Galles Weat florbat Criationi him Tun Saft min yo dus Dois www maplok Allgemeines Evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen. Im Verlage der Großherzoglichen Invaliden- und Soldaten- Waisen- Anstalt Darmstadt, 1860. Drud der 2. E. Wittich'schen Hofbuchdruckerei. IV Erlösung 78-187. Sündhaftigkeit des Menschen 78-83. Folgen der Sünde 84-88. Erlösung und Veredlung des Menschen durch Christum 89-100. Würde des Erlösers 101-103. Sendung und Geburt Jesu( Adventslieder) 104-109. 704, 719. ( Weihnachtslieder) 110-119. 729. Erscheinung Christi 120. 121. Darstellung Christi im Tempel 122. 123. Johannes, der Vorgänger Jesu 124. 125. Lehre, Leben und Thaten Jesu 126-134. 333. 479. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu.( Passionslieder) 135-173. Auferstehung Jesu( OfterChristi Hingang zum Vater und Verherrlichung 185-187. 706.726. Heiligung 188-242. Sendung des heiligen Geistes ( Pfingstlieder) 188-197. 727. Vom Worte Gottes 198-208. 707. Von der heiligen christlichen Kirche 209. 211. 728. 729. 730. 733. 734. 750. 754. Am Reformationsfest 210. Bei der beiligen Taufe 219-224. Bei dem heiligen Abendmahle 225-242. Auch 133. 161. 164. 165. 312. 335. Unsterblichkeit und Vergeltung nach dem Tode. Nr. 243-289. Vom Tode 243-263. 665. 666. Von der Auferstehung der Todten 264-269. Auch 699. 708. Vom jüngsten Gerichte 29. 270-275. 709. 710. 748. Seligkeit der Frommen nach dem Tode 276-287. 289. Auch 77. 178. 312. Verdammniß der Gottlosen 273. 275. 288. 3 weite Abtheilung. Christliche Lebenspflichten. Nr. 290-498. Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. Nr. 290-354. dois ad Eigenschaften des Christen überhaupt. 290. 292. 293. 317. 325. 328. 336. 346. 347, 354. Werth und Wichtigfeit V feit der christlichen Tugend 291. 296. 310-312. 314. 318. 319. 322. 324. 334. 342. 353. Entschluß zur christlichen Tugend 297, 313. 323. 330. 341. Selbstprüfung 295. 300. 338. 349. Erkenntniß der Sünde und Reute 78. 79. 83. 294. 306. Buße oder Sinnesänderung und Lebensbefferung 298. 299. 301. 304. 711. 735. Bitte um Gottes Beistand zum Guten 80. 337. 339. 340. Wider den Aufschub der Besserung 303. 307. Am allgemeinen Bußtage 309. Trost der Sündenvergebung durch Christum 302. 305. 308. 316. Auch 144. Thätiger Glaube an Jesum Christum 312. 320. 321. 326. 331-333. 335. 343-345. 347. 348. 504. 736. 738. 740. Wachsamkeit auf unsern Sinn und Wandel 81. 274. 349. Beharrlichkeit und Fortschritte in der Besserung 315. 327. 332. 350-352. 737. Gesinnung und Verhalten des Christen in Beziehung auf Gott. Nr. 355-420. Erkenntniß Gottes 355-358. Ehrfurcht vor Gott und Heilighaltung des Eides 359-361. 754. Liebe zu Gott 362. 365. 739. 752. 753. Gehorsam gegen Gott 366. 367. Freude in Gott 368-370. Vertrauen auf Gott 371-390. 744. Gebet 391-403. 742. Dankbarkeit gegen Gott 404-411. 712. Lob Gottes 412-420. 713. 714. 717. 718. Gesinnung und Verhalten des Christen gegen sich selbst. Nr. 421-476. Selbstliebe Selbsterkenntniß und Demuth 421-425. 426. 435. Selbstachtung 71. 73-76. 443. Sorge für die Seele 427-431. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit 432 Berufstreue 436-439. Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Güter 440-448. Weiser Gebrauch der Lebenszeit 445-448. 260-262. Genügsamkeit und Zufriedenbeit VI heit 449-452. Streben nach Herzens- und Gewissensruhe 453. 454. 500-503. Weiser Genuß der Lebensfreuden 455-458. Geduld und Gelassenheit im Leiden 459-476. Gesinnung und Verhalten des Christen gegen andere Menschen. Nr. 477-498. Allgemeine Menschenliebe 477-482. Mitfreude und Mitleid 482. Gerechtigkeit und Billigkeit 483. 484. Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit 485. 486. Dienstfertigkeit und Gefälligkeit 487. Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht 488. Versöhnlichkeit und Feindesliebe 489-491. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit 492-496. Gutes Beispiel 497, Bescheidenheit 421-424. 498. Glückseligkeit wahrer Christen 499-509. Auch 316. 319. Dritte Abtheilung. Die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Nr. 510-702. Gesinnung und Verhalten des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. Nr. 410-559. messin Häusliche Gesellschaft 510-532. Der Ehestand 512. 513. 745. Bei Trauungen 514. 515. Nach der Trauung 516. Aelternpflicht 517-521. Kindespflicht 522-524. Geschwisterliebe 525. Für Herrschaften 526. 527. Für Dienende 528. 529. Für VII Für Wittwen 530. Für Waisen 531. Dankbarkeit gegen Wohlthäter 532. Kirchliche Gesellschaft 533-544. Lehrer und Zuhörer 533. Bei Einführung eines Religionslehrers 534. 731. Bei der Konfirmation 535-542. 198. 330. Vor der Einsegnung 539. Nach der Einsegnung 540. Nach der Konfirmation 541. 542. Bei 314 Einweihung einer Kirche 543. 732. Bei Einführung eines Schullehrers 544. Bürgerliche Gesellschaft 545-556. Vaterlandsliebe 546. Regent, Obrigkeit und Unterthan 402. 547. 548. Hoher Stand 549. Der Richter 550. Der Soldat 551. Der Landmann 552. Der Nachbar 553. Umgang 554. Freundschaft 555. 556. Christliches Verhalten in Ansehung der Thiere und Bäume 557-559. Gesinnung und Verhalten des Christen zu besonderen Zeiten. Nro. 560--624. Tageszeiten. Am Morgen 560-570. Am Sonntagsmorgen 571. Beim Anblicke der aufgehenden Sonne 572. Am Abend 573-583. Unter gestirntem Himmel 584. Im Jahreszeiten 63. Im Frühling 585-587. 3m Sommer 588-590. Im Herbst 591. 592. Im Winter 593. 594. Saat- und Aerndtezeit. Zur Saatzeit 595. Nach einer reichen Aerndte 596. 597. 62. Nach einer sparsamen Aerndte 598. Witterung. Flehen um. Regen 599. Nach verliehenem Regen 600. Flehen um Sonnenschein 601. Nach verliehenem Sonnenschein 602, Beim Gewitter 603. 604. Nach dem Gewitter 605. Jahreswechsel. Neujahrslieber 606-613. 721. 722. Beim Anfang des Kirchenjahres. 614. 212. 719. Lebenszeiten. Am Geburtstage 615. 616. 66. 407. 411. 418. 576. Die Lebensalter 617. Für die Jugend 618-620. Für Jünglinge 621. 447. 455. 457. Für Jungfrauen 622. Für das Alter 623. 624. Ge VIII Gesinnung und Verhalten des Christen unter be sondern Umständen. Nr. 625-702. Bei allgemeinem Wohlstand 625. In allgemeiner Noth 626. 627. In Kriegszeiten 628-630. 3ur Friebensfeier 631. 632. In Theuerung 633. In Wasfersnoth 634. 635. Nach überstandency Noth 636. Nach einer Feuersbrunst 637. Nach einem großen Verluste 638. Auf der Reise 639. Ter reisende Jüngling 640. Fürbitte für liebe Abwejende 641. Bei ansteckenden Krankheiten 642. Nach denselben 643. In Krankheiten 644-652, 252. 378. 382. 462, 463. 474. Abendmahlsfeier eines Kranken 653. 654. Fürbitte für Kranke und Leidende 655. 656. Nach der Genesung 657. 274. Vorbereitung auf den Tod und Trost für Sterbende 658-668. 247. 260-262. 268. 270. 282-286. 746. Der sterbende Jüngling 669. Das sterbende Kind 670. Fürbitte für Sterbende 671. 672. Einsegnung eines Sterbenden 673. Der Tod des Frommen 674. Beim Tode guter Aeltern 675. Beim Tode hoffnungsvoller Kinder 676. 677. Beim Tode eines guten Ehegatten oder eines Freundes 678. Bei Begräbnissen 679-702. Auch 243. 250. 258. 264. 265. 267. 269. 276. 278-287. 289. Am Trauerhauſe und beim Zug zum Grabe 243. 246. 248. 253. 254. 258. 260. 262, 679. 680. 747. Am Grabe 681-691. Beim Grabe eines Verunglückten 692. Am Grabe Frühverstorbener 693-695. Am Grabe eines verdienstvollen Lehrers und Seelsorgers 697. Trost und Gelübde auf Gräbern 698-700. Trost des Wiedersehens 701. 702. Choralgesänge zu den Geburtsfesten des Großherzogs und der Großherzogin. asioonilig! Svar pdor sal di disk 00d jndards? migliad elant And now, SED! Allgemeine Lieder the militer $ 450 int 463173189 der öffentlichen Gottesverehrung. bei Domm, beiliger Geist! Erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannichfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt des Glaubens! Halleluja! Halleluja! stärt uns und erhalt uns dir! Mit deinem Trost, o Gott, verlaß uns nicht in unsrer letzten Noth! Erbarme dich! 3. Heiliger Geist, dich, dich flehen wir: führ uns, In eigener Melodie. 3 Nob, Preis und Ehre bringen wir, Gott, Vater, Sohn und Geist, nur dir! Es müssejedes Land auf Erden mit deinem Ruhm erfüllet werden! Wie selig, wie begnadigt ist ein Volk, du In eigener Melodie. 2 Schöpfer, Gott, Herr Zeit und deß keit, Vater der Barmherzigkeit, aller Welt Erhalter und Regierer! Erbarme dich! 2. Christe, aller Welt Licht, unser Heil und Trost und Zuversicht, du Gottes ewger Sohn, ach, unser Mittler vor des Höchsten Thron, Heiland! brünstig ſeufzen wir zu dir: dich! Höchster, deinem großen Namen sei ewig Ruhm und Ehre! Amen! Erhör uns, Gett! Erhör uns, Gott! Vor der Predigt. In eigener Melodie. 4 Liebſter Jeſu, wir find um Wort zu hören; lente Sinnen und Begier zu des HimA mels Allgemeine Lieder 2 mels heilgen Lehren, daß das Herz jetzt von der Erde ganz zu dir gezogen werde! 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht deines Geistes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet! Lehr aufs Wort uns glaubend merken: laß es uns zur Tugend stärken! 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, dir sei unser Herz geweiht, dir zum Tempel auserforen! Lenke du Gebet und Lehre, uns zum Heil und dir zur Ehre! 5 Herr Mel. Liebster Jesu, wir sind err! vor deinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf das Flehen nicht, das dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sieh gnädig auf uns nieder! 2. Laß das Wort, das hier erſchallt, viele gute Früchte bringen und mit Gewalt tief in unsre Seelen dringen; laß es unsern Sinn erneuen und des Irrthums Nacht zerstreuen! 3. Mach uns so dein Wort bekannt, daß wir seine Vorschrift üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum herzlich lieben; daß kein Leid und keine Freude uns von dieser Liebe scheide! In voriger Melodie. 6 Demuthsvoll komm ich zu dir, dich im Geiste zu verehren, Vater! ach verleihe mir wahre Andacht, daß die Lehren deiner Weisheit mich recht rühren, mich den Weg zum Himmel führen. 2. Ach gib, daß dein theures Wort meine Seele ganz durchdringe und in mir, o Herr, mein Hort, Frucht zum ewgen Leben bringe; gib, daß es mich mächtig stärke zur Vollbringung guter Werke. 3. Laß es sein mein Trost, mein Licht, Herr, auf allen meinen Wegen; meine starte Zuversicht, wenn sich Zweifel in mir regen; meines Herzens höchste Freude, wann ich von der Welt einst scheide. Mel. Vom Himmel kam der 7 Gott! du biſt mein Preis und mein Herz sei ganz dein Eigenthum! Laß mir den Sonntag heilig sein und gern ihn deinem Dienste weihn! 2. Gib, daß ich mein Gemüth bewahr, wann ich mit deiner Christenschaar zu deines Hauses Stätte geh und so mit Ehrfurcht vor dir steh. 3. Er bei der öffentlichen 3. Erinnre selber meinen Geist, daß du mir gegenwär tig feist, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nutzen hör. 4. Drück Alles tief ins Herz hinein und laß mich nicht blos Hörer sein; steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter fei. bor 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag; bewahr mich vor dem Geist der Welt, der beinen Tag verächtlich hält. 6. Was dein Wort heute in uns schafft, behalt die ganze Woche Kraft, und meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht. mit den Deinen, Jesu Christ! send uns den Geist, der uns regiert und uns den Weg zur Wahrheit führt. Gottesverehrung. 3 Bei dem Schlusse der Gottesverehrung. 2. Er stärkt den wankenden Verstand, macht deine Lehre uns bekannt; er flammt zur Heiligkeit uns an; er lei tet uns des Lebens Bahn. 3. Halleluja! Einst singen wir, Gott, heilig! heilig! heilig! dir und schauen dich in deinem Licht von Angesicht zu Angesicht. 9 Mel. Liebster Jesu, wir sind öchster Gott, wir du uns dein Wort gegeben; danken dir, daß hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben; gib tem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei durch Werke. Mel. Herr Jesu Chrift, dich 3. Gott sei Preis und Dank gebracht! Auch jetzt haben wir vernommen, was uns er du und macht: 8 Duflucht biſt, ſei Gottes Wort, den Troft der Frommen; Lehren, die zu guten Werken unsern schwachen Glauben stärken. 2. Uns, o Vater, lehrest du, was wir thun und glauKraft dazu! Gib zum Wissen ben sollen; schenk uns deine auch das Wollen und zum Wollen das Vollbringen, so wird Alles wohlgelingen. 4. Unser Gott erhört Gebet, gibt uns seinen Vatersegen. Wer nur seine Wege geht, findet Heil auf diesen Wegen. Laßt uns, um ihm zu gefallen, freudig seine Wege wallen! 5. Unsern Ausgang segne A 2 Gott 4 .ph Gott, dessen Wesen n hnd Gott, unsern Eingang und Guten Kräfte, daß wir, feiGeschäfte; er sei bei uns in nes Himmels Erben, ihm der Noth, er verleih zum nur leben, ihm nur sterben. Erste Abtheilung. Med og beder über die christlichen Glaubenslehren. Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. Dasein Gottes. weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? Mel. Kommt Her zu mir 4. Nein, wahrlich nicht von 10 Wer könnte zwei- ohngefähr entstanden Himfeln, daß du bist, o Gott! der ganze Weltbau ist ein Zeuge deines Lebens. 3u sichtbar ists, daß Güt und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts ist daran vergebens. mel, Erd und Meer: so konnte nichts entstehen! Nur du, Gott, schufest die Natur, und einzig deine Creatur ist Alles, was wir sehen. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh ich Ordnung, die entzückt, im GroBen und im Kleinen; ich seh und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu Einem Ziel vereinen. 3. Eins muß dem andern nutzbar sein, daß die sich ihres Daseins freun, die sich empfinden können. Und wie? doch wäre die Natur und ihre 5. Du bists, der die geschaffne Welt in ihrer Ordnung stets erhält, mit Weisheit sie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath auch uns auf unsers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 6. O wohl mir, Höchster, daß du bist, daß dein Werk Erd und Himmel ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel; ich darf nach meiner Wünsche und Eigenschaften. Ziel nun nicht vergeblich streben. 7. Mein Sehnen nach Zufriedenheit, mein Durst nach ewger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es stets mir Freude sein, dir, Gött, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost und einst im Tod des Himmels Wonne geben. trade Einheit Gottes. nist Mel. Es ist das Heil uns 11 De er Herr ist Gott und feiner mehr. Frohlockt ihm, alle Fromuten! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß, er ist unendlich, gränzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war er, noch eher, als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn ver uns verhüllet; ihn fas5 sen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werkte Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, fennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand und Kraft und Stärke; feine Hand umspannet Erd und Himmel. 5. 3st er nicht nah? iſt er nicht fern? weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er siehts gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Gerecht bist du, bist heilig, gut und reiner, als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne! Du haft Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, der Seligkeiten Fülle! 8. Du nur verdienest Lob und Dank, du nur Gesang A 3 und 6 Gott, dessen Wesen und Ehre! Kommt, werdet fein Andrer sein, von dem Gottes Lebgesang, ihr alle ich Heil verlange. seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, so herrlich, so vollkom men? Mel. Mein erst Geschäft sei Majestät u. Größe Gottes. 12( 56 8 ist nur Einer Herr und Gott In eigener Melodie. im Himmel und auf Erden. 13 Schwingt, heilige bot hieß Erd und Himmel werden. 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Kraft bestehen; will er, die Welt soll nicht mehr sein, so muß die Welt vergehen. 3. Mit Allgewalt und Majestät ist er nur Weltregierer, der Sterne, die er ausgesät, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name, mit der That fann ers der Welt beweisen. Herr! groß an Huld, an Macht und Rath, wer sollte dich nicht preisen? 5. Dich preist entzückt der Himmel Heer; es fennt nicht deines Gleichen! Nur du bist Gott, sonst keiner mehr; sollt ich von dir je weichen? 7. Mein ganzes Leben weih ich dir, du Gett, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr, als hier, in deiner Größe schaue. 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, dem ich anhange; und ewig solls von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß. Lobsinget Gott, lobsingt vor seinem Angesichte! Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, fein endlicher Verstand; was kann sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm fein Bild, der aller Welten Kreise zu seinem ewgen Preise mit Herrlichfeit erfüllt! 3. Die Sonn in hoher Ferne mag strahlenreicher glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne, was seid ihr gegen ihn? Ihr feid mit eurer Pracht in eurem schönsten Lichte vor seinem Angesichte nur Schimmer seiner Macht. 4. Wie sollen wir dich nennen, dich, Vater der Natur? und Eigenschaften. tung sein! tur? Was wissen wir? stets vor dir voll EhrerbieWir kennen der Wesen Hülle nur. Der Weisen Scharfsinn steigt nie zur Natur der Geister. Hier staunt der flügste Meister; er glaubet nur und schweigt. 2. Du bist das höchste Gut, du weißt von feinem Leide; höchst selig in dir selbst, schmeckst du vollkommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit; auch ohne Creatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. 5. Von dir strömt alles Leben, du bist der reinste Geist; du hast die Kraft gegeben dem Engel, der dich preist. In deinem Heiligthum ertönen Lobgesänge in seiner Brüder Menge, zu deines Namens Ruhm. 3. Du riefst dem, das nicht war, um Lust und Seligkeiten aufs mannichfaltigste rings um dich auszubreiten. Du bist die Liebe selbst; Verstand und Rath sind dein: und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. 6. Stimm in der Engel Chöre, o meine Seele, auch; jei voll von Gottes Ehre, du, seines Odems Hauch! Wie groß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kräfte dem würdigsten Geschäfte, wozu dich Gott erschuf. 7. 3m Geiste bet ihn, Seele, bet ihn in Wahrheit an! Liebst du des Herrn Befehle, wie selig bist du dann! Er hat Unsterblichfeit und Seligfeit und Leben: das Alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem fräftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr, der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub; auch Geister fannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer fann den erhöhn? wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besitzet, der Leben gibt und nimmt, der unsern Odem schützet; den Geist, der in uns lebt, den A 4. bas Mel. Nun dantet Alle Gott 14 Anbetungswürdger Gott, mit Ehrfurcht stets zu nennen! du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. D flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein und laß mich pare 7 8 haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts, doch du bleibst für und für. 7. Wer hat, Unendlicher, wer hat dich je gesehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst und Alles, was da lebt, mit Seligkeit beglückst. Gott, dessen Wesen Was sind Engel? Was bin ich? Du, an den fein Seraph reichet, wer, ach! wer begreifet dich? Niemand war und Niemand iſt, was du warst und immer bist. Wer ersteigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu sehen? 2. Unerschaffner, Erster, Bester, Schöpfer, Vater der Natur; du der höhern Geister größter, Gott der Menschen, Gott der Flur! du bist ganz Vollkommenheit, lebst und wirkst von Ewigkeit. Wer verkennt bei dem Gedanken seiner Einsicht enge Schranken? 3. Du, der Ursprung aller Gaben und Beherrscher jeder Welt, über Alles hoch erhaben, was ihr Umfang in sich hält, du bist unveränderlich, Alles, Alles blos durch dich. Nur in deines Reiches Gränzen sehn wir deine Wunder glänzen. 4. Ja, du wohnst in einem Lichte, das kein Mensch durchdringen fann. Deine Wege und Gerichte staunet selbst der Engel an. Kein Erschaffner siehet ganz deiner Hoheit vollen Glanz. Stets wird neue Tiefen finden, wers versucht, fte zu ergründen. 1110 5. Dennoch soll mir meinen Glauben, daß du bist 15 und nie ber Thor 8. Was wir, Unendlicher, von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deine Liebe fund. 9. Wir schaun dich nur von fern, noch schwach, noch unvollkommen; doch wird die gribe Hüll dereinst hinweggenommen, die, Unbegreiflicher! dich unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indeß sei auch schon hier dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Bungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein beßrer Preisgesang dich, großer Gott, erhöhn. full Mel. Freu dich sehr, o meine S. öchster, wer ists, und Eigenschaften. ( 9 Thor und Spötter rauben, 5. Mein eigner Geist kann der vom Tugendpfabe wich. Sei gleich unerforschlich mir; dennoch bleib ich stets an dir. Welten finds, die von dir zeugen und mein Herz zum Glauben neigen. 39091 113) 87514 In eigener Melodie. lll 16 rhabner Gott! was reicht an deine Größe? Dent ich an dich, so fühl ich meine Blöße; ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß umschränft mein forschend Denten ist. 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch kann kommen. Was haben wir von deinem Ruhm vernommen? Den kleinsten Theil von deiner Majestät, die dir gebührt und über Alles geht.in 3. Dein ewges Sein, dein gang vollkommnes Wesen; das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschliden Verstand von Engeln felbst wird es nie ganz erfannt. sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich Wefen nicht, so gnüge mir davon dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge; gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt regierst, so sei mirs g'nug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren; einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren, wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden ſei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich im hellern Lichte sehen und, froh in dir, dein ewig Lob erhöhen! Herr! du bist groß und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an macht und Rath. n 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu In eigener Melodie. ergründen? mache mich 17 Gott ist mein Lied! frei, der daß mir dein Wort des Glaubens Richtschnur sei. IN96 der Stärke; groß ist sein Nam und groß sind seine A 5 Wer Gott, dessen Wesen 10 Werke und alle Himmel ſein Gebiet. aig 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste, Er berricht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 12. Der kleinste Halm ist 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Pfalm. 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das fennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 13. Du tränfst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe, er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest; so ist er allenthalben da. 8. Er fennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein! 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verfündigt seines Schöpfers Macht. 14. Rein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. 3ft Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden; so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Truß. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Mel. Liebster Jesu, wir find 18 Gott, du bist von Ewigkeit, und dein und Eigenschaften. 11 dein herrlich großes Wesen in deinem Willen übe! Dann, ändert sich zu feiner Zeit. Du bleibst stets, was du gewesen. Laß dieß meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. o Herr, wirds meiner See len nie an wahrem Wohlsein fehlen. 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gett, dein hohes Wissen; was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen. Laß mich ihn zum Leitstern wählen! 7. Erd und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich bestehn. Deine Hand wird mich umfassen, wann ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, diese deine Ewigkeit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen und mein Glück auf dich zu bauen. 3. Herr! du bist kein Menschentind, daß dich et was reuen sollte; immer bleibst du gleich gesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. O hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen! Mel. Erhabner Gott 4. Sünden bleibst du ewig 19 Herr, Gott, du biſt denen, lieben. Ewig bleibst du derer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Laß uns darin schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. die aller Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd und Himmel ward, eh noch dein Arm sich uns geoffenbart. 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Getreue, der da hält, was er verspricht. O, daß dieß mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir Herr, auch getreu zu bleiben. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell entfliebt das Leben doch von mir! Du, Höchster, dit nur bleibest für und für. 6. Stets ist Wohlthun deine Lust, ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit Lust mich 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, A 6 vers 12 veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigteit. Gott, deffen 4. Es werden noch die Himmel und die Erden wie ein Gewand von dir verwandelt werden, du bleibest, wie du bist; denn welche Beit umgränzet wohl, Herr, Die Unendlichkeit? 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du fchüßeft sie mit deiner starten Rechte, du läßt ihr Herz fich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott: benn Sie find ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab, trennt mich, o Gott, von dir; mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. 20 Mel. Ich freue mich, mein Gott o wie du bist, so warst du schon, Gott, ehe du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, beriefft zu sein, um deine Macht und Güte zu erfahren! Wesen 3. Bon Ewigkeit zu Ewigfeit fann deines Wesens Herrlichkeit sich ſelbst nicht ungleich werden, bedarf auch nie, sich gleich zu sein, der Himmel und der Erden. 2. Du wirst auch sein, so wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, wenn fängst schon Ewigkeiten uns Kämpfer frönen, die wir hier um deinen Himmel streiten! 4 Goff, mit dir unveränderlich, bezeugte deine Weisheit sich Geschöpfen, die da waren, und wird den Welten, die du schufft, sich ferner offenbaren. 5. Ob Felsen weichen, Berg ins Thal sich stürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 6. Was saget denn mein Herz in mir; was flag ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und baß in Unbeständigkeit dies Leben mir verfließe? 7. Was flag ich, der dein Wort noch hat, den Trost, daß meine Missethat mich einst gewiß nicht richte, und daß mein Erbtheil ewig fei vor deinem Angesichte? 8. Was flag ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch und willst mich ewig lieben, hast selber meinen Namen dir lit deine Hand geschrieben. 9. Ja, ich bin. Gottes, Gott ist mein; und ewig, ewig wirst du's sein. Von dir fann mich nichts scheiden.. Die Welt vergeht mit ihrer Lust und Eigenschaften. 13 Lust, nicht du und deine ter, zählest du die Thränen, Freuden. die ich meine! Du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 19991 1151 Allgegenwart Gottes. sila Mel. Auf, Christenmensch! 21 ie bist du, Höchfter, von uns fern; du wirft an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich; denn deine Rechte schüßzet mich. 6. Obrück, Allgegenwärtiger! Sieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge schen und dir zu dienen eifrig ſei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrest zu wandeln! Daß du, o Gott, stets um mich feist, das tröst und beßre meinen Geist! Bursa 2. Was ich gedenke, weis fest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu; du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Augn In eigener Melodie. entfliehn und nichts mich 22 Allgegenwärtiger! deiner Hand entziehn. ich bin dir nicht verborgen, wo ich bin, wollt auch auf schnellen Schwingen mich an die fernsten Meere hin die Morgenröthe bringen. 2. Flieg ich zum Himmel hoch empor, mich unter ſeinem Sternenchor im Glanze zit verstecken, so bist du da, ziehst mich hervor, und Schande wird mich decken. 3. Steig ich vor deinem Thron hinab ins Haus der Finsterniß, das Grab: du bist auch da zugegen; auch da folgt mir dein Richterstab auf schauervollen Wegen. A 7 14. Der 3. Wenn ich in stiller Einsamfeit mein Herz an dich ergebe und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich er hebe; so hörst du es und stehst mir bei, daß ich bir immer treuer ſet. 4. Du merfst es, wenn des Herzens Rätt verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet, fo weißt du fie und strafeft mich zu meiner Behrung väterlich. 5. Du höreft meinen Seifzern zu, daß Hülfe mir erfcheine. Boll Mitleid, Va Gott, dessen Wesen 14 Allmacht Gottes.g 4. Der Alles schuf, ist überall: o fürchterlicher Donnerschall in aller Sün951 In eigener Melodie. der Obren! Sie fürchten 23 Herr! beine AMreicht so weit, als selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun unmöglich wär? Ueberfall: tern sie, die Thoren. 5. Der Gott des Himmels ist so nah, das Heiligste der Wesen sah, was wir im Herzen dachten, was in geheimer Nacht geschah, wann wir und Satan wachten. 6. Wir Thoren haben wohl gedacht, du würdest uns, o Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken! Umsonit! Gott wacht um uns, er wacht mit allen sei nen Schrecken. 7. Noch keines Herzens böser Rath, ihr Sünder, teine schnöde That ist seinem Aug entronnen. Er tennet den geheimen Pfad des Staubes und der Sonnen. 8. O gehe nicht, Herr, ins Gericht, wenn wider die gelobte Pflicht wir, deine Knechte, handeln! Laß uns vor deinem Angesicht in frommer Ehrfurcht wandeln! 9. Daß deinem Blicke nichts entflieht, was war und ist und einst geschieht, sei meine Rub und Freude! Ein Gott, der Alles weiß und sieht, der weiß auch, wann ich leide. 7501 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort fällt Alles dir zu Füßen. Du führest deinen Rathschluß fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, so steht auch da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wann nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen! Wann du und Eigenschaften. 15 du von unserm Staub den Wo könnt ich jemals wohl Rest zu neuen Körpern werden läßt. mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah. 6. Allmächtiger! erstaunt fall ich vor deinem Throne nieder; mein blöder Geist verlieret sich und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. D schenfe mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet; der Macht, die Hülf und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet; auf dich und deines Armes Kraft, die Alles kann und Alles schafft. 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Almachtshand, denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken, denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie Allwissenheit Gottes. Mel. Gott, du frommer Gott 24 Herr, bu erforscheft der Tag vor deinem Andir bin unverborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits befannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu; du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich: wie groß ist dein Verstand! wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? 2910 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du fanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse, für 16 Gott, dessen Wesen für föstliche Gedanken! Un- wüßt ich gegen Gott noch zählbar sind sie mir, denn SSH THE 11530 sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfürcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer! fehn, bir folgen und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ichs meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich von außen scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. Mel. Wie groß ist des Allmächt gen Güte. 25 Wo find die Weifen, die mich lehren, wie unser Gott allwiffend ist? wer kann mir Forschenden erklären, was sein Verstand faßt und ermißt? Wer fennet ihn von Angesichte? wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Bekennts: Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein sterblich Auge bringt. 2. Könnt ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer und die Gedanken aller Ceelen von ihrem ersten Ursprung her, so wär ich weiser, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht selbst Engel jemals werden; doch nichts. 3. Nichts gegen ihn, der fie durchschauet, die Tiefen der Unendlichkeit und jede Welt, die er gebauet, und jeden Punkt der Ewigkeit. du, der Alles weiß und nennet, was ist, was werden soll und war: wie bist du jedem, der dich kennet, unendlich groß und wunderbar! vlast 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen, ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen fann ich nicht. Gott! nach dem Licht, in dem du wehnest, schau ich mit heiliger Begier; du siehst es gnädig und belohnest mit Weis heit meinen Blick nach dir. vor 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, Selbstbetrug und Heuchelei. Ich denke stets: Gott kan mich finden, wie tief ver borgen ich auch sei. Vor ihni kann teine Nacht mich decken, fein falscher Schein betrüget ihn. Mich würde stets sein Dasein schrecken, fönnt ich gleich aus der Welt entfliehn. monese 6. Wer kennet feines Her zens Tiefen? Wer darf, Gott, sich selber traun? Allwissender! du wollst mich prüfen, du wollest ganz mein und Eigenschaften. mein Herz durchschaun. Er- wenn tausend Hindernisse blickst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn und laß mich einst am Ziel den Segen der Frömmigkeit von dir empfahn! kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zweck wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo jeder seinen Weg erwählt, muß doch den deinen blos erfüllen, der seines Zieles nie verfehlt und aller Feinde Mel. Wer nur den lieben Gott 26 Du weifer Schöpfer stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. aller Dinge, der Alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor schreibst du Maas, Ziel und Regel vor. 2. Die vielen wundervollen Werke, was unsern Augen fern und nah, stehn als Beweise deiner Stärke, als Zeugen deiner Weisheit ba. Unendlich, Herr, ist dein Verstand: der ganze Weltban machts bekannt. 6. Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle auf ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leite mich dein sichres Licht.. 17. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinemt weisen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs beste mich regiert; o leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! en pour troue pigis porn Tommid mus 3. Mit eben diesen Meisterhänden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden, nist sind somi was dein Verstand hervor- Mel. Gott des Himmels und gebracht. Du brauchst, olander Erden. unerschaffnes Licht, der Menschen Nath und Ber o sisid Weisheit Gottes. stand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, frönt auch, sobald du willst, die That; 17 27 Unerforschlich sei mir immer meines Gottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat; doch ist Alles, 18 Gott, dessen Wesen les, was er thut, wies auch Heiligkeit und Gerechtigscheine, weis und gut. feit Gottes. 2. Sollt ich meinen Gott nur loben, wenn ich seine Mel. Freu dich sehr, o meine Absicht seh? Pflicht ists, 28 Gott! vor deſſen nur ihn auch dann zu loben, wenn ich sie noch nicht versteh! Frevelt der nicht, welcher flagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Soll ein Vater unterlassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tadler! Engel fassen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, glauben, noch nicht völlig schaun. 4. Sollt er zu Regiererinnen seiner Werke, seiner Welt meine Lüste setzen? finnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilger stande sei mein Theil Zufriedenheit; dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel ſein. 6. Wenn du auch auf rauhen Wegen wandelst, ach! so flage nicht. Was hier schmerzet, wird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort Licht, und ich faß erst Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. ein reiner Wandel gilt; ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Wahrheit quillt: deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen! 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadelhaft, ist gut; und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr! du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme darf sich dein, deiner Gnad und Huld erfreun. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnate finden. 4. O! so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff in uns stets reine Herzen; tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott! vor dir? Du bist hei und Eigenschaften. 19 ter Richter. heilig, aber wir sind ver- wir gethan, siehst du, gerechderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 3. Das Vorgefühl der Seligkeit gibst du schon hier den Frommen; du schüßeſt sie vor manchem Leid, in das die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. 4. Du liebst, was recht ist, Herr, und gut, du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Tugendfleiß gefällt dir wohl, ist er gleich nicht ſo, wie er soll, ganz heilig, ganz vollfommen. 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. Oso reinige vom Bösen unsern ganzen Sinn durch ihn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und uns zu dem Himmel führe. 6. Jede Neigung und Begierde, jede That sei dir geweiht! Unsers Wandels größte Zierbeseirechtschaffne Heiligkeit! Mach uns deinem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr! nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. Schon ist der Tag von Gott 29 Gere erechter Gott! vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen; du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. Olaß mich jede Sünde scheun und hier mit Ernst beflissen sein, vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen Thron herab auf deine Kinder; bestimmest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nicht siehst du die Personen an, auf das allein, was 5. Doch dem, der dich, o Gett, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Gewissensmartern sind ſein Lohn oft schon in diesem Leben. 6. Bleibt hier viel Böses ungestraft, viel Gutes unbelohnet: so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet. Da zeigest du im hellsten Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme. 7. Gerechter Gott! Laß mich, 20 mich, wie du, das Gute eifrig lieben; verleihe mir die Kraft dazu, es willig auszuüben. Regt sich die Sünde noch in mir, so stärke mich die Furcht vor dir, daß ich sie überwinde. Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. Gott, dessen Wesen Mel. Wer nur den lieben Gott 30 Noch nie haft du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verletzt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd und Himmel auch vergehn, wird ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gerente, was uns dein Wort verheißen hat; nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, was du verſprichst, zur Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Beit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, was deine Lieb uns zugedacht: so wird, wann du Vergeltung übest, die Drohung auch gewiß vollbracht: wer hier verletzet seine Pflicht, entgehet deiner Strafe nicht. 4. Obrücke tief dieß in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut; gib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was bein Befehl mir unterſagt! mit festem Glauben dem 5. Doch laß mich auch Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht fest: wohl dem, der sich auf Gott verläßt! 6. Erwäge dieß, o meine Seele, und traue Gott, ders treulich meint. Sei stets, nach seines Worts Befehle, der Wahrheit Freund, der Lügen Feind; beweise dich als Gottes Kind, dem Treu und Wahrheit heilig sind. Mel. Gott des Himmels und der 31( a) Weicht, ihr BerHügel, brecht, ihr Felsen, stürzet ein! Fester wird, als Berg und Hügel, Gottes Vatertrene sein, unbewegter noch, als sie. Seine Wahrheit trüget nie. 2. Gnade hat er mir versprochen, das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen; seine Treue bürgt dafür. Erd e und Eigenschaften. Erd und Himmel mag vergehn; was er zusagt, muß geschehn. 3. Nicht auf Menschen will ich bauen; wie betrüglich ist die Welt; meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hält. Er, ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig, ist getreu. In eigener Melodie. 4. Dränt die Welt mir, 31( 6) Gott iſt getreu! Sein Herze mich zu haffen, und verfolgt mich, will ich mich immer auf den Herrn verlaffen: er erbarmt doch meiner sich. Denn er bleibet immerdar, was er ist und was er war. sein Vaterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! Im Wohlsein und im Schmerz erfreut und schützt er sie. Mich decken seiner Allmacht Flügel. Stürzt ein, ihr Berge, fallt, ihr Hügel: Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freund! Dieß weiß, dieß hoff ich fest: ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er stärket mich nach seinem Bunde in meiner Brüfung trübster Stunde. Gott ist getreu! 5. Scheint auch er mich nicht zu achten und verbirgt sein Angesicht; läßt mich rufen, läßt mich schmachten: so vergißt er mich doch nicht; denn er bleibet immerdar, was er ist und was er war. 6. Friede will er mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört; ihre Liebe mag erkalten, bleib ich meinem Gott nur werth. Er, der meinen Kummer stillt, bleibt mir immer Sonn und Schild. 21 8. 3hm allein will ich vertrauen, will auf diesem Felsen ruhn, will mein Glück auf ihn nur bauen, was er sagt, wird er auch thun! Erd und Himmel mag vergehn: ewig wird sein Bund bestehn. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer; so hat er sich felbst genennt; das ist Trost genug: ich Armer werde nie von ihm getrennt. Er will meine Zuflucht sein; follte nicht mein Herz sich freun? 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist, so irr und gleit ich nicht. Das Laster fell mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht betrügen. Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und was er thut, ist gut. Auch Trübfal 22 Gott, dessen Wesen sal ists; mein Vater bessert sei treu im Glauben! Laß mich durch Alles, was er thut. Die Trübsal gibt Geduld und Stärke zum nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt mich nach weisem Plan, im Wechfellauf der Dinge zum Gewinn des ewgen Heils hinan; vergibt mir gnädig meine Sünden und läßt mich Trost durch Christuni finden. Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Auch freut es ihn, wenn schon ein irdisch Glück sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu! 7. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freun? Sei Gott getreu und fürchte nichts; mag doch die Welt voll Arglist sein. Selbst falscher Menschen Neid und Tücke gereichen mir als dann zum Glücke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Vergiß, o Seel, es nicht, wie zärtlich treu er ist! Ihm treu zu sein, sei deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bist! Halt fest an Gott, Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes. In eigener Melodie. 32 Wie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geist neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists nicht der Herr, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geist! in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Auch darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und und Eigenschaften. 23 4. Und diesen Gott sollt 2. Er handelt nicht mit ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben: sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über Alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille: ich soll vollkommen sein, wie er. Solang ich dieß Gebot erfülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott! Laß deine Güt und Liebe mir immer dar vor Augen sein. Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, fie leite mich zur Zeit des Glücks und sie besieg in meinem Herzen die Fürcht des letzten Augenblicks. Mel. Herzliebster Jesu! 33 der Er ist von großer Güte, barmherzig und von duldendem Gemüthe; will Allen Heil und ewge Lust gewähren, die ihn verehren. uns nach unsern Sünden und läßt verschonend uns das nicht empfinden, was wir, weil wir ihm unser Herz nicht gaben, verschuldet haben. 3. Hech ist der Himmel über seiner Erde. So groß ist auch, daß er geliebet werde, die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben und Gutes üben. 4. Wem bleibt sein Antlitz, wenn er's sucht, verborgen? Soweit der Abend ist entfernt vom Morgen, entfernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen von unserm Herzen. 5. So zärtlich sich ein Vater seiner Kinder erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sünder, wenn sie von Herzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 6. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen. Er weiß, der Mensch ist ein gebrechlich Wesen; er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde doch Asche werde. 7. Von Ewigkeit zu Ewigfeiten währet die GüteGottes leite denn auch mich auf deinem Pfade, du Gott der Gnade! 8. So werd ich ewig deiner Huld genießen; so wird mein Gott, dessen Wesen 24 mein Leben sanft vor dir verfließen; so werd ich dort mit allen Engelchören dich fröhlich ehren. dem Laster, das noch mehr, wie sie zu fürchten war. 8. Ich sah, vor Krankheit bleich, durch dich mein Leben hergestellt, und beine Mel. Mein Gott, das Herz Gnade schmückte mich, wenn 34 Wenn ich mein Sünde mich entſtellt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du ſo hoch mich liebst und mir in wahrer Freundschaft Glück mehr, als ich wünschte, gibst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dieß Herz, das fühlen kann, dieß Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll würdger mir vergehn, als, Ewger, dir zum Preis; ich will frohlockend dich erhöhn als Jüngling und als Greis. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. tiger, der Gnaden Menge denft, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt: 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß in Nacht verborgen schlief, bestimm test du, o Herr, mein Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, eh er geboren ist; und so ward ich, o welch ein Glück! durch die Geburt ein Christ. 5. Schwach an der Brust, vernahmst du schon, was kein Gebot noch war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr gefällig dar.35 6. D ling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich unsichtbar, Herr, dein Rath oft wieder drauf geführt. 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Unglück und Gefahr; und vor Mel. Mein ganzer Geist, Gott Gott, deß ſtarke Hand Welt erschaffen hat und noch ererhält, ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll und Eigenschaften. 25 voll Erbarmen und voll reichen, reicht deine Huld, Wohlthun nach mir Armen. die uns erhält. Eh wer2. Seh ich den weiten den Berg und Hügel weiHimmel an, so viel ich da- chen, als deine Gnade wankt von sehen kann, so seh ich und fällt; gleich mächtigen deine Gütte. Der Himmels- Gebirgen steht die Güte, Förper Lauf und Pracht, die dein Volk erhöht. das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mächtig, freudig dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß find deiner Hände Werke. 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis find deines Wohlthuns lauter Preis und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen und von neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Herr! dazu bitt ich, hilf du mir. Zeuch immer näher mich zu dir durch beine große Güte. Oheis lige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undant hüte. Laß mich, was ich bitt, erlangen; dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. Mel. Wer nur ben lieben Gott 36 Koweit, Herr, deine Himmel 2. Gott, dir ist kein Geschöpf verborgen; nicht Eins vom Seraph bis zum Thier. Du würdigst alle deiner Sorgen, sie danken Lust und Leben dir. Es mag auch klein und niedrig sein: dir, Gott! ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommem, freudigem Gemüthe erheb ich, Gott der Gnade, dich; wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns so väterlich, uns, die wir ohne Furcht und Graun dem Schatten deiner Flügel traun! 4. Mit welchem reichen Ueberflusse erfüllst du diese Welt, dein Haus! Du theilst ihn Allen zum Genusse so väterlich, so reichlich aus. Herr! unsers Lebens Quelle fließt aus dir, der du das Leben bist. 5. Wir sehn, o Herr, in deiner Sonne den Schatten deiner Huld, dein Licht. Entzeuch uns deiner Güte Wonne, dein gnadenvolles Antlitz nicht! Herr, deine Huld erfreue die, die rich verehren; segne fie! B Mel. 26 Gott, dessen Wesen Mel. Herzliebster Jesu! 37 Gott ott ist die Liebe! Gott kann nur beglücken! Dieß ruft uns Alles zu, wohin wir blicken. Sei blau der Himmel, sei er schwarz und trübe: Gott ist die Liebe! 2. Gott ist der Menschen Vater, und ich fände, selbst wenn ich an dem Saum der Erde stände, selbst wenn ich in die tieffte Gruft mich grübe, dich, Gott der Liebe! 3. So sei es denn mein höchstes Ziel auf Erden, bir, Geist der Liebe, ähnlich hier zu werden; der heißeste, der erste meiner Triebe sei Menschenliebe! Mel. Es ist das Heil uns 38 Wie viele Freuden dank ich dir, die du mir, Herr, verliehen; und wie viel Sünden hast du mir aus Gnaden schon verziehen! Gott, voll Langmuth und Geduld! noch täglich häuf ich meine Schuld, und deine Liebe währet. 2. Bedenk ich, Schöpfer, deine Macht, blick ich in jene Ferne und überseh des Himmels Pracht und Sonne Mond und Sterne; so bet ich dich voll Ehrfurcht an. Was ist der Mensch, ruf ich alsdann, daß du dich sein erbarmest! 3. Dein Auge schaut auf ihn herab, so geht er nicht verloren; nicht für die Welt, nicht für das Grab ist er allein geboren. Die Welt vergeht mit ihrer Lust; der du den Willen Gottes thust, dein Glück soll ewig dauern. 4. Wann ich erwache, dent ich dein, und wann ich schlafen gehe; denn du, mein Vater, fannst verleihn, um was ich findlich flehe. Drum seufz ich findlich stets zu dir: Herr! was mir nützet, schenke mir um deiner Güte willen! Mel. Herr, wir singen deiner 39 Huldigt Gott, ihr frohen Triebe! Der Gott des Himmels ist die Liebe! Er ists in alle Ewigkeit! O wo kann ich Worte finden, den Ruhm der Liebe zu verfünden, die ewig segnet und erfreut? Wer bin ich, Herr! vor dir? Nur stammeln kann ich hier: Liebe! Liebe! Kein Mensch ermißt, wie gut du bist; ja selbst der Engel faßt es nicht. 2. Wundervoll find deine Werke. Ich sehe Weisheit, Macht und Stärke, und meine Seele beuget sich. Aber deine Liebe thronet da auch, wo Macht und Weisheit wohnet; ich ſeh es und erhebe mich. Was ifts, Univ. Bibl. Giessen und Eigenschaften. 27 ists, das mich erschreckt? und lockst mich hin zu dir Mein heller Blick entdeckt durch die Liebe. Und wer nichts, als Liebe. Der kleinste dich ehrt und wiederkehrt, Wurm, der Donnersturm, o Preis dir! den begnadigst und Alles, Alles preiset sie. du. 3. Huldreich riefst du mich ins Leben, um hohe Kräfte mir zu geben, um Freude um mich her zu streun. Jeder Tag erzähltis dem andern: die Erde, wo die Menschen wandern, soll Vorhof deines Himmels sein. Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Von dir geschützt und unterstützt, durch lauf ich fröhlich meine Bahn. 4. Trüben sich auch meine Tage; hinweg mit jeder Jammerflage! Nur du, mein Vater, trübest sie. Licht entströmt den Dunkelheiten; du willst nur Segen mir bereiten, und Trost und Hoffnung fehlt mir nie. Vor dir entweicht der Schmerz, und froh erfährt mein Herz deine Liebe. Wenn Alles bricht; ich zage nicht! Du reichst mir deine Vaterhand. 5. Ach! wie kann ich dir vergelten, was du, Beherrscher aller Welten, mir armen Erdbewohner gibst? Sünde häuf ich oft auf Sünde und dennoch seh ich und empfinde, daß du, Er6. Ja, du willst der Sünder Leben. Selbst deinen Sohn hast du gegeben, daß er ihr Seelenretter set. Weisheit kam mit ihm hernieder; er litt und starb für seine Brüder und sprach ihr Herz von Aengsten frei. D Gott, was fühlt mein Geist! Wie staunt er nun und preist deine Liebe! Dein Sohn erschien, du fandtest ihn! Wie hoch hast du die Welt geliebt! 7. Gott! ich will dir folgsam werden. Wer ist im Himmel und auf Erden, der so, wie du, beglücken kann? Einst umstrablet, gleich der Sonne, mich ewig, ewig Licht und Wonne, geh ich nur gern auf deiner Bahn. Dann schwebt mein Geist empor und singt im Sternenchor: Liebe! Liebe! Herr der Zeit und Ewigkeit! Ich weiß, daß du die Liebe bist. Geduld, Langmuth und Gnade Gottes. Mel. Ein Lämmlern geht barmer, mich noch liebſt. 40 mit welcher Langmir B2 duld 28 Gott, dessen Wesen duld trägst du die Men- häufe Schuld auf Schuld schenkinder, o Gott! Auch durch fühnen Mißbrauch bei gehäufter Schuld trägst deiner Huld! Nur Tugend du die frechen Sünder! sei uns Freude, damit uns Sie nahen dem Verderben in der Prüfungszeit der sich; du siehst es, und es Reichthum deiner Gütigkeit jammert dich des Elends zur wahren Beßrung leite. dieser Armen. Daß sie demselben noch entfliehn, suchst In eigener Melodie. bu ihr Herz zu dir zu 41 Aller Welten HerrErbarscher! Gott! dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Sie verherrlicht täglich sich auch an uns allen, die wir noch auf Erden wallen. Ja, fie pflegt, nährt und trägt nicht nur deine Kinder, selbst die größten Sünder. men. 2. Du gönnest ihnen Zeit und Raum, noch in ihr Herz zu gehen, du läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schoneft sein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzubauen. Dwelche Langmuth und Geduld! Wer sollte deiner Vaterhuld nicht inniglich vertrauen? 3. Erbarmest du dich schon so sehr selbst frevelhafter Sünder, so trägst du schonend noch vielmehr die Frommen, deine Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach und träg zu guten Werken, so zürnst du nicht; du denkst daran, wie leicht ein Herz sich täuschen kann, und eilest, sie zu stärken. 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott! unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Baterhuld zur Sicherheit uns führen! Ach! keiner 2. Dieser Langmuth Größe läßt sich zwar empfinden; aber wer kann sie ergründen? Sünder so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden und dabei doch so treu warnen, die dich haffen: Herr! wer kann dieß fassen? 3. Doch du strafft nicht gerne, liebst nur unser Leben, Zeit zur Behrung uns zu geben, bringt dich deine Liebe, zärtliches Er barmen. Darum hast du mit uns Armen, so voll Huld, noch Geduld, daß wir darauf achten und nach Beßrung trachten... 4. O daß doch der Reichthum deiner Vaterliebe uns zur Sinnesändrung triebe! D und Eigenschaften. 29 O daß wir, voll Reue, daß du unser schonest und unfre Schuld bedächten und wir willig folgen möchten! Unser Schmerz rührt dein Herz, Schulden, die uns tränken, gnädig uns zu schenken. nicht nach Verdienst uns lohnest. Stets noch ist uns Schwachen nöthig deine Gnade, selber auf dem Tugendpfade. Leit uns doch damit noch, bis wir dich einst droben ohne Sünden loben. 5. Dank sei dir, o Vater, Von der heiligen Dreieinigkeit. Gott, Vater, Sohn und ben und im Tod: erbarm heiliger Geist. dich unser aller! In eigener Melodie. 42 Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade! Er forget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unglück schade. Uns wohlzuthun, ist er bereit; er will nur unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! 2. Ja, Bater! wir erheben dich mit freudigem Gemüthe; du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und was sie wirkt, ist wohl bedacht. Wohl uns, daß du regiereft! 3. O Jesu Christ, des Höchsten Sohn! dich, seinen Eingebornen, dich fandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Le4. O heilger Geist, du Geist von Gott! Erleuchte, beßre, tröste, die Jefus Christ durch seinen Tod vom Sündendienst erlöste. Auf deinen Beistand hoffen wir; ach! leit uns stets, so sind wir hier beglückt, dort ewig selig. Mel. Erschienen ist der herrlich 43 Dankund Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland dir. Du littst für uns des Todes Bein, uns vom Verderben zu befrein. Halleluja! 3. Gelobet feist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern. Du hast durch deines Wortes Macht B3 uns 30 Von der heiligen Dreieinigkeit. uns allen Licht und Heil den. Er flößet uns im Todesgebracht. Halleluja! schmerz des ewgen Lebens Trost ins Herz. In eigener Melodie. 44 Wir glauben an den eingen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, Aller Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er erwog schon, eh wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ists, der für uns sorgt und wacht, und Alles steht in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein Leben nicht zu theur, für uns zu geben. Er erstand, herrscht, hoch erhöhet, in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Grabe nicht und kommt dereinst zum Weltgericht. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beistand und zum Führer, der in Trübsal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten; der uns lehrt Vergebung finden und der Tugend Werth empfinMel. Mein ganzer Geist, 45 Lobfinget Gott! Dank, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle feine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit mit Weisheit, Güt und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder! fallet nieder! Gott ist herrlich, unaussprechlich groß und selig. 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hast durch Gehorsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Heilig, felig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott! du Geist des Herrn, ſei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weis und rein, hilfft uns getrost und siegreich sein im Streit mit unsern Lüsten. Leit uns, stärk uns in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. Mel. Von der heiligen Dreieinigkeit. 31 Mel. Es wolle uns Gott err, zu befrein von Sünd und 46 du zu uns auf Erden. O laß uns, unser Herr und Gott! froh deines Segens werden und dir im Glauben dienen. wer ist dir gleich? Du bist das höchste Wesen; und doch hast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 4. O heilger Geist, du Geist von Gott! wehr in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zum Gu ten Lust und Kraft, laß es uns stets erfahren. Stärk uns in unsrer Pilgrimschaft, bewahr uns vor Gefahren, hilf uns dir willig folgen. 5. Laß, Gott! uns dein auf Erden schon, als unsers Gottes, freuen. Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. 2. Wir beten dich, o Bater, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Väter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben; dein Herz, voll Güte und Geduld, verleih uns Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. 3. O Jesu, ewger Gottessohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns Werke und Wohlthaten Gottes. Schöpfung. Mel. Es ist das Heil uns 47 Wer er machte diese schöne Welt, das Nahe und das Ferne? Wer hat am Himmel hingestellt die Sonne, Mond und Sterne? Wer schuf die 358 Wälder, Feld und Au? befahl dem Regen, sprach zum Thau: Erquicke Saat und Blüthen? 2. Auf wessen mächtiges Geheiß entstanden Ström und Seeen? Wer gab dem Winter Schnee und Eis? Wer hieß die Winde we4 hen? Werke und Wohlthaten Gottes. 32 hen? Wer rief der Thiere zahllos Heer in Flur und Wald, in Luft und Meer, in Staub selbst frohe Wefen? 3. Das Alles, Alles, groß und klein, ist dein Werk, Unsichtbarer! Du bist der Erste, du allein bist Schöpfer und Bewahrer. Durch deine Macht und dein Gebot ist Alles, liebevoller Gott, ist auch der Mensch geworden. 4. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh ich, wohin ich blicke; denn gut ist was geschaffen ist, und dient zu meinem Glücke. Luft, Sonn und Mond und Pflanz und Thier und Stein und Wasser nützen mir und nüßen allen Menschen. 5. Für dich nicht, für Geschöpfe nur, daß jedes glücklich werde, schufst du die prächtige Natur, den Himmel und die Erde. D du, der uns als Bater liebt und Allen alles Gute gibt, was kann der Mensch dir geben? 6. Wie bin ich froh! du machst auch mich zum Zeugen deiner Güte. Ich danke dir und denk an dich mit freudigem Gemüthe. Ich seh dich nicht, doch lieb ich dich; du schufft und du erhältst auch mich zu immer größern Freuden. In eigener Melodie. 48 Lobsinget Gott! er schuf die Welt zum Schauplatz seiner Güte; lobsingt ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Gemüthe! Gott ist die Liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, die ihr ihn fennt und ehret! Rühmt es, daß seine Gütigfeit mit jedem Morgen sich erneut und ewig, ewig währet! 2. Du wolltest, daß vor dir nichts leer von Freud und Leben bliebe: drum schufst du, Gott, der Himmel Heer, schufft unsre Welt aus Liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie; Unendlicher! du ließest sie zu ihrem Heil nur werden. Dich aber, dich erfreuet nun die Wonne, Allen wohlzuthun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein Engel selbst ermißt dein Wohlthun, deinen Segen; wie groß, wie weisheitsvoll du bist in allen deinen Wegen. Gott, deine Güte reicht so weit, als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, Herr, als dein Leben. Ach! was sind wir, die deine Macht aus todtem Staub hervorgebracht, uns ewig Heil zu geben! 4. O Vater, welchem Keiner Bota Schöpfung. ner gleicht, an Liebe, wie an Stärke, kein Dant, tein Lobgesang erreicht die Wunder deiner Werke; doch ist dirs angenehmer Dank, bir ist es mehr als Lobgesang, wenn ich dich thätig Liebe und gern in meiner Lebenszeit Erbarmen und Wohlthätigkeit an andern Menschen übe. 5. Du bist die Liebe! Dank sei dir, daß ich dich so erkenne und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Vater nenne! Auch will ich gerne liebreich sein, will glücklich machen, will erfreun, will helfen und dir gleichen. Von die sem Heil und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, so lang ich lebe, weichen! 49 Gott! Mel. Gott, der du die Menschen ott! aus deinen Schöpferhänden ging die herrliche Natur. Solchen Bau so schön vollenden, konnte solch ein Schöpfer nur. O wie könnt ich deine Werte, ihre Regelmäßigkeit, Bracht und Mannichfaltigkeit, wie die Zeus gen deiner Stärke, deiner Huld und Weisheit sehn und doch stumm vorübergehn? 2. Rings auf Erden hallt es wieder: Gut und groß ist, der uns schuf! Betend 33 werf auch ich mich nieder: Herr! dein Preis fei mein Beruf! Preis, daß ich dich Vater nenne, Preis, daß ich dich preisen kann, daß auch ich durch dich begann, dich als meinen Schöpfer fenne und, von hohem Eifer voll, mehr dich kennen lernen soll! 3. Ja, wenn Thränen mir entgleiten, will ich deine Schöpfung sehn und durch ihre Herrlichkeiten stets mit offnem Herzen gehn. Alle stehn ja unverschlossen, sind dem Aermsten ja bekannt. Näher werd ich dir gewandt, hab ich schuldlos sie genossen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. 4. Du gedachtest meiner Leiden, eh noch dieses Herz dir schlug; sorgtest schon für meine Freuden vor dem ersten Athemzug. Zum Genuß für Leib und Seele hast du, Herr! mit Freundlichkeit so viel Gaben ausgestreut, daß ich im Genuß oft wähle. Wer so viel, so gern mir gibt, o der zeigt, daß er mich liebt. 5. O, wer wollte je vermessen mitten in der schönen Welt deiner Macht und Huld vergessen und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst dem kleinsten Wurme seine Vatersorge B5 weiht, 34 Werke und Wohlthaten Gottes. weiht, du bist, der auch nem Schöpfer Ehre! Mich, mich erfreut in der Stille, ruft der Baum in seiner wie im Sturme. Herr, dir Pracht, mich, ruft die Saat, will ich ganz vertraun und hat Gott gemacht; bringt mein Heil auf dich nur unserm Schöpfer Ehre! baun! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, fei gepreist, und alle Welt sag: Amen: Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. Sei Lob und Ehr dem o ich, 50 Wenn Schöpfer deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alles wacht, anbetend überlege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wo hin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer In eigener Melodie ruft dem Heer der Sterne? 51 Die Himmel rühmen Gottes Ehre, 3. feinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu fegnen? Du Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, als Erd und Himmel reichen. ihr Schall pflanzt feinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt mei2. Wer trägt die unzählbaren Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne und lauft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimms und sieh die Wunderwerte, bie bie Nas 4 Schöpfung.hu20 Natur dir aufgestellt! Verfündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühllos wohl beschaun? Durch wen ist Alles? Gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich! Ich werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich! 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil! Ich bins! Mich liebe dein Gemüthe, und nehm an meiner Gnade Theil! Mel. Herr wir fingen 52 Unser Gott ist groß und mächtig, und feine Schöpfung schön und prächtig, voll Weisheit und Vollkommenheit. O ihr, seiner Allmacht Heere, verkündigt eures Schöpfers Ehre und preiset seine Herrlichkeit! Sein Kleid ist reines Licht, er hält im Gleichgewicht gan ze Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 2. Allmacht sprach zum Nichts: Es werde! Da trat auch unsre schöne Erde vor ihren Herrn, um aufzublühn. 35 Allmacht spricht: so stürzen Welten, die Berge fliehn vor ihrem Schelten und sinken vor dem Donner hin. Er hat wie ein Gewand die Himmel ausgespannt. Durch ihn gehet, gleich wie ein Held aus seinem Zelt, die Sonne und erfreut die Welt. 3. Er, der auf den Winden schwebet, er schaut die Erde an: sie bebet! Errührt den Berg an, und er raucht! Vögel nährt er, speist die Heerde, erneuert die Gestalt der Erde, erfreut, was in ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit Allen Speiſe, liebt und erhält die ganze Welt und tränkt die Thiere auf dem Feld. 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, das Jahr danach zu theilen; der Sonne Licht zur Fruchtbarkeit. Gott ist gnädig, Gott regieret, wenn er die Flur mit Blumen zieret und sie mit Saaten überstreut. Der Wallfisch und der Wurm, der Blüthenduft und Sturm zeugt vom Schöpfer. Tag, die Nacht rühmt ſeine Macht und rühmt, daß er für Alles wacht. Der 5. Gott, voll Weisheit, Gott, voll Stärke, wie viel und groß sind deine Werke! Wie reich an Gütern ist das Land! Schiffe gehn in weiB6 ten 36 Werke und Wohlthaten Gottes. mich doch ganz zu dir und offenbar dich selber mir! ten Meeren; da wimmelts Ding verborgen ist! Ach, ziebe von den frohen Heeren der Thiere, zahllos wie derSand. Mit Mannichfaltigkeit, mit Regelmäßigkeit prangt die Erde; wohin entzückt mein Auge blickt, da ist die Welt mit Reiz geschmückt. 2. Wohin ich Herz und Augen lente, ba find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke dein Werk, die prächtige Natur, so ruft mir Alles, Alles zu: Wie groß ist Gott! wie flein bist du! 6. Wer vergänglich Gras bekleidet, die Fische nähret, Lämmer weidet, der sorgt als Vater auch für mich. Seele, wolltest du für morgen schon heute bang und ängstlich sorgen? Nein, sei getrost, ermanne dich! Vertraue Gott! Auf ihn werf alle Sorgen hin! Er wird sorgen: er, der uns hört und gern gewährt, was unfer wahres Wohl vermehrt. 3. Mir zeigen alle Elemente Macht, Güt und Weisheit überall. O wenn das Stumme reden könnte, wie groß wär stets der Jubelschall! Rühmt, Menschen, Gottes Güt und Macht, die euch und uns hervorgebracht! 7. Dank dem guten Gott zu singen und stets mein Herz ihm darzubringen, soll meine höchste Freude sein. Laut soll ihm mein Lob erschallen, mein Opfer wird ihm wohlgefallen, gerührt will ich mich seiner freun. Sein Lob ist Seligkeit! Es macht schon hier bereit für den Himmel. Dort werd ich stehn, entzückt ihn sehn und ewig seinen Ruhm erhöhn. Mel. Wer nur den lieben Gott 53 Goit des Himmels und der Erden, der du allgegenwärtig bist, von Niemand kannst begriffen werden, vor dem kein 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! Die Erd ist deiner Güte voll. O gib mir dankbar fromme Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir lokten, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, und ihr Genuß mir Schaden thut! Laß allen Mißbrauch ferne sein; mein lettes Ziel sei du allein! 6. Hier ist mein Leben eine Reise, ich geh nach jener höhern Welt. Drum mache du mich fromm und weise, daß ich hier thu, was dir gefällt! Und end ich diesen fur Vorsehung. furzen Lauf, so nimm zu höherm Glück mich auf! Vorsehung, oder Erhaltung und Regierung der Welt. Mel. Nun banket Alle Gott 54 Nic Fichts ist von ungefähr! Ein großer Gott regieret, ein Gott, der seine Welt mit reichem Segen zieret. Auch was uns Bufall heißt, ist, eh es noch geschieht, in seinem Plan bestimmt und einer Kette Glied. 2. Er say vor aller Zeit, was fünftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird sein, als was sein Rathschluß wollte: und Alles, was er will, ist weise, recht und gut. O wohl mir, daß mein Glück in Gottes Händen ruht! 3. Wie dürft ich mißver gnügt in meinem Stande leben? Kann jemals böse sein, was Gott mir pflegt zu geben? Der Thor nur klagt und murrt und lästert Gottes Rath; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Gedanken: Mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanten! Ich sollte, was ich bin, nicht etwas Anders sein, und mein befondres Loos stimmt mit dem Ganzen ein. 37 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung allerDinge. Ich quäle nur mich selbst, Doch folg ich meinem Gott, wenn ich die Hände ringe. so lindert sich mein Schmerz; denn was mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 6. Wie thöricht würd ich sein, wenn ich begehren wollte, daß alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich und mischt mit Freundlichkeit in seinen Segenskelch des Leidens Bitterkeit. 7. Im Leiden lern ich mich und meinen Gott erkennen und mich mit edlem Sinn von falschen Freuden trennen. Wie kann mir schrecklich sein, was mich volltommner macht? Mehr ist die Tugend werth, als Sinnenlust und Pracht. 8. Die Tugend wird bald schwach im Schooße niedrer Freuden und stark erscheinet sie, umringt von stillen Leiden. Sie strahlt am göttlichsten aus tiefer Dunkelheit; da leuchtet sie der Welt und überlebt die Zeit. 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, mich auch auf rauher Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott! O stehe du mir bei, daß selbst in Noth und Tod mein Herz dir folgsam sei! B7 In 38 Werke und Wohlthaten Gottes. In eigener Melodie. 7. Ihm hab ich mich ern allen meinen Tha- geben, zu sterben und zu 55 es Höchsten rathen, der Alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, solls anders wohl gelingen, mein Helfer sein mit Rath und That. 2. Nichts hilft mein banges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen: ich traue seiner Vaterhuld. beut. Sei mir mein End verborgen, fomm es heut oder morgen, er weiß dazu die rechte Zeit. 8. So sei nun, Seele, stille, dich leitet dessen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! Dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath! Mel. Es ist das Heil uns 3. Es kann mir nichts ge= 56 Dir, unser Gott, ist Niemand gleich schehen, als was sein Rath ersehen und mir für heilsam hält. Mit dem, was Gott beschieden, bin ich, sein Kind, zufrieden: mir geh es, wie es ihm gefällt. im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste, und dein Reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majestät, die über Alle dich erböht, die Kron und Scepter tragen. 4. 3ch traue ſeiner Gnade, die mich auf meinem Pfade vor allem Uebel schützt. Leb ich nach seinen Säben, so wird mich nichts verletzen, nicht fehlen, was mir ewig nüßt. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh ich deine Größe. Weit, über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit. Du herrschest über Alles. 5. Leg ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht; irr ich auf finstern Wegen, geh ich dem Leid entgegen, so sei sein Wort mir Trost und Licht. 6. Was über mich beschlossen, dem will ich unverdrosfen, getroft entgegen gehn. Kein Unfall unter allen soll je zu hart mir fallen; ich will mit Gott ihn überstehn. 3. Du herrschest weislich, recht und gut, nach heiligen Gesetzen. Du willst auch deiner treuen Hut das Kleinste würdig schätzen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ists dein liebstes Werk, zu fegnen, zu beglüden. 4. Wohl Vorsehung.nts 4. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über Alles führest! Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Ich, dein so schwacher Unterthan, ich bete dich in Demuth an. O sich auf mich mit Gnade! 5. Ich bin verderbt und fehlervoll, bin auf dem Tus gendwege nicht stets so eifrig, wie ich soll, bin oft zum Guten träge. Doch du bist gnädig und voll Huld vergibst du Reuenden die Schuld. Drum hoff ich auf Vergebung. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, wel cher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sei; auch mich hat er verföhnet. 7. Herr! ewig will ich deis nen Ruhm mit Lob und Dant erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Lust will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wandeln. Mit In eigener Melodie. 57 Kommt, kommt, den Herrn zu preisen, der groß von Rath ist, groß von That, den Gütigsten, 39 den Weisen, der keinen ſeines Gleichen hat! Der Herr thut große Werke. Wer beuget seine Kraft? Wer seines Armes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 2. Er will, und Sonnen flammen; auch drängt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zuſammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern, das Meer wird ungestüm, des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blitze zünden, daß Städte flammend stehn. Er winkt und droht den Winden, schnell wird sein Himmel schön. 3. Er, er gebeut den Wellen: Bis hierher!- 3hm gehorchen sie. Er legt in Felsen Quellen; sie rieseln und versiegen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wundern an; heißt Thiere da sich freuen, wo kein Mensch wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, zerstören und erneun? 4. Herr! dein ist alle Stärfe, und alle Hülfe, Gott! ist dein! Das preifen deine Werke, die deiner Allmacht fich Werke und Wohlthaten Gottes. 40 sich erfreun. Auch wir erfreun uns ihrer; ihr Lob sei unire Pflicht! O Vater, o Regierer, men hält, wen schützt sie nicht? Du lebst, bu wirkst in Allen; wir leben nur in dir. Erhalter, wer kann fallen? Dir, dir vertrauen wir! Mel. Von Gott will ich, oder: Zeuch ein zu deinen Thoren 58 Sott, ber an allen und immerdar. Enden viel große Wunder thut! Du bists, in dessen Händen mein ganzes Schicksal ruht; hast in der Prüfungszeit mir jeden meiner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, wacht über mich dein Sorgen. Ach, Bater! wie vermag mein stand das Gute zu erheben, das du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? 3. Drückt mich auf meinen Wegen gleich manche Last und Müh, so führt auch sie zum Segen, und du versüBest fie. Du bleibest mitleidsvoll, hilfft liebreich deinen Kindern sie tragen und vermindern, beförderst stets ihr Wohl. geben und frohe Zuversicht. Wenn ich bekümmert war, so seufzt ich und war stille, und dein stets guter Wille entriß mich der Gefahr. 5. Dein Name sei gepries sen, der jederzeit an mir so herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte singen jetzund 4. Stets hat in meinem Leben mir dieses Trostes Licht von neuem Kraft ge6. Du hast mir wohl ge rathen und lauter Guts gethan, daß deiner Liebe Thaten ich nicht aussprechen kann. Hilf, Vater, daß ich dort, verklärt und ganz vollkommen, mit allen dei nen Frommen, dir danke fort und fort! Mel. Wer nur den lieben Gott 59 Fürwahr, du biſt, o Gott, verborgen, dein Rath bleibt für uns wunderbar! Umsonst sind alle unsre Sorgen; du forgtest, eh die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich. Dieß sei genug zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Au gen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie Vorsehung. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, deiner Macht; du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft sie nie gedacht. Aus Finsterniß bringst du das Licht; dir folgen, sei stets unsre Pflicht. 4. Drum will ich mich bir überlassen mit Allem, was ich hab und bin; und kann ich auch nicht Alles fassen, so trau ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang macht mir endlich klar, daß stets dein Rath voll Güte 41 3. Schau die Werke seiner Hände! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub, gibt ihn zu erkennen. war. 5. Gib, daß dieß mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud und Leid; denn Alles wirkt zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit, und einst preis ich vollkommen dich und freue deiner ewig mich. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preifen seine Stärke. 5. Sollt ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir das Leben! Was ich hab, iſt sein Geschenke, auch der Geist, der ihn preist, mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Mel. Warum sollt ich mich 60 Sei zufrieden, mein Licht, dir zum Dank verbindet. Gemüthe! ist gut; was er thut, ist voll Lieb und Güte! Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rath, wie von That, Alles wohlzumachen. 7. Setzten mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfst du, o mein Gott, fie tragen. War kaum noch Geduld vorhanden, deine Kraft hat geschafft, daß ich überstanden. 2. Beides, Erd und Himmel preisen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie beweisen. Sonn und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan! Denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlassen. Es geschicht 42 Werke und Wohlthaten Gottes. schicht wahrlich nicht; er und Leben, Alles sei dir kann dich nicht hassen. 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch erfüllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, wie von That: er, er wirds wohlmachen. 3. Sollt ich ängstlich mich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen, nur um eitles Glück bemühn? Nein, ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben und im Tode nicht entfliehn. heimgestellt! 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen, und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab ich nichts vorzuschreiben; wie du willst, so soll es bleiben; was du willst, ist Seligkeit. In eigener Melodie. 61 Alles ist an deinem Segen, großer Gott, allein gelegen; du bist unser höchstes Gut. Ueber Alles hoch dich schätzen und auf dich Vertrauen setzen, gibt allein getrosten Muth. 2. Du, der mich bisher Mel. Lobt Gott, ihr Christen ernährte, manche Frende mir 62 Gott sorgt für uns. gewährte, bist und bleibest ewig mein. Du, mein Schöpfer und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Leben sein. O singt ihm Dant, ihr Christen, singt ihm gern! Bom Aufgang bis zum Niedergang trägt uns die Huld des Herrn. 4. Auch die Hoffnung kann erquicken: Was mir gut ist, wirst du schicken; du bist Herr der ganzen Welt! Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Unglück, Tod 6. Soll ich hier noch län ger leben, o so wollst du Straft mir geben, daß ic stets dir folgsam ſei. Alles Irdische vergehet; nur die Frömmigkeit bestehet, und sie macht mich sorgenfrei. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad und Macht; im Son nenschein, sowie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. 3. Mit frohgerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar! Die Nehre, die vom Segen sinkt, ist sein: Gott krönt das Jahr. 4. Ja, Höchster, wir ver ehren dich mit findlich fro hem Dank; du nährst uns und gibst väterlich auch mehr als Speis und Trant. 5. Fried Vorsehung. 5. Fried und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das gibst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nützlich sein, und hilf uns, daß wir bei Genuß uns deffen mäßig freun. 7. Vermehr in uns die Zuversicht, dir ewig zu vertraun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Aerndte schaun. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, oder: Mein Gott, das Herz ich bringe 43 Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. ner Güte an. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet gibt der Baum, wenn Einer Schatten sucht, ihm unter seinen Zweigen Raum, Erfrischung und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Erquickung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? 7. Herr! ohne dich vergingen wir und wir verdientens auch; und dennoch leben wir in dir, beſeelt durch deinen Hauch. 8. Nicht Einem mangelt deine Huld; wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht! 9. D betet, Menschen, betet an! Erwägts und denket nun: Was hat Gott schon an uns gethan? was will er nicht noch thun? 63 Noch immer wech feln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr, wie du Mel. Vom Himmel hoch ſtets gethan; du ſegneſt und 64 Mein Auge ſieht, das Land mit deiGott, nach dir: von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein Herz! Mein treuer Hirt schafft, daß mein Fuß nicht gleiten wird; der mich behütet, schlummert nicht; in Finsterniß ist er mein Licht. 3. Kein Uebel sei mir fürchterlich; denn Gottes Rechte schütze mich. Durch fei 44 Werke und Wohlthaten Gottes. seine treue Baterhand wird meine Zuversicht! Ich bin aller Schade abgewandt. 4. Sein Schutz gewährt mir Sicherheit, sein Trost füllt mich mit Freudigkeit. Er leitet mich auf ebner Bahn und nimmt mich einst zu Ehren an. 5. Herr! segne und behüte mich! Du bist mein Heil: ich hoff auf dich. Dein Segen folg aus dieser Zeit hinüber mir zur Ewigteit! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 65 Sott! deine weise Macht erhält die ganze lebevolle Welt, und Aller Augen freuen sich und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie alle liebst und Allen ihre Speise gibst. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein bescheiden Theil, gabst mirs mit Huld und Freundlichkeit, solang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du für mich. 4. Ich bins gewiß, du kannst mich nicht verlassen, gewiß, du thust mir wohl, solang ich hier noch leben soll. Nicht Ueberfluß bitt ich von dir: was ich bedarf, das gibst du mir. 5. Der Vogel bauet nicht das Land; du nährst ihn doch mit milder Hand. Du schmückst die Blume könig lich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie: Weit mehr bin ich vor Gott, als fie. 6. Mich schufst du nicht für dieſe Zeit, mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabst mir Weisheit und Ver stand und machtest felbft dich mir bekannt. Nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Ho heit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd ich auch Speis und Trant empfahn. Selbst dem, der dich mit Sünden schmäht, gibst du sie ohne sein Gebet; und fleht ich nicht darum zu dir, gewährtest du sie den noch mir. 8. Laß du mich nur ge nügsam sein und deiner Gaben mich erfreun, mehr aber Deiner, der du dich so freundlich zeigeft gegen mich, der du des Lebens Quelle bist, aus welcher alle Wohlthat fließt. 9. Bei Vorsehung. 9. Bei deiner GabenUleberfluß erhalt mich mäßig im Genuß; bewahr mich in der Türftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit. Du nährst mich immer; Preis und Dank bring ich dir, Gott, mein Lebenlang. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 66 Bester, weisefter Res gierer! Aller Welten Preis sei dir! Dir, auch meines Lebens Führer, sei auch ewig Preis von mir! Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich und versorgst mich väterlich. 2. Kann ich dich genug erheben? Du, der Alles werden heißt, gabst mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die dich preist. Ich, ein Wunder deiner Güte, seh mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mtidy an. 3. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr, mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir. O wie preis ich dich dafür! 45 4. Täglich warest du mir nahe: deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, o Vater, dich. Ja, du kamst mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen. Was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte mir! Sandtest du auch eine Plage, o so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Vaterhuld verlich? Nein, zu zählen sind sie nie. 6. Sollt ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben sein? Sollt ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder bräun? Nein, o Herr, dich laß ich walten, du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sende Schmerz, dankvoll nimmts von dir mein Herz. 7. Flöhn mich auch die besten Freunde, fehlt auch andre Freude mir, wären viel auch meiner Feinde; dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich nicht verzagen, will aufs Ziel von meinen Tagen, auf die beßre Zukunft schaun und von Herzen dir vertraun. 8. Besser noch, als selbst das Leben, ist, o Vater, dei 46 Werke und Wohlthaten Gottes. deine Huld. Was mir nützt, dung, Allergütigster, mit wird sie mir geben und dir! Gib, o Vater, ſtets mich tragen mit Geduld. Empfindung deiner VaterLaß mich nur, du Aller- liebe mir! Mache du mich beßter, immer inniger und immer reiner, daß mein feſter hier mit dir vereinigt Herz auch einst noch deiner sein, deiner Gnade mich zu sich in deinem Reiche freu freun. und in dir ganz felig 9. O der seligen Verbin sei! Die vorzüglichsten Geschöpfe. Engel und Geister. Mel. Auf, Christenmensch! 67 Gott! beine Güte, nie ein Mensch ergründen. Sie zeigt sich in der Erde Pracht und in den tiefsten Schlünden; und noch begreift, bei aller Müh, der größte Weise niemals sie. 2. Du bildetest im Stufengang, uns deiner zu erfreuen, durch Ordnung und Zusammenhang der Besen lange Reihen; vom Menschen bis zum Thier und Baum ist nirgends leerer Zwischenraum. 3. Auch Engel, deren Geisterblick fein schwaches Licht begränzet, und denen hohes Himmelsglück im reichen Maaße glänzet, schufft du, o Gott, Unendlicher, der Wesen Vater und ihr Herr! 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, der uns so oft entehret, vom Blendwerk jedes Wahns befreit, der die Vernunft bethöret, voll Kraft zu jeder guten gend Pfad. 5. Voll Eifer und voll Thätigkeit sucht jeder deinen Willen, und was dein hoher Wink gebeut, gehorsam zu erfüllen, und preist in lautem Jubeln gern dich, seinen Vater, seinen Herrn. 6. Auch Menschenglück und Menschenheil vermehret ihre Freuden, froh nimmt an ihnen jeder Theil, er wird sie nie beneiden; wird, wenn der Sünder Reue weint und Tugend liebt, des Sünders Freund. 7. Gott, laß mich, deinen Engeln gleich, mit reis nen, frommen Trieben, wie sie an Tugendfrüchten reich, dich und die Brüder lieben, so werd ich einst ganz engelrein mich deiner, o mein Bater, freun. Mel. Vorsehung. Som Mel. Vom Himmel kam der 68 Wer zählt, Unendlicher, die Reihn der Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir, als Bater, fehn, aus allen Wel= zu dir 2. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die einst an Staub gefesselt war, nun losgewunden, diese Welt nicht mehr in ihren Schranten hält. 3. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die unbegreife lich wunderbar du noch zur Erde senden wirst und durch den Tod zum Leben führst. 4. Auf diesem Erdball nicht allein sind Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir als Vater sehn, dir jauchzen, betend dich erhöhn. 5. Ein ungezähltes Geisterheer riefst du ins Leben, Gütigster! Dein Reich ist unermeßlich groß, ist, Allerhöchster, grenzenlos. 6. Wann einst auf deinen Wink mein Geist sich seinen Feffeln auch entreißt, misch ich in eure felgen Reihn mich, Mitanbeter Gottes, ein. 7. Entzückt vernimmt mein schärfres Ohr das höhre Lied im Geisterchor, und meine Seele strebt und ringt euch nach, wenn sie dem Vater fingt: 8. Dem Vater, dessen Allmachtsruf auch sie mit euch 47 verschwistert schuf, nur meiner Hülle hier ein Grab, Unsterblichkeit dem Geiste gab. Mel. Alle Menschen müssen 69 Wann wir unsern wann wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinemSchooße ruhn: eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu sein, ewig deiner uns zu freun. 2. Wir, zu Gnaden angenommen, hoffen, Vater, voll Vertraun, auch wie sie mit allen Frommen deine Herrlichkeit zu schaun. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Wonn uns dann entzücken: wir, erhoben in dein Reich, werden deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Erlösten, dieser Wonne, dich zu sehn, dürfen wir im Tod uns trösten, wenn wir deine Wege gehn; wenn wir ringen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit, dir zu dienen stets bereit. 4. Wenn wir vor Begierde brennen und, den Engeln gleich, uns freun, immer mehr dich zu erkennen, immer heiliger zu sein; wenn wir hülfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen; wenn ohn allen Eigennuß 48 gennuß wir ihr Beistand sind, ihr Schuß. 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln an Vollkommenheit immer ähn-. licher zu werden, ähnlich einst an Seligkeit! Laß uns nicht in eitlen Träumen die ses große Heil versäumen; lehr uns deine Wege gehn: einst, wie sie, dich auch zu fehn. Der Mensch. Seine Würde und Vorzüge. Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 70 Dein ein bin ich, Gott! Dein ist mein Leben! Erfreulich ist mein Ursprung mir! Du hast das Dasein mir gegeben; mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines Lichts. 2. Du gabst mir die vernünftge Seele, die nur so lang den Leib belebt, bis sie, daß ihr fein Wohlsein fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du gabst Verstand und Willen mir, Vernunft und Freiheit dank ich dir. 3. Wenn ich auf meinen Körper jehe, den du so kunstvoll ausgeschmückt: so wird, o Vater in der Höhe, mein Herz vor Freude ganz entzückt. Ein jeder Sinn, ein jedes Gliederweckt zum Preise mein Gemüth. 4. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan; voll Rührung preist dich mein Gemüthe und betet dich in Demuth an. Dir will ich Herz und Leben weihn und stets ein Freund der Tugend sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 71 8 werde Gott von dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes sei ner Werke preist; ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein und seiner Liebe mich zu freun? 2. Schön ist der sonnen reiche Himmel, den er zu sei nem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel ge dankenlos und unbeseelt: mir nur, dem Thone seiner Hand, gab er Gefühl, gab er Verstand. 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken ist seine ganze Kör perwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt, und dennoch fann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 4. Für Engel nur, und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd erhob, find fie so herrlich; sie erzählen nur Geistern meines Schö pfers 0410 Vorsehung. 49 pfers Lob. O Seele, jauchze, ben, Gott, mich an; hab ich daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. nur dich, was fehlt mir dann? 10. Es werde Gott von dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preiſt? Ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn? 5. Ich, Gott! kann denten; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne Gedanken tausendfacher Art. Ach, strebt ich, alle Gott zu weihn; wie selig könnt ich hier schon sein! 6. Ich kann sie fammeln, fie verbinden, fie trennen, wie es mir gefällt, die Welt empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab ich Kraft; die gibt mir Gott, der Alles schafft. 7. Wie feurig dürftet metne Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld: du schaffest, was du schaffst, aus Huld. 8. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt ich nur dich, Gott, liebgewinnen, dich nur, und was gebräche mir? Ach, möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften sein! 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Seligkeit! Nimmst du zum ErMel. Es ist das Heil uns 72 Dir, Gott! ſei Preis und ge= bracht! Dich rühme Harf und Pfalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv an mir beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug und Ohr, Herz, Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, so künstlich ausgespannt, der Adern fein Gewebe und alle Glieder sagen mir: ich fei, o Gott, ein Wert von dir und deiner Weisheit Spiegel. 3. O hättest du mein Auge nicht so künstlich zubereitet, was nützte mir der Sonne Licht, der Glanz, den sie verbreitet? Dann säh ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht die ganze Schöpfung schmückest. 4. 3ch jauchze, daß ich sehen kann und hören und ( S empfinden; Werke und Wohlthaten Gottes. empfinden; froh bet ich mei mir verliehn, Gewissen mit nen Schöpfer an; ihn über- gegeben. all zu finden, in allen Werfen, die er schuf, das ist mein seligster Beruf, mein Lobgesang und Opfer. 4. Der Mensch nur ists, der reden kann, sonst fein Geschöpf auf Erden; der Mensch nur ruft dich, Schö pfer, an, kann Andrer Lehrer werden. 5. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenft des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt sie auf, damit ich athmen möge? Gott ist es, der dieß Alles thut. Preis, Schöpfer, dir! Dir wallt mein Blut, mein Herz schlägt dir, o Schöpfer! 5. Ihn schufst du zur Ge selligkeit, gabst ihm ein Her voll Triebe zum Mitgefüh für Freud und Leid, zur Freundschaft und zur Liebe 6. Und dieser Gaben Fül le schafft mir unzählbar Freuden, gibt mir zu edler Thaten Kraft und Ruh un Trost im Leiden. 6. Ja, dir sei Lob und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Pialter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Gib, daß ich nie mich selbst entweih, auf daß mein Herz ein Tempel sei, in welchem dein Geist wohnet. 7. Dich, meinen Gott, er kenn ich hier in jedem deine Werke. Du bist, dieß fin ich selbst an mir, voll Weis heit, Güt und Stärke. 8. Ich höre deinen heil gen Ruf; die Tugend ist dei Wille! Du, dessen Güte mid erschuf, gib, daß ich ih erfülle! 50 Mel. Mein erst Geschäft sei 73 welch ein Glück, ein zu sein! Wer kann genug es preißen? Laß des Berufs, ein Mensch zu sein, Gott, würdig mich erweisen! 2. Den Leib, die Sinne, dank ich dir; du gabst mir auch die Seele, Verstand Vernunft, Gefühl mit ihr, durch die ich denk und wähle. 3. Mich allen Wesen vorzuziehn, die auf der Erde leben, hast du auch Freiheit 9. Ich bin ein Mensc und darf vor dich getroft un freutig treten; ich darf, d hörest liebreich mich, die preisen, zu dir beten. 10. Heil mir! o Heil de Zuversicht, die ich im Staub babe: Ich bin unsterblich Gott, dein Licht erhellt di Nacht am Grabe! 11. O welch ein Glück, ei Mensch zu sein! Ich will e dankbar preisen und de Berufs otte Vorsehung. 51 Berufs, ein Mensch zu Freund; laß mich auch Wahrsein, mich würdig stets er- heit lieben und mit stets weisen. munterm Fleiß in Allem dem mich üben, was mich zur Weisheit führt, zur Weisheit, die dich ehrt und Allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüste zähmen, nur das, was recht ift, thun, des Guten mich erfreun und dem, ders üben will, auch gern behülflich sein. Bestimmung des Menschen zür Gottähnlichkeit. Mel. Nun danket Alle Gott 74 Allmächtig großer Gott, wer dich gnug erheben? Du gabst der ganzen Welt Bewegung, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd und Himmel hegt, hat deine Huld gebaut, die jetzt noch Alles trägt. 2. Du schufst, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wolltest, Gütigster! daß ich dein Bildniß wäre. Darum hast du den Geist, der in mir lebt und dentt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. O welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich ichufest! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich sein, vollkommen sein, wie bu! Owohl mir, wenn ichs bin! Hilf du mir selbst dazu! 4. Laß mir dieß große Ziel doch stets vor Augen schweben; mein allerstärfster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun sei dieß, o Gott, allein, daß ich auch, so wie du, gesinnet möge sein. 5. Du bist der Wahrheit 7. Gib, daß ich so, wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart, sein Leben ihm versüßt und, wo er helfen kann, zu helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, o Gott, von diesem Biele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt sein und mich ohne Unterlaß, Gott! deiner Güte freun. ( 82 Mel. 52 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Mein Gott, das Herz 75 ch bin, o Gott, dein Eigenthum. Du schufft mich, dein zu fein, mein ganzes Leben dir zum Ruhm und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabst mir den vernünftgen Geist, bewundernd Mel. Schon ist der Tag von Gott einzuſehn, wie dic, Serr! 76 Herr! lehre mich, den preist, mit wahren des Menschen tief empfin den und Allem dem, wal mich entehrt, voll Abscher mich entwinden! Nie komm es mir aus meinem Sinn was ich, als Mensch, ver mag und bin durch dein weise Güte. 2. Ich, ich bin mehr, all Fleisch und Bein. Du hauch test, Gott, aus Liebe mit auch die rege Seele ein und gabst ihr Kraft und Triebe mehr, als was diese Sinn rührt und nur zu Sinner freuden führt, zu fühlen und zu faffen. ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, vertündigt mir, Gott! deine Herrlichkeit; zu ihrem Preife reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühlLos sein? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu sein, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr! als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei stets deiner Ehre voll! 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot, ihm ists nicht Last, nicht Bein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott! gehorsam dir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der beinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn und selbst in Traurigkeit schmeckt er, bir, Höchfter! zugethan, in din Bufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laj nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die, auch beseelt genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was ihnen fehlt, gabst du mir bin Vernunft und Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Weisheit, Tugend. 4. Du schufst mich zur Geselligkeit und für der Freundschaft Freuden, gab meinem Herzen Fühlbarkeit für Hot Vorsehung. für Andrer Glück und Leiden und setztest auch mich in den Stand, das, was ich dachte und empfand, in Worten auszudrücken. 5. Ich kann mich selbst und deine Welt und dich erkennen lernen; ich kann von dem, was dir mißfällt, mich ohne Zwang entfernen. Und wer, wer zeigt die Gränzen an, wo ich nicht weiter stres ben kann nach Licht und Herzensgüte? 6. In stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir erheben und dir, den Erd und Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. Ich kann mich deiner Liebe freun, dir und deiner Vorsicht trauen. 7. Nicht blos für diese turze Zeit riefft du mich in dieß Leben. Zum Vollgenuß der Seligkeit soll einst die Seele schweben. Und wird auch einst mein Leib zu Staub, er bleibt doch nicht des Grabes Raub; du, Herr! wirst ihn verklären. 8. Vom Himmel fam, gefandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er fam und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schätzen! 53 9. Und ich, ich sollte mich entweihn und gleich den Thieren handeln, der Fleischeslust ergeben sein und, Herr, vor dir nicht wanbeln? Fern sei ein solcher Sinn von mir! Bewahre mich, daß ich mich hier so frevelhaft nicht schände! 10. Gib, daß ich jetzt und allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe und mich deiner freu und so des Vorzugs würdig sei, den du mir hast verliehen. Mel. Es ist das Heil uns 77 Wie wichtig ist doch den uns der Herr gegeben! Gott! als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir, bort oben, da ist der Ort, wo beine Hand das Glüc uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. laß mir doch dieß große Ziel durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wenn ich auch noch so viel € 3 von 54 Werke und Wohlthaten Gottes. von Gütern dieser Erden, Die Erlösung von Sünden von Ehre, Geld und Lust durch Christum. gewinn, wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben? 4. Dein Pilgrim bin ich ia nur hier: laß mich dieß nie wenig Tage hast du mir zur Wallfahrt zugemessen. Schnell wie ein Traum sind sie vollbracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene beßren Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Vater! liebt und deines Sohns sich freuet, das in dem Glauben Tugend übt und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig beiner Güte freun und einst dein Antlitz schauen. 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott! aus Erbarmen geben, damit ich möge auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich, als dein bewährtes Kind, zu deiner Freude gebe. Von der Sünde. Mel. Auf meinen lieben Gott 78 Du, der kein Böſes thut, du den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln und recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach! wir, dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist fein Unterschied. Dein Auge, Höchster, fieht auf alle Menschentinder und sieht sie alle Sünder. Vor dir, o Herr, ist feiner ganz schuldlos, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit iſt das hin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu lieben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt leider! unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr, als die größern Leiden, die wir für Ewigkeiten selbst unſerm Geist bereiten. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang as Erlösung. me Zwang; des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe, und wer vermags zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. O Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir be kennen und stets von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nach zujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du doch uns heilen und neue Kraft ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sünden frei zu werden. 55 dienste weihen. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, verscherzen wir oft unsre Zeit und unsers Herzens Ruhe. 3. Wir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken: wir könnens auch; denn du, o Gott! willst gern die Schwachen stärken. Und dennoch unterdrücken wir so oft die Ehrfurcht, Herr! vor dir und folgen unsern Lüsten. Wie im 4. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! bald vergessen wir Schmerz, dir findlich zu vertrauen! Wie mächtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner freien Güte! 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns deine Baterhuld nicht freventlich verscherzen! Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben! 5. Du hast mit Menschen uns vereint, die dir, Gott! angehören; wir sollen, aller Bosheit Feind, auch ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll? sorgt Mel. Schon ist der Tag von Gott * 79 Kein Menſch, o für den Nächsten, wie er Gott! ist fünden soll? Wer hilft, so viel er frei: wer dürfte sich erhe- könnte? ben? Was hilft uns Trug und- Heuchelei? Du kennest Herz und Leben. Umsonst, umsonst verbergen wir selbst die geheimsten Triebe dir; dein Blick durchschauet Alles. 6. Oft wirkt auch unsers Beispiels Macht, daß Andre, wie wir, fehlen. Sie sehn. auf uns, die Lust erwacht, das Böse zu erwählen. Gleich uns verschmähn sie deine Huld, und ihr Verderben, ihre Schuld vermehret unsre Schulden. 2. Du weißt, wie oft wir frevelhaft uns böser Thaten freuen und unsers Geistes edle Kraft dem Sünden7. O großer Gott! hier 4 ste= Werke und Wohlthaten Gottes. 56 stehen wir, verklagt von unfern Sünden. Vor dir, Allheiliger! vor dir ist keiner rein zu finden. Wie fümmert unsre Seele sich! Wir alle fehlen wider dich: Erbarm dich unser aller! 80 Mate Mel. Alle Menschen müssen sterben ater! heilig möcht ich leben, Rechtthun wäre meine Lust; aber Lüste widerstreben dem Gesetz in meiner Brust, und der Sündentrieb im Herzen ist noch oft mir Quell von Schmerzen. Mich beschwert der Sünden Joch; was ich nicht will, thu ich doch. 2. Sieh um Kraft mich Schwachen beten; meinem Vorsatz trau ich nicht. Lok fende Begierden treten zwischen mich und meine Pflicht. Selbst den heilgen Andachtsstunden, wo, der niedern Welt entschwunden, ich von dir und Tugend sprach, folgten Sündentage nach. weinet, schmerzlich meinen 3. O wie oft hab ich gemich Fall bereut, gläubig mit dir vereinet und mich deiner Huld gefreut! Gnädig sahst du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Vater! dich, und die Welt besiegte mich. 4. Du allein, bu fannst mich retten, wo mich Sünd und Wahn zerstreut. Mach mich ledig von den Ketten trügerischer Sinnlichkeit! Tilg die Quelle meiner Schmerzen, die Begier aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt ich dich: leite selbst zur Tugend mich. 5. Sieh, mich dürstet nach dem Guten. Früh und spät ruf ich zu dir: laß mein Herz nicht länger bluten; deinen Geist verleihe mir! Hilf die böse Lust bezwingen und nach deinem Beifall ringen; stärke mich mit hoher Kraft, das zu thun, was Segen schafft. 6. Ja, du hörst mein findlich Flehen! Du erquickst mein Herz mit Ruh! Leben werd ich, nicht vergehen: meine Stärke, Gott! bist du! Ueberwinden, überwinden werd ich durch dich alle Sünden. Meine Seele, fasse Muth! Endlich werd ich fromm und gut. 81 Weibt, wie leicht Mel. O Gott, du frommer Gott er nur Ein fällt der in alle! Wer Ein Gesetz entweiht, entheiligt in dem Falle die andern auch zugleich in seinem Herzen mit und schwächt die Kraft in sich, die sonst fürs Gute stritt. 2. Ein Fehltritt kann den Grund zu hundert andern le= Erlösung. dets legen und gibt nicht selten 7. Denn Tugend uns das schreckliche Vermögen, dann, dreist und ohne Furcht vor des Gewissens Pein, auch jede andre Pflicht vorsätzlich zu entweihn. 3. Wie oft versucht der Mensch, aus Scham, aus Furcht und Schrecken, durch eine zweite Schuld die erste zu bedecken! So führt zur Lasterbahn ein einzger Fehler hin; und wo die Tugend weicht, muß auch die Ruhe fliehn. 4. So sei es mir denn Pflicht, der kleinsten Schuld zu wehren und jede Tugend stets mit Eifer zu rerehren. Kein Fehltritt scheine mir und kein Vergehen flein; dieß könnte leicht der Grund von schweren Sünden sein. 5. Durch Tugend steigen wir zum göttlichen Geschlechte, und ohne Tugend sind selbst Könige nur Knechte. Sie, fie nur macht uns erst des Lebens Anmuth schön, nur sie kann über Beit und Schicksal uns er höhn. 6. 3m letzten Augenblick, wenn Alle von uns gehen, wird sie in Lichtgestalt zu unsrer Seite stehen. Hell wird durch sie der Blick auf die durchlaufne Bahn, und muthig treten wir die neue Wallfahrt an. 57 wird ins Reich der ewgen Herrlichkeiten, den Geist, der sie geliebt, vor Gottes Thron begleiten. Und wie? mir Sterblichen wär dieses Glück zu klein, um strenge gegen mich und tugendhaft zu sein? Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 82 Sünde iſt nie klein zu schätzen. Nennt ste klein; doch bringt sie Schuld. Denn sie widerspricht Gesetzen, die mit Weisheit und voll Huld uns der Heilige gegeben, um durch sie beglückt zu leben. 2. Sein Gesetz ist gut und weise, wie sein Wille selbst es ist. Mensch, befolg es und beweise, daß du seiner nicht vergißt! Ewig muß Gott Sünde haffen, kann nie ungestraft sie laſsen. 3., Aber gibt es nicht selbst Dinge, die der Sünder Schuld erhöhn? O, die Schuld ist nicht geringe, wenn wir sein Gesetz verstehn, es als wahrhaft gut zwar schätzen, doch aus Leichtsinn oft verletzen. 4. Sündgen wir mit Ueberlegung wider des Gewissens Spruch; achten nicht des Herzens Regung, nicht des innern Richters Fluch: so ist das, was wir voll65 brady= Univ. Bibl. Giessen 58 Werke und Wohlthaten Gottes. brachten, schon für größre bens Gang so lenken, daß ich Schuld zu achten. mit Behutsamkeit das nur thu, was dem gebühret, der den Christennamen führet! 5. Hat dich Gott hervorgezogen und mit Wohlthun überhäuft, und du bleibest dem gewogen, was der Pflicht entgegen läuft: so mehrt Undank deine Sünden; wichtiger wird Gott sie finden. 6. Fühlest du in dir schon Kräfte, Lieblingssünden zu entfliehn, und eilst doch zu dem Geschäfte, welchem Gott dich wollt entziehn; wirst, Mel. Alle Menschen müssen sterben gestärkt durch ihn nicht beffer: 83 Großer Gott! er= noch wird deine größer. 7. Wenn dich nichts von außen reizet, und nur innre böse Lust blos nach solchen Dingen geizet, deren Unrecht dir bewußt: o, so ist dann dein Vergehen größer als sonst anzusehen. 8. Machen ganz besondre Dinge gutes Beispiel dir zur Pflicht, und du schätzest fie geringe, ärgerst, aber befferst nicht: größer wird dann dein Verbrechen, und der Richter wird es rächen. 11. Laß mir niemals eine Sünde klein und unbedentend sein! Vater, flöße deinem Kinde Redlichkeit und Kräfte ein, folgsam dem Gesetz zu leben und nach Tugend nur zu streben! 9. Doch wer kann das Alles zählen, was Troß, Unbesonnenheit, Wahn, Stolz, Heuchelei sich wählen, das der Thaten Sündlichkeit vor dem Richter nur vermehret, weil es sein Gesetz entehret! 10. Gott! laß mich dieß wohl bedenken und, entfernt von Sicherheit, meines Ledas, voll segnender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen: ach, was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ erwäge und, was ich bin, überlege: o wie niedrig und wie klein muß ich mir nicht selber sein! 2. Ach, es herrscht der Trieb zur Sünde mächtig oft in dem Gemüth und macht mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Ach, ich seh mit Reu und Schreden tausend Fehler, tausend Flecken, und in der verderbten Brust regt sich öfters böse Lust. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vaterhand. O, wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zuges wandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du du sche zurück, was dein, ach, was würd mir übrig sein! 4. Doch die Menge deiner Gaben tlagt nur meinen Undank an, weil ich sie oft ganz vergraben, oder damit groß gethan; oft voll Leichtsinn sie verschwendet und zu Sünden angewendet. D, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! Erlösung. omsz 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt. Doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinen Heiland blidt, hofft auf deine Vatergüte, und mein tief beschämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder dei ner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach, erhalte selbst die Triebetreuer Dank barkeit in mir; Bater, laß das schwache Lallen deines Lobes dir gefallen; bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zudeinem Dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Was du willst, zu thun und leiden, dieß gelob ich dir mit Freuden. Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt. 59 Folgen der Sünde. Mel. Jesus, meine Zuversicht 84 wie fanft ist, Herr, o leicht dein guter Wille! Oft gedenkt die Seele noch jener Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt und den Fleiß der Tugend lohnt. 2. Aber, ach, ist er entflobn, des Gewissens sanfter Friede; dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr Dienst macht frank und müde. Keine wahre Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. 3. Drückend ist des Lasters Joch, schwer der Sünden harte Bande; und ihr Sclave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich, groß und frei bei der tiefsten Sclaverei. 4. In der ungestümen Brust weilet feine Freude lange. Unmuth folgt auf Sündenlust; angstvoll bebt sein Herz und bange, sucht vergebens Fried und Ruh und eilt neuen Lastern zu. 5. Unter schuldlos frohen Reihn wandelt er mit trübem Blicke, will und kann nicht fröhlich sein, wünscht vergangne Zeit zurücke, wird, das Herz vollGroll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit. 6. Gottes schön geschmückte Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Blumenau und C6 Saa Werke und Wohlthaten Gottes. Saatenfeld, was den Tu- von jenem Reiche fern, nach gendfreund entzücket, dem dem die Frommen streben. sein Herz entgegenwallt, läßt Wie thöricht und wie undie stumpfe Seele falt. dankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! 7. Herr, dein heiliges Gericht trifft die Sünder, die dich hassen, die Verächter ihrer Pflicht! Herr, ich will dich nie verlassen; steh mir in Versuchung bei und erhalte selbst mich treu! 5. Wer Sünde thut, ach! der entzieht sich stolz dem Ruf der Gnade. Verkehrt, verstockt wird sein Gemüth und tief sein Seelenschade. Dwelch ein frevelhafter Sinn, wenn ich dir, Gott, nicht folgfam bin! 60 Mel. Auf, Chriftenmensch! 85 Wer Sünde thut, der liebt nur Wahn, nur Träume, die ihn trügen. Er wandelt auf des Irrthums Bahn und lernt sich selbst belügen. O hilf mir, Gott, daß ich dir treu und fern vom Selbstbetruge sei! 2. Wer Sünde thut, der unterdrückt und schwächt die Seelenkräfte, wird frech und blind und ungeschickt zum Heiligungsgeschäfte. O Bater, gib, daß nie mein Geift sich seine Würde selbst entreißt! 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, das Gott uns hat entzündet; er kennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. Olehre, Gott, mich weise sein und stets den Reiz zur Sünde scheun! 6. Wer Sünde thut, verwirft das Wort, das Heil und Frieden stiftet; er eilet auf dem Pfade fort, wo sich sein Herz vergiftet, wo sein Gewissen einst ihn nagt und laut ihn, Herr, vor dir verklagt! 7. Wer Sünde thut, sieht schreckenvoll die letzte Stunde kommen; die Hoffnung, die ihn trösten soll, ist seinem Geist benommen. Er liebte Gott und Jesum nicht; nun drohn ihm Tod und Weltgericht. 8. So täuscht die Sünde ihren Freund! So lohnt sie schon auf Erden! Ach, wann die Ewigkeit erscheint, ach, wie wirds dann ihm werden! Viel Gutes, Herr, ist mir verliehn: o lehre mich auch Sünden fliehn! 4. Wer Sünde thut, der Mel. Herzliebster Jesu! troßt dem Herrn, durch den 86 Wo ist wohl Noth wir sind er und der Erlösung. stis Erde, das von der Sünde nicht geboren werde? Ver wandeln sich nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? 2. O wären wir vom Jüngling bis zum Greise dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise; was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen! 3. Erhöhet würde jede Lust auf Erden und jede Bürde uns erleichtert werden, wenn unser Herz den Lockungen der Sünde stets widerstünde. 4. Doch ach, sie herrscht, um Alles zu zerrütten, erschüttert Thronen, und verwüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht unsern Tagen mit harten Plagen. 5. Wann können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Herr, denken ohne Furcht und Grauen? an Tod und Grab und an der Zukunft Leben und nicht erbeben? 6. Die Lust zum Bösen fes ſelt sie und wüthet; sie leiden selbst durch das, was sie gebietet, sie bahnen sich den Weg durch ihre Freuden, zu Gram und Leiden. 7. O du, zu dem wir fromm die Hände falten, gib, daß wir fest uns an die Tugend halten und, siegend in Versuchung, uns zum Leben in Gott erheben! 61 Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 87 ott! wie schrecklich find weil sie, kaum vollendet, sich selbst verfolgen, furchtbar rächen, Richter! dein Gesetz und dich! ach, dem Lafter folgt Verderben, Armuth, Schmach und frühes Sterben. 2. Und wie quält den sein Gewissen, der verworfne Thaten übt! Kann er jenes Trosts genießen, den nur reine Tugend gibt? Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein fünftig Leben? 3. Nur Ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wandeln sollen, Gott! was vernichtet der für Segen, wie versenkt oft der in Noth! Ach, was müssen wir oft leiden blos für Einer Thorheit Freuden! 4. Starke, Gott! verfolgen Schwache; Schwache Schwächre; Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz und leppigkeit: wie erfüllen die mit Plagen deine Welt, mit welchen Klagen! 5. Wie die Arglist Frevel brütet! Wie Gewalt und Tyrannei gleich der Best imt Mittag wüthet! Wie im Finstern Heuchelei trachtet, über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! 6. Und wir Sünder könn7 ten 62 Werke und Wohlthaten Gottes. ten wähnen, Gottes heiliges ich Gutes wähle, er sehnt Gericht strafe keines Elends sich, Gott! so heiß nach dir; Thränen, acht auf unsre allein das Fleisch verführt Laster nicht? der Gerechte, den Willen, macht ihn den der Verbrecher gelt ihm Sinnen unterthan, strebt, gleich; es sei fein Rächer? ihre Lüsternbeit zu stillen, 7. Wären wir nur gut und und schmiegt sich, ach! den weise, deinem Willen unter Sünden an. than; gingen Jünglinge und Greise immer auf der Tugendbahn; o wie strömte Heil und Segen Jeglichem von dir entgegen! 8. Würde nicht, wenn schon auf Erden feiner je der Noth entgeht, jede Last erleichtert werden, jede wahre Lust erhöht, wenn den Lokfungen der Sünde unser Herz stets widerstünde? 9. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist: selig dort und schon auf Erden ruhig und getroft zu werden. 10. Laß des Lasters bittre Früchte mir stets in Gedan fen sein, mich nie zweifeln am Gerichte, auch den kleinsten Fehltritt scheun! Stärke mich, daß ich die Sünde immer glorreich überwinde! 2. Ein doppeltes Gesetz regieret mein Wesen; o wie räthselhaft! Wenn mich der Wahrheit Strahl berühret, dann schmeck ich Frieden, fühle Kraft; doch schnell entzieht ein Todesschatten mir dieses himmlisch reine Licht, ich muß im halben Lauf ermatten, ich will, doch ich vollbringe nicht. 88 Ah! welch ein Kampf in meiner Seele, welch steter Widerspruch in mir! Mein Geist will, daß 3. Der gute Vorsatz, den ich fasse, er bleibt ein Traum der Phantasie; ich thu das Böse, das ich haffe, und scheue oft der Tugend Müh. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Sünde; zu späte Thränen folgen nach. 4. Wer löst mich von den Sklavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh? Wer kann mich von mir selbst erretten? Nur du, Allmächtiger, nur du! Ein Strahl Mel. Wie groß ist des Allmächt. von deiner Gnade gnüget zur seligsten Genesung mir; o send ihn, daß mein Glaube sieget, und schenke Kraft zur Tugend mir! Erlösung. Erlösung. Sete Erlösung. 89 Her In eigener Melodie. err, wir singen deiner Ehre. Er barm dich unser und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir danfen voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen fann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie sein. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben und schenfest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben und schenfest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott! und führst auch durch den Tod uns zum Leben. Du suchst allein uns zu erfreun; daß wir verderben willst du nicht. 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief dein Baterblick durch Jesum uns zurück von der Sünde. Aus ihrer Nacht sind wir erwacht, 63 Licht 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! der Sohn des Höchsten stieg hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen: ein Sieges lied werd ihm gefungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge tönt; tönt zum Himmel! Herr, Preis sei dir! Einst knieen wir an deinem Thron und beten an. erwacht, um Gottes zu sehn. Mel. Mache dich, mein Geist, 90 Unser Gott, der Herr der Welt, schaut der Zukunft Zeiten, fann, was ihm zu thun gefällt, lange vorbereiten. Stets zur That wird sein Nath; auf verborgnen Wegen kommt uns Heil entgegen. 2. Jesus ward zum Heil der Welt einer unsrer Brüder; freudig, wie zum Sieg der Held, kam zu uns er nieder; rang mit Noth, Schmach und Tod, um zu edlerm Leben Menschen zu erheben. 3. Seiner Ankunft frohe Zeit ließ in frühen Jahren Gott mit ihrer Herrlichkeit Völkern offenbaren. Was geschah, fern und nah, wußt er dann zu lenken, um uns ihn zu schenken. 4. Preiset Werke und Wohlthaten Gottes. 64 4. Breiset ihn voll Zuver sicht, der die Welt regieret! Immer wird, was er verspricht, herrlich ausgeführet. Ehret ihn, der erschien, uns zu Gott zu leiten: folget ihm mit Freuden! 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des Himmels Erbe; dieß bin ich, und das ist mein Ruhm, auf Mel. Mein erst Geschäft sei Preis den ich leb und sterbe. 91 Sedante, der uns Leben gibt, wer kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen: und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd ich angstvoll zagen. Christenbeit soll mir kein Zweifel rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn; werd ich stets irren müssen, und, wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der 9. Du gibst mir deinen Geist, das Pfand, im Glanben mich zu stärken, und bildest mich durch deine Hand zu allen guten Werken. 10. Solang ich deinen Willen gern mit reinem Herzen thue, so fühl ich eine Kraft des Herrn und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt und ich zum Kreuze trete, so weiß ich, daß er mein gedenkt und thut, worum ich bete. 12. 3ch weiß, daß mein Erlöser lebt und mich einst aus der Erde erweckt und zu dem Reich erhebt, da ich dich schauen werde. 13. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne; und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 14. Soll ich dereinst auch würdig sein, für deinen Ruhm zu leiden, so laß mich keine Schmach und Bein von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch Erlösung. am sied 65 noch sterbend denken, wie zugleich Gott, durch den wir sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles schenken! leben; denn der Tugend heilig Reich ist ihm übergeben. Wer zu Jesu: Herr, Herr! spricht und doch Böses übet, kennt ihn und den Vater 81 Mel. Schwing dich auf zu 92 Kommt mit Dank nicht, der nur Fromme liebet. vor Gottes Thron! Preiset Gott auf Erden! Denn er fandte seinen Sohn, unser Heil zu werden. Ehret, preist ihn, der da kam, daß wir selig würden! Er ward Mensch und übernahm schwerer Leiden Bürden. 2. Treu vollbracht er seine Zeit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war des Heilgen Lehre; Menschen trösten und erfreun, immer sein Bestreben; und um Aller Heil zu sein, ließ er selbst sein Leben. 3. Nun als Herr, von Gott erhöht, nach vollbrachtem Werte, herrschet er voll Majestät und mit Gnad und 6. Laßt uns, Christen, laßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Sünde fliehn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild sehen und wie er mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen. 7. Können wir: es ist vollbracht! froh, wie er, einst sprechen, o dann schreckt uns nicht die Nacht, wenn die Augen brechen. Sicher wird uns seine Hand zu den Seligkeiten seines Reiches, in das Land der Verklärten leiten. Mel. Vom Himmel hoch, da Stärke, sammelt All uns in 93 Auf! freue dich, mein wir danach streben. Fromme sollen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. in mir und preise deinen Gott, der dir selbst seinen Sohn zum Helfer gibt; preif ihn, daß er so sehr dich liebt! 2. Er, den dir Gott zum Heil gesandt, er machte dir den Trost bekannt, wie innig seine Vatertreu, wie werth ihm deine Wohlfahrt sei. 4. Ehrfurcht und Gehorsam soll ihm der Mensch bezeigen, Aller Knie sich de muthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig jede Nation es mit Dank bekennen: Er fei Gottes höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 5. Wer ihn ehret, ehrt 3. Durch ihn hat er die sichre Bahn zur Seligkeit dir kund Werke und Wohlthaten Gottes. 66 fund gethan; durch ihn hat er dir Muth und Kraft, auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. 4. Vergiß, vergiß zu feiner Zeit die Größe seiner Gütigkeit; denk oft und stets mit Freuden dran und bete Gott in Demuth an. 5. Aus Gegenlieb und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zugehört und selig ist, wenn es ihn ehrt. 2. Sonst sahn mit Furcht im Angesicht auf Gräber unsre Brüder; doch bald erschien ein neues Licht dem bangen Herzen wieder. Des Menschen Geist umschließt kein Grab, nur seine Hülle sinkt hinab: dieß lehrte Jesus glauben. Mel. Allein Gott in der Höh 94 Nimm Jimm unsre Dantgefühle an, die wir dir, Bater, weihen; durch Jesum zeigtest du die Bahn der Tugend uns von neuem. Ja, ewig, ewig Dank sei dir; belehrt durch Jesum, können wir uns unsrer Würde freuen. 3. Mit edler Wärme lehrte er als erste Pflicht die Liebe, und jedes Gute immer mehr zu thun aus reinem Triebe. Er selbst, er gab sein Leben hin aus edlem, reinem Tugendsinn zum Besten für die Brüder. 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge redlich bis ins Grab; folg ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 7. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung: das ist der Preis, den echte Dankbarkeit dem gibt, der dich so göttlich groß geliebt. 8. In diesem Preise übe dich mein Geist, so hilft er Mel. Sei Lob und Ehr dem ſicherlich dir zu dem Glück, 95 Auf, Chriſten, laßt das Gott Gottes durch ihn der Welt bereitet hat. 4. Auf, Christen, ehrt ihn lebenslang durch reine Tugendliebe! D, daß ihm Keiner diesen Dank, fein Christ ihm schuldig bliebe! Wir sind erlöset: Dank sei dir, o Bater! Möchten alle wir frei von der Sünde leben! mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von unfrer Schuld und Miſsethat ein Retter uns zu werden. Er Erlösung. du s 67 Er wards und hat sein diesen Pfad, zeuch uns zu Werk vollbracht und sich, deinem Sohne, daß Glaub nach kurzer Grabesnacht, an ihn auch mit der That in gen Himmel aufgeschwun- unsern Herzen wohne: so has ben wir an seinem Heil, zur Freude für uns, ewig Theil; so preisen wir dich ewig. gen. 3. Wo ist des Todes Herr schaft nun? Hier ist sein Uleberwinder; die Furcht davor hinwegzuthun, starb er, das Heil der Sünder. Gebrochen ist uns nun die Bahn, die von der Erd uns himmelan zur ewgen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie fucht er unfer Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes! Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu gut sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zu unserm Glüde schafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen! 6. D laßt uns ihm uns anvertraun und seine Stimme hören, auf seine Mittlerhülfe baun, ihn mit Gehorsam ehren! Das ist der Weg zum ewgen Wohl, der Weg, auf dem man friedevoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite selbst uns Mel. Schon ist der Tag von Gott 96 Nun laßt uns alle fröhlich sein, Gott uns Jefum fandte! Laßt uns des Gottes hoch erfreun, den Jesus Vater nannte; der Alles schuf und liebt und nährt, der alle seine Kinder lehrt und alle gut erziehet. 2. Zur Reife der Vollkommenheit, die schon hienieden feimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht Einer ist versäumet. O wohl mir, ich bin Gottes Kind! O wohl mir, alle Menschen sind des höchsten Baters Kinder! 3. Er schaut auf Alle mild herab, führt auf verschiednen Wegen uns alle über Tod und Grab zu höherm Licht und Segen. Der Gott, den jede Sprache nennt, der Gott, den Niemand ganz verkennt, hat Jesum uns gegeben. 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Vernunft uns zieret, und findlich fromm den Weg zu gehn, der uns zum Ziele führet, der Menschheit hohen Zweck und Werth hat Jesus Christus Werke und Wohlthaten Gottes. 68 ftus uns gelehrt: Gott sei dafür gepriesen. 5. Wie Wahrheit nie dem Trug erliegt; wie Pflicht und Weisheit handelt; wie Tugend über Alles siegt und fest zum Biele wandelt, auch wenn ihr Hohn und Marter droht, verkündigt Jesu Lehr und Tod: Gott sei dafür gepriesen! 6. Wir zagen nicht: was kann uns je des Vaters Liebe nehmen? Für Armuth, Sorgen, Schmach und Weh, für Krankheit, Schmerz und Grämen, und für den schweren Schritt ans Grab beut Jesus einen festen Stab: Gott sei dafür gepriesen! 7.O guter Gott, wir zagen nicht: du wirst zum höhern Leben, wirst zu des Himmels reinstem Licht einst unsern Geist erheben. Wohl uns! Die Lehre Jesu beut uns Hoffnung der Unsterblichkeit: fei hoch dafür gepriesen! Mel. Zeuch ein gu deinen Thoren 97 Erhebt den Herrn, ihr Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche Liebe hat uns der Herr erzeigt; mit welchem Vatertriebe sein Herz zu uns geneigt! Von seines Himmels Thron kommt, Rettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben, sein hocherhabner Sohn. 3. Er kam zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit, nahm auf sich die Beschwer den von unsrer Pilgerzeit, enthielt sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiden sein großes Werf vollbracht. 4. Er hats vollbracht! D bringet Gott euren Lobge sang! Erlöste Menschen, singet dem Mittler ewig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seele Schaden. D nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenfinder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Buversicht! Drum kommen wir zu dir. Hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden; denn dein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Leben. Zu unserm ewgen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil. Laß uns dir folgsanı sein. Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen fich Gottes ewig freun. Mel. Erlösung. vindt 69 Mel. Herzliebster Jesu! ter nennen und zum GeGott, der du für horfam dir mein ganzes Leben willig 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, von deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir zu meinem ewgen Heile nun auch zu Theile! 98 Gott, uns deinen gegeben; o wer kann gnugsam deine Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnade Stärke! 2. Dein ewger Sohn stirbt für die Menschenkinder; der Heiligste tritt an die Statt der Sünder; der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. 3. Er wird das Lamm, das Aller Sünden träget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget: daß du die Schulb 99 Hei an den verlornen Schafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest und deinen Sohn ihm zum Verföhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesetze, verdient Verschwendung unschätzbarer Schätze, verdient ges häufte gröbliche Verschuldung so viele Duldung? 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thust weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 99 den 3n eigener Melodie. eiland, den uns der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erd erschienst. 2. Wie dein Nam, ist auch bein Ruhm. Jesu, wir, dein Eigenthum, ehren dankvoll und erfreut deine große Güttigkeit. 3. Du, deß Hand die Himmel hält, du kamst willig in die Welt, uns von Sünden zu befrein, unser Licht und Trost zu sein. 7. Ach! lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Va4. Start in deines Vaters Kraft, haft du Leben uns vers schafft. Wir, von Rath und Hülf entblöst, sind, o Herr, durch dich erlöst. 5. Preis sei dir in Ewigfeit! Auf! die ihr erlöset feid, rühmt den, der mit Lehr 70 Werke und Wohlthaten Gottes. Lehr und That euch vom feiten wiederum uns zu beTod erlöset hat! reiten. 6. Der du liebreich zu uns famst, unsre Rettung übernahmst, dein ung theur erworbnes Heil sei auf ewig unser Theil! 7. Unsre Seele trau auf dich, unser Leben preise dich: und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt! In eigener Melodie. 100 Mit frohlockendem Gemüthe schau ich, Gott, voll Dankbegier in die Tiefen deiner Güte und verliere mich in ihr. O wie groß ist deine Huld! Unsre ganze Sünden schuld willst du uns so gern vergeben; denn du hast nur Lust am Leben. 2. Ich verehre, Gott voll Liebe, deiner Gnade weisen Rath, die aus eignem freien Triebe unser sich erbarmet hat. Uns Verlornen dachtest du Rettung vom Verderben zu, und dieß Heil uns zu erwerben, sollte dein Geliebter sterben. 3. O, ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlassnen Armen Gnad und reichen Trost verleiht! O wie hast du uns geliebt, daß dein Sohn sich für uns gibt, die verscherzten Selig4. Ja, du zeigst aus weiser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe uns zu Buß und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler gläubt, soll, befreit von dem Verderben, Himmelsseligkeiten erben. 5. Du bestimmteft zum Verderben auch nicht Einen; deine Huld hilft auch Sündern. Wenn sie sterben, sterben fie aus eigner Schuld. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft seines Fre vels Lohn; sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnade, Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank befungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen, heilgen Rath, den der Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Vater, hilf mir das nach streben, meines Heils gewiß zu sein. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das sichre Beugniß geben, ich sei auf Laito- Erlösung. auf dem Weg zum Leben. 8. Ueberzeugt von deiner Gnade und gewiß, dich einst zu sehn, will ich selbst des Todes Pfade ohne Graun und muthig gehn. Hab ich deine Gnade nur; so wird keine Creatur mich von deiner Liebe trennen, mich dir Nichts entreißen können. Würde des Erlösers. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren 101 Du kamst herab zum Staube, herab von deinem Thron; in dir erblickt mein Glaube des ewgen Vaters Sohn. Glanz seiner Herrlichkeit! Wer kann dich gnug erheben? Du schenkst uns neues Leben und Herzensfreudigfeit. 2. Wer reicht an deine Größe? Im weiten Schöpfungsreich fühlt Jeder seine Blöße, fühlt Keiner dir sich gleich. Du warst, eb Meer und Land, eh Sonne, Mond und Erde durch jenes Machtwort: Werde! hervorging und entstand. P 71 4. Du hast durch deine Lehren des Irrthums Nacht zerstreut. Wenn wir sie folgsam hören, werd unser Herz erfreut. Er lernt mit Kraft und Muth nach wahrer Tugend streben, lernt für die Zukunft leben, gewinnt das höchste Gut. 5. Um unser Heil zu gründen, nahmst du so brüderlich den Sold der schwersten Sünden, des Kreuzes Last auf dich. Du tilgtest fremde Schuld, ertrugeſt Haß und Bande und starbst bei Qual und Schande mit göttlicher Geduld. 6. Doch, Herr, im Siegsgepränge kommst du zur Welt zurück. Dann steht der Völker Menge vor deinem Richterblic. O welche Angst und Bein verfolget dann den Sünder! Und Gottes fromme Kinder, wie wirst du sie erfreun! 7. Dich, Heiland, zu verehren, sei stets mir theure Pflicht; befolg ich deine Lehren, so seh ich einst dein Licht. Du bist, was Keiner war im Himmel und auf Erden, was auch nicht Engel werden; du bleibst es immerdar. 3. Der höchste Seraph beuget sich demuthsvoll vor dir, verhüllt sein Antlitz, schweiget, bewundert dich, wie wir; und deiner Hoheit Glanz, wagters, siezu ergrünwird zu den: auch er schaut nie sie ganz. Mel. Kommt, kommt den 102 Mein Heiland, geht über alle Himmel weit. Wer 72 Werke und Wohlthaten Gottes. Wer ist, der sie ermesse? widerfährt. Dir soll sich Du warst bei Gott in Alles beugen; denn göttEwigkeit. Du bist der Erst- lich groß ist, Herr, dein geborne vor aller Creatur, Werth. Du bist das Heil kamst zwar für uns Ver- der Erden. Wer auf dein lorne in menschlicher Natur; Wort nicht hört, der fann doch in der Menschheit Or- nicht selig werden; wer den tratst du erst in der aber dich verehrt, dem Zeit; eh noch die Welt ge- hilfft du vom Verderben, worden, warst du voll Herr- schaffst ihm Zufrieden lichkeit. heit und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seltgkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein träftig Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unfer Meister; auch uns schuf beine Hand, sowie das Heer der Geister, das dich noch nie erkannt. Ein Erbe über Alles! das ist dein ewger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht startes Wort. Das Große und Geringe geht blos durch deinen Willen fert. Sohn Gottes, du regiereft den ganzen Kreis der Welt; weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben; drum wird einst jede Gruft die Todten wieder geben, wann deine Stimme ruft. 4. Gott läßt dir Ehr erzeigen, die keinem Andern 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Saame, der gläubig dir zu Fuße fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! Mit Freuden dir zu die nen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte bein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 6. Sohn Gottes, ich ver ehre und bete dich in De muth an; beschäme und be fehre die, die dir noch nicht zugethan, die deinem Wort nicht glauben und dir, der für sie litt, die schuldge Ehre rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen; laß Nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen, dein Ruhm füll jedes Land! Mel. Erlösung. Mel. Mein ganzer Geist 103 Wie groß, wie angebetet ist dein Nam, o Heiland, Jesu Christ! Wie theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf! Wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolte! Als du famest, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken, Stumme fangen, dir zu danken. 2. Nur Schwache warens, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind fie? Wo die Hohen? Und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, List nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, uns den Weg zu Gott gelehret. ol 73 nun machst du selig, die versöhnt der Sünden Gräuel haffen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben und uns allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgefang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer mehr noch, Jesu, werden schon auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Nam, o Heiland, Jesu Christ! wie herrlich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Ruh: o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann erscheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen! 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinem Leiden; genießen, was du uns erwarbst, da du für uns am Kreuze starbst, der Engel hohe Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen! 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit entäußert eine furze Zeit, für uns von Gott verlassen. Und nun mit Ehr und Ruhm gekrönt, Dankbares Andenken an die Sendung Jesu. ( Adventslieder.) Mel. Jesu, fomm doch selbst zut 104 Gott ſei Dank in aller der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rath zu uns hergesendet hat. 2. Was 74 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Was der frommen Mel. Aus meines Herzens Grunde Väter Schaar Wunsch und 105 Mit Ernſt, war, Trost was sie fern im Dunkeln sah, Heil uns! ist im Lichte da. 3. Hier ist mehr, als Davids Sohn. Unvergänglich ist sein Thron; denn der Tugend Reich ist sein, hier und dort uns zu erfreun. 4. Licht der Seelen, ewges Heil ward durch ihn der Welt zu Theil. Menschen freund, wie dant ich dir! Du schenkst dieses Heil auch mir! 5. Deines Segens mich zu freun, laß mein Herz dein eigen sein; mach es von der Stlaverei jeder Sünde völlig frei. 6. Und wie deine Ankunft war Hülf und Rettung aus Gefahr: so erscheine stets auch mir Hülf und Rettung, Herr, von dir. 7. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei Allem, was ich hier zur Befördrung meiner Ruh denke, wünsche, wähle, thu. 8. Trifft mich Traurigkeit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz! Wenn kein Mensch mir helfen kann, so nimm du dich meiner an! 9. Und, o Jesu, wann du einst herrlich zum Gericht erscheinst, laß mich freudig zu dir gehn und gerecht vor dir bestehn! der, bereitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sünder, er rettet sie so gern. Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben versprochen hat zu geben; ihr könnt nun selig fein. 2. Kommt, reinigt eure Seelen, seid heilig, seid be reit, was ihm gefällt, zu wählen, zu fliehn, was er verbeut! Eilt willig in sein Reich, verabscheut und ver lasset, was euer König baj set, vertraut ihm, bessert euch! 3. Das hat der Herr ge boten, sein Sohn hats selbst gelehrt; das lehren seine Boten, und selig ist, wer hört! Ach, leben wird wer gläubt, und wer nicht glaubt, wird sterben. Ein Jeder wird verderben, der noch ein Sünder bleibt. 4. Wer wahre Demuth liebet, den will Gott einst erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn; wer ihm sein Herz ergibt, wird gut und selig werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie Gott liebt. 5. Doch was vermag ich Schwacher, ich Sünder ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, bereite selber mich! Erlösung. mich! Schon seufzt mein Herz nach dir, es seufzet dir entgegen: Komm, komm mit deinem Segen und wohne stets in mir! 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Neu und Schmerz, bereit, vor dir zu wandeln, ja, dir und unserm Nächsten Der Heiland treu, aufrichtig, ohne Heuchezu und zu deln. Zu dir flehn wir: hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen und des Fleisches Lust bezwingen. Mel. Mein ganzer Geift, Gott 106 Der finget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das: Heilig! Heilig! singen. Er kommt, der eingeborne Sohn, und steigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir vor der Sünde Rettung finden, höchstes Wefen! Durch dich werden wir genesen. 2. Willkommen, Friedefürst und Held, Rath, Vater, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du fleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch und willst, der Welt 75 kommt das Leben: o was kannst du Größres geben? 3. Du bringst uns Trost, Bufriedenheit, Heil, Leben, emge Seligkeit! Sei hoch dafür gepriesen! Herr, Mel. Befiehl du deine Wege zu gut, selbst unser Bruder 107 Wie soll ich dich werden. Ja du, Jesu, reichst die Arme voll Erbarmen uns entgegen und verwandelst Weh in Segen. wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns erwiesen! Von dir, da wir im Verderben müßten sterben, 5. Laß uns zu unserm ewgen Heil an dir im wahren Glauben Theil durch deinen Geist erlangen, auch wenn wir leiden, auf dich sehn, im Guten immer weiter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben und in deinem Reiche leben. Heil aller Sterblichen! Du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gib selbst mir zu erkennen, wie, deiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Einst streute man dir Balmen: jetzt soll die Dankbegier, mein Heil in Freudenpsalmen ergießen sich vor dir! Dich, dich will ich er02 heben, 76 Werke und Wohlthaten Gottes. heben, so gut ich Schwacher Nicht fie in ihrem Leide zu kann, mein Herz will ich trösten stets gewußt? Erdir geben: o nimm es gnä- freun ist seine Freude und dig an! Wohlthun seine Lust. 3. Damit du mich befreitest, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten, freutest du, Seligmacher, dich. Du sahest, daß hier keiner vermögend war dazu: da jammerte dich meiner, da famst und halfest du! 4. O du, an den ich glaube, was wars, das dich bewog? Was wars, das dich zum Staube, zu mir herniederzog? Dein göttliches Erbarmen. Ja du, o Jesu, haft mit mitleidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt. 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, flagt nicht mehr! Zagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein Helsehet auf! habet den besten Helfer nah, der eure Seele labet: der treue Freund ist da! 6. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld beweint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Men schenfreund, ruft heilbegiergen Sündern der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihren Seelen Ruh. 7. Er übersiehet Keinen und weiß, was Jedem nützt. Hat er nicht stets die Seinen von Anbeginn beschützt? 8. Er macht uns von dem Bande des Tods auf ewig los, entreißet uns der Schande der Sünd und macht uns groß, gibt Weisheit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That, ver sichert uns die Freuden, die Gott bereitet hat. 9. Er kommt zum Weltgerichte; der Bösewicht vergeht, wenn da im hellen Lichte der Tugendfreund bes steht. Wohl ewig allen denen, die seine Wege gehn und einst mit Freudenthränen zu seiner Rechten stehn! Mel. Gott, der du die Menschen errun108 Der du uns das gen, Mensch gewordner Gottessohn! Ewig sei dir lobgesungen, daß du von des Himmels Thron uns zu gut ins Fleisch gekommen; der du voller Freundlichkeit längstens schon vor meiner Zeit dich auch mei ner angenommen und mein Bruder worden bist, sei gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sei gelobt! denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. wie hoch hast du geehret unfer sterbliches Geschlecht! Herr tot Erlösung. 77 Herr, du hast es selbst ver- ten. Durch ihn bin ich mählet mit der göttlichen Gott vereint; Gott ist BaNatur und vor aller Crea- ter und mein Freund. tur es zum Wohlthun dir erwählet; ja, in dir, du Gottessohn, herrscht die Menschheit auf dem Thron. 3. Du, du bist der Völter Segen, famst, von Noth uns zu befrein; und wir können deinetwegen jetzt schon Kinder Gottes sein, Hat die Sünd uns gleich verdorben, o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft und die Tüchtigkeit erworben, einst, von Sünden völlig rein, Mel. Nun danket Alle Gott ähnlich dir, o Herr, zu ſein. 109 Er ist gekommen, er, auf den die Väter harrten, und länger dürfen wir nun feines Andern warten. Sein Lob erschalle laut in aller Welt umher! Wer brachte je der Welt mehr Licht und Heil, als er? 4. Du, du bist der Mittler worden, der die Welt mit Gott versöhnt: hast der fchwachen Menschheit Drden wieder mit dem Recht belehnt, in den Himmel einzugehen und da Gottes Herrlichkeit nach vollbrachter Prüfungszeit ewig einst verklärt zu sehen. Fromme! faffet Zuversicht, glaubet fest, nur fündigt nicht. 2. Gott ist mit uns, wir sehn den Sohn, den Eingebornen, des Vaters Ebenbild, den Retter der Verlor nen, der Reuevollen Trost. Ihr Sünder, nehmt ihn an! Freut des Erlösers euch, der selig machen kann! 5. Sollte mich wohl Gott verlassen, wenn ich krank und hülflos bin? Nein, sein Heil wird mich umfassen, trösten den betrübten Sinn. Und da kann mich nichts anfechten. Er, der meinen Jammer tennt und mich gnädig Bruder nennt, sitzt als Herr zu Gottes Rech3. Gott ist mit uns! nun hört der Arme seine Lehren, und was er lehrt, ist Heil. Er ists! die Tauben hören; der Blinde sieht und schaut voll Dank zu Gott hinauf; des Lahmen Füße gehn; die Todten stehen auf. D3 4. Er. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme sein! Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertraun, freudig føl gen, auf dich baun. Deine Huld ist nicht zu messen; gib, daß ich für deine Treu bir auf ewig dankbar ſei. 78 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Er ist gekommen, uns tären. Jesus erschien, und dem Vater zu versöhnen und es ward Friede durch ihn. mit der Tugend Kranz die Friede! Singts laut ihm zu Gläubigen zu krönen. Gott Ehren! ist mit uns! Er will die Trau rigen erfreun; er will der Schwachen Kraft, der Mit Mütden Stärke sein. 4. Unschuld und Tugend entkeimten des Göttlichen Tritten, Trost und Erquit kung trug er in der Weinenden Hütten, ward ihnen Freund, hatte oft selber geweint, selber geduldet, gelitten. 5. Gott sei gelobt! Er ists, auf den die Väter harrten. Heil uns! wir dürfen nun nicht eines Andern warten. Er schließt den Himmel auf; er nimmt die Sünder an. Frohlockt und betet ihn und seinen Vater an! Geburt Jesu. ( Weihnachtslieder.) Mel. Lobet den Herren, den 110 hre sei Gott in der Höhe! der Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erkoren. Lasset uns sein dankvoll, ihr Christen, uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? 2. Schatten und Dunkel bedeckte den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien! Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ebren, folgten der 3wietracht und haßten sich vor den Al5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Selige Hoffnung, einst Jesum, den Retter, zu sehen und mit den Schaaren der Himmlischen ihn zu erhöhen! Völlig beglückt, sing ich dann himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! On eigener Melodie. 111 Nobt Gott, ihr Chris sten, freuet euch! Von seiner Gnade Thron beruft er uns zu seinem Reich und sendet seinen Sohn. 2. Er kommt nach seines Baters Rath, mit Heil uns zu erfreun und auf des em gen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu sein. 3. Bei seinem Eintritt in die Welt umgibt ihn feine Pracht, die glänzend in die Augen Erlösung. 79 Augen fällt und groß vor liebgewinnet? Nimm froh an Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, Begehrt kein Erdenglück, verlangt allhier kein Königreich von einem Augenblick. seiner Liebe Theil und werd ihm gleich gesinnet! Wer nicht, wie er, gefinnet ist, der ehrt ihn nicht, der ist fein Christ. Der Herr erkennt die Seinen. 5. Er fommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn.Vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn. 6. Er lehret uns die Sünscheun, spricht Muth dem Schwachen zu und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Ruh. 7. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hülle fällt, uns weder Tod, noch Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmel reich. Ihr Christen, wie beglückt sind wir! Lobt Gott, und freuet euch! 3. In Dürftgen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, speisen, tränten! Ja, laßt uns frohe Geber sein und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan; und er, er wills vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf ihn, von ihm gelehrt, lobfingt ihm, ihr Erlösten! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit. Dir, bir sei ewig Ebre! Mel. Mein ganzer Geist Mel. Allein Gott in der Höhb 112 Laßt uns mit ehe 113 stimm auch du furchtsvollem Dank den Gott der Lieb erhöhen, mit feierlichem Lobgefang des Heilands Fest be gehen! Preis sei dem Vater, ber ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er tam herab und ward das Heil der Men fchen. mit frohem Dank, mein Geist, in jenen Lobgesang, von dem der Himmel tönte, als er zur Welt hernieber kam und uns fre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte! Freu dich innig! Er, bein Führer und Regierer, tam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ehre, D4 Gott, 2. Ist der ein Chrift, der dieses Heil nicht schätzt und Werke und Wohlthaten Gottes. 80 Gott, sei dir! Wie gnadenvoll bist du auch mir in deinem Sohn erschienen! Du fandtest aus Erbarmen ihn, die dem Verderben zu entziehn, die schnöden Lüsten dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd entrückt zu sehen! 3. Und wie vergelt ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir schon, ehe ich war, bewiesen? Du bahntest unter bitterm Leid auch mir den Weg zur Seligkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun bienieden Gottes Frieden schon empfangen und einst volles Heil erlangen. 4. O gib, daß ich an die sem Heil nun auch im wahren Glauben Theil durch deinen Beistand nehme; daß ich hinweg vom Eitlen seh, die Wege deiner Wahrheit geh und deiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wann ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd aufgenommen! 5. Ich bringe dir ein dankbar Herz, bereit, in Freuden und in Schmerz, wie dirs gefällt, zu wandeln. Ver leihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissenhaft zu denken und zu handeln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben und einst droben wonnevoll dich ewig loben. Mel. Frohlich soll mein 114 Last uns unſerm Gott lobfingen! hocherfreut laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freuet sich inniglich: Christus ist geboren. Er, der König aller Wesen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rathschluß fassen? Aber dieß ist gewiß: wir sind nicht vers lassen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns her; wie sollt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verwor fen hätte, nähm er dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette! Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch ge litten. Er wird niedrig euretwegen! Welch ein Freund! er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlichgroß Erlösung.$ 12 81 groß erdulden. Lernt den viel treuer. Keine Creatur, Menschenfreund erkennen: gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. fein Leiden, keine Noth und fein Tod soll von dir mich scheiden. 7. Dankt ihm, der eur innres Sehnen sehen kann; betet an; weinet Freudenthränen; liebt ihn, der von Liebe brennet; preist den Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 13. Du kommst einst zum Weltgerichte. Dann werd ich, Richter, dich schaun von Angesichte; und wenn dann die Frevler beben, so werd ich deiner mich freun und ewig leben. 8. Wenn euch eure Sünden fränken, eilt herzu, su Mel. Jesu, meine Freude chet Rub: er will fie euch 115 Gottes Sohn iſt Schaut auf ihn mit Glaubensblicken; zittert nicht; denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöster zage! Bringet ihm zu seinem Feste Sutraun her! Wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihrSchwachen: mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure fleine Zeit der Leiden und der Müh, was ist sie gegen ewge Freuden? 11. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, obwohl schwach, doch um so kommen! ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erben, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er hier, um an uns des Vaters Willen liebreich zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott auf seinem Thron, liebt uns in dem Sohn, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil durch seiner Sendung Gaben selbst an Gott zu haben! 3. Keine Macht der Leiden soll von ihm uns scheiden: er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen völlig uns erlösen; hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, tann nicht seine Brüder hassen oder bülflos lassen. D5 4. Wann 82 4. Wann wir einst ermüden, führt er uns zum Frieden durch des Grabes Nacht. Unsre todten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der fie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. Werke und Wohlthaten Gottes. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unsern Bruder schaun. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier versucht, wie wir: überschwänglich wird er lohnen und der Schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt, ihr Sünder! Werdet Gottes Kinder! Werdet seiner werth! Eilet! eilt, ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen! Bleibet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien; daß er sich für euch gegeben durch ein göttlich Leben. In eigener Melodie. 116 Auf! ichide bich, recht feierlich des Heilands Fest mit Dan ten zu begehen! Lieb ist der Dant, der Lobgefang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb, erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! O! wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoch in dei nem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu täglich Buß und glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht und doch nicht sucht, sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich, Gottessohn, bekleiden, speisen, trän ten; der Frommen Herz in ih rem Schmerz mit Trost erfreun und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Erden! Die Christenheit preist dich erfreut und Aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern; und wer ihn ehrt, den wird sein Name trösten. Gelobtsei Gott! Gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten! Mel. Ermuntre bich, mein 117 Sott, beine Gnade fei gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich in mir, mein Geist, ihr Wohlthun zu Erlösung. 83 zu erheben! Denk an die nach deines Vaters Rath Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich dargestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. dich ein, wardst Mensch und kamst, mit Freuden für uns den Tod zu leiden. 6. Dein, Sohn des Höchsten, freu ich mich; du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Göt ter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft und Freuden, die tets währen, willst du auch mir gewähren. 2. O große That! erwünschte Nacht, von Engeln selbst besungen! Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der Alles schuf und Alles hält, der Freund der Menschentinder, des Tebes Ueberwinder. 3. Der du, zu uns gefandt vom Herrn, aus deinem Himmel famest und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest, Sohn Gottes! o wie haft du dich so tief erniedrigt auch für mich! Wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 4. lehre mich, den gro Ben Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser Erd dich so her abzulassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Ver. achtung, Kummer, Schmerz und Tod, und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. Du fa best unsre Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du stelltest, unser Heil zu sein, 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bists, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab und was ich bin, bas geb ich dir zum Dienste hin; ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Geist verehren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; doch du wirst wiederkommen: und dann schaun dich von Angesicht, Herr! alle deine Frommen. Dann werd auch ich, Herr Jesu Christ! dich schaun, so herrlich, als du bist; dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. Mel. Vom Himmel tam ber 118 Dieß ist der Tag, den gemacht; sein werd in aller Welt gebacht! Ihn preiſe, 06 was 84 Werke und Wohlthaten Gottes. was durch Jesum Christ im Herz erhöht. Gedanke volHimmel und auf Erden ler Seligkeit! du bist es, ist! der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schooße sitzt? 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da fandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wun-) der fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir! Ich komm, im Buche steht von mir; Mel. Kommt, kommt, den Gott! deinen Willen thu 119 Vom Grab, an ich gern: Gelobt sei, der da kommt im Herrn! dem wallen, soll, Jesu Christ, dein Lobgesang empor zum Himmel schallen! Dir opfre jede Seele Dank! und jeder. der Gebornen erfreu sich, Mensch zu sein; und jeder der Verlornen rühm es, erlöst zu sein! Uns Sündern ward gegeben einst Jesus, Gottes Sohn; mit ihm erschien das Leben, mit ihm des Himmels Lohn. 2. Kommt, laßt uns nieverfallen vor unserm Mittler, Jesu Christ und danten, 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel, du Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich bet auch ich, mein Heiland, an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 8. Gedanke voller Majestät! du bist es, der das 11. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Erlösung. ha 85 fen, daß er Allen Erretter, dann dem Throne und schauFreund und Bruder ist. Er en deine Majestät. Nicht gleicht der Morgensonne mit mehr aus dunkler Ferne ihrem ersten Strahl, ver- dringt dann der Dank zu breitet Licht und Wonne dir; weit über Sonn und und Leben überall. Durch Sterne erhaben, jauchzen ihn kommt Heil und Gnade wir. Mit aller Himmel auf unsre Welt herab; er Heere schallt unser Lobgeleuchtet unserm Pfade durchs sang. Dem Ewigen ſei Leben bis zum Grab. Ehre, dem Weltversöhner Dant. 3. Froblockt, ihr Mitgenossen der Schwachheit und der Sterblichkeit! Nicht länger ist verschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. Zu unsrer Erd hernieder tam Gottes ewger nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder und der Verlornen Hort. Hier sind wir Gottes Kinder und Gottes Erben dort. 4. O du, dem laut die Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volk im Staube bringt! Auch du warst einst auf Erden, was deine Brüder sind, ein Dulder der Be schwerden, ein schwaches Menschentind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder sein, wenn sie, entrückt der Erden, sich deines Anschauns freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah sind wir Erscheinung Christi. Mel. Was mein Gott will 120 Grfreue dich des Heils, mein Geist, das Gott für dich erforen! Der Heilige, der Jesus heißt, ward auch für dich geboren. Er machte klar, was dunkel war, daß uns kein 3weifel bliebe. Wem leuchtet nicht sein reines Licht hinauf zum Gott der Liebe? 2. Der Mensch soll von der Sinnlichkeit die Freiheit sich erringen und, von der Sünde Macht befreit, zum hohen Leben dringen, gutthätig sein, wie Gott erfreun und stets zufrieden leben. Dazu verschafft der Herr auch Kraft, den Gott uns hat gegeben. 3. Drum sei uns sein Er-. scheinungsfest ein Fest der Liebe Gottes. Wohl dem, der sich auf ihn verläßt, trotz aller Macht des Spot07 tes! Werke und Wohlthaten Gottes. 86 tes! Der ihn uns gab, blickt hold herab auf seine from men Kinder und väterlich erbarmt er sich der reuerfüllten Sünder. 4. Mit dieser frohen Zuversicht geh ich dem Tod entgegen. Ich weiß, mein dunkler Pfad wird Licht und Leid und Schmerz mir Segen. Schließt sich mein Lauf, werd ich hinauf zu Jefu mich erheben und mit der Schaar, die treu ihm war, in seinem Himmel leben. Mel. Gottlob, ein Schritt zur 121 Dem ganzen Erdtreis ist vom Herrn ein helles Licht erschienen; es leuchtet nah, es leuchtet fern. Zahllose Völker dienen den todten Göttern nun nicht mehr; sie kennen ihn den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. noch jetzt den Götzen dienen. Nicht sie, nicht eigne Würdigkeit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Finſterniffen. 4. Drum laß mit froher Dankbarkeit uns nun im Lichte wandeln, uns in der gnadenreichen Zeit stets fromm und weise handeln, auf dich, bei treu erfüllter Pflicht, zufrieden und voll Zuversicht in Noth und Tod vertrauen. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, erkennen deinen Willen, und wer das Thun vom Wissen trennt, nun seine Pflicht erfüllen! Nichts helfen Opfer des Gebets dem, der da glaubet und noch stets der Sünde sclavisch dienet. 6. Und wo noch bange Dunkelheit und falsche Schatten liegen, wo Irrthum, Wahn und Sinnlichkeit noch Sterbliche betrügen, auch da geh nun im Siegeslauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene. Darstellung Jesu im Tempel. 3. D wär uns nicht dein Mel. Chriftus, der ist mein Leben Licht, o Gott, so hell und 122 Dem großen Ba rein erschienen; wir würden der Vernunft zum Spott, 2. Kaum sandte Gott durch seinen Sohn der Erde große Freuden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern, führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen, anzubeten. am heiligen Altar jetzt bie Ge= Erlösung. 87 Gebenedeite den Sohn, den Lieder: Heil mir, mun seh fie gebar. 2. Da betete im Tempel ein Greis zu seinem Gott und ward uns ein Erempel von einem schönen Tod. ich ihn! Der Himmel tönet wieder: Heil dir, nun siehst du ihn! 3. Gott sah ihn still und weise den Weg der Tugend gehn, verhieß dem frommen Greife, den Heiland noch zu sehn. 4. Jetzt lag vor seinen Blicken das Kind, des Himmels Lust; er nahm es mit Entzücken und drückt es an die Brust; 5. Und rief: Nun, Herr, mit Freuden neig ich mein Haupt zur Gruft; voll Dantes will ich scheiden, sobald dein Wink mich ruft. 6. Dein Heil hab ich ge sehen; hier ist der Völker Hirt, der Israel erhöhen, die Welt erleuchten wird. 7. So schloß am Pilgerstabe der Fromme seinen Lauf; und, Gott, du thatst am Grabe ihm deinen Himmel auf. 8. Gib, daß auch ich mit Treue den Weg der Tugend geh, wie er, den Tod nicht scheue, mit Freuden Jesum jeb. 9. 3war werd ich ihn nicht sehen, nicht hier, wie Simeon, doch in des Lichtes Höhen erwartet er mich schon. 10. Dort tönen meine Mel. Kommt her zu mir 123 Entreiße dich, mein Geist, Er der Welt, dem, der für dich sich dargestellt, nun dich auch darzustellen! ist das Licht, drum sei gewiß, er wird auch deine Finsterniß durch seinen Glanz_erhellen. 2. Er macht das Herz von Sünden rein, um dich zum Leben einzuweihn, zum fittlich schönen Leben. Er gibt dir Kraft zu jeder Pflicht und stärket deine Zuversicht, zu Gott dich zu erheben. 3. Wer noch der niedern Sinnlichkeit, wer noch des Lasters sich erfreut, ach, der verscherzt den Segen! Nie wird ihm wahres Glück und Heil, nie wird ihm Seelenruh zu Theil auf seinen bösen Wegen. 4. Wer aber wünscht, wie Simeon, das Heil der Welt, des Höchsten Sohn, zu seinem Heil zu haben; wer Recht thut, sich der Welt entwöhnt, nach wahrer Heiligung sich fehnt, der opfert rechte Gaben. 5. Wer durch das Wort, darauf er traut, im Glauben 88 Werke und Wohlthaten Gottes. ben seinen Heiland schaut, 3. Ein himmlisch Licht ist kann einst im Frieden fahren. Der Herr erfüllt, was er verspricht; er wird sich einst in seinem Licht ihm herrlich offenbaren. seine Lehre, und Geist wird seine Taufe sein. Ihm, ihm allein gebührt die Ehre! Er kommt, und jedes Herz ist sein. Schon wurden ganze Völker rege; schon strömte froh es auf dem Wege nach dem erhellten Kanaan, und Heiden riefen Jesum an. 4. Und wir, die Jesu Stimme hören, wir sollten träg und sicher ruhn? wir nicht still weinend uns befehren? nicht froh des Höchsten Willen thun? Laßt uns entrinnen dem Verder= ben, fromm leben, um einst fromm zu sterben! Dann werden wir nie mutblos sein, wenn Trübsal, Noth und Tod uns dräun. 6. Ich komme, Herr, mich dir zu weihn. O mache mich von Sünden rein und laß mich heilig leben, bis du auch mich, wenn dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn erheben. Johannes, der Vorgänger Jesu. In eigener Melodie. 1248 ging ein Mann voll Gnad und Segen, Johannes, dem Erlöser vor. Die Hügel bahnt er ihm zu Wegen, hob Herzen aus dem Staub empor. Es bebte, wer ihn reden hörte, fehrte gerührt, mit thränenvollem Blick, zur Tugend und zu Gott zurück. 2. Er schreckte Heuchler, strafte Sünder. Er rief: Das Himmelreich ist nah! Thut Buße, werdet Gottes Kinder; denn der VerheiBene ist da! Er kommt und wird die Menschheit sichten, parteilos alle Thaten rich ten. Heil frönet die er füllte Pflicht, den Frevel trifft sein Strafgericht. In eigener Melodie. 125 mmer fich bestreben, zu er füllen seine Pflicht, fromm und gut zu leben, bis das Auge sterbend bricht: dieß nur ist nach Jesu Lehre wahre Weisheit, Tugend, Chris stenehre. 2. Heil dir schon auf Erden, Freund der Wahrheit und des Rechts! Denn durch Tugend werden Menschen göttlichen Geschlechts. Unter aller Leiden Bürde bleibt die Tugend unsre höchste Würde. 3. So, Erlösung. dnu st 3. So, in höhrer Klarheit, so umstrahlt mit Gottes Licht, ging den Weg der Wahrheit ein Johannes, wantte nicht, fest entschlossen, selbst sein Leben für die Pflicht zum Opfer hinzu geben. 4. Und vergebens drohte Kerker, Marter, Blutgerüst; treu dem Pflichtgebote, das Gebot des Ewgen ist, stirbt er, stirbt mit edlem Muthe, zeugt für Wahrheit selbst mit seinem Blute. 6. Tugend, unter Freuden dieses Lebens bist du schön; doch nur unter Leiden kann man deinen Ursprung sehn; sehn, daß du vom Himmel stammest und den Geist fürs Göttliche entflammest. 7. Du, o hehre Sonne, strahlst mit überirdschem Schein, schaffst dem Geiste Wonne, weihst zu Gottes Himmel ein; du veredelst unsre Freuden, du veredelst uns durch Schmerz und Leiden. 89 5. Tugend, Segensfülle, o Ziel des Mel. Liebster Jesu, wir sind Ruhms, du der Gottheit 126 Führerenheit, Wille, Geist des wahren Christenthums, durch dich kann der Mensch auf Erden Gottes höhern Geistern ähnlich werden. 8. Unter deinem Strahle blühn auf Gräbern Blumen auf; aus dem Todesthale ringen wir zum Ziel hinauf, wo in deinen lichtern Höhen wir die Wunder Gottes heller sehen. 9. Heilge mein Bestreben; gib, o Gott, mir Kraft und Muth, tugendhaft zu leben, christlich weise, christlich) gut, daß mich weder Schmerz, noch Freude, noch der Tod von wahrer Tugend scheide. Lehre, Leben und Thaten Jesu. Lehrer, Muster uns zu werden hoher, reiner Sittlichkeit, wurdest du ein Mensch auf Erden. Dir schlägt unser Herz entgegen, Jesu, dir, der Menschheit Segen! 2. Du gabst unserm Geiste Licht, lehrtest uns Gott näher fennen und mit froher Zuversicht unsern Schöpfer Vater! nennen, der uns liebt, versorgt, beschützet und uns gibt, was wahrhaft nützet. 3. Du hast uns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, aufgeklärt, uns gelehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen und das Laster überwinden. 4. Dann 90 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Dann auch, wenn das einherzugehn; ihr Licht, Auge bricht, Todesschrecken mit freudigem Vertraun uns umgeben, blickt, erhellt hin in die Ewigkeit zu von deinem Licht, unser schaun. Geist in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden, um mit frohem Muth zu scheiden. 4. Und um der Welt dieß Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch felbst die größesten Beschwer ben! Und brückte dich gleich ihr Gewicht, so trugst du doch voll Güt und Huld fie gern mit himmlischer Geduld. 5. Danket, Christen, betet an! Laßt uns Christum herzlich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Lehren, treu durch und Leiden gehen, um sein ewges Licht zu sehen! Mel. Wer nur den lieben Gott 127 Auf Erden Wahrheit auszubreiten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt, und, uns zum ewgen Glück zu leiten, das Herz zu Gottes Lieb entflammt: dazu erschienst du, Jesus, hier, von Gott gesandt, zum Heil auch mir. 2. Dieß war das tägliche Geschäfte, darin bein Geist Vergnügen fand. Wie emfig hast du Zeit und Kräfte, beseelt von Liebe, angewandt, durch deiner 5. Fürwahr, noch immer ist das Leben, das du auf Erden hast geführt, ein Segen, den uns Gott gegeben, dafür ihnt ewger Dank gebührt; ein Segen, deffen auch mein Geist sich freut und dich, Erlöser, preist. 6. Ja, Preis sei dir, du bester Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gesandt! D, würde Jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Hilf, daß ich deiner Wahrheit treu und ewig durch sie selig ſei! Mel. Liebster Jesu, wir sind Lehre hellen Schein der 128 Theuer fei mir zu fein! 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzusehn; ihr Licht, auf diesem selgen Pfade mit sicherm Schritt allezeit, mein Heiland, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgiam" teit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen darauf baue. 2. Nur 36 2. Nur bei deiner Wahrheit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Vater nennen und nach seinem heilgen Willen unsre Pflichten treu erfüllen. Erlösung. dau 21 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erforschet haben, das hast du uns aufgehellt: und durch deines Geistes Gaben wirkest du in unsern Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde großen Schaden, doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden: lehrst uns aller unsrer Sünden gnädige Vergebung finden. 5. Huldreich rufest du uns zu: Kommt zu mir, beschwerte Seelen; es soll euch zu eurer Ruh nicht bei mir am Troste fehlen, wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, tausend Beugen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch bein Wort erfüllest und der Seele Kummer stillest. 91 nen Lobgefang, den ich hocherfreut dir singe! Du befreist auch mich aus Gnaden von der Sünde Macht und Schaden. 7. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ebrfurcht bringe! Höre mei 8. Köstlicher, als Gold, sei mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dank, ja, ewig Dank sei dir für den Trost, den es gewähret! Werd ich einst zu dir erhoben, will ich würdiger dich loben. 9. Stets, solang ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte handeln: so nimmst du mich einst im Scheiben auf zu deinen höbern Freuden. Mel. Liebster Jefu, wir stud 129 Schon auf Erden Himmelsseligkeit empfinden, wenn nur Lieb und Eintracht hier unsre Herzen fest verbinden, wenn wir dich nach Jesu Lehren, dich, o Gott der Liebe, ehren. 2. Diese Herzensfreudig feit danken wir dir, Gott der Gnade; Jesu Chriſti Lehre streut Freuden auf des Lebens Pfade, lehrt uns Mäßigung in Freuden, gibt uns hohen Muth im Leiden. 3. Sie gewährt uns Trost und Rath in den allerbängsten Leiden; sie erleuchtet un fern Werke und Wohlthaten Gottes. 92 sern Pfad, wenn wir von der Erde scheiden; uns, von Todesnacht umgeben, leitet sie zum bessern Leben. 4. Wenn uns Erdenglück verläßt, unsre Lieben uns verlassen, hält sie unsern Muth noch fest, lehrt uns, frohe Hoffnung fassen; lehrt Geduld uns, gibt uns Stärte zur Vollbringung guter Werke. 5. Sie lehrt: Menschen zu erfreun sei des Herzens größter Segen; lehrt uns, Feinden selbst verzeihn, die in Noth sind, trösten, pflegen, brüderlich die Menschen lieben, segnen die, die uns betrüben. 6. Heil dem Menschen, der sie übt, diese schönenTugendlehren! Heil dem, der die Brüder liebt, sich bestrebt, dich, Gott, zu ehren! Ewig selig wird er leben, stets nach höhrer Tugend streben. 130 Heiland, Mel. Schmücke dich, o liebe Seele deine Menschenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein trenes Herz regieret und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. O wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Uleber seine Feinde wei nen, Jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Be trübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren; das sind Proben wahrer Güte; und so, Herr, war dein Gemüthe. 3.O du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! Und wie pflegtest du zu eilen, das Erbetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, wars mit Aufwand aller Kräfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, dich von Sündern ließt verhöhnen und zur Schmach mit Dornen frönen, ja, uns Lebenzu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß Ano Erlösung, du s Haß nicht zu vergelten, bei ne Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu segnen, deine Mörder zu vertreten und für sie zu Gott zu beten. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, o wie wenig hast du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Wil lig littst du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sei dir dafür gesungen! 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen deinen Wandel oft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Menschenliebe: laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! Mel. Gott Vater, an Erbarmen Dein Lehrer ist dir, 131 ej, gleid)! An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That der schwachen Menschen sichrer Rath. Es freut meinGeist im Glauben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich. 93 wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du sahest in der Gottheit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchsten weisem Nath die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen kund. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie 4. Dieß und die Wunder deiner Hand' sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gett gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dieß Wort von Gott! 5. Du lehrtest uns durch Wort und That; man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf diefer Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu dir nachzufolgen eifrig sei! 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt: du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen fund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nutzen schafft! 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinem Siege 94 Werke und Wohlthaten Gottes. ge mächtig fort; du sendest, und selbst die Todten auf wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. erstehn. 4. Sein Segen speiste ganze Heere, da, wo es selbst an Brod gebrach; und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sah man ja bei allem Thun ihm der Gottheit Fülle ruhn. auf 5. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter fich bewährt. Wir nehmen solchen Mel. Wer nur den lieben Gott 132 Wie göttlich find gläubig an und sind ihm willig unterthan. doch Jesu Lehren! wie überzeugend seine Macht! Wer könnte seine Thaten hören, wer, was für Wunder er vollbracht, und stimmte nicht dem Glauben bei, daß er der Welterlöser ſei! 6. Erfüll, o Herr, nur unsre Herzen mit seiner Lehre Göttlichkeit, damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht, und schaffe, daß ihm unsre Treu bis in den Tod ergeben sei! 8. Mein Heiland, send ihn auch zu mir, daß ich mit heiliger Begier nach Wahrheit strebe, fromm und treu den Lehren deiner Weisheit fei, bis mich bei dir in Ewigfeit ein hellres Licht dereinst erfreut! 2. Erbarmen war es vol ler Gnaden, was man in sei nen Zeichen sah. Nie wirkte er zu Jemands Schaden, Mel. Was mein Gott will wie von Propheten ſelbst ge= 133 Kommt, die ihr schah; er raffte nie in ihrem Sinn die Sünder schnell im Zorne hin. 3. Er schentte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Aussatz mußte vor ihm schwinden, der Stumme sang ihm Dank und Ehr. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn nicht gewohnet seid, daß ihr euch selbst entfaget, die ihr nur stets nach Eitelkeit, Ruhm, Vortheil, Wollust fraget, kommt, schauet Jesu Vorbild an! Dieß, dieß muß euch beschämen. Kommt, lernt, geheilt von eurem Wahn, hinfort euch selbst bezähmen! 2. Gott Erlösung. 2. Gott war sein Alles; nur an dem hing seine ganze Liebe. Dem dienen war ihm angenehm; dem weiht er seine Triebe. Wozu er stets sich willig fand, war dieß: den ganzen Willen des Vaters, welcher ihn gesandt, vollkommen zu erfüllen. 3. Hoch über Welt und Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie aus Schüchternheit sich, wie er war, zu zeigen; und wenn er Bosheit freveln sah, war er voll edler Schmerzen: wenn aber Gottes Wort geschah, quoll Freud aus seinem Herzen. 4. Die Freude, die die Welt verheißt, verlangt er nicht zu schmecken. Und rein bewahrte sich sein Geist, ganz rein von allen Flecken. In Allem sah er immerdar mit Eifer, nie zum Scheine, auf das, was seinen Brüdern war, nicht aber auf das Seine. 95 ihm schon schwer: er fands doch gut und billig; denn jeden Tropfen Bluts war er ihm aufzuopfern willig. Stets zeigt er daß ihn keine Noth auch nur zur Klage reize. Er ward gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuze. 7. Von Gott verlassen, blieb sein Herz an ihm, trotz alles Spottes. Sein Sehnen war, im bängsten Schmerz, Nichts, als das Antlitz Gottes. Folgt, Menschen, seinem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten; er selbst hat euch, ihr seid zu schwach, die Kraft dazu erstritten. 5. Stets floh er das Geräusch des Ruhms, blieb niedrig und geringe, entder Erbe aller Dinge. Arm ward er selber, daß wir reich aus seiner Armuth würden. Er ist der Herr, sein ist das Reich, doch trug er fremde Bürden. 6. War Gottes Hand auf 8. Hilf meinem Glauben; daß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde! Bezähm das Fleisch, vertilg in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir allstets vor Augen setze; des Vaters Willen thun, gleich dir, für Freud und Leben schätze! Mel. O Gott, du frommer Gott 134 Erscheine meinem Geist, erhabnes Bild der Tugend, du Muster jeder Pflicht, des Alters, wie der Jugend! O Jesu, Himmlischer, dein Beispiel leite mich! Ich irr und strauchle nicht, seh ich nur fest auf dich. 2. Wie 96 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Wie unschuldsvoll, wie mitten durch sie hin mit rein, wie unentweiht von Festigkeit und Ruh. Sünde, floh deine Jugend hin! Wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüngling schon, was Gottes Wille wählt! Doch ach, wie oft hab ich, noch jung, doch schon gefehlt! 3. So arm, so freudenlos und allem Glanz entriffen, durch frühen Druck geübt in Müh und Kümmernissen, floß dir das Leben hin, und dennoch bliebst du groß; nie riß das Elend dich von deinem Vater los. 4. Gehorfam warst du stets bereit, des Vaters Willen selbst bis zum Kreuzestod mit Freuden zu erfüllen; trugst mit Geduld und Muth des Lebens herbsten Schmerz; du sahst die Glücklichen, und neidlos blieb dein Herz. 5. Nie hast du deine Pflicht, die kleinste nie verlebet; nie Leidende gesehn und nicht mit Trost ergößzet; stets hast du Irrende gewarnt, belehrt, gerührt und fie mit Freundeshand auf beffern Weg geführt. 6. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeiche leien, bort lockender Gewinn, da bittrer Feinde Dräuen umgaben, wo du gingst, dich Heiliger, doch du gingst 7. Voll stillen Friedens blieb dein Herz bis an das Ende; da gabst du deinen Geist in deines Vaters Hände. Vollendet war der Lauf; am Ziele deiner Bahn sahst du den großen Lohn der Ewigkeit dir nahn. 8. Vollendeter, auch ich, auch ich kann ohne Beben am Ziele einst den Geist dem Vater übergeben, wenn er dir ähnlich war an Tugend und Geduld; denn du, Erlöser, tilgst der Schwachheitssünden Schuld. 9. Schau drum, mein Geist, auf ihn; verschmäh des Lasters Freuden! Der Sünden Sold ist Tod und ihre Frucht sind Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens turze Zeit! Dann gehst auch du, wie er, ins Reich der Herrlichkeit. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. ( Passionslieder.) Mel. Wie groß ist des Allmächt. 135 Laß mir die Feier o großer Dulder, beilig sein! Sie lehre mich die Sünde meiden und dir mein gan Erlösung. 97 ganzes Leben weihn, dir, Tod gelassen sein, die Mender so ruhig und entschlossen für mich die Last des Kreuzes trug, deß Herz, als schon sein Blut geflossen, für mich noch heiß von Liebe schlug. schen, so wie du, zu lieben und selbst dem Todfeind zu verzeihn. Dann wird dein Leiden mir zum Segen, dein Tod mir seligster Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, da ich durch dich gerettet bin! 2. In der Betrachtung heilgen Stunden will ich am Leidenshügel stehn und dich für deine Bein und Mel. Herzliebster Jesu! Wunden mit tiefgerührtem 136 Herr, ſtärke mich, will dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch, gleich uns, auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen! 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. Lieb und Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie gefühllos es vergessen, was du für mich erdüldet haſt. 3. Mir sollen diese Feierzeiten der größten Liebe heilig sein; sie soll mich stärten, soll mich leiten, was bir mißfällig ist, zu scheun. Dein Leiden sei auch mir zum Segen, dein Tod mir feliger Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin. 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha! Ihr Derter, wo die Welt die Feier der allerhöchsten Liebe sab! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, und hoffnungsvoll auf den vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. 5. Da will ich lernen, Tu gend üben, in Noth und 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst danieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; lehrt Werke und Wohlthaten Gottes. 98 lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an den ich findlich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. IPL Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; al lein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unter winden, Gott zu ergründen? 8. Des Höchsten Thun ist: Gnad und Lieb erweisen. Uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahingegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben! D gib zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! In eigener Melobie. Jeju, meines Le137 sich meine Seele frent, der für mich sich hingegeben, Stifter meiner Seligkeit, indol du, der lieber wollt erblaffen, als mich im Verderben las sen, ach, wie dank, wie dank ich dir, mein Erlöser, gnug dafür. 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, seines Raths Verkündiger! längst hast du dein Werk vollendet; Preis sei dir, Erhabener! Doch in den Gedächtnißtagen deiner Leiden, Jesu, sagen. beine Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leis densbahn, stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den To desberg hinan, dachtest nicht an deine Schmerzen, trugst uns Menschen nur im Herzen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Lästrer Spott, achtetest nichtSchmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Du warst werth der höchsten Freuden und trugst willig Gram und Leiden. O wie dant, wie dant ich dir würdig, Heiligster dafür! 95. Frevler trönten dich zum Hohne; deine Stirne blutete unter einer Dornenaller mir zu gut hast du gelitten, mir die Lebenskron erstritten. Preis, Anbetung, Dant fet 8o Erlösung. dun sis2 sei dir, Ehrfurchtswürdig- uns strömt Besrungskraft ster, dafür!.45 und Ruh aus deinem bittern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Bater liebt, gern Neuigen die Schuld vergibt; daß ewig unsre Seele lebt und sich zur bessern Welt erhebt; 5. Daß deine Lehre fest besteht, und daß dein Reich nie untergeht: den großen Trost von dir, o Gott, belebt und stärket Jesu Tod. 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr, ohne sichern Trost und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 6. Du, der tausendfache Schmerzen mir zu Liebe gern ertrug, deinem großmuthsvollen Herzen war mein Heil Belohnung gnug. Trost in meinen letzten Stunden floß für mich aus deinen Wunden. Herr, ich dant, ich danke dir einst im Tode noch dafür. 7. Ruh im Leben, Troft am Grabe! unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, du, deß ich nun ewig bin! Jesu, bir mein Herz zu geben, deiner Tugend nachzustreben, dir zu traun, zu sterben dir, dieß, dieß sei mein Dank dafür! Mel. O Jesu Christ, meins 138 An beine Leiden denken wir, Herr Jesu Christ, und danfen dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen hast. 2. Im Geiste folgen wir dir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schwach zu Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan und beten dich mit Freuden an. 99 3. Auch uns zu gut, o Herr, betrat dein Fuß den dornenvollen Pfad. Auch OG OL 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und du wirst uns, wenn wir dich sehn, zu deines Himmels Wonn erhöhn. Mel. Schwing dich auf 139 Mein Erlöſer, für mich gingst du hin zum Leiden und begabst, Erretter, dich aller deiner Freuden. Du sahst Bande, Schmerz und Hohn, sabst den Tod von ferne; doch ertrugst du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben droh2 100 Werke und Wohlthaten Gottes. drohte; als die Stund erschienen war, gingst du froh zum Tode. Willig übergabst du dich in der Feinde Hände und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. 3. Lehre mich, wie du, so still und so froh zu leiden, und, wenn es dein Rathschluß will, selig zu verscheiden. Stärke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes Thal ohne Schrecken gehe. 4. Dank, o Jesu, Dank sei dir für dein willig Leiden; denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig sterbe; denn ich bin versöhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. Mel. Herzliebfter Jesu! 140 Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich chriftlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahingegeben, wie könnt ich noch nach meinem Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wirs ver schuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Le ben selbst gelassen, wie könnt ich sie, sie meine Brüder has sen? und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten: wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder! 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen, dir nachzuahmen. du 8. Unendlich Glück! littest uns zu Gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! So wird mir Nichts, Nichts meis ne Krone rauben! So werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig le ben! 10. Ja, Erlösung. 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glauben wach und bete; so ist mein Heil schon so gewiß er strebet, als Jesus lebet. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, to schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd ich matt im Laufe guter Werte, so sei mirs Stärke! 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden; so seis doch mir, trop alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes! 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken; so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken: dein Kreuz, dieß sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude. In voriger Melodie. 141 Sei hoch gepriesen, Herr, für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahinzugeben. 101 auch mein Erbe werden! Was hab ich sonst für sichern Trost auf Erden? Was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wann ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. 2. Fürwahr, du trugest unfrer Sünde Schmerzen. O welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen! Du ließest unsre Schuld an dir bestra fen, uns Heil zu schaffen. 3. D laß dieß Heil doch 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Kein banger Zweifel müsſe ihn mir rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken! 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erfühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen; so wär ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster: du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben! 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. Mel. Schwing dich auf 142 Mein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest und auch 3 102 Werke und Wohlthaten Gottes. auch auf der Himmel Thron jetzt noch für mich bittest, welche Wohlthat ist für mich dein verföhnend Leiden! D wie preif ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden? 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr, gegeben; und du konntest jederzeit voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich felig würde, übernahmst du mit Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Nath auch für meine Sünden. Unsre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Rub, mit Gott Frieden hätten. 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich aufs Todesthal noch mit Freuden sehen und zu jener Welt hen. Du, Herr, haft aus einmal ohne Schrecken gealler Noth Rettung mir errungen und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen; gib mir Weisheit, gib mir Kraft: du hast sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! 7. Laß das Wort von dei nem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sündenreiz hier zu widerstreben und voll Dankes dir zum Ruhm alle meine Pflichten als dein theures Eigenthum treulich zu verrichten! 8. Drückt mich meine Sündennoth, straft mich mein Gewissen, o dann laß aus deinem Tod mich den Trost genießen: daß du auch für meine Schuld büßend bist ge storben und Vergebung, Gnad und Huld mir bei Gott erworben! 9. Stärke mich durch deinen Tod in den letzten Stunden! Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden: o so hilf dazu auch mir! Laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dant icy ewig dir für dein bittres Leiden. 143 Junden, bei Mel. Freu dich sehr, o meine S. tiefe ne Qual, dein bittrer Tod, geben mir in bangen Stun den Kraft zur Tugend, Trost in Erlösung. in Noth. Mich sollt ich durch Sünd entweihn? Nein, ich denk an deine Pein; sie, sie lehrt mich Sünden lassen und sie als mein Unglück hassen. 2. Die Erinnrung deiner Leiden stärke mich mit Kraft unt Muth, alle schnöde Lust zu meiden, zu bekämpfen Fleisch und Blut! Auch wenn meine Seele zagt, Gram an meinem Herzen nagt, laß, im Glauben mich zu stärken, michauf deine Leiden merken. In eigener Melodie.pl 3. Will die Weltmein Herz 144Wenn mich die verführen auf der Eitelkeiten Baln, wo so Viele sich verlieren und sich dem Verder ben nahn: dann denk ich, o Jeju, nach über deine große Schnach, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Lust vertreibe. D 4. Gib bei Allem, was mich kränket, mir aus deinem Leiden Ruh! Wenn mein Herz daran gedenket, ström neuer Trost mir zu! Went mich meine Fehler reun, müsse mich dein Tod erfreum; denn du hast, da du getorben, diesen Trost auch nir erworben! 103 mir auch einst aus Gnaden geben. 6. Hab ich dann in meinem Herzen Hoffnung jener Herrlichkeit; so besieg ich auch die Schmerzen von dem letzten Kampf und Streit. Wenn gleich meine Hülle bricht, quält doch Todesfurcht mich nicht; überwunden, überwunden hab ich, durch dich überwunden. 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen, Jesu, meine Zuversich. Du vertreibst des Todes Grauen; durch dich schadet er mir nicht. Sicher ist bei dir mein Heil! Hab ich, Hew, an dir nur Theil, so wrst du ewges Leben ten, so laß, Herr Jeſu Christ, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist und Rettung von der Schuldenlast den reuerfüllten Sündern amkreuzerworben hast. 2. O wundervolle Liebe, bedents, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eingen Sohn gab Gott für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott sieht auf mich in Gnaden; durch Jesu Mittlertod bin ich von diesem Fluch befreit und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Lebelang für deine Todesschmer4 zen, 104 Werke und Wohlthaten Gottes. zen, o Jesu, Lob und Dank. mitleidsvollem Triebe zu Hilf, daß ich dir für deine unsrer Rettung gab, ach Treu auf ewig ganz erge- unter welchen Plagen schloß ben und thätig dankbar sei! sich dein Lebenslauf! Mit Bittern und mit Zagen stiegst du zum Delberg auf. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was vor dir sündlich ist! Nie komme mirs aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin! 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wärs auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Laß nur, mein Herr und Gott, mich fliehen jede Lust der Welt und dem Erempel folgen, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Ändern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann, ohn Eigennutz und Heuchelei und, wie du mirs erwiesen, aus wahrer Lieb und Treu! 8. In meinen letztenStun den erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg auch diese Noth! Du bist es, Herr, auf den ich trau! Stärf meine Seel im Tode, daß ich dich ewig schau! Mel. Befiehl du deine Wege 145 Du, der sich einst voll Liebe selbst bis zum Tod und Grab aus 2. Die schauervollen Stunden der Martern waren da. Du sahest Hohn und Wun den, dein Kreuz auf Golgatha, den Tod, die Grabeshöhle und fühltest Angst und Noth; betrübt wa: deine Seele, betrübt bis in den Tod. 3. Ach, welche Angige fühle ergriffen da dein Herz! Im nagenden Gewühle von Bangigkeit und Schnerz lagst du vor Gott im Stanbe, mit Todesschweiß bedeckt. Wie kämpfte da dein Glaube, von banger Fircht erschreckt! 4. Auf dich, der Menschen Bester, drang Angst auf Angst herzu, und doch hing Niemand fester an seinem Gott, als du. Wie sehnlich bat dein Flehen um Schonung, und wie still: Es soll nur das geschehen, was Gott, mein Vater, mill! 5. So warest du mit Freu den gehorsam und berat, nach Gottes Rath zu leidet, und gingst mit Willigkeit der fre chen Schaar entgeget, bie blutbegierig kam, bir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. 6. Der Erlösung. 6. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit sanftem Sinn dich willig deinen Mördern und ihren Martern hin. Um dich war Alles trübe; doch du bliebst ruhevoll. So stark war deine Liebe zu uns und unferm Wohl! 7. O Freund der Men schenkinder, den nun fein Leid mehr drückt, wie hoch hast du uns Sünder durch diese Huld beglückt! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm unser Opfer an! 105 3. Doch diese schwachen Seelen trägt deine Lieb und Huld, wie sehr sie gleichwohl fehlen, mit schonender Geduld. Erbarmend sprichst du: Freunde, wacht! D wacht mit mir und betet; nah ist des Feindes Macht! 4. Du Tröster schwacher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht fall ich auch wieder, verführt durch stolzen Wahn! Ach, oftmal schlummr' ich sorglos ein, bin ruhig bei Gefahren, die meiner Seele dräun! 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist verdroffen machen. Gib Kraft und Muth im Streit; flöß meiner Seele Tröstung ein; sprich zu ihr: kämpf und bete! Bald ist die Krone dein! Mel. Wenn mich die Sünden 146 Sinft, als im Angstgebete, Herr, deine Seele rang und immer heißer flehte, fo tiefgebeugt, so bang: da Mel. Herzliebster Jesu! fandst du keinen Trost, kein 147 Bekenner Jeſit, verLicht, da schwebte Nichts als Marter vor deinem Angeficht. messen! der Fall ist nahe, wenn wir je vergessen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Auch sie, die so entschlossen, so männlich dich bekannt, sind muthlos, sind verdrossen, vom Schlummer übermannt. Sie schauen deiner Seele Schmerz, und feiner deiner Brüder spricht Labsal in dein Herz. 2. Dann gleichen selbst die feurigsten Entschlüsse den lichten Dünsten, die durch Finsternisse schnell in die Höhe schimmern und vergehen, wie sie entstehen. 2. Die Jünger stärkten in der ernsten Stunde durch Wachen und Gebet sich nicht im 106 Werke und Wohlthafen Gottes. im Bunde mit ihrem Herrn; fie fielen selbst vor Kummer in tiefen Schlummer. 4. Als der Verräther kam mit seinen Schaaren, wie bebten sie vor drohenden Gefahren! Wo war ihr Muth, für ihren Herrn mit Freuden den Tod zu leiden? 5. Uneingebent des Hirs ten flohn die Schafe. Er ward verlassen, er, der unfre Strafe so willig duldete, daß seine Heerde gerettet werde. 6. D welche Liebe! Jesu, welche Treue! Du littest, daß der Mensch sich deiner freue; ach, laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! 7. Wer dich bekennet, fürchte, Herr, auch Alles von seiner Schwachheit! EinGlaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf, dein 3agen sei meine Ruhe, Herr Jeju! dedim 2. Du littest ganz unschul dig von Frevlern Schmähung und Schmerzen und trugst allzeit geduldig sie mit verzeihendem Herzen. Dein Geist soll uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie du zu lieben, Herr Jeju! di3. Am Kreuze hingst du kläglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tod belehr uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet! Er schreck uns ab von Sünden; er müß uns dir verbinden zu ewger Liebe, Herr Jesu! hislt nd In eigener Melodie. gedenk des Falles der bef= 149 Christe, bu Sohn er, fein Vertrauen auf dich zu bauen! 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten! Er lehrt uns wachen, lehrt uns ernstlich beten! So werden wir im Kampfe nicht erliegen, wir werden siegen. Gottes! trägst die Sünde der Welt: erbarme dich unser! 12. Christe, du Sohn Gottes! der du trägst die Sünde der Welt: erbarme dich unser d 3. Christe, du Sohn Gottes! der du trägst die Sünde der Welt: gib uns deinen Frieden! Amen. Mel. O Lamm Gottes, unschuldig 148& rlöfer, der im Staube einst lag, mit Angstschweiß beMel. In allen meinen Thaten decket, dein tröfte sich mein 150 Wer kann die Leiden fassen, die Erlösung.( u 107 schauer: die du, o Herr, gelaffen für Trauer im bangen Todesmich erduldet hast? Daß ich gerettet würde, trugst du die schwerste Bürde und übernahmst auch meine Last. 2. Laß deine letzten Stunden, und was du da empfunden, mich trösten und erfreun! Es lehre mich dein Leiden den Dienst der Sünde meiden und dir mich jetzt und ewig weihn. 3. Du starbst mit einem Herzen, das auch in Todesschmerzen für deine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, auch meinen Feind zu lieben; oft wußt auch er nicht, was er that. ins Paradies. 5. Du sorgtest, voll von Liebe aus regem Mitleidstriebe, noch für der Deinen Ruh. Ach, wenn auch ich muß leiden und von den Meinen scheiden: so sende Trost und Muth mir zu. Verläßt du mich, mein Gott? Nun mag ich einst erblassen, du wirst mich nie verlassen: du fühlteſt selbst des Todes Noth.600 8. Du sprachst am Ziel der Leiden mit namenlosen Freuden: Mein Werk ist nun vollbracht! Lehr es auch mich vollbringen und einst zum Ziele dringen durch meines Todes dunkle Nacht! 4. Du tröstetest den Armen, der sich auf dein Erbarmen am Kreuze fest verließ. Auch ich bin, wann Mel. Befiehl du deine Wege ich sterbe, war ich dir treu, 151 Der Herrscher alund Lande 6. Du mußtest, matt von Plagen, auch über Durst noch klagen, und keiner labte dich. Warum sollt ich denn beben, wann Leiden mich umgeben? Du labst ja und erquickest mich. 7. Du riefst voll tiefer 9. Du gabst am Leidensende in deines Vaters Hände getrost die Seele bin. Wann ich auch meine Seele ihm einst, wie du, befehle: dann ist auch mir der Tod Gewinn. sich gebunden sehn, er muß, bedeckt mit Schande, vor seinen Knechten stehn und hier sich richten lassen. Sie suchen ihre Wuth, womit sie längst ihn hassen, zu sättigen mit Blut. 2. Die Unschuld seiner Lehren, wem war sie unbewußt? Wer wars, der ihn mehr ehren, wer, der ihn schützen mußt? Wem waren dieß sonst Pflichten, als denen, die ihr Stand, ein recht Gericht zu richten, aufs heiligste verband? 6 3. Doch 108 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Doch hier wird fal fanft und mild! Lehr mich scher Zeugen Berleumbung die Rache meiden; und gern gehört; hier wird durch muß ich ohne Schuld doch Lästerungen der Heiligste Schmach und Unrecht leiden, entehrt; hier wird das Recht so tröst mich deine Huld! gebeuget, entweiht das Richteramt; hier, wo die Falschheit zeuget, die Unschuld frech verdammt. 4. Entweiht ist zwar die Stätte, entheiligt dieß Gericht, in dem man Jesum fchmähte, doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; es macht sein Schweigen und selbst der Lügner Mund, die wider ihn hier zeugen, schon seine Unschuld fund. 5. D würde nie mit Ränten der Ungerechtigkeit, die Recht und Unschuld fränfen, ein Richterstuhl entweiht! entweiht an keinem Orte die Wahrheit und das Recht, daß nie durch Lästerworte die Unschuld leiden möcht! 6. Sehr mich, Herr, wo ich schweigen und wo ich reden soll! Mein Schweigen und mein Zeugen sei flug und wahrheitsvoll! Laß meinen Mund nie trügen, mach mich von Falschheit frei, daß ich ein Feind der Lügen, ein Freund der Wahrheit sei! 7. Laß mich nie wieder schelten, wenn mich die Bosheit schilt, nie Haß mit Haß vergelten! Mein Herz sei Mel. So schlummerst du 152 Durst nach o blinde Wuth, die kaum erhört ist worden! Den Erlöser will sein Volk grausam schändlich morden! 2. Da geht er hin, ach, seht auf ihn! gefeffelt durch die Straßen, muß vom heidnischen Gericht sich verdammen lassen. 3. Sein Richter sieht, wie Alles glüht von Grimm und wilder Rache, und vertheidiget zuerst des Gerechten Sache. 4. Doch zittert er, wankt hin und her, verlangt des Volkes Stimme; und sie rufen: Barrabas! mit erbostem Grimme. 5. Da gibt er ihn zur Geißlung hin, die Wache darf ihn höhnen und mit einem Dornenkranz ihn zum König krönen. 6. Wer hat ein Herz und fühlt den Schmerz des Heiligen, des Besten nicht mit Wehmuth? Möchte ihn doch ein Mitleid trösten! 7. Seht, welch ein Mensch! seht, welch ein Mensch! spricht selbst Pilatus, stellet ihn Erlösung. ihn zur Schau dar, eh er noch ihm sein Urtheil fället! 8. Ans Kreuz mit ihm! ans Kreuz mit ihm! so schreit die tolle Menge. Und der feige Richter kommt endlich ins Gedränge. 9. So sterb er dann! sprach jetzt der Mann, der ihn erretten ſollte, aber nie um Recht und Pflicht etwas leiden wollte. 10. Ach, uns zu Gut floß hier dein Blut, trugst du mit stillem Herzen deiner eblen Seele Qual, alle deine Schmerzen. 11. Du hafts gethan. Wir beten an mit danfendem Gemüthe, mit Bewunderung und Preis, deine Treu und Güte. 12. Dir wollen wir, o Herr, dafür uns selbst zum Opfer bringen. Gib dem guten Willen Kraft, gib ihm das Vollbringen. Mel. Schon ist der Tag von Gott 153 Sebt, welch ein Mensch! Wie lag so schwer auf ihm die Last der Sünder! Wie unaussprechlich duldet er für euch, ihr Menschenfinder! So leiden sah von Anbeginn die Erde Keinen je, als ihn, so wird auch keiner leiden. 2. Der Sohn des Höchsten, Eins mit Gott, ein Helfer, 109 ein Gerechter, ward frecher Missethäter Spott und seines Volks Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da, verklagt, verleumdet. Wer ihn sah, der sah ihn mit Verachtung. 3. Geschäftig war der Frevler Wuth, erfindrisch, ihn zu plagen. Sein Leib war ganz bedeckt mit Blut, voll Striemen und zerschlagen. Mit einer Dornenfron gekrönt, in Königstleidern ausgehöhnt, stand er vor seinen Feinden. 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken; er stellt ihn seinen Brüdern dar, ihr Mitleid zu erwecken. Seht, welch ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdammen; denn die Unschuld spricht zu mächtig für sein Leben. 5. Vergeblich, ach! vergeblich war die Menschlichfeit des Heiden! die aufgebrachte wilde Schaar sah Jesu Schmach mit Freuden. Sein Tod befriedigt sie allein, sie stürmten auf den Richter ein und schrien: Er sterb am Kreuze! 6. Du denkest chne Schaudern nie an diese Wuth der Sünder, du sprichst: Die Rache strafte sie! noch straft sie ihre Kinder. O Seele, denkst du auch dabei an deine 7 Sün 110 Werke und Wohlthaten Gottes. Sünden? Bist du frei von auf deinen Leidenswegen! Schuld am Tode Jesu? 7. Sieh, welch ein Mensch! er wird für dich versamähet und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: Ich selber, ich muß deine Sünden tragen. Die Schuld ist dein, durch meinen Tod versöhn ich, Sünder, dich mit Gott und sterb um deinetwillen. Mit welcher hohen Seelenruh gehst du dem Tod entgegen! Boll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du bereit, nur uns zu Gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. 2. Die Menschen für die Ewigkeit voll Weisheit zu erziehen, war stets bei deiner Lebenszeit dein ernstliches Bemühen, und ſelbst im Tode wolltest du für sie Heil, Trost und Seelenruh voll Großmuth noch erwerben. 8. O hochgelobter Gottessohn, du Tilger meiner Sünden, erhöht auf deines Vaters Thron, ach, laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Bein Gerechtigkeit und Heil mir sein um deiner Liebe willen. 9. Ich schwöre, Welterlöser, dir und willig will ichs halten: So wahr du lebest, soll in mir nie deine Lieb erkalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, solang ich lebe, Herr, an dich und deine Lieb erinnern! 3. Drum stiegst du auf der Leidensbahn voll Heldenmuth, mit Freuden getrost auf Golgatha hinan, den Kreuzestod zu leiden; hier zeigest du dich, Gottes Sohn, bei Schmerzen, Martern, Spott und Hohn in deiner wahren Größe. 4. Mit hoher Würde duldest du des Kreuzes Schmach und Schmerzen, sprichst Trost betrübten Seelen zu und bittst mit edlem Herzen selbst in der letzten Todesnoth für deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Menschenretter. 5. Ach, sieh ihn hier, erlöster Christ, schuldlos zum Kreuze bringen! Sieh, wie sein Blut zur Erde fließt; fieh ihn zum Tode ringen! In voriger Melodie. 154 Wie groß, o Herr Sieh seine Wunden, ſeinen an be10. Lockt mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünde, so rüste mich mit Kraft und Muth, daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: Denk, welch ein Mensch ich war! und du, du wolltest mich nicht lieben? sie Erlösung. dan bevolles Herz! Ach! sich ihn duldend sterben. 6. Hier Dent an jenen Zweck zurück, der ihn hierher getrieben! Nun sag bei diesem Trauerblick: willst du noch Sünden lieben? Nein hier, o Christ, entschließe dich bei seinem Tode feierlich, dein Leben ihm zu weihen! 7. Entsag den Sünden dieser Welt und sündenvollen Freuden; flieh Menschenhaß, der ihm mißfällt; such Alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen kann; geh standhaft auf der Tugendbahn der bessern Welt entgegen! d 4. O große Lieb! o Liebe, kaum zu fassen! Auch mir zum Heil hast du dich martern lassen. Damit ich lerne, Sünden ernstlich meiden, willst du, Herr, leiden. 5. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam deine Treu ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 6. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge und des Fleisches Lüste dämpfe: so sei denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! 7. Gib selbst zu diesem heidiligen Geschäfte mir Schwachen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich auf den Pfad der Tugend führe und mich regiere! 8. Dann 8. O Jesu! der du für uns starbst zur Rettung vom Verderben, uns so viel Heil und Trost erwarbst durch Lehren, Leiden, Sterben, steh uns mit deiner Hülse bei, daß wir, stets unsrer Pflicht getreu, nach deiner Lehre leben! 9. Doch auch bei unsrer Sündenschuld und bei dem Druck der Leiden wollst du uns Trost, Muth und Geduld durch deinen Tod bereiten; und naht einst unser Tod heran, so laß uns diese Pilgerbahn als Gläubige beschließen! 111 verbrochen; doch ward das Todesurtheil dir gesprochen! Du, Heiligster, bist ja in Missethaten niemals gerathen. 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegeißelt, und vonSchmerzen schon entkräftet, ans Kreuz geheftet. 3. Was ist die Ursach aller solcher Blagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Zu ihrer Tilgung hast du, Herr, erduldet, was wir verschuldet. Mel. Herzliebster Jesu! 155 11nschuldigster, du hattest Nichts 112 Werke und Wohlthaten Gottes. 8. Dann werd ich dank- verwegen dem tiefen Fall voll deine Huld betrachten, entgegen. bich lieben und die Lust der Welt verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen tren zu erfüllen. 9. Zu deiner Ehre will ich Alles wagen, tein Drohen achten, keine Schmach, noch Plagen; mich sollen auch des bängsten Todes Mel. Wenn mich die Sitnden Leiden nicht von dir schei- 157 Von Furcht dahinden. 1 läugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Tief dringet ihm dein Blick ins Herz, er fleht zu dir um Gnade, und du stillst seinen Schmerz. 10. Empfang ich einst vor unsers Gottes Throne, wie du empfingst, die Seligkeit zum Lohne, dann will ich würdiger dein Lob besingen und Dank dir bringen. Mel. Auf meinen lieben Gott 156 Mein Jesu, für dein Herz, welch ein so herber Schmerz, den du weit mehr empfunden, als Striemen, Schläg und Wunden; die tleine Zahl von Freunden fränkt dich, gleich deinen Feinden! 2. Kaum naht sich die Gefahr, jo bebt der Jünger Schaar. Die erst sich hoch vermessen, eh sie der Treu vergessen, den Tod selbst vorzuziehen, verlassen dich und fliehen. 4. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth versprach, dort liegt er tief im Staube; erloschen ist sein Glaube, sein fühner Muth gedämpfet. Ach, Christen, wacht und kämpfet! 3. Der fühn sein Schwerdt gezückt, dein Petrus selbst erichricht; er flieht, eh Bande drohen; schämt sich, daß er geflohen: fehrt um und eilt 2. Wie wuchs nun deinem Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht fonnt ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott, verherrlichte sein Leben, verherrlichte sein Tod. 3. Bewegt ist meine Seele, erfüllt mit Reu ung Schmerz, was hilfts, daß ichs verhehle? Du schaust mir ja ins Herz! Bekennen will ichs, Jesu, dir: auch ich hab dich verläugnet; ver gib, vergib es mir. 4. Wenn deines Namens Spötter dich schmähten; wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter! dich ihren Herrn Erlösung. E 113 Herrn und Gott; dann Schild, o Gott; von meischwieg ich furchtsam, schämte mich, ein Christ zu sein und scheute mehr ihren Spott, als dich. nem Haupte fällt kein Haar, und drohte mir von Allen die schredlichste Gefahr. 5. O du, der du dein Mel. Wie wohl ist mir, o Freund Leben, du Herr der Ewig= 158 Den größten Sterzu willig hingegeben. für meine Seligkeit, wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich den Spott der Sünder mehr fürchtete, als dich! 6. Ach, Vater, ich empfinde die Größe meiner Schuld. Vergib auch diese Sünde nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Petrum an, laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn! 7. Laß mich bei meiner Reue den Bund mit dir erneun, Standhaftigkeit und Treue, dir, mein Versöhner, weihn! Dich zu verläugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod. 8. Ich will dich frei be kennen. Wann Gott Gericht einst hält, wirst du mich auch bekennen dem Richter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuversicht, dein Kreuz ist meine Ehre, dich laß ich ewig nicht. 9. Beschirmt von deiner Gnade, fürcht ich selbst nicht den Tod. Wer ist es, der mir schade? Du bist mein ben, schwing dich, mein Geist, auf Golgatha, wo man des Mittlers Kreuz erhöhen, den Weltbeglücker bluten sah! Erwäg an diesem heilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte und rufe Gott um Glauben an; sie können dir den Trost im Leben und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten fann. 2. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an und ruft mit sanftmuthsvollem Herzen: Sie wissen nicht, was sie gethan! Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach. Mensch, wenn dich Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren und bete deinem Heiland nach. 3. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, als unter Leiden ohne Zahl der Herr den Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch empfahl! Ach, wird mein Aug 114 Werke und Wohlthaten Gottes. Aug einst um die Meinen der dich so theur erlöst, der in meinen letzten Stunden Heiland rufet dich noch heute weinen, so soll dieß Wort im Armen, den an deiner mir Troft verleihn. Der, Seite auch Hunger, Durst als der Tod schon um ihn und Mangel drückt. Dje schwebte, die Seinen noch lig, wer den Ruf erfüllet! zu schützen strebte, wird auch Denn wer des Armen Mander Meinen Pfleger sein. gel stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 7. Nun enden sich die schweren Leiden; der Hei land spricht: Es ist vollbracht! O Wort des Sie ges, Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen? Der Friede ist mit Gott gemacht. Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Es ist vollbracht! es ist vollbracht! 4. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, tommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: Du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese sein! O Herr, laß an des Todes Pforte einst diese trostesvollen Worte mich auch im letzten Kampf erfreun! 5. Wer kann die hohen Leiden faffen, als Christus an dem Kreuze rief: Mein Gott, wie hast du mich verlassen! Wie beuget ihn die Last so tief, die freche Sünder auf ihn brachten! Vor Angst und Pein müßt er verschmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, o Herr, mein Trost, verlaß mich nicht! 6. Der Herr des Himmels und der Erde, von allem Labfal jetzt entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde. D Mensch, 8. Das letzte Wort aus deinem Munde, soll, Jesu, auch das meine sein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! Du rufest: Bater, ich befehle in deine Hände meine Seele! du, der du Allen Heil erwarbst. Nun war das größte Werk vollendet, wozu der Vater dich gesendet, bu neigtest sanft dein Haupt und starbst. 9. Mensch! kannst du ohne fromme Zähren den Liebling Gottes sterben sehn? Mußt du ihn nicht mit Freuden ehren und willig fei Erlösung. Sh 115 seinen Ruhm erhöhn? O dank ich dir; du brachtest weine fromm bei seinen Plagen und fröhlich sieh ihn nach drei Tagen aus seinem Grabe auferstehn! Und wenn ihn Spötter hier entehren, dort wirst du ihn ihn vom Himmel mir. Du haft verheißen; ihr seid mein: wo ich bin, sollt ihr ewig sein! als den Verklärten zur 160 Du, deſſen Augen sehn. flossen, sie Zion sahn, zur Frevelthat entschlossen, sich seinem Falle nahn: wo ist das Thal, die Höhle, die, Jeſu, dich verbirgt? Verfolger ſeiner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? Mel. O Jesu Christ, meins 159 Du denkest in der tiefsten Neth, ergriffen, Herr, von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und Schmerz und flößeft ihnen Trost ins Herz. 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund und sprichst zu ihr, die trostlos weint; Sieh, Mutter, dieser Sohn ist dein; was ich dir war, wird er dir sein. 3. So innig bis zum Tod, so treu sei meine Zärtlichfeit; ich sei so willig, Andern beizustehn und ihnen Beistand zu erflehn! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt: dann übergeb ich euch dem Herrn, er hört, er hilft, er segnet gern. to 5. Froh geh ich, wenn es ihm gefällt, den Weg zu jener bessern Welt, euch fag ich, die ihr um mich weint: Getrost, bald werden wir vereint! 6. Den Trost, o Jesu, li Mel. Befiehl du deine Wege 2. Welch jammervolles Klagen seufzt in Gethsemane! Wer ist der Mann der Plagen, der langsam Sterbende? Ist Jesu das, der Beste, den je die Erde fah? Er fühlt der Qualen größte; er ist dem Tode nah. 3. Ach, wie er tief im Staube, bedeckt mit Angstfchweiß, liegt, mit dem Gefühl sein Glaube im Kampfe dennoch stegt! Schon kommt der Mörder Notte, die fein Erbarmen rührt, die ihn zu Hohn und Spotte, ihn, ach, zum Kreuze führt. 4. Sein Volk im bittern Grimme erweicht sein Anblick nicht, nicht fremden Mitleids Stimme, die von dem Nichtstuhl spricht. Er ist ihr Hohngelächter; sie drohn mit wildem Ton; auf 116 Werke und Wohlthaten Gottes. auf uns, auf Söhn und Lohnst, ist Tod! Der am Töchter komm seines Blu- Kreuz ist meine Liebe, dem tes Lohn! ich treu zu sein mich übe. 5. 3ur fernen Schädelstätte trägt er sein Kreuz hinan. Sie freuzgen ihn! Obete, mein Geist, mit Wehmuth an. Noch höhnt in frechen Mienen das Volk des Dulders Schmerz. Er ruft: Vergib es ihnen! Vergebend bricht sein Herz. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befremdets dich, daß ich Jefum Christum liebe? Jesus gab sich selbst für mich; sollt ich nicht sein eigen sein? mich ganz seinem Dienste weihn? Der am Kreuz ift 2c. 6. Es bricht, und schwer von Kummer sinkt auf die Brust zur Ruh sein Haupt; nun schließt der Schlummer sein müdes Auge zu. Am Kreuze rubt die Hülle, der Geist schwebt sanft entrückt zu Gott, wo ihn die Fülle des hohen Lohns erquickt. 7. O Freund der Menschenkinder, wir danken bir gerührt! Dein Leiden hat uns Sünder zu großem Glück geführt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung sei dein Dank; hör ihn, vernimm vom Staube den schwachen Lobgefang. Mel. Werde munter, mein 161 Der am Kreuz ist meine Liebe! Meine Lieb ist Jesus Christ! Weich von mir, des Eitlen Liebe, Alles, was nicht ewig ist! Was du gibst, ist nicht von Gott; und womit du 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Undank für so herben Schmerz, nie beflecke er mein Herz! Der am Kreuz ist zc. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Was ist mir noch fürchterlich? Ruh, Gewissen! Er, die Liebe, Jesus starb ja auch für mich. Wer verdammt nun? Gott ist hier: Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Kreuz ist zc. 5. Der am Kreuz ist mein Vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, feines, teines Todes Grauen reißt von dir mich, Jesu Christ! Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum! Dir, dir will ich lebend trauen; sterbend dir, dich werd ich schauen. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, o Tod! Du bist bottol Erlösung. hu shal 117 bist mein Freund! Wenn ich gefunden, zur tiefsten Dankwie ein Staub verstiebe, wird mein Geist mit Gott vereint. Ti, da schau ich Gottes Sohn, ärndte seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. barkeit! Dir sei mein ganzes Leben zum Opfer hingegeben, dir, Jesu, Leib und Seel geweiht! Mel. In allen meinen Thaten 162 Welt, sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Komm, schaue seine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen der Unschuldsvolle fühlt, was er am Leibe leidet, wie, bis er endlich scheidet, die Qual in seinen Adern wühlt! 3. Wer ists, der dich geschlagen, mein Heil, und diese Plagen dir aufgebürdet hat? Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre Menschenkinder, und rein von aller Misfethat. 4. Du gingest meinetwegen dem Todeskampf entgegen mit wahrem Heldenmuth; du starbst, mir vom Verderben Errettung zu erwerben, und littest Alles mir zu gut. 5. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil 6. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Augen sein, von meinen Christenpflichten mich täglich unterrichten und mir zur Tugend Kraft verleihn! 7. Dein Beispiel foll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren, ihm gern gehorsam sein; auch meine Brüder lieben, und wenn sie mich betrüben, mit edlem Wohlthun sie erfreun. 8. Als Christ will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getrost und willig tragen und thun, wie mein Erlöser that. 9. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wenn ich leide, dräun. Selbst Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie bu, von Herzen gern verzeihn. 10. Gerührt von deinen Plagen will ich mit Ernſt entsagen dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen haffen, das will ich fliehn und laffen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Und 118 Werke und Wohlthaten Gottes. 11. Und foll ich endlich Plagen fiel da so schwer sterben, so laß dein Reich- auf dich, daß sie dich drang mich erben, mich so getrost, zu klagen: Gott, wie verwie dut, in deine Baterhände läßt du mich! e den Geist an meinem Ende empfehlen zu der ewgen Ruh. 5. Ach, diese Last und Mühe hab ich auch dir gemacht! O mein Erlöser, siehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sie verschuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht: wohin soll ich sonst gehen? Verwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? Mel. Befiehl du deine Wege du 163 Der bu voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst und unsern letzten Stunden den höchsten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil, wie dank ich dir! 2. Wie viel hast du erduldet, erhabner Menschensohn, als du, der Nichts verschuldet, empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach: da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohl gefällt, hingst du an deinem Kreuze ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warst der Leute Spott; dich höhnten deine Feinde: Wo ist denn nun dein Gott? 4. Wer kann dir nachem pfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst? Die Last gehäuster 7. Du hast mir durch dein Leiden zur Tugend Muth und Kraft, in Trübsal Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. O gib an dieser Gnade auch meinem Glauben Theil und auf des Lebens Pfade mir Muth, Kraft, Trost und Heil! 8. Soll ich, o Herr, einst scheiden, o so verlaß mich nicht; sei du in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den lengsten fraft deiner Angst und Pein! 9. Laß du mein ganzes Hoffen dann in Erfüllung gehn, it gehn und mich im Geiste offen, Herr, deinen Himmel sehn! Mit heiligem Entzücken will ich dann glaubensvoll nach dir, mein Heiland, blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! Erlösung.onum 119 ausbrechen, verlör auch gleich mein Pfad im Dunkel sich. Durch Leiden ging zum Ziele Jesus hin; ich folge ihm, weil ich sein Jünger bin. 5. Was fürcht ich noch des Todes Schrecken? Im Grabe schlief auch einst der Menschenfreund. Mag Erde In eigener Melodie. 1642h, sich ihn dul- meine Niche decken, wenn den, bluten, sterben! O meine Seele, jag ihm frommen Dant! Sieh Gottes eingen Sohn dort sterben, weil Menschenliebe ihn so heftig drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan, der so, wie er, für Sünder sterben kann? einst des Todes dunkle Nacht erscheint: der Gott, der ihm das Leben wiedergab, ruft einst auch mich aus meinem dunklen Grab. 6. Nimm hin den Dank für deine Liebe, mein Retter, den mein ganzes Herz dir bringt! Dort dank ich dir mit reinem Triebe, wenn dich mein Geist unsterblich einst besingt. Dann stimmen alle Selgen fröhlich ein; dann soll der ganze Himmel Zeuge sein! 2. Ja, mir zum Trost und ihm zur Ehre gereicht sein ganzer Kampf, sein Kreuzestod; bestätigt ist nun seine Lehre: ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig litt er zwar; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. Mel. Wer nur den lieben Gott 3. Mich soll das Beiſpiel 165 Er starb, der größJesu lehren, der fremmen Unschuld Lohn sei Seligkeit. Auch ich will Gott durch Tugend ehren und willig thun, was sein Gesetz gebeut. Die Pflicht des Danks bringt innig mich dazu, und Tugend gründet wahre Seelenruh. te Freund der Tugend, er starb, von seinem Volt verkannt, das nicht in ihm den Freund der Jugend, des Mannes und des Greises fand; in ihm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf das Herz gemacht. 4. Nie will ich mich am Feinde rächen; auch dieß lehrt Jein hohes Beispiel mich: in bange Klagen nie 2. Wie aber werden wir erkennen, daß wir den größ ten Menschenfreund nicht auch, wie einst sein Volk, ver Werke und Wohlthaten Gottes. verkennen, daß unser Herz in deinen Mienen, in deiner es besser meint mit Jesu, dessen Tod uns rührt, dem unser ganzer Dank gebührt? Seele Zuversicht; du flebst: Vergib, o Vater! ihnen: was sie jetzt thun, verstehn sie nicht! Und ruhig, bis dein Herz dir brach, trugst du des Kreuzes Qual und Schmach. 3. Wenn seinem liebevollen Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn unter Leiden, unter Schmerzen es nie von seinen Pflichten weicht; wenn wir dem Feinde selbst verzeihn und ihn mit Rath und Trost erfreun. 120 4. Wenn wir stets reines Herzens leben; wie Jefus, uns der Tugend weihn; und unser eifrigstes Bestreben nur das ist: Gott ergeben sein; und wenn wir jede böse That vermeiden, wie es Jesus that: 5. Dann können wir den Trost uns geben, daß unser Herz ihn ehrt und liebt, und hoffen, daß nach diesem Leben Gott jene Seligkeit uns gibt, mit der er in der Ewigkeit den, der die Tugend ehrt, erfreut. 3. Dein hohes Beispiel soll mich lehren, das Unrecht dulden und verzeihn. Will Rachsucht meinen Geist empören, Gefreuzigter, dann denk ich dein, wie du, gemartert und geschmäht, für deine Peiniger gefleht. 4. Wie sollt ich nun nicht Alle lieben, für welche du gestorben bist? Wie könnt ich Einen noch betrüben, für den du litteft, Jesu Christ? Wie nun nicht freudig Gu tes thun und still in Gottes Willen ruhn? 5. Schreckt mich der Lohn der Uebertreter und quält die Schuld der Sünder mich; dann denk ich, göttlicher Vertreter, mit froher Zuversicht an dich. Auch mir, auch mir hat dein Gebet In voriger Melodie. 166 Du Bester aller Begnadigung und Heil er fleht. Menschenkinder, wie martert dich voll blinder Wuth der Frevel ausgelaßner Sünder! Uus allen Adern strömt dein Blut, und tiefer, nie gefühlter Schmerz durchdringet Glieder, Sinn und Herz. 2. Doch Sanftmuth ist Mel. Herzlich lieb hab ich dich 167 m 167 11m Gnade für die Sünderwelt rufst du, mein Heil, am Kreuz, gequält von fre cher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wann Erlösung. wann dich bei deinem berben Schmerz die Bösewichter spotten. Du siehst mit fegensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd und Himmel hört: Bergib, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; denn was sie thun, verstehn sie nicht! 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! 3hr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth und danket ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns, zu unsrer Ruh, Erbarmung und Vergebung zu. Herr Jesu Christ! Gelobt seist du für deinen Tod! Gott ist durch dich auch unser Gott! 3. Daß Gott mit Langmuthund Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an, hast du durch deines Fürspruchs Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. Jesu 121 Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis an den Tod! 4. Wird je mein Herz von Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o dann versichre mich aufs neu, du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket! Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! Und schließt sich meine Pilgrimschaft, ſo stärke mich mit neuer Kraft, Herr, Jesu Christ! Der lebte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den sanften liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine Seele; gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach empfehle. Besänftige mein reges Blut, und flammt des Zornes wilde Gluth mein Herz zur Nachbegierde an: o so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ, wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad erfleht! 6. Mich tröste dein Versöhnungsted; es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! O F zeuch 122 Werke und Wohlthaten Gottes. zeuch mich, du erhöhter Vaters Willen, auch wann Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schutzpanier. Beuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürbitt ewig freun. Herr Jesu Christ wie felig ist, wie felig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! er Leiden vor sich sah, durch Lehr und Thaten zu erfüllen, fühlt er sich nun dem Ziele nah und, Demuth auf dem Angesicht, freut er sich der vollbrachten Pflicht. 5. Jetzt nähert sich die ernste Stunde, wo mancher schon nicht Fassung hielt; doch seht, wie er, mit Gott im Bunde, getroft ihm sei nen Geist empfiehlt und unsrer Seelen hohen Werth Mel. Wer nur den lieben Gott 168 Golgatha, zu durch dieses letzte Wort verdeinen Höhen klärt. erheb ich andachtsvoll mein Herz. Ich will den Heilgen Gottes sehen in seines Opfertedes Schmerz:; ich will für seine Todespein mein ganzes Leben ihm nur weihn. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewährt! 3war leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt; doch seines Muths Erhabenheit zeugt laut von sei ner Göttlichkeit. 3. Er fleht für die, die ihn verkannten, mit himmlischer Gelaffenheit; bemerkt die traurigen Verwandten und sorgt für sie voll Zärtlichkeit; spricht hohen Trost und Fried und Ruh den fummervollen Seelen zu. 4. Stets eifrig, seines # 158 6. So stirbt denn Jeſus, seine Lehren von Tugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren, und macht die Seinigen bereit, Verkündiger des Worts zu sein und weder Schmerz, noch Tod zu scheun. 7. Er stirbt, der Wohl thun ausgebreitet, oft Nächte im Gebet durchwacht, der Irrende zu Gott geleitet und Leidende gesund ge macht! So freudenvoll stirbt auch der Christ, dem Jesus Licht und Beiſpiel ist. 8. Schon viele tausend Fromme schieden dir, Jesu, nach mit Freudigkeit, em pfanden jenen Seelenfrie den, den nur die Tugend uns verleiht. Ihr will ich denn mein Leben weihn; so wird mein Tod wie deiner sein. In $ 60 Erlösung. In voriger Melodie. 169 Geht, Christen, bricht. fehet Jesum scheiden, wie er im Tode In voriger Melodie. standhaft ist, wie nach den 170 s ist vollbracht! sein Auge sich so ruhig schließt; und wißt, daß, wer die Tugendbahn stets wandelt, rubig sterben kann! 2. Die Welt mit ihrer Lust verachten, des Reich thums eitlen Glanz ver schmähn und Tugend über Alles achten, in jebem Tugendkampf bestehn: das machte, daß auf Golgatha man Jesum ruhig sterben sah. 123 wann sterbend unser Auge 3. Des ewgen guten Vaters Willen durch seine gan ze Lebenszeit treu und gewissenhaft erfüllen, war Jeju größte Seligkeit. Ihn schreckte Grab und Zukunft nicht; denn Gott war seine Zuversicht. 4. Er liebte herzlich seine Brüder selbst noch im letzten Augenblick: schalt nie, ward er gefcholten, wieder; beförderte des Feindes Glüd. Und diese Menichenfreundlichkeit gab sterbend ihm noch Heiterkeit. 5. Auf! laßt an Jesu Todestage den Vorsatz lebhaft uns erneun: wir wollen unsre Lebenstage, wie Jesus, nur der Tugend weihn! Dann strahlt auch uns ein helles Licht, am Kreuze des sterbenden Erlösers Mund. O Wort, voll Trost und Leben, reize zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. in 2. Mein Jesus stirbt, die Felsen beben, der Sonne Schein verlieret fich, in Todte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich, der Vorhang reißt, die Erde kracht, der Welt Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag, und uns die Bahn durch Todesnacht zur frohen Ewigkeit gemacht. bal 4. Dankvolle Thränen, netzt die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar die Schuldschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Troft gemacht, rief auch für mich: Es ist vollbracht! 5. O hilf mir, Herr, nun F2 auch 124 Werke und Wohlthaten Gottes. auch vollbringen, was wahre und hast doch in dir selbst Dankbarkeit begehrt! Laß das Leben. Gleich als Sterb nach der Heiligung mich rin- liche hält dich nun das Grab gen, dazu dein Tod mir umgeben. Kraft gewährt! stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ist vollbracht! 6. Du littst so viel zu meinem Leben. Wie sollt ich nicht voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben? Sollt ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Dienst, mein Heiland, fei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich, bei dir ergebnem Herzen, auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung außerfehn; so laß die Hoffnung mich erfreun: auch das wird einst geendigt sein! 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärte mich in solcher Last: laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn überwunden hast! So tret auch ich in Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! In eigener Melodie. 171 So schlummerst du in stiller Ruh, der du für uns gestorben, uns am Kreuz in schwerer Müh ewges Heil erworben! 2. Du bist erblaßt, o Herr, 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen; son dern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd ich einst bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen! denn burd deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. 3hr, die die Welt ge fesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! Ich, id hoff in Christo einst meines Leibs Erlösung. 7. Nein, Nichts verdirbt! Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen und zu Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. 8. So fint ins Grab, mein Leib, hinab; ich will mich drum nicht kränken; Jesu, an dein Grab will ich mir zum Troft geden ten. In voriger Melobie. 172 Am Kreuzer blaßt, Martern Last, des Todes Qualen müde, findet mein Er Erlösung.$ 19091 125 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergeffen! Herr, ich will, folang ich bin, deine Lieb era messen. Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. Mel. Nun laßt uns den Leib 3. Du schüßest mich, und 173 Ach endlich, Duldur über dich gehn aller Trübfal Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hasts gethan: dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei ha best hingegeben. 6. Hochheilge That! bes Höchsten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwerber meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten: sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Tos des Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise bich: erfors sche dhe mich und siebe, wie ichs du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. ein stilles Grab zu deiner Ruh, das nach der Noth, die dich gedrückt, mit sanftem Schlummer dich erquickt! 2. Wohl dir, daß du gefunden hast, wo, nach des heißen Tages Last, dein Haupt du legtest, einmal nun von langer Arbeit auszuruhn! 3. Nicht modernder Verwesung Raub wird, Heiliger des Herrn, dein Staub. Aus dunklen Todesnächten bricht bald deiner Auferstehung Licht. 4. O daß, wann einst mein ewger Geist der Erdenhülle sich entreißt, auch ich von edlen Thaten ruh, auch Ruh verdiene, Herr, wie du! Auferstehung Jesu. ( Osterlieder.) Mel. Wer nur den lieben Gott 174 Heil ibu en Todesüberwinder! Aus seiner Gruft geht er hervor. Als Retter der F3 ver Werke und Wohlthaten Gottes. verlornen Sünder empfängt kommt der Herr von neuem ihn nun der Engel Chor, wieder, und Engelheere fol und aller Himmel Jubelton gen nach. Dann dringet aud preist ihn, des großen Got- in euer Grab des Todten tes Sohn. weckers Ruf hinab. 126 2. Er hat des Grabes Ruh empfunden; doch kurzer Schlummer war sein Tod. Er hat gekämpft und überwunden; dahin ist alle seine Noth. Ihm, der das Felsengrab durchdrang, erschallt nun ein Triumphgesang. 3. Dassegenreichste seiner Werke, die Rettung einer Menschenwelt, vollendet ists mit Gottes Stärke; die Nacht des Irrthums ist erbellt. Sein göttlich Evangelium steht fest zu seines Namens Ruhm. 4. Auf Felsen ruht des Christen Glaube, da sein Erlöser ewig lebt und einst mit Macht aus seinem Staube ihn zur Unsterblichkeit erhebt. Nun wird der Tod an Jesu Hand ihm Hingang in ein beßres Land. 5. Ja, Christen, fingt: Er ist erstanden! Singt ihm Triumph und Preisgesang! Entfesselt von der Sünde Banden, sei nun Gehorsam ener Dank! Nicht mehr der Welt und Eitelkeit, nein, ihm weiht eure Lebenszeit! 6. Ein Tag erscheint, er löfte Brüder! Freut euch, es ist ein Wonnetag! Dann 7. Dann werdet ihr zum höhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn und, mit des Himmels Glanz um geben, getrost zum Richter stuble gehn, dann wird euch der erstandne Held ein Füh rer in der bessern Welt. Mel. Sesus, meine Zuversicht 175 Jesus lebt, mit ihm auch ich. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Tod ten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dieß ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gege ben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, fündigt wider Got tes Ehre. Gnade hat er zu gesagt, daß der Sünder sid bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dieß ist meine Buversicht, 4. Jesus lebt: fein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Her zens will ich sein und den Lüfter Erlösung. sinar 127 mel sind, der ist mein Va ter, ich sein Kind. Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, feine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Straft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht. Herr, Herr, meine Zuversicht! Mel. Vom Himmel kam der 176 Dich bet ich an er standner Held, Erretter einer Sünderwelt; du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Ich nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirffst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preis fet dich! Erlöst, erlöset hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. an 4. Wer ists, der mich vers dich und sage dann: der Gott, durch den die Him5. Nun ist dieß erste Leben mir ein segenreicher Weg zu dir. Solang ich hier bin, Herr, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erbe, sei der Schauplatz meiner Huld und Tren! Wir sehen deine Huld und Treu auf deiner Erde täglich neu. 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier; noch, o Erbarmer, sterben wir! Doch du regierst; und wir sind dein, und Herr, wir werdens ewig sein! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Du Trost, der meinen Geist erhebt, ich seh, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Ang hinab. 9. Welch neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Dort findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 10. Der du für unsre Seelen wachst, sie zu dir ziehst und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun. Mel. Wer nur den lieben Gott 177 Auf, meine Seele, zur denn dein Erretter, Jesus, lebt, der dich nach überwundUniv.- Bi.4 Giessen nem 128 Werke und Wohlthaten Gottes. nem Leide einst zur Unsterb- wie sie nicht verlassen blie lichkeit erhebt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. ben, wird auch mit dir dein Freund vereint. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 2. Dent lebend ihn, wenn dich die Sünde mit der Versuchung überfällt. Er lehrte dich die stärksten Gründe, sie zu besiegen und die Welt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 3. Denk ihn im Leben, wenn die Bürde des Standes und Berufs dich drückt, denn mer sie trägt, wird Mel. Chrift lag in Todesbanden einst mit Würde zum Lohne 178 Bringt Preis und dem Hei land dar! Frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, der ist dem Grab entnommen. Sei gelobt, o Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden! Halleluja! Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 4. Fühlst du die Schmerzen harter Leiden, denk, wies dem frommen Dulder ging. Sein neues Leben ist voll Freuden, die er von Gott zum Lohn empfing. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 5. Dich schrecket Tod und Grabeshöhle? Denk ihn, den Sieger, der erstand; im Tode stärke deine Seele mit Hinblick in das beßre Land. Halt im Gedächtniß Jeſum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 7. Ja, ewig werth sei dir das Leben des Ueberwinders Jesu Christ! Folg ihm, so wird er dir auch geben die Stärkung, die dir nöthig ist. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 6. Du weinst beim Grabe deiner Lieben, wie Jesu Schüler ihn beweint; doch, 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glaus ben. Wer kann nun, da dich Gott erhöht, den gro ßen Trost uns rauben, daß du von der Sünde Macht Befreiung hast ans Licht gebracht, den Himmel haft geöffnet? Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Deis nes Todes hohen Werth hat er Erlösung. da er aufs herrlichste erklärt, da er dich auferwecket. Halleluja! 4. Erstandner, ich froh locke dir; mein ist dein Sieg und Leben! Du lebst und herrschest, um auch mir ein ewges Heil zu geben, meiner Seele Trost zu sein, Mel. Sesu, meine Freude zur Tugend Kraft mir zu 179 Aus des Grabes verleihn mich zu zu führen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Heil, hilf mir dazu, befreie mich von Sünden! Laß mich für meine Seele Ruh im Frieden mit Gott finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle! Salleluja! 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufst einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Halleluja! 7. Dlaß, solang ich hier noch bin, mich treu im Glauben wandeln und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen sein und handeln, daß ich, wann ich aufersteh und dich, der Menschen Richter seh, vor dir nicht angstvoll bebe! Halleluja! 129 lichkeit umgeben, mit allen Seligen vereint, durch Ewigteiten leben. Laß dieß Heil mein Erbe sein, so werd ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden! Halleluja! 8. Da, wo du bist, soll auch dein Freund, mit HerrHerr erstanden, er, des Höchsten Sohn. Jesus bat gesieget; Alles, Alles lieget unter seinem Chron. Unser Freund hat jeden Feind unsrer Seligkeit bezwungen: Lob fei ihm gesungen! 2. O wie hoch erhoben lebt nun Jefus oben in der Herrlichkeit! Seiner Herrscherehre jauchzen Engelchöre, ihm zum Dienst bereit. Er hat nun, uns wohlzuthun und sein Heil uns zuzuwenden, alle Macht in Händen. 3. Freu dich deß, o Seele, bring ihm Preis und wähle ihn zum Führer dir! Auf die sichern Pfade zu des Höchsten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Rub strömt dann dir zu! Und wie wird zum höhern Leben er dich einst erheben! 4. Eitelfeit der Erde, flieh von mir! Ich werde nie dein Sklav, o Welt! Unter allen Gaben wünsch ich Nichts zu haben, als was F5 Gott 130 Werke und Wohlthaten Gottes. Gott gefällt. Mich erquidt, 4. Macht, Ruhm und wenn Noth mich drückt, dort Hoheit immerdar dem, der nach überstandnen Leiden da ist und der da war! Gott mit seinen Freuden. Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigfeit! 5. Sterb ich: meine Seele, die ich Gott empfehle, steigt zu ihm empor. An des Heilands Throne strahlt des Sieges Krone glänzend mir hervor. Möcht ich hier doch mehr nach ihr, als nach allen eitlen Dingen dieſer Erde ringen! 6. Oder hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöste prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ist, was mich verlangt! Hilf du mir, daß ich bei dir einst in steter Wonne lebe und dich froh erhebe! Mel. Vom Himmel kam der 180& rinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; balt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden iſt. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geisſt in mir! 3. Schau über dich und bet ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht, mit Gott vers eint, er ist dein König und dein Freund. 5. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig felig sein, Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr, Lieb und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall ich, Herr, auf mein Angeficht. 8. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll va wohnen, wo du wohnst, und du erfüllst einst mein Vertraun, in höherm Lichte dich zu schaun! 9. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken herrlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit! 11. 3u Erlösung, dan staff 11. 3u welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit bir gefreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, das mit ich mich in Lieb und Treu zu deinem Bilde stets erneu! 13. Er ists, der Alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! Mel. Was Gott thut, das ist 181 Frohlodt, ihr Christen, lebt! Lobsingt dem Ueberwinder! Obetet an; erhebt, erhebt den Retter aller Sünder! Er starb für ste; er starb für uns. Seil uns, nun lebt er wieder für alle seine Brüder! 2. Er lebt! Er lebt! D weiht ihm Dank mit reiner, frommer Seele! Ihn preiſe jeder Festgesang, und jedes Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er starb! um tausend Seligkeiten uns Armen zu bereiten! 131 Christen, jauchzt! Er ist erhöht! Er drang durch Todesnächte an seines Vaters Rechte. 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit; er starb von Frevlerhänden! Wo wal 4. Besiegt ist seiner Feinde Macht und er mit Ruhm gekrönet. Er hat sein großes Werk vollbracht und uns mit Gott verföhnet. Wer an ihn glaubt, wird selig sein. O laßt euch diesen Glauben durch keine Leiden rauben! 5. Schaut hin zu seiner Herrlichkeit und lernt als Helden leiden! Schaut hin! Die Leiden dieser Zeit find Keime hoher Freuden. Seid 6. Was ist der Tod? Ein Schlaf ist er. O sanfter Schlaf des Müden! Bald glänzt ein schönrer Tag daher; dann stehn wir auf im Frieden. DTag des Danks! Tag des Heils! Gern wollen wir nun sterben; wir wissen, was wir erben. 7. Erstandner, gib nur, daß wir hier auf deinen Pfaden wandeln und stets mit reinster Dankbegier als Kinder Gottes handeln! Unsterblich sein, unsterblich sein und einst dir näher tet hier Gerechtigkeit? Wie kommen: o welch ein Lohn konnt er hier schon enden? Oder Frommen! F 6 Mel. unverzagt! Seid hoffnungsvoll! Nach bangen Stunden ist Alles überwunden. Werke und Wohlthaten Gottes. 132 Mel. Erschienen ist ber herrlich 182& r ist erstanden! Jesus Christ, der unser Trost und Helfer ist. Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Froblocket ihm! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, eh er für uns sein Leben ließ: Drei Tage follen nicht vergehn, so werMel. Kommt, kommt den det ihr mich wiedersehn. Er 183 Lobfinge, meine hats erfüllt. Seele, dem Welterlöser, bet ihn an! Lobs sing ihm und erzähle, was er aus Huld für dich gethan! Er hat für dich gerungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen und seiner Schrecken Heer. Du darfst nun nicht mehr be ben; sein Sieg hat dich befreit. Dein ist unsterblich Leben, dein Gottes Seligfeit. 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, selig sein mit mir. Ich tomme, meine Stimme ruft auch euch, ihr Lieben, aus der Gruft zur Herrlichkeit. 4. Er wirds erfüllen, Jefus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist! Erweckt auch mich, und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 5. Auch führt er nach des Grabes Ruh mir meine frommen Freunde zu. Erwachen werden wir zugleich, uns wiedersehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 6. Wie sollt ich, Herr, den Tod noch scheun? Nein, fromm will ich mich seiner freun; dich preisen noch an meiner Gruft, wenn liebreich deine Stimme ruft: Entschlafe nun! meinem Wandel sei! So fomm ich nicht in dein Gericht, wenn deine Stimme zumirspricht: Erwache nun! 8. Herr, rufe mich, wann dirs gefällt, von dieser unvollkommnen Welt und führe mich an deiner Hand einst in das beßre Vaterland! Preis ewig dir! 7. Gib nur, daß ich im Glauben treu und treu in 2. Froh führte Gottes Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand, belohnt mit Wonne, nach kurzem Schlaf mein Jesus auf. Ge danke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Ge danke, der in Leiden mein Herz mit Trost belebt; der schönsten Hoffnung Quelle, wenn die Zerstörung droht! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund er bebet; die Hüter fliehn; das Grab Erlösung. Grab ist leer. Der todt war, Jesus, lebet und geht vor seinen Freunden her! Die schwachen Jünger wanten; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten sie gen, von dir und deinem Geist belehrt; die Gößentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Ihn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. 133 4. Fallt nieder vor ihm in den Staub, der sich dem Grab entschwang! Er ist nicht mehr des Todes Raub; Erlöste, singt ihm Dank! 5. Sein großes Werk ist nun vollbracht; errungen ist sein Sieg, weil er aus ſeiner Todesnacht empor zum Leben stieg. 6. Heil, Leben und Unsterblichkeit, im Tode Trost und Ruh und Hoffnung hoher Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. 7. Gedanke, der das Herz erhöht; wir werden auferstehn; auf Hoffnung in das Grab gesät, um schöner auf zugehn. 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht, dich stärkt zu jeder Christenpflicht und ganz zu ihm dich zieht! 9. Auferstehungsfest, du bist des bessern Lebens Pfand! Dich feire dankbar jeder Christ, der deinen Trost empfand. Mel Lobt Gott, ihr Christen 184 Vom Todesthal hinauf zu Gott erhebt sich mein Gesang; dem Sieger über Grab und Tod erschallet laut mein Dank. 2. Die Sonn in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Christus aufersteht und herrlicher erwacht. ( Himmelfahrtslieder.) 3. Die Erde bebte, als der Held aus seinem Grabe Mel. Freu dich sehr, o meine ſtieg: hinauf bis zu dem 185 Herr, du fährst Sieg. mit Glanz und Freuden auf zu deiner HerrF7 lichChristi Hingang zum Vater und Verherrlichung. 134 Werke und Wohlthaten Gottes. lichkeit; doch mich drücken du die Nacht, die des Todes noch die Leiden dieses Lebens, Chal mir macht! Du hast dieser Zeit. Gib mir, Jesu, ja den Tod bezwungen und Muth und Kraft, daß ich den Sieg für uns errunmeine Pilgerschaft so in dir gen. zurückelege, daß ich stets dein bleiben möge! 2. Laß mir deinen Geist zurücke, dir mein ganzes Herz zu weihn! Wenn ich nach dem Himmel blicke, laß mich seinen Trost erfreun! Steigt mein Flehn zu dir hinauf, helf er meiner Schwachheit auf, und du selber wollst im Beten bei dem Bater mich vertreten! 3. Lehre verachten und was in ihr Eitles ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist! Wollust, Ehrsucht und Gewinn soll mich nicht zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe. 4. Diese müsse Nichts mir rauben; du erwarbst sie theuer mir! Jezzo seh ich sie im Glauben; dort find ich sie selbst bei dir. Dort belohnst du das Vertraun deiner Gläubigen durch Schaun und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu! Nufst du frühe oder späte mich zu meines Grabes Ruh, so erleuchte 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende dieser Zeit, o so sammle meine Glieder aus dem Staub zur Herrlichkeit! Heilge und verklär sie ganz, daß der Leib in Himmelsglanz, frei von diesem Staub und Erde, ähnlich deinem Leibe werde! Mel. Herr wir singen 186 11eber aller Him erhebst du dich in Sieg und Ehre, du Geber der Unsterblichkeit! Engel singen Freudenlieder, und alle die erlösten Brüder verehren deine Herrlichkeit. Du, du bist Gottes Sohn! Gott hebt dich auf den Thron seiner Ehre! Wir stehn von fern, freun uns des Herrn, vertraun und dienen ihm nun gern. 2. Der du, deines Vaters Willen zu unserm Heile zu erfüllen, gehorsam warst bis in den Tod, du regierst nun auf dem Throne; Gott gibt dir seine Welt zum Lohne; dich nennt dein Volk nun Herr und Gott! Erhöhter Gottessohn, wie herrlich ist dein Lohn nach dem Siege! wir folgen dir mit Freuden Sapat Erlösung, das sind den hier; einst lohnet Gott auch uns, wie dir. 3. Deine trauernden Erlösten im Kampf zu stärken und zu trösten, gabst du vom Himmel deinen Geist. Gib auch uns in unsern Leiund der Freuden, den uns dein treues Wort verheißt! Er zieh uns in dein Reich, mach unser Herz dir gleich, dir zu folgen! Du gingst voran; wir sehn die Bahn, die uns zum Himmel führen kann. 4. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Bilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen; dann führst du alle deine Frommen mit dir hinauf ins Vaterland. Durch dei nen Mittlertod sind wir versöhnt mit Gott. Wo du lebest und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir leben für und für. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wiederfehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird sein fein Tag des Bebens, o nein, ein Tag des höhern Lebens; dann schaun wir dich nicht mehr von fern; dann sehn wir, hocherfreut. ganz deine Herrlichkeit, Welterlöser; dann führest du der Wonn uns zu, dort in des Himmels ewger Ruh. 135 3 Mel. Vom Himmel kam 187 Auf, Jesu Jünger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu ſeinem Reich. Er triumphirt! Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm. 2. ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gefrönt. 3. Weit über alle Himmel weit geht seine Macht und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 4. Sein sind die Völker aller Welt; er herrscht als sieggewohnter Held; er herrscht, bis unter ſeinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schützet seine Chris stenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt, Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an: was ist, das uns gebrechen kann? 8. Dein 136 Werke und Wohlthaten Gottes. 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärt uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. Heiligung des Menschen durch den Geist Gottes. ( Pfingstlieder.) Mel. Vom Himmel hoch da 188 2nbetung fei dir, Gott, gebracht! Du hast uns diesen Tag gemacht. Dich preise, wer durch Jesum Christ erleuchtet und geheiligt ist! 9. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Menschenfreund, erfreun; dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heilig thum. 2. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Götzendienst erfüllt; da kam von deinem Angesicht dein Geist, mit ihm der Wahrheit Licht. 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen sichtbarlich. In fremden Sprachen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten fund. 4. Von ihm gestärkt, gehn sie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Niedergang wird Alles Licht und Lobgesang. Ihr Schutz ist Jesus und ihr Ruhm sein theures Evans gelium. 6. Und ihrer Predigt fro her Schall erfüllt den Erdkreis überall; und selbst die fernste Nation kennt dich und Jesum deinen Sohn. 7. Noch dauert dieser Se gen fort; noch siegt, o Ewi ger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt uns deiner Wahrheit treu, mach uns von Sünd und Irrthum frei; dein Geist treib uns zum Guten an und leit uns auf der Tugend Bahn! 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schaun und in des Himmels Höhn durch dich auch uns verherrlicht sehn. 5. Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott; sie sieIn eigener Melodie. gen stark durch ihn, o Gott! 189 Nun bitten wir den heilgen Geist Heiligung.d Geist, welchen Jesus Christus uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Lehre, Alle, die im Irrthum find, befehre. Erbarm dich! Herr! 2. Du Geist der Weis heit und der Kraft, mach uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns fest ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringt zum himmlischen Vaterland! Erbarm dich, Herr! 3. Du Geist der Lieb und Einigkeit, mach uns allesammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lieben, gern verzeihn, Niemand gern betrüben! Er barm dich Herr! 4. Du höchster Trost in aller Noth, bilf, daß wir nicht fürchten Grab, noch Tob; laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach uns frei von allen Plagen! Erbarm dich Herr! 190 Vo Mel. Kommt her zu mir ollendet hatte Gottes Sohn fein großes Wert auf Erden schon; und seine Jünger zagten. Doch Gottes Geist gab ihnen Muth, daß sie bald Alles, Gut und Blut, für Jesu Lehre wagten. 2. Da that der Ungelehrten Mund des Welterlösers 137 Thaten fund, die Völker zu bekehren. Der Heiden Tempel wurden leer; es stürzte jenes Götzenheer von seinen Prunfaltären.sd ng bid 3. Umsonst, umsonst empörten sich selbst Fürsten, Jesu, wider dich und tödteten die Jünger. Unüberwindlich war ihr Muth, und schwiegen sie, so sprach ihr Blut und zeugte neue Jünger. 4. Wie Gottes Sonne, ging dein Wort bis an der Erde Gränzen fort; der Irrthum wich dem Lichte. Die Völker wurden menschlicher, die Menschen lebten heiliger vor Gottes Angefichte. 5. Auch wir begehn, o Gott, dieß Fest, das deine Huld uns feiern läßt, dem Christenthum zur Ehre. Wir leben froher, glücklicher und, helf uns Gott! auch beiliger durch deines Sohnes Lehre. In eigener Melodie. komm, 191 Komm, du Geist des Lebens! Hilf uns Schwachen mächtig auf! Wir bemühn uns sonst vergebens hier in unserm Pilgerlauf um das Heil, das Gottes Rath für uns ausersehen hat. 2. Gib in unser aller See 138 Werke und Wohlthaten Gottes. Seelen wahre Weisheit hel- deine Werke und im Kamles Licht, daß wir uns zur Richtschnur wählen Jesu Wort und Unterricht! Stehe du uns kräftig bei und mach uns vom Irrthum frei! 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume Alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern fann! Wirke Reu durch deine Gnad, wenn der Fuß geftrauchhelt hat! 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind! Stärke uns mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Drangsal findt! Lehr uns, daß des Baters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten findlich und mit Freudigkeit, nur nach seinem Willen beten, und vertritt uns allezeit; so wird unser Flehn erhört und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Troste bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: ach, mein Gott, mein Gott! wie lange! o so wende unser Leid! Sprich der Seele tröstend zu, gib ihr Muth, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, der in uns das Gute schafft, fördre in uns I pfe gib uns Kraft, wenn Versuchung auf uns bringt, daß uns dann der Sieg ge lingt. 8. Herr, bewahr uns unsern Glauben, daß Verfol gung, Schmach und Spott niemals möge ihn uns rauben. Du bist unser Schutz, o Gott! Spricht das Herz gleich zweifelnd: Nein! Laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, o so steh mit Trost uns bei; gib, daß uns, als Gottes Erben, jene Herrlichkeit erfreu, die uns unser Gott bestimmt und die nie ein Ende nimmt! Mel. Mein ganzer Geist, Gott 192 beilger Geist, fehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, du Beistand unsrer Seelen! Erleucht uns durch dein göttlich Licht, entzieh uns deine Hülfe nicht und zeig uns, was wir fehlen! Triebe, Triebe, fromm zu leben, willst du geben, wenn wir beten, gläubig vor den Vater treten. 2. Du Quell, woraus die Weisheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schent aus deiner Fülle uns so viel Einsicht und Verstand, daß heilsam von uns werd erkannt des Höchsten gnäd Heiligung. dan gnädger Wille! Ja, gib den Trieb unsren Seelen, nur zu wählen und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben! 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath und führ uns felbst den rechten Pfad des Heils, den wir nicht wis sen! Verleih uns Willigkeit, daß wir dir treulich folgen, Mel. Gott des Himmels und der wenn wir hier auch darum 193 Heiliger Geist, von leiden gegeben, uns fast muthlos nieder, laß uns wieder Trost empfinden und die Trübsal überwinden! 4. Stärt uns durch deiner Wahrheit Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, darüber Herr zu werden! Und sind wir wo dem Falle nah, so sei mit deiner Hülfe da, erheb uns von der Erden! Neue Treue gib uns Schwachen; du kannst machen, daß wir stegen und im Kampf nicht unterliegen. 5. Erhalte bei uns im merført den Glauben an dein göttlich Wort! Nichts müss uns von ihm trennen! Gib, daß wir ihn von Herzensgrund mit Thaten, sowie mit dem Mund, vor aller Welt betennen! Jesum Christum ohn Aufhören recht zu ehren, mach uns tüchtig und sein Heil uns werth und wichtig! 139 Lebenszeit; du kannst uns dazu stärken. Es bleibe uns stets unbewußt die Eitelfeit, die Sinnenluſt mit ihren bösen Werken! Vater, Vater, laß uns streben, so zu leben hier auf Erden, daß wir Himmelserben werden! 6. Gib, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre komm, erleucht und heilge mich! Weise, fromm und gut zu leben: dieß vermag ich nur durch dich. Mache täglich Ernst und Treu, mich zu bessern, in mir neu! 2. Ach, ich irr in Finsternissen, Geist der Wahrheit, ohne dich; von Begierden hingerissen, täuscht die trunkne Seele sich, suchet Rub und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält, hilf mir Gott und Jesu leben, nicht den Lüsten dieser Welt: lehre mich von Sünden rein, heilig wie mein Heiland sein! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin; und mich stärke deine Gnade, wann ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele kommen mag! 5. Gib zu jedem guten Wer 140 Werke und Wohlthaten Gottes. Werke meiner Seele Kraft und Lust und im Kampfe flöße Stärke mir in meine ichwache Brust; gib mir Trost in jeder Noth; hilf mir treu sein bis zum Tod! 6. Sei mein Beistand, wann ich sterbe; zeige mei 195 195 nem Geist von fern das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! So gestärkt durch deine Kraft, end ich froh die Pilgerschaft. Mel. Mein Gott, das Herz 194 Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleh um deinen Geist, Herr, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Bater, lehr er mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit. Gern thun, was bir gefällt, wirkt reinere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Vertrauen hab ich dann zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Bewußtsein mir, daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahrbeit hin, zur Tugend stärk er mich und zeige, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich! 6. Er schaff in mir ein reines Herz, voll Dank für deine Huld, und er bewaff ne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld! Mel. Freu dich fehr, o meine Geist vom Bater Geif und vom Sohne, der du unser Tröster bist und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei: o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden! 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; wann ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun! Lente fräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlfein hin! Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Va ter liebe, daß mir Nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn! seinen Na men zu erhöhn, seinen Wil len zu vollbringen, müsſe mir burch dich gelingen! 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde! Hab ich irgend mich verirrt, o so rühre du Heiligung. du mein Herz, daß ich unter Neu und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und mein Herz zur Beßrung neige! 5. Neize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Vater hinzutreten; gib, daß ich auf Jesum Christ, als auf meinen Mittler, schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu em pfangen! 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alstann mit Freuden Gottes Führung felgsam sei! Gib mir ein gelaßnes Herz; laß mich selbst im Todesschmerz, bis zum frohen Ueberwinden deines Geistes Trost empfinden! hatt 141 der Zeit der Tugend Werth und Seligkeit. 2. Laß, guter Vater, mein Gemüthe der steten Besserung sich weihn; dein Geist permehr des Herzens Güte, so werd ich Jesu Schüler sein. Dann fühl ich hier schon in 3. Dein guter Geist, o Gott, regiere mein ganzes Herz und stehe mir in meiner Schwachheit bei und führe mich von der Eitelfeit zu dir! Gib einen Geist, der dir getreu und willig zu gehorchen sei! 4. Entzieh mir Schwachen, wann ich fehle, nur deine Vaterliebe nicht und gib, damit ich Gutes wähle, mir deines Geistes Kraft und Licht. Im Kampfe laß mich fest bestehn, um einst zum Himmel einzugehn! 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, den Geist des Glaubens, nie von mir, und stärke mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für! So leite durch die Pilgerzeit mich aus der Welt zur Seligkeit! Mel. Wer nur den lieben Gott Mel. Freu dich sehr, o meine 196 großer Gott, du Wefen, bu haft nur reine der 197 Der du uns als zen dir zu deiner Wohnung auserlesen: ach, schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das unbefleckt und frei von allen bösen Lüsten sei! treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, gibest, ja, uns um ihn bitten heißt: demuthsvoll fleb ich zu dir: Vater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe! 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz 142 Werke und Wohlthaten Gottes. Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jeſu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn träftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Trost erfreust; nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Baterhuld mich freu und mit wahrer Kindestren stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle.. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilbe mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann. dem Nächsten nützlich werden. 7. Lehre mich, mich selber fennen, die verborgnen Feh ler sehn, sie voll Demuth Gott bekennen und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwert in mir; selbst den Trieb haft du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so setze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein jelig Ende herrlich sich an mir vollende! Das Wort Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 198 Religion, von gegeben, sei ewig meinem Herzen werth! Heiligung. 143 6. Du lehrst mich glauLeben dem, ben, lieben, hoffen, verfündigst mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ist seine Seligkeit. Ich glaube fest und zweifle nicht: Du, du bist meine Zuversicht! werth! Wie dunkel ist der Weg durchs der dein himmlisch Licht entbehrt! Nur du, du führst an sichrer Hand den Pilger hin ins beßre Land. 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nennen, darf sicher sein, daß er mich hört. Du rufft mir zu: Dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Willen thut. 3. Wer reizt mein Herz, sich selbst zu richten? Wer schärfet meines Geistes Blick 7. Ja, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis ans Grab und leuchte dann mir, gleich der Sonne, den Weg ins Todesthal hinab! Mein erster Laut an Gottes Thron sei Dank für dich, Religion! Mel. Nun dantet Alle Gott zur hellen Einsicht meiner 199 Ron Herzen preif ich dich, Pflichten und schreckt vom Bösen mich zurück? Du stärfest den Gewissenstrieb und machst mir Recht und Tugend lieb. Gott, für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dankbarkeit verehre. Sie ist das Glück der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Kleinod, Trost und Licht bis in die Ewigkeit. 2. 3um Licht, in dem du wohnst, kann die Vernunft nicht bringen; mit 3weifeln und mit Bahn müßt ich voll Unruh ringen, hätt ich dein göttlich Wort, den flaren Unterricht von dir und deinem Sohn und meiner Seele nicht. 4. Du leitest mich auf allen Wegen; du zeigest mir das höchste Gut; du machst mir jedes Glück zum Segen und gibst im Unglück frohen Muth. Wo Nichts, sonst Nichts mich trösten kann, da hebt dein wahrer Trost erst an. 5. Du gibst dem Geiste süBen Frieden, erheiterst mild den trüben Sinn, reichst dem Belasteten und Müden den sichern Stab der Hoffnung bin. In Angst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. 3. Wie kräftig ist dein Wort! Gott, vielen tausend Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüsten. Sie bessert sanft das Herz 144 Werke und Wohlthaten Gottes. Herz, stärkt mich zu meiner Wer deinen Lehren folgt, Pflicht, ist in Gefahr mein fühlt ihre Göttlichkeit; fie Schutz, in Finsterniß mein geben Licht und Trost, im Licht. Tode Freudigkeit. 4. Der Fromme wird gestärkt, der Sünder tief erMel. Wer nur ben lieben Gott o schüttert, der zweifler wird 200 Dein Wort, des Spötters if le zittert; es tröstet sich am Grab der Seinigen der Christ, wenn er vom Wiederfehn im bessern Leben lieft. 5. Hier lernt der Weiseste der wahren Weisheit Schätze; hier faßt der Blödeste die göttlichen Gesetze; hier findet jeder Stand für jede Lebenspflicht in allen Fällen Rath und hellen Unterricht. 6. Wer fühlt nicht deinen Geist und seiner Wirkung Stärke! Wer nicht des Glaubens Kraft und Trieb zum guten Werke, der mit dem lautern Wunsch nach Licht und Frömmigkeit, mit Ehrfurcht und Gebet der Schrift die Andacht weiht! vollkommen, es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder, wie dem From men zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut bes 3rrthums Finsterniß, ver kündigt Gnade, Heil und Segen und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erwedt uns, dich zu lieben, und lehrt, wie viel du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, wie du so väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott, deine Tröstungen sind besser und mehr der Sehnsucht werth, als Geldi ein Schatz, weit föstlicher und größer, als alle Schätze dieser Welt. Wer gern thut, was dein Wort gebeut, den ist dein Segen stets bereit. 5. So laß mich denn mit an meinem Herzen spüren! Lust betrachten die Wahr heit 7. So fann tein andres Buch die Größe Gottes preifen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch keine Rednerkunst wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so willig und geschickt. 8. Bei diesem Unterricht laß deinen Geist mich rühren und seine Gotteskraft to Heiligung. dan se 145 heit, die dein Wort mich 5. Hilf, daß sich von Zeit lehrt! Laß mich auf das zu Zeit meine Kenntniſſe gehorsam achten, was dein vermehren! Find ich manche Befehl von mir begehrt; Dunkelheit bei geheimniß so fließen Troft und See- vollen Lehren, laß mich lenruh auch mir aus dei- Zweifelsucht entfernen und nem Worte zu. in Demuth glauben lernen! 6. Laß mich, Herr, in deinem Lichte immer rührender erkennen jener Herrlichfeit Gewicht und wie glücklich der zu nennen, der das nach mit Eifer trachtet und die Luft der Welt verachtet! Mel. Liebster Jesu, wir find 201 Herr, mein Licht, erleuchte mich, daß ich mich und dich erkenne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich, es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, rich tig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich fühMel. O Gott, du frommer Gott ret und mir, deinem Kind, 202Solbeinverderb3. Aber laß mich nicht allein deines Wortes Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam sein, den er kannten Weg zu gehen! Denn sonst würd ich bei dem Wissen doppelt Strafe leiden müssen.is 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre, daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden! sing SI 7. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. tes Herz Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; bedenke, daß dieß Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. 2. Merk auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte, mert auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte! So lies, mit Ehrfurcht lies, mit Lust und mit Vertraun und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. S 3. Sprich 146 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Sprich fromm: O Gott, Gott, die dir verkündigt vor dem ich meine Hände ist, und dann das Wort falte, gib, daß ich dein Ge- verstehn, dem du gehorsam bot für dein Wort ewig biſt. halte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Gesetz, am Wort vom Kreuze sehn! 4. Er, aller Wahrheit Gott, fann dich nicht irren laffen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft; du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ists, der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht und aus Gewissen liebt. 5. Lies frei von Leidenschaft und ledig von Geschäften und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräften. Der beste Theil des Tags, des Morgens Heiterfeit und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht! 6. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft zurücke: empfinde seinen Geist und stärfe dich durch ihn zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollziebn. 7. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Thu, was die Schrift gebeut; dann wirst du inne werden, die Lehre sei von 8. Spricht sie geheimniß voll; so laß dich dieß nicht schrecken. Ein endlicher Ver stand kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt un endlich hoch. Wenn er sich bir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht, was dein Witz begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm; und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich of fenbart, ist der Geschöpfe Pflicht, und weise Demuth ists, das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, from mer Christ, durch keinen Zweifel tränken. Hier bist du Kind, doch dort wird Gott mehr Licht dir schen ten. Dort wächst mit bei nem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Beit des Schauns und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets bie Schrift; und siehst du Duntelheiten; so laß dich deinen Freund, der mehr als du sieht, leiten. Ein forschen der Verstand, der sich ber Schrift geweiht, ein heil verlangend Herz hebt manche Dunkelheit. 12. Salt Heiligung. 12. Salt fest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte christ lich groß des Bibelfeindes Spott. Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. Mel. Vom Himmel hoch, da 203 ott, heilig ſei bein Nam und Recht dem ganzen menschlichen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, im Geist und in der Wahrheit an! 2. Verbreite beines Wortes Schall, wie deine Werke, überall, daß Alle lernen, wer du seist: der reinste, allerhöchste Geist. 3. Durch Jesum Christ, den du gesandt, werd immer mehr der Welt bekannt, daß du, Gott, unser Vater bist, und er der Völker Heiland ist. 4. Lehr uns, die deinen Rath verstehn, gehorsam deine Wege gehn. Durch deines Geistes Licht und Kraft mach weise uns und tugenbhaft. 5. Durch Wahrheit dämpfe jeden Wahn; erleucht uns allen unsre Bahn; das Laster tilg aus unsrer Brust und tödt in uns die böse Lust. 140971 147 6. So preiset deine Chris stenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigenthum, und ihre Thaten sind dein Ruhm. 7. Du sättigst sie mit Seligkeit von nun an bis in Ewigkeit, und ewig ist ihr frommer Dank, Herr, deines Namens Lobgesang. Mel. Ach Gott und Herr 204 Gott ott ist mein Hort und auf sein Wort soll meine Seele trauen! Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben; daß diese Zeit zur Ewigkeit nur sei von dir gegeben. 5. Den ewgen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär mir dieß Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sün2 den 148 Werke und Wohlthaten Gottes. den nicht verzagen; nein, du Thäter sein; treib uns das verzeihst, lehrst meinen Geist durch kräftig an, daß wir dich im Glauben: Vater! sagen. vor Jedermann froh beken nen, findlich lieben und mit Sünden nicht betrüben, 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte! Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Sort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ewgen Leben! Mel. Freu dich sehr, o meine 205 Gott, durch den wir sind und 206 De Wahrheit biſt, Mel. Schwing dich auf zu du selbst die Gott, zu dem ich finge, Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge: alle Weisheit kommt von dir zu den Menschenkindern; sie erleuchtet uns, wenn wir selbft ihr Licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Finfterniß füllen unfre Seelen; unser Blick ist ungewiß, un fre Schlüsse fehlen: aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Richtigkeit und Klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht, dankbar ihm zu Füßen! Seine Wahrheit und sein Recht lässet er dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt befehret: glaubt es freudig, leben, deine Güte sei gepreist, daß du uns dein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, das uns unsre Pflichten lehrt, warnt, ermahnet, straft, bekehrt und, wenn uns ein Leiden drüdet, uns mit reichem Trost erquicket. 2. Gib, daß wir es innig lieben; ernstlich, ohne Henchelschein das darin Befohlne üben und nicht bloße Hörer sein; denn, wer deinen Willen weiß und ihn doch nicht thut mit Fleiß, der ist ärger als die Heiden und muß doppelt Strafe leiden. 4. In der Seele Finsternissen sei dein Wortuns stets ein Licht! Laß uns Troft daraus genießen, wenn es uns an Trost gebricht! Es vers süß uns jede Noth; es er quick uns auch im Tod durch die Hoffnung, ganz zu schauen, was wir deiner Wahrheit trauen. 3. Darum präge deine Lehren tief in unsre Seelen ein, laß sie uns mit Nutzen hören und derselben 4 est in Heiligung.dm st freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihrs höret! 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Drohung kann auch nicht leer vorüber gehen. Haben Tausende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn, dir zum Ruhm erfahren? dir 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leichtsinn, soll der Spott deinen Trost rauben? Die die Himmel aufgebaut, kann die Wahrheit fügen? Kann sie den, der ihr vertraut, heuchlerisch betrügen? 6. Erd und Himmel wird vergehn; Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmähn, werdens nicht vertreiben. Könige sind Staub vor dir, sie mit ihren Heeren. Du im Himmel lachest ihr, wenn sie sich empören. 7. Du bist Wahrheit! Ewig soll mich von dir nichts trennen, mich die Welt, von Arglist voll, nicht erschüttern können. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trübsal leiden, so belohnst du mirs doch dort, Gott, mit Ehr und Freuden. 149 Geset. Mel. Gottlob, ein Schritt zur 207 Herr, bein Geund dein Gebot, wonach wir sollen leben, hast du, o liebevoller Gott, mir in mein Herz gegeben, daß ich zum Gu ten willig sei, mit Sorgfalt, fern von Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich ehr und liebe, auf Menschenhülf allein nicht bau, in deiner Furcht mich übe, daß Beifall, Lob und Menschengunst, Witz und Kunst mir nicht Gewalt, Pracht, Reichthum, zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich redlich mich bemüh, dich, Vater, zu erkennen, und laß mich deinen Namen nie ohn Ehrerbietung nennen. Gott, unvergeßlich sei es mir, was ich in meiner Taufe dir so feierlich versprochen. 4. Am Tag der dir geweihten Ruh laß mich, Gott, mit den Deinen in der Ver-= sammlung, so wie du befiehlst, vor dir erscheinen: dann deiner im Gebet mich freun, ein Hörer deines Wortes sein und, wie ich soll, ein Thäter. 5. Gib, daß ich Aeltern, Obrigkeit und Lehrer ehr und liebe, sie nie durch WiderG 3 ſetz Werke und Wohlthaten Gottes. 150 setzlichkeit und böses Herz betrübe; vielmehr für ihre Sorg und Treu erkenntlich und gehorsam sei und deinen Segen erbe. 6. Hilf, daß ich nie mit bittrem Sinn, Herr, Rach und Feindschaft übe und, wenn ich auch beleidigt bin, verzeih und Feinde liebe und Jedem gönne, was er hat, und alle segne, mit der That gern jedem Menschen diene. 10. Laß mich des Nächsten Haus mit List und Unrecht nicht begehren; das aber, was mir nöthig ist, wollst du mir, Gott, gewähren. Doch laß mich auch das größte Gut, ein ruhig Herz und frohen Muth und deine Gnade haben. 11. Wie gern möcht ich, o Herr, mein Gott, nach deinem heilgen Willen, wie gern möcht ich ganz dein Gebot, das du mir gabst, erfüllen, allein du weißt, was mir gebricht; ich Schwa cher, ich vermag es nicht aus meinen eignen Kräften. 7. Laß mich, wie du geboten hast, unteusche Werke meiden. Unreinigkeit ist dir verhaßt; auf Wollust folgen Leiden. Schaff du in mir ein reines Herz, das Uleppigkeit und frechen Scherz sich nimmermehr erlaube, 8. Gib, Herr, daß ich mich redlich nähr und böser Ränke schäme, mein Herz vom Geiz und Unrecht fehr, durch Macht und List Nichts nehme, daß ich nie Fleiß und Arbeit scheu, wohlthätig und zufrieden sei, nicht farg und nicht verschwen Evangelium. drisch. 9. Hilf, daß ich meinesische Nächsten Ehr zu retten mich Mel. Sesu, meine Freude befleiße, das, was ich kann, 208 Wort aus Got tes Munde, Wort vom Friedensbunde, Evangelium! Quelle wahrer Freuden, Trost in al len Leiden, unser höchster Ruhm! Gottes Kraft, die Glaus fes nicht gut heiße; stets zeige Treu und Redlichkeit und Abschen trage jederzeit vor Falschheit, Schmähnund Lügen. Ust 12. Drum gib du mit von deinem Thron, Gott, Vater, Gnab und Stärke, daß ich, o Jesu, Gottes Sohn, stets auf dein Vors bild merke? O heilger Geist, hilf mir, daß ich Gott über Alles, und, wie mich, auch meinen Nächsten liebe! Heiligung. Glauben schafft! Frohe Botschaft, uns zum Leben selbst von Gott gegeben! 2. Was sein Wohlgefallen vor der Welt uns allen In eigener Melodie. außersehen hat; was erst 209 Erhalt uns, Herr, dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt sein Rath. Daß sein Eid ihn nicht gereut, rühmen wir; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus hat sein Leben für uns dargegeben, willig gab ers dar. Ja, er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht zu seiner Ehre. O erwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen drohten, riefen seine Boten: Heiligt euch und glaubt! Gott will euch vergeben; ewig sollt ihr leben, wenn ihr Jesu glaubt! Seine Hulv tilgt eure Schuld; nur müßt ihr die Sünde hassen, Muth zur Tugend faffen! 151 5. Jesu, voll Vertrauen will ich auf dich bauen und in dir mich freun, dir nur will ich leben, die mich ganz ergeben, ewig treu dir sein. So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel erben! Die heilige christliche Kirche. Wort; den finstern Irrthum treibe fort; bewahr uns vor Gewissenszwang, so preist dich unser Lobgefang! 2. Die Völker sein dir unterthan! Es weiche falscher Lehre Wahn vor deiner Wahrheit klarem Licht! Gewalt hilft demGewissen nicht. den fremden Knecht, er 3. Die Herrschsucht, die glaube falsch, er glaube recht, gewaltsam zieht vors Richteramt, bleib unter unserm Volk verdammt! 4. Nur geistlich sei der Wahrheit Krieg! Gib wider Irrthum ihr den Sieg. Durch Gründe fieg sie und Beweis und durch des frommen Beispiels Fleiß. 5. Wir gehn in Dämmrung, irren bald! Die Weisheit übet nicht Gewalt. Laß Fried und Duldung allgemein, nicht mächtig die Verfolger sein! 6. Der Scepter übe Billigkeit, verbiete nicht der Gründe Streit! Wer friedsam ist, nicht Laster lehrt, deß Freiheit bleibe ungestört. 4 7. Ber 152 Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Berbrich des Zwanges hartes Joch: die freie Wahrheit sieget doch. Sie mache uns von Irrthum frei und von der Sünde Stlaverei! 90 Am Reformationsfeste. SEGUR In eigener Wielodie. 210& in feste Burg ist unser Gott, Mel. Chriftus, der ist mein ein gute Wehr und Waf 211 Ah bleib mit dei er frei aus aller Noth, bie uns jetzt hat betroffen; der alt böse Feind, mit Ernst ers jetzt meint, groß Macht und viel List fein grausam Rüstung ist: auf Erd ist nicht seins Gleichen. ner be uns, Herr Jesu Christ! da mit kein Feind uns schade mit seiner Macht und List. 2. Entzieh uns deine Lehre, das Wort der Wahrheit nicht. Durch ihre Kraft ge währe uns immer Trost und Licht. 3. Laß deinen Geist uns treiben, daß wir, von Jrrthum frei, bei deiner Rebe bleiben, bir folgsam, dir getreu: 2. Mit unsrer Macht ist Nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erforen. Fragst du: wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. 4. Das Wort fie follen lassen stahn und kein Dant dazu haben: er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmn sie uns den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie ha bens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen; so fürchten wir uns nicht so sehr; es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht: ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Komm uns mit Kraft ents gegen, hilf unsrer Schwach heit auf und stärke das Vermögen zum ernsten Tugendlauf. 5. Hilf uns die Lüste dämpfen, hilf uns den Reiz der Welt und ihren Trob bekämpfen, du sieggewohnter Held! 6. Ja bleib mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott! Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth. Mel. Dotto Heiligung.on stas Mel. Ein fefte Burg ist 212 Herr, deine Kirche dir: noch wohnt dein Wort im Lande! Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar: dann, o Jesu Christ, besiege Macht und List und herrsch in jedem Lande! 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder. Hilf deiner Kirch und schütze fie; denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut. Ach, erhalt sie rein; und die den Bund entweihn, die heilige dir wieder. 3. Eins ists, was deine Treuen fränkt: daß unter deinen Christen noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüften. Vieler Glaub ist schwach, talt die Lieb, und ach, sie bedenken nicht: es wart ein schwer Gericht auf träge, fichre Christen. 4. Und du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir frömmer wären! Mach alle Herzen rein und neu, laß alle sich befehren. Gib uns Wissenschaft, Glaube, Lieb und Kraft, gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr und Blut zum Preise deiner Lehren. 153 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, erhalt uns uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet noch: hilf deiner Kirche stegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen! Hör ihr findlich Flehn. Eil, ihr beizustehn, daß sie standhaft sei, stets deiner Wahrheit treut. Hilf deiner Kirche fiegen. Mel. Herzliebster Jesu! 213 wig, Jefu, wird dein Wort bestehen und Erd und Himmel werden eh vergehen, eh eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernichtet. 2. Immer noch sammelst du dir auf der Erden Menschen, die willig dir gehorsam werden und deinen Frieden hier schon im Gewissen fröhlich genießen. 3. Reizt blendende Versuchung sie zu Sünden, bist du ihr Beistand und hilfst überwinden. Nichts wird fie jemals deiner Hand entreißen. Du hasts verheißen. 65 4. Wohl 154 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Wohl allen denen, die jederzeit mit Wahrheitssinn dir, Jesu, trauen! Was fie Verträglichkeit. Die Liebe dir glauben, wird ihr Aug sei der Kirche Zier. Dann einst schauen, dich und die sieget sie; Gott ist mit ihr; Freuden, womit du beloh- er ist ihr Schutz. nest da, wo du thronest. 6. Und wenn auch seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht und Spötter stolz die Wahrheit schmähn: verzaget nicht! Sie wird bestehn; sie ist von Gott. 5. Dann schallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höhre Lobgesänge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, dort triumphiret. Mel. Erschienen ist der herrlich 214 obfinget Gott! denn seine Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß; der Herr wars, der uns ihr entriß. Lobsinget ihm! 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht; selbst Christenlehrer sahn es nicht. Aus Unterricht ward Glaubenszwang; in harte Stlaverei versant das Volk des Herrn. 3. Wie tobte der VerUnd folger Wuth! Wie strömte ihre Würger rühmten doch sich ihrer Gottesliebe noch, O welch ein Wahn! 4. Gott kam und stand der Kirche bei; da wurden die Gewissen frei; da schwanden Aberglaub und Wahn. Das hat der Herr, der Herr gethan. Singt, singt ihm Dank! 5. Vereint nun, Christen, 7. Schaut auf zur Sonne; sie erhellt nicht gleich den ganzen Raum der Welt. Laßt, Christen, unsers Lichts uns freun und Gott durch Thaten dankbar sein, wie er sie liebt. 8. Lobsingt, lobsingt dem Herrn und freut voll Hoff nung euch der Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein Ein Hirt und Eine Heerde sein. Lobfingt dem Herrn! Mel. Herzliebster Jesu! 215 Laß doch, o Jeſu, dein Reich auf Erden nie unterdrücket, stets erweitert werden! Gib allen Menschen deiner Leiden wegen Licht, Heil und Segen! 2. Erleuchte sie, daß sie dich recht erkennen und glaubensvoll dich ihren Heiland nennen! Olehre sie mit Eifer deinen Willen schon hier erfüllen! 3. Laß Heiligung. 3. Laß sie die Schrift mit frommer Achtung ebren; denn sie enthält der wahren Weisheit Lehren; und ohne diese sucht man doch vergebens den Weg des Lebens. 4. Ach, steure, Herr, dem Toben deiner Feinde und vor dem Irrthum warne deine Freunde! Gib, daß fie prüfen und dem Aberglauben die Herrschaft rauben. Mel. Ein fefte Burg 5. Sei bu ihr Licht in 217 Wenn Christus bangen Finsternissen und wecke selbst ihr schlafendes Gewissen! Erhebe tröstend, schlägt sie Kummer nieder, ihr Herz auch wieder! 6. Herr, schüt uns mächtig vor der List der Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen und wir zum Kreise der verklärten Frommen frohlockend kommen. 155 Führe die Deinen, wie bu selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ewgen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben! Ewig frohlockend nüüsse dich einst loben, o du Beschirmer deiner schwachen Herde, Himmel und Erde! In voriger Melodie. 216 Schütze die Deinen, die nach dir sich nennen und dich, o Jesu, vor der Welt betennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden; mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. schüßt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sitzt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schützet jeinen Ruhm und hält das Heiligthum. Mag doch die Hölle wüthen. 2. Und wenn auch Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; stets werden ihn, des Höchsten Sohn, zahllose Völker ehren. Sein Wort ist wahr; Nichts ist der Großen Macht und List. Wie lange währt ihr Spott? Auch sie sind Staub vor Gott. Sie mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, G 6 jein 156 Werke und Wohlthaten Gottes. sein Wort von Herzen hält, lockst der Menschen Menge dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. nur hinweg von Angst und Schmerz. Selig, wer dir seine Zeit, seine Kraft, ſein Leben weiht! 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth und Kraft und Muth im Tod. Was kann uns denn erschrecken? Mel. Gott des Himmels und 218 Herr errlich ists in deinem Reiche, König der erlösten Schaar! Jede Sinnenlust entweiche; dennoch beutst du Wonne dar, Wonne, die den Geist erhöht und dem Strom der Zeit entgeht. 2. Was sind Rang und eitle Schätze? Was sind Kronen dieser Welt? Freunde deiner Reichsgesetze find einst Engeln zugefellt. Edel handeln ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit deinem Sinne ziert. Selbst der Sünder preist sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Ja, du herrschest nicht mit Strenge; nur von Liebe wallt dein Herz, und du 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten! Friede schwebt um deinen Thron. In Pallästen, in den Hütten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, jeder, der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig werth. 6. Drohn dir gleich die Frevler alle, rüstet sich der Spötter Heer: ach, sie nahen sich dem Falle und dann toben sie nicht mehr! Ewig wird dein Reich bestehn; Wahrheit kann nicht untergehn. 7. Reiche dieser Welt verschwanden, Kronen santen in den Staub; aber seit dein Reich entstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jetzt noch blickt dein Unterthan hochentzückt zu dir hinan. 8. In den fernsten Him melsstrichen glänzt, o Herr, bein mildes Licht. Thoren nur, die von dir wichen, sehen seine Strahlen nicht: doch der Weise bleibt dir treu, und du machst ihn groß und frei. 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet und laß einst auch den dich preisen, der noch astion Heiligung. noch blind vor Gößen kniet; Mel. Liebster Jesu, wir sind Zeig uns allen nach der Zeit 221 Herr, wir ſtehen deines 01 Heilige Taufe. se nismt if our ( Vor der Taufe.) Mel. Sollt es gleich bisweilen 219 Dir, Gott, der so gern er157 3. Stärke fünftig seinen Glauben, laß ihm den die Welt nicht rauben; nicht den Trost, daß es ein Christ, daß du, Gott, sein Vater bist. 4. Laß es stets dich froh bekennen, daß es Niemand von dir trennen, Niemand auf der Tugend Bahn Heil und Ruh ihm rauben kann. laß dieß Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeuge dein Erbarmen: laß es hier beglückt auf Erden, dort des Himmels Erbe werden. ( Nach der Taufe.) freuet, immer seine Huld Mel. Wer nur den lieben Gott erneuét, weihen durch die 222 auf deinen Nagetauft Taufe wir dieses Kind, o Vater, dir. 2. Gib ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Böse scheuen und beglücke das Bemühn, es zum Himmel zu erziehn. men, Gott, Vater, Sohn und heilger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. O welch ein Glück ward dadurch mein! Laß, Herr, mich dessen würdig sein! 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater, und ein selig Theil haft du, Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil! Duwillst, mein Leben Gott zu weihn, Geist Gottes, selbst mein Beistand sein. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, Mel. Wer nur den lieben Gott 220 Herr der du mir zugewandt. O laß mich selbst die Tauf befohlen, dir dessen Treu umwandelbar, bir, sei auch dieses Kind empfohlen! Wir bringen es dir flehend dar: osegne es, Herr Jesu Christ, der du der Taufe Stifter bist! nie die Pflicht vergeſsen, dazu ich selbst mich dir verband, als du in deinen Bund mich nahmst und mir mit Heil entgegenkamst! 4. Du bist getreu: auf deiner Seite bleibt dieſer 7 Bund 158 Werke und Wohlthaten Gottes. Bund stets feste stehn. Ja selbst, wenn ich ihn überschreite, läßt du dein Vaterherz mich sehn. Du regest mein Gewissen an und lenkst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es: jetzt entfag ich euch. 6. Befestige dieß mein Versprechen, mein Vater, und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen! Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils, ſei ewig mein und laß mich bein auf ewig sein! 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh ich dich gekannt, aus freiem väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie huldreich hast du mein gedacht und für mein wahres Wohl gewacht! 4. Dir geb ich mich, mein Gott, aufs neue nun ganz aus Dank und Liebe hin. Erwecke mich zu steter Treue und bilde mich nach deinem Sinn. Was dir mißfällt, sei fern von mir und heis lig sei mein Leben dir! 5. Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getreu, nie mein Gelübd aus Leichtsinn breche, steh, Gott, mit deiner Kraft mir bei, und fall ich, so verwirf mich nicht, o Herr, vor deinem Angesicht! Mel. Wer nur den lieben Gott 223 ch bin getauft nach Jesu Lehren, dich, Vater, deinen Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein Christ zu sein, mich hier schon und einst dort zu freun. 2. Du hast zu deines ReiMel. Jesus, meine Zuversicht ches Erben, o treuer Bater, 224 Ewig, ewig bin ich mich es hat die aus seinem Sterben dein Sohn, mein Heiland, mir gewährt; und dir mein Leben ganz zu weihn, soll selbst dein Geist mein Beistand sein. 6. Erwecke mich durch deis ne Gnade zum steten Ernst der Besserung und leite mich auf sicherm Pfade des Glaubens und der Heiligung. Gott meines Heils, sei ewig mein und laß mich stets dein eigen sein. dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Dei sen soll mein Herz sich freun, Heiligung. freun, ewig, ewig bin ich dein! 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Vater habe! Heilig, heilig will ich sein; ewig, Vater, bin ich dein! Das heilige Abendmahl. 3. Ich gelobt es, und denMel. Befiehl du deine Wege noch brach ich oft den Bund 225 Verſammelt hat der Taufe, kämpfte schon und wurde doch schwach im Kampf und matt im Laufe. Dennoch will noch Je sus mein, Gott will noch mein Vater sein! die Jünger feierlich; es nahte seine Stunde, die Abschiedsstunde sich. Die sich der Hoffnung freuten, mit ihm zum Thron zu gehn, sie sollten nun ihn dulden, ach, bluten, sterben sehn. 2. Sie sollten nun Befenner der heilgen Wahrheit sein, für sie und für die Brüder, wie er, den Tod nicht scheun. Ach, wie er jetzt so rührend beim frommen Abschiedsmahl den Freunden, den Erwählten, noch Lieb und Treu empfahl! 4. Dieß, o Gott, versprachst du mir; das hat Jesus mir verbeißen. Und ich sollte, Sünde, dir, dir ,, o Welt, mich nicht entrei Ben? Ja, ich wills; ich will nicht dein, ich will meines Gottes fein! 5. Jesum, dem ich bin getauft, bin von ihm so hoch erhoben, bin ihm durch sein Blut erkauft, Jesum soll mein Leben loben! Ihm will ich, denn ich bin sein, meine ganze Seele weihn. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf seinem Wege heilig und gewissenhaft und im Glauben wandeln möge. Und er wird mir Kraft verleihn, treu bis in den Tod zu sein. 159 Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig sein. 7. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein 3. Er sah am Kreuz sich sterben und weihte Brod und Wein, den Blick zu Gott erhoben, für sie laut dankend ein. Nehmt, sprach er, diese Gaben, das ist mein Leib, mein Blut; o dentet mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 4. Wie konnten sie vergeffen, was jetzt ihr Lehrer that, der scheidende Geliebte jetzt, ach, so zärtlich bat! Nehmt 160 Werke und Wohlthaten Gottes. Nehmt hin, für euch gege- Denn schon hienieden ge ben wird dieser Leib, dieß währt die Tugend euch BeBlut; o denket mein, ihr seligung. Lieben, so oft ihr solches thut! 5. Nun ward dieß Mahl zur Feier: stets schwebte liebreich, mild und hehr vor ihren Blicken des treusten Freundes Bild: gab ihnen reinre Liebe, zur Tugend höhern Muth. Sie opferten der Wahrheit mit Freuden Gut und Blut. 6. Auch uns zum Heil gestiftet ward sein Gedächtniß mahl; für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer könnte sein vergessen, vergessen, was er bat, eh er den Weg des Todes zu unserm Heil betrat? 7. O laßt nun am Altare uns seiner dankbar freun und froh den Bund der Liebe, der Tugend Bund erneun! Sein Mahl stärk unsern Glauben, stärk ihn in Schmerz und Noth, mach heilig unser Leben, mach freudig unsern Tod. Mel. Liebster Immanuel 226 Naht dem Altare, Unsterbliche, nahet und feiert hier den Tag der Besserung! Segnet den Festtag des Bundes! Empfahet bei Jesu Mahle Kraft zur Heiligung. Fühlt Gottes Frieden! 2. Aber gebietet auf rauheren Wegen die Tugend euch zu gehn; o wantet nicht! Blicket auf Jesum! Mit ewigem Segen, mit Ruhm vor Gott belohnt erfüllte Pflicht. Auf, auf, und ringet zum Ziel! Vollbringet den Ruf der Gottheit! Auf und wan fet nicht! 3. Bei dem Gedächtniß des Heiligen schwöret, dem hohen Tugendbund getreu zu sein! Schwört bei dem Tode des Heiligen! Höret, ihr Mitunsterbliche, den Schwur: Wir weihn in dieser Stunde dem großen Bunde der wahren Tugend uns. Gott, wir sind dein! 4. Singt dem erhabenen uster der Frommen, des Bundes Erstem, Preis und Lobgefang! Er ist zum Segen der Menschheit gekommen; vom Himmel bracht er Licht. Nun Lebenslang im Licht zu wandeln, wie er, zu han deln: dieß, Christen, sei der ihm geweihte Dank. Mel. Ein Lämmlein geht und 227 Du, Herr, haft aus Barmher zigkeit zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit wohlthätig ein geladen. Du rufft: Mühe felge, otton Heiligung. un str 161 nem Reich, verklärt, unsterb lich, Engeln gleich, dich ewig froh erhebe. 3. HISHE felge, kommt zu mir! Ich tomme, Heiland; ja, zu dir erheb ich meine Seele. Entzeuch mir deine Gnade nicht, sei auch mein Trost, mein Heil, mein Licht. Du ſiehst, 228 Hier bin ich, de oft ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden sind weit mehr, als ich vermag zu zählen. Ich fühl es wohl und leide sehr vor Unruh meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht. Verlaß mit deinem Trost mich nicht; du siehest meine Reue, Erbarmer, nimm sie gnädig an; du bist, der helfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. zu erfüllen, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen, dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entriffen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Nach deinem Troste fehn ich mich, gebückt vor dir im Staube. Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beizustehn, die nach der Beßrung trachten. Stets bleibst du deinen Worten treu und wirst ein gläubig Herz voll Neu und meines nicht verachten. ist 4. Regiere nur auch fünftig mich, daß ich vorsichtig handle und heilig, voll Vertraun auf dich, nach bei nem Willen wandle. Gib, daß, aus Dank für deine Huld, in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in dei413003 Mel. Wer nur den lieben Gott 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! Ogib von deinem Todesschmerz jetzt neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für welche du, dich opfernd, starbſt; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du fo theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht! 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott Werke und Wohlthaten Gottes. mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Got tes und des Menschen Sohn, 6. Nie will ich mich vor mich deiner zu getrösten. Ich Spöttern schämen des Dien- fühle meiner Sünden Müh; stes, den man dir erweist, ich suche Rub und finde fle mich nie zu einem Schritt im Glauben der Erlösten. bequemen, den mein Ge- 2. Dich bet ich zuversichts wissen fündlich heißt. Olich an: du bist das Heil flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr! gesinnt zu sein! 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben und, wenn er strauchelnd sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben! Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast! 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, groBer Lebensfürst, den Völfern sichtbar zeigen wirst! 162 Gott, an dich; ich schwöre dir beständge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbst für mich; drum bin ich dein. 9. Gebeugt lieg ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade flieBen! Mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl geſegnet sei! Mel. Ein Läntmlein geht und 229 ch komme, Herr, der Sünder, hast ihre Schulden abgethan, und wir sind Gettes Kinder. Ich denk an deines Leidens Nacht und an dein Wort: Es ist voll bracht! Du hast mein Heil verdienet. Du haft für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget der ne Sünden, und läßt in sei nem Mahle hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn! die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich ertauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch teine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich bin Heiligung.dum str 163 bin der Weinstock; bleib an du an mich gewandt! D mir: so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! stärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertraun auf dich, daß ich, solang ich lebe, mich an deine Gnade halte! 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den süßen Trost empfinden, daß ich in deines Vaters Huld gewiß Vergebung meiner Schuld auf Buße finden werde! 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen! Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir Mel. Es ist das Heil uns 230 preife dich, gefällt, und alle Furcht und Ich o Herr, mein Lust der Welt standhaft zu überwinden! Heil, für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich: o gib, daß meine Seele sich deß emig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erquidung in der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft: das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbeſt. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von deiner großen Güte. Wie viel hast 6. Laß mich mit Glanbensfreudigkeit vom Bundesmable essen und der Verbrüdrung heilgen Eid undankbar nie vergessen, daß ich aus echter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sei, dir und den Brüdern lebe! 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen! Nimm alle Hindernisse weg, die steile Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet! 8. 3um ewgen Leben haft du dich für mich dahingegeben. 164 Werke und Wohlthaten Gottes. gendbahn dann gehe zum Altar hinan. geben. Dein Abendmahl er- dann nahst du dich der Tuwecke mich, mit Ernst da nach zu streben! Herr, mache mich dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. 5. Beschämt und mit ge beugtem Sinn schau auf den großen Dulder hin, der liebreich für die Sünder starb und ihnen Gottes Huld erwarb; dann glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt. 6. So, frei von Heuchelei und Wahn, müss Jeder sich dem Mahle nahn, das du in deiner letzten Nacht, o Herr, zum Denkmal uns gemacht! Da dämpfe der Gedank ans Kreuz der Thorheit Lust, der Sünde Reiz! 7. Da rühr uns tief dein göttlich Bild und mach uns liebreich, sanft und mild; da schenk dein Geist uns Muth und Kraft zum Kampfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durchs Leben gehn, dem Tode froh entgegensehn! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 231 Chrift, eile niemit sicherm Sinn zum Liebesmable Jesu hin, denk nicht, des großen Dulders Blut macht jedes Sünders Laster gut! Weh dem. der dieses Mahl entweiht durch Selbstbetrug und Sicherheit! 2. Wer sich zu ihm unwürdig naht, der häuft die Schuld der Missethat. Sei nicht dein Feind, empfah es nicht dir, ach, zum strengeren Gericht! Nein, erst empfinde tief dein Herz der Sünde Schmach, der Reue Schmerz! 3. Erst sei dein Borsatz fest und rein, nicht mehr der Sünde Sklav zu sein; erst gib zurück, was deine Hand durch List, durch Trug, Raub entwandt, Zürnender, versöhne dich mit deinem Bruder brüderlich! 4. Befiegst du so in deiner Brust des Lasters Macht, die böse Luft; bist du entschlossen und bereit, zu kämpfen manchen harten Streit: sdse Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 232 Naht mit Un An Gemüth, Brüder, christlich dem Altare; wer in Jugendfülle blüht, und der Greis im Silberhaare, hoch und niedrig, arm und reich, naht: hier seid ihr alle gleich! 2. Stärkt euch für die höhre Welt! Fließt, der Lie Heiligung.cum shol Liebe Thränen, fließet! Wer vom Brode jetzt erhält, wer vom Weine jetzt genießet, fühl Entzücken inniglich, stärke für den Himmel sich! 3. Stärkt euch, bleibet rein und gut; denfet Alle: Wir sind Brüder! denket: Jesu Christi Blut floß für uns am Kreuze nieder; Menschenwürde, Menschenfinn uns zu lehren, floß es hin. 4. Der uns lehrte, Kraft und Gut für der Brüder Wohl zu geben, gab für Wahrheit hin sein Blut, gab für Tugend hin sein Leben, hat, was er empfahl, geübt. O, wie hat er uns geliebt! 5. Dentet seiner! Thränen fließt! Freudenthränen weinet, Brüder! Wer vom Brode jetzt genießt, wer vom Weine trinket, Brüder, denfet an den Menschenfreund, denkt an Jesum, dankt und weint! 6. Laßt mit heiligem Gemüth all uns nahen dem Altare; wer von Lebenskräften glüht und der Greis an naher Bahre, hoch und niedrig, arm und reich! Brüder, hier sind Alle gleich! 7. Alle gehn wir Eine Bahn, Alle gehn wir zu dem Ziele edler Menschlichfeit hinan. Voll der seligsten Gefühle bete Jeder in165 niglich, stärke für den Himmel fich! r 8. Wer den Kelch des Nachtmahls trinkt, wer vom Brode jetzt genießet, wer in Andacht fromm versinkt, wem der Reue Thräne fließet, ist mein Bruder, ist mein Freund: und ich habe keinen Feind. 9. Fließt, der Liebe Thränen, fließt! Vorgefühl der Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Trost im Leis den; fühlt euch all als Menschen gleich, fühlt als Himmelsbürger euch. 10. Jesus Christus hat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben; laßt uns Kräfte, Geist und Gut Menschen widmen, für sie leben; laßt uns zu des Himmels Höhn auf der Bahn der Liebe gehn. Mel. Freu dich sehr, o meine f 233 eller Ehrfurcht, Dank und Freuden, komm ich, Herr, auf dein Gebot, zu dem Denkmal deiner Leiden und gedenk an deinen Tod. Mittler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu le= ben, sei mein eifrigstes Bestreben! 2. Ich empfind es jetzt aufs neue, was ich dir, Herr 166 Werke und Wohlthaten Gottes. Herr, schuldig bin. Du den Augen seßen, wie nur du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Dienste hin; wiesest mir den Weg zu Gott und ertrugst den schwersten Tod, mir im Leben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. der daran hat Theil, der auf deine Stimme hört, mit Gehorsam dich verehrt und in deinem Dienst auf Er den immer besser sucht zu werden! 3. Durch dich ist zu Gottes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tugend selgem Pfade fest einherzugehn, verschafft. Und du rufft aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme und mich deiner niemals schäme. 4. Sollt ich, Jesu, denn vergebens diese deine Huld empfahn? Nicht zur Beßrung meines Lebens mich zu deinem Tische nahn? Ja mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheun, und dich durch ein dir geheiligt Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. dir. 5. Diesen Vorsag, den ich habe, thätig dankbar zu sein, präg ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein! Gib mir Kraft, ihn zu vollziehn! Lehre mich mit Vorsicht fliehn, was ihn fönnte bei mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen! 6. Laß mich über Alles schätzen dein mir theur erworbnes Heil und nie aus 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird je mein Glaube schwach, o so hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wante, nie ermüde! So erquicke mich dein Friede! 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmher zig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Treu beständig ist. Herr, ich hoff es froh und fest, daß sie mich auch nie verläßt. Zu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch leiten. Mel. Schmücke dich, o liebe S. 234 Schicke dich, er gläubig nach des Herrn Bes fehle seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bangsten Ted gegeben, dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. 3um Genusse seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen; eil ihm demuthsvoll Heiligung. stek 167 voll entgegen und nimm und dich dankbar froh erheTheil an seinem Segen. Komm getrost, es ist sein Wille, komm und schöpf aus seiner Fülle neuen Muthund neue Triebe zur Verehrung feiner Liebe. ben. Deine Huld ist unermeßlich; Herr, sie sei mir unvergeßlich, daß ich dich aus frommem Triebe thätig ehre, folgfam liebe! 7, Du, dem dort der Frommen Schaaren, die, wie ich, auch Sünder waren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue und dir einst mein Danklied weihe! 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Seelenruhe zu empfangen. Deine Liebe soll mich stärken in dem Fleiß zu guten Werken. Mit den heiligsten Entschlüssen will ich Brod und Wein genießen, mich der Bruderliebe weihen, deines Todes mich erfreuen. 4. O wie fehnt sich mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ich gelob dir neue Treue; siehe, Herr, mein Herz voll Reue! Meinem findlichen Begehren wollst du deinen Trost gewähren, meiner Sünden nicht gedenken, mir Gewissensruhe schenken! 5. Ja, ich hoff auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade und mit neuer Kraft zum Werke meiner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, Jedem, der Gott sucht, erwarbest, Seelenruh und ewges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich mich stets freuen, ganz mich meinen Pflichten weihen, nur nach deinem Willen leben Mel. Schon ist der Tag von Gott 235d will den Bund Herrn bei seinem Mahl erneuern; ich will, von Weltgeschäften fern, heut sein Ges dächtniß feiern. Der Tag sei hehr und heilig mir! Froh soll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, sich erheben! 2. Mich führe nicht Gewohnheit hin, nicht der Betrug der Sünde, als ob ein unbekehrter Sinn dadurch schon Gnade finde. Nein, frei von niedrer Heuchelet, von eitlem Selbstbetruge frei, will ich dein Mahl heut feiern! 3. Zum Eigenthume will ich mich aufs neue dir ergeben; bekennen will ichs öffentlich, dein Sterben sei mein 168 Werke und Wohlthaten Gottes. mein Leben. Solang ich Herr, mit Dank des Bundes athme, will ich dein und heilgen Tranf und geloben deiner Liebe mich erfreun vor dir aufs nen der Tu und sie noch sterbend preisen. gend Treu, daß uns dein Tod stets Segen sei. 4. Mit Reue will ich meine Schuld vor meinem Gott gestehen und, unwerth seiner Vaterhuld, ihn um Bergebung flehen. Laß mich mit gläubigem Vertraun auf dich, mein treuer Mittler, schaun und Seelenruhe finden. nd is 2. Bu der Tugend höhern Werken, zur Liebe jedes Herz zu stärken, dazu ward dieses Mahl geweiht. Wie fein Stifter hier zu wandeln, stets liebreich, gut und fromm zu handeln, sind wir ent schlossen und bereit. Reicht, Christen, euch die Hand! Wir gehn ins Vaterland beßrer Wesen. Mit Freudigkeit geht im Geleit der Liebe durch Gefahr und Streit! 5. Es sei das Mahl der Liebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, daß ich mit frohem Muthe dir folg auf der Tugend Pfade, mich immer meines Vaters freu und voll der frohen Hoffnung sei, den Himmel einft zu erben! 3. Sie erfüllt mit Muth die Herzen, sie duldet Alles. Denkt der Schmerzen, die Jesus für uns Menschen litt! Laßt uns treu einander lie ben, treu jede Liebespflicht uns üben, für sie auch strei ten, wie er stritt! Der Men schenliebe weihn bei seinem Brod und Wein, wir uns alle. Wer Mitleid übt, gern hilft und gibt, der ists, der Jesum Christum liebt. 34. Gott zu leben, Gott zu sterben und seinen Himmel zu ererben, dieß ist des Le bens hohes Ziel. Jesu, bilf es uns erringen; hilf Sünd und Laster uns bezwingen: richt auf den Schwachen, welcher fiel! O stärt uns all im Lauf; schließ uns den Himmel auf, wann wir sters ben! 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, Gott über Alles liebe, durch dein Verdienst mit ihm vereint, das Gute eifrig übe! Gefällig ist dir dieser Dant; ihn will ich dir mein Leben lang mit reinem Herzen bringen. IS vio bu Mel. Herr, wir fingen 236 Herr, wir feiern dein Gedächtniß. Uns freut das heilige Vermächtniß vor deinem blutgen Opfertod. Deiner nimmer zu vergessen, nahn wir uns dem Altar und es sen mit Dankgefühl des Bundes Brod. Wir trinken, se 169 diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth sein! Der Chor. 4. Tröste, die in Tranrigkeit über ihre Seele wachen; stärke, Herr der HerrMel. Herr, wir fingen deiner 237 Herr, du wollst fie lichkeit, ihren Glauben, hilf Heiligung. ben! Von dir herab strömt Licht ins Grab; wir trocknen unsre Thränen ab. deines Mahles Seligkeiten; sei mitten unter ihnen, Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß sie, o Sohn, sich würdig nahen, durch dich vergeffen Sünd und Tod! Denn nur von Sünde rein sind sie, o Jesu, dein, deine Freunde. Laß, laß sie sehn in jenen Höhn von fern der Ueberwinder Lohn! Die Gemeinde. Mel. Jesus, meine Zuversicht 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, miterlöste Brüder, all auf Christi Tod getauft, alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, kommt, erneut euren Bund der Seligkeit! 2. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben. Seht, wie er die Sünder liebt, da er selbst sich für sie gibt! 3. Die mit voller Zuversicht deines Heils, o Sohn, fich freuen, laß sie stets in von ferne stehn, können unerhört nicht flehn. 5. Nehmet hin und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! 6. Hoherpriester, Jesu Christ, du bist einmal eingegangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott! 7. Hoberpriester, ja, du bist auch für diese eingegangen! Sprich sie los, Gott, Jesu Christ, wann sie nun dein Mahl empfangen! Laß sie fühlen: ins Gericht kommen, die da glauben, nicht! 8. Augenblick voll heilgen Grauns, voller Wonn und süßen Bebens! Theures Pfand des künftgenSchauns, Ueberzeugung jenes Lebens! Schütte deine Gnad auf ste, alle deine Gnab auf sie! 9. Nehmet hin und est sein Brod! Jesus Christus $ ward Werke und Wohlthaten Gottes. 170 ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! Der Chor. 2. Nehmt und eßt zum ewgen Leben! Nehmt hin und trinkt zum ewgen Leben! Der Friede Christi sei mit euch! Nehmt und eßt zum ewgen Leben! Nehmt bin und trinkt zum ewgen Leben! Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eu re Seele sei bis in den Tod getreu! Amen! Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl der Sieger, die der Richter frönt! Die Gemeinde. 10. Jesu Christi Mittlertod werd in aller Welt verfündigt! Jesu Christi Mittlertod, der vorm Richter uns entsündigt! Jesus Christ, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. In das Chor der Himmel schwingt, Herr, sich unser stammelnd Lallen. Wenn, von Seligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, fingt ein beßrer Lobgesang für dein Sterben Preis und Dant. 12. Ausgeschüttet warest du, warst, wie Wasser hingegossen; suchtest, fandest feine Ruh! Deine Todes wunden flossen, strömten über, ach, vom Blut, dei nes großen Opfers Blut! 13. Nehmet hin und eft sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün der in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Todward er, in der Sünder Tod! 14. Deiner Zunge Durft war heiß; heißer noch der Durft der Seele! Müd, in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele ledzte schmachtender zum Herrn! Doch schien seine Hülfe fern. 15. O wie warst du fürchterlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu ret ten vom Verderben! Ewig faffen dein Gericht endliche Gedanten nicht! 16. Jesus rief: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? starb darauf den Kreuzestod. Wer kann diese Liebe fassen? Fluch und Tod sind nun nicht mehr. Gebt, ach, gebt dem Mittler Ehr! 17. Nehmet hin und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün der in den Tod! Nehmt und sho Heiligung.d 311800 171 und trinkt! Ihr trinkt das Mel. Schmücke dich, o liebe Seele Leben! Hingegeben in den 239 Heiland, groß an Tod ward er, in der SünHuld und Treue, der Tod! Em en ſteh, ich widme dir aufs neue bei dem Denkmal deiner Liebe dieß mein Herz voll heißer Triebe, dir in mei nem Lauf auf Erden immer dankbarer zu werden und an deines Segens Gaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dieß Opfer dir gefallen! Du versprichst ja selbst es Allen, die nach deinem Heil verlangen, daß sie Gnad um Gnad empfangen und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu empfangen sollen. O wie könnteſt du das Flehen meines Herzens denn verschmähen! 3. Nein, ich trau auf dein Versprechen. Herr, du kannst es mir nicht brechen; denn du siehest mein Bestreben, nur nach deinem Wort zu leben. Stärke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusse, dich und deine heilgen Lehren mit Gehorsam zu verehren! Der Chor. 3. Die dein Kreuz in jenen Tagen der Märtyrer dir nachgetragen, verließen oft des Bundes Mahl, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Todes Qual! Gib, Herr, Beständigkeit auch uns; nicht Lust, nicht Leid laß uns scheiden von dir, daß treu die Seele sei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt! Mel. Wer nur den lieben Gott 238 Nimm imm hin den Dank für deine Liebe, erhabner Mittler, Jesu Christ! Gib, daß ich nun mit Freuden übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist! Es müsse deines Todes Pein mir immerdar zum Segen fein! 2. Heil mir! Dein Brod ward mir gebrochen; ich trank, Herr, deines Bundes Wein. Von Herzen hab ich dir versprochen, dir bis zum Tode treu zu sein; und feierlich gelob ichs dir: ſei du nun Hülf und Beistand mir! 201900 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schuldig bliebe, wie verwerflich würd ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb, auch mir zum Leben in den Tod dich hinzugeben! Welche Qualen im Gewissen würd ich einmal fühlen müssen! $ 2 5. Nein, 172 Werke und Wohlthaten Gottes. 5. Nein, so strafbar, so vermessen will ich nie der Pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich führet. Ewig dir nur anzuhangen, ist mein sehnlichstes Verlangen. Hilf du selbst nur meiner Seele, daß sie nicht das Ziel verfehle! 6. Bringe mich durch deine Gnade auf des wahren Glaubens Pfade immer näher zu dem Ziele, wo ich ganz mich selig fühle. Laß indessen mich hienieden deinen mir erworbnen Frieden im mer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen. 7. O wie wird mein Herz sich freuen! Welche Jubel wird dirs weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest! Nichts wird dann mich weiter stören, dankvoll, Heiland, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freuden deines Himmels ewig weiden. Mel. Wann mein Stündlein 240 Seiland, des sen hohen Werth des Sünders Herz empfindet, der reuvoll sich zu Gott bekehrt, auf dich sein Heil nur gründet: auch ich, ich Sünder suche dich; erbarme dich auch über mich und laß mich Gnade finden! 2. Ich nehm an deinem Segen Theil; daß ich nicht trostlos bliebe, reichst du auch mir, zu meinem Heil, dein Mahl, dieß Pfand der Liebe. Ich nehm es und empfinde dann, wie viel du auch für mich gethan, wie viel, mich zu beglücken. 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut, für mich dahingegeben: du starbft, der ganzen Welt zu gut, er warbst auch mir das Leben. Ich eß das Brod, ich trint den Wein, um ganz mit dir vereint zu sein, um ganz für dich zu leben. 4.D laß mich deines Mah les Kraft in meinem Glau ben stärken! Die Zuversicht, die es verschafft, treib mich zu guten Werken, zum Eifer in der Heiligung, zur wahren Herzensbesserung, zum Kampf mit bösen Lüsten! 5. Wie? sollt ich diesen Lüsten noch zu meiner Schan de dienen? Ich trüge noch ihr sklavisch Joch? Ich soll te mich erfühnen, den Hei land, der für mich auch starb, mir Gnade, Trost und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? 6. Nein, göttlicher Erret ter, nein, laß mich das Böse haffen, mich jeden Reiz der Sünde scheun und Muth zum Kampfe fassen, bein Mahl nicht unbekehrt ents weihn plap Heiligung. Milorsin!! 173 satz dich betrüben, Alles, was du liebest, lieben. Doch ich kenne meine Schwäche, Jesu, da ich dieß verspreche. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele Morgen ist wohl schon gebrochen, was ich heute dir versprochen. 241 err, der du dein theures Leben weihn und den Entschluß, bir treu zu sein, mit Freudigkeit rollbringen. für mich in den Tod gegeben, mich soll deine Liebe bringen, deinen Willen zu vollbringen; drum fomm ich, von dir geladen, zu dem Mahle deiner Gnaden, dir mein ganzes Herz zu weihen und den Bund heut zu erneuen. 2. Ja, dir schwör ichs, mein Befreier von dem Tode, hoch und theuer, dich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Seele lieben; immer will ich mich bestreben, nur nach deinem Sinn zu leben; mich soll weder Lust, noch Leiden, Herr, von deiner Liebe fcheiben! 3. Ich gelob aus treuem Herzen, meiner Brüder Noth und Schmerzen täglich brüderlich zu lindern, Elend, wo ich fann, zu mindern. Ich gelobe dir, mit Freu den auch das Unrecht still zu leiben, ungebulbig nie zu flagen, an Gott niemals zu verzagen. 4. Was du basseft, will ich hassen, ganz von dir mich leiten lassen, nie mit Vor5. Darum hilf du mir und stärke mich zu jedem guten Werke; komm und eile, mich vom Bösen, das ich thun will, zu erlösen; hilf den ersten Reiz der Sünden, den, ach, den mir überwinden; laß mich ihre Folgen schrecken und der Unschuld Freuden schmecken! 6. Laß mich deine Treu ermessen, deine Liebe nie ich ab vom Guten, Herr, vergessen! Laß mich, weich dich sehn am Kreuze bluten! Liebe schlug dir deine Wunden; das soll mich in dunfeln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, erhabnem Trost ermit quicken. Christen sich auf deine 3u7. Gib, daß ich und alle Funft rüsten, daß, wenn heut dein Tag schon käme, feiner, Herr, vor dir sich schäme! Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren? Nach $ 3 174 Unsterblichkeit und Vergeltung. led his ( Nach der Kommunion. Mel. Wie groß ist des Allmächtpub gen Güte. 242 V Pollbracht ist nun die heilge Feier: verkündigt ward von uns dit mal Unsterblichkeit 35d 30 und Vergeltung. und Leben, o dann verlaß mich nicht! mel. Befiehl du deine Wege 4. Hilf, Todesüberwinder, mir dann in meiner 243 Die auf der Erde Angst, der du zum Heil wallen, die Sterblichen, sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft: doch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft. der Sünder selbst mit dem Tode rangst! Und wann des Kampfes Ende gewal tiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du er Löset haſt! 2. Getroft gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Netter, erzittert und verzagt. 5. Des Himmels Wonn und Freuden ermißt fein sterblich Herz. Trost für kurze Leiden, für kurzen To desschmerz! Dem Sütnden überwinder sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Keld des Todes tranf! Tod. dein Tod. O dein Gedächtniß sei uns theuer und un vergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erkalten und vergehn; laß würdig einst am Keronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! 3. Wann diese Bahn zu gehen, dein Will einst mir gebeut; wann vor mir offen stehen Gericht und Ewig teit; wann meine Kräfte beben und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod boll 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die, aufgelöst zu werden, mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, wenn Gott, ihr Gott, gebeut, gehn ste ge trost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Mel. bg Tod. Tod. Hitfall 175 Mel. Was Gott thut, das ist Gott geboren. Für ihn ist, 244 nur kurz ist hier kämpft er nur als Held, die Krone nicht verloren. mein Aufenthalt, ich bleibe nicht auf Erden. Das Herz, das jetzt noch kräftig wallt, wird einst entkräftet werden. Zerrüttet sinkt, wann Gott mir winkt, mein Staub zum Staube nieder; mich selbst erhebt Gott wieder. Er tritt hervor und schaut empor; die Krone strahlt im Himmel, hier nicht im Erdgetümmel. 2. Ich selbst bin mehr, weit mehr, als Staub; er ist nur meine Hülle. Ich selbst bin nicht des Todes Raub; ein Geist hat Lebensfülle. Wenn auch die Welt in Trümmer fällt; er jauchzt, daß er noch lebet und aus den Trümmern schwebet. 6. So tämpfe denn, mein froher Geist! Sei muthig: du wirst fiegen. Nur deines Leibes Band zerreißt; du selbst wirst nicht erliegen. Dein Lebensquell fließt ewig hell; er tränft nach kurzen Leiden dich mit des Siegers Freuden. 7. Nur kurz ist hier dein Aufenthalt. D Dank dem Freudengeber! Wer weiß, wie bald die Stimme schallt: Verlaß das Land der Gräber! Dein Vaterland ist dir bekannt. O sei nur gut e und weise und rüste dich zur Reiſe! 1196 3. Was fürcht ich denn des Todes Macht? Sie kann mich nicht erreichen. Was fümmert mich des Grabes Nacht? Sie muß dem Tage weichen. Tag des Danks, Mel. Jesus, meine Zuversicht des Preisgefangs! Wann 245 Wie im HerbBlicken das dunkle Thal entrücken? 4. Hier glänzt noch nicht mein höchstes Ziel. Was kann die Erde geben? Sie gibt, und gäb sie noch so viel, kein reines Freudenleben. Mein Geist begehrt, was ewig währt und ihn auch dann erheitert, wann alles Andre scheitert. 5. Er ist ein Glied der höhern Welt; er ist von Laub, wirst du einst, mein Leib, zerfallen; wirst zerstäuben, Staub zu Staub, und wie leicht Gewölf verwallen, ruhen in des Grabes Schooß, jedes Erdenfummers los. 2. Doch nicht für die Erde nur gab der Vater mir das Leben; ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben; hier ist nur $ 4 mein 176 Unsterblichkeit und Vergeltung. mein Uebungsstand; jenseits Met. Alle Menschen müssen sterben ist mein Vaterland. 246 Dir zu leben, dir zu sterben, ewig, Vater, dein zu sein, mit des Himmels frommen Erben hier schon deiner mich zu freun und mit ruhigem Gewissen einst mein Auge sanft zu schließen; diese Gnade wünsch ich mir; sie er bitt ich mir von dir! 2. Daß ichs könne, laß mich streben, frei von Wahn und glaubensvoll und gerecht vor dir zu leben und zu leisten, was ich soll! Ja, mein Gott, gib Licht und Stärke, daß im Fleiße guter Werke ich beständig dir getreu, ieder Tugend Vorbild sei! 3. Jenſeits überm Staub beginnt erst mein echtes, wahres Leben; dort erst reift zum Mann das Kind, dort erst werd ich mich erheben zu der Tugend, die nicht fehlt, Irrthum nicht für Wahrheit wählt. 4. Dort erst ist mein Auge nicht trüb und schwach mehr für die Wahrheit; dort umgibt mich reines Licht; dort wird Alles mir zur Klarheit; dort erscheint mir unverhüllt sie, die Wahrheit, nicht ihr Bild. 5. Auf der immer lich tern Bahn seh ich dann mit hellern Blicken, was, Erbarmer, du gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier bein Plan; dort bet ich ihn freudig an. 6. Jauchz, o Seele, fühle dich! Einst schwingst du dich auf vom Staube! Heil mir! einst belohnet mich, wenn er thätig war, mein Glaube! Furchtbar ist mir nicht der Tod, wenn ich that, was Gott gebot. 7. Ohne Furcht und ohne Graun werd ich ihm entgegengehen, werde Gott an betend schaun, werde, wie er ist, ihn sehen, weil mein Tod durch Jesum Christ Eingang in den Himmel ist. i d hi MISNE 3. Allen will ich nützlich werden, ungehorsam feiner Pflicht, nie ein Nergernis auf Erden, auch nach mei nem Tode nicht. Seelen noch nach seinem Sterben ihre Freuden zu verderben, sie zu reizen, dich zu fliehn: welch ein Fluch! wie fürcht ich ihn! 4. O wer wollte nicht auf Erden immer streben, gut zu sein, um ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun? Ja, ich will die Sünder locken, daß sie nie ihr Herz verstocken und mit mir zum Ziele gehn, deine Herrlich feit zu sehn. 5. Daß Tod. 177 glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Ent zücken laß meine Seele fehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst und wie du, Uleberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanke: Wo ist dein Stachel, Tod? stärt mich, daß ich nicht wante in meiner Todesnoth! So ist, obgleich ich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen sein. Dir trauet will ich meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele, der du die Liebe bist. gings 5. Daß auch, was ich hinterlasse, nie zur Ungerech tigkeit, nie zu Zank und bitterm Haffe meinen Erben Reiz verleiht, will ich früh schon weislich sorgen; denn mein Tod ist nicht verborgen. Freudig scheid ich von der Welt, hab ich so mein Haus bestellt. 6. In den letzten Augenblicken sei mein Herz von Sorgen frei! Sagen müsf ich voll Entzücken: Du, mein Vater, stehst mir bei, du, dem ich nun meine Seele und die Meinigen empfehle! Welch ein Ende! Guter Gott, gib mir einen folchen Tod! Mel. Valet will ich dir geben 247 Gern mich ergeben, dich zu verlaffen, Welt: ich geh zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was wärs, das mich betrübte? den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: Kommt her, beladne Herzen, zu mir und findet Ruh! Dieß Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner letzten Stunde mir Geist und Leben sein! 3. Mit dir muß es mir Mel. Nun laßt uns den Leib 248 Wie sicher lebt der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: Ich denk $ 5 in Unsterblichkeit und Vergeltung. 178 in Glück und Noth, im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht wei fer macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. d 5. Der Tod rückt Seelen vors Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei stets wachsam und bereit, prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein: dieß macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb erfüllt: dieß ist es, was in Chrifto gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir! be 10. Der Zwed, zu welchem du hier lebst, dein Ziel, wonach du weise strebst, und was dir ewig Heil verschafft, ist: Tugend durch des Glaubens Kraft. 11. 3hr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie oft vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht; drück tief des Todes Bild mir ein und laß es in mir wirksam fein; 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried und Treu die Frucht des Geistes in mir sei; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh und freudig durch des Glaubens Macht im Tode ruf: Es ist vollbracht! Mel. Wann mein Stündleim 249 Du wirst, o Ba für mein Wohl auch einst im Tode sorgen; nur wann und wie ich sterben soll, das hast du mir verborgen. Mein Ende steht allein bei dir. Erhalte nur den Glauben mir, daß du es weislich ordnest! 2. Gib, daß ich meine höch Lod.hildofull höchste Lust an meinem Heiland habe und, seiner Liebe mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe! Auf ihn, der für die Sünder starb und Trost und Hoffnung mir erwarb, laß freudig mich vertrauen! 3. Die Kraft," zu denken, bleibe mir, wenns sein kann, bis ans Ende, damit mein Geist sich stets zu dir und wende und vell Gedanken, Gott, an dich zuletzt von diesem Leibe sich getrost und ruhig scheide. 4. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, und schnell und angstvoll sterben; so führe nur auch dieser Tod mich zu des Himmels Erben! Ach, hilf nur, daß ich alle zeit zur Rechenschaft vor dir bereit als Christ die Welt verlasſe! 5. Empfind ich keine Freubigkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Gelaffenheit aus meinem bangen Herzen; dann, guter Vater, rechne du die Schwachheitsfehler mir nicht zu, die ich begehen könnte! 6. Nimm auch verborgne Seufzer an und laß, wenn ich nicht beten, nicht denten und empfinden kann, mich deinen Sohn vertreten! Geheiligt müß ich dir nur sein; dann bin ich, Gott, 179 mein Vater, dein im Leben und im Tode! 7. Ja, bleib ich immer, wo ich bin, nur dir, o Herr, ergeben, dann ist der Tod nur mein Gewinn und Christus ist mein Leben. Und geh ich nur zum Himmel ein, so will ich mich bes Endes freun, ich sterb auch, wie ich wolle! Mel. Wer nur den lieben Gott ch will dich noch 250 h mi erhe ben, selbst nah am Grabe preis ich dich: zum Segen gabst du mir mein Leben; nimmst du es mir, du seg nest mich. Mein Leben sucht ich dir zu weihn; mein Tod soll auch dir heilig sein. 2. Gott, welche feierliche Stunden, wann du mich nun der Erd entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbar mung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlösten nicht. 3. Der Leib wird schwach, die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; ich eile hier mit jedem Schritte entgegen einer beßren Welt. Ich bin getrost und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuversicht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbst? Er ist durch $ 6 dich Unsterblichkeit und Vergeltung. 180 dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du gingst voran: ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir den letzten Schrecken bräun: bu hilfft mir, Herr, die Welt bezwingen; ben Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nab am Ziele sink ich nicht. 6. Du wachest über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert; gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht und mir des Lebens Krone reicht. 2. Schnell und unaufhaltbar fliehn die mir zugezählten Stunden. Wie ein Traum sind sie dahin und auf ewig dann verschwunden. Dieser Augenblick ist mein; wird es auch der fünftge sein? 7. Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe preis ich dich; denn ewig werd ich bei dir leben und ewig freu ich bei ner mich. Durch dich ist Sterben mir Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset bin! 3. Laß mich bei der Flüch tigteit meiner Tage nie ver gessen, wie unschätzbar ſei die Zeit, die du, Herr, uns zugemessen, wie, was hier von uns geschieht, ewge Fol gen nach sich zieht! 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohl fahrt, dir zum Preis, jede Stunde auszutaufen, die zu meiner Seligkeit deine Gnade mir verleiht! 5. Deine schonende Ge duld trage hier mich nicht vergebens! Herr, verzeihe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl so benutzte, wie ich soll! 6. Laß mich meine Beffes rung für mein Hauptge schäfte achten und nach meiMel. Jesus, meine Zuversicht 251 Herr, ich hab aus, ner Heiligung mit so treuem deiner Treu, Eifer trachten, als erwartete mir zum Heil, noch Zeit in noch heut mich Gericht und Händen. Gib, daß ich stets Ewigkeit. eifrig sei, fie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft! 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an Tugends früchten sei und ich reif zum Himmel werde! Na het Tod. het dann mein Ende sich, o so stärk und tröste mich! Mel. Dein sind wir, Gott 252 Mein Leben steht in Gottes Hand; er thut, was er mir heilsam fand! Er zählte mir, so wie mein Haar, schon eh ich war, auch meine Lebensstunden dar. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2. 3ch nütze mit Zufrie- 253 Meine Sebensdenheit die Tage meiner Sterblichfelt. Wie väterlich versüßt sie Gott! Doch Müh und Noth sind ihr Gefolg und dann der Tod. verstreicht; stündlich eil ich zu dem Grabe. Und wie wenig ists vielleicht, das ich noch zu leben habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht, denn Eins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Beugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 3. Die Blume pranget und fällt ab; so blüht der Mensch und sinkt ins Grab. Nicht Jugend schützt, nicht Stand, noch Geld; Nichts in der Welt ist, was ihn davor sicher stellt. 181 dein Wort: Gott, unser Hort, vereint uns bald auf ewig bort. 7. Den Trost, o Jesu, bank ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hasts verheißen: Ihr seid mein, auch ihr sollt sein, wo ich bin, und euch ewig freun. 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Pilgerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir.is 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon froh voran gegangen ist. 6. Froh werd auch ich, wenn dirs gefällt, ein Bürger der vollkommnen Welt. Den Meinen sag ich auf 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht! Gott ist deine Zuversicht. $ 7 5. Daß 182 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie bald du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun! Unsterblichkeit und Vergeltung. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, die weil der Tod viel Wege hält. Dem Einen wird das den Scheiden herbe, fanft geht ein Andrer aus der Welt. Doch, wie du willst; gib nur dabei, daß ich wohl zubereitet sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht wo ich sterbe und wel cher Sand mich einst bedeckt. Doch wenn ich nur den Trost ererbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, so nehm ich jede Stelle ein: die Erd ist allenthalben dein. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gett zu schaun, mich empor einst aus dem Staube. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag! mache du mich stets bereit hier in der Zeit zur Ewigfeit! 5. Drum, liebster Gott, wann ich nun sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir! Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe und hab ich ihn im Glauben hier, Mel. Wer nur den lieben Gott 254 Mein Gott, ich so gilt mirs gleich und gebt weiß wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches mirs wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. Mel. Mein ganzer Geift. Erbe, das ewig dauert und 255 Wie wird mir o besteht. Drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe! die Blume muß gar schnell verblühn. Drum mir sein, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde? Von keiner Sünde mehr entweibt, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich innig, meine Seele, und er pathgro Tod. inf 183 noß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! heilig! beilig! fingen wir dir, bringen Preis und Ehre! Dir, der war und sein wird, Ehre! erwähle schon hienieben, was dir dient zum ewgen Frieden. 2. Besiege denn des Todes Graun, mein Geist; er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich! Ins Allerheiligste führt Mel. Christus, der ist mein dich der Weg im finstern 256 cgeh einst ohne Beben zu meiThale. Gottes Ruh unvergänglich, überschwenglich! Die Erlösten wird sie uns aussprechlich trösten. 3. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten fammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Macht, eh ich dieß Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgeſtammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen; laß mich meinen Lauf gut enden! 4. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert; laß mich, Vater, reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! Mel. Wann mein Stündlein vorhanden 5. Wie wird mir dann, 257 Wenn meine Zeit o dann mir sein, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde? Von feiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenem Tode hin; denn Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. 2. Ich scheue nicht die Schrecken der nahen dunkeln Gruft; Gott wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Und rief mich abzuscheiden, auch heute schon mein Gott; so geh ich bin mit Freuden und sterb auf sein Gebot. 4. Ich hoff ein besres Leben, das nimmermehr verfließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig herrlich ist. 5. Dann eil ich dir entgegen, mein triumphirend Haupt, und seh entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. von dieser Welt zu scheiden, ach, so verlaß, Herr Jesu Christ, mich nicht in meinen Leiden! An meinem End empfehl 184 Unsterblichkeit und Vergeltung. pfehl ich dir, Herr, meine Mel. Herr, wir singen beiner Seele, bie du hier zum 258 Selig find des Himmel hast gebildet. Himmels 2. Wenn Angst und Toe desfurcht mich drückt, mich mein Gewissen naget: io wird mein Herz mit Trost beglückt, das sonst voll Unruh zaget. Mich tröstet in der letzten Noth dein Leiden und dein Krenzestod, dadurch du mich erlöset. 3. Ich bin, o Herr, mit dir vereint; deß freu ich mich von Herzen; ich weiß, du bleibest auch mein Freund in Todesnoth und Schmerzen. Und sterb ich, o so sterb ich dir; die frohe Hoff nung hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich einst auferstehen, ins Reich, das mir verheißen ist, aus meinem Grabe gehen; denn wo du bist, soll ich auch sein und deiner Herrlichkeit mich freun, die dir dein Gott gegeben. 5. So wird mein Sterben mir versüßt; der Tod kann mich nicht schrecken: er ist ein Schlaf auf kurze Frist, und Jesus wird mich weden. Er, mein Erlöser, Gottes Sohn, wird mich mit sich zu Gottes Thron ins ewge Leben führen. Nach ben, die Todten, die im Herren sterben, zur Auferstebung eingeweiht. den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie frei von der Erde Müh. Gelobt sei Gott! Vor seinen Thron, zu seinem Sohn begleiten ihre Werte sie. In eigener Melodie. 259 Was ſorgit dn ängstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben ist wahre Ruh und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nützen, es dankbar als ein Glück besitzen, verlieren, als verlörst dus nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken, doch dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen sein. Er soll den Wunsch zum Leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in dei nen Pflichten: so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind! Sprich: follt ich Gutes wohl verschieben? Nein: meine auts Tod. meine Zeit, es auszuüben, ist kurz und sie verfliegt geschwind. 4. Denk an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt und ihre Liebe dich reizen, und ersticke fte. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt ich auch die Welt erwerben, der Sünde Lockung folg ich nie. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entriffen werden, du dann dich nicht so sehr betrübst. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnü gen zu versüßen: welch Glück werd ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 7. Denk an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wonach die Reichen streben. Sprich: bin ich hier, um reich zu sein? Heil mir, wenn ich in Christo sterbe! Dann ist ein unbeflectes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. 185 zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ists, der mir die Krone reicht. 8. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen. Sprich: alle Trübsal eines Frommen ist 9. Denk an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Frechen; doch endlich kommt er, sie zu rächen, und plötzlich werden sie vergehn. 10. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: nein, mich kann der Herr nicht haffen, er wird mich sterbend nicht verlassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. 11. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen: so wirst du ihn nicht zitternd scheun; so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 260 Wer weiß, wie nahe mein Ende! Hin geht die Zeit, her fommt der Tob. Ach, wie geschwind, ad wie behende kann kommen meine Todesnoth! Gott, gebe dann mir Kraft und Muth Unsterblichkeit und Bergeltung. 186 Muth und machs mit mei nem Ende gut. 2. Es fann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; solang ich lebe auf der Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Ich, der ich jetzt gesund noch bin, fint, eh ichs denke, traftlos hin. 3. Herr, lehr mich stets ans Ende denken und laß mich, eh ich sterben muß, das Heil der Seele wohl bedenken und nicht verschieben meine Buß; denn je. ner ernste Augenblick bestimmt mein ewiges Geschick. 4. Laß zeitig mich mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und fagen könn in allen Fällen: In voriger Melodie. Herr, wie du willst, so schicks bei jedem Glockenschlag ich an mein Ende denken mag! 5. Erhebe meinen Sinn zum Himmel, verbittre mir der Sünden Lust. Gib, daß in diesem Weltgetümmel mir nichts, als Unschuld, sei bewußt; so eilt, wann diese Hütte fällt, der Geist in eine beßre Welt. 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde um Jesu Christi willen zu, damit ich bier Vergebung finde und dort bei dir vollkommne Ruh! Du warst mein Gott in jeder Noth: drum Cinste sei auch Vater mir im Tod! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod; er bleibt im Leiden meine Freu de, mein Schuß, mein Alles in der Noth. Er endet selig meinen Lauf und nimmt mich dann im Himmel auf. 8. So komm mein End heut oder morgen; ich weiß, daß mirs mit Jeſu glückt. Er ists, der mich in allen Sorgen, er ists, der mich im Tod erquict. Er stärket mir dann meinen Muth und machts mit meinem Ende gut. 097 416 261 Noch leb ich. Ob morgen lebe, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe und treu erfülle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft er mich noch heut, zu meiner Rechenschaft bereit. 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume und fällt oft schon am Abend ab. So sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, oft eh ers denkt, ins Grab; und, Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? 3. Ent. puthet Tod. ldwijat 187 3. Entziebe dich dem legt? Wer weiß, ach, wer Weltgetümmel: bier ist der bestimmt die Zeit des EinKampf, dort ist die Ruh. tritts in die Ewigkeit? Auf! streb und ringe nach dem Himmel, eil deiner bessern Heimath zu! Wie bald verfließt der Prüfung Zeit, und dann, dann kommt die Ewigkeit. 2. Du weißt es, Gott, der meine Tage schon längst mit Weisheit niederschrieb, du, der im Glück und unter Plage mein liebevoller Vater blieb. Von dir, der mir den Odem gab, hängt auch mein letzter Odem ab. 4. Verschiebe niemals bei ne Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten; wer weiß, obs morgen möglich ist. Nur dieser Augenblick ist dein; der nächste wirds vielleicht nicht sein. 5. Gott, verleihe mir die Gnade, führ du mich selbst durch deine Kraft der Tugend ebne, fichre Pfade, erhalte mich gewissenhaft und immer treu in dem Beruf, zu dem mich deine Liebe schuf! 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit, ich lebe dann hier nicht vergebens und nütze redlich meine Beit und seh mit dir ergebnem Sinn auf Tod und Grab und Zufunft bin. In voriger Melodie. 262 Wer weiß, wie bald in tiefer Stille die Stunde meines Abschieds schlägt, wie bald man meines Geistes Hülle zu meinen Vätern schlafen 3. Vielleicht in wenig Augenblicken rückt schon das große Ziel heran, wo ich nicht Andre mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr bessern kann. Wie bald, wie schnell erscheint die Nacht, die meinem Thun ein Ende macht! 4. Vielleicht ist dieß der letzte Arme, der kläglich mich um Hülfe fleht. Wenn ich mich heute nicht erbarme, vielleicht ists morgen schon zu spät; und dann, was bringt die Aerndtezeit? Die Frucht der Ungerechtigkeit. 5. Mein Pfund erst morgen wuchern lassen, welch ein Gedanke voll Gefahr! kann ich nicht Abends schon erblaffen, wenn ich noch Morgens fröhlich war? O Mensch, ach, säum im Wohlthun nicht! Nur dieß ist Weisheit und ist Pflicht! 6. Die Kraft von meinen besten Jahren sei Gott, dem Heiligen, geweiht. Die Buße bis ins Alter sparen ist schreck 188 Unsterblichkeit und schreckliche Vermessenheit. 3u spät verschwindet oft der Wahn, da man auch schlafend sterben kann. 7. Wie leicht raubt Schmerz und Fieberhitze mir Uleberlegung und Verstand! Wenn ich in Todes ängsten schwitze, wer macht mich dann mit dir bekannt? O Gott, vielleicht ein Fall, ein Schlag bestimmt mir meinen Sterbetag. 8. Laß, Höchster, deinen Geist mich leiten! Er mache mich von Sünden rein! Dann wird der Tod zu allen Zeiten mir nur einFriedensbote sein. Du kommst, vielleichtzur Mitternacht! Owohl dann ewig dem, der wacht! Vergeltung. 3. Von hier, wo oft die Unschuld weint und oft das Laster sieget, bis der Vergeltungstag erscheint, wo dieses unterlieget. Die Klas ge schweigt: der Jubel steigt! Der Unschuld schönste Freu den blühn aus der Saat der Leiden. 4. Drum freu ich mich im Glauben schon auf ienes beßre Leben, denn unsrer Tugend vollen Lehn will Gott uns dort erst geben. Was Tod uns heißt, befreit den Geist; er muß zu allen Frommen als Engel Gottes kommen. Auferstehung. In eigener Melodie. Mel. Was Gott thut, das ist 264 Jesus, meine 3u263 Ich bebe nicht ab! und ich ſoll mit ihm leben! vor Im Grabe ruht der Müde; auf den Entschlummernden herab sinkt schon des Himmels Friede. Aus aller Noth erlöst der Tod; der Augenblick des Scheidens ist auch das Ziel des Leidens. 2. Es gibt ja nichts auf dieser Welt, was meine Sehnsucht stillet; nur dann, wann diese Hülle fällt, wird erst mein Wunsch erfüllet. Zum Sternenchor steig ich empor, vom Schattenthal zur Klarheit, von Täuschung zu der Wahrheit; Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zufrieden geben, was die lange To desnacht mir auch für Ge danken macht? 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Ich erwarte mit Ver trauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff nung Band zu genau mit ihm verbunden. Er, der felbst den Tod empfand, hat für Auferstehung.bidalt 189 9. Wo ist dein Triumph, o Tod? Nimm den Staub hin. Ohne Grauen folgen wir, wir werden Gott, werden den Erlöser schauen. Unser ist der Sieg und Heil ewig, ewig unser Theil. für mich ihn überwunden; auch im Tode bleib ich sein, ewig seiner mich zu freun. 4. Dieser Körper nur ist Staub: er nur sinkt zurück zum Staube. Nie wirst du des Todes Raub, du, mein Geist! O felger Glaube! Heil mir! Mein Erlöfer lebt, der mich einst zu fich erhebt. 5. Dann wird mich statt dieser Haut ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, ein Gebild fürs höhre Leben; und in diesem Leib seh ich, mein 10. Darum, Christen, auf! erhebt euren Geist von dieser Erden; lebet hier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr sollt ähnlich werden! Wer sich seiner dort will freun, muß hier rein und heilig sein! Mel. Wer nur den lieben Gott ch 6. Ob dieß Aug im Tod 265 bin zur Ewigauch bricht, wirds doch seinen Retter kennen; und wie freudig werd ich nicht dann ihn den Vollender nennen, wann er von der Sterblichfeit dieser Erde mich befreit! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird und kann nicht untergehen. Irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen. Nimm, Verwesung, mein Gebein; ich, ich werd unsterblich sein! 8. Seid getroft und hocherfreut: Jesus kennt euch, feine Glieder! Chriften, wehrt der Traurigkeit; sterbt ihr, Jesus weckt euch wieder, wann sein mächtger Ruf erschallt, der durch alle Gräber hallt! eine beßre Welt beſtimmt: mein Leben geht dann nicht verloren, wann hier das Grab den Leichnam nimmt. zu groß bin ich für dieſe Zeit; mein Loos ist die Unsterblichkeit. 2. Was ist die Welt, was Glück und Ehre? Wär auch ihr ganzer Reichthum mein; er bliebe, wenn kein Himmel wäre, für meine Wünsche doch zu klein. Mein Geist findt nicht im Staube Rub; er eilt erhabnern Gütern zu. 3. Es schuf mich ja der Gott der Liebe zum höhern Glück, zu höhrer Lust und pflanzte selbst dazu die Triebe so stark, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehnsucht Unsterblichkeit und Vergeltung. 190 sucht mich erfüllt, läßt wahrlich sie nicht ungestillt. 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, der höhren Wahrheit Licht zu sehn, der hier noch unerfüllt geblieben, muß einst doch in Erfüllung gehn. So wahr Gott diesen Trieb mir gab, erstirbt er nimmer in dem Grab. mag es hier sich freun; dort kann es nimmer glücklich sein. und leidet mich zur Seligkeit. Auch dieser Leib muß auf erstehn, vollkommner einst zum Himmel gehn. 5. Gott ist gerecht, er wird einst richten; die Tugend wird durch ihn gekrönt. Er wird, was sie gedrückt, In voriger Melodie. vernichten: erhöhen, die man 266 Der Lenz erfreuet, da 6. Ists möglich, kann Gott anders handeln? Gilt denn kein Recht in seinem Reich? Die Frommen, die hier vor ihm wandeln, sind die den Ulebelthätern gleich? Nein, Tugend siegt! Ich sterbe drauf: Gott weckt mich zur Vergeltung auf. 7. Er weckt mich auf aus meinem Staube: dieß hofft mein Herz, dieß sagt sein Wort. Dieß Wort, laut triumphirt mein Glaube, treibt mächtig alle Zweifel fort. Wie froh erhebt sich nun mein Geist, da Gott ihn selbst unsterblich heißt! 8. Mein Jesus lebt! Wer will mich tödten? Er sichert mir Unsterblichkeit. Er gibt mir Muth in Todesnöthen 9. Ihr Thäler sinkt! Fallt, Berge, nieder! Mein fester Glaube fürchtet Nichts. Ich sterbe; doch erwach ich wieder am Morgen eines ewgen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an, und, Gott, wie selig bin ich dann! er bricht des Winters Fes seln los; der Blumen schö ner Flor erhebet verjüngt sich aus der Erde School, und freundlich lächelt er mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! 2. Die Sonne löst dem Schmetterlinge das Band mit ihrer Strahlenmacht, sich, er erhebt die zurte Schwinge, geschmückt mit neuer Frühlingspracht, und winkt in höhrer Lust mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! 3. Mir hat Gott For schungsgeist gegeben und Wünsche, die die Welt nicht stillt. Heil mir! Sie bürs gen mir ein Leben, wo sich des Höchsten Rath enthüllt, D, Himmelsahnung ruft mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! In apr Auferstehung.Desfil In eigener Melodie.. 267 2uferstehn, ja, auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh; unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben! Halleluja! 2. Wieder aufzublüthn, werd ich gesät. Der Herr der Aerndte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Dants, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wann ich im Grabe genug ge schlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wirds dann mir sein. Mit Jesu geh ich ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 191 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann. Lebt ich im Heiligthume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, schwingt dich empor zu Gottes Licht und schaust den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht; bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was hier kein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzusehen der Weiseste umsonst begehrt. Dann täuscht dich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, o den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der, dich ewig zu beglücken, nach Gottes Rath am Kreuz verschied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott dich hier getrennt von deinem Gott! 5. Wann nun der Tag des Herrn erscheinet, verläßt dein Leib der Gräber Nuh. Zum zweitenmal mit bir vereinet, wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zittre länger nicht, daß 268 Warum erbebst deiner Hütte Bau zerbricht. Mel. Wer nur den lieben Gott du, meine Seele, bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich Mel. Jesus, meine Zuversicht umſchließt einst seine Hö269Selig, Jesu, sind, le; nur deine Hülle sinkt binab. Nur sie, weil sie Gott schuf aus Staub, nur sie wird der Verwejung Raub. die nun schon im friebevollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn und sich Gottes größter Gabe, eines ewgen Lebens, freun! Möchten wir es auch schon sein! 2. Doch 1765 Unsterblichkeit und Vergeltung. 192 2. Doch du willst, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dieß Joch, die des Lebens Kron erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch so, wie sie, zu Gott! 3. Du, du selber lebtest hier vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hast du, Göttlicher, gelitten. Standhaft laß im Kampf mich stehn, stets auf dich, Vollender, sehn! 4.Was ist diese Lebenszeit? Ach nur eine furze Stunde gegen jene Ewigkeit. Aber an der kurzen Stunde hängt ( dieß präge tief uns ein) ewge Wonn und ewge Pein. 5. Gib uns Weisheit, gib uns Kraft, diese Stunde wohl zu nützen, und beim Schluß der Pilgerschaft wolleſt du uns unterstützen! Laß auf dich uns freudig schaun, dein begehren, dir vertraun! 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, dieſe Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken! Flöß uns jetzt den Muth schon ein, in dem Tod getrøst zu sein! 17. Und wenn wir vom Kampsplatz nun zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefft du einst: Es ist vollbracht! Gericht. 270 Jm In voriger Melodie. mmer näher kommt die Zeit, stündlich eil ich ihr entgegen, wo der Herr auch mir gebeut, meine Rechnung abzulegen. Dann wird Alles, Alles klar, wie ich leb te, wer ich war. 2. Selbst des Herzens stillen Rath wird der Rich ter offenbaren. Jedem wird für jede That dann Ver geltung widerfahren; wie er hier den Saamen streut, ärndtet er in Ewigkeit. 3. Dann verstummt der Thoren Spott, Frevler ste hen dann und beben. Hei lig und gerecht ist Gott, und er sah ihr Sündenle ben. Wer beschränkt des Richters Kraft, wann er ruft zur Rechenschaft? 4. Wer hier seine Zeit verträumt, nur nach Sin nenfreuden schmachtet, sei nes Geistes Wohl versäumt, Menschen quälet und ver achtet und sich reuvoll nicht bekehrt, fühlt sich dann der Strafe werth. 5. Nur ein weises from mes Herz darf nicht vor dem Nichter zittern; nur den Christen wird kein Schmerz dort Gericht. 193 dort am Gnadenthron er- selber sagen: Die Welt verschüttern. Heilig war ihm seine Pflicht; es verdammt sein Herz ihn nicht. geht mit ihrer Lust! Wohl mir, bin ich bei allen Plagen nur keines Frevels mir bewußt! Es kommt, es kommt die Ewigkeit, die mich aus jeder Noth befreit. 6. Christen, Christen, rich tet nicht! Laßt den Herrn das Urtheil fällen! Er bringt Alles einst ans Licht, wird einst jede Nacht erhellen. Lieber duldet, lieber weint, bis sein großer Tag erscheint! 7. Laßt uns nur gewissenhaft stets nach Gottes Willen handeln, eingedenk der Rechenschaft, fromm auch im Verborgnen wandeln, felbst die tleinste Sünde scheun und Verehrer Jesu ſein! 5. Solch eine Wonne wartet meiner, wenn ich mit brüderlichen Sinn den Nächsten lieb und gern mich seiner erbarm und Jesu ähnlich bin. Wie könnt ich hart und lieblos sein, BeMel. Wer nur den lieben Gott 271 Wenn ich auf trübte sehn und nicht erGottes gen wanke und straucheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hats verfündigt, fein Gericht ist unausbleiblich: strauchle nicht! 2. Der Weg der Tugend, ben ich walle, sei rauh und steil, wo führt er hin? Zum Himmel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich getreu und standhaft bin, gestärkt, o Gott, durch deine Huld zur Selbstverläugnung, zur Ge4. Einst werd ich Jesu Stimme hören. Der du zu meiner Rechten bist, du warst gehorsam meinen Lehren; nimm hin, was dir bereitet ist! Komm, erbe meines Vaters Reich; sei selig und den Engeln gleich! duld. 3. Oft will ich zu mir 6. Dort, dort trifft den, der ohn Erbarmen nie menschenfreundlich sich beweist, der, fühllos bei der Noth der Armen, Bedrängte nie erquickt, noch speist, den Hungrigen sein Brod nicht bricht, ein unbarmherziges Gericht. 7. Fühllose, wird der Richter sagen, verschloffen habt ihr eure Hand, verachtet eurer Brüder Klagen. Entweicht! Ich hab euch nie erkannt! Für den, der Brüder nicht erfreut, ist freudenleer die Ewigkeit! 3 8. So Unsterblichkeit und Vergeltung. 194 8. So wirst du jede Sünde richten, gerechter Richter, wenn du einst den lebertretern ihrer Pflichten in deiner Majestät erscheinst. Dann wird der Fromme fich erfreun, dem Bösen Alles schrecklich sein. 9. Gib mir, o Vater, Muth und Stärke, damit mein Glaube, dir getreu, geübt in jedem guten Werke, bewährt und dir gefällig sei; so werd ich ewig selig sein, mich ewig deiner, Gott, erfreun! In eigener Melodie. 273 Schen ist der Tag Mel. Aus der Tiefe rufe ich von Gott be stimmt, da, wer auf Erden 272 Herr und Richter wandelt, sein Loos aus Gets aller Welt, der auch mir mein Urtheil fällt, Jesu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen kann. tes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn; er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, versammeln sich die Schaaren, die feit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Allwissenden be kannt, unzählbar, wie des Meeres Sand; hier stehn sie vor dem Richter. 2. Mache mich von Sünden frei, fest im Guten, dir getreu: so erschridt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite auch an mir solche Lobgesänge dir! 4. Die dir folgen, führest du sicher deinem Himmel zu. Führ auch mich einst dahin ein: nur der Deine will ich sein. Herr Jesu Christ, selig hier vollendet ist. 6. Fröhlich hör ichs dann von dir: Komm, Gesegne ter, zu mir! Nimm an mei ner Wonne Theil! Dein ist nun mein ganzes Heil! 7. Und frohleckend preif ich dann, was du, Herr, an mir gethan; freue mit den Deinen mich deiner Güte ewiglich. 5. Folgen will ich deinem Wort: hilf mir gnädig darin fort, bis mein Lauf, 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Waage hält, wird keine Sünde stegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr Gericht. 195 mehr Betrug und List; hier Met. Straf mich nicht in deinem gilt kein falscher Beuge. 274 Herr, ich bin dein dein ist auch mein Leben! mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mirs gegeben! Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt; und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar; zu der, die ihm nicht folgsam war: Hinweg von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: stürzt über uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Friedens, und ihr Angesicht strahlt seliges Entzücken. 6. Frohlockend ziehn fie in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er sie, seinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte Leitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit; fein Kummer, teine Traurigkeit stört ihre selgen Freuden. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden fränken! Es reize mich, gewissenhaft und eingedenk der Rechenschaft nach deinem Wort zu wandeln! großer Kraft zum Gericht 2. Einst tommest du mit auf Erden: dann soll ich zur Rechenschaft vorgefordert werden. Dein Gericht schonet nicht: Richter aller Welten, du, du wirst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meinekräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe! Weh dann mir, hab ich sie hier los sie verschwendet! nicht getreu verwendet, sorgricht mir vor Augen schwe4. Möchte täglich dein Ges ben! Möcht ich mich, stets meiner Pflicht treu zu sein, bestreben, daß ich nie thöricht sie aus den Augen setze, nie fie fred verletze! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft nur was gut ist wählen! Gib, daß ich ernstlich mich täg lich und auch heute darauf vorbereite! 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o, dann ist es nicht mehr 32 Zeit Unsterblichkeit und Vergeltung. 196 Zeit, daß ich Gnad erflehe! Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch. dich Gnade such und finde! Rufe du dann mir zu: Befferst du dein Leben, so ist bir vergeben. 8. Einst, am Tage des Gerichts, werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben. dengut, worauf fein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, womit er Andre kränkte? Gebeugt ist jetzt sein trotzig Herz, und jede Luft wird nun in Schmerz, in Bein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun flagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und in Mel. Wann mein Stündlein 275 Groß wird bes ihm sein Gewissen spricht: Sünders Elend sein, unendlich schwer zu tragen! Ach, unter des Gewissens Pein wird seine Seele zagen, wann ihn, den Nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts erschredt, zur Rechenschaft ihn fordert! Du bist ein Uebelthäter! Von Gott und Seligkeit ver bannt, fühlt er, was er sonst nie empfand: gerecht sei seine Strafe. 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seiner Stunden sind in dem Dienst der Eitelkeit vergebens ihm entschwunden! Er hat des Lebens Zweck verfehlt; o welche Reu ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes Er6. D Sünder, fichre Sün der, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören: zur Behrung sei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe. 7. Sie kommt, ihr mögt, was Gott euch droht, be zweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Behrung rau Das künftige Leben. 197 rauben! Jetzt noch will Gott schon, ihren Retter zu erErbarmer sein, will eure Sünden noch verzeihn. D suchet seine Gnade. heben und erwarten ihren Lohn; hohe Himmelsgeister ringen, mitanbetend ihm zu fingen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erlöser Jesu Christ. Das fünftige Leben. In eigener Melodie. 5. Vaterland verklärter 276 Alle Menschen Frommen! Heil, Unsterblichfeit und Ruh, was kein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewährest du! Freudenärndten schenkt Gott denen, welche hier gesät mit Thränen, alle Thränen trocknet er; Sünd und Elend sind nicht mehr. müssen sterben; ihre Herrlichkeit verblüht! Keiner kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht sieht. Staub wird dieser Leib von Erde; doch damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott er neut und erhält Unsterblichteit. 2. Willig werd ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater, wiedergeben, gern verlassen diese Welt; denn nach diesem Erdenleiden, warten meiner höhre Freuden. Ich, als Christ, ich fürchte nicht Grab und Tod und Weltgericht. 6. Möcht ich doch, sie zu empfangen, diese große Herrlichkeit, hier nur thun und nur verlangen, was im Tode hoch erfreut! Dieſe Hülle mag zerstäuben; denn mein Geist wird ewig bleiben. Mir ist sterben ein Gewinn; denn ich geh zum Vater hin. 7. Welche Tröstung, dieß zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich fie ertrug, bis Gott spricht: Es ist genug. 3. Nichts soll mir den Trost entreißen, er soll mir stets heilig sein: Gott erfüllt, was er verheißen; seiner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Jefum ich erlange eine frohe Seligkeit, wenn ich nütze diese Zeit. Mel. Wann mein Stündlein 4. Dort bei ihm ist wah- 277 Ein Bilgrim bin res ich in der Welt, 33 und 198. Unsterblichkeit und Vergeltung. ßen Lohn der Treue. und kurz sind meine Tage. mels Herrlichkeit, den gro So manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, jene Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit und stärfet mich im Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz felig fein; dieß tröstet meine Seele. 3. In stiller Nacht wein ich, o Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herzfeufat freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich; denn meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 4. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage: so stärket mich die Ewigkeit, daß bei dem Elend dieser Zeit mein Glaube nicht er liege. 5. Wenn einst, der jetzt, von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn nach der Arbeit dieser Zeit mein Haupt zum Schlummer finket: so sterb ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Him6. Herr, diesen Trost der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen! Es stärke mich die Ewigkeit hier un ter Müh und Schmerzen! Ein ewig unvergänglich Heil erwartet mich und wird mein Theil, wenn ich am Ziele stehe. Mel. Wer nur den lieben Gott 278 8 ist noch eine den für jeden Gott ergeb nen Geist, wann er sich dies ses Körpers Banden nach Gottes Willen einst entreißt und dann nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Er den, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd ich kommen; und, Gott, wie felig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenommen, fang ich das beßre Leben an, wo nach der Last, die mich hier drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kin der trösten, so tröstet deine Freundlichkeit mich mit der Wonne der Erlösten nach wohlvollbrachter Uebungszeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle meis ne Klagen: da bringt mein fros Das fünftige Leben. 199 für vieſes Lebens Plagen 279 Jd bben und eine froher Lobgefang dir selbst Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren mit nie gefühlter Regung Dank. Froh jauchz ich dann: Es ist vollbracht; der Herr hat Alles wohl gemacht! Seligkeit, die einst der Herr wird geben dem, der in dieser Zeit gern seinen Willen that, der sich schon hier auf Erden vollkommener zu werden mit Ernst bemühet hat. 2. Die Tugend lohnt mit Freuden; doch kämpft sie hier noch oft mit unverdienten Leiden; das Glück, das sie gehofft, umwölkt der Haß der Welt: dort aber fie Vergnügen, wo sie den wird sie siegen, dort ärndtet Preis erhält. 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; ich fühle dann die reinsten Freuden, ge frönt von dir mit Preis und Ehr. Fest steht mein Glück, und, Herr, dein Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich das zu Herzen fassen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh lassen, die dieses Leben noch umgibi! Dieß flöße Kraft und Muth mir ein, dir auch im Leiden treu zu sein! 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden und fühl ich dieser Tage Last: so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; so lohnt nach dieser Prüfungszeit mir einst vollkommne Seligkeit. 3. Dem Laster folget Schande. 3war geht es oft umher in glänzendem Geund Ehr; doch wird den wande, gekrönt mit Ruhm Bösewicht gewiß ein Tag mit Schrecken aus seinem Taumel wecken: dem Tag entflieht er nicht! 4. Ich hoff ein ewges Leben! Kann meine Seele hier sich schon zu Gott erheben, wünscht sie sich mit Begier des Daseins stets zu freun: so wird auch unsern Seelen ihr heißer Wunsch nicht fehlen, unsterblich dort zu sein. 5. Dieß, tröstet mich in Tagen der Widerwärtigkeit. Ich darf nicht trostlos flagen und kann nun ohne Neid den Nächsten glücklich 34 sehn. Unsterblichkeit und Vergeltung. 200 fehn. Gott leitet und regieret mein Schicksal; wie ers führet, dient mirs zum Wohlergehn. Ist 6. Bei Reizungen zu Sünden gibt diese Hoffnung Kraft und Muth, zu überwinden die böse Leidenschaft. auch die Mühe groß, so werd ich dennoch siegen, und göttliches Vergnügen ist nach dem Kampf mein Loos. 7. Wie ruhig kann ich sterben! Ich fürchte nicht den Tod. Die Seligkeit zu erben, eilt dann mein Geist zu Gott, der ihn zum Leben schuf. Dort wird von beßren Freuden der Tod mich nicht mehr scheiden. Wie groß ist mein Beruf! 8. Laß mich ihn würdig wandeln, o Herr der Ewigs teit! Laß immer recht mich bandeln in dieser Prüfungszeit! Nach diesem kurzen Lauf wird ewig selges Leben mir dort bei dir gegeben; mich nimmt der Himmel auf! In eigener Melodie. 280 Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er hinauf zum Himmel blickt, dahin dein Rath uns leitet: wo deine milde Baterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu lie ben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte tar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort trocknest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen: da ist kein Leid mehr, kein Ges schrei; denn du, o Herr, machst Alles neu: des Alte ist vergangen. Hinfort sind bort für Gerechte, deine Knechte, teine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Heiligthum schallt deines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Bungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern; da wird sie neu besungen. Hel ler, schneller, als hienieden, ohn Ermüden sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Mit höhrer Liebe lieben wir dich, Vater, dann und dienen dir mit reinerem Gemüthe, Nichts stört den Frieden unsrer Brust und uns Das fünftige Leben. 201 unsre tausendfache Lust an das Geräusch der eitlen deiner großen Güte. Kein Neid, tein Streit hemmt die Triebe dieser Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, frei von Mängeln, mit den Engeln, mir zum Segen da die reinste Freundschaft pflegen. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. Welt; bald kämpft in seiz nem eignen Herzen einFeind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er purch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 5. Hier such ichs nur; dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unMel. Wer nur den lieben Gott 281 Nach einer Brüt- aussprechlich großen Werth: den Gott der Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. fung furzer Tage erwartet uns die Ewigteit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 3. Balb stören ihn des Körpers Schmerzen, bald 4. Hier, wo die Tugend öfters Leidet, das Laster öfters glücklich ist: wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt: hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 6. Da wird der Vorsicht heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt ſein und lieblich Wesen, Seil die Fülle, am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah: das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah: da denkt mein Geist mit Preis und Dank die 35 Schick 202 Unsterblichkeit und Vergeltung. Schichung im Zusammen- Wie nichts, wie gar nichts hang. gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! 8. Da werd ich zu dem Throne bringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig! ſingen dem Lamme, das er würget ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies: da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da rust, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir! denn du haft mein Leben, die Seele mir gerettet, du! Gott, wie muß dieß Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbar an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit! Mel. Alle Menschen müssen 282 wie unaussprechlich se lig werden wir im Himmel sein! Da, da ärndten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein: da wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Keines Herz gekommen. Wel cher Mensch auf Erden faßt deines Himmels große Freuden? Doch nach dieses Lebens Leiden werden Alle, die dir traun, mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei überschwenglich und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Baterhand dort gibt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkommnen Das fünftige Leben. 203 wird uns zu kommen! Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist! nen Seligkeiten dort der Mittler leiten, der uns dieses Heil erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, Eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. O, wer sollte sich nicht ſehnen, aufgelöst und da zu wo ten Thränen ewge Güter uns erfreun wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin fein Kummer stört! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, ists doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen: dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte dei nes Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen, mit dem Ernst, dahin 9. Ohne Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen Himmel gehn; o so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf, o Vater, meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt! mel. Schon ist der Tag von Gott 283 inst, freuet euch, Saat zum Tag der frohen Garben. Nicht hier wird jede gute That der Edlen, welche starben, belohnt mit voller Seligkeit; drum hofft mein Geist Unsterblichkeit, ein Leben ohne Ende. 2. Ein Glaube, der das Herz erhebt, du, Gott, schufft unsre Seele; du, der erhält, was ist und lebt, erhältst auch unsre Seele; zum steten Wirken schufft du sie. Heil uns! Darum vergeht sie nie; sie lebt für Ewigkeiten. 3. Nun können wir hier in der Zeit voll froher Hoffnung leben! Gott wird die größte Seligkeit dem Tugendfreunde geben, der das, was ihm die Pflicht gebot, mit reinem Herzen bis zum Tod tren suchte zu erfüllen. 36 4. Nach Unsterblichkeit und Vergeltung. 204 4. Nach diesem Glück der Ewigkeit laßt uns mit Eifer ringen; laßt, Christen, uns in dieser Zeit treu unsre Pflicht vollbringen! Belohnt wird einst der Tugend Müh, ein guter Gott belohnet sie in jenem beßren Leben! s sadil iss aplit str id Mel. Der unsre Menschheit feit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geist zu Gott erhebet, der Trost für alle Schmerzen schafft, mit hohem Muth, mit Gottestraft zum Todeskampf belebet! des 284 Unsterblichkeit! Beſtreben der Tugend ed bort ligkeit, denkt, Menschen, daß ihr ewig seid! 2. Seis, daß der Erde Bau zerbricht, erlösche einst der Sonne Licht: wir, mehr, als Erd und Sonne, wir leben für die Ewigkeit! Schon in des Daseins erster Zeit füllt dieß das Herz mit Wonne; und seine Würde fühlt der Geist, der ewig seinen Schöpfer preist. sterbliches Gebein wird, Erde, deine Habe. Hech schwingt sich, wenn die Hülle fällt, der Geist empor zu jener Welt. 3. Gott, bir sei Dant! Gott, dir sei Dank! Nun mischt sich in den Schmerzgefang an unsrer Brüder Grabe der Ewigkeit Triumphlied ein. Nur unser 4. Gott, bir sei Dant! Gott, bir sei Dank! und unser würdger Lobgefang sei hier ein heilges Leben! Gott, Heiligster! wir weihn uns dir; nach Jesu Beispiel wollen wir mit eifrigstem wird die Aerndte uns er freun. Mel. Schon ist der Tag von Gott 285 Wenn oft zu ies mein Geist empor sich schwinget und, über sie schon hier lied finget; dann fühl ich erfreut, dem Herrn ein Lobmich hier nur als Gaft, und leicht wird dieses Le bens Last, die sonst so oft ermüdet. 2. So kann auch hier schon selig sein, wer sich im Guten übet; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tugend liebet. Q Vorsoomad jener Himmelslust, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jeder Tugend. 3. Dort, Gott, belohnst du mein Vertraun vor deinem Das fünftige Leben. 205 nem Angesichte; führst mich 2. Drum, o mein Geist, vom Glauben hin zum ermanne dich! Nimm deine Schaun, vom Dunkel hin Last und gürte dich zum zum Lichte. Dich preis ich letzten Wallfahrtstage! Bald dann und deinen Sohn, der legst du deinen Pilgerstab, mich des Himmels Vor- legst deine Last auf ewig schmack schon im Glauben ab mit aller ihrer Plage. läßt genießen. lots Bange, lange Vilgerstun den sind verschwunden; allen Kummer tilgt ein süßer Abendschlummer. 4. An Kenntniß und an Herrlichkeit wachs ich durch Ewigkeiten. Verwandelt ist in Glück mein Leid und in Triumph mein Streiten. Und diese hohe Se ligkeit hat nie ein End, ist ohne Zeit; tein Tod ist mehr, fein Weinen. 5. Dann heb ich meine Händ empor und falle jauch zend nieder und stimme mit der Engel Chor in frohe Jubellieder; und unfern hohen Lobgefang, voll Halleluja, Preis und Dank hallt jeder Himmel wieder. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 286 Wief Zie freu ich mich der Wonnezeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winfet, heimzugehen! Gedanke, wie entzückest du: Gott läßt des letzten Abends Rub mich in der Nähe sehen! Tröstlich, köstlich Wort vom Frieden, kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 3. Und wenn nach einer turzen Rast, du, Müder, ausgeschlummert hast, weckt dich ein schönrer Morgen. Dann schreckt dich Finsterniß nicht mehr, kein banger Traum schwebt um dich her, dich beugen keine Sorgen. Eine reine Frühlingswonne strömt die Sonne dort herunter, lächelt ewig, geht nie unter. 4. Dann kämpfst du nicht mit Krankheit mehr, siehst hinter dir der Schmerzen Heer, tennst keine Noth, kein Leiden; mit neuer Kraft, mit neuem Sinn eilst du von Welt zu Welten hin, trinkst stündlich neue Freuden. Reiner, feiner fühlst du immer; wechselst nimmer im Gemüthe; dein Genuß ist ewger Friede. 5. Dort schielet nicht mit giftgem Blick die Mißgunst nach der Geister Glück: dort flicht der Neid nie Netze; die Rache gräbt dir da kein 37 Grab 206 Unsterblichkeit und Vergeltung. Grab, kein Stolzer drückt Labung geben, sie mit Himauf dich herab; dort stiehlt melskraft beleben! kein Geiz dir Schätze. Droben toben keine Feinde; EnMel. Sei Lob und Ehr dem gel, Freunde, Brüder üben 287 Der Freuden Lieben. 6. Hier nähret oft zu feinem Schmerz, statt eines Freunds, das traute Herz die Natter in dem Schooße; oft welft in einem Augen blick sein treuster Freund, mit ihm sein Glück, gleich einer Frühlingsrose. Drütben lieben deine Werthen, die Verklärten, dich auf immer, deine Seligkeit wantt nimmer. 7. Wie freu ich mich der Wonnezeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Gedanke, wie entzückest du: Gott läßt des letzten Abends Ruh mich in der Nähe sehen! Tröstlich, köstlich Wort vom Frieden, kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 8. Nun trag ich meiner Bürde Last, die du mir, Gott, gegeben hast, froh bis zur Wallfahrt Ende. War sie sonst schwer, jetzt ist sie leicht; denn meine schönste Hoffnung reicht mir lächelnd ihre Hände. Tröstlich, köstlich Wort vom Frieden, kannst du Müden Gott, bei dir; dort in dem höhern Leben wird deine Vaterhuld auch mir in vollem Maaße geben, was mich mit reiner Lust erfüllt, was mei ner Seele Sehnsucht stillt und sich ohn Ende mehret. 2. Dich lern ich dann im hellern Licht, in deiner Grö ße kennen und mit vollkommner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Mit hoher Freude bet ich dann auf ewig deine Güte an, die mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist da sieht, wo er hier still vertrauet, wenn er dein unumschränkt Gebiet weit heller überschauet; Gott, welche Wonne ist dann mein! wie werd ich deiner da mich freun! wie selig da mich fühlen! 4. Noch größre Werte seh ich dann von deiner Vatergüte, als ich auf Erden sehen kann, und mein ent zückt Gemüthe verliert voll Dank und Freude sich in deiner Herrlichkeit, die ich im vollen Glanz erblicke. 5. Da werd ich deinen heilgen Rath noch mehr, als Das fünftige Leben. 207 als hier, verstehen, dir dan- Tod, die stets das Laster ken, daß du mich den Pfad der Tugend hießest gehen und selbst durch Leiden die ser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich bereitet. liebten. Vergebens ist dann ihr Bemühn, sich und dir, Richter, zu entfliehn und deiner heilgen Ordnung. 6. In höherer Vollkommenheit werd ich dann, Gott, dich lieben, und was dein Wille mir gebeut, mit frohem Herzen üben. O welche Quelle reiner Lust, sich keiner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig handeln! 7. Mit allen Bürgern jener Welt werd ich dich bann erheben, werd ich dort, ihnen zugesellt, in reinster Freundschaft leben. Es schlägt dann froh in meiner Brust mein ganzes Herz voll Lieb und Lust, die ich mit ihnen theile. 8. Ja, ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reinste Quelle! Sie fließet täglich und bleibt mir stets unversiegt und helle. Mein Glück währt da in Ewigfeit; Nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! Mel. Schon ist der Tag von Gott 288 Vergelten wirst du denen, Gott, die hier die Tugend übten, doch auch bestrafen nach dem 2. O schrecklich wird es für sie sein, sich selbst dann anzuflagen, die Leiden alle, jede Pein, durch eigne Schuld zu tragen; die sie verführten, selbst zu sehn, wie sie umsonst Erbarmung flehn und ihrem Beispiel fluchen. 3. Weh dem, der nun ein höhres Glück als wirklich vor fich siehet und doch bemerkt, wie es zurück vor ihm Unwürdgen fliehet, wie Sinnenlust im Tod zer= floß, und Freuden, die er hier genoß, er nun vergebens heischet! 4. Welch Elend, sich so weit vom Ziel mit dem Bewußtsein sehen: auch dir gab Gott der Mittel viel, zum Heile einzugehen; und doch selbst keines Trostes Spur, des innern Richters Stimme nur zu steter Qual zu hören. 5. Verbunden überdieß zu sein mit vielen Lasterhaften, die nur an Bosheit sich erfreun und Wuth der Leidenschaften und gegenseitig sich zur Laſt, weil jeder nur den andern haft, zur ewgen Marter werden. 6. Und 208 Unsterblichkeit und Vergeltung. 6. Und wer in dieser Lei- denn wer glaubt, der soll dennacht sein Unglück ganz Gott nicht als Richter fürch empfindet, vom Lasterschlafe ten. nun erwacht und sich doch kraftlos findet zum Streben nach Vollkommenheit: 9. Qual für eine Ewigfeit liegt dann in dem Gefühle! D 7. Das ist das Feuer, wel ches brennt im Innersten des Herzens; das sind Gefühle, die nur fennt der Jammersohn des Schmerzens! O Vater, Vater, welch ein Bild! wenn sichs so jammervoll vergilt, von unsrer Pflicht zu weichen. 8. Was könnt uns also eine Welt mit ihrem Reichthum nützen, wenn wir nicht bas, was dir gefällt, der Tugend Schatz besitzen? Nur fie währt ewig, sie beglückt! D, hilf mir, Gott, daß sie mich schmückt und schützt vor solchem Elend. Mel. Gottlob, ein Schritt zur 289 Vollendet freudig euren Pfad, bleibt, Christen, Gott er geben; einst wird vergolten jede That in jenem beßren Leben. Der Fromme harret wonnevoll des Richters; 2. Die stillste That, der Pflicht geweiht, wird Gott einst offenbaren. Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren. welch ein Ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige Ge danken sind bestimmt, be lohnt zu werden. 3. Wen keine Wollust, wen kein Geiz, fein eitles Lob bethörte; wer, selbst bei aller Lüste Reiz, die Stimme Gottes ehrte; wer strebte, mäßig, feusch und rein, demüthig, sanft und mild zu sein, dem wird Gott reichlich lohnen. 4. Wer eines der Gering sten sich erbarmte; was ihn drückte, ihm tragen half und brüderlich die Leidenden er quickte; das siehet der Ge rechte an, als hätt er sol ches ihm gethan; und er wills ihm vergelten. 5. Laßt, Christen, tugenb haft und rein uns wandeln hier im Leben; dort wird uns Gott Bergelter sein und ewge Wonne geben; bort reift die hier gestreute Saat, dort lohnet jede gute That mit himmlischem Entzücken. 3weite Zweite Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten. Gesinnung und Verhalten des Christen sim Allgemeinen. Mel. Schon ist der Tag von Gott freuet sich auch wieder, wenn 290 Mer Jeſum ihnen auf des Kummers fennt, verNacht ein heitrer Tag der Freude lacht und ihre Klagen schweigen. 4. Er bienet ihnen, wo er tann, hört des Bedrängten Flehen als Menschenfreund erbarmend an, kann ihn nicht leiden sehen, eilt ihn zu retten und erquickt den, den die Last der Sorgen drückt, durch seines Wohlthuns Segen. ehrt und liebt, mit Ernst die Sünde scheuet, wer in der Frömmigkeit sich übt und sich der Tugend freuet, nie seines Daseins 3wed vergißt, nur der wird als ein wahrer Christ stets denten, leben, handeln. 209 2. Gott ist es, den er findlich ehrt; bekannt mit seinem Willen, sucht er als Christ, von ihm belehrt, ihn treulich zu erfüllen; liebt jede Vorschrift, jebe Pflicht und unterwirft mit Zuversicht sich ihm, dem Menschenvater. 3. Wie edel ist des Christen Herz, wie liebreich gegen Brüder! Er theilt mit ihnen ihren Schmerz und 5. Er betet und er betet gern, weil ihn sein Herz bieß lehret, und weil er Gott, der Welten Herrn, als Vater fromm verehret, entfernt von aller Heuchelei, vom Wahn des Aberglaubens frei, mit Andacht und mit Eifer. 6. Er freut sich der Gelegen 210 Gesinnung und Verhalten des Christen ist immer noch nicht aufge wacht. Bedaure fie! legenheit, den Vortrag heil- umhüllt von dunkler Nacht, ger Lehren und jede Pflicht, die Gott gebeut, auch öffentlich zu hören. Der Brüder Andacht reizet ihn, sich der Zerstreuung zu entziehn, im Guten sich zu stärken. 7. Gott, laß mich jede Christenpflicht mit frommem Eifer üben! Aus Wahn und Leichtsinn laß mich nicht den Schein der Tugend lieben! Laß, deines Beifalls mich zu freun, laß meine Pflicht mir heilig sein; als Christ stets denken, handeln! 5. Entreiße dich der Dunkelheit! Erwache, Sohn der Ewigkeit, und strebe mit entzücktem Sinn zum hohen Ziel der Weisheit hin! Das fordert Gott! 6. Die tausend Wunder in der Welt hat er umſonst nicht aufgestellt. Mit Froh gefühl sollst du sie sehn und ihres Schöpfers Ruhm er höhn und dankbar sein. 7. Er lenft mit Liebe, was er schuf, und dir ertönt der sanfte Ruf: O siehe, Mel. Erschienen ist der herrlich 291 Empfinde deinen wie dein Gott regiert und Alles, Alles herrlich führt und nichts versäumt. hohen Werth! Gott selbst, o Mensch, hat dich geehrt, hat mit Verstand dich ausgeschmückt und über Staub empor gerückt. Vergiß es nie! 2. Du schmähest, was dein Gott dir gab, du würdigst dich zum Thier berab, wenn deines Lebens kurze Zeit in Thorheit dir und Eitelkeit vorüberflieht. 3. Gebrauchen sollst du den Verstand. Nur darum gab ihn Gottes Hand. Du sollst ihn treu der Wahrheit weihn, ihn bilden und ihm Licht verleihn, so viel du fannst. 4. O sieh umher, wie roh, wie blind noch viele deiner Brüder sind! Ihr Geist, 8. Bedenke, was die Menschheit ehrt und reine Freuden ihr gewährt! Er Hebe deines Geistes Blid vom wandelbaren Erden glück zum höchsten Gut! 9. Dich selbst, dein Stre ben, deine Kraft erforsche stets gewissenhaft und lerne, schnödem Wahn entflohn, von Jesu die Religion, die dich verklärt. 10. Ja, sei ein Chrift, ein wahrer Christ; dann siehest du, was Weisheit ist, dann stürzt des Aberglaubens Reich, dann schwingt dein Geist sich, Engeln gleich, zum Licht empor. 11. Weisheit Jefu, Leite im Allgemeinen. leite mich! Ich bin ein Christ und liebe dich. Ich fühle fie, die rege Kraft, die Gott in meiner Seele schafft, dir treu zu sein. 12. Mag jeder Reiz der Welt verblühn und meines Lebens Hauch entfliehn; o Weisheit, du wirst mich erfreun und meines Geistes Bierde sein in Ewigkeit. Mel. Meinen Befum laß ich nicht 292 Ferne sei der Irrthum, fern, daß auch diese Christen wären, welche Jesum zwar als Herrn wohl mit ihrem Munde ehren, aber ihm nicht gleich gesinnt, nicht der Tugend Freunde find! 2. Ferne sei von uns der Wahn: sich mit dem allein zu trösten, was einst Jesus hat gethan; einen Christen und Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt des Christen Pflicht! 3. Schände nie, wer Jesum kennt, Jesum durch ein Sündenleben! Wer den Göttlichen bekennt, der muß sich auch ernst bestreben, stets zu wandeln auf der Bahn, wo uns Jesus ging voran. 4. Gott, ergreife meinen Geist, daß kein unfruchtbarer Glaube, der dich nur durch Worte preist, mir den frommen Eifer raube, Christ 211 durch Werk und That zu sein, jedes Unrecht stets zu scheun! 5. Was wir säen, ärndten wir. Reicher Segen wird gegeben dem, der treus lich säte hier für das künftge beßre Leben. Laß mich reichlich Saamen streun und mich dort der Aerndte freun! In eigener Melodie. 293 Wer hat ben Glauben, des sen Früchte beweisen, daß er Gott gefällt und einst vor seinem Angesichte der Tugend hohen Preis erhält? 2. Der, der durch seines Geistes Triebe zu allem Guten sich entschließt und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehorsam und ihm ähnlich ist; 3. Der, der vor Gott unsträflich wandelt, Nichts lieber thut, als seine Pflicht; der heilig denkt und heilig handelt und gern die Wahrheit sucht und spricht; 4. Der alle Menschen herzlich liebet, gerecht, gelind, voll Redlichkeit und mild ist, keinen je betrübet und Andre zu erfreun sich freut; 5. Der gern verzeiht dem, der ihn schmähet, an Feinden auch das Gute schätzt, nicht lästert und nicht stolz sich 212 Gesinnung und Berhalten des Christen sich blähet und seinen Nächsten nie verletzt; 6. Der die Verehrer Got tes ehret und thut, wie sie, was Gott gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür er, sich zum Schaden, hält; 7. Der nie, zum Trotze der Gesetze, auf ungerechten Wucher leiht und durch gerecht erworbne Schätze der Armen trauernd Herz erfreut; 8. Der die Bedrängten und die Armen erquict, in Schuß die Unschuld nimmt: der findet auch bei Gott Erbarmen, dem ist des Glaubens Preis bestimmt. 9. Der, der im Glücke stets bescheiden, in Trübsal stets geduldig ist: der, Gott, erbt deines Himmels Freuden, der ist dein Kind, der ist ein Christ! Mel. Freu dich fehr, o meine 294 Höchster, denk an die Gü te, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, häufig dein Gebot verletzt und dich, der mich so geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein; doch hab ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja, zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Va ter, neu. Von wie mans chen schweren Sorgen mach test du das Herz mir frei! Was mir nützte, gabst du mir; aber, ach, wie dankt ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns 3wed vergessen! 3. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn und um Ret tung von dem Schaden meis ner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, fuchte mich selbst zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden; neige, zu mir! Ach, vergib, was ich ges than! Nimm mich doch ers barmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gib, daß mein ges beugter Geist deiner Vater huld sich freue, die dein tröstendWort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als izdim Allgemeinen. 213 als er für die Sünder starb, fiehlt, auch stets zu thun Fried und Freude im Ge- bereit? wissen, ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärke felbst in meiner Seele den Entschluß, mich bir zu weihn; gib, daß mirs an Kraft nicht fehle, folgsam deinem Wort zu sein! Stehe mir stets mächtig bei; mache du mich selbst getreu! Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein ernstliches Bestreben! Mel. O Gott, du frommer Gott 295 Gott, ott, du erforschest mich; dir kann ich nichts verhehlen; du siehest jede That, kennst jeden Rath der Seelen. Ich flehe, Herr, zu dir; erhöre huldvoll mich: entdecke mir mein Herz, denn ach, oft täuscht es sich. 2. Ich bin ein Christ, o Gott, getauft auf deinen Namen. Erfüllt ich jede Pflicht des Christenthums und famen die Werke, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein Heuchler nur, so ehr ich Christum nicht. 3. Hab ich dich, Gott, geliebt und durch ein weises Leben der Tugend mich geweiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Unterricht gebeffert und erfreut? War ich, was er be4. Dankt ich dir für mein Glück, für jede meiner Freuden? Vertraut ich standhaft dir in Kummer, Noth und Leiden? War ich beim Reiz der Welt aufs Ewige bedacht? Und hab ich jeden Tag, so wie ich foll, vollbracht? 5. Gebraucht ich meinen Geist mit allen seinen Kräften zu meiner Brüder Wohl, zu nützlichen Geschäften? Hab ich für meinen Leib mit Weisheit stets gewacht und keine böse Lust genährt und angefacht? 6. Hab ich die, welche du zur Aufsicht mir vertrauet, durch eignes Beispiel gern gebeffert und erbauet? Sorgt ich stets für ihr Wohl und ihre Seligkeit und straft ich ihr Vergehn mit Ernst und Freundlichkeit? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? War ich voll Menschenliebe, und regten sich in mir des Mitleids edle Triebe?-Brach ich dem Hungrigen mit Freudigkeit mein Brod? Half ich durch Rath und That Bedrängten aus der Noth? 8. War ich der Unschuld Trost und hab ich sie vertheidigt? Hab ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? Flob ich den Üleber 214 Gesinnung und Verhalten des Christen bermuth, des eitfen Stol bekämpft die Sinnlichkeit, zes Reiz? Verschloß ich Aug scheut nicht des Kampfes und Herz der Mißgunst und Schmerzen. Er eilet, wenn dem Geiz? er fehlt, den Fehler zu be reun, und strebt mit ernstem Fleiß der Tugend fich zu weihn. 4. Getreu in seinem Stand genießt er Gottes Gaben vergnügt, wenn Andre gleich mehr Glück und Ansehn haben, als Christ, bei Wenigem zufrieden, frei von Neid, von Habsucht und von Geiz, von Stolz und Eitelkeit. 9. Hab ich, wie Jeſus that, gefegnet, die mir fluchten? geliebet, Jesu gleich, die mir zu schaden suchten? beherrschet stets den Zorn? gezeigt Versöhnlichkeit? mich nie am Feind gerächt? vermieden Bank und Streit? 10.Allwissender, wer kann, wie oft er fehlet, merken? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werfen! Vergebung ist bei dir; laß ihren Trost auch mein und mich durch ihn gestärkt zum Fleiß der Beßrung sein. In voriger Melodie. 296 Wer Gottes Wege geht, nur der hat Seelenfrieden. Wie herrlich ist sein Lohn ihm selbst von Gott beschieden! Voll Glaubens widersteht er jeder bösen Lust, ist seiner Tugend sich, sich ihres Werths bewußt. 2. Er merkt auf seinen Gang, geht ihn mit festem Muthe; wird in der Schwachheit start, liebt immer mehr das Gute. Ihn machet Gottes Geist gerecht und tugendhaft, und er nimmt immer zu an Einsicht und an Kraft. 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, 5. Schenkt Gottes Hand ihm viel, so wird er Vielen nützen, des Freundes Glüd erhöhn, verlaßne Tugend schützen. Auch selbst Belei diger wird er in Noth erfreun und, wie sein Gott gefinnt, wird er auch gütig 6. Er fränkt den Bruder nicht, er schützt sein Glüd, sein Leben. Er ist, nach Jesu Sinn, stets willig zum Vergeben, voll Achtung eh ret er in ihm des Höchsten Bild, denkt: Gott, der Hei lige, ist gegen mich ja mild. 7. 3m Guten sucht sein Herz die Brüder zu be stärken; er muntert alle auf zu guten, edlen Wer ken. Mit Christensinn nimmt er an ihrer Tugend Theil und denkt: wir haben ja nur Herrn, Ein Heil! Einen 8. Das as im Allgemeinen. 8. Das Heil der Ewigfeit, das hier der Fromme schmecket, erhält sein Glück und macht, daß keine Noth ihn schrecket, gibt ihm im Leiden Muth und stillet jeden Schmerz. Im Tode freut sich noch sein Gott ergebnes Herz. In eigener Melodie. 297 s hebt sich auf der Andacht Schwingen, Unendlicher, mein Geist zu dir empor, den frommen Vorsatz dir zu bringen: den Tugendpfad, den ich so oft verlor, will ich, o Gott, mit neuer Treue gehn und, groß durch sie, der Sünde Neiz verschmähn. 2. Wohin sich nur mein Auge wendet, erblick ich deiner Liebe Segensspur. Wer wachte für mein Glück? Wer spendet der Freuden Fülle uns durch die Natur? Gott, deine Liebe! Liebe weib ich bir mit Freudenthränen. Ewiger, dafür! 3. Wenn einst vielleicht sich bang und leise zu meinem Herzen trübe Sorge schleicht, Gefährtin meiner Pilgerreise nun Schwermuth wird und jede Hoffnung weicht; dann will ich auf zu dir, mein Vater, schaun und selbst im Schmerz dir kindlich noch vertraun. 215 4. Nie will ich fragen: ob zu Freuden der Pfad der Tugend und des Rechtthuns führt; nie zaghaft ihn zu wandeln meiden, wenn er in Nacht und Dunkel sich verliert. Du winkst, Gott: Gehorsam ist mir Pflicht: mein Glaube gibt mir Muth und Zuversicht. 5. Dir will ich suchen nachzuahmen, o Jesus! Menschenfreund, der du so gern den Leidenden, die zu dir kamen, Erretter warst, nie soll mein Herz mehr fern dem Armen, der verlaffen trauert, sein; ich will ihm Hülfe, Trost und Liebe weihn! 6. Mit warmem, liebevollem Herzen will ich mich immer mit den Frohen freun, der unverdienten Kränkung Schmerzen nicht ahnden, dem Beleidiger verzeihn. Bescheidenheit und Sanftmuth sei mein Ruhm, Gewissensruh mein großes Eigenthum! 7. Die Kräfte, die du mir gegeben, will ich getreu zu nützen mich bemühn; zu großen Zwecken war dieß Leben, von dir, o Gott, aus Liebe mir verliehn. Um herrlicher dort wieder aufzublühn, sinkt es auf deinen Wink zum Grab einst hin. 8. Wenn von Versuchungen 216 Gesinnung und Verhalten des Christen gen umgeben, mein Blick jahre nicht! Laß mich Gno in Labyrinthe sich verirrt, der Sünde Reiz zu widerstreben, die täuschend lockt, oft schwer dem Herzen wird: blick ich zu dir; du wirst mir Muth verleihn, kein Opfer, das die Pflicht gebeut, zu scheun. 9. Ja, treu zu sein, bis einst am Ziele auch mir dort der Vergeltung Palme weht, gelobt mit heiligem Gefühle dir jetzt mein Herz, das findlich zu dir fleht; gib Kraft dazu und leit an deiner Hand den milden Pilger hin ins Vaterland. Mel. Alle Menschen müssen sterben 298 ch erhebe mein Gemüthe sehnfuchtsvoll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Güte; o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich vergebens; nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, dei ne Wege; zeige deinen Willen mir; leite mich die rechten Stege, daß kein Abweg mich verführ! Gott, du siehest mein Vertrauen! Sicher kann ich auf dich bauen; deine Batertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendde vor dir finden, geh nicht mit mir ins Gericht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du väterlich verzei hen. Oso höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist sei ne Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sünden wege machst du sein Ge wissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht um kehrt! Den verwirfst du nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freu de schenfet deine Güte dem geängsteten Gemüthe, dem du seine Sündenlast lieb reich abgenommen haft. 6. Herr, zu was für Se ligkeiten du in jener bessern Welt jeden Sterblichen willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Heil dich wählen. Deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, tren sein meiner ganzen Pflicht! Keine the im Allgemeinen. t Keine schnöde Lust der Sünden soll mich ferner überwinden. Nimm du dich nur meiner an, daß ich standhaft bleiben kann! Mel. Sollt ich meinem Gott nicht 299 ilden soll ich den, Gott, für deine Ewigfeit; hier, in ungewisser Beit, täglich weiser, besser werden; und nach dieser großen Pflicht richtet mich einst dein Gericht. 2. Jede Stunde meines Lebens, selbst Minuten zähltest du, mogest jede Kraft mir zu; feine gabst du mir vergebens! Wuchern stets Mel. O Gott, du frommer Gott mit Kraft und Zeit soll ich 300 dh blick empor zu 3. Und ich lebte nur auf Erden, um den Sinnen wohlzuthun, fonnte träg und sicher ruhn; suchen, glücklich nur zu werden durch Gewinn der Eitelkeit, den ein Augenblick zerstreut! 4. Gott, wie war mein Geist verblendet! Wie viel Tage sind mir schon ungenutzt zum Heil entflohn! wie viel Kräfte schon verichwendet! Doch mich rufet noch die Pflicht, und ich fäume länger nicht. 217 ja nicht, wie lange mich noch deine Langmuth trägt, nicht, wann meine Stunde schlägt. 6. Drum will ich nicht länger weilen, wo das Eitle mich befügt, mich um ewges Heil betrügt; eilen will per der Besserung zu ich, Gott, nun eilen, auf dem Ziel der Heiligung." 7. Ich will stets mich selbst bezwingen; eingedenk der Rechenschaft, wuchern noch mit Zeit und Kraft; will mich durch Versuchung ringen, um vor dir einst zu bestehn und zum Leben einzugehn. 5. 3u befrein mich von dem Hange meiner sündliden Begier, wurde täglich schwerer mir; und ich weiß ger, der Allen, die durch der Prüfung Land zum großen Ziele wallen. Vergelter, Richter ist, und fleh voll Innigkeit: gedent der Sünden nicht, die tief mein Herz bereut! 2. Wie oft gelobt ich dir in ernster Andacht Stille: mein heiligstes Gesetz, o Gott, sei stets dein Wille! Du kennst mein Herz; du weißt, es war der Vorsatz rein, dir treu auf jedem Pfad, den du mich führst, zu ſein. 3. Und dennoch fehlt ich oft! Wer kennt des Herzens Tiefen? Ach, böse Lüfte, die so tief verborgen schlies K fen 218 Gesinnung und Verhalten des Christen fen, erwachten, aufgereizt laß einst am großen Ziel, o vom Sturm der Leidenschaft; Gott, dein Heil mich sehn! betäubt und überrascht erlag bald meine Kraft. 4. Nun schau ich pritfend hin die durchlebten Tage; sie bringt fein Wunsch zurück und keine bange Klage; doch ihre Thaten führt mit richterlichem Blick mir ernst und warnend oft Erinnerung zurück. 5. Der Edle, der sein Herz schon früh der Tugend weihte, fühlt hohe Seligkeit, fieht er an ihrer Seite auf die durchlaufne Bahn mit stiller Heiterkeit. Er hat gejät in ihr für eine Ewigkeit. 6. Und diese Seligkeit, des Herzens süßen Frieden, das höchste Gut, das hier den Sterblichen beschieden, erwarb ich mir noch nicht! Den bleibenden Gewinn gab ich, von Schein getäuſcht, für kurze Lust oft hin. 7. Ich unterließ die Pflicht, die Reizungen zu Sünden, durch Weisheit und durch Muth gestärkt, zu überwinden; ergebungsvoll und still mit ruhigem Vertraun, auf dernenvollem Pfad zu Gott empor zu schaun. 8. Verzeih, Allgütiger! Du siehst der Reue Zähren. Du wirst dem Schwachen Kraft und Hülfe gern gewähren. Mit neuer Treue will ich deine Wege gehn; Mel. So fliehen unsre Tage 301 Mein Herz, Sott Vater, will ich dir zum Eigenthume weihn. Es forderts ja dein Wort von mir; drum sei es ewig dein! 2. 3war hat es durc den Hang der Welt, burd Lust und Eitelkeit, die, Hei liger, dir nicht gefällt, sich oft, ach oft, entweiht. 3. Doch sieh, es fühlet seine Schuld, gelobt dir Besserung und fleht zu dir um Gnad und Huld, um Kraft zur Heiligung. 4. Verwirf, verwirf mein Flehen nicht; sei mir mit Gnade nah! Zu dir steht meine Zuversicht; mein Va ter bist du ja. 5. Dieß bürgte mir, ge fandt von dir, dein Sohn mit seinem Blut; verleib durch deinen Geist nun mit zur Beßrung Kraft und Muth! 6. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glau ben stets getreu und gegen List, Gewalt und Spott im Guten standhaft sei! 7. Hilf, daß ich sei im Leiden fest, durch Hoffnung und Geduld; mein Trost, wenn Alles mich verläßt, sei deine Vaterhuld! 8. Hilf, im Allgemeinen. un 219 8. Hilf, daß ich gegen ben, gereiniget von MiffeJedermann, von Stolz und Neide frei, aufrichtig und, so viel ich kann, zu dienen willig sei! that; wie feierlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmigkeit! 9. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu und, fern von Rachbegier, selbst meinem Feinde gern verzeih; denn du verzeihst auch mir. 10. Dich, Gott, verehren, ſei mein Ruhm, entfernt von Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig fei! 11. So nimm es denn zum Tempel ein, mein Herz, hier in der Zeit; und laß es deine Wohnung sein auch in der Emigkeit! 12. Weg, Welt, weg Sünd! Euch dien ich nicht! Nur Gott, nur Gott allein: dieß, dieß ist meine Zuversicht, kann ewig mich erfreun. Mel. Wer nur den lieben Gott 302 Mei ein Gott, zu dem ich weis nend flehe, erbarme deines Kindes dich! Ach, sieh auch jetzt von deiner Höhe mit gnadenvollem Blick auf mich! Vergib mir, Vater; gehe nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht! 2. Wie oft hast du mir icon vergeben, wenn reuvoll ich um Gnade bat; wie oft versprach ich dir ein Le3. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd und ihre Lust mit ihr, riß meinen frommen Vorsatz nieder und herrschte wie zuvor in mir! Zum Widerstande viel zu schwach, floh ich nicht, sondern gab ihr nach. 4. Wie viele sündenvolle Tage durchlebt ich, Vater, wie im Traum und sammelte mir Schmach und Plage und fühlte dieß mein Elend kaum! Verwundet blutete mein Herz; betäubt empfand ich keinen Schmerz. 5. Ich ging den Weg zum Untergange, den dein gerechter Ernst mir droht. Jetzt ist um Trost mir Sünder bange; wer rettet mich aus meiner Noth? Mein richtendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. Wer Elend 6. 3u wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh? kann sie aus dem ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertraun seß ich auf dich: du, Freund des Lebens, rettest mich! 7. Für alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlösers Blut. O laß durch ihn mich Gnade finden, 2 220 Gesinnung und Verhalten des Christen den, du, meiner Seele höch- Herzen Freude bringen oder stes Gut! Noch einmal, Va- Schmerzen. ter, sprich zu mir: Auch diese Schuld erlaß ich dir. 8. Gott, sei mein Beuge, da ich schwöre: Mein Herz soll dir geheiligt sein! Dir, deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn; der Sünde will ich widerstehn und standhaft deine Wege gehn! 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Vergiß nicht mehr des Herrn Befehle, nicht mehr, daß er dein Retter ist! Ruf ihn im Glauben täglich an; erhalt mich, Herr, auf ebner Bahn! 3. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleis sches Lüste dämpfet und den Reiz der Welt verschmäht! O, so strebt dem Guten nach, seht dabei auf Christi Schmach! Wer den Him mel will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 4. Werdet ihr nicht standhaft ringen, sondern träg und lässig sein, eure Nei gung zu bezwingen; wie kann euch der Sieg erfreun? Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg. Nur den Sieger schmückt zum Lohne seines Kampfs die Himmelskrone. 5. Sich voll Leichtsinn ſtets Mel. Freu dich sehr, o meine S. 303affet, fchaf- zerstreuen, thun, was Fleisch fet, Menschenfinder, schaffet eure Seligfeit! Bauet nicht, wie sichre Sünder, auf die ungewisse Zeit! Unverweilt bekehret euch! Ringet nach dem Himmelreich! Strebet, heilig hier auf Erden, strebet, selig dort zu werden! und Welt uns heißt, und den Kampf der Lüste scheuen, ist der Welt, nicht Christi Geist. Wer ihn haben will, der kann auf der Tugend rauher Bahn nicht in sichrem Stolze leben und den Lüsten sich ergeben. 2. Daß nun dieses mög geschehen, so müßt ihr mit festem Muth jeder Sünde widerstehen; nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur sein; es mag eurem schwachen 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen und mit Sorgfalt sich be mühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dieß nur wollen und vollbrins im Allgemeinen. pinip 221 2. Dein Wort gebeut und spricht: thu Buße, verändre, beßre deinen Sinn; fall deinem Gott voll Reu zu Fuße; sei nicht mehr Sünder, wie vorhin; von nun an sei, als Gottes Kind, ihm folgsam, ähnlich ihm gesinnt! 3. Bezähme stets in dir die Liebe zu allem dem, was Sünde heißt, und folge jedem guten Triebe, den Gott erweckt durch seinen Geift; flich, flieh die Lüste dieser Welt und thue nur, was ihm gefällt! bringen heißet: nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seid, und beweiset euch als Christen muthig und getrost im Streit! Schont der liebsten Neigung nicht; übet auch die schwerste Pflicht! Denket oft an Christi Worte: Dringet durch die enge Pforte! 8. Bittern muß ich vor der Sünde, und auf Jesu Vorbild sehn! Suchen will ich, daß ich finde, was mein Glück einst wird erhöhn! Fehl ich, o so gehe nicht, Richter, mit mir ins Gericht! Gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligfeit zu schaffen! 9. Gib zum Wollen das Vollbringen! Gib mir Muth und Kraft zum Streit! Lehre mich mit Ernst bezwingen Alles, was mein Herz entweiht! Zeige mir von dei nem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und empor zum Himmel bringe! Mel. Wer nur den lieben Gott 304 Sjøtt, Lehre mich verstehn und fassen, was Buße, wahre Buße sei! Hilf mir die Sünden ernstlich haffen, damit ich ohne Heuchelei mein Leben beßre, selbst mir treu und dir, Herr, wohlgefällig sei! 4. Erstatte deinem Nächsten wieder, was du mit Unrecht ihm entwandt, und leite die verführten Brüder zurück zur Tugend; beut die Hand dem Unterdrückten liebevoll; thu Jedent, auch dem Feinde, wohl! 5. Flieh Neid, Verleumdung, Haß und Lügen, begehr nicht, was des Nächsten ist, zeig durch den Abscheu vor Betrügen, daß du ein Feind des Lasters bist; fet friedlich, weise, stets bereit, zu sterben, wenn dein Gott gebeut! 6. Herr, dieß befiehlt mir deine Lehre. Du weißt am besten, wie ich bin; hilf, daß ich deine Stimme höre, und ändre du selbst meinen Sinn. Sieh, Besserung gelob ich dir; gib Kräfte zum Bollbringen mir! Mel. K 3 222 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Gott Bater, an Erbarmen 6. Hilf denn, o Vater, hilf, daß ich noch heute, heute beßre mich, eh meine Schuld noch mehr sich häuft, eh mich ein schneller Tod ergreift, damit ich heut und jederzeit zu meinem Ende sei bereit. 305( o wahr ich lebe! spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; ich will, daß er vom Bösen sich mit Ernst bekehr und suche mich; vom Elend seiner Sünden frei, geheiligt mir und selig sei. 2. Vernimm, o Mensch, Mel. Wer nur den lieben Gott dieß Gnadenwort und wand 306 Ach Gott, wie le nicht zum Tode fort! Gern will dein Gott dir gnädig fein, gern alle Sünden dir verzeihn. Sei reuvoll; doch verzage nicht und fasse Muth zu deiner Pflicht. mancher von den Tagen der mir beschie dnen Lebenszeit floh schon dahin, mich anzuklagen, ins Meer der langen Ewigkeit! Nicht jeden hab ich dir ge lebt, nicht stets der Tugend nachgestrebt. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit! Dent nicht: zur Buß ist wohl noch Zeit; erst will ich mit der Welt mich freun, und werd ich ihrer müde sein, dann beßr ich, dann befehr ich mich, und Gott erbarmt noch meiner sich. 4. Wiß, der jetzt liebreich dir verzeiht, übt auch als Gott Gerechtigkeit; und, Sünder, dir ist unbewußt, ob du nicht morgen sterben mußt. Dann wehe dir, sinkst du ins Grab frech von des Lasters Pfad hinab! 5. Heut lebst du; heut bekehre dich! Eh morgen tommt, fanns ändern sich. Wer jetzt gesund ist, stirbt vielleicht, eh er den Abend noch erreicht. Drum wandle nicht in Sünden fort; du weißt, zu spät ist Buße dort. im 2. Gar oft empörte sich Leiden mein murrend Herz voll Ungeduld; und schenktest du, mein Gott, mir Freuden, o dann vergaß ich deiner Huld; genoß nicht jede, wie ich soll, nicht immer reinen Dankes voll. 3. So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer sanft und liebevoll. Schlug mich erlittnes Unrecht nieder, so übernahm mich oft der Groll; und ich vergaß der Sanftmuth Pflicht und folgte Iesu Vorbild nicht. 4. Dir, Herzensfündiger, ist keine von meinen Sün den unbekannt. Vergib, was ich vor dir beweine, und leite mich an deiner Hand zu besserer Gesinnung hin, bis sa im Allgemeinen. B je 223 bis ich ganz frei von Feh- Weil es dein Unglück ist, lern bin! befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, Freund zu Mel. O Gott, du frommer Gott der Tugend sein? lich allein. Weil fie dich glücmacht, befiehlt sie Gott 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen. Soll er durch Allmacht dich ihm zu gehorchen zwingen? Er gab dir die Vernunft: und du verläugnest sie. Er sendet dir sein Wort: und du gehorchst ihm nie. 7. Sprich nicht: Gott fennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster loszureißen; jetzt ist dieß Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 307 Millit bu die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben, so schändest du sein Wort und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein wie schwer ists nicht, sein eigen Herz belämpfen, Begierden widerstehn und seine Lüste dämpfen? Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh ist dieß der einzge Weg. Und dem entsagest du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst but dich noch? Gott ist nicht ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann. 4. Sprich selbst: gewinnet Gott, wenn ich ihm findlich diene und seiner werth zu sein im Glauben mich erfühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befoh len, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein; um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst der Wissethat die wahre Heiligung? 10. Ists 4 224 10. Ifts gnurg zur Seligkeit, des Glückes der Erlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß gnug, daß uns die Sünde reut, so ist kein leichter Werk, als deine Seligfeit! Gesinnung und Verhalten des Christen 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen; ist keine Seele rein, der Glaub und Liebe fehlen, ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst, so zittre vor dir selbst, wenn du dieß Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! Und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zulegt dahin? 13. Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben und, sicher durch sein Blut das Laster höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht, so ist es nicht von Gott. Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst und seine Stimme hörest, noch heute schide dich, daß du vom Bösen fehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Bein dein hier versäumtes Glüc nicht ewiglich bereun! 15. Entschließe dich be herzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort; fei wacker: Gott ist nah und stärkt dich durch sein Wort! 16. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Geset erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Reu in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dieß Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott fennt und liebt dein Glück; sie führt zu deinen Freuden, macht dei ne. Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst: Ist dieß kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen und mäßig und gerecht in dem im Allgemeinen. 225 Meris dem Genusse sein und sich gnädig meine Schuld und der Seligkeit schon hier im Glauben freun? heile mein verwundt Gewissen mit Trost aus deiner Vaterhuld! Ich will mit Ernst die Sünde scheun und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke zur Tugend mir verliehen sei, laß mich durch Uebung guter Werke beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie leite und regiere mich! 308 Wie Gott, ift Mel. Wer mur ben lieben Gott theuer, deine Güte, die alle Missethat vergibt, sobald voll Reute das Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erfennt, bereut und ernstlich haßt und Zuversicht zum Mittler faßt! 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist! Wie turz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegeben ist! Gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Beßrung weih! 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Neu und Behrung viel zu tlein: doch darf sich auch ein Mensch erfühnen, zu glauben, dir 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst, das hassen, was du anir vergeben, das lieben, was du selber liebst! Laß, Vater, mein Gewissen rein und heilig meinen Wantel sein! Am allgemeinen Bußtage. Mel. Herzlich lieb hab ich dich verjöhnt zu sein, wenn er 309 Gott, der du unſdir fällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf dein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir Herr, unser Mittler, Jesu Christ, Geist Gottes, Geist der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir kommen vor dein Angesicht, mit Missethat beladen. Nimm von uns unfreSündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld! Erhöre gnädigunser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn! Herr, unser Gott, verbirg uns K 5 nicht 226 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht dein Angesicht und geh Wort verheißt, sei Licht auf mit uns nicht ins Gericht! unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes sein und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir, die Irrenden zurück! Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an jedem Ort; gib Geist und Kraft zu deinem Wort! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsres Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: o fieh, wir kehren voller Reu zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade faffen! Sie leit uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm auf unser Land; laß es, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Ruh genießen! Wend ab von uns der Flammen Wuth und die Verwüstung wilder Fluth, des Krieges Blutvergießen! Sei unser Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen droht! Du, Bater, wollest mit uns sein, daß mir uns deines Schutzes freun! Herr, unser Gott, verleih uns Muth! In deiner Hut sind wir; und was du thust, ist gut. 4. Gib Frieden, wo sonst 3wietracht war; vereine, was getrennet war; schent uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein theures 5. Auch die Regenten lenke du, daß weise sie, in sichrer Rub, der Völker Wohlstand heben! Dem Fürsten, der uns schützt und liebt, gib, der in ihm so viel uns gibt, ein frohes, langes Leben! Noch lange sei sein Vaterblick, uns; jeinen Kindern, Schutz und Glück! O schütt auf ihn und auf sein Haus und seine Räthe Segnung aus! Herr, unser Gott, in deis ner Hand ist unser Land, be glück es, segne jeden Stand! 6. Vernimm der Leidenden Gebet! Wer in der Noth um Rettung fleht, dem hilf aus seinen Nöthen! Gib Kranken Linderung und Ruh; die Sterbenden erlöſe du, erhör ihr letztes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil; vereitle der Verfolger Rath und lehre sie den rechten Pfad! Herr, unser Gott durch alles Leid der Pilgerzeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! 7. Du im Allgemeinen. 227 siehst du mit Gnade an. 7. Du thuft weit mehr, sucht redlich zu erfüllen, als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! Oneig auf unser Flehn dein Ohr, heb unser Herz zu dir empor und mach uns rein von Sünden! Laß uns dir mun geheiligt sein, im Leben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Blut erlöst: o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich! Vergib uns, leit uns väterlich! Mel. Befiehl du deine Wege ft Gott für mich, 310 Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Hab ich nur ihn zum Freunde, wie selig bin ich dann! Was acht ich aller Feinde? Er nimmt sich meiner an. 2. Ja, dieß ists, was mich stärket: ich glaube fest, als Christ, daß Gott auch mich bemerket, auch mir ein Bater ist, daß er zu allen Zeiten mit Huld herniederblickt, im Kampfe mir hilft streiten, in Angst mein Herz erquickt. 3. Wenn ich aus Schwachheit fehle und nur aus Vorfatz nicht, so stärket meine Seele die hohe Zuversicht: Den, Herr, der deinen Willen, so gut er immer kann, 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen und tröstet meinen Sinn; stillt alle meine Schmerzen, nimmt jede Sorge hin; zeigt mir, daß Erdenleiden nicht zu vergleichen sei mit jenen Himmelsfreuden, dem Lohn bewährter Treu. 5. Auf dieß mein Heil und Erbe seh ich voll Zuversicht. Wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh ich auch unter Zähren hier manche rauhe Bahn, nimmt mich doch Gott zu 6. Dieß stärkt mich, auch im Leiden dir, Höchster, treu zu sein! Nichts soll von dir mich scheiden, auch nicht die größte Pein; du lenkst sie mir zum Besten, bist mir mit Troste nah; und wann die Noth am größten, ist deine Hülfe da. 7. Kein glänzend Loos im Leben, nicht Ansehn, Ruhm und Macht, wonach nur Stolze streben, nicht Reichthum, Glück und Pracht, Nichts soll mir je den Glauben an deine Batertreu vermindern oder rauben; Nichts, was es immer sei! 8. Was könnte sonst mich scheiden von deiner Lieb, o Gott? Verfolgung? TrübK6 fal? 228 Gesinnung und Verhalten des Christen fal? Leiden? Schwerdt? ihm vertraun, ärndten Se ligkeiten. 5. Jesut, treuster Freund von Allen, mit dir will, froh und still, ich durchs Leben wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken; denn du wirst, Lebensfürst, einst mich auferwecken. Hunger? Blöße? Tod? Nichts, Nichts! Ich überwinde in dem, der mich geliebt und sich für meine Sünde zum Opfer selber gibt. 9. Ist Gott für mich, so trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Mel. Wann mein Stündlein Deß ist mein Herz voll 312 dh weiß, an wen ch mir gebricht? Der Herr Der Herr ist meine Sonne, mein Schut, mein Heil, mein Licht! mein Glaub hält; tein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer beßren Welt, leb ich hier nur im Glauben: dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir das Erbtheil raubt, das Jesus mir erworben? 311 Mei Mel. Warum sollt ich mich eines Herzens reinste Freude ist nur die, daß ich nie mich von Jesu scheide, daß ich ihn durch Glauben ehre, jederzeit hocherfreut seine Stimme höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden und erfüllt sanft und mild ihren Geist mit Frieden; seine Last ist leicht zu tragen; er macht Bahn, geht voran, tröstet, wenn wir zagen. 4. Ja, er kennt die Leidensstunden; größern Schmerz hat tein Herz, als sein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder einer weint, unser Freund mitleidvoll hernieder. 4. Will das Herz der Noth erliegen, dann hilft er, unser Herr, kämpfen uns und siegen. Die auf ihn zu allen Zeiten folgsam schaun, 2. Mein Leben ist ein furzer Streit, und herrlich ist die Krone, die Gott dem Ueberwinder beut, zum ewgen Siegeslobne. Ob auch des Kampfes Müh mich schreckt: du, der den Tod für mich geschmeckt, du stärkst mich, daß ich siege. 3. O Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein bester Trost im Leben; einst wirst du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bei dir; dort hab ich Alles, was ich hier nur suche und nicht finde. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigs feit im Allgemeinen. keit und ist der Erde Herrlichkeit, vergänglich alles Glück der Zeit: im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns die künftge Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, wann mein Vollendungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. 3m Dunkeln nur, Herr, seh ich hier, wo ich dir gläubig traue, die Seligkeit, die dort bei dir in vollem Licht ich schaue. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt: dort wird er sichtbar, wenn dein Bild in mir sich ganz verkläret. 7. Bu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer kann mich von dir scheiden? Nicht Glück und Lust, nicht Leid und Noth, das Leben nicht und nicht der Tod! Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; Nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. 229 313 Mene ich nicht! In eigener Melodie. Jeinen Er hat sich für mich gegeben; fordert es nicht Dank und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er ist meines Lebens Licht; meinen Jesum laß ich nicht! 2. Er, in diese Welt gesandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht! Meinen Jesum laß ich nicht! 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorsam, den ich übe gegen das, was er gebeut, halt ich feſt an seiner Liebe, traue dem, was er verspricht, und verlaß ihn ewig nicht! 4. So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht; meinen Jesum laß ich nicht! 5. Wenn mein Auge schon erlischt, Wang und Lippen fich entfärben, mich fein Labsal mehr erfrischt, alle Sinne mir ersterben, und das matte Herz nun bricht: laß ich meinen Jesum nicht! 6. Dort auch laß ich Jesum nie, hange stets an ſeinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh will er R7 ewig 230 Gesinnung und Verhalten des Christen ewig mich erquicken. Ewig strahlt mir dort sein Licht; meinen Jesum laß ich nicht! 7. Nichts auf dieser Erde ists, was des Herzens Wünsche stillet. Du, o Jesu, du nur bists, du nur, der fie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht! Wer hielt denn ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir fund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein Lichtes Leben die bodenlose Finsterniß! Mit ihm bin ich erst Mensch geworden: das Schicksal wird verklärt durch ihn, und Eden muß an allen Orten um den Geliebten wieder blühn. 4. Das Leben ward zum Freundschaftsbunde; die ganze Welt spricht Lieb und Lust. Ein Balsam träuft für jede Wunde, und frei und voll klopft jede Brust. Mel. Wie groß ist des Allmächt. Durch ihn erhalt ich tansend Gaben: durch ihn bin ich ja Gottes Kind; gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versammelt sind. 8. Dich, mein Jesu, halt ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt; ihr beraubt euch ewger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! 314 Was wär ich ohne dich gewesen, was würd ich ohne dich, Herr, sein? Zu Furcht und Aengsten auserlesen, ständ ich in weiter Welt allein. Nichts, wüßt ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem thät ich meine Sorge fund? 2. Einsam verzehrt von Lieb und Sehnen erschien mir finster jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unruh im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus. 5. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein! Reicht jedem eure Hand entgegen und ladet froh zu uns ihn ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden; im Glauben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 6. Ein alter schwerer Wahn von Sünde war fest an unser Herz gebannt. Wir irrten in der Nacht wie Blin im Allgemeinen.com 231 Blinde, von Reu und Lust 10. Noch steht im wunzugleich entbrannt. Ein je- dervollen Glanze der heides Werk schien uns Verbrechen, der Mensch ein Gottesfeind zu sein. Bang hörten das Gesetz wir sprechen; denn ach, es drohte Tod und Bein! 7. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle: so war nur Unruh der Gewinn. Ein eiſern an der den bebenden Gefangnen fest, und Furcht, daß er vernichtet werde, verschlang der Hoffnung Ueberrest. 8. Da kam der Heiland, der Befreier, ein Menschensohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen als unser heilges Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 9. Seitdem verschwand die Macht der Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt. Man gab zum schönsten Angebinde den Kindern diesen Glauben mit. Durch ihn geheiligt, zog das Leben vorüber wie ein selger Traum; und ewger Lieb und Treu ergeben bemerkte man den Abschied kaum. lige Geliebte hier. Gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Trene weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine. Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. Mel. Kommt her zu mir 315 So hoff ich denn 0 Muth auf Gottes Gnad und Christi Blut; ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht der Seligfeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren! 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines 232 Gesinnung und Verhalten des Christen nes Namens willen; laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost erfüllen! weiß, ich werde leben und in ihm einst selig sein. Sud ich nur den Hang zu Sünden immer treu zu überwinden, mich der Tugend mir gnädig sein. stets zu weihn, so will Gott Mel. Jesus, meines Lebens Leben 316 weiget, bange 3weifel, schweiget! Mein Erlöser ist getreu, und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Gott persöhnet sei. Mag auch selbst mein Herz mich rich ten, mich verdammen, mich vernichten; Gott ist größer, als mein Herz, und gibt Ruh auf bangen Schmerz. 2. Er, der das Verborgne kennet, kennt auch mich und weiß allein, wie mein Herz von Eifer brennet, ganz sich seinem Dienst zu weihn; schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle, und sieht nicht, was ich gethan, sondern mehr den Willen an. 3. Wer will ferner den Mel. Anf, Christenmensch! verklagen, welchen Gott zum 317 Wer Gottes Wort Wer darf zu verdammen wagen, den Gott selber losgezählt? Menschen zwar und selbst die Engel sind vor ihm nicht ohne Mängel; doch das menschliche Geschlecht wird in seinem Sohn gerecht. nicht hält und spricht: Ich kenne Gott! der trüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 4. Mir ist auch sein Sohn gegeben; durch den Glauben ist er mein. Ja, ich 5. Theuer bin ich ihm erworben! Wohl mir, hier ist Jesus Christ, er, der auch für mich gestorben, aud für mich erstanden ist, mun zur Nechten Gottes fizet, auf mich sieht, mich mächtig schützet, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Noth erlöst! 6. Nun so mag das Unglück stürmen! Alles um mich her sei Nacht! Gott, mein Gott wird mich be schirmen, der für seine Kin der wacht. Wenn ich hier auch hülflos bliebe, leitet mich doch deine Liebe durch die Leiden dieser Zeit zur beglückten Ewigkeit. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Er mal im Allgemeinen. Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein; er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder; folgt Christi Beispiel als ein Christ und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 233 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Ob auch Noth und Elend droht! Ob auch Furcht und Angst mich schrecken: du wirst mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag frecher Sünder Herz erschüttern; ich, ich darf nicht zittern. 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, gestärkt durch dich. Sink ich oft noch nieder: du erhebſt mich wieder und begnadigst mich. Deine Huld tilgt alle Schuld und dem reuerfüllten Knechte schenkst du Kindesrechte. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ists, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb; an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne, dank ich dir allein! Daß ich hier Mel. Jesu, meine Freude 318 ie getrost und am Grabe Trost und Hoffheiter, Herr, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Alle, die dir trauen, führst du zu den Auen, wo du sie erfreust. Niemals wird bei dir, o Hirt, Freund und Tröster unsrer Seelen, mir Erquicung fehlen. nung habe, ewig dein zu sein; daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, dank ich deiner Gnade! 6. Der du Leib und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe, groß ist deine Liebe 234 Gesinnung und Verhalten des Christen Liebe, stärker als der Tod. In eigener Melodie. 319 Wie wohl iſt mir, Herr, und ich, ich sollte mich freuen? dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, dieß fei mein Bestreben, jei mir heilge Pflicht! Was die Welt erfreuet und sie oft gereuet, das genügt mir nicht. Hab ich dich: wie gern will ich das, wonach die Eitlen trachten, reich in dir, nicht achten! Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich traure nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergeß ich meine Leiden, denn o wie viele hohe Freuden genieß ich nicht, vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wie könnt ich jemals muthlos werden? Du, du bist überall mit mir! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde in der Ewigkeit? Sind nicht hohe Würden oft nur schwere Bürden, Traum und Eitelteit? Du erfreust nur stets den Geist und du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was hoff ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Seligkeiten Hoff ich auf dein Wort! Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Boll von deiner Güte jauchzet mein Gemüthe, Herr, mein Heiland, dir! Dieser Geist der Freuden stärke mich in Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen! 2. Hab ich, Erlöser, did zum Freunde: was fehlt mir dann? Du sorgst für mich. Hätt ich auch eine Welt voll Feinde: ich bin getrost; ich trau auf dich. Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht hoff nungslos verzagen: ich weiß, was du für mich gethan. Trät Alles wider mich zu sammen: ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Segen; aus dunkler Nacht strahlt mir dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe; ich, der ich dich zum Freunde habe, kann über Tod und Grab mich freun; denn im Allgemeinen. im Allgemeinen. annis 235 nicht ihr Ziel verfehle! Denn ein wahrer Christ sucht, was ewig ist. denn ich gehöre zu den Dei- warne meine Seele, daß sie nen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen, bald werd ich völlig ruhig sein. 4. Gelobt seist du, o Freund der Seelen! In deiner Huld wie wohl ist mir! Was kann, da du mich liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drückenden Beschwerden hab ich den Himmel schon auf Erden; denn du bist durch den Glauben mein. Ich darf, ich will nicht ängstlich klagen: wer kann, wo Jesus ist, verzagen? Mein Freund ist mein und ich bin sein! Mel. Seelenbräutigam 320 Dir ergeb ich mich, Jesu, der du dich auch zu meinem Heil und Leben in den Tod haft hingegeben! Ewig will ich dein, mein Erlöser, sein! 2. Laß mich dir zum Ruhm, als dein Eigenthum, recht und nach Gewissen handeln, meinen Weg dann freudig wandeln! Hilf mir, sündenrein hier auf Erden jein! 3. Nach dir bilde mich, Jesu, daß auch ich gegen Feinde Sanftmuth übe, alle ohne Ausnahm liebe!' Haß und Rachbegier bleibe fern von mir! 4. Neiget sich mein Sinn zu dem Irdschen hin; o dann 5. Wecke mich stets auf, meinen Bilgerlauf nur nach deinem Wort zu enden; leite mich mit treuen Händen auf der Tugendbahn; leit mich himmelan. 6. Stärke mich und gib mir des Geistes Trieb; laß mich wachen und mit Beten findlich vor den Vater treten: so erlischt das Licht meines Glaubens nicht. 7. Ohne Prüfung ist hier kein wahrer Christ. Willst du mich ins Leiden führen, laß mich dich nur nicht verlieren! In der Trübsal Nacht nimm mich, Herr, in Acht! 8. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib zu deiner Ehr mir je mehr und mehr! 9. Jesu, hilf, daß ich Alles hier, was mich von dir locket, überwinde und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Christ treu und standhaft ist! 10. Wirds von hinnen gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zu deinem 236 Gesinnung und Verhalten des Christen nem Himmel leiten, daß ich da mich dein ewig möge freun! guten Werke find ich Antrieb hier und Stärke. 6. Durch mein Leben dich zu preisen, fei mir hohe, Mel. Gott im Himmel und auf 321 Jefum ewig zu heilge Pflicht; dich, den Lie verehren ist mir süße heilge Pflicht; seine weisheitsvollen Lebren geben meinem Geiste Licht, und zu jedem guten Werke gibt sein Beispiel Kraft und Stärke. bevollen, Weisen, dich, der Menschheit Heil und Licht! Aehnlich), Jesu, dir zu wer den, sei mein höchstes Ziel auf Erden! In eigener Melodie. 2. Sollt ich den nicht 322 ins ist Noth dankbar preisen, der das Heil der Menschheit ist? Nennt den Edlen, nennt den Weisen, welcher so, wie Jesus Christ, reine Tugend, die er lehrte, durch ein göttlich Leben ehrte; und, Herr, dieß Eine ist, was alles Heil umfaßt. Alles Andre, wies auch scheine, ist nur Tand und schwere Last, worunter das Herz sich oft ängstigt und quälet und immer der Ruhe, der wahren, verfehlet. Es wohnet kein Friede im Reich der Natur; die Sinnlichkeit täufchet den Suchenden nur. 3. Der mit liebevollem Herzen hohen, festen Muth verband; der selbst bei des Todes Schmerzen Mitleid gegen die empfand, die mit Grausamkeit ihm fluchten, seine Qual zu mehren suchten; 4. Den fein Sturm des Schicksals beugte, der gerecht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hingegeben! 5. O ich weil an deinem Bilde gern, erhabner Menschenfreund, wo mit so viel sanfter Milde hohe Würde sich vereint; und zu jedem 2. Dich erwählen ist das Eine. Welches Theil! Q gib, daß ich ewig mich mit dir vereine, nichts so innig lieb, als dich! Es mögen die Klugen der Welt vich verachten; ich will dein Verdienst, Herr, mit Ehrfurcht betrachten. Wer war je die Zierde der Menschheit wie du? Wer brachte mehr Licht ihr, mehr Segen und Ruh! 3. In dir ist der Weisheit Fülle. Du nur zeigst, was mich beglückt. Durch dein Wort nur wird mein Wille im Allgemeinen. 237 Wille niebrer Erbenlust ent- Erden, entsündigt, geheiligt, rückt. Gern will ich mich sammeln, die heiligen Lehren der himmlischen Weisheit mit Andacht zu hören, um fern in den Rathschluß der Gottheit zu sehn und freudig die Wege der Tugend zu gehn. ner 4. Mit Vergebung meis Sünden, Herr, begnadigst du mich dann; läsfest mich den Frieden finden, den die Welt nicht geben kann. Was kann mir dann fehlen, was jemals mir schaden? Ich bin ja beim Vater, dem Höchsten, in Gnaden. Fallt, Welten! Ich schwebe verherrlicht empor; ein Himmel ersetzt mir, was hier ich verlor. 5. Jesu, du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht. Daß ich dich zum Vorbild wähle, hast du tren dein Werk vollbracht. In dir ging die Tugend hier sichtbar durchs Leben; wie sollt ich nach dir mich zu bilden nicht streben! Dir ähnlich zu werden, welch hoher Beruf! dann bin ich deß Bild erst, der dazu mich schuf: 6. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, du mein Alles sein. Siebe, daß ichs redlich meine! Ewig, ewig bin ich dein! So segne mit Kraft mich, stets weiser auf dir ähnlich zu werden und treu dir zu bleiben im Leben und Tod! Dieß, Herr, ist das Eine; dieß Eine ist Noth. In eigener Melodie. 323 Daß ich der Tugend Höh erklimme, wo unten tief die Erde liegt, wo Glaube der Verführung Stimme und jedes Hinderniß besiegt, wo. in des Himmels reinem Scheine dieß Eine Ziel nur glänzend steht;-ach, Gett, erhöre mein Gebet! nur darum bet ich, flehe, weine. 2. Es stieg voran die steilen Stufen der Menschensohn mit Kraft und Muth. Er hört im Jordan sich gerufen und nimmt den Ruf mit aus der Fluth und geht, daß er zur That sich rüste, die außer ihm fein Mensch begreift, die nur in seiner Seele reift, zum stillen Denken in die Wüste. 3. Da steht er an dem Scheidewege; vor ihm die schauberhafte Wahl; hier aller Leiden Donnerschläge auf seinem Weg zum blutgen Pfabl. Gott, was nur Menschen reizt, verlassen? selbst ihre Liebe? Müh und Noth und Angst und Schmach, zuletzt den Tod mit - 238 Gesinnung und Verhalten des Christen mit seiner schärfsten Qual macht, daß ich mich freue umfaſsen? deiner, Herr, mein Heil! Hab ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht glücklich werden. 4. Dort liegt der Erde reicher Segen; dort hängt der Erde schöner Kranz; Bewundrung jauchzet mir entgegen; die Ruhe winkt, des Goldes Glanz. Ich sehe von des Berges Spitze die schönsten Reiche ausgedehnt. Auf, folge! und Judäa frönt dich knieend vor dem Königssitze. 2. Unter deinem Schirme können teine Stürme mir erschrecklich sein. Laß auch Felsen splittern; laß den Erdkreis zittern und den Einsturz dräun! Was ists mehr? Rings um mich her mag es stürmen, tonnern, blitzen! Er, er wird mich schützen. 3. Wenn der Sünde Schrecken Ungst in mir erwecken, Jesus stillet fie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht: freudig, daß ich Jesum sebe, blick ich auf zur Höhe. 4. Wer ist, der den Glauben meinem Herzen raus ben, ihn erschüttern kann? Bei der Feinde Toben stimm ich, Gott zu loben, Freuden lieder an. Ich vertrau auf Gottes Macht; er wird, wenn mich Feinde haffen, niemals mich verlassen. In eigener Melodie. 5. Leckt nur, Gold und Schätze! Ehre sei der Götze 324 Jesu, meine Freu- der betrognen Welt! Mich nicht im Leide! meines Herzens von dem mich wenden, der Theil! Deine Mittlertreue mich treu erhält. Elend, Noth 5. Nein, Gott gebeut! Weicht, Erdenfreuden! Fort, Satan, hebe dich von mir! Ich tret in diese Nacht der Leiden und hange, Vater, nur an dir. Selbst in des Sturms ergrimmten Fluthen umschlingt dein Arm allmächtig mich. Ich fühle dich, ich fühle dich, wenn alle meine Adern bluten. 6. Entschlossen nun, mit innerm Frieden, wirft er sich ins Gedräng der Welt; er kämpfet, ohne zu ermüden, und überwindet als ein Held und hält sein Werk nicht für geendet, bis er, nah an der Todesnacht, zum lauten Siegesruf: Vollbracht! den letzten Athemzug verwendet. im Allgemeinen. 239 Noth und Schmach und Tod nem heiligen Befehle gehorsoll mich, ob ich viel muß sam leiden, nicht von Jesu scheiden. bis zum Kreuzestod. Du suchtest nur des Vaters Ehre im Tempel war sie deine Lehre- und was dem Heiligsten gefällt. Den Schöpfer aller Creaturen verfündigtest du auf den Fluren als Vater, der die Welt erhält. 3. Wie eifrig warst du, seinen Willen als Bürger und als Unterthan, als Sohn, als Bruder zu erfüllen, auf deiner ganzen Lebensbahn! Als Freund, wie zärtlich gegen Freunde! Verfolgt, wie duldend gegen Feinde! Für Aller Wohl schlug deine Brust. Die Menschen trösten und er quicken, erfreuen, heilen und beglücken war dein Geschäft, war deine Lust. 6. Weich, verbotne Liebe! Weicht, der Wollust Triebe! Thoren lockt nur ihr. Mich follt ihr, ihr Sünden, nimmer willig finden; fliehet fern von mir! Ueppigkeit, Geiz, Schmähsucht, Neid, ihr beschweret das Gewissen; euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg und Sagen! Schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zu letzt erfreun. Hab ich hie selbst Noth und Müh: Jesu, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 325[ uf dich, Erlöfer stets zu sehen, so wie du warst gefinnt zu sein, der Tugend Weg dir nachzugehen, der Brüder Glück sich ganz zu weihn, hast du den Deinen, die dich lieben, als Pflicht aus Liebe vorgeschrieben; wie dringend ist sie, Herr, wie süß! Wenn jeder Mensch nach deinem Bilde so eifrig feine Pflicht erfüllte, die Erde wär ein Paradies. 2. Entflammt war deine ganze Seele von reinster Liebe gegen Gott, war sei4. Tief rührte dich die Noth der Sünder! Wie sorgsam gingst du ihnen nach! Wie viele wurden Gottes Kinder, wenn rührend deine Liebe sprach! Du kämpftest, Wahrheit zu verbreiten und Alle zu dem Heil zu leiten, das nicht mit Welt und Zeit vergeht. Entzogst du matt dich dem Getümmel, da war die Einfamfeit dein Himmel, dein Geist beim Vater im Gebet. 5. Du warst demüthig und bescheiden, ein Freund erlaubter Heiterkeit: bewiefest 240 Gesinnung und Verhalten des Christen seft bei den schwersten Lei- hin; Heiligkeit war deine den Geduld, Muth und Ge- Zierde, Menschenrettung laffenheit; vergabst, von dein Gewinn. Willig trugst Liebe tief durchdrungen, die du deine Bürde, trateſt sanft härtesten Beleidigungen, im und still hervor, hobst die Leben und dem Tode nah; Welt zu Gott empor, daß und starbst so rührend und sie ewig selig würde. Nieerbauend, so freudig, stand- brigkeit war, Herr, dein haft, Gott vertrauend, so Loos und doch dein Vergöttlich groß auf Golgatha! bienst so groß! 6. Wie du, gesinnt zu sein, zu handeln, ist deiner Schüler größte Pflicht; der muß nach deinem Vorbild wandeln, der von Vereh. rung Christi spricht. Dann wird zum Fleiß in guten Werfen uns göttlich der Gedanke stärken, daß wir des Vaters Willenthun, und daß sein heilig Wohlgefallen, sein Geist und Segen auf uns allen hier und im Himmel lohnend ruhn. 3. Mächtig selbst im tief sten Staube, schufest du der Seelen Glück. Zweifelſucht und Aberglaube schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligthum der Wahrbeit führtest du der Deinen Schaar, und wer dir nur solgsam war, sab sein Heil in voller Klarheit. O wer bebt vor Freude nicht? Uns, auch uns umglänzt dein Licht. 4. Nun entflieben Furcht und Schrecken vor dem gro ßen Weltenherrn. Nichts kann Serg in uns erwecken; er ist nimmer von uns fern. Seine Liebe, nichts als Liebe predigt uns die schöne Welt, die er täglich noch erhält, daß sie uns im Lieben übe. Menschenfreund, seit du erschienst, ist die Liebe Gottesbienst. 5. Selbst der Sünder darf nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stimme: Du sollst leben! heitert seinen Thränenblick. Ach, du blutetest am Kreuze, trugeſt Schmach Mel. Gott, der du die Menschen 326 Welterlöfer, dich zu lieben, bis das Aug im Tode bricht, mit des Herzens reinsten Trieben, ist uns theure, heilge Pflicht. Von der Liebe Gluth durchdrungen, kamst du, wardst uns Menschen gleich, gründetest ein neues Reich, hast uns Rub und Heil errungen. Froher Herzen Preisgesang sagt nun deiner Liebe Dank. 2. Keine lockende Begierde drängte dich zum Eitlen im Allgemeinen. 241 Schmach und Angst und Sanftmuth, Freundlichkeit Noth; starbst für ihn, das und reger Mitleidstriebe; mit dein Tod ihn zum from- selbst deinen Feinden wandmen Leben reize! Folgt er test du großmüthig Hülf und dir: o welche Huld! ausge- Wohlthat zu. tilgt ist seine Schuld. 6. Dank sei dir von allen Frommen, Preis und Dank sei dir geweiht! Ja, durch dich ist Heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer dir folgt durchs Erdenleben, athmet hier schon Himmelslust; Friede wohnt in ſeiner Brust; einst wird Gott die Kron ihm geben. Wie verklärt des Todes Thal, Herr, ihm deines Lichtes Strahl! Mel. Auf, Christenmensch! 327 Mir nach, spricht Christus, unfer Held, folgt meinem Vorbild, Christen! Verläugnet euch, besiegt die Welt mit ihren schnöden Lüsten; gebt ihren Reizungen nicht nach, erduldet lieber Ungemach! 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu einem heilgen Leben! Wem sollt ich auch, wem sonst, als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl, zeigst mir, wie ich ihn wandeln foll. 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist, mit weiser Vorsicht fliehen; es lebret mich, mein Herz der List und Heuchelei entziehen. D wohl mir, wenn mit frommem Sinn ich dir, mein Heiland, ähnlich bin! 5. Dit gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite; du kämpftest selbst und brachst die Bahn, stärkst nun auch mich zum Streite. Wie könnt ich denn noch zaghaft sein und mich, dir nachzufolgen scheun. 6. Wer bier sein Glück zu finden meint, wirds ohne dich verlieren; wers bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn verz ehrt und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachgehen, will wohlgemuth, getrost und gern der Tugend Kampf beſtehen; denn wer nicht fämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. 3. Dein Herz voll GottMel. Es wolle Gott uns ergebenheit war auch voll 328 s preiſe Gott, Demuth, L Christ 242 Gesinnung und Verhalten des Christen Christ als seinen Heiland 5. Der echte Jünger Jesu liebt die Menschen edelmithig; er tröstet, besſert, hilft und gibt, ist gegen Feinde gütig und liebreich eilt er Jedermann, der sein bedarf, entgegen. Er stiftet Gutes, wo er kann, und lebt der Welt zum Segen, wie Jefus ihm gebietet. 6. Der echte Jünger Jesu trägt getroft des Lebens Bürde. Auch Noth, die Gott ihm auferlegt, erhöhet seine Würde. Er bleibet selbst im herben Schmerz noch muthvoll und geduldig; des Gottes tröstet sich sein Herz, vor dem er hier unschuldig zur Ehre Jesu wandelt. kennet, wer seiner Kirche Mitglied ist und seinen Herrn ihn nennet! Sein höchstes Ziel hienieden sei, daß er nach seiner Lehre, entfernt von aller Heuchelei, aufrichtig ihn verehre als echter Christusjünger! 2. Der echte Jünger Jesu hält stets fest an ſeinem Glauben. Er läßt durch allen Hohn der Welt sich nie dieß Kleinod rauben. Denn dieser Glaube gibt ihm Kraft und Muth zum edlen Streben, vor seinem Schöpfer tugendhaft und findlich froh zu leben, zu dulden und zu sterben. 13. Der echte Jünger Jesu lernt, von Gottes Geist getrieben und von des Lasters Pfad entfernt, stets herzlicher ihn lieben. Er weiß, was Jesus that und litt, die Sünder zu beglücken. Er zählt dazu sich selber mit und rühmt es mit Entzücken: auch mich hat er geliebet! 4. Der echte Jünger Jesu weiht dem Heiligungsgeschäfte die Tage seiner Le benszeit und alle seine Kräf te. Er glaubt und liebt: wie sollt er nicht der Lüste Reiz verschmähen und unverrückt den Weg der Pflicht, wie Jesus Christus, gehen, um ähnlich ihm zu werden? 7. Der echte Jünger Jesu siegt auch über Todesschret fen; denn seinen Geift, der aufwärts fliegt, wird Grabesstaub nicht decken. Er kennet den, der für ihn starb und ihm durch Todesleiden des Himmels Selig feit erwarb; drum jauchzt er im Verscheiden: ich weiß, an wen ich glaube! 8. Gib, Jesu, daß der Deinen Schaar fich stets auf Erden mehre und daß auch ich dich immerdar im Glauben recht verehre! Nimm nach vollbrachtem Pil gerlauf zu jenen Seligkeis ten den Geist, der dich verehret, auf! Ihm Wohnung zu ad im Allgemeinen. pis 243 zu bereiten, bist du voran- hilf, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu! gegangen. Mel. Auf, Christenmensch! 329 Ders Ebenbild, 330 S u ihm gleich an Menschenliebe, du warst, o Jesu, ganz erfüllt mit gottgeweihtem Triebe! Er war dein Ziel, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm Ein Sinn, Ein Herz; sein Wille war dein Wille; du ehrtest auch im größten Schmerz ihn mit zufriedner Stille. Selbst auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 3. Du suchtest Nichts, als fein Gebot vollkommen zu erfüllen und unterwarfst dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, Vollender seines Raths zu sein. 4. 3um Kreuze gingst du ruhig hin, uns Ruhe zu erwerben; bereit, mit göttlich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben, warst bu zur tiefsten Schmach ge faßt und trugst der schwersten Leiden Laſt. 5. Herr, lehre mich, dein Eigenthum, nach deiner Tugend streben! Dir gleich gefinnt sein, sei mein Ruhm, und Wonne, so zu leben! Mel. Schwing dich auf zu ollt ich jetzt noch, da mir schon deine Güt erschienen, dich verlassen Gottes Sohn und der Sünde dienen? mit den Lüsten dieser Zeit wieder mich beflecken und nicht mehr. die Freudigkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab ich doch allein bei dir meine Ruh gefunden; Mittler, heiltest du doch mir liebreich meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen und mein Recht an deinem Tod wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, folge deinen Lehren, lasse weder Macht, noch List meinen Glauben stören. Fielen tausend ab, nicht ich; mags die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertraun auf dich mir doch gönnen müssen. 4. Zeigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, den Bedrängten Trost und Ruh, Sündern Gottes Frieden? Gibt sie mir die Zuversicht, daß ich, troß dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wann 22 vor 244 Gesinnung und Verhalten des Christen -vor Gott einst die Völker du vergabst mit eblem Herstehen und das Leben und zen deinen Feinden ihre den Tod ihm zur Seite se- Schuld; hörtest der Verlaßhen; wenn der Sichre nun nen Flehn, eiltest ihnen beizu spät aus dem Schlaf zustehn; kanntest keine höhern erwachet, und der Spötter, Freuden, als die Lindrung der hier schmäht, glaubt und ihrer Leiden. nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße! da ich weiß, auf weffen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde. 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübfal nicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Welt und Sünd und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! 3. Ich auch will in Noth und Schmerzen standhaft und geduldig sein; will mit liebevollem Herzen meinen Feinden gern verzeihn. Nie soll mir des Elends Flehn unerhört vorübergehn; fest und innig will ich streben deinem Beispiel nachzuleben. 4. Du, den ich zum Vorbild wähle, hebest meine Seel empor. Wenn ich wanke, wenn ich fehle, schwe be mir dein Beispiel vor! Dir geheiligt sei mein Geist! Wann er sich dem Staub entreißt: dann, o dann werd ich im Sterben Freud und Wonn auf ewig er Mel. Freu dich sehr, o meine 331 Göttlicher, dich ben. zu erheben und mit frommer Zuversicht deiner Tugend nachzustreben, ist dein Ruf und meine Sieh ein Beispiel laß ich dir, sprichst du: komm und folge mir! O welch Beispiel fonder Gleichen! Streb, o Geist, es zu erreichen. 2. Armuth, Haß, Verfolgung, Somerzen trugst du still und mit Geduld; Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 332 Sanft, o Chrift, ist Jesu und was kann bei ihm uns fehlen? O wie selig find wir doch durch den Retter unsrer Seelen! Welche Wonn und Herrlichkeit wars tet unser nach der Zeit! 2. Freue deines Glau bens dich, deines Gottes, fei im Allgemeinen. 245 seines Sohnes! Deine See- te nie, fleh um Rettung le rühme sich ihrer Hoffnung, seines Lohnes, voller Mutb und unverstellt freudig vor der ganzen Welt! 3. Hat gleich sein Bekenntniß hier seine Leiden und Beschwerden; dennoch sei ihm treu; denn dir sollen ewge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück diefes Lebens Augenblick? 4. Schäme seines Worts dich nie vor den Frevlern, vor den Spöttern, wenn sie ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Witz vergöttern! Was vermag der Lästrer Spott wider Jesum, wider Gott? 5. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und deinen Glauben! Gottes Beifall, Gottes Reich kann doch keine Macht dir rauben. alte dich an den nur fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat nicht dein Herr für dein ewges Heil gestritten? Jene Schaar der Märtyrer, was hat die für ihn gelitten? Schmach und Marter, selbst den Tod, litten sie getrost für Gott. 7. Und der Spötter Witz und Hohn könnte je dein Herz verführen, deinen Antheil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Christ, nein, wanauch für sie! 8. Sei getreu bis in den Tod; denn du glaubest nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Wonne jenes Lebens. Und auf einen kurzen Streit frönt dich seine Herrlichkeit. Mel. Auf, Christenmensch! 333 Welch hohes Beiſpiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? nicht gehn den Weg, den du betratst, nicht freudig thun, was du, Herr, thatst? 2. Dein Herz, von Sünde nie entweiht, war rein, wie deine Lehre; dein ganzer Wandel Heiligkeit; bein Endzweck Gottes Ehre: hier Leitung zur Vollkommenheit und dort der Menschen Seligkeit. 3. Drum führtest du zur Tugend an und, standhaft ihr ergeben, gingst du uns selbst den Weg voran, mit Muth uns zu beleben; und wenn du littest ohne Schuld, ertrugst du Alles mit Geduld. 4. Der Kummervollen Trost zu sein: zu wehren jedem Leide, nur wohlzuthun, nur zu erfreun, war deine Sorg und Freude; 23 und 246 Gesinnung und Verhalten des Christen und jede Thräne, jeder Schmerz drang in dein liebevolles Herz. C 5. Du trugst mit Sanft muth und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde; mit Sündern hattest du Geduld und batst für deine Feinde. Du warst gehorsam bis zum Tod und ehrtest selbst im Tode Gott. 6. Dieß große Beispiel hast du mir zum Vorbild hinterlassen, daß ich gesinnet sei gleich dir in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm mein Joch auf dich, komm, folge mir und sich auf mich! 7. Ich komme, Herr! Gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei und nicht mich nur den deinen nenne, da mit ich, deinem Vorbild treu, auch Ändern gutes Beispiel fei! Mel. Wer nur den lieben Gott 334Beglüdt, beglückt ist, wer auf Erden mit allen seinen Kräften strebt, an edlen Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets vorwärts dringt und nie vergißt, daß seine Seel unsterblich ist. 2. Er forschet nach der Tugend Wegen, was gut 88 und Pflicht ist, schnell zu thun, spricht nicht( so sprechen nur die Trägen): noch will ich schlummern, will noch ruhn. Er fäet früh und nützt die Zeit zur Aussaat für die Ewigkeit. 3. Erfüllet von der Tugend Sorgen denkt er und denkt mit Luft daran, wie er hier sichtbar, bort verborgen, ein gutes Werk vollenden kann, und nüßzet jeden Augenblick für Tugend und für Brüderglück. 4. Ihn schrecken keine Hindernisse, durch edle Thaten stärkt er sich, und seine hei ligen Entschlüsse sind fest und unerschütterlich. Wie sehr er auch zu kämpfen hat, reift jeder Vorsatz doch zur That. 5. Er widersetzt mit festem Muthe dem Unrecht sich, bestärkt durch Gott. Träf ihn im Kampfe für das Gute der Welt Verfolgung oder Spott, so bleibt ihm doch der Preis im Streit. Er kämpft, weil es die Pflicht gebeut. 6. So laßt auch uns als Christen handeln, aus reiner Achtung für die Pflicht; laßt uns die Bahn der Tugend wandeln: da strahlet immer helles Licht, und unser Loos in Ewigkeit ist reiner Tugend Selig feit! d Mel. ord& im Allgemeinen. pnijs 247 Mel. Aus, Chriftenmensch! 6. Nie soll des Zweifels 335 Bald oder spät Dunkelheit mir diesen hohen dieß Raub, wall ich noch hier auf Erden: doch nur mein Leib wird wieder Staub; ich soll unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Ernst und Eifer soll der Christ nach seinem Seile ringen; gern lassen, was auf Erden ist; hinauf zu Gott sich schwingen; getrost den Pfad der Trübsal gehn und standhaft in Verjuchung stehn, p 3. Noch weiß ich, daß ich laufen mus; noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele: doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärte mich durch deine Kraft auf dieser kurzen Pilgerschaft! 4. Solang ich noch ein Frembling hier in diesem Leibe walle, schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir binan! 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinenSchutz zu baun und dir, Allliebender, zu traun! der Seligkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth, und was versüßt mir einst den Tod? 7. Du, der mir dieses Heil erwarb, laß, Jesu, michs ererben; du, der für seine Menschen starb, laß Jeju, dir mich sterben! Gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir ſei! Mel. O Gott, du frommer Gott 336 Du saght: ich bin ein Wohl dir, wenn Herz und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben! Wo ist ein höhrer Ruhm? Welch Glück kann größer sein, als Gottes Wege gehn und seiner Huld sich freun? 2. Du sagst: ich bin ein Chrift! Der ists, der Christum fennet, nicht mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet, nein, gern und willig thut, was auch sein Herr gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 3. Du sagst: ich bin ein Christ! Mit Ernst das Böse hassen, denLüsten widerstehn, gewohnte Sünden lassen, 24 dieß 248 Gesinnung und Verhalten des Christen dieß ist des Herrn Befehl; dieß seiner Lehre Sinn; kein todter Glaube führt zur ewgen Wohlfahrt hin. 4. Du sagst: ich bin ein Christ, getauft zu Gottes Erben, fein Kind und Freund zu sein und selig einst zu sterben! Du bists; doch prüfe dich, erfüllest du auch gern, treu deiner Christenpflicht, den Bund mit deinem Herrn? 5. Hast du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen? Du hast, als Gottes Kind, Gehorsam ihm versprochen; hast du mit Trene denn dem Guten nachgestrebt? Hat nicht die Sünde noch sehr oft in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Christ! Betrachte, les und höre, vom Irrthum unverführt, des Heilands reine Lehre! Wohl dir! Doch thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur selig ist, wers thut, nicht, wers blos liest und hört. 7. Du fagst: ich bin ein Christ! Mit Gott mich zu verbinden, nehm ich oft Jefu Mahl; mich reuen meine Sünden. Doch zeiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtschaffne Besserung nach dieses Mahls Gebrauch? 8. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt sind in reiner Kindesliebe, wenn du, wie Christus war, ein Freund der Menschen bist, gerecht und wahr und mild, dann sag: ich bin ein Christ! 9. Wenn, Gutes auszustreun, die Unschuld zu bes schützen und selbst dem Feind, so viel du immer kannst, zu nutzen, ohn Ei gennutz und Stolz, dein Herz stets willig ist, auch wenns Verläugnung gilt; dann sag: ich bin ein Christ! 1 10. Denn wenn noch Leidenschaft dir dein Gemüth regieret, wenn Wollust, Eis telkeit und Schmähsucht dich verführet, wenn Geiz und Haß und Neid noch über dich gebeut, so kennest du noch nicht die wahre Hei ligkeit. 11. Sprich nicht: ich bin ein Christ! bis daß dir Herz und Leben von diesem Ruhme erst ein sichres Zeugniß geben. Der Nam ist nicht genug. Ein Christ muß ohne Schein, das, was er heißen will, in seinem Wandel sein. 12. Ach, Gott, gib mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Christ zu sein und nicht blos so zu heißen! Denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, betrügt sich und gelangt nicht in dein Himmelreich. Mel. im Allgemeinen. 249 Mel. Wer nur den lieben Gott deiner Gnad und Huld ge337 Gott, bir gefällt wiß! tein gottlos Wesen; wer bös ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen und schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält! 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniger 6. Erquicke mich mit deinen Freuden; schaff ein getrostes Herz in mir und stärke mich in allen Leiden: so halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. Mel. Fren dich sehr, o meine Christum vor dir Gnade fin 338 Gott, ich will mich den und standhaft deine Wege gehn! Ich will forthin die Sünde scheun und deinem Dienst mein Leben weihn. ernstlich prüfen, ob ich redlich bin vor dir! Du kennst meines Herzens Tiefen; ach, entdecke sie auch mir! Laß mich sehen, ob ich treu dir in meinem Wandel sei; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! 3. Du kennst und lenkest die Gedanken! Gib meinem Vorsatz Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wanfen, so hilf der Unentschlos fenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm dei nen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit findlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sei; so sieg ich über Fleisch und Welt und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wenn ich je aus Schwachheit fehle, mein Bater, dann verwirf mich nicht! Berbirg nicht der bedrängten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht und mache in Bekümmerniß mich 2. Eitelkeit und Eigenliebe sind die Götzen dieser Welt: aber nie sind sie die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter, dem gibst du die Krone der Gerechten nicht zum Lohne. 3. Die um deiner Liebe willen wandeln, wie dein Wort gebeut, diese, diese nur erfüllen das Gesetz der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an; deine Liebe soll, uns dringen, gute Werke zu vollbringen. L.5 4. Wie 250 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Wie ein leichter Nebel Stärke, ganz der Tugend schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch trennen Lieblingssünden mich, o Hei ligster, von dir! Deine Liebe trieb mich nicht zur ErfülLung meiner Pflicht; ich vergaß, an dich zu denken, ließ von Eigennuß mich lenken. Mel. O Gott, du frommer Gott 5. Dit gehorcht ich bei 339 Herr, höre mein Gebet und nem Rechte nur, daß meine Folgsamkeit mir bei Menschen Ehre brächte und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob, o wie süß war mir dieß Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, deinen Rechten treu zu bleiben. 16. Ach, wie könnt ich dich vergessen, wie so undant. bar dir sein, deine Liebe nicht ermessen, deines Beifalls nicht mich freun! Meinen Lohn hab ich dahin; eitler Ruhm ward mein Gewinn; aber ihn sollt ich verachten, nur nach deinem Beifall trachten. 7. Gott, der jedes Herz voll Reue gern mit seinem Troft erfreut, sei mir gnädig und verzeihe die unlautre Frömmigkeit! Mache reiner meinen Sinn; lent ihn zu dem Eineu hin, dich zu lieben und vor allem dir, o Höchster, zu, gefallen! 8. Laß, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebe sein; gib mir täglich neue mich zu weihn! Ich bin, Gott, dein Eigenthum: dieß sei mir der höchste Ruhm! Was ist mir das Lob der Erde, wenn ich deiner würbig werde! es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite, Herr, den Schwachen, der dir fleht; verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen geht! 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, soll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in gu ten Werken sein; dir soll ich, Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weihn! 3. Dieß will ich, und doch macht die Schwäche meiner Seele und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seh der Tugend Glück; ich wünsche, gut zu sein; und immer hab ich doch so viel noch zu bereun. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott; o sieh es mit Erbarmen und reiche deine Hand voll Vaterhuld mir Armen! Gib meinem Geiste Licht: gib meinem Vorsatz Kraft, so kämpf ich glücklicher nindas im Allgemeinen. prij 251 licher mit Welt und Lei wann du ewig lohnft für denschaft. 5. Eröffne den Verstand, stets heller einzusehen, daß Sünd uns elend macht; daß wahres Wohlergehen und jede gute That, froblocken, daß mein Herz sich dir geheiligt hat. bur bli Mel. Herr, ich habe mißgehandelt innrer Friede nur aus reis 340 Herr, wie lange nem Herzen fließt; daß du mit deiner Huld der Freuden Quelle biſt. 6. Laß in Versuchung mich nicht zaghaft unterliegen; ermuntre mich zum Muth und hilf dem Schwachen fiegen. Mein Auge laß als lein auf deine Weisheit schaun, mein Herz dir solgsam sein und dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein Bilger hier, umringt von vielen Sündern; ihr Beispiel könnte leicht der Tugend Eifer mindern. Wenn der Verführung Gift, des Leicht finns frecher Spott dem Geist gefährlich wird, dann steh mir bei, mein Gott! 8. Bewahre mein Gemüth, daß mich bis an mein Ende bie falsche Fröhlichkeit der Sünder nie verblende! Der Thoren Jauchzen wird bald lange Reu und Pein; laß diesen Wechsel mir doch ja vor Augen sein! 9. So werd ich, Herr, mein Gott, dir nicht um sonst vertrauen, einst, wenn ich treu dir war, der Freuden Fülle schauen und, gen, eh ich auf der steilen Bahn deines Rechts zum Himmel bringen und vom Stampfe ruhen kann? Werd ich meinen Hang zu Sünden endlich völlig überwinden? 2. Ach, wenn mich die Lust der Erde, oder fühner Sünder Spott reizet, daß ich träger werde, wirst du mein vergessen, Gott? Wirst du mich zu unterstützen eilen, wirst du dann mich schützen? 3. Ach, ich zittre, Gott! wie lange soll ich kämpfen? Dieser Streit meiner Schwachheit macht mir bange bei so viel Gefährlichkeit, daß ich doch noch unterliege und mein Kleinod nicht ersiege. 4. Schaue her zu deinem Kinde; höre mich und steh mir bei! Herr, bewahre mich vor Sünde; mache mich getroft und treu, daß ich standhaft deine Wege wandeln und nicht straucheln möge. 5. Daß die Welt mich nicht verführe, daß sie mich 26 nicht 252 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht ungetreu mach und spottend triumphire, daß ich auch gefallen sei; daß sie sich nicht ihrer Siege rühme, weil ich unterliege! 6. Der du Kraft und Muth gewährest, hilf des Schwachen Schwachheit auf! Ja, ich hoffe, daß du hörest, und ich freue mich darauf. Rühmen will ichs und dir fingen, daß du Stärke gibst zum Ringen. Mel. Herzliebster Jesu! ch 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet und meinen Gang, wo mich kein Mensch sieht, leitet; wie ficher werd ich deine Wege wallen! Wie kann ich fallen? 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten; so mag die Welt, wie ihrs gefällt, mich richten! Ehrt mich dein Beifall, so kann ich mit Freuden Verachtung leiden. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen; ge= recht wirst du einst richten und belohnen, mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 341 mir ernstlich vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben treu zu ergeben. Mel. Wann mein Stündlein 2. Erforsche mich, sieh, 342 Jhbinein Chrift! mein ob redlich meine; gib, daß ich nicht blos, was ich sein soll, scheine, mit allen Kräften strebe, deinen Willen froh zu erfüllen! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam des Gewissens Stimme hören, dich thätig ehren! 7. Vollend ich meines Leund bens werd ich bis zum Tode treu erfunden; wie schön verwandeln sich dann meine Leiden in ewge Freuden. Freund! In dieser hohen Würde steh ich und fürchte keinen Feind, trag muthig meine Bürde, Heil mir! In meines Gottes Kraft beherrsch ich jede Leidenschaft im Dulden wie im Handeln. 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; stark, fest ist er gegründet! Er stüst voll hoher Zuversicht auf Jesum sich und findet bei ihm Kraft, Ruhe, Rath und Heil und nimmt an jedem Segen Theil, den er uns hat erworben. 3. Mich im Allgemeinen. 253 3. Mich soll daber nicht Menschenliebe, die felbft Eitelkeit, nicht Bitterfeit der Leiden, auch nicht ein Schlaf der Sicherheit von Gottes Liebe scheiden. Wer Jesu glaubt und freudig thut, wie Jesus will, hat hohen Muth im Leben und im Sterben. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jene Kronen, womit Gott in der Ewigkeit die Frommen will belohnen? W ist die eitle Lust der Welt, wenn man das Glück dagegen hält, das Gott uns dort will schenken? 5. So soll denn selbst des Todes Macht mein Herz von Gott nicht scheiden! Er führt mich durch des Grabes Nacht zu jenem Licht der Freuden, wo, frei von allem Erdenleid, in seines Himmels Herrlichkeit ich ewig mit ihm lebe. Mel. Ach sieh ihn bulden 343 Dir immer ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, das sei mein Ziel schon hier auf Erden, das bleibt mein Biel, dem in der Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist entgegen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. 2. Wenn ich aus reiner den Schein des Eigennutzes flieht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn mein Thun fein sterblich Auge sieht; dann bin ich ähnlich dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erhält. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem tleinsten seiner Werke fehlt; wenn ich den edlen Zweck betrachte, zu dem er stets die besten Mittel wählt, und selbst mit Weisheit handle, so wie er: dann werd ich meinem Vorbild ähnlicher. 4. Wenn ich mit immer regem Triebe das Böse hasse, das mich elend macht und als mein Glück das Gute liebe, wie sinnenreizend auch das Laster lacht; und in Gefahr mein Herz sich nie vergißt: dann gleich ich dem, der rein und heilig ist. 5. Wenn ich, um Tugend auszubreiten, Verdiensten helfe, lohne Fleiß und Treu; wenn ich, zur Beßrung ihn zu leiten, den Frevler strafe: selbst das Unrecht scheu: dann gleich ich dem, der mit Gerechtigkeit belohnt und straft, so gern sein Herz verzeiht. 6. Wenn ich durch Täuschung nie betrüge, die Wahr27 heit 254 Gesinnung und Verhalten des Christen heit ehre, Feind der Falsch heit bin, mein Wort nie breche, niemals lüge, und brächt es mir auch einer Welt Gewinn: dann gleich ich dem, der es aufrichtig meint und stets es ist, dem großen Wahrheitsfreund. 7. Wenn ich mich Leidender erbarme mit brüderlichem, liebevollem Sinn; nicht stolz erst frage, ob der Arme es werth sei, daß ich sein Erretter bin; dann gleich ich dem, der ewig gütig ist und keines Menschen, teines Wurms vergißt. 8. So sei, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein höchstes Ziel schon hier auf Erden, mein Ziel, zu wel chem einft in Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist zu dringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm er hebt. Mel. Freu dich sehr, o meine S. 344 Kommt und laßt uns Christi Lehren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Gottes von ihm hören, hören, wen er selig preist! Die im Glauben fest bestehn, freudig Gottes Wege gehn, den Erlöser frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seiner Schwachheit nie vergißt, nie sich selbst voll Stolz erhebet, wenn er groß und glücklich ist! Gottes Huld wird ihn erfreun und das Himmelreich ist ſein. Gott wird Heil und ewges Leben ihm zum Lohn der Tugend geben. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn und zum Guten Kraft verleihn; froh im Geist schon hier auf Erden, soll er dort ganz glücklich werden. 4. Selig ist, wer Sanst muth übet, niemals seinem Feinde flucht; gern Belei digern vergiebet, nie fich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt und sein eignes Herz bezwingt. Gott wird über ihn stets wachen und ihn reich an Segen machen. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, heilig und ges recht zu sein; welche fest am Guten hangen, nicht blos an des Guten Schein; deren Herz nicht mehr begehrt, als was ihre Tugend mehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, fie mit höhrer Kraft erfüllen. 6. Selig sind, die voll Erbarmen Keinem ihre Hülf ent mirdim Allgemeinen. gminy 255 entziehn; bei dem Kranken, Seligkeiten hier und dort bei dem Armen nie des mich freuen kann! Gib, daß Elends Anblick fliehn; gern ich in Freud und Schmerz behülflich sind mit Rath treu dir bleibe, daß mein und nach Kräften mit der Herz sich durch deines GeiThat. Diese werden Hülf stes Stärke stets befleiße empfangen und Barmher- guter Werke! sigkeit erlangen. 7. Selig sind, die ihrer Herzen reine Unschuld nie entweihn; züchtig, auch in ihren Scherzen, den Verdacht des Leichtsinns scheun. Die dem Reize böser Lust, regt er sich in ihrer Brust, dennoch ſstandhaft widerstehen, werden Gottes Antlitz sehen. 8. Selig, wer in Frieden lebet, wer stets Ruh und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet und, wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die des Guten wegen dulden Schmach und Haß und Pein! Ihrer wartet Heil und Segen, wenn fie hier den Kampf nicht fcheun. Gott steht ihnen mächtig bei und wird sie für ihre Treu einst mit Wonn und Siegestronen in der Ewigkeit belohnen. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten auf der Tugend fichrer Bahn, wo ich dieser In eigener Melodie. 345 Naß mich, o Herr, in allen Dingen auf deinen Willen sehn und dir mich weihn; gib selbst das Wollen und Vollbringen und laß mein Herz dir ganz geheiligt sein! Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist Alles, was ich hab und bin. 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke und laß ihn in der Liebe thätig sein, daß man an seinen Früchten merke, er sei fein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Pilgrimschaft und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft! 3. Laß mich, solang ich hier soll leben, in gut und bösen Tagen sein vergnügt und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Beſten Alles weislich fügt; gib Furcht und Demuth, wann du mich beglückst; Geduld und Trost, wann du mir Trübsal schickst! 4. Ach, hilf mir beten, wa 256 Gesinnung und Verhalten des Christen mein Gott, das wahre Christenthum. wachen, ringen; so will ich in mir zu deinem Ruhm, dir, wann ich den Lauf vollbracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du Alles hast so wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein und unentweiht, dein Lob verkündigen in Ewigkeit. 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte; hilf, daß ich dir verbleibe treu, daß ich an Christi Kreuz mich hefte und mir die Welt gefreuzigt jei. Ach, wirt in mir zu deinem Ruhm, Mel. Wer nur den lieben Gott 346 Mein Gott, ach, mein Gott, das wahre Christenthum! lehre mich erkennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder sein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestorben sei; laß mich dir sterben und dir leben und mach in mir, Herr, Alles neu! Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 3. Reiß los mein Herz von dieser Erden, laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert werden und gib mir meines Heilands Sinn! Ach, wirt in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach und stets den schmalen Stegerwähle, ja, Ehre such in Christi Schmach. Ach, wirk 6. Laß in mir Glaube, Hoffnung, Liebe beständig fest und thätig sein; daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn Heuchelschein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut; wann ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! Mel. O Gott, du frommer Gott deffen 347 Mesſen Haud mich, tobten Staub, beseelte, Sinn und Vernunft mir gab, in Christo mich er wählte, regiere ferner mich mit deinem guten Geist, daß jede Handlung dich, Gott, meinen Schöpfer, preist. 2. Laß, da du beilig bist, mich im Allgemeinen. 257 mich alle Lüste fliehen und 7. Herr, meine Burg, mich nur um den Schatz, der droben ist, bemühen; gib Stärke zu dem Streit, Herr, mit der Welt und mir und Hoffnung zu dem Sieg; er fommt allein von dir. 3. Laß mich, ich bin ein Christ, nach Christi Lehre wandeln; mein ganzer Gottesdienst sei Glaub und rich tig Handeln; die Lust an dem Gesetz ist mehr, als Lust der Welt, die nur der Frevler liebt, der Thor für Freude hält. mein Fels, mein Schutz in allen Nöthen, früh such ich dich; des Nachts will ich zu dir auch beten. Mein Stand sei dir geweiht, bei meines Amtes Pflicht vergesse ja mein Herz des Christen Pflichten nicht. 8. Buletzt erlöse mich von mir beschiebnen Leiden, laß meinen Geist voll Trost aus seiner Hütte scheiden! Herr, ihn befehl ich dir; mich führe deine Hand durchs öde Todesthal ins rechte Baterland. 4. Entzünde du mein Herz mit Frömmigkeit und Liebe; mei. O Gott, du frommer Gott gib, daß ich auch, wie mich, 348 Mein Vater und den ärmsten Bruder liebe und segne meinen Feind! Herr, was ich hab, ist dein. Laß mich im Unglück groß, im Glück bescheiden sein! 5. Dein Himmel sei mein Glück; das Irdische verge het: weh jedem, deffen Herz mit ihm im Bunde stehet! Wohl dem, deß erster Wunsch, Gott, dein Erfenntniß ist! Er hat Zufriedenheit, wenn er auch Alles mißt. 6. Nimm alle Laster weg, die der Gesellschaft schaden. Wir sind ja, was wir sind, aus unverdienten Gnaden. Haß, Falschheit, Heuchelei und Stolz und Bruderneid sind unsrer Tage Pest; und turz ist unsre Zeit. der du in diesem Leben zur Leuchte meinem Fuß dein heilges Wort gegeben: regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sei, was, Gott, dein Wort mich heißt! 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte und fein vergänglich Gut mehr, als es werth ist, achte! Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte; hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu und 258 Gesinnung und Verhalten des Christen und in der Hoffnung stark und fest gegründet set! 4. Gib, daß ich als ein Chriſt mich Chriſto ähnlich zeige müth zu seiner Liebe neige! Sein Geist regiere mich und nicht der Geist der Welt! So wandl ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe! Laß fern von Uebermuth mich bei des Glückes Schein und frei von Ungeduld in trüben Tagen sein! 6. Nie müsse sich mein Herz des Fleisches Lust ergeben und nie dem schnöden Geiz! Mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten, ſo unterstütze mich, wenn meine Tritte gleiten! Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun und auch, wenn sie verzieht, dir doch getrost vertraun. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus diefer Welt zu scheiden, o Vater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Trost und froher Soffnung nicht!, thing Mel. Wer nur den lieben Gott 349 Nicht, daß ichs hätte, die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachfamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. Solang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht un ser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfst fie; doch du wechselst nur: dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des midim Allgemeinen. p 259 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh und Stille, die Welt und liebst die Einſamkeit; doch bist du, forderts Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Bank; fliehts Unmuth auch und Müssiggang? des Neids, der Schmähjucht, Triebe erweckten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränfst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt: so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 11. Du bist gerecht; bist du bescheiden? bist mäßig; übst du auch Geduld? du dienest gern, wenn Andre leiden; vergibst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sich, dein Herz wallt auf und dräut und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entges 350 Gott, bu fromIn eigener Melodie. du gen: regt Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach und geben endlich strafbar nach. mer du Brunnquell aller Gaben, ohn den Nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben, erhalte meinen Leib gesund und gib dabei, daß auch mein Geist gesund, rein mein Gewissen sei! 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 12. Sei nicht vermessen! Wach und streite: denk nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall, drum wache stets, wach überall! 2. Gib, daß ich mit Fleiß thu, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande fühandret. Gib, daß ich bald es thu 260 Gesinnung und Verhalten des Christen thu, zu der Zeit, da ich zu dir hinauf zu deinen soll; und was ich also thu, Herr, das gerathe wohl! 3, Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen! Wenn aber Amt und Pflicht zu reden mir gebeut, dann gib den Worten Kraft, doch ohne Bitterfeit! 4. Gerath ich in Gefahr, so laß mich nicht verzagen; gib wahren Christenmuth, das Kreuz hilf ſelber tragen! Gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind, und sende Hülf und Rath, wenn sie mir nöthig sind. 5. Laß mich mit Jeder mann in Fried und Eintracht leben, soweit es christlich ist! Willst du mir Etwas geben an Reichthum, Ehr und Glück: so gib auch dieß dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch ficher ſei! 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen; so gib nur, daß ich stets ein frommes Herz bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar! 7. Laß mich auf Chrifti Tod getrost von hinnen scheiden; die Seele nimm Freuden; es ruhe sanft der Leib in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort ins neue Leben ruft! 8. Wenn alle Todten dann auf dein Gebot erwachen, so wird auch meinen Staub dein Ruf lebendig machen. Dann führe mich verklärt in deinen Himmel ein und laß mich selig dort mit allen Frommen sein. Mel. Was mein Gott will 351 Oft flagt dein Herz, schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln und täglich, seinem Worte treu, zu denken und zu handeln. Wahr ists! die Tugend tostet Müh, sie ist der Sieg der Lüste; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht fämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Las ster freun, trifft die fein Schmerz hienieden? Sie sind die Sklaven eigner Bein und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, ver wandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende im Allgemeinen. Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt Nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt es uns vergönnt, nach unfers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zornentbrennt, die Lüste frei zu stillen; nimm an, Gott ließ den Undant zu, den Frevel, dich zu kränken, den Menschenbaß: was würdest du von diesem Gotte denfen? 5. Gott will, wir sollen glücklich sein; drum gab er uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreun; sie find des Lebens Schätze. Er redt in uns durch den Verstand und spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn oder wählen müſsen. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur und Freiheit ists, sie wählen. Ein Thier folgt Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? was sein Beruf auf Erden? Die Tugend! Was ihr Lohn, ihr Rubm? Gott ewig ähnlich werden! 261 übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft; drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft; Gott müßte Gott nicht sein, wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geister; ihn zeigte dir und ihn beirat dein Gott und Herr und Meister. Dich müsse nie bes Frechen Spott auf diesem Pfade hindern! Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenkindern. 10. Sei start, sei männlich allezeit, tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Stampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, bas dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben; und Kräfte der zufünftgen Welt, die werden ihn beleben. 7. Lern nur Geschmack 11. Und endlich, Chrift, am Wort des Herrn und sei unverzagt, wenn dirs seiner Gnade finden und nicht immer glücet; wenn dich, 262 Gesinnung und Verhalten des Christen bich, so viel dein Herz auch deiner Thätigkeit. Wer blos wagt, stets neue Schwach- nach äußerm Glanze strebt, heit drücket! Gott sieht nicht der täuscht sich selbst, solang auf die That allein; er sieht er lebt. auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein! Dieß muß das Herz dir stil len. Mel. Wer nur den lieben Gott 352 Wer stets mitrei nem Wohlgefallen der Tugend hohe Schönheit sieht und, frei vom Stolz und Eigennutze, für alles wahre Gute glüht, wer jedem Lafter sich entreißt, der sammelt Schätze für den. Geist. 2. Er trachtet nach dem höchsten Gute, nach Weisheit und Gerechtigkeit: denn wenn ihr das besitzt, spricht Jesus, ist alles Andre euch bereit; ihr habt dann Friede, Seelenruh, und alles Andre fällt euch zu. 3. Doch hoffe nicht, o Christ, daß Tugend dir stets auch Erdenglück verschafft! Wie Mancher fand seit früher Jugend an ihrer Seite Licht und Kraft; wie man cher forgte für sein Herz und fühlte dennoch oft auch Schmerz. 4. Die Tugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht, nicht eitles Glüd, nicht macht und Schimmer beruh auf 5. Nie mache dir zum böchsten 3wede den Vor theil, den die Tugend bringt! Sei fromm! Sei fromm, wenn auch nicht immer die fromme Absicht dir gelingt! Frag nicht: was bringt die That mir ein? Sie selbst, o Mensch, muß Lohn dir sein. 6. Doch übst du redlich deine Pflichten, so sei ge trost und zage nie! Dein Gott war Zeuge deiner Tu gend, und er, dein Gott, belohnet sie. Ein Herz, von Sünd und Lastern rein, kann nicht auf immer elend sein. 7. Ja, leb und stirb für alles Gute; es folgt gewiß Vergeltung einst, und du gewinnest noch im Tode, in dem du zu verlieren scheinst! Auch Jesus gab sein Leben hin, und Herrlichkeit war sein Gewinn. 8. Im Himmel dort ist nicht nur Tugend, dort ist auch hohe Seligkeit. Hier sind oft beide nicht vereinet; nur droben ist Vollkommenheit. Da schwingt der Erle sich empor, der hier im Dunkeln sich verlor. 9. Drum will ich, Gott, stets edel handeln, dem Muster treu, das Jesus gab! Nichts im Allgemeinen. im Allgemeinen. Nichts foll den hohen Muth mir rauben, und führt er auch in Tod und Grab! Mein höchster Wahlspruch sei allein: Wer christlich denkt, wird selig sein. In voriger Melodie. 353 Schön ist die Tugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel auch oft begehrt. Ach könnt ichs, wie würd ich mich freun! Wer heilig ist, muß selig sein. 263 zeit nur deinem Dienst, o Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell! Šie leuchte mir in voller Klarheit und mache mein Erfenntniß hell, daß nie der Sünde Täuscheret gefähr lich deinem Kinde fei! 4. Ich Armer! Darum femmt fein Friede in mein verschmachtendes Gebein. Wie bin ich dieses Wechsels müde! Wann werd ich fest im Guten sein? wann nicht mehr straucheln, alle 6. O bilde, Vater, meine Seele, nach deinem Willen bilde fie, daß ich das Gute stets erwähle, das Böse immer ernstlich flieh! Um diese Gnade bitt ich dich; ich weiß es, du erhörest mich. 2. Gott ist der Seligkei ten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn fein VerMet. Ein Lämmlein geht fland ist Licht, sein Wille 354 Was hilft es mir, ein Christ zu ist Ordnung und Vollkommenheit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsterniffe mich, wenn ich auch erleuchtet bin! Dann fliehn die heiligsten Entschlüsse, den Morgenträu men gleich, dahin. Bald wähl ich, was dir, Gott gefällt, bald deinen Stlavendienst, o Welt! sein, wenn ich nicht christlich lebe, wenn ich nicht fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe? wenn ich bem seligen Beruf, zut welchem mich mein Gott erschuf, nicht würdig mich beweise und den, der mich erlöset hat, in Worten nur, nicht durch die That und gute Werke preise. 2. Was hilft der Glaub an Jesum Christ, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtschaffen ist, und ich die Frucht verliere? Wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Lust gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe und, fühl 264 Gesinnung und Verhalten des Christen fühlbar für der Sünde meinem ganzen Lebenslauf Reiz, Zorn, Hoffarth, Fleischeslüste, Geiz und andre Laster übe? die Schuld mir aufzudekken? 3. Weit strafenswerther bin ich dann, ich, der ich Christum tenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in der Finster. niß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nüßet mir der Wahrheit Licht; was hilft mir aller Unterricht, wenn ich nicht danach handle? 5. Weh mir! Was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe, wenn keine fromme gute That mein Leben hier bezeich net hat, den Glauben zu beweisen? Nur Glaub, durch echte Frömmigkeit bewährt, wirkt meine Seligkeit, tann wahrer Glaube heißen. 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu sein, hilf, daß ich 4. Und woher nehm ich christlich lebe und vor dir Trost und Ruh, wann, Lei- heilig, fromm und rein zu den mich umgeben und wandeln mich bestrebe! Gib meine Sünden noch dazu mir Weisheit mir und Muthund dann vor Augen schweben? Kraft, damit ich Welt und Was hilft mir in der letzten Leidenschaft im Glauben Neth, wann sich der schauer überwinde und dann, nach volle Tod mir zeigt mit wohldurchlebter Zeit, den feinen Schreden, und mein Lohn in jener Ewigkeit für Gewissen wachet auf, von meine Werke finde! Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. Erkenntniß Gottes. Mel. Lobsinget Gott! er 355 Dich tennen, Gott, ist Seligkeit, und sich zu dir erheben ist Wonne, die nicht Welt und Zeit mir sonst vermag zu geben! Sie stärkt mein Herz, sich dir zu weihn, und läßt bas Glück, ein Mensch zu sein, mich inniger empfin den; lehrt mich, daß du mein Vater bist, und daß dein weiser Rathschluß ist, schon hier mein Heil zu gründen. 2. Leicht kann ich deiner Größe Spur bei jedem Blick entrecken. Die ganze herr liche Natur in allen ihren 3weden Erkenntniß Gottes. Zwecken, zeigt Ordnung und Zusammenhang; ja, aller deiner Werke Gang, vom Staube bis zur Sonne und der Gestirne fernstem Heer, zeigt deine Macht mir täglich mehr, gibt stets mir neue Wonne. 265 schreiten: so laß mich diesen Vorwitz scheun; du wirst mir einst mehr Licht verleihn nach dieses Lebens Beiten. mich 6. Dann werd ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt des Geiftes reger Fleiß immer weiter sehen; dann wird mir Alles offenbar, was mir hier unerforschlich war in deiner Weisheit Wegen. Erhaben über Welt und Zeit, eil ich dann der Vollkommenheit und reinem Licht entgegen. 3. Je mehr ich lerne, was du bist, je mehr ich deine Wege, und was mit mir dein Rathschluß ist, nachdenkend überlege: je mehr entdeckt mein froher Blick das mir bestimmte ewge Glück, ein künftig beßres Leben. Ich weiß, der mir geschenkte Geist, der sich dem Mel. Wer nur den lieben Gott Erdenstaub entreißt, wird 356 Mein Gott, du sich zu dir erheben. zwar 4. O laß von deiner Herrlichkeit mich immer mehr entdecken, und wenn mein Geist sich ihrer freut, ihn immer mehr erwecken, daß er nur Wahrheit sucht und liebt; doch wenn er sich im Forschen übt, laß ihn bet Dunkelheiten, wo er sich leicht zu weit verliert, wo Täuschung leicht ihn irre führt, die Pflicht des Glaubens leiten! 5. Denn ganz kann meine Fassungskraft nicht deine Größe sehen, nicht Alles, was dein Ratschluß schafft, ergründen und verstehen. Wagt darum die Vernunft zu viel; will sie das ihr gesepte Biel aus Vorwitz überim Lichte, dahin kein sterblich Auge dringt; doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 2. So gib denn, daß ich darauf achte als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forschen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz stets offen sein! 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, wenn es mich warnt, ermahnt, belehrt; daß weder Lust, noch Wahn mir raube, was mir den besten M 266 Pflichten gegen Gott. besten Trost gewährt! Kein bist, Herr, dem ich angehö Spott der Welt verführe mich, kein Zweifel sei mir hinderlich! re, dich richtig zu erkennen, ist mir ewig Pflicht und Ehre. Stets heiliger burd dich zu sein, mich deiner immer mehr zu freun, dich immer mehr zu lieben, will ich mich täglich üben. 2. Ich kann ja, Ewiger, schon hier durch eifriges Be streben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir mit mei nem Geist erheben. Nur laß mich auf den Untericht in deiner Offenbarung Licht, und wie in deinen Werken du dich uns zeigest, merten! 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du mich lehrest, wie du voll Weisheit, Macht und Huld uns jeden Tag ernährest; wie Alles schön geordnet sich vereinigt, wie so väterlich du uns auf tausend Wegen entgegen kommst mit Segen. 4. Ich sehe dann und seh erfreut bie täglichen Beweise von deiner Huld und Freund lichkeit zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mir die Finsterniß, die dich vers birgt; mir wirds gewiß, es seien deine Pfade stets Herr lichkeit und Gnade. 4. Das ist der Weg zum ewgen Leben, daß wir, o Vater, dich und den, den du zum Heil uns hast gegeben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf dieser Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an! 5. Vor Allem gib, daß ftets lebendig bei mir, Gott, dein Erkenntniß sei, und daß ich dir danach beständig Lieb, Ehrfurcht und Gehorsam weih! Hilf, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß! 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nügt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu, und daß mein Glaube thätig sei! 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahren Trostes sein! Laß, wann sich Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freun! Dort seh ich dich im hellen Licht von Angesicht zu Angesicht. Mel. Schon ist der Tag von 357 Gott, der du mein Schöpfer 5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht vom Bielemei nes Lebens dein Wort, das ewges Heil verspricht! Nie mert ich drauf vergebens. 30 Erkenntniß Gottes. Ich lerne dich und deinen Sohn, der Seele Werth, der Tugend Lohn, was wahres Glück zu nennen, daraus stets besser kennen. 6. So werd ich stets er leuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und getreuer. Ein größres Maaß der Weisheit gibt dem, der die Wahrheit sucht und liebt, mehr Trost in seinen Leiden und selbst im Tode Freuden. 7. Gewährt der Morgenröthe Licht mir hier schon so viel Wonne, wie viel verschafft mir künftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann, Vater, wirst du näher dich mir offenbaren, dann werd ich, was wir hier dunkel nennen, im höhern Licht ertennen. 267 du bist der Wesen Fülle, und weise, heilig ist dein Wille. 2. Dich kennen, sei die erste meiner Sorgen! Bist du gleich unerforschlich und verborgen; so können wir doch überall dich finden und deinen Rath mit unsergründen. 3. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Huld und Stärke; die Näh erzählt von dir, von dir die Ferne; die Pracht der Blumen, wie der Sterne. 8. Dlaß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets besser zu erkennen, daß ich, von Bahn und Irrthum frei, bir immer mehr gehorsam sei und täglich mehr mich übe, o Gott, in deiner Liebe! 4. Ruft deine Stimme nicht in unsrer Seele uns zu: das Böse flieb, das Gute wähle? Ward nicht, um uns zum Lichte zu er heben, dein Sohn zum Führer uns gegeben? 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren und auch den Weg, den wir betreten follen, mit Ernst und Eifer wandeln wollen. 6. 3u biefem großen, heiligen Geschäfte erheb und stärke meiner Seele Kräfte; gib, daß ich dich in deinem Worte höre, aus deinen Werken mich belehre! In eigener Meloble. 7. Gib, daß ich demuths358 Was ist im Him voll aus meinem Staube zu mel, Höchster, was auf Erden, das so, wie du, verdient erkannt zu werden? Nur du bist groß; dir hinauf schau; freudig an dich glaube; mit Eifer mich durch Trug und Zweifel ringe und M 2 immer 268 Pflichten gegen Gott. immer näher zu dir drin- deinen Willen mit Kindes ge! treu erfüllen. 8. So werd ich immer beffer dich erkennen und immer findlicher dich Bater nennen, dir fest vertrauen, fröhlich dich erheben, o großer Gott, und ganz dir leben. 4. Erleuchte meinen Geist mit immer hellerm Licht; belebe täglich mehr mein Herz für Recht und Pflicht, damit ich als dein Unter than auf meiner ganzen Lebensbahn mit Eifer möge streben, gefällig dir zu leben! 5. Laß deine Gegenwart mir immer heilig sein; laß auch im Dunkeln mich dein Ehrfurcht vor Gott und Heilighaltung des Eides. Mel Ogroßer Gott, von 359 Wie Er innre mich an meine Pflicht, an deine Macht, an dein Gericht bei jedem Reiz zur Sünde, daß ich ihn überwinde! o Gott! Wie groß ist, Herr, dein Reich! Wer ist auf Erden dir, wer dir im Himmel gleich? Die Welt erbebt, das Licht wird Nacht, gehst du einher in deiner Macht; es muß mit' tiefem Schweigen sich Alles vor dir beugen. 6. Doch gib, daß meine Furcht vor dir nie inechtijd sei; befreie mein Gemüth von Zwang und Heuchelei, daß ich, was dein Geset gebeut, erfülle stets mit Freudigkeit, aus Ehrfurcht nur und Liebe mich im Gehorsam übe. 2. Du hast durch deine Kraft die Himmel ausgestreckt, der Erde Grund gelegt, dem Meer sein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt der Berge Grund und stürzt fie in des Meeres Schlund. Mel. Wer nur den lieben Gott Wer kann, wer kann entflie- 360 Vor bir, o Gott hen, um dir sich zu entziehen? 3. Wir alle sind durch dich, sind Werke deiner Hand; Leib, Seele, Hab und Gut hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht, Herr, durch Vernunft und Schrift bein Recht; willst, daß wir findlich scheuen, ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch fann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk in mir durch deinen Geist die Chr furcht, die dich findlich preist. 2. In Allem, was ich thu und denke, laß, Herr, das meine 35 Ehrfurcht vor Gott. meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 269 will ich wandeln und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deinem heilgen Willen handeln, entfernt von aller Heuchelei. Nur wer von Herzen dich verehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. nicht verlier, die mich bei mancher Missethat so liebreich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit! Soll Nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vor sicht alles Unrecht fliehn, mich nur um deine Gunst bemühn! 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nicht, der dir mißfällt. 14. Laß immer dein Gericht mich scheun und wirke steten Ernst in mir, mein In voriger Melodie. Leben deinem Dienst zu 361 Willst du be weihen, daß ich der Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden und fühle deine Nichtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thörichter Vermessenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten findlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft verM 3 fäu6. Erhalt in mir ein gut Gewissen, das weder Spott, nochTrübsal scheu, und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei! Nie störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt!! 7. In deiner Furcht nur 8. In deiner Furcht laß mich auch sterben: so schreckt das dunkle Grab mich nicht, ich werde deinen Himmel erben, dich schauen in vollkommnerm Licht. Wie werd ich dann mich deiner freun, wie selig, Gott, wie selig ſein! 270 Pflichten gegen Gott. fäumet haft. Wer Gott als mich regieren, mich stets Beugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunfelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, was Un recht ist, auch dann zu scheun. Denk nur, vor seinem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht. auf dich, den Höchsten, sehn! Laß sie mich hier zur Weis heit führen, so werd ich nie mals irre gehn. Wohl dem, der stets dich findlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Se ligkeit. 5. Den Höchsten öffent lich verehren sowohl, als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören und willig thun, was sie gebeut, auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Läßt dich der Thor Berachtung merten, wenn du dich fromm von ihm entfernst; die Furcht des Herrn, die wird dich stärfen, daß du dich edel schäBen lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. ten bitt 17. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen gibt Heldenmuth und Freudigfeit, wenn uns der Men schen stolzes Dräuen, was Unrecht ist, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schutz, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, Liebe zu Gott. Mel. Von Gott will ich nicht lassen 362 362 An dich, mein Gott, geden fen, ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Sorg und Gram mich fränken, so sieht mein Aug auf dich; dann mindert sich mein Schmerz, dann fliehn die bangen Sor gen wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd ich hoch ers freut! Mit dankbar frohem Triebe fühl ich mich dann bereit, dir ganz mein Herz zu weihn, dich freundlich zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. 3. Mit fröhlichem Ge müthe dent ich an deine Treu; denn, Vater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh ich nur ftets auf dich, so gibst du Muth und Stär te mir auch zum schwersten Werke; es wird mir leicht durch dich. G 4. Du Liebe zu Gott. me 271 4. Du gabst mir aus Er- lich Gutes zu? Daß ich barmen den Sohn, der für mich starb und liebevoll mir Armen die Seligkeit erwarb. Mit ihm ist Alles mein; du willst mirs gnädig schenten, willst liebreich an mich benken und stets mein Vater ſein. ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, das schaffst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dankt dir, Vater, meine Seele, danki dir, daß sie dich erkennt, dich durch Jesum Bater nennt. 5. Wie gut ists, dein gedenken! Die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken; wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte fest an Gott; dieß bringt mir wahre Freude, dieß stärkt mich, wenn ich leide, und ist mein Trost im Tod. 6. Drum will ich an dich benken, solang ich denten kann. Mag man ins Grab mich senten: mein Geist steigt himmelan! Bergesse mich die Welt: du, Herr, gedenkst doch meiner, wenn auch auf Erden Keiner mich im Gedächtniß hält. 3. Heil und unvergänglich Leben thatst du, Gott, durch ihn mir fund. Um zu dir mich zu erheben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er, in dem bängsten Streite, selbft mit seinem Blute weihte. Und nun zeigt den Weg zu dir nur der Geist der Liebe mir. 4. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst geliebt? Nicht aus Liebe Gutes üben, auch wenn sich mein Leben trübt? Könnt ich ohne sie auf Erden ruhig und zufrieden werden? ohne sie nach dieser Zeit würdig sein der Seligkeit? 5. Heil mir, daß ich es empfinde, welcher Liebe werth du bist, meiner das was dir wohlgefällig ist! Einft, Herr, werd ich deinen Willen ganz erkennen und erfüllen, mich der reinsten Liebe freun und in dir ganz felig sein! Mel. Alle Menschen müssen sterben 363 Gott der Liebe, meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie befreiet er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! Mel. Wer nur ben lieben Gott 2. Floß aus deiner Se- 364 Du Bater beiner gensfülle mir nicht stünd- der, der du die Liebe selber M 4 bist 272 Pflichten gegen Gott. bist, und dessen Herz auch 6. Aus Liebe laß mich gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß michs mit allen Kräften sein! Alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt! Du führst durch Trübfal den zu Freuden, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nützt, wird mächtig von dir unterstützt. 2. Gib, daß ich als ein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst! Was dir gefällt, gefall auch mir; Nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Bewahre mich durch deine Liebe vor Allem, was das Herz verführt, und gib, daß ich Verläugnung übe, In eigener Melodie. wenn Sinnenluft zu sehr 365 Wenn zur Er dei mich rührt! Wie sollt ich je die Creatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen: so sich auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! 7. In deiner Liebe laß mich sterben: dann wird selbst Sterben mein Gewinn; dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir, Vater, näher bin; dann liebt dich meine Seele rein und liebend wird sie selig sein. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt! Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich befliffen sein! ner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beſeelet, so rühme dich der Tugend nicht und wisse, daß dir Alles fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigen sinn und Stolz dir nur das Gute rathen: so thue noch so große Thaten: du haft vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück auf Erden: beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt ge ehrt zu werden; erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz.! 3. Er Liebe zu Gott. G 3. Erbaue Kirchen, brich dein Brod, das Bolt ver Armen zu verpflegen, entreiß die Wittwen ihrer Noth und sei der Waisen Schutz und Segen, gib alle deine Habe hin: vor Gott hast du noch nichts gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir Alles fein Gewinn. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch jemals hat verrichten können, vergieß fürs Vaterland dein Blut, laß deinen Leib für Andre brennen: beseelet dich nicht Lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten: so schütz und rette ganze Staaten: Gott achtet deiner Werte nicht. 5. Läg ihm an unsern Werken nur: so könnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fesseln der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vorihm, der Alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nichts Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe; dieß ists, 273 was Gott von langt. Und wenn wir nicht dieß Herz besitzen: so wird ein Leben uns nichts nüßen, das mit den größten Thaten prangt. et le mi 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Wert allein; sieh auf den Quell, aus dem jie tamen. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen 1 Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne Neid und Tücke; ist sittsam, ist nie stolz im Glücke, langmüthig und erbarmenvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht blos ihre Ruh, fie hofft und glaubt und duldet Alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen; macht seinen Sinn zu deinem Willen und folgt dir in die Ewigkeit.do M 5 Ge= 274 Pflichten gegen Gott. was sie mir gebeut! 3 soll nicht Hörer nur allein, ich soll zugleich auch Thäter sein. Gehorsam gegen Gott. Mel. Wer nur ben lieben Gott 366 ott, beinen bei ligen Befeh len will ich, dein Kind, ge horsam sein, sie nur zu meiner Richtschnur wählen und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ist ge recht und gut: wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu fennen fähig sind. Auch ich fann dir nur wohlgefallen, wenn ich dir folgsam als dein Kind thu, was du willst, aus Lieb und Dank und nicht aus Sklavenfurcht und 3wang. 3. Dein Sohn gehorchte bir so gerne; o hilf mir, Mel. Was mein Gott will daß ich immerdar bir, Ba- 367 Sei Gott getreu, ter, jo gehorchen lerne, wie Jesus dir gehorsam war! Er wars auch unter Schmach und Noth, er wars selbst bis zum Kreuzestod. 4. Laß deine heiligen Gesebe mir immer gegenwärtig sein; laß mich, daß ich fie nie verletze, dich, den Allwissenden, stets scheun! Dein Joch ist sanft, leicht ist die Last, die du uns aufgeleget baft. halt seinen Bund, bekenn ihn durch dein Leben. Dein Glaube ruht auf festem Grund: drum bleib ihm stets erge ben! Dent, wie er dich ver pflichtet sich durch seine Huld und Gnade: ſei treu dem Herrn und wandle gern der Tugend sichre Pfade! 5. Sobald ich deine Stimme höre, so mache du mich auch bereit, daß ich sie durch Gehorsam ehre und thue, HIM 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf unerlaubten Wegen an; sie soll mich, Herr, nicht irre leiten. Was ists, das sie mir geben kann? Im Anfang Lust, am Ende Pein und die wird groß und schrecklich sein. 7. Wenn ich mich im Ge horsam übe und deinen Willen treulich thu; so bleib ich, Gott, in deiner Liebe und hab in des Gewissens Ruh den Himmel hier schon in der Zeit und mehr noch in der Ewigkeit. 2. Sei Gott getreu! Du mußt, als Kind, ihn auch im Leiden ehren; dein Bater waltet ja gelind und bildet dich zum Höhren. Ein edler Muth macht still und gut, der wird durch Gott dir Freude in Gott. bir werden, wenn Jesus Christ dein Führer ist zum Himmel hier auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf! Laß dich nicht eitle Freuden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden: denn seine Treu ist täglich neu, sein Wort fann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht, daran laß dir genügen! 5. Sei Gott getreu in jedem Stand, in welchen er dich setzet; dann schützt dich seine starke Hand. Wer ist, der dich verletzet? Schau nur auf ihn voll Glaubens hin und folge dem Gewissen; dir wird, was dir begegnet hier, zum Besten die nen müssen. 5. Sei Gott getreu, fein theures Wort freimüthig zu bekennen, vor Jedermann, an jedem Ort dich seinen Freund zu nennen! Was diese Welt nur in sich hält, muß Alles einst vergehen: nur Gottes Wort wird hier und dort zu unserm Heil bestehen. 275 nur ernstlich sei, um fünfs tig zu bestehen! 6. Sei Gott getreu in jedem Streit: dann wirst du überwinden; denn er läßt Muth und Freudigkeit den treuen Kämpfer finden. Verletze nicht die fleinste Pflicht; doch wirst du dich vergehen: daß dann die Reu 7. Sei Gott getreu bis in den Tod, laß Nichts von ihm dich wenden! Er tann, er will in jeder Noth dir seinen Beistand senden. Der Leiden Nacht, der Bosheit Macht laß nie dein Herz erschrecken! Es ist dir ja dein Retter nah; sein Schild wird dich bedecken. 8. Bleibst du so deinem Gott getreu, so wirst dus auch erfahren, daß er dein lieher Vater sei; und nach vollbrachten Jahren der Sterb lichkeit kommt dort die Zeit, wo Gott einst seine Treuen durch seinen Sohn mit höhrem Lohn auf ewig wird erfreuen. Freude in Gott. bi Mel. Schwing dich auf 368 Deines Gottes dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren dräuen? Ists nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, welcher mir, was mir nützt, gewähret, der mich durch M 6 fein Pflichten gegen Gott. 276 fein göttlich Wort hier zum Guten lenfet und mit Himmelswonne dort meine Seele tränket. 9 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, findlich ehr und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe: o wie ist mir dann so wohl; wie ist mein Gemüthe feliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht nach dem Himmel blicken; meine Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. ren Lebens, himmlische Vollkommenheit, such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist und vollbracht mein Leiden, rust mein Mittler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 8. Meine Freud an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod: er wird sie nicht stören. Willig werd ich mein Gebein der Verwesung geben; Sterben macht mich frei von Bein, führt zum neuen Leben. 9. Gib mir nur, solang ich hier in der Fremde walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, sei mein Heil in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 5. Du bist mein, so jauchz ich dann: wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen fann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth! Du gabst mir mein Leben, wirst auch, was mein Leben nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekom men, alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, 10 191159 11000 Mel. Jesus, meine Zuversicht glaub an ſeine Leiden, folg 369 Habe beine Luft ihm kann Nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des beß # 1191 10. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mid wider sie mit Vernunft und Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere! Bei dem Herrn ist Freud 19 und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was bir bienet, geben. Seine Liebe Freude in Gott. Liebe beut dir an, was bein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret. Wiffe, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet. Lust am Herrn stärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet, Lust am Herrn beut Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Höchsten hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdroffen zu erfüllen, und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last; trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten hast, wird dir ewge Freude werden; und im Himmel hast du dann, was dein Herz nur wünschen fann. 277 bist mein und ich bin dein! Was mangelt meiner Seelen? In eigener Melodie. 2. Du hast mich vor der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt, nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein Wohl, hast gnadenvoll mein Glück mir zugemeſſen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil; dieß tröſtet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs beste mit mir meint; wo find ich deines Gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach allem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist Nichts für mich, das mir erfreulich werde! 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht. In dir leb ich zufrieden. So dort als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Selbst was mich fränkt, M 7 das ch freue mich, 370 Gott, in dir! Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, 278 Pflichten gegen Gott. das muß, gelenkt von bir, seine Weisheit litte. Er sorgt mir Segen bringen. 8. Du läßt mirs ewig woblergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr, weiden. 9. Noch hats kein menschlich Dhr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil, das wird mir Niemand rauben. Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut, das ist 371 Auf Gott und nicht auf meifür mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestör tes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei deffen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod; und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie verschwunden? Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. nen Rath will ich mein Glüce bauten und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigteit, wie viel mir nützen würde, bestimmte meine LeMel. Was mein Gott will benszeit, mein Glüd und 372 Vehriften Pflicht, meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu befiegen wäre? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eb ichs bat, gewährt, wenns ein findliches Vertrauen. Er soll, wenns ihm an Glück gebricht, o Herr, auf dich nur schauen: und nie bist du dem Frommen fern; du fannst ihn nie verschmähen, du segnest und errettest Vertrauen auf Gott. teft gern und börest auf fein Flehen. 2. Doch nie darf er voll Zuversicht die stolze Hoff nung wagen, du werdest auch dem Thoren nicht, was er begehrt, versagen. Wenn gleich bei aller unsrer Schuld dein Herz noch liebreich denfet, so wird doch deine Vaterhuld von Weisheit nur gelentet. 3. Wie leicht, o Gott, kann deine Macht des Menschen Wunsch erfüllen! Wie leicht, noch eh er es gedacht, des Herzens Klage stillen! Doch dem, der Wunderkraft begehrt und Wunder hofft zu sehen, wird, nie sein fühner Wunsch gewährt; er fündigt durch sein Flehen. 279 Schmerz sich endlich doch verlassen. 4. Wer deiner Huld verfichert ist, darf deinen Se gen hoffen. Ihm steht, weil du sein Vater bist, der Himmel immer offen. Doch wer dich nicht als Bater liebt und auf der Bahn des Le bens nicht dir sein ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. 6. Wie Mancher, der noch wirken kann, bleibt müßig oder träge, verfolgt mit Blindheit seinen Plan, geht ungerechte Wege! Er hofft umsonst, du werdest ihn den Uebeln noch entziehen. Der Thor! will er fie selbst nicht fliehn, sie dürfen ihn nicht fliehn. 7. Du, weiser Gott, entfernst uns nicht von drohenden Gefahren, die ohne Nachtheil unsrer Pflicht leicht zu vermeiden waren. Wir sollen mit Besonnenheit auch Rath und Warnung nützen; denn nie wird deine Heiligfeit uns auch beim Leichtfinn schützen. 8. Gott, laß verwegne Zuversicht doch nie mein Herz verführen! Sie schafft mir deinen Beifall nicht; fie läßt mich ihn verlieren. Nur findlich soll ich dir vertraun, nie thöricht, nie vermessen; soll, um getrost auf bich zu schaun, nie meiner Pflicht vergessen. 5. Ja, wenn er auch mit In eigener Melodie. Sicherheit sich seiner An- 373 Befiehlbu deine Wege und fern von Frömmigkeit, doch nie die Sünde scheuet; so mag sein heuchlerisches Herz nur immer Hoffnung faffen; er fühlt bei des Gewissens les, was dich fränkt, der treuen Vaterpflege deß, der den Himmel lenkt. Der Sternen, Wolken, Winden bezeichnet ihre Bahn, der wird 280 Pflichten gegen Gott. wird auch Wege finden, die quäle, ein schönrer Morgen dein Fuß gehen kann. ise 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergebn; auf sein Wert mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Er läßt durch Sorg und Grämen und selbstgemachte Bein sich keine Wohlthat nehmen: sie muß erbeten sein. tagt! Gott läßt nicht von den Seinen, erwarte nur die Zeit: dir wird die Sonne scheinen mit neuer Heiterkeit. 3. Dir, Vater voller Gnade, dir ist allein bekannt, was gut sei oder schade Geschöpfen deiner Hand; und was du ausersehen zum Besten deiner Welt, das wird und muß geſchehen, sobald es dir gefällt. 4. An Mitteln und an Wegen fehlt dirs, Allweifer, nicht. Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht. Wenn du, Herr, deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, so kann dein Werk Nichts hindern; du willst, so ists vollbracht! 5. Und wollten Welt und Teufel dir boshaft widerstehn; o nähre keinen Zweifel; dein Glück wird doch bestehn. Was er sich vorgenommen, was er vollenden will: aufs herrlichste wirds kommen zu dem bestimmten Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt, was dich auch immer 7. Auf, auf! Gib deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht! Verbann aus dei nem Herzen, was dich so traurig macht. Du bist ja nicht Regente, der Alles führen soll. Gott sitzt im Regimente und er führt Alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinausge führet, das dich bekümmert bat. 9. Verzög der Trost auch lange, weil dir es heilsam ist, so werde dir nicht bange, daß deiner Gott vergißt. Er wird dir Hülfe senden, wenn dus am mindsten gläubst, und all dein Unglück wenden, wenn du nur treu verbleibst. 10. Wohl dir und deiner Treue! Sie trägt den Sieg davon. Daß dich der Kampf nicht reue, blick hin auf sei nen Lohn; steh fest im größten Leide, das dir begegnen kann: bald bricht der Tag der Vertrauen auf Gott. der Freude, des ewgen Friedens an. 11. Ma ch, Herr, ein fröhlich Ende mit aller unsrer Noth; stärk unser Herz und sende uns Trost bis in den Tod! Laß stets uns deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 281 les Dichten weißt du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Hülf und Errettung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, ein Fels in Ungewittern. Mel. Was Gott thut, das ist ne Zuversicht, 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Vergebens 374 De er Herr ist mei- wird zu Menschen fliehn, wer von dem Höchsten weimein höchster Trost im Le- chet. Dein Heiland starb ben! Dem fehlt es nie an und er erwarb auf seines Trost und Licht, der sich Todes Hügel dir deines dem Herrn ergeben. Gott Glaubens Siegel. ist sein Gott; auf sein Gebot wirds in dem Herzen stille. Ihm gnügt des Baters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerfe. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnabenvollen Händen wirst du dein Wert vollenden. 2 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlaffen sehen müssen; du läßt ihn, wann ihn Noth umgibt, Beru bigung genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eit 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen und sich im Kummer faffen? 8. In beine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt 282 Pflichten gegen Gott. blickt auf dich; dir will ich sehe, und sie nicht so früh mich ergeben. Sei du mein erscheint, als ich sie von Gott und einst im Tod mein ihm erflehe, weiß ich doch Fels, auf den ich traue, voll Buversicht, daß fie bis ich dein Antlitz schaue. mir nicht stets gebricht. Mel. Jesus, meine Zuversicht 375 We er auf seinen Gott vertraut, ängstigt sich durch keine Sorgen; ihm, auf den er sicher baut, bleibt sein Kummer nicht verborgen. Gott verläßt die Seinen nicht: dieß ist meine Zuversicht! 2. Er, der Schöpfer aller Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er verspricht, auch hält, huldreich selbst noch gegen Sünder, er, der uns hervorgebracht, hat auch uns zu. helfen Macht. es uns däucht, kann er doch den Kummer stillen, helfen stets, wenn Noth uns quält, wenn uns Rath und Beistand fehlt. 3. Ihm, ihm ist es imMel. Sollt ich meinem Gott mer leicht, unfre Wünsche 376 Selig, wer mit zu wie unmöglich 4. Und wer ist ihm gleich, dem Herrn? wer so reich, wie er, an Segen? Niemand hilft, wie er, so gern auf des Lebens rauhen Wegen, er, der liebreich unser denkt und zum Glück die Trüb sal lenkt. 6. Dann auch, wenn, wie mir es scheint, selbst der Hoffnung Trost ver schwindet, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der auch da noch Wege findet, wo sich feiner mir entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht seine Hülfe 7. Drum sei ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen! Er, der auch den Wurm erhält, kann und wird mich nicht verlassen. Bleib ich nur der Tugend treu, ſo steht er mir huldreich bei. dem Alweisen, der uns liebt, ganz sein Schicksal übergibt und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kummer muthig wehrt, durch Geduld den Herrn verehrt. 2. Ach, kein Schicksal meis nes Lebens, sorgt ich auch von Jugend auf, nimmt drum einen andern Lauf. Sorge quält und quält ver gebens; meine Kräfte zehrt fie ab, stürzt nur früher mich ins Grab. 3. Eb ich noch das Licht ers Vertrauen auf Gott, 283 auf Gottes Wort setz ich meine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft mir weiter; er hält fest, was er verspricht! Gott, mein Gott, verläßt mich nicht. erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schicksal ab; ehe mich noch Kummer drückte, eh noch meine Thräne rann, sah mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehmich Glück und Freuden aus des HöchMel. Herzlich lieb hab ich dich ften milder Hand; und ist 377 Dir trau ich, und Kreuz mir zuerkannt, o so faß ich Muth zu leiden! Gut ist Alles, was Gott will; willig duld ich, dulde still.bils 5. Will mein Anschlag nicht gedeihen, und mißlingt mir mein Bemühn; denk ich: was mir Glück erst schien, muß ich oft nachher bereuen. Wohlthat ists für mich gewiß, daß mirs Gott mißlingen ließ. 6. Wenn Gott nicht so reichen Segen, als dem Nächsten, mir verlieh; soll doch Andrer Wohlstand nie Neid in meiner Brust erregen! Fremden Glücks will ich mich freun; fremdes Glück wird dadurch mein. 7. Wenn mir Frevler Angst erwecken; wenn ihr Haß mich drückt und kränkt: hält sie Gottes Macht umschränkt. Droht der Tob mit seinen Schrecken; der vom Tode retten kann, nimmt sich meiner gnädig an. 8. Ich bin unverzagt und heiter: im Vertraun wante nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der letzte Schimmer schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh und Freude wieder findet. Von jeher hast du mich geführt und meines Lebens Lauf regiert; mit ſegensvoller Vaterhand so manche Noth von mir gewandt. Unendlicher! ich trau auf dich; du leitest mich. Ich fämpf und siege, Gott, durch dich. 2. Zwar ist der Kampf der Leiden schwer; oft fühl ich faum noch Stärke mehr, zu kämpfen und zu fiegen: doch ewig, Vater, währt er nicht. Wenn mir dein Beistand nicht gebricht, so werd ich nicht erliegen. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt, bald meiner Seele Schmerz gestillt; bald hast du, Gott, mein Flehn erhört, mich ganz geprüft und mich bewährt. Du Gott der Huld, erhört von dir, lobsing ich hier 284 Pflichten gegen Gott. hier mit bankerfüllter See- mir Prüfungen bestimmt, le dir. so steht dein Vaterherz dem offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. in tellus 4. Uns bleibt oft, was uns nützt, verborgen; genug für uns: du hasts erkannt! Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen kurz sichtig und voll Unverstand! Du siehst, was schädlich ist, von fern, und deine Güte hinderts gern. 5. Nur du erkennst und wählst das Beste! O Vater, mache selbst mein Herz in diesem hohen Glauben feste, dann überwältigt mich kein Schmerz. Ich 3. Ach, alle Leiden dieser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn; bald steh auch ich vor deinem Thron mit treuer Kämpfer Schaaren und danke dann dir, Gott, verklärt, der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmherziger! fest, ohne Graun will ich dir traun; denn einst werd ich dein Antlitz schaun. Mel. Wer nur den lieben Gott err, mache meiBei jedem Leiden, das mich tränkt, geschieht doch nur dein weiser Wille, der Alles mir zum Besten lenkt. Du bists, der Alles ändern kann; und was du thust, ist wohlgethan. 2. Du führst uns selbst auf rauhen Wegen zu höherer Vollkommenheit. Auch Widerwärtigkeit wird Segen für Jeden, welcher dir fich weiht. Siehts gleich der blöde Geist nicht ein, wird doch der Ausgang herrlich sein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen! Hast du was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut; denn endlich führest du die Frommen zur völligen Zu friedenheit: und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreun; dann wird mein Herz statt aller Kla gen voll Dantes und voll Lobes sein: der Herr hat für mein Heil gewacht, hat Alles mit mir wohlgemacht! Mel. Vertrauen Mel. Auf, schicke dich 379& herrscht ein Gott, derschützt in Noth und hilft, wenn sie ihm traun, so gern den Seinen! Drum sei vergnügt, wie er es fügt! Bald folgt dir Ruh und Trost nach kurzem Weinen. 2. O murre nicht, wann dir gebricht, was öfters luftet den bethörten Sinnen! Dir nützt der Schmerz, dein eitles Herz zu beffern und fürs Ewge zu gewinnen. 3. Erkenn die Schuld und üb Geduld, wenn du um deine Sünden hier mußt leiden! Fleh ihn um Gnad, geh seinen Pfad getrost, nichts laß von seiner Lieb dich scheiden. 4. Dann führt er dich stets väterlich die sichern Wege, die dein Heil erzielen. Sein sie auch hier oft dunkel dir: entzückt wirst du ihr End einst sehn und fühlen. 5. Drum gnüge mir der Weg allhier, den ich muß gehn in meinem Amt und Stande! Sei er auch rauh! Wenn ich dir tran, komm ich auf ihm zum wahren Vaterlande. Mel. Was Gott thut, das ist 380 ott. bir vertraun, ist meine Pflicht, ist Seligkeit im Leben! Sie kann dem Herzen auf Gott. 285 Zuversicht und Troft und Freude geben. Des Lebens Müh versüßet sie und läsfet uns hienieden im Laufe nicht ermüden. 2. Auf Erden wechseln bis ins Grab Zufriedenheit und Sorgen beständig mit einander ab wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht, die Freude blüht; und kaum ist sie empfunden, ist wieder sie verschwunden. 3. Wie würde da voll Aengstlichkeit uns jeder Tag verfließen und bei des Lebens Heiterkeit das Herz schon beben müssen, wenn Zuversicht zu dir uns nicht dann Sicherheit gewährte und ruhig bleiben lehrte? 4. was hier den Sterblichen begegnet. Im Glück und Unglück werden wir von dir doch stets gesegnet. Wenn wir nur auch durch den Gebrauch so weise werden wollten, als wir, o Gott, es sollten! 5. Nicht unser Wille soll geschehn; du wähleſt stets das Beste. Wenn Erd und Himmel untergehn, steht diese Wahrheit feste. S daß wir sie durch Leichtsinn nie an unsern Seelen schwächten, sie nie verkennen möchten! 6. Dann würde diese llebungszeit nicht traurig uns verschwinden, des Lebens Wi Pflichten gegen Gott. Widerwärtigkeit uns nie vergessen; so höre, was er mals muthlos finden. Dann spricht: sähen wir, voll Hoffnung hier, mit Palmen und mit Kronen die Ueberwinder lohnen. 286 7. Gott, heilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue und mit Gelassenheit im Schmerz hinauf gen Himmel schaue. Einst preis auch ich auf ewig dich für überstandne Leiden im Lande fichrer Freuden. 2. Sei auch in deinem Leiden ein Christ, voll Muth und Kraft; einst kommen deine Freuden, bleibst du nur tugendhaft. Erwarte nur im Glauben getroft die Ewigkeit; wer kann das Heil dir rauben, das ewig dich erfreut? 4. Ist auch der Mütter Eine, die ihres Kinds ver gißt? Dent an dieß Wort und weine Gott Freuden thränen, Chrift! Und könnt sie es vergessen; will ich doch deiner nicht, ich deiner nicht vergessen! Der Herr ists, ber es spricht! Mel. Befiehl du deine Wege 381 Chrift, wann dich Trübsal träntet, vertraue nur dem Herrn! Er, der die Himmel lenket, ist von dir nicht fern. Erwach aus deinem Schlum- 382 Met! 3bn Mel. Wer nur den lieben Gott ein Hort ist mer zu Gott erhebe dich; er siehet deinen Kummer; er liebt dich väterlich! 3. Sei froh, dein Gott regieret, sein Rath ist wunderbar. Einst wirst du über führet, daß er der beste war. Und denfest du vermessen: der Herr erbarmt sich nicht, der Herr bat mein 5. Mit ruhigem Gemü the, verlaß auf ihn dich fest, weil seine Batertreue did ewig nicht verläßt. Was ist bas größte Leiden, das dir begegnen kann, bricht einst der Tag der Freuden, des ewgen Friedens an? laß ich walten; ich hoff auf ihn: er fennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu er halten, an Mitteln nie, unb sein bin ich! Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein, das ist meines Hers zens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärte mich; denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit Vertrauen mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; er hat ein väterliches Herz. 4. Gott ist die Lieb, wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Trost, der nimmer trügt und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! Dann nehm ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget bat! auf Gott. 287 3. Oft führt die dornenvolle Bahn weit fichrer dich zum Ziel hinan, als sanfte Blumenpfade. Drum dulde fromm, mit festem Muth! Was Gott, der Menschen Vater, thut, ist Weisheit, Huld und Gnade. 2. Die Wolfen werden sich verziehn, im milden Sonnenscheine blühn dir wieder neue Freuden. Oft wird zur Wohlthat dir der Schmerz; veredelt werden Geist und Herz durch Prüfungen und Leiden. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme, wie im Sonnenschein, Beruhigung zu finden, benutze selbst gewissenhaft Verstand und Zeit und jede Kraft, dein mahres Wohl zu gründen! 5. Daß ich gewissenhaft und treu in meinem Amt und Stande sei und meine Pflicht erfülle: zu dem Entschlusse stärke mich, und dann vertrau ich, Gott, auf dich! Herr, es geicheh dein Wille! Mel. Kommt ber zu mir In eigener Melodie. 383 Erfülle redlich 384 Sollt ich meinem deine Pflicht und hoffe dann mit Zuversicht: Gott sorgt mit Baterliebe für deines Lebens wahres Glück! Zu ihm erhebe deinen Blick, wär auch dein Himmel trübe! Gott nicht trauen, der mich liebt so väterlich? der so herzlich sorgt für mich? Sollt ich auf den Herrn nicht bauen, welcher, unbewegt und fest, seine Kinder nie verläßt? 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth: er steht bei mir bis in Tod; er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb und Vatertreu wird mir jeden Morgen neu. 3. Der 288 3. Der die Vögel alle nähret, föniglich die Blumen schmückt, jedes dürre Land erquidt, Speise jedem Wurm gewähret: sollte der verlaffen mich? Nein, weit mehr, als sie, bin ich! 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich nur in Frömmigkeit suche meine Seligkeit und sie über Alles achte: jegnet Gott mir früh und spat Wort und Werke, Rath und That. 5. Heiter sei ber andre Morgen, oder nicht: was tünftig ist, quält mich nicht; ich bin ein Christ. Ich laß meinen Vater sorgen, froh bei Allem, was sein Rath über mich beschlossen hat. 6. Gott sei Lob! Was mich erfreuet, stehet unerschütterlich; er, der Höchste, sorgt für mich. Ewig wird ers mir beweisen; Seele, freue seiner dich! Ewig sorget Gott für mich! Pflichten gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben Gott 385& ntichwinge dich, mein Geist, den Nächten, in welche dich die Schwermuth hüllt! Willst du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Jetzt fennst du, was dir gut ist, nicht; einst strahlet dir ein höhres Licht. 2. In Finsternissen wankt hienieden des Menschen ungewisser Schritt; was Gottes Vorsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt, flärt sich am Ziel von seinem Lauf für ihn als gleiche Wohlthat auf. 3. Dort findest du, von Licht umflossen, auch deiner Erdenthränen Lohn. Schau, ihre Saat ist aufgeschoffen; fie blüht der nahen Nerndte schon. Im Kummer ward sie ausgestreut; bald reift sie für die Ewigkeit. trüben Blicke, wenn sich in 4. Drum heb empor die Nacht dein Weg verliert! Dich leitet Gott. dent zurücke, wie gut er immer dich geführt; wie oft, wann Licht dir selbst aus Nächten Dunkel um dich lag, das brach! 5. Gott! gnädig, wenn du uns erhörest, oft gnädiger, wenn du den Plan, den unfre Thorheit schuf, zer störeft, dich, Vater, bet id findlich an. Ich hoff auf dich mit festem Muth; denn was du sendest, ist mir gut. 6. Die Liebe hat den Pfad bestimmet, den ich auf Er den wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen krümmet, ich geh ihn, hoher Ahnung voll. Einst werd ich in des Himmels Höhn ganz deiner Führung Weisheit sehn. Mel. Vertrauen Mel. Fröhlich soll mein $ 727 386 Warum willst du doch für morgen, banges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen? Nur dazu, dir die Ruh ohne Noth zu nehmen. 2 Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als er, bat bisher Alles mir gegeben, was, mein Leben zu erhalten, nöthig war? Immerdar laß ich, Gott, dich walten. 3. Der das Größre uns gegeben, einen Geist, der ihn preist, diesen Leib, dieß Leben, wird uns auch das Kleinre schenken. Sein bin ich; auch an mich wird er liebreich denken. 4. Was auf meiner Lebensreise mir noch fehlt, was mich qualt, weiß er, der Allweise. Sollt er meiner je vergeſſen? Er, mein Heil, hat mein Theil längst mir zugemessen. 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleidet er des Grases Blume nicht mit Pracht seiner Macht, seiner Huld zum Ruhme? 16. Nur auf mich sollt er nicht achten? In der Noth ließ mein Gott hülflos mich verschmachten? Nein, mir soll vor Nichts mehr grauen. and auf Gott. 289 Väterlich liebt er mich: ihm will ich vertrauen. 7. Nützen will ich Zeit und Kräfte; widmen sie spät und früh nützlichem Geschäfte; immer gehn auf seinen Wegen: wird es mir dann allhier mangein, je an Segen? 8. Vor der fernen Zukunft zagen will ich nicht; es gebricht keinem Tag an Plagen. Heute leb ich; bin ich morgen nicht vielleicht schon erbleicht? Warum will ich sorgen? 9. Sorge du nur; ich befehle glaubensvoll, wie ich soll, dir, Herr, Leib und Seele. Sorge du; dir halt ich stille; ich soll bein ewig sein: es gescheh dein Wille! Mel. In allen meinen Thaten 387 Was soll ich flagen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlsein fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nützt es, ängstlich sorgen und jedem neuen Morgen mit Furcht entgegengehn? Du, Vater meiner Tage, kennst, eh ich dirs noch flage, mein Leid und eilst mir beizustehn. 3. Auf deinen Wink zu schauen, dir findlich zu verN trauen, 290 Pflichten gegen Gott. trauen, das, Herr, ist meine sehe und es nicht ganz verPflicht. Ich will sie treulich üben und dich, mein Vater, lieben; denn du versäumst die Deinen nicht. stehe, was du mit mir ge than, kann ich doch deß mich trösten: du nimmst mich, den Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 4. Der du die Blumen lleidest und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, siehst Alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 10. Dort, bei der Frommen Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring ich dir mit Freuden, nach überstandnen Leiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die oft verborgen an meinem Herzen Mel. Was Gott thut, das ist nagt, werf ich auf dich, den 388 Was zagst du? den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen und sich nach Hütlfe sehnen, so tlag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater, bir befehle ich jeden Wunsch der Seele, du hörst, du hilfft, du segneft gern. Gott regiert die Welt; und Gott ist ja allmächtig. Den Arm, der dieses Weltall hält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth und Feuersgluth uns schon ereilet hätten, so kann er doch noch retten. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben und deinen Sohn geschenkt: du wirst mir Alles schenken und stets zum Besten lenken, was mich betümmert, quält und kränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen, doch stets nach weisem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe; das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen hält, ist dennoch ihm wohl wissend. Sein Auge sieht in dein Gemüth. Die Bitte, die du thateſt, vernahm er, eh du bateft. 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist der Allweise. Stets dient der Weg, der ihm gefällt, zum Heil dir, ihm zum Prei se. Er führt gewiß durch Finsterniß, burch jede Nacht der Vertrauen auf Gott. der Leiden zum Lichte reiner Freuden. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt und ist allgegenwärtig. Der From= me, der an ihn sich hält, ist feines Heils gewärtig. O glaub es gern! Gott ist nicht fern; er, wo auch Jeder walle, hält allenthalben Alle. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist ja die Liebe. Nichts ist, was dem, der ihm gefällt, ein Quell des Elends bliebe. Auf, faffe Muth! Selbst Jesu Blut sagt dir bei jedem Leiden: Gott segnet uns mit Freuden. 6. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist auch geduldig. Zwar, wenn er vors Gericht uns stellt, find selbst die Frommen schuldig. Doch sein Gericht trifft Fromme nicht. Drum sei gewiß, er schone auch dein in seinem Sohne. 7. Nun, Gott! da du die Welt regierst; wie dürft ich ängstlich zagen? Ein Leid, in welches du mich führst, soll nie mich niederschlagen. Ich hoff auf dich. Du läsfest mich bald deine Sülfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen! 291 wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch des Schmerzes Druck uns hier! Was ist des Lebens Leiden? Ein ernster Streit um Seligkeit. Es mag uns übel gehen; wir werdens überstehen! 2. Wir werden, was am Herzen nagt, mit Hoffnung überleben und über Alles, was uns plagt, uns fiegend einst erheben. Die Welt vergeht, der Geist besteht. D laßt den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 3. Der Geist erkennt des Höchsten Spur, des Vaters Macht und Milde im großen Reiche der Natur, in Wäldern, im Gefilde, im kleinsten Wurm, im Wintersturm, im Frühlingsschmuck, im Regen und in des Herbstes Segen. 4. Der Gott, durch welchen Alles ist, der selber im Gewimmel der Thiere feines Wurms vergißt, der unter seinem Himmel, was Lebet, fpeift, wird unsern Geist für Licht und Heil erhalten. O laßt den Höchsten walten! 5. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfallen und zerstäuben! So drohe Krankheit, Tod und Grab! Des Schöpfers Hulb Mel. Was Gott thut, bas ift 389 in Gott regiert! wird bleiben. Er leitet Was zagen gut, wir haben Muth; es mag N 2 292 Pflichten gegen Gott. mag uns übel gehen: wir Freudenstunden, er weiß werdens überstehen! 6. Wir zagen nicht: du, Gott, regierst, und wenn du Menschenherzen durch Leiden für das Gute rührst, so fegnen wir die Schmerzen. Wir haben Mutb; find wir nur gut, so mags uns übel gehen: wir werdens überstehen! wohl, wann es nützlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei; so fommt Gott, eb wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschebn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, daß du von Gott verlassen seist und der dem Glück im Schooße sige, den alle Welt für glüclich preist! Die Bu funft ändert oft sehr viel und setzet Jeglichem sein Ziel. In eigener Melodie. 390 Wer nur ben lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut! 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt! Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. Gebet. Mel. O Gott, du frommer Gott 4. Er kennt die rechten 391 Ach Gott, ver laß mich nicht; reich 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und seiner Allmacht gilt es gleich), den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Er ist der Herr, der Jedermann leicht hoch erhöhn, leicht stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, ver richt das Deine nur ge treu und trau des Him mels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott fett, den verläßt er nicht. Gebet. 293 reich du mir selbst die ben, christlich leben und Hände, daß ich die Pil- selig sterben mag, um dich grimschaft des Lebens wohl von Angesicht zu Angevollende! Irr ich im fin- ficht zu schaun! Ach Gott, stern Thal: so sei du selbst verlaß mich nicht! mein Licht, mein Stab, mein Hort, mein Schuß! Ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht; lehr deinen Weg mich wallen und laß mich nimmermehr in Sünd und Thorheit fallen! Gib mir den guten Geist, gib Glaubenszuversicht: und wann ich straucheln will, Gott, so verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren und laß zu rechter Zeit mir Hülfe widerfahren. Ist mein Gemüth in Angst, erzittr' ich in der Noth: o so verlaß mich nicht mit deinem Trost, Gott! D 4. Ach Gott, verlaß mich nicht; gib Wollen und Vermögen; in allem meinem Thun begleite mich dein Segen! Die Werte meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, vor dir gedeihn! Ach, Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht; hilf, daß ich dir ergeben voll Lieb und Hoffnung sei, recht glauMel. Wer nur den lieben Gott 392 De ein Heil, o Christ, nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein kindlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst; er hört, was seiner Kinder Herz begehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen mit Dank und Flehen oft und gern. Er lässet, was dir nützt, geschehen, ist, dir zu helfen, niemals fern; er thut, so du nur zu ihm flehst, mehr, als du bittest und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Flehn? Er will blos deine Seligkeit, wenn er zu beten dir gebeut. 4. Sagt Gott nicht: Bittet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gottes Freund zu sein, N 3 und 294 Pflichten gegen Gott. und stößt das ihm bestimmte ein Herz voll Demuth, Breis Glück feindselig gegen sich, und Dant, ein ruhig Herz zurück. mein Lebenlang! 5. Sein Glück von dir, o Gott, begehren, wie leicht, wie süß ist diese Pflicht! Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das meine Seele nicht! Gebet gibt Muth; Gebet gibt Kraft zur Dämpfung jeder Leidenschaft. 6. Was kann zum Fleiß in guten Werken mir fräftiger den Geist erhöhn? Was mehr in Leidensstunden stärken, als gläubig, Gott, auf dich zu sehn? Ich treffe nichts auf Erden an, was mich so sehr erquicken kann. 7. Gott! laß mich nicht mein Heil verscherzen, gib Lust und Kraft mir zum Gebet! Und wenn aus reinem, frommem Herzen mein Mund zu dir um Hülfe fleht, so höre mich von deinem Thron durch Jesum Christum, deinen Sohn! In eigener Melodie. ch 393 tomme vor dein Angesicht; verwirf, o Gott, mein Flehen nicht: vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und der Huld! 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht vor dir, 3. Sei mein Beschützer in Gefahr; ich barre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schredt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand; er halt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort! 5. Laß, deiner Liebe mich zu freun, sie stets vor mei nen Augen sein! Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig ſein! 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zu erst nach deinem Reiche tracht und tren in allen meinen Pflichten ſei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meiner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen fann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, viel, als dir gefällt; bei Wenigem Zufriedenheit; zur Arbeit Muth und Heiterteit. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß: so laß mich mä Gebet. stig 295 mäßig im Genuß, so laß Herz, Gott ist ein Geist. mich mild und gütig sein und dürftge Brüder gern erfreun! 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüßz und dankbar sei; doch, sie zu schonen, zaghaft nie mich einer höhern Pflicht entzieh! Wie kann es dir an Worten fehlen, wenn nur dein Herz dich beten heißt? Der Glaub an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 3. Wer das, was ihm zum Frieden dienet, durch Beten sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erfühnet, was Er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell vergißt, was er ihm schwur, der spottet seines Schöpfers 100 Gebet. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel: so sei, Herr, meine Zuversicht; verlaß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein Ende nahn: so nimm dich meiner gnädig an und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! Mel. Wer nur den lieben Gott 394 Romm betend oft und mit Vergnügen, o Christ, vor Gottes Angesicht. Nie müsse Trägheit tich besiegen in der Erfüllung dieser Pflicht! Dübe sie at Gottes Preis und deinem Heil mit treuem Fleiß! 2. Bet oft in Einfalt reis ner Seelen: Gott sieht aufs nur. 4. Bet oft zu Gott und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist! Bet oft zu Gott und fühl im Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt! Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft. Er gibt den Müden Trost und Kraft. 5. Bet oft und heiter im Gemüthe schau dich an seinen Wundern fatt! Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat! Oft irrteſt du: er trug Geduld; erkenn und preise feine Huld! 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe das Wunder der Barmherzigkeit deß, der mit seinem theuren Blute uns von der Sünde Joch befreit; und eigne dir, zu beiner Ruh und Heiligung, sein Opfer zu! 7. Bet N 4 296 Pflichten gegen Gott. 7. Bet oft; Gott wohnt mit Dankbegier im höhern an jeder Stätte, an keiner minder oder mehr; denk nicht: wenn ich mit Vielen bete, so find ich ehr bei Gott Gehör. Ist, was du wünschest, recht und gut, so sei gewiß, daß Gott es thut! Leben dienen! Es darf mein Geist, wie schwach er heißt, sich aus dem Staube schwingen und betend zu dir dringen. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinden auch öffentlich Gott anzuflehn und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu erhöhn! Fühl der vereinten Andacht Werth, die deine eigne stärkt und nährt! 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind Eines Leibes Glieder; es sei kein Glied des andern Feind! Solch Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe iſt. 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb und Eifer nicht ertalten und reich an guten Werken sein. Denn Muth und Kraft und Seelenruh fagt Gott dem frommen Beter zu. Mel. Was Gott thut, das ist 395 Welch hohes Vorrecht schenkst du mir, o du, dem Seraphinen mit Ehrfurcht und 2. Ich darf mit froher Zuversicht vor deinem Thron erscheinen, und du, mein Gott, verwirfst mich nicht; du zählst mich zu den Deinen, du zeigest dich mir väterlich, so oft ich zu dir trete und findlich vor dir bete. 3. Erstickt die Sinnlichkeit in mir des Herzens fromme Triebe, so stärkt mich das Gebet zu dir in neuer Tugendliebe. Was sündlich ist, kann ich als Christ durch deine Kraft bezwingen und so den Sieg erringen. 4. Gebricht es mir an sanftem Sinn, an Liebe ges gen Brüder; so flich ich betend zu dir hin und haffe nun nicht wieder. Mein Herz verzeiht mit Freund lichkeit und sucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu vergelten. 5. Betracht ich im Gebet mit Schmerz mein fehlervolles Leben; so wird und kann sich nie mein Herz, von Stolz gereizt, erheben. Ich fleh zu dir; virzeihe mir! und du willst gern verzei hen und mich mit Trost erfreuen. 100 met 6. Wenn Gebet. Ng 297 6. Wenn Kummer mich nem Gott. Dieß kann mir zur Erde zieht und wenn mich Sorgen quälen, wenn mir des Lebens Glück entflieht und edle Freunde fehlen; so wend ich mich getrost an dich: du lehrst mich mit Entzücken im Elend Heil erblicken. 7. In stillen Stunden dent ich oft: Was seid ihr, eitle Freuden? Ach, wie ge schwind, wie unverhofft verkehrt ihr euch in Leiden! Und denk ich dieß, so fühlt gewiß mein Herz sich angetrieben, nur dich, Herr, stets zu lieben. 8. O welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufsgeschäften! Du lohnest dem, ber zu dir fleht, mit Weisheit und mit Kräften. Wer dir vertraut und auf dich baut, den frönest du mit Segen auf allen seinen Wegen. 9. Du Geist der Kraft und des Gebets, du Geist der reinsten Liebe, erweck und stärke du nur stets zur Andacht meine Triebe! Und kann ich nicht mit zu bersicht zu meinem Vater treten, so lehre du mich beten! Mel. Wer nur den lieben Gott 396 Mein ein bester Trost in diesem Le ben ist ein Gebet zu meiKraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich vertlagt, wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich um des Gewissens willen ein Spott der Lasterhaften sein: so bet ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott: Er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zurächen suchen, wenn mich ein Feind zu tränken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverstande flucht. Nein, meine Rach sei ein Gebet, das Gnade ihm von Gott erfleht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Trost in diesem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit 3uversicht entdecket, den verwirft er nicht. N 5 6. Ruf 298 6. Ruf ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlieh: so fleh ich nie umsonst um Kräfte; der Gott der Stärke gibt mir sie. Er gibt aus väterlicher Huld mir Segen, Klugheit und Geduld. Pflichten gegen Gott. 7. Wenn, böser Lüste Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht: dann bitt ich Gott; er hilft mir tämpfen, er gibt mir Muth zu jeder Pflicht; und stark durch meines Gottes Kraft, besteg ich jede Leidenschaft. 8. Wann ich im letzten Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann; so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wann die Sprache mir vergeht, selbst meine Seufzer noch versteht. Mel. Ermuntre dich, mein 397 Wie ie sanft, mein Vater, ist die Pflicht, als Kind zu dir zu treten, voll Demuth und voll Zuversicht zu dir, o Gott, zu beten! Welch Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestreue mein Herz, o Gott, dir weihe! 2. Allwissender! zwar bet ich nicht, um dich erst zu belehren; nicht mit dem Wahn, was mir gebricht, das müsfest du gewähren; nicht, Wunder von dir zu erflehn; nicht, andern Pflichten zu entgehn; nicht, träge dich zum Segen durch Bitten zu bewegen; 3. Nein, guter Vater, nur um dich recht innig zu empfinden, zum Dant, zur Ehrfurcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, zu findlicher Ergebenheit, zum Fleiß in guten Werken mein Herz vor dir zu stärken. 4. Dann, wenn ich in der Einsamkeit mein Herz zu dir erhebe, dir, Vater, voll Zufriedenheit mein Schicksal übergebe; dann schöpf ich für die Tugend Kraft, Muth in dem Kampf mit Leidenschaft, Erquicung in dem Leiden und Hoff nung ewger Freuden. 5. Mit feiner Welt vertausche ich die wonnevollen Stunden, wo betend dich mein Herz, o dich, mein Bater hat empfunden; wo ich mit Thränen vor dir stand, tief deine Baterhuld empfand, die liebevoll mich führte. mit Weisheit mich regierte. 6. Wie wird vor deinem Angesicht der Christen Glau be wichtig; wie warm mein Herz für jede Pflicht, zu je der Tugend tüchtig! Wenn böse Gebet. sobili böse Lust in mir fich regt, eil ich, von deinem Geist bewegt, mich im Gebet mit Thränen nach Kraft von dir zu sehnen. 3. Wenn ich vor dich, mein Vater, trete, bir meinen stillen Wunsch vertrau; wenn ich in meiner Kammer bete und auf zu dir nach Hülfe schau: dann sei mein Geist von Heuchelei und ganz von Eigendünkel frei! 4. Nie müss ich das von dir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt; nie bitten, das mir zu gewähren, was Andern ihre Wohlfahrt raubt! Denn du erhörest kein Gebet, das zu des Andern Schaden fleht. 5. Wünsch ich mir Güter dieser Erde, so sei auch dieß mein herzlich Flehn, daß ihr Besitz mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu erhöhn, daß ich, von Geiz und Habsucht fern, mit Weisheit sie gebrauchen lern. u dir, o Gott, ich bei fummervollen Leiden von ihrer Last mich frei zu sehn und sehn ich mich nach Lebensfreuden: so laß mich doch um das nur flehn, was deine Weisheit, Gott, beschließt und was mir gut und nützlich ist! 7. Dein denk ich, froh von Dank gerührt, wann ich mich niederlege, die Pfade, die du mich geführt, bewundrungsvoll erwäge. Dich rühm ich, wann nach sanfter Nacht zu neuer Lust mein Aug erwacht, das die Natur entzücket, zu neuer Lust erquicket. 8. Bin ich am Ziel von meinem Lauf zu schwach, noch laut zu beten; dann blick ich, Gott, zu dir hinauf und will im Geiste beten. Noch sterbend, Vater, bank ich dir, der du so vieles Gute mir im Leben hast erwiesen. Sei ewig, Herr, gepriesen. Mel. Wer nur den lieben Gott 398 3 er et heben, zu dir mit frommer Andacht flehn, um uns zum Guten zu beleben und unsre Tugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht und stärket meine Zuverficht. 2998 mir widerfährt, von dir, der alle Menschen liebt und allen gern das Gute gibt. 2. Laß diese Pflicht mich nie vergessen; laß mich befannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dant er messen, welch Heil von dir 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen, und nie werd ich mich trostlos sehn; du, Herr und Vater von uns Allen, erhörst gewiß mein N 6 find 300 findlich Flehn; gibst mir im Glück Zufriedenheit, in Trübsal Rub und Heiterteit. Pflichten gegen Gott. Mel. Es ist das Heil uns ott, beine Gütte reicht so weit, soweit die Wolken gehen; du frönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns bei zustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, ver nimm mein Flehn, mert auf mein Wort; denn ich will vor dir beten! 399 2. Ich bitte nicht um leberfluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen! 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe! 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben! In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor bir im Tode finden! on in the In eigener Melodie. 400 Nicht um Reichthum, nicht um Ehre bitt ich, Gott, mein Vater, dich. Wenn ich Weltbesitzer wäre: ohne dich, wie arm wär ich! Nicht um thränenlose Tage steigt mein Flehn zu dir hinan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann. 2. Weisheit nur, dich zu erkennen, dich in Freude, dich im Schmerz meinen Vater froh zu nennen: dieß erflehet sich mein Herz. Danfgefühl bei deinen Ga ben, Lust am Guten, Freud in dir und Gewissensruh zu haben: dieß, Allgütger, wünsch ich mir. 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, meinen Nächsten wohlzuthun; Trost und Stärke, wenn ich leide, sanft und still in dir zu ruhn: Muth, die Laster zu bekämpfen, ihre Reize zu verschmähn, jede Leidenschaft zu dämpfen, dieß, Herr, ist mein findlich Flehn. 4. Nur auf deinen Willen sehen, dich, o Gott, sonst Niemand scheun, fest in dei ner Liebe stehen und dir, Vater, ähnlich sein; diesen heißen Wunsch zu stillen, wer vermag es? Du allein. Ja Gebet.noithil to Ja, um deiner Liebe willen wirst du, was ich bat, verleihn. Das Gebet des Herrn. In voriger Melodie. 401 Vater, ben uns Jesus offen baret, den der Geist mit hoher Andacht nennt; Vater, den kein Himmel von der Erde, keine Welt von seinen Kindern trennt! 2. Hochgelobet sei dein großer Name, angebetet deine Herrlichkeit! Heilig ehre dich der Mensch im Staube von der Wiege bis zur Ewigkeit! 3. Dein Reich komme! Jenes Reich des Friedens, das durch Weisheit und durch Liebe blüht; jenes Reich, das Jesus Christus baute, das die Menschen für den Himmel zieht! 4. Es gescheh bein Wille hier auf Erden, wie in jenem hohen Geisterreich; und die Wahrheit und die Tugend mache alle Menschen 3018 6. Wenn wir auf dem Pfad der Tugend straucheln, so vergib uns Schuld und Missethat; so wie wir auch gern vergeben wollen, wenn ein Nächster uns gefränket hat. 7. Schütze uns in der Versuchungsstunde, wo die Tugend mit dem Laster ringt; laß uns auf die Himmelskrone blicken, wenn die Erde unser Herz umschlingt! 8. So erlöse uns von allem Uebel, das den Geist und unser Herz bedroht! Gram und Reue werden dann verschwinden, und wir siegen über Welt und Tod. 9. Dein, Herr, ist das Reich, die Macht und Stärke! Ewig währet deine Herrlichkeit! Alle Himmel rühmen deine Ehre und dein Tempel ist die Ewigkeit. Fürbitte für den Regenten und die Obrigkeit. Mel Lobt Gott, ihr Christen beinen Engeln gleich! 402 s freu der Fürst des Landes 5. Gib uns, ewigtreuer Menschenvater, dogib uns, was wir brauchen in der Noth! Ach, wir bitten nicht um Gold und Schätze; gib uns, Herr, Zufriedenheit 2. Begnadigt, Herr, mit und Brod! nos deiner Kraft und deines N 7 Gei fich, Gott, deiner allezeit; sein Auge sehe stets auf dich! sein Herz sei dir ge= weiht! 302 Geistes voll, gedent er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll! 3. Sehr groß und schwer ist seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir, wie sehr braucht er vor Andern Licht und Rath und Kraft von dir! Pflichten gegen Gott. 4. Verleih ihm das! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu sein, so bilf ihm, in dein Bild verklärt, sein Volt, wie du, erfreun! 5. Er fördre willig deinen Ruhm; er denke gern daran: das Land sei, Herr, dein Eigenthum und er dein Untertban! 6. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, ſei beiner Kirche und edler Mensch und Christ! 7. Er zeig in seinen Thaten sich als deinen treusten Sohn! Den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schutz und Lohn! 8. Der Unterthanen Liebe sei sein edelster Gewinn und kein gerechter Seufzer schrei um Rache wider ihn! 9. Um seinen Thron sei immerbar Recht und Gerechtigkeit, und dann beschüß ihn in Gefahr, wann ihm und uns sie dräut! 10. Sein eignes Beispiel wirke mehr, als jede Strafe thut, und es verbreite um ihn her zu jeder Tugend Muth! 11. Verdienste heb er gern empor; er folge weisem Rath und öffne freundlich) Herz und Ohr, wenn ihm ein Armer naht! 12. Auch ihm beſtimmtest du das Ziel, das er erreichen soll: Herr, mache seiner Tage viel und jeden segensvoll! 13. Sein werd in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Danf gedacht! Erhör uns, Gott: dann jauchzen wir und preisen deine Macht. Allgemeine Fürbitte. Mel. Wo Gott zum Haus 403 Für alle Meno Höchster, wie für uns, zu dir. Du, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm heilsam ist. 2. Dir tönet unser Lobgefang; wir bringen Ehre dir und Dank, daß du sie Alle, Alle liebst und liebend Allen Gutes gibst. 3. Deß freun wir uns; dieß preisen wir und beten herzlicher zu dir für Alle, die dein hoher Ruf, wie uns, o Gott, zu Menschen schuf.. 4. Nimm Aller väterlich dich an und leite sie auf ebner Bahn; es sei zu dei nem Dank. nem Preis und Ruhm ein jedes Volk dein Eigenthum! 5. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück; und wer von dir sich führen läßt, der werd im Guten treu und fest! 6. Entreiß der Laster Tyrannei die Sünder; mache, Gott, fie frei, daß sie der Tugend Pfade gehn und freudig einst dein Antlitz sehn! 7. Gib allen Menschen frohen Muth; bewahr ihr Leben und ihr Gut; laß ihrer Hände Werk gedeihn, verdiente Achtung sie erfreun. 8. In ihrer Noth verlaß fie nie; und sind sie traurig, tröfte sie! Gib ihnen hier Zufriedenheit und dort der Frommen Seligkeit. 9. Wir alle, einst den Engeln gleich, erheben dich in deinem Reich und ewig, ewig danken wir, dir, unser aller Vater, dir. 303 2. Wenn Angst und Noth sich mir genabt, so hörte Gott mein Flehn und lie durch seinen gnädgen Rath mich nicht darin vergehn. Dank. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 404 Du bists, bem Ehr und Ruhm gebührt, und das, Herr, bring ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert und stets warst du mit mir. 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sank und rief: Herr, rette mich! so half mir Gott. Mit welchem Dank, mein Gott, erheb ich dich? 4. Betrübte mich des Feindes Haß: so klagt ich Gott den Schmerz. Er half mir, daß ich ihn vergaß, und gab Geduld ins Herz. 5. Wenn ich den richtgen Pfad verlor und mich verſchuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Hülfe war mir nah. 6. Oft, wann nach Trost die Seele rang, Gott sich von mir gewandt, rief ich voll Sehnsucht: Herr, wie lang! Und mich hielt seine Hand. 7. Er half; noch hilft er stets, der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er und gibt zur Tugend Muth. 8. Herr, für die Leiden dank ich dir, dadurch du mich geübt, wie für die Freuden, welche mir dein milder Segen gibt! 9. Dir bank ich, Herr, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck in 304 in jeder Creatur, Gott, deine Freundlichkeit. 10. Ich danke dir für deinen Sohn, der für mich Sünder starb und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. du 11. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb ihn, Volk des Herrn! Die Erd ist voll von seinem Ruhm; er hilft und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns vorübergehn, will uns, nach kurzer Prüfungszeit, zu ewgem Glück erhöhn. Pflichten gegen Gott. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, was er an dir gethan! Verehrund halte sein Gebot und bet ihn ewig an! Herrn. Du hörst der Mens schen Flehn und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag ich außer dir nach allem Glück der Erde! Im Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land: doch fürcht ich Nichts; denn du deckst mich mit dei ner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majeftät, den Mond, den du bereitet; so sprech ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst! Mel. Nun dantet Alle Gott 405 Durch urch dich, o 5. Voll Güte lässt du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis und Trank und füllst das Herz mit Freuden. Du bachtest mein, eh mich die Mutter noch gebar; ja, sabst mich, eh der Grund der Welt geleget war. großer Gott, durch dich bin ich vorhanden; die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn wenn du sprichst, geschiehts: wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir und auch mit Güte nah. 6. Du wogst mein Glück mir ab und Leiden, die mich üben, und meiner Tage Zahl war in dein Buch ge schrieben. Du bist der From 2. Du bist der Gott der men Schutz, du bist der Kraft; dich preisen Erd und Müden Ruh, ein Gott, der Meere, und Himmel predigern verzeiht. Wie gnädig, gen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an! Mein Heil kommt von dem Gott, bist du! 7. Wem sollt ich sonst vertraun, als dir, du Gott der Göt Dant, bife 15 Götter? wen ehren so, wie dich, mein Schutz und mein Erretter: wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg: ich bin dein Schild und Lohn! 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben! Wie könnt ich einem Gott der Liebe widerstreben? Der Lasterhafte mag in stolzem Glücke blühn; mich soll er dennoch nicht in seine Netze ziehn! 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Wert vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüst, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt ich nach Ehr und Ruhm mit Sünd und Unrecht trachten? Nein, Herr, wenn du mich ebrst, mag mich die Welt verachten! Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih; gib, daß mein Wandel stets dir wohlgefällig fei! 305 gethan. Seht, wir schöpfen, was wir haben, aus dem Strome seiner Gaben, jedes Gut, das uns entzückt, jeden Vorzug, der uns schmückt! 2. Keiner rühme ſeiner Stärke, seiner Kunst und Weisheit sich! Jeder rühme deine Werke, Vater, Jeder rühme dich! Voll von tiefer Demuth preise dich der Starte, dich der Weise! Ihre Kraft und ihr Verstand sind Geschenke deiner Hand. 3. Dich, mein Vater, will ich loben demuthsvoll bis in den Tod. Ewig sei von mir erhoben über Alles, o mein Gott! Angebetet follst du werden, weil im Himmel und auf Erden Keiner bir an Größe gleicht, Keiner je dich ganz erreicht. Mel. Sollt ich meinem Gott 407 Alles haſt du mir gegeben, Gott, bin ich durch dich; du, nur du beglücktest mich! Glieder, Kräfte, Sinne, Leben, Triebe, Freiheit und Verstand gab mir deine Schöpferhand. Mel. Alle Menschen müssen 2. Eh ich noch dich Va406allet nieder! fal ter nannte, eh ich reif zum let nieder! Betet Gottes Hoheit an! Men schen, Christen, Freunde, Brüder! viel hat er an uns Dasein war, eh ich Schmerzen und Gefahr, eh ich Glück und Freude kannte, sorgtest du schon väterlich für 306 für mein Dasein und für mich. 3. Pflichten gegen Gott. In den Jahren mei- 408 Halle Be In eigener Melodie. allelujah! Brin ner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich vor Gefahr, gabst du mir Gefühl für Tugend, ſegnetest du mein Bemühn, mich Verführern zu entziehn. 4. Alle meine Lebensfreuden hab ich, Vater, nur von dir; Glück und Wohlfahrt gibst du mir, frohen Muth in meinen Leiden; und wie oft trägt deine Huld meine Fehler mit Geduld! 5. Täglich kann ich es erfahren, wie du deine Menschen liebst, ihnen Schutz und Beistand gibst, sie vor llebeln zu bewahren, wie du sie versorgst und nährst, ihnen manchen Wunsch gewährst. 6. Wie du stets mich weise führest, väterlich an mich gedenkst, Uebel auch zum Guten lenkst, wie du mein Geschick regierest, meine Wohlfahrt zu erhöhn, lern ich immer mehr verstehn. 7. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl ich jeder Wohlthat Werth, die mir täglich widerfährt, preise deine weise Güte und erfleh auch fünftig mir Segen, Trost und Heil von dir. und Ruhm, ihr Jubelchöre! jauchzt, Beseligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdenföhne, finget eure Jubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern! 2. Sollten wir dem Herrn nicht singen, ihm nicht Freudenopfer bringen? Er er schafft und er erhält! Tief im Steub verehrt ihn, Kinder! Kinder heißt er uns, uns Sünder; er ist Vater ſeiner Welt! 3. Zwar sein Thron steht unerschüttert, und die weite Schöpfung zittert tief gebeugt vor ihrem Herrn; wenn gleich unsre Lieder schweigen, seht die Millionen Zeugen, laut verkünden sie den Herrn! 4. Aber unsre Seelen heben sich zum Glück der Engel, leben schon des Himmels Leben hier. Welche göttlich hohe Freuden, welchen Trost für alle Leiden, welche Ruhe fühlen wir: 5. Wenn der Geist zu ihm sich waget, ein Gedant dem andern saget: Er ist Vater seiner Welt; still entzückend dem Gemüthe dann die Fülle seiner Güte sich zum großen Zeugen stellt! 6. Naht e Dant. 307 6. Naht euch zu ihm, und gut. Lob sei ihm imfeine Kinder! Bittert nicht, merdar! seid ihr gleich Sünder, Sünder ihr; die Lieb ist Mel. Lobt Gott, ihr Christen er! Denkt den göttlichen 410 Auf, Chriſten, ne, ihm zu danken: groß und gnädig ist der Herr! 7. Hallelujah! Bringet Ehre, Preis und Rubm, ihr Jubelchöre; jauchzt, Befeligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdeniöhne, finget eure Jubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern! In eigener Melodie. 409 Nun banket Alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns so väterlich von uns rer Kindheit an bis diesen Augenblick unzählig Guts gethan! 2. Der ewig reiche Gott woll uns, bei unserm Seben ein immer fröhlich Herz und edeln Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Noth erlösen hier und dort! 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und seinem heilgen Geist! Er, der vom Himmelsthrone voll Liebe auf uns sieht, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß und Ehr dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd und Meer und alle Himmel hält! 2. Frohlodt mit jubelreichem Schall Gott, unserm höchsten Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen thut! 3. Von unsrer zartenkindheit an hat er uns unterstützt, er, der allein uns helfen kann und gern uns hilft und schützt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns nährt, und unsern Seelen auch schon hier Zufriedenheit gewährt. 5. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er fordert uns zur Tugend auf, die hin zum Glück uns führt; er ists, der unsern Lebenslauf mit weiser Hand regiert. 7. Er bleibt uns treu; sein Wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der bessern Welt. 8. Singt, Christen, singt ihm Pflichten gegen Gott. 308 ihm Breis und Dank für seine Gütigkeit! Einst wird fie euer Lobgefang noch mehr in Ewigkeit. was dir gefällt, was nützet, was auf der Lebensbahn uns vor dem Fall beschützet, was Muth im Leiden gibt, vor guten Menschen ehrt, haft du mich, guter Gott, von Mel. Nun dantet Alle Gott 411 Der du von In- Kindheit an gelehrt. gend auf mit Huld und Vatergüte für mich, mein Gott, gesorgt, mit dankendem Gemüthe denk ich voll Rührung nach, was du an mir gethan, wie wenig ich verdient, wie schwach ich danken kann. 2. An treuer Aeltern Hand entfloh die erste Jugend; sie zeigten sorgsam mir den Weg zur wahren Tugend. Wann ihre Stimme schwieg, sprach guter Lehrer Mund und machte redlich mir der Weisbeit Schätze fund. 3. Wie weit wär ich vielleicht vom Tugendpfad entfernet, hätt ich durch ihren Rath nicht die Gefahr gelernet, zu der das Laſter führt! Leicht werden wir sein Raub; uns mache Leichtsinn nie für ihre Lehren taub! 4. Wie Mandem ward das Glück, das du mir gabst, entzogen; wie Mancher von der Lust der Sinnlichkeit betregen, weil ungewarnt sein Fuß nicht jene Schlange mied, die unter Blumen lauscht, verletzt, eh man sie fieht. 5. Was gut und edel ist, 6. Die echte Frömmigkeit, die nicht in Mienen heuchelt, die aus dem Herzen quillt, mit falschem Trost nicht schmeichelt, die Jefu Geist und Sinn nachahmt und in sich nährt, hast du von Jugend auf mich, guter Gott, gelehrt. 7. Wie dank ich würdig dir? Durch Thaten will ich danken. Und wollte ja mein Fuß vom Tugendwege wan fen: o dann erinnre du mit deiner Gotteskraft durch mein Gewissen mich der schweren Rechenschaft. Lob Gottes. Mel. Mein Gott, das Herz 412 Von allen Him meln tönt dir, Herr, ein froher Lobgefang. Zu dir, Anbetungswürdi ger, steig auch der Menschen Dank! 2. Du brauchst zwar uns sers Preises nicht, wirst durch ihn größer nie; doch bleibet stets dein Lob uns Pflicht: und, Gott, wie schön ist die! 3. Dich preisen, ist uns Seligkeit; dir danken, hohe Lust; schon hier fühlt, wer fich Lob Gottes. 309 fich deiner freut, den Him- fie preisen ewig dich, o Herr! mel in der Brust. 4. Wir stammeln zwar dein Lob hier nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Natur, erreicht fein sterblich Lied. 5. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Andacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu dir, Erhabner, schwingt. 6. So soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde sein; stets unser Herz voll Dankbarkeit sich deiner Güte freun. Das Te Deum. In eigener Melodie. wir err Gott, dich 413 Herr Gott, wir danken dir! Der Höchste ist von Ewigfeit! Er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die gan= ze weite Schöpfung preist, Gott Bater, dich! dich, Sohn! dich, Geist! Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle fingen ihm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unfer Gott! Heilig ist unser Gott, der allgewaltge Gott! Weit, über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit! Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schaar, der Lehre Jesu Märtyrer, Auch deine ganze Christenheit preist dich auf Erden weit und breit, dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn, und dich, o Geist, deß Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft! Du Hoherpriester! du Prophet! bu König, deß Reich nie vergeht! Du wardst ein Mensch, doch fündenrein, um uns von Sünden zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. Zur Rechten Gottes sitzest du; mit Macht und Güte Herrschest du. O, der für uns geblutet hat, erwürgt für unsre Misseuns nicht; du du that, im Grabe läsfest du kommst und hältst Gericht! Einst sei im Himmel ewges Heil mit allen Frommen unser Theil! Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist! Leit uns durch unsre Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit! Die Erd ist auch dein Heiligthum! Auch sie erfülle stets dein Ruhm! In dieser unsrer Bilgerschaft ist, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Es ist ein reines, helles Licht; wer ihm gehorcht, der sündigt nicht; und wer noch fällt und es be= 310 Pflichten gegen Gott. bereut, der findet da Barm- für mich von seinem Se herzigkeit. Die Erb erfüll, gen? Herr, stets dein Nuhm, so wie des Himmels Heiligthum! Amen! Mel. Mein ganzer Geist, Gott 414 rtöne, feiernder Gefang, An betung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Menschen Loblied gern, obgleich die Engel ihm, dem Herrn, in höhern Psalmen fingen. Darum hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch mich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! er sprach zu seinen Himmeln: Seid! und zu dem Erbkreis: Werde! Da standen sie voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie ers ausrief, da begonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 3. Er hat der Sonnen hohes Zelt, die Himmel, über diese Welt für mich auch ausgebreitet; hat seiner Erde Lustgefild für mich auch liebevoll und mild bepflanzet und bereitet. Lachen 4. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf seinen grünen Triften? Quellen riefeln, Winde we hen, Flüss und Seen werden Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. 5. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmükken. Noch strömt ihr Freu denquell für mich; noch ist sie schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Seine Güte wird die Werke seiner Stärke stets erhalten, schüßend über mir auch walten. 6. So hat der Herr an mich gedacht! So sorgt für mich die Huld und Macht, die mich so hoch erhoben! O strömt aus meiner vollen Brust, strömt hin, Empfindungen der Lust, den Gütigen zu loben! Schö pfer! Bater! dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! In eigener Melodie. mir nicht alle Wälder, alle 415 Lobet den Her Felder froh entgegen, reich ren, den tigen Lob Gottes. tigen König der Ehren! Laßt uns den Weltenbeherrscher in Demuth verehren! Tretet heran; stimmet ein Freudenlied an, des Höchsten Lob zu vermehren! 2. Lobet den Herren, der Alles aufs beste regieret, der uns mit Weisheit und Güte bis hierher geführet, der uns erhält in der gefährlichen Welt, daß man sein Vaterherz spüret! 3. Lobet den Herren, der unserer Seelen gedenket, geistlichen Segen in himmlischen Gütern uns schenket, der das Gemüth tröstet und himmelwärts zieht, wann zeitlich Trübfal es tränfet! 4. Lobet den Herren, der große Barmherzigkeit übet, der, wenn wir Menschen mit Sünden ihn häufig betrübet, noch mit Geduld, göttlicher Gnade und Huld uns trägt und Sünden vergiebet! 5. Lobet den Herren, der Nahrung dem Leibe bescheret, der uns Gesundheit und Freude und Hülfe gewähret! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott das leid in Freude verkehret! 311 der Allmächtige kann, wie er uns huldreich begegnet! 7. Lobet den Herren, der, wenn wir als Christen einst sterben, uns auch im Tode nicht läsfet vergehn und verderben und nach dem Tob uns liebt und segnet als Gott, ewige Freuden läßt erben! 8. Lobet den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lobt ihn mit Allen, die von ihm das Leben bekamen! Nahe und fern frohlocket Alle dem Herrn; lobt ihn, in Ewigkeit! Amen! 6. Lobet den Herren, der unser Thun sichtbar gesegnet! Ströme des Guten hat auf uns sein Wohlthun geregnet. Denfet daran, was Mel Allein Gott in der Höh 416 ob Ehr und Preis dem Höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der so viel Wunder thut, dem Gott, der mein Gemülhe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unferm Gott die Ehre! 2. Es danket dir des Himmels Heer, o Herrscher aller Thronen; und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, die alle preisen deine Macht, die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre. 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten; darüber will er früh und spat mit ſeiner Güte Pflichten gegen Gott. 312 Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist Alles recht, ist Alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: ach, Gott, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer; da ließ Gott mir Heil und Trost erscheinen. Drum dant ich, Gott, drum dank ich dir! Ach, danket, dankfet Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! Gott die Ehre! 6. Wenn Menschenkraft nicht helfen kann, fein Net ter uns sich zeiget, nimmt Gott sich unser mächtig an: der Allerbarmer neiget zu unserm Angstgebet seinObr; fein starker Arm hält uns empor. Gebt unserm Gott die Ehre! Namen nennt, gebt unserm Gott die Ebre! Ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! Der Sünde Götzen macht zu Spott! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und nimmer nicht von seinem Volt geschieden: er, er ist seine Zuversicht, sein Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er, der In eigener Melodie. Herr, durchs Feuer und 417 Preis und Unbe Meer. Gebt un7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren; einst sollen meinen Lobgefang auch deine Himmel hören! Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue sich Gebt unserm Gott die Ehre! 8. 3hr, die ihr Christi SO 9. Kommt, kommet vor sein Angesicht, ihm Dant und Preis zu bringen! Bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat Alles wohl bedacht und Alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! serm Gotte! Denn er ist sehr freundlich; weit über Erd und alle Himmel gehet seine Gnad und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Antlitz kommen und unſerm Gotte mit Psalmen jauchzen. 2. Väterlich liebt er uns, seine Kinder; singt zu sei nem Preise! Ein Loblied ihm sei unser ganzes Leben! Ihn ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebet hat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben? 3. 3war fann der Mensc nicht ihn würdig preisen; doch mit Wohlgefallen ver nimmt er hoch herab von fei Lob Gottes.big seinem Himmel unser frohes Danklied und geußt der Freuden viel in unsre Seele, wenn wir ihm danken, dem Gnabenvollen. 4. Schon hier auf Erden quillt Freud und Leben uns aus seiner Gnade. Doch größre Seligkeit ist dort bereitet denen, die ihn lieben, wenn sie dereinst, erneut zu seinem Bilde, verklärt und heilig, vom Tod erwacht sind. 5. Laßt unsers Gottes uns ewig freuen! Halleluja! Amen! O welche Selig feit ists, sein sich freuen; hier und einst im Himmel ihm ganz sich heiligen und ganz ihm leben! Denn ewig liebt er uns, seine Kinder. Mel. Jesu, meines Lebens 418 Schöpfer der er fchaffnen Heere, freudig rühm ich deine Macht, daß du mich zu deiner Ehre haft ans Licht der Welt gebracht! Sinne, Leib und Seel und Leben hat mir deine Huld gegeben. Großer Schöpfer, nimm dafür ewig Dank und Lob von mir! 2. Wunderbar bin ich bereitet und mit Kräften ausgeziert; wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zugeführt. Für die treue 313 Vaterpflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gott, sei dir ewig Dank und Lob von mir! 3. Weislich hast du Ort und Zeiten für mein Dasein auserwählt. Hat mirs an Gelegenheiten, fromm zu werden, je gefehlt? Niemals hast du mein vergessen, immer Heil mir zuge messen. Weiser Gott, ich bringe dir ewig Preis und Dank dafür! 4. Herr, du zähltest meine Thränen; eh ich weinte, sahst du sie. Liebreich merttest du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh; und an jedem Leidenstage linbertest du meine Plage. Nimm, o Vater, nimm dafür ewig frohen Dank von mir! 5. Hatt ich, Heiligster, mit Sünden mein verführtes Herz befleckt: o bann ließest du mich finden Gnade, die zur Buße weckt. Mit unendlichem Erbarmen überströmtest du mich Armen. Nimm, Barmherziger, das für reinen Herzensdank von mir! 6. D was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst und, damit ich heilig werde, mich so treulich zu dir lenkst; daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben? Dir, du D ewge 314 ewge Liebe, dir opfr ich heißen Dant dafür! 7. Treu im Glauben laß mich enden, Vater, meinen Lebenslauf! Führ, o führ an deinen Händen mich zum hohen Ziel hinauf! Mit des Himmels Erstgebornen, mit des Mittlers Auserfornen jauchz ich dann einst, Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür. Pflichten gegen Mel. Wer nur den lieben Gott 419 könnt ich dich, mein Gott, recht preisen, wie du des Preises würdig bist! Könnt ich dir ganz den Dank beweisen, den dieß mein Herz dir schuldig ist, dieß Herz, das deiner Gütigkeit sich täglich mit Entzücken freut! 2. Wer überströmet mich mit Segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Wer schenkt dem Geiste Trost und Licht? Wer gibt zu meinem Thun Gedeihn? Allgütiger, du bists allein. Gott. 4. Du stärkst mir das ges schenkte Leben und läsfest es nie freudenleer; zum höhren Glück mich zu erheben, schickst du auch manche Trübsal her: doch stehst du auch mit Kraft mir bei, daß ich, o Herr, nicht muthlos sei. 3. Zu zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werke deiner Segenshand. Du warst schon meines Wohls Berather, eh mein Bedürfniß ich empfand. Noch eh ich war, da maßest du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 5. Schon oft hat dieß in meinen Tagen zu Freudenthränen mich gerührt, wie du mich unter manchen Plagen, zwar dunkel oft, doch gut geführt. In wie viel drohender Gefahr halfft du mir treu und wunderbar! nicht voller Freuden bestän 6. Wie sollt ich nun Wie sollt ich auch im tiefdig deinen Ruhm erhöhn? sten Leiden nicht freudig trauend auf dich sehn? Ja, tritt die größte Noth auch ein, wirst du doch, Gott. mein Helfer sein. 7. Von deiner Güte will ich singen, solange sich die Zunge regt; dir will ich Freudenopfer bringen, fo lange fich mein Herz be wegt; ja, wenn der Mund wird fraftlos sein: so stimm ich noch mit Seufzen ein. 8. Nur Dank und Leb kann ich dir geben; nimm es mein Gott, mit Gnaden an, bis ich in jenem bessern Leben dich würdiger erhe ben kann! Da steigt in sel ger da Lob Gottes. ger Geister Chor mein Lobgefang zu dir empor. In voriger Melodie. 420 Gott, ben alle Wesen ehren, von dir kommt aller Welten Pracht. Was wir empfinden, sehn und hören, hat deine Huld hervorgebracht. Herr, deiner hohen Weisbeit Licht erforscht der größte Weise nicht. 2. Du bists, der die Geschöpfe weidet und ihnen Lust und Wohlsein schenkt; du bist es, der die Erde fleidet und sie mit Thau und Regen tränkt; du bists, Er habner, dessen Kraft dem Frühling seine Anmuth schafft: 315 ten Abglanz in der Nacht? Erkennen soll ich, fühlen lernen die Größe deiner Schöpfermacht. Weit, über meine Fassung weit gebt, Schöpfer, deine Herrlichkeit. 3. Daß Fluren, Gärten sich verjüngen und Alles neues Leben fühlt; daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farben spielt. Der Blume Wohlgeruch und Pracht verkünbigt Schöpfer, deine Macht. 4. Du gabst, o Urquell alles der Sonne Wärme, gabst ihr Schein; du bist der Schöpfer des Gesichtes und willst auch dadurch uns erfreun, daß uns die Schönheit deiner Welt hellstrahlend in die Augen fällt. 5. Was lehrt das Licht von tausend Sternen, der Wel6. So oft ich sie bewundernd sehe, führ mich ihr Anblick, Gott, auf dich; und wo ich steb und wo ich gehe, erfülle heilge Ehrfurcht mich vor dir, der du stets um mich bist und meines Herzens Tiefe siehst! 7. O laß mich stets mit frommen Blicken die Wunder deiner Werke sehn! Laß mich mit dankendem Entzücen dich, ihren Schönfer, gern erhöhn, mich deiner schönen Schöpfung freun, bir meines Herzens Andacht weihn! Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. In allen meinen Thaten 421 Was ich nur Guz tes iſt Gottes milde Gabe; Nichts ist mein Eigenthum! Für das, was ich besitze, wodurch ich Andern nütze, ge bührt, Herr, dir, nicht mir der Ruhm! 2. Mit Einsicht und mit Kräften zu des Berufs Geschäften beschenkt mich deine 02 Huld 316 Pflichten gegen uns selbst. Huld. Durch dich allein gensinn nicht sehen will, gerathen mir meine guten wie klein, wie schwach ich Thaten; an Fehlern bin al- bin! lein ich Schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner Treue, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie deiner Weisheit es gefällt. 4. Sollt ich mich nun erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wider fährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vor gezogen? Bin ich auch je mals dessen werth? 5. Nein, ich bin zu geringe der Huld, die ich befinge, und werd es ewig sein. Dieß will ich nie vergessen, so werd ich nie vermessen durch Stolz und Hochmuth mich entweihn. 6. Das weislich anzuwenden, was du mit Vaterhänden mir gütig zugewandt: dieß sei in diesem Leben mein eifrigstes Bestreben! Dazu gib Demuth und Verstand! In eigener Melodie. 422 Wie leicht ver kenn ich meines Herzens Schwäche, wenn ich zu viel mir von mir selbst verspreche und dann aus Wahn, aus Stolz und Ei2. Gib, Gott, daß ich mir keine Nachsicht gönne, daß ich mich selbst und meine Sünden kenne, auch jeden Trieb, der sich in mir em pört, zum Bösen reizt und meine Ruhe stört! 3. Entdecke mir der Tu gend wahre Größe und jes des Lasters Niedrigkeit und Blöße, daß nie sein Reiz mich blendet und verführt, daß immer nur der Tugend Werth mich rührt! 4. Nie laß, o Herr, mich felbst die kleinsten Sünden entschuldigen und unerheb lich finden! Gib, daß ich sie voll tiefer Scham beren und ernstlich auch den kleinsten Fehler scheu! 5. Wenn mein Gemüth der Wahrheit Weg verfeh let, gern gut sein will und doch das Böse wählet, leicht sinnig ist und nicht den Irr thum sieht: so gib ihm Licht, daß es den Irrthum flieht! 6. Verhehl ich mir beim Heiligungsgeschäfte aus stol zem Wahn den Mangel meis ner Kräfte: so lehre mich ihn redlich mir gestehn und voll Vertraun zu dir um Hülfe flehn! 7. Wenn ich mich meines Sinns und Wandels freue und Demuth. 317 und doch nicht ganz mich Trag ich der Tugend Bürde wahrer Tugend weihe: so gib, daß ich, von Eigendüntel frei, sie recht zu würdigen stets sorgsam sei! aus Kenntniß ihrer Würde auch immer mit Zufriedenheit? 8. Wie manche That entspringt aus niederm Triebe, aus Eigennutz, und nicht aus Menschenliebe! Wie manche That gewinnt den Ruhm der Welt, die doch nicht dir, Allsehender, gefällt! 9. Du ließest mich von jeder meiner Pflichten und ihrem Werth schon früthe unterrichten; sie sind mein Glück, befördern stets mein Wohl: und doch thu ich nicht immer, was ich soll. 10. Olehre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, wie gern ich noch mich ror mir selbst verhehle, und führe du zu meinem wahren Glück mich in mich selbst und in mein Herz zurück! Mel. In allen meinen Thaten 423 Sib, Gott, wenn ich dir diene, daß ich mich nie erfühne, darüber stolz zu sein! Wer fann bei seinen Werken, wie oft er feblet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 2. Such ich stets deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? 3. Entzieh ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen? aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Tugend, o Herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sies verdienten, rechten, so trifft sie alle dein Gericht. 5. Doch wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Tugend wäre; weß ist dieß Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben und dein Gebot zu üben, die Lust und Freudigkeit? Wer stärkte meine Kräfte im Heiligungsgeschäfte? Wer gab mir Muth und Kraft im Streit? 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; du rufft mich, wenn ich fehle, auf rechten Weg zurück; du ziehst mich ab von Sünden und läßt mich Gnade finden und gibst zu meiner Beßrung Glück. 03 8. Sollt 318 8. Sollt ich mich deß erheben, was du mir, Herr, gegeben? Hab ich zum Stolz ein Recht? Könnt ich auch Alles üben, was du mir vorgeschrieben, wer bin ich? ein unnützer Knecht. Pflichten gegen uns selbst. wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt ich mich, o Gott, des Guten überhe ben? Was ich befiz, ist dein. Du sprichst: so bin ich Leben; du sprichst: so Mel. O Gott, du frommer Gott bin ich nichts. Von dir 424 Herr, der bu Alles kommt das Gedeihn. Drum gibst, von dem ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück und jede gute Gabe? Es ist nicht ewig fern von Stolz und Hochmuth sein! Mel. Wer nur den lieben Gott mein, es iſt ein unverbiens 425 Wer bin ich? darum bewahre mich vor Stolz und Uebermuth! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr als mein Nächster nütze, und wenn ich mehr Verstand, als er besitzt, be size; bin ich drum mehr, als er? O nein! Wer schenkte mir Verstand und Tüchtigkeit? Ach, Alles kommt von dir. 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Rath begegnet, und deine Gütigfeit mich mehr, als Andre, fegnet; gibt diefe deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, was Andre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden stehe und Andre unter mir in kleinerm Glücke sehe; wer machte sie gering, und ge Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht selbst recht tennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, geschaffen, Gott, zu deinem Preis. Mein Leben nützlich anzu wenden, will mein Beruf und dein Geheiß. Doch leb ich als dein Eigenthum auch wie ich soll zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzu sehn, ob ich den Pfad, den Je sus mir gewiesen, geh und ob ich auch im Glauben steh! 4. Du as Demuth.png 319 4. Du fennest meines Her- frei von Wahn und Selbstzens Tiefen, die mir selbst betrugim ods unergründlich sind; drum timur bi doğ, nedspeg laß mich oft und ernstlich Selbstliebe. prüfen, ob ich fei Christo gleich gefinnt? Befreie mich vom falschen Bahn, der auch den 5 Wer Alles weiß und boch verborgen und unbefannt sich selbst noch bleibt, wie will der für sein Bestes forgen? Was ist, das den zur Befrung treibt? Sich felbst recht fennen, ist Verstand; brum mache mich mit mir bekannt! 6. Was mir zu meinem Seil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir! Hab ich der Wahrheit Weg er wählet, so gib, daß ich ihn nicht verlier! Erleuchte mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Stege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Wege, der ins Verderben sich verliert! Gib mir zur Behrung Lust und Kraft; du bists, der beides in mir schafft! 8. Ich muß es einmal boch erfahren, was ich hier war und hier gethan. laß michs nicht bis dahin paren, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel flug und du and #sd selle Mel. O Gott, du frommer Gott 426 Dein Wille ists, ich soll mich selber lieben. laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu sein, den du mir eingepflanzt, in heilge Gränzen ein! 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich dein Auge findlich scheue! Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider Gottesfurcht und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigennutz beherrsche meine Seele! Und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Elend baun! 4. Der Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leis det, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beifall nicht. Nie treffe mich, o Gott, dieß schreckliche Gericht! 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schim24 mer! 320 mer! Der Erde Reiz entflieht ja doch im Tod auf immer. Was hilft uns kurze Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ists, was uns felig macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das kann mir allein des Lebens Last versüßen; das bleibt mir auch im Tod und folgt mir aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. Ofelig, wer banach mit heilgem Eifer trachtet und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet! Der liebt allein sich recht, der findet in der Zeit schon wahre Ruh und einst volltommne Seligkeit! Pflichten gegen uns selbst. 8. Dieß sei auch mir mein Biel! O laß es mir gelingen, des Herzens wahres Glück nach Wunsche zu erringen! Laß mich verachten, Herr, die Eitelkeit der Welt; gib, daß ich so mich lieb, wie dir es wohlgefällt. vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. Sorge für die Seele. Mel. Es ist das Heil uns 427 Nach meiner See Herr, mich eifrig ringen! Sollt ich die furze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd ich einst 2. Erst, wann die letzten Stunden nahn, erst, wann wir sterben sollen, zu dir sich wenden und die Bahn der Sünde meiden wollen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, bein Unterricht durch Je sum Christum zeiget. 3. Du rufest uns zur Heiligung; drum soll schon hier auf Erden mir meines Herzens Besserung die höchite Sorge werden. Gib mir dazu nur Lust und Trieb; Nichts sei zu groß mir und zu lieb, der Tugend es zu opfern! 4. Gewänn ich auch die ganze Welt mit Allem, was den Sinnen und meinen Lü sten wohlgefällt, was würd ich dann gewinnen? Was hülfen Glück und Schätze mir, was Macht und Glanz, wenn ich dafür mein ewig Heil verscherzte? 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in dies sem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tod noch geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glüdk; nur Gottes le Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden. 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich vor allen Din. gen trachten; mich immer, Hei Sorge für die Seele. 321 mir, daß ich folgen soll. Heiligster, auf dich, auf breit und voll, sie winkt Recht und Tugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geh und im Gericht vor dir besteh, sei meine größte Gorge! 5. Du, Jesu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen soll auf bir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein! Du wollest Stärke Mel. Gott Bater, an Erbarmen mir verleihn, daß ich unüberwindlich treu, o Herr, in jeder Prüfung fei! 6. Der Sündendienst scheint zu erfreun und endigt sich in Schmach und Bein. Drum steh dein guter Geist mir bei, daß ich tein Knecht der Sünde sei. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh! 428 Hier ist noch unfre Prüfungszeit. Hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Irrthum leicht berückt, das schwache Herz sich bald verstrickt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch böses Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Laster überhand und strömen übers ganze Land. Drum hüte dich! Das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sei zum Kampfe stets bereit und flieh den Schlaf der Sicherheit! 3. Mein Vorsatz ist: Ich will ihn fliehn! Doch wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm ich hier bei Gefahr, ein Netze bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! Ich Schwacher, wie entrinn ich hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, 7. 3war ist mein Glaub oft klein; doch du, du starfer Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 8. Wenn schon die Trübsal auf mich bringt und Angst mich überall umringt, bleib ich doch stets in deiner Hand und halt in jeder Brüfung Stand. Du, bu bist durch den Glauben mein, nun muß mir Alles heilsam sein. 9. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sollt auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrist, und wer ein Sklav der Laster 05 322 Pflichten gegen uns selbst. ster ist! Ich will nicht zagen. und doch nie sich stolz er Ins Gericht kommt, Herr, heben. wer an dich glaubet, nicht. 10. Dir, Höchster, will ich stets vertraun, stets freu-dig hoffend auf dich schaun. Bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, den Sieger Preis und Ehre frönt, steh, Herr, in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei! 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun, so auf seine Stimme hören und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege fliebt und mit Eifer sich bemüht, ſeinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Reu das Herz beschwert; fern sich halten von den Freuden, die der Sündendienst gewährt; eitlen Ruhm, der bald verblüht, Luft, die im Genuß noch flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten: nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegengehn; gern auch Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn und, wann Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß, was irdisch ist, vergeht: Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht; seine Blicke unverwandt nach dem ewgen Baterland rich ten und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Dieje Mel. Freu dich sehr, o meine 429 Lehre mich, Herr, recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei; meinen Fleiß darauf zu lenfen, steh mir selbst mit Gnade bei! Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen und kann nicht vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unfre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertraun. Denn die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, danach trachten, recht mit sich bekannt zu sein; sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheun; oft auf seine Fehler sehn, reuig fie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben Sorge für die Seele. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser be stes Theil. Die von dir geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott! verleihe fie auch mir; laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friebens leiten! In eigener Melodie. 430 Mache dich, mein Geist, bereit; wache, bet und flehe, daß auch in der bösen Beit fest dein Glaube stehe. Sicher ist nie der Christ; Gott läßt auch die Frommen in Versuchung kommen. 2. Sage nicht: Ich habe Beit; jetzt noch darf ich schlafen. Denk an Tod und Ewigkeit, an der Sünde Strafen; sieh, der Tod, der pir droht, kann dich leicht in Sünden unbereitet finden. 3. Wache! dir ist unbekannt, ob dich nicht auf Erden Prüfungen von Gottes Hand noch betreffen werden. Der fällt leicht, dem es däucht, daß er sicher stehe auf der 4. Wache! denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schädlich ist, muthig zu bestreiten. Gott läßt zu, daß auch 323 du, wenn du sorglos wallest, in Versuchung fallest. 5. Wache, daß die Macht der Welt nicht dein Herz verkehre; nicht, wenn sie sich freundlich stellt, dich durch List bethöre. Wach und sieh, daß dich nie die Verführer fällen, die dir Netze stellen. 6. Wach und hab auf dich wohl Acht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu ihr die Luft erwacht, ſchimpflich überwinde. Sie betrügt und besiegt leicht den, der sich heuchelt, festzustehn sich schmeichelt. 7. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen; das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit dir durch seine Gnade auf dem rechten Pfade. 8. Drum so laßt uns immerdar machen, beten, fle= hen, um in jeglicher Gefahr glorreich zu bestehen! Kurze Zeit währt der Streit, und dann wird zum Lobne mir die Siegestrone. Mel. Alle Menschen müssen sterben 431 Unser Wandel ist im Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth, und süße Hoffnung zu! Jeder Fußtritt, den ich thue, bringet 26 mich 324 Pflichten gegen uns selbst. mich dem Land der Ruhe les Schimmer. Wenig, wenäher, immer näher zu. nig Schritte noch und geWort, wie hoch erfreuest tragen ist das Joch. bu! 2. Saltets fest, ihr theuren Brüder, haltets feſt, bieß merthe Wort! Nichts schlag eure Hoffnung nieder! Wallet immer muthig fort! Muthig blicket hin zum Biele Vieleschon ergriffens, Viele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifens auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Bilger müssen, bleibet wacker, seid nie laß! Stets des hohen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn Unterlaß! Feinde stehn an euren Wegen; Stürme toben euch entgegen: Nebel, Klüfte, Felsen drohn; faßt nur Muth: groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge je gesehen, was tein Ohr gehöret hat, was kein Herz hier zu erflehen je sich unterwunden hat, das, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet. Drum verlaßt nicht eure Bahn; Jesus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer! Schon seh ich des ZieSorge für Leib, Leben und Gesundheit. Mel. Wer nur den lieben Gott 432 Des Leibes ware nähren, das ist, o Schöpfer meine Pflicht. Muthwillig seinen Bau versehren, verbietet mir dein Unterricht. O stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig fei! 2. Sellt ich mit Vorsatz das verletzen, was deine Hand mir anvertraut? Sollt ich gering ein Kunstwert schätzen, das du, o Schö pfer, felbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein. Sollt ich denn sein Zerstö rer sein? 3. Ihn zu erhalten ,. zu beschützen, gibst du mit mil der Vaterhand die Mittel, die dazu uns nützen, und zum Gebrauch gibst du Bers stand. Dir ist die Sorge nicht zu klein: wie sollte sie denn mir es sein? 4. Gesunde Glieder, mun tre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? 3ft nicht Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 325 nicht der Erde größtes Gut ben, laß, Höchster, meine Gesundheit und ein heitrer Weisheit sein! Sie ist ein Muth? Gift für unser Leben und ihre Freuden werden Pein. Drum fleb ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir! 2. Die Wollust kürzet unsre Tage; sie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte dieser Leidenschaft. Der haßt sich selbst, der Wollust liebt und sich in ihre Fesseln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; erstickt den Eifer edler Werke, den Ernst, die Lust zu jeder Pflicht; führt Reue und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlfein stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: Du felbst bist Störer deiner Ruh; du zogst dir selbst dein Uebel zu! 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren sorgsam sein! Drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße selbst Geduld mir ein! Gib heitern Muth und dann verleih, daß auch des Arztes Rath gedeih! 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Lei bes Pflege zielt; nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesetz mir anbefiehlt! Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei meiner Seele Wohl geweiht, daß sie zum Himmel weise werde und reife zur Vollkommenheit! Dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb und sterb ich dir zum Preis. 433 D Mel. Wer nur den lieben Gott ben lieben Gott er Wollust Reiz zu widerstre4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde noch tiefer, als zum Thier, berab: er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweckt, zu dem er lebt, wenn er nach niedern Lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott; sie sind vor dem Gewissen Schande und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nicht von dir, o Gott, geliebt. 07 6. Den 326 dd Pflichten gegen 6. Den übergibst du dem Verderben schon hier, der feinen Leib entweiht; und nie wird deinen Himmel erben, wer sich unreiner Lüste freutan Ach, laß mich ihre Reizung fliehn und teusch zu sein mich stets bemühn! uns selbst. prop 4. Mir felbst es zu vertürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefft mich ins Leben; dir soll ichs wiedergeben, wenn du ge beutst, doch früher nicht. 5. Was leicht in Krankheit stürzet, das Leben leicht verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliebn; doch auch nicht ängstlich zagen, es für die Pflicht zu wagen; auch dazu hast du mirs verliehn. 6. In deine Vaterhände befehl ich, Herr, mein Ende und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeMel. In allen meinen Thaten 434 Was ist mein ben; hilf du nur selbst der auf! 7. Gib, daß ich allen bösen Lüsten mit Muth und Nachdruck widersteh und stets dawider mich zu rüsten auf dich, Allgegen wärtger, seh! Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat. ben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschäßbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Aerndte sein. Je länger ich hier lebe und gut zu hanMel. Wer nur den lieben Gott beln strebe, ie größer wird 435 Wie mannichfal mein 3. Sollt ich dieß Glück mir rauben? O, Herr, laß mir im Glauben der fünftgen Aerndtezeit mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, wie mirs dein heilig Wort gebeut! 7. Was nützt ein langes Leben, wenn man nicht Gott ergeben nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. Gaben, womit uns deine Güte nährt, die, uns zu stärken und zu laben, so viel des Guten uns gewährt! Ja, Alles, was der Mensch genießt, beweist, wie freundlich, Gott, du bist! 2. Du Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 327 2. Du fegnest Auen und 7. Ach, Mancher starb Gefilde mit unerschöpfter schon längst und modert, Fruchtbarkeit, die deine vä- durch Trunks zu früh ins terliche Milde und Allmacht Grab gestreckt, von Gott zur jedes Jahr erneut, damit Rechenschaft gefodert, mit der Mensch, von Sorgen Schmach im Grabe noch befrei, fich sättige und dank deckt. Gott laß michsja bar fei. ni bis] 8nd dieß Lafter scheun, enthaltsam, mäßig, nüchtern sein! 8. So oft ich Speif und Trant genieße, so laßces mit Vernunft geschehn und, daß ich beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nahrung und Erquicung gibst. 3. Du läsfest uns nicht Mangel leiden: du gibst uns unser täglich Brod; du gibst noch mehr, du gibst auch Freuden für einen jeden Sinn, o Gott! Wie groß zum. Wechsel im Genuß ist deiner Gaben Ueberfluß! 4. Drum will ich mäßig im Genusse der Gaben deiner Güte sein und Nichts von meinem Ueberfluffe durchnie bre Schwelgerei entweihn. Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßigung und Nüchternheit. 5. Mit Speis und Trank den Leib beschweren, ist schimpflich, ziemet Christen nicht. Gott gibt sie uns, daß sie uns nähren, uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? 6. Unmäßigkeit lähmt alle Kräfte, bringt Krankheit, Armuth, Bank und Streit; macht treulos im Berufsgeschäfte, raubt des Gewisfens Seligkeit; setzt zu den Thieren uns herab und stürzet vor der Zeit ins Grab. Arbeitsamkeit und b Berufstreue. G mel. O Gott, dy frommer Gott 436 Du haft uns, Herr, die Pflicht zur Arbeit auferleget und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Dir ist, o Heiligster, der Müßiggang verhaßt: für uns des Unheils Quell, für Andere der Last. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen und Bürden des Berufs entschlossen auf mich nehmen! Wenn auch mein Angesicht der Arbeit Schweiß benetzt: wohlauf! du hast mich selbst in den Beruf geſetzt. 3. BeY Pflichten gegen uns selbst. 328 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen! Gib mir mein täglich Brod und sorge du für morgen! Ich will an meinem Theil das Meine fleißig thun und dann mit Zuverficht in deiner Fügung ruhn! 4. Auch fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände; den Anfang segne du, beglücke du das Ende! Laß mich bei jeder Last auf jenes Leben fehn, wo wir nach treuem Fleiß zu deiner Ruhe gehn. Mel. In allen meinen Thaten um 437 3 Das Leben vom Fleiße Schöpfer uns gegeben und nicht zu träger Ruh. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freuden zu. 2. Er stärkt des Leibes Kräfte; er fördert die Geschäfte, gibt uns ein fröhlich Herz; er schafft uns süßen Schlummer, erleichtert Gram und Kummer und lindert oft den herbsten Schmerz. 3. Er hilft den Hang bestegen zu sündlichem Vergnügen. Was mehr, was stets erfreut: der Unsern Wohlfahrtschüßzen, der Welt und Nachwelt nützen, das ist das Glück der Thätigkeit. 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie träg im Gu ten werden; du gabst der Kraft uns viel! Dich, unsern Herrn, zu ehren und Menschenglück zu mehren, sei immer unser schönstes Biel! 5. Wenn Andre troftlos flagen, dann werden wir nicht zagen und keinen Tag bereun. Wenn Träge trau ern müssen, dann spricht uns das Gewissen getroften Muth und Hoffnung ein. 6. Wenn einst viel edle Thaten um uns gleich reifen Saaten mit reichen Früchten wenn Taugende sich freuen und heißen sende sich freuen und heißen Dank uns weihen: wie ist dann unser Lohn so schön! Mel. Es ist das Heil uns 438 Gott ists, ber das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen; er gibt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Segen bleiben. 2. Wer sichs zur ersten Sorge macht, vor ihm gerecht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht, dem gibt er auch auf Erden Arbeitsamkeit und Berufstreue. den vom Irdischen mit milder Hand so viel, beim Fleiß in seinem Stand, wahrhaftig nützet. als ihm 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; er krönet sie mit Gnade, daß ihnen nicht der Feinde Hohn und keine Mißgunst schade. Mit seinem Schutz bedeckt er fie und segnet bei des Lebens Müh ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe! Mit Licht und Weisheit fegne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Neichs Gerechtigkeit laß mich vor Allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich mit aller Sorgfalt meiden; thun, was ich soll, gestärkt durch dich, gehorsam und mit Freuden, daß ich in meinem Stande treu und meinen Brüdern nützlich sei und dir zur Ehre lebe! 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge! 329 Mel. Allein Gott in der Höh 439 Uns strömt aus deiner Segenshand, Herr, täglich Heil entgegen. Durch dich erhebt sich Meer und Land zur Fruchtbarkeit, zum Segen. Durch dich strömt rings aus der Natur Gedeihn auf jede Creatur; du bist des Segens Quelle. 2. Von dir kommt Weisheit und Verstand; du machst die Reiche blühen; du führest Weise in das Land und segnest ihr Bemühen; du gibst dem Geiste Thätigkeit; du bists, der Jedem Kraft verleiht, den Nächsten zu beglücken. 3. Durch dich, Herr, bringt uns Land und Meer die Güter deiner Erde- von weit entlegnen Völkern her, damit gesegnet werde mit allen Gütern deiner Hand das fernste Volt, das fernste Land und deine Liebe preise. 4. Du zeigest ihren Wirfungskreis den Bürgern dieser Erde, daß Jeglicher durch seinen Fleiß dem Andern nützlich werde. Daß Jeder, den dein Wint erschuf, frob sei im eigenen Beruf, ist dein allweiser Wille! 5. Gib uns, o Bater, Redlichkeit in des Berufs Geschäften! Lehr weis uns brauchen unsre Zeit, nach un 330 Pflichten gegen uns selbst. unfern besten Kräften! Hilf bein milder Segen. Nicht nützlich werden Jedermann, zum Verderben@gabst du wenn Rath und That ihm mir mein zeitliches Vermö helfen kann zu seinem bes gen; du gabst es mir zum fern Glüce! wahren Wohl.sh Sorphilf denn, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauchyel bilaün 89 198 3. Was ist das mir ge schenkte Gut? Vergänglich, wie die Erbesit Gib, daß ich nie zum Ulebermuth dadurch verleitet werde! Nie reiß ein irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eitlen hin, daß ich mein Heil vergesse! 6. Wie du für Alle Vater bist, für Böse und Gerechte, so fet, iwer Erbenbürgernisty von jeglichem Geschlechte uns Nächster, Bruder, sei uns werth; und wenn er Hülfe, Trost be gehrt, find er stets Rath und Beistand! 7. Du bist der Vater, der erfreut, verbreitest deinen Segen; du rufft: zum Segnen seid bereit, geht Brütdern gern entgegen! Wie du die Lieb und Güte bist, so sei ein Jeder, der sich Christ nach Jesu Christo nennet, Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Güter. Mel. Es ist das Heil uns 440 Herr, laß mich haft mein zeitlich Gut ver. walten! Gib selbst mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nüßt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ewgen Gütern darbe! 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir; es ist 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, verführt mich zeit lich Gut und Geld, forglos hintan zu setzen, was mei ner Seele Heil begehrt und mir ein ewig Glück gewährt? Wie strafbar würd ich han deln! 5. Mein erstes Trachten sei allhier nach deines Gei stes Gaben! Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur dich fann haben! ich nur, ne Huld, bin ich voll Glaus ben und Geduld, was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen! Von Unruh und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden Nichts und Nichts Arbeitsamkeit und Berufstreue. 331 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglücken, darf nicht vergänglich sein, muß für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hats und wünscht noch mehr; er darbt in seinem Glück, fein Herz bleibt freudenleer.d Nichts am Tage des Gerichts. Da schützt er feinen Sünder. 7. Vehr du mich weise Sparsamkeit, um das nicht zu verschwenden, was du mir gabst; nein, in der Zeit es nützlich anzuwenden! Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten, so wie mir, des Lebens Müh erleichtre! 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken und mein Gemüth gewissenhaft zur Treu im Irdschen lenken; daß selbst von Gütern dieser Zeit ich einst noch in der Ewigkeit den reich sten Segen ärndte. 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben und heilige mein Herz, nie das zu sehr zu lieben, was man mit Müh gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald unruhvoll bewacht und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises, frommes Herz, das sei mein Schatz auf Erden! Sonst Alles, nur nicht dieß, kann mir entrissen werden. Dieß Mel. Gott, du frommer Gott bleibt im Tod auch mein: dieß folgt mir aus der Zeit zum seligsten Gewinn bis in die Ewigkeit. 441 Naß mich doch, nicht, o Gott, den Schätzen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werben! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur füße Träume sinds, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ewgen Gütern hin. 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz nicht stets in unserm wirds tro dist Fal Mel. Wer nur den lieben Gott ch bin der dem zu Theil, der ängſtlich 442 Ite Mensch auf verlierts oft der, dem sein Erden: ich hab genug; drum Bemühn gelingt. bab ich viel! Ein Andrer mache 332 Pflichten gegen uns selbst. mache fich Beschwerden, wie Mel. Wenn mich die Sünden er den Mammon finden will! als Wer mehr nicht sucht, Gott bescheert, dem ist der größte Schatz gewährt. 2. Der Reichthum liegt in den Gemüthern; wer sich begnügt, ist nimmer leer. Viel bleiben arm bei groBen Gütern; denn sie verlangen immer mehr; und wer sich selber nicht besitzt, hat einen Schatz, der Niemand nützt. 3. Ein Geizhals hat bei seinem Grämen nicht Eine Stunde Fröhlichkeit. Er hats und darf sich doch Nichts nehmen, weil er sichs immer selbst verbeut: mehr, als sich selbst, liebt er die Welt, verzehrt sich selbst und spart sein Geld. 4. Wie ungetrübt verfließt dagegen mein Leben bei Genügsamkeit! Gibt mir mein Gott nur Einen Segen, bin ich schon voll Zufriedenheit und denke: Gott gibt jeden Tag mehr, als ein Kaiserthum vermag. 5. Ein Geizhals gebet zum Verderben, weil er nach Geld und Gut nur sirebt; ich aber kann mit Freuden sterben, weil an der Welt mein Herz nicht flebt. So fährt die Seele selig hin, wo ich bei Gott der Reichste bin. 443 Lak, Herr, nach eitlen mich niemals geizig sein! Laß deinen Geist mich lehren, der Ehre mich zu freun, die selbst vor dir, o Gott, besteht und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht! 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt! Nur das sei, Vater, immer mein Ruhm, was dir gefällt! Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfade, verbirgt mir, wer ich bin! 3. Nicht im Besitz von Schätzen und Gütern diemich setzen; sie sind doch ser Zeit laß meinen Ruhm Eitelfeit; sie sind doch nur des Thoren Glück, verlassen uns im Tode und bleiben hier zurück. 4. Nicht Stand und äu fre Würde verblende meis nen Sinn! Wie oft zieht ihre Bürde den Geist zur Erde hin! Verdienst und Tugend fei allein der Ruhm, nach dem ich ringe! Nur er bleibt ewig mein. 5. Dich kennen; meine Pflichten mit Fleiß und Redlichkeit, mit Muth und Treu verrichten, wie, Herr, bein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Jes ju Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 333 su Beispiel üben, daß sei ses eines Menschen Ruf, mir wahrer Ruhm! den Gott zur Ewigkeit er schuf? 6. Es sei, daß auf der Erde das Gute, das ich that, verkannt, vergessen werde; es bleibt doch stille Saat, die auffeimt für die Ewigfeit; und o dein Beifall lohnet mich mit Zufriedenbeit. 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die ebe lern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe und machet der Vernunft zum Spett ein elend Gold zu deinem Gott. 7. Wenn einst die ernste Wage du, Weltenrichter, nimmst und am Vergeltungstage der Thaten Werth beſtimmst, dann müsse meinem ewgen Geist des Himmels Krone werden, die mir bein Wort verheißt! Mel. Auf, Christenmens! 444 Wohl dem, der beßre Schätze liebet, als Schätze dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Wahr ist es, Gott vers wehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nützen. Sie bürfen unser Herz erfreun und unsers Fleißes Antrieb ſein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten: ist die5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist und tödtet dein Gewissen und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen, dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern und glaubst, du habst sie wohlbedacht, 334 mit Pflichten gegen bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterli ches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen; und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund.d uns selbst. 2. Du schenktest mir Veri stand und Willen; die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen; und lehrtest selbst mich meine Pflicht. Für Tugend gabſt du mir Gefühl und Frei heit, was ich wählen will. 3. Du goffest zwar auf dieser Erde viel Anmuth, Pracht und Schönheit aus und schmücktest durch dein mächtges: Werde! auch meiner Seele irdisch Haus, gabst mir der Sinne fein Gefühl und auch dadurch der Freuden viel; on p 4. Doch einst muß ich dieß Leben schließen, weil dieß mein irdisch Haus zerbricht. Drum soll ich zwar die Welt genießen, doch als genöß ich ihrer nicht. Ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, so sehr sie auch die Sinne reizt; nach Wel lust, Ehr und Gold nicht trachten, wonach der Mensch so lüstern geizt; nie scheuen, was die Pflicht gebeut, und wär es auch voll Bitterfeit. 6. Dein Unterricht sei nicht vergebens! Gib, Vater, daß ich ihm getreu und beim Ge nusse dieses Lebens einst auch zu jenem tüchtig sei! Vollkommne Freude wohnt nicht hier, wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. 7. Wohl 10. Gewinnsucht raubt die Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. Idrost 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen lasse, Geiz ewig als Abgötterei von mir entfern und hasse! Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut. Weiser Gebrauch der Lebenszeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 445 Du gabft mir, Ewger, dieses Leben nicht für den Augenblick der Zeit: du hast es mir, mein Gott, gegeben zur Aussaat für die Ewigkeit. Hier ist der Vorbereitungsort: Bestrafung und Belohnung dort. Weiser Gebrauch der Lebenszeit. 335 7. Wohl mir, wenn ich Nimm mit erkenntlichem es muthig wage, der gro- Gemüth der nahen Stunde Ben Hoffnung werth zu wahr: sie flieht! sein und diese kurzen Uebungstage Gott und der Tugendganz zu weihn, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt! 2. Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten und wirfst fo ficher Jahre weg. Bist du, zu fühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 8. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt und jede Lockung überwinde, die meinem Herzen Netze stellt, wenn ich: o se liger Gewinn! als Sieger dort gekrönet bin! 9. D gib mir deines Geistes Stärke, der du in Schwadhen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu sinnlich ist! Das Eitle lehre mich verschmähn und auf das Ewige nur sehn! 10. Laß mich oft in gefunden Tagen im Geist zu meinem Grabe gehn und da bei Freuden und bei Plagen auf dich und jenes Leben sehn, damit ich, meiner Pflicht getreu, der höbern Freuden würdig sei. 3. Ein ewig Glück einst zu besitzen, sollst du des kurzen Lebens Zeit als deine Saatzeit weislich nützen und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh, Eins ist Noth! Was säumest du? 4. Drum eil und rette deine Seele und denke nicht: ein andermal! Sei wacker, bet und überzähle der Menschentage fleine 3ahl. Sei fromm und wandle vor dem Herrn, wär auch dein Ende noch so fern! 5. Mit jedem neugeschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht! Sprich: dir, o Gott, ist Nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht und will, mich deiMel. Wer nur den lieben Gott 446 8 eilt der letzte ner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn. von den Tagen, bie du hier lebest, Mensch, berbei; erlauf die Zeit und, statt zu klagen, sie sei zu kurz, gebrauch sie treu! JAUT 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich ich nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil er= 336 erwäble, so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist doch eine Stunde werth, die dei ne Güte mir gewährt! Pflichten gegen uns selbst. 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäf ten die Bilgertage durchgelebt und einst im Glauben sagen kann: Du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende hörst du dann, Herzenskündiger; in deine treuen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann seine Hütte fällt. Mel. Wer nur den lieben Gott 447 Wº o eilt ihr hin, ihr Lebensstunden? Beit, edle Zeit, wo fleuchst du hin? Wie mancher Tag ist schon verschwunden, seit ich der Erde Bilger bin! Ein großer Theil von meiner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit. 2. Ermuntre dich aus deinem Schlummer! Auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! Dieß sei dein Gram, dieß sei dein Kummer, daß mancher Tag umsonst verstrich! Den ungenüßten Augen blick bringt keine Reue dir zurück. 3. Der Thor durchlebet seine Jahre, eh er des Les bens Werth versteht; er nahet früher sich der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Was ist das Menschen leben werth, das ungenügt vorüberfährt? 4. Mensch, sei ein Mensch! Fang an zu leben, um nü lich für die Welt zu sein; fang an, dem Guten nach zustreben, bring das Versäumte doppelt ein; daß, wenn man deinen Leib begräbt, dein Werk und bein Gedächtniß lebt! 5. Sei nicht den kleinften Zeitpunkt müßig, ba du nicht deine Pflicht ers füllst; du hast den Tag nicht überflüssig, den bu so frech verschwenden willst. Wiss, ein Verlust, der ewig reut, ist der Verlust der edlen Zeit. 6. Gib dir von einem je den Tage, den dir Gott schens fet, Rechenschaft; durchdent ihn, leg ihn auf die Wage: vollbrachtest du ihn tugendhaft? Hast du nach Möglichkeit gethan, was Gott von dir einst fordern kann? 7. Herr meines Lebens, sei doch fünftig mein Heil und meines Lebens Kraft: so wandle ich als Menich vernünftig, so leb als Christ ich tugendhaft; so dant ich dir in Ewigkeit für die mir hier verliehne Zeit. Mel Genügsamkeit und Zufriedenheit. 337 Mel. Wer nur den lieben Gett Glück; so werden Fehler, 448 Blick hin in die die dich reun, ſelbſt Mittel dir zur Weisheit sein. vergangnen Zeiten, mein Geist, und sammle Weisheit ein, um, frei vom Dienst der Eitelfeiten, der Tugend dich allein zu weihn. Nur sie schafft dir zu aller Zeit das wahre Glück: Zufriedenheit. 2. Dank ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit dich seine Huld erquickt; doch dank ihm auch für jedes Leiden, das er dir liebreich zugeschickt. Denn Alles, was er an dir thut, ist weise stets, ist ewig gut. 3. Vergiß nicht, wie er dich beschützte, wenn sich Gefahren dir genaht; dir schenkte, was dir wahrhaft nützte, oft eh ihn noch dein Flehen bat; und wie er oft dir mehr gewährt, als je bein Wunsch von ihm begehrt. 4. Denk an die hingefloßnen Stunden, die der Alliebende dir gab. Sind fie in seinem Dienst verschwunden, dann schrecken dich nicht Tod und Grab; dann ist die hier verfloßne Beit Gewinn dir für die Ewigkeit. 5. Doch blick auch voller Scham und Reue auf Fehler vorger Zeit zurück und lern aus ihnen beßre Treue und größre Sorge für dein 6. Ermanne dich, dieß kurze Leben dem weisesten Gebrauch zu weihn; es ward vom Schöpfer dir gegeben, hier guten Saamen auszustreun, der, reifend für die Ewigkeit, am Tag der Aerndte dich erfreut. 7. Dann blickest du am Ziel der Zeiten mit Ruh in das Bergangne hin und freuest dich der Seligkeiten des Himmels mit entzücktem Sinn, der Wonne, die dort den umgibt, der hier sich treu im Guten übt. Genügsamkeit und Zufriedenheit. met. Wie groß ist des Allmächt. 449 Du flagst und fühleft die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden und siehst, daß du vergebens strebst. Ja, flage! Gott erlaubt die Zähren: doch denk im Klagen auch zurück: ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nieschenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit: die wahre Ruhe der Gemüther P ist 338 Pflichten gegen uns selbst. ist Tugend und Genügsam- werden, und bete Gottes feit. Genieße, was dir Gott Willen an. beschieben, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder hat auch seine Last. 2. Gott felbst hat dir dein Loos beschieden; nimms dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband! Sie gibt bir Munterkeit und Kräfte und nährt und stärkt sie väter lich. Sie brauchen, das ist dein Geschäfte, und ihr Ge brauch ist Glück für dich. 3. Hat Andern deines Baters Segen mehr Güter anvertraut, als dir: darf dieß wohl deinen Neid er regen? Dent: wer ist Gott? und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dit nützet und deinem Nächsten frommt, als du? wenn er dich nährt, regiert und schü Bet, was fehlet dann noch deiner Ruh? 4. Du prangeft nicht in hohen Würden; beneide nicht der Großen Glück. Sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt fie ein Augenblick. Dir ward kein Ueberfluß gewähret; wünsch ihn auch nicht aus Selbstbetrug! Wer gern, was er nicht braucht, ent behret, der ist beglückt und reich genug. hilda 3. Gott ist der Herr und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht fo, wie wirs zu wünschen pflegen, doch so, wie ers uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzufriedenheit; besorge deines Stands Geschäfte und nütze deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung fehn, dieß ist der Weg zu Ruh und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! In voriger Melodie. 450 ntebre nicht, mein Herz, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf! Des Lebens Mühe zu ertragen und frch zu sein, ist dein Beruf. Erbulde standhaft die Beschwerden, die feine Klugheit hindern fann; schaff nur, daß sie dir heilsam 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, was ich be darf, und mehr verliehn, laß eifrig sich mein Herz bestres Genügsamkeit und Zufriedenheit. bestreben, die Unzufrieden heit zu fliehn! In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich ehren, bir vertraun, dich lieben, müff ewig meine Wonne sein. Mel. Wer nur ben lieben Gott ch bin in mei451 frieden mit dem, was er zu meinem Theil an Glück und Unglück mir beschieden: sein weiser Rath sucht stets mein Heil. Ob er mir gleich pft widrig scheint, doch weiß ich, daß ers treulich meint. 2. Er weiß allein, wo durch auf Erden sein großer Name für und für muß herrlich und gepriesen wer den. Erreicht er diesen Zweck an mir, so bin ich ruhig und vergnügt mit Allem, wie ers mit mir fügt. 3. Muß mir die Freudensonne scheinen, so dank ich fröhlich feiner Huld; muß aber ich in Trübsal weinen, so nehm ichs auch an mit Geduld. Denn das, was seine Weisheit thut, ist Alles ewig recht und gut. 10156 339 Leben, freudenleer mein Stand, mein Loos; ist mein höchster Wunsch, mein Stre ben, reich zu sein, geehrt und groß: dann verfließen meine Tage mir in Mißmuth, Sorg und Plage. 2. Lernt ich mäßiger begehren, mäßiger im Wün-= schen sein, jetzt genießen, dann entbehren: o wie glücklich Freuden, meine Schmerzen fließen nur aus meinem Herzen. 3. Hoher Stand und große Güter schaffen nicht Zufriedenheit; wahre Ruhe der Gemüther wohnt nur bei Genügsamkeit, die mit Weisheit sich verbindet und ihr Glück auf Tugend gründet. 4. Gott vertheilet seinen Segen stets mit weiser Baterhand; nicht, wie wirs zu wünschen pflegen: nur wie er es heilsam fand. Auch mich hat er nicht vergessen; auch mein Theil mir zugemessen.nsdong bon 5. Ringet um der Tugend willen, Brüder, nach Zufriedenheit! Schwere Pflichten zu erfüllen, hilft nur Geistesheiterkeit. Gram, im Herzen tief verschloffen, macht zu jeder Pflicht verbroffen. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 6. Laß mich, Gott, in 452 Sheint mir freu meinem Leben redlich meine denleer das Pflichten thun, still und 2 find 340 findlich dir ergeben, fromm in deiner Fügung ruhn; und ein Blick auf ewge Freuden stärke dann mich auch im Leiden. Pflichten gegen Streben nach Herzensund Gewissensruhe. Sh In eigener Melodie. 453 Nicht auf den Höhn, nicht in den stillsten Gründen bist, süßer Friede, du zu finden, der Paradiesespalmen trägt! Dein Reich ist nicht der Welt Getümmel; du herrschest segnend in dem Himmel und in der Brust, die für ihn schlägt. 2. Du weinst, o Mensch, dich treffen schwere Leiden; du ringest mit dem Druck der Zeiten vergebens, bist du nicht ein Christ? Hier weilen Kampf und Streit und Mühen; willst du ins Land des Friedens ziehen, so lerne, wo der Himmel iſt. uns selbst. 4. Es ist und bleibt, wies immer ist gewesen. Wer mag von Disteln Feigen lesen; und bringt der Dorn auch süßen Wein? Die Welt kann dir mit nichten geben, was sie nicht hat. Das rechte Leben hüllt still in frommer Brust sich ein. 5. In Gottes Gnade suche deinen Frieden. Wirst du das Göttliche behüten, dann haft du, was dich still erhält. Laß toben Schrek ken und Gefahren: du kannst nur Himmlisches bewahren! Das Andre aber, das zerfällt. 3. Nicht Alle, die zu Chrifto fich bekennen, nicht Alle, die ihn Herr, Herr! nennen, sind würdig, aus erwählt zu sein. Drum suchen Viele falsch hienieden in Gold und Ehre ihren Frieden und gehen nicht zum Himmel ein. In eigener Melodie. 454 Besitz ich nur ein ruhiges wissen, so ist für mich, wenn Andre zagen müssen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Dieß sei mein Theil! Dieß soll mir Niemand rauben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der Friede Gottes nur ist Heil. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schwei get und Gottes Geist in meinem Geiste zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 4. Und diese Ruh, den Trost in meinem Leben, sollt ich für Lust, für Luft ber Sinne Weiser Genuß der Lebensfreuden. 341 Sinne geben? Dieß lasse Glück, o Mensch, kann gröGottes Geist nicht zu! Ber sein? 5. Mag auch die Pflicht, mich selber zu besiegen, die schwerste sein! Sie ists; doch welch Vergnügen wird sie nach der Vollbringung nicht! 6. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: Ich fühlt in mir des Bösen Lust entbrennen, doch, Dank sei Gott! er schützte mich! 7. Was kann im Glück den Werth des Glücks er höhen? Ein ruhig Herz persüßt im Wohlergehen mir jeden frohen Augenblick. 8. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen; im schwersten Kreuz mit Frieden mich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. 9. Was gibt mir Muth, die Güter zu verachten, wonach so ängstlich niedre Seelen trachten? Ein ruhig Herz, dieß größte Gut. 10. Was ist der Spott, ben ein Gerechter Leidet? Sein wahrer Ruhm! Denn wer das Böse meidet, das Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 11. Im Herzen rein, hinauf zum Himmel schauen und sagen: Gott, du Gott, bist mein Vertrauen! Welch 12. Sieh, Alles weicht, und du wirst sterben müssen; was kann alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 13. Heil dir, o Christ, der diese Ruh empfindet und der sein Glück auf das Bewußtsein gründet, daß nichts Verdammlichs an ihm ist! 14. Laß Erd und Welt, so kann der Fromme sprechen, laß über mir den Bau des Himmels brechen! Gott ist es, dessen Hand mich hält. Weiser Genuß der Lebensfreuden. Mel. Nun dantet Alle Gott 455 Du, ber jo gern beglückt, Freuden uns bereitet, wie selig, wer, von dir an Va= terhand geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wenn er zu dir sich hält, und nur Bergnügen sucht, das dir, o Gott, gefällt! 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern erhebet; wenn er die Freude kennt, bir näher, Gott, zu P 3 sein 342 Pflichten gegen uns selbst. fein, erstaunt sich deiner der Welt, zum Spielwert Macht und deiner Huld zu nicht geboren. Erholung sei freun! er mir! Es stärke mich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgerüht! 3. Wie selig, wenn er felbst der Erde fleinre Freuden mit Maaß und Weis- 8. Nie soll durch meine heit wählt! Ihr Uebermaaß wird Leiden. Nach arbeitvoller Müh erquicket der Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt endlich Ueberdruß. Lust der arme Bruder let den! Der Tag, der mich beglückt, sei ihm auch Tag der Freuden! Ist er ver lebt, wohl mir, wenn er mich nie gereut! Nie scheid er ohne Dank für den, der mich erfreut! 1989 4. O gib, Allgütiger, gib, daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude strebt, nie jene Freuden wähle, die uns dereinst gereun! Es schlage meine Brust, durch Laster nie entweiht, nur für die reine Lust! 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht tödten; die Unschuld müsse nie vor meinem Scherz erröthen! Nach treu vollbrachter Pflicht darf ich der Ruh mich freun, doch keinen Augenblick den falschen Freuden weihn. 6. Vernunft und Tugend, seid Gefährten meiner Freuden! Dem Schwelger will ich nie sein kurzes Glück beneiden! Was mir an Reichthum fehlt, ersetzt Zufriedenheit: der frohste Sinn wohnt gern bei frommer Häuslichkeit. 7. Der Tag der Fröhlichkeit sei niemals ganz verloren! Ich ward zum Dienst Mel. Mache dich, mein Geist, 456 Viele Freuden auf den Weg des Lebens. Schöpfer, diesen Vatersinn zeigst du nicht vergebens. Du erfreust unsern Geist, um ihn anzutreiben, stets dir treu zu bleiben. 2. O wie schön ist deine Welt und wie reich an Se gen! Nur ein Thor, dem Nichts gefällt, sinkt dem Gram entgegen. Was ist Noth, was der Tod gegen so viel Gaben, die den Wei sen laben? 3. Uns, o Gott, gabst d Gefühl für den Reiz der Erde, daß der Lauf zu hohen Ziel uns erleichter werde; und auch ich freue mich; denn du haft mir le ben und Gefühl gegeben. 4. Dod Weiser Genuß der Lebensfreuden. 343 getreu, in den Taumel finken! Leite mich, daß ich dich auch in Freuden ehre und mein Heil nicht störe. 4. Doch ich soll des Lebens Luft menschlich nur genießen, meiner Würde mir bewußt, jeden Tag beschließen. Deine Hand gab Verstand, Triebe zu beschränten, die zum Bösen lenken. 5. Nie darf das Vergnügen mich meiner Pflicht entlocken; nie mich, Vater, gegen dich und mein Heil verstocken. Wer vergißt, was er ist, und nur thierisch lebet, steht einst da und bebet. 6. Ach, wie Mancher hängt sein Herz freuden! fest an ErdenUnd wie tebt in ihm der Schmerz, wenn sie von ihm scheiden! Gott laß nie mich an sie ganz den Geist gewöhnen, nie den Sinnen fröhnen! 7. Wilde Freude kann gar leicht die Gesundheit schwächen. wie wird sich, wenn sie weicht, das Gewissen rächen! Steh mir bei! Gott verleih, daß, wenn ich erfranke, doch mein Trost nicht wanke! 8. Nur ein mäßiger Gemuß stärkt des Lebens Kräfte; er verscheucht den lleberbruß, fördert die Geschäfte, und mein Geist, der dich preist, wird dabei getrieben, ewig dich zu lieben. 9. Gib denn, daß ich weise ſei, wenn mir Freuden winten! Laß mich nie, dir un10. Alle Lust der Sinnlichkeit wird vorüberfließen; nur was Geist und Herz erfreut, werd ich stets genießen. Guter Gott, laß im Tod, wann die Sinne schwinden, mich dieß Glück empfinden. Mel. Gott des Himmels und der 457 Bis der Tod ihm winkt zum Grabe, danke seinem Gott der Christ, dem die theure Seelengabe, Heiterkeit, verliehen ist, der auch nie sie frech entweiht, immer sich in Unschuld freut. 2. Er verzehret seine Kräfte nicht in unzufriednem Sinn; unter nützlichem Geschäfte fliehen seine Tage hin. Heitrer glänzt sein Angesicht im Gefühl erfüllter Pflicht. 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber von der Tugend gern sich im wilden Taumel trennet, bleibet von dem Christen fern, dessen heitrer, fester Muth auf der Tugend nur be= ruht. 4. Wenn auch jedes Glück ihm schwände und die Erde freudenlcer ihm vor seinen Augen stände: Hoffnung $ 4 flicht 344 flieht ihn nimmermehr; muthvoll geht an ihrer Hand er ins beßre Vaterland. 5. Stärke, Gott, auch meine Seele, daß sie sich zum Guten neigt; gib, daß ich den Pfad erwähle, den mir Jesu Lehre zeigt! Nichts stört meinen heitern Sinn, wenn ich fromm und weise bin. Pflichten gegen uns selbst. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 458 Daß unser Gott uns Leben gab, deß wollen wir uns freuen und von der Wiege bis ans Grab ihm unsern Dank erneuen. 2. Denn auch zur Freude gab uns Gott auf dieser Welt das Leben und hat verheißen, nach dem Tod der Wonne mehr zu geben. 6. Doch geben wollen wir auch gern, wie wir von Gott genommen, und ähnlich werden unserm Herrn, zu dem dereinst wir kommen. 7. Wir schaun die Wunder seiner Hand aus unsern tiefen Fernen und wissen: unser Vaterland ist über jenen Sternen. 8. Auf unserm Leben schwimmt wie Schaum ein wenig Müh und Kummer. Das Leben ist ein Morgentraum, der Tod ein kurzer Schlummer. 9. Wir sinken freudig in den Staub, der unsre Väter decket, und gönnen Würmern ihren Raub, weil Gott uns auferwecket. Geduld und Gelassenheit im Leiden. 3. Die Früblingswärme haucht sein Mund, und Kühlung wehn die Wogen. Am Mel. Was mein Gott will Himmel zeugt von seinem 459 ott, immer groß Bund der schöne Regenbogen. 4. Und Gärten, Wälder, Berg und Flur verkünden seine Gnade. Wir finden seiner Güte Spur auf jedem unsrer Pfade. an weiser Huld, du Geber meiner Freuden, behüte mich vor Ungeduld bei dieses Lebens Leiden! Auch sie verhängst du über mich nach ewig weisen Schlüssen; sie werden mir, trau ich auf dich, zum Besten dienen müssen. 5. Drum können wir bei frommem Fleiß getrost auf Segen warten. Von heitrer Stirne fließt der Schweiß herab auf Feld und Garten. 2. Ich raube mir durch Ungeduld selbst viele mei ner Freuden, verkenne deine Vater Geduld und Gelassenheit im Leiden. Vaterhuld, vermehre meine Leiden, vergeß oft des Berufes Pflicht und quäl mich jeden Morgen beim Mangel froher Zuversicht mit immer neuen Sorgen. 3. Mein banges unruhvolles Herz, unfähig, sich zu fassen, wird sich dem Gram, dem kleinsten Schmerz ganz trostlos überlassen, betämpfet seinen Kummer nie; wünscht zwar ihn zu vermindern und sucht doch, ohne Fleiß und Müh, umsonst ihn zu verhindern. 4. Du, Bater, weißt, was mir gebricht; du fennest meine Leiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freuden! Die Last, die du mir auferlegt, kann mich nicht niederdrücken; wenn sie mein Herz nur willig trägt, wirst du mich bald beglücken. 345 mer Dulder, hier im Glauben! Noch so dunkel sei dein Pfad: lasse dir den Trost nicht rauben, daß nach diefer Dunkelheit dich ein helles Licht erfreut! 5. Gott, deine Hülfe ist nicht fern, wenn man sich ganz dir weihet; du rettest, trösteft, fegnest gern den, der sich ihrer freuet. O las mein bir ergebnes Herz auf diese Hülfe sehen, so werd ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, bestehen. 2. Ausgerungen haben schon Viele, die im Glauben litten. Sieh, sie stehn vor Gottes Thron; ihre Krone ist erstritten. Du, auch du wirst Sieger sein und dich bald der Krone freun. 3. Weislich hat des Vaters Hand manches Kreuz dir auferleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ists, der dich liebreich träget. Väterlich ist sein Bemühn, dich zum Himmel zu erziehn. 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freude schenket; es ist Liebe, wenn dich bier Angst und Schmerz und Kummer fränket. Gott ist Bater, mild und gut; Lieb ist Alles, was er thut. 5. Lerne denn Gelassenheit, Unterwerfung und Vertrauen! Einst am Ziel der Prüfungszeit wirst du froh herniederschauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht. 6. dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die ihr hier geflossen! Wie ein Strom Mel. Jesus, meine Zuversicht 460 Sae deine Thrä- von oben her wird dann ( äe nenfaat, from Trost ins Herz gegossen und P5 vor 346 Pflichten gegen uns selbst. vor dem verklärten Blick Sünde Lockung scheun? schwebt des Himmels ewges Wird nicht, wenn nie ein Glück. Schmerz dich rührt, dein schwaches Herzgar leicht verführt? 7. Drum sei, Dulder, unverzagt: harr in deiner Nächte Grauen! Wann der große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen stehn, dir die Krone winken sehn. 8. Dort verschwindet alles Leid wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heilge Land der Wonne. In die Heimath gehst du ein, ewig selig da zu ſein. 4. Was predigt stärfer dir die Lehre: vergänglich ist die Lust der Welt! als wenn in Trübsal mandhe Zähre herab von deinem Auge fällt? Was lehrt dich mehr Abhängigkeit, mehr Demuth, Gottergebenheit? 5. Wenn alle deine Stützen brechen, auf welche sich dein Arm gestützt; wenn Krankheit, Gram und Schmerz dich schwächen und Macht und Reichthum dich nicht Mel. Wer nur den lieben Gott 461 Wohlthätig find schützt: dann lernſt du freu dig Gott vertraun und nur auf seine Hülfe baun. der Erde Leiden. Dieß glaube fest und murre nicht. Am Ende folgen ihnen Freuden; auf Nacht und Graun folgt Sonnenlicht. Drum dulde mit Gelassenheit und Muth die Leiden dieser Zeit! 6. Ja, der Alweise schickt dir Leiden, damit er dich zur Tugend führt; schafft dir durch sie selbst künftge Freuden, indem er dein Gewiffen rührt. Verehre seine Weisheit, Christ, bie strafend selbst noch Güte ift! 7. Gott will, wie gute Väter handeln, durch weise Bucht dich auferziehn; gut sollst du und unsträflich wandeln, die Welt und ihre Lüste fliehn, dich bilden in der Prüfungszeit zum Le ben der Unsterblichkeit. 2. Durch Leiden will dich Gott bewähren, entwöhnen von der Lust der Welt, zur Weisheit leiten und dich lehren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt; du sollst mit kindlichem Vertraun auf ihn und seine Hülfe schaun. 3. Wirst du bei lauter Erdenfreuden und in des Glückes Sonnenschein so leicht der Thorheit Bahn vermeiden? so gern der 8. So nimm in Demuth und Vertrauen den Kelch des Leidens willig an und walle Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 347 walle ohne Furcht und des Todes Pfade vertrau Grauen auch auf der aller- ich deiner Gnade; du, Herr, raubsten Bahn! Ihr Ende bist bei mir in der Noth. wird dich einst erfreun und Wonne, Ruh und Friede fein. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird Alles lenken, und was 462 gut ist, geschehn. Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl: Mel. Allgegenwärtiger, ich so will ich denn gelafsen 463 In Trübfal, in welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit Schulden, fein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? Mel. In allen meinen Thaten ch hab in guten 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du bilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun! Jetzt hat mein Geist noch Kräfte, fein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf Christ, unverzagt! Wann Schwermuth an dein Herz sich wagt, erheitre dein Gemütthe; du weißt, auch dich liebt väterlich der Vater aller Güte. 2. Kein Leiden kommt von ungefähr; dein Gott schickt bir es zu und er zeigt sich in seinen Wegen so groß von Rath, als groß von That und reich an Gnad und Segen. 3. Der dich in Jeſu herzlich liebt, sucht, wann er dich durch Kreuz betrübt, das wahre Heil der Seele; weckt dich, daß nicht zu deiner Pflicht dir Trieb und Eifer fehle. 4. Das Kreuz beugt Stolz und Uebermuth; erstickt der Wollust wilde Gluth; bricht die Gewalt der Sinne; erweicht das Herz, daß Anbrer Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. P6 5. Auch Pflichten gegen uns selbst.dsto 348 5. Auch übt das Kreuz dich in Geduld; erhöht den Werth von Gottes Huld; stärkt mächtig dein Vertrauen; lehrt im Verlust dich nun mit Lust aufs Unsichtbare schauen. 6. Der Leiden Zucht er hebt dich stets zu größrer Andacht des Gebets und stärket deinen Glauben. Weit minder kann Verführung dann dir deine Krone rauben. Mel. Herzliebster Jesu! 7. Zwar stört das Kreuz 464 in Herz, ò Gott, oft deine Ruh; mit bangen Thränen säest du und unter viel Beschwerden. Christ, hoffe doch! Es wird dir noch zur reichen Aerndte in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schul dig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die suweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, ers dulden wir nur unsrer Thorheit Schulden und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der Frommen! werden. 8. Verschmerzt ist bald ein irdisch Leid; furz ist der Augenblick der Zeit; doch ewig, ewig währet bort dein Genuß ohn Ueberbruß, wie ihn der Geist begehret. 9. Auch bleibet stets dein Gott getreu, steht dir als Vater liebreich bei, sorgt, daß er dich erquide. Er schafft dir Rast, daß deine Last dich nie ganz niederdrücke. 11. Durch Trütbsal find zu aller Zeit die Frommen in die Herrlichkeit, gleich Jesu, eingegangen. Denkst denn nur du, in träger Ruh die Krone zu erlangen? 12. Demüthige dich, gleich als sie; gleich ihnen bet und zage nie: denn Gott erhört dein Flehen. Bald weicht dein Leid; zu seiner Zeit wird dich dein Gott erhöhen! 10. Verbirgt er auch sein Angesicht, dieß raube deinen Muth dir nicht! Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm er gibt, den wird er nicht verlaffen. 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trägen klagen, sind Haß und Bein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwel gers Schmerz, des Neids vermißte Freuden des Chri sten Leiden? 5. Ift Geduld und Gelassenheit im Leiden. 349 5. Ist deren Qual, die bis hierher! zu dem Meere? deinen Rath verachtet, nach Ist er nicht auch dein Helfer Gottesfurcht und Glauben und Berather, dein bester nie getrachtet, und die nun Vater? büßen ihrer Thorheit Freuden, christliches Leiden? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir fie uns, die Miſsethat zu haffen, züchtigen laſſen. 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jeszt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 7. Streb ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird Alles mir zum Besten die nen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden: und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, dieser Zeit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Christ gelassen leid und dulde; so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen fränken: doch in der Noth an seinen Schöpfer denken und ihm vertraun, dieß stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 11. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk auf! Wer spricht: 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! Mel. Wer nur den lieben Gott 465 Groß ist der Herr! Die tern vor seiner Gottesmajestät, wenn er in dunkeln Ungewittern, der Heilige, vorübergeht. Doch Liebe strömt aus seiner Hand in vollen Wolken auf das Land. 2. Vom Raum, wo sich der Halm entfaltet, bis zu der letzten Sonn hinaus, herrscht sein Gesetz; als Vater waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben gibt und Freude schafft, mit Liebe waltet er und Kraft. B7 3. Was Pflichten gegen uns selbst. 350 3. Was dich auch drückt, Mel. Wann mein Stündlein mein Herz, er rettet! Vers 466 Wir trocknen un traun zu ihm ist Thränen Er, der den Wurm im Lager bettet, der Gott verläßt den Menschen nicht. Der so viel gibt und mehr verheißt, erhebe dankend ihn, mein Geist! 4. Bermiß dich nicht, mit ihm zu rechten; mit Demuth nahe dich dem Herrn! In trauervollen Mitternächten ist dir der Ewige nicht fern. Mit deinem Leiden, deinem Harm wirf feiner Huld dich in den Arm! 5. D schwinge dich empor vom Staube, verfinstern deine Tage sich; zu ihm blick auf und bet und glaube: versagend selbst erhört er dich; doch nie enthüllt die Ungeduld das heilge Dunkel seiner Huld! 6. Gott fehlet nicht! O Seele, thue, was dir gebührt, sei fromm und gut! Verfage dir nicht diese Ruhe; aus ihr erwacht der hohe Muth, der, wenn das Unglück uns umstürmt, uns rettet, tröstet, hebt und schirmt. 7. Vertraue Gottes Vaterhänden, wenn er den frömmsten Wunsch versagt; was hier beginnt, wird dort vollenden, wo dir ein neues Leben tagt. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Keime deiner Ewigkeit, ab: erhebet euch, Gefühle! Wir schauen vorwärts auf das Grab und weiterhin zum Ziele; und drückt uns auch die größte Noth, aus allen Leiden führt der Tod: wir wollen nicht verzagen! 2.Und wären wir auch noch so arm und hätten Nichts als Sorgen und Mangel, Blöße, Frost und Harm und, ach! kein Brod für morgen; zur Weisheit führt des Lebens Noth, und Glück und Fülle bringt der Tod: wir wollen nicht verzagen! 3. Und wären wir auch noch so frank: zur Tugend führen Schmerzen. Für je des Leiden Preis und Dant! Erhebt euch), bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück: wir wollen nicht verzagen! 4. Wir blicken auf so manches Grab geliebter Men schen nieder, und manche Thräne rollt hinab; doch Eins erhebt uns wieder: Gott Lob, sie sind im Vaterland. Was hier zerstäubt, war nur Gewand. Wir wollen nicht verzagen! 5. Sie wandeln dort auf höhrer Bahn, sie blühn in neuer Jugend; wie frei ist nun ihr Geist von Wahn, wie Geduld und Gelassenheit im Leiden. 351 wie lauter ihre Tugend! dir leicht sein würden, erst Drückt uns auch mancher beiße Tag: fie gingen vor, wir kommen nach. Wir wollen nicht verzagen! zur Felsenlast. Bagend Herz, besteg den Schmerz! Drückt die Bürde gleich den Schwachen: doch wirds Gott wohlmachen. bin schlusse 4. Du führst Christi Namen: treu ihm nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und der Himmel bricht! Der steht fest, wer Gott nicht läßt. aß rings um dich Wetter krachen: doch wirds Gott wohlmachen. 6. Das Leid, das schmerzlich uns zerreißt, veredelt bie Gefühle: es stärkt und läutert unsern Geist und führt empor zum Ziele. Wir trocknen unsre Thränen ab und schauen über Tod und Grab und wollen nicht verzagen! Mel. Jesu, meine Freude 467( Shrift, aus deinem Herzen banne Gram und Schmerzen! Fasse neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drücket: Gott ifts, der es schicket; was er schickt, ist gut. Wenn dich Nothringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: doch wirds Gott wohlmachen. 2. Ist der Himmel trübe; wankt der Freunde Liebe; stehst du, wie verwaist; schreckt mit jedem Tage eine neue Plage den bedrängten Geist; weicht das Glück auch stets zurück; scheints dich nie mehr anzulachen: doch wirds Gott wohlmachen. 3. Bürben abzunehmen, dazu dient kein Grämen; Gram sei dir verhaßt! Un geduld macht Bürden, die 5. Herrlich ist die Frone, die der Christ zum Lohne seines Kampfs empfängt. Nur nicht selbst verschuldet und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt! Steh als Held vor aller Welt! Mag sie deiner Hoffnung lachen: doch wirds Gott wohlmachen. 6. Dabei soll es bleiben! Nie will ich mich sträuben, Gott getreu zu sein. Stets, im Tod und Leben, bleib ich ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sei stets mein Ziel! Er weiß alle meine Sachen ewig wohl zu machen. In eigener Melodie. ollt gleich 468 bisweilen scheinen, als verließ der Herr die Seinen; auch in Sturm und # 352 und Finsterniß glaub ich doch: Er hilft gewiß! Pflichten gegen uns selbst. 2. Wird die Hülfe gleich verschoben, sieht er doch mein Leid von oben. Hilft Gott nicht zu jeder Frist; hilft er doch, wenns nöthig ist. 3. Pflegen Väter stets zu geben, wonach ihre Kinder streben? Weis ist Gott; ich harre still; er gibt, wem und wann er will. In eigener Melodie. 4. Kann ich, ist die Noth 469 Warum sollt ich am größten, mich doch naher Hülfe trösten: er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gefinnt. denn grämen? Hab ich doch Christum noch. Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 5. Laß den Feind mir bange machen: Gott, mein Schuß, wird für mich wachen! Schwer fei meines Kreuzes Joch: Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Fließt so manche stille Thräne, wenn ich mich nach Ruhe sehne: jede, die mein Auge weint, zählt der treue Menschenfreund. 7. Werd ich gleich verfolgt vom Neide; leb mit Bösen ich im Streite; folgt mir Spott und Lästrung nach: Gott tilgt alle Noth und Schmach. Eitle lassen; Fürst und Bettler muß erblaffen; Glüd verschimmert, und der Tod führt den Dulder aus der Noth. 10. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, fehlt mir keine gute Gabe! Aus der Welt durchs dunkle Grab führt zum Himmel mich dein Stab. 8. Will mich auch die Welt vertreiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Dort folgt Ruhe nach dem Krieg, und die Palme schmückt den Sieg. 9. Ich will gern das 2. Nichts bracht ich in dieses Leben, da es mir einst allhier ward von Gott gegeben. Nichts nehm ich mit von der Erde, wenn ich sie, nach vieler Müh, einst verlassen werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben, ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Soll ich es ihm wiedergeben, geb ichs hin, preise ihn, blick aufs beßre Leben. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, bringt herein Angst und Bein: sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott Geduld und Gelassenheit im Leiden. 353 5. Gott hat mich bei gu- Hirt, Christus, wird mich ten Tagen oft ergötzt; sollt ohn Ende laben. ich jetzt nicht auch etwas tragen? Liebt er mich drum doch nicht minder! Nie zu schwer züchtigt er seine treuen Kinder! 6. Stolz, Haß, Welt und ihre Rotten können mir Nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, seinem Gott vertrauen. Was sollt er zu schmerzlich finden? Selbft den Tod hilft ihm Gott freudig überwinden. 8. Kann mich doch der Tod nicht tödten, nein, er reißt meinen Geist aus viel taufend Nöthen; endet dieses Lebens Leiden und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. dann wird an hö hern Schätzen Geist und Herz, frei von Schmerz, ewig fich ergötzen. Bleibend Gut ist nicht zu finden in der Welt; sie enthält Güter, die verschwinden. 10. Sind nicht dieses Lebens Güter Unbestand, eitler Tand, Lasten der Gemüther? Dort, dort sind die edlen Gaben; da mein 11. Herr, mein Heil, Quell aller Freuden, du bist mein, ich bin dein! Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich bingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. In eigener Melodie. 470 as Gott thut, das ist wohlgethan! Voll Weisheit ist sein Wille. Ihn bete ich in Demuth an und halt ihm findlich stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort kann ja nicht trügen: er führet mich auf rechter Bahn zum seligsten Vergnügen. Trost und Geduld gibt seine Huld: er wird mein Unglück wenden; es steht in ſeinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken; wenn ich mir selbst nicht helfen fann Pflichten gegen uns selbst.ove 354 kann, wird er mir Hülfe schenken. Ja, seine Treu ist täglich neu: drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, der nie mein Unglück wollen kann: ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid. Es fommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nichts schrecken; weil mich zuletzt mein Gott ergößt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, und Elend treiben: wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten. Drum laß ich ihn nur walten. 3912 In eigener Melodie. 471 Was mein Gott will, gescheh allzeit! Sein Will der ist der beste. Zu helfen dem ist er bereit, der an ihn glaubet feste. Der treue Gott hilft in der Noth und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nie verlassen. 2. Er ist mir Trost und Zuversicht, Ruh, Hoffnung, Freude, Leben: drum, was er will, dem will ich nicht unmuthig widerstreben. Sein Wort ist wahr; er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet! Des Höchsten Macht, die für mich wacht, gibt mir stets, was mir fehlet. 3. Wenn es sein Wille mir gebeut, das Leben zu verlassen; so will ich voll Ergebenheit in seinen Rath mich fassen. Dir, Gott, bes fehl ich meine Seel in meinen letzten Stunden; dein Sohn, o Gott, hat Höll und Tod für mich auch überwunden. Mel. Wer nur den lieben Gott 472 Was ist mein Leben der Erde? Ein Wechſel ists von Freud und Leid. Hier stört oft Unruh und Bes schwerde mein Wohl und meine Heiterkeit: hier wohn ich noch in einer Welt, die kein vollkommnes Glüd enthält. 2. Weß soll ich mich, e Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil und bleibst, wenn auch die Geduld und Gelassenheit im Leiden. 355 die Noth am größten, doch allerrauhsten Wege sieh fröhmeines Herzens Trost und Theil; und stehst, nach deiner Vatertreu, mir stets mit Rath und Hülfe bei. lich hin zur Ewigkeit; da wirst du, frei von aller Bein, ganz selig, ganz zufrieden sein. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß ich gelassen sie ertrage, und machest endlich Alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Dant, auf Klagen froher Lobgesang. 4. Erwarte nicht beständge Freuden, mein Geist, in beinem llebungsstand; denn bliebst du frei von allen Leiden, wie würde deine Treu erfannt? Vollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so tummervoll? Vertraue Gott! Nur ihn erwähle zu deinem Trost: er schützt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es sein! Ruf in Gefahren ihn gläubig nur als Helfer an! Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo Niemand helfen tann, fehlt ihm die Straft zu helfen nicht! Dieß stärke deine Zuversicht! 7. Befiehl dich seiner Baterpflege: hoff und vertrau ihm allezeit! Auch auf dem 8. So laß mich, Gott, stets dahin schauen und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen! Du bist bei mir, dieß stärke mich! Wer desfen stets versichert ist, der lebt und stirbt getrost als Christ. In eigener Melodie. Herr, mein Gott, 473 den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen Willen mein, und was du thust, mir theuer sein! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb und Stärke. Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke. Was zag ich einen Augenblick? Du bist mein Gott und willst mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid, und was du schickst, ist Seligkeit. 4. Gefällt es dir: so müsse keine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehrts mein ewig Heil 356 Heil: so bleibe nur dein Trost mein Theil. Pflichten gegen uns selbst. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine Schuld: so zag ich nicht. Du gibst Geduld. 6. Sollt ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein Flehn, mir dennoch eine Hülf ersehn. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich sein? Mel. In allen meinen Thaten 474 Was ists, daß ich mich quäle? Harr Gottes, meine Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßzet; Gott weiß es und Gott schützet, er schützet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich ſelbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülse nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir ge währet! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glüc verletzet, wenns alle Welt auch schätzet, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Kranke heit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwe rer Haß und Spott: so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich! Mel. Schon ist der Tag von Gott 475 Wenn gleich aus ternacht Gewitter um mich Blitzen, so zag ich nicht: mein Geduld und Gelassenheit im Leiden. 357 mein Vater wacht, er wacht fen, so laß mich wohl beund wird mich schützen. Die denken: auch das sei gut, Güte, die mich werden hieß, was Trübsal heißt! die den Bedrängten nie verließ, die wird mich nie verlaffen. 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz, und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quälen. Er sandte mir das Leiden zu, daß nicht mein Herz in stolzer Ruh des Ewigen vergeffe. 3. Gesegnet sind die Leiden mir, die mich der Welt entziehen, mich lehren, Gott, allein zu dir nach Trost und Hülfe fliehen. Ich weiß, einst bringst du meinem Blick der Sonne sanftes Licht zurück, das Dunkel mir verhüllet. 4. Wie will ich dann, vom Schmerz befreit, Herr, dei ne Huld erheben: wie freudig dir selbst für das Leid Lob, Preis und Ehre geben! Wohl denen, die dem Herrn vertraun und ihre Hoffnung auf ihn baun! Nie werden sie zu Schanden. Mel. In allen meinen Thaten 476 Wil Zill mich, D Gott, hienieden des Lebens Last ermüden, so stärke meinen Geist! Wann mich die Leiden krän2. Nicht ewig soll sie währen; oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt. llnd seufzen wir: Wie lange ist meiner Seele bange! so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Du wendest folche Bürden, die uns erdrücken würden, Gott, gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern Plagen auch auf die Kraft, zu tragen, die deine Hand uns selber gab. 4. Dein väterlich Bemühen will deine Kinder ziehen, zu thun, was dir gefällt. Du willst die Lüste schwächen, den eignen Willen brechen, uns bilden für die beßre Welt. 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren mit Glauben und Geduld; daß, wenn uns Feinde hassen und Freunde uns verlassen, wir stets vertrauen deiner Huld. 6. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, so wird uns, deinen Erben, des Himmels Wonne nicht entgehn. 7. 3u jenem bessern Leben willst du auch mich erheben: der Tod ist mein Ge # 7 Pflichten gegen den Nächsten. Gewinn. Muß gleich mein herzlich sollen wir uns einanLeib verwesen, wird doch der lieben; wohlthun, Elend mein Geist genesen; er eilt mindern hier, Keinen je bezu seinem Schöpfer hin. trüben. 330 8. D drücke meinem Herzen bei Sorgen, Gram und Schmerzen dieß doch aufs tieffte ein: der, den du, Vater, liebest, tann, wenn du ihn betrübest, doch nie mals unglückselig sein. 358 Allgemeine Men schenliebe. 5. Brüder, nein, dieß Herz soll nie sich vor euch verschließen; immer will ich Sorg und Müh liebreich Mel. Schwing dich auf. 477 Heilig, heilig ist euch verfüßen. Alle, alle leben wir, um uns zu beglücken; und ihr seid nur theurer mir, wenn euch Lei den drücken. das Band, bas die Menschen bindet: ist geknüpft von dessen Hand, der die Welt gegründet; ist geknüpft, daß beffer mir feine Welt gefalle! Einen Schöpfer haben wir, Einen Vater alle; the 1570 2. Einen Vater, Einen Gott, der uns alle liebet, der uns täglich unser Brod, Kraft und Freude giebet; der nicht nur mit Freundlichkeit schaut auf Fürsten thronen, der auch segnet und erfreut, die in Hütten wohnen. 4. Und ich fühlte keinen Schmerz bei des Brubers Leiden? Kalt und fühllos blieb mein Herz bei des Bruders Freuden? Und es sollt in meiner Bruft Stolz und Haß entbrennen? Könnt ich dann wohl Gott mit Lust meinen Vater nennen? 3. Wohl mir! Auch auf mich, sein Kind, blickt er freundlich nieder. Nah und fern die Menschen sind alle meine Brüder. Froh und 6. Immer will ich, wie ich kann, fie euch helfen tragen: kann ichs nicht, euch trösten dann, trösten, mit endy flagen. Dann sollt ihr an meiner Brust euren Gram verweinen, bis die Sonne neue Lust euch ins Herz wird scheinen. 7. O gewiß, dann werdet ihr froh den Vater preisen und auch Duldern gern mit mir bülfreich euch erweifen; werdet, süßer Trost! aud mich, wann mich Leiden drücken, mitleidsvoll und brüderlich trösten und erquicken. Mel. Allgemeine Mel. Jesus, meine Zuversicht 478 2llen Christen und auch mir hat der Herr dieß vorgeschrieben: Euren Nächsten sollet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben! Heilig ſei uns allezeit, was der Herr uns hier gebeut! 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er buldreich all erhält; alle Eines Leibes Glieder, die sein weiser Allmachtsruf alle, fich zu lieben, schuf. 3. Eine sterbliche Natur bat er allen uns gegeben, und auch Eine Hoffnung nur: Hoffnung auf ein beß res Leben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. 4. Und wir sollten uns 479 entzwein? liebles uns einander bassen? Uns, zu uns rer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Näch sten ist, ist fürwahr kein Mensch, kein Christ. Menschenliebe. 359 dem, der sich bemüht, nüßlich, wie er kann, zu wer den; sich der Menschheit Dienst zu weihn, auch im Kleinsten treu zu sein. 8 7. Darum gib uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer Menschenliebe, das an Andrer Freud und Schmerz Antheil nehm und gern das übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns bein Sohn erflärt. 8. Diesem großen Menschenfreund laßt uns alle ähnlich werden, daß wir hier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Erden, bort verklärt, auf ewig sein, seiner Lieb uns ganz erfreun! 5. Was wir auch aus Gottes Hand reichlicher als Andre haben: Ansehn, Reich thum, boher Stand, Leibesträfte, Geistesgaben, Alles dieß befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 6. Nein, der Gaben Unterschied knüpft das große Band auf Erden, und wohl 10 In eigener Melodie. Me 479 Menschenfreund, nach deinem Bilde, bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig auch mich zur Güte hin! Unwerth wär ich, dich zu kennen, liebt ich meine Brüder nicht; unwerth, mich nach dir zu nennen, wich ich von der Liebe Pflicht! 2. Wo du, Jesu, Men schen nabtest, folgte Wohlthun deiner Spur; wo dur fegnend Gutes thatest, in den Hütten, auf der Flur, an dem Lager tranter Brü der, wo du je nur hingeblickt, 360 Pflichten gegen den Nächsten. blidt, fehrte Freud und Liebe bringet, ärndtet dauHoffnung wieder, und die ernden Gewinn. Menschheit ward erquickt. 7. 3war der Wehmuth Zähr entfließet dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut; doch des Segens seiner Güte freut er einst sich, wärs auch spät; endlich, Heil uns! steigt zur Blüthe, was die Liebe ausgesät. 3. Menschenfreundlichster von Allen, Keinen hast du je verschmäht. Wer verirrt war und gefallen, wer um Trost zu dir gefleht, hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. 4. Brüder, kommt in meine Arme; wer da leidet, mel. O Gott, du frommer Gott ruhe hier! Wenn ich ſein 480 Gi 480 Sjib mir, o Gott, mich nicht erbarme, wende sich mein Gott von mir! Ohne Liebe ist kein Leben; liebend nur gleich ich dem Herrn: sein Verschonen, sein Vergeben, o mein Herz, stets üb es gern. ein Herz, das jeden Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte flieht und sich um Andrer Glück als um sein Glück bemüht! 5. Ob mich auch mein Nächster kränket: Jesus, dent ich, litt wohl mehr. Ob er Böses von mir denket: besser will ich sein, als er. Wenn mir Jemand Gram bereitet, irrt vielleicht nur sein Verstand, und ich reich ihm, wenn er gleitet, dennoch liebreich meine Hand. 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm hülfreich mitzutheilen: nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu sein und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreun. 3. Dieß sei mein Gottes dienst! Auch unbemerkt von ihnen, müss Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen! Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu, das sei dir, Gott, gethan. 4. Ein 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weihn! O es schafft so süßen Frieden, wohlzuthun und zu erfreun! Wer nach Dank und Lohn nur ringet, hat schon seinen Lohn dahin; wen das Herz zur Allgemeine Menschenliebe. 361 mühn. voll 4. Ein Trunk, mit dem Kraft und segne mein Bemein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath. mit dem mein Mund in Kummer Andre stärkt; Nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. 9. heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe durch deine Lieb und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein! Mel. Wer nur den lieben Gott Aus Schmähsucht fränke nie 481 Vereinigt laßt mein Mund des Nächsten Ruh; er rühme sein Verdienst, deck seine Fehler zu! 6. Die Rach ist dein, o Gott, du sprichst: Ich will vergelten. Drum laß mich fille sein, wenn Menschen auf mich schelten! Gib, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht! 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten fehen! Noch stärker müsse mich sein ewig Glüd er freun, noch mehr sein Seelenheil mir angelegen sein, 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestärken; den, der noch ficher ist bei seines Flei ches Werken, von der verlehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih mir wirken, o Christen, füget Hand in Hand! Es schlinge sich um unsre Herzen der Menschenliebe sanftes Band; und Jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst sein Aug im Tode bricht! 2. Wir sind ja Eines Baters Kinder, in jedem Stande vor ihm gleich; sind ohne Unterschied hier Brüder, wir mögen arm sein, oder reich. In Eintracht sollen wir uns freun, einander Hülf und Beistand sein. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Menschenwobl auch unser Herz! Und leidet irgendwo ein Armer, gemildert sei durch uns sein Schmerz! Sein heitrer, dankerfüllter Blick erhöhet unser eignes Glück. 4. Wonne, Menschen glücklich machen! Wonne, Menschen glücklich sehn! Durch 362 Durch sie wird Gottes schöne Erde dem Herzen noch einmal so schön. Ja, eine freudenreichre Pflicht, als Menschenliebe, gibt es nicht. Pflichten gegen den Nächsten. 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Menschenfreund, so naht mit ihr ein Engel Gottes und verfündigt den Lohn der Menschenliebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhellt, du sätest für die bere Welt. 6. Ja, Christen, wer sein Herz hienieden der wahren Menschenliebe weißt, der streut zu einerreichen Aernote den Samen für die Ewigfeit. Dlaßt uns diesen Samen streun, o laßt uns Menschenfreunde sein! 3 Mel. Auf, Christenmensch! 482 S Jemand 3. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder has fen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erfaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich verfühnt, hab ich dieß mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn fleben. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist! spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treikt mit Gottes Wahrheit Spott und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder: drum diene deinem Nächsten gern; denn wir sind alle Brüder. Gett 483 Du liebst, Gott domel. Kommt ber zu mir D Welt nicht blos für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. mist Gerechtigkeit und Billigfeit. und strafest den, der sie ent weiht, am Nächsten Unrecht übet. Gerechtigkeit und Billigkeit. Mel. Gott des Himmels und übet. Du bists, der Jedem seinen Lohn, ohn alles An- der Erde. ſehn der Berſon, nach ſei= 484 Richte nicht mit nen Werken giebet. 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken! Nic fomm es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht, um Gewinn, des Nächsten Recht zu fränken! 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und Andre kränkt, wie kann das Brüder lieben? n 363 4. Nie seufze Jemand über mich! Mein ganzes Herz bestrebe sichy, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit 3Jedermann in Einigkeit zu leben!? 5. Laß mich beständig das bin sehn, mit Jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! mit womit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder meffen. Dieß reize mich zur Billigkeit und laſſe mich zu feiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! 162 wenn du Andre fehlen siehst! Groß ist auch der Fehler Menge, die du selber noch nicht fliehst. Sei bedachtsam, richte nicht! Schonung ist des Christen Pflicht. 2. Siehst du stets die tiefern Gründe von des Nächsten Handlung ein? Ist auch, was du tadelst, Sünde, oder trüget dich der Schein? Urtheilst du gewissenhaft, oder reizt dich Leidenschaft? 3. Hast du auch in seiner Jugend stets den Blick ihm zugewandt und die Feinde seiner Tugend, sind sie alle dir bekannt? Ach, was rechnest du ihm zu, daß er Mensch ist, so wie du? 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt: fehlt auch oft mit Widerwillen, oft nur, weil ihn Irrthum treibt; zeigt nicht Klugheit bei der Pflicht, aber Bosheit übt er nicht. 5. Chrift, vergiß nicht zu bedenken, was dein Nächwie würd es dich doch fränken, griff er deine Ehre an! Deiner schont ja auch der Herr; zeig dich nachsichtsvoll wie er! 6. Selbst bei wirklichem 22 Ver 364 Pflichten gegen den Nächsten. Vergeben meide mit Be- du gütigster Berather in scheidenheit alles unbefugte Allem, was uns brüdt! Schmähen, Härte, Spott Was wir hier Gutes haben, und Bitterfeit! Menschen sind einzig deine Gaben; freundlich decke du deines du bists, der unser Herz Nächsten Fehler zu. erquickt. 7. Mit dem reinsten Herzen biete ihm die Hand zu feinem Glück! Bringe, wenn du kannst, voll Güte aus der Irre ihn zurück! Hüte selbst dich, wenn du stehst, daß du keinen Fall begehst! 2. Du läsfest von uns Sündern durch Undank nie dich hindern, uns segnend zu erfreun! Zu ewgen Se ligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen sein. 8. Sehe nicht des Nächften Leiden gleich als Strafe Gottes an! Gönne dem erlaubte Freuden, der sie noch genießen kann! Nie gib seinen frohen Sinn scheinbar frommer Schmähsucht hin! 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherz'ger Ba ter, bilde mein Herz nach deinem Sinn! Daß ich der Noth der Armen mich wil lig mög erbarmen, nimm alle Härte von mir hin! 9. Laß die Liebe dich befeelen, die nur ungern Args wehn begt und, wenn Anbre wirklich fehlen, ihre Fehler sanft erträgt! Mehre niemals ihren Schmerz, rühre, beßre nur ihr Herz! 10. Gott, der Richter aller Welten, richtet mit Gerechtigkeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Zeit. Ueberlaß ihm das Gericht, richte bu den Nächsten nicht! Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. Mel. In allen meinen Thaten 485 Du, aller Men ichen Vater, 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bes strebe, sowie mein Heiland that, der göttliche Erbar mer, den tein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. Erhalt in mir die 5. Triebe der mitleidsrollen Liebe! Wie du mir Guts gethan, so laß um deinet willen mich Andrer Noth durft stillen, so oft ich fie nur stillen kann! 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoff nung stärken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, fei, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt 7. Laß Wohlhätigkeit und Barmherzigkeit. 17. Baß mich hier reichlich säen; denn das, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier den Nächsten liebet und sich im Wohl thun übet, der ärndtet dort die Seligkeit. hat und sieht den nächsten leiden und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht fleiden, der übertritt die erste Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 365 gütig forscht, obs ihm gebricht, auch der liebt seinen Nächsten nicht. Mel. Auf, Christenmensch! 486 Wer diefer Er wohl bei ihm? Güter dinero 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret; fich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und Nichts zum Besten febret; nicht dem Verleumder widerspricht, der liebet seinen Nächsten nicht, 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost, mit Schutz den Nächsten unterstützet, doch nur aus Stolz, aus Eigenmuß, aus Weichlichkeit ihm müßzet nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht- auch der liebt seinen Nächsten nicht. - 5. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächſter fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet; dem Ulebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. 3war du, mein Herz, vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu und sorgst dafür, so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben! Denk oft: Gott ist die Lieb und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster, was ich hab, ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig fein? J1999 29 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn ein Dürftger erst erscheinet; nicht eilt, dem Mel. Gott im Himmel und Frommen beizustehn, der 487 Seir barmher im Verborgnen weinet; nicht zig, Q3 Hö 366 Pflichten gegen den Nächsten. höret, hört das heilige Ge- Sanftmuth, Friedlichkeit bet, das uns Jesus Christus und Eintracht. lehret: seid barmherzig, feids, wie Gott! Gebt, so wird euch auch gegeben, was euch Noth ist, Heil und Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder; ein Gott ists, der uns erschuf. Wir sind alle Christi Glieder; allgemein ist Gottes Ruf. Seine Sonne läßt er scheinen so den Bösen, wie den Seinen. 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Seid barmherzig, feids, wie er! Gebt den Dürftigen und Armen: was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt auch ungesehen euern Brüdern beizustehen! 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, ihnen Schuß und Retter sein, tummer lindern, Wunden heilen, wohlthun, trösten und erfreun, und dieß thun aus edlem Triebe, tas ist wahre Men schenliebe! 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir geben; laß uns nie fühllos sein, wo Brüder weinen, unser Mitleid tröste sie, daß, wenn wir zu dir uns naben, wir auch Trost und Hülf empfahen! Mel. Befiehl du deine Wege 488 Nachfrommer Ein streben, mit Allen in der Welt, ists möglich, friedlich leben, dieß ists, was Gott gefällt. fingen, der seinen Nächsten Doch dem nur fanns ge liebt, sich selbst weiß zu bezwingen, Beleidigung, vergibt. SIBIR 2. Nachgebend und ges fällig, des Haders größter Feind, zeigt er sich stets gesellig, erhält sich seinen Freund. Er sucht mit Ernst zu meiden, was seine Brü der fränkt, weil er von sich bescheiden, von ihnen rühmlich denkt. er= 3. So oft fie Zwist regen, so eilet er, den Streit mit selugheit beizulegen, und stiftet Einigkeit. Der Ueber eilung Sünden entrüsten nie sein Herz, er läßt sie Nach sicht finden und hemmt des Unmuths Schmerz. 4. Nie spottet er der Brüder, soviel er Witz be sitzt; und zürnet nicht gleich wieder, wenn sie ihr Zorn erhitzt. Er freut sich ihrer Freuden, trotzt und erbit tert nicht und hält sich stets bescheiden, wenn man ihm widerspricht. 100g de 5. So Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht. 367 5. So Fried und Ein- Zorn entbrenne und mich tracht lieben und nie durch vor dir gar leicht durch Haß und Streit des Näch- eigne Rache verwerflich sten Tage trüben, ist Pflicht, mache. die Gott gebeut. Sie, Herr, stets hoch zu schätzen, ihr ganz mein Herz zu weihn, sie nimmer zu verlegen, soll meine Weisheit ſein. 4. Ich muß es wehmuthsvoll, ach Herr, dir flagen: mein stolzes Herz kann noch so wenig tragen; wie schwer weiß ich, wenn Andere mich hassen, mich recht zu fasſen! 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 6. Mich selbst zu über winden, gib Eifer, Muth und Kraft; dann werd ich froh empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. Von aller Noth geschieden, werd ich einst selig sein und mich in ewgem Frieden des Lohns der Liebe freun! Versöhnlichkeit und Feindesliebe. Mel. Herzliebster Jesu! 489 Herr deine Sanftmuth Wie ist nicht zu ermeſſen. viel hast du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 2. Du ſegnetest, die dir, Erlöser, fluchten; du heiltest selbst, die dich zu fangen suchten; du zeigtest stets bei deiner Feinde Toben der Sanftmuth Proben. 6. So hilf mir denn die Rachbegier ersticken! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken! So werd ich mich versöhnlich finden lassen, nicht wieder hassen. 7. Flucht mir mein Feind, so gib, daß ich ihn segne und seinem Grimm mit Freundlichkeit begegne, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth willen; so erb ich auch im Lande deiner Stillen die Seligkeit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben. Mel. Herzliebster Jesu! 3. Heiland! ich noch oft von schnellem für mich littest und noch betenne, daß Uch, glich ich bir, o 490 Herr, mein Ver= du 24 zur 368 zur Rechten Gottes für mich bittest, erweck in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! Pflichten gegen den Nächsten.n 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten; du segneteft mit Wohlthun nicht blos Freunde, auch deine Feinde! 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen und doch von Rachgier gegen Andre brennen? ich follte feindlich Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchsten sagen und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, wer wie du vergiebet und Feinde liebet. noch so bitter fränken, an dich nur denken! 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen aufs neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begeg nen, den, der mir flucht, voll Großmuth wie du fegnen! Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren; o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann sehen! 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt und überall nach deinem Vor bild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden! 6. So heilige denn meiMel. Christus, der ist mein ner Seele Triebe, mein Hei- 491 Nie will ich wie der wahren Liebe, daß nie die unglückselge Lust der Rache mich strafbar mache! 7. Wenn Brüder sich an mir worin vergehen, so lehre mich ihr Unrecht übersehen, und sollten sie mich wenn mir mein Haffer flucht; nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. 2. Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so will ich Bate Versöhnlichkeit und Feindesliebe. ich fegnen: dieß ist des Herrn Gebot. 3. Mein Jesus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. 4. Sollt ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt? nicht so den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 5. Verleumdung bulden müssen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. 6. Dieß will ich treu bewahren: so bessert mich mein Feind, lehrt weiser mich verfahren, indem ers böse meint. STIE CATE 7. Ich will die Fehler meiden, die er von mir ersaun; auch die will ich bestreiten, die er nicht wissen tann. 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn und Gutes von ihm sprechen: wie könnt er länger schmähn? Jo 9. Im Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeihn und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten willig sein. 369 beten und Gott vertraun. Gott schützt! Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. an Mel. Alle Menschen müssen sterben 492 Laß mich, Höchster, danach streben, stets der Wahrheit Freund zu sein! Vor dir müssen Lügner beben und bein heilig Auge scheun; ja, vor deinem Angesichte werden sie beschämt zu nichte, weil Verstellung, Trug und List dir, o Gott, ein Abscheu ist. 2. Andern zu gefallen lügen, leeren Schwätzern gleich zu sein und durch Heuchelet betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Werken und in Worten; redlich sei des Herzens Grund, redlich sprech auch stets der Mund! 3. Die der Falschheit sich. ergeben, sind vor dir, o Gott, ein Gräul, und ein unglückselges Leben ist gewiß ihr künftig Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Redlichen im Lande; denn ein jeder Menschenfreund ist der Falsch heit Ränken Feind. 10. Wenn, mich zu untertreten, ihn Güte: mehr 14. Schmäht mich ohne erhitzt, so will ich für ihn mein Verschulden der Verleum25 370 Pflichten gegen den Nächsten. leumber Lästermund, Herr, 3. Wohl dem, der Gut so laß michs still erdulden; und Leben, droht ihm Ge einst wird doch die Wahr- fahr und List, für Wahrheit heit hinzugeben bereit und willig ist! Du, Gott, wirst ihn erhöhen, wenn einst in ihrem Licht die Lügner schamroth stehen, enthüllt durch dein Gericht. fund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth fei! chim to an je5. Daß du, Herr, an dem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einzges meiner Worte dei nem: Ohr verborgen ist: dieß erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lütgen hüte; denn du liebst den Wahrheitsfreund und bist aller Falschheit Feind. # 96190 Mel. Befiehl du deine Wege 493 Wohl dem, der richtig wandelt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werfen handelt und das ist, was er scheint; nie täuschet und nie schmeichelt, nie doppelzüngig spricht, nie Redlichkeit bloß heuchelt, nie Treu und Glauben bricht! 2. Wohl dem, der Lügen haffet, der, wie die Pflicht gebeut, stets seine Reden faffet und Spott und Drohn nicht scheut; die Wahrheit nie verletzet, weil er an je dem Ort es sich vor Augen setzet: Gott merkt auf jedes Wort! In sin * 191 62 4. Herr, laß drum alles Lügen stets ferne von mir sein; behüte mich vor Trügen mit gleißnerischem Schein! Erinnre mein Gewissen: du hasfest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu und Wahrheit sei! 5. Laß niemals mich versprechen, was ich nicht halten kann, mich nie Zusagen. brechen, die ich einmal ges than; nie Leichtsinn mich verleiten und nie des Beis spiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was Schmäh sucht nur erdacht! un 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weis heit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb und wisse: wann ich für Andrer Wohl, wann für mich reden müsse und wann ich schweigen soll! 17. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Rath gelingt; wenn er mit bösen Tüden in Kümmerniß mich bringt: so stärke meine Sees le, daß sie nicht unterliegt und Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 371 und Alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt! 8. Ein Herz voll Tren und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Niemand rauben! So kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen; ich werde als dein Kind dich mit den Frommen se hen, die reines Herzens sind. 4. Wir sind nicht blos für diese Zeit Gefährten, Freunde, Brüder; im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweihet Recht und Treue nicht! Hinweg mit Trug und Lügen! 5. Es winde sich der Treue Band um jedes Reich der Erde; die Treue schütze jedes Land und wohn an Mel. Allein Gott in der Höh 494 blickt hinauf jedem Heerde; o Menschen, Brüder, brechet nicht, was Wort und Hand und Schwur verspricht! Hinweg mit jeder Lüge! zur Ewigkeit, empor vom Staube, Brüder! Was unsre Sinne nur erfrent, vergeht und kommt nicht wieder. Die Tugend blüthet ewig schön; drum laßt des Lebens Pfad uns gehn, geleitet von der Tugend. 6. Hinauf, hinauf zur Ewigkeit, o blickt gen Himmel, Brüder! Im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Der Weg der Pflicht, der Wahrheit Bahn leit uns zum schönen Ziel hinan, und fern sei Lüg und Laster. 2. O, was sind Schäßze, was ist Geld, und wä rens Millionen? Was sind die Reiche dieser Welt? was aller Reiche Kronen? Wer gäbe für der Welt Mel. Werde munter, mein Gewinn des Herzens in- 495b wir sind, wie nern Frieden hin? Hinweg mit Trug und Lügen! 3. Ach, Alles, was die Welt verleiht, enteilt, als hätt es Flügel; ein enger Sarg, ein Todtenkleid und ein bemooster Hügel ist hier des Menschen letztes Loos; fürwahr, drum ist der Mensch zu groß, für Weltgewinn zu lügen. As ob wir reden recht und wahr, wie wir denken, wie wirs meinen, ist dir, Höchster, offenbar. Heilig, liebevoll und rein soll des Menschen Junres sein, und du wägst an jedem Orte jedes Menschen Herz und Worte. 2. Herr, du gabest uns die Sprache: was uns deine 26 Huld 372 ist Pflichten gegen den Nächsten. godzdo Huld verleiht, werde dir, der guten Sache und dem Menschenwohlgeweiht! Un ser Ja und unser Nein möge fest und redlich sein! Wir find deines Reiches Glieder, deine Kinder, wir sind Brüder. Biedern. Wer nach eitlen Schätzen ringt, ringt nach Sorg und Plage; aber Red lichkeit nur bringt Muth und frohe Tage. 5. 3war sucht mancher Bösewicht, Redliche zu drütken, weil ihr Freimuth straft und nicht schweigt zu seinen Tücken. Aber dieses SORE 01 Mel. Schwing dich auf zu 496 Reblichkeit! mit rückt sie nie aus der Wahrheit Wegen; ihnen wird, das wissen sie, dennoch Gottes Segen. dir im Bund auf der Erde wandeln; redlich sein mit Herz und Mund, nach Gewissen handeln; sonder Trug und Heuchelei Recht und Wahrheit lieben und, entfernt von Menschenscheu, Recht und Wahrheit üben: 2. Diefer schönen Tugend pflicht sei mein Herz ergeben! Redlich, bis mein Auge bricht, redlich will ich leBen; redlich, wenn die Welt mich sieht, redlich ohne Zeugen. Kann, was auch dem Tag entflieht, Gott die Nacht verschweigen? 3. Finsterniß ist ihm wie Licht, Mitternacht wie Morgen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott verborgen. Was ich denk und thu, erspäht er im hellsten Lichte; und kein Lügengeist entgeht seinem Strafgerichte. 4. Meines Namens höchster Ruhm unter meinen Brüdern und mein liebstes Eigenthum fei der Ruf des 6. Menschenvater, Geld und Gut will ich gern verschmerzen; aber einen frohen Muth, Redlichkeit im Herzen, Redlichkeit in Wort und That und ein rein Gewissen laß mich auf dem Lebenspfad nie, o nie vermisfen! 7. Ich will redlich sein, bis ich hier vollendet habe! Gute Menschen segnen mich dann noch einst im Grabe. In ihr Herz geschrieben bleibt meine Tugend immer; und wenn auch mein Leib zerstäubt, stirbt mein Name nimmer. Gutes Beispiel. du diy Mel. Gott Bater, an Erbarmen 497 Von bir, ber 10 meine Freuden schuf, ist auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Wan Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 373 Wandel rein und nützlich in der Welt zu sein. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, ist feiner wahren Freude werth. Tugend nur und Frömmigkeit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Segen schafft! 2. Es war, o Bater, deine Hand, die mit den Menschen mich verband. Ich sollte redlich mich bemühn, auch sie zum Guten hinzuMel. Wer nur den lieben Gott ziehn; und leuchtet ihnen 498 Von dir in dieſe ſtets Licht, Welt mir deine Liebe nicht. 3. Wie groß ist jedes Beispiels Macht! O würd es stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt und täglich mehr und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! 4. O wehe dem, der sorglos bleibt und fühn des Lasters Werke treibt; den nicht der Blick der Unschuld schreckt und aus des Lasters Taumel weckt; der selbst die Schwa den gern berückt und liftig in sein Netz verstrickt. 5. Wie trostlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Richter, ihn verklagt und dann sein frecher Geist verzagt! 6. Fern sei so schwere Schuld von mir! Ja, Vater, ich gelob es dir! Mein Beispiel reize jederzeit zur Bescheidenheit. stehn, Vater, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen, und was sie haben, kommt von dir; du machest arm, du machest reich: doch vor dir sind wir alle gleich. 2. Nicht Jeder hat, was Andre haben, und das ist Güte; denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben, weil du, als Vater, Alle liebst. Es sollen Alle glücklich sein und jeder sich des Andern freun. 3. Beglücken und selbst glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Darum ist dieser hier auf Erden gering und arm; der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Verstand, und jener braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? wer wieder andre Menschen mir? Du, Gott, durch freie Huld bewogen; denn alles Gute kommt von dir. Ich gab 27 dir 374 dir nichts zuvor, und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. Glückseligkeit wahrer Christen. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern von állem Stolze sein; ich den, der mehr empfing, beneiden, mit ihm mich seines Glücks nicht freun? Wär ich wohl, hätt ich mehr, als er, auch besser dann und feliger? 6. Nein, gerne will ich Andre ehren; wie arm, wie niedrig sie auch sein. Sie können meiner nicht entbehren; ich kann mich ohne sie nicht freun. Nähm Keiner meines Glücks sich an: wie Glückseligkeit Mel. Wie groß ist des Allmächt. 499 Entfernet euchun felge Spötter! Ihr zittert, wo der Fromme glaubt; mein Herz hat einen Gott zum Retter und eine Hoffnung, die Nichts raubt. Ich sehe meinen Heiland leben; ich weiß, daß ich nicht sterben kann; weiß, mit verklärtem Leib umgeben schau ich ihn einst im Himmel an. 2. Was seid ihr, stolze Weltbezwinger, wenn euch die größte Hoffnung fehlt? Dem Höchsten seid ihr viel geringer, als euch der Sklave, arm, wie hülflos wär ich dann! 7. Wer eitler Ehre gern entbehret und Tugend an Geringen gern erkennt und schätzet, der verehret der Niedern und der Hohen Herrn! Wohl ihm! denn mit Zufriedenheit lohnt Demuth und Bescheidenheit. 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Reiz, Liebenswürdigkeit und Werth; gibt Würd und Hoheit jeder Tugend, die eitlen Schim mer gern entbehrt. Sie sei, o Gott, mein Eigenthum, vor dir und vor der Welt mein Ruhm! wahrer Christen. den ihr quält. Wie kurze Zeit, mit wie viel Sorgen genießt ihr eurer Ehrsucht Raub! Man rühmt euch heute, haßt euch morgen; ihr waret Götter und seid Staub. 3. Was sind, Weltmenschen, eure Freuden? die Wollust, die euch trunken macht? Ein Christ sollt euer Glück beneiden? Folgt es euch in des Grabes Nacht? Ihr rechnet mit erhitztem Blute des fernen Tages Wollust aus? Die nabe schreckliche Minute tilgt euer Glück auf ewig aus. 4. 3hr Glückseligkeit wahrer Christen. 375 4. Ihr seid dahin. Des Andre ängstlich zagen, nichts Christen Größe geht auf, Schreckliches in der Natur. besiegt die kurze Nacht, am Tage, da Gott eure Blöße zum Abschen aller Augen macht. Der Tag macht Könige den Knechten und Bettler den Monarchen gleich; der Tag gibt Abel dem Ge rechten und macht des Christen Seele reich. 2. Wenn meine Sünde schweiget und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, ío oft mich Trübsal drücket: wie unschäßzbar ist mein Gewinn! 5. Ein Blick in meine Zufunft treibet Verdruß und Angst aus meiner Brust; ein Herz, das nicht auf Er den bleibet, ist sich des Himmels stets bewußt. Kein Unglück fann mich niederschlagen; ich weiß, mein Glück entgeht mir nie; ich darf vor Feinden nicht verzagen; ich weiß, mein Tod entwaffnet sie. 6. Du letzte Stunde meines Lebens, bie du den Chriften heilig bist, ich warte nicht auf dich vergebens; ich thu, was deiner würdig ist. Du lehrst mein Leben mich genießen; du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie sanft wird sich mein Auge schließen! mein Geist erblickt sein Vaterland. Ja 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Lust der Sinne geben und dann die innre Bein, mich selber zu verflagen, in meinem Busen tragen? Groß würde meine Thorheit sein. 4. Sein eignes Herz bekämpfen und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch wenn wir uns besiegen, welch seliges Vergnügen gewährt der Pflicht Erfüllung nicht! 5. Nichts fann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhig Herz; das schaffet innre Freuden selbst in den größten Leiden und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wonach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? Was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Mel. In allen meinen Thaten 500 Sin ruhiges Ge- Herz, bieß größte Gut. wissen laß, Herr, mich stets genießen; denn hab ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wann 7. 3u bir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Er15111 376 Glückseligkeit wahrer Christen. Erlösten, darf ich mich bei- Lästerzungen, wird seines ner trösten: welch Glück, mein Gott, kann größer sein! Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Ge nug, er weiß davon sich rein und flieht auch sorgsam bösen Schein. Gott wird die Unschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der fünftgen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbſt, o Herr, dein Mund den wah ren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil ein unverLetzt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben 8. Läßt du mich im Gewissen einst diesen Trost genießen, wann Alles von mir weicht; wann ich den Lauf vollendet und sich mein Leben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten und mache selbst mich treu! Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, daß Nichts verdammlich an mir ſei! Mel. Schon ist der Tag von Gott 501 welch ein unist, Herr, ein gut Gewissen! Wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn Andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt tein Tod und kein Gericht, denn mit dir hat er Friede. ausgeföhnt zu fein; dein heilig Recht nicht zu entweihn; das sei mein größ ter Eifer! 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre und immer aufmerksam genug auf seine 2. Sich deines Beifalls, Warnung höre. Erinnerts Gott, bewußt, ruht er in mich an meine Schuld, so deiner Gnade. Dein Friede-laß mich, Bater, deine Huld ruht in seiner Brust; und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er in aller Noth, womit die Zufunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Vorsicht. voll Reu und Glauben suchen! 7. Mit deiner Gnade tröste mich und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich und nie aus Vorsatz fehle. Denn wer nur reines Herzens ist, hat in mer 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch das Gift der Glückseligkeit wahrer Christen. 377 den schwersten Kampf gestritten. Gib, wenn ich ermattet bebe, daß mich deine Kraft belebe! Hilf mir was den, kämpfen, siegen! Friede lohnet nach den Kriegen. mer dich durch Jesum Christ, Allwissender, zum Troste. Mel. Schmücke dich, o liebe S. 502 Vom Geräusch der Welt geschieden, schmeck ich des Erlösers Frieden und die FreuHerr, de schon auf Erden, mit dir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Sünden seh ich unter mir verschwinden und das Heil von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. O, was achten weise Christen jenen Reiz von nie dern Lüsten, jenen Glanz der eitlen Freuden und des Lebens furze Leiden, wenn fte schon im Geist am Throne deiner treuen Streiter Krone und den hohen Lohn erblikten, der sie dort einst wird entzücken! 3. Mag doch Trübsal mich umstürmen: deine Huld wird mich beschirmen. Kurz nur sind des Jammers Pfade: ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich deinen Rath verehren, unter keiner Bürde sinken und den Kelch in Ruhe trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, tausendfaches Leid gelitten und Mel. Wer nur den lieben Gott 503 Wenn ich ein gut be, so hab ich große Seligkeit: es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit, in Freud und Leiden gibt es hier die wahre Ruh der Seele mir. 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag ichs vor Gott zu treten und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht und Jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden; sie sind ein herber Augenblick; doch des Gewissens innre Freuden sind süßer, als der Erde Glück: und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein! 5. Die Glückseligkeit wahrer Christen. 378 5. Die Freudigkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; sie ist mein Labsal in den Schmerzen und in der Finsterniß mein Licht; sie macht getrost, wenn eine Welt erzittert und in Trümmern fällt. 6. Der bangen Todesfurcht entwöhnet, eil ich der letzten Stunde zu; dem Leibe, der nach Nast sich sehnet, zeigt sich im Grabe sanfte Ruh, indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch einge Sünde, mein Heiland gibt mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut: er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. O Seele, darum sei beflissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! Denn, o was könnt ich ohne dich? Mel. Herzliebster Jesu! 504 Wen wird, o Gott, die Wonne der Erlöften nach dieses Lebens kurzem Kampfe trösten? Wen schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone? 2. Wer heilig wird; wer, abgewandt vom Bösen, sich von der Sünde Herrschaft läßt erlösen; wer an den Sebn glaubt, seinen Herrn ihn nennet, ihn frei bekennet; 3. Wer deine Wahrheit unter Adams Kinder verbreitet, sie erleuchtet und die Sünder durch Thaten reizt, mit einem bessern Les ben dich zu erheben; 4. Wer, was er glaubt, gewissenhaft auch übet, die Menschen all als seine Brüder liebet, nicht lä stert, sie nicht fränkt, nicht stolz sich blähet und keinen schmähet; 5. Wer Sünden haffet und doch mit den Sündern Mitleiden fühlet und an deinen Kindern die Gottesfurcht und ihre Gaben ehret, hält, was er schwöret; 6. Wer nicht der Brütder Ruhm und Glück beneidet, selbst reich, die Armen speist, die Nackten klei det, froh, ohne Wucher auch mit milden Gaben genügt zu haben; 7. Wer, züchtig in Ge danken, teusch auch lebet; wer seines Werthes sich nie überhebet, im Glücke mäßig, gütig und bescheiden, getrost im Leiden: 8. Den wird, o Gott, die Glückseligkeit wahrer Christen. 379 die Wonne der Erlöften thes find auf Erden in nach dieses Lebens kurzem Beschwerden unsre Seelen. Kampfe trösten; den schmückt Herr, was kann bei dir im Himmel einst vor dei uns fehlen? nem Throne des Mittlers Krone. 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden. Doch wann der Herr vor aller Welt Mel. Mein ganzer Geist, Gott 505 Wie groß ist ligkeit, o Gott, schon in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergibt und treu in Jesu Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden ärndtet von der Saat der Leiden! hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen als die Seinen, ewig uns mit ihm vereinen. 5. Wie glücklich, Gott, sind wir alsdann! Wie viel hast du an uns gethan! O laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit, so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und im Leben uns dir gänzlich zu ergeben. 2. O wie erhaben ist das Recht, das du uns schenktest, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Vater land; und wer will deiner starken Hand, Allmächtger, uns entreißen? Wenn wir Mel. Schon ist der Tag von Gott gleich hier müſſen streiten 506 Wie heiter fließt und zu Zeiten schwach uns finden, hilfst du uns doch überminden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, gibst unsern Seelen wahre Nuh und stärtest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erfauftes Eigenthum und Schafe seiner Weide. Gutes Muchodni und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sündenlust entsage, von jeder bösen Neigung frei und deiner heilgen Vorschrift treu, rechtschaffen denk und handle. 2. Sanft führt dann deine Vatertreu mich auf des Lebens Wegen; mit jedem Mor 380 Glückseligkeit wahrer Christen. Morgen wird sie neu zu hen Freuden viel. Was reicherm Heil und Segen. hilft es mir, wenn ich auch Du, dessen Allmacht mich Welten gewinne? Vergäng beschützt, gewährst mir Al- lich ist jedes Bergnügen les, was mir nützt, lenkst der Sinne. Nur Freuden Böses selbst zum Guten. der Tugend entfliehen mir nicht; sie bleiben, wenn Alles auch wantet und bricht. 2. Die Natur streut Luft und Wonne Jedem in den Pilgerlauf; aber schöner geht die Sonne für den Freund der Tugend auf. Ihm strahlet von Sternen ein höhres Entzücken; ihm pflegen die Auen sich schöner zu schmücken. Die ir dischen Gaben sind Labial ihm nur; drum beut sie ihm süßer die holde Natur. 3. Dich kennt, dich liebt, dir traut mein Herz: wie könnt ich je verzagen! Ich dulde standhaft jeden Schmerz; du hilfft die Last mir tragen. Verlassen kannst du, Gott, mich nicht; stets warst du meine Zuversicht; du wirst es ewig bleiben. 4. Wenn deine Gnade mich erquickt und Ruh ins Herz mir sendet; Gott, wenn dein Friede mich beglückt und keine Reu mich tränket: wie selig bin ich dann in dir! Wie ahn und fühl ich dann schon hier des Himmels hohe Freuden! 3. Furchtlos und mit sich im Frieden geht er seine hohe Bahn. Keine Last kann ihn ermüden, täuschen ihn tein eitler Wahn. Ihn Oleitet die Wahrheit durchs Lebensgetümmel; sein Sinn und sein Wandel ist schon in dem Himmel. Ihm folget der Beifall der Edlen, und Ruh strömt ihm von dem Throne des Ewigen zu... 4. O wer wollte diese Freuden, diese Seligkeit verschmähn? Wer nicht selbst im tiefsten Leiden auf der Bahn der Tugend gehn? Wenn oft auch die Kräfte des Pilgers ermatten; bald laben 5. Die Bahn der Tugend und der Pflicht führt hin zum ewgen Leben! Gott, mein Gott, ich zweifle nicht, du wirst zu dem Bestreben, sie treu zu wandeln, deine Kraft, die alles Gute wirkt und schafft, mir Schwachen nicht versagen! Mel. Eins ist Noth, ach 507 Pieblich sind der Tugend Pfade, Heil des Himmels ist ihr Ziel. Hier empfind ich Gottes Gnade und der ho Glückseligkeit wahrer Christen. laben ihn wieder sanft fühlende Schatten. Drum muthig, ihr Christen! Das Ziel ist nicht fern. Uns winket ein Vorbild; o folget dem Herrn! Mel. Der unsre Menschheit 508 Mein Glaub ist meines Lebens Ruh und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach, gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es mei nem Herzen ein, welch Glück es sei, ein Christ zu sein! 2. Du hast dem sterb-, lichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Staube lehrt zurück der Staub; mein Geist wird nicht des Todes Raub, du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 381 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh entgegenschaue? Bald ruft der Herr und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünden schimpflich Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht, und wenn ich gleich hienieden nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein Trost: Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ; mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier furzen Schmerz, dort ewge Ruh. stir@ 6. Der du den Tod für mich bezwangst, der du mich, Mittler, aus der Angst, bie ich verdient, geriffen! Dir, dir verdant ich meine Rub; du heilest meine Wunden zu; du stillest mein Gewisfen; und fall ich noch in meinem Lauf: so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs in meiner Heiligung, ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dant 382 Glückseligkeit wahrer Christen. 8. Dank sei dir, Jesu, Hoheit dieser Welt: das Dank und Ruhm! Mich Christenthum ist sein Be lehrt dein Evangelium fest hüter, daß er durch sie nicht glauben, hoffen, lieben! wankt und fällt; fein irdisch Es macht mich ruhig; es Gut ist ihm ein Neiz zur erfreut und führet mich zur Wollust, Ueppigkeit und Seligkeit: drum will ichs Geiz. willig üben. Hier rühm ich meines Glaubens mich; für ihn preis ich dort ewig dich! 5. Gerührt durch Mitleid und Erbarmen beim Anblick seiner Brüder Noth, deckt er die Blöße nacter Armen, theilt mit dem Hungrigen sein Brod; et schmecet die Zufriedenheit, womit das Wohlthun uns erfreut. Mel. Wer nur den lieben Gott 509 Dem Wandrer gleich, der auf der Reise das festgesetzte Biel verfehlt, durch Wüsten irrt und sich im Kreise von Furcht und Hoffnung forgend quält, lebt auch der Christ, deß Leitstern nicht ist Jefu Lehre helles Licht. 6. Wirf einen Blick auf ihn, wenn Leiden und Trübsal ihn zu Boden drüct. Mein Vater, spricht er, hat durch Freuden in guten Ta gen mich erquict. Ich tenn in Leiden Gottes Huld und trag die Prüfung mit Geduld. 7. Seh ihn im Kreise der Geschäfte; wie würdig scheint der Christ dir nicht; gewisfenhaft braucht er bie Kräfte zur Uebung seiner heilgen Pflicht. Sein Fleiß, b dem Menschenwohl geweiht. erfüllet ihn mit Seligkeit. 2. Er irrt umher auf düsterm Pfade, sucht See lenruh und findt sie nicht; wünscht den Besitz von Gottes Gnade, allein er mandelt ohne Licht; greift nach dem Halm, der ihn verläßt; er zagt, sein Glaube steht nicht fest. 3. Willst du das Glück des Christen tennen, so sammle nur Erfahrung ein. Sie wird die Segnungen dir nennen, die ihn hienieden schon erfreun. Sein Glaube hebet über Zeit und Gräber seine Seligkeit. 4. Betracht ihn im Besitz der Güter, der Ehr und 8. Schau auf ihn hin, wenn nun das Ende dem Wirkungskreise ihn entreißt. Mein Gott, spricht er, in deine Hände befehl ich ster bend meinen Geist. Du bist mein Trost auch in der Nacht des Todes. Herr, es ist vollbracht! 2015 mod Dritte Dritte Abtheilung. 383 Lieder über die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Gesinnung und Verhalten des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. Häusliche Gesellschaft. 3. Wohl denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn Jeder treu und unMel. Wer nur den lieben Gott 510 Wohl dem, der verdrossen das, was er foll, zu leisten strebt; wenn Eintracht und Zufriedenheit das Haus zum Sitz des Segens weiht! in dem Ehebunde in treuer Lieb und Eintracht lebt! Shm wird so manche Lebensstunde mit Luft und Heiterkeit durchwebt; er blickt mit ruhig frohem Sinn auf seiner Zufunft Tage hin! 2. Wohl dem, dem frommer Kinder Segen den Ehebund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Tugend hegen; in ihren Blicken Unschuld lacht: wenn sie der Aeltern Beispiel rührt und auf den Weg zum Heile führt! 4. Wohl uns, wenn auch bei unsern Freuden sich freut der Nachbar und der Freund; wenn er an unferm Schmerz und Leiden theilnehmend, tröstend mit uns weint; die Bruderhand uns willig reicht und Hülf und Beistand gern erzeigt! 5. Ja denen, die dich findlich ehren, o Vater! strömt dein Segen zu. Sie wandeln, folgsam deinen Leh 384 Gesinnung und Verhalten des Christen Lehren und traun auf dich was mit der Frömmigkeit und finden Ruh; sie finden beſteht! Freude, deren Werth und Dauer feine Zeit zerstört. 2. D felig, wenn die Herzen, gefaßt auf Freud und Schmerzen, vereint durch Einen Sinn, sich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauernden Gewinn! 6. 3war wird auch oft der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gefandt; oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue fest verband; oft stört des Grams, des Unfalls Wuth, oft Krantheit ihren heitern Muth. 7. Doch trinken sie den 7. Doch trinken Kelch gelassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt: du wirst, du kannst sie nicht verlas sen, du, Gott, der seiner Kinder denkt und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. 8. Drum mag des Todes Arm uns trennen: wir werden einst uns wiedersehn, vor Gottes Thron die Unsern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn, da, wo nicht Trennung und nicht Tod den Neuvereinten ferner droht. Mel. In allen meinen Thaten 511 felig, wer zufrieden mit dem, was Gott beschieden, den Weg durchs Leben geht; von Herzen ihm vertrauet und fest auf das nur bauet, 3. Es wohnet schon hienieden des Himmels hoher Frieden bei stiller Häus lichkeit. Der Liebe reiner Seelen kann keine Freude fehlen, kein Segen der Zufriedenheit. Leiden, versüßt der Erde 4. Sie mildert Sorg und Freuden, führt Menschen Hand in Hand, im fest ver Bilgerleben zum Ziel im einten Streben durchs kurze bessern Vaterland. Der Ehestand. Mel. Wer nur den lieben Gott 512 Von dir, Gott, sind der Che Freuden, du, der du Mann und Weib erschusst und sie im Glück, sowie im Leiden zu großer Pflichten Uebung rufft! Uns diesen Pflichten ganz zu weihn, laß unsers Bundes Endzweck ſein! 2. Erhalt uns stets auf deinen Wegen, nimm gnä dig unsers Thuns dich an! Laß Wohlstand uns und je den in besonderen Verbindungen. 385 den Segen mit Dank aus erhöhen, die in Ehen dein deiner Hand empfahn und fördre unsrer Hände Fleiß, uns, Herr, zum Glück und dir zum Preis! inces sich freuen, durch dich blüthen und gedeihen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die sein Herz ihm abgewann, die Gott ihm ansersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich beizustehen! Wohl euch, wohl euch, fromme Gatten! In dem Schatten seiner Güte jauchzt mit freudigem Gemüthe. 3. Verleih uns deines Geistes Triebe; erfülle unser ganzes Herz mit reiner, fester, treuer Liebe in Glück und Unglück, Freud und Schmerz: mit Liebe, die in Frömmigkeit durch Blick und Wort und That erfreut! 4. Kein Christ verbittre seine Tage dem andern je durch Ungestüm; und trifft ben einen Last und Plage: so mildre fie der andre ihm! Das Glück, deß sich der eine freut, schaff auch dem andern Heiterkeit! 5. Laßt uns einander, wo wir fehlen, sanftmüthig nachsehn und verzeihn und stets mit dir geweihten Seelen im Guten uns zu wachsen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit unfrer Tugend unser Glück. 3. So strecket weit sich um ein Haus ein rebenreicher Weinsteck aus; so blühn auch Ehgenossen. Ringsum umringen ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frisch, wie junge Frühlingssproffen. Sorgt nicht! Sorgt nicht! Wie viel Beter zählt ihr, Väter, zählt ihr, Mütter! Sorg und Müh ist hier nicht bitter. 4. Gott, die du hier verbunden hast, erleichtre ihres Lebens Last; gib, daß kein Segen fehle! Laß nie fie Mel. Mein ganzer Geist 513 Der Ehestand soll ihren Bund entweihn; laß heilig sein! treu fie, züchtig, friedsam sein, Ein Herz und Eine Seele! Lente, lente, Geist der Liebe, ihre Triebe weg von Sünden, daß sie häuslich Glück empfinden! 5. leite fie von Ueppigkeit auf Freuden, die R man Du, Schöpfer, setztest selbst ihn ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heil entgegen. Vater! Bater! dich 386 Gesinnung und Verhalten des Christen man nie bereut, auf Freuden echter Tugend, damit auch einst ihr Alter frei von drückenden Beschwerden sei und heifer wie die Jugend! Segne, segne, o du Vater und Berather frommerChen, alle fie, die auf dich sehen! ren sie des Erdenlebens Last und Müh: so trage jeder gern sein Theil zu feines Gatten Trost und Heil! 7. Willst du durch Kinder fie erfreun, so gib zu ihrer Zucht Gedeihn, daß an den Pfändern ihrer Eh ihr Herz nie Gram und Jammer seh! Bei Trauungen. Mel. Vom Himmel kam der 514 Gott, Schöpfer, Stifter beilger Eh, schau auf dieß Paar aus deiner Höh, das vor dir steht, den festen Bund hier vor dir schließt mit Herz und Mund! 2. Mit Gnade schau auf fie herab, daß sie zusammen Mel. Mein ganzer Geist bis ins Grab verträglich, 515 Von dir, du Gott freundlich, gleichgesinnt, vor Allem gottesfürchtig sind! 3. Laß sie einander inniglich stets lieben, doch nie mehr, als dich; von Untreu auch im Herzen rein und teusch in Wort und Werten sein! Ewigkeit, ward einst der Ehe Bund geweiht; o weih auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht entschlossen stehn, den Schwur der Pflicht vereinigt abzulegen! Laß sie, Vater, dir ergeben, einig leben, tren sich lieben, treu die Pflicht der Christen üben! 4. Zusammen laß sie dir vertraun, zusammen ihre Seel erbaun, zusammen deinen Ruhm erhöhn und deinen Segen sich erflehn. 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, bas laß sie thun mit Freudigkeit; und so geling ihr frommer Fleiß zu ihrem Wohl und deinem Preis! 6. Empfinden und erfah8. Wenn dein Rath ihnen Trübial schickt, laß sie darin nicht unerquickt; gib heitre Tage nach dem Leid und segn es für die Ewigkeit! 9. Und trennet einst auch sie der Tod, so sei ihr Trost: daß unser Gott, die tugendhaft sich hier geliebt, einans der ewig wiedergibt. 2. O du, der du so gern beglückst, so liebreich zu uns niederblickst auf allen unsern Wegen, Herr, laß sie stets sich deiner freun; gib auch zu ihrem Thun Gedeihn, und ihr Beruf sei Segen! Laß sie, Bater, dir ergeben, glücklich leben in besonderen leben, freudig sterben und vereint den Himmel erben! Nach der Trauung. Mel. Mein Gott, das Herz 516 Geht hin! Der nigkeit hat euern Wunsch erhört! Geht hin und macht durch Frömmigkeit euch seines Segens werth! 2. Ihm heiliget Beruf und Stand; ihm heiligt ener Herz und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz! Liebe sich erfreun? Gott der Ei3. Euch nehme, schließt nach seinem Rath ihr einst den Pilgerlauf, er, der euch hier vereinigt hat, in scinen Himmel auf. Aelternpflicht. Mel. Alle Menschen müssen 517 Menschen weif und gut er ziehen, die zum Leben Gott erschuf: welch ein wichtiges Bemühen, welch ein seliger Beruf! Gott zum Ruhm, der Welt zum Segen, ihres eignen Heiles wegen, Kinder weis und gut er ziehn: welch ein wichtiges Bemühn! Verbindungen. 387 Zucht heran, ohn Erkenntniß, ohne Tugend: kann er dann des Lebens Bahn treten? würdig dich, o würdig, mit Vernunft beGott, anbeten? seinem Nächsten nützlich sein? deiner 2. Wächst der Mensch in früher Jugend roh und ohne HIL!! 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder gnädig anvertraut, forge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohlfahrt baut; lehre früh fie, Tugend lieben und das Gute willig üben! Dieſe Pflicht ist ernst und groß; Nichts, ihr Aeltern, spricht euch los. 4. Menschenschöpfer! Tugendmehrer! Laß, zu fördern Menschlichkeit, Väter, Mütter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit mit vereinter Sorgfalt wachen, unfre Jugend fromm zu machen; sie durch Lehr und Beispiel ziehn, selber Sünd und Laster fliehn! 5. Pflanz in aller Kinder Herzen weisen, frommen Tugendsinn, daß sie nicht ihr Wohl verscherzen; laß fie Trägheit, Eigensinn, Aergerniß und Leichtsinn fliehen und um Unschuld sich bemühen! Führe fie auf ebner Bahn, daß ihr Fuß nicht gleiten kann! 6. Dort vor deinem Angesichte werden die Erzie her stehn; selig, wenn sie R 2 im 388 Gesinnung und Verhalten des Christen im Gerichte ihre Kinder vor dir sehn und dann sagen können: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen; und dann Kinder flehn für fie: Gott, vergilt nun ihre Müh! 7. Menschen weis und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf: welch ein wichtiges Bemühen! welch ein seliger Beruf! Laß, o Heilger, deinen Willen alle Aeltern treu erfüllen; lohne hier schon ihre Müh, lohn, Vergelter, ewig sie! Mel. Wer nur den lieben Gott 518 Herr! err! welch ein wichtiges Gefchäfte für Aeltern: Kinder zu erziehn! Gib Segen, Weisheit, Lust und Kräfte zu jedem redlichen Bemühn, wodurch man unter weiser Zucht der Kinder Herz zu bilden sucht! 2. Du rufft die Menschen in das Leben und willst, fie sollen glücklich sein; haft ihnen auch den Ruf gegeben, sich gern zu Andrer Dienst zu weihn. Durch Zucht zu beiden führet man sie früh zu weiser Ordnung an. 3. Wohl Aeltern, welche deinen Willen hierin mit Redlichkeit vollziehn und, diese Absicht zu erfüllen, sich nach Vermögen treu bemühn! Wohl ihnen hier in dieser Zeit und einst in jener Ewigkeit! 4. Sie baun das Wohl fein ihrer Jugend zu deis nes großen Namens Preis; fie lehren Weisheit sie und Tugend durch eignen und durch Andrer Fleiß; und um Gedeihn fleht ihr Ge bet zu dir, in deffen Hand es steht. 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir bie tiefste Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen und sich mit ihnen fromm zu freun, ist guter Väter, Mütter Luft, flößt Tugend in der Kinder Brust. 6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichfeit in ihr Gemüth die ebe lern Triebe früh zu senken, ist ihre Sorgfalt stets bes müht. Doch, widerstrebt das Kind der Pflicht, schont weise Zucht des Lieblings nicht. 7. O welch ein wonnes reicher Segen für Aeltern, Kinder und die Welt, wenn fromme Bucht auf deinen Wegen, o Herr, der Absicht nicht verfehlt! Lust strömt den Aeltern; Glüd und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8. Und für ein Volk, für ganze Staaten, o weld ein seliger Gewinn, wenn junge in besonderen Verbindungen. junge Bürger wohl geras then, erzogen, Herr, nach deinem Sinn! Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried und Ruh nimmt dann durch fie auf Erden zu. 9. Ach aber, welche Pest auf Erden bringt die verfäumte Kinderzucht! Sie häuft den Aeltern selbst Beschwerden, die oft hernach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Lässigkeit vermehren selbst noch dort ihr Leid. 10. O Gott, lehr Aeltern dieß erwägen; erweck und stärke ihr Bemühn, baß, unter deinem milden Segen, sie ihre Kinder wohl erziehn! Dlaß fie einst so glücklich sein, mit ihnen sich noch dort zu freun! Mel. Wo Gott zum Haus nicht 519( roß ist, ihr Aeltern, eure Pflicht! Verwahrlost eure Kinder nicht! Gewöhnet sie von früher Zeit mit Gott zu frommer Thätigkeit. 389 sehn und, was sie lernen, auch verstehn! 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie selbst zur Tugend an! 5. 2. Wohl euch, wenn keines je vergißt, was aller Weisheit Anfang ist, daß Lie be gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Klugheit sei! 3. Lehrt sie, wenn ihr Berstand erwacht, Gott fennen, seine Huld und Macht! Lehrt sie, auf seine Werte thing Erstickt durch gute Lehr und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht; sorgt, daß sie werden Got tes Bild, gerecht und liebevoll und mild! 6. Berstört des Lehrers Unterricht zu Haus durch böses Beispiel nicht; schützt vor der Strafe seiner Hand nie ihren Trotz mit Unvers stand! 7. Wißt, daß sie recht und irre gehn, so wie sie euren Wandel sehn! Sie sind durch Beispiel leicht regiert; web, weh euch, wenn ihr sie verführt! 8. Ihr junges Herz ist schwach und weich; drum rühmt vor ihren Ohren euch der Uebertretung eurer Pflicht in eurer eignen Jugend nicht! 9. Muthwillen nennt nie Witz; nie preist des Knaben schadenfrohen Geist als Munterfeit, ein trüglich Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz! 10. Lehrt friedlich sie, genügsam sein, entbehren und sich dennoch freun; tilgt R 3 Geiz 390 Gesinnung und Verhalten des Christen Geiz und Neid aus ihrer Brust, macht ihnen Christensinn zur Luft! 11. Gewöhnt sie an der Tugend Müh, an Ernst und Fleiß und lehret sie, daß Arbeit keine Sklaverei, daß sie das Glück des Menschen sei! 12. So nehmt euch ihrer Seelen an: Gott richtet einst und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 13. Erwägts und fürchtet sein Gericht, um auch vor seinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun; denn sie sind sein Geschenk und sein. 2. Wenn treuer Aeltern Liebe sucht, sie aufzuziehen in der Zucht; so steh, damit sie glücklich sei, mit deiner Weisheit ihnen bei! 3. Gib allen Kindern Lernbegier, zum Guten Lieb und Lust zu dir und laß sie meiden, ohne Zwang: Troß, Eigensinn und Müßiggang! kennen; laß sie nie gefähr lich irren, leite sie! 8. Erhöre, Höchster, dieß Gebet; verleih, was wir von dir erfleht! Dann dan ten einst, Allvater, wir mit Mel. Vom Himmel kam der 520 Die Kinder, de allen unsern Kindern dir! uns freun, sind alle, Gott und Mel. Freu dich sehr, o meine Bater, dein; sind deine be 521 Me Deine Kinder, ste Gab, o Herr: Bewahre fie, Barmherziger! Gott, befehle ich dir an; du gabst sie mir. Preis sei dir von ganzer Seele, Preis und Dant, Herr, dafür! Ach verlaß, verlaß sie nie, segne und behüte sie, daß sie, dir zum Wohlgefallen, früh schon deine Wege wallen! 4. Gesegnet sei ihr Unterricht! Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht er5. Im Glauben mache sie gewiß, bewahre sie vor Aergerniß, und naht Versuchung ihnen sich, so stärte du sie väterlich! 6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort und sich befleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Frömmigkeit; 7. Daß wir in ihnen Christen sehn, die freudig deine Wege gehn, und Bürger einst, voll Lust und Muth, zu thun, was edel ist und gut! 2. Aber ach! wie viel Gefahren warten ihrer in der Welt! Wer vermag sie zu bewahren, wenn nicht deine Hand sie hält? Unbezwing lich laß sie sein allen Lüsten, fromm in besonderen fromm und rein nur nach deinem Beifall trachten, auf des Lasters Reiz nicht achten! 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden sie verschenst; nicht, daß du durch stete Freuden ihre Tugend bier schon lohust, jeden ih rer Wünsche stillst, jede Hoffnung gleich erfüllst: nichtum Schätze, die vergehen, darf und will ich für sie flehen. 4. Gib auf ihrer Lebensteiſe, wie es längst dein ihnen nur, was sie weise und des Himmels würdig macht! Wichen sie von dir zurück: ihr verlornes Seelenglück wär mit allen Erdenschätzen nimmer ihnen zu ersetzen. 5. Doch die Bitte, bie ich wage, finde gnädiges Gehör! Laß nicht ihre Lebenstage, guter Gott, ganz freudenleer. Werden sie geprüft durch dich: o so sei es väterlich, und dann laß es ihren Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen! 6. Keins von meinen Kine dern werde durch das Laster elend, Gott; feins dem Nächsten zur Beschwerde, oder seiner Feinde Spott, Nützlich laß der Welt sie sein, keine Müh und Arbeit scheun, still sich ihres Fleißes nähren und durch ihn dem Mangel wehren! Verbindungen. 391 7. Jener Siegstag der Gerechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir zu deiner Rechten ihrer feines fehlen mag! Dann frohlock ich: Vater, sieh, hier bin ich; hier sind auch die, die mir deine Huld geliehen, sie zum Himmel zu erziehen. Kindespflicht. Mel. Gott des Himmels und 522 inder, die ihr im eurer guten Weltern weilt und um Kleidung, Trank und Speise sorglos nur zu ihnen eilt; noch durch sie in jeder Pflicht Lehr empfangt und Unterricht! 2. Kinder, o bedenket frühe, was fie thun für euer Glück; denkt der namenlosen Mühe, die fie euch, vom Augenblick eures Aufblühns bis zur Zeit eurer Reife stets geweiht. 3. Aelternlieb ist ohne. Schranken. Kinder, nie bes lohnt ihr sie; danken aber könnt ihr, danken euren Aeltern Lieb und Müh; danken manche lange Nacht, sorgenvoll für euch durchwacht. 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen treu und folgsam sein, nie mit Vorsatz sie betrüben, jede Kränkung schnell bereun; ohne Klügeln R 4 ihnen 392 Gesinnung und Verhalten des Christen ihnen traun und auf ihre meine Dankbarkeit, mein Winke schaun; 5. Ringen, daß der Treuen Pflege nicht an euch verloren sei, daß ihr auf der Tugend Wege, eurem hohen Rufe treu, jedem Laster trotzend, geht, bis ihr einst am Ziele steht; 6. Eure Kraft den Weltern leihen, wenn sie kraftlos sind und schwach; sie mit Trost und Hülf erfreuen bei des Alters Ungemach: dieß ist Kindesbank und Pflicht. Kinder, dieß vergeffet nicht! Mel. Jesus, meine Zuversicht 523 Gott, mein Bater, Dank sei dir: du hast Gutes, Leib und Leben durch die Hand der Aeltern mir ohne mein Verdienst gegeben. Mir be glückst du ihre Müh und auch mir erhältst du sie. 2. Oft hab ich sie zwar betrübt, sie, die von den ersten Tagen doch so zärtlich mich geliebt, mich mit viel Geduld getragen. Gott, dadurch kränkt ich auch dich: o wie beugt mein Undank mich! 3. Was ich ihnen schuldig bin, hafte tief in meinem Herzen! Laß mich ja durch Eigenfinn niemals ihre Gunst verscherzen; gib, daß Gehorsam sie erfreut! 4. Laß mich, Gott, wie du verlangst, jede Kinds pflicht gern erfüllen! Denn wie oft hat Sorg und Angst sie beschwert um meinetwillen! Haben sie nicht manche Nacht, wann ich schlief, für mich durchwacht? 5. Jesus stelle sich mir dar, er, das Beispiel aller Kinder, der der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn, das Heil der Sünder; er war doch von Kindheit an seinen Weltern unterthan. 6. Ihren Willen thun, sei mir meine Lust! Denn das ist billig, auch gefällig, Gott, vor dir; dazu mache ſelbſt mich willig! Wohl mir dann! Dann wird auch mein dein verheißner Segen sein! 7. Laß auf ihre Wünsche mich findlich und mit Sorg falt achten; ja selbst ihren Wünschen mich noch zuvors zukommen trachten; nicht für sie Beschwerden scheun und ihr Glück mit Freu den sein! 8. Ehrerbietig laß mein Herz wirklich sein und nicht blog scheinen. Laß mich auch, trifft sie ein Schmerz, zu dir heiße Thränen weis nen; ihnen deine Hülf er flehn, nach der Hülfe dich erhöhn! 9. Weiner Aeltern Schutz fei sin besonderen Verbindungen. 393 jei bul Ihrer Wallfahrtszeit auf Erden lege viele Jahre zu: laß sie alt im Segen werden, und erhör auch ihr Gebet, das für mich um Weisheit fleht! 10. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Vater, selber tragen, und wenn fie ihr Ziel erreicht nach den spätsten Lebenstagen: so gib du vor deinem Thron ihnen frommer Aeltern Lohn! Mel. Wer nur den lieben Gott 524 Wir flehn für unsrer Neltern Leben dich, aller Men schen Vater, an. Du hast sie uns zum Heil gegeben: fie leiten uns auf deiner Bahn. Von ganzem Her zen danken wir für deine Vaterliebe dir. 2. Verleih uns stets für ihre Lehren ein offnes, weises, sanftes Herz und laß uns gern sie findlich ehren, daß niemals Kummér, Gramt und Schmerz der treuen Aeltern Herzen fränkt und ihre Liebe von uns lenkt; 3. Gib ihnen deinen besten Segen und Alles, was ihr Herz erfreut! Bejchirme sie auf ihren Wegen in ihrer ganzen Lebenszeit! Gefegnet fei ihr Erdenloos und einst ihr Lohn im Himmel groß! Geschwisterliebe. Mel. Herr, ich babe mißgehandelt 525 Wen 525 Weter fromm enn Geschwiund weise, nachsichtsvoll und gütig sind; wenn in ihrem stillen Kreise stets bes Friedens Quelle rinnt: o dann ruht auf ihnen Allen Gottes Blick und Wohlgefallen. 2. Durch das Band des Bluts verbunden sollen sie durchs Leben gehn und den Reiz der schnellen Stunden freundlich mehren und erhöhn; sollen Haß und Neid entfernen und auch Andre lieben lernen. 3. Mit entschloßnem frohem Herzen üben sie, was Gott gebot: theilen Freude, Gram und Schmerzen, mindern jedes Tages Noth; warnen sich, so oft fie fehlen, und veredeln ihre Seelen. 4. O wer wollt in früher Jugend nicht schon sanft und friedlich sein? Aus den Häusern dringt die Tugend in die große Welt hinein. Wer die Seinen fann betrüben, wird der Andre redlich lieben? 5. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, wird gesegnet und erfreut. Aeltern ſehn sich dort belohnet, Kindern ist ihr Glück bereit; alle N 5 Haus 394 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. Liebe! Komm herab vom Himmel! Komm in unser Herz herab! Leite durch das Weltgetümmel auch die Unsern bis ans Grab! Laß durch deine Macht auf Erden jedes Haus regieret werden! Hausgenossen streben, sich Eigensinn ist Verletzung mit Freuden zu umgeben. meiner Pflicht. Wenn ich gleich beglückter bin; den noch ziemt mir Herrschsucht nicht. Lieblos, hart und grausam sein heißt: ber Menschheit Recht entweihn. Für Herrschaften. Mel. Nicht so traurig, nicht 526 Du vertheilft der u vertheilft der Menschen Loos, Gott, nach deinem weisen Rath, machst oft Einen reich und groß, wenn der Andre Mangel hat; aber weise, gut, gerecht bist du für den Herrn und Knecht! 2. Wer bei ärmerem Geschick seine Zeit und Kraft mir leiht; wer zu meines Hauses Glück treu sich meinem Dienste weiht; wer durch Folgsamkeit mich ehrt: der ist meiner Liebe werth. 3. Er hat Recht auf Güt und Huld, wenn ihn Redlichkeit beseelt; Recht auf Nachsicht und Geduld, wenn er ohne Vorsatz fehlt. Ich bin selbst nicht fehlerfrei; kann ich fordern, daß ers fei? 4. Hochmuth, Stolz und 5. Herr der Herren, gib mir Kraft, daß ich stets gerecht und treu, liebreich und gewissenhaft gegen jeden Menschen sei! Jeder ist dein Kind wie ich und erhält sein Recht durch dich. Mel. Auf, Chriftenmensch! 527 Durch dich, Gott, 1 bin was ich bin, und es ist deine Gabe, daß ich, als Herr, so viel Gewinn vor ärmern Brüdern habe. Sie leihen ihre Dienste mir: dieß, höchster Herr, verdank ich dir. 2. Erfüllen sie mit Redlichkeit und Aufwand ihrer Kräfte, was ihnen ihre Pflicht gebeut, in ihrem Dienstgeschäfte, so gib, daß ich für ihre Treu auch dankbar und gefällig sei! jedem 3. Hilf, daß ich seine Pflicht aufs möglichste versüße; daß, wenn an Hülf es ihm gebricht, er sie von mir genieße; daß ich ihm Fehler gern verzeih und, wird er krank, sein Pfleger sei! 4. Gib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung ihm vers of in besonderen gönne, gern seine treute Redlichkeit, gern seinen Werth erkenne und ja aus nichtgem Vorwand nie ihm den verdienten Lohn entzieh! 5. Auch der geringste Die ner ist bestimmt zu höherm Leben; für mich und ihn hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einst der Knecht mit seinem Herrn ein glei ches Recht. 6. präge dieses tief mir ein! Nie müss ich mich erfühnen, gefühllos gegen die zu sein, die meinem Hause dienen! Der mir hier dient, ist Mensch wie ich; ich soll ihn lieben gleich als mich. Verbindungen. 395 3. Lehr ohne bittre Klagen des Lebens Last mich tragen und Weichlichkeit verschmähn; im Reben und im Schweigen mich ehrerbietig zeigen und gern den Weg der Demuth gehn! 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren und Schaden abzuwehren, soll meine Freude sein. Ich will sie herzlich lieben, mit Vorsatz nie betrüben, verbroßnen Sinn und Frechheit scheun. 5. Ich will sie nie beneiden; will alle Trägheit meiden und alle Banffucht fliehn; will recht thun, nicht betrügen, nicht lästern und nicht lügen und allem Leichtsinn mich entziehn. 6. In meinem Dienst auf Erden geschickter stets zu werden, sei Freude mir und Pflicht. Wer treu ist hier im Kleinen, den zählst du zu den Deinen, und er beFür Dienende. Mel. In allen meinen Thaten 528 Sot, beinen wei- reut sein Leben nicht. sen Willen soll Jeder hier erfüllen: laß ihn mir heilig sein! Laß alle meine Kräfte mich eifrig dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weihn! 2. Du heißt mich, Andern dienen; und dien ich redlich ihnen, so folg ich dir, mein Gott. Drum laß der Herrschaft Willen mich gern und tren erfüllen; dieß ist dein Wille, dein Gebot! 7. Du bist stets der Gerechte, der Herr der Herrn und Knechte und beider Trost und Heil. Wer niedrig ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, hat an ihm, wie der Höchste, Theil. 8. Dieß laß mich stets erwägen; denn dieß gibt Trost und Segen und reicht die Hoffnung dar: einst wirst du, Herr der Welten, R 6 den 396 Gesinnung und Verhalten des Christen den Fleiß noch mehr vergelten, womit ich Menschen nüßlich war. Mel. Mein erst Geschäft sei 529 Berufen hast du entzogen werden. mich, mein Gott, in Andrer Dienst zu leben, um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften nützen, und du, Gott, willst mit Vaterhand mich dabei unterstüßen. 3. O laß in meinem Dienst dieß nie mich aus den Augen setzen; und kostet mirs auch Kampf und Müh, nie meine Pflicht verletzen! 4. Gib, daß ich, meinem Rufe treu, stets meiner Herrschaft Willen, damit sie meines Diensts sich freu, mit Eifer mög erfüllen! 5. Hilf, daß ich, wie mein eignes Gut, das 3hrige betrachte; auf alles, was sie meiner Hut vertraut, mit Sorgfalt achte. 6. Nie tomme mir es in den Sinn, mit raubbegiergen Händen, aus schnöder Liebe zum Gewinn ihr Etwas zu entwenden! mir so werth, als obs das meine wäre. 8. Erkennt sie meine Treue nicht, so seis mein Trost auf Erden, daß sie, Gott, deinem Angesicht nicht kann 7. Die Freude, die ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Alles sei auch 9. Mit Wohlgefallen siehst du sie und wirst schon hier im Leben mir auch bei aller meiner Müh, Gott, deis nen Frieden geben. 10. Kommt meines Les bens Abend dann; so nimmst du, der die Müden gern aufnimmt, mich mit Ehren an und schenkst mir ewgen Frieden. Für Wittwen. Mel. In allen meinen Thaten i 530 Auf Gott nur will ich sehen; er hört der Wittwen Flehen und nimmt sich ihrer an. In allem Schmerz und Leide ist er mir Trost und Freude, der Fels, auf den ich bauen kann. 2. Mich leitet seine Gnade auf meines Lebens Pfade bis an das stille Grab. Er wird mich nie verlassen! Dieß Trostwort will ich fassen; es ist mein stärkster Wanderstab. 3. Wo feit viel tausend Jahren betrübte Wittwen waren, da sah Gott gnädig hin. Er pflegte die Betrübten Verbindungen. 397 Tod uns wieder, dann schallen unsre Lieder durchs thränenfreie Vaterland. Für Waisen. nen, stärken und mir zur Seite stehn. Wie groß ist In voriger Melodie. ſeine Güte! Dit ruhigem 531 Im Frühling meiich auf Jahre, Gott! sah ich schon die Bahre des guten Vaters stehn; und sie, die mich geboren, war früh für mich verloren, als Kind mußt ich ihr Grab schon ſehn. sin besonderen ten, wenn sie nur stets ihn liebten und wandelten nach seinem Sinn. 4. Auch mich wird er bes merken, mich trösten, segi nen Wegen gehn. 5. Ich will ihn gläubig ehren und meine Tugend mehren in stiller Einsamfeit. Er steht ja, wie ichs meine; er sieht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz erfreut. 6. Auch wenn ich mehr noch litte; bis zu dem letzten Schritte will ich ihm folgsam sein. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden bewährt erfundne Dulder ein. 7. So eilen meine Tage mit jeder Last und Plage wie Träume leicht dahin; ich lege meine Glieder im Tode ruhig nieder und weiß, daß ich erlöset bin. 8. Einst geh ich, den zu schauen, der ewig mein Vertrauen, mein Gott ist und mein Freund. Wie will ich dann ihn ehren, ihm danten für die Zähren, die ich als Wittwe hier geweint! 9. Dann find ich, den ich liebte, deß Tod mich einst betrübte, in meines Gottes Hand; dann trennt kein 2. Unwissend, was mir nüße, so schwach und ohne Stüße, muß ich verlassen gehn! Wer wird mir Rath ertheilen, wer mir zu Hülfe eilen, wer hört auf armer Waisen Flehn? 3. Doch wer wars, der mich beugte, so tief zum Staube neigte? Warst dus nicht, großer Gott? Dein weiser Nath regieret der Menschen Schicksal, führet es fort durch Leben und durch Tod. 4. Du willst dich an den Waisen als Vater ja beweisen und Armen Gutes thun; Verlaßne willst du hören, die Welternlosen nähren; dein Segen soll auf ihnen ruhn. 5. Und seit viel tausend Jahren hast du, die Waisen waren, so väterlich ernährt; die sich auf dich verließen, R 7 sahn 398 Gesinnung und Verhalten des Christen fahn, Gott, zu deinen Fü Ben ihr heißes Flehn von dir erhört. 6. Auch mich kannst du nicht hassen, du wirst mich nicht verlassen; ich will dir ganz vertraun. Dein Herz ist mir ja offen, fest will ich auf dich hoffen, nur dich in trüben Stunden schaun! 7. Ja, du wirst mich ernähren, mir Rath und Hülf gewähren: wo ist ein Gott wie du? Nur was mir nüßt, das schenke mir, deinem Kind, und lenke mir frommer Menschen Liebe zu! 8. Und wenn in diesen Jahren Verführung und Gefahren und Laster um mich find: o dann sei, treuer Vater, mein Führer, Freund, Berather, ach dann verlaß nur nicht dein Kind! 9. Es schlag von früher Jugend für Gottesfurcht und Tugend und Unschuld nur mein Herz! Frömm sein auf deinen Wegen, sei meine Lust, mein Segen, und Unrecht thun und sehn, mein Schmerz! 10. Arbeitsamkeit und Treue, begangner Fehler Reue, ein wahres Christenthum; ein zärtlich Herz für Freunde, und Sanftmuth gegen Feinde, dieß sei mir mehr als Glück und Ruhm! 11. Und die, die mich erziehen mit redlichem Bemühen, an Aeltern Statt mir sind, mich warnen und belehren, laß herzlich mich verehren, sie dankbar lieben wie ihr Kind. 12. Ihr Lohn sei, Gott, dein Segen! Auf allen ih ren Wegen wollst du ihr Führer sein; und wenn sie dann einst sterben und deinen Himmel erben, laß jenseits mich mit ihnen freun! 13. Vertlärt werd ich dann stehen, die Weltern wiedersehen, um die ich hier geweint; ich werde vor dich treten, zu dir, Erlöser, beten: Lohn ihnen ewig, Menschenfreund! Dankbarkeit gegen Wohlthäter. Mel. Wer nur den lieben Gott 532 Wenn Menschen an Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu sein; wenn sie mit willigem Gemüthe durch Rath und Hülfe mich erfreun: mit reichem Se gen segne dann sie, die ich nicht belohnen kann! 2. Ich will mich aller ihrer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; voll Kummer über ihre Leiden gern, wie ich kann, ihr Tröster sein; und kann ich lindern ihre Noth, mit Freu is in besonderen Verbindungen.nijs 399 dein; dein soll auch Dank und Ehre sein, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. Freuden will ichs thun, o Gott! 3. Und kann ichs nicht, dann, Vater, dringe mein eifrigstes Gebet zu dir; was ihnen gut ist, das gelinge! denn, Herr, sie thaten wohl an mir. Auf Jeden komme Freud herab, der seinen Brüdern Freude gab! 4. Ich will sie lieben und ste ehren; will über mein Bedürfniß sie mit meinen Alagen nicht beschweren, bescheiden stets und lästig nie; will, wenn ihr Herz auch Andre liebt, nie neidisch sein und nie betrübt. 5. Erfreue sie mit deiner Güte: dein Segen komme liber sie; sei stets ihr Helfer und behüte vor Widerwärtigkeiten sie! Empfinden fie Gefahr und Schmerz: so tröst und beile selbst ihr Herz! 2. Gesegnet sei ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gesandt, von Zeit auf Zeit dein heilig Wort und Licht mit ihm und Tugend fort. 6. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wenn einst fie scheiden, gnädig an! Erquicke sie mit Trost im Sterben, die mir im Leben wohlgethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron sei herrlich einst und groß ihr Lohn! 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, erleuchtet selbst durch dich, den viel Seelen für dein Reich Jüngern Jefu gleichgesinnt, gewinnt! 4. Dank dir, da du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer gibst, die weise sind und tugendhaft, in Lehr und That voll Geist und Kraft! 5. Laß ihres Unterrichts uns freun, gewissenhafte Hörer sein und schätzen deiner Wahrheit Werth, die uns ihr Unterricht erflärt! 6. Dein Wort iſt, was sie lehren, Herr! Laß uns dadurch stets heiliger und besser werden; nur alsdann gehn wir einher auf rechter Bahn. Kirchliche Gesellschaft. Lehrer und Zuhörer. 7. Ermahnen, warnen, strafen sie, so weigre, wer sie hört, sich nie, zu haffen, was du uns verbeutst, zu Mel. Wo Gott zum Haus 533 Das Amt der Leh- thun, was du durch sie gerer, Herr, ist beutst. 8. Das 400 Gesinnung und Verhalten des Christen 8. Das ist der Lehrer Zeit zum Leben in der bester Lohn, wenn ihrer Ewigkeit, gib, Herr, ihm Mühe Früchte schon sie Licht und Kräfte. Lehr hier in unsrer Tugend ihn, hilf ihm thun und leis fehn, mit uns den Weg den, dulden, streiten, bes zum Himmel gehn. ten, wachen, selig sich und uns zu machen. 9. Fern sei von uns der Frevel, Gott, durch Undant fie, durch Haß und Spott zu kränken; daß sie, was fie thun, mit Freuden, nicht mit Seufzen thun! 10. Ja, Gott, wir wol len sie erfreun und dankbar fromme Hörer sein: so führst du einst auch uns zugleich mit ihnen in dein ewges Reich. Bei Einführung eines Religionslehrers. Mel. Mein ganzer Geift, Gott 534 Wohl uns! Wohl uns, daß Gott uns liebt, uns immer treue Lehrer gibt, die uns zum Himmel führen; die, auf geklärt durch Wissenschaft, voll Tugendliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren! Rühmet, preiset seine Treue! Wieder neue ward sie heute. Dank sei unsre heilge Freude! 2. Wir reichen segnend ihm die Hand, den Gott zum Lehrer uns gesandt. Heil ihm zum Lehrgeschäfte! Bu bilden uns hier in der 3. Laß deinen Geist stets auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, was ihn betrübe! Gib für die Wahrheit, die er lehrt, ein Herz uns, das sie willig hört, ein Herz voll reiner Liebe! Üeben hilf uns dann in Leiden, wie in Freuden, seine Lehre, uns zum Heil und dir zur Ehre! 4. Wann einst dein großer Tag erscheint, laß ihn, laß unsern besten Freund uns dir entgegen führen! Die Seelen sind ihm zu gezählt; o gib, daß dort ihm keine fehlt! Laß keine sich verlieren! Gott, wie werden wir uns freuen um den Treuen, wenn zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone. Nach der Handlung. 5. So sei gesegnet, Knecht des Herrn! Nie sei dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Hand; wir gehn mit dir ins Vaterland; du führst uns. in besonderen uns. Amen! Amen! Hei lig bleib uns diese Stunde! Unserm Bunde treu zu leben, sei stets unser freudig Streben! Bei der Confirmation. Mel. Es ist das Heil uns 535 Die hier vor bei nem Antlitz stehn, sind, Jesu, deine Glieder. Blick, wenn vereint wir für sie flehn, erbarmend auf sie nieder; gib ihnen, Herr, durch deinen Mel. Mitten wir im Leben Geist das Gute, das dein 536 Stärke, Mittler, Wort verheißt, im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen dich, o Gottes Sohn, und deine heilgen Lehren. Ist Freude dort vor deinem Thron, wenn Sünder sich bekehren; jo laß auch heute Freude sein, da diese Kinder dir sich weihn und ihren Bund erneuen! 3. O laß fie Gnad und nicht Gericht in dieser Stund empfahen, wenn sie mit Glaub und Zuversicht zu deinem Tische nahen! Es stärke sie dieß Lebensbrod, damit sie, Jesu, dei nen Tod verkünden durch ihr Leben! Verbindungen. 0401 Schwachheit auf; und wenn sich Lüste regen, so laß sie gläubig auf dich sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmähn und muthig überwinden! 5. Zeig, Herr, den Lohn der Ewigkeit von fern den theuren Seelen, die jetzt auf ihre Lebenszeit sich hier mit dir vermählen! treuer Heiland, sie dein! Schreib heut ins Buch des Lebens ein die Namen dieser Christen! sind 4. Lacht ihnen bei dem eblen Lauf die falsche Welt entgegen, so bilf du ihrer theur Erlösten! Laß sie ihr Vertraun auf dich unaussprechlich trösten! Wach über ihre Seelen! Sie flehn und schwören alle dir: Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger Schöp fer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu sein dir bis ans Ende! 2. Ach, wie Viele schwuren auch, fest an dir zu halten, aber treulos ließen sie ihre Lieb erkalten; Vers derben ward ihr Ende. Beständig laß dir diese sein, die dir schwören, dir sich weihn! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! 402 Gesinnung und Verhalten des Christen Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Stärke sie, die Deinen, in des Glaubens Zuversicht und wahrer Tugend! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüsten; ach, du wollest sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und siegen! Die Triebe zu verbotner Lust dämpfe früh in ihrer Brust! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß fie alle Feinde ihres hohen Seelenheils weit überwinden! 4. In der Todesnoth laß fie, deine theur Erlösten, daß ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trösten! Herr, laß sie bei dir leben! Einst sammle sie mit uns zugleich in dein unvergänglich Reich! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! HeiligerGott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu sein dir bis ans Ende! Bund, den dein Herz durchs Wasserbad fest mit Gott ge schlossen hat! Denn wie leicht geht der verloren, der ihm treulos hat geschworen! 2. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt! Denke, Mel. Freu dich sehr, o meine 537 Sei getreu in deinem Glauben; laß dir deffen festen Grund ja nicht aus dem Herzen ranben; halte treulich deinen wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott verges ben, auch verzeihn und lieb reich leben. 3. Sei getreu in deinen Leiden und laß dich kein Ungemach, feine Noth von Jesu scheiden; murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld. Selig ist, wer willig träget, was der Herr ihm auferleget! 4. Sei getreu in deinem Hoffen, wenn dich Gott nicht bald erhört, und der Noth, die dich betroffen, nicht so, wie du wünschest, wehrt. Halt an seine Treu dich fest: glaub, daß er dich nicht ver läßt; seine Hülf ist schon vorhanden. Wer so hofft, wird nie zu Schanden. 5. Sei getreu bis an das Ende, daß kein Leid und keine Noth je von deinem Gott dich wende; sei ihm treu bis in den Tod! O bas Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein ein besonderen dein Jesus dir will geben dort in seinem Freudenleben! Mel. O bu Liebe meiner 538 Mittler, ichau auf fie hernieder, die sich deiner Gnade freun und als deiner Kirche Glieder dir geloben treu zu sein; bir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Segnend schau bei ihrer Weihe, segnend schau auf sie herab! 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir geheiligt sein, daß sie nie vom Pfad der Tugend in der Frre sich zerstreun! Schütze sie vor allen Schlingen, vor den Lockungen der Welt, laß es nimmer ihr gelingen, daß sie ihre Tugend fällt! 3. Laß sie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre sein und durch deines Geistes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun! Stärke sie durch deine Gnade, wenn zu dir sie kindlich flehn, daß sie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern Leben gehn! 4. Halte sie mit starken Armen, wenn wollen, feſt; laß fie fühlen dein Erbarmen, das die Schwachen nie verläßt! Und wenn eins sich je verirrte und verließ der Tugend Bahn; ach, dann nimm Verbindungen. 403 dich, treuer Hirte, des verirrten Kindes an! 5. Keines, feines, ach, von Allen, die mit dir den Bund erneun, laß aus deiner Gnade fallen und von dir geschieden sein! Herr, versiegle ihren Glauben, der sie ewig glücklich macht: Keinem laß die Krone rauben, die du allen zugedacht. 6. Sieh hernieder auf die Deinen, die sich jetzt zu dir gewandt: sieh, die Thränen, die fle weinen, zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die seligen Gefühle nie erfalten, nie vergehn; bis zu ihrem Lebensziele laß sie treu im Glauben stehn! 7. Sammle sie einst alle wieder dort in deines Vaters Reich! Sie sind deines Bundes Glieder; einst, den Engeln Gottes gleich, singen sie dir, Herr, zu Ehren, dann ihr Loblied hoch erfreut, in der Auserwählten Chören, laut durch alle Ewigkeit. Vor der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Chriftus, der ist mein 539 Sieh dieſe jungen Seelen, die, Bater, dir sich nahn! Sie kommen, deinen Segen von neuem zu empfahn. 2. Sie kommen, dir, o Vater, sich feierlich zu weihn und 404 Gesinnung und Verhalten des Christen und heilig zu geloben, bir ewig treu zu sein; 3. Versuchungen zur Sünde mit Muth zu widerstehn; den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu gehn. 4. blick auf sie mit Segen, Alliebender, herab, daß sie vom Weihaltare tren wandeln bis ans Grab! ( Die Confirmanden allein.) 5. Gott, welche heilge Stunde! Laß fie gesegnet sein! Dir, Heiligster, dir wollen wir Herz und Leben weihn. 6. Dich immer findlich lieben, gehorchen willig dir und gern dem Nächsten die nen, ja, Gott, das wollen wir. 7. Wir wollen jede Sünde, das kleinste Unrecht scheun und immer besser werden und uns in Unschuld freun. 8. O blick auf uns Segen von deinem Thron herab und laß uns dem Gelübde getreu sein bis ans Grab. mit Nach der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott 540 Kinder, dieſer Tag des Bundes sei eurem Herzen ewig werth; denn das Versprechen eures Mundes hat ber Allwissende gehört. Ihr jungen Christen, denket nach, was heute euer Mund versprach! 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet: Gott und der Tugend treu zu sein: Von neuem habt ihr euch verpflichtet, Gott euer Lle ben ganz zu weihn. Oheis lig ſei euch diese Pflicht! Vergesset dieses Tages nicht! ( Die Confirmirten allein.) Mel. Werde munter, mein 3. Heilig soll uns diese Stunde, ewig unvergeßlich sein! Mit dem Herzen, mit dem Munde schwuren wir, Gott treu zu sein; nicht zu weichen von der Pflicht, bis das Aug im Tode bricht. Gott, der Alles weiß und richtet, weiß, wozu wir uns verpflichtet. 4. Ja, wir wollen uns ers geben unserm Gott und nicht der Welt und in unserm ganzen Leben willig thun, was ihm gefällt! Wer hier fäet in der Zeit, ärndtet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Verdienst vergelten! ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott 5. O wohl euch, wenn ihr Gott wollt leben, wenn euer Herz in besonderen berz es redlich meint! Dann wird auch Gott euch Segen geben; dann bleibt Gott ewig euer Freund; dann wird euch großes Glück und Heil hier und in Ewigkeit zu Theil. Verbindungen. 405 Hilf, daß unser Herz dir treu, standhaft unsre Tugend sei! ( Alle.) 5. Sieh, o Herr, wir alle flehn: Stärke liebreich unfre Seelen! Laß uns niemals irre gehn, nie die Bahn des Heils verfehlen! Alles schwindet mit der ( Die Gemeinde allein.) Mel. Jesus, meine Zuversicht 541 Gottes Gnade sei Zeit, nur nicht wahre Frömmigkeit. mit euch! Sie verleih euch Kraft und Segen! Wallet freudig, Engeln eurem hohen ( Bum Schluß der Confirmationshandlung.) Ziel entgegen! Groß ist einst 542 Herrisch ist, verMel. Allein Gott in der Höh Gott! was der Tugend Lohn vor des Allvergelters Thron. 2. Heilig sei euch dieser Tag; heilig, was ihr jetzt versprochen! Ach, was euer Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth fromm und treu bis in den Tob! geht, und schnell enteilt das Leben; Herr Gott! was ewig fest besteht, hast du dem Geist gegeben: es bleibt der Wahrheit helles Licht, es bleibet Tugend, Recht und Pflicht und Jesu heilge Lehre. ( Die Confirmirten allein.) 3. Ja, zu treuer Folgfamkeit haben wir uns dir perpflichtet. Unser Herz sei bir geweiht, unser Geist auf bich gerichtet! wie selig werden wir in dem Bunde, Gott, mit dir! 2. Die Lehre bleib uns bis ans Grab ein Licht auf allen Wegen, der Jugend Schuß, des Alters Stab, des Herzens Trost und Segen! Sie leit in aller Freud und Noth, in jedem Kampf und durch den Tod uns in das beßre Leben. Bei Einweihung einer didy Kirche. 4. Stärt uns nur mit deiner Kraft! Schüß uns vor der Macht der SünMel. Nun dantet Alle Gott ban! Gib, daß wir gewiſsen- 543 Von beiligem Gez baft böse fühl der Anbacht 406 Gesinnung und Verhalten des Christen dacht tief durchdrungen, sei Gott, dir heut von uns Lob, Preis und Dank gesungen! Hier wollen wir vereint uns deiner Liebe freun; drum weihen wir dieß Haus zu deinem Tempel ein. 2. Anbetend dir sich nahn, dich ehrfurchtsvoll erheben, wie füß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! Drum wende zum Gebet, zum Dank, zu deinem Ruhm oft unser Herz sich her in diesem Heiligthum! 3. Hier sollen wir den Sinn von Christi Lehre fassen und zur Befolgung uns, zur Treu ermuntern lassen; hier strahlt dem Geiste Licht, hier quillt dem Herzen Ruh; hier spricht dein Wort, o Gott, Geduld und Trost uns zu. 4. Hier sollen am Altar sich dir, du Gott der Liebe, die Neuverbundnen nahn, dir heilgen ihre Triebe; vor deinem Angesicht sich schwören Lieb und Treu, damit ihr Leben dir stets wohlgefällig sei. 5. Hier wird mit Dankgebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kin derfreund, dem Vorbild je der Tugend: hier schwört es einst den Schwur; Gott ewig treu zu sein, und tritt dann in den Bund erwach sner Christen ein. 6. Hier sollen wir vereint das Mahl der Liebe feiern und ernstlich den Entschluß der Besserung er neuern; erinnern uns an ihn, der auf der Liebe Bahn durch Leben und durch Tod uns muthvoll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Vater, stets erwägen und dieses Hauses Zweck recht ernstlich überlegen. Dann wird der Tag der Weih ein Tag des Se gens sein, und seiner wird sich noch die späte Nachwelt freun. Bei Einführung eines Schullehrers. Mel. Laß mich, o Herr 544 Nast dankbar une die Lehrer eh ren, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemühn, den Geist der Jugend zu bes lehren, ihr Herz von seinen Fehlern abzuziehn! welche Saat wird durch sie aus gestreut! Sie keimt empor für Zeit und Ewigkeit. 2. Bedauernswürdig find die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch das Licht der Wahrheit fehn? Wo bleibt ihr Werth? Wo in besonderen Verbindungen. 407 Sittlichkeit verbreite fich durch sie zu jeder Zeit! 7. welche Pflichten! Welche Würden! Gott, steh auch diesem neuen Lehrer bei! Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er stets getrost und muthvoll sei, und gib auch uns ein Herz, das gern ihn hört und dankbar ist und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken, wenn ihm der heitre frohe Sinn entweicht: dann laß ihn jenen Lohn erblicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und immer zeig er dann sich als ein Christ, der muthig wirkt, solang es Tag noch ist! Woher kommt ihnen Kraft zum Kampfe gegen Welt und Leidenschaft? 3. Preis dir und dank, der du der Jugend auch unter uns mit Vaterhuld gedenkst und zu der Weisheit und der Tugend durch trene Führer ihre Schritte lenkst! Wie weise, Gott, wie liebreich, Herr, bist du! Durch Schulen auch strömst du uns Segen zu. 4. Froh sehn der Zukunft wir entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit umher in deiner Menschenwelt; und naht sich uns der Tod einst auf dein Wort, so setzen sie dein Wert auf Erden fort. 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und regen Trieb, die Kinder dir zu weihn! Laß treuen Fleiß im Lehrgeschäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude sein! Erfülle sie mit Achtung für ihr Amt, aus dem Das Heil so vieler Seelen stammt! 6. Laß sie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Herzen an sich ziehn; auch wenn sie strafen, noch belehren und sorgsam selbst ben Schein des Unrechts fliehn! Religion und reine 9. Gott, laß jede Schule blühen und reich an Frucht für Welt und Nachwelt sein! Laß jedes Lehrers Eifer glühen, die Dunkelheit der Seelen zu zerstreun, und einst erheb ihn die beglückte Schaar, für die er hier ein weiser Führer war! Bürgerliche Gesellschaft. Mel. Herr Jesu Christ, dich 545 Nach Gottes weisRath, der Alles angeordnet hat, wird Völkern dauerhaftes Heil durch der Ge= sellschaft Band zu Theil. 2. Nur 408 2. Nur durch vereinte Thätigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht, durch gegenseitiges Bemühn fieht man der Bürger Wohl 546 Gott mir vä fahrt blühn. 3. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirkt Ordnung und Zusammenhang; der nützt durch Kunst dem Vaterland und durch die Arbeit seiner Hand; 4. Der durch Verstand und Geisteskraft, durch Einsicht, Kenntniß, Wissenschaft; der nützt mit seinem fühnen Muth und der mit seinem Erdengut. Gesinnung und Verhalten des Christen Vaterlandsliebe. Mel. Schon ist der Tag von as Land, das 5. So knüpfst du, Gott, durch jeden Stand der allgemeinen Wohlfahrt Band; vertheilst mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 6. Glück, Segen, Reichthum, Ueberfluß und allerfeitiger Genuß, Bequemlich keit und Freud und Ruh fließt uns durch diese Ordnung zu. 7. Wer wollte denn nicht thätig sein, nicht seines Standes fich erfreun, auf der ihm angewiesnen Bahn nicht wirken, was er wirken fann? 8. Wer jede ihm verliehne Kraft gebraucht und durch fie Gutes schafft, der lebet, wie es Gott gefällt, zum Segen sich und für die Welt. terlich zur Wohnung ange wiesen, läßt seines treuen Schutzes mich in Glück und Noth genießen: es gibt mir Nahrung, Sicherheit, er hält Recht und Gerechtig feit und schützt mein Gut und Leben. 2. Drum will ich stets er kenntlich sein, durch nüt liche Geschäfte mich der ges meinen Wohlfahrt weihn; will Zeit, Beruf und Kräfte dem Vaterlande, das mich schützt und mir und meinen Brüdern nützt, mit treuem Eifer widmen. 3. Nie will ich Ruh und Sicherheit im Staate fres velnd stören; will meine Landesobrigkeit als Gottes Ordnung ehren und ihren Willen jederzeit mit treuer Unterwürfigkeit nach Mög lichkeit erfüllen. 4. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern; will stets ihr widriges Geschid, so viel ich kann, vermin dern; will freundlich die nen Jedermann und helfen, wo ich helfen kann, zum allgemeinen Besten. 5. Auf, Brüder, die ihre redlich meint, nüßt eurem Va in besonderen Verbindungen. 409 Vaterlande, das euch zu Kräfte, Sorgfalt, Eifer gleichem Zweck vereint, in weiht, gern thut, was jedes jedem ihm gebeut; 5. Wenn er gewissenhaft stets ist, nie seines Bürgereids vergißt; und das, was er entrichten soll, gern beiträgt zu des Ganzen Wohl. 6. Er ists, wenn er als Bürger denkt, nie andrer Bürger Rechte kränkt und fern von schlauer Ränke Lift zum Wohl des Landes thätig ist. Amt und Stande! Und fordert es des Landes Wohl, so opfert, wie es Jeder soll, ihm freudig Gut und Leben! 6. Gott ,, steb uns bei, daß alle wir nach unsern Pflichten leben und schon als gute Bürger hier nach jenem Reiche streben, in das nur treue Knechte gehn, die in dem Dienste hier bestehn, zu dem du sie berufen! Obrigkeit und Unterthan. Mel. Vom Himmel kam der 547 Gott, der zum Segen für die Welt uns Fürsten gibt und sie erhält, du willst, daß ihnen Jeder treu, gehorsam und ergeben sei. 2. Sie wachen stets mit gifnem Blick und sorgsam für der Länder Glück; durch fie fließt Sicherheit und Ruh den Bürgern aller Stände 311. 3. Nicht Jeder ist in Würden groß: oft ist ein niedrer Stand sein Loos; och Seber, ſei er noch ſo als Bürger sein. 4. Er ists, wenn er den Fürsten liebt und den Gelegen, die er gibt, Beit, 7. Er weiß: nur des Gesetzes Kraft, und wär es auch noch mangelhaft, gewährt dem Volke Sicherheit und Ordnung und Zufriedenheit. 8. Er lebt, von Trug und Unrecht frei, stets folgsam dem Gesetz und treu und fühlt, wenn er es gern vollführt, sich dann so frei, als der regiert. 9. Gott, laß mich gewissenhaft und stark durch deines Geistes Kraft mich allen meinen Pflichten weihn, so kann ich deiner Huld mich freun. Mel. Aus der Tiefe rufe ich 548 Wergehorcht, ber mit Jeder Bürger, sich bewußt, daß nicht Jeder herrschen kann, sei ein guter Unterthan! 2. Bist Gesinnung und Verhalten des Christen 410 2. Bist du niedrig, bist du groß: sei vergnügt mit deinem Loos! Schäm dich deines Standes nicht; nöthig ist ja Jedes Pflicht. 3. 3ur gemeinen Wohlfahrt sei dem Gesetze stets getreu! Wer ihm gern gehorchen kann, der nur ist ein freier Mann. 4. Schaue Jesum Chriftum an; er, wie du, ein Unterthan, und doch aller Fürsten Gott, that, was das Gesetz gebot. 5. Ehre dem, dem Ehr gebührt! Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gäbst du Gott, dem Herrn, was dir auferlegt ist, gern! 6. Ordnung und Gerechtigkeit, Schutz und Fried und Sicherheit, welch ein Glück, das man nur hat durch der Obern Rath und That! 7. Lebe selbst gewissenhaft; ihres Wandels Rechenschaft laß dem Herrn und sich nur du, daß du felbst gerecht seist, zu! 8. Obrigkeit und Unterthan, betet Gott, den Höchsten, an! Fürchtet ihn, denn sein Gericht wird gerecht fein: Sündigt nicht! Hoher Stand. Mel. Vom Himmel tam ber 549 W er höher durch Geburt schon ist, als seine Brüder, kenn als Christ des bessern Adels Werth und Pflicht; den fühl er, den entehr er nicht! 2. Er, sind ihm Brüder unterthan, er sei ihr Vater, kein Tyrann; so mild und liebreich, als gerecht; er ist, wie sie, auch Gottes Knecht! 3. Nicht wähn er, weil er groß und frei vor den Geringern ist, er sei erhas ben über Recht und Pflicht und Rechenschaft; das wähn er nicht! 4. Er sehe, mehr beglückt von Gott, nicht mit Verachtung oder Spott auf den, von dessen Schweiß er lebt, der ihm erwirbt, was ihn erhebt! 5. Er hafse Grauſamkeit und Zwang, verprasse nicht durch Müßiggang, was Gott ihm gibt, beglückt zu sein mit Andern, aber nie allein! 6. Froh neben ihm, mit ihm vergnügt sei, wer ihm seine Felder pflügt! Wohl thätig soll er sein; denn er ward darum nur des Armen Herr! 7. Er( denn er hat mehr Macht und Zeit zu höhern Thaten) sei bereit, auch mehr zu thun für Volk und Staat, von dem er seinen Vorzug hat. 8. Berächtlicher, als Stlas ven, ist im Tod einst Jeder, der vergißt, daß er des Va ter ein besonderen Verbindungen. terlandes Wohl auch mehr, als Andre, fördern soll. 9. Doch, wenn ers nicht vergißt, so freut der Niedrige sich ohne Neid, weil der der Welt zum Segen lebt, der wohlzuthun sich ftets bestrebt; 10. Und spricht in seinem Tode dann: Das war ein edler, großer Mann! Er, durch der Tugend Glanz verklärt, war seines Glücks und Vorzugs werth! Der Nichter. Nel. Schon ist der Tag von Gott 550 Gewöhne dich, durch Wort und That, Gerechtigkeit zu üben, und wandle stets den rechten Pfad, den Gott dir vorgeschrieben! Ein Richter, der dieß ie vergißt, parteiisch und bestechlich ist, zerstört das Glück der Erde. 2. O wehe denen, welche nicht ihr Ohr zur Unschuld neigen, die mit Verletzung ihrer Pflicht Gesetz und Rechte beugen! Sie säen Fluch und ärndten Fluch durch ihren feilen Richterspruch; denn Gott beschützt die Wahrheit. 3. Wenn sie nicht treu im Amte sind: Gott fennt der Wahrheit Sache. Der Unterdrückten Thräne rinnt 411 und schreit zu ihm um Rache. Gefoltert von Gewissensqual, erscheinen sie im Todesthal und am Vergeltungstage. 4. Der Redliche nur wird beglückt, der nie das Recht verdrehet, die Einfalt nie durch List berückt und nie die Unschuld schmähet. Er gibt und nimmt und redet Nichts, wodurch die Stätte des Gerichts entheiligt werden könnte. 5. Er geht, entfernt von Sucht nach Geld, auf des Gesetzes Wegen, und jedes Urtheil, das er fällt, bringt seinem Herzen Segen. wohl dem Land, wo jederzeit nur Wahrheit und Gerechtigkeit in allen Ständen blühen! 6. Laß Jeden hier sein Amt getreu, o Gott, vor dir verwalten und sein Gewissen vorwurfsfrei bis in den Tod erhalten! In unserm ganzen Vaterland bewahr, o Bater, jeden Stand vor Unrecht und vor Frevel. laß 7. Es suche Jeder, der dich kennt, im Guten sich zu stärken, und wer den Namen Jesu nennt, ab von bösen Werken! Gib deinen Knechten Kraft dazu! Wer kann es anders, Gott, als du? Du bist der Tugend Quelle! 8. Gerechter Gott, beS2 lohne 412 Gesinnung und Verhalten des Christen lohne die, die sich vom Un- Frevel treib! Daß Jeder recht wenden! Erquicke sie schone Greis und Weib nach Kampf und Müh, und Kind und Säugling, wenn sie den Lauf vollen- wie den Mann, der widers den! Zu deinen Freuden stehn nicht mag, noch kann! nimm sie auf; denn sie vollendeten den Lauf, der Taufende beglückte. 7. Wer vor euch niederfällt, den hebt mit Brüderarmen auf; wer bebt, den tröstet, Brüder: nie vergießt Blut, wenn der Feind entwaffnet ist! Der Soldat. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 551 Bewaffnete! der Krieger Stand bewacht, beschützt das Vaterland und stehet dem Gesetze bei, damit sein Ausspruch wirksam sei. 8. Dann seid ihr wahre Helden, seid Vertheidiger der Menschlichkeit, dem Volk, wie dem Regenten werth, von Vaterland und Gott geehrt. 9. 2. Gehorsam, Treu und Tapferkeit zeigt drum vor Allem jederzeit; vergeßt in Krieg und Frieden nicht den edlen Endzweck eurer Pflicht! Gott sei mit euch in Fried und Krieg, mit euch in jedem Kampf und Sieg, mit euch im Leben und im Tod! Hier segne, dort beglück euch Gott! Der Landmann. 3. Weld) wichtger Ruf, wie ebrenwerth! O daß ihr immer ihn nur hört! Weh, Mel. Erschienen ist der herrlich wer ihn aus den Augen jetzt 552 Wohl mir Schöpfer, und frevelnd seine Pflicht verlegt! 4. Ehrt Wahrheit, Recht, und fürchtet Gott; nie werde Tugend euer Spott! Die Krieger sind zu feiner Zeit von ihrer Christenpflicht befreit. 5. Zieht ihr in Krieg: so störet nie die Rechte Andrer; fchüßet fie! Gewalt übt ungeheißen nicht; stets leit euch Ehrgefühl und Pflicht! 6. O daß nicht Einer denn mein Stand ist auch von dir; du schufft bas Land für meinen Fleiß und väterlich beglückst und fegnest du auch mich; Ge lobt ſeist du! 2. Gelobt sei Gott! denn herrlicher und schöner und gesegneter wird jede Flur und jedes Feld durch meinen Fleiß für Gottes Welt und auch für mich! 3. Im Schweiße meines An * in besonderen Angesichts arbeite ich: doch wann gebrichts mir, wenn ich thu, was Gott gebeut, an Segen, an Zufrieden heit? Was brauch ich mehr? 4. Wie lächeln freudig Au und Flur! In meiner Hütte wohne nur die Unschuld, die nie Arges thut: und Gottes Wohlgefallen ruht und wohnt bei mir. 5. Was hat der Reiche dann voraus? Mehr Macht und Pracht, ein glänzend Haus; doch auch mehr Sorg und Ueberbruß; bei alDer Nachbar. Mel. Was Gott thut, das ist lem ſeinem Ueberfluß mehr 553 Gib, Höchster, daß Furcht und Gram; fromm und treu auch meine Nachbarn liebe; daß mir ihr Glück erfreulich sei, ihr Unglück mich betrübe; daß ich mich nicht entzieh der Pflicht, mit auf ihr Wohl zu sehen und ihnen beizustehen. 2. Laß mich durch mein Benehmen nie, Gott, ihnen Kummer machen! Mein Herz sei willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Ermuntre mich, stets nachbarlich das Gut, das sie besitzen, nach Möglichkeit zu schützen! 3. Gib, daß ich gern verschwiegen sei und stets den Frieden suche; nie nähre Neid und Heuchelei, nie heimlich Nachbarn fluche! Und thun sie mir auch Unrecht hier, hab ich nicht 6. Nicht mehr Gesundheit, Ruh und Kraft, wohl aber größre Rechenschaft. Und wenn ich fromm und gut bin, werd ich selig, wie der Fürst der Erd, wenn er gut ist. 7. Mühseligkeit ist Aller Loos, der Mensch sei niedrig oder groß; doch kommen wahre Ruh und Lust auch gern, doch nur in dessen Brust, der Gott gefällt. 8. In seiner Werke Herrlichkeit seh ich ihn täglich; mich erfreut der Sonne Glanz, der stille Mond; Wald, Thal und Berg und Flur belohnt mir meinen Fleiß. Verbindungen. 413 bin ein Mann fürs Vaterland, ich nähr es und durch meine Hand lebt Volk und Fürst. 10. Wohl mir, wohl mir! Ich baue gern den Acker Gottes, meines Herrn, und ärndt ich nicht schon hier den Lohn, ich ärndt ihn einst vor Gottes Thron in Ewigkeit. 60 9. Des Weisen Achtung fehlt mir nicht, erfüll ich redlich meine Pflicht; ich 414 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht verschuldet, so wird lei, von Schmähung und es leicht erduldet. Verstellung frei, was sünd lich ist, nie rede! 4. Was hilft ein feindschaftlicher Sinn? Er führt nur ins Verderben. Wie schnell eilt unsre Zeit das hin! Wer weiß, wie bald wir sterben! O Freunde, feid entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. 5. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch als Nachbar sein, was mir dein Wort gebietet! Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Feinde beben, in ewgem Frieden leben. Umgang. Mel. Schon ist der Tag von Gott 554 Die Bunge, die vernehmlich spricht, hat mir mein Gott gegeben. O, mißbraucht ich doch ihrer nicht! Sie bringet Tod und Leben; sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; sie flucht und segnet, fleht und droht: kann heilen und verwunden. 2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohne, und daß gewissenhaft mein Mund der Wahrheit Rechte schone; daß ich von niedrer Schmeiche3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Sinn sich lenken: hilf mir, so oft ich reden soll, mit Ernste dieß bedenken! Zum Guten rege selbst mich an, damit ich, wo ich nüßen kann, aus Menschenfurcht nicht schweige. 4. O wehe den verweg nen Mund, der Fluch und Schwur nicht scheuet! Wie bald wird da der Leichtsinn tund, wie oft zu spät bereuet! Ach, Fluchen bringet Fluch und Noth, entfernet immer mehr von Gott! Herr, lehr es mich bedenken! 5. Auch wehe dem, der Tücke liebt und dessen Wor te trügen; der seinen Näch sten gern betrübt mit Falsch beit und mit Lügen! Nur Redlichkeit, nur offner Sinn, nur Wahrheitsliebe schafft Gewinn, der ewig uns bes gleitet. 6. Was züchtig, feusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet überall der Christ; spricht, wenn es Nutzen bringet, und scheut den Zorn der Men schen nicht; doch wird auch Schweigen ihm zur Pflicht, wenn es die Liebe fordert. 7. O gib mir, Gott, ein reines Herz und laß mich Spot in besonderen Verbindungen. Spöttereien und frechen, sittenlosen Scherz mit frommem Eifer scheuen! 3um Sprechen gabst du mir die Kraft; doch soll ich einst auch Rechenschaft von meinen Worten geben. Freundschaft. Mel. Vom Himmel kam der 555 welch ein Se gen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mit herzlichem Vertraun mich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 2. Der, fest vereinigt erst in mit bann mit mir für Wahrheit nur und Tugend lebt, mit mir nach Einem Ziele strebt! 3. Wir theilen brüderlich dein Licht, ermuntern uns zu jeder Pflicht; wir bitten dich vereint um Kraft, gleich fromm zu sein, gleich tugendhaft. 4. Vom Irren hält er mich zurück durch weisen Rath, durch sanften Blick; und wenn er mir zu irren scheint: so warn ich treulich ihn als Freund. 5. Nicht Argwohn, Mißtraun oder Streit, nicht Freude und nicht Traurigteit, auch nicht des Glückes Unbestand trennt unsrer Freundschaft festes Band. 6. Wir theilen Alles, 415 Freud und Leid, mit brüderlicher Herzlichkeit; und treues Mitgefühl versüßt uns Alles, was uns schmerzlich ist. 7. Trennt auch das Schicksal Freund von Freund; die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet und Rath und, wo wir können, durch die That. 8. Vollenden wir einst unsern Lauf, so nimmt uns dann Ein Himmel auf. Unendlich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. In eigener Melodie. errlich ists, 556 reundes Hand durch das Leben wandeln und durch Tugend und Verstand fest vereinigt handeln! 2. Ohne Freundschaft gleicht die Welt einem öden Grabe. Wohl mir, daß ich mehr als Geld, daß ich Freunde habe! 3. Aber da ist Freundschaft nicht, wo nicht Tugend wohnet, wo nicht auf dem Angesicht Herzensgüte thronet. 4. Sittsam ift fie; nicht beim Spiel, nicht bei Trintgelagen, nicht im lärmens den Gewühl darfst du nach ihr fragen. 5. Aber o, du findest fie bei unschuldgen Scherzen; nur bei der Verleumdung nie, nie bei bösen Herzen. S4 6. Freund 416 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. Freundschaft lehrt be- liebt, er sollte mir erlauben, scheiden sein, Andrer Vor- dem Thiere, dem er Leben zügehren; Freundschaft wird gibt, muthwillig es zu rau dir manche Bein in Ver- ben? Was gäbe mir wobl gnügen fehren. den Beruf, ein Leben, das die Almacht schuf, gefübllos zu zerstören? 4. Nein, kein Geschöpf, tas mit mir lebt, darf ich aus Frevel quälen; mag, was mich übers Thier erhebt, mag auch Vernunft ihm fehlen. Sie mich zu der Gott heit Bild; allein sie lehrt auch, göttlich mild, Glüld um mich her verbreiten. 5. Vernunst, du follst mich immer mehr die wahre Weisheit lehren! In der Geschöpfe großem Heer will ich den Schöpfer ehren. Wer stolz ein Mitgeschöpf verschmäht, das unter Got tes Aufsicht steht, entehrt auch seinen Schöpfer. 6. Wen eines Thieres Qual erfreut, der wird, das kann nicht fehlen, kalt und gefühllos mit der Zeit gewiß auch Menschen quälen. Wer frech sein Mitgeschöpf bes trübt und Härt und Grausamkeit verübt, der kann auch Gott nicht lieben. 7. Freundschaft zeigt dir flar und frei alle deine Fehle, schmeichelt nicht und macht dabei fröhlich deine Seele. 8. Lächelst du, sie lächelt mit, weint bei deinen Leiden, unter ihrem sanften Tritt sprossen tausend Freuden. 9. Möchtein Jeder doch recht früh ihrer würdig werden! Dann vermehrte sich durch fie Menschenglück auf Erden. Christliches Verhalten in Ansehung der Thiere und Bäume. Mel. Es ist das Heil uns 557 Der er weise Schöpfer, deffen Ruf einst mächtig scholl: Es werde! und aller Welt Bewohner schuf, bestimmte die se Erde nicht für den Menschen nur allein, auch Thiere schuf er, sich zu freun auf seiner schönen Erde. 2. 3hm, der für Alles Sorge hegt, dem Vater aller Dinge, ist Nichts, was feine Erde trägt, zu klein und zu geringe. Er, desſen Huld kein Engel mißt, er, der des Menschen Vater ist, ist auch des Wurmes Schöpfer. 3. Und er, der alle Wesen Mel. Kommt her zu mir 558 Die er du bift, Thiere, deren Herr erwäg es oft mit Ernst, Christ, sind auch des Ganzen Glieder! Der Schöpfung Bürs in besonderen Verbindungen. Bürgerrecht verlich Gott ihnen auch; drum blick auf sie nicht mit Verachtung nie der. 2. Sie, Wunder auch von Gottes Hand, sind, stolzer Mensch, dir nah verwandt durch innern Bau und Triebe; sie zeigen oft des Dentens Spur, find alle Kinder der Natur und freun sich ihrer Liebe. 3. Du hast durch Geistesübermacht sie unterwürfig dir gemacht, kannst ihre Wildheit zähmen; darfst, was dich stärket, was dich schützt, was dir zu deinem Leben nützt, von ihrem Leben nehmen. 4. Doch ihnen auch, vergiß es nicht, verband der Schöpfer dich zur Pflicht; er hat der Thiere Leben, um milde gegen sie zu sein und nicht dich ihrer Qual zu freun, o Mensch, dir untergeben. 5. Du kannst, was deine Hand gemacht, was dein Berstand hervorgebracht, gefällt dirs nicht, vernichten; doch über eines Thieres Tob, der dir nichts nüßte, wird dich Gott, des Thieres Schöpfer, richten. 6. 3war sind für dich, der Thiere Herr, o Mensch, noch Pflichten wichtiger, die Pflichten für die Armen; doch sollst du auch, wie Gott 417 gebot, des armen Thiers in seiner Noth dich mitleidsvoll erbarmen. Mel. Es ist das Heil uns kommen 559 Von deiner Weisheit, Gott der Macht, und deiner Vatergüte zeugt auch der Baum in seiner Pracht, zeugt seine Frucht und Blüthe; zum Segen pflanzt ihn beine Hand, zur Lust und Zierbe jedem Land, so weit als Menschen wohnen. 2. Wie könnt ich denn je einen Baum aus Frevelmuth zerstören! O nein, in jedem Schattenraum will ich dich, Schöpfer, ehren; im Baume, der die Erde schmückt, von dem man süße Früchte pflückt, erfreut Gott seine Kinder. 3. Wenn mich in seiner Blüthenpracht der Baum erfüllt mit Wonne, wenn er zur Kühlung Schatten macht bei heißem Strahl der Sonne und wenn er reich die Zweige senkt und freundlich seine Gaben schenkt zur Nahrung und Erquicklung; 4. Wenn mich sein Holz erwärmt und schützt vor Frost, um froh zu leben; wenn er der Hand des Künstlers nütt, mir HausS5 ge= 418 Gesinnung und Verhalten des Christen geräth zu geben; wenn Wohnung und Bequemlich keit, wenn Hain und Garten mich erfreut; dann will ich freudig danken. 5. Kein guter Mensch, der böse mur tann seine Würde schänden, nur der fann Gaben der Natur mit frevelhaften Händen aus Schadenfreud, aus Haß entweihn, kann strafbar ihr Zerstörer sein. Ich, ich will Gutes schaffen! 6. Ich will dem Urbild ähnlich sein, mit ihm zum Wohl des Ganzen nach Kräften wirken, gern erfreun, auch für die Nachwelt pflanzen. In deiner Schöpfung Heiligthum, o Gott, laß nur zu deinem Ruhm mich, dein Geschöpf, stets leben! Gesinnung und Verhalten des Christen zu besondern Zeiten. Am Morgen. 3. Verleih o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, 560 Dich seh ich wie auf ewig von mir fliche, daß Mel. Mein ganzer Geist der, Morgenlicht, und freue mich der heilgen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir mit Herz und Mund lobsingen. Schöpfer, Vater, deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe. Froh empfind ich deine Güte. ich die turze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nützen mich bemühe! Brüfe, siehe, wie ichs meine, bir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben setzest du jetzt einen neuen Tag hinzu: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich, und ich merke neue Stärke: dich erhebe Herz und Mund, solang ich lebe! 4. Ich bin ein Christ; Herr, verleih, daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm sei deine Gnade! Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein Irrender! Er halte mich, mein Gott, auf deinem Pfade. Stärk mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Ach, im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunklen Thale mazu besonderen Zeiten. Thale wall ich hier: einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich! Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. Mel. Wer nur den lieben Gott 561 Voll Dank an diesem neuen Morgen, blick ich zu dir empor, mein Gott! Du hörst nicht auf, für mich zu sorgen, mein Schutz zu sein vor jeder Noth; du schütz: durch dich gestärkt, bin ich erwacht. 2. Wem dank ichs sonst, als deiner Güte, daß mich, Gott, kein Unfall traf? Mit innig freudigem Gemüthe dank ich dir Stärkung, Ruh und Schlaf! Auch heute wirst du mit mir sein und Kraft zum Guten mir verleihn! 419 Entzieh zur Uebung meiner Pflicht mir, Herr, nur deinen Beistand nicht. 3. Wie viele Tausend meiner Brüder sind jetzt nicht mehr mit mir erwacht; fie sehen nicht die Sonne wieder, nicht deiner Schöpfung neue Pracht! Ich lebe noch und mich erfreut des neuen Morgens Heiterkeit. 4. Erhalter, dir soll jede Stunde auch dieses Tages heilig sein! Ich schwöre dir mit Herz und Munde, vor allem Unrecht mich zuscheun! 5. Froh werd ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu und meiner Pflicht. Mein Leben steht in deinen Händen, drum schrecket auch der Tod mich nicht; und endet heute sich mein Lauf: so eilt mein Geist zu dir hinauf! In eigener Melodie. 562 Gott des Himmels Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält; 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht und, bei aller meiner Schuld, mich noch trägst mit Baterhuld. 3. Gleich der Nacht laß meine Sünden vor der Gnade Glanz vergehn, die durch Christum Alle finden, welche gläubig auf dich sehn, der für unsre Miſsethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen S6 420 Gesinnung und Verhalten des Christen stehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Auf der Bahn der Tugend leite du mich, Herr; verlaß mich nicht und verleihe mir auch heute Muth und Kraft zu jeder Pflicht. Dein Geschenk, die Gnadenzeit, werde nie von mir entweiht. 6. Deinem Schuße sei er geben Alles, was ich hab und bin! Dir vertrau ich Seel und Leben, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, segne mich, dein Eigenthum! 7. Hülfe wolleft du mir senden, wenn Gefahr und Noth mir droht; Alles mir zum Besten wenden, es sei Leben oder Tod! Sterb ich, Herr, so nimm mich hin, wo ich nicht mehr sterblich bin! fet und, was er schuf, er freut! 2. Von dir ist mir gege ben, Herr, was ich hab und bin! Und dieß mein irdisch Leben flieht schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz verschwunden, der Wallfahrt kurze Zeit; doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 3. O süßer, hoher Glau be, vom Tod einst aufzus stehn! Mein Leib nur wird zu Staube; mein Geist wird nicht vergehn. Ach, laß michs nie vergessen! Der heilgen Hoffnung voll, laß täglich mich ermessen, was einst ich werden soll! 4. Sollt ich nach Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Reu und Schmerz! Nach Reichthum ängstlich trachten? Nie komm es in mein Herz! Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt sein! 5. Getrost, mein Geift! Ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht. Ermuntre dich und streite: des Sieges Lohn ist nah! Getrost! Vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. Mel. Befiehl du deine Wege 563 ob sei Gott, der den Morgen uns sendet nach der Nacht: der, wenn wir ohne Sorgen entschlummern, für uns wacht, der uns im Schlaf erquicket In eigener Melodie. und unsre Kraft erneut; 564 Mein erste Ge die fei Breis mol zu besonderen Preis und Dank! Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgefang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? ndonu 3. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? Mel. Von Gott will ich nicht 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, 565 Allmächtiger, ich der es uns erhält und mirs jest neu gegeben. hebe Aug empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dant dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß! 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt: dieß dank ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch sie bin ich aufs neue mit heitrem Muth erwacht. S7 3. Be6. Gelobet feist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen! Zeiten.mas 421 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe; ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue: 10. Daß ich mit Freudigkeit und Muth mich stets zu bessern strebe, gottselig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergebn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele! Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle! Gesinnung und Verhalten des Christen 422 3. Beschützer unsrer See len, ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wählen? D wähle du für mich! Gib, was mir heilsam ist! Gott, dem ich Alles danke, mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist! 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröste mich im Leiden; und will die Lust der Welt mich jemals nach sich ziehn, helf er mein Herz bewahren, helf er mir die Gefahren der Sünde fehn und fliehn! 5. Beglücke du die Meinen nach deiner Gütigkeit! Verlaß der Armen feinen: wend alles Herzeleid! Du willst zwar gern erfreun, eilft Allen beizustehen; doch soll der Liebe Flehen dir auch gefällig fein. 6. Gott, dem ich angehöre, bein Friede rub auf mir! Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe; ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein! Mel. Gott des Himmels und 566 Gott sei Dant, ich lebe wieder, fühle und empfinde mich. Herr, dir bring ich meine Lieder, und mein Herz er hebet dich; denn dein Aug hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. 2. Wann ich einst vollendet habe diese meine Bil gerzeit, ruh ich auch also im Grabe, Samen für die Ewigkeit. Auch in dieſer langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach auch wieder und mein Lobges sang mit mir; dann erschallen meine Lieder mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen sein; ewig schlaf ich nicht mehr ein. 4. Wach auch über meine Tage, Gott, du meine Su versicht, daß mich feiner einst verklage, wann du kommst zum Weltgericht, daß ich hier der Pflicht getren und dort unerschrocken sei! 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeden, jeden richtest du. Lehr mich wachen, daß mir nie unges nützt ein Tag entflieh! 6. Heute leb ich, laß auch heute nicht umsonst mein Leben sein! Laß mich nach vollbrachtem Streite dieses Tags auch mich erfreun; recht zu handeln, gib mir heut Stärke, Lust, Gelegenheit! Mel. zu besonderen Zeiten. 423 567 och läßt der Herr mich leben! Mit fröhlichem Gemüth eil ich ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. Mel. Christus, der ist mein Leben erflehen: Gib mir ein weises Herz; auf dich laß stets mich sehen in Freude, wie im Schmerz! 2. 3u ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten Nichts vor dir. Du forderst nur Vertrauen, nur mir. b. Dein fei mein ganzes Leben, mein Herz sei dein! Dir will ich geben und deiner Huld mich freun. ewig Ehre 6. Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig bist. 7. Dir hab ich mich er geben; ich freue mich in dir; du Bester, mehr, als Leben, ist deine Güte mir. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Pfad! Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath! 9. Nur Eins laß mich 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt. 11. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu und froh gen Himmel schauend denk: Herr, mich siehest du. 12. Bereit, den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Gewissen: so finde mich der Tod! Mel. Es ist das Heil uns 568 ang ich an, was mir zu thun gebühret. Mit Gott wird Alles wohlgethan und standhaft ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut mit frommem Sinn und festem Muth, das muß zuletzt gedeihen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt Verstand und Lust und Kraft und läßt das Werk gelingen. Ist er mit uns, so fehlt uns nicht, was unserm wahren Wohl gebricht; er krönet uns mit Segen. 3. Drum leite mich sein guter Geist, den Müssiggang zu 424 Gesinnung und Verhalten des Christen zu meiden, und das, was fallen, Herr, meines Her er mich wirken heißt, geschehe stets mit Freuden! Er stärke mich, damit ich treu, gewissenhaft und redlich sei und gern dem Nächsten diene! 4. Ja, segne, Gott, auch heute mir die Werke meiner Hände und lente meinen Blick zu dir, wenn ich sie froh vollende! Vergänglich ist der Erde Lohn; doch ewig ist vor deinem Thron der Preis der Arbeitstreue. 2. Gott Vater, mit Erbarmen bedecktest du mich Armen; du sprachst: Schlaf ohne Grauen; die Sonne sollst du schauen! 3. Dein Wort, das ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen: von Noth bin ich befreiet, dein Schutz bat sich erneuet. 4. Steig auf, mein Dank, zum Throne! Dem Bater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Chre! Anbetung Preis und Ehre! zens Lallen! 6. Dein Wert wollst du vollenden; dich nimmer von mir wenden und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen! In eigener Melodie. 569 Wach auf, mein Herz und finge dem Schöpfer aller 570 Wa Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Men fschenhüter! 5. Hör, Gütigster, mein Flehen; du kannst ins Herze sehen: ach, möchte dir ge7. In allen meinen Thaten wollst du mir selber rathen: mich stets zum Be sten Leiten, zum Himmel mich bereiten! 8. Auf allen meinen Wegen begleite mich dein Segen: dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise! Mel. Werde munter, mein ann ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh und, er löst von allem Kummer je nen schönern Morgen feh: o dann wach ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Hilf, daß keiner mei ner Tage, Geber der Uns sterblichkeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich sträflich ihn entweiht! Auch noch heute wacht ich auf! Dank fei dir! Zu dir hinaut müsse jeder Tag mich leiten, zur Unsterblichkeit bereiten! 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wann ihr letter nun erscheint; wann zum dunk zu besonderen Zeiten. 425 dunklen Thal ich gehe und ihren heiligen Gesang zum mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Bein und laß mich den Stärksten sein, meinen Freund gen Himmel weisen und dich, Herr des Todes, preisen. Himmel mich erhoben. Hier hör ich, Gott, im Geiſte schon die Seligen vor deinem Thron ihr Heilig, Heilig! singen. Am Sonntagsmorgen. 5. Hier seh ich jeder Tugend Preis an deinem Throne prangen und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod zu erlangen. Hier stärkst du mich durch deine Kraft zur Treu in meiner Pilgerschaft, zur Liebe und zur Hoffnung. Mel. Es ist das Heil uns 571 Frohlockend, Vater, mach ich auf am Tage deiner Ehre. Mein Morgenopfer bringt hinauf ins Lied der Engelchöre und dankt, daß deine Gütigkeit mir heute wieder Rub und Zeit zur Seelen bildung ichentet. 2. Dich beten Erd und Himmel an, o Schöpfer aller Dinge! Wehl mir! auch ich darf mich dir nahn; du hörst, wenn ich dir singe. Du selbst bedarfst zwar meiner nicht; doch ewig bleibt es meine Pflicht, dich findlich zu verehren. 3. Drum heilig sei die Stätte mir, wohin, Gott, deine Frommen mit Dank und Lust und Heilsbegier, dich anzubeten, kommen! Ich liebe sie und walle gern zum Hause Gottes, meines Herrn, mit ihnen anzubeten. 4. Hier fühl ich durch den frommen Dant, womit dich Christen loben, durch 6. So wird dein Tag, o Vater, mir ein Tag des Segens werden! So ſeh ich und empfind ich hier den Himmel schon auf Erden! So werd ich nach der Prüfungszeit einst im Genuß der Seligkeit verklärt dich ewig preisen. Beim Anblicke der aufgehenden Sonne. In eigener Melodie. 572 Sei mir gegrüßt zu meines Gottes Ehre, du, seiner Schöpfung Königin! Steig auf und geuß aus deinem Flammenmeere Erstaunen vor dich hin! 2. Daß alle Welt anbetend niederfalle vor dem, der dich so schön gemacht, der Menschen schuf und väterlich für alle mit seiner Allmacht wacht; 3. Das 426 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Daß überall bis zur te; er hört mein frommes entferntsten Zone, die stau- Loblied an. nend deine Größe sieht, Zufriedenheit und Lieb und Eintracht wohne, die oft den Erdkreis flieht! 3. Von ihm kommt jede Gabe: das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schutz und treuer Hü ter, der, wenn ich schlumm re, für mich wacht. 4. Und so sei du, was du ihm stets gewesen, dem Erdenvolke Gottes Blick, dem Lande Frucht, dem Kranken froh Genesen, dem Armen Trost und Glück! 5. Auch mir, wenn ich in Unmuth aufwärts blicke, weil Gottes Weg ich nicht versteh, gieß Heiterkeit ins kranke Herz und schicke mir Kraft, daß ichs besteh! 4. Er läßt es finster wer den und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dun felheit; doch auch in dunkler Stille wohnt er mit seiner Fülle und zeigt mir seine Herrlichkeit. 6. Und Lehre mich in Freudigkeit hienieden mich jeder Christentugend weihn; voll Duldsamkeit bereit zum selgen Frieden und mild wie du zu sein. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majestät herauf. Sie leuchten ihm zur Ehre hoch über Erd und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. Am Abend. 6. Groß, wenn der Mor gen grauet; groß, wenn der Abend thauet; groß in der stillen Nacht, im Sonnenschein und Sturme, am Menschen und am Mel. In allen meinen Thaten 573 Nun finite groß, Bater, zeigst du deine der, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh; sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach ich und erzähle mit tiefgerührter Seele, was Gott an mir gethan. Mit dankendem Gemüthe lobsing ich seiner GüMacht. 7. Voll Majestät und Stärke stehn lauter Wun derwerke in deiner Schö pfung da. Wie kann ich dirs vergelten? Du Gott und Herr der Welten, warst auch mir Armen heute nah. 8. Woher mein Glüd, mein Leben? Du hast es mir gegeben; du bists, der für zu besonderen Zeiten. 427 für mich wacht. Woher auf durch Fleiß ihn, meinen meinen Wegen so mancher reiche Segen? Du bists, der Alles wohlgemacht. Gott, gepriesen, mir und der Welt genützt und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft mein Blick auf Gott gerühret? Erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? Und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz geſtärkt? 9. Gott, groß von Macht und Treue, jetzt, da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg ich die müden Glieder in deinem Namen nieder: so wachest du; ich sorge nicht. 10. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben: so will ich deß mich freun. Soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden, mein Gott auch noch im Tede sein. Mel. O Gott, du frommer Gott 574 Der Tag ist wie diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Entfloh er mir vergebens? Sab ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. Wars in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Berlangen, als ein Geschöpf von Gott, mich seinem Dienst zu weihn und züchtig und gerecht und Gottes Freund zu sein? 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und 5. Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den wir sind und werden? Verehrt ich ihn im Staub? Empfand ich ſeine mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? Und hab ich Nichts gesagt, was ich bereuen soll? 7. Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir vers pflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre 428 Gesinnung und Verhalten des Christen Andre traf, war dieß mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut: bin ich vor ihm zu stehn auch willig und bereit? 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Christi Blut mir die verletzte Pflicht, vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht! 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken, du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb ich, fo leb ich dir; sterb ich, so sterb ich dir! Mel. Befiehl du deine Wege 575 Ermüdet von den Sorgen und der Geschäfte Last, die du mir jeden Morgen hier auferleget haft, eilt, Herr, nach deinem Willen der Körper jetzt zur Ruh, weint dir vorher im Stillen Dank meine Seele zu. 2. Du gabst Verstand und Kräfte zu Allem, was ich that; gabst Segen dem Ge schäfte, für das ich Segen bat; du wandtest allen Schaden, warst mir Vertraun und Licht und übergabst aus Gnaden mich dem Verderben nicht. 3. Vergiß es nicht, o Seele, was Gott an dir gethan: verehr des Herrn Befehle, bet ihn in Demuth an, ihn, der von seinem Sie gern auf dein Flehen hört und auch der Last und Hitze der Kreuzestage wehrt! decke dein Kind auch diese 4. Mit deinem Schilde Nacht, auf daß mich nichts erschrecke; auf daß, wann ich erwacht und durch den befreit von Gram fro Schlaf erquidet, mein Geist nach der Höhe blicket, von welcher Hülfe tam! 5. Die Meinen, Weib und Kinder und Freund und Hab und Gut, auch meinen Feind nicht minder, nimm, Herr, in deine Hut! Nie wird dein Auge müde, nie, Hüter, schlummerst du; gib unserm Lande Friede, gib Jedem Glück und Ruh! 6. Versag auch diefe Bitte mir, mein Erbarmer, nicht: wann diese morsche Hütte des Leibes einst zerbricht, so laß, o Gott, mein Ster ben dem Schlummer ähnlich sein und nimm mich, dei no zu besonderen Zeiten.) 429 deinen Erben, in deinen im In eigener Melodie. Himmel ein. 577 So fliehen unfre Mel. In allen meinen Thaten auch dieser ist nicht mehr! Die Nacht, der Müden Trö576 Herr, der du sterin, eilt wieder zu uns her. du nur mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich findlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seele, nach deines Worts Befehle einher im Leben gehn; auf deine Güte hof fen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil ich der Nuh entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Bater, meinen Geist. wie du bist; du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht; wovor, Herr, sollte mir denn graun? Mich schüßzet deine Macht. 4. Hab ich an deiner Gnade nur stets Theil, o Herr, mein Gott; so fürcht ich nichts in der Natur, so scheu ich nicht den Tod. 5. Zwar ich erkenne meiich sie; doch, mein Erbarne Schuld; mit Reue fühl mer, deine Huld, wie trostvoll ist mir die! 6. Ich eil im Glauben zu dir hin und weiß, wie sicher ich im Schutze deiner Allmacht bin; dein Schirm bedecket mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein feist mein Gedank; o weihe dir mein Herz zum Tempel ein. 8. Vielleicht ist dieß die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit; dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit! 9. Ich 430 Gesinnung und Verhalten des Christen 9. Ich lebe dir, ich sterbe bir, dein bin ich auch im Tod. Du, mein Erretter, bist bei mir und hilfst aus aller Noth. Mel. In allen meinen Thaten 578Die stillen Abendstunden, wie schnell sind sie entschwunden in häuslich froher Ruh! Nun senkt die Nacht sich nieder und drückt uns allen wieder mit sanfter Hand die Augen zu. 2. O laßt uns ihn erwägen, den unverdienten Segen, den uns der Tag gebracht! Laßt uns von Dank entbrennen und tief gerührt bekennen: der Herr hat Alles wohlgemacht! 3. Du hast, o Gott, voll Gnade auf segenvollem Pfade uns bis hierher geführt. Nicht uns, nur dir fei Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt! 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast beschieden, auch er sei dir geweiht! Wir schlummern ohne Sorgen, denn du erweckst uns morgen hier oder in der Ewigkeit. me ruht, o Gott, von dir bewacht, der trotzt mit un erschrocknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. Mel. So fliehen unsre Tage 579 2. Umringt von stiller Finsterniß sing ich dir, Herr, ein Lied. Mein Herz froh lockt und ist gewiß, daß mich dein Auge sieht. 3. Der Tag ist schnell dahingeeilt, und deine Bas terhand hat mir viel Gutes zugetheilt, viel Böses abges wandt. 4. Auch in der Noth und wenn ich litt, nahmst du dich meiner an, und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit gethan. 5. Du, Herr, wirst aud noch immerdar mein guter Vater sein und jetzt und auch bei grauem Haar mich segnen und erfreun. 6. Doch dir befehl ich meine Zeit. Ich leb in dieser Welt, o Vater der Barm herzigkeit, solang es dir ge fällt. 7. Ich trau auf dich und gittre nicht; kein Unfall wird sich nahn: du warst ja meine Zuversicht von meiner Jugend an. 8. Ich schließ auch jest in dunkler Nacht getroft die Augen zu; ich fürchte teine er unter dei irdsche Macht: du sicherst meine Ruh! nem SchirMel. zu besonderen Zeiten. 431 Mel. Werde munter, Mel. Freu dich sehr, o meine o 580 Auf, Seele, sei 581 Sint ich einſt in jenen Schlummer, aus dem Keiner mehr erwacht; geh ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh, in deine Nacht: o dann schlaf ich anders ein. Weg aus dieses Lebens Bein wall ich hin zu deren Hütten, die, nun glücklich, hier auch stritten. 2. Jetzt entschlaf ich, aufzuwachen noch für Tage dieser Beit! Laß mich fertig stets mich machen, Vater zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei von der Last des Eiteln frei, von den Bürden dieser Erde, wann ich nun unsterblich werde. Gottes Lob ist deine Pflicht. Seine Sonne gehet unter, aber seine Güte nicht. Er bat mich auch heut ernährt, manche Freude mir gewährt, vor Gefahren mich beschübet, mich in Schwachheit unterstützet. 2. Stets verehrt und hochgepriesen seist du, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwieſen, bantet meine Seele dir. Du hast, war ichs gleich nicht werth, liebreich das Gebet erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir im Namen Jesu brachte. 3. Gib nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe fanfte Ruh! Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; wann ich schlafe, wachest du. Leib und Seel befehl ich bir, walte gnädig über mir! Sei auch du der Gott der Meinen, zähl sie alle zu den Deinen! 4. Laß uns doch kein banges Schrecken, Räuber nicht, nicht Feuersgluth plößlich aus dem Schlummer wecken, halt uns fest in deiner Hut; bilf, wenn Krankheit oder Tod uns in sicherm Schlafe droht, oder laß uns, wenn wir sterben, deines Himmels Freuden erben! mich 3. Gerne laß den Tag mich sehen, der als Ret= ter mir erscheint: wann mit nicht erhörtem Fleben, wer mich liebet, um weint! Stärker, als mein Freund im Schmerz, fei mein gottverlangend Herz, und, noch sterbend dich zu preifen, laß mich ihn gen Himmel weisen! Mel. Wo Gott zum Haus ch seh im Abendrothe schön, 582 Jd Jeh Herr, deine Sonne untergehn. Noch untergehend freut ihr Glanz, erhebt ein fühlend Herz so ganz. 2. Von einer halben Welt nimmt sie den Segen mit und 432 Gesinnung und Verhalten des Christen und sucht ihn nie. So geht von edler That dein Freund, entweicht dem Dank, den man ihm weint. 3. Sie sinkt. Ich blick gerührt ihr nach; nicht mehr ist jetzt mein Aug zu schwach. So scheucht zu starker Glanz zurück, bescheidne Tugend stärkt den Blick. 4. Versunken ist fie. So versinkt, sobald, Herr, deine Weisheit winkt, auch unsre Herrlichkeit und Pracht; all unser Glanz verlischt in Nacht. 5. Sie sant und floh von uns, um schön dort andern Brüdern aufzugehn, die jetzt sich ihrer Ankunft freun und dir nun Morgenlieder weihn. 6. So gehn auch wir dereinst, erwacht vom Schlummer unsrer letzten Nacht, schließt hier sich unser Lebenslauf, zu einer höhern Wallfahrt auf. Mel. In allen meinen Thaten Mel. Nicht um Reichthum 583 Der Mond ist 584& insam bin ich; die güldnen Sternlein prangen am Himmel hell und flar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiefen steiget der weiße Nebel wunderbar. Hülle so traulich und so hold, gleich einer stillen Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen follt. 3. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, bem Eitlen nie uns weihn! Laß uns nur weise werden und vor dir hier auf Erden von Herzen fromm und fröhlich sein! 4. Wollst endlich ohne Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen fanften Tod: und wann du uns genommen, so laß uns zu dir kommen, du lieber, treuer, frommer Gott! 5. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Nas men nieder; falt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern franken Nachbar auch! Unter gestirntem Himmel. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung herrscht um mich in der Natur! Unter einer dunk len Hülle liegt der Farben schmuck der Flur. Alles ruht, sich zu erquicken;' mir noch lohnet wach die Zeit; aufge than ver meinen Blicken hat sich die Unendlichkeit. 2. Wel zu besonderen Zeiten. 433 2. Welche Tiefen! Wel- Nacht erhellt, diesen Geist, che Höhen! Heilge Schauer faffen mich! Wie viel tausend Welten drehen hier um ihre Sonnen sich! Und wo sind des Raumes Gränzen, wo sich keine Welt mehr dreht, keine Sonnenstrahlen glänzen und fein Lebensobem weht? der in das Leben aufstrebt aus der Sinnenwelt, in das Leben, wo er freier, näher schaut bich, Weltengeist, dich bei seiner heilgen Feier, frei vom Staub der Erde, preijt. 3. Wie viel Millionen Leben freuen sich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben, der sie schuf und fie erhält! Und wer ists, der stets sie alle liebend, jegnend überschaut? wer, der seines Tempels Halle ins Unendliche gebaut? 4. Kann mich hier sein Name trügen? hier mir leuchten ohne Sinn? Er schrieb ihn mit Flammenzügen; und sein Name heißt: Ich bin. Ja, du bist, den GOTT wir nennen, dem das Weltall eigen ist! Seligkeit ists, dich zu kennen, der du Aller Vater bist. 5. Deine ältre Offenbarung liegt jetzt aufge ichlagen da: und im Lande der Erfahrung fand ich dich mir immer nah. Du, der wölbte diesen Bogen und Der Sterne Kreis bewegt, hast den Puls auch aufgeegen, der in meinen Adern idhlägt; 6. Hast den Funken mir gegeben, der in mir die 7. O dieß Sehnen, o dieß Streben, dieser hohe Lebenssinn bürgt mir ein unendlich Leben, führt michzur Vollendung hin! Nein, dein Kind wird nicht verschmachten in der tiefsten Dunkelheit, wird von Licht nach Lichte trachten in der Unermeßlichkeit. 8. Ist mein Leben hier verronnen, wird es Nacht auf meiner Bahn: o dann leuchten tausend Sonnen mir den Stufengang hinan. Ich steig auf zum Quell der Strahlen, ihn zu schaun, der nie versiegt, wo vor mir in tiefen Thalen dann der Welten Schöpfung liegt. Im Frühling. Mel. Allein Gott in der Höh 585 Serb sei Gott, der ob den Frühling schafft, Gott, der den Erdfreis schmücket! Preis sei ihm, Ehre, Stärt und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der Herr erbält; er liebt und segnet seine Welt: lobsinget ihm, Geschöpfe! T 2. Das 434 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömt an jedem neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich feines Lebens. 3. Der Erde Antlitz ist verjüngt; erheitert glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt vom freudigen Getümmel. Mit Wohlgefallen schaut mel. Gott, der du die Menschen herab, der allen Sein und 586 Höher hebt fid gab, auf Gottes Sonne, länger strahlt uns nun ihr Licht; Alles athmet neue Wonne, wenn sie durch die Wolken bricht. Schau, der Frühling senkt sich nieder in die Wälder, auf die Flur. Die erstorbene Na tur lebet auf und wirket wieder. Opfre Gott, dem Schöpfer, Dank! Preis ihn fröhlich, mein Gesang! 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin aufs Feld, und sein frohes Loblied schallet laut empor zum Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehrt durch fromme Zuversicht seinen Gott und zweifelt nicht, daß sie wohl gerathen werde: bringt schon hoffnungsvoll ihm Dant Preis auch du ihn, mein Gesang! 3. Glän pfung Werke. 4. Lobsinget ihm; er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preise dich, ich finge dir; denn du bist, wo ich bin, bei mir mit Allmacht und mit Liebe. 5. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht Boten sind, zu unsrer Freude Quellen. 6. Selbst, wann, von Donnersturm bebräut, er schbrocne Länder zittern, strömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schweigen. 7. Von dir fommt, was uns hier erfreut, du Brunn quell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir er geben und einst dir als Christen freudig sterben! tohto zu besonderen Zeiten. 435 Glänzend und im Feier- Auf Bergen, wie im Thal, fleide prangt die blüthen- ist Freud an Frende hingereiche Flur. Jede Blume streut und Schönheit überall. duftet Freude, preist den Schöpfer der Natur, der den Thau schafft, den sie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh, der ihr Samen gibt, wenn sie welkend endlich niedersinket. Bring auch du ihm Lob und Dank, preis ihn fröhlich, mein Gefang! 4. Dieser Frühling, wie geschwinde, o wie schnell wird er verblühn! Wie die Spren, verweht vom Winde, so wird seine Pracht entfliehn! Aber, Gott, vor deinem Throne wird ein emger Frühling sein; ewig wird er uns erfreun, ringen wir nur nach dem Lohne reiner Tugend lebenslang. Gott, dich preise mein Gefang! 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist nur Schimmer von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Gottes Angesicht. Auch das freudenreichste Leben hier auf Erden ist nur Tod gegen jenes, das mir Gott dort verheißen hat zu geben. Dir, mein Gott, sei Lob und Dank! Ewig preist dich mein Gesang! 2. Belebend ist der Wiese Grün, entzückend jede Flur; und wie viel tausend Blumen blühn im Garten der Natur! 3. Mit reichen Blüthen prangt der Baum, und oben ausgespannt, wie strahlt der blaue Himmelsraum, ein unbekanntes Land! 4. Blickt hin in Tiefen und auf Höhn, auf Flur und Wald und Feld! Fühlt, was unnennbar ist: wie schön ist unsers Gottes Welt! 5. Doch nur dem Tugendhaften, nur dem Menschenfreunde lacht die schöne herrliche Natur in aller ihrer Pracht. 6. Drum seid und machet froh und gut; reicht gern die Bruderhand: naht dann der Tod, so geht mit Muth ins unbekannte Land. 7. Macht diese Erde schon so schön entfernter Sonnenschein; o Gott, wie wird in jenen Höhn der Selgen Wohnung sein! Im Sommer. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund Mel. Lobt Gott, ihr Christen 587 find erneut. Freude, verschönt ist, Schö 587 Der Erde Reize er Erbe Neize 588 Weit um mich her ist Alles T2 pfer, * 436 Gesinnung und Verhalten des Christen pfer deine Welt! Es prangt in einem Feierkleide Gebirg und Thal und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Stätte! Wohin ich seh, wohin ich trete, bist du mir nah und fühl ich dich; wohin ich schau, auf allen Fluren, in allen deinen Creaturen, erblick ich, Welterhalter, dich! 2. Wie hast du, Gott der Macht und Güte, so liebevoll an uns gedacht! Schön war des Frühlings bunte Blüthe; reich ist des Sommers ernste Pracht. Zum vollen, fröhlichen Genusse empfängt von deinem Uleberflusse, o Gott, was lebet, Speis und Trank, Gebirge geben, Thäler geben, was Allen nöthig ist zum Leben, und Alle jauchzen froh dir Dank. 3. Weit um mich her ist Alles Freude; o freu auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Sein Segen reifet auch für mich. Hoch müsse dessen Lob er schallen, der mir so wohl thut, Allen, Allen so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm ein in der Geschöpfe Chöre: dir, Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist! Mel. Wer nur den lieben Gott 589 gütiger, vir will ich fingen auf jeder segenreichen Flur, dir meine Dankgefühle bringen im großen Tempel der Natur. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschalle, Gott, dein Lobgefang! 2. Du bist der Geber aller Freude, des Segens Schö pfer bist du, Gott! Den Heerden gibst du ihre Weide und deinen Kindern allen Brod. Genährt, gefchüßt, gepflegt durch dich, freut Alles, was da lebet, fich. 3. Und Leben strömt mit deiner Sonne in jeden Halm, in jede Brust; sie gibt den Blüthenthälern Wonne und allen Wesen neue Lust. Ver jüngt durch ihren milden Strahl, jauchzt Hain und Flur und Berg und Thal. 4. Auf unsre Saaten träufelt Segen herab mit jedem Morgenthau. Gott, wie er frischt dein sanfter Regen das Gras, die Blumen auf der Au! Der Bach, der aus dem Berge quillt, erquidt den Wandrer und das Wild. 5. Da stehn die Zeugen deiner Milde hier in der Schöpfung Heiligthum. Weit durch die reichen Korngefilde tönt himmelan dir Lob und Ruhm; sie dringen, Herr, zu dir empor aus aller Wesen frohem Chor. 6. Auch du frehlocke, meine Seele, und rühme beines Schöpfers Macht! Dein lan ter in ter Lobgesang erzähle, wie herrlich Alles er gemacht! Vom Aufgang bis zum Niedergang erschall ihm Ehre, Preis und Dank! zu besonderen Zeiten. 437 Vom Herrn der Zeit gerufen, naht der Herbst mit seiner Fülle sich und nähret und erfreut auch mich. 2. Der segenreiche Gar ten prangt mit vollen ZweiMet. Herzliebster Jeſu! 590 Soweit nur Men sen und verlangt, von ſeizu sein, schen deine Welt um Gottes Kinder zu erfreun. Lüften schweigt, der hin in 3. Der Sänger in den ferne Lande fleucht, wo Gott bewohnen, bist du der Bater aller Nationen, die Zuflucht Aller, die auf Land und Meeren dein Heil begehren. 2. Du blickst hernieder, und die Fluren lachen, du wäsferst sie mit Thau, fie reich zu machen. Dein Strom ist voll; du sorgest für die Saaten, daß sie gerathen. schon eine neue Saat und Frucht für ihn bereitet hat. 4. Auf traubenvollen Hügeln schallt des Winzers Lob und wiederballt von 3. Die tiefgepflügten Fur- Berg auf Berg; auch Most 3. Die tiefgepflügten Fur- und Wein gibt uns der chen füllt dein Segen; das lechzende Gefild erfrischt Herr, uns zu erfreun. dein Regen. Der Sommer glüht; es reifet das Getreide zu unsrer Freude. 5. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Das Kind, Greis sei fröhlich ihm zum der Jüngling, Mann und Ruhm und Preis! 4. Die Höhn und Tiefen schmückest du mit Heerden und schaffest, daß fie froh gesättigt werden. Dem Schnitter rauscht der vollen Felder Segen zur Aerndt entgegen. 5. Und Dank und Freud und Jubel jauchzt aus Allen, und Hain und Auen und Gefild erschallen vom lauten, dir frohlockenden Getümmel bis in den Himmel. 6. Auch wenn du alterst, Gott noch väterlich: er, der sorgt für dich dein Herr und auch, weim dein Herbst sich naht, für dich noch viel der Freuden hat. wenn du nur, wie seine jeg7. Froh kannst du sterben, nende Natur, geſegnet hast, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht sucht. 8. So blüh und reife in der Im Herbst. Mel. Vom Himmel kam der 591 Geärntet ist der Zeit zu größerer VollkomFelder Saat. menheit! Still keimt der Tugend T 3 438 Gesinnung und Verhalten des Christen gend Saat hervor und reift zur reichen Nerndt empor. 592 Früh Mel. Lobfinget Gott! er rüh mit umwölktem Ungeficht geht schon die Sonne nieder, und später scheint ihr schwächer Licht am trü ben Himmel wieder. Die schönste Zeit ist nun entflohn; die rauhen Stürme rauschen schon durch die bereiften Felder. Die letzte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes falter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. 2. Verlassen steht die öde Flur entblößt von ihrem Segen; entkräftet sieht nun die Natur der Winterruh entgegen. Die Vögel, die dem Frost entfliehn, beginnen schon daherzuziehn weit über Land und Meere. Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn und sättigt ihre Heere. 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicherbeit des Herbstes rauhe Jahreszeit beginnen und vollenden. Die Erde rubt; doch er gewährt voll Liebe das, was uns ernährt, mit väterlichen Händen. 4. Wie sind doch unfre Kammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, der uns nähren soll, vom Vorrath, uns zu laben! Durch deine Vorsicht muß, o Gott, das Land uns für den Winter Brod, dem Vieh sein Futter geben; und Wein, der unser Herz er freut und unsers Lebens Kraft erneut, quillt aus der Frucht der Reben. 5. Wie jetzt das Feld um uns verblüht, verblühn auch wir im Alter. Doch wohl uns! Gott, der auf uns sieht, ist mächtiger Erhalter! Er ist es, der die Schwa chenschüßt, die Müden mäch tig unterstüßt, die an dem Grabe wanten. Gebeugt Grabe wanten. vom Alter, werden wir mit frohem Herzen, Vater, dir, wie in der Jugend danken. 6. Wohl Allen, die sich ihrer Pflicht von ganzem Herzen weihen! Sie werden ihre Jugend nicht im Alter einst bereuen. Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil seiner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tragen! Ihm wird das Alter Jugend sein, und dankbar wird er sich noch freun in seinen letzten Ta gen! Im zu besonderen Zeiten. 439 bor Im Winter. 593 Nicht für der Felder Segen nur, auch für den Schlummer der Natur, für Frost und Winter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. 2. 3war liegt ihr grüner Schmuck zerstört, von Schnee und Eis und Sturm verheert; ein weites, weißes Grabgewand deckt Berge, Hügel, Thal und Land. 3. Doch hegt die Erde, till und groß, die zarte in ihrem sich im Frühling segensvoll entwickeln und uns nähren soll. 4. So nähret liebreich und geheim der holden Tugend ersten Keim die Mutter mit verborgner Lust in ihrer zarten Kinder Brust. 5. So thut, was Andre fegnen fann, der gute, der bescheidne Mann, fucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat, aufblühn, was er im Stillen that, zu reichen Aerndten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 7. Mag brausen dann wohl um uns her des Winters Sturm: auch er, auch er ist deines Segens Diener, Gott, so fürchterlich er immer droht. 8. Und wie viel Freuden danken wir selbst in des Winters Tagen dir, der du so väterlich uns trägst und sättigest, erwärmst und pflegst! 9. Durch alle Zeiten, Vater, sei dir, wer dich findlich ehrt, getreu! Laß Jeden deinen Ruhm erhöhn und freudig deine Wege gehn. Mel. Auf, Christenmensch! 594 Verschwunden iſt nur Schnee bedeckt die Felder. Der Wintersturm durchbraust mit Macht Gebirge, Thal und Wälder. Das Land erstarrt vom Froste nun, und seine Nahrungsfäfte ruhn. 2. Wohl mir in dieser rauhen Zeit! Ich darf vor Frost nicht beben; mich schützt mein Dach, mich wärmt mein Kleid, und Brod erbält mein Leben. In meinem Bette schlaf ich ein und kann mich sanfter Ruhe freun. 3. So hats der arme Bruder nicht, dem Brod und Kleidung fehlen, er, dem das Nöthigste gebricht, den Frost und Hunger guälen. Und dreifach fühlt er seine Pein, wenn Krankheit plagt und Kinder schrein. T 4 4. D 440 4. O zaudre, zaudre nicht, mein Herz, ihm liebreich zu zueilen! Fühl seinen Jammer, feinen Schmerz, dein Brod mit ihm zu theilen! Wer seines Nächsten Noth vergißt, verdient nicht, daß er glücklich ist. Gesinnung und Verhalten des Christen 5. Vor Tausenden bist du beglückt, die in der Stille klagen, da Wärm und Nahrung dich erquict in diesen rauhen Tagen. Lobsinge, frohes Herz, in mir und opfere Gott Dank dafür! 6. Seh nicht auf das, was dir noch fehlt und Mancher mehr besitzet; nein, auf die Noth, die Andre quält, auf Gott, der dich beschüBet! Ach, Vater, lindre jeden Schmerz und gib mir ein mitleidig Herz! Zur Saatzeit. Mel. Allein Gott in der Höh 595 8 baut, o Gott, auf dein Geheiß der Menschen Hand die daß ihr Fleiß von dir gesegnet werde. Auf dein Versprechen trauen sie: du sollst bein Brod bei Fleiß und Müh, solang du lebest, effen! 2. Dieß Wort traf, Herr, noch immer ein. Gib jetzt auch deinen Segen, daß Saat und Pflanzen wohl gedeihn; gib Sonnenschein und Regen! Der Landmann baut umsonst das Land, wenn, Vater, deine Allmachtshand nicht seine Arbeit fegnet. 3. Drum fröne du mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte, und wenn die Aussaat dann gedeiht, Allvater, so verhüte, daß Kälte nicht, nicht Sonnengluth, nicht Hagelschlag, noch Regenfluth ihr zum Verderben werde! 4. Wir traun auf dich, g großer Gott; du, du wirst gnädig walten. Du kennst am besten unsre Noth, haft lange hausgehalten. Ja, Herr, du wirst zu deinem Ruhm für uns, dein Wert und Eigenthum, auch dieß Jahr wieder sorgen. Nach einer reichen Aerndte. Mel Wie groß ist des Allmächt. 596 Wir alle, Men bringen dir unsern feiers lichsten Dant, und unfre frohen Herzen singen dir ihren lauten Preisgesang! Gekrönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land; dein Se gen floß auf die Gefilde aus reicher, väterlicher Hand. 2. Du zu besonderen Zeiten. 441 dich bewiesen, soll jeder der Beglückten sein. 2. Du schenttest Sonnen- bar fein; so gütig, wie du schein und Regen für jede Frucht zu rechter Zeit und gabst Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestreut. Wie prangte nicht im Feierfleide das volle, ährenreiche Feld! Wie schlug von Hoffnung und von Freude dir unser Herz, o Herr der Welt! 6. Drum freu den Armen auch der Segen, den deine Hand uns reichlich gab; wir wollen seiner liebreich pflegen; wir trocknen seine Thränen ab! Er dant auch heute mit uns allen, frohlocke laut und bete an, daß du, nach deinem Wohlgefallen, so viel, o Gott, an uns gethan. 3. O welchen Reichthum deiner Gaben hast du mit liebevoller Hand, uns zu ernähren und zu laben, von neuem uns herabgesandt! Für Millionen deiner Kinder ist jetzt ein voller Tisch bereit; du nährst den Frommen, nährst den Sünder, und Alles wird durch dich erfreut. 4. Wer kann die Güte ganz ermeffen, die weiter als die Wolken reicht? Wer kann sie undankbar vergessen, da jede Stunde von ihr zeugt? Nimm deiner Kinder Freudenzähren, nimm an, AUvater, unsern Dank! Wir wollen ewig dich verehren durch Thaten, wie durch Lobgesang. 597 Kºt Mel. Wach auf, mein Dommt, laßt uns Gott lobsingen und Preis und Dank ihm bringen für alle milden Gaben, die wir geärndtet haben! aus deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen, doch mäßig, mild und dank2. Aus seinem Uleberfluffe zum freudigen Genusse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheuern sind voll und Regen und Wachsthum Segen; denn er gab Thau und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. 5. Was du uns gabst, 4. Preis, Herr, sei deiwohl anzuwenden, verleih ner Milde, daß Gärten und uns Weisheit und Verstand. Gefilde, was wir gesäet Nicht, um es üppig zu ver- haben, so reichlich wiederschwenden, empfingen wirs gaben! 5. Preis sei dir, unserm Retter! Es drohten Sturm und Wetter, Verderben unT5 sern 442 Gesinnung und Verhalten des Christen fern Saaten. Dank dir! sie sind gerathen. 6. Uns reiften süße Früchte im milden Sonnenlichte an Baum und Strauch und Reben; Herr, Preis sei dir gegeben! 7. Du ließest froh uns ärndten. D daß wir dankvoll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mit mildem Sinn erbarmen! 8. Wenn wir die gern' erquicken, die Sorg und Mangel drücken, so wirst du, was zum Leben wir brauchen, ferner geben. 9. Du wirst einst deine Treuen, die gute Saat hier streuen, zu höhern Festen schmücken und ewig fie be glücken. Bei sparsamer Nerndte. Mel. Was Gott thut, das ist reift, Christen, schen Mühe baut das Land: Gott gibt, daß fie gelinget! Von ihm allein kommt das Gedeihn; nur er, er läßt die Saaten blühn, reifen und gerathen. benheit, preist Gott, den Herrn der Aernote, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von unsrer Flur entfernte! Noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, wird er uns allen geben. 2. Er ist der Herr; in seiner Hand steht, was die Erde bringet. Der Men3. Was trauern wir? er sorgt ia doch, Gott forgt für unser Leben.- last uns selbst beim Mangel noch ihm Ruhm und Ehre geben! Preis sei dem Herrn. Von Unmuth fern, laßt ihm zum Wohlgefallen ein frohes Lied erschallen! 5. Ja, Höchster, wir vers ehren dich in allen deinen Wegen und trauen unveränderlich auf deinen milden 598 in Ther Segen. Auch unser Brob rung uns gewähren, wenn wir dich findlich ehren. 4. Wie mandhes segenreiche Jahr hat er uns schon bescheret; wie gnädig uns noch immerdar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, Allvater, schauen und deiner Vorsicht trauen? 6. Wir beten bemuths voll dich an, der Alles weis lich füget, deß Borsicht nie mals irren kann, deß Wohl thun niemals trüget. Frob dir danken wir, Erhalter, und preisen deine Güte mit gnügsamem Gemütbe. Fles zu besonderen Zeiten. Flehen um Regen. Mel. Komm, o tomm, du 599 Gott, von großer Güte, deine Hülfe suchen wir; mit geängstetem Gemüthe schauen wir empor zu dir. Herr, du weißt, was uns gebricht: o verlaß, verlaß uns nicht! 2. Ach, dem tobten dürren Sande gleichet bald, Herr, unser Land, und verfengt vom Sonnenbrande, welft die Frucht, die kraft voll stand. Schrecklich droht uns ihr Verlust; Sorge nagt an unsrer Brust. 3. D erhalt uns deinen Segen; laß uns wachsen unser Brod! ende bald durch milden Regen unsre Angst und unsre Noth! Gott, wir trauen dir es zu: was uns gut ist, schickest du. 4. Stärte du uns dieß Vertrauen; unser Wohl verſäumst du nicht. Auf dich, Gnadenvoller, bauen wir die fefte Zuversicht: du, der helfen will und kann, nimmst gewiß dich unser an. 443 quickend auf die dürre Flur; wie labt sie sich, wie trinket ihn jetzt die schmachtende Natur! Die fanften Ströme her, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr träg und schwer. Gott spricht: und Seufzer schweigen und Hitz und Dürre fliehn, und fromme Lieder steigen empor und preisen ihn. sichte beschaut der Landmann 2. Mit Freud im AngeGott die Früchte; er ist nun sein Feld. Erquickt hat Versorger seiner Welt. Wie wallen nun die Aehren, vom Mark der Erde voll, das sie erfreuen soll! Auf, preiseine Menschen nähren, das set Gottes Milde! Er ists, der Regen schickt und lechzende Gefilde voll Vaterhuld erquickt! 3. Erhalter unsers Lebens, Gott, dem wir uns jetzt dankbar nahn, o laß uns nicht vergebens die Gas ben deiner Hand empfahn! Du sendest Thau und Regen, gibst milden Sonnenschein; du eilst, mit deinem Segen uns alle zu erfreun. Nach verliehenem Regen. Wir wollen dich erheben, dir, Höchster, stets vertraun und fromm und weise leben, bis wir dich ewig Mel. Kommt, kommt den 600 Sin milder Ne- schaun. gen sintet erT6 Flehen 444 Gesinnung und Verhalten des Christen Flehen um Sonnenschein. scheint, fie scheinet wieder! Wir sehn sie, welche Wonne! die langverhüllte Sonne. Mel. Mache dich, mein Geift, und 601 Schmerz Klage füllt das Land; traurig stehn die Früchte; hilft uns, Gott, nicht deine Hand, sind sie bald zunichte. Beig uns doch Gnade noch! Vater voll Erbarmen, hilf, ach, hilf uns Armen! 2. Du regierst der Wolten Lauf und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort, so hört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh uns bei und zerstreu, Herr, mit starker Rechte unsers Kummers Nächte! 3. Sende warmen Sonnenschein, der die Frucht erquide! Sieb, wir schaun auf dich allein mit des Glaubens Blicke. Guter Gott, gib uns Brod und nach mancher Plage wieder Freudentage! 4. Preis und Ruhm sei dir geweiht, Vater aller Gnade! Hilf, daß uns die schwere Zeit nicht am Herzen schade! Dir, nur dir, wollen wir gern zur Ehre leben und uns ganz ergeben. Nach verliehenem Son nenschein. Mel. Nun laßt uns Gott 602 rtönt, ihr Freudenlieder! Sie 2. Uns drückten bange Sorgen an jedem neuen Morgen, so oft sich Wollen thürmten und Regenwetter stürmten. 3. Des Feldes Früchte sahen wir dem Verderben nahen. Was Thier und Menschen nähret, schien ganz durch Fluth verheeret. 4. Da brang zu deinen Höhen, Gott, unsers Her zens Flehen. Du börtest, was wir baten, und schütztest unsre Saaten. 5. Schon jenften sie sich nieder; doch du erhobst sie wieder. O Herr der milden Sonne, du jegnest uns mit Wonne. 6. Wir preisen deine Güte mitfröhlichem Gemüthe. Ja, unser ganzes Leben sei ewig dir ergeben! Beim Gewitter. uns Mel. Wie groß ist des Allmächt 603 Der Mächtige, der Herr der Götter, vor dem der Engel niederfällt, Gott redet don nernd aus dem Wetter und ruft voll Majestät der Welt. Anbetend sinkt der Erdkreis nieder; der Wald ertönt, es bebt mind zu besonderen Zeiten.munulis 445 4. Uns Segen ist der Sonne Licht, uns Segen Tag und Nacht; auch Segen ist uns dein Gericht und deines Blitzes Pracht. bebt die Flur, und Blize 3. Dem Sünder nur, der sagens Blitzen wieder: Gott dich nicht fennt, bist du, ist der Herrscher der Natur. Herr, fürchterlich; dem aber, 2. Auch dich laß seine der dich Vater nennt, zeigst Stimme rühren, sei ganz du als Vater dich. Empfindung, o mein Herz! Den Dank, das Lob, die ihm gebühren, entweihe tein unheilger Scherz! Auch Donner rufen Gottes Kindern des Weltenvaters Segen zu; sie rufen schonend sichern Sündern, und ihren Ruf verstehst auch du. 3. Verstumme, freches Heer der Spötter! Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! Es sagts das Wetter; die Welt, die ganze Welt ist sein. Ihr bebt? Elende, wollt ihr fliehen? Kein Ort schützt euch vor Angst und Noth; Nichts kann 5. Du reinigst durch den Blitz die Luft; dein Regen tränkt die Saat; es stärkt ein balsamreicher Duft, was erst geschmachtet hat. 6. Laß frei das Herz von Nengsten sein, wenn uns dein Wetter droht! Weg, bange Furcht, wir sind ja dein, du bist die Lieb, o Gott! Nach dem Gewitter. Mel. Wer nur den lieben Gott dem Mächtgen euch entzie 605 Wie gnädig iſt des hen. Er fennnt, er straft euch; er ist GOTT. Mel Lobt Gott, ihr Christen 604 D jer hohe Himsich, ein Wetter Gottes draut; ich bebe nicht: ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 2. Du zürnest, wenn du donnerst, nicht; du bist der Menschen Freund. Nicht blässer wird mein Angesicht, wenn uns dein Blitz erscheint. sten Wille! Der Donner schweigt; die Blitze fliehn; es schmückt in angenehmer Stille der Sonne Glanz, du, mein Geist, nun opfre Dank! Erhebe deinen Lobgesang. 2. Ja, preise freudig den Erretter, der seine große Kraft bewies, den Weltenherrn, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der Blizen ihre Strahlen lenkt und gnädig seines Volks gedenkt! T7 3. Nimm 446 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Nimm mit Bewun- Pfade mit treuen Baterbrung seine Güte auch selbst im Ungewitter wahr; denn jedem forschenden Gemüthe stellt sich auch hier ihr Schauplaty dar. Zum Besten jeder Creatur bemerkt man ihres Segens Spur. händenlenkt? Was ist es anders, als Geduld, als Nachsicht gegen deine Schuld? 4. Wie fräftig hebt sich das Getreide, getränfet durch den Regenguß, und wie vergnügt betritt die Weide des neubelebten Thieres Fuß! Wie athmen wir so janft und leicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! 3. So nüt auch dieses Jahres Tage, als Tage dei ner Prüfungszeit, daß keiner dich vor Gott verklage, daß keiner dich im Tode reut! Gott fordert, dem dent immer nach, einst Rechenschaft von jedem Tag. 5. Herr, deine Güte jei erhoben im Wetter, wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Du fannst und willst uns stets erfreun. Mich schrecken Blitz und Donner nicht; denn du bist meine Zuversicht. 4. Ermuntre dich zu deinen Pflichten, sei zu den schwersten auch gefaßt: sie gern und willig zu verrichten, such dir den Muth, besieg die Laft! Schnell fliehen deine Tage hin; ach, unbenutzt laß sie nicht fliehn! Beim Jahreswechsel. 5. Gebrauch, o Christ, dieß Bilgerleben, wozu dirs Gott, dein Gott, verliehn; zur Tugend hat ers dir gegeben, so gibs denn auch der Tugend hin! Sie reichet dir nach kurzer Zeit das schönste Loos der Ewigfeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 606 Des es neuen Jahres erster Morgen bricht, meine Seele, für dich an; ermuntre dich zu edlen Sorgen und wandle auf der Tugend Bahn. Bleibst du ihr treu, folgst du ihr nach, so weckt dich einst ein schönrer Tag. 2. Was ist es anders denn, als Gnade, daß Gott dir dieses Jahr noch schenkt und dich so gern auf seine 6. Weih jede Stunde dem Bestreben für dein und deiner Brüder Glück, so siehst du einst auf dieses Leben mit ruhig heiterm Blick zurück; du sagst, o welche Wonne! dann: ich habe meine Pflicht gethan; 7. Und segneft noch an Gottes Throne dieß Jahr als eine Zeit der Saat, nimmſt zu besonderen Zeiten. 447 nimmst du aus seiner Hand dich; aufs neue, Gott, erdie Krone, die er für dich bereitet hat. Drum, Christ, halt aus in deinem Streit, du kämpfest für die Ewigteit. geb ich mich ganz deiner weisen Führung. Mel. Es ist das Heil uns 607 Du Gott, du bist der Herr der Zeit und auch der Ewigkeiten. Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten! Ein Jahr ist abermals dahin. Wem dank ichs, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen! dich, den kein Wechfel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blithen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst und bist und bleibest. 5. Vergib mir alle meine Schuld von den verfloßnen Tagen und laß mich deine Vaterhuld in Christo ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen! 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln! Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln! Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben! 7. Die Welt vergeht: dieß reize mich, die Lust der Welt zu fliehen; um beßre Freuden müsse sich mein Geist mit Ernst bemühen! Den Engeln bin ich ja verwandt, im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten! 8. Olehre selbst mich, meine Zeit recht weislich auszukaufen; laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heilger Vorsicht laufen! Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet! 3. Herr, ewig währet deine Treu, mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich fenne feinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet, und, wann mein Herz voll Sorgen war, mir Mel. Allein Gott in der Höh Hülf und Trost bereitet. 608 ett ruft der Von ganzer Seele preis ich und schafft 448 Gesinnung und Verhalten des Christen schafft den Mond, das Jahr drängten Glieder. Gib danach zu theilen; er schafft Glück zu jeder guten That es, daß man sicher wohnt, und laß dich, Gett, mit und heißt die Zeiten eilen; Heil und Rath auf unsern er ordnet Jahre, Tag und Fürsten nieder; Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Ehr ertheilen! 2. Herr, der da ist und der da war, von dankerfüllten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Rub, für jede That, bie uns 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben! Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben! Du schüßest uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es bir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt: so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glückli-, chern beneiden. 5. Hilf deinem Volle väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich und der be6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tu gend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sei: dieß, lieber Vater, dieß verleih in Christo, deinem Sohne! Mel. Schwing dich auf, zu 609 wig und unwandelbar, ist deine Gnade, und von dir strömt immerdar Heil Tag auf unsre Pfade. und Jahre ändern sich, und wir selbst veralten, doch du bleibest, und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Segen; deine Vaterhuld beglückt uns auf allen Wegen. Jeden Morgen sendest du Lebenskraft und Wonne; du verbreiteſt sanfte Ruh mit der Abendsonne. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet haben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens Gaben. Hüll und Fülle, Trant und Brod hast du mild ge währet und in Wohlthat felbst zu besonderen Zeiten. 449 selbst die Noth und den chem Grabe führtest du vorSchmerz verkehret. über mich. Im Genuß der hohen Gabe der Gesundheit preis ich dich, preise dich für alle Freuden, preise dich für alle Leiden. 4. Daß uns deiner Allmacht Hand liebevoll geleitet; daß du über Stadt und Land Ruh und Glück verbreitet; daß gewissenhafter Fleiß uns durch dich gelungen: Gott, dafür sei Dank und Preis herzlich dir gefungen. 5. Freudig, Vater, treten wir in dieß Jahr des Lebens. Wann, o Herr, vertraute dir unser Herz vergebens? Ja, du wirst uns fernerbin, wenn wir dir nur leben, Unterhalt und frohen Sinn, Muth und Kräfte geben. 6. Flüchtig ist die edle Zeit, groß sind unsre Pflichten: lehr uns für die Ewigkeit unser Werk verrichten! Jede gute, fromme That laß uns wohlgelingen! Frucht laß jede Tugendsaat für den Himmel bringen. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 610 ott, mit allen seinen Freuden schwand ein Jahr des Lebens hin, aber auch mit seinen Leiden schwand dieß Jahr, und, Gott, ich bin, lebe noch und soll auf Erden noch geübt, gebildet werden. 2. Vor so manchem, man3. Ja, auch für die trüben Stunden meines Lebens dank ich dir; denn auch sie sind nun verschwunden und jie wurden Wohlthat mir. Auch auf dornenvellen Wegen führst du mich dem Ziel entgegen. 4. Ulebung ist das Erdenleben, Bildung für die beßre Welt. Meinen Wünschen, meinem Streben ist ein höhres Ziel gestellt: ringen soll ich hier auf Erden, ewger Freuden werth zu werden. 5. Herr, dieß soll mich Weisheit lehren! Jeder Tropfen meiner Zeit, ohne je zurückzukehren, strömt, ins Meer der Ewigkeit. Nichts kann Zeitverlust ersetzen: laß den Werth der Zeit mich schätzen! 6. Laß auch dieses Jahr des Lebens nützen mich zur Besserung; es verfließe nicht vergebens für des Geistes Heiligung! Laß mich, Gott, nach deinem Willen meine Pflichten treu erfüllen! 7. Alles, Alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glück, Alles, Herr, ist deine Gabe! Danfend heb ich meinen Blick auf zu dir, gelobe 450 Gesinnung und Verhalten des Christen gelobe Trene heute dir, o Gott, aufs neue. 8. Gib uns allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Tugend heilgen Wegen laß uns wandeln Hand in Hand! Fried und Heil dem Baterlande! Fried und Heil in jedem Stande! Mel. O Jesu Christ, meins Unm bie Stunden zugezählt, bie letzte weislich uns verhehlt. 6. Du gibst, uns länger zu erziehn, uns Tage, Mon den, Jahre hin; doch an dem Ziel der Pilgrimschaft kommt unsre große Rechens schaft. 7. O dann laß uns, wir alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn! Denn ach, wer dann vor dir erbebt, hat thöricht, hat umsonst gelebt. 611 nwiederbringlich schnell bmm entfliehn die Tage, die uns Mel. Werde munter, mein Gott verliehn. Ein Jahr 612 Nun ist das alte tritt ein und eilt davon. Wie manches ist bereits entflohn! Jahr entflohn; wir leben in dem neuen schon. O Christen, preiset Gott, den Herrn! Er half bisher und hilft so gern. 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Huld, für ine Schonung und Geduld! 2. Wie Mancher, der im alten Jahr froh und voll Kraft noch um uns war, fant, eh wirs dachten, schnell dahin; nun deckt des Gra bes Hügel ihn. 3. Dank dir, wenn jetzt voll Freudigkeit das Herz sich mancher That erfreut! Weß war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 3. D Schauplatz der Vergänglichkeit! O schnelle Flucht der Lebenszeit! Wie thöricht ist, wer immer fest sich auf das nächste Jahr verläßt! 4. Doch oft verletzten wir die Pflicht; oft fehlten wir und merktens nicht. Nimm an, Erbarmer, unsre Reu; um Christi willen sprich uns frei! 4. Doch bin ich stets nur eifervoll, zu wirken, was ich kann und soll; dann fliebe meine Zeit dahin, ſie bringt doch herrlichen Ge winn. 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du haſt 5. Auch komm ich durch die zu besonderen Zeiten. 451 die Flucht der Zeit bir nä- ben bis hierher Kraft geher, Himmelsseligkeit! Gott lob, des Lebens Ungemach folgt mir nicht in den Him mel nach. 16. Im Staube beug ich mich vor dir. Bis hierher hast du, Höchster, mir mit liebevoller Baterhand mehr, als ich werth bin, zugewandt. 7. Sieh ferner, Gott, mit Gnadenblick auf mein und meines Nächsten Glück! Entreiß uns jeder wahren Noth und gib uns unser täglich Brod! 8. Behüt uns in dem neuen Jahr vor Theurung und vor Kriegsgefahr! Uns treffe feiner Seuche Wuth, fein zehrend Feuer, teine Fluth! 9. Entferne jeden Unglücksfall! Gib Heil und Wohlfahrt überall; und, bricht ein Kreuz von dir herein, so laß es uns erträglich sein! 10. Ja, segn uns, Herr, in dieser Zeit und führ uns dann zur Herrlichkeit! Da fagen wir dir ewig Dant; da preist dich höhrer Lobgefang! Mel. Wach auf, mein Herz 613 Mit Freuden laß vor Gott, ihn anzubeten; vor Gott, der unserm Legeben! 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese Wandertage sind nie ganz frei von Plage; wir gehn auf rauhen Wegen der Ewigkeit entgegen, 4. Doch du bist voll Erbarmen und wirst mit Vaterarmen in Nöthen und Gefahren uns schützen und bewahren. 5. Ach, Hüter unsers Lebens, wir sorgen nur vergebens, wenn du uns nicht beschüßest, mit Kraft uns unterstüßest! 6. Lob dir, o Gott, dem Treuen, durch den wir uns erfreuen; Lob deinen Vaterhänden, die alles Herzleid wenden! 7. Hör ferner unser Flehen und eil uns beizuſtehen! Gib Mäßigung in Freuden, Geduld und Trost im Leiden! 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen, zu thun, Herr, deinen Willen, auch Kraft ihn zu erfüllen! 9. Herr, wehre du den Kriegen! Laß Menschenliebe und wo nur nen fließen, sich deinen Trost ergießen! 10.Gib 452 Gesinnung und Verhalten des Christen 10. Gib deinen milden 2. Kein Feind zerstörte Segen zu allen guten We- die Altäre, kein Feind zergen; laß Großen, Herr, trat dein Heiligthum. Noch und Kleinen die Gnaden- singen wir von deiner Ehsonne scheinen! re, noch predigt man von deinem Ruhm. Durch Taufe, Abendmahl und Wort pflanzt fich auch hier die Kirche fort. 11. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Hülf und Habe! 12. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den kummervollen Seelen, die sich mit Sorgen quälen! 13. Vor Allem. Herr, verleihe uns deinen Geist aufs neue, der uns mit Tugend ziere und so zum Himmel führe! 14. Das wollest du uns geben, du Herr von unferm Leben: so gehen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. Beim Anfang des Kirchenjahrs. Mel. Wer nur den lieben Gott 614 Feſt est steht dein Bund, wie Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu! Jahr und Jahrhunderte vergehen; doch deine Güt ist täglich neu. Wie bringen heute, Vater, wir dir würdig unsern Dank dafür? 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten und bringst, was wir gethan, ans Licht, nach unsern Werten uns zu richten: Gott, Richter, so bestehn wir nicht. Du trugest uns mit viel Geduld; wir aber häuften Schuld auf Schuld. 4. O laß es deinem Geist gelingen, in diesem neuen Kirchenjahr die Sünde mäch tig zu bezwingen, wo sie bisher noch herrschend war! Heut schwören wir, o Gott, aufs neu dir und der Tugend ewge Treu! 5. Laß ferner hier dein Wort erschallen; gib, daß es frevle Sünder schreckt, sowie, die deine Wege wal len, zu freudenreicher Hoffnung weckt! Laß, wenn wir hier in Andacht flehn, uns alle deine Gnade sehn. 6. Gib, daß dich forthin alle ehren als dein geweih tes Heiligthum! Einst führst du uns zu jenen Chören, wo man erfüllt von deinem Ruhm das Leben, das uns dort 453 6. Daß du mit Kraft mich rüstest und mir mein Leben ich dir. Daß du mich lieb fristest: dieß, Vater, dank, reich führeft, mit deinem Mel. In allen meinen Thaten 415 Dir dank ich für Geist regierest: dieß Alles, Vater, dank ich dir. mein Leben, Gott, der du mirs gegeben; ich danke dir dafür. Du haft, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 7. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben; du gibsts! Ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich findlich Leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich! zu besonderen Zeiten. dort beseelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. Am Geburtstage. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gab mir frohe Tage Mel. Mein Gott, das Herz und selbst der Leiden Plage 616 Du läßt den Tag mich verwandeltest du Glück. sehn, da ich nach Rath, o Gott, zu Wohlergehn des Bahn betrat. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich, Staub, und Erde, auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 2. Von ganzem Herzen preis ich dich, daß mich dein Arm bis ist ganz unverdient so väterlich gesegnet und beschützt. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war; noch war mir nicht das Leben von dir, o Gott, gegeben, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, lobsinget dir mein Geist! Er, den du mir geschenfet, er ists, der dein gedenket und freudig dich, o Bater, preist. I deinem meinem Lebens 3. O, hätt ich doch aus Dankbarkeit das nun verflossne Jahr so dir und deinem Dienst geweiht, wie meine Pflicht es war! 4. Beschämt, o Gott, fleh ich zu dir: vergib mir meine Schuld und schaff ein reines Herz in mir, nach deiner Baterhuld! 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit, gerührt von deiner Treu, voll inniger Erfennt 454 Gesinnung und Verhalten des Christen fenntlichkeit dir thätig dankbar sei! 6. Schnell fliehen meine Tage hin. Mein Auge sieht nicht ein, wie lang ich noch auf Erden bin, dein Auge siehts allein. 7. Vielleicht ist bald mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, mit Sorgfalt ja schaff meine Seligkeit. 8. Dann darf ich von der Bilgerzeit den letzten Tag nicht scheun. Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag sein. Die Lebensalter. und leitest und huldreich ihn als Vater liebst, was ihn erfreut, ihm mild bereitest, Heil ihm in jedem Alter gibst: es leke, Herr, zu deinem Preis der Jüngling und der Mann und Greis! 3. Dem Mann hilf wirken, hilf ihm ringen, den Eigennut, den Hang zur Nast, die Lust der Welt, sich selbst bezwingen und tragen seiner Arbeit Last; sein Lebenstag sei nicht zu schwül und immer vor ihm 0104 sei sein Ziel! 2. Verleih dem Jüngling Kraft und lehre ihn Mäsfigung, wenn er sich freut; gib Demuth auf der Bahn der Ehre, gib Muth ihm, wenn Gefahr ihm dräut! O laß ihn thätig, gut und rein und stark in der Versuchung sein! 4. Erscheint sein Abend dann dem Greise, so gib dem Müden einen Stab; er freue sich des Guten weise, was er hier that, was er hier gab: dieß sei ihm, wenn er sterbend fällt, ein Füh rer zu der bessern Welt! Mel. Wer nur den lieben Gott Mel. Werde munter, mein 617 Der bu den Men= 618 Unsre Kindheit, Für die Jugend. jedes Alter darf sich freun. Auch die Fröhlichkeit ist Tugend, aber heilig muß sie sein; nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüſte muß sie scheuen und die Seele nicht entweihen. 2. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer feuschen Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnet wahre Nuh und Lust. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit; fie vergiftet alle Freuden und erzeuget bittre Leiden. 3. Rei omen zu besonderen Zeiten. 3. Reiner Sinn und Unschuld schmücket mehr, als Schönheit; denn sie mehrt jede Lust, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell: sie nur können voll Vertrauen hoffen, Gott dereinst zu schauen. @ 4. Drum, o Gott, laß uns gesellig, froh und willig zu erfreun, liebenswürdig und gefällig, aber nur durch Tugend sein; offen, ohne Schmeichelei, stets bescheiden und doch frei, ohne Frechheit, stets bedächtig, immer unsers Herzens mächtig! 455 Herz wird nur für Gott und Tugend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glühn. 2. Von Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Weisheit Erdenbahn mit festem Schritte immer weiter und blickt getroft zu Gott hinan, besiegt durch fortges settes Streben, durch Fleiß und Ernst und Wachsamkeit Verführer, wenn sie ihn umgeben, und seine eigne Sinnlichkeit. 619 Mel. Wie groß ist des Allmächt. ohl seines Lebens Morgen nur seinem Herrn und Schöpfer weiht! Beschäftigt mit den edlen Sorgen der Aussaat für die Ewigkeit, wird er die wilde lust der Jugend und jedes Lasters Reize fliehn; sein 3. Wie freudenreich find seine Tage! Wie sanft entfließt ihm seine Zeit! Er fürchtet feiner Zukunft Plage, ihn reut nicht die Vergangenheit. Er sät den Saamen jeder Tugend und freut sich seiner Aerndte schon; die schöne Blüthe seiner Jugend verheißet ihm im Alter Lohn. 5. Laß die Frechheit wilder Sitten niemals unser Herz entweihn! Laß, o Gott, Paläst und Hütten stets der Tugend Wohnung sein! Jeder strebe, wer ein Christ, wessen Wunsch die Tugend ist, daß sein daß vie Erde durch die Tugend 620 Habend, itMel. Warum sollt ich mich Lust, schöner werde. o Jugend, imund dem Reiz der Tugend! mer gern an dem Herrn begehret, dein Verstand nicht erfand, wird dir dann gewähret. 2. Schnell muß nicht vorüberrauschen diese Lust; deine Brust muß sie nicht vertaufden gegen Lüste dieser Erden, die dein Herz voller 456 Gesinnung und Verhalten des Christen ler Schmerz bald vergiften jung und unerfahren, wird werden. 3. Nicht erst, wann des Alters Sorgen dich zerstreun, Jugend, nein, schon am frühen Morgen, in der Blüthe deines Lebens dien ihm gern und dem Herrn dienst du nie vergebens. leicht geblendet durch den Schein und stürzt sich in Gefahren. O mache mich mir selbst bekannt und gib mir Weisheit und Verstand, damit ich meine Wege unsträflich wandeln möge! 4. Glück, Gesundheit, langes Leben wird dafür willig dir dein Erschaffer geben. Weisheit sei nur dein Begehren; dann wird er dir schon mehr, wenn birs nützt, gewähren. 5. Auch in den gesunden Tagen laß nicht ab, in das Grab einen Blick zu wagen. Suche, fern von dem Verderben, Seelenrub; dann wirst du Himmelssegen erben. Für Jünglinge. Mel. Ermuntre dich, mein 621 d ch trete vor dein Schöpfer meiner Jugend! Berwirf mein kindlich Flehen nicht um Weisheit und um Tugend! O nimm dich meiner Schwachheit an, und wenn sich mir Gefahren nahn, so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite! UDE 2. Mein Herz, von Lastern zwar noch rein, doch 3. Zum Leichfinn, der das Herz verführt, das Böse zu erwählen: zum Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, dieß Merkmal schwacher Seelen: zur Trägheit, die den Geist verzehrt und jeden Trieb zum Laster nährt, laß nie zu diesen Sünden in mir sich Neigung finden! 4. Wenn mir auf meiner Jugendbahn, mich in ihr Netz zu ziehen, Verführer sich voll Arglist nahn, so laß mich weislich fliehen. Ihr Beispiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht: ihr Spotten und ihr Lamachen! 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; sie werde meiner Jugend Glanz und einst mein Trost im Alter! Erhalte mein Gewissen rein; laß keinen meiner Tage sein, der nicht zu deiner Ehre wohl angewen det wäre! Für zu besonderen Zeiten. 0 457 Für Jungfrauen, Mel. Ermuntre dich, mein ch will stiller der dir gefällt; drum will ich mich bescheiden in Zucht und Demuth kleiden. Umgang mir 622 namteit zu Verführung droht: io lebre mich ihn meiden und lenke stets mein Herz, o Gott, zu reinen, edlen Freuden! Die Unschuld sei mein höchster Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den Jeder gern mir gönne und Niemand lästern könne! dir mich, Gott, erheben! Dir sei mein ganzes Herz geweiht, geweiht zum frommen Leben! Gib du mir Kraft, sie kommt von dir, und stärke den Entschluß in mir, stets deinen heilgen Willen mit Freuden zu erfüllen! 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind: mein Heil ist, dich zu lieben; ach, mache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben! Laß meine Seele keusch und rein, unsträflich meinen Wandel sein, um, Vater, dir vor Allen durch Unschuld zu gefallen! 3. Vor eitler Selbstgefälligkeit bewahre meine Jugend! Mein Vorzug sei Bescheidenheit und meine Schönheit Tugend! Gib mir den fanften stillen Geist, der dich durch fromme Demuth preist, den Nächsten liebt und achtet, sich selbst zu bessern trachtet. 6. Die' edle Freundin laß in mir ein Herz, wie ihres, finden, damit in frommer Eintracht wir der Freundschaft Glück empfinden! Laß unsre Liebe sanft und rein, wie beiner Engel Umgang sein, daß nimmer unsre. Seelen Neid oder Argwohn quälen. 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Himmel lehrest, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhörest. Durch Unschuld, Sanftmuth, Frömmigkeit, durch frohen Sinn bei Häuslichkeit laß, Vater, mich auf Erden geliebt und glücklich werden. 4. Sucht zu gefallen müsse nicht mein schwaches Herz bethören; sie würde mein Gefühl für Pflicht und meimeine ne Ruh zerſtören. Ein eit- 623 ler Glanz und der Welt ist nicht der Schmuck, sicht und bist es noch im AL= u Für das Alter. Mel. Mein erft Geschäft sei Preis Stets warst du 458 Gesinnung und Verhalten des Christen Alter; verlaß auch nun mich sters Schwäche und harre, Schwachen nicht, mein Schö- bis dein Wink gebeut, daß pfer, mein Erhalter! meine Hütte breche.a 10 mism aid lif brat. vimallive misd Mel. In allen meinen Thaten 2. Ich fühle die Beschwerlichkeit gehäuster Lebensjahre und steh am Rande meiner Zeit. Nah sind mir und Bahre. 3. Gelobt fet deine Vatertreu, die mich bis hierher brachte, mir wohlthat und mein Herz dabei mit dir zufrieden machte! 4. O sei auch ferner noch mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg und voll Vertraun zu dir das Leben wohl vollende! 5. Biel heitre Tage gabst du mir, von Sorgen frei und Grämen: wie sollte ich denn nicht von dir jetzt auch die trüben nehmen? 6. Es währet ja nur kurze Zeit, was ich noch etwa leide, und dann lohnt eine Ewigkeit mit ungetrübter Freude. 7. Dann drückt mich keine Schwachheit mehr; verjüngt ist dann mein Leben; dann werd ich, Gott, dir Preis und Ehr im Chor der Engel geben. 8. Hilf, daß ich täglich meinen Blick auf diesen Wechsel lenke und dieß mir immer nähre Glück zu meinem Trost bedente! 9. So bleib ich in Zuriedenheit auch bei des Almeinen 624 Du, Herr von gen, hast mich voll Huld getragen von meiner Ju gend auf; auf allen meinen Wegen umgab mich, Gott, dein Segen; du lenitest meis nen Lebenslauf. 2. Ich hatt oft große Sorgen; doch wie ein heitrer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab ich stets erfahren: der Herr weiß zu bewahren und führt durch Finsterniß zum Licht.dang 3. War Menschenrath vergebens, so kamst du, Herr des Lebens, und halfft und machtest Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; denn du thust große Thaten und nimmst dich unser huldreich an. 4. Du willst in meinem Alter mein Stab sein, mein Erhalter, nach deiner Bater treu. Bin ich gleich schwach und müde, bei dir ist Trost und Friede; du stehst mir in der Schwachheit bei. 5. Wie fliehn des Lebens Stunden, wie bald ist es verschwunden! Ich bin dem Ziele nah, dem Ziele aller Leiden. O welche hohe Freu den unter besonderen Umständen. 459 den erwarten meine Seele Kampfe trönt. Ansmeida! dsp Ini misd sid ner Laufbahn Ende sink 6. Ich harre fromm und ich in Jesu Hände, denn stille, bis, Herr, mein Gott, er hat mich mit dir verdein Wille mich nach dem söhnt. ds asifubdeg tistabil stand admit me dal dour ar Gefinnung und Verhalten des Christen 03 1901911 dind locunter besonderen Umständen. als vt omism O 190* roid aid him sid Beim allgemeinem Wohl dienste belohnt; hier ist es, Ja bi stande. mogočos wo Recht und Gerechtigkeit wohnt. tbon msds nd In eigener Melodie. 5. Religion strahlt uns um Himmel mild. Da, wo uns nicht leuchtet die Sonne, ihr Bild, erhellt fie uns Erdenbewohnern den Pfad und gibt uns Erleuchtung, Erquickung und Rath. 6. Wünscht, Glückliche, wünschet dem Vaterland Glück! Ein Jeder bezeuge mit freudigem Blick: er schätze das Gute, dem Höchsten zum Preis; es jauchze der Jüngling, der Mann und der Greis! 7. Uns bleibe das Christenthum theuer und werth; Gott werde durch Weisheit und Tugend verehrt: Gerechtigteit ziere den fürstlichen Thron, den Bösen zum Schrecken, den Guten zum Lohn. vom moting! 625 3tebe bid), Freudengesang! Hoch töne aus fröhlichen Herzen der Dank! Auf, Alle, von Vaterlandsliebe durchglüht, singt mit uns dem Höchsten ein feiern des Lied! 2. Er läßt uns bewohnen ein glückliches Land, beschirmt und erfreut es mit wohlthätger Hand, sein Segen ergießt sich auf Alle herab, und väterlich wendet Gefahren er ab. 3. Die Berge, mit Bäumen und Reben besetzt, die Auen, mit schlängelnden Bächen benetzt, die Gärten, die Flächen der Felder umher, wie tragen sie immer an Früchten so schwer! 4. Es blühen Gewerbe und Künste im Land und Nahrung und Wohlfahrt in jeglichem Stand. Mild werben hier Fleiß und Ver8. Wohl Jedem, ders fühlet, wie glücklich er ist im Lande, wo Eintracht und Liebe sich füßt! Ein Jeder befördre, so viel er nur 11 2 kann, 460 Gesinnung und Verhalten des Christen kann, des Vaterlands Bestes und freue sich dann! 9. Gott, sei uns stets freundlich und fördere du das Werk unsrer Hände in Friede und Ruh, so leben wir glücklich und wallen von hier zum Vaterland droben, o Vater, zu dir! In allgemeiner Noth. Mel. Auf meinen lieben Gott 626 süchtigt deine Hand, o Höchster, jetzt das Land. Zu deinem Vaterherzen erhebt in Furcht und Schmerzen sich das Geschrei der Armen; erhör es mit Erbarmen! 2. Du siehst des Landes Noth; sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit starken Händen sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. D Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Gericht bei Allem, was wir dulden; denn groß sind unsre Schulden. Du züchtigst doch noch minder, als wirs verdient, wir Sünder. 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedente denn der Deinen, die reuig vor dir weinen; laß tiefgebeugten Seelen nicht Trost und Hoffnung fehlen! 5. Vertürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth, und die voll Kummer flehen, laß bald Erleichtrung sehen! Verwandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden! 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu ent fernen, so stärk uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns findlich beugen! 7. Herr, deine Züchtigung leit uns zur Besserung! Laß sie die Sichern schrecken, die Schlummernden erwecken und Redlichfromme stärken, auf dein Gebot zu merfen! 8. Wenn unser Herz dich liebt, so wird, was uns be trübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zuletzt ers freuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunk lem Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. O sprich zu un srer Seele: getrost! dich soll tein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Am Schluß von un serm Lauf klärt einst sich Alles auf! Dann wird die Aussicht heiter; dann thränt kein Auge weiter; dann finden unsre Herzen nur Wonne nach den Schmerzen. In unter besonderen In eigener Melodie. 627 Menn wir in höchsten Nöthen sein und wissen nicht, wo aus, noch ein, und fin den weder Hülf, noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat; 2. So ist dieß unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein anrufen dich, du treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth! 3. Und heben unser Aug und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz und flehn dich um Begnadigung und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sagest du sie allen, die drum bitten, zu durch den, der unser Mittler ist, durch unsern Heiland Jesum Christ. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und flagen dir all unsre Noth. Ach, deine Vateraugen sehn, wie hülflos, Herr, wir vor dir stehn. 6. Nur du bist unsre Zuversicht! Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht; steh uns in unsern Nöthen bei, mach uns von aller Plage frei! 7. Dann danken und lobfingen wir mit freudevollem Herzen dir; gehorsam deinem theuren Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. Umständen. 461 In Kriegszeiten. Mel. Wer nur den lieben Gott 628 s zieht, o Gott, ein Striegeswetter jetzt über unser Haupt einher. Doch, bist du unser Schutz und Retter, so schrect uns keines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. O gib in diesen bangen Tagen uns, Herr, den Sinn, auf dich zu sehn und da, wo Andre trostlos zagen, mit Zuversicht zu dir zit flehn, weil Menschenhülfe wenig nützt, wenn deine Macht uns nicht beschützt. 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden: du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Ruder führt. Du, Herr, bist unsre Zuversicht. Wir traun auf dich, verlaß uns nicht! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und flehen um Barmherzigkeit! Sei unser Vater und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschütze gnädig Stadt und Land vor Blutvergießen und vor Brand! 5. Doch findet dein allweiser Wille noch härtre Prüfungen uns gut; so faffen 11 3 wir 462 Gesinnung und Verhalten des Christen flucht, Gott, bist budd wir in frommer Stille, voll von neuem zu. Unsre ZuZuversicht und Glauben, Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit. 4.8 Gibst dur Frieden, dann, o Herr, bebet unser Herz nicht mehr. Ach, wir alle beten dann deine Macht mit Freuden an. Aber jetzt noch seufzen wir, jetzt noch flehn wir angstvoll hier um Erbarmen, Gott, zu bir! schlour timtos dun Mel. Wann mein Stündlein Zuversicht! Barmherziger, 630 Hast du dengan verlaß nicht! 6. Froh werden wir dann rühmen müssen, wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach nach uns verborgnen Schlüssen zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du bleibest unsre In eigener Melodie. 629 11m Erbarmen fle hen wir, Gott und Vater, jetzt zu dir. Steh uns bei, Alliebender, Herr der Welt, Allmächtiger! Hör uns, rett uns aus der Noth! Hilf; denn allenthalben droht Raub, Verwüstung, Elend, Tod! 2. Ach, des Krieges Flammen glühn! Ordnung, Ruh und Segen fliehn. Keine Hülfe sehen wir, feine Hülfe, als bei dir. Denk an uns in Gnad und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld; gib uns Hoffnung und Geduld! 3. Du, der zu dem Meere spricht: Bis hierher und weiter nicht! Sprich, o Höchster, nur ein Wort, und die Schrecken fliehen fort; Fried und Ordnung, Glück und Ruh eilen uns o Herr, vor uns verborgen? Vernimmst du unsre Seufzer nicht entgehn dir unsre Sorgen? Uns drücket eine schwere Macht; Gott, wenn nicht deine Borsicht wacht, so müssen wir verderben. oludasta lad 2. Der Krieg im blutigen Gewand verheeret die Gefilde, und Noth und Armuth drückt das Land, das sonst dein Segen füllte. Ach, Aller Herz ist freudenleer und feine Ruh erquickt uns mehr; sie ist von uns gewichen. 3. Gefahr umgibt uns in der Nacht und wächst mit jedem Tage. Sind wir von kurzem Schlaf er wacht, so wacht auch unsre Plage. Der harten Krie ger wilde Wuth droht uns mit Feuer und mit Blut; o wer, wer kann uns schüzzen? id nafto 4. Du ofiunter besonderen Umständen. 4. Du kannst es, du, er babner Gott! Gs steht in deinen Händen, uns zu erretten, unsre Noth zu unferm Glück zu wenden. Du fannst dem Elend, das uns drückt, das dein Gericht uns Mel. Herr Gott, dich loben zugeſchickt, allein allmächtig 631 u dir, Unendlisteuern. Joailono niat ndshi zu 5. Es haben Lanzen, Spieß and Schwerdt, mit welchem Feinde drohten, schon oft in Sicheln sich verfehrt, sobald tein Wint geboten. So mächtig bist du immer noch: ach, io gebeut, so rede doch! Was du sprichst, muß gefchehen. all 6. Vergib uns gnädig unsre Schuld, vertilge unsre Sünden! Du bist ein Gott voll Vaterhuld: so laß auch nun dich finden! Ach, dämpfe unsrer Feinde Wuth, lösch aus des Krieges wilde Glut, eh sie uns ganz verzehret! 463 barmer, nicht, bis uns dein huldreich Angesicht zum Segen wieder strahlet! ansch eng siigy ne ti98, sotobss Zur Friedensfeier. 7. Gib deiner Gnade theures Pfand, gib uns den Frieden wieder! Errette das bedrängte Land, erhalt uns unsre Güter, damit wir dir, von Angst befreit, die Opfer unsrer Dankbarkeit in sichern Tempeln bringen. 8. Regiere du selbst un fern Sinn, daß wir, dir ganz ergeben, bes Lasters Bahn mit Abschen fliehn und nur der Tugend leben! Wir lassen dich, Ergütiger, der Völkern still zu sein gebot und Frieden sandte, zu dir, Gett, steigt unser Jubelton empor! Zu unsrer höhern Brüder Chor singt unser Herz, entflammt von Dank, den lauten hohen Lobgesang: Gelobt, gelobt sei Gott! der Weltbeherrscher, Gott! der Weltbeglücker, Gott! der Friebensgeber, Gott! no m 2. Wer ist an Majestät dir gleich? an Güte und an Macht so reich? Du sprichst ein Wort: der Himmel schweigt. Du sprichst ein Wort: der Erdkreis neigt sich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend dein Gebot! Du fieheſt Völker sich entzwein, mit Schwerdt und Waffen sich bebräun: die Waffen sinken und der Streit wird still, wird Ruh und Einigfeit, sobald, Herr, deine Rechte dräut und Völkern, still zu sein, gebeut. 3. Wie schreckend, wie verheerend war empörter Völker Zwist! Gefahr und 11 4 Angst 464 Gesinnung und Verhalten des Christen Angst und Noth und Tod vom Himmel uns schickte! umgab uns drohend; offen Preiset ihn hoch; weg ist das stand das Grab, und unsre härteste Joch, das unser Brüder sanken hin, bei Vaterland drückte. Schaaren in das Grab dahin; und Schmerz, der Mutterherzen brach, und blutge Thränen folgten nach. Gott, furchtbar war der Völker 3wist. Dank dir, Allgütiger, er ist durch dich, der Erd und Himmel trägt, geschlichtet und nun beigelegt! 2. Vater, du weißt es, was wir von der Zwietracht erfuhren; grause Verheerungen sind noch die traurigen Spuren! Aber wie hell rinnt nun der Segnungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 4. Das Schwerdt, das Bruderblut vergoß, ist weggelegt; aus deinem Schooß strömt uns des Friedens fanfte Rub und Ueberfluß und Segen zu. Hier liegen wir und beten an dich, Gott, der dieß an uns gethan! 3. Hör, o Allgütiger, gnädig das Jauchzen der Deinen! Höre, Erretter, den Jubel der Großen und Kleinen! Friede gabst du, Friede und sichere Ruh, Freude nach Klagen und Weinen. 5. Laß ihn, laß ihn beständig sein, den Frieden, deß wir uns jetzt freun; in seinem Schooße laß uns nun und spät noch unsre Nachwelt ruhn! O segne, Gott, das Vaterland, den Fürsten, segne jeden Stand! Solang du uns noch wallen heißt im Vilgerthal, laß deinen Geist den treuen Mel. Von Gott will ich nicht lassen In Theuerung. Führer Aller sein! Dann 633 Du bester Trost führ zur ewgen Ruh uns ein. Amen! Mel. Lobet den Herren, den 632 Nabet anbetend dem Gnädigen, nahet Beglückte! Singt ihm; er ists, der den Frieden 4. Dank dir, o Vater, und Ehre und Preis deinem Namen! Sie find erduldet, die Leiden, die über uns tamen; fern ist die Noth! Segnend erhalt uns, o Gott, was du verliehen hast! Amen. Beherrscher aller Welt, du Vater voll Erbarmen, der, was da lebt, erhält, schau her auf unsre Noth; erbarme dich der Deinen; wir Armen gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Brod. 2. Er unter besonderen Umständen. 465 2. Erbarmender, ach, len zittern, und da, wo, wende der Zeiten schweren Bergen gleich, empörte WelLauf! Thu deine milden len zum Himmel schwellen. Hände, uns zu versorgen, auf! Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nähr uns auch, schaff uns allen bei unserm Mangel Rath! 3. Sei Alles Sturm und Aufruhr und Getümmel; Gott schuf das Meer, den Erdkreis und den Himmel. Was er gebeut im Himmel und auf Erden, das, das muß werden. 4. 3um wilden Strome spricht er: fleuß mit Stille! und allgewaltig ist sein Herrscherwille; der Strom gehorcht, die Wogen sinken nieder und ruhen wieder. 3. Den Reichen gib Er barmen, Gefühl für Andrer Schmerz und, zu erfreun die Armen, ein mitleidvolles Herz, damit sie mild ihr Brod troftlosen Brüdern brechen und nicht gefühllos sprechen: Geht hin, es helf euch Gott! 4. Laß unsre Frucht gerathen, uns wieder zu erfreun; und allen unsern Saaten gib Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Vaterhand gib Wärme, Thau und Regen: so kehrt dein reicher Segen zurück in unser Land. In Wassersnoth. Mel. Herzliebster Jesu! 634 Je ch will dem Herrn zu jeder Beit vertrauen und stets mein Heil auf diesen Felsen bauen; auch in den nächsten schrecklichsten Gefahren kann er bewahren. 2. Ich will ihm trauen auch in Ungewittern, vor denen selbst der Erde Säu5. Wer händeringend sein Geschick beklagte, den Abgrund offen sah und schon verzagte, frohlocket dann und rufet: Gott ist Retter im Sturm und Wetter! 6. So mögen denn Gefahren mich umschweben und Eisgebirge sich im Strome heben und furchtbar drohend jeden Damm erschüttern: ich will nicht zittern. 7. Zu dir empor will ich am Strome schauen und das thun, was ich soll, und dir vertrauen. Du, Herr, kannst stets uns retten und bewahren in den Gefahren! Mel. Was mein Gott will 635 Wir sind in Noth; o Gott, die Fluth nicht überschwemmen! Nimmt uns in Acht; wehr ihrer Macht! 11 5 Du 466 Gesinnung und Verhalten des Christen Du kannst die Wogen hem- Du schützest, du erhältst, men. Verbirg jetzt nicht dein Angesicht; gedent an uns in Gnaden! Gott, wenn uns jetzt dein Arm beschützt, was kann die Fluth uns schaden? du hilfft in jeder Noth; du bist der Fluthen Herr, du bist der Meere Gott. 2. Ach, hilf uns, Herr, Allmächtiger, um Jesu Chris sti willen. Ach, du allein fannst uns befrein, fannst Sturm und Wellen stillen. Erbarme dich, hilf väterlich; beschütz uns Gut und Leben! Dann wollen wir dir, Gott, dafür Dank, Preis und Ehre geben. Nach überstandener Noth. Mel. Nun dantet Alle Gott 636 Nob, Ehr und Dank sei dir, großer Gott, gesungen, daß du durch deine Macht die wilde Fluth bezwungen! Verheerend brach sie los, glich dem empörten Meer, die Wellen rauschten schon faft über uns daher. 4. Wer wollte dir, o Herr, durch Sünden widerstreben und nicht in Heiligkeit zu deiner Ehre leben? Folgt deinem Wink der Strom, gehorcht dir alle Welt: wie sollten wir nicht thun, was, Vater, dir gefällt? ichilad sting suried Two Nach einer Feuersbrunst. Mel. Wenn wir in höchsten 637 Gott, deffen Macht des Feuers Kraft zum Segen und Verderben schafft; mit welcher schrecklichen Gewalt verwüostets, und wie leicht, wie bald! 2. Ach, manche Häuser bats verzehrt und mancher Menschen Glück zerstört! Auch dieß hat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, und beten an. 3. Wir weinen und verehren doch auch deine Huld; sie half uns noch und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jam mer, Gott, zu dir. Laß fie nicht hülflos; tröste die, die du gebeugt haft; segne fie! 5. Ach, der Verschonte fliehe nicht die Uebung seiner schönsten Pflicht, der Pflicht, Be= 2. Doch mitten in der Fluth bewiesest du Erbarmen und halfft uns väterlich. Du zeigtest an uns Armen, daß du, Allvater, nie uns allzusehr betrübst, uns nie verlassen kannst, uns auch im Leiden liebst. 3. Dieß thatst du, Mächtiger, der jeder Fluth gebieten, der Meere zähmen kann, so mächtig sie auch wäthen! usi unter besonderen Umständen. 467 Betrübte zu erfreun, barm Glück mir zugewendet, als herzig durch die That zu Noth gesendet.audasm fein. 4. Du sahst vielleicht, ich würd in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechtet fragen; ich würde stolz des Glücks mich überHeben und sündlich leben. d 6. uns wieder segnen kannst du, Gott, in Heil. verwandeln jede Noth. Ja, weise, liebevoll und gut ist Alles, was dein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld und laß uns deiner Vaterhuld mit frommer 3uversicht vertraun und stets auf deine Hülfe baun! 8. Schüß unser ganzes Vaterland vor Mangel, Seuchen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, uns allen, was uns beilsam ist! mag rablog tim hinchi diss Nach großem Verlust. Idindsigt Jcbistajordan 39 Mel. Herzliebster Jesu! 5. Gott, wenn ich dieß im Stillen überlege, so preif ich dich und ehre deine Wege. Was hülf es mir, die ganze Welt zu erben und zu verderben? 6. Und viel des Guten ist mir noch geblieben, mein guter Name, Freunde, die mich lieben, und, Dank jet' dir, es ist mein gut Gewissen mir nicht entriffen. 7. Wie sollt ich nicht auf deine Güte schauen, nicht ruhig sein und standhaft 638 Du hast es mir dir vertrauen? Auch fünftig wirst du, was zu meinem Leben mir Noth ist, geben. gegeben und genommen Preis dir, o Herr! 3war ist mein Herz beklommen; doch mein Vertraun, mein Glaube foll nicht wanken; ich will dir danken! 8. Herr, segne du die Ar, beit meiner Hände und leite gnädig mich bis an mein Ende! Mit Allem, was du fügst und mir beschieden, bin ich zufrieden. 2. Verborgen mir, doch gütig ist dein Wille! Du bist mein Gott, und meine Seel ist stille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen Wegen dem entgegen. Auf der Reise. mel. Befiehl du deine Wege Heil 3. Wenns und nüßlich mir 639 Beglüce meine Reife; Gott, wenn es deiner Ehre, ich vertraue dir! Sei gnäAllwissender, gemäß gewe sen wäre, du hättest lieber dig und beweise, wie treu du bist, an mir! Auf allen 11 6 meinen 468 Gesinnung und Verhalten des Christen meinen Wegen begleite väterlich mit deinem Heil und Segen, mit deinem Schutze mich! 2. Ich bin in deinen Händen, deß darf mein Herz sich freun; denn du kannst Hülfe senden, wo mir Gefahren dräun. Bin ich bei dir in Gnaden, so fürcht ich nichts, o Gott; du wehrest allem Schaden, mein Helfer in der Noth! 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut mit Ruhe übergeben, Gott, deiner treuen Hut. Erhalte meine Kräfte, beglücke meinen Fleiß und meiner Pflicht Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis! 4. Laß dir auch meine Lieben empfohlen sein, o Gott! Nichts müsse sie betrüben, kein Unfall, keine Noth! Gesund laß sie mich wieder bei froher Rückkehr sehn; dann sollen unsre Lieder, Herr, dankbar dich erhöhn! 2. Vergeß ich dieser Wahrheit nicht, bin ich von Herzen gut und üb ich treulich meine Pflicht, so hab ich frohen Muth. 3. Doch, Herr, ich fühle mich noch schwach; drum stärke du mein Herz! D hilf du meinem Streben nach und sichre mich vor Schmerz! 4. Der Reiz der Sünd und Eitelkeit entlocke dir mich nie! Was kurz vergnügt und lang gereut, gib, daß ichs weislich flich! 5. Wo man mich sieht und Freund mich nennt, laß tugendhaft mich sein und dort auch, wo kein Mensch mich kennt, das Laster ernstlich scheun! 6. Nur wer die Tugend ehrt und liebt, deß Beiſpiel führt zu dir; o du, der Alles hat und gibt, Gott, solchen Freund gib mir! 7. Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, dem Freund von List und Spott, von Wollust, Spiel und leppigfeit entreiße mich, mein Gott! Der reisende Jüngling. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 8. Wer Wahrheit, Pflicht und Recht verdreht, der 640 Auch außer mei- flöße Graun mir ein; vor nem Vater land wirst du, Gott, mit mir sein. Wo immer nur mich deine Hand hinführt, da bin ich dein. dem Verruchten, der dich schmäht, erzittre mein Gebein! 9. Mich lehre stets dein heilig Wort auf guten Wegen unter besonderen Umständen. 469 gen gehn und, wenn ich der Noth; bewahre sie vor kann, an jedem Ort im Sünden! Auch dort sei stets Tempel dich erhöhn! der Tugend Ruhm ihr unverletztes Eigenthum. 10. Dann bin ich meiner Aeltern Lust, im Alter einst ihr Stab und keines Lasters mir bewußt, begleit ich sie ans Grab. 11. Mir folgt ihr Segen durch die Welt, bis einst mein Auge bricht, und meis nen Geist, der dir gefällt, erschrecket kein Gericht. 12. Gedanke der Unsterblichkeit, erhebe meinen Geist! Wohl mir, es ist die Ewigkeit, wohin der Glaube weist! 3. O tehren sie mir einst zurück; des Wiedersehens großes Glück macht froh schon meine Seele. Doch jäh ich auch ihr Angesicht nun ferner hier auf Erden nicht, was ists, daß ich mich quäle? Jch weiß, o Gott, ein Tag erscheint, der wieder mich und sie vereint. Fürbitte für liebe Abwesende. 4. O wie gedenk ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? O Tag, der die mir wiedergibt, die trauernd meine Seele liebt, die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unsre Seele freun! Wie Mel. Der unsre Menschheit 641 Du, welchen kei- selig werden dann wir ſein! ne Welt umschließt, der du allgegenwärtig bist mit allem deinem Segen, wo meine Lieben sind, auch da bist du voll auf allen ihren Wegen! Dieß 642 Inner fallen wir mel. Allgegenwärtiger, ich unserm ists, was meine Thränen stillt, wenn banges Sehnen mich erfüllt. 2. Mach ihnen mild das ferne Land und laß an deiner Vaterhand sie dort auch Freunde finden. Sei, wenn ein Unfall ihnen droht, ihr Schuß, ihr Retter in Bei ansteckenden Krankheiten. gebeugt und demuthsvoll vor dir, o Herr des Lebens, nieder. Ach, uns bedroht ein schneller Tod; schon würgt er unsre Brüder! 2. Der Seuchen Gift verbreitet sich, und, Gott, wen haben wir, als dich, der 11 7 ſeine 470 Gesinnung und Verhalten des Christen seine Wuth ihm raube? 9. Laß unser gläubiges Wo deine Macht uns nicht bewacht, so werden wir zu Staube. Gebet, das, Herr, zu dir um Gnade fleht, dir, Va ter, wohlgefallen. Der reinster Dank und Lobgefang wird dann bei uns erschallen.note dan bilasing nd sachirod Dank für Gottes Hülse. nee pit 19 Insdal siln Mel. Ein Lämmlein geht rs1. dla kommen, Helfer, bir 643 Wir Gefang und Ruhm und Preis zu bringen. Des gans zen Volkes lauter Dank ſoll, Retter, dir lobsingen. Wir schwebten in Gefahr und Noth; wir fahen überall den Tod mit seinen Schrecken drohen. Nun wüthet feiner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; sie sind vor dir entflohen. 3. Ach, Viele fanten schon ins Grab so unerwartet schnell hinab. Wie ist um Hülf uns bange! D schone noch! Entreiß uns doch dem nahen Untergange! 5d 4. Oft retten Kunst und Vorsicht nicht. Wir haben keine Zuversicht, als nur zu deiner Güte: du bist der Herr! Gib, daß nicht mehr der Tod so schrecklich wüthe! 5. Wir glauben an den Sohn und dich; o darum schaue väterlich auf tiefgebeugte Sünder! Denn du allein fannst uns befrein, und wir sind deine Kinder. 6. In deiner treuen Vaterhand ruht Tod und Leben, Volk und Land. Entferne jede Plage! Verzagten Sinn nimm von uns hin! Gib wieder heitre Tage! 7. Doch willst du uns noch nicht befrein, so lehr uns doch geduldig sein und dir uns ganz ergeben; und sterben wir, laß uns vor dir in deiner Wonne leben! 8. Zeig allen Sterbenden dein Heil und gib, daß fie ihr bestes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Tod aus jeder Noth zum bessern Leben führen! 2. Wir sahen dort und saben hier so viele Brüder sterben und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da galt fein Schonen! Stündlich war uns nah und furchtbar die Gefahr und alle Kunst vergebens. Den Würger trieb fein Arzt zurück, auch ihm schien jeder Augenblick der letzte seines Lebens. 3. Allmächtiger, wir alle schrien zu dir mit bangen Herzen. Wir sind erhört! die Seuchen fliehn; du hei left of unter besonderen Umständen. left unsre Schmerzen. O du Erbarmer voll Geduld, du hast nach unsrer Sündenschuld auch diesmal nicht gelohnet. Gezüchtigt, o wir preifen dich, gezüchtigt haft du väterlich und väterlich verschonet. 4. Dich, der du von Gefahr befreist, dich müssen alle loben! Sei ewig, Bater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Dich, Retter, bete Jeder an! Es jauchze, wer nur danken kann, und ehre deinen Namen und rühme: Gott ist unser Gott! Er hilft uns gnädig in der Noth! Erhebt ihn! Amen! Amen! asbob 1997 In Krankheiten. to tim Mel. Wie groß ist des Allmächt. 644 ier lieg ich, Herr, in Angst und Schmerzen und flehe, weil ich flehen kann, aus vollem tiefgerithrtem Herzen dich findlich um Erbarmen an. Wen hab ich sonst in die sen Stunden? Wer kennt. so ganz mein Leid, wie du? Wer heilt die mir geschlag nen Wunden? Wer sendet mir Erquichung zu? 471 und nie umsonst, um Hülfe schreit, auch mich laß nicht vergeblich flehen! Auch meines Herzens nimm dich an und Lehre mich auf Alles sehen, was Freude mir gewähren kann! tid lomb 2. D Gott, du Vater al ler Väter, der gern den Leidenden erfreut, zu dem so mancher fromme Beter, 3. Du wirst ja nie des Helfens müde; du weißt es, was der Kranke fühlt, und gibst ihm Hoffnung, Trost und Friede, wenn Schmerz in seinem Innern wühlt. Dieß sagt mir, der ich dir vertraue, zu meiner Ruh dein göttlich Wort; dieß treibt, so oft ich auf dich schaue, die Furcht aus meiner Seele fort. 4. Auch dieser Krankheit schweres Leiden verhingst du fiebreich über mich. Auch hier, wie im Genuß der Freuden, erkennt mein Herz als Vater dich). D gib, daß ich dieß stets empfinde! S stärke selbst mich in Geduld! Vergilt mir, dem verirrten Kinde, nicht ganz nach meiner Sünden Schuld! 5. Verlängre, Herr, mein Erdenleben, wenns deinem weisen Rath gefällt! Und dann sei es nur dir ergeben, nur dir, mein Retter, nicht der Welt! Doch soll ich meinen Lauf vollenden, dann hebe meinen Geist zu dir, und ist mein Geist in deinen Händen, o guter Gott, was fehlet mir? Mel. 472 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Alles ist an deinem Segen Mel. Wer nur den lieben Gott 645 Hilf mir, Gott, 646 Nicht mehr, als Plagen, die mich drücken, still ertragen und mit kindlichem Vertraun bei der Sehnsucht meines Herzens um Erleichtrung meines Schmerzens nur auf deine Vorsicht schaun! 2. Deiner Weisheit kanns nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Dieß will ich zu Herzen fassen und mich ganz bir überlassen, der du auch mein Vater biſt. 3. Sanfter Antrieb, ernste Lehre, daß ich in mich selber fehre, sei der Schmerz, die Krankheit mir! Ihre Last nicht zu vergrößern, hilf mir meine Seele bes= sern; alle Hülfe kommt von dir. 4. Bater, Helfer aller Kranten, Quelle tröstender Gedanken, steh mir bei mit deiner Kraft! Sie nur kann erretten, stärken; lehre mich auf sie stets merken, die aus Leiden Freude schafft! 5. Guter Muth und heitres Wesen sei in meinem Blick zu lesen; Ruh erfülle meine Brust! Hoffnung stärke mich und Freude sei mein Glaube; wenn ich leide, dir zu folgen, meine Lust! tragen, Barmherziger, legst du mir auf. Nicht immer wird der Schmerz mich nagen; es folgt gewiß Erquickung drauf. Auf mei nem Krankenlager hier lobfing ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufst du mich in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich scheute, führst du mich mitten in den Streit und übst durch körperlichen Schmerz mein von Geduld entwöhntes Herz. 3. Den Kelch der Trübsal soll ich leeren! Ach, Herr, du weißt, das Fleisch ist schwach! Bergib, wenn eine Fluth von Zähren hervor aus meinen Augen brach! O stärke, Gott, voll Vaterhuld, mein Herz durch Glaus ben und Geduld! 4. Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, beraubet mich der sanften Ruh; ich bring, o Gott, die langen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf ist schwach und klein; doch du, du wirst mein Helfer sein. 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang die Prüfungsstunde währt! Und wenn auch ganz im Kampf der unter besonderen Umständen. 473 der Leiden sich meine Le ruhige mein Herz und sprich: benskraft verzehrt; wenn auch mein Herz im Tode bricht: du, Herr, bist meine Zuversicht! Sei nur getrost und hoff auf mich! 5. Wie litt am allerbängsten Leiden so stille duldend Jesus Christ! Leid ich ihm nach, ein Meer von Freuden, das ewig unerschöpflich ist, umfließt mich dann vor seinem Thron. Wie meine Leiden, jo mein Lohn! 6. Durch Leiden wird mein Herz ihm offen; durch Glauben naht sich ihm mein Geist. Der fiille Dulder nur darf hoffen, darf hoffen das, was Gott verheißt. Zu solcher Hoffnung stärke mich, so preis ich auch in Schmerzen dich! Mel. Wer nur den lieben Gott 647 Sott, der bu Schmerz und Freude sendest, mit Weisheit unser Schicksal lenkst und Alles uns zum Besten wendest, was du nur über uns verhängst, du hast nicht Lust an meiner Bein; auch sie soll mir zum Heil gedeihn. 2. Auch durch die Noth führt mich zum Ziele der Seligkeit, Gott, deine Hand, und deine Tröstungen, wie viele haft du mir schon ins mir dein Wort es zu: Gott ist dein Vater; Kind bist du! 3. O du, mein bester Vater, glaubte nur meine Seele findlich dir! O daß mir doch kein Zweifel raubte den süßen Trost: Gott ist bei mir! Ja, Vater, deine Huld und Kraft ist Allem nah, was sie erschafft. 4. Wenn Schmerz und Leiden mich bestürmen, so denk ich dein und deiner Huld. In allem Weh, in allen Stürmen rerleih mir Weisheit und Geduld! BeMel. Wann mein Stündlein 648 8 ist bein Wille, Gott, daß ich jetzt Schmerzen leide; doch du bist Helfer in der Noth und fehrst sie gern in Freude. Was ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand; deß soll mein Herz sich trösten! 2. Boll Hoffnung wend ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben. Herr, wie du willst, so schicks mit mir, zum Sterben oder Leben! Bei dir allein steht meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit durch deine Gnade würdig. 3. Ver 474 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Verhüte, daß der Krant traurig fließen meine Tage, heit Bein zu schwer mir wie bang die Nächte mir Schwachen werde. Laß mir vorbei! Der Morgensonne Erquicung angedeihn, er- neues Licht erheitert meine leichtre die Beschwerde. Du Seele nicht..napg Vater, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag; hilf und erbarm dich meiner! 100 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich umringt, wo täglich größere Beschwer 4. Erquicke, Gott, und de zu Klagen mich und Thrästärke sie, die liebreich meinen zwingt; noch immer fleh ner pflegen; lohn ihnen ihre Tren und Müh mit deinem besten Segen! Gib gegen fie mir Freundlichkeit: gib ihnen, Gott, Gelassenheit, Geduld mit meiner Schwäche. ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt.lisi 3. Erbarm dich; eil mir beizustehen! verlaß mich, o mein Helfer, nicht! Ach, zeig mir wieder auf mein Flehen dein väterliches Angesicht! Gib mir Geduld, gib mir im Schmerz ein ruhig dir ergebnes Herz. 5. Soll törtlich meine Krankheit sein, und steht mein Grab schon offen: so laß mich, Herr, von Sünden rein, auf deinen Himmel hoffen! Des letzten bangen Kampfes Schmerz erleichtre mir und laß mein Herz noch sterbend dir verSchick4. Noch ist mein fal mir verborgen, das dies sen Tag mich treffen soll; doch ich bin ohne Gram und Sorgen: du, Vater, kennst mein wahres Wohl. Und was dein Rath beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut.sfing trauen! 5. Soll ich die Last noch länger tragen; ich halte deiner Fügung still. Dein Will geschehe, will ich sagen, wie du, Herr, willst; nicht, wie ich will! So, Vater, laß bei Schmerz und Bein geduldig mich, wie Jesus, ſein! 6. Doch willst du wieder Kräfte mir zu längerm Leben schenken: dann laß, so lang ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, damit ich fünftig jederzeit mit aller Treu und Redlichkeit der Tugend Wege wandle! Mel. Wer nur den lieben Gott 649 De Der Morgen fommt, und meine Plage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie 6. Einst fommen doch der Ruhe Stunden: einft rückt mein noffunter besonderen Umständen. 475 mein Abend auch herbei; Ich bin getrost, wenn gleich dann, dann ist Alles über wunden, ich bin von aller Trübfal frei; dann solgt auf Sorgen, Gram und Leid dort ewige Zufriedenheit. betrübt die Freunde, deren Herz mich liebt, jetzt um mein Leben zittern.bimpy? 4. Auch sie verlaß, o Vaz ter, nicht; stärk ihre bangen Herzen, erfülle sie mit Zuversicht und lindre ihre Schmerzen! Ja, dir empfehl ich sie, o Herr! Sei du ihr Schutz, Allgütiger, und trockne ihre Thränen! 5. Doch sollten meiner Tage viel noch unter Leiden werden; bin ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden: so gib mir, Vater, deine Kraft, die Muth in jedem Leiden schafft, die kämpfen hilft und siegen. 7. Gestärft durch diesen hohen Glauben, vollend ich meiner Leiden Pfad. Nichts foll mir meine Hoffnung rauben; auch dann Nichts, wann der Tod mir naht. Vielleicht noch heut erscheint ermir und führt mich, Gott, hinauf zu dir. STISCE Mel. Wann mein Stündlein 650 Nad ach einer schmerzenvollen Nacht seh ich den Morgen wieder. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht; dich preisen meine Lieder. In großer Angst verliehst du mir nicht LinMel. Wenn wir in höchsten drung nur, ich danke vir 651 auch Trost, Geduld und Fassung. 2. So trag ich ruhig meinen Schmerz und dieser Krankheit Plage; zu dir erhebe sich mein Herz, du Schöpfer meiner Tage! Durch Leiden zogst du mich zu dir und nun, mein Bater, bist du mir ein Fels, auf den ich baue. 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet; dich hält mein Glaube dann noch fest, wann Alles um mich weinet. 4130 ( chon wieder Nacht; und Gram und Schmerz zernagen immer noch mein Herz! Wie manche, manche lange Nacht hab ich schon seufzend durchgewacht! 2. Da schleicht so langsam mir die Zeit; da ist ſo öd die Einsamkeit! Ich seufz und ring umsonst nach Ruh, kein Schlaf drückt mir die Augen zu. 3. Doch trenn ich mich noch nicht von dir, o Hoffnung! Nein, du bleibeft mir. Gelegt, zu lindern Noth und 476 Gesinnung und Verhalten des Christen und Schmerz, hat Gott dich stand mir, und herzlich dank liebend an mein Herz. ich dir dafür. 4. Er ists, der Muth und Zuversicht durch dich zu diesem Herzen spricht. Die Hülfe kommt; ich sehe schon durch dich des frommen Dulders Lohn. 5. wär fein Himmel, der einst lohnt; du, Bater, hättest mich verschont mit diesem Kelch voll Bitterkeit, versüßt mir meine kurze Zeit. 6. Noch fleht vor deinem Angesicht dein leidend Kind: Ists möglich nicht, daß dieser Keldh rorübergeh? Doch nur dein Wille, Herr, gescheh! 7. Fest halt ich immer mich an dich! Ach! stärk in meiner Schwachheit mich! Du bist so reich, so reich an Ruh; send mir nur einen Tropfen zu! 8. Doch bringt ihn nicht der Schlaf zu mir, so bringt mir doch gewiß von dir bald mehr sein Bruder, ach, der Tod, der letzte, treue Freund in Noth. Mel. Wer nur den lieben Gott 652 S( o ist mit aller seiner Plage nun abermals ein Tag vollbracht. Daß ich der Leiden Last ertrage, hilfst du mir immer, Gott der Macht. Auch heute warst du Bei2. Nur auf die Nacht wird mir jetzt bange; denn immer mehrt sie meinen Schmerz. Da seufzet: Ach, mein Gott, wie lange! oft das beklommne, matte Herz: da zähl ich jeden Stundenschlag, und immer wird so spät es Tag. 3. Es flieht der Schlaf vor meinem Kummer; die Glücklichen besucht er nur. Nur selten sinkt ein leiser Schlummer auf die entfräftete Natur; doch schließt er mir die Augen kaum, so schreckt mich schon ein schwerer Traum. 4. Wie traurig ist ein solches Leben! Wie schwer ein Loos voll Noth und Schmerz! Ward dieß mir nur zur Qual gegeben? zum Dulden nur ein fühlend Herz? Flieh, lästernder Gedanke, flieh! Ein Gott der Liebe quälet nie. 5. Er läßt nur Trübfal mich ergreifen, um höhren Freuden mich zu weihn. Ich soll durch sie zur Tugend reifen, um ihrer ewig mich zu freun. Den innern Menschen wedt der Schmerz: er läutert und erhebt das Herz. 6. So wird das Leiden mir zum Segen; und kurz ist hier mein Aufenthalt. Oft weht mirs auch schon fühl ent unter besonderen Umständen. entgegen; heim ziehen die Gewitter bald. Vielleicht seh ich noch herbstlich schön des Lebens Sonne niedergehn. 7. Drum will ich mich nicht trostlos grämen, nein, ruhig sein in meiner Noth. Das wunde Herz mir abzunehmen, kommt endlich doch als Freund der Tod; er legt es fanft und fühl zur Ruh: den Geist führt er dem Himmel zu. Mel. Wer nur den lieben Gott 653 A 477 leihn! Laß es die Quelle hoher Freuden und Vorgefühl des Himmels sein. Dein Leiden, dein Versöhnungsted erquicke mich in meiner Noth! 5. Erscheint der Tod mit Bei der Abendmahlsfeier seinen Schrecken: ich bin in der Krankheit. getroft und zage nicht. Wirst du vom Tode mich erwecken: ich bebe nicht vor dem Gericht. Omich erfüllt dein Leib und wie doch mit mei- dort mit frohem Muth! 4. Wohl mir! Ich seh den Himmel offen; ich fühle meine Seligkeit; ich kann von dir nun Alles hoffen, der gnädig mir die Schuld verzeiht. Umringt mich auch der Leiden Heer, mein Herz erbangt davor nicht mehr. 2. Ach, hier, wo ich im Stillen bete, feir ich dein Abendmahl allein; doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte hast du verheißen, nah zu sein. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund! 3. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft vernen Brüdern im Tempel, Jefu, dich erhöhn und froh mit deines Reiches GlieMel. Wer nur den lieben Gott der mit Erbarbern, Herr, deines Todes 654 Dank, Bater, dir, Mahl begehn! Doch da mich Schmerz und Krankheit plagt, ist diese Freude mir versagt. men auf seine schwachen Kinder blickt! Wie hast du, o mein Gott, mich Armen durch dieses heilge Mahl erquickt! Du bist die Liebe, wandelst Noth in Segen und in Heil den Tod. 2. Nun laß mich sterben oder leben, Herr, wie du willst: ich folge gern: von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut meine Seele sich des Herrn. Ich bin erlöst; Idrum schreckt mich nicht 478 Gefinnung und Verhalten des Christen nicht des Grabes Nacht, gehn! Doch nicht, Herr, nicht das Gericht. rog unfer Wille, dein Wille soll geschehn! bingi sanad 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm heute schon und rufft aus unsrer Mitte du ihn vor deinen Thron: dann steh ihm bei und führe ihn selbst durchs dunkle Thal; dann non elindre ihm, Erbarmer, des Todes letzte Qual! di neg 3. Und kommt sie dann, die ernste Stunde, die mich dem Irdischen entreißt: Wohl mir! ich steh mit dir im Bunde, ein gnädges Urtheil hofft mein Geist. Dein bin ich, dein, und ewges Heil ist deiner Auserwählten Theil. Fürbitte für Kranke und Leidende. Mel. Befiehl du deine Wege 655 Barmherziger, er höre der Liebe heißes Flehn! Laß, den wir innig lieben, bald deine Hülfe sehn! Er liegt und ringt und duldet, gequält von vielen Schmerz; wir sehn ihn an und weinen: wie blutet unser Herz! 2. Du pflanzteſt ja dem Menschen des Mitleids Triebe ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Erbarmer sein? Wir würden gern ihn retten, doch ach, wir sind zu schwach. Thu, Vater, thu, was Keiner von uns für ihn vermag. 3. Sieh, deine Kinder flehen für diesen Kranken dich. Gieß Balsam in die Wunden und hilf ihm väterlich! laß des Leidens Stunden bald, bald vorüberMel. Alle Menschen müssen 656 Sott der Tage, Gott der Näch te, unsre Seele harret dein, hofft auf deine starke Rechte, weiß, du kannst nicht ferne sein. Auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebete sich sehnte, Herr, zu finden dich. 2. Bater, viele Menschen weinen, viele Kranken schmachten jetzt! Aber du verläsfest feinen, der auf dich Vertrauen setzt; trodnest liebreich Kummerthränen und erfüllst der Deinen Sehnen, die um Ruh und Lindrung flehn und auf dich voll Hoffnung sehn. 3. Sende, Bater, Muth den Schwachen, Licht in je des trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmerz. Laß die Wittwen, laß die Waisen deine Huld und Treue noffinunter besonderen Umständen. 479 Trene preifen! Gib den schrecte nicht das Grab; Kranken sanfte Ruh! Ster- gestärkt durch deinen Geist, benden sprich Tröstung zu! sah ich getroft hinab. 14. Ddu treuer Men schenhüter! Nacht ist, wie der Tag, vor dir! Herr, allmächtiger Gebieter, bei nen Schutz erfleben wir! Allen, Allen, die jetzt leiden, öffne bald den Quell der Freuden, daß sie, frei von ihrer Pein, deiner Huld sich dankbar freun! 3. Allmächtig stärktest du die halb erstorbnen Glieder; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und, Herr, nun gibst du mich den Meinigen zurück! Dir dank ich, Gott, nur dir, des neuen Lebens Glück! 5. Jesus Christus, viele Nächte hast du für uns durchgewacht und dem menschlichen Geschlechte durch dein Wachen Ruh gebracht. Tröster, willst du deinen Kindern nicht durch Schlaf den Kummer lindern: o so lenke ihren Sinn hoffnungsvoll 4. Herr, durch mein Leben selbst will ich dir Dank beweisen, durch frommen Wandel dich an jedem Tage preisen und redlich meine Kraft dem Wohl der Menschen weihn, um ewig einst bei dir des Lebens werth zu sein. Vorbereitung auf den Tod zum Himmel hin! und Troft für Sterbende. Nach der Genesung. Mel. Mein Gott, das Herz Mel. Nun danket Alle Gott 658 Bald leg ich Sorg und Schmerzen 657 Mit welchem Dank ab und diesen Brüfungsstand; die Erde nehme, was sie gab: ich ruh in Gottes Hand! kann dich, o Gott, mein Lied erheben? Nur deine Baterhuld erhielt mir noch das Leben. Du standst mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. 2. Ich geh den Weg zum ewgen Licht: er mag mir dunkel sein; des Todes Schlaf erschreckt mich nicht: ich geh zum Leben ein. 2. Dem Tode war ich nah; schon sah ich für mein Leben an meinem Lager, ach, Verwandte, Freunde beben; allein ich bebte nicht; mich zur Seligkeit. 3. Ich werde durch des Todes Nacht zum Himmel eingeweiht; die unerforsch lich weise Macht führt mich Mel. 480 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Wann mein Stündlein 659 ott, wann mein sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt und selbst es nicht, daß er entschläft, empfindet; wann um mich, den Entschlummernden, nun alle meine Lieben stehn und angstvoll mich beweinen: 2. Dann, Vater, nimm ihn auf, den Geist, der freudig zu dir fliehet, der dankbar deine Güte preist, daß er den Tod nicht siehet; dann tröste, die betrübt um mich mit Thränen klagen; laß sie sich mehr meiner Wonne freuen! 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Doch einst wird es verkläret mir ihn wiedergeben müssen. Du kommst, Erwecker! Deine Macht, die ihn aus Nichts hervorgebracht, fann neu ihn wieder bauen. 4. Wie könnt ich trauern, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert? Wie könnt ich flagen, da ihn Gott vom Tode wieder fodert? D Hoffnung, daß nach kurzer Ruh mein Leib erwacht, wie groß bist du, und welch ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wenn er nun kommt, nicht achten und mit getroftem Blick auf dich nach meinem Ziele trachten und mich dem Ziele freudig nahn, mein himmlisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir erworben. Mel. O Gott, du frommer Gott 660 hon naht sich meines Laufs und meiner Leiden Ende. Gott, meines Lebens Herr, ich fall in deine Hände. Du bist, o Vater, nie mit deiner Hülfe fern; du rufft: hier bin ich, Herr, dir felgen will ich gern. 2. Preis dir, der seine Hand stets über mich ge breitet, dir, Gott, der bis ans Grab mich wunderbar geleitet! Wie oft vergaß mein Herz sein Heil und feine Pflicht; doch gingst du, Heiliger, mit mir nicht ins Gericht. 3. Vernimm des Dankes Lied, das sterbend ich dir bringe! Ich bin viel zu gering, der Treu viel zu geringe und der Barmherzig keit, die du an mir gethan. Frohlockend bet ich dich mit allen Himmeln an. 4. Du Heil der ganzen Welt, erfülle mein Vertrauen und deine Herr lichkeit laß meine Seele schauen. Du bist die Lieb, o Gott, unter besondern o Gott, und Gnade für und für; mein Geist wird felig sein: denn ihn empfehl ich dir. 5. Mit allen Heiligen von Herrlichkeit umgeben; unsterblich, Engeln gleich, werd ich dich schaun und leben. Noch einen kurzen Kampf: so krönt vor deinem Thron, Erbarmender, auch mich der Ueberwinder Lohn. In eigener Melodie. 661 ins ewge Paradies der Freuden; dort, dort nur ist die wahre Ruh und Quelle aller Seligkeiten; dort ärndtet man der Tugend Lohn, und bei dem Vater hat der Sohn auch eine Stätte mir bereitet, wohin er gnadenvoll mich leitet. Er ist es, der mun meinen Geist auf ewig jeder Noth entreißt. eile meiner zu, 2. Hier lieg ich wie gebunden da; dort werd ich von Kraft und dem göttlichen Befreier nah, frohlockend weiter vorwärts streben, in Weisheit, Tugend, Heiligkeit, in edler Liebe Thätigkeit, befreit von Schwachheit und von Sünden, das Glück der Tugend ganz empfinden. Dort seh ich Jesu Herrlichkeit, und sie wird meine Seligkeit. Umständen. 481 3. Dann, dann wird nimmermehr ein Schmerz mich, den Vollendeten, verletzen; dann wirst du ewig dich, mein Herz, beglückt am Himmlischen ergötzen. Ich eile über Welt und Zeit hin zu dem Sitz der Seligkeit, zu der Verklärten Geister Chören: ich werde ihr Willfommen! hören, und wen ich hier im Herrn gekannt, den finde ich im bessern Land. 4. O drum getrost, mein Geiſt! fieh, in welche göttgroße des kurzen Pilgerlebens Müh verwanbelt wird nach diesem Leiden! Ergib in findlicher Geduld dich deines Vaters Lieb und Huld! Dein Jesus wird mit treuen Händen dich unaussprechlich schön vollenden, und ehe du dich wirst versehn, wirst du verklärt dort oben stehn! Mel. Wer nur den lieben Gott 662 dh faffe, Bater, und halte sie im Glauben fest; verlaß den nicht an seinem Ende, der ewig sich auf dich verläßt! Du bist mein Gott von Jugend auf; hilf glücklich enden meinen Lauf! 2. Du hast nach deiner Vatergüte beständig wohl an mir gethan, erhör auch meine letzte Bitte: Nimm, * Gott, 482 Gesinnung und Verhalten des Christen Gott, mich dort zu Ehren an! Ach, Vater, ach noch Eins ist Noth, ein gutes End, ein selger Ted! 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, gestärkt, geschützt, regiert, mich oft mel. Chriftus, der ist mein Leben erquickt, durch Leid geübet, 663 Bald ist fie nun oft wunderbar, stets wohl geführt; wohin ich ging, wohin ich sah, war mir stets deine Güte nah. vollendet die kurze Prüfungszeit; mein Erdenlauf geendet, es naht die Ewigkeit. 4. Auch jetzt, auf meinem Sterbebette sich meine Noth, o Bater, an! Erquicke, linbere, errette; denn du bists, der mir helfen kann. Stärk mich im Guten bis ans End, damit ich tren den Lauf vollend! 2. Ich bin bei meinem Ende getroft und hoffnungsvoll; sinkt doch in Gottes Hände mein Geist, und ist ihm wohl. 3. Und manche gute Thaten, Heil mir, daß ich sie that! stehn vor mir schön wie Saaten, die Gott gesegnet hat. 5. Mein Heiland treib die Furcht zurücke, besiege meinen letzten Feind! Lenk auch im Sterben meine Blicke auf deinen Tod, o Seelenfreund; sprich Muth mir, Trost und Freude zu, mach Ende, bringe mich zur Ruh! 4. Sie reifen nun entgegen dem größen Aerndtetag. Welch schöner, reicher Segen folgt mir im Tode nach! 6. Ihr eitlen Güter die ser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Jetzt soll ich ewig selig werden: drum brauch ich euer nun nicht mehr. Du, Gott, bists, 5. Nun geh, mein Geist, geb wieder zu Gott, von dem du bist! Seht, Schwestern, sehet, Brüder: so selig stirbt ein Christ! Mel. Jesus, meine Zuversicht wann das Eitle weicht, der 664 Selig sind, die in mir Lebens dem Herrn, in ihrem Schöpfer sterben; denn es spricht der Geist des Herrn, daß sie ewge Ruhe erben, daß von nun an 7. Ich übergebe dir die Meinen, du Vater der Barmherzigkeit, laß ihnen stets dein Trostlicht scheinen und bleib ihr Gott zu aller Zeit! Behüte sie vor Ungemach und bringe mir fie selig nach! Munter besondern an alle sie ruhen von des Lebens Müh. 2. Göttlich Wort, wie labest du jeden Schwachen, jeden Müden! Wie so trö stend senkest du in mein Herz des Himmels Frieden: ich soll einst auch selig sein, ewig mich der Ruhe freun! 3. Nun so komme denn, In eigener Melodie. o Tod, wann du willst, 665 Christus, der iſt zu meiner Hütte; mich, mich macht das Wort von Gott stark bei jedem deiner Schritte. Da der Herr sein Wort nicht bricht, schreckt mich auch dein Drohen nicht. mein Leben und Sterben mein Gewinn. Dem hab ich mich ergeben: in Frieden fahr ich bin. 2. Ich freue mich zu sterben; denn nach vollbrachtem Lauf soll ich den Himmel erben: mein Heiland nimmt mich auf. 4. Schrecklich magst du 3weiflern sein; mir, ich weiß, an wen ich glaube, mir macht Sterben keine Bein, keinen Schmerz dein Wort vom Staube. Staub bin ich und werde Staub, aber nicht des Moders Raub. 3. Bald hab ich überwunden des Lebens Angst und Noth: nach wenig Prüfungsstunden leb ich bei dir, mein Gott! 4. Wann mir die Augen brechen, sei, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nichtmehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht! 5. Wann Sinnen und Gebanken, wie ein verlöschend Licht, bald hier-, bald dahin wanken, ach, dann verlaß mich nicht! 6. Es fliehe Furcht und Kummer, die Seele stärke sich, und, wie des Müden Schlummer, sanft fei mein Tod durch dich! 7. Herr Jesu, ich voll€ 2 ende 5. Aus dem Staube neu gebaut, ohne Schwachheit, ohne Mängel schwebt mein Leib empor und schaut nichts, als Selge, nichts, als En gel. Sterblichkeit, die hier gebeut, reicht nicht in die Ewigkeit. Umständen. 483 7. Der du mir mit deinem Tod diese Hoffnung hast errungen, auch in meiner Todesnoth, Jeſu, sei dir Preis gesungen! Bald jauchz ich im Engelchor dir ein höhres Lied empor. 6. Gönnet mir mein nahes Glück, weinet nicht, ihr meine Werthen! Nur noch einen Augenblick: dann, dann wohn ich bei Verklärten. Faffet Muth, ich geh voran, ihr, ihr folgt auf dieser Bahn. 484 Gesinnung und Verhalten des Christen ende im Glauben meinen Lauf, nimm mich in deine Hände, o Jesu, nimm mich auf! 5. Hier allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um dort des Himmels Glück zu erben: dazu laß meine Sterblichfeit mir stets, mein Gott, Mel. Wer nur den lieben Gott 666 Du, Herr und vor Augen sein und deine Vater meiner Tage, du weißt, daß ich. dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind; drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit! 2. Daß du hier meinem ersten Leben ein mir verborgnes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu ſein! 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn; doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Vater, auf mein Flehn: sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht! 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, bir, dessen Eigenthum ich bin; bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; sei nur mein Trost, so gnüget mir. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich Mel. Herr, wir singen von der Weltluft zu ent- 667 Heil bir, fernen und um den Himmel zu bemühn: o mache mich dazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrückt. 4. Nicht auf der Erde nein, nur droben bei dir Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufge hoben; dort ist für mich vollkommnes Heil. Wo Jesus ist, da sei mein Herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts! Heildir, Seele! net. Mein Auge hat bald ausgeweinet, der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel steigen nieder; bald werd ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Throne stehn, wie ihr. Mein Leben endet schon; bald ist es ganz entflohn: doch ein beßres, Gott, wartet mein, unsterblich sein soll ich, foll ewig dein mich freun. 2. Welt unter besondern Umständen. 485 2. Welt und Sünde sind auf Erden, um selig dort bezwungen; bald ist der zu werden. hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Streiter frönt. Matt am schweren Pilgerstabe, sehnt ich mich oft nach Ruh im Grabe, wie sich nach Ruh der Wandrer sehnt. Heil mir! Halleluja! ich bin dem Ziele nah! Von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit, schwing ich mich über Welt und Zeit! 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst vom Glauben mich zum 2. Herr, meine Seel empfehl ich dir in deine Vaterhände. Sei gnädig, Gott, mein Vater, mir und mache sanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre deiner Stimme Ruf, ich will mit Ruh und Freuden von dieser Erde scheiden. Der sterbende Jüngling. Mel. Wann mein Stündlein Schauen; Dank dir! mir 669 Nicht lang ein ist der Tod Gewinn. Wer, wer winkt mir dort am Throne? Wer zeiget mir die Siegeskrone? Ich eile zu dem Throne hin. Wie wird mir! Wie entstellt finkt unter mir die Welt! Bald, bald seh ich von Angesicht zu Angesicht in deinem Lichte, Gott, das Licht. Zeit, schon reif zum bessern Leben, steh ich am Rand der Ewigkeit, vom Himmelsglanz umgeben; bald geht der freie Geist hervor aus seiner Hütte, steigt empor, empor zum Sitz der Wonne. Mel. Ermuntere dich 2. Heil mir! Heil mir, daß ich nie die edle Zeit der Jugend den eitlen Lüsten, daß ich sie nur dir geweiht, o Tugend; und 668 Gott, öffne dei- eingedenk der Rechenschaft nen Himmel und des Gerichts, das Sünmir! Bald nahn die letzten der straft, rein und unschulStunden; bald steigt mein dig lebte. Geist empor zu dir; bald hab ich überwunden; bald tröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herrlichkeit. Ich sterbe hier 3. Nicht jenes Lebens Vorgefühl könnt mich nunmehr erquicken, mit Schaudern säh ich nun das Ziel des Lebens näher rücken; * 3 vor 486 Gesinnung und Verhalten des Christen vor mir säh ich den Rich- nicht ganz euch rauben, da terthron, an dem zum wohlverdienten Lohn Berdammung mich durchbebte. Gott mich einst euch wiedergibt. Dank sei dir, Vater, dargebracht, für deine Sorgfalt! Gute Nacht! 4. Jest fann ich freudig zu dem Thron des Weltenrichters treten; denn Jesus Christus, Gottes Sohn, wird mich vor ihm vertreten. Ihm war mein Dasein hier geweiht, und er hat meine Seligkeit mir hier und dort erworben. 3. Nach langem Schmerz und kurzen Freuden reißt mich der Tod aus viel Gefahr; doch ach, was fühlt das Herz für Leiden, darunter ich gebildet war! Dir sei der treuste Dank gebracht, getreue Mutter; gute Nacht! 5. O Trost in meiner letzten Noth, daß ich an Jesum glaube! Willkommen ist mir nun der Tod; er hebt mich aus dem Staube; führt mich zur Ewigkeit empor, wo in der Auserwählten Chor mir neues Leben blühet. Das sterbende Kind. Mel. Wer nur den lieben Gott 670 3% sterbe schon, jedoch ich sterbe, damit ich ewig leben kann; daß ich nicht in der Welt verderbe, schließt sich mein Lauf, der kaum begann. Ich werd in meiner Frühlingszeit als Himmelspflanze Gott geweiht. 2. An meiner Gruft stärkt euren Glauben, ihr Neltern, die ihr mich geliebt! Der Tod kann mich 4. Beruhigt euch, ihr andern Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt; ihr dürft um mich nicht trostlos weinen, der Geist ist ja in Gottes Hand; der Leib verwest zu schönrer Pracht; wir sehn uns wieder; Gute Nacht! 5. Gleich Frühlingsblumen wird mein Leben beim Aufblühn schon des Todes Raub; dieß kann dir, Mensch, die Lehre geben: du seist, wie ich, nur Asch und Staub. Bei meinem Grabe lenk den Sinn vom Irdischen zum Ewgen hini 6. Ich sterbe schon; lernt Alle sterben! Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Sind eure Kinder auch bald Erben, wie ich, der Himmelsherrlichkeit, so denkt: fie gehn uns nur voran, wir treffen sie dort wieder an! Für unter besondern Umständen. 487 Fürbitte für Sterbende. und befreit von Sünd und Schuld ruhig und gelassen sterbe und das Glück des Mel. Freu dich sehr, o meine 671 Unter manchen Himmels erbe! bangen zen tst er schon dem Mel. Dein sind wir, Gott Tode nah. Er, so theuer 672 Du wollft erhöHerzen, hülflos liegt er da, ist sich seiner nicht bewußt, röchelnd athmet seine Brust; ohne Kraft, sich auszudrücken, spricht er blos in starren Blicken. ren, Gott, sein Flehen, nicht ins Gerichte mit ihm gehen, der jeto deiner Ewigkeit sich naht, befreit nun bald von dieser Eitelkeit! 2. Bald, ach, bald entflieht sein Leben; hin, hin ist der Jahre Zahl, die du ihm, o Gott, gegeben, hin auch seiner Schmerzen Qual; er wird nun der Welt entrückt; jede Last, die ihn gedrückt, feines Jammers bange Stunden sind bald durch den Tod verschwunden. 2. Des Lebens und des Todes Herr! nun ist für ihn die Zeit nicht mehr. Du hast gezählt des Haup tes Haar, sein Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 3. Erfüllt ist seiner Leiden Zahl, er leidet jetzt zum letztenmal. Ach, sei in seiner Todesnoth sein Freund und Gott; ein Schlummer sei für ihn der Tod. 4. Vollende, Vater, seinen Lauf; nimm ihn zu deinem Frieden auf. Verlaß ihn, wenn sein Herz nun bricht, verlaß ihn nicht, Herr, Herr, mit deinem Gnadenlicht! 3. Nimm, da er uns nicht verstehen und zu dir nicht beten fann, seines Herzens stummes Flehen, seiner Lippen Seufzer an; gib ihm Muth und Zuversicht und durch deiner Lehren Licht auf des Todes dunklem Pfade das Gefühl von deiner Gnade! 4. Daß er vor dem Tod nicht bebe, frei den Blick bin auf die Gruft, froh den Geist zu dir erhebe, der den Staub ins Leben ruft: daß er sicher deiner Huld 5 Erleichtre ihm den letzten Schmerz! Von dir erquicket, ruh sein Herz. Durch Jesu Todesschweiß und Blut, das ihm zu Gut er einst vergoß, stärk ihm den Muth! 4 6. In 488 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. In ihm vermehre deine Amen! Entschlaf in jenem Ruh, sein armes Herz erquicke du! Geist Gottes, laß ihn mit Vertraun auf Jesum schaun und so entgehn des Todes Graun! großen Namen, vor dem sich Erd und Himmel beugt! Deine Laufbahn hat ein Ende! Dein Vater nimmt in seine Hände die Seele, die der Erd entfleucht. Heil dir, erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist! Jesus Christus hat dich versöhnt; von ihm gekrönt, empfängst du nun des Glaubens Lohn. 7. Mach ihn getrost, o Geist des Herrn! Zeig ihm den Gnadenlohn von fern; laß ihn den Himmel offen sehn und Jesum stehn, bereit, ihn gnädig zu erhöhn! 8. Ach, Gnade, Gnad ergeh für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist selbst der Heiligste nicht rein! Wer kann wohl bein, Gott, ohne deine Huld sich freun? 9. Sei, Richter, ihm nicht fürchterlich! Erbarme seiner Seele dich! Auch aus der Tiefe rufet sie: erhöre fie, erlöse, Gott, erlöse sie! 10. Behüte ihn in seinem Tod; ihn segne, segne, segne, Gott! Wann nun sein Auge sterbend bricht, leit ihn zum Licht; tröst ihn vor deinem Angesicht! 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist nun der Tag dir aufgegangen, des Lebens Tag nach Todesnacht! Sei gesegnet, Amen! Amen! Ruh sanft in Jesu Christi Namen! Für dich auch ward sein Werk vollbracht. Sie trugen ihn ins Grab von Golgatha herab, Gottes Opfer! Er über wand; der Herr erstand, und der Erstandne nimmt dich auf. 3. Nimm von uns den letzten Segen! 3war sinkt dein Leib dem Grab entge gen; doch deine Seele zittre nicht! Irdisch werden wir dich säen; doch himmlisch wirst du auferstehen und Einsegnung eines Ster- schauen deines Gottes Licht. benden. Geh ein zu deiner Rub! Du gehst dem Vater zu, der dich geliebet. TodMel. Herr, wir singen ter, du, nach kurzer Rub ei geſegnet, wirst du zum Leben auferAmen! stehn. 673 Der unter besondern Umständen. 489 Der Tod des Frommen. zur Gottheit seine Hände, um dankend sich zu freun: Preis dir, Herr! Ich befehle dir, Bater, meine Seele! Er sprichts und schlummert lächelnd ein. Mel. In allen meinen Thaten 674 Wie fanft sehn wir den Frommen, wie frei, wie unbeklommen sich seinem Ziele nahn! Wo Erdenglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Himmel aufgethan. 2. Er sieht sein Pilgerleben gleich einem Traum verschweben, steht ohne Reu am Biel. Es blühen seine Saaten; schon lohnt für seine Thaten ihm Ruh und reines Selbstgefühl. Beim Tode guter Aeltern. Mel. Auf, schicke dich 3. Von feiner Ungst be- 675 Gott, welch ein troffen, sieht er sein Grab nun offen; er geht und fürchtet Nichts. Ein Strahl der ewgen Gnade schwebt auf dem dunkeln Pfade ihm vor; nah ist das Reich des Lichts. 4. Auf seinem Angesichte ruht schon vom Himmelslichte ein sanfter Wiederschein. Oft spricht aus seinen Blicken ein seliges Ent zücken, ihn laden Boten Gottes ein. 5. Er segnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröftet fie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und verläßt sie nie. 6. Er faltet noch am Ende 7. O laßt, wie er, uns leben und nach dem Sinn uns streben, der uns dieß Glück erwirbt; damit auch wir als Erben der Seligteit einst sterben, wie der bewährte Fromme stirbt. Schmerz trifft unser Herz! Wie groß und hart ist dieses unser Leiden! Was sehen wir? Den Vater( die Mutter) hier so frühe schon aus unsrer Mitte scheiden. 2. Gott, welch Geschick! Ach, einen Blick warf er ( sie) noch selbst auf unsern bangen Kummer. Doch ach, er( fie) neigt das Haupt, erbleicht und sinkt dahin, dahin in Todesschlummer. 3. D Freunde, habt ihr Thränen; labt damit als Trost die jammervollen Herzen. O weint für sie, die Waisen, die nun fast vergehn in ihren tiefen Schmerzen. 4. Ach, Sorg und Müh war spät und früh für uns * 5 sein 490 Gesinnung und Verhalten des Chriſten sein stetes eifrigstes Ge- gehen, damit wir einst, schäfte; uns zu erziehn nach wann du erscheinst, im besGottes Sinn, dem weihte sern Land die Aeltern wieer mit Wonne Zeit und dersehen! Kräfte. 5. Wie manche Nacht ward durchgewacht, zu pflegen uns in Krankheit und in Leiden, die wir doch nicht Beim Tode hoffnungsvoller Kinder. Mel. Der unsre Menschheit allzeit nach Pflicht ganz 676 Für deinen Himfie, ach, meinem Wunsch nach viel zu früh, doch, Herr, nach deinem Willen! Wie blutet mein verwundet Herz! Wie kämpf ich wider meinen Schmerz! Was find ich, ihn zu stillen? Zwar für den Himmel reiften fie; doch meinem Wunsch nach viel zu früh! weihten! 6. Wer wird uns, Gott, in unsrer Noth erquicken nun und helfen, schützen, trösten? Du kannst allein nun Helfer sein, du bist ja stets Erbarmer der Erlöften. 7. Du nennest dich selbst väterlich den treuen Gott verlaßner, armer Waisen: so mildre doch, Herr, unfer Joch, wie du uns selbst so gnädig haft verheißen. 8. Sei unser Licht, stärk uns zur Pflicht, zur Tugend uns auf allen unsern Wegen! Uns folge, Gott, bis in den Tod, wenn fromm wir find, des besten Vaters Segen! 9. Wir schauen hin mit Kindessinn auf seinen Tod, auf seines Glaubens Ende! Wir folgen nach; doch wir sind schwach, o reich uns gnädig deine Vaterhände! 10. Gib, Herr, daß wir im Glauben hier treu und fest den Pfad der Tugend 2. Ach, meine Kinder sind nicht mehr! Mein armes Herz ist hoffnungsleer und freudenlos mein Leben! Ich sah sie wie den Frühling blühn; dir, dir hofft ich sie zu erziehn, Gott, der sie mir gegeben! Mein Alter sollten sie erfreun und Trost mir noch im Tode sein. 3. Da, Ewger, sprachst du: gib sie mir! Ich selbst, ich selbst erzieh sie dir; ich will sie hoch erhöhen. Sie werden nicht dein Alter freun, nicht Trost dir noch im Tode sein; du sollst sie sterben sehen. Dein Wille, Herr, mein Gott, geschah; ich war es, der sie sterben fah. 4. Herr unter besondern Umständen. 491 4. Herr, ich verehre dein streben. Ach, meine HoffGebot, nur laß mich mei- nung sank ins Grab und ner Kinder Tod, ach laß alle Lust mit ihr hinab. mich ihn beweinen! Du, der du Aller Vater bist, du weißt, wie schwer mein Herz mir ift! Wie könnt ich frch erscheinen! Verzeih Gefühlen der Natur! nicht murren, weinen will ich nur. 2. Gott, wie verwundet ist mein Herz, der Morgen findet mich voll Schmerz; die Nacht in heißen Zähren. Doch wider dich, Herr, flag ich nicht, nein, heilig ist mir stets die Pflicht, dich auch im Schmerz verehren. Auch weinend will ich dankbar sein; du gabst, du nahmst, es war ja dein. 3. Wohl ihm! in Unschuld brach sein Herz; gesichert nun vor Noth und Schmerz, genießt es höhre Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Welt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Zeiden. Gerettet ists in deiner Hand; ging mir voran ins Vaterland. 5. Auch meine Thränen preisen dich! Sie sind die Zeugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest und nun im Lichte deines Throns, in der Gemeinschaft deines Sohns, in höhrer Tugend übest. Herr, meine Seufzer danken dir; du, du vertrantest sie nur mir. 6. Mit Thränen preis ich dich auch einst, wann du zum Weltgericht erscheinst; doch dann mit Freudenthränen! Dann werd ich meine Kinder sehn, mit ihnen dankend vor dir stehn, mich nicht mehr trostlos sehnen. Dann werd ich froh bei ihnen sein und ewig mich mit ihnen freun. Mel. Der unfre Menschheit 677 8 ist nicht mehr, für mich nicht mehr mein theures Kind! Wie freudenleer ist nun mein Erdenleben! Wie eine Rose sah ichs blühn; und weis und fromm es zu erziehn, war immer mein BeBeim Tode eines guten Ehegatten oder eines Freundes. Mel. Kommt her zu mir 678, hier nicht mehr! ach, fern von mir! Du bist nicht mehr auf Erden hier, o theure, gute Seele! Dich fucht umsonst mein trüber Blick: du kehrst nicht mehr zu mir zurück, was auch mit dir mir fehle. 6 2. Der 492 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Der Freundschaft Lab- werde dich vollkommen sehn; sal ist dahin, dein Trost, wann ich verlassen bin, dein Mitleid, wann ich leide. Es fehlt mir deine treue Hand auf meinem Pfad zum bessern Land und mit ihr alle Freude! 3. Doch sei mein Schmerz auch noch so groß; du ruhest nun in Gottes Schooß: vor Gott will ich mich beugen. Du lebst, geliebte Seele, noch, erlöst von deines Leidens Joch: geduldig will ich schweigen. 4. Das Irdische nur deckt das Grab; Gott nahm dir deine Schmerzen ab und jede Last der Leiden. Emporgehoben ist der Geist zu Gott, der Aller Vater heißt, zu seines Heilands Freuden. hier heilig war, vereint sich mit der Engel Schaar. Wie könnt ich heidnisch zagen! 6. 3war hört, wenn einst mein Auge bricht, mein Ohr von dir, o Theurer,( Theure) nicht Gebet und Trost und Segen; doch wenn durch Gottes Kraft mein Geist sich auch dereinst dem Staub entreißt, so eilst du mir entgegen. o freudenvolle Stunde! Ich eil dir dann voll Wonne zu, unsterblich ich, unsterblich du, zum neuen Freundschaftsbunde. Bei Begräbnissen. Mel. Nun laßt uns den Leib 5. O Trost, o hoher Trost für mich! mein banges Herz, erheitre dich und ſtille deine 679 Wir gehn ans Grab und hoffen doch: dein Geist, Entschlafner, lebet noch von Schmerz und Erdennoth befreit, im Lande der Unsterblichkeit. 7. Du Seliger( Selige) wirst vor mir stehn; ich 8. Dann schau und bet ich an mit dir; Ein Herz und Seele singen wir von weggeweinten Leiden und von der Tugend hohem Lohn und preisen Gott und seinen Sohn für unsre höhren Freuden. 9. Gedanke der Unsterblichkeit! erheitre jede Dunfelheit und stärk mich, wann ich wanke; vereble jede Leidenschaft, erfülle mich mit Muth und Kraft, du himmlischer Gedanke! 2. Ruh sanft! Dein Auge schloß sich zu, und nun umgibt dich süße Rub. Dein Gott hat wohl an dir gethan; nun rührt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir felgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihrer unter besondern ihrer Pilgerbahn hinab zur Abendruh ins stille Grab. 4. Du wirst uns unvergeßlich sein; dein Herz war Liebreich, fromm und rein, mit List und Falschheit unbekannt; nun ruhts in Gottes Vaterhand. Umständen. 493 4. Schnell schwindet unfre Lebenszeit; aufs Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; fo währt auch Leid und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. D fichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich; in Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt! 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: mein Gott, ich bitt durch Christi In voriger Melodie. 680 Nun bringen wir Blut, machs nur mit meinem gut! 8. La alle Sünden uns bereun; vor unserm Gott uns findlich scheun! Wir sind hier immer in Gefahr; nehm jeder seine Seele wahr! 9. Wann unser Lauf vollendet ist, so sei uns nah, Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Gewinn; zich unsre Seelen zu dir hin. 5. Gott, nun blickt bei fanftem Schmerz auch unser Glaube himmelwärts, wo Jesus Christus, unser Hirt, all unsre Thränen trocknen wird. 6. Du, der einst den entschlafnen Freund, wie wir den unsrigen beweint, sei, Jesus, unsre Zuversicht, wann unser Herz im Tode bricht! Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; lern hier, was unser Leben ist! Nach Sorg und Furcht, nach mancher Noth und Arbeit kommt zuletzt der Tod. ALOG 10. Und wann du einst, bu Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, so laß uns fröhlich auferstehn und dann dein Antlitz ewig sehn! X7 Mel. 494 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Nun laßt uns den Leib 681 Begrabt den Leib 682 in seine Gruft, bis ihn des Richters Stimme ruft! Wir säen ihn; einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub und wirds nun mehr. Er schläft, er ruht und einst erwacht er wieder aus des Todes Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt; nun wird er bort von Gott erquickt. Hier trug er Jesu sanftes Joch, entschlief im Tod und lebt doch noch. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh! Wir gehen unsern Hütten zu und machen zu der Ewigkeit durch Glaub und Tugend uns bereit. 7. Ach, Jesu Christ, dein Mittlertod stärk uns in unsrer letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein und selig unser Ende sein! Mel. Jesus, meine Zuversicht 4 enft den Leichnam, senkt ihn ein, ehret noch des Geistes Hülle, ruh, zerfallendes Gebein, in des Todtenackers Stille! Was da lebet, folget dir, wie du ruhest, ruhn einst wir. 2. Was du, Todter, thatest, bleibt wohlbewahrt von Gottes Güte; so das Samenkorn und treibt aus dem Boden Laub und Blüthe. Grüß erfreut den neuen Tag; was du wirktest, folgt dir nach. 3. Die wir hier am Grabe stehn, sinken all ins Grab einst nieder: laßt an unser Werk uns gehn, weis und redlich wirken, Brüder! Ach wer weiß den Todestag? Was wir thaten, folgt uns nach. Mel. Nun laßt uns den Leib ( Die Versammlung.) 683 nun Leib in seine Gruft und preiset Gott, der uns auch ruft! Hier sind wir Saat, einst blühn wir auf, zum bessern Leben blühn wir auf. ( Der Chor.) 2. Grabt mein verwesliches Gebein, o ihr, noch Sterbliche, nut ein! Es bleibt, unter besondern Umständen. 495 bleibt, es bleibt im Grabe uns Unsterblichkeit; wenn nicht, denn Jesus kommt und hält Gericht. wir uns hier der Tugend weihn, kann uns der Tod nicht schrecklich sein. 3.( Verf.) Des Frommen Seele trifft dort nicht des Lafterhaften Strafgericht. Mel. Schwing dich auf Sie, selig auch im Tode schon, empfängt der Auser- 684 Laßt dem Tode wählten Lohn. seinen Raub, Würmern ihre Habe! Seelen werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senkt auch diesen Leichnam ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn segnen und uns freun, daß wir leben sollen. 2. Seht, da liegt der Todte nun in geweihter Stille! Freunde, laßt den Theuren ruhn! Es ist Gottes Wille. Weinet nicht; er hat nun schon, was wir erst ersehnen. Ihn erweckt fein Klageton! trocknet eure Thränen! 4.( Chor.) Gott ist allgütig und vereint dereinst mit sich den Tugendfreund; ihn führet er zum höhern Licht; drum, Christen, bebt am Grabe nicht. 5.( Vers.) Auch Jesus litt hier Angst und Qual und ging durchs finstre Todesthal. Auch du gingst deinem Retter nach, auch dir glänzt nun der Freudentag! 6.( Chor.) Oft hat bei euch mich Gott erquickt; doch hat auch Trübsal mich gedrückt. Im finstern Thale wandelt ich, doch führte Gottes Rechte mich. 7.( Vers.) Vollendeter, genieße du nun ungestört die stille Ruh! Einst gehn auch wir, o Herr der Zeit, durch Grab und Tod zur Ewigkeit. 8.( Chor.) Heil uns, wenn euch, die ihr jetzt weint, mit mir einst wieder Gott vereint! Dann werden wir uns ewig freun, dann ewig, ewig selig sein. 9.( Vers.) Nach dieser turzen Lebenszeit erwartet 3. Stimmet an das hohe Lied von der Auferstehung! Wißt, als Jesus einst verschied, folgte bald Erhöhung. Fromme ruhn in ſeiner Hand, ruhn in sanftem Frieden. Er, der starb und auferstand, hat ihr, Heil entschieden. 4. Aerndtefeld! Hier ruhen sie, Christen, unfre Brütder, kämpften, aber kämpfen nie nun auf Erden wieder. Heil dem Guten, der hier fand sanfte Ruh der Müden! Für das beßre Va 496 Gesinnung und Verhalten des Christen Vaterland schlummre er hienieden! 5. Saaten der Unsterblichkeit! Heilige Gebeine! Bald verströmt auch unsre Zeit, ruft der Tod: Erscheine! Ruf er dann: wir sind bereit. Wer des Lebens Gabe nützet für die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 685 Ruhet wohl, ihr Tobtenbeine, in der stillen Einsamkeit; ruhet, bis der Herr erscheine einst am Ende dieser Zeit, euch, die Nacht und Gräber decken, durch der Allmacht Ruf zu wecken. 3. Und wie sollt im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war? den der Herr ließ einverleiben seiner auserwählten Schaar, die er felbst durch Blut und Sterben hat erkauft zu Himmelserben? laßt, weil wir von Erde find, in der Gruft ihn immer modern! Gott wird ihn. zurücke fodern. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht zu dem ewgen Himmelsfrie den, den er seinem Volk beschieden. 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder find. Laßt den Leib im Tod erkalten, 6. Ruhet wohl, ihr Todtenbeine, ungestört in eurer Gruft; ruhet, bis der Tag erscheine, da des Richters Stimm euch ruft! Nach des Lebens furzen Leiden geht ihr ein zu ewgen Freuden. 2. Nur getrost, ihr werdet leben! Der das Leben 686 felber ist, wird euch neues Leben geben! Er gelobts, er, Jesus Christ: die in seinem Namen sterben, sollen nimmermehr verderben. Mel. Nun laßt uns den Leib gib denn, fromme Christenschaar, der Erde das, was Erde war; sie beut dem Müden Ruhe hier in ihrem Schooß, so wie einst dir. 2. O Ruhe, Wunsch des Leidenden, du letzter Trost des Weinenden, wo alle Noth vergessen ist, wo keine Thräne weiter fließt! 3. Hier endet sich der Feinde Trut; hier findet der Bedrängte Schutz, hier wird in süßem Schlaf erquickt, den manche schwere Last gedrückt. 4. Hier unter besondern Umständen. 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück; es bleibt der bloße Mensch zurück. Ein enger Sarg, ein Leichenkleid find nun die ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf; vollendet ist der schwere Lauf; der Geist eilt in sein Vaterland zur Wonne, die er hier nicht fand. 6. Erinnre uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit, damit wir ihren Wink verstehn und freudig ihr entgegengehn! Mel. So schlummerst du 687 No Noch stehen wir, o Gott, vor dir an dieses Grabes Rande; noch erhält uns deine Macht hier im niedern Lande. 2. Wer weiß, wie bald dein Ruf erschallt: Hinweg vom Erdenpfade! Sei uns dann nicht fürchterlich, nimm uns auf mit Gnade. 3. gib uns Kraft, ge wissenhaft zu leben und zu leiden! Führ uns alle durch den Tod zu des Himmels Freuden! Mel. In allen meinen Thaten 688 Da ja stehen wir, die Deinen, Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. 1167) 497 Wir singen auf vom Staube, uns stärkt der Christenglaube, daß Gott uns einst zum Leben ruft. 2. Fließt nur, ihr Thränen, fließet! Ein Sterblicher beschließet des Lebens kurzen Lauf. Nimm, mütterliche Erde, dein Kind frei von Beschwerde in deine milden Arme auf! 3. Sei ihm ein Ruhebette, nachtvolle Grabesstätte, und deck ihn fühlend zu! Er schlafe hier in Frieden den sanften Schlaf der Müden; hier find er die erseufzte Ruh! 4. Sowie in heilgen Hainen naht sich hier den Gebeinen nicht Frost, nicht Sonnengluth. Ihr Stürme, braust gelinde und wehet fanft, ihr Winde, wo eines Christen Asche ruht! 5. Senkt dann den Leichnam nieder zum Staube seiner Brüder, die längſt die Erde deckt. Im Grab stört kein Erdenfummer; ist sanfter Schlummer; ihn Gott ist es, der ihn einst erweckt. 6. 3um Leben ohne Sorgen weckt ihn der frohe Morgen, wo eine Welt erwacht. Heil diesem todten Staube, so singt der Christenglaube; auch er erwacht, auch er erwacht. 7. Schaut, schauet auf, Be 498 Gesinnung und Verhalten des Christen Betrübte! Dort wandelt Mel. Christus, der ist mein der Geliebte im hohen Him- 690 Das Grab iſt tief melslicht. Vergönnt ihm seine Freude und wehret eurem Leide und wischt die Thränen vom Gesicht! Mel. Gott des Himmels und 689 Ruhig ist des Todes Schlummer und der Schooß der Erde fühl; da stört unsre Ruh kein Kummer, nicht der Leidenschaften Spiel. Unsre Sorgen, groß und klein, schlummern alle mit uns ein. 2. Ueber unsern Hügel schwinget die Vergessenheit den Stab und der Schmähsucht Stimme dringet nicht ins dunkle, stille Grab, Fehler, die uns hier besiegt, werden dann nicht mehr gerügt. schauderhaft sein Rand; es deckt mit finstrer Hülle ein unbekanntes Land. ser Sehnen, Alles, Alles wird erfüllt. Herzen, die sonst heiß gewallt, liegen ruhig dann und falt. 4. Läg auch meines, von den Sorgen dieses Lebens unempört, in der Erde Schooß verborgen, wo nichts seinen Frieden stört! Kühles Grab, o wann nimmst du mich in deine stille Ruh? 2. Das Lied der Nachtigallen tönt nicht in seinen Schooß. Der Freundschaft Rosen fallen nur auf des Hügels gen 3. Verlaßne Bräute rinumsonst die Hände wund; der Waisen Klagen dringen nicht in der Tiefe Grund. 4. Doch sonst an keinem Orte wohnt die ersehnte Ruh; nur durch die dunkle Pforte geht man der Hei math zu. 5. Das arme Herz, hienieden von manchem Sturm bewegt, erlangt den ewgen Frieden nur, wo es nicht mehr schlägt. 3. Unfre Seufzer, unsre Mel. Seelenbräutigam Thränen werden ewig dann 691 Still erheben wir unzu dir. Herr, wie könnten wir mit Grauen nur ins Grab hernieder schauen? Hoffnung sendest du uns vom Himmel zu. 2. Du bists, der uns liebt, wenn er nimmt und gibt. Ja selbst, was wir hier beweinen, wird einst freudenreich erscheinen, wenn auch uns zur Gruft deine Stimme ruft. 3. Gott unter besondern Umständen. 499 7. Ach, dieß nur mach uns stille: wir sind in deiner Hand, und gnädig ist dein Wille, allweise dein Verstand. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück und lenfft von trübern Tagen uns wunderbar zurück. 9. Auch wenn des Todes Grauen uns plöblich nieMel. Christus, der ist mein 692 Verzeib ber tie- derreißt, darf unser Geiſt fen Trauer, die unser Herz erfüllt! Wir sehn mit bangem Schauer des Todes Schreckensbild. dir trauen. Du liebest unsern Geist. 2. Was ist des Menschen Leben! Was ist des Menschen Kraft! Wie schnell, von Angst umgeben, wird er dahingerafft! 10. Er fann und wird nicht sterben, er eilet nur hervor, entreißt sich dem Verderben und schwebt zu dir empor. 11. O lebr uns wachen, beten und stets beſonnen sein, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freun. 12. Da schwinden dann die Schrecken auf ewig von uns hin. Da sehen wir und schmecken, der Tod war nur Gewinn. Am Grabe Frühverstorbener. In eigener Melodie. 693 ur frühen Gruft 3. Gott, wir zagen nicht. Du gibst Trost und Licht und du willst zum bessern Leben auch durch Leiden uns erheben. Bis zum Tode sei unser Herz dir treu! Bei Beerdigung eines Verunglückten. 3. Gesund und muthig schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bereitet, und ach, er ist nicht mehr. 4. Wer zählet die Gefahren, die uns auf Erden drohn? Willst du uns nicht bewahren, so stürzen sie uns schon. 5. Auf allen unsern Wegen umhüllt uns Dunkelheit, und oft ist Noth zugegen, wo unser Herz sich freut. 6. Doch Alles, was geschiehet, erfolgt auf dein Gebot. Du willst, der Tod entfliehet. Du willst, so kommt der Tod. uns begleitet! So will es Gott, der dir dein Loos bereitet und nun dich von uns zu sich ruft. 2. Er 500 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Er nahm dich auf zum Kinde seiner Gnade; er führte dich auf seines Sohnes Pfade und lenkte deines Lebens Lauf. 3. kurze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freuden, so heißt dich Gott schon wieder von uns scheiden. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 4. Du bist beglückt. Entronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Christen schon sein Ziel verrückt. 5. In steter Ruh, in ungestörtem Frieden wohnt nun dein Geist, und tröstend sieht hienieden Gott deiner Weltern Thränen zu. 6. Flagt nicht so sehr bei eures Kindes Bahre! Es ging zu Gott im Frühling ſeiner Jahre, und dieser Gott ist unser Herr. 7. Es war sein Pfand, er hat es euch geliehen. O gebts ihm gern! Laßt euren Liebling ziehen! Er zieht ja in sein Vaterland. 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der Blume schnell verblüht, und die Mutter nun verloren ihre ganze Hoffnung steht; ach, dann will ihr Herz verzagen, dieser Trennung Schmerz zu tragen. 3. Wenn der Tod im edlen Sohne seine Lust dem Vater raubt; wenn des Hauses Stütz und Krone sinket mit des Vaters Haupt; Mütter von den Kindern scheiden: Gott, was gleichet diesen Leiden! 4. Ach, es müßte unterliegen dieses arme, schwache Herz, hilfst du nicht, Herr, uns siegen über Tod und Trennungsschmerz. Deine Rechte schlägt uns nieder; deine Rechte hebt uns wieder. 5. Wandeln nicht in hohen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten wir sie nicht beneiden um den früh errungnen Lohn? Du wirst uns im bessern Leben die Verlornen wiedergeben! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 6. Vater, deines Trostes 694 Wenn der Stifter Quelle trodnet auch am der Geschlechter unsre Lieben zu sich rust; wenn die Söhne, wenn die Töchter sinken in die frühe Gruft; ach dann fühlen unsre Herzen unaussprechlich tiefe Schmerzen. Grabe nicht. Selbst des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns dort als Glück erscheinen. Mel. unter besondern Umständen. Mel. Alles ist an deinem Segen 695 rbentöchter, Er densöhne, seid nicht stolz auf Reiz und Schöne; trotzet nicht auf eure Kraft! Eures Mundes Hauch verflieget, eures Lebens Quell versieget, und des Starken Arm erschlafft. 2. Doch, ihr Christen, 501 vergehet, nur das Eitle bleibt zurück. Wie die Gottheit unvergänglich, wie der Himmel überschwenglich ist des Christen wahres Glück. 4. Nein, umsonst ist nichts geboren. Alles ruhet unverloren in des ewgen Vaters Schoos! Süße Hoffnung! Holder Glaube! Alles windet einst vom Staube herrlicher sich wieder los. 5. Leibesschönheit wird verblühn; Seelenschönheit nie entfliehn; sie ist für die Ewigkeit. Reiner Sinn und echte Tugend lohnt mit ewig froher Jugend, lohnt mit Himmelsfeligkeit. 6. Himmelsseligkeit beste het; nur der Erde Glück Am Grabe eines edlen und verdienten Mannes. seid nicht traurig, wenn so Mel. Alle Menschen müssen früh, so dumpf, ſo schaurig 696 Wer mit Luft und euch die Sterbeglocke ruft: edler, fräftiger, verklärter, liebevoller, liebenswerther überfliegt der Geist die Gruft. 3. O was ist des Grabes Höhle! Eine tugendhafte Seele fürchtet nicht, hinabzusehn! Ueber Grab und Grabestrümmer wird der Geist im Sonnenschimmer himmlischer Erkenntniß stehn. seine Brüder zu erfreun; wer der Welt zum Segen lebte, soll uns unvergeßlich sein! Sein Gedächtniß bleib und daure! Seine Nachwelt flag und traure! Wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schätzen kann. 2. Laßt uns alle hente klagen, denn es starb ein edler Mann! O wie Viele müssen sagen: mir auch hat er wohlgethan! Ja, gerecht sind unsre Zähren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und unser eignes Herz ehret unser Leid und Schmerz! 3. Seines schönen Lebens Thaten bleiben segnend uns zurück; und die Frucht der edlen Saaten sei für Nachwelt Heil und Glück! Preis und Ruhm dem theuren Namen! Seine Tugend nachzuahmen; edel, wie er war, zu sein, wolle Gott uns Kraft verleihn. Am 502 Gesinnung und Verhalten des Christen Am Grabe eines ver- Trost und Gelübde auf dienstvollen Lehrers. Gräbern. Mel. Liebster Jesu, wir sind Mel. Auf, Christenmensch! 697 Sanft, wie er ge- 698 jeweihter Ort, wandelt hat, endete, zum Trost der Seinen, dieses Edlen Erdenpfad, und wir schaun ihm nach und weinen. O er hat uns treu belehret und zum Guten hingekehret. wo Saat, von Gott gesät, dem großen Tage der Nerndte reift! Sei mir gegrüßt, du Ort, wo jede Klage verstummt, wo Mancher Ruhe fand, der fie auf Erden nie gekannt. 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Vater, das hat er verkündet und, gestärkt durch deinen Geist, Vieler Seelen Heil gegründet. Uns zu Jesu zu erheben, war sein eifrigstes Bestreben. 3. Treulich ging er selbst den Pfad hoher Tugend bis ans Ende und gab nun nach deinem Rath seinen Geist in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre trocknet unsre Wehmuthszähre. 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hören wir, wie Jefus ruft: felig ist, wer an mich glaubet! Ja, des Himmels Heil und Frieden ist den Redlichen beschieden. 5. Laß, o Herr, die edle Saat, ausgestreut von unserm Lehrer, fruchtbar sein in Wort und That, und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, dort desHimmels Bürger werden! 2. 3war flossen hier der Thränen viel, wenn von des Freundes Herzen den treusten Freund das Schicksal riß; mit tiefgefühlten Schmerzen hab ich auch selbst, ach, manchem Freund die Abschiedszähre schon ge weint! 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaffet Ruh den Müden, nimmt Leidenden die Bürde ab und bringt zum ewgen Frieden. Weint, Freunde nicht; denkt: Wiedersehn! Die Todten werden auferstehn! 4. Belebend sinkt ein Sonnenstrahl einst auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wieder. Im Winter starb die Blume; seht, sie blüht, vom Frühlingshauch umweht! 5. Und was man hier der Erde gibt, ist nur des Geistes Hülle. Unsterblich ist des Menschen Geist; Vernunft unter beſondern Umständen. 503 nunft und guter Wille er hat die Macht des Todes hebt uns über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Seligkeit. ganz bezwungen und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt, sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben sein; und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, selbst bei der Gräber Grauen. Ich bin getrost und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: Ich leb, und ihr sollt leben. 6. Drum kann mein Blick vom Todtenfeld zum Himmel sich erheben; und winkt auch mir das fühle Grab, darf ich nicht ängstlich beben. Ich pflücke nach vollbrachter Zeit die Blume der Unsterblichkeit. 7. Was ihr einst wart, das bin ich jetzt, ein Pilger hier auf Erden; was ihr, entschlafne Brüder, seid, werd ich vielleicht bald werden. Nun dann; durchs Todesthal eilst du, mein Geist, dem Vaterlande zu! 8. Doch dem nur wird der Uebergang zu jenem Baterlande ein Weg zum Heil, der muthig hier des Lasters Sklavenbande zerriß, der in der Prüfungszeit sein Herz der Tugend treu geweiht. 9. Auf Gräbern der Entschlafnen sei der Tugend Bund aufs neue versiegelt; hier gelobe ich der Tugend enge Treue! Ja, heilig fei mir jede Pflicht, bis einst mein sterbend Auge bricht! Mel. Es ist das Heil uns 699 Mein Heiland lebt und 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub; er wird doch wieder leben und einst sich neu gebildt erheben, aus der Verwesung Staub wann du, o großer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben aufzuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, läßt in dein Reich mich gehen. Forthin von feiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. D welch ein felig Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmelreich, unsterblich, dei 504 Gesinnung und Verhalten des Christen deinen Engeln gleich, vollkommne Lust genießen. 6. Denn wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligen umgeben, genießen deine Herrlichkeit. was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden! 7. Laß die zukünftge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben und oft in die fer Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben und als dein Jünger dir zum Preis nach deinem Wort zu leben! Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste selbst damit mein Herz: es kommt ein beßres Leben! In eigener Melodie. 700 wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekom men! Ihr seid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. 2. Hier, ach hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg und Furcht umgeben. Was wir hier kennen, ist noch kein vollkommnes Glück zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in sicherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward beschieden. Kein Schmerz, kein Leiden stört euch im Ge nusse reiner Freuden. 4. Abgetrocknet find all eure Thränen, ihr genießt schon, wonach wir uns sehnen; ihr hört und sehet, was des Menschen Geist hier nicht verstehet. 5. Ach, wer wollte denn nicht fröhlich sterben und statt Erdenglücks den Him mel erben? Wer wollt in Zeiten sich auf diesen Wech sel nicht bereiten? 6. Hilf uns, Jesu, ernstlich danach streben! Komm und führ uns zu dem höhern Leben, wo deine From men erst zur vollen Ruh und Freude kommen! Trost des Wiedersehens. Mel. Wann mein Stündlein 701 Shwer liegt der Trennung Last auf mir; wie lieb ich sie, die Meinen! O laß, mein Gott, mein Gott, vor dir mich diese Frage weinen: werd ich, nach meinem Tode gleich, werd ich, o Herr, in deinem Reich die Meinen wiedersehen? 2. Wohl mir, o Gott, ich unter besondern Umständen. ich höre schon des Geistes Stimme wehen; sie ruft mir zu in sanftem Ton: Du wirst sie wiedersehen! Bist du nur fromm, find fie nur gut, dort oben unter Gottes Hut wirst du sie 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleich gesinnten Frommen. Sie werden all in Gottes Licht aufs neu zusammenkommen, forthin durch keinen Tod getrennt; denn Gottes Engel, der sie kennt, führt alle dort zusammen. 4. Der Freund sieht seine Freunde dann am Throne Gottes wieder; der Gatte trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder. Die Mutter sieht, umarmt ihr Kind; denn alle guten Seelen sind in Gottes Stadt beiſammen. 5. Drum laßt uns hier schon Hand in Hand auf Gottes Wegen gehen, damit wir dort im Vaterland uns einst beisammen sehen. Wie wird uns sein, wenn wir uns sehn, wenn wir uns froh entgegengehn, forthin uns nie zu trennen. 6. So seid getrost und freuet euch; laßt nicht die Hoffnung schwinden: wir werden in des Vaters Reich uns alle wiederfinden! O 505 Wiederfehn, o Wiedersehn, wie wirst du unser Glück erhöhn; wie trösteſt du die Seele! Mel. Halleluja! Bringet Ehre 702 Wiederſehn! mit lauten gen flopft dir jede Brust entgegen! Nimmer kann das untergehn, was ins Herz wir liebend schlossen; und wenn Abschiedsthränen flossen, hoffte Freundschaft Wiederfehn. 2. Wiedersehn! In holden Bildern will uns die Natur dich schildern; drum verjüngt sie sich so schön. Strahlen nach der Nacht Wenn der Morgenröthe die Berge malen, spricht die Sonne: Wiedersehn! Bu dei3. Wiedersehn! nen Freuden wachsen Blumen frisch und kleiden herrlich sich in Frühlingswehn! und der frohen Nachtigallen fummerfreie Lieder schallen: hofft getroft ein Wieversehn! 4.Wiedersehn! Mit Gruß und Segen o wie schmacht ich dir entgegen über Auen, Ström und Höhn! Theure, aller Welt Gewalten sollen meinen Fuß nicht halten: ja, ich werd euch wiedersehn! 5. Wiedersehn! Dich darf ich hoffen! O, ich seh den Y Him 506 Anhang.in Himmel offen, winkt der ruf ich mit schon blasfem Herr mir, heimzugehn! Munde: Ewig, ewig WieTheure, in der letzten Stunde dersehn! Anhang. Mel. Wunderbarer König 4. Du vergiebest Sünde, 703 Unumschränkte hörst der Sünder Flehen, Liebe! gönne blöden Augen, die zum Irdischen kaum taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmücken und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Born erreget. 5. Herr, es hat noch Reiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen: wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senfet, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbar2. Wasser, Luft und Erde, ja, dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3. Was wir davon denfen, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden so viel Millionen Schulben, und dazu ohne Ruh lieben, die dich hafsen! Herr, wer kann das faffen? men. 6. Höchster! sei gepries sen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Scepter führet. Fabre fort, Bions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lie ben! Mel Anhang. Mel. Schon ist der Tag von 704 Die Erb ist Jefu Christi, sein, wer auf der Erde wohnet: deß müsse sich die Erde freun und wer auf Erden wohnet! Er schuf, er rettete die Welt: er trägt, er seg net, er erhält die Welt, die er beherrschet. 507 will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn! Der Himmel Himmel ist fein Thron, der Erdkreis seine Fußbant. 6. Kommt willig, willig in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König: er will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, dieser König fei? Der Sohn, der seinem Bunde tren den Himmel gibt den Seinen. 2. Wer auf der Erde, wer gehört zum Volke der Erlösten? Wer darf, des hohen Segens werth, sich seiner Herrschaft trösten? Der, der zu dir, o Mittler, fich bekehrt und gläubig wird und dich zu seinem Herrn erwählet. Mel. Mein ganzer Geist 3. Und wer, in deinem 705 Triumph! TriBlute rein, der sich befleißet; Unschuld wagt, sich vom Wahne zu befrein, der nur den Lüften gleißet; wer fromm ist, wandelt, wie er glaubt, sich keine Misfethat erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade. umph! und Lob und Dank dem, der des Todes Macht bezwang und uns, den Staub, erhöhte. Der hche Sieger überwand. Nacht war um ihn und sie verschwand in heller Morgenröthe. Bebet! gebet, stolze Spötter, unserm Retter Preis und Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre. 4. Wer auch umringt mit Leiden gern erfüllet sein Verlangen, der wird den Segen seines Herrn im vollen Maaß empfangen; den macht er seiner Herrichaft werth; der ist sein Erbe, der gehört zum Volte der Erlösten. 2. Heil uns! Triumph! das Grab ist leer. Fest steht es wie ein Fels im Meer das Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen! Hölle! fälle nun den Sieger, Gottes Krieger, der erstanden, 22 macht 5. Kommt, Sünder, fommet in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König: er Anhang. 508 macht nun deinen Stolz zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir gegrüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernster Stille. Nur wenig Tage werdens sein, o so empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Ewig selig werden wieder diese Glieder auferstehen, wer den die Verklärung sehen. läßt in seinen Thaten sehn, fein Wandel sei im Himmel. 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, uns steht der Himmel offen. Ihn schloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen. Wers glaubt, deß Herz ist freubenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, des Hei lands Pfad zu wandeln. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort seines Heils genießen. Wer nicht sein Wort hält, dem wird er den Himmel einst verschließen. Wer wünscht zum Himmel einzugehn, der 4. Uns treibt sein Geist, daß wir der Welt uns immer mehr entwöhnen; stets sorgen, was dem Herrn gefällt, zu ihm hinauf uns sehnen. Er aber sieht auf uns herab; von uns läßt seine Treu nicht ab, bis wir zusammenkommen. 5. Tag, noch an größern Freuden reich, wann wirst du uns erscheinen? Gott macht uns dort dem Sohne gleich und stillet Leid und Weinen. Wonne, wann in Ewigkeit uns nun das höchste Gut erfreut! O Gott, schenk uns dieß. Leben. Mel. Es ist das Heil uns 706 Mit lautem Schall frohlocken wir: der Herr ist aufgefahren! Wir sind zwar Pilger noch allhier und unter viel Gefahren; doch sinkt drum un fer Muth nicht hin; durch Jesum wissen wir, wohin Mel. Nun danket Alle Gott uns unsre Wallfahrt füh- 707 Gelebt ſeiſt du, ret. für deines Wortes Lehre! Gib, Vater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre! O mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf meis nen Wegen sein! 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen! Höchster, leite selbst den forschenden Verstand: so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie Anhang. 3. Wie thöricht ist es doch, blos andern Menschen glauben! Das heißt sich selbst den Grund zur ewgen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Nichtschnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre! Verleih mir deinen Geist, der Lust und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit sucht, prüft, glaubt, bewährt und übt! Du lebst; auch ich werd leben! Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht! Dieß stärket meine Zuversicht. 708 Herr, Bubersicht! stärke mich! Laß mich den Mel. Auf, Christenmensch! du 6. In diesem Glauben Trost empfinden, den größen Trost, daß ich durch dich den Tod soll überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht: denn du bleibst meine Zuversicht! 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den Saamen auszustreuen: bort wird der herrlichste Gewinn der Aerndte mich erfreuen. Ich leide, doch verzag ich nicht: denn du bist meine Zuverficht! 509 nennts fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Sünder dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht! 4. Sint immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub; dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! 3. Hier trag ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die Welt, die sie nicht faßt, 5. Herr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab Herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht! Mel. Der unsre Menschheit 709 Erhöhter Jeſu! Gottes der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen, du wirst dereinst zu rechter Zeit in gro Ber Kraft und Herrlichkeit vom Himmel wiederkommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun! Y 3 2. Wer Anhang. 510 2. Wer faßt, o Heiland, jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen! Wann du auf lichten Wolten einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die sich vor dir, Herr, beugen; dann sieht die Welt die Majestät, zu der dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab und schafft ein neues Leben. Auf 710 Gerichte, du Mel. Befiehl du deine Wege ch denk an dein deinen Wink muß Erd und Meer das große unzählbare Heer der Todten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neu beseelt nun alle auf, und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den bestimmten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Bein; den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, daß du der Erde Richter bist. 5. O gib, wann nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh und mit dir in den Himmel geh, befreit von Fluch und Sünde! Laß mich im Glauben standhaft sein und auch die kleinste Sünde scheun! 6. Dein Name sei mir ewig werth, und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben! Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Herrlichkeit. Richter aller Welt! Der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! Mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht und mein Gewissen lehren: du haltest einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heilge Menge erhabner Engel steht. Welch herrliches Gepränge! Welch hohe Majestät! 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheinen vor deinem Richterthron; den Sün dern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. 4. Froh Anhang. 4. Frohleckend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht; schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlöst von aller Müh, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segneft sie. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in ewger Pein und führest die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Gerichte mir stets vor Augen sein und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Vor dir laß fromm mich wandeln und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 4. Sollt ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Bessrung reicht? Vom Troste leer muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelhaft gering sie schätzt. 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offen sei; damit mich ja nicht die Verstockung, wenn ich mein Le ben ohne Reu im Sündendienste zugebracht, zu deinem Zorngefäße macht. daß 6. Sich bessern ist der Weg zum Leben, drum laß mich 4 7. Ist dann dein Tag vorhanden; wird diese Welt vergehn: so hoff ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit; führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 511 Stimme lockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, dabei das Herz sich leicht verstockt, wenn du selbst das Gewissen rührst und zum Gefühl der Sünden führst. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einzgen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört und redlich sich zu dir bekehrt! 3. Den rettest du von dem Verderben, nimmst seine Buße gnädig an, machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Vaterhuld; er tilget meine Sündenschuld! Mel. Wer nur den lieben Gott 711 Gott, hilf mir, thue, weil mich noch deine 512 Anhang. mich in der kurzen Frist, mir deine Treu mit Se die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sündendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffenheit! Wie selig bin ich dann schon hier; wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! In voriger Melodie. 712 Mein Herz, er muntre dich zum Preise des Gottes, der dein Vater ist! Bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nützlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe widerfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht gen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegeneilt; und wenn sie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ich michs versehn, und hilfst mir und erhörst mein Flehn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste. Und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn mich das Elend ganz ergreift, so Legt sich dein Erbarmen brein, mich vom Verderben zu befrein. 6. Du bist mein Heil! Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Netter, voll. D könnt ich deine große Güte doch so erheben, wie ich soll! Doch meine Kraft reicht nicht dahin: du weißt es, Gott, wie schwach ich bin! 7. Und hätt ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir besungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch, du fiehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Reblichkeit und hörest selbst das schwache Lal Anhang. Lallen der Deinen mit Bufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb im böhern Heiligthum. Mel. Herzliebster Jesu! ch will, mein 713 nig, dir lobsingen und ewig Ehre deinem Namen bringen. Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! Dich will ich loben! 513 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten wiederhalle und deine Wahrheit, deine Huld besinge und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barmherzig, gnädig und von großer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an allen sein Wohlgefallen. 7. Jehovah, alle deine Werke sollen dir jauchzend aus allen danken. Deine Frommen ten sich bestreben, dich zu erheben! 8. Ja, ewig will ich deinen Namen loben! Von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müſse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. 2. Der Herr ist groß; wer kann ihn gnug erheben; wer kann mit seinem eifrigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und Mel. Allein Gott in der Höh empfinden, wer Gott er- 714 Stimmt unferm Gott 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben, dich werden unsrer Kinder Kinder loben und deine Macht befingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig, wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! Das preis ich, daß dein Nam erhoben werde, der ganzen Erde. lied an mit freudigem Gemüthe; es rühm und preise, wer da kann, den Geber aller Güte! Er macht uns frei von aller Noth; drum lobet ihn, drum lobet Gott und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem 5 er Anhang. 514 er alle Ding erhält: drum danket seinem Namen! Lobt Gott und preist ihn früh und spat: ja, Alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad uns allen hat gegeben; der uns durch 715 Hab ader Noth, In eigener Melodie. Acht auf mich seinen Engel schüßt; der täglich schenket, was und nützt: drum banket seinem Namen! 4. Lobt Gott! Er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ewge Lebenskron durch seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott gemacht rnd seinen ganzen Rath vollbracht: drum dantet seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert und auf den Weg des Lebens führt: drum dan fet feinem Namen! 6. Lobt Gott! Er hat dieß gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt und das den Himmel in sich hält: drum danfet ſeinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr star ten Seraphim; ihr Engel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! großer Gott, Herr aller Herren, wann Satans Wuth, die Höllenrott den Rachen gegen mich aufsperren, wann sie mich suchen zu verschlingen und in die höchste Noth zu bringen, so bitt ich dich herzinniglich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 2. Hab Acht auf mich, wann mich die Sünd will von dem höchsten Gut abwenden, so halte mich, Herr, als dein Kind, mit deinen treuen Baterhänden; bleib du mir stets in den Gedanken; laß mich von deinem Wort nicht wanken; wann Sünden in mir regen sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 3. Hab Acht auf mich, wanns gehet wohl, wann mir die Glückessonn will scheinen, die meine Seel macht freudenvoll, daß sie Nichts wissen mag von Weinen, daß ich dem blinden Glück nicht traue, vielmehr auf deine Güte schaue: weil oft das Glücksrad wendet sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 4. Hab Anhang. 4. Hab Acht auf mich und steh mir bei, wann mir das Unglück braust entgegen, daß ich nicht zu verzaget sei und weichen mög von deinen Wegen, die mir zu wandeln sind befohlen; und wann mir auch des Kreuzes Koblen mein Herze brennen bitterlich, mein Bater, so hab Acht auf mich. 5. Hab Acht auf mich, wann ich gesund, wann ich empfinde feine Schmerzen; wann keine Klag in meinem Mund, noch Trauern ist in meinem Herzen; damit ich bei gesundem Leibe dir dankbar und gehorsam bleibe, auf daß ich nie vergesse dich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 6. Hab Acht auf mich, auch wann ich frank, wann die Gesundheit will verschwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehm die Arzenei der Sünden; laß Mel. Gott des Himmels und der 716 Thut mir auf die führt in Gottes Haus mich ein. Ach, wie wird an diesem Orte meine Seele fröblich sein! hier ist Gottes Angesicht; Hier ist lauter Trost und Licht. 515 mich nicht ungeduldig werden und denke, daß ich Staub und Erden; auch wann die Schmerzen mehren sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 7. Hab endlich dann auch Acht auf mich, wann ich der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in ein ander Leben, daß mir das frohe Glaubensende ertheilet werd in deine Hände; daß ich bei dir leb ewiglich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 8. Ach, laß mich doch nicht aus der Acht, wann uns dein jüngster Tag erscheinet: der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hie nicht gemeinet; laß mich zu deiner Rechten stehn und zu des Lammes Hochzeit gehn; mein Jesu, dann hab Acht auf mich, so will ich ewig preisen dich. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. 3euch doch in mein Herze ein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich 26 vor 516 Anhang. vor dich treten, heilge du Stärk uns doch! Laß die Leib, Seel und Geist, daß Zungen singen, laß die mein Singen und mein Be- Stimmen flingen! ten ein gefällig Opfer heißt. Heilge ou, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samforn in mich fällt: gib mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Etärk in mir den schwachen Glauben, laß dein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmels brod, tröste mich in aller Noth. In eigener Melodie. 717 underbarer König, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen. Deines Vaters Güte hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Stärke mehr, als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonne, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern! Seid bereit, zu ehren einen solchen Herren. 3. O, du meine Seele, singe fröhlich, finge, finge deine Glaubenslieder! Was da Odem holet, jauchze, preise, flinge! Wirf dich in den Staub danieder. Er ist Gott Zebaoth! Er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet. Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Hers zen ihm ergiebet. O, wohl dir! Glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Mel. Wer nur den lieben Gott 718 daß ich tauſend Bungen hätte einen tausendfachen und Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblieb nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O Anhang. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! daß mein Blut mit Jauchzen wallte, solang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euern Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 517 7. Auch hab ich es mein Lebetage schon so manch liebesmal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein! 9. Ich will von deiner Güte singen, solange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, solange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor! Mel. Freu dich sehr, o meine S. 719 Warum willst du draußen hen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern, du, mein Jesu, meine 4 518 meine Freud, Helfer in der rechten Zeit! Hilf, o Hei land, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. Anhang. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starfer Hammer mir mit seinem Schrecken macht. Oder schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget! 3. Will ich dann mein Elend lindern und erleichtern meine Bein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich tiefer noch hinein; da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute eunde, die mein lachen. 4. In der Welt ist Alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichthum, was ists mehr, als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie werth? Was ists, das mich heut. erfreue, das mich morgen nicht gereue? 5. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Erfreuen erst man er Leuchte iſt die Weide, da recht fröhlich ist. mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 6. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo kommt und zeucht er ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüth und Seele, flag ihm, was dich drückt und quäle. 7. Was du Böses hast begangen, das ist alles abgeschafft, Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft, Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 8. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Mel. Schwingt, heilige Gedanken 720 Der beilge Christ ist kommen, der theure Gottessohn: deß freun Anhang. freun fich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde liegt gefangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg. 3. Nun find nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschooß, er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrautend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da! Er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder kommt herein! Mel. Wach auf, mein Herz, oder: Nun laßt uns Gott den Herren 519 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 4. Also auch, und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Noth und Trübfal bligen, in seinem Schooße sitzen. 721 Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 5. Ach, Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 10. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Bera Anhang. 520 rather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 11. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 12. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 13. Das alles wollst du geben, o unsers Lebens Leben, uns und der Christenschaare zum selgen neuen Jahre. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 722 Jeſus soll bie Losung sein, da 4. Unfre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird Alles wohl' bestehen und durch seinen Gnadenschein Alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterfeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. 6. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein Gnadenzeichen, unsers Landes bestes Theil, dem kein Kleinob zu vergleichen, Jesus unser Schutz und Hort, bleib uns Losung fort und fort. ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf Wege gehn. 2. Jeju Name, Jeſu Wort 723 Inent Grabe, du < ch geh zu deischalweil ich soll in der Gemeinde len; und so oft wir an den Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. großer Osterfürst, die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht; wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu Mel. Valet will ich dir geben, oder: Befiehl du deine Wege Anhang. 521 zu legen, was Asch und Palmen, die dein Volk dir Staub vermehrt; weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; drückt mir die Augen zu: so sell mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. heute bringt, das mit frohen Osterpsalmen den erkämpften Sieg befingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordgeschrei, da des Todes Nacht vorbei und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da: Gott sei Dank, Halleluja! 4. Dein Grab war wohl versiegelt, du sprengtest es entzwei. Wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich, da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Ted! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Noth. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. 2. Stecke nun dein Siegeszeichen auf der dunkeln Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen; Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns allen, o so jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs lieblichste gefallen, denn der Delzweig grünet da: Gott sei Dant, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gib Erleuchtung deinen Knechten, daß fie geistlich auferstehn. Hält nimm die der Schlaf uns noch gefangen Mel. Sollt ich meinem Gott nicht 724 Ueberwinder, 522 Anhang. gen, o so fördre du den sprechen auch allda: Gott Lauf; rufe mächtig: Was sei Dank, Halleluja! chet auf! Denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da: Gott sei Dank, Halleluja! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wann die letzte Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gib uns in den höchsten Nöthen, gib uns mitten in der Bein deinen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blühet da: Gott sei Dank, Hallelujah! 6. Beige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das fühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverLoren, unser Hirte hütet da: Gott sei Dank, Halleluja! 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunkeln Nacht, wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben; dann wird die verjüngte Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben und wird Mel. O du Liebe meiner Liebe 725 Wa andle leuchtender und schöner, Oftersonne, deinen Lauf, denn dein Herr und mein Versöhner stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt er sterbend beugte, bargst du dich in nächtgen Flor; doch jetzt komm herab und leuchte, denn auch er stieg längst empor. 2. Erde, breite dich in Frieden unter deinem Himmel aus, denn dein Herr ist nicht geschieden, er zerbrach des Todes Haus, deine starken Felfen bebten, als er seinen Geist verhaucht. Grüße nun den Neubelebten, wonnevoll in Licht getaucht. 3. Doch du selber, meine Seele, fag, wie feierst du den Tag, da der Herr des Grabes Höhle mit gewaltgem Arm durchbrach? Feierst du sein Auferstehen auch in rechter Osterfreud? Kann man an dir selber sehen, welch ein hoher Festtag heut? 4. Bist du mit ihm auferstanden aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden losgerun Anhang. 523 rungen, frei gemacht? Oder höchstverklärte Majeſtät! liegst du noch verborgen und in deinen Sünden todt? Kündet deinen Ostermorgen noch kein helles Morgenroth? 5. dann laß dich nicht bedecken länger nicht die finstre Nacht; sieh dein Herr ist, dich zu wecken, von dem Tode aufgewacht! Komm, vom Schlaf dich zu erheben, komm, der Fürst des Lebens ruft! Wache auf zum neuen Leben, hervor aus deiner steig Gruft! 6. Sieh, er reicht dir hülfreich, gnädig die durch bohrten Hände hin, macht dich der Betäubung ledig, weckt mit Liebesruf den Sinn. Keine Strafe sollst du scheuen, darum bleibe nicht zurück, raff dich auf, dich zu erfreuen an des neuen Lebens Glück. 7. Sieh, dein Herr ist auferstanden, daß du könntest auferstehn, aus der Sünde Haft und Banden in die schönste Freiheit gehn! Willst du ihm dich nur ergeben, streift er deine Ketten ab, und du siehst dein altes Leben hinter dir als leeres Grab. Mel. Alle Menschen müssen sterben iegesfürst und Ehrenkönig, 726 Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber doch erhöht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaus entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und Wonne durch die Himmelsgeister fließt; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen. Schau, dein armes Kind auch hier rufet Hosianna dir. 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Muth noch mollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 4. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel deinen Füßen alle Feinde legen sich). Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum Weltenende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 5. Du kannst Alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Her 524 Anhang. Herzens Pforten stehen of ihn umgebracht und in der fen, komm herein! Kemm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren, ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron. Tauf erstickt, mit dessen Tod und Blute als mit dem höchsten Gute, der uns im Tod erquickt. 6. Deine Auffahrt will mich heben, bringt mir Gott und Himmel nah. Lehr mich nur im Geiste leben, gleich als wärst du sichtbar da. Fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich versetzt, da mich Jefus nur ergötzt. In eigener Melodie. 727 euch ein zu dei Onen Thoren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast. O hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinein Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast 4. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll, dein Beten wird erhöret, dein Singen flinget wohl, es steiget himmelan, es steiget sonder Ende, bis der sich zu uns wende, der Allen helfen kann. 5. Du bist ein Geist der Freuden, das Trauern willst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal! 6. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft Feind du bist, willst, daß in Liebesflammen sich wieder thu zusammen, was voller Zwietracht ist. 7. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenber zen wenden, wie dir cs wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 8. Beschirm die Obrigtei Anhang. feiten, bau unsers Fürsten Thron, gib Glück zu unsern Zeiten; schmück, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottes furcht und Tugend das Volt im ganzen Land. 9. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widerseßet und, was dein Herz ergötzet, aus unserm Herzen reißt. 10. Richt unser ganzes Leben allzeit nach teinem Sinn, und wenn wirs sollen geben in Todes Hände bin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 525 Wort, gib, daß es schall an allem Ort. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wert ist unsers Mel. Erhalt uns, Hers 728Ah beiß bei uns, Herzens Trutz und deiner da2. In dieser schwerbetrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis an das End. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach, Gott, es geht. gar übel zu; auf dieser Erd ist keine Ruh; viel Secten und groß Schwärmerei jetzt kommen haufenweiß herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die mit Gewalt sich heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. bei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Hilf leben uns nach deinem Wort und darauf muthig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar Mel. Es ist das Heil uns kommen sicher, faul und kalt; gib 729 Die Feinde deines Glück und zu deinem dein 526 Anhang. dein Reich, Herr, zu zerstören. wiß; vor Irrthum und Du aber, Mittler, Gottes vor Finsterniß bewahr uns Sohn, kannst ihrem Trotze bis ans Ende. wehren. Dein Thron be-, stehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum fonnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herr schaft noch auf Erden weit verbreiten und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang Mel. Valet will ich dir geben bring alle Welt dir Preis 730 Bis hierher und und glaub an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd fich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren! Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläubgen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unfre Seelen Rub in deiner Gnade finden. Mach unsers Glaubens uns ge6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk, dir unterthan, gern dein Gesetz erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenkinder sammelst. 7. Boll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine Frommen und freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottesſohn, den uns verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich ererben. Noch lebt der starke Held, der sich, ein rechter Streiter, für seine Kirche stellt. 3hr Feinde möget wüthen, euch schon des Sieges freun: uns wird der Herr behüten, euch auseinanderstreun. 2. Wir stehn auf festem Grunde, wir haben Jesum Christ, der unserm Glaubensbunde ein Fels und Eckstein ist. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn ausgeht, und er ist unsre Schanze, wenn unser Feind aufsteht. 3. Wer Anhang. 527 3. Wer will von ihm daß du es liebst, nach deiuns scheiden, der blutend uns erwarb, als er nach schwerem Leiden den Tod am Kreuze starb? Wir bleiben an ihm hangen in Noth und Traurigkeit, gebunden und gefangen, mit Christenfreudigkeit. nem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Heerden mit den Hirten selig werden. 4. Ungläubge, ihr mögt frotten, erfinden bösen Rath und euch zusammenrotten zu jeder Frevelthat: Er, Christus, ganz alleine, beschützt, die ihm vertraut, die heilige Gemeine, auf ihn, den Fels, gebaut. 5. Und wenn auch Berge weichen und Hügel sinken ein: die Kirche ohne Gleichen wird wohl bewahret sein. Er wohnet bei ihr drinnen und hütet früh und spät: hell glänzen ihre 3innen, darauf sein Zeichen steht. Mel. Mein ganzer Geift, 731 Jesu, Herr der Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerde, du fichst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werde. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt, Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist las auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, das folgfam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste ſtehn und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unfern Lehrer, unfern Freund, uns dir entgegenführen. Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein Un= Anhang. Unterpfand; laß keine ihn Schmerzen tilg in Gnaden; verlieren. Jesu, hilf du, Heil uns ganz vom Sünbeut die Hände, daß am denschaden. Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. 528 6. Sei uns geſegnet, Knecht des Herrn! Wir heiBen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand; führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir! Amen! Amen! Mit bir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. 3. Gott, heilger Geist, du werthes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus; mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, früher, später gehts zum Sterben. Hilf uns Jesu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott, Lob, Dank und Preis sei dir von Allen gleicherweis für dieß dein Haus gesungen, du hafts geschenkt und auferbaut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach hier, sind wir noch in Hütten; Herr, wir bitten, stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 732 Gott, Bater, alfer Dinge Grund, gib deinen Vaternamen fund an diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bei Sündern, als bei Kindern voller Klarheit; heilge uns 733 Weift der er mel. Dir, dir, Jehova ach auf, bu in deiner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dieß Got teshaus ist dir geweiht; o, laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit gib den Herzen; Angst und sten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stebn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegengehn, ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. D Anhang. 529 und Schein. 2. O daß doch bald dein kein Ort ohn dessen Glanz Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Nerndte doch die Hände! Gib Knechte, die in treuer Arbeit stehn! D Herr der Aerndte, siehe doch darein; die Aerndt ist groß, die Zahl der Knechte klein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 7. O beffre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes ſei. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig darum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehen. 4. So gib dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns widerfahren und brich in Satans Reich und Macht hinein. D breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach, daß die Hülf aus Zion kame! Mel. Jesus, meine Zuversicht daß dein 734 Sine Heerde und 8. Laß jede hoch und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein. Ja, sitze du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer wir und Beter fehn, die kräftig vor den Riß der Kirche stehn. verspricht, dein Volk aus dem Gefängniß nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird, freue dich, du kleine Heerde! Mach dich auf und werde Licht: Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern?- Schon ergrünt es auf den Weiden, und die 3 Herr 530 Anhang. Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden: blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, du treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle. Ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan, rauscht, verdorrete Gebeine! Macht dem Bundesengel Bahn, großer Tag des Herrn erscheine! Jesus ruft: es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. In eigener Melodie. 735 Kehre wieder, kehre wieder, der du dich verloren hast! Sinke reuigbittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Segen. Kehre wieder, zaudre nicht! 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung in die Einsamfeit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen, wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahrren Jesu Christi heilig schwörst. 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz beut Vergebung dei nem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme: Kehre wieder! fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder: neues Leben trint in seiner Liebeshuld. Bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Lang muth und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen. Er hat Trost für alle Schmerzen Anhang. zen; Er kann alle Wunden heilen, macht von allen Fletten rein. Darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 531 ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer sicher sein; Gott sieht auch mich in Christo an: wer ists, der mich verdammen kann? 5. Kehre wieder, endlich tehre in der Liebe Heimath ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein; aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute: fehre gleich! 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Chrifto mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr, ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht tot am Kreuze haft; dieß aber Mel. Wer nur den lieben Gott macht mich rein und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. 736h weiß von keinem andern Grunde, als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, von feinem andern Weg 6. Ich suche stets.vor ihm zu stehen und seh in Allem ihn nur an, nach seinem und Rath, als daß man Wink einherzugehen, daß elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schooß. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Rub; er ist mein Kleinod und mein Theil, und außer ihm weiß ich tein Heil. nichts mein Ziel verrücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sei! 3. Ich bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib 7. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn; da kann mein Wachsthum vor sich gehn. 8. Ich bleib im tiefsten 32 532 Anhang. Demuthsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig sein. 9. Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir. Laß mich stets fromm und wachsam sein, so reiBet nichts den Grund mir ein. wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 4. Himmelan: mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. Mel. Jesus, meine Zuversicht geht 737 Himmelan Bahn; die Himmelsluft vertreiben. 6. Himmelan! ach, him melan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will aldurch 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Mel. Schon ist der Tag von Gott uch, 2. Himmelan schwing dich, 738 Sud, wer da will mein Geist! Denn du bist ein himmlisch Wesen und fannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen; ein von Gott erleuchter Sinn fehrt in seinen Ursprung hin. die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr; sein Werk ist flar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was ver dorben. Uns wird das Heil durch Anhang. 533 durch ihn zu Theil; uns der nichts zu vergleichen, macht gerecht der treue der alle Königskronen weiKnecht, der für uns ist ge- chen, die uns den Himmel storben. offen zeigt. Ach, daß ich ganz in Lieb zerflösse vor deiner Liebe Wundergröße, die alles Wissen übersteigt. 2. Wie freundlich haft du mich gezogen, wie ging mir dein Erbarmen nach! Ich floh von dir und griff betrogen nach Herzeleid und Ungemach; du aber nahmst ohn mein Verlangen in deiner Liebe mich gefangen und wecktest meinen tobten Sinn. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue, mein ganzes Herz, das ich dir weihe, entreiß mirs doch und nimms dir hin. 3. Ach, sucht doch den, laßt Alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein Herzenskron und Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Bier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 739 3 ch will dich immer treuer lieben, mein Heiland, gib mir Kraft dazu. Lang hat die Welt mich umgetrieben: nun schenkst du mir die wahre Ruh: die Ruh, mit 3. Ich hange nicht an irdschen Gaben, dich, Jesu, such ich ganz allein; soll ich nichts zu genießen haben, ich will auch so zufrieden sein, dein Reich wächst nicht in lauter Freuden; lehr mich getroft und stille leiden und mach in Allem mich getreu. Nimm hin mein Wollen, Denken, Richten, mein eignes Laufen, Wirken, Dichten, daß nichts denn du mehr übrig sei. 4. Mir ist am feligsten gerathen, wenn ich aus eigner Wahl nichts thu; ein Andrer sinn auf große Thaten. Mein Geist erblicket eine Ruh, worin er leidend 33 das 534 Anhang. das vollführet, was von schämen, die kann dir Niedes Geistes Trieben rüh- mand nehmen. ret, und das heißt recht in Gott gethan. O mischte sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trieben, so fing ich recht zu lieben an. 5. Getreuer Jesu, soll ich hoffen, daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen dem, welcher ernstlich Hülf begehrt. Ich flieh zum Reichthum deiner Güte, durch leucht mein finsteres Gemüthe, daß ich, was du nicht selber bist, erkenn und haß und dämpf und tödte; so schau ich nach der Morgenröthe, wie hell die Sonne ſelber iſt. Mel. Was Gott thut, das ist 740 ich, Jesum, laß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz ergeben; du kennst dieß Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben! Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: die deiner sich nicht 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen; aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flich zu dir; du eilst zu mir; wenn mich die Feinde bassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leis den. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schutz, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. Mel. Anhang. Mel. Es ist das Heil uns err, wie du willst, 741 im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld; sonst, wie du willst, gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum. Amen. In eigener Melodie. 742 Sich hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron. Schwache Thränen, findlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon! 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenfe 535 mich nach deinem Sinn. Dich alleine ich nur meine; dein Laß dich finden, laß dich finden! Gib dich mir und nimm mich hin! 3. Herr, erhöre, ich begehre nichts, als deine freie Gnad, die du giebest, wo du liebest und man dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden! Der hat Alles, wer dich hat. 4. Hör, wie fläglich, wie beweglich, dir die treue Seele singt, wie demüthig und wehmüthig deines Kindes Stimme klingt! Laß dich finden, laß dich finden! denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden! laß dich finden! großer Gott, ich bin bereit! Mel. Befiehl du deine Wege 743 in Wohlstand Gleichen ist eines Christen Stand, wie er bei keinem Reichen von dieser Welt bekannt. Den fann auch Niemand rauben, wie feindlich er gefinnt; ein Christ ist durch den Anhang. 536 den Glauben des reichsten Vaters Kind. 2. Er kann mit Freuden kommen vor Gottes Angesicht; da wird er angenommen, und Niemand widerspricht. Was alles ihn betroffen, seis Freude oder Leid: ihm steht der Zugang offen zum Vater allezeit. 3. Er kann in großen Schaaren als Diener um sich sehn, die einst ihm Herren waren und nun zu Dienste stehn. Er ist umringt von ihnen den ganzen Lebenstag; denn ihm muß Alles dienen, was ihm begegnen mag. 4. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End: er weiß, was ihm muß werden nach Christi Testament: ein Erbtheil in dem reichen, geliebten Vaterland. Solch Wohlstand ohne Gleichen ist eines Christen Stand. ist unser Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüsten, fällt nicht ein Thränenthau hinein! Das Gold wird auf dem Feuerheerd, ein Christ in mancher Noth bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube: die Palme wächset bei der Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gefeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Muth, wie Perlen in gesalzner Fluth. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe: der Wind bläßt nur die Flammen auf, und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleich wie das Del im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete; geriebne Kräuter duften wohl, wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? Mel. Wer nur den lieben Gott 744 Je größer Kreuz mel: wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Beim trügerischen Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. Oselig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz, ie beßre Christen; das Kreuz 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan. Wer durch die Wüsten ist gegan gen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findets hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 7. Je Anhang. 537 7. Je größer Kreuz, je 3. Wohl, wenn ein sollieber Sterben; man freut ches Haus der Welt ein sich recht auf seinen Tod: denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Hand uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Scheitel trägt. Ach, dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gefreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glauben, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Mel. Wo Gott zum Haus nicht 745 Mohl einem Haus, da Jesus Christ allein das All in Allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, wie elend wärs, wie arm und leer! Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist, noch heißt! 4. Wohl, wenn das Räuchwerk und Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort! 5. Wohl, wenn im äuBerlichen Stand mit fleißiger getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art im Glauben seine Pflicht bewahrt! 6. Wohl, wenn die Aeltern gläubig sind und wenn sie Kind und Hausgesind versäumen nicht am ewgen Glück, daß ihrer keines bleibt zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Neltern werden hoch erfreut und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt meinem Hause diesen Bund: wenn alles Volk vom Herren wich, so dienen wir ihm ewiglich! 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen und Mel. Befiehl du deine Wege Gott nach seinem Willen 746 h i Erben und und Gebot! hab Anhang. 538 hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland, hier reis ich nur zum Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe; die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth gewesen? Solang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Ich habe mich ergeben in alles Glück und Leid. Was will ich besser leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten ſein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein! 4. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straßen, die zu der Heimath führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 5. Mein Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der Alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch Alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 6. 3u dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das Meist ist Eitelkeit. 7. Die Herberg ist zu böfe, der Trübsal ist zu viel. Ach, komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 8. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, fo scharrt man mich ins Grab. 9. Du aber, meine Freude, du, meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wann ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächst Andern leuchten soll. 10. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Anhang. 539 schnöden Dingen in meinem in Chrifto stirbt! O selig, Erbtheil ruhn. wer vom Laufe matt die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? du suchst so viel, und Eins ist Noth! Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil und wähl in Gott das beste Theil! 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du Lust und Schmerz; schau mit. Die Welt vergeht mit himmelwärts! Da, wo dein Schatz ist, sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Tod an Todte reiht. Sie rufen: gestern wars an mir, heut ists an dir, hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. A. Mel. Sch hab mein Sach 747 Wohlauf, wohlan, zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus! Wohlan, hinaus! Kein Bleiben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gebab dich wohl und laß dein Leid; schleuß nur getrost die Pforte zu. Was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ewgen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, ihr Lieben, folgt ihm segnend nach; hab gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl; hab gute Nacht, die Nacht ist kühl. 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph! der Herr macht gute Bahn! Sein Kreuz voran! Das winkt und deutet himmelan. 5. Ihr Glocken, tönet festlich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vorhanden ist. B. 6. O felig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab, wann, wie und wo, ist Gott bewußt; schlag an die Brust, du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 11. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Wangenroth. Im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du Anhang. 540 Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr! Dein Kreuz, dein Grab, bein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. C. 15. Nun, Thor des Friedens, öffne dich! Hinein! hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich, gönnt allzugleich auch ihm ein Räumlein neben euch! 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort; bereitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet ihm durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt; Er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja, komm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein: Amen, dein laß uns ewig sein! Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde, sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam fömmt! Steht auf, die Lampe nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegengehn. 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz will ihr vor Freuden springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je geſehn, fein Ohr hat je gehört solche Freude; drum jauchMel. Herr, wir fingen deiner 748 Wachet auf! ruft zen wir und fingen dir das uns die für Mel. 541 Mel. Liebster Jesu, wir sind Glanze bei uns, du wer749 Unsern Ausgang thes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. fegne, Gott, unfern Eingang gleichermaßen; segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und all Vermögen in uns reichlich vermehr. Anhang. 5. Ach bleib mit deinem Schuße bei uns, du ſtarker nicht truke, noch fäll die Held, daß uns der Feind böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Trene bei uns, mein Herr leihe, hilf uns aus aller und Gott, Beständigkeit verNoth! In eigener Melodie 750& rhalt uns, Serr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jefum Chriftum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme ChristenIn eigener Melodie heit, daß sie dich lob in 7523n allen meinen 3. Gott, heilger Geist, du Tröster werth, gib deim Voll einerlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Noth, Leit uns ins Leben aus dem Tod. Alles kann und hat; er den Höchsten rathen, der muß zu allen Dingen, solls anders wohlgelingen, selbst geben Segen, Rath undThat. 2. Nichts ist es, spät und frühe, um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; Mel. Chriftus, dér ist mein 751 Ach bleib mit dei er mags mit meinen Saner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. chen nach seinem Willen machen, ich ftells in seine Batergunft. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil bescheert. 3. Ach bleib mit deinem 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er ausersehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers gibet; was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch ertiest. 3 3. Ich 4. 542 4. Ich traue feiner Gnaden, die mich vor allem vor Anhang. schützt. Leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er welle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich fein träftig Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, feine und trane dem alleine, der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. In eigener Melodie. 753 Befiehl du deine und was dein Herze fränkt, der allertrensten Pflege deß, der den Himmel lenkt; der Wolfen, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Bein läßt Gott ihm gar nichts nehmen: es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut ſei oder schade dem sterblichen Geblüt. Und was du dann erlesen, das treibst du, starter Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hintern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und obgleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Anhang. 543 fel Gott nicht zurücklegehn: 10. Wirds aber sich bewas er ihm vorgenommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 16. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. finden, daß du ihm tren verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst. Er wird dein Herze löfen von der so schweren Last, die du zu feinem Bösen bisher getragen hast. 7. Auf! Auf! gib dei nem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und, der dein Leid gewandt. traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der Alles führen soll: Gott sitzt im Regimente und führet Alles wohl. 11. Wohl dir, du find der Treue: du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenfron! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand und du fingst Freudenpsalmen dem, 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unfrer Noth; stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 8. Jhn, ihn laß thun und walten: er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirft, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunMel. Der unsre Menschheit derbarem Rath die Sach 754 Gott, der du Herhinausgeführet, die dich befümmert hat. dem Falschheit stets ein 9. Er wird zwar eine, Gräuel ist, und Lügen ein Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben und sollst du für und für in Angst und Nöthen schweben, als fragt er nichts nach dir. Verbrechen, kein Wortspricht je ein falscher Mund: Allwissender, dir ist es fund, und einst wirst du es rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit sein! 2. Gott, wenn ich schwö33 2 rend Anhang. 544 rend vor dir steh, hinauf zu deinem Himmel seh, und meine Hand erhebe; wenn mit des Geistes Sammlung ich zum Zeugen dich anrufe, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmähn und frech vor dir mit Lügen stehn; dann laß mein Herz erschretfen. Web dem, der dich und deine Macht zur Hülle feiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Weh ihm, er stürzet freventlich in ewiges Verderben sich. 4. O Seele, wenn du noch dich liebst, bedent, was du zum Pfande gibst: dein Glück, bein ewges Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dirs wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Nichts hat sie, was dich schadlos hält. 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wann ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befrein? Dann besser: nie geboren sein! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht, Gott achtets nicht! So lästern Frevlerrotten. 3war seine Langmuth ist bes kannt, er lähmt nicht jede falsche Hand: doch läßt er sein nicht spotten; ist Richter uns schon in der Zeit, einst Richter in der Ewigfeit. 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld und nicht die Macht der ganzen Welt mich blenden und verführen; und drohten mir auch Schmerz und Leid, ich will doch meine Seligkeit muthwillig nicht verlieren.( 58 gilt fein Leid, kein Glück der Zeit, nein, es gilt Gott und Ewigkeit. 8. Gott, heilige du selbft mein Herz, daß ich nicht frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch, wenn es mir zu schaden scheint, mit frohem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Antlitz schaun. Anhang. Choral- Gesänge und Responsorien dag für den liturgischen Gottesdienst Rise am Geburtstage one des Großherzogs. -->> — - Lied der Gemeinde. Mel Nun ruhen alle Wälder 1. Herr, höre! Herr, erhöre! Breit deines Namens Ehre An allen Orten aus! Behüte alle Stände Durch deiner Allmacht Hände Beschütze Kirche, Staat und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen Noch ferner reichlich schallen Zu unsrer Seelen Nuß! Bewahr uns vor den Rotten, Die deiner Wahrheit spotten, Biet allen deinen Feinden Truß. 3. Du wollst uns hoch beglücken, Mit hellen Gnadenblicken Auf unsern Fürsten sehn, Ihn schützen auf dem Throne, Auf seinem Haupt die Krone In vollem Glanze lassen stehn. Der Geistliche: Im Namen Gebet: Allmächtiger Gott 38 3 545 dir 546 Anhang. dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohlgefällt. Chor: Amen. Amen. Amen. Der Geistliche: Der allmächtige Gott und unsre Füße gesetzt auf den Weg des Fries bens! Amen! nedbi dun Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, ietzt und immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe.- Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Der Geistliche: Der Herr sei mit euch.- Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Allmächtiger Gott - -----durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geist freue sich Gottes meines Heilands. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht Denn der König hoffet auf den Herrn und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja. Die Gemeinde: Hauptlied. Mel. Nun dantet Alle Gott 1. Preis, Ehr und Lob sei dir, In dessen Schirm und Schatten Wir bis zur Stund allhier Viel Heil zu schmecken hatten, Der auch zu jeder Frist Allmächtig nah und fern Ein Herr und König ist Des Fürsten, unsers Herrn. 2. Du hast ihm Lebenslang Den Odem treu bewahrett Und Anhang. Und auf manch strengem Gang Dich huldvoll offenbaret, Du hast in seiner Hand Das Scepter stark gemacht Und unser Vaterland Mit reichem Gut bedacht. Die Gemeinde: Hauptlied. 1. Du wollest deinen Geist Auf seine Stirne legen, Der klar ihn unterweist. Des hohen Amts zu pflegen. Du wollst Gerechtigkeit Und milder Gnaden Lust Ihm stellen an die Seit, Ihm pflanzen in die Brust. Der Geistliche: Bernehmet mit Andacht Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König! Chor: Amen. Amen. Amen. 2. Du wollest allezeit In deinem Gleis ihn lenken Und Zucht und Frömmigkeit In ihm dem Lande schenken; Auf daß er Vorbild sei Von jeder Tugend Art Und Hülf und Schutz verleih, Wo man den Glauben mahrt. 3. Du wollest seine Treu 956 547 33 4 Vergelten durch die Treue, Womit ihn täglich neu Ein gutes Volk erfreue, Daß dein Gebot im Bund Von ihm und uns gescheh Und seines Thrones Grund In unsern Herzen steh. Der Geistliche: Laßt uns beten 11 Segne uns um beiner Liebe willen. Amen! V. U. Gemeinde: Schlußvers des Hauptliedes. O segne, was wir flehn An seinem Jahresfeste Und Anhang. Und gib zum Wohlergehn Ihm deiner Gaben beste. Gib, daß ers nie vergißt, Noch wir, wie du so gern Ein Herr und König bist Des Fürsten, unsers Herrn. Der Geistliche: Der Friede Gottes 2c. 548 Upf IG Gemeinde: 1. Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierber hat gethan. 2. Lob, Chr und Breis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Ihm, dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jetzund und immerdar. Der Geistliche: Segen. Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. nove Cho Anhang. Choral- Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage der Großberzogin. Lied der Gemeinde. 1. Allein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für seine Gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann ein Schade. Gott Wohlgefallen an uns hat; Nun ist groß Fried ohn Unterlaß, All Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich Für deine Ehr, wir danten, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken; Ganz ohne Maß ist deine Macht, Allzeit geschieht, was du bedacht, Wohl uns des guten Herrn! af Der Geistliche: Im Namen 549 Gebet: Lasset uns beten dir dienen in der Gerechtigkeit, bie bir wohlgefällt. - Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Der 550 Anhang. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe. Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Der Geistliche: Der Herr sei mit euch.- Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Allmächtiger Gott durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. - Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geist freue sich Gottes meines Heilands. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht --und ihre Werke werden sie loben in den Thoren. Chor: Hallelnja, Halleluja. Halleluja. Die Gemeinde: Hauptlied. 1. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren; Stimme, du Seele, mit ein zu den himmlischen Chören! Kommet zu Hauf; Psalter und Harfe, wacht auf, Lasset den Lobgesang hören. 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich) regieret: Der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, Der dir beschert, Was dich erfreuet und nährt; Dank es ihm, innigst gerühret. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht- - der sich selbst gegeben hat für Alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde. Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied. din 1. Ach, bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, analine d Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 2. Ach Anhang. 2. Ach, bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr, Dein Gnad und all Vermögen Reichlich in uns vermehr! 3. Ach, bleib mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth. Der Geistliche: Laßt uns beten-- te Chor: Halleluja. Halleluja. Halleluja. Der Geistliche: Der Friede Gottes zc. Gemeinde: 1. Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Ihm dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird hibin Jeßund und immerdar. Dir aber, dem Vater unsers Herrn Jesu Christi, dir, dem Allmächtigen und dem Allweisen, dir, dem Gott der Liebe und Gnade, sei Preis und Ehre in alle Ewigkeit. Amen. Vater Unser Der Geistliche: Segen. 160 pista, Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. 551 30 desinstjäremo 808 at grec in pi Register. Nr. Nr. 88 565 Ach bleib bei uns Herr 728 Bald oder spät des T. 335 Barmherziger, erhöre 655 Befiehl du deine W. 373 753 Beglücke meine Reise 639 Beglückt, beglückt iſt, 334 Begrabt den Leib in f. 681 Bekenner Jesu, werdet 147 Berufen hast du mich 529 Besig ich nur ein ruhig. 454 Bester, weisester Reg. 66 Bewaffnete, der Krieg. 551 Bilden soll ich mich auf 299 Bis der Tod ihm winkt 457 Bis hierher und nicht w. 730 Blick hin in die vergang. 448 Bringt Breis und R. 178 Chrift, aus deinem H. 467 Christe, du Sohn G.! 149 Christ eile nie mit sich. 231 Christus, der ist mein 2. 665 Christ, wann dich Trüb. 381 Dank und Anbetung 43 Dank, Vater dir, der 654 Das Amt der Lehrer, 533 Das Grab ist tief und 690 Das Land, das Gott 546 Daß ich der Tugend 323 Daß unser Gott uns L. 458 Da stehen wir, die Dei. 688 Dein bin ich Gott! D. Deines Gottes freue Dein Heil, o Christ, n. 392 Dein Wille ists, o G. 426 Dein Wort, o Höchst. 200 Dem ganzen Erdkreis 121 Dem großen Vater w. 122 Demuthsvoll komm ich 6 Dem Wandrer gleich, 509 Den größten Sterbenb. 158 Ach bleib mit deiner 211 751 Ach endlich, Dulder, 173 Ad Gott, verlaß mich 391 Ach Gott, wie mancher 306 Ach, hier nicht mehr, 678 Ach könnt ich doch mit 653 Ach sieh ihn dulden, bl. 164 Ach welch ein Kampf Allein Gott in der Höh 42 Alle Menschen müssen 276 Allen Christen und auch 478 Aller Welten Herrscher, 41 Alles hast du mir gegeb. 407 Alles ist an deinem S. 61 Allgegenwärtiger! ich 22 Allgütiger, dir will ich 589 Allmächtiger, ich hebe Allmächtig großer Gott 74 Am Kreuz erblaßt 172 Anbetung sei dir, Gott 188 Anbetung sei dir, Gott 188 Anbetungswürdger G. 14 An deine Leiden denk. 138 An dich, mein Gott! 362 Auch außer meinem 640 Auf, Christen, bringet 410 Auf, Christen, laßt uns 95 Auf, dich, Erlöser, stets 325 Auf Erden Wahrheit 127 Auferstehn, ja auferst. 267 Auf, freue dich, mein 93 Auf Gott nur will ich 530 Auf Gott und nicht auf 371 Auf, Jesu Jünger fr. 187 Auf, meine Seele auf 177 Auf, o Seele, jei noch 580 Auf, schicke dich, recht f. 116 Aus des Grabes Band. 179 Bald ist fie nun voll. 663 Bald leg ich Sorg und 658 70 368 Register. Nr. Der am Kreuz ist meine 161 Der du den Menschen s. 617 Der du selbst die Wahrh. 206 Der du stets unsre Zufl. 8 Der du uns als Vater 197 Der du uns das Heil er. 108 Der du voll Blut und 163 Der du von Jugend auf 411 Der Ehestand soll heilig 513 Der Erde Reize find er. 587 Der Freuden Quell ist 287 Der Heiland kommt, I. 106 Der heilge Christ ist t. 720 Der Herr ist Gott und 11 Der Herr ist meine 374 Der Herrscher aller 2. 151 Der hohe Himmel dunk. 604 Der Lenz erfreuet, was 266 Der Mächtige, der H. 603 Der Mond ist aufgeg. 583 Der Morgen kommt u. 649 Der Tag ist wieder hin; 574 Der weise Schöpfer, d. 557 Der Wollust Reiz zu 433 Des Leibes warten und 432 Des neuen Jahres erst. 606 Dich het ich an, erst. 176 Dich Jefum laß ich ewig 740 Dich kennen, Gott, ist 355 Dich seh ich wieder, 560 Die auf der Erde wall. 243 Die Erde ist Jesu 704 729 535 51 553 Nr. 219 56 Dir, Gott, der so gern Dir, Gott, sei Preis u. 72 Dir immer ähnlicher zu 343 Dir trau ich, Gott, u. 377 Dir, unser Gott, iſt Dir zu leben, dir zu Du, aller Menschen V. 485 Du bester aller Mensch. 120 Du bester Trost der A. 633 Du bists, dem Ehr und 404 Du, deines Vaters 329 246 Du denkest in der tief. 159 Du, der kein Böses thut, 78 Du, der sich einst voll. 145 Du, der jo gern begl. 455 Du, dessen Auge floff. 160 Du gabst mir, Ewger 445 Du, Gott, du bist der 607 Du hast es mir gegeben 638 Du hast uns, Herr, die 436 Du, Herr, hast aus B. 227 Du, Herr und Vater 666 Du, Herr von meinen 624 Du kamst herab zum Du klagst und fühlest Du läßt den Tag mich Du liebst, o Gott, G. 483 Durch dich, Gott, bin 527 Durch dich, o großer G. 405 Du sagst, ich bin ein Ch. 336 Du Vater deiner M. 364 Du vertheilst der M. 526 Du weiser Schöpfer Du, welchen keine Welt 641 Du wirst, o Vater, für 249 Du wollst erhören G. 672 616 26 Die Feinde deines Kr. Die hier vor deinem Die Himmel rühmen Die Kinder, deren wir 520 Dies ist der Tag, den 118 Die stillen Abendstund. 578 Die Thiere, deren Herr 558 Die Zunge, die vern. 554 Dir dant ich für mein 615 Dir ergeb ich mich, 320 101 449 Chre sei Gott in der 110 Eine Heerde und Ein 734 Eine feste Burg ist Ein Gott regiert; was 389 Ein Herz, o Gott, in 464 210 554 Register. Nr. 16 16 Ein milder Negen sintet 600 Ein Pilgrim bin ich in 277 Ein ruhiges Gewissen 500 Einsam bin ich; tiefe 584 Eins ist Noth! Und H. 322 Einst, als im Angstgeb. 146 Einst, freuet euch, einst 283 Ein Wohlstand ohne Gl. 743 Empfinde deinen hohen 291 Entehre nicht, mein H. 450 Entfernet euch, unfelge 499 Entreiße dich, mein G. 123 Entschwinge dich, mein 385 Erdentöchter, Erdens. 695 Erfreue dich des Heils 120 Erfülle redlich deine 383 Erhabner Gott, was Erhalt uns, Herr, 209 750 Erhebt den Herrn, ihr 97 Erhöhter Jesu! Gottes 709 Erinnre dich, mein Geist 180 Er ist erstanden, Jesus 182 Er ist gekommen, er, 109 Erlöser, der im Staube 148 Ermüdet von den S. 575 Erscheine meinem Geist, 134 Er starb, der größte Fr. 165 Ertöne, feiernder Ges. 414 Ertönt, ihr Freudenl. 602 Es baut, o Gott, auf 595 Es eilt der letzte von 446 Es freu der Fürst des 402 Es ging ein Mann voll 124 Es hebt sich auf der A. 297 Es herrscht ein Gott, 379 Es ist dein Wille, Herr 648 Es ist nicht mehr, für 677 Es ist noch eine Ruh v. 278 Es ist nur einer Herr 12 Es ist vollbracht, so r. 170 Es preise Gott, wer 3. 328 Es werde Gott von dir 71 Nr. Es zieht, o Gott, ein K. 628 E8s züchtigt deine Hand 626 Ewig, ewig bin ich dein 224 Ewig, o Jesu, wird dein 213 Ewig und unwandelbar 609 Fallet nieder, fallet 406 Ferne sei der Irrthum 292 Fest steht dein Bund, Frohlockend. Vater, Froblockt ihr Chriften, 181 Früh, mit umwölktem 592 Führer zur Vollkom. Für alle Menschen bet. 403 Für deinen Himmel 676 Fürwahr, du bist, o G. 59 614 571 126 516 Geärntet ist der Feld. 591 Gedanke, der uns Leb. 91 Geht hin! der Gott Geist vom Vater und 195 Gelobt seist du, o Gott 707 Gerechter Gott, vor d. 29 Gern will ich mich erg. 247 Geweihter Ort, wo S. 698 Gewöhne dich, durch 550 Gib, Gott, wenn ich d. 423 Gib Höchster, daß ich 553 Gib mir, o Gott, ein 480 Gott, aus deinen Sch. 49 Gott, deine Gnade sei 117 Gott, deine Güte, deine 67 Gott, deine Güte reicht 399 Gott, deine heiligen 366 Gott, deinen weisen W. 528 Gott, deine weife Macht 65 Gott, der an allen End. 58 Gott, der du für uns 98 Gott, der du Herzenst. 754 Gott, der du Schmerz 647 Gott, der du unsre Zufl. 309 Gott der Liebe, wie er. 363 Gott der Tage, Gott d. 656 Register. Nr. Gott, der zum Segen f. 547 Gott des Himmels und 562 Gott, deffen Macht des 637 Gott, dir gefällt fein 337 Gott, dir vertraun ist 380 Gott, du bist von Ewigt. 18 Gott, du erforschest mich 295 Gott, durch den wir sind 205 Gottes Gnade fei mit 541 Gottes Sohn ist kom. 115 Gott, heilig sei dein N. 203 Gott, hilf mir, daß ich 711 Gott, ich will mich 338 459 Gott, immer groß an Gott ist die Liebe, Gott 37 Gott ist getreu, sein H. 31 Gott ist mein Hort und 204 Gott ist mein Lied! 17 Gott ists, der das Verm. 438 Gott, lehre mich verst. 304. Göttlicher, dich zu erh. 331 Gott, mein Vater, D. 523 Gott, mit allen seinen 610 Gott, öffne deinen Him. 668 Gott ruft der Sonn u. 608 Gott, Schöpfer, St. 514 Gott sei Dant, ich lebe 566 Gott sei Dank in aller 104 Gott sorgt für uns. O 62 Gott Vater aller Dinge 732 Gott von großer Macht 599 Gott, vor dessen Anges. 28 Gott, wann mein sterb. 659 Gott, welch ein Schm. 675 Gott, wie schrecklich s. 87 Großer Gott, erhabnes 83 Groß ist der Herr, die 465 Groß ist, ihr Weltern, 519 Groß wird des Sünd. 275 555 Nr. 477 174 23 Habe deine Lust o 3. 620 Hallelujah, bringet Eh. 408 Hast du denn ganz dein 630 Heiland, deine Mensch. 130 Heiland, den uns Gott 99 Heiland, groß an Huld, 239 Heil dir Seele, Gott 667 Heilger Geist, von G. 193 Heilig, heilig ist das Heil ihm, dem Tod. Herr, deine Allmacht Herr deine Kirche dank. 212 Herr, deine Sanftmuth 489 Herr, dein Gesetz und 207 Herr, der du alles g. 424 Herr, der du dein th. 241 Herr, der du mir das 576 Herr, der du selbst die 220 Herr, du bist meine 3. 708 Herr, du erforschest mich 24 Herr, du fährst mit Herr, du wollst ste Herr Gott, dich loben 413 Herr Gott, du bist die 19 Herr Gott, was irdisch 542 Herr, höre mein Gebet 339 Herr, ich bin dein Eig. 274 Herr, ich hab aus deiner 251 Herr, laß mich doch g. 440 Herr, lehre mich den w. 76 Herrlich ists an Freund. 556 Herrlich ists in deinem 218 Herr, mache meine S. 378 Herr, mein Licht erl. 201 185 237 Herr, mein Versöhner 490 Herr, stärke mich, dein 136 Herr und Richter aller 272 Herr, unser Gott, wer 46 Herr, vor deinem Ang. Herr! welch ein wicht. 518 Herr, wie du willst soj. 741 Herr, wie lange muß 340 5 Hab Acht auf mich in 715 Habe deine Lust am 369 556 Register. Nr. Herr, wir feiern bein 236 Herr, wir singen deiner 89 Herr, wir stehen hier 221 Hier bin ich, Jesu, zu 228 Hier ist noch unsre P. 428 Hier lieg ich, Herr, in 644 Hilf mir, Gott, der K. 645 Himmelan geht unsre B. 737 Höchster, denk ich an 294 Höchster Gott, wir d. 9 Höchster, wer ists, der 15 Höher hebt sich Gottes 586 Huldigt Gott, ihr froh. 39 Jauchzt unserm Gott 33 Ich bebe nicht vor Tod 263 Ich bin der reichste M. 442 Ich bin ein Christ! G. 342 Ich bin getauft auf d. 222 Ich bin getauft nach 3. 223 Ich bin in meinem G. 451 Ich bin, o Gott, dein 75 Ich bin zur Ewigkeit 265 Ich bin ein Gast auf 746 Ich blick empor zu dir 300 Ich denk an dein G. 710 341 Ich eile meiner Heim. 661 Ich erhebe mein Gem. 298 Ich faffe, Bater, deine 662 Ich freue mich mein G. 370 Ich geh einst ohne B. 256 Ich geh zu deinem Grabe 723 Ich habe, Gott, mir Ich hab in guten St. 462 Ich hoff ein ewges L. 279 Ich komme, Herr, und 229 Ich komme vor dein 393 Ich preise dich, o Herr 230 Ich seh im Abendrothe 582 Ich sterbe schon, jedoch 670 Ich trete vor dein Ang. 621 Ich weiß, an wen mein 312 Nr. 324 Ich weiß von keinem a. 736 Ich will dem Herrn zu 634 Sch will den Bund mit 235 Ich will dich immer tr. 739 Ich will dich noch im 250 Ich will in stiller Eins. 622 Ich will, mein Gott, du 713 Je größer Kreuz, je n. 744 Jesu, deine tiefen W. 143 Jesu, meine Freude, Jesu, meines Lebens L. 137 Jefum ewig zu verehr. 321 Jesus lebt, mit ihm 175 Jesus, meine Zuversicht 264 Jesus soll die Losung f. 722 Im Frühling meiner 3. 531 3mmer näher kommt 270 3Immer sich bestreben 125 In allen meinen Th. 55 752 In Gottes Namen f. 568 In Trübsal, Christ, ſei In unserm Kummer 3st Gott für mich, so 310 Kehre wieder, fehre w. 735 Kein Lehrer ist dir 3. 131 Kein Mensch, o Gott, Kinder, die ihr noch im 522 Komm, betend oft und 394 Komm, heiliger Geist Komm, o komm, du G. 191 Kommt die ihr nicht Kommt, kommt den H. 57 Kommt, laßt uns Gott 597 Kommt mit Dank vor 92 Kommt und laßt uns 344 463 642 79 1 133 Laß dankbar uns die 544 Laß deinen Geist mich 140 Laß doch, o Jesu, laß 215 Laß, Herr, nach eitlen 443 Laß mich doch nicht, o 441 Laß mich, Höchster, b. 492 Register. 4 Nr. Laß mich, o Herr, in 345 Laß mir die Feier beiner 135 Laßt dem Tode seinen 684 Laßt uns mit ehrfurchtsv.112 Laßt uns unserm Gott 114 Lehre mich, Herr, recht 429 Lieblich sind der Tugend 507 Liebster Jesu, wir sind Lob, Ehr und Dank sei 636 Lob, Ehr und Preis 416 Lobet den Herren, 415 Lob, Preis und Ehre br. Lob sei Gott, der den F. 585 Lob sei Gott, der den M. 563 Lobsinge, meine Seele, 183 Lobsinget Gott! Dank 45 Lobsinget Gott, denn s. 214 Lobsinget Gott, er schuf 48 Lobt Gott, ihr Christen 111 3 Mache dich, mein 430 Mein Auge sieht, o Gott 64 Mein bester Trost in 396 Meine Kinder, Gott, 521 Meine Lebenszeit verstr. 253 Meinen Jesum laß ich 313 Mein Erlöser, auch für 139 Mein Erlöser, Gottes 142 Mein erst Geschäft 564 Meines Herzens reinste 311 Mein ganzer Geist, G. 280 Mein Glaub ist meines 508. Mein Gott, ach lehre 346 Mein Gott, du wohnest 356 Mein Gott, ich weiß 254 Mein Gott, zu dem ich 302 Mein Heiland, deine 102 Mein Heiland lebt und 699 Mein Herz, ermuntre d. 712 Mein Herz, Gott, V. 301 Mein Hort ist Gott! 382 Mein Jesu, für dein 156 557 Nr. Mein Leben steht in G. 242 Mein Schöpfer, dessen 347 Mein Vater und mein 348 Menschenfreund, nach 479 Menschen weis und gut 517 Mir nach, spricht Chr. 327 Mit Ernst, o Menschenk. 105 Mit Freuden laßt uns 613 Mit frohlockendem G. 100 Mit lautem Schall fr. 706 Mittler, schau auf sie 538 Mit welchem Dank Mit welcher Langmuth 40 657 Nach einer Prüfung 281 Nach einer schmerzenv. 650 Nach frommer Eintracht 488 Nach Gottes weisheitsv. 545 Nach meiner Seele Sel. 427 Nahet anbetend dem 632 Naht demr Altare, Unſt. 226 Naht mit Andacht im 232 Nicht auf den Höhn, n. 453 Nicht, daß ichs schon 349 Nicht für der Felder 593 Nicht lang ein Bilger 669 Nicht mehr, als meine 646 Nichts ist von ungefähr! 54 Nicht um ein flüchtig Nicht um Reichthum, Nie bist du, Höchster, Nie will ich wieder fluch. 491 Nimm hin den Dank 238 Nimm unsre Dankgef. 94 Noch immer wechseln 63 Noch läßt der Herr 567 Noch leb ich. Ob ich m. 261 Noch nie hast du dein 30 Noch stehen wir, o G. 687 Nun bitten wir den h. 189 Nun bringen wir den 680 Nun danket Alle Gott 409 Nun ist das alte Jahr 612 194 400 21 558 Register. Nr. Nun laßt uns alle fröhl. 96 Nun laßt uns gehn und 721 Nun sinkt die Sonne 573 Nur kurz ist hier mein 244 blickt hinauf zur E. 494 Ob wir sind, wie wir 495 Durst nach Blut, o 152 daß ich tausend 3. 718 Oft flagt dein Herz, w. 351 Golgatha, zu deinen 168 Gott, den alle Wesen 420 Gott, der du mein 357 Gott des Himmels 53 Gott, deß starke H. 35 Gott, du bist mein Gott, du frommer 350 großer Gott, du r. 196 Heiland, dessen hoh. 240 heilger Geist, kehr 192 Herr, mein Gott, d. 473 Jesu, Herr der 5. 731 H. Kinder, dieser Tag 540 könnt ich dich, mein 419 felig, wer zufrieden 511 stimm auch du mit 113 welch ein Glück, ein 73 welch ein Segen ist 555, welch ein Segen ist 555, welch ein unschätzb. 501 Welt, sich hier dein 162 wie sanft ist, Herr, 84 wie selig seid ihr 700 wie unaussprechlich) 282 Preist, Christen, mit 598 Preis und Anbetung 417 Nedlichkeit, mit dir 496 Religion, von Gott geg. 198 Richte nicht mit harter 484 Ruhet wohl, ihr Todt. 685 Ruhig ist des Todes Säe deine Thränens. 460 689 Nr. 601 651 216 673 Sanft, o Christ, iſt 3. 332 Sanft, wie er gewand. 697 Schaffet, schaffet, M.. 303 Scheint mir freudenleer 452 Schicke dich, erlöste S. 234 Schmerz und Klage Schon auf Erden könn. 129 Schon ist der Tag von 273 Schön ist die Tugend, 463 Schon naht sich meines 660 Schon wieder Nacht Schöpfer der erschaffn. 418 Schöpfer, Gott, Herr 2 Schüße die Deinen, Schweiget, bange 3w. 316 Schwer liegt der Tr. 701 Schwingt, heilige G. Sehet, Christen, fehet Seht, welch ein M. Seid barmherzig, M. Sei geſegnet! Amen, Sei getreu in deinem 537 Sei Gott getreu, halt 367 Sei hoch gepriesen, H. 141 Sei mir gegrüßt zu Sei zufrieden, mein Selig sind des Himmels 258 Selig, Jesu, find, die 269 Selig sind, die in dem 664 Senft den Leichnam, Selig, wer mit stillem 376 682 Senft nun den Leib 683 Siegesfürst und Ehr. 726 Sieh diese jungen S. 539 Sieh, hier bin ich, Ehr. 742 Sink ich einst in jenen 581 So fliehen unsre Tage 577 So gib denn fromme 686 So hoff ich denn mit 315 So Jemand spricht, ich 482 So ist mit aller seiner 652 Soll dein vetderbtes 202 572 60 13 169 153 487 Register. 559 Nr. 412 559 497 Viele Freuden streust 456 Vollbracht ist nun die 242 Voll Dank an dieſem 561 Vollendet freudig eur. 289 Vollendet hatte Gottes 190 Voller Ehrfurcht, Dank 233 Vom Geräusch der W. 502 Vom Grab, an dem 119 Vom Tedesthal hinauf 184 Von allen Himmeln Von deiner Weisheit Von dir, der meine Von dir, du Gott der 515 Von dir, Gott, sind der 512 Von dir in diese Welt 498 Von Furcht dahinger. 157 Bon heiligem Gefühl 543 Von Herzen preis ich 199 Vor dir, o Gott, sich 360 Wach auf du Geist der 733 Um Erbarmen flehen 629 Wach auf, mein Herz, 569 Um Gnade für die 167 Unerforschlich sei mir 27 Unschuldigster, du hatt. 155 Unser Gott, der Herr 90 Unser Gott ist groß Unser Wandel ist im 431 Unsern Ausgang fegneG.749 Unsre Kindheit, unsre 618 Uns strömt aus deiner 439 Unsterblichkeit, Unst. 284 Unter manchen bangen 671 Was ich nur Gutes h. 421 Unumschränkte Liebe 703 Unwiederbringlich 611 52 Wachet auf! ruft uns 748 Wandle leuchtender u. 725 Wann wir unsern Lauf 69 Warum erbebst du, m. 268 Warum sollt ich mich 469 Warum willst du doch 386 Warum willst du dr. 719 Was Gott thut, das ist 470 Was hilft es mir, ein 354 Was ist im Himmel, 358 Was ist mein Leben 472 Was ist mein zeitlich 434 Was ists, daß ich mich 474 Was mein Gott will, 471 Was soll ich ängstlich 387 Was sorgst du ängstlich) 259 Was wär ich ohne dich 314 Was zagst du? Gott 388 Weicht, ihr Berge, fallt 31 Weit um mich her ist 588 Nr. Sollt es gleich bisw. 468 Sollt ich jetzt noch), da 330 Sollt ich meinem Gott 384 So schlummerst du in 171 So wahr ich lebe! 1. 305 Soweit, Herr, deine 36 Soweit nur Menschen 590 So, wie du bist, so 20 Stärke, Mittler, stärk 536 Stets warst du meine 623 Still erheben wir uns. 691 Stimmt unserm Gott 714 Such wer da will ein 738 Sünde ist ne klein zu 82 Theuer sei mir allez. 128 Thut mir auf die fdh. 716 Triumph! Triumph! 705 Weber aller Himmel Ueberwinder, nimm 186 724 Bater, den uns Jesus 401 Bater, heilig möcht ich 80 Vereinigt laß uns 481 Vergelten wirst du den 288 Versammelt hatte Jesus 225 Verschwunden ist der 594 Vertrauen ist des Chr. 372 Verzeih der tiefen Tr. 692 Register. Nr. 333 Wie groß ist unsre S. 395 Wie groß, o Herr, ersch. 326 217 694 Wie groß, wie angebetet Wie heller fließt mein Wie im Herbste fällt Wie leicht verfenn ich Wie mannigfaltig sinb 525 475 271 Wie fanft, mein Vater, Wie fanft sehn wir den Wie sicher lebt der M. Wie soll ich dich empfang. Wie theuer, Gott, ist Wie viele Freuben bank 560 Welch hohes Beispiel Welch hohes Vorrecht Welterlöser, dich zu lieb. Wenn Christus seine Wenn der Stifter der Wenn Geschwister fromm Wenn gleich aus tiefer Wenn ich auf Gottes Wenn ich ein gut Gew. Wenn ich einst von jen. Wenn ich, o Schöpfer, Wenn meine Zeit vorb. Wenn Menschen streben Wenn mich die Sünden Wenn oft zu jener S. Wenn sich mein Geist Wenn wir in Höchsten Wenn zur Erfüllung Wen wirb, o Gott, die Wer auf seinen Gott Wer bin ich? welche Wer bieser Erben Güter Wer gehorcht, der thus Wer Gottes Wege geht, Wer Gottes Wort nicht Wer hat den Glauben, Wer höher durch Geburt Wer Jesum fennt, vet. Wer kann die Leiden Wer könnte zweifeln, Wer machte diele schöne Wer mit Luft und Eifer 696 Wer nur den lieben Gon 390 Wer nur ein Laster liebe Wer stets mit reinem Wer Sünde thut, ber Wer unter deincm G Wer weiß, wie Balb in Wer weiß, wie nahe Wer zählt, unendlicher, Wiederfehni mit lauten Wie freu ich mich ber Wie getroft und better Wie gnädig ist bes Wie göttlich sind bowy Wie groß bist bu, o Gott! 359 Wie groß ist des Alm. Wir sind in Noth, laß Wir trocknen unsre Thr. Wo eilt ihr hin, ihr Leb. Wohlauf, Wohlan, zum Wohl dem, der beßre Wohl dem, der in dem Wohl dem, ber richtig Wohl dem, der seines Wohl einem Daus, da Bobl mir, o Schöpfer Wohlthätig sind der Erde 81 552 352 461 534 85 Wohl uns! Wohl uns 579 Wo ist wohl Noth und 86 262 Wort aus Gottes Mund 208 132 32 503 570 50 257 532 144 285 486 548 296 317 293 549 290 150 Wie wichtig ist doch der Wie wird mir bann, o 34 Wie wohl ist mir, o 627 Will mich, o Gott, hien. 365 Willst du ber Weisheit 504 Willst du die Buße noch 375 Wir alle, Menschenvater, 596 307 425 524 679 44 643 635 466 447 747 444 510 493 619 745 10 47 260 68 Wir flehn für unsrer Dir gehn ans Grab Wir glauben an den Wir fommen, Helfer, Nr. 505 154 103 506 245 422 435 397 674 248 Sum fleiße ward bas Bum Dimmel erhebe Bur früßen Gruft 107 308 38 77 255 319 476 361 25 Wo sind die Wetsen, die Wunderbarer König&., 717 702 286 3euch ein gu beinen TH. 727 318 8u bir, o Gott, das 605 Bu dir, unenblicher, 398 631 437 625 693 Salig in 2 Inches 1 Centimetres Blue 2 ¹3 2 Cyan 5 6 7 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 LO 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 , 7 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black