дв 5002 з деревце не се 108 т Zum Andenken. von meinem lieben Autel und Vente. Fram thirt ausman. mr. Anar Lecter& In Im Jahre 190€ den 20 April 9 gb 5002 Dal singende und betende Zion Lutherisches Gesange und Gebetbuch Hermannsburg. 1560. Daub und Verlag des Missionen Präsed Eingebunden zu Frankfurt. er. M. Den. 16 Dezember 1.865ª fürr Jacob Meißneu. 7. Univ.-Bibl./ Giessen DO I. Lobgefänge. 1. Allgemeine Lobgesänge. Das Magnificat reimweis. Das Magnificat. Eigne Melodie. Herren hoch erhebet, Luc. 1, 46-55. Im Pfalmton. 2. Mein herz und ſeel den 1. Meine feele erhebet den Den großen Gott, der ewig in mir sich meines heilands herrscht und lebet, Mein geist freut Und seinen ruhm vermehret allezeit. geist freuet sich Gottes mei nes heilandes, 1900. 2. Denn er hat seine elende magd angesehen; Siehe von nun an werden mich selig preisen alle kindeskind. 2. Denn er hat mich elenden angesehen und mein gebet 3. Denn er hat große dinge erhöret und mein flehen, Es an mir gethan; Der da mäch: hat der Herr mich armen nicht tig ist und deß name heilig ist. veracht, Er hat mit gnad und 4. Und seine barmherzigkeit rettung mich bedacht. währet immer für und für Bei denen, die ihn fürchten. 3. Gott, dessen macht nicht kann ergründet werden, Und 5. Er übet gewalt mit sei- dessen nam im himmel und nem arm, Und zerstreuet die auf erden Hochheilig ist, hat hoffärtig sind in ihres herzens große ding gethan An mir, die finn. ich nicht alle zählen kann. 6. Er stößet die gewaltigen 4. In keiner noth hat er vom stuhl, Und erhebet die nie- mich je verlassen, Barmherdrigen. dzigkeit ist bei ihm ohne ma7. Die hungrigen füllet er ßen, Und währet von geschlecht mit gütern, Und läsfet die fort zu geschlecht, Wo man ihn reichen leer. fürcht und hoch hält seine recht. 8. Er denket der barmher: 5. Er übt gewalt mit sei: zigkeit, und hilft seinem die- nes armes stärke, Daß jederner Israel auf, mann muß spüren seine werke. 9. Wie er geredet hat un: Die stolz und hoch in ihrem sern vätern, Abraham und sei- herzen seind Zerstreuet er und nem saamen ewiglich. ist denselben feind. Lutherisches Gesangbuch. 1 2 Lobgesänge. 6. Er stößet die gewaltig hat Durch den mund seines sind vor allen Von ihrem stuhl, heiligen propheten; daß sie erschrecklich fallen, Die 4. Daß er uns errettete von niedrigen erhebet er davor Und unsern feinden, Und von der stellet sie ganz unverhofft emhand aller, die uns hassen, por. 5. Und die barmherzigkeit 7. Die hungrigen, die ihn erzeigte unsern vätern, Und gevor augen haben, Erfüllet er dächte an seinen heiligen bund, 6. Und an den eid, den er mit gütern und mit gaben, Die reichen läßt er leer im über- geschworen hat Unserm vater fluß, Daß noth und angst darauf erfolgen muß. Abraham, uns zu geben; 7. Daß wir, erlöset aus der 8. Er denket der barmher hand unserer feinde, Ihm dienezigkeit und güte, Daß er fort- ten ohne furcht unser leben lang an uns väterlich behüte, Und 8. In heiligkeit und gerechseine kirch im ganzen erden- tigkeit, Die ihm gefällig ist. kreis Erhalt und schütz zu seines namens preis. 9. Und du, kindlein, wirst ein prophet des höchsten hei9. Die treu, die er im neu- ßen, Du wirst vor dem Herrn en bund und alten Geredet hergehen, daß du seinen weg hat, die wird er ewig halten, bereiteft, diop tim po Der Herr verläßt uns, seine kinder, nicht, Weil zu ihm steht all unsre zuversicht. 10. Und erkenntniß des heils gebest seinem volke, Die da ist in vergebung ihrer fünden; 10. Gott vater, dir sei dank 11. Durch die herzliche gesagt und ehre, Herr Jesu barmherzigkeit unsers Gottes, Christ, den glauben uns ver- Durch welche uns besucht hat mehre, O heilger geist, erneu der aufgang aus der höhe, d uns herz und mund, Daß wir 12. Auf daß er erscheine dein lob ausbreiten alle stund. denen, die da siten in finsterdimniß und schatten des todes, Das Benedictus. ili Und richte unsere füße auf den Luc. 1, 68-79. Im Psalmton. weg des friedens. i elobet sei der Herr, der 3. Gelob Gott Israels, Denn Das Benedictus reimweis. er hat besucht und erlöset sein Met. Aus meines Herzens Grunde. volk. 2. Und hat uns aufgerichtet 4. elobt fei Gott mit freuden, Der uns ein horn des heils In dem hau besuchet hat, Als wir in angst fe seines dieners David, gis und leiden Doch funden nir3. Als er vor zeiten geredet gends rath, Da niemands with buden autojizədins Allgemeine Lobgesänge. 3 noch pracht Uns arme konnte er erst gestorben, Hernach erschüßen, Noch aus der höllen standen ist. pfützen Erlösen uns mit macht.7. Der hat sein volk gero2. Gelobt sei Gott mit chen, Der hat uns groß ge schalle, Der uns zur rechten macht, Der hat das joch zerzeit Von dem so schweren falle brochen, Die freiheit wieder: Gar gnädig hat befreit; Der bracht, Der hat mit starker ein so klares licht Im wort hand Die feind hinweggejaget, uns angezündet, Worauf das So daß sie ganz verzaget Nicht herz sich gründet, So daß es hielten fuß noch stand. wanket nicht. 110 150 0 8. Doch dieses ist geschehen 3. Gelobt sei Gott mit sin: Durch kein vergänglichs gut; gen, Der uns sein kind ge- 3ur marter mußt er gehen schenkt, Das uns vor allen Und stürzen selbst sein blut, dingen Des vaters herz zu Durch welches wir allein Mit lenkt, Ja stärket unsern muth freudigkeit empfinden VergeIn trübsal, angst und zagen, bung unsrer sünden; Dies blut Vertreibt der höllen plagen, macht alles rein.i Bringt uns das höchste gut. 9. Gelobt sei Gott von her4. Gelobt sei Gott mit dan zen, Der durch ein starkes horn ken, Der aus der finstern höhl Gedämpft der sünden schmerUnd des versuchers schranken zen, Auch seinen eignen zorn. Erlöset unsre feel. Uch Gott, Dies horn ist unser heil, Das es hat uns sehr Der sünden uns kann trefflich nüßen, Ja last gedrücket, Der tod hielt leib und feel beschützen Vor uns verstricket Und schreckt uns manchem Satanspfeil. mehr und mehr. 1000 10. Dies horn kann die 5. Der wille war gebunden tyrannen Bald legen in den Mit ungerechtigkeit, Die sin- staub, Wann sie den bogen nen überwunden Durch bos- spannen, 3u ziehen auf den heit weit und breit; Wir saßen raub. Dies horn ergreifen wir in der haft, Da das geset uns Auch in den höchsten nöthen; plagte, Des höchsten grimm Will uns die welt gleich töduns nagte, Die höll uns zit- ten, So siegts doch für und für. te you tern schafft. 1301 and sing 11. Dies horn wird stark 6. Aus solchen marterketten geblasen Durch alle theil Vermocht in dieser welt Uns der welt, Wodurch des sakein geschöpf zu retten, Als tans rasen Zu boden wird bloß der starke held, Der hei gefällt. Dies horn begreift land Jesus Christ, Der hat ein öl, Das trop dem alten uns fried erworben, Nachdem drachen Kann könge aus uns 1* Den Lobgesänge. i machen, Ja stärken leib und Nun ganz getilget hat; Der laß uns für und für Dies feel. 12. Gelobt sei Gott mit große werk erkennen, Und freuden, Der unsre missethat unsre seelen brennen In himmDurch Christi blut und leiden lischer begier. 3. Riet+ 1667. 4 Das Te Deum laudamus. ( Für zwei Chöre. Eigene Melodie.) Erster Chor. err Gott, dich loben wir, 3 weiter Chor. Herr Gott, wir danken dir Dich, vater in ewigkeit, Ehrt die welt weit und breit. Alle engel und himmels heer Auch cherubim und seraphim Heilig ist unser Gott! Und was dienet deiner ehr, Singen immer mit hoher stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth. Dein göttlich macht und herr: Geht über himmel und erden lichkeit 5. H weit Der heiligen zwölf boten zahl und die lieben propheten all Die theuren märtrer allzu- Loben dich, Herr, mit großem schall. mal Die ganze werthe christenheit Rühmt dich auf erden allezeit Dich Gott vater im höchsten Deinen rechten und eingen ſohn. thron Den heilgen geist und tröster Mit rechtem dienst sie lobt und ehrt. werth Du köng der ehren, Jesu Gott vaters ewiger sohn du Christ bist; Der jungfrau leib nicht hast 3u' rlösen das menschlich geverschmäht schlecht. Du hast dem tod zerstört sein Und all christen zum himmel macht bracht. Du fin'st zur rechten Gottes Mit aller ehr ins vaters reich; gleich Ein richter du zukünftig bist Alles, das todt und lebend ist. Nun hilf uns Herr den die: Die mit dein'm theurn blut erlöset sein, nern dein, Laß uns im himmel haben Mit den heilgen in ewgem theil heil. Hilf deinem volk, Herr Jesu Und segne, das dein Erbtheil the Chrift ist, 5 Allgemeine Lobgesänge. Wart und pfleg ihr zu aller zeit Und heb sie hoch in ewigkeit. Täglich, Herr Gott, wir lo- Und ehrn dein namen stetigben dich lich. Behüt uns heut, o treuer Gott Vor aller sünd und missethat. Sei uns gnädig, o Herre Gott, Sei uns gnädig in aller noth. Zeig uns deine barmherzigkeit Wie unser hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber In schanden laß uns nimmer: and Herr, mehr. Amen! M. Luther+ 1546. Sirach 50. Eigne Melodie. kann kein schade. Ein wohlge: Jun danket alle Gott falln Gott an uns hat nun 6. Nun Mit herzen, mund ist groß fried ohn unterlaß und händen, Der große dinge All fehd hat nun ein ende. thut Un uns und allen enden, 2. Wir loben, preisn, anDer uns von mutterleib Und beten dich, Für deine ehr wir findesbeinen an Unzählig viel danken, Daß du, Gott vater, zu gut Und noch jekund ge- ewiglich Regierst ohn alles than. wanken. Ganz ungemessn ist 2. Der ewig reiche Gott deine macht, Fort gschieht was Woll uns bei unserm leben Ein dein will hat erdacht; Wohl immer fröhlich herz Und edlen uns des feinen Herren! frieden geben, Und uns in sei- 3. O Jesu Christ, sohn einner gnad Erhalten fort und geborn Deines himmlischen fort, Ja uns aus aller noth vaters, Versöhner der, die Erlösen hier und dort. warn verlorn, Du stiller un 3. Lob, ehr und preis sei sers haders, Lamm Gottes, Gott, Dem vater und dem sohne heilger Herr und Gott! Nimm Und dem, der beiden gleich Im an die bitt von unsrer noth; höchsten himmelsthrone, Dem Erbarm dich unser. Amen. dreimaleinen Gott, Als er ur 4. heilger geist, du sprünglich war, Und ist und blei größtes Gut, Du allerheil: ben wird Jehund und immer samst tröster, Vors teufels dar. Martin Rinkart+ 1649. gwalt fortan behüt, Die Je: sus Christ erlöset Durch große martr und bittern tod. Abwend all unsern jammr und Das Gloria. Luc. 2, 14. Eigne Melodie. 7. Allein Gott in der höh noth; Dazu wir uns verehr dank für seine gnade, Darum daß nun und nimmermehr Uns rühren Nicolaus Decius+ 1529. 9 Lobgesänge.p Mel. Jesu meine Freude. noch! Glaubt ich nicht, nicht Cesu, meine liebe, Die wollt ich beten, Noch vor dir 8. Jeft ich oft betrübe Hier hintreten. in dieser welt, Dir dankt mein 6. Herr, wer zu dir schreiet, gemüthe Wegen deiner güte, Seine sünd anspeiet, Ruft dich Die mich noch erhält, Die mir herzlich an Aus getreuem heroft gar unverhofft Hat gehol zen, Dessen große schmerzen fen in dem klagen, Noth, leid, Wirst du, Herr, alsdann, angst und zagen. Wann er fest glaubt, dich nicht 2. Nun ich will dran den- läßt, Als die deinen selbst emken, Wann ich werd in krän pfinden, Tilgen seine sünden. ken Und in ängsten sein. Woj7. Drum, o meine liebe, ich werde stehen, Wo ich werde Die ich oft betrübe Hier in gehen, Will ich denken dein. dieser welt, Dir dankt mein Ich will dir, heil, für und für gemüthe Wegen deiner güte, Dankbar sein in meinem her: Die mich noch erhält, Die mir zen, Denken dieser schmerzen. oft gar unverhofft hat gehol: 3. Ich bat dich mit thrä- fen in dem klagen, Noth, leid, nen, Mit leid, angst und seh- angst und zagen. nen, Mein aug und gesichtschiy Christoph Runge Hub ich auf und schriee, Neigteinsdott zwischen 1680-1688. meine kniee, Stund auch auf di Eigne Melodie. mein gericht, Ich ging hin und her, gollt ich meinem Gott fingen? und voll forgen Durch die ich ihm nicht fröhlich sein? nacht an morgen. 1hsg Denn ich seh in allen dingen, 4. Ich, als ich nicht sahe, Wie so gut er's mit mir mein. Daß du mir so nahe, Sprach Ist doch nichts, als lauter lies zu dir im sinn: Sch kann nicht ben, Das sein treues herze mehr beten, Komm, mein heil, regt, Das ohn ende hebt und getreten, Sonst sink ich dahin; trägt, Die in ſeinem dienst Ja, ich fint! ei, sprach dein sich üben; Alles ding währt wink, Halt! meinst du, daß seine zeit, Gottes lieb in ich nicht lebe, Noch fort um ewigkeit. sente.TAO dich schwebe? öl ndo an 2. Wie ein adler sein ge6 5. Ich war noch im glau: fieder Ueber seine jungen streckt, ben, Den mir doch zu rauben Also hat auch hin und wieder Satan war bemüht, Der die Mich des höchsten arm gedeckt, armen feelen In der Leibes- Alsobald in mutterleibe, Da höhlen Vielmals nach sich zieht. er mir mein wesen gab, Und Ich sprach doch: ich glaube das leben, das ich hab, Und Allgemeine Lobgesänge. 7 noch diese stunde treibe; Alles kräuter und getreide In den ding währt seine zeit, Gottes gründen, in der höh, In den lieb in Ewigkeit. did büschen, in der see, Ueberall 3. Sein sohn ist ihm nicht ist meine weide; Alles ding zu theuer, Nein, er giebt ihn währt seine zeit, Gottes lieb für mich hin, Daß er mich in ewigkeit. 1oor paid ast vom ewgen feuer Durch sein 7. Wenn ich schlafe, wacht theures blut gewinn. O du sein sorgen Und ermuntert ungegründter brunnen, Wie mein gemüth, Daß ich alle will doch mein schwacher geist, liebe morgen Schaue neue lieb Ob er sich gleich hoch befleißt, und güt. Wäre mein Gott nicht Deine tief ergründen können? gewesen, hätte mich sein an Alles ding währt seine zeit, gesicht Nicht geleitet, wär ich Gottes lieb in ewigkeit. nicht Aus so mancher angst 54. Seinen geist, den edlen genesen; Alles ding währt seine führer, Giebt er mir in seinem zeit, Gottes lieb in ewigkeit. wort, Daß er werde mein re- 8. Wie so manche schwere gierer Durch die welt zur him- plage Wird vom satan h'rum melspfort, Daß er mir mein geführt, Die mich doch mein herz erfülle Mit dem hellen lebetage Niemals noch bisher glaubenslicht, Das des todes berührt; Gottes engel, den er macht zerbricht Und die hölle sendet, Hat das böse, was der ſelbst macht stille; Alles ding feind Unzurichten ist gemeint, währt seine zeit, Gottes lieb In die ferne weg gewendet; in ewigkeit.gided molles ding währt seine zeit, 5. Meiner seele wohlerge ben Hat er ja recht wohl be- 9. Wie ein vater seinem dacht; Will dem Leibe noth finde Sein herz niemals ganz zustehen, Nimmt er's gleich entzeucht, Ob es gleich bisfalls wohl in acht. Wenn mein weilen sünde Thut und aus können, mein vermögen Nichts der bahne weicht; Also hält vermag, nichts helfen kann, auch mein verbrechen mir mein Kommt mein Gott und hebt frommer Gott zu gut, Will mir an Sein vermögen beizu- mein fehlen mit der ruth Und legen; Alles ding währt seine nicht mit dem schwerte rächen; zeit, Gottes lieb in ewigkeit. Ulles ding währt seine zeit, 6. Himmel, erd und ihre Gottes lieb in ewigkeit. heere Hat er mir zum dienst 10. Seine strafen, seine bestellt, Wo ich nur mein aug schläge, Ob sie mir gleich bithinkehre, Find ich was mich ter seind, Dennoch, wenn ichs nährt und hält. Thier und recht erwäge, Sind es zeichen, Gottes lieb in ewigkeit. hon Lobgesänge. daß mein freund, Der mich von dir ohn reden in den wieliebet, mein gedenke Und mich gen, Der schwache mund, du von der schnöden welt, Die lehrst ihn deinen preis, Daß uns hart gefangen hält, Durch er den feind zu widerlegen weiß. das kreuze zu ihm lenke; Al- 3. Wenn ich bei mir den les ding währt seine zeit, Got- himmelbau betrachte, Dein tes lieb in ewigkeit. meisterrecht, das schöne licht 11. Das weiß ich fürwahr bei nachte, Den mondenschein, und lasse Mir's nicht aus dem die sterne auch dabei, Die deine sinne gehn, Christenkreuz hat hand gesetzt hat nach der reih; seine maße Und muß endlich 4. Herr, fang ich an, wie, stille stehn. Wenn der winter daß du so bedenkest Den sterbausgeschneiet Tritt der schöne lichen? wer ist es, dem du sommer ein; Also wird auch schenkest So reiches gut, was nach der pein Wer's erwarten sag ich doch davon, Daß deine kann erfreuet; Alles ding währt treu besucht des menschen sohn? seine zeit, Gottes lieb in ewigkeit. 5. 3war hast du ihn ein wenig hier auf erden Als engel 12. Weil denn weder ziel sind was minder lassen werden, noch ende Sich in Gottes liebe Jedennoch auch mit herrlichkeit findt, Ei, so heb ich meine bedacht, Mit majestät gekrönt hände Zu dir, vater, als dein und groß gemacht. find, Bitte, wollst mir gnade 6. Du willst ihn ganz mit geben, Dich aus aller meiner ehren übergießen, Du legest macht 3u umfangen tag und ihm dahin zu seinen füßen nacht, hier in meinem ganzen Was deine hand geschaffen leben; Bis ich dich nach die- und gethan, Was athem hat ser zeit Lob und lieb in ewig- und regt sich um und an. feit. Paulus Gerhardt+1676. 7. Der rinder schaar, der schafe große heerden, Der büsche 100% Pf. 8. ondida vich, das nimmer zahm will Mel. Mein herz und seel den Herren. werden, Der vögel heer, so in 10. Herr unfer Gott, be- den lüften schwebt, Der fische herrscher aller her: die in dem wasser lebt. ren, Wie herrlich ist dein name 8. Herr, unser Gott, beherr: weit und ferren, Wie scheinet scher aller herren, Wie herrlich er der ganzen welt herfür, ist dein name weit und ferren, Wie strecket sich im himmel Wie wird sein glanz so prächdeine zier. itig vorgestellt und strecket fich 2. Der finder mund, die an durch diese ganze welt.d den brüsten liegen, Redt schon Martin Opis+ 1639. 9 scheinen Der sonn uns gutes Allgemeine Lobgesänge. Pf. 30. Mel. Uus meines herzens grunde. muths. 11. Jet, deine wunder: stunde, Da mir's noch wohl gnad, Die mir so große dinge, erging: Ich steh auf festem Bisher erwiesen hat. Denn grunde, Acht alles kreuz ge= das ist meine pflicht, In mei- ring, Ich werde nimmermehr, nem ganzen leben Dir lob und Das weiß ich, niederliegen, dank zu geben, Mehr hab und Denn Gott, der nicht kann kann ich nicht. um trügen, Der liebt mich gar 2. Du hast mein herz er- zu sehr. 840 tur höhet Aus mancher tiefen noth; 7. Als aber dein gesichte. Den aber, der da gehet Und Uch Gott, sich von mir wandt, suchet meinen tod Und thut Da ward mein troft zu nichte, mir herzleid an, Den hast du Da lag mein heldenstand. Es weggeschlagen, So, daß er mei- ward mir angst und bang, Sch ner plagen Sich nicht erfreuen führte schwere klagen Mit zitfann. 2 tern und mit zagen; Herr, mein Gott, wie so lang? 3. Herr, mein Gott, da ich kranker Bom bette zu dir schrie, 8. Hast du dir vorgenomDa war dein heil mein anker, men, Mein ewger feind zu Und stund mir treulich bei; sein? Was werden dir denn Da andre fuhren hin 3ur fin- frommen Die ausgedorrten stern todeshöhle, Da hieltst du bein, Und der elende staub, meine seele Und mich noch, wo 3u welchem in der erden Wir ich bin in the werden, wenn wir werden Des blaffen todes raub. 4. Ihr heiligen, lobsinget Und danket eurem Herrn, Der, 9. So lang ichs leben habe wenn die noth herdringet, Bald Lobsing ich deiner ehr, Dort hört, und herzlich gern Uns aber in dem grabe Gedenk ich gnad und hilfe giebt; Rühmt dein nicht mehr; Drum eil den, deß hand uns träget, und hilf mir auf Und gieb Und, wenn er uns ja schläget, mir kraft zum leben, Dafür Nicht allzusehr betrübt. will ich dir geben Meins ganzen lebens lauf. 5. Gott hat ja vaterhände Und strafet mit geduld; Sein 10. Nun wohl, ich bin erzorn nimmt bald ein ende, höret, Mein seufzen ist erfüllt. Sein herz ist voller huld, Mein kreuz ist umgekehret, Und gönnt uns lauter guts; Mein herzleid ist gestillt, Mein Den abend währt das wei grämen hat ein end; Es ist nen, Des morgens macht das von meinem herzen Der bittern 10 en Lobgesänge.g sorgen schmerzen Durch dich, an. Dein arm ist mein trost Herr, abgewendt. du gewesen, Herr, so lang ich 11. Du haft mit mir ge- denken kann. Auf dich hab ich handelt Noch besser, als ich mich erwogen, Alsbald du mich will. Mein klagen ist verwan- der entzogen, Der ich, ehe delt In eines reigens spiel, nacht und tag Mich erblickt, Und für das trauerkleid, In im leibe lag.nonisin hi and dem ich vor gestöhnet, Da haft 4. Bon dir ist mein ruhm, du mich gekrönet Mit süßer mein sagen, Dein erwähn ich luft und freud. 190 si immer zu. Viel die spotten 12. Auf daß zu deiner ehre meiner plagen, Höhnen, was Mein ehre sich erhüb Und nim- ich red und thu; Aber du bist mer stille wäre, Bis daß ich meine stärke. Wenn ich angst deine lieb und ungezählte zahl und trübsal merke, Lauf ich Der großen wunderdinge Mit dich an: gönne mir, Fröhlich ewgen freuden singe Im güld- stets zu sein bei dir.ispour nen himmelssaal.] 5. Stoß mich nicht von deiner seiten, Wenn mein hohes alter kommt, Da die schwachen 8 tritte gleiten, Und man trost Mel. Du, o schönes Weltgebäude. vom stecken nimmt, Da greif 12. err, dir trau ich all du mir an die arme; Fall ich Herr, mein tage, Laß mich nieder, so erbarme Du dich, nicht in schimpf bestehn! Wie hilf mir in die böh, Und halt, ich von dir glaub und fage, bis ich wieder sich. siss) anions Also laß mir's auch ergehn. 6. Mach es nicht, wie mirs Rette mich, laß deine güte die gönnen, Die mein abgeMir erfrischen mein gemüthe, sagten feind, Auch mir, wo Neige deiner ohren treu Und sie immer können, Mit gewalt vernimm mein angstgeschrei. zuwider seind, Sprechen: Auf, 2. Sei mein aufhalt, laß laßt uns ihn fassen, Sein Gott mich sitzen Bei dir, o mein hat ihn ganz verlassen, Jagt starter hort! Laß mich deinen und schlagt ihn immerhin, Nieschuß beschützen, Und erfülle mand schüßt und rettet ihn. mir dein wort, Da du selbsten 7. Ach, mein helfer, sei nicht meinem leben Dich zum fels ferne, komm und eile doch zu und burg gegeben. Hilf mir mir! Hilf mir, mein Gott, aus des heuchlers band Und bald und gerne, 3euch mich des ungerechten hand. nisaus der noth herfür, Daß sich 3. Denn dich hab ich aus meine feinde schämen, Und erlesen Von der zarten jugend vor hohn und schande grämen, Paulus Gerhardt+ 1676. gondot sio 300 niam monspace Pf. 71. Allgemeine Lobgesänge. 11 Ich hingegen lustig sei Ueber du mich ertödten, Morgen ist mir erwiesne treu. die lebenszeit, Da ermunterst 18. Mein herz soll dir all- du mich wieder, Und erneuerst zeit bringen Deines ruhms ge- meine glieder, Holst sie aus bührlich theil, Auch soll meine der erdenkluft, Giebst dem herzunge singen Täglich dein un zen wieder luft. 638) zählig heil. Ich bin stark, 1613. Such ich trost, und herein zu gehen, Unerschrocken finde keinen, Balde werd ich da zu stehen, Durch des gro- wieder groß. Dein trost trockBen herrschers kraft, Der die net mir mein weinen, Das welt und alles schafft. splist mir aus den augen floß. Ich 9. Herr, ich preise deine selbst werde wie ganz neue, tugend, Wahrheit und gerech- Sing und klinge deine treue, tigkeit, Die mich schon in mei- Meines lebens einges ziel, der jugend Hoch ergötzet und Auf der harf und psalterspiel. erfreut. Hast mich als ein kind i 14. Ich bin durch und durch ernähret, Deine furcht dabei entzündet, Fröhlich ist, was in gelehret, Oftmals wunderlich mir ist. Alle mein geblüt embedeckt, Daß mein feind mich pfindet Dein heil, das du selnicht erschreckt. nsilio mn ber bist. Ich steh im gewünsch10. Fahre fort, o mein Er- ten stande, Mein feind ist voll halter, Fahre fort und laß mich scham und schande, Der mein nicht In dem hohen, grauen unglück hat gesucht, Leidet, alter, Wenn mir lebenskraft was er mir geflucht.nisp ndi gebricht. Laß mein leben in Paulus Gerhardt+ 1676. dir leben, Bis ich unterricht kann geben Kindeskindern, daß www him ndo no timendoj io nis Eigne Melodie. siur is dein hand Ihnen gleichfalls 13. Ach bleib mit deiner on t gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen feindes dnu pan meerd mi dond 2. Ach bleib mit deinem 11. Gott, du bist sehr hoch zu loben, Dir ist nirgend et was gleich, Weder hier bei lift. uns, noch oben In dem sterna und engelreich. Dein thun ist worte Bei uns, erlöser werth, nicht auszusprechen, Deinen Daß uns beid hier und dorte rath kann niemand brechen, Sei trost und heil bescheert. Alles liegt in deinem schooß 3. Uch bleib mit deinem Und dein werk ist alles groß. glanze Bei uns, du werthes 12. Du ergiebst mich gro- licht, Dein wahrheit uns umßen nöthen, Giebst auch wie- schanze, Damit wir irren der große freud. Heute läßt nicht.od misdod mi gail Lobgesänge. 12 4. Uch bleib mit deinem 4. Denn der kann mich bei segen Bei uns, o reicher Herr, dir vertreten Mit seufzern, die Dein gnad und alls vermögen ganz unaussprechlich sind, Der In uns reichlich vermehr. lehret mich recht gläubig beten, 5. Ach bleib mit deinem Giebt zeugniß meinem geist, schuße Bei uns, du starker daß ich dein find Und ein held, Daß uns der feind nicht miterbe Jesu Christi sei; Da= truke Und fäll die böse welt. her ich Abba, lieber vater, schrei. 6. Ach bleib mit deiner 5. Wenn dies aus meinem treue Bei uns, mein Herr herzen schallet Durch deines und Gott, Beständigkeit ver- heilgen geistes kraft und trieb, leihe, Hilf uns aus aller noth: So bricht dein vaterherz und Josua Stegmann+ 1632. wallet Ganz brünstig gegen mich von heißer lieb, Daß Eigne Melodie.mir's die bitte nicht versagen ir, dir, Jehovah, will kann, Die ich nach deinem 14. Di ich singen, Denn willen hab gethan. wo ist doch ein solcher Gott 6. Was mich dein geist selbst wie du? Dir will ich meine bitten lehret, Das ist nach deilieder bringen, Ach gieb mir nem willen eingericht Und deines geistes kraft dazu, Daß wird gewiß von dir erhöret, ich es thu im namen Jesu Wenn es im namen deines Christ, So wie es dir durch sohns geschicht, Durch welchen ihn gefällig ist. ich dein find und erbe bin 2. 3euch mich, o vater, zu dem Und nehme von dir gnad um sohne, Damit dein sohn mich gnade bin. wieder zieh zu dir; Dein geist 7. Wohl mir, daß ich dies in meinem herzen wohne Und zeugniß habe! Drum bin ich meine sinnen und verstand re- voller trost und freudigkeit, Und gier, Daß ich den frieden Got: weiß, daß alle gute gabe, Die tes schmeck und fühl Und dir ich verlanget von dir jederzeit, darob im herzen sing und spiel. Die giebst du und thust über3. Verleih mir, höchster, schwänglich mehr Als ich versolche güte, So wird gewiß stehe, bitte und begehr. mein singen recht gethan, So 8. Wohl mir, ich bitt in klingt es schön in meinem liede, Jesu namen, Der mich zu Und ich bet dich im geist und deiner rechten selbst vertritt. in der wahrheit an, So hebt In ihm ist alles ja und dein geist mein herz zu dir amen, Was ich von dir im empor, Daß ich dir psalmen geist und glauben bitt. Wohl sing im höhern Chor. mir, lob dir jetzt und in ewig Allgemeine Lobgesänge. 13 feit, Daß du mir schenkest ihn loben bis in tod. Weil solche Seligkeit. Bartholomäus Craffelius geb. 1667,+?. Eigne Melodie. ich noch stunden auf erden zähle, Will ich lobsingen meinem Gott. Der leib und seel gegeben hat, Werde gepriesen früh und spat. onli 15. Nobe den Herren, den Hallelujah, hallelujah. mächtigen könig der 2. Fürsten sind menschen, ehren, Meine geliebete seele, das vom weib geboren, Und kehist mein begehren. Kommet zu ren um zu ihrem staub; Ihre hauf! Psalter und harfe wacht anschläge sind auch verloren, auf! Lasset die musika hören. Wenn nun das grab nimmt 2. Lobe den Herren, der seinen raub. Weil dann kein alles so herrlich regieret, Der mensch uns helfen kann, Rufe dich auf adelers fittigen sicher man Gott um hülfe an. Halle: geführet, Der dich erhält, Wie lujah, hallelujah. es dir selber gefällt; Hast du 3. Selig, ja selig ist der nicht dieses verspüret? zu nennen, Deß hülfe der 3. Lobe den Herren, der Gott Jacob ist; Welcher vom künstlich und fein dich berei- glauben sich nicht läßt trennen. tet, Der dir gesundheit ver- Und hofft getrost auf Jesus liehen, dich freundlich geleitet. Christ. Wer diesen Herrn zum In wie viel noth Hat nicht beistand hat, Findet am besten der gnädige Gott Ueber dir rath und that. Hallelujah, flügel gebreitet? hallelujah. 4. Lobe den Herren, der 4. Dieser hat himmel und deinen stand sichtbar gesegnet, meer und erden Und was daDer aus dem himmel mit strö- rinnen ist, gemacht, Alles muß men der liebe geregnet. Denke pünktlich erfüllet werden, Was daran, Was der allmächtige kann, Der dir mit liebe be gegnet. er uns einmal zugedacht. Er ist's, der herrscher aller welt, Welcher uns ewig glauben 5. Lobe den Herren, was in hält. Hallelujah, hallelujah. mir ist lobe den namen! Al- 5. Zeigen sich welche, die les, was odem hat, lobe mit unrecht leiden; Er ist's, der Abrahams saamen! Er ist dein ihnen recht verschafft. Hunglicht. Seele vergiß es ja nicht! rigen will er zur speis bescheiLobende schließe mit Amen. den, Was ihnen dient zur lebenskraft. Die hart gebundnen macht er frei, Seine genad Hallelujah, Joachim Neander+ 1680. Pf. 146. Eigne Melodie. 16. Robe den Herren, ist mancherlei. o meine seele! ich will hallelujah. 14 Lobgesänge. 11 6. Sehende augen giebt er wäre jeder puls ein dank, Ein den blinden, Erhebt, die tief jeder odem ein gesang! schlaf gebeuget gehn. Wo er kann 3. Was schweigt ihr denn, einige fromme finden, Die läßt ihr meine kräfte? Auf, auf, er feine liebe sehn. Sein auf- braucht allen euern fleiß Und sicht ist der fremden truß, stehet munter im geschäfte 3u Wittwen und wais'n hält sein Gottes, meines Herren preis! schuß. Hallelujah, hallelujah. Mein leib und seele schicke dich 977. Aber der gottesvergeß- Und lobe Gott herzinniglich. nen tritte Kehrt er mit starker 14. Shr grünen blätter in hand zurück, Daß sie nur ma- den wäldern Bewegt und regt chen verkehrte schritte Und fal- euch doch mit mir! Ihr schwanlen selbst in ihren strick. Der ken gräschen in den feldern, Herr ist fönig ewiglich: Zion, Ihr blumen, laßt doch eure dein Gott sorgt stets für dich. zier zu Gottes ruhm belebet Hallelujah, hallelujah. sein, Und stimmet lieblich mit se 8. Rühmet ihr menschen mir ein. astsid tbin den hohen namen Deß, der 5. Uch! alles, alles, was so große wunder thut. Alles, ein leben und einen odem in was odem hat, rufe amen, sich hat, Soll sich mir zum Und bringe lob mit frohem gehülfen geben; Denn mein muth. Ihr kinder Gottes lobt vermögen ist zu matt, Die ground preist Vater, sohn und ßen wunder zu erhöhn, Die heilgen geist. Hallelujah, halle- allenthalben um mich stehn. lujah.id and asisi 6. Dir fei, o allerliebster Johann Daniel Herrnschmidt vater, Unendlich lob für feel Test 1723. imonni und leib! Lob sei dir, milde+ an Eigne Melodie.bilinister berather, Für allen edlen 17. daß ich tauſend zeitvertreib, Den du mir in zungen hätte Und der ganzen welt Zu meinem einen tausendfachen mund; So nutzen hast bestellt. stimmt ich damit in die wettemi 7. Mein treuster Jesu, sei Vom allertiefsten herzensgründ gepriesen, Daß dein erbarEin loblied nach dem andern mungsvolles herz Sich mir so an Von dem, was Gott an hülfreich hat erwiesen, Und mir gethan. Bion pimich durch blut und todes: 2. O daß doch meine stimme schmerz Von aller teufel grauschallte Bis dahin, wo die samkeit 3u deinem eigenthum sonne steht! daß mein blut befreit. F O mit jauchzen wallte, So lang 8. Auch dir sei ewig ruhm es noch im laufe geht! Ach und ehre, D heilig werther Allgemeine Lobgesänge. 15 Gottesgeist, Für deines trostes 14. Ich will von deiner füße lehre, Die mich ein find güte singen, So lange sich die des lebens heißt. Ach! wo zunge regt, Ich will dir freuwas guts von mir geschicht, denlieder bringen, So lange Das wirket nur dein göttlichs sich mein herz bewegt; Ja, licht. nd mis ons wenn der mund wird kraftlos 9. Wer überströmet mich sein, So stimm ich doch mit mit segen? Bist du es nicht, seufzen ein.stdhmed o reicher Gott? Wer schüßet 15. Ach! nimm das arme mich auf meinen wegen? Du, lob auf erden, Mein Gott, in du, o Herr Gott Zebaoth! Du allen gnaden hin; Im himmel trägst mit meiner sündenschuld soll es besser werden, Wenn Unsäglich gnädige geduld.mich gleich deinen engeln bin. 10. Vor andern küß ich Da sing ich dir im höhern deine ruthe, Die du mir auf- chor Biel tausend hallelujah gebunden hast; Wie viel thut vor. Johann Menger+ 1734. sie mir doch zu gute, Und ist mel. Lobt Gott, ihr christen alle. mir eine fanfte laſt. Sie macht 18. Nun banket all und fromm zeigt dabei, bringet ehr Daß ich von deinen liebsten sei. menschen in der welt Dem, 11. Ich hab es ja mein dessen lob der engel heer Im lebetage Schon so manch lie- himmel stets vermeldt. adm bes mal gespürt, Daß du mich 2. Ermuntert euch und singt unter vieler plage Durch dick mit schall Gott, unserm höchund dünne haft geführt; Denn sten gut, Der seine wunder in der größesten gefahr Werd überall Und große dinge thut; ich dein trostlicht stets gewahr. 3. Der uns von mutterleibe 12. Wie sollt ich nun nicht an Frisch und gesund erhält, voller freuden In deinem ste: Und wo kein mensch nicht helten lobe stehn? Wie sollt ich fen kann, Sich selbst zum helauch im tiefsten leiden Nicht fer stellt; om spond mp triumphirend einhergehn? Und 4. Der, ob wir ihn gleich fiele auch der himmel ein, So hochbetrübt, Doch bleibet guwill ich doch nicht traurig sein. tes muths, Die straf erläßt, 13. Drum reiß ich mich jetzt die schuld vergiebt, Und thut aus der höhle Der schnöden uns alles guts.upinis de eitelkeiten los, Und rufe mit 5. Er gebe uns ein fröhlich erhöhter seele: Mein Gott, du herz, Erfrische geist und sinn, bist sehr hoch und groß! Kraft, Und werf all angst, furcht, ruhm, preis, dank und herrlich sorg und schmerz Ins meeres keit Gehört dir jetzt und allezeit. tiefe hin. 16 Lobgesänge. 6. Er laffe seinen frieden 6. Er hat uns eingenomruhn In Israelis land, Ermen In die gemein der fromgebe glück zu unserm thun men, Gemacht zu seinen erben, Und heil in allem stand. Die auch nicht tödtlich sterben. 7. Er laffe seine lieb und 7. Er giebt uns zu ergüt Um, bei und mit uns kennen Sein wort, daß wir gehn, Was aber ängstet und ihn nennen Ein vater und erbemüht, Gar ferne von uns nährer Und alles guts bestehn. scheerer. 8. So lange dieses leben 8. Er giebt für unsre sünde währt, Sei er stets unser heil, Sein eingebornes kinde, Und Und bleib auch, wenn wir von läßt es für uns würgen Als der erd Abscheiden, unser theil. einen rechten bürgen. 9. Dies laffet uns bedenten, Wenn uns die sorgen kränken: Wer seinen sohn hergiebet, Derselb aufs höchste liebet. 10. Sollt er uns was versa: Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. gen, So wir ihm gläubig kla19. Nun laffet Gottes güte gen, Was wir von nöthen haben Uns führen zu ge- 3ur hüll, zur speis, zum laben? müthe, Kommt lasset uns erwägen Des frommen vaters segen. 11. Die vögel in den lüften, Die thierlein in den klüften, Die blümlein auf den wegen 2. Eh wir ans licht ge Uns müssen widerlegen. das setzet Hat er uns hoch ge- 12. Der sie so treulich heget schäßet, Und hat uns einge- Und ihrer fleißig pfleget, Sollt schrieben Zum leben und zum der die himmelserben Geden: lieben. ken zu verderben? 9. Er drücke, wenn das herze bricht, Uns unsre augen zu, Und zeig uns drauf sein angesicht Dort in der ewgen ruh. Paulus Gerhardt+ 1676. 3. Da wir noch sind gele13. O vater, vater giebe, gen Ohn regen und bewegen, Daß deine große liebe Wir Ohn menschenhülf und sorgen inniglich betrachten Und so Der mutter auch verborgen; gering nicht achten. bu 4. Hat er allein uns geben 14. D vater, uns bescheere Die glieder und das leben; 3u deinem lob und ehre, Daß Ohn einig unsern heller War wir dir recht vertrauen Und küche da und feller. gänzlich auf dich bauen. 5. Er hat zu rechter stunde 15. Wenn wir nur dieses Vollkömmlich und gesunde Auf haben, So werden uns die seiner engel wagen Uns in die gaben, Die wir zu diesem leben welt getragen. id Bedürfen, wohl gegeben. Allgemeine Lobgesänge. 17 16. Eh himmel und die er- mein luft hören und sehn, Wie den zu nichte müssen werden die boshaftgen untergehn.b Als sollten sein verlassen, Die fleischessorge hassen. 7. Den g'rechten wird man fröhlich schaun Recht grünen, wie ein palmenbaum; Wie cedern libanon Gepflanzt in 3. M. Dilherr+ 1669. Ps. 92. Eigne Melodie. 20. G Es ist fürwahr ein dem haus des Herren In sein köstlich ding, Wenn vorhöfen grünen werdn. man dem Herren dankt und 8. Ob sie dann auch gleich singt 3u lob sein'm heilgen werden alt, Bleiben sie doch nam. Des morgens feine gnad stets wohlgestalt, Fruchtbar wird kund, Des nachts man und frisch sie sein. Der Herr seine wahrheit rühmt. ist fromm zu aller frist Mein 2. Auf zehen saiten psalter- hort, bei ihm fein unrecht ist. spiel, Die Harfen gut ich brau- Cornelius Becker+ 1604. chen will, Singen mit frohem mel. Nun lob mein seet den Herren. Die werk des Herren 21. Man lobt dich in der muth weit bekannt, gschäfte seiner hand. habner Sionsgott! Des rüh3. Herr, wie sind deine werk mens ist die fülle Vor dir, du so groß, Tief dein gedanken starker 3ebaoth! Du bist doch ohne maß! Ein thörichter Gott auf erden, Der frommen glaubts nicht, Ein narr, der zuversicht; In trübsal und begiebt kein achtung drauf. In schwerden Läßt du die deinen tag lebt hin der größte hauf. nicht. Drum soll dich stündlich 4. Der gottlos grünt wohl ehren Mein mund vor jedereine zeit, Gleichwie das gras mann, Und deinen ruhm verauf grüner haid, Er steht in mehren, So lang er lallen kann. voller blüth, Bis ihn vertilget 2. Es müssen, Herr, sich mächtiglich Dein hand immer freuen Von ganzer seel und und ewiglich. jauchzen schnell, Die unauf5. Du Herr der höchste bist hörlich schreien: Gelobt sei der allein Und wirst es auch wohl Gott Jsrael! Sein name fei ewig sein. Sieh an Herr deine gepriesen, Der große wunder feind! Die feinde kommen um thut Und der auch mir erwiezur stund, Die übelthäter gehn sen Das, was mir nut und zu grund.dll 19 gut. Nun, das ist meine freude, Daß ich an ihm stets kleb Und niemals von ihm scheide, So lang ich leb und schweb. meinen feinden all. Ich werd 3. Herr, du haft deinen Lutherisches Gesangbuch. 6. Mein horn, das wird erhöhet wohl, Du falbst mein haupt mit frischem öl Trotz 2 18 Lobgesänge. namen Sehr herrlich in der lieb zu jeder zeit, Sein gnade welt gemacht; Denn als die währet dort und hier Und seine schwachen kamen, Hast du gar wahrheit für und für. bald an sie gedacht. Du hast 7. Gott vater in dem höchmir gnad erzeiget; Nun wie sten thron, Und Jesus Christ, vergelt ichs dir! Ach bleibe sein einger sohn, Sammt Gott, mir geneiget, So will ich für dem werthen heilgen geist Sei und für Den kelch des heils nun und immerdar gepreist. erheben Und preisen weit und David Denite+ 1680. breit Dich, Herr mein Gott, Pf. 103. Eigne Melodie. im leben und dort in ewigkeit. 23. Nun lob, mein feel, Johann Rist Pf. 100. Eigne Melodie. in mir ist den namen sein! 22. Nun jauchzt dem Sein wohlthat thut er mehren, Herren alle welt! Vergiß es nicht, o herze mein! Kommt her, zu seinem dienst Hat dir dein sünd vergeben euch stellt, Kommt mit froh Und heilt dein schwachheit groß, locken, säumet nicht, Kommt Errett dein armes leben, Nimmt vor sein heilig angesicht. dich in seinen schooß, mit rech2. Erkennet, daß Gott unser tem trost beschüttet, Verjüngt Herr, Der uns erschaffen ihm dem adler gleich, Der köng zur ehr Und nicht wir selbst; schafft recht, behütet Die leidurch Gottes gnad Ein jeder denden im reich. mensch sein leben hat. 2. Er hat uns wissen las 3. Er hat uns ferner wohl sen Sein herrlich recht und bedacht Und uns zu seinem volk sein gericht, Dazu sein güt ohn gemacht, 3u schafen, die er ist maßen, Es mangelt an erbarbereit zu führen stets auf gu- mung nicht. Sein zorn läßt ter weid. er wohl fahren, Straft nicht 4. Die ihr nur wollet bei nach unsrer schuld, Die gnad ihm sein, Kommt, geht zu sei- thut er nicht sparen, Den blö nen thoren ein Mit loben durch den ist er hold. Sein güt ist der psalmen klang 3u seinem hoch erhaben Ob den, die vorhof mit gesang. fürchten ihn; So fern der oft vom abend Ist unsre sünd dahin. 5. Dankt unserm Gott, lobsinget ihm, Rühmt seinen nam 3. Wie sich ein mann ermit lauter stimm, Lobsingt und barmet Ueber seine jungen kinddanket alleſammt; Gott loben lein, So thut der Herr uns ist ja unser amt. d armen, So wir ihn kindlich 6. Er ist voll güt und fürchten rein, Er kennt das arm freundlichkeit, Voll treu und gemächte Und weiß, wir sind Allgemeine Lobgesänge. 19 nur staub, Gleichwie das gras löblich und herrlich und seine von rechte Ein blum und fal- gerechtigkeit bleibet ewiglich. lend laub. Der wind nur drü- 4. Er hat ein gedächtniß ber wehet, So ist es nimmer gestiftet seiner wunder, Der da; Also der mensch vergehet, gnädige und barmherzige Herr. Sein end, das ist ihm nah. 5. Er giebt speise denen, 4. Die Gottesgnad alleine so ihn fürchten, Er gedenket Bleibt stät und fest in ewig- ewiglich an seinen bund. keit Bei seiner liebn gemeine, 6. Er lässet verkündigen Die steht in seiner furcht be seine gewaltigen thaten ſeinem reit, Die seinen bund behalten, volk, Daß er ihnen gebe das Er herrscht im himmelreich. Ihr erbe der heiden. starken engel, waltend Seins 7. Die werke seiner hände lobs und dient zugleich Dem sind wahrheit und recht, Alle großen Herrn zu ehren und seine gebote sind rechtschaffen. treibt sein heilig wort; Mein 8. Sie werden erhalten imfeel soll auch vermehren Sein mer und ewiglich, Und geschelob an allem ort. hen treulich und redlich. 5. Sei lob und preis mit 9. Er sendet eine erlösung ehren Gott vater, sohn und seinem volke, Er verheißet, daß heilgem geist; Der woll in uns sein bund ewiglich bleiben soll. vermehren, Was er aus gna- 10. Heilig und hehr ist sein den uns verheißt, Daß wir name, Die furcht des Herrn ihm fest vertrauen, Uns ganz ist der weisheit anfang. verlassn auf ihn, Von herzen 11. Das ist eine feine klugauf ihn bauen, Daß unsr herz, heit, Wer darnach thut, deß muth und sinn Ihm allezeit lob bleibt ewiglich. anhangen; Drauf singen wir 12. Lob und preis sei Gott zur stund: Amen, wir wer- dem vater und dem sohn Und dens erlangen, Gläubn wir dem heiligen geiste. von herzensgrund. Johann Graumann+ 1541. 13. Wie es war im anfang jetzt und immerdar, Und von ewigkeit zu ewigkeit. Amen. 147. Melodie. Ps. 111. Im Psalmton. danke dem Herrn 24. I von ganzem Herzen, 25. Nobet den Herren, Denn er ist Im rath der frommen und in der gemeine. Es ist sehr köstlich, unsern Gott 2. Groß sind die werke des zu loben, Sein lob ist schön Herren, Wer ihr achtet, der und lieblich anzuhören, Lobet hat eitel lust daran. den Herren! 3. Was er ordnet, das ist 2. Singt gegn einander 2* 20 Lobgesänge. Dem Herren mit danken, Lobt Es stunden zween seraph bei ihn mit harfen, unsern Gott ihm daran, Sechs flügel sah den werthen, Denn er ist mäch- man einen jeden han. Mit tig und von großen kräften, zween verbargen sie ihr antlik Lobet den Herren! klar, Mit zween bedeckten sie 3. Er kann den himmel Mit die füße gar Und mit den anwolken bedecken, Und giebt den dern zween sie flogen frei; regen, wenn er will, auf er- Gen ander ruften sie mit gro den, Er läßt gras wachsen hoch ßem schrei: Heilig ist Gott, auf dürren bergen, Lobet den der Herre Zebaoth, Heilig ist Herren! Gott, der Herre Zebaoth, Hei 4. Der allem fleische Gie- lig ist Gott, der Herre Zebaoth, bet seine speise, Dem vieh sein Sein ehr die ganze welt er futter väterlicher weise, Den füllet hat! Von dem gschrei jungen raben, wenn sie ihn zittert schwell und balken gar, anrufen, Lobet den Herren! Das haus auch ganz voll rauchs 5. Er hat kein luste An und nebels war. Martin Luther+ 1546. der stärk des rosses, Noch wohlgefallen an jemandes beinen, Er hat gefalln an den, die auf ihn trauen, Lobet den Herren! Das Gratias. Eigne Melodie. 6. Danket dem Herren, 27. Nun laßt uns Gott dem Herren Schöpfer aller dinge, Der brunn des Lebens thut aus sagen und ihn ehren Für alle ihm entspringen Gar hoch vom seine gaben, Die wir empfanhimmel her aus seinem herzen. gen haben. Lobet den Herren! 2. Den leib, die seel, das 7. O Jesu Christe, Sohn leben Hat er allein uns geben, des allerhöchsten, Gieb du die Dieselben zu bewahren Thut gnade allen frommen christen, er nie etwas sparen. Daß sie dein namen ewig preisen. Amen. Lobet den Herren! 3. Nahrung giebt er dem leibe; Die seele muß auch bleiben, Wiewohl tödtliche wunden Sind kommen von der sünden. Der deutsche Sanctus. Jes. 6. Eigne Melodie. 26. J esaia dem propheten 4. Ein arzt ist uns gegeJeftini das geschah, Daß ben, Der selber ist das leben: er im geist den Herren sitzen Christus, für uns gestorben, sah Auf einem hohen thron, Der hat das heil erworben. in hellem glanz. Seins kleides 5. Sein wort, sein tauf, saum den chor erfüllet ganz. sein nachtmal Dient wider al Allgemeine Lobgesänge. 21 vertrauen. len unfall; Der heilig geist] 8. Sehr groß ist deine weisim glauben Lehrt uns darauf heit, güt und stärke Und wunderbar sind alle deine werke. 6. Durch ihn ist uns ver- 9. Herr, wir bekennen es geben Die sünd, geschenkt das mit unserm munde Und danleben; Im himmel solln wir ken dir dafür von herzenshaben, Gott, wie große grunde. gaben. 10. Lob sei dir, vater, der 7. Wir bitten deine güte, du mit dem sohne Und heilgen Wollst uns hinfort behüten, geist regierst in einem throne. Uns große mit den kleinen; Du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der wahr heit, Gieb ewigliche freiheit, 11. Dein großer nam sei immerdar gepreiset Für alles gute, das du uns erweiset. met. Nun freut euch liebe christen. Zu preiſen deinen namen Durch 29. gläubig herz gebenedei Christum. Ludwig Helmbold+ 1598. deinem Herren! Gedenk, daß Eigne Melodie. er dein vater sei, Welchen du as lobes soll man stets sollst ehren, Dieweil du 28. Was dir, o vater, sin- keine stund ohn ihn Mit aller gen? Keins menschen zung sorg in deinem sinn Dein lefanns würdiglich vorbringen. ben kannst ernähren. 2. Du hast aus nichts den 2. Er ists, der dich von herhimmel und die erden Und alles, zen liebt Und sein gut mit dir was darin ist, lassen werden. theilet, Dir deine missethat 3. Uns menschen drauf nach vergiebt Und deine wunden deinem bild formiret Und mit heilet, Dich wappnet zum geistverstand und gaben ausgezieret. lichen krieg, Daß dir der feind 4. Du läsfest uns in dei- nicht oben lieg Und deinen nem worte lehren, Wie wir dir schab zertheile. dienen sollen und dich ehren. 3. Er ist sehr barmherzig 5. Von kindheit an hast du und gut Den armen und elenuns stets ernähret, Was wir den, Die sich von allem überbedurft, uns väterlich bescheeret. muth 3u seiner wahrheit wen= 6. Du speisest alles fleisch den; Er nimmt sie als ein mit wohlgefallen Und schüßzest vater auf Und giebt, daß sie uns, so lange wir hier wallen. den rechten lauf 3ur seligkeit 7. Wenn kreuz und trübsal vollenden. uns noch mit berühret, So 4. Wie sich ein treuer vawerden wir doch gnädig draus ter neigt Und guts thut ſeinen geführet. kindern, Also hat sich auch Gott 22 Lobgesänge. erzeigt Gegen uns armen sün- durch die herzen dringen. O dern; Er hat uns lieb und hilf, daß wir mit deiner kraft ist uns hold, Vergiebt uns Durch recht geistliche ritter: gnädig alle schuld und macht schaft Des lebens fron errinuns überwinder. adop 5. Er giebt uns seinen gu ten geist Verneuet unsre hergen. Amen.) al W. v. Bappenheim. Eigne Melodie.fisded zen, Daß wir vollbringen, was 30. Wie ſchön leuchtet der morgenstern, Voll schmerzen; Er hilft uns hier gnad und wahrheit von dem mit gnad und heil, Verheißt Herrn, Du süße wurzel Jesse! uns auch ein herrlich theil Du Sohn Davids aus Jacobs Von den ewigen schätzen. stamm, Mein könig und mein 6. Nach unsrer ungerechtig: bräutigam, Hast mir mein herz keit Hat er uns nicht vergol- besessen. Lieblich, Freundlich, ten, Sondern erzeigt barmher- Schön und herrlich, groß und zigkeit Da wir verderben soll- ehrlich, reich von gaben Hoch ten; Mit seiner gnad und und sehr prächtig erhaben. gütigkeit Ist er uns und allen bereit, Die ihm von herzen hulden. 2. Ei meine perl, du werthe kron, Wahr Gottes und Marien sohn, Ein hochgeborner 7. Was er nun angefangen könig! Mein herz heißt dich hat, Das will er auch voll ein lilium, Dein süßes evanenden; Nur geben wir uns gelium Geht über milch und seiner gnad, Opfern uns sei honig. Ei mein Blümlein, nen händen Und thun daneben Hosianna! himmlisch manna, unsern fleiß, Hoffend, er werd das wir essen, Deiner kann zu seinem preis All unsern ich nicht vergessen. wandel wenden. 3. Geuß sehr tief in mein 8. D vater, steh uns gnä- herz hinein, Da heller jaspis dig bei, Weil wir sind im und rubin, Die flamme deiner elende, Daß unser thun auf- liebe, Und erfreu mich, daß ich richtig sei Und nehm ein selig doch bleib Un deinem auserende: O leucht uns mit deinm wählten leib Ein lebendige hellen wort, Daß uns an die- rippe. Nach dir Ist mir, sem dunkeln ort Kein falscher Unmuthsvolle himmelsrose*), schein verblende. krank und glimmet Mein herz durch liebe verwundet. 9. Gott, nimm an zu lob und dank, Was wir ein*) Gratiosa coeli rosa. fältig singen, Und gieb dein 4. Von Gott kommt mir wort mit freiem klang Laß ein freudenschein, Wenn du mit 23 Allgemeine Lobgesänge. deinen engelein Mich freund-| Ador Eigne Melodie. lich thust anblicken. Herr und mund, Jefu, mein trautes gut, Dein 31. h finge dir mit herz Herr, wort, dein geist, dein leib und meines herzens lust! Ich fing blut Mich innerlich erquicken. und mach auf erden kund, Was Nimm mich Freundlich In mir von dir bewußt. dein arme, daß ich warme 2. Ich weiß, daß du der werd von gnaden, Auf dein brunn der gnad, Und ewge wort komm ich geladen. quelle seist, Daraus uns allen 5. Herr Gott vater, mein früh und spat Viel heil und starker held, Du hast mich ewig gutes fleußt. 1 vor der welt In deinem sohn 3. Was sind wir doch, was geliebet, Dein sohn hat mich haben wir Auf dieser ganzen ihm selbst vertraut, Er ist mein erd, Das uns, o vater, nicht schaß, ich bin sein braut, Sehr von dir Allein gegeben werd. hoch in ihm erfreuet. Eia, Eia! 4. Wer hat das schöne himHimmlisch leben wird er ge- melszelt Hoch über uns gesetzt, ben mir dort oben; Ewig soll Wer ist es, der uns unser feld mein herz ihn loben. Mit thau und regen nett? 6. 3wingt die saiten in ci- 5. Wer wärmet uns in fält thara Und laßt die süße mu- und frost? Wer schüßt uns sika Ganz freudenreich erschal- vor dem wind? Wer macht len, Daß ich möge mit Jesu- es, daß man öl und most Zu lein Dem wunderschönen bräut- seinen zeiten findt? gam mein In steter liebe wal- 6. Wer giebt uns leben und len. Singet, Springet, Jubi- geblüt, Wer hält mit seiner liret, triumphiret, dankt dem hand Den güldnen, edlen, werHerren: Groß ist der könig then fried In unserm vaterland? der ehren. 7. Ach, Herr mein Gott, 7. Wie bin ich doch so herz- das kommt von dir, Und du lich froh, Daß mein schatz ist mußt alles thun, Du hältst das A und D, Der anfang die wach an unsrer thür Und und das ende. Er wird mich läßt uns sicher ruhn. doch zu seinem preis Aufneh- 8. Du nährest uns von men in das paradeis, Deß jahr zu jahr, Bleibst immer klopf ich in die hände. Amen, fromm und treu, Und stehst Umen, Komm du schöne freu- uns, wenn wir in gefahr Gedenkrone, bleib nicht lange, rathen, herzlich bei.ng Deiner wart ich mit ver: langen. 9. Du strafft uns sünder mit geduld Und schlägst nicht allzusehr. Ja, endlich nimmst Philipp Nicolai+ 1608. 24 en Lobgefänge. E du unsre schuld Und wirfst sie] 18. Ei nun, so laß ihn in das meer. ferner thun Und red ihm nicht 10. Wenn unser herze seufzt darein, So wirst du hier in und schreit, Wirst du gar leicht frieden ruhn Und ewig fröherweicht, und giebst uns, was lich sein. uns hoch erfreut Und dir zu ehren reicht. P. Gerhardt+ 1676. ps. 103. Eigne Melodie. 11. Du zählst, wie oft ein 32. Mein herz, bu follft chrifte Und was Herren billig fummer sei; Kein zähr- und preisen, Was in mir ist, das thränlein ist so klein, Du hebst müß ihm ehr erweisen, Auf, und legst es bei. auf, mein herz, und mache dich 12. Du füllst des lebens bereit! Bergiß ja nicht, vergiß mangel aus Mit dem, was nicht, mein gemüthe, Was dir ewig steht, Und führst uns in der Herr für wunderbare güte des himmels haus, Wenn uns Erwiesen hat die ganze le die erd entgeht. da benszeit. Adil Dumort 13. Wohlauf, mein herze, 2. Denn er hat dich von sing und spring Und habe gu- sünden losgesprochen, Und denkt ten muth, Dein Gott, der ur- nicht mehr, was du bisher versprung aller ding Sst selbst brochen, Er machet dich von und bleibt dein gut. schwachheit heil und rein. Es 14. Er ist dein schab, dein hat der Herr dein leben vom erb und theil, Dein glanz und verderben Erlöst, daß du nicht freudenlicht, Dein schirm und ewig müssest sterben. Dein Gott schild, dein hülf und heil, Schafft will dir forthin barmherzig sein. rath und läßt dich nicht. 3. Er krönet dich mit gnad 15. Was kränkst du dich und mildem segen, Will deiin deinem sinn, Und grämst nen mund mit reicher fülle dich tag und nacht? Nimm pflegen, Er machet dich von deine sorg und wirf sie hin seinen gütern satt, Daß du Auf den, der dich gemacht. mit lust darüber dich erfreuest Und deine kraft gleich adlern gar verneuest, Weil er mit heil 16. Hat er dich nicht von ju gend auf Versorget und ernährt? Wie manchen schweren un dich überschüttet hat. glückslauf Hat er zurückgekehrt! 4. Der Herr läßt recht den17. Er hat noch niemals selben widerfahren, Die vor was versehn In seinem regi- bedrängt und unterdrücket wament, Nein, was er thut und ren. Er hat sein thun dem läßt geschehn, Das nimmt ein Mose kund gethan, Und Isgutes end. rael sein wege wissen lassen; Allgemeine Lobgesänge. 25 Er ist voll güt und will nicht stätt auch nicht mehr kennen immer hassen, Noch ewig gehn kann. die grimme eiferbahn. 9. Des Herren gnad ist 5. Der Herr ist fromm, aber überschwänglich, Währt barmherzig und sanftmüthig, für und für und bleibet unVoll gnad und geist, geduldig, vergänglich; Auf kindeskind treu und gütig, Er handelt wird sein gericht gebracht Bei nicht mit uns nach unsrer denen, die den gottesbund schuld, Vergilt auch nicht nach stets üben, Die sein befehl von unsern schweren sünden, So ganzem Herzen lieben und sein weit das zelt des himmels ist gebot zu halten sind bedacht. zu finden Vom erdenball, so 10. Es ist sein stuhl im weit reicht seine huld. himmel zubereitet, Sein herr6. So weit der grund sich schaft ist um dieses rund gescheidet von der festen, So breitet, Sein reich und thron weit der oft ablieget von dem umschließt den erdenkreis. Ihr westen, So weit läßt er die himmelsvolk, ihr starken gotsünden von uns sein; Sein teshelden, Die ihr sein thun gnadenblick muß über die stets und willen an müßt melden, walten, Die ihn mit furcht Lobt unsern Gott und sagt für ihren helfer halten Und ihm ruhm und preis. löset sie von der verdammniß pein. 11. Lobt unsern Gott, ihr alle seine schaaren, Die ihr ihm 7. Gleichwie sich sonst ein dient und hin und her müßt vater läßt erweichen Und hülf fahren Durch dünne luft, lobt und schutz den kindern pflegt ihn an jedem ort, Un dem er zu reichen, Also steht auch der herrscht; lobt ihn, ihr seine Herr den frommen bei. Er werke, Rühmt seine kraft, kennet ja uns dürftge erden- rühmt seiner allmacht stärke; töpfe, Ihm ist bewußt, daß Lob ihn, mein Herz, o lob dieses sein geschöpfe Ein leich ihn fort und fort. ter staub und schwaches werkzeug sei. 12. Gott vater, sohn und geist sei stets gepriesen Für alle 8. Das leben ist dem grase huld, die du an mir erwiesen zu vergleichen und seine blüth Von kindheit an bis jetzt auf ist gleich den rosensträuchen, diese zeit. Herr, steh mir bei, Die sich zwar schön und lieb- laß deine gnad sich mehren, lich lassen an; Doch wenn der So will ich dir drum danken nord mit brausen umherfäh- und dich ehren Auf erden hier ret, Wird ihre zier durch reif und dort in ewigkeit. also verzehret, Daß man die Johann Frank+ 1677. Lobgesänge. 26 de Gigne Melodie. nen, Der euch theur erkaufet 33. Lasſet uns den Herren hat, Lernet ihn fein lieblich preisen, Und vermeh: nennen Euern bruder, freund ren ſeinen ruhm! Stimmet und rath, Euern starken held an die süßen weisen, Die ihr im streiten, Eure lust in fröhseid sein eigenthum! Ewiglichkeiten, Euern trost und währet sein erbarmen, Ewig euer beil, Euer allerbestes will er uns umarmen Mit theil. Ewig solche güte wähder süßen liebeshuld, Nicht ret, Die euch durch ihn wigedenken unsrer schuld. Prei- derfähret, Ewig soll das lob set ewig seinen namen, Die erklingen, Das wir ihm zu ihr seid von Abrams saamen; ehren singen. Rühmet ewig seine werke, Gebet ihm lob, ehr und stärke. 5. Tretet nur getroft zum throne, Da der gnadenstuhl 2. Ehe noch ein mensch ge zu sehn, Es kann euch von boren Hat er uns zuvor er Gottes sohne Nichts als lieb kannt, und in Christo auser- und huld geschehn. Er erwarforen, Seine huld uns zuge- tet mit verlangen, Bis er wandt, Selbst der himmel und könne uns umfangen, Und die erden müssen uns zu dienste das allerhöchste gut Uns mitwerden, Weil wir durch sein theilen durch sein blut. Große liebstes kind Seine kinder wor- gnad ist da zu finden, Er will den sind. Ewig solche gnade sich mit uns verbinden, Und währet, Die er uns in ihm soll niemals etwas können Uns bescheeret, Ewig wollen wir von seiner liebe trennen. uns üben Ueber alles ihn zu lieben. 6. Er hat nunmehr selbst die fülle Seiner gottheit auf 3. Ja, wir wollen nun mit gethan, Und es ist sein ernster freuden Zu dem lieben vater wille, Daß nun komme jedergehn, Uns in seiner liebe wei- mann. Keiner soll sich hierbei den, Wie die thun, die vor schämen, Sondern gnad um ihm stehn, Heilig, heilig, hei- gnade nehmen; Wer ein hunglig fingen, Hallelujah soll er rig herze hat, Wird aus sei klingen Unserm Gotte und ner fülle satt. Ewig solche fülle dem lamm, Unserm holden währet, Die uns so viel guts bräutigam. Lasset seinen ruhm bescheeret, Wollust, die uns erschallen Und erzählt sein werk ewig tränket, Wird uns dar vor allen, Daß er ewig uns aus eingeschenket. erwählet Und zu seinem volk gezählet. 7. Nun, du liebster, unser lallen, Damit wir dir dankbar 4. Lernet euren Jesum ken- sein, Laß dir gnädig wohlge Univ.- Bibl. Giessen 27 Allgemeine Lobgesänge. fallen, Bis wir alle insgemein Deine gnad und liebeszeichen: Ewig deine gütigkeiten Mit Tausend, tausend mal sei dir, gesammtem lob ausbreiten, Großer könig, dank dafür. Da wir werden gloria Singen 2. Herr, entzünde mein geund hallelujah. Preis, ehr, müthe, Daß ich deine wunderruhm, dank, macht und stärke, macht, Deine gnade, treu und Und was rühmet seine werke, güte Stets erhebe tag und Werde unserm Gott gegeben. nacht; Denn von deinen gnaLaßt uns ihm zu ehren leben. dengüssen Leib und seele zeuChristian Jacob Koitsch+ 1735. gen müssen: Tausend, tausend ic. Ps. 100. Eigne Melodie. 34. Alle welt, was kreucht und webet, Was in 3. Denk ich nur der sündenmassen, Drauf ich häufte feld und häuſsern ist, Was nur schuld mit schuld, So möcht stimm und zunge hebet, Jauchze ich vor schaam erblassen Vor Gott zu jeder frist; Dienet ihm, Womit du, o Gott, mich arder langmuth und geduld, wer dienen kann, Tret't mit lust zu ihm heran. men Hast getragen mit er2. Sprecht, der Herr ist barmen: Tausend, tausend ic. 4. Ach ja, wenn ich überunser meister, Er hat uns aus nichts gemacht, Er hat unsre lege, Mit was lieb und güleib und geister Un die lichte tigkeit, Du durch so viel welt gebracht. Wir sind seiner wunderwege Mich geführt die allmacht ruhm, Seine schaf lebenszeit; So weiß ich kein und eigenthum. ziel zu finden, Noch den grund hier zu ergründen: Tausend, 3. Gehet ein zu seinen pforten, Geht durch seines vorhofs tausend ic. 5. Du, Herr, bist mir nachgang, Lobet ihn mit schönen worten, Saget ihm lob, preis gelaufen, Mich zu reißen aus und dank; Denn der Herr ist der gluth; Denn da mit der jederzeit Voller gnad und fünder haufen Ich nur suchte freundlichkeit. irdisch gut, Hießest du auf dies mich achten, Wonach man zuerst soll trachten: Tausend, tausend ic. 3. Frank+ 1677. 35. Wom Met. Alle menschen müssen. omit soll ich dich 6. O, wie hast du meine wohl loben, Mäch- seele Stets gesucht zu dir zu tiger Herr Zebaoth? Sende ziehn, Daß ich aus der fünmir dazu von oben Deines denhöhle Möchte zu den wungeistes kraft, mein Gott; Denn den fliehn, Die mich ausgeich kann mit nichts erreichen söhnet haben, und mit kraft Lobgesänge. 28 zum leben laben: Tausend, 12. Fielen tausend mir zur tausend zc. seiten Und zur rechten zehnmal 7. Ja, Herr, lauter gnad mehr, Ließest du mich doch und wahrheit Sind vor dei begleiten Durch der engel starnem angesicht. Du, du trittst keš heer; Daß den nöthen, die hervor in klarheit, In gerech- mich drangen, Ich jedennoch tigkeit, gericht, Daß man soll bin entgangen: Tausend, tauaus deinen werken Deine güt send zc. und allmacht merken: Tau- 13. Vater, du hast mir ersend, tausend zc. zeiget Lauter lieb und gütig-= 8. Wie du setzest jedem dinge keit, Und du hast zu mir geneiZeit, zahl, maaß, gewicht und get Jesu, deine freundlichkeit, ziel, Damit keinem zu geringe Und durch dich, du geist der Möcht geschehen, noch zu viel; gnaden, Werd ich stets noch So hab ich auf tausend wei: eingeladen: Tausend, tausend ic. sen Deine weisheit auch zu 14. Tausend mal sei dir gepreisen: Tausend, tausend 2c. sungen, Herr mein Gott, preis, 9. Bald mit lieben, bald lob und dank, Daß es mir so mit leiden Kommst du, Herr wohl gelungen. Ach laß meimein Gott, zu mir, Nur mein nes lebens gang Ferner doch herze zu bereiten, Sich ganz durch Jesu leiden Nur gehn zu ergeben dir; Daß mein in die ewigkeiten. Da will gänzliches verlangen Möchtlich, Herr, für und für Ewig, an deinem willen hangen: ewig danken dir. Tausend, tausend ic. 2. A. Gotter+ 1735. 10. Wie ein vater nimmt Mel. Es ist das heil uns kommen. und giebet, Nachdem's kindern 36. ei lob und ehr dem So du mich höchsten auch geliebet, Herr mein Gott, vater aller güte, Dem Gott, zu jeder frist, Und dich meiner der alle wunder thut, Dem angenommen, Wenns auch Gott, der mein gemüthe Mit gleich aufs höchste kommen: seinem reichen troft erfüllt, Tausend, tausend 2c. Dem Gott, der allen jammer 11. Mich hast du auf ad stillt: Gebt unserm Gott die ehre. lers flügeln Oft getragen vä2. Es danken dir die him terlich, In den thälern, auf melsheer, herrscher aller thro den hügeln Wunderbar erret: nen, Und die auf erden, luft tet mich. Wenn schien alles und meer In deinem schatten zu zerrinnen, Ward doch dei- wohnen, Die preisen deine ner hülf ich innen: Tausend, schöpfermacht, Die alles, alles tausend zc. wohl bedacht: Gebt ic. Allgemeine Lobgesänge. 29 3. Was unser Gott geschaf- gözen macht zu spott; Der fen hat, Das will er auch er- Herr ist Gott, der Herr ist halten, Darüber will er früh Gott: Gebt zc. und spat Mit seiner gnade 9. So kommet vor sein walten. In seinem ganzen kö- angesicht Mit jauchzenvollem nigreich Ist alles recht und springen; Bezahlet die gelobte alles gleich: Gebt zc. pflicht, Und laßt uns fröhlich 4. Ich rief dem Herrn in fingen: Gott hat es alles wohl meiner noth: Uch Gott, ver- bedacht Und alles, alles recht nimm mein schreien! Da half gemacht: Gebt unserm Gott mein helfer mir vom tod Und die ehre! ließ mir trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank Mel. I. 3. Schüß+ 1690. Alle menschen müssen. ich dir, Ach, danket, danket 37. Schwing dich auf, mit mir: zc. mein ganz 5. Der Herr ist noch und the Und geh in den himmel nimmer nicht Von seinem volt ein; Denn es muß des höchgeschieden; Er bleibet ihre zu- ften güte Hier und dort geversicht, Ihr segen, heil und priesen sein. Uch mit tausend, frieden. Mit mutterhänden lei- tausend malen Kann ich ihm tet er Die seinen stetig hin das nicht bezahlen, Was er und her: Gebt zc. mir durch rath und that Le6. Wenn trost und hülf benslang erwiesen hat. ord ermangeln muß, Die alle welt 2. Herr Gott vater, lauter erzeiget, So kommt, so bilft segen Trieft von deiner milden der überfluß, Der schöpfer selbst hand, Den du hast mir allerund neiget Die vateraugen wegen, Wie ich wünschte, zudeme zu, Der sonsten nirgends gewandt. Was für kummer findet ruh: Gebt zc. mich gebissen, Davon hast du 7. Ich will dich all mein mich entrissen. Tausend, taulebenlang, O Gott, von nun send mal sei dir, Treuer vaan ehren; Man soll, o Gott, ter, dank dafür. dein lobgesang An allen orten 3. Herr Jesu, heil und hören; Mein ganzes herz er- leben Ist in deinem blute muntre sich, Mein geist und leib erfreue dich: Gebt zc. mein. Alle sünden sind vergeben Und ich bin gerecht und 8. Jhr, die ihr Christi na rein; Ja, du willst in meiner men nennt, Gebt unserm Gott seelen Deine wohnung dir erdie ehre! Shr, die ihr Gottes wählen. Tausend, tauſend mal macht bekennt, Gebt unserm sei dir, Liebster heiland, dank Gott die ehre! Die falschen dafür! 30 Lobgesänge. 4. Heilger geist, an deinen die hülf und rath Schafft und gaben Spür ich keinen man segnet früh und spat. gel nicht. Und was wollt ich 3. Nun, mein Gott, ich größres haben, Als dies gna- will dich preisen, Ich will denvolle licht, Daß ich weiß, immer breiten aus Deinen an wen ich gläube Und ein ruhm in deinem haus, Ich gotteskind verbleibe? Tausend, will immer mehr erweisen Dir, tausend mal sei dir, Werther mein Gott, zu aller zeit Ehre, tröster, dank dafür. dienst und dankbarkeit. 5. Ach, daß alle meine 4. Als dein allmacht hat glieder Lauter zungen möchten gegeben, Eh ich war auf die sein! Daß ich mich durch lobe- ser welt, Eh ich wußt, was lieder, Könnte recht in Gott dir gefällt, Mir im mutterleib erfreun, Und daß lauter preis das leben, Hat mir deine lieund ehre So ein süßes opfer beshand Alle wohlthat zugewäre, Das ihm würde tag wandt. und nacht Tausend, tausend mal gebracht. 5. Meine seele, leib und leben, Augen, ohren, fleisch 6. Doch du wirst mein und blut, Was ich habe, ist schwaches lallen, O Gott va dein gut. Du hast mir, mein ter, sohn und geist, Dir auch Gott, gegeben Mein verstand, lassen wohlgefallen, Daß dich vernunft und sinn, Dein ist hier auf erden preist, Bis ich alles, was ich bin. dich im himmel oben Mit den 6. Alle meine freud und engeln werde loben; Ja, da wonne, Alle meine seligkeit, lob und preis ich dich Ewig, Alle himmelsherrlichkeit Hat ewig, ewiglich. mein Jesus, meine sonne, Mir erworben durch sein blut, Meiner seelen höchstes gut. E. Neumeister+ 1756. Eigne Melodie. 38. Alles was mir Gott 7. Rein bin ich von met: gegeben, Was mein nen sünden, Los von seelenleib und seel erfreut Hier und angst und noth, Frei vom dort in ewigkeit, All mein teufel, höll und tod. In der thun, mein ganzes leben Zeigt taufe kann ich finden Diesen mir meines Gottes treu Im- schak; weil Gott ist mein, mer alle morgen neu. Werd ich ewig bei ihm sein. 2. Nichts von allem, was 8. In dem lebenswort der ich habe, Hab ich auf die gnaden Find ich meines herwelt gebracht, Nichts von al zens theil, Meiner seelen trost lem gut und pracht; Gottes und heil. Nichts kann alle güte, Gottes gabe Ists allein, welt mir schaden, Weil mein Sonntagsgefänge. 31 Gott mich selbst bewacht, Und du die sonne selbst in mir; stürzt aller feinde macht. Du sonne der gerechtigkeit, 9. Alle diese lieb und treue, Vertreib der sünden dunkelheit. Die mein Jesus mir bereit, 2. Mein erstes opfer ist dein Preis ich fröhlich allezeit. Hilf ruhm, Mein herz ist selbst dein Gott; daß mich stets erfreue eigenthum. Uch kehre gnädig Solche deine gütigkeit, Dir bei mir ein, Du mußt dir zu lob in ewigkeit. on selbst den tempel weihn. Johann Olearius+ 1684. Mel. Allein Gott in der höh sei. 39. Bis 3. Gieb, daß ich meinen fuß bewahr, Eh ich mit deiis hieher hat mich ner kirchenschaar 3um hause Gott gebracht Durch Gottes wallen geh, Daß ich seine große güte, Bis hieher auch heilig vor dir steh. hat er tag und nacht Bewahrt 4. Bereite herze, mund und herz und gemüthe. Bis hieher hand Und gieb mir weisheit hat er mich geleit, Bis hieher und verstand, Daß ich dein hat er mich erfreut, Bis hieher wort mit andacht hör, Zu deimir geholfen. hus Hotnes großen namens ehr. 2. Hab lob, hab ehr, hab 5. Schreib alles fest in meipreis und dank Für die bis- nen sinn, Daß ich nicht nur herge treue, Die du, o Gott, ein hörer bin; Verleihe deine mir lebenslang Bewiesen täg- kraft dabei, Daß ich zugleich lich neue. In mein gedächtniß ein thäter sei. schreib ich an: Der Herr hat 6. Hilf, daß ich diesen gangroß's an mir gethan, Bis zen tag Mit leib und seele hieher mir geholfen. feiern mag; Bewahr mich vor 3. Hilf fernerweit, mein der argen welt, Die deinen treuster hort, Hilf mir zu al- sabbath sündlich hält. len stunden, Hilf mir an all 7. So geh ich denn mit und jedem ort, Hilf mir durch freuden hin, Wo ich bei dir Jesu wunden; Damit sag ich zu hause bin. Mein herz ist. bis in den Tod: Durch Christi willig und bereit, blut hilft mir mein Gott, Er dreifaltigkeit. hilft, wie er geholfen. heilige Benjamin Schmolt+ 1737. Emilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt+ 1706. Eigne Melodie. 41. Auf, auf, mein herz 2. Sonntagsgesänge. Mel. Nun jauchzt dem Sperren. und du mein ganzer finn! Wirf alles heut, was welt ist, von dir hin! 40. Mein Gott, die sonne heut hat das werk der schö geht herfür, Seilpfung angefangen, Da die 32 Lobgesänge.. sem rund das licht ist aufge- die welt nur deiner andacht lacht. Der schad ist ihr, dir gangen. 2. Auf, auf, mein herz, leg aber wirds gedeihen; alles irdisch ab! Heut Jesus alles glück auf dich wird reichist erstanden von dem grab. lich streuen. bi Gott Heut hat er sein erlösungswerk 9. An diesem tag hab deine geendet, Heut hat er auch den lust am Herrn, Was dein herz geist herabgesendet. wünscht, wird er dir geben 3. Dies heilig heut heißt gern. Befehle Gott heut deine dich auch heilig sein, Gott weg und sachen, und hoff auf diesen tag bei dir will ziehen ihn; gewiß er wirds wohl ein; So ruhe du von arbeit machen. bado 100 und von sünden, Daß er in dir mög seine ruhe finden. 36 10. Wirst du ihm aber nehmen seinen tag, So macht 4. Gott lässet dir sechs tage er dir die sechse voller plag. für den leib, Der siebente der Wer ehret Gott, den ehrt er feele eigen bleib! Sie muß ja auch auf erden; Wer ihn verwohl von sieben einen haben, acht, soll auch verachtet werden. Daß sie sich mög mit himmelsspeise laben. Joh. Heinr. Califius+ 1698. Mel. Gott des himmels und der. 5. Viel sünden dir die woche 42. Großer Gott, von alladet auf. diesem tag mit ten zeiten, Dessen bitten gnade kauf, Leg ab die hand die welt regiert, Dessen last, geh Gottes wort zu hö- treu auf allen seiten Mich von ren; Dies laß dich heut die jugend auf geführt: Heute wochenwege lehren. weckt des tages lauf Mich zu lauter andacht auf. 6. Sechs tage dich Gott segnet, schützt und nährt, Heut 2. Uch! wie lieb ich diese er dafür mit dank will sein stunden, Denn sie sind des geehrt. Der erste soll heut für Herren fest, Das mit so viel die andern bitten, Daß Gott trost verbunden; Da mein sie woll mit segen überschütten. Gott mich ruhen läßt Und 7. Gott wöchentlich giebt durch seinen guten geist Mir sieben tage dir, Gieb einen den weg zum leben weist. du, den ersten, ihm dafür. 3. Doch das bloße müßigDer erste wird die andern gehen und der kleider leere sechse zieren, Wirst du heut pracht Werden schlecht bei Gott Gott im mund und herzen bestehen, Der daß eitle wenig führen. acht: Herr! ich bringe was 8. Um ersten du nach ich kann, Nimm du nur mich Gottes reiche tracht, Obschon selber an. Sonntagsgesänge. 33 4. Habe dank für diesen morgenstund Edlen schatz und morgen, Der mir zeit zum gold im mund. guten schenkt; Das sind unsre 4. Ruht nur, meine weltbesten sorgen, Wenn der mensch geschäfte! Heute hab ich sonst an Gott gedenkt Und von her- zu thun, Denn ich brauche zen bet und singt, Daß es alle kräfte, In dem höchsten durch die wolken dringt. Gott zu ruhn. Heute schickt 5. Was ist schöner, als kein arbeit sich, Als nur gotGott dienen? Was ist süßer, teswerk für mich. als sein wort? Da wir samm: 5. Wie soll ich mich heute len, wie die bienen, Und den schmücken, Daß ich Gott gehonig tragen fort. Selig ist, fallen mag? Jesus wird die der tag und nacht Also nach kleider schicken, Die ich ihn dem himmel tracht. zu ehren trag. Sein blut und 6. mein Gott, sprich gerechtigkeit Ist das schönste selber amen! Denn wir sind sonntagskleid. dein eigenthum. Alles preise 6. Ich will in der zionsdeinen namen, Alles mehre stille Heute voller arbeit ſein; deinen ruhm, Bis es künftig Denn da sammle ich die fülle wird geschehn, Daß wir dich Von den höchsten schätzen ein, im himmel sehn. Wenn mein Jesus meinen geist Mit den höchsten schätzen speist. Caspar Neumann+ 1715. Mel. Gott des himmels und der. 43. a allelujah, schöner 7. Herr, ermuntre meine morgen! Schöner, sinnen und bereite selbst die als man denken mag, Heute brust; Laß mich lehr und trost fühl ich keine sorgen, Denn gewinnen, Gieb zu deinem das ist ein lieber tag, Der manna lust, Daß mir deines durch seine lieblichkeit Recht wortes hall Recht tief in mein das innerste erfreut. herze fall. 2. Süßer ruhetag der see- 8. Segne deiner knechte lehlen, Sonntag, der voll lichtes ren, Deffne selber ihren mund. ist, Heller tag der dunklen Mach mit allen, die dich höhöhlen! Zeit, in der der segen ren, Heute deinen gnadenbund, fließt! Stunde voller seligkeit, Daß wenn man hier bet und Du vertreibst mir alles leid. singt Solches in dein herze 3. Ach wie schmeck ich Got dringt. tes güte Recht als einen mor: 9. Gieb, daß ich den tag genthau, Die mich führt aus beschließe, Wie er angefangen meiner hütte 3u des vaters ift. Segne, pflanze und be grüner au; Da hat wohl die gieße, Derdu Herr des sabbaths Lutherisches Gesangbuch. 3 34 Lobgesänge. bist; Bis ich einst auf jenen wirst du sehn, daß Jesus Christ tag Ewig sabbath halten mag. Vom tod heut auferstanden ist Und nicht im grab zu finden. 6. Es hat der löw aus Jonathan Krause geb. 1701. Mel. Nun freut euch liebe christen. 44. Wach auf, mein herz, Juda's stamm Heut siegreich die nacht ist hin, überwunden, Und das erwürgte Die sonn ist aufgegangen, Er- gotteslamm Hat, uns zum muntre deinen geist und sinn, heil, gefunden Das leben und Den heiland zu umfangen, gerechtigkeit, Weil er nach Der heute durch des todes überwundnem streit Die feinde thür Gebrochen aus dem grab schau getragen. wonne. herfür Der ganzen welt zur 7. Drum auf, mein herz, fang an den streit, Weil Je2. Steh aus dem grab der sus überwunden; Er wird sünden auf Und such ein neues auch überwinden weit In dir, leben, Vollführe deinen glau- weil er gebunden Der feinde benslauf Und laß dein herz macht, daß du aufstehst Und sich heben Gen himmel, da in ein neues leben gehst Und dein Jesus ist, Und such, was Gott im glauben dienest. droben, als ein christ, Der 8. Scheu weder teufel, welt geistlich auferstanden. noch tod, Noch gar der hölle 3. Vergesse, was dahinten rachen, Dein Jesus lebt, es ist, Und tracht nach dem, was hat kein noth, Er ist noch bei droben, Damit dein herz zu den schwachen Und den gerinjeder frist 3u Jesu fich erho- gen in der welt Als ein ge ben. Tritt unter dich die böse krönter siegesheld, Drum wirst welt Und strebe nach des him- du überwinden. mels zelt, Wo Jesus ist zu finden. 9. Ach, mein Herr Jesu, der du bist Von todten auf 4. Quält dich ein schwerer erstanden, Errett aus satans sorgenstein? Dein Jesus wird macht und lift Und aus des ihn heben; Es kann ein christ todes banden, Daß wir zu bei kreuześpein In freud und sammen insgemein Zum neuen wonne leben. Wirf dein an- leben gehen ein, Das du uns liegen auf den Herrn Und hast erworben. sorge nicht, er ist nicht fern, 10. Sei hochgelobt in die Weil er ist auferstanden. ser zeit Von allen gotteskin5. Geh mit Maria Mag- dern, Und ewig in der herrdalen Und Salome zum grabe, lichkeit Von allen überwindern, Die früh dahin aus liebe gehn Die überwunden durch dein Mit ihrer salbungsgabe; So blut: Herr Jesu, gieb uns Sonntagsgesänge. 35 kraft und muth, Daß wir den sind, Daß man an manauch überwinden. buchem wüsten orte Von Gott Laurentius Laurenti+ 1722. nicht einen stapfen findt; Da Mel. Erschienen ist der herrlich. sieht man, wie das auge fließt, 45. Gottlob, der sonntag Weil Gott so ferne worden ist. kommt herbei, Die 3. Doch nur getrost! auch woche wird nun wieder neu, in der wüsten Trifft Jakob Heut hat mein Gott das licht wohl ein bethel an. Wo wagemacht, Mein heil hat mir ren denn die ersten christen, das leben bracht. Hallelujah. Als sie den heiden unterthan? 2. Dies ist der Tag, da Sie schlossen sich in grüften Jesus Christ Vom tod für ein, Da mußten ihre tempel sein. mich erstanden ist Und schenkt 4. Wer wollte denn nun mir die gerechtigkeit, Trost, zweifel tragen, Ob wäre hier leben, heil und ſeligkeit. Hal- nicht Gottes haus? Wo wir lelujah. nach Gottes worte fragen, 3. Das ist der rechte son- Macht er gar bald ein kirchnentag, Da man sich nicht lein draus; Es sei dasselbe gnug freuen mag; Da wir noch so klein, So muß es mit Gott versöhnet sind, Daß ihm doch heilig sein. nun ein christ heißt Gottes kind. Hallelujah. 5. So treten wir im geist zusammen, So singen wir des 4. Mein Gott, laß mir Herren lied, So bringen wir dein lebenswort, Führ mich die opferflammen, Auf welche zur himmelsehrenpfort; Laß Gott in gnaden sieht. So lemich hier leben heiliglich Und sen wir und hören an, Was dir lobsingen ewiglich. Hal- Gottes wort uns lehren kann. lelujah. 6. Uch Herr, gieb selber das gedeihen, Damit kein wort vorüber geht, Daß wir uns bei den brocken freuen, Wenn 46. Mie selig ist ein ort anderwärts der tisch voll steht. zu nennen, Wo Flöß uns in einfalt deutlich Gottes wort im schwange geht, ein Das, was uns kann erWo licht und recht ganz belle baulich sein. brennen, Und Zion niemals wüste steht; Da opfert man im heilgen schmuck und findet licht und trost genug. 7. Erhalt uns bei dem glaubensgrunde, Den du den eckstein hast genennt, Daß man dich nicht nur mit dem 2. Uch aber, wo die lebens: munde, Auch mit dem herzen worte So rar und theuer wor- selbst bekennt. Wenn uns die 3* Johann Olearius+ 1684. Mel. Wer nur den lieben Gott. 3. Mel. 36 Lobgesänge. welt verfolgung bräut, Solund ernährt Und manches ungieb, o Herr, beständigkeit. glück von uns kehrt. Halle8. Und endlich bau in lujah. 7. Denkt auch, daß heut unsrer seelen Dir ein lebendig gotteshaus; So wird in die geschehen ist Die auferstehung ser jammerhöhlen Ein ange- Jesu Christ, Dadurch die wahre nehmer sabbath draus, Bis freundlichkeit In aller noth wir in jenen tempel gehn, Und uns ist bereit. Hallelujah. 8. Der von den juden ward vor des lammes stuhle stehn. B. Schmolk+ 1737. veracht, mit mördern schändMel. Erschienen ist der herrlich tag. lich umgebracht, Daß seine lehr eut ist des Herren hätt kurzen lauf Und mit ihm ruhetag, Vergesset müßte hören auf; Hallelujah. 47. Heut Seu aller sorg und plag, Treibt 9. Der ist erstanden hell eure wochenarbeit nicht, Kommt und klar und hat erfreut sein vor des höchsten angesicht. Hal- kleine schaar, Die bis ans lelujah. ende ihn geliebt Und seinet: 2. Tret her und fallt auf willen war betrübt. Hallelujah. eure knie Vor Gottes majestät 10. Leibhaftig er sich ihnen allhie; Es ist sein heiligthum wies, Sich sehen, hör'n und und haus, Wer sünde liebt fühlen ließ; Damit versichert gehört hinaus. Hallelujah. wär ihr sinn, Des todes macht 3. Ganz unerträglich ist sei nun dahin. Hallelujah. 11. Drum wollen wir be: sein grimm, Doch hört er gern der armen stimm; Deßwegen gehn mit fleiß Den tag nach lobt ihn allesammt, Das ist recht christlicher weis; des christen rechtes amt. Hal- wollen aufthun unsern mund lelujah. Wir Und sagen dies von herzens: grund: Hallelujah. 4. Rühmt unsers Gottes meisterthat, Da er aus nichts 12. Gott, der du den erschaffen hat Den himmel erdenkreis Erschaffen haft zu und die ganze welt Und was deinem preis, Und auch be dieselbe in sich hält. Hallelujah. wahrst so manches jahr In 5. Und als er sie genug vieler trübsal und gefahr; geziert, Hat er den menschen Hallelujah. drauf formirt Und ihn nach 13. Hilf, daß wir alle seinem ebenbild Mit weisheit deine werk Voll weisheit, güte, und verstand erfüllt. Hallelujah. macht und stärk Erkennen, und 6. Erkennt mit dankbarem je mehr und mehr Ausbreiten gemüth, Wie er allein durch deines namens ehr. Halle. seine güt Uns täglich schűzet lujah. Sonntagsgesänge. 37 14. liebster heiland Jesu freuet. Laß mich, Bitt ich, Christ, Der du vom tod er- Deine güte im gemüthe fort standen bist, Richt unsre her- empfinden Ohn anfechtung zen auf zu dir, Daß sich der meiner fünden. sündenschlaf verlier. Hallelujah. 3. Sieh ja dasselbe nicht 15. Gieb deiner auferstehung mehr an, Was ich hab wider kraft, Daß dieser trost ja bei dich gethan In nächst veruns haft Und wir uns drauf wichnen tagen; Nimm zur verlassen fest, Wenn uns nun versöhnung Christi blut, Der alle welt verläßt. Hallelujah. uns gelitten hat zu gut Und 16. heilger geist, laß völlig abgetragen, Was sich uns dein wort So hören heut Täglich Noch für sünden in immerfort, Daß sich in uns finden; drum wir schwauns durch deine lehr Glaub, chen Zu dem gnadenthron uns lieb und hoffnung reichlich machen. mehr. Hallelujah. Mel. Wie schön leuchtet der. 4. Mein leib, mein seel 17. Erleuchte uns du wah- und all das mein Laß dir, o res licht, Entzeuch uns deine Herr, befohlen sein, Ich will gnade nicht; All unser thun dir alls ergeben. Wend ab auch so regier, Daß wir Gott noth, angst und herzeleid, Du preisen für und für. Hallelujah. vater der barmherzigkeit, In Nicolaus Selnecker+ 1592. meinem ganzen leben. Daß ich Fröhlich Deinen willen mög erfüllen, stets dich lieben, 48. lezeit Erheben beine ch will, o vater, al- Auch die lieb am nächsten üben. 5. Gieb, daß mir deiner gütigkeit, Daß du von so viel ruhe tag Mein innre ruhe jahren Mich haft behütet wun- fördern mag Durch deines derbar, Wie ichs mein lebtag wortes stärke; Daß mir das immerdar, Auch diese woch selb durchs herze dring Und erfahren. Singet, Bringet hundertfältig früchte bring, Gott dem Herren nah und Des glaubens rechte werke. ferren dank und ehre; Jeder:- Von dir Laß mir Brünnlein mann sein lob vermehre. fließen, sich ergießen, daß ich bleibe Ein reis, das in dir 2. Du führst durch deinen gnadenschein Aus aller trüb- bekleibe. sal, noth und pein Den, der 6. Verleihe, daß in dieser nur zu dir schreiet. Durch welt Mein hoffnung sei auf Christum giebst du deinen dich gestellt und ich dir ganz geist, Der uns den weg zur vertraue; Daß ich die wahre buße weist Und innerlich er- ruh und freud Erlange dort 38 Lobgesänge. ohn einig leid, Wenn ich Gott uns dein nam werd wohl be immer schaue. Durch dich kannt. Werd ich Große gaben ewig 3. Bis wir singen mit Gothaben bei dir oben; Deinen tes heer: Heilig, heilig ist namen will ich loben. Gott der Herr; Und schauen dich von angesicht In ewger freud und selgem licht. Eigne Melodie. 49. Liebster Jesu, wir sind 4. Ehr sei dem vater und hier, Dich und dein dem sohn, Dem heilgen geist wort anzuhören; Lenke sinnen in einem thron, Der heiligen und begier Auf die süßen him- dreifaltigkeit Sei lob und preis melslehren, Daß die herzen in ewigkeit. von der erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser wissen und verstand Ist mit finsterniß ver- mel. Ich dank dir, lieber Herre. hüllet, Wo nicht deines geiſtes 51. Daß mich dein ſein und hand licht ertreuer füllet. Gutes denken, thun Gott und Herr, Von dir laß und dichten Mußt du selbst mich nicht treiben, Halt mich in uns verrichten. bei deiner lehr. Herr, laß mich 3. O du glanz der herr- nur nicht wanken, Gieb mir lichkeit, Licht vom licht, aus beständigkeit, Dafür will ich Gott geboren, Mach uns alle- dir danken In alle ewigkeit. sammt bereit, Deffne herzen, Nicolaus Selnecker+ 1592. mund und ohren! Unser bitten, flehn und singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Tobias Clausniger+ 1684. Eigne Melodie. err Jesu Christ, dich 50. He Wilhelm Herzog zu SachsenWeimar+ 1662. Mel. Liebster Jesu, wir sind. Jun, Gott lob, es ist 52. Nun vollbracht, Singen, beten, lehren, hören! Gott hat alles wohl gemacht, Drum laßt uns sein lob vermehren. zu uns wend, Dein Unser Gott sei hoch gepreiset, beilgen geist du zu uns send; Welcher uns so herrlich speiſet. Mit hülf und gnad er uns 2. Weil der gottesdienst ist regier Und uns den weg zur aus, Mitgetheilet auch der wahrheit führ. segen, So gehn wir mit freud 2. Thu auf den mund zum nach haus, Wandeln fein auf lobe dein, Bereit das herz zur unsern wegen. Gottes geift andacht fein; Den glauben uns ferner leite Und uns alle mehr, stärk den verstand, Daß wohl bereite. Festgesänge. Advent. 39 3. Unsern ausgang segne lassen, Segne uns mit selgem Gott, Unsern eingang gleicher- sterben Und mach uns zu himmaßen, Segne unser täglich melserben. brot, Segne unser thun und Hartmann Schenk+ 1681. II. festgefange. 1. Advent. 2. Nicht von manns blut noch von fleisch, Allein von un kommt das neue dem heilgen geist Ist Gotts 53. wort mensch Und Mel. Erschienen ist der herrlich. freut sich alle christenschaar; blühet ein frucht weibs fleisch. Dein könig kommt, drum freue 3. Der jungfrau leib schwandich Du werthes 3ion ewig- ger ward, Doch blieb keuschlich. Hallelujah. heit rein bewahrt, Leucht her2. Wir hören noch das vor manch tugend schon Gott gnadenwort Von anfang im- da war in seinem thron. mer wieder fort, Das uns 4. Er ging aus der kamden weg zum leben weist, Gott mer sein, Dem königlichen saal ſei für seine gnad gepreist. so rein, Gott von art und mensch ein held Sein weg er Hallelujah. 3. Gott, was uns deine zu laufen eilt. 5. Sein lauf kam vom wahrheit lehrt, Die unsern glauben stets vermehrt, Das vater her, Und kehrt wieder laß bekleiben, daß wir dir Lob zum vater, Fuhr hinunter zu und preis sagen für und für. der höll Und wieder zu Gottes stubl. Hallelujah. de 4. Ehr sei dem vater und 6. Der du bist dem vater dem sohn Dem heilgen geist gleich, Führ hinaus den sieg in einem thron, Der heiligen im fleisch, Daß dein ewig dreieinigkeit Sei lob und preis Gotts gewalt In uns das frank fleisch enthalt. in Ewigkeit. Hallelujah. 3. Olearius+ 1684. 7. Dein krippe glänzt hell Eigne Met. Veni redemtor gentium. und klar, Die nacht giebt ein 54. Nun komm, der beiden neu licht dar, Dunkel muß heiland, Der jung nicht kommen drein, Derglaub frauen kind erkannt; Deß sich bleibt immer im schein. wunder alle welt, Gott solch geburt ihm bestellt. 8. Lob sei Gott dem vater g'than, Lob sei Gott seim 40 Festgesänge.1 eingen sohn, Lob sei Gott dem melszelt, Als das geliebte lieheilgen geist, Immer und in ben, Damit du alle welt In ewigkeit. Amen. Ambrosius+397. Deutsch durch Martin Luther. Mel. Valet will ich dir geben. 55. Wie soll ich dich emihren tausend plagen Und groBen jammerslast, Die kein mund aus kann sagen, So fest umfangen hast. 6. O Das schreib dir in dein pfangen Und wie herze Du herzbetrübtes heer, begegn ich dir? O aller welt Bei welchem gram und schmerverlangen, meiner seelen ze Sich häuft je mehr und zier! S Jesu, Jesu setze Mir mehr. Seid unverzagt, ihr selbst die fackel bei, Damit, habet Die hülfe vor der thür; was dich ergöße, Mir kund Der eure herzen labet Und und wissend sei. tröstet, steht allhier. 2. Dein Zion streut dir 7. Ihr dürft euch nicht palmen Und grüne zweige hin, bemühen, Noch sorgen tag Und ich will dir in psalmen und nacht, Wie ihr ihn wollet Ermuntern meinen sinn. Mein ziehen mit eures armes macht; herze soll dir grünen Jn ste- Er kommt, er kommt mit wiltem lob und preis Und deinem len, Ist voller lieb und lust, namen dienen So gut es kann All angst und noth zu stillen, und weiß. Die ihm an euch bewußt. Nein, Jesus will sie 3. Was hast du unterlas- 8. Auch dürft ihr nicht sen 3u meinem trost und freud? erschrecken Bor eurer sündenAls leib und seele saßen In schuld, ihrem größten leid, Uls mir decken mit seiner lieb und das reich genommen, Da fried huld. Er kommt, er kommt und freude lacht, Da bist du, den sündern 3um troft und mein heil, kommen Und hast wahren heil, Schafft, daß bei mich froh gemacht. Gottes tindern Verbleib ihr 4. Ich lag in schweren erb und theil. banden, Du kommst und machst 9. Was fragt ihr nach mich los; Ich stund in spott dem schreien Der feind und und schanden, Du kommst und ihrer tück? Ihr Herr wird sie machst mich groß, Und hebst zerstreuen In einem augenblick. mich hoch zu ehren, Und schenkst Er kommt, er kommt ein kö mir großes gut, Das sich nicht nig, Dem wahrlich alle feind läßt verzehren, Wie irdisch Auf erden viel zu wenig 3um reichthum thut. widerstande seind. 5. Nichts, nichts hat dich 10. Er kommt zum weltgetrieben 3u mir vom him- gerichte, 3um fluch dem, der Advent. 41 ihm flucht, Mit gnad und sollen meine lippen Mit ruhm süßem lichte Dem, der ihn erheben dich. liebt und sucht. Uch komm, Valentin Thilo+ 1662. ach komm, o sonne, Und hol mel. Vom himmel hoch, da komm. uns allzumal 3um ewgen licht 57. ob ſei bem allmäch und wonne saal. p. Gerhardt+ 1676. tigen Gott, Der sich unser erbarmet hat, Gesandt sein allerliebsten sohn, Aus ihm geborn im höchsten thron. 2. Auf daß er unser heiland schenkinder, Das würd, Uns freiet von der sünherz in euch bestellt, Bald den bürd, Und durch seine wird das heil der sünder Der gnad und wahrheit Führet zur wunderstarke held, Den Gott ewigen klarheit. Mel. Von Gott will ich nicht. Dit ernst, o men56. Mit aus gnad allein Der welt zum 3. D große gnad und gülicht und leben Versprochen tigkeit! O tiefe lieb und milhat zu geben, Bei allen keh- digkeit! Gott thut ein werk, ren ein. deß ihm kein mann, Auch 2. Bereitet doch fein tüch- kein engel verdanken kann. tig Den weg dem großen 4. Gott nimmt an sich ungast, Macht seine steige rich ser natur, Der schöpfer eine tig, Laßt alles, was er haßt. kreatur, Er veracht nicht ein Macht alle bahnen recht, Die armes weib, Mensch zu werthal laßt sein erhöhet, Macht den in ihrem leib. sub niedrig, was hoch stehet, 5. Des vaters wort von Was krumm ist, gleich und ewigkeit Wird fleisch in aller schlecht. reinigkeit; Das A und O, 3. Ein herz, das demuth anfang und end Giebt sich für übet, Bei Gott am höchsten uns in groß elend. steht, Ein herz, das hochmuth 6. Was ist der mensch, was liebet, Mit angst zu grunde ist sein thun, Daß Gott für geht, Ein herz, das richtig ist ihn giebt seinen sohn? Was Und folget Gottes leiten, Das darf unser das höchste gut, kann sich recht bereiten, 3u Daß es so unserthalben thut? dem kommt Jesus Christ. 7. weh dem volk, das 4. Das war Johannis stim- dich veracht, Der gnad sich me, Das war Johannis lehr: nicht theilhaftig macht, Nicht Gott strafet den im grimme, hören will des sohnes stimm, Der ihm nicht giebt gehör. Denn auf ihm bleibet Gottes O Herr Gott, mach auch mich grimm. Zu deines kindes krippen, So 8. O mensch, wie, daß du 42 Festgesänge. nicht verstehst Und dem könig aufgericht, Ich hoff, Herr, du entgegen gehst, Der dir so verschmähst sie nicht. ganz demüthig kömmt Und sich dein so treulich annimmt! 2. 3umal wenn du schaust dies gebäu, Daß es ganz ist 9. Ei, nimm ihn heut mit von buß und reu 3u deinem freuden an, Bereit ihm dei- einzug ausgeziert, Und durch nes herzens bahn, Auf daß den glauben aufgeführt. er komm in dein gemüth Und 3. Ei! nun wohlan, so du genießest seiner güt. zieh herein; Du sollst mir 10. Unterwirf ihm deine herzlich willkomm sein, Du vernunft In dieser gnadreichen friedensfürst, erfüll doch ganz zukunft, Untergieb seiner hei- Mein herz mit deinem gnaligkeit Die werk deiner ge- denglanz. rechtigkeit. 4. Es ist hier plaß und 11. Wo du dies thust, so raum genug Für dich und ist er dein, Bewahrt dich für deinen ganzen zug. Bleib du der höllen pein; Wo nicht, in mir und ich in dir, Daß so sieh dich eben für, Denn ich dich lobe für und für. er schleußt dir des himmels thür. Mel. Aus meines herzens grunde. 12. Sein erste zukunft in 59. Nun jauchzet all ihr der welt Ist in sanftmüthiger frommen gestalt, Die andre wird er- gnadenzeit, Weil unser heil schrecklich sein, Den gottlosen zur großen pein. ist kommen, Der Herr der herrlichkeit; 3war ohne stolze 13. Die aber jetzt in Christo pracht, Doch mächtig zu verstehn, Werden alsdann zur heeren Und gänzlich zu zerfreuden gehn Und besitzen der stören Des teufels reich und engel chör, Daß sie kein übel macht. mehr berühr. 2. Er kommt zu uns ge14. Dem vater in dem ritten Auf einem eselein, Und höchsten thron, Sammt sei- stellt sich in die mitten Für nem eingebornen sohn, Dem uns zum opfer ein. Er bringt heiligen geist gleicher weis Sei kein zeitlich gut, Er will alin ewigkeit dank und preis! lein erwerben Durch seinen Böhmische Brüder. tod und sterben, Was ewig Mel. Christ, der du bist der helle. währen thut. illkomm, mein hei3. Kein scepter, keine krone 58. Wit land, trost und Sucht er in dieser welt; Im hort! Sieh, meines herzens hohen himmelsthrone Ist ihm ehrenpfort Ist dir zu diensten sein reich bestellt. Er will hier Advent. 43 seine macht Und majestät ver- Hochtröstlich ist zu nennen, hüllen, Bis er des vaters Da wir ihn finden können n willen Im leiden hat vollbracht. nachtmahl, tauf und wort. 4. Ihr großen potentaten 3. Merkt auf, ihr vielgeNehmt diesen könig an, Wenn plagten, Der könig ist nicht ihr euch wollet rathen Und fern! Seid fröhlich, ihr vergehn die rechte bahn, Die zu zagten, Dort kommt der mordem himmel führt; Sonst, genstern! Der Herr will in wo ihr ihn verachtet Und nur der noth Mit reichem trost nach hoheit trachtet, Euch euch speisen, Er will euch hülf Gottes zoren rührt. erweisen, Ja dämpfen gar den 5. Ihr armen und elenden tod. In dieser bösen zeit, Die ihr 4. Nun hört, ihr frechen an allen enden Müßt haben sünder: Der könig merket angst und leid, Seid dennoch drauf, Wenn ihr verlorne kinwohlgemuth, Laßt eure lieder der In vollem lasterlauf Auf flingen Und thut dem könig arges seid bedacht, Fa thut singen, Der ist eur höchstes gut. es ohne sorgen; Gar nichts 6. Er wird nun bald er ist ihm verborgen, Er giebt scheinen In seiner herrlichkeit auf alles acht. Und all eur klag und weinen 5. Seid fromm, ihr unter: Verwandelen in freud. Er thanen! Der könig ist gerecht. ists, der helfen kann, Halt Laßt uns die weg ihm baheure lampen fertig Und seid nen Und machen alles schlecht. stets sein gewärtig, Er ist Fürwahr, er meint es gut, schon auf der bahn. Drum lasset uns die plagen, M. Schirmer+ 1673. Welch er uns schickt, ertragen Mel. Aus meines herzens grunde. Mit unerschrocknem muth. ( uf auf, ihr reichsge- 6. Und wenn gleich krieg nossen, Eur könig und flammen Uns alles raukommt heran, Empfahet un ben hin; Geduld, weil ihm verdrossen Den großen wun- zusammen Gehört doch der dermann: Ihr christen geht gewinn. Wenn gleich ein früherfür, Laßt uns vor allen her tod Die kinder uns gedingen Ihm hosiannah singen nommen, Wohlan, so sind sie Mit heiliger begier. kommen Ins leben aus der noth. 60. Auf 2. Auf, ihr betrübten herzen, Der könig ist gar nah! 7. Frisch auf in Gott, ihr Hinweg all angst und schmer- armen! Der könig sorgt für zen, Der helfer ist schon da! euch, Er will durch sein erSeht, wie so mancher ort barmen Euch machen groß und 44 Festgesänge. reich. Der an ein thier ge- unvergleichlich, Du jagst den dacht, Der wird auch euch sündern nach; Drum wolln ernähren; Was menschen nur wir all in ein Die stimmen begehren, Das steht in seiner hoch erschwingen, Dir hosianmacht. nah singen Und ewig dankbar 8. Hat endlich uns betrof- sein. 3. Rist+ 1667. fen Viel kreuz, läßt er doch nicht Die, welch auf ihn stets met. Werde munter, mein gemüthe. hoffen Mit rechter zuversicht. 61. Warum willst du drauGott stehen Der lässet auch im sterben gesegneter des Herrn? Laß dir, Die seinen nicht verderben, bei mir einzugehen WohlgeSein hand ist nicht zu schwer. fallen, du mein stern. Du mein 9. Frisch auf, ihr hochbe: Jesu, meine freud, Helfer in trübten! Der könig kommt mit der rechten zeit, Hilf, o heimacht. An uns, sein herzge- land, meinem herzen Von den liebten; Hat er schon längst wunden, die mich schmerzen. gedacht. Nun wird kein angst 2. Meine wunden sind der noch pein, Noch zorn hinfür jammer, Welchen oftmals tag uns schaden, Dieweil uns Gott und nacht Des gesetzes starker aus gnaden Läßt seine kinder hammer Mir mit seinen schreſein. cken macht. O der schweren 10. So lauft mit schnellen donnerstimm, Die mir Gottes schritten, Den könig zu besehn, zorn und grimm Also tief ins Dieweil er kommt geritten herze schläget Daß sich all Stark, herrlich, sanft und schön. mein blut beweget. Nun tretet all heran, Den 3. Dazu kommt des teufels heiland zu begrüßen, Der al- trügen, Der mir alle gnad ables kreuz versüßen Und uns sagt, als müßt ich nun ewig erlösen kann. liegen In der hölle, die ihn Sa auch, das noch är11. Der könig will beden- plagt. ken Die, so er herzlich liebt, ger ist, Mit köstlichen geschenken, Als zerfrißt So zermartert und Mich mein eigenes der sich selbst uns giebt Durch gewissen Mit vergiften schlanseine gnad und wort. Ja, kö- genbissen. nig, hoch erhoben, Wir alle Will ich denn mein wollen loben Dich freudig hier elend lindern Und erleichtern und dort. meine noth Bei der welt und 12. Nun, Herr, du giebst ihren kindern, Fall ich vollends uns reichlich, Wirst selbst doch in den koth. Da ist trost, arm und schwach; Du liebest der mich betrübt, Freude, die Udvent. 45 mein unglück liebt, Helfer, leben, Alles, was du willst, die mir herzleid machen, Gute ist dein; Christus, der sich dir freunde, die mein lachen. ergeben, Legt sein reichthum 5. In der welt ist alles bei dir ein. Seine gnad ist nichtig, Nichts ist, das nicht deine kron, Und du bist sein kraftlos wär. Hab ich hoheit, stuhl und thron, Er hat dich die ist flüchtig, Hab ich reich- in sich geschlossen, Nennt sich thum, was ists mehr als ein deinen hausgenossen. stäublein armer erd? Hab ich 10. Seines himmels güldne lust, was ist sie werth? Was decke Spannt er um dich rings ists, das mich heut erfreue, herum, Daß dich fort nicht Das mich morgen nicht ge- mehr erschrecke Deines feindes reue? ungestüm. Seine engel stellen 6. Aller trost und alle freude sich Dir zu seiten; wenn du Ruht in dir, Herr Jesu Christ. dich Hier willst oder dort hinDein erfreuen ist die weide, wenden, Tragen sie dich auf Da man sich recht fröhlich ist. den händen. Leuchte mir, o freudenlicht, 11. Was du böses hast Ehe mir mein herze bricht, begangen Das ist alles abgeLaß mich, Herr, an dir er- schafft, Gottes liebe nimmt quicken, Jesu, komm, laß dich gefangen Deiner sünden macht erblicken. und kraft. Christi sieg behält das feld, Und was böses in der welt Sich will wider dich er ein. Sein gang ist zu dir erregen, Wird zu lauter glück gekehret, Heiß ihn nur will- und segen. kommen sein Und bereite dich 7. Freu dich, herz, du bist erhöret, Jeho kommt und zeucht 12. Alles dient zu deinem ihm zu, Gieb dich ganz zu frommen, Was dir bös und seiner ruh, Deffne dein gemüth schädlich scheint, Weil dich und seele, Klag ihm, was dich Christus angenommen Und es drückt und quäle. treulich mit dir meint. Bleibst 8. Siehst du, wie sich al- du dem nur wieder treu Ists les setzet, Was dir vor zuwi- gewiß und bleibt dabei, Daß der stund? Hörst du, wie er du mit den engeln droben Ihn dich ergötet Mit dem zucker- dort ewig werdest loben. süßen mund? Ei, wie läßt Paulus Gerhardt+ 1676. der große drach All sein thun und toben nach; Er muß aus Mel. Nun komm der heiden heiland. dem vortheil ziehen und in 62. Gott ſei dank durch alle welt, Der 9. Nun, du hast ein süßes sein wort beständig hält Und Univ.- Bibl. Giessen Festgesänge. 46 der fünder trost und rath Zu uns hergewendet hat. 63.$ yoff Eigne Melodie. ofiannah Davids 2. Was der alten väter sohn, Der in seischaar Höchster wunsch und nes vaters namen Sich erhe-. sehnen war, Und was sie ge- bet auf den thron Ueber Japrophezeit, Ist erfüllt nach cobs haus und samen, Wel= herrlichkeit. chem Gott ein reich bestimmt, 3. 3ions hülf und Abrams Dem die reiche dieser erden lohn, Jacobs heil, der jung- Endlich müssen dienstbar werfraun sohn, Der wohl zwei- den, Das kein ende jemals gestammte held hat sich treu- nimmt. lich eingestellt. 2. Sei gesegnet theures 4. Sei willkommen, o mein reich, Das ein solcher Herr heil! Dir hosannah, o mein befizet, Dem kein Herr auf theil! Richte du auch eine erden gleich, Der das recht bahn Dir in meinem her mit nachdruck schützet. Schwinge dich in stetem flor Und in zen an. 5. Zeuch, du ehrenkönig, unverrücktem frieden, Unter ein, Es gehöret dir allein; heiden, unter jüden Mit verMach es, wie du gerne thust, mehrtem glanz empor. Rein von aller sünden wust. 3. Deines fönigs majestät 6. Und gleich wie dein zu müsse jedes Volk verehren, kunft war Voller sanftmuth, Und so weit die sonne geht ohn gefahr, Also sei auch je: Müsse sich sein ruhm vermeh derzeit Deine sanftmuth mir ren. Selbst der kleinen finder bereit. mund Mache zum verdruß 7. Tröste, tröste meinen der feinde Und zur freude sinn, Weil ich schwach und seiner freunde Seinen großen blöde bin Und des satans namen fund. schlaue list Sich zu hoch für 4. Schreibe mich, Herr, mich vermißt. auch mit an Unter deinen 8. Tritt der schlangen kopf unterthanen, Ich will dir, so entzwei, Daß ich, aller ängsten gut ich kann, In mein herz frei, Dir im glauben um und an Selig bleibe zugethan; die wege bahnen. Ich geselle mich im geist 3u derselben 9. Daß, wenn du, o le großen reihen, Die das hofibensfürst Prächtig wiederkom- annah schreien, Wo man dich men wirst, Ich dir mög ent- willkommen heißt. gegengehn Und vor dir gerecht bestehn. Heimich Held 1643. 5. Jauchzt, ihr kräfte, freuet euch! Seid ermuntert meine sinnen! Jesus und sein Advent. 47 gnadenreich Wird bei euch ein armer knecht, Daß er mir nun raum gewinnen. Kommt den segen bringe? O Herr und schwört den huld'gungs- Jesu, dein beginnen Uebereid, Kommt und küßt den steiget alle sinnen. sohn der liebe. Uch, daß nie- 6. Nimmst du nicht die mand außen bliebe! Hier, engel an, Die sich auch von ach hier ist seligkeit. dir verloren? Was hat denn der mensch gethan, Daß du nur für ihn geboren? Was kann fleisch und blut dir geben, Daß wir sollen ewig leben? I. I. Rambach+ 1735. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 64. Adam hat im paradies Seinen bund mit 7. 7. Auf, mein herz, hier Gott gebrochen; Gott, der ist dein Gott, Heiß ihn tauihn doch nicht verstieß, Hat sendmal willkommen! Deine erlösung uns versprochen; Und sünde, deinen tod Hat er schon nun kommt in seinem namen auf sich genommen; Künftig Der verlangte weibessamen. wird er für dich sterben, Und 2. Komm mein helfer in du wirst den himmel erben. der noth, Komm, o heiland 8. Drum so danke, wer aller sünder! Du wirst mensch| da kann, Gott dem vater alund bist auch Gott Für uns ler gnaden, Betet seinen heiarme menschenkinder; Denn land an, Der uns hilft aus wer könnte sonst erretten, Wenn allem schaden: Ehre sei Gott wir keinen Jeſum hätten? in der höhe, Und des satans reich vergehe. Caspar Neumann † 1715. 3. Uber, Gott, was bin ich doch, Daß du deinen sohn mir giebest? Reicht die gnade schon so hoch, Wenn du deine Mel. Du, o schönes weltgebäude. feinde liebest, Was wird sie 65. Liebster Jeſu ſei will denn geben die in Christo leben? Denen, in dieser argen welt, Da du nicht 4. Daß du menschen hast wirst angenommen, Da man gemacht, Hat dich ja vor dem dich verächtlich hält. Ich, ich gereuet; Wer hats denn zuwege will dich nicht verscherzen, bracht, Daß sich nun dein Wohne nur in meinem herzen. herze freuet, Wenn man dei Du bist mein, und ich bin nen sohn auf erden Sieht dein, Ullerliebstes Jefulein. zu einem menschen werden? 2. Zwar du kommest gar 5. Ist die krippe nicht zu nicht prächtig, Aber ich bin schon schlecht? Ist der stall nicht vergnügt, Du bist dennoch reich zu geringe? Wird mein Gott und mächtig, Hast mir alles 48 Festgesänge. zugefügt, Was mich sünder, reinen magd Marien sohn, was mich schwachen kann ge- So weit die liebe Sonne leucht, recht und selig machen. Du Und an aller welt ende reicht. bist mein c. 2. Der selig schöpfer aller 3. Dein so armes kummer- ding 3og an eins knechtes leben Soll mein reichthum leib gering, Daß er das fleisch allzeit sein, Drum bin ich dir durchs fleisch erwürb, Und ganz ergeben und vertraue dir sein geschöpf nicht all's verdürb. allein, Daß du dort mich wer- 3. Die göttlich gnad vom dest laben Mit den besten him- himmel groß Sich in die keumelsgaben. Du bist mein 2c. sche mutter goß, Ein mägdlein 4. Will dich alle welt trug ein himmlisch pfand, Daß gleich meiden, Dennoch sind der natur war unbekannt. ich mich zu dir; Dich und 4. Das züchtig haus des mich soll nichtes scheiden, herzens zart Gar bald ein Sondern ich will für und für tempel Gottes ward; Die Unverrückt an dir bekleiben, kein mann rühret noch erkannt, Todt und lebend dein verblei- VonGotts wort sie man schwanben. Du bist mein 2c. ger fand. 5. Deine schmach und deine 5. Die edle mutter hat schande, So dir diese welt an- geborn, Den Gabriel verhieß thut, Dienet mir zum höchsten zuvorn, Den St. Johanns pfande Und versichert meinen mit springen zeigt, Da er muth, Daß du mir in jenem noch lag im mutterleib. leben Wirst die ehrenkrone geben. Du bist mein 2c. 6. Er lag in heu mit ar muth groß, Die krippen hart 6. Nun, mein herze steht ihn nicht verdroß, Es ward dir offen, Zeuch, mein heiland, ein kleine milch sein speis, bei mir ein; Laß mich nicht Der nie kein vöglein hungern vergeblich hoffen, Laß mich ließ. nur dein eigen sein; Tilge 7. Des himmels chör sich du all mein verbrechen, So freuen drob, Und die engel kann ich stets fröhlich sprechen: singen Gott lob, Den armen Du bist mein, und ich bin hirten wird vermeldt Der dein, Allerliebstes Jefulein! Samuel Grosser+ 1736. 2. Weihnachten. hirt und schöpfer aller welt. 8. Lob, ehr und dank sei dir gesagt, Christ, geborn von der reinen magd. Mit vater Eigne Melodie.und dem heilgen geift Von 66. Chriftum wir sollen nun an bis in Ewigkeit. Amen. loben schon, Der M. Luther+ 1546. Weihnachten. Eigne Melodie. 49 Halb lateinisch singet man dies Lied also: 67. Nun finget und seid froh, Jauchzt alle 1. In dulci jubilo Nun sinund sagt so: Unsers herzens get und seid froh! Unsers her= wonne Liegt in der krippen zens wonne Liegt in praesepio bloß, Und leuchtet als die Und leuchtet als die sonne sonne In seiner mutter schooß. Matris in gremio. Alpha es Du bist A und O.:: et O.:: 2. Sohn Gottes in der 2. O Jesu parvule, Nach höh, Nach dir ist mir so weh! dir ist mir so weh! Tröst mir Tröst mir mein gemüthe, mein gemüthe, O puer opkindlein zart und rein, Und time, Durch alle deine güte, durch deine güte, O liebstes O princeps gloriae. Trahe Jesulein, 3euch mich hin nach me post te.:: dir.:: 3. Groß ist des vaters huld, 3. O patris caritas, 0 Der sohn trägt unsre schuld. nati lenitas! Wir wären all Da wir ganz verdorben Durch verdorben Per nostra crimisünd und eitelkeit, Hat er uns na. So hat er uns erworben erworben Die ewig himmels: Coelorum gaudia. Eia, wärn freud. Eia, wärn wir da.:: wir da.:: Eigne Melodie. 4. Wo ist der freudenort? 4. Ubi sunt gaudia? NirNirgend mehr denn dort, Dagend mehr denn da, Da die endie engel singen Dem lieben gel singen. Nova cantica Und Jesulein, Und die psalmen die schellen klingen In regis klingen Im himmel hell und curia. Eia, wärn wir da.:: rein. Eia, wärn wir da.:: 68. Gelo 3. Den aller weltkreis nie elobet seist du, Jesu beschloß, Der liegt in Marien Christ, Daß du schooß, Er ist ein kindlein mensch geboren bist Von einer worden klein, Der alle ding jungfrau, das ist wahr, Deß erhält allein. Kyrieleis. freuet sich der engel schaar. Kyrieleis. 4. Das ewig licht geht da herein, Giebt der welt ein 2. Des ewgen vaters einig neuen schein, Es leucht wohl kind Jetzt man in der krippe mitten in der nacht Und uns findt, In unser armes fleisch des lichtes kinder macht. Kyund blut Verkleidet sich das rieleis. ewig gut. Kyrieleis. 5. Der sohn des vaters, 4 Lutherisches Gesangbuch. 50 Festgesänge. Gott von art, Ein gast in ihr das kind gelegt, Das alle der welt hier ward Und führt welt erhält und trägt. 6. Deß laßt uns alle fröhuns aus dem jammerthal, Er macht uns erben in sein'm lich sein, Und mit den hirten gehn hinein, 3u sehn, was saal. Kyrieleis. 6. Er ist auf erden kom- Gott uns hat bescheert, Mit men arm, Daß er unser sich seinem lieben sohn verehrt. 7. Merk auf mein herz und erbarm, Und in dem himmel machet reich und seinen lieben sich dort hin: Was liegt doch in dem krippelein, Wer ist engeln gleich. Kyrieleis. 7. Das hat er alles uns das schöne kindelein? Es ist gethan, Sein groß lieb zu das liebe Jesulein. zeigen an, Deß freu sich alle christenheit Und dank ihm deß in ewigkeit. Kyrieleis. Martin Luther+ 1546. Eigne Melodie. 8. Bis willekomm, du ed: ler gast, Den sünder nicht verschmähet hast, Und kommst Wie ins elend her zu mir, soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du schöpfer om himmel hoch da 69. Vom komm ich her, Ich aller ding, Wie bist du wor bring euch gute, neue mähr, den so gering, Daß du da Der guten mähr bring ich so liegst auf dürrem gras, Da viel, Davon ich singn und von ein rind und esel aß. sagen will. 10. Und wär die welt viel: 2. Euch ist ein kindlein mal so weit, Von edelstein heut geborn Von einer jung- und gold bereit, So wär sie frau auserkorn, Ein kindelein doch dir viel zu klein, Zu so zart und fein, Das soll sein ein enges wiegelein. eur freud und wonne sein. 11. Der sammet und die 3. Es ist der Herr Christ, seiden dein, Das ist grob heu unser Gott, Der will euch und windelein, Darauf du führn aus aller noth, Er will köng so groß und reich Her eur heiland selber sein, Von prangst, als wärs dein him allen sünden machen rein.melreich. 4. Er bringt euch alle se 12. Das hat also gefallen ligkeit, Die Gott der vater dir, Die wahrheit anzuzeigen hat bereit, Daß ihr mit uns mir, Wie aller welt macht, im himmelreich Sollt leben ehr und gut Vor dir nichts nun und ewiglich. gilt, nichts hilft noch thut. 5. So merket nun das zei- 13. Ach mein herzliebes chen recht, Die krippen, win- Jesulein, Mach dir ein rein delein so schlecht, Da findet sanft bettelein, 3u ruhen in Weihnachten. 51 meins herzens schrein, Daß darauf bauen, Daß Christus ich nimmer vergesse dein. hat genug gethan Für uns, 14. Davon ich allzeit fröh- darum er ausaeaanan Bon lich ſei, immer fr ninne) i Niedereisenhausen lust den f *) Schl 15. bobfentlittung " With 48 höchsten ſeinen ein sich der gen uns $ 9 70. ren heute säuberlich leute. We nicht gebe onats Licht 47 allzumal. unser alle Christ, imma ren bist, bollen. ngen den 2. Die freudenreid namen,& dem himme 40 Su.. 30 M/ 0519 5456 über Stromverbrauch Kraft Kilowatt RM. " Der Kassierer: RM. den 100 J 197%... gem. gekommen. TUT demüthigkeit, Die Gott vom lich sein, Daß Gott mit euch himmel bei uns thät, Ein ist worden ein, Er ist geborn knecht ist er geworden, Ohn eur fleisch und blut, Eur brualle sünde uns geleich, Da der ist das ewig gut. sin durch wir werden ewig reich, 4. Was kann euch thun Trägt unser fünden bürde. die sünd und tod? Ihr habt 3. Wohl dem, der dieses mit euch den wahren Gott, glaubens ist Mit ganzem her: Laßt zürnen teufel und die zen trauen! Dem wird die höll, Gotts sohn ist worden seligkeit gewiß. Wohl den, die eur gesell. 4* 50 Festgesänge. Gott von art, Ein gast in ihr das kind gelegt, Das alle der welt hier ward Und führt welt erhält und trägt. uns aus dem jammerthal, Er 6. Deß laßt uns alle fröhhirten ma saa me erb ma eng get zeig chri in 69 brit De viel fagi 2 heu frau so eur 3 uns *** T fühi eur heiland selber sein, Von allen sünden machen rein. 4, was t, Mit ehrt. erz und at doch Ser ist Es ist u ed: nicht mmst Wie ir? chöpfer u wor du da Da 16. lt viel: elstein är sie 1, 3u n. nd die rob heu auf du vong so goop any tera) Her: prangst, als wärs dein himmelreich. 4. Er bringt euch alle se- 12. Das hat also gefallen ligkeit, Die Gott der vater dir, Die wahrheit anzuzeigen hat bereit, Daß ihr mit uns mir, Wie aller welt macht, im himmelreich Sollt leben ehr und gut Vor dir nichts nun und ewiglich. gilt, nichts hilft noch thut. 5. So merket nun das zei: 13. Uch mein herzliebes chen recht, Die krippen, win- Jesulein, Mach dir ein rein delein so schlecht, Da findet sanft bettelein, 3u ruhen in 51 meins herzens schrein, Daß darauf bauen, Daß Christus ich nimmer vergesse dein. hat genug gethan Für uns, 14. Davon ich allzeit fröh- darum er ausgegangn Von lich sei, 3u springen, singen Gott, dem ewgen vater. O immer frei Das rechte susa- wunder über wunderthat, ninne*) schon, Mit herzens Christus trägt unsre missethat lust den süßen ton. Und stillet unsern hader. dad dal 4. Deß dank ihm alle christenheit Für solche große güte, Und bitten sein barmherzigkeit, Daß er uns fort behüte Vor falscher lehr und bösem wahn, Darin wir sind lang zeit gestahn, Er woll uns das vergeben! Gott vater, sohn und Eigne Melodie. 70. Cin kindelein so löbe: heilger geist, Wir bitten von lich Ist uns gebo- dir allermeist: Laß uns in frieden leben. Weihnachten. *) Schlaf kindchen! 15. Lob, ehr fei Gott im höchsten thron, Der uns schenkt seinen eingen sohn, Deß freuen sich der engel schaar Und sin: gen uns solchs neues jahr. Martin Luther+ 1546. ren heute Von einer jungfrau säuberlich Zu trost uns armen Mel. Vom himmel hoch, da komm. leute. War uns das kindlein 71. Vom himmel kam der nicht geborn, engel allzumal verlorn, Das heil ist schien den hirten offenbar, Sie unser allen! D du süßer Jesu sagten ihn: ein kindlein zart Christ, Daß du mensch gebo: Das liegt dort in der krippen ren bist, Behűt uns vor der hart. höllen. 2. Zu Bethlehem in Da2. Die zeit, die ist nun vids stadt, Wie Micha das freudenreich, Zu lobe Gottes verkündet hat. Es ist der Herre namen, Daß Christus von Jesus Christ, Der euer aller dem himmelreich Auf erden ist heiland ist. gekommen. Es ist ein groß 3. Deß sollt ihr billig fröhdemüthigkeit, Die Gott vom lich sein, Daß Gott mit euch himmel bei uns that, Ein ist worden ein, Er ist geborn knecht ist er geworden, Ohn eur fleisch und blut, Eur brualle sünde uns geleich, Da der ist das ewig gut. sin durch wir werden ewig reich, 4. Was kann euch thun Trägt unser fünden bürde. die sünd und tod? Jhr habt 3. Wohl dem, der dieses mit euch den wahren Gott, glaubens ist Mit ganzem her: Laßt zürnen teufel und die zen trauen! Dem wird die höll, Gotts sohn ist worden ſeligkeit gewiß. Wohl den, die eur geſell. 4* 52 Festgesänge. 5. Er will und kann euch deine braut Ganz arm und lassen nicht, Seht ihr auf ihn voller schanden, Noch hast du eur zuversicht; Es mögen euch sie dir selbst vertraut Um kreuz viel fechten an, Dem sei trok, in todesbanden. Ist sie doch ders nicht lassen kann. nichts als überdruß, Fluch, doch unflath, tod und finsterniß; nun Und du magst ihrentwegen worden Gotts geschlecht; Deß Den scepter von dir legen? 6. Zuletzt müßt ihr haben recht, SIhr seid danket Gott in ewigkeit Geduldig, fröhlich allezeit. Amen. 5. Du fürst und herrscher dieser welt, Du friedenswie: Martin Luther+ 1546. derbringer, Du kluger rath Eigne Melodie. 72. und tapfrer held, Du starker rmuntre dich, mein höllenzwinger, Wie war es mu schwacher geist, Und möglich, daß du dich Ernie: trage groß verlangen, Ein drigtest so jämmerlich, Als kleines find, das vater heißt, wärest du im orden Der bett: Mit freuden zu empfangen. ler mensch geworden? Dies ist die nacht, darin es 6. O friedenszeit, o wun kam Und menschlich wesen an dermacht, Dergleichen nie ge sich nahm, Dadurch die welt funden! Du hast den heiland mit treuen Als seine braut zu hergebracht, Der alles über: freien. wunden, Du hast gebracht 2. Willkommen, süßer bräu- den starken mann, Der feur tigam, Du könig aller ehren! und wolken zwingen kann, Willkommen Jesu, Gottes Vor dem die himmel zittern lamm! Ich will dein lob ver- Und alle berg erschüttern. mehren, Ich will dir all mein 7. Du bleicher mond, halt lebenlang Von herzen sagen eiligst ein Den blassen schein preis und dank, Daß du, da auf erden, Wirf deinen glanz wir verloren, Für uns bist zum stall hinein, Gott foll mensch geboren. gesäuget werden. Ihr hellen 3. großer Gott, wie sternlein stehet still Und horcht, konnt es sein, Dein himmel was euer schöpfer will, Der reich zu lassen, 3u springen schwach und ungewieget In in die welt hinein, Da nichts einem kripplein lieget. denn neid und hassen? Wie 8. Du dummes vieh, was konntest du die große macht, blöckest du Dort bei des Her Dein königreich, die freuden ren mutter? Immanuel hält pracht, Ja, solch ein herrlich seine ruh Allhier auf dürrem leben Für deine feind hingeben? futter. Dem alle welt foll 4. Ist doch, Herr Jesu, dienstbar sein Liegt hier, hat Weihnachten. 53 weder brot noch wein, Die 11. Sag an, mein herzenswärme muß er meiden, Frost, bräutigam, Mein hoffnung, blöß und hunger leiden. freud und leben, Mein edler 9. Brich an, du schönes zweig aus Jacobs stamm, morgenlicht Und laß den him- Was soll ich dir doch geben? mel tagen, Du hirtenvolk, er- Ach nimm von mir leib, feel staune nicht, Weil dir die und geist, Nimm alles, was engel sagen, Daß dieses schwa- mensch ist und heißt, Ich will che knäbelein Soll unser trost mich ganz verschreiben, Dir und freude sein, Dazu den ewig treu zu bleiben. satan zwingen Und letzlich friede bringen. 12. Lob, preis und dank, Herr Jesu Christ, Sei dir 10. liebes kind, o süßer von mir gesungen, Daß du knab, Holdselig von geberden, mein bruder worden bist Und Mein bruder, den ich lieber hast die welt bezwungen. Hilf hab Als alle schätz auf erden, daß ich deine gütigkeit Stets Komm schönster in mein herz preis in dieser gnadenzeit Und hinein, Komm eiligst, laß die mög hernach dort oben In krippe sein, Komm, komm, ich ewigkeit dich loben. will bei zeiten Dein lager dir bereiten. 3. Rist+ 1667. lloc Eigne Melodie. Lateinisch singet man dies Lied also: 73. in kind geborn in 1. Puer natus in BethBethlehem, Bethlehem, Bethlehem, Unde lehem, Deß freuet sich Jeru- gaudet Jerusalem. Halle salem. Alle Allelujah. Hallelujah. And 2. Hier liegt es in dem 2. Hic jacet in praesekrippelein, krippelein, Ohn pio, praesepio, Qui regnat ende ist die herrschaft sein. sine termino. Halle HalleAlle Allelujah. lujah. 3. Das öchslein und das 3. Cognovit bos et asiefelein, eselein Erkannten Gott nus, asinus, Quod puer erat den Herren fein. Alle Alle- dominus. Halle Hallelujah. lujah. 4. Die köng aus Saba 4. Reges de Saba venikamen dar, kamen dar, Gold, unt, veniunt Aurum, thus weihrauch, myrrhen brachtn myrrham offerunt. Halle fie dar. Alle Allelujah. Hallelujah. 5. Sein mutter ist die reine 5. De matre natus virmagd, reine magd, Die ohn gine, virgine, Sine vi 54 Festgesänge. ein mann geboren hat. Alle rili semine. Halle HalleAllelujah. lujah. di tur other 6. Die schlang ihn nicht 6. Sine serpentis vulnevergiften konnt, vergiften konnt, re, vulnere, De nostro veIst worden unser fleisch ohn nit sanguine. Halle Hallesünd. Alle Allelujah. lujah. sper sm 7. Er ist uns gar gleich 7. In carne nobis siminach dem fleisch, nach dem lis, similis, Peccato sed fleisch, Der sünden nach uns dissimilis. Halle Hallelujah. ganz nicht gleich. Alle Allelujah. 8. Damit er uns ihm machte 8. Ut redderet nos hogleich, machte gleich, Und wie- mines, homines, Deo et derbrächt zu Gottes reich. Alle sibi similes. Halle HalleAllelujah. lujah. 9. Für solche gnadenreiche 9. In hoc natali gaudio, zeit, reiche zeit Sei Gott ge gaudio, Benedicamus dolobt in ewigkeit. Alle Allelujah. mino. Halle Hallelujah. Laudetur sancta Tri10. Lob sei heilger dreifaltigkeit, dreifaltigkeit Von nun nitas, Trinitas, Deo dicaan bis in ewigkeit. Alle Alle- mus gratias. Halle Hallelujah. 10. lujah. Eigne Melodie. 74. Fich 4. Sollte von uns sein ge röhlich soll mein herze kehret, Der sein reich und zu springen Dieser zeit, gleich Sich uns selbst vereh: Da vor Freud Alle engel fin- ret? Sollt uns Gottes sohn gen. Hört, hört, wie mit vol nicht lieben, Der jetzt kömmt, len Chören Alle luft Laute Von uns nimmt, Was uns ruft: Christus ist geboren. will betrüben? ya 2. Heute geht aus seiner 5. Hätte vor dem menfammer Gottes held, Der die schenorden, Unser heil Einen welt Reißt aus allem jammer. gräul, Wär er nicht mensch Gott wird mensch, dir, mensch, worden. Hätt er lust zu un zu gute, Gottes kind Das ver- serm schaden, Ei, so würd bindt Sich mit unserm blute. Unsre bürd Er nicht auf sich 3. Sollt uns Gott nun laden. können hassen, Der uns giebt 6. Er nimmt auf sich, was Was er liebt Ueber alle ma- auf erden Wir gethan, Giebt ßen? Gott giebt, unserm leid zu sich an, Unser lamm zu wer wehren, Seinen sohn Aus dem den, Unser lamm, das für thron Seiner macht und ehren. uns stirbet Und bei Gott Für Weihnachten. 55 den tod Heil und fried er-| 13. Meine schuld kann wirbet. mich nicht drücken, Denn du 7. Nun, er liegt in seiner haft Meine last All auf deikrippen, Ruft zu sich, Dich nem rücken. Kein fleck ist an und mich, Spricht mit süßen mir zu finden, Ich bin gar lippen: Lasset fahrn, o lieben Rein und klar Aller meiner brüder, Was euch quält, Was fünden. euch fehlt, Ich bring alles wieder. 14. Ich bin rein um deinetwillen, Du giebst gnug 8. Ei, so fommt und laßt Ehr und schmuck, Mich drin uns laufen, Stellt euch ein, einzuhüllen. Ich will dich ins Groß und klein, Kommt mit herze schließen; O mein ruhm, großen haufen. Liebt den, der Edle blum, Laß dich recht gevor liebe brennet, Schaut den nießen. stern, Der uns gern Licht und labsal gönnet. 15. Ich will dich mit fleiß bewahren, Ich will dir Leben 9. Die ihr schwebt in gro: hier, Dir will ich abfahren. Ben leiden, Sehet, hier Ist Mit dir will ich endlich schwe= die thür Zu den wahren freuben Voller freud Ohne zeit den. Faßt ihn wohl, er wird Dort im andern leben. euch führen An den ort Da hinfort Euch kein kreuz wird rühren. Paulus Gerhardt+ 1676. Eigne Melodie. 10. e. Wer sich findt beſchwert 75. Her het, het einig Christ, der Gottessohn Vaters im herzen, Wer empfindt Seine in ewigkeit, Aus sein'm herzen sünd Und gewissensschmerzen, entsprossen, Gleichwie geschrieSei getrost! hier wird gefun- ben steht: Er ist der morgenden, Der in eil Machet heil sterne, Sein glänzen streckt er Die vergiften wunden. ferne Vor andern sternen klar. 11. Die ihr arm seid und 2. Für uns ein mensch geelende, Kommt herbei Füllet boren Im letzten theil der zeit, frei Eures glaubens hände. Der mutter unverloren Ihr Hier sind alle guten gaben jungfräulich keuschheit, Den Und das gold Da ihr sollt tod für uns zerbrochen, Den Euer herz mit laben. himmel aufgeschlossen, Das leben wiederbracht. 12. Süßes heil, laß dich umfangen, Laß mich dir, Meine 3. Laß uns in deiner liebe zier, Unverrückt anhangen. Du Und kenntniß nehmen zu, Daß bist meines lebens leben; Nun wir am glauben bleiben Und kann ich, Mich durch dich dienen im geist so, Daß wir Wohl zufrieden geben. hier mögen schmecken Dein 56 Festgesänge. süßigkeit im herzen Und dür- Hat versöhnt des vaters zorn, sten stets nach dir. hin bin bin Freu sich, dem sein sünd ist 4. Du schöpfer aller dinge, leid. Du väterliche kraft, Regierst 4. Sie funden das kind: von end zu ende Kräftig aus lein zart, Liegend in der krippe eigner macht; Das herz uns hart, Bei dem vieh im finstern zu dir wende Und kehr ab stall, Das die stern erschaffen unsre sinne Daß sie nicht irrn all. Gottes sohn ist mensch von dir. geborn, Hat versöhnt des va5. Ertödt uns durch dein ters zorn, Freu sich, dem sein güte, Erweck uns durch dein sünd ist leid. gnad, Den alten menschen 5. Aus der mutter brust fränke, Daß der neu leben so rein, Nährt sich dieses kin= mag, Wohl hier auf dieser delein, Welches durch sein erden, Den sinn und all be göttlich kraft Allem vieh sein gierden Und g'danken habn futter schafft. Gottes sohn ist. zu dir. amensch geborn, Hat versöhnt des vaters zorn, Freu sich, dem sein sünd ist leid. Elisabeth Creußiger+ 1558. Eigne Melodie. 76. Da Christus geboren 6. Solch große barmher: war, Freuten sich zigkeit Laßt uns preisen alle der engel schaar Und sangen zeit In Gott's furcht und mit haufen schon: Ehr sei glauben rein, Mit geduld geGott im höchsten thron, Got- horsam sein. Gottes sohn ist tes sohn ist mensch geborn, mensch geborn, Hat versöhnt Hat versöhnt des vaters zorn, des vaters zorn, Freu sich, dem Freu sich, dem sein sünd sein sünd ist leid. ist Mel. Wacht auf ihr christen alle. hr christen außerko: Die hirten erschraken 77. ren, Freut euch von ganz Von des engels hellem glanz, Hörten fröhlich neue herzen sehr. Der heiland ist mähr, Daß der Christ vor- geboren, Recht gute neue mähr! handen wär. Gottes sohn ist Deß freuen sich dort oben Der mensch geborn, Hat versöhnt heilgen engel schaar Und Gott des vaters zorn, Freu sich, den vater loben Jetzt und fort dem sein sünd ist leid. immerdar. 3. Sie suchten das kinde- 2. So singen sie mit schalle: lein, Eingehüllt in windelein, Ihr christen insgemein, Freut Wie der engel hat vermeldt, euch von herzen alle Ob die: Welches trägt die ganze welt. sem kindelein. Euch, euch ist Gottes sohn ist mensch geborn, es gegeben und hat das heil Weihnachten. 57 bereit, Das ihr bei Gott sollt gegeben! Seinen sohn zum leben In steter seligkeit. ewgen leben. Dieser kann 3. Kein mensch sich ja be- und will uns heben Aus dem trübe, Denn dieses kindelein teid ins himmels freud. Euch bringet süße liebe, Was 4. Seine seel ist uns ge wollt ihr traurig sein? Den wogen, Lieb und gunst hat himmel wills den schenken, ihn gezogen, Uns, die satanas Die an ihn glauben fest, Daran betrogen, Zu besuchen aus der sollt ihr gedenken, Euch freuen höh. auf das best. sim 1200 5. Jacobs stern ist aufge4. Nun seid ihr wohl gegangen, Stillt das sehnliche rochen Un eurer feinde schaar, verlangen, Bricht den kopf Denn Christus hat zerbrochen, der alten schlangen Und zerWas euch zuwider war. Tod, stört der höllen reich. teufel, sünd und hölle Sind 6. Unser kerker, da wir ganz und gar geschwächt; Bei saßen, Wo die fünden ohne Gott hat seine stelle Das maßen Uns das herze selbst menschliche geschlecht. zerfraßen, Ist entzwei und wir 5.* Drum wir auch nun sind frei. dich loben, Jesu, zweistämm7. O du hochgesegn'te ger held, Daß du vom him stunde, Da wir das von hermel oben Bist kommen in die zensgrunde Glauben und mit welt. Komm auch in unsre unserm munde Danken dir, herzen Und bleib drin für o Jesulein. und für, Daß weder freud 8. Schönstes kindlein in noch schmerzen Uns trennen dem stalle! Sei uns freundmög von dir. lich, bring uns alle Dahin, da mit süßem schalle Dich der engel heer erhöht. G. Werner+ 1671. Eigne Melodie. Dommt und laßt uns Christum ehren, P. Gerhardt+ 1676. Eigne Melodie. alle Herz und sinnen zu ihm keh- 79 Nobt Gott, ihr chriſten ren, Singet euch hören, Werthes volk der chri- nem höchsten thron, Der heut stenheit. schleußt auf sein himmelreich 2. Sünd und hölle mag Und schenkt uns seinen sohn. sich grämen, Tod und teufel 2. Er kommt aus seines mag sich schämen; Wir, die vaters schooß Und wird ein unser heil annehmen, Werfen kindlein klein, Er liegt dort allen kummer hin. elend, nackt und bloß In ei= 3. Sehet, was hat Gott nem krippelein. 78. K 58 Festgesänge. 3. Er äußert sich all sei- uns Gott, mit uns Gott, ner g'walt, Wird niedrig und Der uns erlöst aus aller noth. gering, Und nimmt an sich Alle Allelujah. eins knechts gestalt, Der schöpfer aller ding. 4. Wär uns das kindlein nicht geborn, nicht geborn, 4. Er liegt an seiner mut: So wär es mit uns ganz ter brust, Ihr milch, die ist verlorn. Alle Allelujah. sein speis, Un dem die engel 5. Die engel sich deß freuen sehn ihr lust, Denn er ist all, freuen all Und loben Davids reis. Gott mit süßem schall. Alle 5. Das aus sein'm stamm Allelujah. entsprießen sollt In dieser 6. Den hirten sagten sie letzten zeit, Durch welchen die mähr, sie die mähr, Daß Gott aufrichten wollt Sein Christ der Herr geboren reich, die christenheit. wär. Alle Allelujah. 6. Er wechselt mit uns 7. 3u trost den sündern, wunderlich; Fleisch und blut die da leid, die da leid Im Alle nimmt er an Und giebt uns herzen spüren allezeit. in seins vaters reich Die klare Allelujah. an gottheit dran. 8. Den weisen auch aus 7. Er wird ein knecht und morgenland, morgenland Am ich ein herr, Das mag ein stern dies kindlein ward be wechsel sein! Wie fönnt es fannt. Alle Allelujah. doch sein freundlicher, Das herze Jesulein? 9. Sie rufen: sagt ihr leut uns frei, leut uns frei, 8. Heut schleußt er wie: Wo doch der Juden könig sei. der auf die thür Zum schönen Alle Allelujah.id not g paradeis, Der Cherub steht 10. Wir haben seines ster: nicht mehr dafür, Gott sei nes licht, sternes licht Gese lob, ehr und preis. hen; gebet uns bericht. Alle Allelujah. N. Hermann+ 1561. Mel. Ein find geborn zu Bethlehem. 11. Auf daß wir ihn auch 80. Uns ns ist geborn ein beten an, beten an, Wie ihr findelein, ein kin: ohn zweifel habt gethan. Alle delein Von einem keusch en jung- Allelujah. fräulein. Alle Allelujah. 12. Sie zogen ihre schät 2. Deß name heißt Im- herfür, schäß herfür Gold, manuel, Immanuel, Wie uns weihrauch, myrrhen mit be verkündigt Gabriel. Alle Alle- gier. Alle Allelujah. lujah. 13. Gott, wir heiden 3. Das ist so viel, als mit danken dir, danken dir, Für Weihnachten. 59 deine gnade für und für. Alle sen schein, So darfst du nicht Allelujah. mehr dunkel sein. 14. Daß aus der finster- 5. Drum, Jesu, schöne niß wir sein, finsterniß wir weihnachtssonne, Bestrahle sein Gebracht zu deinem licht mich mit deiner gunst! Dein und schein. Alle Allelujah. licht sei meine weihnachts15. Ach laß doch dieses wonne Und lehre mich die edle licht, edle licht Bei uns, weihnachtskunst, Wie ich im o Herr, auslöschen nicht. Alle lichte wandeln soll und sei Allelujah. des weihnachtsglanzes voll. Casp. Friedr. Nachtenhöfer. Mel. O daß ich tausend zungen. 81. Dies ist die nacht, da+ 1685. 82. D mir erschienen Des Mel. Wir christenleut. großen Gottes freundlichkeit, Jesu Christ dein Das kind, dem alle engel diekripplein ist Mein nen, Bringt licht in meine paradeis, da meine seele weidunkelheit; Und dieses welt- det. Hier ist der ort, hier und himmelslicht Weicht hun liegt das wort Mit unserm derttausend sonnen nicht. fleisch persönlich angekleidet. 2. Laß dich erleuchten meine 2. Dem meer und wind seele, Versäume nicht den gehorsam sind, Giebt sich zum gnadenschein! Der glanz in dienst und wird ein knecht dieser kleinen höhle Streckt der fünder. Du Gottes sohn, sich in alle welt hinein; Er wirst erd und thon, Gering treibet weg der höllen macht, und schwach, wie wir und unDie fünden-, kreuz- und todes- sre kinder. nacht. 3. Du höchstes gut, hebst 3. In diesem lichte kannst unser blut In deinen thron, du sehen Das licht der klaren hoch über alle höhen. Du seligkeit; Wenn sonn und ewge kraft machst brüderschaft mond und stern vergehen, Viel- Mit uns, die wie ein dampf leicht noch in gar kurzer zeit, und rauch vergehen.de Wird dieses licht mit seinem 4. Was will uns nun zuschein Dein himmel und dein wider thun Der seelenfeind alles sein.ism mit allem gift und gallen? 4. Laß nur indessen helle Was wirft er mir und andern scheinen Dein glaubens- und für, Daß Adam ist und wir dein liebesticht, Mit Gott mit ihm gefallen. mußt du es treulich meinen, 5. Schweig arger feind, Sonst hilft dir diese sonne da sitzt mein freund, Mein nicht; Willt du genießen die- fleisch und blut hoch in dem 60 Festgesänge. himmel droben. Was du ge- hülf und ruh, Er wirds so fällt, das hat der held Aus machen, daß du ihm wirst danJacobs stamm zu großer ehr ken, Er weiß und kennt, was erhoben. beißt und brennt, Versteht 6. Sein licht und heil wohl, wie zu muthe sei dem macht alles heil, Der himmel kranken. schatz bringt allen schaden wie13. Denn eben drum hat der. Der freudenquell, Im- er den grimm Des kreuzes manuel Schlägt teufel, höll auch am leibe wollen tragen, und all ihr reich darnieder. Daß seine pein ihm möchte 7. Drum frommer christ, sein Ein unverrückt erinnrung wer du auch bist, Sei gutes unsrer plagen. 14. Mit einem wort: er muths und laß dich nicht be: trüben. Weil Gottes kind dich ist die pfort Zu dieses und ihm verbindt, So kanns nicht des andern lebens freuden. anders sein, Gott muß dich Er macht behend ein seligs end lieben. Un alle dem, was fromme 8. Gedenke doch, wie herr- herzen leiden. lich hoch Er über allen jam- 15. Laß aller welt ihr gut mer dich geführet! Der engel und geld, Und siehe nur, daß heer ist selbst nicht mehr, Als dieser schatz dein bleibe. Wer eben du mit seligkeit gezieret! den hier fest hält und nicht 9. Du siehest ja vor au- läßt, Den ehrt und krönt er gen da Dein fleisch und blut dort an seel und leibe. die luft und wolken lenken; Was will doch sich, ich frage Paulus Gerhardt+ 1676. Eigne Melodie. dich, Erheben, dich in angst 83. liebe, die den him. D und zu hat zerrissen, 10. Dein blöder sinn geht Die sich zu mir ins elend nie: oft dahin, Ruft ach und weh, derließ, Was für ein trieb läßt allen trost verschwinden; hat dich bewegen müssen, Der Komm her und richt dein an dich zu mir ins jammerthal gesicht 3um kripplein Christi, verwies? Die liebe hat es da, da wirst du's finden. selbst gethan, Sie schaut als 11. Wirst du geplagt? sei mutter mich in meinem jam unverzagt! Dein bruder wird mer an.d dein unglück nicht verschmähen. 2. Die liebe ist so groß Sein herz ist weich und gna- in deinem herzen, Daß du denreich, Kann unser leid nicht für mich das größte wunder ohne thränen sehen. thust; Die liebe macht dir 12. Tritt zu ihm zu, such meinetwegen schmerzen, Daß Weihnachten. 61 mir zu gut du unter dornen sto doch nicht schädlich werden ruhst. Dunerhörter liebesgrad, kann. Der selbst des vaters wort ins fleisch gesenket hat. 7. Die fünde kann mich auch nicht mehr verdammen, 3. Die liebe ist mein an- Dieweil sie selbst durch ihn verwandter worden; Mein verdammet ist. Was schaden bruder ist selbst die barm- nun der seele ihre flammen, herzigkeit. Der gottheit quell Weil Christi blut und wasser lebt nun in meinem orden; in sie fließt? Immanuel löscht Die ewigkeit vermählt sich mit ihren trieb; Er läßt die ſeele der zeit. Das leben selbst ist nicht, er hat sie viel zu lieb. mensch geborn, Der glanz der 8. Ich habe nun ein ewig herrlichkeit, das licht, das wir leben funden, Viel reichthum, verlorn. ehr und wohlust schenkt er 4. In ihm wird nun die mir; Ich bin mit ihm, er ist menschheit ausgeföhnet, Die mit mir verbunden, Den ich reinigkeit der seelen wieder in mir mit liebeswirkung spür. bracht; Sie wird als braut Ich bin vergnügt und ganz der gottheit nun gekrönet, Da gestillt, Weil mich der lautre fie der himmel selbst so ange: strom aus seiner lieb erfüllt. lacht. Die menschheit wird nun ganz erneut Und als ein reiner thron der gottheit ein geweiht. 9. Auf, auf, mein geist! vergiß die trauerlieder, Erfreue dich in dieser liebesmacht! Des himmels kraft und glanz 5. Die weisheit spielt nun bestrahlt dich wieder, Und der wieder auf der erden, Dadurch verlust ist völlig wiederbracht. das paradies im menschen O! ewig, ewig wohl ist mir, grünt. Nun können wir aus Daß ich in Christo nun ein Gott geboren werden, Weil wohlgefallen spür. die geburt des Herren dazu dient. Die wohl geborne seele Chr. Fr. Richter+ 1711. Eigne Melodie. ſpürt, Daß ſie ein ander geiſt 84. Wir chriſtenleut haben aus ihrem ursprung rührt. freud, Weil 6. Kein elend kann nun uns zu trost ist Christus mensch unser herz besiegen; Imma- geboren, Hat uns erlöst; wer nuel ist bei uns in der noth. sich deß tröst Und glaubet fest, Ich darf ja nur die gnaden soll nicht werden verloren. quelle rügen, So dient mir 2. Ein wunderfreud! Gott selbst das elend und der tod. selbst wird heut Von Maria Der jammer hängt mir nur ein wahrer mensch geboren. noch an, Der mir in Chri- Ein jungfrau zart sein mutter Festgesänge. 62 ward, Von Gott dem Herren 4. Blutge wunden in dem selbst dazu erkoren. leben, Blutge wunden in dem 3. Die sünd macht leid; tod Sollen mir versicherung Christus bringt freud, Weil geben, Daß nun aller angst er zu uns in diese welt ist und noth Mein so sehr verkommen. Mit uns ist Gott letzt gewissen Durch des mitt nun in der noth; Wer ist, lers blut entrissen. der uns als christen kann verdammen? 4. Laß dein blut mein herz bestreichen, Jesu in dem neuen 4. Drum sag ich dank mit jahr; So muß jener würger dem gesang Christo dem Herrn, weichen, Sammt verdammender uns zu gut mensch wor- der gefahr. Färbt dies blut den, Daß wir durch ihn nun des herzens schwellen, So all los sein Der sünden last wird mich kein unfall fällen. und unträglichen bürden. 5. Laß mein blut vor liebe 5. Hallelujah! gelobt sei wallen, Da dein blut vor Gott! Singen wir all aus liebe fließt, Laß ein hallelu: unsers herzens grunde; Denn jah schallen, Weil ein odem Gott hat heut gemacht solch in mir ist. Blutigs lamm, freud, Der wir vergessen solln ach laß mein leben Dir zu zu keiner stunde. ehren sein ergeben. Caspar Fuger+ 1550. nis Ble dni 3. Funke. Mel. Werde munter mein gemüthe. arum solche 3. Fest der Beschneidung 86. W schmerzen, WarChristi. Met. Mein Gott ich bin jetzt. um machet solche pein Der 85. Müſſen allbereits die von unbeschnittnem herzen wunden, Heilig- Dir, o liebes Jefulein, Mit zartes Jesulein, Mit dem beschneidung, da du doch Frei herbsten schmerz empfunden von des gesetzes joch, Weil Und dein blut vergossen sein? du einem menschenkinde Zwar Tropfen sieht man jezo flie- gleich, doch ganz ohne sünde? ßen, Die sich bald wie ström 2. Für dich darfst du dies ergießen. nicht dulden Du bist ja des 2. Ohne blut konnts nicht bundes Herr; Unsre, unfre geschehen, Daß die blutschuld großen schulden, Die so grau abgethan, Wir mit Gott im sam, die so schwer Auf uns frieden stehen, und die welt liegen, daß es dich Jammert sich freuen kann; Darum bist herz- und inniglich, Die trägst du, uns zu retten, Selber du ab, uns zu retten, Die blutig aufgetreten. sonst nichts zu zahlen hätten. Fest der Beschneidung Christi. 63 3. Freut ihr schuldner euch und bloß und mein vorrath deßwegen, Ja, sei fröhlich alle ist nicht groß; Jesus hilft zur welt, Weil heut anhebt zu rechten zeit Meiner armen erlegen Gottes sohn das löse- dürftigkeit. geld. Das gesetz wird heut 6. Muß ich in das elend erfüllt, Heut wird Gottes fort in an einen fremden zorn gestillt, Heut macht uns, ort; Jesus sorget selbst für so sollten sterben, Gottes sohn mich Schüßet mich ganz wunzu Gottes erben. derlich. QUE SIG 4. Wer mag recht die gnad 7. Muß ich dulden hohn erkennen? Wer mag dafür und spott Wider Gott und dankbar sein? Herz und mund sein gebot; Jesus giebt mir soll stets dich nennen Unsern kraft und macht, Daß ich alheiland, Jesulein. Deine güte len spott nicht acht. wollen wir Nach vermögen 8. Hat der bienen honig preisen hier, Weil wir in der saft Und der zucker süße kraft; schwachheit wallen, Dort soll Mein herzliebster Jesus Christ baß dein lob erschallen. Tausendmal noch süßer ist. P. Gerhardt+ 1676. Eigne Melodie. 9. Drum, o Jesu, will ich dich Immer lieben festiglich; esu meiner seelen Du, du Jesu sollst allein Mei87. Juh und mein be- ner ſeele alles ſein. ster schatz dazu, Alles bist du 10. Jesus, was durch ohmir allein, Sollst auch ferner ren bricht, Jesus was das auge alles sein. sicht, Jesus, was die Zunge 2. Liebet jemand in der schmeckt, Und wonach die hand welt Edle schätze, gut und sich streckt. geld; Jesus und sein theures 11. Jesus sei mein speis blut Ist mir mehr denn alles und trank, Jesus sei mein gut. lobgesang, Jesus sei mein Stellen meine feinde ganzes all, Jesus sei mein Deffentlich gleich wider freudenschall. tod. Jesus reißt aus aller 12. Endlich laß, du höchnoth, Tilget teufel, höll und stes gut, Jesu, laß dein theures blut, Deine wunden, deine 4. Bin ich krank und ist pein Meine rast im tode sein. kein mann, Der aus schwach= heit heilen kann; Jeſus will 88. mein arzt im pein Und mein treuer helfer sein. 3. sich, mich; Eigne Melodie. eſu, meine freude, Meines herzens weide, Jesu, meine zier! Ach 5. Bin ich nackend, arm wie lang, ach lange Ist dem Jefu Festgesänge. 64 herzen bange Und verlangt 6. Weicht ihr trauergeister, nach dir! Gottes lamm, Mein Denn mein freudenmeister, bräutigam! Außer dir soll mir Jesus tritt herein. Denen, die auf erden Nichts sonst liebers Gott lieben, Muß auch ihr werden. betrüben Lauter zucker sein. 2. Unter deinem schirmen Duld ich schon Hier spott Bin ich vor den stürmen Al- und hohn, Dennoch bleibst ler feinde frei. Laß den satan du auch im leide, Jesu meine wettern, Laß die welt erschüt- freude. tern, Mir steht Jesus bei. dan Ob es ist Gleich kracht und blitt, Ob gleich sünd und 89. hölle schrecken; Jesus will mich decken. Johann Frank+ 1677. Eigne Melodie. as neugeborne kindelein, Das her: zensliebe Jesulein Bringt aber: 3. Troß dem alten drachen, mals ein neues jahr Der aus: Troß dem todesrachen, Trotz erwählten Christenschaar. der furcht dazu! Tobe welt 2. Deß freuen sich die enge: und springe! Ich steh hier lein, Die gerne um und bei und singe In gar sichrer ruh. uns sein; Sie singen in den Gottes macht Hält mich in lüften frei, Daß Gott mit acht! Erd und abgrund muß uns versöhnet sei. verstummen, Ob sie noch so 3. Ist Gott versühnt und brummen. unser freund, Was mag uns 4. Weg mit allen schäßen, thun der arge feind? Trok Du bist mein ergößen, Jesu, türken, papst und höllenpfort! meine lust! Weg ihr eitlen Das Jesulein ist unser hort. ehren, Ich mag euch nicht 4. Er bringt das rechte hören, Bleibt mir unbewußt, jubeljahr, Was trauern wir Elend, noth, Kreuz, schmach denn immerdar? Frisch auf, und tod Soll mich, muß ich es ist jetzt singenszeit, Das gleich viel leiden Nicht von Jesulein wendt alles leid. Jesu scheiden. C. Schneegaß+ 1597. 5. Gute nacht, o wesen, mel. Wenn wir in höchsten nöthen. Das die welt erlesen, Mir alte jahr vergan: gefällst du nicht. Gute nacht, gen ist, Wir danihr sünden, Bleibet weit da- ken dir, Herr Jesu Christ, hinten, Kommt nicht mehr Daß du uns in so groß ge ans licht! Gute nacht O stolz fahr So gnädiglich behüt't dies und pracht! Dir sei ganz, o jahr. lasterleben, Gute nacht gegeben. as 90. Das 2. Wir bitten dich, ewigen sohn Des vaters in dem höch 65 Fest der Beschneidung Christi. sten thron, Du wollst dein Wie er dies jahr hat geben arme christenheit Ferner be Al nothdurft diesem leben, wahren allezeit. Und uns vor leid behüt; 3. Entzeuch uns nicht dein 3. Lehramt, schul, kirch erheilsam wort, Welchs ist der halten In gutem fried und seelen trost und hort, Vor ruh, Nahrung für jung und papsts lehr und abgötterei alten Bescheeret auch dazu, Behüt uns Herr und steh Und mit gar milder hand uns bei. Sein güt er ausgespendet, 4. Hilf daß wir von der Verwüstung abgewendet Von sünd ablan Und fromm zu dieser stadt und land. werden fahen an, Kein'r sünd im alten jahr gedenk, Ein gnadenreich neujahr uns schenk, 4. Er hat unser verschonet Aus väterlicher gnad. Wenn er sonst hätt belohnet All unsre mis5. Christlich zu leben, se- sethat Mit gleicher straf und liglich 3u sterben und hernach pein, Wir wären lang gestorben, fröhlich Am jüngsten tag wiedr In mancher noth verdorben, aufzustehn, Mit dir in himmel Die wir voll sünden sein. einzugehn, 6. 3u danken und zu loben dich Mit allen engeln ewig5. Nach vaters art und treuen Er uns so gnädig ist; Wenn wir die sünd bereuen, lich. O Jesu, unsern glauben Glauben an Jesum Christ mehr 3u deines namens lob Herzlich ohne heuchelei, Thut und ehr. er all sünd vergeben, Lindert die straf darneben, Steht uns in nöthen bei. Joh. Steuerlein+ 1613 und Jac. Zappus t 1620. Eigne Melodie. 13 6. Also dein gut wir prei91. Helft mir Gotts güte ſen, Vater im himmelsthron, preisen, lieben Die du uns kinderlein, Mit gsang und Durch Christum deinen sohn, andrer weisen Ihm allzeit Und bitten ferner dich: Sieb dankbar sein. Vornämlich zu uns ein friedsam jahre, Vor der zeit, Da sich dies jahr allem leid bewahre Und nähr thut enden, Die sonn sich zu uns mildiglich. uns wenden, Das neujahr ist nicht weit.orm zwmpin en p. Eber+ 1569. Eigne Melodie. 19 2. Erstlich laßt uns be- 92. Hilf Sperr Sefu, lak trachten Herren reiche gelingen, Hilf, das gnad, Und so gering nicht neue jahr geht an, Laß es achten Sein unzählig wohl- neue kräfte bringen, Daß aufs that; Stets führen zu gemüth, neu ich wandeln kann. Neues Lutherisches Gesangbuch. 5 66 Rind Festgesänge. glück und neues leben Wol- deinem lieben sohn. Herr, ich lest du mit gnaden geben. weiß, es wird vor allen Dies mein opfer dir gefallen. 2. Alles, was ich auszu richten Und zu reden bin be- 8. Laß dies sein ein jahr dacht, Müsse mich mein Gott der gnaden, Laß mich büßen verpflichten, Deines theuren meine sünd, Hilf, daß sie mir namens macht, Daß auch nimmer schaden, Sondern bald das, was ich gedenke, Dich verzeihung find, Herr in dir; zu preisen stets sich lenke. nur du, mein leben, Kannst 3. Meiner hände werk und die sünd allein vergeben. thaten, Meiner zungen red 9. Tröste mich mit deiner und wort Müsse nur durch liebe, Nimm, o Gott, mein dich gerathen Und ganz glück- flehen hin, Weil ich mich so lich gehen fort. Neue kraft laß sehr betrübe, Ja voll angst auch erfüllen, 3u verrichten und zagen bin. Tröste mich deinen willen. in meinen nöthen, Daß mich 4. Was ich dichte, was ich sünd und tod nicht tödten. mache, Das gescheh in dir al- 10. Salb, o vater, meine lein. Wenn ich schlafe, wenn wunden, Wasche mich mit ich wache, Wollest du, Herr, ysop ab; 3war ich bin noch bei mir sein; Geh ich aus, unverbunden, Doch verletzet halt an zur seiten, Komm ich bis aufs grab. Tilg, Herr, heim, wollst du mich leiten. meine missethaten, So wird 5. Laß mich beugen meine meiner noth gerathen. kniee Neu zu deines namens 11. Große sünder kannst ehr; Hilf, daß ich mich stets du heilen, Uch ich bin in ih bemühe, Dich zu preisen mehr rer zahl; Du, du kannst mir und mehr; Laß mein bitten gnad ertheilen, Hilf mir doch und mein flehen Doch im aus dieser qual, Denn du himmel vor dir stehen. kennest ja die schwachen, Die 6. Laß mich, Herr, in dei- du wiedrum stark willst machen! nem namen Fröhlich nehmen 12. 3ähle los, mich hoch. speis und trank; Güter, die betrübten, Der ich nicht be von dir herkamen, Fordern ja zahlen kann; Liebe mich in von mir den dank. Deine weis- dem geliebten, Dein sohn Jeheit kann mich stärken Zu der sus nimmt mich an. Jesus läßt lieb und guten werken. mich nicht verderben, Jesus läßt mich nicht im sterben. 7. Mein gebet, das muß aufsteigen, Herr, vor deinen 13. Herr du wollest gnade gnadenthron, Dann wirst du geben, Daß dies jahr mir zu mir dich neigen Wie zu heilig sei Und ich könne christ Fest der Beschneidung Christi. 67 lich leben Sonder trug und große schrecken, Die alle welt heuchelei, Daß ich auch allhier bedecken. auf erden Fromm und selig möge werden, 4. Wenn wie von treuen müttern In schweren unge= 14. Laß mich armen sün- wittern Die kindlein hier auf der ziehen Deinen weg der erden Mit fleiß bewahret frömmigkeit, Laß mich stolz werden, dam und hoffahrt fliehen, Laß mich 5. Also auch und nichts beten jederzeit, Laß mich schand minder, Läst Gott ihm seine und unzucht meiden, Laß mich kinder, Wenn noth und trübwillig unglück leiden. sal blißen, In seinem schooße 15. Jesus richte mein be- sitzen. ginnen, Jesus bleibe stets bei 6. Uch hüter unsers lemir, Jesus zäume mir die bens, Fürwahr! es ist vergesinnen, Jesus sei nur mein bens, Mit unserm thun und begier, Jesus sei mir in ge- machen Wo nicht dein augen danken, Jesus lasse nie mich wachen. wanken.ng nas 7. Gelobt sei deine treue, 16. Jesu, laß mich fröh- Die alle morgen neue, Lob lich enden Dieses angefangne sei den starken händen, Die jahr, Trage stets mich auf den alles herzleid wenden. händen, Halte bei mir in ge8. Laß ferner dich erbitfahr. Freudig will ich dich ten, O vater, und bleib mitumfassen, Wenn ich soll die ten In unserm kreuz und welt verlassen. leiden Ein brunnen unsrer freuden. 3. Rist+ 1667. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 9. Gieb mir und allen denen, Die sich von herzen 93. Nun laßt uns gehn sehnen Nach dir und deiner und treten Mit hulde Ein herz, das sich ge singen und mit beten 3um dulde. Herrn, der unserm leben Bis 10. Schleuß zu die jamhieher kraft gegeben. merpforten Und laß an allen 2. Wir gehn dahin und orten Auf so viel blutverwandern Von einem jahr zum giessen Die friedensströme andern, Wir leben und ge- fließen. deihen Vom alten zu dem 11. Sprich deinen milden segen 3u allen unsern wegen, 3. Durch so viel angst Laß großen und auch kleinen und plagen, Durch zittern und Die gnadensonne scheinen. durch zagen, Durch krieg und 12. Sei der verlaßnen vaneuen. 5* 68 Festgesänge. ter, Der irrenden berather, schul in guter hut, Auch aller Der unversorgten gabe, Der christen häuser. armen hut und habe. 4. Deß danken wir dem 13. Hilf gnädig allen kran- lieben Herrn Und freun uns ken, Gieb fröhliche gedanken solcher güte; Er woll den feinDen hochbetrübten seelen Die den steurn und wehrn Und uns sich mit schwermuth quälen. hinfort behüten. Er geb ein 14. Und endlich, was das seligs neues jahr Und helf mir meiste, Füll uns mit deinem zu der engel schaar, Da wolln geiste, Der uns hier herrlich wir ihn schön preisen. ziere Und dort zum himmel führe. C. Schneegaß+ 1597. Eigne Melodie. 15. Das alles wollst du 95. Nun un treten wir ins geben, meines Lebens leben, neue jahr, Herr Mir und der christenschaare, Jesu, rett uns aus gefahr; 3um selgen neuen jahre. P. Gerhardt+ 1676. Wend ab in dieser bösen zeit Krieg, theurung, pest und alles leid, Wir bitten: Laß dir insgemein Die drei hauptständ Mel. Nun freut euch liebe christen. as liebe neue jahr befohlen sein. 94. Das geht an, Das alte 2. Gieb uns dein wort und hat ein ende; Drum freuet sakrament Im lande bis an sich heut jedermann, Erhebt unser end; Bekrön das jahr sein herz und hände Zu unserm mit deiner güt Und uns mit Gott ins himmelsthron, Dankt segen überschütt. Daß solches ihm und seinem lieben sohn, amen sei und wahr, Von her: Auch Gott dem heilgen geiste. zen wünscht der christen schaar. 2. Gott vater hat den sohn G. Werner+ 1671. gesandt, Gotts sohn ist mensch mel. Aus meines herzens grunde. geboren, Gott heilger geift 96. Das alt ist abgegan. neue jahr wir warn verloren. Im selgen tritt auf, Jetzt richt ich mit lieben gotteswort Geschrieben verlangen 3u Jesu meinen ist an manchem ort, Und wird lauf. Ihm sag ich lob und uns flar verkündet. dank, Daß er mich hat be: 3. Die reine lehr und sa- wahret, Sein hülfe nicht ge krament Wir habn in unserm sparet Un mir mein lebenlang. lande, Fromm obrigkeit, gut 2. Ja Jesu, meine wonne, regiment, Glück, heil in allem Mein bruder, freund und rath, stande. Gott krönt das jahr Du meiner seelen sonne, Mein mit seinem gut, Hält kirch und schuß und advocat. Dich ruf 69 Fest der Beschneidung Christi. ich herzlich an, Du wollest das Und waisen dich erbarmen, mir geben, Daß ich recht christ- Gieb, was uns allen nük. lich leben Und selig sterben kann. 8. Gesundheit, segen, leben, 3. Daß nunmehr wir be- Rath, hülf und trost in noth, schlossen, O Gott, das alte Das wollest du stets geben. jahr, Und sehr viel guts ge- Und wenn zuletzt der tod Uns nossen In solchem, das ist wahr. würgen will sogar, So hilf, Herr, gieb uns nun hinfort Herr Jesu, siegen. Drauf komm In deiner gunst zu walten, uns zu vergnügen In diesem Und richtig zu behalten Dein neuen jahr. 3. Rift+ 1667. nachtmahl, tauf und wort. Getreue prediger, Laß fie mit 97. Herlein, Spricht das 4. Bewahr in diesem neuen mel. Singen wir aus herzensgrund. ört, liebsten finluft ausstreuen Dein heilges wort; bescheer Auch gute schu- herze Jesulein, Seid züchtig len noch, Schüt unsre obrig- und lernet fein, Betet fleißig keiten, Treib ihnen von der im namen mein, So will ich seiten Das schwere krieges stets bei euch sein Mit meinen joch. lieben engelein, Euch allezeit behüten fein. 5. Schütt aus, Herr, deinen segen, Auf vater, mutter, 2. Werd't ihr morgens gern kind, Es ist an dir gelegen, aufstehn Und fleißig zur schuDaß wir gesegnet sind. Wehr len gehn, Und studirn mit allem krieg und streit; Herr, ganzem fleiß, Daß ihr mir wende das verderben, Auch fingt lob und preis; Werd't pestilenz und sterben, Zusammt ihr mein wort gerne hörn, der theuren zeit. So will ich euch alls bescheern, 6. Dein' engel laß uns Was eur herz nur wird begehrn. schüßen Fürs satans tyrannei, 3. Es solln euch mein enHilf, daß wir ruhig siken, gelein Allzeit geleiten aus und Dein allmacht steh uns bei, ein, Daß ihr nicht stoßt an Damit wir unser brot Gesund ein stein, Auch nicht fallt und und frisch erwerben, Auch etwa brecht ein bein; Eure liebsten nicht verderben Durch feur und mütterlein, Vater, brudr und wassersnoth. schwesterlein Solln sie auch behüten fein. 7. Gieb uns getreue freunde Sammt fried und einigkeit, 4. Euern eltern will ich Bekehr auch unsre feinde, gebn Gute nahrung und langs Steur allem haß und neid. lebn, Daß sie euch können erHerr, sei der wittwen schut; nährn Und aufziehn zu Gottes Du wollest auch der armen ehrn, und euch kaufen kleidr 70 Festgesänge. ¹¹7 und schuh, Büchr und was 4. Ein wunderwerk da nun ihr dürft dazu, Daß ihr lernt geschah, Sechs steinern früge mit guter ruh. man da sah Voll wassers, das 5. Drum, o liebsten kinders verlor sein art, Rother wein lein, Seid ghorsam und lernet durch sein wort draus ward. fein: Eur Immanuel will ich 5. Lob, ehr und dank sei sein, Hab euch von der höllen- dir gesagt, Christ geborn von pein Erlöst durch mein blut der reinen magd, Mit vater und tod! Drum halt fleißig und dem heilgen geist Von mein gebot Und ruft zu mir nun an bis in ewigkeit. in der noth. 6. So sollt ihr dies neue Met. M. Luther+ 1546. Meinen Jesum laß ich nicht. esu, großer wunderjahr Sicher sein vor aller 99. ftern, Der aus Jagfahr, Kein krieg, theurung, pestilenz Soll kommen über cob ist erschienen, Meine seele eur grenz! Seid nur fromm will so gern Dir an deinem und lernet fein, ihr liebsten feste dienen. Nimm doch, nimm finder mein, So will ich stets doch gnädig an, Was ich ar: bei euch sein. mer schenken kann. Phot Nicolaus Herman+ 1561. 2. Nimm das gold des glaubens hin, Wie ichs von mir selber habe, und damit beschenket bin, So ist dirs die liebste gabe. Laß es auch befürchtst du feind währt und rein In dem freuHerodes sehr, Daß zesofen sein. doll dan gualing uns geborn kommt Christ der 3. Nimm den weihrauch Herr? Er sucht kein sterblich des gebets, Laß denselben vor königreich, Der zu uns bringt dir tügen, Herz und lippen sein himmelreich. sollen stets, Ihn zu opfern, Eigne Melodie. as 2. Dem stern die weisen vor dir liegen. Wenn ich bete, folgen nach, Solch licht zum nimm es auf, Und sprich ja rechten licht sie bracht. Sie und amen drauf. laida zeigen mit den gaben drei, 4. Nimm die myrrhen bittDies kind Gott, mensch und rer reu: Ach, mich schmerzet könig sei. meine sünde, Über du bist 3. Die tauf im Jordan an fromm und treu, Daß ich sich nahm Das himmelische trost und gnade finde Und gotteslamm, Dadurch der nie nun fröhlich sprechen kann: kein sünde that, Von sünde Jesus nimmt mein opfer an. uns gewaschen hat. E. Neumeister+ 1756. 4. Das Fest der Erscheinung in Christi( Epiphanias). 98. Was Fest der Erscheinung Christi. 71 Mel. Wacht auf, ihr christen alle.| sehren, Rett mich aus aller 100. könig aller ehren, noth. Jesu Christ, Da- 6. Du wollst in mir entvids sohn, Dein reich soll ewig zünden Dein wort, den schöwähren, Fm himmel ist dein nen stern, Daß falsche lehr thron. Hilf, daß allhier auf und sünden Sein von meim erden Den menschen weit und herzen fern. Hilf, daß ich dich breit Dein reich bekannt mög erkenne Und mit der christenheit werden Zur seelen seligkeit. Dich meinen könig nenne Jeht 2. Von deinem reich auch und in ewigkeit. M. Böhme+ 1622. zeugen Die leut aus morgendl) wo land; Die knie sie vor dir Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. beugen, Weil du ihn'n bist 101. Nun liebe feel, nun Der neu auf ist es 115 dich weiset, Dazu das göttlich auf, erwäg mit lust und freud, wort; Drum man dich billig Was Gott an uns gewendet, preiset, Daß du bist unser hort. Sein lieben sohn vom him3. Du bist ein großer fömelsthron Ins jammerthal nig, Wie uns die schrift ver- gesendet. meldt, Doch achtest du gar 2. Nicht nur den juden bloß wenig Vergänglich gut und allein, Die seins geblüts und geld, Prangst nicht mit theu: stammes sein, Sondern auch ren rössern, Trägst keine güldne allen heiden, Ist aufgericht kron, Sist nicht in steinern dies ewig licht, Erleuchtet sie schlössern; Hier hast du spott mit freuden. und hohn. nd 3. Der heiden erstling wun4. Doch bist du schön ge- derlich Durch einen stern er zieret, Dein glanz erstreckt sich holt zu sich, Daß sie den heiweit, Dein güt allzeit floriret land schauen, Und ihren Herrn Und dein gerechtigkeit. Du in andacht ehrn Mit gläubiwollst die frommen schüzen gem vertrauen. Durch dein macht und gewalt, 4. Nun die ihr heiden seid Daß sie im frieden siten, Die gewest, Begeht mit dank der bösen stürzen bald. heiden fest, Laßt eure stimmen klingen; Laßt ihm zu ehrn euch freundlich hörn Mit freu5. Du wollst dich mein er barmen, In dein reich nimm mich auf, Dein güte schenk denreichem fingen. mir armen, Und segen meinem 5. O Jesu, unser heil und lauf. Mein feinden wollst du licht, Halt über uns dein anwehren, Dem teufel, sünd und gesicht, mit deinen strahlen tod, Daß sie mich nicht ver- walte, Und mein gemüth durch 72 Festgesänge. deine güt Bei deinem licht den, So daß auch des höcherhalte. sten ehr Und der wahrheit 6. Dein glanz all finsterniß unterdessen In dem finstern verzehr, Die trübe nacht in ward vergessen. licht verkehr, Leit uns auf 6. Gottes rath war uns deinen wegen, Daß dein ge- verborgen, Seine gnade schien sicht und herrlich licht Wir uns nicht; Klein und große ewig schauen mögen. mußten sorgen, Jedem fehlt' Joh. Christ. Armschwanger+ 1696. es an dem licht, Das zum Eigne Melodie.drechten himmelsleben Seinen 102. Werde licht du stadt glanz uns sollte geben.spin der heiden, Und 7. Aber wie hervorgegani du Salem werde licht! Schaue, gen Ist der aufgang aus der welch ein glanz mit freuden, höh, haben wir das licht Ueber deinem haupt anbricht! empfangen, Welches so viel Gott hat derer nicht vergessen, angst und weh Aus der welt Welch im finstern sind gesessen. hinweggetrieben, Daß nichts 2. Dunkelheit, die mußte dunkles überblieben. weichen, Uls dies licht kam 8. Jesu, reines licht der in die welt, Dem kein anders seele, Du vertreibst die finster: ist zu gleichen, Welches alle niß, Welch in dieser sünder: ding erhält. Die nach diesem höhlen Unsern tritt macht un lichte sehen Dürfen nicht im gewiß; Jesu, deine lieb und finstern gehen. fegen Leuchten uns auf unsern 3. Ach, wie waren wir wegen. verblendet, Ehe noch dies licht 9. Nun du wolleft hier brach an; Ja da hatte sich verbleiben, Liebster Jesu, tag gewendet Schier vom himmel und nacht, Alles finstre zu jedermann; Unsre augen und vertreiben, Das uns so viel geberden Kleben böslich an schrecken macht; Laß uns nicht im dunkeln wallen, Noch ins der erden. 4. Irdisch waren die gedan- höllenmeer verfallen. ken, Thorheit hielt uns gar 10. Liebster Jesu, laß uns verstrickt, Satan macht uns leuchten Dein erfreulichs an schändlich wanken, Wahre tu- gesicht, Laß uns deine gunst gend lag verrückt; Welt und befeuchten, Wenn das kreuzfleisch hat uns betrogen Und feur auf uns sticht; Laß uns vom himmel abgezogen. ja wie christen handeln Und 5. Finsterniß fand sich auf in deinem lichte wandeln. erden, Finster war es in der 11. Schenk uns, Herr, das lehr, Alles wollte finster wer- licht der gnaden, Das ein licht Fest der Erscheinung Christi. 73 des lebens ist, Ohne welches sulein. Dies laß mir einen leicht in schaden Fallen kann glauben sein, Denn ob sie ein frommer christ; Laß uns zwar nichts wissen, Als was dieses licht erfreuen, Wenn geschrieben Daniel Und Biwir aus der tiefe schreien. leam, sind sie doch schnell Zu 12. Dieses licht läßt uns suchen Gott geflissen. nicht wanken In der rechten 2. Folg ihrem fleiß, o sünglaubensbahn. Ewig, Herr, denkind, Mit freuden nachzuwill ich dir danken, Daß du gehen Dem höchsten gut, ach, haft so wohl gethan, Und uns sei nicht blind, Ermuntre dich, diesen schat geschenket, Der zu zu sehen Das Jeſulein in seideinem reich uns lenket. nem wort; Es liegt ja nicht 13. Gieb, Herr Jesu, kraft am fremden ort, Hier findest und stärke, Daß wir dir zu du die krippen, Da ruhet es jeder zeit Durch geliebte glau- gar säuberlich, Ja lehret in benswerke Folgen in gerech- der kirchen dich Mit honigtigkeit, Und hernach im freu- süßen lippen. denleben Heller als die sterne 3. Kam doch aus reich Araschweben. bia Die königin gezogen Gen 14. Dein erscheinung muß Salem, daß sie fünde da Den erfüllen Mein gemüth in aller mann, der sie bewogen Durch noth. Dein erscheinung müsse seiner weisheit glanz und sonn. stillen Meine feel auch gar im Ach, hier ist mehr denn Satod. Herr in freuden und im lomon; Wer wollte denn nicht weinen Müsse mir dein licht eilen, Dem kindelein zu ziehen erscheinen. nach? Den weg belohnt es 15. Jesu, laß mich endlich tausendfach, Hätt er gleich gehen Freudig aus der bösen tausend meilen. welt, Dein so helles licht zu 4. Betrachtet die beständigsehen, Das mir dort schon ist feit Der weisen, die zwar kabestellt, Wo wir sollen unter kronen In der schönsten klar heit wohnen. men In Gottes und der engel g'leit, Und gleichwohl nichts vernahmen Vom neuen könig in der stadt, Die den berühm= ten tempel hatt'; Ei wohl, oor 3. Rift+ 1667. Mel. Ein kindelein so Löbelich. 103. Glück zu der from sie ließen stehen Jerusalem, men heiden schaar, und gingen fort, Das Jesulein Glück zu, glück zu den weisen, am andern ort, 3u Bethlehem Die weit vom morgen mit ge- zu sehen. fahr Sind kommen, hoch zu 5. O frommes herz, folg preisen Das neugeborne Je- abermal Dies süße kind zu 74 14 Festgesänge. 8 finden, Und laß dich keine muß man ehr erweisen Dem noth noch qual Im suchen Herren aller herrlichkeit, Und überwinden. Wohl, angefan- ihn in dieser gnadenzeit Von gen ist zwar gut, Viel besser, ganzer seele preisen. wenn man's standhaft thut, 9. Wo bleiben aber die ge So kann man freudig sagen: schenk, Als weihrauch, gold Gekämpfet hab ich als ein und myrrhen? Ach Gott, wenn held, Und wohl gerennet in ich daran gedenk, Empfind ich der welt, Bald werd ich kro- ein verwirren Sn meinem sinn, nen tragen. als der ich nicht Erwogen dies 6. Kommt, laßt uns unser als meine pflicht, Das kindlein Jefulein Besuchen jetzt mit zu begaben. Verzeih es mir, freuden, Und sammt den wei- ich will hinfort, O Jesulein, sen thätig sein; Denn dies nach deinem wort Auch deine wird unser leiden, Verkehren glieder laben. bald in lieb und lust, Es ist 10. Ich will hinfort mit uns ja kein schatz bewußt, freiem muth An denen lieb Der fröhlicher kann machen erweisen, Die dürftig sind, Ein herz, das hoch bekümmert auch soll mein gut Die diener ist, Als unser heiland Jesus Jesu speisen. Denn weil du, Christ, Der stärket auch die liebster Gottes sohn, Uns giebst schwachen. tid so großen gnadenlohn, Wie 7. Was acht ich reichthum, sollten wir nicht geben Auch ehr und pracht, Was schwel- das, was dein, nicht unser ist? gen, tanzen, springen? Ei, das Laß aber uns, Herr Jesu vergeht in einer nacht, Kann Christ, Mit dir nur ewig leben. auch wohl herzleid bringen.ns dim 3. Rift+ 1667. Die rechte luft bestehet nur Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. In Gott, nicht in der kreatur; 104. Die welt ist volled freud erregen Viel Den schwachen, welche sünd glatter wort und wenig treu, und tod Oft führen in die Der mund redt nichts denn höchste noth, Ja schier zur liebe. Allein das herz treibt höllen legen. damit scherz Und sucht, wen 8. Kommt, laßt uns mit es betrübe. der weisen schaar Vor dieses 2. Es ist nunmehr die größte kindlein treten, Dasselbe mit- kunst, Wer nur dem andern ten in gefahr, Voll glaubens einen dunst Kann vor die au anzubeten, Wer kommen will, gen wehen, Und weiß sein wort der komm jetzt früh, Und fall bald da und dort Fein mei in demuth auf die knie; So sterlich zu drehen. Fest der Erscheinung Christi. 75 3. Herodes forschet nach der durch ganz gewiß Ins ewige schrift, So lang bis er ein verderben. unglück stift Durch schlaue 3. Gott lob, uns scheint heuchlersreden, Er dicht und des lebens licht und machet tracht mit list und macht Dies uns zu christen. Ach, wenn kindlein bald zu tödten. wir diesen segen nicht zu un4. Sein zungenschwerdt ist serm troste wüßten, Wärs bef scharf gewett, Damit er an ser für uns allzumal, Daß die weisen setzt, Und meint, wir nicht in dermenes soll gelingen; Doch sein schen zahl Und nie geboren betrug war nicht genug, Das wären. diju dnl win kindlein umzubringen. 4. Nun aber, da wir chri5. Und so geht es noch sten sind, Steht uns der himheut zu tag, Es lügt und trügt mel offen. Ein jeder hat als nur, wer da mag, Die wort Gottes kind, Die seligkeit zu find gleich vergessen, Die red- hoffen. Denn wer an Jesum lichkeit wird dieser zeit Der Christum gläubt, Und ihm geeinfalt zugemessen. treu im glauben bleibt, Wird 6. Mein Gott, behüt mir nimmermehr verloren. dan herz und sinn, Dieweil ich 5. Ach, deren ruhm ist gar hier auf erden bin, Daß ich nicht fein, Die sich der welt die laster meide, Und als ein ergeben, Die bauch und mamchrist betrug und list Von andern lieber leide. son monsdiener sein, Und also heidnisch leben. Ach, wie gefährlich stehts um die! Herr Jesu Christ, bekehre sie zu 183 usdial ni drug Mel. Nun freut euch liebe christen. 105. Wie schön leucht' rechten, wahren christen. der mor- 6. Der christenname hilft genstern, Den wir im himmel doch nichts, Wenn du nicht haben. Ich meine Christum, christlich handelst, Und heilig, unsern Herrn, Mit seinen gna- wie ein find des lichts Auf dengaben. Um kirchenhimmel Christi wegen wandelft. Man leuchtet er, Und wirft den muß das wahre christenthum schönen glanz daher In wort 3u Christi Jesu preis und und sakramenten. druhm Im werke selbst er2. Wir müssen unsre väter weisen. ja Verirrte heiden nennen. 7. Herr Jesu, ach erleuchte Kein licht war im verstande mich Mit deinem gnadenlichte, da, Den wahren Gott zu Damit ich wandle würdiglich kennen, Sie gingen hin in Vor deinem angesichte, Bis finsterniß, Und stürzten da ich vor dir nach dieser zeit 76 Festgesänge. Im reiche deiner herrlichkeit 5. Leiden u. Sterben Chrifti. Als wie die sonne leuchte. Mel. Werde munter, mein gemüthe. 107. Mbich, eines Sefu E. Neumeister+ 1756. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Deine ermuntre Creuet euch, ihr gotteskinder, Preiset lieb bedenke, Wie er für dich mit mir Gottes macht, Freuet giebet sich, Darauf deine aneuch, ihr armen fünder, Laßt dacht lenke, Uch erwäg die der welt den stolz und pracht. große treue Und dich deines Freut euch, daß Gott euch re- heilands freue. giert Und zu seiner kirche führt, 2. Sieh, der wahre Got: Daß wir arme heiden können tessohn Ist für dich ans holz Uns nun Gottes kinder nennen. gehänget, Sein haupt trägt 2. Seine herrschaft sich er- die dornenkron, Sein leib ist strecket Ueber alles, was da mit blut vermenget; Er läßt lebt, Seine hand schützt und sich für dich verwunden, Wo bedecket, Was sich reget, lebt ist größre lieb gefunden? und schwebt. Wenn er spricht, 3. Du, du solltest große so geht sein wort Schnell wie pein Ewig leiden in der höl blik und donner fort, Das len, Und von Gott verstoßen durchdringet geist und leben, sein Wegen vieler sündenfäl Das kann trost und leben len, Uber Jesus trägt die fün geben. den Und läßt dich genade 3. Nun, ihr fünder hier finden. auf erden, Wollt ihrs endlich 4. Durch sein leiden ist ge haben gut, Wollt ihr Gottes stillt Deines Gottes zorn und finder werden, Ach, so ändert rache, Er hat das gesetz er: euren muth, Preiset Gottes füllt, Gut gemacht die böse güt und macht, So wird er sache, Sünde, teufel, tod um euch geben kraft, Daß ihr auch schränket Und den himmel dir zu ihm könnt kommen und geschenket. euch freuen mit den frommen. 106. Freu 5. Was zu thun, o liebes 4. Aller heiden trost ist berz? Wie sollst du dich recht kommen, Jesus, unser freu- anstellen? Jesu leiden ist kein denlicht, Der beschirmer aller scherz, Seine liebe kein ver frommen, Unser schuß und zu stellen; Denke drauf, was dir versicht, Preiset seine güt und oblieget Gegen den, der für treu, Die uns noch wird im- dich sieget! mer neu; So wird er euch allen geben, Hier und dort mit ihm zu leben. 3. Olearius+ 1684. 6. Ich kann nimmer, nim mermehr Das geringste nur vergelten; Er verbindt mich Leiden und Sterben Christi. 77 allzusehr. Meine trägheit muß dabei, Jesus soll es sein und ich schelten, Daß ich ihn so bleiben, Dem ich lebe, deß ich schlecht geliebet Und wohl gar sei. Nichts soll mich von Jesu mit sünd betrübet. treiben, Du wirst, Jesus, mich 7. Was geschehen, soll nun nicht lassen, Ewig will ich dich nicht Hinfort mehr von mir umfassen. geschehen; Mein schluß sei nun 13. Ist bereits schon jeho fest gericht, Einen andern weg hier Solche freud und ruh zu zu gehen, Darauf ich nur finden, Wenn im glauben wir Jesum suche Und was ihn be mit dir Uns, mein Jesu, recht trübt, verfluche. verbinden; Schenkst du schon 8. Weg, ihr sünden, weg so viel auf erden, Ei, was von mir! Euch kann ich an will im himmel werden? mir nicht leiden, Euretwegen 14. Was für lust und sümuß ich hier und dort von ßigkeit, Was für freud und dem sein gescheiden, Ohne jubiliren, Was für ruhe nach welchen ist kein leben, Keine dem streit, Was für ehre wird gnade, kein vergeben. uns zieren? Ewig, ewig werd 9. Du, mein Jesu, du, ich loben, Wenn ich ganz in mein heil, Dir will ich mich Gott erhoben. ganz verschreiben, Daß ich dir, 15. Ach, ich freu mich alle als meinem theil, Ewig will stund Auf dies freudenvolle getreu verbleiben, Dir zu le- leben, Danke dir mit herz ben, dir zu leiden, Dir zu und mund, Du, o Jesu, hasts sterben, dir zu meiden.gegeben; Nur im glauben laß 10. Du, mein Jesu, sollt michs halten Und dein kraft es sein, Den ich mir zum stets in mir walten. zweck gesetzet, Wie du mein, Joh. Casp. Schade+ 1698. so will ich dein Bleiben stets Mel. Christus der uns selig macht. und unverletet; Was du liebest, will ich lieben, Und was dich, soll mich betrüben. 108. zesu, deine passion J Will ich jetzt bedenken; Wollest mir vom him11. Was du willt, das sei melsthron Geist und andacht mein will, Dein wort meines schenken. In dem bild jehund herzens spiegel, Wann du erschein, Jesu, meinem herzen, schlägest, halt ich still. Dein Wie du, unser heil zu sein, geist sei mein pfand und sie: Littest alle schmerzen. gel, Daß ich soll den himmel 2. Meine seele sehen mach erben; Darauf kann ich fröh- Deine angst und bande, Deine lich sterben. speichel, schläg und schmach, 12. Nun, so bleibt es fest Deine kreuzesschande, Deine Univ- Bibl. Giessen 78 Festgesänge. geißel, dornenkron, Speer und uns zur mitternacht Als ein nägelwunden, Deinen tod, o dieb gefangen, Geführt vor Gottessohn, Und den leib voll gottlose leut Und fälschlich verschrunden. klaget, Verlacht, verhöhnt und 3. Doch, laß mich ja nicht verspeit, Wie denn die schrift allein Deine marter sehen, Laß saget. mich auch die ursach fein Und 2. In der ersten tagesstund die frucht verstehen. Ach, die Ward er unbescheiden Als ein ursach war auch ich, Ich und mörder dargestellt Pilato dem meine fünde, Diese hat ge- heiden, Der ihn unschuldig martert dich, Nicht das heidn- befand Und ohn sach des to: gesinde. des, Ihn derhalben von sich 4. Jesu, lehr bedenken mich fandt Zum könig Herodes. Dies mit buß und reue, Hilf, 3. Um drei ward der Got daß ich mit sünden dich Mar- tessohn Mit geißeln geschmis tre nicht aufs neue. Sollt ich sen, Und sein haupt mit einer dazu haben lust, Und nicht kron Von dornen zerrissen, wollen meiden, Was Gott sel- Gekleidet zu hohn und spott ber büßen mußt Mit so großen Ward er sehr geschlagen, Und leiden? das kreuz zu seinem tod Must 5. Wenn mir meine sünde er selber tragen.proc will Machen heiß die hölle, 4. Um sechs ward er nackt Jesu, mein gewissen still, Dich und bloß Un das kreuz ge ins mittel stelle. Dich und schlagen, Un dem er sein blut deine passion Laß mich gläu- vergoß, Betet mit wehklagen. big fassen; Liebet mich sein Die zuseher spott'ten sein, Auch lieber sohn, Wie kann Gott die bei ihm hingen, Bis die mich hassen? sonn auch ihren schein Entzog 6. Gieb auch, Jesu, daß solchen dingen. ich gern Dir das kreuz nach: 5. Jesus schrie zur neuntrage, Daß ich demuth von ten stund, Klaget sich verlassen, dir lern Und geduld in plage, Bald wird gall in seinen mund Daß ich dir geb lieb um lieb. Mit effig gelassen; Da gab er Indeß laß dies lallen, Bessern auf seinen geist Und die erd dank ich dorten geb, Jesu, dir erbebet, Des tempels vorhang gefallen. S. v. Birken+ 1681. zerreißt Und manch fels zer klöbet. diniy Eigne Melodie. 6. Da man hat zur ves 109. Christus, der uns perzeit Die schächer zerbrochen, felig macht, Kein Ward Jesus in seine feit bös hat begangen, Ward für Mit ein'm speer gestochen, Leiden und Sterben Christi. 79 Daraus blut und wasser rann, 2. Christe, du lamm GotDie schrift zu erfüllen, Wie tes 2c. good nismop Johannes zeiget an, Nur um 3. Christe, du lamm Gotunsertwillen. tes, Der du trägst die sünd 7. Da der tag sein ende der welt, Gieb uns deinen nahm, Der abend war kom frieden! Amen. ll das ma men, Ward Jesus vom kreuzesstamm Durch Joseph ge- Mel. Herr Christ, du eing Gottessohn. nommen, Herrlich nach judi- 112. mensch, du wollst art bedenken Mein Allda mit hütern verwahrt, bitter leiden groß, Ich will Wie Matthäus zeuget. dir wieder schenken Das leben 8. Dhilf, Christe, Gottes für den tod; Bei mir so sollt sohn, Durch dein bitter leiden, du bleiben, Ich hab dir durch Daß wir dir stets unterthan, mein leiden Den himmel aufAU untugend meiden, Deinen gethan. tod und sein ursach Frucht= 2. Ich hab dich nicht er barlich bedenken, Dafür, wie- löset Durch silber noch durch wohl arm und schwach dankopfer schenken. M. Weiße+ 1531. Eigne Melodie. Dir gold, Hat mich mein blut geFostet; Wie bist du denn so stolz, Auf erd schät zu erwerben 3u deiner feel verderben? 110. lamm Gottes un Gab ich dir doch die lehr: 3. Wer hier den schatz be= des kreuzes geschlachtet, Allzeit gehret Für meine gütigkeit, gefunden geduldig, Wiewohl du Dem wirds von rost verzehret wurdeft verachtet. All sünd hast Und wird ihm ewig leid; du getragen, Sonst müßten Wohl in des himmes throne, wir verzagen, Erbarm dich Da findet ihr gar schöne Den unser, o Jesu. schat der seligkeit.it 2. D lamm Gottes unschuldig zc. 3. D lamm Gottes un schuldig zc. Gieb uns deinen frieden, o Jesu. 4. Die lilie auf dem felde, Wie zierlich sie da steht, Sie zahlet nicht mit gelde Die zierheit, die ihr seht; Salomon in seim gwande War nicht n. Decius+ 1529. gleich einem blatte Derselben Eigne Melodie. blümlein eins. 111. Christe, du lamm Gottes, Der du ten trägst die sünd der welt, Er- Die barm dich unser! Die 5. Die vöglein in den lüfErfreun sich ihrer nest, füchs in ihren klüften, habn von mir die feft; 80 48 Festgesänge. 18 Ich hab gar nichts behalten,| thum werd, Bist du gewesen Dran mein haupt ich sollt arm auf erd, So lang du neigen, Was mangels hab drauf gewandelt; Du hast ich nun? gedienet jedermann, Doch that don 6. Ist mein doch himm't man dir viel böses an, als und erde Und alls, was drin- hättest du mißhandelt. nen ist. Mein volk zu fuß 2. Du wurdest in dem gar und pferde Hab ich geführt ten bald Für unsre sünde manohn list Wohl aus Egypten- nigfalt Betrübt mit angst und lande In starkheit meiner hande zagen; Daß wir nicht unsre Hoch ins gelobte land. übelthat Dort ewig müßten 7. So forget nicht mit ohne gnad Betrauren und be leide, Die ihr mein' diener klagen. Du hast daselbst, o seid, Für speise und für klei- höchstes gut, Vor großer angst der, Die sorge die ist mein. geschwibet blut Und mit dem Ich will euch all ernähren, tod gerungen, Daß sich am Frost, hungersnoth abwehren; letzten end allhier Bei uns Fürwahr, deß glaubet mir. die todesangst verlier, Weil 8. Nur lasset euch genügen du den tod bezwungen. Um solde, den ihr habt, Mein 3. Judas, dein freund und vatr wird euch erzeigen, Was dein gesell, Ließ sich den geiz euch zur nothdurft labt, Da- verführen schnell, Dich schänd mit ihr nicht verzaget, Wenn lich zu verrathen, Daß du ihr am jüngsten tage Vorm uns machtest Gott zum freund, sohn des menschen steht. Un dem wir treulos worden 9. Dank, preisen, lob und seind Durch viele missethaten. ehre Sei Gott in ewigkeit Du wurdest hernach ganz und Für seine süße lehre, Die er gar Umringet von der feinde uns hat bereit Aus seim gött- schaar, Gebunden und gefan lichen munde! Der helf uns gen. Daß wir von's satans alle stunde 3ur ewgen seligkeit. strick befreit Die wahre frei und sicherheit Durch deine Mel. O mensch, bewein dein sünde. kraft erlangen.mal 113. Sefu Chrifte, GotD 4. Die jünger flohen von tes sohn, Du bist dir all, Auch Petrus leugnet vom hohen himmelsthron 3u dich dreimal, Eh als der hahn uns herunter kommen; Daß noch krähet, Daß wir uns hü Gott zu sich hinauf uns nähm, ten desto mehr, und frei be Und unser fleisch in'n himmel kennen deine lehr, Woher der käm, Hast du fleisch angenom- wind auch wehet. Doch als men. Daß uns dort ewig reich- du Petrum drauf allda, Und Leiden und Sterben Christi. 81 er mit thränen dich anfah, Da auch dein blut ist mildigNahmst du ihn auf zu gna- lich Von deinem leib geflossen; den, Daß keine sünde jemand Damit wir alle möchten sein soll, Sie sei so schwer sie im- Von striemen heil, von sünmer woll, Wenn buß nach den rein, Hast du dein blut folget, schaden. vergossen. 5. Du mußteft, Herr, gar 8. Pilatus ging heraus mit mit beschwer Zu vielen rich- dir und stellte dich dem volk tern hin und her Mit deinen so für: Seht, welch ein mensch feinden wandern, Daß wir hier stehet! Sonst hätt der nicht durch des satans macht fürste dieser welt 3um schauDort würden in der höllen spiel uns dort vorgestellt, Da bracht Von einer pein zur an- keine qual vergehet. Der feinde dern. Du wurdest, o du gro: grimm gar nicht abließ, Und Ber Gott, Mit vielem schimpf, ob man dir gleich nichts ermit schmach und spott Ver- wies, Ward doch der stab gespeiet und verhöhnet, Daß brochen, Daß wir an jenem unsre schande sich verlör, Und großen tag Von sünden und wir bei Gott erlangten ehr, des satans klag Ganz würden Nun wir sind ausgeföhnet. losgesprochen. 6. Und dennoch hat man 9. Eh man zum tod dich kaum ein wort Aus deinem führt hinaus, 3og man dir munde, Herr, gehört Bei allen deine kleider aus, Du mußtest solchen plagen, Damit wir alles leiden, Daß du uns mit dorten für gericht Und ferner dem rechten kleid Des heils ewig müßten nicht Verstum- und der gerechtigkeit Dagegen men und verzagen. Zuerst war möchtest kleiden. Du mußtest dir Pilatus hold, Bekannte, auch, o Gottessohn, Von dordaß er keine schuld Vermöcht nen tragen eine fron, Und an dir zu finden, Daß wir dadurch uns erweisen, Wie erkennen allesammt, Man habe du die kron der herrlichkeit dich für uns verdammt Und Durch deinen tod uns hast wegen unsrer sünden. bereit, Dich ewig dort zu 7. Es war so groß der ju- preisen. den haß, Daß auch der mör- 10. Wiewohl du warest der Barrabas Dir gar ward schwach und matt, Mußt'st du vorgesehet, Damit wir, Herr, doch an die schädelstatt Dein in deinem reich Den heilgen kreuz noch selber tragen; Daß engeln Gottes gleich Dort wir frei aus und ledig gehn, könnten sein geschätet. Sie Und nicht für unsre sünd aus: geißelten, Herr Jesu, dich, stehn, Was wir verdient für Lutherisches Gesangbuch. 6 82 Festgesänge. plagen. Du mußt'st nach ih- ber thaten auf, Man sah die rem bösen sinn, Mit zweien heilgen gehen, Daß unsre hoffmördern mitten inn', Ans nung feste bleib, Und dies die kreuz dich lassen henken, Daß todesfurcht vertreib, Daß wir du uns in der heilgen zahl auch auferstehen. Und mit den auserwählten all 14. Wir wollen dir nun Die seligkeit könnt'st schenken. dankbar sein, Daß du für uns 11. Den schächer an der in solche pein Dich willig haft rechten seit Versichert'st du zur gegeben, Wir wollen sein der selben zeit, Er sollt dein heil fünden feind, Nun wir mit erlangen, Daß man im glau- Gott versöhnet seind, Nach ben zu dir trät, Und niemand seinem willen leben. Die lieb denk, es sei zu spät, Die buße erzeigen jedermann, Die du, anzufangen. Den andern schä- Herr, hast an uns gethan Mit cher ließest du, Daß er nicht deinem bittern leiden. O men kam zu deiner ruh, Er starb schenkind, betracht das recht, in seinen sünden, Daß man Wie Gottes zorn die sünde mit furcht zur buße eil, Nicht schlägt, Bemüh dich, sie zu denk, man hab noch gute weil, meiden. Zur gnad sich anzufinden. Herr und großer le12. Mel. O wir arme sünder. bensfürst, Man gab dir effig, 114. Sich an uns arme vermischt als dich fünder, un mit gallen, Daß uns des le sre zuversicht! Wir sind ja bens quell und spring Dort deine kinder, Darum verstoß ewige erquickung bring Mit uns nicht, Ob wir gleich sind lust und wohlgefallen. Du empfangen In schuld und mis gabst zulett, o wahrer Gott, sethat, Viel böses auch beganHier zeitlich deine seel in'n gen, Das dich erzürnet hat. tod, Uns ewig zu erwerben Kyrie eleison, Christe eleison, Das leben in dem freudensaal, Kyrie eleison. Und daß wir in der höllenqual 2. Gedenke Herr in gna Nicht müßten ewig sterben. den, Daß erst des teufels list, 13. Du ließest auch nicht Dann Adams fall und scha ohngefähr Nach deinem tod den Des elends ursprung ist. mit einem speer Eröffnen deine Daß wir drum alle müssen seiten, Du wolltest deine lieb Erdulden hier den tod, Und und treu, Dein gnadenreiches sollen dort noch büßen Durch herz hierbei Eröffnen allen ewge höllennoth. Kyrie eleison, leuten. Es kam zum letzten Christe eleison, Kyrie eleison. noch darauf, Daß sich die grä: 3. Kein rath war da vor Leiden und Sterben Christi. handen Für diese höllenqual, erduldet Die scharfe dornenkron Denn wir vor Gott mit schan- Für uns, die wir verschuldet den Bestanden allzumal, Und Viel marter, schmach und hohn. hatten eigne werke, Wie gut Er hat gar nicht gescheuet Um die immer sein, Ganz keine kreuz die todespein, Daß wir kraft und stärke, Zu retten dadurch befreiet Vom andern uns von pein. Kyrie eleison ic. tode sein. Kyrie eleison 2c. 83 4. Du, Herr, hast uns ge- 9. Durch solche wundergüte rathen Auf unerforschlich art Hat Gott der ganzen welt Durch solche wunderthaten, Sein väterlich gemüthe BeAls nie erhöret ward. Es hat weglich vorgestellt, Wie er fleisch angenommen Der ewge sonst nichts begehre, Als daß Gottessohn, Und ist herunter der sünder sich Durch Jesum kommen 3u uns vom him- Christ bekehre Und lebe seligmelsthron. Kyrie eleison ic. lich. Kyrie eleison 2c. 5. Damit nicht werd ver10. Wenn wir vor Gott loren Der mensch durch seine nun treten Und fallen ihm zu sünd, Ist Gottes sohn gebo- fuß, In Christi namen beten ren Ein schwaches menschen: Mit wahrer reu und buß; So find. Ja er ist gar auf erden, ist die sünd vergeben, Die Gleich einem knecht geacht, Adam auf uns bracht, Von Daß wir hingegen werden unserm bösen leben Wird auch Sein freies volk gemacht. nichts mehr gedacht. Kyrie Kyrie eleison 2c. eleison 2c. 6. Weil wir Gott wider 11. Dies sollen wir wohl strebet Und dessen klarem wort, fassen 3um trost in aller noth Hat er dafür gelebet Gehor- Und uns nicht schrecken lassen sam immerfort, Weil wir all Sünd, teufel, höll und tod; ausgeschritten, Mehr als man Denn Christus ist gestorben zählen kann, Hat er dafür ge- Für aller menschen schuld, Dalitten Und völlig gnug gethan. durch er uns erworben Des Kyrie eleison 2c. vaters lieb und huld. Kyrie 7. Sehr hart ist er geschla- eleison 2c. gen Un seinem heilgen leib, Auf 12. Drum wollen wir dich daß mit seinen plagen Der loben, Gott vater, sohn und satan von uns bleib. Es ist geist, Daß du vom himmel von ihm geflossen Sein rosinfarbnes blut, Welchs er darum vergossen, Daß es uns komm zu gut. Kyrie eleison 2c. oben Uns solche gnad erweist: Gieb, das wir böses meiden, Gern helfen jedermann, Ge= duldig sein im leiden Wie Christus hat gethan. Kyr. el. ic. 6* 8. Sein haupt hat auch 84 Festgesänge. Mel. Werde munter mein gemüthe.| hiebe, Nichts macht mich von er am freuz ist Jesu los, Nicht gewalt, nicht meine liebe, Mei- gold, nicht ruhm, Engel nicht, 115. ne lieb ist Jesus Christ, Weg noch fürstenthum: Der am ihr alten ſeelentiebe, Satan, kreuz ist meine liebe, Weil welt und fleisches list! Eure ich mich im glauben übe. lieb ist nicht von Gott, Eure 6. Der am freuz ist meine lieb ist gar der tod: Der am liebe, Komm tod, komm mein kreuz ist meine liebe, Weil ich bester freund! Wenn ich wie mich im glauben übe. ein staub zerstiebe, Wird mein 2. Der am kreuz ist meine Jesus mir vereint; Da, da liebe; Frevler, was befremdet's schau ich Gottes lamm, Meidich, Daß ich mich im glauben ner seele bräutigam: Der am übe? Jesus gab sich selbst für kreuz ist meine liebe, Weil ich mich. So wurd er mein friede- mich im glauben übe. schild, Aber auch mein lebens3. E. Greding+ 1748. bild: Der am kreuz ist meine liebe, Weil ich mich im glauben übe. Laus tibi Christe. Mel. Uch wir arme sünder. 3. Der am kreuz ist meine 116. Chre sei dir, Chriſte, Sünde, du verlierst den du litteft liebe, sturm. Weh mir, wenn ich noth Un dem stamm des kreuden betrübe, Der statt meiner zes Für uns bittern tod, ward ein wurm! Kreuzigt ich Herrschest mit dem vater In nicht Gottes sohn, Trät ich der ewigkeit; Hilf uns armen nicht sein blut mit hohn? Der sündern Zu der seligkeit. Kyrie am kreuz ist meine liebe, Weil eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. ich mich im glauben übe. 4. Der am kreuz ist meine mel. O Jesu, du mein bräutigam. liebe, Schweig, gewiſſen, nie: 117. Die feele Chrifti mand preist Sein liebestriebe, Wenn mir von geist versete mich in sich, Sein der handschrift ahnt; Schau, leichnam, der für mich ver wie mein halsbürge zahlt, wundt, Der mach mir leib Gottes sohn hat sie durch und seel gesund. malt: Der am freuz ist meine liebe, Weil ich mich im glauben übe. 2. Das wasser, welches auf den stoß Des speers aus sei ner seiten floß, Das sei mein 5. Der am kreuz ist meine bad, und all sein blut Er liebe, Drum, tyranne, foltre, quicke mir herz, sinn und muth. stoß! Hunger, blöße, henkers- 3. Der schweiß von seinem Leiden und Sterben Christi. 85 angesicht Laß mich nicht kom-| 3. Sa, vater, ja von hermen ins gericht; Sein ganzes zensgrund, Leg auf, ich will leiden, kreuz und pein, Das dirs tragen. Mein wollen hängt wolle meine stärke sein. an deinem mund, Mein wir4. Jesu Christ, erhöre ken ist dein sagen. O wunmich! Nimm und verbirg mich derlieb, o liebesmacht! Du ganz in dich; Laß mich in kannst, was nie kein mensch deine wunden ein, Daß ich gedacht, Gott seinen sohn abvorm feind kann sicher sein. zwingen. Oliebe, liebe, du 5. Ruf mir in meiner letz- bist stark, Du streckest den in ten noth, Und set mich neben grab und sarg, Vor dem die dich, mein Gott, Daß ich mit felsen springen. deinen heilgen alln Mög ewig- 4. Du marterst ihn am lich dein lob erschalln. kreuzesstamm Mit nägeln und Joh. Angelus+ 1677. mit spießen, Du schlachtest ihn Mel. Un wasserflüssen babylon. als wie ein lamm, Machst herz 118. in lämmlein geht und adern fließen, Das herze und trägt die mit der seufzer kraft, Die adern schuld Der welt und ihrer kin- mit dem edlen saft Des purder, Es geht und büßet in purrothen blutes. O süßes geduld Die sünden aller sün- lamm, was soll ich dir Erder. Es geht dahin, wird matt weisen dafür, daß du mir Erund krank, Ergiebt sich auf zeigest so viel gutes? die würgebank, Verzeiht sich 5. Mein lebetage will ich aller freuden, Es nimmet an dich Aus meinem sinn nicht schmach, hohn und spott, Ungst, lassen, Dich will ich stets, wunden, striemen, kreuz und gleichwie du mich Mit liebestod, Und spricht: Ich wills armen fassen. Du sollst sein gern leiden! meines herzens licht Und wenn 2. Das lämmlein ist der mein herz in stücke bricht, große freund Und heiland mei- Sollst du mein herze bleiben. ner seelen, Den, den hat Gott Ich will mich dir, mein höchzum sündenfeind Und fühner ster ruhm, Hiermit zu deinem wollen wählen. Geh hin, mein eigenthum Beständiglich verkind, und nimm dich an Der schreiben. kinder, die ich ausgethan Zur 6. Ich will von deiner liebstraf und zornes ruthen; Die lichkeit Bei nacht und tage straf ist schwer, der zorn ist singen, Mich selbst auch dir groß, Du kannst und sollst sie zu aller zeit 3um freudenopfer machen los Durch sterben und bringen. Mein bach des lebens durch bluten. soll sich dir Und deinem namen 86 Festgesänge. für und für In dankbarkeit treten ein In deines reiches ergießen; Und was du mir freuden, So soll dies blut zu gut gethan, Das will ich mein purpur sein, Ich will stets, so tief ich kann, In mich darin kleiden; Es soll mein gedächtniß schließen. sein meines hauptes kron, In 7. Erweitre dich, mein her welcher ich will vor den thron zensschrein, Du sollst ein schatz- Des höchsten vaters gehen, Und haus werden Der schätze, die dir, dem er mich anvertraut, viel größer sein Als himmel, Als eine wohlgeschmückte braut meer und erden. Weg mit dem Un deiner seite stehen. gold Arabia, Weg kalmus, myrrhen, kassia, Ich hab ein besfres funden; Mein großer Paulus Gerhardt+ 1676. Mel. Uch Gott und Herr. ſchatz, Herr Jefu Chrift, 3119. Fünf büntein find Daraus mir rinnt dieses, geflossen Aus deines leibes wunden. Fried, freud, heil, trost und 8. Das soll und will ich leben; In angst und noth mir zu nuk 3u allen zeiten Bis in den tod Solche mir machen, Im streite soll es sein labsal geben. mein schuk, In traurigkeit 2. Der quell du bist, Herr mein lachen, In fröhlichkeit Jesu Chrift! Die brünnlein mein saitenspiel, Und wenn deine wunden; Daraus ich mir nichts mehr schmecken will, mich Lab inniglich In heißen Soll mich dies manna speisen; freuzesstunden. Im durst solls sein mein was- 3. Laß mir stets sein Das serquell, In einsamkeit mein leiden dein Ein regel, riegel, sprachgesell zu haus und auch spiegel, Daß ich nach dir auf reiſen. Mein fleisch regier Und laß 9. Was schadet mir des ihm nicht den zügel. todes gift? Dein blut das ist 4. Gottes lamm, lie mein leben; Wenn mich der besflamm, O meiner seelen sonne hiße trifft, So kann freude; Nimm hin die sünd, mirs schatten geben. Sett mir Das herz entzünd, Daß mich des wehmuths schmerzen zu, von dir nichts scheide. So find ich bei dir meine ruh 5. So werde ich Recht se Als auf dem bett ein kranker; liglich Den lebenslauf voll: Und wenn des kreuzes unge bringen, Und fröhlich hier, stüm Mein schifflein treibet Gott mit dir Das» es ist um und um, So bist du denn vollbracht«*) fingen. mein anker. *) consummatum. 10. Wenn endlich ich soll Leiden und Sterben Christi. 87 Eigne Melodie. Für mich und meine schuld. 120. welt, fieh hier Mir läsfest du dich krönen Mit dein leben Um dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit geduld. stamm des kreuzes schweben, Dein heil sinkt in den tod! 8. Du springst ins todes Der große fürst der ehren Läßt rachen, Mich frei und los zu willig sich beschweren Mit schlä- machen Von solchem ungeheur. gen, hohn und großem spott. Mein sterben nimmst du abe, 2. Tritt her und schau mit Vergräbst es in dem grabe; fleiße, Sein leib ist ganz mit O unerhörtes liebesfeur! schweiße Des blutes überfüllt. 9. Ich bin, mein heil, verAus seinem edlen herzen Vor bunden All augenblick und unerschöpften schmerzen Ein stunden Dir überhoch und seufzer nach dem andern quillt. sehr. Was leib und seel ver3. Wer hat dich so geschla- mögen, Das soll ich billig le gen, Mein heil, und dich mit gen Allzeit an deinen dienst plagen So übel zugericht? Du und ehr. bist ja nicht ein sünder Wie 10. Nun ich kann nicht viel wir und unsre kinder, Von geben In diesem armen leben, übelthaten weißt du nicht. Eins aber will ich thun: Es 4. Ich, ich und meine sün- soll dein tod und leiden, Bis den, Die sich wie körnlein fin- leib und seele scheiden Mir den Des sandes an dem meer, stets in meinem herzen ruhn. Die haben dir erreget Das 11. Ich wills vor augen elend, das dich schläget, Und sehen, Mich stets daran erdas betrübte marterheer. Ich sei auch, wo ich 5. Ich bins, ich sollte bü- sei. Es soll mir sein ein spießen Un händen und an füßen gel Der unschuld und ein Gebunden in der höll. Die fiegel Der lieb und unvergeißeln und die banden, Und fälschten treu.. gößen, was du ausgestanden, Das 12. Wie heftig unsre sünhat verdienet meine seel. den Den frommen Gott ent= 6. Du nimmst auf deinen zünden, Wie rach und eifer rücken Die lasten, die mich gehn, Wie grausam seine rudrücken Viel sehrer als ein then, Wie zornig seine fluthen, stein. Du wirst ein fluch, da Will ich aus deinem leiden gegen Verehrst du mir den sehn. segen, Dein schmerzen muß mein labsal sein. 13. Ich will daraus studiren, Wie ich mein herz soll Mit stillem, sanftem Und wie ich die soll 7. Du sebest dich zum bür- zieren gen, Ja läsfest dich gar würgen muth, 88 Festgesänge.se lieben, Die mich doch sehr nun schaden Der sünden große betrüben Mit werken, die die zahl? Ich bin bei Gott in bosheit thut. gnaden; Die schuld ist allzu 14. Wenn böse zungen ste- mal Bezahlt durch Christi chen, Mir glimpf und namen theures blut, Daß ich nicht brechen, So will ich zähmen mehr darf fürchten Der hölle mich; Das unrecht will ich qual und glut. dulden, Dem nächsten seine 4. Drum sag ich dir von schulden, Verzeihen gern und herzen Jetzt und mein lebenwilliglich. lang Für deine pein und 15. Ich will mich mit dir schmerzen, O Jesu, lob und schlagen Uns kreuz und dem dank, Für deine noth und absagen, Was meinem fleisch angstgeschrei, Für dein ungelüft. Was deine augen has schuldig sterben, Für deine sen, Das will ich fliehn und lieb und treu. lassen So viel mir immer möglich ist. 5. Herr, laß dein bitter leiden Mich reizen für und 16. Dein seufzen und dein für, Mit allem ernst zu mei stöhnen und die viel tausend den Die sündliche begier, Daß thränen, Die dir geflossen zu, mir nie komme aus dem sinn, Die sollen mich am ende In Wie viel es dich gekostet Daß deinen schooß und hände Be ich erlöset bin. gleiten zu der ewgen ruh. P. Gerhardt+ 1676. Eigne Melodie. 6. Mein kreuz und meine plagen, Solls auch sein schand und spott, Hilf mir geduldig sünd Gieb o mein Herr 121. Wenn meitenten, und Gott, Daß ich verleugne Omein Herr Jesu Christ, diese welt Und folge dem So laß mich wohl bedenken, erempel Das du mir vorge: Wie du gestorben bist, Und stellt. alle meine schuldenlast Um 7. Laß mich an andern üben, stamm des heilgen kreuzes Was du an mir gethan, Und Auf dich genommen hast. meinen nächsten lieben, Gern 2. O wunder ohne maßen, dienen jedermann Ohn eigenWer es betrachtet recht! Es nuk und heuchlerschein, Und, hat sich martern lassen Der wie du mir erwiesen, Aus Herr für seinen knecht, Es reiner lieb allein. hat sich selbst der wahre Gott 8. Laß endlich deine wunFür mich verlornen menschen den Mich trösten kräftiglich Gegeben in den tod. In meinen letzten stunden, 3. Was kann mir denn Und deß versichern mich; Weil 89 Die dich gemarterstraße! Ich lebte mit der welt in luft und freuden, Und du mußt leiden. Leiden und Sterben Christi. ich auf dein verdienst nur trau, ohn alle maße, Du werdest mich annehmen, bracht auf diese Daß ich dich ewig schau. I. Gesenius 1673. Eigne Melodie. 122. Herzliebster Jefu, 8. Ach großer könig, groß was hast du zu allen zeiten, Wie kann ich verbrochen, Daß man ein gnugsam solche treu ausbreisolch scharf urtheil hat gespro- ten? Kein menschlich herze chen! Was ist die schuld? in mag ihm dies ausdenken, Was was für missethaten Bist du dir zu schenken. gerathen? 9. Ich kanns mit meinen 2. Du wirst verspeit, ge- finnen nicht erreichen, Mit schlagen und verhöhnet, Ge- was doch dein erbarmung zu geißelt und mit dornen scharf vergleichen, Wie kann ich dir gekrönet, Mit essig, als man denn deine liebesthaten Im dich ans freuz gehenket, Wirst werk erstatten? du getränket. 10. Doch ist noch etwas, 3. Was ist die ursach aller das dir angenehme, Wenn solcher plagen? Ach meine sün- ich des fleisches lüste dämpf den haben dich geschlagen, und zähme, Daß sie aufs neu Ich, ach Herr Jesu, habe dies mein herze nicht entzünden, verschuldet, Was du erduldet. Mit alten sünden. 4. Wie wunderbarlich ist 11. Weil aber dies nicht doch diese strafe! Der gute steht in eignen kräften Dem hirte leidet für die schafe, Die kreuze die begierden anzuhefschuld bezahlet der Herr, der ten, So gieb mir deinen geist, gerechte, Für seine knechte. der mich regiere, 3um guten 5. Der fromme stirbt, so führe. recht und richtig wandelt, Der 12. Alsdann so werd ich böse lebt, der wider Gott miß- deine huld betrachten, Aus handelt, Der mensch verwirkt lieb an dich die welt für nichden tod, und ist entgangen, tes achten, Ich werde mich Gott wird gefangen. bemühen, deinen willen, Stets 6. Ich war von fuß auf zu erfüllen. voller schand und sünden, Bis 13. Ich werde dir zu ehren zu der scheitel war nichts alles wagen, Kein kreuz nicht guts zu finden; Dafür hätt achten, keine schmach und plaich dort in der hölle müssen gen, Nichts von verfolgung, Ewiglich büßen. nichts von todesschmerzen Neh7. O große lieb, o lieb men zu Herzen. 90 Festgesänge. and 14. Dies alles, obs für kränket, Geben deine wunden schlecht zwar ist zu schätzen, kraft. Wenn mein herz hinein Wirst du es doch nicht gar sich senket, Krieg ich neuen bei seite sehen, In gnaden lebenssaft. Deines trostes sü: wirst du dies von mir anneh- ßigkeit Wendt in mir das men, Mich nicht beschämen. bittre leid, Der du mir das 15. Wenn dort, Herr Jesu, heil erworben, Da du bist für wird vor deinem throne Auf mich gestorben. meinem haupte stehn die eh: renkrone, Da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und dank singen. J. Heermann+ 1647. Eigne Melodie. 5. Auf dich sets ich mein vertrauen, Du bist meine zu: versicht, Dein tod hat den tod zerhauen, Daß er mich kann tödten nicht; Daß ich an dir habe theil Bringet mir trost, und heil, Deine 123. Jwunden, Deine wird mir geben Auferstehung, qual und bittrer tod Geben licht und leben. mir zu allen stunden Trost in 6. Hab ich dich in meinem leibs und seelennoth. Fällt herzen, Du brunn aller gütigmir etwas arges ein, Denk ich keit, So empfind ich keine bald an deine pein, Die er- schmerzen Auch im letzten leidet meinem herzen, Mit der kampf und streit. Ich verberge sünde nicht zu scherzen. mich in dich, Welch feind kann 2. Will sich denn in wol- verletzen mich? Wer sich legt luft weiden Mein verderbtes in deine wunden, Der hat fleisch und blut, So gedenk glücklich überwunden. ich an dein leiden, Bald wird J. Heermann+ 1647. alles wieder gut. Kommt der Mel. Uch was soll ich sünder machen. ſatan und ſeht mir Heftig zu 124. Je ich ihm für Deine esu, dein betrüb: tes leiden, Deine und gnadenzeichen, Bald muß schwere kreuzespein Soll mein er von dannen weichen. ganzes denken sein, Allen 3. Will die welt mein herze welttand zu beschneiden; Jesu, führen Auf die breite wollust deine bittre noth Kränket mich bahn, Da nichts ist denn ju- bis auf den tod. biliren, Alsdann schau ich em- 2. Dein geronnen blutigs sig an Deiner marter centner- schwitzen, Deiner seelen höllenlast, Die du ausgestanden haft; qual, Deine striemen allzumal, So kann ich in andacht blei: Deiner krone dornenspißen; ben, Alle böse lust abtreiben. Solche deine bittre noth Krän 4. Ja für alles, das mich ket mich bis auf den tod. Leiden und Sterben Christi. 91 3. Ach was soll ich armer Menschen schafft die fünde ab, sagen? Alle wunden, die du Wir sind christen worden, Solhegst, Alle striemen, die du len kommen aus dem grab In trägst, Hab ich dir selbst hel- der engel orden. fen schlagen; Jesu deine bittre 2. Jesus in den garten ging noth Kränket mich bis auf Traurig an geberden, Mit geden tod. bet das werk anfing, Knieet 4. Dein gesicht ist blau ge- auf die erden; Seine seel bis stoßen, Deiner augen freund in den tod Heftig war betrülichkeit Ist mit unwust voll- bet, Schau, in was für große gespeit Von des teufels hülfs- noth Er für dich sich giebet. genossen; Jesu, deine bittre 3. Wachet, betet, Jesus noth Kränket mich bis auf spricht, Daß ihr nicht verzaden tod. get; Der geist ist zwar hoch 5. Daß du bist uns nach verpflicht, Das fleisch sich nicht gegangen und verlassen deinen waget. Mit gebet fang alles thron, Ist dies nun dein dank an, Wenn es soll gelingen, und lohn, Daß du mußt am Sei nicht ein vermessen mann, kreuze hangen? Jesu, deine In so schweren dingen. bittre noth Kränket mich bis auf den tod. 4. Jesu, dem der engel chor Unverwandt aufwarten, Den 6. Sollte mich denn dies zu stärken kam hervor Ein nicht kränken? Sollt ich nicht engel im garten. Wenn kommt bei dieser zeit Fliehn der erde meine letzte zeit, Dein engel eitelkeit, Und an deinen tod mich stärke, Damit ich im gedenken? Jesu, deine bittre letzten streit Todesangst nicht noth Kränket mich bis auf merke. den tod. 5. Jesu, dein blutrother 7. Laß, Herr Jesu, laß schweiß, Dein betrübtes zadein leiden, Deine marter, gen Macht die schwarze sünde angst und pein Meine letzte weiß, Kann wehmuth verjazuflucht sein, Wenn ich soll gen. Menschen, zaget nicht so von hinnen scheiden. Hilf daß sehr, Christus hat erduldet, ich durch deinen tod Sanft Was ich, du und andre mehr beschließe meine noth. Tausendmal verschuldet. 2. Clausnißer+ 1684. Eigne Melodie. 6. Mit ein'm kuß Judas der feind Ward ein gottsvergefu leiden, pein und räther, Der doch nennet ei: tod, Jesu tiefe wun- nen freund Diesen übelthäter. den Haben menschen, die nur Wenn dich auch die falsche koth, Heilsamlich verbunden. welt Also will betrügen, Böses 125. J 340 Festgesänge. 92 mit gutem vergelt, Alsdann wirst du siegen. 12. Jesu blut den juden ist Tod und lauter hölle. Prüfe 7. Alle jünger laufen weg, sich ein jeder christ, Daß er Lassen Jesum stecken, Petrus sich recht stelle; Wenn er will ſelbst, der vor so keck, Weiset das theure blut Würdiglich ihm den rücken. Gott hält aus genießen, Sollen aus betrüb: geduldiglich, Der auch hat ge- tem muth Zuvor thränen litten, Der mir hilft und läßt fließen. noch nicht Ub für mich zu bitten. 13. Jesus sein kreuz felber 8. Jesu, ohne missethat Im trägt, Dran man ihn will garten vorhanden, Da man heften, Simon, dems auch dich gebunden hat Fest mit aufgelegt, Trägt mit allen harten banden; Wenn uns kräften, Doch gezwungen solchs will der böse feind Mit der er faßt; Gieb, Herr, kraft und sünde binden, So laß uns, o gaben, So will ich ein theil menschenfreund, Dadurch lö- der last Ungezwungen tragen. fung finden. 14. Jesus angenagelt ist 9. Falsche zeugniß, hohn An das kreuz sehr feste, Bei und spott, Speichel auch der des durch gewalt und lift Sei knechte Leidet der viel fromme ner freund und gäste; MenGott, Der allein gerechte; Und schen, die ihr lose seid, Könnt du sündige gestalt Willst zu euch ihm verbinden, Wenn ihr tod dich härmen, Wenn ver- vom unrecht bei zeit Wollt folgung mit gewalt Auch auf zum recht euch finden. dich losstürmen. 15. Jesu, deine beiden händ 10. Petrus, der nicht denkt Und auch deine füße Alle viere zurück, Seinen Gott verneinet, für vier end Aller welt jetzt Der doch auf ein ernsten blick büßen; Hier ist gar kein un Bitterlichen weinet. Jesu, blicke terscheid Unter jud und türken, mich auch an, Wenn ich nicht Gnade allen ist bereit, Wo will büßen, Wenn ich böses dein geist darf wirken. hab gethan, Rühre mein gewissen. 16. Jeſu, unter deinem freuz Stehe ich und weine, 11. Judas henket; und Weil ich seh, daß allerseits darauf Den landpfleger rei- Vom haupt auf die beine Fleußt zend Schreit des volkes gan- dein blut, der edle saft, Als zer hauf: Weg, nur weg, ans der leib zerbirstet; Das giebt kreuze! Nicht nur Judas, son mir vollkommne kraft, Wo: dern ich Und die missethaten nach mich sehr dürftet. 17. Jesus hier von Nazareth, Ein fönig der jüden, Auf Haben unbarmherziglich Meinen Gott verrathen. Leiden und Sterben Christi. 93 des volkes sein gebet Schmerz- da, Gott an deinen Herren, lich ist verschieden; Wenn der Er will dennoch dir sein nah böse jude kann Keinen heiland Ob er gleich scheint ferren. leiden, So will ich sein unter- 23. Jesu gab man bittre than Sein mit allen freuden. gall, Unserm lebensfürsten, Der 18. Die kriegsknechte theil: da ist mein einig all, Muß ten sich In des Herren klei vor armuth dürsten; Jesu, der, Spielen drum gar lieder- wenn ich leide noth, Will mit lich. Also geht es leider! Wer dir ich leiden, Daß ich mag zu Christo sich bekennt, Den bei dir, o Gott, Bleiben unwill der feind fressen, Darum gescheiden. raubet er und brennt Ueberall vermessen. 24. Jesus alles hat vollbracht, Was nur von prophe19. Jesus hanget an dem ten Lange vorher ist gesagt, holz Und bitt't für die thäter, Nichts mehr ist von nöthen; Die ihn hassen steif und stolz Weine nicht, nur Christi werk Mehr als sein verräther; Deine Haben alls erworben, Wenn sünden tödten ihn, O mensch, der trost mich nicht gestärkt, das bereue; Sein fürbitt ist dein Wär ich längst verdorben. gewinn, Dich hinwieder freue. 25. Vater, Jesus allermeist 20. Er nahm alles wohl Rief an seinem ende, Ich bein acht In der letzten stunden, fehle meinen geist Dir in deine Seine mutter noch bedacht, hände! Meine seele meinem Seht ihr ein vormunden; Gott Will ich stets befehlen, mensch, mache richtigkeit, Gott O da wird sie keine noth und menschen liebe Stirb dar- Nimmermehr mehr quälen. auf ohn alles leid Und dich nicht betrübe. 26. Als geschehen war die bitt, Jesus sein haupt neiget, 21. Jesus dem das para- Hangend am kreuz so verschied, dies Offenherzig schenket, Mit Seine kniee beuget; Hören will eim schwur ihm das verhieß, er deine wort, Küssen sein erDer nur sprach: Gedenke! lösten, Seinen vater loben Denk, o mensch, und bitte dort, Die sich seiner trösten. Gott, Daß er dein gedenke, 27. Finsterniß die ganze In so vielfältiger noth Lin- welt Decket, das erdbeben Auch derung dir schenke. die harten felsen spalt, Todte 22. Mein Gott, mein Gott, sich erheben; Kann mein tod Jesus rief, Wie bin ich ver- ter Jesus nun Solches thun lassen! Fühle in der angst jekunder, Wie viel mehr wird so tief Leiden ohne maßen; er denn thun, Herrschend, groRuf auch du, wenn noth ist ße wunder. Festgesänge. mann, Gottes sohn gewesen, 126. Dutiebe Gabſt dich 28. Jesus ist ein frommer Mel. O welt, ich muß dich lassen. brunnquell aller Wie wir denn von dem hauptmann Und viel andern lesen, aus liebestriebe Für uns in Die sich schlugen an die brust, tiefe noth; Du wolltest blut Ließen ab von sünden; Wer und leben Für uns zum opfer zur besserung hat lust, Mag geben, Uns zu erretten von bei zeit sich finden. dem tod. 29. Jesu, du liegst in der 2. Du liebtest die gemeine, erd, Als ein wurm begraben; Und machtest sie ganz reine Laß mich, wenn ich sterben Von sünden durch dein blut. werd, Ruh im grabe haben, Du heiligtest die seelen, Die So werd ich, Herr Jesu Christ, dich zum schatz erwählen, Durch Durch kraft deiner wunden, diese theure lebensfluth. Dermaleinst, wenn zeit es ist, Sicher wieder funden. 94 3. Ach, laß dein heilig lei: den Auch unsre seelen kleiden 30. Jesu, selig werd ich Mit schmuck der heiligkeit. Laß sein, Ich bins schon durch deinen geist und gaben Auch hoffen, Weil ich von der sün- unsre herzen laben In wahrer denpein, So mich je betroffen, glaubensfreudigkeit. Durch dein blut erlöset bin; 4. Die alte lust der sünden Theure, theure schäße, Daran Hilf uns nun überwinden Als ich mit herz und sinn Ewig dein erlöste schaar. Da deine mich ergöße. gnad erschienen, So stell uns, 31. Jesu, deine passion Ist dir zu dienen, Voll neuer kraft mir lauter freude, Deine wun- und lebens dar. den, kron und hohn Meines Eigne Melodie. herzens weide; Meine seel auf rosen geht, Wenn ich dran ge: 127. Jleben, Sefu, mei esu, meines lebens denke, In dem himmel eine stätt Mir deßwegen schenke. nes todes tod, Der du dich 32. Jesu, der du warest für mich gegeben In die tiefste todt, Lebest nun ohn ende; seelennoth, In das äußerste In der letzten todesnoth Nir- verderben, Nur daß ich nicht gends mich hinwende, Als zu möchte sterben: Tausend, taudir, der mich verfühnt, D mein send mal sei dir, Liebster Jesu, trauter Herre, Gieb mir nur, dank dafür. was du verdient, Mehr ich 2. Du, ach du hast aus nicht begehre. gestanden Lästerreden, spott und hohn, Speichel, schläge, strick und banden, Du gerechter Paul Stockmann+ 1636. 95 Leiden und Sterben Christi. Gottessohn, Nur mich armen die schmerzen, Für den herben, zu erretten Von des teufels bittern tod, Für dein zittern, sündenketten: Tausend zc. für dein zagen, Für dein tau3. Du hast lassen wunden sendfaches plagen, Für dein schlagen, Dich erbärmlich rich ach und tiefe pein Will ich ten zu, Um zu heilen meine ewig dankbar sein. plagen, Um zu setzen mich in E. C. Homburg+ 1681. ruh; Ach, du hast zu meinem Mel. O traurigkeit, o herzeleid. regen Lassen dich mit fluch be- 128. heuchelei! Ist das D falsche treu, Uch legen: Tausend ic. 4. Man hat dich sehr hart nicht sünd und schande? Jeverhöhnet, Dich mit großem sum will man dulden nicht schimpf belegt, Gar mit dor- In dem lebenslande. nen angekrönet, Was hat dich 2. Sünd, höll und tod, dazu bewegt? Daß du möch- Ja seelennoth Mit dem erlötest mich ergößen, Mir die eh- ser kämpfen, Wollen ihrer renkron aufsetzen: Tausend ic. meinung nach Seine gottheit 5. Du hast wollen sein ge- dämpfen. schlagen Zur befreiung meiner 3. Die freche schaar Ganz pein, Fälschlich lassen dich an- offenbar Den zarten leib entflagen, Daß ich könnte sicher kleiden, Speien ihm ins an sein; Daß ich möchte trostreich gesicht, Doppeln pein und prangen, Hast du sonder trost leiden. gehangen: Tausend 2c. 4. Zu spott und hohn Sie 6. Du hast dich in noth eine kron Aus scharfen dornen gestecket, Hast gelitten mit ge- flechten, Sehen selbig auf das duld, Gar den herben tod ge- haupt, Jesu, dem gerechten. schmecket, Um zu büßen meine 5. Ja was noch mehr Sie schuld; Daß ich würde losge: geißeln sehr, Durchbohren und zählet, Hast du wollen sein durchpfriemen Meinen Jesum, gequälet: Tausend zc. daß sein leib Voller wund und 7. Deine demuth hat ge- striemen. büßet Meinen stolz und über- 6. Es wird auch nicht Ihr muth, Dein tod meinen tod zorn und gicht, Ihr haß und versüßet, Es kommt alles mir neid geschlichtet, Bis sie durch zu gut; Dein verspotten, dein des kreuzes pein Jesum hinverspeien Muß zu ehren mir gerichtet. gedeihen: Tausend zc. 7. Laß, Jesu, mich Zeit8. Nun ich danke dir von lebens dich Mit meinem herherzen, Jesu für gesammte zen decken, Ulle tröpflein deines noth; Für die wunden, für bluts Dürstiglich auflecken. 96 Festgesänge. nation erbarmen 8. Mein sündenleid, Mein] 4. Liebe, die mit ihren ar üppigkeit hat dich so hart ge- men Mich zuleht umfangen plaget; Jesu, meine missethat wollt, Liebe, die aus liebs: Deinen leib durchnaget. Mich zuletzt in höch9. Hilf, Gottes lamm, Mein ster huld Ihrem vater über bräutigam, Durch deine gna- lassen, Die selbst starb und dengüte, Daß ich forthin bessre für mich bat, Daß mich nicht mich Und vor sünden hüte, der zorn sollt fassen, Weil 10. Und dann allein Auf mich ihr verdienst vertrat. deine pein, Auf dein so schwe5. Liebe, die mit so viel res leiden Mög gesegnen diese wunden Gegen mich, als seine welt Und von hinnen scheiden. braut, Unauflöslich sich ver bunden Und auf ewig anver: traut; Liebe, laß auch meine E. C. Homburg+ 1681. ed Eigne Melodie. 129. du liebe meiner schmerzen, Meines lebens jamliebe, Du er merpein In dem blutverwund wünschte seligkeit, Die du dich ten herzen Sanft in dir ge aus höchstem triebe In das stillet sein. jammervolle leid Deines lei- 6. Liebe, die für mich ge dens, mir zu gute, Als ein storben Und ein immerwährend schlachtschaf eingestellt Und be- gut Un dem kreuzeshol zer: zahlt mit deinem blute Alle worben, Ach, wie denk ich an missethat der welt. dein blut! Uch, wie dank ich 2. Liebe, die mit schweiß deinen wunden, Du verwundte und thränen An dem ölberg liebe du, Wenn ich in den sich betrübt, Liebe, die mit letzten stunden Sanft an dei blut und sehnen Unaufhörlich ner seiten ruh! hat geliebt, Liebe, die mit al- 7. Liebe, die sich todt ge lem willen Gottes zorn und kränket Und für mein erkaltes eifer trägt, Den, so niemand herz In ein kaltes grab ge konnte stillen, at dein ster- senket, Uch wie dank ich dei ben hingelegt. nem schmerz! Habe dank, daß 3. Liebe, die mit starkem du gestorben, Daß ich ewig herzen Alle schmach und hohn leben kann und der seelen heil gehört, Liebe, die mit angst erworben! Nimm mich ewig und schmerzen Nicht der streng- liebend an. ste tod versehrt, Liebe, die sich Joh. Angelus+ 1677. liebend zeiget, Als sich kraft Met. Herzlich thut mich verlangen. blut und wunden, Voll und athem endt, Liebe, die 130. haupt voll vo sich liebend neiget, sich leib und seele trennt. schmerz und voller hohn, O Leiden und Sterben Christi. 97 haupt, zum spott gebunden gehen, Wenn dir dein herze Mit einer dornenkron, Obricht; Wenn dein haupt wird haupt, sonst schön gezieret erblassen Im letzten todesstoß, Mit höchster ehr und zier, Alsdann will ich dich fassen Jetzt aber höchst schimpfiret, In meinen arm und schooß. Gegrüßet seist du mir! 7. Es dient zu meinen freu2. Du edles angesichte, Da den Und kommt mir herzlich vor sonst schrickt und scheut wohl, Wenn ich in deinem Das große weltgewichte, Wie leiden, Mein heil, mich finden bist du so bespeit, Wie bist soll. Ach, möcht ich, o mein du so erbleichet, Wer hat leben, An deinem kreuze hier dein augenlicht, Dem sonst Mein leben von mir geben, kein licht nicht gleichet, So Wie wohl geschähe mir! schändlich zugericht? 8. Ich danke dir von her= 3. Die farbe deiner wan zen, O Jesu, liebster freund, gen, Der rothen lippen pracht Für deines todes schmerzen, Ist hin und ganz vergangen; Da du's so gut gemeint. Ach Des blassen todes nacht Hat gieb, daß ich mich halte Zu alles hingenommen, Hat alles dir und deiner treu, Und wenn hingerafft, Und daher bist du ich nun erkalte, In dir mein kommen Von deines leibes ende sei. kraft. 9. Wenn ich einmal soll 4. Nun, was du, Herr, scheiden, So scheide nicht von erduldet, Ist alles meine last; mir, Wenn ich den tod soll Ich hab es selbst verschuldet, leiden, So tritt du dann herWas du getragen hast. Schau für. Wenn mir am allerbängher, hier steh ich armer, Der sten Wird um das herze sein, zorn verdienet hat, Gieb mir, So reiß mich aus den ängo mein erbarmer, Den anblick sten Kraft deiner angst und deiner gnad! pein. 5. Erkenne mich, mein hü- 10. Erscheine mir zum schilter, Mein hirte, nimm mich de, Zum trost in meinem tod, an! Bon dir, quell aller gü- Und laß mich sehn dein bilde ter, Ist mir viel guts gethan; In deiner freuzesnoth. Da Dein mund hat mich gelabet will ich nach dir blicken, Da Mit milch und süßer kost, will ich glaubensvoll Dich Dein geist hat mich begabet fest an mein herz drücken; Mit mancher himmelslust. Wer Wer so stirbt, der stirbt 6. Ich will hier bei dir wohl. stehen, Verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht Lutherisches Gesangbuch. Paulus Gerhardt+ 1676. 7 98 Festgesänge. 1059 Eigne Melodie. od tod verhieß; Reiß die aller: 131. Lamm, du muster dünnsten schlingen, Das sub wahrer liebe, Ich tilste band entzwei, Daß ich verehre deine huld Und die ohne knechtisch zwingen Dein ungemeinen triebe, Welche dich befreiter diener sei. sds test für meine schuld Zu der schlacht- 6. Lamm, das seine zarten bank hingeführet; Gieb, daß wangen Jedem schlag entgegen ich in wahrer treu, Weil sich hielt, Das den biß erzürnter herz und adern rühret, Dei schlangen Durch den ganzen ner güte dankbar ſei. leib gefühlt, Das den blut 2. Lamm, das meine schul- beschwemmten rücken Un die den büßet, Das den fluch der säule hingestellt; Laß mich sünde trägt, Das sich zu der diese flut erquicken, Wenn ich last entschließet, Die mein fall scheide aus der welt. bild 7. Lamm, das statt der dir auferlegt; Laß auch meinen rücken tragen Die von perlenbinde Eine dornenfrone dir versüßte last, Die in dei trägt, Das den fluch, den un nen martertagen Du zuerst fre sünde In dem paradies' versuchet hast. id du erregt, Un dem heilgen haupt 3. Lamm, das seinen to- empfunden Und nun uns zu desschmerzen Ganz getrost ent- helfen weiß; Kröne, wenn ich gegen kam, Und mit unver- überwunden, Dort mein haupt zagtem herzen Alle marter auf mit ehr und preis. sich nahm; Gieb, daß ich auch 8. Lamm, das selbst das meinem leiden Frisch und frei holz getragen, Das zum opfer entgegen geh, Und das herz nöthig war Und nach über: in lauter freuden Unter seiner häuften plagen Auf den trau presse steh. rigen altar Willig sich erhöhen 4. Lamm, das alle läste lassen; Gieb, daß in der leb rungen Still und sittsam an- ten noth Ich dich mag im gehört, Daß den hohn der glauben fassen, Meines todes frechen zungen Durch kein gift und tod..i nist! widrig wort gestört; Laß mich 9. Lamm, erzeige mir die auch in solchen fällen Meines güte, Deinem sterben gleich zornes meister sein, Will das zu sein, Führe mein verführt herz sich übel stellen, Flöß ihm gemüthe Doch in deine wun deine sanftmuth ein. den ein, Da ich vor den grimm5. Lamm, das sich mit har sten bligen, Vor dem sturm der ten ketten Ganz geduldig bin- bösen welt Kann im stillen frie den ließ, Mich von satans joch den sitzen, Wenn dies ganze ſelbst zu retten, Das mir nichts als zerfällt. 3. 3. Rambach+ 1735. Leiden und Sterben Christi. Mel. Jesus meine zuversicht. 132. Seele geh auf Gol- stehn, gatha, Set dich thüre; unter Jesu kreuze, Und bedenke, gehn, Wenn ich kreuz und was dich da Für ein trieb zur noth verspüre, Wie ein hirsch buße reize. Willst du unem- nach wasser dürst, Bis du mich pfindlich sein, O, so bist du erquicken wirst. mehr als stein. 99 7. Laß dein herz mir offen Deffne deiner wunden Dahinein will ich stets 8. Kreuzige mein fleisch und 2. Schaue doch das jam- blut, Lehre mich die welt vermerbild Zwischen erd und him- schmähen, Laß mich dich, du mel hangen, Wie das blut höchstes gut, Immer vor den mit strömen quillt, Daß ihm augen sehen, Führ in allem alle kraft vergangen. Ach der kreuze mich Wunderlich, nur übergroßen noth! Es ist gar seliglich. mein Jesus todt. 9. Endlich laß mich meine 3. lamm Gottes ohne noth Auch geduldig überwinschuld, Alles das hatt ich verden, Nirgends sonst wird mich schuldet, Und du hast aus gro- der tod Äls in deinen wunden ßer huld Pein und tod für finden. Wer sich hier sein bette mich erduldet; Daß ich nicht macht Spricht zuletzt: Es ist verloren bin, Giebst du dich vollbracht. ans kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, Benjamin Schmolk+ 1737. Mel. Jesu, deine tiefe wunden. Ich verehre deine liebe. Schaue 133. Sei mir tauſend von ich mich um dich betrübe, Dein Der mich je und je geliebt, im blute wallend herz Sehet Jesu, der du selbst gebüßet mich in tausend schmerz. Das, womit ich dich betrübt. 5. Ich kann nimmer, nim- 2ch, wie ist mir doch so wohl, mermehr Diese plagen dir ver- Wenn ich knien und liegen gelten, Du verbindest mich zu soll Un dem kreuze, da du sehr; Schenk ich dir gleich tau- stirbest Und um meine seele send welten, Ach das wäre nicht wirbest. omiser 12 genung Nur für einen gallentrunk. 2. Ich umfange, herz und küsse Der gekränkten wunden 6. Nun, ich weiß noch was zahl Und die purpurrothen flüsse für dich, Ich will dir mein herze Deiner füß und nägelmal. O, geben, Dieses soll beständig- wer kann doch, schönster fürst, lich Unter deinem kreuze leben. Den so hoch nach uns gedürst, Wie du mein, so will ich dein, Deinen durst und liebsverlanLebend, leidend, sterbend sein. gen Völlig fassen und umfangen. 7* 100 Jid Festgesänge. 3. Heile mich, o heil der 3. D Jesu Christe, Gottes seelen, Wo ich krank und trau: sohn, Mein trost, mein heil, rig bin, Nimm die schmerzen, mein gnadenthron, Dein theu: die mich quälen, Und den gan- res blut, dein lebenssaft Giebt zen schaden hin, Den mir mir stets neue lebenskraft. Adams fall gebracht und ich 4. Herr Jesu, in der les selbsten mir gemacht. Wird, ten noth, Wenn mich schreckt o arzt, dein blut mich neben, teufel, höll und tod, So laß Wird sich all mein jammer ja dies mein labsal sein, Dein setzen. ndomdblut macht mich von sünden 4. Schreibe deine blutgen rein. wunden Mir, Herr, in das herz hinein, Daß sie mögen Johann Olearius+ 1684. Eigne Melodie. alle stunden Bei mir unver- 135. Da Jeſus an des kreuzes stamm gessen sein. Du bist doch mein schönstes gut, Da mein ganz Der ganzen welt sünd auf zes herze ruht; Laß mich hier sich nahm Sprach er in sei zu deinen füßen Deiner lieb nen schmerzen Noch sieben und gunst genießen. noda wort, Die lasset uns Erwä 5. Diese füße will ich hal- gen wohl im herzen. ten Auf das best ich immer 2. 3um ersten: Vater strafe kann, Schaue meiner hände nicht Un ihnen, was mir jest falten Und mich selbsten freund- geschicht, Weil sie es nicht lich an Von des hohen kreu- verstehen. Vergieb uns Gott, zes baum Und gieb meiner wenn wir auch noch Aus irr bitte raum, Sprich: Laß all thum sünd begehen. dein trauren schwinden, Ich, ich tilg all deine sünden. 3. 3um andern er des schä chers dacht: Fürwahr, du wirst du P. Gerhardt+ 1676. noch vor der nacht In meinem Mel. Herr Jesu Christ, mein. reich heut leben. Herr, nimm err Jesu Christ, uns auch bald zu dir, Die 134. Serr dein theures blut wir im elend schweben. Ist meiner seele höchstes gut, 4. 3um dritten: deinen sohn Das stärkt, das labt, das sieh, weib! Johannes, ihr zu macht allein Mein herz von dienste bleib Und sie als mut allen sünden rein. ter liebe. Versorg, Herr, die 2. Dein blut, mein schmuck, wir lassen hier, Daß niemand mein ehrenkleid Dein unschuld sie betrübe. und gerechtigkeit Macht, daß 5. 3um vierten sagte er: ich kann vor Gott bestehn Und Mich dürft! O Jesu, großer zu der himmelsfreud eingehn. lebensfürst, Du hast durst und Leiden und Sterben Christi. 101 verlangen Nach unsrer felig- mich geheilt, Da er sein letzkeit, drum hilf, Daß wir sie auch empfangen. tes wort gesprochen, Da meinem haupt das Herz gebrochen, 6. 3um fünften: O mein So wein ich, weil ich weinen Gott, mein Gott, Wie läst kann, Und stimme solche seufdu mich so in der noth! Hier zer an: wirst du, Herr, verlassen, Daß 2. Herr Chrift, der du mit uns Gott wieder dort auf: heißen thränen Im tod noch nehm; Den trost laß uns batst für deine feind, Laß deiwohl fassen.is3 ne thränen mich versöhnen, Du 7. 3um sechsten: Es ist hast ja auch für mich geweint. vollenbracht Und alles nun- Laß mich die rach dir übermehr gut gemacht. Gieb, daß lassen, Gieb, daß ich liebe, wir auch durchdringen, Und die dich hassen, Vergieb den was du, Herr, uns auferlegt, feinden ihre schuld, Gieb ihHilf feliglich vollbringen. nen reu, mir die geduld. 8. 3um letzten: Ich nun 3. Schaff, daß ich nicht meine seel, Gott, mein die buß verschiebe Bis auf den vater, dir befehl 3u deinen lebten todesschweiß. Gedenk treuen händen. Dies wort sei an mich mit deiner liebe, unser letzter wunsch, Wenn Nimm mich vom kreuz ins wir das leben enden. paradeis, Da mir der baum 9. Wer oft an diese wort des wissens dienet, Da mir gedenkt, Wenn seine missethat das holz des lebens grünet, ihn fränkt, Der wird es wohl Da der krystallenstrom mich genießen; Denn er durch Got- stillt, Der aus dem stuhl des tes gnad erlangt Ein ruhiges lammes quillt. gewissen. 4. Laß mich, wenn alles 10. Verleih uns dies, Herr flüchtig gehet, Bei deinem Jesu Christ, Der du für uns fähnlein halten stand; Wer gestorben bist, Gieb, daß wir unter deinem kreuz hier stehet, deine wunden, Dein leiden, Steht dort zu seiner rechten marter, kreuz und tod Be- hand. Laß mich die wittwen trachten alle stunden. und die waisen Als dein und meine brüder speisen, Und Mel. Ich will den Herrn ewig. wenn ich mir nicht helfen kann, 136. Wenn meine feel den So nimm dich meiner nothan. tag bedenket, Da durft meine sonn zur nacht geeilt, 5. Wie sollt ich nicht die Da mein geliebter arzt ge- sünde hassen, Um welche dich kränket, Durch seine wunden Gott selbst verläßt? Ich halte 102 is Festgesänge. 19 dich, du kannst nicht lassen Mel. Jesu leiden, pein und tod. Den, der dich hält wie Jacob 137. Qaß mir alle wochen fest. Wenn die mir verstecket, Wenn mich des wochen, Daß ich oft denk dei: todes schatten schrecket, So ner pein Und was du gespro: höre, was mein herze spricht: chen An dem kreuze; laß mich Mein Gott, mein Gott, ver- es Fruchtbarlich erwägen, Daß laß mich nicht. anbyde ich dessen nie vergeß. Herr, 6. D quell, von der viel gieb gnad und segen. ströme fließen, Es dürstet dich 2. Dein anfänglich wort nach mir, nach mir; Dein war das: Vater vergieb ihnen, durst muß Adams bissen bü- Denn sie selbst nicht wissen, sen, Mich dürstet auch nach was Sie an mir verdienen. dir, nach dir. Gieb daß auch Spricht hier Gottes sohn zu mir die essiggüsse Dein schar Gott Für sein ärgsten feinde, fer effigtrank versüße, Bis du Was wird er nicht in der mich dort, o lebensfürst, Mit noth Thun für seine freunde? wollust ewig tränken wirst. 3. Drauf der schächer hört, 7. Es ist vollbracht, ich so dir Seinen glauben wiese: hab gekämpfet! Rufst du, der Wahrlich du wirst heut mit vater ist vergnügt, Die schrift mir Sein im paradiese. Gieb, erfüllt, die sünd gedämpfet, wenn ich nun nicht mehr kann Tod, teufel, hölle sind besiegt, Sn des todes schmerzen, Daß Daß sie nun nicht mehr scha ich diese wort alsdann Hör den werden; Gieb, daß ich, in meinem herzen. wenn ich geb der erden Un 4. Weib, sagst du zur mut meinem freitag gute nacht, ter, sieh Deinen sohn hier Auch fröhlich rühm: Es ist stehen, 3u Johannes: du vollbracht. Jodho fannst hie Deine mutter se 8. Alsdann komm, deine hen. Auch dies dritte wort braut zu holen, Nimm him- macht froh Und läßt troft er melsnoah deine taub! Mein scheinen, Wenn ich denk, du geist sei deiner gnad befohlen, wirst auch so Sorgen für die Mein frisches ölblatt ist der meinen..di silo r glaub. Neig gegen mich dein 5. Viertens muß bei aller haupt in leiden, Scheid nicht noth Auch der durft dich pla von mir, wenn ich soll schei- gen, Da man dich, o mensch den, Führ aus der marter- und Gott, Hört: Mich bür wochen pein Mich zu des stet! klagen. Laß mich, Jesu, himmels ostern ein. Amen. stets in mir Gleich der mat Christoph Wegleiter+ 1760. ten hinden, Nach dir, lebens Leiden und Sterben Christi. 103 quelle, dir Heilgen durst em- meine taube, komm zu mir! pfinden. Golden Die stimm ich wohl verS01 6. Fünftens riefst du, als stehe. die last Zunahm ohne maßen: 2. Wenn ich soll deine tauMein Gott, mein Gott, wa- be sein, Mußt du mir flügel, rum hast Du mich so verlas- geben; Ich komm, o Jesu, sen! Daß ich nie verlassen laß mich ein, Der glaub mich blieb, Wurdest du verlassen; wird aufheben. daug der unerhörten lieb! Wer kann dieses fassen? 3. Du rufest mir, wie arm ich bin, So darf ich dennoch 7. Sechstens, als du nun kommen; Die mängel hat dein mit macht So weit durchge- treuer finn Von mir hinweg brochen, Hast du auch: Es ist genommen. vollbracht! Uns zum trost ge- 4. Sag, Jesu, werden sprochen. Denn durch dich ist hohle stein Auch dort bei dir ganz und gar Gottes zorn gefunden? Ja, meine taube, gestillet, Weil, was zu voll komm herein, Wohn hier in bringen war, Du für uns er- meinen wunden. füllet. 5. Ach ja, der starke fels 8. Endlich schriest du laut du bist, Der alle dinge stüket, am end: Bater, ich befehle Die lebensquell, so von dir Meinen geist in deine händ! fließt, Hat dich mir aufgeDamit schied die seele. Wenn ribet. mir auch der tod zusetzt Und 6. Wer will sich einen mein herz will brechen, So prachtpalast, Hier diese kluft laß mich dies wort zuletzt ich wähle, Ist fie darin ein Denken oder sprechen. d lieber gast, So pranget mei9. Jesu, tilger aller noth, ne feele. id me Bitt für mich, den deinen, 7. Brennt Gottes zorn mit Gieb des schächers trost im seiner hitz Mich wegen meiner tod, Sorg auch für die mei sünden; Ich werd in dieser nen; Laß auch nie aus dei höhle sitz Die hölle nicht em= ner acht, D durst meiner seele, pfinden. Daß ich, wenn mein lauf 8. Ob mich der seelengeier vollbracht, Dir den geist be- schreckt, Ich flich in diese fehle. G. W. Molanus+ 1722. ritzen, Ich werd, weil mich mein Jesus deckt, Vor ihm wohl sicher sitzen. Mel. Hör, liebe seel, dir ruft der. 138. ör, liebe seel, wer 9. Ob schmerzen auf mich ufet dir? Dein platen los Mit trübem trübJesus aus der höhe: Komm salregen, Fried wohnt in die 104 31 Festgesänge. nodig sem felsenschloß, Da will ich so arg, Blut, schweiß, angst, mich hinlegen. noth, tod oder sarg, Ja auch 10. Aus dir, du edler fel- der höllen rachen; Von die: ſenstein, Mir lebenswasser sem allen läßt dich Gott Durch quillet; Dort meine seel sich seinen sohn los machen. wäschet rein, Mein heildurst wird gestillet. 3. Der höllen warst du ewiglich, Des todes gift, der 11. Durch dieses fenster schlangen stich, Die wollten kann ich sehn In meines dich verderben; Kein besser Jesu herzen Die treue lieb mittel war bei Gott, Sein geschrieben stehn; O trost für sohn mußt für uns sterben. meine schmerzen! 4. Drum lobe nun, und 12. Es ziel nach mir des lieb ihn recht, Der für dich todes pfeil, Ich werde nicht worden ist ein knecht, So verderben, Zu dieser felsen wird er dein gedenken, Und kluft ich eil, Da will ich se- dir sein paradies und reich lig sterben. Wie jenem schächer schenken. 13. Mein sterbebett, mein 5. Geh mit ihm bis ans heiligs grab Sind, Jesu, dei- kreuz, in tod, Und laß dich ne wunden, Da ich gewiß schrecken keine noth, Sei mit das leben hab Selbst in dem ihm auch begraben, So wirst tod gefunden. du hier und ewiglich Die 14. Ein fels nach dieser auferstehung haben. lebensnoth War deines leibs 6. Lob, preis, dank, ehr ruhstätte, Du bist der fels, sei dir bereit, heilige drei da auch der tod Mich legen einigkeit In unserm ganzen soll zu bette. leben; Durch Jesu Christi 15. Durch dieses felsen off- blut und tod Ist alle schuld ne thür Ich sterbend geh zum vergeben.d leben; Mein Jesus, ach, das wollst du mir Durch deine Mel. Werde munter, mein gemüthe. wunden geben. 140. Süßer heiland, un* ser leben, Der Mel. Da Jesus an des kreuzes stamm. du für der menschen schuld 139.Wer er Jesum Christum Dich dem bittern tod ergeben herzlich liebt Und Und in schmerzlicher geduld seine feel ihm ganz ergiebt, Alles abgetragen hast, Daß Der sag in seinem herzen: Ich die schwere sündenlast Uns danke meinem frommen Gott nicht möchte gar ersticken Und Für seines sohnes schmerzen. zur hölle niederdrücken. 2. In aller welt ist nichts 2. Süßer heiland, unser Leiden und Sterben Christi. 105 retter, Der du Gottes zorn len solcher beiland sein, Und gestillt, Des gesetzes donner dein leben selbst nicht sparen, wetter, Das uns dräuet, flucht Da wir deine feinde waren. und schilt, Von uns wegge- 7. Ist es nicht ein großes nommen hast, Uns in deinem wunder? Gottes sohn steigt schutz gefaßt, Die verdamm von dem stuhl Seiner hoheit niß abgewendet Und die höl- gar herunter, Aus dem feulenangst geendet.righeißen pfuhl Uns zu füh3. Jesu Christ, von gan ren an den ort, Da wir sollzem herzen Danken wir für ten immerfort In glückseligdiese gunst, Und für deine feiten leben Und in steten leidensschmerzen, Gieb, daß freuden schweben. is wir aus glaubensbrunst Dir 8. Ja er duldet schläg und rechtschaffen dankbar sein, Daß ruthen, Dornenkron, spott, du uns der höllenpein Durch kreuz und tod, Uns den heidein leiden, tod und wunden ßen höllengluten Und der ewigSo gar willig haft entwunden. lichen noth 3u entreißen. Nim4. Satan band uns scharfe mer nicht Weiß hierfür ich ruthen, Maß uns schwere stra- meine pflicht Nach gebühr fen zu, Da wir sollten gar recht abzutragen Und gnugverbluten, und ohn alle see samen dank zu sagen. 9. Hilf, Herr Jesu, hilf in gnaden, Und laß mich zu aller frist, Wessen du mich hast entladen, Recht betrachten, Jesu Christ. Du bist mein 5. Dieses konntest du nicht schuß, hülf und heil, Du bist dulden, O du süßer Jesus mein schatz und mein theil. Christ, Wolltest lieber unsre Raum hab ich durch deine schulden, Weil du unser bru- bande In der lebendigen lande. der bist, Durch ein gültig lö- 10. Laß mich deinen tod segeld Richtig, machen und der betrachten, Wenn der tod auch welt Durch dein angst und kommt zu mir; Laß mich autodesringen, Leben, heil und ßer dir nichts achten, So, wohlfahrt bringen. daß ich stets mit begier Deine lenruh In der höllen qual und brand, Unter seiner hen kershand Ewigliche schläge leiden Und von Gott gar sein gescheiden. 6. Welcher herr läßt sich schmerzen, wunden, blut,( wohl schlagen Un des schlim- der großen liebesglut) Zu ermen knechtes statt, Und will langen sei geflissen, So bleib dessen buße tragen, Was sein ich dir unentrissen. feind verschuldet hat? Du, 11. Liefre, Jesu, meine Herr Jesu, haft allein Wol- seele Dann in deines vaters 106 Jind Festgesänge. nadisg hand, Die ich dir allein be- knirschtes sündenherz Von sei fehle, Wenn mein schwaches ner angst und höllenschmerz lebensband Brechen wird. Erwünschte ruh gefunden. Ist Dann wird dein tod, O du meine sünde ohne zahl, So mein getreuer Gott, Nach dem ist dein theures wundenmal tode mir das leben Dort im Auch unermeßlich und daß himmel wieder geben. Gott Sich selber giebt dafür piin tod. Herr Jesu Christ, Weil Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. ich in dir, Und du in mir, 141. Deble wunden, was So bin ich selig für und für soll gro= 4. Dieweil du mir dein ßer richter, gegen dich Ver- ehrenkleid Der himmlischen dienen und erwarten, Dieweil gerechtigkeit, Dein ganz hoch: du hier der sünden last So heilig leiden Mittheilest, so eifrig abgestrafet hast? Der tret ich mit dir Vor deinen blutge schweiß im garten, Der vater gläubig hier, Auch dei dornen schmerz, der geißel ner siegesfreuden In bruder: schmach, Der rothen striemen recht theilhaft zu sein. Der ungemach, Die kreuzeslast, der räumet mir in gnaden ein schnöde tod Erinnern mich, Die himmelsgüter, weil er O starker Gott, Was sünde schon Dich mir geschenkt, du ſei Und dann dabei Der stren: Gottessohn. Herr Jesu Christ, gen strafen mancherlei. Weil deine pein Und kreuz ist mein, Kann mir nichts mehr versaget sein. noo 142. Jemen feeten, du 2. Ach, liebster vater, geh doch nicht mit deinem knechte ins gericht, Ich schrei und apB. Schupp+ 1661. pellire In wahrem glauben, in Eigne Melodie. reu und leid Vor deiner rich: eſu, terstrengigkeit, Un deine gnad, und rühre Mit seufzen dieses ließt dich Williglich Meinet vaterherz, So in dem kreuz wegen quälen. Ach, wie kann und todesschmerz Für meine ich nun verzagen, Da du haft schwere missethat Auch seinen Alle last Meiner schuld ge sohn gegeben hat. Herr Jesu tragen? de Christ, Ich halte mich Getrost 2. Dein blut rann mit rei an dich und an dein lieben chen flüssen, Als ein saft, Des ewiglich. sen kraft Wir zum trost ge 3. Du bist das theure lö- nießen. Laß mich diese fluth segeld, Der werthe schat der erquicken, Meinen geist, Der ganzen welt; In deinen tie- dich preist, 3u dir hinzu: fen wunden Hat mein zer- rücken. Leiden und Sterben Christi. 107 3. Dieser strom führt in den himmel; Dort, ach bort 143. traurigkeit, O herzeleid, Ist das nicht Ist der port, Wo kein weltgetümmel. Dahin steht nun zu beklagen? Gott des vaters mein verlangen: Ehr und gut einig kind Wird ins grab geSoll den muth Nimmer wie tragen. und der fangen. 2. O große noth! Gott 4. Dein blut soll mich stets selbst ist todt, Am kreuz ist er vergnügen; Ich will nun In gestorben, Hat dadurch das dir ruhn Und ganz sicher lie- himmelreich Uns aus lieb ergen. Ich will zu den wunden worben. eilen, Denn hier kann Jeder 3. D menschenkind! Nur mann Seine krankheit heilen. deine sünd Hat dieses angeEigne Melodie. 5. Krank bin ich von sünden- richtet, Wie du durch die wunden; Krant und schwach missethat Warest ganz verSchrei ich nach, Bis ich dich nichtet. gefunden. Ich will zu dir, Jesu, fliehen, Doch du mußt Aus dem wust Mich selbst zu dir ziehen; 6. Wie du an dem kreuze thatest, Als du dort, Liebster 5. süßer mund, O glauhort, Für die feinde batest. bensgrund, Wie bist du doch Mich fängt zwar spät an zu zerschlagen! Alles, was auf reuen, Doch hoff ich, Du wirst erden lebt, Muß dich ja bemich Mit dem schächer freuen. klagen. dans oub 7. Ich will mich mit thrä- 6. O lieblichs bild, Schön nen netzen, Und mein herz zart und mild, Du söhnlein Soll in schmerz Sich zum der jungfrauen! Niemand kann kreuze setzen. Hier will ich dich dein heißes blut Sonder reu ganz umfassen, Gotteslamm, anschauen. 1985 dispo Bräutigam, Du wirst mich 7. Hochselig ist, zu jeder nicht lassen. moguind frist ,. Wer dieses recht beden8. Laß mich nicht am letz- ket, Wie der Herr der herrten ende, Wenn ich mich Si- lichkeit Wird ins grab vercherlich Zu dir, Jesu, wende. senket. Nun, dein blut soll mich er8. D Jesu, du Mein hülf quicken, Und ich soll Freuden- und ruh, Ich bitte dich mit voll Mich zum sterben schicken. thränen; Hilf, daß ich mich Amadeus Creuzberg+ 1742. bis ins grab Möge nach dir sehnen. 3. Rist+ 1667. 4. Dein bräutigam, Das gotteslamm Liegt hier mit blut beflossen, Welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 108 Festgesänge. Mel. O mensch bewein dein sünde. gleich droht und schilt, Wann ch grüße dich am sünd und hölle prahlet. 144. kreuzes stamm, Du 4. Ich trinke deinen pur hochgelobtes Gotteslamm, Mit pursaft, Und ziehe neue leandachtsvollem herzen. Hier benskraft Aus den geweihten hängst du zwar in lauter noth, wunden. Mein arzt, du gabst Und bist gehorsam bis zum dich willig hin, Daß mein tod, Vergehst in lauter schmer- verderbtes herz und sinn Ge zen; Doch sieht mein glaube heilt sei und verbunden. Die wohl an dir Daß Gottes myrrhen, die mein Jesus brach majestät und zier In diesem In seiner marter, angst und leibe wohne, Und daß du hier schmach, Die kommen mir zu so würdig seist, Daß man gute. Der balsam, der am dich Herr und könig heißt kreuze quillt, Erquickt mich, Als auf dem ehrenthrone. wenn ich werd erfüllt mit dem 2. Ich küsse dich, mein see- hochtheuren blute. lenfreund, Wer zweifelt, daß 5. Ich folge dir durch tod du's gut gemeint, Da du für und leid, O herzog meiner mich erblasset. Mein bräuti seligkeit, Nichts soll mich von gam, nimm einen blick Von dir trennen. Du gehst den deiner Sulamith zurück, Die engen weg voran, Dein kreudu im geist umfassest. Du zestod macht offne bahn Den stirbst zwar, weil die liebes seelen, die dich kennen. Ach macht Dich zu der höchsten Jesu, deine höchste treu Macht, probe bracht, und liebest bis daß mir nichts unmöglich sei, ans ende, Doch lebst du mir, Da du für mich gestorben. und meine noth Verwandelt Ich scheue nicht den märtrer: sich in deinem tod In heil tod, Und bin gewiß in aller durch deine hände. noth. Wer gläubt ist unver3. Ich fasse dich, mein lö- dorben. segeld, Versöhner Gottes und 6. Sieh auch auf mich, o der welt Mit unverrücktem Gotteslamm, Uch küsse mich, glauben. Ich halte dich und mein bräutigam, Und gieb laß dich nicht, Du hast den dich mir, mein leben, Mein kampf für mich verricht, Dich seelenarzt, komm, heile mich, soll mir niemand rauben. Mein Mein herzog, ich erkenne dich, hoherpriester hat vollbracht, Ach laß mich an dir kleben. Was mich gerecht und selig In Christi leiden glüht mein macht, Mein Goel hat bezah- geist, Die liebe Jesu wird let. Nun bin ich los; mein gepreist, Mein glaube foll glaube gilt, Wenn das geset hier erben. Die hoffnung zeigt Leiden und Sterben Christi. 109 mir hülf und rath, Gehorsam schuld, und der ganzen welt folge in der that; So will ein spiegel, Worinnen mit ich leben, sterben. Val. Ernst Löscher+ 1749. Mel. Der tag ist hin mein Jesu. verwundrung jedermann Ein vorspiel der erhöhung sehen kann. 145. lamm, das meine 7. Ich darf nun nicht vor schuldenlast ge- meinem grab erschrecken, Da tragen, Und als ein fluch ist du, mein heil, dich in das an das kreuz geschlagen, Nun grab läßt strecken; Dein grab nimmt man noch vor abends macht meins zur süßen lagerdich herab, Und trägt dich stätt, 3um schlafgemach, zum hin in Josephs neues grab. stillen ruhebett. 2. O tröstlichs bild, o gna- 8. Mein heiland, ich bin denvolles zeichen Das aber mit dir schon begraben, Als nur der glaube kann erreichen! seel und leib die tauf empfanDer fluch ist weg, die erde ist gen haben, Die taufe, die auf nun rein, 3um zeugniß deß deinen tod geschehn. Nun laß mußt du begraben sein. mich auch mit dir stets auf erstehn. 3. Nun weiß und glaub ich, daß du bist gestorben, Daß 3. A. Freylinghausen+ 1735. du den tod geschmeckt und Mel. O traurigkeit. mir erworben Gerechtigkeit, daß ich bestehen kann Bor 146. So ruhest du, meine ruh, In Gott und daß die sünde ab- deiner grabeshöhle, Und ergethan. weckest durch den tod Meine 4. Die schrift kann nicht an todte seele. dir gebrochen werden, Drum 2. Man senkt dich ein, muß dein leib auch ruhen in Nach vieler pein, Du meines der erden? Was Daniel und lebens leben, Dich hat jetzt Jonas vorgebildt, Seh ich ein felsengrab, Fels des heils, hierin, mein heil, an dir er umgeben. füllt. 3. Ach, bist du kalt Mein 5. Du bist das weizenkorn, aufenthalt? Das macht die so man verscharret, Doch wenn heiße liebe, Die dich in das man nur drei tage hat ge- kalte grab Durch ihr feuer harret, Wird man dich aus triebe. dem grabe auferstehn Und 4. O lebensfürst, Ich weiß, tausendfache früchte bringen du wirst Mich wieder aufersehn. 6. Indeß ist dein begräbniß selbst ein siegel Der un wecken: Sollte denn mein gläubig herz Vor der gruft erschrecken? 110 is Festgesänge. diag 5. Sie wird mir sein Einds 6. Oftern.nd din kämmerlein, Da ich auf rosenhar o Eigne Melodie. Weil ich lige too Zod und grab 148. Chrift ist erstanden deinen besiege. Von 6. Gar nichts verdirbt, Der alle; Deß solln wir alle frob sein, Christ will unfer trost leib nur stirbt, Doch wird er sein. Kyrieleis. auferstehen, Und in ganz ver- 2. Wär er nicht erstanden, klärter zier Aus dem grabe gehen. 7. Indeß will ich, Mein Jesu, dich In meine seele senken und an deinen bittern tod Bis in tod gedenken. Salomo Frank+ 1725. Eigne Melodie. ir Die welt die wär vergangen, Seit daß er erstanden ist, So lobn wir den Vater Jesu Christ. Kyrieleis. 3. Hallelujah, hallelujah, hallelujah! Deß solln wir alle froh sein, Christ will unser trost sein. Kyrieleis. Eigne Melodie. Jesu Christ, Daß du für uns gestorben bist, Und 149. Christ lag in todes: haft uns durch dein theures Für un blut Gemacht vor Gott ge- ser sünd gegeben, Der ist wied'r erstanden Und hat uns recht und gut. noth. slid 2. Und bitten dich, wahr bracht das leben? Deß wir mensch und Gott, Durch dein sollen fröhlich sein, Gott lo: heilig fünf wunden roth, Er- ben und ihm dankbar sein. lös uns von dem ewgen tod Und singen: hallelujah. Hal Und tröst uns in der letzten lelujah. mer chordsp 2. Den tod niemand zwin 3. Behűt uns auch vor gen konnt Bei allen menschen: sünd und schand, Rett uns kindern, Das macht alles un durch dein allmächtig hand, ser sünd, Kein unschuld war Daß wir im kreuz geduldig zu finden. Davon kam der sein, Uns trösten deiner schwe: tod sobald Und nahm über uns gewalt, Hielt uns in ren pein, 4. Und schöpfen draus die sein'm reich gefangen. Halle zuversicht, Daß du uns werdst lujah. verlassen nicht, Sondern ganz 3. Jesus Christus, Gottes treutich bei uns stehn Biš sohn An unser statt ist komwir durchs kreuz ins leben men Und hat die sünde abge than, Damit dem tod genom: gehn. men Au sein recht und sein C. Vischer+ 1594. 147. Wir danken dir Herr Ostern. gewalt, Da bleibt nichts, denn den, tods gestalt, Den stachel hat gen. er verloren. Hallelujah. 2. 111 Die sünd hat er gefanKyrieeleison. Der ohn sünde war ge4. Es war ein wunderlich born, Trug für uns Gottes krieg Da tod und leben run- zorn, Hat uns versöhnet, Daß gen, Das leben behielt den uns Gott sein huld gönnet. sieg, Es hat den tod ver- Kyrieeleison. schlungen. Die schrift hat ver- 3. Tod, sünd, leben und kündet das, Wie ein tod den genad, Alls in händen er hat, andern fraß, Ein spott aus Er kann erretten Alle, die zu dem tod ist worden. Halle ihm treten. Kyrieeleiſon. lujah. M. Luther+ 1546. 5. Hier ist das recht ofter- gi Eigne Melodie. lamm, Davon Gott hat ges 151. Sottes fohn Per triumphiret boten, Das ist an des kreuzes stamm In heißer lieb gebraten; vom tod ist erstanden schon, Deß blut zeichnet unsre thür, Hallelujah, hallelujah. Mit Das hält der glaub dem tod großer pracht und herrlichkeit, für, Der würger kann uns Deß dank'n wir ihm in ewignicht rühren. Hallelujah. keit. Hallelujah, hallelujah. 6. So feiern wir das hoch- 2. Dem teufel hat er sein fest Mit herzens freud und gewalt Zerstört, verheert ihm wonne, Das uns der Herr all gestalt, Hallelujah, hallescheinen läßt. Er ist selber lujah. Wie pflegt zu thun die sonne, Der durch seiner ein großer held, Der seinen gnaden glanz Erleucht unsre feind mit listen fällt. Halleherzen ganz, Der sünden nacht lujah, hallelujah. ist vergangen. Hallelujah. 3. O süßer Herre Jesu 7. Wir essen und leben Christ, Der du der sünder wohl, In rechten osterfladen, heiland bist. Hallelujah, halDer alte saurteig nicht soll lelujah. Führ uns durch dein Sein bei dem wort der gna- barmherzigkeit Mit freuden in den. Christus will die koste dein herrlichkeit. Hallelujah, sein Und speisen die seel allein; hallelujah. Der glaub will keins andern leben. Hallelujah. M. Luther+ 1546. Eigne Melodie. 150. geg'n wir Cesus Christ, unser tod überwand, Ist auferstan: 4. Nun kann uns kein feind schaden mehr, Ob er gleich murrt, ists ohn gefähr, Hallelujah, hallelujah. Er liegt im koth, der arge feind, Da= Hallelujah, hallelujah. 112 Festgesänge. 5. Dafür wir dank'n dir 4. Des todes gift, der höl: allzugleich, Und sehnen uns len pest Ist unser heiland ins himmelreich, Hallelujah, worden; Wenn satan auch hallelujah. Es ist am end, noch ungern läßt Von wü Gott helf uns alln, So sin- then und von morden Und, gen sie mit großem schalln. da er sonst nichts schaffen kann, Hallelujah, hallelujah. Nur tag und nacht uns kla 6. Gott, dem vater im get an, So ist er doch ver: höchsten thron, Sammt sei worfen. nem eingebornen sohn, Halle- 5. Des Herren rechte, die lujah, hallelujah. Dem heil- behält Den sieg und ist erhö: gen geist zu gleicher weis het; Des Herren rechte mäch Sei lob und ehr in ewigkeit. tig fällt, Was ihr Hallelujah, hallelujah. entgegen Baf. Förtsch+ 1620. ſtehet; Tod, teufel, höll und alle feind Durch Christi sieg zorn Mel. Allein Gott in der höh. gedämpfet seind; Shr tod, wo ist dein ist kraftlos worden. stachel nun, Wo 6. Es war getödtet Jesus 152. ist dein sieg, o hölle? Was Christ, Und sieh, er lebet kann uns jetzt der teufel thun, wieder; Weil nun das haupt Wie grausam er sich stelle? erstanden ist, Stehn wir auch Gott sei gedankt, der uns den auf, die glieder. So jemand sieg So herrlich hat nach die Christi worten glaubt, Im sem krieg Durch Jesum Christ tod und grabe der nicht bleibt; gegeben. Er lebt, ob er gleich stirbet. 2. Wie sträubte sich die 7. Wer täglich hier durch alte schlang, Da Christus mit wahre reu Mit Christo auf ihr kämpfte! Mit list und erstehet, Ist dort vom andern macht sie auf ihn drang, Je- tode frei, Derselb ihn nicht dennoch er sie dämpfte. Ob angehet. Genommen ist dem sie ihn in die fersen sticht So tod die macht, Unschuld und sieget sie doch darum nicht, leben wiederbracht und un Der kopf ist ihr zertreten. vergänglich wesen.in 3. Lebendig Christus kommt 8. Das ist die rechte ofter: herfür, Die feind nimmt er beut, Der wir theilhaftig wer gefangen, Zerbricht der höllen den; Fried, freude, heil, ge schloß und thür, Trägt weg rechtigkeit Im himmel und den raub mit prangen; Nichts auf erden. Hier sind wir still ist, das in dem siegeslauf Den und warten fort, Bis unser starken held kann halten auf, leib wird ähnlich dort Chrifti Als liegt da überwunden. verklärtem leibe. Ostern. Engel. 9. Der alte drach mit sei-| ner rott Hingegen wird zu 7. Erschrecket nicht und schanden, Erlegt ist er mit seid all froh, Hallelujah, schimpf und spott, Da Chri- Denn den ihr sucht, der ist stus ist erstanden. Des haup- nicht da. Hallelujah. 113. Maria. tes sieg der glieder ist, Drum fann mit aller macht und lift 8. Ach engel, lieber engel Uns satan nicht mehr schaden. fein, Hallelujah, Wo find ich 10. tod, wo ist dein denn den Herren mein? Halstachel nun, Wo ist dein sieg, lelujah. o hölle? Was kann uns jetzt Engel. 9. Er der teufel ist erstanden aus sam er sich stelle? Gott sei dem grab, Hallelujah, Heut gedankt, der uns den sieg So an dem fröhlichn ostertag. herrlich hat in diesem krieg Hallelujah. Maria. Durch Jesum Christ gegeben. I. Gesenius+ 1671. Eigne Melodie. 10. Zeig uns den Herren Jesum Christ, Hallelujah, Der von dem tod erstanden ist. Hallelujah. rstanden ist der heilge Christ, Engel. Hallelujah, hallelujah, Der 11. So tret herzu und aller welt ein tröster ist. Hal- seht die statt, Hallelujah, Da lelujah, hallelujah. man ihn hingeleget hat. Hal2. Und wär er nicht er- lelujah. standen, Hallelujah, So wär Maria. die welt vergangen. Hallelujah. 12. Der Herr ist hin und 3. Und seit, daß er erstan- ist nicht da, Hallelujah, den ist, Hallelujah, Lobn wir Wenn wir ihn hättn so wärn den Herren Jesum Christ. wir froh. Hallelujah. Hallelujah. Engel. 4. Es gingn drei heilge 13. Seht an das tuch, frauen, Hallelujah, Des mor- darin er lag, Hallelujah, Gegens früh im thauen. Hall. wickelt bis an dritten tag. 5. Sie suchtn den Herren Hallelujah. Jesum Christ, Hallelujah, Der von dem tod erstanden ist. Hallelujah. 153. Gre Maria. 14. Wir sehens wohl zu dieser frist, Hallelujah, Weis 6. Sie fanden da zween uns den Herren Jesum Christ. engel schon, Hallelujah, Die Hallelujah. tröstn die frauen lobesan. Hallelujah. Lutherisches Gesangbuch. Engel. 15. Geht hin ins galiläisch 8 114 Festgesänge. land, Hallelujah, Da findt engel sprach, Christ ist erstan: ihr ihn, sagt er, zu hand. den, der hier lag, Hier seht Hallelujah. ihr die schweißtüchelein, Geht hin, sagts bald den jüngern Maria. 16. Habt dank ihr lieben sein. Hall. engel fein, Hallelujah, Nun 5. Der jünger furcht und wolln wir alle fröhlich sein. herzeleid Heut wird verkehrt Hallelujah. in eitel freud; Sobald der Herr sich zu ihn fand, Ihr 17. Geht hin, sagt das trauern, furcht und leid ver Sanct Petro an, Hallelujah, schwand. Hall. Und seinen jüngern lobesan. Hallelujah. Engel. 6. Der Herr hielt sehr ein freundlich gspräch mit zweien Maria zu dem Volk. jüngern auf dem weg; Vorfreud 18. Nun singet all zu die- das herz im leib ihn brannt, Im ser frist: Hallelujah, Erstan- brotbrechen er wurd erkannt. den ist der heilge Christ. Hal- Hallelujah. lelujah. Gemeinde. 7. Unser Simson, der treue held, Christus den starken lö 19. Deß solln wir alle wen fällt, Der höllen pforten fröhlich sein, Hallelujah, Und er hinträgt, Dem teufel all Chrift soll unser tröster sein. sein gwalt erlegt. Hall. Hallelujah. 8. Jonas im wallfisch war drei tag, So lang Christus im Eigne Melodie. 154. Grschienen ist der grab auch lag; Denn länger ihn herrlich tag, Dran der tod kein stund In seim sich niemand gnug freuen mag, rachen behalten kunnt. Hall. Christ, unser Herr, heut tri- 9. Sein raub der tod must umphirt, All sein feind er ge- fahren lan, Das leben siegt fangen führt. Hallelujah. und gwann ihm an; Zerstört 2. Die alte schlang, die ist nun des nun des todes macht, sünd und tod, Die höll, all Christ hat das leben wieder: jammer, angst und noth Hat bracht. Hall. überwunden Jesus Christ, Der 10. Heut gehn wir aus heut vom tod erstanden ist. Hall. Egyptenland, Aus Pharaonis 3. Um sabbath früh mit dienst und band, Und das recht specerei Kamen zum grab osterlämmelein Wir essen heut Marien drei, Daß sie salbten im brot und wein. Hall. Marien sohn, Der vom tod 11. Auch essen wir die sü war erstanden schon. Hall. Ben brot, Die Moses Gottes 4. Was sucht ihr da? Der volk gebot, Kein sauerteig soll Ostern. 115 bei uns sein, Daß wir leben mich die welt Mit schmach am von sünden rein. Hall. kreuz gefangen hält. Hall. 12. Der würger muß vor- Hall. Drauf folgt der sabbath über gahn, Kein erstgeburt in dem grab, Allda ich ruh er schlagen kann; Unser thür- und frieden hab. Hall. Hall. schwell hat Christi blut Bestri- 5. In kurzem wach ich fröhchen, das hält uns in hut. Hall. lich auf, Mein ostertag ist 13. Die sonn, die erd, all schon im lauf. Hall. Hall. freatur, Aus was betrübet Ich werd erweckt durch Christi war zuvor, Das freut sich stimm, Mir schadet nichts des heut an diesem tag, Da der todes grimm. Hall. Hall. welt fürst darnieder lag. Hall. 6. Am kreuze lässet öffent14. Drum wir auch billig lich Der lebensfürste tödten fröhlich sein, Singen das Hal- sich. Hall. Hall. Da er durchs lelujah fein, Und loben dich, todes kerker bricht, Läßt ers Herr Jesu Christ, Zu trost du den menschen sehen nicht. uns erstanden bist. Hallelujah. Hallelujah. Hallelujah. N. Hermann+ 1561. 7. Sein reich ist nicht von Mel. Heut triumphiret Gottes sohn. Dieser welt, Kein groß gepräng 155. Frü rühmorgens, da ihm hier gefällt. Hall. Hall. die sonn aufgeht, Was schlecht und niedrig geht Mein heiland Christus aufer- herein Soll ihm das allerliebste steht, Hallelujah, Hallelujah. sein. Hallelujah. Hallelujah. Vertrieben ist der fünden 8. Hier ist noch nicht ganz nacht, Licht, heil und leben kund gemacht, Was er mir wiederbracht. Hallelujah, Hal- aus dem grabe bracht. Hall. lelujah. Hall. Der große schak, die 2. Wenn ich des nachts reiche beut, Hierauf ein christ lieg oft in noth, Verschlossen, sich herzlich freut. Hall. Hall. gleich als wär ich todt, Hall. 9. Der jüngste tag wird Hall. Läßt du mir früh die zeigen an, Was er für thaten gnadensonn Aufgehn, nach hat gethan; Hall. Hall. Wie trauern freud und wonn. er der schlange kopf zerknickt, Hall. Hall. Ihr haus zerstört, den tod er 3. Nicht mehr als nur drei drückt. Hall. Hall. tage lang Bleibt mein heiland 10. Da werd ich Christi in todeszwang. Hall. Hall. herrlichkeit Unschauen ewig Den dritten tag durchs grab voller freud. Hall. Hall. Es er dringt, Mit ehren seine werden in die höllenpein Gesiegsfahn schwingt. Hall. Hall. stürzet alle feinde sein. Hal4. Jetzt ist der tag, da lelujah. Hallelujah. 8* ( 116 Festgesänge. 11. Der Herr den tod zu Die feindschaft ist ganz abge: boden schlägt, Da er selbst todt lehnt. Hall. Hall. und sich nichts regt; Hall. Hall. 18. Mein herz darf nicht Geht aus dem grab in eigner entsetzen sich, Gott und die kraft, Tod, teufel, höll an ihm engel lieben mich; Hall. Hall. nichts schafft. Hall. Hall. Die freude, die mir ist bereit, 12. So groß, so stark ist Vertreibet furcht und traurigdieser held, Daß er auch alle keit. Hallelujah. Hallelujah. feinde fällt. Hall. Hall. Kein 19. Für diesen trost, o gro: angststein liegt so schwer auf ßer held, Herr Jeſu, dankt mir, Er wälzt ihn von des dir alle welt. Hall. Hall. Dort herzens thür. Hall. Hall. wollen wir durch größern fleiß 13. Hier ist kein kreuz und Erheben deinen ruhm und noth so tief, Er hilft heraus preis. Hallelujah. Hallelujah. J. Heermann+ 1647. durch einen griff; Hall. Hall. So er nur ausstreckt seine hand, Mel. Sollt ich meinem Gott nicht. Ist alles unglück abgewandt. 156, Lasſet uns den Herren 14. Und daß der Herr er christen überall! Kommet, daß standen sei, Das ist von allem wir dank erweisen Unserm Gott zweifel frei. Hall. Hall. Der mit süßem schall. Er ist frei engel selbst bezeugets klar, Das von todesbanden, Simson, der leere grab machts offenbar. vom himmel kam, Und der Hallelujah. Hallelujah. löw aus Juda stamm, Chri15. Lebt Christus, was bin stus Jesus ist erstanden, Nun ich betrübt, Ich weiß, daß er ist hin der lange streit: Freue mich herzlich liebt. Hall. Hall. dich, o christenheit. Wenn mir gleich alle welt 2. Christus selbst hat über: stürb ab, Gnug, daß ich Chri- wunden Des ergrimmten to: stum bei mir hab. Hall. Hall. des macht; Der in tüchern 16. Er nährt, er schütt, lag gebunden, Hat die schlang er tröstet mich, Sterb ich, so jezt umgebracht. Satans reich nimmt er mich zu sich. Hall. ist ganz verheeret, Christus Hall. Wo er jegt lebt, da hat es nach der ruh Ausge muß ich hin, Weil ich ein tilget, und dazu Belial sein glied seins leibes bin. Hal- schloß zerstöret, Daß wir ha lelujah. Hallelujah. ben frei geleit: Freue dich, o 17. Durch seiner auferste- christenheit. hung kraft Komm ich zur engel 3. Warest du nicht nur brüderschaft. Hall. Hall. Durch gestorben, Sondern auch ins ihn bin ich mit Gott versöhnt, grab gelegt? Ei du bliebest Oftern. 117 unverdorben. Da sich nur der 7. Hast du schon vom bach fels erregt, Held, da bist du am wege Angenommen einen wiederkommen, Hast das leben trank, Und erlitten tausend und die macht Aus der schwar schläge, Warest kränker noch zen gruft gebracht, Und des to: als krank; Ei, so hast du doch des raub genommen, Schenkst erhoben Dein verklärtes anuns nun die seligkeit: Freue gesicht, Stirbest nun und nimdich, o Christenheit. mer nicht. Ja wir werden ewig 4. Tod, wo sind nun deine loben Dich, Herr Jesu, nach waffen, Hölle, wo ist dein dem streit: Freue dich, o chritriumph? Satan konnte gar stenheit. nichts schaffen, Seine pfeile 8. Herr, dies find recht wurden stumpf; Christus ist edle früchte, Die dein aufer= sein gift gewesen, Ja der höl- stehung giebt, Daß wir treten len hauch und pest, Welt und vor gerichte, Ganz in deine ſünde liegen fest, Und wir gunst verliebt. Herr dies sind menschen sind genesen Nur die schönen gaben: Gnad und durch seinen tapfern streit: leben, freud und sieg, Trost Freue dich, o christenheit. und frieden nach dem krieg. 5. Gott der heilet unsre O die sollen kräftig laben Leib plagen, Wenn wir nirgend und seel in allem leid: Freue hülfe sehn, Lässet uns nach dich, o christenheit. dreien tagen Lebend wieder 9. Weil nach diesem fried auferstehn. Darum muß ich ich dürfte, Wie nach wasser dankbar werden Und mein ehr tag und nacht, Den du groist freudenvoll, Weil der Herr ßer kriegesfürste Durch den nicht sehen soll Die verwesung kampf haft wiederbracht; Ei in der erden, Noch der hölle so theil jetzt aus die beute, einsamkeit: Freue dich, o chri- Wie der starke Simson that, stenheit. Als er überwunden hat. Laß 6. Er ist aus der angst dich rühmen alle leute, Daß gerissen und mit ehren ange: geendigt sei der streit: Freue than, Wer ist, der sein leben dich, o christenheit. wissen Und die läng ausreden 10. Gieb, Herr Jesu, deine kann? Christus ist der eckstein gnade, Daß wir stets mit worden. Gott, das ist von dir reuen sehn, Was uns armen geschehn, Wie wir jetzt vor fündern schade, Daß wir dir augen sehn. Wir sind aus der gleich auferstehn. Brich hervor fünder orden Hingerissen durch in unsern herzen, Ueberwinde den streit: Freue dich, o chri- sünde, tod, Teufel, welt und stenheit. höllennoth, Dämpf in uns 118 Festgesänge. angst, pein und schmerzen dem grab gebracht, Die will Sammt der seelen traurigkeit: er uns gern geben: Das edle Freue dicho christenheit. kleid, Gerechtigkeit, Fried, 11. Meinen leib wird man freud und ewges leben. 4. Drum ich mich dir, vergraben, Aber gleichwohl 4. Drum ewig nicht; Bald werd ich Herr Christ, befehl In deine das leben haben, Wenn das händ mit leib und seel, Du lehte weltgericht Alle gräber bist mein schuß auf erden, wird entdecken, Und der engel Mein einger trost, Der mich feldgeschrei Zeigen, was vor- erlöst; Nichts liebers mag mir handen sei. Dann wird mich werden. mein Gott aufwecken Und be= 5. Laß mich mit dir zu schließen all mein leid: Freue grabe gehn Und fröhlich wie dich, o christenheit. der auferstehn, Daß stets in 12. Dann so werden meine dir ich walte, Auch nach der glieder, Die jest staub und zeit In höchster freud Bei dir asche sein, Unverweslich leben die ostern halte. wieder Und erlangen solchen G. Reimann+ 1615. Mel. O Jesulein süß. schein, Dessengleichen auf der erden Nimmermehr zu finden 158. heiliger Gott, al ist, Ja mächtiger held, Christ, Soll dem deinen ähn- Herr Jesu, heiland aller welt, lich werden Voller pracht und Du hast uns durch dein theu: herrlichkeit: Freue dich, o chri- res blut Erlöset von der höl stenheit. lenglut! Oheiliger Gott, all: mächtiger held! 3. Rift+ 1667. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. 2. O heiliger Gott, all 157. Sott ott sei gedankt zu mächtiger held, Du lebensfürst jeder zeit! Die behältst das feld, Zertrittst der sonne der gerechtigkeit Das schlangen kopf und reich, Die menschlich herz erfreuet. Sie uns vergiftet allzugleich. springt herfür Aus grabes heiliger Gott zc. thür, All kreatur verneuet. 3. O heiliger Gott, all: 2. Das ist der siegsfürst, mächtiger held, Zum gnaden Jesus Christ, Der heut vom thron uns vorgestellt, Du bist tod erstanden ist und hat dem das rechte ofterlamm, Für uns feind genommen All sein ge- geschlacht ans kreuzes stamm. walt und ist alsbald Mit D heiliger Gott zc. freuden wiederkommen. 4. O heiliger Gott, all 3. Auch hat der siegsfürst, mächtiger held, Beschirm uns hochgeacht Biel ausbeut aus all in deim gezelt, Bergieb Ostern. 119 die schuld, wend alles leid, Kein harter fels ihn hält und Schenk uns deine barmherzig zwingt, Grab, fiegel, riegel keit. O heiliger Gott zc. vor ihm springt. Triumph ic. 5. heiliger Gott, all- 5. Der andre Adam heut mächtiger held, Hilf, daß wir erwacht Nach seiner harten thun, was dir gefällt; Hier todesnacht; Aus seiner seiten auferstehn von sünden all, Und er erbaut Uns, sein theurerdort eingehn ins himmels saal. löste braut. Triumph 2c. Oheiliger Gott zc. 6. Wie Aarons ruthe schön 6. heiliger Gott, all- ausschlug, Um morgen blüht mächtiger held, Herr Jesu, und mandeln trug; So trätröster aller welt, Wir prei- get frucht der seligkeit Des sen dich zu jeder frist, Weil hohepriesters leichnam heut. du vom tod erstanden bist. Triumph 2c. O heiliger Gott, allmächtiger held. 7. Nun ist die herrlichkeit erkämpft, Der sünden pest und gift gedämpft; Der schweren Eigne Melodie. 159. Triumph, triumph! handschrift fluch und bann es kömmt mit Vertritt hier mein erlöserspracht Der siegesfürst heut mann. Triumph 2C, aus der schlacht! Wer seines 8. Du, liebe seel, bist aus: reiches unterthan, Schaut gebürgt, Der höllische tyrann heute sein triumphfest an! erwürgt, Sein raubschloß und Triumph, triumph, triumph, geschworne rott Ist ganz vertriumph, victoria Und ewiges stört, der tod ein spott. Trihallelujah. umph 2c. 2. Vor freuden thal und 9. Hier liegt der stolze wald erklingt, Die erde schö- Belial! Die höllenbürger allnes blumwerk bringt; Die zumal Sind sammt der schwezierrath und tapezerei Zeigt, felburg zerstört, Kein feind daß ihr schöpfer sieger sei. sich wider uns empört. TriTriumph, triumph 2c. umpb 2c. 3. Die sonne sich auf's 10. Herr Jesu, wahrer schönste schmückt, Und wieder siegesfürst! Wir glauben, daß durch das blaue blickt, Die du schenken wirst Uns deinen vor pechschwarz im trauerkleid frieden, den du bracht Mit Beschaut den blut- und to- aus dem grab und aus der desstreit. Triumph 2c. schlacht. Triumph zc. 4. Das stille lamm jetzt 11. Triumph, triumph, nicht mehr schweigt, Sich dich ehren wir Und wollen muthig als ein löw erzeigt. durch dich kämpfen hier, Daß 120 Festgesänge. wir als reichsgenossen dort so fest besteht, Solchs muß Dir folgen durch die sieges man frei bekennen; Drum pfort. Triumph, triumph, soll nicht tod, Nicht angst und triumph, triumph, victoria noth Von deiner lieb mich Und ewiges hallelujah. trennen. Heinr. Ammersbach † 1691. 3. Dein wort ist wahr und treuget nicht und hält Mel. Kommt her zu mir, spricht. 160. Mert auf mein gewiß, was es verspricht, Im herz, hör flei- tod und auch im leben. Du Big an Wie man so fröhlich bist nun mein Und ich bin dein, Dir hab ich mich ersingen kann In der gerechten hütten Von ofterfreud und geben. 4. Der Tag nimmt ab, schönste zier! Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, Es lauter fieg, Weil nun vollendet ist der krieg, Der tod ist felbst bestritten. 2. Der lebensfürst hat alle will nun abend werden; La macht Ganz unter seine füs doch dein licht Auslöschen nicht Er ist heut aufer: Bei uns allhie auf erden. Strick ist entzwei und wir sind frei Von höllen- Mel. Wachet auf ruft uns die. angst und tyrannei, Von allen 162. Auf ihr Christen sündenbanden. gebracht, standen; laßt uns Dein 3. Lob und dank sei dir, Dem Herren Jesu ehre brinJesu Christ, Daß du vom gen, Der von den todten tod erstanden bist, Weil du kommt herfür. Christus Jesus lebst, werd ich leben; ist erstanden Und hat den tod tod, dein auferstehung macht, gemacht zu schanden, GebroDaß mein glaub höll und chen durch die grabesthür. tod verlacht Dein sieg ist mir welche große freud! O glanz der herrlichkeit! Halle: gegeben. Amen. lujah! Es hat der held Den tod gefällt, Der allen men O Eigne Melodie. 161. Mein schönste zier schen nachgestellt. und 2. du großer fürst in bist Auf erden du, Herr Jesu kriegen, Wie wunderlich kömmst Christ! Dich will ich lassen du zu siegen! Da deine feinde walten, Und allezeit In lieb voller freud Meinten dich ge: und leid Im herzen dich be- dämpft zu haben, Dieweil halten. du in der gruft vergraben 2. Dein lieb und treu für Gewesen ohn empfindlichkeit; alles geht, Kein ding auf erd Hebst du das Haupt empor, 121 Brichst mit gewalt hervor; 6. Wann hinfort die sünd Hallelujah! Gewalt noch list will beißen, Die seele zur Nicht schädlich ist; Erstanden verzweiflung reißen, Weil ist der heilig Christ. ihre zahl wie sand am meer, 3. Der wahrhaftig tod ge: Kann sie weiter nichtes schafwesen, Ist nunmehr wiederum fen; Denn Christus, der im genesen, Und lebet bis in tod entschlafen, Hat ausgeewigkeit. Er ist aus der angst tilgt der sünden heer, Und gerissen; Wer wird hinfort die gerechtigkeit Sein auferzu rechnen wissen Die länge stehn erneut, Halleluja! Gott ſeiner lebenszeit? Nun setzt lob! die sünd An uns nicht ihn wohl der tod Nicht mehr findt Was zur verdammniß in angst und noth, Halleluja! noch verbindt. Des todes mord Kann ihm hinfort Nicht schaden, weder hie, noch dort. 7. Wenn die höll uns will erschrecken, Dem herzen furcht und sorg erwecken, Und sperret 4. Liebster Jesu, sei will ihren rachen auf, Kann sie kommen! Nachdem du hast nichts an uns vollbringen; die macht genommen Dem Trot, daß sie jemand soll verbittern tod, und insgemein schlingen! Wir sind nun GotAllen feinden, die mit haufen tes volk und hauf. Die hölle Voll grimmes wider dich ge- liegt zerstört; Denn Christus laufen, Die alle nun gedäm- hats verheert; Halleluja! Der pfet sein. Triumph, wir freuen höllen macht Wird nicht geuns Des siegesreichen thuns; acht: hölle, wo dein Halleluja! So komm heran fiegespracht? Du heldenmann, Den nie- 8. Wann der tod uns will mand gnug erheben kann. Sag betrüben, und stellt sich, sei5. Komm, und theile aus nen grimm zu üben, Bedrohet die beuten Uns, deinen lieben uns mit seinem pfeil, Kann christenleuten, Die du erlan er uns doch nicht verlegen; get haft im krieg. Die ge- Der trost kann uns vielmehr rechtigkeit, das leben, O Jesu, ergeben, Daß Christus unsers wollest du uns geben, und lebens heil. Des todes nnwas mehr rührt von deinem gestalt Hat nicht an uns gefieg; Den teufel und sein walt; Halleluja! Es ist ein reich, Betrifft die pest und gift Dem tod gestift, Daß seuch; Halleluja! reiche selbst der tod den tod betrifft. beut! Trost, fried und freud, 9. Ob wir dennoch müssen Bringt Jesus, und die selig sterben, Wir werden darum keit. nicht verderben; Der tod ist Oftern. 122 Festgesänge. uns des lebens pfort. Denn, Und in verklärter zier, Dir weil Christus auferstanden, gleich sein für und für; Hal Bleibt keiner in des todes: leluja! O löw und lamm, banden; Er ist der edle le- Aus Juda stamm, O daß benshort. Der leib erleidt wir kämen bald zusamm! den tod, Die seele ohne noth; Halleluja! Es kömmt die zeit, Mel. Nun freut euch liebe christen. Die uns befreit Des sterbens und der sterblichkeit. er höllen pforten sind zerstört, Der 10. Drum, o Jesu, soll tod ist nun verschlungen, Des dich preisen, Den starken über- satans reich ist ganz verheert, winder heißen, Die frei ge Lob sei dir, Gott gesungen. machte christenschaar. Du bist, Der sünden macht ist abge: den man billig rühmet; Preis, than, Durch Christum ist die lob, dank, ehre dir geziemet, himmelsbahn Uns wieder auf Jetzt, und ins künftig immer geschlossen. dar. Wir sind nun wohl ge= 2. Was uns des alten tröst, Durch dich vom tod Adams schuld Im paradies erlöst; Halleluja! Wir leben verloren, Das und noch mehr wohl Und freudenvoll, Trot, hat Christi huld Uns wieder: daß uns was betrüben soll. um erforen. Der starke held 11. Doch weil immer an aus Davids stamm hat sei uns klebet Die furcht des to- nes vaters zornes flamm Ge des, weil man lebet, Das löscht mit seinem blute. fleisch erzittert vor dem grab; 3. Heut ist er aus dem Ei, so komm du überwinder! grab herfür Mit großer macht Mach unsers herzens trauren gebrochen, Und stecket auf das minder, Hilf uns der kranken heilspanir, Inmassen er ver sorgen ab. Sprich du uns sprochen; Er bringt nach wohl tröstlich zu, Wie wohl der geführtem streit Uns wieder tod uns thu, Halleluja! Dein fried und freudigkeit, Ja alle wort allein Laß bei uns sein, himmelsschät Wann uns betrübt des todes pein. 163. Der 4. Drum lasset uns in fröhlichkeit Herz und gemüth 12. Unterdessen hilf im erheben, Weil uns ist diese leben Uns fleißig allzeit ach- gnadenzeit Vom himmel wie tung geben, Von sünden ernst- dergeben. Wir haben Christi lich abzustehn; Damit, wann reich und macht, Er ist hin wir aus der erden, um jüng- weg, der tag und nacht Vor sten tag erwecket werden, Wir Gott uns hat verklaget. fröhlich dir entgegen gehn, 5. Der alle welt verführt Oftern. 123 in noth Liegt in dem staub glaubenslos oft träumen, Er der erden, Der vormals starke hat alles im gesicht, Seine feelentod Hat müssen kraftlos treu verläßt uns nicht. werden. Des lammes blut 4. Jesus ist mir nachgehat ihn bekriegt, Sein wahres gangen, Wenn ich meiner zeugniß obgesiegt, Und uns eitelkeit und der sünde nach: zum heil erhalten. gehangen; O der unglücksel6. Wir werden auch nach gen zeit, Die man dergestalt dieser zeit Wie Christus auf verloren! Doch er hat mich erstehen und mit ihm in die neu geboren, Jesus hat an herrlichkeit Und himmelsfreud mich gedacht Und das schäf eingehen; Denn wo das haupt lein wieder bracht. geblieben ist, Da müssen auch, 5. at sich eine noth ge wie Paulus liest, Die andern funden, So ließ er mich nicht glieder wohnen. M. Schirmer+ 1673. Mel. Jeju meines Lebens leben. allein; Jesus stellt zur rechten stunden Sich mit seinem beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, Gleich als ob gehn mit sehnen er ferne wäre, O so ist er Ueber feld nach Emmaus; Ihre mehr als nah Und mit seiner augen sind voll thränen, Ihre hülfe da. 164. 3 wei der jünger seele voll verdruß, Man hört 6. Treuster freund von alihre klageworte; Doch es ist len freunden! Bleibe ferner von ihrem orte Unser Jesus noch bei mir. Kommt die welt gar nicht weit und vertreibt mich anzufeinden, Uch so sei die traurigkeit. du auch allhier. Will der teu2. Ach, es gehn noch man- fel auf mich blißen, Wollst du che herzen Ihrem stillen kum- trösten und beschützen. Komm, mer nach, Sie bejammern ihre in meinem geist zu ruhn; Was schmerzen, Ihre noth und un- du willst, das will ich thun. gemach. Manches wandert gar 7. Bin ich traurig und bealleine, Daß es nur zur gnü- trübet, So gieb nur in mei ge weine; Doch mein Jesus nen sinn, Daß mich deine seele ist dabei, Fragt, was man so liebet Und daß ich der deine traurig ſei? bin. Laß dein wort mich feſte 3. Wenn zwei seelen sich gründen, Laß es auch mein besprechen, So ist er der dritte herz entzünden, Daß es volmann; Er bemerket die ge- ler liebe brennt Und dich imbrechen, Redet, was uns trö- mer besser kennt. sten kann. Denn er kann uns 8. Tröst auch andre from= nicht versäumen, Wie wir me seelen, Wenn sie tief in 124 Festgesänge. kummer stehn, Wenn sie in 4. Pharao sammt roß und verborgnen höhlen, Kammern, wagen Liegt ins tiefe meer feld und wäldern gehn, Ihrem gestürzt; Die Philister sind kummer nachzusinnen, Daß sie geschlagen, Ihre bosheit ist satt sich weinen können: So verkürzt. Unser Simson hat sprich ihrer seele zu: Liebes mit prangen Seine siegsfahn find, was trauerst du? aufgehangen. 9. Kannst du bei der welt 5. Goliath ist ganz erleget, nicht weilen, Uch, so nimm Unser David ist der, held, Der mich auch mit dir; Laß mich ihn heut zu boden schläget, deine freuden theilen, Sei und Gar kein feind darf mehr ins bleibe stets bei mir. Bleibe feld. Jesus, der da ist erstandoch in unsrer mitten, Wie den, Macht all ihre macht zu dich deine kinder bitten. Dank schanden. sei dir, o lieber gast, Daß du mich getröstet hast. 6. Geh, und laß das grab verriegeln, du blinde juden: Ludwig Neunherz+ 1737. schaar, Geh, und laß den stein Mel. Unser herrscher, unser könig. versiegeln, Stelle hut und wa 165. Die ieses ist der tag che dar. Jesus, wenn er auf der wonne, Die- will stehen, Kann durch stein ses ist das freudenfest, Dran und siegel gehen. der Herr, die lebenssonne, 7. Blecke, tod, nur deine Seine strahlen schießen läßt; zähne, Brülle, satan, noch so Christus ist durchs grab ge sehr, Winsle, höllenschlund, drungen und hat nun den tod und stöhne, Du hast keine verschlungen. macht nicht mehr. Wer mit 2. Tod, wo ist dein stachel Chrifto wird begraben, Diesem blieben, Hölle, wo ist nun kannst du nichts anhaben. dein sieg? Deine macht ist 8. Großes fest, sei hochge: aufgerieben, Nunmehr endet ehret, Sei geehrt, gewünschtes sich der krieg. Gott hat uns licht, Dran die hölle ward den sieg gegeben; Trok! wer zerstöret, Und der tod ward will uns widerstreben. hingericht. Wir sind nun des 3. Wohl, o wohl, ja wohl lebens erben, Weil der tod der stunden, Drei und drei hat müssen sterben. und noch drei mal; Denn das 3. Frank+ 1677. lamm hat überwunden, Weg, Mel. Wer nur den lieben. 3. Mel. lebt, mehr wohnen ohne scheuen soll ich Schafe bei dem grimmen sterben? Hier steht mein haupt und triumphirt; So muß ich nur weg mit aller qual; Nun- 166. Mein Jeſus le leuen. Ostern. 125 ja das leben erben, Weil noth| ren zorn gestillt, Nun ist das und tod die macht verliert. zagen hin; Mein Jesus hat Weg traurigkeit, vergnügung An meiner statt Die sündenher: Mein Jesus lebt, das schuld gebüßet. grab ist leer! 3. Der friede Gottes herrscht 2. Mein Jesus siegt, drum in mir, Der über die vernunft; liegt zu füßen, Was mir das Mir öffnet sich des himmels leben rauben kann; Der tod thür, Weg, weg, du höllenmuß nun die erde küssen, Mir zunft! Du schreckst mich nicht, wird der satan unterthan. Der Mein heiland spricht: hölle abgrund selbsten bebt, mir soll sein der friede. Denn überall schallt: Jesus lebt! Mit 4. Wenn des gesehes donner knallt Und wann mir in 3. Mein Jesus lebt, das das ohr Der fluch aus Mosis grab ist offen, So geh ich büchern schallt, So schüß ich freudig in die gruft. Hier Jesum vor. Der fluch schreckt kann ich auch im tode hoffen, nicht, Mein heiland spricht: Daß mich sein wort ins leben Mit mir soll sein der friede. ruft. Wie süße schallt die stim: 5. Wenn mich die welt erme hier: Ich leb und ihr lebt bärmlich plagt Und setzt mir auch in mir! heftig zu, Von einem ort zum 4. Mein Jesus bleibt also andern jagt, So schafft mir mein leben; Er lebt in mei- Jesus ruh. Die welt schreckt nem herzen hier; Und soll ich nicht, Mein heiland spricht: ihm das leben geben, Mein Mit mir soll sein der friede. tod kommt mir nicht schreck= 6. Wenn mich die noth lich für, Weil er mich in den und trübsal drückt, Wenn mich himmel hebt, So wahr als der feind verstoßt, Werd ich Jesus ist und lebt. doch kräftiglich erquickt, Mir bleibt des Herren trost. Die noth schreckt nicht, Mein hei= Benjamin Schmolk+ 1737. Mel. Du friedefürst, Herr Jesu. 167. Wie lieblich find land spricht: Mit mir ſoll ſein deine der friede. Wie freundlich ist dein mund, 7. Wenn mich mein fleisch Wie tröstet mich dein wort so unruhig macht und reizt den süß, O meines glaubens grund! lüstern zahn, Wird doch sein Du guter bot, Du todes tod, wille nicht vollbracht, Ruf ich Du friedenswiederbringer! nur Jesum an. Das fleisch 2. Nun ist des höchsten schreckt nicht, Mein heiland wort erfüllt, Sei froh mein spricht: Mit mir soll sein der ganzer finn! Nun ist des Her- friede. 126 Festgesänge. 8. Wenn auf mich dringt des herzens grund Ganz rein der grimme tod Und rufet: in allem werde. du bist mein, So will auch 4. Wer ostern halten will, in dort des noth Mein bei der muß Dabei nicht unter: land bei mir sein. Der tod lassen Die bittern falsen wah: schreckt nicht, Mein heiland rer buß, Aus böse muß er spricht: Mit mir soll, sein der hassen, Daß Christus, unser friede. osterlamm, Für uns geschlacht 9. Dank sei dir, o du ans kreuzes stamm, Ihn durch friedefürst, Für das erworbne sein blut rein mache. gut, Das du mir wohl er- 5. Drum laßt uns nicht halten wirst, In dir mein im fauerteig Der bosheit ostern herze ruht; Und wenn es essen, Auch nicht in schalkheit, bricht, Erschreck ich nicht: Sch ob sie gleich Uns hat sehr hart fahre hin in friede. besessen. Vielmehr laßt uns die osterzeit Im süßen teig der lauterkeit Und wahrheit christlich halten. 6. Herr osterlamm, G. W. Sacer+ 1699. Mel. Wo Gott der Herr nicht. hr Christen 168. Jaß ihr ausfest, verleih Uns deine oftergaben, Was sich in euch von sünden Daß wir den frieden und da Und altem sauerteig noch regt; bei Ein reines herze haben. Nichts muß sich deß mehr fin- Gieb, daß in uns dein hei den, Daß ihr ein neuer teig ligs wort Der sünden sauermögt sein, Der ungesäuert sei teig hinfort Je mehr und mehr und rein, Ein teig, der Gott ausfege. gefalle. 2. Habt doch darauf geEigne Melodie. naue acht, Daß ihr euch wohl 169. Wir wollen alle probiret, Wie vor Gott fröhlich sein in allem macht Und euren dieser österlichen zeit, Denn wandel führet. Ein wenig unser heil an Gotte liegt. Hal sauerteig gar leicht Den gan: lelujah, hallelujah, hallelujah, zen teig fortan durchkreucht, hallelujah. Gelobet sei ChriDaß er wird ganz durchsäuert. stus, Marien sohn. 3. Also es mit den sünden 2. Er ist erstanden, Jesus ist; Wo eine herrschend blei: Christ, Der an dem freuz ge bet, Da bleibt auch, was zu storben ist, Dem sei lob, ehr jeder frist 3um bösen ferner zu aller frist. Hallelujah c. treibet. Das ofterlamm im 3. Er hat zerstört der höl neuen bund Erfordert, daß len pfort, Und all die sein Himmelfahrt. 127 heraus geführt, Und uns er- stenheit Und singt und springt löst vom ewgen tod. Hal- ohn alles leid; Gott lob und lelujah 2c. dank im höchsten thron, Unser 4. Wir singen all lob, ehr bruder ist Gottes sohn. Halund preis, Dem eingen Got- lelujah. tessohne weis, Der uns er- 3. Gen himmel ist gefahkauft das paradeis. Halle- ren hoch, Und ist doch allzeit lujah zc. bei uns noch, Sein macht und 5. Es freu sich all die gwalt unendlich ist, Wahr christenheit, Und lob die heilg Gott und mensch zu aller dreifaltigkeit Von nun an bis frist. Hallelujah. in ewigkeit. Hallelujah zc. 4. Üeber all himmel hoch erhebt, Ueber all engel mächtig schwebt, Ueber all menschen er regiert, und alle kre7. Himmelfahrt. Eigne Melodie. 170. Christus fuhr auf aturen führt. Hallelujah. gen himmel, 5. 3ur rechten Gottes vasandt er uns hernieder? Den ters groß Hat er all macht tröster, den heiligen geist, Dem on alle maß, All ding sind sollen wir glauben allermeist. ihm ganz unterthan, Gottes und der Maria sohn. HalHallelujah. lelujah. 2. Wär er nicht hingangen, Der tröster wär nicht kommen; Seit daß er hin gangen ist, So haben wir den 6. All teufel, welt, sünd, höll und tod Er alles überwunden hat, Trok wer da geist durch Jesum Christ. Hal- Den sieg muß er doch allzeit will, es liegt nichts dran, lelujah. 7. 3. Gen himmel fuhr der han. Hallelujah. heilig Christ, Der aller welte heiland ist, Hallelujah, Hal lelujah, Hallelujah, Hallelujah. C. Solius. Wohl dem, der ihm vertrauen thut und hat an ihm du willst, wer fragt nach dir? nur frischen muth, Welt, wie Nach Christo steht unser be= gier. Hallelujah. Mel. Erschienen ist der herrlich. 8. Er ist der Herr und 171. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß unser trost, Der uns durch du gen himmel gfahren bist, sein blut hat erlöst, Das starker Gott, Emanuel, gfängniß er gefangen hat, Stärk uns an leib, stärk uns Daß uns nicht schad der bittre an feel. Hallelujah. tod. Hallelujah. 2. Nun freut sich alle chri9. Wir freuen uns aus Festgesänge. herzensgrund Und singen fröh-| 3. Daß unser heiland e lich mit dem mund: Unser sus Christ, Wahr Gottes sohn, bruder, fleisch, bein und blut mensch worden ist, Deß freuen Ist unser allerhöchstes gut. sich die engel sehr, Und gön Hallelujah. nen uns gern solche ehr. 10. Durch ihn der himmel 4. Der Herr hat uns die unser ist, Hilf uns, o bruder, stätt bereit, Da wir solln Jesu Christ, Daß wir nur bleibn in ewigkeit; Lobsinget fest vertraun auf dich, Und ihm, lobsinget ihm, Lobsinget durch dich leben ewiglich. Hal- ihm mit lauter stimm! lelujah. 5. Wir sind erben im him: 11. Amen, amen, Herr melreich, Wir sind den lieben Jesu Christ, Der du gen engeln gleich; Das sehn die himmel gfahren bist, Behalt lieben engel gern, Und danken uns, Herr, bei reiner lehr, mit uns Gott dem Herrn. Des teufels trug und listen wehr. Hallelujah. 6. Es hat mit uns nun nimmer noth; Der satan, sünd 12. Komm, lieber Herr, und ewger tod Alsammt zu komm, es ist zeit, Zum letz- schanden worden sind Durch ten gricht in herrlichkeit, Führ Gottes und Marien kind. uns aus diesem jammerthal 7. Der Herr verläßt uns In deinen ewgen himmels- nimmermehr, Er giebt uns faal. Hallelujah. gute prediger, Die unser pfle: 13. Amen singen wir noch gen in der welt, Bei seinem ein mal, Wir sehnen uns ins wort er uns erhält. himmels saal, Da wir mit 128 8. Un sein verheißung er deinen engelein Das amen gedenkt, Drum hat er uns wollen singen fein. Hallelujah. solch gab geschenkt, Und sendt predger in ferne land, Daß er durch ihr wort werd be Eigne Melodie. 172. testinder all, Der F Creut euch, ihr got kannt. 9. Den heilgen geist sendt Herr fährt auf mit großem er herab, Auf daß er unser schall. Lobsinget ihm, lobsin- herz erlab Und tröst uns durch get ihm, Lobsinget ihm mit das göttlich wort, Und uns lauter stimm! behüt vors teufels mord. 2. Die engel und all him- 10. Also baut er die chri melsheer Erzeigen Christo gött- stenheit Zur ewgen freud und lich ehr, Und jauchzen ihm seligkeit; Allein der glaub an mit fröhlichm schall, Das thun Jesum Christ Die recht er: die lieben engel all. kenntniß Gottes ist. 129 Himmelfahrt. 11. Der heilig geist den 19. Die heilige dreifaltigglauben stärkt, Geduld und keit Hält sich ganz zu der hoffnung in uns wirkt, Er- christenheit Und nimmt sich leucht und macht die herzen ihr so herzlich an, Und wollt fest Und uns in trübsal nicht gern helfen jedermann. verläßt. 20. So wachsen wir an 12. So nehmen wir im Christo fein Und meiden allen glauben zu, Und hat das arm falschen schein, Und nehmen gewissen ruh Durch Christum uns des nächsten an, Gleichunsern mitteler Und hüten wie er hat an uns gethan. uns vor falscher lehr. 21. Wir wandeln wohl in 13. Was uns die göttlich dieser welt Und thun doch majestät Um heilgen kreuz er- nicht, was ihr gefällt, Sonworben hat, Das theilet aus dern wir folgen Gottes rath der heilge geist, Darum er und thun, was er befohlen hat. unser lehrer heißt. 22. Die blinde welt weiß 14. Ein jeder, der da pred nichts von Gott, Und Gottes gen soll, Der muß das eben wort ist ihr ein spott, Sie wissen wohl, Wo nicht der treibt unzucht, geiz, list und geist sein herz bewegt, Daß tück, Unrecht und andre böse er das amt nicht recht verhegt. stück. 15. Ohn Gottes geist auch 23. Das thun die frommen niemand kann Christum von christen nicht, Ihr herz nach herzen nehmen an, Den trä- Gotts wort ist gericht, Und gen herzen bringt er saft, Den denken stets aus dieser welt Und schwachen herzen giebt er kraft. thun, was Christo wohlgefällt. 16. Den durstigen ist er 24. Das wort sie üben imein quell, Was dunkel ist, das merdar, Das ist hell, lauter, macht er hell, Die krummen rein und klar; Ihr lust ist zu herzen macht er schlecht, Die der heilgen schrift, Denn menirrigen bringt er zurecht. schenlehr ist eitel gift. 17. Die herzen, die da sind 25. So manche schöne gotverwundt, Die macht der hei- tesgab Bringt uns der heilig lig geist gesund, Erweichet, die geist herab, Und uns vorm da sind verhärt; Das thut satan wohl verwahrt; Solches des Herren himmelfahrt. schafft des Herrn himmelfahrt. 18. Der vater hat den sohn 26. So danket nun dem gesandt, Der sohn wird anders lieben Herrn und lobet ihn nicht erkannt Ohn durch den von herzen gern, Lobsinget mit heilgen geist allein, Der muß der engel dhör, Daß man es die herzen machen rein. in dem himmel hör. Lutherisches Gesangbuch. 9 130 Festgesänge. 27. Gott vater in der ewig- 1 Mel. Wie schön leuchtet der. keit, Es ſagt dir deine chri= 174. Ach wundergroßer stenheit Groß ehr und dank mit höchstem fleiß, zu allen sündenträger aller welt, Heut zeiten lob und preis. hast du dich gesetzet Zur rech: 28. Herr Jesu Christe, Got: ten deines vaters kraft, Der tes sohn, Gewaltig, herrlich, feinde schaar gebracht zur haft, prächtig, schön, Es dankt dir Bis auf den tod verleget. deine christenheit Von nun an Mächtig, Prächtig Triumphi bis in ewigkeit. rest, jubilirest, Tod und leben, 29. Du heilger geist, du Dir ist alles untergeben. wahrer Gott, Der du uns 2. Dir dienen alle cherutröst in aller noth, Wir rüh- bim, Viel tausend hohe sera: men dich, wir loben dich, Und sagen dir dank ewiglich. phim Dich großen siegsmann loben; Weil du den segen E. Alberus+ 1553. wiederbracht, Mit majestät Eigne Melodie. und großer macht 3ur gloria en himmel aufge- bist erhoben. Singet, Klinget, fahren ist, Hal- Rühmt und ehret den, so fäh lelujah, Der köng der ehren ret Auf gen himmel Mit po Jesus Christ. Hallelujah. 173. Sen saunen und getümmel. 2. Er sitt zur rechten Gottes hand, Hallelujah, Herrscht über himml und alle land. Hallelujah. 3. Du bist das haupt, hin gegen wir Sind glieder, ja es kommt von dir Auf uns licht, trost und leben; Heil, fried 3. Nun ist erfüllt, was und freude, stärk und kraft, gschrieben ist, Hallelujah, In Erquickung, labsal, herzenssaft psalmen von dem Herren Wird uns von dir gegeben. Christ. Hallelujah. Bringe, 3winge Mein gemü 4. Nun sitzt beim Herren the, mein geblüte, Daß es Davids Herr, Hallelujah. Wie preise, Dir als siegsherrn ehr zu ihm hat gesagt der Herr. erweise. Hallelujah. 4. Zeuch, Jesus, uns, zeuch 5. Nun dankt dem Herren uns nach dir, Hilf, daß wir Jesu Christ, Hallelujah, Der forthin für und für Nach deiheut gen himmel gfahren ist. nem reiche trachten; Laß un Hallelujah. ser thun und wandel sein, Wo 6. Lob sei der heilgen trei zucht und demuth tritt herein, eingkeit, Hallelujah, Von nun All üppigkeit verachten. Un an bis in ewigkeit. Hallelujah. art, Hoffart Laß uns meiden, Melchior Frank 1600. christlich leiden, Wohl ergrün Himmelfahrt. 131 den, Wo die gnade sei zu ist sein haupt und Herr, Da finden. bei will es auch ruhen. 5. Sei Jesus unser schuk 3. Uch laß, Herr Christe, und schat, Sei unser ruhm mich die gnad Von deinr aufund fester plak, Darauf wir fahrt empfangen, Daß mein uns verlassen. Laß suchen uns, herz hier die nachfahrt hab, was droben ist, Auf erden Bis daß ich werd erlangen wohnet trug und list. Es ist Das himmelfahrn mit seel auf allen straßen Lügen, Trü- und leib, Dir zu ehren und gen, Angst und plagen, die mir zur freud, So will ich da nagen, Die da quälen dir lobsingen. Stündlich arme christenseelen. 3. Wegelin+ 1640. 6. Herr Jesu, komm, du met. Aus meines herzens grunde. gnadenthron, Du ſiegesfürst, 176. Gott fähret auf gen held, Davids sohn, Komm, stille das verlangen; Du, du hem jubelschall, Mit prächtibist allen uns zu gut, O Jesu, gem getümmel Und mit po durch dein theures blut Ins saunenhall. Lobsingt, lobsinget heiligthum gegangen. Komm Gott, Lobsingt, lobsingt mit schier, Hilf mir, Denn so sol: freuden Dem könige der heilen, denn so wollen Wir ohn den, Dem Herren Zebaoth. ende Fröhlich klopfen in die hände. E. C. Homburg+ 1681. 2. Der Herr wird aufge nommen, Der ganze himmel lacht; Um ihn gehn alle frommen, Die er hat frei gemacht. Mel. Allein Gott in der höh sei. Es holen Jesum ein Die lau175. Allei [ Ulein auf Christi tern cherubimen, Den hellen himmelfahrt Mein seraphimen Muß er willkomnachfahrt ich thu gründen, Al- men ſein. lein auf seine hülf ich wart 3. Wir wissen nun die stieUnd bitt, er woll mir senden ge, Die unser haupt erhöht; Sein himmlisch gnad oben Wir wissen zur genüge, Wie herab, Daß ich der welt mög man zum himmel geht. Der sagen ab Und, was droben heiland geht voran, Will uns ist, suchen. nicht nach sich lassen, Er zeiget uns die straßen, Er bricht uns sichre bahn. 2. Weil er gen himmel sich gewendt, Das irdische verlas sen, Mein herz auch nirgend 4. Wir sollen himmlisch ruhe findt, Es will nun diese werden; Der Herre macht straßen Zur himmlischen rub, uns plaß. Wir gehen von der freud und ehr, Wo Christus erden, Dort hin, wo unser 9* 132 Festgesänge. Be schat. Ihr herzen macht euch mel klarheitsvoll; Kommt, auf! Wo Jesus hingegangen, lasset uns sein siegen Dahin sei das verlangen, Da- trachten recht und wohl. 2. Was hat doch erst ge hin sei euer lauf. 5. Laßt uns zum himmel litten Des allerhöchsten liebes springen Mit herzlicher begier; kind! Wie hat der held ge Laßt uns zugleich auch singen: stritten Als ihn die feinde Dich, Jesu, suchen wir, Dich, so geschwind Und grausam o du Gottes sohn, Dich weg, überfielen! Sein leichnam dich wahres leben, Dem alle schwitzte blut; Das völklein macht gegeben, Dich, unsers mußte kühlen Un ihm den hauptes kron. heißen muth. Nun hat sichs 6. Ade mit deinen schätzen, ganz verkehret; Der vor ein Du trugesvolle welt! Dein leider war, Wird nunmehr foth kann nicht ergößen. Weißt hoch verehret Auch von der du, was uns gefällt? Der Herr engel schaar. ist unser preis, Der Herr ist 3. Der Herr hat ausge unsre freude und köstliches zogen Die fürstenthümer, und geschmeide; Zu ihm gilt unsre die macht Der starken so ge reis. bogen, Daß er den sieg da 7. Wann soll es doch ge von gebracht. Ja nun if schehen? Wann kommt die Christi worden Das reich, die liebe zeit, Daß wir ihn wer- kraft, das heil, Und dies kommt den sehen In seiner herrlich- unserm orden Absonderlich zu keit? Du, tag, wann wirst theil. Denn satan ist be du sein, Daß wir den hei- zwungen Durch den so herben land grüßen, Daß wir den krieg, Der tod auch selbst heiland küssen? Komm, stelle verschlungen( Gelobt sei Gott) dich doch ein. im fieg. 177. Gottf. Wilh. Sacer+ 1699. 4. Jetzt kann und will ich Mel. Nun lob mein seel den. pochen, Tod, teufel, hölle, crohlocket jetzt mit sünd und welt! Dein stachel händen Und jauch ist zerbrochen, würger, und zet Gott mit süßem schall, du selbst gefällt, Die höll ist Ihr völker aller enden, Lob- schon zerstört Die fünd ist singet ihm mit lautem hall! abgethan, Ei, kommet doch Es fähret auf mit prangen und höret, Was auf dem sie Der held von Israel, Nach- gesplan Für wunder sich be dem er hat gefangen Tod, geben, Wie wir den engeln teufel, sünd, und höll. Jetzt gleich Dort ewig sollen leben ist er aufgestiegen Gen him- In Gottes freudenreich. Himmelfahrt. 133 5. Es ist uns aufgeschlos- hand, Woselbst ihn herrlich sen Die längst versperrte gna- loben Der engel chor. In sol denthür, Und Christi reichs- chem stand Ist unser fleisch zu genossen Regieren mit ihm für finden, welch ein ruhm und und für. Gott ist nicht mehr ehr! Es müsse nun verschwinbedecket Mit wolken, wie zu den, Was uns betrübt so sehr, vor, Das manchen hat erschre- Denn unser theil regieret In det. Denn hub man schon großer herrlichkeit, Wohin er empor Das haupt, herz, mund uns auch führet, Wenn wir und hände, Ward man doch der sünd entfreit. nicht erhört; Nein, dieses hat 9. Lob sei dir, Herr, ge= ein ende, Das werk steht ganz sungen, Daß du dich aus selbst verkehrt. eigner macht Gen himmel haft 6. Hat mich nun gleich ge- geschwungen, Und den triumph troffen In dieser welt freuz, davon gebracht, Daß du hast angst und pein; Der himmel aufgeschlossen Des himmels steht mir offen, Da kann ich goldne thür Und uns zu reichssonder trübsal sein. Drum alle genossen Verordnet für und schmach auf erden, Die mir für. Ach, laß es doch gelinsonst frißt das herz, Muß gen Der frommen schaar zumir erträglich werden. Denn gleich, Ein loblied dir zu finwas vermag ein schmerz, Im gen In deines vaters reich. fall ich kann bedenken Die ruh und sicherheit, Die mir Met. Sollt ich meinem Gott nicht. mein Gott wird schenken In 178. Qaffet uns beständig jener ewigkeit. trachten Nur nach 7. Ei, soll und muß ich dem, was droben ist; Alles sterben? Mir ist der himmel ist für nichts zu achten Gegen aufgethan. Der leib zwar muß dir, o Jesu Christ. Dir will verderben, Der geist geht weit ich allein anhangen Wie ein ein andre bahn. Gar schnell eisen dem magnet; Denn, wird er geführet In Gottes Herr Jesu, zu dir steht UU mächtig hand, Wo keine qual mein wünschen und verlangen. ihn rühret, Da steht sein va- Zieh uns doch hinauf zu dir, terland. Bald wird das stünd- Liebster Herr, das bitten wir. lein kommen, Daß vor des 2. Welt, du bist mir höchst grabes thür Sein leichnam beschwerlich, Fleisch und blut angenommen Auch herrlich fühlt deine last; All dein thun geht herfür. ist sehr gefährlich, Alles eitel, droben was du hast. Alles, alles, was rechter man siehet, Ist zuwider Got8. Inmittelst sibet Der Herr zu Gottes 134 Festgesänge. tes geist, Der uns zu dem an uns gewandt, Ein lebend himmel weist. O darum so brunn, lieb und feur. seid bemühet, Fromme herzen 3. 3ünd uns ein licht an macht euch los Von dem schwe: im verstand, Gieb uns ins ren erdenklos. herz der liebe brunst, Das 3. Jesus läßt sich zu uns schwach fleisch in uns, dir be nieder, Daß man ihn errei- kannt, Erhalt fest dein kraft chen kann; Denn er will und gunst. uns, seine glieder, Mit sich 4. Du bist mit gaben sie: ziehen himmelan. Ei, so rei- benfalt Der finger an Gotts chet ihm die hände Sammt rechter hand, Des vaters wort dem herzen willig dar, Und giebst du gar bald Mit zun ergreift ihn ganz und gar, gen in alle land. Bittet, daß er zu euch sende 5. Des feindes list treib Von dem himmel stärk und von uns fern, Den fried schaff kraft, Daß ihr steif an Christo bei uns deine gnad, Daß wir haft. dein'm leiten folgen gern Und 4. Auf, ihr Christen, laßt meiden der seelen schad. uns streben Nach des himmels 6. Lehr uns den vater ken herrlichkeit, Und nicht länger nen wohl, Dazu Jesum Christ, bleiben fleben An der erden seinen sohn, Daß wir des glau: dieser zeit; Da uns nun ist bens werden voll, Dich beider aufgeschlossen In dem himmel geist zu verstehn. thür und thor. Ei, so schwin- 7. Gott vater sei lob und get euch empor, Seid beherzt dem sohn, Der von den tod und unverdrossen, Bis ihr ten auferstund, Dem tröster durch die wolken dringt Und sei dasselb gethan In ewigkeit das hallelujah singt. alle stund. Amen. 8. Pfingsten. Eigne Melodie. M. Luther+ 1546. Eigne Melodie. Comm heiliger geist, Herre Gott, Er 179. mm, o K o Gott, füll mit deiner gnaden gut schöpfer, heilger Deiner gläubgen herz, muth geist, Besuch das Herz der und sinn, Dein brünstig lieb menschen dein, Mit gnaden entzünd in ihn, O Herr, durch sie füll, wie du weißt, Daß deines lichtes glast 3u dem dein geschöpf vorhin sein. glauben versammelt hast Das 2. Denn du bist der trö- volk aus aller welt zungen, fter genannt, Des allerhöchsten Das sei dir, Herr, zu lob ge gabe theur, Ein geistlich salb sungen. Hallelujah, hallelujah. 180. Kom Pfingsten. 135 2. Du heiliges licht, edler ben, Und in fried auf einem hort, Laß uns leuchten des sinne bleiben. Kyrieleis. lebens wort Und lehr uns 4. Du höchster tröster in Gott recht erkennen, Von her- aller noth; Hilf, daß wir nicht zen vater ihn nennen, Herr, fürchten schand noch tod, Daß behüt vor fremder lehr, Daß in uns die sinne nicht verzawir nicht meister suchen mehr, gen, Wenn der feind wird das Denn Jesum mit rechtem glau- leben verklagen. Kyrieleis. M. Luther+ 1546. ben Und ihm aus ganzer macht vertrauen. Hallelujah, Hallelujah. 3. Du heilige brunst, süßer trost, Nun hilf uns fröhlich und In deim dienst beständig bleiben, Die trübfal 182. Eigne Melodie. Domm, heiliger geist, Erfülle die herzen uns nicht abtreiben. Herr, deiner gläubigen Und entzünde durch dein kraft uns bereit in ihn das feuer deiner göttUnd stärk des fleisches blödig lichen liebe. Der du durch mankeit, Daß wir hier ritterlich nigfaltigkeit der zungen Die ringen, Durch tod und leben völker der ganzen welt verzu dir dringen. Hallelujah, sammelt haft In einigkeit des hallelujah. M. Luther+ 1546. glaubens. Hallelujah, Hallelujah. Eigne Melodie. 181. Nun bitten wir den Die Antiphone Veni sancte spiritus reple. Mel. Wie schön leuchtet der. heilger geiſt, kehr heiligen geist um 183. den rechten glauben allermeist, Daß er uns b'hüte an unserm laß uns deine wohnung sein, ende, Wenn wir heimfahrn O komm, du herzenssonne! aus diesem elende. Kyrieleis. Du himmelslicht, laß deinen 2. Du werthes licht, gieb schein Bei uns und in uns uns deinen schein, Lehr uns kräftig sein 3u steter freud Jesum Christ fennen allein, und wonne! Sonne, Wonne, Daß wir an ihm bleibn, dem Himmlisch leben willst du getreuen heiland, Der uns bracht ben, wenn wir beten; 3u dir hat zum rechten vaterland. kommen wir getreten. Kyrieleis. 2. Du quell, draus alle 3. Du süße lieb, schenk uns weisheit fleußt, Die sich in deine gunst, Laß uns empfin- fromme seelen geußt, Laß deiden der liebe brunst, Daß wir nen trost uns hören, Daß wir uns von herzn einander lie- in glaubenseinigkeit Auch kön 136 Festgesänge. nen alle christenheit Dein wah- mit liebestreu Und sich darin. res zeugniß lehren. Höre, leh- nen übe. Kein neid, Kein re, Daß wir können herz und streit Dich betrübe; fried und sinnen dir ergeben, Dir zu lob liebe müsse schweben, Fried und uns zu leben. und freude wirst du geben. 3. Steh uns stets bei mit 7. Gieb, daß in reiner hei deinem rath Und führ uns ligkeit Wir führen unsre le selbst den rechten pfad, Die benszeit; Sei unsers geistes wir den weg nicht wissen. stärke, Daß uns forthin sei Gieb uns beständigkeit, daß unbewußt Die eitelkeit, des wir Getreu dir bleiben für fleisches lust Und seine todten und für, Wenn wir uns lei- werke. Rühre, Führe Unser den müssen. Schaue, Baue, sinnen und beginnen von der Was zerrissen und geflissen, erden, Daß wir himmelserben dich zu schauen Und auf dei- werden. M. Schirmer+ 1673. nen trost zu bauen. samkraft Empfinden und zur 184. 3 thoren, Sei mei4. Laß uns dein edle bal- mel. Aus meines herzens grunde. euch zu meinen ritterschaft Dadurch gestärket überwinden. werden, Auf daß wir unter nes herzens gast, Der du, da deinem schuß Begegnen aller ich geboren, Mich neu gebo feinde truß Mit freudigen ge- ren hast; O hochgeliebter geist berden. Laß dich Reichlich Auf Des vaters und des sohnes, uns nieder, daß wir wieder Mit beiden gleiches thrones, trost empfinden, Alles unglück mit beiden gleich gepreist. 2. 3euch ein, laß mich em 5. D starker fels und le- pfinden und schmecken deine benshort, Laß uns dein him- kraft, Die kraft, die uns von melsüßes wort In unsern her- sünden Hülf und errettung zen brennen, Daß wir uns schafft. Entsündge meinen sinn, mögen nimmermehr Von dei- Daß ich mit reinem geiste Dir ner weisheitsreichen lehr Und ehr und dienste leiste, Die ich reiner liebe trennen. Fließe, dir schuldig bin. Gieße Deine güte ins gemü- 3. Ich war ein wilder rethe, daß wir können Christum ben, Du hast mich gut ge unsern heiland nennen. macht; Der tod durchdrang 6. Du süßer himmelsthau, mein leben, Du hast ihn um laß dich In unsre herzen kräf- gebracht und in der tauf er: tiglich Und schenk uns deine stickt, Uls wie in einer fluliebe, Daß unser sinn verbun- the, Mit dessen tod und blute, den sei Dem nächsten stets Der uns im tod erquickt. 137 Pfingsten. 4. Du bist das heilge öle, 9. Ach, edle friedensquelle, Damit gesalbet ist Mein leib Schleuß deinen abgrund auf, und meine seele Dem Herren Und gieb dem frieden schnelle Jesu Christ Zum wahren ei= Hier wieder seinen lauf! Halt genthum, 3um priester und ein die große fluth, Die fluth, propheten, 3um könge, den die eingerissen, So daß man in nöthen Gott schützt im hei- siehet fließen Wie wasser menligthum. schenblut. 5. Du bist ein geist, der 10. O laß dein volk erkenlehret, Wie man recht beten nen Die vielheit ihrer sünd, foll; Dein beten wird erhöret, Auch Gottes grimm so brenDein singen klinget wohl; Es nen, Daß er bei uns entzünd steigt zum himmel an, Es Den ernsten bittern schmerz steigt und läßt nicht abe, Bis Und buße, die bereuet, Deß der geholfen habe, Der allen sich zuerst erfreuet Ein welthelfen kann. ergebnes herz. 6. Du bist ein geist der 11. Auf buße folgt der freuden, Vom trauern hältst gnaden-, Auf reu' der freudendu nicht, Erleuchtest uns im blick; Sich bessern heilt den leiden Mit deines troftes licht. schaden, Fromm werden brinAch ja, wie manches mal Hast get glück. Herr, thu's zu deidu mit süßen worten mir auf- ner ehr, Erweiche stahl und gethan die pforten Zum güld- steine, Auf daß das herze nen freudensaal. Der böse sich bekehr. weine, 7. Du bist ein geist der 12. Erhebe dich, und steure liebe, Ein freund der freund- Dem herzeleid auf erd, Bring lichkeit, Willst nicht, daß uns wieder und erneure Die wohlbetrübe Zorn, zank, haß, neid fahrt deiner heerd. Laß blüund streit. Der feindschaft bist hen, wie zuvorn Die länder, du feind, Willst, daß durch so verheeret, Die kirchen, so liebes flammen Sich wieder zerstöret Durch krieg und thun zusammen, Die voller feuerszorn. zwietracht seind. 13. Beschirm die polizeien, 8. Du, Herr, haft selbst in Bau unser fürsten thron, Daß händen Die ganze weite welt, sie und wir gedeihen; Schmück, Kannst menschenherzen wen- als mit einer kron Die alten den, Wie es dir wohlgefällt; mit verstand, Mit frömmigkeit So gieb doch deine gnad 3um die jugend, Mit gottesfurcht fried und liebesbanden, Ver- und tugend Das volk im ganknüpf in allen landen, Was zen land. sich getrennet hat. 14. Erfülle die gemüther 138 Festgesänge. Mit reiner glaubenszier, Die 3. Verleih, daß wir dich häuser und die güter Mit se lieben, Gott, von großer gen für und für. Vertreib den huld, Durch sünd dich nicht bösen geist, Der dir sich wi- betrüben, Vergieb uns unsre dersetzet Und, was dein herz schuld, Führ uns auf ebner ergößet, Aus unsern herzen bahn; Hilf, daß wir dein reißt. wort hören Und thun nach 15. Gieb freudigkeit und deinen lehren, Das ist recht stärke, Zu stehen in dem streit, wohl gethan. Den satans reich und werke 4. Von oben her uns sende Uns täglich anerbeut. Hilf Den geist, den edlen gast, Der kämpfen ritterlich, Damit wir stärket uns behende, Wenn überwinden, Und ja zum dienst uns drückt kreuzeslast. Tröst der fünden Kein christ ergebe uns in todespein, Mach auf sich. die himmelsthüre, Uns mit 16. Richt unser ganzes le- einander führe Zu deinem ben Allzeit nach deinem sinn, freudenschein. Und wenn wirs sollen geben G. Werner+ 1671. Ins todes hände hin, Wenns Mel. Freu dich sehr, o meine seele. mit uns hier wird aus; So 186. ler geift ins him. Ei hilf uns sterben Und nach dem tod ererben ewgen lebens haus. Des nes wesens, einer kraft Mit Gott vater und dem sohne, Paulus Gerhardt+ 1676. Schwacher seelen lebenssaft! Mel. Aus meines herzens grunde. Ach! ergieße deine treu In 185. Freut euch ihr chri- mein herz und mach es neu, sten alle, Gott Daß Gott selbst mit seiner schenkt uns seinen sohn; Lobt gabe Lust in mir zu wohnen ihn mit großem schalle, Er habe. schickt vom himmelsthron Uns 2. Ach! ich bin mit schmach ſeinen werthen geist, Der uns und schanden Gar erbärmlich durchs wort recht lehret, Des zugericht; Satan hat mit sei glaubens licht vermehret Und nen banden Meine schönheit uns auf Christum weist. ganz zernicht. Gottes bild ist 2. Er lässet offenbaren Als ganz verderbt, Sünden sind unser höchster hort Uns, die mir angeerbt; Und wie kann wir thoren waren, Das him- Gott solche seelen Sich zur melische wort. Wie groß ist wohnung auserwählen? seine güt! Nun können wir 3. Du bist Gottes starker ihn kennen und unsern vater finger, Der der sünden macht nennen, Der uns allzeit behüt. zerbricht, Satans mächtiger Pfingsten. 139 bezwinger, Meiner seelen hel- muß den frommen Einig von les licht. Kehrest du nur bei Gott selber kommen. mir ein, Uch! so wird mein 8. Geist des betens, lehr herze rein, Und auch schon mich beten, Abba, vater in auf dieser erden Eine wohnung der höh! Treibe mich, vor Gottes werden. Gott zu treten, Und gieb, 4. Geist der weisheit, komm wenn ich vor ihm steh, Daß und leite Mich zum rechten mein bitten kräftig sei; Steh weisheitsquell; Geh und stehe mir stets mit seufzen bei. mir zur seite, Mach mein fin- Sprich in mir in Gottes nastres herze hell Und durch dei- men Nach dem flehn ein kräf= nen glanz erleucht, Daß es tig: Umen! Gottes sinn erreicht, Bis ich nach den trauerstunden Jene ſeligkeit gefunden. Joh. Gottf. Hermann+ 1791. Mel. O Jesulein süß. 5. Geift des trostes, in 187, heiliger geist, o heiliger Gott! Du dem leiden Steh mir allzeit tröster werth in aller noth! kräftig bei; Wenn die besten Du bist gesandt vons himfreunde scheiden, Bleib du mir mels thron Von Gott dem beständig treu. Gieb mir ein vater und dem sohn. D heigelassen herz, Daß ich in dem liger geist, o heiliger Gott! größten schmerz Trost der see- 2. O heiliger geist, o heilen bei dir finde und mich liger Gott! Gieb uns die lieb stets mit dir verbinde. zu deinem wort! Zünd an in 6. Geist des raths, wie oft uns der liebe flamm, Darnach verschwindet Rath und that zu lieben allesammt. O heiliin angst und noth! Wenn ger geist, o heiliger Gott! mein herz nicht hülfe findet, 3. O heiliger geist, o heiWenn ich leide, wenn der tod liger Gott, Mehr unsern glauHerz und augen niederdrückt, ben immerfort! Un Christum Wenn ich traurig und gebückt niemand glauben kann, Es Und vor jammer muß vergehen; sei denn durch dein hülf geUch! so bleib du bei mir than; O heiliger geist, o heistehen. liger Gott! 7. Geist der freuden, mein 4. O heiliger geist, o heigemüthe Suchet an dir seine liger Gott! Erleucht uns durch lust. Schmeckt mein herz nur dein göttlich wort! Lehr uns deine güte, So verlachet mei- den vater kennen schon, Dazu ne brust, Was die welt für auch seinen lieben sohn. D luft erdenkt, Weltlust nur die heiliger geist, o heiliger Gott! ſeele kränkt; Rechte freude 5. O heiliger geist, o hei 140 Festgesänge. liger Gott! Du zeigst die thür Mein gemüthe, Gottes güte zur himmelspfort; Laß uns zu erkennen, Christum meinen hier kämpfen ritterlich Und zu Herrn zu nennen. 4. Erquicke mich, du sanf ter wind, Du brunn, wo le 6. heiliger geist, o hei- benswasser rinnt, Du süße liger Gott! Verlaß uns nicht freudenquelle, Die allen durft in noth und tod; Wir sagen der seelen stillt Und aus der dir lob, ehr und dank Jehund gottheit tiefe quillt Ganz rein und unser lebenlang. Ohei- und ewig helle. Fließe, Gieße liger geist, o heiliger Gott! Deine gaben, mich zu laben, Abraham Hinkelmann+ 1695. wenn ich site In der angst und trübsalshite. dir dringen seliglich: O heiliger geist, o heiliger Gott! 188. Komm Mel. Wie schön leuchtet der. Domm Gottes geist, 5. Sei meiner ohnmacht komm höchster gast, kraft und macht, Mein helles Herr, den der himmel nicht licht in dunkler nacht, Mein umfaßt, Noch dieser kreis der weg, wenn ich verführet; Mein erde. Komm, offenbare dich lehrer in unwissenheit, Mein an mir, Gott, heilger geist, starker beistand in dem streit, daß ich in dir Ein geist mit Bis mich die wonne zieret. Christo werde. Leite Heute Schüße, Stüke, Herr, mich Geist und sinnen, mein be- schwachen, stark zu machen ginnen und mein leben, Dei- meinen glauben; Laß mir ner liebe nachzustreben. nichts die krone rauben. 2. Komm, theures gut, 6. Hilf mir in meiner leg komm höchster schak, Komm ten noth, Versüße mir den bitin mein herz und mache plat, tern tod. Wenn herz und auDich gläubig einzunehmen. Ich gen brechen; So sei du meigläube fest, mein heil und licht, nes lebens licht. Laß, wenn Du theurer tröster wirst dich die zunge nicht mehr spricht, nicht Der armen hütte schämen. Dein seufzen für mich spre Eile, Heile Herz und seele mit chen. Laß mich Endlich Nach dem öle deiner gnaden; mache dem scheiden zu den freuden gut den sündenschaden. aller frommen Und des him3. Entzünd in mir die lie- mels erbtheil kommen. besgluth, Und mache brünstig geist und muth, Du flamme Mel. Alle menschen müssen sterben. reiner liebe! Laß mich mit 189. Snadengeift, ach dir versiegelt sein, Damit in sei willkommen, noth und todespein Ich steten Zeuch in unsre herzen ein, glauben übe. Rühre, Führe Da du wohl wirst aufgenom: Pfingsten. 141 men, Wenn wir trost bedürf- du gnadenschein, Daß wir in tig sein. Tröste diese schwa dir heilig sein. chen glieder, Löse, was ge- 6. Wie ein hirsch nach wasbunden, wieder, Lenke, was ser schreiet, Wenn ihn durst da irrig heißt, du sanfter und hitze plagt, So wird auch gnadengeist! mein herz erfreuet, Wenn mich 2. 3war kein mensch lebt mein gewissen nagt. Gnadenauf der erden, Der des geistes geist, ach laß dich finden, gaben werth; Solln die dem Komm, mit mir dich zu vergegeben werden, Der mit binden, Daß ich jetzt und alsünden sich beschwert? Alles lezeit Deinen ruhm und lob liegt an Christi gnaden; ausbreit. B. Prätorius+ 1650. Denn der heilt der seelen schaden, Der hat uns auch Mel. Komm heiliger Geist, Herre. zugewandt Gottes geiſt, das 190. heiliger, o guter Den Chri3. Ach, wir waren wilde stus selbst den tröster heißt, reben, Gänzlich aus der art Wir alle glauben und bekengebracht, Tod und fluch war nen, Du seist ein wahrer Gott unser leben; Nun ist alles zu nennen, Ein Gott sammt gut gemacht. Was uns sün- vater und dem sohn, Ein groder, was uns schwachen Kann ßer Gott ins himmelsthron, gerecht und selig machen, Giebt Ein Gott, der uns mit seiuns in der tauf der geist, Der nen gaben In noth und tod der geist der gnaden heißt. kann kräftig laben. Hallelujah, 4. Nun, du brunnquell al- hallelujah. ler güter, Freudengeist, du 2. Du Herr und schöpfer lebenswind, Uch besänftge die dieser welt, Du hast das gemüther, Daß dein licht sich blaue himmelszelt, Dazu den drin entzünd, Daß wir sün- umkreis dieser erden Sammt der, daß wir armen Recht meer und wassern lassen werdurch deine huld erwarmen, den. Des himmels heer mit Schmecken deines trostes saft, aller pracht Ist auch durch Der uns todten leben schafft. deinen mund gemacht Du 5. Treuer beistand unsrer hast, als Gott, leib, seel und seelen, Stifter wahrer einig- leben Im anfang uns ja feit! Wenn uns unsre sünden selbst gegeben. Hallelujah zc. quälen, So gieb du zufrie- 3. In aller welt ist gar denheit; Daß wir in dir ruhe kein ort, Da du nicht schwefinden, Steure du den un- best fort und fort, Wie solches glückswinden, Brich hervor, in der schrift zu lesen; Un 142 Festgesänge. endlich ist dein thun und we=| 7. Wir glauben auch, daß sen. Fahr ich hinauf, so find Jesus Christ Von dir, o Herr, ich dich, Fahr ich hinunter, gesalbet ist, Drum bist du, führst du mich, Könnt ich der allein regiert Das predigt: der welt am ende stehen, amt, und trefflich ziert Die Würd ich auch da dir nicht lehrer, daß in dieser welt Der entgehen. Hallelujah 2c. gottesdienst wird recht bestellt 4. Du bist der geist der Vermittelst deiner theuren ga: wissenschaft, Sehr groß ist ben, So wir nach allem deiner Gottheit kraft. Was wunsch jetzt haben. Hallelu: menschenwit nicht weiß zu jah 2c. finden, Was kein gehirn sonst 8. Du strafft die welt durchs kann ergründen, Erklärest du predigtamt, Die sich durch gar leicht und wohl; Dussünde selbst verdammt Und weißt, was fünftig werden deinem willen widerstrebet Jn soll. Den lauf und ändrung tausend schand und lastern dieser zeiten Verkündigst du lebet. Du lehrest auch, daß wohl gar von weiten. Hal- Jesus Christ Das heil der lelujah zc. armen fünder ist, Den ohne 5. Du hast durch der pro- dich kein mensch kann kennen pheten mund Der ganzen welt Noch gläubig seinen heiland gemachet kund, Was große nennen. Hallelujah zc. wunderding auf erden Sich 9. Du bist es, der uns künftig noch begeben werden. neu gebiert, Du bist es, der Du kennest ja des menschen den glauben ziert Mit tugen: herz Und dessen lust, leid, den und guten werken, Wofreud und schmerz; Sa sein bei man soll den glauben begehren, hoffen, sorgen Ist merken. Durch dich wird auch deiner weisheit unverborgen. des fleisches lust Sehr fein Hallelujah zc. gedämpft in unsrer brust, So6. Du bist ein geist der gar, daß wir im christenorden stärk und kraft, Der durch Sind neugeborne menschen sein herrlich eigenschaft Kann worden. Hallelujah zc. große sachen vollenbringen, 10. werther geist, daß Sogar den satan selbst be wir in ruh Und gnaden stehn, zwingen. Du haft der jünger das schaffest du, Du hast die zung und mund Regiert, da sündenbahn verriegelt Und die sie zur selben stund, Auch verheißung uns versiegelt. Du vieler sprachen wohlerfahren, bist das rechte gnadenpfand, Recht hochbegabte meister was Du bist der liebe stärkstes band, ren. Hallelujah zc. Welch über Christi reichsgenos Pfingsten. 143 sen Mit vollem maß ist aus gegossen. Hallelujah zc. Vor jedermann Jetzt auf den schauplatz treten. 11. Du hilfft in diesem le- 3. Nun wird das Evan benslauf Uns oft mit freuden gelium Auf einem wunderwieder auf, Daß wir getrost wagen Des werthen geistes zum himmel treten, Im geist weit herum Geführet und geund in der wahrheit beten; tragen. O, welch ein schat, Du stärkest uns ohn end und Der seinen platz Bei frommen zahl, Ja hilfft uns seufzen seelen suchet! Wer den nicht manchesmal, Daß wir uns nimmt, Und ihm zustimmt, Gottes güt erfreuen Und abba, Bleibt ewiglich verfluchet. lieber vater, schreien. Hall. c. 4. Hier schauet man des heiliger, oguter glaubens gold, Hier wird man geist, Den Christus unsern frei von sünden, Hier läßt tröster heißt, Laß uns in fei- ein reicher gnadenhold Sich ner noth verzagen; Ach hilf, überflüssig finden, Hier ist das daß wir es freudig wagen, brot, Das in der noth Kann Durch dieses thränenthal zu unsre seelen laben, Hier fingehn. Laß mich im kreuz auch den sich Für dich und mich herzhaft stehn; Hilfst du mir, Viel tausend schöne gaben. Herr, dies vollenbringen, So werd ich ewig dir lobsingen. 3. Rift+ 1667. 12. 5. Heut hat der große himmelherr Herolde ausgesendet; Schaut seine tapfern prediger, Die haben sich gewendet Un manchen ort, Da klingt ihr wort: Thut buß, ihr leut auf Mel. Durch Adams fall. 191. St eut ist das rechte jubelfest Der kir erden! Dies ist die zeit, Welch chen angegangen, Daran ein euch befreit und lässet selig glanz sich sehen läßt Des gei: werden. stes, den empfangen Der jün6. Es läßt die wunderger schaar, Welch offenbar schöne braut Sich hören auf Von diesem himmelsregen Be- den wegen, Sie tritt hervor neket ist; Dies o mein christ und schreiet laut: Da kommt Kann herz und muth bewegen. nun euer segen! Macht auf 2. Auf, meine seel, auf und die thür, Jetzt geht herfür vernimm, Wie doch auf allen Der geist mit pracht und ehgassen Gehöret wird die freu- ren, Der will in euch Sein denstimm: Euch ist die sünd herrlich reich Erbauen und erlassen! Nun seid ihr frei, vermehren. Es sind entzwei Der hölle 7. Seht, hier ist lauter starke ketten, Ein fünder kann trost und licht, Seht, hier 144 Festgesänge. sind gnadenzeichen, Hier darf kommen. Uch würd ich bald kein christ sich fürchten nicht, Auch dergestalt An diesen ort Hier muß der satan weichen, genommen! Des höchsten mund Macht ei12. O guter geist, regiere nen bund Mit juden und mit doch Mein herz, daß ich dich heiden. Troß jedermann! Nun liebe, Daß meine seel im sünnichts uns kann Von Gottes denjoch Hinfort sich nimmer liebe scheiden. übe. Herr, laß mich bald Des 8. Ogroßer tag, o güld- feurs gewalt, Das himmlisch ner tag, Deßgleichen nie ge- heißt, empfinden, Und alle sehen! O tag, daran man sa- noth, Ja selbst den tod Durch gen mag, Daß wunder sind solches überwinden. geschehen Im himmelreich, Als 3. Rift+ 1667. auch zugleich Hier unten auf der erden. Gott fähret auf, 9. Trinitatis( Fest der Des geistes lauf Muß uns hienieden werden. heil. Dreifaltigkeit). chen sich Den schallenden po- 192. Din einigkeit Ein 9. Der jünger zungen glei- Eigne Melodie. O lux beata. er du bist drei saunen, Ihr haupthaar brennet wunderlich, Das volk will wahrer Gott von ewigkeit! schier erstaunen. Es bricht her: Die sonn mit dem tag von aus In ihrem haus Ein wort uns weicht, Laß leuchten uns von großen thaten; welch dein göttlich licht. O ein glanz, Der himmlisch ganz loben wir, Des abends auch 2. Des morgens Gott dich Ist auf dies volk gerathen. beten vor dir; Unser armes lied rühmet dich Jehund im und ewiglich. 3. Gott vater, dem sei ewig 10. Es lassen sich luft, feur und wind Voll wunders sehn und hören, Welch, ob sie wohl mer nicht einig sind, Hier niemand doch versehren. Des windes ehr, Gott sohn, der ist der traft hat nur geschafft, Daß einig Herr, Und dem tröster, sich die schwachen stärken. Wer heiligen geist, Von nun an ihn nur hat, kann trost und bis in ewigkeit. Amen. rath In aller trübsal merken. 11. O süßer tag, nun wird M. Luther+ 1546. Eigne Melodie. der geift Bom himmel ausge: 193. Gott er vater wh der Der uns bei Und laß welt entreißt, Und uns als uns nicht verderben, Mach reichsgenossen Der sterblichkeit uns aller sünden frei und So gar befreit, 3u Jesu lässet hilf uns selig sterben. Bor Trinitatis. 145 dem teufel uns bewahr, Halt Und sieh an unsre große noth! uns bei festem glauben auf dich laß uns bauen, herzensgrund vertrauen, Und Sei jetzt und deinem volk gnäAus dig, Von sünden mach sie Dir ganz ledig. uns lassen ganz und gar, 2. Gottes lamm, Herr Mit allen rechten christen Ent- Jesu Christ, Der du für uns fliehen teufels listen, Mit gestorben bist, Wir bitten waffen Gotts uns fristen. dich so fleißiglich: Gieb uns Amen, amen, das sei wahr, dein frieden stetiglich. So singen wir hallelujah. 3. D milder Gott, heiliger 2. Jesus Christus wohn geist, Dein gnad uns allzeit uns bei 2c. reichlich leist, Tröst unser blöd und schwach gemüth Durch dein groß überschwänglich güt. M. Luther+ 1546. Mel. Erhalt uns Herr bei. 194. Mir ir ist ein geist4. O heilige dreieinigkeit, Und ewig gleich allmächtigkeit, Wir bitten dich ganz lich kirchelein inniglich: Erhör uns allzeit Erbauet in dem herzen mein, gnädiglich. Welchs allerseits gefärbet ist met. Nun freut euch liebe christen. 3. Heilig geist, der wohn uns bei 2c. Vom blut des lämmleins Jeſu 196. heiligste breiChrist. Voll 2. In diesem kleinen fir- majestät und ehren, Wie kann chelein Hat ihren sitz und doch deine christenheit Dein wohnet drein Die heilige drei- lob genug vermehren? Du bist faltigkeit, Gott vater, sohn, sehr hoch und wundersam, Ganz heiliger geist. unbegreiflich ist dein nam, Dies 3. Dies kirchlein ist zwar Dein wesen unerforschlich. g'ring und klein; Weil aber 2. Wir danken dir, daß die drei wohnen drein, Es deine gnad, Auch weil wir groß genug und herrlich ist, hier noch leben In deinem Und Gottes königlicher siz. worte so viel hat Uns offen: 4. häuslein und bart gegeben, Daß du bist dies kirchelein Laß dir, o wahrer Gott und heißt Gott Gott befohlen sein; Behüts vater, sohn und heilger geist vor allem herzeleid, Wohn Dreifaltig und doch einig. drin hier und in ewigkeit. aller dinge B. v. Derschau+ 1639. quell Und ursprung, sei geMel. Ihr knecht des Herrn allzug. preiset 3. O vater, Für alle wunder klar 195. Nlig erre Gott erweiset. Du vater haft vor un mach uns hei- und hell Durch deine macht Lutherisches Gesangbuch. 10 146 Festgesänge. aller zeit Den eingen sohn Wir wollen dir für deinen tod von ewigkeit, Dein ebenbild, Und alle wohlthat danken. gezeuget. 9. Oheilger geist, du 4. Du hast gemacht den werthe kron, Erleuchter unsrer erdenkreis Nach deinem wohl sinnen, Der du vom vater gefallen, Uns menschen drauf und dem sohn Ausgeheft ohn zu deinem preis, Das wir beginnen; Du bist allmächtig dein lob erschallen. Auch wird und ohn end, Der vater und durch deines mundes wort der sohn dich sendt, Im glau: Dies alles immer fort und ben uns zu leiten. fort Erhalten und regieret. 10. Herr, du gebierest durch 5. Drum steh, o vater, die tauf Uns wiederum aufs ferner bei Uns deinen armen neue, Hernacher auch nimmst kindern, Und alle sünde uns du uns auf, Wenn du giebst verzeih Als bußfertigen sün- wahre reue. Durch dich wird dern. Aus unsern nöthen unsre hoffnung fest, Und wenn mannigfalt Errette uns und uns alle welt verläßt, Bleibst hilf uns bald, Wie du uns du bei uns im herzen. hast versprochen. 11. Wir danken dir und 6. O Jesu Christe, Gottes bitten dich, Daß es ja mag sohn, Von ewigkeit geboren, durchdringen, Was wir für Uns menschen auch in's him- seufzer oft vor dich In uns melsthron 3um mittler aus- rer noth vorbringen, Und erkoren; Durch dich geschicht, wenn die letzte stund da ist, was nur geschicht, wahrer So hilf, daß wir auf Jesum Gott, o wahres licht Von Christ, Getrost und selig ster: wahrem Gott und lichte. ben. 7. Du bist des vaters eben- 12. Gott vater, sohn und bild Und doch vom himmel heilger geist, Für alle gnad kommen; Als eben war die und güte Sei immerdar von zeit erfüllt, Hast du fleisch uns gepreist Mit freudigem angenommen, Hast uns er- gemüthe. Des himmels heer worben Gottes huld, Be dein lob erklingt Und heilig, zahlet unsre sünd und schuld heilig, heilig singt; Das thun Durch dein unschuldig leiden. wir auch auf erden. 8. Nun sitest du zur rechten hand Des vaters hoch Mel. Christ unser Herr zum Jord. erhoben, Beherrschest alle leut 197. Was alle weise und land Und dämpfst der feinde toben. Hilf uns, o Bei uns hier kaum kann wahrer mensch und Gott, lallen, Das läßt Gott aus Trinitatis. 147 dem himmelszelt In alle welt niß bringt die ruh Und macht erschallen, Daß er alleine kö- die seele brennen In reiner nig sei, Hoch über alle götter, liebe, die uns nährt Zum Groß, mächtig, freundlich, ewgen freudenleben, Da, was fromm und treu, Der frommen hier unser ohr gehört, Gott schutz und retter, Ein wesen, wird zu schauen geben Den drei personen. augen seiner finder. 2. Gott vater, sohn und 6. Weh aber dem verstockheilger geist Heißt sein hoch- ten heer, Das sich hier selbst heilger name, So kennt, so verblendet, Gott von sich nennt, so rühmt und preist stößt und seine ehr Auf kreaIhn der gerechte fame, Gott turen wendet! Dem wird Abraham, Gott Isaak, Gott gewiß des himmels thür Ein Jacob, den er liebet, Herr mal verschlossen bleiben; Denn Zebaoth, der nacht und tag wer Gott von sich treibt allUns alle gaben giebet Und hier, Den wird er dort auch wunder thut alleine. treiben Von seinem heilgen throne. 3. Der vater hat von ewig keit Den sohn, sein bild, ge= 7. Ei nun, so gieb, du zeuget; Der sohn hat in der großer held, Gott himmels füll der zeit Im fleische sich und der erden, Daß alle eräuget; Der geist geht ohne menschen in der welt Zu dir bezeit herfür Vom vater und kehret werden; Erleuchte, was vom sohne, Mit beiden glei verblendet geht, Bring wiecher ehr und zier, Gleich der, was verirret, Reiß aus, ewig, gleicher krone Und un- was uns im wege steht Und getheilter stärke. freventlich verwirret Die schwa4. Sieh hier, mein herz, chen in dem glauben. das ist dein gut, Dein schak, 8. Auf daß wir also allzudem keiner gleichet, Das ist gleich Zur himmelspforte drindein freund, der alles thut, gen Und dermaleinst in deinem Was dir zum heil gereichet, reich Ohn alles ende singen; Der dich gebaut nach seinem Daß du alleine könig seist, bild, Für deine schuld gebüßet, Hoch über alle götter, Gott Der dich mit wahrem glauben vater, sohn und heilger geist, füllt Und all dein kreuz Der frommen schutz und retter, durchfüßet Mit seinem heil- Ein wesen, drei personen. gen worte. P. Gerhardt+ 1676. 5. Erhebe dich, steig zu mel. Herr Christ, der ein'g Gottes. ihm zu Und lern ihn recht 198. Wer dort will fo 10* 148 Festgesänge. fliehn der höllenschlund, Muß 7. Mit was vollkommen hier auf dieser erden, Den heiten Der vater ist gekrönt allgemeinen bund Des rechten Mit solchen trefflichkeiten f glaubens halten, Und nicht auch der sohn beschönt. Der darin erkalten, So lang er gleichen mußt du schreiben athem bat. Dem geist zu, der uns trei 2. Man muß damit nicht ben 3u allem guten muß. scherzen; Die seele, die ihn 8. Der schöpfer aller fachen ganz Und rein in mund und Ist nie erschaffen nicht; Wer Herzen Nicht führet, wird den hätt ihn sollen machen? Wer glanz Der ewig grünen auen bracht ihn an das licht? Der Gewißlich nimmer schauen; sohn ist nie erschaffen, Nie Wird ewig sein verlorn. 3. Was aber ist der reine? Der reine glaub heißt so: auch, der uns die waffen Des lichtes schenkt, der geist. 9. Wer kann den vater Nur einen Gott alleine, Der messen? Wer mißt den geist A ist und auch, In drei und sohn? Die ewiglich ge personen grüßen, In drei sessen Bei ihm, auf einem personen küssen, In einem thron. Doch kann man sonder eingen Gott. fehlen, Drei ewige nicht zäh 4. Die drei personen sollen len; Weil einer ewig ist. Wir in einander nicht Ver- 10. Deßgleichen sonder feh mengen, so wir wollen Einst len Drei unerschaffne nicht, sehn ihr klares licht; Und noch ungemeßne zählen, We nicht das wesen trennen Der maß und zahl gebricht; Weil Gottheit, sondern kennen Daß unerschaffen keiner Vorhanden es ein einigs sei. ist, als einer, Und einer nut 5. Du mußt den großen ohn maß. alten Un dieser hohen kron 11. Allmächtig sollst du Vereinter dreiheit halten Von nennen Den vater, und da anderer person, Von andrer bei Allmächtig auch bekennen auch darneben Den sohn, in Den sohn und geist; dod dem wir leben, Von andrer drei Sind nicht darum ge auch den geist; gläubet Allmächtige; sonst 6. Und dennoch aber wis bleibet Nicht ein allmächtiger. sen, Daß vater, sohn und 12. Der vater in personen geist, Um wesen unzerrissen, Ist Gott; wie sohn und geist Ein einger Gott nur heißt, Sind Gott: doch sollst du Gleich herrlich in dem kranze, schonen, Daß nicht dein für Gleich ewig in dem glanze wit reißt Die gottheit in bre Der höchsten majeſtät. götter; Sonst giebet dir ein Trinitatis. 149 wetter Zum lohn der einge nen, Ein heilger geist dabei; Gott. Und nicht drei heilge geister, 13. Du sollst den vater Sonst wird der irrthum meinennen: Herr! denn sein ist ster, Und das erkenntniß liegt. das reich; Sollst auch dafür 19. Bei drei personen finbekennen Den sohn und geist det Nicht erst und letzte sich; zugleich. Und doch sollst du Die ungleichheit verschwindet nicht ehren Drei Herren, son- Und bleibt hie ganz im stich. dern lehren, Es sei ein Herr Die kleineft ist hie keine, Die allein. größest auch nicht eine, Da 14. Denn wie die sonnen- drei wie eine sind. klarheit Der christlich reinen 20. Denn diese drei die lehr Bekennen heißt mit wahr gleichen Un größ und ewigkeit heit, Wie das der gottheit Einander; diese reichen 3uehr, In jeglichen personen sammen gleiche weit: Auf daß Vollkömmlich müssen wohnen, man drei personen, Die einen Und jede sei ein Herr. Gott' bewohnen, Und eins in 15. So kann man ohn ver- dreien ehr. leben Gemeinen glaubens nicht 21. Wem nun ist angeleDrei Herrn und Götter setzen. gen Sein heil, soll jederzeit Nimm ferner den bericht: Der Im festen glauben hegen Die vater ist von niemand, Ist drei persönlichkeit In Gott; nicht gemacht durch jemand; soll nicht zerstreuen Dennoch Wer schuf, wer zeuget ihn? das eins in dreien; kömmt er nicht zu Gott. Sonst 16. Der sohn ist nur von einem, Vom vater, licht vom 22. Doch mußt du auch licht; Und doch gemacht von daneben Fest glauben diesen keinem, Auch nie geschaffen satz, So du willst ewig lenicht; Besondrer Gott gebo- ben; Daß Jesus, unser schatz ren Von Gott, und auserko- Und heiland, uns zu gute, ren, 3um heil der ganzen welt. Von unserm fleisch und blute 17. Der tröster, so uns zie: Sei ein wahrhafter mensch. ret Mit gaben, und zum thron 23. Dies ist der kern vom Der wahrheit leitet, rühret glauben, Die wurzel, mark Vom vater her und sohn; und saft, Dies sind der seelen Geborn nicht, nicht gemachet, trauben und beste lebenskraft, Nicht wie geschöpf erwachet; Den Herren Jesum kennen, Er geht von beiden aus. Ihn glauben und ihn nennen 18. So ist nun zu beken- Sohn Gottes, Gott und mensch. nen Ein vater, und nicht drei, 24. Als welcher Gott geEin sohn nicht drei zu nen- boren Aus göttlicher natur 150 Festgesänge. Des vaters, und erkoren Zum 30. Der hat den tod erlit mittler, vor der spur Der ten Um unsrer seligkeit, Und ift welt; aus seiner mutter Na- hinab geschritten Nach solchem tur, bei kripp und futter, Ein todesstreit Zur höllen; aufer: mensch auch in der welt. standen Vom tod und seinen banden Am dritten tag entfreit. 31. Ist himmelauf gefahren dabei, Der alles angenommen, Und sitzt zur rechten hand Des Was menschlich, sonder scheu; vaters ohne jahren, So in die Sinn, art, gestalt und leben, welt gesandt; Von dannen er Mit haut und fleisch umge- wird kommen 3u richten bös ben, Beseelet mit vernunft. und frommen, Was todt ist 26. Nach seiner gottheit oder lebt. gleichet Er zwar dem vater 32. 3u dessen zukunft wer: ganz, Nach menschheit aber den Die menschen auferstehn, reichet Er willig ihm den Und aus dem schooß der erden kranz Der obrigkeit, als klei- Mit eignen leibern gehn; Da ner; Ist doch nicht zween, wird man rechnung müssen nur einer, Wiewohl er Gott 3u dieses richters füßen Von und mensch. allem legen ab. 27. Nicht, daß die gottheit 33. Und welche gutes haben hätte, In fleisch verwandelt Gethan auf dieser welt; Die fich; Besondern, daß die kette wird Gott ewig laben Im le Der liebe, Gott und dich, ben, das nicht fällt. Weld mensch, den unverdrossen Gott aber böses, werden Mit zit an sich nahm, geschlossen In ternden geberden Ins ewig ein persönlich eins; feuer gehn. 28. Ja eine, sollst du wis- 34. Dies ist der rechte sen, Sei die person hie nur, glaube! Der rechte glaub ist Dran Gott und mensch sich dies. Den nimm wie eine tau küssen, Und wie an einer be, Und glaub ihn fein gewiß schnur mit zwo naturen feste Und fest; denn wer nicht treuVerknüpfet sind aufs beste, lich Ihn gläubet, wird abscheu Die gleichwohl unvermengt. lich Ein brand der höllen sein. 29. Denn wie an unserm 10. Marientage. 25. Ein Gott, so gar voll kommen, Vollkommner mensch leben, Seel und leib von natur Zwei ding und mehr nicht geben, Als einen menschen nur; Ist A. Reinigung Mariä. Gott und mensch nur einer, Ein Christus und sonst keiner, 199. Heiden, Der from: Eigne Melodie. err licht der Ob zwo naturen gleich. Marientage. 151 men schaß und lieb, Wir kom- meon, Ein jeder christ kann men jetzt mit freuden Durch singen Den schönen schwanendeines geistes trieb In diesen ton: Mir werden nun mit friedeinen tempel Und suchen mit den Mein augen zugedrückt, begier, Nach Simeons erem- Nachdem ich schon hienieden pel, Dich großen Gott allhier. Den heiland hab erblickt. 2. Du wirst von uns gefunden, 5. Ja, ja, ich hab im glauHerr, an jedem ben, Mein Jesu, dich geschaut; ort, Dahin du dich verbunden Kein feind kann dich mir rau= Durch dein verheißungswort, ben, Wie heftig er auch dräut. Vergönnst noch heut zu tage, Ich wohn in deinem herzen Daß man dich gleicherweis und in dem meinen du, Uns Auf glaubensarmen trage, Wie scheiden keine schmerzen, Kein hier der alte greis. angst, kein tod dazu. 3. Sei unser glanz in won- 6. Hier blickst du zwar zune, Ein helles licht in pein, weilen So scheel und schwül In schrecken unsre sonne, In mich an, Daß oft vor angst kreuz ein gnadenschein, In und heulen Ich dich nicht zagheit gluth und flamme, kennen kann; Dort aber wirds In noth ein freudenstrahl, In geschehen, Daß ich von angekrankheit arzt und amme, Einsicht 3u angesicht soll sehen stern in todesqual. Dein immer klares licht. Joh. Frank 1677. 4. Herr, laß auch uns gelingen, Daß letzt, wie SiLuc. 2, 29-32. Erster Chor. 3 weiter Chor. 200. a. Heu deinen dieHerr err, nun läßt Wie du gesaget haft; ner in friede fahren, Denn meine augen haben dei- Den du bereitet haft vor alnen heiland gesehen, len völkern, Ein licht zu erleuchten die Und zum preis deines volkes heiden Israel. Ehre sei dem vater und dem sohn und dem heiligen geist, wie es war im anfang nun und immerdar und von ewigkeit zu ewigkeit. Umen. Eigne Melodie. Nunc dimittis. Getroft ist mir mein herz und it fried und sinn, Sanft und stille. Wie 200. b. Mit freud ich Gott mir verheißen hat, Der fahr dahin In Gottes wille, tod ist mein schlaf worden. 152 Festgesänge. 2. Das macht Christus, sjoch Willig über dich genom wahr Gottes sohn, Der treue men, Da du ohne sünde doch heiland, Den du mich, Herr, Warest in die welt gekommen; haft sehen lan Und macht be- Ach, so stelle, Jesu, dich Zur kannt, Daß er sei das leben erlösung auch für mich. Und heil in noth und sterben. 5. Laß mein opfer tauben3. Den hast du allen vor art Ohne galle an sich haben, gestellt Mit großen gnaden, Glaub und liebe sei gepaart, 3u seinem reich die ganze Nimm vorlieb mit meinen ga welt Heißen laden Durch dein ben. Girrt das turteltäubelein, theuer heilsam wort, Un al- Gieb geduld in meiner pein. lem ort erschallen. 6. Ich will dich mit Si 4. Er ist das heil und meon An mein treues herze selig licht Für die heiden, zu drücken, Du wirst als der ' rleuchten, die dich kennen gnadenthron Mich mit rath nicht, Und zu weiden. Er ist und trost erquicken. Du bist deins volks Israel Der preis, der trost Israel, Süßester ehr, freud und wonne. Immanuel. M. Luther+ 1546. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht: 201. 7. Sei der müden augen licht, Wenn der tod sie will pfer für die ganze verschließen; O mein heiland welt, Du kommst laß mich nicht, Wenn ich werde heut in deinen tempel, Daß sterben müssen. Du bist deines du würdest vorgestellt Uns volkes preis Und der weg ins zum löblichen erempel, Wie paradeis. man sich von jugend an Deinem vater opfern kann. 8. Dieses sei mein schwa nenlied: Herr, laß mich in 2. Deiner mutter reini- frieden fahren! Gieb, daß dich gung, Im gesetze vorgeschrie: mein auge sieht Bei den aus: ben, Giebt uns die erinnerung, erwählten schaaren, Wo man Dein gebote stets zu lieben, dort in jener welt Erst das Und den weg mit lust zu gehn, rechte lichtfest hält. Der uns heißt im tempel stehn. keit, Nimm von mir die fün- 202. Di land aller welt, Benjamin Schmolt+ 1737. 3. O du brunn der reinig- Mel. Vom himmel hoch da komm. ich bitt ich, hei denflecken, Und laß deiner unschuld kleid Meine blöße ganz Sei meinem herzen dargestellt, bedecken! Dein verdienst mein Daß ich an dir hab solche wohlgeruch Wider des gesetzes freud, Als mir von Gott in fluch. dir bereit. 4. Hast du dieses schwere 2. Weil du mein heil und Marientage. 153 Christus bist, Der mir von lesregen Oben durch den himGott gegeben ist, So reinige mel ab, Auch die wolken schütherz, sinn und muth Und ma- ten segen Und gerechtigkeit che mich gerecht und gut. herab. Gott der Herr kommt 3. 3eig mir die bahn, o selbst auf erden, Und beginnt helles licht, Daß ich des him- ein mensch zu werden. mels fehle nicht. Du bist al5. Nunmehr wird die höchlein mein preis und ruhm, ste höhe Mit dem tiefsten Und ich dein knecht und ei- thal vereint; Ehre nimmt die genthum. schmach zur ehe, Allmacht wird 4. Dein friede, Herr, ver- der schwachheit freund; Herrlaß mich nicht, Mein auge sei lichkeit kommt zu uns armen, auf dich gericht; So will ich Und aus rache wird erbarmen. gern aus dieser welt Hinfahren, wenn es dir gefällt. 6. Jungfraumutter, keuschheit selber, Du gebenedeites weib! Für die hohen sterngewölber Wird dein unbefleckter leib Heut zum gottesthron er203. Seut ist uns der lesen; Du empfängst ein ewig B. Verkündigung Mariä. Eigne Melodie. tag erschienen, Worauf Adam schon so oft, 7. Er, der vater, wird zum Wie auch Jacob und sammt kinde, Tochter, du mußt mutihnen Aller väter schaar ge- ter sein, Selbst das heil wird hofft, Dran sich Abraham er- hier zur sünde, Du empfängst quicket, Als er ihn im geist und bleibst doch rein. Jungerblicket. frau bleiben, schwanger gehen, 2. O des tages voller won- Kann allhier beisammen stehen. ne, Und dem sonst kein tag 8. D geheimniß, dessengleinicht gleicht, Weil von anbe- chen Man auf erden nie geginn die sonne Hat um dieses sehn! Dieses ist ein wunderrund geleucht; der vielge- zeichen, Das von Gott heut wünschten stunden, Die sich ist geschehn, Welches kein vernunmehr eingefunden! nünftig sinnen Kann begreifen 3. O du anfang unsrer noch gewinnen. freuden, Sei gegrüßt, ge9. Vater und doch kind da= wünschtes licht, als mit dem neben, Unser bruder, fleisch und uns armen beiden Jetzt ein blut, Ach, was können wir dir neuer trost anbricht, und vor geben Für dies allzugroße gut? welchem wir indessen Stets Hilf, daß wir mit herz und sinnen in lauter nacht gesessen. Geistlich dich empfangen kön3. Frant+ 1677. 4. Nunmehr trieft ein heinen. Festgesänge. 154 C. Heimsuchung Mariä. 2. Gott ist gerecht in sei Mel. Mein lieber Herr, ich preise. nem wort; Was er einmal 204. Mein feel erhebt zu zuſaget, Das ist gewiß an allem ort, welt Herren, der so gütig ist, Der verzaget. Heut Gottes sohn, geist in mir sich freuet sehr Der gnadenthron, 3u uns auf Meins heilands; denn mein erdn gelanget. O wunder groß, Gott und Herr Hat angesehen Marien schooß Den großen gnädiglich Seinr magd elend. gast empfänget! 3. Sie hört vom engel Drum werden mich Selig preisen all kindeskind; Bei Gott Gabriel, Sie sollt Jesum gebären, Der ganzen welt Imman solche gnade findt. 2. Er hat groß ding an manuel, Den mächtig großen mir gethan, Der mächtig ist Herren. Das jungfräulein, Šo keusch und rein, Erschrak ohn allen wahn, Deß nam heilig ist allezeit; Ewig währt ob den geschichten, Doch glaubt sein barmherzigkeit Bei denen, dem wort, Wie sie gehört, so ihn fürchten rein, Er übet Gott würd es wohl verrichten. gwalt mit dem arm sein, Der hoffärtigen muth und herz Zer reichen zeit, Daß wir erlangt streuet und wirft hinterwärts. den orden, Daß du, o Gott, 4. Wohl uns der gnaden: 3. Er stößt vom stuhl die von ewigkeit, Bist unser bru gwaltigen, Erhebt die arm, der worden. Wir bitten dich und hungrigen Füllt er mit Demüthiglich: Lehr uns deim seinen gütern schön, und läßt wort vertrauen, Bis wir zudie reichen leer hingehn. Er gleich Im himmelreich Das denket der barmherzigkeit, Hilft wunderwerk anschauen. Israel aus allem leid, Wie P.Hagius+ 1620. er hat g'redt den vätern gleich, 11. Johannes des Täufers. Abram und seim sam ewiglich. Mel. Was Gott thut, das ist. reu Mel. Was mein Gott will, geſcheh. 206. Gott, dem kein bing 205. the chriſtenheit, himmel und auf erden, Der Dies ist der tag des Herren, bald der mütter leib verschließt, Der anfang unsrer seligkeit, Bald lässet fruchtbar werden, Den Gott zu seinen ehren Nach Der aller welt Vor augen seinem rath Erwählet hat; stellt, Es sei in seinem namen Gott, las wohl gelingen, Hilf Nur lauter ja und amen. uns mit fleiß Zu deinem preis 2. Du hast einmal ein wort Ein fröhlich lied zu singen. geredt In Sacharias tagen, Johannes des Täufers. 155 Drum muß auch die Elisabeth zigkeit erzeigt Und uns in Ein kind im alter tragen. Dschutz genommen. Dein bund laß mich nicht, Was dein und eid Ist nun verneut, Nicht mund spricht, Für zweifelhaf- Abraham alleine, Die heiden tig schätzen Ja felsen darauf sind auch deine. setzen. 8. Die finsterniß, die uns 3. Auch mich zog damals betrübt, Weicht nunmehr ganz deine hand Aus meiner mut- zurücke, Der aufgang aus der ter leibe, Du hast mich, eh höhe giebt Uns lauter sonnenich war, gekannt. Ach, diese blicke. Der friedensschluß Sett wohlthat schreibe In meine unsern fuß Aus allen todesbrust, Daß ich mit lust All- schatten, Die uns verdunkelt zeit daran gedenke Und mich hatten. dir gänzlich schenke. 9. Ach, ist uns so viel 4. Mein name, welchen herrlichkeit Durch deinen sohn man mir gab, Ist auf dein erschienen, So mach auch unbuch geschrieben. O, lasse mich ser herz bereit, Ihm lebensbis in mein grab Desselben lang zu dienen. Kein ander deutung üben. Der ist ein heil Wird uns zu theil; Verglied, Der sich bemüht, Dem gebung unsrer sünden Ist nur guten nachzuahmen; Sonst bei ihm zu finden. hilft kein schöner namen. 10. Johannes ging vor 5. Ein Zacharias preiset Jesu her; Wir folgen seinen dich, Ich folge dem erempel. schritten. Und ob es in der Dein guter geist bereite mich wüste wär, Soll niemand uns 3u einem ehrentempel, So verbieten, Dir nur allein Gestimm ich an, Wie gut ich treu zu sein, Bis wir auf kann. Dein lob auf meiner 3ions auen Der sonne auf zungen Wird hier wie dort gang schauen. gesungen. Benjamin Schmolk+ 1737. 6. Gelobet sei, Gott Israel, Du hast dein volk er12. Michaelis. höret. Das horn des heils, Mel. Allein Gott in der höh sei. Immanuel, Hat Davids haus 207. Aus der christenheit beehret. Wir sind erlöst Und auch getröst, Was du vorlängst Viel gutes widerfahren, Aus versprochen, Das hast du nicht lieb hat er ihr zubereit Viel gebrochen. tausend engelschaaren; Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der lieben engel tag, Die 7. Der feinde macht ist nun gebeugt, Weil der erretter kommen. Du hast barmher- uns gar wohl bewahren. 156 2. Sie lagern kommt die noth, Festgesänge. sich, wenn Des drachen macht verjagt. In eil ge- Da lieget dann mit hohn und faßt sich machen, Und reißen spott Im höllschen pfuhl mit die, so fürchten Gott, Aus seiner rott, Der alle welt ver: ihrer feinde rachen. Darum klagt. man fröhlich singen mag: Heut 4. Deß 4. Deß aber ungeacht ist der lieben engel tag, Die Bleibt Gottes heil und macht immer für uns wachen. Und reich in diesem krieg; Der 3. Sie führen auf den stra- zeugen wort, des lammes blut, Ben wohl Die großen sammt Die wunderheilge gnadenfluth den kleinen, Daß keiner scha- Erhält die kirch im sieg. den leiden soll Un füßen und an 5. Herr, stärke uns auch beinen. Darum man fröhlich heut, Wenn wir ausziehn singen mag: Heut ist der lie- zum streit Mit unsrer feinde ben engel tag, Die uns mit schaar. Schick uns zu hülf treuen meinen. die engel dein, Laß die auf 4. Solch wohlthat denen unser seiten sein Und schüßen wird erzeigt, Die nach dem vor gefahr. Herren fragen, Die engel ihVal. Thilo+ 1662. nen sind geneigt, Den satan mel. Meinen Jesum laß ich nicht. fie verjagen. Darum man fröhb: 209. Sperr, bu haft in de du mag: ist der nem reich Große lieben engel tag, Die uns gen schaaren vieler engel; Diesen himmel tragen. G. Reimann+ 1615. Mel. O Gott, die christenheit. bin ich noch nicht gleich, Denn mein herz ist voller mängel. Uch wann werd ich auch so 208. Wa ann deine chri- rein, Als die guten engel sein! stenheit Aus- 2. Mich beschweret fleisch ziehen soll zum streit Mit und blut, Hilf du, daß ich ihrer feinde schaar, So schickst geistlich werde. Gieb mir einen du, Herr, die engel dein, Die engelmuth, Der sich trenne von müssen ihr zur seiten sein Und der erde; Daß ich, als dein schützen vor gefahr. liebes kind, Allzeit himmlisch 2. Also sie sicher ist Vor sei gesinnt. aller feinde list. Und tobte noch 3. Mache mir dein wort so sehr Der alte drach mit bekannt Durch des heilgen grimm und mord, So hat geistes gabe, Daß ich weissie hülf an allem ort, Daß heit und verstand, Wie ein sie kein feind zerstör. engel gottes habe; Bis wir 3. Der herzog Michael einst in jenem licht Völlig Kriegt selbst an ihrer stell, sehn dein angesicht. Michaelis. 157 4. Auch dein wille soll ge- wahren, Daß unser fuß an schehn In dem himmel und keinen stein, Wenn wir auf auf erden! Darum laß uns unsern wegen sein, Sich stoße dahin sehn, Daß wir dir ge- und verletze. horsam werden, Und verleih, 3. Was ist der mensch alldaß ich dabei Aller engel mit- hier auf erd, Den du so wohl knecht ſei. bedenkest, Und achtest ihn so 5. Unsre welt ist voll ge- hoch und werth, Daß du ihm fahr, Denn sie hat viel böse dazu schenkest mit andern auch stellen. Sende deiner engel noch diese gnad, Daß er die/ schaar, Daß mich niemand himmelsgeister hat Zu ſeinem fönne fällen, Und da, wo wir schuhe stehen. schlafen ein, Daß sie meine 4. Herr, diese sonderbare wächter sein. prob Der freundlichkeit und 6. Mach es wie mit La- güte Erheischt ein immerwäh zaro, Wenn ich künftig werde rend lob Aus dankbarem gesterben; Und damit ich ebenso müthe; Darum, o Gott, so Möge trost und segen erben, rühmen wir Die große lieb, Heiß die engel mich zur ruh wir danken dir Für solche hohe Tragen nach dem himmel zu. wohlthat. 7. Laß uns nur vor dei5. Es ist der starken helnem stuhi Bei den auserwähl- den kraft Gestanden uns zur ten stehen, Wenn die bösen in seiten, Durch sie hast du uns den pfuhl Mit dem satan wer- ruh verschafft Zu diesen bösen den gehen. Und darnach in zeiten, Die kirche und die pojenem reich Mache mich den lizei, Ein jeden auch für sich engeln gleich. dabei In seinem stand erhalten. C. Neumann+ 1715. 6. Verleih, o Herr, durch Mel. Wo Gott der Herr nicht. deine gnad, Daß wir fest an 210. Gott, der du aus dir bleiben, Und ja nicht ſelbſt herzensgrund Die durch übelthat Die engel von menschenkinder liebest Und uns uns treiben. Gieb, daß wir zu aller zeit und stund Viel rein und heilig sein, Deműgutes reichlich giebest, Wir thig und ohn heuchlerschein danken dir, daß deine treu Dem nächsten gerne dienen. Bei uns ist alle morgen neu In unserm ganzen leben. 7. Gieb auch, daß wir der engel amt Verrichten dir zu 2. Wir preisen dich inson- ehren, Und deine wunder allederheit, Daß du die engel- sammt Ausbreiten und verschaaren 3u deinem lobe haft mehren, Die du uns in der bereit, Auch uns mit zu be- ganzen welt Und deinem wort 158 Festgesänge. hast vorgestellt, Voll weisheit, Und wehret ritterlich, Wenn macht und güte. satans engel streiten Mit listen 8. Und wie du durch die en- wider mich. gel hast Aus noth uns oft 3. Gott, laß dich bewe: geführet, Ja auch, bewahrt, gen, Laß deine geisterlein, daß manche last Und plag Wie sie bis hieher pflegen, uns nicht berühret; So thu Auch künftig bei mir sein. dasselbe auch hinfort, Befiehl, Laß mich auf löwen gehen, daß sie an allem ort Sich Und auf der ottern brut, Auf stets um uns herlagern. jungen löwen stehen und auf 9. Laß deine kirch und un- der drachen wuth. ser land Der engel schuß em- 4. Du, Herr, wollst mich pfinden, Daß fried und heil behüten Durch deinen starken in allem stand Sich bei uns arm Vor meiner feinde wü möge finden; Laß sie des teu- then, Vor böser geister schwarm. fels macht und list, Und was Vor ihrem mord und lügen, sein reich und anhang ist, Vor ihrem zorn und grimm, Durch deine kraft zerstören. Vor list und vor betrügen 10. 3ulegt laß sie an un- Beschüß mich um und üm.. serm end Den böswicht von 5. Die starken himmels: uns jagen, Und unsre seel in helden, Die allzeit vor dir deine händ Und Abrahams stehn, Und deinen ruhm verschooß tragen, Da alles, Herr, melden, Laß immer mit mir dein lob erklingt Und heilig, gehn. Laß sie mich wohl be heilig, heilig singt Ohn eini- gleiten Wie Jacob fort und ges aufhören. fort, Laß sie auch für mich streiten Wie für Elisa dort. Mel. Ich dank dir, lieber Herre. 6. Schick fie zu mir in ott, dir sei dank nöthen Wie zu Elias seel, 211. Gott, gegeben, Daß Und wie zu dem propheten, deiner engel schaar Mich schüßt Dem frommen Daniel. Laß in meinem leben Vor anstoß sie mich mächtig retten Wie und gefahr; Daß mir der alte Loten aus der gluth, Wie drache, Der arge menschenfeind, Petrum aus den fetten, Wie Nicht einen unfall mache, Wie Paulum aus der fluth. er zu thun vermeint. 7. Als du den dreien män2. Uch du herzliebster va- nern Gabst einen engel zu, ter, Wie siehst du auf dein Da wurde den bekennern Das find! Du treuer menschenra: feuer fühle rub. Wenn über ther, Wie gut bist du gesinnt! mich zusammen Des kreuzes Dein heer ist mir zur seiten feuer fährt, So balte mich in Michaelis. 159 flammen Durch engel unver- 5. Und wie er vor hat ſehrt. bracht in noth Die welt, führt 8. Laß mich mein thun be- er sie noch in tod; Kirch, wort, reuen, Auf daß der engel heer gesetz, all ehrbarkeit Zu tilgen Sich über mich mag freuen, ist er stets bereit. Wenn ich von bosheit leer. 6. Darum kein rast und Laß mich mit lobgedichten ruh er hat, Brüllt wie ein Dich preisen immerdar, Und leu, tracht früh und spat, auch das amt verrichten Der Legt garn und strick, braucht engelischen schaar. falsche list, Daß er verderb, was christlich ist. 9. Wenn ich nach meinen tagen Werd aller bürden los, 7. Indeß wachet der engel Laß mich dein engel tragen schaar, Die Christo folget im In Abrahamens schooß. Wirst merdar, Und schützet deine chridu zur richtbank kommen, So stenheit, Wehret des teufels nimm mich in dein reich Mit listigkeit. tausend, tausend frommen, 8. Un Daniel wir lernen Mach mich den engeln gleich. das, Da er unter den leuen 6. W. Sacer † 1699. saß, Desgleichen auch dem Eigne Melodie. frommen Lot Der engel half aus aller noth. 212. Sen err Gott, dich loben alle wir Und 9. Dermaßen auch des feusollen billig danken dir Für ers gluth Verschont und feidein geschöpf der engel schon, nen schaden thut Den knaben Die um dich schweben in deim in der heißen flamm, Der enthron. gel ihn zu hülfe kam. 2. Sie glänzen hell und 10. Also schützt Gott noch leuchten klar und sehen dich heut zu tag Vorm übel und ganz offenbar, Dein stimm vor mancher plag Uns durch sie hören allezeit Und sind die lieben engelein, Die uns voll göttlicher weisheit. zu wächtern geben sein. 3. Sie feiern auch und 11. Darum wir billig lo schlafen nicht, Ihr fleiß ist ben dich Und danken dir, Gott, gar dahin gericht, Daß sie, ewiglich, Wie auch der lieben Herr Christe, um dich sein engel schaar Dich preisen heut Und um dein armes häufelein. und immerdar; 4. Der alte drach und böse 12. Und bitten dich, wollst feind Vor neid, haß und vor allezeit Dieselben heißen sein zorne brennt, Sein dichten bereit, 3u schüßen deine kleine stehet alles drauf, Wie von heerd, So hält dein göttlichs ihm werd getrennt dein hauf. wort in werth. p. Eber+ 1569. 160 Katechismusgesänge. III. Katechismusgefänge. Mel. O Herre Gott, begnade mich.[ obern, fried und ruh Und was ch, lehre mich, o sonst ich darneben Bedarf in 213. A treuer Gott, Doch diesem leben. Vergieb mir alle deine rechte und gebot, Daß meine schuld Und habe doch ich dir fest vertraue Und sonst mit mir geduld. In der ver auf niemand baue. Daß ich suchung stärke mich, Vom bö recht deinen namen brauch sen rett auch gnädiglich; Dein Um sabbath bei dem danken ist die macht und ehre. auch Und beten dein wort 4. Ich danke dir von her: höre; Die obern lieb und ehre. zensgrund, Daß mich, o Gott, Daß ich dem nächsten nützlich der heilge bund, Die taufe ſei, Meid haß, neid, unzucht, neu geboren; Dir hab ich ja dieberei, Berläumden, lügen, geschworen. Entsagt hab ich böse lust. Herr, mache mir ja dem bösewicht Und angelobet, wohl bewußt, Wie du die daß ich nicht mich woll ver: sünde strafest. führen lassen Von Gottes weg 2. Ich gläub an einen Gott und straßen. O vater, sohn allein, Von dem all ding er- und geist verleih Aus gnaden, schaffen sein, Und noch erhal: daß ich bleib hiebei; Gieb, ten werden Im himmel und daß ich täglich sterbe ab Den auf erden. Ich gläube auch bösen lüsten, die ich hab, Im an Jesum Christ, Der Gott neuen leben wandle. und mensch geboren ist, Für 5. Des Herren Jesu leib mich am kreuz gestorben, Da und blut Kömmt in dem er mir heil erworben. Vom nachtmahl mir zu gut, Es tod erstanden und darauf Ins kriegt der glaube stärke, Daß himmels thron gefahren auf, ichs inwendig merke. Dein Von da er uns sein warten grimm alsdenn, o vater, fällt, heißt. Ich gläub an Gott den Wenn mir daselbst wird vor: heilgen geist, Und eine aufer- gestellt, Wie das, was ich stehung. verschuldet, Dein sohn am 3. O vater, hoch und wun- kreuz erduldet; Er giebet fei dersam, Sehr heilig sei bei nen leib für mich, Sein blut mir dein nam, Und laß zu vergießt er mildiglich. O vadeinen ehren Dein reich bei ter, nimm dies opfer an, Vermir sich mehren. Hilf, daß ich zeihe mir, was ich gethan, deinen willen thu, Gieb gute Hilf mir aus allen nöthen. Die zehn Gebote. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem. getragen. Das evangelium 214. Jens zeigt dir, was du err Gott, erhalt kann nicht als nur von gnade Die reine katechismuslehr, Die thun sollst an, Dies lehrt, vormals ist der rohen welt was Gott an dir gethan; Durch deinen Luther vorgestellt. Jens fordert, dieses schenket. 2. Gieb uns ins herz die 4. Was das gese dir guts zehn gebot, Daß wir bewei- verspricht, Wird dir nicht zu nen sünd und noth, Und doch gewendet, Es sei denn, daß an dich und deinen sohn Gläu- du deine pflicht Vollkommen ben im geist erleuchtet schon; haft vollendet. Was Christi 3. Dich, unsern vater, ru- gnade guts verheißt, Wird fen an, Der uns nur helfen dem, der gläubig sich erweist, will und kann, Daß wir als Frei und umsonst gegeben. finder nach der tauf Christlich 5. Wo das gesetz den sünvollbringen unsern lauf. der findt, Da schlägt es ihn 4. So jemand fällt, nicht darnieder; Das evangelium liegen bleib, Vielmehr zur verbindt Und heilt die wunbeichte komm und gläub, 3ur den wieder. Jens predigt sünstärkung nehm das sakrament. de, zorn und fluch, Dies öffUmen, Gott geb ein selig end. net dir das lebensbuch In 2. Helmbold+ 1598. des erlösers wunden. 161 Mel. Nun freut euch liebe christen. 6. Jens decket dir dein elend lium Sind beide 215. Gefes und evange auf, Dies faget von erbarmen. Jenes schlägt unbarmherzig Gottes gaben, Die wir in un drauf, Dies hebt und trägt serm christenthum Beständig die armen. Jens zeigt und nöthig haben. Doch bleibt ein dräuet dir den tod, Dies hilgroßer unterschied, Den nur fet dir aus tod und noth Und ein solches auge sieht, Das bringt dir geist und leben. Gottes geist erleuchtet. 7. Was das gesetz zu sa2. Was Gott in dem ge- gen hat, Gehört für rohe herset gebeut, Ist uns ins herz zen, Für heuchler, die schon geschrieben: Wir sollen näm- reich und satt, Die mit der lich jederzeit Gott und den sünde scherzen. Des gnadennächsten lieben. Daß aber Gott wortes balsamöl Senkt sich in die welt geliebt und seinen eine kranke seel, Die elend sohn für fünder giebt, Das und beladen. muß er selbst entdecken. 8. Wenn das gesetz den 3. In dem gesetz wird un- zweck erreicht, So hört es auf sre pflicht Uns ernstlich vor zu fluchen; Sein zwang, sein Lutherisches Gesangbuch. 11 162 Katechismusgesänge. blit, sein drohen weicht, Wenn tes, deines Herrn, Du sollt man will gnade suchen. Es nicht preisen recht und gut, treibt zum kreuz des mittlers Ohn was Gott selbst redt und hin; Wenn ich an diesen gläu- thut. Kyrieleis. big bin, So hat der trost kein ende. 4. Du sollst heilgen den siebent' tag, Daß du und dein 9. Mein Gott, laß diesen haus ruhen mag, Du sollst unterschied Mich in der that von deim thun lassen ab, Daß erfahren, Laß sündenangst mit Gott sein werk in dir hab. trost und fried Sich in der Kyrieleis. seele paaren. Treib mich, o 5. Du sollst ehrn und ge Herr, durch dein gesetz In horsam sein Dem vater und deiner gnade holdes net, In der mutter dein, Und wo dein des erlösers arme. hand ihn dienen kann, So 10. Gieb aus dein evan- wirst du langs leben han. gelium Mir kräfte, dich zu Kyrieleis. lieben Und als dein kind, 6. Du sollst nicht tödten das frei und froh, Mich im zorniglich, Nicht hassen, noch gesetz zu üben; Gieb gnade, selbst rächen dich, Geduld hadaß ich meine pflicht Mit ben und sanften muth Und heiligkeit und zuversicht In auch dem feind thun das gut. lieb und glauben leiste. Kyrieleis. 3. 3. Rambach+ 1735. 7. Dein eh sollst du be wahren rein, Daß auch dein herz kein andre mein, Und halten keusch das leben dein Mit zucht und mäßigkeit fein. 1. Die zehn Gebote. Eigne Melodie. 216. Dies sind die heil- Kyrieleis. gen zehn gebot, 8. Du sollst nicht stehlen Die uns gab unser Herre Gott geld noch gut, Nicht wuchern Durch Mosen, seinen diener jemands schweiß und blut, treu, Hoch auf dem berg Si: Du sollst aufthun dein milde nai. Kyrieleis. hand Den armen in deinem 2. Ich bin allein dein Gott, land. Kyrieleis. der Herr, Kein götter sollst du 9. Du sollst kein falscher haben mehr; Du sollst mir zeuge sein, Nicht lügen auf ganz vertrauen dich, Von her- den nächsten dein, Sein un zensgrund lieben mich. Ky- schuld sollst auch retten du rieleis. Und seine schand decken zu. Kyrieleis. 10. Du sollst deins näch 3. Du sollst nicht führen zu unehrn Den namen Got Die zehn Gebote. 163 sten weib und haus Begehren falsches zeugen icht, Deines nicht, noch etwas draus, Du nächsten weib nicht begehrn sollst ihm wünschen alles gut, Und all seins guts gern entWie dir dein herz selber thut. behrn. Kyrieleis. Kyrieleis. M. Luther+ 1546. 11. Die gebot all uns ge- Mel. Dies sind die heilgen zehn. ben sind, Daß du dein sünd, 218. We enn ich die heilo menschenkind, Erkennen soust gen zehn gebot und lernen wohl, Wie man vor Betrachte, die du selbst, o Gott leben soll. Kyrieleis. Gott, Gegeben hast, erschrecke ich, Daß ich so sehr erzűrnet 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, Der unser mitt- dich. Kyrieleis. ler worden ist, Es ist mit unserm thun verlorn, Verdienen doch eitel zorn. Kyrieleis. M. Luther 2. Ich hab die kreatur weit mehr Geliebt als dich und deine ehr, Dich nicht gefürcht, dir nicht vertraut, Auf mich und menschenhülf gebaut. Kyrieleis. 1546. Mel. Dies sind die heilgen zehn. 217. Mensch, willst du leben seliglich, 3. Ich habe deinen nam und bund Vergeblich oft geUnd bei Gott bleiben ewig führt im mund, Mit herzenslich, Sollst du halten die zehn andacht nicht betracht, Herr, gebot, Die uns gebeut unser deine weisheit, güt und macht. Gott. Kyrieleis. Kyrieleis. 2. Dein Gott allein und 4. Ich hab zubracht den Herr bin ich, Kein ander Gott sabbathtag In wollust oder soll irren dich, Trauen soll müh und plag, Dein wort mir das herze dein, Mein versäumt und nicht gepreist, eigen reich sollst du sein. Ky- Was du für wohlthat mir rieleis. beweist. Kyrieleis. 3. Du sollst mein namen 5. Ich habe nicht geehrt ehren schon und in der noth allzeit Die eltern, lehrer, obrig mich rufen an, Du sollst heil: keit, Ihr treu und sorge nicht gen den sabbathtag, Daß ich erkannt, Auch nicht gedient in dir wirken mag. Kyrieleis. mit willger hand. Kyrieleis. 4. Dem vater und der mut- 6. Ich hab den nächsten ter dein Sollst du noch mir nicht geliebt, Vielmehr geneigehorsam sein, Niemand töd- det und betrübt, Zank, hader, ten, noch zornig sein Und dein streit gefangen an, Durch zorn ehe halten rein. Kyrieleis. und rachgier sünd gethan. Ky5. Du sollst eim andern rieleis. stehlen nicht, Auf niemand 7. Ich hab unreine lust ge11* 164 Katechismusgesänge. sucht, Nicht heiligkeit geliebt wasser quillt, So hat mein herz und zucht, 3um öftern auch auch angefüllt Mein thun und in trank und speis Hintange- lassen allzumal Mit sünd und sebet maß und weis. Kyrieleis. lastern ohne zahl. Kyrieleis. 8. Ich hab mein amt nicht 16. Wer merket auch, wie so verricht, Wie es erfordert oft er fehlt, Bis sein gewissen meine pflicht, Mit unrecht gut ihn drum quält; Sollt ich ant an mich gebracht, Den armen worten vor gericht, Ich könnt nicht mit hülf bedacht. Kyrieleis. auf tausend eines nicht. Kyriel. 9. Ich hab den lästrer gern 17. Ach, vater, sieh mein gehört, Nicht alls zum besten elend an, Verzeihe mir, was fort gekehrt, Mich nicht be ich gethan, Nimm weg durch flissen jederzeit Der wahrheit deine güt und huld Die schwere und aufrichtigkeit. Kyrieleis. straf, die ich verschuldt. Kyriel 10. Ich hab mit rechtes= 18. Gedenk, daß dein sohn schein und list Begehrt, was Jesus Christ Ein fluch am holze meines nächsten ist, Was ich worden ist Für mich und meine an gütern bei ihm find, Sein missethat, Die er auf sich ge amt, sein haus, land, vieh, nommen hat. Kyrieleis. gesind. Kyrieleis. 19. Der neue bund ist dage 11. Ach, starker und eifriger stift, Kein fluch mich in dem Gott, Wer dich veracht und selben trifft, Er bringt gnad, dein gebot, Deß lohn ist zorn segen und dabei, Daß ich von und ungenad Bis in den dritt sündendienst bin frei. Kyrieleis. und vierten grad. Kyrieleis. 20. Weil ich denn bin in 12. Der aber hat in tau- Christo nun Geschaffen, gutt send glied Fort zu erwarten werk zu thun, So gieb mit gnad und fried, Der dich, Herr, deines geistes gab, Daß id liebt, und dein gesetz Hält über vom bösen lasse ab. Kyrieleis. alle lust und schät. Kyrieleis. 21. Daß ich nach deinem 13. Ein solches herze ist nicht willen leb, Der sündenlust stets hier, Es wohnet gar nichts guts widerstreb, Und darnach ringe in mir; Ich habe nicht darnach fort und fort, Daß ich eingeh gefragt, Was du gedräut und zur engen pfort. Kyrieleis. zugesagt. Kyrieleis. 22. Gott vater, hilf von 14. Mein dichten ist von deinem thron, Hilf, o Herr jugend auf Sehr bös im gan- Jesu, Gottes sohn, Hilf, beil zen lebenslauf, Denn ich ganz ger geist, und stärke mich, Daß von der scheitel bin Verderbt bis ich dir diene williglich. Ky auf die fußsohl hin. Kyrieleis. rieleis. 15. Wie nun ein born sein. D. Denicke+ 1680. Die zehn Gebote. 165 Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. mein herz sich stillen. Gech 219. A frommer Gott, denke mein In lieb allein, wo soll ich hin Um deiner güte willen. Mit meinem hochbetrübten 8. Gieb deinem großen sinn Und tiefen seelenschaden? namen statt, Sei gnädig meiMein krankes herz Ist wie ner missethat, Die ich dir mit erz Und steinen überladen. nicht verhehle, Ist gleich kein 2. Wie klagt mich mein ziel Und ihr so viel, Daß gewissen an! Es thut mich ich sie gar nicht zähle. grausam in den bann; Ich 9. Mach mich von meinem muß mich selbst verjagen Und kummer los, Denn meines seinen mord Un allem ort, herzens angst ist groß, EntIn meinem busen tragen. führ mich meinen nöthen. 3. Gleich wie ein wild Schau gnädig her Auf mein durch schnelle flucht, Den beschwer; Es dräuet mich zu pfeilen zu entgehen sucht, Die tödten. schon sein herz empfunden; 10. Vergieb, o vater, aus So eil auch ich, Und tragé geduld Mir alle meine sündenmich mit meinen höllenhunden. schuld, Laß meine seele leben; 4. Wer hilft in diesen nö- Errette sie, Damit ich nie then mir? Herr, mein ver- In schanden möge schweben. langen steht nach dir; Ich 11. Denn sieh, ich trau stell auf dich vertrauen Und allein auf dich. Durch schlecht hoffnung, Gott! Laß keinen und recht behüte mich! Gott spott Bei deiner furcht mich woll aus allem bösem Mein schauen. arme feel Und Israel Aus 5. Denn keiner, der ge aller noth erlösen. duldig dein Kann harren, Sim. Dach+ 1659. wird in schanden sein. Laß Psalm 6. den zu schanden werden Der met. Herzlich thut mich verlangen. deiner macht Verächtlich lacht 220. Ah, ertner Und traut. fünder 6. Gedenk an dein barm: Straf nicht in deinem zorn, herzigkeit, Die du erwiesen Den ernsten grimm doch linallezeit, Seit daß die welt der, Sonst ists mit mir vergestanden; Gedenke nicht Un lorn. Ach, Herr, wollst mir dein gericht Und meiner fün- vergeben Mein sünd und gnäden schanden. dig sein Daß ich mög ewig 7. Sieh meiner thorheit leben Entfliehn der höllenpein. überhin Nach deiner großen 2. Heil du mich, lieber langmuth sinn; Laß doch Herre, Denn ich bin krank 166 Katechismusgesänge. und schwach, Mein herz ver-| Psalm 6. Eigne Melodie. wundet sehre, Leidet groß un: 221. Straf mich nicht gemach. Mein gbein sehr in zorn, zerbrochen, Mir ist gar angst Großer Gott verschone! Ach, und bang, Mein seel ist auch laß mich nicht sein verlorn, erschrocken, Uch, du Herr, wie Nach verdienst nicht lohne. so lang? Hat die sünd Dich entzündt, 3. Herr tröst mir mein ge- Lösch ab in dem lamme Deimüthe, Mein seel rett, lieber nes grimmes flamme. Gott, Von wegen deiner güte 2. Zeig mir deine vater: Hilf mir aus aller noth. Im huld, Stärk mit trost mich tode ists ganz stille, Da denkt schwachen! Uch, Herr, hab man deiner nicht; Wer will mit mir geduld, Mein ge auch in der hölle Dir danken beine krachen. Heil die seel, ewiglich? Mit dem öl Deiner großen 4. Ich bin von seufzen gnaden, Wend ab allen scha müde, Hab weder kraft noch den. macht, In großem schweiß 3. Herr, wer denkt im ich liege Durchaus die ganze tode dein? Wer dankt in der nacht. Mein lager naß von höllen? Rette mich aus jener thränen, Mein gstalt von pein Der verdammten ſeelen; trauern alt; So thu ich mich Daß ich dir Für und für sehr grämen, Mein angst ist Dort an jenem tage, Höchster mannigfalt. Gott, lob sage. 5. Nun weicht ihr übel: 4. Uch, sich mein gebeine thäter, Mir ist geholfen schon! an, Wie sie all erstarren; Der Herr ist mein erretter Meine seele gar nicht kann Und nimmt mein flehen an, Deiner hülfe harren, Jch Er hört meins weinens stimme, verschmacht, Tag und nacht Es müssen falln geschwind Muß mein lager fließen Von All, sein und meine feinde, den thränengüssen. Die schändlich kommen um. 5. Ach ich bin so müd 6. Ehr fei ins himmels und matt Von den schweren throne, Mit hohem ruhm und plagen; Mein herz ist der preis, Dem vater und dem seufzer satt, Die nach hülfe sohne Und auch zu gleicher fragen. Wie so lang Machst weis Dem heilgen geist mit du bang Meiner armen ſeele ehren In alle ewigkeit, Der In der schwermuthshöhle? woll uns auch bescheeren Die ewge seligkeit. Cyriac. Schneegaß+ 1597. 6. Weicht, ihr feinde, weicht von mir, Gott erhört mein beten; Nunmehr kann ich mit Die zehn Gebote. 167 begier Vor sein antlig treten, schenkt das leben. Weg mit Teufel weich! Hölle fleuch! angst und allem leide; Ich Was mich vor gekränket Hat geh ein zur himmelsfreude. mir Gott geschenket. Tob. Tzeutschner+ 1675. 7. Bater, dir sei ewig preis, mel. Freu dich sehr, o meine seele. oben, 223. Ach was hab ich Hier und dort auch auch Der allzeit zu loben; Heil- Ach was hab ich doch gethan? ger geist Sei gepreist, Hoch Wer ist, der die sachen schlichtet? gerühmt, geehret, Daß du Mein gewissen klagt mich an. mich erhöret. Ich bin selber wider mich, 3. G. Albinus+ 1697. Weil ich also freventlich Mich Mel. Adam hat uns ganz verderb. mit lasterkoth beflecket Und 222. Ach Herr, ach Herr des höchsten zorn erwecket. meiner schone, 2. Gott ich muß mit zitMir nicht nach den werken tern sagen, Daß ich sei ein lohne. Wenn du willst zu sündenknecht; rechte gehen; Herr, wer kann meine plagen, vor dir bestehen. Jho fühl ich Über du, du bist gerecht. Mein verderbtes 2. Keiner, keiner ist zu fleisch und blut Hat das finden, Der da rein von allen rechte wahre gut Durch des sünden, Sondern alle müssen teufels trieb verachtet und sprechen: Hier begehr ich nicht den lüsten nachgetrachtet. zu rechten. 3. Vorhin hab ich mich 3. Sünden haben mich ge- gefreuet Meiner schweren süngeboren, Gottes huld hab ich denlast; Iho, da mich solche verloren Durch die menge reuet, Hab ich weder ruh noch meiner fünden; Herr, laß rast. Ach! was mich vorhin mich genade finden. ergött, hat mich jetzt in angst 4. Bei dir, Herr, will ich gesetzt; Was vorhin den leib erscheinen Und mit Petro stets erquicket, Ist, das ist die beweinen, Was ich wider dich seele drücket. begangen; Gnade hoff ich zu erlangen. 4. So viel jahr bin ich gelaufen Den verbosten irre= 5. Herr ich suche dich mit weg Und mit dem verruchten thränen; Mit Maria Magda- haufen Ausgesetzt den guten lenen Fall ich dir zu deinen steg, Der zur himmelspforten füßen, Sie mit thränen zu führt; Nie, ach! nie hab ich begießen. gespürt, Eine reue meiner 6. Nun, die sünden sind sünden. Wo soll ich nun retvergeben, Du hast mir ge- tung finden? 168 Katechismusgesänge. 5. Gott, ich soll gen him- der ich abgeschwächt, Laß mel sehen, Aber ich seh unter genade gehn für recht; Wirst mich. Wie ist mir, mein Gott, du ins gerichte gehen, Herr, geschehen, Daß ich so ver- wer kann vor dir bestehen? lassen dich? Ich bin werth, 10. Deines sohnes marter: daß mich dein grimm Mit zeichen Stell ich zwischen mir erzűrnter donnerstimm Möcht und dir; Laß mich hiermit in tausend trümmer schlagen, gnad erreichen. Seinen tod Ja zur höllen ewig jagen. halt ich dir für, Glaube steif 6. Alle freude sei verfluchet, und festiglich, Daß mein Jesus So von sünden bergerührt, auch für mich hat gelitten, Dieſe zeit, da ich gesuchet, ist gestorben; Sch auch soll Was nur höllenangst gebiert. sein unverdorben. Was mir Gottes wort ver- 11. Du hast uns gewiß beut, Sei verflucht in ewig- verheißen Herzliche barmher: keit. Ewig sei verflucht die zigkeit; Dafür sollen wir dich stunde, Da ich sündenlust preisen. Denk an deinen theu: empfunde. ren eid, Der den fündern trost 7. O wie bist du, sünde, verspricht; Du willst ihren sünde! Eine last, wie felsen tod ja nicht, Leben willst schwer! Un mir ich nichts du ihnen schenken, Wenn sie reines finde; Wie kränkt mich sich nur zu dir lenken. doch das so sehr! Gott, dein 12. Herr, so sei nun auch zorn hat mich geschreckt; Uch, erhöret, Bitt ich, der verlorne wer ist, der mich versteckt? sohn, Der zu seinem vater Keine freatur kann rathen kehret; Blicke von des him Meinen schweren missethaten. mels thron! Ich bring ein 8. Herr, es steht in deinen zerknirschtes herz Boller reue, händen; Du alleine hilfft aus voller schmerz, Das nach deinoth ,. Du kannst meinen jam ner gnade trachtet; Solches mer wenden, Du kannst retten hast du nie verachtet. aus dem tod. Es steht nur 13. Laß die engel fröhlich allein bei dir, Niemand kann werden, Daß ein sünder buße sonst helfen mir; Du kannst thut. Weil*) ich lebe noch gnädig mich verneuen Und auf erden, Will ich dies, was in ewigkeit erfreuen. fleisch und blut Hat hisher 9. Ich verdamme seel und so hoch geacht, Was mich glieder; Sprich du sie in fälschlich angelacht, Hassen, gnaden los. Bittlich fall ich fliehen, ernstlich meiden Und vor dir nieder: Nimm du mich mich gänzlich dir vereiden. in deinen schooß. Stärk mich,*) So lange. Die zehn Gebote.* 169 14. Wirst du mir zur sei- nur nicht Dort ewiglich Von ten stehen Durch des guten dir sein abgescheiden. geistes kraft, Will ich nicht, 7. Gleich wie sich fein Ein wie vormals, gehen Den weg, vögelein In hohle bäum verder zur höllen rafft. Gott, stecket, Wenns trüb hergeht, ich kehre mich zu dir; Kehre Die luft unftät, Menschen du dich auch zu mir, Dafür und vieh erschrecket; will ich deinen namen loben. Amen, amen. Ewig 8. Also, Herr Christ, Mein zuflucht ist Die höhle deiner G. W. Sacer+ 1699. wunden. Wann sünd und tod Eigne Melodie. Mich bringt in noth, Hab 224. Ach Gott und Herr, ich mich drein gefunden. Wie groß und schwer Sind mein begangne sünden! Da ist niemand, Der M. Rutilius+ 1618 und G. Major+ 1654. Mel. Uch Gott und Herr. helfen kann, In dieſer welt 225. Ach durch die fünd, zu armes 2. Lief ich gleich weit Wo bin ich hingekommen? Zu dieser zeit Bis an der welt Ich bin verlorn, 3um tod ihr ende, Und wollt los sein erkorn, Weil Gottes zorn entDes elends mein, Würd ich glommen. doch solchs nicht wenden. 2. In finsterniß Ich liegen 3. 3u dir flieh ich: Ver muß, Darein bin ich ver stoß mich nicht, Wie ichs gangen. Kein fünklein licht wohl hab verdienet. Ach Gott, Ich sehe nicht, Bin von der zürn nicht, Geh nicht ins nacht umfangen. gricht; Dein sohn hat mich verfühnet. 3. Ach, wo ist rath? Der Mose naht Mit dem gesetzes4. Solls ja so sein, Daß besen; Er will zur höll Mich straf und pein Auf sünde fol- kehren schnell Mit anderm gen müssen; So fahr hier unflathwesen. fort Und schone dort, Und laß mich ja jetzt büßen. 4. Ein fericht ist Wer Gott vergißt, Hängt an dem koth 5. Gies auch geduld, Ver- der erden; Er muß hinaus giß der schuld, Verleih ein Wann Gottes haus Einst ghorsam herze; Laß mich ja wird gereinigt werden. nicht Wies wohl geschicht, 5. O Jesu, eil, Du bist Mein heil murrend verscherzen. zum heil Der sünder mensch 6. Handel mit mir, Wies geboren: Komm, der du nahmst dünket dir; Durch dein gnad Ein licht und kamst 3u suchen, will ichs leiden; Laß mich was verloren. 170 Katechismusgefänge. 6. Du selbst bist licht, Ver torn; Fröhlich kann ich nicht giß mein nicht, Erschein mit werden, Den himmel anzu trost und gnade. Uch Herr, sehn, Und schäme mich auf mich such; Daß Moses fluch erden Mit meinen füßn zu Nicht ewig mich belade. gehn. 7. Ich bin getauft, Bon 3. Nun sollt ich ja ver: dir erkauft, mit deines bluts trauen Deinem sohn Jesu goldgulden; Laß nicht, was Christ, Auf sein verdienst fest dein, Verloren sein; Du zahl- bauen, Weil er mein fürsprach test meine schulden. ist; So schreckt mich mein 8. Komm, such und find. gewissen, Das zweifelt immer: 3war meine sünd, Doch mich dar Und spricht: dich wird nicht laß auskehren; Viel- verdrießen, Daß ich die sünd mehr mich hier Bekehr zu nicht spar. mehren. zu dir, Der engel freud zu 4. Ich wollt auch herzlich gerne Bessern das leben mein, 9. Solls ja so sein, Daß Mit werk, wort und geberden straf und pein Hier folgen Fromm und dir ghorsam sein; muß auf fünde: Mit ruthen Ich kanns so nicht vollbringen, mich Stäub väterlich Nur Wie ichs oft hab bedacht, keinen besen binde. Bös gdanken mich verdringen 10. Das dunkel bricht, Ich Und auch des teufels macht. sehe licht: Ich werd wie neu 5. Was soll ich denn nun geboren. Laß, Jesu, dein Mich machen, Wo soll ich zuflucht ewig sein und bleiben un- han? Ich fall der höll in verloren. rachen, Wenn ich dir will entgahn. Ich komm, o Gott, Mel. Aus diesem tiefen grunde. ja wieder zu deinr barmher: 226. A ch Gott, wem zigkeit, Und vor dir fall ich Mein sünd die sind soll ichs klagen, nieder, Daß ich so elend bin? Mein mir leid. herz will mir verzagen, Mein 6. Vater, dein sohn haft sünd liegt mir im sinn. Ich geben Für der ganzen welt kann ihr nicht vergessen, Sie sünd, Und jedermann soll le: ist zu groß und schwer, Sie ben, Der an ihn glauben könnt. hat mich gar besessen, Bracht Will gleich mein herz nicht in noth und gefähr. trauen, So glaub ich dennoch 2. In sündn bin ich em feft; Hilf du meinem unglau pfangen In sündn bin ich ge- ben, Dein hülf, die ist die best. born, Viel sünd hab ich be- 7. Ich bin nicht werth der gangen. Darum bin ich ver- güte, Die du mir haft gethan, 171 Die zehn Gebote. Daß für mich mit seim blute Mel. Herv ich habe mißgehandelt. Bezahlt dein lieber sohn. Ich 227. Ach was sind wir b'darfs aber nothwendig Und ohne Jesum? glaub den worten dein, Die Dürftig, jämmerlich und arm! mir zusag'n beständig: Wer Ach, was sind wir voller elend! glaubt, wird selig sein. Ach, Herr Jesu, dich erbarm! 8. So wahr als ich selbst Laß dich unsre noth bewegen, lebe, Sprichst du, ewiger Gott, Die wir dir vor augen legen. Mit nicht ich übergebe Den 2. Wir sind nichts ohn sünder in den tod. Ich will, dich, Herr Jesu; Hier ist daß er umkehre Und leb ewig lauter finsterniß. Dazu quälet bei mir; Darum komm ich, uns gar heftig Der vergifte Herr Christe, Ich komm wie: schlangenbiß. Dieses gift steigt der zu dir. zu dem herzen und verursacht 9. Mit deim heiligen geiste stete schmerzen. Mein schwachen glauben mehr, 3. Uch, ohn dich, getreuer Hülf und beistand mir leiste, Jesu, Schreckt der teufel und Sei mein gnädiger Herr, G'leit die höll. Die verdammniß macht mich auf deinem wege, Bhüt mich zittern, Da ich steh auf mich vor sünd und schand, dieser stell; Mein gewissen ist Des teufels stich und schläge Wend ab mit deiner hand. erwachet Und der abgrund flammt und krachet. 10. Segne mein leib und 4. Ohne dich, herzliebster leben, Mein b'ruf und mein Jesu, Kommt man nicht durch arbeit, Was du mir hast ge- diese welt; Sie hat fast auf geben Aus lauter gütigkeit, allen wegen Unsern füßen neg Erhör mein flehn und schreien gestellt. Sie kann trogen und Und mein furchtsame wort, kann heucheln Und hält uns Daß ich mich dein kann freuen mit ihrem schmeicheln. Verachtn des teufels mord. 5. Ach, wie kraftlos, Her11. 3ulett laß mich ab- zensjesu, Richten sich die kranscheiden Mit einm seligen end, ken auf! Unsre macht ist lauUnd nimm aus diesem leiden ter ohnmacht In dem müden Mein seel in deine händ; lebenslauf; Denn man sieht Dafür will ich dich preisen uns, da wir wallen, Defters Mit schuld'ger dankbarkeit. straucheln, öfters fallen. Gott wird mir gnad beweisen Und helfn in ewigkeit. Amen. G. Rollenhagen+ 1609. 6. Darum stärk uns, liebster Jesu, Sei in finsterniß das licht; Deffne unsre her: zensaugen, Zeig dein freundlich angesicht; Spiel, o sonn, 172 Katechismusgesänge. mit lebensblicken, So wird dich an, 3u dem ich mein ver: sich das herz erquicken. trauen hab. 7. Tritt den satan, starker 2. Mein sünd sind schwer Jesu, Unter unsern schwachen und übergroß, Und reuen mich fuß. Komm zu deiner braut von herzen, Derselben mach gegangen, Gieb ihr einen lie- mich quitt und los Durch deibeskuß, Daß sie himmelsfreud nen tod und schmerzen, Und verspüre Und kein leid sie mehr zeig mich deinem vater an, berühre. Daß du hast gnug für mich 8. Faß uns an, o süßer gethan; So werd ich quitt, Jesu, Führ uns durch die pil- der sünden los. Herr, halt gerstraß, Daß wir auf den mir fest, Weß du dich mir rechten wegen Gehen fort ohn versprochen hast. unterlaß. Laß uns meiden alle 3. Gieb mir nach deinr stricke Und nicht wieder sehn barmherzigkeit Den wahren zurücke. christenglauben, Auf daß ich 9. Laß den geist der kraft, deine süßigkeit Möcht innigHerr Jesu, Geben unserm gei- lichen schauen, Vor allen din: ste kraft, Daß wir brünstig gen lieben dich und meinen dir nachwandeln Nach der lie- nächsten gleich als mich. Um be eigenschaft. Uch Herr, mach letzten end dein hülf mir send, uns selber tüchtig, So ist un- Damit behend Des teufels list ser leben richtig. sich von mir wend. 10. Dann wird lob und 4. Ehr sei Gott in dem dank, Herr Jesu, Schallen höchsten thron, Dem vater al: aus des herzens grund; Dann ler güte, Und Jesu Christ, wird alles jubiliren Und dir seim liebsten sohn, Der uns singen herz und mund, Dann allzeit behüte, Und Gott dem wird auf der ganzen erden heiligen geiste, Der uns sein Jesus hochgelobet werden. hülf allzeit leiste, Damit wir ihm gefällig sein, Hier in der zeit Und folgends in der ewig3. Schneefing+ 1567. p. Lackmann+ 1713. Eigne Melodie. 228. Allein zu dir, Herr feit. Jesu Christ, Mein hoffnung steht auf erden! Ich Eigne Melodie. weiß, daß du mein tröſter bift, 229. Aus diesem tiefen mag mir sonst wergrunde Der äng den. Von anbeginn ist nichts sten ruf ich dir, Mit herzen erkorn, Auf erden war kein und mit munde, O Gott, mein mensch geborn, Der mir aus trost und zier! Du wollest, nöthen helfen kann; Ich ruf Herr, mir leihen Dein väter: Die zehn Gebote. 173 liches ohr, Erhöre ja mein besten leben. Vor dir niemand schreien, Laß diese seufzer vor. sich rühmen kann, Deß muß 2. Denn wo du auf willst dich fürchten jedermann Und merken, Was sünden wir be deiner gnade leben. gehn, Wer wird mit seinen 3. Darum auf Gott will werken Vor dir, o Herr, be- hoffen ich, Auf mein verdienst stehn? Jedoch du kannst ver- nicht bauen. Auf ihn mein geben und bist genadenvoll, herz soll lassen sich Und seiner Damit man besser leben Und güte trauen, Die mir zusagt dich mehr fürchten soll. sein werthes wort; Das ist 3. Ich wart auf Gottes mein trost und treuer hort, güte, Dem ich mein leid ge- Deß will ich allzeit harren. flagt; Es harret mein gemü- 4. Und ob es währt bis the Auf dies, was er gesagt; in die nacht Und wieder an Es harrt mit treuen sorgen, den morgen; Doch soll mein Ift, wie die wächter sind, Wie herz an Gottes macht Verwächter, eh es morgen Und zweifeln tag zu sein beginnt. So thu nicht noch sorgen. Israel rechter art, 4. Israel soll mit wachen Der aus dem geist erzeuget Und hoffen emsig sein, Gott ward Und seines Gotts erharre. weiß es wohl zu machen und 5. Ob bei uns ist der sünstellt die strafen ein. Er wird den viel, Bei Gott ist viel von allem bösen, Bon schuld mehr gnaden; Sein hand zu und missethat Israel selbst helfen hat kein ziel, Wie groß erlösen, Das ihn zum Herren auch sei der schaden. Er ist hat. allein der gute hirt, Der Js: rael erlösen wird aus seinen sünden allen. M. Opis+ 1639. Pf. 130. Eigne Melodie. M. Luther+ 1546. 230. Aus tiefer noth schrei ich zu dir, Herr Lucas 19. Gott, erhör mein rufen, Dein Met. Allein zu dir, Herr Jesu. gnädig ohren kehr zu mir Und weinest für Jemeiner bitt sie öffne. Denn 231. Drufalem, Herr so du willst das schen an, Jesu, heiße zähren, Bezeugst, Was sünd und unrecht ist ge- es sei dir angenehm, Wenn than, Wer kann, Herr, vor sünder sich bekehren. Wenn dir bleiben? ich vor dir mit buß erschein 2. Bei dir gilt nichts, denn Und über meine sünden wein, gnad und gunst, Die sünde Alsdann vertilgest du aus gnad zu vergeben. Es ist doch unser All übelthat, Die mich bisher thun umsonst Auch in dem gequälet hat. 174 Katechismusgesänge. 2. Wenn meines vaters ich dir, Daß du die freuden: zorn entbrennt, Von wegen krone, Herr Christ, dadurch meiner fünde, 3u deinen thrä- erworben mir Bei dir ins nen ich mich wend, Allda ich himmelsthrone. Wenn du mich, labsal finde. Vor Gott sind o du lebensfürst, Hinauf in sie so hoch geschätzt; Wer da- himmel holen wirst, Ulsdann mit seine sünde nett, Den will ich recht danken dir, blickt Gott an mit gütigkeit höchste zier, Für deine thränen Zu jeder zeit, Und sein betrüb- für und für. tes herz erfreut. J. Heermann+ 1647. 3. Hier ist der schweren met. Herzlich lieb hab ich dich, o. or gricht, Herr ich thränen haus, In dem ich 232. oft muß weinen, Der welt, aushalten manchen strauß hie, 3u dir beug ich meines Sie martert stets die deinen. herzens knie, kann mir selbst Auf allen seiten, wo sie kann, gar nicht rathen. Mein groß Fängt sie mit mir zu hadern und viele missethat Mich hier an. Dies tröstet mich zu aller und dort verdammet hat, Doch frist: Herr Jesu Christ, In will ich nicht verzagen. Herr noth du auch gewesen bist. Jesu Christ, dein blut allein 4. Du zählst die thränen Macht mich von allen sünden groß und klein, Ich weiß, sie rein, Weil ich in wahrer reu sind gezählet; Und ob sie nicht und buß Glaub an dich und u zählen sein, Dennoch dir dir fall zu fuß. Herr Jesu feine fehlet. So oft vor dir Christ, Mein Gott und Herr, sie regen sich, So oft sie auch Deß dank ich dir, Ich will bewegen dich, Daß du dich mich bessern, hilf du mir. mein erbarmen mußt. Dir ist bewußt Mein kreuz, drum hilfst du mir mit lust. I. M. Dilherr+ 1669. Eigne Melodie. 233. Herr, ich habe miß 5. Wer jekund säet thrägehandelt, nen aus, Hält in geduld Gott mich drückt der fündenlast; stille, Den nimmst du zu dir Ich bin nicht den weg ge in dein haus Da freud und wandelt, Den du mir gezeiget lust die fülle; Ja solche freu: hast, Und jetzt wollt ich gern de, die kein mann Mit seiner aus schrecken, Mich vor deinem zung aussprechen kann, Da zorn verstecken. wird mein jetzig kreuz leid Sein lauter freud und 2. Doch wie könnt ich dir Und entfliehen? Du wirst allent: halben sein; Wollt ich über währen in all ewigkeit. 6. Für diese thränen dank see gleich ziehen, Stieg ich in Die zehn Gebote. 175 die gruft hinein, Sätt ich tiefste see, Wasche mich von flügel gleich den winden, meinen fünden, Mache mich Gleichwohl würdest du mich so weiß wie schnee, Laß den finden. guten geist mich treiben, Ein3. Drum, ich muß es nur zig stets bei dir zu bleiben. bekennen: Herr, ich habe miß-| 3. Frank+ 1677. gethan, Darf mich nicht dein Eigne Melodie. Find mehr nennen, Ach, nimm 234. Herr Jefu Chrift, mich zu gnaden an! die du höchstes gut menge meiner sünden Deinen Du brunquell der genaden, zorn nicht gar entzünden. Sieh doch, wie ich in meinem 4. Könnt ein mensch den muth Mit schmerzen bin be sand gleich zählen An dem laden, Und in mir hab der weiten mittelmeer, Dennoch pfeile viel, Die im gewissen würd es ihm wohl fehlen, ohne ziel Mich armen sünder Daß er meiner sünden heer, drücken. Daß er alle mein gebrechen 2. Erbarm dich mein in Sollte wissen auszusprechen. solcher last, Nimm sie aus 5. Wein, ach wein jetzt meinem herzen, Dieweil du um die wette Meiner beiden sie gebüßet hast Um holz mit augen bach! O daß ich gnug todesschmerzen, Auf daß ich zähren hätte, 3u betrauern nicht vor großem weh In meine schmach! O daß aus meinen sünden untergeh Und dem thränenbronnen Käm ein ewiglich verzage. starker strom geronnen! 3. Fürwahr, wenn mir das 6. Ach, daß doch die stren- kommet ein, Was ich mein gen fluthen Ueberströmten mein tag begangen, So fällt mir gesicht, Und die augen möch auf das herz ein stein Und ten bluten, Weil mir wasser bin mit furcht umfangen. Ja, sonst gebricht! Ach, daß sie ich weiß weder aus noch ein wie meereswellen Möchten Und müßte stracks verloren in die höhe schwellen. sein, Wenn ich dein wort 7. Jedoch, Christe, deine nicht hätte. beulen, Ja ein einzig tröpf- 4. Aber dein heilsam wort lein blut, Das kann meine das macht Mit seinem süßen. wunden heilen, Löschen meiner singen, Daß mir das herze sünden glut. Drum will ich, wieder lacht Und was beginnt mein angst zu stillen, Mich zu springen, Dieweil es alle in deine wunden hüllen. gnad verheißt Denen, die mit 8. Dir will ich die last zerknirschtem geist 3u dir, o aufbinden, Wirf fie in die Jesu, kommen. 176 Katechismus gesänge. 5. Und weil ich denn in erneuen; Mein Gott, ver: meinem sinn, Wie ich zuvor sag mirs nicht. geklaget, Auch ein betrübter 2. Vergieb mir meine fün sünder bin, Den sein gewissen den Und wirf sie hinter dich, naget, Und gerne möcht im Laß allen zorn verschwinden blute dein Von sünden ab: Und hilf genädiglich; Laß deine solviret sein, Wie David und friedensgaben- Mein armes Manasse; herze laben; Ach Herr, erhöre 6. Als komm ich auch zu mich! dir allhie In meiner angst 3. Vertreib 3. Vertreib aus meiner geschritten Und thu dich mit seelen Den alten Adamssinn gebeugtem knie Bon ganzem Und laß mich dich erwählen, herzen bitten: Verzeih mir Daß ich mich künftighin Zu doch genädiglich, Was ich mein deinem dienst ergebe Und dir lebtag wider dich Auf erden zu ehren lebe, Weil ich er hab begangen. löset bin. 7. S Herr, mein Gott, 4. Befördre dein erkenntniß vergieb mirs doch Um deines In mir, mein seelenhort, Und namens willen, Und thu in öffne mein verständniß Durch mir das schwere joch Der dein heiliges wort, Damit übertretung stillen, Daß sich ich an dich gläube Und in mein herz zufrieden geb Und der wahrheit bleibe Zu trub dir hinfort zu ehren leb Mit der höllenpfort. kindlichem gehorsam. 5. Tränk mich an deinen 8. Stärk mich mit deinem brüsten Und kreuzge mein be freudengeist, Heil mich mit gier Sammt allen bösen lü deinen wunden, Wasch mich sten; Auf daß ich für und mit deinem todesschweiß In für Der sündenwelt absterbe meinen lehten stunden, Und Und nach dem fleisch verderbe, nimm mich einst, wenn dirs Hingegen leb in dir. 6. Ach, zünde meine liebe In meiner feele an, Daß ich aus innerm triebe Dich ewig B. Ringwaldt+ 1598. lieben fann Und dir zum Mel. Herr Christ der einig Gottess. wohlgefallen Beständig möge sonne, bahn. 235. Herr Jeſu, gnaden- wallen Auf rechter lebens haftes lebenslicht, Laß leben, 7. Nun, Herr, verleih mir licht und wonne Mein blödes stärke, Verleih mir kraft und angesicht Nach deiner gnad muth, Denn das sind gnaden: erfreuen Und meinen geist werke, Die dein geist schafft gefällt, Im rechten glauben von der welt Zu deinen auserwählten. Umen. Die zehn Gebote. 177 und thut; Hingegen meine der schade, Den niemand heisinnen, Mein lassen und be- let, außer du, Uch, aber ach! ginnen Ist böse und nicht genad, genade! Ich laß dir gut. doch nicht eher ruh. Erbarme 8. Darum, du Gott der dich zc. gnaden, Du vater aller treu, 6. Nicht, wie ich hab verWend allen seelenschaden, Und schuldet, lohne Und handle mach mich täglich neu. Gieb, nicht nach meiner sünd. D daß ich deinen willen Gedenke treuer vater, schone, schone, zu erfüllen Und steh mir kräf- Erkenn mich wieder für dein tig bei. kind. Erbarme zc. 2. 2. Gotter † 1735. 236. 7. Sprich nur ein wort, so werd ich leben, Sag, daß ich armer sünder hör: Geh ch armer mensch, hin, die sünd ist dir vergeben, ich armer sün- Hinfürder sündge nur nicht der, Steh hier vor Gottes mehr. Erbarme zc. angesicht; Ach Gott, ach Gott 8. Ich zweifle nicht, ich verfahr gelinder Und geh nicht bin erhöret, Erhöret bin ich mit mir ins gericht! Erbarme zweifelsfrei; Weil sich der trost dich, erbarme dich, Gott, mein im herzen mehret, Drum will erbarmer, über mich. ich enden mein geschrei: Er 2. Wie ist mir doch so barme dich, erbarme dich, angst und bange Von wegen Gott, mein erbarmer, über meiner großen sünd! Hilf, mich. C. Titius+ 1703. daß ich wieder gnad erlange, Ich armes und verlornes kind. Mel. Durch Adams fall. Erbarme dich 2c. 3, Spor, ach erhör mein 237. Jarmer mensch 3. Hör, ich komm allseufzend schreien Du aller- hier Mit höchst betrübtem herliebstes vaterherz, Wollst alle zen, O Gott, vor deiner gnasünden mir verzeihen, und denthür Und klage dir mit lindern meines herzens schmerz. schmerzen Erbarme ic. Die fünden all Und jeden fall, Den ich vor dir 4. Wie lang soll ich ver- begangen Von jugend auf, geblich klagen? Hörst du denn Mein lebenlauf Hat nichts nicht, ach hörst du nicht? Wie vor dir zu prangen. kannst du das geschrei ver- 2. Die sünden sind, die tragen? Hör, was der arme ich gethan, Unmöglich zu er= sünder spricht: Erbarme zc. zählen; Doch ich sie auch 5. Wahr ist es, übel steht nicht bergen kann, Weil sie Lutherisches Gesangbuch. 12 Mel. Wer nur den lieben Gott. 1. Melodie. 178 Katechismusgesänge. mich immer quälen. Dein lieb- mich, So gnädiglich, Geduldt ster sohn Hat mich davon und nicht verzehret. Durch seinen tod entbunden; 7. Du könntest oft durd Dennoch hab ich Jetzt lassen fug und recht Das leben mir mich Die sünd aufs neu ver- verkürzen, Und mich, als einen wunden. bösen knecht, Hinab zur höllen 3. So ist auch mein un- stürzen, Der ich ohn scheu, dankbarkeit Sehr groß bis Ohn leid und reu, In sün auf die stunde. Ich habe dir den mich verweilet, Dennoch zu keiner zeit Gedankt von giebst du Mir raum und ruh, herzensgrunde Für deine treu, Hast mich nicht übereilet. Die täglich neu, Für deine 8. Wenn dies mein herz lieb und güte, Die ich an in sich bedenkt, Möcht es vor mir Gar reichlich spür Und angst zerspringen; Die große stets trag im gemüthe. sicherheit mich fränkt, Wil 4. Vornämlich hast du mit mark und bein durchdringen, geduld, Viel jahr bisher ver: Kein höllenpein, So groß schonet, Und mir nicht, wie mag sein, Ich habe sie ver ich oft verschuldt, Bald zornig schuldet; Ich bin nicht werth, abgelohnet. Hast fort und fort, Daß mich die erd Ernähret, O höchster hort, Dich meiner trägt und duldet. angenommen, Hast nichts gespart, Nach deiner art, Bis ich zu dir bin kommen. 9. Ich bin nicht werth, daß man mich nennt Ein werk, von dir geschaffen; Werth 5. Un mein herz hast du bin ich, daß all element 3ur viel und oft Durch dein wort strafe, mich hinraffen. So angeschlagen: Du hast mir weit hats bracht Der fünden lieblich zugeruft, Den himmel macht; Ich muß es frei be angetragen; Hast früh und kennen: Wo du siehst an, spat, Durch viel wohlthat, Was ich gethan, So muß 3ur buße mich bewogen, ich ewig brennen. Auch mit trübsal, Angst, noth zogen. 10. vater der barmher: und qual, Zu dir hinauf ge- zigkeit, Ich falle dir zu fuße: Verwirf den nicht, der zu dir 6. Dennoch, das ich nicht schreit, Und thut rechtschaffne leugnen kann, Wenn du gleich buße. Dein angesicht In gnaangeklopfet, hab ich dir nie- den richt Auf mich betrübten mals aufgethan, Die ohren sünder; Gieb einen blick, Der zugestopfet, Durch unbedacht mich erquick, AU angst wird Dies ganz veracht, Den rücken mir bald minder. dir gekehret. Doch hast du 11. Eröffne mir dein freund Die zehn Gebote. 179 lich herz, Die residenz der machst, daß mir noch keine liebe, Vergieb die sünd, heil noth Bis hieher können schaallen schmerz, Hilf, daß ich den. mich stets übe In dem, was 3. Heermann+ 1647. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 5. Haft auch in Christo dir, Gefällt an mir, Und alles mich erwählt Tief aus der böse meide, Bis ich zur schaar höllen fluthen, Sö daß es Der engel fahr, Hinauf in niemals mir gefehlt An irdeine freude. gend einem guten; Und daß ich ja dein eigen sei, Haft du mich auch aus bloßer treu ch will von meiner Gestäupt mit vaterruthen. missethat 3um 6. Wer giebt den kindern, Herren mich bekehren, Du was du mir Gegeben zu gewollest selbst mir hülf und nießen? Schenk aber ich gerath, Hiezu, o Gott, beschee- horsam dir? Das zeiget mein ren Und deines guten geistes gewissen, Mein herz, in welkraft, Der neue herzen in chem nichts gesund, Das tauuns schafft Aus gnaden mir send sündenwürmer wund Bis gewähren. auf den tod gebissen. 238. J 2. Natürlich kann ein mensch 7. Die thorheit meiner doch nicht Sein elend selbst jungen jahr Und alle schnöde empfinden; Er ist ohn deines sachen, Verklagen mich zu geistes licht Blind, taub und offenbar, Was soll ich armer todt in sünden. Verkehrt ist machen? Sie stellen, Herr, will, verstand und thun, Des mir vors gesicht Dein unergroßen jammers, komm, mich träglich zorngericht Und deiner nun, vater, zu entbinden. hölle rachen. 3. Klopf durch erkenntniß 8. Ich habe meiner gräuel bei mir an Und führ mich qual Und schäm, sie zu bewohl zu sinnen, Was böses kennen, Es ist ihr weder maß ich vor dir gethan; Du kannst noch zahl, Ich weiß sie nicht mein herz gewinnen, Daß ich zu nennen, und ist ihr keiner aus kummer und beschwer, doch so klein, Um welches Laß über meine wangen her, willen nicht allein Ich ewig Viel heiße thränen rinnen. müßte brennen. 4. Wie hast du doch auf 9. Bisher hab ich in sicher= mich gewandt Den reichthum heit Fein unbesorgt geschlafen, deiner gnaden! Mein leben Gesagt: es hat noch lange dank ich deiner hand, Duzeit, Gott pflegt nicht bald hast mich überladen Mit ruh, zu strafen. Er fähret nicht gesundheit, ehr und brot, Du mit unsrer schuld So strenge 12* 180 Katechismusgesänge. fort; es hat geduld Der Herr Erquick, was du zermalmet mit seinen schafen. hast, Mit deines trostes freu 10. Dies alles jetzt zugleich den. erwacht, Mein herz will mir 15. So angethan will ich zerspringen; Ich sehe deines mich hin Vor deinen vater donners macht, Dein feuer machen, Ich weiß, er lenket auf mich dringen. Du regest seinen sinn Und schaffet rath wider mich zugleich Des to mir schwachen; Er weiß, was des und der hölle reich, Die fleischeslust und welt Und wollen mich verschlingen. satan uns für netze stellt, 11. Die mich verfolgt, die Die uns zu stürzen, wachen. große noth, Fährt schnell, ohn 16. Wie werd ich mich mein zaum und zügel. Wo flieh lebenlang Vor solcher plage ich hin? du, morgenroth, Er- scheuen, Durch deines guten theil mir deine flügel! Ver- geistes zwang, Den du mir birg mich wo, du fernes meer! wollst verleihen, Der mir von Stürzt hoch herab, fallt auf aller sündenlist Und dem, mich her Ihr klippen, thürm was dir zuwider ist Helf ewig und hügel! mich befreien. 12. Uch, nur umsonst; und könnt ich auch Bis in den himmel steigen, Und wieder in der hölle bauch Mich zu Louise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg. + 1667. verkriechen neigen Dein auge 239. fuit, Eigne Melodie. ch Jesu Christ, Ich dringt alles sich, Du wirst da meine schand und bitt, erhör mein klagen; Vermich Der lichten sonne zeigen. Leib mir gnad zu dieser frist, 13. Herr Jesu, nimm mich Laß mich doch nicht verzagen. zu dir ein, Ich flieh in deine Den rechten glauben, Herr, wunden, Die du, o heiland, ich mein, Den wollest du wegen mein Um kreuze hast mir geben, Dir zu leben, empfunden, Als unser aller Meim nächsten nutz zu sein, sündenmüh, Dir, o du Got Dein wort zu halten eben. teslamm, ward hie zu tragen aufgebunden. 2. Ich bitt noch mehr, 0 Herre Gott, Du kannst es 14. Wasch mich durch dei mir wohl geben: Daß ich nen todesschweiß Und purpur- nicht wieder werd zu spott, rothes leiden, Und laß mich Die hoffnung gieb daneben; sauber sein und weiß, Durch Voraus wenn ich muß hier deiner unschuld leiden. Von davon, Daß ich dir mög ver: wegen deines kreuzes last, trauen Und nicht bauen Auf Die zehn Gebote. 181 alles mein thuen, Sonst wirds in reu und schmerz Erkennen mich ewig reuen. ihren schaden. 3. Verleih, daß ich aus 2. Es heißt: er nimmt die herzensgrund Mein feinden fünder an! Drum komm, dein mög vergeben, Verzeih mir Jesus will und kann Dich auch zu dieser stund, Schaff retten und umarmen. Komm mir ein neues leben. Dein weinend, komm in wahrer buß wort mein speis laß allweg Und fall im glauben ihm zu sein, Damit mein seel zu fuß; Er wird sich dein ernähren, Mich zu wehren, barmen. Wenn unglück geht daher, 3. Ein birt verläßt ſein Daß mich bald möcht ver- schäflein nicht, Dems in der kehren. irr an hülf gebricht, Er sucht 4. Laß mich kein lust noch es mit verlangen; Er lässet furcht von dir In dieser welt neunundneunzig stehn Und abwenden; Beständig sein ins sie gar in der wüsten gehn, end gieb mir, Du hasts allein Das eine zu umfangen. in händen. Und wem du's 4. Es sucht der liebste Jegiebst, der hats umsonst, Es sus Christ Das schäflein, das mag niemand erwerben Noch verloren ist, Bis daß er's ererben Durch werke deine hat gefunden. So laß dich gnad Die uns errett vom finden, liebe seel, Und flieh sterben. in Jesu wundenhöhl; Noch 5. Ich lieg im streit und sind die gnadenstunden. widerstreb, Hilf, o Herr Christ, 5. O Jesu, deine lieb ist dem schwachen! An deiner groß! Ich komm mühselig, gnad allein ich kleb, Du kannst nackt und bloß, Uch, laß mich mich stärker machen. Kommt gnade finden. Ich bin ein nun anfechtung her, so wehr, schaf, das sich verirrt, Ach, Daß sie mich nicht umstoße, nimm mich auf, weil ich verDu kannsts maßen, Daß mirs wirrt In strick und ne der nicht, bring gefähr, Ich weiß, sünden. du wirsts nicht lassen. 6. Ach, wehe mir, daß ich von dir Gewichen bin zum Mel. Kommt her zu mir, spricht. abgrund schier, Ach, laß mich hr armen sünder wiederkehren Zu deinem schaf240. nimm mich an Und mag Kommt eilig, kommt und mich frei vom fluch und bann: macht euch auf, Mühselig Dies ist mein herzbegehren. und beladen; Hier öffnet sich 7. Laß mich dein schäflein das Jesusherz Für alle, die ewig sein, Und du mein treuer 182 Katechismusgesänge. hirt allein Im leben und im Erhör uns unsre bitt, Heil: sterben; Laß mich vom eitlen ger geist, du einger tröster, weltgesind Ausgehn und mich Erleucht uns und sei uns als Gottes kind Um dich, mein gnädig. schat, bewerben. 6. Als wahr ich lebe, 8. Ich will von nun an Spricht Gott, der Herre, sagen ab Der sündenlust bis Will ich nicht den tod des in mein grab Und in dem sünders, Sondern, daß er sich neuen leben In heilig- und bekehre und lebe. gerechtigkeit Dir dienen noch die kurze zeit, Die mir zum heil gegeben. 242. Eigne Melodie. zesu, der du meine 9. Ach, nimm dein armes seele Hast durch täublein ein Und laß es sicher deinen bittern tod Aus des bei dir sein In deiner wun- teufels finstrer höhle Sammt denhöhlen; Bewahre mich vor der schweren sündennoth Kräf sündenwerk Und gieb mir dei- tiglich herausgerissen, Und nes geistes stärk Um leib und mich solches lassen wissen an der seelen. Durch dein angenehmes wort: Sei doch jetzt, o Gott, mein hort. Laur. Laurenti † 1722. Eigne Melodie. Jimm von uns, 2. Treulich hast du ja ge 241. Herre Gott, All suchet Die verlornen schäfe: Nimi unser sünd und missethat, Auf lein, Als sie liefen ganz ver daß wir mit rechtem glauben fluchet In der höllen pfuhl. und reinem herzen In deinem hinein; dienst erfunden werden. winder, Ja, du satansüber: Hast die hochbetrübten 2. Erbarm dich, erbarm sünder So gerufen zu der dich, Erbarm dich deines volks, buß, Daß ich billig kommen o Christe, Das du erlöset muß. haft Mit deinem theurbarn blute. 3. Uch, ich bin ein kind der sünden, Ach, ich irre weit 3. Erhör uns, erhör uns, und breit, Es ist nichts bei Erhör uns unsre bitt, Gott mir zu finden Als nur unge. vater, schöpfer aller ding, Hilf rechtigkeit. All mein dichten, uns und sei uns gnädig. all mein trachten Heißet: un 4. Erhör uns, erhör uns, sern Gott verachten; Böslich Erhör uns unsre bitt, leb ich ganz und gar Und Christe, der welt heiland, Bitt sehr gottlos immerdar. für uns und sei uns gnädig. 4. Herr, ich muß es ja 5. Erhör uns, erhör uns, bekennen, Daß nichts gutes Die zehn Gebote. 183 wohnt in mir. Das zwar, schläg und rißen, Deine marwas wir wollen nennen Halt ter, angst und stich, O Herr ich meiner seele für; Über Jesu, trösten mich. fleisch und blut zu zwingen Und 9. Wenn ich vor gericht das gute zu vollbringen Folget soll treten, Da man nicht gar nicht, wie es soll: Was ich entfliehen kann, Ach, so wolnicht will, thu ich wohl. lest du mich retten und dich 5. Aber, Herr, ich kann meiner nehmen an; Du, Herr, nicht wissen Meiner fehler kannst allein es stören, Daß meng allein, Mein gemüth ich nicht den fluch darf hören: ist ganz zerriffen Durch der Ihr zu meiner linken hand sünden schmerz und pein, Und Seid von mir noch nie erkannt. mein herz ist matt von sor- 10. Du, Herr, gründest gen; Ach vergieb mir, was meine schmerzen, Du, du verborgen, Rechne nicht die kennest meine pein; Es ist missethat, Die dich, Herr, er nichts in meinem herzen, Als zürnet hat. dein herber tod allein. Dies 6. Jesu, du hast wegge mein herz mit leid vermenget, nommen Meine schulden durch Durch dein theures blut bedein blut; Laß es, o erlöser, sprenget, Das am kreuz ver. kommen Meiner seligkeit zu gossen ist, Geb ich dir, Herr gut! Und dieweil du sehr zer: Jesu Christ. schlagen Hast die sünd am kreuz getragen, Ei, so sprich mich endlich frei, Daß ich ganz dein eigen sei. 11. Nun ich weiß, du wirst mir stillen Mein gewissen, das mich plagt; Es wird deine treu erfüllen, Was du selber 7. Weil mich auch der hölle haft gesagt, Daß auf dieser schrecken Und des satans grim weiten erden Keiner auch vermigkeit Vielmals pflegen auf- loren werden, Sondern ewig zuwecken Und zu führen in leben soll, Wenn er nur ist den streit, Daß ich schier muß glaubensvoll. unterliegen, Uch, so hilf Herr ch, so hilf Herr 12. Nun, ich glaube, hilf Jefu siegen! O du meine zu mir schwachen, Laß uns ja versicht, Laß mich ja verzagen verderben nicht, Du, du kannst nicht! mich stärker machen, Wenn mich 8. Deine rothgefärbten sünd und tod ansicht. Deiner wunden, Deine nägel, kron güte will ich trauen, Bis ich und grab, Deine schenkel fest fröhlich werde schauen Dich, gebunden, Wenden alle pla: Herr Jesu, nach dem streit In gen ab. Deine pein und blu- der süßen ewigkeit. tigs schwißen, Deine striemen, 3. Rift+ 1667. Katechismusgesänge. 184 Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem. kleid, Du bist voll macht und 243. O frommer und herrlichkeit Sehr groß und getreuer Gott, wunderthätig; Ich armer Ich hab gebrochen dein gebot wurm vermag nichts mehr, Und sehr gesündigt wider dich, Als daß ich ruf zu deiner ehr: Das ist mir leid und reuet Gott sei mir fünder gnädig. mich. 2. Hier steh ich, wie der 2. Weil aber du, o gnäd- zöllner that, Beschämet und ger Gott, Nicht hast gefalln von ferne, Ich suche deine hülf an meinem tod, Sondern ist und gnad, O Herr, von her: dein herzlich begehrn, Daß zen gerne; Doch weil ich vol ich soll bus thun, mich be- ler fehler bin, Und, wo ich febrn. mich nur wende hin, Beschmu 3. Auf dies wort, lieber get und unfläthig, So schlag vater fromm, Ich armer sün- ich nieder mein gesicht Vor der zu dir komm; Und bitt dir, du reines himmelslicht! dich durch den bittern tod Und Gott sei mir fünder gnädig! heilige fünf wunden roth 3. Die schulden, der ich mir 4. Deins lieben sohnes bewußt, Durchängsten mein Jesu Christ, Der mir zu gut gewissen; Drum schlag ich reuig mensch worden ist: Laß dein an die brust Und will von her: gnad und barmherzigkeit Mehr zen büßen. Ich bin, o vater, gelten denn gerechtigkeit. ja nicht werth, Daß ich noch 5. Verschon, o Herr, laß wandle auf der erd; Doch weil deine huld Zudecken alle meine du winkst, so bet ich, Mit ganz schuld; So werd ich arm ver- zerknirschtem, bangen geist, Der lornes kind Los und ledig all gleichwohl dich noch abba heißt: meiner sünd. Gott sei mir fünder gnädig! 6. Ich will, o Herr, nach 4. Mein abba, schaue Je deinem wort Mich bessern, sum an, den gnadenthron der leben fromm hinfort; Damit fünder, Der für die welt genug ich mög nach dieser zeit langen zu der seligkeit. B. Ringwaldt 1598. Mel. Un Wasserflüssen Babylon. Ge- gethan, Durch den wir Gottes kinder Im gläubigen vertrauen sind, Der ists, bei dem ich ruhe find, Sein herz ist ja gutthä: 244. tönig, deſſen tig. Ich fasse ihn und laß ihn majestät Weit nicht, Bis Gottes herz mit über alles steiget, Dem erd leidig bricht. Gott ſei mir sünund meer zu dienste steht, der gnädig! Vor dem die welt sich neiget. 5. Regiere doch mein herz Der himmel ist dein helles und sinn In diesem ganzen Die zehn Gebote. 185 leben Du bist mein Gott, und sein, Und wenn der tod bricht was ich bin, Bleibt ewig dir bei mir ein, Will ich alsdann ergeben. Ach, heilige mich ganz bekehren mich; Gott wird wohl und gar, Laß meinen glauben mein erbarmen sich. immerdar Sein durch die liebe 4. Wahr ist es, Gottes thätig; Und will es nicht fort, gütigkeit Ist zwar dem sünder wie es soll, So ruf ich, wie stets bereit; Doch wer auf mein herz ist voll: Gott sei gnade sündigt hin, Fährt fort mir sünder gnädig! in seinem bösen finn Und sei= 6. Mein leben und mein ner seele selbst nicht schont, sterben ruht Allein auf deiner Dem wird mit ungnad abgegnade; Mir geh es gleich bös lohnt. oder gut, Gieb nur, daß es 5. Gnad hat dir zugesaget nicht schade. Kommt dann das Gott Von wegen Christi blut lette stündlein an, So sei mir und tod; Zusagen hat er nicht auf der todesbahn, Mein Jesu, gewollt, Ob du bis morgen selbst beiräthig, Und wenn ich leben sollt. Daß du mußt sternicht mehr sprechen kann, So ben ist dir kund, Verborgen nimm den letzten seufzer an: ist des todes stund. Gott sei mir fünder gnädig! 6. Heut lebst du, jetzt beVal. E. Löscher † 1749. kehre dich; Vor morgen kanns Mel. Vater unser im himmelreich. noch ändern sich. Wer heut ift 245. S wahr ich lebe, frisch, gesund und roth, Ist spricht dein Gott, morgen krank, ja wohl gar Mir ist nicht lieb des sünders todt. Hast du nicht recht be tod, Bielmehr ist dies mein kehret dich, So wirst du brenwunsch und will: Er halt in nen ewiglich. seinen sünden still, Er kehre 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf von der bosheit sich Und lebe du mir, Daß ich jetzt komme mit mir ewiglich. bald zu dir, Und buße thu 2. Dies wort bedenk, o den augenblick, Eh als der menschenkind, Verzweifle nicht tod mich schnell hinrück; Auf in deiner sünd; Hier findest daß ich heut und jederzeit Zu du trost, heil und gnad, Und meiner heimfahrt sei bereit. was dir Gott versprochen hat J. Heermann+ 1647. Durch seinen mund und theu: Mel. Es ist gewißlich an der zeit. ren eid. O ſelig, dem die fünd 246. Schaff in mir Gott ist leid. ein reines herz, Mein herz ist ganz verderbet, Es fühlt von sünden großen zeit, Ich will zuvor recht lustig schmerz, Die ihm sind ange: 3. Doch hüte dich vor sicher heit, Gedenke nicht: es ist noch Ratechismusgesänge. 186 erbet, Und die es noch thut allein; Ach, laß mich ganz ohne scheu. Ach mache, daß es dein eigen sein Und führe mich wieder sei Wie du es hast ge zur freude. schaffen. Ludämilia Elisabeth, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt+ 1672. mel. Herr, wie du willst, so. 247. pater der barm D 2. Gieb mir auch einen neuen geist, Der, wie du, sei gesinnet, Der stets dir anhang allermeist Und, was du herzigkeit, Sch willt, beginnet. Gieb, daß er falle dir zu fuße! Verstoß den hasse fleisch und blut, Den nicht, der zu dir schreit Und glauben üb und sanften muth, thut noch endlich buße! Was Zucht, demuth, sanftmuth, liebe. ich begangen wider dich, Ver3. Verwirf von deinem an- zeih mir alles gnädiglich Durch gesicht, Ob ich es gleich ver- deine große güte. dienet, Mich, allerliebster va- 2. Durch deiner allmacht ter, nicht, Weil Jesus mich meisterthat Nimm von mir, verfühnet; Laß nimmer, nim was mich quälet; Durch deine mer, nimmermehr Mich fallen weisheit schaffe rath, Worinals dein kind so sehr, Daß du nen mirs sonst fehlet. Gieb es von dir würfest. willen, mittel, kraft und stärk, 4. Dein heilgen geist nimm Daß ich mit dir all meine nicht von mir; Den bösen geist werk Anfange und vollende. vertreibe, Daß ich, als nie 3. Jesu Christe, der du entführt von dir, Stets deine hast Um kreuze für mich armen sei und bleibe; Beherrsche mein Getragen aller sünden last, herz, sinn und muth Durch Wollst meiner dich erbarmen! deinen sinn, so ist es gut Im wahrer Gott, o Davids leben und im sterben. sohn, Erbarm dich mein, und 5. Mit deiner hülfe tröste mein verschon, Sieh an mein mich, Hilf und vergieb die kläglich rufen. sünden; Und sucht dann meine 4. Laß deiner wunden theu: seele dich, So laß dich von res blut, Dein todespein und ihr finden Und dein verdienst, sterben Mir kommen fräftig Herr Jesu Christ, Darinnen lich zu gut, Daß ich nicht trost und leben ist, Troß sün- müß verderben; Bitt du den de, tod und teufel. vater, daß er mir Im zorn 6. Dein freudengeist erhalt nicht lohne nach gebühr, Wie mich doch Mit seinem freuden- ich es hab verschuldet. öle, Damit nicht das verzweif- 5. heilger geist, du wah lungsjoch Verderbe meine seele, res licht, Regierer der gedanSei du mein freund, o Herr, ken, Wenn mich die sünden. Die zehn Gebote. 187 lust ansicht, Laß mich von dir] 5. Du bist der, der mich nicht wanken. Verleih, daß tröst, Weil du mich selbst er: nun, noch nimmermehr Be- löst; Was ich gesündigt hagierd nach reichthum oder ehr be, Hast du verscharrt im In meinem Herzen herrsche. grabe, Da hast du es ver6. Und wenn mein stünd- schlossen, Da wirds auch bleilein kommen ist, So hilf mir ben müssen. treulich kämpfen, Daß ich des 6. st meine bosheit groß, satans truß und list Durch So werd ich ihr doch los, Chrifti fieg mög dämpfen, Wenn ich dein blut auffasse Auf daß mir krankheit, angst Und mich darauf verlasse. Wer und noth Und dann der letzte sich zu dir nur findet, Al feind, der tod, Mir sei die angst ihm bald verschwindet. thür zum leben. D. Denicke+ 1680. Mel. Auf meinen lieben Gott. o soll ich fliehen 248. hin, Weil ich beschweret bin Mit vielen, großen sünden? Wo kann ich 8. Und wenn des satans rettung finden? Wenn alle heer Mir ganz entgegen wär, welt herkäme, Mein angst sie Hab ich nicht fug zu zagen, nicht wegnähme. Mit dir kann ich sie schlagen. 7. Mir mangelt zwar sehr viel; Doch was ich haben will, Ist alles mir zu gute, Erlangt mit deinem blute, Damit ich überwinde Tod, teufel, höll und sünde. 2. O Jesu, voller gnad! Dein blut darf ich nur zeigen, Auf dein gebot und rath So muß ihr trok bald schweigen. Kommt mein betrübt gemüthe 9. Dein blut, der edle saft, 3u deiner großen güte; Laß Hat solche stärk und kraft, Daß du auf mein gewissen Ein auch ein tröpflein kleine Die gnadentröpflein fließen. ganze welt kann reine, Ja 3. Ich werfe meine sünd gar aus teufels rachen Frei, Als dein betrübtes kind, So los und ledig machen. viel ihr in mir stecken Und 10. Darum allein auf dich, mich so heftig schrecken, In Herr Christ, verlaß ich mich; deine tiefe wunden, Da ich Jetzt kann ich nicht verderben, stets heil gefunden. Dein reich muß ich ererben, 4. Durch dein unschuldig Denn du hast mirs erworben, blut, Die rothe, schöne fluth, Da du für mich gestorben. Wasch alle meine sünde, Mein 11. Führ auch mein herz herz mit trost verbinde, Und und sinn Durch deinen geist ihr nicht mehr gedenke, Ins dahin, Daß ich mög alles meer sie tief versenke. meiden, Was mich und dich 188 Katechismusgesänge. kann scheiden, und ich an der für die schuld der welt Ist deinem leibe Ein gliedmaß worden selbst das lösegeld. ewig bleibe. J. Heermann+ 1647. 8. Ach, siehe doch, hier ist dein sohn, Mein heiland, schuh und gnadenthron, Der sich selbst aufgeopfert hat Am kreuz Mel. Herr Jesu Christ, wahr mensch. 249. ein größer troft für meine missethat; kann sein im 9. Der nicht versöhnet wer: schmerz, Als daß man Gottes den darf, Ob das gesetze noch vaterherz Durch seinen sohn so scharf. Er selber hat sein kann sprechen an, Der allen eigen blut Vergossen reichlich zorn abwenden kann. mir zu gut. 2. Wie ofte kommt man, 10. Ach, dies sein opfer ist durch den sohn Befördert, vor so groß, Daß ich werd aller des höchsten thron! Manch sünden los, Dies opfer, das sünder, der den tod verdient, dir wohlgefällt, Dadurch ver Wird durch des richters kind söhnt ist alle welt. verfühnt. 11. Das unbefleckte lamm 3. So wird auch manch ist hier, So meine sünden leibeigner knecht Bei seinem nahm von mir, Dies lamm, Herren bracht zurecht, Und von welchem man kein wort wird gestellt auf freien fuß, Vor seinem scheerer hat gehört. Da er sonst ewig dienen muß. 12. Der gar nichts übels 4. Dies tröstet mich, o hat gethan, Den man mit frommer Gott, Der ich befleckt recht nicht tadeln kann, Der durch sündenkoth, Daß ich vor hat die schwere sündenlast Der deine majestät In deines sob- ganzen welt auf sich gefaßt. 13. Durch seine wunden nes namen tret. 5. Aus lieb an ihn sei gnä- sind wir heil Und haben jetzt dig mir, Mich aus dem sün- am himmel theil, Darum er denkerker führ; Ach reiß des barm, o Gott, dich mein, Der teufels band entzwei Und mach ich vor dir mit ihm erschein. in mir die seele frei! 14. Ach, laß auch finden 6. 3war mein verdienst und vor dir statt, Was er am kreuz würdigkeit Dräut mir den tod erworben hat; Ich setze mein und alles leid, Doch weil dein vertrauen drauf, Hilf meinem sohn sich giebt für mich, Läßt schwachen glauben auf. du durch ihn versöhnen dich. 3. Heermann+ 1647. 7. Wen soll ich sonsten Gigne Melodie. Media vita in morte. bringen dir, Der dein herz 250. Mi ben sind Mit Mitte nitten wir im le neigen kann zu mir, Als den, Die zehn Gebote. 189 dem tod umfangen. Wen suchn| Dir meine schuld bekennen, wir, der hülfe thu, Daß wir Sie liegt mir auf dem herzen gnad erlangen? Das bist du, schwer, Daß ich kaum odem Herr, alleine. Uns reuet unsre hole mehr, Wie feuer thut sie missethat, Die dich, Herr, er brennen. zürnet hat. Heiliger Herre 2. Ich war empfangen und Gott, Heiliger starker Gott, geborn In sünd, ich sollte sein Heiliger, barmherziger heiland, verlorn, Und du haft mit dem Du ewiger Gott, Laß uns blute, Das dir aus deiner seite nicht versinken In des bittern floß, Gemacht mich aller süntodes noth! Kyrieleison. den los, Gestorben mir zu gute. 2. Mitten in dem tod an- 3. Nun aber hab ich mich ficht Uns der höllen rachen. aufs neu Mit großen sünden Wer will uns aus solcher noth ohne scheu Un leib und feel Frei und ledig machen? Das beflecket. Geborn lag ich in thust du Herr alleine. Es jam- fremdem koth, Jehund lieg ich mert dein barmherzigkeit Un- mit schand und spott In eigser sünd und großes leid. Hei- ner sünd erschrecket. liger Herre Gott, Heiliger star4. Du gabest mir, Herr ker Gott, Heiliger, barmher- Jesu, ein, Ich sollte dir geziger heiland, Du ewiger Gott, horsam sein, Auf rechtem wege Laß uns nicht verzagen Vor der wallen, Dich lieben mehr denn tiefen höllen gluth! Kyrieleison. alle schäß, Im ganzen leben 3. Mitten in der höllen trachten stets Dir kindlich zu angst Unser sünd uns treiben. gefallen. Wo solln wir denn fliehen 5. Und sieh, ich habe früh hin, Da wir mögen bleiben? und spat Begangen eitel mis 3u dir, Herr Christ, alleine. sethat, Wie die, so unrecht Vergossen ist dein theures blut, saufen. Wenn ich mein leben Das gnug für die sünde thut, bessern sollt, Hab ich aus frechHeiliger Herre Gott, Heiliger heit nicht gewollt, Bin sünden starker Gott, Heiliger, barm- eingelaufen. herziger heiland, Du ewiger 6. Herr, wie hast du so Gott, Laß uns nicht entfal- gnädiglich zu deinem bild erlen Von des rechten glaubens schaffen mich Und mich sehr trost. Kyrieleison. hoch geehret! Und sieh, ich bin in sünd und schand Als ein verwöhnter hengst gerannt, Das schöne bild versehret. 251. 7. Die sünd ist eine centdu für mich gestorben bist, nerlast, Sie läßt mir weder M. Luther+ 1546. Mel. Kommt her zu mir, spricht. eht muß ich, o Herr 190 Katechismusgesänge. ruh noch rast, Sie wird mich 13. Wo ist ein weib in unterdrücken. Ich kann sie aller welt, Die ihres fin länger tragen nicht, Die angst des sich enthält? Sie schleußt mir alle kraft zerbricht: Wouft es in die arme. Und wenn sie mich mit trost erquicken. gleich vergessen wollt Ihr ein 8. Schau doch, wie lang, gepflanzte lieb und huld, Wirst o Herr, soll ich In meinem du dich mein erbarmen. herzen ängsten mich, Wenn 14. Dies hast du zugesaget mich die fünden quälen? Mit mir, Dein wort ist wahr, ich gnaden wende dich zu mir, traue dir; Un mich wirst du Und mich aus meinen ängsten gedenken, Und mich, wie du führ; Ich will mich dir be versprochen hast, Frei machen fehlen. von der sünden last Und mir den himmel schenken. 9. Erbarme dich, Herr Jesu Christ, Der du allzeit barm3. Heermann+ 1647. herzig bist; Der schmerz hat mel. Wie nach einer Wasserquelle. mich durchfressen. Verfahre Ich nicht mit mir so scharf, 252, Pater, ach laß trost erscheinen! Sie bins, der deiner gnade darf: hest du dein kind denn nicht Dies wollst du nicht vergessen. Bitterlich mit Petro weinen, 10. Welch vater will nicht, Wie es mit Manasse spricht, der sein kind In großen nö: Wie es schlägt an seine brust? then stecken findt, Ihm lindern Wie die eitle sündenlust Wird seine schmerzen? Und wenn ers aus reue so verfluchet? Wie gleich mit ruthen schlägt, 3u es weinend gnade suchet? ihm er dennoch liebe trägt In seinem vaterherzen. 2. Hast du, vater, nicht geliebet Mich vor aller ewig11. Dein kind bin ich, Herr keit? So mich nun die schuld Jesu Christ, Für welches du betrübet, Tröst ich mich der aus liebe bist Hoch an ein gnadenzeit. Jesu kreuz und dor kreuz gehangen. Mit schmer- nenkron Bring ich her vor dei zen hast du mich geborn Und nen thron, Hat dein sohn mich zum himmelreich erkorn, nicht das erlitten und kann Nach dem trug ich verlangen. kräftig für mich bitten? 12. Ich habe zwar gesün- 3. 3war du bist gerecht, digt sehr, Doch, wäre meine ich schäme Mich der ungerechschuld viel mehr, Wirst du sie tigkeit; So ich feigenblätter mir erlassen. Und wenn du nähme, Meiner werke nichtig gleich auch züchtigst mich, So kleid, Deckt es doch die blöße thust du alles väterlich, Dein nicht. So du, vater, vor ge kind kannst du nicht hassen. richt Recht für gnade läsfest Die zehn Gebote. 191 mindert dessen ruhm und ehr; Ich habe ja durch lust und hohn, Auch fluch und schelten keinen lohn, Als deinen grimm verdienet. gehen, Wer ist rein, wer kann bestehen? 4. Gleichwohl sagst du zu das leben, Und willst nicht des sünders tod, Du willst schen ken und vergeben, Wo ver- 2. Den fabbath feirt ich lassen dein gebot, Wo aus leider nicht, Wie das erheischte bös verderbter art Auf der meine pflicht, Stets hab ich breiten höllenfahrt Ich mich nicht gehöret Dein wort, das habe lassen finden In ganz mich gelehret. Ich habe deiunverbüßten sünden. nen leib und blut, O Jeſu, 5. Suche mich, dein schäf- du mein höchstes gut, Nicht lein, wieder, Du mein Gott oft und viel genossen; Es hat und treuer hirt, Welches irrig mich auch verdrossen, Daß ich auf und nieder Wölfen sonst gehorsam sollte sein Denselben, zum raube wird. Schleuß in welche doch allein Gesuchet Jesu wunden ein Das ver- meine seligkeit; Ja, Herr, ich scheuchte täubelein, Daß es hab in haß und streit Auch satan nicht erwische In dem manchen tag gelebet. wüsten weltgebüsche. 3. Mein Gott, es ist mir 6. Herr, ich habe zwar ver- wohl bewußt, Wie mich des zogen, Bin nach Noä raben schnöden fleisches lust So vielart Sicher hin und her ge- mals übernommen, Daß ich flogen, Habe buße lang ge- bin leider kommen Auf leichte spart. Jetzt thu ich zu dir den sinnen, wort und that; Der tritt, Bringe reu und glauben geiz, so mich bethöret hat, Vermit: Herr, ich komme hoch be- leumden, schmähen, lügen, Sich laden, Nimm dein armes kind selber nie vergnügen. Den nächzu gnaden. sten ärgern täglich schier, Das ist gewesen für und für Mein Mel. O Herre Gott, begnade mich. thun; an mir ist nichts gesund, B.Prätorius um 1660. 253. J< ch armer mensch Ich bin verderbt bis auf den bekenn jetzt frei, grund, Mit sünden ganz beDaß ich mit fünden mancher- laden. lei, O Gott, dich oft betrübet, 4. Herr, für so manche misIndem ich nicht geliebet Nur ethat Weiß ich zu finden keidich von ganzer feel, auch dir nen rath, Denn was die sünd Nicht fest vertrauet für und erworben Heißt ewig sein verfür; Ich bin aus bösem samen, dorben. Ja, mein verdienst ist Der, leider, deinen namen Nicht höll und tod, Wo Jesus Christets erhöhet, sondern sehr Ver- stus diese noth Nicht gnädig 192 Katechismusgesänge. von mir wendet, Und mir er: von macht und ehren, Von lösung sendet. Sonst ist mein Maria der jungfrauen Ist ein fleisch, blut, haupt und haar, wahrer mensch geboren Durch Ja seel und leib verderbt so den heilgen geist im glauben, gar, Daß ich in sünden matt Für uns, die wir warn ver und krank, Voll unflath, eiter loren, Am kreuz gestorben und und gestank, Kaum darf mein vom tod Wieder auferstanden haupt aufheben. durch Gott. 5. In dieser schweren angst 3. Wir glauben an den und pein Bekenn ich dir, o heilgen geist, Gott mit vater Gott, allein, Und flage es und dem sohne, Der aller blö: mit schmerzen, Was mich ge- den tröster heißt Und mit ga reut von herzen. Ach, zeige ben zieret schöne, Die ganz mir barmherzigkeit, Und laß christenheit auf erden, Hält in in dieser gnadenzeit Allein um einem sinn gar eben, Hier all Christi willen Sich deinen eifer sünd vergeben werden, Das stillen; Sein herbes leiden, tod fleisch soll auch wieder leben. und blut Komm alles mir zu Nach diesem elend ist bereit nuß und gut. Herr, deine huld, Uns ein leben in ewigkeit. welch übergroß, Die zählet Umen. M. Luther+ 1546. mich von sünden los; Drauf Mel. O Herre Gott, begnade mich. sprech ich fröhlich: amen. an einen 255. Gott allein, Der alle dinge groß und klein, Den himmel und die erden, Aus 2. Der Glaube. Eigne Mclodie. 254. Wir ir glauben all nichts hat lassen werden. Der an einen Gott, auch mich selbst aus lauter Schöpfer himmels und der er gnad 3u seinem dienst erschaf den, Der sich zum vater geben fen hat, Mir leib und seel hat, Daß wir seine kinder wer- gegeben, Sinn und vernunft den. Er will uns allzeit er daneben. Durch seine weisheit, nähren, Leib und feel auch macht und güt All sein ge wohl bewahren, Allem unfall schöpfe er behüt, Er ist mein will er wehren, Kein leid soll vater und mein Gott, Der uns widerfahren, Er forget für mir zu hülfe kommt in noth, uns, hüt und wacht, Es steht Mich schützet und ernähret. alles in seiner macht. 2. Ich glaube auch an Je 2. Wir glauben all an Je- sum Christ, Der Gott vom sum Christ, Seinen sohn und vater ewig ist Und dann ein unsern Herren, Der ewig bei mensch geboren, Daß ich nicht dem vater ist, Gleicher Gott würd verloren. Der mir seins Der Glaube. vaters huld erwarb, Um stamm gepreist In dem dreieingen des kreuzes für mich starb, wesen. 193 todten. Stund auf vom tode wieder, 3. Laß mich vom großen Fuhr zu der hölle nieder, Und gnadenheil Das wahr erkenntzu vollenden seinen lauf Her- niß finden, Wie der nur an nach ins himmelsthron hinauf, dir habe theil, Dem du verVon da er kommen wird ein giebst die sünden. Hilf, daß mal, Daß er die menschen ichs such, wie mirs gebührt, richte all, Die lebenden und Du bist der weg, der mich recht führt, Die wahrheit 3. Ich glaub auch an den und das leben. heilgen geist, Der gleich ist 4. Gieb, daß ich traue deiwahrer Gott und heißt Ein nem wort, Ins herze" es wohl lehrer unsrer sinnen, Der ewig fasse, Daß sich mein glaube ohn beginnen Vom vater und immerfort Auf dein verdienst vom sohn ausgeht, Der den verlasse, Daß zur gerechtigkeit betrübten hier beisteht, mir werd, Wenn ich von sünfie vergebung finden Von allen den bin beschwert, Dein kreuzihren sünden. Ich glaube, daß tod zugerechnet. erhalten werd Ein allgemeine Daß 5. Den glauben, Herr, laß kirch auf erd, Bei der stets trösten mich Des bluts, so bleib des geistesgab. Ich glaub, du vergossen, Auf daß in deidaß dieses fleisch vom grab nen wunden ich Bleib allzeit Werd auferstehn zum leben. eingeschlossen. Und durch den glauben auch die welt Und was dieselb am höchsten hält Mel. Uch Gott vom himmel sieh. 256. Gottes sobu, Für koth und dreck nur achte. Herr Jesu 6. Wär auch mein glaub Christ, Daß man recht könne ein senfkorn klein Und daß gläuben Nicht jedermannes man ihn kaum merke, Wollst ding so ist, Noch standhaft du doch in mir mächtig sein, zu verbleiben. Drum hilf du Daß deine gnad mich stärke, mir von oben her, Des wah- Die das zerbrochne rohr nicht ren glaubens mich gewähr, bricht, Das glimmend docht Und daß ich drin beharre. auch vollends nicht Auslöschet 2. Lehr du und unterweise in den schwachen. mich, Daß ich den vater kenne, 7. Hilf, daß ich stets sorgDaß ich, o Christe Jesu, dich fältig sei, Den glauben zu Den sohn des höchsten nenne, behalten, Ein gut gewissen Daß ich auch ehr den heilgen auch dabei geist, Zugleich gelobet und mög walten, Lutherisches Gesangbuch. und daß ich so Daß ich sei lau13 194 Katechismusgesänge. ter jederzeit Ohn anstoß mit seinem strick; Ja, was frag gerechtigkeit Erfüllt und ihren ich nach der höllen, Ich bin früchten. frei von ihrem tück. Denn 8. Herr, durch den glauben du, Jesu, bist bei mir, Drum wohn in mir, Laß ihn sich bleib ich auch stets bei dir, immer stärken, Daß er sei Laß mich nichts von dir ab fruchtbar für und für Und treiben, Ich will treulich bei reich in guten werken, Daß dir bleiben. er sei thätig durch die lieb, 3. Laß mich deinen geist Mit freuden und geduld sich regieren, Liebster Herr, nach üb, Dem nächsten fort zu deinem wort, Und auf deinen dienen. wegen führen, Denn du bist 9. Insonderheit gieb mir mein treuer hort, Der im die kraft, Daß vollends bei glauben mich erhält, Wider dem ende Ich üb die gute teufel, sünd und welt; Wenn ritterschaft, 3u dir allein mich sie noch so greulich wüthen, wende, In meiner letzten stund Kannst du mich doch wohl und noth Des glaubens end behüten. durch deinen tod, Die seligkeit erlange. 4. Du, du wirst die ehrenkrone Ungezweifelt schenken 10. Herr Jesu, der du an mir, Du wirst mir zum gna gezündt Das fünklein in mir denlohne, Schließen auf die schwachen, Was sich vom himmelsthür. Herr, ich bleibe glauben in mir findt, Du dir verpflicht! Herr, ich gläub wollst es stärker machen. Was und zweifle nicht! Du wirst du gefangen an, vollführ Bis mir nach diesem leben, Auch an das end, daß dort bei dir des himmels freude geben. Auf glauben folg das schauen. D. Denicke+ 1680. Eigne Melodie. Mel. Freu dich ſehr, o meine ſeele. 258. 8 ist das heil un 257. meinen kommen Von glauben, Daß Gott aus lauter güten, Die er nicht gegründet sei Auf werke helfen nimmermehr, Sie zerbrochne meinungsschrauben, mögen nicht behüten; Der Daß er ohne heuchelei Bleib glaub sieht Jesum Chriftum allein bei deinem wort Un an, Der hat gnug für uns verrücket fort und fort, Daß all gethan, Er ist der mitt ich mich darauf verlasse Und ler worden. mit festem glauben fasse. 2. Was Gott im gset ge 2. Denn mag satan nete boten hat, Da man es nicht stellen, Was frag ich nach konnt halten, Erhob sich zorn Der Glaube. 195 und große noth Vor Gott du nimmer lügen: Wer glaubt so mannigfalten. Vom fleisch an mich und wird getauft, wollt nicht heraus der geist, Demselb ist der himmel erVom gsetz erfordert allermeist, kauft, Daß er nicht werd verEs war mit uns verloren. loren. 3. Es war ein falscher 8. Er ist gerecht vor Gott wahn dabei, Gott hätt sein allein, Der diesen glauben gset drum geben, Als ob wir fasset, Der glaub giebt uns möchten selber frei Nach sei- von ihm den schein, So er nem willen leben; So ist es die werk nicht lasset. Mit nur ein spiegel zart, Der uns Gott der glaub ist wohl daran, zeigt an die fündig art, In Dem nächsten wird die lieb unserm fleisch verborgen. guts thun, Bist du aus Gott geboren. 4. Nicht möglich war, die selbig art Aus eignen kräften 9. Es wird die sünd durchs lassen, Wiewohl es oft ver- gset erkannt und schlägt das suchet ward, Doch mehrt sich gwissen nieder, Das evangesünd ohn maßen; Denn gleiß- lium kommt zuhand Und stärkt ners werk Gott hoch verdammt den sünder wieder und spricht: Und jedem fleisch der sünde nur kreuch zum kreuz herzu, schand Allzeit war angeboren. Im gsetz ist weder rast noch 5. Noch muß das gsetz er- ruh Mit allen seinen werken. füllet sein, Sonst wärn wir 10. Die werk die kommen all verdorben; Darum schickt gwißlich her Aus einem rechGott sein sohn herein, Der ten glauben; Denn das nicht selber mensch ist worden. Das rechter glaube wär, Wolltst ganz gese hat er erfüllt, Da- ihn der werk berauben. Doch mit seins vaters zorn gestillt, macht allein der glaub gerecht, Der über uns ging alle. Die werk, die sind des näch= 6. Und wenn es nun er- sten knecht, Dabei wirn glaufüllet ist Durch den, der es ben merken. konnt halten, So lerne jetzt 11. Die hoffnung wart der ein frommer christ Des glau- rechten zeit, Was Gottes wort bens recht gestalten; Nicht mehr zusage; Wann das geschehen denn: lieber Herre mein, Dein soll zu freud, Setzt Gott kein tod wird mir das leben sein, gwisse tage. Er weiß wohl, Du haft für mich bezahlet. wanns am besten ist, und 7. Daran ich keinen zwei- braucht an uns kein arge list, fel trag, Dein wort kann nicht Deß solln wir ihm vertrauen. betrügen. Nun sagst du, daß 12. Obs sichs anließ, als kein mensch verzag, Das wirst wollt er nicht, Laß dich es 13* 196 Katechismusgesänge. nicht erschrecken, Denn wo er hat den tod, So war ja noth, ist am besten mit, Da will Daß uns auch Gott sollt ge ers nicht entdecken. Sein wort ben Sein lieben sohn, Der das laß dir gwisser sein, Und gnaden thron, In dem wir ob dein fleisch spräch lauter möchten leben. nein, So laß doch dir nicht grauen. 3. Wie uns nun hat ein fremde schuld In Adam all 13. Sei lob und ehr mit verhöhnet; Also hat uns ein hohem preis Um dieser gut- fremde huld In Christo all heit willen Gott vater, sohn, versöhnet; Und wie wir all heiligem geist; Der woll mit Durch Adams fall Sind ewigs gnad erfüllen, Was er in uns tods gestorben, Also hat Gott angfangen hat 3u ehren sei Durch Christi tod Verneut, ner majestät, Daß heilig werd das war erworben. sein namen. 4. So er uns denn sein 14. Sein reich zukomm, sohn geschenkt, Da wir sein sein will auf erd Steh wie feind noch waren, Der für im himmelsthrone, Das täg- uns ist ans kreuz gehenkt, lich brot noch heut uns werd, Getödt, gen himmel gfahren, Wohl unser schuld verschone, Dadurch wir sein Vom tod Als wir auch unsern schuld- und pein Erlöst, so wir ver nern thun, Mach uns nicht trauen In diesen hort, Des in versuchung stehn, Lös uns vaters wort, Wem wollt vor vom Uebel. Amen. sterben grauen? Paulus Speratus+ 1554. Eigne Melodie. urch Adams fall 5. Er ist der weg, das licht, die pfort, Die wahrheit und das leben, Des vaters rath 259. Dit ganz verderbt und ewigs wort, Den er uns Menschlich natur und wesen, hat gegeben zu einem schub, Dasselb gift ist auf uns geerbt Daß wir mit truk Un ihn Daß wir nicht mochtn g'nesen fest sollen glauben, Darum Ohn Gottes trost Der uns uns bald Kein macht noch erlöst hat von dem großen gwalt Aus seiner hand wird schaden, Darein die schlang rauben. Evam bezwang, Gotts zorn auf sich zu laden. 6. Der mensch ist gottlos und verrucht, Sein heil ist 2. Weil denn die schlang auch noch ferren, Der troft Evam hat bracht, Daß sie bei einem menschen sucht Und ist abgefallen Von Gottes nicht bei Gott dem Herren. wort, welchs sie veracht, Da- Denn wer ihm will Ein ander durch sie in uns allen Bracht ziel Ohn diesen tröster- stecken, 197 Den mag gar bald Des teu- wendet hat, Und seine süße fels gwalt Mit seiner list er wunderthat, Gar theur hat ers erworben. schrecken. 7. Wer hofft in Gott und 2. Dem teufel ich gefangen dem vertraut, Der wird nim- lag, Fm tod war ich verloren. mer zu schanden, Denn wer Mein sünd mich quälet nacht auf diesen felsen baut, Ob und tag, Darin ich war geihm gleich geht zu handen boren. Ich fiel auch immer Viel unfall hie, Hab ich doch tiefer drein, Es war kein guts nie Den menschen sehen fallen, am leben mein, Die sünd hat Der sich verläßt Auf Gottes mich besessen. trost; Er hilft sein gläubgen allen. 3. Mein gute werk, die galten nicht, Es war mit ihn 8. Ich bitt, o Herr, aus verdorben; Der frei will hasset herzensgrund, Du wollst nicht Gotts gericht, Es war zum von mir nehmen Dein heiligs gutn erstorben. Die sünd mich wort aus meinem mund, So zu verzweifeln trieb, Daß wird mich nicht beschämen nichts, denn sterben bei mir Mein sünd und schuld, Denn blieb, Zur hölle mußt ich sinken. in dein huld Set ich all mein 4. Da jammert Gott in vertrauen; Wer sich nur fest ewigkeit Mein elend über Darauf verläßt, Der wird den maßen, Er dacht an sein barmtod nicht schauen. herzigkeit, Er wollt mir helfen 9. Mein füßen ist dein hei: lassen. Er wandt zu mir das ligs wort Ein brennende lucer- vaterherz, Es war bei ihm ne, Ein licht, das mir den weg fürwahr kein scherz; Er ließ weist fort; So dieser morgen sein bestes kosten. sterne In uns aufgeht, So 5. Er sprach zu seinem bald versteht Der mensch die lieben sohn: Die zeit ist hie hohen gaben, Die Gottes geist zu' rbarmen, Fahr hin, meins Den gwiß verheißt, Die hoff herzens werthe fron Und sei nung darein haben. das heil dem armen, Und hilf ihm aus der sündennoth Erwürg für ihn den bittern tod Und laß ihn mit dir leben. L. Spengler+ 1534. Eigne Melodie. Jun Der Glaube. 260. Num freut euch liebe christeng mein 6. Der sohn dem vater ghorsam ward, Er kam zu mir auf Und laßt uns fröhlich sprin- erden, Von einer jungfrau rein gen, Daß wir getrost und all und zart, Er sollt mein bruder in ein Mit luft und liebe sin werden. Gar heimlich führt er gen, Was Gott an uns ge- sein gewalt Er ging in meiner 198 Katechismusgesänge. arm gestalt, Den teufel wollt muß herz und gemüthe Durch er fangen. aus zu Gott gerichtet sein Und 7. Er sprach zu mir: halt gründen sich auf ihn allein dich an mich, Es soll dir jetzt Ohn wanken und ohn zweifel. gelingen, Ich geb mich selber 2. Wer sein herz also stärkt ganz für dich, Da will ich und steift Im völligen ver für dich ringen; Denn ich bin trauen Und Jesum Christum dein und du bist mein, Und recht ergreift, Auf sein verdienst wo ich bleib, da sollst du sein, kann bauen; Der hat des glau Uns soll der feind nicht scheiden. bens rechte art und kann zur 8. Vergießen wird er mir seligen hinfahrt Sich schicken mein blut, Dazu mein leben ohne grauen. rauben, Das leid ich alles 3. Das aber ist kein men dir zu gut, Das halt mit fe- schenwerk, Gott muß es uns stem glauben. Den tod ver- gewähren; Drum bitt, daß er schlingt das leben mein, Mein den glauben stärk Und in dir unschuld trägt die sünde dein, woll vermehren. Laß aber auch Da bist du selig worden. des glaubens schein In guten 9. Gen himmel zu dem werken an dir sein, Sonst ist vater mein Fahr ich von die dein glaube eitel. sem leben, Da will ich sein 4. Es ist ein schändlich bö der meister dein, Den geist ser wahn, Des glaubens sich will ich dir geben, Der dich nur rühmen Und gehen auf in trübniß trösten soll, Und der sünden bahn, Das chri lehren mich erkennen wohl sten nicht kann ziemen. Wer Und in der wahrheit leiten. das thut, der soll wissen frei, 10. Was ich gethan hab Daß sein glaub nur sei heuund gelehrt, Das sollst du chelei Und werd zur höll ihn thun und lehren, Damit das bringen. reich Gotts werd gemehrt Zu 5. Drum lasse sich ein from lob und seinen ehren. Und mer christ Mit ernst sein an hüt dich vor der menschen sab, gelegen, Daß er aufrichtig Davon verdirbt der edle schatz, jeder frist Sich halt in Got Das laß ich dir zur letzte. tes wegen, Daß sein glaub ohne heuchelei Vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei Und vor Mel. Es ist das heil uns kommen. dem nächsten leuchte. Amen. M. Luther+ 1546. 261. Der glaub ist eine zuversicht Zu Met. Nun lob mein seet den Herren. Gottes und Der bloße beifall thut es nicht, Es 262. Jich glaube, Mein weiß, an an wen Der Glaube. 199 Jesus ist des glaubens grund, nachgehet In demuth und geBei dessen' wort ich bleibe, duld, In sanftmuth, freund: Und das bekennet herz und lichkeit, In lieb dem nächsten mund. Vernunft darf hier stets 3u dienen seid bereit? nichts sagen, Sie sei auch 2. Der glaube ist ein licht, noch so klug; Wer fleisch und Im herzen tief verborgen, blut will fragen, Der fällt in Bricht als ein glanz herfür, selbstbetrug. Ich folg in glau- Scheint als der helle morgen, benslehren Der heilgen schrift Erweiset seine kraft, Macht allein; Was diese mich läßt Christo gleichgesinnt, Verneuhören, Muß unbetrüglich sein. ert herz und muth, Macht 2. Herr stärke mir den glau- uns zu Gottes kint. ben, Denn satan trachtet tag 3. Er schöpft aus Christo und nacht, Wie er dies kleinod heil, Gerechtigkeit und leben, rauben Und um mein heil mich Und thut in einfalt es Dem bringen mag. Wenn deine hand nächsten wiedergeben; Dieweil mich führet, So werd ich sicher er überreich In Christo wor= gehn; Wenn mich dein geist den ist, Preist er die gnade regieret, Wirds selig um mich hoch, Bekennet Jesum Christ. stehn. Uch segne mein ver- 4. Er hofft in zuversicht, trauen und bleib mit mir ver- Was Gott im wort zusaget; eint; So laß ich mir nicht Drum muß der zweifel fort, grauen Und fürchte keinen feind. Die schwermuth wird verja3. Laß mich im glauben le- get. Sieh, wie der glaube ben, Soll auch verfolgung, bringt Die hoffnung an den angst und pein Mich auf der tag, Hält sturm und wetter welt umgeben, So laß mich aus, Besteht im ungemach. treu im glauben sein. Im glau- 5. Aus hoffnung wächst ben laß mich sterben, Wenn die lieb, Weil man aus Gotsich mein lauf beschließt, Und tes händen Nimmt alle dinge mich das leben erben, Das an, Nicht zürnet, thut nicht mir verheißen ist. Nimm mich in schänden; Denn alles uns zu deine hände Bei leb und ster- nug Und besten ist gemeint, benszeit, So ist des glaubens Drum dringt die liebe durch ende Der seele seligkeit. Auf freunde und auf feind. E. Neumeister+ 1756. 6. Wir waren Gottes feind; Mel. O Gott, du frommer Gott. Er giebt uns seinen sohne, 263. ersuchet euch doch Sein eingebornes kind, Zu selbst, Ob ihr im einem gnadenthrone, Sett glauben stehet, Ob Christus liebe gegen haß. Wer gläuin euch ist, Ob ihr ihm auch big dies erkennt, Wird bald 200 Katechismusgefänge. in lieb entzündt, Die allen In mir den wahren glauben, haß verbrennt. So fann mich keine macht 264. Tre 7. Wie uns nun Gott ge- Der guten werk berauben. than, Thun wir dem nächsten Wo licht ist, geht der schein eben; Droht er uns mit dem Freiwillig davon aus; Du tod, Wir zeigen ihm das le bist mein Gott und Herr, ben, Flucht er, so segnen wir. Bewahr mich als dein haus. In schande, spott und hohn J. Breithaupt+ 1732. Ist unser bester trost Des Met. Wie nach einer wasserquelle. himmels ehrenkron. reuer Gott, ich 8. Seßt uns Gott auf die muß dir klagen prob, Ein schweres kreuz zu Meines herzens jammerstand, tragen, Der glaube bringt ge: Ob dir wohl sind meine pla: duld, Macht leichte alle pla gen Besser als mir selbst be gen; Statt murren ungeberd kannt. Schwach werd ich und Wird das gebet erweckt, Weil fast verzagt, Wenn mich mein aller angst und noth Von gewissen plagt, Wenn der sa Gott ein ziel gesteckt. tan meinen glauben Will aus 9. Man lernet nur dadurch meinem herzen rauben. Sein elend recht verstehen, 2. Du Gott, dem kein ding Wie auch des Höchsten güt verborgen, Weißt, daß ich Hält an mit bitten, flehen; nichts von mir hab, Auch von Verzaget an sich selbst, Ver- meinen großen sorgen; Alles trauet Christi kraft, Vernich ist, Herr, deine gab. Alles, tet sich zu grund, Saugt nur was ich guts an mir Finde, aus Jesu saft; das hab ich von dir; Auch den 10. Hält sich an sein ver- glauben mir und allen Giebst dienst, Erlanget geist und stärke, du, wie dirs mag gefallen. In solcher zuversicht 3u üben 3. D mein Gott, vor den gute werke, Steht ab vom ei: ich trete Jetzt in meiner gro gensinn, Flieht die vermessen- ßen noth, Höre, wie ich sehn heit, Hält sich in Gottes furcht lich bete: Laß mich werden Im glück und schwerer zeit. nicht zu spott. Meinen schwa 11. So prüfe dich denn chen glauben stärk Und zer wohl, Ob Christus in dir lebet, brich des teufels werk, Daß Denn Christi leben ists, Wo- ich nimmermehr verzage, Chri nach der glaube strebet; Erst stum stets im herzen trage. machet er gerecht, Dann hei- 4. Jesu, brunnquell aller lig, wirket luft Zu allem guten gnaden, Der du niemand von werk. Sieh, ob du auch so thust. dir stößt, Der mit schwachheit 12. Herr, so mehre doch ist beladen, Sondern deine Der Glaube. 201 jünger tröst; Sollt ihr glau- nen stricken, Die er mir geben auch so klein Wie ein leget bat; Laß ihm fehlen kleines senfkorn sein, Wolst seine tücken, Drauf er finnet du sie doch würdig schätzen, früh und spat. Gieb kraft, Große berge zu versehen. daß ich allen strauß Ritterlich Hilf mir 5. Laß mich gnade vor dir mag stehen aus, Und, so öfters finden, Der ich bin voll trau- ich muß kämpfen, rigkeit; Hilf du mir selbst meine feinde dämpfen. überwinden, So oft ich muß 10. Reiche deinem schwain den streit. Meinen glauben chen kinde, Das auf matten täglich mehr Und des geistes füßen steht, Deine gnadenhand schwerdt verehr, Auf daß ich geschwinde, Bis die angst vor: den feind kann schlagen, Alle über geht. Wie die jugend pfeile von mir jagen. gängle mich, Daß der feind 6. Heilger geist ins him- nicht rühme sich, Er hab solch mels throne, Gott ein herz gefället, von ewigkeit mit dem vater dich sein hoffnung stellet. und dem sohne, Der betrübGleicher Das auf 11. Du bist meine hülf und ten troft und freud! Alen leben, Mein fels, meine zuglauben, den ich find, Haft versicht, Dem ich leib und du in mir angezündt; Ueber seel ergeben, Gott, mein Gott mir mit gnaden walte, Ferner verzeuch doch nicht! Eile, mir deine gab erhalte. zu stehen bei, Brich des fein7. Deine hülfe zu mir sende, des pfeil entzwei, Laß ihn du edler herzensgast, Und selbst zurücke prallen, Und mit das gute werk vollende, Das schimpf zur hölle fallen. du angefangen hast. Blas in 12. Ich will alle meine mir das funklein auf, Bis tage, Rühmen deine starke daß nach vollbrachtem lauf, Al- hand, Daß du meine plag len auserwählten gleiche, Sch und klage Haft so herzlich des glaubens ziel erreiche. abgewandt. Nicht nur in der 8. Gott, groß über alle sterblichkeit Soll dein ruhm götter, Heilige dreifaltigkeit, sein.ausgebreit, Ich wills auch Außer dir ist kein erretter; hernach erweisen und dort Hilf, jetzt ist es helfenszeit, ewiglich dich preisen. Da der feind die pfeil abdrückt, Meine schwachheit mir 3. Heermann+ 1647. Epheser 2, 8. 9. aufrückt, Will mir allen trost Mel. Wer nur den lieben Gott. verschlingen Und mich in ver3. Melodie. zweiflung bringen. 9. 3euch du mich aus sei: 265. Aus gnaden soll ich selig werden! Katechismusgesänge. 202 Herz, glaubst dus, oder glaubst wohlan, ich greife zu! Wahr dus nicht? Was willst du dich ists, Gott ruft verlorne kin so bös geberden? Ists wahr- der Aus gnaden zur verheiß heit, was die schrift verspricht, nen ruh; Doch nimmt er So muß auch dieses wahr- nicht zu gnaden an, Wer noch heit sein: Aus gnaden ist der auf gnade sündgen kann. himmel dein. 7. Aus gnaden! wer dies 2. Kus gnaden! hier gilt wort gehöret, Tret ab von kein verdienen, Die eignen aller heuchelei. Nur wenn der werke fallen hin. Der mittler, sünder sich bekehret, Dann der im fleisch erschienen, Hat lernt er erst, was gnade sei; diese ehre zum gewinn, Daß Beim fünde thun scheint sie uns sein tod das heil gebracht gering, Dem glauben ists ein Und uns aus gnaden selig wunderding. macht. 8. Uus gnaden bleibt dem 3. Uus gnaden! merk dies blöden herzen Das herz des wort: aus gnaden! So hart vaters aufgethan. Wenns un dich deine sünde plagt, So ter angst und heißen schmer: schwer du immer bist beladen, zen Nichts sieht und nichts So schwer dein herz dich auch mehr hoffen kann. Wo nähm verklagt; Was die vernunft ich oftmals stärkung her, Wenn nicht fassen kann, Das beut gnade nicht mein anker wär? dir Gott aus gnaden an. 9. Uus gnaden! dies hör 4. Aus gnaden kam sein sünd und teufel! Ich schwinge sohn auf erden. Und übernahm meine glaubensfahn Und geb die sündenlast. Was nöthigt getrofst trotz allem zweifel ihn, dein freund zu werden? Durchs rothe meer nach Ka Sprich, weß du dich zu rüh- naan. Ich glaub, was Jesu men hast? Gab er sich nicht wort verspricht, Ich fühl es, zum opfer dar Und nahm dein oder fühl es nicht. heil aus gnaden wahr? Chr. Ludw. Scheit+ 1761. 5. Aus gnaden! dieser grund wird bleiben, So lange A. Von Gott dem Vater. Gott wahrhaftig heißt. Was Psalm 139. Was Gott in ſeinem worte 266. Herr Gott, der d preist, Worauf all unser glaualle knechte Jesu schreiben, Mel. Un wasserflüssen Babylon. du erforschest mich, be ruht, Ist: gnade durch Erkennst mein ganzes leben, des sohnes blut. Mein auferstehn und sizzen, ich 6. Aus gnaden! doch du Bekenn, von dir wird geben. sichrer fünder, Denk nicht: All mein gedanken, so ich han, Der Glaube. 203 Vor dir, o Gott, eröffnet stahn, zu aller frist Dir niemand Erkennst mein thun und lassen, mag verschlagen. Spähest Denn du stets bist um mei- 5. Mein nieren haft in nen pfad, Der ringweis um deiner gwalt, Auch all mein mein lager geht; heimlich lüste, Wie ich im aus all mein straßen. mutterleib war gstalt Ohn 2. Es ist kein wort in mich hasts zugerüstet. Dein meinem mund. Noch red auf rechte hand stets war ob mir, meiner zungen, Das dir nicht Von herzensgrund deß danke alles vor sei kund, Eh sie dir, Deinr wunderlichen tha: werdn gredt noch gsungen. ten, Damit du mich magst Ich geh, steh, was ich immer wundersam, Mein feel solch thu, So bist du da und siehst gutthat wohl vernahm, Daß mir zu; Ohn dich nichts guts es gefiel deim rathe. vollbringen, Du richtests denn 6. All mein gebein hast vor in mir an: Dein hand du gezählt, Da ich sollt gbildet mich kräftig führ auf bahn, werden, Dein augen auch auf Mir mag fonst nicht gelingen. mich gestellt, Da ich lag in 3. Ich bin zu schwach in der erden, Im mutterleib noch mein verstand Solch heimlich unbereit, Daß kein vernunft keit zu' rlangen, Vernunft nicht weiß bescheid. Mein tag treibt daraus nur ein tand, vor dir sind gzählet, Davon Im glauben wirds empfangen. noch zu kein mensch mag thun, Wo soll ich hingehn vor deim Auf deim buch all geschrieben geist Der du allr herzn gdan- stehn, Wie lang dus hast erken weißt, Dein angsicht weiß wählet. mein fliehen. Fahr ich gen 7. Wie köstlich sind vor himml, so bist du da, Auch mir, o Gott, Dein vielfältig in der höll und anderswo, gedanken, Ihr summ des sands Kann mich dir nicht entam meere hat! Bon dir werd ziehen. ich nicht wanken. So ich vom 4. Nähm ich flügel der tod auch sonst aufwach, Dein morgenröth Und blieb am end gnad mich hält in aller sach, des meeres, Dein hand mich Bei dir werd ich beleiben. würd aus aller noth Erhalten Die gottlos rott, o höchster und ernähren. Sprech ich: Gott, Die tödt, tilg aus und finsterniß decken mich, So mach zu spott, Das blind gilt der tag und nacht dir volk gar vertreibe. gleich, Die nacht leucht wie 8. Sie reden stets unrecht der tage, Bei dir finster nicht von dir Was dient zu ihren finster ist, All heimlich sünd sachen, Sobald dein wort 204 Katechismusgesänge. will klar herfür, Ohn ursach Was wir sagen können, f sich aufmachen. Ich haß ja, ein, schatten nur zu nennen. Herr, die hasser dein, Die dir Tag für tag zu leiden, Tag und deim wort zwider sein, für tag zu dulden So viel Dawider allzeit streben. Dar- millionen schulden Und dazu um sie mir all werden feind, Ohne ruh Lieben für das Viel schmach und leids er- hassen, Herr, wer kann das zeigen seind; Wollst mir das fassen! siegen geben. 4. Du vergiebest sünde, 9. Erforsch mich Herr, er: Hörst der fünder flehen, Wenn fahr mein herz, Versuch all sie weinend vor dir stehen. mein gedanken, Und sieh, ob Deine rechte dräuet Und mein thun hinterwärts Auf barmt sich wieder, Legt die einig seit wollt wanken. Ob pfeile gerne nieder, Welche ich sei treten ab der bahn, doch Immer noch Neue schuld Laß mich, o Gott, nicht für erreget, Wenn sie kaum ge baß gehn, Auf rechten weg leget. mich leite, Der dir gefall und 5. Herr, es hat noch kei: ewig sei! Mein gwissen, leib ner, Der zu dir gegangen Für und seel dir frei Ewig stets genad recht empfangen. Wer ſei bereite. H. Vogtberr. zu deinen füßen Sich mit thränen senket, Dem wird straf und schuld geschenket. Eigne Melodie. 267.11numschränkte liebe, Unser schmerz Rührt dein herz, blöden au- der armen Gnädig dich erbarmen. gen Die sonst kaum auf erden taugen, Daß sie in die strah- 6. König, sei gepriesen, len Deiner langmuth blicken, Daß du so verschonest, Und Die den erdkreis wärmend uns nicht nach werken lohnest. schmücken Und zugleich Freu- Deiner hand sei ehre, Die denreich, Bösen und den dei- so wohl regieret Und mit nen Mit der sonne scheinen. ruhm den scepter führet. Fahre 2. Wasser, luft und erde, fort, 3ions hort, Langmuth Ja das ganz gebiete Ist ein auszuüben Und die welt zu schauplah deiner güte. Deiner lieben. 3. 3. Rambach+ 1735. langmuth ehre Wird durch neue proben Immer herrlicher Eigne Melodie. erhoben. O wie weit, wie 268. Wie großen ist des O breit berg und hügel Streckt sie ihre flügel! allmächtgen güte! Ist der ein mensch, den 3. Was wir davon denken, sie nicht rührt? Der mit ver Der Glaube. 205 härtetem gemüthe Den dank mehr ich dies gebot erfülle, erstickt, der ihr gebührt? Nein, Stell ich sein bildniß in mir seine liebe zu ermessen Sei her. Lebt seine lieb in meiner ewig meine größte pflicht. Der seele, So treibt sie mich zu Herr hat mein noch nie ver- jeder pflicht; Und ob ich schon hwachheit fehle, Herrscht n mir die sünde nicht. Smail mein kan Abs. Math bei Heren Faktor Peinmen bei Herz Möllstadt rimt me pir 26.AMM Sumit. on des schöpfers ehr; seele, singe du, Bring ht dein lob herzu. Seht! das große son: t Un dem tag die wolicht; Auch der mond ternenpracht Jauchzen ei stiller nacht. Seht! der erden runder ott geziert hat überall. rufen, ich nicht hören? Den Wälder, felder mit dem vieh weg, den er mir zeigt, nicht Beigen Gottes finger hie. gehn? Sein will ist mir ins 4. Seht! wie fleugt der herz geschrieben, Sein wort vögelschaar In den lüften bestärkt ihn ewiglich; Gott paar bei paar! Donner, blik, soll ich über alles lieben Und dampf, hagel, wind, Seines meinen nächsten gleich als mich. willens diener sind. 5. Dies ist mein dank, das 5. Seht der wasserwellen ist sein wille, Ich soll voll lauf, Wie sie steigen ab und kommen sein, wie er; Je auf, Durch ihr rauschen ſie Gott, laß deine güt liebe Mir immerdar vor sein; Sie stärk in mir ten triebe, Mein ganzes pir zu weihn. Sie tröste zur zeit der schmerzen, eite mich zur zeit des Und sie besieg in meiperzen, Die furcht des augenblicks. C.F. Gellert+ 1769. Nun komm der heiden. ). Himmel, erde, luft meer 8920 206 Katechismusgesänge. auch noch Preisen ihren Her-[ langen? Ich wäre längsten ren hoch. todt und kalt, Wo mich nicht 6. Ach, mein Gott, wie Gott umfangen. Mit seinem wunderlich Spüret meine seele arm, Der alles warm, Gesund dich! Drücke stets in meinen und fröhlich machet. Was er sinn, Was du bist und was nicht hält, Das bricht und ich bin. Joach. Neander+ 1680. fällt, Was er erfreut, daß lachet. 5. Zudem ist weisheit und verstand Bei ihm ohn alle ch hab in maßen; Zeit, ort und stund 270. J herz und finn ist ihm bekannt zu thun und Mein herz und sinn ergeben. auch zu lassen. Er weiß, wann Was böse scheint, ist mir gewinn, freud, Er weiß, wann leid Der tod selbst ist mein leben. Uns, seinen kindern, diene; Ich bin ein sohn deß, der Und was er thut Ist alles den thron Des himmels auf- gut, Obs noch so traurig scheine. gezogen; Ob er gleich schlägt 6. Du denkest zwar, wenn Und kreuz auflegt, Bleibt du nicht hast, Was fleisch doch sein herz gewogen. und blut begehret, Als sei 2. Das kann mir fehlen mit einer großen last Dein nimmermehr: Mein vater muß licht und heil beschweret; Haft mich lieben. Wenn er mich spät und früh Viel sorg und auch gleich wirft ins meer, müh, An deinen wunsch zu So will ich mich nur üben kommen, Und denkest nicht, Und mein gemüth In seiner Daß, was geschieht, Gescheh güt Gewöhnen fest zu halten; in deinem frommen. Halt ich dann stand, Weiß 7. Fürwahr, der dich ge seine hand Mich wieder zu schaffen hat Und ihm zur ehr erhöhen. erbauet, Der hat schon längst 3. Ich bin ja von mir in seinem rath Ersehen und selber nicht Entsprungen noch beschauet Aus wahrer treu, formiret; Mein Gott ists, der Was dienlich sei Dir und den mich zugericht, Un leib und deinen allen; Laß ihm doch ſeel gezieret; Der seelen sit zu, Daß er nur thu Nach Mit sinn und witz, Den leib seinem wohlgefallen. mit fleisch und beinen. Wer 8. Wanns Gott gefällt, So so viel thut, Deß herz und kanns nicht sein, Es wird muth Kanns nimmer böse dich legt erfreuen; Was du meinen. jest nennest freuz und pein, 4. Woher wollt ich mein Wird dir zum trost gedeihen. aufenthalt Auf dieser erd er Wart in geduld, Die gnad Mel. Was mein Gott will, gescheh. Der Glaube. 207 und huld Wird sich doch end- Mel. Valet will ich dir geben. lich finden. All angst und 271. Befiehl du deine qual auf einmal wege Und was wie ein dampf verschwinden. dein herze kränkt, Der aller9. Das feld kann ohne treusten pflege Deß, der den ungestüm Gar keine früchte himmel lenkt; Der wolken, tragen, So fällt auch menschen- luft und winden Giebt wege, wohlfahrt um Bei lauter guten lauf und bahn, Der wird auch tagen. Die Aloe Bringt bitt wege finden, Da dein fuß res weh, Macht gleichwohl gehen kann. rothe wangen; So muß ein! 2. Dem Herren mußt herz Durch angst und schmerz du trauen, Wenn dirs soll 3u seinem heil gelangen. wohl ergehn, Auf sein werk 10. Ei nun, mein Gott, mußt du schauen, Wenn dein so fall ich dir Getrost in deine werk soll bestehn. Mit sorgen hände. Nimm mich und mach und mit grämen Und mit du es mit mir Bis an mein selbsteigner pein Läßt Gott letztés ende, Wie du wohl ihm gar nichts nehmen; Es weißt, Daß meinem geift Da- muß erbeten sein. durch sein nut entstehe Und 3. Dein ewge treu und deine ehr Je mehr und mehr gnade, O vater, weiß und Sich in ihr selbst erhöhe. sieht, Was gut sei, oder 11. Willst du mir geben schade Dem sterblichen geblüt; sonnenschein, So nehm ichs Und was du dann erleſen, an mit freuden; Solls aber Das treibst du, starker held, freuz und unglück sein, Will Und bringst zu stand und ichs geduldig leiden. Soll mir wesen Was deinem rath ge= allhier Des lebens thür Noch fällt. ferner offen stehen, Wie du 4. Weg hast du allerwegen mich führst Und führen wirst, An mitteln fehlt dirs nicht; So will ich gern mitgehen. Dein thun ist lauter segen, Dein 12. Soll ich denn auch des gang ist lauter licht. Dein todes weg Und sinstre straße werk kann niemand hindern, reisen; Wohlan, so tret ich Dein arbeit darf nicht ruhn, bahn und steg, Den mir dein Wenn du, was deinen kindern augen weisen. Du bist mein Ersprießlich ist, willst thun. hirt, Der alles wird zu solchem ende kehren, Daß ich fel einmal In deinem saal Dich So ewig möge ehren. 5. Und ob gleich alle teuHier wollten widerstehn, wird doch ohne zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er ihm vorgenommen Und P. Gerhardt+ 1676. 208 Katechismusgesänge. was er haben will, Das muß ren last, Die du zu keinem doch endlich kommen 3u seinem bösen Bisher getragen hast. zweck und ziel. 11. Wohl dir, du find 6. Hoff, o du arme seele, der treue, Du hast und trägst Hoff. und sei unverzagt! Gott davon Mit ruhm und dank wird dich aus der höhle, Da geschreie Den sieg, die ehren: dich der kummer plagt Mit Fron! Gott giebt dir selbst die großen gnaden rücken; Erwarte palmen In deine rechte hand nur der zeit, So wirst du Und du singst freudenpsalmen schon erblicken Die sonn der Dem, der dein leid gewandt. höchsten freud. 12. Mach end, o Herr, 7. Auf, auf, gieb deinem mach ende Un aller unsrer schmerze Und sorgen gute nacht, noth! Stärk unsre füß und Laß fahren, was das herze hände Und laß bis in den Betrübt und traurig macht! tod Uns allzeit deiner pflege Bist du doch nicht regente, Und treu empfohlen sein, So Der alles führen soll, Gott gehen unsre wege Gewiß zum sitzt im regimente Und führet himmel ein. alles wohl. P. Gerhardt+ 1676. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, Er ist ein weiser fürst Mel. Jesus meine zuversicht. Und wird sich so verhalten, 272. Meine feele ſentet Daß du in in Wenn er, wie ihm gebühret, Mit wunderbarem rath Das werk hinaus geführet, Das dich bekümmert hat. Gottes herz und hände, Und erwartet ruhiglich Seiner wege ziel und ende, Liegt fein stille, nackt und bloß In des lieb: 9. Er wird zwar eine weile sten vaters schooß. Mit seinem trost verziehn, Und 2. Meine seele murret nicht, thun an seinem theile, Als Ist mit allem wohl zufrieden, hätt in seinem sinn Er deiner Was der eigne wille spricht, sich begeben Und solltst du für Ist zum tode schon beschie: und für In angst und nöthen den; Was die ungeduld erregt schweben, Fragt er doch nichts 3st in Christi grab gelegt. nach dir. 3. Meine seele sorget nicht, 10. Wirds aber sich be- Will vielmehr an nichts ge finden, Daß du ihm treu denken, Was gleich ipiten verbleibst, So wird er dich dornen sticht Und den frieden entbinden, Da dus am mind- nur kann fränken; Sorgen sten gläubst; Er wird dein hört dem schöpfer zu, Meine herze lösen Von der so schwe- seele sucht nur ruh. Der Glaube. 209 4. Meine seele grämt sich| 3. Wie dirs und andern nicht, Liebt hingegen Gott oft ergehe, Ist ihm wahrlich im leiden, Kummer, der das nicht verborgen; Er sieht und herze bricht, Trifft und äng- kennet aus der höhe Der bestet nur die heiden; Wer Gott trübten herzen sorgen. Er in dem schooße liegt Bleibt zählt den lauf von heißen in aller noth vergnügt. thränen Und faßt zu hauf 5. Meine seele klaget nicht, all unser sehnen. Gieb dich Denn sie weiß von keinen zufrieden! nöthen, Hängt an Gottes 4. Wenn gar kein einger angesicht, Auch alsdann, wann mehr auf erden, Dessen treue er will tödten; Wo sich fleisch du darfst trauen. trauen. Alsdann und blut beklagt, Wird das will er dein tröster werden freudenlicht verjagt. Und zu deinem besten schauen. 6. Meine seel ist still zu Er weiß dein leid und heimGott Und die zunge bleibt lich grämen, Auch weiß er gebunden; Also hab ich allen zeit, dirs zu benehmen. Gieb ſpott, Alle marter überwunden, dich zufrieden! Bin gleich wie ein stilles 5. Er hört die seufzer deimeer Voll von Gottes preis ner seelen Und des herzens und ehr. Joh. Jos. Winckler+1722. stilles klagen, Und was du keinem darfst erzählen, Magst du Gott gar kühnlich sagen. Eigne Melodie. 273. Gieb dich zufrieden Er ist nicht fern, steht in der und sei stille mitten, Hört bald und gern In dem Gotte deines lebens. der armen bitten. Gieb dich In ihm ruht aller freuden fülle, zufrieden! Ohn ihn mühst du dich ver- 6. Laß dich dein elend nicht gebens. Er ist dein quell und bezwingen, Halt an Gott, ſo deine sonne, Scheint täglich wirst du siegen. Ob alle fluhell zu deiner wonne. Gieb then einhergingen, Dennoch mußt du oben liegen. Denn, 2. Er ist voll lichtes, trost wenn du wirst zu hoch bedich zufrieden! und gnaden, Ungefärbten, schweret, Hat Gott, dein fürst, treuen herzens, Wo er steht, dich schon erhöret. Gieb dich thut dir kein schaden Auch zufrieden! die pein des größten schmer: 7. Was sorgst du für dein zes. Kreuz angst und noth armes leben, Wie dus halten kann er bald wenden, Ja auch wollst und nähren? Der dir den tod hat er in händen. das leben hat gegeben, Wird Gieb dich zufrieden! auch unterhalt bescheeren. Er 14 Lutherisches Gesangbuch. 210 Katechismusgesänge. hat ein hand voll aller gaben, sehen könnt und wollte. Wo Da see und land sich muß ist ein glück so klar und reine, von laben. Gieb dich zu Dem nicht etwas fehlen sollte? frieden! Wo ist ein haus, das könnte 8. Der allen vögeln in den sagen: Ich weiß durchaus von wäldern Ihr bescheidnes körn- keinen plagen? Gieb dich zu lein weiset, Der schaf und frieden! rinder in den feldern Alle 13. Es kann und mag nicht tage tränkt und speiset; Der anders werden: Alle menschen wird ja auch dich eingen füllen müssen leiden. Was webt und Und alle deine nothdurft stillen. lebet auf der erden kann das Gieb dich zufrieden! unglück nicht vermeiden. Des 9. Sprich nicht: ich sehe kreuzes stab schlägt unsre len: keine mittel; Wo ich such, den Bis in das grab; da ist nichts zum besten. Denn, wird sichs enden. Gieb dich das ist Gottes ehrentitel: zufrieden! Helfen, wenn die noth am 14. Es ist ein ruhetag vor: größten. Wenn ich und du handen, Da uns unser Gott ihn nicht mehr spüren, Da wird lösen; Er wird uns rei schickt er zu, uns wohl zu ßen aus den banden Dieses führen. Gieb dich zufrieden! leibs und allem bösen. Es 10. Bleibt gleich die hülf wird einmal der tod hersprin in etwas lange, Wird sie gen Und aus der qual uns dennoch endlich kommen. Macht sämmtlich bringen. Gieb dich dir das harren angst und bange, zufrieden! Glaube mir, es ist dein from= 15. Er wird uns bringen men. Was langsam schleicht, zu den schaaren Der erwähl faßt man gewisser, Und was ten und getreuen, Die hier verzeucht, ist desto süßer. Gieb mit frieden heimgefahren Sich dich zufrieden! auch nun in frieden freuen, 11. Nimm nicht zu herzen, Da sie den grund, der nicht was die rotten Deiner feinde kann brechen, Den ewgen von dir dichten; Laß sie nur mund selbst hören sprechen: immer weidlich spotten, Gott Gieb dich zufrieden! wirds hören und recht richten. P. Gerhardt+ 1676. Ist Gott dein freund und Pf. 73, 23. Eigne Melodie. deiner sachen, Was kann dein 274. Von Gott feind, der groß machen? Gieb dich zufrieden! will ich nicht lassen, Denn er läßt nicht von mir, Führt 12. Hat er doch auch wohl mich auf rechter straßen, Da selbst das seine, Wenn ers ich sonst irret sehr. Er reicht Der Glaube. 211 mir seine hand; Den abend geacht; Wir werden nach dem wie den morgen Thut er mein tod Tief in die erd begraben, seel versorgen, Sei wo ich Wenn wir geschlafen haben, woll im land. Will uns erwecken Gott. 2. Wenn sich der menschen 7. Die feel bleibt unverhulde Und wohlthat all ver- loren, Geführt in Abrams kehrt, So findt sich Gott gar schooß, Der leib wird neu balde Sein macht und gnad geboren, Von allen sünden bewährt, Hilfet aus aller noth, los, Ganz heilig, rein und Errett von sünd und schanden, zart, Ein kind und erb des Von ketten und von banden, Herren; Daran muß uns nicht Und wenns auch wär der tod. irren Des teufels listig art. 3. Auf ihn will ich ver- 8. Darum, ob ich schon trauen In meiner schweren dulde Hie widerwärtigkeit, zeit; Es kann mich nicht ge- Wie ich auch wohl verschulde, reuen, Er wendet alles leid. Kommt doch die ewigkeit, Ist Ihm sei es heimgestellt; Mein aller freuden voll; Dieselb leib, mein seel, mein leben ohn einigs ende, Dieweil ich Sei Gott dem Herrn ergeben, Christum kenne, Mir widerEr schaffs, wies ihm gefällt. fahren soll. 4. Es thut ihm nichts ge- 9. Das ist des vaters wille, fallen, Denn was mir nüß- Der uns geschaffen hat, Sein lich ist. Er meints gut mit sohn hat guts die fülle Eruns allen, Schenkt uns den worben und genad; Auch Gott Herren Christ; Ja, seinen lie- der heilig geist Im glauben ben sohn. Durch ihn er uns uns regieret, 3um reich der bescheeret, Was leib und seel himmel führet. Ihm sei lob, ernähret: Lobt ihn ins him- ehr und preis! mels thron. Ludw. Helmbold+ 1598. Eigne Melodie. 5. Lobt ihn mit herz und munde, Daß er uns beides 275. Was mein Gott schenkt. ist ein selge stunwill, das gscheh de, Darin man sein gedenkt. allzeit; Sein will, der ist der Sonst verdirbt alle zeit, Die beste, zu helfen den er ist be wir zubringn auf erden, Wir reit, Die an ihn glauben feste. sollen selig werden und bleibn Er hilft aus noth Der treue in ewigkeit. Gott Und tröst die welt mit 6. Auch wenn die welt ver- maßen. Wer Gott vertraut, gehet Mit ihrem stolz und Fest auf ihn baut, Den wird pracht, Kein ehr noch gut be er nicht verlassen. stehet, Welchs vor war groß 2. Gott ist mein trost, mein 14* Katechismus gesänge. zuversicht, Mein hoffnung und ist wohlgethan, Er wird mich mein leben, Was mein Gott nicht betrügen. Er führet mich will, das mir geschicht, Will auf rechter bahn, So laß ich nicht widerstreben. Sein ich mich begnügen An seiner wort ist wahr, Denn all mein huld Und hab geduld; Er haar Er selber hat gezählet. wird mein unglück wenden, Er hüt und wacht, Stets für Es steht in seinen händen. uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet. 212 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er wird mich 3. Nun muß ich sündr von wohl bedenken. Er, als mein dieser welt Hinfahrn in Got- arzt und wundermann, Wird tes willen Zu meinem Gott; mir nicht gift einschenken Für wenns ihm gefällt, Will ich arzenei. Gott ist getreu, Drum ihm halten stille. Mein arme will ich auf ihn bauen Und feel Sch Gott befehl In mei- seiner gnade trauen. 4. Was Gott thut, das ner letzten stunden; Du frommer Gott, Sünd, höll und ist wohlgethan; Er ist mein tod Hast du mir überwunden. licht und leben, Der mir 4. Noch eins, Herr, will nichts böses gönnen kann, Ich ich bitten dich, Du wirst mirs will mich ihm ergeben In nicht versagen: Wenn mich freud und leid. Es kommt die der böse feind ansicht, Laß zeit, Da öffentlich erscheinet, mich, Herr, nicht verzagen. Wie treulich er es meinet. Hilf und auch wehr, Uch 5. Was Gott thut, das Gott, mein Herr, 3u ehren ist wohlgethan; Muß ich den deinem namen. Wer das be kelch gleich schmecken Der gehrt Der wird gewährt. Drauf bitter ist nach meinem wahn, sprech ich fröhlich: Amen. Laß ich mich doch nicht schre Albrecht der Jüngere, Markgraf ken, Weil doch zuletzt Ich von Brandenburg+ 1557. werd ergößt mit süßem trost im herzen, Da weichen alle as Gott thut, schmerzen. Eigne Melodie. 276. Was Wa das ist wohl6. Was Gott thut, das gethan, Es bleibt gerecht sein ist wohlgethan, Dabei will wille. Wie er fängt meine ich verbleiben. Es mag mich sachen an, Will ich ihm hal auf die rauhe bahn Noth, tod ten stille. Er ist mein Gott, und elend treiben, So wird Der in der noth Mich wohl Gott mich Ganz väterlich In weiß zu erhalten, Drum laß seinen armen halten; Drum ich ihn nur walten. laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, daß Sam. Rodigast+ 1708. Der Glaube. 213 Eigne Melodie. 277. Beseufzen unser ungemach? err, wie du willt, Wir machen unser kreuz und so schicks mit mir leid Nur größer durch die Im leben und im sterben. traurigkeit. Allein zu dir steht mein begier, 3. Man halte nur ein weLaß mich, Herr, nicht verderben. nig stille Und sei doch in sich Erhalt mich nur in deiner huld, selbst vergnügt, Wie unsers Sonst wie du willt, gieb mir Gottes gnadenwille, Wie sein geduld; Denn dein will ist allwissenheit es fügt. Gott, der beste. der uns ihm hat auserwählt, 2. Zucht, ehr und treu ver- Der weiß auch sehr wohl, leih mir, Herr, Und lieb zu was uns fehlt. deinem worte. Behüt mich, 4. Er kennt die rechten freu: Herr, vor falscher lehr Und denstunden, Er weiß wohl, gieb mir hier und dorte, Was wenn es nüßlich sei. Wenn mir dienet zur seligkeit; Wend er uns nur hat treu erfunden ab all ungerechtigkeit In mei- und merket feine heuchelei, nem ganzen leben. So kommt Gott, eh wirs uns 3. Soll ich denn einmal versehn, Und lässet uns viel nach deim rath Von dieser guts geschehn. welt abscheiden, Verleih mir, 5. Denk nicht in deiner Herr, nur deine gnad, Daß drangsalshite Daß du von es gescheh mit freuden. Mein Gott verlassen seist, Und daß leib und feel befehl ich dir; Gott der im schooße sitze, Der O Herr, ein selig end gieb sich mit stetem glücke speist; mir Durch Jesum Christum. Die folgezeit verändert viel Amen. 6. Bienemann+ 1591. Und seßet jeglichem sein ziel. 6. Es sind ja Gott sehr schlechte sachen und ist dem Eigne Melodie. 278. Mer nur den lieben höchsten alles gleich, Den reiGott läßt walten chen klein und arm zu machen, Und hoffet auf ihn allezeit: Den armen aber groß und Der wird ihn wunderbar er- reich; Gott ist der rechte wunhalten In aller noth und dermann, Der bald erhöhn, traurigkeit. Wer Gott, dem bald stürzen kann. allerhöchsten, traut, Der hat 7. Sing, bet und geh auf auf keinen sand gebaut. Gottes wegen, Verricht das 2. Was helfen uns die deine nur getreu Und trau schweren sorgen? Was hilft des himmels reichem segen, uns unser weh und ach? Was So wird er bei dir werden hilft es, daß wir alle morgen neu. Denn welcher seine zuUniv.- Bibl. Giessen Katechismusgesänge. 214 versicht Auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark+ 1681. Pfalm 6. Eigne Melodie. in allen meinen 7. Bin ich in wilder wü sten, So bin ich doch bei Christen Und Christus ist bei mir. Der helfer in gefahren, Der kann mich doch bewahren, 279. borte, so hier. den höchsten rathen, Der 8. Er wird zu diesen reisen alles kann und hat; Er muß Gewünschten fortgang weisen, zu allen dingen, Solls anders Wohl helfen hin und her; wohl gelingen, Selbst geben Gesundheit, heil und leben, rath und that. Zeit, wind und wetter geben 2. Nichts ist es spat und Und alles nach begehr. frühe Um alle meine mühe, 9. Sein engel der getreue, Mein sorgen ist umsonst; Er Macht meine feinde scheue, mags mit seinen sachen Nach Tritt zwischen mich und sie; seinem willen machen; Ich Durch seinen zug den frommen stells in seine gunst. Sind wir so weit nun kommen, 3. Es kann mir nichts ge- Und wissen fast nicht wie. schehen, Als was er hat ver= 10. Leg ich mich späte nie: sehen Und was mir selig ist. der, Erwach ich frühe wieder, Ich nehm es, wie ers giebet; Lieg oder zieh ich fort; Sn Was ihm von mir geliebet, schwachheit und in banden Das hab ich auch erkiest. Und was mir stößt zu han4. Jch traue seiner gnaden, den, So tröstet mich sein Die mich vor allem schaden, wort. Vor allem übel schüßt. Leb 11. Hat er es denn be ich nach seinen sähen, So schlossen, So will ich unver wird mich nichts verlegen, drossen Un mein verhängniß Nichts fehlen, was mir nüßt. gehn; Kein unfall unter allen 5. Er wolle meiner fünden Wird mir zu harte fallen, In gnaden mich entbinden, Ich will ihn überstehn. Durchstreichen meine schuld; 12. Ihm hab ich mich er Er wird auf mein verbrechen geben, 3u sterben und zu le Nicht stracks das urtheil spre- ben, Sobald er mir gebeut. chen und haben noch geduld. Es sei heut oder morgen, Da: 6. Ich zieh in ferne lande für laß ich ihn sorgen; Er 3u nußen einem stande, Un weiß die beste zeit. den er mich bestellt; Sein 13. Gefällt es seiner gute, segen wird mich lassen Was und sagt mir mein gemüthe So gut und recht ist fassen, Zu Nicht was vergeblichs zu; dienen seiner welt. werd ich Gott noch preisen Der Glaube. 215 4. Drum sei getrost, du kleines heer! Streit ritterlich Mit manchen schönen weisen Daheim in meiner ruh. 14. Indeß wird er den mei- für Gottes ehr, Und laß dir nen Mit segen auch erscheinen, ja nicht grauen. Er wird den Ihr schuß, wie meiner sein; feinden nehm'n den muth; Wird beiderseits gewähren, Daß sie sterben in ihrem blut Was unser wunsch und zäh- Wirst du mit augen schauen. 5. Amen! das hilf, Herr ren Ihn bitten überein. 15. So sei nun, seele, dei- Jesu Christ; Dieweil du unne, Und traue dem alleine, ser schußherr bist, Hilf uns Der dich geschaffen hat. Es durch deinen namen. So wolgehe, wie es gehe; Dein va len wir, deine gemein, Dich ter aus der höhe Weiß allen loben und dir dankbar sein sachen rath. Und fröhlich singen: Umen. Sam. Zehner+ 1635. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Paul Flemming+ 1640. häuflein klein, 281. A Gott, dir muß ichs klagen: Mein unglück ist zu groß; Ein ganObschon die feinde willens zes heer von plagen Schütt sein, Dich gänzlich zu verstö- ich in deinen schooß. Die noth ren, Und suchen deinen un- nur will nicht lassen Mich tergang, Davon dir wird recht sonst verlaßne seel; Dir ichs angst und bang; Es wird nicht mit wangen nassen, Mit blaslange währen. sem mund erzähl. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 280. Verzage nicht, du 2. Tröste dich nur, daß 2. 3um leiden bin gebodeine sach Ist Gottes; dem ren Ich, dein elendes kind: befiehl die rach, Und laß es Bei dir, den ich verloren, Ich ihn schlecht walten. Er wird trost, o vater, find, Wenn durch seinen Gideon, Den er menschenhülf aufhöret, So wohl weiß, dir helfen schon, hebt die deine an; Wenn alDich und dein wort erhalten. les mich verstöret, Dein hand 3. So wahr Gott Gott ist mich bauen kann. und sein wort, Muß papst, 3. Kann ich was trost noch teufel und höllenpfort Und fassen? Die angst zum herzen was ihn thut anhangen, End- bricht. Die freunde mich verlich werden zu schand und lassen, und achten meiner spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott; Den sieg wolln wir erlangen. Jac. Fabricius+ 1654. nicht! Kein hülf seh ich auf erden, Ich schaue himmelauf; Dorther mir hülf soll werden, Die ich mit thränen kauf. Katechismusgesänge. 216 4. Der ist thöricht, der sich 4. Die angst in meinem herzen Legt meine zung in kränkt Um ein hand voll eitel: band; Du kennest meine keit, Wenn ihm Gott dagegen schmerzen, Dem nichts ist un schenkt Schäße der beständig bekannt. Ich kann nun sehn keit. Bleibt der centner dein lich sagen: Herr, zeig mir gewinn, Fahr der heller imdeine huld! Soll ich denn merhin. länger klagen: Gieb hoffnung und geduld. 5. Schaue alle güter an, Die dein herz für güter hält, 5. Der glaub läßt nicht Keines mit dir gehen kann, verderben; Ich hoff in mei- Wenn du geheft aus der welt; ner noth. Drauf will ich fröh- Alles bleibet hinter dir, Wenn lich sterben, Mich löset auch du trittst ins grabes thür. der tod Von allem jammer6. Aber was die seele nährt, wesen, Sett mich in deine Gottes huld und Christi blut, händ. Gott, laß mich so genesen, Wird von keiner zeit verzehrt, Mein elend wend und end! Ist und bleibet allzeit gut. Maria Elisabeth, Markgräfin Erdengut zerfällt und bricht, von Brandenburg, † 1664. Seelengut das schwindet nicht. 7. Ach, wie bist du doch Eigne Melodie. 282. Nicht so traurig, so blind Und im denken unnicht so sehr, bedacht! Augen hast du, men: Meine seele, sei betrübt, Daß schenkind, Und hast doch noch dir Gott glück, gut und ehr nie bedacht Deiner augen hel: Nicht so viel wie andern giebt. les glas; Siehe, welch ein Nimm vorlieb mit deinem Gott, schatz ist das! Hast du Gott, so hats nicht noth. 8. Zähle deine finger her, 2. Du, noch einzig men- Und der andern glieder zahl; schenkind, Haft ein recht in Keins ist, das dir unwerth dieser welt; Alle, die geschaf- wär, Ehrst und liebst sie all fen sind, Sind nur gäst im zumal, Keines gäbst du weg fremden zelt; Gott ist Herr um gold, Wenn man dirs in seinem haus, Wie er will, abnehmen wollt. so theilt er aus. 9. Nun, so gehe in den 3. Bist du doch darum grund Deines herzens, das nicht hier, Daß du erde ha dich lehrt, Wie viel gutes alle ben sollt. Schau den himmel stund Dir von oben wird be über dir, Da, da ist dein ed- scheert; Du hast mehr als les gold, Da ist ehre, da ist sand am meer, Und willst doch freud, Freud ohn end, ehr noch immer mehr. ohne neid. 10. Wüßte der im himmel Der Glaube. 217 lebt, Daß dir wäre nütz und] Eigne Melodie. gut, Wonach so begierlich strebt 283. Schwing dich auf Dein und zu deinem blut; Würde seine frömmig: Du betrübte seele; Warum keit Dich nicht lassen unerfreut. liegst du, Gott zum spott, 11. Gott ist deiner liebe In der schwermuthshöhle? voll und von ganzem Herzen Merkst du nicht des satans treu; Wenn du wünschest, lift? Er will durch sein käm= prüft er wohl, Wie dein pfen Deinen trost, den Jesus wunsch beschaffen sei. Ist dirs Christ Dir erworben, dämpfen. gut, so geht ers ein, Ists dein 2. Schüttle deinen kopf schade, spricht er: nein! und sprich: Fleuch du alte 12. Unterdessen trägt sein schlange! Was erneurst du geist Dir in deines herzens deinen stich, Machst mir angst haus Manna, das die engel und bange? Ist dir doch der speist, 3iert und schmückt es kopf zerknickt, und ich bin herrlich aus; Ja, er wählet durchs leiden Meines heilands dir zum heil Dich zu seinem dir entrückt In den saal der gut und theil. freuden. 13. Ei, so richte dich em- 3. Wirfst du mir mein por, Du betrübtes angesicht! sünden für? Wo hat Gott Laß das seufzen, nimm her befohlen, Daß mein urtheil vor Deines glaubens freuden: über mir Jch bei dir soll ho licht. Das behalt, wenn dich len? Wer hat dir die macht die nacht Deines kummers geschenkt, Andre zu verdamtraurig macht. 14. Seße als ein himmels: sohn Deinem willen maß und men, Der du selbst doch liegst versenkt In der höllen flammen? 4. Hab ich was nicht recht ziel; Rühre stets vor Gottes gethan, Ist mirs leid von herthron Deines dankens saiten- zen? Dahingegen nehm ich spiel, Weil dir schon gegeben an Christi blut und schmerist Mehrers als du würdig bist. zen. Denn das ist der löselohn 15. Führe deinen Lebens- Meiner missethaten; Bring ich lauf Allzeit Gottes eingebent; dies vor Gottes thron, Ist Wie es kommt, nimm alles mir wohlgerathen. auf Als ein wohlbedacht ge5. Christi unschuld ist mein schenk. Geht dirs widrig, laß ruhm, Sein recht meine krone, es gehn: Gott und himmel bleiben stehn. Sein verdienst mein eigenthum, Da ich frei in wohne Als in einem festen schloß, Das kein P. Gerhardt+ 1676. feind kann fällen, Brächt er Katechismusgesänge. 218 gleich davor geschoß Und gewalt der höllen. 11. Was sind der prophe: ten wort Und apostels schrei 6. Stürme teufel, und du ben, Als ein licht am dunklen tod! Was könnt ihr mir scha- ort, Fackeln, die vertreiben den! Deckt mich doch in mei Meines herzens finsterniß, Und ner noth Gott mit seiner in glaubenssachen Mein ge gnaden; Der Gott, der mir wissen fein gewiß und recht seinen sohn Selbst verehrt aus grundfest machen? liebe, Daß der ewge spott und 12. Nun auf diesen heil: hohn Mich dort nicht betrübe. gen grund Bau ich mein ge 7. Schreie, tolle welt, es müthe, Sehe, wie der höllensei Mir Gott nicht gewogen, hund 3war dawider wüthe; Es sei lauter täuscherei Und Gleichwohl muß er lassen stehn, im grund erlogen; Wäre Gott Was Gott aufgerichtet; Aber mir gram und feind, Würd schändlich muß vergehn, Was er seine gaben, Die mein ei- er selber dichtet. gen worden seind, Wohl behalten haben. 13. Ich bin Gottes, Gott ist mein, Wer ist, der uns 8. Denn, was ist im him scheide? Dringt das liebe melszelt, Was im tiefen mee- kreuz herein Mit dem bittern re, Was ist gutes in der welt, leide; Laß eindringen, kommt Das nicht mir gut wäre? Für es doch Von geliebten hän wen brennt das sternenlicht? den, Bricht und kriegt ge Wozu ist gegeben Luft und schwind ein loch, Wenn es wasser? dient es nicht Mir Gott will enden. in meinem leben? 14. Kinder, die der vater 9. Wem wird doch das erd- soll Ziehn zu allem guten, reich naß Von dem thau und Die gedeihen selten wohl Ohne regen? Weme grünet laub und zucht und ruthen; Bin ich gras? Weme füllt der segen denn nun Gottes find, War Berg und thale, feld und um soll ich fliehen, Wenn er wald? Wahrlich mir zur freu mich von meiner sünd Auf de, Daß ich meinen aufent- was guts will ziehen? halt Hab und leibesweide. 15. Es ist herzlich gut ge 10. Meine seele lebt in mir meint Mit der christen plagen; Durch die süßen lehren, So Wer hier zeitlich wohl geweint, die christen mit begier Alle Darf nicht ewig klagen; Son tage hören. Gott eröffnet früh dern hat vollkommne lust Dort und spat Meinen geist und in Christi garten, Dem er sinnen, Daß sie seines geistes einig recht bewußt Endlich gnad In sich ziehen können. zu gewarten. Der Glaube. 219 16. Gottes finder säen zwar flucht Die böse welt, die nimTraurig und mit thränen, mer sucht Was Gott gefällt. Über endlich bringt das jahr, 5. Das treuste herz ist GotWonach sie sich sehnen; Denn tes herz, Treibt alles unglück es kommt die erntezeit, Da hinterwärts, Beschirmt und sie garben machen, Da wird schützet tag und nacht Den, all ihr gram und leid Lauter der stets hoch und herrlich acht freud und lachen. Was Gott gefällt. 17. Ei so faß, o christen- 6. Ach, könnt ich singen, herz, Alle deine schmerzen, wie ich wohl Im herzen wünsch Wirf sie fröhlich hinterwärts, und billig soll, So wollt ich Laß des troftes kerzen Dich öffnen meinen mund Und finentzünden mehr und mehr; gen jeho diese stund, Was Gieb dem großen namen Dei: Gott gefällt. nes Gottes preis und ehr; Er wird helfen. Amen. P. Gerhardt+ 1676. Mel. Erschienen ist der herrlich. 7. Ich wollt erzählen ſeinen rath Und übergroße wunderthat, Das süße heil, die ewge kraft, Die allenthalben wirkt und schafft Was Gott 284. Was as Gott gefällt, mein frommes gefällt. kind, Nimm fröhlich an, stürmt 8. Er ist der herrscher in gleich der wind Und braust, der höh, Auf ihm steht unser daß alles knackt und bricht; wohl und weh; Er trägt die So sei getrost, denn dir gewelt in seiner hand, Hinwieschicht, Was Gott gefällt. der trägt uns see und land 2. Der beste will ist Got- Was Gott gefällt. tes will, Auf diesem ruht man 9. Er hält der elemente sanft und still; Da gieb dich lauf, Und damit hält er uns allzeit frisch hinein, Begehre auch auf, Giebt sommer, winnichts, als nur allein Was ter, tag und nacht, und alles Gott gefällt. davon lebt und lacht, Was Gott gefällt. 3. Der klügste sinn ist Got tes sinn; Was menschen sin- 10. Sein heer, die sterne, nen, fället hin, Wird plötzlich sonn und mond Gehn ab und kraftlos, müd und laß, Thut zu, wie sie gewohnt; Die erd oft, was bös, und selten das, ist fruchtbar, bringt herfür Was Gott gefällt. Korn, öl und most, brot, wein 4. Der frömmste muth ist und bier, Was Gott gefällt. Gottes muth, Der niemand 11. Sein ist die weisheit arges gönnt und thut. Er und verstand, Ihm ist bewußt segnet, wenn uns schilt und und wohl bekannt, Sowohl 220 Katechismusgesänge. wer böses thut und übt Als feind und speit dich an; Sei auch, wer gutes thut, und wohlgemuth! dein Jesus Christ liebt Was Gott gefällt. Erhöhet dich, weil in dir ist, 12. Sein häuflein ist ihm Was Gott gefällt. lieb und werth. Sobald es 19. Der glaub ergreift des sich zur sünde kehrt, So rückt höchsten huld, Die hoffnung er mit der vaterruth Und bringt und schafft geduld; locket, bis man wieder thut, Schleuß beid in deines her: Was Gott gefällt. zens schrein, So wird dein 13. Was unserm herzen ewges erbe sein, Was Gott dienlich sei, Das weiß sein gefällt. herz, ist fromm dabei, Der 20. Dein erb ist in dem keinem jemals guts versagt, himmelsthron, Da ist dein Der guts gesucht, dem nach- scepter, reich und kron; Hier gejagt Was Gott gefällt. wirst du schmecken, hören, 14. Ist dem also, so mag sehn, Da wird ohn ende dir die welt Behalten, was ihr geschehn, Was Gott gefällt. wohlgefällt. Du aber, mein herz, halt genehm, Und nimm P. Gerhardt+ 1676. Eigne Melodie. vorlieb mit Gott und dem, 285. Sollt es gleich bis Was Gott gefällt. 15. Laß andre sich mit Als wenn Gott verließ die stolzem muth Erfreuen über seinen, O so glaub und weiß großes gut; Du aber nimm ich dies: Gott hilft endlich die kreuzeslast, Und sei gedul- noch gewiß. dig, wenn du haft, Was Gott 2. Hülfe, die er aufgeschogefällt. ben, Hat er drum nicht auf gehoben; Hilft er nicht zu jeder frist, Hilft er doch, wenns nöthig ist. 16. Lebst du in sorg und großem leid, Hast lauter gram und keine freud; Ei, sei zu frieden! trägst du doch In 3. Gleichwie väter nicht diesem sauren lebensjoch, Was bald geben, Wonach ihre kin Gott gefällt. der streben; So hält Gott 17. Mußt du viel leiden auch maaß und ziel, Er giebt hier und dort, So klebe fest wem und wann er will. an deinem hort; Denn alle 4. Seiner kann ich mich welt und creatur Ist unter getrösten, Wann die noth am Gott, kann nichts, als nur allergrößten; Er ist gegen sei Was Gott gefällt. nem kind Mehr als väterlich 18. Wirst du veracht von gesinnt. jedermann, Höhnt dich dein 5. Trop dem teufel, trot Der Glaube. 221 dem drachen! Ich kann ihre gebet, nicht abelan! Gott macht verlachen; Trok dem steht dir bei, er will dich han. schweren kreuzesjoch! Gott, 4. Er schützt dich recht, er mein vater, lebet noch. schüßt dich wohl; In keiner 6. Trotz des bittern todes noth man zweifeln soll; Gott zähnen! Troß der welt und ist ein fürst, der retten thut, allen denen, Die mir sind ohn Aus trauern macht er freud ursach feind! Gott im himmel und muth. ist mein freund. 5. Trag nur geduld im 7. Laß die welt nur im- leiden dein, Befiehl dich stets mer neiden; Will sie mich dem willen sein; Er weiß gar nicht länger leiden, Ei, so wohl die rechte zeit, Wann frag ich nichts darnach. Gott er soll wenden kreuz und leid. ist richter meiner sach. 6. Nicht set ihm vor ziel 8. Will sie gleich mich von oder maß; Er weiß wohl, fich treiben, Muß mir doch wie, wann, oder was Dir der himmel bleiben; Wenn nüglich ist zu aller frist, Er ich nur den himmel krieg, braucht an dir kein arge list. Hab ich alles zur genüg. 7. All haar deins haupts 9. Ach, Herr, wenn ich gezählet seind; Es schadt dir dich nur habe, Sag ich allem nichts dein ärgster feind; Er andern abe; Legt man mich wird an dir zu schand und gleich in das grab; Gnug, spott, Und bringt sich selbst Herr, wenn ich dich nur hab. in angst und noth. Christoph Tieße † 1703. 8. Herr Jesu Christ, das bitt ich dich; In deinen schuß Mel. Wenn wir in höchsten nöthen. befehl ich mich. Erhalt mich enn dich im mein, Laß 286. We thut greifen an, mich dein kind und erbe ſein. Und unfall will sein willen 9. Amen, amen, Herr Jesu han; So ruf zu Gott im Christ, Weil du für uns geglauben fest, In keiner noth storben bist, Bescher uns alln er dich verläßt. ein seligs end, Nimm unfre 2. Das sollt du ihm ver- seel in deine händ. trauen gar, Er ist bei dir in noth und fahr. Denn er weiß Erasm. Winter+ 1611. Eigne Melodie. all das unglück dein, Es gſchieht 287. W ich mein herz? arum du dir nichts ohn willen sein. 3. Ob du schon hier haft Bekümmerst dich und trägest böse zeit, Ein jedermann dich schmerz Nur um das zeitlich haßt und neidt; Greif zum gut? Bertrau du deinem Herrn 222 Katechismusgesänge. und Gott, Der alle ding er- fürchtigkeit; Gott macht ihn schaffen hat. zu eim großen Herrn, Daß 2. Er kann und will dich er konnt vatr und brüdr er: lassen nicht, Er weiß gar wohl nährn. was dir gebricht; Himmel und 9. Es ließ auch nicht der erd ist sein. Mein vater und treue Gott Die drei männr mein Herre Gott, Der mir im feurofn roth, Sein engel beisteht in aller noth. fandt er hin, Bewahrt sie vor 3. Weil du mein Gott und des feuers gluth Und half ih: vater bist, Dein kind wirst du nen aus aller noth. verlassen nicht, Du väterliches 10. Uch Gott, du bist noch herz. Ich bin ein armer erden- heut so reich, Als du gewesen klos, Auf erden weiß ich kei- ewiglich! Mein trauen steht nen trost. zu dir; Mach mich an mei 4. Der reich verläßt sich ner seelen reich, So hab ich auf sein gut, Ich aber will gnug hie und ewig. dir traun, mein Gott, Ob ich 11. Der zeitlich ehr will gleich werd veracht, So weiß gern entbehrn, Wollst mich ich und glaub festiglich: Wer des ewigen gewährn, Das du dir vertraut, dem mangelt nicht. erworben hast Durch deinen 5. Elia, wer ernähret dich, herben, bittern tod; Deß bitt Ob es so lange regnet nicht ich dich, mein Herr und Gott! In so schwer theurer zeit? 12. Alles, was ist auf die Ein wittwe aus Sidonier- ser welt, Es sei silber, gold land, Zu welcher von Gott oder geld, Reichthum und zeitwarst gesandt. lich gut; Das währt nur eine 6. Da er lag untrm wach kurze zeit Und hilft doch nicht holderbaum, Der engel Gotts zur seligkeit! vom himmel kam Und bracht 13. Ich dank dir, Christ, ihm speis und trank; Er ging o Gottes sohn, Daß du mich gar einen weiten gang Bis solchs hast' rkennen lan Durch zu dem berg horeb genannt. dein göttliches wort. Verleih 7. Des Daniels Gott nicht mir auch beständigkeit 3u meivergaß, Da er unter den lö- ner seelen seligkeit. wen saß, Sein engel fandt er 14. Lob, ehr und preis sei hin, Und ließ ihm speise brin- dir gesagt Für alle dein er gen gut Durch seinen diener zeigt wohlthat, Und bitt dich Habakuk. demüthig: Laß mich nicht von 8. Joseph in Egyptn ver- deim angesicht Verstoßen wer: kauft ward, Vom köng Pharo den ewiglich. gefangen hart Um sein gotts: Hans Sachs+ 1576. Der Glaube. 223 Matth. 12, 25-34. 7. Uch, der glaube fehlt Mel. Warum sollt ich mich denn. auf erden; Wär er da, Müßt arum willst du uns ja, Was uns noth ist, 288. W doch für mor- werden. Wer kann Gott im gen, Armes herz, Immerwärts glauben fassen, Der wird nicht, Als ein heide sorgen? Wozu Wenns gebricht, Von ihm sein dient dein täglich grämen, verlassen. Weil Gott will In der still Sich der noth annehmen? 8. Wer gerechtigkeit nachtrachtet, Und zugleich Gottes 2. Gott hat dir geschenkt reich Ueber alles achtet, Der das leben, Seel und leib; wird wahrlich nach verlangen Darum bleib Ihm allein er: Speis und trank Lebenslang geben. Er wird ferner alles Wie im schlaf empfangen. schenken; Traue fest, Er ver- 9. Laß die welt denn sich läßt nicht, die an ihn denken. bemühen Immerhin; Ach mein 3. Sage nicht, was soll ich sinn Soll zu Jesu fliehen. Er essen? Gott hat dir Schon wird geben, was mir fehlet, allhier So viel zugemessen, Ob ers oft Unverhofft Eine Daß der leib sich kann er- weil verhehlet. 10. Will er prüfen meinen glauben, und die gab, Die 4. Es ist mehr als trank ich hab, Mir gar lassen rauund speisen, Dieser leib; Da ben; So muß mir zum besten rum gläub, Daß Gott wird kommen, Wenn Gott mir Alerweisen, Daß er speis und les schier Hat hinweggenomtrank kann geben Dem, der men. sich Festiglich Ihm ergiebt im leben. nähren; Uebriges Wird indeß Gottes hand bescheeren. 11. Er kann alles wieder= geben, Wenn er nimmt, So 5. Sorgst du, wie du dich bestimmt Er sein wort zum sollst kleiden? Jesus spricht: leben; Ach, wie viele fromme Sorge nicht, Dieses thun die seelen Leben so Und sind froh, heiden. Schau die blumen auf Ohne sorg und quälen. den feldern, Wie so schön Diese stehn Und die bäum in wäldern. 12. Sie befehlen Gott die sorgen, Wie er will, Und sind still Immer im verborgen. 6. Sorgt ein vogel auf den Was Gott will, ist ihr verzweigen, Wenn er singt, Hüpft gnügen, Und wies er Ungeund springt, Wer ihm soll an- fähr Will mit ihnen fügen. zeigen, Was er essen soll und 13. Doch kann ihnen nicht trinken? Nein, ach nein, Er al- versagen Gott ihr brot Sr lein Folgt des himmels winken. der noth, Wenn er hört ihr 224 Katechismusgesänge. klagen. Er kommt wahrlich, so bin ich still Und folge sei: sie zu trösten, Eh mans meint, nem leiten; Obgleich im fleisch Und erscheint, Wenn die noth der eigenwill Will öfters wi am größten. derstreiten. Wie Gott mich 14. Ihre sorg ist für die führt, bin ich bereit In zeit seelen, Und ihr lauf Geht und auch in ewigkeit, Stets hinauf zu den felsenhöhlen; seinen schluß zu ehren. Zu des Herren Jesu wunden; 3. Wie Gott mich führt, Hier sind sie Aller müh Und bin ich vergnügt, Ich ruh in der noth entbunden. ſeinen händen; Wie er es 15. Nun, Herr Jesu, mei- schickt und mit mir führt, ne freude, Meine sonn, Mei- Wie ers will kehrn und wenne wonn, Meiner seelen wei- den, Sei ihm hiemit ganz de; Sorge nur für meine heimgestellt, Er mache, wie seele, So wird mir Auch all- es ihm gefällt, Zum leben hier Nichts am leibe fehlen. oder sterben. 16. Alles sei dir unver- 4. Wie Gott mich führt, hohlen, Was mir fehlt, Was so geb ich mich In seinen va mich quält, Großer Gott, be terwillen. Scheints der ver: fohlen. Sorge du, so will ich nunft gleich wunderlich, Sein schweigen, Und vor dir Nach rath wird doch erfüllen, Was gebühr Meine kniee beugen. er in liebe hat bedacht, Eh 17. Ich will dir mit freu- er mich an das licht gebracht; den danken Fort und fort, Ich bin ja nicht mein eigen. Hier und dort Und will nim- 5. Wie Gott mich führt, mer wanken. Lob und preis so bleib ich treu Im glauben, sei deinem namen; Sei mein hoffen, leiden. Steht er mit theil, Hülf und heil, Liebster seiner kraft mir bei, Was will Jesu. Amen. mich von ihm scheiden? Ich Laur. Laurenti+ 1722. fasse in geduld mich fest; Was Gott mir widerfahren Mel. Mein Herzensjesu. läßt, 289. Mie Gott mich Muß mir zum besten dienen. führt, so 6. Wie Gott mich führt, ich gehn Ohn alles eigenwäh- so will ich gehn, Es geh durch len; Geschieht, was er mir dorn und hecken. Von vornen außersehn, Wird mirs an kei- läßt sich Gott nicht sehn; Zu nem fehlen. Wie er mich führt, lebt wird ers aufdecken, Wie so geh ich mit, Und folge wil er nach seinem vaterrath Mich lig schritt für schritt In kind- treu und wohl geführet hat; lichem vertrauen. Dies sei mein glaubensanker. 2. Wie Gott mich führt, Lampertus Gericke+ 1735. Der Glaube. 225 Mel. Was mein Gott will, das gscheh. 5. Wies Gott gefällt, so 290. Wies ies Gott gefällt, wolls ergahn In lieb und auch so gfällts mir in leide! Dahin mein sach auch, Und laß mich gar nicht ich gstellt will han, Das sie irren. Ob mich zu zeiten beißt mir sollen beide Gefallen wohl; der rauch, Und wenn sich schon verwirren All sachen gar, Weiß ich fürwahr, Gott wirds zuleht wohl richten. Wie ers will han, So muß bestahn; Solls sein, so seis ohn tichten. Darum mich soll Ja oder nein nicht schrecken. Schwarz oder weiß, Solls sein, so seis! Dann wird Gott gnad erwecken. 6. Wies Gott gefällt, so laufts hinaus, Ich laß die 2. Wies Gott gefällt, zu- vöglein sorgen. Ob mirs glück friedn ich bin, Das übrig heut nicht kommt zu haus, laß ich fahren. Was nicht soll So wart ich sein auf morgen. sein, stell ich dahin, Gott Bleibt unverwehrt, Was ist will mich recht erfahren, Ob bescheert, Obs sichs thut schon ich auch will Ihm halten still; verziehen; Mich nicht drum Wird doch wohl gnad besche reiß, Solls sein, so seis! Gfällt ren, Dran zweifle nicht, Solls Gott, mein theil werd kriegen. sein, man spricht, So seis, dem kann nichts wehren! 7. Wies Gott gefällt, nicht weiters will Von Gott ich 3. Wies Gott gefällt, so sonst begehren; Gott hat mein gfällt mirs wohl In allen sach gestellt ein ziel, Dieweil meinen sachen. Was Gott ver- wird müssen währen Das leben sehen hat einmal, Wer kann mein; Drum geb mich drein, das anders machen? Drum Auf guten grund will bauen, alls umsonst, Weltwit und Und nicht aufs eis. Solls kunst, Hilft auch nicht haar- sein, so seis! Will Gott allein ausraufen. Murr, oder beiß, vertrauen. Solls sein, so seis! Weils doch sein weg muß laufen. 8. Wies Gott gefällt, so nehm ichs an, Will um geduld 4. Wies Gott gefällt, laß ihn bitten. Gott ist allein, ichs ergehn, Will mich darein der helfen kann, Und wenn ergeben; Wollt ich seim willen ich schon wär mitten In angst widerstehn, So müßt ich blei- und noth, Läg gar am tod, ben kleben; Weil gwiß und So wird er mich wohl retten wahr All tag und jahr Bei Gewaltger weis. Solls sein, Gott sind ausgezählet. Drum so seis! Ich gwinns, wer nur schick mich drein; Geschehs! will wetten? folls sein, So seis bei mir erwählet. Lutherisches Gesangbuch. Johann Friedrich I., Churfürst zu Sachsen+ 1554. 15 226 Katechismusgesänge. Mel. Seelenweide, Meine freude. zunder, Da der glaube funken 291. Gott wills machen, fängt. Alle thaten Sind geraDaß die sachen then Jedesmal, wie ers ver: Gehen, wie es heilsam ist. hängt. Laß die wellen Sich verstellen, 10. Wenn die stunden Sich Wenn du nur bei Jesu bist. gefunden, Bricht die hülf mit 2. Wer sich kränket, Weil macht herein; Und dein grä: er denket, Jesus liege in dem men 3u beschämen, Wird es schlaf, Wird mit klagen Nur unversehens sein. sich plagen, Daß der unglaub 11. Eignen willenZu erfüllen, leide straf. Leidet sichs noch ziemlich wohl; Da ist plage Noth und klage, Wo man leiden muß und soll. 3. Du verächter! Gott dein wächter, Schläfet ja, noch schlummert nicht. Zu den hö hen Aufzusehen, Wäre deine glaubenspflicht. 12. Drum wohl denen, Die sich sehnen Nach der stillen wil lensruh! Auf das wollen Fällt dem sollen Die vollbringungs: kraft bald zu. 4. Im verweilen Und im eilen Bleibt er stets ein va terherz; Laß dein weinen 13. Mehr zu preisen Sind Bitter scheinen, Dein schmerz die weisen, Die schon in der ist ihm auch ein schmerz. übung stehn, Die das leiden 5. Glaub nur feste, Daß Und die freuden Nur mit das beste Ueber dich beschlossen Hiobs aug ansehn. sei. Wenn dein wille Nur ist 14. Nun so trageDeine plage stille, Wirst du von dem kum- Fein getrost und mit geduld; mer frei. Wer das leiden Will vermei 6. Laß dir süße Sein die den, Häufet seine sündenschuld. küsse, Die dir Jesus ruthe 15. Die da weichen Und giebt Der sie führet Und regie- das zeichen Shres bräutigams ret, Hat nie ohne frucht betrübt. verschmähn, Müssen laufen 7. Willt du wanken In 3u den haufen, Die zur lingedanken, Fall in die gelassen- ken seiten stehn. heit; Laß den sorgen, Der 16. Aber denen, Die mit thraauch morgen Herr ist über nen Küssen ihres Jesu joch, leid und freud. Wird die krone Auf dem throne 8. Gottes hände Sind ohn Ihres heilands werden noch. ende, Sein vermögen hat kein 17. Amen, amen! In dem ziel. Ists beschwerlich, Scheints namen Meines Jefus halt ich gefährlich; Deinem Gott ist still; Es geschehe Und ergehe, nichts zu viel. Wie und wann und was er 9. Šeine wunder Sind der will. 3. D. Herrnschmidt+ 1723. Der Glaube. 227 B. Von Gott dem Sohn. 5. Der treue hirt jetzt Mel. Mag ich unglück nicht widerst. kommt vor dich Und träget 292. ch glaub, o Gott, mich, Das schaf auf seinem hier stimmet rücken. Das schaf, das ganz mund Und herzensgründ, verirret war, Ging mit gefahr Nichts ist, was mich ab- Ins satans wald und stricken, wende, Ich glaube, daß, den Das hat er bracht Aus eigdu gesandt, Sei mein heiland ner macht, Wie du begehrt, Und wahrer Gott ohn ende, 3u deiner heerd Und denen, Der mir zu gut Hat fleisch so dich fürchten. und blut Genommen an, 6. Mich, den die welt ganz Drum er nicht kann Mich listiglich Von dir zu sich Mit armen sünder hassen. ihrer luft gezogen, Bringt jetzt 2. Geborn ist er für meine dein sohn in deinen schooß, sünd Ein kleines kind, In Von sünden los, Aus lieb windeln eingehüllet. Die ju- hierzu bewogen. Ich war sehr gend mit mühseligkeit, Mit weit Durch üppigkeit Gewinoth und leid Ist worden chen ab In vollem trab; ganz erfüllet. Er hat gewacht, Jetzt bin ich wiederkommen. Sich matt gemacht, Er ward 7. Was satanas durch bö: gestäupt, Sein heilig haupt sen sinn Geraubet hin Und Mit dornen scharf gekrönet. von dir weggetrieben, Das 3. Er ward mit gallensaft bringt dein hirt zu deiner getränkt, Uns holz gehenkt, heerd, Aufs neu bekehrt zu Und fiel in todesbanden, Doch denen, die dich lieben. Er wieder nach der angst und stellet dir Jeht wieder für Den plag Um dritten tag Ist er knecht, der sich Muthwilliglich vom tod erstanden, Mit herr Von dir verlaufen hatte. lichkeit Zur himmelsfreud Ohn 8. Also hab ich nun gnad, alle pein Gegangen ein, Ge- o Gott, Durch Christi tod, setzt zu deiner rechten. Den er für mich erduldet; 4. So schaue deinen sohn Und ob ich wohl bei mir be doch an, Was er gethan, Laß find, Daß meine sünd All gnad in ihm mich finden. Du höllenpein verschuldet, So hab hast mich armen nicht veracht, ich doch Die hoffnung noch Ganz frei gemacht Von mei: Durch deinen sohn, Den gnanen schweren sünden, Durchs denthron, Daß ich nicht sei sohnes tod Den knecht aus verloren. noth Hast du erlöst; Wer sich 9. Die thür ins schöne padeß tröst, Den kannst du nicht radies Hat er gewiß Durch verdammen. sein blut aufgeschlossen; Das 15* 228 Katechismusgesänge. aus den wunden williglich Um| lichkeit: Dank ihm für diese kreuze sich Mit strömen hat liebe! ergessen. Ich glaube fest, Daß 5. Halt im gedächtniß du nicht läßt, Ofrommer Jesum Christ, Der einst wird Gott, In angst und noth, wiederkommen und sich, was Der dies mit glauben faffet. todt und lebend ist, 3u rich ten vorgenommen. O denke, daß du da bestehst, Und mit ihm in sein reich eingehst, J. Heermann+ 1647. 2 Tim. 3, 8. Mel. Es ist das heil uns kommen. Ihm ewiglich zu danken. alt im gedächtniß 293. Salt 6. Gieb Jesu, gieb, daß Jesum Christ, ich dich kann mit wahrem mensch, der auf die erden Vom glauben fassen, Und nie, was thron des himmels kommen du an mir gethan, Mög aus ist, Dein bruder da zu wer- dem herzen lassen, Daß des den. Vergiß nicht, daß er dir sen ich in aller noth Mich trö zu gut Hat angenommen fleisch sten mög und aus dem tod und blut: Dank ihm für diese Zu dir ins leben dringen. liebe! S. Günther+ 1704. 2. Halt im gedächtniß Met. Vater unser im himmelreich. Jefum Chrift, Der für dich 294. Ach Gott, wie man hat gelitten, gar am kreuz ches herzeleid Be gestorben ist und dadurch hat gegnet mir zu dieser zeit; Der bestritten Welt, sünde, teufel, schmale weg ist trübsalsvoll, höll und tod, Und dich erlöst Den ich zum himmel wan aus aller noth: Dank ihm deln soll. Wie schwerlich läßt für diese liebe! sich fleisch und blut Zwingen 3. Halt im gedächtniß zu dem ewigen gut. Jesum Christ, Der auch am 2. Wo soll ich mich denn dritten tage Siegreich vom wenden hin? 3u dir, Herr tod erstanden ist, Befreit von Jesu, steht mein sinn, Bei tod und plage. Bedenke, daß dir mein herz trost, hülf und er fried gemacht, Sein un rath Allzeit gewiß gefunden schuld leben wiederbracht hat. Niemand jemals verlas Dank ihm für diese liebe! sen ist, Der getraut hat auf 4. Spalt im gedächtniß Jesum Christ. Jesum Christ, Der nach den 3. Du bist der große wunLeidenszeiten Gen himmel auf dermann, Das zeigt dein amt gefahren ist, Die stätt dir zu und dein person; Welch wun bereiten, Da du sollst bleiben derding hat man erfahrn, Daß allezeit Und sehen seine herr- du, mein Gott, bist mensch 229 Der Glaube. geborn Und führest uns durch zen hat, Der ist gewiß lebendeinen tod Ganz wunderlich dig todt. aus aller noth. 9. Jesu, du edler bräut= 4. Jesu, mein Herr und gam werth, Mein höchste zier Gott allein, Wie süß ist mir auf dieser erd, Allein an dir der name dein! Es kann kein ich mich ergötz, Weit über trauern sein so schwer, Dein alle güldne schätz. So oft ich süßer nam erfreut vielmehr; nur gedenk an dich, All mein Kein elend mag so bitter sein, gemüth erfreuet sich. Dein süßer nam der linderts fein. 10. Wenn ich mein hoffnung stell zu dir, So fühl 5. Ob mir gleich leib und ich fried und trost in mir; feel verschmacht, So weißt Wenn ich in nöthen bet und du, Herr, daß ichs nicht acht; sing, So wird mein herz recht Wenn ich dich hab, so hab guter ding. Dein geist bezeugt, ich wohl, Was mich ewig er: daß solches frei Des ewgen freuen soll. Dein bin ich ja lebens vorschmack ſei. mit leib und seel, Was kann 11. Drum will ich, weil mir thun sünd, tod und höll? ich lebe noch, Das kreuz dir 6. Kein besser treu auf er: tragen fröhlich nach; Mein den ist, Denn nur bei dir, Gott, mach mich dazu bereit, Herr Jesu Chrift; Ich weiß, Es dient zum besten allezeit. daß du mich nicht verläßt, Hilf mir mein sach recht greiDein wahrheit bleibt mir ewig fen an, Daß ich mein lauf fest. Du bist mein rechter, vollenden kann. treuer hirt, Der mich ewig 12. Hilf mir auch zwingen behüten wird. fleisch und blut, Vor fünd 7. Jesu, mein freud, mein und schanden mich behüt; Erehr und ruhm, Mein herzens- halt mein herz im glauben schatz und mein reichthum, rein, So leb und sterb ich Ich kanns doch ja nicht zei- dir allein. Jesu, mein trost, gen an, Wie hoch dein nam hör mein begier: O mein erfreuen kann. Wer glaub heiland, wär ich bei dir. und lieb im herzen hat, Der wirds erfahren mit der that. Conrad Hoyer um 1612. 8. Drum hab ich oft und met. Gott, du frommer Gott. viel geredt: Wenn ich an dir himmel und nicht freude hätt, So wollt 295. Ach Jeſu, deſſen treu ich den tod wünschen her, auf erden Durch keines menJa, daß ich nie geboren wär; schen mund Kann gnug geDenn wer dich nicht im her: priesen werden; Ich danke dir, 230 Katechismusgesänge. daß du Ein wahrer mensch wend, Auf daß dadurch bei geborn, Haft von mir abge- mir Sich alle schwachheit end. wandt, Daß ich nicht bin 7. Er sei mein licht, das verlorn. mich Sn finsterniß erleuchte, 2. Bornämlich wird in mir Er sei des himmels thau, Al herzensangst gestillet, Wenn Der mich in hitz anfeuchte; mich dein süßer nam Mit sei- Er sei mein schirm und schild, nem trost erfüllet; Kein trost Mein schatten, schloß und hut, so liebreich ist, Als den mir Mein reichthum, ehr und ruhm, giebt dein nam, Der süße Er sei mein höchstes gut. Jesusnam, O fürst aus Davids stamm. 8. Er sei mein himmelsweg, Die wahrheit und das leben; 3. O Jesu, höchster schat, Er wolle mir zuletzt Aus gnaDu kannst nur freude brin- den dieses geben, Daß ich als: gen, Es kann nichts lieblicher dann in ihm Dies leben schließe Als Jesu name klingen. Ich wohl, Wenn meine sterbenszeit kann nicht traurig sein, Weil Und stunde kommen soll. Jesus heißt so viel, Als hei= 9. Inmittelst helf er mir, So land, oder held, Der selig lang ich hier noch wandle, Daß ich in meinem thun Treu und 4. Wenn satan sich bei aufrichtig handle. Er stehe mir mir Mit anfechtung will re- stets bei Mit seines geistes gab, gen, Ist Jesus name mir Und gebe kraft, wenn ich Was 3um trost, schuß, fried und zu verrichten hab. machen will. segen, 3ur weisheit, arzenei 10. In Jesu namen bin In aller angst und noth, Daß Ich heute aufgestanden, In ich nicht fürchten darf Den ihm vollbring ich heut, Was teufel und den tod. mir kommt unter handen. In 5. Daß ich ein zornkind seinem namen ist Der anfang bin, Das macht die schnöde schon gemacht; Das mittel sünde; Der Jesusnam macht und der schluß Wird auch mich zu einem gnadenkinde; durch ihn vollbracht. Er nimmt von mir hinweg 11. Dir leb ich und in Die schuld und missethat, dir; In dir will ich auch Bringt mir die seligkeit und sterben. Herr, sterben will ich Gottes vaters gnad. dir, In dir will ich ererben 6. Ei nun, so heilge mich, Das ewge himmelreich, Das Der ich bin ganz beflecket, du erworben mir; Von dir Dein heilger Jesusnam, Der verklärt will ich Dir dienen alle sünd zudecket. Er kehre ab für und für. den fluch, Den segen zu mir 3. Heermann 1647. Der Glaube. 231 Mel. O daß ich tausend zungen. Sein thron bleibt stets in 296. A fagt mir nichts gleichen ehren Von nun an von gold und schä- bis in ewigkeit. Ein jeder gen, Von pracht und schön- liebe, was er will; Weil Jeheit dieser welt. Es kann mich sus ist mein höchstes ziel. ja kein ding ergößen, Was 7. Sein reichthum ist nicht mir die welt vor augen stellt. zu ergründen; Sein allerhöchEin jeder liebe, was er will; stes angesicht Und was von Ich liebe Jesum, der mein ziel. schmuck um ihn zu finden, 2. Er ist alleine meine freu- Verbleichet und veraltet nicht. de, Mein gold, mein schat, Ein jeder liebe, was er will; mein schönstes bild, Un dem Denn Jesus ist und bleibt ich meine augen weide, Und mein ziel. finde, was mein herze stillt, 8. Er will mich über alls Ein jeder liebe, was er will; erheben und seiner klarbeit Ich liebe Jesum, der mein ziel. machen gleich; Er wird mir 3. Die welt vergeht mit so viel schätze geben, Daß ich ihren Lüsten, Des fleisches werd unerschöpflich reich. Ein schönheit dauert nicht; Die jeder liebe, was er will; Weil zeit kann alles das verwüsten, Jesus ist mein höchstes ziel. Was menschenhände zugericht. 9. Muß ich gleich hier sehr Drum lieb ein jeder, was er viel entbehren, So lang ich will; Ich liebe Jesum, der wandre in der zeit; So wird mein ziel. er mirs doch wohl gewähren 4. Er ist allein mein licht Sm reiche seiner herrlichkeit. und leben, Die wahrheit selbst, Drum lieb ich billig in der das ewge wort; Er ist mein still Nur Jesum, meines her: stamm, ich seine reben, Er ist zens ziel. der seelen fels und hort. Ein jeder liebe, was er will; Ich bleib bei Jesu, meinem ziel. Joh. Angelus+ 1677. Röm. 8. Mel. Valet will ich dir geben. 5. Er ist der könig aller 297. Jo trete Steich ehren, Er ist der Herr der herrlichkeit; Er fann mir ew- alles wider mich; So oft ich ges heil gewähren Und retten ruf und bete, Weicht alles mich aus allem streit. Ein je- hinter sich. Hab ich das haupt der liebe, was er will; Nur zum freunde und bin geliebt Jesus ist und bleibt mein ziel. bei Gott: Was kann mir thun 6. Sein schloß kann keine der feinde Und widersacher rott? macht zerstören, Sein reich 2. Nun weiß und glaub ich vergeht nicht mit der zeit, feste, Ich rühms auch ohne 232 Katechismusgesänge. scheu, Daß Gott der höchst sinn, Bertreibt mir sorg und und beste, Mein freund und schmerzen, Nimmt allen kum vater sei; Und daß in allen mer hin; Giebt segen und ge fällen Er mir zur rechten steh, deihen Dem, was er in mir Und dämpfe sturm und wel- schafft, Hilft mir das abba len Und was mir bringet weh. schreien Aus aller meiner kraft. 3. Der grund, da ich mich 8. Und wenn an meinem gründe, Ist Christus und sein orte Sich furcht und schrecken blut; Das machet, daß ich findt; So seufzt und spricht finde Das ewge, wahre gut. er worte, Die unaussprechlich Un mir und meinem Leben sind 3war mir und meinem Ist nichts auf dieser erd; munde, Gott aber wohl be Was Christus mir gegeben, wußt, Der an des herzens Das ist der liebe werth. grunde Ersiehet seine luft. 4. Mein Jesus ist mein 9. Sein geist spricht meiehre, Mein glanz und helles nem geiste Manch süßes trost: licht. Wenn der nicht in mir wort zu, Wie Gott dem hilfe wäre, So dürft und könnt ich leiste, Der bei ihm suchet nicht Vor Gottes augen ste- ruh; Und wie er hab erbauet hen Und vor dem strengen Ein edle neue stadt, Da aug fik; Ich müßte stracks ver- und herze schauet, Was er gehen, Wie wachs in feuershit. geglaubet hat. 5. Mein Jesus hat gelő10. Da ist mein theil und schet, Was mit sich führt den erbe Mir prächtig zugericht; tod; Der ists, der rein mich Wenn ich gleich fall und ster: wäschet, Macht schneeweiß, be, Fällt doch mein himmel was ist roth. In ihm kann ich nicht. Muß ich auch gleich mich freuen, Hab einen helden: hier feuchten Mit thränen mei: muth, Darfkein gerichte scheuen, ne zeit; Mein Jesus und ſein Wie sonst ein sünder thut. leuchten Durchfüßet alles leid. 6. Nichts, nichts kann mich 11. Wer sich mit dem ververdammen, Nichts nimmet bindet, Den satan flieht und mir mein herz; Die höll und haßt; Der wird verfolgt und ihre flammen, Die sind mir findet Ein harte, schwere last nur ein scherz. Kein urtheil 3u leiden und zu tragen, Ge mich erschrecket, Kein unheil räth in hohn und spott, Das mich betrübt; Weil mich mit kreuz und alle plagen Die flügeln decket Mein heiland, sind sein täglich brot. der mich liebt. 12. Das ist mir nicht ver: 7. Sein geist wohnt mir borgen, Doch bin ich unverim herzen, Regieret meinen zagt; Gott will ich lassen for: Der Glaube. 233 gen, Dem ich mich zugesagt. bürd ist ring*), Wer mirs nachEs koste leib und leben Und trägt; in dem geding**) Der alles, was ich hab: An dir höll wird er entweichen. Ich will ich fest kleben Und nim will ihm treulich helfen tragn; Mit meiner hilf wird er er= mer lassen ab. jagn Das ewig himmelreiche. gering.) unter der Bedingung. 3. Was ich gethan und glitten hie In meinem leben, 13. Die welt die mag zer brechen; Du stehst mir ewig: lich. Kein brennen, hauen, stechen Soll trennen mich und dich; Kein hunger und kein spat und früh, Das sollt ihr dürsten, Kein armuth, feine auch erfüllen. Was ihr gepein, Kein zorn des großen für denkt, ja redt und thut; Das sten Soll mir ein hindrung sein. wird euch alles recht und gut, 14. Kein engel, keine freu- Wenns gschieht nach Gottes den, Kein thron, kein herr- willen. lichkeit, Kein lieben und kein 4. Gern wollt die welt auch leiden, Kein angst, kein herze- selig sein, Wenn nur nicht leid; Was man nur kann er wär die schwere pein, Die denken, Es sei klein oder groß, alle Christen leiden; So mag Der keines soll mich lenken Aus es anders nicht gesein, Da deinem arm und schooß. rum ergieb dich nur darein, 15. Mein herze geht in Wer ewig pein will meiden! sprüngen Und kann nicht trau- All creatur bezeuget das, rig sein, Ist voller freud und Was lebt in wasser, laub und singen, Sieht lauter sonnen- gras: Leiden kann es nicht schein. Die sonne, die mir meiden. Wer denn in Gottes lachet, Ist mein Herr Jesus nam nicht will, Zuletzt muß Christ; Das, was mich singend er des teufels ziel Mit schwemachet, Ift, was im himmel ist. rem gwissen leiden. P. Gerhardt+ 1676. 5. 6. Heut ist der mensch schön, jung und lang; Sieh, Ev. Matth. 11, 28. Eigne Melodie. morgen ist er schwach und Commt her zu mir, krank, Bald muß er auch gar Gottes sterben. Gleich wie die blumen sohn, All die ihr seid beschwe auf dem feld, Also wird auch ret nun, Mit sünden hart be- die schöne welt In einem hui laden. Ihr jung und alt, verderben. 298. Kon spricht frauen und mann! Ich will 7. Die welt erzittert ob euch geben, was ich han; den tod; Liegt einer in der Will heilen euren schaden. letten noth, Dann will er gleich 2. Mein joch ist süß, mein fromm werden. Einer schafft 234 Katechismusgesänge. dies, der andre das, Seinr nach fleisches muth In gunst, armen feel er ganz vergaß, gesundheit, großem gut, Würdt Dieweil er lebt auf erden. ihr gar bald erkalten; Darum 8. Und wenn er nimmer schickt Gott die trübsal her, leben mag, So hebt er an Damit eur fleisch gezüchtigt ein große klag, Will sich nun wär 3u ewger freud erhalten. Gott ergeben. Ich fürcht für- 14. Ist euch das kreuz wahr, die göttlich gnad, Die bitter und schwer: Gedenkt, er allzeit verspottet hat, Werd wie heiß die hölle wär, Dar: schwerlich ob ihm schweben. ein die welt thut rennen, 9. Ein reichen hilft doch Mit leib und seel muß leinicht sein gut, Dem jungen dend sein Ohn unterlaß die nicht sein stolzer muth; Er ewig pein Und mag doch nicht muß aus diesem maien. Wenn verbrennen! einer hätt die ganze welt, 15. Jhr aber werdt nach Silber und gold und alles dieser zeit Mit Christo haben geld; Noch muß er an den ewig freud; Dahin sollt ihr reihen. gedenken. Es lebt kein mann, 10. Dem glehrten hilft doch der aussprechn kann Die glonicht sein kunst, Der weltlich rie und den ewgen lohn, Den pracht ist gar umsonst; Wir euch der Herr wird schenken. müssen alle sterben. Wer sich 16. Und was der ewig in Christum nicht ergiebt, Weil gütig Gott In seinem geist er lebt in der gnadenzeit; Ewig versprochen hat, Geschworen muß er verderben. bei seim namen; Das hält 11. Höret und merkt, ihr und giebt er gwiß fürwahr. lieben kind, Die jehund Gott Der helf uns an der engel ergeben sind, Laßt euch die schaar Durch Jeſum Chri müh nicht reuen: Halts stets stum. Amen. am heilgen Gotteswort; Das ist eur trost und höchster hort. Gott wird euch schon erfreuen. Hans Wigstat, von Wertheim. ( Im 16. Jahrhundert.) Psalm 23. 299. mein 12. Nicht übel ihr um übel Met. Wie wohl ist mir, o freund. gebt; Schaut, daß ihr hie unschuldig lebt, Laßt euch die hirt und hüter: welt nur affen*). Gebt Gott Nun wird kein mangel treffen die rach und alle ehr, Den mich. Auf grüner auen seiner engen steig geht immer her; güter Erquicket er mich süßig Gott wird die welt schon lich; Er leitet mich zu friz *) verhöhnen. schen quellen, Da häufig mir euch ging sich zugesellen Biel krank und strafen. 13. Wenn es 235 verbleiben; Den sohn niemand draus vertreiOb er gleich müßt zur hinaus. Der Glaube. matte schäfelein. Wenn ich darin in ohnmacht sinke nieder, So kann holt er meine seele wieder Und ben, flößt ihr lebensbalsam ein. welt 2. Er führet mich auf 5. Hallelujah sei dir gerechten wegen, Er geht vor sungen, holder hirt, o an, ich folge nach. Und wenn süßes lamm! Uch hätt ich ich gleich in finstern stegen hundert tausend zungen, 3u Und thälern voller ungemach rühmen dich, mein bräutigam! Durch dick und dünn, durch Doch, du willt nicht viel zundorn und hecken Muß wangen haben; Nur eins ist, das dern; soll mich doch nichts dein herz kann laben: Ein schrecken, Denn du bist bei herz, das dich nur liebt allein. mir stetiglich. Du bist mein Das wollst du mir, o Jesu, licht, mein stern, mein führer, schenken, So will ich stets Mein stab und stecken, mein bei mir gedenken: Mein hirt regierer; Auf deinen achseln ist mein, und ich bin sein. ruhe ich. 3. Ein mahl voll himmelssüßigkeiten, Ein mahl von 3. A. Freylinghausen+ 1739. Mel. Wer nur den lieben Gott. je näher himmel; 1. Melodie. fett, von mark und wein Haft 300. Je größereus, i du bereitet, daß von Es sehn, die mir nicht günstig Wer ohne kreuz, ist ohne Gott. sein. Du salbest mich mit öl Bei sündenlust und weltgeder freuden; Da weiß ich tümmel Vergißt man hölle, denn von keinem leiden, Bin sünd und tod. O, selig ist voller trost und freudigkeit. der mann geschätzt, Den Gott Den durst des geistes wohl in kreuz und trübsal setzt. zu stillen, Muß mich dein 2. Je größer kreuz, je beßvoller becher füllen, Der be- rer Christe, Gott streicht uns cher deiner lieblichkeit. an den probestein. Wie man= 4. Drum soll mich nun cher garten lieget wüste, Wo fort nichts bewegen, Von dir, keine thränenregen sein. Das mein hirt, zu setzen ab; Mir gold wird auf dem feuerheerd, folget nichts als lauter segen Ein christ in mancher noth beUnd gutes nach bis in mein währt. grab. Der tod mag leib und 3. Je größer kreuz, je stärkſeele trennen; Ich weiß: du rer glaube; Die palme wächwirst mir dennoch gönnen, set bei der last, Die süßigkeit 3u sein ein kind in deinem fleußt aus der traube, Wenn haus. Der knecht mag nicht du sie wohl gekeltert haft. 236 Katechismusgesänge. Am kreuze wächset uns der Daß man das größte kreuz muth, Wie perlen in gesalz- nicht acht. ner fluth. 9. Gekreuzigter, laß mir 4. Je größer kreuz, je dein kreuze Je länger und größre liebe; Der wind bläst je lieber sein! Daß mich die nur die flammen auf. Und ungeduld nicht reize, So scheinet gleich der himmel trübe, pflanz ein solches herz mir So lachet doch die sonne ein, Das glaube, liebe, hoffdrauf. Das kreuz vermehrt nung hegt, Bis dort mein der liebe glut, Gleichwie das kreuz die krone trägt. öl im feuer thut. B. Schmold+ 1737. 5. Je größer kreuz, je mehr mel. Machs mit mir Gott, nach. gebete; Geriebne kräuter rie: 301. Auf auf, auf zum chen wohl. Wenn um das V schiff kein sturmwind wehte, streit, Auf, auf zum über: So fragte man nicht nach winden! In dieser welt, in dem Pol. Wo kämen Davids dieser zeit Ist keine ruh zu psalmen her, Wenn er nicht finden. Wer nicht will streiten, auch versuchet wär? trägt die kron Des ewgen 6. Je größer kreuz, je mehr lebens nicht davon. verlangen, Im thale steiget 2. Der teufel kommt mit man bergan; Wer durch die seiner list, Die welt mit pracht wüsten oft gegangen, Der und prangen, Das fleisch mit sehnet sich nach Kanaan. Das wollust, wo du bist, 3u fällen täublein, findt es hier nicht dich und fangen. Streitst du ruh, So fleugt es nach der nicht, wie ein tapfrer held, arche zu. So bist du hin und schon 7. Je größer kreuz, je lieber gefällt. sterben. Man freut sich recht 3. Gedenke, daß du zu der auf seinen tod; Denn man fahn Deins feldherrn haft ge entgehet dem verderben, Es schworen; Denk ferner, daß stirbt auf einmal alle noth. du als ein mann 3um streit Das kreuze, das die gräber bist auserkoren. Ja denke, daß ziert, Bezeugt, man habe tri- ohn streit und sieg, Nie keiumphirt. ner zum triumph aufstieg. 8. Je größer kreuz, je 4. Wie schmählich ists, schönre krone, Die Gottes wenn ein soldat Dem feind schat uns beigelegt, Und die den rücken kehret. Wie schänd einmal vor seinem throne Der lich, wenn er seine statt Verüberwinder scheitel trägt. Ach läßt und sich nicht wehret; dieses theure kleinod macht, Wie spöttlich, wenn er noch Der Glaube. 237 mit fleiß Aus zagheit wird pel gehen, Vielmehr drin wie dem feind zum preis! ein englisch licht Und güldne 5. Bind an! der teufel säule stehen. Der name Got= ist bald hin, Die welt wird tes, unsers Herrn, Soll leuchleicht verjaget. Das fleisch ten von ihm weit und fern. muß endlich aus dem sinn, 11. Wer überwindt, soll Wie sehr dichs immer plaget. auf dem thron Mit Christo Dewge schande, wenn ein Jesu siten, Soll glänzen wie held Vor diesen dreien buben ein Gottessohn Und wie die fällt! sonne bligen, Ja ewig herr6. Wer überwindt und schen und regiern, Und im kriegt den raum Der feinde, merdar den himmel ziern. die vermessen, Der wird im 12. So streit denn wohl, paradies vom baum Des ew: streit keck und kühn, Daß du gen lebens essen, Wer über- mögst überwinden! Streng windt, den soll kein leid Noch an die kräfte, muth und sinn, tod berührn in ewigkeit. Daß du dies gut mögst fin7. Wer überwindt, und den! Wer nicht will streiten seinen lauf Mit ehren kann um die kron, Bleibt ewiglich vollenden, Dem wird der Herr in spott und hohn. Joh. Angelus+ 1677. alsbald darauf Verborgnes manna senden, Ihm geben Mel. Wachet auf, ruft uns die. einen weißen stein Und einen 302 Heiligster Jefu, heilneuen namen drein. gungsquelle, Mehr 8. Wer überwindt, be- als krystall rein, klar und helle, kommt gewalt, Wie Christus, Du lautrer strom der heiligzu regieren, Mit macht die keit! Der glanz der hohen chevölker mannigfalt In einer rubimen, Die heiligkeit der schnur zu führen. Wer über- seraphimen Ist gegen dir nur windt, bekommt vom Herrn dunkelheit. Ein vorbild bist 3um feldpanier den morgen- du mir; Ach bilde mich nach stern. dir, Du mein alles! Jesu, ei 9. Wer überwindet, der nu Hilf mir dazu, Daß ich soll dort In weißen kleidern auch heilig sei, wie du. gehen, Sein guter name soll 2. O stiller Jesu, wie dein sofort Im buch des lebens wille Dem willen deines vastehen, Ja Christus wird den- ters stille Und bis zum tod selben gar Bekennen vor der gehorsam war; So mache du engel schaar. auch gleichermaßen Mein herz 10. Wer überwindt, soll und willen dir gelassen, Uch, ewig nicht Aus Gottes tem- stille meinen willen gar! Mach 238 Katechismusgesänge. mich dir gleichgesinnt, Wie ein könig, Du suchtest deine ehre gehorsam kind, Stille, stille! wenig Und wurdest niedrig Jesu, ei nu Hilf mir dazu, und gering. Du wandeltst ganz Daß ich fein stille sei, wie du! ertieft auf erden, In demuth 3. Wachsamer Jesu, ohne und in knechtsgeberden, Er schlummer, In großer arbeit, hubst dich selbst in keinem ding. müh und kummer Bist du ge- Herr, solche demuth lehr Auch wesen tag und nacht; Du mich je mehr und mehr Ste mußtest täglich viel ausstehen, tig üben! Jesu, ei nu Hilf Des nachts lagst du vor Gott mir dazu, Daß ich demüthig mit flehen, Du hast gebetet sei, wie du! und gewacht. Gieb mir auch 7. O keuscher Jesu, all dein wachsamkeit, Daß ich zu dir wesen War züchtig, keusch und allzeit Wach und bete! Jesu, auserlesen, Von tugendvoller ei nu Hilf mir dazu, Daß sittsamkeit; Gedanken, reden, ich stets wachsam sei, wie du! glieder, sinnen, Geberden, klei4. Gütigster Jesu, ach wie dung und beginnen Warvol: gnädig, Wie liebreich, freund- ler lauter züchtigkeit. O mein lich und gutthätig Bist du Immanuel, Mach mir geist, doch gegen freund und feind! leib und seel Keusch und züchDein sonnenglanz der scheinet tig! Jesu, ei nu Hilf mir da allen, Dein regen muß auf zu Auch keusch und rein zu alle fallen, Ob sie dir gleich sein, wie du! undankbar seind. Mein Gott, 8. Nun liebster Jesu, lieb: ach. lehre mich, Damit hier- stes leben, Mach mich in al innen ich Dir nacharte! Jeſu, lem dir ergeben und deinem ei nu Hilf mir dazu, Daß ich heilgen vorbild gleich! Dein auch gütig sei, wie du! geist und kraft mich ganz durch5. Du, sanfter Jesu, warst dringe, Daß ich viel glaubensunschuldig, Und littest alle früchte bringe Und tüchtig werd schmach geduldig, Vergabst zu deinem reich! Uch zeuch und ließst nicht rachgier aus. mich ganz zu dir, Behalt mich Niemand kann deine sanftmuth für und für, Treuer heiland! messen, Bei der kein eifer dich Jesu, ei nu Laß mich wie du, gefressen, Als der um deines Und wo du bist, einst finden vaters haus. Mein heiland, ruh! B. Erasselius um 1700. ach verleih Mir sanftmuth und dabei Guten eifer! Jesu, ei Eigne Melodie. nu Hilf mir dazu, Daß ich 303. Höchfter pielbſt priester, der sanftmüthig ſei, wie du! 6. Würdigster Jesu, ehren- geopfert haft für mich; Laß Der Glaube. 239 doch, bitt ich, noch auf erden der, Soll dir meine schallen Auch mein herz dein opfer wieder; Wenn du rufft: Ich werden. liebe dich! Ruft mein herz: 2. Denn die liebe nimmt dich liebe ich! nichts an, Was du, liebe, 3. Schafe ihren hirten kennicht gethan; Was durch dei- nen, Dem sie auch sind wohl ne hand nicht gehet, Wird zu bekannt: Laß mich auch nach Gott auch nicht erhöhet. dir nur rennen, Wie du kamst so 3. Drum ſo tödt und zu mir gerannt. Als des hölschlachte hin Meinen willen, lenwolfes rachen Eine beut meinen sinn; Reiß mein herz aus mir wollt machen, Rieaus meinem herzen, Sollt's fest du: Ich kenne dich! Ich auch sein mit tausend schmerzen. auch rief; Dich kenne ich! 4. 4. Trage holz auf den al- Heerden ihre hirten hötar, Und verbrenn mich ganz ren, Folgen ihrer stimm alund gar. O du allerliebste lein; Hirten auch zur heerd liebe; Wenn doch nichts mehr sich kehren, Wenn sie rufen, von mir bliebe. groß und klein. Laß mich hö5. Also wird es wohl ge- ren, wenn du schreiest, Laß schehn, Daß der Herr es wird mich laufen, wenn du dräuest, ansehn; Also werd ich noch Laß mich horchen stets auf dich; auf erden Gott ein liebes: Jesu, höre du auch mich! opfer werden. Joh. Ungelus+ 1677. Met. Jesu, meines Lebens leben. 5. Höre, Jesu, und erhöre Meine, deines schäfleins stimm; Mich auch zu dir schreien lehre, Wenn sich naht des wolfes efu, frommer men mein dir 304. Ichenheerden Gu gefallen, Deinen troft hernieter und getreuer hirt; Laß der schallen; Wenn ich bete: mich auch dein schäflein wer: Höre mich! Jesu sprich: Ich den, Das dein stab und stim höre dich! me führt. Ach du hast aus 6. Höre, Jesu, und erhöre, lieb dein leben Für die schafe Wenn ich ruf, anklopf und hingegeben, und du gabst es schrei; Jesu, dich nicht von auch für mich. Laß mich wie der lieben dich.. mir kehre, Steh mir bald in gnaden bei! Ja du hörst; in 2. Heerden ihre hirten lie- deinem namen Ist ja alles ja ben, und ein hirt liebt seine und amen. Nun ich glaub heerd; Laß uns auch so liebe und fühle schon Deinen trost, üben, Du im himmel, ich auf o Gottes sohn. erd. Schallet deine liebe nie- Siegmund von Birken+ 1681. 1 Katechismusgesänge. 240 Mel. Nun komm der beiden heiland.| 9. 305. Je esu, komm doch duld, Nun, ich warte mit ge Bitte nur um diese huld, selbst zu mir, Daß du mir in todespein Und verbleibe für und für; Wolst ein süßer Jesus sein. Komm doch, werther seelenJoh. Angelus+ 1677. freund, Liebster, den mein Met. Sollt ich meinem Gott nicht. herze meint. 306. Laffet uns mit Seſu 2. Tausend mal begehr ich ziehen, Seinem dich, Weil sonst nichts ver- vorbild folgen nach, In der gnüget mich. Tausend mal welt der welt entfliehen, Auf schrei ich zu dir: Jesu, Jesu, der bahn, die er uns brach. komm zu mir! Immerfort zum bimmel reisen, 3. Keine lust ist auf der Irdisch noch, schon himmlisch welt, Die mein herz zufrieden sein, Glauben recht und leben stellt. Jesu, nur dein beimir: fein, In der lieb den glauben sein Nenn ich meine lust al weisen. Treuer Jesu, bleib lein. bei mir, Gehe vor, ich folge 4. Uller engel glanz und dir. pracht Und was ihnen freude 2. Lasset uns mit Jesu macht, Ist mir, süßer seelen leiden, Seinem vorbild wer= fuß, Ohne dich nichts als den gleich. Nach dem leide verdruß.. folgen freuden, Armuth hier 5. Nimm nur alles von macht dorten reich. Thränenmir hin, Ich verändre nicht saat die erntet lachen, Hoff den sinn; Du, o Jesu, mußt nung tröstet mit geduld; Es allein Ewig meine freude sein. kann leichtlich Gottes huld 6. Keinem andern sag ich Aus dem regen sonne ma zu, Daß ich ihm mein herz chen. Jesu, hier leid ich mit austhu; Dich alleine laß ich dir, Dort theil deine freud ein, Dich alleine nenn ich mit mir. mein. 3. Lasset uns mit Jesu 7. Dich alleine, Gottes sterben, Sein tod uns vom sohn, Heiß ich meine fron andern tod Rettet uns vom und lohn. Du für mich ver- feelverderben, Von der ewigwundtes lamm Bist allein lichen noth. Laßt uns tödten, mein bräutigam. weil wir leben, Unser fleisch, 8. D so komm denn, sü- ihm sterben ab; So wird er ßes herz, Und vermindre uns aus dem grab In des meinen schmerz, Denn ich himmels leben heben. Jesu, schreie für und für: Jesu, sterb ich, sterb ich dir, Daß Jesu, komm zu mir! ich lebe für und für. Der Glaube. 241 4. Lasset uns mit Jesu Wenn ich es recht besinne, leben; Weil er auferstanden Kann mich Ohn dich Gnugist, Muß das grab uns wie sam laben. Ich muß haben dergeben, Jesu, unser haupt Reine liebe, Die tröstt, wenn du bist. Wir sind deines lei- ich mich betrübe. bes glieder, Wo du lebst, da 4. Denn wer dich liebt, leben wir; Uch erkenn uns den liebest du, Schaffst seifür und für, Trauter freund, nem herzen fried und ruh, für deine brüder. Jesu, dir Erfreuest sein gewissen. Es ich lebe hier, Dorten ewig geh auf erden wie es will, auch bei dir. Laß sein des kreuzes noch so viel, Soll er doch dein ge= nießen. In glück Ewig Nach Jesu, Jeſu, Got- dem leide Große freude Wird S. v. Birken+ 1681. Mel. Wie schön leuchtet der. 307. tes sohn, Mein er finden, Alles trauern muß bruder und mein gnadenthron, verschwinden. Mein höchste freud und wonne! 5. Kein ohr hat jemals Du weißest, daß ich rede wahr, dies gehört, Kein mensch geVor dir ist alles sonnenklar, sehen, noch gelehrt, Es läßt Und klarer, als die sonne. sich nicht beschreiben, Was Herzlich, Lieb ich Mit gefallen denen dort für herrlichkeit, Dich vor allen. Nichts auf Bei dir und von dir ist bereit, erden kann und mag mir Die in der liebe bleiben. lieber werden. Gründlich Läßt sich Nicht er:• 2. Dies ist mein schmerz, reichen, Noch vergleichen Den dies kränket mich, Daß ich weltschäßen Dies, was uns nicht gnug kann lieben dich, dort wird ergötzen. Wie ich dich lieben wollte. 6. Drum 6. Drum laß ich billig Je mehr ich lieb, je mehr ich dies allein, Jesu, meine find, In liebe gegen dich entsorge sein, Daß ich dich herzzündt, Daß ich dich lieben lich liebe, Daß ich in dem, sollte. Von dir Laß mir Deine was dir gefällt Und mir dein güte Ins gemüthe Lieblich klares wort vermeldt, Aus fließen, So wird sich die liebe mich stets übe, Bis ich lieb ergießen. Endlich Werd abscheiden Und 3. Durch deine kraft treff mit freuden Zu dir kommen, ich das ziel, Daß ich, so viel Aller trübsal ganz entnommen. ich kann und will, Dich all- 7. Da werd ich deine süzeit lieben könne. Nichts auf ßigkeit, Die jetzt berühmt ist der ganzen weiten welt, Pracht, weit und beit, In reiner liebe wollust, ehre, freud und geld, schmecken, und sehn dein liebLutherisches Gesangbuch. 16 242 Katechismusgesänge. reich angesicht Mit unver- herzens schrein; Ja, wenn ich wandtem augenlicht Ohn alle zu bette gehe, Oder wiederum furcht und schrecken. Reichlich aufstehe, Bleibt doch Jesus Werd ich Sein erquicket Und früh und spat Meiner ſeelen geschmücket Vor deim throne schutz und rath. Mit der schönen himmelskrone. 3. Heermann+ 1647. 5. Jesum will ich lassen rathen, Der am besten rathen kann; Er gesegne meine tha: ten, Die ich fröhlich fange esus schwebt mir an, Daß in theuren 308. Jus in gedanken, namen Alles glücklich ſei und Jesus liegt mir stets im sinn; amen, So wird alles werden Von ihm will ich nimmer gut, Wenn nur Jesus hülfe wanken, Weil ich hier im thut. leben bin. Er ist meiner au- 6. Jesus, meiner jugend gen weide, Meines herzens leiter und regierer meiner höchste freude, Meiner seelen sinn, Wird auch sein mein schönste zier; Jesum lieb ich trostbereiter, Wenn ich alt für und für. und kraftlos bin, Wenn sich 2. Jesus funkelt mir im krümmen meine glieder, Und herzen Wie ein güldnes ster die lebenssonn geht nieder, nelein, Er vertreibt mir angst Wenn verdunkelt mein gesicht; und schmerzen, Er ist mein Meinen Jesum laß ich nicht. und ich bin sein. Drum er- 7. Jesus soll in allem leigreif ich ihn mit freuden, Wenn den Mein getreuer beistand ich soll von hinnen scheiden, sein; Nichts, nichts soll mich Er ist meines Lebens licht; von ihm scheiden, Es soll keine Jesum laß ich von mir nicht. herzenspein, Keine trübsal, 3. Jesu habe ich geschwo- keine schmerzen Reißen ihn ren, Da ich von den sünden aus meinem herzen; Ob mir rein Und von neuem ward gleich mein herz zerbricht, Laß geboren In der heilgen taufe ich dennoch Jesum nicht. mein; Ihm will ichs auch 8. Jesu leben, Jesu ster: treulich halten, Und in allem ben, Jesu einzig eigen sein, lassen walten, Es sei leben Und mit Jesu dorten erben, oder tod; Jesus hilft aus al- Dies ist mein gewinn allein. ler noth. Jesu will ich sein und blei 4. Jesum will ich bei mir ben, Nichts, nichts soll mich haben, Wenn ich gehe aus von ihm treiben; Laß ich und ein; Seines geistes trost gleich gut, blut und ehr, und gaben Ruhn in meines Jesum dennoch nimmermehr. Mel. Alle menschen müssen sterben. 243 Mel. Komm o komm, du geist des. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jeſu. 309. Liebe, die du mich 310. Jefu Chrift, mein zum bilde Deiner schönstes licht, Gottheit haft gemacht, Liebe, Der du in deiner seelen So die du mich so milde Nach hoch mich liebst, daß ich es. dem fall hast wiederbracht; nicht Aussprechen kann noch Liebe, dir ergeb ich mich, zählen. Gieb, daß mein herz Dein zu bleiben ewiglich. dich wiederum Mit lieben und 2. Liebe, die du mich er- verlangen Mög umfangen, foren, Eh als ich erschaffen Und als dein eigenthum Nur war; Liebe, die du mensch einzig an dir hangen. geboren Und mir gleich wurdst 2. Gieb, daß sonst nichts ganz und gar; Liebe, dir ic. in meiner seel Als deine liebe 3. Liebe, die für mich ge- wohne; Gieb, daß ich deine litten Und gestorben in der lieb erwähl Als meinen schat zeit, Liebe, die mir hat er- und krone. Stoß alles aus, stritten Ewge lust und selig- nimm alles hin, Was mich feit; Liebe, dir 2c. und dich will trennen Und Der Glaube. 4. Liebe, die du kraft und nicht gönnen, Daß all mein leben, Licht und wahrheit, muth und sinn In deiner geist und wort, Liebe, die sich liebe brennen. bloß ergeben Mir zum heil 3. Wie freundlich, selig, und seelenhort; Liebe, dir zc. süß und schön Ist, Jesu, 5. Liebe, die mich hat ge- deine liebe! Wo diese wohnt, bunden An ihr joch mit leib kann nichts entstehn, Das und sinn, Liebe, die mich meinen geist betrübe. Drum überwunden und mein herze laß nichts anders denken mich, hat dahin; Liebe, dir ic. Nichts sehen, fühlen, hören, 6. Liebe, die mich ewig Lieben, ehren, Als deine lieb liebet, Die für meine seele und dich, Der du sie kannst bitt, Liebe, die das lösgeld vermehren. giebet Und mich kräftiglich vertritt; Liebe, dir zc. 4. O, daß ich dieses hohe gut Möcht ewiglich besitzen! 7. Liebe, die mich wird daß doch dieses edle gut erwecken Aus dem grab der Ohn end mich möcht erhitzen! sterblichkeit; Liebe, die mich Uch, hilf mir wachen tag und wird umstecken mit dem laub nacht und diesen schak beder herrlichkeit; Liebe, dir er wahren Vor den schaaren, geb ich mich, Dein zu bleiben Die wider uns mit macht ewiglich. Aus satans reiche fahren. Joh. Angelus+ 1677. 5. Mein heiland, du bist 16* 244 Katechismusgesänge. mir zu lieb In noth und tod will aus deines mundes zier gegangen, Und hafst am kreuz Den süßen troft empfinden, gleich einem dieb Und mörder Der die sünden Und alles un da gehangen, Verhöhnt, ver- glück hier Kann leichte über: speit und sehr verwundt; Uch winden. laß mich deine wunden Alle 10. Mein trost, mein schat, stunden Mit lieb im herzens- mein licht, mein heil, Mein grund Auch reizen und ver- höchstes gut, mein leben; Ach, wunden. nimm mich auf zu deinem 6. Dein blut, das dir ver- theil, Dir hab ich mich er: gossen ward, Ist köstlich, gut geben! Denn außer dir ist und reine, Mein herz hinge- lauter pein, Ich find hier gen böser art Und hart gleich überalle Nichts als galle; einem steine. Uch laß doch dei Nichts kann mir tröstlich sein, nes blutes kraft Mein hartes Nichts ist, das mir gefalle. herze zwingen, Wohl durch- 11. Du aber bist die rechte dringen, Und diesen lebenssaft ruh, In dir ist fried und Mir deine liebe bringen. freude; Gieb Jesu, gieb, daß 7. O daß mein herze offen immerzu Mein herz in dir stünd Und fleißig möcht auf sich weide. Sei meine flamm fangen Die tropfen bluts, die und brenn in mir; Mein meine sünd Im garten dir balsam, wollest eilen, Lindern, abdrangen! Ach daß sich mei- heilen Den jammer, der allner augen brunn Aufthät und hier Mich seufzen macht und mit viel stöhnen Heiße thrä- heulen. nen Vergösse, wie die thun, 12. Was ist, o schönster, Die sich in liebe sehnen. das ich nicht Un deiner liebe 8. O daß ich wie ein klei- habe? Sie ist mein stern, nes kind Mit weinen dir nach mein sonnenlicht, Mein quell, ginge, So lange bis dein herz da ich mich labe; Mein süßer entzündt, Bis mich dein arm wein, mein himmelsbrot, Mein umfinge, Und deine seel in kleid vor Gottes throne, Mei mein gemüth In voller süßer ne krone, Mein schut in aller liebe Sich erhübe Und also noth, Mein haus, darin ich deiner güt Ich stets vereinigt wohne. bliebe. 13. Uch, liebste lieb, wenn 9. Ach, zeuch mein bräut- du entweichst, Was hilfts mir gam mich nach dir, So lauf sein geboren? Wenn du mir ich mit den füßen; Ich lauf deine lieb entzeuchst, Ift all und will dich mit begier In mein gut verloren; So gieb, meinem herzen küssen; Sch daß ich dich, meinen gast, Der Glaube. 245 Wohl such und bester maßen du wahre sonn; Dir gleichet Möge fassen, Und wenn ich nichts auf dieser erd, In dir dich gefaßt, In ewigkeit nicht ist, was man je begehrt. lassen. 3. Dein lieb, o süßer Jesu 14. Du hast mich je und Chrift, Des herzens beste laje geliebt Und auch nach dir bung ist; Sie machet satt, gezogen; Eh ich noch etwas doch ohn verdruß, Der hunguts geübt, Warst du mir ger wächst im überfluß. schon gewogen. Ach, laß doch 4. Jesu, du engelische zier, ferner, edler Herr, Mich dei- Wie süß in ohren klingst du ne liebe leiten und begleiten, mir! Du wunderhonig in dem Daß sie mir immerfort Bei- mund; Kein bessern trunk mein steh auf allen seiten. herz empfund. 15. Laß meinen stand, da: 5. Jesu, du höchste gütigrin ich steh, Herr, deine liebe keit, Meins herzens lust und zieren, Und wo ich etwa irre beste freud; Du bist die ungeh, Alsbald zurechte führen, begreiflich güt, Dein lieb umLaß sie mich allzeit guten fäht all mein gemüth. rath Und gute werke lehren, Steuren, wehren Der sünd, gut; und nach der that Bald wie der mich bekehren. 6. Jesum lieb haben ist sehr Wohl dem, der sonst nichts suchen thut. Mir selber will ich sterben ab, Daß ich in ihm das leben hab. 16. Laß sie sein meine freud in leid, In schwachheit mein 7. Jesu, du meine süßigvermögen, Und wenn ich nach keit, Der seelen trost, die zu vollbrachter zeit Mich soll zur dir schreit; Mit heißen thräruhe legen: Alsdann laß deine nen such ich dich, Das herz liebestreu, Herr Jesu, mir zu dir schreit inniglich. beistehen, Trost zuwehen, Daß 8. Was ich gesucht, das ich getrost und frei Mög in seh ich nun, Was ich begehrt, dein reich eingehen. das hab ich schon; Vor lieb, o Jesu, bin ich schwach, Mein herz, das flammt und schreit Dir nach. P. Gerhardt+ 1676. 311. Mel. Lob sei dem allmächtigen. Jesu süß, wer dein 9. Wer dich, o Jesu, also gedenkt, Deß herz liebt, Der bleibt gewiß wohl mit freud wird überschwängt, unbetrübt; Nichts ist, das Denn süßer über alles ist, diese lieb verzehr, Sie wächst Wo du Herr Jesu selber bist. und brennt je längr je mehr. 2. Jesu, des herzens freud 10. Jesu, du blum und und wonn, Des lebens brunn, jungfraun sohn, Du lieb und 246 Katechismusgesänge. unser gnadenthron; Dir sei Bei des heilgen kreuzes baum lob, ehr, wie sichs geziemt, Sibend unter seinem schatten. Dein reich kein ende nimmer Denn er bleibet wohl geschützt, nimmt. Wenns gleich donnert, kracht 11. In dir mein herz hat und blitzt. seine lust, Herr, mein begierd 2. Keine sonne brennet ihn, ist dir bewußt; Auf dich ist und kein mond kann ihm nicht all mein ruhm gestellt, Jesu, schaden; Sein gemüthe, herz du heiland aller welt. und sinn Wird mit keinem weh 12. Du brunnquell der beladen. Er ist sicher, daß nicht barmherzigkeit, Dein glanz gift, Noch ein unheil ihn be erstreckt sich weit und breit, trifft. Der traurigkeit gewölk ver- 3. Er erquicket seine brust treib, Das licht der glorie bei Mit der frucht, die auf ihm uns bleib. stehet, Wird dadurch nach 13. Dein lob im himmel wunsch und lust Inniglich zu hoch erklingt, Kein chor ist, Gott erhöhet. O wie süß ist der nicht von dir singt; Jesus diese frucht: Selig, wer sie erfreut die ganze welt, Die er recht versucht. bei Gott zu fried gestellt. 4. Seine seele wird getröst 14. Jesus in fried regieren Wie ein schaf auf frischer wei thut, Der übertrifft all zeit- de, Wenn sie den, der sie er lich gut; Der fried bewahr löst, So in liebe siehet lei: mein herz und sinn, So lang den, Wenn der balsam auf ich hier auf erden bin. fie fleußt, Der sich reichlich 15. Und wenn ich ende da ergeußt. meinen lauf, So hole mich 5. Kommet her, ihr alle: zu dir hinauf, Jesu, daß ich sammt, Die ihr schwach und da fried und freud Bei dir abgemattet, Seßt euch unter genieß in ewigkeit. diesen stamm, Daß er eure 16. Jesu, erhöre meine bitt, seel beschattet. Eilt dem heil Jesu, verschmäh mein seufzen gen kreuze zu; Denn ihr findt nicht; Jesu, mein hoffnung da wahre ruh. steht zu dir, O Jesu, Jesu, hilf du mir. Martin Moller+ 1606. 6. Jesu, laß mich für und für Unter deinem kreuze blei ben; Laß mich keinen feind von dir Und aus deinem schat: ten treiben; Denn dein kreuz Mel. Jesus meine zuversicht. 312. Selig, wer ihm ſu- und deine pein Ist mein troft chet raum Auf und rub allein. den grünen friedensmatten Joh. Angelus+ 1677. Der Glaube. 247 Eigne Melodie. plat In meinem treuen her313. Wunderbarer könig, zen Dir, schönster, zugetheilt, von Weil du mit uns allen, Laß dir unser lob zen Mir meinen schmerz gegefallen! Deines vaters güte heilt. Hast du lassen triefen, Ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, Stärk uns doch; Laß die zungen singen, Laß die stimmen klingen. 2. Uch freude meiner freuden, Du wahres himmelsbrot; Damit ich mich kann weiden, Das meine seelennoth Ganz kräftiglich kann stillen Und 2. Himmel, lobe prächtig mich in leidenszeit Erfreulich Deines schöpfers thaten, Mehr überfüllen Mit trost und süals aller menschen staaten. Gro- ßigkeit. ßes licht der sonnen, Schieße 3. Laß, liebster, mich andeine strahlen, Die das große blicken Dein freundlich angerund bemalen; Lobet gern sicht, Mein herze zu erquicken, Mond und stern, Seid bereit Komm, komm mein freudenzu ehren Einen solchen Herren. licht. Denn ohne dich zu le= 3. O du meine seele, Singe ben Ist lauter herzeleid; Vor fröhlich, singe, Singe deine deinen augen schweben Ist glaubenslieder; Was den odem wahre seligkeit. holet, Jauchze, preise, klinge, 4. reiche lebensquelle, Wirf dich in den staub dar- D Jesu, süße ruh, Du treuer nieder! Er ist Gott Zebaoth! kreuzgeselle, Schlag nach beEr nur ist zu loben Hier lieben zu. Ich will geduldig und ewig droben. leiden, Und soll mich keine 4. Hallelujah bringe, Wer pein Von deiner liebe schei: den Herren kennet, Ber den den, Noch mir beschwerlich sein. Herren Jesum liebet; Halle: 5. Mein herze bleibt ergelujah finge, Welcher Christum ben Dir immer für und für, nennet, Sich vom herzen ihm 3u sterben und zu leben Und ergiebet. Owohl dir, Glaube will vielmehr mit dir Im tiefmir, Endlich wirst du droben sten feuer schwitzen, Als, schönOhne sünd ihn loben! ster, ohne dich Im paradiese siten, Veracht und jämmerlich. 6. herrlichkeit der erden, Mel. Wacht auf, ihr christen alle. Dich mag und will ich nicht. 314. hat über alle schä- Mein geiſt will himmliſch werbe, O Jesu, lieb- den Und ist dahin gericht, Wo ster schaß, Un dem ich mich Jesus wird geschauet, Da sehn ergötze, Hier hab ich einen ich mich hinein, Wo Jesus Joachim Neander † 1680. 248 Katechismusgesänge. hütten bauet; Denn dort ist 6. Held aus Davids stamm, gut zu sein. Deine liebes flamm Mich er7. Mein Jesu, mein ver- nähre, und verwehre, Daß gnügen, Komm, hole mich zu die welt mich nicht versehre, dir, In deinem schooß zu lie- Ob sie mir gleich gram: Held gen; Komm, meiner seelen aus Davids stamm. zier, und setze mich in gna- 7. Großer friedefürst, Wie den In deine freudenstadt; hast du gedürst Nach der men So kann mir niemand scha- schen heil und leben, und dich den, So bin ich reich und satt. in den tod gegeben, Wie du Sal. Liscov+ 1689. riefft: Mich dürft't! Großer friedefürst. Eigne Melodie. 315. Seelenbräutigam, 8. Deinen frieden gieb Aus Jesu, Gottes so großer lieb Uns, den dei lamm, Habe dank für deine nen, die dich kennen Und nach liebe, Die mich zieht aus rei dir sich christen nennen, De nem triebe Von der sünden nen du bist lieb; Deinen frie: schlamm, Jesu, Gottes lamm. den gieb. 2. Deiner liebe gluth Stär- 9. Wer der welt abftirbt, ket muth und blut, Wenn du Emsig sich bewirbt Um den freundlich mich anblickest Und lebendigen glauben, Der wird an deine brust mich drückest, bald empfindlich schauen, Daß Macht mich wohlgemuth Dei- niemand verdirbt, Der der ner liebe gluth. welt abstirbt. 3. Wahrer mensch und 10. Nun ergreif ich dich, Gott, Trost in noth und Du mein ganzes ich! Ich will tod; Du bist darum mensch nimmermehr dich lassen, Songeboren, Zu ersetzen, was ver- dern gläubig dich umfassen, loren, Durch dein blut so roth: Weil im glauben ich nun erWahrer mensch und Gott. greife dich. 4. Meines glaubens licht 11. Wenn ich weinen muß, Laß verlöschen nicht; Salbe Wird dein thränenfluß Nun mich mit freudenöle, Daß hin- die meinen auch begleiten Und fort in meiner seele Ja ver zu deinen wunden leiten, Daß lösche nicht meines glaubens mein thränenfluß Sich bald licht. stillen muß. 5. So werd ich in dir 12. Wenn ich mich aufs Bleiben für und für; Deine neu Wiederum erfreu, Freuest liebe will ich ehren und in dir du dich auch zugleiche, Bis dein lob vermehren, Weil ich ich dort in deinem reiche Ewigfür und für Bleiben werd in dir. lich aufs neu Mich mit dir erfreu. Der Glaube. 249 13. Hier durch spott und zu tragen, Dringt herein Angst hohn, Dort die ehrenkron; und pein, Sollt ich drum verHier im hoffen und im glau zagen? Der es schickt, der ben, Dort im haben und im wird es wenden; Er weiß schauen; Denn die ehrenkron wohl, Wie er soll All mein Folgt auf spott und hohn. unglück enden. 14. Jesu hilf, daß ich All- 5. Gott hat mich bei gu hier ritterlich Alles durch dich ten tagen Oft ergötzt, Sollt überwinde Und in deinem sieg ich jetzt Auch nicht etwas traempfinde, Wie so ritterlich gen? Fromm ist Gott und Du gekämpft für mich. schärft mit maßen Sein ge15. Du, mein preis und richt, Kann mich nicht Ganz ruhm, Werthe Saronsblum, und gar verlassen. In mir soll nun nichts er 6. Satan, welt und ihre schallen, Als was dir nur rotten Können mir Nichts fann gefallen, Werthe Sa- mehr hier Thun, als meiner ronsblum, Du mein preis und spotten. Laß sie spotten, laß ruhm! Adam Drese 1718. fie lachen! Gott, mein heil, Wird in eil Sie zu schanden machen. Eigne Melodie. 316. Wa arum sollt ich mich denn grämen? 7. Unverzagt und ohne grauen Soll ein christ, Wo Hab ich doch Christum noch, er ist Stets sich lassen schauen. Wer will mir den nehmen? Wollt ihn auch der tod aufWer will mir den himmel reiben, Soll der muth Denrauben, Den mir schon Got noch gut Und fein stille bleiben. tes sohn Beigelegt im glauben. 8. Kann uns doch kein tod 2. Nackend lag ich auf dem nicht tödten, Sondern reißt boden, Da ich kam, Da ich Unsern geist Aus viel tausend nahm Meinen ersten odem; nöthen; Schleußt das thor Nackend werd ich auch hin- der bittern leiden und macht ziehen, Wenn ich werd Von bahn, Da man kann Gehn der erd Als ein schatten fliehen. zur himmelsfreuden. 3. Gut und blut, leib, seel 9. Ulda will in süßen schäund leben Ist nicht mein, Ben Ich mein herz Auf den Gott allein Ist es, ders ge: schmerz Ewiglich ergötzen; geben. Will ers wieder zu sich Hier ist kein recht gut zu finkehren; Nehm ers hin, Ich den, Was die welt In sich will ihn Dennoch fröhlich eh- hält Muß im hui verschwinden. 10. Was sind dieses lebens güter? Eine hand Voller sand, ren. 4. Schickt er mir ein freuz 250 Katechismusgefänge. Kummer der gemüther. Dort, deine herrlichkeit, Deine wun dort sind die edlen gaben, dergütigkeit Schauen in der Da mein hirt, Christus wird, ewigkeit! Joh. Olearius+ 1684. Mich ohn ende laben. mein hirt, brunn aller freuden! Du bist mein, 318. 3 laufen wir Mel. Uch Gott und Herr. Deuch nach dir, So Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, Mit herzlichem verlangen Hin, weil du dein leben Und dein da du bist Herr Jesu Christ, blut Mir zu gut In den tod Aus dieser welt gegangen. gegeben. 2. 3euch uns nach dir, 12. Du bist mein, weil Herr Christ, und führ Uns ich dich fasse und dich nicht, deine himmelsstege. Wir irrn mein licht, Aus dem her sonst leicht Und sind verscheucht zen lasse. Laß mich, laß mich Vom rechten lebenswege. hingelangen, Da du mich Und 3. 3euch uns nach dir; ich dich Leiblich werd um- So folgen wir Dir nach in fangen. P. Gerhardt+ 1676. deinen himmel, Daß uns nicht mehr Alhier beschwer Das böse weltgetümmel. Mel. Singen wir aus herzensgrund. 317. 4. 3euch uns nach dir, denthron, Got- Nur für und für, Und gieb, tes und Marien sohn, Gott daß wir nachfahren Dir in und mensch, ein kleines kind, dein reich, und mach uns Das man in der krippen findt! gleich Den auserwählten Großer held von ewigkeit, schaaren. Dessen macht und herrlichkeit Rühmt die ganze christenheit. Ludämilia Elisabeth, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt+ 1672. 2. Du bist arm und machst zugleich Uns an leib und seele Eigne Melodie. reich, Du wirst klein, du gro: 319. Die wir uns allhier Ber Gott und machst höll und den tod zu spott. Aller welt wird ein, offenbar, Ja auch deiner feinde beisammen finSchlagen unsre hände uns auf deine marter wunderbar. schaar, Daß du Gott bist zu verbinden, Dir auf ewig treu zu sein. Und zum zeichen, 3. Laß mir deine gut und herzen angenehm und schöne, daß dies lobgetöne Deinem treu Täglich werden wieder Sage: Amen! Und zugleich: neu; Gott, mein Gott verlaß Friede, friede sei mit euch! mich nicht, Wenn mich noth und tod anficht. Laß mich Christian Renatus, Graf von 3inzendorf+ 1752. Der Glaube. 251 Mel. Es ist das heil uns kommen. das ich kann selig sein, Der enn dein herz- ichs mit glauben fasse. 320. Wenn liebster sohn, o Gott, Nicht wär auf erden. kommen und bätt, da ich in ſünden todt, Mein fleisch nicht 321. angenommen; So müßt ich 3. Heermann+ 1647. Eigne Melodie. durchbrecher aller bande Der du armes würmelein 3ur höllen immer bei uns bist, Bei dem wandern in die pein Um mei- schade, spott und schande Launer fünde willen. ter luft und himmel ist; Uebe 2. Jetzt aber hab ich ruh ferner dein gerichte Wider und rast, Darf nimmermehr unsern adamssinn, Bis uns verzagen, Weil er die schwere dein so treu gesichte Führet sündenlast Für mich hat selbst aus dem kerker hin. getragen; Er hat mit dir ver- 2. Ists doch deines vaters söhnet sich, Da er am kreuz wille, Daß du endest dieses ließ tödten sich, Auf daß ich werk; Hierzu wohnt in dir ſelig würde. die fülle Aller weisheit, lieb Beim 3. Drum ist getrost mein und stärk, Daß du nichts von herz und muth Mit kindli- dem verlierest, Was er dir chem vertrauen; Auf dies sein geschenket hat, Und es von rosinfarbnes blut Will ich mein dem treiben führest Zu der hoffnung bauen, Das er für süßen ruhestatt. mich vergossen hat, Gewaschen 3. Ach, so mußt du uns ab die missethat Und mir das vollenden, Willst und kannst heil erworben. ja anders nicht, Denn wir 4. In seinem blut erquick sind in deinen händen, Dein ich mich und komm zu dir herz ist auf uns gericht; Ob mit freuden; Ich suche gnad wir wohl vor allen leuten Als demüthiglich, Von dir soll gefangen sind geacht, Weil mich nichts scheiden; Was des kreuzes niedrigkeiten Uns mir erworben hat dein sohn veracht und schnöd gemacht. Durch seinen tod und marter- 4. Schau doch aber unsre fron, Soll mir fein teufel fetten, Da wir mit der kreatur rauben. Seufzen, ringen, schreien, be5. Nichts hilft mich die ten Um erlösung von natur, gerechtigkeit Die vom gesetz Von dem dienst der eitelkeiten, herrühret; Wer sich in eignem Der uns noch so harte drückt, werk erfreut Wird jämmer- Ungeacht der geist in zeiten lich verführet. Des Herren Sich auf etwas beffres schickt. Jesu werk allein Das machts, 5. Uch, erheb die matten 252 Katechismusgesänge. kräfte, Sich einmal zu reißen die ersten stufen Der gebroch los, Und durch alle weltge- nen freiheitsbahn! schäfte Durchgebrochen stehen 10. Ach, wie theur sind bloß. Weg mit menschenfurcht wir erworben, Nicht der men und zagen, Weich vernunftbe: schen knecht zu sein. Drum, denklichkeit, Fort mit scheu so wahr du bist gestorben, vor schmach und plagen, Weg Mußt du uns auch machen des fleisches zärtlichkeit. rein, Rein und frei und ganz 6. Herr, zermalme, brich vollkommen, Nach dem besten und reiße Die verboste macht bild gebildt. Der hat gnad entzwei; Denke, daß ein ar um gnad genommen, Wer mes reise Dir im tod nichts aus deiner füll sich füllt. nüße sei! Heb uns aus dem 11. Liebe, zeuch uns in staub der sünden, Wirf die dein sterben, Laß mit dir ge schlangenbrut hinaus, Laß uns kreuzigt sein, Was dein reich wahre freiheit finden In des nicht kann ererben, Führ ins vaters hochzeithaus! paradies uns ein! Doch wohl7. Wir verlangen keine ruhe an, du wirst nicht säumen, Für das fleisch in ewigkeit. Wo wir nur nicht lässig sein, Wie dus nöthig findst, so thue Werden wir doch als wie Noch vor unsrer abschiedszeit. träumen, Wenn die freiheit Über unser geist, der bindet bricht herein. Dich im glauben, läßt dich nicht, Bis er die erlösung findet Da Gottfried Urnold+ 1714. Eigne Melodie. ihm zeit und maß gebricht. 322. Wie wohl ist mir, 8. ger, siege! König, brauch dein seelen, Wenn ich in deinen regiment; Führe deines reiches wunden ruh! Ich steige aus kriege, Mach der sclaverei ein der schwermuthshöhlen Und end. Laß doch aus der grub eile deinen armen zu; Da die seelen Durch des neuen muß die nacht des traurens bundes blut, Laß uns länger scheiden, Wenn mit so ange: nicht so quälen, Denn du nehmen freuden Die liebe meinste mit uns ja gut. strahlt aus deiner brust. Hier 9. Haben wir uns selbst ist mein himmel schon auf er ' gefangen In lust und gefällig- den. Wer wollte nicht ver keit; Ach, so laß uns nicht gnüget werden, Der in dir stets hangen Un dem tod der suchet ruh und lust? eigenheit. Denn die last treibt 2. Die welt mag meine uns zu rufen, Alle schreien feindin heißen; Es sei also, wir dich an: Zeig doch nur ich trau ihr nicht, Wenn sie 253 Der Glaube. mir gleich will lieb erweisen kann des weges end erschrecken, Bei einem freundlichen gesicht. Wenn er aus mördervollen In dir vergnügt sich meine hecken Gelanget in die sicherseele; Du bist mein freund, heit? Mein licht, so will ich den ich erwähle, Du bleibst auch mit freuden Aus dieser mein freund, wenn freund- finstern wildniß scheiden Zu schaft weicht. Der welthaß deiner ruh der ewigkeit. kann mich doch nicht fällen, 6. Wie ist mir dann, 0 Weil in den stärksten un- freund der seelen, So wohl, glückswellen Mir deine treu wenn ich mich lehn auf dich! den anker reicht. Mich kann welt, noth und 3. Will mich des Moses tod nicht quälen, Weil du, eifer drücken, Bligt auf mich mein Gott, vergnügest mich. des gesetzes weh, Droht straf Laß solche ruh in dem geund hölle meinem rücken, So müthe Nach deiner unum= steig ich gläubig in die höh schränkten güte Des himmels Und flieh in deine seitenwun süßer vorschmack sein. Weg, den; Da hab ich schon den welt, mit allen schmeicheleien! ort gefunden, Wo mich kein Nichts kann, als Jesus mich fluchstrahl treffen kann. Tritt erfreuen. O reicher trost: mein alles wider mich zusammen, freund ist mein! Du bist mein heil! wer will wolfg. Christoph Deßler+ 1722. verdammen? Die liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die C. Von Gott dem heikreuzeswüsten, Ich folg und lehne mich auf dich. Du nährest aus den wolkenbrüsten ligen Geiste. Christliche Kirche. Ps. 12. Eigne Melodie. Und labeft aus den felsen mich. 323. Ach Gott vom him. Ich traue deinen wunderwe mel darein gen, Sie enden sich in lieb und laß dich deß erbarmen, und segen; Genug, wenn ich Wie wenig sind der heilgen dich bei mir hab. Ich weiß, dein, Verloschen sind wir arwen du willst ehrbezieren Und men. Dein wort man läßt über sonn und sterne führen, nicht haben wahr, Der glaub Den führest du zuvor hinab. ist auch verlassen gar Bei al5. Der tod mag andern len menschenkindern. düster scheinen, mir nicht, weil 2. Sie lehren eitel falsche seele, herz und muth In dir, list, Was eigenwit erfindet, der du verläsfest keinen, Ihr herz nicht eines sinnes allerliebstes leben ruht. Wen ist In Gottes wort gegrün 254 Katechismusgesänge. det. Der wählet dies, der an- saßen wir mit schmerzen; Als dre das, Sie trennen sich ohn wir gedachten an Zion, Da alle maß und gleißen schön weinten wir von herzen. Wir von außen. hängten auf mit schwerem 3. Gott woll ausrotten alle muth Die harfen und die or lahr, Die falschen schein uns geln gut An ihre bäum der lehren; Dazu ihr zung stolz weiden, Die drinnen sind in offenbar Spricht: troß, wer ihrem land, Da mußten wir wills uns wehren? Wir ha- viel schmach und schand Tägben recht und macht allein, lich von ihnen leiden. Was wir setzen, das gilt ge- 2. Die uns gefangen hiel: mein, Wer ist, der uns soll ten lang So hart an selben meistern? sorten, Begehrten von uns ein 4. Darum spricht Gott: gesang Mit gar spöttlichen ich muß auf sein, Die armen worten, Und suchten in der sind verstöret, Ihr seufzen traurigkeit Ein fröhlich gsang dringt zu mir herein, Ich hab in unserm leid: Ach, lieber, ihr klag erhöret. Mein heilsam thut uns singen Ein lobge: wort soll auf dem plan Ge- sang, ein liedlein schon Von trost und frisch sie greifen an den gedichten von Zion, Das Und sein die kraft der armen. fröhlich thut erklingen. 5. Das silber, durchs feur 3. Wie sollten wir in sol siebenmal Bewährt, wird lau- chem zwang Und elend jetzt ter funden; An Gottes wort vorhanden, Dem Herren sin man warten soll Deßgleichen gen sein gesang Sogar in alle stunden. Es will durchs fremden landen? Jerusalem, kreuz bewähret sein, Da wird vergeß ich dein, So wolle sein kraft erkannt und schein Gott der rechten mein VerUnd leucht stark in die lande. gessen in meim leben. Wenn 6. Das wollst du, Gott, ich nicht dein bleib eingedenk, bewahren rein Vor diesem Mein zung sich oben angehenk argen gschlechte, Und laß uns Und bleib am rachen fleben! dir befohlen sein Daß sichs in 4. Ja, wenn ich nicht mit uns nicht flechte. Der gottlos ganzem. fleiß, Jerusalem, dich hauf sich umher findt, Wo ehre, Im anfang meiner freudiese losen leute sind In dei nem volk erhaben. M. Luther+ 1546. Ps. 137. Eigne Melodie. den preis, Von jetzt und im mermehre! Gedenk der kinder edom sehr Um tag Jerusalem, o Herr, Die in ihr bosheit sprechen: Reiß ab, reiß ab zu Babylon Da aller stund, Vertilg sie gar 324. Anwasserflüssen Der Glaube. bis auf den grund, Den bo- auf menschenwerk, Wandelt den wolln wir brechen. nach deinen sinnen! Die da 255 5. Du schnöde tochter Ba- gehn durch das jammerthal, bylon, Zerbrochen und zerstö- Dein wort verkünden überall, ret! Wohl dem, der dir wird Viel leut damit gewinnen, gebn den lohn Und dir das Die werden durch dein geist wiederkehret Dein übermuth erquickt, In aller gstalt Gar und schalkheit groß, Und mist mannigfalt Mit viel segen dir auch mit solcher maß, Wie und gnad geschmückt. du uns hast gemessen! Wohl 4. Sie wirken auch durch dem, der deine kinder klein deine gnad Viel zeichen und Erfaßt und schlägt sie an den groß wunderthat, Damit die stein, Damit dein werd ver- lehr bewähren; Mit freuden gessen! tretens in den krieg, Erhalten auch gar manchen sieg, Wenn sie ihr viel bekehren, Daß Ps. 84. Ich Gott, wie lieb- man auch spürt in allem land, 325. A lich und wie sein Daß solches schafft Die göttStehts in der heilgen christen- lich kraft Und wirkt allein gmein, Da man dein wort sein rechte hand. Wolfgang Dachstein 16. Jahrh. Eigne Melodie. thut lehren! Drum auch mein 5. Darum, Herr Gott, verseel dahin verlangt, Da man laß uns nicht, Vernimm und stets deinem namen dankt, hör doch unsre bitt Und wollst Mit freuden dich thut ehren. vom himmel schauen! Sieh Dazu groß lust und liebe hat an das reich des gsalbten dein, Mein leib und seel Ohn maß Die glauben an den Christum und ziel Im Herrn, dem le dein, Sich ihm allein verbendigen Gott. trauen! Du bist ihr schuk, 2. Gleichwie sein haus der ihr schirm und schild, Ihr vogel baut, Die schwalb auch preis und ehr; Darum du, auf ihr nest vertraut, Da sie Herr, Sie nimmermehr ver-, ihr eier legen; Also tracht ich lassen willt. auch ganz und gar, Herr 3e- 6. Mit wahrheit ichs wohl baoth, nach deim altar. Und sagen mag: Bei dir viel bes wart auf deinen segen. Wohl ser ist ein tag, Denn sonst deiner lieben christenschaar, viel tausend jahre! Wollt lieDie dir vertraut Und auf ber der geringste sein In deidich baut, Die preist und ner heilgen christengmein Und lobt dich immerdar. hüten an dem thore, Denn 3. Wohl dem, der dich für in der gottlosen palast, Da seine stärk Hält und nicht traut man deinr ehr Denkt nim 256 Katechismusgesänge. mermehr, Dein wort und groß schwärmerei Auf einen evangelium haßt. haufen kommt herbei. 7. Denn Gott der Herr ist 6. Den stolzen geistern sonn und schild, Giebt gnade, wehre doch, Die sich mit gut und ehre mild, Er läßts gwalt erheben hoch, und brin an ihm nicht fehlen! Für der gen stets was neues her, Zu welt hohn, spott, schmach und fälschen deine rechte lehr. haß Will er alls gut ohn 7. Die sach und ehr, Herr unterlaß Gar reichlich mit uns Jesu Christ, Nicht unser, son: theilen! Wohl dem, der Gott dern dein ja ist, Darum so heimstellt sein sach, Ist ihm steh du denen bei, Die sich bereit In lieb und leid, Dem auf dich verlassen frei. hilft er aus dem ungemach! 8. Dein wort ist unsers Burkard Waldis. 1553. herzens truk Und deiner firMel. Erhalt uns, Sperr, bei deinem. che wahrer schuß, Dabei er 326. Ach bleib bei uns, halt uns, lieber Herr, Daß Herr Jesu Christ, wir nichts anders suchen mehr. Weil es nun abend worden 9. Gieb, daß wir leben in ist, Dein göttlich wort, das deim wort Und darauf ferner helle licht, Laß ja bei uns fahren fort, Von hinnen aus verlöschen nicht. dem jammerthal 3u dir in 2. In dieser letztn betrüb- deinen himmelssaal. ten zeit Verleih uns, Herr, beständigkeit, Daß wir dein Mel. Herzliebster Jesu, was haſt. wort und sakrament Rein be- 327. Christe, du beiſtand N. Selnecker+ 1592. halten bis an deiner 3. Herr Jesu, hilf, dein meine, Eile, mit hülf und kirch erhalt, Wir sind sicher, rettung uns erscheine! Steure arg, faul und kalt, Gieb glück den feinden, ihre blutgedichte und heil zu deinem wort, Mache zu nichte! Gieb, daß es schall an man= chem ort. 2. Streite doch selber für dein arme finder, Wehre dem 4. Erhalt uns auch bei dei- teufel, seine macht verhinder; nem wort Und wehr des teu- Alles, was kämpfet wider deine fels trug und mord, Gieb glieder, Stürze danieder! deiner kirche gnad und huld, 3. Friede bei kirch und Fried, einigkeit, muth und schulen uns bescheere, Friede geduld. zugleich der polizei verehre, 5. Uch Gott, es geht gar Friede dem herzen, friede dem übel zu, Auf dieser erd ist gewissen Gieb zu genießen. keine ruh, Viel secten und 4. Also wird zeitlich deine 257 Der Glaube. güt erhoben, Also wird ewig thum; Zerreiß, zerschmeiß, und ohn ende loben Dich, o verderbe, Was wider deinen du wächter deiner armen heer- ruhm. Laß dein geset uns de, Himmel und erde. führen, Gönn uns dein himmelsbrot, Laß deinen schmuck uns zieren, Heil uns durch M. Upell. v. Löwenstern+ 1648. Mel. Wacht auf ihr christen alle. 328. rhalt uns deine deinen tod. lehre, Herr, zu 6. Erhalt und laß uns höder letzten zeit; Erhalt dein ren Dein wort, das selig macht, reich, vermehre Dein edle chri- Den spiegel deiner ehren, Das stenheit. Erhalt standhaften licht in dieser nacht, Daß dieglauben, Der hoffnung leit- ser bronn uns tränke, Der sternstrahl, Laß uns dein wort himmelsthau uns net, Daß nicht rauben In diesem jam- diese richtschnur lenke, Der merthal. honigseim ergök. 2. Erhalt dein ehr und 7. Erhalt in sturm und wehre Dem, der dir wider wellen Dein häuflein; laß spricht, Erleucht, Herr, und doch nicht Uns wind und wetbekehre, Allwissend, ewig licht, ter fällen, Steur selbst dein Was dich bisher nicht kennet, schiff und richt Den lauf, daß Entdecke doch der welt, Der wir erreichen Die anfurt nach du dich licht genennet, Was der zeit, Und hilf uns segel einig dir gefällt. streichen In selger ewigkeit. Adam Gretgen+ 1660. 3. Erhalt, was du gebauet Und durch dein blut erkauft, Was du dir hast vertrauet, in feste burg ist Die kirch, auf die anlauft Der 329. unser Gott, Ein grimmig sturm des drachen; gute wehr und waffen; Er Sei du ihr schuß und wall, hilft uns frei aus aller noth, Daß, ob die welt will krachen, Die uns jetzt hat betroffen. Sie nimmermehr verfall. Der alt böse feind Mit ernst 4. Erhalt, Herr, deine scha er's jetzt meint, Groß macht fe, Der grimmig wolf kommt und viel list Sein grausam an, Erwach aus deinem schla- rüstung ist; Auf erdn ist nicht fe, Weil niemand retten kann seins gleichen. Ps. 46. Eigne Melodie. Ohn dich, du großer hirte; 2. Mit unsrer macht ist Leit uns auf guter weid, nichts gethan, Wir sind gar Treib, nähr, erfreu, bewirthe bald verloren; Es streit für Uns auf der wüsten haid. uns der rechte mann, Den 5. Erhalt uns, Herr, dein Gott hat selbst erkoren. Fragst erbe, Dein werthes heilig- du, wer der ist? Er heißet Lutherisches Gesangbuch. 17 258 Katechismusgesänge. Jesus Christ, Der Herr 3e- 4. Shr anschläg, Herr, zu baoth Und ist kein andrer nichte mach, Laß sie treffen Gott; Das feld muß er be die böse sach Und stürz sie in halten. die gruben ein, Die sie machen 3. Und wenn die welt voll den christen dein. teufel wär Und wollt uns gar 5. So werden sie erkennen verschlingen, So fürchten wir doch, Daß du, unser Gott, uns nicht so sehr, Es soll lebest noch, Und hilfft gewal: uns doch gelingen. Der fürst tig deiner schaar, Die sich auf dieser welt, Wie saur er sich dich verlässet gar. stellt, Thut er uns doch nicht, Das macht, er ist gericht, Ein wörtlein kann ihn fällen. V. 1-3 M. Luther+ 1546. V. 4-5 3. Jonas+ 1555. Verleih uns frieden gnä4. Das wort sie sollen las diglich, Herr Gott, zu unsern sen stahn Und kein dank dazu zeiten; Es ist ja doch kein haben. Er ist bei uns wohl andrer nicht, Der für uns auf dem plan Mit seinem geist könnte streiten, Denn du, unund gaben. Nehmen sie den ser Gott, alleine. Gieb unleib, Gut, ehr, kind und weib; ferm könige und aller obrigkeit Laß fahren dahin, Sie habens Friede und gut regiment, Daß kein gewinn, Das reich muß wir unter ihnen Ein geruuns doch bleiben. higes und stilles leben führen mögen In aller gottseligkeit und ehrbarkeit. Amen. M. Luther+ 1546. Eigne Melodie. Eigne Melodie. Ps. 14. 330. Grhalt uns, Herr, bei deinem wort, sen mund wohl: Und steur des papsts und tür: 331. 8 spricht der unweiken mord, Die Jesum Chri- Den rechten Gott wir meistum deinen sohn Stürzen nen; Doch ist ihr herz unwollen von seinem thron. glaubensvoll, Mit that sie ihn 2. Beweis dein macht, Herr verneinen. Ihr wesen ist ver Jesu Christ, Der du Herr al derbet zwar, Vor Gott ist es ler herren bist, Beschirm dein ein gräuel gar, Es thut ihr arme christenheit, Daß sie dich keiner kein gut. lob in ewigkeit. 2. Gott selbst vom himmel 3. Gott heilger geist, du sah herab Auf aller menschen tröster werth, Gieb deim volk kinden, 3u schauen sie er sich einrlei sinn auf erd, Steh bei begab, Ob er jemand würd uns in der letzten noth, G'leit finden, Der sein verstand ge uns ins Leben aus dem tod. richtet hätt, Mit ernst nach Der Glaube. 259 Gottes worten thät, Und fragt| leucht zum ewgen leben, Daß nach seinem willen. wir erkennen seine werk Und 3. Da war niemand auf was ihm liebt auf erden, Und rechter bahn, Sie warn all Jesus Christus heil und stärk ausgeschritten, Ein jeder ging Bekannt den heiden werden nach seinem wahn Und hielt Und sie zu Gott bekehren. verlorne sitten. Es that ihr 2. So danken, Gott, und keiner doch kein gut, Wiewohl loben dich Die heiden über gar viel betrog der muth, Ihr alle, Und alle welt die freue thun sollt Gott gefallen. sich Und sing mit großem 4. Wie lang wollen un- schalle, Daß du auf erden. wissend sein, Die solche müh richter bist Und läßt die sünd aufladen Und fressen dafür nicht walten, Dein wort die das polk mein Und nährn sich hut und weide ist, Die alles mit seim schaden? Es steht ihr volk erhalten, In rechter bahn trauen nicht auf Gott, Sie zu wallen. rufen ihm nicht in der noth, Sie wolln sich selbst versorgen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich Das volk in guten 5. Darum ist ihr herz nim- thaten, Das land bringt frucht mer still Und steht allzeit in und bessert sich, Dein wort furchten; Gott bei den from ist wohl gerathen. Uns segne men bleiben will, Dem sie vater und der sohn, Uns segne mit glauben ghorchen. Ihr Gott der heilge geist, Dem aber schmäht des armen rath alle welt die ehre thu, Vor Und höhnet alles, was er ihm sich fürchte allermeist; sagt, Daß Gott sein trost ist Nun sprecht von herzen amen. worden. M. Luther+ 1546. 6. Wer soll Israel dem ar- Mel. Herr Jesu Christ, dich zu. men 3u 3ion heil erlangen? 333. Herr, öffne mir die Gott wird sich er= herzensthür, Zeuch barmen Und lösen die gefan- mein herz durch dein wort zu gen. Das wird er thun durch dir; Laß mich dein wort be= seinen sohn, Daran wird Ja- wahren rein, Laß mich dein kob wonne habn Und Israel kind und erbe sein. sich freuen. M. Luther+ 1546. Eigne Melodie. 2. Dein wort bewegt des herzens grund, Dein wort macht leib und seel gesund; 8 woll uns Gott Dein wort ist, das mein herz genädig sein Und erfreut, Dein wort giebt trost seinen segen geben, Sein ant- und seligkeit. 332, lit uns mit hellem schein Er! 3. Ehr sei dem vater und 17* 1 260 Katechismusgesänge. Joh. Olearius+ 1684. dem sohn, Dem heilgen geist durch dein gnad uns ist ge in einem thron! Der heiligen sagt, Was Paulus hat geschrie: dreieinigkeit Sei lob und preis ben Und andere Apostel mehr in ewigkeit. Aus deim göttlichen munde; Deß dankn wir dir Mit fleiß, Mel. Erhalt uns Herr bei deinem. daß wir Erlebet han die stunde, 2. Daß es mit macht an wahres licht, tag ist bracht, Wie klärlich ist Erleuchte, die dich kennen nicht, vor augen. Uch Gott, mein Und bringe sie zu deiner heerd, Herr, erbarm dich der, Die Daß ihre seel auch selig werd. dich noch jetzt verleugnen Und 334. Jefu Chrifte, 2. Erfülle mit dem gna- achten sehr Auf menschenlehr, denschein, Die in irrthum ver- Darin sie doch verderben; führet sein; Auch die, so heim- Deins worts verstand Macht lich fichtet an In ihrem sinn ihn bekannt, Daß sie nicht ein falscher wahn. ewig sterben. 3. Und was sich sonst ver- 3. Willt du nun fein gut laufen hat Von dir, das suche christe sein, So mußt du erst du mit gnad Und sein ver- lich glauben, Set dein ver wundt gewissen heil; Laß sie traun, darauf fest bau Hoff am himmel haben theil. nung und lieb im glauben 4. Den tauben öffne das Allein durch Christ Zu aller gehör; Die stummen richtig frist, Dein nächsten lieb da reden lehr, Die nicht bekennen neben; Das gwissen frei, Rein wollen frei, Was ihres her- herz dabei, Das kein creatur zens glauben sei. kann geben. 5. Erleuchte, die da sind 4. Allein, Herr, du mußt verblendt, Bring her, die sich solches thun Doch gar aus von uns getrennt, Versammle, lauter gnaden; Wer sich deß die zerstreuet gehn, Mach feste, tröst, der ist erlöst, Und kann die im zweifel stehn. ihm niemand schaden. Ob woll6. So werden sie mit uns ten gleich Papst, kaiser, reich zugleich Auf erden und im Sie und dein wort vertreiben, himmelreich, Hier zeitlich und Ist doch ihr macht Gen dir dort ewiglich, Für solche gnade preisen dich. nichts g'acht, Sie werd'ns wohl lassen bleiben. J. Heermann+ 1647. Eigne Melodie. 5. Hilf, Herre Gott, in dieser noth, Daß sich auch die Herre Gott, dein bekehren, Die nichts betrachtn, göttlichs wort Ist dein wort verachtn Und wol lang verdunkelt blieben, Bis lens auch nicht lehren. Sie 335. Der Glaube. 261 sprechen schlecht, Es sei nicht Ach! das unkraut aller feiten, recht, Und habens nie gelesen, Aller ort, in allem stand ImAuch nicht gehört Das edle mer mehr nimmt überhand. wort; Ifts nicht ein teuflisch 2. Weil bei hütern sammt wesen? den schafen Allzugroße sicher6. Ich glaub gwiß gar, heit Herrscht in dieser letzten daß es sei wahr, Was Pau- zeit, Sä't der feind, indem sie lus uns thut schreiben; Eh schlafen, Auf den acker, da muß geschehn, daß alls ver- dein wort Wachsen soll, list, geb, Dein göttlich wort soll trug und mord. bleiben In ewigkeit, Wär es 3. Hilf, daß deine diener auch leid Viel hartverstockten wachen, Daß nicht unkraut, herzen; Kehrn sie nicht um, sünd und schand Plößlich nehWerden sie drum Einst leiden men überhand, Hilf du selbst große schmerzen. in allen sachen; Gieb den deinen früh und spat Trost und 7. Gott ist mein Herr, so bin ich der, Dem sterben kommt hülfe, rath und that. zu gute, Dadurch uns hast 4. Laß uns deines wortes aus aller laft Erlöst mit dei- samen, Lehr und leben halten nem blute. Das dank ich dir; rein Und ein reiner waizen Drum wirst du mir Nach sein, Daß wir deinen werthen deinr verheißung geben, Was namen Rühmen hier in dieser ich dich bitt; Bersag mirs zeit Und in alle ewigkeit. nicht Im tod und auch im leben. 5. Wenn du endlich selbst wirst kommen, Wenn die erndte 8. Herr, ich hoff je, du bricht herein, Sammle uns werdest die In keiner noth mit freuden ein Und laß uns verlassen, Die dein wort recht mit allen frommen In des als treue knecht Im herz und lebens bündelein Bei dir ewig glauben fassen; Giebst ihn selig sein. bereit Die seligkeit und läßt sie nicht verderben. Herr, durch dich, Bitt ich: laß mich 337. Fa Fröhlich und willig sterben. Amen. A. H. 3. W. Eigne Melodie. ahre fort::, Zion fahre fort im licht, Mache deinen leuchter helle, Laß die erste liebe nicht, Suche stets die lebensquelle; 3ion Mel. Ach, was soll ich Sünder. 336. Gott, du weißt, in bringe durch die enge pfort, was für zeiten Deine liebe firche schwebt, Fahre fort.:: 2. Leide dich:: Zion leide Die nach deinem willen lebt! ohne scheu Trübsal, angst mit 262 Katechismusgesänge. spott und hohne, Sei bis in Mel. Freu dich sehr, o meine seele. den tod getreu, Siehe auf die 338. Rede, liebſter Jeſus du magd den schlangenstich, Leide dich.:: giebt acht darauf. Stärke mich, 3. Folge nicht:: Zion, denn ich bin blöde, Daß ich folge nicht der welt, Die dich meinen lebenslauf, Dir zu suchet groß zu machen, Achte ehren setze fort. Ach, so laß nichts ihr gut und geld, dein heilig wort In mein herze Nimm nicht an den stuhl des sein verschlossen, Dir zu fol drachen; Zion, wenn sie dir gen unverdrossen. viel lust verspricht, nicht.:: Folge 2. Ach, wer wollte dich nicht hören? Dich, du liebster 4. Prüfe recht:: Zion, menschenfreund! Sind doch prüfe recht den geist, Der deine wort und lehren Alle dir ruft zu beiden seiten, Thue herzlich wohl gemeint. Sie nicht, was er dich heißt, Laß vertreiben alles leid. Auch nur deinen stern dich leiten; des honigssüßigkeit Muß vor Zion, beide das, was krumm deinen worten weichen; Ihnen und schlecht, Prüfe recht.:: ist ganz nichts zu gleichen. 5. Dringe ein:: Zion, 3. Deine worte sind mein dringe ein in Gott, Stärke stecken, Dessen ich mich trö dich mit geist und leben, Sei sten kann, Wenn der teufel nicht, wie die andern, todt, mich will schrecken Auf der Sei du gleich den grünen re- schmalen lebensbahn; Dieſe ben; Zion, in die kraft, für führen ohne qual Mich hin heuchelschein, Dringe ein.:: durch des todes thal, Diese 6. Brich herfür:: Zion, sind mein schirm und stüße brich herfür in kraft, Weil Wider alle kreuzeshize. die bruderliebe brennet, Zeige, 4. Jesus, dein wort soll was der in dir schafft, Der mich laben, Deine trostgefüllte als seine braut dich kennet; lehr Will ich in mein herz Zion, durch die dir gegebne vergraben. Ach, nimm sie ja thür Brich herfür.:: nimmermehr Hier von mir 7. Halte aus:: Zion, in dieser zeit, Bis ich in der halte deine treu, Laß dich ja ewigkeit Werde kommen zu nicht laulich finden. Auf! das den ehren, Dich, o Jesu, selbst kleinod rückt herbei, Auf, ver- zu hören. lasse, was dahinten; 3ion, in 5. Unterdeß vernimm mein dem letzten kampf und strauß flehen, Liebster Jesu, höre Halte aus.:: mich, Laß bei dir mich feste Joh. Euseb. Schmidt+ 1745. stehen; So will ich dich Der Glaube. 263 ewiglich Preisen mit herz, sein allein, Doch will sie sinn und mund, Ich will dir Gott behüten Und der recht M. ther+ 1546. zu jeder stund Ehr und dank vater sein. in demuth bringen und dein hohes lob besingen. Mel. Erhalt uns Herr, bei deinem. Unna Sophia, Landgrafin zu 340. Rett, o Herr Jeſu, Hessen- Darmstadt 1683. feufzen deiner kirchen hör; Off. Joh. 12. Eigne Melodie. 339. Sie ist mir lieb, die Der feind anschläg und macht werthe magd, zerstör, Die jest verfolgen deine lehr. Und kann ihr nicht vergessen. 2. Groß ist ihr list, ihr Lob, ehr und zucht von ihr man sagt, Sie hat mein herz trub und macht, Sie fahren hoch daher mit pracht. All besessen. Ich bin ihr hold, hoch daher mit unsre hoffnung wird verlacht, Und wenn ich sollt Groß un: Wir sind bei ihnen nichts glück han. Da liegt nicht an; Sie will mich deß ergeben Mit ihrer lieb und treu an mir, Die sie zu mir will seßen Und thun all mein begier. 2. Sie trägt von gold so den in der that, rein ein fron, Da leuchten wider dich kein rath. 4. Steh deinem in zwölf sterne, Ihr kleid ist kleinen wie die sonne schön, Das häuflein bei, Aus gnaden glänzet in die ferne, Und auf fried und ruh verleih; Laß dem mond Ihr füße stehn; iedermann erkennen frei, Daß Sie ist die braut, Dem Herrn hier die rechte firche ſei. vertraut, Ist ihr weh geacht. 3. Bergieb uns unsre missethat, Bertilg uns nicht, erzeige gnad. Beweis den feinEs gelte 5. Laß sehn, daß du seist unser Gott, Der unsre feinde Und setzt zu spott, Wirft ihre hoffDem nung in den koth Und hilft den seinen aus der noth. Joh. Heermann+ 1647. und muß gebärn, Ein schönes kind, den edlen sohn aller welt ein Herren, ist sie unterthan. Ps. 124. Eigne Melodie. är Gott nicht mit 341. Wär uns diese zeit, 3. Das thut dem alten drachen zorn Und will das find verschlingen. Sein toben ist doch ganz verlorn, Es kann ihm nicht gelingen; Das So soll Israel sagen, Wär kind ist doch Gen himmel Gott nicht mit uns diese zeit, hoch Genommen hin und läs- Wir hätten müßt verzagen, set ihn auf erden fast sehr Die so ein armes häufleinwüthen. Die mutter muß gar sind, Veracht von so viel 264 Katechismus gesänge. menschenkind, Die an uns Sprach zu ihr des Herren setzen alle. mund, Zwar du bist jetzt die 2. Auf uns so zornig ist betrübte, Seel und geist ist ihr sinn; Wo Gott hätt das dir verwundt; Doch stell all zugeben, Verschlungen hätten das trauern ein! Wo mag fie uns hin Mit ganzem leib eine mutter sein, Die ihr und leben, Wir wärn, als die eigen kind kann hassen Und ein fluth ersäuft Und über die aus ihrer sorge lassen? groß wasser läuft und mit walt verschwemmet. ge= 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden Einen solchen 3. Gott lob und dank, der mutterfinn, Da die liebe kann nicht zugab, Daß ihr schlund verschwinden, So bleib ich uns möcht fangen. Wie ein doch, der ich bin. Meine treu vogel des stricks kommt ab, bleibt gegen dir, Zion, o du Ist unsre seel entgangen. Strick meine zier; Mein herz haft ist entzwei und wir sind frei; du mir besessen, Deiner kann Des Herren name steht uns ich nicht vergessen. bei, Des Gottes himmls und erden. Amen. 5. Laß dich nicht den satan blenden, Der sonst nichts als schrecken kann; Siehe, hier in meinen händen Hab ich dich geschrieben an. Wie und schmerzen, mag es denn anders sein? Zion, Gottes werthe stadt, Ich muß ja gedenken dein. Die er trägt in seinem her- Deine mauern muß ich bauen zen, Die er sich erwählet hat. Und dich fort und fort anAch, spricht sie, wie hat mein schauen. M. Luther+ 1546. Eigne Melodie. Qion klagt mit angst Gott Mich verlassen in der 6. Du bist stets mir vor noth Und läßt mich so harte den augen, Du liegst mir auf pressen! Meiner hat er ganz meinem schooß, Wie die kindvergessen. lein, die noch saugen; Meine 2. Der Gott, der mir hat treu zu dir ist groß. Dich versprochen Seinen beistand und mich kann keine zeit, jederzeit, Der läßt sich ver- Keine noth, gefahr und streit, gebens suchen Jetzt in meiner Ja, der satan selbst nicht scheitraurigkeit. Uch, will er denn den; Bleib getreu in allem leifür und für So gar grausam den! zürnen mir? Kann und will er sich der armen Jest nicht, wie vorhin erbarmen? Joh. Heermann † 1647. 3. Zion, o du vielgeliebte, Ps. 123. Eigne Melodie. 343. Mo Gott der Herr nicht bei uns Der Glaube. 265 hält, Wenn unsre feinde to- reich tröstest du, Die gänzlich ben, Und er unser sach nicht sind verlassen. Der gnaden zufällt Im himmel hoch dort thür steht nimmer zu, Veroben; Wo er Israels schuß nunft kann das nicht fassen. nicht ist und selber bricht der Sie spricht: es ist nun alls feinde list, So ists mit uns verlorn! Da doch das kreuz verloren. hat neu geborn, Die deiner 2. Was menschenkraft und hülf erwarten. wiß anfäht, Soll uns billig 7. Die feind sind all in nicht schrecken; Er sitzet an deiner hand, Dazu all ihr der höchsten stätt, Der wird gedanken, Ihr anschlag ist dir ihrn rath aufdecken. Wenn wohl bekannt; Hilf nur, daß sie's aufs klügste greifen an, wir nicht wanken. Vernunft So geht doch Gott ein andre wider den glauben ficht, Aufs bahn; Es steht in seinen künftig will sie trauen nicht, händen. Da du wirst selber trösten. 3. Sie wüthen fast und 8. Den himmel und auch fahren her, Als wollten sie die erden Hast du, Herr Gott, uns fressen. Zu würgen steht gegründet, Dein licht laß uns all ihr begehr, Gotts ist bei helle werden, Das herz uns ihn vergessen; Wie meeres- werd entzündet, In rechter lieb wellen einherschlan, Nach leib des glaubens dein Bis an das und leben sie uns stahn, Deßend beständig sein; Die welt wird sich Gott erbarmen. laß immer murren. 4. Sie stellen uns wie Just. Jonas 1555. ketern nach, zu unserm blut Met. Werde munter, mein gemüthe. Dion, gieb dich nur ſie trachten, Noch rühmen fie 344. 3 zufrieden, Gott ist sich christen hoch, Die Gott allein groß achten; Uch Gott, noch bei dir darin; Du bist der theure name dein Muß nicht von ihm geschieden, Er ihrer schalkheit deckel sein! hat einen vatersinn. Wenn er Du wirst einmal aufwachen. straft, so liebt er auch, Dies 5. Aufsperren sie den ra- ist sein beliebter brauch. Zion chen weit und wollen uns lerne dies bedenken, Warum verschlingen; Lob und dank willst du dich so kränken? sei Gott allezeit, Es wird ihn 2. Treiben dich die meeresnicht gelingen. Er wird ihr wellen In der wilden, tiefen strick zerreißen gar Und stür- see; Wollen sie dich gar zerzen ihre falsche lahr; Sie schellen, mußt du rufen ach werden Gott nicht wehren. und weh; Schweigt dein hei6. Ach, Herr Gott, wie land still dazu Gleich als in 266 Katechismusgesänge. der sanften ruh; 3ion laß dich ne, Liebes Zion, wird nun nicht bewegen, Diese fluth wird groß; Denn die schöne gnasich bald legen. densonne Nimmt dich recht in 3. Berg und felsen mögen ihren schooß, Giebt dir einen weichen, Ob sie noch so feste friedensgruß Und den rechten stehn, Ja die ganze welt deß liebeskuß. Zion! wo ist nun gleichen Möchte gar auch un- dein klagen? Jetzt kannst du tergehn; Dennoch hat es keine von freuden sagen. noth In dem leben und im 8. Dihr engel, himmels: tod, Zion, du kannst doch nicht erben, Freuet euch mit 3ion wanken Aus des Brudergottes hier! Denn die jetzt hat wolschranken. len sterben, Soll nun leben 4. Müssen schon allhier die für und für Und sich freuen thränen Deine schönsten per- ohne zahl In dem schönen len sein; Muß das seufzen himmelssaal. 3ion! wer will und das stöhnen Sein das dich nun scheiden Von dem beste liedelein; Muß dein lamm und ewgen freuden? purpur sein das blut Und der Joach. Pauli. mangel hab und gut; 3ion, Mel. Dir, dir Jehovah will ich. ach auf, du geist laß dir doch nicht grauen, Du 345. Wader ersten zeu: kannst deinem Gott vertrauen. 5. Droht man dir mit gen, Die auf der maur als schmach und banden, Mit treue wächter stehn, Die tag dem tod und herzeleid; Ei, und nächte nimmer schweigen du wirst doch nicht zu schan- Und die getrost dem feind entden, Denk nur an die ewig- gegen gehn; Sa deren schall keit. Sei nur fröhlich, wohl die ganze welt durchdringt gemuth, Denn der Herr ists, Und aller völker schaaren zu der es thut; Zion! Gott wird dir bringt. du eben merken. dich schon stärken; Dieses mußt 2. O daß doch bald ein feuer brennte! O möcht es 6. Freue dich! es ist das doch in alle lande gehn! Ach ende Und der abend schon her: Herr gieb doch in deine ernte bei; Gieb dich nur in Gottes Biel knechte, die in treuer hände, Der dich nun will arbeit stehn. O Herr der ernte, machen frei. Für die trübsal, siehe doch darein, Die ernt ist spott und hohn Giebt er dir groß, da wenig knechte sein. die freudenkron; Zion, du 3. Dein sohn hat ja mit wirst wieder lachen, Drum so klaren worten Uns diese bitte laß die welt nur machen. in den mund gelegt. O siehe, 7. Hallelujah, deine won- wie an allen orten Sich deiner Der Glaube. 267 finder herz und sinn bewegt, im laufe hindern kann, Das Dich herzinbrünstig hierum räum, ach räum aus jedem anzuflehn; Drum hör, o Herr, wege. Vertilg, o Herr, den und sprich: Es soll geschehn. falschen glaubenswahn Und 4. Wie kannst du uns denn mach uns bald von jedem das versagen, Was uns dein miethling frei Daß kirch und sohn selbst deutlich bitten heißt? schul ein garten Gottes sei. Wie? denkst du dieses abzu- 9. Laß jede hoh und nieschlagen, Wozu du selbst uns dre schule Die werkstatt deitreibst durch deinen geist? nes guten geistes sein; Ja Denn, daß wir hierum brün- site du nur auf dem stuhle stig zu dir flehn, Das ist al- Und präge dich der jugend lein durch deinen geist geschehn. selber ein, Daß treuer lehrer 5. So gieb dein wort mit viel und beter sein, Die für großen schaaren, Die in der die ganze kirche flehn und kraft evangelisten sein, Laß schrein. eilend hülf uns widerfahren 10. Du hast uns hirten Und brich in satans reich und ja versprochen, Die du nach macht hinein. O breite, Herr, deinem herzen geben willt. auf weitem erdenkreis Dein Nun wird dein wort niemals reich bald aus zu deines na gebrochen, Ein jedes wort mens preis. wird punkt für punkt erfüllt; 6. Ach, daß die hülf aus Drum halt ich dieses klare Zion käme! O daß dein geist wort dir vor: Uch denke dran so, wie dein wort verspricht, und neig uns herz und ohr. Dein volk aus dem gefängniß 11. Ach, wird dein herze nähme! O, würd es doch nur nicht beweget, Da du, o Gott, bald vor abend licht! Uch, die liebe selber bist, Und, was reiß, o Herr, den himmel von lieb in uns sich reget, bald entzwei Und komm herab Aus deinem liebesfeur ein zur hülf und mach uns frei. fünklein ist? Da wir in 7. Ach, laß dein wort recht schwacher liebe nun so stehn, schnelle laufen, Es sei kein Was soll nicht von der liebe ort ohn dessen glanz und schein. quell geschehn? Uch führe bald dadurch mit hau- 12. Herr, wo willst du fen Der heiden füll in alle dich hinwenden? Siehst du thore ein! Ja, wecke doch denn nicht den großen jamauch Israel bald auf, Und mer an? Ach, willst du uns also segne deines wortes lauf. nicht hülfe senden? Ach, siehst 8. O, beffre 3ions wüste du nicht, was Jesus hat gestege; Und was dein wort than? Ist er denn nicht der 268 Katechismusgesänge. heiland aller welt? Wie kommt 4. Auf dich laß meine sin es, daß der feind so play be- nen gehn Laß sie nach dem, hält? was droben, stehn; Bis ich Joh. Fried. Knopp † 1708. 13. Herr, zürne nicht, daß dich schau, o ewigs licht, Von ich so bitte, Da ich vor dir angesicht zu angesicht. nur staub und asche bin. Du, als der brunnquell aller güte, Giebst selber mir etwas von deinem sinn, Daß mich der menschen elend jammern kann, nach deinem bilde Und schaffe Drum bitt ich, Herr, o nimm selbst in mir Die neue kreatur. mein bitten an! Laß mich so gütig sein, So Eigne Melodie. Bein vater zeuge mich Dein kind 14. Du wirst wohl wissen, heilig, weis und milde, Durch recht zu richten, Da du ja deiner gnade kraft, Wie du aller welt ihr richter bist. Laß bist von natur. 347. Mein nur dein wort den streit hier 2. Mein licht, erleuchte schlichten, Wenn deine lieb mich! Laß deine gnadestrahlen in uns im zweifel ist, Und Mir dringen in mein herz, treib uns ferner, dich nur an- Vertreib die finsterniß. Ich zuflehn; Es wird doch end- fall und irre sonst 3u allzu lich noch viel mehr geschehn. vielen malen, Sa, werd ich Karl Heinr. v. Bogazky+ 1774. nicht erleucht, So fall ich ganz gewiß. Vergebung der Sünden. 3. Mein weg zum vater: Mel. O Jesu Christ, meins lebens. land, Uch öffne mir die pforte, 346. Erneure mich, o Die mich ins liebereich Im ewigs licht, glauben überbringt. Du weißt Und laß von deinem angesicht ja, daß dein knecht An einem Mein herz und seel mit dei- wüsten orte Schon lang ge nem schein Durchleuchtet und nug gewohnt Und nun nach erfüllet sein. freiheit ringt. 2. Ertődt in mir die schnöde 4. O wahrheit, heilge mich lust, Feg aus den alten sün- In aller deiner wahrheit, Und denwust; Ach rüst mich aus bringe meinen sinn 3ur rechmit kraft und muth, 3u strei- ten lauterkeit. Vertreib den ten wider fleisch und blut. lügengeist Durch deines wor 3. Schaff in mir Herr den tes klarheit und mache mich neuen geist, Der dir mit hülf recht fest In allem kampf und gehorsam leist, Und nichts sonst, streit. als was du willst, will; Uch 5. Mein leben, leb in mir Herr, mit ihm mein herz erfüll. Und laß in dir mich leben, Der Glaube. 269 Ich bin ja ohne dich Zum sche wasser hin. Hol meine guten gänzlich todt. Du bist seel herum; Wollt ich aufs das lebensbrot, Das einzig eitle schauen, So bringe bald nahrung geben Kann meinem zu recht Den ausgeschweiften matten geist In aller hun sinn. gersnoth. 11. Mein arzt, bin ich 6. Mein lämmlein still und verwundt, Sind ausgezehrt fromm, Rein, heilig und un- die kräfte, So laß die liebsschuldig, Uch wirke doch in tinctur, Dein theurvergoßnes mir Den sanften lammessinn; blut Mich heilen; laß des geists So werd ich auch wie du Im Erneurungslebenssäfte Mich leiden recht geduldig Und lasse laben und erfreun, Mir stärmich zum kreuz Ganz willig ken herz und mund. führen bin. 12. Mein freund, vertraue 7. Mein meister, lehre mich dich Doch besser meinem herDen vater wohl zu kennen, zen, Und laß mich deiner treu Weil ohne dich, o licht, Ich Noch mehr versichert sein; Auf Gott, das licht, nicht seh. Uch daß zu aller zeit Ich meiner unterweise mich Ihn Ubba seelen schmerzen Getrost verrecht zu nennen, Daß alles senken darf In deines herzens mein gebet In rechter brunst schrein. gescheh. 13. Mein bräutgam, liebe 8. Mein hoherpriester, hör mich Und sebe mir das siegel Nicht auf für mich zu beten, Der unverfälschten lieb, Den Ach rufe doch mit mir Den geist auf meine brust, Laß vater täglich an, Laß deinen deinen gruß und kuß Mich heilgen geist Mit seufzen mich schmecken, sei mein spiegel, vertreten, Wenn ich im harten Darin ich mich beschau Mit kampf Sonst nicht mehr beten aller herzenslust. kann. 14. Mein ein und alles, 9. Mein könig, schütze mich, laß Mit dir mich eins hier Wenn satan, welt und sünde, werden, So wird mir alles So sich noch in mir regt, nichts, Du aber alles sein. Auf meine seele stürmt. Hilf, und nimmet deine güt Mich daß in deinem schooß Ich endlich von der erden, So allzeit ruhe finde, Denn der geh ich friedenvoll In deine ist sicher nur, Den deine macht freude ein. beschirmt. Chr. Undr. Bernstein † 1699. 10. Mein hirte, weide mich Mel. Wenn wir in legten nöthen. Herr, du rufest mir, Auf einer grünen auen, und 348. Hier bin ich er mich im fri1 270 Katechismusgesänge. Du ziehest mich, ich folge dir, stark, ich noch so blöde, Er Du forderst von mir herz und noch so rein, ich noch so sinn, Mein schöpfer, nimm, schnöde, Er noch so groß, ich ach nimm es hin. noch so klein: Mein freund 2. Ich hab oft deinen wink ist mein und ich bin sein. verschmäht, Es ist mir leid, 2. Mein Goel, mein m ich komme spät; Doch ist mir manuel, Mein mittler konnte lieb, daß deine güt Noch auf mittel finden, Sich meiner mich armen sünder sieht. hocherhabnen seel, Die ihn 3. Ich wag es aber länger herabzog, zu verbinden! Mein nicht, Zu unterlassen meine Salomo, mein Jonathan, pflicht. Ich komme, Herr, voll Mein bräutigam, mein Gott reu und buß, Uch, aber ach, und mann Kam von dem wie sinkt mein fuß! himmel auf die erden Mein 4. Es geht mir, wie es muth- und blutesfreund zu Petro ging, Dort kommt ein werden, Ein leib und geist, sturm, ich sink, ich sink! Ach mein fleisch und bein: Mein reiche mir die starke hand, So freund ist mein und ich bin wird das sinken abgewandt. sein. 5. Du riefest mich; nun 3. Gott, welcher seinen ruf ich dir: Mein heiland, sohn mir gab, Gewährt mir komm zu hülfe mir! Mein alles mit dem sohne; Nicht matter fuß kann nirgend fort, nur sein kreuz, nicht nur ſein Ach trage mich an stell und ort. grab, Auch seinen thron, auch I. I. Rambach+ 1735. Spohe Lied 2, 16. Eigne Melodie. 6. Flößst du mir matten seine krone; Ja, was er rekräfte ein, So werd ich künf det, hat und thut, Sein tig stärker sein, So folg ich wort, sein geist, sein fleisch dir, mein Herr und Gott, und blut, Was er gewonnen Durch flut und glut, durch und erstritten, Was er geleinoth und tod. stet und erlitten, Das räumet er mir alles ein: Mein freund ist mein und ich bin sein. 4. Ich finde nußen, lust sen dieser welt und ehr Bei ſeinem bund im Die freundschaft immer auf höchsten grade, Er heischet die gleichen, und leugnet, von mir nichtes mehr Als daß sich Gott gesellt Mit glauben, und ich nichts als denen, die ihn nicht erreichen! gnade. O wohl der wahl, Ist Gott schon alles, und ich die uns gefügt. Weg reu und nichts, Ich schatten, er der tausch! ich bin vergnügt In quell des lichts, Er noch so ihm und er mit mir zufrieden; 349. Beschränkt ihr wei Der Glaube. 271 Drum bleibt bei beiden un- 3war einsam, aber nicht allein; geschieden Ein herz und mund, Mein freund ist mein und ich ein ja und nein; Mein freund bin sein. ist mein und ich bin sein. 8. Man nehme alles, was 5. 3war kann er aller ich hab, Man gebe mir nichts, christen muth Mit seiner liebe was ich heische, Man schäl sattsam weiden; Wir dürfen mich aus, man streif mich ab, um dies höchste gut Nicht Man zieh mir kleid und haut eifern, noch einander neiden; vom fleische, Ja speis und Durch unsern gierigsten ge- trank und was man will; nuß Erschöpft sich nicht sein Mein freund bleibt meine hüll überfluß. So will ich ihn und füll. Die welt mag alles zwar keinem leugnen, Doch mir entrauben, Sie lasse mir mir vor allen andern eignen. nur meinen glauben, So Welt, zank dich um das mein bleibt nichts, eins und alles und dein; Mein freund ist mein; Mein freund ist mein mein und ich bin sein. und ich bin sein. 6. Mein freund ist meiner 9. Sein ist mein leib und feelen geist, Mein freund ist meine seel, Die er erschuf meines leibes leben. Nach und auch erlöste, Hier nährt einem, der mich seine heißt, und salbt mit seinem öl, Bis Und sonst nach keinem, soll er dort beide ewig tröste; ich streben; Dem ich mich, Sein ist mein muth, sein ist der sich mir ergiebt, Den ich, mein sinn, Sein ist, mit kurund der mich wieder liebt, zem, was ich bin; Ja, was Von dem ich nicht mehr kann ich um und an mir habe, begehren, Der mir nichts Ist alles seine gnadengabe, bessers kann gewähren. Dies Die macht mich auch vom licht verblendet allen schein; undank rein; Mein freund Mein freund ist mein und ist mein und ich bin sein. ich bin sein. 10. Sein ist mein werk, 7. Ohn ihn ist mir der sein ist mein ruhm, Er suchte himmel trüb, Die erd ein mich, eh ich ihn fande. Ich offner höllenrachen, Hingegen habe für mein eigenthum kann mir seine lieb Die einöd Sonst leider nichts, als sünd selbst zu eden machen. Ohn und schande; Doch hat mein ihn ist mir bei aller meng, freund auch diese last 3uDie weil zu lang, die welt sammt dem kreuz auf sich ge zu eng. Ich bin, wenn feind faßt, Und, meine feindschaft und freunde fliehen, Wenn abzuschaffen Die scharf gebüßte sich die engel selbst entziehen, schuld und strafen Verscharrt 272 Katechismusgesänge. in seines grabesschrein; Mein ersetzt, So werd ich mit ei freund ist mein und ich bin nem in allem ergötzt. ſein. 2. Seele, willt du dieses 11. Sein ist mein glück finden, Suchs bei keiner freaund meine zeit, Sein ist mein tur; Laß, was irdisch ist, da sterben und mein leben, 3u hinten, Schwing dich über seinem ehrendienst geweiht, die natur; Wo Gott und die Von ihm bestimmt und ihm menschheit in einem vercinet, ergeben. Es kommet was ich Wo alle vollkommene fülle erlaß und thu, Bon ihm her scheinet, Da, da ist das beste, und ihm wieder zu. Sein nothwendigste theil, Mein sind auch alle meine schmer- ein und mein alles, mein se zen, Die er sich zärtlich zieht ligstes heil. zu herzen, Er fühlt und än- 3. Wie Maria war beflissen dert meine pein; Mein freund Auf des einigen genieß, Da ist mein und ich bin sein. sie sich zu Jesu füßen Voller 12. Es zürn und stürme andacht niederließ; Ihr herze jeder feind; Er macht nicht, entbrannte, dies einzig zu daß ich sehr erstaune. Der hören, Was Jesus, ihr heirichter ist mein bester freund, land, sie wollte belehren, Ihr Drum schreckt mich nicht die alles war gänzlich in Jesum weckposaune. Ob erd und him- versenkt, Und wurde ihr alles mel bricht und kracht, Ob in einem geschenkt. leib und seele mir verschmacht, 4. Also ist auch mein verWenn meine beine schon ver langen, Liebster Jeſu, nur wesen, So wird mein wahl nach dir; Laß mich treulich spruch doch zu lesen Noch an dir hangen, Schenke dich haften an dem grabesstein: zu eigen mir. Ob viel auch Mein freund ist mein und ich umkehrten zum größesten hau bin sein. Christoph Wegleiter+ 1706. Lucas 10, 42. Eigne Melodie. 350. Gins ist noth! ach und geist, Was ist wohl, fen, So will ich dir dennoch in liebe nachlaufen; Denn dein wort, o Jesu, ist leben Herr, dies eine das man nicht in Jesu ge Lehre mich erkennen doch! neußt? Alles andre, wies auch scheine, 5. Aller weisheit höchste Ist ja nur ein schweres joch, fülle In dir ja verborgen liegt. Darunter das herze sich naget Gieb nur, daß sich auch mein und plaget, Und dennoch kein wille Fein in solche schranken wahres vergnügen erjaget. Er fügt, Worinnen die demuth lang ich dies eine, das alles und einfalt regieret Und mich Der Glaube. 273 zu der weisheit, die himm- 9. Volles gnügen, fried lisch ist, führet. Ach, wenn und freude Jezzo meine seel ich nur Jeſum recht kenne ergötzt, Weil auf eine frische und weiß, So hab ich der weide Mein hirt, Jesus, mich weisheit vollkommenen preis. gesetzt. Nicht süßers kann also 6. Nichts kann ich vor mein herze erlaben, Als wenn Gott ja bringen, Als nur ich nur, Jesu, dich immer dich, mein höchstes gut. Jesu, soll haben; Nichts, nichts ist, es muß mir gelingen Durch das also mich innig erquickt, dein rosinfarbes*) blut. Die Als wenn ich dich, Jesu, im höchste gerechtigkeit ist mir er- glauben erblickt. worben, Da du bist am stamme 10. Drum auch, Jesu, du des kreuzes gestorben; Die alleine Sollst mein ein und kleider des heils ich da habe alles sein; Prüf, erfahre, wie erlangt, Worinnen mein glaube ichs meine, Tilge allen heuin ewigkeit prangt. chelschein. Sieh, ob ich auf *) scharlachrothes. Jefaia 1, 18. bösem, betrüglichen stege, Und 7. Nun, so gieb, daß meine leite mich, höchster, auf ewiseele Auch nach deinem bild gem wege; Gieb, daß ich erwacht. Du bist ja, den ich hier alles nur achte für koth erwähle, Mir zur heiligung Und Jesum gewinne: dies gemacht. Was dienet zum eine ist noth. göttlichen wandel und leben, Joh. Heinr. Schröder.+ 1728. Ist in dir, mein heiland, mirn alles gegeben; Entreiße mich Mel. O durchbrecher aller bande. aller vergänglichen luft, Dein 351. Ich will ich weit leben sei, mir einzig bewußt. Süßer Jesu, du allein Wirst 8. Ja, was soll ich mehr von mir aus lieb erhoben Und verlangen? Mich beschwemmt ich bin nun gänzlich dein. die gnadenfluth; Du bist ein 3war die welt wird mich stets mal eingegangen In das hassen, Denn sie hasset dich heilge, durch dein blut. Da zugleich, Kann ich aber dich hast du die ewge erlösung umfassen, So bin ich vererfunden, Daß ich nun der gnügt und reich. höllischen herrschaft entbunden; 2. Alles soll mir ekel Dein eingang die völlige frei- machen, Was zur eitelkeit heit mir bringt, Im kind gehört, Und in allen meinen lichen geiste das abba*) nun sachen Werde Jesus nur geklingt. ehrt. Sollt ich Jesum denn *) Lieber Vater! Galater 4, 6. nicht lieben, Der mich vor Lutherisches Gesangbuch. 18 1 - 274 Katechismusgesänge. der welt erwählt? Sollt ich! 7. So sei tausendmal ge Jesum noch betrüben, Der grüßet, Jesu, meine süße lust, mich ihm schon zugezählt? Sei auch tausendmal geküsset, 3. Nein die ganze welt Sei du mir allein bewußt.- soll wissen, Daß ihr thun Sei mein wunsch und mein mir nicht gefällt, Ich will verlangen, Sei mein bräumeinen Jesum küssen, Welcher tigam und hort, Sei du meimich umarmet hält. Seine ner seelen prangen, Sei mein lieb hat mich gefangen und alles hier und dort. ich will die freiheit nicht, Denn mein sehnliches verlangen Ist allein auf ihn gericht. Eigne Melodie. 352. Meinen Sefum 4. Sollt ein mensch nur laß ich nicht; recht erkennen, Wie es Jesu Weil er sich für mich gegeben, herze meint, So würd er So erfordert meine pflicht, begierig rennen, Bis er sich Klettenweis an ihm zu kleben. mit ihm vereint. Ganz Er ist meines Lebens licht; Da Meinen Jesum laß ich nicht. verlorn sind all zeiten, man etwas sonst begehrt, Und der erden eitelkeiten Sind nicht eines anblicks werth. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, Weil ich soll auf erden leben; Ihm hab ich voll zu 5. O wie lang hab ich versicht, Was ich bin und hab, verzogen, Wie lang hab ich ergeben. Alles ist auf ihn ge dich veracht! O wie oft ward richt; Meinen Jesum laß ich ich betrogen Und von dir nicht. hinweg gebracht!- Aber 2 3. Laß vergehen das ge nun soll uns nichts scheiden, sicht, Hören, schmecken, fühlen Nicht das leben, nicht der tod, weichen, Laß das letzte tages: Nicht das kreuz, nicht schmach licht mich auf dieser welt er: und leiden, Weder unglück, reichen; Wenn der lebensschmerz, noch noth. faden bricht, Laß ich meinen 6. Stärke du mir meinen Jesum nicht. willen Wider meiner feinde 4. Ich werd ihn auch las list, Denn du mußt in mir sen nicht, Wenn ich nun da: erfüllen Was dem fleisch un- hin gelanget, Wo vor seinem möglich ist.- Laß Laß mich angesicht Meiner väter glaube nicht mehr von dir wanken, pranget. Mich erfreut sein Ach, wo sollt ich sonst auch angesicht; Meinen Jesum laß hin? Weil ich nicht nur in ich nicht. - gedanken, Sondern wirklich bei dir bin. Amadeus Creußberg † 1742. 5. Nicht nach welt, nach himmel nicht Meine seele Der Glaube. 275 wünscht und stöhnet; Jesum| schon auf erden. Es quillt wünscht sie und sein licht, mein lebens trank von dir, Der mich hat mit Gott ver- Du sehst dich mir zum manna söhnet, Der mich freiet vom für. gericht; Meinen Jesum laß ich nicht. 5. selge stunde, da man dich Ins herze recht kann 6. Sesum laß ich nicht schließen! Wie läßt du da so von mir, Geh ihm ewig an süßiglich Genad und frieden der seiten; Christus läßt mich fließen. So oft das herze nach für und für Zu dem lebens- dir blickt, Wird es mit himbächlein leiten. Selig, wer melslust erquickt. mit mir so spricht: Jesum laß ich nicht. Meinen 6. Das schwerste kreuz wird leicht und klein, Denn du hilfft selber tragen, Du rich: test es zum besten ein, Kannst Christian Keymann+ 1662. Mel. Machs mit mir Gott nach. 353. Mein herze, rede nicht von herzen plagen. Dein mir nicht drein, ruthenstreich ist voller huld, Ich muß von hinnen eilen; Du forderst von uns nur geIch muß bei meinem Jesu sein, duld. Was soll ich hier verweilen, 7. Führst du mich nun gleich Da eitelkeit die welt bedeckt? wunderlich, Mein freund! durch Drum weg! mein geist sich dick und dünne, Hast du doch dorthin streckt. allzeit über mich Gewiß was 2. Mein herzensfreund, ich guts im finne. Es führet laß dich nicht, Ich kann nichts mich dein wunderpfad Zu dir bessers haben, In dir ist ruh in meines vaters stadt. und freudenlicht, Du kannst 8. Ich laß mich deiner lievollkommen laben. Nichts ist, beshand, Sie labt mit ewger das mehr vergnügung giebt, Uls von dir, Jesu, sein geliebt. liebe: Du bist entfernt von unbestand In deinem liebes3. Du, du bist mein, und triebe. Dein herz ist immer ich bin dein, Wir sind in einerlei, Gerecht und fromm eins verbunden: Dies gute und ewig treu. theil hab ich allein Durch 9. Du blinde welt such deine blutge wunden. Du bist immerhin Nur koth und dunst mein fels, der mich nicht läßt, der erden. Nur Jesus ists, Auf dir ruht meine seele fest. in dem mein sinn Kann recht 4. Herr Jesu! ohne dich ergezet werden. Drum rede muß mir Die welt zur hölle mir nur niemand drein, Ich werden: Ich habe, hang ich will und muß bei Jefu sein. nur an dir, Den himmell I. 2. C. Allendorf+ 1773. 18* 276 Katechismusgesänge. 354. Jeful Mel. Alle menschen müssen sterben. 6. Irr ich, sucht mich deine esu, meiner seelen liebe, Fall ich, hilfet sie mir leben, Meines auf, Ist es, daß ich mich be herzens höchste freud, Dir will trübe, Tröst't sie mich in ich mich ganz ergeben Jeho meinem lauf, Bin ich arm, und in ewigkeit. Meinen Gott giebt sie mir güter, Haßt will ich dich nennen Und vor man mich, ist sie mein hüter; aller welt bekennen, Daß ich Ich bin dein c. dein bin und du mein, Aller- 7. Schmäht man mich, ist liebstes Jesulein. sie mein ehre, Troßt man 2. Deine hand hat mich mir, sie ist mein truß, 3weifle bereitet, Dein mund blies ich, sie ist die lehre, Jagt mir odem ein, Deine gnad man mich, ist sie mein schub. war ausgebreitet Wie ein Niemals hab ich was begehteppich ob dem schrein, Welche ret, War es gut, ich bins mich hat erst verschlossen, gewähret; Ich bin dein c. Darum sag ich unverdrossen: 8. Deiner liebe füßigkeiten Ich bin dein und du bist mein Sind in mein herz eingeflößt, Allerliebstes Jesulein. Durch den blick der herrlich3. Deine güt hat mich um- keiten Deines himmels wird fangen Als mich erst die welt getröst', Mein gemüth in sei empfing; Dir bin ich schon nem zagen, Alles kreuz hilfst angehangen Als ich an den du mir tragen; Ich bin dein c. brüsten hing. Dein schooß hat 9. Dein geist zeiget mir mich angenommen, Wenn ich das erbe, Das im himmel nur bin zu dir kommen; Ich beigelegt; bin dein 2c. Ich weiß, wenn ich heute sterbe, Wo man 4. Auf der kindheit wilden meine feel hinträgt, 3u dir, wegen Folgte mir stets deine Jesu, in die freude! Trob, güt, Deines geistes trieb, und daß mich von dir was scheide! regen Regte mir oft das ge- Ich bin dein c. müth, So ich etwa ausge- 10. Dieses alles ist ge treten, Daß ich wieder käm gründet Nicht auf meiner mit beten; Ich bin dein c. werke grund, Dieses, was 5. Uch, wie oft hat meine mein herz empfindet, Thu jugend Deine gnadenhand ge- ich allen menschen kund; Daß faßt, Wenn die frömmigkeit und es kommt aus deinem blute, tugend War in meinem sinn Das allein kommt mir zu verhaßt. Ach, ich wäre längst gute. Ich bin dein 2c. gestorben Außer dir, und längst Drum ich sterbe oder verdorben! Ich bin dein ic. tebe, Bleib ich doch dein ei11. Der Glaube. 277 genthum; An dich ich mich und spat, Solchen willen zu ganz ergebe, Du bist meiner erfüllen. Denn so wird ihm seele ruhm, Meine zuversicht auch gethan, Was das berze und freude, Meine süßigkeit wünschen kann. im leide. Ich bin dein zc. 5. Ist die lust nicht ohne 12. Höre Jesu, noch ein last, Trag geduldig die beflehen, Schlag mir diese bitt schwerden. Wenn du wohl nicht ab: Wenn mein augen gelitten hast, Wirst du erst nicht mehr sehen, Wenn ich recht lustig werden, Und triffst keine kraft mehr hab, Mit dort im himmel an Was dein dem mund was vorzutragen, herze wünschen kann. B. Schmolck+ 1737. Laß mich doch zuletzt noch sagen: Ich bin dein und du Mel. Wie schön leuchtet der. bist mein Allerliebstes Jeſu: 356. Mein Jefus, füße lein. C. Scriver+ 1693. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. abe deine lust am ist nichts außer dir bewußt, Wenn du mein herz erquickest, Dieweil dein kuß so lieblich 355. Sabe Herrn, Der dir ist, Daß man auch seiner selbst schenket lust und leben, So vergißt; Wenn du den geist wird dir dein gnadenstern entzückest, Daß ich In dich Tausend holde strahlen geben; Aus dem triebe Deiner liebe Denn er beut dir reichlich an, Von der erde Ueber mich geWas dein herze wünschen kann. zogen werde. 2. Laß der welt die eitle 2. Was hatt ich doch für lust, Die in heulen sich ver- troft und licht, als ich dein kehret; Wer das herz und holdes angesicht, Mein Jesu, seine brust Gott allein zur noch nicht kannte? Wie blind lust gewähret, Dieser trifft und thöricht ging ich hin Da alleine an Was das herze mein verkehrter fleischessinn wünschen kann. Von weltbegierde brannte, 3. Lust an Gott steigt über Bis mir Von dir Licht und sich, Wenn man Gott im Leben Ward gegeben, Dich worte kennet, Lust an Gott zu kennen, Herzlich gegen ist innerlich, Wenn man in dich zu brennen, der liebe brennet. Solche luft 3. Die arme welt hat zwar geht eine bahn, Die das herze den schein, Als wär ihr schlechwünschen kann. tes fröhlichsein Ein herrliches 4. Wer die lust am Herren vergnügen. Allein wie eilend hat, hat auch lust an seinem gehts vorbei! Da sieht man, willen, Und bemüht sich früh daß es blendwerk sei, Wodurch 278 Katechismusgefänge. wir uns betrügen; Drum muß deinen gnadenschein In je Jesus Mit den schätzen Mich nem leben finden. Da man ergößen, Die bestehen, Wenn Stets kann Sich zu laben, die weltlust muß vergehen. Jesum haben, Stets erbli 4. Wer Jesum fest im glau- cken Und ihn in die arme ben hält, Der hat die kraft drücken. der andern welt Hier allbe- 8. Allein, du holder menreits zu schmecken. Pflegt Je- schensohn, Ich kenne deine sus gleich zu mancher zeit liebe schon, Wenn uns die Bei großer herzenstraurigkeit dornen stechen; Dein herz, Sein antlitz zu verdecken; Ist das mich in trauern setzt Und doch Sein joch Sanft und fei- sich verschleußt, muß doch zu ner, Als wenn einer Auf dem letzt Vor lauter liebe brechen. bette Dieser welt zu schlafen Drum fällt Und quillt Inhätte. mein herze Nach dem schmerze Deine süße, Die ich noch allhier genieße. 5. So weiß ich auch aus deinem wort, Daß du dich, liebster seelenhort, Nicht ewig- 9. Du salbest mich mit lich versteckest. Du thust vor freudenöl, So daß sich öfters mir die augen zu, Auf daß du leib und seel Recht inniglich desto größre ruh Hernach in mir erfreuen. Ich weiß wohl, daß erweckest, Wenn ich Treulich du mich betrübst, Ich weiß Als ein rebe An dir klebe Auch auch, was du denen giebst, im leide, Nicht nur in der Die sich davor nicht scheuen; süßen freude. Drum gieb Den trieb, Unabwendig Und beständig Treu zu bleiben und recht fest an 6. Derhalben soll mich keine noth, Mein Jesu, war es auch der tod, Von deinem dienst ab dich zu gläuben. schrecken; Ich weiß, daß mich 10. Der glaub ist eine dein herze liebt, Darum so geh starke hand Und hält dich als ich unbetrübt Mit dir durch ein festes band, Uch, stärke dorn und hecken. Schlage, meinen glauben! Im glauben Plage; Ich bin stille, Ists kann dich niemand mir, Im dein wille, Mich zu krän- glauben kann mich niemand ken, Du wirst meiner doch dir, starker Jesu, rauben. gedenken. Weil ich Fröhlich Welt und 7. Und sollt ich auch, mein drachen kann verlachen Und hort, in mir Dein süßes die sünden Durch den glaumanna nicht allhier In dieser ben überwinden. zeit empfinden, So will ich 3. E. Lange+ 1756. doch zufrieden sein Und werde Der Glaube. 279 Eigne Melodie. mehr irre gehn, Laß meinen cb in deinen meine stärke, Ich straucheln, oder stille stehn, will dich lieben, meine zier, Erleucht mir leib und seele Ich will dich lieben mit dem ganz Du starker himmelsglanz. werke und immerwährender 7. Gieb meinen augen süße begier, Ich will dich lieben, thränen, Gieb meinem herzen schönstes licht, Bis mir das keusche brunst, Laß meine seele herze bricht. sich gewöhnen, zu üben in 2. Ich will dich lieben, oder liebeskunst, Laß meinen mein leben, Als meinen aller finn, geist und verstand Stets besten freund, Ich will dich sein zu dir gewandt. lieben und erheben, So lange 8. Ich will dich lieben, mich dein glanz bescheint, Ich meine frone, Ich will dich will dich lieben, Gottes lamm, lieben, meinen Gott, Ich will Als meinen bräutigam. dich lieben ohne lohne, Auch in der allergrößten noth, Sch will dich lieben, schönstes licht, heit du, Und dich nicht eher Bis mir das herze bricht. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, Du hochgelobte schön3. Angelus 1677. mein genennet, Du höchstes gut und wahre rub! Es ist mir leid und bin betrübt, Daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, Ich suchte dich und gut, Mein seelenschak, mein fand dich nicht, Ich hatte herzensmuth Und aller sinnen mich von dir gewendet und freude! Ich bleibe dennoch liebte das geschaffne licht; stets an dir, So ist auch nichts, Nun aber ists durch dich ge- das dich von mir, Und unfre schehn, Daß ich dich hab er- liebe scheide. Du machst mir sehn. deinen weg bekannt, Hältst 5. Ich danke dir, du wahre mich bei deiner rechten hand, sonne, Daß mir dein glanz Regierst und führst den lebenshat licht gebracht, Ich danke lauf und hilfest meiner schwachdir, du himmelswonne, Daß heit auf. Herr Jesu Christ, du mich froh und frei gemacht, Du bist mein licht.:: Sch Ich danke dir, du güldner folge dir, so irr ich nicht. mund, Daß du mich machst 2. Du leitest mich gesund. Psalm 73, 23-28. Met. Herzlich lieb hab ich dich. err Christ, 358. mein höchstes nach deinem rath, Der anders nichts 6. Erhalte mich auf deinen beschlossen hat, Als was mir stegen und laß mich nicht segen bringet. Gehts gleich 280 Katechismusgesänge. zu zeiten wunderlich, So weiß 5. Wer von dir weicht und ich dennoch, daß durch dich auf der welt Dir nicht be Der ausgang wohl gelinget, ständig glauben hält, Muß Nach hartem tritt auf rauher freilich wohl verderben Und bahn Nimmst du mich doch kann, weil er die lust und mit ehren an, Wo mich vor pracht Des fleisches hier zum deinem thron erfreut Die krone himmel macht, Den himmel der gerechtigkeit. Herr Jesu dort nicht erben. Wer mit Christ, Uch mit begier,: dem teufel ärgerlich In fünWünscht ich mich heute noch den huret wider dich Und bei dir. denkt an keine buße nicht, 3. Mein alles ist auf dich Den bringst du um durch dein gericht; Hab ich nur dich, gericht; Herr Jesu Christ, Und so frag ich nicht Nach himmel bist dabei,:: Dem, der dirund nach erden. Denn wär treu ist, ewig treu. der himmel ohne dich So 6. Drum halt ich mich ge könnte keine lust für mich trost zu dir, Du aber hältst In tausend himmeln werden. dich auch zu mir Und das ist Wärst du nicht schon auf er meine freude. Ich setze meine den mein, Möcht ich auch zuversicht Auf dich, mein fels, nicht auf erden sein; Denn der nicht zerbricht In freud keine tausendfache welt Hat und auch im leide, Dein thun nichts, das mir, wie du, ge: soll alles und allein In mei fällt. Herr Jesu Christ, Wonem herz und munde sein, du nicht bist:: Ist nichts, Bis ich dich kann mit augen das mir erfreulich ist. sehn; Uch, möchte solches bald 4. Und sollte mir durch geschehn! Herr Jesu Christ, kreuz und noth, Durch mar: Ich warte drauf.:: Komm, ter, durch gewalt und tod, komm mein schat und nimm Auch seel und leib verschmach- mich auf. E. Neumeiſter+ 1756. ten; Dies alles wird, wenns auch noch mehr, Ja gar wie Mel. Herr Christ, der einig Gottess. eine hölle wär, Mein glaube mein leben nichts nicht achten. Du bist 359. Herr Jeſu Chrift, und bleibest doch mein heil einge zuversicht, Dir hab ich Und meines herzens trost und mich ergeben, Verlaß, verlaß theil; So wird und muß mich nicht! Uch, laß mich durch dich allein Auch leib und deinen willen Beständiglich feele selig sein. Herr Jesu Christ, erfüllen, Du meiner seelen zier! Ich hoffe fest,:: Daß deine kraft mich nicht verläßt. 2. Uch, schenk mir deine liebe, Mein bort und bräu Der Glaube. 281 tigam. Gieb, daß ich nicht kämpfe Allein durch deine betrübe Dich, werthes Gottes- kraft. lamm! Uch, laß mich an dir 8. Nun, vater, hör mein hangen, Im herzen dich um- lallen. Mein Jesu, meine bitt fangen, Denn du bist liebens- Laß dir doch nicht mißfallen, werth. Und selber mich vertritt. Gott 3. In liebe laß mich bren- heilger geist, erfülle nen und an dir halten fest, herz, daß es sei stille Und Von dir soll mich nichts tren- allzeit lobe dich. Mein nen, Du bist der allerbest. Joh. Fried. Sannom. Ach, laß mich mit dir sterben, Und nachmals auch ererben, Mel. Gott des himmels und der. Das reich der herrlichkeit. 4. 46 Uch, laß mich allzeit 360. Jeſus, Jesus, nichts bleiben Ein grüne reb an mein wunsch sein und mein dir, Dir will ich mich ver- ziel. Jehund mach ich ein schreiben, Ach, weiche nicht verbündniß, Daß ich will, von mir. Ich bleib dir ganz was Jesus will. Denn, mein ergeben Im tod und auch im herz mit ihm erfüllt, Rufet leben; Uch, hilf mir armen nur: Herr, wie du willt. bald. 2. Einer ist es, dem ich Den ich liebe früh und 5. Nun, Jesu, sei mein lebe, leben, Mein alles ganz allein, spat; Jesus ist es, dem ich Nach dir laß mich stets stre- gebe Was er mir gegeben ben, So werd ich selig sein. hat. Ich bin in dein blut Ach, laß mich dich stets su: verhüllt: Führe mich, Herr, chen, Und alles das verfluchen, wie du willt! Was mich von dir hält ab. 3. Scheinet was, es sei 6. Gieb, daß ich mein ver- mein glücke, Und ist doch trauen Nur setz auf dich allein, zuwider dir; Ach, so nimm Herr, laß mich auf dich schauen es bald zurücke, Jesu, gieb, Und warten allzeit dein, Laß was nützet mir. Gieb dich mir, mich dich stetig loben Hier Herr Jesu, mild, Nimm mich und hernach dort oben In dir, Herr, wie du willt. aller ewigkeit. 4. Und vollbringe deinen 7. Mein heiland du wollst willen In, durch und an mir, kommen, Ja, komm, ach komme mein Gott, Deinen willen doch! Erlöse deine frommen laß erfüllen Mich im leben, Von allem band und joch. freud und noth, Sterben als Uch Jesu, komm und dämpfe dein ebenbild, Herr, wann, Das fleisch, gieb, das ich wo und wie du willt. 282 Katechismusgesänge. 5. Sei auch, Jesu, stets ich geh voran, Ich steh euch gepriesen, Daß du dich und an der seite, Ich kämpfe viel dazu Hast geschenkt und selbst, ich brech die bahn, Bin mir erwiesen, Daß ich fröh: alles in dem streite. Ein bö lich singe nu: Es geschehe ser knecht, der still darf stehn, mir, mein schild, Wie du Wenn er den feldherrn an willt, Herr, wie du willt! sieht gehn. Ludämilia Elisabeth, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt+ 1672. Met. Machs mit mir Gott nach. 6. Wer seine seel zu fin den meint, Wird sie ohn mich verlieren; Wer sie hier zu Dir nach, spricht verlieren scheint Wird sie in Christus, un Gott einführen. Wer nicht ser held, Mir nach! ihr chri- fein freuz nimmt und folgt sten alle, Verleugnet euch, mir, Sst mein nicht werth verlaßt die welt, Folgt mei- und meiner zier. 361. Mir nem ruf und schalle; Nehmt 7. So laßt uns denn dem euer kreuz und ungemach Auf lieben Herrn Mit leib und euch, folgt meinem wandel nach. seel nachgehen, und wohlge 2. Ich bin das licht, ich muth, getrost und gern In leucht euch für Mit heilgem allen leiden stehen! Wer nicht tugendleben; Wer zu mir gekämpft, trägt auch die kron kommt und folget mir Darf Des ewgen lebens nicht davon. nicht im finstern schweben. 3. Angelus+ 1677. Ich bin der weg, ich weise Mel. Warum sollt ich mich tenn. wohl, Wie man wahrhaftig 362. was für ein D wandeln soll. herrlich wesen 3. Mein herz ist voll de Hat ein chrift, Der da ist müthigkeit, Voll liebe meine Recht in Gott genesen! Der seele, Mein mund, der fleußt aus ihm ist neu geboren Und zu jeder zeit Von süßem sanft- hier schon In dem sohn Ist muthsöle; Mein geist, ge- zum kind erkoren. müthe, kraft und sinn st 2. Wenn die feel sich von Gott ergeben, schaut auf ihn. der erden Ganz losreißt, Durch 4. Ich zeig euch das, was den geist Heilig hier zu wer schädlich ist, zu fliehen und den. So ist das ihr hoher zu meiden, und euer herz adel, Welchen sie Je und je von argelist 3u reingen und Findet ohne tadel. zu scheiden. Ich bin der seelen 3. Irdsche scepter, irdsche fels und hort, Und führ euch fronen Sind ein sand Und zu der himmelspfort. ein tand Nebst den hohen 5. Fällts euch zu schwer? thronen; Eine seel, die Gott Der Glaube. 283 regieret, Hat hier schon Eine 10. Dann wird sie kein fron, Die sie ewig zieret. leid mehr beugen Und ihr 4. Köstlich ist sie ausge- glanz Wird sich ganz Offenschmücket. Reine seid Ist ihr barlich zeigen. Sie wird leuchfleid, Hoch ist sie beglücket; ten als die sonne, Gott allein Innerlich glänzt sie von golde, Wird stets sein Ihre freud Pranget sehr, Lebt in ehr, und wonne. Denn Gott ist ihr holde. 11. Dann wird sie mit 5. Doch ihr glanz bleibt Christo sitzen Auf dem thron, hier verdecket Vor der welt Ihre kron Wird von golde Die sie hält, Als wär sie be- blitzen. Dann wird jedermann flecket, Sie lebt jetzt in Gott sie kennen Und sie frei Ohne verborgen, Kriegt oft hohn scheu, Hoch von adel nennen. Hier zum lohn; Doch sie Jac. Gabr. Wolf+ 1754. läßt Gott sorgen. Lucas 15, 2. 6. Hier steht diese ros' im grunde, schein BleiMel. Jesus, meine zuversicht. Cesus nimmt die bet klein Bei der prüfungs: 363. I fünder an! Sastunde. Man tritt sie hier get doch dies trostwort allen, oft mit füßen, Aber Gott Welche von der rechten bahn Wird den spott Ihr einmal Auf verkehrten weg verfallen. versüßen. Hier ist, was sie retten kann; 7. Christus, der sie hat er Jesus nimmt die fünder an. wählet Und als braut Ihm 2. Keiner gnade bin ich vertraut, Der sieht, was ihr werth, Doch hat er in seinem fehlet; Er tröst sie in bittern worte Eidlich sich dazu erklärt; leiden, Führt sie dann Auf Sehet nur, die gnadenpforte die bahn Der vergnügtsten Ist hier völlig aufgethan; Jesus 2c. freuden. 8. Ihre hoheit wird ver- 3. Wenn ein schaf verloren mehret Bei dem schmerz, Der ist, Suchet es ein treuer hirte; ihr herz Hier im kreuz be- Jesus, der uns nie vergißt, währet; Dieses schmücket ihre Suchet treulich das verirrte, trone Die einmal Nach der Daß es nicht verderben kann; qual Sie bekommt zum lohne. Jesus 2c. 9. Ewig wird sie triumphi- 4. Kommet alle, kommet ren, Wenn ihr hirt Christus, her, Kommet ihr betrübten wird In sein haus sie führen fünder, Jesus rufet euch und er Und ihr öffnen alle schätze, Macht aus sündern GottesDamit sie Je und je Sich kinder. Glaubt es doch und daran ergöße. denkt daran: Jesus 2c. 284 Katechismusgesänge. 5. Ich betrübter komme hier] 2. Sein mehr als mütter: Und bekenne meine sünden, liches herz Trieb ihn von Laß, mein heiland, mich bei dir seinem thron auf erden, Ihn Gnade und vergebung finden, drang der sünder noth und Daß dies wort mich trösten schmerz, An ihrer statt ein kann: Jesus 2c. fluch zu werden. Er senkte 6. Ich bin ganz getrosten sich in ihre noth Und schmeckte muths; Ob die sünden blut- den verdienten tod. Nun, da roth wären, müssen sie, kraft er denn sein eigen leben Zur deines bluts, Sich dennoch theuren zahlung hingegeben in schneeweiß kehren, Da ich Und seinem vater gnug gethan, gläubig sprechen kann: Jesus ic. So heißts: er nimmt die fün 7. Mein gewissen beißt der an. mich nicht, Moses darf mich 3. Nun ist sein aufgethaner nicht verklagen; Der mich schooß Ein sichres schloß ge: frei und ledig spricht, Hat jagter seelen; Er spricht sie die sünden abgetragen, Daß von dem urtheil los Und til mich nichts verdammen kann: get bald ihr ängstlich quälen. Jesus 2c. Es wird ihr ganzes sünden8. Jesus nimmt die fünder heer Ins unergründlich tiefe an! Er hat mich auch ange- meer Von seinem reinen blut nommen und den himmel versenket; Der geist, der ihnen aufgethan, Daß ich selig zu wird geschenket, Schwingt über ihm kommen und auf den sie die gnadenfahn. Mein hei trost sterben kann: Jesus land nimmt die sünder an. nimmt die sünder an! E. Neumeister+ 1756. Lucas 15, 2. Eigne Melodie. 4. So bringt er sie dem vater hin In seinen blutbe: floßnen armen. Das neiget 364. Meir ein heiland nimmt dann den vaterfinn 3u lauter die sünder an, ewigem erbarmen. Er nimmt Die unter ihrer last der sün- sie an an kindesstatt; Ja, den Kein mensch, kein engel alles was er ist und hat, trösten kann, Die nirgend ruh Wird ihnen eigen übergeben, und rettung finden. Den selbst Und selbst die thür zum ewdie weite welt zu klein, Die gen leben Wird ihnen fröhlich sich und Gott ein greuel sein, aufgethan. Mein heiland nimmt Den Moses schon den stab die sünder an. gebrochen und sie der hölle 5. solltest du sein herze O zugesprochen, Wird diese frei- sehn, Wie sichs nach armen statt aufgethan; Mein heiland fündern sehnet, Sowohl, wenn nimmt die sünder an. sie noch irre gehn, Als wenn Der Glaube. 285 ihr auge vor ihm thränet! jumgesehen! So komm denn, Wie streckt er sich nach zöll- armer wurm heran! Mein nern aus, Wie eilt er in heiland ic. Zachäi haus! Wie sanft stillt 9. Sprich nicht: ich habs er der Magdalenen Den mil- zu grob gemacht, Ich hab die den fluß erpreßter thränen güter seiner gnaden 3u lang Und denkt nicht, was sie sonst und schändlich durchgebracht, gethan! Mein heiland 2c.- 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, Ob er gleich noch Er hat mich oft umsonst geladen. Wofern dus nur jetzt redlich meinst Und deinen fall mit ernst so tief gefallen! Nun, dies beweinst, So soll ihm nichts hat er nicht nur gethan, Da die hände binden Und du sollst er auf erden mußte wallen, noch genade finden, Er hilft, Nein, er ist immer einerlei, wenn sonst nichts helfen kann; Gerecht und fromm und ewig Mein heiland 2c. treu; Und wie er unter schmach 10. Doch sprich auch nicht: und leiden So ist er auf dem es ist noch zeit, Ich muß erst thron der freuden Den sündern diese lust genießen, Gott wird liebreich zugethan; Mein ic. ja eben nicht gleich heut Die 7. So komme denn, wer offnen gnadenpforten schließen. sünder heißt, Und wen sein Nein, weil er ruft, so höre du, sündengreul betrübet, Zu dem, Und greif mit beiden händen der keinen von sich weist, zu. Wer seiner seelen heil verDer sich gebeugt zu ihm be- träumet, Der hat die gnadenzeit giebet. Wie? willst du dir im versäumet, Ihm wird hernach lichte stehn und ohne noth nicht aufgethan. Heut komm, verloren gehn? Willst du der heut nimmt dich Jesus an. sünpe länger dienen, Da 11. Ja, zeuch uns selbsten dich zu retten, er erschienen? recht zu dir, Holdselig süßer Onein, verlaß die sünden freund der fünder! Erfüll mit bahn! Mein heiland 2c. sehnender begier Auch uns 8. Komm nur, mühselig und alle Adamskinder. Zeig und gebückt, Komm nur, so uns bei unserm seelenschmerz gut du weißt zu kommen! Dein aufgespaltnes liebesherz; Wenn gleich die last dich nie- Und wenn wir unser elend derdrückt, Du wirst auch frie- sehen, So laß uns ja nicht chend angenommen. Sieh, stille stehen, Bis daß ein wie sein herz dir offen steht jeder sagen kann: Gott lob! Und wie er dir entgegengeht! auch mich nimmt Jesus an. Wie lang hat er mit vielem Leopold Franz Friedrich Lehr flehen Sich brünstig nach dir † 1744. 286 Katechismusgesänge. Philipper 2, 12. bezwingen, So bricht eure Mel. Wie nach einer wasserquelle. hoffnung ein; Ohne tapfern 365. Shaffet, fchaffet streit und krieg Folget niemals menschenkinder, rechter sieg; Wahren siegern Schaffet eure seligkeit. Bauet wird die krone Nur zum bei: nicht, wie freche sünder, Nur gelegten lohne. auf gegenwärtge zeit, Sondern 6. Mit der welt sich lu schauet über euch, Ringet nach stig machen hat bei christen dem himmelreich Und bemühet keine statt; Fleischlich reden, euch auf erden, Wie ihr möget thun und lachen Schwächt selig werden. den geist und macht ihn matt. 2. Daß nun dieses mög Uch, bei Christi kreuzesfahn geschehen, Müßt ihr nicht Geht es wahrlich niemals an, nach fleisch und blut Und Daß man noch mit frechem desselben neigung gehen, Son- herzen Sicher wolle thun dern was Gott will und thut, und scherzen. Das muß ewig und allein 7. Furcht muß man vor Eures lebens richtschnur sein; Gott stets tragen, Denn der Es mag fleisch und blut in fann mit leib und feel Uns allen Uebel oder wohl gefallen. zur hölle niederschlagen; Er 3. Ihr habt ursach zu be- ists, der des geistes öl Und, kennen, Daß in euch noch nachdem es ihm beliebt, Wolsünde steckt, Daß ihr fleisch len und vollbringen giebt; vom fleisch zu nennen, Daß O, so laßt uns zu ihm ge euch lauter elend deckt, Und hen, Ihn um gnade anzudaß Gottes gnadenkraft Nur fleben.dail allein das gute schafft; Ja, 8. Und dann schlagt die daß außer seiner gnade In sündenglieder, Welche Adam euch nichts denn seelenschade. in euch regt, In dem kreuzes. 4. Selig, wer im glau- ted danieder, Bis ihm seine ben kämpfet, Selig, wer im macht gelegt. Hauet händ kampf besteht Und die sünden und füße ab, Was euch ärgert, in sich dämpfet, Selig, wer senkt ins grab, Und denkt die welt verschmäht! Unter nochmals an die worte: DrinChristi kreuzesschmach Jaget get durch die enge pforte. man dem frieden nach. Wer 9. 3ittern will ich vor den frieden will ererben, Muß der sünde Und dabei auf Je zuvor mit Christo sterben. sum sehn, Bis ich seinen bei: 5. Werdet ihr nicht treu- stand finde, In der gnade lich ringen, Sondern träg und zu bestehn. Uch, mein heiland, lässig sein, Eure neigung zu geh doch nicht mit mir ar Der Glaube. 287 men ins gericht, Gieb mir Und in der wahrheit bleibe deines geistes waffen Meine 3u truß der höllenpfort. seligkeit zu schaffen. 5. Tränk mich an deinen 10. Amen, es geschehe, brüsten Und freuzge mein beamen! Gott versiegle dies in gier Sammt allen bösen lümir, Auf daß ich in Jesu sten; Auf daß ich für und namen So den glaubenskampf für Der sündenwelt absterbe ausführ. Er, er gebe kraft Und nach dem fleisch verderbe, und stärk Und regiere selbst Hingegen leb in dir. das werk, Daß ich wache, bete, 6. Ach, zünde deine liebe ringe, Und also zum himmel In meiner feelen an, Daß dringe. L. A. Gotter+ 1735. ich aus innerm triebe Dich ewig lieben kann Und dir zum Mel. Herr Christ, der einig Gottess. wohlgefallen Beständig möge 366. Herr Jesu, gnaden- wallen Auf rechter lebensbahn. sonne, Wahr- 7. Nun, Herr, verleih mir haftes himmelslicht, Laß le= stärke, Verleih mir kraft und ben, licht und wonne Mein muth; Denn das sind gnablödes angesicht Nach deiner denwerke, Die dein geist schafft gnad erfreuen Und meinen und thut; Hingegen meine geist verneuen; Mein Gott, sinnen, Mein lassen und beversag mirs nicht. ginnen Ist böse und nicht gut. 2. Bergieb mir meine sün- 8. Darum, du Gott der den Und wirf sie hinter dich, gnaden, Du vater aller treu, Laß allen zorn verschwinden Wend allen seelenschaden Und Und hilf genädiglich. Laß dei mach mich täglich neu. Gieb, ne friedensgaben Mein armes daß ich deinen willen Stets herze laben; Ach, Herr, er suche zu erfüllen Und steh mir höre mich. kräftig bei. 2. u. Gotter+ 1735. 3. Vertreib aus meiner seelen Den alten Adamssinn Und laß mich dich erwählen, Eigne Melodie. Daß ich mich künftig hin 3u 367. ilf mir, mein Gott, daß deinem dienst ergebe Und dir dir Von herzen mich verlange, zu ehren lebe, Weil ich er- Und ich dich suche mit begier, löſet bin. Wenn mir wird angst und 4. Befördre dein erkennt- bange. Verleih, daß ich Mit niß In mir, mein seelenhort, freuden dich In meiner angst Und öffne mein verständniß bald finde; Gieb mir den sinn, Durch dein heiliges wort, Daß ich forthin Meid alle Damit ich an dich gläube, angst und sünde. 288 Katechismusgesänge. 2. Hilf, daß ich mich mit neu verführet. Leichtfertigkeit, reu und schmerz In deine Haß, zank und neid Laß in gnad ergebe. Hab immer ein mir nicht verbleiben, Verzerknirschtes herz, In wahrer stockten sinn Und diebsge: buße lebe; Vor dir erschein, winn, Wollst du von mir Herzlich bewein Hier alle abtreiben. missethaten. Die hände fein 7. Hilf, daß ich folge treuem Laß milde sein, Dem dürftigen rath Und ab vom irrthum zu rathen. trete, Dem armen helfe mit 3. Die lust des fleisches der that, Für freund und feind dämpf in mir, Daß sie nicht stets bete; Dien jedermann überwinde. Rechtschaffne lieb So viel ich kann, Das böse und lust zu dir Durch deinen haß und meide Nach deinem geist anzünde; Daß ich in wort, Ohöchster hort, Bis noth Bis in den tod Dich ich von dannen scheide. und dein wort bekenne, Mich keinen truk Noch eignen nuk J. Heermann+ 1647. Eigne Melodie. Von deiner wahrheit trenne. 368. Gott, du fromD 4. vor mer und zorn, Mein herz mit brunnquell guter gaben, Ohn sanftmuth ziere, Reiß aus den den nichts ist, was ist, Von schnöden hoffartsdorn Und mich dem wir alles haben: Gesunden zur demuth führe. Was noch leib gieb mir, Und daß in sol. von sünd Sich an mir findt, chem leib Ein unverlette seel Das wollest du ausfegen. Laß und rein gewissen bleib. allezeit Trost, fried und freud 2. In mir durch dich sich regen. fleiß, Gieb, daß ich thu mit Was mir zu thun ge 5. Den glauben stärk, er bühret, Wozu mich dein behalt in mir Die lieb und fehl In meinem stande fühmache feste Mein hoffnung, ret. Gieb, daß ichs thue bald, die nicht wankt von dir; Be- Zu der zeit, da ich soll, Und ständigkeit ists beste. Den wenn ichs thu, so gieb, Daß mund bewahr, Auf daß ge- es gerathe wohl. fahr Durch ihn nicht werd 3. Hilf, daß ich rede stets, erwecket. Speis ab den leib, Womit ich kann bestehen, Laß Doch daß er bleib Aus geil kein unnüßes wort Aus mei heit unbeflecket. nem munde gehen; Und wenn 6. Gieb, daß ich treu und in meinem amt Ich reden soll fleißig sei In dem, was mir und muß, So gieb den worten gebühret, Durch ehrgeiz, stolz kraft Und nachdruck, ohn verund heuchelei Nicht werd aufs druß. / Der Glaube. 289 4. Findt sich gefährlichkeit, Eigne Melodie. So laß mich nicht verzagen, 369. vaterherz, o licht, Gieb einen o leben, kreuz hilf selber tragen. Gieb, hirt, Immanuel! Dir bin ich daß ich meinen feind Mit einmal übergeben, Dir, dir sanftmuth überwind Und wenn gehöret meine seel. Ich will ich rath bedarf, Auch guten mich nicht mehr selber führen, rath erfind. Der vater soll sein kind re5. Laß mich mit jedermann gieren; So geh nur mit mir In fried und freundschaft le- aus und ein, Und leite mich ben, So weit es christlich ist. nach allen tritten. Ich geh, Willt du mir etwas geben ach hör, o Herr, mein bitten, Un reichthum, gut und geld, Für mich nicht einen schritt So gieb auch dies dabei, Daß allein, von unrechtem gut Nichts untermenget sei. 2. Was kann dein schwaches kind vollbringen? Ich 6. Soll ich auf dieser welt weiß mir gar in keinem rath; Mein leben höher bringen, Drum sei in groß und kleinen Durch manchen sauren tritt, dingen Mir immer selber rath Hindurch ins alter dringen; und that. Du willst dich meiSo gieb geduld, vor sünd ner gar nicht schämen; Ich Und schanden mich bewahr, mag dich ja zu allem nehmen, Daß ich mit ehren trag. All Du willst mir selber alles sein. meine grauen haar. So sollst du denn in allen 7. Laß mich an meinem sachen Den anfang und das end Auf Christi tod abschei- ende machen, Dann stellt sich den, Die seele nimm zu dir lauter segen ein. Hinauf zu deinen freuden; 3. Du gängelst mich, ich Dem leib ein räumlein gönn kann nicht gleiten. Dein wort Bei seiner eltern grab, Auf muß ewig feste stehn; Du daß er seine ruh An ihrer sprichst, dein auge soll mich seite hab. leiten, Dein angesicht soll vor 8. Wenn du die todten mir gehn; Ja, deine güte wirst Un jenem tag erwecken, und erbarmen Soll mich umSo thu auch deine hand zu fangen und umarmen. O daß meinem grab ausstrecken. Laß ich nur recht kindlich sei, Bei hören deine stimm Und mei- allem zu dir gläubig flehe nen leib weck auf, Und führ Und stets auf deinen wink ihn schön verklärt 3um aus- nur sehe, So spür ich täglich erwählten hauf. neue treu. 4. O daß ich auch im 19 J. Heermann+ 1647. Lutherisches Gesangbuch. 290 Katechismusgesänge. kleinsten merke Auf deine weiß- sich nicht. will ganz ergeben, heit, güt und treu, Damit Und was nicht deines willens ich mich im glauben stärke, ist, Das strafe bald in dem Dich lieb und lob und ruhig gewissen, Laß blut und wasser sei Und deine weisheit lasse auf mich fließen Und tilge, walten, Stets ordnung, maß was nicht lauter heißt. Laß und ziel zu halten; Sonst nur dein lob zur lust mir lauf ich vor, da lauf ich an. werden, und dann das heil Drum mach im besten mich der armen heerden Mit einer gelassen, Nichts ohne dich reinen lieb im geist. mir anzumaßen, Was du mir thust, ist wohlgethan. 8. So lob und lieb ich in der stille und ruh als kind 5. Ach, mach einmal mich in deinem schooß. Das schäf: treu und stille, Daß ich dir lein trinkt aus deiner fülle, immer folgen kann. Nur dein, Die braut steht aller sorgen nur dein vollkommner wille bloß; Sie sorget nur, allein Sei hier mein schranken, lauf in allem Dir, ihrem bräutgam und bahn. Laß mich nichts zu gefallen, Sie schmückt und mehr für mich verlangen, Ja, hält sich dir bereit. Ach, zeuch laß mir nichts am herzen han- mich, zeuch mich weit von gen, Als deines heilgen na binnen, Was du nicht bist, mens ruhm; Der sei allein laß ganz zerrinnen, O reiner mein ziel auf erden, Ach, glanz der ewigkeit. 6. H. v. Bogagky+ 1744.. laß mirs nie verrücket werden, Denn ich bin ja dein eigenthum. Eigne Melodie. steh 370. Mein schöpfer feb 6. Laß mich in dir den mir bei, Sei vater preisen, Wie er die liebe meines lebens licht; Dein selber ist, Laß deinen geist auge leite mich, Bis mir mir klärlich weisen, Wie du mein auge bricht. Ich lege von ihm geschenkt mir bist. meine glieder Auf deinen al Ach, offenbare deine liebe Und tar nieder, Jch opfre meine wirke doch die heißen triebe kräfte Für dich und dein ge Der reinen gegenlieb in mir; schäfte. Du willst, daß ich der Durchdringe dadurch herz und deine sei; Mein schöpfer steh finnen, Daß ich hinfort mein mir bei. ganz beginnen In deiner lieb 2. Mein heiland, wasche und lob nur spür. mich mit deinem reinen blut, 7. Ich sehne mich nur dir Das alle flecken tilgt Und zu leben, Der du mein herr lauter wunder thut. Schließ und bräutgam bist. Was dir die verirrte seele In deine Der Glaube. 291 wundenhöhle, Daß sie von allein erquick ich mich. Regt zorn und sünde Hier wahre sich auch alles wider mich, freiheit finde. Ich bin ein Es bleibt dabei, ich liebe dich. scheusal ohne dich; Mein hei- 3. Hab ich nur dich, so land, wasche mich. hab ich alles, Was meine 3. Mein tröster, gieb mir seele wünschen kann. Auch kraft, Wenn sich versuchung fürcht ich mich gar keines falzeigt, Regiere meinen geist, les, Liebst du mich nur, was Wenn er zur welt sich neigt, ficht mich an? Drum sprich Lehr mich den sohn erkennen, mein herz: du bist mein theil, Ihn meinen Herren nennen, In dir ist meiner seelen heil. Sein gnadenwort verstehen, B. Schmolk+ 1737. Auf seinen wegen gehen. Du Eigne Melodie. bift, der alles gute ſchafft, 372. Herzlich lieb hab ich Mein kraft. o 4. Gott vater, sohn und bitt, wollst sein von mir nicht geist, Dir bin ich, was ich fern Mit deiner güt und gnabin. Ach, drücke selbst dein den. Die ganze welt nicht bild Recht tief in meinen sinn. freuet mich, Nach erd und Erwähle mein gemüthe 3um himmel nicht frag ich, Wenn schauplatz deiner güte, Verklär ich dich nur kann haben. Und an einer made Den reichthum wenn mir gleich mein herz deiner gnade. Wohl mir, wenn zerbricht, So bist du doch du der meine heißt, Gott va- mein zuversicht, Mein theil ter, sohn und geist. und meines herzens trost, Der mich durch sein blut hat er= löst. Herr Jesu Christ, Mein Gott und Herr:: In schan371. Ach, wenn ich dich, den laß mich nimmermehr. mein Gott, nur 2. Es ist ja, Herr, dein habe, Nach erd und himmel gschenk und gab Mein leib und frag ich nicht, Nichts ist, das seel und was ich hab In diemeine seele labe, Als du, mein sem armen leben. Damit ichs Gott, mein troft und licht. brauch zum lobe dein, 3um Rühmt sich die welt mit ihrer nuß und dienst des nächsten lust, Ohn dich ist mir kein mein, Wollst mir dein gnade trost bewußt. geben. Behüt mich, Herr, vor 2. Soll leib und seele mir falscher lehr, Des satans mord verschmachten, Ich hoffe doch und lügen wehr, In allem getroft auf dich. Nichts will kreuz erhalte mich, Auf daß ich alle plagen achten, An dirlichs trag geduldiglich. Herr 19* Mel. Wer nur den lieben Gott. 3. Melodie. 292 Katechismus gesänge. Jesu Christ, Mein Gott und zu sein, So du suchst dich zu Herr:: In schanden laß mich ergeben und in ewge ruh zu nimmermehr. seben: Liebe Jesum und sonst nichts, Liebe seele, so geschichts. 3. Angelus 1677. 374. Kom 3. Ach Herr, laß deine engelein An meinem end mein seelelein In Abrahams schooß Mel. Wenn mein stündlein. tragen, Den leib in seim Domm seele, geh in schlafkämmerlein Gar sanft Gott zur ruh, ohn einge qual und pein Entschlage deinem willen, VerRuhn bis am jüngsten tage. nunft schließ hier die augen Alsdann vom tod erwecke mich, zu, Laß dich den glauben stilDaß meine augen sehen dich len. Ergreife die zufriedenheit, In aller freud, o Gottes sohn, Es stehet alle deine zeit In Mein heiland und mein gna: Gottes vaterhänden. denthron! Herr Jesu Christ, 2. Wo Jesus geht, da fol: Erhöre mich:: Ich will dich ge nach, Wie und wohin er preisen ewiglich. führet, Weil dich gewiß kein M. Schalling+ 1608. ungemach, Wenn er nicht will, Mel. Sünder willst du ruhig sein. berühret. Ohn ihn geschiehet 373. Meine seele, willst dir kein leid, Es stehet deine du ruhn Und leidenszeit Allein in seinen dir immer gütlich thun, Wün händen. schest du dir von beschwerden 3. Gesett, er stellet dich Und begierden frei zu werden; einmal Auf ziemlich hohe stuLiebe Jesum und sonst nichts, fen; Es trifft dich leiden ohne Liebe seele, so geschichts. zahl, Er läßt vergebens ru 2. Niemand hat sich je be- fen, Es scheint, die hülfe sei trübt, Daß er Jesum hat ge- sehr weit: Nur unverzagt, die liebt, Niemand hat je web rettungszeit Steht auch in sei empfunden, Daß er Jesu sich nen händen. verbunden. Jesum lieben und 4. Du bleibest doch sein allein Ist so viel als selig sein. liebes kind, Gefeßt, daß aug 3. Wer ihn liebt, liebts und wangen Nicht leichtlich höchste gut, Das allein ver- ohne thränen sind, Weil alle gnügen thut, Seine freude luft vergangen, Und dich gar pflegt zu geben Ewge freud selten was erfreut; Denn eben und ewges leben; Seine liebe auch die thränenzeit Steht macht die zeit Gleich der sü- bloß in seinen händen. Ben ewigkeit. 5. Die zeiten werden treff: 4. Drum so du von aller lich schwer, Das fleisch fängt pein, Meine seel, wünschst frei an zu fragen: Wo nehm ich Der Glaube. 293 meine nothdurft her, Weil menheit, Bis daß ich dort alle leute klagen? Ach, bleib recht merke, Wenn mich dein bei der vergnüglichkeit, Es auge sieht erfreut, Wie sicher steht ja die versorgungszeit alle meine zeit In deiner hand Auch bloß in Gottes händen. gestanden. 3. A. Rothe+ 1758. 6. Du siehest auf dein christenthum Und bist noch sehr zurücke, Du liebest heimlich Eigne Melodie. luft und ruhm und merkſt viel 375. Auf meinen lieben andre Dein herz ist noch ich den. gar schlecht verneut, Sei nur in angst und noth. Der kann getroft, die wachsthumszeit mich allzeit retten Aus trübSteht auch in Gottes hän- sal, angst und nöthen, Mein unglück kann er wenden, Steht 7. Du must gar oft mit alls in seinen händen. fleisch und blut, Ja welt und 2. Ob mich mein sünd anteufel kämpfen; Es fällt dir ficht, Will ich verzagen nicht, schwer, die sündenglut, Die Auf Christum will ich bauen sie erweckt, zu dämpfen. Ach, Und ihm allein vertrauen. geh nur freudig an den streit, Shm thu ich mich ergeben Du siegest, denn die siegeszeit Im tod und auch im leben. Steht nur in Gottes händen. 3. Ob mich der tod nimmt 8. Verlanget dir auf dei- hin, Ist sterben mein gewinn ner hut Und wird dir angst Und Christus ist mein leben, und bange, Sinkt und ent- Dem thu ich mich ergeben; fället herz und muth, Währt Ich sterb heut oder morgen, dir der streit zu lange; Ge Mein seel wird er versorgen. trost, die krone liegt bereit, 4. O mein Herr Jesu Christ, Es steht auch deine Frönungs- Der du so gouldig bist Für zeit In Gottes vaterhänden. mich am freuz gestorben, Hast 9. Verbleibet dir dein to: mir das heil erworben, Auch destag Und sterbensart ver- uns allen zugleiche Das ewig borgen, Du weißt nicht, wo himmelreiche. er kommen mag: Nur weg 5. Amen zu aller stund mit allen sorgen! Gnug, daß Sprech ich aus herzensgrund; dir Gott die hände beut, Und Du wollest uns thun leiten, also auch die sterbenszeit Da Herr Christ, zu allen zeiten, rinnen sicher stehet. Auf daß wir deinen namen Ewiglich preisen. Amen. S. Weingärtner+ 1609. 10. Nun, du regierer meiner zeit, Gieb mir geduld und stärke Bei meiner unvollkom Katechismusgesänge. Ev. Matth. 26, 41. kann sich bald heucheln Und Mel. Straf mich nicht in deinem. in hoffart schmeicheln. ache dich, mein 7. Bete aber auch dabei 376. Mache geist, bereit, Mitten in dem wachen, Denn Wache, fleh und bete, Daß der Herre muß dich frei Von dich nicht die böse zeit Un- dem allen machen, Was dich verhofft betrete; Denn es ist drückt und bestrickt, Daß du Satans list Ueber viele from schläfrig bleibest Und sein werk men 3ur versuchung kommen. nicht treibest. 2. Über wache erst recht 8. Ja, er will gebeten ſein, auf Von dem sündenschlafe, Wenn er was soll geben, Er Denn es folget sonst darauf verlanget unser schrein, Wenn Eine lange strafe; Und die wir wollen leben, und durch noth Sammt dem tod Möchte ihn Unsern sinn, Feind, welt, dich in sünden Unvermuthet fleisch und sünden Kräftig finden. überwinden. 3. Wache auf, sonst kann 9. Doch wohl gut, es muß dich nicht Unser Herr erleuch- uns schon Alles glücklich ge ten; Wache, sonsten wird dein hen, Wenn wir ihn durch sei licht Dir noch ferne däuchten, nen sohn Im gebet anflehen, Denn Gott will Für die füll Denn er will Uns mit füll Seiner gnadengaben Offne Seiner gunst beschütten, Wenn augen haben. wir glaubend bitten. 4. Wache, daß dich satans 10. Drum, so laßt uns list Nicht im schlaf antreffe, immerdar Wachen, flehen, be Weil er sonst behende ist, Daß ten, Weil die angst, noth und er dich beäffe; Und Gott giebt gefahr Immer näher treten; Die er liebt, Oft in seine stra: Denn die zeit Ist nicht weit, fen, Wenn sie sicher schlafen. Da uns Gott wird richten 5. Wache, daß dich nicht und die welt vernichten. welt Durch gewalt beB. Freystein+ 1720. zwinge, Oder wenn sie sich ps. 31, 1-6. Eigne Melodie. verstellt, Wieder an sich bringe; Wach und sieh, Damit 377.n dich hab ich ge nie Viel von falschen brüdern daß ich nicht zu schanden werd, Unter deinen gliedern. Noch ewiglich zu spotte! Deß 6. Wache auch dazu für bitt ich dich, Erhalte mich In dich, Für dein fleisch und deiner treu, mein Gotte. herze, Damit es nicht lieder- 2. Dein gnädig ohr neig lich Gottes gnad verscherze, her zu mir, Erhör mein gbet, Denn es ist Voller list Und thu dich herfür, Eil bald, mich 294 Der Glaube. 295 zu erretten! In angst und weh lade Von der laft, die ihn Ich lieg und steh, Hilf mir beschwert. in meinen nöthen! 2. Ringe, denn die pfort 3. Mein Gott und schir ist enge Und der lebensweg mer, steh mir bei, Sei mir ist schmal; Hier bleibt alles ein burg, darin ich frei Und im gedränge, Was nicht zielt ritterlich mög streiten Wider zum himmelsfaal. mein feind, Der gar viel seind Un mich auf beiden seiten. 4. Du bist mein stärk, mein 3. Kämpfe bis aufs blut und leben, Dring hinein in Gottes reich; Will der satan fels, mein hort, Mein schild, widerstreben, Werde weder mein kraft, sagt mir dein wort, matt noch weich. Mein hülf, mein heil, mein 4. Ringe, daß dein eifer leben, Mein starker Gott In glühe Und die erste liebe dich aller noth; Wer mag mir Von der ganzen welt abziehe, widerstreben? Halbe liebe hält nicht stich. 5. Mir hat die welt trüg: 5. Ringe mit gebet und lich gericht Mit lügen und mit schreien, Halte damit feurig falschem gdicht Viel netz und an; Laß dich keine zeit geheimlich stricken. Herr, nimm reuen, Wärs auch tag und mein wahr In dieser gfahr, nacht gethan. Bhüt mich vor falschen tücken. 6. Hast du denn die perl 6. Herr, meinen geist be- errungen, Denke ja nicht, daß fehl ich dir, Mein Gott, mein du nun Alles böse haſt beGott, weich nicht von mir, zwungen, Das uns schaden Nimm mich in deine hände! pflegt zu thun. O wahrer Gott, Aus aller 7. Nimm mit furcht ja deinoth Hilf mir am letzten ende. ner seele, Deines heils mit 7. Glori, lob, ehr und herr zittern wahr; Hier in dieser lichkeit Sei Gott vater und leibeshöhle Schwebst du täg= sohn bereit, Dem heilig geist lich in gefahr. mit namen. Die göttlich kraft 8. Halt ja deine krone feste, Mach uns sieghaft Durch Je- Halte männlich, was du hast. sum Christum. Amen. Recht beharren ist das beste; Rückfall ist ein böser gast. 2. Reußner+ 1563. Eigne Melodie. 9. Laß dein auge ja nicht gaffen Nach der schnöden ei378. Ringe recht, wenn telkeit; Bleibe tag und nacht Gottes gnade in waffen, Fliebe träg- und Dich nun ziehet und bekehrt, sicherheit. Daß dein geist sich recht ent- 10. Laß dem fleische nicht 296 Katechismusgesänge. den willen, Gieb der lust den in der gluth? Seele, wer soll zügel nicht; Willst du die be- dich erlösen? Eilen, eilen ist gierden füllen, So verlischt hier gut. das gnadenlicht. 19. Eile, wo du dich er: 11. Fleisches freiheit macht retten Und nicht mit verder: die seele Kalt und sicher, frech ben willt, Mach dich los von und stolz, Nimmt hinweg des allen ketten, Fleuch als ein glaubens öle, Läßt nichts, als gejagtes wild. ein faules holz. 20. Lauf der welt doch aus 12. Wahre treu führt mit den händen, Dring ins stille der sünde Bis ins grab be- 3oar ein. Eile, daß du mögst ständig krieg, Richtet sich nach vollenden, Mache dich von al keinem winde, Sucht in je- lem rein. dem kampf den sieg. 21. Laß dir nichts am her13. Wahre treu liebt Christi zen kleben, Fleuch vor dem wege, Steht beherzt auf ihrer verborgnen bann. Such in hut, Weiß von keiner wollust Gott geheim zu leben, Daß pflege, Hält sich selber nichts dich nichts beflecken kann. zu gut. 22. Eile, zähle tag und 14. Wahre treu hat viel stunden, Bis dein bräutgam zu weinen, Spricht zum la- hüpft und springt, Und wenn chen: du bist toll! Weil es, du nun überwunden, Dich wenn Gott wird erscheinen, zum schauen Gottes bringt. Lauter heulen werden soll. 23. Eile, lauf ihm doch 15. Wahre treu kommt dem entgegen, Sprich: mein licht, getümmel Dieser welt niemals ich bin bereit, Nun mein büttzu nah; Ist ihr schat doch in lein abzulegen; Mich dürft't dem himmel, Drum ist auch nach der ewigkeit. ihr herz allda. I. I. Winkler+ 1722. 16. Dies bedenket wohl, ihr streiter, Streitet recht und Offenb. 2, 11. Mel. Freu dich sehr, o meine. fürchtet euch; Geht doch alle 379. Sei getreu bisa tage ins himmelreich. das ende, Daure redlich aus den kampf! Leidest 17. Denkt bei jedem au- du gleich harte stände, Dulgenblicke, Obs vielleicht der dest du gleich manchen dampf; lehte sei; Bringt die lampen Ach, das leiden dieser zeit Ist ins geschicke, Holt stets neues nicht werth der herrlichkeit, öl herbei. So dein Jesus dir will geben 18. Liegt nicht alle welt Dort in jenem freudenleben. im bösen? Steht nicht Sodom 2. Sei getreu in deinem Der Glaube. 297 glauben! Baue deinen seelen- herz bricht ihm gegen dir.. grund Nicht auf zweifelhafte Rufe nur! Gott ist vorhanschrauben; Lasse den gewis- den, Hoffnung macht ja nicht sensbund, So geschlossen in zu schanden. der tauf, Gott nicht wieder 7. Sei getreu in deinem sagen auf! Der ist gottlos herzen, Hüte dich vor Joabs und verloren, Wer meineidig kuß. Denke: Judas leidet dem geschworen. schmerzen Um den falschen 3. Sei getreu in deiner teufelsgruß. Falschheit sei dein liebe Gegen Gott, der dich ärgster feind, Rede was dein geliebt. An dem nächsten gu- herze meint. Sei zwar klug tes übe, Und ob er dich hart in deinem glauben, Und doch betrübt; Denke, wie dein hei- ohne falsch wie tauben. land that, Als er für die 8. Sei getreu in allen safeinde bat, So mußt du ver: chen! Anfang, mittel und das zeihen eben, Soll Gott anders end Laß nur Gott in allem dir vergeben. machen, Auf daß aller zweck 4. Sei getreu in deinem sich wend Förderst hin zu leiden! Lasse dich kein unge Gottes ehr, Ja du selbsten mach Und auch nichts von noch vielmehr Wirst auf guJesu scheiden, Murre nicht in tem wege gehen, und die sünweh und ach. Hilft denn was denbahn abstehen. die ungeduld? Ach, sie häufet 9. Sei getreu in todes: nur die schuld; Der trägt kämpfen! Fechte frisch den letzleichter, wer das träget Mit ten ruck; Laß dich keinen teugeduld, was Gott aufleget. fel dämpfen, Ach das ist der 5. Sei getreu in deinem härtste zug! Wer alsdann mit hoffen! Hilft gleich Gott nicht, Jesu ringt Und das sündenwie du willt, und hat bald fleisch bezwingt; Der gewißein mittel troffen, Daß dein lich lob ersieget Und die lewünschen werd erfüllt; Wisse, benskrone krieget. daß oft ist die zeit, Da er dir die hand auch beut, Da dein Benj. Prätorius+ 1659. Mel. Gottes Sohn ist kommen. ohren sind verstopfet, Wenn 380. Spiegel aller tu er gend, Führer 6. Drum getreu, getreu meiner jugend, Meister meiner aushalten Mußt du deinem sinnen, Jesu, der vor allen lieben Gott; Ihn mußt du Mir vorlängst gefallen, Laß es lassen walten, Wenn du dich liebgewinnen. nicht willt haben spott. Rufe 2. Laß mich in den armen nur! er ist schon hier, Sein Deiner huld erwarmen, Laß 298 Katechismusgesänge. mich dich genießen, und in des Herren kraft. Stärket euch deinem lichte, Schönstes an- in Jesu namen, Daß ihr nicht gesichte, Deine lippen küssen. strauchelt wie die lahmen, Wo 3. Trage deine flammen ist des glaubens eigenschaft? In mein herz zusammen, Daß Wer hier ermüden will, Der es sich entzünde Und in hei: schaue auf das ziel! Da ist Ber liebe Durch deins geistes freude. Wohlan, so seid Zum triebe Sich mit dir verbinde. kampf bereit; So krönet euch 4. Zähle meine thränen die ewigkeit. Und mein kläglich sehnen, 3. Streitet recht die wenig Wäge meine schmerzen, Die jahre, Eh ihr kommt auf die ich um dich leide, Jesu, mei: todtenbahre, Kurz, kurz ist ne freude! Innerlich im herzen. unser lebenslauf. Wenn Gott 5. Komm, erzeig dich mil- wird die todten wecken Und de Deinem ebenbilde; Denn Christus wird die welt er: ich kann nicht leben In des schrecken, So stehen wir mit leibes höhle, Wo du meiner freuden auf. Gott lob, wir. seele Dich nicht willst ergeben. sind versöhnt. Daß uns die 6. Drum so laß mich wer welt verhöhnt, Währt nicht den Deine braut auf erden, lange, Und Gottes sohn Hat Daß ich kann mit freuden längstens schon Uns beigelegt Meine zeit vollenden Und in die ehrenkron. deinen händen Aus der welt verscheiden! 381. 4. Jesu, stärke deine finder, Und mache die zu über: Joh. Angelus+ 1677. winder, Die du erkauft mit Mel. Wachet auf, ruft uns die. deinem blut. Schaff in uns Qüstet euch, ihr chri- ein neues Leben, Daß wir stenleute! Die fein- uns stets zu dir erheben, de suchen euch zur beute, Ja Wenn uns entfallen will der satan selbst hat eur begehrt. muth. Geuß aus auf uns den Wappnet euch mit Gottes geist, Dadurch die liebe fleußt worte Und kämpfet frisch an In die herzen; So halten wir jedem orte, Damit ihr bleibet Getreu an dir Im tod und unversehrt. Ist euch der feind leben für und für. zu schnell? Hier ist Immanuel. Wilh. Erasm. Urendt+ 1721. Hosiannah! Der starke fällt mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Durch diesen held Und wir 382. Seele, was ermit behalten mit dich In den 2. Reinigt euch von euren dingen dieser erden. Die doch lüsten; Besieget sie, die ihr bald verzehren sich und zu seid Christen Und stehet in lauter nichtes werden? Suche Der Glaube. 299 Jesum und sein licht, Alles höhen; Laß, was dich zur erandre hilft dir nicht. den reißt Weit von dir ent= 2. Sammle den zerstreuten fernet stehen. Suche Jesum ic. sinn, Laß ihn sich zu Gott 10. Nahe dich dem lautern aufschwingen, Richt ihn stets strom, Der vom thron des zum himmel hin, Laß ihn in lammes fließet, Und auf die, die gnad eindringen. Suche so keusch und fromm Sich in Jesum 2c. reichem maaß ergießet. Suche Jesum 2c. 3. Du verlangst oft süße ruh, Dein betrübtes herz zu 11. Laß dir seine majestät laben; Eil zur lebensquell Immerdar vor augen schwehinzu, Da kannst du sie reich- ben, Laß mit brünstigem gelich haben. Suche Jesum ic. bet Sich dein herz zu ihm 4. Fliehe die unselge pein, erheben! Suche Jesum zc. So das finstre reich gebieret; 12. Sei im übrigen ganz Laß nur den dein labsal sein, still, Du wirst schon zum ziel Der zur glaubensfreude füh- gelangen; Glaube, daß sein ret. Suche Jesum 2c. liebeswill Stillen werde dein 5. Ach es ist ja schlecht ge- verlangen. Drum such Jesum nug, Daß du sonst viel zeit und sein licht, Alles andre verdorben Mit nichtswürdigem hilft dir nicht. gesuch, Dabei du fast bist erstorben! Suche Jesum 2c. Jac. Gabr. Wolf+ 1754. 6. Geh einfältig stets ein- mel. Ich will meine stimm erheben. her, Laß dir nichts das ziel Colget mir! ruft uns verrücken; Gott wird aus dem das leben, Was liebesmeer Dich den kranken ihr bittet, will ich geben, Gewohlerquicken. Suche Jesum zc. het nur den rechten steg, Fol383. Fo 7. Weißt du nicht, daß get, ich bin selbst der weg. diese welt Ein ganz ander Folget mir von ganzem herwesen heget, Uls dem höchsten zen, Ich benehm euch alle wohlgefällt Und dein ursprung schmerzen; Lernet von mir dir vorleget? Suche Jesum 2c. insgemein Sanft und reich 8. Du bist ja ein hauch von demuth sein. aus Gott Und aus seinem 2. Ja, Herr Jesu, dein geist geboren, Darum liege begehren Sollt ich billig dir nicht im koth, Bist du nicht gewähren, Weil ich weiß, daß zum reich erkoren? Suche der fein christ Unter uns zu Jesum 2c. nennen ist, Der sich gleichsam 9. Schwinge dich fein oft pflegt zu schämen, Deine last im geist Ueber alle himmels: auf sich zu nehmen; Ach, ich 300 Katechismusgesänge. weiß es gar zu wohl, Daß gegangen Nicht mit großem man dir nachwandeln soll. stolz und prangen, Nicht mit 3. Aber, Herr, wo find ich hader, zank und streit, Son stärke, Zu verbringen gute dern mit barmherzigkeit. Gieb, werke, Dir mit lust zu wan- daß wir als hausgenossen, deln nach? Ach, mein Gott, Dir zu folgen, unverdrossen ich bin zu schwach. Geh ich Wandeln in der tugend bahn, schon auf guten wegen, Muß Wie du haft für uns gethan. ich bald mich niederlegen; 8. Herr, wie bist du doch Dich zu lieben, o mein licht, gelaufen Unter jenem schnöden Steht in meinen kräften nicht. haufen, Damals als der sün4. 3war mein geist wird den macht Dich hat an das oft bewogen, Aber bald durchs kreuz gebracht, Und ein überfleisch betrogen, Wenn die große liebe Dich für uns zu wollust tritt herfür, Freund sterben triebe, Da dein theur lich rufend: folge mir! Ehr vergossnes blut Uns erwarb und pracht sammt andern sa- das höchste gut. chen Wollen sich zum Herren 9. Laß uns auch in sol. machen; Geiz und ungerech- chen schranken Christlich lautigkeit Kommen auch zu die fen sonder wanken, Daß uns sem streit. lieb und freundlichkeit Fest 5. Ach, wie seh ich doch verknüpf in dieser zeit. Nieein rennen Nach den gütern, mand seh in diesem stücke, die wir kennen, Liebet doch Wohl zu leben, hier zurücke; die schnöde welt Nur den Christus gehet vor uns her, reichthum und das geld. Und Folget! das ist sein begehr. dem Herren, der das leben 10. Wenn die sonne läuft Nach dem sterben uns will von ferne, Folgen ihr fast alle geben, Folget niemand mit sterne, Und wenn Josua zog der that, Ob mans gleich aus Folget ihm Israels haus. versprochen hat. Du, Herr Jesu, bist die sonne, 6. Über, Herr, ich will Gieb, daß wir mit herzens: nicht lassen, Dich mit freu- wonne Folgen dir mit großer den anzufassen, Hilf nur gnä- schaar, Wohl zu leben imdig, stärke mich, Steif und merdar. fest zu halten dich. Jener 11. Josua bist du genen: wege laß ich fahren, Nur net, Der sein kleines häuflein mit dir will ich mich paaren; kennet, Und demselben zeigt Jener wege sind betrug, Wer die bahn Nach dem rechten dir folget, der ist klug. Kanaan. Laß uns solchen weg doch sehen, Daß wir ihn mit 7. Du bist vor uns her Der Glaube. 301 freuden gehen Unter deinem 16. Hilf mir, Herr, vor schutz und hand Hin zum allen dingen Meinen lauf so hochgelobten land. vollenbringen, Daß ich mich 12. Jesu, du mein licht in deiner lieb und der wahund leben, Deine schritte sind ren demuth üb. Hilf, daß ganz eben, und die stapfen ich dir hier vertraue Und dich deiner füß Halt ich über ho- dort mit freuden schaue; Senig süß. Hilf, daß ich in nes gieb mir in der zeit, koth der sünden Meinen gang Dieses in der ewigkeit. nie lasse finden, Zeig, Herr, 3. Rift+ 1667. deinem armen knecht Alle steg Mel. Erhalt uns Herr bei deinem. und wege recht! 384. mensch, willt 13. Laß mich deine gnade du vor Gott spüren, Meinen tritt also zu bestehn, Täglich laß dir zu führen, Daß ich in der un- herzen gehn, Wie elend du schuld geh Und nicht bei den von anfang bist, Verderbet spöttern steh. Hilf, daß ich gar durchs teufels list. nicht nur in freuden, Son- 2. Hab reu und leid über dern auch in kreuz und lei- dein sünd, Gedenk allzeit der den Durch so manchen kampf letzten stünd, Un welcher du und streit Dir zu folgen sei mußt durch den tod Aus bereit. schwerer last dringen zu Gott. 14. Laß mich, Herr, doch 3. Erheb dein herz durch nicht verdrießen, Angst und wahre reu, Im wort ergreif trübsal zu genießen, Weil die göttlich treu, Die dir verman weiß, daß diese bahn giebt durch Jesum Christ Alles, Ist ein rechter unglücksplan, daran du sündig bist. Da man muß in dörnern ba- 4. Und dank von herzen, den, und mit elend sich bela- bitt danebn, Daß er regier den, Da denn laufend jeder dein thun und lebn; Dann mann Gar zu schleunig fallen fang dein arbeit an mit fried Und wiß, daß Gott auch arfann. 15. Laß mir doch mein ziel beit liebt. auf erden nicht zu schnell verrücket werden, 5. Denn wer sein arbeit thut Daß ich mit fleiß Und Gott darneben ja das gnadenlicht In der giebt den preis und bittet zeit verliere nicht. Gieb, daß ferner um genad Derselb vor ich von meiner jugend Bis Gott kein mangel hat. ins alter mir die tugend Recht 6. Doch dein gebet fei ſo von herzen, nicht zum schein, gericht: Herr Gott, ich bitt, Hoch laß angelegen sein. verlaß mich nicht! Gieb, daß 302 Katechismusgesänge. ich nicht von deinem wort Ab- Und wo ihr etwas noch anweich auf ungebührlich art! klebt, Das zu dem glanz der 7. Sondern, daß ich das welt gehöret, Daß ist ihr höher halt Denn geld, reich lauter höllenpein; Und wo thum und all gewalt, Daß sie recht in Gott einkehret, ich von deinem wort allzeit Da macht sie sich von allem Gern hör und red, und sei rein. bereit, 4. Die einfalt Christi 8. In deinen willen mich schließt die seele Vor allem zu gebn, So lang ich bin weltgetümmel zu; Da sucht in diesem lebn! Gieb, daß sie in der dunklen höhle, In ich denk an deinen bund! Horeb Gott und ihre ruh. Verleih mir, Herr, ein selig Wenn sich das heuchelvolk in stund. Joh. Stigelius. 1569. lüften Der welt und ihrer eitelkeit, Auch wohl bei guMel. Die tugend wird durchs kreuz. tem schein will brüsten, Fühlt 385. füßer stand, o jene harten kampf und streit. ſelig leben, 5. Die einfalt weiß von Das aus der wahren einfalt keiner zierde, Als die im blute quillt, Wenn sich ein herz Christi liegt, Die reine himm Gott so ergeben, Daß Christi lische begierde Hat solche thor: sinn es ganz erfüllt; Wenn heit schon besiegt. An einem Un sich der geist nach Christi bilde reinen Gotteskinde Glänzt In licht und recht hat auf Gottes name schön und rein; gericht und unter solchem Wie könnt es dann vom eit: klaren schilde Durch alle fal- len winde Der welt noch einsche höhen bricht. genommen sein? 2. Was andern schön und 6. Von sorgen, noth und lieblich scheinet Ist solchem allen plagen, Damit die welt herzen kinderspiel; Was man sich selbst ansicht, Vom neid, cher für unschuldig meinet, Ist damit sich andre tragen, Weiß solchem herzen schon zu viel! Christi sinn und einfalt nicht. Warum? es gilt der welt ab: Den schak, den sie im herzen sagen, Hier heißts: rühr kein heget, Behält sie wider allen unreines an! Das kleinod läßt neid; Ist jemand, der lust sich nicht erjagen, Es sei denn dazu träget, Das macht ihr alles abgethan. lauter herzensfreud. 3. Die himmelskost schmeckt 7. O schönes bild, ein herz viel zu süße Dem herzen, zu schauen, Das sich mit Christi das in Jesu lebt, Die braut einfalt schmückt! Geht hin, ihr bewahrt haupt, herz und füße, thörichten jungfrauen, Harrt Der Glaube. 303 nur, bis euch die nacht be- dienst zum troft gegeben, Sein rückt! Was sind die lampen blut zu meiner seelen kauf, sonder öle? Schein ohn ein- Und mir durch seines todes falt und Christi sinn! Sucht noth Erworben einen selgen tod. doch was bessers für die seele 4. Ach, liebster schak, geUnd gebt der welt das ihre hin. denk doch meiner Und halte 8. Ach, Jesu, drücke mei- bei mir redlich aus; Laß allnem herzen Den sinn der lau- zeit mich genießen deiner Und tern einfalt ein; Reiß aus, reiß aus aller noth mich aus. obschon mit tausend schmerzen, Denn ich will habn in diesem Der welt ihr wesen, tand und nun Mit niemand als mit schein. Des alten drachen bild dir zu thun. und zeichen Trag ich nicht 5. Laß mich absterben meimehr, drum laß mich nur nen sünden Durch stete reu Der einfalt zier und schmuck und wahre buß, Im glauben erreichen: Das ist die neue mich mit dir verbinden, Und creatur. lernen, daß ich sterben muß, Damit ich mich all augenblick 3u einem selgen sterben schick. Joh. Jos. Winkler † 1722. 6. Ich gebe dir zu treuen händen, Herr, meine seel zum eigenthum. Das deine mag ich nicht entwenden, Es blei386. Weil nichts gemei- bet dein zu deinem ruhm. ners als ster Gieb du nur selber achtung ben Und bald vielleicht die reih drauf: Herr Jesu, meinen an mir, So will ich mich bei geist nimm auf! zeit bewerben Um ein recht 7. Bereite mich von aus selges sterben hier. Ich will und innen, Wie du mich selerst sterben, eh ich sterb, Daß ber haben willt; Den glauich im tode nicht verderb. ben mehr, hilf meinen sinnen, 2. Weil aber dies ist eine Und sei für mich stets sonn sache, Die nicht in menschen und schild. Die sünde tilg, kräften steht, So weiß ich, wie dem satan wehr, Und zeig ichs flüglich mache, Daß mein dich mir mit deinem heer. vorhaben doch fortgeht; Sch 8. Ich bitt mir aus dein laufe grade zu dem mann, Der heilgen wunden Zur ruh, dein zum wohlsterben helfen kann. wort zur arzenei, Deins leiAuferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Mel. Wer nur lieben Gott läßt. 1. Melodie. 3. Das ist mein Jesus, der dens kraft zur letzten stunden, sein leben Für meines hat Das vaterherz, des trösters geopfert auf, Mir sein ver- treu, Dein blut zur kron 304 Katechismusgesänge. und sterbekleid Zuletzt zum schwere last, Drin du jetzt grabe deine seit. bist nur wie ein gast! Du 9. Auf diese weise mag ich mußt doch aus dem alten sterben In kurzem oder über haus Ziehen; da wird nicht lang; Mir ist, als einem anders aus. himmelserben Und Gottes: 7. Doch aus dem armen kinde gar nicht bang, Die madensack Wird dir Christus Gotteslieb, das Jesusblut, am jüngsten tag Ein haus Machts schon mit meinem bauen ganz neu und klar; Drin ende gut. 2. Weise+ 1708. wirst du wohnen immerdar. 8. Dann wollen wir beide Mel. Erhalt uns Herr bei deinem. zugleich Einwohner sein im 387. Mit toosgedanken himmelreich und ewig ſehen geh ich um, Gottes sohn, Mit lust alls Denn er sich stets dreht um nach seim willen thun. mich hrum Und tritt mir 9. Wie wir erstlich ge noch gar auf dem fuß, All schaffen sein Von aller fünd stund ich seiner warten muß. lauter und rein ,. Werden wir 2. Den bogen hat er schon sein fromm, grecht, klug und gespannt und hat den pfeil weis, Wie Adam war im in seiner hand; Er nimmt paradeis. des seigers eben wahr, Wann er ist ausgelaufen gar. 10. Mein liebe seel, drum ſei getröst! Christ, unser Herr, 3. Dann wird er mir las hat uns erlöst. Scheid nur sen kein frist, Ich sei wohl willig von diesem lebn; Gott oder übel gerüst; Bald er wird uns viel ein bessers gebn. beginnt zu klopfen an, Ist Amen. N. Hermann+ 1561. ihm die thür schon aufgethan. 4. Kein bürgen er mir se Eigne Melodie. ten will, Steckt mir auch 388. Wer weiß, wie nahe kein Wenn er mein ende, kommt und spricht nur ein Hin geht die zeit, her kommt wort, So muß ich auf und der tod; Uch, wie geschwinde mit ihm fort. und behende Kann kommen 5. Drum, o mein liebe meine sterbensnoth. Mein seel, dich rüst, Ob du vom Gott, ich bitt durch Christi leib heut scheiden müßt! Mach blut: Machs nur mit meinem dich gerüst und sei bereit, ende gut. Laß dir den tod nicht machen 2. Es kann vor nacht leicht leid. anders werden als es am 6. Leg ab, mein leib, die frühen morgen war; Denn Der Glaube. 305 weil ich leb auf dieser erden mir daher auch gewogen, Hast Leb ich in steter todsgefahr. mich zum kind genommen auf. Mein Gott 2c. Mein Gott 2c. 3. Herr, lehr mich stets 10. Ich habe Jesu fleisch mein end bedenken Und wenn gegessen, Sein blut hab ich ich einstens sterben muß, Die getrunken hier; Nun kann seel in Jesu wunden senken er meiner nicht vergessen, Ich Und ja nicht sparen meine bleib in ihm und er in mir. buß. Mein Gott zc. Mein Gott 2c. 4. Laß mich bei zeit mein 11. So komm mein end haus bestellen, Daß ich be- heut oder morgen, Ich weiß, reit sei für und für, Und daß mirs mit Jesu glückt; sage frisch in allen fällen: Ich bin und bleib in deinen Herr, wie du willst, so schicks sorgen Mit Jesu blut schön mit mir. Mein Gott zc. ausgeschmückt. Mein Gott zc. 5. Mach mir stets zucker- 12. Ich leb indeß in dir süß den himmel Und gallenbit vergnüget Und sterb ohn alle ter diese welt, Gieb, daß mir kümmerniß; Mir gnüget, wie indem weltgetümmel Die ewig- mein Gott es füget, Ich keit sei vorgestellt. Mein Gott zc. glaub und bin es ganz gewiß: 6. Ach vater, deck all meine Durch deine gnad und Christi sünde Mit dem verdienste Chri- blut Machst dus mit meinem sti zu, Darein ich mich fest- ende gut. gläubig winde; Das giebt mir recht erwünschte ruh. Mein Gott 2c. Emilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt+ 1706. Eigne Melodie. 7. Ich weiß, in Jesu blut 389. in deiner macht, J ja, Herr, und wunden hab ich mich recht und wohl gebett, Da Du hast mich an dies licht find ich trost in todesstunden gebracht, Du unterhältst mir Und alles, was ich gerne hätt. auch das leben; Du kennest Mein Gott 2c. meiner monden zahl, Weißt, 8. Nichts ist, das mich wann ich diesem jammerthal von Jesu scheide, Nichts, es Auch wieder gute nacht muß ſei leben oder tod; Die hand geben. Wo, wie und wann leg ich in Jesu seite Und ich sterben soll, Das weißt fage: mein Herr und mein du, vater, mehr als wohl. Gott! Mein Gott 2c. 2. Wen hab ich nun, als 9. Ich habe Jesum ange- dich allein, Der mir in mei zogen Schon längst in meiner letzten pein Mit trost ner heilgen tauf; Du bist und rath weiß beizuspringen? Lutherisches Gesangbuch. 20 306 Katechismusgesänge. Wer nimmt sich meiner seelen sich satan dessen an, Der kein an, Wenn nun mein leben gesek mir geben kann, Nichts nichts mehr kann Und ich muß hat an dem, was du, Herr, mit dem tode ringen, Wenn liebest? Er nehme das, was aller sinnen kraft gebricht; sein ist, hin, Ich weiß, daß Thust du es, Gott mein hei- ich des Herren bin. land, nicht? 7. Herr Jesu, ich, dein 3. Mich dúnkt, da lieg ich theures gut Bezeug es mit schon vor mir In großer hitz, selbst deinem blut, Daß ich ohn kraft, ohn zier, Mit der sünde nicht gehöre. Was höchster herzensangst befallen. schont denn satan meiner nicht Gehör und rede nehmen ab, Und schreckt mich durch das Die augen werden mir ein zorngericht? Komm, rette deigrab, Doch kränkt die sünde nes leidens ehre! Was gie: mich vor allen; Des satans best du mich fremder hand anklag hat nicht ruh Sett Und hast so viel an mich ge mir auch mit versuchung zu.[ wandt? 4. Ich höre der posaunen 8. Nein, nein, ich weiß ton Und seh auch den gerichts- gewiß, mein heil, Du lässest tag schon, Der mir auch wird mich, dein wahres theil, Zu ein urtheil fällen. Hier wei- tief in deinen wunden sitzen. set mein gewissensbuch, Da Hier lach ich aller macht und aber des gesetzes fluch Mich noth, Es mag gesek, höll, sündenkind hinab zur höllen, oder tod Auf mich her don Da, wo man ewig, ewig: nern oder blißen. Dieweil ich leid! Mord! jammer! angst lebte, war ich dein, Jest und zeter! schreit. fann ich keines fremden sein. Simon Dach+ 1659. Mel. Wenn mein stündlein. 5. Kein geld und gut errettet mich; Umsonst erbeut ein bruder fich Den andern 390. Ein würmlein bin hier erst los zu machen, Er ich, arm und muß es ewig lassen stehn. klein, Mit todesnoth umgeben, Wir werden ewig nicht ent- Kein trost weiß ich in mark gehn, Kriegt uns einmal der und bein, Im sterben und im höllen rachen. Wer hilft mir leben, Denn daß du selbst, sonst in dieser noth, Wo du Herr Jesu Christ, Ein armes nicht, Gott, du todes tod? würmlein worden bist. Ach 6. Der teufel hat nicht Gott, erhör mein klagen! macht an mir, Ich habe bloß 2. Laß mich, Herr Christ, gefündigt dir, Dir, der du an deinen leib Ein grünes missethat vergiebest; Was maßt zweiglein bleiben; Mit deinem Der Glaube. 307 geist, Herr, bei mir bleib, Eigne Melodie. ch Wenn ich mein feel foll ſchei= 391. dbb mein ench), den, nun vergeht meins Gott heimgestellt, lebens frist Und meines blei- Er mach mit mir, wies ihm bens nicht mehr ist Allhier gefällt; Soll ich allhier noch auf dieser erden. länger lebn, Nicht widerstrebn, Seim willn thu ich mich ganz 3. So laß mich nicht in dieser noth Umkommen und ergebn. verzagen, Spring mir zu hülf, o treuer Gott, Mein angst wenn Gott will, Ich schreib hilf du mir tragen, Denk, ihm nicht vor maß noch ziel; daß ich bin am leibe dein, Es sind gezählt all häärlein Ein glied und grünes zwei mein, Beid groß und klein, gelein; In fried laß mich Fällt keines ohn den willen hinfahren. ſein. 2. Mein zeit und stund ist, 4. Gedenk, Herr, an den 3. Es ist allhier ein jamtheuren eid, Den du selbst merthal, Ungst, noth und trübbast geschworen, So wahr sal überall; Des bleibens ist du bist von ewigkeit, Ich soll ein kleine zeit Mühseligkeit, nicht sein verloren; Ich soll Und wers bedenkt, immer ein nicht kommen ins gericht, streit. Den ewig tod auch schmecken 4. Was ist der mensch? nicht, Dein heil willst du mir ein erdenkloß, Von muttrleib zeigen. kommt er nackt und bloß, 5. Ach Gott, laß mir ein Bringt nichts mit ihm auf leuchte sein Dein wort ewig diese welt, Rein gut noch zum leben; Ein seligs ende geld, Nimmt nichts mit ihm, mir verleih, Ich will mich dir wenn er hinfällt. ergeben. Ich traue dir, mein 5. Es hilft kein reichthum, Herr und Gott, Denn du ver- geld noch gut, Kein kunst, läßt in keiner noth, Die dei ner hülf thun warten. noch gunst, noch stolzer muth; Für'n tod kein kraut gewach6. Drauf will ich nun be sen ist, Mein frommer christ! fehlen dir Mein feel in deine Alles, was lebet, sterblich ist. hände; Uch, treuer Gott, steh 6. Heut sind wir frisch, gefeft bei mir, Dein geist nicht sund und stark, Morgen todt von mir wende. Und wenn ich und liegen im sarg; Heut nicht mehr reden kann, So blühen wir wie rosen roth, nimm den letzten seufzer an, Bald frank und todt, Ist Durch Jesum Christum. Amen. allenthalben müh und noth. Barth. Fortsch+ 1587. 7. Man trägt eins nach 20* 308 Katechismusgesänge. 14. Das ist mein troft zu dem andern hin, Wohl aus den augen und dem sinn; aller zeit, In allem kreuz und Die welt vergisset unser bald traurigkeit. Ich weiß, daß ich Sei jung odr alt, Auch unsrer am jüngsten tag Ohn alle ehren mannigfalt. klag Werd auferstehn aus 8. Uch Herr, laß uns be- meinem grab. denken wohl, Daß wir sind 15. Mein lieber, frommer, sterblich allzumal; Auch wir treuer Gott All mein gebein allhier kein bleibens han, bewahren thut; Da wird Müssn all davon, Gelehrt, nicht eins vom leibe mein, alt, reich, jung oder schön. Sei groß odr klein Umkom9. Das macht die sünd, du men noch verloren ſein. treuer Gott, Dadurch ist kommn 16. Mein lieben Gott von der bittre tod, Der nimmt und angesicht Werd ich anschaun, frißt all menschenkind, Wie dran zweifl ich nicht, In ew: er sie findt; Fragt nicht, weß ger freud und seligkeit, Die stands odr ehrn sie sind. mir bereit; Ihm sei lob, preis 10. Ich hab hier wenig in ewigkeit! guter tag, Mein täglich brot 17. O Jesu Christe, Gottes ist müh und klag; Wenn mein sohn, Der du für uns hast gnug Gott will, so will ich mit Hin- gethan, Ach, schließ mich in fahrn in fried; Sterbn ist mein die wunden dein Du bist gwinn und schadt mir nicht. allein Der einge troft und helfer mein. 11. Und ob mich schon mein sünd ansicht, Dennoch will ich 18. Amen, mein lieber from verzagen nicht; Ich weiß, daß mer Gott, Bescheer uns alln ein mein getreuer Gott Für mich felgen tod; Hilf, daß wir mö in tod Sein liebsten sohn ge- gen allzugleich Bald in dein geben hat. reich Kommen und bleiben 12. Derselbig mein Herr ewiglich. J. Pappus+ 1610. Jesus Christ Für all mein sünd gestorben ist Und auferſtanden mir zu gut Der höl- 392. Vi ALEt will ich len glut theuren blut. dir geben, Du arge, falsche welt! Dein 13. Dem leb und sterb ich sündlich böses leben Durch allezeit, Von ihm der bittr aus mir nicht gefällt. Im tod mich nicht scheidt. Ich leb himmel ist gut wohnen Hin odr sterb, so bin ich sein; Er auf steht mein begier; Da ist allein Der einge trost und wird Gott ewig lohnen Dem, helfer mein. der ihm dient allhier: Eigne Melodie. Der Glaube. 309 2. Rath mir nach deinem bittre leiden dein, Du wollst herzen, O Jesu, Gottes sohn! mir sünder gnädig sein. Soll ich ja dulden schmerzen, 2. Wenn ich nun komm Hilf mir, Herr Christ, davon. in sterbensnoth Und ringen Berkürz mir alles leiden, werde mit dem tod, Wenn Stärk meinen blöden muth, mir vergeht all mein gesicht Laß mich selig abscheiden, Und meine ohren hören nicht, Wenn meine zunge nicht mehr Set mich in dein erbgut. 3. In meines herzens grunde spricht Und mir vor angst Dein nam und kreuz allein mein herz zerbricht; Funkelt all zeit und stunde, 3. Wenn mein verstand Drauf kann ich fröhlich sein. sich nichts mehr bsinnt Und Erschein mir in dem bilde mir all menschlich hülf zer3u troft in meiner noth, rinnt; So komm, Herr Jesu, Wie du, Herr Christ so milde mir behend Zu hülf an meiDich haft geblut zu tod. nem letzten end, Und führ mich 4. Verbirg mein seel aus aus dem jammerthal, Verkürz gnaden In deiner offnen seit, mir auch des todesqual. Rück sie aus allem schaden 3u deiner herrlichkeit. ist wohl hier kommt ins 4. Die bösen geister von Der mir treib, Mit deinem geist gewesen, Wer stets bei mir bleib, Bis sich himmelsschloß; die feel vom leib abwendt, Der ist ewig genesen, Wer So nimm sie, Herr, in deine bleibt in deinem schooß. händ, Der leib hab in der 5. Schreib meinen nam erd sein ruh, Bis sich der aufs beste Ins buch des le- jüngst tag naht herzu. bens ein und bind mein feel 5. Ein fröhlich urständ mir gar feste Ins schöne bünde- verleih, Am jüngsten tag mein lein, Der, die im himmel fürsprech sei Und meiner sünd grünen Und vor dir leben nicht mehr gedenk, Aus gnafrei; So will ich ewig rüh- den mir das leben schenk, Wie men, Daß dein herz treue sei. du hast zugesaget mir In Valerius Herberger+ 1627. deinem wort, des trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch Eigne Melodie. 393.$ em err Jesu Christ, sage ich, Wer mein wort hält wahr mensch und und glaubt an mich, Der wird Gott, Der du littst marter, nicht kommen ins gericht Und angst und spott, Für mich den tod ewig schmecken nicht; am kreuz auch endlich starbst Und ob er schon hier zeitlich Und mir deins vaters huld stirbt, Mit nichten er drum erwarbst; Ich bitt durchs gar verdirbt. 310 Katechismusgesänge. 7. Sondern ich will mit ich doch, daß mich kein lei starker hand Ihn reißen aus den Kann von seiner liebe des todes band Und ihn mit scheiden, Sondern daß das nehmen in mein reich, Da kreuz ein kuß Seiner liebe soll er denn mit mir zugleich heißen muß. In freuden leben ewiglich: 4. Bloß deßwegen will ich Dazu hilf uns ja gnädiglich. sterben, Daß ich Jesum möge 8. Ach, Herr, vergieb all sehn, Und sein ewig heil er unsre schuld, Hilf, daß wir erben; Möcht es heute noch warten mit geduld Bis un- geschehn! Doch wer weiß, wie ser stündlein kommt herbei, diese stunden, Da ich aller Auch unser glaub stets wacker angst entbunden, Auf der sei, Dein wort zu trauen fe- müden lebensbahn Meinen stiglich, Bis wir entschlafen lauf vollenden kann? seliglich. Amen. Paul Eber+ 1569. Mel. Jesu, meines Lebens teben. 5. So ist mir der tod ein segen, Und das sterben ein gewinn. Kommt, ihr engel, 394. Citle welt, ich bin kommt entgegen, Traget meine dein müde, Meine seele hin! Ach, mir wird von seele sehnet sich Nach des him- jenem leben Jetzt der vormels ruh und friede, Ach, schmack schon gegeben; Darum mein Gott, wann rufst du wünsch ich dies allein, Auch mich? Rufe mich; mit allen im schauen da zu sein. freuden Will ich aus der trüb- 6. Alle, die mich hier ge sal scheiden, Denn ich weiß, liebet, Alle, denen ich bekannt, durch Christi blut Machest Und die mein valet betrübet, du mein ende gut. Die befehl ich Gottes hand. 2. Mir macht ja der tod Gott versorget, Gott beschü nicht bange, Denn ich bin Bet, Gott bescheeret, was euch des lebens satt. Wer das nüßet; Also ist mein haus jammerthal so lange Als wie bestellt, Gute nacht, du eitle ich gemessen hat, Wird wohl welt! E. Neumeister+ 1756. alle stunden zählen, Bis die freiheit seiner seelen Und der Mel. Mein wallfahrt ich vollendet. So komm, gelieb te todesstund, 3. 3war ich bin nicht un- Komm, ausgang meiner lei geduldig, Daß mich kreuz und den, Ich seufz aus diesem elend drückt, Ich bin mehr fündengrund Nach jenen himzu leiden schuldig, Als mir melsfreuden. Ach, liebster tod, Gott hat zugeschickt; Weiß komm bald heran! Ich warte abschied aus der welt Sich 395. hat eingestellt. Der Glaube. 311 mit verlangen, In weißen 6. Drum zage nicht, mein kleidern angethan Vor Gottes schwacher sinn, Verlaß den leib der erden, Wirf alles thron zu prangen. 2. Ihr schwachen glieder eitle willig hin, Die erd muß scheuet zwar, So früh enterde werden. Die seele bleibt seelt zu werden; Die seele in Gottes hand Bei solchem selbsten kann nicht gar Ohn wohlvergnügen, Das nur der alle pein auf erden, Dar geist und kein verstand Allhier innen sie bisher gelebt, Den begreifen mögen. letten abschied sagen; Bald ist sie freudenvoll, bald schwebt Sie wieder voller zagen. 7. Auch wird die schöne freudenzeit Um end der zeit entdecken, Daß Gott der seele vorig kleid Auch aus dem staub ewig herrlich Da wird sein 3. Doch, Jesu, deine liebe macht mir alle furcht ver- erwecken Und schwinden. Ich werd in dieser machen kann. todesnacht Dich, lebensfürsten, volle wonne, Wenn wir mit finden. Ich finde, ja ich halte klarheit angethan, Dort leuchdich, Mein leben, mein ver- ten wie die sonne. langen; Mein leben, du wirst selbsten mich mit deinem licht als umfangen. 8. An uns stirbt nichts sterblichkeit, Wir selbst sind unverloren, Der leib wird 4. Drum sterb ich nicht nur der last befreit Und himmin diesem tod, Der tod ist lisch neu geboren. Denn was nur mein leben. Nach kurzem man hier verweslich sät, Was kampf, nach kurzer noth Ist hier verdirbt im dunkeln, Das dort ein ewig schweben Voll wird, so bald es aufersteht, herrlichkeit, voll ruh und freud, Voll glanz und schönheit funVoll fried, voll trost, voll keln. wonne, Voll seligkeit, wo 9. Drum gebt, ihr schwaallezeit Gott selbsten ist die chen glieder, ihr, Euch willig sonne. hin der erden, Es wird von 5. Der herzog meines eurer zahl und zier Ja nichts lebens ist Durch tod zum verloren werden. Die haut, leben gangen; Und ich werd die vormals mich bedeckt, Wird auch zu meinem Christ Auf doch mich wieder kleiden, Wenn diesem weg gelangen. Der ich, in meinem fleisch erweckt, lehte schritt zur seligkeit Ge- Beschaue Gott mit freuden. schieht durch selig sterben. Ist 10. Dem ich im glauben er mein haupt, in herrlich hier gedient, Der wird mich keit, Wie soll sein glied ver- dorthin bringen, Wo tausend, tausend vor mir sind Und derben? 312 Katechismusgesänge. ewig heilig singen. Da werd ich dir, Ein ewigs leben haft ich seine herrlichkeit Mit mei: du mir Mit deinem tod er nen augen sehen, Und was worben. in zeit und ewigkeit von ihm 4. Weil du vom grab er: mir guts geschehen. standen bist, Werd ich im 11. Gott selbst mit seinem grab nicht bleiben. Mein höch angesicht Wird ewig mich er- ster trost dein auffahrt ist, quicken; So werd ich auch Todsfurcht kann sie vertreiben. in seinem licht Mir selbsten Denn wo du bist, da komm ihn erblicken, herrlichkeit, ich hin, Daß ich stets bei dir wie find ich mich, Wenn en leb und bin; Drum fahr ich gelreine seelen Mit sonnen- hin mit freuden. aren leibern sich Vor Gottes stuhl vermählen! 5.* So fahr ich hin zu Jesu Christ, Mein arm thu ich ausstrecken; So schlaf ich cin und ruhe fein, Kein mensch kann mich aufwecken, Denn Gottes sohn, 396. Wein vorhanden Der wird die himmelsthür auf ist Und soll hinfahrn mein thun, Mich führn zum ewgen straße, So gleit du mich, leben. N. Hermann+ 1561. Herr Jesu Christ, Mit hülf mich nicht verlasse. Mein seel Mel. Mag ich unglück nicht widerst. an meinem letzten end Be- 397.J ch hab, Gottlob, fehl ich dir in deine händ, das mein vollDu wollst sie mir bewahren. bracht; Welt, gute nacht! 2. Mein sünd mich wer- Wir müssen uns nun scheiden. den kränken sehr, Mein gwis In Jesu namen sanft und still sen wird mich nagen, Denn Ich wandern will Zur seligihr sind viel, wie sand am keit mit freuden. In dieser meer, Doch will ich nicht welt War mir bestellt Nur verzagen. Gedenken will ich angst und noth, Zuletzt der an dein tod, Herr Jesu, und tod; Nun endet sich mein dein wunden roth, Die wer: leiden. den mich erhalten. S. E. Herzogin zu Sachsen- Zeiß(?)+ 1684. Eigne Melodie. 2. In Jesu namen schlaf 3. Ich bin ein glied an ich ein; Er führt allein Mich deinem leib, Deß tröst ich aus dem tod ins leben. Um mich von herzen; Von dir kreuze sein vergossnes blut ich ungeschieden bleib In Kommt mir zu gut, Macht todesnöthn und schmerzen; fröhlich mich daneben. Der Wenn ich gleich sterb, so sterbledle saft Bringt rechte kraft, Der Glaube. 313 Stärkt mir mein herz In to desschmerz, Kann freud und wonne geben. Laß sein mein ehr, mein freud und wonn. 6. Dein durst und gallen3. In Jesu namen fahr trank mich lab, Wenn ich sonst ich hin; Denn mein gewinn keine stärkung hab; Dein Ist Christus, wenn ich sterbe. angstgeschrei komm mir zu gut, Ich weiß, daß er mich nicht Bewahr mich vor der höllenverläßt, Und glaube fest, Im glut. tod ich nicht verderbe. Mir 7. Wenn mein mund nicht ist bereit In ewigkeit Von kann reden frei, Dein geist Gottes sohn Die ehrenkron, in meinem herzen schrei; Hilf, Das rechte himmelserbe. daß mein seel den himmel find, Wenn meine augen werden biind. G. Werner+ 1671. Eigne Melodie. Jesu meins Chrift, 8. Dein letztes wort laß 398. Her er lebens ſein mein licht, Wenn mir licht, Mein hort, mein trost, der tod das herz absticht; mein zuversicht! Auf erden Behüte mich vor ungeberd, bin ich nur ein gast, Und drückt Wenn ich mein haupt nun mich sehr der sünden last. neigen werd. 9. 2. Ich hab vor mir ein Dein kreuz laß sein schwere reis Zu dir ins him- mein wanderstab, Mein ruh melparadeis; Da ist mein und rast dein heiligs grab; rechtes vaterland, Darauf du Die reinen grabetücher dein haft dein blut gewandt. Laß meinen sterbekittel sein. 3. 3ur reif ist mir das 10. Laß mich durch deine herz gar matt, Der leib gar nägelmaal Erblicken die gewenig kräfte hat; Allein mein nadenwahl; Durch deine auf seele schreit in mir: Herr, gespaltne seit Mein arme ſeele hol mich heim, nimm mich zu heim geleit. dir. 11. Auf deinen abschied, 4. Drum stärk mich durch Herr, ich trau, Darauf mein das leiden dein In meiner letzte heimfahrt bau. Thu mir letzten todespein; Dein blut- die himmelsthür weit auf, schweiß mich tröst und erquick Wenn ich beschließ meins leMach mich frei durch dein bens lauf. band und strick. 12. Um jüngsten tag erweck 5. Dein backenstreich und mein leib, Hilf, daß ich dir zur ruthen frisch Die fündenstrie- rechten bleib, Daß mich nicht men mir abwisch, Dein spott treffe dein gericht, Welchs das und hohn, dein dornenkron erschrecklich urtheil spricht. 314 Katechismusgesänge. 13. Alsdann mein leib er-| 4. Die welt, teufel, sünd neure ganz, Daß er leucht, und hölle, Unser eigen fleisch wie der sonnen glanz, Und und blut Plagen stets hier ähnlich sei deim klaren leib, unsre seele, Lassen uns bei Auch gleich den lieben engeln keinem muth. Wir sind voller bleib. angst und plag Lauter kreuz 14. Wie werd ich dann so sind unsre tag; Wenn wir fröhlich sein, Werd singen mit nur geboren werden, Jammer den engelein, Und mit der gnug findt sich auf erden. auserwählten schaar Ewig schauen dein antlig klar. 5. Wenn die morgenröth herleuchtet Und der schlaf von uns sich wendt, Sorg und kummer daher streichet, Müh M. Behemb+ 1622. Eigne Melodie. 399. Freu dich sehr, o findt sich an allem end; Unmeine seele, sre thränen sind das brot, Und vergiß all noth und qual, So wir essen früh und spat, Weil dich nun Christus, dein Wenn die sonn nicht mehr Herre, Ruft aus diesem jam thut scheinen, Ist nichts, denn merthal. Aus trübsal und gro- klagen und weinen. sem leid Sollst du fahren in 6. Drum, Herr Christ, du die freud, Die kein ohre hat morgensterne, Der du ewiggehöret, Die in ewigkeit auch währet. lich aufgehst, Sei von mir jegund nicht ferne, Weil mich 2. Tag und nacht hab ich dein blut hat erlöst. Hilf, gerufen Zu dem Herren, mei: daß ich mit fried und freud nem Gott, Weil mich stets Mög von hinnen fahren heut! viel kreuz betroffen, Daß er Uch, sei du mein licht und mir hülf aus der noth. Wie straße, Mich mit beistand sich sehnt ein wandersmann, nicht verlasse. leben. Daß sein weg mög ende han, 7. In dein feite will ich So hab ich gewünschet eben, fliehen Un meim bittern toDaß sich enden mög mein desgang; Durch dein wunden will ich ziehen Ins himm3. Denn gleichwie die rosen lische vaterland. In das schöne stehen Unter dornen spitig paradeis, Drein der schächer gar, Also auch die Christen thät sein reis, Wirst du mich, gehen In lauter angst und Herr Christ, einführen, Mit gefahr. Wie die meereswellen ewiger klarheit zieren. sind Und der ungestüme wind, 8. Ob mir schon die augen Also ist allhier auf erden Un- brechen, Das gehöre gar verser lauf voller beschwerden. schwindt, Und mein zung Der Glaube. 315 nichts mehr kann sprechen, 4. Wenn meine kräfte breMein verstand sich nichts ver- chen, Mein athem geht schwer sinnt; Bist du doch mein aus, und kann kein wort licht, mein wort Des lebens, mehr sprechen; Herr, nimm der weg, die pfort, Du wirst mein seufzen auf. mich selig regieren, Die recht 5. Wenn mein herz und bahn zum himmel führen. gedanken Vergehn als wie 9. Laß dein engel mit mir ein licht, Das hin und her fahren Auf Elias wagen roth, thut wanken, Wenn ihm die Und mein seele wohl bewah- flamm gebricht; ren, Wie Lazaro nach seim 6. Alsdann fein sanft und tod; Laß sie ruhn in deinem stille, Herr, laß mich schlafen schooß, Erfüll sie mit freud ein Nach deinem rath und und trost, Bis der leib kommt willen, Wenn kommt mein aus der erden, Mit ehr wird stündelein. vereinigt werden. 7. Und laß mich an dir 10. Freu dich sehr, o meine kleben Wie eine klett am fleid, seele Und vergiß all noth und Und ewig bei dir leben In qual Weil dich nun Christus, himmlischr wonn und freud. dein Herre, Ruft aus diesem jammerthal; Seine freud und throne herrlichkeit Sollst du sehn in preis ewigkeit, Mit den engeln ju- sohne biliren, In ewigkeit trium- geist. phiren. Caspar von Warnberg. 8. Wohl in des himmels Sing ich lob, ehr und Gott vater und dem Und auch dem heilgen Anna, Gräfin von Stollberg. 1600. Philipper 1, 21. Eigne Melodie. Mel. O welt, ich muß dich lassen. 400. Christus, der ist 401. Gottlob, die stund mein leben, ist kommen, Da Sterben ist mein gewinn; ich werd aufgenommen Ins Dem thu ich mich ergeben, schöne paradeis! Ihr eltern Mit fried fahr ich dahin. dürft nicht klagen; Mit freu: 2. Mit freud fahr ich von den sollt ihr sagen: Dem höchdannen 3u Christ, dem bru- sten sei lob, ehr und preis! der mein, Auf daß ich zu ihm 2. Wie kanns Gott besser komme Und ewig bei ihm sei. machen? Er reißt mich aus 3. Ich hab nun überwun- dem rachen Des teufels und den Kreuz, leiden, angst und der welt, Die jetzt wie löwen noth, Durch sein heilig fünf brüllen. Ihr grimm ist nicht wunden Bin ich versöhnt mit zu stillen, Bis alles über Gott. haufen fällt. 316 Katechismusgesänge. 3. Dies sind die letzten 9. Gott zählet alle stun tage, Da nichts als lauter den, Er schlägt und heilet plage Mit haufen bricht her wunden; Er kennet jeder: ein. Mich nimmt nun Gott mann. Nichts ist jemals ge von hinnen und lässet mich schehen, Das er nicht vorge: entrinnen Der überhäuften sehen; Und was er thut, ist noth und pein. wohlgethan. 4. Kurz ist mein irdisch 10. Wenn ihr mich werdet leben, Ein bessers wird mir finden Vor Gott, frei aller geben Gott, in der ewigkeit. fünden In'weißer seiden stehn, Da werd ich nicht mehr ster- Und tragen siegespalmen In ben, In keiner noth verder händen, und mit psalmen ben; Mein leben wird sein Des Herren lob und ruhm lauter freud. erhöhn; 5. Er eilet mit den seinen, 11. Da werdet ihr euch Läßt sie nicht lange weinen freuen; Es wird euch herzIn diesem thränenthal. Ein lich reuen, Daß ihr euch so schnell und selig sterben Ist betrübt. Wohl dem, der Got: schnell und glücklich erben Des tes willen Gedenket zu er: schönen himmels ehrensaal. füllen, Und ihm sich in ge 6. Wie öfters wird ver- duld ergiebt. führet Manch kind, an dem 12. Ade! nun sei gesegman spüret Rechtschaffne fröm- net! Was jetzund euch bemigkeit! Die welt voll list gegnet, Ist andern auch ge und tücke, Legt heimlich ihre schehn; Viel müssens noch stricke, Bei tag und nacht, erfahren. Nun! Gott woll zu jeder zeit. euch bewahren! Dort wollen 7. Ihr nehe mag sie stel- wir uns wiedersehn. len, Mich wird sie nun nicht fällen; Sie wird mir thun kein leid. Denn wer kann den verlegen, Den Christus jetzt wird setzen Ins schloß vollkommner sicherheit? 3. Heermann+ 1647. Eigne Melodie. 402. Ale lle menschen müſ sen sterben, Alles fleisch vergeht wie heu; 8. Zuvor bracht ich euch Was da lebet, muß verderfreude, Jetzt, nun ich von ben, Soll es anders werden euch scheide, Betrübt sich euer neu. Dieser leib, der muß herz. Doch, wenn ihrs recht verwesen, Wenn er anders betrachtet Und, was Gott thut, soll genesen Der so großen hoch achtet, Wird sich bald herrlichkeit, Die den frommen lindern aller schmerz. list bereit. Der Glaube. 317 2. Drum, so will ich die die sonne, Jesund gehet an ses leben, Weil es meinem der tag, Der kein ende nehGott beliebt, Auch ganz wil- men mag. lig von mir geben, Bin 7. Ach, ich habe schon erdarüber nicht betrübt. Denn blicket Alle diese herrlichkeit! in meines Jesu wunden Hab Jetzo werd ich schön geschmüich nun erlösung funden Und cket Mit dem weißen himmein trost in todeśnoth Ist melskleid, Mit der goldnen des Herren Jesu tod. ehrenkrone, Stehe da vor 3. Jesus ist für mich ge- Gottes throne, Schaue solche storben Und sein tod ist mein freude an, Die kein ende nehgewinn; Er hat mir das men fann. heil erworben, Drum fahr 8. Hier will ich nun ewig ich mit freuden hin Hier aus wohnen, Liebster schak, zu diesem weltgetümmel In den guter nacht! Eure treu wird schönen gotteshimmel, Da Gott belohnen, Die ihr habt ich werde allezeit Schauen an mir verbracht. Liebsten kindie dreifaltigkeit. der und verwandte, Schwä4. Da wird sein das freu- ger, freunde und bekannte, Ledenleben, Da viel tausend bet wohl zu guter nacht, Gott seelen schon Sind mit him sei lob, es ist vollbracht! melsglanz umgeben, Dienen Gott vor seinem thron; Da die seraphimen prangen Und 3. G. Albinus † 1679. Eigne Melodie. das hohe lied anfangen: Hei403. 403. Ah, wie flüchtig, ach wie nichtig lig, heilig, heilig heißt Gott Ist der menschen leben. Wię der vater, sohn und geist. ein übel bald entstehet Und 5. Da die patriarchen woh- auch wieder bald vergehet, So nen, Die propheten allzu ist unser leben, sehet! mal, Wo auf ihren ehren- 2. Uch wie nichtig, ach wie thronen Sizet die gezwölfte flüchtig Sind des menschen zahl, Wo in so viel tausend tage! Wie ein strom beginnt jahren Alle fromme hinge zu rinnen Und im laufen fahren, Da wir unserm Gott nicht hält innen, So geht zu ehrn Ewig hallelujah hörn. unser zeit von hinnen. Jerusalem, du schöne, 6. 3. Uch wie flüchtig, ach wie Ach, wie helle glänzest du, nichtig, Ist der menschen Ach, wie lieblich lobgetöne freude! Wie sich wechseln stund Hört man da in stolzer ruh! und zeiten, Licht und dunkel, Ach, der großen freud und fried und streiten, So sind wonne! Jezund geht uns auf unsre fröhlichkeiten. 318 Katechismusgesänge. 4. Uch wie nichtig, ach wiel 11. Uch wie flüchtig, ach flüchtig Ist der menschen schöne! wie nichtig Ist der menschen Wie ein blümlein bald ver: herrichen! Der durch macht gehet Wenn ein rauhes wind- ist hoch gestiegen, Muß zulein wehet, So ist unsre leht aus unvermögen In dem schöne, fehet! grabe nieder liegen. 5. Ach wie flüchtig, ach wie 12. Uch wie nichtig, ach nichtig Ist der menschen stärke! wie flüchtig Ist der menschen Der sich wie ein löw erwiesen, prangen! Der im purpur hoch Ueberworfen mit den riesen, vermessen Ist gleich wie ein Den wirft eine kleine drüsen. Gott gesessen, Dessen wird 6. Ach wie nichtig, ach wie im tod vergessen. flüchtig Ist der menschen 13. Uch wie flüchtig, ach glücke. Wie sich eine kugel wie nichtig Sind der menschen drehet, Die bald da, bald sachen! Alles, alles was wir dorten stehet, So ist unser sehen, Das muß fallen und glücke, sehet! vergehen; Wer Gott fürcht, 7. Ach wie flüchtig, ach wie wird ewig stehen. nichtig Ist der menschen ehre! M. Frank 1667. Eigne Melodie. Ueber den, den man hat müsſen heut die hände höflich 404, Serzlich thut nich man morgen gar mit füssen. verlangen Nach einem selgen end, Weil.ich 8. Uch wie nichtig, ach wie hier bin umfangen Mit trübflüchtig, Ist der menschen wis sal und elend. Ich hab lust sen! Der das wort konnt abzuscheiden Von dieser bösen prächtig führen Und vernünf welt; Sehn mich nach ewgen tig diskuriren, Muß bald allen freuden, O Jesu, komm nur witz verlieren. bald. 9. Ach wie flüchtig, ach wie 2. Du hast mich ja erlönichtig Ist der menschen dich set Von sünd, tod, teufl und ten. Der, so kunst hat lieb höll; Es hat dein blut ge= gewonnen Und manch schönes kostet, Drauf ich mein hoffwerk ersonnen, Wird zuletzt nung stell. Warum sollt mir denn grauen Vorm tod und 10. Uch wie nichtig, ach wie höllschen gsind? Weil ich auf flüchtig Sind der menschen dich thu bauen, Bin ich ein schätze! Es kann glut und selig kind. vom tod erronnen. flut entstehen, Dadurch, eh 3. Wenn gleich ist süß das wirs uns versehen, Alles muß leben Der tod sehr bitter mir, zu trümmern gehen. Will ich mich doch ergeben, Der Glaube. 319 3u sterben willig dir. Ich Sollt euch Gott hülf versaDa gen? Er speist die raben klein. Deß Frommer wittwen und waisen freu ich mich gar eben; Ster- Ist er der vater treu, Trok ben ist mein gewinn. dem, der sie beleidet, Das weiß ein besser leben, meine feel fährt hin, 4. Der leib zwar in der glaubet ohne scheu. erden Von würmern wird ver9. Gesegn euch Gott der zehrt, Doch auferwecket wer: Herre Jhr vielgeliebten mein! den Durch Christum schön Trauert nicht also sehre Ueber verklärt, Und leuchten als die den abschied mein. Beständig sonne Und leben ohne noth bleibt im glauben, Wir werdn In himmlischr freud und won in kurzer zeit Einander wiene, Was schadt mir denn der schauen Dort in der ewigder tod? keit. 5. Ob mich die welt auch 10. Nun will ich mich reizet Länger zu bleiben hier ganz wenden 3u dir, Herr Und mir auch immer zeiget Christ, allein, Gieb mir ein Ehr, geld, gut, all ihr zier; seligs ende, Send mir dein Doch ich deß gar nicht achte, engelein. Führ mich ins ewig Es währt ein kleine zeit; leben, Daß du erworben hast Das himmlisch ich betrachte, Durch dein bittr leidn und Das bleibt in ewigkeit. sterben Und blutiges verdienst. 6. Wenn ich auch gleich 11. Hilf, daß ich gar nicht nun scheide Von meinen wanke Bon dir, Herr Jesu freunden gut, Das mir und Christ; Den schwachen glauihn bringt leide; Doch tröstt ben stärke In mir, zu aller mir meinen muth, Daß wir frist. Hilf mir ritterlich rinin großen freuden Zusammen gen, Dein hand mich halte werden komm Und bleiben fest, Das ich mag fröhlich ungescheiden Im himmelischen singen Das consummatum thron. est.*) 7. Ob ich auch hinterlasse) Gottlob, es ist vollbracht! Betrübte kinderlein, C. Knoll 1621. Der'n noth mich über maßen Jam= Psalm 119. mert im herzen mein, Will Mel. Herzlich thut mich verlangen. ich doch gerne sterben, trauen meinem Gott, Er wird 405. ch bin ein gast Verauf erden Und sie wohl versorgen, Retten hab hier keinen stand, Der aus aller noth. himmel soll mir werden, Da 8. Was thut ihr so ver- ist mein vaterland. Hier reif zagen Ihr armen waiselein? ich aus und abe; Dort in 320 Katechismusgesänge. der ewgen ruh Ist Gottes kreuz war immer groß, Bis gnadengabe, Die schleußt all daß der tod sie nieder Legt arbeit zu. in des grabes schooß. 2. Was ist mein ganzes 7. Ich habe mich ergeben wesen Von meiner jugend an In gleiches glück und leid; Als müh und noth gewesen? Was will ich besser leben, So lang ich denken kann, Als solche große leut? Es Hab ich so manchen morgen, muß ja durchgedrungen, Es So manche liebe nacht Mit muß gelitten sein, Wer nicht kummer und mit sorgen Des hat wohl gerungen, Geht herzens zugebracht. nicht zur freud hinein. 3. Mich hat auf meinen 8. So will ich zwar nun wegen Manch harter sturm treiben Mein leben durch die erschreckt; Blik, donner, wind welt; Doch denk ich nicht zu und regen Hat mir oft angst bleiben In diesem fremden erweckt; Verfolgung, haß und zelt. Ich wandre meine straneiden, Obs ich gleich nicht ßen, Die zu der heimath verschuldt, Hab ich doch müs- führt, Da mich ohn alle sen leiden Und tragen in ge- maßen Mein vater trösten wird. duld. 4. So gings den lieben 9. Mein heimath ist dort alten, An deren fuß und pfad droben, Da aller engel schaar Wir uns noch täglich halten, Den großen herrscher loben, Wenns fehlt an gutem rath; Der alles ganz und gar In Wie mußte sich doch schmie: seinen händen träget Und für gen Der vater Abraham, Eh und für erhält, Auch alles als ihm sein vergnügen Und hebt und leget, Nachdems rechte wohnstatt kam! ihm wohlgefällt. 5. Wie manche schwere 10. 3u dem steht mein bürde Trug Isaak sein sohn! verlangen, Da wollt ich gerne Und Jakob, dessen würde Stieg hin, Die welt bin ich durchbis zum himmelsthron, Wie gangen, Daß ich fast müde mußte der sich plagen; In bin, Je länger ich hier walle, was für weh und schmerz, Je wenger sind ich freud, In was für angst und zagen Die meinem geist gefalle, Das Sank oft sein armes herz. meist ist herzeleid. 6. Die frommen heilgen 11. Die herberg ist zu böse, seelen Die gingen fort und Der trübsal ist zu viel. Ach! fort Und änderten mit quälen komm mein Gott, und löse Den erst bewohnten ort; Sie Mein herz, wenn dein herz zogen hin und wieder, Ihr will. Komm, mach ein seligs Der Glaube. 321 ende An meiner wanderschaft; 2. Mit fried und freud Und was mich fränkt, das ich fahr dahin, Ein Gotteswende Durch deinen arm und kind ich allzeit bin. Dank kraft. hab, mein tod, du führest - 12. Wo ich bisher gesessen, mich, Ins ewig leben wanIst nicht mein rechtes haus. dre ich, Mit Christi blut geWenn mein ziel ausgemessen, reinigt fein; Herr Jeſu, stärk So tret ich dann hinaus, den glauben mein. Und was ich hie gebrauchet, P. Eber+ 1569. Eigne Melodie. Das leg ich alles ab, Und wenn ich ausgehauchet, So 407. Ma Gott, nach dei achs mit mir, scharrt man mich ins grab. 13. Du aber, meine freu- ner güt, Hilf mir, in mei de, Du meines lebens licht, nem leiden, Ruf ich dich an, Du zeuchst mich, wenn ich versags mir nicht; Wenn sich scheide, Hin vor dein ange mein seel will scheiden, So sicht, Ins haus der ewgen nimm sie, Herr, in deine händ, wonne, Da ich stets freuden- Ist alles gut, wenn gut das voll, Gleich als die helle end. sonne, Nächst andern leuch- 2. Gern will ich folgen, ten ſoll. liebster Herr, Du wirst mich 14. Da will ich immer nicht verderben. Ach, du bist wohnen, Und nicht nur als doch von mir nicht fern, ein gast, Bei denen, die mit Wenn ich gleich hier muß kronen Du ausgeschmücket hast. sterben, Verlassen meine beDa will ich herrlich singen Von sten freund, Die's mit mir deinem großen thun, Und frei herzlich gut gemeint. von schnöden dingen In meinem erbtheil ruhn. P. Gerhardt+ 1676. 3. Ruht doch der leib sanst in der erd, Die seel sich zu dir schwinget; In deine hand sie unversehrt Durch tod ins le ben dringet. Hier ist doch Angst, Mel. Herr Jesu Christ, wahr mensch. 406. J n Christi wun- nur ein thränenthal, und den schlaf ich noth, müh, arbeit überall. ein, Die machen mich von 4. Tod, teufel, höll, die sünden rein; Ja, Christi blut welt und sünd Mir können grechtigkeit, Das Das ist nichts mehr schaden. An dir, mein schmuck und ehrenkleid, o Herr, ich rettung find, Ich Damit will ich vor Gott be tröst mich deiner gnaden. Dein stehn, Wenn ich zum himmel eigner sohn, aus lieb und huld werd eingehn. Für mich bezahlet alle schuld. Lutherisches Gesangbuch. 21 322 Katechismusgesänge. 5. Was wollt ich denn blut. Kein werk kommt mir lang traurig sein, Weil ich zu frommen, So ich will zu so wohl bestehe, Bekleidt mit ihm kommen, Allein der christ Christi unschuld fein, Wie lich glauben gut. eine braut hergehe? Gehab 6. Ich bin ein unnük knech: dich wohl, du schnöde welt, te, Mein thun ist viel zu Bei Gott zu leben mir ge- schlechte, Denn daß ich ihm fällt. Joh. Heinr. Schein+ 1630. bezahl Damit das ewig le ben; Umsonst will ers mir Und nicht nach mein Eigne Melodie. geben 408. welt ich muß verdienst und wahl. dich lassen, Ich 7. Drauf will ich fröhlich fahr dahin mein straßen Ins sterben, Das himmelreich erewig vaterland. Mein geist erben, Wie ers mir hat be will ich aufgeben, Dazu mein reit; Hie mag ich nicht mehr leib und leben Sehen in Got: bleiben, Der tod thut mich tes gnädig hand. vertreiben; Mein seel sich von meim leibe scheidt. 2. Mein zeit ist nun voll endet, Der tod das leben 8. Damit fahr ich von endet, Sterben ist mein ge- binnen; O welt thu dich bewinn; Kein bleiben ist auf sinnen, Denn du mußt auch erden, Das ewge muß mir hernach. Thu dich zu Gott werden, Mit fried und freud bekehren Und von ihm gnad fahr ich dahin. begehren; Im glauben sei du auch nicht schwach. 3. Ob mich gleich hat be trogen Die welt, von Gott 9. Die zeit ist schon vor gezogen Durch schand und handen; Hör auf von sünd büberei, Will ich doch nicht und schanden verzagen, Sondern mit glau- auf die bahn ben sagen, Daß mir mein mit wachen, sünd vergeben ſei. Und richt dich Mit beten und Sonst alle irdsche sachen Soulst du gutwillig 4. Auf Gott steht mein fahren lan. vertrauen, Sein angsicht will 10. Das schenk ich dir am ich schauen Wahrlich durch ende; Ade, zu Gott ich wen Jesum Christ, Der für mich de, Zu ihm steht mein begehr. ist gestorben, Des vaters huld Hüt dich vor pein und schmererworben, Mein mittler er zen, Nimm mein abschied zu auch worden ist. herzen; Meins bleibens ist 5. Die sünd mag mir nicht jetzt hie nicht mehr. schaden, Erlöst bin ich aus gnaden Umsonst durch Christil Joh. Heffe+ 1547. Der Glaube. 323 Mel. Wenn mein stündlein. 6. Sowohl, wo ich aus 409. Ging etwa, err Jesu Christ, schwachheit groß Mich nicht wohl, Daß ich einmal muß oder läge bloß, und unbe sterben; Wann aber das ge- scheiden redte; So laß mich, schehen soll Und wie ich werd Herr, entgelten nicht, Weils verderben Dem leibe nach, wider meinen wust geschicht das weiß ich nicht; Es steht Und mich nicht kann befinnen. allein in deim gericht, Du 7. Herr, gieb mir in siehst mein letztes ende. todespein Ein säuberlichs ge2. Und weil ich denn, als berde Und hilf, daß mir das dir bewußt, 3war durch deins herze mein Fein sanft gebrogeistes gaben, An dir allein chen werde, Und wie ein licht, die beste lust In meinem her- ohn übrig weh, Auf dein unzen habe, Und gwißlich glaub, schuldig blut vergeh, Das du daß du allein Mich hast von für mich vergossen. sünden gwaschen rein Und mir 8. Jedoch ich dir nicht lehdein reich erworben; ren will, Noch dir mein end 3. So bitt ich dich, Herr beschreiben, Sondern dir allJesu Christ, Halt mich bei weg halten still, Bei deinem den gedanken Und laß mich wort zu bleiben Und glauben, ja zu keiner frift Von dieser daß du, als ein fürst Des meinung wanken, Sondern lebens mich erhalten wirst, dabei verharren fest, Bis das Ich sterb gleich, wie ich wolle. die seel aus ihrem nest, Wird in den himmel' fahren. 4. Kanns sein, so gieb durch deine Hand Mir ein vernünftig 9. Derhalben ich in meinem sinn Mich dir thu ganz ergeben, Denn sieh, der tod ist mein gewinn, Du aber bist mein leben, ende, Daß ich mein feel fein mit Undwirst mein leib ohn alle klag, verstand Befehl in deine hände; Das weiß ich gwiß, am jüngUnd so im glauben sanft und sten tag Zum leben auferwecken. froh, Auf meinem bettlein, oder B. Ringwaldt+ 1599. stroh Aus diesem elend fahre. Mel. Ach Gott vom himmelreiche. 5. du mich in hab mich Gott erdem feld Durch raub auf frem: 410.Jgeben, Dem liebſten der grenze, In wassersnöthen vater mein. Hier ist kein immeroder kält, Oder durch pestilenze leben, Es muß geschieden ſein. Nach deinem rath wollst neh- Der tod kann mir nicht schaden, men hin; So richt mich, Herr, Er ist nur mein gewinn. In nach meinem sinn, Den ich Gottes fried und gnaden Fahr im leben führe. ich mit freud dahin. 21* 324 2. Mein weg geht jetzt vorKatechismusgesänge. Johannes 11. über; dein? Der himmel ist mir 411. b. Ch wahrheit O welt, was acht ich Mel. Nun lobt und dankt Gott. hrist ist die lieber, Da muß ich trachten ein, Mich nicht zu sehr be- und das leben; Die aufer= laden, Weil ich wegfertig bin. stebung will er geben. Wer an ihn glaubt, das leben wirbt, In Gottes fried und gnaden ob er gleich hier auch leib Ob Fahr ich mit freud dahin. 3. Ach, selge freud und lich stirbt. Wer lebt und wonne Hat mir der HErr glaubt, thut ihm die ehr, bereit, Da Christus ist die Wird gwißlich sterben nim mermehr. M. Luther+ 1546. sonne, Leben und seligkeit! Was kann mir doch nun schaden, Weil ich bei Chrifto bin? 412. Nun Leib begraben, laßt uns den In Gottes fried und gnaden Fahr ich mit freud dahin. Bei dem wir kein zweifel haUnd unverweslich 4. Gesegn euch Gott, ihr ben, Er werd am letzten tag meinen, Ihr liebsten allzumal! aufstehn Um mich sollt ihr nicht weinen, hervor gehn. Ich weiß von keiner qual. 2. Erd ist er und von Den rechten port*) noch heute der erden, Wird auch wieder Nehmt fleißig ja in acht! In zu erd werden Und von erGottes fried und freude Fahrt den wieder aufstehn Wenn mir bald all hernach. *) Hafen. Eigne Melodie. Gottes posaun wird angehn. 3. Seine seel lebt ewig in Gott, Der sie allhier aus sei ner gnad Von aller sünd und missethat Durch seinen bund gefeget hat. Lucas 2. Eigne Melodie. it fried und 411, a. Mit freud in gu 4. Sein arbeit, trübsal und ter ruh Fröhlich thät ich mein elend Ist kommen zu eim augen zu Und legt mich schlafen guten end; in mein grab, Weil ich dein Christi joch, heiland gsehen hab, Den du lebet noch. für uns all hast bereit 3um heil 5. Die feel, die lebt ohn der ganzen christenheit; Daß alle flag, Der leib schläft bis er das ewig licht sollt sein, an letzten tag, an welchem Den beiden zum seligen schein, Gott ihn verklären Und der Und daß auch Israel darob freuden wird gewähren. Hab herrlichkeit und ewigs lob. 6. Hier ist er in angst ge wesen, Dort aber wird er ge M. Luther 1546. Joh. Siegfried+ 1637. Er hat getragen Ist gestorben und 325 nesen, In ewiger freud und werden; Das gesteh ich, doch wonne Leuchten wie die schö: wird er Mich erwecken von ne sonne. der erden, Daß ich in der herrlichkeit Um ihn sein mög allezeit. 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen Und gehn allsammt unsre straßen; Schicken uns auch mit allem fleiß, Denn 5. Dann wird eben diese haut Mich umgeben, wie ich der tod kommt uns gleicher gläube, Gott wird werden weis. 8. Das helf uns Christus unser trost, Der uns durch sein blut hat erlöst Von teu angeschaut Dann von mir in diesem leibe Und in diesem fleisch werd ich Jesum sehen ewiglich. fels gwalt und ewger pein; 6. Dieser meiner augen licht Ihm sei lob, preis und ehr allein. M. Weiße. 1530. Hiob 19, 25-27. Eigne Melodie. 413. Ju Wird ihn, meinen heiland, kennen, Sch, ich selbst, kein fremder nicht, Werd in sei= ner liebe brennen. Nur die Cesus, meine zuver- schwachheit um und an Wird sicht Und mein von mir sein abgethan. heiland ist im leben, Dieses 7. Was hier kranket, seufzt weiß ich, soll ich nicht Dar- und fleht, Wird dort frisch um mich zufrieden geben, Was und herrlich gehen, Irdisch die lange todesnacht mir auch werd ich ausgesät, Himmlisch für gedanken macht? werd ich auferstehen; Hier 2. Jesus, er, mein hei geh ich natürlich ein, Dort, land lebt, Ich werd auch da werd ich geistlich sein. das leben schauen, Sein, wo 8. Seid getroft und hochmein erlöser schwebt, War- erfreut, Jesus trägt euch, um sollte mir denn grauen? meine glieder, Gebt nicht Lässet auch ein haupt sein statt der traurigkeit. Sterbt glied, Welches es nicht nach ihr, Christus ruft euch wiesich zieht? der, Wenn die lett trompet 3. Ich bin durch der hoff- erklingt, Die auch durch die nung band 3u genau mit ihm gräber dringt. verbunden, Meine starke glau9. Lacht der finstern erbenshand Wird in ihm gedenkluft, Lacht des todes und legt befunden, Daß mich auch der höllen, Denn ihr sollt kein todesbann Ewig von ihm euch durch die luft Eurem heiland zugesellen, Dann wird 4. Ich bin fleisch und muß schwachheit und verdruß Liedaher Auch einmal zu aschelgen unter eurem fuß. trennen kann. Der Glaube. 326 Katechismusgesänge. 10. Nur daß ihr den geist Komm süße zeit! Herr, mich erhebt Von den lüsten dieser bereit, Daß sie mich mög erden, und euch dem schon erquicken Und ewiglich be jetzt ergebt, Dem ihr beige- glücken. P. Busch+ 1744. fügt sollt werden, Schickt das herze da hinein, Wo ihr ewig Mel. Uch Gott vom himmelreiche. wünscht zu sein. Louiſe Henriette, Kurfürstin 415. Herzlich thut mich von Brandenburg 1667. erfreuen Die liebe sommerzeit, Denn Gott Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. wird schön verneuen Alles 414. J ch freu mich auf zur ewigkeit; Den himmel die frohe zeit, und die erden Wird Gott Da ich soll auferstehen und neu schaffen gar, AU kreatur Gott in schönster herrlichkeit soll werden Ganz herrlich, Und meinen heiland sehen; schön und klar. Da ich soll sein, In der 2. Die sonn wird neu und gemein Der auserwählten reine, Der mond und sterne frommen Und zu den vätern all Gar viel mal heller schei kommen. nen, Daß man sich wundern 2. Uch käme bald der tag soll; Das firmament gemei heran, Der tag, dran mein ne, Wird Gott auch schmü erlösung, Der tag, an dem cken fein, Das wird er thun ich hoffen kann Die freiheit alleine 3ur freud den finund genesung; Den engeln dern sein. gleich Im himmelreich werd ein leben haben, loben, lieben, laben. Sch 3. Also wird Gott neu Wo machen Alles so wunderlich: Für schönheit solls gar lachen, 3. Ich weiß durch meinen Und alles freuen sich; Bon Jesum Christ, An den ich gold und edelsteinen Die welt herzlich gläube, Der meine wird sein geschmückt, Von auferstehung ist; Daß ich perlen groß und kleinen Als im tod nicht bleibe; Und die wär es ausgestickt. ser tag Mir nicht sein mag 4. Kein zung kann nicht Ein tag der schmach und erreichen Die ewge zierheit schmerzen Wie den verruch- groß: Man kanns mit nichts ten herzen. vergleichen, Die wort sind 4. Ich hoffe dann den viel zu bloß, Drum müssen gnadenlohn Durch Christum wir solchs sparen Bis an zu erlangen; Und vor des den jüngsten tag, Dann wol allerhöchsten thron Im schön- len wir erfahren Was Gott sten schmuck zu prangen; ist und vermag. Der Glaube. 327 5. Denn Gott wird bald 10. Er wird zur rechten uns alle, Was je geboren seiten Uns freundlich sprechen ist, Durch sein posaun mit zu: Kommt, ihr gebenedeiten schalle, In seim sohn, Jesus 3u meiner ehr und ruh; Jetzt Christ, Mit unserm fleisch er sollet ihr ererben Meins liebwecken, zu großer herrlichsten vaters reich, Welchs ich keit, und klärlich uns ent- euch thät erwerben, Drum decken Die ewge seligkeit. seid ihr erben gleich. 6. Er wird uns unser le= 11. Alsdenn wird Gott ben, Den leib mit haut und recht richten Die gottlos böse haar Ganz völlig wiederge- welt, Das höllisch feur soll ben, Das ist gewißlich wahr; schlichten Die sünd mit baaUns leib und seel verklären rem geld; Den teufel und Schön, hell, gleich wie die sein rotte, Die heuchler, mamsonn, Nach lust, was wir monsknecht, Wird Gott zu begehren Uns geben freud schand und spotte, Verurtheilen gerecht. und wonn. 7. Sein engel wird auch 12. Wird sich ganz zornig schicken Der Herr Christ, un- stellen 3u den'n, zur linken ser trost, Entgegen ihm zu hand, Ein recht gleich urtheil fälrücken Der uns aus lieb er- len, Mit worten, so genannt: löst; Wird uns gar schön em- Geht hin! ihr ganz verfluchten pfangen Mit aller heilgen 3um höllenfeur erkannt, Ins schaar, In seine arm umfangen, teufels strick geflochten, In Wird uns erfreuen gar. ewign tod und band. 8. Da werden wir mit 13. Also wird Gott erlöfreuden Den heiland schauen sen Uns gar von aller noth, an, Der durch sein blut und Vom teufel, allem bösen, leiden Den himmel aufgethan, Bon trübsal, angst und spott, Die lieben patriarchen, Pro- Bon trauern, weh und klagen, pheten allzumal, Die märt'rer Von krankheit, schmerz und leid, und apostel, Bei ihm ein Von schwermuth, sorg und za große zahl. gen, Von aller bösen zeit. 9. Die werden uns an- 14. Da wird der Herr Christ nehmen Als ihre brüderlein, führen Une, die wir ihm verSich unser gar nicht schämen traut, Mit großem jubiliren Und mengen mitten ein; Wir 3um vater, seine braut, Der werden alle treten Zur rech- wird uns bald schön zieren ten Jesu Christ, Als unsern Und freundlich lachen an, Mit Gott anbeten, Der unsers edlen balsam schmieren, Mit fleisches ist. schmuck begaben schon. 328 Katechismusgesänge. 15. Die braut wird Gott 20. Gott werden sie er: neu kleiden Mit seinem eig- kennen, Die heilge Trinität. nen schmuck, In güldnen In Gottes liebe brennen; stück und seiden, In einem Sein wesen und sein rath bunten rock; Ein'n güldnen Wird Gott ihrn augen gön ring anstecken Der lieb zum nen, Und was er ist und wahren pfand, Ihr schaam hat Auch seine kinder nen: auch wohl zudecken Daß sie nen In Gottes kraft und nicht werd erkannt. that. 16. Gott wird sich zu uns 21. Also wird Gott erfül kehren, Eim jeden setzen auf len Alles durch seine kraft, Ein güldne kron der ehren Wird alles sein in allem Und herzen freundlich drauf; Durch seinen geist und saft; Wird uns an sein brust drü- Wird sich selbst ganz zu eigen cken, Aus lieb ganz väterlich, Uns geben völliglich, Und all Un leib und seel uns schmü- sein gut uns zeigen In Chricken Mit gaben mildiglich. sto sichtiglich. 17. Er wird uns fröhlich 22. Mit Gott wir werden leiten Ins ewge paradeis, halten Das ewge abendmahl; Die hochzeit zu bereiten zu Die speis wird nicht veralten seinem lob und preis; Da Auf Gottes tisch und saal. wird sein freud und wonne, Wir werden früchte essen Vem In rechter lieb und treu, Aus baum des Lebens stets, Bom Gottes schatz und brunne Und brunn der lebensflüsse Trintäglich werden neu. ken zugleich mit Gott. 18. Da wird man hören 23. 20 unser luft und wil klingen Die rechten saitenspiel, len, Was unser herz begehrt, Die musika wird bringen In Was wir nur wünschen wol Gott der freuden viel, Die len, Soll alles sein gewährt. engel werden singen All heil- Deß werden wir uns freuen, gen Gottes gleich Mit himme- Gott loben ewiglich, Von lischen zungen Ewig in Got wahrer lieb und treuen Uns tes reich. lieben stetiglich. 19. Kein ohr hat je ge= 24. Wir werden stets mit höret, Kein menschlich aug schalle Vor Gottes stuhl und gesehn Die freud, so den be thron Mit freuden singen alle scheret, So Gott hat auser- Ein neues lied gar schön: Lob, sehn; Sie werden Gott an- ehr, preis, kraft und stärke schauen Von hellem angesicht, Gott vater und Gott sohn, Lieblich mit ihren augen, Das Des heilgen geistes werke Sei ewge wahre licht. Lob und dank gethan. 329 25. Solch freudenlied ohn! 30. Man laß die welt auch scherzen Wird sein der lobge- toben Und redlich laufen an, sang, Aus freud und lust der Es sitzt im himmel droben, herzen, Der auserwählten dank. Gott lob, ein starker mann; Die freud wird ewig bleiben Er wird gar bald aufwachen, Und nimmermehr vergehn, Viel Der ewig strafen kann, Der größer denn wir gläuben Vor richter aller sachen, Er ist Gott im werke stehn. schon auf der bahn. Der Glaube. 26. Fröhlich pfleg ich zu 31. Der bräutgam wird bald fingen Wenn ich solch freud rufen: Kommt all ihr hochzeitbetracht, Und geh in vollen gäst! Hilf, Gott, daß wir nicht sprüngen Mein Herz für freu- schlafen, In sünden schlummern den lacht, Mein gmüth thut fest: Bald habn in unsern bänsich hoch schwingen Von die den Die lampen, öl und licht, ser welt mit macht, Sehn mich Und dürfen uns nicht wenden. zu solchen dingen, Der welt Von deinem angesicht. ich gar nicht acht. 32. Der könig wird bald 27. Drum wollen nicht ver- kommen Die hochzeitgäst bezagen Die jetzt in trübsal seind, sehn, Wer vor ihm wird verUnd die die welt thut plagen stummen Dem wirds gar übel Und ist ihn spinnenfeind; Sie gehn. Gott, hilf, daß wir wollen ihr freuz tragen In haben Das rechte hochzeitkleid, friede, mit geduld, Auf Got: Den glauben, deine gaben, Zu tes wort sich wagen, Sich geben recht bescheid. trösten Gottes huld. 33. Uch Herr, durch deine 28. Wer Gottes reich und güte Führ uns auf rechterbahn; gaben Mit Gott ererben will, Herr Christ! wollst uns behüDer muß bie trübsal haben, ten, Sonst möchtn wir irre Verfolgung leiden viel; Das gahn, Halt uns im glauben feste soll ihn aber laben: Es währt In dieser bösen zeit, Hilf, daß ein kleine zeit, Der Herr wir uns stets rüsten 3ur ewwird bald hertraben, Sein gen hochzeitfreud. hülf ist gwiß nicht weit. 34. Hiemit will ich be29. Indeß die welt mag schließen Das fröhlich sommerheucheln, Gott spotten immer lied; Es wird gar bald aushin, Ums gnießes willen schmei- sprießen Die ewge sommercheln, Klug sein in ihrem sinn, blüth, Das ewge jahr herflieIhr sachen listig beugen Nach- ßen; Gott geb im selben jahr dem der wind herweht, Aus Daß wir der frücht genießen. furcht der wahrheit schweigen, Umen! das werde wahr. Wies jetzt im schwange geht. J. Walther. 1555. 330 Es Mel. Uch Gott vom himmelreiche. 6. Begegnet ihm auf er: 416. Grmuntert euch, ihr den, Ihr, die ihr Zion liebt, frommen, Zeigt Mit freudigen geberden Und eurer lampen schein; Der abend seid nicht mehr betrübt; ist gekommen, Die finstre nacht sind die freudenstunden Ge bricht ein. Es hat sich aufge- kommen, und der braut Wird, machet Der bräutigam mit weil sie überwunden, Die krone pracht, Auf, betet, kämpft und nun vertraut. wachet, Bald ist es mitternacht. 7. Die ihr geduld getragen 2. Macht eure lampen fer: Und mit gestorben seid, Sollt tig Und füllet sie mit öl, nun nach kreuz und klagen In Und seid des heils gewärtig, freuden, sonder leid Mit le Bereitet leib und feel. Die ben und regieren, Und vor wächter 3ions schreien: Der des lammes thron Mitjauchbräutigam ist nah, Begegnet zen triumphiren In eurer fieihm in reihen, Und singt: geskron. hallelujah. 8. Hier sind die siegespal 3. Ihr klugen jungfraun men, Hier ist das weiße kleid; alle, Hebt nun das haupt Hier stehn die waizenhalmen empor Mit jauchzen und mit Im frieden nach dem streit schalle 3um frohen engelchor. Und nach den wintertagen; Die thür ist aufgeschlossen, Hier grünen die gebein, Die Die hochzeit ist bereit; Auf, dort der tod erschlagen, Hier auf, ihr reichsgenossen, Der schenkt man freudenwein. bräutgam ist nicht weit. 9. Hier ist die stadt der 4. Er wird nicht lang ver- freuden, Jerusalem, der ort, ziehen, Drum schlafet nicht Wo die erlösten weiden, Hier mehr ein; Man sieht die bäu- ist die sichre pfort, Hier sind me blühen, Der schönste früh- die güldnen gassen, Hier ist lingsschein Verheißt erqui- das hochzeitsmahl, Hier soll cungszeiten; Die abendröthe sich niederlassen Die braut zeigt Den schönen tag von wei- im rosenthal. tem Vor dem das dunkle weicht. Katechismusgesänge. 10. Jesu, meine wonne, 5. Wer wollte denn nun Komm bald und mach dich schlafen? Wer klug ist, der ist auf. Geh auf, verlangte sonne, wach; Gott kömmt, die welt Und fördre deinen lauf. zu strafen, 3u üben grimm und Jesu mach ein ende Und führ rach An allen, die nicht wachen, uns aus dem streit, Wir he Und die des thieres bild Anbe ben haupt und hände Nach ten sammt dem drachen; Drum der erlösungszeit. auf, der löwe brüllt. Laur. Laurenti+ 1722. Der Glaube. 331 Eigne Melodie. Eigne Melodie. 417. Wachet achet auf, ruft 418.5.8 ist gewißlich an die stimme der zeit, Daß Der wächter sehr hoch auf tes sohn wird kommen In seiner der zinne, Wach auf, du großen herrlichkeit zu richten stadt Jerusalem! Mitternacht bös' und frommen. Dann wird heißt diese stunde! Sie rufen das lachen werden theur, Wenn uns mit hellem munde: Wo alles wird vergehn in feur, seid ihr, klugen jungfrauen? Wie Petrus davon schreibet. Wohlauf, der bräutgam kömmt! 2. Posaunen wird man Steht auf, die lampen nehmt! hören gehn An aller welte Hallelujah! Macht euch bereit ende, Darauf bald werden Zu der hochzeit, Ihr müsset auferstehn All todten gar beihm entgegen gehn. hende. Die aber noch das le= 2. Zion hört die wächter ben han, Die wird der Herr singen, Das herz thut ihr von stunden an Verwandeln vor freuden springen, Sie und verneuen. wachet und steht eilend auf. 3. Darnach wird man ab= Ihr freund kommt vom him- lesen bald Ein buch, darin mel prächtig, Von gnaden geschrieben, Was alle menschen stark, von wahrheit mächtig, jung und alt Auf erden han Ihr licht wird hell, ihr stern getrieben. Da dann gewiß ein geht auf. Nun komm, du jedermann Wird hören, was werthe kron, Herr Jesu, Got- er hat gethan In seinem gantes sohn! Hosiannah! Wir fol zen leben. gen all 3um freudensaal Und 4. O weh demselben, welhalten mit das abendmahl. cher hat Des Herrn wort 3. Gloria sei dir gesungen verachtet, Und nur auf erden Mit menschen und englischen früh und spat Nach großem zungen, Mit harfen und mit gut getrachtet! Er wird für cymbeln schön. Von zwölf per- wahr gar kalt bestehn Und mit len sind die pforten An deiner dem satan müssen gehn Von stadt, wir sind consorten*) Der Christo in die höllen. engel hoch vor deinem thron. 5. Jesu, hilf zur selben Kein aug hat je gespürt, Kein zeit Von wegen deiner wunohr hat mehr gehört Solche den, Daß ich im buch der freude. Deß sind wir froh: Jo, seligkeit Werd angezeichnet io! Ewig in süßer jubelwonn.**) funden. Daran ich denn auch zweifle nicht, Denn du hast ja den feind gericht, und meine Philipp Nicolai+ 1608. schuld bezahlet. *) Genossen. **) in dulci jubilo. 332 Katechismusgesänge. 6. Derhalben mein fürspre: ling unbekannt Und, wie Je cher sei, Wenn du nun wirst sus selbst, veracht, Ja, ihr erscheinen, Und lies mich aus thun steht in verdacht. Wie dem buche frei, Darin stehen ist denn der welt zu rathen die deinen; Auf daß ich sammt Bei dergleichen frevelthaten. den brüdern mein Mit dir 4. Jesus wird bald selbst geh in den himmel ein, Den einbrechen, Weil sein heer du uns hast erworben. sich aufgemacht, Und sein ar 7. O Jesu Christ, du machst mes häuflein rächen, Das zu es lang, Mit deinem jüngsten ihm schreit tag und nacht. tage: Den menschen wird auf Darum hebt das haupt empor erden bang Von wegen vie- 3u des himmels thür und thor, ler plage. Komm doch, komm Daß ihr euer heil umfahet, doch, du richter groß, Und Weil sich die erlösung nahet. mach uns in der gnaden los Von allem übel. Amen. 5. Weil der feigenbaum ausschläget Und anlegt sein B. Ringwaldt+ 1599. hoffnungskleid, So weiß man, Mel. Freu dich sehr, o meine seele. daß sich erreget Die gewünschte 419.³ s sind schon die sommerszeit. Ja die blätter letten zeiten, zeigen sich In den frommen Drum, mein herz, bereite dich, häufiglich; Wer bemerkt der Weil die zeichen schon von zeiten zeichen Wird dies gleichweitem 3um gericht ereignen niß bald erreichen. sich. Himmel, erde, luft und 6. Wächst das reich der meer Machen sich als Gottes finsternissen, So wächst auch heer Auf zur rache sonder des lichtes reich; Jenes wird schonen Ueber die, im finstern bald weichen müssen, Aber wohnen. der gerechten zweig Wird in 2. Es ist alles fast ver: voller blüthe stehn, Wenn die dorben In der ganzen chri- welt wird untergehn; Daru stenheit; Glaub und liebe freuet euch, ihr frommen, Euer sind erstorben, Alles lebt in Jesus wird bald kommen. eitelkeit. Wie es war zu Noäh 7. Hütet euch, daß nicht zeit, So lebt jetzt in sicher mit fressen und mit saufen heit Der gemeine hauf der euer herz, Noch mit nahrungschriften, Die in sündenkoth sorg und essen Sei beschwert, sich brüsten. als blei und erz; Daß nicht 3. Unverstand und sünden komme dieser tag Wie ein leben Herrschet und nimmt blitz und donnerschlag Ueber überhand; Die dem unheil die auf erden wohnen Ohn widerstreben Sind als fremd: erbarmen und verschonen. Der Glaube. 333 8. Ja, wir wollen deinen zeit Den augen ihre zähren worten Folgen, trauter fee: Und thränen können wehren, lenschat; Stör der hölle macht Daß sie mir nicht in haufen und pforten Und mach selber Auf meine wangen laufen? bahn und play, Daß dein 6. Was für ein schönes Zion werd gebaut und die licht Wird mir dein angesicht, schöne himmelsbraut Von den Daß ich in jenem leben Werd banden dieser erden Möge erstmals sehen, geben! Wie bald erlöset werden. wird mir deine güte Entzücken mein gemüthe! 2. Laurenti+ 1722. Mel. Auf meinen lieben Gott. 7. Dein augen, deinen 420. Die zeit ist nun- mund, Der leib, der noch mehr nah, Herr verwundt, Da wir so fest Jesu, du bist da. Die zei auf trauen, Das werd ich chen, die den leuten Dein alles schauen, Auch innig, ankunft sollen deuten, Die herzlich grüßen Die maal an sind, wie wir gesehen, In händ und füßen. großer zahl geschehen. 8. Dir ist allein bewußt 2. Was soll ich denn nun Die ungefälschte lust Und thun? Ich soll auf dem be edle seelenspeise In deinem ruhn, Was du mir hast ver- paradeise; Die kannst du heißen, Daß du mich wollest wohl beschreiben, Ich kann reißen Aus meines grabes nicht mehr als gläuben. fammer Und allem andern jammer. 9. Doch, was ich hier gegläubt, Das steht gewiß und 3. Uch Jesu, wie so schön bleibt Mein theil, dem gar Wird mirs alsdann ergehn! nicht gleichen Die güter alDu wirst mit tausend blicken ler reichen; All andres gut Mich durch und durch erqui- vergehet, Mein erbtheil, das cken, Wenn ich hier von der bestehet. erde Zu dir mich schwingen 10. Ach Herr, mein schönWie wird sich all werde. stes gut, 4. Uch! was wird doch mein blut dein wort, süßer seelen- freuen In allen adern und auf das neu erhort! Was wird doch sein neuen, Wenn du mir wirst dein sprechen, Wenn dein herz mit lachen Dein himmelsthür aus wird brechen 3u mir und aufmachen? meinen brüdern, Als deines leibes gliedern? 11. Komm her, komm und empfind, auserwähltes kind! 5. Werd ich dann auch Komm, schmecke, was für vor freud In solcher gnaden- gaben Ich und mein vater 334 Katechismusgesänge. haben! Komm, wirst du sa- Daß alle stund und tage, gen, weide Dein herz in ew- Mein herz mich zu dir trage. ger freude. 18. Dies gieb, Herr, und 12. Uch, du so arme welt verleih, Auf daß dein huld Was ist dein gold und geld und treu Ohn unterlaß mich Hier gegen diese kronen Und wecke, Daß mich dein tag mehr als güldne thronen, Die nicht schrecke, Da unser schreck Christus hingestellet Dem volk, auf erden Soll fried und das ihm gefället. freude werden! P. Gerhardt+ 1676. 13. Hier ist der engel land, Der selgen seelen stand, Hier hör ich nichts als singen, Hier Mel. Dies sind die heilgen zehn. ſeh ich nichts als ſpringen, 421. Es sind die zeichen Hier ist kein kreuz, kein leiden, Kein tod, kein bittres Daß jetzt der jüngste tag ist scheiden. nah, An dem der himmel und 14. Salt ein, mein schwa die erd Durchs feuer werden cher sinn, Halt ein, wo denkst soll verzehrt. Kyrieleis. du hin? Willt du, was grund- 2. Deß wird erschrecken los, gründen? Was unbe- alle welt, Wenn sie der fallgreiflich, finden? Hier muß strick überfällt, Ganz unverder wiß sich neigen Und alle sehns mit eil und macht, redner schweigen. Gleichwie ein dieb einbricht 15. Dich aber, meine zier, bei nacht. Kyrieleis. Dich laß ich nicht von mir, 3. Der starke siegesheld alsDein will ich stets gedenken, bald Wird sehen lassen sein Herr, der du mir wirst schen- gewalt Durch trompet: und ken Mehr, als mit meiner posaunenschall Vor sich erfor: seelen Ich wünschen kann und dern allzumal. Kyrieleis. zählen. 4. Sehr wunderbarlich wird 16. Ach, wie ist mir so es sein, Wenn alle todte, weh, Bis ich dich aus der groß und klein, Stracks aus höh Her sehe zu mir kom- den gräbern auferstehn Und men, Ach, daß zum heil der vor den richter werden gehn. frommen Du meinen wunsch Kyrieleis. und willen Noch möchtest heut erfüllen. 5. Niemand sich da verbergen kann, Er muß her: 17. Doch, du weißt deine aus und auf den plan; Der zeit; Mir ziemt nur, stets muß da kommen vor gericht bereit Und fröhlich da zu ste- Der alles hier hielt für ge: hen, Und so einher zu gehen, dicht. Kyrieleis. Der Glaube. 335 stolzer muth, ben geld und 6. Da hilft nicht hoher 13. Uch Herr, der bitte Zurück ist blie- mich gewähr, Daß ich mich gut; Gewalt, diese stund bekehr, Damit der truß, freude hat ein end, tod nicht mittlerweil In sünd Da hat sich alles umgewendt. mich plößlich übereil. KyrieKyrieleis. leis. 7. Die gleißnerei gilt da 14. Es sind zwar meiner nicht mehr, Schmückt man schulden viel, Doch hat dein sie hier gleich noch so sehr; gnade gar kein ziel; Dein Der heuchler hier sich bergen theures rosinfarbnes blut mag, Da kommt der falsche Kann alles für mich machen schein an tag. Kyrieleis. gut. Kyrieleis. 8. Da ist gar hell und 15. Auf dies allein verlaß offenbar Was allen hie ver- ich mich, Ich gläube und borgen war; Was hier be- weiß sicherlich, Daß du auch teckt die finsterniß Ist da meiner fündenlast Um kreuganz licht, klar und gewiß. zesstamm getragen hast. KyKyrieleis. rieleis. 9. Der richter kennt des 16. Komm ich nun also herzens grund, Er achtet nicht vor gericht, So wirst du mich des menschen mund, Ob der verdammen nicht; Du wirst ja saget oder nein, Er fie: vielmehr, wenn ich erschein, het, ob das herz ist rein. Mein heiland und erbarmer Kyrieleis. sein. Kyrieleis. 10. Dies liegt mir tag 17. Darauf ich denn mit und nacht im sinn, Weil ich freuden kann Das gnadenurein großer fünder bin; Ich theil hören an, Das wird weiß nicht, was ich machen sein, wie ichs wünsch und soll, Mein Herz ist furcht und such, Der ewig segen, nicht schrecken voll. Kyrieleis. der fluch. Kyrieleis. 11. 3u dir fleh ich, Herr 18. Wenn die verächter Jesu Christ, Der du der rich deiner güt, Die hier verter selber bist. Ich suche ret stocken ihr gemüth, Fort müs tung, hülf und rath Für alle sen nach der hölle zu Und meine missethat. Kyrieleis. ewig, ewig sein ohn ruh; 12. Ich falle dir, mein Kyrieleis. Gott, zu fuß, Verleih mir 19. So werde ich zur rechdoch rechtschaffne buß, Daß ten seit Die glorie und die sich mein herz durch ernste seligkeit Ererben in deins vareu Erweichen lasse und er ters reich Und da den engeln neu. Kyrieleis. leben gleich. Kyrieleis. 336 Ratechismusgesänge. 20. Dahin denk ich nun 6. Die schätz der kirchen immerfort, Daß ich bald sei nimmt man hin, Das wird am selben ort;. Herr Jesu, ihn bringen klein gewinn, machs nicht lang mehr hier, Die armen läßt man leiden Ich bin bereit, nimm mich zu noth Und nimmt ihn aus dem dir. Kyrieleis. mund das brot. Das ist z. 7. Die schät der kirchen sind ihr gift, Sie sind von Eigne Melodie. 422. Gott hat das evan- ihnen nicht gestift, Noch nehlium Gegeben, men sie das kirchengut; Sieh, daß wir werden fromm, Die was der leidig geiz nicht thut! welt acht solchen schat nicht Das ist zc. hoch, Der mehrer theil fragt 8. Man fragt nach Gott nichts darnach. Das ist ein dem Herrn nicht mehr, Die zeichen vor dem jüngsten tag. welt stinkt ganz nach eitel 2. Man fragt nichts nach ehr, Die hoffahrt nimmt gar der guten lehr, Der geiz und überhand, Betrügen, lügen ist wucher noch vielmehr hat über- kein schand. Das ist zc. hand genommen gar, Noch 9. Wo bleibt die brüderſprechen sie: es hat kein liche lieb? Die ganze welt gfahr. Das ist ein zeichen ist voller dieb, Kein treu noch vor dem jüngsten tag. glaub ist in der welt, Ein je: man der spricht: hätt ich nur geld! neue net, Das sind der gott: Das ist zc. losen gesek, Damit sie alles 3. Täglich erdenkt 10. Die welt will ihr nicht guts zu sich Gern wollten lassen wehrn, An Gotts wort reißen gwaltiglich. Das ist will sich niemand kehrn; Sie ein zeichen 2c. haben nichts gelernet mehr, 4. Man rühmt das evan- Denn immer fressen, saufen gelium Und will doch nie sehr. Das ist zc. mand werden fromm, Für- 11. Ihr größte kunft ist wahr man spott dem lieben bankettirn Und in der büberei Gott, Noch sprechen sie: es studirn, Das kann sie aus der hat kein noth! Das ist ein maßen wohl, Die welt ist aller zeichen 2c. schalkheit voll. Das ist zc. 5. Es ist doch eitel bübe- 12. Die liebe sonne fann rei, Die welt treibt große nicht mehr Zusehn, und sich schinderei, Als ob kein Gott entsetzet sehr, Darum verim himmel wär, Das armuth leurt sie ihren schein, Das muß sich leiden sehr. Das mag ein große trübsal sein! ist ein zeichen 2c. Das ist zc. 337 13. Der mond ängsten sich und sieht jämmerlich; und sterne ist unser lösegeld. Jehund ihr gestalt sind wir der sünden knecht; Wie gern Der glaub allein macht uns sie wollten werden frei Bon gerecht. solcher großen büberei. Das 6. Komm bald, führ uns ist ein zeichen vor dem jüng- heim in dein reich, Mach sten tag! uns aus gnad deim bilde. 14. Darum komm, lieber gleich In weisheit, kraft und Herre Christ! Der erdkreis herrlichkeit, Dann preist man überdrüssig ist 3u tragen sol- dich in ewigkeit. che höllenbränd, Drum machs Joh. Mathesius+ 1565. einmal mit ihr ein end. Und mel. Herzlich thut mich verlangen. Ich denk an dein laß uns ſehn den lieben jüng- 424. J gerichte, Du sten tag! Erasmus Ulber+ 1553. richter aller welt, Das nur für ein gedichte Manch rohes Mel. Erhalt uns Herr bei deinem. weltkind hält; Dein wort und 423. rrett uns, lieber mein gewissen Zeigt mir es Herre Gott, deutlich an, Daß du wirst richVon sünd, teufel und ewgem ten müssen Was jeder mensch tød, Wenn Christus sein ge- gethan. richte hält, Im feuer spannen wird die welt! 2. Ich höre die posaunen In meinen ohren schon, Und 2. Auf diesen tag hoffen sehe mit erstaunen Den gro wir all; Laß hören der po- ßen richterthron, Auf welchem saunen schall, Dann kommt du wirst sizzen In deiner zur ruh und wird erquickt, herrlichkeit, Wenn feldgeschrei Was jetzt von sünd und tod und blitzen Der welt das erschrickt. Der Glaube. ende dräut. 3. Voll ehr und freud ist 3. Mein geift erblickt die dieser tag, Da hört auf jam: schaaren Vor deinen stuhl mer, noth und klag; Unsre gestellt, So viel als menerlösung wird angehn, Wenn schen waren Von anbeginn wir zu Christi rechten stehn. der welt. Hier muß sich jeder 4. grechter richter, Jesu stellen und seinen urtheilsChrist, Der du unser erlöser spruch Sich von dir lassen bist, Erschein und rett dein fällen Zum segen oder fluch. häuflein klein, Die mit deim 4. Da geht es an ein blut besprenget sein. scheiden; Du läßt zur rech5. Komm bald, du hei- ten hand Die lieben lämmland aller welt, Dein blut lein weiden, Die dir allein Lutherisches Gesangbuch. 22 338 Katechismusgesänge. bekannt. Die böcke gehn zur mit furcht und zittern Die linken Von deinem angesicht feligkeit ergreif. Und müssen da versinken Wo weder trost noch licht. 16 10. Und wenn dein tag vorhanden, Die welt soll un5. Ach, ihr zur rechten sei- tergehn, So laß mich nicht ten Wie süße ruft man euch: mit schanden Vor deinem Kommt, ihr Erbt meines Ihr habet mich gespeiset, Mit blut befrein, Stell mich zu trank und kleid versehn, Und deinen schafen, Die zu der dieses mir erweiset, Was brü- rechten sein. dern ist geschehn. gebenedeiten, throne stehn; vaters reich! allen strafen Laß mich von Dein theures 11. Das schwert in dei 6. Doch, was für donner nem munde Sei mir ein palschießen Auf die zur linken menzweig; Versent im hölhand! Sie, als verfluchte, lenschlunde Des Pharaonis müssen Als wie ein höllen zeug. Mich führe zu den deibrand In ewigs feuer ren- nen Ins rechte Kanaan, Wo nen, Denn Jesus will sie uns die sonne scheinen, Kein nicht Aus ihrem glauben ken- donner schrecken kann. nen, Dem liebe doch gebricht. 12. Uch komme, mein er 7. So gehen die gerechten löser, Mit deiner herrlichkeit; Ins freudenleben ein; Den Die welt wird immer böser, andern satansknechten Wird Ach, komme nur noch heut! lauter Höllenpein. Die seligen Laß bald die stimme hören: erlangen Der engel brüder- Kommt, ihr gesegneten! So schaft; Die bösen sind gefan wollen wir dich ehren Mit den In teuflischem verhaft. allen heiligen. B. Schmolk+ 1737. Eigne Melodie. 425. ewigkeit, du donnerwort, 8. Laß, Jesu, dies gerichte Mir stets vor augen sein, Und soll dein angesichte Mich dermaleinst erfreun, So gieb mir so ein leben, Das auf O schwert, das durch die ſeele den glauben weist, Und da bohrt, D anfang sonder ende! nach möge streben, Was du ewigkeit, zeit ohne zeit, so herrlich preist. Ich weiß vor großer traurig9. Gieb, daß ich mich recht keit Nicht, wo ich mich hin schicke Auf deinen letzten tag, wende. Mein ganz erschrockUnd alle augenblicke Mich nes herz erbebt, Daß mir drauf bereiten mag, Weil die zung am gaumen klebt. schon die zeichen wittern, Die 2. Kein unglück ist in al welt zur strafe reif, Daß ich ler welt, Das endlich mit Der Glaube. 339 der zeit nicht fällt Und ganz lich ausgestanden, Und von wird aufgehoben; Die ewig- den teufeln solcher frist Ganz keit nur hat kein ziel, Sie grausamlich gemartert bist, Ist treibet fort und fort ihr spiel, doch kein schluß vorhanden; Läßt nimmer ab zu toben. Die zeit, so niemand zählen Ja, wie mein heiland selber kann, Die fänget stets von spricht, Aus ihr ist kein erlö- neuem an. sung nicht. 7. Liegt einer krank und 3. Dewigkeit, du machst ruhet gleich Im bette, das mir bang, S ewig, ewig ist von golde reich Recht fürstzu lang, Da gilt fürwahr lich ist gezieret; So hasset er kein scherzen! Denn wenn ich doch solche pracht, Auch so, diese lange nacht Zusammt daß er die ganze nacht Ein der großen pein betracht, Er kläglich leben führet, Er zähschreck ich recht von herzen. Let alle glockenschlag Und seufNichts ist zu finden weit und zet nach dem lieben tag.. breit, So schrecklich als die ewigkeit. 8. Uch, was ist das? der höllen pein Wird nicht wie 4. Was acht ich wasser, leibeskrankheit sein Und mit feur und schwert; Dies alles der zeit sich enden; Es wird kaum nennenswerth, Es sich der verdammten schaar kann nicht lange dauern. Was m seur und schwefel immerwar es, wenn gleich ein ty dar Mit zorn und grimm rann, Der funfzig jahr kaum umwenden, Und dies ihr unleben kann, Mich endlich ließ begreiflichs leid Soll währen vermauern? Gefängniß, mar- bis in ewigkeit. ter, angst und pein, Die können ja nicht ewig sein. 9. Ach Gott, wie bist du so gerecht, Wie strafest du die 5. Wenn der verdammten bösen knecht Im heißen pfuhl große qual So manches jahr, der schmerzen! Auf kurze sünals an der zahl Hier men den dieser welt Hast du so schen sich ernähren, Als man lange pein bestellt! Ach nimm chen stern der himmel hegt, dies wohl zu berzen, Und Als manches laub das erd- merk auch dies, o menschenreich trägt, Noch endlich sollte kind: Kurz ist die zeit, der währen, So wäre doch der tod geschwind. pein zuletzt Ihr recht bestimmtes ziel gesetzt. 10. Uch fliehe doch des teufels strick! Die wollust 6. Nun aber, wenn du kann ein augenblick und ländie gefahr Viel hunderttau- ger nicht ergößzen; Dafür send, tausend jahr Hast kläg willst du dein arme seel Her: 22* 340 Katechismusgesänge. nachmals in des teufels höhl Vor allen dingen hab in acht Hin zur vergeltung seben? Die vorerwähnte lange nacht. Ja, schöner tausch, ja wohl 15. du verfluchtes mengewagt, Das bei den teufeln schenkind, Von sinnen toll, wird beklagt! von herzen blind, Laß ab, 11. So lang ein Gott im die welt zu lieben: Ach, ach, himmel lebt und über alle soll denn der höllen pein, Da wolken schwebt, Wird solche mehr, denn tausend henker marter währen; Es wird sie sein, Ohn ende dich betrü: klagen kält und hig, Ungst, ben? Wo lebt ein so beredter hunger, schrecken, feur und mann, Der dieses werk aus blik, Und sie doch nie versprechen kann? zehren. Dann wird sich enden ewigkeit, du donner: diese pein, Wenn Gott nicht wort, O schwert, das durch mehr wird ewig sein. die seele bohrt, O anfang 16. 12. Die marter bleibet sonder ende! O ewigkeit, zeit immerdar, Als anfangs sie ohne zeit, Ich weiß, vor grobeschlossen war, Sie kann sich ser traurigkeit Nicht, wo ich nicht vermindern; Es ist ein mich hinwende. Herr Jesu, arbeit sonder ruh, Sie nimmt wenn es dir gefällt, Eil ich an klag und seufzen zu Bei zu dir ins himmelszelt. jenen satanskindern. O sünder, deine missethat Empfin 3. Rift+ 1667. Eigne Melodie. det weder troft noch rath! 426. ewigkeit, o ewig v 13. Wach auf, o lang vom sündenschlaf, Ermuntre bist du, o ewigkeit! Doch dich, verirrtes schaf, Und beffre eilt zu dir der menschen zeit, bald dein leben! Wach auf, Gleich wie ein kühnes pferd es ist doch hohe zeit, Es zum streit, Nach haus ein kommt heran die ewigkeit, bot, ein schiff zum port, Ein Dir deinen lohn zu geben. schneller pfeil vom bogen fort. Vielleicht ist heut der letzte Betracht, o mensch, die ewigtag, Wer weiß noch, wie keit! man sterben mag! 2. O ewigkeit, o ewigkeit! 14. Laß doch die hoffahrt Wie lang bist du, o ewigkeit! dieser welt, Pracht, hoffahrt, Wie an der kugel, die ganz reichthum, ehr und geld Dir rund, Kein anfang und kein länger nicht gebieten; Schau end ist kund; So auch, o ewig an die große sicherheit, Die feit an dir Blickt weder einfalsche welt und böse zeit, noch ausgang für. Betracht, 3usammt des teufels wüthen; lo mensch, die ewigkeit! Der Glaube. 341 3. ewigkeit, o ewigkeit! der höllen pein, So lange Wie lang bist du, o ewigkeit! währt des himmels freud: Du bist ein ring, unendlich lange freud, o langes leid! weit, Dein mittelpunkt heißt Betracht zc. allezeit, Dein runder umkreis 9. O ewigkeit, o ewigkeit! niemals heißt, Dieweil er nie Wie lang bist du, o ewigkeit! kein ende weist. Betracht, o O mensch, oft deine sinnen mensch, die ewigkeit! stell Und denke an die qual 4. O ewigkeit, o ewigkeit! und höll, Auch an der fromWie lang bist du, o ewigkeit! men herrlichkeit, Es währet Es trüge wohl ein vögelein beides ohne zeit. Betracht zc. Weg aller berge sand und stein, 10. ewigkeit, o ewigkeit! Wenns nur käm alle tausend Wie lang bist du, o ewigkeit! jahr; Du ewigkeit bist immer Wie schrecklich bist du in der dar. Betracht 2c. pein, Wie lieblich in dem 5. O ewigkeit, o ewigkeit! freudenschein! Hie Gottes güWie lang bist du, o ewigkeit! te noch erfreut, Dort schre: Mit jedes augenblickes frist, ket die gerechtigkeit. Be= Die jemals schon gewesen ist, tracht zc. Vergleich viel tausend, tausend 11. Dewigkeit, o ewigkeit! zeit, Nichts gleichet sich der Wie lang bist du, o ewigkeit! ewigkeit. Betracht zc. Was nützet, reicher prasser, 6. ewigkeit, o ewigkeit! dir Dein leckertisch und purWie lang bist du, o ewigkeit! purzier? Dort mußt du ewig, Wenn nur durch tausend jahr ewig sein In heißer qual und ein zähr Abflösse von der au- großer pein. Betracht zc. gen heer, Es wüchs ein sol- 12. O ewigkeit, o ewigkeit! ches wasser draus, Daß es Wie lang bist du, o ewigkeit! reicht an der sternen haus. Der hier gelebet arm und Betracht zc. bloß, Ruht ewig dort in 7. O ewigkeit, o ewigkeit! Abrams schooß; Er liebt und Wie lang bist du, o ewigkeit! lobt das höchste gut In volZu zählen ist der sternen heer, lem trost und freudenmuth. Die tropfen und der sand am Betracht zc. meer, Und was sonst lebet in 13. Dewigkeit, o ewigkeit! der zeit; Doch aber nicht die Wie lang bist du, o ewigkeit! ewigkeit. Betracht zc. Ein augenblick ist alle freud 8. ewigkeit, o ewigkeit! Dadurch man kommt in fteWie lang bist du, o ewigkeit! tes leid; Ein augenblick ist So lange als Gott, Gott alles leid Dadurch man kommt wird sein, So lange währt in stete freud. Betracht zc. 342 Katechismusgesänge. 14. O ewigkeit, o ewigkeit! Das sie nicht grausam pla Wie lang bist du, o ewigkeit! get. Der schmerz ist unermeß: Verständig ist, der dich be- lich groß, Von allem troft tracht, Des fleisches lust er und hoffnung bloß. leicht veracht, Bei ihm die 3. Man bringe alle mar welt nicht platz mehr findt, terart, Sie sei auch noch so Die luft zum eitler bald ver- streng und hart, Aus aller schwindt. Betracht zc. welt zusammen: Es bleibt 15. O ewigkeit, o ewigkeit! doch nur ein kinderspiel, Und Wie lang bist du, o ewigkeit! wär es tausendmal so viel, Wer sich besinnt, zu Gott so Hier gegen diese flammen; spricht: Hie brenn, hie hau, Denn was nur ängstlich quälen hie straf und richt, Sie handle kann, Das trifft man da bei nach gerechtigkeit, Doch gieb sammen an. noch gnad zur gnadenzeit! Betracht 2c. 4. Wie hat sich doch das spiel verkehrt! Die so man 16. O ewigkeit, o ewigkeit! vor als götter ehrt, Trifft Wie lang bist du, o ewigkeit! hier die größte schande. Die Ich, ewigkeit, ermahne dich, so in ungezähmter luft, Ge O mensch, gedenke oft an mich! weidet ihre geile brust, EmDenn ich der sünden straf und pfinden solche bande, Die mit pein, Der Gotteslieb ein lohn der übergroßen pein Ganz unsoll sein. Betracht, o mensch, erträglich müssen ſein. die ewigkeit! 5. unerhörte höllenqual, O marter ohne end und zahl, Mel. O ewigkeit, du donnerwort. D ungemeines leiden! Mein 427. unerhörte höllen- Jesu, ach! behüt mein herz qual, O marter Vor diesen ewig harten schmerz, ohne end und zahl, O unge- Schenk mir des himmels freumeines leiden! Mein geist er den. Weil du für mich dein zittert inniglich, Mein gan- blut versett, So lasse mich zes herz entsetzet sich, Ver- doch nicht zuletzt. giffet aller freuden. Ja die betrübte höllenpein Nimmt V. E. Löscher+ 1749. mein gemüthe völlig ein. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 2. Wie schrecklich ist der 428.3aft bu vor dir, wei ort, o mensch, hast du marterort! Wo die verdammten liegen dort, Indem der Dieweil du lebst auf erden, tod sie naget. Nichts ist auf Die nach dem tode stehen erden weit und breit, Kein für Und wird dir eines wer: jammer, angst noch herzeleid, den, So bald du deine zeit Der Glaube. 343 beschließst, Nachdem du selber manche frevelthat Macht ihm dir erkiest Und eines willst viel tausend schmerzen. Was erwählen. er gethan hat und gesagt, 2. Eins ist des himmels Das kommt ihm vor und freudenort, Da Gott mit sei- nagt und plagt Die sündennen wohnet; Das andre ist volle seele. der höllen pfort, Da man den 7. Die augen, die nach sündern lohnet. Dort geht es pracht geschaut, Die geilen wohl, da übel zu, Da ist hurenohren, Und die dem lüviel pein, dort hat man genmaul getraut, Die zung, ruh, Dort lacht man, da ist die falsch geschworen, Der weinen. mund, der lästerung geredt, bölle, welch ein ort Die hand, die freventlich ge ist das? Nichts wird dadurch tödt, Die lasterhaften füße. bedeutet Als jammer ohne 8. Ja, alle glieder insgeziel und maß Und was für mein, Die sich in sünden qual bereitet Den feinden üben, Wird künftig die verGottes insgemein, Den teu fluchte pein In ewigkeit befeln, die verworfen sein, Und trüben, Daß sie die jetzt geallen frevlen sündern. 3. suchte freud Mit desto gröBerm herzeleid 3u büßen werden haben. 4. Ist etwas überall be wußt, Das schrecklich anzuhören, Kann was der men9. Es wird der teufel unschen freud und lust In trau gestalt Die augen, und das rigkeit verkehren, Bringt et klagen, Das in der hölle wiewas schmerzen, pein und noth, derhallt, Die ohren heftig Macht was verlangen nach plagen. Der lügenmund trinkt dem tod, So ist es in der gallentrank, Der scharfe schwehöllen. fel-, pechgestank Ist dem ge5. Da muß der mensch, ruch zuwider. der kommt hinein, Sich ewig 10. mensch, darum er: lassen quälen, Und leiden kenne wohl, Was sich dort unerhörte pein Un leib und wird begeben, Denk, was an der seelen; Den wurm, man thun und lassen soll, der nimmer wird ertődt, Und führ ein christlich leben. Das feur, das ewig nicht Gott, regier uns allezeit, vergeht, Wird er beständig Daß wir recht thun und dort fühlen. dem leid Entfliehen in der 6. Die angst, die sein ge- höllen. wissen hat, Die furcht in seinem herzen, 3ur straf für J. E. Urmschwanger+ 1696. 344 Katechismusgesänge. Mel. Vater unser im himmelreich. Mel. Wie wohl ist mir, o freund. 429. fichrer mensch, 430. Gs ist noch eine bekehre dich! ruh Du lebest hier nicht ewiglich, Auf, müdes herz, und werde 3u seiner zeit mußt du davon licht! Du seufzest hier in dei Und wirst empfangen deinen nen banden Und deine sonne lohn, Nachdem du hast in scheinet nicht; Sieh auf das dieser welt Dein thun und lamm, das dich mit freuden wesen angestellt. Dort wird vor seinem stuhle 2. Bedenke, was die ewig- weiden, Wirf hin die last keit Doch sei für eine lange und eil herzu. Bald ist der zeit, Wie fie ganz ohne ende schöne kampf geendet, Bald, ist, Und daß nach dieser le bald der saure lauf vollen: bensfrist Die fünder in der det; So gehst du ein zu höllenpein Gequälet müssen deiner ruh. ewig sein. 2. Die ruhe hat Gott aus: 3. Ob du ausstündest all- erkoren, Die ruhe, die kein zuhand So manche plagen, ende nimmt. Es hat, da noch als man sand Um meer, und kein mensch geboren, Die lie so viel sternenlicht Man an be sie uns so bestimmt. Das dem ganzen himmel sicht; lämmlein wollte darum sterJa wäre noch der qual so ben, Uns diese ruhe zu er viel So hätte sie doch maaß werben, Es ruft, es locket und ziel. weit und breit: Ihr müden 4. Hier aber ists nicht so seelen und ihr frommen, Ver gethan, Die qual fängt stets säumet nicht, heut einzukomvon neuem an; Viel hundert- men 3u meiner ruhe lieblich tausend, tausend jahr Sind keit. wie der tag, der gestern war. 3. So kommet denn, ihr Und es wird dieser höllen- matten seelen, Die manche pein In ewigkeit kein ende last und bürde drückt, Eilt, ſein. eilt aus euren kummerhöhlen, 5. Darum, du sichres men- Geht nicht mehr krumm und schenkind Schlag diese war sehr gebückt. Ihr habt des nung nicht in wind; Laß ab tages last getragen; Dafür von deiner missethat, Noch laßt euch das lämmlein ſa ist es zeit, noch ist es rath. gen: Ich selbst will eure ruh Was du versäumst in dieser statt sein. Ihr seid mein volk, zeit, Das büßest du in ewig- gezeugt von oben; Ob sünde, keit. welt und teufel toben, Seid nur getrost und gehet ein. Der Glaube. 345 4. Was mag wohl einen sorgenlos. Ach, fasſet dieſes kranken laben und einen mü- wort ihr müden, Legt euch den wandersmann? Wo jener dem lamm in seinen schooß! nur ein bettlein haben Und Ach flügel her, wir müssen sanfte darauf ruhen kann; eilen, Und uns nicht länger Wenn dieser sich darf nieder hier verweilen; Dort wartet setzen, Un einem frischen trunk schon die frohe schaar. Fort, ergößen; Wie sind sie beide fort, mein geist, zum jubiso vergnügt! Doch dies sind liren! Begürte dich zum trikurze ruhestunden, Es ist noch umphiren! Auf, auf, es kommt eine ruh erfunden, Da man das ruhejahr! auf ewig stille liegt. Joh. Sigismund Kunth+ 1779. Eigne Melodie. 5. Da wird man freudengarben bringen, Denn unsre 431. Ermuntre dich, bez O welch geiſt ein jubel wird erklingen Und Und laß dein langes klagen, süßer ton ins vaters haus! Das dir nur muth und kraft Schmerz, seufzen, leid, tod entreißt, Du sollst dich einund dergleichen, Wird müssen mal wagen, Dich wie ein fliehn und von uns weichen. adler aufzuschwingen Und in Wir werden auch das lämm- des himmels glanz zu dringen, lein sehn; Es wird beim brünn- Weit über sterne, sonn und lein uns erfrischen, Die thrä- mond, Wo Jesus, dein vernen von den augen wischen; söhner, wohnt. Wer weiß, was sonst noch soll geschehn. 2. Willst du dein hagres angesicht nur auf dein elend 6. Kein durst noch hunger heften, Was wunder, wenn wird uns schwächen, Denn es dir gebricht Un freudigkeit die erquickungszeit ist da. und kräften. Weg mit den Die sonne wird uns nicht augen von den sachen, Die mehr stechen, Das lamm ist deinen kampf nur schwerer seinem volke nah. Es will machen, und da voll glauben selbst über ihnen wohnen Und hingeschaut, Wo dir dein heiihre treue wohl belohnen Mit land hütten baut. licht und trost, mit ehr und 3. Ist dir das kleinod noch preis. Es werden die gebeine zu klein Bis auf das blut grünen. Der große sabbath zu streiten? Du sollst ein ist erschienen, Da man von erbe Gottes sein und seiner feiner arbeit weiß. herrlichkeiten. Du sollst nicht 7. Da ruhen wir und sind nur von ferne stehen, Und im frieden und leben ewig sie, wie Moses Kan'an sehen, 346 Katechismusgesänge. Du wohnst darinnen für und Ihr gleichen glanz und ehre für, Was Jesus hat, das giebt giebt. er dir. 8. Da wirst du sehn die 4. Angst, klagen, jammer, große schaar Die deinen mitt weh und leid Wird wie ein ler ehret, Aus deren mund rauch verfliegen, Du wirst man immerdar Das heilig! im schooß der ewigkeit Ver heilig! höret. Da wirst du gnügt und sicher liegen. Die mit an reihen treten Das thränen, die sich hier ergießen, höchste wesen anzubeten, Des Die werden dort nicht weiter vaters ruhm, des lammes preis fließen, Der schweiß, der sich Wird ewig üben deinen fleiß. damit vermischt, Wird von dem vater abgewischt. 9. Was wird da für ein strom der lust Durch alle glie: 5. Da wirst du zu dem der dringen, Wie wird in der meer geführt, Das keinen bo jett bangen brust Das herz den kennet, Wo man im über- vor freuden springen! Und fluß verspürt, Was man nur was die sinnen übergehet Und armuth nennet. Jeßt mußt dieses lebens wort erhöhet, Ift, du dich mit tropfen laben, daß desselben süßer schein Wird Dann wirst du recht und frei- ewig! ewig! ewig! sein. heit haben Dich gar zu ba den in der flut, Die dir, o geist, so sanfte thut. 10. Auf, auf, mein geist, entschließe dich Bis in den tod zu kämpfen, Brich durch 6. Da wirst du deinen va- was dir ist hinderlich Und ter sehn Und deinen bruder deinen muth will dämpfen. finden, Es wird dich dessen Willst du den kranz der eh glanz durchgehn Und dessen ren tragen So mußt du was glut entzünden. Du wirst in für Jesum wagen, Es wird reiner liebe brennen Wenn die krone, die so schön, Nur du die schönheit wirst erken auf dem haupt der sieger stehn. nen, Davor der erde pracht 3. 3. Rambach+ 1735. und schein Nur muß wie todte Met. Wachet aufruft uns die stimme. koblen ſein. 7. Die engel Gottes wer- 432. Gs mag dies haus, das aus der erden dich Als ihren bruder den, Nur immerhin zerbrochen grüßen, Und dich, o Geist, werden; Ein andres haus gar süßiglich In ihre mitten wird uns erbaut. Gott selbst schließen. Es werden selbst will diesen bau vollführen, die Cherubinen Der großen Mit ewger himmelsklarheit braut des lammes dienen, Die- zieren, Dran man nichts unweil der könig, der sie liebt, vollkommnes schau Hinweg, Der Glaube. 347 was irdisch heißt! Mein herz hand, Welcher seinen feind und ganzer geist Fleucht von geschlagen, Hingestrecket in hinnen, Ergreift dies wort, den sand? Welcher streit und Und ist schon dort Un jenem welcher krieg Hat gezeuget selgen freudenort. diesen sieg? 2. Da wird kein vorhang 3. Wer sind die in reiner angetroffen, Das allerheiligste seide, Welche ist gerechtigkeit, steht offen; O seligste zufrie- Angethan mit weißem kleide, denheit! Hier giebt sich innig: Das bestäubet keine zeit Und lich zu küssen, Mit süßer veraltet nimmermehr? Wo wonne zu genießen Die hei sind diese kommen her? ligste dreieinigkeit. Es schenkt 4. Es sind die, so wohl sich uns allhier Der engel gerungen Für des großen schöne zier, Alle frommen Um Gottes ehr, Haben welt und fassen sich Recht brüderlich; tod bezwungen, Folgend nicht O herz und seele, freue dich! dem sündgen heer, Die erlan3. Hier ist nur lauter licht get auf den krieg Durch des und freude, Hier kleidet uns lammes blut den sieg. nur weiße seide Der aller- 5. Es sind die, so viel erreinsten heiligkeit; Wir tra- litten Trübsal, schmerzen, angst gen lauter güldne kronen, und noth, Im gebet auch oft Wir sitzen hier auf güldnen gestritten Mit dem hochgethronen; Hier wechselt sich lobten Gott; Nun hat dieser gar keine zeit. Hör auf, mein kampf ein end, Gott hat all blöder sinn, Wo willst du ihr leid gewendt. endlich hin? Stille, stille! 6. Es sind zweige eines Geh ruhig ein, Wo Gott al- stammes, Der uns huld und lein Wird alles und in allem heil gebracht, Haben in dem ſein. 3. Baumgarten+ 1722. blut des lammes Ihre kleider hell gemacht, Sind ge= schmückt mit heiligkeit, PranMel. In dem leben hier auf erden. gen nun im ehrenkleid. Jer sind die vor da Offenbarung 7. 433. Wer Gottes throne? erschienen 7. Es sind die, so stets Hier als priester Was ist das für eine schaar? vor dem Herrn, Tag und Träget jeder eine krone, Glän- nacht bereit zu dienen, Leib zen wie die sterne klar; Hal- und seel geopfert gern; Nun lelujah singen all, Loben Gott sie stehen all herum Vor dem mit hohem schall. stuhl im heiligthum. 2. Wer sind die, so palmen 8. Wie ein hirsch am mittragen, Wie ein sieger in der tag lechzet Nach dem strom, 348 Katechismusgesänge. der frisch und hell, So hat; 14. Welches wort faßt diese ihre seel geächzet Nach dem wonne, Wenn ich mit der rechten lebensquell; Nun ihr heilgen schaar In dem strahl durst gestillet ist, Da sie sind der reinen sonne Leucht auch bei Jesus Christ. wie die sterne klar! Amen, 9. Auf dem Zionsberg sie lob sei dir bereit, Dank und weidet Gottes lamm, die le- preis in ewigkeit! benssonn, Mitten in dem stuhl sie leitet Zu dem rechten und Theodor Schenck+ 1727. Eigne Melodie. lamm, das ewig gut, Lieblich 434. gebaute stadt, Jeri erusalem, du hoch: sie erquicken thut. 10. Daher streck auch ich Wollt Gott, ich wär in dir! die hände, O Herr Jesu, zu Mein sehnlich herz, so groß dir aus; Mein gebet ich zu verlangen hat und ist nicht dir wende Der ich noch in mehr bei mir. Weit über berg deinem haus Hier auf erden und thale, Weit über blache steh im streit; Treibe, Herr, feld Schwingt es sich über die feinde weit. alle Und eilt aus dieser welt. 11. Hilf mir in dem kam- 2. O schöner tag und noch pfe siegen Wider sünde, höll viel schönste stund, Wann und welt; Laß mich nicht wirst du kommen schier? Da darnieder liegen, Wenn ein ich mit lust und freiem freu sturm mich überfällt. Führe denmund Die seele geb von mich aus aller noth, Herr, mir In Gottes treue hände mein fels, mein treuer Gott. 3um auserwählten pfand, Daß 12. Gieb, daß ich sei neu sie mit heil anlände In jenem geboren; Un dir, als ein grü- vaterland. ner reis Wachse, und sei aus- 3. Im augenblick wird sie erkoren, Durch dein blut ge erheben sich Bis an das firwaschen weiß, Meine kleider mament, Wenn sie verläßt, wahre rein, Meide allen fal so sanft, so wunderlich Die schen schein; stätt der element; Fährt auf 13. Daß mein theil sei Eliä wagen Mit engelischer bei den frommen, Welche, schaar, Die sie in händen tra Herr, dir ähnlich sind, Und gen Umgeben ganz und gar. auch ich der noth entnom- 4. ehrenburg, sei nun men, Als dein dir getreues gegrüßet mir: Thu auf die kind, Dann genahet zu dem gnadenpfort! Wie große zeit thron, Nehme den verheiß- hat mich verlangt nach dir, nen lohn. Eh ich bin kommen fort Aus 349 Das Vaterunser. jenem bösen leben, Uus jener 3. Das Baterunser. nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben Das erb der Mel. Unser herrscher, unser könig. ewigkeit. 435. Abba, lieber vater, höre, Wenn dein 5. Was für ein volk, was für ein edle schaar Kommt kind gen himmel schreit, Rette dort gezogen schon? Was in deines namens ehre, Denn der welt von auserwählten du bist voll gütigkeit, Unfre war, Seh ich; die beste kron, herzen halten dir Unsers Jesu Die Jesus mir, der Herre, namen für. Entgegen hat gesandt, Da 2. Herr, wer kann dich ich noch war von ferne In gnug erheben? Wie dein nameinem thränenland. me, so dein ruhm. Uch, er6. Propheten groß und halt in lehr und leben Deines patriarchen hoch, Auch chri- namens heiligthum. Diesen sten insgemein, Die weiland namen laß allein Unsers herdort trugen des kreuzes joch zens freude sein. Und der tyrannen pein, Schau 3. Komm zu uns mit deiich in ehren schweben, In nem reiche, König, dem kein freiheit überall, Mit klarheit könig gleich, Daß das reich hell umgeben, Mit sonnenlich- des satans weiche, Bau in tem strahl. uns dein gnadenreich; Führ 7. Wenn dann zuletzt ich uns auch nach dieser zeit In angelanget bin Im schönen das reich der herrlichkeit. paradeis, Von höchster freud 4. Lasse deinen guten wilerfüllet wird der sinn, Der len, Lieber Gott, bei uns gemund von lob und preis. schehn, Daß wir ihn mit lust Das hallelujah reine Spielt erfüllen Und auf dein gebote man in heiligkeit, Das hosi- sehn. So stimmt erd und annah feine Ohn end in ewig- himmel ein, Wenn wir deifeit. nes willens sein. 8. Mit jubelklang, mit in5. Geber aller guten ga= strumenten schön, Auf chören ben, Gieb uns das bescheidne ohne zahl, Daß von dem theil; Du weißt, was wir schall und von dem süßen ton müssen haben und bei dir Sich regt der freudensaal; steht unser heil. Hat man Gott Mit hunderttausend zungen, und täglich brot, D, so hat Mit stimmen noch viel mehr, es keine noth. Wie von anfang gesungen Das himmelische heer. 3. M. Mayfart+ 1642. 6. Großer Herr, von gro Ben gnaden, Ach, vergieb die sündenschuld, Die wir täglich 350 Katechismusgesänge. auf uns laden, Habe nur mit zorn und groß gewalt Zerbrich, uns geduld; Laß uns andern vor ihm dein kirch erhalt. auch verzeihn, Sonst kannst 4. Dein will gescheh, Herr du nicht gnädig sein. Gott, zugleich Auf erden wie 7. Sucht der satan uns im himmelreich; Gieb uns ge zu sichten, Und versucht uns duld in leidenszeit, Gehorsam fleisch und welt, Hilf, daß sein in lieb und leid, Wehr wir den kampf verrichten, Bis und steur allem fleisch und der geist den sieg behält; Laß blut, Das wider deinen wil uns fest im glauben stehn Und len thut. in keiner angst vergehn. 5. Gieb uns heut unser täg 8. Alle noth und trübsal lich brot Und was man darf wende, Daß sie uns nicht zur leibesnoth, Behüt uns, schädlich sei, Und mach uns Herr, vor unfried, streit, Vor an unserm ende Auch von seuchen und vor theurer zeit, allem übel frei. Dein ist reich Daß wir in gutem frieden stehn, und kraft und ehr, Amen, Der sorg und geizes müssig großer Gott, erhör! gehn. B. Schmolk+ 1737. 6. All unsre schuld vergieb uns, Herr, Daß sie uns nicht betrübe mehr, Wie wir Eigne Melodie. 436. Vater unser im auch unsern schuldigern Ihr himmelreich, schuld und fehl vergeben gern. Der du uns alle heißest gleich Zu dienen mach uns all be: Brüder sein und dich rufen reit In rechter lieb und ei an Und willt das beten von nigkeit. uns han, Gieb, daß nicht 7. Führ uns, Herr, in ver bet allein der mund, Hilf, suchung nicht, Wenn uns der daß es geh aus herzensgrund. böse geist ansicht. 3ur linken 2. Geheiligt werd der na- und zur rechten hand Hilf me dein, Dein wort hilf bei uns thun starken widerstand, uns halten rein, Daß wir auch Im glauben fest und wohl leben heiliglich, Nach deinem gerüst Und durch des heilgen namen würdiglich. Herr, begeistes trost. hüt uns vor falscher iehr, Das 8. Von allem übel uns arm verführte volk bekehr. erlös, Es sind die zeit und 3. Es komm dein reich zu tage bös. Erlös uns vom dieser zeit, und dort hernach ewigen tod Und tröst uns in in ewigkeit. Der heilig geist der letzten noth. Bescheer uns uns wohne bei Mit seinen auch ein selig end, Nimm gaben mancherlei; Des satans unsre seel in deine händ. Das Vater unser. 351 9. Amen! das ist, es werde stärk uns im geist, Hilf, daß wahr! Stärk unsern glauben wir thun, was du uns heißt. immerdar, Auf daß wir ja nicht Gieb fried, schuß, gute freund zweifeln dran, Was wir hiermit und brot, Behüt die stadt, gebeten han Auf dein wort, in du treuer Gott. dem namen dein; So sprechen wir das amen fein. Amen. M. Luther+ 1546. Mel. Erhalt uns Herr bei deinem. 3. Errett von sünd, teufel und tod, Aus leibes und der seelen noth, Ein selig stündlein uns bescheer; Dein ist das err Gott, der du reich, kraft, preis und ehr. 437. mein vater bift, 4. Auf dein wort sprech ich: Ich schrei im namen Jesu amen, Herr; Aus gnad mein Christ Zu dir, auf sein werk, eid und tod; Hör, helfer treu in angst und noth. kleinen glauben mehr. Du bist allein der vater mein: Laß mich dein kind und erbe sein. Amen. I. Mathesius+ 1565. 2. Laß uns dein wort, Prediger. 438. Krie Christe Kyrie Sei uns gnädig Sei uns gnädig Vor allen sünden, Die Litanei. Vor allem irrsaal, Vor allem übel, Christe Herr Gott vater im himmel, Herr Gott sohn der welt heiland, Erbarm dich über uns. Herr Gott heiliger geist, Gemeinde. Vor des teufels trug und list, Vor bösem, schnellen tod, Eleison. Erhöre uns. Verschon uns, lieber Herre Gott. Hilf uns, lieber Herre Gott. Vor pestilenz und theurer zeit, Behüt uns, lieber Herre Gott. Vor krieg und blutvergießen, Vor aufruhr und zwietracht, Vor hagel und ungewitter, Vor feuers- und wassernoth, Vor dem ewigen tod, 352 Katechismusgesänge. Prediger. Durch dein heilig geburt, Durch deinen todskampf und blutigen schweiß, Durch dein kreuz und tod, Durch dein heiliges auferstehn und himmelfahrt, In unsrer letzten noth, Um jüngsten gericht, Wir armen sünder bitten Und deine heilige, christliche) kirche regieren, schützen! und vermehren, JDu wollest uns erhören, lieber Herre Gott. Bei deinem reinen wort und heiligen sakramenten uns väterlich erhalten, Alle, so um deines namens willen verfolget werden, kräftiglich schüßen, trösten und versorgen, Gemeinde. derbringen, Den satan unter unsre füße treten, Treue arbeiter in deine erndte senden, Deinen geist und kraft zum worte geben, Hilf uns, lieber Herre Gott. Alle bischöfe, pfarrherrn und kirchendiener im heilsamen wort und heiligen leben erhalten, Allen rotten und ärgernissen Erhör uns, lieber Herre Gott. wehren, Alle irrige und verführte wieAllen betrübten und blöden! helfen und sie trösten, Allen königen und fürsten fried und eintracht geben, Das Baterunser. lassen, Alle wittwen und waisen verPrediger. Unsern landesherrn mit allen) seinen gewaltigen leiten und schützen, Unsern rath und gemeinde segnen und behüten, Allen, so in noth und gefahr sind mit hülfe erscheinen, Allen schwangern und säugern fröhliche frucht und gedeihen geben, Aller kinder und kranken pflegen und warten, Alle gefangene los und ledig Erhör uns, lieber Herre Gott. theidigen und versorgen, Aller menschen dich erbarmen, Unsern feinden, verfolgern und lästerern vergeben und sie bekehren, Die früchte auf dem lande und bäumen geben und bewahren, Und uns gnädiglich erhören O Jesu Christe, Gottes sohn,) O du Gotteslamm, das der) welt sünde trägt, O du Gotteslamm, das der( welt sünde trägt, Christe Kyrie. Christe O du Gotteslamm, das der Verleih uns steten frieden. welt sünde trägt, Kyrie. Gemeinde. Erbarm dich über uns. Erhöre uns. Eleison. Eleison. Prediger und Gemeinde. Eleison. Lutherisches Gesangbuch. Umen. ( Siehe Kirchenordnung.) 353 M. Luther+ 1546. 23 354 Katechismusgesänge. 439, Betgemeinde heilge So zum end der feinde. Mel. Straf mich nicht in deinem. mit, Wie zum sieg der freunde, dem 7. so betet alle drauf, heilgen öle! Jesu Christ er- Betet immer wieder! Heilge gieße sich Dir in herz und hände hebet auf, Heilget eure seele! Laß den mund Alle glieder! Heiliget Das gebet, stund Von gebet und flehen Das zu Gott sich schwinget; Heilig übergehen. Betet, das es dringet! 2. Heilige den heilgen brand, 8. Betet, daß die letzte zeit Deines geists verlangen, Dem, Vollends übergehe, Daß man ders blut an dich gewandt, Christi herrlichkeit Offenbaret Heilig anzuhangen. Heilger sehe; Stimmet ein Insgemein rauch Sei es auch, Der zu Mit der engel sehnen Nach Gott aufgehet, Wenn dein dem tag, dem schönen. herze flehet. 9. Eure bitten, die ihr thut 3. Das gebet der frommen 3u Gott von der erden, Sol schaar, Was sie fleht und len eine heilge gluth Des bittet, Das wird auf dem altares werden. Aber eur Eigrauchaltar Vor Gott ausge- nes feur Lasset weit von dan: schüttet; Und da ist Jesus nen Von der heilgen pfannen. Christ Priester und verfühner 10. Das gebet hat Christi Aller seiner diener. gunst Wo mans ernstlich übet; 4. Kann ein einiges gebet Und das ist der christen kunst, Einer gläubgen seelen, Wenns Beten, wie ers liebet, Daß zum herzen Gottes geht Sei- gescheh Je und je, Wie ers nen zweck nicht fehlen; Was vorgenommen Auf sein endwirds thun, Wenn sie nun lichs kommen. Alle vor ihn treten Und zusammen beten. 11. Dies verlangen muß vorher In der seele glimmen, 5. Wenn die heilgen dort So macht aus dem bitten er und hier, Große mit den klei- Donner, blik und stimmen; nen, Engel, menschen mit be- Die gier Alle sich vereinen, Und Daß es geht Ein gebet Uus von Gott ehre geben. ihnen allen Wie muß das er= schallen! 6. Oder unerkannten macht Mel. Vater unser im himmelreich. ergehn Und geschehn, die feinde beben Und Ludwig von Pfeil+ 1784. Von der heilgen beten, Ohne 440. Nimm von tee das So in freud als nöthen; Gott, Die schwere straf und Schritt für schritt Wirkt es große ruth, Die wir mit fün Das Vaterunser. 355 den ohne zahl Verdienet ha- trösten wir uns allezeit Und ben allzumal. Behűt vor krieg hoffen auf barmherzigkeit. und theurer zeit, Vor seuchen, 7. Leit uns mit deiner rechfeur und großem leid. ten hand Und segne unser 2. Erbarm dich deiner böstadt und land; Gieb uns sen knecht, Wir bitten gnad allzeit dein heiligs wort, Beund nicht das recht. Denn hüt vors teufels list und mord. so du Herr, den rechten lohn Verleih ein seligs stündelein, Uns geben wollst nach unserm Auf daß wir ewig bei dir thun, So müßt die ganze sein. M. Möller+ 1606. welt vergehn Und kann kein mensch vor dir bestehn. Eigne Melodie. 3. Uch, Herr Gott, durch 441. Wend ab deinen die treue dein Mit 1 rettung uns erschein; Beweis Gott, mit gnaden, Und laß an uns dein große gnad Und nicht wüthen dein blutige rustraf uns nicht auf frischer then; Richt uns nicht streng that. Wohn uns mit deiner nach unsern missethaten, Songüte bei, Dein zorn und grimm dern nach güte. fern von uns sei. 2. Denn so du wolltest 4. Warum willst du doch nach verdienste strafen, Wer zornig sein Ueber uns arme könnte deinen grimm und zorn. würmelein? Weißt du doch ertragen? Als müßt vergehen, wohl, o großer Gott, Daß was du hast geschaffen, Vor wir nichts sind denn erd und deinen plagen. koth. Es ist ja vor deim ange- 3. Vergieb, Herr, gnädig sicht Unser schwachheit verbor- unser große schulde, Laß über gen nicht. das recht deine gnade walten! 5. Die sünd hat uns ver- Denn du verschönst nach deiderbet sehr, Der teufel plagt ner großen hulde, Uns zu eruns noch viel mehr; Die halten. welt und unser fleisch und 4. Sind wir doch arme blut Uns allezeit verführen würmlein, staub und erden, thut. Solch elend kennst du, Mit erbsünd, schwachheit, noth Herr, allein; Uch, laß es dir und tod beladen; Warum befohlen sein! solln wir denn gar zu nichte 6. Gedenk an deins sohns werden Im zorn ohn gnabittern tod, Sieh an sein hei den? lig wunden roth, Die sind ja 5. Sieh an deins sohnes für die ganze welt Die zah- kreuz und bitter leiden, Der lung und das lösegeld; Deß uns erlöset hat mit ſeinem 23* 356 Katechismusgesänge. blute, Eröffnen lassen auch uns in unserm elend bei, Mach sein herz und seiten Der welt uns von allen plagen frei; zu gute. 7. Auf daß von herzen 6. Darum, ach vater, laß können wir Nachmals mit uns nicht verderben; Dein freuden danken dir, Gehorgnad und geist durch Chri- sam sein nach deinem wort, stum wollest geben; Mach Dich allzeit preisen hier und uns sammt ihm des himmel: dort. P. Eber+ 1569. reiches erben, Mit dir zu leben. B. Ringwaldt+ 1531. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1. Melodie. 443. Wir liegen hier zu 442. Wen 2 Chronica 20. Eigne Melodie. enn wir in höchdeinen füßen, sten nöthen sein, Uch Herr, von großer güt Und wissen nicht, wo aus, und treu! Und fühlen leider noch ein, Und finden weder im gewissen, Wie sehr dein hülf noch rath, Ob wir gleich zorn entbrennet sei. Das maß sorgen früh und spat. der fünden ist erfüllt. Ach! 2. So ist dies unser trost weh uns, wenn du strafen allein, Daß wir zusammen willt. insgemein Dich anrufen, o 2. Du bist gerecht, wir lautreuer Gott, Um rettung aus ter sünder, Wie wollen wir der angst und noth, vor dir bestehn? Wir sind die 3. Und heben unser aug ungerathnen kinder, Die nur und herz Zu dir in wahrer auf höllenwegen gehn. Kein reu und schmerz, Und suchen wunder, wenn uns pest und der sünd vergebung Und aller schwert Und hunger längstens strafen linderung, aufgezehrt. 4. Die du verheißen gnä: 3. Doch, vater, denk an diglich Allen, die darum bit: deinen namen, Gedenk an ten dich Im namen deins deinen lieben sohn. Dein wort sohns Jesu Christ, Der unser heißt immer ja und amen. heil und fürsprach ist. eidschwur zeuget selbst 5. Drum kommen wir, o davon. Du willst der sünder Herre Gott, Und klagen dir tod ja nicht. Uch geh nicht all unsre noth, Weil wir jetzt mit uns ins gericht! Dein stehn verlassen gar In groser trübsal und gefahr. 4. Wir liegen vor dir in dem staube und unser herz 6. Sieh nicht an unser ist ganz zerknirscht; Nur trö sünden groß, Sprich uns der stet uns allein der glaube, selb aus gnaden los, Steh Daß du dich noch erbarmen Das Vaterunser. 357 wirst. Ach, hast du noch ein Nimm kirch und haus in deivaterherz, So siehe doch auf ne hut. unsern schmerz. 10. So wollen wir dir 5. Der mittler steht ja in opfer bringen Und deine sein der mitten, Wir schaun zu mit leib und feel. Es soll deinen wunden auf; Er hat dein lob zum himmel drinfür unsre schuld gelitten Und gen, leistet dir die zahlung drauf. rael Verbirgst du deinen gnaden= cobs schein, So muß sein blut ver- mein loren sein. Und dein erlöstes IsWird in der hütte Jaschrein: Der Herr soll Gott ewig sein. B. Schmolk+ 1737. Mel. Ach, lieben christen, seid. 6. Das theure blut von deinem sohne Schreit für uns um barmherzigkeit. Schau doch von deinem gnadenthrone Und 444. Ach, wie elend ist unser zeit Aldenke noch der alten zeit, Da bie auf dieser erden! Gar du auch gnade haft erzeigt, bald der mensch darnieder Dein herz dem fünder zuge- liegt, Wir müssen alle sterneigt. ben. Allhier in diesem jam= 7. Ach, laß die wohlver- merthal Ist müh und arbeit diente strafe Nicht über unsre überall, Auch wenn dirs wohl häupter gehn, Daß wir nicht als verlorne schafe Von deigelinget. 2. Ach, Adams fall und ner huld verlassen stehn. Ach, missethat Solchs alles auf sammle uns in deinen schooß uns erben; Gott, gieb O Und mach uns aller plagen du uns guten rath, Daß wirs erkennen lernen. Daß 8. Steck ein das schwert, wir so blind und sicher sein das uns will fressen, Den Mitten in trübsal und in würger laß vorüber gehn! pein; Das ist ja zu erbarGieb deinen findern brot zumen. los. essen; Laß keine solche zeit 3. Herr Gott, du unser entstehn, Daß man dein wort zuflucht bist, Dein hülfe thu uns theuer macht, und unser uns senden; Denn du der herz dabei verschmacht. deinen nicht vergißt, Die sich 9. Gieb fried im land und im gewissen, Gesunde luft, zu dir nur wenden. Mit deiim gewissen, Gefunde luft, nem geiste steh uns bei, Ein wohlfeile zeit; Laß lieb und selig stündlein auch verleih treu sich stetig küssen, Und Durch Jesum Christum. Amen. fördre die gerechtigkeit. Krön unser feld mit deinem gut; Joh. Heune+ 1581. 358 Katechismusgesänge. Eigne Melodie. 4. Seh ich denn die bösen 445. Silf ilf, helfer, hilf in rotten, Die sich in die welt angst und noth, verliebt, Werd ich inniglich Erbarm dich mein, o treuer betrübt, Wenn sie meiner Gott; Ich bin ja doch dein höhnisch spotten, Wenn sie liebstes kind Trot teufel, welt schreien: seht den mann Dem und aller sünd. sein Gott nicht helfen kann. 2. Ich trau auf dich, mein 5. Dann geh ich in meine Gott und Herr, Wenn ich kammer, Fall auf meine mat dich hab, was will ich mehr? ten knie, Heul und winsle Ich hab ja dich, Herr Jesu je und je Und beweine mei Christ! Du mein Gott und nen jammer; Meiner thränen erlöser bist. milder lauf Steiget zu dir 3. Deß freu ich mich von wolkenauf. herzen fein, Bin gutes muths 6. Gott, wann wirst du und harre dein, Verlaß mich dich erbarmen Ueber meine gänzlich auf dein nam, Hilf, hel- schwere pein? Wann wirst fer, hilf! drauf sprech ich am'n. du mir gnädig sein? Uch! wann wirst du mich umarMel. Uch was soll ich sünder machen. men? Ach, mein Gott, wie M. Möller+ 1606. 446. Ich bin müde mehr lang, wie lang Soll mir doch zu leben, Nimm sein mich, liebster Gott, zu dir! 7. Seße mich doch einmal Muß ich doch im leben hier nieder! Laß mich kommen Täglich in betrübniß schweben; doch zur ruh, Allerliebster Meine größte lebenszeit Läuft vater du! Tröste mich doch dahin in traurigkeit. einmal wieder! Gieb mir end2. Möcht es dir, mein lich dort einmal Herzenslust Gott, gefallen, Wollt ich herz- nach dieser qual. lich gern ins grab, Da mein 8. Doch, wer weiß, wozu leid geschnitten ab, Da mein es nüßet, Daß du mich so schmerzensvolles wallen Die- züchtigest, Daß ich werde so ses lebens gar verschwindt Und gepreßt, Und vor welcher noth ein endlichs ende findt. es schützet? Denn wer in der 3. Ich verschmachte fast vor welt sich freut, Kommt oft sorgen, Meine milde thränen- um die seligkeit. fluth Und des kreuzes heiße 9. Drum laß deine ruth glut Sind mein frühstück alle ergehen; Schlage zu und morgen; Furcht, betrübniß, stäupe fort, Liebster Gott, angst und noth Sind mein und schone dort. Doch damit täglich speisebrot. ichs kann ausstehen, So ver Das Vaterunser. 359 leihe mir geduld Nach ver-| 7. Ob mir der satan und borgner vaterhuld. die welt All mein vermögen 10. Und nimm mich nach rauben, Wenn ich nur diesen deinem willen Nach der aus: schatz behalt, Gott und den geftandnen qual In den gro- rechten glauben. ßen freudensaal, Da sich alle 8. Herr, wie du willt, ich noth wird stillen. Komm, o geb mich drein, Bei dir will Gott, wann dirs gefällt Und ich verbleiben; Ich will mich reiß mich von dieser welt. gern dem willen dein Geduldig unterschreiben. G. Neumark+ 1681. Mel. Ich dank dir schon. ch bin armer 9. Muß ich gleich in das elend fort, So will ich mich 447. Jerulant, also muß nicht wehren; Ich hoffe doch, ich mich schreiben; Man thut Gott wird mir dort Auch gute mich aus dem vaterland Um freund bescheeren. Gottes wort vertreiben. 10. Nun will ich fort in 2. Doch weiß ich wohl, Gottes nam, Alles ist mir Herr Jesu mein, Es ist dir genommen; Doch weiß ich auch so gangen: Jegt soll ich schon, die himmelskron Werd dein nachfolger sein, Machs, ich einmal bekommen. Herr, nach deim verlangen. 11. So geh ich heut von 3. Ein pilgrimm bin ich meinem haus Die kinder muß auch nunmehr, Muß reisen ich lassen; Mein Gott, das fremde straßen; Drum bitt treibt mir thränen aus, 3u ich dich, mein Gott und Herr; wandern fremde straßen. Du wollst mich nicht verlassen. 12. Uch führ mich, Gott, 4. Uch steh mir bei, du in eine stadt Wo ich dein starker Gott, Dir hab ich mich wort kann haben, Damit will ergeben; Verlaß mich nicht ich mich früh und spat In in meiner noth, Wenns ko meinem herzen laben. sten soll mein leben. 13. Soll ich in diesem jam5. Den glauben hab ich merthal Noch lang in armuth frei bekannt, Deß darf ich leben; Gott wird mir dort mich nicht schämen, Ob man im himmelssaal Ein bessre mich einen fetzer nennt Und wohnung geben. thut mirs leben nehmen. 14. Wer dieses liedlein hat 6. Ketten und band war gemacht, Der wird hier nicht mir ein ehr Um Jesu willn genennet; Des papstes lehr hat zu dulden; Denn dieses macht er veracht Und Christum frei bedie glaubenslehr Und nicht kennet. Joseph Schaitberger, 1685 mein bös verschulden. aus dem Referecker Chal vertrieben. 360 Katechismusgesänge. Mel. Ach Gott vom himmelreiche., alle schätze, Schenkt uns den 448. Deinen hat Gott heilgen geist. verlassen Der 6. Ihn hab ich eingeschlossen ihm vertraut allzeit; Und ob In meines herzens schrein. ihn gleich viel hassen, Ge- Sein blut hat er vergoffen schieht ihm doch kein leid. Für mich arms würmelein; Gott will die seinen schützen, Mich damit zu erlösen Von Zuletzt erheben hoch, Und ge- ewger angst und pein; Wie ben, was ihn nüket, Hier könnt auf dieser erden Doch zeitlich und auch dort. größre liebe sein. 7. Nun sollt ich mich er 2. Allein ichs Gott heimstelle, Er machs wie ihm ge- zeigen Dankbar für solche gnad; fällt, 3u nuk meinr armen Ich geb mich Gott zu eigen feele. In dieser argen welt mit allem, was ich hab. Wie Ist doch nur kreuz und lei- ers mit mir will machen, Sei den, Und muß auch also sein; ihm alls heimgestellt; Ich bfehl Denn die zeitlichen freuden ihm all mein sachen, Er machs, Bringen uns ewge pein. wies ihm gefällt. 8. Amen, nun will ich 3. Treulich will ich Gott bitten und nehmen zum bei lein. Herr, durch dein blut schließen Dies schlichte liede: stand In allen meinen növergießen Laß mich dein er then, Ihm besser als mir be ben sein; So hab ich alls kannt; Um gduld will ich stets bitten In allm anliegen mein; freuet schon; Im himmel foll auf erden, Was mich erEr wird mich wohl behüten mir werden. Die ewig gnaden Und mein nothhelfer sein. fron. Andreas Keßler+ 1643. 4. Alls glück und ungelücke Das kommt allein von Gott; Ich weiche nicht Eigne Melodie. Und frisch hinein! fleh in meiner noth. Wie 449. Nur friend to tief ſo kann er mich denn hassen, nicht sein, Das rothe meer Der treu nothelfer mein? Ja, wird dir schon plat vergön wenn die noth am größten, nen. Was wimmerst du? sollt So will er bei mir sein. der nicht helfen können, Der 5. Reichthum und alle schätze, nach dem blik giebt heitern Was sonst der welt gefällt, sonnenschein? Nur frisch hinDrauf ich mein sinn nicht sehe, ein! Das bleibet in der welt. Ein 2. Betrübter christ, der du schatz hab ich im himmel, Der in schwermuth bist! Ermuntre Jesus Christus heißt; Ist über dich und deine blöde sinnen. Das Vaterunser. 361 Das schwere kreuz wird doch durch, und folge deinem füheinmal zerrinnen Gleich einem rer, Dein Jesus ist der erdfluß, der dir zum beispiel ist, und meerregierer; Der watet Betrübter christ! durch und tritt für dich in 3. Der himmelsheld hat foth Die centnernoth. einen weg bestellt, Den nie9. Er ist dein hirt, der mand weiß. Eh sein volk sollte dich nicht lassen wird. Er finken Muß selbst das meer wird sein schaf auf seinen achauf dieses helden winken Zur seln tragen. Es wartet schon mauer sein. Er herrscht im flu- auf dich der engel wagen 3um tenfeld Der himmelsheld. sichern schuß. Und ob du dich verirrt; Er ist dein hirt. 4. Die tapferkeit ist jeder mann bereit, Durch kreuz 10. Auf schwacher sinn, wirf und schmach und durch die allen kummer hin und schicke krausen wellen Zu dringen dich, die tiefe durchzuwaten. durch. Kein sturmwind kann Kommt schon ein sturm; dein sie fällen; Sie hält uns fest in Jesus wird dir rathen Und helsteter sicherheit, Die tapferkeit. fen aus. Der tod ist dein ge5. Ein kriegesmann muß winn. Auf schwacher finn! tapfer halten an; Es steht 11. Der christenstand ist hier nicht wohl, wenn krieger wol- also bewandt, Es muß ein len flehen, Weil sie das end kreuz das andre kreuz verjades krieges nicht ersehen. Ein gen. So ging es dem, der christ ist auch, der tapfer käm- unser kreuz getragen Um kreupfen kann Ein kriegesmann. zesstamm. Es ist kein kinder6. Es höret auf ein ding, tand Der christenstand. sobald sein lauf 3um ende 12. Wer wandeln soll, muß läuft; was einmal angefan- oftmals traurensvoll Durch gen, Das nimmt ein end. berg und that und tiefe gründe Der Herr ist vorgegangen; dringen; So muß ein christ Du folge nach und tritt nur auch nach dem himmel ringen tapfer drauf, Es höret auf. Und leiden viel. Der muß oft 7. Des kreuzes pein wird geben zoll, Der wandeln soll. ja nicht ewig sein. Es ist ein 13. Ach, süßer Christ, wenn kelch, der seinen boden zeiget; du nur bei mir bist, So will Man sieht den grund, wenn ich auch mit dir mein leiden alles ausgeneiget. Drum bilde enden. Zu dir, mein Gott, dir wie süßen nektar ein Des will ich mich gänzlich wenden, kreuzes pein. Und tragen, was mir aufer8. Die centnernoth zerbricht leget ist. Ach, süßer Chrift! der kalte tod. Hindurch, hinMichael Kongeht+ 1710. 362 Katechismusgesänge. Eigne Melodie. auf, Wann mir mein Gott 450. Mag ich unglück vons himmelsthron Mit sei nicht wider ner hülf zu statten komm. stahn, Muß ungnad han Der 2. Mein hülfe kommt mir welt für mein recht glauben; von dem Herrn, Er hilft uns So weiß ich doch, es ist mein ja von herzen gern. Himmel kunst Gotts huld und gunst, und erd hat er gemacht; Er Die muß man mir erlauben. hält über uns hut und wacht. Gott ist nicht weit; Ein kleine 3. Er führet dich auf rech zeit Er sich verbirgt, Bis er ter bahn, Wird deinen fuß erwürgt Die mich seins worts nicht gleiten lan; Setz nur berauben. auf Gott dein zuversicht, Der dich behütet, schläfet nicht. 2. Richt, wie ich woll, jebund mein sach, Weil ich 4. Der treue hüter Israel bin schwach Und Gott mich Bewahret dir dein leib und furcht läßt finden; So weiß seel: Er schläft nicht weder ich, daß kein gwalt bleibt fest, tag noch nacht, Wird auch Ists allerbest Das zeitlich muß nicht müde von der wacht. verschwinden. Das ewig gut 5. Vor allem unfall gnäMacht ächten muth, Da ich diglich Der fromme Gott be bei bleib, Weg gut und leib, hütet dich; Unter dem schatten Gott helf mir überwinden. seiner gnad Bist du gesichert 3.>> All ding ein weil,« früh und spat. ein sprichwort ist; Herr Jesu 6. Der sonne hiß, des Christ, Du wirst mir stehn monden schein Dir sollen nicht zur seiten, Und sehen auf das beschwerlich sein. Gott wenunglück mein, Als wär es det alle trübsal schwer, 3u dein, Wenns wider mich wird deinem nuß und seiner ehr. streiten. Muß ich denn dran 7. Kein übel muß begeg auf dieser bahn; Welt, wie nen dir; Des Herren schub du willt! Gott ist mein schild! ist gut dafür. In gnad be Der wird mich wohl beglei- wahrt er deine seel Vor al lem leid und ungefäll. ten. Amen. 8. Der Herr dein ausgang stets bewahr, 3u weg und steg gesund dich spar. Bring dich zu haus in seim geleit Mel. Herr Gott, dich loben alle. Von nun an bis in ewigPsalm 121. Cornelius Becker+ 1604. Maria, Königin von Ungarn + 1558. ch heb mein au- feit. 451. gen fehnlich auf Und seh die berge hoch hin-| Das Vaterunser. 363 Mel. Erschienen ist der herrlich tag. bei dem Herrn? Seht ihr en Gottes namen nicht den abendstern? Christ 452. fahren wir; Sein Kyrie! Komm zu uns auf heilger engel geh uns für, die see! Wie dem volk in Egypten- 3. land, Das entging Pharaonis noth hand! Kyrieleis. ken! Einst in meiner lebten Laß mich nicht versinSollt ich von dem bit2. Herr, du wollst unser tern tod Well auf welle gleitsmann sein Und mit uns trinken; Reiche mir dann liebgehen aus und ein, Und zei- entbrannt, Herr, Herr, deine gen alle steig und steg; Wehre glaubenshand! Christ Kyrie! dem unfall auf dem weg. Komm zu uns auf die see! Kyrieleis. 4. Nach dem sturme fah3. So wird kein berg noch ren wir Sicher auf die weltiefes thal, Kein wassr uns ten, Lassen, großer schöpfer, irren überall; Frölich kommn dir Unser lob erschallen, Lo wir an unsern ort, Wenn du ben dich mit herz und mund, uns gnädig hilfest fort. Ky- Loben dich zu jeder stund. rieleis. Christ Kyrie! Ja dir gehorcht 4. Herr Christ, du bist der die see! rechte weg Zum himmel und der einge steg; Hilf uns pilgrimm Joh. Van. Falk † 1826. Jesaias 49. dein blut haſt dran gewandt. 454. 3 bin verlasſen, ins vaterland, Weil du mel. Wie nach einer wasserquelle. Dion spricht: ich Kyrieleis. N. Hermann+ 1561. Eigne Melodie. 453. Gott vergißt mein ganz und gar, Er will nicht zu herzen ie mit grimm- fassen Meine trübsal und gegem unverstand, fahr; Aber findt sich wohl ein Wellen sich bewegen! Nir- weib, Das den sohn von ihrem gends rettung, nirgends land leib Nicht auffaß in ihre arme Vor des sturmwinds schlägen! Und sich über ihn erbarme? Einer ist, der in der nacht, 2. Sollt auch eine mutter Einer ist, der uns bewacht: führen Solch ein hart und Christ Kyrie! Komm zu uns steinern herz, Daß sie sich gar auf die see! nicht ließ rühren Ihres kindes 2. Wie vor unserm ange: noth und schmerz; So vergesse sicht Mond und sterne schwin- doch ich nicht Meine vatertreu den! Wenn des schiffsleins und pflicht, Du bist mir im ruder bricht, Wo nun rettung sinn stets blieben, Ja in meine finden? Wo sonst, als nur hand geschrieben. 364 Katechismusgesänge. 3. Dieses hast du, Herr, bleib an allem ort; Daß man versprochen, Es find deine nicht einander haß, Auch die eigne wort, Die du niemals wahrheit nicht verlaß, Sonhaft gebrochen, Sondern häl- dern allzeit möge streben Hei test immerfort. Drum, so sieh lig und gerecht zu leben. auch nun und hör, Wie sich 8. Den gewaltigen auf er: qual und noth vermehr, Schau, den Geuß den sinn des frie: wie deine kleine heerde Aller- dens ein; Laß sie feind den ends geängstet werde. friegen werden und dahin be 4. Reine lehre vorzubringen flissen sein, Daß nun aufhör Gönnt man da und dort ja überall Die bedrängniß allzunicht; Irrthum aber aufzu- mal Und wir freudig vor dich bringen Ist man stets mit treten, Für die obrigkeit zu list erpicht. Gottesfurcht wird beten. nicht geacht, Sondern nur 9. Denen, die in noth sich dahin getracht, Wie man sei- finden, In betrübniß, sorg nes herzens willen Auch mit und leid, Gieb, daß sie es sünden mög erfüllen. Bis du hilfft zu Vater, gieb doch Daß dein Zion überwinden, 5. Kein mitleiden, kein er- rechter zeit. barmen Ist da, wo man kriege gnädiglich, führt; Man beraubt und quält freue sich, die armen, Denen hülf und im himmel oben Allesammt schutz gebührt. Man sieht, wie dich ewig loben. Wir auch dann man ohne gnad, Sie aussaug zum letzten grad, Ins- Mel. Freu dich sehr, o meine seele. gemein auch so beschwere, Ob kein Gott im himmel wäre. 455. Wen enn dich unglüc hat betreten, 6. Noch sind sonst viel Wenn du steckst in angst und fromme herzen Die in kreuz noth, Mußt du fleißig zu und elend sein, Ja in frank Gott beten, Beten hilft in heit, angst und schmerzen, In noth und tod; Daß du Got anfechtung, noth und pein; tes angesicht, Auch im kreuz Oder die zu ihrem lobn Ha- auf dich gericht, kannst aus ben neid, haß, spott und hohn, seinem wort erblicken Und Wenn sie nicht in bösen sa- dein herz mit trost erquicken. chen Bei der welt mit wollen machen. 2. Keiner wird ja nie zu schanden Der sich seinem Gott 7. Ach, sich an, o Herr, vertraut, Kommt dir gleich und höre, Die da seufzen viel noth zu handen, Haft fort und fort; Hilf, daß rein du auf ihn wohl gebaut; und lautre lehre Sei und Obs gleich scheint, als hört Das Vaterunser. 365 bir gebricht, Deine noth mußt 456. la nicht zu er nicht, Weiß er doch, was Mel. Herzliebster Jesu, was hast. err, unser Gott, du ihm klagen Und in keiner noth verzagen. 3. Rufen, schreien, klopfen, beten Ist der christen beste schanden werden Die, so in ihren nöthen und beschwerden Bei tag und nacht auf deine kunst, Allzeit gläubig vor ihn güte hoffen Und zu dir rufen. treten Findet hülfe, gnad und 2. Mache zu schanden alle, gunst. Wer Gott fest ver- die dich hassen, Die sich allein trauen kann Ist der allerbeste auf ihre macht verlassen, Ach mann, Der wird allzeit ret kehre dich mit gnade zu uns tung finden, Kein feind wird armen, Laß dichs erbarmen! ihn überwinden. 3. Und schaff uns beistand 4. Lerne Gottes weise mer- wider unsre feinde, Wenn du fen, Die er bei den seinen ein wort sprichst, werden sie hält; Er will ihren glauben bald freunde, Sie müssen stärken, Wenn sie unglück über wehr und waffen niederlegen, fällt, Unser Gott der lebt ja Kein glied mehr regen! noch, Schweigt er gleich, so 4. Wir haben niemand, hört er doch, Schrei getrost, dem wir uns vertrauen, Verdu mußt nicht zagen, Dein geblich ists, auf menschenhülfe Gott kann dir nichts versagen. bauen; Mit dir wir wollen 5. Laß dich Gottes wort thaten thun und kämpfen, regieren, Merke, was die wahr: Die feinde dämpfen. heit lehrt, Satan wird dich 5. Du bist der held, der nicht verführen, Der die ganze sie kann untertreten, Und das welt verkehrt. Gottes wahr bedrängte kleine häuflein retheit ist dein licht, Dein schutz, ten, Wir suchen dich, wir trost und zuversicht, Trau nur schrein in Jesu namen: Hilf, Gott, der kann nicht lügen, helfer. Amen. Bet, du wirst gewiß obsiegen. J. Heermann+ 1647. 6. Lob sei Gott für seine met. Es ist gewißlich an der zeit. gnade! Seine große gut und 457. Mein Gott, ich schreie für und treu Macht, daß mir kein feind nicht schade, Sie ist alle mor- für, Du gen neu. Drum will ich mein barmen, lebenlang Immer sagen lob steht zu dir, und dank, Meinem Gott in mich armen. allen dingen Fröhlich halle lujah singen. wollst dich mein erAll mein hoffnung Ach rette bald Mit angst ich hart umgeben bin und weiß jehund gar nirgends hin, Denn zu dir, Herr, alleine. 3. Olearius+ 1684. 366 Katechismusgesänge. 2. Mein arme seel voll gerechter untergeh, Der deijammers ist, Der geist ist nem wort vertrauet. mir verschmachtet, Mein herz 7. Doch bitt ich nicht aus im leib sich nagt und frißt, frechem muth, Ich stells in Viel sinnet und betrachtet und deinen willen; Was mir an findt doch weder rast noch leib und seel ist gut, Bollst ruh; O lieber Gott, spring du an mir erfüllen. Thu an du mir zu, Ich muß sonst mir, vater, wie du weißt, untersinken. Daß mir es diene allermeist 3. Ich werd geachtet, wo 3u deines namens ehre. du nicht Mich gnädig wirst 8. Ich will, Herr, dir und bewahren, Als einer, der aus deiner macht Mich allerdings diesem licht Ins finsterniß ergeben, Auf rettung hoffen muß fahren. Ich steh mit ei: tag und nacht 3um sterben nem fuß im grab Und über- oder leben. Es geh mir, vadieß gar niemand hab, Der ter, wie du willt, Der tod mich elenden tröstet. mir wie das leben gilt; Gieb, 4. Die freunde stehen fern was mir ist das beste. von mir Und schauen meine 9. Und weil ich durch deins plage; Ein jeder denkt: wer geistes gab, Wie ichs denn kann fragt nach dir? Mir hilft empfinden, Jesum in meinem nichts, daß ich klage, Die herzen hab, So muß all zweitrübsal häuft sich mehr und fel schwinden; Und gläub ich mehr, Des kreuzes last drückt feste, daß mein Gott Mich mich so sehr, Daß ich fast werd durch leben oder tod muß vergehen. Gewaltiglich erlösen. 5. Uch Herr, ach Herr, 10. Nun, welches mir der erbarm dich mein, Vergieb höchste hat Hierinnen außermir meine sünde Und mich sehen, Das wird nach seinem von angst, von furcht und pein weisen rath Bald folgen auf Genädiglich entbinde. Nach dei mein flehen. Herr, mein ner weisheit hülf mir schick, Gott, ich laß dich nicht, Bis Im zorn mich nicht von mir die gnädig hülf geschicht, hinnen rück Du allerliebster Drauf ich so sehnlich warte. vater. 6. Wend dich zu mir, o Mel. O Herre Gott, dein göttlich. treuer Gott, Laß dich mein 458. Wer at wohl ge Gott vertraut bitt erweichen; Errette mich aus dieser noth Und thu an baut Im himmel und auf er: mir ein zeichen, Auf daß ein den; Wer sich verläßt Auf jedermann versteh, Daß kein Jesum Christ, Dem muß der Das Vater unser. 367 himmel werden. Darum auf führ die sach. Dein vater bitt, dich All hoffnung ich Ganz Daß er ja nicht Im zorn mit fest und steif thu sehen; Herr uns woll fahren. Jesu Christ, Mein trost du bist 3. Gedenk, Herr, jetzund In todesnoth und schmerzen. an dein amt, Daß du ein 2. Und wenns gleich wär friedfürst bist, Und hilf uns Dem teufel sehr Und aller gnädig allesammt Jekund zu welt zuwider, Dennoch so bist dieser frist. Laß uns hinfort Du, Jesu Christ, Der sie all Dein göttlich wort In fried schlägt darnieder. Und wenn noch länger schallen. ich dich Nur hab um mich 4. Verdient habn wir es Mit deinem geist und gnaden, alles wohl Und leidens mit So kann fürwahr Mir ganz und gar Wedr tod noch teu fel schaden. geduld; Doch deine gnad grö ßer sein soll Denn unsre sünd und schuld. Darum vergieb 3. Dein tröst ich mich Ganz Nach deiner lieb, Die du fest sicherlich Denn du kannsts mir zu uns trägest. wohl geben, Was mir ist noth, 5. Es ist groß elend und Du treuer Gott In diesm und gefahr, Wo pestilenz regiert, jenem leben. Gieb wahre reu, ber viel größer ist fürwahr, Mein herz erneu, Errette leib Wo krieg geführet wird. Da und seele. Ach höre, Herr, wird veracht und nicht be Dies mein begehr, Und laß tracht, Was recht und löblich mein bitt nicht fehlen. wäre. Johann Mülman+ 1613. 6. Da fragt man nicht nach ehrbarkeit, Nach zucht und nach gericht; Dein wort leidt aud) zu solcher zeit Und geht im schwange nicht. Drum hilf uns, Herr, Treib von uns Eigne Melodie. 459, Dufriedefürst, Herr fern Krieg und all schädlich Kriegs- und Friedenslieder. 7. mensch und wahrer Gott, Ein Erleucht doch unser sinn starker nothhelfer du bist Im und herz Durch den geist deileben und im tod. Drum wir ner gnad, Daß wir nicht treiallein Im namen dein Zu ben draus ein scherz, Der unsdeinem vater schreien. rer seele schadt. O Jesu Christ, 2. Recht große noth uns Allein du bist, Der solchs wohl stößet an Von frieg und un- kann ausrichten. gemach, Daraus uns niemand Jacob Ebert+ 1614. helfen kann Denn du; druml 368 Katechismusgesänge. Mel. Durch Adams fall ist ganz. alls mit gewalt, Man schonet 460. Gieb fried, o from weder jung noch alt. mer, treuer Gott, 3. Es ist zwar unsrer sün Du vater aller gnaden, Wend den schuld, Doch hab, o lie: ab die groß vorstehend noth, ber Herr, geduld Mit uns so Verhüt all unsern schaden. Der armen würmelein, Schon dei: feind mit macht Dahin nur ner liebsten kinderlein. tracht, Die völker zu verhee4. Herr Jesu, thu bei uns ren, Die deinen sohn, den das best, Treib von uns solche heiland frohn Bekennen, lobn fremde gäst, Den türken und und ehren. all andre feind, Die deinem 2. Gieb fried, o Jesu, lie- wort zuwider seind. 5. Damit ferner dein lie ber Herr, Du schüßer deiner heerde, Es langet an dein amt und ehr Den gottesdienst so bes wort In fried und ruh werthe. Solchs alls der feind an allem ort Rein unverfälscht Mit ernst jetzt meint, Wills gepredigt werd, So lang wir hindern und ausrotten. Hier lebn auf dieser erd. steh uns bei, Herr Jesu frei, Die feinde mach zu spotte. 6. Ach du herzliebster Jesu Christ, Weil alls aufs höchste 3. Gieb fried, o Herr Gott, kommen ist Und allen leuten heilger Geist, Du tröster aller wird sehr bang, So bleib doch blöden, Dein hülf uns jetzt außen nicht mehr lang. und allzeit leist, Laß dein kirch 7. Mit deiner hülf, die wir nicht veröden. Das gbet er begehrn In unsrer noth ohn weck, Den glauben stärk, Gieb alls aufhörn, Uch komm und wahre buß und reue, Die rett uns arme leut Aus die feinde stürz, Dein volk be- ser kriegsbeschwerlichkeit. schük, Auf daß sichs ewig freue. Cyriacus Schneegaß+ 1597. 8. Heb auf den krieg, nimm weg das schwert, Eh wir da durch werden verzehrt, Be Met. Wenn wir in höchsten nöthen. scheer gewünschten friedens461. 2ch Gott, dein arme stand Bei uns und auch in christenheit Jetzt anderm land. allenthalbn verfolgung leidt, 9. Hilf, Herr und helfer Sie wird gepreßt, geängstet gnädiglich, Wend ab die strasehr und kanns fast nicht er- fen väterlich, Wir wolln dich tragen mehr. preisen dankbarlich Hie zeitlich 2. Die feinde toben gwal- und dort ewiglich. tiglich Mit morden, brennen grausamlich, Es wird verheert! J. M. Meyfart+ 1642. Das Vaterunser. 369 Mel. Kommt her zu mir, spricht.| Wetterlied. 462. Was Gott thut, das Mel. Auf meinen lieben Gott. ist wohlgethan, Kein einig mensch ihn tadeln auf! Mein herz kann; Ihn soll man allzeit 463. Sin wetter steiget ehren. Wir machn mit unsrer zu Gott hinauf! Fall ihm geungeduld Nur immer größer schwind zu fuße Durch wahre unsre schuld, Daß sich die reu und buße, Damit gleich strafen mehren. deine sünden Durch Christi 2. Was Gott thut, das ist tod verschwinden. wohlgethan; Er ist der rechte 2. Herr, der du gut und helfersmann, Er weiß wohl zeit und stunde. Ins trocne fromm, 3u dir ich gläubig führt er erst die feind, Als komm; Bitt mir aus dein dann, wenn sie ganz sicher erbarmen, Hab Christum auf seind, Stürzt sie das meer zu schone, Mir nicht nach fünden armen; Um dessen willen grunde. den lohne. 3. Was Gott thut, das ist 3. Durch Christi theures wohlgethan; Mit ihm ist der am besten dran, Dem seine blut Mach mir ein herz und sach wohl stehet. Wenn das muth, Das sich nicht knechgewissn ist gut und rein, Kanns tisch scheue, Das vielmehr deidenn und solls nicht anders ner treue In allem kindlich sein, So mags gehn, wie es traue Und auf dein helfen gehet. baue. 4. Was Gott thut, das ist 4. Ich will mit dem, was wohlgethan; Er schläft im mein, Dir ganz gelassen sein, schiff, der liebe mann, Läßt Dein flügel wird uns decken, wind und wellen toben. Plötz- Berjagen allen schrecken Und lich aber, wenn er nur winkt, lassen uns aus gnaden Das Roß und auch mann zu boden wetter gar nicht schaden. sinkt; Er herrscht im himmel droben. 5. Wohlan, verlaß uns nicht; Bleib unser zuversicht 5. Was Gott thut, das ist und laß dein vaterlieben Auch wohlgethan; Den sollen wir jetzt an uns sich üben, So stets rufen an, In keiner wolln wir, weil wir leben, noth verzagen. Der Goliath Dir preis und ehre geben. muß doch noch dran, David ihn kämpfen kann; Dafür wolln wir dank sagen. Unser Michael Altenburg+ 1640. Lutherisches Gesangbuch. Emilie Juliane, Gräfin von SchwarzburgRudolstadt 1706. 24 370 Katechismusgesänge. Mathäus 6, 6. Für die Früchte des Feldes. Mel. O daß ich tausend zungen. nicht ganz al Mel. Erhalt uns Herr bei deinem. 465. Allein und doch 464. Bescheer uns, Herr, leine Bin ich in meiner eindas täglich brot, samkeit; Denn wenn ich ganz Vor theurung und vor hun verlassen scheine Vertreibt mir gersnoth Behüt uns durch Jesus selbst die zeit; Sch dein lieben sohn, Gott vater bin bei ihm und er bei mir. in dem höchsten thron. So kommt mir nichtes ein2. D O Herr, Herr, thu auf sam für. dein milde hand, Mach uns 2. Komm ich zur welt, dein gnad und güt bekannt, man redt von sachen Die nur Ernähr uns, deine kinder- auf eitelkeit gericht; Da muß lein, Der du speist alle vö- sich lassen der verlachen, Der gelein. etwas von dem himmel spricht. Drum wünsch ich lieber ganz allein, Als bei der welt ohn Gott zu sein. 3. Verkehrte können leicht 3. Erhörst du doch der raben stimm, Drum unsre bitt, Herr, auch vernimm, Denn aller ding du schöpfer bist Und allem vieh sein futter verkehren, Wer greift pech ohne kleben an; Wie sollt giebst. ich denn dahin begehren, Wo 4. Gedenk nicht unsrer man Gott bald vergessen kann? missethat Und sünd die dich Gesellschaft, die verdächtig erzürnet hat, Laß scheinen scheint, Wird oftmals nach dein barmherzigkeit, Daß wir dem fall beweint. dich lobn in ewigkeit. 4. Zudem kann sich ein 5. Herr, gieb uns ein mensch verstellen, Wer kann fruchtbar jahr, Den lieben in aller herzen sehn? Man kornbau uns bewahr, Vor sieht oft heimliche gesellen, theurung, hunger, seuch und Die sich nur nach dem winde streit Behüt uns heut zu die drehn, Daß der so voller zu ser zeit. der war, Bald eine schlange drauf gebar. 6. Unser lieber vater du bist, Weil Christus unser 5. Drum fann mir niebruder ist, Drum trauen wir mand hier verdenken, Wenn allein auf dich Und wolln ich in meiner einsamkeit Mich dich preisen ewiglich. Amen. also suche zu beschränken, Daß Gott allein mein herz erfreut. Die welt ist voller trug und N. Hermann+ 1561. Die heilige Taufe. 371 list; Wohl dem, der Gott verbunden ist. 2. D Gott vater, regier du mich Mit deinem geist be6. Ein weltkind mag ge- ständiglich; Laß deinen sohn, sellschaft suchen, Ich liebe Gott mein trost und lebn, Allzeit in stiller ruh, Und sollten mir in meinem herzen schwebn. die neider fluchen, So schließ 3. Wenn mein stündlein ich meine kammer zu Und vorhanden ist, Nimm mich nehme Gott mit mir hinein, zu dir, Herr Jesu Christ, So wird der neid betrogen sein. Denn ich bin dein und du 7. Mit Gott red ich in bist mein; Wie gern wollt seinem worte, Und durch sein ich bald bei dir sein! wort redt er mit mir; Bet 4. Herr Jesu Christe, hilf ich an einem stillen orte, So du mir, Daß ich ein zweigfindet er sich bald zu mir; lein bleib an dir Und nachBrauch ich in meinem kreuze mals mit dir aufersteh, Zu rath, Er ist, der mich getrö deiner herrlichkeit eingeh. stet hat. Joh. Leon. 1607. 8. Mach ich im stillen meine sachen, So hat er seine hand bei mir; Ich mag nun schlafen oder wachen, So 4. Die heilige Taufe. Eigne Melodie. ſtellt er mir ſein bildniß für. 467. Chrift, unfer Herr, in den zum kam, er, als wenn ich wachend bei Nach seines vaters willen, ihm wär. Von Sanct Johanns die taufe 9. Wer wollte denn nun nahm Sein werk und amt nicht bekennen, Daß ich stets zu' rfüllen. Da wollt er stif in gesellschaft bin? Und will ten uns ein bad 3u waschen die welt mich einsam nennen, uns von sünden, Ersäufen So thue sie es immerhin; auch den bittern tod Durch Gnug, daß bei mir, wenn sein selbst blut und wunden; ich allein, Gott und viel tau Es galt ein neues leben. send engel sein. 2. So hört und merket B. Schmolk+ 1737. alle wohl, Was Gott heißt Mel. O Jesu, du mein bräutigam. selbst die taufe Und was ein ch armer mensch, christe glauben soll, 3u mei466. Joch gar fegerhaufen. Sott ſpricht bin, Gotts sohn allein ist mein und will, daß wasser sei, gewinn; Daß er mensch wor- Doch nicht allein schlecht waſ den, ist mein troft, Er hat ser. Sein heiligs wort ist auch mich durch sein blut erlöst. dabei mit reichem geist ohn 24* 372 Katechismusgesänge. maaßen; Der ist allhie der ren, Vermag ihm selbst nicht täufer. helfen. 3. Solchs hat er uns be- 7. Das aug allein das wiesen klar Mit bildern und wasser sieht, Wie menschen mit worten; Des vaters stimm wasser gießen; Der glaub im man offenbar Daselbst am geist die kraft versteht Des Jordan hörte. Er sprach: das blutes Jesu Christi; Und ist ist mein lieber sohn, An dem vor ihm ein rothe fluth Bon hab ich gefallen, Den will ich Christi blut gefärbet, Die al euch befohlen habn, Daß ihr len schaden heilen thut Von ihn höret alle Und folget sei: Adam her geerbet, Auch von nen lehren. uns selbst begangen. 4. Auch Gottes sohn hier selber steht In seiner zarten M. Luther 1546. Mel. Christ, unser Herr, zum. menſchheit, Der heilig geift 468., welch ein un verkleidet; Daß wir nicht gut, Giebst du, Herr, deinen sollen zweifeln dran, Wenn kindern, Das wasser und zu wir getaufet werden, All drei gleich dein blut Verehrest du person getaufet habn, Damit den sündern. Drei dinge sind, bei uns auf erden 3u wohnen welch allermeist Auf erden sich ergeben. zeugniß geben: Das blut, 5. Sein jünger heißt der das wasser und der geist, Die Herre Christ: Geht hin, all können uns erheben Zu dei: welt zu lehren, Daß sie ver- nem freudenleben. lorn in fünden ist, Sich soll 2. Dies sakrament ist selbst zur buße kehren. Wer gläubet durch dich Geheiligt und be und sich taufen läßt, Soll schlossen, Daß, wie du, Herr, dadurch selig werden, Ein bist sichtbarlich Mit wasser neugeborner mensch er heißt, ganz begossen Im Jordan Der nicht mehr könne sterben, durch Johannis hand, So Das himmelreich soll erben. soll auch uns rein machen 6. Wer nicht glaubt die: Dein heiligs blut, das theure ser großen gnad, Der bleibt pfand, Das lauter himmels in seinen sünden Und ist ver- sachen kann wirken in uns dammt zum ewgen tod Tief schwachen. in der höllen grunde. Nichts 3. Du hast uns durch dies hilft sein eigen heiligkeit; sakrament Der kirche einver Au sein thun ist verloren, leibet, Also, daß man uns Die erbsünd machts zur nich- christen nennt und in dein tigkeit, Darin er ist gebo- buch jetzt schreibet. Dies was Die heilige Taufe. 373 serbad hat uns im wort Auch wahre reu und buß Auch tägrein gemacht von sünden, lich mit dir sterben, Demnach Dein guter geist, der woll der alte adam muß Bis auf hinfort Die herzen recht ent- den grund verderben, Soll zünden Und lieb in ihnen man dein reich ererben. gründen. 8. Hilf, daß wir diesen 4. Wir sind, Herr, in dein gnadenbund Der taufe nie gnadenreich Durch diesen bund vergessen, und sich kein freches gesetzet, Der uns an leib und herz noch mund Zu schmähen seel zugleich Recht inniglich ihn vermessen. Die taufe muß ergößet. Du hast uns durch in angst und pein, Ja, wenn dies reine bad So trefflich wir gehn von hinnen, Herr, schön bekleidet, Daß auch hin- unsre lust und freude sein; fort von deiner gnad Uns Das heißt: der welt entrinselbst der tod nicht scheidet, nen, Den himmel zu gewinnen. Noch alles, was uns neidet. 3. Rift+ 1667. 469. Mel. Christ, unser Herr, zum. Gott, da ich gar keinen rath Für 5. Aus höllenkindern sind wir schon Der gnade kinder worden; Dies ist der christen schönste fron Und schmuck in meine seel konnt finden, Hast ihrem orden. Ja Christus sel du mich durch das wasserbad ber und sein blut, Sein tod Gewaschen rein von sünden. und sieg daneben Ist nun- Dabei du klärlich haft erweist mehr unser eignes gut, Das Uns durch ein sichtbar zeichen, er uns hat gegeben Mit ihm O vater, sohn und heilger dadurch zu leben. geist, Es sei nichts zu ver6. Er hat uns auch das gleichen Mit deiner gnad und findesrecht Der seligkeit ge- liebe. schenket, Durch solches ist die 2. Denn willig und von sünde schlecht Ins tiefe meer herzensgrund, Sobald ich zu versenket. Was können teufel, dir kommen, Hast du mich hölle, tod, Welch uns stets auf in deinen bund Zum find widerstunden, Weil Jesus auch angenommen. Du hattest Christus alle noth Sammt ursach mich vielmehr zu straihnen überwunden? Nun ist fen und zu hassen, Und hast, das heil gefunden. o großer Gott, so sehr Her7. Herr, laß uns doch den unter dich gelassen, Den bund reben gleich, Auch gute früchte mit mir gestiftet. bringen, Und aus der welt 3. Dadurch bin ich nun als nach deinem reich Im glauben dein kind Versichert deiner gnaeifrig ringen; Laß uns durch den; Was sich von schwach 374 Katechismusgesänge. heit an mir findt, Das läßt bunds tröst und freu, Darin du mir nicht schaden, Den beständig bleibe, Als dein kind geist der kindschaft giebst du teufels werke haß, Die bösen mir; Und wenn ich vor dich lüste dämpfe, Das gut zu thun trete, Mein herz ausschütte, nie werde laß, Bis an das Gott, vor dir, In Christi na end hier kämpfe, Und dort men bete, Werd ich allzeit er- dein reich ererbe. höret. J. Heermann+ 1647. 4. Hingegen hab ich mich met. Es ist das heil uns kommen. verpflicht, Ich woll ein gut 470. Du vole, bine bu das du Fort des glaugetaufet bist Und bens zuversicht zu halten sein deinen Gott erkennest, Auch geflissen, Dich vater, sohn und nach dem namen Jesu Christ geist allzeit Für meinen Gott Dich und die deinen nennest; erkennen, Und sammt der wer- Nimms wohl in acht und denke then christenheit Mit ehrerbie- dran, Wie viel dir gutes ſei tung nennen Den eingen Herrn gethan Um tage deiner taufe. 2. Du warst, noch eh du und vater. 5. Dem bösen feind hab wurdst geborn Und eh du milch ich entsagt, Auch allen seinen gesogen, Verdammt, verstoßen werken, Und dieser bund, der und verlorn Darum, daß du ihn verjagt, Kann gegen ihn gezogen Aus deiner eltern mich stärken. Ich bin, o Gott, fleisch und blut Ein art, die dein tempel nun Und wieder sich vom höchsten gut, Dem neu geboren, Jetzt kann ich ewgen Gott, stets wendet. rechte werke thun, Dazu ich 3. Dein leib und seel war bin erkoren und die du selbst mit der sünd Als einem gift befohlen. durchkrochen, Und du warst 6. Der alte mensch muß nicht mehr Gottes find, Nach sterben ab, Der neue aber le- dem der bund gebrochen, Den ben; Den bösen lüsten, die unser schöpfer aufgericht, Da ich hab, Muß ich stets wider- er uns seines bildes licht Und streben. Ich muß dem guten herrlichs kleid ertheilte. hangen an, Verrichten deinen 4. Der zorn, der fluch, der willen, mit fleiß und sorgfalt ewge tod Und was in diesem denken dran, Daß ich ihn allen Enthalten ist für angst mög erfüllen Durch deine kraft und noth, Das war auf dich und stärke. gefallen; Du warst des satans 7. Gott vater, sohn und sklav und knecht; Der hielt geist verleih, Daß ich fest an dich fest nach seinem recht In dich gläube, Mich meines tauf- seinem reich gefangen. Die heilige Taufe. 375 5. Das alles hebt auf ein- wasser nicht, Wies unsre brunmal auf Und schlägt und drückt nen geben. Was Gott mit sei: es nieder Das wasserbad der nem munde spricht, Das hast heilgen tauf; Ersetzt dagegen du in dir leben. Du bist ein wieder, Was adam hat ver- wasser, das den geist Des alderbt gemacht und was wir lerhöchsten in sich schleußt Und selber durchgebracht Bei un seinen großen namen. serm bösen wesen. 11. Das halt, o mensch, 6. Es macht dies bad von in allem werth Und danke für sünden los Und giebt die rechte die gaben, Die dein Gott dir schöne. Die satans ferker vor darin beschert, und die uns beschloß, Die werden frei und alle laben, Wenn nichts mehr söhne Deß, der da trägt die sonst uns laben will; Die höchste kron; Der läßt sie, laß, bis daß des todes ziel was sein einger sohn Ererbt, Dich trifft, nicht ungepreiſet. auch mit ihm erben. 12. Brauch alles wohl, und 7. Was von natur verma- weil du bist Nun rein in Chriledeit Und mit dem fluch um sto worden, So leb und thu fangen, Das wird hier in der auch als ein christ Und halte tauf erneut, Den segen zu er- Christi orden; Bis daß dort langen. Hier stirbt der tod und in der ewgen freud Er dir würgt nicht mehr, Hier bricht das ehrn- und feierkleid' Um die höll, und all ihr heer deine seele lege. Muß uns zu füßen liegen. P. Gerhardt+ 1676. 8. Hier ziehn wir Jesum Christum an Und decken unsre Met. Singen wir aus herzensgrund. ch bin Gottes bild was er für uns gethan Und wilig 471. J und ehr, in fein ausgestanden. Hier wäscht uns kind, was will ich mehr? sein hochtheures blut Und macht Christus ist mir anverwandt: uns heilig, fromm und gut, Ueberköstlich ist mein stand. In seines vaters augen. Christus ist mein schmuck und 9. O großes werk! o heil: kleid Hier und dort in ewigges bad! Owasser, dessen keit; Durch ihn werd ich hoch gleichen Man in der ganzen erfreut. welt nicht hat! Kein sinn kann 2. Gott hat mich gerecht dich erreichen. Du hast recht gemacht; Christus hat mir eine wunderkraft; Und die hat heil gebracht. Gott zürnt nimder, so alles schafft, Dir durch mermehr mit mir; Ich bin sein wort geschenket. selig für und für, Gott hält 10. Du bist kein schlechtes mich auf seinem schooß, Ich 376 Katechismusgesänge. bin Gottes hausgenoß, Mein ren, Entsagt hab ich dem bö sit ist im himmelsschloß. sewicht, und angelobet, daß 3. Gott verläßt mich nim- ich nicht mich woll verführen mermehr; Er giebt, was ich lassen, All seine werke hassen. nur begehr: Alles, was Gott O vater, sohn und geist, ver: hat, ist mein. Christi taufe leih, Daß ich beständig bleib wäscht mich rein, Ich bin dabei; Gieb, daß ich täglich Gottes heiligthum; Christus sterbe ab Den bösen lüften, zieret mich mit ruhm, Schenkt die ich hab, Im neuen leben sich mir zum eigenthum. wandle. 4. Gottes liebe wohnt in mir, Gottes gnad ist mein Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. panier. Christus hat mich ausochgelobter Gottes erwählt, Er hat sich mit mir 473. od geist, Du hast auf vermählt, Er hat sich mit mir der fluth geschwebet; Was die vertraut; Ich bin Christi schak weite welt uns weist, Das und braut, Christi auge auf ist auch durch dich belebet; mich schaut. Alles ist durch dich formiret, 5. Meine ruh bleibt unge: Was nun erd und himmel stört, Mein vergnügen ewig zieret. währt, Meine lust vergehet 2. Heilger geist, du schwebst nicht. Ich komm nimmer ins auch da, Wo man noch mit gericht; Christus selber ist der wasser täufet, Du bist uns mann, Der für mich hat gnug mit gnaden nah, Wo man gethan: Keine plage rührt unser sünd ersäufet; Wo der mich an. taufe brunn geflossen, Da bist 6. Drum bin ich stets wohl du auf uns gegossen. gemuth, Weil mich Christus 3. Heilger geist, du hast hat in hut Und sein herz mich verschafft, Daß die tauf uns ewig liebt, Ja, weil er sich neu geboren; Du verehrst uns ganz mir giebt. Auf! mein neue kraft; Ja man wird zum geist, und nicht verweil, Gott, kind erkoren. Gottes geist täuft der selbst dein gut und theil, auf der erden, Daß wir geistStets zu lieben für dies heil. und himmlisch werden. 4. Tausend dank sei dir Mel. Ich glaub an einen Gott allein. gesagt, Daß du mich so hoch 472.J ch dank dir, Gott, begnadet! Ob der böse feind von herzensgrund, verklagt, Hast du mich doch Daß mich die tauf, der heilge rein gebadet, Bleibst auch noch bund, Hat wieder neu gebo- in meinem herzen und ver ren; Dir hab ich da geschwo- jagst mir manche schmerzen. Die heilige Taufe. 377 5. Schwebe stets in unserm Und seßet mich ins vaters sinn, Treib uns nur zu guten huld, Die adam hat verscherzet. dingen. Neige herz und geist 5. O heilger geist, ich danke dahin, Daß wir uns gen him- dir Für diese edle gabe, Daß mel schwingen Und die böse ich nun innerlich in mir Dein welt verschmähen, Bis wir kräftig zeugniß habe, Dadurch dich mit freuden sehen. ich meinen schöpfer kann Ge= trost und freudig rufen an Und sagen: Abba vater! 3. Neunherz+ 1737. Mel. Es ist das heil uns kommen. 474. Sott ott vater, sohn 6. Weil in der tauf auch Jesus Christ Von mir ist anund beilger gezogen, So hilf, daß durch geist, Du Gott von großer des satans list Sch nimmer güte, Sei jetzt und immerdar werd betrogen, Denn die nun gepreist Mit dankbarem ge- Gottes tempel seind, Die bleimüthe, Daß du aus unver- ben vor dem bösen feind In dienter gnad Mich durch das deiner gnade sicher. heilge wasserbad Von sünden abgewaschen. 7. Herr, an diese würdigkeit, Die du mir wollen 2. Herr, ich bekenne, daß schenken, Laß mich jetzund und ich bin Gezeugt aus fünden- allezeit In meiner noth gesamen, Ein find des zorns, denken, Daß ich dadurch ein das immerhin Entheiligt dei herze faß und immer mich nen namen; Ich weiß, daß darauf verlaß, Daß du mir von natur ich leb Ohn deine hülf versprochen. furcht und widerstreb, Gott, deinem wort und willen. 8. Ich hab auch bei dem wasserbad Mich dir zu dienst 3. Und dennoch vater, hast verbunden, Drum gieb, daß du mich, Da ich war ganz keine sündenthat, In mir werd verloren, 3u dir gezogen gnä- herrschend funden; Gieb, daß diglich Und wieder neu gebo- für deine güt und treu Ich Durchs wasserbad der heil- den gehorsam stets erneu, Den gen tauf, Daß ich in meinem ich hab angelobet. lebenslauf Mich deiner lieb kann trösten. 9. Und so ich was aus schwachheit thu, Das wollst 4. Herr Jesu Christ, dein du mir verzeihen Und mir es theures blut Wäscht mich von ja nicht rechnen zu; Die gnameinen sünden, Kraft dessen de auch verleihen, Daß ich bei macht die wasserfluth Densel dir beständig bleib, Bis du ben fluch verschwinden, Den die seele von dem leib Zu dir ich hab von natur verschuldt, hinauf wirst nehmen. 3. Gesenius+ 1671. 378 Katechismus gef änge. Mel. Mein herzens- Jesu, meine. 6. Da ward mir auch zu 475. Jefu Chrift, ich gleich das recht zu deinem D preise dich Mit reich gegeben. Ich ward von fröhlichem gemüthe, Daß du göttlichem geschlecht; Du wur mich so genädiglich, Nach dei dest selbst mein leben, Weil ner großen güte, Durch deine ich an deinem leibe ward Ein tauf errettet hast Von aller glied und nun nach deiner art meiner fündenlast Und mir Mein leben konnte führen. dein heil geschenket. 7. Doch mußte dies ver2. Sobald mein haupt dein borgen sein, Die schönheit war wasserguß Begunnte zu begie- verdecket, Da man mich also ßen, Da ließst du deinen lie- tauchte ein, Und unters freuz besfluß Auch in mein herze verstecket. Es mußte nun ans fließen; Ein göttlich leben leiden gehn, Bis ich auch gabst du mir, Dein geist ver- künftig konnte stehn In offen: band mein herz mit dir, Ich barer klarheit. ward aus Gott geboren. 8. So war es zu derselben 3. Du wuschest meine seele stund, Als ich ward aufge: ab Von allen sündenflecken, nommen In diesen heilgen Und ließest also in dein grab gnadenbund Und in die zahl Des fleisches macht verstecken; der frommen. Wie ist es aber Es ward in deinen tod ge- nun mit mir, Mein heiland, taucht, Was satanas vorher soll ich jetzo dir Nicht gleich gebraucht, Ins elend mich zu falls angehören? bringen. 9. Ach ja, es ist noch die 4. So stelletest du heilig ser bund Mein siegel im ge dar Bor deines vaters throne wissen, Da mich versichert Und vor der auserwählten alle stund, Wie du noch seist schaar Mich in der schönsten geflissen, Mich zu erhalten, krone Der göttlichen gerech- daß ich kann Noch stets die tigkeit; Du wurdest selbst mein frage stellen an: Bin ich nicht, ehrenkleid, Darin ich konnte Gott, dein eigen? prangen. 10. Hast du mich nicht zu 5. Kein engel war so schön deinem find In deinem sohn als ich, Da ich dich angezo- erwählet? Hast du mich nicht gen. Ich prangte mehr als von aller sünd In gnaden königlich, Du wurdest selbst losgezählet? Ist nicht dein bewogen, Mich nun zu nen- bund ein ewger bund? Hat nen deine braut, Im glauben solches nicht dein treuer mund ward ich dir vertraut; So Mit einem eid versiegelt? hoch ward ich erhoben. 11. Geht mich nicht auch Die heilige Taufe. 379 das alles an, Was Christus gemüthe, Daß ich mich sehne hat erworben? Hat ers nicht stets nach dir, Und mich vor mir zu gut gethan? Ist er sünden hüte. Du, liebe, thust mir nicht gestorben? Ist sein mir viel zu gut: Gieb, daß verdienst mir nicht geschenkt, ein jeder tropfen blut Von Da ich im glauben ward ver- deiner liebe walle. senkt In seine gnad und güte? Drum bleib ich ja dein 12. eigenthum, Daß du dir nicht 476. daß weiß ich wohl, Ch. 3. Koitsch+ 1735. Mel. Allein Gott in der höh. ch bin ein mensch, läßt nehmen, Der sünden macht wird wiederum Mich nimmer- Bin aber auch ein christe. mehr beschämen; Du willst und Ach! freilich wär ich traurenskannst den lassen nicht, Der voll, Wenn ich den trost nicht auf dich seine zuversicht Von wüßte, Daß Gott nach seiganzem Herzen seket. nem gnadenrath Mich durch das wort und wasserbad Von neuen hat geboren. 13. 3war hab ich auch durch viele schuld Den gnadenbund zerrissen, Bin unwerth wor 2. Die heilige dreieinigkeit den deiner huld; Doch bin ich Sei ewiglich gepriesen, Und nun beflissen, Daß durch die dafür herzlich benedeit, Mir buße dieser bund Befestigt diese gnad erwiesen. Mich werde, weil der grund Bei armen sünder hält sie werth, mir noch feste stehet. Und gieb mir, was mein herz 14. Ich steh im kampfe wi- begehrt, 3u vollem heil und der mich, Mein fleisch und segen. O, was ist das blut zu zwingen; Der geist 3. Gott vater will mein kämpft in mir ritterlich, Wenn vater sein. lüste auf mich dringen. Läßt für liebe! Kehrt kreuz und mir der satan keine ruh, Stürmt leiden bei mir ein, und macht auch die welt mit auf mich zu, das Leben trübe; So weiß So geb ich nicht gewonnen. ich, daß er zu mir spricht: 15. Denn weil ich nun ge- Mein liebes kind, ich will taufet bin Mit deinem liebes- dich nicht Verlassen noch verfeuer, Das ganz durchglühet säumen. meinen sinn, st mir sehr 4. Gott sohn läßt mich werth und theuer Dein gött- sein theures blut Durch wahlich wort; das weiset mir, ren glauben finden, Das maWie ich soll fliehen für und chet alle schulden gut, Das für, Was dir nicht wohlgefället. wäscht mich rein von sünden. 16. Gieb nun, daß deine Nichts kann verdammlichs an lieb in mir Stets treibe mein mir sein, Denn sein verdienst 380 Katechismusgesänge. ist gänzlich mein, Und ich bin Mel. Wer nur den lieben Gott. sein dagegen. 3. Melodie. 478. ch bin getauft auf deinen namen, 5. So ist auch Gott der werthe geist Mein fiegel, pfand und gabe, Daß ich, was Got: Gott vater, sohn und heilger tes wort verheißt, Gewiß zu geist, Ich bin gezählt zu dei hoffen habe. Er führet mei- nen saamen, 3um volk, das nen lebenslauf, Er hilfet mei dir geheiligt heißt; Ich bin ner schwachheit auf, Und ist in Christum eingesenkt, Sch mein herzenströster. bin mit seinem geist beschenkt. 6. Wie könnt ich denn nun 2. Du hast zu deinem kind traurig sein In meinem gan- und erben, Mein lieber vazen leben? Wie könnte todes- ter, mich erklärt, Du hast die furcht und pein Mir vor den frucht von deinem sterben, augen schweben? Ich bin der Mein treuer heiland, mir ge seligkeit gewiß, Und nichts währt; Du willst in aller gewisser ist als dies, Ich bin noth und pein, O guter geift, ein himmelserbe. mein tröster sein. E. Neumeister+ 1756. 3. Doch hab ich dir auch Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. furcht und liebe, Treu und 477. Gott ott und vater, gehorsam zugesagt, Ich habe nimm jekund mich aus reinem triebe Dein Dieses kind von unsern armen, eigenthum zu sein gewagt; Hin Nimm es auf in deinen bund gegen sag ich bis ins grab Des Und erzeig ihm dein erbarmen, satans schnöden werken ab. Daß es alle lebenstage Deiner kindschaft zeichen trage. 4. Mein treuer Gott, auf deiner feite Bleibt dieser bund 2. Wasche es mit deinem wohl feste stehn; Wenn aber blut, Treuer Jesu, von den ich ihn überschreite, So laß sünden, Laß in seiner taufe mich nicht verloren gehn. flut Den geerbten fluch ver- Nimm mich, dein kind, zu schwinden, Und sein leben gnaden an Wenn ich hab ei auf der erden Deinem vor- nen fall gethan. bild ähnlich werden. 5. Ich gebe dir, mein Gott, 3. Und du, werther heil aufs neue Leib, seel und herz ger geist, Schenk ihm deine zum opfer hin; Erwecke mich gnadenkräfte, Treibe, wie dein zu neuer treue Und nimm bund verheißt, Selbst in ihm besitz von meinem sinn. Es das heilsgeschäfte, es sei in mir kein tropfen blut, stets an Jesu leibe le- Der nicht, Herr, deinen wil bendig gliedmaaß bleibe. len thut. Daß Ein Die heilige Taufe. 381 6. Weich, weich, du fürst zierde! welche große pracht, der finsternissen, Ich bleibe Die mich gerecht und selig mit dir unvermengt. Hier ist macht! zwar ein befleckt gewissen, Je4. Ich bin getauft; ich doch mit Jesu blut besprengt. bin geschrieben Auch in das Weich, eitle welt! du sünde buch des lebens ein. Nun weich! Gott hört es, ich ent- wird mein vater mich ja liesage euch. ben Und seinem kinde gnä7. Laß diesen vorsatz nim dig sein. Es ist mein name mer wanken, Gott vater, sohn Gott bekannt Und eingeprägt und heilger geist, Halt mich in seine hand. in deines bundes schranken, 5. Ich bin getauft; was Bis mich dein wille sterben kann mir schaden? Ich bin heißt. So leb ich dir, so sterb und bleibe Gottes kind, Jch ich dir, So lob ich dich dort weiß: ich bin bei Gott in für und für. gnaden, Bei dem ich allzeit hülfe find; Denn wenn ich weine bitterlich, So spricht mein vater: hier bin ich! 3. 3. Rambach+ 1735. kann mir fehlen, ja ch bin getauft; 6. Ich bin getauft; was Mel. O daß ich tausend zungen. 479.h bunde Durch meine tauf mit mein vater an mich denkt? meinem Gott! So sprech ich Wer kann die wohlthat all stets mit frohem munde In erzählen, Die er mir wirklich kreuz, in trübsal, angst und hat geschenkt? Mein vater ist noth. Ich bin getauft, deß ein reicher Herr, Der giebt freu ich mich, Die freude blei= mir immer mehr und mehr. bet ewiglich. 7. Ich bin getauft; ihr 2. Ich bin getauft; ich feinde weichet! Ich stehe unhab empfangen Das aller: ter Gottes schuk, Der seinem schönste ehrenkleid, Darin ich kind die hände reichet. Was ewiglich kann prangen Hier acht ich eure macht und truß? und dort in der herrlichkeit. Greift ihr ein Gotteskind nur Ich bin mit Jesu blut er- an, So glaubt, das Gott es kauft und ich bin auch da- schützen kann. mit getauft. 8. Ich bin getauft und 3. Ich bin getauft; mir bin zufrieden Mit meines vaist gegeben 3u gleicher zeit ters lieb und treu. Ich werde der heilge geist, Der heiliget von ihm nie geschieden, Mein mein herz und leben, Dafür liebestrieb wird stündlich neu. sei ewig Gott gepreist! Wie es mein vater schickt und 382 Katechismusgesänge. fügt, Bin ich in allem wohl fällt; Denn sie sind Gottes vergnügt. erben, Lassen die schnöde welt. 9. Ich bin getauft; ob ich Sie sind frei aller gfahr Und gieich sterbe, Was schadet dürfen hie nicht leiden; Sie mir das kühle grab? Ich loben Gott mit freuden Dort weiß mein vaterland und erbe, bei der engel schaar. Das ich bei Gott im himmel C. Becker+ 1604. hab; Nach meinem tod ist mir bereit Des himmels freud Met. Liebster Jesu, wir sind hier. und seligkeit. 481. Qiebster Jefu, hier 3. F. Stark+ 1756. sind wir, Deinem worte nachzuleben; Dieses Mel. Aus meines herzens grunde. kindlein kommt zu dir, Weil 480. Qaffet die kindlein du den befehl gegeben, Daß kommen 3u mir, man sie zu Chrifto führe; spricht Gottes sohn, Sie sind Denn das himmelreich ist ihre. mein freud und wonne, Ich 2. Ja, es schallet aller: bin ihr schild und kron; Auch meist Dieses wort in unsern für die kinderlein, Daß sie ohren: Wer durch wasser und nicht wärn verloren, Bin ich durch geist Nicht zuvor ist ein kind geboren: Drum sie neu geboren, Wird von dir mein eigen sein. nicht aufgenommen und in 2. Der Herr gar freund: Gottes reich nicht kommen. lich küsset Und herzt die kin- 3. Darum eilen wir zu derlein, Bezeugt mit worten dir, Nimm dies pfand von süße, Der himmel soll ihr unsern armen, Tritt mit dei sein, Dieweil sein theures nem glanz herfür, Und er blut, Das aus sein heilgen zeige dein erbarmen; Daß wunden um kreuzes stamm ge es dein kind hier auf erden runnen, Ihnen auch kommt Und im himmel möge wer den. zu gut. 3. Drum nach Christi ver- 4. Wasch es, Jesu, durch langen Bringet die kinder her, dein blut, Von den ange: Damit sie gnad erlangen; erbten flecken, Laß es bald Niemand es ihnen wehr. Füh- nach dieser flut Deinen purret sie Christo zu; Er will purmantel decken; Schenk ihm sich ihr erbarmen, Nimmt sie deiner unschuld seide, Daß es in seine arme, Darin sie fin- fich in dich verkleide. den ruh. 5. Mache licht aus finster4. Ob sie gleich zeitlich niß, Seß es aus dem zorn sterben, Ihr seele Gott ge- zur gnade, Heil den tiefen Die heilige Taufe. 383 schlangenbiß Durch die kraft denschein Uebersteiget alle gaim wunderbade; Laß hier ei ben; Dieses ist des himmels nen Jordan rinnen, So ver spiegel, Dieses ist des lebens geht der aussag drinnen. siegel. 6. Hirte, nimm dein schäf4. O wie rein, und o wie lein an, Haupt, mach es zu schön Hat dich Christi blut deinem gliede, Himmelsweg, gebadet! Also kann dein zeig ihm die bahn, Friede- schmuck bestehn, Wenn dich fürst, schenk ihm den frieden, Gott zur hochzeit ladet; Adam Weinstock, hilf, daß dieser ist in dir ertränkét, Christus rebe Auch im glauben dich in dich eingesenket. umgebe. 5. Nun so denk an diesen 7. Nun wir legen an dein bund, Weil du einen athem herz, Was von herzen ist ge- hegest, Daß du auf den fegangen, Führ die seufzer him- sten grund Deinen christenmelwärts Und erfülle das ver- bau stets legest. Wer sich läßt langen; Ja, den namen, den auf Jesum taufen, Muß in wir geben, Schreib ins le Jesu wegen laufen. bensbuch zum leben. B. Schmolk+ 1737. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 6. Laß aus deinem herzen nicht, Wem du jezt hast widersprochen: Folge nicht dem bösewicht, Sonsten wird der 482. Nift vollbracht, Christi kraft, mit füßen Ihn Jun Gott es bund Tritt, in Und der bund mit Gott ge mit seinen hindernissen. schlossen! Was uns rein und 7. Werde fromm und wachse selig macht Ist auf dieses groß, Werde deiner eltern tind geflossen; Jesus hat es freude, Und dein jetzt erlangeingesegnet Und mit himmels tes loos Tröste dich in allem thau beregnet. leide; Deine taufe sei die 2. O du dreimal seligs thüre, Welche dich zum himkind, Vom dreieinigen gelie- mel führe. bet. Dem der vater sich verbindt, Dem der sohn das le= ben giebet, Dem der geist ist eingeflossen Und der himmel eingegossen! B. Schmolt+ 1737. Mel. Nun laßt uns Gott dem. Jun uns fröh483. N wundergroßen aus der taufe kommen ich fingen von dingen, Die 3. Uch, was könnte größer sein, Als die kindschaft Got 3u tes haben? Dieser helle gna- nut und trost der frommen. 384 Katechismusgesänge. 2. Die taufe läßt uns fin- lebensbrot Wird dir heut auf den Die reinigung von sün- getragen. Der selge trank, so den; Da wird man neu ge- rosenroth Und heilet alle plaboren, Von Gott zum kind gen, Den beut dir Jesus erkoren. felber dar: Trink fröhlich, so 3. Der nimmt uns auf zu kann die gefahr Der höllen gnaden Und wendet unsern dir nicht schaden. schaden, Daß teufel, tod und 3. Doch wirf zuvor das hölle Uns nicht in unglück fälle. sündenkleid Von dir, das sehr 4. Da macht er mit uns beflecket, Nimm den rock allen Den bund, der nicht soll der gerechtigkeit, Der deine fallen, Und will, daß wir auch schande decket; Den heilgen dessen 3u keiner zeit vergessen. geist ruf eifrig an, Der deine 5. Da läßt er auf uns flie- seele heilgen kann, Daß er ßen Und reichlich uns genie- dich wohl bereite. Ben Viel schöne himmelsgaben, Die unsre seele laben. 4. So wird alsdann das Gotteslamm Auch gerne bei 6. Er schenkt uns auch dir wohnen Und als ein treuer darneben Das ewge freuden- bräutigam Dich, seine braut, leben, Daß, wo wir nur belohnen. Du sollt, mein recht gläuben, Wir himmels- herz, sein himmel sein; Da erben bleiben. will er prächtig ziehen ein 7. Denn Christi wort be- Und ewig in dir leben. stehet: Wer gläubet und em= 5. Nun, Herr, der du pfähet Die tauf, den soll nichts mein herze weißt, 3u dir scheiden Von Gott und ew- komm ich geschritten; Du gen freuden. wollest nebst dem heilgen geist Den vater für mich bitten, 5. Das heilige Abendmahl. nicht und ich dein mahl nicht mein aufhöre Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes. zum gericht Unwürdig brau484. Auf, auf, mein geist, chen möge. ermuntre dich! 6. Ihr engel, kommt und Die nacht ist nun vergangen. führet mich zu diesem tisch Mein Jesus kommt und we- der gnaden! Troß, daß sünd, cket mich; Er ruft mir mit tod und hölle sich Iht regen, verlangen: Mit seinem leib mir zu schaden! Mein Jesus und theurem blut, Das gnug kommt; zurücke prallt! Er für meine sünde thut, Will er eilt zu mir! 3u boden fallt, mich heut erquicken. ihr teufel, hie ist Jesus. 2. Steh auf und iß! das 3. F. Mayer+ 1712. 385 Das heilige Abendmahl. Eigne Melodie. 5. Beides, lachen und auch 485. Schmücke dich, o zittern Lässet sich in mir jetzt liebe seele, Laß wittern; Das geheimniß diedie dunkle sündenhöhle, Komm ser speise Und die unerforschte ans helle licht gegangen, Fan- weise Machet, daß ich früh ge herrlich an zu prangen; vermerke, Herr, die größe Denn der Herr voll heil und deiner stärke. Ist auch wohl gnaden Will dich jetzt zu ga- ein mensch zu finden, Der ste laden, Der den himmel dein allmacht sollt ergrünkann verwalten, Will jetzt her: den? berg in dir halten. 6. Nein, vernunft, die 2. Eile, wie verlobte pfle- muß hier weichen, kann dies gen, Deinem bräutigam ent- wunder nicht erreichen, Daß gegen, Der da mit dem gna- dies brot nie wird verzehret, denhammer Klopft an deine Ob es gleich viel tausend nähherzenskammer. Deffn ihm ret, Und daß mit dem saft bald die geistespforten, Red der reben Uns wird Christi ihn an mit schönen worten: blut gegeben. D, der großen Komm, mein liebster, laß dich heimlichkeiten Die nur Gotküssen, Laß mich deiner nicht tes geist kann deuten! mehr missen. 7. Jesu, meine lebenssonne, 3. 3war in faufung theu Jesu, meine freud und wonne, rer waaren Pflegt man sonst Jesu, du mein ganz beginnen, sein geld zu sparen, Aber du Lebensquell und licht der sinwillst für die gaben Deiner nen! Hier fall ich zu deinen huld kein geld nicht haben; füßen, Laß mich würdiglich Weil in allen bergwerksgrün- genießen Dieser deiner himden Kein solch kleinod ist zu melsspeise, Mir zum heil und finden, Das die blutgefüllten dir zum preiſe. schaalen Und dies manna kann bezahlen. 8. Herr, es hat dein treues lieben Dich vom himmel ab4. Uch, wie hungert mein getrieben, Daß du willig hast gemüthe, Menschenfreund, nach dein leben In den tod für deiner güte; Uch, wie pfleg uns gegeben, Und dazu ganz ich oft mit thränen Mich unverdrossen, Herr, dein blut nach deiner kost zu sehnen; für uns vergossen, Das uns Ach, wie pfleget mich zu dür- jetzt kann kräftig tränken, Deisten Nach dem trank des le ner liebe zu gedenken. bensfürsten, Wünsche stets, 9. Jesu, wahres brot des daß mein gebeine Sich durch lebens, Hilf, daß ich doch Gott mit Gott vereine. nicht vergebens, Oder mir Lutherisches Gesangbuch. 25 386 Katechismusgesänge. vielleicht zum schaden, Sei ihr armen, Laßt mich über Kein arzt zu deinem tisch geladen! Laß euch erbarmen. mich durch dies seelenessen ist dem starken noth, Sein Deine liebe recht ermessen, kunst wird an ihm gar ein Daß ich auch, wie jetzt auf spott. erden, Mag dein gast im himmel werden. 3. Frank+ 1677. 8. Hättst du dir was konnt erwerben, Was dürft ich denn für dich sterben? Dieser tisch auch dir nicht gilt, So du esus Christus, selber dir helfen willt. Eigne Melodie. 486. Jefus unser heiland, 9. Glaubst du das von her: Der von uns den Gotteszorn zensgrunde Und bekennest mit wandt; Durch das bitter lei- dem munde, So bist du recht den sein Half er uns aus der wohl geschickt und die speise höllen pein. dein seel erquickt. 2. Daß wir nimmer deß 10. Die frucht soll auch vergessen, Gab er uns sein nicht ausbleiben: Deinen näch: leib zu essen, Verborgen im sten sollst du lieben, Daß er brot so klein, Und zu trinken dein genießen kann, Wie dein sein blut im wein. Gott an dir hat gethan. 3. Wer sich will zu dem M. Luther+ 1546. tisch machen, Der hab wohl Met. Wie nach einer wasserquelle. acht auf ſein sachen; Wer un= 487. Gott ſei tob, br geht, Für das leben den tod empfäht. Da ich Jesu werd vertraut, 4. Du sollst Gott den va: Da ich, aller sünd entnommen, ter preisen, Daß er dich so Werd in Gottes huld geschaut. wohl wollt speisen, Und für Gott lob, Gott lob, daß be deine missethat In den tod reit Mir des lammes hochzeit sein sohn geben hat. heut, Da mir Gott zum ew 5. Du sollst glauben und gen leben Will den ganzen nicht wanken, Daß ein speise Jeſum geben. sei den kranken, Den ihr Den ihr 2. Gott, ich leg bei frühem herz von fünden schwer Und morgen, Als dein Ephraim vor angst ist betrübet sehr. und kind, Mich in deine va 6. Solch groß gnad und tersorgen Gleich mit leib und barmherzigkeit Sucht ein herz seel geschwind. Abba, vater, in großer arbeit, Ist dir wohl, sorg für mich, Daß ich ja so bleib davon, Daß du nicht heut würdiglich Als dein gast kriegest bösen lohn. bei dir erscheine Und mit Jesu 7. Er spricht selber: kommt mich vereine. Das heilige Abendmahl. 387 3. Christe, du lamm Got- das leben her thut rührn. tes, höre, Weil du trägest Kyrieleison. meine sünd: Als mein scha 2. Ull andre speis und und wirth herkehre, Deine trank ist ganz vergebens, Du braut und schaf mich find. bist selbst das brot des lebens. Deiner güte ich vertrau, Führe Kein hunger plaget den, der mich auf grüner au Und speis von dir isset, Alles jammers mich, mir stets zu gute, Heut er vergisset. Kyrieleiſon. mit deinem leib und blute. Du bist die lebendige quelle, 4. Heilger geist, den ich 3u dir ich mein herzfrüglein umfasse, Bleibe heut und stets stelle; Laß mit trost es fließen bei mir, Mich mit beistand voll, So wird meiner ſeele verlasse, Sondern hilf, wohl. Kyrieleison. daß selig hier Mir zu nute, 3. Laß mich recht trauern Gott zum preis, Sch genieß über meine sünde, Doch den die himmelsspeis, Daß ich glauben auch anzünde, Den dadurch christlich lebe, Freudig wahren glauben, mit dem ich meinen geist aufgebe. dich fasse, Mich auf dein verdienst verlasse. Kyrieleiſon. 5. Nun, ich lieg dir, Gott, zu füßen, Gottes liebe schmüGieb mir ein recht bußfer= de mich, meines Jesu blut- tig herze, Daß ich mit der vergießen Mache würdig mich sünde nicht scherze, Noch durch durch sich; Hilf mir drauf, meine sicherheit Mich bring du vaterherz, Hilf mir, Jesu um die seligkeit. Kyrieleison. tod und schmerz, Hilf mir, 4. Mir ist befleckt sehr tröster, heut auf erden Christi greulich mein gewissen, Ach, liebe braut zu werden! laß ein blutströpflein fließen Emilie Juliane, Gräfin zu Aus deinen wunden, welche Schwarzburg- Rudolstadt+ 1706. du empfangen, Da du bist Mel. Gott sei gelobet und gebened. ans kreuz gehangen. Kyrieerr Jesu Christe, leison. 488. mein getreuer Wird damit mein herze ge hirte Komm, mit gnaden mich rühret, Wirds von stund an bewirthe; Bei dir alleine find rein und gezieret Durch dein ich heil und leben, Was ich blut mit glauben schön, Kann darf, kannst du mir geben. in dir vor Gott bestehn. KyKyrieleison. rieleison. Dein arm schäflein wollest 5. Der darf des arztes, du weiden Auf Israels ber den die krankheit plaget, Mit gen in freuden, Und zum begier er nach ihm fraget; frischen wasser führn, Da süßer Jesu, schau, wie 25* 388 Katechismusgesänge. tiefe wunden Werden auch deine liebe, So wird nichts in mir gefunden. Kyrieleison. sein, das mich betrübe, Deine Du bist ja der arzt, den sanftmuth und geduld, Die ich rufe, Auf den mit ver- frucht deiner gnad und huld. langen ich hoffe. Hilf, o wah: Kyrieleison. rer mensch und Gott, Hilfst 9. Dies sind die blümlein, du nicht, so bin ich todt. die mich können heilen Und Kyrieleison. mir lebenssaft ertheilen, Daß 6. Du rufest allen zu dir ich aus mir nun all untugend in genaden, Die mühselig und reiße, Dir zu dienen mich be beladen, All ihre missethat fleiße. Kyrieleison. willst du verzeihen, Ihrer In dir hab ich alles, was bürden sie befreien. Kyrie ich soll, Deiner gnade brünnleison. lein ist stets voll. Laß mich Ach, komm selbst, leg an ewig sein in dir, und bleib deine hände, Und die schwere ewig auch in mir. Kyrielast von mir wende, Mache leison. J. Heermann+ 1647. mich von sünden frei, Dir zu dienen kraft verleih. Ky- Mel. Ermuntre dich mein schwacher. rieleison. und 489. Du lebensbrot, herr 7. Du wollest geist Jesu Christ, Mag herze zu dir neigen, Nimm dich ein sünder haben, Der mich mir, gieb mich dir ei- nach dem himmel hungrig ist gen, Du bist der weinstock, Und sich mit dir will laben, ich bin deine rebe, Nimm So bitt ich dich demüthigmich in dich, daß ich lebe. lich: Du wollest so bereiten Kyrieleison. mich, Daß ich ohn alles Ach, in mir find ich eitel gleißen Ein frommer gast mög sünden, In dir müssen sie heißen. bald verschwinden; find ich höllenpein, muß ich selig sein. leiſon. 8. Komm, meine In mir 2. Auf grüner aue wolleft In dir du Mich diesen tag, Herr, Kyrie- leiten, Den frischen wassern führen zu, Den tisch für mich freud, bereiten. Ich bin zwar sünd: o komm du schönste krone, lich, matt und frank, Doch Jesu, komm und in mir woh- laß mir deinen gnadentrank ne, In mir will ich dich mit Den glaubensbecher füllen Um gebet oft grüßen, Ja mit lieb deines namens willen. und glauben küssen. Kyrie3. Du zuckersüßes himleison. melsbrot, Du wolleft mir Komm, und schenke mir verzeihen, Daß ich in meiner Das heilige Abendmahl. 389 feelennoth Zu dir muß kläg- ihren großen jammer In deilich schreien; Dein glaubens- ner freudenkammer. rock bedecke mich, Auf daß ich möge würdiglich An dei 8. Du lebensbrot, Herr Jesu Christ, Komm selbst dich ner tafel sizen, Die theure mir zu schenken; O blut, das kost zu nüßen. du vergossen bist, Komm ei4. Tilg allen haß und bit- ligst mich zu tränken. Ich terkeit, O Herr, aus meinem bleib in dir, du bleibst in herzen, Laß mich die sünd mir, Drum wirst du, güldne in dieser zeit Bereuen ja mit himmelsthür, Auch mich ohn schmerzen. Du heiß gebrat- einigs schrecken Am jüngsten nes osterlamm, Du meiner tag erwecken. 3. Rist+ 1667. seelen bräutigam, Laß es dich nicht verdrießen, Daß ich dich Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. soll genießen. 5. 3war ich bin deiner 490. Seele, laß die speise stehen, gunst nicht werth, Als der Die nur ekel dir erweckt; ich jetzt erscheine Mit sünden Eile zu dem mahl zu gehen, allzu viel beschwert, beschwert, Die Welches Die Welches nach dem himmel schmerzlich ich beweine. In schmeckt, Das die teufel zwar solcher trübsal tröstet mich, entrüstet, Doch die engel selbst Herr Jesu, daß du gnädig- gelüstet. lich zu suchen bist gekommen 2. Trachte die vernunft zu Die fünder, nicht die from stillen, Die dem glauben widerbellt, Reinige den argen 6. Ich bin ein mensch voll willen Von dem tande dieser sündengrind, Laß deine hand welt! Werfe weg die sündenmich heilen, Erleuchte mich, bürden, Deinen Jesum zu denn ich bin blind, Du kannst bewirthen. men. mir gnad ertheilen. Ich bin 3. Willst du in mein herze verdammt, erbarme dich; Ich kehren? Herr, ich bin der bin verloren, suche mich; Ich ehr nicht werth. bin mit angst beladen, Herr, wird mich verzehren; hilf aus lauter gnaden. Deine glut Doch weil du es hast begehrt, Glaube machen. 7. Mein bräutigam komm ich, du wirst mich schwachen, her zu mir und wohn in Was ich nicht bin, würdig meinem herzen; Laß mich dich küssen für und für, Ja lieb- 4. Soll ich mit dem brot lich mit dir scherzen. Ach, empfangen, Was zuvor am laß doch deine süßigkeit Für kreuze hing? Soll ich mit meine seele sein bereit, Still dem kelch erlangen, Was aus Katechismusgesänge. 390 deinen wunden ging? Soll Eigne Melodie. der himmel mit der erden, 491. Jeſu, du mein mensch vereinigt werden? bräutigam, Der du gehenkt ans freuzesstamm, 5. Ei so säume nicht, mein Für mich den tod gelitten leben, Reiche mir den milden haft, Genommen weg der leib, Den du für mich haft fünden last: 2. Ich komm allhier zu gegeben, Daß dein geist in meinem bleib und mich we deinem mahl, Mein elend, der leid noch freude, Von dem das ist ohne zahl, Krank, unrein, arm, blind, nackt und haupt und gliedern scheide. 6. Laß die ströme deiner bloß Bin ich, doch deine gnad ist groß. striemen Waschen weiß die 3. Du bist der arzt, du sünde roth; Es sei ferne von bist das licht, Du bist der mir rühmen, Als von deinem kreuz und tod, Als allein von Du bist der brunn der herr Herr, dem nichts gebricht, deiner liebe, Die zu diesem lichkeit, Du bist das rechte bund dich triebe. hochzeitskleid. 7. Herr, ich sage für die 4. Drum, o Herr Jesu, schmerzen, Für die speise und bitt ich dich: In meiner den trank, Dir mit meinem schwachheit heile mich, Was mund und herzen Unablässig unrein ist, das mache rein, lob und dank; Zu ertödten Durch deinen hellen gnadenmeine fünden, Will ich deinen tod verkünden. schein. 5. 3ünd an die helle glau: 8. Mache mich im glau- benskerz, Erleuchte mein ver ben kräftig; Laß mich im ge- finstert herz, Du bist mein wissen rein, In dem liebes schatz, ach gieb dich mir, fleiß geschäftig, In der andacht So bin ich groß und reich brünstig sein. Gieb mir neue in dir. kraft zu kämpfen und der 6. Hilf, daß ich dich, du feinde grimm zu dämpfen. wahres brot Der engel, wah9. Gönne, daß die him- rer mensch und Gott, Mit melsspeise, Meiner seelen ar solcher ehrerbietung nehm, Als zenei, Auf der letzten todes- dir es rühmlich, mir bequem. reise Ihre beste zehrung sei; Bis ich werde mit den from men Zu des lammes hochzeit 7. Lösch alle lafter aus in mir. Mein herz mit lieb und glauben zier, Und was sonst ist von tugend mehr, Das Ch. Begleiter+ 1706. pflanz in mir zu deiner ehr. kommen. Das heilige Abendmahl. 391 8. Ach gieb, was nük an 2. Mein kleid, o Herr, ist seel und leib. Was schädlich buß und reu, Mit vorsatz ist, weit von mir treib, Komm fromm zu werden. O vater in mein herz und laß mit aller lieb und treu, Vor dir dir Mich sein vereinigt für knie ich zur erden, Ich bitt, und für. ich fleh, ich schrei um gnad, 9. Hilf, daß durch dieser Vergieb mir meine missethat mahlzeit kraft Das bös in mir Durch Christi blut und sterwerd abgeschafft, Erlassen alle ben; All, was er hat verdient, sündenschuld, Erlangt des va ist mein, Ich will hinführo ters lieb und huld. frömmer sein Und mich nicht mehr verderben. 3. 10. Beschütze mich, die feind abstoß, Unsichtbar, sichtbar, Also geprüft tret ich klein und groß, Den guten hinzu; Gieb, Jesu, mir die vorsab, den ich führ, Erhalt, stärke, Daß ich in stiller glauHerr Jesu, fest in mir. bensruh Auf deine worte merke, 11. Mein leben, sitten, Du selbst sie in die seel mir sinn und pflicht Nach deinem schreib: Nehmt hin und eßt, heilgen willen richt, Uch, laß das ist mein leib, Der für mich meine tag in ruh Und euch wird gebrochen; Nehmt frieden christlich bringen zu. hin und trinkt, das ist mein 12. Bis du mich, o du blut, Das euch vergossen wird lebensfürst, Zu dir in himmel zu gut. So hat dein mund nehmen wirst, Daß ich bei gesprochen. dir dort ewiglich Un deiner tafel freue mich. 4. Wie damals deine jünger nun Dein fleisch und blut empfangen, So werden auch Und eben daß dasselbe thun 3. Heermann+ 1647. Mel. An wasserflüssen Babylon. 492. Der alle fünder zu erlangen Die, gleich wie deine sich lädt, at jünger dort, Auf dein befehl, mich mit eingeladen, Drum nach deinem wort, Das heistell ich mich an dieser stätt lige brot essen, und die, wie Mit ein zum tisch der gna- dus gesetzet ein, Auch trinken den. Herr, kleide mich, Herr, von dem heilgen wein, Dein wasch mich rein, Denn wer nimmer zu vergessen. bei diesem mahl will sein, 5. Daß ich mit brot und Muß sich geprüft einstellen, wein jegund Dein fleisch eß, Daß dies nicht auch sei sein dein blut trinke, Glaub ich bescheid: Woher mein freund aus meines herzensgrund Wie ohn hochzeitskleid? Hinaus fremd mich auch bedünke; mit ihm zur hölle! Und wenn das wie? uns wär 392 Katechismusgesänge. bekannt Und wir es könnten digt hat, Dir dank in allem durch verstand Mit der ver- sagen. nunft ergründen, So wär es 9. Weh mir! das wollen kein geheimniß nicht, Wer hab ich kaum, Wo werd ich dürfte, wenn die allmacht kraft bekommen? Doch, nun spricht, Um können zweifel du selbst dir einen raum In finden? meiner seel genommen, Werd 6. Dies mahl halt ich auf ich erlangen neue kraft Und dein gebot, Mit dank dein eine gute ritterschaft Durch zu gedenken, Wie du dich deinen arm vollbringen. Ein selbst zur pein, zum spott, neuer mensch bin ich hinfort Ja gar ans kreuz zu henken, Und geh einher nach deinem Für uns gegeben hast dahin; wort; Herr, hilf, Herr, laß Hilf, daß in meiner feel und gelingen! sinn Dies wohl erwogen werG. W. Molanus+ 1722. de: Du bist der Herr, ich bin der knecht, Du ohne schuld, Mel. O traurigkeit! ich ungerecht, Du Zebaoth, 493. Gottes tisch! Ich ch frisch Zu ich erde. 7. Was für ein abgrund Hilf, vater, hilf in gnaden, zeigt sich hie Von allmacht Daß mir keine missethat Hie und von liebe? Es ist kein zu möge schaden. christ gewesen nie, Der nicht 2. Ich leugne nicht, Was entzückt hier bliebe. Hier mir gebricht, Sch beichte meine spürt man lauter wunderthat, schulden; Reu für fünden Hier sieht man lauter lieb pflegst du ja, Frommer Gott, und gnad Gleich starken strö- zu dulden. men fließen, Hier sieht man 3. Wenns nöthig fällt, lauter muttertreu Und vater: Durch lösegeld Die handherz, die immer neu Sich schrift zu vernichten, Wird über uns ergießen. der Herr der herrlichkeit Dies 8. Mein Gott, was soll, für mich entrichten. was kann ich dir Für so viel 4. Drauf stell ich dir Mich, guts erweisen? Ich will dich Jesu, für, In kindlichem verlieben mit begier Und über trauen, Jesu, den die cherualles preisen. Ich will von bim Lüstet anzuschauen. herzen jederzeit Dir zu ge- 5. Dein Leib und blut, horchen sein bereit, Mein Das mir zu gut Zerbrochen kreuz geduldig tragen, Den und vergossen, Wird, o tiefe nächsten lieben mit der that, wunderthat, Hier am tisch Wenn er mich gleich belei- genossen. Das heilige Abendmahl. 393 6. Ich will jegund Mit 2. O Jesu Christ, du kannst feel und mund, Kein wit allein Mein leib und seele kann das ermessen, Jesu Christi laben, Nun bin ich dein und werthes fleisch Unbegreiflich du bist mein Mit allen deiessen. nen gaben; Hier hab ich, was 7. grüble nicht Wie ich haben soll, Dein gnadendas geschicht, Noch ob es brünnlein ist stets voll, Hier mag geschehen; Gott kann find ich trost und leben. überschwänglich thun, Das wir nicht verstehen. 3. Laß mich auch ewig sein in dir, Laß dir allein 8. Vernunft und sinn Laßt mich leben, und bleib du immerhin Was möglich scheint, ewig auch in mir; Mein Gott, vergleichen, Ich will nun und du wirst mirs geben, Daß nimmermehr Von dem buch- ich kraft dieser speis und trank, stab weichen. Stark bleib, wenn ich bin 9. Der dies verspricht Be- schwach und krank und fahr trügt mich nicht, und kann zu dir mit freuden. mich nicht betrügen, Gott ist 3. Olearius+ 1684. keines menschen kind, Daß er mel. Nun lob mein seet den Herren. könne lügen. 10. Verleih, o Gott, Durch 495. Wie wohl hast du gelabet, OliebChristi tod, Daß weder welt ster Jesu, deinen gast, Ja, noch teufel Mir in diesem mich so reich begabet, Daß glaubenspunkt Rege neuen ich jetzt fühle freud und rast. zweifel. O wundersame speise, O sü11. So will ich nie, Noch ßer lebenstrank, Oliebmahl, spat noch früh Ermüden son- daß ich preise Mit meinem der wanken, Für dein theur lobgesang! Indem es hat ervergossen blut Dir, mein quicket Mein leben, herz und Gott, zu danken. muth; Mein geist, der hat erblicket Das allerhöchste gut. 2. Du hast mich jetzt ge6. W. Molanus+ 1722. Mel. Allein Gott in der höh. ewig dank, gnadensaal; 494. Jesu, dir ſei führet, Herr, in deinen Daselbst hab ich Für deine treu und gaben, berühret Dein edlen güter allAch, laß durch diese speis und zumal. Da hast du mir vertrank Auch mich das leben gebens Geschenket mildiglich haben. Sei willkommen, du Das werthe brot des lebens, edler gast, Den sünder nicht Das sehr ergößet mich; Du verschmähest hast, Wie soll ich hast mir zugelassen, Daß ich dir dank sagen? den seelenwein Im glauben 394 Katechismusgesänge. möchte fassen Und dir ver=| 6. Du bists, der ewig bleimählet sein. bet, Ich aber bin dem schat: 3. Bei dir hab ich gegessen ten gleich, Den bald ein wind Die speise der unsterblichkeit, vertreibet, Herr, ich bin arm Du hast mir voll gemessen und du bist reich. Du bist Den edlen kelch, der mich er- sehr groß von güte, Kein unfreut; Ach Gott, du hast er recht gilt bei dir; Ich, bos zeiget Mir armen solche gunst, haft von gemüthe, Kann fehDaß billig jetzt sich neiget len für und für. Noch kom Mein herz vor liebesbrunst; mest du hernieder zu mir, Du hast mich lassen schme- dem sündenmann; Was geb cken Das köstlich engelbrot; ich dir doch wieder, Das dir Hinfort kann mich nicht schre- gefallen kann? cken Welt, teufel, sünd und tod. 7. Ein herz, durch reu zerschlagen, Ein herz, das ganz 4. So lang ich leb auf zerknirschet ist, Das, weiß erden, Preis ich dich, liebsterlich, wird behagen Mein hei Jesu, wohl, Daß du mich land, dir zu jeder frist. Du läsfest werden Von dir und wirst es nicht verachten, Dem durch dich satt und voll. Du nach ich emsig bin, Nach deihast mich selbst getränket Mit ner gunst zu trachten. Nimm deinem theuren blut, Und dich doch in gnaden hin Das opfer zu mir gelenket, O unver: meiner zungen, Denn billig gleichlichs gut! Nun werd ich wird jehund Dein theurer ja nicht sterben, Weil mich ruhm besungen, Herr Gott, gespeiset hat Der nimmer kann durch meinen mund. verderben, Mein trost, schuk, hülf und rath. 8. Hilf ja, daß dies ge nießen Des edlen schabes 5. Wie kann ichs aber schaff in mir Ein unaufhör fassen, Herr Jesu, daß du lichs büßen, Daß ich mich mit begier Dich haft so tief wende stets zu dir. Laß mich gelassen Vom himmelssaal hinführo spüren Kein andre herab zu mir? Du schöpfer lieblichkeit, Als welche pflegt aller dinge, Besuchest deinen zu rühren. Von dir in dieser knecht; Ach hilf, daß ich zeit; Laß mich ja nichts be dir bringe Ein herz, das gehren, Als deine lieb und fromm und schlecht, Das gunst, Denn niemand kann gläubig dir vertraue, Damit entbehren Hier deiner liebe nach dieser zeit Sch ja dein brunst. antlitz schaue Dort in der ewigkeit. 9. Wohl mir, ich bin ver: sehen Mit himmelsspeis und Das heilige Abendmahl. 395 engeltrank; Nun will ich ru- treue, Daß uns die speis nicht hig stehen, 3u singen dir lob, gereue. Kyrieleison. ehr und dank. Ade, du welt: Herr, dein heilig geist uns getümmel, Du bist ein eitler nimmer laß, Der uns geb tand; Ich seufze nach dem zu halten rechte maaß, Daß himmel, Dem rechten vater: dein arm christenheit Leb in land. Ade, dort werd ich le fried und einigkeit. Kyrieben Ohn unglück und ver leison. M. Luther+ 1546. druß: Mein Gott, du wirst mir geben Der wohllust über- Mel. Helft mir Gottes güte preiſen. fluß. 3. Rift+ 1667. 497.Jefu, mein verz 496. langen, Was thust du mir zu gut? Ich ott fei gelobet habe nun empfangen Dein und gebenedeiet, eigen fleisch und blut. Deß freut Der uns selber hat gespeiset sich leib und feel. Denn ich Mit seinem fleische und mit bin wieder deine Und du bist seinem blute; Das gieb uns, auch noch meine, O mein Herr Gott, zu gute. Kyrie: Immanuel! leiſon. Eigne Melodie. 2. Das opfer unsrer fünHerr, durch deinen heiligen den Wird mir zur speis' und leichnam, Der von deinr trank. Nun werd ich hülfe muttr Maria kam, Und das finden, Wenn mein gewissen heilige blut, Hilf uns, Herr, krank. Ich halt ihm Jesum aus aller noth. Kyrieleison. für; Den kann mir niemand 2. Der heilig leichnam ist nehmen; Der teufel muß sich für uns gegeben 3um tod, schämen, Der tod hat nichts daß wir dadurch leben. Nicht an mir. größer güte konnt er uns ge= 3. O, was ist das für schenken, Dabei wir sein solln freude, Mit Gott verbunden gedenken. Kyrieleison. sein! Ich weiß von keinem Herr, dein lieb so groß dich leide, Mich schrecket keine pein. zwungen hat, Daß dein blut Ja, nehmet alles hin Im himan uns groß wunder that mel und auf erden; Doch muß Und bezahlt unsre schuld, Daß ich selig werden, Weil ich in uns Gott ist worden hold. Jesu bin. Kyrieleison. 4. Hier ist von seiner liebe 3. Gott geb uns allen sei Mein allerbestes pfand, Das ner gnade segen, Daß wir er aus eignem triebe Mir gehn auf seinen wegen In armen zugewandt. Hier ist rechter lieb und brüderlicher mein töfegeld, Hier ist mein 396 Katechismusgefänge.. brot des lebens, Das eß ich blut, Wie du uns hast genicht vergebens; Den tisch laden, zu deiner liebe herrhat Gott bestellt. lichkeit Und unsrer seelen selig5. Uch Herr, das sind jajkeit 3u essen und zu trinken. dinge, Die ohne maaß und 2. O Jesu, mach uns selbst ziel. Bin ich nicht zu geringe? bereit Zu diesem hohen werke; Ists nicht für mich zu viel? Schenk uns dein schönes eh Doch nein, Herr Jesu, nein; renkleid, Durch deines geistes Denn ich soll das genießen, stärke. Hilf, daß wir würdge Daß du hast sterben müssen; gäste sein Und werden dir ge Dein tod soll meine sein. pflanzet ein 3u ewgem him6. Die welt war dir ge- melswesen. hässig Und suchte deinen tod; 3. Bleib du in uns, daß Da kriegst du gall und effig wir in dir Auch bis ans Auch in der letzten noth; Das ende bleiben; Laß sünd und war dein labsal gar. Und mir noth uns für und für Nicht willt du das leben In dei: wieder von dir treiben, Bis nem blute geben, Das schon wir durch deines nachtmahls verloren war. fraft 3u auserwählten fort: 7. Ich preise dich von her geschafft Und ewig selig werzen, Mein heiland und mein den. Gott! Für alle deine schmerzen Und den so bittern tod. Hab dank mein ofterlamm! B. Ringwaldt+ 1599. Mel. Wie schön leuchtet der. Daß du, was ich verschuldet, 499, Herr Seſu, bir sei preis und dank So willig haft erduldet Un Für diese seelenspeis und trank, deinem kreuzesstamm. Damit du uns begabet. In 8. Un dich will ich geden- brot und wein dein leib und ken, So lang ich denken kann. blut Kommt uns wahrhaftig Die welt mit ihren ränken sehr zu gut Und unsre herzen Ist bei mir ausgethan. Mein labet. Daß wir Baß dir In aufenthalt bist du; Drum schick dem allen Wohlgefallen, Hei ich leib und seele Zu deiner wun- lig leben, Solches wollest du denhöhle; Daselbst ist meine uns geben. ruh. C. Neumann+ 1715. 2. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht Dein werthes nachtmahl zum gericht; Ein Mel. Wenn mein stündlein. 498. err Jesu Christ, jeder recht bedenke, Daß er du höchstes gut, mit diesem lebensbrot Im Du brunnquell aller gnaden; glauben stille seine noth. Der Wir kommen, deinen leib und fels des heils uns tränke; Das heilige Abendmahl. 397 Züchtig, Tüchtig Dich dort ich, Jesu, dich gesehen, Jeſu, oben Stets zu loben, Bis meine zuversicht: Dich, o wir werden zu dir kommen Jesu, laß ich nicht. von der erden. 5. Moses donnert mir nicht 3. D, daß wir solche se mehr, Für mich ists gesetz ligkeit Erwarten möchten alle erfüllet, Jesus, Gottes vaters zeit In hoffnung und ver- ehr, Hat den großen zorn trauen, Und folgends aus dem gestillet Und das werk mit jammerthal Gelangen in den blut geschlicht: Meinen Jesum himmelssaal, Da wir Gott laß ich nicht. werden schauen, Tröstlich, 6. Dich, lamm Gottes, laß Köstlich, Und als gäste Auf ich nicht, Weil du trägest auf das beste Bei ihm laben und dem rücken Meiner sünden ganz volle gnüge haben. B. v. Derschau+ 1639. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 500. Meinen Sesum laß laß ich nicht. ich nicht, Meine 7. Meinen Jesum laß ich ſeel ist nun genesen; Selig nicht, Er ist nun mein bruist das heutge licht, Da ich der worden, Troß, daß welt Jesu gast gewesen, Drum ruft und satan spricht: Ich sei bloß mein herz und spricht: noch in ihrem orden. Nein, Meinen Jesum laß ich nicht. mein Jesus ist mein licht: 2. Meinen Jesum laß ich Dich, o bruder, laß ich nicht. nicht, Weil er mich so brün- 8. Mein gewissen stille dich! stig liebet Und sich in mein Deine handschrift ist zerrisherz verflicht, Ja sich mir zu sen. Jesus, der so jämmerlich eigen giebet Und sich ewig Ward gemartert und geschmiſmir verspricht: Meinen Jesum sen, Der vertritt mich vor laß ich nicht. gericht: Meinen Jesum laß dein leib und ich nicht. qual und gift, Die die arme seele drücken, Wenn mich meine sünd anficht: Meinen Jesum 3. Herr, theures blut, Jesu, daß ich 9. Kommt, ihr teufel, jetzt genossen, Stärkt mich sprecht mir hohn, Fragt, ob und macht alles gut, Daß ich ich sei Gottes erbe? Freilich, hinfort nicht verstoßen Bin Jesus, Gottes sohn, Bleibt von Gottes angesicht: Meinen mein erbtheil, wenn ich sterbe. Jesum laß ich nicht. Troß, der mir dies gut an4. Wohl mir, daß mich spricht: Meinen Jesum laß nichts mehr drückt, Ach, wie ich nicht. wohl ist mir geschehen! Meine 10. Tod, dein stachel ist ſeel ist ganz erquickt. Weil entzwei, Christus ist zum 398 Katechismusgesänge. gift dir worden, Vor dir bin schätzen Dies himmelsüß er ich ewig frei, Weil du mich gößen Und diese theuren ga nicht kannst ermorden. Trot, ben, Welch uns gestärket haben? daß mich dein stachel sticht: 3. Wie soll ichs dir ver Meinen Jesum laß ich nicht. danken, O Herr, daß du mich 11. Hölle schweig, denn kranken Gespeiset und geträn deine glut Ist nun völlig fet, Ja selbst dich mir ge ausgelöschet. Jesus ist es, schenket? dessen blut Mich ganz rein 4. Ich lobe dich von herzen von sünden wäschet Und mich Für alle deine schmerzen, Für frei vom feuer spricht: Meinen deine schläg und wunden, Der Jesum laß ich nicht. du so viel empfunden. 12. Jesus ist und bleibet 5. Dir dank ich für dein lei mein; Er hat sich mit mir den, Den ursprung meiner freu verlobet Wie ein bräutgam, den; Dir dank ich für dein sehnen ich bin sein, Ob der feind Und heiß vergoßne thränen. 6. Dir dank ich für dein lie: gleich greulich tobet. Ich weiß, daß mir nichts geschicht: Mei- ben, Das standhaft ist geblie: nen Jesum laß ich nicht. ben; Dir dank ich für dein 13. Laß mich auch, mein sterben, Das mich dein reich Jesu, nicht, Wenn es mit mir läßt erben. kommt zum ende; Wenn mir 7. Jetzt schmecket mein ge sinn und herze bricht, Jesu müthe Dein übergroße güte; nimm in deine hände Mei- Dies theure pfand der gnanen geist, mein lebenslicht: den Tilgt allen meinen schaden. Meinen Jesum laß ich nicht. 8. Herr, laß michs nicht 14. Und das bin ich auch vergessen, Daß du mir zugegewiß, Weil mein Jesus mir messen Die kräftig himmels verheißen, Aus des todes fin- speise, Wofür mein herz dich sterniß Mich mit ganzer hand preiſe. zu reißen, Drum auch meine 9. Du wollest ja die fünde, seele spricht: Umen, Jesum Welch ich annoch empfinde, laß ich nicht. Aus meinem fleische treiben, Und kräftig in mir bleiben. 3. F. Mayer+ 1712. Mel. Nun laßt uns Gott dem. Jesu, meine won 501. 10. Nun bin ich los, ge zählet Von sünden, und verne, Du meiner mählet Mit dir, mein liebstes seelen sonne, Du freundlichster leben, Was kannst du wer auf erden, Laß mich dir dank- thers geben? bar werden. 11. Laß, schönster, meine 2. Wie kann ich gnugsam seele Doch stets in dieser höhle Das heilige Abendmahl. 399 Des leibes mit verlangen An und blut kommt nicht von mir; deiner liebe hangen. Und wo du bist, da will ich 12. Laß mich die fünde sein: Hilf, Herr, dem schwameiden, Laß mich geduldig chen glauben mein. leiden, Laß mich mit andacht 6. Verflucht sei aller keter beten Und von der welt abtreten. rott, Die meistern wollen ih13. Im handeln, wandeln, ren Gott, Ich bin dein schäf essen, Laß nimmer mich ver- lein, Jesu Christ; Dein stimm gessen, Wie trefflich ich be- ich hör zu jeder frist. glücket, Ja himmlisch bin erquicket. 7. Laß mich sein in der frommen zahl, Würdig zu dei14. Nun kann ich nicht nem abendmahl; Verlaß mich verderben, Drauf will ich selig nicht, mein Gott und Herr: sterben Und freudig auferstehen, Dein ist die kraft, macht, lob O Jesu, dich zu sehen. und ehr. J. Rist+ 1667. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem. 8. Hilf uns durchs bitter leiden dein, Daß wir allzeit 502. Wir ir danken dir, dir ghorsam sein, Und halten o Jesu Christ, uns an deinen eid, An dein Daß du das lämmlein worden verheißung und wahrheit. bist, Und trägst all unsre sünd N. Selnecker+ 1592. und schuld; Hilf, daß wir rühmen huld. Eigne Melodie. iß willkommen, 2. Dein allerheiligst abend- 503. Bieber free! mahl Erhalt bei uns, Herr, Du hochverlangter gast, Der überall. Dein leib und rosin- du mich so treu gemeint, Und farbes blut Komm unserm nicht verschmähet hast. Biß leib und seel zu gut. willkommen, wahrer Gott! Du 3. Den bund du selbst ge- gebenedeites brot, Biß willstiftet hast, Gesagt: euch fröh- kommn in meiner höhle, Lieblich drauf verlaßt! Nimm hin stes leben, liebste seele. und iß, das ist mein leib, 2. Allerhöchste majestät, Was Trink da mein blut, und das neigst du dich so tief, Daß du bei bleib. kömmst vons himmelsstätt. In 4. Ich eß dein leib und meines munds begriff, Daß trink dein blut, Dadurch werd du dir, o Gottes sohn, In ich erquickt an muth, An seel, mir suchest einen thron, Daß an leib, am gwissen gar Wider du solche gnad und güte Undie sünd und todsgefahr. thust dieser irdnen hütte! Wie empfah ich dich, licht? Du ewger Herr 5. Wenn ich gleich sterb, 3. so sterb ich dir: Dein leib mein 400 Katechismusgesänge.- Das heil. Abendmahl. und Gott! Wie vergelt ich das Jesusblut, Darüber jauchzt solche pflicht? Ich armer staub mein herz und muth. und koth! Was für ehr erzeig 4. Mein freund, du bist mein ich dir, Daß du selber kommst und ich dein, Ohn ende soll zu mir; Daß ich dich nun gar die liebe sein; Mein herz ist kann küssen, und dein leib fröhlich über dir, Und lobt und blut genießen? und preist dich für und für. 4. Schau, ich beuge meine 5. Ich habe deine lieb er knie Und werfe mich vor dich, kannt, Die dein blut hat an Daß du mögest je und je Ge- mich gewandt, Mit dir selbst bieten über mich: Nimm mein mich gespeist, getränkt, Und herz, o Jesu, an! Und das, dadurch volle gnüg geschenkt. was ich hab und kann, Denn 6. Die lieb ist, Jesu, dein mit hunderttausend zungen panier, 3um schirm und schilde Wirst du nicht genug besungen. über mir, Darunter ich wohl 5. Ach, mein liebster seelen- schlaf und wach Und habe schatz! Gieb mir nun deine lauter gute sach. kraft; Wässre meines herzens 7. O freude über alle freud! platz Mit deines herzens saft, Nimm hin mein herz voll dank Hilf, daß meine seel und leib barkeit, Mit leib und feel und Mit dir ganz vereinigt bleib; dem was mein, Wie ich vor Ich verspreche, dich dort oben hero schon bin dein. Ewiglich dafür zu loben. 8. Mit dieser freud ich schlafen geh Und nach dir einig mich Mel. Christ, der du bist der helle. umseh; Bleib auch bei mir er kann so fröh504. Wer lich als wie ich zur nachteszeit Und laß mich von der freud. Anjetzt zu bette legen sich? 9. In deine arme leg ich Ich habe, Gottlob! das er mich Und deck mit deinem langt, Wornach so herzlich blute mich; Hilf, daß mich mich verlangt. nichts in meinem zelt Auf2. Mein Herr ist bei mir weck, noch reg bis dirs gefällt. eingekehrt, Er hält bei mir 10. Ich schlaf, mein herze sein seur und heerd, Er ist in aber wacht, und bittet, daß mir mein heil und licht; Ich es tag und nacht In dein herz hab, ich halt, ich laß ihn nicht. eingeschlossen bleib; Und nichts, 3. Ich bin voll wollust und nichts, nichts von dir es treib. voll trost, Ich hab die rechte himmelskost, Das Jesusfleisch, Emilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt+ 1706. Morgensegen. 401 IV. Morgensegen, Cischgebet, Abendlegen. 1. Morgensegen. 8. So wollst du nun vollenden Dein werk an mir, und Mel. Nun laßt uns Gott dem. senden, Der mich an diesem 505. Wa ach auf, mein tage Auf seinen händen trage. herz, und singe 9. Sprich ja zu meinen Dem schöpfer aller dinge, Dem thaten, Hilf selbst das beste geber aller güter, Dem from rathen, Den anfang, mitt'l men menschenhüter. und ende, Ach Herr, zum 2. Heint als die dunklen besten wende! schatten Mich ganz umfangen 10. Mit segen mich beschüthatten, Hat satan mein begeh- te, Mein herz sei deine hütte, ret, Gott aber hats verwehret. Dein wort sei meine speise, 3. Ja vater, als er suchte, Bis ich gen himmel reiſe. Daß er mich fressen mochte, War ich in deinem P. Gerhardt+ 1676. schooße, Dein flügel mich beschloſſe. 506. Jerre, Daß du dank dir, lieber 4. Du sprachst: mein kind, nun liege, Troß dem, der dich mich hast bewahrt, In dieser betrüge, Schlaf wohl, laß dir nacht gefährde, Darin ich lag nicht grauen, Du sollst die so hart Mit finsterniß umfansonne schauen. gen, Dazu in großer noth; Eigne Melodie. 5. Dein wort, das ist ge: Daraus ich bin entgangen, schehen, Ich kann das licht Halfst du mir, Herre Gott. noch sehen, Von noth bin ich befreiet, Dein schutz hat mich verneuet. 2. Mit dank will ich dich loben, D du, mein Gott und Herr, Im himmel hoch dort 6. Du willst ein opfer ha oben. Den tag mich auch geben: Hier bring ich meine währ, Warum ich dich thu bitgaben, Mein weihrauch, farr ten, Und auch dein will mag und widder Sind mein gebet sein: Leit mich in deinen fitten Und brich den willen mein; 7. Die wirst du nicht ver- 3. Daß ich, Herr, nicht schmähen, Du kannst ins herze abweiche Von deiner rechten sehen, und weißest, daß zur bahn, Der feind mich nicht gabe Ich ja nichts bessers habe. erschleiche, Damit ich irr möcht Lutherisches Gesangbuch. und lieder. 26 402 Morgenfegen. gahn. Erhalt mich durch dein gut, Mit deinem leib mich güte, Das bitt ich fleißig dich, fpeise, Tränk mich mit deinem Vors teufels list und wüthen, blut. Damit er setzt an mich. 9. Dein ist allein die ehre, 4. Den glauben mir ver- Dein ist allein der ruhm, Die leihe Un dein sohn Jesum rach dir niemand wehre, Dein Christ; Mein sünd mir auch segen zu uns komm; Daß verzeihe Alhier zu dieser frist. wir in fried einschlafen, Mit Du wirst mirs nicht versagen, gnaden zu uns eil, Gieb uns Wie du verheißen hast, Daß des glaubens waffen Fürs er mein sünd thut tragen teufels listge pfeil. Und lös mich von der last. 5. Die hoffnung mir auch J. Kohlroß+ 1558. Eigne Melodie. gebe, Die nicht verderben 507. Aus meines herzenz grunde 3u dem, der mich verletzt; dir lob und dank In dieser Daß ich ihm guts erzeige, morgenstunde, Dazu mein le Such nicht darin das mein, benlang, O Gott in deinem Und lieb ihn als mich eigen, thron, Dir zu lob, preis und Nach all dem willen dein. ehren Durch Christum unsern 6. Dein wort laß mich be- Herren, Dein eingebornen sohn. kennen Vor dieser argen welt, 2. Daß du mich haft aus Auch mich dein diener nennen, gnaden In der vergangnen Nicht fürchten gwalt noch geld, nacht Vor gfahr und allem Das mich bald möcht abkeh schaden Behütet und bewacht. ren Von deiner wahrheit klar; Sch bitt demüthiglich, Wollst Wollst mich auch nicht verschee: mir mein sünd vergeben, Wo ren Von der christlichen schaar. mit in diesem leben Ich hab 7. Laß mich den tag voll- erzűrnet dich. enden Zu lob dem namen 3. Du wollst auch gnädigdein, Daß ich nicht von dir lichen Mich bhüten diesen tag wende, Ans end beständig sein. Vors teufels list und wüthen, Behüt mir leib und leben, Vor sünden und vor schmach, Dazu die frücht im land; Vor feur und wassersnoth, Was du mir hast gegeben, Vor armuth und vor schanden, Steht alls in deiner hand. Vor ketten und vor banden, 8. Herr Christ, dir lob ich Vor bösem schnellen tod. fage Um deine wohlthat all, 4. Mein feel, mein leib, Die du mir diese tage Erzeigt mein leben, Mein weib, gut, haft überall. Dein namen will ehr und find In deine händ ich preisen, Der du allein bist thu geben, Dazu mein haus 403 gefind und gab Ist dein geschenk 3. Drum bitt ich dich aus Mein eltern und herzensgrund, Du wollest mir verwandten, Mein brüder und vergeben All mein sünd, die bekannten Und alles was ich hab. ich hab begunnt Mit meinem 5. Dein engel laß auch blei- bösen leben, ben, Und weichen nicht von 4. Und wollest mich auch mir, Den satan zu vertreiben, diesen tag In deinem schutz Auf daß der bös feind hier erhalten, Daß mir der feind In diesem jammerthal Sein nicht schaden mag Mit listen tück an mir nicht übe, und seel nicht betrübe bring mich nicht zu fall. Leib mannigfalte. Und 5. Regier mich nach dem willen dein, Laß mich in sünd 6. Gott will ich lassen ra- nicht fallen, Auf daß dir mög then, Denn er all ding ver- das leben mein Und all mein mag; Er segne meine thaten, thun gefallen. Mein vornehmen und sach. - Morgensegen. 6. Denn ich befehl dir leib Denn ich ihm heimgestellt und seel Und alls in deine Mein leib, mein seel, mein hände; In meiner angst und leben Und was er mir sonst ungefäll, Herr, mir dein hülfe geben; Er machs, wies ihm sende. gefällt. 7. Auf daß der fürfte die7. Darauf so sprech ich ser welt Kein macht an mir amen und zweifle nicht daran: mög finden; Denn wo mich Gott wird es alls zusammen nicht dein gnad erhält, Ist er Ihm wohlgefallen lan; Und mir viel zu gschwinde. streck nun aus mein hand, 8. Allein Gott in der höh Greif an das werk mit freu: sei preis Sammt seinem einden, Dazu mich Gott beschei- gen sohne, In ewigkeit des den In meim beruf und stand. heilgen geists, Der herrscht 3. Matthesius+ 1565. ins himmels throne. Eigne Melodie. ch 508. h dant dir schon mel. Dewigkeit, du donnerwort. durch deinen 509. un tret ich wieder Nun aus der ruh Und O Gott, für deine güte,.Daß du mich heint in dieser nacht geh dem sauren tage zu, Wie So gnädiglich behütet; 2. In welcher lag so hart Mit finsterniß umfangen, Von aller sünd geplaget ward, Die ich mein tag begangen. mir ist auferleget. Nicht weiß nacht ich ich, was für neue plag Mir heute noch begegnen mag, Doch weiß ich, daß mich träget Mein frommer Gott in seiner but, Daß mir die last nicht schaden thut. 26* 404 Morgensegen. 2. 3war meine bürd ist leit meinen fuß, Daß ich dir täglich neu, Doch ist mein folg in wahrer buß und läutre Gott auch täglich treu, Der mich von sünden; So kann träget meine sorgen. Vor ich als ein fühner held Be abends keiner recht vernimmt, streiten diese böse welt, Mit Was ihm den tag all ist be- dir sie überwinden. So tret stimmt, Es bahnt ein jeder ich muthig an den tag Und morgen Mir einen frischen scheue nicht, was kommen mag. weg zur pein, Der kann mit Gott erstiegen sein. 7. Ich leg auf dich, mein Gott und Herr, Was mir zu 3. Wie wenig hab ich oft tragen wird zu schwer, Die gedacht, Daß so würd sein last, die mich gebogen. Ich zu end gebracht Die saure ta- lege meine würd und stand gesbürde. Doch hab ich abends In deine große allmachtshand, wohl gespürt, Daß du mich, Die du mir nie entzogen. Mit höchster Gott, geführt, Daß der du hast von jugend auf mich dein schein und würde Geleitet meinen lebenslauf. Geleitet, mir geleuchtet hat Auf meinem weg und kreu zespfad. 8. Ich leg in deinen schooß hinein Die meine blutsver: wandten sein, Da sind sie 4. Weil ich denn deß ver- wohl beschlossen. Ich lege sichert bin, Was trauerst du, meine arme feel In Jesu verzagter sinn, Die bürd auf sichre wundenhöhl; Du wirst dich zu legen? Trag, was du sie nicht verstoßen, Wenn sie kannst, Gott träget mit, Der vom leibe scheidt der tod. Ich Herr der welt, der strauchelt leg mich ganz in dich, mein nicht, Bei ihm ist lauter Gott! Anton Ulrich, Sperzog von Braunschweig+ 1714. segen; Mit ihm geh ich denn frisch daran Und scheue nicht die leidensbahn. 5. So ist getroft mein fri- 510. I ftund will ich Jn Mel. Wend ab deinen zorn, lieber. in dieser scher muth, Wenn ich mich in des höchsten hut Kann dich loben, Gott, mein eingeschlossen sehen. Doch daß vater, in dem himmel oben, ich deß versichert sei, Muß Was du für gnade mir fiets ich von sünden leben frei Und thust beweisen, Will ich nun Gottes wege gehen. Mein preisen. Gott geht nimmer meinen 2. Du hast mich an das steg, Wo ich nicht wandle tagslicht lassen kommen, Auch ſeinen weg. durch die tauf in dein reich 6. Drum, liebster Gott, aufgenommen, und lässest mich Morgensegen. 405 in deinen sohn entbinden Von genossen, Und was ich sonst schuld und sünden. durch deine milde gabe Auf 3. Du giebest mir den heil- erden habe. gen geist daneben, Daß er 10. Die obrigkeit erhalt mich lehr und führ in mei- bei gutem stande, Gieb friede, nem leben, Damit ich lern glück und heil im ganzen lande; auf dich alleine bauen Und Behüt uns allerseits, o Herr, dir vertrauen. aus gnaden Vor schand und 4. Du hast mich allzeit schaden. väterlich ernähret, Was ich bedurft, mir immerzu bescheeret, Und, wenn mich noth und unglück hat berühret, Bald draus geführet. 5. Jetzt hast du auch durch fallen. deine engelschaaren Mich las- 12. Zuletzt verleih, wenn sen heint in dieser nacht be ich aus diesem leiden, Es sei wahren, Daß mich darin kein heut oder morgen, werd abunfall hat erschrecket, Noch scheiden, Daß ich auf Christi aufgewecket. tod mög fröhlich sterben, Den 6. Herr, mit meinem himmel erben. munde und gemüthe Erzähl 13. So bin ich denn an und rühm ich solche große leib und seel genesen, Und güte, Die ich empfangen hab wohl auf dieser welt allhier an allen enden Aus deinen gewesen; Dort habe ich das händen. rechte kleinod funden, Hier überwunden. 11. Du wollest auch an diesem tag mich stärken Durch deine kraft in meins berufes werken, Auf daß ich möge in denselben allen Dir wohlge 7. Sch bitt, du wollest über mir fort walten und mich 14. Das hilf mir, vater, auch heute diesen tag erhal- der du mit dem sohne Und ten, Daß satan nicht durch heilgem geist regierst in einem ſeine list und pfeile Mich throne; Gieb, daß ich dessen, übereile. was ich jetzt begehret, Ja 8. Hilf, daß ich bleib, wie werd gewähret.. alle frommen christen, von der welt und ihren Rein I. Gesenius(?)+ 1671. sün- Met. Herr Jesu Christ, meins lebens. mei: nen eignen bösen willen nicht 511. Des morgens wenn mög erfüllen. ich früh aufsteh, Des abends wenn ich zu bett 9. Herr, laß in deinen geh, Sehn meine augen, schutz sein eingeschlossen Leib, Herr, auf dich, Herr Jesu, seele, freund, verwandte, haus: dir befehl ich mich. Morgensegen. 406 2. In den heilgen fünf 4. Mein schöpfer, steh mir wunden dein, Da kann ich kräftig bei, Christ, mein er ruhn und sicher sein Mit leib löser, hilf mir frei, tröster und seele, hab und gut; Das werth, weich nicht von mir, ist mein schuß, dein heiligs Mein herz mit werthen ga blut. ben zier. 3. Denn, o Herr Christ, 5. Herr, segne und behüte am kreuzesstamm Dein heil- mich, Herr, leucht mich an ges blut die sünd wegnahm; ganz gnädiglich, Herr, heb Drum ich wach, oder schlafe auf mich dein angesicht, Dein ein, Wollst du, Herr, allzeit frieven auf mich armen richt. bei mir sein. 6. Solch göttlich benediction 4. Dein engel mir stets Send über mich vom him halte wacht, Drum ich tod, melsthron, Damit ich heut teufel, höll nicht acht, Denn und alle tag Durch dich frei wo ich bin, bist du bei mir; sei von aller plag. Mein glück und kreuz kommt 7. Laß mich erlangen trost alls von dir. und heil, Daß mir dein se 5. Ich leb odr sterb, so gen werd zu theil; Vorsicht: bin ich dein, Darum ich dir barn feinden mich bewahr, die seele mein Befehl jekund Und wehr auch der unsicht und auch im tod; Nimm sie barn schaar. zu dir, o treuer Gott! 8. Rett mich aus meiner angst und noth, Daß ich nicht Mel. Chrift, der du bist der helle. werd zu schand und spott; 512. heilige dreifaltig. So preis ich dich mit innigkeit, hochge: keit Alhier und dort in ewiglobte einigkeit, Gott vater, keit. M. Böhm † 1622. sohn und heilger geist Heut, diesen tag, mir beistand leist. Eigne Melodie. 2. Mein feel, leib, ehr und 513. Gott bes himmel und der erden, mir schrecken widerfahr Und mich Vater, sohn und heilger geift, der satan nicht verletz, Noch Der es tag und nacht läßt mich in schand und schaden setz. werden, Sonn und mond uns 3. Des vaters macht mich scheinen heißt, Dessen starke heut anblick, Des sohnes weis- hand die welt Und was drin heit mich erquick, Des heil nen ist, erhält. gen geistes glanz und schein 2. Gott, ich danke dir von Erleucht meins finstern her- herzen, Daß du mich in die zens schrein. ser nacht Vor gefahr, angst, Morgensegen. 407 hütet und bewacht, Daß des 514. Dder helfen kann! noth und schmerzen Haft be- Mel. Erschienen ist der herrlich tag. as walte bösen feindes list Mein nicht mächtig worden ist. Mit Gott fang ich mein ar3. Laß die nacht auch mei- beit an, Mit Gott nur geht ner sünden Jetzt mit dieser es glücklich fort; Drum ist nacht vergehn; D, Herr Jesu, auch dies mein erstes wort: laß mich finden Deine wun: Das walte Gott! den offen stehn, Da alleine hülf und rath Ist für meine missethat. 4. Hilf, daß ich mit die sem morgen 2. All mein beginnen, thun und werk Erfordert Gottes kraft und stärk, Mein herz sucht Gottes angesicht; Drum auch Geistlich aufer: mein mund mit freuden spricht: stehen mag Und für meine Das walte Gott! seele sorgen, Daß, wenn nun 3. So Gott nicht hilft, so dein großer tag Uns erscheint kann ich nichts, Wo Gott und dein gericht, Ich davor nicht giebet, da gebrichts; erschrecke nicht. Gott giebt und thut mir al5. Führe mich, o Herr, les guts, Drum sprech ich und leite Meinen gang nach nun auch gutes muths: Das deinen wort, Sei und bleibe walte Gott! du auch heute Mein beschützer 4. Will Gott mir etwas und mein hort; Nirgends als geben hier, So will ich dankvon dir allein Kann ich recht bar sein dafür; Auf sein wort bewahret sein. werf ich aus mein net, Und 6. Meinen leib und meine sag in meiner arbeit stets: seele Sammt den sinnen und Das walte Gott! verstand, Großer Gott, ich 5. Anfang und mitte sammt dir befehle Unter deine starke dem end Štell ich allein in hand. Herr, mein schild, mein Gottes händ: Er gebe, was ehr und ruhm, Nimm mich mir nüglich ist; Drum sprech auf, dein eigenthum. ich auch zu jeder frist: Das 7. Deinen engel zu mir walte Gott! sende, Der des bösen feindes 6. Legt Gott mir seinen macht, List und anschläg von segen bei Nach seiner großen mir wende Und mich halt in güt und treu, So gnüget mir guter acht; Der auch endlich zu jeder stund; Drum sprech mich zur ruh Trage nach dem ich auch von herzensgrund: himmel zu. Das walte Gott! 5. Albert+ 1688. 7. Trifft mich ein unglück: unverzagt! Ist doch 408 Morgensegen. mein werk mit Gott ge- Mel. Wo Gott zum haus nicht. wagt, Er wird mir gnädig 515. Das walt Gott va: bei: Drum dies auch ter und Gott meine losung sei: Das walte sohn, Gott heilger geist ins Gott! himmelsthron! Man dankt 8. Er kann mich segnen dir, eh die sonn aufgeht; früh und spat, Bis all mein Wenns licht anbricht, man thun ein ende hat, Er giebt vor dir steht. und nimmt, machts wie er 2. Drum beug ich diesen will; Drum sprech ich auch morgen früh In rechter an fein in der still: Das walte dacht meine knie Und ruf zu Gott! dir mit heller stimm: Dein 9. Gott steht mir bei in ohren neig, mein red veraller noth Und giebt mir auch nimm! mein täglich brot, Nach seinem 3. Ich rühm von herzen alten vaterbrauch Thut er mir deine güt, Weil du mich gnä guts; drum sprech ich auch: Das walte Gott! dig haft behüt, Daß ich nun hab die finstre nacht In ruh und friede zugebracht. 10. Nichts glücket ohne Gottes gunst, Nichts hilft nicht, wie mir wär, Da schlich 4. Sch schlief und wußt verstand, wit oder kunst; der teufel um mich her; Den Mit Gott gehts fort, geräth hat, Herr, deine macht ver auch wohl, Das ich kann sa triebn, Daß ich vor ihm in gen glaubensvoll: Das walte rub gebliebn. Gott! 5. Mein Gott, ich bitt 11. Theilt Gott was mit durch Christi blut, Nimm aus gütigkeit, So acht ich mich auch diesen tag in hut; keiner feinde neid, Laß has- Laß deine lieben engelein Mein sen, wers nicht lassen kann; wächter und gefährten sein. Ich stimme doch mit freuden an: Das walte Gott! 6. Dein geist mein leib und feel regier Und mich mit 12. Thu ich denn was seinen gaben zier; Er führ mit Gottes rath, Der mir mich heut auf rechter bahn, beistehet früh und spat, Dann Daß ich was guts vollbrinalles wohl gerathen muß; gen kann. Drum sprech ich nochmals 7. Gieb, daß ich meine zum beschluß: Das walte werk und pflicht Mit freuden Gott! diesen tag verricht zu deinem lob und meinem nuk Und meinem nächsten thue guts. I. Betichius. 1700. Morgensegen. 409 8. Hilf, daß ich zu regieren ben, In deinen wegen gehen wiß Mein augen, ohren, händ Und fest im glauben stehen. und füß, Mein lippen, mund 4. Befällt uns übelstand, und ganzen leib. All bös be- So beut uns selbst die hand, gierden von mir treib. Daß wir in allen stücken Uns 9. Bewahr mein herz vor brein geduldig schicken; Denn sünd und schand, Daß ich dir nicht widerstreben Ist ja vom übel abgewandt Mein das beste leben. seel mit sünden nicht beschwer 5. Tränk und speis unsern Und mein gewissen nicht ver: mund, Halt auch den leib ſehr. Muß unser geist sich gefund. 10. Behüt mich heut und wenden, Nimm ihn zu treuen allezeit Vor schaden, schand händen; Und laß auf deinen und herzeleid; Tritt zwischen namen Uns fröhlich fahren. mich und meine feind, Die Amen. sichtbar und unsichtbar feind. 2. Buchner+ 1661. 11. Mein aus und ein: gang heut bewahr, Daß mir Mel. Herr Gott dich loben alle wir. kein übels widerfahr; Be- 517. Die belle ſonn leucht hüte mich vor tod herfür, FröhUnd hilf mir, wo mir hilf lich vom schlaf aufstehen wir; thut noth. M. Böhm+ 1622. Gott lob, der uns heint diese nacht Behütet vor des teufels macht! Mel. Auf meinen lieben Gott. 516. Der schöne tag bricht 2. Herr Christ, den tag an: Die nacht uns auch behüt Vor sünd ist abgethan, Die finsterniß und schand durch deine güt! vergangen: Laß uns dein Laß deine lieben engelein Unlicht umfangen, Du unser ser hüter und wächter sein! sonn und leben, Der welt 3. Daß unser herz in ghorzum heil gegeben! sam leb, Dein wort und willn 2. Befiehl der engel schaar, nicht widerstreb, Daß wir dich Daß sie uns heut bewahr; stets vor augen han, In allem, Du selbst dein hand ausstrecke, da wir fangen an. Daß uns dein schild bedecke, 4. Laß unser werk geraUnd alles übel weiche, Der then wohl, Was ein jeder arge nicht beschleiche. ausrichten soll, Daß unser 3. Laß unter deiner hut arbeit, műh und fleiß Gereich Uns nichts thun, als was zu deim lob, ehr und preis. gut, Und recht als finder le- Amen. ben, Dir herz und finn erge-| N. Hermann+ 1561. 410 Morgensegen. Mel. Herr Gott dich loben alle wir. neu anbricht; O unerschaffne 518. Die nacht ist hin, sonne, Brich mit deinem licht der tag bricht an; hervor, Mir zur freud und Zu Gott ruf innig jedermann, wonne. Daß er uns heut herz, mund 4. Des mondes glanz Verund hand Bewahr vor sünd liert sich ganz, Er muß dem und teufels tand. größern weichen; Mit dir, 2. Die zung regier mit glanz der herrlichkeit, Ist nichts bscheidenheit, Daß sie nicht zu vergleichen. anstift herzeleid; Die augen 5. Der sternen pracht Muß halt in steter hut, Daß sie mit der nacht Vom himmel nicht blend der welte muth. abschied nehmen; Unsers mor 3. Ein rein herz gieb nach gensternes pracht Darf sich glaubensart, Das allzeit schau niemals schämen. die Gottheit zart, Und mäßig 6. Der menschen schaar, leb ohn falschen wahn, Dem Die als todt war, Greift stolzen fleisch recht abzustahn. jetzt zu ihren werken; Laß 4. Auf daß wir all zu mich, Herr, bei meinem werk nacht mit fleiß Dir, vater, Dein werk in mir merken. sagen ehr und preis Durch Durch 7. Ein jeder will Der Christum mit viel minder schuld süßen still und ruhe urlaub Und mit mehr deiner gnaden geben; Jesu, deine stille rub huld. Sei des geistes leben. 5. Gott vater sei lob, ehr 8. Denn ich will auch und preis, Und seinem sohne Nach meinem brauch Zu mei gleicher weis, Des heilgen mem werke greifen; Uber laß geistes gütigkeit, Von nun aus deiner ruh Mein herz nie an bis in ewigkeit. Amen. ausschweifen. W. Köpfel. 16. Jahrhundert. 9. Halt du die wach Da Mel. O traurigkeit! mit fein ach Und schmerz den nacht Meinen ganzen 519. D Mein geist und lebenslauf Deine hand regiere. Der finn Sehnt sich nach jenem 10. Wann aber soll tage Vor dem völlig weichen wechsel wohl Der tag und muß Finsterniß und plage. nächte weichen? Wenn der 2. Der tag ist da, Das tag anbrechen wird, Dem kein licht ist nah, Das dunkle zu tag zu gleichen. vertreiben; Vor dir, Jesu, 11. In jener welt Wenn schönstes licht, Kann nichts dunkel bleiben. diese fällt, Die Zion noch macht weinen, Soll noch heller sieben3. Der sonnen licht Aufs mal Tag und sonne scheinen. Morgensegen. 411 12. Ja dann wird nicht Mel. Es ist das heil uns kommen. Der ſonnen licht Jerusalem 521. Erhebe dich, o meine verlieren; Denn das lamm feel: Die finsterist selbst das licht, Das die niß vergehet; Der Herr erstadt wird zieren. scheint in Israel, Sein licht 13. Hallelujah! Ei wär ich am himmel stehet. Erhebe dich da, Wo meine sonne wohnet, aus deinen schlaf, Daß er Wo die arbeit dieser zeit Völ- was gutes in dir schaff, Indem er dich erleuchtet. lig wird belohnet! 14. Jesulein, Gieb licht 2. Im licht muß alles rege und schein In unsern dunkeln sein Und sich zur arbeit wenzeiten; Führ uns aus der den; Sm licht singt früh das finstern welt In die ewig- vögelein, Sm licht will es keiten. vollenden; So soll der mensch in Gottes licht Aufheben billig sein gesicht Zu dem, der ihn 3. A. Freylinghausen+ 1739. Mel. Ich dank dir lieber Herre. 520. Die nacht ist nun erleuchtet. vergangen, Der 3. Laßt uns an unsre arhelle tag bricht an, Die sonn beit gehn, Den Herren zu ist aufgegangen zu laufen ihre erheben; Laßt uns, indem wir bahn; Mein herz soll auch auf- auferstehn Beweisen, daß wir steigen, und alles, was ich bin, leben. Laßt uns in diesem Sich zu der erde neigen Aus gnadenschein Nicht eine stunde demuthsvollem sinn. müssig sein; Gott ists, der uns erleuchtet. 2. Die himmel all erzählen Des höchsten Gottes ehr; Das 4. Ein tag geht nach dem haus der frommen feelen und andern fort, Und unser werk aller engel heer Weist uns bleibt liegen. Ach, hilf uns, Herr, durch so viel sterne Die über du treuster hort, Daß wir uns schöne pracht, Auf daß wir nicht betrügen; Gieb, daß wir hier von ferne Dahin auch greifen an das werk, Gieb gnasein bedacht. de, segen, kraft und stärk Im 3. Mein Gott, laß mich licht, das uns erleuchtet. verachten, Was irdisch, eitel 5. Du zeigst, was zu verist, und nach dem himmel richten sei Auf unsers glautrachten In dieser lebensfrist; benswegen; So hilf uns nun Laß mich den tag hinbringen und steh uns bei, Verleihe In der gottseligkeit Und rit- deinen segen, Daß das geterlich durchdringen 3ur ew- schäft von deiner hand Vollgen himmelsfreud. führet werd in alle land, Wozu du uns erleuchtet. 6. Ph. Harsdörffer+ 1658. 412 Morgensegen. 6. Ich flehe, Herr, mach stehn zur seiten, Wenn des uns bereit zu dem, was dir satans lift und macht Dich gefällig, Daß ich recht brauch sucht zu bestreiten. der gnadenzeit; So flehen 3. Wenn dein Jesus mit auch einhellig Die kinder, die dir ist, Laß die feinde wüthen; im geist geborn Und die sich Er wird dich vor ihrer list fürchten vor dem zorn, Nach- Schützen und behüten. Seh dem du sie erleuchtet. nur das vertrauen dein In 7. Das licht des glaubens sein allmachtshände Und glaub sei in mir, Ein licht der kraft sicher, daß allein Er dein un und stärke, Es sei die demuth glück wende. meine zier, Die lieb das werk 4. Wenn denn deine sach der werke; Die weisheit fließt also Mit Gott angefangen; in diesem grund Und öffnet Ei, so hat es keine noth, beides herz und mund, Die- Wirst den zweck erlangen. Es weil die seel erleuchtet. wird folgen glück und heil 8. Herr, bleib bei mir, du hier in diesem leben, Endlich ewges licht, Daß ich stets wird dir Gott dein theil Auch gehe richtig; Erfreu mich durch im himmel geben. dein angesicht, Mach mich zum 5. Nun, Herr Jesu, all guten tüchtig, Bis ich erreich mein sach Sei dir übergeben; die güldne stadt, Die deine Es nach deinem willen mach hand gegründet hat und ewig- Auch im tod und leben. All lich erleuchtet. mein werk greif ich jetzt an, Jesu, in deim namen; Laß es doch sein wohlgethan! Ich Mel. Schwing dich auf zu deinem. sprech darauf: Amen. p. Lackmann+ 1713. 522. Frang ang dein werk Jeſus hats in händen; Jefum 523. Frühsch Jesus mit Jesu an, mel. Den die hirten lobten sehre. am morgen ruf zum beistand an, gehet wirds wohl enden. Steh mit und vor allen thüren stehet, Jesu morgens auf, Geh mit Klopfet an, wo man geflehet: Jesu schlafen; Führ mit Jesu Komm, Herr Jesu, unser gast! deinen lauf, Lasse Jesum 2. Nun, so lasse ihn nicht schaffen. dorten, Thut ihm auf des 2. Morgens soll der anfang herzens pforten Und ruft ihn sein, Jesum anzubeten, Daß mit süßen worten: Eile, Jesu, er woll dein helfer sein Stets fehre ein! in allen nöthen. Morgens, 3. Wollest täglich bei uns abends und bei nacht Will er bleiben, Alle feinde von uns Morgensegen. 413 treiben, Uns ins buch des; 6. Wenn sünd und satan lebens schreiben und der gute mich anklagt Und mir mein hirte sein, armes herz verzagt; Alsdann 4. Weiden uns auf grüner brauchst du dein mittleramt, auen, Daß wir deine fülle Daß mich der vater nicht verschauen Und auf deinen reichthum bauen, Mit dir gehen aus und ein. dammt. 7. Du bist mein fürsprach allezeit, Mein heil, mein trost 5. Amen, ja, es soll ge- und meine freud, Ich kann schehen! Jesus wird heut mit durch dein verdienst allein Hier uns gehen und wir werden ruhig und dort selig sein. fröhlich sehen, Daß er uns nicht läßt allein. 8. Gott heilger geist, du höchste kraft, Deß gnade in mir alles schafft; Ist etwas Mel. Wo Gott zum haus nicht. guts am leben mein, So ist 524. Für deinen thron es wahrlich lauter dein. tret ich hiemit, 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, Ihn meinen Herrn und vater nenn, Sein wahres wort und sakrament, Behalt und liebe bis ans end; O Gott, und dich demüthig bitt: Wend dein genädig an gesicht Von mir blutarmen sünder nicht! 2. Du hast mich, o Gott 10. Daß ich fest in anfechvater mild, Gemacht nach dei- tung steh Und nicht in trübnem ebenbild; In dir web, sal untergeh, Daß ich im schweb und lebe ich, Vergehen herzen trost empfind, Zuletzt müßt ich ohne dich. mit freuden überwind. 3. Errettet hast du mich 11. Drum danke ich mit gar oft Ganz wunderlich und herz und mund Dir, Gott, in unverhofft, Da nur ein schritt, dieser morgenstund Für alle ja nur ein haar Mir zwischen güte, treu und gnad, Die tod und leben war. meine feel empfangen hat; 4. Verstand und ehr hab 12. Und bitt, daß deine ich von dir; Des lebens noth- gnadenhand Bleib über mir durft giebst du mir, Dazu heut ausgespannt: Mein amt, auch einen treuen freund, Der gut, ehr, freund, leib und seel mich in glück und unglück meint. In deinen schuß ich dir befehl. 5. Gott sohn, du hast mich 13. Hilf, daß ich sei von durch dein blut Erlöset von herzen fromm, Damit mein der höllen gluth, Das schwer ganzes christenthum Aufrichtig gesetz für mich erfüllt, Damit und rechtschaffen sei, Nicht des vaters zorn gestillt. augenschein und heuchelei. 414 Morgensegen. 14. Erlaß mich meiner fün- sich gesehet. Lobet den Her den schuld Und hab mit dei- ren! nem knecht geduld; Zünd in 6. O treuer hüter, brunnmir glauben an und lieb, 3u quell aller güter! Uch! laß jenem leben hoffnung gieb. doch ferner über unser leben 15. Ein selig ende mir be: Bei tag und nacht dein hut scheer; Um jüngsten tag erweck und güte schweben. Lobet den mich, Herr, Daß ich dich Herren! schaue ewiglich: Amen, amen, erhöre mich! Bodo von Hodenberg um 1640. 7. Gieb, daß wir heute, Herr, durch dein geleite Auf unfern wegen ungehindert ge Mel. Lobet den Herren, denn er ist. hen Und überall in deiner 525. Nobet den Herren gnade stehen. Lobet den Heralle, die ihn ren! fürchten. Laßt uns mit freu- 8. Treib unsern willen, den seinem namen singen Und dein wort zu erfüllen. Lehr preis und dank zu seinem uns verrichten heilige geschäfte; altar bringen. Lobet den Her- Und wo wir schwach sind, da ren! gieb du uns kräfte. Lobet den 2. Der unser leben, das Herren! er uns gegeben, In dieser 9. Richt unsre herzen, daß nacht so väterlich bedecket Und wir ja nicht scherzen Mit deiaus dem schlaf uns fröhlich nen strafen, sondern fromm auferwecket. Lobet den Her zu werden Vor deiner zu ren! funft uns bemühn auf erden. 3. Daß unsre sinnen wir Lobet den Herren! noch brauchen können, Und 10. Herr, du wirst kommen hand und füße, zung und und all deine frommen, Die lippen regen, Das haben wir sich bekehren, gnädig dahin zu danken seinen segen. Lobet bringen, Da alle engel ewig, den Herren! ewig singen: Lobet den Her 4. Daß feuerflammen uns ren! nicht all zusammen Mit unsern häusern uns nicht unverP. Gerhardt+ 1676. Eigne Melodie. ſehns gefreſſen: Das machts, 526. Morgenglansicht daß wir in seinem ge= ewigkeit, sessen. Lobet den Herren! vom unerschöpften lichte, Schick 5. Daß dieb und räuber uns diese morgenzeit Deine unser gut und leiber Nicht strahlen zu gesichte; Und ver angetast und grausamlich ver- treib durch deine macht Unsre lehet; Dawider hat sein engel nacht. Morgensegen. 415 2. Die bewölkte finsterniß| Mel. O Gott, du frommer Gott. Müsse deinem glanz entfliegen, 527. un ist die nacht Jesu, licht, Die durch Adams apfelbiß Uns, die kleine welt, bestiegen; vergangen, Nun hat dein gnaDaß wir, Herr, durch deinen denglanz Aufs neue mich umschein Selig sein. fangen; Nun ist, was an mir 3. Deiner güte morgenthau ist, Vom schlafe aufgeweckt Fall auf unser matt gewissen; Und hat nun in begier 3u Laß die dürre lebensau Lau- dir sich ausgestreckt. ter süßen trost genießen Und erquick uns, deine schaar, Im- nun, merdar. 2. Was soll ich dir denn Mein Gott, für opfer schenken? Ich will mich ganz 4. Gieb, daß deiner liebe und gar In deine gnad eingluth Unsre kalten werke senken Mit leib, mit feel, tödte, Und erweck uns herz mit geist, Heut diesen ganzen und muth Bei entstandner tag; Das soll mein opfermorgenröthe, Daß wir, eh sein, Weil ich sonst nichts wir gar vergehn, Recht auf vermag. stehn. 3. Drum siehe da, mein Gott, Da hast du meine 5. Laß uns ja das sünden seele; Sie sei dein eigenthum, kleid Durch des bundes blut Mit ihr dich heut vermähle vermeiden, Daß uns die gen deiner liebeskraft; Da rechtigkeit Möge wie ein rock hast du meinen geist, Darbekleiden Und wir so vor aller innen wollst du dich Verkläpein Sicher sein. ren allermeist. 6. Ach, du aufgang aus 4. Da sei denn auch mein der höh, Gieb, daß auch am leib 3um tempel dir ergeben, jüngsten tage Unser leichnam 3ur wohnung und zum haus. aufersteh Und, entfernt von Ach, allerliebstes leben, Ach, aller plage, Sich auf jener wohn, ach, leb in mir, Befreudenbahn Freuen kann. weg und rege mich; So hat 7. Leucht uns selbst in geist, seel und leib Mit dir jene welt, Du verklärte gna- vereinigt sich. densonne! Führ uns durch. 5. Dem leibe hab ich jetzt das thränenfeld In das land Die kleider angeleget; Laß der süßen wonne, Da die meiner seelen sein Dein bildlust, die uns erhöht, Nie niß eingepräget Im güldnen vergeht. glaubensschmuck, In der gerechtigkeit, So allen seelen ist Das rechte ehrenkleid. Ch. Knorr von Rosenroth † 1689. 416 Morgensegen. 6. Mein Jesu, schmücke mich 4. Gotts wort, du bist der Mit weisheit und mit liebe, morgenstern; Wir können dein Mit keuschheit und geduld, gar nicht entbehrn, Du mußt Durch deines geistes triebe, uns leuchten immerdar, Sonst Auch mit der demuth mich sitzen wir im finstern gar. Vor allem kleide an; So 5. Leucht uns mit deinem bin ich wohl geschmückt Und glanze klar Und Jesum Chri köstlich angethan. stum offenbar; Jag aus der 7. Laß mir doch diesen tag finsterniß gewalt, Daß nicht Stets vor den augen schwe die lieb in uns erkalt! ben, Daß dein allgegenwart 6. Sei willkommen, du lie Mich wie die luft umgeben; ber tag! Vor dir die nacht nicht Auf daß mein ganzes thun, bleiben mag! Leucht uns in Durch herz, durch sinn und unser herzen fein Mit deinem mund Dich lobe inniglich, himmelischen schein! Mein Gott, zu aller stund. 7. Jesu Christ, wir war: * 8. Uch segne, was ich thu, ten dein; Dein heiligs wort Ja rede und gedenke; Durch leucht uns so fein! Am end der deines geistes kraft Es also welt bleib nicht lang aus Und führ und lenke, Daß alles nur führ uns in deins vaters haus! gescheh Zu deines namens ruhm Und daß ich unverrückt Verbleib dein eigenthum. 3. Lange+ 1744. Mel. Vom himmel hoch da komm. 528. Steht auf, ihr lie 9. Wir danken dir, wir lo ben kinderlein! ben dich Hie zeitlich und dort Der morgenstern mit hellem ewiglich Für dein große barmschein Läßt sich frei sehn gleich herzigkeit Von nun an bis in wie ein held Und leuchtet in ewigkeit. Amen. die ganze welt. 2. E. Alber+ 1553. Sei willkommen, du Mel. Werde munter mein gemüthe. ſchöner stern! Du bringst uns 529. Süßer Jeſu, bet unsern Herrn, Der deiner gnaden Sag ich unser lieber heiland ist; Dar- dank und deiner güt, Daß du um du hoch zu loben bist. mich vor allem schaden Diese ganze nacht behüt, Daß der see: lenfeind durch list Mein nicht 3. Ihr finder sollt bei die sem stern Erkennen Christum, unsern Herrn, Marien sohn, mächtig worden ist, Daß ich den treuen hort, Der uns ganz gesund aufstehe Und mit leuchtet mit seinem wort. lust die sonne sehe. 8. Du bist die liebe sonne klar; Wer an dich gläubt, der ist fürwahr Ein kind der ew gen seligkeit, Die deinen chri sten ist bereit. Morgensegen. 417 2. Wär ich, Herr, ohn selbst ins herz hinein. Segne dein erbarmen Diese nacht einen jeden stand; Sei auch geschlafen ein; O, wie würde gnädig unserm land Und laß dann mir armen Manches deiner engel schaaren Uns vor leid geschehen sein! Satan allem leid bewahren. und die böse welt Hätten 7. Uch, Herr Jeſu, mich mich schon längst gefällt; Aber regiere Durch den werthen weil du mich beschirmet, at heilgen geist, Daß ich so mein ihr keines mich bestürmet. leben führe, Wie dein wort 3. Nun, so laß, o fels mich unterweist, Daß ich meiund hügel, Jesu, meine zu: nen lebenslauf Richte nach versicht, Unter deiner gnade dem himmel auf; Und wenn flügel, Drauf mein hoffnung ich einst komm zum sterben, ich gericht, mich auch ferner Laß mich dann den himmel diesen tag Ohn gefahr und erben. 3. Lassenius+ 1692. ohne klag Wohl beglückt zu ende bringen; Laß mir auch Mel. Wie schön leuchtet der. mein thun gelingen. uns der mor4. Leib und feel und alle 530. Wie schön leucht sinnen, Die gedanken, werk genstern Vom firmament des und wort, Mein thun, lassen himmels fern! Die nacht ist und beginnen Sei allein dir, nun vergangen. All kreatur treuer hort, 3u regieren heim- macht sich herfür, Des edlen gestellt; Machs mit mir, wie lichtes pracht und zier Mit dirs gefällt, Denn ich mich freuden zu empfangen; Was dir ganz ergebe, Ob ich sterbe lebt, Was schwebt Hoch in Lüften, Tief in klüften, Läßt 5. Tilge meine schweren zu ehren Seinem Gott ein sünden, Jesu, durch dein theu- danklied hören. oder lebe. res blut; Laß mich deine 2. Du, o mein herz, dich gnad empfinden, Wenn in auch aufricht, Erheb dein angst sie nöthig thut. Sei stimm und säume nicht, Dem mein reichthum, schuß und Herrn dein lob zu bringen; licht, Wenn mir sonsten alls Denn, Herr, du bists, dem gebricht; Laß in deiner wun- lob gebührt Und dem man denhöhle Sein die ruhstätt billig musicirt, Dem man meiner seele. läßt innig klingen Mit fleiß 6. Laß auch deine hülf Dankpreis, Freudensaiten, empfinden Die in angst und Daß von weiten Man kann nöthen sein, Denen aller trost hören Dich, o meinen heiwill schwinden; Geuß dich land, ehren. Lutherisches Gesangbuch. 27 418 Morgensegen. 3. Ich lag in stolzer sicher sinnen Und beginnen Stets heit, Sah nicht, mit was sich wenden, Seinen lauf in gefährlichkeit Ich diese nacht dir zu enden. umgeben; Des teufels list und 7. Wend unfall ab, kanns büberei, Die höll, des todes anders sein; Wo nicht, so geb tyrannei, Stund mir nach leib ich mich darein, Ich will nicht und leben, Daß ich Schwer: widerstreben. Doch komm, o lich Wär entkommen Und süßer morgenthau! Mein herz entnommen Diesen banden, erfrisch, daß ich dir treu Und Wenn du mir nicht beige bleib im kreuz ergeben, Bis standen. ich Endlich Nach dem leiden 4. Allein, o Jesu, meine Zu den freuden Werd erhoben, freud, In aller angst und Da ich dich kann ewig loben. traurigkeit, Du hast mich 8. Indeß mein herze, sing heint befreiet, Du hast der und spring, In allem kreuz feinde macht gewehrt, Mir sei guter ding, Der himmel schuß und sanfte ruh bescheert; steht dir offen. Laß schwermuth Drum sei gebenedeiet. Mein dich nicht nehmen ein, Dent, muth, Mein blut, Soll nun daß die lieben kindelein Allzeit fingen, Soll nun springen; das unglück troffen; Drum so All mein leben Soll dir dan Sei froh, Gläube feste, Daß keslieder geben. das beste, So bringt frommen, 5. Ei, mein Herr, süßer Wir in jener welt bekommen. lebenshort! Laß ferner deiner Burchardt Wiefenmeyer. Eigne Melodie. gnaden pfort Mir heut auch offen bleiben; Sei meine burg 531. Alles ist an Gottes Und laß an feindliches geschoß Daraus tes gnad gelegen, Ueber alles mich nimmer treiben. Stell geld und gut. Wer auf Gott dich Für mich hin zu käm- sein hoffnung setzet, Der be pfen Und zu dämpfen Pfeil hält ganz unverletzet Einen und eisen, Wenn der feind freien heldenmuth. will macht beweisen. 2. Der mich hat bisher er: 6. Geuß deiner gnaden rei- nähret Und so manches glud chen strahl Auf mich vom ho- bescheeret, Ift und bleibet ewig hen himmelssaal, Mein herz mein. Der mich wunderlich ge in mir verneue; Dein guter führet Und noch leitet und re geist mich leit und führ, Daß gieret, Wird forthin mein hel ich nach meiner amtsgebühr fer sein. 3u thun mich innig freue. 3. Viel bemühen sich um Gieb rath Und that; Laß mein sachen, Die nur sorg und un Tischgebet. 419 ruh machen und ganz unbe- lich, Dein reich besitzen ewigständig sind. Ich begehr nach lich In unsers Herren Christi dem zu ringen, Was vergnü- nam'n. Wer das begehrt, der gen pflegt zu bringen Und spreche: am'n. man jetzt gar selten findt. Mel. Herr Gott, nun sei gepreiset. ich bitten wir, 4. Hoffnung kann das herz erquicken, Was ich wünsche, 533. D dein kinder, D wird sich schicken, So es an- vater, Herre Gott! Mach unders Gott gefällt. Meine seele, ser sorgen minder, Gieb uns leib und leben, Hab ich seiner das täglich brot. Erhalt uns gnad ergeben und ihm alles unser leben, Das du uns hast heimgestellt. gegeben, Bis wir jens erben 5. Er weiß schon nach seinem willen Mein verlangen dort. 2. Gesegne mit dem munde, zu erfüllen, Es hat alles seine Was du uns haft beschert, zeit. Ich hab ihm nichts vor: Daß es uns sei gesunde; Die zuschreiben; Wie Gott will, kraft werd uns gemehrt, In so muß es bleiben, Wann Gott deinem dienst zu bleiben, Die will, bin ich bereit. werk der lieb zu treiben All6. Soll ich länger allhier zeit an jedermann. leben, Will ich ihm nicht wi- 3. Wollst deine lieb beweiderstreben, Ich verlasse mich sen und allen schaffen rath, auf ihn. Ist doch nichts, das All hungerige speisen, Mit lang bestehet, Alles irdische gütern machen satt, Daß wir vergehet Und fährt wie ein dich alle loben, Die güt herab strom dahin. von oben Erkennen stets mit dank. Amen. 2. Tischgebet. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu. 534. Gesegn uns, Herr, 532. Herr Gott vater im die gabe dein, himmelreich, Wir, Die speis laß unsre nahrung deine kinder allzugleich, Bit sein; Hilf, daß dadurch erquiz ten dich jetzt aus herzensgrund: cket werd Der dürftge leib auf Speis uns alle zu dieser stund. dieser erd. 2. Thu auf dein reiche mil2. Denn dieses zeitlich brot de hand, Behüt uns all vor allein Kann uns nicht gnug sünd und schand, Und gieb zum leben sein; Dein göttlich uns fried und einigkeit; Be wort die seele speist, Hilft wahr uns auch vor theurer zeit; uns zum leben allermeist. 3. Damit wir leben selig 3. Drum gieb uns beides, 27* 420 Tischgebet. Herre Gott, Hilf endlich auch schenken, Und dein erbarmen aus aller noth; So preisen hat kein ziel; Denn immer wir dein gütigkeit Hier und wird uns mehr beschert, Als auch dort in ewigkeit. Amen. wir zusammen alle werth. 6. Wir wollens auch kein Mel. Wer nur den lieben. 2. Mel. mal vergessen, Was uns dein Gott, von dem segen träget ein. Ein jeder wir alles haben, bissen, den wir essen, Soll 535. Die welt ist ein sehr großes deines namens denkmal sein; haus; Du aber theilest deine Und herz und mund soll le: gaben Recht wie ein vater benslang Für unsre nahrung drinnen aus. Dein segen macht sagen dank. uns alle reich; Ach lieber Gott, wer ist dir gleich! C. Neumann † 1715. Eigne Melodie. 2. Wer kann die menschen 536. Singen wir au alle zählen, Die heut bei dir herzensgrund, zu tische gehn? Doch muß die Loben Gott mit unserm mund, nothdurft keinem fehlen, Denn Wie er sein güt uns be du weißt allen vorzustehn, Und weist, So hat er uns auch schaffest, daß ein jedes land gespeist; Wie er thier und Sein brot bekommt aus dei vögel nährt, So hat er uns ner hand. auch beschert, Was wir jebund 3. Du machst, daß man habn verzehrt. auf hoffnung säet Und endlich 2. Lobn wir ihn als seine auch die frucht geneußt; Der knecht, Das sind wir ihm wind, der durch die felder schuld von recht; Erkenn, wie wehet, Die wolke, so das er uns geliebt, Den menschen land begeußt, Des himmels aus gnaden giebt, Daß er von thau, der sonnen strahl Sind bein, fleisch und haut Artlich deine diener allzumal. ist zusamm'n gebaut, Daß er 4. Und also wächst der men- des tags licht anschaut. schen speise, Der acker selbst 3. Alsbald der mensch lewird ihm zu brot, Es mehrt ben hat, Seine küche vor ihm sich vielfältiger weise, Was steht, In dem leib der mutter anfangs schien, als wär es todt, sein Ist er zugerichtet fein; Bis zu der ernte jung und Ab'r es ist ein kleines kind, alt Erlanget seinen unterhalt. Mangel doch an nirgend findt, 5. Nun Herr, was soll Bis es an die welte kommt. man erst bedenken? Der wun- 4. Gott hat die erd zuge der ist hier gar zu viel. So richt, Läßt an nahrung man viel, als du, kann niemand geln nicht; Berg und thal, Abendsegen. 421 vich auch wächst sein gras. 538. W für seine gavn, die macht er naß, Daß dem Met. Komm, Herr Jesu, sei unser. ir danken Gott Auß der erde wein und brot Schaffet Gott und giebts ihm fatt, Daß der mensch sein le ben hat. Die wir von ihm empfangen babn. Wir bitten unsern lieben Herrn, Er woll uns hin5. Das wasser muß geben fort mehr beschern, und speifisch, Die läßt Gott tragen sen uns mit seinem wort, zu tisch; Eier, von vöglein Daß wir satt werden hier gelegt, Werden junge draus und dort. Ach lieber Gott, geheckt, Müsn der menschen du wollst uns gebn Nach diespeise sein; Hirsche, bären, ser welt das ewge lebn. Amen. rinder, schwein Schaffet Gott und giebts allein. 6. Dankn wir sehr, bitten 3. Abendsegen. wir ihn, Daß er geb des gei- Mel. In dich hab ich gehoffet, perr. ftes finn, Daß wir solches 539. Für ür alle güte sei recht verstehn, Stets nach sein gepreist, Gott geboten gehn; Seinen namen vater, sohn und heilger geist, machen groß, In Christo ohn Ihr bin ich zu geringe; Verunterlaß; So singn wir das nimm den dank, Den lobgegratias. Amen. fang, Den ich dir kindlich singe. B. Ringwaldt+ 1531. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, Hast großes heut an mir gethan, Mir mein Mel. Schmücke dich, o liebe seele. 537. a S( peis uns, o gebet gewähret; Hast väterlich Gott, deine Mein haus und mich Bekinder, Tröste die betrübten schützet und genähret. sünder, Sprich den segen zu 3. Herr, was ich bin, ist den gaben, Die wir jeho vor dein geschenk, Der geist, mit uns haben, Daß sie uns zu dem ich dein gedenk, Ein rudiesem leben Stärke, kraft und biges gemüthe; Was ich vernahrung geben; Bis wir end- mag Bis diesen tag, Ist allich zu den frommen an die les deine güte. himmelstafel kommen. Amen. J. Heermann+ 1647. 4. Sei auch nach deiner lieb und macht Mein schut und schirm in dieser nacht, pomm, Herr Jesu, Bergieb mir meine sünden; sei unser gast, Und kommt mein tod, Herr Und segn, was du bescheret zebaoth, So laß mich gnade 537.bom haft. Amen. finden. Ch. F. Gellert+ 1769. 422 Abendsegen. Met. Jesus, meine zuversicht. ich fromm gewesen bin. Zeige 540. Tu, Denn ich was nicht recht gethan, Und reuer Jesu, wache mirs auch selber an, So ich denke einzuschlafen: Gieb mir hilf jetzt in allen sachen Gu und den meinen ruh, Bleib, ten feierabend machen. o hirt, bei deinen schafen: 2. Freilich wirst du man Wende deinen schuß uns zu, ches finden, Das dir nicht Treuer Jesu, wache du. gefallen hat, Denn ich bin 2. Treuer Jesu, weiche noch voller sünden In gedan: nicht, Sonst wird leicht ein ken, wort und that; Und vom banges schrecken, Das oft mit morgen bis jepund Pfleget der nacht einbricht, uns mit herze, hand und mund So furcht und angst aufwecken: geschwind und oft fehlen, Bleib bei uns, o gnadenlicht, Daß es leider nicht zu zählen. Treuer Jesu, weiche nicht. 3. Aber, o du Gott der 3. Treuer Jesu, steh uns gnaden, Habe doch einmal bei, Daß in unserm geist der geduld, Ich bin freilich schwer glaube Niemals unterbrochen beladen, Doch vergieb mir ſei, Und kein feind uns sol- alle schuld. Deine große va chen raube; Deine hülfe mach tertreu Werde diesen abend uns frei. Treuer Jesu, steh neu; So will ich noch deinen uns bei. willen Künftig mehr als heut 4. Treuer Jesu, kommt es erfüllen. nu Dermaleinst mit mir zum 4. Heilige mir das Gemü sterben; So bring mich zu the, Daß der schlaf nicht sünd: deiner ruh, Mache mich zum lich sei, Decke mich mit dei himmelserben; Schließ mir ner güte, Auch dein engel steh selbst die augen zu, Treuer mir bei. Lösche feur und lichJesu, meine ruh! ter aus Und bewahre sonst 5. Treuer Jesu! nimm zu das haus, Daß ich morgen dir Endlich mich und auch mit den meinen Nicht im un die meinen: Bricht dereinst glück dürfe weinen. der tag herfür, Da du selber 5. Steure den gottlosen wirst erscheinen: Ach so führ leuten, Die im finstern böses uns insgemein, Treuer Jesu, thun. Sollte man gleich was zu dir ein. bereiten Uns zu schaden, wenn Mel. Jesu, deine heilgen wunden. wir ruhn; So zerstöre du den 541. Se err, es ist von mei- rath Und verhindere die that, nem leben Wie- Wend auch alles andre schrederum ein tag dahin, Lehre dcken, Was der satan kann mich nun achtung geben, Oberwecken. Abendsegen. 423 6. Herr, dein auge geht aufsehn schützt mich väterlich, nicht unter, Wenn es bei uns Und deine liebe krönet mich. abend wird, Denn du bleibest 4. Nun, Gott, vom grunde ewig munter, Und bist wie meiner seelen Stimm ich ein ein guter hirt, Der auch in lob- und danklied an, Gern der finstern nacht Ueber seiner wollt ich alles das erzählen, heerde wacht, Darum hilf Was deine hand an mir geuns deinen schafen, Daß wir than; Doch, lieber Gott, unalle sicher schlafen. zählig ist, Was feel und leib 7. Laß mich denn gesund von dir genießt. erwachen, Wenn es rechte zeit 5. Uch nur vergieb mir wird sein, Daß ich ferner alle sünde, Mein Jesus nimmt meine sachen Richte dir zu die schuld auf sich; Darum ehren ein. Oder hast du, lie in diesem deinem finde, Geber Gott, Heut bestimmet treuer Gott, erbarme dich. Ich meinen tod, So befehl ich weiß, du gehest mit mir nicht, dir am ende Leib und seel um seinetwillen ins gericht. in deine hände. C. Neumann+ 1715. 6. Drauf schlaf ich unter deiner liebe, Und was mir lieb befehl ich dir; Siehts um mein lager schwarz und der tag trübe, Bricht doch dein gnadenist nun be glanz herfür, Der nacht und schlossen, Die ruhestunde stellt dunkel lichte macht Und schützt sich ein; Viel gutes hab ich mich durch der engel wacht. heut genossen, Gott muß da542. Mel. Wer nur den lieben Gott. Sott ottlob! Gottlob! 7. Wohlan, ich will der für gepriesen sein. Un Gott ruh genießen, Soll diese nacht und an sein lob gedacht, Bringt die letzte sein, Da ich mein eine rechte gute nacht. leben muß beschließen, So geb ich mich von herzen drein, Das leben ist mir kein gewinn, U13 bis ich erst gestorben bin. 2. Des leibes arbeit geht zu ende, Die seele nimmt das ihre für, Mein Gott, ich breite herz und hände In Christo 8. So geb ich mich in Jesu aus vor dir. Weil ich deine hände, Ich leb und dich vater nennen kann, So sterbe wie du willt. Ich weiß, nimm mein kindlich opfer an. daß aus dem lebensende Des 3. Der tag verstreichet ohne rechten lebens anfang quillt. plagen, Der abend bricht ver: So schlaf ich nun auf Jesum gnügt herein, Muß mancher ein, So muß mein schlaf ge= über unglück klagen, So kann segnet sein. ich gutes muthes sein. Dein E. Neumeister+ 1756. Abendsegen. 424 Mel. Herr unser Gott, beherrscher. gleich mit allen frommen Mich 543. Die ie sonn hat sich zu dem glanz des andern le mit ihrem glanz bens kommen, Da du uns gewendet, Und was sie soll, hast den großen tag bestimmt, auf diesen tag vollendet; Die Dem keine macht sein licht dunkle nacht dringt allenthal- noch klarheit nimmt. ben zu, Bringt menschen, J. Stegmann+ 1632. vieh und alle welt zur ruh. Mel. Alle menschen müssen sterben. 2. Ich preise dich, du Herr 544. Gott, du läſfest mich und tage, Daß du der nächt erreichen Über: mich heut vor aller noth und mal die abendzeit: Das it plage Durch deine hand und mir ein neues zeichen Deine hochberühmte macht Hast un lieb und gütigkeit. Laß jekund verletzt und frei hindurch ge- mein schlechtes singen Durch bracht. die trüben wolken dringen, 3. Vergieb, wo ich bei tage Und sei gegen diese nacht Fr so gelebet, Daß ich nach dem, ner auf mein heil bedacht. was finster ist, gestrebet. Laß 2. Neige dich zu meinen alle schuld durch deinen gna- bitten, Stoß nicht dies min denschein In ewigkeit bei dir opfer weg. Hab ich gleich oft verloschen sein. überschritten Deiner wahrheit 4. Schaff, daß mein geist heilgen steg; So verfluch ich dich ungehindert schaue, In- meine sünden Und will mich dem ich mich der trüben nacht mit dir verbinden, Reiß du vertraue, Und daß der leib mir aus meiner brust Alle auf diesen schweren tag Sich wurzel böser lust. seiner ruh fein sanft erholen mag. 3. Herr, es sei mein leib und leben Und was du mir 5. Vergönne, daß der lie- hast geschenkt, Deiner allmacht ben englein schaaren Mich übergeben, Die den himmel vor der macht der finsterniß selbst beschränkt. Laß um mich bewahren, Auf daß ich vor und um die meinen Einen der list und tyrannei Der ar- strahl der gottheit scheinen, gen feind im schlafe sicher sei. Der, was deinen namen trägt, 6. Herr, wenn mich wird Als dein gut zu schützen pflegt. die lange nacht bedecken Und 4. Laß mich mildiglich be in die ruh des tiefen grabes thauen Deines segens über stecken; So blicke mich mit fluß, Schirme mich vor angst deinen augen an, Daraus ich und grauen, Wende schaden licht im tode nehmen kann. und verdruß, Brand und sonst betrübte fälle; Zeichne meines 7. Und laß hernach zu Abendsegen. 425 hauses schwelle, Daß hier kei-] 3. Keine Mugheit kann ver: nen nicht der schlag Des ver- stehen Deine güt und wunderbens treffen mag. derthat; Ja kein menschenkind 5. Wirke du in meinen kann sehen, Was dein hand finnen, Wohne mir im schat erwiesen hat. Deiner wohlthat ten bei, Daß mein schlafendes ist zu viel, Sie hat weder beginnen Dir auch nicht zu- maaß noch ziel; Herr, du wider sei; Schaffe, daß ich hast mich so geführet, schon auf erden Mag ein sol- kein unfall mich berühret. cher tempel werden, Der nur 4. Dieser tag ist nun verDaß dir und nicht der welt Ewig gangen, Die betrübte nacht licht und feuer hält. bricht an; Es ist hin der son6. Geht, ihr meine müden nen prangen, So uns all erglieder, Geht und senkt euch freuen kann. Stehe mir, o in die ruh; Wenn ihr euch vater, bei, Daß dein glanz regt morgen wieder, Schreibt stets vor mir sei und mein es eurem schöpfer zu, Der so kaltes herz erhitze, Wenn ich treue wacht gehalten. Wenn gleich im finstern size. F. R. L. v. Canig † 1699. ihr aber müßt erkalten, Wird 5. Herr, verzeihe mir aus des bittern todes pein Doch gnaden Alle sünd und misseder seelen vortheil sein. that, Die mein armes herz beladen Und so gar vergiftet hat, Daß auch satan bös und erde munter, mein still Mich zur höllen stürzen gemüthe Und ihr will. Aber, Herr, du kannst Daß ihr mich retten, Strafe nicht mein Die er übertreten. Eigne Melodie. 545. sinne geht herfür, preiset Gottes güte, hat gethan an mir, Als er 6. Bin ich gleich von dir mich den ganzen tag Vor so gewichen, Stell ich mich doch mancher schweren plag Hat wieder ein; Hat uns doch erhalten und geschüßet, Daß dein sohn verglichen Durch mich satan nicht beschmitzet. sein angst und todespein. Ich 2. Lob und dank sei dir verleugne nicht die schuld; gesungen, Vater der barmher- Aber deine gnad und huld zigkeit, Daß mir ist mein werk Ist viel größer als die sünde, gelungen, Daß du mich vor Die ich stets in mir befinde. allem leid Und vor sünden 7. O du licht der frommen mancher art So getreulich seelen, du glanz der ewighaft bewahrt, Auch die feind keit, Dir will ich mich ganz hinweg getrieben, Daß ich befehlen Diese nacht und alle unbeschädigt blieben. zeit. Bleibe doch, mein Gott, Abendsegen. 426 bei mir, Weil es nunmehr 12. O du großer Gott erdunkel schier, Und ich mich höre, Was dein kind gebeten drob sehr betrübe; Tröste mich hat; Jesu, den ich stets vermit deiner liebe. ehre, Bleibe ja mein schuß 8. Schüße mich vors teu- und rath; Und mein hort, du fels neßzen, Vor der macht werther geist, Der du freund der finsterniß, Die mir man- und tröster heißt, Höre doch che nacht zusetzen und erzei- mein sehnlichs flehen: Umen, gen viel verdrieß. Laß mich ja, das soll geschehen! dich, o wahres licht, Nimmer3. Rist+ 1667. mehr verlieren nicht; Wenn Wenn Mel. Valet will ich dir geben. im herzen, Fühl ich nicht der ſeele schmer: 546. Die woche geht zum zen. Gottes treu, Denn wo ich 9. Wenn mein augen schon mich hinwende, Da ist sie imsich schließen Und ermüdet mer neu. Die zeit kann wohl schlafen ein, Laß mein herz verschwinden, Nur Gottes güte dennoch geflissen Und auf dich nicht, Sie läßt sich täglich gerichtet sein. Meiner seele mit finden Und giebt mir trost begier Träume stets, o Gott, und licht. von dir, Daß ich fest an dir 2. Genädigster erhalter Von bekleibe, Und auch schlafend allem was ich bin, Hör mei dein verbleibe. nes mundes psalter und nimm 10. Laß mich diese nacht mein opfer hin. Es sind ja empfinden Eine sanft und süße deine gaben, Die nicht zu ruh; Alles übel laß verschwin- zählen sein, Und was ich nur den, Decke mich mit segen zu. kann haben, Das ist ja alles Leib und seele, muth und blut, dein. Weib und kinder, hab und gut, 3. Die ganze Woche zeuz Freunde, feind und hausge- get Von deiner gütigkeit, Die nossen Sind in deinen schutz du zu mir geneiget. Ja meine beschlossen. lebenszeit Vom anfang bis 11. Ach, bewahre mich vor jetzunder Auf diesen augenblick schrecken, Schüße mich vor Rühmt deine gnadenwunder überfall. Laß mich krankheit Im glück und ungelück. nicht aufwecken, Treibe weg 4. Allein mein herze bebet, des krieges schall; Wende Wenn es zurücke denkt, Wie feur und wassersnoth, Pesti- übel ich gelebet Und dich, lenz und schnellen tod; Laß mein Gott, gekränkt. Je mehr mich nicht in fünden sterben, du mich geliebet Und meiner Noch an leib und seel verderben. haft verschont, Je mehr ich Abendsegen. 427 dich betrübet Und nur mit gen, Wo du, Herr, bist behaß belohnt. fannt. 5. Ach, strafe nicht im 10. Soll das in diesem le= grimme Gehäufte missethat. ben Die letzte woche sein, Will Weil deine vaterstimme Mich ich nicht widerstreben Und selbst gerufen hat, So schrei mich im geiste freun Auf eium erbarmen: Erbarm dich nen feierabend, Den Christi über mich! Ich fall dir in die tod gemacht, Und diese hoffarme, 2ch schone gnädiglich. nung habend, Sprech ich 6. Mein glaube heißt mich nun: gute nacht. hoffen Es sei durch Christi B. Schmolk+ 1737. blut Ein neuer bund getroffen Mel. Ach, was soll ich fünder. sich, trete, Da der Und alles wieder gut. Drum 547. Ach mein Jeſu, fieb, will ich dir nun an treu zu sein, Dein guter tag nunmehr sich neigt, Und geist von oben Wird mir die die finsterniß sich zeigt, Hin kraft verleihn. zu deinem thron und bete. 7. Ich bin dein kind aufs Neige du zu deinem sinn neue, Drum gieb, daß diese Auch mein herz und finnen hin. nacht mich auch dein schuh 2. Meine tage gehn geerfreue, Der alles sicher macht, schwinde Wie ein pfeil, zur Ich werde gleichsam sterben, ewigkeit, Und die allerlängste Der schlaf ist wie ein tod, zeit Saust vorbei als wie Doch kann ich nicht verderben, die winde, Fleußt dahin als Du lebst in mir, mein Gott. wie ein fluß Mit dem schnell8. Ja, du mein Gott wirst sten wasserguß. wachen, Ich werde ruhig sein, 3. Und mein Jesu, sieh, So mag der höllen rachen ich armer Nehme mich doch Gleich donner auf mich spein. nicht in acht, Daß ich dich Dein kind wird nichts em- bei tag und nacht herzlich pfinden, Als wenns im him- suchte. Mein erbarmer, Manmel wär, Von vornen und cher tag geht so dahin, Daß von hinten Deckt mich der ich nicht recht wacker bin. engel heer. 4. Ach! ich muß mich herz9. Du wirst auch die ver- lich schämen: Du erhältst, du sorgen, Die mein und deine schützest mich Tag und nacht sein, So werden wir uns so gnädiglich, Und ich will morgen In deiner kraft er mich nicht bequemen Daß ich freun. Wir werden opfer brin- ohne heuchelei Dir dafür recht gen Mit herzen, mund und dankbar sei. hand Und dir ein toblied sin 5. Nun, ich komme mit Abendsegen. verlangen, O mein herzens- thun Gar gnaue denk- und freund, zu dir; Neige du dein dichten; Schon deiner selber licht zu mir, Da der tag nicht, Ach! untersuch mit fleiß, nunmehr vergangen, Sei du Und denke, daß es Gott Und selbst mein sonnenlicht, Das dein gewissen weiß. durch alles finstre bricht. 428 4. Fang von dem morgen 6. Laß mich meine tage an, Vom tage bis zur nachte zählen, Die du mir noch Und nach einander doch Dies gönnen willt. Mein herz sei folgende betrachte: Ob du haft mit dir erfüllt, So wird mich mit gebet Gefangen an den nichts können quälen; Denn tag, Gelobet deinen Gott wo du bist tag und licht, Bei jedem glockenschlag? Schaden uns die nächte nicht. 5. Ob du gedanket heut 7. Nun, mein theurer hei Für Christi tod und leiden, land, wache, Wache du in An heilgen geist gedacht Und dieser nacht; Schüße mich deine tauf mit freuden, Gott mit deiner macht; Deine liebe über alls geliebt, Den näch mich anlache. Laß mich selbst sten gleich als dich, Gewesen auch wachsam sein, Ob ich treu und fromm, Und niegleich jetzt schlafe ein. mand ärgerlich? L. 3. Schlicht+ 1723. Mel. O Gott, du frommer Gott. 6. Ob du kein faul ge schwät, Kein fluchen ange: 548. He err, mein Gott! fangen, Wo du gewesen bist, lehre mich Stets Mit wem du umgegangen, meine tage zählen, Auf daß Ob du geliebt, gehört, Ge ich werde klug, Und hüte mich lesen Gottes wort, Dich dar vor fehlen, Ein stück ist wie nach haft gericht, Stets und der heut Von meinem leben an allem ort? hin, Und deinem richterstuhl Ein guts ich näher bin; aug 7. Ob, als vor Gottes Im glauben du gewan2. Da ich von wort und delt, Mit wiß und willen werk, Von meinem ganzen Gott Zuwider nie gehandelt, leben, Ja von gedanken auch Ob du auch wiederholt Den Die rechenschaft soll geben. vorgen sündenwust, Und dich Hilf, daß mit meiner feel Zu ergezet hab Die alte sündeneiner guten ruh, Sch hier dir lust? erst mit reu Durch Christum rechnung thu. 8. Ob du haft ohne dank Die Gottesgab empfangen, 3. Komm, meine seele, Dem geiz und eitler ehr Unkomm, Wir wollen uns selbst billig angehangen, Die dir richten, Auf unser heutges Gott vorgesetzt Geliebet und Abendsegen. 429 geehrt, Ihr und des nächsten Und mir, wenn ichs bedenk, fehl 3um besten hast gekehrt? Das herz im leib erschreckt. 9. Ob deinen nächsten du 14. Nun nimmer, nimmer In etwas je geschadet, Mit thun, Das ist die größte buße; seinem gut und blut Dich Dem ich gesündget hab, Dem sündlich nie beladet, Habst fall ich jetzt zu fuße, Ich seinen nuß gesucht, Ihn fälsch schlage nun in mich, Glaub lich nie gericht, Dem armen an Gott mit begier: Gott sei wohlgethan, Niemand gelassen mir sünder doch Durch Chrinicht? stum gnädig hier. 10. Ob du bist keusch ge- 15. Sieh, ich getröste mich west In wort, gedank und Bloß deines gnadenthrons Und werken, In eß und trinken wasch mich aus dem strom Des dich Stets mäßig lassen mer- blutes deines sohnes. Mit dem, ken, Demüthig dich bezeugt, was er gebüßt, Ich hier zu Geduldig in dem leid, Gesu- diesem mal Dir meine rechnung chet Gottes ehr, Geliebt ge: thu Und meine schuld bezahl. rechtigkeit? 16. Mein Jesu, laß mich 11. Ob du dich Gott ge nicht, Ich hüll mich in dein lassn, Und ihm gewest zu- leiden; Die sünde, die uns frieden, Nicht mißbraucht Got- schied, Laß nie uns wieder tes güt, Zeit, glück und gab scheiden. hienieden? In summa so stes kraft gelebt, Daß du dabei ge- ins grab wollt, Daß dein Gott dich Und allen sünden ab. Durchs heilgen geiSag ich nun bis Gott alle folge zu so fänd, Wenn er jetzt kommen sollt? 17. Lehr mich, mein Gott, nur thun Nach deinem wohl12. Die prüfung ist ge- gefallen, Und nimmer wissent= schehn Und leider so befunden, lich In einge sünde fallen; Es sei der große Gott Belei Regier und führe mich, Daß digt alle stunden; Viel zeit stets in glück und noth Ich sei mißgebraucht, Gedacht so besser fürchte dich Und halte wenig heut Un Gott, sein dein gebot. wort, tod, end, Gericht und ewigkeit. 18. Nun Jesu blut hat mir Die fünde ganz durch13. Es kann die sünde hier strichen, Mit meinem lieben Nicht werden all gezählet, Gott Auf ewig mich verglichen, Denn wer kann wissen doch, Die rechnung abgelegt Für Wie viel und oft er fehlet? mich so köstlich gut: Wie wird Die seel, leib, aug, ohr, mund, der schlaf heint sein So sanft Hand, fuß voll sünde steckt, auf Jesus blut! 430 Abendsegen. 19. Mein herz ist mir nun du hast erlöst, Der gieb, leicht, Ich lebe oder sterbe; Herr Jesu, deinen trost. Durch Jesum ich gewiß Das 7. Gott vater sei lob, ehr himmelreich erwerbe. Vor Chri- und preis, Dazu seim sohne sti richterstuhl Ob ich werd gleicherweis, Des heilgen gei: offenbar, So fürcht ich mich stes gütigkeit Von nun an nunmehr, Durch Christi blut, bis in ewigkeit. kein haar. Emilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt+ 1706. W. Meúßtin+ 1563. Eigne Melodie. 550. Chrifte, du bist der Eigne Melodie. helle tag, Vor 549. Christe, der du bist dir die nacht nicht bleiben mag, tag und licht, Du leuchtest uns vom vater Vor dir ist, Herr, verborgen her Und bist des lichtes prenichts; Du väterlichen lichtes diger. glanz, Lehr uns den weg der wahrheit ganz. 2. Ach, lieber Herr, behüt uns heut In dieser nacht vorm 2. Wir bitten dein göttliche bösen feind, Und laß uns in kraft: Uns behüt, Herr, in dir ruhen fein Und vor dem dieser nacht; Bewahr uns, satan sicher sein. Herr, vor allem leid, Gott, 3. Obschon die augen schla: vater der barmherzigkeit! fen ein, So laß das herz 3. Vertreib des schweren doch wacker sein; Halt über schlafens frist, Daß uns nicht uns dein rechte hand, Daß schad des feindes list, Das wir nicht falln in sünd und fleisch in züchten reine sei, schand. So sind wir mancher sorgen 4. Wir bitten dich, Herr frei. Jesu Christ, Behüt uns vor 4. So unser augen schla- des teufels list, Der stets nach fen schier, Laß unser herze unsrer seele tracht, Daß er wachen dir. Beschirm uns, an uns hab keine macht. Gottes rechte hand, Und lös uns von der sünden band. 5. Sind wir doch dein er: erbtes gut, Erworben durch 5. Beschirmer, Herr der dein heiligs blut; Das war christenheit! Dein hülfe stark des ewign vaters rath, A13 sei uns bereit; Hilf uns, Herr er uns dir geschenket hat. Gott, aus aller noth, Durch 6. Befiehl dem engel, daß dein heilge fünf wunden roth, er komm Und uns bewach, 6. Gedenk, o Herr, der dein eigenthum; Gieb uns die schweren zeit, Damit der leib lieben wächter zu, Daß wir gefangen leit; Die seele, die vorm satan haben ruh. Abendsegen. 431 7. So schlafen wir im na- was ich kann, Ach, nimm es men dein, Dieweil die engel gnädig an! Es ist doch herzbei uns sein; Du heilige drei- lich gut gemeint, O Jesu, faltigkeit, Wir loben dich in meiner seelen freund. ewigkeit. C. Alberus+ 1553. 5. Mit dir will ich zu bette gehn, Dir will ich mich befehlen; Du wirst, mein sonne auf mich sehn Zum Eigne Melodie. er lieben 551. De teen pracht beſten meiner feelen. Ich fürchte Hat nun den tag vollführet, keine noth, Auch selbsten nicht Die welt hat sich zur ruh ge- den tod; Denn wer mit Jeſu macht: Thu, seel, was dir schlafen geht, Mit freuden gebühret; Tritt an die him- wieder aufersteht. melsthür, Und bring ein lied 6. Ihr höllengeister, packet herfür, Laß deine augen, herz euch, Hier habt ihr nichts zu und finn Auf Jesum sein ge richtet hin. schaffen; Dies haus gehört in Jesu reich; Laßt es nur 2. Ihr hellen sterne leuchtet sicher schlafen. Der engel starke wohl Und gebet eure strahlen, wacht, hat es in guter acht, Ihr macht die nacht des lich- Ihr heer und lager hält ihm tes voll; Doch noch zu tau- schut; Drum sei auch allen send malen Scheint heller in teufeln truk! mein herz Die ewge himmels- 7. So will ich denn nun kerz, Mein Jesus, meiner see- schlafen ein, Jesu, in deinen len ruhm, Mein schak, mein armen. Dein aufsicht soll mein schutz und eigenthum. bette sein, Mein lager dein 3. Der schlaf zwar herr- erbarmen, Mein kissen deine schet in der nacht Bei men brust, Mein traum die süße schen und bei thieren; Doch lust, Die aus der seiten wuneiner ist, der oben wacht, Bei den fleußt Und dein geist in dem kein schlaf zu spüren. mein herze geußt. Es schlummert, Jesu, nicht 8. So oft die nacht mein Dein aug, auf mich gericht; ader schlägt, Soll dich mein Drum soll mein Herz auch geist umfangen, So viel mal wachend sein, Daß Jesus sich mein herz bewegt, Soll wache nicht allein. dies sein mein verlangen; 4. Verschmähe nicht dies Daß ich mit lautem schall schlechte lied, Das ich dir, Möcht rufen überall: Ach! Jesu, singe; In meinem her: Jesu, Jesu, du bist mein zen ist kein fried, Bis ich es Und ich auch bin und bleibe zu dir bringe. Ich bringe, dein. 432 Abendsegen. 9. Nun, matter leib, gieb 7. Ein jeder will Bei sol dich zur ruh, Und schlafe sanft cher still Der süßen ruhe pfle: und stille; Ihr müden augen gen: Laß die unruh dieser zeit, schließt euch zu, Denn das Jesu, bald sich legen. ist Gottes wille. Schließt aber 8. Ich selbst will auch Nach dies mit ein: Herr Jesu, ich meinem brauch Nun in mein bin dein! So wird der schluß bettlein steigen: Laß mein herz recht wohl gemacht! zu deinem sich, Al3 zum bettJesu! Jesu! gute nacht! lein, neigen. Nun, Ch. Scriver+ 1693. Mel. O traurigkeit! 9. Halt du die wach, Damit kein ach Und schmerz den 552. Der tag ist hin: geist berühre; Sende deiner und ngelschaar, Die mein bettlein sinn Sehnt sich nach jenem tage, Der uns völlig machen wird Frei von aller plage. 10. Wann aber soll Der 2. Die nacht ist da: Sei wechsel wohl Der tag und du mir nah, Jesu, mit hellen nächte weichen? Wann der ferzen; Treib der sünden tag anbrechen wird, Dem kein dunkelheit Weg aus meinem tag zu gleichen. herzen. ziere. 11. In jener welt, Da 3. Der sonnen licht Uns diese fällt, Die Zion noch jest gebricht: unerschaffne macht weinen, Soll noch helsonne, Brich mit deinem licht ler siebenmal Mond und sterne herfür, Mir zur freud und scheinen. wonne! 12. Alsdann wird nicht 4. Des mondes schein Fällt Der sonnen licht Jeruſalem nun herein, Die finsterniß zu verlieren; Denn das lamm mindern: Ach, daß nichts ver- ist selbst das licht, Das die änderlichs Meinen lauf möcht stadt wird zieren. hindern! 13. Hallelujah! Ei, wär 5. Das sternenheer 3u ich da, Da alles lieblich klinGottes ehr Um blauen him get, Da man oyn abwechselung mel flimmert: Wohl dem, der Heilig, heilig singet! in jener welt Gleich den sternen schimmert! 6. Was sich geregt Und vor bewegt, seinen werken! in stiller ruh mir merken. 14. Jesu, du Mein hülf und ruh, Laß mich dahin ge Ruht jetzt von nem glanz Vor dir ewig langen, Daß ich mög in deiLaß mich, Herr, Dein werk in prangen. 3. A. Freilinghausen † 1739. 433 Dich laß ich nicht, mein fels: Abendsegen. Eigne Melodie. 553. Der tag ist hin: der tag ist hin. mein Jesu, bei mir bleibe. I feelenlicht, die sündennacht vertreibe; Geh Mel. Lob sei dem allerhöchsten Gott. auf in mir, glanz der gerech- 554. Der tag ist hin: mich, Herr! denn es ist zeit. die nacht,. Nun hältst du, Herr, 2. Lob, preis und dank sei die beste wacht; Ich aber thu dir, mein Gott, gesungen! Dir die augen zu Und schlaf in sei die ehr, daß alles wohl fanft und guter ruh. gelungen Nach deinem rath, 2. Uch Gott, wie hab ich ob ichs gleich nicht versteh; deine huld Verscherzt mit meiDu bist gerecht, es gehe, wie ner sündenschuld! es geb. Ich aber thu die augen zu Und schlaf 3. Nur eines ist, das mich in sanft und guter ruh. 3. Wie sucht der satan empfindlich quälet: Bestänmeinen hohn, Verklaget mich digkeit im guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, du vor deinem thron! Ich aber herzenskündiger: Ich strauchle thu die augen zu Und schlaf noch wie ein unmündiger. in sanft und guter ruh. bin dein. 4. Wie wacht doch jeto 4. Vergieb es, Herr, was noch die welt, Wie trachtet mir sagt mein gewissen: Welt, fie nach gut und geld! Jch aber teufel, sünd hat mich von dir thu die augen zu Und schlaf gerissen. Es ist mir leid, ich in sanft und guter ruh. stell mich wieder ein; Da ist 5. Wie mancher ist voll die hand: du mein, und ich angst und noth, Wie mancher lieget auf den tod! Ich aber 5. Israels Schuk, mein thu die augen zu Und schlaf büter und mein hirte, 3u in sanft und guter ruh. meinem troft dein sieghaft 6. Wer weiß, ob, Jesu, dein schwert umgürte. Bewahre gericht In dieser nacht auch mich durch deine große macht, nicht einbricht! Ich aber thu Wenn Belial nach meiner see- die augen zu Und schlaf in sanft und guter ruh. len tracht. J. Neander+ 1680. 6. Du schlummerst nicht, 7. Jesu, dies ist deine wenn matte glieder schlafen. güt Daß sich so sänftigt mein Ach! laß die seel im schlaf gemüth; Daß ich thu meine auch gutes schaffen. O lebens- augen zu Und schlaf in sanft sonn, erquicke meinen sinn. und guter ruh. Lutherisches Gesangbuch. 28 434 Abendsegen. 8. Nun gieb, wenn ich voll- Mel. O durchbrecher aller banden. endet hab Den lauf und gehe 556. Herr err und Gott der zu dem grab, Wann ich thu tag und nächte, letzt die augen zu: Daß ich Der du schläfft noch schlum dann schlaf in guter ruh. merst nicht: Schaue, wie dein arm gemächte Jetzt nach sei ner kindespflicht, Da es abend ist geworden Und der tag sich 3. Pauli um 1660. Mel. Wenn wir in höchsten nöthen. 555. Die sonne wird mit hat geneigt, Sammt der dei ihrem schein nen ganzem orden Sich vor Eine weil jetzt nicht bei uns deinem throne beugt. sein: Gott, du unbegreiflich 2. Bater! ich bin zu ge licht, Weich du nur von uns ringe Aller treu und gütigkeit, armen nicht. Die du, wesen aller dinge, 2. 3u dir steht unser zu- Mir in meiner lebenszeit Und versicht, Auf dich ist unser auch heute haft erwiesen. D thun gericht: Und wenn du daß ich recht dankbar wär! uns ließest fahren, So könnt Herr, dein nam sei hoch ge uns niemand bewahren. priesen; Dein herz ferner zu 3. Denn der feind haben mir kehr. wir sehr viel, Die auf uns 3. Siehe nicht an mein schießen wie zum ziel; Und verbrechen, Ach! gedenke nicht wenn wir ohn dich einschlie- der schuld, Die dein strenges fen, So hätten sie uns er- recht könnt rächen; Habe doch griffen. mit mir geduld: Schaue an des sohnes wunden, Dadurch ich versöhnet bin, Dadurch ich heint unser wahr, Daß uns erlösung funden Und das ledie feind nicht verzehren, Weil ben zum gewinn. wir uns nicht können wehren. 4. Wir opfern uns dir ganz und gar: O vater, nimm 4. Ich verlange frei zu 5. Gesegne uns in deinem werden Durch das reine lamsohn, Ohn welchen wir nichts können thun; Gieb, daß un ser herz bei dir bleib Und morgen deins lobes mehr treib. mesblut Von der sündenlast beschwerden, Von der finstern schlangenbrut. Ach! Herr, rein ge mein gewissen, Leib und 6. Ei nun, Gott vater und feel dir heilig sei; Dein geist schöpfer: Nimm an unser abend- mache mich beflissen, Dir zu opfer Durch Jesum Christum dienen ohne scheu. deinen sohn, Unsern mittler vor deinem thron. Amen. Böhmische Brüder. 5. Laß mich nicht dahinten bleiben, Laß mich nicht zu rücke sehn; Dein geist müsse Abendsegen. 435 mich stets treiben, UnverzügMel. Jesu, meine freude. lich fort zu gehn, Ja mit 558. Hirte deiner schafe, zu laufen Zu von keinem dem kleinod, daß das lamm, schlafe Etwas wissen mag: Uns mit blute zu erkaufen, Deine wundergüte War mein Ist gebracht ans kreuzesstamm. schild und hütte Den ver6. Drauf will ich mich gangnen tag. Sei die nacht schlafen legen: Laß mich dir Auch auf der wacht, Und laß empfohlen sein! Vater, gönne mich von deinen schaaren Um mir den segen, Der an leib und um bewahren. und geiste rein Mich auch in 2. Decke mich von oben der nacht bewahre; Deine Vor der feinde toben Mit der gnade sei mein schild, Bis vaterhuld; Ein versöhnt geich meinem schatz nachfahre Und erwach nach seinem bild. 3. A. Feylinghausen+ 1739. wissen Sei mein ruhekissen: Drum vergieb die schuld. Denn dein sohn Hat mich davon Durch die tief geschlagnen wunden Gnädiglich entbunden. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem. 557. Hinunter ist der 3. Laß auch meine lieben sonnenschein, Keine noth betrüben; Sie Die finstre nacht bricht stark sind mein und dein. Schließ herein; Leucht uns, Herr Christ, uns mit erbarmen In die du wahres licht, Laß uns im vaterarme Ohne sorgen ein. finstern tappen nicht. Du bei mir Und ich bei dir, 2. Dir sei dank, der du Also sind wir ungeschieden Und uns den tag Vor schaden, ich schlaf in frieden. fahr und mancher plag Durch 4. Komm, verschleuß die deine engel haft behut, Aus kammer Und laß allen jammer gnad und väterlicher güt. Ferne von mir sein. Sei du 3. Womit wir habn er- schloß und riegel, Unter deine zürnet dich, Dasselb verzeih flügel Nimm dein küchlein ein, uns gnädiglich, Und rechn es Decke zu Mit schuß und ruh; unsrer seel nicht zu, Laß uns So wird uns mit nichten grauen schlafen mit fried und ruh. Vor des satans flauen. 4. Durch dein engel die 5. Wie wenn ich mein bette wach bestell, Daß uns der Heut zum grabe hätte? Wie böse feind nicht fäll; Vor bald roth bald todt! Drum, schreck, gespenst und feuers: hast du beschlossen, Daß mein noth Behüt uns heint, o ziel verflossen, Kommt die to lieber Gott! desnoth, So will ich Nicht wider dich; Lieg ich nur in 28* N. Hermann+ 1561. 436 Abendsegen. Jesu wunden Sterb ich alle freud und aller noth, Auch endstunden. lich in dem tod. 6. Nun wohlan, ich thue 7. Ich rühme deine gaben, In vergnügter ruhe Mund Ich bitte ferner dich: Wollst und augen zu. Seele, leib leib und seele laben, Des saund leben Hab ich dir erge- tans macht zerbrich; So schlaf ben, du hüter, du! Gute ich sicherlich. nacht! Nimm mich in acht; 8. Dein starker arm mich Und erleb ich ja den morgen, decke, Wenn ich entschlafen Wirst du weiter sorgen! bin, Daß mich kein unfall schrecke, Noch etwas meinen sinn 3um bösen neige hin. B. Schmolk+ 1737. Mel. O Christe, morgensterne. in dieser abend: 9. Hilf, daß ich wohl er: 559. J" stunde Erheb wäge, Was doch der schlaf ich meine stimm Und lob aus andeut; Wenn ich mich nieherzensgrunde Gott mit den derlege, Ist mir mein bett seraphim: O Herr, mein lied allzeit Des grabes ähnlichteit. vernimm! 2. Du hast ganz abgewen- 10. Da sterb ich gleichsam det Noth und gefährlichkeit abe, Da hör und seh ich nicht; Und dich zu mir geländet In Da ruh ich wie im grabe, dieser bösen zeit, Die voller Weiß nicht, was dann geangst und leid. schicht, Bis daß der tag an3. Die fünde mir vergeben, bricht. Die strafen abgelenkt Und 11. Bald steh ich auf mit deinen reichen segen Mir völ- freuden, Empfinde neue kraft lig eingeschenkt, Gespeiset und Und schmeckt in meinem lei getränkt. den Des wortes Gottes saft, 4. Mich und mein hausge: Welchs trost und friede schafft. nossen Sammt meinem hab 12. Also werd ich in wonne und gut Hast du ganz un- Dort lieblich schauen an Dich, verdrossen Genommen in dein Jesu, meine sonne; Denn du hut, reiche liebes fluth! für jedermann, Für mich auch, 5. Die arbeit meiner hände gnug gethan. Hast du gefördert heut, Daß 13. Darum ob ich gleich sie gebracht zum ende Mit sterbe Um letzten stündelein, großer nutzbarkeit; Drum ich Dennoch ich nicht verderbe; dein lob ausbreit. 3ur ruhe geh ich ein, Be 6. Ich gebe dir die ehre, freit von aller pein. O wahrer Herr und Gott! 14. Hilf, daß ich sie vermehre In fahre, Eh ich von hinnen Bitt ich, o frommer Abendsegen. 437 Gott: Mich väterlich bewahre 5. Glori, lob, ehr und Vor bösem schnellen tod, Hilf herrlichkeit Sei Gott vater mir in aller noth. und sohn bereit, Mit heilgem 15. So bet ich alle stunden geist zusammen; Die göttlich In meinem lobgedicht, Und kraft Mach uns sieghaft Durch schlaf in Christi wunden; Als Jesum Christum. Amen. dann mir nichts gebricht, O herzenszuversicht! Eigne Melodie. 16. 3u singen lob und ehre 561. Nun ruhen alle wälz Dir, Herr, bin ich bereit; menDen schwachen glauben mehre, schen, städt und felder, Es Daß ich nach dieser zeit Mit schläft die ganze welt; Ihr dir eingeh zur freud. aber meine sinnen, Auf, auf! ihr sollt beginnen, Was eurem H. Cäsar. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. schöpfer wohl gefällt. it meinem Gott 560. Mit geh ich zur ruh ben? Die nacht hat dich verUnd thu im fried mein augen trieben, Die nacht, des tages zu; Denn Gott ins himmels feind; Fahr hin! ein andre throne Ueber mich wacht Bei sonne, Mein Jesus, meine tag und nacht, Auf daß ich wonne, Gar hell in meinem sicher wohne. herzen scheint. 2. Ich ruf zu dir, Herr 3. Der tag ist nun ver= Jesu Christ, Der du allein gangen, Die güldnen sternlein mein helfer bist: Laß kein prangen Am blauen himmelsleid widerfahren, Durch dei saal, So, so werd ich auch nen schuß Fürs teufels truk stehen, Wenn mich wird hei: Dein engel mich bewahren. Ben gehen Mein Gott aus 3. Befiehl du deinen enge- diesem jammerthal. lein, Daß sie stets um und 4. Der leib der eilt zur bei uns sein, ul übel von ruhe, Legt ab das kleid und uns wenden; Gott heilger schuhe, Das bild der sterbgeist, Dein hülf uns leist Un lichkeit; Die zieh ich aus, daunserm letzten ende. gegen Wird Christus mir an4. Herr, meinen geist be legen Den rock der ehr und fehl ich dir: Mein Gott! herrlichkeit. mein Gott! weich nicht von 5. Das haupt, die füß und mir, Nimm mich in deine hände Sind froh, daß nun hände; O wahrer Gott! aller noth Hilf mir am Aus zum ende Die arbeit kommen letz- sei; Herz, freu dich, du sollst werden Vom elend dieser er= ten ende. 2. Wo bist du sonn geblie Abend segen. 438 den Und von der sündenar beit frei. niß ist dir verhaßt, Weil du selbst bist das licht. 6. Nun geht, ihr matten 3. Gedenke, Herr, doch auch glieder, Geht, geht und legt an mich In dieser schwarzen euch nieder, Der betten ihr nacht, Und schenke mir genäbegehrt; ES kommen stund diglich Den schirm von dei und zeiten, Da man euch wird ner wacht. bereiten Zur ruh ein bettlein in der erd. 4. Wend ab des satans wütherei Durch deiner engel 7. Mein augen stehn ver: schaar, So bin ich aller sor drossen, Im hui sind sie ge- gen frei Und bringt mir schlossen, Wo bleibt dann leib nichts gefahr. und seel? Nimm sie zu dei3war fühl ich wohl der nen gnaden, Sei gut für al sünden schuld, Die mich bei len schaden, Du aug und dir klagt an; Ach aber deines wächter Israel! sohnes huld Hat gnug für 8. Breit aus die flügel mich gethan. beide, O Jesu, meine freude, 6. Den setz ich dir zum Und nimm dein küchlein ein. bürgen ein, Wenn ich muß Will satan mich verschlingen, vors gericht; Ich kann ja So laß die englein singen: nicht verloren sein In solcher Dies find soll unverletzet sein. zuversicht. 9. Auch euch, ihr meine 7. Drauf thu ich meine lieben, Soll heute nicht be augen zu Und schlafe fröhlich trüben Kein unfall noch ge ein. Mein Gott wacht jetzt in fahr. Gott laß euch ruhig meiner ruh: Wer wollte trauschlafen, Stell euch die güld- rig sein? nen waffen Ums bett und seiner helden schaar. 8. Weicht nichtige gedanfen hin, Wo ihr habt euren lauf! Ich baue jetzt in meinem sinn Gott einen tempel auf. + P. Gerhardt 1676. Eigne Melodie. 562. 9. Soll diese nacht die un sich der tag letzte sein In diesem jammergeendet hat thal, So führ mich, Herr, in Und keine sonn mehr scheint, himmel ein Zur auserwählten Schläft alles, was sich abge- schaar. weint. matt, Und was zuvor ge= 10. Und alfo leb und sterb ich dir, Du starker zebaoth; 2. Nur du, mein Gott, hast Fm tod und leben hilfft du keine rast, Du schläfft noch mir Aus aller angst und noth. schlummerst nicht; Die finster3. F. Herzog+ 1699. Abendsegen. 439 Mel. O welt, ich muß dich lassen. 3. Und wenn ich schlaf, so 563. Nun sich der tag wach für mich, Treib alles geendet, Mein unglück hinter sich; Breit über mich dein flügel aus, Laß stehn dein engel um mein haus. herz zu dir sich wendet Und danket inniglich; Dein holdes angesichte Zum segen auf mich richte, Erleuchte und entzünde mich. 4. Behüt vor feur und wassersnoth, Vor einem bösen schnellen tod, Vor diebstahl 2. Ich schließe mich aufs und vor leibsgefahr Mich und neue In deine vatertreue Und die meinigen bewahr. schutz und herze ein; Die 5. Laß mich zu deinem lob fleischlichen geschäfte Und alle aufstehn Und fröhlich an mein finstern kräfte Vertreibe durch arbeit gehn; So will ich dein nahesein. dein barmherzigkeit Loben und preisn in ewigkeit. 3. Daß du mich herzlich liebest, Daß du mich stets 6. Gott vater, nimm mich umgiebest Und rufft zu dir in dein but; Gott sohn, wasch hinein, Daß du vergnügst mich mit deinem blut; Gott alleine So wesentlich und beilger geist, erleuchte mich: reine; Laß allezeit mir heilig Daß in den himmel komme ich. ſein. 4. Ein tag der sagts dem Eigne Melodie. andern, Mein leben ſei ein 565. Schönste ſonne, himgroßen O ewigkeit, du schöne, Mein dest du nun auch von mir? berz an dich gewöhne! Mein Hast du, auge dieser welt, Dich heim ist nicht in dieser zeit. nun auch in ruh gestellt? 2. Ei so schließt in stiller ruh Euch auch, lieben augen, Mel. Nun laßt uns den leib. 564. Seſu, treuster zu; Rubet, die ihr matt und heiland mein, müd, Ruhet aus in gutem Ich geh in mein schlafkäm- fried. merlein; Ich will mich legen 3. Unser himmelsfürste gab in die ruh: Schleuß du die Seine schaar von oben ab; thür selbst nach mir zu. Mächtig schüßte leib und seel Gott, der hüter Israel. 2. Verzeih mein sünd aus gnad und güt; Schändlich 4. Herr, ich preise deine und schädlich träum verhüt: macht, hab ich etwas guts Laß säuberlich mich schlafen vollbracht; Habe ich erzűrein und ruhen sanft in ar net dich, Herr, vergieb mirs gnädiglich. men dein. 440 Abendsegen. 5. Ordre mir in meiner bab keine macht An uns we ruh Doch die himmelsgeister zu, der zu tag noch nacht. Daß mein leib gesichert ist 4. Vor feur, vor seel- und Ferner vor des teufels list. leibesnoth Behüt uns, lieber 6. Wer sich in sein bette Herre Gott; In deinen nam hüllt, Der sieht seines grabes laß schlafen ein Uns, deine bild, Da wenn er geschlafen lieben kindelein. aus, Doch bald wieder steigt heraus. 5. Es gscheh, was mag; wir sind ja dein, Erlöst durch 7. Ist nun selbst der schlaf deine fünf wunden rein, Dir ein tod, Da kein unruh, keine noth; So wehr auch in die ser nacht Dem, Herr, was unruhig macht. leben wir, dir sterben wir: Dein kinder sind wir für und für 6. Umen, amen! zu guter nacht, Der engel Gottes uns 8. Ob der leib den schlaf bewacht; Gott lob und dank geneußt, Laß doch wacker sein in ewigkeit! Wir gehn zur den geist; So werd ich gesund ruh ohn alles leid. aufstehn Und mit lust zur arbeit gehn. N. Selnecker † 1592. Eigne Melodie. 9. Drauf so schleußt in stil: 567. Nun bricht die fine finstre herein, Des ler ruh Euch nun, lieben augen zu; Ruhet wohl, gesund tages glanz ist todt; Jedoch, erwacht, Ruhet wohl; zu gu- mein herz, schlaf noch nicht ter nacht! Amen. ein, Geh, rede vor mit Gott B. Prätorius um 1660. Mel. Wenn wir in höchsten nöthen. 2. Gott, du großer Herr der welt, Den niemand sehen ir danken dir, kann, Du siehst ja mich in 566. Wir Herr Jesu deinem zelt, Hör auch mein Christ, Daß du unser erlöser seufzen an. bist, Uns bhütet hast vor al- 3. Der tag, den ich nunler gfahr Durch deiner lieben mehr vollbracht, Der war be engel schaar. sonders dein, Drum hätt er 2. Wir gehn nun, Herr, auch bis in die nacht Mir zu unsrer ruh; Ach rechn es sollen heilig sein. unsrer seel nicht zu, Was 4. Vielleicht ist dieses nicht wir, leider, gesündigt han; geschehn, Denn ich bin fleisch Vergiebs uns alls, o Gottes und blut Und pfleg es öfters sohn! zu versehn, Wenn gleich der 3. Laß dein engel stets um wille gut. uns sein, Die uns allzeit be- 5. Nun such ich deinen gna: wahren fein, Daß der teufel denthron; Sieh unsre schuld Abendsegen. 441 nicht an Und denke, daß dein stern stall, auf holz und stein; lieber sohn Für mich genug Du liegst in deinem wiegegethan. lein. 6. Schreib alles, was man 3. Dir störet niemand schlaf heut gelehrt In unsre herzen und ruh; Ihm setzten tausend ein, Und lasse die, so es ge- feinde zu. Du lebst ohn einihört, Dir auch gehorsam sein. gen verdruß, Da er das elend 7. Erhalte ferner noch dein leiden muß. wort Und thu uns immer 4. Gott segne deiner mutwohl, Damit man stets an ter schooß; Nimm zu, gedeih diesem ort Gott diene, wie und werde groß, Fromm und man soll. an deiner seelen reich, An 8. Indessen such ich meine weisheit deinem Jesus gleich. ruh; O vater, steh uns bei, 5. Gott fülle dich mit gnad Und gieb mir deinen engel zu, und licht, Daß durch dich Daß er mein wächter sei. andern wohl geschicht, Und 9. Gieb allen eine gute werd ein baum, der schatten nacht, Die heute recht gelebt, giebt; Du pflänzlein, treu von Und besfre den, der unbedacht Gott geliebt. Hat wider Gott gestrebt. 6. Gott ist ein wahrer kin= 10. Wofern dir auch mein derfreund, Wenn sie der weisthun gefällt, So hilf mir heit schüler seind, So wohl, morgen auf, Daß ich noch als sein sohn Jesus Christ ferner in der welt Vollbringe Die kinder segnet, herzt und küßt. meinen lauf. 11. Und endlich führe, wenn 7. Sei, wie das traute Jees zeit Mich in den himmel suskind, Gerecht, getreu und ein; Da wird in deiner herr fromm gesinnt; Dies kindlein lichkeit Mein sabbath ewig ging die tugendbahn Und war ſein. C. Neumann+ 1715. den eltern unterthan. 8. Dein Gott verkläre für Mel. Vom himmel hoch da komm. und für Sein liebes JesusSchlaf sanft und kind in dir; Daß deine seel wohl, schlaf, erkennt und faßt, Was du am liebes kind, Dieweil die engel kindlein Jesus hast. bei dir sind! Sie sehen Got- 9. Was Jesus ist und heißt tes angesicht, Sie wachen hier und thut, Das ist und thut und schlummern nicht. er dir zu gut; Dein gro2. Du schläfft und liegest ßes elend macht allein, Daß weich dabei; Dein heiland lag er ein kind, wie du, mußt auf stroh und heu, Im fin- sein. 568. Abendsegen. 10. Wer es mit diesem will dort dich ewig loben, Wenn kinde hält, Für diesen ist das ich bin zu dir erhoben. reich bestellt; Der nimmt, er 4. Dein reich hast du auch sei klein oder groß, Mit ihm zu mir Hier in gnaden lassen dort gleiches erb und loos. kommen, Mich berufen und 442 11. Wie bald ist auf der zu dir Aus des satans macht welt vernicht, Wozu uns un- genommen; Jesus hat mir ser Gott verpflicht; Es ist heil und frieden Durch sein noch um ein kurzes nun Und blut und tod beschieden. um den letzten schlaf zu thun. 5. Darum wart ich mit 12. Bald weckt uns der begier Ganz getroft aufs reich posaunen ton, Bald steiget der ehren. Nichts durchaus Christus auf den thron Und ist mehr allhier, So mich soll wer mit ihm hier in gefahr, davon abkehren; Komm, 0 Verachtet, arm und elend war. könig, laß erscheinen, Was ich 13. Schlaf, liebes kind, hoff und all die deinen. schlaf unbetrübt! Wenn Gott 6. Deinem willen thu ich verstand und jahre gicbt, So mich Ganz zu einem opfer wachs im geiste tag und nacht, geben; Hab ich dir nicht völ Bis dich Gott ewig selig macht. liglich Nach demselben können Amen. J. Ch. Rube um 1710. leben, So werd ich dort doch erfüllen Mit den engeln deiMel. Liebster Jesu, wir sind hier. nen willen. 569. Niebster vater, foll 7. Täglich brot und manes sein, Daß ich cherlei, Was zu meinem stand heut an diesem tage Letztmals gehöret, Hast du, vater, mild mit gebet erschein Und dir und treu Mir zeitlebens auch meine noth vortrage! Uch! bescheeret; Nun du himmels: so richte meine sinnen Nach brot willt geben, Laß ich gern den hohen himmelszinnen. das eitle leben. 2. Tausend- und viel tau- 8. Bleiben gleich die mei sendmal Sei, o vater, hoch- nen hier, Die mich länger gepriesen, Daß in deiner kin- möchten sehen, So weiß ich, derzahl Du mir eine stell daß nur bei dir Steh ihr gewiesen, Daß ich dich hab weh und wohlergehen; Sch lernen kennen und in Christo befehle deiner güte Was mir lieget im gemüthe. vater nennen. 3. Heilig, heilig, heilig sei 9. Nun, o vater, laß du Deines hohen namens ehre, mir Alle schulden sein verge Deine güte mancherlei, Deine ben, Daß ich rein und frei kraft und wahre lehre; Ich zu dir Fahr aus diesem sün Abendsegen. 443 denlebeu; Jesus hat mir gnad feirabend machen Mit schulderworben, Mit ihm ist die ger dankbarkeit. schuld gestorben. 2. Mein augen, herz und 10. So vergeb ich auch hände, O Jesu, Gottes sohn! gar leicht, Wie du, vater, 3u dir ich nunmehr wende, haft geheißen; Allen zorn und Zum schuldgen tagelohn; Denn rach erweich, Ich will lauter du bist selbst getreten Un meine lieb erweisen, Weil du, Gott, werkstatt gut, Haft mir helfen selbst viel erlassen, Will ich, arbeiten, Regiert mein sinn mensch, auch niemand hassen. und muth. 11. Rückt der letzte kampf 3. Mein haupt hast du geherzu, Tobet heftig sünd und stärket, Mein finger geben kraft, hölle, Daß sie mir die him Hab deinen segn vermerket, melsruh Raub und meinen Der allein frommen schafft; glauben fälle, So gieb du Daher ist wohl gerathen Mein auf meiner seiten Die versu arbeit und mein kunst, Ohn chung zu bestreiten. dich geht nichts von.statten, Ohn dich ist alls umsonst. 12. Mach mich alles übels los, Gieb der sündennoth ein 4. Drum ich von herzensende; Ich ergebe ganz und grunde, Dich, Herr Gott! bloß Mich in deine vater- lob und preis In dieser abendhände; Wollest mich von al stunde, Und bitt mit ganzem lem bösen, Wie du weißt und fleiß, Du wollest gnädig höfannst, erlösen. ren Mein arm vespergebet, 13. An dem allen zweif'l Das gut in mir vermehren ich nicht, Denn du bist der Durch dein barmherzigkeit. himmelskönig, zu dir ist die 5. Gleich wie vor alten zuversicht; Welt und höll ist zeiten Du hast viel guts erdir zu wenig, Deine kraft zeigt Des abends denen leuwird nicht vergehen, Der herz sich zu dir herrschaft ewig stehen. neigt, Und fest auf dich ge bauet; So wollst du auch geruhn, Wie unser herz dir trauet, Uns liebs und guts Deine ten, L. von Seckendorf+ 1692. Mel. Valet will ich dir geben. 750. Walts Malts Gott! mein zu thun. werk ich lasse, 6. Als Noah hat gelassen Die sonn feiabend meldt, Ein täublein aus seim schiff, Sie hat vollendt ihr straße, Kehrt es wieder sein straßen Schleicht wieder in ihr zelt; Und bracht ein friedensbrief So mögen auch mein sachen 3ur vesperzeit, im munde Ruhen zu seiner zeit, Ich will Führt es ein ölblatt grün, Haustafel. 444 Daraus Noah verstunde Des Herren zorn wär hin. 10. Erhöre unsre bitten, Uch, Herr, du treuer Gott! 7. 3wei heilge engel kamen Die stadt wollst du behüten Des abends zu den Lot, In Vor feur und aller noth Und ihren schuß ihn nahmen Wi- weil die völker toben, Erregen der die gottlos rott, Erlösten krieg und streit, So sende du den propheten; Bald fiel ein von oben Den fried zu un schwefelfeur, Macht den gott- srer zeit. losen städten Ihr freud und 11. Ja, weils will finster frevel theur. werden Ums wort, der gna 8. Gleicher weise wir lesen, den licht, Der satan auf der Da Eli, der prophet Sm hun erden Viel kezzerei anricht, gerland gewesen, Hört, was So bleib bei uns, Herr Christe! der Herre thät; Vögel gedie- Mit deiner gnaden schein, Dein net haben Zu tisch dem Got- werthes wort uns friste, Als tesmann, Abends und morgens denn wir sicher sein. raben Brot und fleisch brachten an. 12. Hiemit ist nun vollendet Mein tagsgeschäft und sach, 9. So wollst du, Herr! Und bitt herzlich zum ende, uns geben Abends und mor Herr! den feirabend mach, gens brot, Und was zu die- Drauf der sabbath angehet, sem leben Uns allenthalben Der währt viel tausend jahr, noth; Dein engel wollst uns Dort ewiglich bestehet; Amen! schicken, Auf daß er uns be- das werde wahr. wahr Vors teufels list und stricken, So sind wir ohn gefahr. M. Ziegensped. V. Haustafel. 1. Geistlicher Stand. steht, Der nie untergeht, Wenn gleich die ganze welt Zertrümmert und zerfällt: Erhör, er Mel. Ein feste burg ist unser Gott. 571. Sefu, einig wah- hör uns, Jeſu. res Der 2. Laß uns, dein kleines heiligen gemeine, Die an dich, häufelein, Das sich zu dir be ihren heiland, glaubt Und nur kennet, Dir ferner anbefohlen auf dir alleine Als ihrem felsen sein; Erhalt uns ungetrennet. Geistlicher Stand. 445 Wort, tauf und abendmahl 7. Ach Jesu, ach wir bitten Laß in seiner zahl Und ersten dich In deinem Jesusnamen: reinigkeit Bis an den schluß Erhör, erhör uns gnädiglich, der zeit Zu unserm troste Sprich, Jesu, ja und amen. bleiben. Willt du uns Jesus sein, 3. Hilf, daß wir dir zu Sind wir, Jesu, dein; So aller zeit Mit reinem herzen halt dein Jesuswort, Und laß dienen; Laß uns das licht uns hier und dort Darüber der seligkeit, Das uns bisher jubiliren. 3. Menger+ 1734. geschienen, 3ur buße kräftig sein Und zum hellen schein, Mel. Ach Gott vom himmel, sich. Der unſern glauben mehrt, 572. menfch, wie ist sünden dein herz befromme christen machet. stellt? Hab achtung auf dein 4. Laß uns beim evangelio leben! Was trägt für frucht Gut, blut und leben wagen! dein herzensfeld? Sinds dor: Mach uns dadurch getrost und nen oder reben? Denn aus froh, Das schwere kreuz zu der frucht kennt man die saat, tragen; Gieb uns beständig. Auch, wer das land besäet hat, keit, Daß uns lust und leid Gott oder der verderber. Von dir nicht scheiden mag, 2. Ist nun dein herz dem Bis wir den jubeltag Bei dir wege gleich Und einer nebenim himmel halten. straßen, Da auf dem breiten 5. Auf unsers landesvaters lastersteig Die vögel alles frahaus Geuß von dem gnaden- ßen? Ach, prüfe dich! es ist throne Den segen deines blu- kein scherz; Ist so bewandt tes aus; Umstrahle seine krone dein armes herz, So bist du Mit deiner herrlichkeit, Ihm zu beklagen. zur sicherheit, Zu seiner feinde 3. Denn ist der same wegtrub, Und zum gewünschten gerafft, Vertreten und gefresschuß Uns seinen armen tin- sen, So hast du keine glaubenskraft, Noch seelenspeis zu dern. 6. Erbarm dich deiner chri- essen. Fällt dir ins ohr der stenheit, Vermehre deine heerde, same nur Und nicht ins herz, Für uns, dein armes häuf so ist die spur 3um leben ganz lein, streit, Daß es erhalten vertreten. werde; Den ärgernissen wehr, 4. Ist auch dein herze felWas dich haßt, bekehr, Was sen hart, Verhärtet durch die sich nicht beugt, zerbrich, Mach fünden, So ist der same schlecht endlich seliglich Un aller noth verwahrt Auf solchen felsengründen; Ein felsenstein hat ein ende. 446 Haustafel. keinen saft, Drum hat der gutes land die saat, So mußt ſame keine kraft Zu sprießen du ewig sterben. und zu schießen. 10. Herr Jesu, laß mein 5. So lang noch nicht zer- herze sein Zerknirschet und zer knirscht dein herz Und vom schlagen, Damit der same dringt gesetz zerschlagen Durch wahre berein, Und laß ihn früchte buße, reu und schmerz, So tragen, Die mir im himmel fanns nicht früchte tragen. folgen nach, Da ich sie finde Bedenk es wohl und thue buß; tausendfach; Das wünsch ich Glaub fest und falle Gott zu mit verlangen. fuß, So ist dein herz genesen. Laur. Laurentii+ 1722. 6. Oft ist das Herz auch Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem. dornen voll, Mit sorgen an573.vater der barm gefüllet, Oft lebet es in reichherzigkeit, Wir thum wohl; Da wird der danken dir mit innigkeit, Daß sam verhüllet, Ja er ersticket du unsre herzen berührt, Von ganz und gar, Und wird nicht Babylon haft ausgeführt. einmal offenbar, Das ist wohl 2. Versorg uns auch mit zu beklagen. allem fleiß, Mit dienern und 7. So geht es, wenn man geistlicher speis, Wie du denn nur um geld Und reichthum angefangen hast Nach aller sich bemühet, Und nur nach deines herzens lust; wollust dieser welt Mit aug 3. Damit wir all in einig und herzen siehet; Da kann keit, Erfüllet mit gerechtigkeit, kein gutes haben statt, Wo Durch Christum deinen lieben man der wollust nicht wird sohn, Erlangen ewig freud satt, Der same muß ersticken. und fron. Amen. 8. Doch ist, Gottlob, noch gutes land Auf dieser welt Böhmische Brüder. Mel. Hier legt mein sinn. zu finden, Das Gott, dem 574. Sollt ich aus furth bekannt, in vor menschenkin den herzensgründen Der same, dern Des geistes trieb in mir den Gott eingelegt, Noch hun verhindern, Und nicht, bei so dertfältig früchte trägt; Das viel heuchelschein Ein treuer sind die rechten herzen. zeuge Gottes sein? 9. Wer ohren hat, der höre 2. Sollt ich des höchsten doch, und prüfe sich ohn heu: wort verschweigen, Und nicht cheln, Dieweil es heute hei- dem hause Jacob zeigen, Wie Bet noch; Hie muß sich keiner schändlichs sichs vor Gott ver schmeicheln. Die zeit vergeht, stellt, Darum, weils menschen das ende naht; Fällt auf kein nicht gefällt? Geistlicher Stand. 447 3. Sollt ich den falschen ich hier trage? Wer forderts, christen heucheln, Und der gott- daß ichs ihnen sage? Ists losen rotte schmeicheln Um nicht des großen Gottes mund, eine hand voll zeitlich korn Der thut durch mich sich ihUnd zu entgehn der menschen nen fund? zorn? 11. Ei, sollt mein Gott 4. Sollt ich die bösen see mich auch nicht schützen Wenn len preisen, Die weder licht sie mit wüthen auf mich blinoch glauben weisen, Um gen? Sollt dessen huld in derer gunst und liebeswind, aller pein mir nicht ein süDie doch nur feinde Gottes ßes labsal sein? sind? 12. Du kennst mich ja, du 5. Sollt ich die Gottes menschenhüter, Daß mirs nicht finder nennen, Die weder Gott um die schnöden güter Zu noch Christus kennen, Die thun, noch um die gunst der bei der wahrheit hellem schein welt, Die manchen so gefanSo arg als blinde heiden sein? gen hält. 6. Wer sind sie denn, die 13. Die liebe Christi, die mich verlassen, und mich als mich dringet, Die ists, die ein fegopfer hassen? Wer sind mich im geiste zwinget, Mit sie, die so zorniglich Ihr herz rufen, locken, bitten, flehn, verbittern wider mich? Der menschen seelen nach zu gehn. 7. Es sind nur menschen, die mit fünden Und losen stri14. Darüber will ich gerne cken sich verbinden, Ein nichts, leiden, Kein kreuz noch ſpott ein gras, ein schnödes heu, Ein der bösen meiden; Sei du dampf und leicht geschätzte mir nur bei hohn und spott spreu! Nicht schrecklich, du getreuer 8. So hoch sie sind in Gott! ihren sinnen, So werden sie 15. Hier ist mein blut, doch endlich innen, Daß all mein armes leben! Soll ichs ihr thun zur höllen fährt bei deinem wort hingeben, Und nur auf kurze zeit hier Ja, Herr, dein will gescheh währt. an mir! Bring nur dadurch 9. Wer bin ich denn, den viel guts herfür. sie verschmähen? Ists denn 16. Ich weiß, dein wort auf mich nur angesehen? Ists wird endlich siegen, Das finstre Gott nicht, der mich reden reich muß unterliegen; Den heißt: Und treibt mich nicht sieg wird man in kurzem ſehn, sein werther geist? Solls auch durch märtrer blut 10. Weß ist das amt, das geschehn. austafel. 448 17. Ach! stärke mich doch schafe führt, Die er je zu tag auch, mein retter, Damit und nacht Wohl versorget und durch alle donnerwetter Mein bewacht. Aller heilgen ic. zeugniß fest und freudig sei! 7. Seiner hütten reiches gut Es ist gewagt! Gott, steh mir Lobt und stärkt uns herz und bei! 3. I. Winkler+ 1722. muth; Leib und feel wird ganz entzückt, Wenn uns seine lieb erquickt. Aller heilgen u. 8. Gieb, o Zion, preis dem Mel. Singen wir aus herzensgrund. 575. obt ihr frommen nah und fern, Herrn, Deinem fried- und Lobet unsern Gott und Herrn, freudenstern, Der als könig Der uns gnädig hat bedacht ist bei dir Und dich schü Und zu seinem volk gemacht. get für und für. Aller heil Aller heilgen frommer mund gen 2c. Mache durch dies ganze rund 9. Lobe, Zion, deinen Gott, Solche große güte fund! Der dich reißt aus aller noth 2. Wie viel tausend gehn Und sammt deinen kindern dich verlorn, Die er nicht zur heerd Hegt und segnet ewiglich. erkorn; Uns hat er so wohl Aller heilgen frommer mund bedacht Und zu seiner weide Mache durch dies ganze rund bracht. Aller heilgen frommer Solche große güte kund! mund Mache durch dies ganze rund Solche große güte kund! 3. Opfert ihm preis, ehr und ruhm, 2. Weltlicher Stand. Singet ihm im Mel. Herr Christ, der einig Gottes. heiligthum; Danket fiets dem 576. Allobrigitt treuen hort Für sein uns ge setzet feine schenktes wort. Aller heilgen ordnung ein, Wer sie dafür frommer 2c. nicht schätzet, Wird ohne straf 4. Da die finsterniß sogar nicht sein. Man soll in ehren Deckt die arme heidenschaar, halten Die Gottes stell ver Hat bei uns sein gnadenlicht walten, Der sie drum götter Alle nacht gemacht zunicht. nennt. Aller heilgen 2c. 2. Was sie amts halber 5. Da er jen im todesthal heißen, Muß man nicht wei Hin läßt irren allzumal, Hat gern sich; Gehorsam sich be er uns die rechte bahn 3u fleißen, Sind sie gleich wun dem leben kund gethan. Aller derlich. Gott kann ihr herz heilgen 2c. bald lenken, Damit sie doch 6. Er selbst ists, der uns bedenken, Daß sie sein unter regiert, Wie ein hirt die ihm, Weltlicher Stand. 449 3. Daß sie von ihrem les ihnen kraft und gnade, Daß ben, Was hier durch sie ge- sünde, schand und schade Durch schieht, Einst rechenschaft noch sie werd abgewandt. geben Dort müssen vor gericht; Auf daß von ihnen werde Ihr Mel. O Jesu Christ, meins lebens. anvertraute heerde Geliebet 577, beilige dreieinigD und gepflegt. keit, Erhalt uns 4. Durch sie uns Gott ver: unsre obrigkeit, Die deine leihet Ruh, sicherheit und schuß, treue vaterhand Gesetzet selbst Wir sind durch sie befreiet in diesen stand. Vor böser leute truß. Es 2. Dein guter geist sie leit müssen, die uns hassen, 3u- und führ, Und segne ihr thun fried uns dennoch lassen, Das für und für, Daß sie voll schafft die obrigkeit. weisheit und verstand Regiere christlich leut und land. 5. Darum ihr auch gebühret Schoß, schakung, dienst 3. Damit wir führen unund pflicht, Denn was ihr ter ihr Ein still, geruhig leben amt mit führet, Durch solches hier Und dermaleinst mit ihr, wird verricht; Und soll mans mein hort, Bestehen wohl im auf begehren Ohn murren himmel dort. und beschweren Entrichten williglich. Emilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt+ 1706. 3. Hausstand. 6. Wenn man zu dienst nur stehet Vor augen und zum schein, Daß man der straf entgehet; Da ist das Mel. Uch Gott vom himmel, sieh. herz nicht rein. Der hat ein 578. Ach Gott! laß dir 21% gut gewissen, Deß herz ist befohlen sein 3u so beslissen, Daß es die diesen bösen zeiten, Den theuren schak, die kinderlein Thu obern liebt. 7. Uch Herr! verleih uns sie zum guten leiten; Gar allen, Daß wir nach deinem bald die jugend wird verwort Den obern zu gefallen führt, Fa, bald ein alter sich Sein willig immerfort; Daß verirrt, In diesen letzten zeiwir als treue glieder Dem ten. haupt nicht sein zuwider, Daß für uns sorgt und wacht. 2. Dein vatertreu sie mir behüt, Dein gnad sie mir re8. Gott, der du uns ge- giere; Dein guter geist leit geben Christliche obrigkeit, Er- ihr gemüth, Daß niemand halt sie lang im leben Und sie verführe. Dir, Herr, ich deiner furcht allzeit; Gieb sie befehlen thu, Die engelwach Lutherisches Gesangbuch. 29 450 Haustafel. gieb ihnen zu, Daß keine plag| greifet selbst mit zu, Hat öf ters műh und selten ruh. fie rühre. 3. Und weil man dir, Herr, 5. Sie ist ein schifflein dienen soll In allen dreien auf dem meer; Wenn dieses ständen, So mach sie deiner kommt, so kommts nicht leer, weisheit voll, Daß weg und So schafft auch sie aus allem weis fie finden, 3u dienen ort Und setzet ihre nahrung dir in der gemein; Du, Herr, fort. am besten weißt allein, Ihr thun zu nuß anwenden. 6. Sie schläft mit sorg, ist früh heraus, Giebt futter, 4. Dir, mein Gott, ich er- wo sie soll, im haus, Und ziehe sie, In deiner furcht fpeist die dirnen, deren hand und treue; Schaff, daß kein 3u ihren diensten ist gewandt. arbeit, sorg und müh Ins 7. Sie gürtet ihre lenden künftig mich gereue, Sondern fest Und stärket ihre arm aufs vielmehr in ewigkeit Meiner best, Ist froh, wenns wohl kinder glückseligkeit Mich in- von statten geht, Worauf ihr nerlich erfreue. sinn und herze steht. J. Wegelin um 1600. Sprüche Sal. 31. Mel. Wo Gott zum haus nicht. 8. Wenn andre löschen feur und licht, Verlöschet ihre leuchte nicht; Ihr herze wa 579. Ein weib, das Gott chet tag und nacht Zu Gott, den Herren liebt der tag und nacht gemacht. Und sich stets in der tugend 9. Sie nimmt den rocken, übt, Ist viel mehr lobs und setzt sich hin Und schämt sich liebenswerth Als alle perlen nicht, daß sie ihn spinn, Ihr auf der erd. finger faßt die spindel wohl 2. Jhr mann darf mit dem Und macht sie schnell mit garne herzen frei Verlassen sich auf voll. ihre treu; Sein haus ist 10. Sie hört gar leicht voller freud und licht, Un der armen bitt, st gütig, nahrung wirds ihm mangeln theilet gerne mit; Ihr haus und alles hausgesind, Ist nicht. 3. Sie thut ihm liebes und wohl verwahrt vor schnee und kein leid, Durchfüßet seine wind. lebenszeit, Sie nimmt sich 11. Sie näht, fie stict, seines kummers an Mit troft sie wirkt mit fleiß, Macht und rath, so gut sie kann. decken nach der fünstler weiß, 4. Die woll und flachs sind hält sich selbst sauber, weiße ihre lust, Was hierzu dient seid Und purpur ist ihr schöist ihr bewußt, Ihr händlein nes kleid. Hausstand. 451 12. Ihr mann ist in der Mel. Nicht so traurig, nicht so sehr. ſtadt berühmt, Beſtellt ſein 580. Poller wunder, amt, wie geziemt; Er geht, steht und sitzt oben an, Voller weisheit, voller kraft, Und was er thut ist wohlgethan. Voller hulde,' gnad und gunst, 13. Ihr schmuck ist, daß sie Voller labsal, trost und saft; reinlich ist, Ihr ehr ist, daß Voller wunder, sag ich noch, sie ist gerüst Mit fleiße, der Ist der keuschen liebe joch. gewiß zuletzt Den, der ihn liebet, hoch ergötzt. 2. Die sich nach dem angesicht Niemals hier bevor 14. Sie öffnet ihren weisen gekannt, Auch sonst im gemund, Thut kindern und ge- ringsten nicht Mit gedanken sinde fund Des höchsten wort, zugewandt, Derer herzen, deund lehrt sie fein Fromm, ehr- rer hand Knüpft Gott in ein bar und gehorsam sein. liebesband. 15. Sie schauet, wies im 3. Dieser vater zeucht sein hause geht Und wie es hie kind, Jener seins dagegen und dorten steht; Sie ist ihr auf, Beide treibt ihr sondrer brot und sagt dabei, Wie so wind Ihre sondre bahn und groß unrecht faulsein sei. lauf; Aber wenn die zeit 16. Die föhne, die ihr Gott nun dar Wirds ein wohlgebescheert, Die halten sie hoch, rathnes paar. lieb und werth; Ihrmann, der 4. Hier wächst ein geschicklobt sie spät und früh, Und ter sohn, Dort ein edle tochter preiset selig sich und sie. zu, Eines ist des andern kron, 17. Viel töchter bringen geld Eines ist des andern ruh, und gut, Sind zart an leib und Eines ist des stolz an muth; Du aber, meine Wissens aber beide nicht. andern licht; kron und zier, Gehst wahrlich ihnen allen für. 5. Bis so lang es dem beliebt, Der die welt im schooße Und zur rechten stunde giebt Jedem, was ihm wohlgefällt; Da erscheint im werk und that Der so tief verborgne rath. 18. Was hilft der äußerliche hält schein? Was ists doch, schön und lieblich sein? Ein weib, das Gott liebt, ehrt und scheut Das soll man loben weit und breit. 19. Die werke, die sie hier verricht, Sind wie ein schönes helles licht; Sie dringen bis zur himmelspfort Und werden leuchten hie und dort. P. Gerhardt+ 1676. 6. Dawählt hasverus blick Sich die stille Esther aus, Den Tobias führt das glück In der frommen Sara haus, Davids bald gewandter will Holt die klug Abigail. 29* 452 Spaustafel. 7. Jacob fleucht vor Esaus und fort, Liebe zieret ihren schwert Und trifft seine Ra- tisch Und verzuckert alle wort, hel an, Joseph dient auf frem Liebe giebt dem herzen rast der erd Und wird Usnath herr In der müh und sorgen last. und mann, Mose spricht bei Jethro ein, Da wird die Zi pora sein. 14. Gehts nicht allzeit wie es soll, Ist doch diese liebe still; Hält sich in dem kreuze 8. Jeder findet, jeder nimmt, wohl, Denkt, es sei des Herren Was der höchst ihm außersehn. will, Und versichert sich mit Was im himmel ist bestimmt, freud Einer künftig bessern zeit. Pflegt auf erden zu geschehn; 15. Unterdessen geht und Und was denn nun so ge- fleußt Gottes reicher segens: schicht, Das ist sehr wohl bach, Speist die leiber, tränkt ausgericht. den geist, Stärkt des hauses 9. Defters denkt man: dies grund und dach; Und was und dies Hätte können besser klein, gering und bloß, Macht sein; Aber wie die finsterniß er mächtig, viel und groß. Nicht erreicht den sonnenschein, 16. Endlich, wenn nun ganz Also geht auch menschensinn vollbracht, Was Gott hier in Hinter Gottes weisheit hin. dieser welt Frommen kindern 10. Laß zusammen, was zugedacht, Nimmt er fie ins Gott fügt, Der weiß, wies himmelszelt Und drückt sie am besten sei; Unser denken mit großer lust Selbst an sei fehlt und trügt, Sein gedank nen mund und brust. ist mangelfrei. Gottes werk 17. Nun fo bleibt ja voller hat festen fuß, Wenn sonst gunst, Voller labsal, troft und alles fallen muß. faft, Voller wunder, voller 11. Siehe frommen kindern kunst, Voller weisheit, voller zu, Die im heilgen stande kraft; Voller wunder, sag ich stehn, Wie so wohl Gott ih- noch, Bleibt der keuschen liebe nen thu, Wie so schön er lasse joch. gehn Alle thaten ihrer händ Auf ein gutes selges end. P. Gerhardt 1676. 12. Threr tugend werther 581. Wie ſchön isb Steht Mel. Wie schön leuchtet der. ists doch, Herr Jesu Chrift, blüth; Wenn sonst aller liebe Sm stande, da dein segen ist. blum Als ein schatten sich ver- Im slande heilger ehe! Wie zieht, Und wenn aufhört alle steigt und neigt sich deine gab treu; Ist doch ihre treue neu. Und alles gut so mild herab 13. Ihre lieb ist immer Aus deiner heilgen höhe, frisch Und vergnügt sich fort Wenn sich Un dich Fleißig An Hausstand. 453 halten Jung und alten, Die seines mundes starkes wort im orden Eines Lebens einig Macht, daß dein auge schauet worden. Schöne Söhne Und die töch= 2. Wenn mann und weib ter, Die den rocken Fein absich wohl begehn Und unver- spinnen Und mit kunst die rückt beisammen stehn Im zeit gewinnen. bunde reiner treue, Da geht 6. Sei gutes muths; wir das glück in vollem lauf, Da sind es nicht, Die diesen orsieht man wie der engel hauf den aufgericht, Es ist ein Im himmel selbst sich freue. höhrer vater. Der hat uns Kein sturm, Kein wurm Kann je und je geliebt und bleibt, zerschlagen, kann zernagen, wenn unsre sorg uns trübt, Was Gott giebet Dem paar, Der beste freund und rather; das in ihm sich liebet. Anfang, Ausgang Aller sa3. Vor allen giebt er seine chen, Die zu machen Wir gnad In deren schooß er früh gedenken, Wird er wohl und und spat Sein hochgeliebten weislich lenken. heget. Da spannt sein arm 7. 3war bleibts nicht aus, sich täglich aus, Da faßt er es tömmt ja wohl Ein stünd: uns und unser haus Gleich lein, da man leidens voll Die als ein vater pfleget. Da muß thränen lässet schießen; JeEin fuß Nach dem andern dennoch, wer sich in geduld Gehn und wandern, Bis sie Ergiebt, deß leid wird Gottes kommen In das zelt und sit huld In großen freuden schlieder frommen. ßen. Size, Schwitze Nur ein 4. Der mann wird einem wenig; Unser könig Wird bebaume gleich, An ästen schön, hende Machen, daß die angst an zweigen reich; Das weib sich wende. gleich einem reben, Der seine 8. Wohl her, mein könig! träublein trägt und nährt Und sich je mehr und mehr vermehrt mach herzu! Gieb rath in Mit früchten, die da leben. kreuz, in nöthen ruh, In äng= Wohl dir, zier, Mannes- sten trost und freude! Deß sonne, Hauseswonne, Ehren- sollst du haben ruhm und frone; Gott denkt dein bei preis; Wir wollen fingen beseinem throne. ster weis Und danken alle 5. Dich, dich hat er ihm beide, Bis wir Bei dir Deiauserkorn, Daß aus dir werd nen willen Zu erfüllen, Deiherausgeborn Das volk, das nen namen Ewig loben wersein reich bauet; Sein wunderwerk geht immer fort Und den. Amen! P. Gerhardt † 1676. 454 Haustafel. Psalm 128. Gotts furchte 3. Wohl, wenn ein solches Mel. Vom himmel hoch da komm. haus der welt Ein vorbild vor 582. Wohl dem, der in die augen stellt, Daß ohne steht, Und auch auf seinem werk nichts ist und heißt. gottesdienst im geist Das äußre wege geht! Dein eigen hand 4. Wohl, wenn das räuchdich nähren soll, So lebst du werk im gebet Beständig in recht und geht dir wohl. die höhe geht, Und man nichts 2. Dein weib wird in deim treibet fort und fort, Als Got hause sein Wie eine reb voll tes werk und Gottes wort. trauben fein, Und dein kin= 5. Wohl, wenn im äußer: der um deinen tisch Wie öl- lichen stand Mit fleißiger, ge pflanzen, gesund und frisch. treuer hand Ein jegliches nach 3. Sieh, so reich segen seiner art Den geist der einhängt dem an, Wo in Gotts tracht offenbart. furchte lebt ein mann; Von ihm 6. Wohl, wenn die eltern läßt der alt fluch und zorn, Den gläubig sind, Und wenn sie menschenkindern angeborn. kind und findeskind Versäu 4. Uus zion wird Gott men nicht am ewgen glüd! segnen dich, Daß du wirst Dann bleibet ihrer keins zurüd. schauen stetiglich Das glück 7. Wohl solchem haus! denn der stadt Jerusalem, Vor Gott in gnaden angenehm. es gedeiht; Die eltern werden hoch erfreut, Und ihren findern sieht mans an, Wie Gott die seinen ſegnen kann. 5. Fristen wird er das le ben dein, und mit güte stets bei dir sein, Daß du sehen wirst kindeskind, Und daß Israel friede findt. M. Luther+ 1546. Mel. Wo Gott zum haus nicht. ohl einem haus, 583. Wohl wo Jesus Christ Allein das all in allem ist 8. So mach ich denn zu dieser stund Sammt meinem hause diesen bund: Wich alles volk auch von ihm fern, Sch und mein haus stehn bei dem Herrn! Ch. K. e. Pfeil+ 1784. Mel. In allen meinen thaten. allen Ja wenn er nicht darinnen 584. Du follt in det wär, arm und leer! wie fachen Von Gott den anfang machen Aus treuer 2. Wohl, wenn der mann, schuld und pflicht. Wem haft das weib, das kind Im rech- du dank zu geben, Als ihm ten glauben einig sind, zu für heil und leben? Von dir dienen ihrem Herrn und Gott entspringt es nicht. Nach seinem willen und gebot! 2. Was will dein kaltes Hausstand. 455 sinnen, Du staub der zeit, einigkeit. Hilf uns, Herr, in beginnen, Legt er nicht hülfe allen dingen Und laß alles bei? Der mensch mit seinem wohl gelingen. dichten Weiß wenig auszurichten, Das gut zu heißen sei. 3. Hilf uns, Herr, auf allen seiten, Im gelück und 3. Drum sei nicht zu ver ungelück, Kämpfen, streiten wegen Auf deines amtes ste- und arbeiten Wider satans gen, Und bilde dir nicht ein, list und tück, Wider fleisches Als könntest du vertrauen luft und pracht, Wider weltAuf deine kräfte bauen, Die lich ehr und macht. Hilf uns, doch kaum deine sein. Herr, in allen dingen Und 4. Schlag an die himmels- laß alles wohl gelingen. pforten Mit starken glaubens- 4. Hilf uns, Herr, aus worten; Da bitte beistand aus. allem leiden In der letzten Daher wird segen fließen Und todesnoth, Laß uns fahren reichlich sich ergießen Auf dei: hin mit freuden, nen hof und haus. Und durch Kommen deinen bittern tod 5. Wo seine hand gereget in das paradeis, Uns zur Den grund zur arbeit leget, freude, dir zum preis. Hilf Da zeucht der segen ein; Ver- uns, Herr, in allen dingen fehrt er sein gesichte, So wird und laß alles wohl gelingen. ein werk zu nichte, Wie gut die meister sein. 5. Hilf uns, Herr, in letzten zügen, Hilf! nach unsrer A. Tscherning+ 1659. zuversicht Laß uns ritterlich Mel. Freu dich sehr, o meine seele. obsiegen Und zu schanden wer585. Hilf uns, Herr, in den nicht. Herr Jeſu! allen dingen, deine hand Leist uns hülfe Daß wir unser amt und werk und beistand, Daß wir nach Wohl anfangen und vollbrin- vollbrachtem ringen Lob und gen! Sieb uns weisheit, kraft dank dir ewig bringen. und stärk! Ohne deine segenshand Ist verloren stadt M. Rinckart+ 1649. Psalm 127. Eigne Melodie. und land. Hilf uns, Herr, 586. Mo Gott zum haus alles in allen wohl gelingen. 2. Hilf uns, Herr, an allen orten, Wo wir dein bedürftig sein; Brich der höllen macht und pforten, Und gieb deinem nicht giebt sein gunst, So arbeit jedermann umsonst. Wo Gott die stadt nicht selbst bewacht, So ist umsonst der wächter macht. 2. Vergebens, daß ihr früh häufelein Und der ganzen aufsteht, Dazu mit hunger christenheit Liebe, fried und schlafen geht, Und eßt nur brot 456 Haustafel. 3. mit ungemach; Denn wems, 5. Oder wenn armuth drückGott gönnt, giebt ers im schlaf. te mich, 3um stehlen möcht Nun sind sein erben gerathen ich, Oder mit fünd unsre kind, Die uns von ihm trachten nach gut Ohn Got gegeben sind; Gleich wie die tes scheu, wie mancher thut. pfeil ins starken hand, So ist 6. Des Herren segen ma die jugend Gott bekannt. chet reich Ohn alle sorg, wenn 4. Es soll und muß dem du zugleich In deim stand gschehen wohl, Der dieser hat treu und fleißig bist Und thust, sein köcher voll; Sie werden was dir befohlen ist. P. Eber+ 1569. nicht zu schand noch spott, Vor ihrem feind bewahrt sie Gott. 5. Ehr sei dem vater und Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem. dem sohn Sammt heilgem 588. Wo Gott nicht ſel geist in einem thron; ber das ihm auch also sei bereit Von haus, So richtet keine müh nun an bis in ewigkeit. was aus; Wo Gott die stadt nicht selbst bewacht, So schütt fie keine stärk noch macht. 2. Es ist umsonst, daß ihr Früh morgens, und J. Kohlroß+ 1558. Spr. Sal. 30, 7-9. Mel. O Jesu, du mein bräutigam. wei ding, o Herr! aufsteht 587. geht, Daß ihr Die wollest du nicht weigern eur brot eßt ohne ruh Und mir, Weil ich in diesem elend bringt die zeit mit sorgen zu. bin, Eh mich mein stündlein nimmt dahin. 3. Wer bei der arbeit Gott ruft an, Befindet, daß er wohl 2. Verfälschte lehr, abgötte: gethan; Denn es Gott denen, rei, Auch lügen ferne von die er liebt, Im schlaf und mir sei. Armuth und reich ohne sorgen giebt. thum gieb mir nicht, Doch solches ich noch ferner bitt: 4. Sieh, kinder sind des höchsten gab, Viel edler, denn 3. Ein ziemlich nothdurft all andre hab; Gott ist schaff dem leib, Daß ich kann der leibesfrucht verehrt, Wenn nähren kind und weib, Daß er der eltern bitt erhört. kein noth oder mangel sei, 5. Wie pfeile in des star: Und auch kein überfluß dabei. ken hand, So ists mit knaben 4. Sonst, wenn ich würd auch bewandt; Wo man die zu fatte sein, Verläugnet ich jugend wohl erzieht, Biel gu den Herren mein Und saget: tes da gewiß geschieht. was frag ich nach Gott? Ich 6. Wohl dem, dem Gott bin versorgt in aller noth! durch seine gnad Biel fromme Hausstand. 457 söhn bescheeret hat! Der wird Herr, zu dir hinauf, Auf daß zu schanden nimmermehr, Er sammt ihnen wir zugleich Dich hat bei freund und feinden preisen dort in deinem reich. ehr. 15. Gott vater, sohn und 7. Hilf, Gott, daß ja die heilger geist, Von dem uns kinderzucht Geschehe stets mit alle gnad herfleußt, Wir lonuß und frucht, Daß aus ben dich, wir danken dir Mit der kindermund dir werd Ein unsern kindern für und für. lob bereitet auf der erd. D. Denicke+ 1680. 8. Laß sie den eltern, ins Mel. Herr Jesu Christ, dich zu. gemein Den obern auch ge: 589. Das walt Gott vaz Und meiden all ter und ihr lebenlang Den eignen sinn sohn Und heilger geist im und müssigang. höchsten thron! Damit fang 9. Gieb ja, daß ihnen ich die arbeit an, Hilf, daß mangle nicht Heilsame lehr ich sie vollenden kann. und unterricht, Damit aus 2. Gieb, mein Gott, daß deinem wort und mund Ihr sie glücklich sei, Mein handglaub mög haben festen grund. werkszeug auch benedei Und 10. Darinnen laß sie sein alle anschläg so regier, Daß gewiß, Auch fliehen schand alles recht und wohl ich führ. und ärgerniß, Daß man da- 3. Laß meinen sauren selbsten sie nicht findt, Wo schweiß und fleiß Gereichen sich versammelt leicht gesind. erst zu deinem preis Und dann So gieb 11. Durch deine weisheit, zu meinem nuß dabei, Doch macht und güt Vor allem daß ich niemand schädlich sei. unfall sie behüt; Führ du sie 4. Was ich verrichte groß selbst auf rechter bahn, Da- und klein, Dabei laß deinen mit ihr fuß nicht gleiten kann. segen sein Und weil ich nicht 12. Hilf, daß sie dich, Gott, groß gut vermag, überall Vor augen haben all mir nöthigen verlag. zumal, Und sich befleißen je- 5. Nimm dich auch meines derzeit Der tugend, zucht und volkes an, So ohne dich nichts schaffen kann, Steh ihnen bei, 13. Wo sie ausgehen oder gieb ihnen ein, Daß sie fromm, ein, Da laß du sie gesegnet treu und fleißig sein. sein, Daß sie die lebenszeit 6. Nun Herr, durch deine und jahr Zubringen christlich milde hand Gesegne mich in immerdar. meinem stand, Bring uns auch ehrbarkeit. 14. Wenn sich dann endet endlich allzugleich Mit freuden auch ihr lauf, So nimm sie, in dein himmelreich. 458 Haustafel. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. geworden, Und wie für mich 590. frommer Gott, Der vater fich Bemühet aller ich orten. - Hausstand. Daß du so liebe eltern mir 5. Gieb meinen eltern fried Aus gnaden hast gegeben Und und ruh, Es decke sie dein noch zur zeit Sie mir zur segen zu, Hilf ihr kreuz ihnen freud Erhalten bei dem leben. tragen; Behüte sie Doch spat 2. Verzeihe mir die misse- und früh Vor trübsal, angst that, Die dich und sie belei- und plagen. digt hat; Laß mich es nicht 6. Und wenn dahin ist ihre entgelten, Daß ich, mein Gott, zeit, So führ sie aus der Auf dein gebot Geachtet hab sterblichkeit Hinauf zum reich so selten. der ehren. Ich bringe dir 3. Gieb mir ein herz, das Viel lob dafür Wenn du mich dankbar sei, Und meiner eltern wirst erhören. eifer scheu, Nichts thu, was ihn erreget, Auch nimmermehr 591. Herr Jeju, Eigne Melodie. Jesu, dir leb Sich ihrer lehr Aus bosheit widerleget. dir sterb ich, Herr Jesu, dein 4. Laß mir oft kommen in bin ich Todt und lebendig! den sinn, Wie sauer ich der Mach du mich fromm, Und mutter bin Von anfang her endlich ewig selig! Amen. Anhang. Lateinische Hymnen und Sequenzen. Conditor alme syderum. 7. Laus, honor, virtus, gloria, Deo patri cum filio, I. Conditor alme syde- Sancto simul paraclito, In rum, Aeterne lux sempiterna secula. Amen. credentium, Christe redemAmbrosius, Bischof von tor omnium, Exaudi preces Mailand+397. supplicum. 2. Qui condolens interitum Mortis perire seculum, Hymnus ad vesperas. II. O lux beata, trinitas Donans reis remedium. Et principalis unitas, Jam sol recedit igneus: 3. Urgente mundi ves- Infunde lumen cordibus. pere, Uti sponsus de tha- 2. Te mane laudum carlamo, Egressus honestis- mine, Te deprecemur vessima Virginis matris clau- pere, Te nostra supplex gloria Per cuncta laudet sula. 4. Cujus forti potentiae secula. Genu curvantur omnia, Coelestia, terrestria, Fatentur nutu subdita. Ambrosius, Bischof von Mailand 397. 5. Occasum sol custo- Hymnus in nativitate Domini. diens, Luna pallorem retinens, relucens Certos observat limites. Candor in astris III. Veni redemtor gentium, Ostende partum virginis, Miretur omne 6. Te deprecamur Hagie, seculum, Talis partus decet Venture judex seculi, Conserva nos in tempore Hostis a telo perfidi. Deum. 2. Non ex virili semine Sed mystico spiramine Ver Anhang. 460 bum dei factum est caro Fructusque ventris floruit. 3. Lavacra puri gurgitis Coelestis agnus attigit, Pec3. Alvus tumescit virgi- cata quae non detulit, Nos nis, Claustra pudoris per- abluendo sustulit. manent, Vexilla virtutum 4. Novum genus potenmicant, Versatur in templo tiae: Aquae rubescunt hyDeus. driae, Vinumque jussa funMutavit unda origiSHO 4. Procedens de thalamo dere, Pudoris aula regia nem. Geminae gigas substantiae 5. Gloria tibi Domine, Alacris ut currat viam. Qui apparuisti hodie, Cum 5. Egressus ejus a pa- patre et sancto spiritu, In tre Regressus ejus ad pa- sempiterna secula. trem, Excursus usque ad inferos, Recursus ad sedem Dei. Coelius Sedulius. 5. Jahrhundert. 6. Aequalis aeterno patri Carnis trophaeo accingere Infirma nostri corporis Virtute firmans perpetim. Hymnus de passione Christi. V. Vexi exilla regis prode7. Praesepe jam fulget unt, Fulget crucis tuum Lumenque nox spirat mysterium Quo carne carnovum Quod nulla nox in- nis conditor Suspensus est terpolet Fideque jugi luceat. patibulo: 8. Gloria tibi domine. 2. Quo vulneratus insuQui natus es de virgine, per Mucrone diro lanceae, Cum patre et sancto spiritu Ut nos lavaret crimine MaIn sempiterna secula. navit unda et sanguine. Ambrosius, Bischof von Mailand+ 397. 3. Impleta sunt, quae cecinit David fideli carmine, Dicendo nationibus: Herodes hostis impie. Regnabit a ligno Deus. IV. Her erodes hostis im- 4. Arbor decora et fulpie, Christum ve- gida, Ornata regis purpura, nire quid times? Non arripit Electa digno stipite Tam mortalia Qui regna dat coe- sancta membra tangere. lestia. 5. Beata cujus brachiis, 2. Ibant magi, quam vide- Pretium pependit seculi, rant Stellam sequentes prae- Statera facta est corporis viam, Lumen requirunt lu- Praedam tulitque tartari. mine, Deum fatentur munere. 6. O crux ave, spes unica, Lateinische Hymnen und Sequenzen. Hoc passionis tempore: Hymnus de ascensione Auge piis justitiam Reisque dona veniam. Domini. 461 Venantius Fortunatus. 6. Jahrhundert. tio, Amor et desi7. Te summa Deus Tri- VII. Jesu, nostra redemnitas Collaudat omnis spi- derium, Deus creator omniritus: Quos per crucis my- um Homo in fine temporum: sterium Salvas, rege per secula. 2. Quae te vicit clementia, Ut nostra ferres crimina, Crudelem mortem patiens Ut nos a morte tolleres? Hymnus in coena Domini. VI. Rex 3. Inferni claustra penetrans, Tuos captivos rediex Christe factor mens, Victor triumpho noomnium Redem- bili Ad dextram patris retor et credentium, Placare sidens. votis supplicum, Te laudibus colentium. 4. Ipsa te cogat pietas ,. Ut mala nostra superes 2. Cujus benigna gratia Parcendo, et voti compoCrucis per alma vulnera tes Nos tuo vultu saties. Virtute solvit ardua Primi 5. Tu esto nostrum gauparentis vincula. dium, Qui es futurus prae3. Qui es creator syde- mium: Sit nostra in te rum, Tegmen subisti car- gloria Per cuncta semper neum, Dignatus hane vilissecula. simam Pati doloris formulam. 8. Jahrhundert. Hymnus in die Pentecostes. 4. Ligatus es, ut solveres Mundi ruentis complices, Per probra tergens VIII. Veni creator spicrimina Quae mundus auxit plurima. tuorum visita, Imple superna 5. Cruci redemtor figeris gratia Quae tu creasti pecTerram sed omnem concutis, tora. 2. Qui paracletus diceris, Donum Dei altissimi, Fons Tradis potentem spiritum Nigrescit atque seculum. 6. Mox in paternae glo- vivus, ignis, caritas, Et riae Victor resplendens cul- spiritalis unctio. mine Cum spiritus muni3. Tu septiformis munere, mine, Defende nos, rex Dextrae Dei tu digitus, Tu rite promissum patris, SerGregorius I. 6. Jahrhundert. mone ditans guttura. optime. Anhang. 462 4. Accende lumen sensi- cordis intima Tuorum fidebus, Infunde amorem cor- lium. dibus, Infirma nostri cor- 6. Sine tuo numine Nihil poris Virtute firmans per- est in homine, Nihil est petim. innoxium. 5. Hostem repellas lon- 7. Lava quod est sordigius, Pacemque donans dum, Riga quod est aridum, protinus, Ductore sic te praevio Vitemus omne noxium. Sana quod est saucium. 8. Flecte quod est rigidum, Fove quod est frigidum, 6. Per te sciamus da pa- Rege quod est devium. trem, Noscamus atque fili9. Da tuis fidelibus In um, Te utriusque spiritum te confidentibus Sacrum Credamus omni tempore. 8. Jahrhundert. Sequentia de nativitate Domini. septenarium. 10. Da virtutis meritum, Da salutis exitum, Da perenne gaudium. Robert, König von Frankreich+ 1031. IX. G rates nunc omnes reddamus Domino Deo Qui sua nativitate Nos Antiphona de St. Spiritu. liberavit de diabolica pote- XI. Veni sancte spiristate. Huic oportet, ut canaReple tuomus cum angelis: Semper rum corda fidelium Et tui gloria in excelsis. amoris in eis ignem accende, Qui per diversitatem linguarum cunctarum Gentes in Notker der Aeltere+ 912, Sequentia de St. Spiritu. unitatem fidei congregasti. X. Veni eni sancte spiritus Halleluja, Halleluja. 11. Jahrhundert. Et emitte coelitus Lucis tuae radium. 2. Veni pater pauperum, Veni dator munerum, Veni lumen cordium. Antiphona de morte. Tedia vita in morte sumus: Quem 3. Consolator optime, quaerimus adjutorem, nisi Dulcis hospes animae, Dul- te, Domine? Qui pro pecce refrigerium. catis nostris juste irasceris, 4. In labore requies, In Sancte Deus, sancte fortis, aestu temperies, In fletu sancte et misericors salvator Amarae morti ne tra5. 0 lux beatissima, Reple das nos. 11. Jahrhundert. solatium. XII. Media Lateinische Hymnen und Sequenzen. 463 Jubilus rhythmicus de cedo ineffabilis, Totus denomine Jesu. siderabilis: 10. Mane nobiscum, DoXIII. Jesu, dulcis me- mine, Et nos illustra lumoria Dans mine, Pulsa mentis calivera cordi gaudia, Sed gine, Mundum replens dulsuper mel et omnia Ejus cedine. dulcis praesentia. 11. Quando cor nostrum 2. Nil canitur suavius, visitas, Nunc lucet ei veriNil auditur jucundius, Nil tas, Mundi vilescit vanitas, cogitatur dulcius, Quam Je- Et intus fervet caritas. sus, Dei filius. 12. Amor Jesu dulcissi3. Jesu, spes poeniten- mus Et vere suavissimus, tibus, Quam pius es pe- Plus millies gratissimus, tentibus, Quam bonus te Quam dicere sufficimus. quaerentibus, Sed quid invenientibus? 13. Hoc probat ejus passio, Hoc sanguinis effusio, 4. Jesu, dulcedo cordium, Per quam nobis redemtio Fons vivus, lumen mentium, Datur et Dei visio. Excedens omne gaudium Et omne desiderium. 14. Jesu mi bone, sentiam Amoris tui copiam: Da mihi 5. Nec lingua valet di- per praesentiam Tuam vicere, Nec littera exprimere: dere gloriam. Expertus potest credere, 15. Qui te gustant, esuQuid sit, Jesum diligere. riunt, Qui bibunt adhuc 6. Jesum quaeram in sitiunt, Desiderare nescilectulo, Clauso cordis cu- unt, Nisi Jesum, quem dibiculo: Privatim et in pu- ligunt. blico Quaeram amore sedulo. 16. Jesu, decus angelicum, In aure dulce canticum, 7. Cum Maria diluculo In ore mel mirificum, In Jesum quaeram in tumulo, corde nectar coelicum. Clamore cordis querulo 17. Desidero te millies: Mente quaeram non oculo. Mi Jesu, quando venies, 8. Tumbam perfundam Me laetum quando facies, fletibus, Locum replens Me de te quando saties? gemitibus Jesu provolvar 18. Veni, veni, rex oppedibus Strictis haerens am- time, Pater immensae gloplectibus. riae, Affulge menti cla9. Jesu, rex admirabilis rius, Jam exspectatus saeEt triumphator nobilis, Dul- pius. Unhang. 464 19. Coeli cives occurrite, Quod sum causa tuae viae, Portas vestras attollite, Ne me perdas illa die. Triumphatori dicite: Ave Jesu rex inclyte! 10. Quaerens me sedisti lassus, Redemisti crucem passus: Tantus labor non sit cassus. Bernhard von Clairvux. 12. Jahrhundert. 11. Juste judex ultionis, Sequentia in die omnium Donum fac remissionis Ante animarum. diem rationis. XIV. Dies ies irae, dies 12. Ingemisce tanquam illa Solvet reus, Culpa rubet vultus saeclum in favilla, Teste meus: Supplicanti parce David cum Sibylla. Deus. 2. Quantus tremor est 13. Qui Mariam absolvifuturus, Quando judex est sti Et latronem exaudisti, venturus Cuncta stricte dis- Mihi quoque spem dedisti. 14. Preces meae non cussurus. 3. Tuba mirum spargens sunt dignae: Sed tu bonus sonum Per sepulcra regio- fac benigne, Ne perenni num Coget omnes ante cremer igne. thronum. 15. Inter oves locum 4. Mors stupebit et na- praesta, Et ab hoedis me tura, Quum resurget crea- sequestra, Statuens in parte tura Judicanti responsura. dextra. 5. Liber scriptus profe16. Confutatis maledictis, retur, In quo totum conti- Flammis acribus addictis, netur, Unde mundus judi- Voca me cum benedictis. cetur. 17.( Oro supplex et Cor contritum quaGere curam mei 6. Judex ergo quum se- acclinis, debit, Quidquid latet appa- si cinis rebit, Nil inultum remane- finis.) bit. Thomas von Celano. 13. Jahrhundert. 7. Quid sum miser tum dicturus, Quem patronum rogaturus, Quum vix justus sit securus? 8. Rex tremendae maje- XV.Qdavere, Quibus uem pastores laustatis, Qui salvandos salvas tatis. gratis, Salva me, fons pie- angeli dixere: Absit vobis jam timere, Natus est rex 9. Recordare Jesu pie, gloriae; Ad quem reges Canticum de nativitate Domini. Deutsche Lieder und Leiche. 465 ambulabant Aurum, thus, 2. Mortem qui passus myrrham portabant, Immo- pridie Miserrimo pro holabant haec sincere Leoni mine. Halleluja. victoriae. 3. Mulieres o tremulae 2. Exultemus cum Maria In Galilaeam pergite. HalIn coelesti hierarchia, Na- leluja. tum promat voce pia Laus 4. Discipulis hoc dicite honor et gloria, Christo regi, Quod surrexit rex gloriae. deo nato, Per Mariam nobis Halleluja. dato Merito resonat vere, Dulci cum melodia. 5. In hoc paschali gaudio Benedicamus Domino. 14. Jahrhundert. Halleluja. 6. Laudetur sancta triniSurrexit Christus hodie. tas. Deo dicamus gratias. urrexit Christus Halleluja. hodie Humano pro solamine. Halleluja. XVI. Surre 15. Jahrhundert. Deutsche Lieder und Leiche. Gebet. Des Himmels Freude. XVII. Du himilisko XIX. rist gewaltik unde trohtin stark, Der ze winnade uns mit mahtin In din naht geborn wart: Daz ist selbes riche So so dir giliche. der heilige Krist. Ja lobt in 2. Trohtin Christ in his allez daz dir ist, Niewan der mile, Mit dines fater segane, tievel eine: Dur finen grozen Ginade uns in evun Daz übermut So wert ime, diu wir ni liden wewun. helle zeteile. Freisinger Handschrift. Gebet. XVIII. S 2. In der helle ist michel unrat: Swer da heimute hat, Die sunne schienet nie so lieht, ot, thir eigen. Der mane hilfet in niet, Noh haf ist, Thaz der liehte sterne: Ja műet io genathih bist: Intfaa geba in allez daz er sieht; Ja wär unsar, Thas bethurfun wir sar. er da ze himmel also gerne. Thaz uns, thio ketinun Bindent In himelrich ein hus thero fundun, Thinero mildo stat: Ein guldin wek dar in Genad intbinde baldo. Die siule die fint mer9. Jahrhundert. melin: Die zieret unsre treh3. gat: Lutherisches Gesangbuch. 30 466 Anhang. tin Mit edelen gesteine: Da prise! Sit ich von dir beide enfumt nieman in, Er ensi wort han unde wise, Wie von allen sünden also reine. getar ich so gefreveln under 4. Swer gerne zu der kil- dime erise? Schn tun diu chen gat, Und ane nit da rehten werk, ichn han die stat Der mak wohl vrolichen waren minne 3e minem ebenleben: Dem wirt ze jungest kristen, Herre vater, noch ze gegeben Der engel gemeine. dir: So holt enwart ich ir Wol im daz er in wart: 3e de keinem nie so mir. Fron himel ist daz leben also reine. Krist, vater und sun, din 5. Ich han gedienet lange geist berihte mine sinne, Wie Leider einem manne Der in solt ich den gewinnen, der der helle unbegat: Der brüe- mir übeln tut? Mir muz der vet mine missetat; Sin lon jemer lieber sin, der mir ist der ist böse. Hilf mir, heil- gut. Vergip mir anders mine ger geist, Daz ich mich von schulde, ich will noch haben siner vanknisse löse. den mut. Spervogel. 12. Jahrh. Walther von der Vogelweide. 13. Jahrhundert. Ofterlied. Gotteslob. XX.( Shrift fich ze marterenne gap; Er des Und erze lie sich legen in ein grap: XXII. Wurze des walDaz tet er dur die goteheit; des goldes Und elliu apgrunde Da mit lost er die christen- Diu sind dir, Herre, kunde; heit Von der heizen, heizen Diu stent in diner hande; Alhelle. Er getut es nimmer les himeleschez her Daßenmer: Dar an gedenke swer mohte dich nicht volloben an ein so der welle. ende. Spervogel. 12. Jahrh. 2. An dem osterlichen tage Da stund sich Krist uz dem grabe, Könik aller kaiser, VaWeihnachtslied. ter aller weisen; Sine hant- XXIII. 8 kommt ein getat er lofte. In die helle schiff geladen schein ein lieht; Do kom er Bis an sein höchsten bord, Es sinen finden ze trosten. Spervogel. 12. Jahrh. trägt Gotts sohn vollr gnaden, Des vaters ewigs wort. Beichte und Gebet. 2. Das schiff geht still im triebe; Es trägt ein theure XXI.Pilwol gelobter Got last, Der segel ist die liebe, wie selten ich dich Der heilge geist der mast. Deutsche Lieder und Leiche. 467 3. Der anker haft auf erden Und das schiff ist am Himmelfahrtslied. land! Gotts wort thut uns XXVI.( Shrift fure zu fleisch werden, Der sohn ist uns gesandt. himmel, Was sendet er uns berwider? Er sen: 4. 3u Bethlehem geboren det uns den heiligen geist, DarIm stall ein kindelein, Giebt mit erleucht der Herr die chrisich für uns verloren, Gelo: stenheit. Kyrie eleison. bet muß es sein. 5. Und wer dies kind mit freuden Küssen, umfangen will, Pfingstlied. XXVII. Nun bitten wir Der muß vor mit ihm leiden den heiligen Groß pein und marter viel. geift Umb den rechten glauben 6. Danach mit ihm auch allermeist, Daß er uns behüte sterben Und geistlich aufer an unserm ende, Wenn wir stehn, Ewigs leben zu erben, heimfahrn aus diesem elende. Wie an ihm ist geschehn. Kyrie eleison. Tauler.(?) Etwas verständlicher gemacht durch D. Sudermann. Trinitatisfest. XXVIII. Das helffen uns die Osterlied. XXIV.( Shrift ist erstan= den Von der namen drei, Die einige Gottheit marter banden. Deß solln wir wone uns bei, Gott der vater alle fro sein, Christ will unser und der son Und der heilige geist, trost sein. Kyrie eleison. Kyrie eleison. 2. Were er nicht erstanden. So were die welt zergangen, Weil er aber erstanden Weihnachtslied. ist So loben wir den Herren XXIX. s ist ein roeß Shesum Chrift. Kyrie eleison. Aus einer wurzel zart, Als entsprungen 15. Jahrhundert. uns die alten sungen, Aus Jesse kam die art. Weihnachtslied. 2. Das röeßlein, daß ich XXV. Gelobet feift bu, meine, Davon Eſais fagt, Thesu Christ, Hat uns gebracht alleine Mary Daß du mensch geboren bist die reine magd, Aus Gottes Von einer jungfrawen, das ewgem rath, Hat sie ein kind ist war, Des frewet sich aller gebohren, Wol zu der halben engel schar. Kyrie eleison. nacht. 30* 468 Anhang. en mittel unsers 2. Jesus, wer dich suchen XXX. In J lebens zeit Im will, Der findt bei dir genatod sind wir umfangen, Wen den vil. Heilig, sälig ist der suchen wir, der uns hilfe geit, mensch, Der Jesus tag unde Von dem wir huld erlangen, nacht bedenkt; Der wirdt ge Dann dich, Herr, alleine? tröst, Von allen sünden er: Der du umb unser missetat löst. Rechtlichen zürnen thust. Hei3. Jesus, wir fallen dir zu liger Herre Gott, Heiliger fussen, Wir wöllen dich so starker Gott, Heiliger und lang anruffen Mit klagen und barmherziger heiland, Ewiger mit weinen, Mit Maria MagGott, Laß uns nit ge- dalene, Biß wir finden Verwalt thun Des bittern to gebung unser sünden. des not. Pfingstlied. XXXI. Rum 4. Jesus, du bist mein höch: ster trost, Den mir Gott selbst hat auserkost; In rechter lieb und ganger begier Hoff ich dei ner gnaden schier, Hilf, Herre, Dum heiliger mir, Daß sie nymmer scheyd geist, Herre von dir. Gott: Erfüll unß mit deinen gnaden gut, Deiner glaubigen farben blut Hast uns erworben hert, mut und sinn, Inbrünstige das ewig gut, Das du vom lieb entzünd in inn. Der du hymmel kommen bist, Haft uns durch deines lichtes glaft In 5. Jesus mit deinem rosin: einen glauben gesamlet haft erlöst von des teufels lift. Lob Das volk aus aller welt und und ehr Sey dir im hymmel zungen, Das sei dir, lieber und auf erdt. 6. Jesus, lieber Herre, Herr, zu lob und eer gesungen. Durch deiner marter ehre VerAlleluja, Alleluja. leih uns hie ein säligs endt Unnd dort ein fröhlich auferVon dem heylichen Nam- stehndt; Das ist die freud, Gott seinen dienern men Jesu. Die gent. esus ist ein 7. Lob und ehr in der ewigXXXII. Jufer namm, keit, Sei grüßt, du heylige Den ruffen wir armmen sünder dreyfaltigkeit, Gott vatter, son, an, Dardurch wir huld erlan- heyliger geist, Unnd das sakragen, Umb unser sünd vergangen. ment sey hoch gepreißt; Wer Genad, Herr, genad Umb all das sucht, Der findt das ewig unser missethat. liecht. Deutsche Lieder und Leiche. 469 8. Alleluja singen wir, Je- gleubigen zu trost, Damit hat sum Christum loben wir In er uns erlost. Kyrie eleison. diser gnaden reichen zeyt, Die 2. Herr, durch deinen bituns vil frewd und wuhne tern tod Hilf uns armen gent. Alleluja. Gegrüst seist aus der noth, Las uns nicht du Maria! zuletzt ersterb, Dein heilger leichnam müsse uns werd. Kyrie eleison. Charfreitag. XXXIII. Gott ein fünden frey, Beſcher uns auch 3. Herr, durch deine naward Mach uns aller an kreuz geschlan, Er hat noch nie ein gutes end Und ein fröhkein übels than; Er leids uns lich aufferstend. Kyrie eleison. Gebetbuch. I. Morgen- und Abendgebete. Gebete an Sonn- und Festtagen. 1. Morgengebet am Sonntage. Das walt dreieiniger Gott, Gott Vater, Gott Sohn und Gott heiliger Geist. Amen. Der Glaube. Das Vaterunser. Nob, Ehre und Preis sei dir, du hochgebenedeiete Dreieinigkeit, daß ich jetzt wiederum aus meinem Bette aufstehen, des Tages Licht sehen, und dich, du ewige, unzertrennliche Gottheit anbeten kann! Die nächtliche Finsterniß weichet davon, aber der helle Tag nahet herbei. Wie froh bin ich, daß ich solchen erlebet habe. Sonderlich aber freue ich mich, daß der Tag angehet, an welchem ich von allerhand Arbeit ruhen, deine schönen Gottesdienste besuchen, dein seligmachendes Wort, anhören, und dich in der Gemeinde rühmen und preisen soll. Wie freue ich mich dessen, daß meine Füße stehen werden in den Thoren des Hauses meines Gottes! Uch Gott, laß mich solchen Tag nicht allein heilig anfangen, sondern auch heilig fortseßen und heilig vollenden, und wehre dem unheiligen Satan und allem seinem verfluchten Anhange, daß sie die Ehre deines Namens, den Lauf deines Wortes und die schuldige, völlige Heiligung dieses dir besonders zugeeigneten Tages nicht verhindern, noch deine willigen Diener verletzen, verlästern und verhöhnen dürfen. Mein Gott, dies ist der Tag, an welchem du den ersten Grund der Welt gelegt, das Licht hervorgebracht und die Finsterniß vertrieben hast, ach, laß mich in der Wissenschaft deiner großen Wohlthaten fest Morgen- und Abendgebete. gegründet sein, erleuchte mich mit dem Gnadenglanz deines heiligen Geistes, laß mich sein ein Kind des Lichtes und treibe aus von mir alle Finsternisse des Unglaubens und der Unheiligkeit. Ist es auch dein gnädiger Wille, daß ich mit einer finstern Kreuznacht soll umgeben werden, so laß mir darinnen scheinen das Licht deines göttlichen Trostes und laß mich in Geduld und Hoffnung des seligen Tages erwarten, an welchem ich zu dir in deinen hellleuchtenden himmlischen Palast eingehen werde. Amen. In Jeſu Namen. Umen, Umen. 474 2. Morgengebet am Sonntage. Das walt dreieiniger Gott, Gott Vater, Gott Sohn und Gott heiliger Geist. Umen. Der Glaube. Das Vaterunser. Herr/ err, der du aller Menschen Herzen in deinen Händen hast, hilf, daß dieser heutige Tag bei Niemanden möge entheiligt und Niemand an demselben möge betrübet werden. Laß überall das Jagen und Rennen der Welt ein Wenig aufhören! Zeuch die Gemüther der Menschen zurück von den Sorgen der Nahrung, damit jetzt der Kaufmann seinen Handel, der Handwerksmann seine Werkstatt, der Landmann seinen Acker und ein Jeder sein zeitliches Gewerbe ruhen lasse, hingegen aber alle Welt stille sei dem Herrn und ihm diene! Heilige die Kinder dieser Welt, daß sie an diesem deinem Tage nicht auf Pracht in den Kleidern gedenken, oder auf Gastereien Unstalt machen und zu lustigen Gesell schaften Gelegenheit suchen, bei diesem Allen aber Gottes und ihrer armen Seelen vergessen, oder doch nur aus Ge wohnheit sich zu dem Hause des Herrn einstellen mögen! O Herr Jesu, mehre, baue und bessere heut dein Reich an allen Orten, thue überall eine Thür auf deinem Worte und hilf, daß diesen Tag über dein Wort recht gelehret, viele Fromme gebessert, viele Frrende unterrichtet, viele Be trübte getröstet und viele Gottlose zu dir mögen bekehret werden. Erbarme dich der armen Heiden und der verlornen Schafe aus dem Hause Israel, und sende überall treue Urbeiter zu ihnen, daß die Macht der Finsterniß gebrochen werde durch das helle Licht deines seligen Evangeliums, denn du Gebete an Sonn- und Festtagen. 475 bist der Herr der Ernte. Thue an diesem Tage unsern Prediger und alle deine Diener an mit Kraft aus der Höhe, und verleihe ihnen durch deinen heiligen Geist Weisheit und Verstand, Herz und Muth! Lege dein Wort in ihren Mund, und gieb das Gedeihen zu ihrem Pflanzen und Begießen, damit sie diesen Tag über ihr Umt mit Freuden thun und mit großem Nußen verrichten mögen. Sorge aber auch, o Gott, für die Armen, Verlassenen und Verfolgten, die in einem Lande wohnen, wo dein Wort theuer ist, die nur im Verborgenen dir heute dienen können, oder doch gar weit werden reisen müssen, um in deine Gemeinde zu kommen, begleite fie auf ihren Wegen, tröste sie in ihrem Kummer, und wo ihrer nur zwei oder drei in deinem Namen werden versammelt sein, da sei du mitten unter ihnen. Hingegen steure den Lästerungen aller Keßer und Irrgeister, die heute in ihren Versammlungen der Wahrheit deines Worts widersprechen. Werden sie lehren, was nicht recht ist, so mache du die Herzen ihrer Zuhörer weise, daß sie Alles prüfen, das Gute behalten, allen Menschentand aber, welcher deinem heiligen Willen zuwider ist, fahren lassen. Unterdessen laß sich freuen Alle, die auf dich trauen, ewiglich laß sie rühmen, denn du beschirmest sie, fröhlich laß sein in dir, die deinen Namen lieben, denn du, Herr, segnest die Gerechten, du krönest sie mit Gnade, wie mit einem Schilde. Umen. 3. Morgengebet am Sonntage. Das walt dreieiniger Gott, Gott Vater, Gott Sohn und Gott heiliger Geist. Amen. Der Glaube. Das Vaterunser. Numächtiger Gott, himmlischer Bater, ich klage dir von Grund meines Herzens, daß ich nicht allezeit den rechten geistlichen Sabbath gehalten, sondern oftmals meine bösen Wege gegangen, und nach den Lüften meines verkehrten Willens gehandelt, daß ich meine Ruhe nicht alle= zeit in und bei dir gesuchet, daß ich deine Wohlthaten nicht allezeit so inniglich und so herzlich betrachtet, daß ich mich nicht nach dem ewigen Sabbath so eifrig gesehnet, als es hätte sein sollen. Ach, lieber Bater, verzeihe mir dieſe 476 Morgen- und Abendgebete. Sünde und gieb Gnade, daß ich hinführo den rechten geist lichen Sabbath möge halten, von den Werken des sündlichen Fleisches feiern und nach dir von Herzen mich sehnen. O Herr Jesu, der du gesagt haft: Kommt her zu mir, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen, in der Welt habt ihr Angst, aber in mir habt ihr Ruhe und Frieden; gieb Gnade, daß ich meiner Seelen Frieden und Ruhe nicht in irdischen Dingen, sondern allein bei dir suchen möge. Sprich du zu meiner Seele: Ich bin deine Hilfe, ich bin dein Trost, dein Friede, deine Freude. Du ewiger Gnadenbrunn, hilf, daß meine Seele nach dir allzeit dürfte, wie ein Hirsch nach frischem Wasser schreiet. S heiliger Geist, du einiger Trö ster, tröste und erquicke meine Seele, daß sie zur wahren Ruhe komme, zeuch mein herz kräftiglich ab von allem Ir dischen und wende es zu dem Himmlischen, daß ich einen stets während en innerlichen Sabbath halten möge. Wie du über meinem Herrn und Haupt Christo geruhet haft, also wollest du auch über mir ruhen und meine Seele zur beständigen Ruhe bringen, daß ich mit fröhlichem Herzen sagen könne: Mein Leib und Seele freuen sich in dem le bendigen Gott. Wollest auch endlich zur ewigen himmli schen Ruhe mich bringen, daß ich mit allen Auserwählten deinen Sabbath halten möge immer und ewiglich. Amen. 4. Abendgebet am Sonntage. Das walt dreieiniger Gott, Gott Vater, Gott Sohn und Gott heiliger Geist. Umen. Der Glaube. Das Vaterunser. Heilig eiligste Dreieinigkeit, du hochgelobter Gott in Ewigkeit! Ich elender Sündenmensch habe heute an dem von dir geheiligten Sabbath meines Herzens Ruhe in dir und an deinem werthen Worte gesucht und die rechte geistliche Ruhe für meine Seele gefunden, wozu du mir aus lauter Gnaden auch die leibliche Ruhe und ziemlichen Frieden und Wohlstand meiner und der Meinigen mildiglich bescheeret haft. Dafür ehre, lobe, preise und rühme ich dich von allen Kräften. Und weil ich mich nun zur nächtlichen Ruhe be geben und auf mein Bett zu schlafen niederlegen will, ach so sei und bleibe du meiner Seelen Ruhe von Innen wider Gebete an Sonn- und Festtagen. 477 die gefährliche Unruhe der Sünden und des beißenden Gewissens und schaffe meinem Leibe Ruhe von Außen von aller Furcht und Schrecken, von aller Gefahr und Unglück, und wenn mein Sterbestündlein vorhanden ist, so laß mich ruhen von meiner Arbeit und bringe und führe meine arme Seele zu deiner vollkommnen Ruhe und gieb meinem Leibe eine sanfte Ruhe in dem Ruhebettlein meines Grabes, bis daß du mich an jenem großen Tage mit Seele und Leib versetzest in die ewige Ruhe aller deiner Auserwählten, Engel und Menschen, da dein liebes Volk wohnt in Häusern des Friedens, in sicheren Wohnungen und in seliger Ruhe, so will ich deinen großen Namen erhöhen fort und fort und mich immerdar in dir erfreuen, der du bist meine einige Freude hier in dieser Zeit und dort hernach in Ewigfeit. Amen. 5. Abendgebet am Sonntage. Das walt dreieiniger Gott, Gott Vater, Gott Sohn und Gott heiliger Geist. Amen. Der Glaube. Das Vaterunser. err Gott, lieber himmlischer Vater! Wir sind heute gen Namen gedient, erhalte noch ferner uns deinen öffentlichen Gottesdienst und hilf, daß ihn auch unsere Nachkommen in ihrem Vaterlande noch haben und wie wir heute denselben ungehindert verrichten mögen. Vergieb denen, die heute deine Wahrheit gelästert und von dem, unschuldigen Haufen deiner Rechtgläubigen übel geredet haben, vergieb ihnen, Vater, denn sie wissen nicht Alle, was sie thun. Komm auch mit deiner Gnade allen denen zu Hülfe, die heute fremdem Gottesdienste zugesehen, oder was deinem Worte zuwider ist, predigen gehöret, erhalte sie in deiner Erkenntniß und befestige sie in aller Wahrheit, damit ihr Herz durch keinen falschen Wahn betrogen, durch keine Thorheit geärgert und durch kein Unsehen der Menschen von der Richtschnur deines Worts möge abwendig gemacht werden. Erbarme dich aller derer, welche den heutigen Tag entheiliget haben, die sich mit Hoffart und üppiger Pracht an dir verfündiget, das Zeitliche mehr abgewartet als das 478 Morgen- und Abendgebete. Ewige, die Gemeinde verachtet, die Anhörung deines Wor tes entweder gar versäumt, oder doch nachlässig und ohne Undacht verrichtet haben, habe Geduld mit diesen Allen, und gieb ihnen ihre Fehler zu erkennen. Hilf, daß sie dar über herzliche Buße thun und künftig ihren Ruhetag heiliger begehen mögen. Gedenke der armen Heiden, für die du dein kostbares Blut auch vergossen hast und laß dein lau: teres Wort und Sakrament mächtig unter ihnen wirksam sein, daß sie des Segens deines Sabbaths genießen mögen. Tröste alle diejenigen, so heute ihren Feiertag betrübt haben halten müssen, die keine Kirche gehabt, in welche sie hätten gehen können, die krank gewesen sind in ihrem Hause, die gefangen gesessen in den Händen ihrer Feinde und denen ihr Ruhetag in Wehklagen verwandelt worden. In Summa, laß dir die ganze Christenheit, die Meinigen und alle Menschen diese Nacht über befohlen sein. Laß morgen wiederum einen Jeden fröhlich aufwachen zu thun, was du ihm be fohlen hast, und bringe uns endlich einmal alle mit einan: der dahin, wo wir ewig werden ruhen von aller Arbeit. Umen. 6. Abendgebet am Sonntage. Das walt dreieiniger Gott, Gott Vater, Gott Sohn und Gott heiliger Geist. Amen. Der Glaube. Das Vaterunser. Gelobet elobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns heute gesegnet hat mit allerlei geistlichem Se gen in himmlischen Gütern durch Christum, gelobet und gepreiset sei jebund, o himmlischer Vater, dein Name für Alles, was du diesen heutigen Tag über an Leib und Seele mir und allen Menschen Gutes hast widerfahren lassen, daß du mir und vielen andern Leuten Leben und Gesundheit, Ruhe und Frieden, Zeit und Gelegenheit verliehen haft, dein Haus zu besuchen, dein Wort zu hören und unsre Seele geschickt zu machen zum ewigen Leben. O Herr, der du willst, daß allen Menschen geholfen werde, und sie zur Erkenntniß der Wahrheit kommen, dir sei Dank und Preis, daß du deine Knechte und Mägde durch dein Wort heute erbaut, die Unwissenden unterrichtet, die Schwachen gestärket, Tägliche Morgen- und Abendgebete. 479 die Betrübten in ihrem Kummer getröstet und die Sünder in großer Geduld getragen hast. Dir sei Dank und Preis, daß du uns dein Wort und Sakrament rein und lauter erhalten, daß du dein heiliges Evangelium auch den armen Heiden kund thust, damit sie aus Kindern des Teufels selige Gotteskinder werden, und daß du durch das Schwert deines Wortes das Reich des Teufels überwindest. Und endlich habe auch Dank für den Reichthum aller deiner andern zeitlichen Wohlthaten, welche wir diesen heiligen Tag über zugleich mit genossen, für die Ruhe unsers Leibes, für den Stillstand unserer Sorgen und für alle Freude, die du uns dabei bereitet hast. Versiegle nun dein heiliges Wort in unsern Herzen durch deinen heiligen Geist, vergieb uns alle unsre Sünden um deines bitteren Leidens und Sterbens willen, und laß uns in Frieden zu Bette gehen. Sende deine heiligen Engel, die starken Helden, daß sie uns behüten vor dem Satan und allerlei Unfall des Leibes und der Seele, nimm uns ein in deine heiligen Wunden, du lieber, treuer Heiland, und laß uns, wenn unser letztes Stündlein kommt, aus Gnaden eingehen in die ewige Ruhe. Amen. Tägliche Morgen- und Abendgebete. 7. Täglicher Morgensegen. Das walt dreieiniger Gott, Gott Vater, Gott Sohn und Gott heiliger Geist. Umen. Der Glaube. Das Vaterunser. Barmherziger, gnädiger Gott, du Vater des ewigen Lichtes und Trostes, deß Güte und Treue alle Morgen neu ist, sei Lob, Ehre und Dank gesagt für das liebliche Tageslicht, und daß du mich in der finsteren Nacht gnädiglich bewahret hast, mir einen sanften Schlaf und Ruhe verliehen. Laß mich uun auch in deiner Gnade und Liebe, Schutz und Schirm wieder fröhlich aufstehen, und das liebe Tageslicht nützlich und fröhlich gebrauchen, vor allen Dingen aber erleuchte mich mit dem ewigen Lichte, welches ist mein Herr Jesus Christus, daß er in mir leuchten möge mit seiner Gnade und mit seiner Erkenntniß. Bewahre in meinem Herzen 480 Morgen- und Abendgebete. das Lichtlein meines Glaubens, mehre dasselbe und stärke es, erwecke deine Liebe, befestige die Hoffnung, gieb mir wahre Demuth und Sanftmuth, daß ich wandle in den Fußstapfen meines Herrn Jesu Christi und laß deine Furcht in allem meinem Thun vor meinen Augen sein. Treibe von mir aus alle geistliche Finsterniß und Blindheit meines Herzens, behüte mich diesen Tag und allezeit vor Überglauben und Abgötterei, vor Hoffart, vor Lästerung deines Namens, vor Ungehorsam, vor dem leidigen Zorn, daß die Sonne nicht möge über meinem 3orn untergehen. Behüte mich vor Feindschaft, vor Haß und Neid, vor Unzucht, vor Ungerechtigkeit, vor Falschheit und Lügen, vor dem schädli chen Geiz und vor aller bösen Lust und Vollbringung der selben. Erwecke in mir einen Hunger und Durst nach dir und deiner Gerechtigkeit, lehre mich thun nach deinem Wohl gefallen, dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. Laß mir begegnen das Heer deiner heiligen Engel, wie dem Jacob. Thue demselben Befehl, daß sie mich auf allen meinen We gen behüten, mich auf den Händen tragen, daß ich meinen Fuß nicht an einen Stein stoße, daß ich stark werde, auf Löwen und Ottern zu gehen und zu treten auf die jungen Löwen und Drachen. Ich befehle dir heute meine Gedanken, mein Herz, Sinne und alle meine Anschläge. Ich befehle dir meinen Mund und alle meine Worte, ich befehle dir alle meine Werke, daß sie zu deines Namens Ehre ge reichen und zu Nute meines Nächsten. Mache mich zum Gefäß deiner Barmherzigkeit, zum Werkzeug deiner Gnade, segne all mein Thun, laß meinen Beruf glücklich fortgehen und wehre allen denen, so ihn hindern. Behüte mich vor Verleumdungen und den Mordpfeilen des Lügners. Ich befehle dir meinen Leib und Seele, meine Ehre und Gut, laß deine Gnade und Güte mich allewege begleiten. Halte deine Hand über mir, ich gehe oder stehe, sitze oder wandle, wache oder schlafe. Behüte mich vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pestilenz, die im Finstern schleichet, vor der Seuche, die im Mittage verderbet. Segne meine Nahrung, gieb mir, was dein Wille ist, zu meiner Nothdurft, und laß mich deine Gaben nicht mißbrauchen. Segne alle meine Freunde und Anverwandte, meine Eltern und Geschwistern, segne den König, die Obrigkeit und das Baz terland, segne deine ganze Christenheit, und erbarme dich Tägliche Morgen- und Abendgebete. 481 der armen Heiden. Erhalte deinem Christenvolk dein theuer Wort und Sakrament rein und lauter und salbe die Diener deines Worts, insonderheit unsern Prediger und Beichtvater mit deinem heiligen Geiste. Behüte uns vor Krieg, Hunger und Pestilenz und vor einem bösen schnellen Tod; behüte meine Seele, meinen Eingang und Ausgang von nun an bis in Ewigkeit. Bescheer mir ein seliges Ende, und laß mich des lieben jüngsten Tages und der Erscheinung der Herrlichkeit des HErrn Jesu Christi mit Verlangen und Freuden erwarten. Gott der Vater segne mich und behüte mich, Gott der Sohn erleuchte sein Untlig über mir und sei mir gnädig, Gott der heilige Geist erhebe sein Ungesicht auf mich und gebe mir seinen Frieden. Amen. 8. Täglicher Abendsegen. Das walt dreieiniger Gott, Gott Vater, Gott Sohn und Gott heiliger Geist. Amen. Der Glaube. Das Vaterunser. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater! Ich sage dir Lob und Dank, daß du Tag und Nacht geschaffen, Licht und Finsterniß unterschieden, den Tag zur Arbeit und die Nacht zur Ruhe, auf daß sich Menschen und Vieh erquicken. Ich lobe und preise dich in allen deinen Wohlthaten und Werken, daß du mich den vergangenen Tag hast vollenden lassen durch deine göttliche Gnade und Schutz und desselben Last und Plagen überwinden und zurücklegen lassen. Es ist ja genug, lieber Vater, daß ein jeder Tag seine eigne Plage habe, du hilfst ja immer eine Last nach der andern ablegen, bis wir endlich zur Ruhe und an den ewigen Tag kommen, da alle Plage und Beschwerung aufhören wird. Ich danke dir von Herzen für alles das Gute, das ich diesen Tag von deiner Hand empfangen habe. Ach Herr, ich bin zu gering aller deiner Barmherzigkeit, die du an mir täglich thust. Ich danke dir, daß du mich unter dem Schirm des Höchsten und Schatten des Allmächtigen bedecket und behütet hast vor allem Unglück und vor schweren Sünden, und bitte herzlich und kindlich, vergieb mir alle meine Sünde, die ich diesen Tag begangen habe mit Gedanken, Worten und Werken. Viel Böses habe ich gethan, Lutherisches Gesangbuch. 31 482 Morgen- und Abendgebete. viel Gutes habe ich versäumet. Ach sei mir gnädig, mein Gott, sei mir gnädig, laß heute alle meine Sünde mit mir absterben und gieb mir, daß ich immer gottesfürchtiger, heiliger, frömmer und gerechter wieder aufstehe, daß mein Schlaf nicht ein Sündenschlaf sei, sondern ein heiliger Schlaf, daß meine Seele und mein Geist in mir zu dir wache, mit dir rede und handle. Segne meinen Schlaf, wie des Erzvaters Jakob, da er die Himmelsleiter im Traum sah und den Segen empfing, und die heiligen Engel sah, daß ich von dir rede, wenn ich mich zu Bette lege, an dich gedenke, wenn ich aufwache, daß dein Name und Gedächtniß immer, ich schlafe oder wache, in meinem Herzen bleibe. Gieb mir, daß ich nicht erschrecke vor dem Grauen des Nachts, daß ich mich nicht fürchten möge vor dem plößlichen Schrecken, noch vor den gottlosen Menschen, vor Feuer- und Wassersnoth und vor der Gewaltthat des Teufels. Segne mich und die Meinigen, segne Haus und Hof, segne Volk und Vaterland, segne den König, die Obrigkeit, segne deine theure Kirche und ihre Diener, erhalte uns allezeit dein Wort und Sakrament rein und lauter, und laß deinen hei ligen Namen gepredigt werden unter den Heiden. Sei du, o Gott, mein Schatten über meiner rechten Hand, daß mich des Tages die Sonne nicht steche, noch der Mond des Nachts. Laß deine heiligen Engel sich um mich her lagern und mir aushelfen, dein heiliger Engel wecke mich zu rechter Zeit wieder auf, wie den Propheten Elias, da er schlief unter dem Wachholderbaum, wie Petrum, da er schlief im Ge fängniß zwischen den Hütern. Und wenn mein Stündlein vorhanden ist, so verleihe mir einen seligen Schlaf und eine selige Ruhe in Jesu Christo meinem Herrn. Amen. 9. Tägliches Gebet. Ach Ich lieber Gott und Herr, ich lebe, aber ich weiß nicht, wie lange, ich muß sterben und weiß nicht wann; du, mein himmlischer Vater, weißt es. Wohlan, soll dies Stündlein die letzte Stunde meines Lebens sein, Herr, dein Wille geschehe, der ist allein der beste, nach demselben bin ich be reit, in wahrem Glauben an Christum, meinen Erlöser zu leben und zu sterben. Allein, lieber Gott, gewähre mich nur dieser Bitte, daß ich nicht möge plößlich in meinen Unterschiedliche Gebete. 483 Sünden sterben und verderben, gieb mir rechtschaffne Erkenntniß, Reue und Leid über meine begangenen Sünden und stelle sie mir noch in diesem Leben unter Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage unter Augen gestellet werden, und ich dadurch vor Engeln und Menschen zu Schanden werden möge; sondern verleihe mir so viel Zeit und Reue zur Buße, daß ich meine Uebertretung von Herzen erkennen, bekennen, und derselben Vergebung und Trost aus deinem seligmachenden Worte erlangen möge. Ach, barmherziger Vater, verlaß mich nicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Mein Herz und meines Herzens Zuversicht ist dir, o Herzenskündiger, wohl bekannt; in derselben erhalte mich zum ewigen Leben! Laß mich sterben, wenn du willst, nur verleihe mir ein vernünftiges, sanftes und seliges Ende. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, Ich bitte durch dein theures Blut Mach mir mein letztes Ende gut. Amen. II. Unterschiedliche Gebete. 10. Um Erhaltung der christlichen Kirche. Vater der Barmherzigkeit, der du dir eine heilige Ge= meine und Kirche auf Erden durch dein Wort und heiligen Geist sammelst und erhältst, wir bitten dich, du wollest deine kleine Heerde, das arme Häuflein, so dein Wort durch deine Gnade angenommen, ehret und fördert, bei der rechten, reinen und allein seligmachenden Lehre, auch bei rechtem Gebrauch der hochwürdigen Sakramente stets und fest erhalten, wider alle Pforten der Hölle, wider alles Toben des leidigen Teufels, wider alle Bosheit und Tyrannei der argen Welt. Erhalte dein Schifflein sammt deinen Christen mitten auf dem ungestümen Meer unter allen Wellen und Wasserwogen, daß es nicht sinke und untergehe. Laß deine liebe Kirche fest und unbeweglich stehen auf dem Grundfels, darauf sie erbaut ist. Gott Zebaoth wende dich doch, schaue von Himmel und siehe an 31* 484 Unterschiedliche Gebete. und suche heim deinen Weinstock und halte ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzet hat, und den du dir feftiglich erwählet hast, auf daß sein Gewächs ausgebreitet und seine 3weige groß werden. Verzäune ihn mit deinem Schilde, nimm uns, deine Schafe, in deinen Schuß, daß uns Niemand aus deiner Hand reiße. Behüte uns vor allen denjenigen, so da suchen Bertilgung rechter Lehre, Aufrichtung und Bestätigung ihrer schändlichen Abgöttereien. Laß dein liebes Wort, das helle unwandelbare Licht, so uns jest scheinet nicht unterdrückt und ausgelöscht werden, sondern thue Hülfe durch deinen großen und ausgereckten Arm und erhalte deine Kirche und Gemeine in der Welt, auf daß du unter uns hier auf Erden auch habeft ein Volk, das dich erkenne, ehre und anbete und deinem heiligen Namen mit reinem Herzen diene. Erhalte und baue du deine Kirche auch unter den Heiden, entzünde du in deiner Christenheit das Feuer heiliger Liebe und brennenden Glaubenseifers, daß sie anhalte und zunehme in Gebet und Flehen und treuer Arbeit, daß dein heiliger Name verkündiget werde denen, die da draußen stehen. Aber Herr, schone deines Volks und laß uns nicht entgelten unserer Sünden, der du die Missethat vormals vergeben hast deinem Volke und alle ihre Sünde bedecket, der du vormals hast allen deinen Zorn aufgehoben und dich gewendet von dem Grimm deines Zorns. Tröste uns, Gott unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns. Beschütze deine Christenheit, welche sich auf dich allein verläßt, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen. Sei und bleibe du mitten unter uns und weiche nicht von deiner Gemeine. Thue Solches um deines Namens willen, daß der nicht entheiliget werde, ja thue es um Jesu Christi deines lieben Sohnes willen. Amen. 11. Um den heiligen Geist. Herr, err, gütiger Gott, heiliger Vater, es kommen alle gute Gaben von dir, dem Vater des Lichts, durch das we fentliche Licht, deinen heiligen Geist, in das menschliche Herz, also daß ohne denselben sich nicht die geringste heilige Be wegung in ihm befinden kann; darum seufze ich zu dir aus demüthigem Herzen, sende mir, liebster Bater, solches dein Licht und die Quelle aller vollkommnen Güter und Gaben, Unterschiedliche Gebetc. 485 deinen heiligen Geist, daß er mich zu allen guten Werken des Glaubens und der Liebe heilige, und lauter heilige Bewegungen in meinem Herzen verursache. Es sind ja, barmherziger Vater, diese einzig und allein deine Kinder, die deinen heiligen Geist haben und von demselben im wahren Glauben und gottseligen Leben geführet und getrieben werden; darum gieb mir diesen edlen Schatz und laß ihn reichlich bei mir wohnen, daß auch ich dein Kind sei und an dir einen liebreichen und gnädigen Gott und Vater habe; laß denselben deinen Geist, liebster Gott, meinen Leib, Geist und Seele dir zu einem Tempel heiligen und in alle Heiligkeit leiten, daß ich dein heiliges Wort von Herzen liebe, deinen heiligen Willen gänzlich daraus erkenne, recht gläubig und heilig lebe, durch stete und unverfälschte Liebe dir und deinem lieben Sohne, meinem Erlöser Jesu Christo anhange, fleißig und andächtig bete, allen verführerischen bösen Gelegenheiten und Irrthümern von Herzen feind sei, über meine Sünde wahre Reue und Leid habe und durch zuversichtliche Ergreifung deiner Gnade und Barmherzigkeit in Jesu Christo mich immer aufs Neue wieder rechtfertige, dir in allen Stücken einen wohlgefälligen Gottesdienst leiste, meines Christenthums und Berufes mit aller Sorgfalt, stetem Fleiße und gutem Verstande warte, allerlei Kreuz und Trübsal gern und ge= duldig ertrage, die Versuchungen und Anfechtungen mit Freuden überwinde, mit höchster Begier nach himmlischen Dingen und nach dem ewigen Leben trachte, deiner Gnade und Barmherzigkeit in Christo Jesu und deiner Kindschaft mich gewiß und ungezweifelt versichern, in aller Schwachheit Kraft, Trost und Stärke empfinde, bis an das Ende Glauben halte und selig sterbe; ja durch seinen kräftigen und trostreichen Beistand aller herrlichen Seelengüter und Gaben theilhaftig bleibe und sowohl zeitlich, als ewig lebe. Uch, liebster Gott, wehre dem bösen Feind, der argen Welt und meinem sündlichen Fleisch, daß ich nicht nach ihrem Willen deinem heiligen Geist widerstrebe und meine Seele verlege; versiegle du vielmehr durch denselben deinen heiligen Geist den wahren Glauben und gottseligen Wandel in meinem Herzen, ja laß solchen deinen guten Geist, das edle Pfand der Kind- und Erbschaft des ewigen Lebens beständig ob und in mir wohnen und ruhen, bis daß ich zu allen Engeln und auserwählten Kindern Gottes in die 486 Unterschiedliche Gebete. Freude des ewigen Lebens versetzet und mit vollkommner Heiligkeit angethan werde. Sei mir gnädig, liebster Gott, um deiner Liebe und Heiligkeit willen. Amen. 12. Um rechtschaffne Buße. Gnädiger, barmherziger Gott, du bist geduldig von großer Güte und Treue, du berufest uns täglich durch die Gnadenpredigt deines Wortes zur christlichen Bekehrung und läsfest in deinem Namen allen Leuten verkündigen Buße und Vergebung der Sünden. Dazu auch hast du mit uns Geduld durch deine Langmuth und unaussprechliche Barm herzigkeit indem, daß du die Sünder nicht plößlich überfällst auf frischer That mit deinem gerechten Zorn und Ge richt dieselbe zu strafen, sondern giebest Raum und Frist zur Bekehrung, also daß Niemand über dich zu klagen hat und dich beschuldigen kann, denn es ist ja nicht dein Wille, daß Jemand soll verloren werden, sondern daß sich Jedermann zur Buße kehre und das ewige Leben habe. O lieber Gott, du weißest unsers Fleisches Trägheit und des Herzens Härtigkeit, daß wir durch die Erbschuld dermaßen verderbet und so tief in die Sünde gefallen sind, daß wir von uns selber nicht können aufstehen oder wiederkehren. Darum bitten wir dich durch die Wunden Jesu Christi unsers Herrn, bekehre uns, so werden wir bekehret, denn du bist unser Gott, heile uns, Herr, so werden wir heil, hilf uns, so ist uns geholfen. Sieh, wir sind verirrte Schafe, suche deine Knechte und Mägde auf, daß wir nicht vergessen deine Ge bote. Beschneide du die Vorhaut unsers Herzens, entsündige uns, daß wir rein werden. Schaffe in uns Gott ein reines Herz und gieb uns einen neuen gewissen Geist, verwirf uns nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. O lieber Gott, siehe uns an, wie du angesehen hast die bußfertige Sünderin, als sie lag zu deinen Füßen und herzlich weinte über ihre Missethat, und den Zöllner im Tempel, als er an seine Brust schlug und um Gnade bat. Verleihe uns ernstliche Reue und Leid über unsre Sünde, auch einen wahren Glauben mit rechter 3uversicht auf deine Gnade, dazu würdige Früchte der Buße. Laß uns die Zeit unserer Heimsuchung erkennen und den Reichthum deiner Güte nicht verachten, auf daß wir die 487 Unterschiedliche Gebete. angenehme Zeit und den Tag des Heils nicht versäumen und nicht verziehen, zu dir, unserm Gott und Herrn uns zu bekehren, unsere Buße nicht schieben von einem Tag auf den andern, noch auf das letzte Stündlein; sondern daß wir heute uns bekehren und bessern. Amen. 13. Um den seligmachenden Glauben. Herr err Gott, allmächtiger Vater, ein Vater des Lichts, bei welchem keine Veränderung ist, noch Wechsel des Lichts und der Finsterniß, von dem alle gute und vollkommene Gaben zu uns herabkommen. Ich bitte dich, weil der Glaube nicht in des Menschen Willen ist, du wollest durch deinen heiligen Geist rechtschaffne Erkenntniß deines Sohnes Jesu Christi in mein Herz pflanzen und darin erhalten, auch von Tage zu Tage mehren, daß ich erfüllet werde mit Erkenntniß deines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand, auf daß ich dir, meinem Herrn, würdiglich wandle zu allem Gefallen und fruchtbar sei in allen guten Werken und wachse in derselben Erkenntniß und gestärket werde mit aller Kraft nach deiner herrlichen Macht in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Gieb mir Kraft, nach dem Reichthum deiner Herrlichkeit stark zu werden an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in meinem Herzen. O lieber Gott, dieweil Niemand deinen Sohn kennt, denn nur der Vater, und Niemand kennt dich Vater, denn nur dein Sohn und wem er es will offenbaren; so bitte ich dich, ziehe mich zu ihm, und er führe mich zu dir, gieb mir Erkenntniß deines Heils, die da ist in Vergebung der Sünden; komme zu Hülfe meinem schwachen Glauben, der so klein ist wie ein Senfkorn, auf daß er zunehme, und ich in dir eingewurzelt und erbauet, dazu fest und unbeweglich sei. O frommer Gott, der du das Fünklein des Glaubens in mir angezündet und das gute Werk in mir angefangen hast, ich schreie zu dir, du wollest es auch vollführen bis an das Ende, daß ich je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung, auf daß ich sei lauter und unanstößig bis auf den Tag Christi, erfüllt mit Früchten der Gerechtigkeit, die zu deiner Ehre geschehen. Erhalte, was du in mir gewirkt hast, auf daß in Kreuz und Anfechtung mein Glaube nicht 488 Unterschiedliche Gebete. abnehme; mache mich beständig in wahrem christlichen Be kenntniß des Glaubens, damit ich das vorgesteckte Ziel der Seligkeit erreiche. Behüte mich, mein Gott, daß ich unter so viel Irrthümern, Spaltungen und Ketzereien dieser Welt nicht verführet werde. Bewahre mich vor Aberglauben und allem falschen Gottesdienst und daß ich in keinem Artikel irre oder zweifle. Dazu gieb auch Gnade, daß derselbe mein Glaube nicht todt, werklos oder unkräftig sei, sondern thätig und geschäftig, der durch die Liebe ausbreche, auf daß ich das Ende des Glaubens davon bringe, nämlich der Seelen Seligkeit. Umen. 14. Um die Liebe Christi. [ ch mein Herr Jesu Christe, du edelster Liebhaber meiner Seele, verleihe mir Gnade, daß ich dich wieder von Herzen lieb habe und spreche zu dir: Herzlieber Herr Jesu, laß mich in meinem Herzen nichts anders empfinden, denn deine Liebe. Nimm alles aus meinem Herzen, was nicht deine Liebe ist, denn ich will nichts anders in meinem Her: zen haben, denn deine Liebe. Ach wie freundlich, wie hold selig, wie süß ist deine Liebe, wie erquicket sie meine Seele, wie ergößet sie mein Herz. Uch laß mich nichts anders gedenken, sehen, begehren, fühlen, empfinden, denn deine Liebe, denn sie ist Alles, sie hat Alles, fie begreift Alles, sie übertrifft Alles. Ach ich begehre, diesen edlen Schatz in mir ewig zu behalten. Laß mich auf der Hut stehen Tag und Nacht, und diesen Schak fleißig und emsig bewahren, dafür sorgen, dafür beten; denn dies ist der Vorschmack des ewigen Lebens, der Vorhof des Paradieses. Ach, mein Lieb haber, du bist um meiner Liebe willen verwundet, verwunde meine Seele mit deiner Liebe. Uch, dein köstliches Blut, aus großer Liebe vergossen ist so edel, so durchdringend, daß es ein steinernes Herz wohl erweichen mag. Ach, laß daß selbe durch mein Herz dringen, auf daß deine Liebe mein Herz durchdringe, denn deine Liebe ist in deinem Blute. Ach daß mein Herz sich aufthäte, zu empfahen und in fich zu trinken deine zarten und edlen Blutströpflein, die in deinem Todeskampf auf die Erde gefallen sind. Uch daß sich die Brunnen meiner Augen aufthäten und vor Liebe heiße Thränen vergössen und ich dir so lange nachweinte als ein Unterschiedliche Gebete. 489 Kind, bis du mich holest, auf deine Arme nimmst, dich mir zu schmecken giebst und dich mit mir vereinigest durch die geistliche, himmlische Vermählung, daß ich mit dir ein Herz, ein Geist, und ein Leib werde. Ach zeuch mich nach dir, so laufe ich. Uch daß ich dich küssen möchte in meinem Herzen, und aus deinem Munde deinen süßen Trost empfinden. Ach, mein Trost, meine Stärke, mein Leben, mein Licht, mein Schat, mein Heil, mein höchstes Gut, meine Liebe, vereinige mich mit dir, denn Alles, was ich ohne dich habe und außer dir, ist lauter Pein und Galle, Jammer und Herzeleid, eitel Unruhe und Sorge, du aber bist meiner Seelen einige Ruhe, Friede und Freude. Darum gieb mir, daß deine zarte edle Liebe immer und ewiglich in mir leuchte. Ach, das heilige Feuer deiner holdseligen Liebe entzünde mich durch und durch, das Feuer der Heiligkeit, das Freudenfeuer, das sanfte, liebliche Feuerflämmlein, welches ohne alle Mühe, Sorge und Angst ist. Der edle Geruch deiner Liebe erquicke mich, der köstliche Himmelsbalsam lindre und heile mein Herz, daß ich diesem edlen Geruch deiner Salbe unverhindert nachlaufe. Ach, du schönster Liebhaber, was ist doch, das ich an deiner Liebe nicht habe? Sie ist ja meine Weide, meine volle Genüge, mein Speis und Trank, mein Himmelsbrot, mein süßer Wein, meine Freude, mein Friede, meine sanfte Ruhe, mein Leben, mein Licht, mein Heil, meine Seligkeit, mein Reichthum, meine Lust, meine Ehre, meine Zierde, mein Schmuck, meine Herrlichkeit. Ach, wenn ich deine Liebe verliere, was habe ich denn? Bin ich denn nicht nackend und bloß, arm und elend? Ach, so laß mich nach dir weinen und dich mit Thränen suchen wie Maria Magdalena, und nicht aufhören, bis ich dich finde! Denn du hast mich je und je geliebet, darum hast du mich nach dir gezogen aus lauter Güte. Uch, laß mich deine Liebe allezeit leiten, daß fie bei mir bleibe und mich wieder hole, wenn ich irre, die mich lehre in meiner Unwissenheit, die meine Weisheit sei in meiner Thorheit, die mich bekehre, wenn ich sündige, die mich halte, wenn ich strauchle, die mich aufrichte, wenn ich falle, die mich tröfte, wenn ich betrübt bin, die mich stärke, wenn ich schwach bin, die das glimmende Töchtlein meines Glaubens aufblase, wenn es verlöschen will, die mich zu sich nehme, wenn ich abscheide, und mich ewiglich bei sich behalte. Amen. Unterschiedliche Gebete. 15. Um die Nachfolge Christi. du holdseliger, freundlicher, liebreicher Herr Jesu Christe, du sanftmüthiges, demüthiges, geduldiges Herz, wie ein schönes, tugendreiches Erempel eines heiligen Lebens hast du uns gelassen, daß wir nachfolgen sollen deinen Fußstapfen! Du bist ein unbefleckter Spiegel aller Tugend, ein voll kommen Erempel der Heiligkeit, eine untadelhafte Regel der Frömmigkeit, eine gewisse Richtschnur der Gerechtigkeit; ach wie ungleich ist doch mein sündliches Leben deinem heiligen Leben! Ich sollte in dir als eine neue Creatur leben, so lebe ich mehr in der alten Creatur, nämlich in Adam, als in dir, meinem lieben Herrn Jesu Christo. Ich sollte nach dem Geiste leben, so lebe ich leider nach dem Fleisch, und weiß doch, was die Schrift sagt: Wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben. Ach du freundliches, geduldi: ges, langmüthiges Herz, vergieb mir meine Sünde, decke zu meine Gebrechen, übersiehe meine Missethat, verbirg deine heiligen Augen vor meiner Unreinigkeit, verwirf mich nicht von deinem Angesicht, verstoß mich nicht aus deinem Hause als einen Unreinen und Aussäßigen. Tilge aus meinem Herzen alle Hoffart, als des Teufels Unkraut, und pflanze in mich deine Demuth, als die Wurzel und das Fundament der Tugend, reute zu Grund aus in mir alle Rachgier und gieb mir deine edle Sanftmuth. Ach du höchste Zierde al ler Tugend, schmücke mein Herz mit reinem Glauben, mit feuriger Liebe, mit lebendiger Hoffnung, mit heiliger Andacht, mit kindlicher Furcht. O du meine einige Zuversicht, meine Liebe und meine Hoffnung, meine Ehre, meine Zierde, dein Leben ist ja nichts anders gewesen, denn Liebe, Sanft muth und Demuth, darum laß dies dein edles Leben in mir auch sein, dein tugendhaftes Leben sei auch mein Le ben. Laß mich einen Geist, einen Leib und Seele mit dir sein, auf daß ich in dir und du in mir lebest. Lebe du in mir und nicht ich selbst, laß mich dir leben und nicht mir selbst, gieb, daß ich dich also kenne und lieb habe, daß ich auch also wandle gleich wie du gewandelt hast. Bist du mein Licht, so leuchte in mir, bist du mein Leben, so lebe in mir, bist du meine Zierde, so schmücke mich schön, bist du meine Freude, so freue dich in mir, bin ich deine Wohnung, so besitze mich allein, laß mich allein dein Werkzeug 490 Unterschiedliche Gebete. 491 sein, daß mein Leib, meine Seele und mein Geist heilig sei. Du ewiger Weg leite mich, du ewige Wahrheit lehre mich, du ewiges Leben erquicke mich. Laß mich ja nicht des bösen Geistes Werkzeug sein, daß er nicht seine Bosheit, Lügen, Hoffart, Geiz, Zorn, Unsauberkeit durch mich und in mir übe und vollbringe, denn das ist des Satans Bild, daran du mich, o du schönes vollkommnes Ebenbild Gottes, erlösen wollest. Erneuere aber meinen Leib, Geist und Seele täglich nach deinem Bilde, bis ich vollkommen werde. Laß mich der Welt absterben, auf daß ich dir lebe, laß mich mit dir auferstehen, auf daß ich mit dir gen Himmel fahre, laß mich mit dir gekreuzigt werden, auf daß ich zu dir in deine Herrlichkeit eingehen möge. Amen. 16. Um Geduld im Kreuz. [ ch treuer, gnädiger, barmherziger Gott, geduldig und von großer Güte, ich erkenne, daß du mir dies Kreuz auferlegt und zugeschickt haft aus Liebe und nicht aus Haß. Denn welche du, Herr, lieb haft, die züchtigest du und stäupest einen jeglichen Sohn, den du aufnimmst; du verletzest und verbindest, du zerschmeißest und deine Hand heilet, du tödtest und machst lebendig, erniedrigest und erhöhest, führst in die Hölle und wieder heraus. Du führest ja deine Hei ligen wunderlich; so du willst lebendig machen, tödtest du zuvor, so du willst zu Ehren bringen, demüthigst du zuerst, ſo du willst erfreuen, betrübest du zuvor. Du züchtigest die Deinen wohl, aber du giebst sie dem Tode nicht. Du hast mir, lieber Vater, den Geduldspiegel deines lieben Sohnes vorgestellt und befohlen, desselben Fußstapfen nachzufolgen. Ach, ich armer Knecht bin ja nicht besser denn mein Herr; er ist durch Leiden in seine Herrlichkeit eingegangen, gieb mir, daß ich ihm also folge und durch Trübsal ins Reich Gottes eingehe. Gieb mir, daß ich bedenke, daß Alle, die in Christo Jesu wollen gottselig leben, müssen Verfolgung leiden. Uch, laß mich deine Züchtigung erdulden, denn dadurch erbietest du dich als ein Vater gegen seine Kinder. Ach, lieber Vater, wie kann sich meine Vernunft in dies dein Regiment so gar nicht schicken, daß ich geduldig sei in Trübsal, fröhlich in Hoffnung, da ich doch das Joch Christi trage, welches ich williglich, ja mit Freuden tragen sollte 492 Unterschiedliche Gebete. und nicht gezwungen. Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket sie mich nicht Freude sein, sondern Trübfal, da sie doch hernach giebt eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind. Darum gieb mir Geduld, o freundlicher Vater, laß die Anfechtungen dein Wort nicht aus meinem Herzen reißen, den Glauben schwächen, das Gebet dämpfen, Ungeduld und Unfrieden in meinem Herzen erwecken. Uch, hilfreicher Gott, laß mich nicht wider dich murren. Greif mich auch, lieber Vater, nicht zu hart an, gedenke, daß ich Staub und Usche bin, daß meine Kraft nicht steinern, noch mein Fleisch eisern ist. Ach Herr Jesu Christe, getreuer Hoherpriester, du bist ja in Allem versucht, in dem wir versucht werden, du wirst ja mit meiner Schwach heit Mitleid haben. Laß mich Barmherzigkeit und Gnade finden zu dieser Zeit, da mirs Noth ist, stärke meine mü den Hände, erhalte die strauchelnden Knie, daß ich nicht wanke, sage zu meinem verzagten Herzen: Dein Gott ist König. Du bist ja allein der Müden Kraft, der Schwachen Stärke, ein Schatten vor der Sonnen Hipe, eine Zuflucht vor dem Ungewitter. Und weil es ja dein Wille ist, daß ich hier eine kleine Zeit leiden und traurig sein soll, so verleihe mir Geduld und stärke mich, zu überwinden Alles, was mir der Satan und die Welt durch dein Verhängniß zu Leide thut. Laß mich durch Stillesein und Hoffen stark sein, daß mir geholfen werde, daß ich im Glauben darreiche die Tugend, in der Tugend Geduld, in der Geduld Gottseligkeit, damit mein Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold durchs Feuer bewährt. Gott, heiliger Geist, du lieb liches Freudenől, erfreue mein Herz und laß mich im Glauben anschauen die künftige Herrlichkeit, derer dieser Zeit Leiden nicht werth ist. Du bist der Geist der Herrlichkeit, welcher über allen Verfolgten und Verschmäheten ruhet, du wirst mein Leid in Freude, mein Kreuz in Ehre, meine Schmach in Herrlichkeit verwandeln, das glaube ich. Dazu hilf mir ewiglich. Amen. Gebete in Krankheiten und Sterbensnöthen. 493 III. Gebete in Krankheiten und Sterbensnöthen. 17. Gebet in Krankheit. Barmherziger Vater, ein Herr des Lebens und des Todes, und du hast nach deinem gnädigen, väterlichen und allezeit gerechten Willen diese Krankheit zugesendet, damit ich erkenne, daß ich ein sträflicher Sünder sei und nicht allein diese Schwachheit, sondern den zeitlichen und ewigen Tod verdienet habe. Solches, o mein Gott, gestehe ich von Herzen gern, bereue auch meine Sünde bitterlich, bitte aber darneben nicht meiner, sondern meines Erlösers Jesu Christi wegen, du wolleft es nur eine Züchtigung zu meiner Seligkeit, nicht eine richterliche Bestrafung meiner Ungerechtigkeit sein lassen. Ach Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm. Sei mir gnädig, denn ich bin schwach, verleihe mir in allen meinen Schmerzen und Kümmernissen christliche Geduld und laß mich Alles dir einig und allein als meinem allmächtigen Schöpfer, meinem gnädigen Gott, meinem liebreichen Vater und weisesten Leibes und Seelenarzt anheim stellen und in dem festen, unwandelbaren Glauben verbleiben, du schickest es mit mir Zum Leben oder zum Tode, so werdest du es doch zu meiner armen Seele ewiger Seligkeit schicken. I allmächtiger Schöpfer, o gnädiger Gott, o liebreicher Vater, o weisester Leibes und Seelenarzt, erbarme dich meiner um Christi Jesu willen. Amen. 18. Noch ein anderes Gebet in Krankheit. Herr err Jesu Christe, du bewährter Arzt und rechter Meister zu helfen, der du in den Tagen deines Fleisches mit einem einigen Worte die Kranken, so bei dir Rath gesuchet, haft gesund gemacht, siehe hier liege ich und weiß nirgend als bei dir allein Hülfe und Rath, du allein bist mein einiger Rath und Zuflucht. Deßwegen rufe ich dich an und fage: Jesu, du Sohn des großen Gottes und der Jungfrau Maria, erbarme dich mein, denn so du willt, kannst du mir wohl helfen. Herr Jesu, sprich nur ein Wort, 494 Gebete in Krankheiten und Sterbensnöthen. so werde ich gesund. O du Lamm Gottes, das alle Schmerzen auf sich geladen und alle unsre Sünden getragen hat, lindere mir meine Schmerzen und laß deine Kraft in mei ner Schwachheit mächtig sein. O du treuer Immanuel und Gott mit uns, sei bei mir in meinen Nöthen und hilf mir die Last, die du mir hast aufgelegt, tapfer tragen. Bleibe bei mir und laß mich weder Tod noch Leben von deiner Liebe scheiden. Herr Jesu, wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erden, wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch allezeit meines Herzens Trost und mein Theil. Dir sei Lob, Ehre und Preis in alle Ewigkeit. Amen. Herr Jesu, Amen. Amen. " 19. Sprüche der heiligen Schrift, deren wir uns in unsern Krankheiten erinnern sollen. er Herr tödtet und macht lebendig, führet in die Hölle und wieder heraus. 1 Sam. 2, 6. Selig ist der Mensch, den Gott strafet, darum weigere dich der Züchtigung des Allmächtigen nicht; denn er ver: letzet und verbindet, er zerschmeißet und seine Hand heilet. Aus sechs Trübsalen wird er dich erretten und in der sie benten wird dich kein Uebel rühren. Hiob 5, 17-19. Gott, wenn du mich demüthigest, machst du mich groß. Pf. 18, 36. Mein Herz hält dir vor dein Wort: Ihr sollt mein Untlig suchen, darum suche ich auch, Herr, dein Untlig. Verbirg dein Untlitz nicht vor mir und verstoße nicht im Zorn deinen Knecht, denn du bist meine Hülfe. Laß mich nicht und thue nicht von mir die Hand ab, Gott mein Heil. Pf. 27, 8. 9. Des Herrn Zorn währet einen Augenblick und er hat Lust zum Leben. Den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens die Freude. Pſ. 30, 6. Gott leget uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. Sela. Wir haben einen Gott, der da hilft und den Herrn, Herrn, der vom Tode errettet.. Pf. 68, 20. 21. Du leitest mich nach deinem Rath und nimmst mich endlich mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, frage ich nicht nach Himmel und Erden; wenn mir gleich Leib Gebete in Krankheiten und Sterbensnöthen. 495 und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Theil. Pf. 73, 24-26. muß das leiden, die rechte Hand des Höchsten kann Alles ändern. Pf. 77, 11. Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Herr, kehre dich doch wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig, erfülle uns früh mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Lebenlang. Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden. Ps. 90, 12-15. Der Herr züchtigt mich wohl, aber er giebt mich dem Tode nicht. Ich danke dir, daß du mich demüthigest und hilfft mir. Ps. 118, 18. 21. Mein Kind, verwirf die Zucht des Herrn nicht und sei nicht ungeduldig über seine Strafe. Denn, welchen der Herr liebet, den strafet er und hat Wohlgefallen an ihm, wie ein Vater am Sohn. Sp. Sal. 3, 11. Herr, wenn Trübsal da ist, so suchet man dich, wenn du sie züchtigest, so rufen sie ängstiglich. Ef. 26, 16. Ich bin barmherzig, spricht der Herr, und will nicht ewiglich zürnen; allein erkenne deine Missethat, daß du wider den Herrn deinen Gott gesündiget hast. Jer. 3, 12. 13. Die Güte des Herrn ist, daß wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Der Herr ist mein Theil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen, denn der Herr ist freundlich dem, der auf ihn harret und der Seele, die nach ihm fraget. Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hülfe des Herrn hoffen. Denn der Herr verstößet nicht ewiglich, sondern betrübet wohl und erbarmet sich wieder nach seiner großen Güte, denn er nicht von Herzen die Menschen plaget und betrübet. Klag. Jer. 3, 22-33. Wenn es ihnen übel gehet, so werden sie mich frühe suchen müssen und sagen: Kommet, wir wollen wieder zum Herrn, denn er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen; er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. Hof. 6, 1. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht immer hadern noch ewiglich 496 Gebete in Krankheiten und Sterbensnöthen. Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sün den und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässet er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten, so fern der Morgen ist vom Abend, lässet er unsre Uebertretung von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten; denn er kennet, was für ein Gemächt wir sind, er denkt daran, daß wir Staub sind. Pf. 103, 8-10. Denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen. Röm. 8, 28. Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folget mir nach, der ist mein nicht werth. Matth. 10, 38. Wer mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. Luc. 9, 22. Unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle Maße wichtige Herrlichkeit uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsicht: bare, denn was sichtbar ist, das ist zeitlich, was aber un sichtbar ist, das ist ewig. 2. Cor. 4, 17. 18. Demüthigt euch unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf Gott, denn er forget für euch. 1. Petri 5, 6. 7. Mein Sohn, achte nicht geringe die Züchtigung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst. Denn welchen der Herr lieb hat, den züchtigt er, er stäupet aber einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt. So ihr die Züchtigung erduldet, so erbietet sich euch Gott als Kindern, denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt. Seid ihr aber ohne Züchtigung, welcher sie alle find theilhaftig geworden, so seid ihr Bastarde und nicht Kinder. Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit sein; aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind. Hebr. 12, 5-11. 20. Gebet in Todesnoth. Herr err, der du nahe bist Allen, die dich anrufen, Allen, die dich mit Ernst anrufen, zu dir seufze ich von Herzen, daß du mir in dieser meiner großen Noth gnädig seift, mit Gebete in Krankheiten und Sterbensnöthen. 497 alle meine Sünde vergebest, mich vor Ungeduld, vor Anfechtungen des leidigen Satans und vor Schrecken des Todes bewahrest, mir Stärke und Trost verleihest und mich alle Schmerzen in gläubiger Beständigkeit ritterlich überwinden lassest, um meines Seligmachers Jesu Christi willen. Amen, Amen. Ach Herr Jesu Christe, der du dich selber angeboten, unser Arzt zu sein und alle Mühselige und Beladene zu dir haft eingeladen, siehe, ich todtkranker Mensch komme zu dir und bitte nicht mehr, denn daß du mich nur an meiner Seele heilen, die Schmerzen des Todes verkürzen und mich bald aus diesem kümmerlichen Lazareth in das rechte Freuden: land des ewigen Lebens aufnehmen wollest um deines blutigen Todesschweißes willen. Amen, Herr Jesu, Amen, Amen. O Gott heiliger Geist, du höchster Tröster in aller Noth, bleibe bei mir mit deinem Trost bis an meinen letzten Seufzer. Und wenn ich nicht mehr reden kann, so vertritt du mich selbst bei meinem Gott mit unaussprechlichem Seufzen. Wenn ich nicht mehr werde sehen noch hören können, ach so öffne du mir die Glaubensaugen desto besser, daß ich meinen Herrn Jesum zu Rechten Gottes sehe, und rede du mir selber in mein Herz hinein, daß ich sanft und selig von hinnen abscheide. Amen, Amen, Amen. 21. Fürbitte, wenn der Kranke gar in den letzten Zügen liegt. Herr Jesu Christe, der du allein bist die Thür zum ewigen Leben, daß, wer durch dich eingehet, selig werden mag, wir bitten dich von Herzen, du wollest solche Gnadenthür diesem dahinsterbenden Menschen aufthun und ihn aus der Anfechtung der Sünde und des Teufels List und Macht bald erlösen. Uch Herr, hilf ihm, daß er im finstern Thal und Schatten des Todes nicht irre gehe, noch verderbe, sondern du, als ein getreuer Hirt, nimm auf dies verlorne Schaf und deinen Knecht, laß ihm dein Wort in seinem Herzen leuchten, stehe ihm in der Noth bei und zeige ihm dein Heil. Laß ihn nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost, nimm seine Seele in deine Hände und pflege sein mit Gnaden, auf daß sie keine Qual berühre und gieb ihm also das ewige Leben. Amen. Lutherisches Gesangbuch. 32 498 Gebete in Krankheiten und Sterbensnöthen. Benediction.( Segen.) Kahre Gottes des Vaters, der dich so herrlich nach seinem Ebenbilde erschaffen. Fahre hin im Namen Gottes des Sohnes, der dich so theuer er: kauft und mit seinem bittern Leiden und Sterben erlöset hat. Fahre hin im Namen Gottes des heiligen Geistes, der dich zu seinem Tempel bereitet und geheiliget hat. Der gütige und barmherzige Gott, der den armen Lazarus in Abrahams Schooß und den Schächer am Kreuz in das Paradies bat tragen lassen, der wolle dich durch das bittre Leiden Jesu Christi, seines lieben Sohnes unsers Herrn und Heilandes, vor dem Teufel bewahren, und durch seine lieben Engel führen lassen in das ewige Va terland, daß du daselbst mit allen Auserwählten in ewiger Freude und Seligkeit leben mögest. Dahin er auch uns Allen nach dieser vergänglichen Zeit gnädiglich wolle ver helfen. Amen. 22. Gebet, wenn der Mensch verschieden ist. barmherziger Gott und Vater, weil uns Menschen Zeit und Stunde zu sterben verborgen ist, so bitte ich dich von Herzen, du wollest mich, wenn ich sterben soll, nicht verlassen, denn auf dich setze ich alle meine Hoffnung und Vertrauen. Wenn ich dich habe, so habe ich Alles, was mich hier zeitlich und dort ewig erfreuen mag. Er halte mich in deiner Erkenntniß und fester Zuversicht auf deine Gnade und Barmherzigkeit. Uch Herr Gott, laß das Wort deines lieben Sohnes, das er am Stamm des heiligen Kreuzes gesprochen, auch mein letztes Wort sein, daß ich mit starkem Glauben sagen kann: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du getreuer Gott. Und wenn ich ja mit meinem Munde diese Worte nicht ausreden kann, so laß sie doch in meinem Herzen gezeichnet und mein einig Seufzen sein um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen. Beicht und Communiongebete. 499 IV. Beicht- und Communiongebete. Beichtgebete. 23. Gebet, wenn man zur Beichte gehen will. Herr Jesu Christe, mein Erlöser, du hast deiner lieben Kirche hier auf Erden und ihren Dienern das heilige Umt der Schlüssel hinterlassen, mit angehefteter Verheißung, was sie in Kraft derselben binden oder lösen werden, das soll auch im Himmel gebunden oder gelöset sein. Für welches gnadenreiche Mittel sage ich dir ewiges Lob, Ehre und Preis und bitte von Grund meines Herzens, weil ich als ein armer gebundener Sünder dieses tröstlichen Löseschlüssels bedürftig bin, und damit ich nicht von dem höllischen Kerfermeister gehalten werde, du wollest mir denselben durch meinen Beichtvater tröstlich widerfahren lassen und mich von allen meinen Sünden um deines Blutes und Todes willen gnädiglich entbinden; daneben mir deinen heiligen Geist verleihen, daß ich die heilige Absolution in rechter Buße und ungezweifelter Zuversicht, gutem Vorsak, brüderlicher Liebe und Dankbarkeit fasse und endlich ewig selig werde. Umen. 24. Gebet um herzliche Versöhnung mit dem Nächsten. nädiger und barmherziger Gott, du Gott der Liebe und des Friedens, du bist gütig gegen Jedermann und er: barmest dich aller deiner Werke, zürnest auch nicht wie ein Mensch, daß du dich nicht solltest versöhnen lassen, sondern vergiebst uns alle unsre Sünde und bist gnädig unsrer Missethat, wenn wir dich nur darum bitten. So sollten wir nun deine Nachfolger sein und ein Jeglicher seinem Bruder seine Fehler von Herzen vergeben und Einer den Undern vertragen in der Liebe, gleich wie Christus uns geliebet hat; aber wir sind nicht nur schnell zum 3orn, sondern auch so unbarmherzig und unversöhnlich, daß wir unsern Beleidigern nicht gern vergeben, ja auch deinem 3orn nicht Raum geben, sondern uns lieber selber rächen wollen. Solche sündliche Unart ist mir angeerbt. Weil uns aber unsre Fehler nicht 32* 500 Beicht und Gommuniongebete. sollen vergeben werden, wo wir Undern ihre Fehler nicht von Herzen vergeben, und die Unversöhnlichen das Reich Gottes nicht ererben können, ach, so erweiche mir mein Herz und gieb mir einen sanftmüthigen Geist, damit ich nicht 3orn halte und unbarmherzig sei, zumal ich in dem Beichtstuhl und bei dem heiligen Abendmahle Gnade und Vergebung suchen will, sondern meinem Widersacher will fertig sei bald, weil ich noch bei ihm auf dem Wege bin und ihm vergebe, was er mir zu Leide gethan hat auch zuvor hingehe und mich mit dem versöhne, der, Etwas wider mich hat und alsdann bitte, daß mir meine Sünden auch vergeben werden. Amen, in Jesu Christi Namen. Umen. 25. Bußgebet. ( ch Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine be gangnen Sünden! Ich armer, großer Sünder stehe allhier vor deinem strengen Gerichte und kann mir selber nicht rathen. Hier stehe ich, nicht auf meine Gerechtigkeit, die da ist ein beflecktes Euch, sondern allein auf deine grundlose Barmherzigkeit, und bitte wie ein Uebelthäter, über den vor dem Halsgerichte der Stab gebrochen werden soll, Gnade! Gnade! Denn ich erkenne meine viel und schwere Missethat, die mich zum Tode, ja zum ewigen Tode ver dammet hat. Meine Sünde quälet mich Tag und Nacht, denn ich finde nichts in mir als Ursache meiner Verdammniß. Leugnen kann ich meine Sünde nicht vor dir, o gerechter Gott, meine Sache zu rechtfertigen vermag ich elender Sün denstaub gar nicht. Dein Zorn wider meine Sünde ist unerträglich und brennt bis in die unterste Hölle, darum bin ich besorgt wegen derselben, und weil ich solcher schwe ren Last gern los wäre, zeige ich sie dir an und verhehle sie nicht; denn da ich es wollte verschweigen, verschmachte ten meine Gebeine durch mein täglich Heulen. Und jest will ich dir, o Gott, der du auch unsre unerkannte Sünde ins Licht stellest vor deinem Angesicht, meine Uebertretung bekennen und darauf zur Beichte gehen. Verleihe mir zu diesem christlichen Vorhaben deinen heiligen Geist und ein bußfertiges Herz um meines Sündenbußers Jesu Christi willen. Amen. Beichtgebete. 501 26. Bekenntniß der Sünden. I bekenne, mein Gott, daß ich aus sündlichem Samen gezeuget bin und meine Mutter mich in Sünden empfangen hat. Ich bekenne, daß ich mein ganzes Leben über viel Gutes versäumet, viel Böses begangen, oft ein Mißtrauen in dich, meinen Schöpfer gesetzet, bin im Kreuz kleingläubig und ungeduldig geworden, habe mein Vertrauen mehr auf das Geschöpf, als auf dich, Schöpfer, gewendet, oft habe ich liederlich geschworen und deinen allerheiligsten Namen mit Worten sowohl als mit Werken entheiliget. Wie oft habe ich den Gottesdienst und mein täglich Gebet hintan gesetzt, oder doch nicht mit gebührendem Ernst und Andacht verrichtet, meinen Oberherren, als da sind Eltern und Lehrer, Obrigkeit, Herrn und Frauen, bin ich ungehorsam geworden, oft habe ich die Werke meines Berufes unterlassen, meine Nebenchristen gehaffet, angefeindet, verurtheilt, geschmähet, verachtet. Oft bin ich von böser Lust und unreiner Brunft angestecket, und mein Herz ist zur Unzucht, deß ich mich billig schäme, gelocket. Oft habe ich mit Essen und Trinken zu viel gethan, und deine edlen Gaben, o Gott, zur Ueppigkeit und Völlerei gemißbraucht, ja mein Herz steckt so voll böser Begierde, daß es billig eine Sündenquelle heißen mag. In mir, das ist in meinem Fleische, wohnet nichts Gutes, denn ich immerfort zum Bösen, zum Geiz, zur leidigen Hoffart, zu Neid und Mißgunst und unzählig mehr Sünden von meinem im Grund verderbten Fleisch und Blut angereizet werde. Uch, sollte ich alle und jede Sünde, damit mein ganzes Leben beschweret ist, namhaft machen, wo wollte ich Zeit hernehmen. Ihrer ist mehr, als Sand am Meer, über mein Haupt gehen sie und sind mir wie eine schwere Last zu schwer geworden; ja wie viel Sünden sind, die ich nicht einmal weiß, denn wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeihe mir, mein Gott, neben jenen bekannten Sünden, auch die verborgenen Fehler um Christi deines lieben Sohnes willen. Amen. 27. Gebet um Vergebung der Sünden. Herr err Jesu Christe, du mein einiger Heiland und Erlöſer, meine Seele ist betrübet in mir, weil meiner Sünden mehr sind denn Sandes am Meer, weiß auch derselben keine 502 Beicht und Communiongebete. Hülfe noch Rath, weder im Himmel noch auf Erden, denn bei dir allein. Ich hoffe gewiß und glaube fest, du wirst mein betrübtes und von Sünden zerschlagenes Herz nicht verachten, denn du bist ja darum vom Himmel gekommen, daß du mich armen verlornen Sünder wollest wieder suchen und selig haben. Nun hier bin ich und komme auf deinen tröstlichen Ruf Matth. 11 und bringe dir ein geängstetes Herz voll blutrother Sünden und werfe sie auf deinen Rücken, nimm diese Last von mir auf dich und erleichtere mein beschwertes Herz und vergieb Alles, was ich wider dich gesündigt habe. Kannst du dem armen gichtbrüchigen Sünder tröstlich zusprechen, so sprich mir auch tröstlich zu: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Diese tröstlichen Worte erquicken mir Leib und Seele, Mark und Bein. Ob ich wohl ein großer Sünder bin, so habe ich doch deine tröstliche Stimme, die mir saget, in welcher Stunde der arme Sünder zu dir seufzet, soll er selig werden. Darauf verlaß ich mich, glaube und traue dir, hilf meinem schwachen Glauben in Kraft des heiligen Geistes. Amen. 28. Eine Privatbeichte. Jab charmer fündiger Mensch bekenne und klage meinem lieben Gott, daß ich in Sünden empfangen und geboren bin, also daß in mir von Natur nichts Gutes, sondern eitel Sünde wohnet und dieselbe angeborne Sünde mich leider oft zu Fall bringet, in wirkliche Sünde mit Gedanken, Worten und Werken wider die erste und andere Tafel des Gesetzes Gottes. Ich erkenne und bekenne auch, daß ich den bösen Lüften meines Fleisches nicht mit allem Ernste widerstrebe, sondern leider die Sünde oft in mir herrschen lasse und dadurch den heiligen Geist betrübe. Ja, wenn ich gleich einen guten Vorsatz habe, hanget mir doch allezeit das Böse an, daß ich zum Guten unwillig bin, der Glaube ist schwach, die Liebe ist kalt; ich bekenne aber und weiß auch, daß solcher meiner Sünden Sold ist Gottes Zorn und der ewige Tod. Derohalben gereuen mich meine Sün den und sind mir von Herzen leid; allein das klage ich, daß ich dieselben, wenn ich sie gleich erkenne, mir nicht lasse so leid sein, als es mein lieber Gott von mir haben will. Dieweil aber Jesus Christus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, und mein frommer treuer Beichtgebete. 503 Gott spricht: So wahr ich lebe, will ich nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe, so befehre und wende ich mich in wahrer Buße durch den rechten Glauben zu meinem lieben Mittler und Erlöser Jesu Christo, und bitte dich, du mein himmlischer Vater, du wollest mir aus Gnaden um desselben deines lieben Sohnes willen, alle meine Sünden vergeben und wollest durch deinen heiligen Geist wahre Buße, rechten Glauben und beständige Besserung in mir anzünden, stärken, mehren und erhalten. Amen. 29. Noch eine andere Privatbeichte. Jch ch armer, elender, sündiger Mensch bekenne und klage vor Gott und Euch an Gottes Statt, daß ich in Sünden empfangen und geboren bin, und die Gebote meines Gottes nicht gehalten, sondern oft und viel, von Jugend auf, mit Gedanken, Worten und Werken heimlich und öffentlich, wissentlich und unwissentlich dagegen gehandelt habe, damit ich denn seinen Zorn und Strafe wohl verdienet, wenn er mit mir ins Gericht gehen wollte. Ich weiß aber aus dem heiligen Evangelio, daß Gott allen bußfertigen Sündern und Sünderinnen gern will gnädig sein und ihnen alle ihre Sünde um Jesu Christi willen vergeben. Darum erkenne und bekenne ich meine Sünden und sind mir von Herzen leid und habe meine Zuflucht zu der grundlosen Gnade und Barmherzigkeit Gottes und glaube, daß ich durch Jesum Christum meinen Heiland Vergebung aller meiner Sünden erlangen werde; bitte aber Euch, als einen Diener Gottes, wollet mein betrübtes Gewissen mit dem heiligen Evangelio trösten und mir nach dem Befehl und 3usage Christi eine fröhliche Absolution sprechen, ich will mich durch die Gnade Gottes gern bessern. 30. Formel der heiligen Absolution. Die ieweil daß ihr bekennet, daß ihr mit Sünden behaftet seid und Gott mit Sünden erzűrnet habt und deßfalls begehret Trost wider des Teufels, Anfechtung, und ich arme Sünder und Sünderinnen zu trösten verordnet bin ein Diener Gottes, nachdem auch Christus zu mir gesprochen hat; welches Sünden ihr vergebet, dem sind sie vergeben, ingleichen was ihr entbindet auf Erden, ist entbunden im 504 Beicht und Communiongebete. Himmel; auf solche Zusage Gottes und nach seinem Befehl spreche ich euch los von allen euren Sünden allhier an der Stätte Gottes im Namen Gottes des Vaters, und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Gehet hin in Frieden und sündiget nicht mehr. 31. Dankgebet nach empfahner Absolution. allmächtiger, gnädiger und barmherziger Gott und Vater, ich sage dir von Grund meines Herzens Lob, Ehr und Dank für diese große Gnade und Wohlthat, die du mir jetzt so väterlich erzeiget hast, indem du mich armen Sünder abermal in Gnaden angenommen und mir durch die heilige Absolution alle meine Sünden vergeben und das ewige Leben aufs Neue wiederum zugesagt und versprochen haft um deines lieben Sohnes Christi Jesu willen. Ich bitte dich herzlich, du wollest mich in solcher Gnade allezeit väterlich erhalten und mir deinen heiligen Geist verleihen, daß ich dieser jetzt empfangenen gnadenreichen Vergebung festiglich glaube und mich derselben jetzt und allezeit in allen Anfechtungen und Widerwärtigkeiten trösten und mich daher alles Guten zu dir versehen möge. Verleihe mir auch die Gnade deines heiligen Geistes, daß ich der Sünde hin fort je länger je feinder werde, mich davor fleißig hüte und meinem Fleische nicht mehr seinen Willen lasse zu fündigen, sondern daß ich demselben durch ein stark Gebet in meinem Berufe widerstehen und mein ganzes Leben nach deinem Willen anstellen und führen möge. Und was ich darin zu schwach bin, wie ich dir denn meine Schwachheit mit tiefem Seufzen immerdar bekenne, so wollest du durch dein starkes Wort und heiligen Geist mir beistehen und überwinden helfen. Alles um und durch deinen lieben Sohn meinen Herrn und Heiland Jesum Christum. Amen. Communiongebete. 32. Etliche Fragstücke mit ihren Antworten für die, so zum Sakrament gehen wollen. Gestellt durch Dr. Martin Luther. Glaubst du, daß du ein Sünder bist? Untwort. Ja ich glaube es, ich bin ein Sünder. Communiongebete. Wie weißt du das? 2. Aus den 10 Geboten, die habe ich nicht gehalten. Sind dir deine Sünden auch leid? A. Ja, es ist mir leid, daß ich wider Gott gefündiget habe. Was hast du denn mit deinen Sünden bei Gott verdient? 2. Seinen Zorn und Ungnade, zeitlichen Tod und ewige Verdammniß. Hoffest du auch selig zu werden? U. Ja ich hoffe es. Weß tröstet du dich denn? 505 U. Meines lieben Herrn Christi. Wer ist Christus? A. Gottes Sohn, wahrer Gott und Mensch. Wie viel sind Götter? 2. Nur einer, aber drei Personen, Vater, Sohn und heiliger Geist. Was hat denn Christus gethan, daß du dich sein tröstest? 2. Er ist für mich gestorben und hat sein Blut am Kreuz vergossen zur Vergebung der Sünden. Ist der Vater auch für dich gestorben? A. Nein, denn der Vater ist nur Gott und der heilige Geist auch, aber der Sohn ist wahrer Gott und wahrer Mensch für mich gestorben, und hat sein Blut für mich vergossen. Wie weißt du das? A. Aus dem heiligen Evangelio und aus den Worten vom Sakrament und bei seinem Leib und Blut im Sakrament mir zum Pfand gegeben. Wie lauten die Worte? Unser Herr Jesus Christus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brot, dankte und brachs und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blute, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächniß. Beicht und Communiongebete.. So glaubest du, daß im Sakrament der wahre Leib und Blut Christi sei? 506 2. Ja ich glaube es. Was bewegt dich denn, das zu glauben? 2. Das Wort Christi: Nehmet, effet, das ist mein Leib, trinket Alle daraus, das ist mein Blut. Was sollen wir thun, wenn wir seinen Leib essen und sein Blut trinken und das Pfand also nehmen? 2. Seinen Tod und Blutvergießen verkündigen und gedenken, wie er uns gelehret hat: Solches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtniß. Warum sollen wir seines Todes gedenken und den selben verkündigen? 2. Daß wir lernen gläuben, daß keine Kreatur hat können genug thun für unsere Sünden denn Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, und daß wir lernen erschrecken vor unsern Sünden und dieselbigen lernen groß achten und uns sein allein freuen und trösten, und also durch denselbi gen Glauben selig werden. Was hat ihn denn bewegt, für deine Sünden zu sterben und dafür genug zu thun? A. Die große Liebe zu seinem Vater, zu mir und andern Sündern, wie geschrieben steht Joh. 15, Röm. 6, Gal. 2. Warum willst du denn zum Sakrament gehen? A. Auf daß ich lerne glauben, daß Christus um meiner Sünden willen aus großer Liebe gestorben sei, wie gesagt, und darnach auch von ihm lerne, Gott und meinen Nächsten lieben. Was soll einen Christen vermahnen oder reizen das Sakrament des Altars oft zu empfahen? 2. Von Gottes wegen soll ihn beide des Herrn Chrifti Gebot und Verheißung, darnach auch seine eigene Noth, so ihm auf dem Halse liegt, treiben, um welches willen solch Gebieten, Locken und Verheißung geschieht. Wie soll ihm aber ein Mensch thun, wenn er solche Noth nicht fühlen kann, oder keinen Hunger noch Durst zum Sakrament empfindet? A. Dem kann nicht besser gerathen werden, als daß er erst lich in seinen Busen greife, ob er auch Fleisch und Blut habe, und glaube doch der Schrift was sie davon sagt. Gal. 5, Röm.6. ◆ Communiongebete. 507 Zum Andern, daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt sei, und denke, daß es an Sünden und Noth nicht fehlen werde, wie die Schrift sagt Joh. 15 und 16, 1. Joh. 2 u. 5. Zum Dritten, so wird er auch den Teufel um sich haben, der ihm mit Lügen und Morden Tag und Nacht keinen Frieden innerlich und äußerlich lassen wird, wie ihn die Schrift abmalet Joh. 8 und 16, 1. Petri 5, Eph. 6, 2. Tim. 2. 33. Gebet vor dem heiligen Abendmahl, darin die Lehre von dem heiligen Abendmahl begriffen ist. erliebster Herr Jesu Christ, was ist doch der arme Mensch, daß du sein gedenkest, und das Menschenkind, daß du dich sein annimmst! In der Nacht, da du verrathen warst, hast du das hochwürdige Abendmahl eingeseßt, auf daß wir dadurch dir einverleibet, im Glauben gestärket und zum ewigen Leben erneuert würden. Lob und Dank sei dir gesagt für solche unaussprechliche Wohlthat. Groß sind, Herr, deine Werke, wer ihrer achtet, der hat eitel Lust daran, was du ordnest, das ist löblich und herrlich. Du hast ein Gedächt= niß gestiftet deiner Wunder, du gnädiger und barmherziger Herr, du giebst Speise denen, die dich fürchten und gedenkest ewiglich an deinen Bund. Herr, du hast zu deinem Abendmahle Brot und Wein genommen; ach hilf, daß wie Brot und Wein den Leib nähren und erhalten, also auch unsre Seelen durch solche Wundermahlzeit kräftiglich gespeiset und getränket werden. Du hast über dem Brot und Wein gedanket und gebetet, erwecke auch uns jederzeit wahre Andacht, daß wir überall und insonderheit zu dieser heiligen Handlung dich inbrünstig anrufen und dir herzlich danken. Du hast das Brot gebrochen, ach laß mein Herz auch durch wahre Buße und Reue gebrochen und zerknirschet werden. Du haft gesagt: Nehmet hin und effet. Auf solche Worte erwecke in mir eine herzliche Begierde, daß ich mit großem Verlangen hinzukomme und dein Gebot erfülle. Du hast nicht gesagt: das bedeutet, sondern, das ist; nicht ein Zeichen meines Leibes, sondern mein Leib und zwar der Leib, der für Euch gegeben wird. Dieses sind deine Worte. Die hast du ja deßwegen geredet, daß wir daraus deinen Willen und Meinung vernehmen sollen. Derowegen so 508 Beicht und Communiongebete. glaube ich denselben, wie sie lauten und laß mich von den klaren Buchstaben nicht abwendig machen. Du bist der Allerweiseste und weißt wohl, wie und was du reden sollst, du bist der Allmächtige und kannst wohl erfüllen, was du geredet hast, du bist der Allerwahrhaftigste und wirst halten, was du hast zugesagt. Herr, bekräftige in uns solchen Glauben, heilige uns und erhalte uns in deiner Wahrheit, dein Wort ist die Wahrheit. Bringe zurecht alle Irrende und erleuchte deren Augen, die sich durch die unvollkommene Vernunft und übelgefundene Deuteleien verblenden lassen. Herr Jesu, du hast auch gesagt: Solches thut zu meinem Gedächtniß. So gieb mir nun, Herr, gnädiglich ein frisches und stätiges Gedächtniß aller deiner Wohlthaten und sonderlich deiner Banden und Wunden, deiner Schläge und Striemen, deines Leidens und Sterbens. Du hast ja in Gnaden an mich gedacht vor der Zeit, da du mich zu einem lebendigen Gliede deiner Kirche und Mitbürger deines Him melreichs haft auserkoren. Du hast in Gnaden an mich gedacht in der Zeit, da du für mich bist Mensch geworden, meine Schuld bezahlt und noch in deinem letten Seufzer am Kreuz deinen himmlischen Vater für mich gebeten haft. Du wirst in Gnaden an mich gedenken nach der Zeit, wenn du mich ins himmlische Paradies wirst einführen. Sollte ich nun nicht schuldig und willig sein, an dich zu gedenken und zumal beim Genuß des heiligen Abendmahles deine Liebe und Treue, deine Gnade und Gunst, deine Holdselig keit und Barmherzigkeit zu verkündigen? Du hast es nicht lassen genug sein, für uns zu leiden und zu sterben, sondern du hast auch deinen eigenen wahren Leib, und dein eigenes wahres Blut unter und mit dem Brot und Wein mit dem Munde zu empfahen uns verordnet und eingesetzet. Als die Mutter des Herrn, Maria, zu ihrer Gefreundten Elisabeth kam, fágte selbige mit Verwunderung: Woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Auhier ist nicht die Mutter des Herrn, sondern der Herr selbst. Soll ich denn nicht auch mit Verwunderung sagen: Woher kommt mir das, daß mein Herr zu mir kommt? Als der Herr sich gegen den Hauptmann von Kapernaum erbot, er wollte zu ihm kommen, erkannte derselbe alsobald ſeine Unwürdigkeit und sprach: Herr ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehst. D Herr, wie viel mehr 509 Communiongebete. soll ich mich demüthigen, wenn du in meinen sündhaften unreinen Mund eingehen und mir deinen Leib zu essen und dein Blut zu trinken geben willst. Wie viel mehr sollen meine Kniee sich beugen, mein Herz sich schmiegen, meine Bunge sich erheben und sagen: Herr, ich bin nicht werth, daß du in meinen Mund eingehest. Aber weil es dir also gefallen, mir dein Fleisch zu einer Speise und dein Blut zu einem Trank zu ordnen, so sei dir Lob und Dank dafür gesagt und deine überschwängliche Barmherzigkeit müsſe gerühmt und gepreiset werden immer und ewiglich. Amen, Herr Jesu, Amen. Amen. 34. Noch ein Gebet vor dem heiligen Abendmahl. err Gott himmlischer Bater, ich armer fündiger Mensch mit vielen und großen Sünden beladen komme zu dir und bitte dich von Grund meines Herzens, erbarme dich über mich, vergieb mir meine Sünde und sei mir armen Sünder gnädig. O Herr Jesu Christe, ich komme zu dir auf deine Würdigkeit, auf deine Liebe gegen alle bußfertige Sünder, auf dein Blutvergießen, Leiden und Sterben, auf deine holdselige Verheißung, durch welche du alle zu dir rufest, ich habe es nicht verdient, du aber haft genug für mich gethan. O heiliger Geist, ich komme auf deine Hülfe, laß mich genießen des Herrn Jesu Christi, ich komme nur auf deine Barmherzigkeit, welche mir verheißen ist durch meinen Herrn Jesum Christ. Ich komme in dem großen Namen Jesu Christi, dieses tröste ich mich von Herzen, durch diesen glaube ich, daß mir alle meine Sünden vergeben werden, stärke du meinen Glauben zum ewigen Leben. Amen. 35. Noch ein anderes Gebet vor dem heil. Abendmahl. Jesu, meine Liebe, mein Bräutigam, mein ewiger Ho herpriester, meine Friede und Ruhe meiner Seelen! Ach ich Unreiner komme zu dem Ursprunge aller Reinigkeit, ich Elender und Dürftiger komme zu dem Herrn, reich über Alle, ich Sünder zu dem Gnadenthron, ich Kranker komme zu dir, dem rechten Arzt, ich Hungriger und Durstiger zu dem rechten Himmelsbrot und Brunnen des Lebens; ach nur ein Brosamlein von deiner Gnade laß mir widerfahren, nur ein Tröpflein von deiner Güte laß mich genießen, so werde ich gelabet und sicherlich erhalten. Ach, mein HeiD Jesu, 510 Beicht und Communiongebete. land, wie soll ich dich würdiglich genießen? Siehe, der Tempel meines Herzens ist ganz unrein, das Haus meines Herzens ist ganz unheilig, daß du darinnen einziehest, ach bereite es durch wahren Glauben, wahre Buße und herz liche Demuth, diesen hohen Gast würdig aufzunehmen. O Jesu, du wahres Osterlamm, laß mich dich genießen und essen mit der bittern Salsen der herzlichen Reue und mit dem ungesäuerten Brote eines bußfertigen Lebens. Dein heiliger Leib, als er vom Kreuze abgenommen ward, wurde in eine reine Leiwand gewickelt, ach weihe, reinige, heilige auch mein Herz, daß ich dich mit heiliger Undacht umfahen und mit den Myrrhen eines zerbrochnen Herzens und Gei stes falben möge. Und wie das Himmelsbrot, das Manna, mußte in einem goldenen Gefäße aufgehoben werden in der Lade des Bundes, so gieb Gnade, daß ich dich, das wahre Himmelsbrot in einem reinen Gefäße meines Herzens annehmen, aufheben und bewahren möge. Amen. 36. Noch ein anderes Gebet vor dem heil. Abendmahl. Allerfreundlichster Herr Jeſu, mein Heiland und mein Gott! Mein Herz ist beschweret mit mannigfaltigen und groben Sünden, derselben wünsche ich los und ledig zu sein, weiß aber kein besseres Mittel, davon erledigt zu werden, als dein allerheiligstes Blut, welches du am Stamm des Kreuzes reichlich und überflüssig für mich vergossen. Dar um komme ich jetzt zu deinem allerheiligsten Abendmahl, welches du, mein Herr Jesu kurz vor deinem schmerzlichen Abschied von der Welt selbst eingesetzet und befohlen, daß ich selbiges zu deinem Gedächtniß gebrauchen soll. Aber ich bin viel zu unwürdig zu einem so herrlichen Mahl, meine Sünden sind es, die mich unwürdig machen, daß ich nicht hinzugehen kann. Mein Herz, das deinen allerheilig sten Leib und Blut zur Versicherung deiner Liebe und kräf tigen Beiwohnung empfahen soll, dasselbe ist leider mit Sünden angefüllt und vergönnet mir nicht, eines solchen allerheiligsten Gastes theilhaftig zu werden. Darum ist meine Seele betrübt und weiß nicht, wo aus noch ein; ich komme aber zu dir, o Herr mein Gott, der du mich selber zu deinem heiligen Abendmahl einladest und klage dir solche meine Noth und Anliegen und seufze von Grund meiner Seelen. Uch Herr Jesu vergönne wir doch, daß ich zu deinem hei Communiongebete. 511. ligen Abendmahl als ein würdiger Gast komme, rühre mein Herz durch den Finger deines Wortes und mach mich würdig. Du bist es allein, o mein Herr Jesu, von dem meine Würdigkeit berkommen soll. Ach Herr Jesu, so gieb mir, deinem Kinde, ein bußfertiges und mit Reue und Leid angefülltes Herz, laß meine Seele bittre Thränen weinen, daß ich möge eingedenk sein deiner großen mir erwiesenen Liebe und daß ich dich, Gott im Himmel, erzürnet habe. Ach Herr Jesu, sende deinen heiligen Geist in mein Herz, welcher es tüchtig mache, dir zu einer angenehmen Wohnung. Ach du allersüßeste Liebe, erleuchte mir mein Herz mit deiner Kraft und mache daraus einen Tempel und Wohnung deiner Herrlichkeit. Nimm hin mein Herz dir zu eigen, besprenge es mit deinem Blute, nimm hin alle meine Gedanken und Sinne und laß sie von nichts Anderem, als von der großen Liebe, die du mir im heiligen Abendmahle erzeigest, gedenken, alle meine Sünden erkennen und beweinen und also zu deinem allerheiligsten Abendmahle kommen, dasselbe in wahrem Glauben und festem Vertrauen auf dich empfangen, deines Todes und deiner Liebe allezeit eingedenk sein, dich als meinen Jesum allezeit lieben und ein würdiger, dir gefälliger Gast bei deinem hochheiligen Tische sein möge. Das verleihe mir, o Herr Jesu, um deiner Barmherzigkeit willen. Amen. 37. Andächtige Seufzer, wenn man zum heiligen Altar tritt. Gott Vater, jetzt trete ich zu dem heiligen Altar, den höchsten Schatz im Abendmahle zu genießen. O des großen Geheimnisses! Uch Herr, stärke meinen Glauben, erhalte meine Seufzer, befestige meine Liebe, sei gnädig mir armen Sünder, und laß mich ja den wahren Leib und Blut Jesu Christi empfahen nicht zum Gericht, sondern zur Vergebung der Sünden und zu meiner Seelen Seligkeit. Umen. O Herr Jesu Christe, dein heiliger, wahrer Leib, der für mich gelitten hat den bittern Tod, und der theure Schat deines heiligen, unschuldigen Blutes, damit ich erlöset und erkaufet bin, das auch für mich vergossen ist zur Abwaschung meiner Sünden, der wolle mich jetzt speiſen, ernähren, bewahren und führen in das ewige Leben und mir mittheilen Vergebung aller meiner Sünden. Umen.. 512 Beicht und Communiongebete. O Gott heiliger Geist, jetzt gehe ich hin, das heilige Abendmahl zu empfahen; ach zum Leben, zum Leben und nicht zum Gericht! Stärke meinen Glauben, tröste mein Gewissen, gieb mir Besserung meines Lebens und hilf zum würdigen Genusse. Umen, Gott heiliger Geist, Amen. 38. Andächtige Seufzer beim Empfang des wahren Leibes Christi. ei mir willkommen, du mein herzallerliebster Herr Jesu Christe, mit dem allerheiligsten Leibe, welchen du auf dem Hochaltar des Kreuzes für meine und der ganzen Welt Sünde geopfert, nach welchem meine Seele sehr hun: gert und herzlich verlanget. Sättige und bewahre du mei nen Leib und Seele in wahrem Glauben durch deine Gnade zum ewigen Leben. Amen. Beim Empfang des wahren Blutes Christi. ei mir willkommen, du herzallerliebster Herr Jesu Christe, mit deinem allerheiligsten theuren Blute, das am Stamm des heiligen Kreuzes aus deiner aufgespaltnen Seite und aus allen deinen heiligen Wunden zu genugsamer Abwaschung aller meiner Sünden mildiglich geronnen und geflossen ist, nach welchem meine Seele dürftet und herzlich verlanget. Tränke, erquicke und bewahre du mei nen Leib und Seele in wahrem Glauben durch deine Gnade zum ewigen Leben. Amen. 39. Wenn man vom Altar weggeht. du mein lieber Herr Jesu Christ, ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jetzt abermal väterlich an deinem Tische mit deinem wahrhaftigen Leib und Blut ge speiset und getränket hast, und bitte dich von Herzen, laß mir solches gedeihen zur Stärkung meines Glaubens und zu sicherer Begleitung aus diesem Jammerthale in das ewige Leben. Amen. 40. Danksagung nach dem Abendmahle. Niebreicher Herr Jesu, wie groß ist deine Güte, wie überschwänglich ist deine Liebe, wie unermeßlich ist deine Barmherzigkeit! Deine Güte ist höher, denn der Himmel, 51 Communiongebete. 513 breiter denn die Erde, tiefer denn der Abgrund, deine Liebe ist stark wie der Tod, und feurig, wie eine Flamme des Herrn, deine Barmherzigkeit hat kein Ende, sie gehet so hoch, wie der Himmel ist, sie währet von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das hast du an mir jetzt auch kund gethan und bewiesen. Mit deinem Fleische hast du mich gesättigt, ist das nicht Güte, mit deinem Blute hast du mich getränket, ist das nicht Liebe, mich Sünder hast du angenommen, ist das nicht Barmherzigkeit? Dafür danke ich dir herzlich und lobe dich immerdar. Ach du heiliger Herr Jesu, verleihe mir gnädiglich, daß dies heilige Sakrament deines Leibes und Blutes, so ich genossen, sei eine Reinigung meiner vielfältigen Sünden, eine Stärkung meines Glaubens, eine Aufrichtung meiner Schwachheit, eine Arznei meiner Krankheit, ein Merkmal deiner Gnaden, ein Zehrpfennig meiner Wanderschaft, ein Bund deiner Gnaden, ein Pfand meiner Seligkeit, das mich leite, wann ich gehe, das mich zurecht bringe, wenn ich irre, das mich aufnehme, wenn ich wiederkehre, das mich halte, wenn ich strauchle, das mich auf richte, wenn ich falle, das mich endlich, wenn ich beständig bleibe, zur Herrlichkeit einführe; solches bitte ich dich um deines heiligen Nachtmahls willen. Uch freundlichster Herr Jesu, hilf, daß dieser heilige Genuß deines Leibes und Blutes mein Herz also verwandle, daß es forthin keine Lieblichkeit spüre außer dir, keine Schönheit achte außer dir, keiner Liebe pflege außer deiner Liebe, keinen Trost begehre außer deinem Trost, keine Ergötung zulasse ohne deine Ergötung, nach keiner Ehre strebe, die nicht zu deiner Ehre gerichtet sei, nach keiner Wollust trachte, als die zur himmlischen Wollust führet, keine Freude in diesem Leben suche, als die zur himmlischen Freude verhelfen mag; solches bitte ich dich um deines himmlischen Nachtmahls willen. Ach allergütigster Herr Jesu, du hast mich mit himmlischer Speise und Trank versehen, hilf, daß ich hinfort nicht mehr irdisch, sondern himmlisch gesinnt sei, daß ich strebe nach dem, das droben ist, daß ich mich strecke nach dem, das da vorne ist, nach deiner Herrlichkeit im Himmel, daß ich in dir allein ruhe, dir allein anhange, dir ganz ergeben sei und mit herzlichem Verlangen seufze nach deinem Himmelsmaht, da wir mit dir werden zu Tische sitzen und bei dir haben volle Genüge, vollen Ueberfluß, Lutherisches Gesangbuch. 33 514 Beicht und Communiongebete. vollen Genuß, volles Leben, volle Seligkeit; solches bitte ich um deines heiligen Nachtmahls willen. Umen. 41. Noch eine andre Danksagung nach dem heiligen Abendmahle. Umächtiger Gott, himmlischer Vater, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du mir armen Sünder nicht allein aus Gnaden um deines geliebten Sohnes Jesu Christi willen alle meine Sünden verziehen, sondern auch sein wahrhaftiges Fleisch und Blut im heiligen Abendmahle zum Pfande gegeben haft. Wie hättest du mich besser trö sten können, wie hättest du mich mehr deiner Gnade ver sichern und der Verheißung des ewigen Lebens vergewissern können? Uch verleihe mir deine Gnade, daß ich es nimmer aus meinem Herzen lasse, sondern alle Augenblicke bedenke, daß ich in Christo habe Gnade, Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit. Gieb, daß es meinen schwachen Glauben stärke, mein blödes Gewissen tröste, mein Gemüth erquicke und zu allem Guten in mir Kräfte schaffe. Wollest dir auch meinen Leib und Seele allezeit befohlen sein las sen und so es ist zu deinem Lob und meiner Seelen Heil, mich auch an dem Leibe wie an der Seele gesund erhalten, wo aber nicht, beständigen Glauben, christliche Geduld und feste Hoffnung bis an das Ende geben, auf daß ich nach deiner Verheißung durch Jesum Christum, dessen Leib und Blut ich empfangen habe, möge einnehmen und besitzen die Freude des ewigen Lebens. Amen. 42. Chriftliche Lebensregeln, die ein jeder Christ, der das heilige Nachtmahl würdiglich genossen, zu sorgfältiger Fortsetzung seines Christenthums stets vor Augen haben soll. 1. Hüte üte dich, sobald du erwachet und aufgestanden bist, daß du deine Morgenandacht keinen Augenblick ver säumest oder aufschiebest, denn der Satan lauert vor der Thür deines Herzens, schleicht unvermuthet hinein und wird dich den ganzen Tag in manche Sünde stürzen, wo du ihn nicht, sobald du erwachest, mit dem Gebete ab und zurück hältst. Item, unterlaß nie deine Abendandacht zu verrichten, auf daß dein Tagewerk in Gottes Wort und Gebot gefaffet sei. Communiongebete. 515 2. Meine nicht, daß du in deinem Christenthume es so hoch gebracht, als wenn du keiner Uebung und Besserung bedürfest, sondern wisse, daß du kaum habest angefangen, und nicht auslernen könnest, so lange du lebest. 3. Wer seine Bekehrung auf den morgenden Tag aus: setzet, der thut eben so weislich, als wenn er ein fröhliches Mahl auf den gestrigen Tag halten wollte, denn er hat an dem einen so viel, als an dem andern. 4. Denke, du seist wer du wollest, daß du nur ein Diener und Haushalter bist und nichts mehr von dir begehret werde, denn daß du treu erfunden werdest. 5. Brauche Ernst, dir selbst und der Welt abzusterben, so wirst du in dem Leben Gottes zunehmen. 6. Ein Quentlein geistlichen Guts ist besser als 1000 Gentner irdischer Güter, denn diese vergehen mit uns, jenes aber bleibet in Ewigkeit. 7. Wenn du fühlest, daß es dein Herz erfreut und inwendig kitzelt, wenn du gelobet wirst, so geuß ungesäumt Wasser darauf, ats auf ein höllisch Feuer, das in deiner Seele entzündet ist. 8. Lerne sterben, weil du lebst, so wirst du auch, wenn du stirbst, leben können; und wer täglich stirbt, wird gern einmal sterben. 9. Je mehr dich die Welt hasset, und je weiter du von ihr geschieden bist, je näher und angenehmer bist du Gott deinem Herrn. 10. Wer die Freude des ewigen Lebens um die Wollust dieser Welt vertauscht, der versteht sich schlecht auf den Handel. 11. Bedenke, daß hoffärtige Kleider Stricke des Teufels sind. Hast du Gefallen daran, so gleichst du einem dem Galgen entlaufenen Diebe, der mit dem Stricke Pracht treiben wollte. 12. Ein wahrer Christ hält das Leben für nichts an ders, als für eine Gelegenheit, Gutes zu thun, und den Tod für ein Ende seiner Arbeit. 13. Fliehe alle weltliche Gesellschaft, verkehre nicht mit weltlich gesinnten Leuten ohne Noth, halte der Welt Freude für Chorheit, geselle dich zu gottseligen Leuten und suche allenthalben Besserung und Erbauung deines Christenthums. 14. Laß dich gern erinnern und strafen und wenn dein 33* 516 Beicht- und Communiongebete. Nächster dir deinen Fehler freundlich zur Besserung vor stellt, so nimm es mit Dank an. 15. Niemand ist weise, denn der sich selber für albern hält und auch von dem Geringsten zu lernen begehret. Niemand ist würdig, geehrt zu werden, als derjenige, so Gott über Alles fürchtet, ehret und liebt, sich aber selber für geringer als ein Erdenwürmlein hält. 16. Rede keine Lügen, auch die Nothlügen nicht, ob sie wohl dir scheinen sehr nützlich zu sein, denn sie werden dir ins Künftige unfehlbar Schaden bringen. Der Mund, welcher lügt, tödtet die Seele. 17. Gottes Eigenschaft ist, aus Nichts Etwas zu machen; darum, soll Gott etwas mit uns in uns machen, so müssen wir zuvor recht zu nichts geworden sein. 18. Gott liebet nichts in uns, als seine eigne Güte, die er in uns wirket, auch wird nichts von Gott belohnet oder gekrönet, denn sein eigen Werk, das er in uns verrichtet. 19. Alle guten Gaben kommen von oben herab; wer nun von oben herab etwas empfangen will, der muß sich nothwendig unten, oder in niedrigster Demuth des Herzens befinden. 20. Laß deine tägliche Uebung sein, andächtig beten, fleißig arbeiten und Gott vertrauen. 21. Das ist der beste Hausstand, wo gebetet wird, als ob das Arbeiten nichts hülfe, und gearbeitet wird, als ob das Beten nichts hülfe. 22. Willst du in zweifelhaften Dingen, die dir vorkommen, gern Gottes Willen wissen, was zu thun oder zu lassen, so nimm wohl wahr, woran deine Natur am meisten Grauen hat. Dies wähle getrost als das Sicherste und Beste, das Gott von dir gethan haben will. 23. Bitte Gott von Herzen, daß er deine Missethat bedecke und dich allezeit regiere. 24. Die Zeit ist höher als die Ewigkeit zu schätzen, denn mit einem wohl angelegten Stündlein Zeit kann die ganze felige Ewigkeit, mit aller Ewigkeit aber nicht eine Minute Zeit erkaufet werden. Kirchengebetc. 517 V. Kirchengebete. Kollekten. So auf die Sonntags- Evangelia durchs ganze Jahr gerichtet sind.. 1. Adventssonntag. Allmä ( Umächtiger und demüthiger König, Jesu Christe, wir danken dir ganz inniglich, daß du in unser elendes Fleisch, Kirch und Herzen zu uns kommen bist und dich um unsertwillen ſo tief gedemüthigt haft. Und bitten dich, unsern einigen Gerechtmacher und Helfer, du wollest allezeit bei uns bleiben, in rechtem Glauben und christlichem Leben dein Volk regieren und erhalten, und uns allen durch deinen heiligen Geist bewahren, daß wir uns jetzt an deiner Niedrigkeit nicht ärgern, noch alsdann vor deiner Majestät erschrecken, wenn du in den Wolken kommen wirst, ein Richter und Erlöser, gelobet in der Höhe. Amen. 2. Adventssonntag. Herr Jesu Christe, wir danken dir von ganzem Herzen, daß du uns vor deinem herrlichen großen Tag so treulich gewarnet, und dagegen so herzlich getröstet hast. Und bitten dich, du wollest uns durch deinen heiligen Geist die jebige letzte Zeit, und deinen lieben jüngsten Tag zu erkennen geben, und unsere Herzen desselben ohne Unterlaß erinnern, daß wir in deiner Furcht, rechtem Glauben und gutem Gewissen wandeln, und mit fröhlichem Herzen und Augen deine herrliche Erscheinung täglich hoffen und gewarten; der du lebest, regierest und kömmst, ein Richter und Erlöser, gelobet in Ewigkeit, Amen. 3. Adventssonntag. Ach gnädiger und barmherziger Herr Christe, du hast dich gnugsam durch Propheten und Wunder erwiesen, daß du alleine der wahre Messias bist, der da kommen sollte, darum wir auch all unser Vertrauen auf dich einig setzen, und keines andern zu unserer Seligkeit und Erlösung gewarten. Wir danken dir für dein tröstlich Evangelium und wahres Kirchengebete. Erkenntniß, und bitten dich, du wollest uns dabei gnädiglich erhalten, daß wir uns an dir nicht ärgern, noch durch Wollust oder Verfolgung von dir wanken oder weichen, der du alleine der Welt Heiland bist gelobet immer und ewiglich, Amen. 518 4. Adventssonntag. ilf lieber Gott, daß wir dem großen Zeugen Johanni feste gläuben, seinem Finger und Anweisung folgen, und allein deinen und Marien Sohn, Christum, für unsern Sündenträger und Seligmacher annehmen, uns fremder Ehre nicht anmaßen, sondern ihm alles Lob und Ruhm unserer Seligkeit von Herzen geben, und daß er noch im heiligen Predigtamt mitten unter uns getreten, erkennen, und dir danken, der du sammt deinem Sohn und heiligen Geiste ein einiger Gott lebest und regierest in Ewigkeit, Umen. Weihnachten. großer und allmächtiger Immanuel Jesu Christe, des allerhöchsten Gottes und der Jungfrauen Marien Sohn, der du um unsert willen in dies Elend kommen bist, und unsere Natur, Fleisch und Blut angenommen hast, auf daß du darinnen für uns leiden, unser Mittler, Heiland und Bruder sein, und mit deinem theuren Gottesblute für unsere Sünden bezahlen könntest. Wir sagen dir Ehre und Preis in der Höhe, und bitten dich demüthiglich, du wollest deine angenommene menschliche Natur, vor deinem Vater allezeit anschauen und zeigen, und unser in Gnaden gedenken, bis wir dich von Angesicht zu Ungesicht, in ewiger Freude und Herrlichkeit sehen werden, wie du unser einiger Seligmacher, wahrer Gott und Mensch bist und bleibest, immer und ewiglich, Amen. Fest der Beschneidung. Jesu, einiger Heiland und Erlöser, der du dein erstes Blutströpflein in der Beschneidung mit bittern Schmerzen vergossen hast, deine Gläubigen von Sünden und ewigem Fluch zu erlösen, und deinen heiligen Namen mit der That zu beweisen, hilf daß wir dich im Glauben fest fassen, Kirchengebete. 519 und dir zu Ehren ein neues Leben anfahen, auf daß wir durch dich würdig sein mögen, uns deiner Güte und Wohlthaten allezeit zu erfreuen, und deine Herrlichkeit zu sehen, wenn du dein ewiges neues Jahr wirst angehen lassen, um deines Namen Jesus willen, Amen. Epiphaniasfest. W ir danken dir lieber Herre Gott, daß du auch uns arme Heiden, zur Gemeinschaft deines lieben Sohnes berufen hast, und bitten dich, du wollest uns durch deinen beiligen Geist leiten und führen, daß wir in deinem Lichte wandeln, und deines lieben Sohnes nimmermehr fehlen, sondern ihn allezeit finden, und ihm dienen mögen, der da lebet und regieret, aller Heiden Trost, gelobet in Ewigkeit, Amen. 1. Epiphaniassonntag. ilf lieber Herre Gott, daß wir und unsere Kinder dem Erempel deines lieben Sohnes, und seiner christlichen Eltern folgen, dein Wort fleißig hören, und gerne davon reden. Gieb auch aller christlichen Jugend, und unsern lie: ben Kindern deinen heiligen Geist und Gnade, daß sie an Gehorsam, Zucht, Weisheit und Verstand täglich mögen wachsen und zunehmen, und zu deinem Dienst und Ehren auferzogen werden, auf daß wir sie mit Freuden vor dein Ungesicht bringen mögen, um desselben deines lieben Kindes Jesu Christi willen, Amen. 2. Epiphaniassonntag. ir danken dir Herr Jesu Christe, daß du den heiligen Ehestand so hoch geehret und begabet hast; und bitten dich herzlich, du wollest deine heilige und wohlgefällige Ord= nung fortan segnen und erhalten, vor Unzucht und Lästerung uns behüten, allen christlichen Eheleuten noch täglich mit deinem Segen beiwohnen, und ihr Elend zu deiner Zeit wenden, der du, wahrer Gott und getreuer Menschenfreund, aller Dinge Gewalt hast, lebest und regierest ewiglich, Umen. Kirchengebete. 3. Epiphaniassonntag. Umächtiger Herr Christe, vor welchem alles sich demüthigen, und deinem Wort und Befehl weichen muß, hilf, daß wir unsere Unwürdigkeit und deine Güte erkennen, dich im Glauben fest fassen, in deinem Reiche bleiben, uns in allen Nöthen deiner Hülfe getrösten, und unsern Willen in deinen mit wahrem Vertrauen fröhlich ergeben, der du der Juden und Heiden, der Großen und Kleinen ein Herr und Helfer bist, gelobet in Ewigkeit, Umen. 520 4. Epiphaniassonntag. wahrer Mensch und großer Gott Jesu Christe, dem Wind und Meer gehorsam ist, wir erkennen unsere Schwachheit und Blödigkeit, daß wir ohne deinen Trost im Ungewitter dieser Welt nicht bestehen können, ach hilf und wache auf, ehe wir verderben. Gieb deiner Kirche heilsamen Frieden, und beschüße dein Schifflein wider alle Gewalt der stolzen Wellen und grausamen Sturmwinde, auf daß unsere furchtsame Herzen getröstet, und unser schwa cher Glaube gestärket werde, der du deiner Kirche beiwohnest, lebest und wachest, ein einiger allmächtiger Nothhelfer, gelobet in Ewigkeit, Amen. 5. Epiphaniassonntag. A ch Herr, du ewiger Hausvater, du weißt, wie übel der Feind deinen theuer erkauften Ucker der Kirchen zuge richtet, und mit Ketzern und Epikurern in dieser letzten Zeit erfüllet hat. Hilf daß wir uns daran nicht ärgern, noch in Sicherheit und Sünden entschlafen, oder ein schändlich Unkraut werden, auf daß wir nicht mit ihm ins ewige Feuer geworfen, sondern ein heiliger guter Same bleiben, und in deine Scheuren und ewige Herrlichkeit gesammelt werden, wenn du mit der Posaunen kommen, und die Si cheln anzuschlagen deinen Engeln befehlen wirst, ein Herr der großen Ernte, gelobet in Ewigkeit, Amen. Septuagesimä. Ach gütiger Hausvater, ewiger Gott, der du uns arme Heiden in dieser letzten Stunde auch zu deinem Wein 521 Kirchengebete. berg berufen, und uns Unverdienten deinen Gnadengroschen und allerlei zeitliche und ewige Gaben widerfahren läsfest. Hilf daß wir in Demuth und Geduld dir allezeit auf deine lautere Gnade treulich und fröhlich dienen, und wider deine große Gütigkeit mit den Heuchlern nicht murren, auf daß wir mit ihnen nicht abgewiesen noch verstoßen werden, sondern in deinem Hause bleiben, und deine herrliche Gnade rühmen und preisen in dieser Welt und in der Ewigkeit, Amen. Seragefimä. Jumächtiger Gott und Vater, der du Himmel, Erden, Heil und Seligkeit gepflanzet, und den himmlischen Samen deines Wortes aus deinem göttlichen Herzen hervorbracht, und unter uns reichlich ausgestreuet host. Wir danken dir für solche theure Schäße und Gaben, und bitten dich, du wollest unsere Herzen durch dein Wort und Geist also zurichten, daß wir ein gut Land sein, vor Sicherheit, Sorgen und Wollust uns hüten, in deiner Wahrheit feste wurzeln, und dabei alle Hige und Ungewitter in Geduld beständig auswarten, damit wir in einem feinen guten Herzen reiche Frucht bringen, dich loben und ehren hie und in Ewigkeit, Amen. Esto mihi. Nieber Herr Jesu Christe, wir danken deiner großen Liebe und Treue, daß du gutwillig deinem Leiden entgegen gezogen, und uns durch dein eigen Blut eine ewige Erlösung erworben haft; und bitten dich, du wollest unsere blinden Herzen öffnen und erleuchten, daß wir dich für den wahren Gottes und Davids Sohn allezeit erkennen, und mit allen Auserwählten loben und preisen mögen immer und ewiglich, Amen. Invocavit. allmächtiger Gottes und Menschen Sohn, du einiger Ueberwinder der alten Schlange, der du allenthalben versuchet, und um unsert willen in die Wüsten und Elend kommen bist. Wir bitten dich, bewahre unsere Herzen vor Ungeduld, Hoffart und Geiz, und rüste uns durch deinen 522 Kirchengebete. heiligen Geist mit deinem Worte und feftem Glauben, daß wir alle feurige Pfeile des Satans durch dich auslöschen und überwinden, der du sammt dem Vater und heiligen Geiste ein wahrer Gott lebest und herrscheft in Ewigkeit, Amen. Reminiscere. Ah Ich lieber Herre Gott, deine große herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen uns, und dennoch bist du unser Vater und Erlöser, von Alters her ist das dein tröstlicher Name. Hilf daß wir dich recht lernen erkennen, bei deinem eigenen Wort fest fassen, und wenn du in Trübsal und Anfechtung mit uns kämpfest, dich durch dich im Glauben fröhlich überwinden, und deine Hülfe endlich empfinden mögen um deines treuen Herzens willen, Amen. Oculi. D Herr Jesu Christe, allmächtiger großer Ueberwinder des Teufels und der Höllen, laß deinen allmächtigen Got tesfinger unter uns noch täglich walten, und im Wort und Predigtamt Kraft und Wunder beweisen. Zerstöre dem Satan seine Macht und Reich, und stoß ihn aus in die ewige Finsterniß, daß wir elende Menschen, deiner Hände Werk, mit deinem Blute so theuer erkauft und gereiniget, von des Teufels Gewalt erlediget, dein eigener Tempel und Woh nung sein, und dich sammt dem Vater und heiligen Geist ewig mögen loben und preisen, Amen. Lätare. mächtiger reicher Gott und Bater, der du sorgest für alles was du geschaffen hast, wir bitten deine milde Güte, du wollest den Erdboden segnen, und alle wachsende Frucht vor Ungewitter behüten, daß wir in diesem Elend unser täglich Brot haben mögen, und um Brots und Bauchs willen wider dein Evangelium, Ehre und unser Gewissen ja nicht handeln. Wollest uns auch Gnade verleihen, daß wir deine unerschöpfliche Hand im Glauben allezeit anschauen, uns derselben trösten und erfreuen, und vor allen Dingen das Ewige, Unvergängliche bei dir suchen, der du lebest und wohlthust immer und ewiglich, Amen. 523 Kirchengebete. Judica. ewiges Wort Jesu Christe, der du vor aller Welt gewesen und von Anfang geredet hast, verkündiget und geglaubet bist, welches Tag, Geburt und Leiden alle heiligen Väter im Geist gesehen, und sich deß gefreuet und im Tod und Anfechtung getröstet haben, sind auch durch nichts anders, denn allein durch den Glauben an dich selig worden.. Wir bitten dich, laß uns in deinem Licht allezeit wandeln, und am Wort des Lebens, das aus deinem göttlichen Herzen und Munde gegangen, fest und beständig bleiben, daß wir den Tod nicht sehen ewiglich, sondern mit dir durch dich ewiglich leben, um deiner Wahrheit und theuren Eides willen, Amen. Palmarum. König der Ehren Jesu Christe, der du mit Demuth und Leiden des Satans Reich und Macht zerstöret, und in deinem Blut und Wunden herrlich bist, dadurch du dir ein ewiges Reich und Volk erworben hast. Wir bitten deine Güte, regiere uns, dein armes Volk, mit deinem Geiste und Worte, daß wir in deinem Reich und Schuß bleiben, und dich allein für den ansehen und halten, der da ist allen Gläubigen ein Gerechter und Helfer, gebenedeiet in Ewigkeit, Amen. Ostern. Herr err Gott himmlischer Vater, der du deinen eingebornen Sohn um unserer Sünde willen dahin gegeben und um unfrer Gerechtigkeit willen wieder auferwecket hast, hilf, daß wir seines Leibes Glieder sein und bleiben, mit ihm ewig leben, und zur herrlichen Auferstehung an jenem Tage durch ihn fröhlich erscheinen, der ein sieghafter Ueberwinder aller ſeiner und unserer Feinde, mit dir und dem heiligen Geiste lebet und herrschet in Ewigkeit, Amen. Quasimodogeniti. ir danken dir, du einiger Friedefürst Jesu Christe, daß du dein heiliges Predigtamt unter uns angerichtet, und bisher gnädiglich erhalten hast, dadurch du deine theur Kirchengebete. erworbenen Schätze allen Menschen vortragen läsfest, und bitten dich, du wollest uns fortan deine heiligen Wunden und getreues Herz darinnen zeigen und fürhalten, daß wir wahrhaftig erkennen und feste gläuben, daß du unser Herr und unser Gott seist, der da lebet und hilft, hier und in Ewigkeit, Umen. 524 Misericordia. armherziger gütiger Hirt Jesu Christe, der du uns zu Schäflein deiner Weide gemacht, und dein Leben für uns gelassen hast, wir bitten dich, du wollest die Deinen allezeit in Gnaden erkennen, und dich in deinem Wort be kannt machen bis an der Welt Ende, durch deine große Liebe und Treue, die da ist und bleibet immer und ewiglich, Amen. Jubilate. ch Herr getreuer Gott und Vater, der du züchtigest alle, die du lieb hast, auf daß sie nicht sammt der gottlosen Welt verdammet werden, wir bitten deine sehnliche Liebe und treues Baterherz, du wolleft uns in unserm Kreuz mit deinem Geist und Worte trösten, daß wir das kleine Stünd: lein dieses Elendes in Geduld überwinden, und feste glauben und hoffen, du werdest unser Leid und Traurigkeit bald in ewige Freude und Herrlichkeit verwandeln durch Jesum Christum, deinen Sohn und unsern Herrn, Amen. Cantate. Mir danken dir Herr Jesu Christe, daß du uns durch deinen theuren Gang zum Vater ewige Gerechtigkeit wiederbracht, und den heiligen Geist erworben hast, und bitten dich, gieb durch denselben deinen Geist uns allen in deinem Wort zu erkennen, daß die höchste Sünde sei, an dich nicht gläuben, damit wir nicht unsere eigene Gerechtig keit aufrichten, sondern unser bestes Thun und Leben vor dir strafen, und dich, die wahre Gerechtigkeit, die allein vor Gott gilt, haben, und vor deinen Vater im Glauben getroft bringen, und dadurch ewig selig werden, um deines Namens willen, Umen. 525 Kirchengebete. Rogate oder Jukunditatis. mir danken dir, ewigem Sohn Gottes, unserm getreuen 20 Mittler, daß du uns so große Macht und Herrlichkeit erworben hast, daß wir mit Gott deinem himmlischen Vater täglich reden und unsere Noth vor ihm im Gebet fürbringen mögen, dazu du uns Form und Weise aus deinem göttlichen Herzen und Munde, wie es dein himmlischer Vater gerne höret, in unsern Mund geleget, und dich mit einem theuren Eide zur Erhörung verpflichtet haft, wir bitten dich, gieb uns den Geist des Gebets, daß wir solcher Herrlichkeit und Macht ohne Unterlaß getroft brauchen, uns auf dein Wort, Blut und Tod im wahren Vertrauen berufen, und in allen Nöthen gewisser Hülfe gewarten, um deines Eides und Namens willen, Amen. Himmelfahrt. D Herr Jesu Christe, der du aufgefahren bist in die Höhe, und dich gesetzet zur Rechten deines Vaters im Himmel über alle Fürstenthümer, Gewalt, Macht und Herrschaft, und alles was mag genannt werden in dieser und der zukünftigen Welt. Wir danken dir, daß du unser Gefängniß gefangen genommen, und alle unsere Feinde zum Schemel deiner Füße geleget hast; und bitten dich, du wollest uns bei deinem Vater ohn Unterlaß vertreten, deine Kirche schützen und trösten, und nach deinem allmächtigen Wort uns allezeit beiwohnen, bis du am Eage deiner Herrlichkeit dich wieder sehen lassen und uns in dein ewiges Reich zu dir heimholen wirst, der du mit dem Vater und heiligem Geiste lebest und regierest in Ewigkeit, Amen. Fraudi. Uch Herr, allmächtiger Gottes Sohn, der du väterliche Sorge trägest, und alles vorher weißest, was deiner Kirchen und treuen Zeugen der Wahrheit widerfahren wird. Wir danken dir, daß du uns drauf verwarnest, und wider das ergerniß fest machest, und bitten deine Treue und Gütigkeit, du wolleft uns mit dem Tröster, dem heiligen Geifte, gnädig beistehen, daß wir deine Wahrheit ungescheuet bekennen, fröhlich darob leiden, beständig bei dir und deinem Worte verharren, und in Lieb und Leid deinen Namen allezeit loben und danken, Umen. Kirchengebete. Pfingsten. D Gott, heiliger Geist, ein Tröster und Beistand aller Elenden, dich bitten wir arme Sünder, du wollest deine Wohnung in uns zurichten, unsere Herzen reinigen und erleuchten, daß wir im Glauben und Erkenntniß Chrifti wachsen und zunehmen, in der Liebe brünstig, und im Leiden geduldig allezeit nach deiner Leitung und Regierung leben und wandeln, und durch dich zur ewigen Seligkeit geheiligt und erhalten werden, der du mit dem Vater und dem Sohne, ein einiger wahrer Gott, lebeft und regierest immer und ewiglich, Amen. 526 Trinitatis. einiger Gott, du heilige hohe Dreifaltigkeit, über und unter welcher nichts Größers ist, der du allenthalben gegenwärtig alles erfüllest, und in deiner Weisheit regierest, du bast uns, da wir nichts waren, in deiner großen Gnade und Güte erlöset, uns auch zu solcher deiner Erkenntniß erleuchtet. Wir danken deiner göttlichen Majestät, für alle deine gött: lichen Wunder und Wohlthaten, und bitten dich, du wolleft deines heiligen Namens, und aller deiner Güte Erkenntniß in unsern Herzen mehren und erhalten, und deine Gnad und Treue fortan an uns groß machen, daß wir mit allen Engeln und Auserwählten dich, Gott Vater, Sohn und heiligen Geist, einen einigen wahren Gott, hoch ehren und rühmen hie und in der ewigen Ewigkeit, Amen. 1. Sonntag nach Trinitatis. ilf noch in Wohlfahrt deiner Gaben mißbrauchen, und das Herz an das Zeitliche hängen, sondern im rechten Glauben, Liebe und Geduld warten auf ein ander Leben, welches du nach diesem Elend deinen Gläubigen geben wirst, durch Christum deinen Sohn, unsern Herrn, Amen. 2. Sonntag nach Trinitatis. D reicher gütiger Gott, wir danken dir von ganzem Her zen, daß du das unschuldige Lämmlein, deinen einigen liebsten Sohn, um unsert willen haft schlachten und in deinem Kirchengebete. 527 Predigtamt vortragen lassen, und nöthigest uns arme Heiden noch täglich zu solchem großen Abendmahl. Wir bitten deine Barmherzigkeit, du wollest Gnad und Geist verleihen, daß wir solch dein theuer Mahl nicht verachten, noch um des Zeitlichen willen versäumen, sondern uns allezeit im geistlichen Hunger und Durst dabei finden lassen, auf daß wir dadurch ewig satt und selig sein, um desselben deines lieben Sohnes unsers Herrn willen, Amen. 3. Sonntag nach Trinitatis. freundlicher lieber Herr Jesu Christe, der du kommen bist in die Welt, zu suchen und selig zu machen das verloren ist, und läsfest dich mitten unter armen Sündern finden. Wir danken deiner großen Gnade, und bitten dich, du wollest uns wahre Buße verleihen, und täglich darinnen zu wandeln geben, auf daß Freude im Himmel, und Friede auf Erden sei, um deines Namens willen, Amen. 4. Sonntag nach Trinitatis. Ach Herr barmherziger Gott und Vater, der du deine Sonne läsfest scheinen über Gute und Böse, und bist gütig auch über die Undankbaren und Boshaftigen, und hast mit uns allen große Geduld nach dem Reichthum deiner Barmherzigkeit, die von der Welt her gewesen ist. Hilf daß wir deinem, und deines lieben Sohnes Erempel nach gegen Freund und Feind lernen barmherzig sein, unsers Nächsten Gebrechen zudecken, ohne Heuchelei von Herzen vergeben, jedermann gerne dienen, und die Früchte des Glaubens allenthalben beweisen, durch Jesum Christum unsern Herrn, Umen. 5. Sonntag nach Trinitatis. mächtiger Gott und Vater, ohne welches Hülfe und Segen alle Mühe und Arbeit umsonst ist, siehe an deine Güte und unsere Dürftigkeit, und segne den Schweiß unsers Ungesichtes, daß wir deine Güte erfahren und preisen, und in deinem Namen und Vertrauen unsern Beruf in Geduld fröhlich verrichten, dein Wort und Predigtamt ehren und fördern, um deines lieben Sohnes Jesu Christi unsers Herrn willen, Amen. 528 Kirchengebete. 6. Sonntag nach Trinitatis. Ach Ich lieber Herre Gott, gehe nicht ins Gericht mit uns armen Sündern, die wir dein Gebot nie von Herzen gehalten haben, siehe an das theure Verdienst und Bezah lung deines lieben Sohns, und laß uns seiner Gerechtigkeit ewig genießen. Regiere auch unsere Herzen mit deinem heiligen Geiste, daß wir in deiner Furcht, rechtem Glauben, und christlicher Liebe wandeln, vor Vermessenheit und Si cherheit uns hüten, daß wir nicht mit den Heuchlern in den ewigen Kerker geworfen werden, um Jesu Christi dei nes Sohns, unsers Mittlers willen, Amen. madh 7. Sonntag nach Trinitatis. gütiger Menschenfreund Jesu Christe, der du mit sieben Broten viertausend deiner Zuhörer gespeiset, und um dein heiliges Wort und unser täglich Brot zu bitten selbst verordnet und befohlen hast, läsfest dir auch unser Elend täglich zu Herzen gehen, gieb fortan deinen Segen, daß unser Land sein Gewächs gebe, und verleihe uns gnädiglich, daß wir deine väterliche Liebe und Fürsorge dankbarlich erkennen, deiner milden Hand uns allezeit freuen und trösten, und deiner Schäße und Gaben chriftlich brauchen, um dei: nes gütigen Herzens, und theuren Namens willen, Amen. 8. Sonntag nach Trinitatis. Herr Jesu Christe, der du uns ein getreuer Lehrer, und der rechte Erzhirte und Bischof unserer Seelen vom Himmel herab fo theuer befohlen bist. Wie gar treulich, hast du uns deine arme Gemeine vor falschen Propheten und ihrem großen Ansehen, auch vor aller Heuchelei und vergeblichem Ruhm des unfruchtbaren Glaubens gewarnt. Gieb uns deinen heiligen Geist, daß wir alle Geister nach deinem Wort mögen prüfen und erkennen, deiner Lehre alleine gläuben und folgen, und unsers Glaubens Früchte, als die guten Bäume, in wahrer Buße beweisen, auf daß wir nicht mit den unfruchtbaren Dornbecken dieser Welt zum ewigen Feuer verurtheilet und verfluchet, sondern als deine selige Pflänzlein zum ewigen Leben gesegnet und erhalten werden, um deines theuren Bluts und Namens willen, Amen. 529 Kirchengebete. 9. Sonntag nach Trinitatis. Herr himmlischer Vater, der du uns mitten aus den Kindern dieser Welt zur Gemeinschaft deines ewigen Lichts durch deinen lieben Sohn berufen hast. Wir bitten dich demüthiglich, du wollest durch deinen heiligen Geist unsere Herzen und Sinne läutern und eröffnen, daß wir auch so klug und geschwinde sind auf unser Ewiges, gleich wie die Welt ist auf ihr Vergängliches. Wollest uns auch in unserm Beruf und Stande treu, fleißig und milde zu sein verleihen, daß wir an jenem Tage ein gut Zeugniß unsers Christenthums haben, und richtige Rechnung unsers Haushaltens überreichen mögen dem, der da kommen und Rechnung von uns fordern wird, Jesu Christo deinem Sohne, unserm Herrn, Amen. 10. Sonntag nach Trinitatis. getreuer Liebhaber aller Menschen, Jesu Christe, der du deine heiligen heißen Thränen aus deinem göttlichen Herzen über deine werthe Stadt gar sehnlich ausgegossen hast, damit du deine inbrünstige Liebe gegen uns und alle Welt bezeugest. Wir danken dir herzlich, daß du deine arme Kirche vom antichristischen Jahrmarkt, Mord und Lügen gereiniget, und mit dem Worte der Wahrheit zu dieser letten Zeit heimgesuchet hast, und bitten dich, du wollest uns unsere Sünde vergeben, und solche deine gnädige Heimsuchung mit dankbarem Herzen erkennen lassen, uns und unsere Kinder vor Sicherheit, Verachtung deines Worts, und Unbußfertigkeit gnädiglich behüten, dein armes deutsch Jerusalem wider alle Feinde schützen und erhalten, um deiner heiligen Treu und Barmherzigkeit willen, Amen. 11. Sonntag nach Trinitatis. Herechter Gott, barmherziger Bater, vor welchem nichts in aller Welt bestehen kann, denn alleine deines lieben Sohnes Blut und Tod, dadurch du allen Menschen eine ewige Gerechtigkeit zugerichtet hast, und hasseft alle, die auf ihre eigenen Werke vertrauen, wir danken deiner großen Gnade, und bitten von ganzem Herzen, du wollest uns vor Unglauben, Vermessenheit, auch vor Verzweiflung und andern Lastern gnädiglich behüten, damit wir unser Gebet vor dir Lutherisches Gesangbuch. 34 530 Kirchengebete. nicht zum Greuel machen, sondern uns deines Sohnes Verdienstes alleine getrösten, und ihm zu Ehren christlich leben, durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. 12. Sonntag nach Trinitatis. Ba armherziger Herr Gott Jesu Christe, der du alles wohl gemacht, durch dein allmächtiges Hephata des Satans Werk zerstöret, und dem tauben und stummen Menschen ge: holfen hast. Hilf auch uns, ergänze und löse durch dein Wort und heiligen Geist was der Teufel zerbrochen und gebunden hat, daß unsere Herzen, Ohren und Zungen allezeit zu deinem Erkenntniß und Lob bereit und fertig sein, damit wir dir, sammt deinem Vater und heiligem Geiste ungehindert dienen, und deinem großen Namen danken immer und ewiglich, Amen. 13. Sonntag nach Trinitatis. Lieber himmlischer Bater, wir danken dir dieser seligen Zeit, darein du uns hast lassen geboren werden und deinen lieben Sohn Jesum Christum zu erkennen gegeben als den einigen getreuen Samariter, welcher mit seinen kräftigen Wunden unsere tödtliche Wunden geheilet, unsere Mörder überwunden und wieder ausgezogen, alles was verloren war wieder bracht, und uns in das selige Hospital seiner lieben Kirche verordnet hat, da unser noch täglich mit ſei nem Wort und Sakrament gepfleget wird. Und bitten dich, du wollest uns dabei gnädig erhalten, in rechtem Glauben und herzlicher Liebe gegen Gott und Menschen immer lassen wachsen und stark werden, bis wir endlich zu vollkommener Gesundheit und Seligkeit aus dem Siechenhaus dieser Welt erlöset werden durch die tröstliche Wiederkunft deines lieben Sohnes Jesu Christi unsers Herrn, Amen. 14. Sonntag nach Trinitatis. Jesu lieber Meister und Erbarmer, der du uns vom tiefen Aussag unsrer Sünde durch dein Blut gereiniget haft, und nimmst dich unsrer Noth noch täglich an, zähleft auch alle Menschen, die deine Hülfe suchen und begehren. Hilf Jesu, lieber Meister, daß wir unsere Sünde und deine Süte erkennen, und mit den neun Undankbaren von dir nicht wieder abfallen, sondern von aller Unreinigkeit in wahrer Buße umkehren, und mit ewigem Lob und Preis Kirchengebete. 531 bei dir verharren, der du lebest und wohlthust, von nun an bis in Ewigkeit, Umen. 15. Sonntag nach Trinitatis. D Gott Schöpfer und Vater unser aller, wie herrlich tröstest du deine armen Kinder, du erkennest in großen Gnaden die Werke deiner Hände, und weißt, was du uns für einen dürftigen Leib gegeben hast. Du speisest alle Vögel des Himmels, du kleidest Gras und Blumen des Feldes, deiner Kinder willst du noch viel weniger vergessen. Wir danken deiner väterlichen Treue, und bitten dich, mache uns im Glauben stark und feste, daß wir dir Leib und Seele fröhlich vertrauen, dein Reich vor allen Dingen suchen, vor heidnischer Sorge und Geiz uns hüten, und alles Elend durch deine Gnade überwinden, der du ein allmächtiger Gott und Vater an allen Orten waltest, segnest, lebest und regiereft, von nun an bis in Ewigkeit, Amen. 16. Sonntag nach Trinitatis. mächtiger Herr Jesu Christe, der du bist die Auferstehung und das Leben, und läsfest dich jammern der Verlassenen und Elenden, tröste alle Wittwen und Waisen, erhalte im Glauben alle Sterbenden, und gieb uns deinen heiligen Geist, daß wir unsere Seelen in deine Hände fröhlich befehlen, und dich jederzeit für den Herrn erkennen und halten, der durch seinen Tod unsern Tod verschlungen, durch seine Auferstehung ewiges Leben wiederbracht hat, und am jüngsten Tage unser Leben uns wieder geben wird mit ewiger Freude und Herrlichkeit, in welcher du lebest und regierest jeht und in Ewigkeit, Amen. 17. Sonntag nach Trinitatis. Gott Helfer Jesu Christe, der du bist ein allmächtiger Arzt der sterblichen Menschen, ein Brunn des Lebens und Gesundheit, wir danken dir von ganzem Herzen, daß du uns des Leibes und der Seelen Gesundheit aus Gnaden gegeben, und bisher erhalten hast. Und bitten dich, du wolleft uns solche deine Gabe und Wohlthat erkennen lassen, in aller Schwachkeit Geduld verleihen, und in Gesundheit vor Hoffart, Sicherheit, unartigem Leben behüten, um deines tröstlichen Namens willen, Amen. 34* Kirchengebete. 18. Sonntag nach Trinitatis. Herr und Sohn Davids Jesu Christe, der du das Geseß für uns erfüllet, Gott über alle Dinge von ganzem Herzen, und das menschliche Geschlechte mehr denn dich selbst geliebet hast, und willst, daß wir nach dir alleine fragen sollen, Vergebung der Sünden, und ewiges Leben zu erlangen. Wir danken deiner großen Gnade und bitten dich demüthiglich, lehre uns die zwo Fragen vom Geseh und Evangelio recht unterscheiden, dich mit festem Glauben zur Seligkeit erkennen, und dir zur Dankbarkeit christlich zu leben in herzlicher Liebe gegen Gott und unsern Nächsten, der du allein deine und unsere Feinde unter deine Füße getreten hast, lebeft und regierest immer und ewiglich, Amen. 532 19. Sonntag nach Trinitatis. ch gnädiger Herr Jesu Christe, du einiger Arzt unserer Seelen, der du uns in deinem Predigtamt gar tröstlich zusprichst, und läsfest uns noch täglich hören: Sei getrost mein Sohn, dir sind deine Sünden vergeben. Wir danken dir inniglich, daß du durch dein Blut und Wunden all unsern Schaden geheilet, unsere ewige Gicht und Pein hin weggenommen, und dem Menschen solche große Macht ge geben hast, die Sünde täglich in deinem Namen zu vergeben, und bitten dich, laß uns solche deine große Gnade, je mehr und mehr erkennen, daß wir mit den Heuchlern nimmermehr dawider murren, sondern dabei fest verharren, und uns über alle deine Gnadenwerke verwundern, dich sammt dem Vater und heiligen Geist hoch preisen, immer und ewiglich, Umen. 20. Sonntag nach Trinitatis. Barmherziger König und Herr Himmels und der Erden, hoch ehren und preisen wir deine Güte und Wunder, daß du deinen einigen liebsten Sohn mit deiner armen Kirchen in ewiger Liebe und Gnade vertrauet hast, und willst, daß er selbst die hochzeitliche Speise und Kleid sei, dazu du die ganze Welt durch dein Wort täglich berufest. Wundergott, und gütiger Vater, gieb uns deinen heiligen Geist, daß wir solche große Ding von Herzen mögen er. kennen, und in dieser Welt nichts nöthiger, höher und theurer Kirchengebete. 533 achten, denn allein deinen lieben Sohn, und sein heiliges Predigtamt, auf daß wir mit seiner Gerechtigkeit bekleidet, in wahrem Glauben allezeit erfunden werden, und uns nicht schämen, noch verstummen dürfen, wenn du am Tage deiner Ehren die Gäste zu besehen kommen wirst, ein König gelobet in Ewigkeit, Amen. 21. Sonntag nach Trinitatis. Barmherziger, allmächtiger Herr Jesu Christe, ein wahrer Tröster aller Schwachgläubigen und Betrübten, durch welchen alles geschieht, was dein wahrhaftiger Mund spricht. Wir bekennen und klagen dir unsere große Schwachheit, und bitten deiner Treue und Gütigkeit, stärke uns durch deinen heiligen Geist, daß wir uns auf dein allmächtiges Bort getrost wagen, und in unsern Herzen nichts anders wissen noch haben, bis wir endlich deine Herrlichkeit sehen, und dich mit allen Gläubigen rühmen und preisen, hier und in Ewigkeit, Amen. 22. Sonntag nach Trinitatis. wiger, gerechter und barmherziger Herr Gott, wir bekennen unsere große Schuld und Ungerechtigkeit, können auch aus uns selbst in Ewigkeit nicht bezahlen, wenn wir gleich Weib und Kind, und alles was wir sind und haben, dargeben, zeitliches und ewiges Elend leiden; darum laß dich unsers großen Jammers erbarmen, und erlaß uns unsere Schulden. Nimm an für uns Selbstschuldige den Bürgen, deinen Sohn Jesum, der allein mit seinem Blut und Tod so theuer bezahlet hat. Hilf auch, daß wir all unsern Schuldigern gerne vergeben, und von dir als Heuchler und Schalkstnechte nicht gerichtet werden, um deines lieben Sohns, und seiner theuren Bezahlung willen, Amen. 23. Sonntag nach Trinitatis. Herr Gott du allerhöchste Majestät, der du alle Gewalt hast, über die Reiche der ganzen Welt, giebst und erhältest selbst alle Obrigkeit, und willst, daß wir solche deine Ordnung, Gab und Wohlthat in Demuth und Gehorsam dankbarlich erkennen, und dir und der Obrigkeit, was wir schuldig sind, geben sollen. Wir bitten dich, du wollest dies 534 Kirchengebete. unser, und alle christliche Regiment fortan segnen und be hüten, und unter ihnen dein heiliges Wort und Kirche in Friede gnädiglich erhalten, daß wir in wahrer Erkenntniß, Zucht und Ehrbarkeit täglich mögen wachsen und zunehmen, und beide, Herren und Unterthanen, in gutem Gewissen erscheinen, und mit einander ewig selig werden durch Jesum Christum unsern Herrn, Amen. 24. Sonntag nach Trinitatis. Herr Jesu Christe, du einiger Brunn des Lebens und aller Gesundheit, der du mit deinem Blute all unsere Sünden getilget, und den bittern Tod in einen sanften Schlaf verwandelt hast. Hilf, daß uns das Getümmel unserer Vernunft, und der Spötter dieser Welt nicht hindere noch irre mache, sondern daß wir dich bei deinem Wort er: greifen, im Glauben feste fassen, und deine Kraft, die noch täglich im Predigtamt ausgehet, empfinden, und durch dich ewig gesund und selig werden, um deines heiligen Namens willen, Amen. 25. Sonntag nach Trinitatis. Wir ir danken dir getreuer und wahrhaftiger Gott Jesu Christe, daß du deine Kirch und geistlich Jerusalem auch unter uns Heiden, in dieser letzten Zeit erbauet, und uns vor dem antichristischen Greuel gnädiglich gewarnet haft, daß wir uns vor seinen falschen Zeichen, Kammern und Wüsten hüten, und in dir alleine unsere Seligkeit suchen sollen. Und bitten deine heilige Treu und Güte, du wolleft die letzten Tage dieser Trübsal gnädiglich verkürzen, und mit deiner tröstlichen Zukunft uns, deine Auserwählten, bald erfreuen; mittlerer Zeit uns vor allem Irrthum behüten, und durch deinen heiligen Geist regieren, daß wir als die klugen, hungrigen Adler zu deinem Predigtamt uns fleißig halten, und jederzeit bei deinem Blut und Wunden uns finden lassen, daß du in uns und wir in dir ungeschieden sein und bleiben, von nun an und in Ewigkeit, Amen. 26. Sonntag nach Trinitatis. Gott, du allerhöchste Majestät, schrecklicher und gerechter Herr, der du einen großen Tag gesetet hast, daran du Kirchengebete. 535 richten willst den Kreis des Erdbodens durch deinen und des Menschen Sohn Jesum Christum, vor welchem alle Völker, Todte und Lebendige, die je gewesen sind, versammelt werden müssen. Wir bitten dich demüthiglich, du wollest uns vor aller Heuchelei gnädiglich behüten, und in rechtem Glauben und christlicher Liebe zu wandeln verleihen, daß wir ein fröhlich Urtheil zu erlangen und in dein ewiges Reich einzugehen würdig sein mögen, um des theuren Bluts desselben deines geliebten Sohns willen, Amen. 27. Sonntag nach Trinitatis. Allmächtiger und großer Gott Jesu Christe, der du deine himmlische Klarheit auf dem Berge Tabor haft leuchten laffen, und der einige Sohn Gottes und Heiland der Welt vom Vater aus den Wolken erkläret bist, hast auch deinen Jüngern ein Bild und Vorschmack der ewigen Freude vor deinem Angesicht zu erkennen gegeben. Wir danken dir, lebendigem Gott, daß du dich in dies unser Elend verkleidet, und unsere Natur so hoch erhaben hast. Wir bitten dich, du wollest unsere Herzen das liebliche Wesen deiner ewigen Hütten empfinden, und uns allezeit darnach sehnen lassen, bis wir dich einmal sehen von Angesicht zu Ungesicht in deiner herrlichen Ewigkeit, Amen. An den Aposteltagen. ir danken dir, allmächtiger Herre Gott, daß du dein Wort und Predigtamt, von Anfang bis hieher erhalten, und treue Diener gegeben hast. Und bitten dich, du wolleft dich deiner Kirchen auch forthin gnädigannehmen, und uns dein Wort rein zu lehren, fleißig zu hören, und christlich darnach zu leben, verleihen, auf daß es nicht wieder leer zu dir kommen, sondern der Himmel dadurch gepflanzet, und die Erde gegründet werde, durch Jesum Christum, deinen Sohn unsern Herrn, Amen. Eine andere. llmächtiger Herr Jesu Christe, der du dich zur Rechten deines Vaters gesetzt, und deiner Kirchen treue Propheten, Apostel und Lehrer gegeben, auch ihre Lehre und Kirchengebete. 536 Beruf mit großen Wunderthaten bestätiget hast. Hilf daž wir durch ihr Wort an dich fest gläuben, in allen christlichen Tugenden ihrem Erempel folgen, und an ihrer Schwachheit gewarnet sein, auf daß wir mit ihnen und allen Auserwählten dich sammt dem Vater und heiligen Geiste loben und preisen ewiglich, Umen. Kollekten auf die vornehmsten Feste. Dal 200 Im Advent. Nieber Herre Gott, wecke uns auf, daß wir bereit sein, wenn dein lieber Sohn kömmt, ihn mit Freuden zu empfahen, und dir mit reinem Herzen zu dienen, durch denselben deinen Sohn Jesum Christum, unsern Herrn, Amen. Eine andere. Herr err Gott himmlischer Vater, wir danken dir von ganzem Herzen, daß du uns armen Sündern zum Trost deinen Sohn Christum zu einem Meffia verordnet und gesandt hast, daß er ein gerechter König und Heiland sein sollte, das ist, sein Volk von Sünden erlösen, und aus des Teufels Ty: rannei und ewigem Tode erretten. Wir bitten dich von Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist also er leuchten, regieren und führen, daß wir diesen gerechten Kö nig und Heiland wahrhaftig erkennen, uns an ihn allein halten, und an seiner geringen Gestalt, verachtetem Worte und Reiche nicht ärgern, sondern im rechtem Vertrauen auf ihn ewig selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn Jesum Christum, unsern Herrn, Umen. Auf Weihnachten. Spilf ilf, lieber Herre Gott, daß wir der neuen leiblichen Geburt deines lieben Sohns theilhaftig werden und bleiben, und von unser alten fündlichen Geburt erlediget wer den, und in der neuen Geburt dir dienen, durch denselben deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn, Amen. Eine andere. Herr err Gott himmlischer Bater, wir danken dir deiner gro ßen Gnade und Barmherzigkeit, daß du deinen einge Kirchengebete. 537 bornen Sohn in unser Fleisch kommen, und uns durch ihn von Sünden und ewigem Tode gnädiglich haft helfen lassen. Und bitten dich, erleuchte unsere Herzen durch deinen heiligen Geist, daß wir für solche deine Gnade dir dankbar sein, und derselben uns in aller Anfechtung trösten, und endlich ewig selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. Am Feste der Beschneidung Christi. Herr Gott himmlischer Vater, wir danken dir für deine väterliche Gnade, daß du dich der armen Sünder angenommen, und deinen Sohn Christum denselben zu gut unter das Gesetz gethan hast, daß er mit seinem vollkommenen Gehorsam deinen gerechten Zorn stillete, und unsern Ungehorsam heilete: Wir bitten dich, du wollest durch deinen heiligen Geist unsere Herzen also erleuchten, daß wir uns solches Gehorsams wider unsere Sünde und böses Gewissen trösten können, und durch die Hülfe des heiligen Geistes auch anfangen, gehorsame Kinder zu werden, und endlich ewig selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn Jeſum Christum unsern Herrn, Amen. Am Feste Epiphanias. Herr err Gott himmlischer Bater, der du deinen eingebornen Sohn Jesum Christum durch Erscheinung eines Sterns den Heiden offenbaret hast, und uns auch in diesen letzten Zeiten mit dem seligen Lichte deines göttlichen Wortes zur Erkenntniß deines lieben Sohns hast kommen lassen. Wir bitten dich von ganzem Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist also begnaden und begaben, daß wir nach solchem Lichte deiner Wahrheit immerdar wandeln, uns mit ganzer Zuversicht unsers Heilandes allezeit erfreuen, und also zur ewigen Seligkeit erhalten werden mögen, durch denselben deinen Sohn unsern Herrn, Amen. Eine andere. mächtiger Herre Gott, der du deinen eingebornen Sohn den Weisen durch den Stern geoffenbaret haft; wir bitten dich, du wollest uns, die wir durch den Glauben ihn auch erkannt haben, deine göttliche Gnade verleihen, daß 538 Kirchengebete. wir uns mit ganzem Herzen an ihn, als unsern einigen, Heiland halten, durch denselben deinen Sohn Jesum Chri stum unsern Herrn, Amen. Am Feste der Reinigung Mariä. allmächtiger, ewiger Gott, wir bitten dich herzlich, gieb uns, daß wir deinen lieben Sohn erkennen und preisen, wie der heilige Simeon ihn leiblich in die Arme genommen, und geistlich gesehen und bekannt hat, durch denselben dei nen Sohn, Jesum Christum unsern Herrn, Amen. Eine andere. err Gott himmlischer Vater, der du deinen Sohn uns zum Heiland bereitet hast, daß er der Heiden Licht, und der Juden Preis sein sollte; wir bitten dich, erleuchte un sere Herzen, daß wir deine Gnade und väterlichen Willen in ihm erkennen, auch Hülfe und Schuß wider die Sünde, Verdammniß und leidigen Satan an ihm haben, und hernachmals ewig selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. Am Feste der Verkündigung Mariä. Herr err Gott himmlischer Bater, wir danken dir für deine unaussprechliche Gnade, daß du uns arme Sünder bedacht hast, und deinen Sohn in unser Fleisch geschickt, und um unsert willen lassen Mensch werden. Wir bitten dich, du wollest uns durch deinen heiligen Geist Gnade verleihen, daß wir uns seiner Menschwerdung, Leidens und Sterbens trösten, ihn für unsern Herrn und ewigen König erkennen und annehmen, und durch ihn mit dir und dem heiligen Geiste ewig leben und selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. Am grünen Donnerstage. A Umächtiger, ewiger Herre Gott, der du uns bei deinem wunderbarlichen Sakrament deines Leidens zu gedenken, und davon zu predigen befohlen hast; verleihe uns, daß wir solch deines Leibes und Bluts Sakrament also mögen gebrauchen, daß wir deine Erlösung in uns täglich frucht Kirchengebete. 539 barlich empfinden, der du lebest und regierest mit dem Bater und heiligen Geiste, von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Von dem Leiden Christi. Barmherziger ewiger Gott, der du deines eingen Sohns nicht hast verschonet, sondern ihn für uns alle dahin gegeben, daß er unsere Sünden am Kreuze tragen sollte, verleihe uns, daß unser Herz in solchem Glauben nimmermehr erschrecke noch verzage, durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. Eine andere. Aun [ Umächtiger ewiger Gott, der du deinen Sohn für uns des Kreuzes Pein hast lassen leiden, auf daß du des Feindes Gewalt von uns treibest. Verleihe uns, das Gedächtniß seines Leidens also zu begehen, und demselben also zu danken, daß wir dadurch der Sünden Vergebung und vom ewigen Tode Erlösung erlangen, durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. Am Osterfeste. Jumächtiger Gott, der du durch den Tod deines Sohns die Sünde und Tod zu nichte gemachet, und durch deine Auferstehung die Unschuld und ewiges Leben wiederbracht hast, auf daß wir, von der Gewalt des Teufels erlöset, in deinem Reiche leben. Verleihe uns, daß wir solches von ganzem Herzen gläuben, und in solchem Glauben beständig dich allezeit loben und dir danken, durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. Eine andere. err Gott himmlischer Vater, der du deinen eingebornen Sohn um unserer Sünde willen dahin gegeben, und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket hast. Wir bitten dich, du wollest deinen heiligen Geist uns schenken, durch ihn uns regieren und führen, in wahrem Glauben erhalten, und nach diesem Leben zum ewigen Leben auch wieder auferwecken, durch denselben deinen Sohn Jesum Christum un sern Herrn, Amen. Kirchengebete. Am Himmelfahrtsfeste. err Jesu Christe, du Sohn des allmächtigen Gottes, der du nun forthin nicht mehr auf Erden arm und elend bist, sondern zur Rechten deines Vaters ein gewaltiger Herr über alles, was da ist im Himmel und auf Erden alles auch erfülleft und regierest. Wir bitten dich, du wollest deinen heiligen Geist uns senden, fromme Kirchendiener geben, dieselben begaben, ob deinem Worte halten, dem Satan und allen Tyrannen wehren, dein Reich auf Erden gewaltig erhalten, bis daß alle Feinde zu deinen Füßen liegen, und wir auch durch dich, die Sünde, den Tod und alles überwinden, Amen. 540 Eine andere. Aun [ Umächtiger Herre Gott, wir bitten dich, verleihe uns, daß wir auch mit dem Gemüthe im Himmel wohnen, was himmlisch ist, suchen, und gesinnet sein, wie wir gläuben, daß dein eingeborner Sohn und Seligmacher gen Himmel gefahren ist, durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. Noch eine andere. Herr err Gott himmlischer Vater, wir bitten dich, du wollest uns der Himmelfahrt deines Sohns gnädiglich genießen, und um seinet willen uns allerlei geistliche Gaben widerfahren lassen, auf daß wir im Glauben immerdar zunehmen, und nach diesem Leben ewig bei dir bleiben mögen, durch denselben deinen lieben Sohn unsern Herrn, Amen. Am Pfingstfeste. Herr Gott lieber Vater, der du an diesem Tage deiner Gläubigen Herzen durch den heiligen Geist erleuchtet und gelehret hast, gieb uns, daß wir auch durch denselben Geist rechten Verstand haben, und zu aller Zeit seines Trostes und Kraft uns freuen, um Jesu Christi unsers Herrn willen, der mit dir, und dem heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Eine andere. err Gott himmlischer Vater, wir bitten dich, du wollest Serzen und 541 Kirchengebete. in deiner Gnade ewig erhalten, und in aller Anfechtung gnädiglich behüten, auf daß wir durch Hülfe deines Geistes in deinem Willen wandeln, und in aller Noth uns deiner trösten mögen, durch Jesum Christum unsern Herrn, Amen. Noch eine andere. Herr Jesu Christe, du Sohn des allmächtigen Gottes, wir bitten dich, du wollest durch dein Wort deinen heiligen Geist in unsere Herzen geben, daß derselbe uns regiere und führe nach deinem Willen, uns in allerlei Anfechtung und Unglück tröste, und in deiner Wahrheit, wider allen Irrthum leite und erhalte, auf daß wir im Glauben fest bestehen, in der Liebe und guten Werken zunehmen, und durch eine gewisse Hoffnung deiner erworbenen und geschenkten Gnaden ewig selig werden mögen, der du mit dem Vater und heiligen Geiste regiereft von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Auf Trinitatis. mächtiger ewiger Gott, der du uns gelehret hast, im rechten Glauben zu wissen und bekennen, daß du in drei Personen gleicher Macht und Ehren ein einiger ewiger Gott, und dafür anzubeten bist, wir bitten dich, du wollest uns bei solchem Glauben allezeit fest erhalten wider alles, das dagegen uns anfechten mag, der du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Am Feste Johannis des Täufers. err Gott himmlischer Vater, der du durch den heiligen Täufer Johannem uns allen zu Trost hast bezeugen lassen, daß Jesus Christus das wahre unschuldige Lämmlein wäre, welches der ganzen Welt Sünde tragen sollte, in welchem auch alle Gläubigen das ewige Leben überkommen werden; wir bitten dich von Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist erleuchten, daß wir uns allezeit solcher Zeugniß von unserm Heiland Jesu Christo trösten und erfreuen, im rechten Glauben darin beständig beharren, und endlich mit Johanne dem Täufer und allen Gläubigen die ewige Seligkeit überkommen mögen, durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. 542 Kirchengebete. Eine andere. Herr Gott himmlischer Vater, wir danken dir von Herzen für deine große Gnade, daß du es bei der Predigt und Lehre des Gesetzes nicht hast bleiben lassen, sondern den hei: ligen Johannem gesendet, daß er auf Christum mit ſeinen Fingern geweiset, Vergebung der Sünden, Heiligkeit und Gerechtigkeit durch ihn zu erlangen. Wir bitten dich, du wollest durch deinen heiligen Geist unsre Herzen erleuchten, daß wir der Anweisung Johannis gerne folgen, und sie mit rechtem Glauben annehmen, und endlich selig werden, durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Umen. amis Am Tage der Heimsuchung Mariä. err Gott himmlischer Vater, wir danken dir für alle deine Wohlthat, geistlich und leiblich, die du uns so reichlich haft widerfahren lassen, und bitten dich, behüte uns vor Hoffart und Sicherheit, daß wir nicht in Undankbarkeit und Sünde gerathen und deine Huld verlieren, wie die liebe Jungfrau Maria in ihrem Lobgesang gesungen hat, daß weder Weisheit, Gewalt oder Reichthum denen helfen soll, die dich nicht fürchten; gieb uns aber ein solches Herze, das in deiner Furcht bleibe, und an deinem Wort hange, auf daß wir deinen Segen behalten und endlich se lig werden mögen, durch deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. Eine andere. Allmächtiger barmherziger Vater, der du aus überſchwäng licher Güte die Jungfrau Maria und Mutter deines lieben Sohnes Elisabeth zu grüßen und Johannem den Täufer noch im Mutterleibe verschlossen heimzusuchen be weget hast; wir bitten dich, verleihe uns, daß wir auch durch deine Barmherzigkeit mit dem heiligen Geist erfüllet, und von allem Uebel erlöset, deiner gnadenreichen Zukunft nimmermehr vergessen, durch denselben deinen Sohn Jeſum Christum unsern Herrn, Amen. Am Tage Maria Magdalena. Barm armherziger, ewiger Gott, der du die arme Sünderin Maria Magdalena zur Erkenntniß ihrer Sünden und Kirchengebete. 543 zur Vergebung derselben durch deinen Sohn Jesum Christum haft lassen kommen, und sie uns zu einem Erempel der Buße und deiner Gnaden vorgestellet; verleihe uns gnädiglich, daß wir auch Neu und Leid über unsre Sünde haben, und mit rechtem Glauben die Vergebung derselben bei deinem lieben Sohn Jesu Christo suchen, auch rechtschaffne Früchte der Buße beweisen und selig werden, durch denselben deinen lieben Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. Am Michaelistage. Numächtiger Herr Gott Vater, wir danken dir von Herzen, daß du deine heiligen Engel zu dienstbaren Geistern erschaffen und verordnet hast, daß sie um die Gottesfürchtigen stehen sollen, denselben allenthalben dienen, sie auf allen ihren Wegen behüten, sie auch als eine Wagenburg umringen, damit sie vom Teufel und der gottlosen Welt nicht beleidigt werden mögen. Wir bitten auch von Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist erhalten im rechten Glauben an Jesum Christum und wahrhaftigen Gehorsam deines Willens, damit wir in der Beschüßung deiner lieben heiligen Engel sein und bleiben, und allenthalben, an Leib und Seelen, Hause, Hofe, Frauen und Kindern, und Allem, was wir sonst auf Erden haben zu Tag und Nacht befriedet sein mögen, um deines lieben Sohnes Jeſu Christi willen, Amen. Eine andere. Jumächtiger großer Gott und Herr der Heerschaaren, der du alles, das Sichtbare und Unsichtbare erschaffen hast, wir danken dir ewiglich, daß du deine himmlischen, heiligen Geister zu Dienern und Wächtern deiner Gläubigen nach dem Reichthum deiner Gnade verordnet, und uns vor aller Gewalt des Satans dies vergangene Jahr und allezeit behütet haft. Und bitten dich demüthiglich, du wollest deine Barmherzigkeit an uns ferner groß machen, uns in Erfenntniß deines lieben Sohnes gnädiglich erhalten, in aller Noth und Anfechtung durch deinen heiligen Geist trösten und stärken, dieses Land und uns alle durch deine heiligen Engel auch fortan beschützen und bewachen, bis sie uns und alle 544 Kirchengebete. Auserwählte am Tage der Herrlichkeit Jesu Christi von ei nem Ende des Himmels bis zum andern zu dir gesammelt haben, da wir mit allen himmlischen Heerschaaren dich erst recht rühmen, loben und preisen wollen immer und ewiglich, Amen. Noch eine andere. Allmächtiger, ewiger, barmherziger Gott, der du wunderMenschen zum Dienste verordnet hast; wir bitten dich: Verleihe uns gnädiglich, daß unser Leben hier auf Erden behütet und beschirmet werde von denen, die deiner göttlichen Majestät allezeit beiwohnen, durch Jesum Christum deinen Sohn unsern Herrn, Amen. Am Reformationsfeste. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, der du das Licht aus der Finsterniß hervorgehen lassen; wir danken dir herzlich, daß du dich unsrer und unsrer Vorfahren, die in Finsterniß und Schatten des Todes saßen, erbarmet und uns durch den treuen Dienst Lutheri und seiner Gehülfen zum Lichte des Evangelii gebracht hast. Wir bitten dich, vertreibe durch deines heiligen Geistes Erleuchtung alle Finsternisse aus aller Menschen Seelen, erhalte uns deine Lehre in der wiederhergestellten Lauterkeit, bewahre uns vor Undank, schändlichem Rückfall und vor der List und Gewalt aller Feinde, daß wir ruhig leben und auch würdig dem Evanlio wandeln mögen, um Jesu Christi unsers Seligmachers willen, Amen. Gebete für die gemeine Christenheit. Aln ( Umächtiger, ewiger Gott, der du durch deinen heiligen Geist die ganze Christenheit heiligest und regierest, er höre unser Gebet und gieb uns gnädiglich, daß sie mit allen Gliedern in reinem Glauben durch deine Gnade dir diene durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, Umen. Eine andere, mind H err Gott himmlischer Vater, wir bitten dich, du wolleft durch deinen heiligen Geist uns also regieren und führen, Kirchengebete. 545 daß wir mit ganzem Herzen dein Wort hören und annehmen und den Sabbath heiligen, damit wir durch dein Wort auch geheiliget werden, auf Jesum Christum, deinen Sohn, all unser Vertrauen und Hoffnung sehen, und darnach unser Leben nach deinem Worte auch bessern, vor allem Nergerniß uns hüten, bis wir durch deine Gnade in Christo ewig selig werden, durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn, Amen. Eine andere. ir danken dir, Herr Gott himmlischer Vater, daß du dein heiliges Evangelium gegeben, und dein väterlich Herz haft erkennen lassen, und bitten deine grundlose Barmherzigkeit, du wollest solch seliges Licht deines Wortes uns gnädiglich erhalten, und durch deinen heiligen Geist unsere Herzen leiten und führen, daß wir nimmermehr davon abweichen, sondern uns fest daran halten und endlich dadurch selig werden, durch Jesum Christum deinen Sohn unsern Herrn, Amen. Eine andere. Herr Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich, du wollest deinen heiligen Geist in unsere Herzen geben und uns in deiner Gnade und Wahrheit ewiglich erhalten, in allen Anfechtungen behüten und trösten, vor dem Papst, Türken und allen Feinden deines Wortes bewahren und deiner armen Christenheit heilsamen Frieden verleihen, durch Jesum Christum, unsern Herrn, Amen. Eine andere. Jumächtiger, ewiger Gott und Bater, der du sehen läſfest das Licht deiner Wahrheit denen, die da irren, daß sie wieder auf den Weg der Gerechten kommen mögen. Wir bitten dich, gieb Gnade allen Gläubigen, daß sie verachten was deinem Namen entgegen ist, und annehmen was ihm dienet, durch Jesum Christum deinen Sohn unsern Herrn, Amen. Eine andere. err Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich, du wollest durch deinen heiligen Geist uns also leiten und führen, Lutherisches Gesangbuch. 35 546 Kirchengebetė. daß wir erstlich unsre Sünde nicht gering achten und sicher werden, sondern in steter Bußfertigkeit erfunden werden, uns von Tag zu Tag bessern, und darnach uns allein deß trösten mögen, daß du uns Gnade beweisen wollest, alle Sünde vergeben und ewig selig machen, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, Amen. Eine andere. Aum [ Umächtiger, ewiger Gott Vater, der du aus väterlicher Wohlmeinung uns deine Kinder allhier auf Erden unter das Kreuz stellest, und allerlei Ungewitter über uns läsfest kommen, der Sünde damit zu wehren, und uns zur Bußfertigkeit, Glauben, Hoffnung und emsigen Gebet zu reizen. Wir bitten dich, du wollest uns in aller Anfechtung und Noth durch deinen heiligen Geist trösten, unser Gebet er: hören und gnädige Hülfe verschaffen, auf daß wir nicht ver zagen, sondern deine väterliche Gnade und Beistand er kennen, und dich mit allen Heiligen in Ewigkeit loben, preisen und danken, durch Jesum Christum deinen Sohn unsern Herrn, Amen. Eine andere. Lieber Herr Gott, himmlischer Vater, der du aus väterlicher Liebe gegen uns arme Sünder deinen Sohn uns ge schenket hast, daß wir an Ihn gläuben, und durch den Glauben sollen selig werden. Wir bitten dich, gieb deinen heiligen Geist in unsere Herzen, daß wir in solchem Glauben bis an unser Ende beharren und ewig selig werden, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn, Amen. Eine andere. Herr Gott himmliſcher Bater, der du deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum, in diese Welt gesandt hast, daß er des Teufels Tyrannei wehren, und uns arme Menschen wider solchen argen Feind solle schüßen: Wir bitten dich, du wollest uns vor Sicherheit behüten, und in aller Anfechtung durch deinen heiligen Geist nach deinem Wort zu wandeln, gnädiglich erhalten, daß wir bis an das Ende vor solchem Feinde befriedet bleiben und endlich selig wer Kirchengebete. 547 den mögen, durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Umen. Eine andere. Jumächtiger Herr Gott, wir bitten dich, gieb deiner Ge meinde deinen Geist und göttliche Weisheit, daß dein Wort unter uns laufe und wachse, mit aller Freudigkeit, wie sichs gebühret, geprediget werde, auf daß wir von aller Anfechtung unversehret mit beständigem Glauben dir dienen, und im Bekenntniß deines Namens bis an unser Ende verharren, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn unsern Herrn, Umen. Eine andere. Allmächtiger Herr Gott Vater, verleihe uns einen beſtändigen Glauben an Christum Jesum, eine unerschreckliche Hoffnung in deine Barmherzigkeit wider alle Bösheit unsers sündlichen Gewissens, und eine grundgütige Liebe zu dir und allen Menschen, um Jesu Christi deines Sohns unsers Herrn willen, Amen. Eine andere. Verfch erschone, Herr, verschone unsre Sünde, und wiewohl den Sündern ewige Strafe gebühret, so bitten wir doch von ganzem Herzen, gieb, daß es uns zu einer gnädigen Strafe komme, was wir zum ewigen Verderben verdienet haben, durch Jesum Christum deinen Sohn unsern Herrn, Umen. Für die Früchte des Feldes. allmächtiger Gott, ewiger Vater, der du durch dein ewiges göttliches Wort alle Ding erschaffen hast, segnest und erhältst, wir bitten dich, daß du dein ewiges Wort, unsern Herrn Jesum Christum, uns wollest offenbaren und in unsre Herzen pflanzen, dadurch wir nach deiner Gnade würdig werden, deinen göttlichen Segen über alle Früchte der Erden, und alles, was zur leiblichen Nothdurft gehöret, zu empfahen, und solche Gaben zum Preis deines göttlichen Namens und unsers Nächsten Dienste zu gebrauchen, durch denselben deinen lieben Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. 35* 548 Kirchengebete. Um ein gnädiges Gewitter. Herr, err, allmächtiger Gott, der du alles, was da ist, regiereſt und ernährest, ohne welches Gnade nichts geschehen kann, gieb uns, deinen Kindern, lieber Vater, ein gnädig Gewitter, auf daß unser Land durch deinen Segen mit sei nen Früchten erfüllet werde, und wir dich in allen deinen Wohlthaten erkennen und loben, um Jesu Christi unsers Herrn willen, Amen. Eine andere. Herr err Gott, himmlischer Vater, der du gnädig und barm herzig bist und uns durch deinen Sohn verheißen hast, du wollest dich unser in allerlei Noth gnädiglich annehmen. Wir bitten dich, siehe nicht an unsre Missethat, sondern unsre Noth und deine Barmherzigkeit, und gieb uns einen fruchtbaren Regen( ein gnädiges Gewitter und fröhlichen Sonnenschein), auf daß wir durch deine Güte unser täglich Brot haben und dich als einen gnädigen Gott erkennen und preisen mögen, durch denselben deinen Sohn Jesum Chri stum unsern Herrn, Amen. Für Betrübte und Angefochtene. D allmächtiger, ewiger Gott, ein Trost der Traurigen, eine Stärke der Schwachen, laß vor dein Angesicht gnädiglich kommen die Bitte aller derer, so in Bekümmerniß und Anfechtung zu dir seufzen und schreien, auf daß manniglich in der Noth deine göttliche Hülfe empfinde und dich dafür in Ewigkeit lobe und preise, durch Jesum Christum unsern Herrn, Amen. Für treue Lehrer. Almächtiger, gütiger Gott, der du uns um treue Urbeiter deiner Ernte zu bitten durch deinen lieben Sohn befohlen haft. Wir bitten dich herzlich, du wollest dich deiner armen Christenheit erbarmen, unsre Noth und dein Gebot gnädig lich ansehen und heilsame, reine Lehrer verleihen, ihnen das Wort der Wahrheit ins Herz und Mund geben und sie mit deinem Geiste regieren, daß sie deinen Befehl treulich aus richten, und nichts predigen, das deinem heiligen Worte entgegen ist, auf daß wir durch dein himmlisch ewiges Wort Kirchengebete. 549 ermahnet, gelehret, gespeiset, getröstet und gestärket werden und thun, was dir gefällig und uns fruchtbarlich ist, durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Umen. Für die Obrigkeit. Bar armherziger, himmlischer Vater, in welches Hand bestehet aller Menschen Gewalt und Obrigkeit; wir bitten dich, siehe gnädiglich auf deine Diener, die Fürsten und alle or dentliche Obrigkeit, erleuchte, regiere und erhalte sie bei deinem göttlichen Namen, gieb ihnen Weisheit und Ver stand, und ein friedlich Regiment, auf daß sie alle ihre Unterthanen in Gottesfurcht, Friede, Ruhe und Einigkeit beschirmen und regieren, verlängere ihnen ihre Tage, auf daß wir unter ihrer Herrschaft deinen göttlichen Namen sammt ihnen heiligen und preisen mögen, durch deinen lieben Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. In Sterbens- und Kriegsläuften. Barmherziger, gütiger Gott, wir sehen leider die Ruthe und Strafe unsrer vielfältigen Sünden, und fliehen allein zu deiner Gnade und väterlichen Barmherzigkeit, und bitten dich herzlich, du wollest dich von uns armen Sündern, als ein gnädiger Bater, lassen erbitten und deinen gerechten Zorn fallen lassen, und uns so elendiglich dem Tode nicht übergeben, auf daß wir dich hier und dort in Ewigkeit loben und dir danken, der du bist ein gnädiger Gott und Vater und willst nicht, daß der Sünder sterbe, sondern daß er sich bekehre und lebe, durch Jesum Christum deinen Sohn, unsern Herrn, Amen. Wider den Türken. Herr err Gott, himmlischer Vater, wir bekennen vor dir, daß wir durch unsre Missethat und langen Ungehorsam den Türken und allerlei Unglück wohl verdienet haben. Aber doch bitten wir dich, du wollest um deines Namens willen unsrer gnädiglich verschonen, dem schädlichen Feinde wehren und deine arme Christenheit wider ihn beschüßzen, auf daß dein Wort in Frieden weiter ausgebreitet werde, und wir uns daraus bessern und im rechten Gehorsam gegen dir wandeln mögen, durch Jesum Christum unsern Herrn, Umen. Kirchengebete. Um Fried und Einigkeit. Ewiger, allmächtiger Gott, ein König der Ehren und ein Herr des Himmels und der Erden, durch welches Geist alle Dinge regiert, durch welches Vorsehung alle Ding ge ordnet werden, der du bist ein Gott des Friedens, von dem allein alle Einigkeit zu uns kommt. Wir bitten dich, du wolleft uns unsere Sünden vergeben und mit deinem göttlichen Frieden und Einigkeit begnaden, damit wir in rechter Frucht dir dienen zu Lob und Preis deines Namens durch Jesum Christum unsern Herrn, Amen. 550 Bei Begräbnissen. Allma [ Umächtiger, ewiger Gott, himmlischer Vater, wir danken deiner milden Güte und Barmherzigkeit, daß du diesen deinen Diener und unsern lieben Mitbruder( Mitschwester) in Christo seliglich haft einschlafen lassen, und aus allem Kreuze nach deiner Zusage aus diesem Jammerthale im Frieden hinweggenommen, und zweifeln nicht, du habest seine( ihre) Seele zu dir durch Christum in des ewigen Lebens Freude aufgenommen und werdest auch seinen( ihren) Leib, den wir allhier zur Erde bestattet haben, an jenem Tage zur ewigen Herrlichkeit auferwecken, und bitten deine Barmherzigkeit, du wollest uns durch deine Gnade in wahrer Bußfertigkeit, rechtem Glauben und aller Gottseligkeit allezeit erhalten, damit wir hier auf Erden christlich leben, und endlich in Jesu Christo ein selig Sterbestündlein erlangen, und am jüngsten Tage zum ewigen Leben mögen erwecket werden, durch Jefum Christum unsern Herrn, Amen. 0904 Eine andere. Allmächtiger Gott, der du durch den Tod deines Sohnes Tod gemacht und heiliges Auferstehen Unschuld und ewiges Leben wiederge bracht hast, auf daß wir von der Gewalt des Teufels erlöset, und durch die Kraft seiner Auferstehung auch unsere sterb lichen Leiber von den Todten zum ewigen Leben auferwecket werden sollen, in deinem Reiche ewig zu leben. Verleihe uns, daß wir solches festiglich und von ganzem Herzen glauben und in solchem Glauben allezeit beständig bleiben und die fröhliche Auferstehung unsrer Leiber sammt allen Kirchengebete. 551 Seligen erlangen mögen, durch denselben deinen lieben Sohn, unsern Herrn, Amen. Eine andere. Numächtiger, ewiger Gott, der du durch deinen Sohn Vergebung der Sünden und Rettung wider den ewigen Tod zugesaget hast. Wir bitten dich, stärke uns durch deinen heiligen Geist, daß wir in solchem Vertrauen auf deine Gnade durch Christum täglich zunehmen, und die Hoffnung feste und gewiß behalten, daß wir nicht sterben, sondern einschlafen, und am jüngsten Tage zum ewigen Leben erwecket werden sollen, durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. Eine andere. Herr, allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott, der du uns aus dieser sündlichen und verkehrten Welt durch den Tod zu dir forderst und hinwegnimmst, auf daß wir durch stetig Sündigen nicht verderben, sondern zu dem ewigen Leben hindurch dringen. Wir bitten dich, du wollest uns solches von Herzen lassen erkennen und glauben, auf daß wir uns unsers Abscheidens freuen, und dem Beruf zu deinem Reich gern und willig folgen, durch Jesum Christum deinen lieben Sohn unsern Herrn, Amen. Am Missionsfeſte. Numächtiger Gott und König Jesu Christe, der du sitzest zur Rechten deines Vaters, bis daß alle deine Feinde geleget werden zum Schemel deiner Füße. Wir bitten dich demüthiglich, erbarm dich aller blinden Leute, die da sizzen in Finsterniß und Schatten des Todes und gefangen sind unter der Obrigkeit des Teufels. Löse ihre Bande, zerbrich ihre Ketten, damit Satan sie gebunden hat bis hieher. Gieße aus deinen heiligen Geist über alles Fleisch, mache die Thore deiner Kirche hoch und ihre Thüren weit, daß die Fülle der Heiden eingehe und ganz Israel selig werde, und Aller Knie vor dir sich beugen und Aller Zungen bekennen, daß du, o Jesu, der Herr feiest zur Ehre Gottes des Va= ters, Umen. Kirchengebete. 552 asqall minise Allgemeines Kirchengebet. ach angehörter Predigt danken wir dem grundgütigen Gott, daß er sein seligmachendes Wort bei uns rein und unverfälscht bis anher erhalten hat und bitten, daß er dasselbe unter uns und unsern Nachkommen bis an den lieben letzten Tag ferner erhalten, fortpflanzen und gedeihen lassen wolle; daß er auch lasse dies sein heiliges Wort laufen und gepriesen werden bis an die Enden der Erden, daß die Heiden und Juden mit einverleibet werden. als Glieder an Einem Leibe. Auch bitten wir für die drei Hauptstände der ganzen werthen Christenheit, den geistlichen, weltlichen und Hausstand, vor allem für unsern König und Landesherrn und Alle, die demselben mit naher Verwandtschaft wie auch Amtswegen zugethan sind. Gott wolle ihnen heilsam Regiment bescheeren und sie sammt uns Allen in. seinen starken Schuß nehmen und zu zeitlicher und ewiger Wohlfahrt ihm herzlich empfohlen sein lassen, uns auch ins gesammt an geistlichen und leiblichen Gütern in Christo seg nen, Frieden im Lande erhalten und Glück und Heil geben zu allem Stande, Amen. Zwei Gebete für die Kinder, welche in der Kinderlehre von den Kindern und dem Volke gemeinsam sollen ge betet werden, also daß zwischen beiden Gebeten abge wechselt wird. Nch, Herr Gott, himmlischer Bater, wir deine armen Kinder kommen vor dein Angesicht im Namen deines lieben Kindes Jesu, und bitten, du wollest unser gnädiger lieber Vater sein und bleiben in dieser letzten Zeit, darin du uns hast lassen geboren werden, und uns bei deinem Wort und lieben Katechismus gnädiglich erhalten, vor Papst, Türken und allen Feinden deiner Christenheit getreulich behüten. Laß uns genießen deines heiligen Kindes Fürbitte und sei nes theuren Blutes, damit wir in unsrer heiligen Taufe abgewaschen sind von allen Sünden. Laß dir auch unsre lieben Eltern, unsere Obrigkeit und Seelsorger, auch unsre Brüder und Schwestern in deinen Schuß befohlen sein, und gieb uns gnädigen Frieden, daß wir in deiner Furcht, guter Zucht und christlicher Lehre mögen auferzogen werden, dir in deinem Reiche dienen, dich loben und preisen in Ewigkeit, Amen. Antiphonen. Ein anderes. Nieber himmlischer Bater, wir deine armen Kinder kommen vor dein Angesicht im Namen deines lieben Kindes Jesu und bitten dich: wende deinen Zorn, gieb uns und unsern Eltern Buße, unserm Lande Frieden, unsrer Obrigkeit gut Regiment, und uns allen deinen heiligen Geist, daß wir unser Leben bessern und frömmer werden, um deines lieben Kindes, unsers Herrn Jesu Christi willen, Umen. VI. Antiphonen, oder auserlesene Sprüche vor den Kirchen- Kollekten. Zu aller Zeit. Bittet, ittet, so werdet ihr Und mit deinem geiste. 8. Dies ist der tag, den der Herr machet; lasset uns freuen und fröhlich darin sein. O Herr! hilf, o Herr! laß wohl gelingen. 9. Bringet dem Herrn ehre So will er dich crretten, seines namens, Halleluja! und du sollst ihn preisen. Betet an den Herrn in hei3. Das gebet der frommen ligem schmuck. Halleluja! ist dem Herrn angenehm, Hall. 10. Dienet dem Herrn mit Der gerechten gebet erhöret freuden, Halleluja! er. Halleluja. 4. Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen; Kommt vor sein angesicht mit frohlocken. Halleluja. Allen, die ihn mit ernst Nach der Communion. 11. Danket dem Herrn, denn anrufen. 553 1. nehmen, Daß eure freude vollkommen sei. Halleluja! 2. Rufe Gott an in der zeit der noth, 5. Der Herr denke an uns er ist freundlich, und segne uns, Und seine güte währet ewigEr segne, die den Herrn lich. fürchten beide kleine und große. 12. Lobe den Herrn meine 6. Bei dem Herrn findet seele, man hülfe, Halleluja! Und was in mir ist seinen Und seinen segen über sein heiligen namen. Halleluja! volk. Halleluja! 13. Schmecket und sehet Auf Sonn- und Festtage. wie freundlich der Herr ist, 7. Der Herr sei mit euch, Halleluja! 554 Antiphonen. Wohl dem, der auf ihn Und laß deine fußstapfen trauet. Halleluja! triefen von fett. 23. Die güte des Herrn ists, daß wir nicht gar aus sind, Halleluja! Auf Advent. 14. Bereitet dem Herrn den weg, Halleluja! Machet seine steige richtig. Halleluja! 15. Daran ist erschienen die liebe Gottes, daß er seinen sohn gesandt hat, Daß wir durch ihn leben sollen. Halleluja! noch kein ende. Halleluja! Und seine barmherzigkeit hat Ein sohn ist uns gegeben. Halleluja! 24. Die wege des Herrn sind eitel güte und wahrheit, Denen, die seinen bund und zeugniß halten. Halleluja! 25. Du leitest mich nach oeinem rath, Auf Weihnachten. Und nimmst mich endlich 16. Ehre sei Gott in der höhe, mit ehren an! Halleluja! Und friede auf erden und den menschen ein wohlgefallen. Am Feste der Erscheinung Christi. 17. Euch ist heute der hei= land geboren, Halleluja! 26. Danksaget dem vater, Welcher ist Christus der der uns errettet hat von der Herr, in der stadt David. Hall. obrigkeit der finsterniß, 18. Ein find ist uns geboren, Halleluja! Und hat uns verseßet in das reich seines lieben sohnes. Halleluja! 27. Ihr waret weiland fin sterniß, nun aber seid ihr ein licht in dem Herrn, Wandelt wie die kinder des lichts. Auf Mariä Reinigung. 28. Wandelt in der liebe, gleich wie Christus uns hat geliebet, Und sich selbst dargegeben für uns, Gott zur gabe und opfer. Halleluja! 19. Das wort ward fleisch, Halleluja! Und wohnete unter uns. Halleluja! 20. Kündlich groß ist das gottselige geheimniß, Gott ist offenbaret im fleische. Halleluja! 21. Christus kommt her aus den vätern nach dem fleische, Halleluja! Welcher ist Gott über alles, 29. Herr, nun läsfest du gelobet in ewigkeit. Halleluja! deinen diener in frieden fahAm Neujahrstage. ren. Halleluja! mit deinem gute, 22. Herr, kröne das jahr. Denn meine augen haben deinen heiland gesehen. Hall. Antiphonen. Zur Fastenzeit. 30. Christus ist um unserer missethat willen verwundet, Und um unserer sünde willen zerschlagen. 31. Die strafe liegt auf ihm, auf daß wir friede hätten, Am grünen Donnerstage. 39. So oft ihr von diesem Und durch seine wunden brote esset, und von diesem felche trinket, sind wir geheilet. 32. Dem Herrn hast du arbeit gemacht in deinen sünden, Und haft ihm mühe gemacht in deinen missethaten. 33. Gott hat seines eigenen sohnes nicht verschonet; Sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben. 555 wort, daß Christus Jesus kommen ist in die welt, Die sünder selig zu machen. Halleluja! 34. Christus hat unsere sünden selbst geopfert an seinem leibe auf dem holze, Sollt ihr des Herrn tod verkündigen. 40. Er hat ein gedächtniß gestiftet seiner wunder, Der gnädige und barmherzige Herr. Am stillen Freitage. 41. Siehe, das ist Gottes lamm, Welches der welt sünde trägt. 42. Das lamm, das erwürget ist, ist würdig zu nehmen fraft und reichthum, weisheit und stärke, Auf daß wir, der sünde abgestorben, der gerechtigkeit leben. 35. Christus hat geliebet die gemeine, Und hat sich selbst für sie Lob und ehre und preis gegeben, auf daß er sie heiligte. und gewalt von ewigkeit zu 36. Christus ist darum für alle gestorben, auf daß die, ewigkeit. so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben; 43. Gott hat den, der von keiner fünde wußte, für uns zur sünde gemacht; Auf daß wir würden in ihm Sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. die gerechtigkeit, die vor Gott 37. Christus hat gelitten für uns; gilt. 44. Christus Jesus ist uns sen, daß ihr sollet nachfolgen seinen fußstapfen. Und uns ein vorbild gelas gemacht von Gott zur weisheit, und zur gerechtigkeit, Zur heiligung und zur erlösung. Auf Märiä Verkündigung. 38. Das ist je gewißlich Auf Ostern. wahr und ein theures werthes 45. Christus ist um unse Antiphonen. 556 Auf Himmelfahrt. rer sünde willen dahin gege-| ben, Halleluja! 53. Gott hat Christum auf: Und um unserer gerechtig- erwecket und ihm die herrlichfeit willen auferwecket. Hal leluja! 46. Tod, wo ist dein stachel? hölle, wo ist dein sieg? feit gegeben, Auf daß wir glauben und hoffnung zu Gott haben möch ten. Halleluja! Gott sei dank, der uns den 54. Unser wandel ist im sieg gegeben hat durch unsern himmel, Halleluja! Herrn Jesum Christum. Von dannen wir auch war: ten des heilandes Jesu Chrifti. Halleluja! 47. Christus hat dem tode die macht genommen, Hallel. Und das leben und ein unvergängliches weſsen an das licht gebracht. Halleluja! 55. Suchet, was droben ist, da Christus ist, sißend zur rechten Gottes; 48. Ich weiß, daß mein erlöser lebet, Halleluja! Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, Und er wird mich hernach was auf erden ist. aus der erden auferwecken. Halleluja! 56. Christus kann felig machen immerdar, die durch ihn zu Gott kommen, Halleluja! 49. Wer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist; Und lebet immerdar und bittet für sie. Halleluja! 57. Christus ist in den himmel eingegangen, Hallel. Am Hagelfeier, auch sonst Nun zu erscheinen vor dem angesicht Gottes für uns. Halleluja. um gutes Wetter. Ja vielmehr der auch auf= erwecket ist. Halleluja! 50. Herr, erzeige uns deine gnade und güte, Auf Pfingsten. Daß unser land sein gewächs gebe. 58. Schaffe in uns, Gott, ein reines herz, 51. Aller augen warten auf dich, Herr! Halleluja! Und gieb uns einen neuen gewissen geist. Und du giebest ihnen ihre 59. Herr! lehre uns thun speise zu seiner zeit. Halleluja! nach deinem wohlgefallen; 52. Herr! du feuchtest die denn du bist unser Gott; berge von oben her, Halleluja! Dein guter geist führe uns Du machest das land voll auf ebener bahn. früchte, die du schaffest. Halleluja! 60. Also hat Gott die welt geliebet, Halleluja! Untiphonen. 557 Und mein geist freuet sich Gottes meines heilandes. 70. Der Herr hat große dinge an uns gethan, Daß er seinen eingebornen sohn gab. Halleluja! 61. Welche der geist Gottes treibet, die sind Gottes kinder. Sind wir denn kinder, so sind wir auch erben Gottes und miterben Christi. Der da mächtig ist und deß name heilig ist. Halleluja! 71. Gottes barmherzigkeit 62. Gott hat uns nicht währet immer für und für, gegeben den geist der furcht, Sondern der kraft, der liebe und der zucht. Bei denen, die ihn fürchten. Halleluja! Auf Michaelistag. 63. Verwirf uns nicht von deinem angesicht, Und nimm deinen heiligen geist nicht von uns. 64. Tröste uns wieder mit deiner hülfe, Und der freudige geist enthalte uns. 72. Der Herr hat seinen engeln befohlen über dir, Halleluja! Daß sie dich behüten auf allen deinen wegen. Halleluja! 73. Der engel des Herrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, Halleluja! Und hilfet ihnen aus. Hall Auf Trinitatisfest. 65. Wir loben Gott den vater, john und heiligen geist. Hallel. An Bustagen, und zu andern Zeiten. Auf Johannistag. 67. Gelobet sei der Herr, Und preisen ihn von nun an bis in ewigkeit. Halleluja! Um Vergebung der Sünden. 66. Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, Hallel. Alle lande sind seiner ehre voll. Halleluja! 74. Herr! handle nicht mit uns nach unsern fünden, Und vergilt uns nicht nach unserer missethat. 75. So wahr, als ich lebe, spricht der Herr Herr: ich der Gott Israel, Halleluja! habe keinen gefallen am tode Denn er hat besuchet und des gottlosen, erlöset sein volk. Halleluja! Sondern, daß er sich be68. Herr! ich warte auf fehre und lebe. dein heil, 76. Bekehre du uns, Herr! Und thue nach deinen ge- so werden wir bekehret, boten.( Siehe auch Nummer 41.) Auf Mariä Heimsuchung. Gott. 69. Meine seele erhebet den Herren, Denn du, Herr! bist unser 77. Erforsche mich, Gott! und erfahre mein herz! 558 Antiphonen. Prüfe mich, und erfahre, wie ichs meine. ( Siehe auch Nummer 58.) 78. Hilf uns, Herr, unser helfer, um deines namens ehre willen, Errette uns, und vergieb uns unsere sünde um deines namens willen. 79. Herr! gehe nicht ins gerichte mit deinen knechten und mägden, Denn vor dir ist kein lebendiger gerecht. 80. Gott! sei uns gnädig nach deiner güte, Und tilge unsere sünde nach deiner großen barmherzigkeit. In gemeiner Noth. 81. Gott! gieb friede in deinem lande, Glück und heil zu allem stande. 82. Herr! hilf uns deinem volke und segne dein erbe, Und weide sie und erhöhe fie ewiglich. Um göttliche Regierung. 83. Weise uns, Herr! deinen weg, daß wir wandeln in deiner wahrheit; Erhalte unser herz bei dem einigen, daß wir deinen namen fürchten. 84. Herr! mache uns fertig in allem guten werk, zu thun deinen willen, 85. Der Gott aller gnaden wolle uns vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Dem sei ehre und macht von ewigkeit zu ewigkeit, Halleluja! ( Siehe auch Nummer 59.) Um Erhaltung des göttlichen Wortes. 86. Heiliger vater! heilige uns in deiner wahrheit, Dein wort ist die wahrheit. 87. Herr! erhalte uns dein wort, Dein wort ist unsers her: zens freude und trost. 88. Dein wort ist meines fußes leuchte, Halleluja! Und ein licht auf meinen wegen. Halleluja! Für die Kirche. 89. Herr! schütze das volk deiner rechten, das du dir er: wählet hast, So wollen wir nicht von dir weichen, sondern deinen namen anrufen. 90. Gott gedenket der barmherzigkeit, Halleluja. Und hilft seinem diener J rael auf. Halleluja. 91. Gott ist unsere zuversicht und stärke, Halleluja. Eine Hülfe in den großen nöthen. Halleluja. Um Glauben und Liebe. 92. Herr! laß Chriftum durch den glauben in unsern herzen wohnen, Und schaffe in uns, was vor dir gefällig ist, durch Jesum Christ. Und durch die liebe fest ge wurzelt und gegründet werden. Untiphonen. 559 93. Herr! erfülle an uns 101. Herr! alles, was im himmel und auf erden ist, das ist dein, Halleluja. Du herrschest über alles, in 94. Siehe, wie fein und deiner hand steht kraft und lieblich ist es, wenn brüder ein- macht. Halleluja. trächtig bei einander wohnen. 102. Herr! wie sind deine Denn daselbst verheißet der werke so groß und viel, Herr segen und leben immer und ewiglich. Du hast sie alle weislich geordnet, und die erde ist voll deiner güte. Halleluja. 95. Herr! vermehre unsern glauben und laß die liebe völlig werden, 103. Gelobet fei der Herr täglich, Gott leget uns eine last auf, aber er hilft uns auch. Hall. 104. Wir haben einen Gott, alles wohlgefallen der güte, Und das werk des glaubens in der kraft. Daß unsere herzen gestärket unsträflich sein in der heiligkeit. 96. Die hauptsumma des gebots ist liebe von reinem der da hilft: herzen, Und den Herrn Herrn, der Und von gutem gewissen, vom tode errettet. Halleluja. und von ungefärbtem glauben. 105. Lob und ehre, und weisheit, und dank, sei unserm Gott, Allgemeine Danksagungen und preis, und kraft, und für göttliche Wohlthaten. stärke von ewigkeit zu ewig97. Ich will den Herrn loben, keit, amen. so lange ich lebe. Halleluja. 106. Herr! deine gute reiUnd meinem Gott lobsin: chet so weit der himmel ist, gen, weil ich hie bin. Hallel. Und deine wahrheit so weit 98. Preiset mit mir den die wolken gehen. Halleluja. Herrn, Halleluja. 107. Der name des Herrn Und lasset uns mit einander sei gelobet und gebenedeiet, seinen namen erhöhen. Hallel. Von nun an bis in ewig99. Freuen und fröhlich keit, Halleluja. müssen sein an dir, Herr! die nach dir fragen, ( Siehe auch Nr. 11. 12. 16.) Im Leiden. 108. Herr! du bist meine stärke und kraft, Und meine zuflucht in der noth. Halleluja. 109. Herr! erquicke mich um deines namens willen, Und die dein beil lieben, müssen immer sagen: hochge: lobet sei Gott. 100. Herr, thue meine lippen auf, Daß mein mund deinen ruhm verkündige. 560 Antiphonen. Führe meine seele aus der noth keit zu ewigkeit, amen. um deiner gerechtigkeit willen. 118. Der staub muß wie: 110. Ich hoffe darauf, daß der zur erden kommen, wie du, Herr! so gnädig bist, er gewesen ist, Mein herz freuet sich, daß du so gerne hilfest. 111. Der gerechte muß viel leiden, Aber der Herr hilft ihm aus dem allen. 112. Herr! du wollest deine barmherzigkeit nicht von uns wenden, Laß deine güte und treue uns allewege behüten. 113. Was betrübst du dich, meine seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines angesichts hülfe und mein Gott ist. Vom Tode und Sterben. 114. In deine hände be: fehle ich meinen geist, Du hast mich erlöset, Herr! du treuer Gott. 115. Selig sind die todten, die in dem Herrn sterben, von Und der geist wieder zu Gott, der ihn gegeben hat. ( Siehe auch Nr. 29. 48.) Von der Auferstehung und dem jüngsten Gericht. 119. Herr! ich will schauen dein antlik in gerechtigkeit, Ich will satt werden, wenn ich erwache nach deinem bilde. ( Siehe auch Nr. 48.) 120. Gott wird alle werke vor gericht bringen, Das verborgen ist, es sei gut oder böse. Vom ewigen Leben. 121. Vor dir ist freude die fülle, Halleluja! Und liebliches wesen zu dei ner rechten ewiglich. Halleluja! 122. Wir haben hier keine bleibende stadt, Sondern die zukünftige suchen wir. 123. Dieser zeit leiden ist nicht werth der herrlichkeit, Die an uns soll offenbaret nun an, Ja der geist spricht, daß sie werden. ruhen von ihrer arbeit. 124. Meine seele dürstet 116. Herr! lehre uns be- nach Gott, nach dem lebendidenken, daß wir sterben müssen, gen Gott, Auf daß wir klug und selig werden. Wenn werde ich dahin kom men, daß ich Gottes angesicht 117. Der Herr wird mich schaue? erlösen von allem übel und 125. Herr! bei dir ist die mir aushelfen zu seinem himm- lebendige quelle, Halleluja! lischen reich, Und in deinem lichte sehen Welchem sei ehre von ewig- wir das licht. Halleluja! Episteln und Evangelien auf alle Sonntage und Feste durchs ganze Jahr. Lutherisches Gesangbuch. 36 I. Episteln und Evangelien auf alle Sonntage und Feste durchs ganze Jahr. Am 1. Sonntage des Advents. Epistel( Römer 13, 11-14). Weil eil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, sintemal unser Heil jest näher ist, denn da wir es glaubten; die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeigekommen, so laßt uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts. Laßt uns ehrbarlich wandeln, als am Tage; nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den Herrn Jesum Christum, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium( Matthäi 21, 1-9). Da fie nun nahe bei Jerusalem kamen gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zwei. Und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; so bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die andern hieben Zweige von den Bäumen, und streueten fie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohne Davids; gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hofianna in der Höhe! 36* Episteln und Evangelien. Am andern Sonntage des Advents. Epistel( Röm. 15, 4-13). Was as aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir, durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander, nach Jesu Christo; auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Be schneidung, um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern geschehen. Daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk. Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und aber: mal spricht Jesaias: Es wird sein die Wurzel Jesse, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. 564 Evangelium( Luc. 21, 25-36). Es werden Zeichen geschehen an der Sonne, und Mond, 3 und wird den Leuten bange sein, und werden zagen; und das Meer und die Wasserwogen werden brausen. Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht, und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum, und alle Bäume. Wenn sie jetzt ausschlagen, so ſeht ihr es an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, ſo wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage Episteln und Evangelien. 565 euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen, und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch; denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Am 3. Sonntage des Advents. Epistel( 1 Cor. 4, 1-5). halte uns jedermann, nämlich für Christi Diener, und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist es ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der Herr ist es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Beit, bis der Herr komme, welcher auch wird an's Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Dafür afür Evangelium( Matth. 11, 2-10). Dª aber Johannes im Gefängniß die Werke Christi hörte, sandte er seiner Jünger zwei und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines Undern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin, und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret; die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, die Aussähigen werden rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was seid ihr hinaus gegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen 566 Episteln und Evangelien. Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Am 4. Sonntage des Advents. Epistel( phil. 4, 4-7). reuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch. Eure Lindigkeit lasset fund sein allen Menschen. Der Herr ist nabe. Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Evangelium( Joh. 1, 19-28). ies da die Juden ſandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte, und läugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bin es nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? Daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn; wie der Prophet Je faias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn, und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies ge schah zu Bethabara, jenseits des Jordans, da Johannes taufte. 567 Episteln und Evangelien. Am 1. Christtage. Epistel( Titus 2, 11-15). &.³ s ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen; und züchtiget uns, daß wir sollen verläugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi; der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Solches rede und ermahne, und strafe mit ganzem Ernst. Evangelium( Luca 2, 1-14). Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schakung war die allererste, und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlecht Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe. Die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihrer Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch. ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen, ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt, und in einer Krippe liegend. Und alsobald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobten Gott und 568 Episteln und Evangelien. sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Ein ander Evangelium( Lucä 2, 15-20). nd da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kund gethan hat. Und sie kamen eilend, und fanden beide, Mariam und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegend. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde ge sagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle dieſe Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, das sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Am andern Christtage oder St. Stephanustage. Lection( Apostelg. 6, 8-15, 7, 54-59). Stephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder unter dem etliche auf von der Schule, die da heißt der Libertiner, und der Cyrener, und der Alexanderer, und derer, die aus Cilicien und Asien waren, und befragten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit, und dem Geift, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehöret Lästerworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk, und die Weltesten, und die Schriftgelehrten; und traten herzu, und rissen ihn hin, und führten ihn vor den Rath; und stellten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte, und das Geset. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören, und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rath saßen, und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Da sie solches höreten, ging es ihnen durchs Herz, und bissen die Zähne zusammen über ihn. Als er aber voll heiligen Geistes war, sahe er auf Episteln und Evangelien. 569 gen Himmel, und sahe die Herrlichkeit Gottes, und Jesum stehen zur Rechten Gottes, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrieen aber laut, und hielten ihre Ohren zu, und stürmten einmüthiglich zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus, und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus. Und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er knieete aber nieder, und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. Evangelium( Matth. 23, 34-39). Darun jarum siehe, ich sende zu euch Propheten, und Weise, und Schriftgelehrte; und derselben werdet ihr etliche tödten und kreuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme alles das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels, bis auf's Blut Zacharias, Barachias Sohn, welchen ihr getödtet babt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tödtest die Propheten, und steinigest, die zu dir gefandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jett an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Am 3. Christtage oder am Tage St. Johannes des Evangelisten. Epistel( Hebr. 1). Nachde hdem vor Zeiten Gott manchmal und mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzet hat zum Erben über Alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat. Welcher, sintemal er ist der Glanz seiner Herrlichkeit, und das Ebenbild seines Wesens, 570 Episteln und Evangelien. und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort, und hat gemacht die Reinigung unserer Sünden durch sich selbst, hat er sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe; so viel besser geworden, denn die Engel, so gar viel einen höhern Namen er vor ihnen ererbet hat. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget? Und abermal: Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein? Und abermal, da er einführet den Erstgebornen in die Welt, spricht er: Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten. Von den Engeln spricht er zwar: Er macht seine Engel Geister, und seine Diener Feuerflammen. Aber von dem Sohne: Gott, dein Stuhl währet von Ewigkeit zu Ewigkeit; das Scepter deines Reichs ist ein richtiges Scepter; du hast geliebet die Gerechtigkeit, und gehasset die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, gesalbet dein Gott, mit dem Del der Freuden, über deine Genossen. Und du Herr haft von Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Dieselben werden vergehen, du aber wirst bleiben; und sie werden alle veralten wie ein Kleid, und wie ein Gewand wirst du sie wandeln, und sie werden sich verwandeln; du aber bist derselbe, und deine Jahre werden nicht aufhören. 3u welchem Engel aber hat er jemals gesagt: Seße dich zu meiner Rechten, bis ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? Sind sie nicht allzumal dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst, um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit? Evangelium( Joh. 21, 15-24). a sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andern Mal zu ihm: ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu Ja Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe. Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum dritten Mal zu ihm sagte: Haſt du mich lieb, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Episteln und Evangelien. 571 Weide meine Schafe. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, da du jünger warest, gürtetest du dich selbst, und wandeltest, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten, und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte sich um, und sahe den Jünger folgen, welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen, und gesagt hatte: Herr, wer ist es, der dich verräth? Da Petrus diesen sahe, spricht er zu Jesu: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbt nicht. Und Jesus sprach nicht zu ihm: Er stirbt nicht; sondern: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dies geschrieben, und wir wissen, daß sein Zeugniß wahrhaftig ist. Ein ander Evangelium( Joh. 1, 1-14). m Unfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheinet in der Finsterniß, und die Finsterniß hat es nicht begriffen. Es war ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes. Derselbe kam zum Zeugniß, daß er von dem Licht zeugete, auf daß sie alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern daß er zeugete von dem Licht. Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt kannte es nicht. Er kam in sein Eigenthum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben. Welche nicht von dem Ge= blüt, noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch, und wohnete unter uns, und 572 Episteln und Evangelien. wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des einge: bornen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Am Sonntage nach dem Christfeſte. Epistel( Gal. 4, 1—7). Ich ch sage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist un ter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Sabungen. Da aber die Zeit erfüllet war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, und unter das Gesetz gethan. Auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Bater! Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium( Lucä 2, 33-40). Und nd sein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird; und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offen bar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlecht Asers, die war wohl be tagt, und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschaft, und war eine Wittwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbe trat auch hinzu zu derselben Stunde, und pries den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jeru ſalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie wieder in Galiläa, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit; und Gottes Gnade war bei ihm. 573 Episteln und Evangelien. Am Neujahrstage. Epistel( Gal. 3, 23-29). 1 mi She denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte geoffenbaret werden. Also ist das Geset unser 3uchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viele euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen, und nach der Verheißung Erben. Evangelium( Lucä 2, 21). nd da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Am Sonntag nach dem neuen Jahr. Lection( Offenb. 12, 1-6). [ nd es erschien ein großes Zeichen im Himmel; ein Weib mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupte eine Krone von zwölf Sternen. Und sie war schwanger, und schrie, und war in Kindesnöthen, und hatte große Qual zur Geburt. Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel, und siehe, ein großer rother Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner, und auf seinen Häuptern sieben Kronen. Und sein Schwanz zog den dritten Theil der Sterne, und warf sie auf die Erde. Und der Drache trat vor das Weib, die gebären sollte, auf daß, wenn sie geboren hätte, er ihr Kind fräße. Und sie gebar einen Sohn, ein Knäblein, der alle Heiden sollte weiden mit der eisernen Ruthe. Und ihr Kind ward entrückt zu Gott und seinem Stuhl. Und das Weib entflohe in die Wüste, da sie hatte einen Ort bereitet von Gott, daß fie daselbst ernähret würde tausend zweihundert und sechszig Tage. Episteln und Evangelien. Evangelium( Matth. 2, 13-23). D a fie aber hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach; Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fliehe in Egyptenland, und bleibe allda, bis ich dir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, bei der Nacht, und entwich in Egyptenland; und blieb allda bis nach dem Tode Herodis, auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sahe, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem tödten, und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen er: lernt hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehört, viel Klagens, Weinens und Heulens; Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes ge storben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum in Egyptenland, und sprach: Štehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und ziehe hin in das Land Israel; sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörte, daß Urchelaus im jüdischen Lande König war, anstatt seines Vaters Herodes, fürchtete er sich dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott, und zog in die Derter des galiläischen Landes; und kam, und wohnete in der Stadt, die da heißt Nazareth; auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch den Propheten: Er soll Nazarenus heißen. 574 Ein ander Evangelium( Matth. 3, 13—17). Qu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließe. Aber Jo hannes wehrete ihm, und sprach: Ich bedarf wohl, daß ich von dir getauft werde, und Du kommst zu mir? Jesus Episteln und Evangelien. 575 aber antwortete, und sprach zu ihm: Laß jeht also sein; also gebühret es uns alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er es ihm zu. Und da Jesus getauft war, stieg er bald herauf aus dem Wasser; und siebe, da that sich der Himmel auf über ihm. Und Johannes sahe den Geist Gottes, gleich als eine Taube, herab fahren, und über ihn kommen. Und fiehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe. Am Feste Epiphanias. Lection( Jes. 60, 1-6). Mache ache dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsterniß bedeckt das Erdreich, und Dunkel die Völker; aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umher: diese alle ver fammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seite erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Evangelium( Matth. 2, 1-12). Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem, und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern ge= ſehen im Morgenlande, und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrak er, und mit ihm das ganze Jerusalem; und ließ versammeln alle Hoheprie: ster und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie fagten ihm: 3u Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem 576 Episteln und Evangelien. im jüdischen Lande bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda's; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da berief Hero: des die Weisen heimlich, und erlernete mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre; und wies sie gen Bethlehem, und sprach: Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr es findet, so saget mir's wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den Kö nig gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut. Und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an, und thaten ihre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Eraum, daß sie nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Am 1. Sonntage nach Epiphanias. Epistel( Röm. 12, 1-6). ch ermahne euch, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sin nes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige, und der vollkommene Gottes Wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von sich halte, denn sichs gebühret zu halten; sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nachdem Gott ausgetheilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben; also sind wir viele ein Leib in Chrifto, aber unter einander ist einer des andern Glied, und haben mancherlei Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evangelium( Luc. 2, 41-52). efu Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Episteln und Evangelien. 577 hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußten es nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise, und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem, und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel siten, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörte, und sie fragte. Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist es, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Baters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Ulter und Gnade, bei Gott und den Menschen. Am 2. Sonntage nach Epiphanias. Epistel( Röm. 12, 6-16). Wir haben mancherlei Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Giebt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. Uebet jemand Barmherzigkeit, so thue er es mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den niedrigen. Lutherisches Gesangbuch. 37 Episteln und Evangelien. Evangelium( Joh. 2, 1-11). Am Im dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung; und gingen je in einen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie füll ten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun, und bringet es dem Speisemeister. Und sie brachten es. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Was ser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam, die Diener aber wußten es, die das Wasser geschöpft hatten, ruft der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringern: Du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarte ſeine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. 578 Am 3. Sonntage nach Epiphanias. Epistel( Röm. 12, 17-21). altet euch nicht selbst für klug. Vergeltet Niemand Bo ses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn; denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürftet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium( Matth. 8, 1-13). Da Jesus aber vom Berge herab ging, folgte ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Ausfähiger kam und betete Episteln und Evangelien. 579 ihn an, und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an, und sprach: Ich will es thun, sei gereiniget. Und alsobald ward er von seinem Aussah rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es Niemand; sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn, und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete, und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu Einem: Gehe hin, so gehet er; und zum Andern: Komm her, so kommt er; und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir ge schehe, wie du geglaubet hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselben Stunde. Am 4. Sonntage nach Epiphanias. Epistel( Röm. 13, 8-10). eid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllt. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht tödten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugniß geben; dich soll nichts gelüsten; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfafset: Du sollft deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. 37* 580 Episteln und Evangelien. Evangelium( Matth. 8, 23—27). keſus Und siehe, da erhob sich ein großes Ungestüm im Meer, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward; und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf, und sprachen: Herr hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf, und bedrohete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich, und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist. Am 5. Sonntage nach Epiphanias. Epistel( Col. 3, 12-17). o ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, De muth, Sanftmuth, Geduld; und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter einander, so jemand Klage hat wi der den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Chrifti unter euch reichlich wohnen, in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in euren Herzen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium( Matth. 13, 24-30). Jef esus legte ihnen ein anderes Gleichniß vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und säete Unkraut zwischen den Weizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Ucker gefäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir Episteln und Evangelien. 581 hingehen, und es ausgäten? Er sprach: Nein! Auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Laffet beides mit einander wachsen bis zu der Erndte; und um der Erndte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuren. Am 6. Sonntage nach Epiphanias. Epistel( Tit. 3, 4-8). Dª a aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes; nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig, durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland; auf daß wir durch desselben Gnade gerecht, und Erben sein des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Eine andere Epistel( 1 Petri 3, 19-22). en dem Geiste ist er auch hingegangen, und hat geprediget den Geistern im Gefängnisse, die etwa nicht glaubten, da Gott einstmals harrete und Geduld hatte zu den Zeiten Noä, da man die Arche zurüstete, in welcher wenige, das ist, acht Seelen, behalten wurden, durch's Wasser; welches nun auch uns selig macht in der Taufe, die durch jenes bedeutet ist, nicht das Abthun des Unflaths am Fleisch, sondern der Bund eines guten Gewissens mit Gott, durch die Auferstehung Jesu Christi; welcher ist zur Rechten Gottes in den Himmel gefahren, und sind ihm unterthan die Engel, und die Gewaltigen, und die Kräfte. Evangelium( Matth. 3, 13–17). Qu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrete ihm, und sprach: Ich bedarf wohl, daß ich von dir getauft werde, und Du kommst zu mir? Jesus aber antwortete ,. und sprach zu ihm: Laß jetzt also sein; also gebühret es uns alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er es ihm zu. Und da Jesus getauft war, stieg er bald herauf aus dem Wasser; und siche, da that sich der Him 582 Episteln und Evangelien. mel auf über ihm. Und Johannes sahe den Geist Gottes, gleich als eine Taube, herab fahren, und über ihn kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe. Gin ander Evangelium( Matth. 17, 1-9). Und nd nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum, und Jacobum, und Johannem, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf einen hohen Berg. Und ward verkläret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete, und sprach zu Jesu: Herr, hier ist gut sein; willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Mosi eine, und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht, und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an, und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie Niemand, denn Jesum allein. Und da sie vom Berge herab gingen, gebot ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollt dies Gesicht Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. Am Sonntage Septuagesimä. Epistel( 1. Cor. 9, 24-27, 10, 1-5). misfet ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen; wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als auf's Ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich be täube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den an dern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, liebe Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durch das Meer gegangen; und sind alle unter Mose getauft mit der Wolke Episteln und Evangelien. 583 und mit dem Meer; und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen; und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; fie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mit folgte, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott feinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Evangelium( Matth. 20, 1-16). as Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am berg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, fandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markt müßig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus, und fand andre müßig ste: hen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns Niemand gedingt. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Übend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter, und gieb ihnen den Lohn; und hebe an von den Letzten, bis zu den Ersten. Da kamen die um die elfte Stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die Ersten tamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du haft sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Baft und Hiße getragen haben. Er antwortete aber, und ſagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesem Lekten geben, gleichwie dir. Oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Lehten die Ersten, und die Ersten die Leşten sein. Denn Viele sind berufen, aber Wenige sind auserwählet. Episteln und Evangelien. Am Sonntage Seragesimä. Epistel( 2 Cor. 11, 19-33, 12, 1-9). D enn ihr vertraget gern die Narren, dieweil ihr klug seid. Ihr vertraget, ſo euch Jemand zu Knechten macht so euch Jemand schindet, so euch Jemand nimmt, so euch Je: mand trott, so euch Jemand in das Angesicht streichet. Das sage ich aber nach der Unehre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun Jemand kühn ist,( ich rede in Thorheit) darauf bin ich auch fühn. Sie sind Ebräer, ich auch. Sie sind Israeliter, ich auch. Sie sind Abrahams Same, ich auch. Sie sind Diener Christi,( ich rede thöricht) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfters gefangen, oft in Todesnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche weniger einen. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe des Meers. Ich habe oft gereiset; ich bin in Gefahr gewesen zu Wasser, in Gefahr unter den Mördern, in Gefahr unter den Juden, in Gefahr unter den Heiden, in Gefahr in den Städten, in Gefahr in der Wüste, in Gefahr auf dem Meer, in Ge fahr unter den falschen Brüdern; in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße; ohne was sich sonst zuträgt, nämlich, daß ich täglich werde angelaufen und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damaskus der Landpfleger des Königs Ureta verwahrete die Stadt der Damasker, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren,( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich es nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht; Gott weiß es;) derselbe ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne den. 584 Episteln und Evangelien. 585 selben Menschen,( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es.) Er ward entzückt in das Paradies und hörte unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thöricht; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht Jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl in's Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi in mir wohne. Evangelium( Lucä 8, 4-15). Da a nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu Jesu eilten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus zu säen seinen Samen; und indem er säete, fiel etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf, und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gutes Land; und es ging auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Es fragten ihn aber ſeine Jünger, und sprachen, was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist es gegeben, zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes; den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, find die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden 586 Episteln und Evangelien. an; und die haben nicht Wurzel, eine Zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen siel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Am Sonntage Quinquagesimä oder Esto mihi. Epistel( 1 Cor. 13). Wer enn ich mit Menschen und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse, und alle Erkenntniß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versette, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir es nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Muthwillen, fie blähet sich nicht. Sie stellt sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden. Sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, fie freuet sich aber der Wahrheit, sie verträgt alles, sie glaubt alles, fie hoffet alles, fie duldet alles. Die Liebe hört nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und die Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weis sagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war flug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jeht erkenne ich es stückweise, dann aber werde ich es erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Evangelium( Lucä 18, 31-42). Jefus esus nahm aber zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird Episteln und Evangelien. 587 alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden: und er wird verspottet, und geschmähet, und verspeiet werden; und sie werden ihn geiBeln und tödten; und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der feins, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was da gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber hörte das Volk, das durchhin ging, forschte er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Die aber vorne an gingen, bedroheten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Jesus aber stand stille, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend; dein Glaube hat dir geholfen. Am 1. Sonntage in der Fasten, oder Invocavit. Epistel( 2 Cor. 6, 1-10). Wi ir ermahnen aber euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein ergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde. Sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöthen, in lengsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siche, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet; als die Traurigen, aber allezeit 588 Episteln und Evangelien. fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Evangelium( Matth. 4, 1-11). a ward Jesus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm, und sprach: Bist du Got tes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete, und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit; und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst, und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan; denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel; und fiebe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. Am 2. Sonntage in der Fasten, oder Reminiscere. Epistel( 1 Thessal. 4, 1-7). Wei Meiter, liebe Brüder, bitten wir euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu( nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen) daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die hu rerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren; nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen; und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Rächer über das alles, wie wir euch Episteln und Evangelien. 589 zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangelium( Matth. 15, 21-28). Und nd Jesus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend Tyrus und Sidon. Und siehe, ein cananäisches Beib ging aus derselben Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Uch Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner; meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn, und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Ifrael. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, hilf mir. Aber er antwortete, und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus, und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß! dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselben Stunde. Am 3. Sonntage in der Fasten, oder Oculi. Epistel( Eph. 5, 1-9). seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebet, und sich selbst dargegeben für uns, zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet; auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen; sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer, oder Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Gößendiener) Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes. Lasset euch niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geiftes ist allerlei Gütigkeit, und Gerechtigkeit, und Wahrheit. Episteln und Evangelien. Evangelium( Luc. 11, 14-28). nd Jesus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, so es mit sich selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit sich selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, du wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewapneter seinen Pallast bewahret, so bleibt das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Har nisch, darauf er sich verließ, und theilt den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfährt, so durchwandelt er dürre Stätte, suchet Ruhe, und findet sie nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er es mit Besen gekehrt und geschmückt. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da; und wird hernach mit demselben Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig find, die Gottes Wort hören und bewahren. 590 Am 4. Sonntage in der Fasten, oder Lätare. Epistel( Gal. 4, 21-31). agt mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt, habt ihr das Gesek nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zwei Söhne hatte; einen von der Magd, den Episteln und Evangelien. 591 andern von der Freien. Über der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freien, ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Ugar. Denn Agar heißt in Arabien der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Über das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor, und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, liebe Brüder, sind, Isaak nach, der Verhei: Bung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgte den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohne; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohne der Freien. So sind wir nun, liebe Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Evangelium( Joh. 6, 1-15). Dar arnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volk nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volk zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen?( Das ſagte er aber, ihn zu versuchen; denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: 3wei hundert Pfennig werth Brods ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrode und zwei Fische; aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf tausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankte, und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; def 592 Episteln und Evangelien. selben gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sam melten sie, und füllten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gerstenbroden, die überblieben denen, die gespeiset wor den. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden, und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Am 5. Sonntage in der Fasten, oder Judika. Epistel( Hebr. 9, 11-15). Christus aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherprieſter der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn, so der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unrei nen zu der leiblichen Reinigkeit; wie vielmehr wird das Blut Chrifti, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium( Joh. 8, 46-59). Wel elcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort; darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und haft den Teu fel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel; sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So jemand mein Wort Episteln und Evangelien.. 593 wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr denn unser Bater Abraham? welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet, er sei euer Gott; und kennet ihn nicht. Ich aber kenne ihn, und so ich würde sagen: Ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte; und er sahe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hinstreichend. Am 6. Sonntage in der Fasten, oder Palmarum. Epistel( phil. 2, 5-11). in jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war; welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich sein; sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er niedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist. Daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Kniee, die im Himmel, und auf Erden, und unter der Erde sind; und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Evangelium( Matth. 21, 1-9). Da fie nun nahe bei Jeruſalem kamen gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zwei. Und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch Lutherisches Gesangbuch. 38 594 Episteln und Evangelien. liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; so bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die andern hieben Zweige von den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohne Davids; gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosiannah in der Höhe! Am grünen Donnerstage. Epistel( 1 Cor. 11, 23-32). ch habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch ge geben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankte, und brach es, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Des ſelben gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Ge dächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brod esset, und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brod isset, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leibe und Blute des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brod, und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket sich selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Da rum sind auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber rich teten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerich tet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht sammt der Welt verdammet werden. Episteln und Evangelien. Evangelium( Joh. 13, 1-17). Nor dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Bater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis an's Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth in's Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war, und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz, und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hob an den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro; und derselbe sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein; aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch ge than habe? Ihr heißet mich Meister und Herr, und sagt recht daran, denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, ſo ihr es thut. 595 Der Charfreitag ist ein allgemeiner Buß-, Bet- und Fasttag, an welchem Vor- und Nachmittags etwas aus der Passionsgeschichte gehandelt werden soll, wie es derselben Ordnung mit sich bringt. 38* Episteln und Evangelien. Am heiligen Ostertage. Epistel( 1 Cor. 5, 6-8). Guer Cuer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum laffet uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit; sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und der Wahrheit. 596 Evangelium( Marci 16, 1-8). Und da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi, und Salome Specerei, auf daß sie kämen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbathe sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin, und wurden ge wahr, daß der Stein abgewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand fißen, der hatte ein langes, weißes Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entseget euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden und ist nicht hier. Siehe da, die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, und faget es seinen Jüngern, und Petro, daß er vor euch hin gehen wird in Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zittern und Entsetzen an gekommen, und sagten niemand etwas, denn sie fürchteten sich. Am Ostermontage. Lection( Apostelg. 10, 34-43). Pe etrus aber that seinen Mund auf, und sprach: Nun er fahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israels gesandt hat, und verkün digen lassen den Frieden durch Jesum Christum, welcher Episteln und Evangelien. 597 ist ein Herr über alles, die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte; wie Gott denselben Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geist und Kraft; der umhergezogen ist, und hat wohl gethan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet, und an ein Holz gehänget. Denselben hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. Und er hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Evangelium( Lucä 24, 13-35). Ziehe, zwei aus ihnen gingen an demselben Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechszig Feldweges weit, deß Name heißet Emmahus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jeſu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes, und gekreuziget. Wir aber hofften, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen 598 Episteln und Evangelien. und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben; mußte nicht Christus solches leiden, und zu ſeiner Herrlichkeit eingehen? Und sing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen; und er stellte sich, als wollte er weiter gehen. Und sie nöthigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich ge neigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankte, brach es, und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu der selben Stunde, kehrten wieder gen. Jerusalem, und fanden die Elfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche spra chen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simoni erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brod brach. Am Osterdienstage. Lection( Apostelg. 13, 26-33). hr Männer, liebe Brüder, ihr Kinder des Geschlechts das Wort dieses Heils gesandt. Denn die zu Jerusalem wohnen, und ihre Obersten, dieweil sie diesen nicht kann ten, noch die Stimme der Propheten, welche auf alle Sab bathe gelesen werden, haben sie dieselben mit ihren Urthei len erfüllet. Und wiewohl sie keine Ursach des Todes an ihm fanden, baten sie doch Pilatum, ihn zu tödten. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ist, nahmen sie ihn von dem Holz, und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn auferwecket von den Todten. Und er ist erschienen viele Tage denen, die mit ihm hinauf von Ga Episteln und Evangelien. 599 liläa gen Jerusalem gegangen waren; welche sind seine Zeugen an das Volk. Und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu unsern Vätern geschehen ist. Daß dieselbe Gott uns, ihren Kindern, erfüllet hat, indem, daß er Jesum auferwecket hat; wie denn im andern Psalm geschrieben stehet: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget. Evangelium( Luc. 24, 36-47). Da a fie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus mitten unter sie, und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken aber, und fürchteten sich: meinten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken? Und warum kommen solche Gedanken in eure Herzen? Sehet meine Hände, und meine Füße, ich bin es felber; fühlet mich, und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet daß ich habe. Und da er das sagte, zeigte er ihnen Hände und Füße. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden, und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm vor ein Stück von gebratenem Fisch, und Honigseim. Und er nahm es, und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war; denn es muß alles erfüllt werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Mofis, in den Propheten, und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständniß, daß sie die Schrift verstanden. Und sprach zu ihnen: Also ist es geschrieben, und also mußte Christus leiden, und auferstehen von den Todten am dritten Tage. Und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern, und anheben zu Jeruſalem. Am 1. Sonntage nach Ostern, oder Quasimodogeniti. Epistel( 1 Joh. 5, 4-10). Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der 600 Episteln und Evangelien. Geist ist es, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn Drei sind, die da zeugen im Himmel: Der Vater, das Wort, und der heilige Geist; und diese drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist, und das Wasser, und das Blut; und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer; denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evangelium( Joh. 20, 19-31). Da wurden die Am [ m Abend aber desselben Sabbaths, da die Jünger ver sammelt, und die Thüren verschlossen waren, aus Furdt vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände, und seine Seite. Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den hei ligen Geist; welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind fie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Zwölfen einer, der da heißt 3willing, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale, und lege meinen Finger in die Nägel male, und lege meine Hand in seine Seite, will ich es nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger darinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deinen Finger her, und siehe meine Hände; und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite, und sei nicht un gläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete, und sprach zu ihm: Mein Herr, und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thoma, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben. Auch viele andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht ge schrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Chrift, der Sohn Gottes; Episteln und Evangelien. 601 und daß ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. Am 2. Sonntage nach Ostern, oder Misericordias Domini. Epistel( 1 Petri 2, 21-25). enn dazu seid ihr berufen. Sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litt; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. Evangelium( Joh. 10, 12-16). ch bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte läßt sein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verläßt die Schafe, und fliehet; und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fliehet; denn er ist ein Miethling, und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen; wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Am 3. Sonntage nach Ostern, oder Jubilate. Epistel( 1 Petri 2, 11-20). Niebe Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrimme: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten; und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als 602 Episteln und Evangelien. von Uebelthätern, eure guten Werke sehen, und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Got: tes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so Jemand um des Gewissens willen zu Gott das Uebel verträgt, und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Evangelium( Joh. 16, 16-23). Ueber eber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er sagt zu uns: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er sagt, über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fragt ihr unter einander, daß ich geſagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurig keit, denn ihre Stunde ist gekommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wie Episteln und Evangelien. 603 der sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselben Tage werdet ihr mich nichts fragen. Am 4. Sonntage nach Ostern, oder Cantate. Epistel( Jac. 1, 16-21). rret nicht, liebe Brüder. Alle gute Gabe, und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach ſeinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Creaturen. Darum, liebe Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum 3orn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangelium( Joh. 16, 5-15). un aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und Niemand unter euch fragt mich: Wo gehst du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbe kommt, der wird die Welt strafen, um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbe wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er es nehmen, und 604 Episteln und Evangelien. euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen neh: men, und euch verkündigen. Am 5. Sonntage nach Ostern, oder Vocem jucunditatis. Epistel( Jac. 1, 22-27). eid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, da: mit ihr euch selbst betrüget. Denn so Jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stund Wer aber an davon, und vergißt, wie er gestaltet war. durchschauet in das vollkommene Gesetz der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer sondern ein Thäter, derselbe wird selig sein in seiner That. So aber sich Jemand unter euch läßt dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im 3aum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleck: ter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der: Die Waisen und Wittwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium( Joh. 16, 23-30). Mahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüch wort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus ver: fündigen von meinem Vater. An demselben Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Va ter, hat euch lieb, darum daß ihr mich liebet, und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Bater ausgegangen, und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest, du frei heraus, und sagst fein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich Jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Episteln und Evangelien. Am Himmelfahrtstage. Lection( Apostelg. 1, 1-11). Die ie erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von allem dem, das Jesus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln, welche er hatte erwählet, durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeigt hatte durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret, sprach er, von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden; nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn, und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahrend, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr, und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. 605 Evangelium( Marci 16, 14-20). uleßt, da die Elfe zu Tische saßen, offenbarte Jesus sich, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden; und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Creatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die 606 Episteln und Evangelien. Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen 3ungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinken, wird es ihnen nicht schaden, auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sizet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus, und predigten an allen Orten; und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Am 6. Sonntage nach Ostern, oder Eraudi. Epistel( 1 Petri 4, 8-11). G o seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln. Und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die So Je guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. mand redet, daß er es rede als Gottes Wort. So Jemand ein Amt hat, daß er es thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christum, welchem sei Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium( Joh. 15, 26-27, 16, 1-4). Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir ge wesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, ihr daran gedenket, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei euch. Episteln und Evangelien. Am heiligen Pfingsttage. Lection( Apostelg. 2, 1-13). Als [ Is der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen Zungen zertheilet, als wären sie feurig. Und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit andern 3ungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurden verstürzt; denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetten sich aber alle, verwunderten sich, und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther, und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien, und in Judäa, und Capadocien, Pontus und Asien, Phrygien und Pamphylien, Egypten, und an den Enden der Libyen bei Kyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Greter und Araber; wir hören sie mit unsern 3ungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. 607 Evangelium( Joh. 14, 23-31). Jeue eſus antwortete, und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Über der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbe wird es euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, was ich euch gesagt habe. 608 Episteln und Evangelien. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat, stehet auf, und laßt uns von hinnen gehen. Am Pfingstmontage. Lection( Apostelg. 10, 42-48). Er hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Le bendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Worte zuhörten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie hörten, daß sie mit 3ungen redeten, und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getaufet werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium( Joh. 3, 16-21). Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verz loren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist Episteln und Evangelien. 609 aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht. Denn ihre Werke waren böse. Wer Urges thut, der hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott gethan. Am Pfingstdienstage. Lection( Apostelg. 8, 14-17). Da aber die Apoſtel hörten zu Jeruſalem, daß Samaria das Wort angenommen sie zu ihnen Petrum und Johannem. Welche, da sie hinab kamen, beteten sie über sie, daß sie den heiligen Geist empfingen. Denn er war noch auf keinen gefallen, sondern waren allein getauft in dem Namen Christi Jesu. Da legten sie die Hände auf sie, und sie empfingen den heiligen Geist. Evangelium( Joh. 10, 1-11). Jahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Thür hinein gehet in den Schafstall, sondern steiget anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Mörder. Der aber zur Thür hinein gehet, der ist ein Hirte der Schafe. Demſelben thut der Thürhüter auf, und die Schafe hören ſeine Stimme; und er ruft seine Schafe mit Namen, und führet sie aus. Und wenn er seine Schafe hat ausgelassen, gehet er vor ihnen hin, und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen der Fremden Stimme nicht. Diesen Spruch sagte Jesus zu ihnen; sie vernahmen aber nicht, was es war, das er zu ihnen sagte. Da sprach Jesus wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Thür zu den Schafen. Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Mörder gewesen, aber die Schafe haben ihnen nicht gehorchet. Ich bin die Thür; so Jemand durch mich eingehet, der wird selig werden, und wird ein- und ausgehen, und Weide finden. Ein Dieb kommt nicht, denn daß er stehle, würge und umbringe. Ich bin gekommen, daß sie das Le ben und volle Genüge haben sollen. Lutherisches Gesangbuch. 39 Episteln und Evangelien. Am Trinitatisfeste. Epistel( Röm. 11, 33-36). welch eine Tiefe des Reichthums, beides der Weisheit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen. 610 Evangelium( Joh. 3, 1-15). 3 war ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden; der kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen; denn Niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahr: lich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gott nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren wer den, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir ge ſagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete, und sprach zu ihm: Wie mag fol ches zugehen? Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeu gen, das wir gesehen haben; und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, näm Episteln und Evangelien. 611 lich des Menschen Sohn der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden. Auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Am 1. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( 1 Joh. 4, 16-21). Wir ir haben erkannt und geglaubet die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So Jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset. seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evangelium( Lucä 16, 19-31). CS. war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Urmer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und be gehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde, und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schooß. Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er ſeine Augen auf, und sah Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schooß, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner, und sende Lazarum, daß er das Aeußerste ſeines Fingers in's Wasser tauche, und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in dei39* 612 Episteln und Evangelien. nem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns her über fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselben hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Je mand von den Todten auferstände.. Am 2. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( 1 Joh. 3, 13-18). Verwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt daß aus dem in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschläger; und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm blei bend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber Semant dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Got tes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Evangelium( Lucä 14, 16-24). esus aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein Und fandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an, alle nach einander sich zu entschuldigen. Der Erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und Episteln und Evangelien. 613 muß hinaus gehen, und ihn besehen; ich bitte dich, ent: schuldige mich. Und der Undere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jett hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen, und Krüppel, und Lahmen, und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen, und an die Zäune, und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Am 3. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( 1 Petri 5, 6-11). o demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er forget für euch. Seid nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbe wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselben sei Ehre und Macht, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium( Lucä 15, 1-10). s naheten aber zu Jesu allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten, und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und ist mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichniß, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er deren eins verliert, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlorenen, 614 Episteln und Evangelien. bis daß er es finde. Und wenn er es gefunden hat, so legt er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie deren einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freund: innen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( Röm. 8, 18-23). ch halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll geoffenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Creatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Creatur unterworfen ist der Eitelkeit, ohne ihren Willen, sondern um deß willen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung. Denn auch die Creatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Creatur ſehnet sich mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kind schaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Evangelium( Luca 6, 36-42). eid barmherzig, wie auch euer Bater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Bergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maaß wird man in euren Schooß geben; denn eben mit dem Maaß, da ihr mit meſſet, wird man euch wieder messen. Und er Episteln und Evangelien. 615 sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Am 5. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( 1 Petri 3, 8-15). ( eid allesammt gleich gesinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der fchweige seine Zunge, daß sie nicht Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes; er suche Frieden, und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und ſeine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen. Evangelium( Lucä 5, 1-11). s begab sich aber, daß sich das Volk zu Jesu drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth. Und sahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Netze; trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führte. Und er setzte sich, und lehrete das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre 616 Episteln und Evangelicn. auf die Höhe, und werfet eure Neße aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Nek zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiff waren, daß sie kämen, und hälfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und füllten beide Schiffe voll, also, daß sie sanken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knieen, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schre den angekommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan hatten; desselben gleichen auch Jacobum und Johannem, die Söhne Zebedäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgten ihm nach. Am 6. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( Römer 6, 3-11). Misſet ihr nicht, daß alle, die wir in Jeſum Chrift getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferwecket von den Todten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein; dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch ſammt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib auf höre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden; und wissen, daß Christus, von den Todten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu einem Mal; das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Chrifto Jesu, unserm Herrn. 617 Episteln und Evangelien. Evangelium( Matth. 5, 20-26). Der enn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Raths schuldig; wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder; und alsdann komm, und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleins überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahleft. Am 7. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( Röm. 6, 19-23). Jah muß menschlich davon reden, um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern, also begebet nun auch eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium( Marci 8, 1-9). u der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu 618 Episteln und Evangelien. ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret, und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankte, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselben vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankte, und hieß dieselben auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt; und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei vier tausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. Am 8. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( Röm. 8, 12-17). o find wir nun, liebe Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtlichen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbe Geist giebt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Christi; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangelium( Matth. 7, 15-23). ehet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafs kleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reiBende Wölfe. Un ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Fei gen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher 619 Episteln und Evangelien. Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen, und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht Alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen; sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden Viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweisfaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weichet Alle von mir, ihr Uebelthäter. Am 9. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( 1 Cor. 10, 6-13). as ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüftet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche wurden; als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Laßt uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche, Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Evangelium( Luc. 16, 1-9). Jefus esus sprach aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; der ward por ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; 620 Episteln und Evangelien. denn du fannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Umt von mir; graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Umt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Del. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, sete dich, und schreib flugs funfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreib achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlecht. Und ich sage euch auch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Am 10. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( 1 Cor. 12, 1-11). Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, liebe Brü der, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den stummen Gögen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch kund, daß niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird ge geben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach dem felben Geist; einem andern der Glaube, in demselben Geist; einem andern die Gabe gesund zu machen, in demſelben Geist; einem andern Wunder zu thun; einem andern Weis sagung; einem andern Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirkt derselbe einige Geift, und theilt einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Episteln und Evangelien. Evangelium( Lucä 19, 41-48). ( Is Jesus nahe zu Jerusalem kam, sahe er die Stadt an, und weinete über sie. Und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken, zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten; und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen; darum, daß du nicht erkannt haft die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften; und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk, trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörte ihn. 621 Am 11. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( 1 Cor. 15, 1-10). ch erinnere euch aber, liebe Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch ſelig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habt, es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift; und das er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen; darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer noch viele leben, etliche aber sind entschlafen; darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Uposteln; am letzten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes 622 Episteln und Evangelien. verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangelium( Sucä 18, 9-14). kesus sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß ches Gleichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, zu beten; einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand, und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner; ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem; denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Am 12. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( 2 Cor. 3, 4-11). Sin in solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott. Welcher auch uns tüchtig ge macht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments; nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet und in die Steine ist ge bildet, Klarheit hatte; also daß die Kinder Israels nicht konnten ansehen das Ungesicht Mosis, um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret: Wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwängliche Klarheit. Denn auch jenes Theil, das verkläret war, ist nicht für Klarheit zu achten gegen dieser Episteln und Evangelien. 623 überschwänglichen Klarheit. Denn so das Klarheit hatte, das da aufhöret, vielmehr wird das Klarheit haben, das da bleibet. Evangelium( Marci 7, 31-37). Da Jesus wieder ausging von den Grenzen Tyrus und die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und sprühte, und rührte seine Zunge. Und sahe auf gen Himmel, ſeufzte, und sprach zu ihm: Hephata! Das ist, thue dich auf. Und alsobalb thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, fie sollten es Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maße, und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend, und die Sprachlosen redend. Am 13. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( Gal. 3, 15-22). Liebe iebe Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden; verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist je die Verheißung Abraham und seinem Samen zugeſagt. Er spricht nicht: durch die Samen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch das Geset aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellt von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler; Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Ver Episteln und Evangelien. heißungen? Das sei ferne! Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen; so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Geseß. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die VerheiBung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. 624 Evangelium( Lucä 10, 23-37). esus wandte sich zu seinen Jüngern, und sprach insonder: Je Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen; und hö ren, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? wie liefest du? Er antwortete, und sprach: Du sollst Gott, deinem Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüth; und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbe Straße hinab zog; und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselben gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete, und kam dahin; und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß drein Del und Wein; und hob ihn auf sein Thier, und führte ihn in die Herberge, und pflegte sein. Des an dern Tages reisete er, und zog heraus zwei Groschen, und gab sie dem Wirth, und sprach zu ihm: Pflege sein; und so du was mehr wirst darthun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue deßgleichen. Episteln und Evangelien. Am 14. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( Gal. 5, 16-24). ch sage aber, wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch ge= lüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselben sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollt. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Geset. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, 3wietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen, und dergleichen; von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch sammt den Lüsten und Begierden. 625 Evangelium( Lucä 17, 11-19). Es begab sich, da Jeſus reisete gen Jerufalem, zog er mitten durch Samaria und Galiläa. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussäßige Männer, die standen von ferne, und erhoben ihre Stimme, und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gesund geworden war, kehrte er um, und pries Gott mit lauter Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen, und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete, und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( Gal. 5, 25-26, 6, 1-10). o wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter Lutherisches Gesangbuch. 40 626 Episteln und Evangelien. einander zu entrüsten und zu hassen. Liebe Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch ver: suchet werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr So aber sich Jemand läßt das Gesetz Chrifti erfüllen. dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrügt sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und als dann wird er an sich selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er erndten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben erndten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben erndten. Lasset uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch erndten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evangelium( Matth. 6, 24—34). Nieman Piemand kann zweien Herren dienen. Entweder er wird einen hassen, und den andern lieben; oder wird einem anhangen, und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen, und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ift nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an; sie fäen nicht, sie erndten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum forget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie ar beiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Solomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet ge wesen ist, als derselben eine. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet, und Episteln und Evangelien. 627 morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes, und nach seiner Gerechtigkeit; so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Am 16. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( Eph. 3, 13-21). D arum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Bater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum ſeiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite, und die Länge, und die Tiefe, und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben, viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwänglich thun fann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium( Lucä 7, 11-17). Und es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viele mit ihm, und viel Volk. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter; und sie war eine Wittwe, und viel Volk aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie 40* 628 Episteln und Evangelien. der Herr sahe, jammerte ihn derselben, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührete den Sarg an; und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam fie alle eine Furcht an, und priesen Gott, und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land, und in alle umliegende Länder. Am 17. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( Eph. 4, 1-6). S ( o ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sichs gebühret eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater ( unser) aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen. Evangelium( Lucä 14, 1-11). 6.8 s begab sich, daß Jesus kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer, auf einen Sabbath, das Brod zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern, und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen still. Und er griff ihn an, und heilte ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsobald ihn heraus ziehet am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hoch zeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehr: Episteln und Evangelien. 629 licherer, denn du, von ihm geladen sei; und so dann kommt, der' dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem: und du müssest dann mit Schaam unten an sißen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin, und setze dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf. Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Am 18. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( 1 Cor. 1, 4-9). ch danke meinem Gott allezeit eurenthalben, für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre, und in aller Erkenntniß. Wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig geworden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Chrifti; welcher auch wird euch fest behalten bis an's Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Evangelium( Matth. 22, 34–46). D a aber die Pharisäer hörten, daß Jesus den Sadducäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzem Gemüth. Dies ist das vornehmste und größeste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Geboten banget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus, und sprach: Wie dünkt euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennt ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat 630 Episteln und Evangelien. gesagt zu meinem Herrn: Seze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort ant worten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Am 19. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( Eph. 4, 22-28). o leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüfte in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüths; und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab; und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet und fündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem 3orn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evangelium( Matth. 9, 1-8). D a trat Jesus in das Schiff, und fuhr wieder herüber, und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten ſprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben; oder zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bette auf, und gehe heim. Und er stand auf, und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich, und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Episteln und Evangelien. Am 20. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( Eph. 5, 15-21). sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Wein, daraus ein unordentliches Wesen folgt; sondern werdet voll Geistes, und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in euren Herzen; und faget Dank allezeit für Alles, Gott und dem Vater in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi; und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes. 631 Evangelium( Matth. 22, 1-14). esus antwortete, und redete abermal durch Gleichnisse zu simmelreich ist einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte; und sandte ſeine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen; und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit; kommt zur Hochzeit. Aber sie verachteten das, und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhnten und tödteten sie. Da das der König hörte, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute. Und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen; und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Kleid an. Und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hereingekommen, und hast doch kein hochzeitliches Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähneklappen; denn Viele sind berufen, aber Wenige sind auserwählt. Episteln und Evangelien. Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( Eph. 6, 10-17). Quleht, meine Brüder, seid stark in dem Herrn, und in I der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Got: tes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deß willen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun, und alles wohl aus: richten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet ſeid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils, und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. 632 Evangelium( Soh. 4, 47—54). 3 war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Capernaum. Dieser hörte, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläa, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme, und hülfe seinem Sohne; denn er war todtkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm, und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die fiebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläa kam. 633 Episteln und Evangelien. Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( phil. 1, 3—11). ch danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke,( welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden) über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bis her. Und bin des selben in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Denn Gott ist mein Beuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung. Daß ihr prüfen möget, was das Beste sei; auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen( in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. Evangelium( Matth. 18, 23-35). Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit ſeinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn, und sein Weib, und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselben Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an, und würgte ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht; sondern ging hin, und warf ihn in's Gefängniß, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten 634 Episteln und Evangelien.. vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalks knecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mittnecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen ein Jeglicher seinem Bruder seine Fehler. Am 23. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( phil. 3, 17-21). olget mir, liebe Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi; welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evangelium( Matth. 22, 15-22). Dª a gingen die Pharisäer hin, und hielten einen Rath, wie sie ihn fingen in seiner Rede; und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodis Diener, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragst nach Niemand, denn du achtest nicht das Unsehen der Menschen. Darum sage uns, was dünkt dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe, oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Weiset mir die ZinsUnd er münze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich, und ließen ihn, und gingen davon. Episteln und Evangelien. Am 24. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( Col. 1, 9-14). De erhalben auch wir, von dem Tage an, da wir es gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand; daß ihr wandelt würdiglich, dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden; und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns versezzet in das Reich seines lieben Sohnes; an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. 635 Evangelium( Matth. 9, 18-26). Da a Jesus solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührete seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sahe sie, und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselben Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbe ganze Land. Am 25. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( 1 Thess. 4, 13-18). ir wollen euch aber, liebe Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, 636 Episteln und Evangelien. wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben, und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Gottes her: nieder kommen vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselben hingerückt wer den in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Evangelium( Matth. 24, 15-28). Wen enn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stätte,( wer das lieset, der merke darauf!) alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nicht gewesen ist, von Anfang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig, aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann Jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da; so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste; so gehet nicht hinaus: Siehe, er ist in der Kammer, so glaubet es nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohnes. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Episteln und Evangelien. Am 26. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( 2 Petri 3, 3-13). Wiffet isset das auf's erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es Alles, wie es von Anfang der Creatur gewesen ist. Aber muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vorzeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselben mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel jetzt und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und der Verdammniß der gottlosen Menschen. Eins aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß Jemand ver loren werde, sondern daß sich Jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht; in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hitze zerschmelzen, und die Erde, und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das Alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hite zerschmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. 637 Evangelium( Matth. 25, 31-46). Wenn enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und wer=" den vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcke cheidet; und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann 638 Episteln und Evangelien. der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Unbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten, und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder durstig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? Oder nackend, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr ge= than habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu de nen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel, und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, oder frank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Epistel( 2 Petri 1, 16-21). Wir ir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch kund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi, sondern wir haben seine Herrlichkeit selbst gesehen. Da er empfing von Gott dem Vater Ehre Episteln und Evangelien. 639 und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschah vo ver großen Herrlichkeit dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr t. t wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche, und der Morgenstern aufgehe in euren Her zen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weis sagung in der Schrift geschiehet aus eigener Auslegung; denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. Oder( 1 Theff. 5, 1-11). Von on den Zeiten aber und Stunden, liebe Brüder, ist nicht noth euch zu schreiben. Denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen, wie ein Dieb in der Nacht. Denn, wenn sie werden sagen: Es ist Friede, es hat keine Gefahr; so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwangeres Weib, und werden nicht entfliehen. Ihr aber, liebe Brüder, seid nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr seid allzumal Kinder des Lichts, und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsterniß. So lasset uns nun nicht schlafen, wie die andern; sondern lasset uns wachen und nüchtern sein. Den die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunk... jo die find des Nachts trunken. Wir aber, die wir des 3 sind, sollen nüchtern sein, angethan mit dem Krebs des Ehp bens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoffnung Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu besitzen, durch unsern Herrn Jesum Christum, der für uns gestorben ist, auf daß wir, wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet euch unter einander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut. CS- 8 Es M Oder( Judä 14-19). hat aber auch von solchen geweisfaget Enoch, der siebente von Adam, und gesprochen: Siehe, der Herr 640 Episteln und Evangelien. kommt mit vielen tausend Heiligen, Gericht zu halten über alle, und zu strafen alle ihre Gottlosen, um alle Werke ihres gottlosen Wandels, damit sie gottlos gewesen sind, und um alles das Harte, das die gottlosen Sünder wider ihn geredet haben. Diese murmeln und klagen immerdar, die nach ihren Lüsten wandeln, und ihr Mund redet stolze Worte, und achten das Ansehen der Person um Nußens willen. Ihr aber, meine Lieben, erinnert euch der Worte, die zuvor gesagt sind von den Aposteln unsers Herrn Jesu Christi; da sie euch sagten, daß zu der letzten Zeit werden Spötter sein, die nach ihren eigenen Lüsten des gottlosen Wesens wandeln. Diese sind, die da Rotten machen, Fleischliche, die da keinen Geist haben. Evangelium( Matth. 17, 1-9). Und nd nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum, und Jacobum, und Johannem, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf einen hohen Berg. Und ward verkläret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete, und sprach zu Jesu: Herr, hier ist gut sein; willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Mofi eine, und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht, und erschraken jehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an, und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie Niemand, denn Jesum allein. Und da sie vom Berge herab gingen, gebot ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollt dies Gesicht Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. Jeg 7508, psch budou Oder( Matth. 25, 1-13). D ann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen, und gingen aus dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren thöricht, und fünf waren klug. Die thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Del mit sich. Die klugen aber nahmen Episteln und Evangelien. 641 Del in ihren Gefäßen, sammt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie Alle schläfrig, und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus ihm entgegen. Da standen diese Jungfrauen alle auf, und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Del, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen, und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche. Gehet aber hin zu den Krämern, und kauft für euch selbst. Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit; und die Thür ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen, und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf. Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht. Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kompren wird. Oder( Matth. 24, 37-51). Gleich leich aber wie es zu der Zeit Noas war, also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohnes. Denn gleich wie sie waren in den Tagen vor der Sündfluth; sie aßen, sie tranken, fie freieten und ließen sich freien bis an den Tag, da Noa zu der Arche einging; und sie achteten es nicht, bis die Sündfluth kam, und nahm sie alle dahin; also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohnes. Dann werden zwei auf dem Felde sein; einer wird angenommen, und der andere wird verlassen werden. Zwei werden mahlen auf der Mühle; eine wird angenommen, und die andere wird verlassen werden. Darum wachet; denn ihr wisset nicht, welche Stunde euer Herr kommen wird. Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausvater wüßte, welche Stunde der Dieb kommen wollte, so würde er ja wachen, und nicht in sein Haus brechen lassen. Darum seid ihr auch bereit; denn des Menschen Sohn wird kommen zu einer Stunde, da ihr es nicht meinet. Welcher ist aber nun ein treuer und kluger Knecht, den sein Herr gesetzt hat über sein Gesinde, daß er ihnen zu rechter Zeit Speise gebe? Selig ist der Knecht, wenn sein Herr kommt, und findet ihn also thun. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen. So aber Lutherisches Gesangbuch. 41 642 Episteln und Evangelien. jener, der böse Knecht, wird in seinem Herzen sagen: Mein Herr kommt noch lange nicht; und fängt an zu schlagen seine Mitknechte, isset und trinket mit den Trun kenen; so wird der Herr desselben Knechts kommen an dem Tage, deß er sich nicht versiehet, und zu der Stunde, die er nicht meinet; und wird ihn zerscheitern, und wird ihm seinen Lohn geben mit den Heuchlern. Da wird sein Heulen und Zähneklappen. II. Episteln und Evangelien, so auf die übrigen Fest- und Feiertage durchs ganze Jahr in den Kirchen gelesen werden. Tage des Apostels Andreas. Epistel( Rom. 10, 8-18). ies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekennest Jesum, daß er der Herr sei, und glaubest in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Todten auferwecket hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Denn die Schrift spricht: Wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden. Es ist hier kein Unterschied unter Juden und Griechen; es ist aller zumal ein Herr, reich über alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, soll selig werden. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben stehet: Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen. Aber sie sind nicht alle dem Evangelio gehorsam. Denn Jesaias spricht: Herr, wer glaubet unserm Predigen? So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Ich fage aber: Haben sie es nicht gehöret? 3war es ist je in alle Lande ausgegangen ihr Schall, und in alle Welt ihre Worte. Am Episteln und Evangelien. Evangelium( Matth. 4, 18-22). Als [ ls nun Jesus an dem galiläischen Meer ging, sahe er zwei Brüder, Simon, der da heißt Petrus, und Andreas, seinen Bruder; die warfen ihre Netze in das Meer, denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen. Bald verließen sie ihre Neße, und folgten ihm nach. Und da er von dannen weiter ging, sahe er zwei andere Brüder, Jacobum, den Sohn Zebedäi, und Johannem, seinen Bruder, im Schiff, mit ihrem Vater Zebedão, daß sie ihre Netze flickten; und er rief sie. Bald verließen sie das Schiff und ihren Vater, und folgten ihm nach. 643 Am Tage des Apostels Thomas. Epistel( Eph. 1, 3-6). Gelobe elobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern, durch Christum. Wie er uns denn erwählet hat durch denselben, ehe der Welt Grund geleget war, daß wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe; und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst, durch Jesum Christum, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zu Lobe seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten. Evangelium( Joh. 20, 24-31). homas aber, der Zwölfen einer, der da heißt 3willing, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale, und lege meinen Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in seine Seite, will ich es nicht glauben. Und über acht Tage waren' abermal seine Jünger darinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deinen Finger her, und siehe meine Hände; und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite, und sei nicht un gläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete, und sprach zu ihm: Mein Herr, und mein Gott! Spricht Jesus zu 41* 644 Episteln und Evangelien. ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thoma, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben. Auch viele andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht ge schrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Chrift, der Sohn Gottes; und daß ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. Am Tage St. Pauli Bekehrung. Lection( Apostelg. 9, 1-22). ( aulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden wi der die Jünger des Herrn, und ging zum Hohenprie: ster, und bat ihn um Briefe gen Damascus an die Schulen, auf daß, so er etliche dieses Weges fände, Männer und Weiber, er sie gebunden führete gen Jerusalem. Und da er auf dem Wege war, und nahe bei Damascus kam, umleuchtete ihn plößlich ein Licht vom Himmel. Und er fiel auf die Erde, und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel zu löcken. Und er sprach mit Zittern und 3agen: Herr, was willst du, daß ich thun soll? Der Herr sprach zu ihm; Stehe auf, und gehe in die Stadt; da wird man dir sagen, was du thun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen und waren erstarret; denn sie hörten eine Stimme, und sahen niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er seine Augen aufthat, sahe er niemand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand, und führten ihn gen Damascus. Und war drei Tage nicht sehend, und aß nicht, und trank nicht. Es war aber ein Jünger zu Damascus, mit Namen Ananias; zu dem sprach der Herr im Gesicht: Anania! Und er sprach: Hier bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe hin in die Gasse, die da heißt die richtige, und frage in dem Hause Judas nach Saul, mit Namen von Tarsen; denn fiehe, er betet. Und hat gesehen im Gesicht einen Mann, mit Namen Unanias, zu ihm hinein kommen, und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend werde. Unanias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehört von dieſem Manne, wie viel Uebels er deinen Heiligen gethan hat zu Jerusalem; und er hat allhier Macht von den Hohenprie Episteln und Evangelien. 645 stern, zu binden alle, die deinen Namen anrufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin, denn dieser ist mir ein auserwähltes Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor den Heiden, und vor den Königen, und vor den Kindern von Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen. Und Ananias ging hin, und kam in das Haus, und legte die Hände auf ihn, und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, der dir erschienen ist auf dem Wege, da du herkamest, daß du wieder sehend und mit dem heiligen Geist erfüllet werdest. Und alsobald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er ward wieder sehend; und stand auf, ließ sich taufen, und nahm Speise zu sich, und stärkte sich. Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern zu Damascus. Und alsobald predigte er Christum in den Schulen, daß derselbe Gottes Sohn sei. Sie entsetzten sich aber alle, die es hörten, und sprachen: Ist das nicht, der zu Jerusalem verstörte alle, die diesen Namen anrufen, und darum hergekommen, daß er sie gebunden führe zu den Hohenpriestern? Saulus aber war je mehr kräftiger, und trieb die Juden ein, die zu Damascus wohnten, und bewährte es, daß dieser ist der Christ. Evangelium( Matth. 19, 27-30). D a antwortete Petrus, und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen, und sind dir nachgefolgt; was wird uns dafür? Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seid nachgefolgt, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, werdet ihr auch sitzen auf zwölf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Israels. Und wer verläßt Häuser, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Uecker, um meines Namens willen, der wird es hundertfältig nehmen, und das ewige Leben ererben. Aber viele, die da sind die ersten, werden die letzten, und die letzten werden die ersten sein. Am Tage der Reinigung Mariä. Lection( Mal. 3, 1-4). Sie ( iehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des Bun 646 Episteln und Evangelien. des, deß ihr begehret. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth, Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmids, und wie die Seife der Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen, und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi's reinigen und läutern, wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit; und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Juda's und Jerusalem's, wie vorhin und vor langen Jahren. Evangelium( Luc. 2, 22-32). 11nb nd da die Tage ihrer Reinigung nach dem Geset Mofis kamen, brachten sie ihn gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstellten dem Herrn;( wie denn geschrieben stehet in dem Gesek des Herrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiliget heißen), und daß sie gäben das Opfer, nachdem gesagt ist im Geset des Herrn, ein Paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm; und ihm war eine Untwort geworden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und kam aus Unregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesum in den Tempel brachten, daß fie für ihn thäten, wie man pflegt nach dem Geset; da nahm er ihn auf seine Arme, und lobte Gott, und sprach: Herr, nun läsfest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet haft vor allen Völkern, ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volkes Israel. Am Tage des Apostels Matthias. Lection( Apostelg. 1, 15-26). Und nd in den Tagen trat auf Petrus unter die Jünger, und sprach:( es war aber die Schaar der Namen zu Haufen bei hundert und zwanzig.) Ihr Männer und Brüder, es mußte die Schrift erfüllt werden, welche zuvor gesagt hat der heilige Geist durch den Mund Davids, von Juda, der Episteln und Evangelien. 647 ein Vorgänger war derer, die Jefum fingen. Denn er war mit uns gezählet, und hatte dies Umt mit uns überkommen. Dieser hat erworben den Acker um den ungerechten Lohn, und sich erhenket, und ist mitten entzwei geborsten, und alle seine Eingeweide ausgeschüttet. Und es ist kund geworden allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbe Acker genannt wird auf ihre Sprache, Hakeldama, das ist, ein Blutacker. Denn es stehet geschrieben im Psalmbuch: Ihre Behausung müsse wüste werden, und sei niemand, der darinnen wohne, und sein Bisthum empfange ein anderer. So muß nun einer unter diesen Männern, die bei uns gewesen sind, die ganze Zeit über, welche der Herr Jesus unter uns ist aus- und eingegangen. Von der Taufe Johannis an, bis auf den Tag, da er von uns genommen ist, ein 3euge seiner Auferstehung mit uns werden. Und sie stellten zwei, Joseph, genannt Barsabas, mit dem Zunamen Just, und Matthias, beteten und sprachen: Herr, aller Herzen Kündiger, zeige an, welchen du erwählet hast, unter diesen zweien, daß einer empfange diesen Dienst und Apostelamt, davon Judas abgewichen ist, daß er hinginge an seinen Ort. Und sie warfen das Loos über sie; und das Loos fiel auf Matthias, und er ward zugeordnet zu den elf Aposteln. Evangelium( Matth. 11, 25-30). Du derselben Zeit antwortete Jesus, und sprach: Ich preise dich, Bater und Herr Himmels und der Erde, daß du folches den Weisen und Klugen verborgen hast, und haft es den Unmündigen geoffenbaret. Ja Vater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und niemand kennet den Sohn, denn nur der Vater; und niemand kennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Kommet her zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch, und lernet von mir; denn ich bin sanftmüthig und von Herzen demüthig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. Am Tage der Verkündigung Mariä. Lection( Jes. 7, 10-16). der Herr redete abermal zu Uhas, und sprach: For= dere dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott, es sei Und [ nd 648 Episteln und Evangelien. unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause Davids: Ist es euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum, so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse Böses zu verwerfen, und Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe lernet Böses verwerfen, und Gutes erwählen; wird das Land, davor dir grauet, verlassen sein von seinen zween Königen. Evangelium( Lucă 1, 26-38). Und im sechsten Monat ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause Davids; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein, und sprach: Gegrüßet seist du, Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeite unter den Weibern. Da sie ihn aber sabe, erschrak sie über seiner Rede, und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht Maria, du haft Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe, und einen Sohn gebären, deß Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß, und ein Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Vaters Davids geben; und er wird ein König sein über das Haus Jakobs ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, sintemal ich von keinem Manne weiß? Der Engel antwortete, und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundte, ist auch schwanger mit einem Sohne, in ihrem Alter; und gehet jetzt im sechsten Monat, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt haft. Und der Engel schied von ihr. 649 Episteln und Evangelien. Am Tage der Apostel Philippus und Jacobus. Epistel( Eph. 2, 19-22). o seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau in einander gefüget wächset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn, auf welchem auch ihr mit erbauet werdet zu einer Behausung Gottes im Geist. Evangelium( Joh. 14, 1-14). esus sprach zu seinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubet ihr an Gott, so glaubet ihr auch an mich. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und ob ich hinginge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wiederkommen, und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehest; und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich kenntet, so kenntet ihr auch meinen Vater. Und von nun an kennet ihr ihn, und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Bater, so genüget uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippe, wer mich sieht, der siehet den Vater. Wie sprichst du denn: Beige uns den Vater? Glaubst du nicht, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnet, derselbe thut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich, ich fage euch: Wer an mich glaubet, der wird die Werke auch thun, die ich thue, und wird größere, denn dieſe, thun, denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf daß der Vater geehret werde in dem Sohne. Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun. Episteln und Evangelien. Am Tage Johannes des Täufers. Lection( Jes. 40, 1-5). Tri röstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott; redet mit Jerusalem freundlich, und prediget ihr, daß ihre Ritter:. schaft ein Ende hat, denn ihre Missethat ist vergeben; denn fie hat 3wiefältiges empfangen von der Hand des Herrn, um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, machet auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott. Alle Thäler sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel sollen ge: niedriget werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckerig ist, soll schlicht werden: Denn die Herrlichkeit des Herrn soll geoffenbaret werden; und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund redet. 650 Evangelium( Lucă 1, 57-80). Elifabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte; und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreundte hörten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ihr gethan hatte, und freuten sich mit ihr. Und es begab sich am achten Tage, kamen sie zu beschneiden das Kindlein; und hießen ihn nach seinem Vater Zacharias. Aber seine Mutter antwortete, und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch Niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie winkten seinem Bater, wie er ihn wollte heißen lassen. Und er forderte ein Täflein, schrieb, und sprach: Er heißt Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsobald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan, und redete, und lobte Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn; und diese Geschichte ward alle ruchtbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge. Und alle, die es hörten, nahmen es zu Herzen und sprachen: Was, meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weissagte, und sprach: Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat besucht und erlöset sein Volk. Und hat uns aufge richtet ein Horn des Heils, in dem Hause seines Dieners Davids. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten: Daß er uns errettete von unsern Episteln und Evangelien. 651 Feinden, und von der Hand aller, die uns hassen, und die Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund, und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben; daß wir, erlőset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Lebenlang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest, und Erkenntniß des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden; durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs und ward stark im Geist, und war in der Wüste, bis daß er sollte hervor treten vor das Volk Israel. Am Tage der Apostel Petri und Pauli. Lection( Apoftelg. 12, 1-11). m dieselbe Zeit legte der König Herodes die Hände an etliche von der Gemeine, zu peinigen. Er tödtete aber Jacobum, Johannis Bruder mit dem Schwert. Und da er sahe, daß es den Juden gefiel; fuhr er fort, und fing Petrum auch. Es waren aber eben die Tage der süßen Brode. Da er ihn nun griff, legte er ihn in's Gefängniß, und überantwortete ihn vier Viertheilen Kriegsknechten, ihn zu bewahren; und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzustellen. Und Petrus ward zwar im Gefängniß behalten; aber die Gemeine betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselben Nacht schlief Petrus zwischen zwei Kriegsknechten, gebunden mit zwei Ketten, und die Hüter vor der Thür hüteten des Gefängnisses. Und siehe, der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach, und schlug Petrum an die Seite, und weckte ihn auf, und sprach: Stehe behende auf. Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich, und thue deine Schuhe an. Und er that also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich, und folge mir nach. Und er ging hinaus, 652 Episteln und Evangelien. und folgte ihm, und wußte nicht, daß ihm wahrhaftig sol: ches geschähe durch den Engel; sondern es däuchte ihn, er sähe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die erste und an dere Hut, und kamen zu der eisernen Thür, welche zur Stadt führet; die that sich ihnen von ihr selbst auf, und traten hinaus, und gingen hin eine Gasse lang; und alsobald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu sich selber kam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr seinen Engel gesandt hat, und mich errettet aus der Hand Hero: dis, und von allem Warten des jüdischen Volks. Evangelium( Matth. 16, 13-20). Dª a kam Jesus in die Gegend der Stadt Cäsarea Philippi, und fragte seine Jünger, und sprach: Wer sagen die Leute, daß des Menschen Sohn sei? Sie sprachen: Etliche sagen, du seist Johannes der Täufer; die Undern, du seist Elias; Etliche, du seist Jeremias, oder der Propheten einer. Er sprach zu ihnen: Wer sagt denn ihr, daß ich sei? Da antwortete Simon Petrus, und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Und Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbaret, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeine, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und ich will dir des Himmelreichs Schlüssel geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein; und Alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel los sein. Da verbot er seinen Jüngern, daß sie Niemand sagen sollten, daß er Jesus, der Christ, wäre. Am Tage der Heimsuchung Mariä. Lection( Jes. 11, 1-5). 6.³ 3 wird eine Ruthe aufgehen von dem Stamm Ssai's, und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen; auf welchem wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Raths und der Stärke, der Geist der Erkenntniß und der Furcht des Herrn. Und sein Riechen wird sein in der Furcht des Herrn. Episteln und Evangelien. 653 Er wird nicht richten, nach dem seine Augen sehen, noch strafen, nach dem seine Ohren hören; sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen, und mit Gericht strafen die Elenden im Lande; und wird mit dem Stabe seines Mundes die Erde schlagen, und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen tödten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein, und der Glaube der Gurt seiner Nieren. Evangelium( Luca 1, 39-56). Maria Jaria aber stand auf in den Tagen, und Gebirge endelich, zu der Stadt Juda. das Haus Zacharias, und grüßte Elisabeth. Und es begab fich, als Elisabeth den Gruß Mariä hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll, und rief laut, und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und o selig bist du, die du geglaubet hast; denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und deß Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für, bei denen, die ihn fürchten. Er übet Ge= walt mit seinem Arm, und zerstreuet die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebet die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und läßt die Reichen leer. Er denket der Barmherzigkeit, und hilft seinem Diener Israel auf; wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr bei drei Monate; darnach kehrte sie wiederum heim. ging auf das Und kam in Am Tage Maria Magdalena. Epistel( Spr. Sal. 31, 10-31). em ein tugendsam Weib bescheeret ist, die ist viel edler, denn die köstlichsten Perlen. Ihres Mannes Herz darf 654 Episteln und Evangelien. sich auf sie verlassen, und Nahrung wird ihm nicht mangeln. Sie thut ibm Liebes, und kein Leides sein Lebenlang. Sie gehet mit Wolle und Flachs um, und arbeitet gern mit ihren Händen. Sie ist wie ein Kaufmannsschiff, das seine Nahrung von ferne bringt. Sie stehet des Nachts auf, und giebt Futter ihrem Hause, und Essen ihren Dirnen. Sie denkt nach einem Acker, und kauft ihn, und pflanzet einen Weinberg von den Früchten ihrer Hände. Sie gürtet ihre Lenden fest, und stärket ihre Urme. Sie merkt, wie ihr Handel Frommen bringt; ihre Leuchte verlöschet des Nachts nicht. Sie streckt ihre Hand nach dem Rocken, und ihre Finger fassen die Spindel. Sie breitet ihre Hände aus zu den Armen, und reicht ihre Hand den Dürftigen. Sie fürchtet ihres Hauses nicht vor dem Schnee, denn ihr ganzes Haus hat zwiefache Kleider. Sie macht ihr selbst Decken, weiße Seide und Purpur ist ihr Kleid. Ihr Mann ist berühmt in den Thoren, wenn er sißt bei den Aeltesten des Landes. Sie macht einen Rock, und verkauft ihn; einen Gürtel giebt sie dem Krämer. Ihr Schmuck ist, daß sie reinlich und fleißig ist; und wird hernach lachen. Sie thut ihren Mund auf mit Weisheit, und auf ihrer Zunge ist holdselige Lehre. Sie schauet, wie es in ihrem Hause zugehet, und isset ihr Brod nicht mit Faulheit. Ihre Söhne kommen auf, und preisen sie selig; ihr Mann lobt sie. Viele Töchter bringen Reichthum; du aber übertriffst sie alle. Lieblich und schön sein ist nichts; ein Weib, das den Herrn fürchtet, soll man loben, sie wird gerühmet werden von den Früchten ihrer Hände; und ihre Werke werden sie loben in den Thoren. Evangelium( Lucä 7, 36-50). C8 3 bat Jesus aber der Pharisäer einer, daß er mit ihm äße. Und er ging hinein in des Pharisäers Haus, und setzte sich zu Tische. Und siehe, ein Weib war in der Stadt, die war eine Sünderin. Da die vernahm, daß er zu Tische saß in des Pharisäers Hause, brachte sie ein Glas mit Salben, und trat hinten zu seinen Füßen, und weinte, und fing an seine Füße zu neben mit Thränen, und mit den Haaren ihres Haupts zu trocknen, und füßte seine Füße, und falbte sie mit Salben. Da aber das der Pharisäer sahe, der ihn geladen hatte, sprach er bei sich selbst, und Episteln und Evangelien. 655 sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüßte er, wer und welch ein Weib das ist, die ihn anrühret; denn sie ist eine Sünderin. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Si mon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sage an. Es hatte ein Wucherer zwei Schuldner. Einer war schuldig fünf hundert Groschen, der andere funfzig. Da sie aber nicht hatten zu bezahlen, schenkte er es beiden. Sage an, welcher unter denen wird ihn am meisten lieben? Simon antwortete, und sprach: Ich achte, dem er am meisten geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht gerichtet. Und er wandte sich zu dem Weibe, und sprach zu Simon: Siehest du dies Weib? Ich bin gekommen in dein Haus, du hast mir nicht Wasser gegeben zu meinen Füßen; diese aber hat meine Füße mit Thränen geneßt, und mit den Haaren ihres Haupts getrocknet. Du hast mir keinen Kuß gegeben; diese aber, nachdem sie hereingekommen ist, hat sie nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. Du hast mein Haupt nicht mit Del gesalbt; sie aber hat meine Füße mit Salben gesalbt. Derhalben sage ich dir: Ihr sind viele Sünden vergeben, denn sie hat viel geliebt; welchem aber wenig vergeben wird, der liebet wenig. Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben. Da fingen an, die mit zu Tische saßen, und sprachen bei sich selbst: Wer ist dieser, der auch die Sünden vergiebt? Er aber sprach zu dem Weibe: Dein Glaube hat dir geholfen, gehe hin mit Frieden. Am Tage des Apostels Jacobus. Epistel( Röm. 8, 28-39). Wir ir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor versehen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich sein sollten dem Ebenbilde seines Sohnes, auf daß derselbe der Erstgeborne sei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir denn hierzu ſagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben; wie sollte er uns 656 Episteln und Evangelien. mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rech ten Gottes, und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal, oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blöße, oder Fährlichkeit, oder Schwert? Wie geschrieben stehet: Um deinetwillen werden wir ge tödtet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe. Aber in dem allen überwinden wir weit, um deß willen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstenthum, noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Creatur, mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. Evangelium( Matth. 20, 20-23). Dª a trat zu Jesu die Mutter der Kinder Zebedäi mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder, und bat etwas von ihm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zwei Söhne sitzen in deinem Reich, einen zu deiner Rechten, und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus antwortete, und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde, und euch taufen lassen mit der Taufe, da ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja wohl. Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken, und mit der Taufe, da ich mit getauft werde, sollt ihr getauft werden; aber das Sigen zu meiner Rechten und Linken zu geben, stehet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. Am Tage des Apostels Bartholomäus. Epistel( 2 Cor. 4, 7-10). W ir haben aber solchen Schatz in irdischen Gefäßen, auf daß die überschwängliche Kraft sei Gottes, und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübsal, aber wir ängsten uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Und Episteln und Evangelien. 657 tragen um allezeit das Sterben des Herrn Jesu an unserm Leibe, auf daß auch das Leben des Herrn Jesu an unserm Leibe offenbar werde. Evangelium( Lucä 22, 24-30). Es erhob sich auch ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den Größesten gehalten werden; er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißt man gnädige Herren; ihr aber nicht also; sondern der Größeste unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größeste? Der zu Tische sitzt, oder der da dienet? Ist es nicht also, daß der zu Tische sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber seid es, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mir's mein Vater beschieden hat; daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tische in meinem Reich und sißen auf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israels. Am Tage des Apostels Matthäus. Epistel( Eph. 4, 7-14). Sinem jeglichen aber unter uns ist gegeben die Gnade nach dem Maß der Gabe Christi. Darum spricht er: Er ist aufgefahren in die Höhe, und hat das Gefängniß gefangen geführet, und hat den Menschen Gaben gegeben. Daß er aber aufgefahren ist, was ist es, denn daß er zuvor ist hinunter gefahren in die untersten Derter der Erde? Der hinunter gefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, auf daß er alles erfüllete. Und er hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern. Daß die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des Umts, dadurch der Leib Christi erbauet werde; bis daß wir alle hinan kommen zu einerlei Glauben und Erkenntniß des Sohnes Gottes, und ein vollkommener Mann werden, der da sei in der Maße des vollkommenen Alters Christi; auf daß wir nicht mehr Kinder sein, und uns wägen und wiegen lassen von allerlei Wind der Lehre, durch Schalkheit der Menschen und Zäuscherei, damit sie uns erschleichen zu verführen. Lutherisches Gesangbuch. 42 Episteln und Evangelien. Evangelium( Matth. 9, 9-13). Da a Jesus von dannen ging, fahe er einen Menschen am Zoll sizzen, der hieß Matthäus, und sprach zu ihm: Folge mir. Und er stand auf, und folgte ihm. Und es be gab sich, da er zu Tische saß im Hause, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder, und saßen zu Tische mit Jeſu und seinen Jüngern. Da das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isset euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Da das Jesus hörte, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gehet aber hin, und lernet, was das sei: Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit, und nicht am Opfer. Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen, und nicht die Frommen. 658 Am Tage Michaelis. Lection( Offenb. 12, 7-12). s erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen, und der Drache stritt und seine Engel. Und siegten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgewor fen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführet; und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil, und die Kraft, und das Reich und die Macht unsers Gottes feines Christus ge worden; weil der Verkläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklaget Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut, und durch das Wort ihres Zeugnisses; und haben ihr Leben nicht gelie bet, bis an den Tod. Darum freuet euch, ihr Himmel, und die darinnen wohnen. Evangelium( Matth. 18, 1-11). 3⁰⁰ u derselben Stunde traten die Jünger zu Jesu, und sprachen: Wer ist doch der Größeste im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich, und stellete es mitten unter sie, und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es sei denn, daß ihr euch umkehret, und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht Episteln und Evangelien. in das Himmelreich kommen. Wer sich nun selbst erniedri. get, wie dies Kind, der ist der Größeste im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt, und er ersäuft würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der ergerniß halben! Es muß ja Aergerniß kommen; doch wehe dem Menschen, durch welchen ergerniß kommt! So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab, und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, daß du zum Leben lahm, oder ein Krüppel eingehest, denn daß du zwei Hände oder zwei Füße habest, und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus, und wirf es von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest, und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht Jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Baters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist ge kommen, selig zu machen, das verloren ist. 659 Am Tage der Apostel Simon und Judas. Epistel( 1 Petri 1, 3-9). Helobet fei Gott und der Vater unsers Herrn Jeſu Chriſti, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiederge: boren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferſte= hung Jesu Christi von den Todten zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel, euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit. In welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jetzt eine kleine Zeit( wo es sein soll) traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, das durch's Feuer bewähret wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn nun geoffenbaret wird Jesus Christus, welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habt, und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet, so werdet ihr euch freuen mit unaussprech42. 660 Episteln und Evangelien. licher und herrlicher Freude, und das Ende eures Glaubens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit. Evangelium( Joh. 15, 17-21). Das as gebiete ich euch, daß ihr euch unter einander liebet. So euch die Welt hasset, so wisset, daß sie mich vor euch gebasset hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb; dieweil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich habe euch von der Welt erwählet, darum hasset euch die Welt. Gedenket an mein Wort, daß ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr. Haben sie mich verfolget, sie werden euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch thun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. Am Reformationsfeste. Lection( Offenb. 14, 6-7). Und nd ich sahe einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium, zu verkündigen denen, die auf Erden sitzen und wohnen, und allen Heiden, und Geschlechtern, und Sprachen, und Völkern, und sprach mit großer Stimme: Fürchtet Gott, und gebet ihm die Ehre, denn die Zeit seines Gerichts ist gekommen, und be tet an den, der gemacht hat Himmel und Erde, und Meer, und die Wasserbrunnen. Evangelium( Matth. 11, 12-15). Aber [ ber von den Tagen Johannis, des Täufers, bis hieher, leidet das Himmelreich Gewalt; und die Gewalt thun, die reißen es zu sich. Denn alle Propheten und das Geset haben geweisfaget bis auf Johannes. Und( so ihr es wollt annehmen) er ist Elias, der da soll zukünftig sein. Wer Ohren hat zu hören, der höre. Am Tage aller Heiligen. Lection( Offenb. 7, 2-3). Und nd ich sahe einen andern Engel aufsteigen von der Sonne Aufgang, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes, Episteln und Evangelien. 661 und schrie mit großer Stimme zu den vier Engeln, welchen gegeben ist zu beschädigen die Erde und das Meer, und er sprach: Beschädiget die Erde nicht, noch das Meer, noch die Bäume, bis daß wir versiegeln die Knechte unfers Gottes an ihren Stirnen. Evangelium( Matth. 5, 1-12). a Jesus aber das Volk sahe, ging er auf einen Berg, und setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Und er that seinen Mund auf, lehrete sie, und sprach: Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmüthigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind, die da hungert und dürftet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen, und reden allerlei Uebels wider euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost, es wird euch im Himmel wohl belohnet werden. Denn also haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen. Dª 662 Die Leidensgeschichte des Herrn Jesu, aus den 4 Evangelisten kurz verfaßt, und in 5 Handlungen abgetheilt. Erste Handlung. Das Leiden Jesu am Oelberge. 901 Da a sie den Lobgesang gesprochen hatten, ging Jesus hinaus nach seiner Gewohnheit, über den Bach Kidron, an den Delberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach er zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir. Denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Heerde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen in Galiläa. Petrus aber antwortete, und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, so will ich doch mich an dir nimmermehr ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zwei Mal krähet, wirst du mich drei Mal verläugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich auch mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht verläugnen. Desselbigen gleichen sagten auch alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hof, der hieß Gethſemane, da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Setzet euch hier, bis daß ich dort hingehe, und bete. Und nahm zu sich Petrum, und Jacobum, und Johan: nem, die zween Söhne Zebedäi, und fing an zu trauren, zu zittern und zu zagen. Und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibet hier und wachet mit mir, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf, und knieete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde, und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ginge, und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir alles möglich, überhebe mich dieses Kelchs; doch nicht was ich will, sondern was du willst. Leidensgeschichte. 663 Und er kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend, und sprach zu Petro: Simon, schläfest du? Vermöchtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung und Versuchung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andern Male ging er wieder hin, betete, und sprach: Mein Vater, ist es nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. Und er kam, und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie, und ging abermal hin, und betete zum dritten Mal dieselbigen Worte, und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, und stärkte ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. Und er stand auf von dem Gebet, und kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafen vor Traurigkeit, und sprach zu ihnen: Ach- wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug. Sehet, die Stunde ist gekommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sün= der Hände; stehet auf, und lasset uns gehen; siehe, der mich verräth, ist nahe, betet aber, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und alsobald, da er noch redete, kam Judas, der Zwölfen einer. Da er nun hatte zu sich genommen die Schaar und Diener der Hohenpriester und Pharisäer, der Weltesten und Schriftgelehrten, ging er zuvor der Schaar, und kommt dahin mit Fackeln, Lampen, mit Schwertern und mit Stangen. Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben, und gesagt: Welchen ich füssen werde, der ist's, den greifet und führet ihn gewiß. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus, und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus spricht zu ihnen: Ich bin's. Judas aber, der ihn verrieth, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bin's; wichen sie zurück, und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe 664 Leidensgeschichte. es euch gesagt, daß ich es sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen. Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: Ich habe derer keinen verloren, die du mir gegeben hast. Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen, und alsobald trat er zu ihm, und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi! und küssete ihn. Sesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du gekommen? Juda, verräthest du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu, und legten die Hände an Jesum, und griffen ihn. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert drein schlagen? Da nahm Simon Petrus ein Schwert, und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein recht Ohr ab; und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete, und sprach: Laßt sie doch so ferne machen. Und er sprach zu Petro: Stecke dein Schwert in die Scheide; denn wer das Schwert nimmt, der soll durch's Schwert umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift er= füllet? Es muß also geschehen. Und er rührete sein Ohr an, und heilete ihn. Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels, und den Äeltesten, die über ihn gekommen waren: Ihr seid als zu einem Mörder mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen, mich zu fangen; bin ich doch täglich geseffen bei euch, und habe gelehret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich geleget. Aber dies ist eure Stunde, und die Macht der Finsterniß, auf daß die Schrift erfüllet werde. Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllet würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger, und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut; und die Jünglinge griffen ihn. Er aber ließ den Leinwand fahren, und flohe bloß von ihnen. Leidensgeschichte. 665 Zweite Handlung. Das Leiden Jesu vor dem geistlichen Gerichte. ie Schaar aber und der Oberhauptmann, und die Diener der Juden nahmen Jesum, und banden ihn, und führeten ihn auf's erste zu Hannas; der war Caiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Caiphas, der den Juden rieth, es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und sie führten ihn zum Hohenpriester Caiphas( das ist, zum Fürsten der Priester), dahin alle Hohepriester und Schriftgelehrten und Neltesten sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgte Jesu von ferne, und ein anderer Jünger, bis in den Pallast des Hohenpriesters. Derselbe Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Pallast. Petrus aber stand draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus, und redete mit der Thürhüterin, und führete Petrum hinein. Es standen aber die Knechte und Diener, und hatten ein Kohlenfeuer gemacht, danieden mitten im Pallast; denn es war kalt, und wärmeten sich. Petrus aber stand bei ihnen, und wärmete sich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sahe Petrum bei dem Licht, daß er sich wärmete, und sahe eben auf ihn, und sprach: Und du warest auch mit dem Jesu aus Galiläa. Bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er leugnete aber vor allen, und sprach: Weib, ich bin's nicht, ich kenne sein nicht, ich weiß auch nicht, was du sagest. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger, und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffent= lich geredet vor der Welt. Ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammen kommen, und habe nichts im Winkel geredet. Was fragst du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe: siehe, dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei standen, Jesu einen Backenstreich, und sprach: Sollst du dem Hohenpriester also antworten? Jesus ant wortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es unrecht sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du 666 Leidensgeschichte. mich? Uno Hannas sandte ihn gebunden zu dem Hohenpriester Caiphas. Simon Petrus aber stand und wärmete sich. Und über eine kleine Weile, nach dem ersten Verleugnen, als er hinaus ging nach dem Vorhof, krähete der Hahn, und eine andere Magd sahe ihn, und hob abermal an zu sagen zu denen, die dabei standen: Dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er leugnete abermal, und schwur dazu, und sprach: Mensch, ich bin es nicht, und ich kenne auch den Menschen nicht. Und über eine kleine Weile bei einer Stunde bekräftiget es ein Anderer mit denen, die da standen, und sprach: Wahrlich, du bist auch der einer; denn du bist ein Galiläer, und deine Sprache verräth dich. Spricht des Hohenpriesters Knecht, ein Gefreundter deß, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sahe ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr faget. Und alsobald, da er noch redete, krähete der Hahn zum andern Mal. Und der Herr wandte sich um, und sahe Petrum an. Da gedachte Petrus an das Wort Jesu, als er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zwei Mal krähet, wirst du mich drei Mal verleugnen, und ging hinaus und weinete bitterlich. Die Hohenpriester aber und die Weltesten und der ganze Rath suchten falsch Zeugniß wider Jesum, auf daß sie ihm zum Tode hülfen, und fanden keins, wiewohl viele falsche Zeugen herzu traten; denn ihre Zeugnisse stimmten nicht überein. Zuletzt standen auf, und traten herzu zween falsche Zeugen, und gaben falsch Zeugniß wider ihn, und sprachen: Wir haben gehört, daß er gesagt hat: Ich kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Aber ihre Zeugnisse stimmten noch nicht überein. Und der Hohepriester stand auf unter sie, und fragte Jesum, und sprach: Antwortest du nichts zu dem, was diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille, und ant wortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermal, und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hoch Leidensgeschichte. 667 gelobten? Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn Gottes. Jesus sprach: Du sagest es, ich bin es. Doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn siten zur rechten Hand der Kraft, und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider, und sprach: Er hat Gott gelästert; was bedürfen wir weiter Zeugniß? Siehe, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehöret. Was dünkt euch? Sie aber verdammeten ihn alle, und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, und speieten aus in sein Angesicht, und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber verdeckten ihn, und schlugen ihm in's Angesicht, besonders die Knechte, und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ist es, der dich schlug? Und viele andere Lästerung sagten sie wider ihn. Des Morgens aber versammelten sich alle Hohepriester, Schriftgelehrten und Aeltesten des Volks, dazu der ganze Rath, und hielten einen Rath über Jesum, daß sie ihm zum Tode hülfen, und führten ihn hinauf vor ihren Rath, und sprachen: Bist du Christus? Sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ich es euch, so glaubet ihr es nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und laßt mich dennoch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er aber sprach zu ihnen: Ihr saget es, denn ich bin es. Sie aber sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugniß? Wir haben es selber gehöret aus seinem Munde. Dritte Handlung. Das Leiden Jesu vor dem weltlichen Gerichte. der ganze Haufe stand auf, und banden Jesum, führeten ihn von Caiphas vor das Richthaus, und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato, und es war noch frühe. Und nd Da das sahe Judas, der ihn verrathen hatte, daß er verdammet war zum Tode; gereuete es ihn, und brachte wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Neltesten, und sprach: Ich habe Üebel gethan, daß ich Leidensgeschichte. unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hob sich davon, ging hin, und erhenkte sich selbst, und ist mitten entzwei geborsten, und sein Eingeweide ausgeschüttet. 668 Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge, und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath, und kauften um die Silberlinge, um den Lohn der Unge: rechtigkeit, einen Töpfersacker zum Begräbniß der Pilger. Und es ist kund geworden allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbe Acker genannt wird auf ihre Sprache: Akeldama, das ist ein Blutacker bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet das gesagt ist durch den Propheten Jeremia, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel; und haben sie gegeben um einen Tö pfersacker, als mir der Herr befohlen hat. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus, und sprach: Was brin get ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie ant worteten, und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin, und richtet ihn nach eurem Geseß. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen Niemand tödten; auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde. Da fingen an die Hohenpriester und die Weltesten ihn hart zu verklagen, und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet, und verbietet den Schoß dem Kaiser zu geben; und spricht, er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus, und rief Jesum, und fragte ihn, und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm, und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben es dir Andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet, was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt, wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden Leidensgeschichte. 669 darob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin je ein König, ich bin dazu geboren, und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden, und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und da er ver= klaget ward von den Hohenpriestern und Aeltesten, antwor tete er nichts. Pilatus aber fragte ihn abermal, und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen? Hörest du nicht? Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort mehr, also, daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an, und sprachen: Er hat das Volk erreget, damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hier her. Da aber Pilatus Galiläa hörete, fragte er, ob er aus Galiläa wäre. Und als er vernahm, daß er unter Herodis Obrigkeit gehörete, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret, und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei. Er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an, und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander; denn zuvor waren sie einander feind. Pilatus aber rief die Hohenpriester, und die Obersten, und das Volk zusammen, und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende. Und sehet, ich habe ihn vor euch verhöret, und finde an dem Menschen der Sache keine, der ihr ihn beschuldiget; Herodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gesandt; und ſehet, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth ſei. Darum will ich ihn züchtigen und los lassen. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit dem Volke einen Gefangenen los geben, welchen sie begehrten. Er hatte 670 Leidensgeschichte. aber zu der Zeit einen Gefangenen, der war fast rüchtig, nämlich einen Uebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührischen war ins Gefängniß geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt geschahe, einen Mord begangen hatte. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, ant wortete ihnen Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen los gebe auf Oftern; welchen wollt ihr, daß ich euch los gebe, Barrabam, oder Jesum, den König der Juden, den man nennet Christus? Denn er wußte wohl, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und Keltesten überredeten und reizeten das Volk, daß sie um Barrabas bitten sollten, und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger, und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zween, den ich euch soll los geben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem, und gieb uns Barrabam los. Da rief Pilatus abermal zu ihnen, und wollte Jesum los lassen, und sprach: Was soll ich denn machen mit Jeſu, den man Christum nennet? Sie schrieen abermal: Kreuzige, kreuzige ihn. Er aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was hat er denn Uebels gethan? Jch finde keine Ursach des Todes an ihm; darum will ich ihn züchtigen und los lassen. Aber sie schrieen noch vielmehr, und sprachen: Kreuzige ihn. Und sie lagen ihn an mit großem Geschrei, und forderten, daß er gekreuziget würde, und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. Da nahm Pilatus Jesum, und geißelte ihn. Die Kriegs knechte aber des Landpflegers führeten ihn hinein in das Richthaus, und riefen zusammen die ganze Rotte, und zo gen ihn aus, und legten ihm einen Purpurmantel an, und flochten eine Krone von Dornen, und setzten sie auf sein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand, und beugten die Kniee vor ihm, und spotteten ihn, und fingen an ihn zu grüßen, und sprachen: Gott grüße dich, lieber König der Juden. Und schlugen ihn ins Angesicht, und ſpeieten ihn an, und nahmen das Rohr, und schlugen Leidensgeschichte. 671 damit sein Haupt, und fielen auf die Kniee, und beteten ihn an. Da ging Pilatus wieder heraus, und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus, und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen fie und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn. Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin, und freuziget ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesek, und nach dem Gesek soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch mehr; und ging wieder hinein in das Richthaus, und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich macht habe, dich zu kreuzigen, und macht habe, dich los zu geben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hat es größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn los ließe. Die Juden aber schrieen, und sprachen: Läsfest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich selbst zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörete, führete er Jesum heraus, und sette sich auf den Richtstuhl, an der Stätte, die da heißt Hochpflaster, auf Hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in den Ostern, um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König. Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem, kreuzige ihn. Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König freuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffte, sondern daß viel ein größer Getümmel ward, gedachte er dem Volke genug zu thun, und urtheilte, daß ihre Bitte geschähe, nahm Wasser, und wusch die Hände vor dem Volk, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; sehet ihr zu. Da antwortete das ganze 672 Leidensgeschichte. Volk, und sprach: Sein Blut fomme über uns, und über unsere Kinder. Da gab er ihnen Barrabam los, der ums Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängniß geworfen, um welchen sie baten, Jesum aber gegeißelt und verspottet, über: gab er ihren Willen, daß er gekreuziget würde. Vierte Handlung. Die Kreuzigung und der Tod Jesu. Dª a nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den Mantel aus, und zogen ihm seine Kleider an, und. führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten, und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinaus gingen, fanden sie einen Menschen, der vorüber ging von Kyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein Vater Alexandri und Ruffi war, den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn, daß er es Jesu nachtrüge. Es folgte ihm aber nach ein großer Haufe Volks, und Weiber, die klagten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen, und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst, und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben. Dann werden sic anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! Und zu den Hügeln: Decket uns! Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführet zween andere Uebelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Und sie brachten ihn an die Stätte, die heißet auf Hebräisch Golgatha, das ist verdolmetschet, Schedelstätte, und sie gaben ihm Essig oder vermyrrheten Wein zu trinken mit Galle vermischt; und da er es schmeckte, wollte er es nicht trinken. Und sie freuzigten ihn an der Stätte Golgatha, und zween Uebelthäter mit ihm, einen zur rechten, und einen Und die zur linken Hand, Jesum aber mitten inne. Schrift ist erfüllet, die da saget: Er ist thäter gerechnet. Und es war die dritte ihn kreuzigten. unter die UebelStunde, da sie Leidensgeschichte. 673 Jesus aber sprach: Bater, vergieb ihnen; denn sie wissen nicht, was sie thun. Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, geschrieben, was man ihm Schuld gab, die Ursach seines Todes, und setzte sie auf das Kreuz oben zu seinem Haupt. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Ueberschrift lasen viele Juden; denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ist. Und es war geschrieben auf hebräische, griechische und lateinische Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht: Der Juden König; sondern, daß er gesagt hat: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich ge schrieben habe, das habe ich geschrieben. Die Kriegsknechte, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegsknecht ein Theil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Laßt uns den nicht zertheilen, sondern darum loosen, weß er sein soll, auf daß erfüllet würde die Schrift, die da sagt: Sie haben meine Kleider unter sich getheilet, und haben über meinen Rock das Loos geworfen. Und sie saßen allda, und hüteten sein, solches thaten die Kriegsknechte, und das Volk stand und sahe zu. Es stand aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter, und seiner Mutter Schwester, Maria Cleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sahe, und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn. Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter. Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich. Die aber vorüber gingen lästerten ihn, und schüttelten die Köpfe und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel und bauest ihn in dreien Tagen. Hilf dir nun selber. Bist du Gottes Sohn, so steige herab vom Kreuz. Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander mit den Schriftgelehrten und Weltesten, sammt dem Volke, und sprachen: Er hat Undern geholfen, und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Christ, der König von Israel, der Auserwählte Gottes, so belfe er ihm selber und steige nun vom Kreuz, auf daß wir es sehen, und glauben ihm. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, lüftet es ihn; Lutherisches Gesangbuch. 43 674 Leidensgeschichte. denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Dasselbe rückten ihm auch auf die Mörder, die mit ihm gekreuziget waren, und schmäheten ihn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig und spra chen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber. Aber der Uebelthäter einer, die da gehenkt waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der Undere, strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar wir sind billig darinnen, denn wir empfangen was unsre Thaten werth sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Und da es um die sechste Stunde kam, ward eine Finsterniß über das ganze Land bis an die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Eli, Eli, Lama Asabthani! Das ist verdolmetschet, mein Gott, mein Gott, war: um hast du mich verlassen? Etliche aber, die da standen, da sie das höreten, sprachen sie: Der ruft den Elias. Dar: nach als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürftet. Da stand ein Gefäß voll Essig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm und füllete ihn mit Essig und Ysopen, und steckte ihn auf ein Rohr, und hielt es ihm dar zum Munde, und tränkte ihn, und sprach mit den ändern: Halt, laß sehen, ob Elias komme, und ihn herab nehme. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und abermal rief er laut, und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigte er das Haupt, und gab seinen Geist auf. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stand gegen ihm über, und die bei ihm waren, und bewahrten Jesum, da sie ſahen, Leidensgeschichte. 675 daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben und was da geschah, erschraken sie sehr, und preiseten Gott, und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch gewesen, und Gottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war, und zusahe, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust, und wandten wieder um. Es standen aber alle seine Verwandten von ferne und viele Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget, und sahen das alles, unter welchen war Maria Magdalena, und Maria, des kleinen Jacobi und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolget, da er in Galiläa war, und gedienet, und viele Undere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuz blieben den Sabbath( denn dessel: bigen Sabbathstag war groß), baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen, und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte, und brachen dem Ersten die Beine, und dem Undern, der mit ihm gekreuziget war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht; sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsobald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr; und derselbige weiß, daß er die Wahrheit faget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermal spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. Fünfte Handlung. Das Begräbnik Jesu. Darnach am Abend, weil es der Rüsttag war, welcher ist der Vorsabbath, kam Joseph von Urimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter frommer Mann, der hatte nicht gewilliget in ihrem Rath und Handel, welcher auf das Reich Gottes wartete; denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden, der wagte es, und ging hinein zu Pilato und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jeſu. 43* Leidensgeschichte. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war;. und rief dem Hauptmann, und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre? Und als er es erkundet von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Jesu, und befahl, man sollte ihn ihm geben. Und Joseph kaufte eine Leinwand. Es kam aber auch Nicodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu gekommen war, und brachte Myrrhen und Aloen unter einander, bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, der abgenommen war, und wickelten ihn in ein reines Leinwand, und banden ihn in leinene Tücher mit den Specereien, wie die Juden pflegten zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget ward, ein Garten, und im Garten ein neues Grab, das war Josephs, welches er hatte lassen hauen in einen Felsen, in welches Niemand je gelegt war. Daselbst hin legten fie Jesum um des Rüsttags willen der Juden, daß der Sab= bath anbrach, und das Grab nahe war, und wälzten einen großen Stein vor die Thür des Grabes, und gingen davon. Es war aber allda Maria Magdalena, und Maria Joses, die setzten sich gegen das Grab, und andere Weiber, die da Jesu auch waren nachgefolget von Galiläa, beschaueten, wohin und wie sein Leib geleget ward. Sie kehreten aber um, und bereiteten die Specerei und Salben; und den Sabbath über waren sie stille nach dem Gesetz. 676 Des andern Tages, der da folget nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und Pharisäer sämmtlich zu Pilato, und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kom und stehlen ihn, und sagen zum Volk: Er ist aufer: standen von den Todten; und werde der letzte Betrug ärger, denn der erste. Pilatus sprach zu ibnen: Da habt ihr die Hüter; gehet hin, und verwahret es, wie ihr wisset. Sie gingen hin, und verwahreten das Grab mit Hütern, und versiegelten den Stein. 677 Die Beschreibung der Zerstörung der Stadt Jerusalem. Als [ ls die Zeit herbei nahete, daß Gott über Jerusalem und das jüdische Volk den endlichen Zorn gehen lassen wollte, wie die Propheten und der Herr Christus selbst ihnen gedrohet und zuvor gesagt hatten; sind diese nachfolgenden Zeichen vorher gegangen: Es ist am Himmel ein Comet gesehen worden, wie ein Schwert gestaltet, welcher ein ganzes Jahr gegen der Stadt über gestanden, und von Jedermann ist gesehen worden. Eben in den Tagen der ungesäuerten Brote, am achten Tage des Monats April, um 9 Uhr in der Nacht, ist bei dem Altar im Tempel, ein solch hellglänzendes Licht erschienen, daß Jedermann meinte, es wäre Tag. Ein ehernes großes starkes Thor am innern Tempel, daran zwanzig Männer heben mußten, wenn man es aufthun wollte, welches mit starken eisernen Riegeln verwahret war, hat sich um die sechste Nachtstunde selbst aufgethan. Den 21. Junii hat man in der Luft und in den Wolken an vielen Orten des Himmels Wagen schweben, und sich wie eine große Rüstung von Reutern und Knechten an den Wolken zusammen ziehen, und mit Geprassel in der Nacht schlagen sehen. Vor dem Pfingsttage, als die Priester inwendig im Tempel bereiten wollten was zum Feste gehöret, haben sie ein großes Getümmel und Gepolter, und hernach eine Stimme gehöret, welche gerufen: Lasset uns von hinnen wegziehen. Wiewohl Etliche sagen, daß sei geschehen zu der Zeit, da der Vorhang im Tempel unter Christi Leiden zerrissen ist. Auch ist ein Mensch gewesen, Jesus, genannt Anani, eines gemeinen Mannes Sohn, welcher, als er gen Jerusalem gekommen auf daß Fest der Lauberhütten, aus einem besondern Geiste geschrieen hat: O ein Geschrei vom Morgen! O ein Geschrei vom Abend! ein Geschrei von den vier Winden! O ein Geschrei über ganz Jeruſalem und den Tempel! Eine elende Klage über Braut und Bräutigam! Ein Geschrei über alles Volk! Und solch klägliches Schreien trieb er Tag und Nacht an einander, und lief wüthend in der Stadt umher. Und wiewohl ihn Etliche mit Geißeln und Ruthen straften, die dieſe Worte als eine böse Deutung über die Stadt nicht gerne höreten; so hörete er doch nicht auf. Und als man diesen Menschen dem Landpfleger gebracht, welchen die Römer damals zu Jerusalem hatten, der ihn auch mit Geißeln hart bis auf das Blut stäupen und peitschen ließ; hat er doch mit keinem Worte Gnade gebeten, hat auch nicht eine Thräne fallen lassen, sondern ohne Unterlaß überlaut geschrieen: Wehe, wehe dir, o du armes Jerusalem! Albinus, der Richter, hat ihn als einen Thoren verachtet. Dieser Mensch aber ist sieben Jahre an einander nicht viel mit Leuten umgegangen, sondern allein gegangen wie ein Mensch, der Etwas bei sich tief besinnet oder dichtet, und hat immerdar diese Worte von sich hören lassen: Wehe, wehe dir, o du armes Jerusalem! Und von solchem Rufen ist er nicht müde geworden. Als aber nun die Stadt von den Römern belagert geworden, ist er auf den Mauern umber gegangen, und hat immer geschrieen: Wehe über den Tempel, und über das ganze Volk! Und zuletzt hat er auf eine Zeit diese ungewöhnlichen Worte dazu gesagt: Wehe auch mir! In dem Worte ist er ohngefähr von der Feinde Geschoß getroffen worden, 678 Die 3erstörung Ferusalems. und also todt geblieben. Diese und andere große Zeichen sind vorher gegangen, ehe Jerusalem zerstöret geworden ist. Nun wollen wir auch von der Zerstörung an ihr selbst reden. Da die Juden, wie Stephanus faget, als Mörder und Verräther den gerechten und unschuldigen Christum getödtet hatten; ist es mit dem ganzen jüdischen Reiche in allen Ständen immer ärger geworden. Die Hohenpriester hoben an, und übten Tyrannei wider die andern Priester; unter den andern Gewaltigen war allerlei Haß und Neid, und schickte sich alles zur Uneinigkeit im Regiment, und ließ sich es ansehen, daß eine große Aenderung und Zerrüttung des Reichs vorhanden wäre. Aus solchem Zwiespalt und Hasse der Gewaltigen unter sich, erhoben sich Rotten und allerlei 3ertrennungen, und außerdem trug sich allerlei Unglück zu und Raubens und Mordens in und außer der Stadt Jerusalem; und schickten sich alle Sachen, daß beide Regimente des Volks, das geistliche und weltliche, zu Trümmern gehen wollten. Daher geschah es auch, daß der Kaiser Nero Cestius Florus in das jüdische Land schickte; und als er den Juden sehr hart war, und in vielen Dingen seinen Geiz, Stolz und Muthwillen übte; haben ihn die Juden verjagt; und als er mit ihnen zum Schlagen kam, hat er fünf Tausend Mann der Seinigen verloren. Also wütheten die Juden durch Gottes Verhängniß, daß sie sich auch wider die Römer festen, und von ihnen abfielen. Als aber der Kaiser Nero das erfuhr, schickte er Flavius Bespasianus mit seinem Sohn in Syrien. Es ist um diese 3eit im ganzen Orient, wie auch Tranquillus schreibt, eine gemeine Sage und ein Gerücht gewesen, daß eben um diese Zeit Etliche, so aus Judäa kommen würden, sehr groß und sehr prächtig in aller Welt werden sollten. Und wiewohl das an dem geistlichen Reiche Christi also wahr ward, da der Name Christi durch die Predigt des Evangelii, welcher aus dem jüdischen Stamme geboren ist, in aller Welt groß ward; so haben es doch Etliche von den zween Bespasianis verstanden, die Juden aber zogen diese Weissagung auf sich, und, nachdem ihnen etliche Schlachten wider die Feinde geriethen, wurden sie stolz, machten drei Hauptleute, und griffen mit Gewalt die Stadt Ascalon an. Da sind sie in zwei Schlachten darnieder gelegt worden, haben, ohne die Hauptleute, die umgekommen sind, bei zwanzig Tausend Mann verloren. Nachdem zog also Bespasianus auf Befehl des Kaisers in Galiläa, welches ein volkreiches Land war, verwüstete und verheerete alles durchaus, und war des Mordens, Kaubens und Brennens kein Ende; da wurden viele tausend Juden, und auf einmal an funfzig Tausend wehrhafter Männer erschlagen, ohne Weiber, Kinder, gemeinen Pöbel und Landvolk. Das Kriegsvolk hat da weder Alt noch Jung verscho net, nicht der Schwangern, nicht der Kinder in der Wiege. Sechs Tausend junge Männer hat Vespasianus auf einmal als leibeigene Leute geschickt, an dem Isthmo zu graben in Achaja. Dreißig Tausend jüdische Kriegsleute sind zu der Zeit auf einmal für Leibeigene verkauft. Fünf Tausend haben sich aus Berzweiflung selbst von hohen Felsen herab gestürzt. 3u der Zeit war ein trefflicher Mann, sehr gelehrt, weise und verständig, priesterlichen Amts unter den Juden, und der Obersten einer im Kriege, mit Namen Josephus. Als er im ersten Schrecken mit Die Zerstörung Jerusalems. 679 etlichen Wenigen in eine Höhle geflohen bei der Stadt Jotapata in Galiläa, ward er ergriffen und zu Vespasiano geführet; und als er demselben prophezeite, er würde noch Kaiser werden, hat er gnädig erhalten; und derselbe Josephus hat uns geschrieben hinterlassen, was wir von dieser Geschichte wissen. Als dies in Galiläa geschahe, ist ein Haufe gesammeltes, freches räuberisches Volk gen Jerusalem gekommen, da hat einer der großen Herren, Johannes, zuwege gebracht, daß er durch diese Notte das Regiment an sich brächte. Da ist abermal ein heimliches Morden, viel Rauberei und Plündern zu Jerusalem gewesen, und hat sich es allenthalben zum großen Unglück geschickt, und ist die arme Stadt allenthalben sehr geplaget worden. Es sind um diese Zeit etliche Hohepriester erschlagen, und viel Blut, auch sogar im Tempel, vergossen worden. Josephus schreibet, daß zwölf Tausend von den besten und edelsten Juden in diesem Lärmen umgekommen sind, deren Güter und Häuſer man dem Pöbel und Knechten zu plündern gegeben. Etliche meinen, daß dieses die Römer durch List zugerichtet haben. So war nun damals schon, ehe das rechte Wetter sie überfiel, Jerusalem mit dreierlei Unglück geplaget, nämlich mit dem Kriege der Römer, mit Aufruhr und allerlei Meuterei in der Stadt, und mit den Tyrannen, welche sich durch Gewalt und List einer nach dem andern aufwarfen, und ist um der Herrschaft willen viel Blut vergossen worden. Als nun zu derselbigen Zeit die Gadarener sich den Römern widersezten, mußte sich Vespasianus eilend aus dem Winterlager erheben, und nahm er Gadara die Stadt ein, und erschlug durch seinen Hauptmann Placidus bei die dreißig Tausend Bürger in der Flucht, zwei Tausend nahm er gefangen, der andere Pöbel und flüchtige Haufe stürzte sich in den Jordan, und ihre todten Körper sind im Jordan bis an den See fortgeflossen, welchen man das todte Meer nennet; darauf sind jenseits des Jordans bis gen Macharon allenthalben alle Juden von den Römern überfallen worden, und im großen Schrecken umgekommen. Es war bei dem Ausgang des Winters, im Anfange des Frühlings, als Vespasianus hörete, daß Nero todt wäre; er lag zu Cäsaräa, und machte sich eilend auf. Er hatte alle Städte der Juden eingenommen, außer etlichen Schlössern, welche einige fremde Krieger inne hatten, und hatte er allenthalben die Städte mit römischem Kriegsvolke beſetzt, daß er Jerusalem, welches allein übergeblieben war, desto leichter stürmen und einnehmen könnte. Eben damals ist Vespasianus von seinem Kriegsvolke zum Kaiser aufgerufen worden; er zog deshalben in Egypten, von dannen wollte er in Italien gehen, und übergab Titus indessen das Kriegsregiment wider die Juden. Titus aber, als er Kundschaft halber an einige Oerter nahe bei Jerusalem geritten war, entkam schwerlich, daß er nicht von den Juden gefangen ward; darnach schlug er sein Lager auf bei Scopos, eine Viertel Meile von der Stadt, und theilte sein Kriegsvolk um die Stadt an mehr denn einem Orte zu belagern. Mittlerzeit war ein großes und mächtiges Volk aus allen Städten, von allen Orten auf das Osterfest des Gottesdienstes halber zu Jerusalem zusammen gekommen. So war auch, wie oben angezeiget worden, zuvor in der Stadt viel zusammen gelaufenes Volk, welches aus Galiläa vertrieben worden. Es waren drei Patheien in der Stadt, welche die Einigkeit und das Regiment je länger 680 Die Zerstörung Jerusalems. je mehr zerrissen, wie es zu gehen pflegt. Ein Theil hatte den Tempel inne, unter denen war Eleazarus der Oberste, ein Sohn Simonis, mit dem hielten es die 3eloten, ein böses heuchlerisches Volk, daß den Bürgern sehr feind war. Den unteren Theil der Stadt hatte Johannes inne, welcher ein Anfang allerlei Unglücks war. Den obern Theil hatte Simon inne, mit zwanzig Tausend Idumeern, welche erfordert waren, die Stadt vor der 3eloten Muthwillen und gewaltsamen Vornehmen zu schüßen; da man derselbigen Gäste gerne wieder los gewesen wäre, hat man ihrer nicht los werden können. Titus, als er nun merkte, daß die Stadt Jerusalem mit so unzähligem Volk überladen und überhäuft wäre, rüstete und stärkte sich in großer Eile, die Stadt zu belagern, und eine Wagenburg um sie zu schlagen( wie Christus zuvor gesagt hatte), dieweil das Volk bei einander wäre, daß sie der Hunger desto härter drängete und ängstete. Da das die Juden sahen, versuchten sie das Neußerste, es zu hindern, zu wehren, und ihm zuvor zu kommen; aber es war aus mit ihnen, da war kein Glück mehr; unser Herr Gott wollte das Garaus mit ihnen ſpielen; darum ging ihnen kein Anschlag noch Rath von Statten, da war lauter uneinigkeit. Und ist in dieser Zeit in der Stadt ein Aufruhr entstanden, daß eine große Menge Volk bei dem Tempel erschlagen ward. Die Stadt Jerusalem war sehr fest an dem Orte, da man zu der Stadt kommen konnte; sie hatte drei Mauern, darum rückte das römische Kriegesvolk mit ganzer Macht hinan, um die Stadt zu stürmen, und nach großer Arbeit ist die doppelte Mauer erobert und eingenommen worden. Um dieselbige Zeit ist eine unzählige Menge Volks Hungers gestorben, wie Josephus schreibet. Um einen kleinen Bissen Brots haben sich oft die besten Freunde gehauen und gestochen; die Kinder haben den Eltern, Vater und Mutter den Kindern oft die Speise aus dem Munde gerissen; da hat weder Bruder noch Schwester sich des andern erbarmet. Ein Scheffel Korn hat viele Gulden gegolten, Etliche haben aus großem Hunger Kuhmist, Etliche die Riemen von den Satteln, das Leder von den Schilden und dergleichen abgenaget und ge gessen; Etliche haben noch Heu im Munde gehabt, und sind also todt gefunden worden; Etliche haben in den heimlichen Gemächern gesucht sich mit Unflath und Mist vor dem Hunger zu erretten, und ist eine solche große Menge Hungers gestorben, daß Ananias, Eleazar's Sohn, welcher in der Zeit der Belagerung zu Tito geflohen, angezeiget hat, daß 115000 todte Körper in der Stadt gefunden und begraben sein. Hegesippus schreibet, daß allein zu einer Pforte viele Tausend Leichen hinaus getragen worden, und daß bei sechshundert Tausend Menschen seit der Belagerung todt geblieben sind. Die Juden hatten noch die Burg Antonia inne, welche eine starke Festung war; so hatten sie auch den Tempel, von welchem eine Brücke in die Stadt ging. Diese Festung zu erobern, kostete viel mehr Arbeit als alle andere Derter. Titus aber, wiewohl er gewiß war, daß der Hunger endlich die Juden in der Stadt tilgen und theilen würde, ward doch die Zeit zu lang, und hielt an und verwahnte das Kriegesvolk, die Fe stung mit Gewalt zu stürmen. Wiewohl nun große Gefahr dabei war, so gerieth doch den Römern alles, und war kein Sieg noch Glück mehr bet den Juden. Als nun die Römer das Schloß inne hatten, gab der Trompeter mit der Posaune ein Zeichen, und wurden die Juden, welche Die Zerstörung Jerusaleme. 681 in dem Schlosse waren, alle erschlagen. Etliche sind von den Mauern geworfen worden, Etliche sind bei der Nacht eilend in die Stadt gekommen. Folgends hat sich das Kriegesvolk nunmehr gegen die, so den Tempel inne hatten, der Sache ernstlich angenommen. man sagt, Titus sei Willens gewesen, den Tempel zu verschonen um der Religion willen: aber es war aus; Gott schickte es, daß da kein Verschonen war. Denn als man lange und heftig gestritten und gearbeitet hatte, und die Juden weder mit Drohen noch Bermahnen zu bewegen gewesen, die festen Oerter zu übergeben; merkte das Kriegesvolk, daß ihnen an diesem Orte nichts anders als mit Hunger( welches dann lange dauern würde), oder mit Feuer beizukommen wäre. Daher haben Etliche der Krie gesknechte Feuer in den Tempel geworfen, das ist angegangen, und ist also dieſelbige Stunde das herrliche, treffliche und köstliche Gebäude, welches damals hoch und weit berühmt war, verbrannt und zu Asche geworden. Die Juden, so den obern Ort der Stadt inne hatten, sind zum Theil in die Stadt geflohen, aber viel mehr sind durch das Feuer und Schwert umgekommen. Die Priester haben kläglich gebeten und geflehet, daß man ihnen das Leben fristen möchte; aber da ist Gnade bei Gott und den Leuten aus gewesen. Titus hat, wie Hegesippus schreibt, geantwortet: So ihr Tempel und Gottesdienst dahin sei, bedürfe man der Priester nicht mehr. Die Verwüstung des Tempels ist den 10. Tag des Monats August geschehen, gleich auf den Tag, da der erste Tempel vom Könige zu Babylon verbrannt ist, und ist der Tag sonderlich der Unglückstag für den Tempel gewesen. Von dem ersten Tempel und seiner Erbauung an, welche Salomo vollführet, bis auf das andere Jahr Bespasiani, da der Tempel gänzlich verwüstet worden, sind 1102 Jahre; von der Zeit aber, da man den andern Tempel wieder angefangen zu bauen, welches geschehen ist im andern Jahr des Königs Cyrus, sind 569 Jahr verflossen. Da nun die Juden so geängstiget wurden, und keine Hoffnung der Errettung war; starben viele Tausend Hungers; doch blieben die Uebrigen auf ihrem Vornehmen. Josephus schreibet, daß sich in den Tagen, als der Tempel verbrannt und verwüstet worden sei, ein erschrecklicher und gräulicher Fall begeben, welchen man bei den Nachkommen kaum glauben wird. Es war eine ehrliche Frau, welche reich und von gutem Geschlecht war, jenſeits des Jordans, aus Furcht mit den Andern gen Jerusalem geflohen; als nun die Stadt ſo hart bedränget und mit Hunger geängstiget ward, hat sie ihr kleines Kindlein in der Wiege( mit was für Jammer und Schmerzen, ist wohl zu gedenken) geschlachtet, und das halbe Theil gebraten und gegessen, als die Kriegesknechte umher gelaufen und Speise geſucht, hat sie ihnen die andere Hälfte vorgeseget, die Kriegesknechte aber haben sich vor dem gräulichen Anblick entfezet, und sich doch des elenden Weibes erbarmet, und die Sache den großen Herren zu Jerusalem geoffenbaret. Dieser schreckliche Fall hat sie bewogen, daß sie von dem Tage an bedacht gewesen, sich zu ergeben, sind mit Titus zu einer Unterredung und Unterhandlung gekommen; aber dieweil sie zu lange geharret hatten, Friede zu machen, und sie um Friede und Freiheit baten, da sie schon ausgehungert, und auf das Höchste bedränget waren, wurde nichts daraus, und ist die Stadt nur wenige Tage kümmerlich aufgehalten worden. Mittlerzeit ist eine unzählige Menge Volks aus großer Angst und höchster Noth wegen des unerträglichen Hungers, aus der Stadt 682 Die Zerstörung Jerusalems. in das Lager, den Feinden in die Hände gelaufen; da hat man sie sehr wohlfeil verkauft. Damals haben die Kriegesknechte ohngefähr gesehen, daß ein Jude aus seinem eigenen Miste Gulden gelesen, welche er eingeschluckt gehabt; da ist bald ein Gerücht durch das ganze Lager unter dem Kriegesvolke gegangen, die Juden, so heraus in das Lager geflohen, hätten Gold eingeschluckt( denn es waren Etliche, welche wegen fleißiges Besuchens sonst nichts als Gold wegbringen, oder vor den Soldaten behalten konnten); dies Gerücht gab nun Ursache, daß von den Kriegesknechten, welche gedachten, sie würden bei allen Juden Gold finden, über zwei Tausend Juden in einer Nacht aufgeschnitten wurden; und ihrer wären noch viel mehr umgekommen, wenn Titus nicht hätte ausrufen und gebieten lassen, daß man die Gefangenen nicht tödten ſollte. Endlich ist die Stadt Jerusalem erobert, und weder Jung noch Alt verschonet worden; doch hat man ein Gebot ausgerufen, daß man aller elenden Leute, die zu keiner Wehr oder Widerstand vermögend wären, schonen sollte. Also ist ganz Jerusalem durchaus von den Feinden schreck lich geplündert, angesteckt und verbrannt, der größte Theil zerrüttet und verwüstet worden, wenig Gebäude sind stehen geblieben, daß man nur etliche römische Kriegesvölker darinnen zur Besazung lassen können. So sind auch etliche einzelne wüste Gebäude und Thürme übrig geblieben, allein nur öde, zur Anzeigung, daß daselbst eine Stadt ehemals gewesen wäre. Und ist also Jerusalem verwüstet und zu Grunde verderbet, den 8. Tag des Septembers, im 5. Monat darnach, als sie zuerst belagert worden. Der Gefangenen hat Titus bei siebenzehn Tauſend, alle junge starke Mannspersonen, gen Alexandrien, geschickt, um daselbst, wie leibeigene Knechte, Steine zu tragen und zu arbeiten. Viele Juden hat man wie das Vich gar wohlfeil verkauft, zwei Tausend hat man hin und wieder in die Länder durch das ganze römische Reich ausge theilet, daß man sie, wenn man Schauspiele gehalten, zum Gepränge von den wilden Thieren hat zerreißen lassen. Die Menge aller Gefangenen, so am Leben geblieben, find an der 3ahl sieben und neunzig Tausend, da doch, als die Belagerung angefangen wurde, wohl zehn mal hundert Tausend in der Stadt gewesen sind, welche mehrentheils Fremde und nicht Bürger, wiewohl alle vom jüdischen Stamm und Geblüt gewesen sind. Als nun Titus Jerusalem mit Gewalt eingenommen, verbrannt, zerrüttet und verheeret hatte; besette er den Ort des Landes mit etlichen Kriegesknechten, um der umliegenden Länder willen, und rückte bis an den Fluß Euphrat, denn so weit ging dazumal das römische Reich. Als aber diese gewaltige, berühmte und heilige Stadt Jeruſalem zerstöret worden, hat man gezählet vom Anbeginn der Welt 4034, vom Anfange der Stadt Rom 823, nach dem Leiden Christi 40 Jahre. Also hat Je ruſalem, die allerberühmteste Stadt im ganzen Morgenlande, wegen ihrer Sünden, Bosheit und Widerspenstigkeit gegen Gott und Jesum, ein elendes und jämmerliches Ende genommen. Text zum Cantional der Messe oder des Abendmahlsgottesdienſtes nach der Lüneburgischen Kirchenordnung. I. Introitus.( Gingang.) 1.2. Erster Adventssonntag. Ps. 25, 1-4. 1. Chor. Nach dir, Herr, verlanget mich. 2. Chor. Mein Gott, ich hoff auf dich, 1. Laß mich nicht zu Schanden werden, 2. Daß sich meine Feinde nicht freuen über mich; 1. Denn Keiner wird zu Schanden, 2. Der deiner harret. 1. Herr, zeige mir deine Wege 2. Und lehre mich deine Steige. 1. u. 2. Chor. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. - 683 3. 3 weiter Adventssonntag. Jes. 62, 11. 30, 30. Pf. 80, 2.- 1. Tochter Zion, siehe, 2. Der Herr wird Pſ. kommen zu helfen den Völkern. 1. Er wird seine herrliche Stimme schallen lassen, 2. Und euer Herz wird sich freuen. 1. Du Hirte Israels höre, 2. Der du Josephs hütest wie der Schafe. 1. u. 2. Ehre sei dem Vater zc. 4. Dritter Adventssonntag. Phil. 4, 4. Pf. 85, 2. 1. Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch. 2. Eure Lindigkeit laffet kund sein allen Menschen. 1. Der Herr ist nahe. Sorget nichts, 2. Sondern in allen Dingen lasset eure Bitte mit Gebet und Flehen vor Gott kund werden. 1. Du Herr bist vormals gnädig gewesen deinem Lande, 2. Und hast die Gefangenen Jacobs erlöset. 1. 2. Ehre sei dem Vater zc. - 5. Vierter Adventssonntag. Jes. 45, 8. Pf. 19, 2. 1. Träufelt, ihr Himmel, von oben, und die Wolken regnen die Gerechtigkeit. 2. Die Erde thu sich auf und bringe Heil. 1. Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, 2. Und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. 1.2. Ehre sei dem Vater zc. Eingang. 684 6. Erster Weihnachtstag. Jes. 9, 6. Pf. 98, 1. 1. Ein Kind ist uns geboren, 2. Ein Sohn ist uns gegeben, 1. Welches Herrschaft ist auf seiner Schulter, 2. Und er heißt Wunderbar, Rath, Kraft, 1. Held, Ewigvater, 2. Friedefürst. 1. Singet dem Herrn ein neues Lied, 2. Denn er thut Wunder. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. 7. 3weiter Weihnachtstag. 1. Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, welches Herrschaft ist auf seiner Schulter, 2. Und er heißt Wunderbar, Rath, Kraft, 1. Held, Ewigvater, 2. Friedefürst. 1. Singet dem Herrn ein neues Lied, 2. Denn er thut Wunder. 1. 2. Ehre sei dem Vater zc. 8. Dritter Weihnachtstag und Sonntag nach Weihnachten.- 1. Ein Kind ist uns geboren, 2. Ein Sohn ist uns gegeben, 1. Welches Herrschaft ist auf seiner Schulter. 2. Und er heißt Wunderbar, 1. Rath, Kraft, Held, Ewigvater, 2. Friedefürst. 1. Singet dem Herrn ein neues Lied, 2. Denn er thut Wunder. 1. 2. Ehre sei dem ic. 1. Ein 9. Tag der Beschneidung Christi. Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, welches Herrschaft ist auf seiner Schulter, 2. Und er heißt Wunderbar, Rath, Kraft, 1. Held, Ewigvater, 2. Friedefürst. 1. Singet dem Herrn ein neues Lied, 2. Denn er thut Wunder. 1: 2. Ehre sei dem Vater 2c. - - 10. 11. Epiphaniasfest. Mal. 3, 1. Pf. 72, 1. 1. Siehe, nun kommt der Herr, der Herrscher, 2. Und in seiner Hand ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. 1. Gott gieb dein Gericht dem König 2. Und deine Gerechtigkeit des Königs Sohne. 1. 2. Ehre sei dem Vater ic. 12. Erster Sonntag nach Epiphanias. Jes. 6. Offenb. 4. Pf. 100, 1. 1. Auf einem hohen und erhabenen Thron sah ich sitzen Einen, 2. Und es beteten ihn an die Heerschaaren der Engel. 1. Und sprachen mit großer Stimme: 2. Seines Reiches Ehre währet in Ewigkeit. 1. Jauchzet dem Herrn alle Welt, 2. Dienet dem Herrn mit Freuden. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. 13. 3 weiter Sonntag nach Epiphanias. Pf. 66, 4. 1. 2.- 1. Alles Land bet dich an und lobfinge dir, 2. Lobsinge deinem Namen, du Höchster. 1. Jauchzet Gott alle Lande, 2. Lobsinget zu Ehren seinem Namen, rühmet ihn herrlich. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. 685 14. Dritter und folgende Sonntage nach Epiphanias. Pf. 97, 7. 8. 1. 1. Betet ihn an, alle seine Engel, 2. Zion hört's und ist froh und die Töchter Juda's sind fröhlich. 1. Der Herr ist König, deß freue sich das Erdreich, 2. Und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer ist. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. Reminiscere. - 15. Septuagesimä. Ps. 18, 5. 7, 2-3.- 1.€ 3 umfingen mich des Todes Bande, 2. Und die Bäche Beliats erschreckten mich. 1. Da mir angst war, rief ich den Herrn an und schrie zu meinem Gotte, 2. Und er erhörte meine Stimme von seinem heiligen Tempel. 1. Herzlich lieb hab ich dich, Herr, meine Stärke. 2. Herr, mein Fels, meine Burg und mein Erretter. 1. 2. Ehre sei dem Vater zc. 16. Seragefimä. Pf. 44, 24. 27. 2. 1. Erwecke dich, Herr, warum schläfest du? 2. Wach auf und verstoß uns nicht so gar. 1. Warum verbirgst du dein Untlik, 2. Bergisfest unsers Elends und Dranges? 1. Unser Bauch klebt am Erdboden. 2. Mach dich auf, Herr, hilf uns und erlöse uns. 1. Gott, wir haben es mit unsern Ohren gehöret, 2. Unsre Väter hab'n es uns erzählet. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. - 17. Quinquagesimä.( Estomihi). Pf. 31, 3. 4. 2. 1. Sei mir ein starker Fels und eine Burg; 2. Daß du mir helfest. 1. Denn du bist mein Fels und meine Burg. 2. Und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen. 1. Herr, auf dich traue ich, laß mich nimmermehr zu Schanden werden. 2. Errette mich durch deine Gerechtigkeit. 1. 2. Ehre sei dem Vater ic. 18. Jnvocavit. Pf. 91, 15. 16. 1.- 1. Er ruft mich an, 2. So will ich ihn erhören. 1. Ich will ihn herausreißen und zu Ehren machen. 2. Ich will ihn sättigen mit langem Leben. 1. Wer unter dem Schirm des Höchsten sibet, 2. Wird unter dem Schatten des Allmächtigen bleiben. 1. 2. Ehre sei dem Vater ic. 19. Reminiscere. Pf. 25, 6. 1. 2. 1. Gedenke Herr an deine Barmherzigkeit, 2. Und an deine Güte, 1. Die von der Welt her gewesen ist, 2. Daß nicht unſre Feinde über uns herrschen. 1. Gott Jsraels, erlöse uns aus aller Noth. 2. Nach dir, Herr, verlanget mich; 1. Mein Gott, ich hoff auf dich, 2. Laß mich nicht zu Schanden werden. 1. 2. Ehre sei dem Vater zc. - 686 Eingang. 20. Oculi. Pf. 25, 15-16. 1. 2.- 1. Meine Augen sehen stets zum Herrn, 2. Denn er wird meinen Fuß aus dem Nete ziehn. 1. Wende dich zu mir und sei mir gnädig, 2. Denn ich bin einsam und elend. 1. Nach dir Herr, verlanget mich, mein Gott, ich hoffe auf dich. 2. Laß mich nicht zu Schanden werden. 1. 2. Ehre sei dem Vater zc. 21. Lätare. Jef. 66, 10-11. Pf. 122, 1.- 1. Freut euch mit Jerusalem und seid fröhlich über sie 2. Alle, die ihr sie lieb habt. 1. Freut euch mit ihr Alle, die ihr über sie traurig gewesen seid, 2. Denn dafür sollt ihr saugen und satt werden von den Brüsten ihres Troftes. 1. Ich freue mich deß, das mir geredet ist, 2. Daß wir werden in's Haus des Herren gehen. 1. 2. Ehre sei dem Vater zc. 22. Judica. Pf. 43, 1-3.- 1. Richte mich, Gott, und führe meine Sache wider das unheil'ge Volk. 2. Und errett' mich von den falschen und bösen Leuten; 1. Denn du bist der Gott meiner Stärke. 2. Sende dein Licht und deine Wahrheit, 1. Daß sie mich leiten 2. Und bringen zu deinem heiligen Berge. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2. 23. 24. Palmsonntag, Gründonnerstag und Charfreitag. Pf. 22, 20. 22. 1. 1. Herr, sei nicht ferne, 2. Meine Stärke, eile mir zu helfen! 1. Hilf mir aus dem Rachen des Löwen 2. Und errette mich von den Einhörnern. 1. Mein Gott, mein Gott, 2. Warum hast du mich verlassen? 1. 2. Ehre sei dem Vater zc. - 25. Erster Ostertag. Ps. 139, 18. 5. 6. 1. 2. 1. Wenn ich aufwache, bin ich noch bei dir, 2. Hallelujah. 1. Du hieltest deine Hand über mir. 2. Hallelujah. 1. Solches Erkenntniß ist mir zu wunderlich und zu hoch. 2. Hallelujah, Hallelujah. 1. Herr, du erforschest mich und kenneſt mich. 2. Ich size, oder stehe auf, so weißt du es. 1. 2. Ehre sei dem Vater ic. 26. 27. 3 weiter und dritter Ostertag. Luc. 24, 5-6. Pf. 8, 6-7.- 1. Er ist auferstanden, was suchet ihr den Lebendigen bei den Todten? 2. Hallelujah. 1. Ge denket daran, wie er euch sagte. 2. Hallelujah. 1. Des Menschen Sohn muß gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehn. 2. Hallelujah, Hallelujah. 1. Mit Ehre und Schmuck hast du ihn gekrönet. 2. Und hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. 687 28. Quasimodogeniti. 1 Petri 2, 2. Ps. 81, 2. 1. Als die jetzt gebornen Kindlein. 2. Hallelujah. 1. Seid begierig nach der vernünftigen, lautern Milch. 2. Hallelujah. 1. Hallelujah. 2. Hallelujah. 1. Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist, 2. Jauchzet dem Gott Jacobs. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. Eraudi. 29. Misericordias Domini. Pf. 33, 5. 6. 1. 1. Die Erde ist voll der Güte des Herren. 2. Hallelujah. 1. Der Himmel ist durch das Wort des Herrn gemacht. 2. Hallelujah. 1. Hallelujah. 2. Hallelujah. 1. Freuet euch des Herrn, ihr Gerechten, 2. Die Frommen sollen ihn schön preisen. 1. 2. Ehre sei dem Vater zc. 30. Jubilate. Pf. 66, 1. 2. 3. 1. Jauchzet Gott, alle Lande. 2. Hallelujah. 1. Lobsinget zu Ehren seinem Namen. 2. Hallelujah. 1. Rühmet ihn herrlich.-2. Hallelujah. 1. Hallelujah. 2. Hallelujah. 1. Sprechet zu Gott, wie wunderbarlich sind deine Werke. 2. Es wird deinen Feinden fehlen vor deiner großen Macht. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. - 31. Cantate. Pf. 98, 1. 2. 1.- 1. Singet dem Herrn ein neues Lied. 2. Hallelujah. 1. Denn der Herr thut Wunder. 2. Hallelujah. 1. Vor den Völkern läßt er seine Gerechtigkeit offenbaren. 2. Hallelujah, Hallelujah. 1. Er sieget mit seiner Rechten. 2. Und mit seinem heilgen Urm. 1. 2. Ehre sei dem Vater zc. 32. Rogate. Jef. 48, 20. Pf. 66, 1. 2.- 1. Predigt es mit fröhlichem Schalle, daß man's höre. 2. Hallelujah. 1. Bringt es aus bis an der Welt Ende. Der Herr hat seinen Knecht Jacob erlöset. 2. Hallelujah, Hallelujah. 1. Jauchzet Gott alle Lande. 2. Lobsinget zu Ehren seinem heiligen Namen. 1. 2. Ehre sei dem Vater ic. 33. 34. Himmelfahrtsfest. Up. Gesch. 1, 11. Pf. 47, 2.- 1. Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und sehet gen Himmel. 2. Hallelujah. 1. Wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren, wird er kommen. 2. Hpallelujah. 1. Hallelujah. 2. Hallelujah. 1. Frohlocket mit Händen alle Völker 2. Und jauchzet Gott mit fröhlichem Schalle. 1. 2. Ehre sei dem Vater zc. 35. Eraudi. Pf. 27, 7. 8. 9. 1.- 1. Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe. 2. Hallelujah. 1. Mein Herz hält dir vor dein Wort: Ihr sollt mein Untlik suchen. 688 Eingang. 2. Darum such ich auch, Herr, dein Untlig. 1. Verbirg dein Untlik nicht vor mir. 2. Habelujah, Hallelujah. 1. Der Herr ist mein Licht und mein Heil. 2. Vor wem sollte ich mich fürchten. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. 36. 37. 38. Erster, zweiter und dritter Pfingst: tag. Weish. 1, 7. Pf. 68, 29. 30. 1. Der Weltkreis ist voll Geistes des Herren. 2. Hallelujah. 1. Und der die Rede kennet, ist allenthalben. 2. Hallelujah. 1. Hallelujah. 2. Hallelujah. 1. Dasselbige dein Werk, das wollst du Gott uns stärken. 2. Von deinem heiligen Tempel zu Jerusalem. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. — 39. 40. Trinitatisfest. Tob. 12, 7.- 1. Gebenedeit sei die heilige Dreifaltigkeit 2. Und unzertheilte Einigkeit. 1. Laßt uns loben und danken Gott vom Himmel bei Jedermann. 2. Daß er an uns seine Barmherzigkeit erzeiget hat. 1. Laßt uns loben den Vater und den Sohn 2. Sammt dem heiligen Geiste. 1. 2. Ehre sei dem ic. 41. 1. Sonntag nach Trinitatis. Pf. 13, 6. 2.- 1. Herr, ich hoffe darauf, daß du so gnädig bist. 2. Mein Herz freuet sich, daß du so gerne hilfft. 1. Ich will dem Herren singen, 2. Daß er so wohl an mir thut. 1. Herr, wie lange willst du meiner so gar vergessen? 2. Wie lange verbirgest du dein Untlik vor mir? 1. 2. Ehre sei dem ic. 42. 2. nach Trinitatis. Pf. 18, 19. 20. 2. 3. 1. Der Herr ward meine Zuversicht. 2. Und er führte mich aus in den Raum. 1. Er riß mich heraus, 2. Denn er hatte Lust zu mir. 1. Herzlich lieb hab ich dich, Herr, meine Stärke. 2. Herr, mein Fels und meine Burg. 1. 2. Ehre sei dem Vater ic. 43. 3. nach Trinitatis. Pf. 25, 16. 18. 1. 2.- 1. Wende dich zu mir und sei mir gnädig, Herr. 2. Denn ich bin einsam und elend. 1. Siehe an meinen Jammer und Elend, 2. Und vergieb mir alle meine Sünde, mein Gott. 1. Nach dir, Herr, verlanget mich. Mein Gott ich hoffe auf dich. 2. Laß mich nicht zu Schanden werden. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. 44. 4. nach Trinitatis, Pf. 27, 1-3.- 1. Der Herr ist mein Licht und mein Heil. 2. Vor wem sollte ich mich fürchten? 1. Der Herr ist meines Lebens Kraft 2. Vor wem sollte mir grauen? 1. Darum so die Bösen, meine Widersacher und Feinde an mich wollen, mein Fleisch zu 10. nach Trinitatis. 689 zu fressen, 2. Müssen sie anlaufen und fallen. 1. Wenn sich schon ein Heer wider mich leget, 2. So fürchtet sich dennoch mein Herz nicht. 1. 2. Ehre sei dem Vater ic. 45. 5. nach Trinitatis. Pf. 27, 7. 9. 1.- 1. Herr ,. höre meine Stimme, wenn ich rufe, 2. Du bist meine Hülfe. 1. Laß mich nicht, 2. Und thue nicht von mir die Hand ab, Gott mein Heil. 1. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, 2. Vor wem sollte ich mich fürchten? 1. 2. Ehre sei dem Vater zc. 46. 6. nach Trinitatis. Pf. 28, 8. 9. 1.- 1. Der Herr ist seines Volkes Stärke. 2. Er ist die Stärke, die seinem Gesalbten hilft. 1. Hilf deinem Volke, Herr, und segne dein Erbe. 2. Und weide sie und erhöhe fie ewiglich. 1. Wenn ich rufe zu dir, Herr, mein Hort, so schweige mir nicht, 2. Auf daß nicht, wo du schweigest, ich gleich werde denen, die in die Hölle fahren. 1. 2. Ehre sei dem zc. 47. 7. nach Trinitatis. Pf. 47, 2. 4.- 1. Frohlocket mit Händen, alle Völker, 2. Und jauchzet Gott mit fröhlichem Schalle. 1. Er wird die Völker unter uns zwingen 2. Und die Leute unter unsre Füße. 1. 2. Ehre sei dem zc. 48. 8. nach Trinitatis und am Feste der Reinigung Mariä. Pf. 48, 10. 11. 12.- 1. Gott wir warten deiner Güte 2. In deinem Tempel. 1. Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Ende. 2. Deine Rechte ist voller Gerechtigkeit. 1. Groß ist der Herr und hoch berühmt in der Stadt unsers Gottes, 2. Auf seinem heiligen Berge. 1. 2. Ehre sei dem ic. Siehe auch 69. le 49. 9. nach Trinitatis. Pf. 54, 6. 7. 3.- 1. Siehe, Gott stehet mir bei. 2. Der Herr erhält meine Seele. 1. Er wird die Bosheit meinen Feinden bezahlen. 2. Zerstöre sie durch deine Treue, Herr, meine Stärke. 1. Hilf mir, Gott, durch deinen Namen, 2. Und errette mich durch deine Stärke. 1. 2. Ehre sei dem Vater zc. up 50. 10. nach Trinitatis. Pf. 55, 17-20. 23, 2. 1. Da ich zum Herrn rief, erhört er meine Stimme. 2. Und erlöste meine Seele von denen, die an mich wollen. 1. Und demüthigt sie, er, der vor der Welt ist. 2. Und ewiglich bleibet. 1. Wirf dein Unliegen auf den Herren. 2. Der wird dich versorgen. 1. Gott erhöre mein Gebet 2. Und verbirg dich nicht vor meinem Flehen. 1. 2. Ehre ſei dem Vater 2c. Lutherisches Gesangbuch. 44 690 Eingang. 51. 11. nach Trinitatis. Pf. 68, 6. 7. 36. 2.- 1. Er ist Gott in seiner heiligen Wohnung. 2. Ein Gott, der den Einsamen das Haus voll Kinder giebt. 1. Er wird seinem Volke Macht und Kraft geben. 2. Es stehe Gott auf, daß seine Feinde zerstreuet werden. 1. Und die ihn hassen, 2. Vor ihm fliehen. 1. 2. Ehre sei dem Vater zc. 52. 12. nach Trinitatis. Pf. 70, 2. 3.- 1. Eile Gott, mich zu erretten. 2. Herr, mir zu helfen. 1. Es müssen sich schämen und zu Schanden werden, 2. Die nach meiner Seele stehen. 1. Sie müssen zurückkehren und gehöhnet wer den, 2. Die mir Uebels wünschen. Ehre sei dem ic. 53. 13. nach Trinitatis. Pf. 74, 20. 21. 22. 23. 1.- 1. Gedenke, Herr, an deinen Bund 2. Und laß den Ge ringen nicht mit Schanden davon gehen. 1. Mach dich auf, Gott, und führe aus deine Sache 2. Und vergiß nicht des Geschreies deiner Feinde. 1. Gott warum verstößest du uns so gar 2. Und bist so grimmig zornig über die Schafe dei ner Weide. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. 54. 14. nach Trinitatis. Pf. 84, 10. 11. 2. 3.- 1. Gott unser Schild, schaue doch, siehe an das Reich dei nes Gesalbten. 2. Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser, denn sonst tausend. 1. Wie lieblich sind deine Woh nungen, Herre Bebaoth. 2. Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herren. 1. 2. Ehre sei dem ic. 55. 15. nach Trinitatis. Pf. 86, 1-4.- 1. Herr, neige deine Ohren, 2. Und erhöre mich. 1. Hilf du, mein Gott, deinem Knechte, 2. Der sich verläßt auf dich. 1. Herr ſei mir gnädig, 2. Denn ich rufe täglich zu dir. 1. Erfreue die Seele deines Knechtes. 2. Denn nach dir, Herr, ver: langet mich. 1. 2. Ehre sei dem Vater ic. 56. 16. nach Trinitatis. Pf. 86, 3. 5. 1. 1. Herr sei mir gnädig, 2. Denn ich rufe täglich zu dir. 1. Denn du, Herr, bist gut und gnädig. 2. Von großer Güte Allen, die dich anrufen. 1. Herr, neige deine Ohren und erhöre mich, 2. Denn ich bin elend und arm. 1. 2. Itin Ehre sei dem Vater zc. 57. 17. nach Trinitatis. Pf. 119, 137. 124. 1. 1. Herr du bist gerecht und dein Wort ist recht. 2. Handle mit deinem Knecht nach deiner Gnade. 1. Wohl denen, die ohne Wandel leben. 2. Die im Gesetz des Herren wandeln. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. 23. nach Trinitatis. 691 58. 18. nach Trinitatis. Sir. 36, 18. 19. Ps. 122, 1. 1. Herr, vergilt denen, so auf dich harren, 2. Daß deine Propheten wahrhaftig erfunden werden. 1. Erhöre das Gebet deines Knechtes 2. Und deines Volkes Israel. 1. Jch freue mich deß, das mir geredet ist. 2. Daß wir werden in's Haus des Herren gehen. 1.2. Ehre sei dem zc. 59. 19. nach Trinitatis. Pf. 35, 3. 43, 18. 78, 1. - 1. Ich bin deine Hülfe, spricht der Herre, 2. Wenn sie schreien, will ich hören. 1. Und sie erretten aus aller ihrer Noth 2. Und ihr Herr sein ewiglich. 1. Höre, mein Volk, mein Geset. 2. Neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. 60. 20. nach Trinitatis. Dan. 9, 14. Pf. 48, 2. 1. Herr, du bist gerecht in allen deinen Werken, die du thuest. 2. Denn wir gehorchten deiner Stimme nicht. 1. Uber gieb Ehre deinem Namen 2. Und handle mit uns nach deiner großen Barmherzigkeit. 1. Groß ist der Herr, und hochberühmt in der Stadt unsers Gottes. 2. Auf seinem heiligen Berge. 1. 2. Ehre sei dem Vater zc. 61. 21. nach Trinitatis. Stücke in Esther 2, 1-3. Pf. 119, 1.- 1. Herr, du bist der allmächtige König. 2. Es stehet Ulles in deiner Macht 1. Und deinem Willen fann Niemand widerstehen. 2. Denn du hast Himmel und Erde gemacht. 1. Und alles, was darinnen ist. 2. Du bist aller Herr. 1. Wohl denen, die ohne Wandel leben. 2. Die im Gesetz des Herren wandeln. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. - 62. 22. nach Trinitatis. Pf. 130, 3. 4. 1. 2. 1. So du willst, Herr, Sünd' zurechnen, Herr, wer wird bestehen? 2. Denn bei dir ist die Vergebung, Gott Israels. 1. Aus der Tiefe ruf ich, Herr, zu dir, 2. Herr, höre meine Stimme. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. - 63. 23. nach Trinitatis. Jer. 29, 11. 12. 14. 1. Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herre. 2. Nämlich Gedanken des Friedens und nicht des Leides. 1. Und ihr werdet mich anrufen und hingehn und mich bitten, 2. Und ich will euch erhören. 1. Und ich will eur Gefängniß wenden und euch sammeln 2. Aus allen Völkern und von allen Orten. 1. Herr, du bist vor: mals gnädig gewesen deinem Lande 2. Und hast die Gefangenen Jacobs erlöset. 1. 2. Ehre sei dem Vater zc. 44* 11 692 64. 24. nach Trinitatis. Pf. 95, 6. 7.1.- 1. Kommt, laßt uns anbeten und knieen 2. Und niederfallen vor dem Herrn, 1. Der uns gemacht hat. 2. Denn er ist unser Gott. 1. Kommt herzu, laßt uns dem Herrn frohlocken 2. Und jauchzen dem Hort unsers Heils. 1. 2. Ehre sei dem ic. 65. 25. nach Trinitatis. Pf. 31, 10. 16. 18.2.- 1. Herr, sei mir gnädig, 2. Denn mir ist angst. 1. Errette mich von der Hand meiner Feinde. 2. Und von denen, die mich verfolgen. 1. Herr laß mich nicht zu Schanden wer den, 2. Denn ich rufe dich an. 1. Herr, auf dich traue ich. Laß mich nimmermehr zu Schanden werden. 2. Errette mich durch deine Gerechtigkeit. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. 66. 26. nach Trinitatis. Pf. 54, 3. 4. 7.- 1. Hilf mir, Gott, durch deinen Namen. 2. Und schaffe mir Recht durch deine Gewalt. 1. Gott, erhöre mein Gebet, 2. Vernimm die Rede meines Mundes. 1. Er wird die Bosheit meinen Feinden bezahlen. 2. Zerstöre sie durch deine Treue. 1. 2. Ehre sei dem Vater ic.69 190 mi imdure 67. 27. nach Trinitatis. Siehe 39 u. 40. 68. Fest der Reinigung Mariä. Siehe 48. Oder Pf. 48, 10. 11. 2. 1. Gott, wir warten deiner Güte 2. In deinem Tempel. 1. Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Ende. 2. Deine Rechte ist voller Gerechtigkeit. 1. Groß ist der Herr und hochberühmt in der Stadt unsers Gottes. 2. Auf seinem heiligen Berge. 1. 2. Ehre sei dem Vater 2c. 69. Fest der Verkündigung Mariä. Siehe Introitus zum 4. Advent. 70. 71. Feft Johannis des Täufers. Jes. 49, 1. 2. Pf. 92, 2. 1. Der Herr hat mich von Mutterleibe gerufen bei meinem Namen. 2. Und hat meinen Mund gemacht wie ein scharfes Schwert. 1. Mit dem Schatten seiner Hand hat er mich bedecket. 2. Er hat mich zum reinen Pfeil gemacht. 1. Es ist ein köstlich Ding, dem Herren danken 2. Und lobsingen deinem Namen, du Höchster. 1. 2. Ehre sei dem ic. 72. 73. Fest der Heimsuchung Mariä. Ps. 45, 2. 1. Freuen wir uns Alle in dem Herrn. 2. Und halten ein Fest zu Ehren Mariens der Jungfrau, 1. Ueber deren Heimsuchung sich freuen die Engel 2. Und loben mit einander den Sohn Gottes. 1. Mein Herz dichtet ein feines Lied. 2. Ich will singen von einem Könige. 1. 2. Ehre sei zc. - Eingang. - Kyrie und Gloria. 693 74. 75. Michaelisfest. Pf. 103, 20. 1.- 1. Lobet den Herren 2. Alle seine Engel, 1. Ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, 2. Daß man höre die Stimme seines Wortes, 1. Lobe den Herrn, meine Seele. 2. Und was in mir ist, seinen heiligen Namen. 1. 2. Ehre sei ic. II. Kyrie und Gloria. ult 76. Kyrie auf Advent. Pastor. O milder Gott, allerhöchster Hort, wir rufen zu dir in unsrer Noth. Chor und Gemeinde. Erbarm dich unser. P. O Christe, Gottes Sohn, der Kirche Haupt, Freud, Ehr und Kron und frei offner Heilsbrunn. Ch. G. Erbarm dich unser. P. Heilger Geist, der Kirche Tröster, du allerbester Meister, Verneurer und Regierer. Ch. G. Erbarm dich unser. 77. Gloria auf 1. Advent. P. Ehre sei Gott in der Höhe. Ch. G. Und Fried auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Ch. Wir loben dich. G. Wir benedeien dich. Ch. Wir anbeten dich. G. Wir ehren dich. Ch. Wir sagen dir Dank von wegen deiner großen Ehre. G. O Herr Gott, himmlischer König. Ch. O Gott Vater, Allmächtiger. G. O Herr Allerhöchster, eingeborner Sohn, Jesu Christe. Ch. O Herr Gott, Lamm Gottes. G. Ein Sohn des Vaters. Ch. Der du wegnimmst die Sünd der Welt. G. Erbarm dich unser. Ch. Der du wegnimmst die Sünd der Welt, G. Nimm auf unser inniges Bitten. Ch. Der du sißest zur Rechten des Vaters, G. Erbarm dich unser. Ch. Denn du allein bist heilig, G. Du bist allein der Herre, Ch. G. Du bist allein der Höchst, Jesu Christe, mit dem heiligen Geist in der Ehre Gottes des Vaters. Umen. 10 78, 80, 82. 84. 86. 92. 94. 96. 98. Kyrie für ge= wöhnliche Sonntage. P. Herre Gott. Ch. G. Erbarm dich unser. P. Christe. Ch. G. Erbarm dich unser. P. Heilger Geist. Ch. G. Erbarm dich unser. kiba 79. 81. 83. 85. 87. 93. 95. 97, 99. Gloria für gewöhnliche Sonntage. P. Ehre sei Gott in der Höhe. Ch. G. Und Fried auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. 88. 90. p. Kyrie. Ch. G. Eleison. P. Christe. Ch. G. Eleison. P. Kyrie. Ch. G. Eleison. 89. Gloria. P. Ehre sei Gott in der Höhe. Ch. G. Und Fried auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Oder 694 Kyrie und Gloria. 91. Gloria. P. Lob, Ehr und Preis sei Gott in der Höhe. Ch. G. Auf Erden Fried, den Menschen ein Wohl= gefallen. 100. Kyrie für mindere Festtage. P. Kyrie, Gott aller Welt Schöpfer und Vater. Ch. G. Erbarm dich unser. P. Christe, wahr Gott und Mensch geborn, der du für uns trugst Gottes 3orn. Ch. G. Erbarm dich unser. P. Kyrie, Gott heiliger Geist, mit Vater und dem Sohne. Ch. G. Erbarm dich unser. 101. Gloria. P. Lob, Ehr und Preis sei Gott in der Höhe. Ch. G. Auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Ch. Wir loben dich. G. Wir bitten dich. Ch. Wir ehren und preisen dich. G. Wir danken dir, du höchster um deiner göttlichen Ehre willen. Ch. Allmächtiger Herr, Gott Vater, himmlischer König. G. Herr Gott, du eingeborner Sohn Jesu Christe. Ch. Herr Gott, du Gottes Lamm des Vaters Sohn, der die Sünd der Welt hinnimmst. G. Erbarm dich unser. Ch. O Jesu Christ, der du durch deinen bittern Zod die Welt aus Noth errett't und erlöset hast. G. Erhör uns, gütger Gott, und nimm an unser arm Gebet. Ch. Der du sikest zu der Rechten Gottes im Himmel hoch. G. Erbarm dich unser. Ch. Denn du allein bist heilig und der Herre. G. Du bist allein der Höchste, Jesu Christe. Ch. G. Mit Gott dem Tröster, dem heiligen Geist in der Herrlichkeit und Preis des Vaters. Amen. 102. Kyrie. P. Kyrie, Gott Vater. Ch. G. Erbarm dich unser. P. Christe, Gottes Sohn. Ch. G. Erbarm dich unser. P. Kyrie Gott heilger Geist. Ch. G. Erbarm dich unser. 103-105. Gloria. P. Ehre sei Gott in der Höhe. Ch. G. Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Oder - 104. Kyrie. P. Kyrie, Gott Vater in dem Himmel, Ch. G. Erbarm dich unser. P. Christe, Gottes Sohn, der Welt Heiland. Ch. G. Erbarm dich unser. P. Kyrie, Gott heiliger Geist. Ch. G. Erbarm dich unser.- Oder 106. Kyrie. P. O Herre Gott, Vater in Ewigfeit. Ch. G. Sei uns Šündern gnädig. P. Christe, aller Welt Heiland und ihr Trost. Ch. G. Mach uns alle von Sünden los. P. Gott heiliger Geist, theil uns mit Weisheit, Lieb und Glauben allermeist. Ch. G. Gieb göttliche Gerechtigkeit. Auf Weihnachten und Neujahr. 695 107. P. Lob, Ehr und Preis sei Gott in der Höhe. Ch. G. Auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. 108. Kyrie. P. Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit, groß ist dein Barmherzigkeit, aller Ding ein Schöpfer und Regierer. Ch. G. Erbarm dich unser. P. Christe, aller Welt Trost, uns Sünder allein du hast erlöst. O Jesu, Gottes Sohn, bist unser Mittler in dem höchsten Thron. Zu dir schreien wir aus Herzensbegier. Ch. G. Erbarm dich unser. P. Kyrie, Gott heiliger Geist, tröst, stärk uns im Glauben allermeist, daß wir am letzten End fröhlich abscheiden aus diesem Elend. Ch. G. Erbarm dich unser. 109. Gloria. P. Ehre sei Gott in der Höhe. Ch. G. Und Fried auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.. Ch. Wir loben dich. G. Wir benedeien dich. Ch. Wir an beten dich. G. Wir ehrwürdigen dich. Ch. Wir danksagen dir von deines großen Preises wegen. G. Herre Gott, himmlischer König, o Gott Vater, Allmächtiger. Ch. Herre, du eingeborner Sohn, Jesu Christe, Allerhöchster. G. Herre Gott, ein Lamm Gottes, ein Sohn des Vaters. Ch. Der du trägst die Sünde der Welt. G. Erbarm dich unser. Ch. Der du trägst die Sünde der Welt. G. Nimm auf unser inniges Bitten. Ch. Der du sitzest zu der Rechten des Vaters. G. Erbarm dich unser. Ch. Denn du bist alleine heilig, du bist allein der Herr. G. Du bist allein der Höchste, Jesu Christe, Ch. G. Mit dem heiligen Geiste im Preise Gott des Vaters. Amen. 110. Kyrie. Auf Weihnachten und Neujahr. P. O Vater, allmächtiger Gott, zu dir schreien wir in der Noth, durch dein groß Barmherzigkeit. Ch. G. Erbarm dich über uns. P. O Christ, wollst uns erhören, für uns bist du Mensch geboren von Maria. Ch. G. Erbarm dich über uns. P. O heiliger Geist, wollst uns geben, dich allzeit herzlich lieben und nach deinem Willen streben. Ch. G. Erbarm dich über uns. 111. Gloria. P. Lob, Ehr und Preis sei Gott in der Höhe. Ch. G. Auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Ch. Wir loben dich. G. Wir bitten dich. Ch. Wir chren und preisen dich. G. Wir danken dir, du höchster Gott um deiner göttlichen Ehre willen. Ch. Ullmächtiger Herr Gott, Vater, himmlischer König. G. Herr Gott, du eingeborner Sohn, Jesu Christi. Ch. Herr Gott, du Gottes 696 Kyrie und Gloria. Lamm, des Vaters Sohn, der die Sünd der Welt hinnimmst. G. Erbarm dich unser. Ch. O Jesu Christ, der du durch deinen bittern Tod die Welt aus Noth errett't und erlöſet hast. G. Erhör uns gütiger Gott und nimm an unser arm Gebet. Ch. Der du sißest zu der Rechten Gottes im Himmel hoch. G. Erbarm dich unser. Ch. Denn du allein bist heilig und der Herre. G. Du bist allein der Höchste, Jesu Christe, Ch. G. Mit Gott dem Tröster, dem heiligen Geist in der Herrlichkeit und Preis des Vaters. Umen. Oderbildon on igal ma rim 112. Kyrie. 2uf Neujahr oder Weihnachten. P. O Bater der Barmherzigkeit, Brunn aller Gütigkeit, laß heut deine Gnad zu uns fließen und uns der genießen. Ch. G. Erbarm dich unser. P. Christe, Gottes Sohn, der du von dem höchsten Thron gesandt in diese Welt bist kom men, uns Allen zu frommen. Komm auch in unser Herz und Sinnen, und wohne darinnen. Ch. G. Erbarme dich unser. P. O heiliger Geist, wahrer Gott, sei unser Trost in aller Noth, mach unsre Seel gesund, daß wir wirklich und aus Herzensgrund lieben den neuen Bund. Ch. G. Erbarm dich unser. Amen. 113. Gloria. P. Ehre sei Gott in der Höhe. Ch. G. Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen, denn der Heiland ist geboren. Ch. Dir opfern wir Lob und und Dank. G. Von fröhlichem Herzen mit diesem Gesang. Ch. Dich rufen wir an allein. G. Wir rühmen hoch den allerheiligsten Namen dein. Ch. Wir erheben deine Herrlichkeit. G. Wir trösten uns deiner Barmherzigkeit. Ch. Ewiger König, allmächtiger Herre Gott. G. Getreuer Vater, der du uns hilfft aus aller Noth. Ch. Du ewiger, eingeborner Sohn, Christe, unsre Kron. G. Der Gläubigen Tröster, heiliger Geist und Meister. Ch. DO Jesu, du Gotteslamm und einige väterliche Huld. G. Der du trägst der Welt schwere Sünd und Schuld, behüt uns in Anfechtung und Ungeduld. Ch. Der du tilgst der Welt Sünde allein. G. Erhöre unser Stimm und mach dir uns rein. Ch. Der du zur Rechten deines Vaters sizest herrlich. G. O nimm dich heut unser an genädiglich. Ch. Denn du bist unser Herr und König allein. G. Du bist der wahre Grundstein. Ch. Du bist, der du alle Macht hast, Christe unser Trost, G. Und mit dem heiligen Geiste kräftiglich in deines Vaters Auf Ostern. 697 Reich regierst und herrschest ewiglich. Ch. G. Dir sei mit Freudigkeit Lob und Ehr in Ewigkeit. Amen. 114. Kyrie am Epiphaniasfeste. P. Kyrie, ach Vater allerhöchster Gott, wie klein acht't man doch dein Gebot, verschon unsre Blindheit, die viel Sünd thut. Ch. G. Erbarm dich unser. P. Christe, o Herre Gott, du bist der Tag und das wahre Licht, die Pforte der Wahrheit, das Leben, des Vaters Wort und den Rath hast du uns zu Troste gegeben. Ch. G. Erbarm dich unser. P. Kyrie, heiliger Geist in Ewigkeit, steh uns bei durch dein Barmherzigkeit. All unsre Sünd sind uns leid, du willst nicht verlaffen all die auf dich hoffen. Ch. G. Erbarm dich unser. 115. Gloria. P. Ehre sei Gott in der Höhe. Ch. G. Und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen. Ch. Wir loben dich. G. Wir preisen dich. Ch. Wir anbeten dich. G. Und ehren dich. Ch. Wir danksagen dir, o Herre, um deines großen Preises willen. G. O Gott König, der Himmel Gott, Vater, Allmächtiger. Ch. Herre, Gottes Sohn, Eingeborner, Jesu Christe. G. Herre Gott, ein Lamm Gottes, Sohn des Vaters. Ch. Der du trägst der Welt Sünde. G. Erbarm dich unser. Ch. Der du trägst der Welt Sünde. 6. Nimm gnädig auf unser Gebet. Ch. Der du fizest zur Rechten des Vaters. G. Erbarm dich unser. Ch. Denn du allein bist heilig, du bist alleine der Herre. G. Alleine der Allerhöchste, Jesu Christe, Ch. G. Mit dem heiligen Geist in der Ehre Gottes des Vaters. Amen. 116. Kyrie. 2uf Ostern. P. Kyrie, Gott aller Welt Schöpfer und Vater. Ch. G. Eleison. P. Christe, wahr Gott und Mensch geborn, der du für uns trugst Gottes Born. Ch. G. Eleison. P. Kyrie, heiliger Geist, mit Bater und Sohn Ein Gott. Ch. G. Eleison. P. Kyrie, hilf uns, daß wir in solchem Glauben rein dich anbeten allein und bleiben die Diener dein. Ch. G. Eleison. 117. Gloria. P. All Ehr und Lob soll Gottes sein. Ch. G. Er ist und heißt der Höchst allein. Ch. Sein Zorn auf Erden hab ein End. G. Sein Fried und Gnad sich zu uns wend. Ch. Den Menschen das gefalle wohl. G. Dafür man herzlich danken soll. Ch. Uch lieber Gott, dich loben wir, G. Und preisen dich mit ganzer Gier. Ch. Auch knieend wir anbeten dich. G. Dein Ehr wir rühmen stetiglich. Ch. Wir danken dir zu aller Zeit. G. Um deine große Herrlichkeit. 698 Kyrie und Gloria. Ch. Herr Gott im Himmel, König du bist. G. Ein Vater, der allmächtig ist. Ch. Du Gottes Sohn vom Vater bist G. Einig geborn Herr Jesu Christ. Ch. Herr Gott, du zartes Gottes Lamm. G. Ein Sohn aus Gott des Vaters Stamm. Ch. Der du der Welt Sünd trägst allein. G. Wollst uns gnädig, barmherzig sein. Ch. Der du der Welt Sünd trägst allein. G. Laß dir unsre Bitt gefällig sein. Ch. Der du gleich sitst dem Vater dein. G. Wollst uns gnädig, barmherzig sein. Ch. Du bist und bleibst heilig allein. G. Ueber Alles der Herr allein. Ch. Der Allerhöchst allein du bist. G. Du lieber Heiland Jesu Christ. Ch. Sammt dem Vater und heilgem Geist, G. Jn göttlicher Majestät gleich. Ch. G. Amen, das ist gewißlich wahr, das bekennt aller Engel Schaar, und alle Welt so weit und breit, von Anfang bis in Ewigkeit. 118. Kyrie. Nuf Himmelfahrt. P. O allmächtiger, ewiger Vater. Ch. G. Erbarm dich unser. P. Christe, du Gottes Sohn, unsers Herzens Wonne, Freud und Kron. Ch. G. Erbarm dich heut über uns. P. Heiliger Geist, allerhöchster Trost, tröst durch deine Güt unser schwad) Gemüth. Ch. G. Erbarm dich heut über uns. P. O du einige Gottheit und immerwährend UUmächtigkeit. Ch. G. Erhöre uns heut aus Barmherzigkeit. 119. Gloria. P. Ehre sei Gott in der Höhe. Ch. G. Und Fried auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Ch. Wir loben dich. G. Wir benedeien dich. Ch. Wir an beten dich. G. Wir ehren dich. Ch. Wir sagen dir Dank von wegen deiner großen Ehre. G. Herr Gott, himm lischer König, Gott Vater, Ullmächtiger. Ch. Herr Gott, du eingeborner Sohn, Jesu Christe. G. Herr Gott, du Lamm Gottes, ein Sohn des Vaters. Ch. Der du trägst die Sünde der Welt. G. Erbarm dich unser. Ch. Der du trägst die Sünde der Welt, G. Nimm auf unser inniges Bitten. Ch. Der du sikest zur Rechten des Vaters. G. Erbarm dich unser. Ch. Denn du allein bist heilig, du bist allein der Herre. G. Du bist allein der Höchste, Jesu Christe. Ch. G. Mit dem heiligen Geiste in der Ehre Gottes des Vaters. Amen. 120. Kyrie. Auf Pfingsten. P. ewiger, barmherziger Gott, wir danken dir der Wohlthat, die du uns erzeiget haft und aller Welt Erlösung. Ch. G. Erbarm dich Gruß und Collecte. Epistel. Dankspruch.- Hallelujah. 699 unser. P. Gottes Sohn, Herre Jesus Christ, weil du oben im Himmel bist, send uns herab deinen Geist in heilsamer Gab. Ch. G. Erbarm dich unser. P. O heiliger Geist, wahrer Gott, sieh an unsre Noth und erfüll uns mit dein'n Gaben aus Gnaden. Ch. G. Erbarm dich unser. P. Erneu auch unser Gemüthe, durch deine Güte. Ch. G. Denn wir uns dir ganz und gar übergeben, deinem Namen, Herre Gott, zu ewigem Preis. Amen. 121. Gloria. P. Ehre sei Gott in der Höhe. Ch. G. Und Fried auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Ch. Wir loben dich. G. Wir benedeien dich. Ch. Wir anbeten dich. G. Wir ehren dich. Ch. Wir sagen dir Dank von wegen deiner großen Ehre. G. O Herre Gott, himmlischer König, o Gott Vater, Allmächtiger. Ch. Herre, du eingeborner Sohn, Jesu Christe, Allerhöchster. G. Herre Gott, ein Lamm Gottes, ein Sohn des Vaters. Ch. Der du trägst die Sünde der Welt. G. Erbarm dich unser. Ch. Der du trägst die Sünde der Welt, G. Nimm auf unser inniges Bitten. Ch. Der du sikest zur Rechten des Vaters. G. Erbarm dich unser. Ch. Denn du allein bist heilig, du bist allein der Herre. G. Du bist allein der Höchste, Jesu Christe, Ch. G. Mit dem heiligen Geiste in der Ehre Got tes des Vaters. Amen. III Gruß und Collecte. 122. Gruß. P. Der Herr sei mit euch. Ch. G. Und mit deinem Geiste. 123. Collecte. P. Laßt uns beten ic. Ch. G. Umen. IV. Epistel, Dankspruch, Hallelujah, Lobet den Herrn, Sequenzen, Nimm von uns Herre Gott, Tractus, Graduale, Litanei. Nach der Epistel singen Chor und Gemeinde den Dankspruch: Dank sei dir, o Herr! 125. Antiphone mit Hallelujah.( Nach den kirchlichen Zeiten verschieden.) 1. Ch. Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch. Hallelujah. 2. Ch. Daß der König der Ehren einziehe. Hallelujah. 1. u. 2. Ch. Gem. Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah.- Oder Lobet den Herrn. 127. Antiphone ohne Hallelujah. 1. Ch. Rufe mich an in der Zeit der Noth. 2. Ch. So will ich dich erretten und du sollt mich preisen. 1. 2. Ch. G. Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah. 129. Antiphone in den Fasten.( Nach den Sonntagen verschieden.) 1. Christus ist um unserer Missethat willen verwundet 2. Und um unserer Sünde willen zerschlagen. 1. 2. Ch. G. Amen, Amen.com 131. Hallelujah für Advent und mindere Festtage. 1. 2. Hallelujah. 1. Herr, erzeige uns deine Gnade. 2. Und hilf uns. 1. 2. Ch. G. Hallelujah, Hallelujah. Oder 700 L 133. 1. 2. Hallelujah. 1. Gesegnet bist du, o Herre, Gott unsrer Väter, 2. Und preiswürdig von Ewigkeit zu Ewigkeit. 1. 2. G. Hallelujah, Hallelujah. 135. Nuf Weihnachten und Neujahr. 1. 2. Hallelujah. 1. Ein heiliger Tag ist uns angebrochen. 2. Kommet, ihr Völker und betet an den Herrn. 1. 2. Denn heute ist ein großes Licht auf die Erde hernieder kommen. 1. G. Hallelujah, 2. G. Hallelujah, 1. 2. G. Hallelujah. 137. Auf Epiphanias. 1. 2. Hallelujah. 1. Wir haben einen Stern gesehn im Morgenlande 2. Und sind gekommen mit Geschenken, anzubeten den Herren. 1. G. Hal: lelujah, 2. G. Hallelujah, 1. 2. G. Hallelujah. 139. Auf ftern. 1. 2. Hallelujah. 1. Uns ist ein Ofterlamm geopfert, welches ist Christus. 2. Lasset uns Ostern halten im Süßteige der Lauterkeit und Wahrheit. 1. G. Hallelujah. 2. G. Hallelujah. 1. 2. G. Hallelujah. 141. Auf Himmelfahrt. 1. 2. Hallelujah. 1. Der Herr ist auf Sina im Heiligthume. 2. Er ist aufgefahren in die Höhe und hat gefangen geführt das Gefängniß. 1. G. Hallelujah, 2. G. Hallelujah, 1. 2. G. Hallelujah. 143. Auf Pfingsten. 1. 2. Hallelujah. 1. Komm heiliger Geist erfüll die Herzen deiner Gläubigen, 2. Und entzünde in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe. 1. G. Hallelujah, 2. G. Hallelujah, 1. 2. G. Hallelujah. 145. 147. 149, 151. 153. Lobet den Herrn. 1. Lobet den Herrn alle Heiden. 2. Preiset ihn alle Völfer. 1. Denn seine Gnade und Wahrheit 2. Waltet über uns in Ewigkeit. 1. G. Hallelujah, 2. G. Hallelujah, 1. 2. S. Hallelujah. 701 155, Sequenz*) auf Weihnachten. 1. Unsichtbar ist Gottes Sohn vor der Zeit gezeugt, der weit über alle Welten reicht. 2. Da durch ihn des Himmels Bau, Land und Meer besteht, und das Leben, das darinnen weht. 1. Der die Ordnung lenkt, daß so Tag wie Stund, immer wechseln auf dem Erdenrund. 2. Dem die Engelschaar Preis und Ehre bringt, in der Himmelsburg einhellig fingt. 1. Er nahm an den schwachen Leib, der geboren ward aus Maria's Fleisch der Jungfrau zart, daß sein schuldenreines Blut, Eva's Uebermuth und die Sünde Adams machte gut. 2. Heut erglänzt der heil'ge Tag, der mit Wunderlicht früh die wonnevolle Kunde spricht: daß die alte Finsterniß, die das Erdreich deckt, vor der wahren Sonne Strahl erschreckt. 1. Des neuen Sternes Pracht, dringt selbst in die Nacht, und der Weisen frommer Blick, weicht erstaunt zurück. 2. Den Hirten auf dem Feld fehlet nicht das Licht, es umleuchtet sie die Schaar Gottes blendend klar. 1. Freu dich Gottgebärerin, Engelschaar ist Helferin, die dich liebevoll umringt, Gottes Preis und Ehre singt. 2. Christe, ach erhör' uns bald! Weil du menschliche Gestalt an dich nahmst uns zu lieb, jest auch uns Erquickung gieb. 1. Weil du Jesu gnadenreich, wurdest deinen Brüdern gleich, laß es gnädig auch geschehn, daß du merkest auf ihr Flehn. 2. Ein= geborner Gottes Sohn, nimm o Herr von Himmels thron, sie in Huld und Gütigkeit, auf in deine Herrlichkeit. 157. Sequenz auf Weihnachten. Eine andere Weise. 1. 2. Auf ihr Christen alle, singt und preist mit Schalle. 1. Der Tag ist rühmenswerth, es scheinet auf die Erd uns ein gnadenvolles Licht. 2. Die alte Nacht verzieht, der böse Schatten flieht, und die Sündennacht zerbricht. 1. Es ist der Tag des Herrn, ein schöner Morgenstern ist der finstern Welt geborn. 2. Der Grund der Höllen weicht, der blut'ge Tod erbleicht, Tod und Teufel sind verlorn. 1. Die Pestilenz verdirbt, die gift'ge Schlange stirbt, Beute ward der alte Feind. 2. Das Schäflein, das verirrt, der arme Sünder wird heim geholt als Gottes Freund. 1. Es jubiliret. Sequenzen. *) Vor jeder Sequenz geht der Dankspruch für beide Chöre: Dank sei dir, o Herr! voraus. Die Sequenzen können auch im Wechsel zwischen Chor und Gemeinde gesungen werden, dann würde der Gemeindegesang darnach ausfallen. 702 Sequenzen. heut im Himmel voller Freud, Gottes engelische Schaar. 2. Dieweil des Herren Hand den Groschen wiederfand, der verlorn im Staube war. 1. Der Herre Zebaoth verbindet sich, vom Tod menschlich Wesen zu befrein. 2. O Rath von Gnaden hold, der Schöpfer selber wollt gar des Weibes Same sein. 1. Wesen wunderbar, dein' Gottheit leuchtet klar, und die Menschheit ist dein Kleid. 2. Ein groß Ge heimniß ist: Du bleibest wie du bist, und wirst Mensch in dieser Zeit. 1. Es kam der fromme Hirt zu suchen, was verirrt, in der Wüste dieser Welt. 2. Er legt die Rüstung an, es kämpft der starke Mann, als der rechte Gottes Held. 1. Sein heldenhafter Streit, bewahrt vor Todesleid, bricht uns Bahn ins Vaterland. 2. Ein großer Sieger ist, der Herre Jesus Christ, führt uns heim mit starker Hand. 1. 2. Gepriesen sei er nun in Ewigkeit. 159. Sequenz auf Epiphanias. 1. 2. Christi Feste möge feiern die ganze Christenheit. 1. Sie sind mit seltenem Reiz gezieret und verdienen aller Völker Preis. 2. Wegen des Allmächtigen Ankunft und aller Nationen Berufung. 1. Als Christus war geboren, ward der Stern den Weisen offenbart. 2. Doch die vergeblich nicht erachteten des hellen Zeichens Licht. 1. Geschenke bringen sie heran und bieten sie ihm an, dem fernen Sterne gehorchen überall. 2. Als sie nun dem Haus, wo der Fürst lebte in Saus und Braus, wichen aus, suchen sie Christi kleinen Stall. 1. Da läßt des neidischen Fürsten schändlicher, wuthentbrannter Sinn jedes Kind Bethlehems, daß der Herr, neu geborn, falle ficher mit, unmenschlich schlachten hin. 2. O Christe, welche Zahl hast du aus der Qual deinem Gott zugeführt, als ein saugend Kind! Schaaren hast lehrend du zugesellt, als Streiter Gottes, echter Held! 1. Als er aber dreißig Jahre war alt geworden, neigte Gottes Sohn vor Johannes Hand des Dieners sich, weihte dadurch uns die Taufe ein, daß der Sünden größter Schrecken wich. 2. Sieh, der heil'ge Geist in der Gestalt einer weißen Taube, naht alsbald. Nieder läßt er sich auf ihn zuerst, ehe er andre durchdrin get. Nie ist's geschehen, daß er von ihm wich. 1. Auch des Vaters Stimme ließ sich hören und gedachte nicht dessen, was der Zorn spricht: Es gereut mich, daß ich den Menschen schuf. 2. Ja! du bist mein Sohn voller Wonne, der mich verfühnet schon, hast mein Wohlgefallen. Heute, mein Sequenzen. 703 Sohn, gezeuget hab ich dich. 1. 2. Dieser ist Herr, vernehmt's ihr Völker, hört, was dieser lehrt! 161. Sequenz auf Ostern. 1. 2. Singen wir fröhlich allesammt, loben wir unser Osterlamm. 1. Christ ohne Schuld befunden, ward als ein Lamm gebunden, und am Kreuz gestochen, nicht zerbrochen. 2. Der Tod wollt's Leben dämpfen, fing an mit ihm zu kämpfen, Tod, der ward bezwungen und verschlungen. 1. Christ stieg hinab zur Höllen, bis in die untern Stellen und predigt den Gefang'nen, die vor dem König bangen. 2. Er stürmt des Feindes Werke, zerbricht der Rüstung Stärke, er hat ihn bald gebunden und siegt als Gott befunden. 1. Nun ist er erstanden und lebet in Klarheit, und theilt mit uns Allen sein' Gnade und Wahrheit. 2. O Christe, des Todes, der Höll'n Ueberwinder, erbarm dich heut aller verlorenen Sünder. 1. 2. Hilf, daß sie auf von Sünden stehn, und in ein neues Leben gehn. Hallelujah! Hierauf singt man den Lobgefang: Christ ist erstanden.- 1. 2. und Gem. Christ ist erstanden von der Marter alle, deß solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen. Seit, daß er erstanden ist, so lob'n wir den Vater Jesu Christ. Kyrieleis. 1. Hallelujah! 2. Hallelujah! 1. 2. Hallelujah! Deß solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis! 163, Sequenz auf Ostern. Eine andere Weise. 1. 2. Heut sollen alle Christen preisen das Osterlamm mit Freudenweisen. 1. Den Schafen ist verdienet Lösung durch des Lammes Pein, der heil'ge Christ versöhnet Sünder Gott dem Vater sein. 2. Wohl Tod und Leben haben wunderlichen Streit geführt, das Reich muß ewig haben, der als Lebensfürst regiert. 1. Maria nun sag zur Stunden, was hast du am Weg gefunden? Das leere Grab, gegangen kam Christ in Lebensprangen. 2. Wohl Linnen und Tuch sich zeigen, die Engel im Grabe zeugen: daß meine Hoffnung stehet und Christ voraus uns gehet. 1. 3u glauben ist allein Maria's wahrer Kunde, die Juden reden ein im bösen Lügenbunde. 2. Wir wissen, Christus sei vom Tod erstanden selig. Siegesfürst verleih' uns deine Gnade O ewig. 1. 2. Hallelujah. Hierauf singt man den Lobgefang: Christ ist erstanden ic. Siehe oben. - 704 Sequenzen. 165. Sequenz auf Himmelfahrt. 1. 2. Nun loben wir heut insgemein, dem Heiland Christo benedei'n. 1. Der Himmel und die ganze Welt durch sein' Gewalt regiert, erhält. 2. Der sich für uns demüthiglich geopfert hat ganz williglich. 1. Wer hat's gehört und je gesehn, daß solche Wohlthat könnt geschehn. 2. Daß Gott aus sei nem Freudensaal, sollt kommen in dies Jammerthal. 1. Ganz elend für uns Ungst und Noth, so willig leiden bis zum Tod? 2. Nicht trieb ihn unsre Frömmigkeit, nein sein' unmäß'ge Gütigkeit. 1. Drum kam er zu uns Menschenkindern, sein' Gnad' zu schenken armen Sündern. 2. Auf daß wir sein' Natur bekommen, hat unser Fleisch er angenom men. 1. Der uns durch seinen bittern Tod erlöst hat aus der Höllen Noth. 2. Da er des Feindes Band'n entging und ihn besiegt und selber fing. 1. Als er vom Tod erstanden war, ward er den Jüngern offenbar. 2. Sprach: Geht in alle Welt thut kund mein Wort und lehrt den neuen Bund. 1. Fuhr drauf gen Himmel, da er ißt, erhöht auf Gottes Throne sitzt. 2. Da will er angebetet werd'n, als Gott im Himmel und auf Erd'n. 1. Der uns als Bischof allezeit, vertritt vor Gottes Herrlichkeit. 2. Wie er erschien der Jünger Blick, so kehrt er zum Gericht zurück. 1. Ei Jesu, der du herrlich bist, vor Gottes Thron erhöht Herr Christ. 2. Wir bitten dich nun allermeist, gieb aus der Höhe deinen Geist. 1. 2. Der uns hie allesammt regiere, 201 dorthin zu deiner Klarheit führe. Amen. G Hierauf fingt man den Lobgesang: Christ fuhr gen Himmel ic. 1. 2. und Gem. Christ fuhr gen Himmel, da fandt er uns hernieder den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Hallelujah! 1. Hallelujah! 2. Hallelujah! 1. 2. Hallelujah! Deß soll'n wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah! 167. Sequenz auf Pfingsten. 1. Heil'ger Geist, o Herre Gott, höchster Tröster in der Noth, such' uns heim mit deiner Gnad'. 2. Armen hast du Trost gesandt, leitest Irre an der Hand, mache fest des Glaubens Stand. 1. Her zen richtest du dir an, führest sie auf rechter Bahn, daß sie dir sind unterthan. 2. Stärkest sie mit deiner Gnad', daß nicht Marter, Pein noch Tod, mög abschrecken in der Noth. 1. Du giebst deine heil'ge Brunst, lehrst dein' allerbeste Kunst zu der Gotteslieb und Gunst. 2. Niemand kann ohn' Sequenzen. 705 dich bestehn, stets in Gottes Dienste gehn und den Sünden widerstehn. 1. Heile, die wir sind verwundt, mache unfre Seel gesund, stärke sie im neuen Bund. 2. Wasche ab, was uns befleckt. Sünde, die im Herzen steckt und den Born des Herrn erweckt. 1. O verleih durch deine Kraft, daß dein Wort in uns doch haft, Frucht zum ewgen Leben schafft. 2. Mache das Gewissen rein, laß genießen uns allein Christum durch die Gaben dein. 1. 2. Amen. Hierauf singt man den Lobgesang: Nun bitten wir den heiligen Geist ic. 1. 2. G. Nun bitten wir den heiligen Geist, um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heim fahrn aus diesem Elende. Kyrieleis. Du werthes Licht! gieb uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein: daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis! Du süße Lieb! schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben, und in Friede auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis! Du höchster Tröster in aller Noth! hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod; daß in uns die Sinne nicht gar verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis! 169. Sequenz auf Pfingsten. Eine andere Weise. 1. Heilger Geist erscheine mir, sende aus des Himmels Thür deines werthen Lichtes Schein. 2. Kehre bei dem Armen ein, Gaben wollest du verleihn, öffne meines Herzens Schrein. 1. Tröster, dem kein Andrer gleicht, der der Seele Balsam reicht, welchem weicht der Gluten Pein. 2. Ruhe in des Lebens Leid, Mäßigung im heißen Streit, einzger Trost im Weinen mein. 1. Hochgebenedeites Licht! wem der wahre Trost gebricht, wollest du der Tröster sein. 2. Wo dein Lebenshauch nicht weht, menschlich Wesen gar vergeht, kann von Schuld sich nicht befrein. 1. Wasche alle Flecken rein, und dies wankende Gebein sei dir Höchster nicht zu klein. 2. Beug den Trotz mit warmem Schein, dring ins kalte Herz hinein, bring' zurecht die irrig sein. 1. Schenke dem, der dir vertraut, ganz auf deine Gnade baut, siebenfält'ge Gaben ein. 2. Kröne endlich deine Treu'n, daß sie mit dir im Verein sich des ewgen Lebens freun. 1. 2. Amen.- Nun folgt: Nun bitten wir zc. Siehe oben. bruid sind Lutherisches Gesangbuch. 45 Sequenzen. 171. Sequenz auf Trinitatis. 1. 2. Sei erhoben, stets mit Loben. 1. Du heilige. 2. Einige. 1. Gleicher Ehr'. 2. Würdige. 1. 2. Göttliche Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Geist, werde hochgepreist, der du im Namen dich zeigst dreifaltiglich, einig wesentlich. 1. Ewger Vater, Gott, ein geborner Gott, der du in beiden bist gleich als Gott gepreist, o, du heiliger Geist! 2. Doch ist nur ein Gott, nicht sind Götter drei, so ist der Vater Herr, es ist Herr der Sohn, auch der Geist ist Herr. 1. Personen sind drei in Unterschiedenheit, Eins in ihrer Wesenheit. 2. Den Dreien ist Ehr und Namen gleicher weis, ewig Majestät und Preis. 1. Deine Hand hat umspannt Meer und Land, Sternenpracht. Deine Macht alle Welt kräftig hält. 2. Höllisch Heer zittert sehr deiner Ehr. Siegesmacht bricht die Nacht, Todesgrund alle Stund. 1. Jeder Laut und Mund möge würdiglich preisen und bekennen dich. 2. Wie dich lobet klar hoher Engel Schaar und die Sterne wunderbar. 1. Auf mit Schall! Laßt uns Au' Lobelieder bringen. Inniglich, seliglich wollen wir dir singen. 2. Eia heut, benedeit sei auf seinem Throne Gott der Herr! Gebet Ehr ihm im Jubeltone. 1. O heilige Dreifaltigkeit. 2. O hochgelobte Einigkeit. 1. Wahre Ewigkeit, du hast in der Zeit uns ge macht. 2. Höchste Gütigkeit, haft von Todesleid uns befreit. 1. Befreie. 2. Weihe. 1. Errette, wahr', schütze vor Gefahr. 2. Reinge gar die Gemeinde. 1. 2. Wir liegen hier und beten an, o Gott vor dir, Herrscher aller Welt, wir singen dir! Sei hochgelobet für und für. Hallelujah! 173. Sequenz auf Trinitatis. Eine andere Weise. 1. Gebenedeit. 2. Gelobt sei heut. 1. 2. Und alle Zeit, die heilige Dreifaltigkeit und unzertheilte Einigkeit. 1. Der Vater und der Sohn, zugleich die dritt' Person, die uns die Schrift den heilgen Geist und einen milden Tröster heißt. 2. Der Vater ist Ein Gott, der Einen Sohn nur hat, den er gebiert in Ewigkeit, in unzertrennter Einigkeit. 1. Der Sohn ist wahrer Gott, der Einen Vater hat, der ihn ge= boren und gesendet, uns ungemessne Lieb zuwendet. 2. Der heilge Geist ist Gott, der seinen Ausgang hat vom Vater und vom Sohn dort oben mit mannigfalten Gnadengaben. 1. Drei in Personen sind genannt, doch nur Ein einzger Gott bekannt. 2. Ein Gott in der Dreifaltigkeit, Personen in Gotteinigkeit. 1. Der Vater durch den Sohn 706 Nimm von uns, Herre Gott. Versikel. Tractus. 707 im heilgen Geiste hat geschaffen alle Dinge. 2. Erlöst hat Gottes Sohn durch seines Vaters Gnad die Welt im heilgen Geiste. 1. Es heiliget der Geist uns Alle durch den Sohn zu Gottes Vatergnade. 2. So ist allmächtig, weis' und gütig uns Ein Gott in Einigkeit dreifaltig. 1. Diesen sollen wir preisen, rühmend Dank ihm erweisen der herrlichen Gaben, die wir von ihm haben. 2. Ei so lasset uns singen, Dank und Flehen ihm bringen mit betendem Dringen, da wird es gelingen. 1. heilige Dreifaltigkeit. 2. O unzertheilte Einigkeit. 1. Von dir sind wir geschaffen, ewige Allmächtigkeit. 2. Durch dich sind wir erlöset, Weisheit, göttlich vor der Zeit. 1. In dir, unmäßge Gütigkeit, sind wir der ewgen Seligkeit in deiner Ordnung stets bereit. 2. O hilf Gott Vater, Sohn und Geist, und steh auf diesem Erdenkreis uns bei, Erbarmer hochgepreist. Beide Chöre. Daß wir deinem Namen ewig loben. Amen. 175. Nimm von uns, Herre Gott. Ch. G. Nimm von uns, Herre Gott, all unsre Sünd und Missethat, auf daß wir mit rechtem Glauben und reinem Herzen in deinem Dienst erfunden werden. Ch. Erbarm dich, erbarm dich, erbarm dich deines Volks, o Christe, das du erlöset hast mit deinem theurbarn Blute. G. Erhör uns, erhör uns, erhöre unsre Bitt, Gott Vater, Schöpfer aller Dinge, du Vater der Barmherzigkeit, hilf uns und sei uns gnädig. Ch. Erhör uns, erhör uns, erhöre unsre Bitt, o Christe, aller Welt Heiland, bitt für uns und sei uns gnädig. G. Erhör uns, erhör uns, erhöre unsre Bitt, Gott heilger Geist, du einger Tröster, erleucht uns und sei uns gnädig. Ch. So wahr ich lebe, spricht Gott der Herre, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich befehre und lebe. Ch. G. Amen. 176. Versikel. P. Wir haben gesündiget mit un sern Vätern. Ch. G. Wir haben mißgehandelt und sind gottlos gewesen. Amen. Amen. P. Laßt uns beten: barmherziger, ewiger Gott zc. Ch. G. Amen. 178. 181. Tractus. Von Septuagesimä bis. Quinquagesimä. Pf. 130. 1-5. 1. Ch. Aus der Tiefe ruf ich Herr zu dir. 2. HErr, höre meine Stimme. 1. Laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. 2. So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird 45* - 708 Berfikel. Gradikale. Evangelium. Lobspruch ic. bestehen. 1. Denn bei dir ist die Vergebung. 2. Daß man dich fürchte. 1. 2. Ich harre des Herrn, meine Seele harret und ich hoffe auf sein Wort. 1 179. 182. Bersikel. P. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden. Ch. u. Gem. Und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. Amen. Amen. P. Last uns beten: Herr Gott, himmlischer Vater ic. Ch. u. G. Umen. 184. 187. 190. Von Invocavit bis Lätare. Pf. 102. 1. Ch. Herr handle nicht mit uns nach unsern Sünden. 2. Und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. 1. Herr gedenke nicht der Sünden unsrer Jugend. 2. Hilf uns bald nach deiner Barmherzigkeit. 1. Denn wir sind sehr arm und elend. 2. Hilf uns Gott, unser Heiland. 1. Errette uns Herr. 2. Um deines herrlichen Namens willen. 1. 2. Und sei uns gnädig in unsern Sünden um deines Namens willen. Versikel. 185. 188. 191. f. oben 176. 193. Graduale. Judica oder auf Gründon: nerstag. 1. Christus ward für uns gehorsam bis zum Tode, jo zum Tode am Kreuze. 2. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist. Ch. u. G. Amen, Amen. stop Litanei f. Gesangbuch. Gemeindegesang. Taufen. V. Evangelium, Lobspruch, Glaubensbekenntniß. 194. 195. obipruch. Ch. u. Gem. Lob sei dir, Christe. Amen. Glaube. Wir glauben all an einen Gott. Oder: siehe Anhang 230 u. 231. VI. Predigt, Predigtlied. Predigtlied oder wenn Kommunion ist, folgt: d 196. 197. Offertorium. Chor u. Communikanten. Schaffe in mir Gott ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht. Berwirf mich nicht. Von deinem Ungesicht. Von deinem Angesicht. Und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Abendmahlshandlung.- Präfationen u. Sanctus. 709 VII. Abendmahlshandlung, Präfationen und Sanctus, Antiphone: danket dem HErrn etc. 198. 200. Präfationen und Sanctus. Für gewöhnliche Sonntage. P. Der Herr sei mit euch. Ch. Kommunik. Und mit deinem Geiste. P. Aufwärts die Herzen. Ch. K. Haben wir zu dem Herrn. P. Dank: sagen lasset uns dem Herren, unserm Gott. Ch. K. Würdig ist das und ist recht. P. Wahrhaft würdig ist es, ist billig und heilsam, daß wir dir immer und allenthalben Dank sagen, o Herr, heiliger, allmächtiger Vater, ewiger Gott, durch Christum, unsern Herren, durch welchen deine Majestät loben die Engel, anbeten die Herrschaften, fürchten die Mächte, die Himmel und der Himmel Kräfte sammt den seligen Seraphim'n in einhelliger Freude preisen. einhelligem Jauchzen/ Mit ihnen wir bitten dich, laß auch unsere Stimmen vor dich kommen, die wir in demüthiger Lobpreisung sagen: zu dir gelangen, demüthigem Bekenntniß 199. 201.( Sanctus.) Chor. Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott Zebaoth. Voll sind Himmel und Erde der Ehre dein, Hosiannah in der Höhe. Gelobet ſei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosiannah in der Höhe. 202. 203. Für mindere Festtage siehe 198 u. 199. 204. Für Weihnachten u. Neujahr. P. Der Herr sei mit euch. Ch. K. Und mit deinem Geiste. P. Aufwärts die Herzen. Ch. K. Haben wir zu dem Herren. P. Danksagen lasset uns dem Herren, unserm Gott. Ch. K. Würdig ist das und ist recht. P. Wahrhaft würdig ist es, ist billig und heilsam, daß wir dir immer und allenthalben Dank sagen, o Herr, heiliger, allmächtiger Bater, ewiger Gott, weil durch das Geheimniß vom Fleisch gewordnen Wort das neue Licht deiner Klarheit den Augen unsers Gemüths aufgegangen ist, daß, indem wir sichtbar Gott erkennen, durch ihn zur Liebe der unsichtbaren Dinge getrieben werden; deßhalb mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Herrschaften und mit allem Heer der himmlischen Heerschaaren singen wir den Lobgesang deiner Herrlichkeit, die wir immer und ewiglich sagen; 205.( Sanctus.) Chor. Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, voll sind Himmel und Erde dei 710 Abendmahlshandlung.- Präfationen u. Sanctus. ner Herrlichkeit. Hosiannah in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herren. Hosiannah in der Höhe. 206. Für Epiphaniasfest. P. Der Herr sei mit euch. Ch. K. G. Und mit deinem zc. P. Wahrhaft würdig ic. o Herr, heiliger, allmächtiger Bater, ewiger Gott, du hast deinen ein'gen Sohn unser sterblich Wesen anneh men lassen und uns erneuert durch das Licht seines unsterb lichen Wesens; deßhalb mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Herrschaften und mit allem Heer der himmlischen Heerschaaren singen wir den Lobgesang deiner Herrlichkeit, die wir immer und ewiglich sagen: 207.( Sanctus.) Chor. Heilig, heilig, heilig ist zc. f. 199. - 208. Für Oftern. P. Der Herr fei mit euch. Ch K. G. Und mit deinem zc. P. Wahrhaft würdig zc. daß wir dich, o Herr, zu aller Zeit, aber an diesem Tage insonderheit rühmen und preisen, da unser Passahlamm ge: opfert ist, Christus; denn er ist das wahre Passahlamm, welcher der Welt Sünden getragen hat, der unsern Tod durch sein Sterben getödtet, und das Leben nach seiner Auferstehung wieder gebracht hat. Deshalb mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Herrschaften und mit allem Heer der himmlischen Heerschaaren fingen wir den Lobgesang deiner Herrlichkeit, die wir immer und ewiglich sagen: 209.( Sanctus.) Ch. Heilig, heilig zc. f. 199 mit der Abänderung: Heilig zc. Gelobet sei das Osterlamm, das da ic. 210. Für Himmelfahrt. P. Der Herr sei mit euch. Ch. K. G. Und mit deinem ic. P. Wahrhaft würdig zc. o Herr, heiliger, allmächtiger Bater, ewiger Gott, durch Christum, unsern Herren, der nach seiner Auferstehung allen seinen Jüngern offenbarlich erschienen und vor ihren Augen aufgehoben in den Himmel, daß er uns theilhaftig mache seiner Gottheit; deßhalb mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Herrschaften und mit allem Heer der himmlischen Heerschaaren singen wir den Lobgesang deiner Herrlichkeit, die wir immer und ewiglich sagen: P. Der Herr sei mit euch. 211.( Sanctus.) Ch. Heilig, heilig ic. f. 199. 212. Für Pfingsten. Ch. K. G. Und mit deinem zc. o Herr, heiliger, allmächtiger P. Wahrhaft würdig ic. Bater, ewiger Gott, durch Abendmahlshandlung.- Präfationen u. Sanctus. 711 Christum unsern Herren, der aufgefahren über alle Himmel und sißend zu deiner Rechten, deinen verheißnen heiligen Geist an dem heutigen Tage auf deine Kinder ausgegossen hat; deßhalb frohlocken mit großer Freude alle Völker der Erden, aber auch die himmlischen Kräfte und die engelischen Mächte singen den Lobgesang deiner Herrlichkeit, die nun immer und ewiglich sagen: 213.( Sanctus.) Ch. Heilig, heilig ic. f. 199. 214. Für Trinitatisfest. P. Der Herr sei mit euch. Ch. K. G. Und mit deinem c. P. Wahrhaft würdig ic. o Herr, heiliger, allmächtiger Bater, ewiger Gott, der du mit deinem eingebornen Sohn und dem heiligen Geiste bist Ein Gott und Ein Herre, nicht in der Sonderheit Einer Person, sondern in der Dreifaltigkeit Eines Wesens; denn was wir von der Offenbarung deiner Herrlichkeit glauben, das glauben wir von deinem Sohn und dem heiligen Geist, ohne jeglichen Unterschied, daß im Bekenntniß der wahren und ewigen Gottheit, die Eigenthümlichkeit der Personen, die Einheit des Wesens und die Gleichheit der Majestät angebetet wird, welche loben die Engel, anbeten die Herrschaften, fürchten die Mächte, die Himmel und der Himmel Kräfte, sammt den seligen Seraphim mit einhelligem Jauchzen preisen. Mit ihnen wir bitten dich, laß auch unsere Stimmen vor dich kommen, die wir in demüthiger Lobpreisung sagen: 215.( Sanctus.) Ch. Heilig, heilig c. f. 199. 216. Für Gründonnerstag und zu jeder Zeit Präfation und Sanctus Dr. M. Luthers. P. Der Herr sei mit euch. Ch. K. G. Und mit deinem Geiste. P. Gen Himmel unser Herzen. Ch. K. G. Haben wir zu dem Herren. P. Danksagen wir dem Herren, unserm Gott. Ch. K. G. Das ist billig und recht. P. Wahrlich es ist billig und recht, löblich und auch heilsam, daß wir dir immer und ewiglich, Gott Vater, danksagen, daß du uns deinen lieben Sohn geschenket hast, der mit seinem bittern Leiden bezahlet hat, was Adam und wir verschuldet han. Wie Esaias sagt: Fürwahr er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen; er ist um unsrer Missethat willen verwundet und um unfrer Sünde willen so zerschlagen, die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Friede hätten und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir - 712 Schlußhandlung. gingen alle irr, gleichwie die Schafe, die keinen Hirten haben, ein Jeglicher sahe auf seinen Weg, aber der Herr warf unser aller Sünd auf ihn, ein unträgliche Last, dar: unter er blutigen Schweiß geschwitzet hat, und am Stamm des Kreuzes geschrieen hat: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? auf daß wir nicht ewig würden verlassen. Darum wir dir mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und den Herrschaften und mit allem himmlischen Heer den Lobgesang deiner Ehre singen, immer und ewig sagende: 217. 218.( Sanctus.) Chor. Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, heilig ist Gott, der Herre Zebaoth. Sein Ehr die ganze Welt er: füllet hat. Von dem G'schrei zittert Schwell und Balken gar, das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebels war. Vermahnung. 219. Vater unser. P. Vater unser 2c. Ch. K. Amen. 220. Einsehungsworte. Kommunion. Abendmahlsgesänge: siehe Gesangbuch. Nach der Kommunion. 221. Lobgesang Dr. M. Luthers. Ch. K. Gott sei gelobet und gebenedeiet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blute, das gieb uns, Herr Gott, zu Gute. Kyri eleison. Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria kam und das hei lige Blut, hilf uns Herr aus aller Noth. Kyri eleison. Oder 222. Nunc dimittis. Ch. K. Herre, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt haft, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, den du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes Israel. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. VIII. Schlußhandlung. 223. P. Der Herr sei mit euch. Ch. u. G. Und mit deinem Geiste. 224. P. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich. Nachtrag. Anhang. 713 Hallelujah. Ch. G. Und seine Güte währet ewiglich. Hallelujah. Oder 225. In den Fasten. P. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich. Ch. u. G. Und seine Güte währet ewiglich. 226. Collecte. P. Laßt uns beten: Wir danken dir allmächtiger Herre Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe hast erquicket, und bitten deine Barmherzigkeit, daß du uns solches gedeihen lassest zu starkem Glauben gegen dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen. Um Jesu Christi willen, unsers Herren. Ch. G. Amen. 227. 228. Segen. P. Der Herr segne dich zc. Ch. G. Amen. Aus gang. 1. Ch. Geht hin, die ihr gebenedeit. 2. Ch. Und in Chrifto auserwählt seid. 1. Geht hin mit Freuden in Fried. 2. Gott richt alle eure Schritt. 1. Gesegnet ist euer Ausgang. 2. Gesegnet ist euer Eingang. 1. Gesegnet all euer Thun. 2. Durch Christum, Gottes Sohn. 1. Derselb unser Herr und Heiland. 2. Führ uns ein ins rechte Vaterland. 1. 2. Zu Lob und Ehr sei'm Namen in Ewigkeit. Amen. 390 IX. Nachtrag. Hauptgottesdienst ohne Kommunion. Wenn keine Kommunion im Gottesdienste Statt findet, ist die Ordnung desselben folgende: Vom Introitus an bis zur Predigt verläuft derselbe, wie vorstehend; nach der Predigt aber ist die Ordnung folgende: Predigtlied. Litanei. Siehe Gesangbuch. Segen. Ch. G. Amen. Siehe 227. Schlußgesang. Erhalt uns Herr bei deinem Wort und Verleih uns Frieden 2c. X. 2nhang. Litanci, Glaube, Epiftel und Evangelien. 714 Luther's kleiner Katechismus. Die zehn Gebote, wie sie ein Hausvater seinem Gesinde einfältiglich vor halten soll. 2. Mose 20, 3 u. f. 5. Mose 5, 7 u. f. Das erste Gebot. Du sollt nicht andere Götter haben. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. 104 Das zweite Gebot. Du sollt den Namen deines Gottes nicht mißbrauchen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöthen anrufen, beten, loben und danken. Das dritte Gebot. Du sollt den Feiertag heiligen. 1902 Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbige heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot. Du sollt deinen Vater und deine Mutter ehren. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten, noch erzűrnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, lieb und werth halten. Das fünfte Gebot. Du sollt nicht tödten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Die zehn Gebote. 715 Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibes- Nöthen. Das sechste Gebot. Du sollt nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. Das siebente Gebot. Du sollt nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waar oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot. Du sollt nicht falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen, afterreden, oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen, und Gutes von ihm reden, und alles zum besten kehren. Das neunte Gebot. Du sollt nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, und mit einem Schein des Rechten an uns bringen 2c., sondern ihm dasselbige zu behalten, förderlich und dienstlich sein. Das zehnte Gebot. Du sollt nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, oder was sein ist. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm 716 Luther's kleiner Katechismus. Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Bich abspannen, abdringen, oder abwendig machen, sondern dieselbigen an: halten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich der Herr dein Gott, bin ein eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern, bis ins dritte und vierte Glied: Aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl in tausend Glied. Was ist das? Gott dräuet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten: Darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn, und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute, allen, die solche Gebote halten: Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen, und gerne thun nach seinen Geboten. Der Glaube, wie ein Hausvater denselbigen seinem Gesinde auf das einfältigste vorhalten soll. Der erste Artikel. Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat sammt allen Creaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat, und noch erhält; darzu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter, mit aller Nothdurft und Nahrung dieses Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider alle Fährlichkeit beschirmet, und vor allem Uebel behütet und bewahret; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit; das Der Glaube. 717 alles ich ihm zu danken und zu loben, und dafür zu dienen, und gehorsam zu sein, schuldig bin, das ist gewißlich wahr. Der andere Artikel. Von der Erlösung. Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrauen, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Höllen, am dritten Tage wieder auferstanden von den Todken, aufgefahren gen Himmel, sißend zur Rechten Gottes des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Was ist das? Ich glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben und gewonnen, von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen theuren Blut, und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben; auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reiche unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auf erstanden vom Zode, lebet und regieret in Ewigkeit, das ist gewißlich wahr. Der dritte Artikel. Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches, und ein ewiges Leben, Amen. 718 Luther's kleiner Katechismus. Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Christum meinen Herrn glauben, oder zu ihm kommen kann: Sondern der heilige Geist hat mich durchs Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammlet, erleuchtet, heiliget, und bei Jesu Christo erhält im rechten einigen Glauben, in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünde reichlich vergiebt, und am jüngsten Tage mich und alle Todten auferwecken wird, und mir ſammt allen Gläubigen in Christo ein ewiges Leben geben wird, das ist gewißlich wahr. Das Vater Unser, wie ein Hausvater dasselbige seinem Gesinde auf das einfältigste vorhalten soll. Vater Unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er ſei unser rechter Vater, und wir seine rechte Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. Die erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. Was ist das? Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er bei uns auch heilig werde. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes darnach leben: Das hilf uns, lieber Vater im Himmel! Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes: Da behüt uns für, himmlischer Vater! Die andere Bitte. Dein Reich komme. 719 Das Vater Unser. Was ist das? Gottes Reich kömmt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst: Aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist giebt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben, und göttlich leben, hie zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? Gottes guter gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet: Uber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rath und Willen bricht, und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen, und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt, und unsers Fleisches Wille; sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende, das ist sein gnädiger guter Wille. Die vierte Bitte. Unser täglich Brod gieb uns heute. Was ist das? Gott giebt täglich Brod, auch wohl ohne unser Bitte, allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er uns erkennen lasse und mit Danksagung empfahen unser täglich Brod. Was heißt denn täglich Brod? Alles, was zur Leibes Nahrung und Nothdurft gehört, als Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und treue Oberherren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn, und desgleichen. Die fünfte Bitte. Und verlasse uns unsere Schuld, als wir verlassen unsern Schuldigern. Luther's kleiner Katechismus. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünde, und um derselbigen willen solche Bitte nicht versagen, denn wir sind der keines werth, das wir bitten, haben es auch nicht verdienet; sondern er wollt es uns alles aus Gnaden geben, denn wir täglich viel sündigen, und wohl eitel Strafe verdienen, so wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben, und gerne wohl thun denen, die sich an uns versündigen. bu oln bm Die sechste Bitte. alpere Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? 720 Gott versucht zwar Niemand, aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wollt behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt, und unser Fleisch nicht betrüge, noch verführe in Mißglauben, Verzweifeln und andere große Schande und Laster, und ob wir damit angefochten wür den, daß wir doch endlich gewinnen, und den Sieg behalten. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, als in der Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Uebel, Leibs und Seele, Guts und Ehre erlöse, und zuletzt, wenn unser Stündlein kömmt, ein seliges Ende beschere, und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Amen. Was ist das? Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm, und erhöret; denn er selbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, daß er uns will erhören. Amen, Amen, das heißt, Ja, Ja, es soll also geschehen. Das Sacrament der heiligen Taufe, wie dasselbige ein Hausvater seinem Gesinde soll einfältiglich vorhalten. Zum ersten. Was ist die Taufe? Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie Die Taufe. 721 ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset, und mit Gottes Wort verbunden. 19 Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Matthäi am Legten: Gehet hin in alle Welt, lehret alle Heiden, und taufet sie im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes. Matth. 28, 19. Zum andern. Was giebt oder nüßet die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel, und giebt die ewige Seligkeit allen die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. Welches sind solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Marci am Legten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. Marc. 16, 16. Zum dritten. Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Wasser thuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser, und keine Taufe; aber mit dem Wort Gottes ists eine Taufe, das ist, ein gnaden= reich Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist, wie St. Paulus sagt zum Tito am 3. Cap. Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jeſum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben sein des ewigen Lebens, nach der Hoffnung, das ist gewißlich wahr. Tit. 3,5.6.7. 3um vierten. Was bedeut denn solch Wassertaufen? Es bedeut, daß der alte Adam in uns durch tägliche 46 Lutherisches Gesangbuch. 722 Luther's kleiner Katechismus. Reu und Buße soll ersäuft werden, und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich heraus kommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit für Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? St. Paulus zu den Römern am 6. spricht: Wir find sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß, gleich wie Christus ist von den Todten auserwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen wir auch in einem neuen Leben wandeln. Röm. 6, 4. Wie man die Einfältigen soll lehren beichten. Die Beichte begreift zwei Stück in sich: Eines, daß man die Sünde bekenne; das andere, daß man die Ubsolution oder Vergebung von dem Beichtiger empfahe, als von Gott selbst, und gar nicht daran zweifele, sondern feste glaube, die Sünde sei dadurch vergeben für Gott im Himmel. Welche Sünde soll man denn beichten? Für Gott soll man aller Sünden sich schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unser thun: Aber für dem Beichtiger sollen wir allein die Sünde be: kennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Welche sind die? Da siehe deinen Stand an nach den zehn Geboten, ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht seiest, ob du ungehorsam, untreu, unfleißig gewesen seiest, ob du Jemand Leide gethan haft mit Worten oder Werken, ob du gestohlen, versäumet, verwahrloset, Schaden gethan hast. Lieber, stelle mir eine kurze Weise zu beichten. So sollst du zum Beichtiger sprechen: Würdiger lieber Herr, ich bitte euch, ihr wollet meine Beichte hören, und mir die Vergebung sprechen um Gottes willen. Sage an. Ich armer Sünder bekenne mich für Gott aller Sünden schuldig, insonderheit bekenn ich vor euch, daß ich ein Die Beichte. 723 Knecht, Magd, c. bin. Aber ich diene leider untreulich meinem Herrn; denn da und da habe ich nicht gethan, was sie mich hießen, habe sie erzürnet, und zu fluchen be weget, habe versäumet, und Schaden lassen geschehen. Bin auch in Worten und Werken unschambar gewesen, habe mit meines Gleichen gezűrnet, wider meine Frau ge murret und gefluchet, 2c. Das alles ist mir leid, und bitte um Gnade, ich will mich bessern. Ein Herr oder Frau sage also: Insonderheit bekenne ich vor euch, daß ich mein Weib, Kind und Gesinde nicht treulich gezogen habe zu Gottes Ehren. Ich habe geflucht, böse Erempel mit unzüchtigen Worten und Werken gegeben, meinem Nachbar Schaden gethan, und übel nachgeredet, zu theuer verkauft, falsche und nicht ganze Waare gegeben. Und was er mehr wider die Gebot Gottes und seinen Stand gethan, zc. Wenn aber Jemand sich nicht befindet beschweret mit solcher oder größern Sünden, der soll nicht sorgen, oder weiter Sünde suchen, noch erdichten, und damit eine Marter aus der Beichte machen, sondern erzähle eine oder zwo, die du weißest. Also: Insonderheit bekenne ich, daß ich einmal geflucht: Item: einmal unhübsch mit Worten gewest, einmal dies N. versäumet habe, ic. Also laß es genug sein. Weißt du aber gar keine( welches doch nicht wohl sollte möglich sein), so sage auch keine insonderheit, sondern nimm die Vergebung auf die gemeine Beichte, so du für Gott thust gegen dem Beichtiger. Darauf soll der Beichtiger sagen: Gott sei dir gnädig, und stärke deinen Glauben, Amen. Weiter. Glaubest du auch, daß meine Vergebung Gottes Vergebung sei? Ja, lieber Herr.olay 200 Darauf spreche er: hml Wie du glaubest, so geschehe dir. Und ich, aus dem Befehl unsers Herrn Jesu Christi, vergebe dir deine Sünde, im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes, Umen. Gehe hin im Friede. 46* Luther's kleiner Katechismus. Welche aber große Beschwerung des Gewissens haben, oder betrübet und angefochten sind, die wird ein Beichtvater wohl wissen mit mehr Sprüchen zu trösten, und zum Glauben reizen. Das soll allein eine gemeine Weise der Beichte sein für die Einfältigen. 724 Das Sacrament des Altars, wie ein Hausvater dasselbige seinem Gesinde einfältiglich vorhalten soll. Was ist das Sacrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brod und Wein uns Christen zu essen und zu trinken, von Christo ſelbst eingeſetzt. Wo stehet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evangelisten Matthäus, Marcus, Lucas und St. Paulus: Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, danket und brachs, und gabs seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, danket und gab ihnen den, und sprach: Nehmet hin, und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird, zur Vergebung der Sünden, solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Was nüßet denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Nämlich, Das Abendmahl. 19 725 daß uns im Sacrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit, durch solche Worte gegeben wird; denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge thun? bis Essen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergossen, zur Vergebung der Sünden. Welche Worte find neben dem leiblichen Essen und Trinken, als das Hauptstück im Sacrament, und wer denselben Worten glaubet, der hat, was sie sagen, und wie sie lauten, nämlich Vergebung der Sünden. Wer empfähet denn solch Sakrament würdiglich? Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine äuBerliche Zucht, aber der ist recht würdig und wohl geschickt, der den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen, zur Vergebung der Sünden. Wer aber diesen Worten nicht glaubet oder zweifelt, der ist un: würdig und ungeschickt, denn das Wort( FUER EUCH) fordert eitel gläubige Herzen. Wie ein Haus- Vater sein Gesinde soll lehren Morgens und Abends sich segnen. Der Morgensegen. Des Morgens, so du aus dem Bette fährest, sollt du dich segnen mit dem heiligen Kreuz, und sagen: Das walt Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, Amen. Darauf knieend oder stehend den Glauben und Vater Unser, willt du, so magst du dies Gebetlein darzu sprechen: Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht für allem Schaden und Fahr behütet haft: und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten für Sünden und allem Uebel, daß dir alle mein Thun und Leben gefalle; denn ich befehle mich, mein Leib und Seele, und alles in deine Hände, dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde, Amen. Luther's kleiner Katechismus. Und alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen, und etwa ein Lied gesungen, als, die zehn Gebot, oder was deine Undacht giebt. 726 Der Abendsegen. Des Abends, wenn du zu Bette gehest, sollt du dich segnen mit dem heiligen Kreuz, und sagen: Das walt Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, Amen. Darauf knieend oder stehend den Glauben und Vater Unser; willt du, so magst du dies Gebetlein darzu sprechen: Ich danke dir, mein himmlischer Bater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast: Und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten; denn ich befehle mich, mein Leib und Seele, und alles in deine Hände, dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Und alsdann flugs und fröhlich geschlafen. Wie ein Haus- Vater sein Gesinde soll lehren das Benedicite) und Gratias**) sprechen. Das Benedicite. Die Kinder und Gesinde sollen mit gefaltenen Händen und züchtig für den Tisch treten und sprechen: Aller Augen warten auf dich, Herr, und du giebest ihnen ihre Speise zu seiner Zeit, du thust deine milde Hand auf, und sättigeft alles was lebet mit Wohlgefallen. SCHOLIA***). Wohlgefallen heißet, daß alle Thiere so viel zu essen kriegen, daß fie fröhlich und guter Dinge darüber sind, denn Sorgen und Geiz hindern solch Wohlgefallen. Darnach das Vater Unser und dies folgende Gebet: Herr Gott himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum unsern Herrn, Amen. *) Gebet vor Tisch.**) Gebet nach Tisch.***) Erklärung. 727 Benedicite und Gratias. Das Gratias. Also auch nach dem Essen sollen sie gleicher Weise thun, züchtig, und mit gefaltenen Händen sprechen: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich; der allem Fleische Speise giebet, der dem Viehe sein Futter giebet, den jungen Raben, die ihn anrufen; er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses, noch Gefallen an Jemandes Beinen; der Herr hat Ge fallen an denen, die ihn fürchten, und die auf seine Güte warten. Darnach das Bater Unser und dies folgende Gebet: Wir danken dir, Herr Gott Vater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Wohlthat, der du lebest und regierest in Ewigkeit, Umen. Die Haus- Cafel etlicher Sprüche, für allerlei heilige Orden und Stände, dadurch dieselbigen, als durch eigene Lection, ihres Amts und Diensts zu vermahnen. Den Bischöfen, Pfarrherren und Predigern. Ein Bischof soll unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, sittig, mäßig, gastfrei, lehrhaftig, nicht ein WeinSäufer, nicht beißig, nicht unehrliche Handthierung treiben, sondern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Hause wohl fürstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Wort halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei zu ermahnen, durch die heilsame Lehre, und zu strafen die Widersacher. In der 1. Epistel zu Tim. am 3. Cap. 2. 3. 4. ( Tit am 1. Cap. 6. 9.) Von weltlicher Oberkeit. Jedermann sei unterthan der Oberkeit, denn die Oberkeit, so allenthalben ist, ist von Gott geordnet; wer aber der Oberkeit widerstrebet, der widerstrebet Gottes Ordnung; wer aber widerstrebet, wird sein Urtheil empfahen. Denn fie trägt das Schwerdt nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, ein Rächerin zur Strafe, über die, so böses thun. 3um Römern am 13. Cap. 1. 2. 4. Von denen Unterthanen. Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Matth. am 22. v. 21. So seid nun aus Noth Luther's kleiner Katechismus. unterthan, nicht allein um des Gewissens willen. Dero: halben müsset ihr auch Schoß geben: denn es sind Gottes Diener, die solchen Schuß sollen handhaben. So gebet nun Jedermann, was ihr schuldig seid; Schoß, dem der Schoß gebühret; Zoll, dem der Zoll gebühret, Furcht, dem die Furcht gebühret; Ehre, dem die Ehre gebühret, Röm. 13, v. 5. 6. 7. So ermahne ich nun, daß man vor allen Din gen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit: denn solches ist gut, darzu auch angenehm für Gott, und unserm Heilande, 1. Tim. 2, v. 1. 2. 3. Erinnere fie, daß sie dem Fürsten und der Oberkeit unterthan und gehorsam sein, Tit. 3, v. 1. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebel: thäter, und zu Lobe den Frommen, 1. Petri 2, v. 13. 728 Den Ehemännern. Ihr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft, und gebet dem weibischen als dem schwächsten Werkzeuge seine Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. In der 1. Petri 3, v. 7. Und seid nicht bitter gegen sie, zun Colossern am 3, v. 19. Den Eheweibern. Die Weibern sein unterthan ihren Männern, als dem Herrn, wie Sara Abraham gehorsam war, und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr worden seid, so ihr wohl thut, und nicht so schüchtern seid. In der 1. Petri 3, v. 5. 6. Den Eltern. Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zu Zorn, daß sie nicht scheu werden, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zu dem Herrn, zun Ephesern am 6, v. 4. Den Kindern. Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist billig. Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat, nämlich, daß dirs wohlgehe, und lange lebest auf Erden. Zu den Ehhefern am 6, v. 1. 2. 3. 729 Den Knechten, Mägden, Tagelöhnern und Arbeitern, zc. Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren, mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo selbst, nicht mit Dienst allein für Augen, als Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes thut von von Herzen mit gutem Willen; laßt euch dünken, daß ihr dem Herrn und nicht den Menschen dienet, und wisset, was ein Jeglicher guts thut, das wird er empfahen, er sei Knecht oder frei. Eph. 6, v. 5. 6. 7. 8. Haustafel. Den Haus- Herren und Haus- Frauen. Ihr Herren, thut auch dasselbige gegen ihnen, und lasset euer Dräuen, und wisset, daß ihr auch einen Herrn im Himmel habt, und ist bei ihm kein Unsehen der Person. Eph. 6, v. 9. Der gemeinen Jugend. Ihr Jungen, seid den Alten unterthan, und beweiset darinne die Demuth; denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demüthigen giebt er Gnade. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit, 1. Petri 5, v. 5. 6. Den Wittwen. Welche eine rechte Wittwe und einsam ist, die stellet ihre Hoffnung auf Gott, und bleibet am Gebet Tag und Nacht; welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig todt, 1. Tim. 5, v. 5. 6. Der Gemeine. Liebe deinen Nächsten als dich selbst: In dem Wort sind alle Gebot verfasset, zun Römern am 13, v. 9. Und haltet an mit Beten für alle Menschen, in der 1. Timoth. am 2, v. 1. Ein jeder lerne seine Lection, So wird es wohl im Hause stohn. 730 He to Register des Gesangbuchs. வு. Seite Seite Auf, ihr christen, laßt uns fingen 120 Abba, lieber vater, höre.... 349 Auf meinen lieben Gott Ach, bleib bei uns, Herr Jesu 256 Aus diesem tiefen grunde.. Ach, bleib mit deiner gnade Ach durch die sünd 293 172 11 Aus gnaden soll ich selig werden 201 169 Aus lieb läßt Gott der christenheit 155 165 Aus meines herzens grunde.. 402 Ach Gott, dein arme christenheit 368 Aus tiefer noth schrei ich zu dir 173 Ach frommer Gott, wo soll ich Ach Gott, dir muß ichs klagen 215 B. Ach Gott, laß dir befohlen sein 449 Ach Gott, vom himmel sieh 253 Befiehl du deine wege..... 207 Ach Gott und Herr... 169 Bescheer uns Herr, das täglich 370 Ach Gott, wem soll ichs klagen 170 Beschränkt ihr weisen dieser welt 270 Ach Gott, wie lieblich und wie 255 Betgemeinde heilge dich.... 354 Ach Gott, wie manches herzeleid 228 Bis hieher hat mich Gott gebracht 31 Ach Herr, ach Herr meiner schone 167 Biß willkommen, liebster freund 399 Ach Herr, mich armen fünder 165 Ach Jesu, dessen treu Ach, lehre mich, o treuer Gott 160 Christe, der du bist tag und licht 430 Ach, mein Jesu, steh ich trete 427 Christe, du beistand deiner Ach, sagt mir nichts von gold 231 Christe, du bist der helle tag. 430 79 Ach, was hab ich ausgerichtet 167 Christe, du lamm Gottes.. Ach, was sind wir ohne Jesum 171 Christ ist die wahrheit und das 324 110 Ach, wenn ich dich, mein Gott 291 Christ ist erstanden C. 229 256 Ach, wie elend ist unser zeit. 357 Christ lag in todesbanden.. 110 Ach, wie flüchtig, ach wie nichtig 317 Christ, unser Herr zum Jordan 371 Ach, wundergroßer siegesheld. 130 Christum wir sollen loben schon 48 Adam hat im paradies 47 Christus der ist mein leben.. 315 Allein auf Christi himmelfahrt 131 Christus der uns selig macht. 78 Allein Gott in der höh sei ehr 5 Christus fuhr auf gen himmel 127 Allein und doch nicht ganz. 370 Allein zu dir, Herr Jesu Christ 172 68 64 68 Alles ist an Gottes segen.. 418 Da Christus geboren war... 56 Alle menschen müssen sterben. 316 Da Jesus an des kreuzes stamm 100 All obrigkeit Gott seget 448 Das alt ist abgegangen Alles was mir Gott gegeben. 30 Das alte jahr vergangen ist Alle welt was kreucht und webet 27 Das liebe neue jahr geht an An wasserflüssen Babylon 254 Das neugeborne kindelein... 64 Auf, auf, ihr reichsgenossen. 43 Das walt Gott vater und Gott Auf, auf mein herz und du mein 31 sohn, Gott heilger Geist. 408- Auf, auf mein geist ermuntre 384 Das walt Gott vater und Gott Auf christenmensch, auf, aufzum 236 sohn Und heilger Geist. 457 .. .. .. . . Register des Gesangbuchs. 731 Seite Seite Das walte Gott, der helfen kann 407 Erhalt uns, Herr, bei deinem 258 Der alle sünder zu sich lädt. 391 Erhebe dich, o meine seel... 411 Der am kreuz ist meine liebe. 84 Ermuntre dich, beklemmter geist 345 Der du bist drei in einigkeit. 144 Ermuntre dich, mein schwacher 52 Der glaub ist eine zuversicht. 198 Ermuntert euch, ihr frommen 330 Der höllen pforten sind zerstört 122 Erneure mich, o ewigs licht. 268 Der lieben sonne licht und pracht 431 Errett uns, lieber Herre Gott 337 Der schöne tag bricht an 409 Erschienen ist der herrlich tag 114 Der tag ist hin, Mein geist. 432 Erstanden ist der heilge Christ 113 Der tag ist hin, mein Jesu.. 433 Es ist das heil uns kommen her 194 Der tag ist hin, nun kommt. 433 Es ist fürwahr ein köstlich ding 17 Des morgens, wenn ich früh. 405 Es ist gewißlich an der zeit. 331 Dich bitt ich, heiland aller welt 152 Es ist noch eine ruh vorhanden 344 Dich bitten wir, dein kinder. 419 Es mag dies haus, das aus der 346 Die helle sonn leucht jest herfür 409 Es sind die zeichen nunmehr da 334 Die nacht ist hin, der tag bricht 410 Es sind schon die lezten zeiten 332 Die nacht ist hin, mein geist 410 Es spricht der unweisen mund 258 Die nacht ist nun vergangen. 411 Es woll uns Gott genädig sein 259 Die seele Christi heilge mich. 84 Die sonn hat sich mit ihrem glanz 424 Die sonne wird mit ihrem schein 434 Fabre fort:: Zion 261 *** Die welt ist voller heuchelei.. 74 Fang dein werk mit Jesu an 412 Die wir uns allhier beisammen 250 Folget mir! ruft uns das leben 299 Die woche geht zum ende.. 426 Freu dich, du werthe christenheit 154 Die zeit ist nunmehr nah... 333 Freu dich sehr, o meine seele. 314 Dir, dir Jehovah! will ich singen 12 Freut euch ihr christen alle.. 138 Dies ist die nacht, da mir.. 59 Freuet euch ihr Gotteskinder. 76 Dies sind die heilgen zehn gebot 162 Freut euch ihr Gotteskinder all 128 Dieses ist der tag der wonne. 124 Frohlocket jest mit händen.. 132 Du brunnquell aller liebe 94 Fröhlich soll mein herze springen 54 Du friedefürst, Herr Jesu Christ 367 Früh am morgen Jesus gehet 412 Du lebensbrot, Herr Jesu Christ 388 Frühmorgens, da die sonn aufg. 115 Du sollt in allen sachen 454 Fünf brünnlein sind 86 Du volk, das du getaufet bist 374 Für alle güte sei gepreist Du weinest für Jerusalem Durch Adams fall ist ganz • .... 421 173 Für deinen thron tret ich hiermit 413 197 S. 2 2 Gelobet sei der Herr, der Gott Edler Geist ins himmelsthrone 138 Gelobt sei Gott mit freuden Ehre sei dir, Christe..... 49 84 Gelobet seist du, Jesu Christ Ein feste burg ist unser Gott 257 Gen himmel aufgefahren ist. 130 Ein kind geborn in Bethlehem 53 Gesegn uns, Herr, die gabe dein 419 Ein kindelein so löbelich... 51 Geseg und evangelium.... 161 Ein lämmlein geht und trägt 85 Gieb dich zufrieden und sei stille 209 Ein weib das Gott den Herren 450 Gieb fried, o frommer treuer Gott 368 Ein wetter steiget auf.... 369 Glück zu der frommen heidensch. 73 Ein würmlein bin ich arm und 306 Gnadengeist, ach sei willkommen 140 Eins ist noth, ach Herr, dies 272 Gott dem keinDing unmöglich ist 154 Eitle welt, ich bin dein müde 310 Gott der vater wohn uns bei 144 Erhalt uns deine lehre.... 257 Gott des himmels und der erden 406 732 Register des Gesangbuch 8. Seite Seite Gott dir sei dank gegeben... 158 Herr mein Gott! lehre mich. 428 Gott du läsfest mich erreichen 424 Herr nun läßt du deinen diener 151 Gott du weißt in was für zeiten 261 Herr, öffne mir die herzensthür 259 Gott fähret auf gen himmel. 131 Herr und Gott der tag und nächte 434 8 Gott hat das evangelium... 336 Herr unser Gott, beherrscher Gottlob der sonntag kommt 35 Herr unser Gott, laß nicht.. 365 Gottlob der tag ist nun beschlossen 423 Herr, wie du willt, so schicks mit 213 Gottlob die stund ist kommen 315 Herzliebster Jesu, was hast du 89 Gott sei dank durch alle weit 45 Herzlich lieb hab ich dich, o Herr 291 Gott sei gedankt zu jeder zeit 118 Herzlich thut mich erfreuen.. 326 Gott sei gelobet und gebenedeiet 395 Herzlich thut mich verlangen. 318 36 Gott sei lob, der tag ist kommen 386 Heut ist des Herren ruhetag Gott und vater, nimm jegund 380 Heut ist das rechte jubelfest.. 143 Gott vater sohn und heilger geist 377 Heut ist uns der tag erschienen 153 Gott wills machen... 226 Heut triumphiret Gottes sohn 111 Großer Gott, von alten zeiten 32 Hier bin ich, Herr, du rufest 269 Hilf, helfer, hilf in angst und 358 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 65 Hilf mir, mein Gott, hilf, daß 287 33 Hilf uns, Herr, in allen dingen 455 H. Habe deine lust am Herrn.. 277 Hallelujah, schöner morgen 435 55 Höchster priester, der du dich. 238 Halt im gedächtniß Jesum Christ 228 Himmel, erde, luft und meer. 205 Heiligster Jesu, heilgungsquelle 237 Hinunter ist der sonnenschein 435 Helft mir Gottes güte preisen 65 Hirte deiner schafe. Herr Christ, der einig Gottessohn Herr dir trau ich all mein tage 10 Hör, liebe seel, wer rufet dir. 103 Herr du haft in deinem reich 156 Hört, ihr liebsten kinderlein. 69 Herr es ist von meinem leben 422 Hochgelobter Gottes geift... 376 Herr Gott, der du erforschest mich 202 Hoftannah Davids sohn.... 46 Herr Gott, der du mein vater bist 351 Herr Gott, dich loben alle wir 159 Herr Gott, dich loben wir. 4 3ch armer mensch bekenn jegt 191 Herr Gott, erhalt uns für und für 161 Sch armer mensch doch gar nichts 371 Herr Gott, vater im himmelreich 419 Jch armer mensch, ich komm. 177 Herr ich habe mißgehandelt.. 174 Jch armer mensch, ich armer. 177 359 Herr Jesu Christ, dein theures 100 Ich bin ein armer exulant Herr Jesu Christ, dich zu uns Herr Jesu Christ, du höchstes gut, 38 Ich bin ein gast auf erden.. 319 Ich bin ein mensch, daß weiß 379 Ich bin getauft auf deinen namen 380 Ich bin getauft, ich steh im bunde 381 Du brunnquell aller gnaden 396 Ich bin Gottes bild und ehr. 375 Herr Jesu Christ, ich weiß gar 323 Ich bin ja, Herr, in deiner macht 305 Herr Jesu Christe, mein getreuer 387 Ich bin müde mehr zu leben. 358 Herr Jesu Christ, mein höchstes 279 Ich danke dem Herrn von ganzem 19 Herr Jesu Christ, mein leben 280 Ich dank dir, Gott, von herzens 376 Herr Jesu Christ, meins lebens 313 Sch dank dir, lieber Herre Herr Jesu Christ, wahr mensch 309 Ich dank dir schon durch deinen 403 Herr Jesu, dir leb ich. 458 Ich denk an dein gerichte... 337 Herr Jesu dir sei preis und dank 396 Ich freu mich auf die frohe zeit 326 Herr Jesu gnadensonne. 176 Sch glaub an einen Gott allein 192 Herr Jesu, licht der heiden.. 150 Ich glaub, o Gott, hier stimmet 227 401 Du brunnquell der genaden 175 Herr Jesu Christ, du höchstes gut, Register des Gesangbuchs. 733 Seite Seite Ich grüße dich am kreuzesstamm 108 3n dich hab ich gehoffet, Herr 294 Ich hab, Gottlob, das mein. 312 In Gottes namen fahren wir 363 Ich hab in Gottes herz und sinn 206 3st Gott für mich, so trete.. 231 Ich hab mein sach Gott heimgest. 307 K. Ich hab mich Gott ergeben.. 323 Ich heb mein augen sehnlich auf 362 Kein größrer trost kann sein im 188 Ich preise dich und singe 9 Keinen hat Gott verlassen 360 Ich weiß, an wen ich glaube 180 Komm Gottes geist, komm.. 140 23 Komm heiliger geist, Erfülle. 135 392 Komm heiliger geist, Herre Gott 134 198 Komm Herr Jesu, sei unser gaſt 421 Ich will dich lieben, meine stärke 279 Komm, o Gott, schöpfer, heilger 134 Ich will mich mit dir verloben 273 Komm seele, geh in Gott zur ruh 292 Ich will, o vater, allezeit. 37 Kommt her zu mir, spricht Gottes 233 Ich will von meiner missethat 179 Kommt und laßt uns Christum 57 Je größer freuz je näher himmel 235 Jehovah ist mein hirt und hüter 234 L. Jerusalem, du hochgebaute stadt 348 Lamm, du muster wahrer liebe 98 Jesaia dem propheten das geschah 20 Laß mich dein sein und bleiben 38 Jesu, der du meine seele.. 182 Laß mir alle wochen sein... 102 Jesu, dein betrübtes leiden 90 Lasset die kindlein kommen.. 382 Jesu, deine passion 77 Lasset uns beständig trachten. 133 Jesu, deine tiefe wunden 90 Lasset uns den Herren preisen, 116 Jesu frommer menschen heerden 239 O ihr christen.. Jesu großer wunderstern... 70 Lasset uns den Herren preiſen, Jesu komm doch selbst zu mir 240 Und vermehren seinen.. 26 Jesu leiden, pein und tod. 91 Lasset uns mit Jesu ziehen.. 240 Jesu, meine freude.. 63 Liebe, die du mich zum bilde: 243 Jesu, meine liebe 6 Liebster Jesu, hier sind wir, Deinem worte.... Jesu meiner seelen leben 276 382 63 Liebster Jesu, wir sind hier, 94 Dich und dein wort Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ Ich finge dir mit herz und mund Ich trete frisch Jesu meiner seelen ruh Jesu meines Lebens leben . ... . 4 .. .. .. + Jesu stärke meinen glauben 194 Liebster Jesu, sei willkommen Jesu trost der armen seelen.. 106 Liebster vater, soll es sein.. Jesus Christ, unser heiland, Litanei .. Der den tod Jesus Christus, unser heiland, Der von uns . . . ● 38 47 442 111 Lob sei dem allmächtigen Gott Lobe den Herren, den mächtigen Jesus meine zuversicht. 386 Lobe den Herren, o meine seele 13 325 Lobet den Herren alle, die ihn 414 Jesus, Jesus nichts als Jesus 281 Lobet den Herren, denn er ist 19 Jesus nimmt die sünder an 283 Lobt ihr frommen nah und fern 448 Jesus schwebt mir in gedanken 242 Lobt Gott ihr christen alle gleich 57 Jegt muß ich, o Herr Jesu Christ 189 M. Ihr armen fünder kommtzu hauf 181 Ihr christen auserkoren 126 Ihr christen seht, daß ihr ausfegt In allen meinen thaten.. In Christi wunden schlaf ich ein In dieser abendstunde 56 Mache dich, mein geist, bereit 294 Machs mit mir, Gott, nach deiner 321 214 mag ich unglück nicht widerstahn 362 321 Man lobt dich in der stille. 17 436 Mein Gott, die sonne geht herfür 31 404 Mein Gott ich schreie für und für 365 In dieser morgenstund 351 41 13 Register des Gesangbuchs. Seitel Seite Mein heiland nimmt die fünder 284 Nun, liebe seel, nun ist es zeit 71 Mein herz, du sollst den Herren 24 Nun lob, mein seel, den Herren 18 Mein herze, rede mir nicht drein 275 Nun mach uns heilig Herre Gott 145 Mein herz und feel den Herren 1 Nun ruhen alle wälder.... 437 Mein Jesus lebt, was soll ich 124 Nun sich der tag geendet hat. 438 439 Mein Jesus, süße seelenlust.. 277 Nun sich der tag geendet 49 Mein schönste zier und kleinod 120 Nun singet und seid froh. Mein schöpfer steh mir bei.. 290 Nun tret ich wieder aus der ruh 403 Mein seel erhebt zu dieser frist 154 Nun treten wir ins neue jahr 68 Mein vater zeuge mich.... 268 Nur frisch hinein Meine feel ermuntre dich... 76 Meine seele erhebet den Herrn 1 Meine seele senket sich. Meine seele, willst du ruhn Meinen Jesum laß ich nicht, . 360 208 292 397 Meine seel ist nun Meinen Jesum laß ich nicht, O Weil er sich.. 274 Mensch, willst du leben seliglich 163 Merk auf mein herz, hör fleißig an 120 Mit ernst o menschenkinder.. 41 Mit fried und freud ich fahr dahin 151 Mit fried und freud in guter ruh 324 Mit meinem Gott geh ich zur ruh 437 Mit todsgedanken geh ich um 304 Mitten wir im lebent find 734 188 Mir ist ein geistlich kirchelein 145 Mir nach, spricht Christus unser 282 Morgenglanz der ewigkeit... 414 Müssen allbereits die wunden 62 ... ♦ daß ich tausend zungen hätte 14 durchbrecher aller bande.. 251 O du liebe meiner liebe .: edle Wunden, was soll ich 106 ewigkeit, du donnerwort.. 338 ewigkeit, o ewigkeit.. . 340 falsche treu, Ach heuchelei. 95 frommer Gott, ich danke dir 458 frommer und getreuer Gott 184 gläubig herz, gebenedei 21 Gott, da ich gar keinen rath 373 Gott, der du aus herzensgrund 157 Gott, du frommer Gott. 288 Gottes sohn, Herr Jesu Christ 193 Gott, von dem wir alles haben 420 haupt voll blut und wunden 96 heilige dreieinigkeit, Erhalt 449 heilige dreifaltigkeit, hoch 406 Oheilger geist, kehr bei uns ein 135 Oheiliger, o guter geist... 141 heiliger geist, o heiliger Gott 139 Oheiliger Gott, allmächtiger held 118 Nicht so traurig, nicht so sehr 216 Nimm von uns Herr, du treuer 354 Nimm von uns, Herre Gott. 182 O heiligste dreifaltigkeit, Voll 145 Nun danket alle Gott.... 50 Herre Gott, dein göttlichs wort 260 Nun danket all und bringet ehr 15 O Jesu Christ, dein kripplein ist 59 Nun bitten wir den heilgen geist 135 O Jesu Christ, ich preise dich 378 Nun bricht die finstre nacht herein 440 Jesu Christ, mein schönstes licht 243 Nun freut euch liebe christeng'm. 1970 Jesu Christe, Gottes sohn. 80 Nun Gott lob, es ist vollbracht 383 Jesu Christe, wahres licht. 260 Nun jauchzet all ihr frommen 42 O Jesu, du mein bräutigam. 390 Nun jauchzt dem Herrn alle welt 18 O Jesu, dir sei ewig dank Nun komm, der heiden heiland 39 O Jesu, einig wahres haupt. 444 241 Nun kommt das neue kirchenjahr 39 O Jesu, Jesu, Gottes sohn ..395 Nun lasset Gottes güte.... 16 O Jesu, mein verlangen Nun laßt uns den leib begraben 324 O Jesu, meine Wonne 393 398 Nun laßt uns fröhlich fingen 383 O Jesu, treuster heiland mein 439 Nun laßt uns gehn und treten 670 Jesu süß, wer dein gedenkt 245 415 Nun last uns Gott dem Herren 20 O Jesu, süßes licht. . 96 ● ● ● Register des Gesangbuchs. 735 Seite Seite Okönig aller ehren, Jesu Christ 71 So komm geliebte todesstund. 310 109 O könig, dessen majestät 184 So ruhest du O lamm, das meine schuldenlast 109 So wahr ich lebe, spricht dein Gott 185 O lamm Gottes unschuldig.. 79 Sollt es gleich bisweilen scheinen 220 O liebe, die den himmel hat. 60 Sollt ich meinen Gott nicht. 6 O mensch, du wollst bedenken 79 Sollt ich aus furcht vor mensch. 441 O mensch, wie ist dein herz bestellt. 445 Speis uns, o Gott, deine kinder 421 .... 297 O mensch, willt du vor Gott 301 Spiegel aller tugend. Opfer für die ganze welt... 152 Steht auf, ihr lieben kinderlein 416 O sichrer mensch, bekehre dich 344 Straf mich nicht in deinem zorn 166 O süßer stand, o selig leben 302 Süßer heiland, unser leben.. 104 O tod, wo ist dein stachel nun Süßer Jesu, deiner gnaden.. 416 O traurigkeit. 112 107 342 186 O unerhörte höllenqual. O vater der barmherzigkeit, Sch falle dir zu fuße. O vater der barmherzigkeit, Wir danken dir. 446 O vaterherz, o licht, o leben. 289 O was für ein herrlich wesen 282 O welch ein unvergleichlichs. 372 O welt ich muß dich lassen.. 322 O welt steh hier dein leben.. 87 R. Treuer Gott, ich muß dir klagen 200 422 Treuer Jesu, wache du. Triumph, triumph, es kommt 119 11. VALEt will ich dir geben.. 308 Bater, ach laß trost erscheinen 190 Vater unser im himmelreich 350 Rede, liebster Jesu, rede.... 262 Versuchet euch doch selbst. 199 Rett, o Herr Jesu, deine ehr. 263 Verzage nicht, du häuflein klein 215 Ringe recht, wenn Gottes gnade 295 Voller wunder, voller kunst. 451 Rüstet euch, ihr christenleute. 298 Vom himmel hoch, da komm. 50 Vom himmel kam der engel. 51 Von Gott will ich nicht lassen 210 Schaff in mir Gott ein reines 185 Vor gricht, Herr Jesu, steh ich hie 174 Schaffet, schaffet menschenkinder 286 247 Seele geh auf Golgatha Seelenbräutigam Unumschränkte liebe. 204 Uns ist geborn ein kindelein. 58 V. W. Schaß über alle schäze Schlaf sanft und wohl, schlaf 441 Wach auf du geist der ersten. 266 Schmücke dich, o liebe seele.. 385 Wach auf mein herz, die nacht ist 34 Schönste sonne, himmelszier. 439 Wach auf mein herz und singe 401 Schwing dich auf mein ganz 29 Wachet auf ruft uns die stimme 331 Schwing dich auf zu deinem 217 Wär Gott nicht mit uns diese 263 99 Walts Gott! mein werk ich 443 248 Wenn deine christenheit.... 156 389 Warum betrübst du dich mein 221 298 Warum machet solche schmerzen 62 296 Warum sollt ich mich denn. 249 Seele, laß die speise stehen Seele, was ermüdst du dich Sei getreu bis an das ende. Sei mir tausendmal gegrüßet 99 Warum willst du doch für morg. 223 Sei lob und ehr dem höchsten gut 28 Warum willst du draußen stehen 44 Selig wer ihm suchet raum 246 Was alle weisheit in der welt 146 Sie ist mir lieb, die werthe magd 263 Was fürchtst du feind Herodes 70 Sieh an uns arme sünder.. 82 Was Gott thut, das ist wohlSingen wir aus herzensgrund 420| gethan, Es bleibt gerecht. 212 • 736 Register bes Gesangbuchs. Seite Seite 40 393 Was Gott thut, das ist wohl Wie soll ich dich empfangen or gethan, Kein einig.... 369 Wie wohl hast du gelabet Was Gott gefällt, mein frommes 219 Wie wohl ist mir, o freund 252 Was lobes soll man dir, o vater 21 Willkomm, mein heiland Was mein Gott will, das gescheh 211 Wir christenleut haben jezund Weil nichts gemeiners ist als. 303 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Wend ab deinen zorn, lieber. 355 Daß du für uns Wenn dein herzliebster sohn o 251 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Wenn dich unglück hat betreten 364 42 61 110 Daß du gen. 440 Wenn dich unglück thut greifen 221 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Wenn ich die heilgen zehn gebot 163 Daß du unser. Wenn mein stündlein vorhanden 312 Wir danken dir, o Jesu Christ 399 Wenn wir in höchsten nöthen 356 Wir danken Gott für seine gaben 421 Wenn meine seel den tag. 101 Wir glauben all an einen Gott 192 Wenn meine sünd mich kränken 88 Wir liegen hier zu deinen füßen 356 Wer dort will selig werden.. 147 Wir wollen alle fröhlich ſein. 126 Wer Gott vertraut, hat wohl 366 Wies Gott gefällt, so gefällts 225 Wer Jesum Christum herzlich 104 Wo Gott der Herr nicht bei. 264 Wer kann so fröhlich als. 400 Wo Gott nicht selber baut das 456 Wer nur den lieben Gott läßt 213 Wo Gott zum haus nicht giebt 455 Wer sind die vor Gottes throne 347 Wo soll ich fliehen hin... 187 Wer weiß wie nahe mir mein 304 Wohl dem, der in Gotts furchte 454 Werde licht du stadt der heiden 72 Wohl einem haus, wo Jesus. 454 Werde munter mein gemüthe 425 Womit soll ich dich wohl loben 27 Wie Gott mich führt, so will ich 224 Wunderbarer könig 247 Wie groß ist des allmächtgen güte 204 Wunderbarer gnadenthron.. 250 Wie lieblich sind doch deine füß 125 Wie mit grimmgen unverstand 363 3 Wie schön ists doch, Herr Jesu 452 Wie schön leucht uns der mor3. 123 3euch ein zu deinen thoren.. 136 Beuch uns nach dir.. 3ion klagt mit angst und schmerz. 264 3ion gieb dich nur zufrieden. 265 22 3ion spricht: ich bin verlassen 363 3wei der jünger gehn mit sehnen 123 75 3weiding, o Herr! bittich von dir 456 35 3wei ort, o mensch, hast du vor dir 342 genstern Vom firmament 417 Wie schön leuchtet der morgenstern Voll gnad .. Wie schön leucht uns der morgenstern, Den wir im Wie selig ist ein ort zu nennen ... omb ● 100-118 85 tunt oss innsand 10 .. 127 AS P 518 Inches Centimetres Blue 2 3 14 Cyan 2 15 It 6 Farbkarte# 13 3 Green ¹8 Yellow 19 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White LI 16 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8