geschieht Erinnerung an den h. Apostel Paulus. Ant. Heiliger Apostel Paulus, Prediger der Wahrheit und Lehrer der Völker, bitte für uns zu Gott, der dich erwählet hat. *. Du bist das Gefäß der Auserwählung, heiliger Apostel Paulus, . Der Verkündiger der Wahrheit in der ganzen Welt. Gebet. Gott, der Du die Menge der Völker durch die Predigt des seligen Apostels Paulus belehret hast; verleihe, wir bitten Dich, daß wir, die sein Gedächtniß feiern, seiner Fürsprache bei Dir genießen. Durch unsern Herrn 2c. Den 20. Januar. Sebastianus, Märtyrer. Der h. Sebastian, ein römischer Kriegshauptmann, wurde auf Befehl Diocletians, weil er seinen christlichen Glauben nicht verleugnen wollte, mit Pfeilen durchschossen und blieb für todt liegen. Da er aber durch Got: tes Gnade wunderbar genas, ließ ihn Diocletian mit Nuthen schlagen bis er den Geist aufgab. Er erwarb sich die Marterkrone im J. 276. Als im Jahre 286 Nom von der Pest heimgesucht wurde, ließ der Papst Agathon zu deffen Ehren einen Altar errichten, und alsbald hörte die Seuche auf. Seitdem wird der h. Sebastian gegen alle ansteckende Krankheiten angerufen. Standhaftigkeit im Leiden. Fürchtet den allein, der, nachdem Er getödtet hat, auch Macht hat, euch in die Hölle zu stoßen. Luc. 12, 5. Evang. Matth. 10, 26-28. Darum sollet ihr sie nicht fürchten. Hymnus. Deus tuorum militum. Am Feste eines H. Märtyrers insgemein. Gott, deiner Krieger Ehrenfron', Ihr Erbtheil und ihr ew'ger Lohn; Lob singen wir dem Märt'rer dein, Mach uns von Schuld der Sünde rein. 31* Es 10 484 Feste im Januar. Preis ihm, der von der Lust der Welt, Und was den Sinnen wohlgefällt, Hat abgewandt sein reines Herz, Und seinen Lauf nahm himmelwärts. Die Pein trug er mit Heldenmuth, Mit Freuden gab er hin sein Blut, Jm Tod, in Qualen pries er Dich, Der Du sein Lohn bist ewiglich. In deinem Sieger ehren wir Dich, Fürst der Sieger, für und für; Um seinetwillen blick' mit Huld Auf uns, und mach' uns rein von Schuld. Dem Vater auf dem ew'gen Thron, Und seinem eingebor'nen Sohn, Dem heil'gen Geiste auch geweiht Sey Ehr' und Preis in Ewigkeit. Amen. Ant. Jener Heilige kämpfte für das Gesetz Gottes bis zum Tode, und er fürchtete sich nicht vor den Worten der Gottlosen, denn er war gegründet auf dem Felsen. *. Mit Ruhm und Ehre hast Du ihn gekrönet, o Herr, R. Und Du hast ihn gesetzet über die Werke deiner Hände. Gebet. Allmächtiger Gott, sieh an unsere Schwachheit, und weil die Schulo der eigenen Werke uns beschwert, möge die glorreiche Fürbitte deines seligen Märtyrers Sebastian uns beschüßen. Durch unsern Herrn 2c. Am 21. Januar. Agnes, Jungf. und Märt. Die H. Agnes war zu Nom von vornehmen Eltern geboren. Von dem Sohne des Stadtpräfecten wurde sie im 12. J. ihres Alters zur Ehe begehrt, aber sie schlug ihn aus, weil sie sich dem Lamme vermählt hatte, um im Neigen der Jungfrauen Ihm zu folgen, wobin Es geht. Ihre jungfräuliche Reinigkeit schüßte Gott wider gewaltsame Angriffe auf wunderbare Weise. Zum Feuertode verdammt, blieb sie unversehrt, und die Flammen verzehrten ihre Henker. Dann wurde sie mit dem Schwerte enthauptet, im 13. Jahre Feste im Januar. thres Alters, im 304. nach Sh. G. Nach dem Zeugniß des h. Hieronymus wurde ihr Leben in aller Völker Zungen gepriesen. Liebe zur jungfräulichen Reinigkeit. 17 Alles was man hochschägen mag, ist mit einer keuschen Seele nicht zu vergleichen." Eccl. 26, 20. Evang. Matth. 25, 1-13. Das Himmelreich wird gleich seyn zehn Jungfrauen. Hymnus. Jesu corona Virginum. Am Feste einer h. Jungfrau insgemein. Krone der Jungfrau'n, Jesu Christ, Der Du der Sohn der Jungfrau bist, Die Du gefrönt in Himmelshöh'n, Neig' dich erbarmend unserm Flch'n. Du wandelst mit der Jungfrau'n Chor, Hast Lust am reinen Lilienflor, Schentst, Bräutgam hochgebenedeit, Den Bräuten Lohn der Seligkeit. Wohin Du ziehest, folgen Dir Die Jungfrau'n nach, die für und für Mit süßen Stimmen, hell und rein, Dir Preis und Lobgesänge weih'n. Dich bitten wir demüthiglich, Stärk' unsre Sinne träftiglich, Daß wir jungfräulich rein und klar, Die Sünde meiden immerdar. 485 Lob, Ehr' und Preis erschall' zum Thron Dem Vater und dem ew'gen Sohn, Dem heil'gen Tröster auch geweiht Sey Ruhm und Preis in Ewigkeit. Amen. Ant. Mitten in den Flammen stehend betete die heil. Agnes mit ausgebreiteten Armen zum Herrn: Allmächtiger, Anbetungswürdiger, Verehrungswürdiger, Furchtbarer, Dich preise ich, und rühme deinen Namen in Ewigkeit. 486 Feste im Januar. *. Holdseligkeit ist ausgegossen auf deinen Lippen, R. Darum hat dich Gott gesegnet in Ewigkeit. G Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du die Schwachen in der Welt erwählest, um die Starken zu Schanden zu machen; verleihe gnädig, daß wir, die wir das Fest der H. Jungfrau und Blutzeugin Agnes begehen, ihrer Fürbitte bei Dir genießen. Durch unsern Herrn 2. Den 23. Januar. Mariä Vermählung. Der Heiland wollte von einer vermählten Jungfrau geboren werden, damit durch das Geschlechtsregister Josephs, ihres Bräutigams und Verwandten, die Abstammung Mariä nachgewiesen würde; ferner, damit sie nicht als Ehebrecherin von den Juden gesteinigt würde; dann damit sie auf der Flucht nach Egypten Trost und Stüße fände. Der heilige Märtyrer Ignatius fügt noch als vierten Grund hinzu, damit dem Teufel die Geburt Christi verborgen bliebe, da er glaubte, Christus sey nicht von einer Jungfrau, sondern von einer Ehefrau geboren worden. Hom. des H. Hieronymus, 2. Buch des Comment. zum 1. Cap. Matth. Schonung fremder Ehre. „ Umzäune deine Ohren mit Dornen, und höre nicht was eine böse Zunge redet, mache Thüren und Schlösser an deinen Mund." Eccl. 28, 28. Evang. Matth. 1, 18-21. Als Maria mit Joseph vermählet war. Hymnus. Ave Maris stella. Meerstern, sey gegrüßet, Hohe Mutter Gottes, Und ewiglich Jungfrau, Hehre Himmelspforte. Jenen Gruß entnehmend Aus Gabriels Munde, Frieden uns beschere, Wendend Eva's Name. Lös der Schuld'gen Bande, Licht den Blinden sende, Uebel von uns wende, Jedes Gut uns bringe. Feste im Januar. Zeige dich als Mutter, Durch dich nehm' Gebete, Der für uns wollt dein Eingeborner werden. Jungfrau hochverkläret, Und vor Alle milde, Uns von Schuld gelöset, Milde mach' und reine. Gieb ein heil'ges Leben, Sichern Pfad bereite, Daß wir, Jesum schauend, Sein uns ewig freuen. Preis sey Gott dem Vater, Nuhmi dem hohen Sohne, Und dem heil'gen Geiste, Ehre dem Dreieinen. Amen. 487 Ant. Deine Vermählung, Jungfrau Gottesgebärerin, hat der ganzen Welt Freude verkündigt; denn aus dir ist geboren die Sonne der Gerechtigkeit, Christus, unser Gott, der, den Fluch lösend, den Segen gab, und den Tod vernichtend, uns das ewige Leben schenkte. V. Heute ist die Vermählung der H. Jungfrau Maria, R. Deren glorreiches Leben die ganze Kirche erleuchtet. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, verleihe deinen Dienern die Gabe der himmlischen Gnade; damit uns, denen die Geburt der seligen Jungfrau der Anfang des Heiles war, die andächtige Feier ihrer Vermählung eine Vermehrung des Friedens ertheile. Durch unfern Herrn 2c. Den 25. Januar. Pauli Bekehrung. MR Sh Als die Juden den h. Stephanus steinigten, legten sie ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der Saulus hieß. Dieser Jüngling wüthete gegen die Jünger des Herrn. Auf dem Wege gen Damaskus umleuchtete ihn plößlich ein Licht vom Himmel, und er fiel zur Erden, und eine Stimme sprach: Saulus, was verfolgst du Mich? Er antwortete: Herr, wer bist Du? Ich bin Jesus, den du verfolgst. Er sprach mit Zittern: Herr, was willst Du, das ich thun soll? Und er that was der Herr ihm befahl, und wurde 488 Feste im Januar. der Lehrer der Völker. Ich danke dem," schreibt er an Timotheus( 1. B. 1, 12 ff.) der mich gestärket hat, Jesu Christo unserm Herrn, der mich treu erachtet hat, zum Amte mich bestellend; der ich zuvor ein Lästerer, und Vers folger, und Schmäher war. Mir ist aber Barmherzigkeit von Gott widerfahren, weil ich es unwissend that im Unglauben. Aber die Gnade unseres Herrn, sammt dem Glauben und der Liebe in Christo Jesu, ist an mir desto reicher gewesen. Dem König der Ewigkeit, dem Unwandelbaren, dem Unsichtbaren, dem einigen Gott, sey Ehre und Preis in alle Ewigkeit. Amen." Bewunderung und Anbetung der göttlichen Güte. Die Reichthümer seiner Macht erzeiget Er gegen die Gefäße seiner Barmherzigkeit, die Er zur Herrlichkeit bereitet hat." Nöm. 9. 23. Evang. Matth. 19, 27-29. Siehe wir haben alles verlassen.. Hymnus. Egregie Doctor Paule. Erhab'ner Lehrer, Paulus, erleucht' uns Herz und Sinn, Beuch unsre Seelen aufwärts mit dir gen Himmel hin, Wo Glaube sich in Schauen verklärt, und Sonnen gleich Nur sel'ge Liebe waltet in Gottes ew'gem Reich. Dir, o dreiein'ge Gottheit, und deiner ew'gen Macht, Sey Lobgefang und Ehre anbetend dargebracht, In deines Wesens Einheit, beherrschend weit und breit Die Himmel und den Erdkreis, jetzt und in Ewigkeit. Amen. Ant. Heiliger Apostel Paulus, du Verkündiger der Wahrheit und Lehrer der Völker, bitte für uns bei Gott, der dich erwählet hat. t. Du bist das Gefäß der Auserwählung, heil. Apostel Paulus, R. Der Verfündiger der Wahrheit in der ganzen Welt. Gebet. * Gott, der Du die ganze Welt durch die Predigt des h. Apostels Paulus belehret hast, wir bitten Dich, verleihe uns, daß wir, die wir seine Bekehrung heute feiern, durch sein Beispiel zu Dir gelangen. Durch unsern Herrn 2c. Den 27. Januar. Johannes Chrysostomus, Bischof und Kirchenlehrer. Der H. Johannes wegen seiner großen Wohlredenheit Chrysostomus, Gold Feste im Januar. 489 mund zugenannt, war Bischof von Constantinopel. Durch sein heiliges Leben und sein unerschrockenes Eifern gegen die damalige Sittenverderbniß zog er fich den Haß der Kaiserin Eudoxia zu, und wurde auf ihr Betreiben zweimal in die Verbannung geschickt, wo er unsägliche Drangfale zu erdulden hatte. Durch ein Decret des Papstes Innocent I. wurde er zurückgerufen, starb aber in Armenien, in Folge der Mißhandlungen, die ihm, auf Befehl der Eudoria, seine Wächter zufügten. Die Menge, Frömmigkeit und Schönheit seiner Prebigten und sonstigen Schriften haben ihm den Namen eines Kirchenlehrers erworben. Standhaftigkeit in Verfolgungen. Selig sind, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn ihrer ist das Himmelreich." Matth. 5, 11. Hymnus. Jesu redemptor omnium. Am Feste eines h. Bischofs insgemein. Jesu, der die Welt befreit, Der Hirten Kron' in Ewigkeit, Sieh mild aus deinen sel'gen Höh'n Herab auf deiner Knechte Fleh'n. Den Tag, an dem Du hast verklärt, Herr, deinen Beicht'ger treu bewährt, Deß Leben Dir geheiligt war, Begeht heut deiner Diener Schaar: Der von der Welt und ihrem Tand Hielt sein Gemüthe abgewandt, Der sich des Lohns der Ewigkeit Mit deiner Engel Heer erfreut. Erhör', o Jesu, unser Fleh'n, Auf seinen Pfaden laß' uns geh'n; Neig' feinen Bitten Dich mit Huld, Und mach' uns frei von Sünd und Schuld. Dir, Jesu, König mild und hehr, Dir und dem Vater Preis und Ehr, Dem Geist auch, welcher Trost verleiht, Jetzt und in alle Ewigkeit. Amen. Feste im Februar. Ant. bester Lehrer, du Licht der h. Kirche, heiliger Johannes Chrysostomus, du Liebhaber des göttlichen Gesetzes, bitte für uns zum Sohne Gottes. 490 v. Den Gerechten führte der Herr auf geraden Pfaden, R. Und Er zeigte ihm das Neich Gottes. Gebet. O Herr, wir bitten Dich, laß durch deine himmlische Gnade deine Kirche sich ausbreifen, welche Du durch die glorwürdigen Verdienste und Lehren deines h. Bekenners und Bischofs Johannes Chrysostomus erleuchtet hast. Durch unsern Herrn 2c. Feste im Februar. Den 2. Februar. Mariä Reinigung. Am 40. Tage nach ihrer jungfräulichen Geburt, brachte Maria, dem Gesege gemäß, dem sie nicht unterworfen war, ihren göttlichen Sohn nach Jerufalem, und opferte Ihn auf im Tempel. Der Greis Simeon weissagte ihr, daß das Schwerdt des Schmerzes ihre Seele durchdringen werde. Aufopferung seiner selbst. Laß uns, o Herr, in zerknirschtem Herzen und im Geiste der Demuth aufgenommen werden." Dan. 3, 39. Evang. Luc. 2, 22-32. Sie brachten Ihn nach Jerusalem. Hymnus. Meerstern, sey gegrüßet 2c. wie S. 486. Ant. Heute hat die selige Jungfrau Maria das Kind Jesus im Tempel aufgeopfert, und Simeon, vom h. Geiste erfüllt, nahm es auf seine Arme, und lobte Gott in Ewigkeit. y. Die Antwort erhielt Simeon vom h. Geiste, R). Er werde den Tod nicht sehen, bis er Christum den Herrn gesehen habe. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, wir flehen demüthig zu deiner Majestät; wie dein eingeborner Sohn am heutigen Tage in unserm Fefte im Februar. 491 Fleische in Tempel aufgeopfert worden, so laß auch uns mit reinem Herzen Dir aufgeopfert seyn. Durch unsern Herrn 2c. Den 3. Februar. Blasius, Bischof und Märtyrer. Der H. Blasius, Bischof von Sebaste in Armenien, flüchtete sich vor den Verfolgungen Diocletians in eine Höhle, wo er ein strenges Bußleben führte, bis ihn römische Soldaten entdeckten und ins Gefängniß warfen. Auf den Ruf seiner Heiligkeit eilten viele Kranke zu ihm, und genasen durch sein Gebet, unter diesen ein Knabe, dem ein Dorn quer im Halse steckte, und dem die Aerzte keine Heilung verschaffen konnten. Blasius wurde wegen seiner Standhaftigkeit im Glauben, nach mehreren grausamen Martern, mit dem Schwerte enthauptet. Bußeifer. 12 E3 sey denn daß ihr Buße thut, sonst werdet ihr alle gleicher Weise umkommen." Luc. 13, 3. Hymnus. Gott, deiner Krieger Ehrenfron', 2c. wie S. 483. Ant. Jener Heilige 2c. mit v. und R. wie S. 484. Gebet, Gott, der Du uns durch die jährliche Feier deines seligen Martyrers und Bischofs Blasius beglückest; verleihe gnädig, daß wir uns des Schutzes desjenigen erfreuen, dessen Geburtsfest wir feiern. Durch unsern Herrn 2c. Den 9. Februar. Apollonia, Jungfrau und Märt. Die h. Apollonia, cine Jungfrau aus Alexandrien, ließ sich für ihren Glauben alle Zähne ausschlagen, sprang auf Antrieb des H. Geistes in den ihr bereiteten Scheiterhaufen, und wollte lieber Gott dem Herrn zum Brandopfer werden, als den Gößenbildern Opfer bringen. Ihre Marter fällt in das J. 252, unter dem Kaiser Decius. Brennende Liebe zu Gott. " Die Liebe ist stark wie der Tod." Hoh. Lied 8, 6. Evang. Matth. 25, 1-13. Das Himmelreich wird gleich seyn zehn Jungfrauen. Hymnus. Krone der Jungfrau'n 2c. wie S. 485. 492 Feste im Februar. Ant. Komme, du Braut Christi, empfange die Krone, die dir der Herr bereitet hat in Ewigkeit. *. Holdseligkeit, 2c. wie S. 486 nebst dem Gebete. Den 24. Februar. Matthias, Apostel. Der h. Matthias wurde an Judas des Verräthers Stelle von den Aposteln gewählt. In Judäa und Aethiopien predigte er das Evangelium, und besiegelte seinen Glauben durch den Martertod. Unter Nero's Regierung wurde er gesteinigt und mit dem Beil enthauptet, 33 Jahre nach Christi Tod. Ergebung in den göttlichen Willen. Die Loose werden in den Schooß geworfen; aber vom Herrn werden fie ausgetheilet." Sprichw. 16, 33. In deinen Händen, o Gott, ist mein Loos." P₁. 30, 16. H Evang. Matth. 11, 25-30. Jch preise Dich, Vater, weil Du diese Dinge den Weisen verborgen hast. Hymnus. Exultet orbis gaudiis. Am Feste eines h. Apostels insgemein. Frohlock' und jauchz', o Erdenkreis, Im Himmel schalle Lob und Preis; Da der Apostel Herrlichkeit Das weite Weltenall erfreut. Der Völker Richter hochverehrt, Als Lichter aller Welt verklärt, Blickt huldvoll aus den sel'gen Höh'n Herab auf eurer Diener Fleh'n. Die ihr verschließt des Himmels Pfort', Und öffnet auch durch euer Wort, Fleht, daß der Herr der Gnad' und Huld Uns spreche frei von Sünd und Schuld. Krankheit und Siechthum wich alsbald Vor eures hehren Worts Gewalt; Erbarmt der franken Seelen euch, Heilt sie, an Tugend macht uns reich. Daß, wann der Richter aller Welt Am jüngsten Tag das Urtheil fällt, Feste im Februar. Sein Spruch uns rufe mildiglich Bu seinen Sel'gen ewiglich. Dem Vater auf dem Himmelsthron, Und, mit dem Geist, dem ew'gen Sohn, Gleichwie Er seyn wird, ist, und war, Lob, Preis, und Ehre immerdar. Amen. Ant. Sie werden euch überantworten in den Versammlungen, und in ihren Synagogen werden sie euch geißeln; man wird euch vor Könige und Landpfleger führen um meinetwillen, zum Beugniß ihnen und den Heiden. *. Ihr Schall ist ausgegangen in alle Lande, R. Und ihre Worte bis zu den Grenzen des Erdkreises. Gebet. 493 Gott, der Du den h. Matthias der Schaar deiner Apostel beigesellet hast; wir bitten Dich, verleihe, daß wir durch seine Fürbitte die Innigkeit deiner väterlichen Liebe zu uns allzeit empfinden. Durch unsern Herrn 2c. Feste im März. Den 7. März. Thomas von Aquin, Beichtiger. Der H. Thomas, Sohn des Grafen Landulph von Aquin, widmete sich schon als fünfjähriges Kind stundenlang dem Gebete. Nachdem er als Jüngling in den Predigerorden getreten, versuchten seine weltlich gesinnten Verwandten, durch Drohungen, und sogar durch die Neize cines leichtfertigen Weibes, ihn von seinem Entschlusse abzubringen. Aber er bestand siegreich den Kampf mit der Welt und dem Fleische, und als er knieend vor einem Grucifixe in Schlaf gefallen, erschienen ihm Engel, die seine Lenden umgürteten, und seitdem war er frei von allen sinnlichen Regungen. Seine theologischen Etudien vollendete er zu Köln, unter Albert dem Großen. Seine vielen, mit Himmlischer Weisheit erfüllten Schriften haben ihm den Namen des Englischen Lehrers erworben. Ueberaus groß war seine Andacht zum allerheiligsten Sacramente. Er starb im Rufe der Heiligkeit im J. 1274, im 50. seines Alters. Papst Johannes XXII. hat ihn unter die Zahl der Heiligen versetzt. Liebe und Andacht zum hochwürdigsten Sacramente. " Ich bin das lebendige Brod, das vom Himmel herabgekommen ist; wer von diesem Brode essen wird, der wird leben in Ewigkeit." Joh. 6, 51-52. Evang. Matth. 5, 13-16. Jhr seyd das Salz der Erde. Feste im März. Hymnus. Der Beicht'ger Christi 2c. wie S. 480. Ant. O bester Lehrer, du Licht der h. Kirche, seliger Thomas, Liebhaber des göttlichen Gesetzes, bitte für uns zum Sohne Gottes. v. Den Gerechten führte der Herr ic. wie S. 490. Gebet. 494 Gott, der Du deine Kirche durch die wunderbare Wissenschaft des h. Thomas erleuchtest, und durch seine heilige Wirksamkeit befruchtest; gieb uns, wir bitten Dich, daß wir, was er gelehrt, mit dem Verstande begreifen, und was er gethan, in der Nachahmung erfüllen. Durch unsern Herrn 2c. Den 12. März. Gregorius der Große, Papst, Beichtiger und Kirchenlehrer. Der h. Gregorius war der Sohn eines römischen Senators. Täglich fpeiste er die Armen und Fremden und wurde gewürdigt unter diesen einmal den Heiland selbst zu bewirthen. Um der päpstlichen Würde auszuweichen, hielt er fich lange verborgen, bis er durch ein Zeichen vom Himmel entdeckt wurde. Die Kirche hat er durch seine Schriften und Tugenden erleuchtet, durch feine Weisheit und Kraft befestigt, und viele Keßereien überwunden. England hat er durch seine Glaubensboten zum Christenthume bekehrt. Während er schrieb, sah Petrus Diaconus öfters den h. Geist in Gestalt einer Taube über feinem Haupte schweben. Durch viele Wunderthaten berühmt, starb er im 13. Jahre seines Pontificats, nach Christi Geburt im 604. Demuth. Je größer du bist, desto mehr demüthige dich in allen Dingen, so wirst du vor Gott Gnade finden." Eccl. 3, 20. Evang. Matth. 5, 13-16. Jhr seyd das Salz der Erde. Hymnus. Jesu, der die Welt befreit 2c. wie S. 489 mit der Ant. und dem ý. Gebet. Gott, der Du der Seele deines Dieners Gregorius den Lohn der ewigen Seligkeit ertheilet hast; verleihe gnädig, daß wir, die wir von der Last unserer Sünden gedrückt werden, durch seine Fürbitte bei Dir Erleichterung finden mögen. Durch unsern Herrn 2. Feste im März. Den 17. März. Gertrudis, Jungfrau. Die H. Gertrudis war die Tochter Pipin3 von Landen. Im zarten Alter von 12 Jahren gelobte sie ihrem himmlischen Bräutigam beständige Jungfräulichkeit. Nach ihres Vaters Tode baute sie mit ihrer Mutter, der gottseligen Ida, ein Kloster, nicht weit von Brüssel, und stand demselben vor als Abtissin. Die Stunde ihres Todes wurde ihr von Christus offenbart. Sie starb wohl bereitet, 33 Jahre alt, um 668, und wurde nach ihrer Vorschrift, ohne Gepränge in ihrem härenen Gewande begraben. 495 Vorbereitung auf einen seligen Tod. Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand, und die Pein des Todes wird sie nicht berühren." V. d. Weisheit 3, 1. Evang. Von den 10 Jungfrauen. Matth. 25, 1— 13. Gebet um ein seliges Ende. Oh. Jungfrau Gertrudis, die du von Christo für deine ihm bewiesene Treue gewürdigt worden, die Stunde deines Hinscheidens zu erfahren, damit du desto festlicher geschmücket deinem himmlischen Bräutigam entgegenziehen konntest; bitte für uns zu Gott, daß auch wir nicht ohne gehörige Vorbereitung, und mit den H. H. Sacramenten gestärkt, aus diesem Leben abgerufen werden. Amen. Den 18. März. Gabriel, Erzengel. Erzengel werden unter den seligen Geistern diejenigen genannt, welche das Höchste verkündigen. Daher wurde zur Verkündigung der Menschwerdung Christi nicht irgend ein Engel, sondern der Erzengel Gabriel an die h. Jungfrau gesandt. Gabriel aber heißt die Kraft Gottes, denn durch die Kraft Gottes sollte Derjenige verkündigt werden, der als der Herr der Kräfte und der Mächtige im Streite kam, um die höllischen Gewalten zu besiegen. Verlangen nach Gott und seinen Erbarmungen. " Der Engel Gabriel sprach zu Daniel: Ich bin ausgegangen dich zu unterrichten, denn du bist ein Mann des Verlangens." Da= niel 9, 22 ff. Evang. Luc. 1, 26-38. Der Engel Gabriel wurde von Gott gesandt. Hymnus. Christe, sanctorum decus angelorum. O Christe, dem der Engel Preis ertönet, Der Menschheit Herr, der uns mit Gott versöhnet, 496 Feste im März. Schenk' uns, im Himmel mit der Sel'gen Chören Dein Lob zu mehren. Die Stärke Gottes, Gabriel, verscheuche Der Feinde Grimm: zu unsern Tempeln neige Er sich voll Huld, die seinen Sieg verkünden In ird'schen Gründen. O Jungfrau, die das Licht gebar, du hehre Fürstin des Friedens, und ihr Engelschöre, Mit aller Sel'gen Schaar, steht uns zur Seiten Bu allen Zeiten. Schenk', ew'ge Gottheit, aus den lichten Höhen Gewährung, o Dreiein'ger, unserm Flehen, Deß Ehre preisen mit vereintem Schalle Die Welten alle. Amen. Ant. Der Erzengel Gabriel sprach zu Maria: Bei Gott wird kein Ding unmöglich seyn. Maria aber sprach: Sieh, ich bin die Dienstmagd des Herrn, mir geschehe nach deinem Worte. Und der Engel schied von ihr. *. Im Angesichte der Engel will ich Dir lobsingen, mein Gott; R. Ich will anbeten bei deinem heiligen Tempel, und deinen Namen preisen. Gebet. Gott, der Du unter den übrigen Engeln, zur Verfündung des Geheimnisses der Menschwerdung den Erzengel Gabriel auserforen hast; verleihe gnädig, daß wir, die wir sein Fest auf Erden feiern, seines Beistandes im Himmel genießen. Der Du lebest und regierest Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Den 19. März. Joseph, Beichtiger. Der H. Joseph war, wie das Evangelium sagt, der Mann Mariä, von welcher geboren ist Jesus, der genannt wird Christus. Und in diesem cinen Worte sind alle Lobsprüche desselben vereinigt. Treue gegen Gott. Ein getreuer Mann wird sehr gerühmet werden, Sprich. 28, 20, und wer seines Herrn Hüter ist, der wird geehret werden." Das. 27, 18. Feste im März. 497 Evang. Matth. 1, 18-28. Als Maria, die Mutter Jesu, mit Joseph vermählet war. Hymnus. Te Joseph celebrent agmina coelitum. Dich Joseph, feiern preisend der Himmelsbürger Chöre, Die Christenschaaren alle lobsingen deiner Ehre; Dich an Verdiensten Reichen, der Magd, die Gott erwählet, In keuschem Bund vermählet. Dir, als die Frucht des Geistes ihr reiner Schooß umhüllte, Löst Engels Mund den Zweifel, der dir das Herz erfüllte; Spricht: wiss', es ist das Knäblein,- verscheuche Furcht und Bangen! Vom heil'gen Geist empfangen. Du pflegst des Neugebornen, des Herrn, in allen Treuen, Läßt zum Aegyptenlande die Flucht dich nicht gereuen, Du suchest den Verlornen, der Sich im Tempel finden Läßt und die Angst entschwinden. Woht schmückt, nach sel'gem Tode, des ew'gen Lebens Krone Die Andern, und die Palme wird treuem Kampf zum Lohne; Du schon im Leben schauest, den Engeln gleich, entzücket, Den Herrn an, hochbeglücket. Hör', o dreiein'ge Gottheit, erbarmend unser Flehen, Nimm uns um Josephs willen auf zu den sel'gen Höhen, Daß wir, mit deinen Heil'gen und aller Engel Chören, Dein ew'ges Lob vermehren. Amen. Ant. Sich ein getreuer und kluger Knecht, den der Herr bestellt hat über sein Haus. . Ehre und Reichthum ist in seinem Hause, R. Und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, daß uns durch die Verdienste ic. wie S. 341. Den 20. März. Joachim, Beichtiger. Siehe S. 368. 32 Feste im März. Den 21. März. Benedictus, Abt. Der h. Benedict wurde geboren in der Gegend von Murcia um das Jahr 480. Zu Rom widmete er sich den Studien, aber sein Glaubenseifer trieb ihn bald in die Einöde, wo er nur von einem Mönche, der sein Brod mit ihm theilte, gekannt, das strengste Leben führte. Einst vom Teufel mit unkeuschen Begierden geplagt, wälzte er seinen Leib so lange in Dornen, bis die Versuchung überwunden war. Als ihm von Mönchen, die ihn gegen seinen Willen zu ihrem Abte gemacht hatten und dann seine Strenge nicht ertragen konnten, Gift gereicht wurde, bezeichnete er das Gefäß mit dem H. Kreuzzeichen, und es zersprang. Später erbaute er 12 Klöster, unter andern das berühmte auf dem Monte Cassino. Die Gabe der Weissagung besaß er in hohem Grade. Er starb im J. 543. Seine Seele sah man in glänzendem Gewande gen Himmel fahren. 498 Eifriges Verharren in der Gottesfurcht. Halte dich in seiner Furcht, und verharre darin bis in's Alter." Eccl. 2, 6. Evang. Matth. 19, 27-29. Siehe, wir haben alles verlassen. Hymnus. Der Beicht'ger Christi 2c., mit der Ant., dem. und dem Gebete wie S. 480. Den 25. März. Mariä Verkündigung. An dem heutigen Tage ist das Wort Fleisch geworden und hat unter uns gewohnet. Am heutigen Tage wird zuerst aus des Engels Munde die frohe Botschaft gehört: Der heilige Geist wird über dich kommen. Die Jungfrau nahm die Botschaft an, und glaubte dem Worte und erwiederte in Demuth: Sieh, ich bin die Dienstmagd des Herrn; mir geschehe nach deinem Worte. Die Magd des Herrn nennt sich diejenige, die außerkoren worden die Mutter des Herrn zu seyn. Demuth. „ Sieh, ich bin die Magd des Herrn." Luc. 1, 38. Evang. Luc. 1, 26-38. Der Engel Gabriel ward gesandt. Hymnus. Meerstern, sey gegrüßet 2c. wie S. 486. Ant. Der Engel Gabriel redete zu Maria und sprach: Sey gegrüßt, du Gnadenvolle; der Herr ist mit dir; du bist gebenedeit unter den Weibern. Feste im April. . Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, R. Und sie empfing vom h. Geiste. 499 Gebet. Gott, der Du gewollt hast, daß dein Wort auf die Botschaft des Engels aus dem Schooße der seligsten Jungfrau Maria Fleisch annahme; verleihe unserm demüthigen Flehen, daß uns, die wir glauben daß sie wahrhaft Gottes Gebärerin ist, durch ihre Fürbitte bei Dir geholfen werde. Durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. Feste im April. Den 11. April. Leo, Papst und Beichtiger. Als Attila, die Geißel Gottes, Italien mit Feuer und Schwerdt verwüstete und sich schon Rom's Mauern näherte, ging ihm Papst Leo der Große entgegen, um ihn zum Rückzuge zu bewegen. Zur Seite des Papstes sah der Hunnenkönig einen Priester, der ihm gezückten Schwertes den Tod drohte, wenn er der Ermahnung nicht Folge leiste. Attila gehorchte und Leo rettete Rom. Gegen die Nestorianer und Eutychianer hielt Leo das Concilium zu Chalcedon. An Weisheit, Beredtsamkeit und Heiligkeit überstrahlte er alle Zeitgenossen. Die Nachwelt nannte ihn den Großen, die Kirche verehrt ihn als Heiligen. Nachdem der Statthalter Christi die streitende Kirche zwanzig Jahre lang regiert hatte, wurde er in die triumphirende aufgenommen im J. Chr. 461. Unerschrockenheit im Dienste Gottes. Fürchtet euch nicht vor denen die den Leib tödten, die Seele aber nicht tödten können, sondern fürchtet vielmehr den der beide, Seele und Leib, in die Hölle stürzen kann." Matth. 10, 28. Evang. Matth. 16, 13-19. Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will Ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Hymnus. Der Beicht'ger Christi c. wie S. 480. Ant. Als er der oberste Priester war, fürchtete er nicht das Irdische, sondern wanderte glorreich zu den himmlischen Reichen. *. Den Gerechten führte 2c. wie S. 490. 32* Feste im April. Gebet. Erhöre, wir bitten Dich, o Herr, unsere Gebete, die wir Dir am Feste deines Beichtigers und Papstes, des seligen Leo, darbringen, und da er gewürdigt worden, Dir würdig zu dienen, erlöse uns durch die Vermittelung seiner Verdienste von allen Sünden. Durch unsern Herrn 2c. 500 Den 25. April. Marcus, Evangelist. Der h. Marcus, einer von den zwei und siebenzig Jüngern des Heilandes, schrieb das Evangelium, wie er es von Petrus überkommen hatte Er selbst predigte es in Egypten, und als er in Alexandrien am Ostertage das unblutige Opfer des neuen Bundes verrichtete, wurde er von den Heiden ergriffen und so lange durch die Stadt geschleift, bis er nach dem Vorbilde seines Herrn und Meisters Gott zum blutigen Opfer wurde. Sein Marterthum erlitt er um das J. 64 n. Chr. Liebe zur Lehre des h. Evangeliums. So wir mit Ihm leiden, werden wir auch mit Ihm herrschen: so wir Ihn aber verleugnen, wird Er auch uns verleugnen." 2. Timoth. 2, 12. Evang. Luc. 10, 1-9. Der Herr bestimmte auch andere Jünger. Am Feste eines h. Apostels insgemein zur österlichen Zeit. Tristes erant Apostoli. Um Christi Tod von bitterm Schmerz Erfüllt war der Apostel Herz, Den grausamlich, in frevlem Muth, Gewürgt hat frecher Knechte Wuth. Den heil'gen Frau'n, in früher Stund', Erscholl das Wort aus Engels Mund: Bald zeigt der Herr von Angesicht Sich seinen Gläub'gen, zaget nicht. Schnell flieh'n sie zu den Eilfen fort, Zu künd'gen das vernommne Wort: Da, auf dem Wege, schimmernd sehn Sie sich den Herrn entgegen gehn. Nach Galiläa's Bergen zieh'n Drauf die Apostel eilig hin; Feste im April. Wo sie den Herrn umstrahlt von Licht, Nach Wunsche schau'n von Angesicht. Daß sich die Herzen ewig dein Und deiner Osterwonnen freu'n, Schenk' uns, vom Sündentod befreit, Bu leben, Herr, in Dir erneut. Preis sei dem Vater, unserm Gott, Dem Sieger auch von Grab und Tod, Dem Sohn, und Jhm, der Trost verleiht, Dem heil'gen Geist, in Ewigkeit. Amen. Ant. Ihr Heiligen und Gerechten, freuet euch im Herrn, Alleluja; euch hat Gott sich zum Erbtheil erwählet, Alleluja. . Rostbar ist vor dem Angesichte des Herrn, Alleluja. R. Der Tod seiner Heiligen. Alleluja. 501 Gebet. Gott, der Du den seligen Marcus, deinen Evangelisten, zur Würde des evangelischen Predigtamtes erhoben hast; wir bitten Dich, verleihe uns, daß wir durch seine Lehre allezeit voranschreiten und durch sein Gebet beschützt werden. Durch unsern Herrn 2c. Feste im Mai. Den 1. Mai. Philippus und Jacobus. Der h. Philippus war einer aus den zwölf Aposteln, die zuerst vom Herrn berufen worden. Er bekehrte Skythien und wurde zu Hieropolis, einer Stadt Phrygiens, für den Glauben an's Kreuz geschlagen und mit Steinen getödtet, i. J. 54 n. Chr. Sein Leib wurde später nach Rom gebracht, und zugleich mit dem des H. Jacobus in der Kirche der zwölf Apostel beigesetzt. Der H. Jacobus der Jüngere, mit dem Beinamen der Gerechte, auch der Bruder des Herrn genannt, weil er nahe mit demselben verwandt war, ent= hielt sich von Jugend auf des Weines und der Fleischspeisen, und ihm allein war es erlaubt, das Allerheiligste zu betreten. Auf seinen Knieen war vom beständigen Gebete seine Haut wie eine Kameelhaut geworden. Nach der Sendung des H. Geistes wählten die Apostel ihn zum Bischofe von Jerusalem. So groß war die Heiligkeit seines Lebens, daß die Menschen wetteiferten, den Saum seines Gewandes zu berühren. Im 96. Jahre seines Alters wurde er, unter der Verfolgung des Nero, für den Glauben gesteinigt, dann von der 502 Feste im Mai. Zinne des Tempels hinabgestürzt, und, während er für seine Mörder betete, mit einer Walkerstange erschlagen im 63. J. n. Chr. Liebe zu den apostolischen Tugenden. " Ihr seyd Hausgenossen Gottes, erbaut auf dem Grunde der Apostel." Ephef. 2, 20. Evang. Joh. 14, 1-13. Euer Herz werde nicht verstört. Hymnus. Um Christi Tod 2c. wie S. 500. Ant. Wenn ihr in Mir bleibet, und meine Worte in euch bletben, so werdet ihr alles erhalten, um was ihr bitten werdet. Alleluja, Alleluja, Alleluja. . Kostbar ist im Angesichte des Herrn. Alleluja. R. Der Tod seiner Heiligen Alleluja. Gebet. Gott, der Du uns durch das jährliche Fest deiner Apostel Philippus und Jacobus beglückest; verleihe, wir bitten Dich, daß wir, wie wir ihrer Verdienste uns erfreuen, durch ihr Beiſpiel unterwiesen werden. Durch unsern Herrn 2c. Den 3. mai. Kreuzerfindung. Nachdem der Kaiser Constantin über seinen Gegner Marentius unter dem Zeichen des Kreuzes, das ihm am Himmel erschien, einen glänzenden Sieg erfochten, begab sich die H. Helena, Constantin's Mutter, nach Jerusalem, um das H. Kreuz, woran der Herr den bösen Feind überwunden, aufzusuchen. Nach Zerstörung der Gözenbilder, womit die Heiden die Stätten unserer Erlösung geschändet hatten, fand sie drei Kreuze in der Erde vergraben. Um das Wahre zu erkennen, mußte auf den Rath des Bischofs Macarius ein schwer erkranktes Weib dieselben anrühren, und als sie das wahre berührte, genas fie auf der Stelle. Helena erbaute eine prachtvolle Kirche, worin sie einen Theil des H. Kreuzes zur Verehrung ausstellte. Ein Theil wurde dem Kaiser Constantin geschenkt und von diesem nach Rom in die Kirche des h. Kreuzes gebracht. Liebe und Verehrung des H. Kreuzes. Ferne sey von mir daß ich mich rühme, denn allein im Kreuze unseres Herrn Jesu Christi." Gal. 6, 14. " 1 Evang. Joh. 3, 1-15. Nifodemus kommt zu Jesus. Feste im Mai. Hymnus. Des Königs Banner 2c. wie S. 445. Anmerk. Die sechste Strophe lautet bei diesem Feste: Kreuz, unsre Hoffnung allezeit, Das Osterwonnen uns verleiht, u. s. w. Ant. Am H. Kreuze starb, der die Gewalt der Hölle brach, umgürtet mit Macht, und auferstand am dritten Tage. Alleluja. . Dieses Zeichen des Kreuzes wird am Himmel erscheinen R. Wann der Herr kommen wird zum Gerichte. Alleluja. Gebet. 503 Gott, der Du in der glorreichen Auffindung des heilbringenden Kreuzes die Wunder deines Leidens wieder erwecket hast; verleihe, daß wir durch den Werth des lebendigmachenden Holzes die Hülfsmittel zum ewigen Leben erlangen. Durch unsern Herrn 2c. Den 4. Mai. Monica, Wittwe. Die H. Monica, Mutter des H. Augustinus, war ein Muster der Mäßigkeit, Frömmigkeit und Reinheit. Ihren heftigen, leidenschaftlichen Mann, Patritius, der noch Heide war, brachte sie durch Liebe, Sanftmuth und Unterwürfigkeit von seinen Ausschweifungen zurück, und hatte den Trost, ihn als Christ sterben zu sehen. Im Wittwenstande pflog sie anhaltend des Gebetes und der Werke der Nächstenliebe. Ihren Sohn gebar sie zweimal, zuerst der Erde, dann, unter Gebet und Angst und Thränen, dem Himmel. Als sie mit ihm, den der H. Ambrosius zu Mailand vollends von der argen Keßerei der Manichäer zur katholischen Wahrheit bekehrt und getauft hatte, nach Afrika heimkehren wollte, erkrankte sie zu Ostia, und starb im J. 389, ihres Alters im 56. Zucht und Gingezogenheit. 11 Ein verständiges Weib, das schweigen kann, und eine wohl erzogene Seele, ist um kein Ding zu verlassen. Ein heiliges und züchtiges Weib ist Gnade über Gnade. Alles was man hochschäßen mag, ist mit einer keuschen Seele nicht zu vergleichen." Eccl. 26, 18 ff. Evang. Luc. 7, 11-16. Jesus ging in eine Stadt Namens Naim. Hymnus. Fortem virili pectore. Am Feste einer h. Frau insgemein. Dem starken Weib mit Mannesbrust Lobsingen wir mit hoher Luſt, 504 Feste im Mai. Die mit dem Glanz der Heiligkeit Die ganze Kirche hoch erfreut. Die von der heil'gen Liebe wund Der Welt entsagt' und ihrem Bund, Preis ihr, die sich auf steiler Bahn Zu Himmelshöhen rang hinan. Mit Fasten sie das Fleisch bezwang, In brünstigem Gebet erschwang Sich aus dem Thränenthal ihr Herz Zum Herrn der Herren himmelwärts. Der Starken Kraft, Herr, der allein Zu allem Großen schenkt Gedeih'n, Für uns bringt sie ihr Fleh'n Dir dar; Erbarm Dich deiner Knechte Schaar. Dem Vater auf dem ew'gen Thron, Und seinem eingebor'nen Sohn, Dem heil'gen Geist auch sey geweiht Ruhm, Ehr' und Preis in Ewigkeit. Amen. Ant. Ihre Hand hat sie dem Dürftigen aufgethan, und ihre offenen Hände gegen den Armen ausgestrecket, und hat ihr Brod nicht in Müßiggang gegessen. *. Holdseligkeit ist ausgegossen auf deinen Lippen; B. Darum hat dich der Herr gesegnet in Ewigkeit. Gebet. Gott, Du Tröster der Betrübten und Heil aller auf Dich Hoffenden, der Du die frommen Thränen der seligen Monica zur Bekehrung ihres Sohnes Augustinus barmherzig aufgenommen; verleihe durch beider Fürbitte, daß wir unsere Sünden beweinen und von deiner Gnade Verzeihung erlangen. Durch unsern Herrn. Den 6. Mai. Johannes, Evangelist, vor dem lateinischen Thore. Der H. Johannes, der Lieblingsjünger Christi, leerte den Kelch des Mar terthums, den der Heiland ihm geweifsagt hatte.( Matth. 20.) Auf Befehl Domitians wurde er von Ephesus, wo er das Evangelium predigte, nach Rom gebracht und vor dem lateinischen Thore in einen Kessel siedenden Deles ge Feste im Mai. 505 worfen. Aber das Del verbrannte die Henker, und der Heilige blieb unversehrt. Er wurde darauf von Domitian auf die Insel Pathmos verwiesen, wo er seine geheime Offenbarung schrieb. Bereitwilligkeit für den Glauben zu leiden. H Wenn ihr aber etwas leidet um der Gerechtigkeit willen, so seyd ihr selig." 1 Petr. 3, 14. Evang. Matth. 20, 20-23. Da trat zu ihm die Mutter der Kinder Zebedai. Hymnus. Um Christi Tod 2c. wie S. 500. Ant. Der selige Apostel Johannes wurde in einen Kessel fiedenden Deles geworfen, und unter dem Schuße der göttlichen Gnade ging er unversehrt hervor. Alleluja. . Kostbar ist 2c. wie S. 501. Gebet. Gott, der Du siehst, daß unsere Ulebel uns von allen Seiten bedrängen; verleihe, wir bitten Dich, daß wir durch die glorreiche Fürbitte deines seligen Apostels und Evangelisten Johannes beschüßet werden. Durch unsern Herrn 2c. Den 8. Mai. Erscheinung des h. Erzengels Michael. Daß der h. Erzengel Michael den Menschen öfters erschienen sey, beweist das Wort der H. Schrift und die alte Ueberlieferung der Heiligen. Ihn verehrt die Kirche Gottes als ihren Schüßer und Fürbitter, und hat den heutigen Tag dem feierlichen Andenken seiner Erscheinung auf dem Berge Gargano geweiht. Eifer im Lobe und Dienste Gottes. " Tausend mal tausend dieneten ihm, und zehntausend mal hunderttausend standen vor ihm." Dan. 7, 10. Evang. Matth. 18, 1-11. Die Jünger traten zu Jesu und sprachen: Wer ist der Größte im Himmelreich. Hymnus. Te splendor et virtus patris. ODu, des Vaters Kraft und Licht, Der Herzen Wonn' und Zuversicht, 506 Feste im Mai. Wir mit den Engeln preisen Dich, Die hang'n an deinem Angesicht. In Schaaren, zahllos, dicht und hehr, Folgt dir zum Kampf das heil'ge Heer; Hoch mit dem Kreuzpanier voran Schwebt Michael auf Siegesbahn. Er brach des Drachen grimme Macht, Und stürzt' ihn in des Abgrunds Nacht, Berschmettert mit des Blizes Strahl Den Führer und sein Heer zumal. Er, wie uns Feindeswuth umbräut, Sey Führer uns im harten Streit, Daß uns als Siegslohn werd' zu Theil Vom Thron des Lamms das ew'ge Heil. Dem Vater auf dem Himmelsthron, Und, mit dem Geist, dem ew'gen Sohn, Gleichwie Er sein wird, ist und war, Lob, Preis und Ehre immerdar. Amen. Ant. Glorreichster Fürst, Erzengel Michael, sey unser eingedenk, und bitte hier und überall und immerdar für uns zum Sohne Gottes. Alleluja, Alleluja. . Im Angesichte der Engel will ich Dir lobsingen, mein Gott; Alleluja. R. Ich will anbeten bei deinem heil. Tempel und deinen Namen preisen. Alleluja. Gebet. wunderbarer Ordnung 2c. wie S. 235. O Gott, der Du in Den 16. Mai. Philippus Neri, Beichtiger. Der H. Philippus Neri, zu Florenz von frommen Eltern geboren, gab schon in früher Jugend Beweise seiner künftigen Heiligkeit. So groß war seine Enthaltsamkeit, daß er oft drei Tage nüchtern im Wachen und Beten verharrte. Als er aus Gehorsam Priester geworden, widmete er sich ganz der Seelsorge, und um sich Gehülfen in seinem Amte zu verschaffen, stiftete er den Orden der Oratorianer. Sein Herz entbrannte also in Liebesgluth zu Gott, daß es sich weit über das gewöhnliche Maaß hinaus erweiterte, und nach seinem Tode fand man zwei Rippen an der linken Seite von innen nach Feste im Juni. 507 außen gebrochen und erhöht; sie hatten dem Herzen Raum geben müssen. Die Armen und Dürftigen pflegte er wie seine Kinder. Defters erschien er Abwesenden hülfebringend; er erweckte einen Todten, und hatte mehrmals Erscheinungen der himmlischen Geister und der H. Jungfrau. Er starb zur Stunde, die er vorhergesagt, als achtzigjähriger Greis, im J. 1595. Papst Gregor XIII. versette ihn, nachdem viele Wunder an seinem Grabe geschehen, unter die Heiligen. Eifer für eigenes und anderer Seelenheil. „ Arbeite wie ein guter Kriegsmann Christi Jesu." 2. Timoth. 2, 3. Evang. Luc. 12, 35-40. Gure Lenden seyen umgürtet. Hymnus. Der Beicht'ger Christi zc. wie S. 480. Ant. Der Herr liebte ihn, und schmückte ihn, und bekleidete ihn mit dem Gewande des Ruhmes, und frönte ihn an den Pforten des Paradieſes. *. Den Gerechten führte der Herr auf geraden Pfaden, R. Und zeigte ihm das Reich Gottes. Gebet. Gott, der Du deinen Beichtiger, den seligen Philippus, zum Ruhme deiner Heiligen erhöhet hast; verleihe gnädig, daß wir, die wir uns seines Festes erfreuen, durch das Beispiel seiner Tugenden im Guten voranschreiten. Durch unsern Herrn 2c. Feste im Juni. Den 6. Juni. Norbert, Bischof und Beichtiger. Der H. Norbert, von vornehmen Eltern zu Xanten um das Jahr 1085 geboren, führte nach vollbrachten Studien, am Hofe des Kaisers, ein ehrgeiziges Leben. Eines Tages wurde er von einem Blizstrahle zu Boden gestreckt. Als er sich wieder erholte, erwachte er auch aus seiner geistigen Betäubung, verließ den Hof und seine Pracht, und begann ein strenges Bußleben. Er fastete alle Tage, mit Ausnahme des Sonntags. In Köln zum Priester geweiht, vertheilte er seine Habe den Armen, und durchzog, mit Erlaubniß des Papstes Gelasius, viele Länder als Missionar. Dann zog er sich in das wüste Thal von Prämonstrat in der Diözese Laon zurück, und stiftete dort den strengen Orden der Prämonstratenser. Im Jahre 1126 wanderte er wieder nach Deutschland, und wurde, gegen seinen Willen, zum Erzbischof von Magdeburg gewählt, wo er für die kirchliche Zucht, besonders den Cölibat, viel zu käm 508 Feste im Juni. pfen hatte. Geziert mit der Gabe der Weissagung und der Wunder, starb der H. Norbert zu Magdeburg im J. 1134 am 6. Juni. Vermeidung der Gelegenheit zur Sünde. " Fliehet aus Babylon, und ein jeglicher rette seine Seele". Jer. 51, 6. Evang. Luc. 12, 35-40. Gure Lenden seyen umgürtet. Hymnus. O Jesu, der die Welt befreit 2c. wie S. 489. Ant. Der Herr liebte ihn 2c., mit dem. und). wie S. 507. Gebet. Gott, der Du den seligen Norbert, deinen Bischof und Beichtiger, zum vorzüglichen Verkündiger deines Wortes gemacht, und durch ihn deine Kirche mit neuer Nachkommenschaft befruchtet haft; verleihe, wir bitten Dich, daß wir durch seine Verdienste, was er im Worte und im Werke gelehrt hat, mit deiner Hülfe vollbringen mögen. Durch unsern Herrn 2c. Den 11. Juni. Barnabas, Apostel. Der H. Barnabas, aus dem Stamme Levi, auf der Insel Cypern geboren, verkaufte seinen Acker, und legte das Geld zu den Füßen der Apostel. Er wurde nach Antiochien geschickt, wo er mit dem H. Paulus das Evangelium Als Barpredigte. Dort nahmen ihre Jünger zuerst den Namen Christen an. nabas und Paulus dort mit den übrigen Lehrern in der Kirche dem Herrn mit Gebet und Fasten dienten, sprach der H. Geist: sondert mir Paulus und Barnabas zu dem Werke, wozu ich sie aufgenommen habe. Nachdem ihnen die Hände aufgelegt worden, wanderten sie nach Seleucia, dann nach Cypern, wo sie unter vielen Mühsalen und Verfolgungen den Samen des Christenthums ausstreuten, und kamen noch in viele andere Länder und Städte. Spä ter trennte sich Barnabas von Paulus, und zog wieder gen Cypern, wo er unter Nero's Herrschaft sein Apostelamt mit dem Marterthume krönte. Unter dem Kaiser Zeno wurde sein Leichnam aufgefunden. Auf seiner Brust lag das Evangelium Matthäi, von Barnabas Hand geschrieben. Treue in den christlichen Berufspflichten. 11 So Mir einer nachfolgen will, der verleugne sich selbst, und nehme fein Kreuz auf sich, und folge mir nach." Matth. 16, 24. Evang. Matth. 10, 16-22. Sehet, Jch sende euch. Hymnus. Frohlock' und jauchz', o Erdenfreis 2c., mit Ant.,. und R. wie S. 492. Feste im Juni. Gebet. Gott, der Du uns durch die Verdienste und Fürbitten deines seligen Apostels Barnabas erfreuest; verleihe gnädig, daß wir, die wir durch ihn deine Wohlthaten begehren, dieselben durch das Geschenk deiner Gnade erlangen. Durch unsern Herrn 2c. 509 Den 13. Juni. Antonius von Padua, Beichtiger. Der H. Antonius von Padua hat durch Lehre und Beispiel als ein helles Licht im Franciskanerorden geleuchtet, und zahllose Seelen zum wahren Glauben und gottesfürchtigen Leben bekehret. Seine Predigten waren so salbungsvoll, daß der Statthalter Christi ihn eine Arche des Bundes nannte. Beweise seiner Heiligkeit hat der Heiland selbst gegeben, indem Er ihm zu verschiedenen Malen persönlich erschienen ist. Er starb im Jahre 1231, seines Alters im 36. Als Gott ihn durch viele Wunder nach seinem Tode verherrlichte, ward er durch Papst Gregor XI. in die Zahl der Heiligen aufgenommen. Verlangen nach der Anschauung Gottes. M Mein Herz hat zu Dir gesagt: Dich sucht mein Angesicht; Herr, ich will bein Angesicht suchen." Bs. 26, 8. Evang. Luc. 12, 35-40. Eure Lenden seyen umgürtet. Hymnus. Der Beicht'ger Christi 2c., mit Ant., v. u. R. wie S. 480. Gebet. O Gott, laß deine Kirche durch die andächtige Feier deines seligen Beichtigers Antonius erfreut werden; damit sie, durch geistliche Hülfe allzeit gestärkt, der ewigen Freuden zu genießen gewürdigt werde. Durch unsern Herrn 2c. Den 24. Juni. Geburt des h. Johannes des Käufers. Außer dem Geburtsfeste des Heilandes und seiner H. Mutter feiert die Kirche keines Menschen Geburtsfest als das des h. Johannes des Täufers, denn er war schon geheiligt im Mutterleibe, und, nach des Heilandes eigenen Worten, ist unter allen vom Weibe Geborenen keiner größer denn er. Deswegen ward er auch gewürdigt, der Vorläufer Christi zu seyn, und dem Herrn die Wege zu bereiten, und den Heiland selbst zu taufen. Die Buße, die er predigte, übte er selbst am strengsten. Herodes ließ ihn für seine Freimüthigkeit, womit er ihm sein lasterhaftes Leben vorhielt, einkerkern und enthaupten, im J. Ch. 33. Feste im Juni. Bußeifer. Thut würdige Früchte der Buße." Luc. 3, 8. Evang. Luc. 1, 57-68. Was meinst du, wird aus diesem Finde werden? 510 Hymnus. Ut queant laxis resonare fibris. Daß deinen Ruhm, dein wunderreiches Leben, Mit Jubelsang wir würdiglich erheben, Hilf uns, Johannes, unser Herz erneuen, Die Lippen weihen. Ein Engel, dich dem Vater zu verkünden, Kam her vom Himmel zu der Erde Gründen, Der deinen Namen, deine Lebensweise, That fund dem Greise. Der Greis, deß Herz in Zweifeln sich verloren, Verstummt alsbald: doch als du ihm geboren, So löstest du, die hemmend sie umwanden, Der Zunge Banden. Jm Mutterschooß noch, wardst in seiner Hülle Des Herrn du inne, dessen Gnadenfülle Das Mütterpaar, vérzückt, in heil'gem Drange, Pries im Gesange. Preis Dir, o Vater, auf dem Himmelsthrone, Dir, seinem ew'gen eingebornen Sohne, Dir, Geist, auch Preis und Ehre, gleich den Beiden, Zu allen Zeiten. Amen. Ant. Der Knabe, der uns geboren, ist mehr als ein Prophet, denn er ist es von dem der Heiland sagt: Unter den vom Weibe Geborenen ist keiner größer, als Johannes der Täufer. *. Jener Knabe ist groß vor dem Herrn. R. Denn seine Hand ist mit ihm. Gebet. Gott, der Du uns den gegenwärtigen Tag durch die Geburt des seligen Johannes ehrwürdig gemacht haft; gieb deinem Volke Feste im Juni. 511 die Gnade der geistlichen Freuden, und lenke die Herzen aller Gläubigen auf den Weg des ewigen Heiles. Durch unsern Herrn 2c. Den 29. Juni. Fest der h. Apostel Petrus und Paulus. Petrus, der Fürst der Apostel, und Paulus, der Lehrer der Völker, haben uns dein Gesetz gelehrt, o Herr, und ihren Glauben mit ihrem Blute befiegelt. Beide starben, unter Nero's Herrschaft, zu Rom den Martertod, jener, wie sein göttlicher Meister, am Kreuze, dieser durch das Schwerdt. Petrus, ein Fischer, wurde vom Herrn zu einem Menschenfischer gemacht, und als er vor allen andern dem Heilande mit den Worten: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Go: tes", seinen Glauben bekannte, erhob dieser ihn, sammt seinen rechtmäßigen Nachfolgern, zum sichtbaren Oberhaupte und zum unfehlbaren Lehrer seiner heil. Kirche. Nach der Sendung des h. Geistes trat Petrus zuerst auf und predigte mit unerschrockenem Muthe Christum den Gekreuzigten. Unter vielen Mühseligkeiten und Verfolgungen regierte er die Kirche sieben Jahre zu Antiochien, und 25 Jahre zu Rom. Paulus, aus dem Stamme Benjamin, wurde von Gamaliel im Gesetze Moses wohl unterrichtet. Er verfolgte eifrig die junge Kirche, und wurde auf dem Wege nach Damascus wunderbar von Christo bekehrt. Fortan verkündigte er dessen Namen in der ganzen Welt, und nachdem er, aus Liebe zum Gekreuzigten, unsägliche Drangsale und Gefahren bereitwillig ertragen, errang er sich mit Petrus, an demselben Tage, die Marterkrone. Darum singt die Kirche: Wie die glorreichen Fürsten im Leben sich geliebt haben, so sind sie auch im Tode nicht getrennt worden." " 1 Standhaftigkeit im Glauben. Unmöglich ist es, ohne den Glauben Gott zu gefallen." Hebr. 11, 6. Evang. Matth. 16, 13-19. Auf diesen Felsen will Ich meine Kirche bauen. Hymnus. Decora lux aeternitatis auream. Das Licht, des Lichtes Urquell, das glänzt von Ewigkeit, Hat hell mit sel'gen Strahlen den Festtag eingeweiht, Den den Apostelfürsten zu Ehren wir begehn, Der reu'gen Sündern öffnet die Bahn zu Himmelshöhn. Lehrer der Welt, Beschließer des Himmels, Ehr und Preis Euch, Vätern Rom's, zu Richtern bestellt dem Erdenfreis; Durchs Schwert sant hin der eine, durchs Kreuz der andre Held, Als Sieger herrscht ihr Beide im sel'gen Himmelszelt. 512 Feste im Juni. O Nom, du hochbeglückte, die beider Fürsten Hut Vertraut ist, und geweihet durch ihr ruhmwürd'ges Blut, Das, purpurroth erprangend, dir solchen Glanz verleiht, Daß du all andern Städten vorragst an Würdigkeit. Dir, o dreiein'ge Gottheit, und deiner ew'gen Macht, Sey Lobgesang und Ehre, Anbetung dargebracht, In deines Wesens Einheit, beherrschend weit und breit Die Himmel und den Erdkreis, jetzt und in Ewigkeit. Amen. Ant. Heute hat Simon Petrus das Kreuzholz bestiegen, Alleluja; heute ist der Schlüsselträger des Himmels frohlockend zu Christus gewandert; heute ist der Apostel Paulus, das Licht des Erdkreises, geneigten Hauptes für den Namen Christi mit dem Marterthume gekrönt worden, Alleluja. *. Sie verkündigten die Werke Gottes, R. Und sie verstanden seine Thaten. Gebet. Gott, der Du den heutigen Tag dem Marterthume deiner Apostel Petrus und Paulus geweiht hast; verleihe deiner Kirche, daß sie in Allem die Lehre derjenigen befolge, durch die sie den Anfang in der Religion genommen hat. Durch unsern Herrn 2c. Den 30. Juni. Gedächtnis des h. Paulus. So getreu hatte der H. Paulus, seit seiner wunderbaren Bekehrung( siehe S. 487) mit der Gnade mitgewirkt, daß er im Vorgefühle seines Martertodes an Timotheus schreiben konnte:„ Ich werde jetzt bald aufgeopfert, und die Zeit meiner Auflösung ist nahe. Ich habe einen guten Kampf gekämpfet, meinen Lauf vollendet, den Glauben bewahret. Im Ücbrigen ist mir hinterlegt die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tage geben wird; aber nicht mir allein, sondern auch denjenigen die seine Ankunft lieben." 2. Timoth. 4, 6 ff. Standhaftigkeit in Verfolgungen. Selig sind, die Verfolgungen leiden um der Gerechtigkeit willen: denn ihrer ist das Himmelreich." Matth. 5, 10. Evang. Matth. 10, 16-22. Jch sende euch 2c. Hymnus. Erhab'ner Lehrer Paulus 2c., mit Ant.,. und.. wie S. 488. Feste tm Juli. Gebet. Gott, der Du die Menge der Völker durch die Predigt des h. Apostels Paulus belehret hast; verleihe, wir bitten Dich, daß wir, die wir sein Gedächtniß feiern, auch seiner Fürsprache bei Dir genießen. Durch unsern Herrn 2c. Feste im Juli. Den 2. Juli. Mariä Heimsuchung. Als die heilige Jungfrau Maria, auf den Gruß des Engels, den längst erwarteten Weltheiland empfangen, und zugleich vom Engel gehört hatte, daß ihre Verwandte Elisabeth, die schon betagt war und unfruchtbar genannt wurde, einen Sohn empfangen habe, ging die demüthige Magd des Herrn eilends auf das Gebirge in die Stadt Juda, um Elisabeth heimzusuchen und ihr zu dienen. Diese aber, vom h. Geiste erfüllet, begrüßte sie mit den Worten: Gebenedeit bist du unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?" Und die seligste Jungfrau erwiderte in Demuth: Meine Seele macht groß den Herrn, und mein Geist frohlocket in Gott, meinem Heilande, denn Er hat angesehen die Demuth seiner Magd." 11 Demuth. 513 " Der Herr hat die Demüthigen erhöhet." Luc. 1, 52. Evang. Luc. 1, 39-47. Maria ging eilends auf das Gebirge. Hymnus. Meerstern, sey gegrüßet 2c. wie S. 486. Ant. Selig werden mich preisen alle Geschlechter, denn Gott hat seine demüthige Magd angesehen. Alleluja. . Du bist gebenedeit unter den Weibern, R). Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. Gebet. Herr, wir bitten Dich, verleihe deinen Dienern das Geschenk der himmlischen Gnade; damit denen welchen die Geburt der seligsten Jungfrau der Anfang des Heiles geworden, die andächtige Feier ihrer Heimsuchung Zuwachs der Friedens ertheile. Durch unsern Herrn 2c. 33 Feste im Juli. Den 14. Juli. Bonaventura, Bischof, Beichtiger und Kirchenlehrer. Der H. Bonaventura, geboren 1221 zu Bagnarea in Toscana, trat als Jüngling in den Orden der Franciscaner, und wurde seiner großen Wissenschaft und Frömmigkeit wegen in seinem 35. Jahre zum General seines Dr dens in Rom gewählt. Seine Würde vermehrte nur seine Demuth. Papst Gregorius X. nöthigte ihn, trotz allen Widerstrebens, den Bischofsstab und den Kardinalshut anzunehmen. Er starb 1274, im 35. J. seines Alters, auf dem Concilium von Lyon, an einem Erbrechen. Als dieses ihn verhinderte, die H. Wegzehrung zu empfangen, ließ er die h. Hostie an sein Herz halten, und alsbald entschwand sie den Händen des Priesters, und war bei dem Heiligen eingekehrt. Seine Schriften athmen, bei der größten Gelehrsamkeit, die glühendste Frömmigkeit. Als der H. Thomas von Aquin, sein Zeitgenosse und Freund, ihn bat, ihm die Bibliothek zu zeigen, aus der er so tiefe Wiffen schaft schöpfe, zeigte er ihm sein Crucifix, mit den Worten: Dies ist das große Buch, woraus ich alles lerne." 11 514 Wahre Wissenschaft. Ich rühme mich nicht, unter euch etwas anderes zu wissen, als Jesum Christum, und zwar den Gekreuzigten." I. Cor. 2, 2. Evang. Matth. 5, 13-16. Jhr seyd das Salz der Erde. Hymnus. O Jesu, der die Welt 2c., mit Ant., v. und). wie S. 489. Gebet. Gott, der Du deinem Volke den seligen Bonaventura zum Die daß ner des ewigen Heiles gegeben hast; verleihe, wir bitten Dich, der, welchen wir auf Erden zum Lehrer gehabt haben, unser Fürsprecher im Himmel sein möge. Durch unsern Herrn 2c. be Den 15. Juli. Heinrich, Kaiser und Beichtiger. Raiser Heinrich II. regierte sein Volk mit Milde, schüßte die Kirche, fiegte ihre Feinde, diente Gott in Einfalt des Herzens, und beobachtete mit seiner Gemahlin, der H. Kunigunde, beständige Jungfräulichkeit. Im J. 1024 vertauschte er die irdische Krone mit der Krone der Glorie. Sein Leib liegt zu Bamberg in der Kirche der h. Apostel Petrus und Paulus begraben. Papst Eugenius III. hat ihn den Heiligen beigezählet. Liebe zur Keuschheit. , wie schön ist ein keusches Geschlecht, das mit Tugenden leuchtet; denn sein Gedächtniß ist unsterblich." B. d. Weish. 4, 1. Evang. Luc. 12, 35-40. Gure Lenden seyen umgürtet. Feste im Juli. Hymnus. Der Beicht'ger Christi 2c. mit Ant. y. und). wie S. 480. Gebet. Gott, der Du am heutigen Tage den seligen Heinrich, deinen Beichtiger, vom Throne irdischer Herrschaft in das ewige Reich verseßet hast; wir bitten Dich demüthig, wie Du ihn durch die Fülle deiner zuvorkommenden Gnade die irdischen Reize hast überwinden lassen, so laß auch uns, in Nachahmung desselben, den Lockungen dieser Welt entgehen und mit reinem Gemüthe zu Dir gelangen. Durch unsern Herrn. Den 16. Juli. Fest der seligsten Jungfrau vom Berge Carmel. Als am H. Pfingsttage die Apostel, voll des h. Geistes, anfingen in verschiedenen Bungen zu reden, bekehrten sich alsbald viele Männer zum christlichen Glauben, welche nach den Lehren der Propheten Elias und Elisäus gewandelt, und von dem H. Johannes dem Täufer auf die Ankunft Chrifti vorbereitet worden waren. Diese begannen bald die seligste Jungfrau also zu verehren, daß sie zu ihrer Ehre auf dem Berge Carmel zuerst einen Altar erbauten. Sie nannten sich Brüder der seligen Jungfrau vom Berge Carmel. Später hat ihre Bruderschaft sich weit verbreitet, und ist unter Honorius III. auch nach Europa verpflanzt werden. 515 Verehrung der seligsten Jungfrau. „ Von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter." Luc. 1, 48. Evang. Luc. 11, 27-28. Selig ist der Leib, der Dich getragen hat, und die Brüste, die Du gesogen hast. Hymnus. Meerstern, sey gegrüßet 2c. wie S. 486. Ant. Heilige Maria, stehe bei den Elenden, hilf den Kleinmüthigen, tröste die Weinenden, bitte für das Volk, vertritt die Priesterschaft, beschirme die Gott verlobten Frauen; laß alle deine Hülfe erfahren, die dein heiliges Andenken feiern. *. Würdige mich, dich zu loben, heilige Jungfrau. R. Gieb mir Kraft gegen deine Feinde. 33* Feste im Juli. Gebet. Gott, der Du den Orden vom Berge Carmel mit dem besondern Titel deiner seligsten, allzeit jungfräulichen Gebärerin Maria gezieret hast; verleihe, daß wir unter dem Schuße derjenigen, deren Gedächtniß wir heute feierlich begehen, zu den ewigen Freuden zu gelangen gewürdigt werden. Der Du lebest und regierest 2c. 516 Den 22. Juli. Maria Magdalena. Die H. Magdalena, früher eine öffentliche Sünderin, hat ihre Schuld mit ihren Thränen abgewaschen und das Wort der Wahrheit ging an ihr in Er füllung: Ihr werden viel Sünden vergeben, weil sie viel geliebet hat." Sie stand unter dem Kreuze des sterbenden Heilandes. Am Morgen der Auferstehung kam sie voll Verlangen zum Grabe Christi, und, als sie es leer fand, weinte sie, daß sie ihren Herrn hinweggenommen hätten, und konnte sich nicht trösten, bis der Herr, zum Lohne ihrer glühenden Liebe, ihr vor allen Jüngern zuerst erschien. Darauf zog sie in die Wüste und führte ein heiliges Buß leben, bis es ihrem himmlischen Bräutigam gefiel, sie vom Leibe dieses Todes zu befreien und in sein Brautgemach aufzunehmen. Heilige Liebesreue. „ Ihr werden viele Sünden vergeben, denn sie hat viel geliebet." Luc. 7, 47. Evang. Luc. 7, 36-50. Und siehe, es war ein Weib, die eine Sünderin in der Stadt war. Hymnus. Pater superni luminis. Vater des Lichtes, neigest Du Den Blick auf Magdalena zu, Gleich wird ihr Herz in Lieb' entzündt, Das Eis in ihrer Brust zerrinnt. Von Liebe wund eilt sie heran, Salbt dir die Füße, wascht sie dann Mit ihren Zähren, trocknet sie Mit ihrem Haupthaar, füsset sie. Beim Kreuz zu stehn trägt sie nicht Scheu, Am Grabe weilt fie liebetreu, Die Wächter kann sie furchtlos sehn: Nicht mag mit Liebe Furcht besteh'n. Feste im Juli. O Christe, Herr der Lieb' und Huld, Mach' unsre Herzen rein von Schuld, Schenk' uns, durch deine Gnad' erneut, Den Lohn der ew'gen Seligkeit. Dem Vater auf dem höchsten Thron, Und seinem eingebor'nen Sohn, Dem heil'gen Geist auch sey geweiht Preis, Ehr' und Ruhm in Ewigkeit. Amen. 517 Ant. Ein Weib, welches eine Sünderin in der Stadt war, brachte eine Alabasterbüchse mit Salben, und rückwärts stehend bei den Füßen des Herrn, fing sie an seine Füße mit Thränen zu beneßen, und trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes. . Gott hat sie auserkoren und vorher erwählet; B. In seinem Zelte ließ Er sie wohnen. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, laß uns durch die Fürsprache der seligen Maria Magdalena geholfen werden, auf deren Bitten Du ihren Bruder Lazarus, der schon vier Tage im Grabe gelegen, von den Todten zum Leben auferwecket hast. Der Du lebest und regierest 2c. Den 25. Juli. Jacobus der Aeltere, Apostel. Der h. Apostel Jacobus, ein Sohn des Zebedäus, und Bruder des Apostels Johannes, wurde mit diesem unter den ersten Jüngern vom Heilande berufen, und mit Petrus und Johannes besonders geliebt. Diese drei waren Zeugen seiner Verklärung und mußten ihn zum Gebete am Delberge begleiten. Nach der Sendung des H. Geistes predigte Jacobus in Judäa und Samaria, und bekehrte Viele zum christlichen Glauben. Darnach zog er nach Spanien, wo auf seine Predigten Viele das Christenthum annahmen, aus deren Zahl der h. Petrus später die sieben ersten Bischöfe Spaniens weihte. Darauf kehrte der h. Jacobus nach Jerusalem zurück, und wurde im J. 44 von Herodes um seines Glaubens willen mit dem Schwerdte hingerichtet. Er war der erste, der unter den Aposteln den Martertød erlitt. Sein heiliger Leib wurde nachher nach Campostella in Spanien gebracht, wohin seitdem zahllose Pilger wallfahren. Apostolischer Eifer. Vor So stehet nun, eure Lenden umgürtet mit der Wahrheit. allem ergreifet den Schild des Glaubens,- und nehmet das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes." Ephes. 6, 14 ff. 518 Feste im Juli. Evang. Matth. 20, 2024. Da trat zu Jhm die Mutter der Kinder Zebedäi mit ihren Söhne. Hymnus. Frohlock' und jauchz', o Erdenkreis 2c., mit Ant., und). wie S. 492. Gebet. O Herr, heilige und beschüße dein Volk; damit es, durch den Beistand deines Apostels Jacobus bewahret, Dir im Wandel wohlgefällig sey und mit ruhigem Gemüthe diene. Durch unsern Herrn 2c. Den 26. Juli. h. Anna, Mutter der seligsten Jungfrau Maria. Die H. Anna wurde gewürdigt, die Mutter der seligsten Jungfrau Maria zu seyn, von welcher geboren ist unser Heiland Jesus Christus. Der heiligen Ueberlieferung gemäß, war die H. Anna unfruchtbar, aber sie verharrte im Gebete und Gott erhörte ihr Gebet, indem Er thr diejenige zur Tochter gab, von welcher Er selbst Fleisch anzunehmen Sich gewürdiget hat. Ausdauer im Gebete. Bittet, und ihr werdet empfangen, auf daß eure Freude vollkommen sey." Joh. 16, 24. 11 Evang. Matth. 13, 44-52. Das Himmelreich ist gleich einem Schaße, der im Acker verborgen liegt. Hymnus Dem starken Weib mit Mannesbrust 2c., mit Ant., t. und z. wie S. 503. Gebet. Gott, der Du der seligen Anna die Gnade, ertheilet hast, die Mutter der Gebärerin deines eingebornen Sohnes zu werden, ver leihe gnädig, daß uns, die wir ihr Fest feiern, durch ihre Für sprache bei Dir geholfen werde. Durch unsern Herrn 2c. Den 31. Juli. Ignatius, Beichtiger und Stifter der Gesellschaft Jesu. Der H. Ignatius wurde im J. 1491 von vornehmen Eltern in Guipuscoa geboren. Er widmete sich dem Kriegsdienste, und zeichnete sich aus durch Tapferkeit und Ehrgeiz. Bei der Vertheidigung vom Pampelona wurde er verwundet. Während seiner Heilung las er aus Langeweile die Geschichten Feste im August. 519 der Heiligen, und der Herr entzündete ihn also durch ihr Beispiel, daß er fortan nur zu Gottes Ehre und seinem und seines Nächsten Seelenheil zu wirken sich entschloß. Er begann ein strenges Bußleben, und wallfahrte nach Jerusalem. Nach seiner Heimkehr besuchte er mit den Knaben die Schule, um Latein zu lernen. 1528 oblag er zu Paris den höheren Wissenschaften; dort gewann er neun junge Männer zu gleichem Lebenszwecke, und reiste mit ihnen nach Rom, um sich dem h. Vater zum Dienste anzubieten. Hier war es wo er seinen Orden gründete, und zu den drei gewöhnlichen Gelübden der Armuth, der Keuschheit und des Gehorsams noch als viertes hinzufügte: sich als Missionar versenden zu lassen, wohin es den Obern gefalle. Paul III. bestätigte den Orden im J. 1540. Er wurde ein Schwert gegen die Irrlehren, und ein Schild für die Gläubigen. Der H. Ignatius stand demselben als General vor, bis zum J. 1556, wo Gott ihm die Krone der Glorie ertheilte. Gott verherrlichte ihn nach seinem Tode durch viele Wunder, und Papst Gregor XV. versette ihn unter die Zahl der Heiligen. Seeleneifer. Diejenigen welche Viele zur Gerechtigkeit unterweisen, werden leuchten wie die Sterne immer und ewiglich." Dan. 12, 3. Evang. Luc. 10, 1-9. Hierauf verordnete der Herr auch Andere. 11 Hymnus. Der Beicht'ger Christi 2c., mit Ant., v. und R). wie S. 480. Gebet. O Gott, der Du zur größern Ehre 2c. wie S. 339. Feste im August. Den 1. August. Petri Kettenfeier. Nachdem Herodes den H. Jacobus mit dem Schwerte hatte enthaupten lassen, und sahe, daß dieses den Juden gefiele, ließ er auch den H. Petrus in Ketten legen, um ihn nach dem Osterfeste dem Volke vorzuführen. Aber es geschahen von der Kirche unablässig Gebete für ihn zu Gott. Und siehe, in der Nacht trat der Engel des Herrn in den Kerker, weckte den H. Petrus und sprach: Stehe schnell auf. Und alsbald fielen die Ketten von seinen Händen. Und der Engel sprach: Umgürte dich, lege deine Schuhe an, wirf deinen Mantel um, und folge mir. Petrus folgte ihm, und meinte, er habe eine Erscheinung. Sie gingen aber durch die Wachen bis zu dem eisernen Thore, das zur Stadt führt, welches sich ihnen von selbst öffnete, und sie gingen noch eine Straße entlang fort, und alsbald schied der Engel von ihm. Da kam Petrus zu sich selbst und sprach:„ Nun weiß ich wahrhaftig, daß der 520 Feste im Auguft. Herr seinen Engel gesandt, und mich entrissen hat der Hand Herodis und aller Erwartung des jüdischen Volkes." Apostelgeschichte 12. Unerschrockenheit im Bekenntniß des Glaubens. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib tödten, und hernach nichts mehr haben, das sie zu thun vermögen." Luc. 12, 4. 11 Evang. Matth. 16, 13-19. Du bist Petrus, und auf diesen Felfen will Ich meine Kirche bauen. Hymnus. Miris modis repente liber ferrea. In wunderbarer Weise befreiet, wirft mit Hast, Auf's Wort des Engels, Petrus von sich der Ketten Last; Er, welchen seiner Heerde der Herr zum Hirten gab, Erschließt des Lebens Triften, der heil'gen Quellen Lab', Und weidet seine Schaafe, die Wölfe wehrt er ab. Dich preisen alle Wesen, o Vater, immerdar, Dir, ew'ger Sohn, auch bringen wir Jubelhymnen dar, Auch Dir, o heil'ger Tröster, sey Lobgesang geweiht; Zu aller Zeit erschalle, heil'ge Dreieinigkeit, Dir Preis und Ruhm und Ehre, jetzt und in Ewigkeit. Amen. Ant. Petrus, löse auf Gottes Geheiß die irdischen Ketten, der du wirkest, daß sich die himmlischen Reiche den Seligen öffnen. . Du bist Petrus, R. Und auf diesen Felsen will Ich meine Kirche bauen. Gebet. Gott, der Du den H. Petrus, seiner Bande entledigt, unversehrt haft wegziehen lassen; löse, wir bitten Dich, die Bande un serer Sünden, und wende alles Uebel erbarmend von uns ab. Durch unsern Herrn 2c. Den 4. August. Dominicus, Beichtiger. Der h. Dominicus, ein Zeitgenosse des h. Franciscus von Assist, aus dem alten Geschlechte der Gusman in Spanien, gründete den Predigerorden, dessen Aufgabe war, das Volk in der christlichen Wahrheit durch Predigten zu unterrichten, und den Irrlehren, besonders der argen Keßerei der Albigenser, entgegen zu arbeiten. Papst Honorius III. bestätigte den Örden. Dominicus Feste im Auguft. leuchtete ihm vor mit dem Eifer der Liebe und der Kraft der Wundergabe, und sah ihn noch vor seinem Tode, den er auf den Tag vorhergesagt, über einen großen Theil Europa's verbreitet. Er starb zu Bologna im J. 1221. Feuer der göttlichen Liebe. Habt brennende Lichter in euern Händen." Luc. 12, 35. Evang. Luc. 12, 35-40. Gure Benden seyen umgürtet. Hymnus. Der Beicht'ger Christi 2c., mit Ant.,. und n. wie S. 480. 521 Gebet. Gott, der Du Dich gewürdigt hast, deine Kirche durch die Verdienste und die Lehren deines seligen Beichtigers Dominicus zu erleuchten; gewähre durch seine Fürbitte, daß sie an zeitlichen Hülfsmitteln feinen Mangel leide, und an geistlichen Gütern allezeit Zuwachs finde. Durch unsern Herrn 2c. Den 6. August. Christi Verklärung. Der Herr offenbart vor außerkorenen Zeugen( Petrus, Jacobus und Johannes) seine Glorie, und verklärt die Gestalt seines Leibes, die Er mit den andern Menschen gemein hatte, mit solchem Glanze, daß sein Antlitz leuchtete wie die Sonne und seine Kleider weiß wurden wie Schnee. Bei dieser Verklärung war die Hauptabsicht, das Aergerniß aus den rohen Herzen der Jünger zu nehmen, damit die Niedrigkeit seines freiwilligen Leidens ihren Glauben nicht erschüttere, indem Er ihnen die Herrlichkeit seiner verborgenen Würde offenbar werden ließ. Aber mit gleicher Fürsehung wurde die Hoffnung der H. Kirche begründet, damit der ganze Leib Christi erkennen möge, welche Verwandlung ihm zu Theil werden solle; damit die Glieder sich Theilnahme an der Ehre versprächen, die ihnen in ihrem Haupte vorgeleuchtet. Sehnsucht nach der ewigen Herrlichkeit. " Ich begehre, aufgelöst zu werden, und mit Christo zu sein." Phil. 1, 23. Evang. Matth. 17, 1-9. Und Jesus nahm zu Sich Petrus, Jacobus und Johannes seinen Bruder. Hymnus. Quicumque Christum quaeritis. Die ihr den Herrn sucht mit Begier, Nach oben schauet für und für; 522 Feste im August. Dort seht ihr strahlend, hocherfreut, Den Abglanz ew'ger Herrlichkeit. In lichtem Schimmer zeiget sich, Was endlos währet, ewiglich, Erhaben, gränzenlos, und klar, Was eh' als Welt und Himmel war. Der Herrscher ist es aller Welt, Der Juda's Königsscepter hält, Der Abraham verheißne Hort, Und seinem Samen fort und fort. Ihn, dem zur Seiten auf den Höh'n Als Zeugen heil'ge Seher steh'n, Bezeugt der Vater, heißt uns schau'n Auf Ihn, Ihn hören, Jhm vertrau'n. Preis Dir, o Jeſu, immerdar, Der Du Dich zeigst der Deinen Schaar; Dir, Vater, Tröster, Dir geweiht Sey Ruhm und Preis in Ewigkeit. Amen. ६ Ant. Christus Jesus, der Abglanz des Vaters und die Gestalt seiner Wesenheit, der alles trägt durch das Wort seiner Kraft, und die Reinigung der Sünder wirket, hat Sich heute gewürdigt, auf hohem Berge verherrlicht zu erscheinen. . Glorreich bist Du erschienen im Angesichte des Herrn. R. Deswegen hat der Herr Dich mit Zierde bekleidet. Gebet. Gott, der Du die Geheimnisse des Glaubens in der glorreichen Verklärung deines eingebørnen Sohnes durch das Zeugniß der Väter bekräftigt, und die vollendete Annahme deiner Kinder, durch eine Stimme aus einer lichten Wolfe, wunderbar vorher verkündigt haft; gewähre gnädig, daß Du uns zu Miterben dieses Königs der Glorie machest, und Theilnehmer seiner Herrlichkeit zu seyn verleiheft. Durch denselben Jesum Christum unsern Herrn 2c. Den 10. August. Laurentius, Martyrer. Als der Papst Sixtus zum Tode geführt wurde, begleitete thn der Erzdiacon Laurentius, und bat ihn, er der Vater möge nicht ohne seinen Sohn, Feste im August. 523 der Priester nicht ohne seinen Diacon, der ewigen Belohnung entgegen gehen. Aber Sixtus hielt ihn zurück, ihm weissagend, es würden ihm nach dreien Tagen noch größere Kämpfe bevorstehen. Bald darauf verlangte der Tyrann Valerian, Laurentius solle ihm die Kirchenschäße ausliefern. Dieser aber zeigte ihm die Armen und Dürftigen, und erwiederte, in ihren Schooß habe er die Schäße verborgen. Da ließ ihn der Heide auf einen glühenden Rost legen; aber der Heilige spottete des Tyrannen und lobte den Herrn, bis seine Seele. gen Himmel fuhr. Sein Marterthum fällt um das Jahr 261. Der heilige Laurentius hat die Welt mit dem Lichte erleuchtet, wovon er selbst entzündet war, und mit den Flammen, die ihn verzehrten, hat er die Herzen aller Christen erwärmt." August. 30. Nede von den Heilig. 11 Liebe zu den Armen. Er hat ausgespendet und den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich." Ps. 111. Evang. Joh. 12, 23-26. Es sey denn, daß das Waizenkörnlein in die Erde falle. Hymnus. Gott, deiner Krieger Ehrenfron' 2c. wie S. 483. Ant. Während der selige Laurentius auf dem Roste liegend brannte, sprach er zu dem gottlosen Tyrannen: Es ist schon gebraten, wende um und iß; denn die Reichthümer der Kirche, welche Du suchst, haben die Hände der Armen in die himmlischen Schatzkammern getragen. *. Laurentius, der Levite, hat ein gutes Werk gewirkt, R. Denn durch das Zeichen des Kreuzes hat er die Blinden erleuchtet. Gebet. Allmächtiger Gott, wir bitten Dich, verleihe uns, die Flammen unserer bösen Lüfte auszulöschen, der Du dem seligen Laurentius verliehen hast, die Flammen seiner Marter zu überwinden. Durch unsern Herrn 2c. Den 12. August. Clara, Jungfrau. Die H. Clara war eine Mitbürgerin und Zeitgenossin des h. Franz von Assisi; seinem Beispiele folgend, gab sie all ihre Habe den Armen, und stiftete mit gleichgesinnten, gottseligen Jungfrauen, ein Kloster, dem sie, vom h. Franz bringend dazu aufgefordert, während 42 Jahren als Abtissin vorstand und mit allen Tugenden vorleuchtete. So groß war ihre Strenge gegen sich selbst, daß 524 Feste im Auguft. fie immer ein Cilicium trug, auf der harten Erde schlief, alle Wochen 3 Tage ganz ohne Speise blieb, und in den vierzigtägigen Fasten nur Brod und Wasser zu sich nahm. Dafür wurde sie von Gott mit höherer Kraft begabt. Als die Saracenen Assisi belagerten, und auch ihr Kloster umringten, ließ sie sich krank, wie sie war, mit dem h. Sacramente an die Klosterpforte bringen und betete: ,, Herr, übergieb nicht den wilden Thieren die Seelen derer die Dich bekennen, und beschütze deine Dienerinnen, welche Du mit deinem kostbaren Blute erlöset hast." Es wurde eine Stimme vernommen:„ Ich will euch immerdar beschützen"; und alsbald ergriffen die Saracenen die Flucht und Einige, die schon die Mauern erstiegen hatten, stürzten blind zur Erde. Noch viele andere Wunder haben die h. Clara verherrlicht. Sie starb im J. 1253. Verehrung des allerheiligsten Sacramentes. Du hast einen Tisch vor meinem Angesichte bereitet, wider die so mich plagen." Pf. 22, 5. Evang. Matth. 25, 1-12. Von den thörichten und weisen Jungfrauen. Hymnus. Krone der Jungfrau'n, Jesu Christ 2c. wie S. 485. Ant. Komme du Braut 2c. mit y. und R. wie S. 492. Gebet. Erhöre uns, Gott, unser Heiland 2c. wie S. 320. Den 15. August. Mariä Himmelfahrt. Heute ruht die heilige und beseelte Arche des lebendigen Gottes, die in ihrem Schooße ihre Schöpfer empfing, im Tempel des Herrn, den Menschenhände nicht erbaut aben; und es jubelt Cavid, ihr Vorfahr, und mit ihm führen die Engel den Reihen, die Erzengel feiern, die Kräfte frohlocken, die Fürstenthümer i beln, die Gewalten jauchzen, es freuen sich die Herrschaften, die Thronen begehen einen festlichen Tag, die Cherubim lobsingen und die Seraphim preisen ihre Herrlichkeit. Heute nimmt Eden das lebendige Paradies des neuen Adam auf, in dem unser Fluch gelöst ist, in dem der Baum des Lebens gepflanzt worden, und unsere Nacktheit bedecket ist. Verehrung der seligsten Jungfrau. „ Komm vom Berge Libanon, meine Braut, komm, du wirst gekrönet werden". Hoh. Lied. 4. Evang. Luc. 10, 38-42. Von Martha und Maria. Hymnus. Meerstern, sey gegrüßt 2c. wie S. 486. Feste im August. Ant. Heute ist die Jungfrau Maria gen Himmel gefahren; freuet euch, weil sie mit Christo herrschet in Ewigkeit. *. Die heilige Gottesmutter ist erhöhet, R. Ueber die Chöre der Engel, zu den himmlischen Reichen. Gebet. O Herr, wir bitten Dich, vergieb die Sünden deiner Diener, auf daß wir, die wir durch unsere Werke Dir nicht wohlgefällig sein können, durch die Fürbitte der Gebärerin deines Sohnes, unseres Herrn, gerettet werden. Der mit Dir lebet und regieret 2c. 525 Den 16. August. Rochus, Beichtiger. Nachdem der H. Rochus, Sohn des Herrn von Montpellier, seine Eltern verloren, gab er all sein Gut den Armen und zog als Pilger nach Rom. Zu jener Zeit wüthete die Pest. Nochus pflegte die Kranken und heilte Viele mit dem Zeichen des Kreuzes. Er selbst, am Knie verwundet und von einem Fieber ergriffen, wurde von einem Engel geheilt. Auf der Heimreise erkrankte er in einem Walde, und ein Hund brachte ihm täglich ein Brod zu seinem Unterhalte. Nach langer Pilgerschaft kam er in seine Vaterstadt zurück und wurde von seinem Oheim als Spion in den Kerker geworfen, in welchem er nach fünf Jahren an der Pest starb, im J. 1327. Liebe gegen die Kranken. ?? Laß dich nicht verdrießen, die Kranken zu besuchen, denn dadurch wirst du in der Liebe bestätigt werden." Evang. Luc. 12, 25-40. Gure Lenden seyen umgürtet. Hymnus. Der Beicht'ger Christi 2c., mit Ant., t. und). wie S. 480. Gebet. Neige dein Ohr, o Herr, unserm demüthigen Gebete, welches wir Dir am Feste deines seligen Beichtigers Rochus darbringen; damit uns, die wir in unsere Gerechtigkeit kein Vertrauen setzen, durch die Fürbitte dessen, der Dir wohlgefällig war, gehelfen werde. Durch unsern Herrn 2c. Den 20. August. Bernhard, Abt. Der h. Bernhard, geb. in Burgund, auf dem Schlosse Fontaine, trat als blühender Jüngling in den Orden der reformirten Cistercienser. Als die Seinigen ihn von seinem Entschlusse abzubringen suchten, siegte seine gottbeget 526 Feste im August. sterte Beredtsamkeit dergestalt, daß zuerst sein Oheim und seine Brüder, später auch seine Schwester, und zulegt sogar der greise Vater, ihm in's Kloster folg ten. Der Abt Stephan schickte ihn schon im folgenden Jahre, als er erst 24 Jahre alt war, um als Abt einer neuen Colonie vorzustehen, in das Wermuththal, daß er bald in das Lichtthal, Clairvaux, umschuf. Seine Strenge gegen sich selbst wuchs immer mehr, und mit ihr die Milde gegen Andere. Sein Mund floß über von Liebe zu Gott und zur heiligen Jungfrau, und seine Schriften sind davon durchdrungen. Die Gabe der Wunder und der Weissagung besaß er in hohem Maße. Daher auch die allgemeine Begeisterung, als er auf Befehl des Papstes den Kreuzzug predigte. In allen wichtigen Ereignissen seiner Zeit war er Rathgeber und Schiedsrichter. Von Heiligkeit umstrahlt starb er, 63 Jahre alt, 1153 n. Chr. Papst Alexander III. hat ihn den Heiligen beigezählt. Liebe zu Jesu und seiner h. Mutter. " 1 Wer will uns scheiden von der Liebe Christi?" Nöm. 8, 35. Evang. Matth. 19, 27-29. Siehe, wir haben alles verlassen. Hymnus. Der Beicht'ger Christi 2c., mit Ant.,. und). und Gebet wie S. 480. Den 24. August. Bartholomäus, Apostel. Der h. Apostel Bartholomäus verkündigte in Cappadocien, dem dieffeitigen Indien und in Armenien das Christenthum. Hier empfing er die Marterkrone; er wurde bei lebendigem Leibe geschunden und endlich enthauptet. Erneuerung des ganzen Menschen. Ziehet aus den alten Menschen mit seinen Werken, und ziehet an den neuen, der zur Erkenntniß erneuert ist nach dem Ebenbilde seines Schöpfers." Col. 3, 9. Evang. Luc. 6, 12-19. Jesus rief seine Jünger, und erwählte zwölf aus ihnen, die Er auch Apostel nannte. Hymnus. Frohlock' und jauchz' 2c. mit Ant. y. und). wie S. 492. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, Der du uns würdige und heilige Freude an dem Festtage deines seligen Apostels Bartholomäus verliehen hast; wir bitten Dich, gieb deiner Kirche, zu lieben was er geglaubt, und zu verkündigen was er gelehret hat. Durch unsern Herrn 2c. Feste im Auguft. Den 28. Auguft. Augustinus, Bischof und Kirchenlehrer. Der h. Augustinus wurde zu Tagaste in Afrika geboren; sein Vater war Patritius, ein Heide, seine Mutter die h. Monica. Lange widerstand er der Gnade und dem Gebete und den Thränen seiner heil. Mutter, und lebte, in den weltlichen Wissenschaften wohl bewandert, nur dem Irrthum und dem Laster, bis zu seinem drei und dreißigsten Jahre. Da endlich war es, wo er einsam in einem Garten, in großer innerer Qual und Zerrissenheit herumwandelnd, von den Heilswahrheiten angezogen, von seinen sündigen Gewohnheiten zurückgehalten, in heiße Thränenströme ausbrach, und zum Herrn um Hülfe fchrie. Und er vernahm eine Stimme: Nimm und lies, nimm und lies! Sich an den Einsiedler Antonius erinnernd, schlug er die Briefe des Apostels Paulus aufs Gerathewohl auf und seine Augen fielen auf die Worte: Nicht in Fressen und Saufen; nicht in Schlafkammern und Geilheit; nicht in Hader und Eifer; sondern ziehet an den Herrn Jesum Christum, und pfleget nicht das Fleisch und seine Wollüste." Weiter wollte er nicht lesen, und alle seine Zweifel waren gelöst. Vom H. Ambrosius weiter unterrichtet und getauft, wurde er nun ein Muster für alle wahren Büßer, Bischöfe, Lehrer und Ordensleute. Alle Rezereien seiner Zeit machte er zu Schanden, und mehr denn irgend Einer erleuchtete er die Kirche durch seine Schriften. Die Sünden seiner Jugend beweinte er bis an seinen Tod, und mit dem Feuer der göttlichen Liebe tilgte er alle Makeln, bis der Herr sein Verlangen nach dem Himmel stillte, im J. 433, seines Alters im 76. 527 Brennende Liebe zu Gott. " Ich bin gekommen Feuer auf die Erde zu senden, und was will Ich anders, als daß es brenne." Luc. 12, 29. Evang. Matth. 5, 13-6. Ihr seyd das Salz der Erde. Hymnus. Jesu, der die Welt befreit 2c., mit Ant.,*. und). wie S. 489. Gebet. Neige dein Ohr, allmächtiger Gott, unsern demüthigen Bitten, und denen, welchen Du die Zuversicht auf deine Güte zu hoffen ertheilest, verleihe auch auf die Fürbitte deines seligen Bischofs und Beichtigers Augustinus die Wirkung deiner gewohnten Barmherzigkeit. Durch unsern Herrn 2c. Den 29. August. Enthauptung des h. Johannes des Täufers. Täufer kam aus der Wüste zum Könige Herodes, um ihm seinen unerlaubten Umgang mit Herodias, dem Weibe seines Bruders, Der H. Johannes der Feste im September. vorzuhalten. Der Tyrann ertrug die Wahrheit nicht, und ließ den Heiligen ins Gefängniß werfen. Als der König seinen Geburtstag mit einem Gelage feierte, trat die Tochter der Herodias herein und tanzte vor ihm, und es gefiel ihm so wohl, daß er schwur, ihr zu geben was sie begehren würde. Da begehrte sie, auf den Nath ihrer rachsüchtigen Mutter, das Haupt des H. Johannes, und alsbald ließ Herodes ihn im Gefängnisse enthaupten. So wurde erfüllet, was der H. Johannes vorhergesagt hatte vom Heiland: Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen." Er wurde, wie der H. Augustinus sagt, verkleinert am Haupte, jener aber wuchs am Kreuze. 11 528 Unerschrockenheit im Kampfe gegen das Laster. „ Fürchte dich nicht vor ihrem Angesichte; denn Ich bin bei dir, dich zu erretten, spricht der Herr." Jer. 1, 8. Evang. Marc. 6, 17-29. Herodes hatte ausgesandt und den Johannes greifen lassen. Hymnus. Gott, deiner Krieger Ehrenfron' 2c. wie S. 483. Ant. Es schickte der ungläubige König seine verabscheuungswürdigen Diener, und befahl, Johannes den Täufer zu enthaupten. V. Der Gerechte wird blühen wie eine Palme, R. Wie eine Ceder des Libanon wird er wachsen. Gebet. Herr, wir bitten Dich, laß die ehrwürdige Feier des heil. Johannes des Täufers, deines Vorläufers und Martyrers, uns die Wirkung heilsamer Hülfe verleihen. Der Du lebest und regierest. Feste im September. Den 8. September. Mariä Geburt. Heute ist der erwünschte Tag der Geburt der seligsten Jungfrau Maria; darum erfreue sich im höchsten Jubel unsere Erde, die durch den Geburtstag einer solchen Jungfrau verherrlicht worden. Denn diese ist die Blume des Feldes, aus der entsproffen ist die kostbare Lilie des Thales, durch deren Geburt die Natur der ersten Menschen gewandelt und ihre Schuld getilgt wird. Denn jener Fluch der Eva: Mit Schmerzen sollst du deine Kinder gebären, ist für sie auf gehoben, da sie in Freude den Herrn geboren hat. Rede des H. Augustin. Feste im September. 529 Dankbarkeit gegen Gott für die große Heiligkeit, womit Er die seligste Jungfrau gezieret. " 1 Er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist und dessen Name ist heilig." Luc. 1, 49. Evang. Matth. 1, 1-16. Das Geschlechtsregister Jesu. Hymnus. Meerstern, sey gegrüßet 2c. wie S. 486. Ant. Deine Geburt, o Jungfrau, Gottesgebärerin, hat der ganzen Welt Freude gebracht; denn aus dir ist geboren, die Sonne der Gerechtigkeit, Christus, unser Gott, der den Fluch lösend, den Segen gab, und den Tod vernichtend uns das ewige Leben schenkte. *. Heute ist der Geburtstag der heil. Jungfrau Maria, R. Deren glorreiches Leben die ganze Kirche erleuchtet. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, verleihe deinen Dienern die Gabe der himmlischen Gnade; damit uns, denen die Geburt der seligsten Jungfrau der Anfang des Heiles war, die andächtige Verehrung ihres Geburtsfestes Zuwachs des Friedens verleihe. Durch unsern Herrn 2c. Am Sonntag in der Octav von Mariä Geburt. fest des allerheiligsten Namens Mariä. 11 Der Name der Jungfrau war Maria." Maria bedeutet Stern des Meeres, und dieser Name wird sehr passend der jungfräulichen Mutter beigelegt, denn sie wird treffend mit einem Stern verglichen. Wie der Stern ohne Schwächung seiner selbst seinen Strahl entsendet, so hat die h. Jungfrau, ohne eigene Verfehrung, ihren Sohn geboren. Und wie der Strahl die Klarheit des Sternes nicht vermindert, so vermindert der Sohn nicht, sondern heiligt vielmehr die Unversehrtheit der Jungfrau. aus Jacob aufgegangen, dessen Strahl die ganze Welt erleuchtet. Sie ist jener Sie ist also jener edle Stern, hellglänzende Stern, der über diesem großen, weiten Meere steht, strahlend von Verdiensten, und durch ihr Beispiel leuchtend. Wenn sich daher, christliche Seele, die Stürme der Versuchungen erheben, und du auf die Klippen der Trübfale stößest, blicke nach dem Sterne und rufe zu Maria. Verehrung des allerheiligsten Namens Mariä. 17 Von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter." Luc. 1, 48. Evang. Luc. 1, 26-38. Der Engel Gabriel ward von Gott gesandt. 34 Feste im September. Hymnus. Meerstern, sey gegrüßet 2c. wie S. 486. Ant. Heilige Maria, stehe bei 2c. mit der Veränderung zu Ende: die das Andenken deines H. Namens feiern", nebst. und R. wie S. 515. 530 Gebet. Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß deine Gläubigen, die sich unter dem Namen und dem Schutz der allerheiligsten Jungfrau Maria freuen, durch ihre milde Fürbitte von allen Uebeln auf Erden befreit werden und zur ewigen Freude im Himmel gelangen mögen. Durch unsern Herrn 2c. x. Den 14. September. Kreuz- Erhöhung. Chosroes, König der Perser, ein Feind des christlichen Namens, eroberte unter dem Kaiser Phocas Jerusalem, und nahm das H. Kreuz, welches die H. Helena auf dem Calvarienberge aufgestellt, mit sich nach Persien. Heraclius, Nachfolger des Phocas, schlug die Heere Chosroes in drei Schlachten, und brachte das H. Kreuz wieder nach Jerusalem. Als er es in feierlichem Zuge auf seiner Schulter an dessen frühern Ort zurücktragen wollte, wurde er an dem Thore, welches zum Calvarienberge hinaufführte, von unsichtbarer Gewalt zurückgehalten. Da legte er, auf den Nath des Patriarchen, allen Schmuck ab, und dem Heilande in seiner Armuth nachfolgend, trug er, baarfuß und in schlichtem Gewande, das Kreuz nun mit Leichtigkeit auf die Höhe des Berges, wo er es von neuem der Christenheit zur Verehrung aufrichtete. Die Kirche feiert das Andenken daran unter dem Namen Kreuzerhöhung. Nachfolge Chriſti. So Mir einer nachfolgen will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich, und f.lge Mir nach." Matth. 16, 24. Evang. Joh. 12, 31-36. Wann Ich werde erhöhet sein von der Erde, will Jch alles zu Mir ziehen. Hymnus. Des Königs Banner 2c. wie S. 445. Die sechste Strophe heißt bei diesem Feste: Kreuz, unsre Hoffnung allezeit, Jn deines Sieges Herrlichkeit 2c. Ant. O du gebenedeites Kreuz, du allein bist würdig gewesen, den König der Himmel und den Herrn zu tragen. Alleluja. Feste im September.. t. Dieses Zeichen des Kreuzes wird am Himmel erscheinen, R. Wann der Herr kommen wird zum Gerichte. ' Gebet. Gott, der Du uns am heutigen Tage durch die jährliche Feier der Erhöhung des H. Kreuzes erfreuest; verleihe, wir bitten Dich, daß die wir sein Geheimniß auf Erden erkannt haben, auch die Belohnungen seiner Erlösung im Himmel verdienen. Durch denselben Christum unsern Herrn 2c. Den 17. September. Fest der Wundmale des h. Franciscus. 531 Der h. Franciscus von Assisi ging einmal sich auf den Berg Alverna zurückziehen, um dort dem Fasten und Beten obzüliegen. Zwei Jahre vor seinem Tode erschien ihm dort am Kreuzerhöhungs- Feste, als er das Leiden unseres Herrn betrachtete, ein Seraph mit sechs feurigen Flügeln, zwischen welchen er die Gestalt eines Gekreuzigten trug, ihm zu verstehen gebend, daß er nicht durch leibliche Marter, sondern durch glühende Liebe zum Kreuz seinem Heilande nachfolgen solle. Als die Erscheinung verschwunden, trug der Heilige blutende Wundmale in Händen und Füßen und in der Seite. Papst Alexander und mehrere Cardinäle überzeugten sich mit eigenen Augen von dem Wunder, und nach dem Tode des Heiligen sahen es mehr als 50 Brüder, die h. Glara mit ihren Schwestern, und unzählige Weltliche. Eifrige Betrachtung der Wunden Jesu. Ich trage die Wundmale des Herrn Jesu an meinem Leibe." Gal. 6, 17. Evang, Matth. 16, 24-27. Wenn Mir Jemand nachfolgen will. Hymnus. Den Beicht ger Christi, dessen Ehren alle Die Völker fromm begehn mit Jubelſchalle, Beglückte heut' ein Seraph glanzumwunden Mit Christi Wunden. Und das Uebrige wie S. 480. Ant. Dieser Mann, der die Welt verachtete, und über das Irdische obsiegte, hat mit Wort und Werk sich Schätze im Himmel gesammelt. . Du hast, o Herr, deinen Diener Franciscus gezeichnet, n. Mit den Zeichen unserer Erlöjung. 34* 532 Feste im September. Gebet. Herr Jesu Christe, der Du, da die Welt erfaltet, um unsere Herzen mit dem Feuer deiner Liebe zu entzünden, an dem Leibe des seligsten Franziscus die heiligen Male deines Leidens erneuert haft; verleihe gnädig, daß wir durch seine Verdienste und Fürbitte das Kreuz unablässig tragen und würdige Früchte der Buße wirken. Der Du lebest und regierest 2c. Den 21. September. Matthäus, Apostel und Evangelist. Der h. Matthäus wurde aus einem Zöllner ein Apostel Christi. Das Evangelium, welches er selbst hebräisch geschrieben hat, verkündigte er den Parthern und Aethiopiern, und bekräftigte seine Predigt durch viele Wunder. Die Tochter eines dortigen Königs erweckte er von den Todten, und bekehrte durch dieses Wunder den König und seine Gemahlin und die ganze Provinz. Der Nachfolger dieses Königs, Hirtacus, begehrte die königliche Tochter zur Ghe, und als diese ihn ausschlug, weil sie, auf den Rath des Apostels, dem Herrn beständige Jungfräulichkeit gelobt, ließ er den h. Matthäus, während er am Altare das h. Opfer verrichtete, greifen und mit dem Beil enthaupten. So erwarb sich dieser die Krone des Marterthums um das Jahr 90. Sein heiliger Leib wurde später nach Salerno gebracht, und dort, in der Kirche feines Namens, vom h. Papste Gregor VII. zur Berehrung beigesegt. Christi Gütigkeit gegen die Sünder. " Ich bin nicht gekommen, die Gerechten, sondern die Sünder zur Buße zu berufen." Luc. 5, 32. Evang. Luc. 5, 27-32. Jesus sah einen Zöllner mit Namen Levi. Hymnus. Frohlock und jauchz', o Erdenkreis 2c., mit Ant., v. und). wie S. 492. Gebet. D Herr, laß uns durch die Fürbitten deines seligen Apostels und Evangelisten geholfen werden; damit, was wir nicht zu erlan gen vermögen, uns durch seine Fürsprache werde gegeben. Durch unsern Herrn 2c. Den 29. September. Fest des h. Erzengels Michael. Billig feiert die Kirche das Fest des h. Erzengels Michael, da sie seinem Schuße anvertraut ist. Sie feiert es am heutigen Tage, weil an demselben dem h. Michael auf dem Berge Gargano, und später zu Nom, von Papst Boni 533 facius, eine Kirche geweiht worden. auch alle hh. Engel insgesammt, worunter also auch unsere Schußengel mitAm heutigen Tage verehrt die Kirche begriffen sind. Feste im September. - Dankbarkeit gegen Gott für die Wohlthaten, welche seine Engel uns erweisen. Er hat seinen Engeln von dir befohlen, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen." Ps. 90, 11. Evang. Matth. 18, 1-10. Wer ist der Größte im Himmelreiche. Hymnus. Christe, sanctorum decus angelorum. O Christe, dem der Engel Preis ertönet, Der Menschheit Herr, der uns mit Gott verföhnet, Schent' uns, im Himmel, mit der Sel'gen Chören, Dein Lob zu mehren. Den Friedensboten Michael entsende Herab zu uns; daß er uns Frieden spende, Und fern zur Hölle Krieges Wuth und Plage Von uns verjage. Die Stärke Gottes, Gabriel, verscheuche Der Feinde Grimm; zu unsern Tempeln neige Er sich voll Huld, die seinen Sieg verkünden In ird'schen Gründen. Und Raphael, der Arzt, der Heil uns spendet, Werd' oft von Dir zu uns herab gesendet; Die Siechen heil' er, lent' auch unsre Pfade Zum Ziel der Gnade. Jungfrau, die das Licht gebar, du hehre Fürstin des Friedens, und ihr Engelschöre, Mit aller Sel'gen Schaar, steht uns zur Seiten Zu allen Zeiten. Schent, ew'ge Gottheit, aus den lichten Höhen Gewährung, o Dreiein'ger, unserm Flehen, Deß Ehre preisen mit vereintem Schalle Die Welten alle. Amen. Ant.,*. und). und Gebet wie S. 506. Feste im September. Den 30. September. Hieronymus, Priester, Beichtiger und Kirchenlehrer. 534 Hieronymus, geboren zu Strido in Dalmatien, unter der Regierung des Kaisers Constantius, wurde zu Rom als Jüngling getauft, und in den freien Wissenschaften unterrichtet. Zu seiner Belehrung durchzog er Gallien und Griechenland, wo er zu Constantinopel beim h. Gregor von Nazianz die heil. Schrift studirte. Nachdem er dann vier Jahre in einer Wüste Syriens sein Fleisch durch Fasten, Beten und die strengsten Bußübungen gekreuzigt, wurde er von Paulinus, dem Bischofe von Antiochien, gegen seinen Willen, zum Priester geweiht, und zog wieder nach Rom, wo er dem Papste Damasus in Abfassung seiner kirchlichen Briefe Beistand leistete. Nach dessen Tode kehrte er, um den Verfolgungen der Keßer und der Weltleute, deren Lehren und Leben er eifrig bekämpfte, zu entgehen, wieder nach Palästina zurück, wo er, in einem von der H. Paula an der H. Krippe zu Bethlehem errichteten Kloster, sein hartes Bußleben erneuerte, und bis in sein hohes Alter fortsette. Der h. Augustinus, der sich oft bei ihm über schwierige Stellen der H. Schrift Naths erholte, gibt ihm das Zeugniß, daß er in der Kirche wie ein Licht geleuchtet. Er endigte sein heiliges Leben im J. 420, im 91. feines Alters. Sein heiliger Leib wurde zu Bethlehem begraben, und später nach Nom gebracht, und in der Kirche der heiligen Jungfrau zur Krippe beigesetzt. Haß der Welt. Wenn euch die Welt haffet, so wisset, daß sie mich vor euch gehaffet hat." Joh. 15, 19. Evang. Matth. 5, 13-16. Jhr seyd das Salz der Erde. Hymnus. 11 Der Beicht'ger Christi zc. wie S. 480. Ant. O bester Lehrer 2c. mit v. und R). wie S. 490. Gebet. Gott, der Du Dich gewürdigt hast, deiner Kirche zur Auslegung der H. Schrift, deinen seligen Beichtiger und großen Lehrer Hieronymus zu senden; verleihe, wir bitten Dich, das wir durch seine Verdienste, was er in Wort und Werk gelehret hat, mit deiner Hülfe vollbringen mögen. Durch unsern Herrn 2c. Feste im October. Den 2. Oktober. Fest der hh. Schußengel. Gott hat seinen Engeln von dir befohlen, daß sie dich behüten auf allen 11 deinen Wegen." Was haben wir unter ihrem Schuße zu fürchten? Weder Feste im October. 535 können sie überwunden noch verführt werden, noch weniger aber verführen, die uns behüten auf allen unsern Wegen. Darum laßt uns ihnen folgen und anhangen, und unter dem Schuße des Allerhöchsten verweilen. So oft also eine heftige Versuchung dich bedrängt, oder eine schwere Trübsal dir bevorsteht, rufe zu deinem Schußengel, deinem Führer, deinem Helfer im Glücke und in der Noth, rufe ihn an, und sprich: Herr, rette uns, wir gehen unter. Verehrung der Hh. Engel. n Sind sie nicht alle mit einander dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienste, um derentwillen, die da erben sollen die Seligkeit?" Hebr. 1, 14. Evang. Joh. 18, 1-10. Wer ist der Größte im Himmelreich? Hymnus. Custodes hominum psallimus angelos. Den Nuhin der Engelschaaren zu erheben, Tön' unser Lied, die uns zur Huth gegeben, Auf daß nicht arge Feindeslist uns schade, Des Vaters Gnade. In neid'scher Brust, entkleidet seiner Ehren, Hegt stets der Fürst der Sünde dies Begehren, Daß er, die Gott berief zu Himmelserben, Stürz' in's Verderben. Drum stellt euch, Schützer, wachsam uns zur Seiten, Vom euch vertrauten Land scheucht herbes Leiden; Was trübt die Seele, scheucht, daß Nuh' und Frieden Uns sey beschieden. Preis Dir, dreiein'ger Gott, und Ruhm und Ehre, Der Erde, Meer, und alle Himmelsheere Allwaltend lenkt, die stets dein Lob verbreiten Durch ew'ge Zeiten. Amen. Ant. Heilige Engel, unsere Schüßzer, stehet uns bei im Kampfe, auf daß wir nicht verworfen werden im furchtbaren Gerichte. v. Vor dem Angesichte deiner Engel will ich, o Herr, Dich loben, R). Und will anbeten bei deinem h. Tempel, und deinen Namen preisen. 536 Fefte im October. Gebet. O Gott, der Du in deiner unaussprechlichen 2c. wie S. 229. Den 4. Dctober. Franciscus von Assisi, Beichtiger. Der H. Franciscus wurde zu Assisi 1182 geboren. Er verließ nach dem evangelischen Rathe die Welt, um, von Allem entblößt, von Allen Anfangs verspottet, seinem Heilande nachzufolgen. Er stiftete den strengen Franciscanerorden, den Innocent III. im J. 1209 bestätigte. Franciscus wandelte in engelgleicher Reinheit, überwand die Welt, den Teufel und das Fleisch, durch Strenge gegen sich selbst und Demuth des Herzens gegen Andere. Sein Verlangen nach der Marterkrone wurde zwei Jahre vor seinem Tode auf wunderbare Weise, durch die Stigmatisation( siehe S. 531) erfüllt. Vom Feuer der göttlichen Liebe verzehrt, hauchte er seine Seele aus mit den Worten des Psalmisten:„ Meiner harren die Gerechten, daß Du mir vergeltest", Ps. 141, 8. im J. 1226, im 45. seines Alters. Liebe zur Armuth. Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich." Matth. 5, 3. Hymnus. Der Beicht'ger Christi zc., mit Ant., y. und R. wie S. 480. Gebet. Gott, der Du deine Kirche, durch die Verdienste des seligen Franciscus, mit der Frucht neuer Kinder bereicherst; verleihe uns, daß wir durch seine Nachfolge das Irdische verachten, und uns allezeit der Erlangung himmlischer Gaben erfreuen. Durch unsern Herrn 2c. Den 15. Dctober. Teresa, Jungfrau und Erneuerin des Carmeliter- Ordens. Die heilige Teresa, geboren zu Avila in Spanien, gab schon in zartem Alter Anzeichen ihrer künftigen Heiligkeit. Mit 21 Jahren trat sie in den Orden der Carmeliterinnen, in welchem sie die strengere Regel, mit Gutheißung des Papstes Pius IV., wieder einführte. Von den schwersten Krankheiten und verschiedenen Versuchungen 22 Jahre lang heimgesucht, verharrte fie also in der Treue zu ihrem Bräutigam, daß Er schon hienieden sie Himmlischer Tröstungen würdigte. Im Gebete ward sie oft verzückt und erhielt die Gabe der Weissagung. Troß ihrer großen Körperschwäche züchtigte sic beständig ihren Leib mit den härtesten Bußwerken, und so groß war ihr Verlangen, mit Jesu zu leiden, daß sie zu Gott zu rufen pflegte: Herr, entweder Feste im October. 537 leiden oder sterben. Voll Liebe und Verlangen zu ihrem göttlichen Bräuttgam, ward ihre reine Seele an dem von ihr vorhergesagten Tage von den Banden des Körpers befreit im J. 1582, im 67. ihres Alters. Zu Avila ruht ihr heiliger Leib, noch unverwest, und von einer balsamischen Feuchtigkeit umflossen. Ueber ihr Leben und ihre höhern Führungen gibt sie ſelbst in mehreren Schriften ausführlichen Bericht. Papst Gregor XV. hat sie unter die Heiligen aufgenommen. Vermählung Gottes mit dem Menschen. „ Ich will dich Mir vermählen ewiglich: und ich will dich mir vermählen in Gerechtigkeit und in Gericht, in Barmherzigkeit und in Erbarmungen." Osea 2, 19. Evang. Matth. 25, 1033. Von den thörichten und weisen Jungfrauen. Hymnus. Regis superni nuntià. Des höchsten Gotts Verkünderin, Fern aus der Heimath willst du ziehn, Daß Jesum du der Heiden Schaar, Sonst Ihm für sie dein Blut bringst dar. Bleib', o Teresa! süßre Pein Und süß'res Sterben harret dein; Wund von der heil'gen Liebe Strahl, Stirbst du dahin in sel'ger Qual. Als Liebesopfer sinkst du hin, In Lieb laß unsre Herzen glühn; Das Volk, vertrauet deiner Huth, Beschirme vor der Hölle Glut. Dem Vater auf dem höchsten Thron, Und, mit dem Geist, dem ew'gen Sohn, Dir, heiligste Dreieinigkeit, Lob, Ehr' und Preis in Ewigkeit. Amen. Ant. Komme, du Braut 2c. wie S. 492. v. Holdseligkeit zc. wie S. 486. Gebet. Erhöre uns, o Gott, unser Heiland, daß, gleich wie wir des feierlichen Tages der seligen Jungfrau Teresa uns erfreuen, wir 538 Fefte im October. also von der Speise ihrer himmlischen Lehre ernähret und zur in brünstigen Andacht mögen unterwiesen werden. Durch unsern Herrn 2c. Den 18. October. Lucas, Evangelist. Der H. Lucas war Arzt zu Antiochien, und wurde der beständige Gefährte des Apostels Paulus. Das Evangelium schrieb er in griechischer Sprache, wie er es aus dem Munde der Apostel vernommen, und die Geschichten der Apostel, wie er sie selbst mit erlebt hatte. Er starb in Bithynien. Im zwanzigsten Jahre der Regierung Constantins wurden seine Gebeine mit den Neliquien des h. Apostels Andreas nach Constantinopel gebracht. Jetzt ruhen sie zu Padua. Gifer zu apostolischen Ermahnungen. In seinem Namen muß Buße und Bergebung der Sünden gepredigt werden unter allen Völkern." Luc. 24, 47. Evang. Luc. 10, 19. Der Herr verordnete auch noch andere zwei und siebzig. Hymnus. Frohlock und jauchz', o Erdenkreis 2c., mit Ant., v. und. wie S. 492. Gebet. Herr, wir bitten Dich, daß unser Fürsprecher sey dein hei liger Evangelist Lucas, der die Abtödtung des Kreuzes beständig an seinem Leibe zur Ehre deines Namens getragen hat. Durch unsern Herrn 2c. Den 24. October. Naphael, Erzengel. Der Erzengel Naphael wurde von Gott gefandt den frommen Tobias von der Blindheit zu heilen, und seinen Sohn auf der Reise zu begleiten. Darum verehren wir Raphael als unsern Seelenarzt und Begleiter, der die Blindheit der Sünde verscheuche und uns auf der gefahrvollen Reise dieses Lebens ficher zum Hafen des Heiles führe. Werke der Nächstenliebe. C Als du gebetet mit Zähren, und die Todten begrubest, und dein Mahl verließest, da brachte ich dein Gebet vor den Herrn." Tob. 12, 12. Evang. Joh. 5, 1-4. Von dem Schwemmteiche. Feste im October. Hymnus. Wie S. 533 mit Auslassung der zweiten und dritten Strophe. Ant. Glorreichster Fürst, Erzengel Raphael, sey unser eingedenk, und bitte hier und überall und immerdar für uns zum Sohne Gottes. 539 v. Der Engel stand neben dem Altare des Tempeis, R. Und er hielt ein goldenes Nauchfaß in seiner Hand. Gebet. Gott, der Du den seligen Erzengel Naphael deinem Diener Tobias zum Begleiter auf der Reise gegeben hast; verleihe uns deinen Dienern, daß wir durch seinen Schutz immerdar beschirmet und durch seine Hülfe gestärket werden. Durch unsern Herrn 2c. Den 28. October. Simon und Judas, Apostel. Simon Zelotes und Judas mit dem Beinamen Thaddäus, Bruder des Apostels Jacobus des Jüngern, und Blutzverwandter der heiligen Jungfrau, predigten das Evangelium, jener in Aegypten, dieser in Mesopotamien. Darauf trafen sie in Persien wieder zusammen, gewannen der h. Kirche unzählige Söhne, und verherrlichten zu gleicher Zeit den christlichen Namen durch den Martertod. Wahre brüderliche Liebe. Wenn ein Bruder beim andern Beistand findet, das ist wie eine feste Stadt." Sprichw. 18, 19. Evang. Joh. 15, 17-25. Dieß befehle Ich euch, daß ihr euch untereinander liebet. Hymnus. Frohlock' und jauchz', o Erdenkreis 2c., mit Ant., v. und x). wie S. 492. Gebet. Gott, der Du uns durch deine seligen Apostel Simon und Judas zu deines Namens Erkenntniß zu gelangen verlichen hast; gieb, daß wir ihren ewigen Ruhm durch Zunahme im Guten verherrlichen, und durch diese Verherrlichung im Guten zunehmen. Durch unsern Herrn 2c. Feste im November. Feste im November. Den 1. November. Feft aller Heiligen. Heute begeht die Christenheit in einer Freudenfeier das Fest aller Heiligen, über deren Gemeinschaft der Himmel jauchzt, über deren Fürsprache die Erde frohlockt, durch deren Triumphe die heilige Kirche gekrönet wird. 540 Freude über die Seligkeit der Auserwählten. Selig sind, o Herr, die in deinem Hause wohnen, sie werden Dich loben in alle Ewigkeit." Ps. 83, 5. 11 Evang. Matth. 5, 1-12. Von den acht Seligkeiten. Hymnus. Placare, Christe, servulis. Sieh, Herr, versöhnt herab mit Huld Auf deiner reu'gen Knechte Schuld, Für die dem Vater bringet dar Ihr Fleh'n die Magd, die Dich gebar. Ihr, die ihr in neun Chören freist, Und selig Gottes Glorie preist, Wehrt ab von uns die alte Noth, Und die uns jetzt und fünftig droht. Apostel und Propheten, fleht Zum strengen Richter mit Gebet, Daß er aufricht'ger Neue fich Erbarm', und schone gnädiglich. Im Purpurschmuck, ihr Märtyrer, Im Glanzgewand, ihr Beichtiger, Ruft uns, die elend und verbannt, Durch euer Fleh'n ins Vaterland. Dich fleh'n wir, keuscher Jungfrau'n Chor, Und, die die Wüste sandt' empor Zum Himmelssaal, Einsiedler, euch, Führt uns in Christi sel'ges Reich. Der Feinde Schwarm, der uns umdräut, Scheucht von der Gläuß'gen Grenzen weit, Daß all' wir eine Heerde sey'n, All' eines Hirten uns erfreu'n. Feste im November. Dem Vater auf dem ew'gen Thron, Und seinem eingebornen Sohn, Dem Geist auch, der uns Trost verleiht, Sey Ehr' und Preis in Ewigkeit. Amen. Ant. O wie herrlich ist das Reich, in welchem mit Christo sich freuen alle Heiligen, und, angethan mit weißen Gewanden, dem Lamme folgen, wohin es ziehe. t. Die Heiligen frohlocken in der Glorie. R. Sie erfreuen sich in ihren Gemächern. 541 Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du uns verliehen hast, aller deiner Heiligen Verdienste in gemeinsamer Feier zu verehren; wir bitten Dich, Du wollest uns den ersehnten Ueberfluß deiner Erbarmung durch die Vervielfältigung unserer Fürsprecher ertheilen. Durch unsern Herrn 2c. Den 2. November. Aller Seelen Tag. Siehe S. 321. Den 11. November. Martinus, Bischof. Der H. Martinus wurde in Ungarn von heidnischen Weltern geboren, und von seinem Vater zum Kriegsdienste gezwungen. Noch als Soldat und Katechumen zeichnete er sich aus durch thätiges Mitleid gegen die Nothleidenden, und theilte am Thore von Amiens mit einem Armen seinen Kriegsmantel. In der folgenden Nacht sah er den Heiland felbst mit der Hälfte seines Mantels bekleidet. In seinem 18. Jahre empfing er die h. Taufe, und lebte nun bei dem H. Hilarius, Bischof von Poitiers. Später wurde er zum Bischof von Tours geweiht, und lebte fortan in klösterlichem Verein mit achtzig Mönchen. Nachdem er 26 Jahre sein Bisthum mit apostolischem Eifer verwaltet, die Armen wie seine Kinder gepflegt, verschied er 397 in seinem 81. Jahre, in härenem Bußkleide auf Asche liegend, unter dem Gesange der Engel. Der H. Severinus, der Zeit Bischof zu Cöln, und mehre Ändere haben den Gesang vernommen. Wohlthätigkeit gegen die Nothleidenden. 11 Was ihr Einem aus meinen geringsten Brüdern gethan habt, das habt ihr Mir gethan." Matth. 25, 40. Evang. Luc. 11, 33-36. Niemand zündet ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel. 512 Feste im November. Hy in nu 8. Der Beicht'ger Christi c. wie S. 480. Ant. O seliger Bischof, der aus ganzer Seele Christum den König liebte, und den Fürsten des Neiches nicht scheute; o heiligste Seele, welche, obgleich nicht vom Schwerte des Verfolgers weggerafft, doch die Palme des Marterthums nicht verlor. y. Den Gerechten 2c. wie S. 480. Gebet. Gott, der Du siehst, daß wir aus eigener Kraft nicht bestehen; verleihe gnädig, daß wir durch die Fürbitte deines seligen Beichtigers und Bischofs Martinus gegen alle Widerwärtigkeiten befestigt werden. Durch unsern Herrn 2c. Den 19. November. Elisabeth; Wittwe. Die h. Elisabeth, geboren 1207, war die Tochter des Königs Andreas von Ungarn, und wurde die Gemahlin Ludwigs, des Landgrafen von Thüringen, der in blühendem Alter auf einem Zuge in das heilige Land seinen Tod fand. Als Wittwe gab sich die heilige Elisabeth den Werken der Nächstenliebe, die sie immer von Jugend auf geübt, mit allen Kräften hin. So aroß war ihre Liebe zu den Armen und Kranken, daß sie die Wunden der Aussägigen reinigte und küßte. Von hartherzigen Verwandten verstoßen, lebte sie selbst von allem entblößt, trug Schmach und Verspottung in Demuth, und freute sich für Gottes Ehre zu leiden. Im J. 1231 belohnte der Herr ihre große Liebe mit der Krone der Auserwählten, und verherrlichte ihr Grab durch viele und große Wunder. Papst Gregorius.IX. hat sie den Heiligen beigezählt. Lohn der Almosen. Sie hat ihre offenen Hände zu den Armen ausgestrecket. Gebet ihr von der Frucht ihrer Hände." Sprichw. 31, 20. u. 31. Evang. Matth. 13, 44-52. Das Himmelreich ist gleich einem Schatze. Hymnus.* Dem starken Weib 2c., mit Ant., y. und). wie S. 503. Gebet. Gott, Erbarmer, erleuchte die Herzen deiner Gläubigen, und durch die Fürbitte der seligen Glijabeti laß uns das Glück der Belt verachten, und uns der himmlischen Tröstung allezeit erfreuen. Durch unsern Herrn 2c. Feste im November. Den 21. November. Mariä Aufopferung. Die allerfeligste Jungfrau Maria wurde, als sie das dritte Jahr ihres Alters erreicht hatte, von ihren Eltern Joachim und Anna, im Tempel zu Jerusalem, dem Herrn aufgeopfert. 543 Frühzeitiger Anfang im Dienste Gottes. 11 Es ist gut, wenn man das Joch trägt von seiner Jugend an." Klagld. Jer. 3, 27. Evang. Luc. 11, 27- 28. Selig ist der Leib, der Dich getragen hat. Hymnus. Meerstern, sey gegrüßt ic. wie S. 486. Ant. Selige Gottesgebärerin Maria, allzeit Jungfrau, Tempel des Herrn, Heiligthum des h. Geistes, du allein hast vor allen. Andern unserm Herrn Jesu Christo gefallen. V. Würdige mich, dich zu loben, heilige Jungfrau, R. Gieb mir Kraft gegen deine Feinde. Gebet. Gott, der Du gewollt hast, daß die selige Jungfrau Maria, die Wohnung des H. Geistes, am heutigen Tage im Tempel Dir vorgestellt wurde; verleihe, wir bitten Dich, daß wir durch ihre Fürsprache im Tempel deiner Glorie vorgestellt zu werden verdienen. Durch unsern Herrn. Den 22. November. Cäcilia, Jungfrau und Martyrin. Die h. Cäcilia, eine vornehme Römerin, wurde von Jugend auf im christlichen Glauben unterrichtet und gelobte Gott beständige Jungfräulichkeit. Als sie aber wider ihren Willen dem Valerian zur Ehe gegeben wurde, warnte sie diesen, sie stehe unter der Huth eines Engels, der ihre Keuschheit beschüße. Valerian, aus Begierde den Engel sehen zu können, ließ sich vom Papste Urbanus, der, um der Verfolgung zu entgehen, sich in den Gräbern der Märtyrer verborgen hielt, taufen, und fand nun Cäcilia im Gebete und ihr zur Seite einen Engel in himmlischer Klarheit. Sein Bruder Tiburtius wurde durch dasselbe Wunder bekehrt, und beide erlangten bald darauf unter dem Präfecten Almachius die Palme des Martertods. Nachdem Cäcilia noch Viele bekehrt hatte, wurde auch sie auf Urtheil desselben Almachius mit dem Beil enthauptet. Sie errang die doppelte Krone der Jungfrauschaft und des Marterthums um das J. 224. Ihr heiliger Leib wurde vom Papste Urban begraben. 544 Feste im November. Himmlisches Leben. " In der Auferstehung werden sie weder zur Ehe nehmen, noch genommen werden, sondern seyn wie die Engel Gottes im Himmel." Matth. 22, 30. Evang. Matth. 25, 1-13. Von den zehn Jungfrauen. Hymnus. Krone der Jungfrau'n 2c. wie S. 485. Die glorreiche Jungfrau trug immer das Evangelium Christi an der Brust, und ließ nicht ab, weder Tag noch Nacht, von göttlichen Gesprächen und vom Gebete. *. Holdseligkeit 2c. wie S. 486. Gebet. Gott, der Du uns durch das jährliche Fest deiner H. Jungfrau und Blutzeugin Cäcilia erfreuest; gieb, daß wir ihr, die wir durch unsern Dienst verehren, auch mit dem Beispiel eines erbaulichen Wandels nachfolgen. Durch unsern Herrn 2c. Den 25. November. Catharina, Jungfrau und Martyrin. Zu Alexandrien wurde die H. Catharina aus vornehmem Geschlechte ge boren, und widmete sich von früher Jugend an dem Studium der Wissenschaften und den Werken des Glaubens. Als Maximinus gegen die Christen wüthete, wagte die achtzehnjährige Jungfrau dem Tyrannen sein Unrecht vorzuhalten, und setzte ihn durch ihre weise Beredsamkeit so in Erstaunen, daß er fünfzig Philosophen zusammenberief, um sie zum Gözendienste zu verführen. Aber ihre Weisheit besiegte sie alle, mehrere wurden Christen, und starben den Martertod. Ebenso vergeblich versuchte Maximinus sie durch Schmeicheleien und Versprechungen zum Abfall zu bewegen. Hierüber wüthend, ließ er sie grausam zerschlagen, und eilf Tage lang ohne Speise und Trank einterfern. Im Gefängniß bekehrte sie die Gemahlin des Kaisers, seinen Feldherrn Porphyrius und viele Kriegsleute. Das Rad, womit sie gerädert werden sollte, wurde auf ihr Gebet, sammt den Henkersknechten, vom Blige zerschlagen. Darauf wurde sie enthauptet, und errang so die dreifache Krone der Wissenschaft, des Marterthums und der Jungfräulichkeit. Ihr h. Leib wurde auf dem Berge Sinai von den Engeln begraben. Eifriges Studium der Glaubenswahrheiten. Habe deine Betrachtung im Gesetze Gottes, und übe dich ohne Aufhören in seinen Geboten." Ecel. 6, 37. Evang. Matth. 25, 1-13. Von den zehn Jungfrauen. Feste im November. Hymnus. Krone der Jungfrau'n 2c. wie S. 485. Ant. Komme, du Braut 2c. wie S. 492. *. Holdseligkeit 2c. wie S. 504. Gebet. Gott, der Du dem Moses auf dem Gipfel des Berges Sinat das Gesetz gegeben, und an demselben Ort den Leib deiner seligen Jungfrau und Blutzeugin Katharina durch die heiligen Engel wunderbar bestattet hast; verleihe, wir bitten Dich, daß wir durch ihre Verdienste und Fürbitten zu dem Berge, welcher ist Christus, gelangen mögen. Der mit Dir lebet 2c. 545 Den 30. November. Andreas, Apostel. Der h. Andreas, Schüler des h. Johannes des Täufers, und Bruder des h. Petrus, folgte zuerst der Stimme des Heilandes. Nach dessen Auferstehung durchzog er lehrend und bekehrend Skythien, Epirus und Thracien, und fand in Achaja den gewünschten Martertod, wie sein göttlicher Meister, am Kreuze. Zwei Tage lang hing er lebend an demselben, und verkündigte unablässig die Lehre Christi, noch im Tode viele zum Leben führend. Treue Nachfolge Jesu Christi. Lasset uns sehen auf den Anfänger und Vollender des Glaubens, Jesum, welcher, da Ihm Freude dargeboten war, das Kreuz erduldete und der Schande nicht achtete, und zur Rechten Gottes figet." Hebr. 12, 2. Evang. Matth. 4, 18-22. Kommt, Ich will euch zu MenschenFischern machen. Hymnus. Frohlock und jauchz' 2c. wie S. 492. Ant. Als der selige Andreas an den Ort kam, wo das Kreuz aufgestellt war, rief er aus und sprach: O gutes Kreuz, du lang ersehntes, du bist nun meinem verlangenden Herzen bereitet; ruhig und freudig komme ich zu dir, so nimm auch du jubelnd mich auf, als Jünger dessen der an dir gehangen hat. . Sie verfündigten die Werke Gottes, R. Und sie verstanden seine Thaten. 35 Feste im December. Gebet. Deine Majestät, o Herr, bitten wir demüthig, daß dein seliger Apostel Andreas, gleichwie er deiner Kirche als Lehrer und Lenfer vorgestanden, also bei Dir unser beständiger Fürsprecher seyn möge. Durch unsern Herrn 2c. 546 Feste im December. Den 3. December. Franciscus Xaverius, Beichtiger. Der h. Franciscus Xaverius war einer der ersten Gefährten des H. Ignatius, und wurde auf dessen Antrag von Papst Paul IV. mit der Gewalt eines apostolischen Nuntius nach Indien gesandt, um den dortigen Völkern den wahren Glauben zu bringen. Der Herr segnete seinen apostolischen Eifer, indem Er ihm, gleich den ersten Aposteln, die Gabe der Wunder und der Sprachen verlich, und durch ihn ganze Völkerschaften in den Schooß der heiligen Kirche führte. Daher wird der H. Franciscus mit Recht der Apostel Indiens genannt. Als er das Christenthum auch nach China bringen wollte, starb er, 56 Jahre alt, auf der Insel Sancian, an der chinesischen Küste, im J. 1552. Nach seinem Tode war er gleich wunderthätig, wie im Leben. Gregor XV. hat ihn heilig gesprochen. Lob eines apostolischen Mannes. Dieser ist mir ein auserwähltes Gefäß, meinen Namen zu tragen vor die Völker und Könige." Apostelgesch. 9, 15. Evang. Marc. 16, 15-20. Gehet hin in alle Welt. Hymnus. Der Beicht'ger Christi zc., mit Ant., v. und. wie S. 480. Gebet. Gott, der Du die Völker Indien8 2c. wie S. 339. Den 4. December. Barbara, Jungfrau und Martyrin. Siehe S. 352 ff. Den 6. December. Nicolaus, Bischof und Beichtiger. Der H. Nicolaus, geboren zu Patara in Lycien, vertheilte alle seine Habe unter die Armen, und rettete drei Töchter eines vornehmen aber verarmten Mannes von der Gefahr, ihre Keuschheit zu verlieren, indem er ihnen in drei auf einander folgenden Nächten ihre Mitgift durch das Fenster warf. Auf seiner Ueberfahrt ins heilige Land verkündete er den Schiffern, bei hei Feste im December. 547 term Himmel, einen nahen Sturm, und als das Schiff in Gefahr war unterzugehen, stillte er das Meer durch sein Gebet. Auf göttliche Eingebung wurde er zum Bischofe von Myra gewählt, wo er zu Gottes Ehre Vieles litt und wirkte, bis Gott ihn zur Belohnung abrief im J. 326. Die Almosen sind Schäße im Himmel. Ihr sollet euch keine Schäße sammeln auf Erden, wo Roft und Motte sie verzehren, und die Diebe sie ausgraben und stehlen; sondern sammelt euch Schäße im Himmel." Matth. 6, 19. Evang. Matth. 25, 14-22. Ein Mensch, der über Land zog. Hymnus. Der Beicht'ger Christi zc., mit Ant.,. und). wie S. 480. Gebet. Gott, der Du den seligen Bischof Nicolaus mit unzähligen Wunden geziert hast; verleihe, wir bitten Dich, daß wir durch seine Verdienste und Fürbitten von den Flammen der Hölle befreit werden. Durch unsern Herrn 2c. Den 7. December. Ambrosius, Bischof, Beichtiger und Kirchenlehrer. die Der h. Ambrosius, Sohn eines römischen Bürgers, wurde in Gallien geboren, in Nom erzogen, und als Statthalter nach Mailand geschickt. Nach dem Tode des arianischen Bischofs Aurentius wählte ihn das Volk zum Bischofe von Mailand. Darauf erhielt er, der noch Katechumen war, Taufe und die priesterliche und bischöfliche Weihe. Als Bischof war er der eifrigste Verfechter des katholischen Glaubens und der Kirchenzucht, bekehrte viele Arianer und andere Keßer, und unter diesen den H. Augustinus. Dem Kaiser Theodosius verwehrte er, wegen der zu Thessalonica verübten Grausamkeit, den Eintritt in die Kirche, bis derselbe sich durch öffentliche Buße gereinigt. Nach vielen erduldeten Mühseligkeiten, und nach Abfassung vieler gotterleuchteten Bücher starb der H. Ambrosius im J. 397. Christliche Wohlredenheit. ,, Wohlgeordnete Worte sind wie Honigseim; sie sind der Seele süß und dem Gebeine heilsam." Sprüchw. 16, 24. Evang. Matth. 5, 13-16. Jhr seyd das Salz der Erde. Hymnus. Der Beicht'ger Christi zc., mit Ant., y. und). wie S. 480. 35* Feste im December. Gebet. Gott, der Du deinem Volke den seligen Ambrosius zum Diener des ewigen Heiles verliehen hast 2c. wie S. 514. 548 Den 8. December. Unbefleckte Empfängniß Mariä. Daß die seligste Jungfrau Maria, die zur Mutter des Gottmenschen von Gott vorherbestimmt war, nicht in der Erbsünde empfangen worden, sondern Im J. 1854 vom ersten Augenblick ihres Daseins an mit der heiligmachenden Gnade Gottes erfüllt gewesen, hat die katholische Kirche allezeit geglaubt. am 8. December hat Papst Pius IX. diese Glaubenslehre amtlich und feierlich ausgesprochen und entschieden, so daß dieselbe jetzt von allen katholischen Christen gehalten und bekannt werden muß. Hoch zu feiern ist daher dieser Tag, an welchem der Grund zur Würde der Gottesmutterschaft Mariä gelegt worden ist, und so unser Heil seinen Anfang genommen hat. Allezeit aber wollen wir die jungfräuliche Gottesmutter mit den Worten grüßen und anrufen: O Maria, empfangen ohne Makel, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht nehmen zu dir! Verehrung der unbefleckten Empfängniß Martă. Wer ist die welche hervortritt wie die aufgehende Morgenröthe, schön wie der Mond, prächtig wie die Sonne, schrecklich wie ein Heer in Schlachtordnung!" Hohel. 6, 9. Evang. Matth. 1, 1-16. Geschlechtsregister Jesu Christi. Hymnus. Meerstern, sey gegrüßet 2c. wie S. 486. Ant. Deine Empfängniß, Jungfrau Gottesgebärerin, hat der ganzen Welt Freude gebracht; denn aus dir ist geboren die Sonne der Gerechtigkeit, Christus, unser Gott, der den Fluch lösend den Segen gab, und den Tod vernichtend uns das ewige Leben schenkte. *. Heut ist die unbefleckte Empfängniß der seligen Jungfrau Maria, R. Deren glorreiches Leben die ganze Kirche erleuchtet. Gebet. O Gott, der Du durch die unbefleckte Empfängniß der Jungfrau deinem Sohne eine würdige Wohnung bereitet hast; verleihe uns durch ihre Fürsprache, daß wir Dir, der Du sie vor aller Makel behütetest, unser Herz und unsern Leib unbefleckt getreulich be wahren. Durch denselben Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 549 Feste im December. Den 21. December. Thomas, Apostel. Der h. Thomas wurde aus einem Fischer ein Apostel. Als er den andern Aposteln nicht glauben wollte, der Heiland sey von den Todten auferstanden, erschien ihm Jesus und sprach: Lege deinen Finger in meine Wunden; und Thomas antwortete: Mein Herr und mein Gott. Nach der Sendung des H. Geistes predigte er das Evangelium den Parthern, Medern, Persern, Hyrkanern, Baktrern und zulegt den Indiern, wo er sein heiliges Leben und Wirken durch den Martertod krönte. Vollkommener Glaube. Selig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben." Joh. 20, 29. Evang. Joh. 20, 26-29. Jesus kam durch verschloffene Thüren. Hymnus. Frohlock und jauchz', o Erdenkreis 2c. wie S. 492. Ant. Weil du Mich gesehen, Thomas, hast du geglaubt; selig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben. Alleluja. *. Sie verfündigten die Werke Gottes, B. Und sie verstanden seine Thaten. Gebet. Verleihe, o Herr, wir bitten Dich, daß wir uns der Feier deines seligen Apostels Thomas erfreuen; damit wir durch seinen Beistand allezeit Hülfe finden, und den Glauben mit gebührender Andacht bethätigen mögen. Durch unsern Herrn 2c. Den 26. December. Stephanus, Erz- Martyrer. Der H. Stephanus wurde gewürdigt, nach dem Tode des Heilandes die erste Marterkrone zu empfangen. Er wurde von den Juden gesteinigt, weil er ihnen den Tod Christi vorwarf. Vor der Steinigung sah er den Himmel offen, und Jesum zur Rechten Gottes, und als sie anfingen die Steine zu werfen, sprach er:" Herr Jesu, nimm meinen Geist auf;" dann kniete er nieder und rief mit lauter Stimme:" Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht Und als er das gesagt hatte, entschlief er im Herrn, in demſelben Jahre, in welchem Jesus gen Himmel gefahren war. an. Liebe seiner Feinde. Liebet eure Feinde, thut Gutes denen die euch haffen, und bittet für die welche euch verfolgen und beleidigen, auf daß ihr Kinder seyd eures Vaters, der im Himmel ift." Matth. 5, 44. Evang. Luc. 23, 24-39. Sehet, Ich sende zu euch Propheten. 550 Feste im December. Hymnus. Gott, deiner Krieger Ehrenkron' 2c. wie S. 483. Ant. Gottesfürchtige Männer bestatteten Stephanum zur Erde, und erhoben große Klage über ihn. . Stephanus sah die Himmel offen; R. Er sah und ging hinein, der selige Mann, dem die Himmel offen standen. Gebet. Verleihe uns, wir bitten Dich, o Herr, das nachzuahmen was wir verehren, auf daß wir lernen auch unsere Feinde zu lieben, da wir dessen Gedächtniß feiern, der auch wußte für seine Verfolger zu bitten unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret 2c. Den 27. December. Johannes, Apostel und Evangelist. Der H. Johannes, ein Sohn des Zebedäus und der Maria Salome, Bruder Jacobs des Aeltern, war der Jünger, den Jesus liebte, und beim legten Abendmahle an seiner Brust ruhen ließ; der Jungfräuliche, dem der Heiland vom Kreuze herab und in ihm uns allen seine jungfräuliche Mutter zur Mutter gab. Er predigte das Evangelium in Asien. Weder ein vergifteter Trank noch siedendes Del konnte ihn verlegen. Von Domitian zu den Bergwerken auf der Insel. Pathmos verbannt, schrieb er dort seine geheime Offenbarung. Sein Evangelium verfaßte er von den vier Evangelisten zulegt, und richtete es besonders gegen die Ebioniten und andere Irrlehrer, welche die Gottheit Christi leugneten. Nach zweijähriger Verbannung kehrte er auf seinen bischöflichen Siß nach Ephesus zurück. Vor Alter schwach geworden, ließ er sich in die Kirche tragen und predigte nichts anders mehr als: Kinder, liebet euch untereinander. Im Jahre 101 entschlief er seltg im Herrn. Liebe zur jungfräulichen Reinheit. 17 Wer die Reinigkeit des Herzens lieb hat, der wird um der Holdseligkeit seiner Lippen willen den König zum Freund haben." Sprichw. 22, 11. Evang. Joh. 21, 21-24. Der Jünger, welchen Jesus liebte. Hymnus. Frohlock und jauchz', o Erdenkreis 2c. wie S. 492. Ant. Dieser ist Johannes, der an des Herrn Brust beim Abend Feste im December. mahle ruhte; der selige Apostel, dem die himmlischen Geheimnisse offenbart worden sind. 551 . Höchst verehrungswürdig ist der selige Johannes, R. Der an des Herrn Brust beim Abendmahle ruhte. Gebet. Sende aus, o Herr, über deine Kirche die Strahlen deiner Güte; damit sie durch die Lehren des seligen Johannes deines Apostels und Evangelisten erleuchtet, zu den ewigen Gaben gelange. Durch unsern Herrn 2c. Den 28. December. Fest der unschuldigen Kinder. Heute feiert die Kirche das Fest der unschuldigen Kindlein, die Herodes ermorden ließ, um Jesum, den geweisfagten König der Juden, unter ihnen zu tödten. Mit Recht werden sie die Blüthen der Martyrer genannt, die, mitten in der Winterkälte des Unglaubens hervor gesproßt, gleichsam als die Erstlingsblumen der Kirche unter dem Froste der Verfolgung dahinwelkten. Glückselige Kindlein, die ihr, noch nicht fähig, Christum zu bekennen, schon gewürdigt wurdet, für ihn den Martertod zu sterben. Liebe zur Unschuld. Der Herr wird diejenigen der Güter nicht berauben, die in Unschuld wandeln." Psalm 83, 12. Evang. Matth. 2, 13-18. Stehe auf und nimm das Kind. Hymnus. Salvete flores martyrum. Heil, Blüthen, cuch im Zeugenchor, Die Christi Feind im Jugendflor Hinwürgte wie des Sturmes Kraft Die jungen Rosenknospen rafft. Dem Heiland sankt ihr, zarte Schaar, Als Erstlingsopfer am Altar: In heiterm Muth mit Kranz und Palm Noch spielend, singt ihr Siegespsalm. Preis Dir, o Jesu, immerdar, Dir, den die Jungfrau uns gebar; Dir Vater, Tröster Dir geweiht Sey Ruhm und Preis in Ewigkeit. Amen. Feste im December. Ant. Die unschuldigen Kindlein sind für Christus getödtet worden, als Säuglinge wurden sie gemordet; fie folgen dem Lamme ohne Makel, und singen immerdar: Ehre sey Dir, o Herr. 552 . Unter dem Throne Gottes rufen alle Heiligen: R. Unser Gott, räche unser Blut. Gebet. Gott, dessen Lob die unschuldigen Martyrer amt heutigen Tage nicht durch Worte, sondern durch Sterben verkündigt haben; ertödte in uns alles Uebel der Sünde, damit deinen Glauben, den wir mit dem Munde bekennen, auch unser Leben im Wandel be= zeige. Durch unsern Herrn 2c. Den 31. December. Silvester, Papst und Beichtiger. Der H. Silvester, von Geburt ein Römer, wurde vom Papste Marcellinus, vor der Kirchenverfolgung des Diocletianus, zum Priester geweiht, und nach dem Tode des Papstes Melchiades, um 314, auf den Apostel- Stuhl erhoben. Unter seiner Regierung wurde das große Concilium zu Nicäa von 318, und das zu Nom von 284 Bischöfen gehalten, und auf beiden die Regerei des Arius verdammt. Nachdem er 21 Jahre die Kirche in großer Heiligkeit des Lebens regiert, starb er in hohem Alter im J. 335. M Eifer für die Reinheit der christlichen Lehre. Wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evange= lium verkünden würden, als daß welches wir euch gepredigt haben, der sey verflucht." Galat. 1, 8. Gure Lenden seyen umgürtet. Evang. Luc. 12, 35-40. Hymnus. Der Beicht'ger Christi zc. wie S. 480. Ant. Als er der oberste Bischof war, fürchtete er nicht das Irdische, sondern wanderte glorreich zu den himmlischen Reichen. *. Den Gerechten führte der Herr auf geraden Wegen, R. Und zeigte ihm das Reich Gottes. Gebet. Allmächtiger Gott, wir bitten Dich, verleihe, daß die ehrwürdige Feier des h. Silvester, deines Papstes und Beichtigers, uns zur Vermehrung unsrer Andacht und zum Heile gereiche. Durch unsern Herrn. Am Tage der Kirchweihe. Am Tage der Kirchweihe. Evang. Luc. 19, 1-10. Zachäus steigt auf einen wilden Feigenbaum. Hymnus. Coelestis urbs Jerusalem. Jerusalem, du Himmelsstadt, Gesicht des Friedens hehr und klar, Aufragend aus lebendigem Gestein zum Himmel wunderbar, Und bräutlich glänzend wonniglich Umkränzt von sel'ger Engel- Schaar. Du gnadenreiche Braut des Herrn, Vom Vater herrlich ausgeschmückt, Hold prangend in des Bräut'gams Huld, OKön'gin, schön und hochbeglückt, Dem ew'gen Herrn der Herrn vermählt, Stadt, die des Himmels Glanz durchzückt. In reinster Perlen Schimmer stehn Die Pforten offen allzumal, Wo jeder eingeht, der dem Herrn Sich treu bewährt im Erdenthal, Der von der Liebe Glut entflammt, Für Christum Pein erträgt und Qual. Durch Druck und Schläge mannichfalt Wird rein geglättet jeder Stein, Bevor des weisen Meisters Hand Dem hohen Bau ihn füget ein, Der in erhab'nem Einklang sich Erhebt in heil'gen Lichtes Schein. Laut schalle würd'ger Lobgesang Dem höchsten Vater allezeit, Preis seinem eingebornen Sohn, Dem Geist auch, welcher Trost verleiht, Dem Ruhm gebührt und Ehr' und Macht Von nun an bis in Ewigkeit. Amen. 553 Am Tage der Kirchweihe. Ant. O wie furchtbar ist dieser Ort! wahrlich, hier ist nichts anderes denn das Haus Gottes und die Pforte des Himmels. Gebet. Gott, der Du uns alljährlich den Tag der Weihe deines Heiligen Tempels erneuerst, und uns unversehrt zu den heiligen Geheimnissen gelangen läsfest; erhöre die Gebete deines Volkes, und verleihe, daß alle, die diese Kirche um Wohlthaten zu erflehen betreten, sich der Erlangung derselben erfreuen mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des h. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 554 Unterricht für die Kranken. Gedenke deines Schöpfers in den Tagen deiner Jugend, ehe die Zeit der Trübsal herankommt. Denn der Mensch wird eingehen in das Haus seiner Ewigfeit. Pred. 12, 1. u. 5. 1. Wie wohlgefällig es Gott sei, wenn wir die Kranken besuchen. Laß es dich nicht verdrießen, die Kranken zu besuchen, denn dadurch wirst du in der Liebe bestätigt werden." Eccl. 7, 39. In der Liebe aber besteht die ganze christliche Vollkommenheit. Uebe sie, und am großen Gerichtstage wird der Herr dich zu seiner Rechten stellen und zu dir sprechen:„ Ich war krank, und du hast Mich besucht." Matth. 25, 36. 2. Was wir beim Krankenbesuche zu thun haben. Wir sollen zeigen, wie sehr uns die ewige Seligkeit des Kranken am Herzen liege, und ihm, so viel wir können, zur Erreichung derselben behülflich seyn. Deßwegen sollen wir dem Kranken zwar tröstlich zusprechen, jedoch die Gefahr des Todes ihm nicht ausreden, denn dadurch hat mancher versäumt zu beichten und die heilige Wegzehrung und legte Delung zu empfangen; vielmehr müssen wir den Kranken zu zeitigem Empfange dieser Hh. Sacramente ermahnen, die nicht der Seele allein, sondern auch dem Leibe heilsam sind. 3. Was in einem Krankenzimmer vorhanden seyn müsse. 1. Das Bildniß des gekreuzigten Heilandes, 2. ein andächtiges Buch, 3. Weihwasser, 4. ein gesegnetes Wachslicht, dem Sterbenden in die Hand zu geben, zum Bekenntniß des wahren Lichtes Jesu Christi und des katholischen Glaubens. 4. Wie der Kranke sich zu verhalten habe. 1. ,, Mein Sohn," spricht der Siracide, verachte dich selbst nicht in detner Krankheit: sondern bitte den Herrn, so wird er dich gesund machen. Wende dich ab von der Sünde, und richte deine Hand hinauf und reinige dein Herz von aller Missethat. Danach gieb Raum dem Arzte." Eccl. 38, 9. Bedenke diese Worte und komme ihnen nach. Saul ist elendig umgekommen, weil er die Wahrsagerin befragte und nicht auf Gott seine Hoffnung sezte. Weil Ochozias in seiner Krankheit den Beelzebub, den Gögen zu Accaron, 556 Unterricht für die Kranken. um Rath fragte, als ob in Israel kein Gott wäre, kündigte ihm Elias an, daß er von dem Bett, worauf er sich gelegt, nicht aufstehen, sondern des Todes sterben sollte. Der König Asa mußte gleicher Weise sterben, weil er auch in seiner Schwachheit den Herrn nicht suchte, sondern vielmehr auf die Kunst der Aerzte vertraute. Dagegen betete der König Ezechias, als er auf den Tod krank war, und der Herr erhörte ihn und schenkte ihm noch fünfzehn Jahre zu leben. 2. Der Kranke soll bei Zeiten über sein Vermögen verfügen, damit er die letzten Tage nur an sein Seelenheil denken könne. Wann die Tage deines Lebens zu Ende gelaufen findecl. 33, 24. Dabei soll jeder beund wann es mit dir zum Scheiden geht, so theile deine Erbschaft aus." denken, besonders wenn er ohne Leibeserben scheidet, daß er nur das mit sich nehme, was er unter die Armen austheilt, oder zu gottſeligen Zwecken verwendet. Wer aber dürftige Verwandte hat, wird sich nicht weniger Verdienst bei Gott dem Herrn erwerben, wenn er ihnen das Seinige hinterläßt, als wenn er es den Armen oder Kirchen schenkte. Vor allem aber muß der Kranke, der sich etwa fremdes Gut zugeeignet hätte, darauf bedacht seyn, dieses seinem rechtmäßigen Herrn oder dessen Erben, so viel nur möglich, zu erstatten, oder wenn dieses unmöglich wäre, den Betrag unter die Armen auszutheilen. 3. Der Kranke soll Beicht und Communion nicht aufschieben. Viele lassen sich davon abhalten durch eitle Nücksicht vor den Menschen; andere haben die thörichte Ansicht, als müsse alle Hoffnung zur Wiedergenesung verloren seyn, wenn sie beichten und communiciren, da doch Christus diese hh. Sacramente als kräftige Mittel gegen den zeitlichen und ewigen Tod eingesegt hat. 4. Die letzte Delung soll der Kranke nicht verschieben, bis er sprach- und gehörlos wird. Ist Jemand krank unter euch," spricht der h. Jacobus, der rufe die Priester der Kirche zu sich, und sie sollen über ihn beten und ihn mit Oel falben im Namen des Herrn; und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn erleichtern, und wenn er in Sünden ist, werden sie ihm vergeben werden." So werden also erstlich durch die letzte Delung Seele und Leib gegen die Schrecken des Todes gestärkt, und der Mensch erlangt besondere Kraft wider die Gewalt des bösen Feindes. Zum andern werden dem Kranken nicht allein die läßlichen Sünden und zeitlichen Strafen nachgelassen, sondern auch die Todsünden, die er ohne seine Schuld zu beichten vergessen hätte, nach des Priesters Worten: Durch diese heilige Salbung und seine gütigste Barmherzigkeit verzeihe dir der Herr, was du gesündigt haft durch sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen. Möchten alle Kranken dem Beispiele des Papstes Pius V. und des sellgen Franciscus Borgias folgen, die, was die Umstehenden von wichtigen Geschäften vorbringen wollten, nicht anhörten, weil für sie nichts wichtiger sey, als das Heil ihrer eigenen Seele. Krankengebete. 557 Erster Theil der Krankengebete. Die meisten der hier folgenden Gebete sind auch in gesunden Tagen zu gebrauchen. Gebet um ein seliges Ende. O Jesu, Dir befehle ich jetzt, wo ich durch deine Gnade noch bei vollem Verstande bin, meine Seele; auf daß Du sie Dir wolleft herzlich anbefohlen sein lassen zur Zeit, wann ich wegen Todesangst Dir dieselbe nicht würde befehlen können. Ich bekenne, o Jeſu, daß ich mich vor dem Todeskampfe fürchte. Denn wo sollte meine scheidende Seele verbleiben, wenn Du sie nicht aufnehmen würdest? Deßwegen bitte ich Dich, o Jesu, jetzt aus allen Kräften meiner Seele, Du wollest alsdann meinen Geist in seiner höchsten Angst und Gefahr trösten und stärken, und Dich deines Geschöpfes, deines so theuer erkauften Pfandes, annehmen. Gedenk, o Jesu, welche Angst auch Du bei deinem Hinscheiden empfunden hast. Wie kläglich hast Du mit lauter Stimme geschrieen und gejammert, daß dein Vater Dich verlassen habe; gedenke, wie Du deinen Geist, bevor Du thn aufgegeben, in seine Hände befohlen hast. So schreie ich jetzt zu Dir, o Jesu, daß Du, als mein Erlöser, gleicher Weise meinen Geist, wenn er vom Leibe scheiden wird, aufnehmen wollest. Gedent, o gütigster Jesu, daß Du am Stamme des Kreuzes deine väterlichen Arme ausgestrecket, mich zu umfangen; dein H. Haupt geneiget, mich zu küssen; deine h. Seite hast durchbohren lassen, um mir den Zugang zu deinem gnadenreichen Herzen zu öffnen. Sieh, o Jesu, meine Seele suchet ihre Zuflucht bei Dir, mit kindlichem Vertrauen eilt sie in deine Arme, dein H. Haupt umfängt und küsset sie, in deine H. Seite birgt sie sich. Wie wohl ist mir bei deinem Herzen! hier ist der Brunnen des ewigen Lebens, hier ist meine gewünschte Ruhestätte; hier werde ich vor aller Gefahr, vor allem Angriffe des bösen Feindes sicher seyn; hier hoffe ich die süße Stimme zu hören: Komme, du Gebenedeiter meines Vaters, besige das Reich, das Dir bereitet ist von Anbeginn 558 Krankengebete. der Welt. O Jesu, wie selig und überselig werde ich seyn, wenn Du mich in dein Reich aufnehmen wirst! Jesu, in deine Hände O befehle ich meinen Geist! Du hast mich erlöset, o Herr, Du Gott der Wahrheit. Pf. 30, 6. Ein anderes kräftiges Gebetlein. Blosius C. 12. Mon. spirit., Mein lieber Herr und Gott! ich bin das armseligste Geschöpf, das Du nach deiner väterlichen Güte erschaffen und durch den bittern Tod deines eingeborenen Sohnes von der Gewalt des bösen Feindes errettet hast. Du wirst mich selig machen nach deiner unermessenen Barmherzigkeit, auf welche ich jetzt feftiglich hoffe und vertraue. Sieh, ich ergebe mich ganz und gar in deine Gewalt; herrsche und gebiete über mich nach deinem göttlichen Wohlgefallen. - Amen. Gebetlein um ein seliges Ende. Mein Herr Jesu wie S. 259. Seufzer zur Mutter Gottes um ein feliges Ende. O schönes Morgenlicht 2c. wie S. 301. Geistliches Testament eines Christgläubigen. Im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit, des Vaters, und des Sohnes, und des h. Geistes. Amen. Ich N. N. übergebe meine Seele in die Hände ihres Schöpfers und Erlösers. Mein Leib soll wiederkehren zur Erde, wovon er ges nommen ist. Allen zeitlichen Gütern, Ehren und Freuden entsage ich bereitwillig, und begehre Dir, meinem Herrn und Gott, allein anzuhangen. Meine Sünden bereue ich aus Grund meines Herzens, besonders diese... bloß darum, weil ich Dich, meinen Herrn und Gott, den ich über Alles liebe, dadurch beleidigt habe; mit deiner Gnade will ich mich ernstlich bessern, alle Sünden beichten und dafür nach Kräften Genugthuung leisten. Gerne vergebe ich allen, die mich je beleidigt haben, und bitte demüthig, daß auch alle mir vergeben wollen. Im Frieden will ich hierüber einschlafen und ruhen. ED. STEINLE DEL Düsseldorf Verlag von Julius Buddeus. Jos. KELLER SCPT. Krankengebete. 559 Ich glaube alles, was die katholische Kirche mir zu glauben vorstellt. Ich hoffe und vertraue, o mein Gott, durch deine unendliche Barmherzigkeit Verzeihung meiner Sünden und das ewige Leben zu erlangen. Ich liebe Dich, o Gott, mein höchstes und einziges Gut, aus meinem ganzen Herzen, aus meiner ganzen Seele und aus allen meinen Kräften. Freud und Leid nehme ich von deiner Hand dankbar an, und übergebe mich ganz deiner göttlichen Fürsehung und deinem heiligsten Wohlgefallen. Auch befehle ich mich in euern Schuß und Schirm, o h. Maria, h. Joseph, H. Schutzengel, H. Barbara, und ihr meine hh. Patronen; wollet mir allezeit beistehen, besonders in der Stunde meines Todes. Amen. Gebet beim heiligen Leichnam Christi im Schooße seiner Mutter Maria. Oihr Himmel, entseßet euch, und ihr Pforten der Himmel erschrecket, denn Jesus, der Sohn des lebendigen Gottes, liegt todt im Schooße seiner tiefbetrübten Mutter. Kommet her, ihr Töchter Sion, und schauet euern König auf seinem Throne, mit Dornen ge= krönet; schauet sein blutiges Angesicht, seine bleichen Lippen. Tretet näher und küsset in Demuth seine durchgrabenen Hände und Füße. Jesu, darf auch ich mich nahen und deine hh. Wunden berühren? Ach, mein Herz erbebt, denn ich erkenne mich schuldig an deinem unschuldigen Tode. Ich fürchte deine hh. Wunden durch meine Berührung zu erneuern; ich fürchte, dein Blut werde aufwallen und mich schuldig erklären. So will ich denn mit dem offnen Sünder von ferne stehen, und an meine Brust schlagen und sprechen: O Jesu, sey mir armen Sünder gnädig! Dir, o schmerzenreiche Mutter Maria, übergebe ich mein Gebet, mit welchem ich deinen göttlichen Sohn demüthigst um Verzeihung bitte. Durch dich, o Mutter der Gnaden, hoffe ich Gnade zu erlangen. Amen. Kräftige Befehlung an die Mutter Gottes. du betrübteste und getreueste Mutter, gedenke, wie dein lieber Sohn Jesus Christus, am Stamme des Kreuzes hangend, seinen Jünger Johannes dir und dich ihm befohlen hat. Mit derselben Liebe und Treue befehle ich deinem mütterlichen Herzen Seele und Leib, 560 Krankengebete. Thun und Lassen, Ehre und Gut, Verwandte und Freunde, Leben und Sterben. Ich bitte dich, o herzliebste Mutter, laß mich dir mit besonderer Liebe wie der H. Johannes befohlen und verbunden seyn; stehe mir bei immerdar, insonderheit an meinem Ende; laß dir, o trostreiche Mutter, alsdann zu Herzen gehen die Todesseufzer meiner bedrängten Seele; beschüße sie, nimm sie auf, und führe und übergieb sie in die Hände Jesu Christi deines Sohnes, unseres Heilandes, der mit dem Vater und dem H. Geiste, ein Gott, herrschet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Oh. Joseph, der du in der Umarmung 2c. wie S. 349. Drei und dreißig andächtige Anrufungen zu Jesu wie S. 217. Fragen, einem Kranken vorzuhalten. Nimmst du diese Krankheit von der Hand Gottes mit Liebe und Dankbarkeit an? Dankest du Gott für alle Wohlthaten, die Er dir in deinem Leben bewiesen? Bist du bereit, nach dem göttlichen Willen zu leben und zu sterben? Ist es gegen deinen Willen, wenn du in deinen Schmerzen Ungeduld zeigen solltest? Verzeihest du um Chrifti willen allen die dich je beleidigt haben? Wünschest du, daß auch alle dir verzeihen, die du beleidigt haft? Sind dir alle Sünden aus Liebe Gottes leid, und hast du den Vorsatz, dich zu bessern? Bist du bereit, alle Genugthuung zu leisten, so viel in deinen Kräften ſteht? Glaubst du alles was Gott geoffenbaret, und durch die h. katholische Kirche zu glauben vorstellt? Hoffest du Verzeihung deiner Sünden und das ewige Leben zu erlangen? Liebst du Gott, deinen Herrn, aus ganzem Herzen über alle Dinge? Begehrest du aller Ablässe theilhaftig zu werden, die zu erlangen dir möglich ist? Wünschest du in deinem Todeskampfe ein Zeichen der Neue über deine Sünden zu geben und von denselben losgesprochen zu werden? Krankengebete. Willst du in Gefahr des Todes die letzte Delung empfangen? Ist es dein Wille, daß alles was du Andern schuldig oder zu erstatten verpflichtet bist, aus deinen Mitteln bezahlt werde? Willst du lieber jetzt sterben, als gegen den Willen Gottes länger leben? 561 Sebest du Christum ein zum Erben deines Leibes und deiner Seele? Gott sey gebenedeit in Ewigkeit. Zweiter Theil der Krankengebete. Gebet um die vorige Gesundheit von Gott zu erlangen. Aus den Soliloquien des b. Augustinus, C. 2. Sieh an, mein Gott und Herr, dein Geschöpf, das jetzt zu Grunde geht; deine Hände haben mich erschaffen und gebildet; dieselben Hände, die für mich an's Kreuz geheftet worden. Verlaß nicht dein Geschöpf, o Herr; sieh an die Wunden deiner Hände, denen Du mich eingeschrieben hast; lies die Schrift und mache mich gesund. Jch, deiner Hände Werk, seufze zu Dir, erquicke mich. Ich, deine Creatur, rufe zu Dir, Du bist das Leben, mache mich lebendig. Ich dein Geschöpf, wende mich zu Dir, Du bist der Schöpfer, richte mich wieder auf. Schone meiner, o Herr, denn meine Tage sind gar nichts. Was ist der Mensch, daß er reden darf zu Gott, seinem Schöpfer? schone meiner, o Herr, während ich mit Dir rede; verzeihe mir Elenden, daß ich mich erdreiste, mit einem so großen Herrn zu reden. Die Noth läßt sich nicht wehren, der Schmerz treibt mich herauszureden, der Jammer, den ich leide, zwingt mich, überlaut zu rufen. Ich bin frank und schreie zum Arzte: Jesu von Nazareth, erbarme Dich meiner; du Quell der Barmherzigkeit, erhöre mich Schwachen, der ich mit bedrängtem Herzen zu Dir schreie; ich will rufen, Herr, ehe denn ich hinziehe. Hilf mir, o Du meine Stärke, durch Dich werde ich aufgerichtet; stehe mir bei, o Du meine Kraft, durch Dich werde ich erhalten; erleuchte mich, o Du mein Licht, durch Dich werde ich sehend; erscheine mir, o Du meine Herrlichkeit, 36 562 Krantengebete. durch Dich werde ich erhoben; erfreue mich, o Du mein Leben, daß ich möge in Dir leben, o Du mein Herr und Gott! Der 90. Ps. wie S. 382. Gebet zu Jesu um Gesundheit. O barmherziger Jesu, der Du den trostreichen und süßen Namen Jesus hast annehmen wollen, um uns dadurch deine Natur fund zu geben! O Jesu, Heiland, sey mir jetzt nach deinem Namen ein wahrer Jesus, ein gnädiger Heiland! O Jesu, wenn es dem Willen deines himmlischen Vaters nicht zuwider ist, so bitte ich, errette meine Seele aus diesen Nöthen, nimm weg die Furcht und Angst des Herzens, nimm weg die Peinen und Schmerzen des Leibes, gieb Stärke meinen schwachen Gliedern. Mein Leben will ich fünftig bessern und Dir eifriger dienen. Gedenk, o Jesu, wie mildiglich Du mit so vielen Kranken verfahren bist; laß auch mich deiner Milde genießen. Den demüthig bittenden Aussägigen hast Du gereinigt; den Knecht des Hauptmanns hast Du gesund gemacht; dem Gichtbrüchigen hast Du tröstlich zugesprochen: ,, Vertraue, mein Sohn, Dir werden deine Sünden vergeben", und ihn geheißen aufstehen, sein Bett nehmen und in sein Haus gehen. Durch alle Städte und Flecken bist Du herumgewandert und hast die Krankheiten des Leibes und der Seele mit deinem heilenden Wort hinweggenommen. Laß mich dieser Kraft, o Jesu, genießen und nimm hin alle Schwachheiten meines Leibes und meiner Seele, auf daß ich Dir in deiner Kirche gebührend Lob und Dank sagen möge. Amen. Betheuerungen des H. Karl Borromäus wie S. 237. Dritter Theil der Krankengebete. Ergebung in den göttlichen Willen. Mein Herz ist bereit, o Gott, mein Herz ist bereit zu leben und zu sterben nach deinem göttlichen Wohlgefallen; von deiner Vaterhand nehme ich alles an was Du mir sendest. Ich bekenne, o Herr, Krankengebete. 563 daß die Krankheit ebenso deine Gabe ist, wie die Gesundheit. Handle mit mir, o Gott, wie es Dir wohlgefällig ist, dein eigen bin ich mit Leib und Seele. Du hast mich nach deinem Ebenbilde erschaffen und auf diese Welt gesandt; Du hast auch Macht, wie und wann es Dir beliebet, mich aus diesem Leben abzurufen. Nicht bin ich gekommen, um auf dieser Welt zu verbleiben, sondern um nach erfüllter Zahl der Jahre und Tage, die Du mir, o Gott, be= stimmt hast, vor deinem Angesichte zu erscheinen, und den Lohn meiner Werke zu empfangen. Mein Herz ist bereit, o Gott, mein Herz ist bereit. Ich werfe mich in den Schooß deiner göttlichen Fürsehung, hier will ich in Frieden ruhen und sprechen: Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Siehe heilige Sprüche wie S. 35, 4. 5. 6. Uebung der Reue über die Sünden des ganzen Lebens. O himmlischer Vater, wie schmerzt es mich, daß ich die Tage meines Lebens so übel hingebracht, und Dir, meinem Gott und Herrn, so wenig gedient habe! wie herzlich bereue ich, daß ich Dich, den ich über Alles liebe, so oft und gröblich beleidigt habe! Ach, könnte ich die verflossenen Jahre zurückrufen, wie eifrig wollte ich deiner Gnade in allen guten Werken mitwirken! wie sorgfältig wollte ich alles vermeiden, was deiner göttlichen Majestät mißfallen könnte! Ach, mein Jesu, ich bitte Dich aus ganzem Herzen und aus allen Kräften meiner Seele, durch dein H. Blut, das Du für mich vergossen hast, durch dein bitteres Leiden und Sterben, Du wollest alles ersetzen, was mir mangelt. Amen. Ulebung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe wie S. 78 und S. 249. Stationsgebete wie S. 393. Seufzer zu Gott dem Vater, dem Sohn und dem h. Geiste. O himmlischer Vater, ich setze den unschuldigen Tod deines Sohnes Jesu Christi zwischen meine Sünde und deinen göttlichen Born, und opfere Dir auf seine unendlichen Verdienste; diese wollen erstatten, was mir mangelt. 36* Krankengebete. Sey mir gnädig, Gott Vater; sey mir gnädig, Gott Sohn; sey mir gnädig, Gott h. Geist. Sey eingedent, o Bater, deiner unendlichen Liebe und Barmherzigkeit, und sey mir gnädig. 564 Sey eingedenk, o Jesu, deiner Angst und Noth, die Du im Garten und am Kreuzesstamme für mich erlitten hast, und sey mir gnädig. Seyy eingedenk, o h. Geist, der unaussprechlichen Güte und Gnaden, die Du allen Auserwählten erzeigt haft, und sey mir gnädig. Seufzer zu Jesu, dem Gekreuzigten. O barmherzigster Jesu, komme mir zu Hülfe in diesen meinen Nöthen, und opfere Du selbst dein Leiden und Sterben deinem himmlischen Vater für alle meine Schuld und wohlverdiente Strafe. - O mildreichster Jesu, alle meine Hoffnung, meinen Trost und meine Zuversicht setze ich auf dein bitteres Leiden und Sterben; meine Seele versenke ich in die Tiefe deiner hh. Wunden.- O allerliebster Jesu, ich wünsche und verlange, daß dein H. Name mein letztes Wort, dein h. Fleisch und Blut meiner Seele letzte Speise, und dein bitteres Leiden und Sterben meine letzten Gedanken seyen. O gütigster Jesu, an dein H. Kreuz will ich mich halten, das soll meine Zuflucht, mein Schutz und Schirm seyn gegen alle Angriffe des Feindes.- O holdseligster Jesu, drücke deine H. Wunden also meinem Herzen ein, daß ich Deiner nimmer vergesse. In deine Hände befehle ich meinen Geist, gleichwie Du deinen Geist in die Hände deines himmlischen Vaters befohlen hast. - Fünf andere Seufzer zu Jesu. O Jesu, der Du mit ausgestreckten Armen am Kreuze hängst und mich einladest, in deine heiligen Arme zu eilen und Dich herzlich zu umfangen: steh, mein Jesu, ich komme mit vielen und schweren Sünden beladen; ich werfe mich in die Arme deiner mildreichen Barmherzigkeit; verbinde mich, o Jesu, also mit Dir, daß ich in Ewigkeit nicht von Dir geschieden werde. O Jesu, mit welchen Nägeln bist Du an's Kreuz geschlagen. Warum hast Du Dich so anheften lassen? hast Du dadurch nicht anzeigen wollen, mit welcher Langmüthigkeit Du unsere Buße erwartest? Jesu, Dir kommt - Krankengebete. 565 kein Sünder zu spät; darum wirst Du mich nicht verstoßen, der ich zwar spät komme, aber mit großem Vertrauen Dir zu Füßen falle und flehentlich um Gnade bitte.- O Jesu, deine h. Seite haft Du mit einer großen Wunde eröffnen lassen, damit wir zu deinem liebreichen Herzen offnen Zutritt haben möchten. O Jesu, laß doch meine arme Seele in deiner h. Seite ihres Lebens letzte Ruhestätte finden. Laß sie also von deinem gnadenreichen Herzen zu deinem strengen Richterstuhle hinfahren.- O Jesu, dein H. Haupt hast Du im Hinscheiden zur Erde geneigt, um uns den Abschiedskuß zu geben. Soll dadurch mein Herz nicht zu vertraulicher Liebe entzündet wer den? Soll ich nicht deinem Friedensfuß entgegen eilen? Du Geliebtester meiner Seele, küsse mich mit dem Kusse deines H. Mundes und laß mich in demselben mein Leben endigen.- Jesu, in deinen letzten Zügen hast Du mit lauter Stimme gerufen, damit ich verlorenes Schäflein sie höre, und Dir zum ewigen Leben nachfolge; fieh, o Jesu, ich komme. Ich komme, o Jesu, führe mich, denn Du bist der Weg; lehre und erleuchte mich, denn Du bist die Wahrheit; errette mich vom bösen Tode, denn Du bist das Leben. Amen. Drei Seufzer zum h. Geiste. Oh. Geist, Du Trost und Stärke aller bedrängten und be trübten Menschen; stärke und erlöse mein betrübtes und schwaches Herz; überschatte meine Seele mit deiner göttlichen Kraft; damit ich alle Schmerzen und Leiden meiner Krankheit mit Liebe und Geduld ertrage, und alle Angriffe des Feindes standhaft abwehre und überwinde. Oh. Geist, Du Band der Liebe zwischen dem himmlischen Vater und seinem eingebornen Sohne; entflamme die göttliche Liebe in meinem Herzen; durch diese Liebe verbinde mich mit Gott auf ewig, und laß mich in derselben selig sterben. Osüßer Geist, Du ewiges Licht, vertreibe die Nacht meiner Sünden, und wende gnädig von mir ab die Finsterniß der Hölle; erleuchte mein Herz, und verleihe, daß ich in deinem Lichte meinen Gott und Herrn nach diesem armseligen Leben schauen möge ewiglich. Litanei vom bittern Leiden 2c. wie S. 255. Zuflucht der Seele zu Jesu dem Gekreuzigten und seinen h. fünf Wunden wie S. 260. 566 Krankengebete. Zu der allerfeligsten Jungfrau Maria. O Mutter des Allerhöchsten, die du in tiefster Betrübniß beim Kreuze deines vielgeliebten Sohnes ausgeharret; komme mir zu Hülfe in diesem meinem Kreuze. Ich rufe dich an als meine Mutter, denn dein sterbender Sohn Jesus hat dich mir zur Mutter gegeben. Erzeige nun dein mütterliches Herz an mir elenden Menschen, und erwirke mir von deinem lieben Sohne die Gnade, daß ich mein Kreuz und Leiden mit Geduld ertrage und endlich zur freudigen Anschauung der allerheiligsten Dreieinigkeit gelangen möge. Amen. Tageszeiten von den sieben Schmerzen Mariä wie S. 357. Zu den hh. Engeln. Stehet mir bei, ihr treuen Diener Gottes, ihr himmlischen Geister, treibt weit von mir und zerstreuet alle teuflischen Nachstellungen, auf daß ich zu eurer fröhlichen Gemeinschaft gelange und Gott mit euch ewig lobe und preise. Amen. 3um h. Schußengel. O du mein lieber und werther Schutzengel, dem ich von Gott mit Leib und Seele anvertraut bin; habe Acht auf meine Seele und trage sie in Abrahams Schooß. Amen. Gebet zu dem h. Erzengel Michael. wie S. 235. Gebet zum H. Schußengel wie S. 236. 3u allen lieben Heiligen Gottes. O ihr Auserwählten Gottes, die ihr den Todeskampf glücklich vollendet und den Sieg errungen habt, und jetzt ewig im Himmel triumphiret; euch bitte ich flehentlich, wollet mir beistehen in meinem letzten Streite; erwirket mir durch eure Fürbitte bei Gott, daß Er mich in eure Gemeinschaft aufnehmen wolle, wo ich das Antlig seiner Herrlichkeit ewig schauen werde. Amen. Gebet des h. Augustinus zu allen Heiligen wie S. 318. Lied von der Glorie des Paradieses wie S. 315. Geistlicher Schwanengesang wie S. 49. Krankengebete. Segen des Kranken, von ihm selbst über sich, oder von einem andern über ihn zu sprechen. 567 Es segne mich( dich) Gott der Vater t, der alle Dinge erschaffen, und mir( dir) das Leben gegeben hat. In seine Hände befehle ich meinen( deinen) Geist. Es segne mich Gott der Sohn †, der mich durch sein H. Blut und durch seinen bittern Tod versöhnet hat. In seine Hände befehle ich meinen Geist. Es segne mich Gott der h. Geist t, der sich über mich ausgegossen und meine Seele geheiligt hat. In seine Hände befehle ich meinen Geist. Die Kraft des Vaters überschatte mich. Die Weisheit des Sohnes regiere mich. Die Gnade und Stärke des h. Geistes erhalte mich. Die allerheiligste Dreifaltigkeit bewahre mich und führe meine Seele zum ewigen Leben. Amen. Die Barmherzigkeit Gottes beschüße mich, die Verdienste Jesu Christi trösten mich, der h. Geist erleuchte mich. Die Fürbitte Mariä und aller Heiligen helfe mir, mein H. Schußzengel beschirme mich. O Christe Jesu, erhöre mich; o Christe Jesu, erlöse mich; o Christe Jesu, erbarme Dich meiner, und zeige mir dein gnadenreiches Angesicht, das mich tröste und erfreue in alle Ewigkeit. Amen. Gebet des h. Augustinus.( Vom Krankenbesuche B. 1.) Mein Gott, mein Gott! meine Barmherzigkeit und meine Zuflucht! nach Dir steht mein Verlangen; zu Dir eile ich, verwirf mich nicht, denn ich bin in der äußersten Gefahr; stehe mir gnädig bei in dieser großen Noth. Ich selbst fann mir nicht helfen; erlöse Du mich, o Herr, und sey mir gnädig. Ich vertraue nicht auf meine Verdienste, sondern auf deine Gnade und Barmherzigkeit. Auf diese hab ich mein Vertrauen gesetzt, und will um meiner Sünden willen nicht verzagen. Du bist meine Hoffnung, meine Zuversicht und mein Gott; Dir allein habe ich gesündigt, es ist meine Schuld, ich betenne es vor deinem Angesichte. Aber weil ich Dir so werth gewesen bin, daß Du mich vom Tode durch deinen Tod erlöset hast, 568 Krankengebete. so laß mich auch jetzt nicht verderben. Zu Dir komme ich, der Du feinen verstößest. O Herr, ich begehre aufgelöst zu werden und bei Dir zu seyn. In deine Hände befehle ich meinen Geist. Sieh mich an, o Du Gott der Wahrheit; verleihe mir, daß ich im Frieden entschlafe und ruhe. Darum bitte ich Dich, mein Gott, der Du dreifach in Personen und einig in der Wesenheit lebest und regierest in alle Ewigkeit. Amen. Dreifache Befehlung des Kranken an Gott Vater, Sohn und h. Geist. 1. O allmächtiger Vater, der Du mich aus nichts erschaffen, mir das zeitliche Leben verliehen, und das ewige zum Erbe verheißen hast; ich opfere mich ganz und gar deiner göttlichen Majestät auf, und bitte demüthiglich, Du wollefst dein Ebenbild nicht verwerfen. In deine Hände befehle ich meinen Geist. Oliebreicher Vater, sey mir jetzt ein gnädiger und barmherziger Vater, und erbarme Dich deines armen Kindes, welches jetzt um Verzeihung seiner Sünden zu Dir fleht. In deine Hände befehle ich meinen Geist. O himmlischer Vater, sey mein Beschüßer und Beschirmer, siehe an das Angesicht Jesu Christi, deines Gesalbten, und verschone mich. In deine Hände befehle ich meinen Geist. 2. O gütigster Jesu, Dir befehle ich meines Lebens Ende, ich bitte, verlaß mich nicht, der Du den Tod für mich gelitten hast. In deine Hände befehle ich meinen Geist. Oholdseligster Jesu, sey mein Jesus, mein Heiland und Erlöser, und laß mich nicht in meinen Sünden verderben. In deine Hände befehle ich meinen Geist. Osüßester Jesu, sey du meine Weisheit, meine Gerechtigkeit, mein Heil und Alles, und laß dein H. Blut an mir nicht verloren seyn. In deine Hände befehle ich meinen Geist. 3. O h. Geist, Du Brunnquell aller Gnaden, reinige mein sündiges Herz, begabe reichlich meine arme Seele, und mache mich theilhaft der ewigen Glorie. In deine Hände befehle ich meinen Geist. Krankengebete. 569 Oh. Geist, starker Gott, Tröster aller Betrübten, verlaß mich nicht in meinen Nöthen. In deine Hände befehle ich meinen Geist. Oh. Geist, Du wahres Licht, vertreibe die Finsterniß meiner Seele, lenke und führe mich auf den rechten Weg zur ewigen Seligkeit. In deine Hände befehle ich meinen Geist. O allerheiligste Dreieinigkeit, mein einiges und höchstes Gut, nimm mich dein Ebenbild auf zu deiner ewigen Glorie, In deine Hände befehle ich meinen Geist. Jesus, Maria, Joseph. Jesu, Dir lebe ich; o Jesu, Dir sterbe ich; o Jesu, dein bin ich todt und lebendig. Amen. Maria, Mutter der Gnaden, Mutter der Barmherzigkeit, bewahre mich vor dem bösen Feinde, und nimm mich auf in der Stunde meines Todes. Amen. Oh. Joseph, o Pflegvater Jesu, o Bräutigam Mariä, o getreuer Nothhelfer, komm mir zu Hülfe mit Jesu und Maria. Die steben Bußpsalmen. S. 117. Litanei von allen Heiligen. S. 309. Vom süßen Namen Jesu. S. 215. Die lauretanische Litanei. S. 284. Von den Schmerzen der allerseligsten Jungfrau. S. 363. Vom h. Joseph. S. 345. Litanei für die Kranken. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns. Christe, erhöre uns. Gott Vater von den Himmeln, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott h. Geist, Heilige Dreifaltigkeit ein einiger Gott, Der Du verwundest und heilest, Der Du tödtest und lebendig machest, Der Du aus Barmherzigkeit allen hilfft, die auf Dich vertrauen, Der Du Job's Geschwüre geheilet, ( seiner, ihrer)! „ Erbarme Dich unser 370 Krankengebete. Der Du dem todtkranken König Ezechias sein Leben verlängert, Der Du das kananäische Weib, die für ihre Tochter bat, erhöret, Der Du Petri Schwiegermutter vom Fieber befreit, Der Du das Weib, das achtzehn Jahre lang krumm gewesen, von ihrer Schwachheit erledigt, Der Du den gichtbrüchigen Knecht des Hauptmannes mit einem Wort gesund gemacht, Der Du der Wittwe ihren verstorbenen Sohn wiedergegeben, Der Du die verstorbene Tochter des Fürsten der Synagoge wieder in's Leben gerufen, Der Du den verstorbenen Lazarus auferwecket, Der Du die Kranken und Elenden allenthalben heimgesucht und geheilet, Der Du die Aussäßigen gereinigt, Der Du die Lahmen gehend, die Blinden sehend, und die Tauben hörend gemacht, Der Du die zerknirschten Herzen heilest, Der Du alle unsere Schwachheiten auf Dich genommen, O Gott, unser Helfer und Beschirmer, O Gott, unsere Zuflucht und Tröstung, O Gott, unser Heiland und Seligmacher, Sey uns( ihm, ihr) gnädig: Verschone uns( ihn, ste), o Herr! Sey uns( ihm, ihr) gnädig: Erhöre uns( ihn, ste), o Herr! Von allem Uebel, Von aller Sünde, Von aller Krankheit und Schwachheit, Von aller Ungeduld und Kleinmüthigkeit, Von den listigen Nachstellungen des Teufels, Von der Gefahr des Todes, Von den Qualen der Hölle, Vom jähen und unversehenen Tode, Von der ewigen Verdammniß, Durch deine Mühe und Arbeit, Durch deine Versuchung, Durch deine Zähren und Betrübniß, Erbarme Dich unser,( seiner, ihrer)! Erlöse uns,( ihn, sie) o Herr! Krankengebete. Durch deine Angst und dein Blutschwitzen, Durch deinen Hunger und Durst, Durch deine H. Wunden, Durch dein kostbares Blut, Durch dein Kreuz und Leiden, Durch deinen Tod und deine Begräbniß, Durch deine glorreiche Auferstehung, Durch deine wunderbare Himmelfahrt, Am Tage des Gerichtes, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du unser( seiner, ihrer) schonest, Daß Du uns( ihm ihr) die Sünden verzeihest, Daß Du uns( ihm, ihr) Zeit zur wahren Buße verleihest, Daß Du uns( ihm, ihr) ein zerknirschtes Herz gebest, Daß Du uns( ihn, sie) heimsuchen und erquicken wollest, Daß Du uns( ihm, ihr) Gesundheit des Leibes und der Seele ertheilest, Daß Du uns( ihm, ihr) die Gaben und Tröstungen des H. Geistes eingießen wollest, Daß Du uns( ihm, ihr) wahre, christliche Geduld verleihen wollest, Daß Du uns( ihm, ihr) in aller Widerwärtigkeit und Noth zu Hülfe kommen wollest, D Daß Du uns( ihn, sie) in der Stunde des Todes wider alle Gewalt des bösen Feindes beschützen wollest, Daß Du uns( ihm, ihr) Standhaftigkeit im Guten verleihen wollest, Daß Du das Ende unseres( seines, ihres) Lebens heiligen wollest, Daß Du uns( ihn, sie) in deiner Gnade sterben lassest, Daß Du unsern( seinen, ihren) Geist in deine Hände aufnehmen wollest, Daß Du uns( ihn, sie) nach dem Tode in das Paradies der Freuden eingehen heißest, 571 Herr! Erlöse uns,( ihn, sie) Wir bitten Dich, erhöre uns! D Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns( ihn, sie) o Herr. O Du Lamm Gottes u. s. w. Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! 572 Krankengebete. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. . Errette deine Diener, R. Die auf Dich hoffen, mein Gott. . Sey unser Helfer, verlaß uns nicht, R. Und verschmähe uns nicht, unser Heiland. v. Herr erhöre 2c. R. Und laß mein c. Gebet. O Gott, Du gnädiger Schöpfer des menschlichen Geschlechtes, der Du den Menschen, welcher durch den Neid des Teufels seine ewige Glückseligkeit verloren hatte, durch das kostbare Blut deines eingeborenen Sohnes wieder erlöset hast; erfrische diesen franken Menschen durch die Kraft deiner Gnade, strecke aus über ihn deine heilende Hand, tröste und erquicke sein Herz mit innerer Freude, und wende gnädig ab alle feindlichen Nachstellungen, damit er jetzt deine Hülfe erfahre und künftig die ewige Belohnung erlange. Amen. Begierde der Seele nach Gott und dem himmlischen Leben. Aus dem h. August. Solil. K. 25. Gleichwie der Hirsch verlangt nach den Wasserquellen, also verlangt meine Seele nach Dir, o Gott; meine Seele dürftet nach Gott, dem lebendigen Brunnen, wann werde ich kommen und erscheinen vor deinem Angesichte? O Quell des Lebens, Ader der lebendigen Wasser, wann werde ich kommen zu den Wassern deiner Süßigkeit aus dem wüsten, unwegsamen, wasserlosen Lande, daß ich sehe deine Kraft, deine Herrlichkeit, und meinen Durst lösche an den Wassern deiner Barmherzigkeit? Mich dürftet, o Herr, Du bist der Quell des Lebens, sättige mich. Mich dürftet, Herr, mich dürstet nach Dir, dem lebendigen Gott. O wann werde ich kommen und erscheinen, Herr, vor deinem Angesichte. Glaubst Du, daß ich jenen Tag sehen werde, jenen Tag des Frohlockens und der Freude, jenen Tag, den der Herr gemacht hat, an dem wir jubeln und frohlocken werden? O herrlicher und schöner Tag, der von keinem Abend weiß und feinen Untergang hat, an dem ich hören werde die Stimme des Krankengebete. 573 Lobes, die Stimme des Jubels und des Bekenntnisses, an dem ich hören werde: Geh ein in die Freude deines Herrn. Frende über Freude, Freude, die alle Freude übersteigt, außer der keine Freude ist, wann werde ich eingehen in dich, daß ich sehe meinen Gott, der in dir wohnet. Ich will hingehen und schauen die erhabene Erscheinung. Was ist denn das mich noch zurückhält? Wehe mir, daß sich meine Pilgerschaft verlängert! Komm, Herr, und wolle nicht säumen, komm, Herr Jesu Christe, komm und suche uns heim in Frieden; komm und führe die Gefesselten aus dem Kerker, daß wir uns freuen vor Dir mit vollkommenem Herzen; komm, unser Heiland, komm, Du Ersehnter aller Völker, zeige uns dein Angesicht, und wir werden selig seyn. Wie lange noch werde ich Elender umhertreiben auf den Wogen dieser Sterblichkeit, schreiend zu Dir, o Herr, und Du erhörst mich nicht? höre, o Herr, mein Schreien von diesem stürmischen Meere her, und führe mich ein in den Hafen der ewigen Glückseligkeit. Selig diejenigen, die, aus den Gefahren dieses Meeres gerettet, zu Dir, o Gott, dem sichersten Hafen zu gelangen verdienten. O wahrhaft Selige, die in das Reich der Ewigkeit angelangt sind! O wie herrlich ist das Reich, in welchem mit Dir, o Herr, herrschen alle Heiligen, bekleidet mit Licht wie mit einem Gewande, auf dem Haupte Kronen tragend von kostbarem Gestein; wo sie das höchste Gut besigen, und schauen immerdar das Antlig des Herrn der Kräfte! Sieh, zu Dir schreien wir, deine Erlösten, aber jetzt noch deine Verbannten, die Du mit deinem kostbaren Blute erkauft hast. Erhöre uns, Gott, unser Heiland, Du Hoffnung aller Grenzen des Erdkreises. Nette uns um deines H. Namens willen. Amen. Hymnus. Jerusalem, du Himmelsstadt 2c. wie S. 553. Aufopferung seiner Schmerzen um das Himmelreich zu erlangen. Meine Seele, wenn du durch die größten und langwierigsten. Schmerzen und Qualen verdienen müßtest, Jesu und seinen Ausein Gut nicht erwählten zugesellet zu werden, würdest du für solch einen Ausgern Alles überstehen? Gedenke, was das ewige Leben sey, das 574 freudige Vaterland, die himmlische Stadt Jerusalem. Nicht genug kann davon gedacht, geredet und geschrieben werden, denn kein Auge hat je gesehen, fein Ohr gehöret, und es ist in feines Menschen Herz gekommen, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben. Soll ich denn Dich, mein Gott und Herr, nicht über Alles lieben! Ach, wie schmerzt es mich, daß ich so spät anfange, Dich zu lieben! o möchte jetzt mein Herz in Liebe zerschmelzen und also die Versäumniß deiner Liebe erstattet werden. O Jesu, Du weißt, daß ich Dich jetzt liebe und mehr und mehr zu lieben begehre. Gern, o Jesu, will ich meine Schmerzen, meine Angst und Noth, ja selbst den Tod Dir zu Liebe ertragen, auf daß ich bald vor deinem Angesichte erscheinen und Dich auf das vollkommenste lieben möge in alle Ewigkeit. Amen. Krankengebete. Andächtige Gemüthserhebungen vor einem Crucifire. D Christe Jesu, mein Heiland und Seligmacher, der Du am Kreuze für mich das blutige Sühnopfer dargebracht und mich dadurch vom ewigen Tode erlöset haft: stehe mir bei in diesen meinen höchsten Nöthen. Mich dünft, o Jesu, die tröstlichen Worte von Dir zu vernehmen: Sey wohlgemuth, meine liebe Seele; denn gleichwie ich durch das Kreuz Tod, Hölle und Teufel überwunden habe, so wirst auch du kraft desselben Kreuzes Alles überwinden. Ich ergreife dein Kreuz, o Jesu, als meiner Seelen Schild, meines Leibes Stärke, meines Herzens Trost; als eine Labung meiner Schwachheit, eine Arznei meiner Krankheit, eine Linderung meiner Schmerzen, eine Aufmunterung meiner Kleinmüthigkeit, ein Licht auf meiner Todesreise, einen Weg zum ewigen Leben. Ich will ruhen unter dem Schatten dieses Kreuzbaumes; hier werde ich sichern Schutz finden; hier werde ich von Jesu, der gebenedeiten Frucht des h. Leibes Mariä, erquicket und ersättigt werden; hier will ich im Frieden einschlafen und ruhen. Fern sey von mir, daß ich mich rühme, denn allein in dem Kreuze unseres Herrn Jesn Christi, in welchem mir die Welt gekreuzigt ist, und ich der Welt. - - 1 1 Kurze Gebete vor einem Crucifire. Hier sehe ich Dich, mein Blutbräutigam, an das Kreuz genagelt, der Du mir vorlängst deine Vermählung mit den Worten ver Krankengebete. 575 sprochen hast: ,, Ich will dich Mir vermählen ewiglich. Ich will dich mir vermählen in Gerechtigkeit und in Gericht, in Barmherzigkeit und in Erbarmungen." An diesem Kreuze sehe ich Dich, meinen liebsten Heiland, der Du bei deiner Geburt keine Wiege, und im Tode keine Lagerstätte hattest. Die Vögel der Luft haben ihre Nester, die wilden Thiere ihre Höhlen, aber des Menschen Sohn hatte nicht wohin er sein Haupt legte. O Jesu, Du hast so viel für mich gelitten an Händen und Füßen, an Leib und Seele: und ich bin in meinen Schmerzen so ungeduldig. Dein Ruhebett ist das harte Kreuz, deine Labung Galle und Essig und ich klage über meine Lagerstätte und meine Erquickung. O Jesu, dein Herz ist mit einem Speere durchbohret: und mein Herz soll durch diese Liebeswunde nicht verwundet werden? Soll ich mich länger weigern die zeitliche Todeswunde von Dir, o Jesu, anzunehmen, damit ich Dich auf das vollkommenste in deinem Reiche lieben möge. Jch begehre aufgelöst zu werden und mit Dir, o Jesu, zu seyn. Wie ein Hirsch verlangt nach den Wasserquellen, also verlanget meine Seele nach Dir, meinem starken, lebendigen Gott. Wann werde ich kommen und erscheinen vor deinem Angesichte? Liebesseufzer zu Jesu, Maria und Joseph. Zur Verachtung der Welt. Was gewährt uns dieses Leben, Darnach wir so gierig streben, Außer Dir, o Jesu mein? Was wir von der Welt empfangen, Schnell, wie Rauch, ist es vergangen, Dauer ist in Dir allein. - Unvergnügt von ihrem Neize, Flücht' ich mich zu deinem Kreuze, Nichts mir außer Dir gefällt; Bleib, Maria, mir zur Seite, Du, o Joseph, mich geleite, Führt mich fern aus dieser Welt. 576 Krankengebete. Hier aus Freuden keimen Leiden, Hier das Scherzen wird zu Schmerzen, Falsch ist alle Fröhlichkeit; Frei von Schmerzen einst von Herzen Werd' ich droben Jesum loben Dort mit euch in Ewigkeit. Anrufung der heil. Namen Jesus, Maria, Joseph. Um zuweilen eines oder des andern Versleins zu gebrauchen. O wohl zusammen gefügte Namen, Jesus, Maria, Joseph. Die Welt ihr zieret, zum Himmel führet, Jesus, Maria, Joseph. Euch Leib und Seele ich anbefehle, Jesus, Maria, Joseph. Auf euch ich baue, euch mich vertraue, Jesus, Maria, Joseph. Bleib' euch ergeben in Tod und Leben, Jesus, Maria, Joseph. Euch zu umfangen ist mein Verlangen, Jesus, Maria, Joseph. Euch zu mir nahet, und mich umfahet, Jesus, Maria, Joseph. Von meinem Herzen treibt alle Schmerzen, Jesus, Maria, Joseph. Von mir im Leiden wollt nimmer scheiden; Jesus, Maria, Joseph. Der Last der Sünden helft mich entbinden, Jesus, Maria, Joseph. Vor Feindes Wüthen wollt mich behüten, Jesus, Maria, Joseph. Kein Schild mir nüßet, wenn ihr nicht schützet, Jesus, Maria, Joseph. Wollt mich regieren, zu Gott mich führen, Jesus, Maria, Joseph. Zum schweren Scheiden wollt mich bereiten, Jesus, Maria, Joseph. Krankengebete. Helft mir im Sterben das Heil erwerben, Jesus, Maria, Joseph. Im letzten Streite steht mir zur Seite, Jesus, Maria, Joseph. Zum ew'gen Leben mich wollt erheben, Jesus, Maria, Joseph. Wie möcht' ich droben euch ewig loben, Jesus, Maria, Joſeph. Trost der betrübten Seele. 1. Wann Angst und Noth Bis auf den Tod Die Seele mir umgeben, Und ich vor Leid Und Traurigkeit Möcht' geben auf mein Leben; Dann, Herr, betracht' Bei Tag und Nacht Ich deine Schmerzen, Plagen, Die Du für mich So williglich Am Kreuze hast getragen. 2. Vater mein", In deiner Pein So hört mein Herz Dich schreien; Der Vater dein In deiner Pein Wollt keinen Trost verleihen; Ohn Hülfe gar, Verlassen war Die Seele Dir im Leiden, Und mußt' allein In schwerer Pein Vom heil'gen Leibe scheiden. 3. Und will dann ich Beständiglich In Lust und Freuden schweben, Da Du, mein Gott, In Angst und Noth Hingabst für mich dein Leben? Nicht flag' ich mehr, Mit Dir, o Herr, Will ich das Kreuz umschlingen, Mich ewig Dir, Wie Du Dich mir, Zum Liebesopfer bringen. 4. Eins bitt' ich Dich Demüthiglich, Hör', Jesu, mein Begehren: 37 577 578 Krankengebete. Herr, wolle mir Doch für und für Den inn'gen Wunsch gewähren, Daß Du voll Huld Vor Sündenschuld Mein Herz mir wollst behüten; Dann trotz' ich Leid Und Traurigkeit, Und aller Stürme Wüthen. 5. Blickst Du auf mich, Herr, gnädiglich, Gern möcht' ich dorthin scheiden, Wo Friede Du Und ew'ge Nuh Den Deinen wirst bereiten; Wo im Verein Der Sel'gen Neih'n Mit deiner Engel Chören, Herr Jesu Christ, zu aller Frist Lobsingen Dir zur Ehren. Zwiegespräch der betrübten Seele mit ihrem Heiland und Helfer. Die Seele. Wie traurig ist mein Herze, Wie voll von Qualen schwer! Es zagt, in innerm Schmerze Versinkend mehr und mehr; Laß Jesu, Du, mein Leben, Du, meiner Seelen Licht, Mich nicht in engsten schweben, Hilf, Herr, und säume nicht. Jesus. Mein Kind, laß ab zu zagen, Nicht bin Jch fern von dir, Dein herzlich Leid und Klagen Geht tief zu Herzen Mir; Harr' eine kleine Weile Noch aus in deinem Leid, Lohn wird dir bald zu Theile In meiner Herrlichkeit. Krankengebete. Die Seele. Mein Kreuz ist ohne Maßen, O Herr, wo will ich hin, Da ich so gar verlassen, Und schwach und einsam bin? Ach, Jesu, kann's geschehen, Entzeuch mich dieser Noth; Ich bin von Angst und Wehen Betrübt bis in den Tod. Jesus. Wann ganz dich überwunden Hat Angst und Traurigkeit, Birg dich in meine Wunden, Und klage mir dein Leid; Mir klag' allda dein Leiden Und deiner Seele Pein; Nie werd' Ich von dir scheiden, Und stets dein Helfer seyn. Die Seele. Wie wär ich, süße Liebe, So hoher Gnade werth? Ach, oft zu sünd'gem Triebe Hat sich mein Herz gekehrt; Wüßt' ich, daß ich, mein Leben, Bei dir in Gnaden wär', Gern wollt' ich mich ergeben Zu leiden mehr und mehr. Jesus. Kind, meine Lieb' und Güte Ist maßlos ewiglich, Mit kindlichem Gemüthe Ergieb dich ganz an Mich; Vertrau' dich mir von Herzen, Bald aller Angst und Pein, 37* 579 580 Krankengebete. Und allen deinen Schmerzen Wirst du entnommen seyn. Die Seele. O Jesu, Quell der Freuden, Du, meiner Seelen Hort, Schon schwinden Kreuz und Leiden Vor deinem Trosteswort; Und legst Du neue Qualen Mir" auf, und neue Bein, Trag' ich sie allzumalen Gar gern zur Ehre dein. Zu mir Dich gütig kehre, Und nimmer weich' von mir, Auch dies mein Schrei'n erhöre, Das ich aufopfre Dir; Laß sich mein Herz erheben Bis in die Wunden dein, Und einst im ew'gen Leben Sich selig Deiner freu'n. Gebet vor Empfang der legten Delung. Allmächtiger ewiger Gott, der Du durch deinen Apostel gesagt hast: Ist Jemand frank unter euch, der rufe die Priester der Kirche und lasse von ihnen über sich beten, und sich salben mit Del im Namen des Herrn; und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen und der Herr wird ihn erleichtern; und wenn er in Sünden ist, werden sie ihm vergeben werden: Dich bitten wir demüthiglich, laß mich( diesen) deinen Knecht durch diese Salbung und deine Gütigkeit Vergebung aller Sünden und das ewige Leben erlangen. Durch Christum unsern Herrn. Amen. Gebet nach Empfang der letzten Delung. Wir bitten Dich, o Herr, Du wollest dein gnädiges Angesicht auf mich( diesen) deinen Knecht wenden und mir( ihm) Hülfe senden, auf dem Bette der Schmerzen den bösen Feind und die Schrecken des Todes zu überwinden. Durch Christum unsern Herrn. Amen. Krankengebete. Segen nach empfangener letzten Delung. Unser Herr Jesus Christus sey bei dir, damit Er dich † vertheidige; in dir, damit Er dich † erquicke; um dich, damit Er dich + behüte; vor dir, damit Er dich † führe; hinter dir, damit Er dich † stärke; über dir, damit Er dich+ allenthalben beschütze, und dich segne. Der h. Geist steige herab und bleibe über dir. Amen. Der Herr sey gnädig allen deinen Sünden, Und heile alle deine Schwachheiten; Dein Leben errette Er von dem Untergange, 581 Und erfülle dein Verlangen mit allen Gütern, der allein in der Dreifaltigkeit ein einiger Gott lebet und regieret in Ewigkeit. Der Friede sey mit dir. Amen. Vierter Theil der Krankengebete. Wenn der Kranke sprach- und gehörlos geworden. Gebete zu Jesu. 1. O gütigster Herr Jesu, Du Sohn des lebendigen Gottes, verlaß nicht die Seele dieses Kranken in ihrer äußersten Noth, wo sie von allen Geschöpfen verlassen wird. Du hast sie mit deinem theuern Blute erkauft, sie ist dein Eigenthum: laß dein bitteres Leiden an ihr nicht verloren seyn, sondern handle mit ihr nach deiner unergründlichen Barmherzigkeit, und laß sie die tröstlichen Worte vernehmen: Heute wirst du bei mir seyn im Paradiese. Vater unser. 2. Wir befehlen Dir, o Jesu, diesen Kranken mit Leib und Seele, wir befehlen Dir seinen Verstand und sein Gedächtniß, seine Sinne und Gedanken, seinen Willen und seine Begierden, seine Kräfte und Werke, sein Leben und Sterben. Handle mit ihm, o Jesu, nach deinem gnädigen Wohlgefallen, zeige ihm dein gütiges und mildes Angesicht zur Tröstung und Erquickung seiner Seele. Dein heiliges Blut reinige ihn von allen Sünden, dein Leiden bedecke ihn, deine Gerechtigkeit bekleide ihn, dein Tod sey ihm das ewige Leben. 582 Krankengebete. Mache ihn theilhaftig der Reichthümer deiner unaussprechlichen Süßigfeit. Vater unser. 3. D Jesu, unser Heiland und Erlöser, hilf diesem Kranken durch die heilsame Kraft deines H. Kreuzes, deines unschuldigen Leidens und deines bittern Todes. Laß ihm in diesen Nöthen Gnade, Barmherzigkeit und Trost widerfahren. Erlöse seine Seele aus allen Aengsten und strecke über ihn aus deine Hände, die Du um seinetwillen mit Nägeln an's Kreuz hast heften lassen. Vater unser. 4. Wir befehlen Dir, o Jesu, die Seele deines Knechtes( deiner Magd), wie Du deine eigene Seele deinem himmlischen Vater befohlen hast; wir bitten Dich bei all der Angst, Noth und Pein, wovon deine Seele vor ihrem Hinscheiden befallen wurde, Du wolleft diese Seele aus aller Angst und Noth gnädig erlösen, und sie aus diesem Elende zum ewigen Leben führen. Vater unser. 5. Entbinde die Seele deines Knechtes( deiner Magd) durch die Fürbitte deiner geliebtesten Mutter Maria, und deines holdseligen Pflegevaters Joseph, und aller lieben Heiligen von den Banden ihrer Sünden, bevor sie aus diesem Leben scheidet, und verleihe, daß sie im Geleite der hh. Engel angenehm vor deinem göttlichen Angesichte erscheine. Amen. Vater unser. Segen über den Sterbenden. Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr wende sein Angesicht über dich, und sey dir gnädig. Der Herr gebe dir seinen Frieden. Wir segnen dich im Namen des Herrn. Der Herr segne dich aus Sion, der Himmel und Erde erschaffen hat. Gott erbarme sich deiner, und erleuchte sein Angesicht über dich, und sey dir gnådig. Der Engel des Herrn lagere sich um dich her, und helfe dir. Der Herr erquicke dich auf dem Bette deines Wehetags. Der Name des Gottes Jakob beschüßze dich, Er sende dir Hülfe von seiner H. Wohnung, und stärke dich von Sion. Der Herr sey allen deinen Sünden gnädig und heile alle deine Schwachheiten. Der Herr wende von dir ab den ewigen Tod. Er fröne dich mit Barmherzigkeit und Erbarmungen. Der Herr behüte und bewahre deine Seele von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Krankengebete. Kräftige Gebete zu Jesu Christo mit Erinnerung an sein bitteres Leiden und Sterben. 1. Erinnerung der Angst Christi im Garten. Gedenk, o Christe Jesu, der Betrübniß, Angst und Noth, womit deine Seele umfangen war, da Du im Garten auf dein Angesicht fallend zu deinem himmlischen Vater flehtest, Er möge den Kelch des bittern Leidens, wenn's möglich sey, an Dir vorübergehen lassen. Gedenk an deinen Todeskampf und deinen blutigen Angstschweiß und komme zu Hülfe diesem Kranken, der auch jetzt, wie du im Garten, mit Todesängsten ringt. Ohne deinen Beistand, o Jesu, kann er nicht bestehen. Laß den bittern Kelch der Schmerzen gnädig an ihm vorübergehen, und sende ihm deinen H. Engel vom Himmel herab, der ihn innerlich tröste und stärke, gleichwie er Dich, o Jesu, getröstet und gestärket hat. Reiche ihm den Kelch des Heiles, damit er deinem Namen lobsinge. Amen. Vater unser. 583 2. Erinnerung an die Gefangennehmung Christi. Gedenk, o Christe Jesu, an die Bande, mit denen die gottlose Notte Dich gebunden, als sie Dich gefangen nahm, und alle Jünger Dich verließen, und erbarme Dich über diesen Kranken, der von tödtlicher Schwäche gebunden, seiner seligen Auflösung harret. Löſe, barmherzigster Jesu, die Bande seiner Sünden, und da er nun von allen Geschöpfen verlassen ist, stehe Du, o Jesu, ihm gnädig bei; laß deine Engel sich um sein Bett lagern und ihn wider alle höllischen Geister beschüßen und auf ihren Händen tragen zum Lande der Lebendigen. Amen. Vater unser. 3. Erinnerung an Christi Vorstellung vor den hohen Rath. Gedent, o Christe Jesu, an den traurigen Gang, den Du gethan, als man Dich in der Nacht mit Stricken gebunden zu Annas und Caiphas schleppte und dem hohen Rathe vorstellte; gedenke, wie Du fälschlich angeklagt, in das Angesicht geschlagen und des Todes schuldig erklärt wurdest. Sieh, o Jesu, dieser Kranke ist auf dem Wege vor seinem Richter zu erscheinen. O Jesu, erbarme Dich seiner und laß ihn vor deinem Angesichte nicht schamroth stehen; er= halte ihn durch dein bitteres Leiden und Sterben, worauf er alle seine Hoffnung setzet. Amen. Vater unser. 584 Krankengebete. 4. Erinnerung an die Verleugnung und Reue Petri. Gedenk, o Christe Jesu, an deine mildreiche Güte, die Dich bewog, deinen Apostel Petrus, nachdem er Dich dreimal verleugnet, mit gnädigen Augen anzusehen, und ihm dein väterliches Herz zu öffnen. Wende gleicherweise deine holdseligen Augen auf unsern Kranken, wirke in seinem Herzen wahre Buße über alle seine Sünden, mit welchen er Dich von seiner Jugend an bis auf die gegenwärtige Stunde beleidigt hat. Laß ihn mit Petrus seine Schuld beweinen, mit demselben Dir treu bleiben bis an sein Ende und Dich im Himmel loben ewiglich. Amen. Vater unser. 5. Erinnerung an Christi Verspottung vor Caiphas, Pilatus und Herodes. Gedenk, o Christe Jesu, deiner Sanftmuth und Geduld, als ste in dein heiliges Antlitz, welches die Engel zu schauen gelüftet, spieen und schlugen, Dich wie den größten Missethäter zum Nichthaus des Pilatus schleppten, und durch falsche Zeugen anklagten, wie Du von ihm zu Herodes geschickt und von diesem in einem weißen Kleide verspottet wieder zu Pilatus geführt wurdest. Sieh, jetzt mehret sich auch gegen diesen Kranken die Grausamkeit der bösen Geister, sie stellen seiner Seele nach und suchen sie in den Schrecken des Todes zu verderben. Du aber, o Jesu, verlaß nicht die Seele, für welche Du so viel gelitten hast. Tröste und stärke sie wider alle Versuchungen des Teufels, und laß sie nicht zu lange in den letzten Zügen liegen. Und wenn der böse Feind sie zum Hohn und zur Verdammniß wegschleppen wollte, dann bekleide sie mit dem hochzeitlichen Ehrenkleide deiner Gerechtigkeit, welches Du ihr mit deinem theuern Blute und bittern Tode erworben hast, damit sie also gezieret vor deinem Richterstuhle bestehen und in die Gemeinschaft deiner Auserwählten aufgenommen werden möge. Amen. Vater unser. 6. Erinnerung an Christi Geißelung und Krönung. Gedenk, o Christe Jesu, der großen Schmach und Schmerzen, als dein jungfräulicher Leib von den Gottlosen entblößt, mit Stricken und Ruthen zerschlagen, und dein gebenedeites Haupt mit Dornen gefrönet wurde. Sieh, o Jesu, wie dieser Kranke jetzt an Leib und Krankengebete. 585 Seele gezüchtigt und an Haupt und Gliedern mit Schwäche geschlagen ist. Laß ihm seine Schmerzen zur Seligkeit gereichen; stärke ihn innerlich durch die Kraft des h. Geistes, damit er alle Schmerzen nach deinem Beispiele mit Geduld ertrage; besprenge und reinige seine Seele mit deinem h. Blute, welches Du bei der Geißlung und Krönung so reichlich vergossen hast, auf daß er die Krone der Auserwählten empfange. Amen. Vater unser. 7. Erinnerung an Christi Verurtheilung. 11 Gedenk, o Christe Jesu, wie Du von Geißeln zerrissen, mit Dornen gekrönt, mit einem Purpurmantel zum Hohne bekleidet, mit gebundenen Händen von Pilatus dem Volfe vorgestellt wurdest; gedenk an das blutgierige Geschrei, womit die Juden kreuzige ihn, kreuzige ihn!" über Dich gerufen; wie der Nichter Dich endlich zum schmachvollen Tode des Kreuzes verurtheilt hat. Jetzt, o Herr, toben und wüthen die höllischen Feinde wider die Seele dieses Kranken, und suchen sie in den ewigen Tod hinabzuziehen; Du aber, stehe ihr bei, o Jesu, der Du Dich zum Tode des Kreuzes hast verdammen lassen, um uns vom Urtheile des ewigen Todes zu befreien; wende ab von der Seele dieses Kranken das Urtheil der ewigen Verdammniß, damit sie ewig bei Dir in Freuden leben möge. Amen. Vater unser. 8. Erinnerung an Christi Kreuztragung. Gedenk, o Christe Jesu, an deinen letzten schweren Gang, als Du mit dem Kreuze belastet den Calvarienberg hinaufstiegeft und vor Ermattung dreimal zur Erde niederstürztest. Sieh, o Jesu, dieser Kranke thut nun auch seinen letzten schweren Gang und hat noch einen steilen Berg zu ersteigen; Du haft ihm, zur Vermehrung seiner Glorie, auferlegt das Kreuz mit Dir zu tragen. Es wird ihm aber gar schwer, und Angst ergreift ihn, bis er an's Ziel gelange und seinen Geist in deine Hände aufgebe. Ach, sieh ihn mit gnädigen Augen an, o Jesu, und erleichtere die Last seines Kreuzes, auf daß er nicht darunter erliege; stärke ihn mit der Kraft deines h. Geistes, damit er in deinen blutigen Fußstapfen den Berg beherzt hinansteige, alle Schmerzen mit Geduld überwinde, allen Anfechtungen standhaft widerstehe und nach glorreichem Siege zu Dir und deinen Auserwählten gelange. Amen. Vater unser. Krankengebete. 9. Erinnerung an Christi Kreuzigung. Gedenk, o Christe Jesu, der schrecklichen Peinen, die Du gelitten, als man alle deine Glieder ausspannte und Dich durch Hände und Füße an's Kreuz nagelte; da Du zwischen Himmel und Erde, zwischen dem erzürnten Gott und dem verworfenen Menschengeschlecht in unaussprechlichen Schmerzen hingest, und Dich für die Sünden der ganzen Welt deinem himmlischen Vater aufopfertest. Wir bitten, o gütigster Jesu, Du wollest für diesen Kranken, der jetzt zwischen Leben und Tod in seinem Kreuze ohne Unterlaß seufzet, dein bitteres Leiden und Sterben deinem himinlischen Vater aufopfern, und ihm eine selige Hinfahrt gnädiglich verleihen. Amen. Vater unser. 586 10. Erinnerung wie Christus mit ausgestreckten Armen am Kreuze hing. Gedenk, o Christe Jesu, daß Du mit ausgestreckten Armen am Kreuze hast hangen wollen, damit Du Dich bereit zeigtest, alle Menschen mit deiner väterlichen Umarmung zu umfangen. Wir bitten Dich, o liebreichster Jesu, nimm diesen Kranken, der in seiner höchsten Angst keine Ruhe zu finden weiß, in deine Arme auf, und laß ihn darin ruhen; da wird er sicher seyn vor allen Feinden, da wird er Linderung finden aller Schmerzen, da wird er getrost und bereitwillig das zeitliche Leben aufgeben, denn Du, o Jesu, bist das ewige Leben. Amen. Vater unser. 11. Erinnerung an Christi Angst am Kreuze. Gedenk, o Christe Jesu, der großen Angst und Noth, in welcher Du drei Stunden lang am Kreuze gehangen, als der Himmel vor Entsetzen sich verfinstert und die Erde vor Mitleid gebebt. Sieh, o Jesu, unser Kranter liegt auch in Bittern und Bagen, Sprache und Gehör verlieren sich, seine Augen werden verdunkelt und die Finsternisse des Todes befallen ihn. O Jesu, Du Licht der Welt, Du Sonne der Gerechtigkeit, erleuchte und erfreue seine Seele mit den Strahlen deiner Gnade; führe sie zu dem ewigen Lichte, wo sie Dich ihren Gott und Heiland sammt dem Vater und dem h. Geiste in unendlicher Klarheit schauen wird immer und ewiglich. Amen. Vater unser. Krankengebete. 12. Erinnerung der letzten Worte Christi. Gedenk, o Christe Jesu, deiner letzten Worte, die Du uns zum Troste am Stamme des H. Kreuzes gesprochen hast, und laß fie diesem Kranken zum Heile gereichen. 1. Du hast für deine Feinde mit den Worten gebetet: Vater, verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun." Gieb diesem Kranken Gnade, daß er allen die ihn beleidigt haben, von Herzen verzeihe; und Du, o Jesu, vergieb ihm alle Sünden und Unvollkommenheiten. 2. Bu dem demüthig flehenden Mörder hast Du die holdseligen Worte ge= sprochen: Heute wirst du mit Mir seyn im Paradiese." Laß auch diesen Kranken die tröstlichen Worte vernehmen: Heute wirst du mit Mir im Paradiese seyn. 3. Zu deiner lieben Mutter sprachst Du: Weib, sieh deinen Sohn," und zu Johannes: sieh deine Mutter," und mit diesen Worten hast Du uns allen Maria zur Mutter gegeben. So sey denn, o Maria, nach dem Willen deines göttlichen Sohnes unsere getreue Mutter, und laß uns dir alle als deine Kinder anbefohlen sein, besonders in der Stunde unseres Hinscheidens, welcher dieser Kranke sich jetzt nähert. Komme ihm zu Hülfe, o Mutter der Barmherzigkeit, um der Schmerzen willen, die du beim Verscheiden deines geliebtesten Sohnes empfunden hast. 4. Mit lauter, jammervoller Stimme klagtest Du, o Jesu:„ Mein Gott, mein Gott, wie hast Du Mich verlassen." Auch dieser Kranke ist nun von allen Geschöpfen verlassen, Du aber, o Jesu, wollest in Ewigkeit ihn nicht verlassen, denn auf Dir allein beruht die Hoffnung seines Heiles. 5. Du hast gerufen:„ Mich dürstet," nämlich nach dem Heile unserer Seele hat Dich gedürstet, und sie tränkten Dich mit Galle und Essig. Auch diesen Kranken dürstet nach dem Brunnen des lebendigen Wassers, o Jesu, tränke ihn aus den Bächen deiner ewigen Wonnen. 6. Nachdem Du alles, o Jesu, uns armseligen Menschen zu lieb erlitten hattest, sprachst Du:€ 8 ist vollbracht." O möchte unser nothleidender Kranke auch bald sagen können: Es ist vollbracht. O Jesu, der Du Gewalt hast über Leben und Tod, sieh ihn an mit gnädigen Augen, und verleihe, daß er in deiner Gnade Alles vollbringe, den Todeskampf glücklich beendige und die ewige Seligkeit erlange. 7. Dein Leben hast du, o Jesu, mit den Worten beschlossen: Vater, in deine Hände. befehle Ich meinen Geist." In Vereinigung dieser Befehlung " 1 587 588 Krankengebete. sprechen wir alle von Herzen: O Vater, in deine Hände befehlen wir dieses Sterbenden Geist. O Jesu, in deine Hände befehlen wir seinen Geist. Oh. Geist, in deine Hände befehlen wir seinen Geist. Amen. Vater unser. 13. Erinnerung an Christi Tod. Gedenk, o Christe Jesu, wie Du beim Hinscheiden dein heil. Haupt geneigt, um uns Menschen den letzten Friedenskuß zu geben. O Jesu, würdige die Seele dieses Kranken deines H. Kusses, laß sie in Frieden hinfahren, und mit Dir in ewiger Liebe verbunden vor dem Angesicht deines himmlischen Vaters erscheinen. Amen. Vater unser. 14. Erinnerung der h. Seitenwunde. Gedenk, o Jesu, wie Du deine h. Seite mit einem Speere haft durchbohren lassen, um uns allen den Zutritt zu deinem mildreichen Herzen, zu dem Brunnen des Lebens zu eröffnen. Laß auch unserm Kranten in seinen äußersten Nöthen diesen Weg offen stehen, damit er zu deinem gnadenreichen Herzen seine Zuflucht habe, und darin von allen Sünden gereinigt und wider alle höllischen Feinde beschützet sein Leben selig beschließe. Amen. Vater unser. 15. Erinnerung an Christi Auferstehung und Himmelfahrt. Gedenk, o Jesu, wie Du die Väter in der Vorhölle heimgesucht haft und am dritten Tage glorreich von den Todten auferstanden bist, wie Du deiner gebenedeiten Mutter sammt den andächtigen Weibern und deinen Jüngern erschienen und mit großer Herrlichkeit gen Himmel aufgefahren. Wir bitten Dich, o Jesu, Du wollest diesen Kranken tröstlich heimsuchen, seine Schmerzen abkürzen, und seine Bande in Gnaden auflösen, damit er nach dem zeitlichen Tode zum ewigen Leben auferstehe, und mit allen Auserwählten bei Dir in Ewigkeit sich erfreue. Amen. Vater unser. Gebet für den Sterbenden um baldige Auflösung. Wie lange, o Jesu, wie lange noch soll dieser Kranke in Todesängsten liegen? Wann willst Du kommen, o gütigster Jesu, und Krankengebete. 589 die Seele, die Du mit deinem H. Blute erkauft hast, in Gnaden auflösen? wir bitten Dich um deiner unendlichen Liebe willen, Du wollest sie in ihrer äußersten Noth nicht verlassen, und die Schmerzen des Todes nicht also verlängern, daß sie an ihrer ewigen Seligkeit Schaden leide. Erleuchte ste, o h. Geist, laß das Licht der wahren Erkenntniß, laß Jesum, die Sonne der Gerechtigkeit, in ihr nicht untergehen. Tröste sie, o Du wahrer und einziger Trost unserer Betrübniß; stärke sie, Du Stärke unserer Schwachheit; gedenke, daß Du fie in der h. Taufe zu deinem Tempel geheiligt und geweiht hast; erwecke in ihr unaussprechliche Seufzer zum himmlischen Vater, damit Er sie beim Hinscheiden für sein Kind erkenne und mit dem ewigen Erbtheil erfreue. Amen. Gebete, welche die Umstehenden mit dem Priester oder einem andern, der an des Priesters Statt vorbetet, verrichten können. 1. Zu Gott dem Vater. O himmlischer Vater, steh an mit gnädigen Augen dein Geschöpf, welches Du bisher in diesem Jammerthal nach deinem Wohlgefallen haft leben lassen; erhöre unser Gebet, welches wir vereinigt für dasselbe vor Dir ausgießen. Antwort. In deine Hände befehlen wir seinen( ihren) Geist. O gütigster Vater, der Du uns vom ewigen Tode zu erlösen, deinen eingeborenen Sohn in den Tod des Kreuzes dahingegeben hast, erhöre, was wir jetzt flehentlich für diesen nothleidenden Kranten von Dir begehren. Antw. In deine Hände ic. Obarmherzigster Vater, der Du versprochen hast, uns alles zu verleihen, um was wir Dich im Namen Jesu Christi deines Sohnes bitten werden; verleihe gnädig, was wir im Namen Jesu für diesen unsern bedrängten Bruder( Schwester) demüthig von Dir begehren. Antw. In deine Hände xc. Krankengebete. Zu Gott dem Sohne. O Christe Jesu, Du Abbild und Wesenheit des Vaters, Du Heil des menschlichen Geschlechtes, höre an die Worte, mit welchen wir jetzt für diesen armseligen Kranken zu Dir flehen. Antw. In deine Hände 2c. 590 O holdseligster Jesu, der Du Dich gewürdigt hast, unser aller Bruder zu seyn, erhöre, was wir jetzt für unsern nothleidenden Mitbruder( unsere nothleidende Mitschwester) vertrauensvoll von Dir begehren. Antw. In deine Hände zc. O mildreichster Jesu, der Du unser aller Sünden Last auf Dich geladen; wir bitten demüthiglich, Du wollest in Ansehung unserer Sünden dein Ohr unserm Gebete, welches wir Dir für diesen armen Sünder( diese arme Sünderin) darbringen, nicht verschließen. Antw. In deine Hände 2c. Zu Gott dem h. Geiste. Oh. Geist, Du Tröster aller Betrübten, laß jetzt diesen Kranfen deines Trostes genießen, für den wir jetzt einstimmig zu Dir flehen. Antw. In deine Hände 2c. Oh. Geist, Du Stärke unserer Schwachheit, stärke jetzt diesen aller Kraft beraubten Menschen in seinem gefahrvollen Todeskampfe. Antw. In deine Hände 2c. Oh. Geist, Du ewiges Licht, von dem alle Gerechten erleuchtet den Weg zur ewigen Seligkeit gefunden haben; erleuchte jetzt das innere Auge dieses( dieser) Sterbenden, damit auch er( sie) die Krone der Gerechtigkeit erlangen möge. Antw. In deine Hände sc. Zur allerheiligsten Dreifaltigkeit. O allerheiligste Dreifaltigkeit, Du einiger Gott und Herr alles Erschaffenen; sieh gnädig an dieses dein Geschöpf, welches Du nach deinem Ebenbilde geschaffen hast, und erhöre unser Gebet. Antw. In deine Hände 2c. Krankengebete. Auf diese Weise kann die Litanei von der allerheiligsten Dreifaltigkeit, S. 192, vom h. Geiste, S. 205, vom Namen Jesu, S. 215, vom bittern Leiden, S. 255, für den Kranken gebetet werden. 591 Zur Mutter Gottes. Gebenedeite unter den Weibern, o Trösterin der Betrübten, o Heil der Kranken! ach höre, wie wir jetzt für diesen( diese) Sterbenden mit vereinten Bitten dich ersuchen. Antw. Bitte für ihn( sie) jetzt und in der Stunde seines ( ihres) Todes. H. Maria, wir bitten dich durch die Schmerzen, welche du erlitten hast, als du deinen geliebten Sohn am Stamme des Kreuzes sterben sahest; erhöre unser Gebet für diesen Bedrängten( diese Bedrängte). Antw. Bitte für ihn 2c. Oh. Gottesgebärerin, welcher Jesus dein geliebter Sohn nichts versagen wird: wolle unser Gebet für diesen Sterbenden( diese Sterbende) nicht verschmähen. Antw. Bitte für ihn 2c. So kann die ganze lauretanische Litanei, S. 284, wie auch die Litanei von den Schmerzen der allerseligsten Jungfrau gebetet werden. Ebenso die Litanei von den H. H. Engeln, S. 232, wo die Antwort seyn kann: H. Michael: Nimm auf seine( ihre) Seele und bringe sie vor das Angesicht Gottes. In der Litanei von allen Heiligen wird geantwortet: bitte,( bittet) für ihn( sie). Dann: erlöse ihn( sie), o Herr. Die lezte Antwort: wir bitten Dich, erhöre uns, wird beibehalten. Gebet, wann dem Kranken das Licht in die Hand gegeben wird. Jesus Christus, das Licht der Welt, der durch dieses Licht angedeutet wird, erleuchte dein inneres Auge, daß du nicht im ewigen Tod entschlafest. Ziehe hin, o christliche Seele, aus diesem betrübten Leben; gehe deinem Bräutigam Jesu entgegen und trage das brennende Licht in deiner Hand. Der dich aus den Finsternissen zu seinem wunderbaren Lichte berufen hat, Er lasse deine Seele nicht in die äußerste Finsterniß fallen, sondern führe sie aus dem Schatten des Todes zu dem ewigen Lichte. Das Licht des h. Glaubens, das Feuer der ewigen Liebe, möge bei deinem Hinscheiden in dei 592 Krankengebete. nem Herzen brennen; der H. Geist erhalte es in dir zum ewigen Leben. Dihr Engel des Lichtes, verscheuchet die Geister der Finsterniß, damit nicht durch ihre List und Gewalt das Licht des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe im Herzen verlösche. Gebet zu Jesu. Bleib bei uns, Herr Jesu Christe, denn der Tag neigt sich zum Abend, und die Schatten des Todes nehmen überhand. Weiche nicht von hinnen, o Licht der Welt, Du Glanz des ewigen Vaters, Du Sonne der Gerechtigkeit, Christe Jesu. Erhalte in dieses Sterbenden Herzen das heilige Gnadenlicht deiner Erkenntniß, und laß die Seele nicht in den Schatten des Todes sigen, sondern führe ste zu Dir, dem ewigen Lichte. Amen.- Fünfter Theil der Krankengebete. Befehlung der scheidenden Seele. Nach dem römischen Ritual. Friede diesem Hause und Allen so darinnen wohnen. Besprenge mich, o Herr, mit Ysop, und ich werde gereiniget seyn: wasche mich und ich werde weißer seyn, denn Schnee. Herr, erbarme Dich! Christe, erbarme Dich! Herr, erbarme Dich! Heilige Maria, bitte für ihn( sie). Alle hh. Engel und Erzengel, bittet für ihn( sie). H. Abel, bitte für ihn( sie). Alle Chöre der Gerechten, bittet für ihn( sie). H. Abraham, H. Johannes der Täufer, H. Joseph, Alle hh. Patriarchen und Propheten, bittet für ihn( ſte). H. Petrus, H. Paulus, bitte für ihn( sie). H. Andreas, H. Johannes, } bitte für ihn( sie). Krankengebete. Alle hh. Apostel und Evangelisten, Alle hh. Jünger des Herrn, Alle hh. unschuldigen Kinder, H. Stephanus, 1 1 bitte für ihn( sie). H. Laurentius, Alle hh. Märtyrer, bittet für ihn( fie). H. Sylvester, H. Gregorius, H. Augustinus, Alle hh. Päpste und Beichtiger, bittet für ihn( sie). H. Benedictus, H. Franciscus, bitte für ihn( fie). bitte für ihn( sie). bittet für ihn( ste). Alle H. Mönche und Einsiedler, bittet für ihn( sie). H. Maria Magdalena, bitte für ihn( sie). H. Lucia, Alle hh. Jungfrauen und Wittwen, Alle Heiligen Gottes, Sey gnädig, verschone ihn( sie), o Herr. Sey gnädig, erlöse ihn( sie), o Herr. Von deinem Zorne Von Gefahr des Todes Vom bösen Tode Von den Strafen der Hölle Von allem Uebel Von der Gewalt des Teufels Durch deine Geburt bittet für ihn( ſie). 593 erlöse ihn( ste), o Herr. Durch dein Kreuz und Leiden Durch deinen Tod und Begräbniß Durch deine glorreiche Auferstehung Durch deine wunderbare Himmelfahrt Durch die Gnade des h. Geistes Am Tage des Gerichtes Wir Sünder bitten Dich, erhöre uns. Daß Du seiner( ihrer) verschonest, wir bitten Dich, erhöre uns. Herr, erbarme Dich! Christe, erbarme Dich! Herr, erbarme Dich! Hierauf, wann die Seele im Todeskampfe sich ängstigt, find folgende Ges bete zu sprechen. 38 Krankengebete. Gebet. Fahre hin, o christliche Seele, aus dieser Welt, im Namen Gottes des allmächtigen Vaters, der dich erschaffen hat; im Namen Jesu Christi, des Sohnes des lebendigen Gottes, der für dich gelitten hat; im Namen des heiligen Geistes, der über dich ausgegossen ist; im Namen der Engel und Erzengel, im Namen der Thronen und Herrschaften, im Namen der Fürstenthümer und Mächte, im Namen der Cherubim und Seraphim, im Namen der Patriarchen und Propheten, im Namen der hh. Apostel und Evangelisten, im Namen der hh. Märtyrer und Beichtiger, im Namen der hh. Mönche und Einsiedler, im Namen der hh. Jungfrauen, und aller Heiligen Gottes; heute sey deine Stätte im Frieden, und deine Wohnung in der heiligen Stadt Sion. Durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. 594 Gebet. Barmherziger Gott, gnädiger Gott, Gott, der Du nach der Menge deiner Erbarmungen die Sünden der Büßenden auslöschest, und die Schulden der begangenen Missethaten durch die Huld der Verzeihung hinwegräumest, blicke gnadenvoll auf diesen deinen Knecht ( diese deine Magd) N. und gewähre ihm, der( ihr, die) mit vollem Bekenntnisse des Herzens Vergebung aller Sünden begehret, huldreiche Erhörung. Erneue in ihm( ihr), allgütigster Vater, was durch irdische Gebrechlichkeit verderbt, oder was durch teuflischen Trug geschädigt ist, und vereinige der Einheit des Leibes deiner Erbarme Dich, o Herr, seiner heil. Kirche das erlöste Glied. ( ihrer) Seufzer, erbarme Dich seiner( ihrer) Zähren; und wolle ihn, der( sie, die) keine andere Zuversicht hat, als auf deine Barmherzigkeit, zu dem Sakramente deiner Versöhnung gnädiglich zulassen. Durch Christum unsern Herrn. R). Amen. Ich befehle dich dem allmächtigen Gott, geliebtester Bruder ( geliebteste Schwester), und Ihm, dessen Geschöpf du bist, übergebe ich dich, damit du, wann du die Schuld der menschlichen Natur durch den zeitlichen Tod gezahlet hast, zu deinem Schöpfer, der dich aus dem Erdenkloße gebildet, heimkehren mögest. Deiner von dem Leibe scheidenden Seele begegne die leuchtende Schaar der Engel; der richtende Chor der Apostel nahe sich dir, die triumphirende Schaar der weißgekleideten Märtyrer trete dir entgegen; das lilien Krankengebete. 595 strahlende Heer der Beichtiger umringe dich; der frohlockende Reigen der Jungfrauen nehme dich auf, und die Umarmung seligen Friedens im Schooße der Patriarchen umfange dich; mild und holdselig erscheine dir das Antlik Christi Jesu, dessen Spruch dich denen die vor Ihm stehen, auf ewig beigesellen wolle. Ferne bleibe dir alles was erschrecket in den Finsternissen, was zischet in den Flammen, was peinigt in den Qualen. Weichen müsse dir der grauenvolle Satan mit seinem Gesinde, erbeben müsse er, wann du im Geleite der Engel herannahest, und fliehen müsse er in den entsetzenvollen Abgrund der ewigen Nacht. Gott erhebe sich, und zerstieben mögen seine Feinde, und fliehen vor seinem Angesichte die so Ihn haffen. Gleichwie der Rauch dahinschwindet, müssen sie schwinden; wie das Wachs zerschmilzt im Angesichte des Feuers, also müssen vergehen die Gottlosen vor dem Angesichte Gottes; die Gerechten aber sollen bei seinem Mahle sich erfreuen, und jauchzen vor den Augen Gottes. Erzittern müssen daher und schamroth werden alle höllischen Schaaren und die Diener Satans müssen sich fürchten deine Fahrt zu hemmen. Erlösen möge dich von der Qual Christus, der für dich gefreuzigt ist; erlösen von dem ewigen Tode Christus, der für dich zu sterben Sich gewürdigt hat. Deine Stätte bereite dir Christus der Sohn des lebendigen Gottes in den immer ergöglichen Auen seines Paradieses, und für ein Schäflein seiner Heerde erkenne dich Er, der wahre Hirte. Er spreche dich los von allen deinen Sünden, und stelle dich zu seiner Nechten in die Reihen seiner Auserwählten. Schauen mögest du von Angesicht zu Angesicht deinen Erlöser, und immerdar seiner Gegenwart genießend mit seligen Augen anschauen die der Hülle entkleidete Wahrheit. Beigefellet den Schaaren der Seligen mögest du der Wonne göttlicher Anschauung dich erfreuen, von Ewigkeit zu Ewigkeit.). Amen. Gebet. Nimm auf, o Herr, deinen Knecht( deine Magd) in die Stätte der Erlösung, die er( sie) von deiner Barmherzigkeit hofft.). Amen. Erlöse, o Herr, die Seele deines Knechtes,( deiner Magd) von allen Gefahren der Hölle und von den Banden der Strafe und von aller Trübsal.). Amen. Erlöse, o Herr, die Seele deines Knechtes,( deiner Magd) 38* 596 Krankengebete. gleichwie Du den Henoch und Elias erlöset hast vom gemeinen Tode der Welt.. Amen. Erlöse, o Herr, die Seele deines Knechtes( deiner Magd), gleichwie Du den Noe erlöset hast aus der Sündfluth. R. Amen. Erlöse, o Herr, die Seele deines Knechtes( deiner Magd), gleichwie Du den Abraham erlöset hast aus Ur, der Stadt der Chaldaer. R. Amen. Erlöse, o Herr, die Seele deines Knechtes( deiner Magd), gleichwie Du den Job erlöset hast von seinen Leiden.. Amen. Erlöse, o Herr, die Seele deines Knechtes( deiner Magd), gleichwie Du den Isaak erlöset hast von dem Opfertode und aus der Hand seines Vaters Abraham.). Amen. Erlöse, o Herr, die Seele deines Knechtes( deiner Magd), gleichwie Du den Lot erlöset hast aus Sodoma und aus der Flamme des Feuers. B. Amen. Erlöse, o Herr, die gleichwie Du den Moses Königs der Egypter. . Erlöse, o Herr, die gleichwie Du den Daniel R). Amen. Erlöse, o Herr, die Seele deines Knechtes,( deiner Magd) gleichwie Du die drei Knaben erlöset hast aus dem glühenden Feuerofen und aus der Hand des gottlosen Königs.). Amen. Erlöse, o Herr, die Seele deines Knechtes( deiner Magd), gleichwie Du die Susanna erlöset hast von der falschen Anklage. R. Amen. Erlöse, o Herr, die Seele deines Knechtes( deiner Magd), gleichwie Du den David erlöset hast aus der Hand Sauls, des Königes, und aus der Hand Goliaths.). Amen. Erlöse, o Herr, die Seele deines Knechtes( deiner Magd), gleich wie Du Petrum und Paulum erlöset hast aus den Kerkern. R). Amen. Und gleichwie Du die selige Thekla, deine Jungfrau und Blutzeugin, von dreien höchst grausamen Martern erlöset hast, so würdige Dich zu erlösen die Seele dieses deines Knechtes( dieser deiner Magd), und laß sie mit Dir der himmlischen Güter sich erfreuen. R. Amen. Seele deines Knechtes( deiner Magd), erlöset hast aus der Hand Pharaos des Amen. Seele deines Knechtes( deiner Magd), erlöset hast aus der Grube der Löwen. Krankengebete. Gebet. Wir befehlen Dir, o Herr, die Seele deines Knechtes( deiner Magd) N., und flehen zu Dir, Herr Jesu Christe, Du Heiland der Welt, daß Du ihr, um derentwillen Du erbarmungsvoll zur Erden herabgestiegen bist, die Aufnahme in den Schooß deiner Patriarchen nicht versagen wolleft. Erkenne, o. Herr, in ihr dein Geschöpf, welches nicht von fremden Göttern geschaffen ist, sondern von Dir, dem alleinigen, lebendigen und wahren Gott; weil tein anderer Gott ist außer Dir, und nichts gleich ist deinen Werken. Erfreue, o Herr, seine( ihre) Seele in deiner Anschauung, und wolle nicht gedenken ihrer alten Missethaten und Ausschweifungen, welche die Wuth angefacht hat, oder die Gluth böser Begierde. Denn obwohl sie gesündigt hat, verleugnet sie dennoch nicht den Vater, und den Sohn, und den heiligen Geist, sondern sie glaubte; und sie hatte den Eifer Gottes in sich, und betete treulich ihren Gott an, der alle Dinge geschaffen hat. 597 Gebet. Der Sünden seiner( ihrer) Jugend, und seines( ihres) Unverstandes, wir bitten Dich, gedenke nicht, o Herr; sondern nach deiner großen Barmherzigkeit sey seiner( ihrer) eingedenk in der Glorie deiner Herrlichkeit. Deffnen mögen sich ihm( ihr) die Himmel und sich erfreuen mit ihm( ihr) die Engel. In dein Reich, o Herr, nimm deinen Knecht( deine Magd) auf. Aufnehmen möge ihn( sie) der heilige Michael, der Erzengel Gottes, der gewürdigt ist der Fürst zu seyn der himmlischen Heerschaaren. Entgegen mögen ihm ( ihr) kommen die heiligen Engel Gottes, und ihn( sie) geleiten in die himmlische Stadt Jerusalem. Aufnehmen möge ihn( sie) der selige Apostel Petrus, welchem von Gott die Schlüssel des Himmelreichs übergeben sind. Beistehen möge ihm( ihr) der heilige Apostel Paulus, der würdig war das Gefäß der Erwählung zu seyn. Sein( ihr) Fürsprecher möge seyn der heilige Johannes, der außerwählte Apostel Gottes, welchem die Geheimnisse der Himmel offenbart sind. Beten mögen für ihn( sie) alle h. Apostel, welchen vom Herrn die Macht zu binden und zu lösen gegeben ist. Fürbitten mögen für ihn( sie) alle Heiligen und Auserwählten Gottes, welche um des Namens Christi willen Pein und Qual in dieser Zeit 598 Krankengebete. lichkeit erduldeten, auf daß er( ste) den Banden des Fleisches entnommen, gewürdiget werde einzugehen in die Glorie des himmlischen Reiches, durch die gnadenvolle Gewährung unseres Herrn Jesu Christi, der mit dem Vater und dem H. Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. Bei Verlängerung des Todeskampfes können beliebige Gebete eingeschaltet werden. Wenn die Seele hingeschieden ist, bete wie folgt: . Kommet zu Hülfe ihr Heiligen Gottes, kommet entgegen ihr Engel des Herrn. R. Sie mögen aufnehmen seine( ihre) Seele und bringen vor das Angesicht des Allerhöchsten. . Es nehme dich auf Christus, der dich abgerufen hat, und in den Schooß Abrahams mögen die Engel dich führen. Sie mögen aufnehmen seine( ihre) Seele. Verleihe ihm( ihr) Herr, die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihm( ihr). R. Sie mögen sie bringen vor das Angesicht des Allerhöchsten. Herr, erbarme Dich. Christe, erbarme Dich. Herr, erbarme Dich. Vater unser. R. . V. R. . R. . Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Verleihe ihm( ihr), Herr, die ewige Ruhe, Und das ewige Licht leuchte ihm( ihr). Von den Pforten der Hölle R. Errette, Herr, seine( ihre) Seele. *. Er( Sie) ruhe im Frieden.). Amen. V. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Gebet. Wir befehlen Dir, o Herr, die Seele deines Knechtes,( deiner Magd) damit er( sie) der Welt abgestorben, Dir lebe; und was er( sie) aus menschlicher Schwachheit auf seiner Pilgerschaft hienieden Uebels gethan, wollest Du durch die Huld deiner barmherzigsten Güte abwaschen. Durch Christum unsern Herrn. Amen. Die Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden. Amen. Krankengebete. Das katholische Glaubensbekenntniß nach dem Concilium von Trient. 599 Ich glaube und bekenne mit festem Glauben alles und jedes was in dem Glaubensbekenntniß, dessen die heilige, römische Kirche gebraucht, enthalten ist, nämlich: Ich glaube an Einen Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und an Einen Herrn Jesum Christum, den Eingeborenen Sohn Gottes, aus dem Vater geboren von Ewigkeit, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahren Gott vom wahren Gott, geboren nicht erschaffen, mit dem Vater, gleichen Wesens durch den Alles gemacht ist; der um uns Menschen und um unseres Heiles willen vom Himmel herabgestiegen ist, und durch den H. Geist aus Maria der Jungfrau Fleisch angenommen hat und Mensch geworden ist. Der auch gekreuziget ist für uns, unter Pontius Pilatus gelitten hat und begraben worden. Und auferstanden ist am dritten Tage, der Schrift gemäß, und aufgefahren in den Himmel, siket zur Rechten des Vaters, und wiederum kommen wird in Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Todten; dessen Neiches kein Ende seyn wird. Und in den heiligen Geist, den Herrn und Lebendigmacher, der aus dem Vater und dem Sohne ausgehet, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und verherrlicht wird; der gesprochen hat durch die Propheten. Und Eine heilige, katholische und apostolische Kirche. Ich bekenne Eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Und ich erwarte die Auferstehung der Todten und das Leben der zukünftigen Ewigkeit. Die apostolischen und firchlichen Ueberlieferungen, und die übrigen Gebräuche und Sagungen derselben Kirche nehme ich an und halte sie festiglich. Ebenso nehme ich an die heilige Schrift in und nach dem Sinne, welchen unsere H. Mutter die Kirche fest ge= halten hat und hält, der es allein zusteht über den wahren Sinn und die Auslegung der H. Schriften zu urtheilen; und ich will dieſe nie anders als nach der einhelligen Uebereinstimmung der Väter verstehen und auslegen. 4 Krankengebete. Ich bekenne auch, daß wahrhaft und eigentlich steben Sakramente des neuen Bundes, von Jesu Christo unserm Herrn eingesetzt, und zum Heile des menschlichen Geschlechtes,( obgleich nicht alle jedem Einzelnen), nothwendig sind, nämlich: die Taufe, die Fir mung, das Sakrament des Altars, die Buße, die letzte Delung, die Priesterweihe und die Ehe; und daß unter diesen die Taufe, die Firmung und die Priesterweihe nicht ohne Gottesschändung wiederholt werden können. 600 Auch nehme ich an und lasse zu alle von der katholischen Kirche bei der feierlichen Spendung genannter Sakramente angenommenen und gut geheißenen Gebräuche. Alles und Jedes, was über die Erbsünde und die Rechtfertigung von der h. Tridentinischen Kirchenversammlung ist erklärt und beschlossen worden, nehme ich an und halte ich festiglich. Jch bekenne gleicherweise, daß in der h. Messe Gott ein wahres, eigentliches und versöhnendes Opfer für Lebendige und Abgestorbene dargebracht wird, und daß in dem allerheiligsten Sacramente des Altars wahrhaftig, wirklich und wesentlich zugegen ist der Leib und das Blut zugleich mit der Seele und der Gottheit unseres Herrn Jesu Christi, und daß die ganze Substanz des Brodes in den Leib und die ganze Substanz des Weines in das Blut verwandelt wird, welche Verwandlung die katholische Kirche Transsubstantiation( Verwandlung einer Substanz in die andere) nennt. Ich bekenne, daß auch unter Giner Gestalt allein der ganze und unzertheilte Christus und das wahre Sacrament empfangen wird. Ich glaube festiglich, daß ein Fegfeuer ist, und daß die darin zurückgehaltenen Seelen durch die Fürbitte der Gläubigen Hülfe empfangen. Gleicherweise, daß die mit Christo regierenden Heiligen zu verehren und anzurufen sind, und daß sie Gott Gebete für uns darbringen, und ihre Reliquien verehrt werden sollen. Ich behaupte standhaft, daß man die Bildnisse Christi, und der immerdar jungfräulichen Gottesgebärerin, und anderer Heiligen beibehalten, und ihnen gebührende Ehre und Verehrung erzeigen soll. / Ich bekenne, daß auch die Gewalt der Ablässe von Christo seiner Kirche hinterlassen worden, und daß ihr Gebrauch dem christlichen Volke sehr heilsam ist.- Das Leiden unseres Herrn Jefu Chrifti. 601 Die heilige, katholische, apostolische und römische Kirche erkenne ich an als die Mutter und Lehrerin aller Kirchen. Dem römischen Bischofe, dem Nachfolger des seligen Apostelfürsten Petrus und Statthalter Jesu Christi, verspreche und schwöre ich wahrhaftigen Gehorsam. Alles Uebrige, was durch die heiligen Canones und von den allgemeinen Kirchenversammlungen und besonders von der H. Tridentinischen Kirchenversammlung ist überliefert, erklärt und beschlossen worden, nehme ich an und bekenne ich ohne allen Zweifel; alles Entgegengesette aber und alle Irrlehren, welche die Kirche verdammt, verworfen und verflucht hat, verdamme, verwerfe und verfluche ich gleicherweise. Diesen wahren, katholischen Glauben, außer dem Niemand selig werden kann, den ich jetzt freiwillig bekenne und wahrhaftig halte, denselben will ich unversehrt und unverletzt bis zum letzten Hauche meines Lebens auf's standhafteste mit Gottes Hülfe bewahren und bekennen, und Sorge tragen, daß er von meinen Untergebenen und allen die meiner Obhut anvertraut sind gehalten, gelehrt und bekannt werde. Also verspreche, gelobe und beschwöre ich. So helfe mir Gott und Gottes heiliges Evangelium! Jm Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Joh. 1, 1. Das Leiden unseres Herrn Jesu Christi, nach den vier Evangelisten. Da sie den Lobgesang gesprochen hatten, ging Jesus hinaus mit seinen Jüngern über den Bach Cedron, nach seiner Gewohnheit, an den Delberg; Judas aber, der Ihn verrieth, wußte auch diesen Ort, denn Jesus kam oft dorthin mit seinen Jüngern. Und Jesus sprach zu ihnen: Ihr werdet euch in dieser Nacht alle an Mir ärgern, denn es steht geschrieben: Ich will den Hirten schlagen, und die Schafe der Heerde werden sich zerstreuen. Wenn Ich aber auferstanden seyn werde, will Ich vor euch hergehen in Galiläa. Petrus aber antwortete und sprach: Wenn sich schon alle an Dir ärgern würden, will ich mich doch nimmer ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, Ich sage dir, du wirst Mich heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal krähet, dreimal Das Leiden unseres Herrn Jesu Christi. verleugnen. Er aber sprach noch heftiger: Und wenn ich auch mit Dir sterben müßte, will ich Dich doch nicht verleugnen. Desgleichen sprachen auch alle Jünger. 602 Und sie kamen an einen Landhof, Gethsemane genannt, da war ein Garten, in denselben ging Er und seine Jünger. Und Er sprach zu seinen Jüngern: Seget euch hier, indeß Ich dorthin gehe und bete. Betet ihr, auf daß ihr nicht in Versuchung fallet. Und Er entfernte Sich von ihnen eines Steinwurfs weit. Und Er nahm zu Sich Petrum und die beiden Söhne Zebedäi, den Jacobus und Johannes, und fing an zu trauern und zu zagen. Da sprach Er zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Bleibet hier und wachet mit Mir. Und da Er ein wenig von ihnen fortgegangen, knieete Er nieder, fiel auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater, ist es möglich, so laß diesen Kelch an mir vorübergehen; doch nicht wie Ich will, sondern wie Du willst. Und da Er vom Gebete aufgestanden war, kam Er zu seinen Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit, und sprach zu Petrus: Simon, schläfft du? konntest du nicht eine Stunde mit Mir wachen? Wachet und betet, auf daß ihr nicht in Versuchung fallet. Der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach. Und zum andern Male ging Er hin und betete auf dieselbe Weise und sprach: Mein Vater, ist es nicht möglich, daß dieser Kelch vorübergehe, ohne daß Ich ihn trinke, so geschehe dein Wille. Und als Er wieder umkehrte, fand Er sie abermals schlafend, denn ihre Augen waren schwer, und sie wußten nicht, was sie Ihm antworten sollten. Und Er verließ sie, und ging abermals hin und betete zum dritten Male, und sprach dieselben Worte. Es erschien Ihm aber ein Engel vom Himmel, und stärkte Jhn. Und als Er mit dem Tode rang, betete Er länger. Und sein Schweiß ward wie Blutstropfen, welche auf die Erde hinabrannen. Und Er kam zum dritten Male zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Schlafet nun und ruhet. Es ist genug, sehet die Stunde ist gekommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in die Hände der Sünder. Stehet auf, lasset uns gehen; seht, der Mich verrathen wird, ist nahe. Und als Er noch redete, kam Judas Iscariot, einer von den Zwölfen, und eine große Schaar mit ihm, gesandt von den Hohenund priestern und Schriftgelehrten und Aeltesten, mit Fackeln und Lichtern, Schwerdtern und Stangen. Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen ge geben, sprechend: welchen ich küssen werde, der ist es, den greifet und führet Ihn mit Vorsicht. Und er trat alsbald zu Jesu und sprach: Sey gegrüßt, Meister; und er küßte Jhn. Jesus aber sprach zu ihm: Freund, wozu bist du gekommen! Judas, mit einem Kusse verräthst du des Menschen Sohn? Da nun Jesus alles wußte, was Ihm begegnen sollte, trat Er hervor und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bin's. Judas aber, der Ihn verrieth, stand bet ihnen. Da Jesus nun sagte, Ich bin's, wichen sie zurück und fielen auf die Erde. Da fragte Er sie abermals: Wen suchet ihr? Sie sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich hab es euch gesagt, daß Ich es bin, wenn ihr also Mich suchet, so lasset diese gehen; damit das Wort erfüllet würde, das Er gesprochen hatte: welche Du mir gegeben hast, von denen hab Ich keinen verloren. Da traten sie herzu und legten Hand an Ihn, und nahmen Das Leiden unseres Herrn Jesu Christi. 603 Ihn gefangen. Als nun die so um ihn waren sahen, was geschehen sollte, sprachen sie: Herr, sollen wir mit dem Schwerdte drein schlagen? Simon Petrus aber, der ein Schwerdt hatte, zog es aus, und schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab. Der Knecht aber hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset das! Und Er rührte das Ohr des Knechtes an und heilte ihn. Und Er sprach zu Petrus: Stecke dein Schwerdt in die Scheide, denn alle, die das Schwerdt ergreifen, werden durch das Schwerdt umkommen. Soll Ich denn den Kelch nicht trinken, den der Vater Mir gegeben hat? Oder meinst du, daß Ich meinen Vater nicht bitten könne, und Er wird Mir jetzt mehr als zwölf Legionen Engel zuschicken? Wie würden dann die Schriften erfüllet werden? Es muß also geschehen! Jesus aber sprach zu denen, welche zu Ihm gekommen waren: Ihr seyd herausgegangen mit Schwerdtern und Stangen, gleichwie zu einem Mörder, Mich zu greifen; bin Ich doch täglich bei euch im Tempel gesessen und habe gelehrt, und ihr habt Mich nicht ergriffen; doch dies ist eure Stunde und die Macht der Finsterniß. Das Alles aber geschah, damit die Schriften der Propheten erfüllet würden. Die Rotten aber und der Hauptmann und die Diener der Juden ergriffen Jesum und banden Ihn. Da verließen Ihn die Jünger alle und flohen. Ein Jüngling aber folgte Ihm nach, und war bekleidet mit Leinwand, aber er ließ das leinene Gewand fahren und floh entblößt von ihnen. Und sie führten Jesum erstlich zu Annas, der war des Caiphas Schwiegervater, welcher dieses Jahr Hoherpriester war. Es war aber Caiphas, der den Juden gerathen hatte, es sey besser, daß Ein Mensch sterbe für das Volk. Und Annas sandte Jesum gebunden zu dem Hohenpriester Caiphas, wo alle Schriftgelehrten und Aeltesten und Priester sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgte Jhm von weitem nach, und ein anderer Jünger. Dieser Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und ging mit Jesu hinein in den Vorhof des Hohenpriesters. Petrus aber stund draußen vor der Thüre. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Thürhüterin, und führte Petrus hinein. Da sprach die Thürhüterin zu Petrus: Bist du nicht auch einer von den Jüngern dieses Menschen? Er sprach: Ich bin's nicht. Es standen aber die Knechte und Schergen um ein Kohlenfeuer und wärmten sich, denn es war kalt. Petrus aber stand auch bei ihnen und wärmte sich. Der Hohepriester aber frug Jesum über seine Jünger und über seine Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe öffentlich geredet vor der Welt; Ich habe allezeit in der Synagoge gelehret und im Tempel, wohin alle Juden kommen, und Ich habe nichts im Verborgenen geredet. Was fragst du Mich? Frage die so gehört haben, was Ich zu ihnen geredet habe; siehe, diese wissen was Ich ge= sagt habe. Als Er aber solches gesagt hatte, gab einer von den Dienern, die dabei standen, Jesu einen Backenstreich und sprach: Antwortest Du also dem Hohenpriester? Jesus antwortete ihm: Hab Ich übel geredet, so beweise es; hab Jch aber recht geredet, warum schlägst du Mich? Aber der Hohepriester und der ganze Rath suchten falsches Zeugniß wider Jesum, damit sie Ihn zum Tode bringen möchten; und sie fanden keines, obgleich viele falsche Zeugen auftraten; denn ihre Zeugnisse kamen nicht überein. Zulegt aber kamen zwei 604 Das Leiden unseres Herrn Jesu Christi. falsche Zeugen und sprachen: Wir haben gehört, daß Er sagte: Ich will diesen Tempel abbrechen, der mit Händen gemacht ist, und will in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Und auch ihr Zeugniß stimmte nicht überein. Und der Hohepriester stand auf, trat mitten unter fie, frug Jesum und sprach: Antwortest Du nichts zu den Dingen, die Dir von diesen vorgeworfen werden? Jesus aber schwieg still und antwortete nichts. Der Hohepriester frug Ihn abermal und sprach zu Ihm: Ich beschwöre Dich bei dem lebendigen Gott, daß Du uns sagest: ob Du bist Christus, der Sohn Gottes? Jesus sprach zu ihm: du hast es gesagt, Ich bin es. Aber Ich sage euch, von nun an werdet ihr des Menschen Sohn sizzen sehen zur Rechten der Kraft Gottes und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester sein Kleid, und sprach: Er hat Gott gelästert, was bedürfen wir weiteres Zeugniß? Seht, ihr habt die Gotteslästerung jetzt gehört: was dünket euch? Sie aber antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Die Männer aber, die Ihn hielten, verspotteten und schlugen Ihn, und fingen an Ihn zu verspeien und sein Angesicht zu verhüllen und Ihn mit Fäusten zu schlagen, und frugen Ihn: weissage uns, Christe, wer ist es, der Dich geschlagen hat? Und noch viele andere Lästerungen stießen sie gegen Ihn aus. Petrus aber saß draußen im Vorhof, und eine Magd trat zu ihm und sprach: Du warst auch bei Jesu dem Galiläer. Er aber leugnete es vor ihnen allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst. Und ein wenig hernach sprachen, die da herumstanden, abermals zu Petrus: Du bist wahrhaftig einer von ihnen, denn du bist auch ein Galiläer. Er aber fing an sich zu verfluchen und zu verschwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr redet. Und alsbald, indem er noch redete, krähete der Hahn zum andern Male; und der Herr wandte Sich um, und sah Petrus an. Und Petrus gedachte an des Herrn Wort, das Er zu ihm geredet hatte: ehe denn der Hahn zweimal krähet, wirst du Mich dreimal verleugnen. Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich. Da es aber Morgen ward, hielten alle Hohenpriester, Schriftgelehrten und Aeltesten des Volkes einen Rath wider Jesum, daß sie Ihn zum Tode brächten. Und sie führten Ihn gebunden hin und übergaben Ihn Pontius Pilatus dem Landpfleger. Als das Judas sah, der Ihn verrathen hatte, daß Er zum Tode verdammt war, gereute es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge wieder zu den Hohenpriestern und Aeltesten und sprach: Ich habe gesündigt, daß ich das unschuldige Blut verrathen habe. Sie aber sprachen: Was geht das uns an? Da sieh du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel und machte sich davon; und er ging hin und erhenkte sich selbst mit einem Stricke. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es geziemt sich nicht, daß man sie in den Gotteskasten werfe, denn es ist Blutgeld. Sie fanden aber Rath und kauften dafür eines Hafners Acker zur Begräbniß der Fremden. Daher ist dieser Acker genannt Haceldama, das ist Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ward erfüllet, was durch den Propheten Jeremias gesagt ist, da er spricht:„ Sie haben die dreißig Silberlinge ge nommen, den Werth dessen, der geschäßt war, den sie von den Kindern Israel erkauft haben, und sie haben sie um eines Hafners Acker gegeben, wie mir der Herr befohlen hat." Als sie den Herrn zum Richthaus geführt, gingen sie nicht Das Leiden unseres Herrn Jesu Christi. 605 hinein, damit sie nicht unrein würden, sondern das Osterlamm essen möchten. Deshalb ging Pilatus zu ihnen hinaus und sprach: Welche Anklage bringet ihr vor gegen diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen: Wäre Dieser nicht ein lebelthäter, so hätten wir Ihn dir nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr Ihn hin, und richtet Ihn nach eurem Gesege. Die Juden sprachen zu ihm: Es ist uns nicht erlaubt, jemand zu tödten. So daß das Wort Jesu erfüllet ward, womit Er angezeigt, welches Todes Er sterben würde. Sie fingen aber an Ihn zu verklagen und sprachen: Wir haben diesen erfunden als einen, der unser Volk verkehret, und verbietet dem Kaiser Zins zu geben, und spricht: Er sey Christus der König. Da ging Pilatus wieder in das Richthaus und rief Jesum und sprach zu Ihm: Bist Du der König der Juden? Jesus antwortete: sagst du das aus dir selbst, oder haben es dir andere von Mir gesagt? Pilatus antwortete: bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben Dich Mir überantwortet; was hast Du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so würden meine Diener ja für mich streiten, daß Ich den Juden nicht überantwortet würde. Nun aber ist mein Reich nicht von hinnen. Da sprach Pilatus zu Ihm: So bist Du denn ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, Ich bin ein König. Ich ward dazu geboren, und bin dazu in die Welt gekommen, daß Ich der Wahrheit Zeugs niß gebe. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Pilatus spricht zu Ihm: Was ist Wahrheit? Und als er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden, und sprach zu ihnen: Ich finde keine Schuld an Ihm. Sie aber schrieen heftiger und sprachen: Er reget das Volk auf, indem Er lehret durch das ganze jüdische Land anfangend von Galiläa bis hieher. Als aber Pilatus Galiläa nennen hörte, frug er, ob der Mensch ein Galiläer wäre. Und als er vernommen, daß Er aus des Herodes Gebiet wäre, sandte er Ihn wieder zu Herodes, der in diesen Tagen auch zu Jerusalem war. Herodes aber, als er Jesum sah, freute sich sehr. Denn er hatte seit langer Zeit gewünscht Ihn zu sehen, weil er Vieles von Ihm gehört hatte und ein Zeichen von Ihm zu sehen hoffte. Und er frug Ihn in mancherlei Nede; aber Jesus antwortete ihm nichts. Es standen aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und verklagten Ihn heftig. Herodes aber mit seinen Kriegsleuten verachtete und verspottete Jhn, und legte Ihm ein weißes Kleid an und sandte Ihn wieder zu Pilatus. An demselben Tage wurden Herodes und Pi= latus Freunde miteinander, denn zuvor waren sie Feinde geweſen. Pilatus aber rief die Hohenpriester und Obersten sammt dem Volke zuſammen. Und er sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht als einen, der das Volk abwendig mache, und sehet, ich habe Ihn vor euch verhört, und finde nichts Schuldiges an dem Menschen von alle dem, worüber ihr Ihn anklagt. Auch Herodes nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt; und sehet, es ist von Ihm nichts gethan, das des Todes würdig wäre. Darum will ich Ihn züchtigen, und los lassen. Es pflegte aber der Landpfleger am Osterfeste dem Volke einen Gefangenen los zu geben, welchen es begehrte. Nun war aber einer, Barabbas genannt, der mit den Aufrührern gefangen war, und einen Mord im Aufruhr begangen hatte. Und da das Volk hin 606 Das Leiden unseres Herrn Jesu Christi. aufkam, fing es an zu bitten, daß er thue, wie er immer zu thun pflegte. Pilatus antwortete ihnen und sprach: Wollt ihr, daß ich euch den König der Juden los gebe? Denn er wußte wohl, daß Ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. Aber die Hohenpriester und Aeltesten hatten das Volk überredet, es sollte den Barabbas los bitten, Jesum aber zum Tode fordern. Der Landpfleger aber sprach zu ihnen: Welchen von diesen beiden wollt ihr, daß ich euch los gebe? Da schrie der ganze Haufen mit lauter Stimme und sprach: Hinweg mit Diesem! gieb uns den Barabbas los! Pilatus sprach abermals zu ihnen: Was soll ich denn thun mit Jesu, der genannt wird Christus? Da schrieen sie abermals alle und sprachen: Kreuzige Ihn, kreuzige Ihn! Er aber sprach zum dritten Male: Was hat Er denn Uebels gethan? ich finde keine Schuld an Ihm; darum will ich Ihn züchtigen und los laffen. Da nahm Pilatus Jesum und ließ Ihn geißeln. Die Kriegsknechte aber führten Ihn in den Vorhof des Nichthauses und beriefen die ganze Schaar zusammen, und legten Ihm einen Purpurmantel an, und flochten eine Krone von Dornen, und setzten sie auf sein Haupt, und gaben Ihm ein Rohr in die rechte Hand, und beugten die Kniee vor Ihm und verspotteten Ihn und sprachen: Sey gegrüßt, du König der Juden. Und sie schlugen Ihm in's Angesicht, und spieen Ihn an, und nahmen das Rohr, und schlugen Ihn damit auf's Haupt. Da ging Pilatus wiederum hinaus und sprach zu den Juden: Sehet, ich führe Ihn zu euch heraus, damit ihr erkennet, daß ich keine Schuld an Ihm finde. Also kam Jesus heraus und trug die Dornen- Krone und das Purpurkleid, und er sprach zu ihnen: Ecce homo! Sehet! der Mensch! Ms nun die Hohenpriester und Diener Ihn sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige Jhn, kreuzige Ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr Ihn, und kreuziget Ihn, denn ich finde keine Schuld an Ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Geseß, und nach diesem muß Er sterben; denn Er hat Sich selbst zum Sohne Gottes gemacht. Da nun Pilatus die Rede hörte, fürchtete er sich noch mehr. Und er ging wieder in das Richthaus und sprach zu Jesu: Von wannen bist Du? Jesus aber gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu Ihm: Redest Du nicht mit mir? weißt Du nicht, daß ich Macht habe Dich zu freuzigen, und macht habe Dich los zu geben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von Oben gegeben wäre; darum hat der, welcher mich Dir überantwortet hat, größere Sünde. Von da an trachtete Pilatus, Ihn los zu geben. Die Juden aber schrieen und sprachen: läsfest du Diesen los, so bist du kein Freund des Kaisers; denn wer sich zum Könige macht, der widerstrebt dem Kaiser. Als aber Pilatus diese Rede hörte, führte er Jesum heraus und setzte sich auf den Richtstuhl, an dem Orte der auf Griechisch Lithostrotos, auf Hebräisch Gabbatha genannt wird; und da er auf dem Nichtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten, denn ich habe heute im Traume Seinetwegen viel gelitten. Es war aber am Rüsttag der Ostern um die sechste Stunde, und Pilatus sprach zu den Juden: Sehet, euer König! Sie aber riefen: Hinweg, hinweg mit Ihm, kreuzige Ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Soll ich euern König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, als den Kaiser. Als aber Pilatus sah, Das Leiden unseres Herrn Jesu Christi. 607 daß er nichts ausrichtete, sondern der Lärm ärger ward, nahm er Wasser, wusch seine Hände vor dem Volke und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten. Sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder! Da ließ Pilatus, der dem Volke zu Willen seyn wollte, den Barabbas los, Jesum aber übergab er ihnen, daß Er gekreuzigt würde. Die Kriegsknechte nahmen Jesum, zogen Ihm den Purpurmantel aus, und legten Ihm seine eigenen Kleider an, und führten Ihn hinaus, daß sie Ihn kreuzigten. Und Er trug sein Kreuz und ging hinaus; und da sie Ihn hinführten, ergriffen sie einen, Simon von Cyrene genannt, der vom Felde kam, und legten das Kreuz auf ihn, daß er es Jesu nachtrüge. Es folgte Ihm aber eine große Schaar Volkes und Weiber, die Ihn beklagten und bejammerten. Jesus aber wandte Sich zu ihnen um und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über Mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn sehet, es werden die Tage kommen, an welchen man sagen wird: selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber die nicht geboren haben, und die Brüste die nicht gesäuget haben. Alsdann werden sie anfangen zu den Bergen zu sagen: fallet über uns, und zu den Hügeln: bedecket uns. Denn thun sie dies am grünen Holze, was wird dann am dürren geschehen! Es wurden aber zwei Uebelthäter mit Ihm hinausgeführet, daß sie getödtet würden. Und sie brachten Ihn an die Schädelstätte und gaben Ihm Wein zu trinken, der mit Myrrhen und Galle vermischt war. Und als Er denselben fostete, wollte Er ihn nicht trinken. Daselbst kreuzigten sie Ihn und mit Ihm die zween Mörder, den einen zu seiner Rechten, den andern zu seiner Linken; da ward die Schrift erfüllet, die spricht: Er ist unter die Ulebelthäter gerechnet worden. Und Pilatus schrieb eine Ueberschrift und segte sie auf das Kreuz über sein Haupt. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, König der Juden. Diese Ueberschrift lasen viele Juden, denn der Ort wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben auf Hebräisch, Griechisch und Lateinisch. Da sprachen die Hohenpriester zu Pilatus: Schreibe nicht: König der Juden, sondern: Er hat gesagt, Ich bin der König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben, hab ich geschrieben. Da nun die Kriegsknechte Jesum gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider, und machten vier Theile, einem jeden Kriegsknechte einen Theil, dazu auch den Nock; der Rock aber war ohne Naht aus einem Gewebe, von oben an. Da sprachen sie unter einander: lasset uns ihn nicht zerschneiden, sondern das Loos darum werfen, wessen er seyn soll. So daß erfüllet wurde die Schrift, die da spricht: sie haben meine Kleider unter sich getheilet, und haben über mein Gewand das Loos geworfen." Solches thaten nun die Kriegsknechte, und sie saßen da, und hüteten Ihn, und das Volk stand und wartete. Und die vorübergingen, lästerten Ihn, und schüttelten den Kopf, und sprachen: Ha! Der Du den Tempel Gottes zerstörst, und in dreien Tagen wieder aufbauest! hilf Dir nun Selber. Bist Du Gottes Sohn, so steige herab vom Kreuze. Imgleichen verspotteten Ihn auch die Hohenpriester sammt den Schriftgelehrten und Aeltesten und sprachen unter einander: Er hat andern geholfen, und kann Sich Selbst nicht helfen. Christus, König der Juden, steige jetzt herab vom 608 Das Leiden unseres Herrn Jesu Christi. Kreuze, daß wir sehen, und glauben. Er vertrauet auf Gott, der erlöse Ihn nun, wenn Er Wohlgefallen an Ihm hat; denn Er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Es verspotteten Ihn auch die Kriegsknechte, traten binzu, und reichten ihm Essig, und sprachen: Bist Du der König der Juden, so hilf Dir selbst. Auch die mit ihm gekreuzigt waren, lästerten Ihn. Jesus aber sprach: Vater vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Und einer von den Uebelthätern, die da hingen, lästerte Ihn und sprach: Bist Du Christus, so hilf Dir selbst und uns. Da antwortete der andere, strafte ihn und sprach: Und du fürchtest nicht Gott, da du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar wir mit Recht, denn wir empfangen was unsere Thaten verdient haben; dieser aber hat nicht Böses gethan. Und er sprach zu Jesu: Herr, gedenke mein, wann Du in dein Reich kommen wirst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich sage Ich dir, heute wirst du mit Mir im Paradiese seyn. Es stand aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria Cleophe und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah, und den Jünger dabei stehen, den Er lieb hatte, sprach Er zu seiner Mutter: Weib, sieh, dein Sohn! Danach sprach Er zu dem Jünger: Sieh, deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Und es war um die sechste Stunde, und es ward eine Finsterniß über den ganzen Erdboden bis um die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme und sprach: Eli, Eli, Lamma sabbacthani, das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen? Und etliche von denen, die dabei standen, da sie das hörten, sprachen: Er rufet den Elias. Laffet uns sehen, ob Elias komme und Ihm helfe. Hierauf als Jesus wußte, daß Alles vollbracht war, auf daß die Schrift erfüllet würde, sprach Er: Mich dürstet. Es war aber ein Gefäß da voll Essig, und einer von ihnen lief gleich hin und füllte einen Schwamm mit Essig und steckte ihn auf einen Ysopstengel und hielt es Ihm an den Mund, damit Er trinke. Da nun Jesus den Effig genommen hatte, sprach Er: Es ist vollbracht. Und Jesus rief abermal mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Hände befehle Ich mei nen Geist. Und als Er das gesagt hatte, neigte Er das Haupt und gab seinen Geist auf. Und siehe der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben bis unten. Und die Erde erbebte und die Felsen zersprangen und die Gräber thaten sich auf, und viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, standen auf, und sie gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt, und erschienen Vielen. Der Hauptmann aber, der gegenüber stand, da er sah, daß Er also rufend den Geist aufgegeben, pries Gott und sprach: Fürwahr, dieser Mensch war gerecht, und ist wahrhaftig Gottes Sohn gewesen. Und die ganze Schaar derjenigen, welche da zugegen waren und sahen, was sich zutrug, schlugen an ihre Brust und kehrten heim. Aber alle seine Bekannten standen von fern und sahen zu. Es waren auch Weiber da, welche von fern zusahen, unter diesen war Maria Magdalena, und Maria, Jakobi des Jüngern und Josephs Mutter, und Salome die Mutter der Söhne Zebedät, welche Ihm nachgefolgt waren, da Er in Galiläa war, und Ihm ge Das Leiden unseres Herrn Jesu Chriſti. 609 dient hatten, sammt vielen andern, die zugleich mit Ihm hinauf gen Jerusalem gekommen waren. Die Juden aber, weil es der Rüsttag war, auf daß nicht während des Sabbats die Leichname am Kreuze blieben( denn es war der große Sabbatstag), baten den Pilatus, daß ihnen die Beine gebrochen und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit Ihm gekreuzigt war. Als sie aber zu Jesu kamen, und sahen, daß Er schon gestorben war, brachen sie Ihm die Beine nicht: sondern einer von den Kriegsknechten eröffnete seine Seite mit einem Speer und alsbald floß Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat Zeugniß davon gegeben und sein Zeugniß ist wahr. Und er weiß, daß er die Wahrheit sagt, auf daß ihr auch glaubet. Denn dieß ist geschehen, damit die Schrift erfüllet würde: Ihr sollet Ihm kein Bein zerbrechen." Und abermal spricht eine andere Schrift:„ Sie werden sehen auf Den, welchen sie durchstochen haben." Als es schon spät geworden war, kam Joseph von Arimathäa, ein vornehmer Rathsherr, ein guter und gerechter Mann, der auch ein Jünger Jesu war, aber im Geheimen aus Furcht vor den Juden, und ihren Anschlägen und Handlungen nicht beigestimmt hatte, und ging kühn zu Pilatus und bat, daß er ihn den Leichnam Jesu abnehmen lasse. Pilatus aber verwunderte sich, daß Er schon verschieden wäre. Und er ließ den Hauptmann kommen und frug ihn, ob Jesus schon gestorben wäre. Und nachdem er es vom Hauptmanne vernommen, schenkte er Joseph den Leichnam. Also kam dieser und nahm den Leichnam Jesu ab. Es kam aber auch Nikodemus, der zuvor bei der Nacht zu Jesu gekommen war, und brachte Myrrhen und Aloe unter einander gemengt an die hundert Pfund. Also nahmen sie den Leichnam Jesu und banden Ihn in leinene Tücher mit Spezereien, wie die Juden pflegen die Todten zu bestatten. Es war aber an dem Orte, wo Er gekreuzigt worden, ein Garten, und in dem Garten ein neues Grab, welches Joseph in einen Felsen gehauen hatte, und worin noch Niemand gelegt worden war. Daselbst legten sie Jesum hin, wegen des Rüsttags der Juden, weil das Grab in der Nähe war. Und sie wälzten einen großen Stein vor die Thüre des Grabes. Es waren aber daselbst Maria Magdalena und die andere Maria, die setzten sich dem Grabe gegenüber. Ewige Wahrheiten, oder Betrachtungen auf jeden Tag der Woche. Aus dem Italienischen des H. Alphonsus Maria von Liguori. Vorbereitung. Erwecke, meine Seele, den Glauben an die Gegenwart Gottes. Dann 1. kniee nieder vor Gott und bete Ihn an aus der Tiefe deiner Seele. 2. Demüthige dich zu seinen Füßen und bitte Ihn von Herzen um Verzeihung. 39 610 Betrachtung am Sonntage. 3. Begehre Licht von Gott um der Liebe Jesu Christi willen, und befiehl dich der seligsten Jungfrau Maria und allen Heiligen mit einem Ave und einem Ehre sey dem Vater. Lies die Betrachtung bedächtig, und nach jedem Abschnitte betrachte die darin enthaltene ewige Wahrheit. Nach der Betrachtung fasse den Entschluß, dich dieses oder jenes Fehlers zu entschlagen und erwecke die folgenden Uebungen. Christliche Uebungen nach der Betrachtung. O Gott, Du untrügliche Wahrheit, ich glaube Alles, was die h. Kirche mir zu glauben vorstellt, weil Du es der h. Kirche ge= offenbaret hast. Ich glaube, daß Du mein Gott bist, der Schöpfer aller Dinge, daß Du die ganze Ewigkeit hindurch die Gerechten mit dem Himmel belohnest und die Sünder mit der Hölle bestrafest; ich glaube, daß Du Eins bist in der Wesenheit und dreifach in den Personen, Vater, Sohn und h. Geist; ich glaube an die Menschwerdung und den Tod Jesu Christi; ich glaube endlich Alles, was die h. Kirche glaubt. Ich danke Dir, daß Du mich zum katholischen Christen gemacht hast, und schwöre, daß ich in diesem h. Glauben leben will und sterben. O mein Gott, vertrauend auf deine Verheißungen, weil Du allmächtig, getreu und barmherzig bist, hoffe ich durch die Verdienste Jesu Christi Verzeihung meiner Sünden, Beharrlichkeit bis an's Ende und die Glorie des Himmels zu erlangen. O mein Gott, weil Du das höchste Gut und unendlicher Liebe würdig bist, liebe ich Dich aus meinem ganzen Herzen über alle Dinge; und alle meine Sünden bereue und verabscheue ich von Herzen, weil ich Dich, tas höchste Gut, dadurch beleidigt habe. Mit deiner Gnade, die ich für jetzt und für allezeit begehre, fasse ich den festen Vorsatz eher zu sterben, als Dich je wieder zu beleidigen. Auch nehme ich mir vor, die h. Sacramente im Leben und im Sterben zu empfangen. Betrachtung am Sonntage. Ueber das Ziel und Ende des Menschen. 1. Betrachte, meine Seele, daß Gott, indem Er dich nach seinem Bild erschuf, die ohne dein Verdienst das Daseyn gegeben hat: daß Er dich in der h. Taufe als Kind angenommen, dich mehr als väterlich geliebt und schon dich Betrachtung am Sonntage. 611 erschaffen hat, auf daß du Ihn liebest und Ihm dienest in diesem Leben, um Ihn nach demselben im Himmel zu besigen. Also bist du nicht geboren und darfst nicht leben um zu genießen, um reich und mächtig zu werden, um zu effen, zu trinken und zu schlafen wie das vernunftlose Thier; sondern nur um deinen Gott zu lieben und dein ewiges Heil zu wirken. Und die erschaffenen Dinge hat dir der Herr überlassen, daß du dich ihrer zur Erreichung deiner hohen Bestimmung gebrauchest. O ich Unglücklicher, der ich an alles Andere gedacht habe, nur nicht an meine Bestimmung. Mein Vater, um der Liebe Jesu willen, mache daß ich ein neues, ganz heiliges, deinem göttlichen Willen angemessenes Leben anfange. 2. Betrachte, welche Gewissensbisse du in der Todesstunde empfinden wirst, wenn du nicht darauf bedacht gewesen bist, Gott zu dienen. Welches Leid, wenn du am Ende deiner Tage einsiehst, daß dir in jener Stunde von Reichthum, Größe, Ehre und Vergnügen kein Stäubchen übrig bleibt? Du wirst staunen, daß du für Eitelkeiten und Nichtswürdigkeiten die Gnade Gottes verscherzt und deine Seele verloren hast; dann wirst du weder Zeit noch Macht haben, das gethane Böse wieder gut zu machen und den rechten Weg einzuschlagen. O Verzweiflung, o Qual! Dann wirst du einsehen, wie kostbar die Zeit ist, aber zu spät; du wirst wünschen, sie mit deinem Blute wieder zu erkaufen, aber vergebens. O Tag der Bitterkeit für den, der Gott nicht geliebt und Ihm nicht gedient hat. 3. Betrachte, wie sehr man seine hohe Bestimmung vernachlässigt. Man denkt darauf Reichthümer zu sammeln, man denkt an Essen und Festgelage und wie man seine Zeit angenehm zubringe. Und man denkt nicht daran, Gott zu dienen, man hat nicht Acht, seine Seele zu retten, und hält sein ewiges Ziel für eine Kleinigkeit. Und so geht der größte Theil der Christen in Saus und Schmauß unter Sang und Klang zur Hölle. wenn sie wüßten, was die Hölle heißen will! O Mensch, du giebst dir so viele Mühe dich zu verdammen, und willst nichts thun um dich zu retten! Es starb ein Sekretair eines Königs von England, der auf seinem Todesbette klagte:„ O ich Glender! ich habe so viel Papier verbraucht um Briefe für meinen Fürsten zu schreiben, und ich habe kein Blatt dazu verwandt, mich meiner Sünden zu erinnern und eine gute Beichte zu verrichten." Philipp III., König von Spanien, rief sterbend aus: O hätte ich meinem Gott in einer Einöde gedient und wäre niemals König gewesen!" Aber was nügen dann jene Seufzer und Klagen? Wie leicht können sie auf dem Todesbette die Verzweiflung nur vergrößern! Lerne du auf Kosten Anderer um dein Heil bekümmert seyn, wenn du nicht in Verzweiflung fallen willst, und wisse, daß Alles was du außer Gottes Wohlgefallen sagst, thust und denkst, verloren ist. Auf denn! jegt ist es Zeit, dein Leben zu ändern. Warum willst du auf die Todesstunde warten, um dich zu enttäuschen? An den Pforten der Ewigkeit, an den Thoren der Hölle, ist keine Zeit mehr, deinen Irrthum wieder gut zu machen. mein Gott, ver= zeihe mir! Ich liebe Dich über Alles. Es reut mich mehr als alles Üebel, Dich je beleidigt zu haben. Maria, meine Hoffnung, bitte für mich zu Jeſu. - 39* 612 Betrachtung am Montage. Betrachtung am Montage. Von der Wichtigkeit unserer Bestimmung. 1. Betrachte, o Mensch, wie viel daran gelegen ist, deine hohe Bestimmung zu erreichen. Es ist Alles daran gelegen. Denn wenn du sie erreichst, bist du gerettet, wirst ewig selig seyn und an Leib und Seele alles Gute genießen; aber wenn du sie verfehlst, verlierst du Leib und Seele, Himmel und Gott, wirst ewig elend und auf immer verworfen seyn. Das ist also das Geschäft aller Geschäfte, das einzig wichtige, einzig nothwendige: Gott dienen und deine Seele retten. Daher sprich nicht mehr, mein Christ: jezt will ich mir gütlich thun, später will ich mich Gott ergeben und hoffe mich zu retten. wie viele hat diese falsche Hoffnung zur Hölle geführt, die auch so sprachen und und jetzt ohne Rettung verloren sind. Welcher Verdammte hat sich wohl selbst verdammen wollen? Aber wer aus Hoffnung auf Vergebung fündigt, wird von Gott verflucht.„ Verflucht sey, wer sündigt mit Hoffnung." Du sprichst, ich will diese Sünde begehen, dann will ich sie beichten. Wer weiß denn, ob du die Zeit dazu haben wirst? Wer versichert dich, daß du nicht gleich nach der Sünde stirbst? Unterdessen verlierst du die Gnade Gottes; und wenn du sie nun nicht wiederfindest? Gott erzeigt Barmherzigkeit dem der Ihn fürchtet, nicht dem der Seiner spottet. Seine Barmherzigkeit währet von Geschlecht zu Geschlecht, bei denen die Ihn fürchten." Luc. 1, 50. Sage nicht mehr ich habe eben so schnell drei Sünden gebeichtet als zwei, denn zwei Sünden wird Er dir vergeben, und drei nicht. Gott erträgt, aber Er erträgt nicht immer. Wenn das Maaß der Sünden voll ist, wird Er strafen." 2 Machab. 6, 14. Wenn das Maaß voll ist, verzeiht Gott nicht mehr, sondern straft mit dem Tode, oder verläßt den Sünder, daß er sich von Sünde zu Sünde in die Hölle stürze, eine Strafe, die härter ist, als der Tod. Merke auf, Bruder, auf das, was du jetzt liesest. Fasse einen Entschluß, widme dich Gott. Fürchte, daß dieses die letzte Warnung sey, die Gott dir schickt. Genug haft du Ihn beleidigt, lange genug hat Er dich ertragen. Bittere, daß bei einer neuen Todsünde Gott dir vielleicht nicht mehr vergiebt. Siehe, es handelt sich um deine Seele, es gilt die Ewigkeit. Wie viele hat dieser große Gedanke an die Ewigkeit von der Welt losgerissen und angetrieben in Klöstern, Einöden und Höhlen zu leben. O ich Armer, was hab ich denn durch meine vielen Sünden erreicht? Das Herz betrübt, die Seele belastet, die Hölle verdient, Gott verloren. Ach, mein Gott und mein Vater, befestige mich in deiner Liebe. 2. Betrachte, wie diese ewige Angelegenheit am meisten vernachlässigt wird. An Alles wird gedacht, nur nicht an das Seelenheil. Für Alles hat man Zeit, nur nicht für Gott. Man sage einem Weltmenschen, er solle zu den hh. Sacramenten gehen, täglich eine halbe Stunde beten, und er antwortet: Ich habe Kinder, habe Verwandte, habe Besigungen, habe zu thun. O Gott, und Hast du denn keine Seele? Verwende deine Reichthümer, rufe deine Kinder, deine Verwandten, daß sie dir in der Todesstunde helfen und dich von der Hölle Betrachtung am Dinstage. 613 erretten, wenn du verloren gehst. Bilde dir nicht ein, du könnest Gott und die Welt, den Himmel und die Sünde vereinigen. Sein ewiges Heil wirken ist kein Geschäft, das sich obenhin abthun läßt, man muß sich selbst Gewalt anthun. Du mußt Gewalt brauchen, wenn du die unsterbliche Krone erringen willst. Wie viele Christen bildeten sich ein, sie würden später Gott dienen und ihr Heil wirken, und jetzt sind sie in der Hölle. Welche Thorheit immer an daß zu denken, was so bald zu Ende geht, und so wenig an das zu denken, was nie ein Ende nimmt. Ach, mein Christ, bedenke deine Lage, bedenke, daß du in Kurzem von dieser Erde abziehen und eintreten wirst in das Haus der Ewigkeit. Armer, wenn du dich verdammst, siehe es wird keine Rettung mehr geben. 3. Betrachte, Christ, und sprich: Ich habe eine Seele, wenn ich die verliere, ist alles verloren. Ich habe eine Seele, wenn ich auf Kosten dieser Seele eine Welt gewinne, was nützt es mir? Wenn ich ein großer Mann werde und verliere meine Seele, was nußt es mir? Wenn ich Reichthümer aufhäufe, wenn ich mein Haus emporbringe, wenn ich meine Kinder befördere, und verliere meine Seele, was nützt es mir? Was haben die Reichthümer, die Vergnügungen, die Eitelkeiten so Vielen genügt, die in der Welt gelebt haben, von denen jetzt eine Hand voll Staub im Grabe modert, während ihre Seelen in die Hölle verbannt sind? Wenn also die Seele mein ist, und wenn diese Seele, einmal verloren, für immer verloren ist, so muß ich wohl daran denken fie zu retten. Dieß ist ein allzu wichtiger Punkt. Es handelt sich darum entweder auf immer glücklich oder auf immer unglücklich zu seyn. mein Gott, beschämt bekenne ich vor Dir, daß ich bis jetzt wie ein Blinder lebte und mich weit von Dir verirrte; ich dachte nicht daran, diese meine einzige Seele zu retten. Errette mich, o Vater, um Jesu Christi willen; ich bin zufrieden Alles zu verlieren, wenn ich Dich meinen Gott nur nicht verliere. Maria, meine Hoffnung, rette mich durch deine Fürbitte. Betrachtung am Dinstage. Von der Todsünde. 1. Betrachte, wie du, von Gott geschaffen Ihn zu lieben, dich mit teuflischer Undankbarkeit gegen Ihn empört, Ihn als Feind behandelt, und seine Gnade und Freundschaft verachtet hast. Du wußtest, daß du Ihn durch jene Sünde beleidigtest, und du begingst sie dennoch! Was thut der welcher fündigt? Er wendet Gott den Rücken, segt die Achtung gegen denselben außer Augen, hebt die Hand auf Ihn zu schlagen, und betrübt das Herz Gottes. Und sie betrübten den Geist seines Heiligen." Is. 63, 10. Wer sündigt, spricht durch die That zu Gott: Entferne Dich von mir, ich will Dir nicht gehorchen, ich will Dir nicht dienen, ich will Dich nicht für meinen Herrn erkennen, ich will Dich nicht für meinen Gott halten; mein Gott ist jene Lust, jener Gewinn, jene Rache. So hast du in deinem Herzen gesprochen, als du das Geschöpf dem Schöpfer vorzogst. Die h.. Magdalena von Pazzi konnte nicht begreifen, wie ein Christ mit offnen Augen eine Todsünde begehen könnte. Und du, lieber Leser, was sagst denn du? Wie viele hast du deren begangen? Mein Gott, verzeihe mir, und hab Erbarmen! Ich habe 614 Betrachtung am Mittwoch. Dich, du unendliche Güte, beleidigt; nun hasse ich meine Sünden und liebe Dich, und beweine, daß ich Dich mit Ungerechtigkeit gekränkt, o Gott, der du unendlicher Liebe würdig bist. 2. Betrachte, wie Gott zu dir gesprochen, als du sündigtest: Kind, Ich bin dein Gott, der dich aus Nichts erschaffen hat, und Ich habe dich mit meinem Blute wieder erkauft; Ich untersage dir, jene Sünde zu thun, unter Strafe meiner Ungnade. Du aber sprachst, indem du fündigtest, zu Gott deinem Herrn: Ich will Dir nicht gehorchen, ich will mir diesen Genuß verschaffen, und es liegt mir nichts daran, ob es Dir mißfällt, und ob ich deine Gnade verliere. Ich will Dir nicht dienen. Ach mein Gott, und das hab ich öfters gethan und Du hast mich ertragen. O, daß ich gestorben wäre, bevor ich Dich je beleidigt hätte! Ich will Dir nicht mehr mißfallen, ich will Dich lieben, o unendliche Güte. Gieb Du mir Standhaftigkeit, gieb Du mir deine heilige Liebe. 11 3. Betrachte, daß die Sünden, wenn sie eine gewisse Zahl erreicht haben, bewirken, daß Gott den Sünder verläßt. Gott wartet mit Geduld, auf daß Er strafe, wenn der Tag des Gerichtes herangekommen und das Maaß der Sünden erfüllet ist." Wenn du also, mein Bruder, von neuem zur Sünde versucht wirst, so sprich nicht mehr: ich werde sie später beichten. Denn wenn Gott dich alsdann sterben läßt, wenn Gott Sich zurückzieht, was wird aus dir für die ganze Ewigkeit werden? Auf diese Weise sind so Viele verloren gegangen. Auch sie hofften vermessentlich auf Vergebung, aber der Tod hat fie hingerafft, und sie haben sich die ewige Verdammniß zugezogen. Der verdient kein Erbarmen, der Gottes Güte mißbraucht um Ihn zu beleidigen. Nach so vielen Sünden, die Gott dir verziehen, hast du wohl Ursache zu fürchten, Gott werde dir eine neue Todsünde nicht mehr verzeihen. Danke Ihm, daß Er bis jegt auf dich gewartet hat, und fasse den festen Vorsag, eher den Tod zu erleiden, als eine neue Sünde zu begehen. Sprich von heute an immerbar: Herr, ich habe Dich genug beleidigt; was mir noch von meinen Tagen übrig bleibt, will ich nicht dazu verwenden, Dir zu mißfallen; nein, wahrlich das verdienst Du nicht; ich will sie nur verwenden Dich zu lieben und die Beleidigungen, die ich Dir zugefügt, zu beweinen. Ich bereue sie von ganzem Herzen. Mein Jesu, ich will Dich lieben, gieb Du mir Kraft dazu. Maria, meine Mutter, komm mir zu Hülfe. Amen. 1 Betrachtung am Mittwoch. Vom Tode. 1. Betrachte, mein Christ, daß dieses Leben für dich einst aufhören wird. Der Spruch ist schon ergangen, du mußt sterben. Der Tod ist uns allen gewiß, aber wir wissen nicht wann er kommt. Wie wenig ist nöthig, den Tod herbeizuführen? Ein Schlagfluß, eine zersprungene Ader, ein Stickfluß, ein Blutsturz, der Biß eines elenden giftigen Thierchens, ein Fieber, ein das Stich, ein Schlag, eine Ueberschwemmung, ein Erdbeben, ein Bliz alles kann dir das Leben nehmen. Der Tod wird dich ereilen, wann du am wenigsten daran denkst. Wie Viele haben sich am Abend schlafen gelegt, und - Betrachtung am Mittwoch. der Morgen hat sie todt gefunden. Kann dir das nicht auch widerfahren? So Viele, die eines plößlichen Todes gestorben sind, dachten nicht so zu sterben? aber sie sind so hingeschieden, und wenn sie in der Todsünde waren, wo sind sie jetzt? und wo werden sie die ganze Ewigkeit hindurch seyn? Doch sey es, wo es sey, so viel ist gewiß, daß eine Zeit kommt, wo es für dich Nacht wird und nicht mehr Tag, oder es wird Tag für dich und du wirst die Nacht nicht sehen. Ich komme wie ein Dieb, unverhofft und heimlich, sagt Jesus. Beitig erinnert dich dein guter Herr daran, weil Er dein Heil liebt. Folge deinem Gott, benutze die Mahnung, bereite dich, gut zu sterben, bevor der Tod kommt. Denn alsdann ist es nicht Zeit sich vorzubereiten, sondern vorbereitet zu seyn. Und wer weiß, ob du über ein Jahr, in einem Monate, ob du Morgen noch am Leben bist. Mein Jesus erleuchte mich, und verzeihe mir meine Sünden! - 615 2. Betrachte, wie du in der Todesstunde auf dem Bette ausgestreckt liegen wirst, unter dem Beistande des Priesters, der deiner Seele zuruft, umgeben von deinen Verwandten, die über dich weinen, zu Häupten das Crucifix, die Todeskerze zu Füßen, auf dem Punkt in die Ewigkeit zu wandern. Dein Kopf ist voll Schmerzen, die Augen verdunkelt, die Zunge trocken, der Schlund geschlossen, die Brust beschwert, das Blut erstarrt, das Fleisch abgefallen, das Herz gebrochen; du mußt Alles zurücklassen, und wirst arm und nackt in die Grube gelegt um zu verwesen; da werden die Würmer dein Fleisch verzehren, und nichts wird von dir übrig bleiben als ein Paar fleischlose Knochen und eine Handvoll modernden Staubes, und nichts weiter. Deffne ein Grab, und siehe, was aus jenem reichen Prasser, aus jenem fargen Geizhalse, aus jenem eiteln Weibe geworden ist. So endigt das Leben. In deiner Todesstunde wirst du dich von bösen Geistern umgeben sehen, welche dir alle Sünden, die du seit deiner Kindheit begangen hast, vorhalten. Jetzt verdeckt und verkletnert der Teufel die Schuld, um dich in der Sünde zu verhärten; er sagt dir, jene Eitelkeit, jener Genuß, jene Vertraulichkeit, jener Groll sey kein großes Uebel, jene Unterhaltung habe keine böse Absicht; aber im Tode wirst du die Schwere deiner Sünden entdecken, und beim Lichte jener Ewigkeit, in welche du hinübergehen sollst, wirst du erkennen, welcher Greuel es war, einen unendlichen Gott zu beleidigen. Eile dich zu bessern, jetzt wo es noch Zeit ist, denn alsdann wirst du keine Zeit mehr haben. 3. Betrachte, daß der Tod ein Augenblick ist, von dem die Ewigkeit abhängt. Schon liegt der Mensch dem Tode nahe, im Angesicht einer der betden Ewigkeiten; und das Loos derselben ist an den letzten Athemzug geknüpft, nach welchem die Seele in einem Augenblick entweder gerettet oder verworfen ist für immer. O Augenblick, o Athemzug, von dem eine Ewigkeit der Glorie oder der Strafe abhängt, eine Ewigkeit immerwährender Freude, oder immerwährender Qual; eine Ewigkeit voll aller Güter, oder voll aller Uebel; eine Ewigkeit des Paradieses oder der Hölle. Wenn du in jenem Augenblicke gerettet wirst, wirst du kein Weh mehr haben und auf immer zufrieden und selig seyn. Aber wenn du das verfehlst und verloren gehst, bist du auf immer der Trauer und Verzweiflung Preis gegeben, so lange Gott Gott ist. Im Tode wirst du erkennen, was Himmel, Hölle, Sünde, Beleidigung Gottes, Betrachtung am Donnerstage. Verachtung des göttlichen Gebotes, in der Beichte verschwiegene Sünden, entwendetes und nicht ersetztes Gut auf sich habe. O ich Elender, wird der Sterbende sprechen, in wenig Augenblicken hab ich vor Gott zu erscheinen, und wer weiß, welcher Richterspruch mich treffen wird? Wo werde ich hingelangen, in den Himmel oder in die Hölle? Werde ich frohlocken mit den Engeln, oder brennen mit den Verdammten? Werde ich ein Sohn Gottes, oder ein Sklave des Teufels seyn? Bald, wehe mir, werde ich es wissen, und wo ich einkehren werde, da werde ich in Ewigkeit bleiben. Ach, in wenigen Stunden, in wenigen Augenblicken, was wird mit mir vorgehen? Was wird aus mir werden, wenn ich jenes ergerniß nicht wieder gut mache? wenn ich jenes entwendete Gut, jenen guten Namen nicht ersetze? wenn ich meinem Feinde nicht von Herzen verzeihe? wenn ich nicht eine gültige Beichte verrichte? Dann wirst du tausendmal den Tag verabscheuen, an dem du gesündigt, und jene Lust und jene Rache verfluchen, woran du dich geweidet hast: aber zu spät und ohne Nugen; denn du wirst dieses blos aus Furcht vor der Strafe und ohne Liebe Gottes thun. Ach! Herr, siehe, von diesem Augenblicke an bekehre ich mich zu Dir, ich will den Tod nicht abwarten; von jegt an liebe ich Dich, und umfange Dich und will in deinen Armen sterben. Maria, meine Mutter, breite in meiner Todesstunde deinen Mantel über mich aus und steh mir bei in meiner lezten Noth. Betrachtung am Donnerstage. Vom Gerichte. 1. Betrachte, daß die Seele, sobald sie vom Leibe scheidet, vor Gottes Richterstuhl geführt wird um gerichtet zu werden. Dein Richter ist der allmächtige, von dir beleidigte und auf's höchste erzürnte Gott; deine Ankläger sind die Teufel, deine Feinde; Gegenstand der Klage sind deine Sünden; der Urtheilsspruch ist unwiderruflich; die Strafe ist die Hölle. Du hast feine Gefährten, keine Verwandten, keine Freunde mehr; zwischen Gott und dir muß die Sache abgethan werden. Dann wirst du die Scheußlichkeit deiner Sünden einsehen, und sie nicht mehr entschuldigen können, wie jetzt. Du wirst gerichtet werden über deine Sünden, in Gedanken, in Worten, in Werken, durch Beistimmung, durch Unterlassung und durch Aergerniß; Alles muß auf der Wage der göttlichen Gerechtigkeit gewogen werden, und wirst du in einer Sache zu leicht befunden, so bist du verloren. Mein Jesus und mein Richter, verzeihe mir, bevor Du mich zum Gerichte rufest. 616 2. Betrachte, wie die göttliche Gerechtigkeit alle Völker am legten der Tage richten wird, wann aller Gestorbenen Leiber auferstehen, um mit den Seelen zugleich entweder Lohn oder Strafe nach ihren Werken zu empfangen; dann bedenke, wenn du verloren gehst, wirst du denselben Leib wieder annehmen, und er wird der unglücklichen Seele zum Gefängniß dienen. Bei jenem bittern Wiedersehen wird die Seele dem Leibe fluchen, und der Leib wird die Seele verwünschen; so werden Seele und Leib, die sich jetzt in der Sucht nach unerlaubten Lüsten verstehen, nach dem Tode sich vereinigen müssen, Betrachtung am Freitage. 617 um gegenseitig ihre Peiniger zu seyn. Wenn du hingegen dein Heil wirkest, wird dein Leib ganz schön, keinem Leiden mehr unterworfen und glänzend auferstehen, und du wirst an Seele und Leib des glückseligen Lebens gewürdigt werden. So wird das Schauspiel dieser Welt endigen. Ein Ende hat alsdann die Größe, die Lust, die Pracht dieser Erde; Alles hat ein Ende. Nur zwei Ewigkeiten bleiben, eine Ewigkeit der Glorie und eine Ewigkeit der Strafe; die eine glückselig, die andere unselig; die eine voll Freuden, die andere voll Qualen; im Himmel die Gerechten, die Sünder in der Hölle. Weh über den Armen, der die Welt geliebt und für elende Genüsse dieser Erde Alles verloren hat, Seele und Leib, Himmel und Gott. 3. Betrachte den ewigen Richterspruch. Christus der Richter wird Sich gegen die Verworfenen wenden und sprechen: Habt ihr geendigt, ihr Undankbaren, habt ihr geendigt? Jegt ist meine Stunde gekommen, die Stunde der Wahrheit und der Gerechtigkeit, die Stunde der Verwerfung und der Rache. Auf, ihr Lasterhaften, ihr habt die Verdammung geliebt, sie komme über euch; seyd verflucht in der Zeit, verflucht in der Ewigkeit. Entweichet aus meinem Angesichte; alles Guten beraubt, mit allen Strafen belastet geht in das ewige Feuer. Hinweg von mir, ihr Vermaledeiten, in das ewige Feuer!" Matth. 25, 41. Dann wird sich Jesus zu den Auserwählten wenden und sprechen: Kommet ihr, meine geliebten Kinder, kommet das Reich der Himmel zu besitzen, das euch bereitet ist. Kommet, nicht mehr um mit dem Kreuze Mir nachzufolgen, sondern um die Krone mit Mir zu tragen. Kommet, die Erben meiner Schätze, die Gefährten meines Ruhmes zu seyn; kommet, meine Barmherzigkeit zu preisen in Ewigkeit. Kommet aus der Verbannung in das Vaterland, kommt vom Elend zur Freude, kommt vom Weinen zur Wonne, kommt von den Qualen zur ewigen Ruhe, kommet ihr Gebenedeite meines Vaters, befizet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!" O mein Jesus, auch ich hoffe einer von jenen Gebenedeiten zu seyn. Ich liebe Dich über Alles, segne mich von dieser Stunde. Segne auch du mich, süßeste Mutter Maria. " 1 Betrachtung am Freitage*). Von der Hölle. 1. Es gibt einen Ort, wo die von Gott Verworfenen und für immer von Ihm Getrennten ewige, unaussprechliche Peinen leiden, und diese Peinen sind doppelter Art: die Pein wegen des Verlustes Gottes und die Peinen der Sinne. Dieß sind Glaubenssäße. Daß das Feuer, womit sie gepeinigt werden, ein wahres und eigentliches Feuer sey, ist die gemeine Meinung der heil. Väter und der theologischen Schulen. Die übrigen Beinen der Sinne werden von denselben aus den Aussprüchen der H. Schrift verschieden zusammengestellt. Ewige Nacht und Finsterniß und die Schatten des Todes erfüllen diesen Kerker der göttlichen Nache, in welchen die Seelen, und nach dem jüngsten Tage *) Die Betrachtung am Freitage und Samstage sind aus den geistlichen Uebungen" des Pater von Smetana aus der Vers. des allerh. Erlösers. 618 Betrachtung am Freitage. auch die Leiber der Verdammten eingeschlossen sind, denn das Feuer der Hölle brennt zwar, und verzehrt das Mark in den Gebeinen; aber es leuchtet nicht. Wiewohl aber die Verdammten alles Lichtes beraubt sind, erkennen sie dennoch Alles, was durch seinen Anblick dem Auge peinlich und entsetzlich ist: sich selbst und ihre schreckliche Umgebung, und die Marter ihrer Leidensgenossen und die fürchterlichen Larven der höllischen Geister. Verzweifelndes Jammergeschrei, Heulen und Zähnklappern, abwechselnd mit Flüchen und Lästerungen sind die einzigen Laute, die in ihr Ohr dringen. Ein wüthender Hunger und Durst martert den Sinn des Geschmackes, und die einzige Speise, mit der sie ge sättigt werden, ist Drachengift und Natterngalle. Der Sinn des Geruches wird gepeinigt durch den verpesteten Gestank der faulenden und doch niemals verfaulenden Leichname. Der Sinn des Gefühles endlich leidet nicht nur die Strafe des Feuers, sondern auch noch andere grausame Tormente, welche die bösen Geister, als die Schergen der göttlichen Gerechtigkeit an ihren Schlachtopfern unablässig vollziehen und doch niemals vollenden. Wenn da, wo Gott ist, eine überschwängliche Fülle von Friede, Freude, Schönheit, Klarheit und Seligkeit herrschet, muß schon die Vernunft erkennen, daß der Gegensaß ebenso überschwenglich seyn müsse. Da wo Gott nicht ist, wo die ewige Trennung von Gott ist, muß also ein Greuel der Verwüstung herrschen, der Alles in sich begreift, was es Peinliches und Schmerzliches, Scheußliches und Mißgestaltetes, Entsegliches und Schauberhaftes geben kann. Ihm wäre besser, er wäre nie geboren worden", bezeuget die ewige Wahrheit von dem Berräther Judas. 2. Noch größer sind aber die innerlichen Leiden der Verworfenen. Alle ihre Seelenkräfte befinden sich in dem wildesten Aufruhr und in der gräulichsten Zerrüttung. Der Verstand martert sich ab, Mittel aufzufinden, um diesem grenzenlosen Elende zu entrinnen. Der Wille, im Bösen ganz verstockt, lehnt sich unaufhörlich gegen Gott und dessen strafende Gerechtigkeit auf, und verzehrt sich selbst in dem ohnmächtigen Grimme dieses vergeblichen Beginnens. Das Gedächtniß gleicht einem wüsten, bittern Meere, das von den Stürmen tobender Einbildungen hin und hergetrieben wird, und seine Schande ausschäumet. Einerseits stellen sich die Unglückseligen die kurzen sündhaften Freuden vor, die die Ursache ihrer Verdammniß wurden; andererseits aber betrachten sie, wie hoch ihnen dieselben zu stehen kommen; und dann zerfleischt ihr Inneres eine verzweifelnde Reue, daß sie ihr Heil in ihrer Macht hatten, und es wegen so elender, vergänglicher Lüste verscherzten. Sie erkennen jetzt, daß außer Gott Alles eitel und nichtig ist; sie wissen aber auch zugleich, daß sie dieses höchste Gut für immer und ewig verloren haben. Ein Bewußtsein, welches nach dem Zeugniß der hh. Väter alle übrigen Strafen übertrifft, und zugleich allen diesen Strafen das Siegel der Vollendung aufdrückt. Denn was die Hölle eigentlich zur Hölle macht, ist ihre Ewigkeit. Bei allen Leiden dieſes Erdenlebens bleibt wenigstens immer der Trost, daß der Tod ihnen ein Ziel sehen werde. In der Hölle aber gibt es keine Hoffnung. Für die Verdammten gibt es keinen Tod, für ihre Qualen kein Ziel. Wenn sie einmal so viele Jahre gelitten haben, als es Blätter an den Bäumen gibt, und Tropfen im Meere, und Sandkörnlein an den Ufern desselben, so haben sie Betrachtung am Samstage. 619 denn gerade so lange gelitten, als die Zahl dieser Blätter und Tropfen und Sandkörnlein ausmacht; allein sie haben deshalb nicht um eine Minute weniger zu leiden, sie haben damit an der Dauer ihrer Strafe nicht ein Pünktlein abgezahlet. 3. Durchbohre mein Fleisch mit deiner Furcht, denn vor deinen Gerichten hab ich mich gefürchtet." So ruft der königliche Prophet aus, und er bittet damit den Herrn um die Gabe der heiligen Furcht, weil er von der Ueberzeugung durchdrungen ist, wie nothwendig ihm und allen Menschen diese Gabe zu ihrem Heile sey. Wenn uns Gott nicht geoffenbart hätte, daß es eine Hölle und eine ewige Verdammniß gebe, so würden, wie ein heiliger Vater bemerkt, selbst von Innen, die jetzt selig werden, nur die Allerwenigsten nach den Geboten Gottes leben und ihr Heil wirken. Der Saß, daß es vollkommene Seelen gebe, welche sich für beständig in einem Zustande befinden, in welchem sie ohne Rücksicht auf Himmel und Hölle Gott nur um Setner selbst willen lieben, ist von der Kirche verworfen. Alle ohne Ausnahme sollen also oftmals die Strafen der Hölle betrachten, um die heilige Furcht Gottes und den Abscheu vor der Sünde lebendig in sich zu erhalten. Allen ist es gesagt: steige oftmals während deines Lebens in die Hölle hinab, so wirst du nach deinem Tode nicht dahin hinabsteigen müssen. Alle ermahnet der H. Geist: Gedenke bei Allem, was du thust, der letzten Dinge, und du wirst in Ewigkeit nicht sündigen." Rufen wir daher täglich mit dem H. Augustinus: Hier, o Herr, schneide, brenne, haue, nur in der Ewigkeit verschone; nur selig machen möge uns der barmherzige Herr, was auch der Preis unserer Seligkeit ſei! Betrachtung am Samstage. Vom Himmel. 1. Ich bin dein übergroßer Lohn, sprach der Herr einst zu Abraham; und was Er diesem H. Erzvater verheißen hat und geworden, das verheißt und ist Er auch allen seinen Auserwählten. Gott selbst ist der Lohn der Seligen im Himmel, und mit Ihm empfangen und genießen sie Alles, was als ein Lohn, als ein Gut, als etwas Wünschenswerthes betrachtet werden kann. Gott ist die höchste Wahrheit, Schönheit und Güte. Ihn erkennen, wie Er ist, befriedigt allen unsern Drang nach dem Wahren; Ihn anschauen von Angesicht zu Angesicht stillet all unser Verlangen nach dem Schönen; Ihn. lieben mit einer reinen, von nichts Irdischem mehr getrübten Liebe erfüllet all unsere Sehnsucht nach dem Guten und Vollkommenen. Ihn besigen ist das Gut aller Güter; Ihn genießen der Genuß aller Genüsse; Ihm allein leben, das Leben alles Lebens. Er ist ein bodenloser Abgrund von Seligkeit, in dem es weder Schranke noch Ziel gibt, noch irgend ein Ab- oder Zunehmen. In Ihm ist zugleich die äußerste Ruhe und die äußerste Thätigkeit, die höchste Einheit und die höchste Mannichfaltigkeit, ein ewiges Sein und ein ewiges Werden. Ein Abgrund ruft den andern an in der Stimme deiner Wasserfälle", singt von Ihm der königliche Sänger. So wie die Seligen in einen Abgrund namenlosen Entzückens sich versenkt haben, so ruft sie schon 11 620 Betrachtung am Samstage. wieder ein anderer ähnlicher Abgrund an, und ladet sie ein, sich in ihn zu versenken; und so wie ein Wasserfall ein und derselbe Wasserfall ist, und immerfort denselben Anblick gewähret, aber doch jeden Augenblick aus frisch herzuströmenden Gewässern besteht, so ist es immerfort derselbe Gott, den die Auserwählten genießen, aber ihr Genuß nimmt in jedem Augenblicke eine neue beseligende Gestalt an. Der auf dem Throne saß, sprach: Siehe, ich mache Alles neu."( Offenb. Joh. 21, 5.) Alle Anmuth und Herrlichkeit der Geschöpfe, und alle Freude die sie zu gewähren vermögent, sind nur ein Gleichniß, ein Wiederschein, ein Spiegelbild der Wesenheit des Schöpfers und der Güter, die in Ihm enthalten sind. Alle Freuden, die es hier geben kann, werden wir darum im Himmel auch genießen, aber rergeistigt, verfeinert und verklärt, und eben deshalb gesteigert zu einem Uebermaß, wie es kein Auge gesehen, kein Ohr gehört, noch je in eines Menschen Herz gekommen ist. Wir werden an dem Hochzeitmahle des Lammes sigen, und die köstlichsten, geistigen Gerichte genießen, und von jenem Wein der Liebe trinken, von dem es in dem hohen Liede heißt( 5, 1.): Effet und trinket, Freunde; und berauscht euch, Allerliebste." Unsere Gesellschaft dabei wird der große König selbst sein, der seinem Sohne Hochzeit hält, und Jesus Christus in seiner allerheiligsten Menschheit, und die seligste Jungfrau, und alle Heiligen und himmlischen Geister. Der Wohlgeruch der ewigen Weisheit, den der Weise mit Zimmet und Balsamduft vergleicht, wird den ganzen Himmel erfüllen. Die Lobgesänge, welche die Chöre der Engel zur Ehre Gottes unaufhörlich erschallen lassen, das Harfenspiel der vier und zwanzig Weltesten, das neue Lied der Jungfrauen, die dem Lamm überall folgen, sind die überirdische Musik, die wir im Himmel vernehmen werden. Die Klarheit, die daselbst herrscht, wird in der Offenbarung mit dem Lichte eines kostbaren Edelsteins verglichen; und die selige Stadt bedarf weder der Sonne noch des Mondes, daß sie in ihr scheinen; denn die Klarheit Gottes erhellt sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.( Offenb. Joh. 21, 23.) Alles werden wir also dort haben, was wir uns nur wünschen, und noch viel mehr, als wir uns zu wünschen im Stande find; mit allen Gütern werden wir erfüllt sein, und alle diese Güter besigen im tiefsten Frieden, ohne Furcht und Sorge, ohne Störung oder Unterbrechung, die ganze Ewigkeit hindurch. Und eben diese ewige Dauer ist es, was den Freuden des Himmels die Krone einer Vollkommenheit aufseßet, von der wir uns keinen Begriff machen können; denn hier auf Erden hat jede Freude ihren Höhepunkt, und wenn sie diesen erreicht hat, fängt sie an abzunehmen, und geht endlich in Ueberdruß oder in Vergessenheit über, und wir können uns keine Freude denken, ohne zugleich ihrer Vergänglichkeit zu gedenken. Im Himmel aber bei dem Herrn sind tausend Jahre wie ein Tag, und ein Tag wie tausend Jahre. Wenn die Seligen millionenmal Millionen Jahre ihre Seligkeit genossen haben werden, wird ihnen so sein, als hätten sie eben erst in diesem Augenblicke angefangen, die Süßigkeit des Herrn zu verkosten. 2. Gedenken wir daher oft jener unvergänglichen Krone, um nicht allein durch heilige Furcht und Liebe, sondern auch durch heilige Hoffnung unsere Natur zur Ruhe zu bringen, und ihre Sehnsucht nach Freude und Glückselig Betrachtung am Samstage. 621 keit zu stillen. Diese Sehnsucht hat uns Gott selbst ins Herz gelegt, und daher ist sie uns auch nicht umsonst oder bloß zu unserer Qual gegeben; fie soll befriedigt werden und zwar auf das allervollkommenste, aber nicht in diesem, sondern in dem andern Leben, und nur dann wenn wir den unvollkommenen Genüssen dieses vergänglichen Lebens entſsagen. Reizt uns alſo irgend eine irdische Freude, uns ihr zu ergeben: so erinnern wir uns nur sogleich, daß diese Freude uns nicht entgehe, wenn wir sie jetzt verleugnen, daß wir sie nur aufschieben, daß wir sie im Himmel wiederfinden, und sie nicht bloß im Schatten und im Spiegelbilde, sondern in der ganzen Fülle und Stärke ihrer eigentlichen Wesenheit genießen werden. Unsere Seelen find Bräute des Königs der Könige, des schönsten, des mächtigsten Bräutigams; Er wird sich einst ewig mit uns vereinigen, wenn wir Ihm hier im Stande der Prüfung die Treue bewahren, und dann uns in überschwänglichem Maße Alles ersetzen, was wir hier Ihm zu Liebe verschmäht haben. Streben wir aber nicht allein darnach, daß wir gekrönet werden, sondern auch, daß unsere Krone groß sey, denn auch dieses steht in der Macht unſeres Strebens, und den Beruf und die Gnade haben wir gewiß dazu; denn wer berufen ist zu einer höhern Vollkommenheit auf Erden, ist auch beſtimmt zu- einer höhern Seligkeit im Himmel. Von diesem Streben darf uns auch weder eine falsche Demuth, noch der Gedanke abhalten, daß wir ja im Himmel in allen unsern Wünschen ganz befriedigt seyn und nach nichts mehr ein Verlangen tragen werden, auch nicht nach einer höhern Glückseligkeit; denn ein solcher Gedanke würde beweisen, daß unser Glaube eben so schwach sei wie unsere Liebe. Auch der mindeste Grad einer höhern Glorie ist ein Gut von unendlichem Werth, und ist die Seligkeit in sich aller unserer Sehnsucht und Anstrengung würdig, so ist es auch die Vermehrung derselben. Dann begreift ja ein höherer Grad der Glorie immer auch einen höhern Grad der Erkenntniß und Liebe Gottes in sich, und hierin ist es Niemanden erlaubt, gleichgültig zu sein. Mögen wir daher willig Alles umfassen, wa uns eine größere Herrlichkeit im Himmel verschafft: Leiden und Demüthigungen, Gebet und Buße, Kampf und Arbeit für die Ehre Gottes. Bald, bald wird die Zeit da sein, wo Er uns abberufen wird aus dem zeitlichen Leben im Glauben in das ewige Leben im Schauen, von der Liebe im Leiden zu der Liebe in Freuden. Siehe, ich komme bald," spricht Er in der geheimen Offenbarung( 22, 12.); und meine Belohnung mit Mir, um Jedem nach seinen Werken zu vergelten. Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. Selig sind die ihre Kleider waschen in dem Blute des Lammes, damit sie ein Recht haben zum Baume des Lebens und zum Eintritt in die heilige Stadt." Druck von G. D. Bädeker in Essen. Ankündigung. Jm Laufe dieses Sommers erscheint in unserem Verlage: Maria mit dem Christuskinde in einer Glorie von Engeln umgeben. Fresco- Gemälde in der Kirche zum heil. Apollinaris bei Remagen. Von Prof. E. Deger, in Kupfer gestochen von Jof. Keller. 201/4 Boll rhein. Hoch, 12 Zoll breit. Preis: 8 Rthlr., chin. Pap. 10%/ 3 Rthlr., vor der Schrift 16 Rthlr., chin. 2113 Rthlr., Künstlerabdrücke 50 Rthlr. Wie alle Werke Deger's von einer Gläubigkeit und Innigkeit zeugen, so vorzugsweise diese Madonna mit dem Christuskinde, in dem die reine Unschuld und keusche Demuth in wundersamer Weise sich ausspricht. Wir glauben daher in der Annahme nicht zu irren, daß dieser Stich eine noch größere Verbreitung finden wird, als die früher mit so vielem Beifall aufgenommene, Himmelskönigin", welche nach Deger's Gemälde ebenfalls von Jos. Keller für den Kunst- Verein für die Rheinlande und Westfalen gestochen wurde. Durch die Wahl dieses Kupferstechers, der durch das große Gefühl für Feinheit in Zeichnung und Ausdruck bei seinen bisherigen Arbeiten, den ersten Stechern Deutschlands zugestellt ist, und der nach Erscheinen seines ihn seit 9 Jahren beschäftigenden Stiches nach Raphael's größtem Werke die Disputa", zu unsern ersten Stechern gezählt werden wird, glauben wir den Kunstkennern wie Kunstfreunden ein Werk versprechen zu können, welches nur durch die Vereinigung zweier so bedeutender, im Geiste innig verbundener Künstler entstehen kann. Obgleich der Stich bei seiner Größe und Durchführung bedeutenden Aufwand erfordert, haben wir uns doch zu einem sehr mäßigen Preise entschlossen, hoffend, daß es hierdurch Vielen ermöglicht werde, ein Bild zu erwerben, welches den religiösen Sinn des Beschauers belebt und zur Andacht stimmt. Düsseldorf, im Januar 1856. Verlagshandlung von von Inlins Buddens. Grüm. Anna Gr auß. Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 4.4 Farbkarte# 13 3 Green 8 Yellow 19 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black